Eckdaten:
Für die 17. Sitzung der 20. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 1973 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Beifall bei den Freiheitlichen.
Deshalb muß es vorrangiges Ziel einer grundlegenden Erneuerung der Verfassungsinstitutionen dieses Staates sein, diese Regierungsgesetzgebung zu beenden, dem Parlament einen legistischen Apparat zu geben und die Abgeordneten wieder in die Lage zu versetzen, selbst Gesetze zu machen, die erprobt, praxisnah und auch durchführbar sind. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sonst treten Sie immer für die Menschenrechte ein, sonst treten Sie für Gott und die Welt ein und meinen, daß diese die Grundrechte haben sollen. Aber wenn es um den Schutz der Grund- und Freiheitsrechte der eigenen Bürger in dieser Republik geht, dann fahren Sie drüber, wenn es im Regierungsinteresse ist, daß es ärger nicht mehr gehen kann. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Woher wissen Sie, was im Polizeicomputer ist?
Herr Bundeskanzler! In der Ausländergesetzgebung ist es heute so, daß Tausende Asylverfahren in jedem Fall vor dem Höchstgericht enden, weil es in Österreich die Möglichkeit gibt, daß ein Ausländer, der um Asyl ansucht oder der mit einem Aufenthaltsverbot belegt wird, weil er eine Straftat begangen hat, trotzdem den Weg zum Verwaltungsgerichtshof antreten kann. Bevor aber der Verwaltungsgerichtshof nicht entschieden hat, darf er nicht abgeschoben werden. Das heißt, notorische Rechtsbrecher, schwere Jungs, möchte ich sagen, die sich in Österreich befinden – wir haben viele Fälle gesammelt –, sich illegal in Österreich aufhaltende Ausländer, die Straftaten wie Raubüberfälle, Einbrüche, Gewalttaten begehen, die mehrfach vorbestraft sind, die oft ein Sündenregister haben, das mehrere Seiten im Polizeicomputer umfaßt, diese Leute gehen in jedem Fall zum Verwaltungsgerichtshof und sagen: Wenn wir abgeschoben werden sollen, dann gehen wir zum Verwaltungsgerichtshof ... (Abg. Öllinger: Woher wissen Sie, was im Polizeicomputer ist?) Sie interessiert natürlich, woher wir die Informationen haben, aber nicht, wie wir die Österreicher schützen. Das ist die typische Gesinnung, die Sie an den Tag legen, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundeskanzler! In der Ausländergesetzgebung ist es heute so, daß Tausende Asylverfahren in jedem Fall vor dem Höchstgericht enden, weil es in Österreich die Möglichkeit gibt, daß ein Ausländer, der um Asyl ansucht oder der mit einem Aufenthaltsverbot belegt wird, weil er eine Straftat begangen hat, trotzdem den Weg zum Verwaltungsgerichtshof antreten kann. Bevor aber der Verwaltungsgerichtshof nicht entschieden hat, darf er nicht abgeschoben werden. Das heißt, notorische Rechtsbrecher, schwere Jungs, möchte ich sagen, die sich in Österreich befinden – wir haben viele Fälle gesammelt –, sich illegal in Österreich aufhaltende Ausländer, die Straftaten wie Raubüberfälle, Einbrüche, Gewalttaten begehen, die mehrfach vorbestraft sind, die oft ein Sündenregister haben, das mehrere Seiten im Polizeicomputer umfaßt, diese Leute gehen in jedem Fall zum Verwaltungsgerichtshof und sagen: Wenn wir abgeschoben werden sollen, dann gehen wir zum Verwaltungsgerichtshof ... (Abg. Öllinger: Woher wissen Sie, was im Polizeicomputer ist?) Sie interessiert natürlich, woher wir die Informationen haben, aber nicht, wie wir die Österreicher schützen. Das ist die typische Gesinnung, die Sie an den Tag legen, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Bundeskanzler Dr. Vranitzky: Aber das ist ja vor Jahren gewesen!
Der österreichische Vertreter des Bundeskanzlers tritt dort auf und sagt: Wir müssen dieses Rundfunkmonopol aufrechterhalten – nachzulesen in seiner Stellungnahme –, weil wir die Österreicher vor der Manipulation der Medien schützen müssen. Daher wollen wir lieber einen Regierungsrundfunk haben, wo wir selbst bestimmen können, was den Leuten an Information, an gefilterter Wahrheit mitgeteilt wird. – Das ist die Argumentation! (Bundeskanzler Dr. Vranitzky: Aber das ist ja vor Jahren gewesen!) Ja, das ist vor Jahren gewesen, und genau das mahne ich jetzt ein, Herr Bundeskanzler.
Abg. Öllinger: Was ist mit Ihrem Propagandasender?
Ich weiß schon, warum Sie das tun. – Weil sich natürlich die Macht über ein staatliches Medium trefflich einsetzen läßt, um die eigene Regierungsposition zu festigen. (Abg. Öllinger: Was ist mit Ihrem Propagandasender?)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Da tritt der Herr Bundeskanzler essend, kauend in allen Sportsendungen am Sonntag auf. Er ist ständig präsent, und zwar auch dort, wo er eigentlich keine Kompetenz hat. Wenn er wenigstens aktiv wäre im sportlichen Bereich, ließe ich mir das noch einreden. Sie können das nächste Jahr mit mir einmal einen Marathon laufen, dann wären Sie vielleicht einmal berechtigt, in einer Sportsendung des ORF vorzukommen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Da schau her!
Es ist ja auch bekannt, daß der verlängerte Arm des Herrn Bundeskanzlers, der Herr Krammer, im ORF sichergestellt hat, daß etwa vor der Wahl eine der SPÖ mißliebige Sendung, nämlich "Der Kandidat", in der Herbert Fux die Hauptrolle hätte spielen sollen und sozusagen die Proporzwirtschaft etwas auf die Schippe genommen hat, abgesetzt worden ist – über Druck und Intervention des Herrn Krammer aus dem Bundeskanzleramt. (Abg. Mag. Stadler: Da schau her!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Dabei ist er gar nicht so gut im Tennis!
Es ist ja auch bekannt, daß wir eine Hofberichterstattung haben. Wenn Herr Vranitzky beim Tennisturnier in Kitzbühel ist, wird in der "Zeit im Bild" darüber Bericht erstattet, und er wird beim Spazierengehen gezeigt. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Dabei ist er gar nicht so gut im Tennis!) Das ist unheimlich wichtig. Und wenn Herr Dr. Vranitzky im Fernsehen bei der "Zeit im Bild" auftritt, dann sitzt ein staunender Genosse Broukal ihm gegenüber und läßt ihn zehn Minuten ohne Zwischenfrage reden. So etwas hat es überhaupt noch nie gegeben. Das ist rumänisches Fernsehen in den besten Zeiten, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es ist ja auch bekannt, daß wir eine Hofberichterstattung haben. Wenn Herr Vranitzky beim Tennisturnier in Kitzbühel ist, wird in der "Zeit im Bild" darüber Bericht erstattet, und er wird beim Spazierengehen gezeigt. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Dabei ist er gar nicht so gut im Tennis!) Das ist unheimlich wichtig. Und wenn Herr Dr. Vranitzky im Fernsehen bei der "Zeit im Bild" auftritt, dann sitzt ein staunender Genosse Broukal ihm gegenüber und läßt ihn zehn Minuten ohne Zwischenfrage reden. So etwas hat es überhaupt noch nie gegeben. Das ist rumänisches Fernsehen in den besten Zeiten, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Das ist unglaublich!
Das ist es: Es geht einfach um diese Art der gelenkten Meinungsbildung in unserem Lande. Sie sind ja nicht nur ein mächtiger Herr, der jetzt auch auf den ORF Einfluß nimmt und der es in der Hand hat, ob etwas freigegeben wird oder nicht, Sie haben ja auch noch rund 300 Millionen Schilling besondere Presseförderung zur Verfügung, etwas, was einmalig ist in einem demokratischen Staat, daß es nämlich mehr oder weniger in der Macht des Kanzlers liegt, Zeitungen zu fördern. Schreiben sie brav, bekommen sie hohe Subventionen, schreiben sie nicht brav, schaut es schon wieder anders aus. Daß da interveniert wird, hat der Kurzzeitchefredakteur der "Presse" Dr. Maier in einem Abschiedsartikel in der "Presse" unumwunden zugegeben, wenn er schildert, wie vor der Nationalratswahl einer der höchsten Politiker Österreichs – schwer zu erahnen, wen er damit meint – bei ihm anruft und fragt, ob man in der "Presse" nicht etwas tun könne für seine Partei, ob man nicht in der Berichterstattung stärker Rücksicht nehmen könnte. Daraufhin weist der Chefredakteur der "Presse" nach seinen Worten darauf hin, daß im Titel der Zeitung "unabhängig" steht, Tag für Tag. "Das Argument konnte", schreibt Herr Maier, "mein Gegenüber nicht überzeugen. Vielleicht hätte ich eine Summe nennen sollen. Aber mein Gesprächspartner begann ohnehin, unauffällig über die Presseförderung nachzudenken." (Abg. Mag. Stadler: Das ist unglaublich!) – Das ist Österreich, meine Damen und Herren! Das ist Österreich! Das ist die "freie Meinungsäußerung" in unserem Lande!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Daher sollte man wirklich sagen: Wir diskutieren über die Minima dieser Republik. Da wird es zur Staatsaffäre, wenn der Herr Kanzler ohne Kleider auf einem Titelblatt firmiert. Daß das dem Oppositionschef der Freiheitlichen schon vor drei Jahren passiert ist, das vergißt man. Da gab es keine Aufregung. Aber wenn der Kanzler betroffen ist, ja dann müssen sofort alle Journalisten zurücktreten, die es gewagt haben, so ein Blatt herauszubringen, denn das ist ja Majestätsbeleidigung, meine Damen und Herren. Metternich würde sich freuen, wie in den Regierungsämtern gefuhrwerkt wird, was die Meinungsbildung in unserer Republik betrifft! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Das wird noch gefördert!
Das sind die neuen Denunzianten! Das ist jener Geist, Herr Bundeskanzler, der unter Ihrer Schirmherrschaft gezüchtet wird! (Abg. Mag. Stadler: Das wird noch gefördert!) Dafür gibt es Förderungen! Dafür gibt es Subventionen! Obwohl man alte Omas anspeiben soll, inserieren die Sozialistische Partei und die Fraktion der sozialistischen Gewerkschafter noch in dieser Zeitung. (Der Redner hält eine Zeitung in die Höhe). Meine Damen und Herren, das ist in Wirklichkeit der Skandal: daß Sie heute anständige Menschen verfolgen und solche Dinge nicht abstellen, die grauenhaft sind! Das können wir Freiheitlichen nicht akzeptieren. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das sind die neuen Denunzianten! Das ist jener Geist, Herr Bundeskanzler, der unter Ihrer Schirmherrschaft gezüchtet wird! (Abg. Mag. Stadler: Das wird noch gefördert!) Dafür gibt es Förderungen! Dafür gibt es Subventionen! Obwohl man alte Omas anspeiben soll, inserieren die Sozialistische Partei und die Fraktion der sozialistischen Gewerkschafter noch in dieser Zeitung. (Der Redner hält eine Zeitung in die Höhe). Meine Damen und Herren, das ist in Wirklichkeit der Skandal: daß Sie heute anständige Menschen verfolgen und solche Dinge nicht abstellen, die grauenhaft sind! Das können wir Freiheitlichen nicht akzeptieren. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Der Stadler war das!
Es fällt auf, daß Sie einen Innenminister haben, der den dritten Täter von Ebergassing entkommen ließ. Ich betone: entkommen ließ! (Abg. Öllinger: Der Stadler war das!) Der Generaldirektor Sika bestätigte bereits öffentlich in einem Fernsehinterview, daß dieser Herr Bassam al Taher, der dritte Täter von Ebergassing, ebenfalls aus der Terrororganisation DEV-SOL, die in Verbindung mit der kurdischen Widerstandsbewegung steht, kommt. Welche Zusammenhänge gibt es da wirklich, daß solche Dinge möglich sind? (Abg. Öllinger: Stadler!)
Abg. Öllinger: Stadler!
Es fällt auf, daß Sie einen Innenminister haben, der den dritten Täter von Ebergassing entkommen ließ. Ich betone: entkommen ließ! (Abg. Öllinger: Der Stadler war das!) Der Generaldirektor Sika bestätigte bereits öffentlich in einem Fernsehinterview, daß dieser Herr Bassam al Taher, der dritte Täter von Ebergassing, ebenfalls aus der Terrororganisation DEV-SOL, die in Verbindung mit der kurdischen Widerstandsbewegung steht, kommt. Welche Zusammenhänge gibt es da wirklich, daß solche Dinge möglich sind? (Abg. Öllinger: Stadler!)
Abg. Mag. Stadler: Vielleicht war er befreundet!
Auffällig ist, daß Sie einen Minister haben, Herr Bundeskanzler, der mit einem Akt der Kriminalpolizei Niederösterreich konfrontiert ist, aus dem, minutiös nachvollzogen, hervorgeht, daß sechs weitere Bombenanschläge in der Vergangenheit auf das Konto der Ebergassinger Täter gehen. Bisher keine Konsequenzen! Ich frage Sie: Was ist der Hintergrund, daß der Mantel des Schweigens über derartige Dinge gebreitet wird? (Abg. Mag. Stadler: Vielleicht war er befreundet!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Die Ministerposten!
Ich frage mich wirklich: Was hält die ÖVP in dieser Koalition noch davon ab, endlich dafür zu sorgen, daß da Ordnung gemacht wird? (Abg. Dr. Partik-Pablé: Die Ministerposten!) Was hält euch auf? Warum seid ihr in dieser Frage so zurückhaltend? Es ist doch nicht im Interesse dieses Landes, daß solche Zustände existieren: daß ehemalige Stasi-Freunde die Staatspolizei reformieren, daß nachweisbare Bombenattentate nicht weiterverfolgt werden, daß der dritte Täter von Ebergassing, nur weil er gute Verbindungen zur Terrororganisation DEV-SOL hat,
Abg. Öllinger: Aber nur bei Ihnen!
Auffällig ist auch, daß einer aus derselben Szene, die ich hier beschrieben habe, nämlich Herr Purtscheller, mit Erlaß des Herrn Ministers Scholten an den österreichischen Schulen unterrichten darf, aber dann plötzlich in Verdacht gerät, daß er an Briefbombengeschichten und Bombenattentaten als Ebergassinger Freund selbst beteiligt ist (Abg. Öllinger: Aber nur bei Ihnen!) und sich plötzlich ins Ausland absetzt. Wo ist er heute, der Herr Purtscheller? Warum ist er nicht mehr Korrespondent für den "Standard"? Warum ist er über Nacht als Korrespondent für "NEWS" abgesetzt worden? Warum hören wir nichts mehr von ihm? Warum gibt er uns keine Ezzes mehr? Wohin hat er sich verkrochen, jener Mann, der an den österreichischen Schulen unsere Kinder unterrichten darf, aber in Wirklichkeit bis zum Hals in der ganzen Terror- und Gewaltszene von links mit verstrickt ist? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Auffällig ist auch, daß einer aus derselben Szene, die ich hier beschrieben habe, nämlich Herr Purtscheller, mit Erlaß des Herrn Ministers Scholten an den österreichischen Schulen unterrichten darf, aber dann plötzlich in Verdacht gerät, daß er an Briefbombengeschichten und Bombenattentaten als Ebergassinger Freund selbst beteiligt ist (Abg. Öllinger: Aber nur bei Ihnen!) und sich plötzlich ins Ausland absetzt. Wo ist er heute, der Herr Purtscheller? Warum ist er nicht mehr Korrespondent für den "Standard"? Warum ist er über Nacht als Korrespondent für "NEWS" abgesetzt worden? Warum hören wir nichts mehr von ihm? Warum gibt er uns keine Ezzes mehr? Wohin hat er sich verkrochen, jener Mann, der an den österreichischen Schulen unsere Kinder unterrichten darf, aber in Wirklichkeit bis zum Hals in der ganzen Terror- und Gewaltszene von links mit verstrickt ist? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Illustre Runde!
Meine Damen und Herren! Es ist für uns auch auffällig, daß ausgerechnet die Tante Fini von der Kommunistischen Partei Österreichs, Frau Steindling, die mit einem Haftbefehl international wegen Transaktion von DDR-Geldern nach Österreich gesucht wird, Ehrengast beim Fest von Kanzler Franz Vranitzky ist. (Abg. Mag. Stadler: Illustre Runde!)
Abg. Scheibner: Allerhand!
Herr Scholten verkündete freihals in der Zeitschrift "Die Bühne": "Ich fühle mich erst wohl, wenn das Klima sich so richtig radikalisiert." – Das ist der rechtsstaatliche, demokratische Minister? Wenn sich das Klima radikalisiert, fühlt sich der Sozialdemokrat Scholten wohl? (Abg. Scheibner: Allerhand!)
Abg. Mag. Stadler: Aus Steuergeldern!
Es ist auch auffällig, Herr Bundeskanzler, daß am österreichischen Burgtheater ein Theaterdirektor mit Hilfe der Sozialdemokraten gehalten wird, der öffentliche Sympathien für die Rote-Armee-Fraktion und ihren Terror bekundet, der im Burgtheater eine Gedenkfeier für die RAF-Terroristen abhält. (Abg. Mag. Stadler: Aus Steuergeldern!) Es ist auch auffallend, daß der Wiener Bürgermeister jüngst in einem Interview sogar sagte, jeder Politiker sollte ein bißchen Anarchist sein.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es ist nicht unsere Aufgabe als Opposition, Ihnen das immer wieder zu sagen. Es müßte für Sie als Demokrat eine selbstverständliche Verpflichtung sein, daß Sie etwas selbstkritischer auch darüber nachdenken, was Sie dieser Republik und ihren Bürgern zumuten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Der Abgeordnete Haider hat sich ja, bevor er sich mit Sequenzen aus einzelnen Sendungen des ORF beschäftigt hat, auch mit einigen grundsätzlichen Fragen auseinandergesetzt, und auf diese möchte ich gerne eingehen. Allerdings ist mir dabei aufgefallen, daß die Berichterstattung über sein eigenes Bungee-Jumping und über die Zeit, die er gebraucht hat, um unter "ferner liefen" beim Wiener Marathon ins Ziel zu kommen, nicht der Kritik unterzogen hat. (Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Herr Kollege Haider! Das ist Ihre Gleichheit, die Sie anstreben: daß neben Gleichem auch Gleicheres besteht, und unter Gleicherem verstehen Sie sich.
Abg. Dr. Krüger: Sie höhlen die Verfassung aus!
Meine Damen und Herren! In diesem Zusammenhang stellt sich gerade in diesem Hause eine ganz wesentlich Frage: Wer ist denn Verfassungsgesetzgeber: der negative Verfassungsgesetzgeber, der Verfassungsgerichtshof, oder wir hier? – Ich sage Ihnen ganz deutlich: Für mich ist diese Frage eindeutig nach der österreichischen Verfassung geregelt. Wir haben die Weiterentwicklung der Verfassung wahrzunehmen. (Abg. Dr. Krüger: Sie höhlen die Verfassung aus!)
Beifall bei der SPÖ.
Aber wie doppelbödig Ihre Argumentation ist, läßt sich leicht nachvollziehen. Als der Verfassungsgerichtshof beispielsweise der Meinung war, daß es nach österreichischem Verfassungsrecht zulässig ist, Politikerpensionen ohne Grenzen nach oben zu kumulieren, wie zum Beispiel im Fall Ihres ehemaligen Parteivorsitzenden Götz, da haben wir hier in diesem Haus ein Verfassungsgesetz beschlossen, wo wir gesagt haben, ein solches Grundrechtsverständnis lehnen wir ab. Aber da gab es keine Klage über eine Verfassungskorrektur der Judikatur des Verfassungsgerichtshofes. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Haider: Nein! Albanien ist schon weiter!
Sie, Herr Kollege Haider, haben gemeint, daß Österreich mit Albanien der letzte Staat ist, der keine Liberalisierung im Bereiche des Rundfunkrechtes hat. (Abg. Dr. Haider: Nein! Albanien ist schon weiter!) Ich darf Sie darauf hinweisen, daß es, als wir der Europäischen Menschenrechtskonvention beigetreten sind, in allen Staaten in Europa Rundfunkmonopole gab. So war damals die verfassungsrechtliche Lage. Außerdem geht es uns in diesem Zusammenhang nicht um ein Monopol, sondern um die Aufrechterhaltung einer Kulturinstitution in diesem Lande, nämlich des Österreichischen Rundfunks, der Österreich verpflichtet ist und über Österreich berichtet. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie, Herr Kollege Haider, haben gemeint, daß Österreich mit Albanien der letzte Staat ist, der keine Liberalisierung im Bereiche des Rundfunkrechtes hat. (Abg. Dr. Haider: Nein! Albanien ist schon weiter!) Ich darf Sie darauf hinweisen, daß es, als wir der Europäischen Menschenrechtskonvention beigetreten sind, in allen Staaten in Europa Rundfunkmonopole gab. So war damals die verfassungsrechtliche Lage. Außerdem geht es uns in diesem Zusammenhang nicht um ein Monopol, sondern um die Aufrechterhaltung einer Kulturinstitution in diesem Lande, nämlich des Österreichischen Rundfunks, der Österreich verpflichtet ist und über Österreich berichtet. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Abgeordneter Haider! Ihre Sequenz über den "Kaisermühlen-Blues" läßt ganz deutlich erkennen, worum es Ihnen in Wirklichkeit geht. Sie sind nämlich im Zusammenhang mit einem eigenen Sender, den Sie errichten wollen, nach Straßburg gegangen. Es geht Ihnen darum, einen Mini-Berlusconi zu spielen, der Sie in diesem Land sein wollen. Nehmen Sie zur Kenntnis: Berlusconi hat in Italien in den jüngsten Tagen eine große Niederlage hinnehmen müssen. Sie aber werden dies in Zukunft noch in viel größerem Maße tun müssen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Was die Zeitungsförderung, die Publizistikförderung betrifft, so sind in der Kommission Ihre Leute, Howadt, Riess und Kurt Lukasek, vertreten. Sie wissen, daß die Kommission in der Regel einstimmige Beschlüsse faßt. Bei der Presseförderung geht es um die Verteilung von Mitteln nach vorher festgelegten Kriterien. Das, was Sie hier vorwerfen, nämlich eine Zensur nach politischen Kriterien, entspricht – das darf ich Ihnen in aller Deutlichkeit sagen – Ihren Denkkategorien, es findet aber in diesem Lande, solange die Sozialdemokratie Verantwortung trägt, mit Sicherheit nicht statt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Eine weitere Bemerkung: Sie haben eine Schülerzeitung der "Aktion kritische Schüler" zitiert. Wissen Sie, das gehört zu jener Doppelbödigkeit, die bei Ihnen an der Tagesordnung ist. Es gibt eine Schülerzeitung, in der solche Zitate, wie Sie sie vorgelesen haben, auch tatsächlich abgedruckt sind. Allerdings haben Sie nicht darauf hingewiesen, daß das in einer Meinungsecke, wo Schüler schreiben konnten, was sie wollten, zu finden ist. Die Veröffentlichung ist nicht sonderlich geschmackvoll und auch politisch nicht sehr klug. Doch Sie zitieren die nächste Nummer nicht, wo nämlich seitens der Redaktion darauf hingewiesen wurde, wie auch in dieser Nummer selbst, daß es sich dabei erstens um eine Veröffentlichung der Meinung eines einzelnen Schülers handelt, der dort ein Meinungsforum erhalten hat, und daß man zweitens diese Fehlleistung bedauert. Ersteres zitieren Sie und geben es als Meinung einer sozialdemokratischen Organisation aus. Aber das zweite verschweigen Sie. Das ist Ihre Form von Wahrheit! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das war auch der Grund dafür, daß Österreich ein tiefer wirtschaftlicher Einbruch nach den Jahren 1993 und 1994 erspart geblieben ist. Wir Sozialdemokraten haben nämlich in diesem Sinne agiert. (Beifall bei der SPÖ. )
Beifall bei der SPÖ .
Meine Damen und Herren! Alles in allem eine sehr gute Beurteilung. Wir haben in den letzten zehn Jahren einen Erfolgskurs gesteuert, der in Europa seinesgleichen suchen kann. Diese letzten zehn Jahre – zur Erinnerung: es sind zehn Jahre Regierung Vranitzky – stellen ein gutes, ein sehr, sehr gutes Soll dar, das erfüllt wurde. (Beifall bei der SPÖ .)
Beifall bei der SPÖ .
Das ist ein Erfolgskurs, den uns kaum ein anderes Land Europas nachmacht. (Beifall bei der SPÖ .) Daher: Jammern Sie den Wirtschaftsstandort Österreich nicht krank!
Beifall bei der SPÖ .
Beispielsweise liegen unsere Arbeitskosten um ein Viertel unter jenen der Bundesrepublik Deutschland. Das heißt, daß wir den Wettbewerbsvorteil haben, und darüber hinaus, daß es keinen Grund gibt, bei den Löhnen und Gehältern der Österreicherinnen und Österreicher die große Schere anzusetzen, so wie das manche von Ihnen wollen. (Beifall bei der SPÖ .)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Die Leistungsbilanz beweist es: War in der Vergangenheit der Tourismus jener Faktor, der eine ausgeglichene, eine vertretbare Zahlungsbilanz sichergestellt hat, ist es nunmehr in zunehmendem Maße der Warenexport. Auch in diesem Zusammenhang sei noch hinzugefügt: Es war richtig, der Europäischen Union beizutreten. Die Erfolge zeigen sich langsam. (Beifall bei der SPÖ. )
Abg. Dr. Frischenschlager : Wer spricht da von Diskussion?
Genau das ist meine Klage. Sie haben in Presseaussendungen eine bestimmte Form des Parlamentarismus beklagt, aber nichts dazu getan, um den Parlamentarismus zu verbessern. So haben wir mehr als zwei Drittel der Ausschußberatungen vor der vereinbarten Zeit schließen müssen, weil von Ihnen keine Diskussionsbeiträge, Fragen oder Bemerkungen mehr kamen. (Abg. Dr. Frischenschlager : Wer spricht da von Diskussion?)
Beifall bei der SPÖ.
Im Bereich der Siedlungsgebiete der Kurden gibt es Krieg und Terror. Ich stehe nicht an, dies zuzugeben, aber Gespräche mit Repräsentanten eines Volkes zu führen, das verfolgt wird, ist eher politische Tugend und in keiner Weise abzulehnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Kollege Kiss, Sie wissen, was das bedeutet: daß nämlich diese Unruhe, diese Radikalisierung, gegebenenfalls auch Terror, in unser eigenes Land getragen wird. Ich glaube, die Aufgabe der österreichischen Polizei ist es, alles zu tun, um eine solche Radikalisierung hintanzuhalten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren, das ist durchsichtig, das ist niederträchtig, und da wird Wahrheit zum gestaltbaren Rohprodukt für Ihre Politik! Nehmen Sie zur Kenntnis: Dies ist das Hohe Haus der Republik und kein Tummelplatz für Dobermänner! Und Rufmord darf in keinem Zusammenhang ein legitimes Mittel politischen Handelns werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich glaube daher, daß in diesem gesamten Vorgang das Spannungsverhältnis, das es in einer parlamentarischen Demokratie einfach gibt, besonders deutlich zum Ausdruck gekommen ist. Und genau diese Empfindung muß man meiner Meinung nach gerade in einer Generaldebatte zum Budget formulieren, um daraus auch seine Konklusionen zu ziehen. Es ist das ein für mich grober Verstoß gegen das Gewaltenteilungsprinzip, von dem ich schon zugebe, daß es in einer parlamentarischen Demokratie oftmals ganz bewußt durchbrochen wird, oftmals ganz bewußt und gewollt verschränkt wird. Aber eines muß man wissen, und zwar, daß es grundsätzlich ein Instrumentarium zur Machtbegrenzung ist, daß es grundsätzlich ein Instrument zur Verhinderung des Machtmißbrauches ist und daß aus diesem Grund die Gewaltenteilung den Liberalen so wichtig ist. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Mag. Stadler: Aber das Wie!
Kollege Kostelka hat in seiner Wortmeldung auf den Freitag zurückgeblendet. Ich möchte das auch tun. Auch ich möchte mich nur ganz kurz mit der Rede des Abgeordneten Stadler befassen, und zwar nicht des Inhaltes wegen, weil ich es für zulässig halte, daß Vermutungen, daß Kritik, daß Schlußfolgerungen auch hier von diesem Rednerpult aus formuliert werden, ob man sie jetzt teilt oder nicht. (Abg. Mag. Stadler: Aber das Wie!) Das ist eine Selbstverständlichkeit eines Parlamentes, eine Selbstverständlichkeit einer Demokratie. Aber wie das passiert ist, hat jedem, der nur ein Mindestmaß an Sensibilität für die Demokratie hat, den kalten Schauer über den Rücken laufen lassen. (Abg. Dr. Haider: Überlegen Sie einmal, was Sie dem Michalek alles gesagt haben!) – Das brauchen Sie nur nachzulesen, denn Sie waren nicht da.
Abg. Dr. Haider: Überlegen Sie einmal, was Sie dem Michalek alles gesagt haben!
Kollege Kostelka hat in seiner Wortmeldung auf den Freitag zurückgeblendet. Ich möchte das auch tun. Auch ich möchte mich nur ganz kurz mit der Rede des Abgeordneten Stadler befassen, und zwar nicht des Inhaltes wegen, weil ich es für zulässig halte, daß Vermutungen, daß Kritik, daß Schlußfolgerungen auch hier von diesem Rednerpult aus formuliert werden, ob man sie jetzt teilt oder nicht. (Abg. Mag. Stadler: Aber das Wie!) Das ist eine Selbstverständlichkeit eines Parlamentes, eine Selbstverständlichkeit einer Demokratie. Aber wie das passiert ist, hat jedem, der nur ein Mindestmaß an Sensibilität für die Demokratie hat, den kalten Schauer über den Rücken laufen lassen. (Abg. Dr. Haider: Überlegen Sie einmal, was Sie dem Michalek alles gesagt haben!) – Das brauchen Sie nur nachzulesen, denn Sie waren nicht da.
Abg. Mag. Stadler: Die Frau Lehrerin!
Die Aggression, die Diffamierung, die Verunglimpfung, die Verhöhnung, das Heruntermachen (Abg. Mag. Stadler: Die Frau Lehrerin!) , all das, diese Dinge als Gesamtbild, dazu die Gestik, dazu die Mimik, dazu der Tonfall, dazu die Klangfarbe, all das muß man spüren, muß man hören, muß man erlebt haben (Abg. Haigermoser: "Schon der Haarschnitt!") , um zu wissen, wie weit wir hier schon sind mit dem Umgang mit diesem Parlament – er nimmt dieses Parlament mit Sicherheit nicht ernst – und wie der Umgang mit anderen politischen Meinungen, mit dem politischen Mitbewerber ausschaut. (Abg. Mag. Stadler: Sie liebt mich heiß! Das hat sie schon getan, als sie noch bei uns war!) Wenn man das erlebt hat, dann ist man auch versucht gewesen – und ich habe das ganz bewußt gemacht –, Herrn Abgeordneten Nowotny zu
Abg. Haigermoser: "Schon der Haarschnitt!"
Die Aggression, die Diffamierung, die Verunglimpfung, die Verhöhnung, das Heruntermachen (Abg. Mag. Stadler: Die Frau Lehrerin!) , all das, diese Dinge als Gesamtbild, dazu die Gestik, dazu die Mimik, dazu der Tonfall, dazu die Klangfarbe, all das muß man spüren, muß man hören, muß man erlebt haben (Abg. Haigermoser: "Schon der Haarschnitt!") , um zu wissen, wie weit wir hier schon sind mit dem Umgang mit diesem Parlament – er nimmt dieses Parlament mit Sicherheit nicht ernst – und wie der Umgang mit anderen politischen Meinungen, mit dem politischen Mitbewerber ausschaut. (Abg. Mag. Stadler: Sie liebt mich heiß! Das hat sie schon getan, als sie noch bei uns war!) Wenn man das erlebt hat, dann ist man auch versucht gewesen – und ich habe das ganz bewußt gemacht –, Herrn Abgeordneten Nowotny zu
Abg. Mag. Stadler: Sie liebt mich heiß! Das hat sie schon getan, als sie noch bei uns war!
Die Aggression, die Diffamierung, die Verunglimpfung, die Verhöhnung, das Heruntermachen (Abg. Mag. Stadler: Die Frau Lehrerin!) , all das, diese Dinge als Gesamtbild, dazu die Gestik, dazu die Mimik, dazu der Tonfall, dazu die Klangfarbe, all das muß man spüren, muß man hören, muß man erlebt haben (Abg. Haigermoser: "Schon der Haarschnitt!") , um zu wissen, wie weit wir hier schon sind mit dem Umgang mit diesem Parlament – er nimmt dieses Parlament mit Sicherheit nicht ernst – und wie der Umgang mit anderen politischen Meinungen, mit dem politischen Mitbewerber ausschaut. (Abg. Mag. Stadler: Sie liebt mich heiß! Das hat sie schon getan, als sie noch bei uns war!) Wenn man das erlebt hat, dann ist man auch versucht gewesen – und ich habe das ganz bewußt gemacht –, Herrn Abgeordneten Nowotny zu
Beifall beim Liberalen Forum.
Sie bringen daher andere Oppositionsparteien und andere Kritiker in eine Situation, in der man gar nicht mehr in der Lage sein kann, die Diskussion wirklich sachgerecht zu führen, wenn man sich auf einmal in der Schere befindet, auf der einen Seite jemandem applaudieren zu müssen, weil er sich dagegen verwahrt, aber genau weiß, daß die moralische Berechtigung dazu genauso wenig – das Wort "genauso wenig" korrigiere ich – auch nicht da ist. Das macht die Schwierigkeit der Diskussion aus. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Auch die Glaubwürdigkeit ist ein Bestandteil der politischen Kultur, und zwar die Glaubwürdigkeit, die nicht nur daran gemessen wird, ob man Wahlversprechen hält, sondern die auch daran gemessen wird, wie man mit der Realität und mit dem reinen Wein Einschenken für die Bürgerinnen und Bürger umgeht. Letzteres tun Sie nicht. Sie reden nicht nur um die Sache herum, sondern Sie stellen die Dinge auch oftmals in einem anderen Lichte dar. Sie tun das entweder aus politischer Überlegung, weil Sie zu feig für die Wahrheit sind, oder aber, weil Sie glauben, dadurch eine Mehrheit erreichen zu können. Das heißt, Sie teilen es sich auch ein, wann Sie den Menschen die Wahrheit zumuten und wann Sie sie ihnen nicht zumuten. Das ist aber auch ein Bestandteil der Glaubwürdigkeit. Das ist auch ein Bestandteil der politischen Kultur. Und es gehört auch zur Erzielung von Demokratiebewußtsein bei unseren Bürgerinnen und Bürgern, daß sie sich überhaupt ernstgenommen fühlen. Sie sollen sie aber nicht nur immer am Wahltag ernst nehmen, wenn sie ihre Stricheln machen dürfen, sondern das ganze Jahr über, um sie ihr Demokratiebewußtsein überhaupt ausleben zu lassen. Denn davon lebt die Demokratie! Und das ist etwas, was Sie nicht nur schwer vernachlässigen, sondern wogegen Sie nahezu wöchentlich verstoßen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Dazu gehört auch, daß Sie – und es wurde heute bereits angesprochen – beim ORF-Monopol jetzt nicht wieder eine Regelung suchen, mit der Sie sich Ihren parteipolitischen Einfluß unter einem anderen Mantel wieder absichern, sondern daß Sie tatsächlich eine Unabhängigkeit und Medienvielfalt zulassen. Dazu gehört es daher, daß ein Privatradiogesetz nicht politischen Interessen folgt, sondern dem Ziel des Pluralismus in unserer Demokratie. Das sind ganz wesentliche Eckpunkte für die Entwicklung unserer Demokratie. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Daran sieht man aber auch, was hier alles potenziert wird, was sich hier alles konzentriert, wo eine weitere Aushöhlung des Parlaments erfolgt, und wie wichtig es daher wäre, genau diese Problempunkte anzusprechen und hier eine Änderung herbeizuführen. (Beifall beim Liberalen Forum.) Das heißt, die Verflechtung mit der Sozialpartnerschaft in dieser Form halte ich für eine Fehlentwicklung.
Abg. Dr. Puttinger: "Schlimm" sind alle, die eine andere Meinung haben! Das ist "liberal"!
Zuletzt möchte ich auf die Entwicklung Österreichs als Teil unseres gemeinsamen Europas zu sprechen kommen, nach welchen Strukturen und in welche Richtung es sich entwickelt. (Abg. Dr. Puttinger: "Schlimm" sind alle, die eine andere Meinung haben! Das ist "liberal"!) – Das ist liberal. Das meine ich auch. – Wer hat gesagt, daß das schlimm ist? Kollege Puttinger, können Sie nicht zuhören? – Sehen Sie, auch das ist so eine Sache. Wir haben keine Streitkultur. Wenn Ihnen meine Ansicht nicht in den Kram paßt, dann unterstellen Sie mir, daß ich mit anderen Meinungen übel umginge! Ich sage nur unsere Vorstellung, nämlich daß wir diese Art der Verflechtung für falsch halten. Kommen Sie hier heraus und argumentieren Sie diese Verflechtung! Ich empfinde tatsächlich eine Veränderung im Parlamentarismusverständnis, Kollege Stummvoll. Das werden Sie mir ja nicht nehmen können. (Abg. Dr. Puttinger: Das ist eine Minderheitsmeinung!) Das heißt ja nicht, daß man sie nicht haben kann. Selbstverständlich! (Abg. Dr. Puttinger: Das ist Ihre Minderheitsmeinung!) Das ist richtig. Und es ist leider eine Minderheitsmeinung, und das "leider" werden Sie mir auch zugestehen müssen. Denn es ist ja das Bestreben eines Politikers, daß er natürlich um eine Mehrheit für seine Vorstellungen ringt. – Mir geht es einfach darum, klarzumachen, daß dieses berufliche Umfeld sehr wohl auch das Parlamentarismusverständnis beeinflußt. (Abg. Dr. Stummvoll: Sie grenzen gewisse Berufe vom Parlament aus – meinen Sie das?) Nein. Schon gar nicht "Berufe". Es geht vielmehr um bestimmte Funktionen. Genau darum. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ja, darüber müssen wir wirklich reden, nämlich darüber, ob das alles kompatibel ist. Eine Diskussion darüber wollen wir entfachen. Was bei der Diskussion herauskommt, können wir selbstverständlich noch nicht vorwegnehmen, weil wir eine Minderheit sind. Aber auch Sie können es nicht nur deswegen, weil Sie derzeit zufällig über eine Mehrheit verfügen, vorwegnehmen.
Abg. Dr. Puttinger: Das ist eine Minderheitsmeinung!
Zuletzt möchte ich auf die Entwicklung Österreichs als Teil unseres gemeinsamen Europas zu sprechen kommen, nach welchen Strukturen und in welche Richtung es sich entwickelt. (Abg. Dr. Puttinger: "Schlimm" sind alle, die eine andere Meinung haben! Das ist "liberal"!) – Das ist liberal. Das meine ich auch. – Wer hat gesagt, daß das schlimm ist? Kollege Puttinger, können Sie nicht zuhören? – Sehen Sie, auch das ist so eine Sache. Wir haben keine Streitkultur. Wenn Ihnen meine Ansicht nicht in den Kram paßt, dann unterstellen Sie mir, daß ich mit anderen Meinungen übel umginge! Ich sage nur unsere Vorstellung, nämlich daß wir diese Art der Verflechtung für falsch halten. Kommen Sie hier heraus und argumentieren Sie diese Verflechtung! Ich empfinde tatsächlich eine Veränderung im Parlamentarismusverständnis, Kollege Stummvoll. Das werden Sie mir ja nicht nehmen können. (Abg. Dr. Puttinger: Das ist eine Minderheitsmeinung!) Das heißt ja nicht, daß man sie nicht haben kann. Selbstverständlich! (Abg. Dr. Puttinger: Das ist Ihre Minderheitsmeinung!) Das ist richtig. Und es ist leider eine Minderheitsmeinung, und das "leider" werden Sie mir auch zugestehen müssen. Denn es ist ja das Bestreben eines Politikers, daß er natürlich um eine Mehrheit für seine Vorstellungen ringt. – Mir geht es einfach darum, klarzumachen, daß dieses berufliche Umfeld sehr wohl auch das Parlamentarismusverständnis beeinflußt. (Abg. Dr. Stummvoll: Sie grenzen gewisse Berufe vom Parlament aus – meinen Sie das?) Nein. Schon gar nicht "Berufe". Es geht vielmehr um bestimmte Funktionen. Genau darum. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ja, darüber müssen wir wirklich reden, nämlich darüber, ob das alles kompatibel ist. Eine Diskussion darüber wollen wir entfachen. Was bei der Diskussion herauskommt, können wir selbstverständlich noch nicht vorwegnehmen, weil wir eine Minderheit sind. Aber auch Sie können es nicht nur deswegen, weil Sie derzeit zufällig über eine Mehrheit verfügen, vorwegnehmen.
Abg. Dr. Puttinger: Das ist Ihre Minderheitsmeinung!
Zuletzt möchte ich auf die Entwicklung Österreichs als Teil unseres gemeinsamen Europas zu sprechen kommen, nach welchen Strukturen und in welche Richtung es sich entwickelt. (Abg. Dr. Puttinger: "Schlimm" sind alle, die eine andere Meinung haben! Das ist "liberal"!) – Das ist liberal. Das meine ich auch. – Wer hat gesagt, daß das schlimm ist? Kollege Puttinger, können Sie nicht zuhören? – Sehen Sie, auch das ist so eine Sache. Wir haben keine Streitkultur. Wenn Ihnen meine Ansicht nicht in den Kram paßt, dann unterstellen Sie mir, daß ich mit anderen Meinungen übel umginge! Ich sage nur unsere Vorstellung, nämlich daß wir diese Art der Verflechtung für falsch halten. Kommen Sie hier heraus und argumentieren Sie diese Verflechtung! Ich empfinde tatsächlich eine Veränderung im Parlamentarismusverständnis, Kollege Stummvoll. Das werden Sie mir ja nicht nehmen können. (Abg. Dr. Puttinger: Das ist eine Minderheitsmeinung!) Das heißt ja nicht, daß man sie nicht haben kann. Selbstverständlich! (Abg. Dr. Puttinger: Das ist Ihre Minderheitsmeinung!) Das ist richtig. Und es ist leider eine Minderheitsmeinung, und das "leider" werden Sie mir auch zugestehen müssen. Denn es ist ja das Bestreben eines Politikers, daß er natürlich um eine Mehrheit für seine Vorstellungen ringt. – Mir geht es einfach darum, klarzumachen, daß dieses berufliche Umfeld sehr wohl auch das Parlamentarismusverständnis beeinflußt. (Abg. Dr. Stummvoll: Sie grenzen gewisse Berufe vom Parlament aus – meinen Sie das?) Nein. Schon gar nicht "Berufe". Es geht vielmehr um bestimmte Funktionen. Genau darum. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ja, darüber müssen wir wirklich reden, nämlich darüber, ob das alles kompatibel ist. Eine Diskussion darüber wollen wir entfachen. Was bei der Diskussion herauskommt, können wir selbstverständlich noch nicht vorwegnehmen, weil wir eine Minderheit sind. Aber auch Sie können es nicht nur deswegen, weil Sie derzeit zufällig über eine Mehrheit verfügen, vorwegnehmen.
Abg. Dr. Stummvoll: Sie grenzen gewisse Berufe vom Parlament aus – meinen Sie das?
Zuletzt möchte ich auf die Entwicklung Österreichs als Teil unseres gemeinsamen Europas zu sprechen kommen, nach welchen Strukturen und in welche Richtung es sich entwickelt. (Abg. Dr. Puttinger: "Schlimm" sind alle, die eine andere Meinung haben! Das ist "liberal"!) – Das ist liberal. Das meine ich auch. – Wer hat gesagt, daß das schlimm ist? Kollege Puttinger, können Sie nicht zuhören? – Sehen Sie, auch das ist so eine Sache. Wir haben keine Streitkultur. Wenn Ihnen meine Ansicht nicht in den Kram paßt, dann unterstellen Sie mir, daß ich mit anderen Meinungen übel umginge! Ich sage nur unsere Vorstellung, nämlich daß wir diese Art der Verflechtung für falsch halten. Kommen Sie hier heraus und argumentieren Sie diese Verflechtung! Ich empfinde tatsächlich eine Veränderung im Parlamentarismusverständnis, Kollege Stummvoll. Das werden Sie mir ja nicht nehmen können. (Abg. Dr. Puttinger: Das ist eine Minderheitsmeinung!) Das heißt ja nicht, daß man sie nicht haben kann. Selbstverständlich! (Abg. Dr. Puttinger: Das ist Ihre Minderheitsmeinung!) Das ist richtig. Und es ist leider eine Minderheitsmeinung, und das "leider" werden Sie mir auch zugestehen müssen. Denn es ist ja das Bestreben eines Politikers, daß er natürlich um eine Mehrheit für seine Vorstellungen ringt. – Mir geht es einfach darum, klarzumachen, daß dieses berufliche Umfeld sehr wohl auch das Parlamentarismusverständnis beeinflußt. (Abg. Dr. Stummvoll: Sie grenzen gewisse Berufe vom Parlament aus – meinen Sie das?) Nein. Schon gar nicht "Berufe". Es geht vielmehr um bestimmte Funktionen. Genau darum. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ja, darüber müssen wir wirklich reden, nämlich darüber, ob das alles kompatibel ist. Eine Diskussion darüber wollen wir entfachen. Was bei der Diskussion herauskommt, können wir selbstverständlich noch nicht vorwegnehmen, weil wir eine Minderheit sind. Aber auch Sie können es nicht nur deswegen, weil Sie derzeit zufällig über eine Mehrheit verfügen, vorwegnehmen.
Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Zuletzt möchte ich auf die Entwicklung Österreichs als Teil unseres gemeinsamen Europas zu sprechen kommen, nach welchen Strukturen und in welche Richtung es sich entwickelt. (Abg. Dr. Puttinger: "Schlimm" sind alle, die eine andere Meinung haben! Das ist "liberal"!) – Das ist liberal. Das meine ich auch. – Wer hat gesagt, daß das schlimm ist? Kollege Puttinger, können Sie nicht zuhören? – Sehen Sie, auch das ist so eine Sache. Wir haben keine Streitkultur. Wenn Ihnen meine Ansicht nicht in den Kram paßt, dann unterstellen Sie mir, daß ich mit anderen Meinungen übel umginge! Ich sage nur unsere Vorstellung, nämlich daß wir diese Art der Verflechtung für falsch halten. Kommen Sie hier heraus und argumentieren Sie diese Verflechtung! Ich empfinde tatsächlich eine Veränderung im Parlamentarismusverständnis, Kollege Stummvoll. Das werden Sie mir ja nicht nehmen können. (Abg. Dr. Puttinger: Das ist eine Minderheitsmeinung!) Das heißt ja nicht, daß man sie nicht haben kann. Selbstverständlich! (Abg. Dr. Puttinger: Das ist Ihre Minderheitsmeinung!) Das ist richtig. Und es ist leider eine Minderheitsmeinung, und das "leider" werden Sie mir auch zugestehen müssen. Denn es ist ja das Bestreben eines Politikers, daß er natürlich um eine Mehrheit für seine Vorstellungen ringt. – Mir geht es einfach darum, klarzumachen, daß dieses berufliche Umfeld sehr wohl auch das Parlamentarismusverständnis beeinflußt. (Abg. Dr. Stummvoll: Sie grenzen gewisse Berufe vom Parlament aus – meinen Sie das?) Nein. Schon gar nicht "Berufe". Es geht vielmehr um bestimmte Funktionen. Genau darum. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ja, darüber müssen wir wirklich reden, nämlich darüber, ob das alles kompatibel ist. Eine Diskussion darüber wollen wir entfachen. Was bei der Diskussion herauskommt, können wir selbstverständlich noch nicht vorwegnehmen, weil wir eine Minderheit sind. Aber auch Sie können es nicht nur deswegen, weil Sie derzeit zufällig über eine Mehrheit verfügen, vorwegnehmen.
Beifall beim Liberalen Forum.
Es geht darum, überhaupt einmal die Problemlage zu analysieren, aber Sie verweigern sich ja sogar der Problemlage, und das macht Ihre Geisteshaltung aus. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich weiß schon, daß das formal durchaus abgesichert ist, Kollege Feurstein. Nur – wissen Sie, die Geisteshaltung hat sich nicht immer nur an der formalen Möglichkeit zu messen, sondern die messe ich jedenfalls – und das müssen Sie mir unbenommen lassen – daran, welcher Inhalt insgesamt zum Ausdruck kommt. Das heißt, Sie lassen zwar in den Pflichten gleichbehandeln, Sie behandeln in den Pflichten gleich, aber Sie nehmen sich heraus, bei den Rechten Unterschiede zu machen. Und das ist etwas, was wir Liberale nicht bereit sind, zu akzeptieren. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Haider: Freudsche Fehlleistung!
Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Bevor ich mich den wirklich wichtigen Themen der Budgetgestaltung zuwende, möchte ich auf einen Debattenbeitrag meines Klubkollegen und Koalitionspartners Kostelka eingehen. (Abg. Dr. Haider: Freudsche Fehlleistung!) Klubobmann-Kollege!
Abg. Mag. Stadler: Na, das ist eine Gesinnung, die da zum Ausdruck kommt!
Daraufhin hat Klubobmann Kostelka hier, und vor ihm der Bundeskanzler in einer ähnlichen Presseaussendung, darauf hingewiesen, daß dieses Anmahnen des Rechtsstaates ein Beitrag zur Radikalisierung sei und daß die Tolerierung von solchen Organisationen richtig sei, das habe das Beispiel der PLO gezeigt. (Abg. Mag. Stadler: Na, das ist eine Gesinnung, die da zum Ausdruck kommt!)
Beifall bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen.
Herr Klubobmann Kostelka! Ich bin betroffen, denn Sie sollten sich den Satz des Verwaltungsgerichtshofes in einem berühmt gewordenen Urteil, an dem die Sozialdemokratie lange arbeiten mußte, vor Augen halten. Herr Klubobmann, im Rechtsstaat steht niemand über dem Gesetz und niemand außerhalb des Gesetzes! (Beifall bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei den Grünen und heftige Gegenrufe bei der ÖVP.
Herr Klubobmann, Herr Bundeskanzler und Herr Innenminister! Wenn es Organisationen gibt, die gesetzwidrig handeln, kann es keine Toleranz ihnen gegenüber geben, kann es keine Packelei mit solchen Organisationen geben. Eine solche "Toleranzhaltung" – unter Anführungszeichen – hatte immer negative Konsequenzen. Muß ich Ihnen Stadtrat Heinz Nittel in Erinnerung rufen, der von der PLO in Österreich ermordet wurde? Muß ich Ihnen Carlos und seinen Anschlag auf die OPEC in Erinnerung rufen? Muß ich Ihnen die Anschläge in Marchegg in Erinnerung rufen, muß ich Ihnen die Blutspur der PLO in Österreich in Erinnerung rufen zur Zeit, da man ihr gegenüber Toleranz übte? (Zwischenrufe bei den Grünen und heftige Gegenrufe bei der ÖVP.) Muß ich Ihnen Minister Löschnak in Erinnerung rufen, der vor sechs oder sieben Jahren, als ich bei einer Veranstaltung auf der Universität eine Morddrohung von der rechtsextremen Seite ausgehändigt erhielt, mir sagte: Herr Abgeordneter, wir haben die Rechtsextremen im Griff, wir kennen sie alle, wir tolerieren sie, dann können wir sie besser kontrollieren. – Muß ich Ihnen das wirklich in Erinnerung rufen?
Beifall bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen.
Ich sage Ihnen: Weder der PLO noch Rechtsextremen gegenüber, noch Organisationen gegenüber, von denen der Oberste Gerichtshof bei der Verurteilung von vier Schwerverbrechern feststellt, daß sie Gelder eintreiben und Terrorakte betreiben, solchen Organisationen gegenüber gibt es keine Toleranz. (Beifall bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Klubobmann Kostelka! Wenn Paul Kiss und der ÖVP-Klub hier verlangen, daß gesetzmäßig vorgegangen wird, dann mahnen wir das Gesetz ein, denn im Rechtsstaat steht niemand über dem Gesetz und steht niemand außerhalb des Gesetzes. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
In ganz Europa gibt es mit Umgestaltungen des Sozialstaates, mit Umgestaltungen des Wohlfahrtsstaates, große Probleme. Es gibt Krisen in vielen Staatsbudgets, die durch Verschuldung, die durch zu großzügige Ausgabenpolitik und durch ein Abgehen von der Stabilitätspolitik entstanden sind, und in ganz Europa, im gesamten OECD-Bereich, ist es die Aufgabe der Regierung, auf ausgeglichene Budgets, auf mehr Stabilität hinzuwirken, und dieser Zielsetzung fühlen auch wir uns verpflichtet. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Es gibt drei Wege, die zu diesem Ziel führen. Der erste Weg ist der Weg der Steuererhöhung, der Weg der Abgabenerhöhung, der Weg der Beitragserhöhung zu den Pensions-, Arbeitslosen- und Krankenversicherungen. Dieser Weg, meine Damen und Herren, ist für uns als ausschließlicher Weg der Belastung nicht akzeptabel. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es gibt einen zweiten Weg, den Weg der absoluten Ausgabeneinsparung, der markanten Kürzung von Sozialleistungen, der markanten Kürzungen von Subventionen und der markanten Verringerungen der Staatsleistungen, der Staatsaufgaben und der Bürokratie. Dieser Weg hat richtige Ansätze, ist aber als einziger Weg auch nicht richtig. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Böhacker: Kraut- und Rübensalat!
Wir haben uns daher für einen dritten Weg entschieden, meine Damen und Herren, den Weg eines Policy-mix (Abg. Böhacker: Kraut- und Rübensalat!) : Ausgabeneinsparungen und neue Einnahmenerschließungen im Verhältnis von zwei Drittel Einsparungen und ein Drittel Mehreinnahmen, und ich halte diesen Weg für richtig. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben uns daher für einen dritten Weg entschieden, meine Damen und Herren, den Weg eines Policy-mix (Abg. Böhacker: Kraut- und Rübensalat!) : Ausgabeneinsparungen und neue Einnahmenerschließungen im Verhältnis von zwei Drittel Einsparungen und ein Drittel Mehreinnahmen, und ich halte diesen Weg für richtig. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Es ist für die Diskussion in ganz Europa bezeichnend, daß der Satz auch hier gilt: Wer zu spät kommt, den bestraft die Geschichte. Wenn man mit Augenmaß und rechtzeitig die Maßnahmen setzt, können diese verhältnismäßig gelinde erfolgen. In Frankreich hat man die Maßnahmen rechtzeitig gesetzt, in Deutschland bemüht man sich jetzt um diese Maßnahmen, und ich hoffe, es wird unseren deutschen Freunden mit Hilfe der Sozialpartner genau so gelingen, ein allgemein sozial verträgliches Sparpaket zu verankern. In Schweden hat man die Maßnahmen zu spät ergriffen und massive Einschnitte machen müssen, in Italien hat man zu spät saniert, man hat ganze Sozialleistungskategorien beseitigen müssen. Daher: Rechtzeitig die Maßnahmen zu setzen, den Kairos, also den richtigen Moment zu finden, das ist die Aufgabe unserer Regierung. Wir haben den rechten Augenblick vielleicht etwas spät genutzt, aber wir haben zumindest jetzt eine Budgetplanung vorgelegt, die das Ziel der Rückgewinnung der Stabilität ermöglicht. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Freiheitlichen haben allerdings gleichzeitig, als die Budgetdebatte in diesem Haus lief, 20 Anträge in der Sondersitzung eingebracht, als es um ein Programm zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ging, deren Kosten für das Budget zwischen – niedrig geschätzt – 25 und – hoch geschätzt – 43 Milliarden Schilling gelegen wären. Das heißt also ein homogenes Alternativkonzept zu unserem Budgetsanierungsprogramm wurde von der FPÖ nicht vorgeschlagen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich gehe nun davon aus, daß letzten Endes mit der Legitimation der beiden Regierungsparteien eine Finanzplanung für die Jahre 1996/97 vorgelegt wurde, die standhalten wird und die Grundlage dafür bildet, daß wir einen neuen Aufschwung in diesem Land zustande bringen. (Beifall bei der ÖVP.)
Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Meine Damen und Herren! Lassen Sie mich aus den Budgetberatungen und dem ganzen politischen Ablauf dieser letzten Wochen und Monate doch zwei Konsequenzen ziehen. (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren von der ÖVP! Es geht Ihnen nicht um die PKK, und es geht Ihnen auch nicht wirklich um Fragen der Sicherheit, um Fragen der Abwendung von Gewalt – da hätten Sie sich in vielen, vielen Punkten ganz, ganz anders verhalten müssen –, sondern es geht Ihnen um dieses innenpolitische Signal. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Oder: Wo waren Sie von der ÖVP im Zusammenhang mit der Bombenlegerei in Südtirol? War es da angebracht, von IdealistInnen zu sprechen, wenn es Tote gab? – Das ist also sehr einseitig, und das ist sehr offenkundig und sehr durchsichtig, was Sie hier betreiben. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Haider: Sie sollten nicht voreilig sein!
Nun zur FPÖ, Ihrem offenbar schon in den Startlöchern stehenden Bündnispartner. (Abg. Dr. Haider: Sie sollten nicht voreilig sein!) Da muß man doch einiges zu den Ausführungen des Herrn Dr. Haider anmerken. Herr Dr. Haider! Sie haben absolut recht, ... (Zwischenruf des Abg. Haigermoser. ) Sie können nicht einmal abwarten, wenn man Ihnen einmal recht gibt. (Abg. Dr. Haider: Ich habe ja gar nichts gesagt! Es war der Haigermoser!)
Zwischenruf des Abg. Haigermoser.
Nun zur FPÖ, Ihrem offenbar schon in den Startlöchern stehenden Bündnispartner. (Abg. Dr. Haider: Sie sollten nicht voreilig sein!) Da muß man doch einiges zu den Ausführungen des Herrn Dr. Haider anmerken. Herr Dr. Haider! Sie haben absolut recht, ... (Zwischenruf des Abg. Haigermoser. ) Sie können nicht einmal abwarten, wenn man Ihnen einmal recht gibt. (Abg. Dr. Haider: Ich habe ja gar nichts gesagt! Es war der Haigermoser!)
Abg. Dr. Haider: Ich habe ja gar nichts gesagt! Es war der Haigermoser!
Nun zur FPÖ, Ihrem offenbar schon in den Startlöchern stehenden Bündnispartner. (Abg. Dr. Haider: Sie sollten nicht voreilig sein!) Da muß man doch einiges zu den Ausführungen des Herrn Dr. Haider anmerken. Herr Dr. Haider! Sie haben absolut recht, ... (Zwischenruf des Abg. Haigermoser. ) Sie können nicht einmal abwarten, wenn man Ihnen einmal recht gibt. (Abg. Dr. Haider: Ich habe ja gar nichts gesagt! Es war der Haigermoser!)
Beifall bei den Grünen.
Da habe ich sehr wohl den Eindruck gehabt, daß Sie, die Sie etwas besser ausgestiegen sind als die kleineren Oppositionsparteien, hier sehr gern mitgemacht haben. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Bei allen Versäumnissen, Fehlern und Schwächen glaube ich, daß es nicht angeht, Österreich mit einem Staat zu vergleichen, der an seiner Grenze in bezug auf die eigenen Bürgerinnen und Bürger einen Schußbefehl erteilt hat. Diesen Vergleich kann man in Österreich legitimerweise – gottlob! – nicht ziehen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Es wird nichts für die weitere Emanzipation der jungen Menschen, der Behinderten, getan. Im Gegenteil: Sie sind von diesem Belastungspaket überproportional betroffen. Es wird überproportional bei ihnen gespart. Das heißt automatisch, daß mit Sicherheit alte patriarchalische Abhängigkeiten wachsen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich glaube – jenseits aller Kleinkritik an Einzelmaßnahmen –, daß diese drei großen Kriterien bei diesen vorgelegten Budgets zu kurz kommen, und deswegen lehnen wir von den Grünen die vorgelegten Budgets ab. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Gut ist, daß Österreich diese Aufgabe in so starkem Ausmaß wahrnimmt, und ich glaube, es wäre wert, daß das von allen Fraktionen dieses Hauses als etwas Positives vermerkt wird. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall des Abg. Dr. Khol.
Zweite Bemerkung, zum Parlament selbst. Hier gäbe es sehr viel zu sagen. Ich möchte darauf hinweisen, daß wir sehr froh sein können, daß für die Arbeit des EU-Hauptausschusses, also für die Mitbestimmung des Parlaments in EU-Angelegenheiten, Voraussetzungen in der Parlamentsdirektion geschaffen wurden, auch technischer Natur, wie durch den Einsatz von EDV und Datenerfassung, die es uns ermöglichen, diese Aufgabe besser und rascher wahrzunehmen. Und ich möchte vor allem darauf hinweisen, daß diese Informationen wieder ein Beweis dafür sind, daß das nicht stimmt, was die Opposition manchmal anführt, nämlich daß die Regierungsparteien durch die Nähe zur Regierung ach so gut informiert wären und die Opposition ach so schlecht. (Beifall des Abg. Dr. Khol. ) Hier sind alle Informationen gleich, für alle zum selben Zeitpunkt, rasch vorhanden – alle können sich diesbezüglich gleichermaßen verhalten. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Zweite Bemerkung, zum Parlament selbst. Hier gäbe es sehr viel zu sagen. Ich möchte darauf hinweisen, daß wir sehr froh sein können, daß für die Arbeit des EU-Hauptausschusses, also für die Mitbestimmung des Parlaments in EU-Angelegenheiten, Voraussetzungen in der Parlamentsdirektion geschaffen wurden, auch technischer Natur, wie durch den Einsatz von EDV und Datenerfassung, die es uns ermöglichen, diese Aufgabe besser und rascher wahrzunehmen. Und ich möchte vor allem darauf hinweisen, daß diese Informationen wieder ein Beweis dafür sind, daß das nicht stimmt, was die Opposition manchmal anführt, nämlich daß die Regierungsparteien durch die Nähe zur Regierung ach so gut informiert wären und die Opposition ach so schlecht. (Beifall des Abg. Dr. Khol. ) Hier sind alle Informationen gleich, für alle zum selben Zeitpunkt, rasch vorhanden – alle können sich diesbezüglich gleichermaßen verhalten. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Deshalb habe ich es auch nicht so arg gefunden, wie das Ganze abgelaufen ist. Hier gab es die Möglichkeit, daß jeder in seinem Bereich sich die Dinge genauer anschauen kann. Und es ist sicherlich unfair, wenn es so dargestellt wird, als stünden hier Hampelmänner auf, die nicht wüßten, wofür sie stimmten. Hier sind natürlich Leute aufgestanden, die in bestimmten Bereichen genau Bescheid gewußt haben, und was die anderen Bereiche betrifft, haben sie sich bei ihren Kollegen, die dort wieder genau Bescheid gewußt haben, erkundigt und sich auf sie verlassen. Ich glaube, auch wenn weniger Papier durchzuarbeiten ist, werden wir ohne diese Arbeitsteilung, ohne diese Spezialisierung in einem Parlament, wo all das erfüllt ist, was sich eine Opposition wünscht, nicht auskommen können. Deshalb ist es unfair, in einer sachlichen Debatte das so zuzuspitzen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Es gibt sehr viele Aktivisten, die für dieses Recht eintreten, mit friedlichen Mitteln bis hin zu solchen, die nicht zu tolerieren sind. Vertreter des Exil-Parlamentes, kurdische Bürgermeister, DEB-Abgeordnete, die im Gefängnis sitzen – wir alle gemeinsam haben das im Europarat verurteilt und ihre Freilassung gefordert –, das alles sind kurdische Aktivisten. Mein erster Vorwurf ist, daß Sie die alle aus innenpolitischen Überlegungen, damit Sie sagen können: Hier bin ich, ein harter Mann! als Volk in einen Topf werfen. Das ist ungerecht, zutiefst ungerecht gegenüber dem kurdischen Volk und seinem Schicksal. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ. – Weiterer Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Warten Sie! – Kollege Scheibner! Ich würde mich ein bißchen zurückhalten, denn der, der der Ansicht ist, daß das Gerichtsurteil nicht heißt, daß die PKK zu verbieten sei, ist der Abgeordnete Ofner. Also ich würde an Ihrer Stelle ein bißchen mit den Zwischenrufen warten. Ich gebe Ihnen nur den Ratschlag. (Beifall bei der SPÖ. – Weiterer Zwischenruf des Abg. Scheibner. )
Abg. Dr. Partik-Pablé: Wir müssen ja nicht der Meinung vom Ofner sein!
Zweitens, Kollege Khol, wäre genau zu überlegen ... (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wir müssen ja nicht der Meinung vom Ofner sein!) Daß Sie das nicht sind, weiß ohnehin das ganze Haus. Aber bei anderen ist es in allen Fragen nicht so. (Abg. Haigermoser: Wir sind ja keine Führerpartei!) Selten so gelacht, Herr Kollege.
Abg. Haigermoser: Wir sind ja keine Führerpartei!
Zweitens, Kollege Khol, wäre genau zu überlegen ... (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wir müssen ja nicht der Meinung vom Ofner sein!) Daß Sie das nicht sind, weiß ohnehin das ganze Haus. Aber bei anderen ist es in allen Fragen nicht so. (Abg. Haigermoser: Wir sind ja keine Führerpartei!) Selten so gelacht, Herr Kollege.
Beifall bei der SPÖ.
Es ist notwendig, daß über die Frage in Ruhe gesprochen, daß in Ruhe analysiert wird: Was hilft, was ist am besten auch für unsere Republik selbst? – Aber es ist auch notwendig – ich sage es noch einmal, meine Damen und Herren –, nicht das zu tun, was manche Kräfte in der Türkei gerne hätten: alle Kurden mit radikalen Teilen der PKK gleichzusetzen und so zu erreichen, daß es immer weniger Verbündete für den Freiheitskampf der Kurden und ihr Eintreten für Rechte, die ihnen die Türkei eigentlich durch ihre Mitgliedschaft im Europarat zu garantieren hätte, gibt. Das ist nicht die Art und Weise, wie Österreich in solchen Fragen sonst vorgeht. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Haigermoser: Wann war das?
Es ist – das steht in diesem Koalitionsabkommen 1987 – eine Liberalisierung des Hörfunks und Fernsehens für private Programmanbieter vorzunehmen. (Abg. Haigermoser: Wann war das?) Das war bereits 1987 und auch damals nur eine Ankündigung. (Abg. Haigermoser: Da ist einiges Wasser die Donau hinuntergegangen!) Da ist einiges Wasser hinuntergegangen. 1996, Herr Kollege, ist in der Regierungserklärung des Bundeskanzlers zum Thema Medien folgendes nachzulesen:
Abg. Haigermoser: Da ist einiges Wasser die Donau hinuntergegangen!
Es ist – das steht in diesem Koalitionsabkommen 1987 – eine Liberalisierung des Hörfunks und Fernsehens für private Programmanbieter vorzunehmen. (Abg. Haigermoser: Wann war das?) Das war bereits 1987 und auch damals nur eine Ankündigung. (Abg. Haigermoser: Da ist einiges Wasser die Donau hinuntergegangen!) Da ist einiges Wasser hinuntergegangen. 1996, Herr Kollege, ist in der Regierungserklärung des Bundeskanzlers zum Thema Medien folgendes nachzulesen:
Abg. Haigermoser: Die Koalition, nicht wir!
Man muß sich das wirklich auf der Zunge zergehen lassen. Der Österreichische Verfassungsgerichtshof stellt in Kenntnis des Straßburger Urteils aus dem Jahre 1993 fest, daß ein Beschwerdeführer aufgrund dieses Urteils aus formal-juristischen Gründen nicht in der Lage ist, seine in der Europäischen Menschenrechtskonvention begründeten Rechte voll auszuüben, weil der Gesetzgeber – und das sind wir, meine sehr geehrten Damen und Herren – in Österreich untätig ist, und zwar gänzlich. (Abg. Haigermoser: Die Koalition, nicht wir!) Die Koalitionsabgeordneten sind es vor allem, weil man sich ununterbrochen auf die Vorlagen der Regierung in diesem medienpolitischen Bereich verläßt.
Beifall bei den Freiheitlichen
Daß die kostenlosen Wochenzeitungen von dieser Umverteilung nach wie vor gänzlich ausgeschlossen sind, daß sie nur zahlen dürfen und nicht in den Genuß einer Presseförderung kommen, ist ebenfalls eine Ungerechtigkeit, die zum Himmel schreit (Beifall bei den Freiheitlichen), wobei wahrscheinlich diese kleinen Zeitungen für die machtpolitischen Überlegungen der Regierungsparteien keine Rolle spielen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
"Es ist zu befürchten, daß das bei jenen Herrschaften, die dafür verantwortlich sind, daß in diesem Land alles, was an Medienpolitik auch nur entfernt erinnern könnte, tunlichst vermieden wird, zu einer eklatanten Fehleinschätzung führt. Diese Politiker, die das Handeln fürchten wie der Teufel das Weihwasser, werden sich denken, daß eh alles so bleiben kann, wie es ist. Man kann ihnen solche Gedanken nicht einmal verübeln. Immerhin lassen sich mit dem Null-Problemo-Schlachtruf heutzutage noch immer Wahlen gewinnen. Sie, die Nicht-Medien-Politiker, liegen dennoch falsch: Irgendwann werden sie doch erkennen müssen, daß man einigermaßen zeitgemäße Wettbewerbsbedingungen auf dem Zeitungsmarkt nicht durch millionenschwere Subventionen ersetzen kann, die vor Wahlen und auch bei anderer Gelegenheit durchaus den Titel "Schweigegeld" vertragen würden." (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Damit ist im Einflußbereich der SPÖ ein für österreichische Verhältnisse parteipolitisch zurechenbarer Kommunikationsriese im Entstehen, womit bewiesen ist, daß sehr wohl Medienpolitik betrieben wird, wenn es um die Machtinteressen der Parteien geht – aber wenn es um die Interessen der Medienunternehmer und der Medienkonsumenten in diesem Land geht, dann versucht man, jede Art von Politik abzuwürgen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
In den Budgets, die wir Ihnen vorlegen, meine Damen und Herren, legen wir größten Wert darauf, daß nicht nur der notwendige Budgetkonsolidierungserfolg erzielt wird, sondern daß wir parallel, gleichzeitig und gleichgewichtig dazu alles in unseren Möglichkeiten Stehende tun, um eine offensive Beschäftigungs-, Struktur- und Sozialpolitik für die Zukunft in unserem Lande betreiben zu können. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Es ist diese Vielschichtigkeit ganz besonders wichtig, weil uns als nationaler Regierung und als nationalem Gesetzgeber die autonome Verantwortung für unsere Geschicke niemand abnimmt, weil wir aber auch der gelegentlich vorgebrachten Unterstellung entgegentreten müssen, diese Verantwortung nach Brüssel zu delegieren. Wir tun das nicht – wir wollen es nicht, wir dürften es auch gar nicht, wir möchten allerdings die Möglichkeiten der europäischen Dimension, der europäischen Kooperation zusätzlich nutzen, und das wird in einem Zeitalter, in dem die weltweite Konkurrenz und der weltweite Wettbewerb auch Arbeitsplätze in Österreich nicht mehr so selbstverständlich sicher macht, wie das vor fünf oder zehn Jahren noch der Fall gewesen sein mag, notwendig sein. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich füge hinzu, meine Damen und Herren, daß es dazu wichtiger sozialpartnerschaftlicher Beiträge bedarf, und zwar auf Arbeitgeber- als auch auf Arbeitnehmerseite, denn wir können neue und künftige Arbeitszeitmodelle nicht bloß so verstehen, daß die Arbeitnehmer auf Überstundenzuschläge und auf Einkommensteile verzichten und die Arbeitgeber einfach ihre Erträge aus ihrem Geschäft zurückschrauben, nur um dem Motto, das heute modern ist, gerecht zu werden, nämlich durch Zurückschrauben der Einkommen Wettbewerbsfähigkeit zu gewinnen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Es ist an dieser Stelle auch darauf hinzuweisen, daß sich – oft unbeachtet von einer breiteren Öffentlichkeit – Firmeninhaber, Arbeitgeber und Betriebsräte darauf geeinigt haben, wenn vorübergehend der Geschäftsgang, die Geschäftstätigkeit nicht so zufriedenstellend verläuft, wie das früher der Fall war, bei den eigenen Kosten – Personalkosten und anderen – zurückzustecken. Die österreichische Wirtschaft – sowohl auf der Arbeitgeber- als auf der Arbeitnehmerseite – ist sich sehr wohl dessen bewußt, welche Aufgabe sie vor sich hat; und – ich sage es noch einmal – das ist keine Angelegenheit, die Schlagzeilen füllt, aber hier haben wir bald ein sehr gutes, pragmatisches, praktisches Modell der Arbeitssicherung für die Zukunft. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Das ist ein ganz ambitioniertes Vorhaben, welches wir mit dem Hohen Haus in Angriff nehmen werden, und es gibt kaum ein anderes europäisches Land, welches sich einer solchen Arbeit unterzogen hat, zuletzt die Schweiz; wie ich höre, in einer zehnjährigen Periode, aber sie ist immer noch nicht zu Ende damit. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Zur Kurden-Politik allgemein; es wird ja heute noch sehr viel Gelegenheit sein, darüber zu reden und zu diskutieren. Wir verfolgen seit Jahren in Österreich eine Linie, die uns im Land Sicherheit und die uns international Anerkennung gebracht hat. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Haider : Aber jetzt schießen sie aufeinander!
Diese grundsätzliche Linie besteht darin, Volksgruppen, die in ihrem Land verfolgt werden, die Möglichkeit einzuräumen, für eine friedliche politische Lösung von Konflikten einzutreten. Das gilt auch für die Volksgruppe der Kurden. Gleichzeitig haben wir aber niemals akzeptiert, daß Bürgerkriege nach Österreich getragen werden. (Abg. Dr. Haider : Aber jetzt schießen sie aufeinander!) Und das ist meines Erachtens der springende Punkt. Deshalb werden die Aktivitäten dieser Gruppen von den Sicherheitsbehörden genauestens beobachtet und – wie Abgeordneter Schieder und Abgeordneter Kostelka heute schon gesagt haben – bei Verlassen des Rechtsstaats und der Gewaltfreiheit mit allen zu Gebote stehenden Mitteln verfolgt. Gerade das Urteil gegen die kurdischen Aktivisten zeigt, daß dies auch mit Erfolg geschieht.
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Wir hatten uns auch der Frage der Versicherungspflicht für Werkverträge im Medienbereich zu widmen. Es wurde hier kritisch vermerkt, daß wir einem sogenannten Zeitungszaren – ich glaube, das war das Wort – Unterstützung angedeihen ließen. Es ist der Zeitungsherausgeberverband, also alle, an mich herangetreten, unter anderem die Vertriebsmitarbeiter von Tages- und Wochenzeitungen, die auf der Basis von Werkverträgen beschäftigt werden, von der Sozialversicherungspflicht auszunehmen. Und mit dem Beschluß, den das Hohe Haus vorige Woche gefaßt hat, ist diesem Wunsch Rechnung getragen worden. Wir leisten damit eine Unterstützung für alle Tageszeitungen und alle Wochenzeitungen, die man am Kiosk kaufen kann. Wenn man sich zur Vielfalt der Meinung in den Printmedien bekennt, dann wird man sich auch dazu bekennen können. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das ist Polemik von der Regierungsbank!
Herr Abgeordneter Meischberger hat hier in beredten Worten beklagt, daß er zuwenig Information über diese ganze Materie der künftigen Gestaltung des Medienwesens habe. Ich kann nach seiner Wortmeldung hier nur sagen. Er hat nicht nur zuwenig Information, er kann überhaupt keine haben, denn dieses Feuerwerk an Unsinn, welches hier abgebrannt wurde, ist wirklich bemerkenswert. (Abg. Scheibner: Das ist Polemik von der Regierungsbank!) Vielleicht können wir darüber diskutieren, nachdem Sie das, was Sie hier vorgetragen haben, vielleicht einmal alphabetisch reihen, damit man einmal weiß, wovon Sie hier gesprochen haben; von RTL, Bank Austria und vielem anderen mehr. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Abgeordneter Meischberger hat hier in beredten Worten beklagt, daß er zuwenig Information über diese ganze Materie der künftigen Gestaltung des Medienwesens habe. Ich kann nach seiner Wortmeldung hier nur sagen. Er hat nicht nur zuwenig Information, er kann überhaupt keine haben, denn dieses Feuerwerk an Unsinn, welches hier abgebrannt wurde, ist wirklich bemerkenswert. (Abg. Scheibner: Das ist Polemik von der Regierungsbank!) Vielleicht können wir darüber diskutieren, nachdem Sie das, was Sie hier vorgetragen haben, vielleicht einmal alphabetisch reihen, damit man einmal weiß, wovon Sie hier gesprochen haben; von RTL, Bank Austria und vielem anderen mehr. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Haider: Die suchen es sich aus!
Im übrigen ist heute von Herrn Dr. Haider hier wieder einmal die Spitze der Absurditäten erreicht worden, indem er von ununterbrochenen Einflußnahmen meinerseits auf den ORF gesprochen hat, wahrscheinlich nach dem Motto: Irgend etwas wird schon hängenbleiben. Wenn Sie gemeint haben, daß bei einer gewissen "Pressestunde" dieser oder jener Journalist dabei war oder nicht dabei war, so stelle ich einmal fest, daß es jedem – Ihnen und mir und jedem anderen – offensteht, an einer "Pressestunde" teilzunehmen oder nicht teilzunehmen. Der ORF ist keine gerichtliche oder polizeiliche Institution, die einen Politiker zur "Pressestunde" vorladen oder zitieren kann. (Abg. Dr. Haider: Die suchen es sich aus!)
Abg. Dr. Haider: Wieso?
Außerdem ist es bemerkenswert, daß Sie Ihre Einstellung zum ORF, dessen Anwalt ich nicht bin, so drehen und wenden, wie Sie es gerade brauchen. (Abg. Dr. Haider: Wieso?) Einmal verteidigen Sie seine Stellung – in dem Angriff auf mich haben Sie gesagt, der arme ORF werde von dem bösen Vranitzky drangsaliert (Abg. Dr. Haider: Das stimmt ja auch!) –, auf der anderen Seite aber wollen Sie ihn am liebsten, so wie er ist, abschaffen. (Abg. Dr. Haider: Das Monopol des ORF! Das müssen Sie verstehen!) Und die rührendste Lächerlichkeit ist Ihnen heute passiert mit Ihrem weinerlichen Lamento über den "Kaisermühlen Blues". Das ist doch so etwas von lächerlich! Nächstes Mal werden Sie Hofmannsthal vorwerfen, daß beim Jedermann der
Abg. Dr. Haider: Das stimmt ja auch!
Außerdem ist es bemerkenswert, daß Sie Ihre Einstellung zum ORF, dessen Anwalt ich nicht bin, so drehen und wenden, wie Sie es gerade brauchen. (Abg. Dr. Haider: Wieso?) Einmal verteidigen Sie seine Stellung – in dem Angriff auf mich haben Sie gesagt, der arme ORF werde von dem bösen Vranitzky drangsaliert (Abg. Dr. Haider: Das stimmt ja auch!) –, auf der anderen Seite aber wollen Sie ihn am liebsten, so wie er ist, abschaffen. (Abg. Dr. Haider: Das Monopol des ORF! Das müssen Sie verstehen!) Und die rührendste Lächerlichkeit ist Ihnen heute passiert mit Ihrem weinerlichen Lamento über den "Kaisermühlen Blues". Das ist doch so etwas von lächerlich! Nächstes Mal werden Sie Hofmannsthal vorwerfen, daß beim Jedermann der
Abg. Dr. Haider: Das Monopol des ORF! Das müssen Sie verstehen!
Außerdem ist es bemerkenswert, daß Sie Ihre Einstellung zum ORF, dessen Anwalt ich nicht bin, so drehen und wenden, wie Sie es gerade brauchen. (Abg. Dr. Haider: Wieso?) Einmal verteidigen Sie seine Stellung – in dem Angriff auf mich haben Sie gesagt, der arme ORF werde von dem bösen Vranitzky drangsaliert (Abg. Dr. Haider: Das stimmt ja auch!) –, auf der anderen Seite aber wollen Sie ihn am liebsten, so wie er ist, abschaffen. (Abg. Dr. Haider: Das Monopol des ORF! Das müssen Sie verstehen!) Und die rührendste Lächerlichkeit ist Ihnen heute passiert mit Ihrem weinerlichen Lamento über den "Kaisermühlen Blues". Das ist doch so etwas von lächerlich! Nächstes Mal werden Sie Hofmannsthal vorwerfen, daß beim Jedermann der
Beifall bei der SPÖ.
Herr Dr. Haider! Jede dieser Sendungen wird von Autoren, von Komponisten, von Regisseuren, von Schauspielern gemacht. Wenn Sie sich hier im Hohen Haus herstellen und sagen, daß irgend jemand darüber Zensur üben soll, welche Filme dort gedreht, welche Texte geschrieben, welche Lieder gesungen werden sollen, dann sind Sie immer noch auf der Linie Ihrer blauen Plakate, auf denen Sie Kunstschaffende, auf denen Sie freie Menschen in Österreich namentlich denunziert haben. So ist die Wahl auch ausgegangen. (Beifall bei der SPÖ.) So ist die Wahl auch ausgegangen, denn in einem Land, in dem es jemandem, der in der Politik Einfluß hat, auch in Zukunft möglich wäre, rechtens Leute auf Plakaten namentlich zu denunzieren, will die Mehrheit der Österreich nicht leben. Das sollten Sie einmal zur Kenntnis nehmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Dr. Haider! Jede dieser Sendungen wird von Autoren, von Komponisten, von Regisseuren, von Schauspielern gemacht. Wenn Sie sich hier im Hohen Haus herstellen und sagen, daß irgend jemand darüber Zensur üben soll, welche Filme dort gedreht, welche Texte geschrieben, welche Lieder gesungen werden sollen, dann sind Sie immer noch auf der Linie Ihrer blauen Plakate, auf denen Sie Kunstschaffende, auf denen Sie freie Menschen in Österreich namentlich denunziert haben. So ist die Wahl auch ausgegangen. (Beifall bei der SPÖ.) So ist die Wahl auch ausgegangen, denn in einem Land, in dem es jemandem, der in der Politik Einfluß hat, auch in Zukunft möglich wäre, rechtens Leute auf Plakaten namentlich zu denunzieren, will die Mehrheit der Österreich nicht leben. Das sollten Sie einmal zur Kenntnis nehmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit bei der SPÖ.
Aber natürlich sind Sie dann wieder ernst geworden und haben mir vorgeworfen, daß ich auf einem Sportplatz war und eine Semmel gegessen habe und dazu keine Zuständigkeit hatte. (Heiterkeit bei der SPÖ.) Nach Bundesverfassung und nach Bundesministeriengesetz nicht – aber nach dem Recht eines freien Menschen, auf den Sportplatz zu gehen und eine Semmel zu essen! Und dann haben Sie von der DDR gesprochen. Sogar in der DDR haben die Leute Semmeln essen dürfen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Aber natürlich sind Sie dann wieder ernst geworden und haben mir vorgeworfen, daß ich auf einem Sportplatz war und eine Semmel gegessen habe und dazu keine Zuständigkeit hatte. (Heiterkeit bei der SPÖ.) Nach Bundesverfassung und nach Bundesministeriengesetz nicht – aber nach dem Recht eines freien Menschen, auf den Sportplatz zu gehen und eine Semmel zu essen! Und dann haben Sie von der DDR gesprochen. Sogar in der DDR haben die Leute Semmeln essen dürfen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die österreichische Bundesregierung hat noch nie einen Bericht dieser Prüfungskommission verändert, abgelehnt oder zurückgewiesen. Das sind die Tatsachen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Das war im Akademietheater!
Meine Damen und Herren! Das ist nicht nur schlicht unwahr, sondern es wäre auch ein verhängnisvolles Element unserer Demokratie, würden wir das einfach unwidersprochen lassen. (Abg. Mag. Stadler: Das war im Akademietheater!) Herr Dr. Haider! Ihre Freiheit scheint dort zu enden, wo sie Ihnen nicht genehm ist, und daher greifen Sie zu solchen Methoden und zu solchen Mitteln. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Gehört das Akademietheater nicht mehr zum Burgtheater?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Gehört das Akademietheater nicht mehr zum Burgtheater?
Meine Damen und Herren! Das ist nicht nur schlicht unwahr, sondern es wäre auch ein verhängnisvolles Element unserer Demokratie, würden wir das einfach unwidersprochen lassen. (Abg. Mag. Stadler: Das war im Akademietheater!) Herr Dr. Haider! Ihre Freiheit scheint dort zu enden, wo sie Ihnen nicht genehm ist, und daher greifen Sie zu solchen Methoden und zu solchen Mitteln. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Gehört das Akademietheater nicht mehr zum Burgtheater?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Keine Polemik von der Regierungsbank!
Und im übrigen, damit ich es zurechtrücke – und ich hoffe, Ihnen mit dieser Information zu dienen: Eine RAF-Gedenkfeier war nicht geplant und ist auch nicht geplant. Das steht auf keinem Programmpunkt des österreichischen Burgtheaters. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Keine Polemik von der Regierungsbank!)
Beifall bei der SPÖ.
Aber wer glaubt, mit der schlagartigen Einführung von Studiengebühren, die ich nach wie vor, weil es kein Äquivalent gibt, ablehne, sei die Hochschulproblematik zu lösen, irrt. Es werden diese Gespräche auch nicht so geführt werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Haigermoser: Ich möchte auch dabei sein! – Abg. Koppler: Rechnungshofpräsident!
Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Es ist in einer parlamentarischen Plenardiskussion auch geboten und mir ein Anliegen, Ihnen, vor allem Ihnen von den Regierungsfraktionen, weil ich in Ihr Abstimmungsverhalten gewisse Erwartungen setze (Abg. Haigermoser: Ich möchte auch dabei sein! – Abg. Koppler: Rechnungshofpräsident!) , dafür zu danken, daß Sie sich mit uns dieser schwierigen Arbeit unter großem Zeitdruck unterzogen haben.
Abg. Haigermoser: Ellbogen ist gut! – Zwischenruf des Abg. Dr. Haselsteiner.
Meine Damen und Herren! Wir haben damit eine Arbeit geleistet, die uns bei unserem künftigen politischen Handeln, bei unseren künftigen politischen Aktivitäten zur Gestaltung der Zukunft unseres Landes einen gewissen Ellbogenspielraum geben wird. (Abg. Haigermoser: Ellbogen ist gut! – Zwischenruf des Abg. Dr. Haselsteiner. ) Herr Haselsteiner, Sie können es ja auch anders bezeichnen. Ich kann Ihnen nur sagen, ich habe am Bau gearbeitet, und da ist es ganz gut, wenn man, wenn man etwas Schweres hebt, die Ellbogen zur Seite geben kann, sonst kann man es nämlich nicht heben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Wir haben damit eine Arbeit geleistet, die uns bei unserem künftigen politischen Handeln, bei unseren künftigen politischen Aktivitäten zur Gestaltung der Zukunft unseres Landes einen gewissen Ellbogenspielraum geben wird. (Abg. Haigermoser: Ellbogen ist gut! – Zwischenruf des Abg. Dr. Haselsteiner. ) Herr Haselsteiner, Sie können es ja auch anders bezeichnen. Ich kann Ihnen nur sagen, ich habe am Bau gearbeitet, und da ist es ganz gut, wenn man, wenn man etwas Schweres hebt, die Ellbogen zur Seite geben kann, sonst kann man es nämlich nicht heben. (Beifall bei der SPÖ.)
Langanhaltender Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich bedanke mich für die bisher geleistete Arbeit und lade Sie ein, uns, der österreichischen Bundesregierung, für unsere Vorhaben und Entwürfe auch in Zukunft zur Verfügung zu stehen. – Ich danke schön. (Langanhaltender Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es muß uns allerdings klar sein, meine Damen und Herren, daß diese Beträge angesichts der notwendigen Mittel für die wirtschaftliche Hilfe und auch Hilfe zur Verbesserung der Umweltsituation an Osteuropa nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sein können. Es muß uns auch ein besonderes Anliegen sein, die Europäische Union dafür zu sensibilisieren, daß sie verstärkt Mittel für Osteuropa zur Verbesserung der wirtschaftlichen und der Umweltsituation bereitstellt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Das Bundeskanzleramt hat aufgrund des Bundesministeriengesetzes auch die Koordinationskompetenz in sämtlichen Atomfragen, und es ist dem Bundeskanzler zu danken, daß er mit der Installierung des Forums für Atomfragen und der nunmehr erfolgten auch finanziellen Sicherstellung dieses Forums ausgezeichnete österreichische und internationale Wissenschafter zur Unterstützung der österreichischen Politik gewinnen konnte. Es ist vor allem auch diesen Wissenschaftern für ihren Einsatz in diesen Fragen zu danken. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Bundeskanzler! Das war ein Schlag ins Gesicht aller Österreicherinnen und Österreicher, die sich zu Recht Sorgen um die Zukunft ihrer Kinder machen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube daher, daß Österreich sehr rasch ein ordentliches, ein zeitgemäßes Atomhaftpflichtgesetz verabschieden sollte, weil das geltende noch aus der Zeit von Zwentendorf stammt, und damit auch eine entsprechende Vorbildwirkung für Europa haben sollte. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich darf aber auch den Herrn Bundeskanzler auffordern, insbesondere die Regierungskonferenz und den Ratsvorsitz 1998 zum Anlaß zu nehmen, die Frage von Euratom wieder zu diskutieren, die Frage, in welcher Form dieser Vertrag verändert werden könnte, und klarzumachen, daß Österreich finanzielle Mittel in erneuerbare Energien in Osteuropa fließen lassen muß, um einen echten Ausstieg aus der Kernkraft in Osteuropa zu ermöglichen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim Liberalen Forum. – Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.
Abgeordneter Dr. Friedhelm Frischenschlager (Liberales Forum): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren der Volksanwaltschaft! Ich möchte bei meinem Beitrag an die Aussagen des Herrn Bundeskanzlers anschließen, der ja in sehr bemerkenswerter Weise seinen Dank an die beiden Regierungsfraktionen ausgesprochen hat. Ich glaube tatsächlich, daß dieser Dank sehr berechtigt ist, aber weniger für die parlamentarische Arbeit im legislativen Sinne, sondern eher für das beredte Schweigen, das die beiden Regierungsfraktionen an den Tag legen, wenn wir das, was in diesen letzten Wochen und Tagen diesem Parlament zugemutet wurde, im Lichte der Verfassung betrachten. (Beifall beim Liberalen Forum. – Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Viertens: Sie verletzen unser Grundrechtssystem, wenn Sie – wiederum aus reinem Opportunismus – mit Hilfe der Zweidrittelgesetzgebung dem Staatsbürger den Rechtsweg zum Verfassungsgerichtshof willkürlich, aber bewußt und politisch aktiv abschneiden. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich fürchte, diese Regierung wird auf den Geschmack kommen, es genauso zu machen, und wird sagen: Das ist wunderbar, so machen wir es auch! Einmal im Jahr wird alles herbeigeschafft und erledigt, das Parlament hat dann das Ganze zu schlucken, und damit hat es sich schon mit der Gesetzgebung. Ich halte das allerdings für eine eindeutige Verletzung des Grundsatzes der Gewaltentrennung und für eine Verletzung des parlamentarischen Regierungssystems. Dem werden wir sicherlich nicht unsere Zustimmung erteilen! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ein letztes Beispiel, etwas, was mich bis aufs Blut ärgert: Wir haben in einer Diskussion mehrmals festgestellt, daß das Bonus-Malus-System mit den 50jährigen kontraproduktiv ist. Die Opposition hat es gesagt, der eine oder andere Regierungsvertreter hat es gesagt, aber es war ja ein Paket, und man hat es durchgedrückt. Doch jetzt müssen wir uns von der Öffentlichkeit sagen lassen, daß es eben absolut kontraproduktiv ist. Aber dieses Parlament war nicht in der Lage, obwohl es genug Leute – auch in den Regierungsfraktionen – gibt, die dagegen waren, diesem Unsinn, der Menschen über 50 das Leben auf dem Arbeitsmarkt erschwert und nicht erleichtert, Einhalt zu gebieten. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Das führt zu einer Denaturierung des Parlamentarismus. Ich meine, daß dieser Interessenkonflikt, den Sie persönlich austragen, so zu lösen wäre, daß Spitzenfunktionäre von Interessenvertretungen, also der Sozialpartnerschaft eben nicht im Parlament sitzen. Denn genau das führt zu Fehlentwicklungen: daß Sie jetzt einer Gesetzmaterie, deren Inhalt Sie ablehnen, zustimmen. Das ist schlechter Parlamentarismus – und das ist auch schlechte Sozialpartnerschaft! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich meine also, daß in der Frage der Gleichberechtigung – und damit komme ich auf mein Einleitungszitat zurück – tatsächlich noch eine Phase wichtiger Auseinandersetzungen bevorsteht. Ich glaube aber auch, daß wir die Frauen – dies auch im Sinne dessen, was wir uns politisch vorgenommen haben, vor allem aus sozialdemokratischer Sicht – in diesen Auseinandersetzungen nicht alleine lassen dürfen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Im Namen meiner Fraktion danke ich also für Ihre Arbeit. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Koppler: Ich habe auch in der Schule eine Fremdsprache gehabt!
Erhard, paß auf, das kann vielleicht auch etwas Neues und Interessantes für dich sein. Aber, meine Damen und Herren, Erhard Koppler kann sich da vielleicht nicht ganz hineinversetzen; er ist ja sehr monokulturell. Er ist eben leider ein Mensch, der nur einsprachig ist. (Abg. Koppler: Ich habe auch in der Schule eine Fremdsprache gehabt!) Ich sehe es als Privileg an, Angehörige einer Volksgruppe und zweisprachig zu sein, und ich habe es schon oft hier im Parlament gesagt und sage es wieder – und jetzt speziell für dich, Erhard Koppler –: Einsprachigkeit ist heilbar! Man kann auch eine zweite Sprache lernen (Beifall bei den Grünen), vielleicht die Sprache einer österreichischen Volksgruppe, um damit auch zu signalisieren, daß sie ein Teil von uns ist.
Beifall bei den Grünen
Erhard, paß auf, das kann vielleicht auch etwas Neues und Interessantes für dich sein. Aber, meine Damen und Herren, Erhard Koppler kann sich da vielleicht nicht ganz hineinversetzen; er ist ja sehr monokulturell. Er ist eben leider ein Mensch, der nur einsprachig ist. (Abg. Koppler: Ich habe auch in der Schule eine Fremdsprache gehabt!) Ich sehe es als Privileg an, Angehörige einer Volksgruppe und zweisprachig zu sein, und ich habe es schon oft hier im Parlament gesagt und sage es wieder – und jetzt speziell für dich, Erhard Koppler –: Einsprachigkeit ist heilbar! Man kann auch eine zweite Sprache lernen (Beifall bei den Grünen), vielleicht die Sprache einer österreichischen Volksgruppe, um damit auch zu signalisieren, daß sie ein Teil von uns ist.
Beifall bei den Grünen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich habe immer wieder, jedes Jahr, einen Antrag hier eingebracht, und zwar einen Entschließungsantrag auf Erhöhung der Volksgruppenförderung. Außer dem Kollegen Ofner – einmal – hat mir nie jemand zugestimmt. Heuer bringe ich ihn gar nicht mehr ein. Denn mein Vorschlag, die Volksgruppenförderung etappenweise auf 100 Millionen zu erhöhen, ist nicht einmal ein Tropfen auf den heißen Stein, verglichen mit der Volksgruppenförderung in anderen europäischen Ländern und da vor allem in anderen vergleichbaren EU-Staaten. Aber Sie meinen offensichtlich: Jetzt, wo wir in der EU sind, brauchen wir uns nicht mehr EU-konform zu verhalten, im Sinne von so etwas wie ein gutes Entrée zu haben. Diese 52 Millionen sind wirklich eine Schande, und die österreichischen Volksgruppen werden sich das merken! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Ofner: Aber geh! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie hetzen gegen uns !
Aber jetzt komme ich noch zu etwas, was mich diese Woche empört und mein Urteil und meine Meinung über die Freiheitliche Partei wieder bestärkt hat. Die Freiheitliche Partei beginnt wieder zu hetzen. (Abg. Dr. Ofner: Aber geh! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie hetzen gegen uns !) Sie hetzt in einer Art und Weise, wie wir Volksgruppen das in dieser Form in den letzten Jahren nicht gekannt haben. In der "Kleinen Zeitung" vom vergangenen Sonntag gab es dieses Inserat zu lesen: "Kärnten zuerst" (die Rednerin hält einen Zeitungsausschnitt in die Höhe) – eine Hetze gegen die zweisprachige Bevölkerung Kärntens. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wieso ist das eine Hetze? – Abg. Dr. Graf: Schauen Sie nach Amerika! Da heißt es auch: Amerika zuerst!) Offensichtlich ist die "Kleine Zeitung" vernünftig genug, um Ihnen solchen Unsinn nicht redaktionell abzukaufen, deshalb inserieren Sie diese hetzerischen Aussagen. Da wird wirklich in einer nach dem Strafgesetzbuch zu prüfenden, tatbestandsmäßigen Vorgangsweise (Abg. Dr. Graf: Na geh!) gegen ein zweisprachiges Denkmal vor dem Mohorjeva-Hemagoras-Verlag in Klagenfurt gehetzt. (Abg. Dr. Graf: In Amerika heißt es auch: USA zuerst! USA first! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie hetzen!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Wieso ist das eine Hetze? – Abg. Dr. Graf: Schauen Sie nach Amerika! Da heißt es auch: Amerika zuerst!
Aber jetzt komme ich noch zu etwas, was mich diese Woche empört und mein Urteil und meine Meinung über die Freiheitliche Partei wieder bestärkt hat. Die Freiheitliche Partei beginnt wieder zu hetzen. (Abg. Dr. Ofner: Aber geh! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie hetzen gegen uns !) Sie hetzt in einer Art und Weise, wie wir Volksgruppen das in dieser Form in den letzten Jahren nicht gekannt haben. In der "Kleinen Zeitung" vom vergangenen Sonntag gab es dieses Inserat zu lesen: "Kärnten zuerst" (die Rednerin hält einen Zeitungsausschnitt in die Höhe) – eine Hetze gegen die zweisprachige Bevölkerung Kärntens. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wieso ist das eine Hetze? – Abg. Dr. Graf: Schauen Sie nach Amerika! Da heißt es auch: Amerika zuerst!) Offensichtlich ist die "Kleine Zeitung" vernünftig genug, um Ihnen solchen Unsinn nicht redaktionell abzukaufen, deshalb inserieren Sie diese hetzerischen Aussagen. Da wird wirklich in einer nach dem Strafgesetzbuch zu prüfenden, tatbestandsmäßigen Vorgangsweise (Abg. Dr. Graf: Na geh!) gegen ein zweisprachiges Denkmal vor dem Mohorjeva-Hemagoras-Verlag in Klagenfurt gehetzt. (Abg. Dr. Graf: In Amerika heißt es auch: USA zuerst! USA first! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie hetzen!)
Abg. Dr. Graf: Na geh!
Aber jetzt komme ich noch zu etwas, was mich diese Woche empört und mein Urteil und meine Meinung über die Freiheitliche Partei wieder bestärkt hat. Die Freiheitliche Partei beginnt wieder zu hetzen. (Abg. Dr. Ofner: Aber geh! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie hetzen gegen uns !) Sie hetzt in einer Art und Weise, wie wir Volksgruppen das in dieser Form in den letzten Jahren nicht gekannt haben. In der "Kleinen Zeitung" vom vergangenen Sonntag gab es dieses Inserat zu lesen: "Kärnten zuerst" (die Rednerin hält einen Zeitungsausschnitt in die Höhe) – eine Hetze gegen die zweisprachige Bevölkerung Kärntens. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wieso ist das eine Hetze? – Abg. Dr. Graf: Schauen Sie nach Amerika! Da heißt es auch: Amerika zuerst!) Offensichtlich ist die "Kleine Zeitung" vernünftig genug, um Ihnen solchen Unsinn nicht redaktionell abzukaufen, deshalb inserieren Sie diese hetzerischen Aussagen. Da wird wirklich in einer nach dem Strafgesetzbuch zu prüfenden, tatbestandsmäßigen Vorgangsweise (Abg. Dr. Graf: Na geh!) gegen ein zweisprachiges Denkmal vor dem Mohorjeva-Hemagoras-Verlag in Klagenfurt gehetzt. (Abg. Dr. Graf: In Amerika heißt es auch: USA zuerst! USA first! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie hetzen!)
Abg. Dr. Graf: In Amerika heißt es auch: USA zuerst! USA first! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie hetzen!
Aber jetzt komme ich noch zu etwas, was mich diese Woche empört und mein Urteil und meine Meinung über die Freiheitliche Partei wieder bestärkt hat. Die Freiheitliche Partei beginnt wieder zu hetzen. (Abg. Dr. Ofner: Aber geh! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie hetzen gegen uns !) Sie hetzt in einer Art und Weise, wie wir Volksgruppen das in dieser Form in den letzten Jahren nicht gekannt haben. In der "Kleinen Zeitung" vom vergangenen Sonntag gab es dieses Inserat zu lesen: "Kärnten zuerst" (die Rednerin hält einen Zeitungsausschnitt in die Höhe) – eine Hetze gegen die zweisprachige Bevölkerung Kärntens. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wieso ist das eine Hetze? – Abg. Dr. Graf: Schauen Sie nach Amerika! Da heißt es auch: Amerika zuerst!) Offensichtlich ist die "Kleine Zeitung" vernünftig genug, um Ihnen solchen Unsinn nicht redaktionell abzukaufen, deshalb inserieren Sie diese hetzerischen Aussagen. Da wird wirklich in einer nach dem Strafgesetzbuch zu prüfenden, tatbestandsmäßigen Vorgangsweise (Abg. Dr. Graf: Na geh!) gegen ein zweisprachiges Denkmal vor dem Mohorjeva-Hemagoras-Verlag in Klagenfurt gehetzt. (Abg. Dr. Graf: In Amerika heißt es auch: USA zuerst! USA first! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie hetzen!)
Abg. Dr. Graf: Verfolgungswahn!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Beginnt es wieder so? Beginnt es wieder damit: "Wir vertreten eure Interessen! Wir vertreten eure, nämlich Deutsch-Kärntner, Interessen."? (Abg. Dr. Graf: Verfolgungswahn!)
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Man kann leicht hier stehen und gegen Presseförderung, Parteienförderung und so weiter wettern, wenn man gleichzeitig einer der größten Oberabkassierer in diesem Staat ist. (Beifall bei den Grünen.) Die Kollegen von der ÖVP, von den Liberalen und von der SPÖ wissen das nicht, daher sehe ich es als meine Aufgabe an, hier auch ein bißchen Aufklärung zu betreiben. Sie von den Freiheitlichen haben ohnehin keinen Genierer, Sie kassieren, wo es geht, und hetzen, wo es geht. Aber wir werden uns das nicht gefallen lassen! Diese Zeiten habe ich für vergangen angesehen, und jetzt gilt nur mehr eine Devise: Wehret den Anfängen! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dr. Ofner: Wieviel Prozent der Stimmen haben Sie in Stinatz?)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dr. Ofner: Wieviel Prozent der Stimmen haben Sie in Stinatz?
Meine Damen und Herren! Man kann leicht hier stehen und gegen Presseförderung, Parteienförderung und so weiter wettern, wenn man gleichzeitig einer der größten Oberabkassierer in diesem Staat ist. (Beifall bei den Grünen.) Die Kollegen von der ÖVP, von den Liberalen und von der SPÖ wissen das nicht, daher sehe ich es als meine Aufgabe an, hier auch ein bißchen Aufklärung zu betreiben. Sie von den Freiheitlichen haben ohnehin keinen Genierer, Sie kassieren, wo es geht, und hetzen, wo es geht. Aber wir werden uns das nicht gefallen lassen! Diese Zeiten habe ich für vergangen angesehen, und jetzt gilt nur mehr eine Devise: Wehret den Anfängen! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dr. Ofner: Wieviel Prozent der Stimmen haben Sie in Stinatz?)
Abg. Dr. Stummvoll: Ist nicht notwendig! – Zwischenrufe bei den Grünen.
Abgeordnete Rosemarie Bauer (ÖVP): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren auf der Regierungsbank! Ich möchte mich nur in einem Punkt auf die Vorrednerin, Frau Kollegin Stoisits, beziehen. (Abg. Dr. Stummvoll: Ist nicht notwendig! – Zwischenrufe bei den Grünen.) Keine Angst, was euch betrifft. Das schlechte Gewissen schlägt wohl durch. Ich wollte eigentlich etwas ganz anderes sagen. Sie hat hier sehr engagiert und sehr sympathisch für die Minderheiten gekämpft. Ich habe mich zum Thema Frau gemeldet, und ich erlebe hier in der Behandlung der Frauenfrage sehr oft auch dieses Thema Minderheiten, denn obwohl die Frauen die Mehrheit bilden, habe ich oft das Gefühl, daß ich für eine Minderheit spreche. (Abg. Böhacker: Aber, Frau Abgeordnete! Das stimmt doch nicht!) – Ich werde Sie bei jeder Gelegenheit, bei der ich Sie erwische, tatsächlich beim Wort nehmen! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Böhacker: Aber, Frau Abgeordnete! Das stimmt doch nicht!
Abgeordnete Rosemarie Bauer (ÖVP): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren auf der Regierungsbank! Ich möchte mich nur in einem Punkt auf die Vorrednerin, Frau Kollegin Stoisits, beziehen. (Abg. Dr. Stummvoll: Ist nicht notwendig! – Zwischenrufe bei den Grünen.) Keine Angst, was euch betrifft. Das schlechte Gewissen schlägt wohl durch. Ich wollte eigentlich etwas ganz anderes sagen. Sie hat hier sehr engagiert und sehr sympathisch für die Minderheiten gekämpft. Ich habe mich zum Thema Frau gemeldet, und ich erlebe hier in der Behandlung der Frauenfrage sehr oft auch dieses Thema Minderheiten, denn obwohl die Frauen die Mehrheit bilden, habe ich oft das Gefühl, daß ich für eine Minderheit spreche. (Abg. Böhacker: Aber, Frau Abgeordnete! Das stimmt doch nicht!) – Ich werde Sie bei jeder Gelegenheit, bei der ich Sie erwische, tatsächlich beim Wort nehmen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Rosemarie Bauer (ÖVP): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren auf der Regierungsbank! Ich möchte mich nur in einem Punkt auf die Vorrednerin, Frau Kollegin Stoisits, beziehen. (Abg. Dr. Stummvoll: Ist nicht notwendig! – Zwischenrufe bei den Grünen.) Keine Angst, was euch betrifft. Das schlechte Gewissen schlägt wohl durch. Ich wollte eigentlich etwas ganz anderes sagen. Sie hat hier sehr engagiert und sehr sympathisch für die Minderheiten gekämpft. Ich habe mich zum Thema Frau gemeldet, und ich erlebe hier in der Behandlung der Frauenfrage sehr oft auch dieses Thema Minderheiten, denn obwohl die Frauen die Mehrheit bilden, habe ich oft das Gefühl, daß ich für eine Minderheit spreche. (Abg. Böhacker: Aber, Frau Abgeordnete! Das stimmt doch nicht!) – Ich werde Sie bei jeder Gelegenheit, bei der ich Sie erwische, tatsächlich beim Wort nehmen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Frau Kollegin Mertel hat vorhin davon gesprochen, daß die Frauen ihre Wahlfreiheit nicht in Anspruch nehmen können. Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich behaupte, Frauen haben gar keine Wahlfreiheit. Wir haben sehr viel gekämpft, aber letztendlich, wenn es um unsere eigenen Bedürfnisse geht, dann ist diese "Wahlfreiheit" vielfach ein leeres, hohles Wort. (Beifall bei der ÖVP.) Wir haben eine zu wenig breite Palette und viel zu wenige Lösungsmöglichkeiten anzubieten. Das ist keine Kritik an der Frauenministerin – daß das nicht falsch
Beifall der Abg. Dr. Sonja Moser und Steibl.
Die Frau von heute hat nur drei Möglichkeiten: Sie will Karriere machen, dann muß sie auf Familie verzichten, besser gesagt: Dann verzichtet sie auf Familie. Das ist der sicherste Weg, tatsächlich auch Karriere zu machen. Oder sie verzichtet auf Karriere und Beruf und entscheidet sich für die Familie. Das ist ein fast sicherer Weg in die Armut oder zumindest an die Armutsgrenze, auf jeden Fall aber ein sicherer Weg des sozialen Abstiegs, wenn wir dagegen keine Maßnahmen in Richtung von Verbesserungen setzen. Und ihre Chance, jemals wieder in den Beruf einzutreten, ist heute geringer denn je und wird auch in den nächsten Jahren nicht viel größer sein. Daher entscheiden sich viele Frauen für Familie und Beruf. Sie wollen beides. Sie wollen das allerdings hintereinander und zum Teil nicht nebeneinander. Doch die Situation, die wir heute in der Arbeitswelt vorfinden, und der Wunsch, den Arbeitsplatz nicht zu verlieren oder nach der Karenz nicht gekündigt zu werden, bedeuten für viele Frauen, beides nebeneinander zu verbinden – natürlich mit einer Doppel- und Dreifachbelastung. Denn vorwiegend – und das ist nichts Neues, das sagen wir immer wieder, aber es hat sich in diesem Bereich trotz aller Appelle nichts geändert – bleibt die Hauptarbeit mit Kindern, mit Familie den Frauen – beweisbar, nachschlagbar in diesem Heft von Sonja Moser. Darin sehen wir, daß alle Appelle nichts nützen. (Beifall der Abg. Dr. Sonja Moser und Steibl. )
Beifall bei der ÖVP.
Ich persönlich glaube eher, daß man verschiedene Ansätze finden muß. Ich glaube eines, meine Damen, und da wende ich mich vor allem an Sie und an alle Frauen, und ich sage das immer wieder: Wir müssen unsere Söhne einfach partnerschaftlicher erziehen! (Beifall bei der ÖVP.) Das ist zwar eine sehr schwierige Sache. Offensichtlich gelingt das selten. Ich weiß nicht, vielleicht liegt es bei manchen Kindern einfach nicht im Blut, sich im Haushalt mitzubeteiligen.
Beifall bei der ÖVP.
Ich bedaure es sehr, daß das zweite Karenzjahr, das ja auch eine Hilfe für die Frau war, die im Beruf stand, jetzt auf eineinhalb Jahre gekürzt wurde. Ich bin allerdings nicht der Meinung der Frau Frauenministerin Konrad, daß das auch in besseren Zeiten nicht wieder geändert werden soll, weil der Wiedereinstieg in den Beruf so schwierig ist. Ich glaube, wir sollten nicht demotivierend sagen: Es ist schwierig einzusteigen, deshalb verzichten wir auf dieses halbe Jahr Karenz!, sondern dann sollte alle Kraft dazu verwendet werden, den Wiedereinstieg auch nach zwei Jahren für die Frauen ganz wesentlich zu verbessern! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Daher ist eine Flexibilisierung der Arbeitszeit sehr wichtig, und zwar von Teilzeit bis hin zu verschiedenen flexiblen Arbeitszeitformen, die die Frauen dringend brauchen, weil ihre Lebenssituation recht unterschiedlich ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Natürlich wäre die Vollarbeitszeit das Ideale, auch von den sozialen Rechten her gesehen. Da hat zum Beispiel auch Brigitte Ederer eine ganz andere Meinung als Kollegin Mertel. Von Frau Brigitte Ederer habe ich gelesen, daß sie gemeint hat, es wird so schwierig sein, in Zukunft neue Jobs zu haben, mehr Jobs zu haben – und sie macht sich genau wie ich Sorgen um die Arbeitsplätze der Frauen in der Zukunft, sogar in der nahen Zukunft –, daß die Alternative gar nicht heißen wird, Teilzeitjob oder Vollarbeit, sondern sie wird vielleicht heißen, Teilzeitjob oder überhaupt keinen. Das ist zwar ein düsteres Bild, aber auch in dieser Richtung müssen wir nachdenken, damit wir den Frauen sehr wohl den Berufseinstieg beziehungsweise die Berufstätigkeit ermöglichen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Ing. Tychtl.
Frau Bundesministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich habe nur einige Punkte anreißen können. Ich glaube, wir sollten uns zusammensetzen und rasch Prioritäten setzen. Wir sollten natürlich auch im Bereich der EU-Förderungen etwas tun. Hier gibt es eine breite Palette, weil die Frauenpolitik einfach eine Querschnittsmaterie ist. Aber wir sollten ganz bewußt, gemeinsam und sehr stark, alle Problempunkte herausarbeiten. Ich glaube, wir liegen auch, wenn wir die Bedürfnisse der Frauen und die Bedürfnisse der Kinder vor Augen haben, gar nicht so weit auseinander. Es dürfen uns nur Vorurteile und Ängste, daß das eine oder andere passieren könnte, nicht gleich von vornherein trennen. Wir sollten vielmehr wirklich gut diskutieren und sollten uns dann wirklich, sozusagen Schritt für Schritt, eine Offensive, eine Strategie zurechtlegen, wie wir mit einer erfolgreichen Bilanz für die Frauen in das nächste Jahrtausend gehen können! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Ing. Tychtl. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Der Vorwurf bezieht sich darauf, daß er all das nicht zur Kenntnis nimmt, sondern daß sich diese Organisationen auch noch der besonderen Patronanz des Herrn Innenministers erfreuen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Haider: Minister Löschnak!
Hohes Haus! Herr Innenminister! Der bereits zitierte Herr Purtscheller wurde von Ihrem Vorgänger gegenüber dem Hohen Haus als jemand identifiziert, bei dem etwa bei einer Polizeiaktion im Kirchweger-Haus ein Message pad, ein Notizblock, beschlagnahmt wurde, in welchem sich genaue Anleitungen zum Bau von Bomben befanden. – Das teilte uns der Herr Minister am 5. Jänner in einer Anfragebeantwortung schriftlich mit. (Abg. Dr. Haider: Minister Löschnak!) – Ich sage ja: Einems Vorgänger. – Wir denken jetzt wehmütig an die Zeiten des Franz Löschnak zurück, und es wäre eigentlich heute noch zu klären, unter welchen Umständen und mit welcher Begründung dieser Franz Löschnak fluchtartig das Innenministerium verlassen hat, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Hohes Haus! Herr Innenminister! Der bereits zitierte Herr Purtscheller wurde von Ihrem Vorgänger gegenüber dem Hohen Haus als jemand identifiziert, bei dem etwa bei einer Polizeiaktion im Kirchweger-Haus ein Message pad, ein Notizblock, beschlagnahmt wurde, in welchem sich genaue Anleitungen zum Bau von Bomben befanden. – Das teilte uns der Herr Minister am 5. Jänner in einer Anfragebeantwortung schriftlich mit. (Abg. Dr. Haider: Minister Löschnak!) – Ich sage ja: Einems Vorgänger. – Wir denken jetzt wehmütig an die Zeiten des Franz Löschnak zurück, und es wäre eigentlich heute noch zu klären, unter welchen Umständen und mit welcher Begründung dieser Franz Löschnak fluchtartig das Innenministerium verlassen hat, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Unglaublich! Ein Minister versucht, sich über einen verdächtigen Mann, gegen den man bewußt nicht ermittelt, einen Ersatztäter zur Vorführung an die Öffentlichkeit zu organisieren. Und dieser Minister sorgt dann auch noch dafür, daß dieser Mann sich auch noch ins Ausland absetzen darf, damit er für die heimische Polizei nicht greifbar ist, meine Damen und Herren, Hohes Haus! Das ist ein Skandal erster Güte, ein Skandal, wie sie sich rund um diesen Minister mittlerweile ja häufen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Johann Ewald Stadler (fortsetzend): Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Wir werden uns wahrscheinlich in diesem Haus und in diesem Jahr noch häufiger mit der Frage und der Rolle des Innenministers in diesen schweren Bombencausen auseinandersetzen müssen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Graf: Woher wollen Sie das wissen?
Diese Behauptung des Herrn Abgeordneten Stadler ist natürlich unrichtig (Abg. Dr. Graf: Woher wollen Sie das wissen?): Herr Prader hat ausdrücklich bei seiner Kandidatur für den Wiener Landesvorstand erklärt, daß er sich nicht um ein Mandat für die Wiener Landtagswahlen bewirbt.
Beifall bei der SPÖ und bei den Grünen.
Abgeordneter Anton Gaál (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Bundesminister! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Herr Mag. Stadler! Sie haben auch heute wieder einmal maßlos übertrieben. Sie haben hier wortgewandt und nicht ungeschickt argumentiert, aber Sie haben vorwiegend Behauptungen aufgestellt und sind jeglichen Beweis schuldig geblieben. (Beifall bei der SPÖ und bei den Grünen.)
Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich darf daher der Wahrheit die Ehre geben und kann Ihnen versichern: Es gibt in Österreich keinen linken Terror, und es gibt auch keinen Terror durch die Kurden. Nehmen Sie das zur Kenntnis! (Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ein bissel mehr Objektivität und Seriosität wäre schon angebracht! (Abg. Dr. Graf: Sie haben offensichtlich Scheuklappen!)
Abg. Dr. Graf: Sie haben offensichtlich Scheuklappen!
Ich darf daher der Wahrheit die Ehre geben und kann Ihnen versichern: Es gibt in Österreich keinen linken Terror, und es gibt auch keinen Terror durch die Kurden. Nehmen Sie das zur Kenntnis! (Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ein bissel mehr Objektivität und Seriosität wäre schon angebracht! (Abg. Dr. Graf: Sie haben offensichtlich Scheuklappen!)
Abg. Mag. Stadler: Es ist noch nicht abgeschlossen! Sie sind miserabel informiert!
Ich habe Verständnis, wenn Sie nur der Opposition das Wort reden. Ich möchte aber festhalten, wenn Sie heute immer wieder Herrn Purtscheller angeführt haben: Ich kenne ihn nicht, ich bin nicht sein Pflichtverteidiger und will hier auch keine Charakteristik seiner Person geben, aber ich muß sehr wohl betonen, meine Damen und Herren: Es gab ein Verfahren auf Polizeiebene, das abgeschlossen worden ist und nunmehr gerichtsanhängig ist. (Abg. Mag. Stadler: Es ist noch nicht abgeschlossen! Sie sind miserabel informiert!) Die Exekutive hat ihre Erhebungen abgeschlossen. Dieser Fall ist nun gerichtsanhängig, und wir werden sehen, was sich ergibt.
Abg. Mag. Schweitzer: Wo sind die Mittäter?
Meine Damen und Herren! Wenn Sie immer wieder von Angriffen betreffend Ebergassing und von der Vorgangsweise gegen die Kurden reden, darf ich schon sagen: Auch durch Wiederholungen werden Ihre Vorwürfe nicht richtiger! Die Erhebungen im Fall Ebergassing sind abgeschlossen, sie sind mittlerweile gerichtsanhängig, und wir wollen den Entscheid der Gerichte hier abwarten. (Abg. Mag. Schweitzer: Wo sind die Mittäter?)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Herr Mag. Stadler! Ich möchte Sie daran erinnern: Gerade Sie waren es, der in der Causa Ebergassing sehr früh und – wie es Ihrem Naturell entspricht – sehr voreilig mit einer Information an die Öffentlichkeit gegangen ist. Dadurch haben Sie es auch möglich gemacht, daß dieser Verdächtige flüchten konnte. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Der Grund dafür war ausschließlich Ihr negatives Verhalten! Das möchte ich hier auch erwähnen! Das sollte man nicht vergessen! (Beifall bei der SPÖ und bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei den Grünen.
Herr Mag. Stadler! Ich möchte Sie daran erinnern: Gerade Sie waren es, der in der Causa Ebergassing sehr früh und – wie es Ihrem Naturell entspricht – sehr voreilig mit einer Information an die Öffentlichkeit gegangen ist. Dadurch haben Sie es auch möglich gemacht, daß dieser Verdächtige flüchten konnte. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Der Grund dafür war ausschließlich Ihr negatives Verhalten! Das möchte ich hier auch erwähnen! Das sollte man nicht vergessen! (Beifall bei der SPÖ und bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Uns geht es bei der Kurdenpolitik darum, daß keine Konflikte nach Österreich übertragen werden. Und die internationale Anerkennung bestätigt die Richtigkeit unseres Weges. Wir werden diesen Weg auch weitergehen. Denn durch diese Politik ist es in Österreich – im Gegensatz zu Deutschland und Frankreich – zu keinen wie immer gearteten Gewaltakten gekommen. Uns geht es um die Sicherheit Österreichs. Das ist ein wichtiges Anliegen, um das wir uns gemeinsam zu bemühen haben. Und diesen Weg werden wir auch weitergehen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir bemühen uns, diesen Weg weiterzugehen, und daher dürfen wir nicht aus kleinlichen, parteipolitischen Überlegungen heraus Kapital schlagen. Denn das Thema Sicherheit, meine Damen und Herren, ist ein sehr ernstes Thema mit Tiefgang. Wir wollen nicht parteipolitischem Hick-hack das Wort reden, sondern wir bemühen uns um Sicherheit und Geborgenheit. Wir wollen dafür sorgen, daß sich die Menschen in Österreich wohl und sicher fühlen. Das ist der Inhalt unserer Politik! (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf: Bassam Al Taher!
Daher hat es aus meiner Sicht in diesem Punkt zu keinem Zeitpunkt ein Versteckspiel gegeben. Was den entkommenen Syrer – ich merke mir den Namen nie (Ruf: Bassam Al Taher!); genau den – anlangt, so habe ich auch in Erinnerung, daß damals die Öffentlichmachung seines Namens auch durch den Kollegen Stadler nicht als sehr glücklich erlebt wurde.
Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Ich habe nicht im Detail recherchiert, was zuerst war und was nachher, aber ich glaube, mich zu erinnern, daß er hier durchaus an der beschleunigten Flucht mitgewirkt hat – indirekt oder unabsichtlich, das weiß ich nicht. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. )
Abg. Dr. Ofner: Uns auch!
Mir ist jeder Gewaltakt verabscheuungswürdig, ich lehne ihn ab, gleichgültig, was er für eine Masche hat (Abg. Dr. Ofner: Uns auch!), nur für Recherchen ist es halt ganz nützlich, sich zu überlegen, wo die größere Wahrscheinlichkeit des Fahndungserfolges liegt. Oberwart mit Ebergassing zu verbinden, das halte ich bitte – bei aller Naivität – zumindest in dieser Phase für tollkühn. (Abg. Dr. Ofner: Herr Kollege Kier! Schließen Sie das aus?)
Abg. Dr. Ofner: Herr Kollege Kier! Schließen Sie das aus?
Mir ist jeder Gewaltakt verabscheuungswürdig, ich lehne ihn ab, gleichgültig, was er für eine Masche hat (Abg. Dr. Ofner: Uns auch!), nur für Recherchen ist es halt ganz nützlich, sich zu überlegen, wo die größere Wahrscheinlichkeit des Fahndungserfolges liegt. Oberwart mit Ebergassing zu verbinden, das halte ich bitte – bei aller Naivität – zumindest in dieser Phase für tollkühn. (Abg. Dr. Ofner: Herr Kollege Kier! Schließen Sie das aus?)
Ruf bei den Freiheitlichen: Das ist richtig!
Unzufrieden bin ich allerdings damit – und damit bin ich vielleicht wieder auf einem anderen Platz –, daß Oberwart nicht aufgeklärt ist. (Ruf bei den Freiheitlichen: Das ist richtig!) Das ist das eigentliche, denn wenn es aufgeklärt wäre, wäre erstens dem Rechtsstaat zu seinem Recht verholfen, und zweitens würden die mutwilligen Spekulationen über die Zuordnung des Täterkreises aufhören (Abg. Dr. Ofner: Jawohl!), denn damit wird falsches politisches Kleingeld geschlagen. (Abg. Dr. Ofner: Jawohl!) Daran, daß es sich in Oberwart um einen eindeutig rassistischen Anschlag gehandelt hat, besteht allerdings kein Zweifel. (Beifall beim Liberalen Forum und bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Ofner: Jawohl!
Unzufrieden bin ich allerdings damit – und damit bin ich vielleicht wieder auf einem anderen Platz –, daß Oberwart nicht aufgeklärt ist. (Ruf bei den Freiheitlichen: Das ist richtig!) Das ist das eigentliche, denn wenn es aufgeklärt wäre, wäre erstens dem Rechtsstaat zu seinem Recht verholfen, und zweitens würden die mutwilligen Spekulationen über die Zuordnung des Täterkreises aufhören (Abg. Dr. Ofner: Jawohl!), denn damit wird falsches politisches Kleingeld geschlagen. (Abg. Dr. Ofner: Jawohl!) Daran, daß es sich in Oberwart um einen eindeutig rassistischen Anschlag gehandelt hat, besteht allerdings kein Zweifel. (Beifall beim Liberalen Forum und bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Ofner: Jawohl!
Unzufrieden bin ich allerdings damit – und damit bin ich vielleicht wieder auf einem anderen Platz –, daß Oberwart nicht aufgeklärt ist. (Ruf bei den Freiheitlichen: Das ist richtig!) Das ist das eigentliche, denn wenn es aufgeklärt wäre, wäre erstens dem Rechtsstaat zu seinem Recht verholfen, und zweitens würden die mutwilligen Spekulationen über die Zuordnung des Täterkreises aufhören (Abg. Dr. Ofner: Jawohl!), denn damit wird falsches politisches Kleingeld geschlagen. (Abg. Dr. Ofner: Jawohl!) Daran, daß es sich in Oberwart um einen eindeutig rassistischen Anschlag gehandelt hat, besteht allerdings kein Zweifel. (Beifall beim Liberalen Forum und bei der SPÖ.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei der SPÖ.
Unzufrieden bin ich allerdings damit – und damit bin ich vielleicht wieder auf einem anderen Platz –, daß Oberwart nicht aufgeklärt ist. (Ruf bei den Freiheitlichen: Das ist richtig!) Das ist das eigentliche, denn wenn es aufgeklärt wäre, wäre erstens dem Rechtsstaat zu seinem Recht verholfen, und zweitens würden die mutwilligen Spekulationen über die Zuordnung des Täterkreises aufhören (Abg. Dr. Ofner: Jawohl!), denn damit wird falsches politisches Kleingeld geschlagen. (Abg. Dr. Ofner: Jawohl!) Daran, daß es sich in Oberwart um einen eindeutig rassistischen Anschlag gehandelt hat, besteht allerdings kein Zweifel. (Beifall beim Liberalen Forum und bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Posch: Warum wohl?
Wenn Sie mir jetzt sozusagen diese rassistische Interpretation von Oberwart absprechen beziehungsweise einen bedingten Verteidigungsreflex zeigen, dann machen Sie einen Fehler, denn ich habe bewußt nicht von einem rechtsradikalen Terror gesprochen, sondern ich habe gesagt, das ist ein rassistischer Terror. Und üblicherweise schreien Sie da auf. (Abg. Mag. Posch: Warum wohl?)
Abg. Dr. Ofner: Das ist sehr bedauerlich!
Insofern ist es tatsächlich völlig unbefriedigend, daß wir hinsichtlich des Attentates in Oberwart noch nicht weitergekommen sind. Und zwar ohne politische Qualifizierung des Umfeldes bin ich nicht damit zufrieden, wenn vier Ermordete an einem Tatort vorgefunden werden und wir über ein Jahr danach keinen echten Erfolg haben. (Abg. Dr. Ofner: Das ist sehr bedauerlich!) Das ist das Thema. Das ist unbefriedigend, und ich hoffe, daß der Herr Bundesminister auch hier einmal erklären wird, welches Tempo in den Ermittlungen man seiner Meinung nach hier halten kann.
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich glaube, wenn wir im Zuge der heutigen Debatte wenigstens bemerkt haben, daß wir in Angelegenheiten der Kurden vielleicht mit unserem Rechtsstaat nicht sorgfältig genug umgehen, daß wir in der Angelegenheit Ebergassing unzufrieden sein müssen, daß wir im Juli vergangenen Jahres gehört haben, es sei bereits aufgeklärt, wir aber eigentlich nicht wissen, was dabei herausgekommen ist, wenn wir uns bewußt machen, daß wir wieder einmal daran erinnert wurden, daß der rassistische Mord von Oberwart noch nicht aufgeklärt ist, dann war es diese Debatte wert. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Öllinger: Ja!
Das reicht vom "Bundesheer light" bis zur Diskussion der Anti-Bundesheerparade. Und einer der Wortführer sitzt hier, der Herr Öllinger, der ganz genau weiß, wovon ich hier rede. (Abg. Öllinger: Ja!)
Beifall bei der ÖVP.
Auf diesem Wege, Herr Minister, das möchte ich auch klar und eindeutig und gleich am Anfang deponieren, wird Ihnen die Österreichische Volkspartei auch in Zukunft nicht folgen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir werden Ihnen auch nicht folgen in Ihrer Sympathie, die Sie durch die unverständliche Geldspende für die "TATblatt"-Szene bewiesen haben. Diese Tatsache ist nun einmal nicht wegzudiskutieren, das muß man hinnehmen, ohne Ihnen irgendein Naheverhältnis zu Gewalt oder Terrorismus auch nur indirekt unterstellen zu wollen. Das war eine falsche Handlung; so etwas erwarten wir nicht – jetzt nicht und auch in Zukunft nicht – von einem Innenminister. Auch auf diesem Wege werden wir Ihnen in Zukunft nicht folgen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir können Ihnen auch nicht folgen bei Ihren Vorschlägen, das Heeres-Nachrichtenamt im Verteidigungsministerium aufzulösen und gemeinsam mit der Stapo zu einem neuen Geheimdienst im Bundeskanzleramt oder gar im Innenministerium zusammenzulegen. Herr Minister! Wir werden nicht zulassen, daß alle Nachrichtendienste der Republik in einer politischen Hand zusammengefaßt werden und so die Gefahr besteht, daß sie einseitig parteipolitisch instrumentalisiert werden. Selbst wenn Sie nicht diese Absicht haben sollten, sollten Sie jeden Verdacht in diese Richtung vermeiden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Minister! Das sind leider die Fakten, die man nicht bestreiten kann, die kann man höchstens uminterpretieren, und auch auf diesem Weg werden wir Ihnen nicht folgen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Aber was nun immer das vom Staatsanwalt eingeleitete Ermittlungsverfahren ergeben wird, ob es eine rechtswidrige Weisung war und den Verdacht des Amtsmißbrauches rechtfertigt oder ob es sich um einen handschriftlichen Vermerk des Generaldirektors für öffentliche Sicherheit handelt, wie Sie sagen, das wird und das soll das Verfahren zeigen. Wir wollen uns in diese Frage nicht einmischen. Auch hier gilt: Recht muß Recht bleiben, und die rechtsstaatlichen Verfahren und Instanzen sollen hier das letzte Wort sprechen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Wabl: Was ist mit den Waffengeschäften?
Das, meine Damen und Herren, ist für uns jedenfalls nicht die richtige Strategie. Für uns gibt es keinen Kompromiß mit dem Rechtsstaat, keine faule Packelei mit terroristischen Organisationen. Diesen Weg gehen wir nicht mit. Wir bekennen uns zum Gewaltmonopol des Rechtsstaates, wir bekennen uns zu einer wehrhaften Demokratie, für uns gibt es für Gewalt in der Politik, von welcher Seite immer sie kommt – sei sie linksradikal, sei sie rechtsradikal – keine Rechtfertigung. (Abg. Wabl: Was ist mit den Waffengeschäften?) Rechtsextremistische Gewalt sollte nicht weniger als ein gezielter Anschlag auf unsere Demokratie verstanden werden als rechtsextremer Terror – gleichgültig, ob sie im Inland oder ob sie im Ausland, ob sie von Österreichern oder ob sie von Ausländern verübt wird. Das ist unsere klare Position. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Das, meine Damen und Herren, ist für uns jedenfalls nicht die richtige Strategie. Für uns gibt es keinen Kompromiß mit dem Rechtsstaat, keine faule Packelei mit terroristischen Organisationen. Diesen Weg gehen wir nicht mit. Wir bekennen uns zum Gewaltmonopol des Rechtsstaates, wir bekennen uns zu einer wehrhaften Demokratie, für uns gibt es für Gewalt in der Politik, von welcher Seite immer sie kommt – sei sie linksradikal, sei sie rechtsradikal – keine Rechtfertigung. (Abg. Wabl: Was ist mit den Waffengeschäften?) Rechtsextremistische Gewalt sollte nicht weniger als ein gezielter Anschlag auf unsere Demokratie verstanden werden als rechtsextremer Terror – gleichgültig, ob sie im Inland oder ob sie im Ausland, ob sie von Österreichern oder ob sie von Ausländern verübt wird. Das ist unsere klare Position. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: Das ist ja gar keine Dringliche!
Meine Damen und Herren! Herr Bundesminister! Es gäbe heute diese dringliche Anfragebeantwortung nicht (Abg. Mag. Stadler: Das ist ja gar keine Dringliche!) , hätten die Sicherheitsbehörden diese grauenvollen und zutiefst verabscheuungswürdigen Sprengstoffanschläge endlich aufgeklärt. Aber leider hat man noch immer den Eindruck, daß die Sicherheitsexekutive ziemlich im Dunkeln tappt.
Beifall bei der ÖVP.
Herr Bundesminister! Hier sind Sie gefordert. Die Öffentlichkeit fordert zu Recht bald Ergebnisse, bald eine eindeutige Aufklärung dieser verbrecherischen Attentate. Ein Minister wird auch an der Fähigkeit gemessen, diese Probleme seines Ressorts zu lösen oder eine entsprechende Reorganisation des Sicherheitsapparates durchzuführen, damit die Voraussetzungen für entsprechende Erfolge in der Zukunft geschaffen werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Was gefordert ist, ist eine gute Arbeit der Sicherheitsbehörden, und wir überlassen es auch diesen Sicherheitsbehörden, zu ermitteln, ob und in welcher Form der Herr Purtscheller in den Fall Ebergassing verwickelt ist oder nicht. Das soll gefälligst die Polizei untersuchen, jedenfalls hat sie hier unsere volle Unterstützung; man soll sie diesbezüglich unbeeinsprucht und ohne entsprechende Weisung arbeiten lassen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. )
Abg. Mag. Stadler: Es war eh ruhig! – Abg. Dr. Haider: Was du daherredest, regt eh keinen mehr auf!
Meine Damen und Herren! Was gefordert ist in dieser Frage – damit auch ein bißchen Ruhe einkehrt –, ist nicht nur parteipolitisches Hickhack (Abg. Mag. Stadler: Es war eh ruhig! – Abg. Dr. Haider: Was du daherredest, regt eh keinen mehr auf!) , sondern bei allem grundsätzlichen Unterschied, den die Parteien hier vertreten, geht es auch um die Anerkennung und Durchsetzung unserer demokratischen rechtsstaatlichen Grundordnung.
Abg. Dr. Haider: Nein?
Wenn wir auch seine politischen Vorstellungen und Einschätzungen oftmals nicht teilen, ob er rechtswidrig oder nicht rechtswidrig gehandelt hat, etwa was diese PKK-Weisung angeht, das sollen die unabhängigen Gerichte beweisen. Das soll das rechtsstaatliche Verfahren klären. Wir halten nichts von parteipolitischen Vorverurteilungen. (Abg. Dr. Haider: Nein?) Wir halten auch nichts von Unterstellungen. (Abg. Mag. Stadler: Kiss im Dezember des Vorjahres! Parteipolitische Verurteilung: Das ist Amtsmißbrauch, hat er gesagt! – Abg. Haigermoser: Verkehrssicherheitssprecher Kukacka! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Kiss im Dezember des Vorjahres! Parteipolitische Verurteilung: Das ist Amtsmißbrauch, hat er gesagt! – Abg. Haigermoser: Verkehrssicherheitssprecher Kukacka! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Wenn wir auch seine politischen Vorstellungen und Einschätzungen oftmals nicht teilen, ob er rechtswidrig oder nicht rechtswidrig gehandelt hat, etwa was diese PKK-Weisung angeht, das sollen die unabhängigen Gerichte beweisen. Das soll das rechtsstaatliche Verfahren klären. Wir halten nichts von parteipolitischen Vorverurteilungen. (Abg. Dr. Haider: Nein?) Wir halten auch nichts von Unterstellungen. (Abg. Mag. Stadler: Kiss im Dezember des Vorjahres! Parteipolitische Verurteilung: Das ist Amtsmißbrauch, hat er gesagt! – Abg. Haigermoser: Verkehrssicherheitssprecher Kukacka! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Lassen wir jetzt einmal das Gericht beurteilen, lassen Sie die Instanzen der Staatsanwaltschaft, die Instanzen der Gerichte zu einem Erkenntnis kommen, und dann reden wir darüber weiter, wer hier recht hat und welche politischen Konsequenzen daraus zu ziehen sind! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Wir teilen oft die politischen Bewertungen des Herrn Innenministers nicht, ja wir halten sie manchmal auch für falsch. Aber, meine Damen und Herren, das sind keine rechtlichen, sondern politische Kategorien, und als solche sind sie in der Wettbewerbsdemokratie nicht nur erlaubt, sondern auch notwendig. Niemand soll glauben, daß wir, weil wir in einer Koalition mit der SPÖ sind, deshalb schon die gesellschafts- oder die sicherheitspolitischen Vorstellungen des Herrn Innenministers teilen. Auch das muß klar und eindeutig gesagt werden. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Habt ihr auch einen Einem?
Die politische Verantwortung, Herr Kollege, für den Herrn Innenminister trägt die Sozialistische Partei und trägt der Herr Bundeskanzler, die ihn für dieses Amt ausgesucht haben und die ihn mit dem notwendigen Vertrauen ausgestattet haben, so wie wir das auch umgekehrt bei unseren Ministern getan haben. (Abg. Haigermoser: Habt ihr auch einen Einem?) Diese Verantwortung, Herr Kollege Haigermoser, tragen wir für unsere Minister. Diese Verantwortung muß die SPÖ für ihre Minister tragen. (Anhaltender Beifall bei der ÖVP.)
Anhaltender Beifall bei der ÖVP.
Die politische Verantwortung, Herr Kollege, für den Herrn Innenminister trägt die Sozialistische Partei und trägt der Herr Bundeskanzler, die ihn für dieses Amt ausgesucht haben und die ihn mit dem notwendigen Vertrauen ausgestattet haben, so wie wir das auch umgekehrt bei unseren Ministern getan haben. (Abg. Haigermoser: Habt ihr auch einen Einem?) Diese Verantwortung, Herr Kollege Haigermoser, tragen wir für unsere Minister. Diese Verantwortung muß die SPÖ für ihre Minister tragen. (Anhaltender Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube, wir sollten uns des Ernstes, den die Politik für die Sicherheit der Menschen in diesem Lande erfordert, bewußt bleiben, auch dann, wenn wir in manchen Fragen unterschiedliche Auffassungen haben. Herr Abgeordneter Kukacka – und hier schließe ich auch den Herrn Abgeordneten Kiss mit ein –, das, worum es nach meiner Überzeugung und nach meiner Hoffnung geht, ist, daß wir hier eine Politik betreiben, die sicherstellt, daß es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen der Art, wie sie in Deutschland in den letzten Wochen und Monaten zu beklagen waren, nicht kommt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Österreich und die österreichische Sicherheitspolitik ist – und zwar keineswegs erst, seitdem ich Innenminister bin, sondern seit geraumer Zeit; da ist mein Vorgänger und auch sein Vorgänger durchaus miteinzuschließen – sehr bewußt und sehr klar in der Frage etwa auch des Umgangs mit Kurden und kurdischen politischen Aktivisten einen Weg gegangen, der sich von dem, den die Bundesrepublik Deutschland geht, unterscheidet. Und Österreich ist damit außerordentlich gut gefahren, weil die letzten gewaltsamen Auseinandersetzungen auf diesem Gebiet, die es in Österreich gegeben hat, 1993 gewesen sind, während in Deutschland nahezu jede Woche Auseinandersetzungen von einer außerordentlichen Militanz zu beklagen sind. Das hat mit der Politik für Sicherheit in Österreich zu tun. Das ist eine erfolgreiche Politik. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich weiß nicht, ob das Zitat, das heute in den "Oberösterreichischen Nachrichten" nachzulesen ist, richtig wiedergegeben ist, aber wenn dort die Aussage zitiert ist, daß man durchaus eine Radikalisierung für eine Änderung dieser Linie in Kauf zu nehmen bereit sei, so teile ich diese Auffassung nicht. Ich bin der Meinung, wir sollten den Weg, der hier für Sicherheit gesorgt hat, fortsetzen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Eines läßt sich vorneweg sagen: Es handelt sich dabei durchwegs um Behauptungen, die hier im Hohes Haus und an anderer Stelle schon mehrfach gemacht worden sind, allerdings jedesmal, ohne auch nur einen einzigen Beleg dafür vorzulegen. Das finde ich schändlich, wenn ich es so sagen darf! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Abgeordneter Haider! Sie haben heute behauptet, ich hätte eine Weisung erteilt, die die Ermöglichung terroristischer Aktivitäten in Österreich zuließe oder geradezu trage. Das ist falsch, und Sie wissen es genau. Richtig ist, daß wir bei einer Besprechung am 21. April des vorigen Jahres im Innenministerium die Frage zu erörtern hatten, ob und in welcher Weise weiterhin gegenüber kurdischen Aktivitäten vorzugehen ist, ob wir Verfolgungshandlungen zu setzen haben oder nicht. Und die klare Grundlinie, die das Innenministerium vorher verfolgt hat und nachher verfolgt hat, ist, daß wir alle Aktivitäten kurdischer politischer Gruppen hier sehr genau beobachten und verfolgen, aber nur dann mit polizeilichen Mitteln eingreifen, nur dann Verfolgungshandlungen setzen, wenn dazu nach den österreichischen Gesetzen Anlaß besteht, und sonst nicht. Und dabei bleiben wir auch! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Jetzt verdrehen Sie schon wieder!
Tatsächlich ist Bassam Al Taher nach den heutigen Kenntnissen der Polizei am 19. 4. vorigen Jahres das letzte Mal im Inland gesehen worden. Daß Bassam Al Taher nach dem 19. 4. nicht mehr gesehen worden ist, stammt aus Erkenntnissen der Polizei, etwa aus der Zeit vom 20. Mai, also einen Monat später als der Zeitpunkt, zu dem Bassam Al Taher abgetaucht ist. Ihnen, Herr Abgeordneter Stadler, ist es überlassen geblieben, am 3. Mai des vorigen Jahres diesen Namen als Hauptverdächtigen zu nennen. (Abg. Mag. Stadler: Jetzt verdrehen Sie schon wieder!) Herr Abgeordneter! Ich denke, Sie wären gut beraten, die Tatsachen wenigstens
Abg. Mag. Stadler: Sika hat gesagt, am 20. April hat er sich ins Ausland abgesetzt!
Am 3. Mai haben Sie diesen Namen öffentlich bekanntgegeben. (Abg. Mag. Stadler: Sika hat gesagt, am 20. April hat er sich ins Ausland abgesetzt!) Am 5. Mai haben wir hier im Haus über diese Frage debattiert. Ich habe Ihnen die Tatsachen zur Kenntnis gebracht. Sie haben offenbar weder die Bereitschaft noch die Fähigkeit zu hören. Ich bedauere Sie dafür. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Ich halte Ihnen vor, daß das nicht stimmt!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Ich halte Ihnen vor, daß das nicht stimmt!
Am 3. Mai haben Sie diesen Namen öffentlich bekanntgegeben. (Abg. Mag. Stadler: Sika hat gesagt, am 20. April hat er sich ins Ausland abgesetzt!) Am 5. Mai haben wir hier im Haus über diese Frage debattiert. Ich habe Ihnen die Tatsachen zur Kenntnis gebracht. Sie haben offenbar weder die Bereitschaft noch die Fähigkeit zu hören. Ich bedauere Sie dafür. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Ich halte Ihnen vor, daß das nicht stimmt!)
Abg. Mag. Stadler: Sie sagen fortgesetzt die Unwahrheit!
Der Abgeordnete Haider hat am Vormittag erklärt, ich hätte Hinweise der Kriminalpolizei Niederösterreichs ignoriert, und zwar Hinweise auf sechs weitere Sprengstoff- respektive Brandanschläge, die der gleichen Tätergruppe zuzuschreiben wären. Dies ist falsch, und dafür besteht auch kein Anlaß. (Abg. Mag. Stadler: Sie sagen fortgesetzt die Unwahrheit!) Diese Tatsachen sind dem Gericht in einer Anzeige mitgeteilt worden. Die von Ihnen genannten Anschläge können daher als aufgeklärt gelten. Und auch das ist ein Erfolg der Kriminalabteilung Niederösterreich. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Der Abgeordnete Haider hat am Vormittag erklärt, ich hätte Hinweise der Kriminalpolizei Niederösterreichs ignoriert, und zwar Hinweise auf sechs weitere Sprengstoff- respektive Brandanschläge, die der gleichen Tätergruppe zuzuschreiben wären. Dies ist falsch, und dafür besteht auch kein Anlaß. (Abg. Mag. Stadler: Sie sagen fortgesetzt die Unwahrheit!) Diese Tatsachen sind dem Gericht in einer Anzeige mitgeteilt worden. Die von Ihnen genannten Anschläge können daher als aufgeklärt gelten. Und auch das ist ein Erfolg der Kriminalabteilung Niederösterreich. (Beifall bei der SPÖ.)
Widerspruch des Abg. Dr. Haider.
Sie haben weiters behauptet, ich sei im Begriffe, die Staatspolizei mit Hilfe eines Universitätsprofessors zu reformieren, dem Stasi-Kontakte nachgewiesen werden könnten. Herr Abgeordneter! Diese Behauptung ist ebenso falsch! Sie entbehrt jeder Grundlage! (Widerspruch des Abg. Dr. Haider. )
Beifall bei der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Und Sie haben schließlich die Frage aufgeworfen, wo sich der Journalist Purtscheller befinde, der immer wieder im Zusammenhang mit terroristischen Anschlägen genannt werde. Herr Abgeordneter! Wenn Sie ihn immer wieder im Zusammenhang mit terroristischen Anschlägen nennen, ist das nicht weiter verwunderlich. Es ist nicht Aufgabe der Exekutive, Privatpersonen, gegen die aus polizeilicher Sicht nichts vorliegt, zu verfolgen oder festzustellen, wo sie sich jeweils aufhalten. Auch hier geht es darum, daß ganz klar gesagt werden muß: Wenn und insoweit die Kriminalabteilung Niederösterreich, die die Ermittlungen in der Sache Ebergassing verantwortlich und sehr erfolgreich geführt hat, es für notwendig gehalten hätte, hier Ermittlungen zu führen, dann hätte sie sie geführt und sie wäre durch niemanden behindert worden. Nehmen Sie das zur Kenntnis! (Beifall bei der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Ofner: Herr Minister! Sie halten den Namen zurück? Ist das notwendig bei einem Unschuldigen?
Was ich sozusagen für besonders unangenehm oder geradezu niedrige Gesinnung halte, ist, daß Sie immer wieder diese Geschichte anführen, obwohl Sie wissen, daß ich den Namen dieses Verdächtigen nicht nennen kann, weil er unschuldig ist. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Ofner: Herr Minister! Sie halten den Namen zurück? Ist das notwendig bei einem Unschuldigen?)
Abg. Mag. Stadler: Jawohl, bei der EU!
Um das abzuschließen und auch zu zeigen, wie Sie mit den Tatsachen und Informationen umgehen: Herr Abgeordneter Stadler! Sie haben zum wiederholten Male behauptet, es ginge darum, für den suspendierten Oswald Kessler irgendeinen Job zu finden. – Dies ist falsch. (Abg. Mag. Stadler: Jawohl, bei der EU!) Es geht nicht nur nicht darum, sondern Oswald Kessler ist seit 1. Jänner, Herr Stadler, Leiter der Gruppe EDV und bedarf durchaus nicht Ihrer arbeitsvermittlerischen Bemühungen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Um das abzuschließen und auch zu zeigen, wie Sie mit den Tatsachen und Informationen umgehen: Herr Abgeordneter Stadler! Sie haben zum wiederholten Male behauptet, es ginge darum, für den suspendierten Oswald Kessler irgendeinen Job zu finden. – Dies ist falsch. (Abg. Mag. Stadler: Jawohl, bei der EU!) Es geht nicht nur nicht darum, sondern Oswald Kessler ist seit 1. Jänner, Herr Stadler, Leiter der Gruppe EDV und bedarf durchaus nicht Ihrer arbeitsvermittlerischen Bemühungen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Abgeordneter Kukacka! Zu drei Punkten, die Sie angeführt haben: Ich vertrete die Meinung, wir sollten es zumindest durchgehen lassen – wenn nicht vielleicht sogar anerkennen –, daß Minister oder Politiker über Fragen, die dieses Land betreffen, nachdenken. Ich meine, daß es auch keine Sünde ist, wenn Minister der einen Regierungshälfte über Fragen nachdenken, für die ein Minister der anderen Regierungshälfte verantwortlich ist. In der Sache brauchen wir dabei nicht übereinzustimmen. Meiner Ansicht nach gibt es guten Grund, sich Gedanken darüber zu machen, warum nicht genügend Menschen freiwillig den Dienst beim Heer ableisten. Und das ist eine Frage, die auf Ihrer Seite (weist auf die Bänke der ÖVP) zu beantworten sein wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Was schließlich die Behauptung anlangt, ich hätte verlangt, daß die Nachrichtendienste des Bundesheeres mit jenen, die es etwa im Bundeskanzleramt oder im Innenministerium gibt, zusammengelegt werden, muß ich sagen: Auch diese Behauptung ist falsch! Wenn Sie in den Zeitungen nachlesen, werden Sie feststellen, daß ich dies nicht verlangt habe, daß ich allerdings dafür eintrete, daß wir – was die Nachrichtendienste, und zwar alle drei, angeht – Reformen durchführen, die dazu beitragen, daß die Transparenz des Tuns dieser drei Nachrichtendienste erhöht wird und daß das Vertrauen der Bevölkerung zu dem, was hier geschieht, erhöht wird. Diese drei Nachrichtendienste haben nicht parteipolitischen Interessen zu dienen – weder schwarzen noch roten noch anderen –, sondern der Information über Risken und der Analyse von Risikosituationen für die Bundesregierung. Und dafür brauchen wir uns auch nicht zu schämen! (Beifall bei der SPÖ.)
Anhaltender Beifall bei der SPÖ.
Abschließend noch eine Bemerkung zu Ihrer Kritik daran, daß ich erklärt habe, daß ich gelegentlich auch zu Weisungen greifen würde, wenn die Linien, die ich als verantwortlicher Ressortchef vorgebe, nicht eingehalten werden. Herr Abgeordneter! Es zählt nun einmal zu den Grundbeständen unserer Bundesverfassung, daß Ministerien monokratisch organisiert sind und daß diejenigen, die obenauf sind, "Minister" heißen und Verantwortung tragen, und daher sind sie es, die dafür zu sorgen haben, daß die Linie durchgeführt wird, die den Gesetzen und dem verantwortlichen Ministerwillen entspricht. Dazu stehe ich. (Anhaltender Beifall bei der SPÖ.)
Weitere Rufe und Gegenrufe von SPÖ und Freiheitlichen.
Ich darf ihn selbst zitieren: In der Sendung "Zeit im Bild 2" vom 7. Juni 1995 ... (Weitere Rufe und Gegenrufe von SPÖ und Freiheitlichen.) Beruhigen Sie sich! Haben Sie ein Problem?
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es wird im Protokoll nachzulesen sein, daß ich diese Behauptung nicht aufgestellt habe, sondern vielmehr behauptet habe – und ich halte diese Behauptung aufrecht –, daß der Herr Bundesminister tagelang – und zwar in Kenntnis des getöteten Attentäters Thaler – jeden politischen Zusammenhang geleugnet hat. Das läßt sich in den Medien nachvollziehen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ
Bundeskanzler Dkfm. Dr. Franz Vranitzky: Hohes Haus! Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Herr Abgeordneter Kukacka hat vorhin gesagt: Niemand soll glauben, weil wir – also die ÖVP – in einer Koalition sind, tragen wir die Verantwortung für die Sicherheitspolitik des Herrn Innenministers und die Politik der SPÖ und die Auswahlpolitik des Bundeskanzlers für seine Kabinettsmitglieder. Herr Abgeordneter, nehmen Sie zur Kenntnis: Wir glauben ohnehin nicht, daß Sie diese Verantwortung übernehmen (Beifall bei der SPÖ); genauso wie wir nicht glauben, daß Sie Verantwortung für die Semperit-Arbeiter tragen, daß Sie Verantwortung für die Arbeiter in Donawitz in der Langware tragen, daß Sie Verantwortung für Ressorts tragen, die unsere Leute übernommen haben. (Beifall bei der SPÖ. – Lebhafte Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Lebhafte Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.
Bundeskanzler Dkfm. Dr. Franz Vranitzky: Hohes Haus! Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Herr Abgeordneter Kukacka hat vorhin gesagt: Niemand soll glauben, weil wir – also die ÖVP – in einer Koalition sind, tragen wir die Verantwortung für die Sicherheitspolitik des Herrn Innenministers und die Politik der SPÖ und die Auswahlpolitik des Bundeskanzlers für seine Kabinettsmitglieder. Herr Abgeordneter, nehmen Sie zur Kenntnis: Wir glauben ohnehin nicht, daß Sie diese Verantwortung übernehmen (Beifall bei der SPÖ); genauso wie wir nicht glauben, daß Sie Verantwortung für die Semperit-Arbeiter tragen, daß Sie Verantwortung für die Arbeiter in Donawitz in der Langware tragen, daß Sie Verantwortung für Ressorts tragen, die unsere Leute übernommen haben. (Beifall bei der SPÖ. – Lebhafte Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.)
Rufe: Aha!
Ich zitiere aus dem Verschlußakt des Ministeriums (Rufe: Aha!) vom 30. März 1995, wo Sie, Herr Bundesminister, eine Information Ihrer Beamten bekommen haben, unterfertigt mit "Ministerialrat Dr. Bertl", wo Ihnen die Konsequenzen der Nichtbefolgung des OGH-Urteils genau dargelegt werden. Die Schlußfolgerung in diesem Verschlußakt lautet:
Abg. Dr. Nowotny: Das ist keine tatsächliche Berichtigung! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Also: Die Ministerialbürokratie ersucht ausdrücklich um eine Entscheidung des Ministers – und diese Entscheidung ergeht. Am 21. April 1996 stellt der Herr Sicherheitsdirektor fest – auch das haben wir in Kopie –: Am 21. 4. 1996 wurde vom Herrn Bundesminister entschieden – er hat entschieden! –, daß hinsichtlich ERNK keine Konsequenzen zu ziehen seien, erst dann, wenn es zu weiteren Anschlägen kommt, die auf dieses Büro zurückgeführt werden können. (Abg. Dr. Nowotny: Das ist keine tatsächliche Berichtigung! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundesminister! Ich möchte Sie bitten, sich nicht hierherzustellen und einen Abgeordneten wie mich abzukanzeln und zu sagen, ich hätte die Unwahrheit gesagt, wenn Sie wissen, daß wir Ihren gesamten Aktenverlauf in Händen haben und Sie eindeutig entschieden und eine Weisung gegeben haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Keppelmüller: Karl! Du wirst doch nicht ein neuer Dobermann sein! Sei seriös, staatstragend!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Der nächste Redner ist Abgeordneter Schweitzer. Er hat das Wort. (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Keppelmüller: Karl! Du wirst doch nicht ein neuer Dobermann sein! Sei seriös, staatstragend!)
Abg. Dr. Keppelmüller: Da werdet ihr ja noch schwächer! – Abg. Leikam: Da verliert ihr wieder! Absolut verständlich!
Abgeordneter Mag. Karl Schweitzer (Freiheitliche): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich glaube, der Gefühlsausbruch unseres Herrn Bundeskanzlers deutet bereits an, daß diese ÖVP-SPÖ-Regierung kein tragfähiges Fundament für die Lösung der Probleme bildet, die sie uns in den letzten Jahren selbst beschert hat. Aber bitte, Herr Bundeskanzler, nicht noch einmal Neuwahlen – nicht das Parlament ist es, das Probleme schafft. (Abg. Dr. Keppelmüller: Da werdet ihr ja noch schwächer! – Abg. Leikam: Da verliert ihr wieder! Absolut verständlich!) Es wird immer deutlicher, daß es die Regierung ist, die die Probleme schafft, weil sie mit Ministern agiert, die ihr Handwerk nicht verstehen. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Einem ist ein Beispiel dafür, und andere werden folgen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Karl Schweitzer (Freiheitliche): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich glaube, der Gefühlsausbruch unseres Herrn Bundeskanzlers deutet bereits an, daß diese ÖVP-SPÖ-Regierung kein tragfähiges Fundament für die Lösung der Probleme bildet, die sie uns in den letzten Jahren selbst beschert hat. Aber bitte, Herr Bundeskanzler, nicht noch einmal Neuwahlen – nicht das Parlament ist es, das Probleme schafft. (Abg. Dr. Keppelmüller: Da werdet ihr ja noch schwächer! – Abg. Leikam: Da verliert ihr wieder! Absolut verständlich!) Es wird immer deutlicher, daß es die Regierung ist, die die Probleme schafft, weil sie mit Ministern agiert, die ihr Handwerk nicht verstehen. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Einem ist ein Beispiel dafür, und andere werden folgen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Gaál! Ebergassing war leider kein Alptraum, wie Sie vielleicht glauben. Ebergassing ist bittere Realität, und Ebergassing war eindeutig Linksterrorismus. Im übrigen ist es aber egal, woher dieser Terror kommt, es muß alles getan werden, um ihn rasch aufzuklären. Für die Österreicher und Österreicherinnen erhärtet sich aber der Eindruck, daß dies unter Minister Einem nicht der Fall ist, Herr Kollege Gaál. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Keppelmüller: Dunstkreis!
Realität ist, Herr Kollege Gaál, daß es in weiterer Folge zahlreiche öffentliche Auftritte Purtschellers mit dem eindeutigen Ziel gegeben hat, uns Freiheitliche mit dem Attentat in Beziehung zu setzen. Zum Beispiel habe ich gemeinsam mit der Kollegin Stoisits einen Auftritt in der HBLA-Oberwart, im Kulturzentrum in Oberschützen absolviert, wo dieser Herr Purtscheller immer wieder versucht hat, uns Freiheitliche in die Nähe dieses Attentats zu rücken. (Abg. Dr. Keppelmüller: Dunstkreis!) Dieser Herr Purtscheller tritt dort als offizieller Referent des Bundesministeriums für Unterricht auf – hochbezahlt aus Steuermitteln, um in Schulen gegen uns Freiheitliche zu hetzen. (Abg. Dr. Keppelmüller: Gegen Rechtsumtriebe!)
Abg. Dr. Keppelmüller: Gegen Rechtsumtriebe!
Realität ist, Herr Kollege Gaál, daß es in weiterer Folge zahlreiche öffentliche Auftritte Purtschellers mit dem eindeutigen Ziel gegeben hat, uns Freiheitliche mit dem Attentat in Beziehung zu setzen. Zum Beispiel habe ich gemeinsam mit der Kollegin Stoisits einen Auftritt in der HBLA-Oberwart, im Kulturzentrum in Oberschützen absolviert, wo dieser Herr Purtscheller immer wieder versucht hat, uns Freiheitliche in die Nähe dieses Attentats zu rücken. (Abg. Dr. Keppelmüller: Dunstkreis!) Dieser Herr Purtscheller tritt dort als offizieller Referent des Bundesministeriums für Unterricht auf – hochbezahlt aus Steuermitteln, um in Schulen gegen uns Freiheitliche zu hetzen. (Abg. Dr. Keppelmüller: Gegen Rechtsumtriebe!)
Abg. Dr. Keppelmüller: Waren die Briefbomben auch linksextremer Terror?
Klar ist für mich, daß Ebergassing eine Panne war, daß diese Explosion für einen späteren Zeitpunkt geplant war. Man könnte auch meinen, Ebergassing war nicht die erste Panne des linksextremen Terrors. (Abg. Dr. Keppelmüller: Waren die Briefbomben auch linksextremer Terror?)
Abg. Dr. Keppelmüller: Was ist mit den Briefbomben?
Weiter zu den Fakten, Herr Kollege Gaál: Realität ist: Am 12. April nimmt Purtscheller laut "Standard" einen Mord vom 6. 4. im oberösterreichischen Ried zum Anlaß, sich nach Mexiko abzusetzen, wo er sich auch heute noch aufhalten dürfte, obwohl Generaldirektor Sika öffentlich klargestellt hat, daß dieser Mord in Ried mit Herrn Purtscheller nichts zu tun hat und inzwischen bereits geklärt ist (Abg. Dr. Keppelmüller: Was ist mit den Briefbomben?), dieser Generaldirektor Sika, dessen "Presse"-Interview mittlerweile vieles, vieles in ein anderes Licht gerückt hat, wodurch auch viele Fragen bis heute offen sind.
Abg. Mag. Stadler: 200 Meter!
Herr Minister! Die Verständigung der Gendarmerie in Oberwart erfolgte mit acht Stunden Verspätung. Warum? Vier Männer gehen weg, kurz darauf die Detonation, in ganz Oberwart hörbar. Warum wurde von den dort in der Nähe Befindlichen nicht sofort die Polizei gerufen, Herr Minister? (Abg. Mag. Stadler: 200 Meter!) Wer hat aus welchen Gründen verhindert, daß die Siedlungsbewohner Nachschau halten, was dort passiert ist, Herr Minister? Wer hat vor Eintreffen der Gendarmerie und der EBT – Herr Minister, diese Frage hätte ich von Ihnen gerne beantwortet – den Tatort verändert? Der Tatort wurde vor Eintreffen dieser Sicherheitskräfte nachweislich verändert, Herr Minister. Wer hat ihn verändert? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Minister! Die Verständigung der Gendarmerie in Oberwart erfolgte mit acht Stunden Verspätung. Warum? Vier Männer gehen weg, kurz darauf die Detonation, in ganz Oberwart hörbar. Warum wurde von den dort in der Nähe Befindlichen nicht sofort die Polizei gerufen, Herr Minister? (Abg. Mag. Stadler: 200 Meter!) Wer hat aus welchen Gründen verhindert, daß die Siedlungsbewohner Nachschau halten, was dort passiert ist, Herr Minister? Wer hat vor Eintreffen der Gendarmerie und der EBT – Herr Minister, diese Frage hätte ich von Ihnen gerne beantwortet – den Tatort verändert? Der Tatort wurde vor Eintreffen dieser Sicherheitskräfte nachweislich verändert, Herr Minister. Wer hat ihn verändert? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Minister! Das sind die Leute, die Sie unterstützen. Entkräften Sie diese Vorwürfe! Sonst sind Sie speziell als Sicherheitsminister nicht länger tragbar für diese Republik. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Zu viele Unvereinbarkeiten liegen auf dem Tisch. Und ich schließe mich dem an, was Hubertus Czernin im "profil" geschrieben hat: Es ist einfach unvorstellbar, daß einer Innenminister bleibt, der jene Szene finanziell unterstützt, der alles tut, um Ermittlungen in bestimmte Richtungen zu verhindern, der jene Szene unterstützt, deren Gewaltbereitschaft durch den Anschlag bei Ebergassing offenkundig geworden ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Über Ihre Rolle in Oberwart und bei den Briefbomben werden wir noch reden müssen, meine Dame! Da haben Sie eine ganz obskure Rolle gespielt!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das Thema der jetzigen Anfragebesprechung ist eines, mit dem es mir ganz besonders Ernst ist. Und ich finde es wirklich verabscheuungswürdig, mit welcher Pietätlosigkeit hier diskutiert wird und mit welcher Pietätlosigkeit Abgeordnete zum österreichischen Nationalrat hier vorgehen. Herr Dr. Haider ist der Großmeister der Pietätlosigkeit. (Abg. Mag. Stadler: Über Ihre Rolle in Oberwart und bei den Briefbomben werden wir noch reden müssen, meine Dame! Da haben Sie eine ganz obskure Rolle gespielt!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Stadler: Über Ihre Vertuscherrolle in Oberwart werden wir noch reden müssen!
Herr Dr. Haider! Die abscheulichen Morde von Oberwart mit dem Wort "Vorfall" zu verniedlichen, wie Sie das mehrfach getan haben, das sagt mehr als alles, was Sie jemals beteuern könnten. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Stadler: Über Ihre Vertuscherrolle in Oberwart werden wir noch reden müssen!) Und Sie haben das mehrfach getan. Bei Ihrem Wahlkampfauftritt im November 1995 in Oberwart, haben Sie das mit den Worten "die Vorfälle von damals" abgetan. Vier Menschen sind dort gestorben! (Abg. Dr. Haider: Ihre Rolle werden wir noch beleuchten, Frau Kollegin!)
Abg. Dr. Haider: Ihre Rolle werden wir noch beleuchten, Frau Kollegin!
Herr Dr. Haider! Die abscheulichen Morde von Oberwart mit dem Wort "Vorfall" zu verniedlichen, wie Sie das mehrfach getan haben, das sagt mehr als alles, was Sie jemals beteuern könnten. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Stadler: Über Ihre Vertuscherrolle in Oberwart werden wir noch reden müssen!) Und Sie haben das mehrfach getan. Bei Ihrem Wahlkampfauftritt im November 1995 in Oberwart, haben Sie das mit den Worten "die Vorfälle von damals" abgetan. Vier Menschen sind dort gestorben! (Abg. Dr. Haider: Ihre Rolle werden wir noch beleuchten, Frau Kollegin!)
Abg. Mag. Stadler: Sie haben doch eine ganz schäbige Rolle gespielt!
Der Verein "Roma von Oberwart" hat schon letzten Herbst (Abg. Mag. Stadler: Sie haben doch eine ganz schäbige Rolle gespielt!) im Zusammenhang mit dem Wahlkampfauftritt von Herrn Dr. Haider eine Presseerklärung (Abg. Mag. Stadler: Über diese Rolle müssen wir noch sprechen), eine öffentliche Erklärung abgegeben, bei der mir damals etwas aufgefallen ist (Abg. Mag. Stadler: Das wird noch zu klären sein, was sich da abgespielt hat!), was vielleicht nicht so bedeutungsvoll sein mag, aber in diesem Lichte doch bedeutungsvoll ist. Sie schreiben nämlich, es seien über tausend Beileidsbriefe und Beileidstelegramme damals in Oberwart von Privatpersonen, Institutionen, öffentlichen Stellen, aus dem In- und aus dem Ausland, von Politikern und Politikerinnen eingelangt. Es war aber kein einziger Brief von der F-Bewegung oder von einem Funktionär der "F" aus ganz Österreich darunter. (Abg. Mag. Stadler: Das ist eine schamlose Heuchelei!)
Abg. Mag. Stadler: Über diese Rolle müssen wir noch sprechen
Der Verein "Roma von Oberwart" hat schon letzten Herbst (Abg. Mag. Stadler: Sie haben doch eine ganz schäbige Rolle gespielt!) im Zusammenhang mit dem Wahlkampfauftritt von Herrn Dr. Haider eine Presseerklärung (Abg. Mag. Stadler: Über diese Rolle müssen wir noch sprechen), eine öffentliche Erklärung abgegeben, bei der mir damals etwas aufgefallen ist (Abg. Mag. Stadler: Das wird noch zu klären sein, was sich da abgespielt hat!), was vielleicht nicht so bedeutungsvoll sein mag, aber in diesem Lichte doch bedeutungsvoll ist. Sie schreiben nämlich, es seien über tausend Beileidsbriefe und Beileidstelegramme damals in Oberwart von Privatpersonen, Institutionen, öffentlichen Stellen, aus dem In- und aus dem Ausland, von Politikern und Politikerinnen eingelangt. Es war aber kein einziger Brief von der F-Bewegung oder von einem Funktionär der "F" aus ganz Österreich darunter. (Abg. Mag. Stadler: Das ist eine schamlose Heuchelei!)
Abg. Mag. Stadler: Das wird noch zu klären sein, was sich da abgespielt hat!
Der Verein "Roma von Oberwart" hat schon letzten Herbst (Abg. Mag. Stadler: Sie haben doch eine ganz schäbige Rolle gespielt!) im Zusammenhang mit dem Wahlkampfauftritt von Herrn Dr. Haider eine Presseerklärung (Abg. Mag. Stadler: Über diese Rolle müssen wir noch sprechen), eine öffentliche Erklärung abgegeben, bei der mir damals etwas aufgefallen ist (Abg. Mag. Stadler: Das wird noch zu klären sein, was sich da abgespielt hat!), was vielleicht nicht so bedeutungsvoll sein mag, aber in diesem Lichte doch bedeutungsvoll ist. Sie schreiben nämlich, es seien über tausend Beileidsbriefe und Beileidstelegramme damals in Oberwart von Privatpersonen, Institutionen, öffentlichen Stellen, aus dem In- und aus dem Ausland, von Politikern und Politikerinnen eingelangt. Es war aber kein einziger Brief von der F-Bewegung oder von einem Funktionär der "F" aus ganz Österreich darunter. (Abg. Mag. Stadler: Das ist eine schamlose Heuchelei!)
Abg. Mag. Stadler: Das ist eine schamlose Heuchelei!
Der Verein "Roma von Oberwart" hat schon letzten Herbst (Abg. Mag. Stadler: Sie haben doch eine ganz schäbige Rolle gespielt!) im Zusammenhang mit dem Wahlkampfauftritt von Herrn Dr. Haider eine Presseerklärung (Abg. Mag. Stadler: Über diese Rolle müssen wir noch sprechen), eine öffentliche Erklärung abgegeben, bei der mir damals etwas aufgefallen ist (Abg. Mag. Stadler: Das wird noch zu klären sein, was sich da abgespielt hat!), was vielleicht nicht so bedeutungsvoll sein mag, aber in diesem Lichte doch bedeutungsvoll ist. Sie schreiben nämlich, es seien über tausend Beileidsbriefe und Beileidstelegramme damals in Oberwart von Privatpersonen, Institutionen, öffentlichen Stellen, aus dem In- und aus dem Ausland, von Politikern und Politikerinnen eingelangt. Es war aber kein einziger Brief von der F-Bewegung oder von einem Funktionär der "F" aus ganz Österreich darunter. (Abg. Mag. Stadler: Das ist eine schamlose Heuchelei!)
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Mehr brauche ich nicht zu sagen. (Beifall bei den Grünen.) Mehr brauche ich nicht zu sagen! Diese Mentalität, die man jetzt nicht mehr so direkt ausspricht (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler ) – um diesem Gedankengut zu folgen –, spricht mehr als tausend Worte, meine sehr geehrten Damen und Herren, das spricht mehr als tausend Worte. (Abg. Mag. Schweitzer: Frau Kollegin Stoisits! Wir wollten nicht den Leichenbestattern kondolieren wie viele andere!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler
Meine Damen und Herren! Mehr brauche ich nicht zu sagen. (Beifall bei den Grünen.) Mehr brauche ich nicht zu sagen! Diese Mentalität, die man jetzt nicht mehr so direkt ausspricht (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler ) – um diesem Gedankengut zu folgen –, spricht mehr als tausend Worte, meine sehr geehrten Damen und Herren, das spricht mehr als tausend Worte. (Abg. Mag. Schweitzer: Frau Kollegin Stoisits! Wir wollten nicht den Leichenbestattern kondolieren wie viele andere!)
Abg. Mag. Schweitzer: Frau Kollegin Stoisits! Wir wollten nicht den Leichenbestattern kondolieren wie viele andere!
Meine Damen und Herren! Mehr brauche ich nicht zu sagen. (Beifall bei den Grünen.) Mehr brauche ich nicht zu sagen! Diese Mentalität, die man jetzt nicht mehr so direkt ausspricht (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler ) – um diesem Gedankengut zu folgen –, spricht mehr als tausend Worte, meine sehr geehrten Damen und Herren, das spricht mehr als tausend Worte. (Abg. Mag. Schweitzer: Frau Kollegin Stoisits! Wir wollten nicht den Leichenbestattern kondolieren wie viele andere!)
Abg. Mag. Stadler: Er hat sich nicht in die erste Reihe gedrängt wie Sie, damit er ins Fernsehen kommt!
Wenn sich jetzt Kollege Schweitzer in die erste Reihe stellt, in der er hoffentlich nie sein wird, muß ich Ihnen auch vom Kollegen Schweitzer noch etwas berichten: Er war damals bei der Beerdigung der Roma in Oberwart. Und eines an seinem damaligen Verhalten war besonders auffällig (Abg. Mag. Stadler: Er hat sich nicht in die erste Reihe gedrängt wie Sie, damit er ins Fernsehen kommt!): Er war nämlich einer der wenigen (Abg. Mag. Stadler: Sie betreiben schamlose Heuchelei!), wenn nicht sogar der einzige Politiker, der der trauernden Familie ...
Abg. Mag. Stadler: Sie betreiben schamlose Heuchelei!
Wenn sich jetzt Kollege Schweitzer in die erste Reihe stellt, in der er hoffentlich nie sein wird, muß ich Ihnen auch vom Kollegen Schweitzer noch etwas berichten: Er war damals bei der Beerdigung der Roma in Oberwart. Und eines an seinem damaligen Verhalten war besonders auffällig (Abg. Mag. Stadler: Er hat sich nicht in die erste Reihe gedrängt wie Sie, damit er ins Fernsehen kommt!): Er war nämlich einer der wenigen (Abg. Mag. Stadler: Sie betreiben schamlose Heuchelei!), wenn nicht sogar der einzige Politiker, der der trauernden Familie ...
Abg. Mag. Stadler: Das ist ja unglaublich, was die Dame da sagt!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Abgeordneter Stadler! So geht das nicht! (Abg. Mag. Stadler: Das ist ja unglaublich, was die Dame da sagt!)
Abg. Dr. Haider: Sie haben in der ersten Reihe die Reservierungstaferln der Minister weggeräumt, damit Sie ins Fernsehen kommen!
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (fortsetzend): ... nicht kondoliert hat (Abg. Dr. Haider: Sie haben in der ersten Reihe die Reservierungstaferln der Minister weggeräumt, damit Sie ins Fernsehen kommen!), ganz offensichtlich und demonstrativ nicht kondoliert hat. Meine sehr geehrten Damen und Herren! Kolleginnen und Kollegen! Das soll für jene, die es nicht wissen (Abg. Mag. Stadler: Sie haben doch überhaupt kein Recht, hier zu reden!), zur Information über den Charakter der Kollegen von der FPÖ dienen.
Abg. Mag. Stadler: Sie haben doch überhaupt kein Recht, hier zu reden!
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (fortsetzend): ... nicht kondoliert hat (Abg. Dr. Haider: Sie haben in der ersten Reihe die Reservierungstaferln der Minister weggeräumt, damit Sie ins Fernsehen kommen!), ganz offensichtlich und demonstrativ nicht kondoliert hat. Meine sehr geehrten Damen und Herren! Kolleginnen und Kollegen! Das soll für jene, die es nicht wissen (Abg. Mag. Stadler: Sie haben doch überhaupt kein Recht, hier zu reden!), zur Information über den Charakter der Kollegen von der FPÖ dienen.
Abg. Mag. Stadler: ... im Vorfeld des Anschlages!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Aber über Kollegen Schweitzer könnte ich noch einiges anderes berichten, das vielleicht auch etwas über seinen menschlichen und politischen Charakter aussagt (Abg. Mag. Stadler: ... im Vorfeld des Anschlages!), zum Beispiel, daß der von ihm vorgeschlagene Nachfolger auf sein Gemeinderatsmandat, das er demnächst in Oberwart zurücklegen wird (Abg. Dr. Haider: Sie haben die Reservierungstaferln von den Ministern weggeräumt, um ins Fernsehen zu kommen!), ein gewisser Herr Werner Gutleben ist, einer der Unterstützer der Kandidatur der NDP im Jahre 1982 in Österreich. Darüber, meine sehr geehrten Damen und Herren, sollte man auch ein Wort verlieren. (Abg. Mag. Stadler: Wer wußte im Grünen Klub, was sich im Kuvert befindet?)
Abg. Dr. Haider: Sie haben die Reservierungstaferln von den Ministern weggeräumt, um ins Fernsehen zu kommen!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Aber über Kollegen Schweitzer könnte ich noch einiges anderes berichten, das vielleicht auch etwas über seinen menschlichen und politischen Charakter aussagt (Abg. Mag. Stadler: ... im Vorfeld des Anschlages!), zum Beispiel, daß der von ihm vorgeschlagene Nachfolger auf sein Gemeinderatsmandat, das er demnächst in Oberwart zurücklegen wird (Abg. Dr. Haider: Sie haben die Reservierungstaferln von den Ministern weggeräumt, um ins Fernsehen zu kommen!), ein gewisser Herr Werner Gutleben ist, einer der Unterstützer der Kandidatur der NDP im Jahre 1982 in Österreich. Darüber, meine sehr geehrten Damen und Herren, sollte man auch ein Wort verlieren. (Abg. Mag. Stadler: Wer wußte im Grünen Klub, was sich im Kuvert befindet?)
Abg. Mag. Stadler: Wer wußte im Grünen Klub, was sich im Kuvert befindet?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Aber über Kollegen Schweitzer könnte ich noch einiges anderes berichten, das vielleicht auch etwas über seinen menschlichen und politischen Charakter aussagt (Abg. Mag. Stadler: ... im Vorfeld des Anschlages!), zum Beispiel, daß der von ihm vorgeschlagene Nachfolger auf sein Gemeinderatsmandat, das er demnächst in Oberwart zurücklegen wird (Abg. Dr. Haider: Sie haben die Reservierungstaferln von den Ministern weggeräumt, um ins Fernsehen zu kommen!), ein gewisser Herr Werner Gutleben ist, einer der Unterstützer der Kandidatur der NDP im Jahre 1982 in Österreich. Darüber, meine sehr geehrten Damen und Herren, sollte man auch ein Wort verlieren. (Abg. Mag. Stadler: Wer wußte im Grünen Klub, was sich im Kuvert befindet?)
Abg. Mag. Stadler: Erklären Sie das dem Hohen Haus!
Ich wiederhole es nicht, ich überlasse es Ihnen, Kolleginnen und Kollegen, sich eine Meinung darüber zu bilden, wenn man folgenden Satz hier im Nationalrat sagt (Abg. Mag. Stadler: Erklären Sie das dem Hohen Haus!): die Personen im Dunstkreis des Offenen Hauses Oberwart. (Abg. Mag. Stadler: Wer wußte im Hohen Haus und im Grünen Klub, was sich im Kuvert befindet?) Das Offene Haus Oberwart, ein Jugendzentrum, das von der öffentlichen Hand (Abg. Mag. Stadler: Ein bitte was?) , wie Hunderte andere Jugendzentren in Österreich gefördert wird, dessen Aktivistinnen und Aktivisten zum Großteil ehrenamtlich und kostenlos
Abg. Mag. Stadler: Wer wußte im Hohen Haus und im Grünen Klub, was sich im Kuvert befindet?
Ich wiederhole es nicht, ich überlasse es Ihnen, Kolleginnen und Kollegen, sich eine Meinung darüber zu bilden, wenn man folgenden Satz hier im Nationalrat sagt (Abg. Mag. Stadler: Erklären Sie das dem Hohen Haus!): die Personen im Dunstkreis des Offenen Hauses Oberwart. (Abg. Mag. Stadler: Wer wußte im Hohen Haus und im Grünen Klub, was sich im Kuvert befindet?) Das Offene Haus Oberwart, ein Jugendzentrum, das von der öffentlichen Hand (Abg. Mag. Stadler: Ein bitte was?) , wie Hunderte andere Jugendzentren in Österreich gefördert wird, dessen Aktivistinnen und Aktivisten zum Großteil ehrenamtlich und kostenlos
Abg. Mag. Stadler: Ein bitte was?
Ich wiederhole es nicht, ich überlasse es Ihnen, Kolleginnen und Kollegen, sich eine Meinung darüber zu bilden, wenn man folgenden Satz hier im Nationalrat sagt (Abg. Mag. Stadler: Erklären Sie das dem Hohen Haus!): die Personen im Dunstkreis des Offenen Hauses Oberwart. (Abg. Mag. Stadler: Wer wußte im Hohen Haus und im Grünen Klub, was sich im Kuvert befindet?) Das Offene Haus Oberwart, ein Jugendzentrum, das von der öffentlichen Hand (Abg. Mag. Stadler: Ein bitte was?) , wie Hunderte andere Jugendzentren in Österreich gefördert wird, dessen Aktivistinnen und Aktivisten zum Großteil ehrenamtlich und kostenlos
Abg. Mag. Schweitzer: Und Drogen!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Mag. Schweitzer: Und Drogen!) Kollege Schweitzer – ich weiß nicht, wo er in der Nacht der Detonation war – hat heute hier die Frage gestellt (Abg. Mag. Stadler: Wo waren Sie?): Warum hat denn niemand damals die Polizei oder die Gendarmerie alarmiert? (Abg. Mag. Stadler: Wo waren Sie die Nächte davor?)
Abg. Mag. Stadler: Wo waren Sie?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Mag. Schweitzer: Und Drogen!) Kollege Schweitzer – ich weiß nicht, wo er in der Nacht der Detonation war – hat heute hier die Frage gestellt (Abg. Mag. Stadler: Wo waren Sie?): Warum hat denn niemand damals die Polizei oder die Gendarmerie alarmiert? (Abg. Mag. Stadler: Wo waren Sie die Nächte davor?)
Abg. Mag. Stadler: Wo waren Sie die Nächte davor?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Mag. Schweitzer: Und Drogen!) Kollege Schweitzer – ich weiß nicht, wo er in der Nacht der Detonation war – hat heute hier die Frage gestellt (Abg. Mag. Stadler: Wo waren Sie?): Warum hat denn niemand damals die Polizei oder die Gendarmerie alarmiert? (Abg. Mag. Stadler: Wo waren Sie die Nächte davor?)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Erklären Sie bitte, wieso wir ein "Privileg" haben, hier zu sitzen!
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (fortsetzend): Meine Damen und Herren! Aber nicht nur die Kolleginnen und Kollegen der FPÖ, die das Privileg haben, hier zu sitzen, auch andere der damaligen "F"-Bewegung, heute wieder FPÖ, haben nach dem Mordanschlag von Oberwart Erklärungen abgegeben (Abg. Dr. Partik-Pablé: Erklären Sie bitte, wieso wir ein "Privileg" haben, hier zu sitzen!), die man sich heute auch noch anhören sollte. Der burgenländische Landesparteiobmann der Freiheitlichen Partei, Dr. Wolfgang Rauter, hat sofort nach dem Anschlag von einem taktisch ungünstigen Zeitpunkt gesprochen. Was kann er damit gemeint haben? Wie kann man in einer Situation, in der vier Menschen sterben, in der vier Familien zurückbleiben, Kinder, die jetzt ohne Vater sind, von einem taktisch ungünstigen Zeitpunkt sprechen? (Abg. Dr. Haider: Das Begräbnis mißbrauchen!)
Abg. Dr. Haider: Das Begräbnis mißbrauchen!
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (fortsetzend): Meine Damen und Herren! Aber nicht nur die Kolleginnen und Kollegen der FPÖ, die das Privileg haben, hier zu sitzen, auch andere der damaligen "F"-Bewegung, heute wieder FPÖ, haben nach dem Mordanschlag von Oberwart Erklärungen abgegeben (Abg. Dr. Partik-Pablé: Erklären Sie bitte, wieso wir ein "Privileg" haben, hier zu sitzen!), die man sich heute auch noch anhören sollte. Der burgenländische Landesparteiobmann der Freiheitlichen Partei, Dr. Wolfgang Rauter, hat sofort nach dem Anschlag von einem taktisch ungünstigen Zeitpunkt gesprochen. Was kann er damit gemeint haben? Wie kann man in einer Situation, in der vier Menschen sterben, in der vier Familien zurückbleiben, Kinder, die jetzt ohne Vater sind, von einem taktisch ungünstigen Zeitpunkt sprechen? (Abg. Dr. Haider: Das Begräbnis mißbrauchen!)
Abg. Dr. Haider: Taferl weggeräumt beim Begräbnis!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich verstehe das nicht! Das ist keine humane, keine menschliche Vorgangsweise. Das ist wirklich das Billigste, das ich in meinem Leben im Zusammenhang mit dem Leid und Schicksal von Menschen im letzten Jahr hier gehört habe. (Abg. Dr. Haider: Taferl weggeräumt beim Begräbnis!)
Abg. Mag. Stadler: Die Polizei hat das gemacht!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Derjenige, der hier in der ersten Reihe sitzt, hat ja bereits letztes Jahr überhaupt keinen Genierer gehabt, die Opfer des Mordanschlages von Oberwart und damit auch alle Angehörigen mit Waffenschiebereien, mit Drogenhandel in Zusammenhang zu bringen. (Abg. Mag. Stadler: Die Polizei hat das gemacht!) Es war aber nachweislich festzustellen (Abg. Mag. Stadler: Dafür ist sie von Ihnen geprügelt worden!), daß keines der Opfer und auch kein Familienangehöriger je mit Drogenhandel, Waffenschmuggel, Autoschiebereien zu tun hatte. Eines ist Tatsache, und das haben die Angehörigen vom ersten Augenblick an gesagt: daß zwei der Bombenopfer Vorstrafen hatten. Einer eine Geldstrafe wegen einer Rauferei, das zweite Opfer, Josef Simon, hat in seiner Jugendzeit, als Jugendlicher einmal einen Einbruch in eine Wochenendhütte gemacht, und deshalb war er vorbestraft.
Abg. Mag. Stadler: Dafür ist sie von Ihnen geprügelt worden!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Derjenige, der hier in der ersten Reihe sitzt, hat ja bereits letztes Jahr überhaupt keinen Genierer gehabt, die Opfer des Mordanschlages von Oberwart und damit auch alle Angehörigen mit Waffenschiebereien, mit Drogenhandel in Zusammenhang zu bringen. (Abg. Mag. Stadler: Die Polizei hat das gemacht!) Es war aber nachweislich festzustellen (Abg. Mag. Stadler: Dafür ist sie von Ihnen geprügelt worden!), daß keines der Opfer und auch kein Familienangehöriger je mit Drogenhandel, Waffenschmuggel, Autoschiebereien zu tun hatte. Eines ist Tatsache, und das haben die Angehörigen vom ersten Augenblick an gesagt: daß zwei der Bombenopfer Vorstrafen hatten. Einer eine Geldstrafe wegen einer Rauferei, das zweite Opfer, Josef Simon, hat in seiner Jugendzeit, als Jugendlicher einmal einen Einbruch in eine Wochenendhütte gemacht, und deshalb war er vorbestraft.
Abg. Mag. Stadler: Das waren der Staatsanwalt und der Untersuchungsrichter! Deswegen haben sie eine Hausdurchsuchung angeordnet!
Wenn man Personen, die als Jugendliche einen Einbruch in eine Wochenendhütte gemacht haben und später einem Mordanschlag, der ganz eindeutig rassistisch motiviert war, zum Opfer gefallen sind, kriminellste Handlungen unterstellt, ihnen unterstellt, Schwerverbrecher zu sein, Herr Dr. Haider, dann frage ich Sie: Können Sie sich noch in den Spiegel schauen? (Abg. Mag. Stadler: Das waren der Staatsanwalt und der Untersuchungsrichter! Deswegen haben sie eine Hausdurchsuchung angeordnet!)
Abg. Dr. Graf: Sie reden wider besseres Wissen!
Herr Dr. Haider! Sie haben in Oberwart nicht einmal den Mut aufgebracht, mit den Angehörigen ins Gespräch zu treten. (Abg. Dr. Graf: Sie reden wider besseres Wissen!) Stefan Horvath, der Stiefvater eines Angehörigen, ist dort gestanden und wollte mit Ihnen sprechen. Sie haben sich von Ihrem Mitarbeiter am Handy anrufen lassen und gesagt: Ich muß jetzt schnell weg! (Abg. Mag. Stadler: Sie haben den Staatsanwalt "angeschossen"!) So war die Szenerie, gespenstisch ist das. – Ein halbes Jahr nach dem schwerwiegendsten rassistischen Anschlag in dieser Republik, Herr Dr. Haider. (Abg. Dolinschek: Sie haben eine blühende Phantasie!) Sie sind ja nicht einmal mutig genug, den Angehörigen gegenüberzutreten, Herr Dr. Haider! (Abg. Dr. Graf:
Abg. Mag. Stadler: Sie haben den Staatsanwalt "angeschossen"!
Herr Dr. Haider! Sie haben in Oberwart nicht einmal den Mut aufgebracht, mit den Angehörigen ins Gespräch zu treten. (Abg. Dr. Graf: Sie reden wider besseres Wissen!) Stefan Horvath, der Stiefvater eines Angehörigen, ist dort gestanden und wollte mit Ihnen sprechen. Sie haben sich von Ihrem Mitarbeiter am Handy anrufen lassen und gesagt: Ich muß jetzt schnell weg! (Abg. Mag. Stadler: Sie haben den Staatsanwalt "angeschossen"!) So war die Szenerie, gespenstisch ist das. – Ein halbes Jahr nach dem schwerwiegendsten rassistischen Anschlag in dieser Republik, Herr Dr. Haider. (Abg. Dolinschek: Sie haben eine blühende Phantasie!) Sie sind ja nicht einmal mutig genug, den Angehörigen gegenüberzutreten, Herr Dr. Haider! (Abg. Dr. Graf:
Abg. Dolinschek: Sie haben eine blühende Phantasie!
Herr Dr. Haider! Sie haben in Oberwart nicht einmal den Mut aufgebracht, mit den Angehörigen ins Gespräch zu treten. (Abg. Dr. Graf: Sie reden wider besseres Wissen!) Stefan Horvath, der Stiefvater eines Angehörigen, ist dort gestanden und wollte mit Ihnen sprechen. Sie haben sich von Ihrem Mitarbeiter am Handy anrufen lassen und gesagt: Ich muß jetzt schnell weg! (Abg. Mag. Stadler: Sie haben den Staatsanwalt "angeschossen"!) So war die Szenerie, gespenstisch ist das. – Ein halbes Jahr nach dem schwerwiegendsten rassistischen Anschlag in dieser Republik, Herr Dr. Haider. (Abg. Dolinschek: Sie haben eine blühende Phantasie!) Sie sind ja nicht einmal mutig genug, den Angehörigen gegenüberzutreten, Herr Dr. Haider! (Abg. Dr. Graf:
Abg. Mag. Stadler: Das "blöd" nimmt sie nicht zurück, Herr Präsident!
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (fortsetzend): Herr Präsident! Ich nehme das zurück. Das Grinsen ist ja nichts Unrechtes, das halte ich aufrecht. (Abg. Mag. Stadler: Das "blöd" nimmt sie nicht zurück, Herr Präsident!) Das "blöd" nehme ich sehr gerne zurück, um nicht in diesem Augenblick gegen die Würde des Hohen Hauses zu verstoßen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. )
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (fortsetzend): Herr Präsident! Ich nehme das zurück. Das Grinsen ist ja nichts Unrechtes, das halte ich aufrecht. (Abg. Mag. Stadler: Das "blöd" nimmt sie nicht zurück, Herr Präsident!) Das "blöd" nehme ich sehr gerne zurück, um nicht in diesem Augenblick gegen die Würde des Hohen Hauses zu verstoßen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. )
Beifall bei den Grünen, der SPÖ und beim Liberalen Forum.
Aber diejenigen Kolleginnen und Kollegen, die Dr. Haider sehen, können sich ein Bild vom Charakter, vom Gemüt und vom Herz dieses Menschen machen. (Beifall bei den Grünen, der SPÖ und beim Liberalen Forum.)
Abg. Mag. Stadler: Schäbig! – Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Kollegin Stoisits, Sie waren doch diejenige, die die größte Pietätlosigkeit an diesem Tag, an dem wir alle mit den Angehörigen getrauert haben, gezeigt hat. Sie haben, nur damit Sie schön vor der Kamera sitzen, damit Sie in der ersten Reihe sitzen können, die Taferln umgeändert, um Ihre Trauer zum Besten geben zu können. Das ist pietätlos und schändlich! (Abg. Mag. Stadler: Schäbig! – Beifall bei den Freiheitlichen.) Und Sie kommen hier heraus und werfen den anderen Abgeordneten solche Dinge vor. Ungeheuerlich ist das!
Abg. Mag. Stadler: Freiheitliche!
Aber Ihr Verständnis von Demokratie zeigt sich auch darin, daß Sie zu uns sagen: Abgeordnete, die das "Privileg" haben, hier zu sitzen. (Abg. Mag. Stadler: Freiheitliche!) Wir wissen schon wieder, was Sie wollen, Frau Kollegin! Sie haben schon einmal zu uns gesagt: Die Freiheitlichen gehören für 20 Jahre eingesperrt. Das ist Ihr Demokratieverständnis, Frau Stoisits! Wenn freiheitliche Mandatare, die mehr als eine Million Wähler hinter sich haben, hier sitzen, dann ist das ein Privileg. Wir können wahrscheinlich nur warten, wie lange wir dieses Privileg von Ihnen und von den von Ihnen unterstützten Regierungsvertretern noch haben. – Wunderbar, daß Sie hier ein eindeutiges Bekenntnis zur Demokratie abgelegt haben. Heben Sie sich diese Rede auf, Sie werden noch daran erinnert werden! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber Ihr Verständnis von Demokratie zeigt sich auch darin, daß Sie zu uns sagen: Abgeordnete, die das "Privileg" haben, hier zu sitzen. (Abg. Mag. Stadler: Freiheitliche!) Wir wissen schon wieder, was Sie wollen, Frau Kollegin! Sie haben schon einmal zu uns gesagt: Die Freiheitlichen gehören für 20 Jahre eingesperrt. Das ist Ihr Demokratieverständnis, Frau Stoisits! Wenn freiheitliche Mandatare, die mehr als eine Million Wähler hinter sich haben, hier sitzen, dann ist das ein Privileg. Wir können wahrscheinlich nur warten, wie lange wir dieses Privileg von Ihnen und von den von Ihnen unterstützten Regierungsvertretern noch haben. – Wunderbar, daß Sie hier ein eindeutiges Bekenntnis zur Demokratie abgelegt haben. Heben Sie sich diese Rede auf, Sie werden noch daran erinnert werden! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie haben doch über politisches Kleingeld gesprochen. Wenn ich das schon höre! Wer hat denn über all die Jahre, in denen wir darauf gewartet haben, daß diese Briefbombenattentate aufgeklärt werden, politisches Kleingeld zu verdienen versucht? Das waren doch Sie und Ihresgleiches, indem Sie immer wieder Parteipolitik in dieses schändliche Verbrechen hineingebracht haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Das steht in der Zeitung!
Auch jetzt haben Sie es wieder versucht. Es ist doch ungeheuerlich, wenn Sie Herrn Abgeordneten Schweitzer fragen, wo er zum Zeitpunkt dieser Detonation gewesen sei, warum er wisse, daß es eine zeitliche Differenz von acht Stunden gegeben hat. (Abg. Mag. Stadler: Das steht in der Zeitung!) Frau Abgeordnete Stoisits! Das steht nicht nur in der Zeitung, sondern das hat uns der damalige – leider "damalige" – Innenminister Löschnak im Ausschuß erklärt. Sie haben ihn ja gefragt, warum er die Frechheit gehabt hat, bei den Opfern, bei den Familien der Opfer zu recherchieren. Darauf hat er Ihnen und uns geantwortet, daß es doch zumindest auf den ersten Blick merkwürdig sei, daß es in einer ziemlich geringen Entfernung von diesen Häusern eine Detonation gibt, diese Leute stundenlang nicht zurückkommen, sie aber niemandem abgehen. Das war der Grund für diese Ermittlungen. Sie haben in dieser Ausschußsitzung anscheinend nicht aufgepaßt. Gehen Sie in sich, schauen Sie sich Ihre Mitschriften an, aber unterstellen Sie nicht unseren Abgeordneten irgendwelche Ungeheuerlichkeiten! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Auch jetzt haben Sie es wieder versucht. Es ist doch ungeheuerlich, wenn Sie Herrn Abgeordneten Schweitzer fragen, wo er zum Zeitpunkt dieser Detonation gewesen sei, warum er wisse, daß es eine zeitliche Differenz von acht Stunden gegeben hat. (Abg. Mag. Stadler: Das steht in der Zeitung!) Frau Abgeordnete Stoisits! Das steht nicht nur in der Zeitung, sondern das hat uns der damalige – leider "damalige" – Innenminister Löschnak im Ausschuß erklärt. Sie haben ihn ja gefragt, warum er die Frechheit gehabt hat, bei den Opfern, bei den Familien der Opfer zu recherchieren. Darauf hat er Ihnen und uns geantwortet, daß es doch zumindest auf den ersten Blick merkwürdig sei, daß es in einer ziemlich geringen Entfernung von diesen Häusern eine Detonation gibt, diese Leute stundenlang nicht zurückkommen, sie aber niemandem abgehen. Das war der Grund für diese Ermittlungen. Sie haben in dieser Ausschußsitzung anscheinend nicht aufgepaßt. Gehen Sie in sich, schauen Sie sich Ihre Mitschriften an, aber unterstellen Sie nicht unseren Abgeordneten irgendwelche Ungeheuerlichkeiten! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Noch ein Wort zu der ganzen Angelegenheit PKK. Auch Sie, Frau Stoisits, haben das angesprochen. Sie haben auf die Menschenrechte der Kurden Bezug genommen und gemeint, man müsse der PKK ein Betätigungsfeld geben. Frau Kollegin Stoisits! Wir setzen nicht so wie Sie die berechtigten Anliegen einer Bevölkerungsgruppe – wir haben überhaupt keine Sympathien für die Vorgangsweisen des türkischen Regimes – mit den Interessen einer linksradikalen Terrororganisation gleich. Das ist eben der Unterschied zwischen Ihnen und uns, Frau Kollegin Stoisits! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Bundesministers Dr. Einem .
Auch vom Herrn Innenminister wurde gesagt, der Sicherheitsbericht habe gezeigt, daß es seit 1993 keine Anschläge gegeben hat und daß das der richtige Weg sei. Herr Innenminister! Erstens stimmt das gar nicht, weil es auch in jüngster Zeit Brandanschläge gegen türkische Einrichtungen gegeben hat. (Zwischenruf des Bundesministers Dr. Einem .) Woher wissen Sie das? – Aufgeklärt haben Sie es nicht; aber Sie wissen taxfrei, daß es die PKK nicht gewesen ist. Sehr interessant! (Abg. Mag. Stadler: Sie darf es nicht sein! Das paßt nicht in das Weltbild!) Sagen Sie uns, wer noch Interesse daran hat, türkische Einrichtungen zu beschädigen?
Abg. Mag. Stadler: Sie darf es nicht sein! Das paßt nicht in das Weltbild!
Auch vom Herrn Innenminister wurde gesagt, der Sicherheitsbericht habe gezeigt, daß es seit 1993 keine Anschläge gegeben hat und daß das der richtige Weg sei. Herr Innenminister! Erstens stimmt das gar nicht, weil es auch in jüngster Zeit Brandanschläge gegen türkische Einrichtungen gegeben hat. (Zwischenruf des Bundesministers Dr. Einem .) Woher wissen Sie das? – Aufgeklärt haben Sie es nicht; aber Sie wissen taxfrei, daß es die PKK nicht gewesen ist. Sehr interessant! (Abg. Mag. Stadler: Sie darf es nicht sein! Das paßt nicht in das Weltbild!) Sagen Sie uns, wer noch Interesse daran hat, türkische Einrichtungen zu beschädigen?
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir wollen ganz einfach nur nicht, daß Leute wie Herr Purtscheller, die Attentatsprognosen abgeben, von Ihrer Justiz oder von Ihrer Staatspolizei unbehelligt bleiben. Wir wollen nicht, daß ein Herr Purtscheller als Experte im Fernsehen auftritt und gute Ratschläge gibt, und wir wollen vor allem nicht, daß Leute wie Herr Purtscheller in die Schulen gehen und dort versuchen, unsere Jugend von linksextremen Ideologien zu überzeugen, meine Damen und Herren! – Das sind die Probleme, die wir in Ihrem Lager sehen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Beide Regierungsparteien haben die Verantwortung für diese Regierungspolitik, und Sie von der Volkspartei werden sich auch dann nicht aus der Verantwortung stehen können, wenn die Drohung wahrgemacht wird, die der Herr Bundeskanzler hier ausgesprochen hat: daß er Ihnen helfen wird, in der Landesverteidigungspolitik für Ordnung zu sorgen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Kiss! Sie haben vor wenigen Tagen in einer Debatte um Vertrauen dem Herrn Bundesminister gegenüber gebeten. Ich kann Ihnen nur sagen: Wenn Sie das tun, ist das Ihre Sache; Sie werden das zu verantworten haben. Unser Vertrauen hat dieser Innenminister sicher nicht, und er wird es auch auf keinen Fall gewinnen können! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Graf: Kein Aufguß, es kommt täglich etwas Neues dazu!
Abgeordneter Anton Leikam (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir erleben heute die Fortsetzung der Debatte, wie sie am Ende der letzten Parlamentssitzung von den freiheitlichen Abgeordneten, insbesondere vom Herrn Abgeordneten Stadler, in dieses Haus gebracht wurde. Es überrascht uns daher keineswegs, daß von den Rednern der Freiheitlichen heute ein weiterer Aufguß einer verwerflichen Anschüttungskampagne gemacht wird, wie wir sie eigentlich schon seit längerem kennen. (Abg. Dr. Graf: Kein Aufguß, es kommt täglich etwas Neues dazu!)
Abg. Dr. Graf: Ich bin so froh, daß Sie uns nicht schlechtmachen! Danke!
Diese Strategie, meine Damen und Herren der Freiheitlichen Partei, kennen wir schon von anderen Bereichen her. Es ist ja nicht der erste Prozeß, den Herr Dr. Haider zu führen hat, und es ist auch nicht der erste Prozeß, den Herr Dr. Haider verlieren wird. Aber die Vorgangsweise ist überall die gleiche: Vorher hat man versucht, seine Gegner in der Öffentlichkeit schlechtzumachen, um im nachhinein zumindest in der öffentlichen Gunst den Eindruck erwecken zu können, man habe es ohnehin mit einem zu tun, der in der öffentlichen Meinung nicht gut dasteht. – So war es im Prozeß gegen die Arbeiterkammer in Kärnten und im besonderen gegen den Kammerpräsidenten Quantschnig, da hat er alles verloren. (Abg. Dr. Graf: Ich bin so froh, daß Sie uns nicht schlechtmachen! Danke!)
Abg. Dr. Graf: Welche Geschäftszahl tragen diese Prozesse?
So war es im Prozeß gegen den derzeitigen Klubobmann und früheren Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Peter Ambrozy: Unterstellungen am laufenden Band – Prozeß verloren; allerdings viele Monate nach der Wahl. So war es auch in dem Prozeß gegen Herrn Doralt, so war es bei den Anschuldigungen gegen den Hauptschuldirektor von Krenglbach. Ich könnte noch eine ganze Reihe von Fällen aufzählen, bei denen es von seiten des freiheitlichen Parteiobmannes die gleiche Vorgangsweise gegeben hat. (Abg. Dr. Graf: Welche Geschäftszahl tragen diese Prozesse?)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Auf die Kurdenpolitik ist schon von mehreren Rednern hingewiesen worden. Die Kurdenpolitik Österreichs hat unserem Land Sicherheit und Anerkennung gebracht, und das muß uns sehr viel wert sein. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Graf: Das zweitschlechteste Ergebnis!
Ich bin sehr froh darüber, meine Damen und Herren, daß die Wähler am 17. Dezember eine Entscheidung in der Richtung getroffen haben, daß die Sozialdemokraten wieder die bestimmende Kraft in diesem Hause sind. (Abg. Dr. Graf: Das zweitschlechteste Ergebnis!)
Beifall bei der SPÖ.
Denn wir haben heute mit Schrecken, mit Schaudern miterleben müssen, daß sowohl von Rednern der Österreichischen Volkspartei als auch von Rednern der Freiheitlichen der Radikalisierung in unserem Lande das Wort geredet wurde. Die Sozialdemokraten in diesem Lande werden eine Radikalisierung immer ablehnen, sie haben es immer getan, sie tun es, und sie werden es auch künftighin tun. (Beifall bei der SPÖ.) Sie werden unseren erbitterten Widerstand kennenlernen, wenn es darum geht, die innere Sicherheit in diesem Lande mit Radikalisierung zu verteidigen. (Abg. Dr. Graf: Zur Radikalisierung trägt bei, wer Terroristen unterstützt! Zur Radikalisierung trägt bei, wer Terroristen unterstützt!)
Abg. Dr. Graf: Zur Radikalisierung trägt bei, wer Terroristen unterstützt! Zur Radikalisierung trägt bei, wer Terroristen unterstützt!
Denn wir haben heute mit Schrecken, mit Schaudern miterleben müssen, daß sowohl von Rednern der Österreichischen Volkspartei als auch von Rednern der Freiheitlichen der Radikalisierung in unserem Lande das Wort geredet wurde. Die Sozialdemokraten in diesem Lande werden eine Radikalisierung immer ablehnen, sie haben es immer getan, sie tun es, und sie werden es auch künftighin tun. (Beifall bei der SPÖ.) Sie werden unseren erbitterten Widerstand kennenlernen, wenn es darum geht, die innere Sicherheit in diesem Lande mit Radikalisierung zu verteidigen. (Abg. Dr. Graf: Zur Radikalisierung trägt bei, wer Terroristen unterstützt! Zur Radikalisierung trägt bei, wer Terroristen unterstützt!)
Beifall bei der SPÖ.
Wir werden den Weg fortsetzen, den wir auch in der Vergangenheit gegangen sind. Österreich ist auf diesem Weg ein sicheres Land geworden, meine Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Schieder: Ah so! Unerhört! Unglaublich! – Abg. Dr. Mertel: Unerhört! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wir haben Vertrauen zu unserer Exekutive. Wir glauben, daß die Exekutive gute Arbeit leistet. Sie haben dieses Vertrauen anscheinend nicht. Sie nützen die Exekutive immer nur für Ihre parteipolitischen Zwecke. Und dann – das soll auch in Erinnerung gerufen werden –, wenn unsere Exekutive erfolgreich ist, wie im Fall Ebergassing oder im Fall der Russen-Mafia, dann darf diese Exekutive ihre Erfolge nicht bekanntgeben, weil es eine Untersuchungsrichterin gibt, die zufällig auch Sicherheitssprecherin der Freiheitlichen ist, die sagt: Das bleibt unter Verschluß, es darf keine Information in die Öffentlichkeit hinaus! (Abg. Schieder: Ah so! Unerhört! Unglaublich! – Abg. Dr. Mertel: Unerhört! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Da war die Exekutive erfolgreich, und das paßt doch nicht in das Politbild der Freiheitlichen Partei. Es muß doch immer wieder in der Öffentlichkeit der Eindruck erweckt werden, daß bei der Exekutive nichts weitergeht, daß der Innenminister anzuschütten ist. Daher haben Sie wahrscheinlich Arbeit genug, wenn Sie einmal in Ihren eigenen Reihen nachdenken, worum es geht. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Aber ich wundere mich schon ein bißchen über Sie, meine Damen und Herren von der ÖVP, denn die PKK ist doch keine Angelegenheit des Innenministers allein. Wieso schweigt Ihr Außenminister zur PKK? Warum gibt es nicht auch diesbezüglich einmal eine klare Stellungnahme? Lassen Sie das nicht allein das Thema des Innenministers sein, Sie haben auch die Verantwortung in dieser Richtung. Und Sie sollten diese Verantwortung auch wahrnehmen und mittragen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Ofner: Eben!
Kollege Dr. Ofner! Du warst einmal Justizminister dieser Republik (Abg. Dr. Ofner: Eben!), und ich weiß nicht, ob es ein Justizminister Dr. Ofner nicht auch so gemacht hätte, wie es die Oberstaatsanwaltschaft Graz gemacht hat. (Abg. Mag. Stadler: Wie macht er das? Herr Leikam! Wie macht er denn das? Das muß etwas ganz Raffiniertes sein, denn Weisungen darf er keine erteilen!)
Abg. Mag. Stadler: Wie macht er das? Herr Leikam! Wie macht er denn das? Das muß etwas ganz Raffiniertes sein, denn Weisungen darf er keine erteilen!
Kollege Dr. Ofner! Du warst einmal Justizminister dieser Republik (Abg. Dr. Ofner: Eben!), und ich weiß nicht, ob es ein Justizminister Dr. Ofner nicht auch so gemacht hätte, wie es die Oberstaatsanwaltschaft Graz gemacht hat. (Abg. Mag. Stadler: Wie macht er das? Herr Leikam! Wie macht er denn das? Das muß etwas ganz Raffiniertes sein, denn Weisungen darf er keine erteilen!)
Abg. Dr. Fuhrmann: Und wer hat die Leute aufgehetzt? War das Haider? – Wahrscheinlich!
Erst eine Weisung der Oberstaatsanwaltschaft Graz hat verhindert, daß die Pressekonferenz im Gebäude des Landesgerichtes stattfinden kann. Die Pressekonferenz hat dann vor dem Gebäude des Landesgerichtes stattgefunden, und alle Bediensteten dieses Hauses erinnern sich heute noch mit Schrecken daran, als eine johlende, brüllende Menge von Freiheitlichen zum Landesgericht gezogen ist und dort öffentlich gegen die dortige Justiz aufgetreten ist. (Abg. Dr. Fuhrmann: Und wer hat die Leute aufgehetzt? War das Haider? – Wahrscheinlich!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel .
Das ist Druck auf die Öffentlichkeit! Das ist Druck auf die unabhängige Justiz in unserem Lande. Und bevor Sie weiterhin den Minister anschütten, schauen Sie, daß sich in Ihren eigenen Reihen Ordnung und Sauberkeit befinden! Da gibt es genügend Leute, mit denen Sie sich beschäftigen können! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel .)
Abg. Dr. Cap: Ein Biedermann! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Jörg Haider (Freiheitliche): Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Herr Abgeordneter Leikam hat eine Reihe von Prozessen aufgezählt, die ich angeblich verloren habe. Ich habe weder gegen die Arbeiterkammer einen Prozeß laufen, daher kann ich ihn auch nicht verlieren, noch hat mich je der von ihm zitierte Hauptschuldirektor aus Krenglbach geklagt, noch mich irgendwie verfolgt. Ich bitte zur Kenntnis zu nehmen, daß diese Behauptungen absolut unwahr sind. (Abg. Dr. Cap: Ein Biedermann! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ja, unwahr, lieber Kollege!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es hat nie einen Prozeß gegeben, es hat nie eine Klage gegeben, es hat nie ein Verfahren gegeben. Und wenn hier jemand zu Unrecht beschuldigt, dann ist das Kollege Leikam und nicht meine Person! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Leikam – ein Papier in die Höhe haltend –: Bitte! Die Frisur stimmt nicht mehr, Herr Dr. Haider! Die Frisur ist eine andere geworden!
Zum zweiten: Er hat behauptet, ich hätte als Landeshauptmann den Auftrag zur Bespitzelung von Bürgern dieses Landes gegeben. Das ist unwahr. (Abg. Leikam – ein Papier in die Höhe haltend –: Bitte! Die Frisur stimmt nicht mehr, Herr Dr. Haider! Die Frisur ist eine andere geworden!) – Wahr ist vielmehr, Kollege Leikam: Als ich in das Amt des Landeshauptmannes gekom
Abg. Leikam: Freiheitliche Parteigänger!
Dritter Punkt: Er hat gesagt, wir hätten mit einer grölenden Menge vor dem Landesgericht Klagenfurt eine Pressekonferenz abgehalten. Ich stelle fest: Eine grölende Menge kann es nicht gewesen sein (Abg. Leikam: Freiheitliche Parteigänger!) , weil bei einer Pressekonferenz Journalisten zugegen sind. Wenn er die Journalisten als "grölende Menge" beschimpft, ist das seine Sache, wir sind jedenfalls ohne Parteivolk, ohne Anhänger, sondern mit Journalisten vor dem Landesgericht gewesen und haben dort die Grundlagen unserer Kritik an den Entscheidungen dargelegt. Die Journalisten werden sich einiges denken. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Dritter Punkt: Er hat gesagt, wir hätten mit einer grölenden Menge vor dem Landesgericht Klagenfurt eine Pressekonferenz abgehalten. Ich stelle fest: Eine grölende Menge kann es nicht gewesen sein (Abg. Leikam: Freiheitliche Parteigänger!) , weil bei einer Pressekonferenz Journalisten zugegen sind. Wenn er die Journalisten als "grölende Menge" beschimpft, ist das seine Sache, wir sind jedenfalls ohne Parteivolk, ohne Anhänger, sondern mit Journalisten vor dem Landesgericht gewesen und haben dort die Grundlagen unserer Kritik an den Entscheidungen dargelegt. Die Journalisten werden sich einiges denken. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Leikam: Ich habe nichts anderes erwartet! – Abg. Dr. Stippel: Aber das, was Sie gesagt haben, sagen Sie nicht!
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Zum Herrn Kollegen Leikam möchte ich sagen, daß seine Ausführungen absolut lächerlich sind, und – wie schon unser Klubobmann jetzt gesagt hat – sie sind auch falsch. Insgesamt, muß ich sagen, war es die Analyse eines Uninformierten. Das haben Sie heute hier bewiesen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Leikam: Ich habe nichts anderes erwartet! – Abg. Dr. Stippel: Aber das, was Sie gesagt haben, sagen Sie nicht!) Ich möchte sehr gerne etwas dazu sagen. Herr Kollege Leikam hat denselben Vorwurf schon einmal erhoben, aber auch damals habe ich ihm gesagt, ich bin hier nicht in meiner Eigenschaft als Richter (Abg. Leikam: Das ist ja das Fatale!) , ich kann hier niemanden zur Verantwortung ziehen, auch keinen Landesbeamten oder Lehrer, weil hier nicht ... (Abg. Dr. Stippel: Sie sollten zurücktreten!) Als Richter kann man gar nicht zurücktreten. Sie sind derart unbeleckt von allen staatsrechtlichen und verfassungsrechtlichen Gesetzen, daß man sich wirklich nur wundern kann, daß Sie da sitzen, Herr Kollege. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Leikam: Sie mißbrauchen Ihr Richteramt!)
Abg. Leikam: Das ist ja das Fatale!
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Zum Herrn Kollegen Leikam möchte ich sagen, daß seine Ausführungen absolut lächerlich sind, und – wie schon unser Klubobmann jetzt gesagt hat – sie sind auch falsch. Insgesamt, muß ich sagen, war es die Analyse eines Uninformierten. Das haben Sie heute hier bewiesen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Leikam: Ich habe nichts anderes erwartet! – Abg. Dr. Stippel: Aber das, was Sie gesagt haben, sagen Sie nicht!) Ich möchte sehr gerne etwas dazu sagen. Herr Kollege Leikam hat denselben Vorwurf schon einmal erhoben, aber auch damals habe ich ihm gesagt, ich bin hier nicht in meiner Eigenschaft als Richter (Abg. Leikam: Das ist ja das Fatale!) , ich kann hier niemanden zur Verantwortung ziehen, auch keinen Landesbeamten oder Lehrer, weil hier nicht ... (Abg. Dr. Stippel: Sie sollten zurücktreten!) Als Richter kann man gar nicht zurücktreten. Sie sind derart unbeleckt von allen staatsrechtlichen und verfassungsrechtlichen Gesetzen, daß man sich wirklich nur wundern kann, daß Sie da sitzen, Herr Kollege. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Leikam: Sie mißbrauchen Ihr Richteramt!)
Abg. Dr. Stippel: Sie sollten zurücktreten!
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Zum Herrn Kollegen Leikam möchte ich sagen, daß seine Ausführungen absolut lächerlich sind, und – wie schon unser Klubobmann jetzt gesagt hat – sie sind auch falsch. Insgesamt, muß ich sagen, war es die Analyse eines Uninformierten. Das haben Sie heute hier bewiesen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Leikam: Ich habe nichts anderes erwartet! – Abg. Dr. Stippel: Aber das, was Sie gesagt haben, sagen Sie nicht!) Ich möchte sehr gerne etwas dazu sagen. Herr Kollege Leikam hat denselben Vorwurf schon einmal erhoben, aber auch damals habe ich ihm gesagt, ich bin hier nicht in meiner Eigenschaft als Richter (Abg. Leikam: Das ist ja das Fatale!) , ich kann hier niemanden zur Verantwortung ziehen, auch keinen Landesbeamten oder Lehrer, weil hier nicht ... (Abg. Dr. Stippel: Sie sollten zurücktreten!) Als Richter kann man gar nicht zurücktreten. Sie sind derart unbeleckt von allen staatsrechtlichen und verfassungsrechtlichen Gesetzen, daß man sich wirklich nur wundern kann, daß Sie da sitzen, Herr Kollege. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Leikam: Sie mißbrauchen Ihr Richteramt!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Leikam: Sie mißbrauchen Ihr Richteramt!
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Zum Herrn Kollegen Leikam möchte ich sagen, daß seine Ausführungen absolut lächerlich sind, und – wie schon unser Klubobmann jetzt gesagt hat – sie sind auch falsch. Insgesamt, muß ich sagen, war es die Analyse eines Uninformierten. Das haben Sie heute hier bewiesen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Leikam: Ich habe nichts anderes erwartet! – Abg. Dr. Stippel: Aber das, was Sie gesagt haben, sagen Sie nicht!) Ich möchte sehr gerne etwas dazu sagen. Herr Kollege Leikam hat denselben Vorwurf schon einmal erhoben, aber auch damals habe ich ihm gesagt, ich bin hier nicht in meiner Eigenschaft als Richter (Abg. Leikam: Das ist ja das Fatale!) , ich kann hier niemanden zur Verantwortung ziehen, auch keinen Landesbeamten oder Lehrer, weil hier nicht ... (Abg. Dr. Stippel: Sie sollten zurücktreten!) Als Richter kann man gar nicht zurücktreten. Sie sind derart unbeleckt von allen staatsrechtlichen und verfassungsrechtlichen Gesetzen, daß man sich wirklich nur wundern kann, daß Sie da sitzen, Herr Kollege. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Leikam: Sie mißbrauchen Ihr Richteramt!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Und eines möchte ich auch sagen: Mir ist leider auch zu Ohren gekommen, wie Sie sich dort beim Begräbnis verhalten haben. Sie haben, um im Fernsehen in der ersten Reihe dabeizusein, das Taferl von der Frau Kollegin Rauch-Kallat weggenommen und sich auf den Sessel gesetzt, der für Frau Rauch-Kallat vorgesehen war, weil für Sie kein Platz reserviert war. Und da wollen Sie hergehen und uns anschütten und uns Vorwürfe machen, weil niemand von uns kondoliert hätte. Das finde ich wirklich skandalös, und es widerspricht auch der Wahrheit! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Stippel: Was heißt das: "linker Dunstkreis"?
Herr Minister! Ich bin eigentlich schon erstaunt darüber, daß Sie die Frage 2, und zwar ob gegen Purtscheller ermittelt wurde, mit einem glatten Nein beantworten und sagen, es gebe bezüglich einer Mitwirkung in Ebergassing überhaupt keine Verdachtsmomente. Ich muß sagen, das muß ich etwas belächeln, denn Purtscheller war einer – wie wir heute schon mehrfach gehört haben –, der zehn Tage vor dem Anschlag diesen vorausgesagt hat, und dann ist dieser Anschlag auch tatsächlich passiert. In jedem anderen Fall, wo es um Lächerlichkeiten geht, hätte eine solche Person einvernommen werden müssen, hätten Ermittlungen gegen sie eingeleitet werden müssen und wären auch erfolgt, in jedem anderen Fall wären diese Äußerungen auch ernst genommen worden. Aber weil es der Herr Purtscheller ist, weil es um jemanden geht, der im linken Dunstkreis steht (Abg. Dr. Stippel: Was heißt das: "linker Dunstkreis"?) , ist offensichtlich im Freundeskreis nicht ermittelt worden. Sie haben keine Veranlassung gesehen, ein Ermittlungsverfahren einzuleiten. Und das finde ich wirklich höchst sonderbar, Herr Minister! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Minister! Ich bin eigentlich schon erstaunt darüber, daß Sie die Frage 2, und zwar ob gegen Purtscheller ermittelt wurde, mit einem glatten Nein beantworten und sagen, es gebe bezüglich einer Mitwirkung in Ebergassing überhaupt keine Verdachtsmomente. Ich muß sagen, das muß ich etwas belächeln, denn Purtscheller war einer – wie wir heute schon mehrfach gehört haben –, der zehn Tage vor dem Anschlag diesen vorausgesagt hat, und dann ist dieser Anschlag auch tatsächlich passiert. In jedem anderen Fall, wo es um Lächerlichkeiten geht, hätte eine solche Person einvernommen werden müssen, hätten Ermittlungen gegen sie eingeleitet werden müssen und wären auch erfolgt, in jedem anderen Fall wären diese Äußerungen auch ernst genommen worden. Aber weil es der Herr Purtscheller ist, weil es um jemanden geht, der im linken Dunstkreis steht (Abg. Dr. Stippel: Was heißt das: "linker Dunstkreis"?) , ist offensichtlich im Freundeskreis nicht ermittelt worden. Sie haben keine Veranlassung gesehen, ein Ermittlungsverfahren einzuleiten. Und das finde ich wirklich höchst sonderbar, Herr Minister! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es ist doch Aufgabe, gegen solche Personen zu ermitteln, die in den Verdacht kommen, als Anstifter, Beihelfer mitgewirkt zu haben, oder die auch etwas von dieser ganzen Sache wissen. Und das, Herr Minister, können Sie mir nicht erzählen, daß niemand im Polizeibereich und niemand in Ihrem Dunstkreis von einer gewissen Nähe des Purtscheller zu den Tätern und sogar von einer Mitwisserschaft gewußt hat. Das können Sie mir ganz einfach nicht erzählen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich möchte wirklich wissen, Herr Minister, ob Sie da auch Ermittlungen anstellen oder ob wir Angst haben müssen, daß Sie auch auf diesem Auge blind sind, daß Sie auch da überhaupt nicht ermitteln. Oder haben Sie auch dort gespendet? Das würde mich sehr interessieren. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Heute sagte Herr Gaál, die Sicherheit sei ein sehr wichtiges Bedürfnis. Das ist ganz klar. Dazu gehört aber auch, daß man linksextreme Gruppen beobachtet und im Griff hat. Da behauptet Herr Gaál, es gebe keinen Linksextremismus beziehungsweise keinen Linksterror in Österreich. Wir haben ihn ja erlebt, und ich behaupte, daß dieser "Revolutionsbräuhof", daß diese Leute, die da dahinterstecken, jene Gruppe sind, aus der die späteren Terroristen kommen. Die wollen den Staat zerstören, die wollen die Einrichtungen des Staates zerstören. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Ruf bei der ÖVP: Da sitzt er ja!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich habe aber auch wirklich kein Verständnis der Österreichischen Volkspartei gegenüber. Herr Kollege Kiss, wo waren Sie heute? Wo sind Sie bei dieser Diskussion? Sie fehlen mir wirklich. Da schicken Sie jemanden heraus. (Ruf bei der ÖVP: Da sitzt er ja!) Er fehlt mir bei der Diskussion. Er meldet sich nämlich nicht zu Wort, obwohl er einer war, der vor der Wahl sogar behauptet hat, daß dieser Minister Einem untragbar sei für Österreich. Nur, nach der Wahl – ich habe es schon einmal gesagt – traut er sich aus Koalitionstreue oder aus Angst, daß er oder seine Partei Nachteile haben könnten, überhaupt nichts zu sagen. Und das finde ich wirklich verwerflich. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich habe aber auch wirklich kein Verständnis der Österreichischen Volkspartei gegenüber. Herr Kollege Kiss, wo waren Sie heute? Wo sind Sie bei dieser Diskussion? Sie fehlen mir wirklich. Da schicken Sie jemanden heraus. (Ruf bei der ÖVP: Da sitzt er ja!) Er fehlt mir bei der Diskussion. Er meldet sich nämlich nicht zu Wort, obwohl er einer war, der vor der Wahl sogar behauptet hat, daß dieser Minister Einem untragbar sei für Österreich. Nur, nach der Wahl – ich habe es schon einmal gesagt – traut er sich aus Koalitionstreue oder aus Angst, daß er oder seine Partei Nachteile haben könnten, überhaupt nichts zu sagen. Und das finde ich wirklich verwerflich. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Haben Sie den Text geschrieben?
Wenn es aber so ist, wie wir es heute hier erleben mußten, daß sich beispielsweise der Herr Abgeordnete Haider nicht mehr von seinem fiktiven Alter ego, dem Alfons Haider, der im "Kaisermühlen-Blues" spielt, unterscheiden kann und nicht mehr weiß, daß der fiktive Haider im "Kaisermühlen-Blues" die tatsächlichen Haider-Sprüche bringt, dann wird es problematisch. Und das ist das eigentlich Bedenkliche daran. Herr Abgeordneter Haider, Sie wissen es vielleicht nicht, aber Ihr Alter ego im Film, der Alfons Haider, hat nur Jörg-Haider-Sprüche zitiert. Vielleicht ist es Ihnen nicht aufgefallen, aber das ist sicherlich eine sehr bescheidene, aber doch auch eine Kunst. (Abg. Scheibner: Haben Sie den Text geschrieben?)
Abg. Mag. Stadler: Verdutzt?
Dichtung und Wirklichkeit, Traum und Wirklichkeit, meine Damen und Herren – da haben wir noch einen anderen Künstler in diesem Metier, das ist der Herr Abgeordnete Ewald Stadler. Er geht hier heraus und behauptet, daß er eigentlich nur über Tatsachen spricht, und verwendet dabei immer Begriffe wie "unglaublich", "ich bin verdutzt", "unglaublich verdutzt". (Abg. Mag. Stadler: Verdutzt?) "Verdutzt" haben Sie am Freitag gesagt, Herr Abgeordneter Stadler. (Abg. Mag. Stadler: Das habe ich nicht gesagt! "Verdutzt" gehört nicht zu meinem Wortschatz!) Es steht so im Protokoll drinnen. Sie können es gerne berichtigen. Sie haben das gesagt. (Abg. Mag. Stadler: Ich schließe mit Ihnen jede Wette ab, daß ich das nicht gesagt habe! Ich wette um eine Flasche Sekt!) Das ist Ihre Art, sich auseinanderzusetzen: so zu tun, als ob Sie diese Wirklichkeit gar nicht begreifen könnten und begreifen würden, aber gleichzeitig zu behaupten, daß Sie sie vollkommen begreifen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Reden Sie lieber über Sperma!)
Abg. Mag. Stadler: Das habe ich nicht gesagt! "Verdutzt" gehört nicht zu meinem Wortschatz!
Dichtung und Wirklichkeit, Traum und Wirklichkeit, meine Damen und Herren – da haben wir noch einen anderen Künstler in diesem Metier, das ist der Herr Abgeordnete Ewald Stadler. Er geht hier heraus und behauptet, daß er eigentlich nur über Tatsachen spricht, und verwendet dabei immer Begriffe wie "unglaublich", "ich bin verdutzt", "unglaublich verdutzt". (Abg. Mag. Stadler: Verdutzt?) "Verdutzt" haben Sie am Freitag gesagt, Herr Abgeordneter Stadler. (Abg. Mag. Stadler: Das habe ich nicht gesagt! "Verdutzt" gehört nicht zu meinem Wortschatz!) Es steht so im Protokoll drinnen. Sie können es gerne berichtigen. Sie haben das gesagt. (Abg. Mag. Stadler: Ich schließe mit Ihnen jede Wette ab, daß ich das nicht gesagt habe! Ich wette um eine Flasche Sekt!) Das ist Ihre Art, sich auseinanderzusetzen: so zu tun, als ob Sie diese Wirklichkeit gar nicht begreifen könnten und begreifen würden, aber gleichzeitig zu behaupten, daß Sie sie vollkommen begreifen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Reden Sie lieber über Sperma!)
Abg. Mag. Stadler: Ich schließe mit Ihnen jede Wette ab, daß ich das nicht gesagt habe! Ich wette um eine Flasche Sekt!
Dichtung und Wirklichkeit, Traum und Wirklichkeit, meine Damen und Herren – da haben wir noch einen anderen Künstler in diesem Metier, das ist der Herr Abgeordnete Ewald Stadler. Er geht hier heraus und behauptet, daß er eigentlich nur über Tatsachen spricht, und verwendet dabei immer Begriffe wie "unglaublich", "ich bin verdutzt", "unglaublich verdutzt". (Abg. Mag. Stadler: Verdutzt?) "Verdutzt" haben Sie am Freitag gesagt, Herr Abgeordneter Stadler. (Abg. Mag. Stadler: Das habe ich nicht gesagt! "Verdutzt" gehört nicht zu meinem Wortschatz!) Es steht so im Protokoll drinnen. Sie können es gerne berichtigen. Sie haben das gesagt. (Abg. Mag. Stadler: Ich schließe mit Ihnen jede Wette ab, daß ich das nicht gesagt habe! Ich wette um eine Flasche Sekt!) Das ist Ihre Art, sich auseinanderzusetzen: so zu tun, als ob Sie diese Wirklichkeit gar nicht begreifen könnten und begreifen würden, aber gleichzeitig zu behaupten, daß Sie sie vollkommen begreifen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Reden Sie lieber über Sperma!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Reden Sie lieber über Sperma!
Dichtung und Wirklichkeit, Traum und Wirklichkeit, meine Damen und Herren – da haben wir noch einen anderen Künstler in diesem Metier, das ist der Herr Abgeordnete Ewald Stadler. Er geht hier heraus und behauptet, daß er eigentlich nur über Tatsachen spricht, und verwendet dabei immer Begriffe wie "unglaublich", "ich bin verdutzt", "unglaublich verdutzt". (Abg. Mag. Stadler: Verdutzt?) "Verdutzt" haben Sie am Freitag gesagt, Herr Abgeordneter Stadler. (Abg. Mag. Stadler: Das habe ich nicht gesagt! "Verdutzt" gehört nicht zu meinem Wortschatz!) Es steht so im Protokoll drinnen. Sie können es gerne berichtigen. Sie haben das gesagt. (Abg. Mag. Stadler: Ich schließe mit Ihnen jede Wette ab, daß ich das nicht gesagt habe! Ich wette um eine Flasche Sekt!) Das ist Ihre Art, sich auseinanderzusetzen: so zu tun, als ob Sie diese Wirklichkeit gar nicht begreifen könnten und begreifen würden, aber gleichzeitig zu behaupten, daß Sie sie vollkommen begreifen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Reden Sie lieber über Sperma!)
Abg. Dr. Graf: Öllinger, das ist ein Widerspruch!
Herr Abgeordneter Stadler, wenn Sie hier herausgehen und auf der einen Seite den Herrn Purtscheller als den Täter oder einen möglichen Täter präsentieren, gleichzeitig aber auf der anderen Seite hier heraußen den Herrn Purtscheller als Ihren Kronzeugen bezeichnen, als Ihren Kronzeugen gegen den Innenminister, als Ihren Kronzeugen gegen den Herrn Prader, dann stimmt irgendwo etwas nicht in Ihrer Darstellung. Da sind Ihnen die verschiedenen Ebenen wieder durcheinandergerutscht. (Abg. Dr. Graf: Öllinger, das ist ein Widerspruch!) Aber das ist ja ein typisches Phänomen bei Ihnen, in der Wissenschaft, in der Medizin bekannt als Syndrom, als Täter-Opfer-Umkehr-Syndrom würde ich es bei Ihnen bezeichnen. An dieser Krankheit leiden Sie jetzt schon längere Zeit, Herr Abgeordneter Stadler. (Abg. Dr. Graf: Wo ist der Herr Purtscheller? Sagen Sie uns das!)
Abg. Dr. Graf: Wo ist der Herr Purtscheller? Sagen Sie uns das!
Herr Abgeordneter Stadler, wenn Sie hier herausgehen und auf der einen Seite den Herrn Purtscheller als den Täter oder einen möglichen Täter präsentieren, gleichzeitig aber auf der anderen Seite hier heraußen den Herrn Purtscheller als Ihren Kronzeugen bezeichnen, als Ihren Kronzeugen gegen den Innenminister, als Ihren Kronzeugen gegen den Herrn Prader, dann stimmt irgendwo etwas nicht in Ihrer Darstellung. Da sind Ihnen die verschiedenen Ebenen wieder durcheinandergerutscht. (Abg. Dr. Graf: Öllinger, das ist ein Widerspruch!) Aber das ist ja ein typisches Phänomen bei Ihnen, in der Wissenschaft, in der Medizin bekannt als Syndrom, als Täter-Opfer-Umkehr-Syndrom würde ich es bei Ihnen bezeichnen. An dieser Krankheit leiden Sie jetzt schon längere Zeit, Herr Abgeordneter Stadler. (Abg. Dr. Graf: Wo ist der Herr Purtscheller? Sagen Sie uns das!)
ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen
Ja, das ist eine Ebene. Der Herr Purtscheller kann Sie nicht klagen, Herr Stadler, weil er im Ausland ist (ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen), und natürlich ist die Frage legitim: Warum ist er im Ausland? Vielleicht kann es auch mit Ihnen zusammenhängen. Ich maße mir kein Urteil über den Herrn Purtscheller an. Ich möchte nach allem, was ich über diesen Herrn Purtscheller weiß, nicht sagen, was seine Motive sind. (Abg. Dr. Ofner: Ich schon!) Aber wenn ich mir die Kampagne vergegenwärtige, die Sie zirka vor einem Jahr hier in diesem Haus geführt haben, dann muß ich sagen, es wundert mich nicht, daß Personen, die Sie hier als Täter vorzuführen versuchen, ins Ausland flüchten. Das wundert mich nicht. (Abg. Dr. Graf: Woher wissen Sie, daß er im Ausland ist?)
Abg. Dr. Ofner: Ich schon!
Ja, das ist eine Ebene. Der Herr Purtscheller kann Sie nicht klagen, Herr Stadler, weil er im Ausland ist (ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen), und natürlich ist die Frage legitim: Warum ist er im Ausland? Vielleicht kann es auch mit Ihnen zusammenhängen. Ich maße mir kein Urteil über den Herrn Purtscheller an. Ich möchte nach allem, was ich über diesen Herrn Purtscheller weiß, nicht sagen, was seine Motive sind. (Abg. Dr. Ofner: Ich schon!) Aber wenn ich mir die Kampagne vergegenwärtige, die Sie zirka vor einem Jahr hier in diesem Haus geführt haben, dann muß ich sagen, es wundert mich nicht, daß Personen, die Sie hier als Täter vorzuführen versuchen, ins Ausland flüchten. Das wundert mich nicht. (Abg. Dr. Graf: Woher wissen Sie, daß er im Ausland ist?)
Abg. Dr. Graf: Woher wissen Sie, daß er im Ausland ist?
Ja, das ist eine Ebene. Der Herr Purtscheller kann Sie nicht klagen, Herr Stadler, weil er im Ausland ist (ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen), und natürlich ist die Frage legitim: Warum ist er im Ausland? Vielleicht kann es auch mit Ihnen zusammenhängen. Ich maße mir kein Urteil über den Herrn Purtscheller an. Ich möchte nach allem, was ich über diesen Herrn Purtscheller weiß, nicht sagen, was seine Motive sind. (Abg. Dr. Ofner: Ich schon!) Aber wenn ich mir die Kampagne vergegenwärtige, die Sie zirka vor einem Jahr hier in diesem Haus geführt haben, dann muß ich sagen, es wundert mich nicht, daß Personen, die Sie hier als Täter vorzuführen versuchen, ins Ausland flüchten. Das wundert mich nicht. (Abg. Dr. Graf: Woher wissen Sie, daß er im Ausland ist?)
Abg. Dr. Graf: Es gibt gewisse Verdachtsmomente!
Herr Abgeordneter Stadler! Sie haben den Herrn Purtscheller mit der Begründung als Täter bezeichnet, er habe kryptische Andeutungen über das Attentat gemacht, er habe diese kryptischen Andeutungen schon eine Woche vor dem Attentat gemacht, und das belege, daß es sich bei dem Herrn Purtscheller vermutlich um einen der Täter handeln müsse. Das war Ihre Schlußfolgerung. Sie haben es nicht so gesagt, aber das ist die einzige zulässige Schlußfolgerung. (Abg. Dr. Graf: Es gibt gewisse Verdachtsmomente!)
Abg. Mag. Posch: Woher weiß er das?
Herr Abgeordneter Stadler! Wissen Sie eigentlich, daß Abgeordneter Haider es war, der ungefähr eine Woche vor dem Anschlag, vor dem Briefbombenattentat auf die Frau Loley auch davon gesprochen hat, daß ein weiteres Briefbombenattentat ins Haus stehe, und daß man das vermutlich wieder den Freiheitlichen in die Schuhe schieben werde? Was ist da mit Ihrer Täter-Opfer-Theorie, mein Herr Stadler? (Abg. Mag. Posch: Woher weiß er das?) Das ist Ihre Art, sich auseinanderzusetzen: mit Verdacht, mit Vorurteil. Das ist Ihre Art, mit Dichtung und Wirklichkeit umzugehen.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist überhaupt nicht wahr!
Herr Abgeordneter Stadler! Sie haben – das ist schon mehrmals gesagt worden – am 3. Mai Herrn Bassam al Taher als Täter bezeichnet, öffentlich bekanntgegeben, daß es sich hier um einen Täter handelt, zu einem Zeitpunkt, wo diese Äußerung noch niemand vor Ihnen in der Öffentlichkeit gemacht hat. Vor Ihnen war es Frau Abgeordnete Partik-Pablé, die noch, wenn ich mich recht erinnere, in der Nacht, in der die Opfer von Ebergassing, in der die zwei verkohlten Leichen gefunden wurden, die Täter mit Namen genannt hat. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist überhaupt nicht wahr!)
Abg. Mag. Schweitzer: Wen meinen Sie?
Das ist die Art und Weise, wie Sie sich hier auseinandersetzen, und heute haben Sie ein weiteres Beispiel dafür geliefert, indem Sie nämlich einen möglichen Verdächtigen mit vollem Namen genannt haben. Mit vollem Namen! (Abg. Mag. Schweitzer: Wen meinen Sie?) Ich spreche hier keine Namen aus, Herr Abgeordneter Schweitzer. Es waren Sie, der den Namen genannt hat, und ich möchte darauf nur Bezug nehmen, um Ihre Art der Auseinandersetzung zu charakterisieren, wie Herr Abgeordneter Stadler sie auch am vorigen Freitag geboten hat. Er war der erste, der sozusagen diese neue Tätertheorie in den Raum gestellt hat. Er hat gesagt: "Heute lesen wir verdutzt in der Presse, daß es eine Verhaftung gegeben habe, eine Verhaftung eines angeblich bereits seit Monaten bekannten Täters." Herr Abgeordneter Stadler, ich habe die "Presse" vom Freitag gelesen. In der "Presse" vom Freitag steht nichts von einer Verhaftung. Das wissen Sie ganz genau.
Beifall bei den Grünen und bei der SPÖ. – Bewegung in den Reihen der Freiheitlichen.
Abgeordneter Karl Öllinger (fortsetzend): Ich glaube, daß nicht ich es war, der einen neuen Verdächtigen konstruiert hat. (Beifall bei den Grünen und bei der SPÖ. – Bewegung in den Reihen der Freiheitlichen.) Es war der Abgeordnete Stadler, der unschuldige Personen, Angehörige unseres Klubs beziehungsweise Personen von außerhalb, gegen die zu diesem Zeitpunkt keine Verurteilung vorgelegen hat, gegen die möglicherweise ermittelt wurde oder wird, wie im Fall dieser von ihm beziehungsweise vom Herrn Schweitzer genannten Person, einfach beschuldigt hat, daß sie in diesem Umfeld tätig sind, daß sie quasi Tatverdächtige sind.
Abg. Dr. Haider: Unglaublich!
Das war nicht meine Methode. Ich nehme zur Kenntnis, Herr Präsident, was Sie gesagt haben, aber es ist meiner Ansicht nach auch legitim, Herr Präsident, daß man sich gegen diese bösartigen Anschuldigungen zur Wehr setzt. (Abg. Dr. Haider: Unglaublich!) Es kann nicht angehen, daß hier einfach jemand herausgeht und tatsächlich Fakten und Fiktion in einer beliebigen Art und Weise miteinander vermengt und dann noch so tut, als wäre das tatsächlich die Wirklichkeit. (Beifall bei den Grünen und bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei der SPÖ.
Das war nicht meine Methode. Ich nehme zur Kenntnis, Herr Präsident, was Sie gesagt haben, aber es ist meiner Ansicht nach auch legitim, Herr Präsident, daß man sich gegen diese bösartigen Anschuldigungen zur Wehr setzt. (Abg. Dr. Haider: Unglaublich!) Es kann nicht angehen, daß hier einfach jemand herausgeht und tatsächlich Fakten und Fiktion in einer beliebigen Art und Weise miteinander vermengt und dann noch so tut, als wäre das tatsächlich die Wirklichkeit. (Beifall bei den Grünen und bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Ofner: Nicht nur!
Herr Abgeordneter Stadler! Sie haben Vorverurteilung betrieben, und Sie machen das immer wieder. Das ist Ihre Art und Weise, die Tatsachen auf den Kopf zu stellen. Ich sage Ihnen eines: Wir diskutieren heute Ebergassing (Abg. Dr. Ofner: Nicht nur!) , obwohl es nicht nur Ebergassing gibt, obwohl nach wie vor – und das ist wesentlich größer in seiner Bedeutung – die Morde in Oberwart nicht aufgeklärt wurden (Abg. Dr. Ofner: Jawohl!) , obwohl die ganzen Briefbombenattentate mit eindeutigen politischen Zuordnungen, mit Bekennerbriefen, noch nicht aufgeklärt worden sind. (Abg. Dr. Ofner: Es ist alles im Zusammenhang! Das gehört alles zusammen!)
Abg. Dr. Ofner: Jawohl!
Herr Abgeordneter Stadler! Sie haben Vorverurteilung betrieben, und Sie machen das immer wieder. Das ist Ihre Art und Weise, die Tatsachen auf den Kopf zu stellen. Ich sage Ihnen eines: Wir diskutieren heute Ebergassing (Abg. Dr. Ofner: Nicht nur!) , obwohl es nicht nur Ebergassing gibt, obwohl nach wie vor – und das ist wesentlich größer in seiner Bedeutung – die Morde in Oberwart nicht aufgeklärt wurden (Abg. Dr. Ofner: Jawohl!) , obwohl die ganzen Briefbombenattentate mit eindeutigen politischen Zuordnungen, mit Bekennerbriefen, noch nicht aufgeklärt worden sind. (Abg. Dr. Ofner: Es ist alles im Zusammenhang! Das gehört alles zusammen!)
Abg. Dr. Ofner: Es ist alles im Zusammenhang! Das gehört alles zusammen!
Herr Abgeordneter Stadler! Sie haben Vorverurteilung betrieben, und Sie machen das immer wieder. Das ist Ihre Art und Weise, die Tatsachen auf den Kopf zu stellen. Ich sage Ihnen eines: Wir diskutieren heute Ebergassing (Abg. Dr. Ofner: Nicht nur!) , obwohl es nicht nur Ebergassing gibt, obwohl nach wie vor – und das ist wesentlich größer in seiner Bedeutung – die Morde in Oberwart nicht aufgeklärt wurden (Abg. Dr. Ofner: Jawohl!) , obwohl die ganzen Briefbombenattentate mit eindeutigen politischen Zuordnungen, mit Bekennerbriefen, noch nicht aufgeklärt worden sind. (Abg. Dr. Ofner: Es ist alles im Zusammenhang! Das gehört alles zusammen!)
Abg. Dr. Haider: Verteidigen Sie noch die Bombenleger? Oder was wollen Sie? – Abg. Mag. Stadler: Er hat ein eigenes Interesse daran! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! In dieser Situation gehen Sie her und spitzen die öffentliche Diskussion zum Thema unaufgeklärte politische Terrorattentate auf Ebergassing zu, auf die mögliche, von Ihnen behauptete Verbindung, daß es sich bei den Ebergassing-Tätern, bei den verkohlten Ebergassing-Tätern, auch um die handle, die für alle anderen Mordfälle möglicherweise verantwortlich sind, die sozusagen in einer Beziehung zu allen anderen stehen. Auf diese Tatsache, auf diese Fiktion reduzieren Sie Ihre Auseinandersetzung hier in diesem Hohen Haus. Und es ist nicht möglich und nicht denkbar, von dieser Art der Diskussion auszugehen und die Art ... (Abg. Dr. Haider: Verteidigen Sie noch die Bombenleger? Oder was wollen Sie? – Abg. Mag. Stadler: Er hat ein eigenes Interesse daran! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Ja, ja!
Herr Abgeordneter Haider! Studieren Sie den Alfons Haider! Studieren Sie ihn, studieren Sie Ihr fiktives Alter ego, dann wird Ihnen möglicherweise klar, wie Sie tatsächlich agieren. (Abg. Scheibner: Ja, ja!)
Abg. Dr. Ofner: Des Beklagten! Das kann keine Anzeige sein!
Sie wissen das, denn zum Beispiel hat das Oberlandesgericht Wien bezüglich der Anzeige, die sich auf die Auseinandersetzung zwischen Haider und Jasmin Randall stützt – es geht um die Auseinandersetzung, wo das Oberlandesgericht dann aufgetragen hat, daß Herr Haider bestimmte Behauptungen nicht mehr verbreiten darf –, bezüglich der Anzeige des Landesgendarmeriekommandos Niederösterreich festgestellt: "Die Anzeige kann jedoch nicht den Schatten eines Beweises für diese Verdächtigung anführen, sodaß sie als Beweis für die Richtigkeit der Behauptung des Beklagten ungeeignet ist." (Abg. Dr. Ofner: Des Beklagten! Das kann keine Anzeige sein!)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordneter Karl Öllinger (fortsetzend): ... hier werden keine Sachbeweise geliefert, dann drängt sich die Notwendigkeit auf, in die Auseinandersetzung über diese Debatte um den Fall Ebergassing auch die Sicherheitsbehörden beziehungsweise deren schlampige Ermittlung miteinzubeziehen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das heißt also – Herr Abgeordneter Öllinger, vermischen Sie bitte nicht Fakten und Fiktion! –, ich habe in keiner Weise auf irgendeine unkorrekte Art und Weise die Namen erhalten, sondern aus den Zeitungen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Schwemlein: Aber Sie wissen, daß es solche und solche Fragen gibt!
Zur Frage 6: Ja. – Punkt. Eine Beantwortung dieser Frage ist jedoch aus kriminaltaktischen Überlegungen nicht möglich. (Abg. Schwemlein: Aber Sie wissen, daß es solche und solche Fragen gibt!) – Du kommst noch dran, Schwemlein; spar dir deine Energie auf, du wirst sie brauchen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Zur Frage 6: Ja. – Punkt. Eine Beantwortung dieser Frage ist jedoch aus kriminaltaktischen Überlegungen nicht möglich. (Abg. Schwemlein: Aber Sie wissen, daß es solche und solche Fragen gibt!) – Du kommst noch dran, Schwemlein; spar dir deine Energie auf, du wirst sie brauchen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
In dem Jargon am Gürtel heißt eine solche Anfragebeantwortung: Schmeck’s, Kropfata! Und das kann man auf die Dauer mit der Öffentlichkeit eines demokratischen Staates nicht ungestraft tun, meine Damen und Herren! Das wird sich rasch herausstellen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Schwemlein: Ich habe sie schon gelesen!
Schwemlein, bevor du lachst: Lies die morgigen Zeitungen! Sie kursieren schon da. (Abg. Schwemlein: Ich habe sie schon gelesen!) Nimm dir die "Krone" und den "Kurier", dann wirst du sehen, daß du aufpassen mußt, daß du nicht vielleicht deine Energien in eine Richtung vergeudest, die dir in ein paar Tagen schon sehr schaden könnte. Also paß wirklich auf, wenn du dich in Nibelungentreue vielleicht da heraußen auf die Schienen legst, und wenn du auf den Schienen liegst, stellt sich heraus, es kommt gar kein Zug mehr! Da wirst du wirklich aufpassen müssen! (Abg. Schwemlein: Darf ich davon ausgehen, daß Sie sich um mich sorgen?)
Abg. Schwemlein: Darf ich davon ausgehen, daß Sie sich um mich sorgen?
Schwemlein, bevor du lachst: Lies die morgigen Zeitungen! Sie kursieren schon da. (Abg. Schwemlein: Ich habe sie schon gelesen!) Nimm dir die "Krone" und den "Kurier", dann wirst du sehen, daß du aufpassen mußt, daß du nicht vielleicht deine Energien in eine Richtung vergeudest, die dir in ein paar Tagen schon sehr schaden könnte. Also paß wirklich auf, wenn du dich in Nibelungentreue vielleicht da heraußen auf die Schienen legst, und wenn du auf den Schienen liegst, stellt sich heraus, es kommt gar kein Zug mehr! Da wirst du wirklich aufpassen müssen! (Abg. Schwemlein: Darf ich davon ausgehen, daß Sie sich um mich sorgen?)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber ich empfehle die Lektüre der Berichterstattung über die Äußerungen des Ministers Einem, um den es heute hier geht. Denn er hat vor einigen Wochen enunziert, daß es – ich habe es vergessen – fünf oder sechs Anschläge in den letzten Monaten und Jahren, die eindeutig der linksterroristischen Szene zuzuzählen seien, gegeben habe. Das mußt du lesen, das mußt du dir merken, und du darfst es da heraußen auch nicht vergessen! Es ist das ganz wichtig, um die Dinge zutreffend zu beurteilen. Denn man kann beschuldigen, wen man will, aber festgestellt als Terroristen sind in der jüngeren Vergangenheit in Österreich nur Linksextreme geworden, meine Damen und Herren! Das muß man wissen und zugeben! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dunst: Na und?
Und dann passiert dem Minister Einem, den ich ja schon länger kenne und von dem ich weiß, daß er nicht der leibhaftige Gottseibeiuns ist, als den ihn manche vielleicht betrachten oder jedenfalls darzustellen sich bemühen, daß er sagt, er kann den Namen eines Verdächtigen, des dritten Verdächtigen, beim besten Willen nicht nennen, denn der ist ja unschuldig, der hat sich als unschuldig herausgestellt. (Abg. Dunst: Na und?) – Das ist doch eine verkehrte Logik, meine Dame. Ich weiß nicht, wer den Zwischenruf lanciert hat. Ich kann heute vielleicht einen Schuldigen, einen Verdächtigen, einen Beschuldigten aus irgendwelchen Gründen nicht in die Öffentlichkeit zerren, weil ich nicht weiß, ob sich nicht herausstellen wird, daß er unschuldig ist, weil ich ihm nicht schaden möchte, weil er jugendlich ist oder unbescholten oder ähnliches. Aber wenn sich schon herausstellt, ein Unschuldiger war im Verdacht, na dann werde ich doch sagen dürfen, wer der Unschuldige gewesen ist. Da kann er ja dann bestenfalls besser dastehen als vorher, meine Damen und Herren!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich will mich jetzt einer präzisen Bezeichnung aus der rechtlichen Ecke dieses Antwortenkonvoluts durch den Minister enthalten. Er hat ursprünglich gesagt: keine Weisung, nur eine Dienstbesprechung. Das ist bitter genug. Und im Akt steht: Es ist eine Deckungsweisung verlangt und gegeben worden. Das Hohe Haus möge sich überlegen, welche Konsequenzen aus einer solchen Vorgangsweise zu ziehen sind. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Glauben Sie mir bitte folgendes: Es läßt sich die Bevölkerung, es lassen sich die Medien und es lassen sich auch die Abgeordneten in einer demokratischen Republik und in einem Rechtsstaat, wie wir ihn in Österreich erfreulicherweise leben und erleben, solches Geschehen auf die Dauer nicht gefallen. Das hat seine Konsequenzen, ob uns jetzt der Einem mehr oder weniger leid tut oder nicht! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich bin dankbar, ein Informierter hat seine Information an uns weitergegeben, an das ganze Hohe Haus und an die Öffentlichkeit. Ich bin wirklich dankbar dafür. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Er hat der Wahrheit und dem Rechtsstaat einen großen Dienst erwiesen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Purtscheller wird schon wissen, warum er nicht da ist. Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder er hat ein schlechtes Gewissen und fürchtet sich vor der Justiz, oder er fürchtet sich, daß andere, die wissen, was er weiß, ein Interesse daran haben könnten, daß er es nicht weitererzählen kann. Auch diese Möglichkeit gibt es, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Emmerich Schwemlein (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Meine Damen und Herren! Als Salzburger Abgeordnetem fällt mir zu dieser Debatte ein typisches Salzburger Gericht ein, nämlich Salzburger Nockerl. Es schaut zwar nach viel aus, aber Luftgulasch, nichts dahinter. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Haigermoser: Schwemlein! Wenn du zuwenig Geld hast, sammeln wir für dich!
Meine Damen und Herren! Wenn wir uns darüber Gedanken machen, was denn die Motive der Freiheitlichen für diese Debatte sein könnten, dann stellt sich zunächst die Frage: Geht es den Freiheitlichen um Aufklärung, geht es den Freiheitlichen um kriminal- oder sicherheitspolitische Aspekte? (Abg. Haigermoser: Schwemlein! Wenn du zuwenig Geld hast, sammeln wir für dich!) – Nein, den Freiheitlichen geht es in erster Linie darum, ein für sie bestehendes Feindbild neu aufzupolieren. Es geht ihnen darum, einen Menschen wieder anzupatzen. Es geht ihnen darum, den Innenminister, der sehr hohe Sympathiewerte genießt, hier zu verunglimpfen.
Abg. Haigermoser: Welche Beziehung hast du zum Geld, Schwemlein?
Dann ist es klarerweise zulässig, auch einmal darüber nachzudenken, warum sie das tun. Ich hatte in der vergangenen Woche eine recht interessante Besprechung mit einem Kollegen. Er hat zu mir gesagt: Schau, wir sind da eine ganze Woche beisammen, da gibt es sehr viel Diskussion, und man hört den einen oder anderen Aspekt, das eine oder andere Argument, und irgendwo hat ja der eine oder andere recht, man findet Gefallen daran, und dann ist so eine Art Fraternisierung zu beobachten. Das ist eigentlich, wenn man das genauer analysiert, ja nicht im Sinne einer freiheitlichen Bewegung, nicht im Sinne eines Herrn Dr. Haider oder eines Herrn Mag. Stadler, das kann doch nicht sein, daß sein Klub möglicherweise in eine Freunderlbeziehung oder Normalbeziehung zu den anderen Abgeordneten kommt. Nein, was wir brauchen, das ist wieder ein Feindbild. Wir müssen polarisieren können. Was wir brauchen, das ist nichts anderes als wieder ein Wirbel, denn wir müssen unsere eigenen Klubkollegen wieder verschwören. (Abg. Haigermoser: Welche Beziehung hast du zum Geld, Schwemlein?)
Beifall bei der SPÖ.
Ich sage Ihnen eines, meine Damen und Herren: Was die "F" hier betreiben, ist nichts anderes, als dieses Parlament als gruppendynamische Spielwiese zu mißbrauchen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ich frage Sie aus tiefer Überzeugung: Haben Sie im Zuge dieser Debatte oder der vergangenen Debatten jemals ein einziges Beweismittel gehört oder gesehen? – Kein einziges konnte Herr Dr. Haider vorlegen. Im Prinzip sind all diese Überschriften nichts anderes als billige Polemik. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Meine Damen und Herren! Es ist heute die Vorgangsweise der Freiheitlichen schon einmal angesprochen worden. Sie alle erinnern sich wahrscheinlich an den Vorwurf des Herrn Dr. Haider, Bundesminister Caspar Einem sei während seiner Zeit als Bewährungshelfer wegen eines Drogendeliktes in Haft gesessen. Stellen Sie sich vor, da geht jemand her und sagt, der derzeitige Innenminister – und jetzt reduziere ich es –, irgendeiner aus diesem Saal oder sonst ein Staatsbürger sei im Gefängnis gesessen – dies nur, um ihn damit anzupatzen. Dann kommt aber zutage, daß dies unmöglich gewesen sein kann, da dieses Gefängnis schon vor vielen Jahren geschlossen worden ist. Das ist mehr als schäbig, Herr Dr. Haider, das ist keine politische Arbeit! (Beifall bei der SPÖ. – Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Sie wissen, Herr Dr. Haider, daß ein ganz "bescheidener" Teil der Bevölkerung geantwortet hat: Ja, das macht Herr Haider, Halbwahrheiten sind seine Methoden. Dieser "bescheidene" Teil der Bevölkerung waren mehr als drei Viertel, Herr Dr. Haider! Das ist ein Zeugnis, das traurig und beschämend ist! Ich an Ihrer Stelle würde einmal die Zeit nutzen und diesen braven und anständigen Leuten sagen: Ich verfahre nicht mehr so mit euch, ihr habt mich nämlich in der Zwischenzeit durchschaut! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. )
Abg. Böhacker: Schwemlein! Wie ist das mit deinem arbeitslosen Einkommen?
Da Herr Kollege Stadler mich bei einem seiner Permanentzwischenrufe mit meiner Berufsbezeichnung angesprochen und Herr Kollege Ofner sich zu meiner Überraschung hier heraußen darüber beklagt hat, daß er eine Antwort bekommen hat, die ja oder nein gelautet hat, darf ich Ihnen folgendes sagen: Wenn Sie eine offene Frage stellen, ... (Abg. Böhacker: Schwemlein! Wie ist das mit deinem arbeitslosen Einkommen?) Herr Kollege Böhacker! Melde dich zu Wort und komm ans Rednerpult! Aber deine Fraktion läßt dich nicht einmal mehr ans Rednerpult, weil du nichts zu sagen hast. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Da Herr Kollege Stadler mich bei einem seiner Permanentzwischenrufe mit meiner Berufsbezeichnung angesprochen und Herr Kollege Ofner sich zu meiner Überraschung hier heraußen darüber beklagt hat, daß er eine Antwort bekommen hat, die ja oder nein gelautet hat, darf ich Ihnen folgendes sagen: Wenn Sie eine offene Frage stellen, ... (Abg. Böhacker: Schwemlein! Wie ist das mit deinem arbeitslosen Einkommen?) Herr Kollege Böhacker! Melde dich zu Wort und komm ans Rednerpult! Aber deine Fraktion läßt dich nicht einmal mehr ans Rednerpult, weil du nichts zu sagen hast. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Meine Damen und Herren von der "F"! Wenn Sie eine offene Frage stellen, dann werden Sie auch entsprechend deutsch ausformulierte Antworten bekommen. Wenn Sie geschlossene Fragen stellen, dann müssen Sie damit rechnen, daß Sie ein klares Ja oder Nein zur Antwort erhalten. Ich hoffe, Sie lernen dazu und stellen in Zukunft bessere Anfragen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. ) Lieber Kollege Stadler! Wir können vielleicht miteinander singen, aber nicht
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Allein schon aus der Freude heraus, weil sich doch die Rednerliste dem Ende zu neigt und wir wieder einmal feststellen durften, daß diese Attacken gegen Bundesminister Einem nicht haltbar sind, möchte ich einen Satz noch ganz bewußt an den Kollegen Kukacka richten. Herr Kollege Kukacka hat mir heute – ich habe es persönlich so empfunden – eine Lehrstunde in Sachen Toleranz gehalten. Meine Damen und Herren! Ich finde es traurig, wenn wir in einer Zeit angelangt sind, in der ein Nachdenken zu einem Thema, ob für jemanden bequem oder nicht bequem, bereits als Fehlverhalten abgestempelt wird. Ich muß Ihnen eines sagen: Wenn es so ist, hat in meinen Augen Kollege Kukacka nicht das mindeste Demokratie- und Toleranzverständnis. (Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Danke, Herr Präsident. Herr Abgeordneter Ofner hat in seiner Rede behauptet, daß ich über den Aufenthaltsort des Herrn Purtscheller bestens informiert sei. Diese Behauptung des Herrn Abgeordneten Ofner ist unrichtig. Ich bin über den Aufenthaltsort des Herrn Purtscheller nicht bestens informiert, sondern ich habe mich in meiner Rede auf eine Wortmeldung des Herrn Abgeordneten Stadler gestützt. Das war ein Fehler! (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Michael Krüger (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich glaube, niemand in diesem Hohen Haus sollte sich als Pflichtverteidiger politischer Terroristen aufspielen, ganz egal, von welcher Seite dieser Terrorismus kommt. Terrorismus in jeglicher Erscheinungsform ist mit aller Entschiedenheit zu verurteilen und mit der Vehemenz und Wahrhaftigkeit eines Rechtsstaates einer Verfolgung zuzuführen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich verstehe völlig, daß die Frau Abgeordnete Stoisits für den Herrn Innenminister so kühn in die Bresche springt. Es ist ja auch kein Zufall, Frau Kollegin, daß Sie sich eingangs der Debatte mit dem Herrn Innenminister abgesprochen haben. Das ist Ihr Reflex, wenn Terrorakte hier beanstandet werden. Da fühlen Sie sich angesprochen durch die Zeitschrift "Radikal", die ich bereits erwähnt habe und die in einem dieser Bekennerschreiben zitiert ist, denn Sie wissen ganz genau, daß die Zeitschrift "Radikal" von der "Jungen linken Stimme" in Linz direkt aus dem Büro der Grünen in Linz, Starhembergstraße, bestellt wurde, und zwar 20 Exemplare. In der Bestellung heißt es wörtlich: zu Briefbomben und Bombenbasteln. Aus dieser Sicht, Frau Kollegin Stoisits, verstehe ich sehr wohl, daß Sie sich hier zu dieser ungeheuerlichen Philippika gegen die Freiheitlichen haben hinreißen lassen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Auch ein Wort zu den Kondolenzfeiern aus Anlaß der Ermordung der vier Roma. Frau Kollegin Stoisits! Trauer manifestiert sich nicht darin, daß man einen Sessel mediengerecht ins Bild schiebt. Lassen Sie sich das gesagt sein! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Trauer, Frau Kollegin, ist in erster Linie eine Herzensangelegenheit, eine tief emotionelle Angelegenheit. Aber eine Herzensangelegenheit ist offensichtlich nicht Ihre Stärke! (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen. – Ruf bei der SPÖ: Und bei Ihnen?)
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen. – Ruf bei der SPÖ: Und bei Ihnen?
Auch ein Wort zu den Kondolenzfeiern aus Anlaß der Ermordung der vier Roma. Frau Kollegin Stoisits! Trauer manifestiert sich nicht darin, daß man einen Sessel mediengerecht ins Bild schiebt. Lassen Sie sich das gesagt sein! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Trauer, Frau Kollegin, ist in erster Linie eine Herzensangelegenheit, eine tief emotionelle Angelegenheit. Aber eine Herzensangelegenheit ist offensichtlich nicht Ihre Stärke! (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen. – Ruf bei der SPÖ: Und bei Ihnen?)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das ist auch der Grund dafür, daß dem Herrn Innenminister die überwiegende Mehrheit der österreichischen Bevölkerung das Mißtrauen bereits ausgesprochen hat. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Widerspruch bei der ÖVP
Abgeordneter Andreas Wabl (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Herr Abgeordneter Kiss hat sich heute in Enthaltsamkeit geübt. Er will die sehr schwierige Situation in der großen Koalition nicht belasten, hat offensichtlich vom Herrn Klubobmann Khol Redeverbot bekommen (Widerspruch bei der ÖVP), er hat beim Wecker des Herrn Khol die Zeit Null eingestellt gekriegt, deswegen darf er heute nicht heruntergehen. Das ist überhaupt nicht so schlimm, Herr Abgeordneter Kiss, es steht ohnehin schon alles in der Zeitung. Es steht schon in der Zeitung, wie die einzelnen Abgeordneten dieses Hauses reden werden, welche Stellungnahmen sie beziehen werden. Es steht auch schon längst in der Zeitung, wie wir über den Mißtrauensantrag abstimmen werden. Es steht in der Zeitung bereits jede Wortmeldung und jedes Zitat. Allerdings ist in der Zeitung nicht gestanden, daß Herr Abgeordneter Kiss nicht reden darf. Das ist nicht drinnen gestanden. (Heiterkeit.) Insofern ist die Zeitung doch nicht so gut informiert.
Heiterkeit.
Abgeordneter Andreas Wabl (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Herr Abgeordneter Kiss hat sich heute in Enthaltsamkeit geübt. Er will die sehr schwierige Situation in der großen Koalition nicht belasten, hat offensichtlich vom Herrn Klubobmann Khol Redeverbot bekommen (Widerspruch bei der ÖVP), er hat beim Wecker des Herrn Khol die Zeit Null eingestellt gekriegt, deswegen darf er heute nicht heruntergehen. Das ist überhaupt nicht so schlimm, Herr Abgeordneter Kiss, es steht ohnehin schon alles in der Zeitung. Es steht schon in der Zeitung, wie die einzelnen Abgeordneten dieses Hauses reden werden, welche Stellungnahmen sie beziehen werden. Es steht auch schon längst in der Zeitung, wie wir über den Mißtrauensantrag abstimmen werden. Es steht in der Zeitung bereits jede Wortmeldung und jedes Zitat. Allerdings ist in der Zeitung nicht gestanden, daß Herr Abgeordneter Kiss nicht reden darf. Das ist nicht drinnen gestanden. (Heiterkeit.) Insofern ist die Zeitung doch nicht so gut informiert.
Heiterkeit
Meine Damen und Herren! Auf der nächsten Seite wird es dann lustig, da kommt dann der große Philosoph und Kommentator Peter Gnam (Heiterkeit): "Der Anfang vom Ende." – Beide
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen sowie Beifall der Abg. Scheibner und Dr. Schmidt.
Um die "Kronen Zeitung" eindeutig zu widerlegen, sage ich mit aller Deutlichkeit: Dieser Einem ist ein schlechter Innenminister, seine Ideen über das Bundesheer sind sündhaft, abenteuerlich und pervers! (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen sowie Beifall der Abg. Scheibner und Dr. Schmidt. )
Abg. Dr. Nowotny: Das gilt für den Haider!
Ich gehe davon aus, daß sich das Staatsoberhaupt immerhin etwas gedacht hat, als er zu konkreten Diskussionen in der österreichischen Sicherheitspolitik Stellung nahm. Aber ich gehe auch davon aus, daß sich der Herr Bundeskanzler etwas gedacht hat, als er einen gut Teil der Debatte hier geblieben ist, um dem Herrn Minister Einem Schützenhilfe zu geben. Er tat dies wohl deshalb, weil die Debatte um den Innenminister eine ernste politische Debatte ist, die ganz unter dem Gesichtspunkt zu verstehen ist: Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht! (Abg. Dr. Nowotny: Das gilt für den Haider!)
Ruf bei der SPÖ: Sicherheitsbericht 1995!
Meine Damen und Herren! Wir brauchen uns nur zu vergegenwärtigen, in welchem Zustand heute die Innenpolitik und die Sicherheitspolitik dieses Landes sind. (Ruf bei der SPÖ: Sicherheitsbericht 1995!) Der Minister, Herr Kollege, beginnt seine Tätigkeit, indem er zugeben muß, daß er an ein gewaltbereites Terroristenblatt eine Spende gegeben hat. Der Innenminister wiederholt dieses Verhalten und gibt auch zur Prozeßführung gegen eine obsiegende Gruppe, die sich gegen diese Gewaltbereitschaft gewehrt hat, noch einmal eine Spende. Also er tut dies offensichtlich absichtlich. (Abg. Dr. Keppelmüller: Sie schreiben in der "Aula"!) Ich weiß, daß es Ihnen unangenehm ist, daß Sie heute mit jemandem konfrontiert sind, der ein Innenminister ist ... (Abg. Dr. Keppelmüller: Was halten Sie von der "Jungen Freiheit"?) Ich bemühe mich, meine Damen und Herren, Ihre Emotionen nicht herauszufordern, aber ich kann natürlich nicht die Gewähr geben, daß Sie sich im Zaum halten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Keppelmüller: Sie schreiben in der "Aula"!
Meine Damen und Herren! Wir brauchen uns nur zu vergegenwärtigen, in welchem Zustand heute die Innenpolitik und die Sicherheitspolitik dieses Landes sind. (Ruf bei der SPÖ: Sicherheitsbericht 1995!) Der Minister, Herr Kollege, beginnt seine Tätigkeit, indem er zugeben muß, daß er an ein gewaltbereites Terroristenblatt eine Spende gegeben hat. Der Innenminister wiederholt dieses Verhalten und gibt auch zur Prozeßführung gegen eine obsiegende Gruppe, die sich gegen diese Gewaltbereitschaft gewehrt hat, noch einmal eine Spende. Also er tut dies offensichtlich absichtlich. (Abg. Dr. Keppelmüller: Sie schreiben in der "Aula"!) Ich weiß, daß es Ihnen unangenehm ist, daß Sie heute mit jemandem konfrontiert sind, der ein Innenminister ist ... (Abg. Dr. Keppelmüller: Was halten Sie von der "Jungen Freiheit"?) Ich bemühe mich, meine Damen und Herren, Ihre Emotionen nicht herauszufordern, aber ich kann natürlich nicht die Gewähr geben, daß Sie sich im Zaum halten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Keppelmüller: Was halten Sie von der "Jungen Freiheit"?
Meine Damen und Herren! Wir brauchen uns nur zu vergegenwärtigen, in welchem Zustand heute die Innenpolitik und die Sicherheitspolitik dieses Landes sind. (Ruf bei der SPÖ: Sicherheitsbericht 1995!) Der Minister, Herr Kollege, beginnt seine Tätigkeit, indem er zugeben muß, daß er an ein gewaltbereites Terroristenblatt eine Spende gegeben hat. Der Innenminister wiederholt dieses Verhalten und gibt auch zur Prozeßführung gegen eine obsiegende Gruppe, die sich gegen diese Gewaltbereitschaft gewehrt hat, noch einmal eine Spende. Also er tut dies offensichtlich absichtlich. (Abg. Dr. Keppelmüller: Sie schreiben in der "Aula"!) Ich weiß, daß es Ihnen unangenehm ist, daß Sie heute mit jemandem konfrontiert sind, der ein Innenminister ist ... (Abg. Dr. Keppelmüller: Was halten Sie von der "Jungen Freiheit"?) Ich bemühe mich, meine Damen und Herren, Ihre Emotionen nicht herauszufordern, aber ich kann natürlich nicht die Gewähr geben, daß Sie sich im Zaum halten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Wir brauchen uns nur zu vergegenwärtigen, in welchem Zustand heute die Innenpolitik und die Sicherheitspolitik dieses Landes sind. (Ruf bei der SPÖ: Sicherheitsbericht 1995!) Der Minister, Herr Kollege, beginnt seine Tätigkeit, indem er zugeben muß, daß er an ein gewaltbereites Terroristenblatt eine Spende gegeben hat. Der Innenminister wiederholt dieses Verhalten und gibt auch zur Prozeßführung gegen eine obsiegende Gruppe, die sich gegen diese Gewaltbereitschaft gewehrt hat, noch einmal eine Spende. Also er tut dies offensichtlich absichtlich. (Abg. Dr. Keppelmüller: Sie schreiben in der "Aula"!) Ich weiß, daß es Ihnen unangenehm ist, daß Sie heute mit jemandem konfrontiert sind, der ein Innenminister ist ... (Abg. Dr. Keppelmüller: Was halten Sie von der "Jungen Freiheit"?) Ich bemühe mich, meine Damen und Herren, Ihre Emotionen nicht herauszufordern, aber ich kann natürlich nicht die Gewähr geben, daß Sie sich im Zaum halten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Allein eine solche Aussage würde in jedem zivilisierten demokratischen Staat zum Rücktritt des Ministers führen. Bei uns führt sie jedoch zur Zementierung des Ministers. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Marizzi: Das haben wir schon gehört!
Wie können Sie erklären, Herr Innenminister, daß ein wichtiges Beweisstück – das natürlich manchen, die sich damit nicht befassen, völlig lächerlich erscheint, aber er geht ja "nur" um vier Tote –, nämlich eine Lederjacke, die fotografiert worden ist und auf der einer der gesprengten Oberwarter Opfer gelegen ist, plötzlich bei den Ermittlungshandlungen verschwindet? (Abg. Marizzi: Das haben wir schon gehört!) Ja wie erklären Sie das? Herr Kollege Marizzi, das ist keine Frage des "Das-haben-wir-schon-Gehört", sondern was ist da los in einem Sicherheitsapparat, wo wesentliche Materialien der Tatauffindung einfach verschwinden können? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wie können Sie erklären, Herr Innenminister, daß ein wichtiges Beweisstück – das natürlich manchen, die sich damit nicht befassen, völlig lächerlich erscheint, aber er geht ja "nur" um vier Tote –, nämlich eine Lederjacke, die fotografiert worden ist und auf der einer der gesprengten Oberwarter Opfer gelegen ist, plötzlich bei den Ermittlungshandlungen verschwindet? (Abg. Marizzi: Das haben wir schon gehört!) Ja wie erklären Sie das? Herr Kollege Marizzi, das ist keine Frage des "Das-haben-wir-schon-Gehört", sondern was ist da los in einem Sicherheitsapparat, wo wesentliche Materialien der Tatauffindung einfach verschwinden können? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Da schau her!
Darauf antwortet die Behörde Ihrem Ministerium: Es kann sich nicht gut um einen Flüchtling handeln, denn dieser Mann ist schon mehrmals seit 1994 aus- und eingereist nach Österreich und nach Bosnien. Aber der Herr Minister gibt Weisung, daß Leute aufzunehmen sind, die als Flüchtlinge gelten, die gar keine Flüchtlinge sind. Vielleicht war er ein kleiner Waffenschieber oder sonst etwas. So geschieht es: Weisungen eines Ministeriums, die nicht haltbar sind, und jetzt, nachdem sich die Behörde zur Wehr gesetzt hat, ein halbes Jahr später, nämlich am 27. Februar 1996, antwortet das Innenministerium: Weisung zurückgenommen, gegenstandslos, weil dieser Betreffende offensichtlich seine Heimat nicht aufgrund der bewaffneten Konflikte verlassen mußte (Abg. Mag. Stadler: Da schau her!) und er bereits mehrmals von Österreich nach Bosnien ungehindert zurückkehren konnte. Ein halbes Jahr später gibt er es zu, der Herr Minister mit seinem Ministerium. (Abg. Mag. Stadler: So schaut die Weisungspolitik aus!)
Abg. Mag. Stadler: So schaut die Weisungspolitik aus!
Darauf antwortet die Behörde Ihrem Ministerium: Es kann sich nicht gut um einen Flüchtling handeln, denn dieser Mann ist schon mehrmals seit 1994 aus- und eingereist nach Österreich und nach Bosnien. Aber der Herr Minister gibt Weisung, daß Leute aufzunehmen sind, die als Flüchtlinge gelten, die gar keine Flüchtlinge sind. Vielleicht war er ein kleiner Waffenschieber oder sonst etwas. So geschieht es: Weisungen eines Ministeriums, die nicht haltbar sind, und jetzt, nachdem sich die Behörde zur Wehr gesetzt hat, ein halbes Jahr später, nämlich am 27. Februar 1996, antwortet das Innenministerium: Weisung zurückgenommen, gegenstandslos, weil dieser Betreffende offensichtlich seine Heimat nicht aufgrund der bewaffneten Konflikte verlassen mußte (Abg. Mag. Stadler: Da schau her!) und er bereits mehrmals von Österreich nach Bosnien ungehindert zurückkehren konnte. Ein halbes Jahr später gibt er es zu, der Herr Minister mit seinem Ministerium. (Abg. Mag. Stadler: So schaut die Weisungspolitik aus!)
Abg. Parnigoni: Das ist ja nicht mehr auszuhalten! So ein Unsinn!
Meine Damen und Herren! So verfährt der Minister mit dem Parlament, verfährt er innerhalb der eigenen Regierung. Er sagt: Ich habe keine Weisung gegeben!, und dann kommt ein Dokument ans Tageslicht, wonach das ein sehr komplizierter, ausführlicher Prozeß gewesen ist, bei dem erörtert worden ist, wie vorzugehen ist. Und dann entscheidet sich der Herr Minister sehr persönlich: Auch wenn wir gegen den Obersten Gerichtshof handeln, auch wenn wir gegen Gesetze verstoßen, auch wenn wir gegen die Sicherheitsinteressen der Österreicher verstoßen, tun wir doch nichts, bis das nächste Attentat passiert. Denn es ist ja etwas passiert. Es hat vor einigen Monaten ein Attentat auf ein türkisches Lokal in Oberösterreich gegeben, meine Damen und Herren. (Abg. Parnigoni: Das ist ja nicht mehr auszuhalten! So ein Unsinn!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Damit strafen Sie Ihre eigene Kritik Lügen, und damit erschüttern Sie auch das Vertrauen der Bevölkerung, die nicht mehr weiß, was Sie von Ihnen halten soll. Denn unsere Aufgabe als Parlamentarier ist es doch wohl, sicherzustellen, daß Rechtsstaat, Kontrolle und Demokratie im Land funktionieren, nicht daß ein Minister schalten und walten kann, wie er will. Und es kann nicht so sein, daß akkurat ein Innenminister das größte Sicherheitsrisiko dieser Republik darstellt, indem er Terroristenorganisationen unterstützt und anständige Leute verfolgen läßt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und beim Liberalen Forum.
Bundesminister für Inneres Dr. Caspar Einem: Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Abgeordneter Haider! Ich beglückwünsche Sie zur Erfindung der parlamentarischen Immunität, denn würde ich den Vorwürfen, die Sie heute hier wieder gegen mich erhoben haben, mit Antworten des gleichen Wahrheitsgehaltes entgegnen, würde ich mich strafrechtlich schuldig machen. Ich halte das nicht für ein Zeichen einer besonders fairen politischen Auseinandersetzung, mögen wir auch politisch nicht auf derselben Seite stehen. (Beifall bei der SPÖ und beim Liberalen Forum.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. – Abg. Dr. Stippel: Sei ruhig einmal! Frechheit! – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Erstens: Sie haben die Behauptung aufgestellt, ich sei mit einem der in Ebergassing zu Tode gekommenen Attentäter befreundet. Sie haben gesagt, ich hätte zugeben müssen, ich wäre mit ihm befreundet. Ich habe das zu keinem Zeitpunkt zugeben müssen. Ich habe allerdings gesagt, daß ich einen davon einmal getroffen habe. Das ist ein bißchen ein Unterschied. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. – Abg. Dr. Stippel: Sei ruhig einmal! Frechheit! – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Mag. Stadler: Das ist nur eine türkische kommunistische Terrororganisation!
Sie haben zweitens gesagt, daß ich zugeben müsse, daß Bassam Al-Taher Mitglied einer kurdischen Terrororganisation, nämlich der DEV-SOL, sei. Ich teile Ihnen hiezu mit, die DEV-SOL ist keine kurdische Organisation (Abg. Mag. Stadler: Das ist nur eine türkische kommunistische Terrororganisation!), sondern eine linksterroristische türkische Organisation, die im
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.
Sie haben drittens gesagt, ich hätte in Oberwart meine Beamten arbeiten lassen sollen. Ich habe das, soweit das in meinen Kräften gestanden ist – ich war damals Staatssekretär für Beamtenfragen –, getan. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Das ist blanker Zynismus!
Sie haben in der heutigen Debatte mehrfach auf ein Interview des Herrn Generaldirektors für öffentliche Sicherheit in der "Presse" hingewiesen. Es hat nur einer der Redner für notwendig befunden, das Zitat vollständig wiederzugeben. Sie brauchen sich nicht die Mühe zu machen, mir dieses Interview des Herrn Generaldirektors um die Ohren zu schlagen; dafür besteht kein Anlaß. Es ist im selben Interview auch eine sehr klare Aussage enthalten, nämlich, daß die Basis, die zwischen uns in diesen Fragen besteht, so ist, daß die Polizei in keiner Weise behindert, ja im Gegenteil, in jeder Hinsicht unterstützt wird, ihre Arbeit zu tun. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Das ist blanker Zynismus!)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Abgeordneter Haider! Sie haben auch die Frage aufgeworfen, welche Spuren im Zusammenhang mit Oberwart verfolgt werden. – Es werden alle Spuren, die irgendeine Aussicht darauf haben, zu den Tätern zu kommen, verfolgt, und nicht nur jene, bei denen Sie es allenfalls wünschen würden. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Haider: Den, den Sie im 95er Jahr schon eingesetzt haben und dem Sie schon 90 000 S bezahlt haben!
Ich nehme mit Interesse zur Kenntnis, daß Sie wissen, welche Berater in Sachen Stapo-Reform ich allenfalls heranziehen werde. Ich habe weder die Absicht, in dieser Frage einen Berater heranzuziehen, noch habe ich einen herangezogen. Wenn Sie voraussagen können, welchen ich allenfalls zu einem späteren Zeitpunkt heranziehen würde (Abg. Dr. Haider: Den, den Sie im 95er Jahr schon eingesetzt haben und dem Sie schon 90 000 S bezahlt haben!), dann bin ich sehr dankbar, aber dann haben Sie diese Erkenntnis offenbar beim Tischerlrücken gewonnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich nehme mit Interesse zur Kenntnis, daß Sie wissen, welche Berater in Sachen Stapo-Reform ich allenfalls heranziehen werde. Ich habe weder die Absicht, in dieser Frage einen Berater heranzuziehen, noch habe ich einen herangezogen. Wenn Sie voraussagen können, welchen ich allenfalls zu einem späteren Zeitpunkt heranziehen würde (Abg. Dr. Haider: Den, den Sie im 95er Jahr schon eingesetzt haben und dem Sie schon 90 000 S bezahlt haben!), dann bin ich sehr dankbar, aber dann haben Sie diese Erkenntnis offenbar beim Tischerlrücken gewonnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Anhaltender Beifall bei der SPÖ.
Hohes Haus! Auch wenn sich die Opposition, nämlich die Freiheitliche Partei, heute sehr heftig bemüht hat, hier den Eindruck zu erwecken, Österreich sei ein besonders unsicheres Land, dieser Innenminister trage zur Unsicherheit in diesem Land wesentlich bei, möchte ich zumindest in einem Punkt darauf hinweisen, daß die Zahlen eine andere Sprache sprechen. Man kann doch nicht ohne weiteres sagen, daß die Unsicherheit zugenommen hat, wenn jetzt das dritte aufeinanderfolgende Jahr die Kriminalität abgenommen und die Aufklärungsrate zugenommen hat. Ich denke, wir sollten bei den Fakten bleiben. (Anhaltender Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Mertel: Er traut sich hereinzukommen!
Herr Abgeordneter Zweytick, wir kommen zu einer Abstimmung. Sind Sie herinnen oder draußen? (Abg. Dr. Mertel: Er traut sich hereinzukommen!)
Abg. Dr. Nowotny: Da können Sie beruhigt sein!
Abgeordneter Helmut Haigermoser (Freiheitliche): Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Es ist verständlich, daß sich die Reihen jetzt etwas lichten, nachdem die Nerven, insbesondere bei der sozialistischen Fraktion, etwas blank gelegen sind und noch blank liegen, meine Damen und Herren. (Abg. Dr. Nowotny: Da können Sie beruhigt sein!)
Zwischenruf des Abg. Schwemlein.
Es ist festzuhalten, daß die Anfragebesprechung, die wir jetzt abzuführen haben, natürlich nicht jenes politische Gewicht wie die vorhergehende hat. Für mich war das, was sich jetzt da getan hat – wenn ich noch eine kurze Anmerkung machen darf –, wie ein Krimi, und aufgrund der Fakten, so meine ich, Herr Bundesminister, wird sich rund um Ihre Person noch einiges an Diskussionen abspielen. (Zwischenruf des Abg. Schwemlein. ) Da wird auch Kollege Schwemlein noch draufkommen. (Abg. Schieder: Zur Sache!)
Abg. Schieder: Zur Sache!
Es ist festzuhalten, daß die Anfragebesprechung, die wir jetzt abzuführen haben, natürlich nicht jenes politische Gewicht wie die vorhergehende hat. Für mich war das, was sich jetzt da getan hat – wenn ich noch eine kurze Anmerkung machen darf –, wie ein Krimi, und aufgrund der Fakten, so meine ich, Herr Bundesminister, wird sich rund um Ihre Person noch einiges an Diskussionen abspielen. (Zwischenruf des Abg. Schwemlein. ) Da wird auch Kollege Schwemlein noch draufkommen. (Abg. Schieder: Zur Sache!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die Notwendigkeit von Expertisen und Gutachen wird von uns Freiheitlichen nicht grundsätzlich in Frage gestellt. Aber, Herr Dr. Ditz, man kann es auch übertreiben, so wie Sie es offensichtlich getan haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Ich werde noch zur Beweisführung kommen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
BÜRGES haben Sie halbiert, die Kleingewerbekreditaktion haben Sie gleich die Donau hinuntergehen lassen, und bei Expertisen haben Sie die Summe verdoppelt im Vergleich zu 1994. Verdoppelt! Und jetzt wollen Sie dem Parlament nicht einmal sagen, wer in den Genuß dieser Aufträge gekommen ist. Sie wollen also nichts sehen, nichts hören und nichts sagen, Herr Bundesminister. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Lendenschurz!
Und dann kommen einige skurrile Dinge, "1000 Jahre textiles Österreich" zum Beispiel. Was damit geforscht, gefördert werden soll oder welche Expertisen dem Hohen Haus, der Öffentlichkeit hier dienlich sind, das frage ich mich. (Abg. Mag. Stadler: Lendenschurz!) Es würde mich nicht wundern, wenn Sie 5 000 Jahre textiles Österreich hätten beforschen lassen, denn dann hätten Sie darin auch aufnehmen lassen können, was der Herr Ötzi für textile Kleiderwerke getragen hat, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Da gibt es noch eine Studie "Tausend Jahre Gastlichkeit in Österreich". Warum muß man sich denn schämen, wenn man einen solchen Auftrag von Ihnen erledigt hat? Zu guter Letzt, als Beispiel, das auch etwas hinterfragbar ist: "Ausrüstung der Prüfmeßpuppe (Dummy) mit Beschleunigungsaufnahme zur Erfassung des HIC-Wertes". – Das haben Sie also auch entsprechend beforscht, Herr Bundesminister für wirtschaftliche Angelegenheiten.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Und dann kommen einige skurrile Dinge, "1000 Jahre textiles Österreich" zum Beispiel. Was damit geforscht, gefördert werden soll oder welche Expertisen dem Hohen Haus, der Öffentlichkeit hier dienlich sind, das frage ich mich. (Abg. Mag. Stadler: Lendenschurz!) Es würde mich nicht wundern, wenn Sie 5 000 Jahre textiles Österreich hätten beforschen lassen, denn dann hätten Sie darin auch aufnehmen lassen können, was der Herr Ötzi für textile Kleiderwerke getragen hat, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Da gibt es noch eine Studie "Tausend Jahre Gastlichkeit in Österreich". Warum muß man sich denn schämen, wenn man einen solchen Auftrag von Ihnen erledigt hat? Zu guter Letzt, als Beispiel, das auch etwas hinterfragbar ist: "Ausrüstung der Prüfmeßpuppe (Dummy) mit Beschleunigungsaufnahme zur Erfassung des HIC-Wertes". – Das haben Sie also auch entsprechend beforscht, Herr Bundesminister für wirtschaftliche Angelegenheiten.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Während Sie den Österreicherinnen und Österreichern den Gürtel ständig enger schnallen, sie nahezu strangulieren, Herr Bundesminister, haben Sie hiefür 62 Millionen ausgegeben, und die Sinnhaftigkeit eines gut Teils dieser Ausgaben ist nicht nachgewiesen worden. Wir erwarten von Ihnen die Erbringung dieses Nachweises! Ihre Bringschuld ist es, dem Parlament alles auf den Tisch zu legen, der Öffentlichkeit die Antwort mitzuteilen, dann sind wir gerne in Sachfragen auf Ihrer Seite – sonst nicht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Rossmann: Die Freiheitlichen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordnete Ingrid Tichy-Schreder (ÖVP): Herr Präsident! Herr Minister! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Was die "F" vom Parlamentarismus hält, zeigt sich an dieser ... (Abg. Rossmann: Die Freiheitlichen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Richtig, jetzt heißt es wieder "Die Freiheitlichen". Was die Freiheitlichen also vom Parlamentarismus halten, sieht man an dieser Besprechung der Beantwortung durch Herrn Minister Ditz. Es ist nämlich so, daß Sie das Parlament für sich dazu mißbrauchen, um zu filibustern, eine für Sie typische Angewohnheit hier, denn der Herr Abgeordnete Haigermoser nimmt sich eine der Anfragebeantwortungen der Ministerien heraus, und zwar in diesem Fall die Beantwortung durch Herrn Minister Ditz, und vergleicht sie nicht mit der Beantwortung der anderen Ministerien und macht dem Herrn Minister Ditz Vorwürfe, die gänzlich ungerechtfertigt sind. (Abg. Haigermoser: Seine eigenen Angaben habe ich zitiert!) Herr Abgeordneter Haigermoser! Ich weiß, Sie können nicht zuhören. (Abg. Haigermoser: O ja! Ich hänge an Ihren Lippen!) Nein, Sie können es nicht, sonst würden Sie mich einmal aussprechen lassen. Herr Abgeordneter Haigermoser! Ich habe da, was die Studien betrifft, die Anfragebeantwortung des Herrn Finanzministers Klima zur Frage drei, wo es eindeutig heißt: Die gegenständlichen Aufträge wurden an Institute, nationale und internationale Betriebsberatungsfirmen und Einzelpersonen vergeben. Darin wurden nur die Themenschwerpunkte angeführt und nicht einmal die einzelnen Studien. Das gilt auch für Minister Hums.
Abg. Haigermoser: Seine eigenen Angaben habe ich zitiert!
Abgeordnete Ingrid Tichy-Schreder (ÖVP): Herr Präsident! Herr Minister! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Was die "F" vom Parlamentarismus hält, zeigt sich an dieser ... (Abg. Rossmann: Die Freiheitlichen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Richtig, jetzt heißt es wieder "Die Freiheitlichen". Was die Freiheitlichen also vom Parlamentarismus halten, sieht man an dieser Besprechung der Beantwortung durch Herrn Minister Ditz. Es ist nämlich so, daß Sie das Parlament für sich dazu mißbrauchen, um zu filibustern, eine für Sie typische Angewohnheit hier, denn der Herr Abgeordnete Haigermoser nimmt sich eine der Anfragebeantwortungen der Ministerien heraus, und zwar in diesem Fall die Beantwortung durch Herrn Minister Ditz, und vergleicht sie nicht mit der Beantwortung der anderen Ministerien und macht dem Herrn Minister Ditz Vorwürfe, die gänzlich ungerechtfertigt sind. (Abg. Haigermoser: Seine eigenen Angaben habe ich zitiert!) Herr Abgeordneter Haigermoser! Ich weiß, Sie können nicht zuhören. (Abg. Haigermoser: O ja! Ich hänge an Ihren Lippen!) Nein, Sie können es nicht, sonst würden Sie mich einmal aussprechen lassen. Herr Abgeordneter Haigermoser! Ich habe da, was die Studien betrifft, die Anfragebeantwortung des Herrn Finanzministers Klima zur Frage drei, wo es eindeutig heißt: Die gegenständlichen Aufträge wurden an Institute, nationale und internationale Betriebsberatungsfirmen und Einzelpersonen vergeben. Darin wurden nur die Themenschwerpunkte angeführt und nicht einmal die einzelnen Studien. Das gilt auch für Minister Hums.
Abg. Haigermoser: O ja! Ich hänge an Ihren Lippen!
Abgeordnete Ingrid Tichy-Schreder (ÖVP): Herr Präsident! Herr Minister! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Was die "F" vom Parlamentarismus hält, zeigt sich an dieser ... (Abg. Rossmann: Die Freiheitlichen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Richtig, jetzt heißt es wieder "Die Freiheitlichen". Was die Freiheitlichen also vom Parlamentarismus halten, sieht man an dieser Besprechung der Beantwortung durch Herrn Minister Ditz. Es ist nämlich so, daß Sie das Parlament für sich dazu mißbrauchen, um zu filibustern, eine für Sie typische Angewohnheit hier, denn der Herr Abgeordnete Haigermoser nimmt sich eine der Anfragebeantwortungen der Ministerien heraus, und zwar in diesem Fall die Beantwortung durch Herrn Minister Ditz, und vergleicht sie nicht mit der Beantwortung der anderen Ministerien und macht dem Herrn Minister Ditz Vorwürfe, die gänzlich ungerechtfertigt sind. (Abg. Haigermoser: Seine eigenen Angaben habe ich zitiert!) Herr Abgeordneter Haigermoser! Ich weiß, Sie können nicht zuhören. (Abg. Haigermoser: O ja! Ich hänge an Ihren Lippen!) Nein, Sie können es nicht, sonst würden Sie mich einmal aussprechen lassen. Herr Abgeordneter Haigermoser! Ich habe da, was die Studien betrifft, die Anfragebeantwortung des Herrn Finanzministers Klima zur Frage drei, wo es eindeutig heißt: Die gegenständlichen Aufträge wurden an Institute, nationale und internationale Betriebsberatungsfirmen und Einzelpersonen vergeben. Darin wurden nur die Themenschwerpunkte angeführt und nicht einmal die einzelnen Studien. Das gilt auch für Minister Hums.
Abg. Haigermoser: Was denn?! Ich bin doch kein Detektivbüro!
Herr Abgeordneter Haigermoser! Aber das, was Sie als Abgeordneter machen können, das haben Sie nicht gemacht. Sie bezweifeln den Wert der Studien, aber ... (Abg. Haigermoser: Was denn?! Ich bin doch kein Detektivbüro!) Herr Abgeordneter! Ich weiß, Sie können nicht zuhören! (Abg. Haigermoser: Ich bin doch nicht "Argus"!) Herr Abgeordneter! Sie können nicht zuhören, ich weiß es, und deshalb werden Ihre Beiträge auch nicht ernst genommen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Haigermoser: Ich bin doch nicht "Argus"!
Herr Abgeordneter Haigermoser! Aber das, was Sie als Abgeordneter machen können, das haben Sie nicht gemacht. Sie bezweifeln den Wert der Studien, aber ... (Abg. Haigermoser: Was denn?! Ich bin doch kein Detektivbüro!) Herr Abgeordneter! Ich weiß, Sie können nicht zuhören! (Abg. Haigermoser: Ich bin doch nicht "Argus"!) Herr Abgeordneter! Sie können nicht zuhören, ich weiß es, und deshalb werden Ihre Beiträge auch nicht ernst genommen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Abgeordneter Haigermoser! Aber das, was Sie als Abgeordneter machen können, das haben Sie nicht gemacht. Sie bezweifeln den Wert der Studien, aber ... (Abg. Haigermoser: Was denn?! Ich bin doch kein Detektivbüro!) Herr Abgeordneter! Ich weiß, Sie können nicht zuhören! (Abg. Haigermoser: Ich bin doch nicht "Argus"!) Herr Abgeordneter! Sie können nicht zuhören, ich weiß es, und deshalb werden Ihre Beiträge auch nicht ernst genommen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Abgeordneter Haigermoser! Gerade das zeigt, daß Sie von Wirtschaft wenig verstehen. Denn gerade das, was unsere Vorfahren da und dort gemacht haben, ist für die Zukunft, dafür, wie wir weitertun können, gerade bei 1000 Jahren Gastlichkeit, wichtig, um das Tourismusland Österreich entsprechend zu präsentieren, um zu zeigen, wo die Traditionen sind, wo wir etwas Neues erbringen können. Das sind die Chancen für unser Land! Sie erkennen diese Chancen aber nicht, ich habe es gemerkt. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Trattner: Du leidest an Verfolgungswahn!
Abgeordneter Mag. Helmut Peter (Liberales Forum): Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Bundesminister! Ich frage mich ehrlich: Warum tun Sie sich das an? – Sie wissen doch, daß die freiheitliche Fraktion wirklich alles versucht, um hinter allem und jedem einen Skandal zu wittern (Abg. Mag. Trattner: Du leidest an Verfolgungswahn!), und diese Anfragebeantwortung, die Sie völlig unnötigerweise geliefert haben, bietet natürlich einer Fraktion, die darauf aus ist, die Möglichkeit, daraus eine parlamentarische Anfragebesprechung und ein gewisses Heckmeck zu machen. (Abg. Rossmann: Auch Sie verkaufen sich teilweise, wie man hört!) – Gut, wir haben das jetzt zur Kenntnis genommen und fahren fort. (Heiterkeit.)
Abg. Rossmann: Auch Sie verkaufen sich teilweise, wie man hört!
Abgeordneter Mag. Helmut Peter (Liberales Forum): Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Bundesminister! Ich frage mich ehrlich: Warum tun Sie sich das an? – Sie wissen doch, daß die freiheitliche Fraktion wirklich alles versucht, um hinter allem und jedem einen Skandal zu wittern (Abg. Mag. Trattner: Du leidest an Verfolgungswahn!), und diese Anfragebeantwortung, die Sie völlig unnötigerweise geliefert haben, bietet natürlich einer Fraktion, die darauf aus ist, die Möglichkeit, daraus eine parlamentarische Anfragebesprechung und ein gewisses Heckmeck zu machen. (Abg. Rossmann: Auch Sie verkaufen sich teilweise, wie man hört!) – Gut, wir haben das jetzt zur Kenntnis genommen und fahren fort. (Heiterkeit.)
Heiterkeit.
Abgeordneter Mag. Helmut Peter (Liberales Forum): Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Bundesminister! Ich frage mich ehrlich: Warum tun Sie sich das an? – Sie wissen doch, daß die freiheitliche Fraktion wirklich alles versucht, um hinter allem und jedem einen Skandal zu wittern (Abg. Mag. Trattner: Du leidest an Verfolgungswahn!), und diese Anfragebeantwortung, die Sie völlig unnötigerweise geliefert haben, bietet natürlich einer Fraktion, die darauf aus ist, die Möglichkeit, daraus eine parlamentarische Anfragebesprechung und ein gewisses Heckmeck zu machen. (Abg. Rossmann: Auch Sie verkaufen sich teilweise, wie man hört!) – Gut, wir haben das jetzt zur Kenntnis genommen und fahren fort. (Heiterkeit.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Sie haben die wirklich wichtige Aufgabe, die Rahmenbedingungen des Wirtschaftens und die Förderungspolitik zu gestalten, und ich bin davon überzeugt, Herr Wirtschaftsminister, daß Sie dazu Gutachten, Studien und Umfragen im Sinne des outsourcing brauchen. Ich möchte Ihnen ausgesprochen gratulieren zu der letzten Studie, die Sie im Haus gemacht haben, und zwar zur Studie von Herrn Sektionsleiter Dr. Handler, mit dem Titel: Wirtschaftsstandort Österreich. Diese halte ich für ausgezeichnet. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich bitte Sie daher, Herr Wirtschaftsminister: Zeigen Sie mehr Transparenz in der Vergabe, beantworten Sie die Anfragen halt so, wie sich die Abgeordneten das mit Recht erwarten, und vor allem: Pflegen Sie mehr Kommunikation mit den Abgeordneten, stellen Sie uns diese Studien zur Verfügung! Auch wir wollen den Wissensstand haben, über den Sie durch diese wichtigen Studien verfügen. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Rufe bei der ÖVP: Ist ja nicht so wichtig!
Abgeordneter Dr. Kurt Heindl (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Ich muß ehrlich sagen ... Ach! Jetzt ist er nicht da, der Helmut Haigermoser. (Rufe bei der ÖVP: Ist ja nicht so wichtig!) Doch, doch, es geht um Wichtiges. Es geht nämlich tatsächlich darum, wie ernst wir uns selbst bei der Arbeit nehmen. Denn ich habe mir die Unterlage angeschaut und mich gefragt: Was wird da kritisiert? – Und beim ersten Überfliegen habe ich mir
Abg. Mag. Trattner: Das ist nicht das Problem!
Was ich aber, wenn ich das ernst nehme, nicht verstehe, Herr Kollege Trattner – Sie sind ja der Anfragesteller –, ist folgendes: Warum haben wir – und das meine ich wirklich ernst – nicht jedes einzelne Thema dieser Umfragen im Wirtschaftsausschuß besprochen? – Dabei kann man noch verschiedener Auffassung sein, ob die eine oder andere Expertise zuviel war oder ob man sie anders hätte anlegen sollen. Faktum ist, daß es im Prinzip richtig war, sie einzuholen. Was soll denn, bitte, ein Wirtschaftsministerium auch anderes für die Einführung von ordentlichen Rahmenbedingungen tun – noch dazu ist es für den Fremdenverkehr ja gar nicht zuständig –, als entsprechende Unterlagen zu beschaffen, damit die Normadressaten, die in der Wirtschaft Tätigen, anhand dieser Analysen und Expertisen reagieren können? – Das ist eine gute Tat! (Abg. Mag. Trattner: Das ist nicht das Problem!)
Zwischenruf des Abg. Haigermoser.
Mein Appell wäre nur: Wenn Sie es ernst nehmen, dann diskutieren wir es morgen beim Kapitel Wirtschaft oder beim nächsten Bericht über den Tourismus oder beim nächsten Bericht über die Exportwirtschaft oder beim nächsten Mal, wenn wir über die Berufsausbildung diskutieren. Jedes einzelne Thema für sich ist wichtig! Ich würde auch meinen, da könnte man dann auch das Thema diskutieren, ob man den einen oder anderen Ersteller einer Expertise oder Analyse bekanntgibt. Im Ausschuß können wir über all das reden. Ich bin überzeugt, der Herr Wirtschaftsminister hätte es uns gesagt. Warum soll er es verheimlichen? – Er wird einen Grund gehabt haben, wenn er jetzt sagt, in der Öffentlichkeit diskutieren wir nicht darüber. (Zwischenruf des Abg. Haigermoser. )
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich sage euch zum Schluß eines, und das ist meine wirkliche Überzeugung – ich habe es mir noch aufschreiben wollen, aber da bin ich schon zur Rede aufgerufen worden –: Es kommt mir wirklich so vor: Man kann durch Gesundbeten, glaube ich, eine vielleicht aufkeimende Rezession nicht verhindern. Aber eines kann man garantiert: Durch Krankjammern eine herbeiführen! – Und das seid ihr im Begriff zu tun! – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Tichy-Schreder: Ja!
Viel mehr interessiert mich jetzt, nachdem wir dieses Konvolut haben, wie viele dieser Studien denn jetzt schon fertig sind, speziell die aus 1994/95 würden mich interessieren. Es ist nur die Frage – einer meiner Vorredner hat das schon angedeutet –: Bekommt man sie dann auch? (Abg. Tichy-Schreder: Ja!) Na ja, Frau Kollegin Tichy-Schreder, immer ist es nicht so! Der Wifo-Verteilungsbericht ist seit Monaten fertig, liegt seit Monaten im Finanzministerium, und das Finanzministerium findet immer noch etwas, was man immer noch ein bißchen ergänzen sollte oder ein bißchen korrigieren sollte, gerade so, daß er halt immer noch nicht der Öffentlichkeit vorgestellt werden kann. Auf diese Art kann man die Veröffentlichung einer Studie natürlich nicht nur um Monate, sondern um Jahre verzögern. Und ich hoffe nicht, daß das die Politik von Herrn Minister Ditz ist!
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Sie werden wahrscheinlich dazu noch Stellung nehmen, Herr Bundesminister. Ich würde Ihre Zusage begrüßen, daß wir all die Studien, die wir demnächst bei Ihnen anfordern werden, sofern sie einigermaßen fertig sind, auch von Ihnen umgehend bekommen werden. Es sind etliche darunter, die auch für uns sehr interessant sein werden. Es sind etliche – das hat mich überrascht – zum Umweltbereich im weitesten Sinn darunter, zur Technologieförderung, zu allen möglichen, sehr interessanten Fragen, womit ich nicht ausschließen will, daß man bei der einen oder anderen Studie auch aus meiner Sicht, wenn ich sie im Detail kennen würde, sagen könnte: Na das war jetzt unbedingt notwendig zu erforschen? – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Abg. Haigermoser: Herr Minister! Ich habe sie nicht in Frage gestellt, ich wollte nur wissen, von wem sie sind!
Hier meine ich schon, daß grundsätzlich, Herr Abgeordneter Haigermoser, Studien möglicherweise wichtiger und wesentlicher sind als Zinsenstützungsaktionen. (Abg. Haigermoser: Herr Minister! Ich habe sie nicht in Frage gestellt, ich wollte nur wissen, von wem sie sind!) Sie sollten vorsichtig damit sein, Äpfel und Birnen miteinander zu vergleichen. Wenn die richtigen Schlußfolgerungen gezogen werden, werden wir insgesamt davon profitieren. Ich kann Ihnen auch einige Beispiele nennen, die das belegen. (Abg. Haigermoser: Es wurde nicht in Frage gestellt!) Ich beantworte es aber trotzdem, lassen Sie mich meine Antwort geben, ich höre Ihnen ja auch zu.
Abg. Haigermoser: Es wurde nicht in Frage gestellt!
Hier meine ich schon, daß grundsätzlich, Herr Abgeordneter Haigermoser, Studien möglicherweise wichtiger und wesentlicher sind als Zinsenstützungsaktionen. (Abg. Haigermoser: Herr Minister! Ich habe sie nicht in Frage gestellt, ich wollte nur wissen, von wem sie sind!) Sie sollten vorsichtig damit sein, Äpfel und Birnen miteinander zu vergleichen. Wenn die richtigen Schlußfolgerungen gezogen werden, werden wir insgesamt davon profitieren. Ich kann Ihnen auch einige Beispiele nennen, die das belegen. (Abg. Haigermoser: Es wurde nicht in Frage gestellt!) Ich beantworte es aber trotzdem, lassen Sie mich meine Antwort geben, ich höre Ihnen ja auch zu.
Beifall bei der ÖVP.
Sie sagen, ich hätte Studien gemacht und dann zum Beispiel die Getränkesteuer nicht abgeschafft. Dazu muß ich Ihnen sagen: Der einzige, der je im Bereich der Getränkebesteuerung etwas bewegt hat, war ich als Finanzstaatssekretär gemeinsam mit dem Finanzminister Lacina. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich glaube, daß man damit nachweisen kann, daß dieser höhere Mittelansatz im Jahre 1995 gerechtfertigt ist, und Sie können sicher sein, daß wir insgesamt in meinem Ressort in allen Bereichen, auch im Bereich der Studien, sparsam umgehen, was nicht bedeutet – und diesbezüglich gebe ich Herrn Abgeordneten Van der Bellen recht –, daß jede Studie, die wir machen, das Gelbe vom Ei ist. – Danke vielmals. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Haigermoser: Hallo!
Um noch einmal zu dieser Studie zurückzukommen, zu dieser besonderen Verkehrswegerechnung-Straße-Österreich aus 1993: Ich habe immer geglaubt und bin heute noch überzeugt, daß der Kollege Van der Bellen ein exzellenter Fachmann, Experte ist, aber ich habe mir auch immer gedacht, er ist unbestechlich. Ich hoffe, daß ich auch noch nach einer Antwort des Ministers oder von Ihnen selbst diesen Eindruck habe. Diese Studie scheint nämlich gar nicht in der Aufzählung des Herrn Bundesministers in der Anfragebeantwortung auf, sie kommt gar nicht vor. Sie ist eindeutig gezeichnet, im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Angelegenheiten, es liegt ein Endbericht vor, folglich müßte sie fertig sein. Sie ist aber in der Aufzählung in der Anfragebeantwortung nicht enthalten. Etwas ist mir ganz besonders sauer aufgestoßen – Herr Kollege Heindl, ich glaube, über solche Dinge sollten wir schon in diesem Zusammenhang reden –: Hier steht unter Anmerkung 1: "Geschönte Ausgabe für den journalistischen Gebrauch, ohne Angabe von monetären Werten". (Abg. Haigermoser: Hallo!)
Abg. Haigermoser: Was ist, Lukesch?
Öffentlich in Auftrag gegebene Studien werden vom Herrn Bundesminister in seiner Anfragebeantwortung nicht erwähnt. (Abg. Haigermoser: Was ist, Lukesch?) Ich sehe hier, es handelt sich um eine geschönte, also um eine manipulative Ausgabe dieser Studie, um hier der Öffentlichkeit ein anderes Bild zu geben, als vielleicht die Studie beinhaltet. Und da ergeben sich schon einige Fragen, meine sehr geehrten Damen und Herren (Abg. Haigermoser: Viele Fragen!), an Sie, Herr Van der Bellen, und an Sie, Herr Bundesminister. Mich würde interessieren, wie diese Ausgabe überhaupt zustande gekommen ist, vor allem, was geschönt wird in einer verschönerten Ausgabe einer Studie des Bundesministeriums. Dieser Titel trägt Ihren Namen. (Abg. Schwarzenberger: Mit Blumen verschönt!) Es ist wahrscheinlich auch von Ihnen unterschrieben, ich weiß es nicht.
Abg. Haigermoser: Viele Fragen!
Öffentlich in Auftrag gegebene Studien werden vom Herrn Bundesminister in seiner Anfragebeantwortung nicht erwähnt. (Abg. Haigermoser: Was ist, Lukesch?) Ich sehe hier, es handelt sich um eine geschönte, also um eine manipulative Ausgabe dieser Studie, um hier der Öffentlichkeit ein anderes Bild zu geben, als vielleicht die Studie beinhaltet. Und da ergeben sich schon einige Fragen, meine sehr geehrten Damen und Herren (Abg. Haigermoser: Viele Fragen!), an Sie, Herr Van der Bellen, und an Sie, Herr Bundesminister. Mich würde interessieren, wie diese Ausgabe überhaupt zustande gekommen ist, vor allem, was geschönt wird in einer verschönerten Ausgabe einer Studie des Bundesministeriums. Dieser Titel trägt Ihren Namen. (Abg. Schwarzenberger: Mit Blumen verschönt!) Es ist wahrscheinlich auch von Ihnen unterschrieben, ich weiß es nicht.
Abg. Schwarzenberger: Mit Blumen verschönt!
Öffentlich in Auftrag gegebene Studien werden vom Herrn Bundesminister in seiner Anfragebeantwortung nicht erwähnt. (Abg. Haigermoser: Was ist, Lukesch?) Ich sehe hier, es handelt sich um eine geschönte, also um eine manipulative Ausgabe dieser Studie, um hier der Öffentlichkeit ein anderes Bild zu geben, als vielleicht die Studie beinhaltet. Und da ergeben sich schon einige Fragen, meine sehr geehrten Damen und Herren (Abg. Haigermoser: Viele Fragen!), an Sie, Herr Van der Bellen, und an Sie, Herr Bundesminister. Mich würde interessieren, wie diese Ausgabe überhaupt zustande gekommen ist, vor allem, was geschönt wird in einer verschönerten Ausgabe einer Studie des Bundesministeriums. Dieser Titel trägt Ihren Namen. (Abg. Schwarzenberger: Mit Blumen verschönt!) Es ist wahrscheinlich auch von Ihnen unterschrieben, ich weiß es nicht.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das sind alles Dinge, über die wir schon sprechen sollten. Deswegen tut es mir leid, daß der Minister sich vor meiner Wortmeldung zu Wort gemeldet hat. Aber ich glaube, wir werden von beiden Betroffenen noch eine Antwort erhalten. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Schwarzenberger: Soviel ist der Tourismus dem Wirtschaftsministerium wert!
Werter Herr Bundesminister! Es ist schon unglaublich, daß alleine für die Fremdenverkehrswirtschaft in vier Jahren 100 Studien – Sie haben sich ein bissel verzählt, ich habe genau nachgezählt – erstellt wurden. Ich habe mir die Mühe gemacht, die Kosten auszurechnen, die dadurch entstanden sind, und bin auf einen Betrag von 153 Millionen Schilling gekommen. Insgesamt hat das Wirtschaftsministerium 288 Studien in vier Jahren erstellt. (Abg. Schwarzenberger: Soviel ist der Tourismus dem Wirtschaftsministerium wert!) Auf die Erfolge komme ich noch zurück.
Abg. Schwarzenberger: Also wird für den Fremdenverkehr zuviel getan?
Und wenn man jetzt den Durchschnitt pro Studie hernimmt, sind es trotzdem immer noch 500 000 S pro Studie. Ich glaube, darüber sollten wir uns schon unterhalten, ob das sinnvoll ist, ob da nicht doch eine gewisse Geldverschwendung an Steuermitteln dahintersteckt (Abg. Schwarzenberger: Also wird für den Fremdenverkehr zuviel getan?) Da ergeben sich für mich Fragen und Ungereimtheiten.
Abg. Mag. Mühlbachler: Im Straßenbau ist das doch üblich!
Und jetzt frage ich Sie: Haben Sie sich wirklich überlegt, daß das Steuergelder sind, mit denen Sie die Studien finanzieren? Sie haben die Verantwortung dem Steuerzahler und auch diesem Haus gegenüber, was damit passiert und wie Sie die Studien kommunizieren (Abg. Mag. Mühlbachler: Im Straßenbau ist das doch üblich!) Da möchte ich meinen, daß nicht nur dieses Haus, sondern auch der österreichische Staatsbürger sehr wohl das Recht haben, in diese Studien Einsicht zu nehmen. Und was heißt das, daß das nichtöffentliche Studien sind? Sie werden mit öffentlichen Mittel finanziert, und die Studien haben öffentlich zu sein. Das ist meine Meinung! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Und jetzt frage ich Sie: Haben Sie sich wirklich überlegt, daß das Steuergelder sind, mit denen Sie die Studien finanzieren? Sie haben die Verantwortung dem Steuerzahler und auch diesem Haus gegenüber, was damit passiert und wie Sie die Studien kommunizieren (Abg. Mag. Mühlbachler: Im Straßenbau ist das doch üblich!) Da möchte ich meinen, daß nicht nur dieses Haus, sondern auch der österreichische Staatsbürger sehr wohl das Recht haben, in diese Studien Einsicht zu nehmen. Und was heißt das, daß das nichtöffentliche Studien sind? Sie werden mit öffentlichen Mittel finanziert, und die Studien haben öffentlich zu sein. Das ist meine Meinung! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Oder erstellen Sie Studien in Millionenhöhe auf Kosten der Steuerzahler und der vielen kleinen Gewerbetreibenden, die, bevor je eine Studie zur Umsetzung kommt, schon längst das Opfer eines sozusagen wieder neuen Belastungspaketes geworden sind, sodaß die Studien gar nicht mehr benötigt werden, weil sie in der Zwischenzeit schon obsolet geworden sind? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Mühlbachler.
Ich habe nachgerechnet, Sie haben zehn Sektionen und 80 Abteilungen, Sie haben Fachbeamte. Und da frage ich mich schon bezüglich Ihres Ministeriums: Ist es immer notwendig, sämtliche Studien außer Haus zu vergeben? Ich glaube, vieles könnte auch im Ministerium erstellt werden. Aber wahrscheinlich beschäftigt man auch gewisse Parteifreunde damit, gibt quasi eine Beschäftigungsgarantie. Wir haben es heute schon gehört: Der macht die eine Studie, die nächste dann als Folgestudie. (Zwischenruf des Abg. Mag. Mühlbachler. ) – Ich verstehe Sie nicht. Wenn, dann müssen Sie schon lauter sprechen. – Oder Sie wollen damit Ihr politisches Handeln rechtfertigen. Da muß ich sagen: Die Anfragebeantwortung des Umweltministeriums war wesentlich ausführlicher als Ihre. Wir bekamen eine genaue Aufstellung über Kosten der Studien und auch darüber, an wem sie erstellt wurden.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Das können wir ja einmal vom Rechnungshof prüfen lassen!
Herr Minister! Abschließend hätte ich eine konkrete Frage in bezug auf die Rolle des Herrn Smeral, und das würde mich schon sehr interessieren. Der Herr Smeral sitzt doch jetzt im erweiterten Direktorium der Österreich-Werbung und holt sich dort die Informationen direkt vor Ort. Ich glaube, der Herr Smeral hat gerade im Tourismusbereich bei Ihnen doch ein dementsprechendes Gewicht, sodaß ich über die Rolle des Herrn Smeral gerne von Ihnen etwas gehört hätte. Er sitzt jetzt im Direktorium der Österreich-Werbung, kann dort sein theoretisches Wissen einbringen, kann aber umgekehrt auch natürlich sämtliche Informationen erhalten. Es würde für mich eher bedenklich sein, wenn dann der Herr Smeral herginge – ich spreche im Konjunktiv – und den Tourismusbericht 1996 dann aufgrund seines Wissensstandes, den er sich im Direktorium der Österreich-Werbung geholt hatte, erstellen würde. Das wäre noch nicht alles. Aber wenn er sich dann den Tourismusbericht 1996 auch noch vom Wirtschaftsministerium bezahlen ließe, dann wäre das, finde ich, verwerflich. Es wird unsere Aufgabe in diesem Haus sein – und ich glaube, es interessiert sonst niemanden so genau wie uns –, spätestens beim Tourismusbericht 1996 genau nachzufragen, von wem er und auf welcher Grundlage er erstellt wurde. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Das können wir ja einmal vom Rechnungshof prüfen lassen!)
Abg. Dr. Heindl: Das ist mir ein Vergnügen!
Abgeordneter Mag. Gilbert Trattner (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Kollege Heindl! Entschuldigen Sie, ich muß ein bisserl auf Sie eingehen. (Abg. Dr. Heindl: Das ist mir ein Vergnügen!) Aber wir dürfen wohl eine Anfrage stellen über die Anzahl der Gutachten, welche Gutachten erstellt worden sind. Herr Kollege Heindl! Es geht immerhin bei allen Ministerien um eine Größenordnung von 1 Milliarde Schilling. Man kann auch über den Stil und die Art und Weise, wie diese Anfragen beantwortet werden, debattieren. (Abg. Dr. Heindl: Das ist ein eigenes Thema!) Das ist ein eigenes Thema. Wir provozieren da gar nichts, und die Beantwortung der Anfrage erscheint uns von der freiheitlichen Fraktion ungenügend. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Heindl: Das war aber nicht meine Aussage!) Deswegen haben wir diese Besprechung verlangt. Das ist das parlamentarische Recht. (Zwischenruf des Abg. Dr. Heindl. ) Herr Kollege Heindl! Das war der Grund, warum wir diese Besprechung dann verlangt haben.
Abg. Dr. Heindl: Das ist ein eigenes Thema!
Abgeordneter Mag. Gilbert Trattner (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Kollege Heindl! Entschuldigen Sie, ich muß ein bisserl auf Sie eingehen. (Abg. Dr. Heindl: Das ist mir ein Vergnügen!) Aber wir dürfen wohl eine Anfrage stellen über die Anzahl der Gutachten, welche Gutachten erstellt worden sind. Herr Kollege Heindl! Es geht immerhin bei allen Ministerien um eine Größenordnung von 1 Milliarde Schilling. Man kann auch über den Stil und die Art und Weise, wie diese Anfragen beantwortet werden, debattieren. (Abg. Dr. Heindl: Das ist ein eigenes Thema!) Das ist ein eigenes Thema. Wir provozieren da gar nichts, und die Beantwortung der Anfrage erscheint uns von der freiheitlichen Fraktion ungenügend. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Heindl: Das war aber nicht meine Aussage!) Deswegen haben wir diese Besprechung verlangt. Das ist das parlamentarische Recht. (Zwischenruf des Abg. Dr. Heindl. ) Herr Kollege Heindl! Das war der Grund, warum wir diese Besprechung dann verlangt haben.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Heindl: Das war aber nicht meine Aussage!
Abgeordneter Mag. Gilbert Trattner (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Kollege Heindl! Entschuldigen Sie, ich muß ein bisserl auf Sie eingehen. (Abg. Dr. Heindl: Das ist mir ein Vergnügen!) Aber wir dürfen wohl eine Anfrage stellen über die Anzahl der Gutachten, welche Gutachten erstellt worden sind. Herr Kollege Heindl! Es geht immerhin bei allen Ministerien um eine Größenordnung von 1 Milliarde Schilling. Man kann auch über den Stil und die Art und Weise, wie diese Anfragen beantwortet werden, debattieren. (Abg. Dr. Heindl: Das ist ein eigenes Thema!) Das ist ein eigenes Thema. Wir provozieren da gar nichts, und die Beantwortung der Anfrage erscheint uns von der freiheitlichen Fraktion ungenügend. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Heindl: Das war aber nicht meine Aussage!) Deswegen haben wir diese Besprechung verlangt. Das ist das parlamentarische Recht. (Zwischenruf des Abg. Dr. Heindl. ) Herr Kollege Heindl! Das war der Grund, warum wir diese Besprechung dann verlangt haben.
Zwischenruf des Abg. Dr. Heindl.
Abgeordneter Mag. Gilbert Trattner (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Kollege Heindl! Entschuldigen Sie, ich muß ein bisserl auf Sie eingehen. (Abg. Dr. Heindl: Das ist mir ein Vergnügen!) Aber wir dürfen wohl eine Anfrage stellen über die Anzahl der Gutachten, welche Gutachten erstellt worden sind. Herr Kollege Heindl! Es geht immerhin bei allen Ministerien um eine Größenordnung von 1 Milliarde Schilling. Man kann auch über den Stil und die Art und Weise, wie diese Anfragen beantwortet werden, debattieren. (Abg. Dr. Heindl: Das ist ein eigenes Thema!) Das ist ein eigenes Thema. Wir provozieren da gar nichts, und die Beantwortung der Anfrage erscheint uns von der freiheitlichen Fraktion ungenügend. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Heindl: Das war aber nicht meine Aussage!) Deswegen haben wir diese Besprechung verlangt. Das ist das parlamentarische Recht. (Zwischenruf des Abg. Dr. Heindl. ) Herr Kollege Heindl! Das war der Grund, warum wir diese Besprechung dann verlangt haben.
Bundesminister Dr. Ditz: Weil es nicht gefragt war!
Da wir gehört haben, daß ein Gutachten in dieser taxativen Aufstellung gar nicht aufscheint, kann es auch möglich sein ... (Bundesminister Dr. Ditz: Weil es nicht gefragt war!) Was heißt, nicht gefragt war? Es ist gefragt worden nach den Gutachten von 1992 bis 1995. (Bundesminister Dr. Ditz: In Auftrag gegeben!) Ich korrigiere: in Auftrag gegeben. Da haben Sie recht, ja. Wenn die Auftragsvergabe im Jahr 1991 war, dann konnten Sie es natürlich nicht wissen. Aber nach unseren Informationen gibt es auch Gutachten in Ihrem Ressort, bestimmte Studien im Eisenbahnbereich, wo man eben sagt: Soll man dieses Gutachten jetzt überhaupt anführen oder nicht? Es gibt dort eine Gegenverrechnung, also führen wir es nicht an. So besteht eher die Gefahr, daß sehr viele Gutachten vorhanden sind, die eben nicht Grundlage für eine politische Entscheidung sind, was sie eigentlich sein sollten, sondern es gibt auch sehr viele Gutachten, die eine politische Entscheidung erst im nachhinein rechtfertigen sollen. Wenn solche Gutachten in Auftrag gegeben werden, dann ist es eigentlich nicht im Sinn der Sache, diese Gutachten erstellen zu lassen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Bundesminister Dr. Ditz: In Auftrag gegeben!
Da wir gehört haben, daß ein Gutachten in dieser taxativen Aufstellung gar nicht aufscheint, kann es auch möglich sein ... (Bundesminister Dr. Ditz: Weil es nicht gefragt war!) Was heißt, nicht gefragt war? Es ist gefragt worden nach den Gutachten von 1992 bis 1995. (Bundesminister Dr. Ditz: In Auftrag gegeben!) Ich korrigiere: in Auftrag gegeben. Da haben Sie recht, ja. Wenn die Auftragsvergabe im Jahr 1991 war, dann konnten Sie es natürlich nicht wissen. Aber nach unseren Informationen gibt es auch Gutachten in Ihrem Ressort, bestimmte Studien im Eisenbahnbereich, wo man eben sagt: Soll man dieses Gutachten jetzt überhaupt anführen oder nicht? Es gibt dort eine Gegenverrechnung, also führen wir es nicht an. So besteht eher die Gefahr, daß sehr viele Gutachten vorhanden sind, die eben nicht Grundlage für eine politische Entscheidung sind, was sie eigentlich sein sollten, sondern es gibt auch sehr viele Gutachten, die eine politische Entscheidung erst im nachhinein rechtfertigen sollen. Wenn solche Gutachten in Auftrag gegeben werden, dann ist es eigentlich nicht im Sinn der Sache, diese Gutachten erstellen zu lassen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Da wir gehört haben, daß ein Gutachten in dieser taxativen Aufstellung gar nicht aufscheint, kann es auch möglich sein ... (Bundesminister Dr. Ditz: Weil es nicht gefragt war!) Was heißt, nicht gefragt war? Es ist gefragt worden nach den Gutachten von 1992 bis 1995. (Bundesminister Dr. Ditz: In Auftrag gegeben!) Ich korrigiere: in Auftrag gegeben. Da haben Sie recht, ja. Wenn die Auftragsvergabe im Jahr 1991 war, dann konnten Sie es natürlich nicht wissen. Aber nach unseren Informationen gibt es auch Gutachten in Ihrem Ressort, bestimmte Studien im Eisenbahnbereich, wo man eben sagt: Soll man dieses Gutachten jetzt überhaupt anführen oder nicht? Es gibt dort eine Gegenverrechnung, also führen wir es nicht an. So besteht eher die Gefahr, daß sehr viele Gutachten vorhanden sind, die eben nicht Grundlage für eine politische Entscheidung sind, was sie eigentlich sein sollten, sondern es gibt auch sehr viele Gutachten, die eine politische Entscheidung erst im nachhinein rechtfertigen sollen. Wenn solche Gutachten in Auftrag gegeben werden, dann ist es eigentlich nicht im Sinn der Sache, diese Gutachten erstellen zu lassen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Peter: Wir können doch jetzt nicht eine Tourismusdebatte hier machen!
Herr Wirtschaftsminister! Sie haben in dieser Anfragebeantwortung überhaupt keinen Hinweis gegeben, wer diese Gutachten erstellt hat, wie hoch die Preise für diese Gutachten waren. Ich nehme nur zwei Beispiele heraus, damit wir ein bisserl konkreter werden: Sie haben immer gesagt, wenn wir im Tourismus etwas bewegen wollen, wenn wir in unserer Tourismuspolitik etwas bewegen wollen, dann brauchen wir ein Gutachten als Grundlage. Jetzt haben Sie über hundert Gutachten erstellen lassen, vom "Krisenmanagement im Tourismus" bis über "1 000 Jahre Gastlichkeit in Österreich" – geändert an der Tourismuspolitik hat sich aber überhaupt nichts. (Abg. Mag. Peter: Wir können doch jetzt nicht eine Tourismusdebatte hier machen!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Peter! Wenn Sie sich als Mitglied einer Oppositionspartei darüber noch aufregen, dann muß ich Ihnen ganz ehrlich sagen: Legen Sie sich mit den Regierungsparteien ins Bett! Sie brauchen Sie jetzt leider nicht mehr. Aber hoffen Sie bei der nächsten Wahl, daß sie die Zweidrittelmehrheit nicht mehr erreichen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Eder: Ich war dort und weiß, wo das ist! Es ist zwischen Brühl und Köln! Der Datenschutz ist kein Problem!
Sie haben gesagt, Sie haben sehr viele Studien beziehungsweise Gutachten im Bereich des Verkehrs wegen Road-Pricing für LKW, wegen Road-Pricing für PKW erstellen lassen. Sie wissen auch selbst ganz genau, ein Teil dieser Einnahmen aus dem Road-Pricing fließt nach Ihrer Prognoserechnung bereits in die künftigen Budgets ein, und Sie wissen auch ganz genau, daß dieses Road-Pricing-System, wie die Studie über die A 555 in der Nähe von Stuttgart zeigt, aus kosten- und datentechnischen Gründen nicht durchführbar ist. (Abg. Eder: Ich war dort und weiß, wo das ist! Es ist zwischen Brühl und Köln! Der Datenschutz ist kein Problem!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Wirtschaftsminister! Ich gehe mit Ihnen vollkommen konform, wenn Sie sagen, Gutachten sind eine entscheidende Grundlage für künftige Gesetze. Aber wenn Sie Gutachten erstellen lassen, wo man eigentlich schon fast mutwillig den Ansatz erkennen kann, daß das eigentlich zu nichts führt, dann wird das von den Freiheitlichen entschieden abgelehnt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Meischberger: Dadurch, daß sie 1994 veröffentlicht wurde, habe ich nicht geglaubt, daß das so lange gedauert hat! Zwei Jahre werden reichen, habe ich geglaubt!
Zweitens: Es ist richtig, wie der Herr Bundesminister sagt, daß diese Studie vor 1992 beauftragt worden ist und daher in der Anfragebeantwortung nicht zu nennen war, denn Sie fragen ja ausdrücklich, wie viele und welche Gutachten et cetera in diesem Jahr in Auftrag gegeben wurden. (Abg. Ing. Meischberger: Dadurch, daß sie 1994 veröffentlicht wurde, habe ich nicht geglaubt, daß das so lange gedauert hat! Zwei Jahre werden reichen, habe ich geglaubt!) Das hat sicher länger gedauert. Aber frag mich nicht, wie lange das gedauert hat. Aber wenn es dich wirklich interessiert, kann ich ja in meinem Kalender nachschauen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Bei einem Thema ist Frau Dohnal, zumindest medial, sehr erfolgreich gewesen, nämlich beim Thema der sexuellen Belästigung. Es hat auch eine gesetzliche Regelung in diesem Zusammenhang gegeben, nämlich die Möglichkeit der Anrufung der Gleichbehandlungsanwältin. Aber gerade die Gleichbehandlungsanwältin mußte uns eingestehen, daß ein Großteil der Frauen, die die Hilfe der Anwaltschaft bisher in diesem Bereich in Anspruch genommen haben, dann ihre Arbeitsplätze verloren hat. Da frage ich mich schon: Wo ist hier die reale Verbesserung für Österreichs Frauen geblieben? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Noch einmal: Was hat denn die so gelobte höhere Erwerbsquote bei Frauen wirklich gebracht, außer zusätzlichen Beiträgen zur Sozialversicherung? Was hat sie den Frauen aber tatsächlich gebracht? – Man drängt die Frauen mit allen möglichen Argumenten ins Berufsleben, ohne die notwendigen Arbeitsplätze und die notwendigen Kinderbetreuungsmöglichkeiten zu schaffen. Man will ihnen die Berufstätigkeit mit allen Mitteln schmackhaft machen und läßt dann die Frauen immer wieder im Regen stehen. Das sind die Erfolge der österreichischen Frauenpolitik! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Steibl.
Offenbar fällt Ihnen nicht auf, daß der bereits bisher bestehende Trend zu "double income, no kids" auf diese Weise in Zukunft verstärkt wird und daß das auch gesellschaftspolitisch und volkswirtschaftlich Auswirkungen in diesem Bereich hat. (Zwischenruf der Abg. Steibl. ) Frau Ridi Steibl! Da können Sie sagen, was Sie wollen! Wenn Sie Überlegungen in diese Richtung angestellt haben, dann sind Sie in Ihrer Politik nicht durchgedrungen. (Abg. Steibl: Sie auch nicht!) Wir sind in der Opposition, wir regieren nicht, Frau Steibl. Da besteht doch ein kleiner Unterschied! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Gott sei Dank regieren Sie nicht!) Herr Kollege Parnigoni! Es geht hier um Frauenpolitik, und dafür sind Sie für mich beim besten Willen auch nicht gerade der richtige Ansprechpartner!
Abg. Steibl: Sie auch nicht!
Offenbar fällt Ihnen nicht auf, daß der bereits bisher bestehende Trend zu "double income, no kids" auf diese Weise in Zukunft verstärkt wird und daß das auch gesellschaftspolitisch und volkswirtschaftlich Auswirkungen in diesem Bereich hat. (Zwischenruf der Abg. Steibl. ) Frau Ridi Steibl! Da können Sie sagen, was Sie wollen! Wenn Sie Überlegungen in diese Richtung angestellt haben, dann sind Sie in Ihrer Politik nicht durchgedrungen. (Abg. Steibl: Sie auch nicht!) Wir sind in der Opposition, wir regieren nicht, Frau Steibl. Da besteht doch ein kleiner Unterschied! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Gott sei Dank regieren Sie nicht!) Herr Kollege Parnigoni! Es geht hier um Frauenpolitik, und dafür sind Sie für mich beim besten Willen auch nicht gerade der richtige Ansprechpartner!
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Gott sei Dank regieren Sie nicht!
Offenbar fällt Ihnen nicht auf, daß der bereits bisher bestehende Trend zu "double income, no kids" auf diese Weise in Zukunft verstärkt wird und daß das auch gesellschaftspolitisch und volkswirtschaftlich Auswirkungen in diesem Bereich hat. (Zwischenruf der Abg. Steibl. ) Frau Ridi Steibl! Da können Sie sagen, was Sie wollen! Wenn Sie Überlegungen in diese Richtung angestellt haben, dann sind Sie in Ihrer Politik nicht durchgedrungen. (Abg. Steibl: Sie auch nicht!) Wir sind in der Opposition, wir regieren nicht, Frau Steibl. Da besteht doch ein kleiner Unterschied! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Gott sei Dank regieren Sie nicht!) Herr Kollege Parnigoni! Es geht hier um Frauenpolitik, und dafür sind Sie für mich beim besten Willen auch nicht gerade der richtige Ansprechpartner!
Abg. Steibl: Was sollen wir denn tun? Sagen Sie uns etwas Besseres!
Das Hauptaugenmerk – jetzt komme ich zu euch Männern! – dieser großkoalitionären Frauenpolitik liegt, um medienwirksam zu sein – das unterstelle ich Ihnen! –, bei der Einführung der verpflichtenden Hausarbeit für Männer, wohl um von den realen wirtschaftlichen Problemen der österreichischen Frauen abzulenken. – Ich bezeichne das, was hier betrieben wird, wirklich als unverantwortliche Randgruppenpolitik! (Abg. Steibl: Was sollen wir denn tun? Sagen Sie uns etwas Besseres!)
Abg. Schwarzenberger: Wenn Sie noch lange weiterreden, werden Sie von Ihrem Klub die Rote Karte bekommen!
Frau Kollegin Steibl! Es hat auch ein Experte aus dem Justizministerium festgestellt, daß bereits die derzeitige Rechtslage, die in den §§ 89 und 95 ABGB festgehalten ist, und die Judikatur vollkommen für die Vertretung des Rechtsstandpunkts ausreichen würden, daß die Nichtmithilfe von Männern bereits derzeit eine Eheverfehlung darstellt. Allerdings kann dies erst bei nicht mehr aufrechter Ehe eingeklagt werden. Aber darüber braucht sich auch Kollegin Mertel keine Illusionen zu machen. Denn ich glaube, es ist auch in Zukunft nicht praktikabel, Eheverfehlungen bei laufender Ehe einzuklagen. (Abg. Schwarzenberger: Wenn Sie noch lange weiterreden, werden Sie von Ihrem Klub die Rote Karte bekommen!) Bitte, lassen Sie mich meine
Weiterer Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger.
Ähnliches gilt für den Vorschlag der VP-Kollegin Rauch-Kallat über den verpflichtenden Ehevertrag. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger. ) Seien Sie doch still! Sie werden schon noch sehen, wohin Sie mit Ihren Damen und Ihren Vorschlägen kommen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ähnliches gilt für den Vorschlag der VP-Kollegin Rauch-Kallat über den verpflichtenden Ehevertrag. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger. ) Seien Sie doch still! Sie werden schon noch sehen, wohin Sie mit Ihren Damen und Ihren Vorschlägen kommen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ein Schlußwort: Frau Bundesministerin! Sollten Sie wirklich Interesse daran haben, auch den freiheitlichen Frauen die Existenzberechtigung Ihres Ministeriums zu beweisen, dann ist es wirklich höchste Zeit, daß Sie sich endlich den wirtschaftlichen Problemen der österreichischen Frauen zuwenden und sich dafür einsetzen und nicht nur Ankündigungspolitik beziehungsweise Randgruppenpolitik betreiben! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Der zweite Abänderungsantrag betrifft die Regierungsvorlage zum Bundesfinanzgesetz 1997 in 71 der Beilagen. Hier möge der Nationalrat beschließen, daß eine Halbierung der Parteienförderung und eine Streichung der Presseförderung durchzuführen ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haller: Ich habe die Kernpunkte vorgetragen!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Frau Abgeordnete Haller! Habe ich Sie recht verstanden, daß noch jemand die Anträge komplett verlesen wird? (Abg. Haller: Ich habe die Kernpunkte vorgetragen!) Wir müssen die Anträge also verteilen. Sie haben nun die Kernpunkte vorgetragen, es handelt sich aber um ein relativ umfangreiches Zahlenwerk. Bitte, die Anträge zu verteilen! Ich nehme beide Abänderungsanträge zur Kenntnis, sie sind auch ausreichend unterstützt und werden in die Verhandlungen mit einbezogen.
Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.
Die diesbezüglichen sozialdemokratischen Positionen und unsere Vorhaben für eine entsprechende Novellierung des Volksgruppengesetzes sind ja bekannt; ich möchte das daher hier nicht ausführlich darstellen, sondern nur im Telegrammstil ansprechen. (Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Ich komme schon zum Schluß. Die dritte Ebene, die ich ansprechen möchte, ist die Frage des gesellschaftlichen und politischen Klimas in diesem Staat. Denn moderne, präventive, zukunftsorientierte, ja europaorientierte Volksgruppenpolitik bedarf eines Klimas der Toleranz, nicht eines der Intoleranz, bedarf eines Klimas der Zusammenarbeit und nicht der Ausgrenzung, bedarf eines Klimas des Vertrauens und nicht des Mißtrauens. Wir brauchen also einen fairen, sachlichen und zukunftsorientierten Dialog, der sicherstellt, daß Volksgruppenpolitik in Österreich weiterhin im Geiste des gegenseitigen Verstehens und des gemeinsamen Wollens weiterentwickelt werden kann. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Schwarzenberger: Sehr interessant, sehr spannend!
Frau Ministerin! Ihr Platz in der Regierung hat leider einen Preis, und diesen Preis dürfen die Frauen im Laufe dieser Legislaturperiode bezahlen! (Abg. Schwarzenberger: Sehr interessant, sehr spannend!) Herr Kollege Schwarzenberger! Sie können sich mit Ihrem Kollegen Höchtl ... (Abg. Schwarzenberger: Ich habe mit Kollegen Schwemlein gesprochen!) Na gut! Dann schlucke ich das noch einmal hinunter! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Schwarzenberger: Ich habe mit Kollegen Schwemlein gesprochen!
Frau Ministerin! Ihr Platz in der Regierung hat leider einen Preis, und diesen Preis dürfen die Frauen im Laufe dieser Legislaturperiode bezahlen! (Abg. Schwarzenberger: Sehr interessant, sehr spannend!) Herr Kollege Schwarzenberger! Sie können sich mit Ihrem Kollegen Höchtl ... (Abg. Schwarzenberger: Ich habe mit Kollegen Schwemlein gesprochen!) Na gut! Dann schlucke ich das noch einmal hinunter! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Frau Ministerin! Ihr Platz in der Regierung hat leider einen Preis, und diesen Preis dürfen die Frauen im Laufe dieser Legislaturperiode bezahlen! (Abg. Schwarzenberger: Sehr interessant, sehr spannend!) Herr Kollege Schwarzenberger! Sie können sich mit Ihrem Kollegen Höchtl ... (Abg. Schwarzenberger: Ich habe mit Kollegen Schwemlein gesprochen!) Na gut! Dann schlucke ich das noch einmal hinunter! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Wir werden auch nicht müde werden – diesbezüglich unterstütze ich die Kollegin Bauer –, flexiblere Arbeitszeitmodelle zu fordern. Das nicht nur aus wirtschaftlicher Notwendigkeit heraus, sondern auch deshalb, weil sie für alle jene Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, die Betreuungsarbeit zu leisten haben, weitaus flexiblere Bedingungen bringen würden. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Anstatt sich Gedanken über mehr Reglementierungen zu machen, sollten Sie lieber Überlegungen in Richtung treffsichere Unterhaltsregelungen und grundsätzliche sozialrechtliche Absicherung der Frauen anstellen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich freue mich für diese Kinder, die diese ausgezeichneten Betreuungsmöglichkeiten vorfinden, und ich kann nur hoffen, daß Sie ähnliche Projekte auch anderswo initiieren, um den Verdacht einer Bevorzugung dieser Kinder gegenüber anderen erst gar nicht aufkommen zu lassen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Schaffenrath: Das war nur ein Beispiel!
Wenn wir in Zukunft mehr denn je eine Glashauspolitik beziehungsweise eine Ghettopolitik für Frauen machen, dann tun wir uns Frauen selber nichts Gutes. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Schaffenrath: Das war nur ein Beispiel!)
Abg. Schaffenrath: Sie entlassen ja die Männer aus der Verantwortung!
Ich glaube, daß es unsere Aufgabe ist – sowohl Aufgabe der Männer als auch der Frauen –, Mädchen und Burschen zur Selbständigkeit hinzuführen, und daß wir so zu einer Gleichstellung beider Geschlechter kommen. Ich unterstütze das, was Rosemarie Bauer gesagt hat: Wir Mütter haben es in der Hand, den Weg für unsere Kinder – egal, ob Mädchen oder Bursch – zu ebnen. (Abg. Schaffenrath: Sie entlassen ja die Männer aus der Verantwortung!) – Und ich glaube auch, daß unsere Bundesministerin diesen Weg einschlagen wird, wenn wir ihr eine gewisse Zeit geben. (Abg. Schaffenrath: Ich möchte mich dagegen verwahren!)
Abg. Schaffenrath: Ich möchte mich dagegen verwahren!
Ich glaube, daß es unsere Aufgabe ist – sowohl Aufgabe der Männer als auch der Frauen –, Mädchen und Burschen zur Selbständigkeit hinzuführen, und daß wir so zu einer Gleichstellung beider Geschlechter kommen. Ich unterstütze das, was Rosemarie Bauer gesagt hat: Wir Mütter haben es in der Hand, den Weg für unsere Kinder – egal, ob Mädchen oder Bursch – zu ebnen. (Abg. Schaffenrath: Sie entlassen ja die Männer aus der Verantwortung!) – Und ich glaube auch, daß unsere Bundesministerin diesen Weg einschlagen wird, wenn wir ihr eine gewisse Zeit geben. (Abg. Schaffenrath: Ich möchte mich dagegen verwahren!)
Beifall bei der ÖVP.
Was meine ich damit? – Wir werden sehr, sehr schwer eine gemeinsame Novellierung des Volksgruppengesetzes bewirken können, wir, die wir den Auftrag haben, das mitzutragen, wenn es innerhalb der Beiräte so schwierig ist, miteinander zu sprechen, und wenn es dann noch Abgeordnete oder Noch-nicht-Abgeordnete gibt oder eben solche, die gerne ins Parlament kommen möchten, die da aber zündeln und letztendlich nichts zum Wohl dieser Menschen in unserem Lande beitragen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Steibl: Aber eine Errungenschaft der ÖVP!
Die zweisprachige Schule ist wirklich eine Errungenschaft (Abg. Steibl: Aber eine Errungenschaft der ÖVP!), und es hat sich einiges geändert in den letzten Jahren, darauf nehme ich ja Bezug. Es hat viele Versäumnisse gegeben, es ist aber zu einem Aufholen in den letzten Jahren gekommen, aber dann braucht man nicht hier heraußen versuchen, eine Trennung zu machen.
Abg. Schaffenrath: Schauen Sie sich den Frauenanteil an den Schulen an! Der Frauenanteil bei den Lehrerinnen: Was hat sich dadurch an den Schulen zum Besseren gewendet? Die Anwesenheit von Frauen ...
Wir haben einen Gesetzesantrag dazu eingebracht. Reden wir also über Gesetzesinitiativen, über Frauenförderungspläne, durch die Frauen im politischen, im öffentlichen Leben unterstützt werden sollen, um dahin zu kommen, wo Männer schon lange sind, nämlich auf der Karriereleiter beziehungsweise in politischen Vertretungskörpern. Ich bin überzeugt davon, daß dann hier manches anders ausschauen würde. (Abg. Schaffenrath: Schauen Sie sich den Frauenanteil an den Schulen an! Der Frauenanteil bei den Lehrerinnen: Was hat sich dadurch an den Schulen zum Besseren gewendet? Die Anwesenheit von Frauen ...)
Beifall bei den Grünen.
Vor allem im Hinblick auf die Kinderbetreuungseinrichtungen möchte ich noch einmal betonen, daß im Zuge des Wahlkampfes zweimal 1 Milliarde versprochen wurde. Es ist für mich völlig unverständlich, wie man das einkürzen kann und sich nicht mehr darum schert, womit Wahlkampf betrieben wurde, und zwar ganz entscheidend. In der Wahl des Jahres 1994 war die Frauenpolitik nämlich ein ganz entscheidender Politikbereich, der das Wahlverhalten beeinflußt hat, wie wir bereits nach der Wahl wußten. Damals haben Sie die "Kindergarten-Milliarde" versprochen. Sie haben sich jedoch spätestens mit diesem Budget davon verabschiedet und eine unserer Meinung nach unzureichende Lösung getroffen: Sie haben nicht nur diesen Betrag gekürzt, sondern auch die Vereinbarung, die Sie jetzt hinsichtlich Frauenministerium und Familienministerium getroffen haben, ist zu vage, zu unsicher und zu ungenau, als daß wirklich nach Qualität und nicht nach Quantität und nicht nur nach Neubau entschieden werden könnte. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Khol: Sie haben wahrscheinlich gar keine Familie und reden wie die Blinde von der Farbe!
Nun aber mein Schlußsatz: Die Vorbildfunktion des ÖVP-Klubobmannes Dr. Khol mag für die Aussage der Frau Kollegin Bauer bestimmend gewesen sein. Denn wenn jemand wie er der Meinung ist, daß sich die Familienangelegenheiten und Erziehungsarbeit beim Sonntagsfrühstück regeln lassen und daß man die Erziehungsarbeit und die Aufsicht der Enkelkinder auch der Großmutter überlassen kann, dann ist es leicht möglich, daß solche Beurteilungen zustande kommen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Khol: Sie haben wahrscheinlich gar keine Familie und reden wie die Blinde von der Farbe!)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn einige von Ihnen gesagt haben: Wir haben ähnliche Interessen und sind so weit nicht auseinander, dann bitte ich Sie, sich einmal ernsthaft anzuschauen, welche Überlegungen wir hier angestellt haben. Denn was spricht dagegen, daß wir in diesen Gesetzen das partnerschaftliche Prinzip deutlicher festschreiben und dort festhalten, daß Versorgungsarbeit nicht nur Hausarbeit ist, sondern auch die Erziehung der Kinder und auch die Pflege alter und kranker Angehöriger ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Uns ist klar: Das ist Länderkompetenz, der Bund kann sich und will sich diese nicht nehmen und aneignen, was uns aber diesmal gelungen ist – und das gilt es nicht abzuwerten –, ist, daß wir zumindest 600 Millionen Schilling sozusagen als zusätzliche Initialzündung an die Länder geben im Sinne eines Kofinanzierungsprojektes. Es wird also nicht so sein, daß einfach nach einem Aufteilungsschlüssel den Ländern Geld gegeben wird, die dann halt irgend etwas damit machen, sondern die Länder müssen mindestens im Ausmaß von 50 Prozent kofinanzieren. Mit dieser Summe ist es zumindest möglich, rasch Tausende zusätzliche Kinderbetreuungseinrichtungen zu schaffen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Frau Bundesminister! Machen Sie die Integration zur Auflage! Denn da hapert es!
Ebenso wird auch Augenmerk – wie angeschnitten – auf die Schaffung von Betriebskindergärten gelegt. Selbstverständlich können auch Private ihre Vorstellungen einbringen. Was wir vom Bund her aber klarerweise tun müssen, ist, die Verhandlung mit den Ländern zu führen. Anders ist auch die Abwicklung nicht möglich, das heißt, mit einzelnen Partnern geht das nicht. Aber die zuständigen Verantwortlichen der Länder werden uns Vorschläge vorlegen, und eine Kommission wird die Projekte auswählen. Das wird sicher auch Berücksichtigung finden. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Frau Bundesminister! Machen Sie die Integration zur Auflage! Denn da hapert es!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Für schulpflichtige behinderte Kinder gibt es überhaupt nichts! Da müßte auch etwas geschehen!
Ich nehme diese Anregung gerne auf! Ich werde das einbringen! Ich werde, wenn wir uns über die Richtlinien unterhalten, diesen Aspekt gerne einbringen. Das kann ich Ihnen hier versprechen! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Für schulpflichtige behinderte Kinder gibt es überhaupt nichts! Da müßte auch etwas geschehen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Leikam: Hoffentlich uns auch!
Zu Ihrer Information: Sie haben auch angeschnitten, daß die Stimme der Frauenministerin zur Nachtarbeit angeblich fehle. Auch das stimmt nicht. Denn es gibt eine Arbeitsgruppe, in der sehr intensiv verhandelt wird, an der die Frauenministerin selbstverständlich teilnimmt. Ich teile allerdings Ihre Ansicht nicht, daß der Schutz der Frauen hinsichtlich Nachtarbeit kontraproduktiv wäre und daß es nur um die Belange der Wirtschaft gehe. Im Gegenteil: Nachtarbeit ist schädlich für alle, und wir versuchen, eine Lösung zu finden, die allen gerecht wird. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Leikam: Hoffentlich uns auch!)
Abg. Schaffenrath: Das war nur ein Beispiel!
Ich glaube, im Bericht 1994 steht irgendwo der Satz, daß eine weitere Novellierung der Gleichbehandlungsgesetze nicht notwendig ist. Ich kann dazu nur sagen: Ich zeichne nicht unmittelbar verantwortlich für 1994. Aber das zeigt das Problem auf, was passiert, wenn Legistik und Vollziehung getrennt sind. Zur Sache kann ich sagen: Selbstverständlich gibt es Bedarf an einer Novellierung der Gleichbehandlungsgesetze. Uns liegt eine lange Liste vor. Sehr bald werden Sie mit der sogenannten kleinen Novelle konfrontiert werden. Aber es wird auch eine größere geben – Frau Abgeordnete Kammerlander hat das erwähnt –, die etwa auch die Frage der Beweislastumkehr und andere Fragen aufwerfen wird. Es gibt also eine Reihe von Initiativen. Sie, Frau Abgeordnete Schaffenrath, haben, glaube ich, auch noch gesagt, daß die Frauen weniger bekommen und die Männer mehr, bis hin zum Wien-Marathon. (Abg. Schaffenrath: Das war nur ein Beispiel!) Das war mir auch neu. Ich habe das aufgegriffen, und in der Zwischenzeit bin ich, um hier auch nur dieses winzige Detailchen zu nennen, in dieser Sache bereits aktiv. Denn so kann das nicht bleiben!
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Noch einmal: Ich glaube, wir sind nicht so weit auseinander. Ich hoffe, daß wir bei diesen genannten Initiativen – und ich könnte da fortfahren, aber in Anbetracht der späten Stunde will ich das nicht tun – gemeinsame Möglichkeiten finden und daß wir das eine oder andere auch positiv weiterbringen. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Schaffenrath: Da sind wir überrascht!
Abgeordneter Anton Leikam (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Ich wende mich nun von der Frauenpolitik ab (Abg. Schaffenrath: Da sind wir überrascht!) und einem anderen Thema zu. (Abg. Ing. Meischberger: Leikam, verstehst du nichts von Frauen?) Doch, doch. (Abg. Ing. Meischberger: Verstehst du nichts von Frauen?) Meischberger, du verstehst etwas vom Auf-das-Handerl-Geben, gelt?
Abg. Ing. Meischberger: Leikam, verstehst du nichts von Frauen?
Abgeordneter Anton Leikam (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Ich wende mich nun von der Frauenpolitik ab (Abg. Schaffenrath: Da sind wir überrascht!) und einem anderen Thema zu. (Abg. Ing. Meischberger: Leikam, verstehst du nichts von Frauen?) Doch, doch. (Abg. Ing. Meischberger: Verstehst du nichts von Frauen?) Meischberger, du verstehst etwas vom Auf-das-Handerl-Geben, gelt?
Abg. Ing. Meischberger: Verstehst du nichts von Frauen?
Abgeordneter Anton Leikam (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Ich wende mich nun von der Frauenpolitik ab (Abg. Schaffenrath: Da sind wir überrascht!) und einem anderen Thema zu. (Abg. Ing. Meischberger: Leikam, verstehst du nichts von Frauen?) Doch, doch. (Abg. Ing. Meischberger: Verstehst du nichts von Frauen?) Meischberger, du verstehst etwas vom Auf-das-Handerl-Geben, gelt?
Beifall bei der SPÖ.
Ich darf Sie bitten, Herr Präsident, mir eine Antwort auf diese meine Fragen zu geben. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das ist nämlich ein anderes Kapitel: Wir erleben immer wieder und auf allen Ebenen und überall – auch heute hier im Haus war es so –, daß man sich des Schicksals der Roma und Sinti erinnert, und häufig ist der fürchterliche Mordanschlag, dessen wir uns immer wieder so erinnern, als ob er erst gestern gewesen wäre, Anlaß dafür, daß wir diese Volksgruppe in unsere Überlegungen einbeziehen. Und was ist ihr, was ist ihren Exponenten nach diesem Anschlag nicht alles versprochen worden – auf der Gemeindeebene, auf der Landesebene, auf der Bundesebene –, und geschehen ist praktisch oder wirklich nichts, meine Damen und Herren! Und da müßte man sich doch aufraffen, ein bisserl davon, was versprochen worden ist und was man nicht gehalten hat, aufzuholen und nachzuholen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir sehen aber gleichzeitig zwei Schranken im Zusammenhang mit der Volksgruppenpolitik. Wir stehen auf dem Standpunkt, daß es keine solchen Maßnahmen außerhalb der autochthonen Gebiete der Volksgruppen geben kann – das heißt, Kärntner Slowenen verdienen jede Förderung in Kärnten, aber nicht etwa in Salzburg, wenn das irgend jemandem einfallen sollte –, und wir sind auch der Ansicht, daß sich aus Neuzuwanderungen keine Volksgruppen im Sinne des Volksgruppengesetzes, im politischen und rechtlichen Sinne dieses Gesetzes, bilden können, weil diesen Neuzuwanderungsgruppierungen der für autochthone Volksgruppen unverzichtbare Beitrag zur Entwicklung der österreichischen Identität eben mangelt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das heißt, wir werden nicht einen Zentimeter breit von unserer positiven Volksgruppenpolitik abweichen, denn die ist unsere Sache, und wir bekennen uns dazu, sie zu vollführen, aber wir werden nicht müde werden, darauf zu drängen, daß auch jenseits der Grenze den Volksgruppen der Altösterreicher deutscher Zunge ähnliche Rechte zuteil werden! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das sind die Vorstellungen der Freiheitlichen auf dem Volksgruppensektor, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Motter: Die bei den Gesetzen mitgestimmt hat!
Abgeordnete Mag. Cordula Frieser (ÖVP): Herr Präsident des Nationalrates! Herr Präsident des Rechnungshofes! Meine Damen Volksanwältinnen! Herr Volksanwalt und – last but not least – Herr Staatssekretär! Meine lieben Kolleginnen und Kollegen! Eine Abgeordnete, die jahrelang den Stopp der Gesetzesflut auf ihre Fahnen geheftet hat (Abg. Motter: Die bei den Gesetzen mitgestimmt hat!), meldet sich zu Wort, kritisiert eben diese, von ihr mitproduzierte Gesetzesflut
Abg. Wabl: Das spielt sicher keine Rolle!
Mit etwas Koketterie stelle ich fest, daß ich zur absoluten Minderheit hier im Haus gehöre: Ich bin nämlich weder Juristin noch öffentlich Bedienstete. Beide Berufsgruppen sind von wegen Regelungswut "berühmt" und mit der Regelungswut vertraut. Ich stelle die fast provokante Frage, ob wir vielleicht deshalb an der Spitze dieses Hauses drei Professoren der juridischen Fakultät haben und ob deshalb alle Klubobleute hochqualifizierte Juristen sind. Oder besteht vielleicht ein umgekehrter Zusammenhang aufgrund dieser Tatsache, nämlich daß die Gesetze von Juristen und öffentlich Bediensteten für Juristen und öffentlich Bedienstete produziert werden? (Abg. Wabl: Das spielt sicher keine Rolle!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Ofner.
Herr Wabl! Ich brauche keinen Minderheitenschutz, und vor allem nicht von Ihnen, glauben Sie mir das! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Ofner. )
Abg. Ing. Langthaler: Stimmen Sie zu?
"Die Kritik an der heimischen Gesetzesflut, die die steirische ÖVP-Abgeordnete Cordula Frieser heute geübt hat, sei legitim. Ebenso legitim sei aber auch der Hinweis, daß es kein konkretes Rezept dagegen gebe. Die Vielzahl von Gesetzen führt nicht auf Beschäftigungswut zurück, sei auch nicht Jux und Tollerei, sondern finde ihre Begründung in der sehr komplizierten und komplexen Gesellschaft und dem ..." (Abg. Ing. Langthaler: Stimmen Sie zu?)
Beifall bei der ÖVP.
Sie waren leider nicht da, Frau Kollegin Langthaler, ich habe es vorhin begründet. Aber Sie können es im Stenographischen Protokoll nachlesen, oder vielleicht wird Sie der Herr Kollege Wabl aufklären. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Graf: Weil Sie nicht zuhören!
Meine Damen und Herren von der Opposition! Ich habe bisher zu diesem Thema noch keinen wirkungsvollen oder konstruktiven Vorschlag von Ihnen vernommen. (Abg. Dr. Graf: Weil Sie nicht zuhören!) Sie machen sich bemerkbar durch Maisverteilungen, durch Drapieren von Rinderköpfen in Ihren Sitzreihen, durch namentliche Abstimmungen, Herr Kollege, und dann und wann durch Pressekonferenzen.
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Nicht zuletzt wünschen sich die Volksanwälte eine gesetzliche Verankerung ihrer Möglichkeit, legistische Anregungen als Ergebnis ihrer Prüftätigkeit zu machen. Und, meine Damen und Herren, meine Volksanwälte, wir von der ÖVP werden diese Ihre Forderung und diesen Ihren Wunsch sehr gerne unterstützen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abschließend lassen Sie mich Geheimrat Johann Wolfgang von Goethe – nicht "von Schüssel" – zitieren, der gemeint hat: Wenn man alle Gesetze studieren wollte, so hätte man gar keine Zeit, sie zu übertreten. – Wenn das unsere Maxime wäre, dann wären wir heute ohne Kriminalität. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Die waren offensichtlich nur bei Ihnen!
Ich bin froh darüber, Herr Volksanwalt, daß Sie in Fragen "Scientology" und ich hoffe auch in der Frage anderer Religionsgemeinschaften beziehungsweise Sekten und Kulten, die auch hier im Haus derzeit bei den politischen Parteien missionieren und die Runde abgehen und versuchen, wie am Beispiel "Scientology" zu zeigen wäre, in diesen Tagen Stimmung zu machen ... (Abg. Dr. Partik-Pablé: Die waren offensichtlich nur bei Ihnen!) Ich weiß, daß sie auch bei Ihnen waren! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Habt ihr Spitzel?)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Habt ihr Spitzel?
Ich bin froh darüber, Herr Volksanwalt, daß Sie in Fragen "Scientology" und ich hoffe auch in der Frage anderer Religionsgemeinschaften beziehungsweise Sekten und Kulten, die auch hier im Haus derzeit bei den politischen Parteien missionieren und die Runde abgehen und versuchen, wie am Beispiel "Scientology" zu zeigen wäre, in diesen Tagen Stimmung zu machen ... (Abg. Dr. Partik-Pablé: Die waren offensichtlich nur bei Ihnen!) Ich weiß, daß sie auch bei Ihnen waren! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Habt ihr Spitzel?)
Beifall bei den Grünen.
Es wird versucht, Stimmung zu machen bei den Parteien in diesem Hause. Ich bin daher sehr froh darüber, daß nicht nur der Herr Volksanwalt, sondern die Volksanwaltschaft insgesamt eindeutig in diesem Sinn Partei ergreift, und ich hoffe auf eine weitere gute Zusammenarbeit! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Khol: Noldi! Drei Minuten!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Zu Wort gemeldet ist nun Herr Abgeordneter Grabner. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Dr. Khol: Noldi! Drei Minuten!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie haben schon lange keinen betrieben!
Abgeordneter Arnold Grabner (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Sport bedeutet einen wichtigen Teil der Lebensgestaltung. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie haben schon lange keinen betrieben!) Sie fangen schon wieder an zu matschkern! Wenn Sie hier beim Rednerpult sind, sagen Sie immer: Herr Präsident, bitte, die sind schlimm! Die geben keine Ruhe! – Jetzt sind aber Sie diejenige, die ununterbrochen spricht! (Beifall des Abg. Dr. Khol. )
Beifall des Abg. Dr. Khol.
Abgeordneter Arnold Grabner (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Sport bedeutet einen wichtigen Teil der Lebensgestaltung. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie haben schon lange keinen betrieben!) Sie fangen schon wieder an zu matschkern! Wenn Sie hier beim Rednerpult sind, sagen Sie immer: Herr Präsident, bitte, die sind schlimm! Die geben keine Ruhe! – Jetzt sind aber Sie diejenige, die ununterbrochen spricht! (Beifall des Abg. Dr. Khol. )
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Herr Abgeordneter Haider hat heute gemeint: Der Herr Bundeskanzler wird auf den verschiedenen Sportveranstaltungen fotografiert, und so weiß jeder in Österreich, daß der Bundeskanzler auch Sportminister ist. – Darauf kann ich sagen: Wenn bei einer Veranstaltung des Bundesheeres der Verteidigungsminister anwesend ist, dann wird selbstverständlich auch dort fotografiert. Nur der Herr Haider weiß das nicht! (Zwischenruf des Abg. Scheibner. )
Abg. Dr. Feurstein: Eine Medaille bei den Schützen!
Eines darf ich gleich sagen, und zwar, daß wir uns nicht zu große Erwartungen für Atlanta machen sollten. Wenn wir zwei, drei Medaillen bekommen, werden wir, wie ich meine, sehr glücklich sein, denn es handelt sich ja nicht um Wintersportarten. (Abg. Dr. Feurstein: Eine Medaille bei den Schützen!) Ich würde mich darüber freuen, darf dir heute schon gratulieren und hoffe, daß das auch wahr werden wird.
Abg. Scheibner: Was gibt es fürs Horr-Stadion?
Meine Damen und Herren! (Abg. Scheibner: Was gibt es fürs Horr-Stadion?) Man sieht bei dir: Du hast nicht nur von der Landesverteidigung wenig Ahnung, sondern von Sport überhaupt keine. Daher wäre es besser, du würdest ruhig sein! Dann würde es nicht auffallen, daß du überhaupt keine Ahnung hast! (Abg. Scheibner: Ich frage ja nur!)
Abg. Scheibner: Ich frage ja nur!
Meine Damen und Herren! (Abg. Scheibner: Was gibt es fürs Horr-Stadion?) Man sieht bei dir: Du hast nicht nur von der Landesverteidigung wenig Ahnung, sondern von Sport überhaupt keine. Daher wäre es besser, du würdest ruhig sein! Dann würde es nicht auffallen, daß du überhaupt keine Ahnung hast! (Abg. Scheibner: Ich frage ja nur!)
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Zusammenhang kann man nur sagen: Dieser Kollege bekäme im Sport die gelbe Karte, und wenn er nicht bald ruhig ist, auch die rote Karte! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Schmidt.
Derzeit schaut die ganze Welt auf Österreich, weil die Eishockey-Weltmeisterschaft hier stattfindet. (Zwischenruf der Abg. Dr. Schmidt. ) Frau Kollegin Schmidt! Die sportbegeisterte Welt schaut auf Österreich! Die Europameisterschaft im Fußball unter 16 wird in wenigen Tagen in Niederösterreich und in Wien durchgeführt werden. Die Eisschützen-Europameisterschaft, die Kanu-Weltmeisterschaft und die Heißluft-Europameisterschaft (Abg. Mag. Kukacka: Die machst du gerade!) werden heuer durchgeführt werden, um nur einige zu nennen.
Abg. Mag. Kukacka: Die machst du gerade!
Derzeit schaut die ganze Welt auf Österreich, weil die Eishockey-Weltmeisterschaft hier stattfindet. (Zwischenruf der Abg. Dr. Schmidt. ) Frau Kollegin Schmidt! Die sportbegeisterte Welt schaut auf Österreich! Die Europameisterschaft im Fußball unter 16 wird in wenigen Tagen in Niederösterreich und in Wien durchgeführt werden. Die Eisschützen-Europameisterschaft, die Kanu-Weltmeisterschaft und die Heißluft-Europameisterschaft (Abg. Mag. Kukacka: Die machst du gerade!) werden heuer durchgeführt werden, um nur einige zu nennen.
Abg. Dr. Graf: Und was ist mit den Mountainbikern?
Für 1997 und 1998 sind die Leichtathletik-Europacup-Meisterschaften, die Rodel-Weltmeisterschaften, die Ski-Junioren-Weltmeisterschaften und viele andere ... (Abg. Dr. Graf: Und was ist mit den Mountainbikern?) Ich komme schon noch dazu! Viele andere Weltmeisterschaften und Europameisterschaften werden auch noch in Österreich durchgeführt werden.
Abg. Dr. Graf: Für welche Zeit?
Meine Damen und Herren! Weil die Freiheitlichen diese Angelegenheit so "ernst" nehmen, möchte ich sagen: Es gibt über 20 000 Sportvereine mit Hunderttausenden Funktionären, und wenn man die ehrenamtliche Arbeit dieser Funktionäre, die ihre Freizeit opfern, mit nur 100 S bezahlen müßte (Abg. Dr. Graf: Für welche Zeit?), dann wären das über 30 Milliarden Schilling! Also: Das "Gold" des Sportes sind die Funktionäre in Österreich, die ihre Freizeit zur Verfügung stellen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Weil die Freiheitlichen diese Angelegenheit so "ernst" nehmen, möchte ich sagen: Es gibt über 20 000 Sportvereine mit Hunderttausenden Funktionären, und wenn man die ehrenamtliche Arbeit dieser Funktionäre, die ihre Freizeit opfern, mit nur 100 S bezahlen müßte (Abg. Dr. Graf: Für welche Zeit?), dann wären das über 30 Milliarden Schilling! Also: Das "Gold" des Sportes sind die Funktionäre in Österreich, die ihre Freizeit zur Verfügung stellen! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Meischberger.
Auch die Trainerausbildung in Österreich ist sehr gut. Ich möchte auch den vielen hauptamtlichen und nebenamtlichen Trainern ein Dankeschön sagen, die sich ausbilden lassen. – 4,5 Millionen Schilling werden für den Versehrtensport jährlich zur Verfügung gestellt, und viele Medaillen wurden von den Spitzensportlern und von den Versehrtensportlern für Österreich nach Hause gebracht. (Zwischenruf des Abg. Ing. Meischberger. ) Du kannst dich mit dem Kapitel "Finanzen" ein bissel beschäftigen, aber nicht mit den Problemen des Sports! Du kannst Fußballer verkaufen und das Geld in den Tresor legen, aber mit ernsten Sportangelegenheiten kannst du dich nicht beschäftigen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Auch die Trainerausbildung in Österreich ist sehr gut. Ich möchte auch den vielen hauptamtlichen und nebenamtlichen Trainern ein Dankeschön sagen, die sich ausbilden lassen. – 4,5 Millionen Schilling werden für den Versehrtensport jährlich zur Verfügung gestellt, und viele Medaillen wurden von den Spitzensportlern und von den Versehrtensportlern für Österreich nach Hause gebracht. (Zwischenruf des Abg. Ing. Meischberger. ) Du kannst dich mit dem Kapitel "Finanzen" ein bissel beschäftigen, aber nicht mit den Problemen des Sports! Du kannst Fußballer verkaufen und das Geld in den Tresor legen, aber mit ernsten Sportangelegenheiten kannst du dich nicht beschäftigen. (Beifall bei der SPÖ.)
Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Auch Doping ist ein wichtiger Bestandteil ... (Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Die derzeitige Organisationsform der Abwicklung von Dopingkontrollen hat sich bewährt. Dem österreichischen Anti-Doping-Komitee als Kommission der BSO gehören sieben Mitglieder an: Zwei stellt der Bund, zwei die Länder, zwei die BSO und eines das Österreichische Olympische Komitee.
Bravoruf und Beifall des Abg. Mag. Steindl.
Meine Damen und Herren! Wir haben uns in den letzten Wochen und Monaten schon sehr oft mit Mountainbikes beschäftigt. (Bravoruf und Beifall des Abg. Mag. Steindl. ) Sehr oft wurde kritisiert, wenn wir verlangt haben, daß in diesem Zusammenhang das Gesetz gelockert wird. Heute hat der Herr Landeshauptmann von Tirol diese Forderung aufgestellt. Ich werde ihn diesbezüglich unterstützen, und ich hoffe, auch alle von ÖVP und SPÖ. (Beifall der Abg. Mag. Guggenberger und Mag. Schweitzer. )
Beifall der Abg. Mag. Guggenberger und Mag. Schweitzer.
Meine Damen und Herren! Wir haben uns in den letzten Wochen und Monaten schon sehr oft mit Mountainbikes beschäftigt. (Bravoruf und Beifall des Abg. Mag. Steindl. ) Sehr oft wurde kritisiert, wenn wir verlangt haben, daß in diesem Zusammenhang das Gesetz gelockert wird. Heute hat der Herr Landeshauptmann von Tirol diese Forderung aufgestellt. Ich werde ihn diesbezüglich unterstützen, und ich hoffe, auch alle von ÖVP und SPÖ. (Beifall der Abg. Mag. Guggenberger und Mag. Schweitzer. )
Beifall bei der SPÖ, bei den Grünen, bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Dies garantieren die Dachverbände in Österreich. Wenn sie auch oft kritisiert werden: Ohne die drei Dachverbände könnte in Österreich kein Breitensport durchgeführt werden. (Beifall bei der SPÖ, bei den Grünen, bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Khol: Hast du in der Tasche, die du trägst, dein Nachtgewand?
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Böhacker. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Dr. Khol: Hast du in der Tasche, die du trägst, dein Nachtgewand?)
Abg. Grabner: Sag das Scheibner!
Abgeordneter Hermann Böhacker (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohe Volksanwaltschaft! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! – Lieber Kollege Grabner! Ich teile deine Meinung, daß ehrenamtliche Funktionäre wirklich wichtig im Sport sind! (Abg. Grabner: Sag das Scheibner!) Ich kann dir versichern, daß ich seit meinem 14. Lebensjahr in verschiedensten Sportarten als ehrenamtlicher Funktionär tätig bin, und ich bin stolz darauf, für die österreichische Jugend etwas getan zu haben! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Hermann Böhacker (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohe Volksanwaltschaft! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! – Lieber Kollege Grabner! Ich teile deine Meinung, daß ehrenamtliche Funktionäre wirklich wichtig im Sport sind! (Abg. Grabner: Sag das Scheibner!) Ich kann dir versichern, daß ich seit meinem 14. Lebensjahr in verschiedensten Sportarten als ehrenamtlicher Funktionär tätig bin, und ich bin stolz darauf, für die österreichische Jugend etwas getan zu haben! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Der Redner überreicht Staatssekretär Mag. Schlögl das Maskottchen und die CD.
Herr Staatssekretär! Wiewohl ich weiß, daß Ihr Herz mehr für "Grün-Weiß" schlägt, darf ich Sie trotzdem bitten, die "Violetten" in Salzburg nicht zu vergessen. Um Sie visuell und akustisch immer daran zu erinnern, daß Sie Ihre Zusage einhalten und diese schriftliche Erklärung übersenden, darf ich Ihnen, sehr geehrter Herr Staatssekretär, das Maskottchen von Casino Austria Salzburg mit dazugehöriger "Bully"-CD überreichen. (Der Redner überreicht Staatssekretär Mag. Schlögl das Maskottchen und die CD.) So werden Sie immer daran erinnert, daß die Stadionsanierung endlich in Angriff genommen werden muß! – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Staatssekretär! Wiewohl ich weiß, daß Ihr Herz mehr für "Grün-Weiß" schlägt, darf ich Sie trotzdem bitten, die "Violetten" in Salzburg nicht zu vergessen. Um Sie visuell und akustisch immer daran zu erinnern, daß Sie Ihre Zusage einhalten und diese schriftliche Erklärung übersenden, darf ich Ihnen, sehr geehrter Herr Staatssekretär, das Maskottchen von Casino Austria Salzburg mit dazugehöriger "Bully"-CD überreichen. (Der Redner überreicht Staatssekretär Mag. Schlögl das Maskottchen und die CD.) So werden Sie immer daran erinnert, daß die Stadionsanierung endlich in Angriff genommen werden muß! – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Unter dem Titel 107: Sportangelegenheiten verbirgt sich ein Budgetumfang von immerhin 821 Millionen im Jahr 1996 und von sogar 828 Millionen Schilling im Jahr 1997. Wir sind also, lieber Noldi, von einer Sportmilliarde gar nicht weit entfernt, was den Bund betrifft. Dazu kommt noch eine weitere Milliarde auf Länderebene, die für den Sport ausgegeben wird, und dann kommen noch die Gemeinden mit ihren vielfältigen Sportförderungsaktivitäten dazu. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Die Politik kann den Sport nicht im Sinne der Verbände betreiben lassen; die Politik kann aber Rahmenbedingungen für den Sport gestalten, und dazu sind wir aufgerufen: Wir müssen Rahmenbedingungen schaffen, Koordination bieten und vor allem auch neue Impulse in den Sport bringen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte mich an dieser Stelle wirklich sehr herzlich bei unserem aus dem Amt geschiedenen Staatssekretär Gerhard Schäffer bedanken. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Grabner: Gesetzlich verankert!
Ich möchte abschließend noch auf einige vor uns liegende Ziele und Aufgaben im Sport verweisen: Ich habe schon die Heeressport- und Nahkampfschule erwähnt, die bisher sehr, sehr wertvolle Dienste geleistet hat. (Abg. Grabner: Gesetzlich verankert!) Richtig! Genau das wäre jetzt gekommen, lieber Noldi! Die Heeressport- und Nahkampfschule soll erstens für Frauen geöffnet werden und zweitens eine gesetzliche Verankerung im Wehrgesetz finden. (Beifall des Abg. Grabner. ) Ich glaube, daran sollten wir arbeiten.
Beifall des Abg. Grabner.
Ich möchte abschließend noch auf einige vor uns liegende Ziele und Aufgaben im Sport verweisen: Ich habe schon die Heeressport- und Nahkampfschule erwähnt, die bisher sehr, sehr wertvolle Dienste geleistet hat. (Abg. Grabner: Gesetzlich verankert!) Richtig! Genau das wäre jetzt gekommen, lieber Noldi! Die Heeressport- und Nahkampfschule soll erstens für Frauen geöffnet werden und zweitens eine gesetzliche Verankerung im Wehrgesetz finden. (Beifall des Abg. Grabner. ) Ich glaube, daran sollten wir arbeiten.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Sie, Herr Staatssekretär, können Ihrerseits mit der Unterstützung von, wie ich glaube, zumindest einigen Parlamentariern hier im Hause rechnen, die Sie bei dieser Aufgabe unterstützen wollen und unterstützen werden. Packen wir es gemeinsam an! Ich habe vorher einige Dinge aufgezählt, die zu tun sind. Gehen wir die Dinge möglichst rasch gemeinsam an! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Im Herbst hat sich, wie wir ja wissen, die ganze Sache aufgelöst, und eine Revitalisierung dieses Sportausschusses ist weit und breit nicht zu sehen. Wir werden das weiterhin fordern, vielleicht gelingt es irgendwann einmal, daß wir ein Fachforum auch für diesen wichtigen Bereich, ob wir ihn nun wirtschaftlich, gesundheitlich oder wie immer sehen wollen, schaffen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Grabner: Du hast keine Ahnung!
Der österreichische Sport ist in rot und schwarz aufgeteilt, glauben Sie mir das! Gehen Sie ins "Haus des Sports" hinein, da ist die rote Abteilung 1, die rote Abteilung 2, die schwarze Abteilung 3, die rote Abteilung 4, die schwarze Abteilung 5, die rote Abteilung 6 und so weiter. (Abg. Grabner: Du hast keine Ahnung!) Ich will das hier nicht namentlich festmachen, die Beamten werden hier nicht von mir denunziert, aber diese Einteilung ist fix geschrieben und wird genauso praktiziert.
Abg. Grabner: Das habe ich überhaupt nicht gesagt!
Kollege Grabner hat das Wort "Schulsport" ziemlich fehlerfrei in den Mund genommen, nicht ganz so sehr das Wort "Mountainbike". Aber beim Schulsport hat er die Forderung gestellt, daß er getrennt vom sogenannten allgemeinen Sport organisiert gehört. (Abg. Grabner: Das habe ich überhaupt nicht gesagt!) Freund Grabner, das ist der Grundfehler unserer gesamten Organisation im Lande. (Abg. Grabner: Ich war nicht herinnen! Das habe ich überhaupt nicht gesagt!) Glauben Sie mir, ich habe eine internationale Sichtweise zu dieser Problematik. Diese Aufsplitterung und Trennung des Schulsportes und des Vereinssportes ist der Krebsschaden. Es gehören die guten Trainer in den Schulunterricht. Der Zusammenschluß über die Neigungs- und Eignungsgruppen zwischen Schulturnen, zwischen Schulsport und dem Nichtschulsport, dem sogenannten Vereinssport – auch eine problematische Bezeichnung –, gehört geschaffen.
Abg. Grabner: Ich war nicht herinnen! Das habe ich überhaupt nicht gesagt!
Kollege Grabner hat das Wort "Schulsport" ziemlich fehlerfrei in den Mund genommen, nicht ganz so sehr das Wort "Mountainbike". Aber beim Schulsport hat er die Forderung gestellt, daß er getrennt vom sogenannten allgemeinen Sport organisiert gehört. (Abg. Grabner: Das habe ich überhaupt nicht gesagt!) Freund Grabner, das ist der Grundfehler unserer gesamten Organisation im Lande. (Abg. Grabner: Ich war nicht herinnen! Das habe ich überhaupt nicht gesagt!) Glauben Sie mir, ich habe eine internationale Sichtweise zu dieser Problematik. Diese Aufsplitterung und Trennung des Schulsportes und des Vereinssportes ist der Krebsschaden. Es gehören die guten Trainer in den Schulunterricht. Der Zusammenschluß über die Neigungs- und Eignungsgruppen zwischen Schulturnen, zwischen Schulsport und dem Nichtschulsport, dem sogenannten Vereinssport – auch eine problematische Bezeichnung –, gehört geschaffen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber um mich nicht zu sehr in Details zu verzetteln: Die Bundessporteinrichtungen seien noch als typisches Beispiel für die Konzeptlosigkeit im Sportorganisationsbereich in unserem Land erwähnt. Wer sich erinnert: Im Vorjahr waren die Bundessportheime im Budget nur halb budgetiert. Das heißt, die große Ausserwinkler-Idee der Ausgliederung und Privatisierung wurde mit dieser Halbbilanzierung angedeutet. Im Vorjahr sollte es also zur Jahresmitte zur Ausgliederung und Privatisierung kommen. Dann sind aber die Löcher gestopft worden in der zweiten Jahreshälfte. Heuer sind die Bundessportheime natürlich wieder in voller Länge im Budget enthalten, wie es seinerzeit der Fall war. Aber von der großspurig geäußerten Idee – ich habe noch die Zitate von Ausserwinkler mit, der hier von Privatisierung gesprochen hat – ist nichts geblieben. Kein Mensch spricht mehr von Privatisierung im Bereich der Bundessportheime. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Der österreichische Sport hat noch einen langen Weg vor sich, um den Gesundheitsaspekt, um den es in erster Linie geht, realisieren zu können. Helfen Sie dabei! – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Zum Thema, das Kollege Böhacker angeschnitten hat, möchte ich mich zuerst einmal sehr, sehr herzlich bedanken für das Geschenk. Ich werde mich mit einem grün-weißen Schal in den nächsten Tagen revanchieren. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Grabner – zu den Freiheitlichen gewendet –: Paßt nur auf!
Zum Thema "Stadion Salzburg" erlaube ich mir zwei Anmerkungen. Die erste: Für die Nordtribüne gibt es bereits im Budget die entsprechende Vorausplanung: Falls das Parlament, was ich erhoffe, am Freitag endgültig das Budget 1996 und 1997 beschließen wird (Abg. Grabner – zu den Freiheitlichen gewendet –: Paßt nur auf!), werden wir rund 1,5 Millionen Schilling für 1996 und 7 Millionen Schilling für 1997 bereitgestellt haben.
Abg. Mag. Ederer: Na bitte, Böhacker!
Darüber hinaus gibt es eine prinzipielle Zusage von Herrn Staatssekretär Schäffer für die Südtribüne. An diese prinzipielle Zusage fühle ich mich gebunden, und wir werden im Budget 1998 und 1999, soweit ich das mitgestalten kann, die entsprechenden finanziellen Voraussetzungen dafür treffen. (Abg. Mag. Ederer: Na bitte, Böhacker!) Wobei ich gleich dazusagen möchte: Es gibt einige Dinge, die noch offen sind, die nicht beim Bund, sondern im Bereich der Stadt Salzburg liegen. Es gibt Probleme mit den Anrainern, Bewilligungsverfahren und ähnliches. Das muß geklärt werden. Da gibt es einen entsprechenden Schriftverkehr.
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Böhacker.
Ich werde mich bemühen, in den nächsten Tagen Gespräche darüber zu führen. Morgen treffe ich mich beispielsweise mit Herrn Vizebürgermeister Schaden in dieser Angelegenheit, und ich habe vor, noch im Mai zu einem Round-table-Gespräch einzuladen, um das Problem "Stadion Salzburg" endgültig einer Lösung zuzuführen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Böhacker. )
Heiterkeit und Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Ich muß nur überlegen, ob auf der Regierungsbank etwas in violetter Farbe liegen darf; das tut mir schon sehr weh. (Heiterkeit und Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte aber trotzdem auch betonen, daß in den letzten 20 Jahren sehr viel geschehen ist für die Frauen, daß sehr, sehr viel weitergegangen ist, daß es ihnen doch in einem großen Maße gelungen ist, die alte Rolle abzustreifen, und daß es durch Maßnahmen vor allem im Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch gelungen ist, die Rolle der Frau wesentlich aufzuwerten. Das war ein großer Erfolg. Wir brauchen aber weitere Erfolge, denn wenn es nicht einen weiteren Fortschritt gibt, dann gibt es einen Rückschritt. Wir müssen weitere Maßnahmen setzen bei der Verwirklichung der Partnerschaft, bei der Berufstätigkeit der Frau und bei der Chancengleichheit der Frau in Beruf und Familie. Ich bin überzeugt davon, daß es uns gemeinsam gelingen wird, etwas für die Frauen in unserem Lande zu tun. (Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit bei der ÖVP.
Der Rechnungshof wird in den nächsten zwei Jahren vor große Herausforderungen gestellt sein: Zum ersten muß es dem Rechnungshof gelingen, das Prinzip der Sparsamkeit verstärkt in allen Verwaltungszweigen zum Durchbruch zu bringen. Das, was für den Rechnungshof selbst als Handlungsprinzip gilt, nämlich die Sparsamkeit, muß allen politisch Handelnden in verstärktem Umfang bewußt werden. In Zeiten knapper Geldmittel führt daran kein Weg vorbei, wie wir das auch selbst in dieser Budgetwoche spüren. Es gibt nämlich keine Alternative zum Sparen. Allerdings ist die Sparsamkeit ein Menü, das meistens nur bei Zwangsernährung eingenommen wird. (Heiterkeit bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Folgendes möchte ich jedenfalls hier deutlich und klar feststellen: Der Rechnungshof kann bei der Bewältigung dieser neuen Aufgaben auf die volle Unterstützung der Österreichischen Volkspartei zählen. Die Damen und Herren, die dort tätig sind – und deren Tätigkeit ist unverzichtbar für unsere Republik –, können damit rechnen, daß wir sie bei ihrer verantwortungsvollen Arbeit tatkräftig unterstützen werden. Das ist unserer Überzeugung nach der Weg im Dienste unserer Republik, im Dienste des gesamten Staatswesens. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Aumayr .
Daß es sich dabei um keine politische und schon gar nicht um eine parteipolitische Wertung gehandelt hat, geht allein daraus hervor, daß das Finanzministerium die gleiche Position wie der Rechnungshof bezogen hat. Und es wird wohl niemand ernstlich behaupten wollen, daß das Finanzministerium in diesem Zusammenhang eine politische Wertung oder politische Haltung eingenommen hätte. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Aumayr .) Sowohl das Finanzministerium als auch der Rechnungshof haben vielmehr im Interesse der Steuerzahler jene Lösung angepeilt, die für den Steuerzahler am kostengünstigsten gewesen wäre – nichts anderes; keine politische Wertung, sondern eine gebarungsrelevante Empfehlung.
Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ, der Grünen sowie des Liberalen Forums.
Es kann daher keine Rede davon sein, daß der Präsident des Rechnungshofes eine Loslösung des Rechnungshofes vom Parlament oder gar eine Aufkündigung der Zusammenarbeit gefordert hätte. Ich habe immer wieder betont, daß die Zusammenarbeit zwischen Rechnungshof und Parlament eine der ganz wesentlichen Säulen der öffentlichen Finanzkontrolle darstellt. Ich habe umso weniger Veranlassung, diese Zusammenarbeit aufzukündigen, als ich gerade jetzt – das sind die Erfahrungen aus jüngster Zeit – dem Nationalrat dafür zu danken habe, daß er anläßlich der nunmehrigen Beratungen zu den Budgets der Jahre 1996 und 1997 dem Rechnungshof sehr stark entgegengekommen ist. Ich darf allen Fraktionen des Nationalrates dafür danken, daß man so viel Verständnis für den Rechnungshof aufgebracht hat. Ich sehe in dieser Unterstützung, die der Nationalrat dem Rechnungshof bei seiner Arbeit zukommen ließ, daß sich der Nationalrat der Bedeutung des Rechnungshofes und der Bedeutung der Zusammenarbeit mit dem Rechnungshof bewußt ist. – Ich darf dafür ausdrücklich danken! (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ, der Grünen sowie des Liberalen Forums.)
Abg. Dr. Khol: Zwei Minuten, die es aber in sich haben werden!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Der nächste und vorläufig letzte Redner zu diesem Budgetkapitel ist Kollege Dr. Feurstein. – Bitte. (Abg. Dr. Khol: Zwei Minuten, die es aber in sich haben werden!)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn uns der Bundeskanzler nun aber abspricht, Verantwortung für die Arbeiter von Semperit und Donawitz zu übernehmen, die ihre Arbeitsplätze verloren haben, und wenn er meint, daß wir uns um diese Menschen nicht kümmern, so müssen wir das schärfstens zurückweisen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben in einer kooperativen Art mit allen Ministerien, die von sozialdemokratischen Ministern geleitet werden, zusammengearbeitet. Das heißt also: Wir tragen auch Verantwortung für das, was im Finanzministerium, im Sozialministerium und so weiter geschieht. Aber wir nehmen den Vorwurf und die Unterstellung nicht zur Kenntnis, daß unsere Minister nur deshalb erfolgreich seien, weil sie von sozialdemokratischen Abgeordneten gestützt werden. – Das halte ich für eine Unerhörtheit, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Kostelka: Was heißt denn das?
In dieser Form werden wir die Zusammenarbeit nicht weiterführen. (Abg. Dr. Kostelka: Was heißt denn das?) Wir müssen – ich spreche jetzt mit den Worten des Bundeskanzlers – mit Ehrlichkeit, mit viel Offenheit und Bereitschaft zur politischen Zusammenarbeit politische Lösungen suchen und auch vorgeben. – Dazu stehen wir! Und das erwarten wir auch vom Herrn Bundes
Beifall bei der ÖVP.
Wir bitten Sie, in Zukunft diese Dinge nicht nur auszusprechen, sondern gemeinsam mit uns zu tun, in die Tat umzusetzen, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Herr Verteidigungsminister! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Nicht schon aufregen, bevor es überhaupt losgeht! (Abg. Dr. Puttinger: Was soll denn das wieder heißen?) Das ist eine Nervosität bei der ÖVP! Aber ich gebe Ihnen recht: Wenn einem eine ordentliche Landesverteidigung etwas wert ist und man sich dieses Landesverteidigungsbudget anschaut, dann muß man wirklich nervös werden. (Zwischenruf des Abg. Dr. Puttinger. – Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Dr. Puttinger: Was soll denn das wieder heißen?
Herr Verteidigungsminister! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Nicht schon aufregen, bevor es überhaupt losgeht! (Abg. Dr. Puttinger: Was soll denn das wieder heißen?) Das ist eine Nervosität bei der ÖVP! Aber ich gebe Ihnen recht: Wenn einem eine ordentliche Landesverteidigung etwas wert ist und man sich dieses Landesverteidigungsbudget anschaut, dann muß man wirklich nervös werden. (Zwischenruf des Abg. Dr. Puttinger. – Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Puttinger. – Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Herr Verteidigungsminister! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Nicht schon aufregen, bevor es überhaupt losgeht! (Abg. Dr. Puttinger: Was soll denn das wieder heißen?) Das ist eine Nervosität bei der ÖVP! Aber ich gebe Ihnen recht: Wenn einem eine ordentliche Landesverteidigung etwas wert ist und man sich dieses Landesverteidigungsbudget anschaut, dann muß man wirklich nervös werden. (Zwischenruf des Abg. Dr. Puttinger. – Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Lieber Kollege Puttinger! Du hast eines heute nicht berichtigt, was hier vom Rednerpult über deine "Salzburger Nockerln" gesprochen wurde. Vielleicht wäre es für dich besser, daß du dich damit beschäftigst, als jetzt zur Landesverteidigung dazwischenzurufen! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Zu Ihnen kommen wir heute auch noch!
Abg. Dr. Puttinger: Das ist aber traurig!
Herr Bundesminister! Sie haben im Budgetausschuß, als wir die Ablehnung dieses Budgetkapitels bekanntgegeben haben, gesagt, daß Sie darüber nicht überrascht seien, weil es ja üblich sei, daß die Opposition ein Regierungsbudget grundsätzlich ablehnt. Sie hätten überhaupt noch nie erlebt, daß anderes der Fall gewesen wäre. Sie haben dann gesagt: Das Budget ist nicht erfreulich, aber ausreichend. – Es ist richtig, Herr Bundesminister! Die Freiheitlichen werden diesem Budget 1996/1997 nicht zustimmen (Abg. Dr. Puttinger: Das ist aber traurig!), aber nicht deshalb, weil wir grundsätzlich die Budgets ablehnen, die Sie hier vorlegen; ganz im Gegenteil. (Abg. Schwarzenberger: Dies haben wir nicht erwartet!)
Abg. Schwarzenberger: Dies haben wir nicht erwartet!
Herr Bundesminister! Sie haben im Budgetausschuß, als wir die Ablehnung dieses Budgetkapitels bekanntgegeben haben, gesagt, daß Sie darüber nicht überrascht seien, weil es ja üblich sei, daß die Opposition ein Regierungsbudget grundsätzlich ablehnt. Sie hätten überhaupt noch nie erlebt, daß anderes der Fall gewesen wäre. Sie haben dann gesagt: Das Budget ist nicht erfreulich, aber ausreichend. – Es ist richtig, Herr Bundesminister! Die Freiheitlichen werden diesem Budget 1996/1997 nicht zustimmen (Abg. Dr. Puttinger: Das ist aber traurig!), aber nicht deshalb, weil wir grundsätzlich die Budgets ablehnen, die Sie hier vorlegen; ganz im Gegenteil. (Abg. Schwarzenberger: Dies haben wir nicht erwartet!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundesminister! Sie haben damit erreicht, daß Österreich, was Verteidigungsausgaben anlangt, zur "Extraklasse" in Europa geworden ist. Wir sind nämlich einsame "Spitze", und zwar von unten gesehen: Österreich ist hinter Luxemburg das absolute Schlußlicht bei den Landesverteidigungsausgaben. Dazu darf ich Ihnen wirklich ganz herzlich "gratulieren". (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es gibt bei diesem Budgetkapitel – das haben Sie positiv hervorgestrichen – 1996 und 1997 einen Zuwachs von etwa 400 Millionen Schilling nominell. Real, Herr Bundesminister, sieht es jedoch anders aus, wenn man die Inflation abrechnet und wenn man vor allem die zusätzlichen Aufgaben miteinbezieht, die für das Bundesheer jetzt anfallen. Allein der Einsatz Österreichs in Bosnien kostet 300 bis 400 Millionen Schilling im Jahr. Allein dadurch ist also diese zweijährige Budgetsteigerung sozusagen bereits konsumiert. Und wenn man die Inflation noch ins Kalkül zieht, dann ist diese Überschreitungsermächtigung betreffend Kasernenverkäufe ebenfalls "konsumiert". In Wahrheit haben Sie also keinen Schilling mehr für die Landesverteidigung herausgeschunden, obwohl Sie ganz genau wissen, daß es jetzt mehr denn je notwendig wäre, auf diesem Gebiet die Defizite zu bereinigen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
All diese Dinge, Herr Bundesminister, müßten wir hier und heute, ohnedies schon verspätet, aber wenigstens jetzt offensiv diskutieren. Sie wissen ganz genau, daß Sie hiefür unsere Unterstützung hätten. Welcher Bundesminister kann sich denn auf eine so breite Unterstützung seitens der Opposition verlassen? – Ich habe immer das Gefühl, daß wir Freiheitlichen als größte Oppositionspartei Sie mehr stützen als Ihr eigener Regierungspartner! Das sollte man hier einmal klar zum Ausdruck bringen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber man sollte halt solche Stellungnahmen nicht nur dort treffen, wo man glaubt, daß sie gerne gehört werden, sondern auch dort, wo es darum geht, Widerstand gegen Leute in den eigenen Reihen zu leisten, die das Bundesheer abschaffen wollen. Das wird auch von Ihrer Seite gefordert! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Hagenhofer: Was werden die Leute sagen?
Meine Damen und Herren von den Sozialdemokraten! Auch eine Stellungnahme dazu wäre einmal interessant! (Abg. Hagenhofer: Was werden die Leute sagen?) Was werden Sie sagen? – Sie werden Ihnen dasselbe sagen, was sie etwa bei den Steyr-Werken gesagt haben, als wir kritisiert haben ... (Weitere Zwischenrufe der Abg. Hagenhofer. ) Frau Kollegin! Bitte hören Sie einmal gut zu: Als wir kritisiert haben, daß 30 Jahre alte Steyr-LKW um 700 000 S bis 800 000 S generalüberholt werden sollten, haben wir gesagt: Das ist unwirtschaftlich, denn um dasselbe Geld oder etwas mehr bekommt man bereits neue LKW. Und wir haben uns dafür eingesetzt, daß die Radpanzer auch von der Firma Steyr angeschafft werden.
Weitere Zwischenrufe der Abg. Hagenhofer.
Meine Damen und Herren von den Sozialdemokraten! Auch eine Stellungnahme dazu wäre einmal interessant! (Abg. Hagenhofer: Was werden die Leute sagen?) Was werden Sie sagen? – Sie werden Ihnen dasselbe sagen, was sie etwa bei den Steyr-Werken gesagt haben, als wir kritisiert haben ... (Weitere Zwischenrufe der Abg. Hagenhofer. ) Frau Kollegin! Bitte hören Sie einmal gut zu: Als wir kritisiert haben, daß 30 Jahre alte Steyr-LKW um 700 000 S bis 800 000 S generalüberholt werden sollten, haben wir gesagt: Das ist unwirtschaftlich, denn um dasselbe Geld oder etwas mehr bekommt man bereits neue LKW. Und wir haben uns dafür eingesetzt, daß die Radpanzer auch von der Firma Steyr angeschafft werden.
Abg. Dr. Nowotny: Das ist ein Ablenkungsmanöver!
Wir haben uns dafür eingesetzt – und setzen uns weiter dafür ein –, daß die Schützenpanzer angeschafft werden. Das sind auch Produkte, die die Firma Steyr produziert. (Abg. Dr. Nowotny: Das ist ein Ablenkungsmanöver!) Ihre Personalvertreter haben gesagt: Die Freiheitlichen wollen die Vernichtung der Arbeitsplätze bei der Firma Steyr. (Zwischenruf der Abg. Hagenhofer. )
Zwischenruf der Abg. Hagenhofer.
Wir haben uns dafür eingesetzt – und setzen uns weiter dafür ein –, daß die Schützenpanzer angeschafft werden. Das sind auch Produkte, die die Firma Steyr produziert. (Abg. Dr. Nowotny: Das ist ein Ablenkungsmanöver!) Ihre Personalvertreter haben gesagt: Die Freiheitlichen wollen die Vernichtung der Arbeitsplätze bei der Firma Steyr. (Zwischenruf der Abg. Hagenhofer. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Kollegin! Wenn Sie sich dafür einsetzen, dann setzen Sie sich doch gemeinsam mit uns dafür ein, daß genau diese Beschaffungen möglich sind, daß Ihre Fraktion auch die Geldmittel dafür zur Verfügung stellt, daß wir die Schützenpanzer und Radpanzer anschaffen können, daß wir diese LKW anschaffen können! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Dann fließen Milliardenbeträge genau in diese von Ihnen zitierte Wirtschaft hinein.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Nowotny.
Aber tun Sie doch nicht so, als ob Sie auf der einen Seite für die österreichischen Arbeitsplätze kämpfen würden, während Sie auf der anderen Seite Aufträge, die wirklich ins Haus stehen, ablehnen, weil es sich halt um Aufträge für die Landesverteidigung handelt. Und alles, was schweres Gerät betrifft, ist ja bei Ihnen negativ besetzt! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Nowotny. )
Abg. Dr. Nowotny: Aber auch bei der Versicherung gibt es Grenzen!
Ich möchte noch einen Punkt ansprechen, weil es immer auch um den Sinn des Landesverteidigungsbudgets geht. Es wird gefragt: Wozu brauchen wir das? – Meine Damen und Herren! Auch Kollege Kostelka hat dazu schon Überlegungen angestellt: Wozu Landesverteidigung? – Es gibt ja keine Bedrohung, all das ist viel zu teuer! – Herr Kollege Kostelka! Sehen Sie doch das Bundesheer wie eine Versicherung! (Abg. Dr. Nowotny: Aber auch bei der Versicherung gibt es Grenzen!) Ja, aber sie sollte ausreichend dotiert sein, denn sonst kann es im Ernstfall nicht jene Sicherheit geben, die man sich erhofft! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich möchte noch einen Punkt ansprechen, weil es immer auch um den Sinn des Landesverteidigungsbudgets geht. Es wird gefragt: Wozu brauchen wir das? – Meine Damen und Herren! Auch Kollege Kostelka hat dazu schon Überlegungen angestellt: Wozu Landesverteidigung? – Es gibt ja keine Bedrohung, all das ist viel zu teuer! – Herr Kollege Kostelka! Sehen Sie doch das Bundesheer wie eine Versicherung! (Abg. Dr. Nowotny: Aber auch bei der Versicherung gibt es Grenzen!) Ja, aber sie sollte ausreichend dotiert sein, denn sonst kann es im Ernstfall nicht jene Sicherheit geben, die man sich erhofft! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Nowotny: Man muß nicht überversichern!
Wir müssen uns versichern gegen das nicht Auszuschließende! Wenn Sie der Meinung sind, daß es keine Bedrohung gibt, wem gegenüber haften Sie dann, wenn Sie sich geirrt haben, Herr Kollege Nowotny? – Das Risiko ist uns zu groß, daß wir alle für Ihren Irrtum dann die Zeche zu bezahlen haben! (Abg. Dr. Nowotny: Man muß nicht überversichern!)
Zwischenruf des Abg. Kiss.
Herr Bundesminister! Ich weiß nicht, wie Sie das sehen! (Zwischenruf des Abg. Kiss. ) Vielleicht hilft Ihnen dann Herr Minister Einem. Sie haben es ja immerhin zugelassen, daß er für einige Tage Verteidigungsminister dieser Republik gewesen ist. Das ist auch eine interessante Sache. Er ist zwar staatsgefährdend, wird dann aber in Ihrer Vertretung zum Verteidigungsminister. – Das ist schon etwas paradox, Herr Bundesminister! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundesminister! Ich weiß nicht, wie Sie das sehen! (Zwischenruf des Abg. Kiss. ) Vielleicht hilft Ihnen dann Herr Minister Einem. Sie haben es ja immerhin zugelassen, daß er für einige Tage Verteidigungsminister dieser Republik gewesen ist. Das ist auch eine interessante Sache. Er ist zwar staatsgefährdend, wird dann aber in Ihrer Vertretung zum Verteidigungsminister. – Das ist schon etwas paradox, Herr Bundesminister! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Eine ordentliche Landesverteidigung wäre es wert, daß hier einmal offen und ehrlich darüber diskutiert und in einer offenen Mehrheit darüber abgestimmt wird, ob wir in Zukunft ein tragkräftiges und leistungskräftiges Heer mit einer ordentlichen Dotierung haben wollen oder ob wir so weiterwurschteln wollen wie bisher und letztlich die Sicherheit Österreichs im Ernstfall gefährdet wäre. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Meischberger: Das liegt am Redner und nicht an den Zuhörern!
Was, meine Damen und Herren, wird dabei übersehen? – Könnten Sie bei den Freiheitlichen bitte etwa leiser miteinander reden? Sie stören den Redner sehr! (Abg. Ing. Meischberger: Das liegt am Redner und nicht an den Zuhörern!) Diesen boshaften Einwand habe ich mir fast erwartet!
Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner .
Was wird beim genannten Argument bewußt übersehen? (Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner .) – Ich habe nur um eine Verringerung der Lautstärke gebeten. (Zwischenrufe und Gegenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler .) Es gab, Herr Abgeordneter Stadler, zu verschiedenen Zeiten unserer Republik gewisse Parteien, die durch ständiges Zwischenrufen versucht haben, Redner, die sich nicht für ihre Sache verwendet haben, zu stören! (Abg. Ing. Meischberger: Grundvoraussetzung ist, daß dein Klub wach ist! – Abg. Mag. Stadler: Was wollen Sie? Reden Sie weiter!) Herr Stadler! Reden Sie oder rede ich jetzt?
Zwischenrufe und Gegenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler .
Was wird beim genannten Argument bewußt übersehen? (Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner .) – Ich habe nur um eine Verringerung der Lautstärke gebeten. (Zwischenrufe und Gegenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler .) Es gab, Herr Abgeordneter Stadler, zu verschiedenen Zeiten unserer Republik gewisse Parteien, die durch ständiges Zwischenrufen versucht haben, Redner, die sich nicht für ihre Sache verwendet haben, zu stören! (Abg. Ing. Meischberger: Grundvoraussetzung ist, daß dein Klub wach ist! – Abg. Mag. Stadler: Was wollen Sie? Reden Sie weiter!) Herr Stadler! Reden Sie oder rede ich jetzt?
Abg. Ing. Meischberger: Grundvoraussetzung ist, daß dein Klub wach ist! – Abg. Mag. Stadler: Was wollen Sie? Reden Sie weiter!
Was wird beim genannten Argument bewußt übersehen? (Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner .) – Ich habe nur um eine Verringerung der Lautstärke gebeten. (Zwischenrufe und Gegenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler .) Es gab, Herr Abgeordneter Stadler, zu verschiedenen Zeiten unserer Republik gewisse Parteien, die durch ständiges Zwischenrufen versucht haben, Redner, die sich nicht für ihre Sache verwendet haben, zu stören! (Abg. Ing. Meischberger: Grundvoraussetzung ist, daß dein Klub wach ist! – Abg. Mag. Stadler: Was wollen Sie? Reden Sie weiter!) Herr Stadler! Reden Sie oder rede ich jetzt?
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Ich will sicher keine Angst machen, was ich aber will, ist, daß politisch verantwortliche Persönlichkeiten unserer Republik eine realistische Sicht des europäischen und außereuropäischen Umfeldes pflegen und daraus die richtigen Schlüsse ziehen. Wir brauchen eine angemessene, bewegliche und technisch gut ausgerüstete militärische Landesverteidigung für Österreich und unsere Bevölkerung. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Ofner: Da braucht es mehr Geld!
Zu den einzelnen Debattenbeiträgen, etwa jenem des Kollegen Herbert Scheibner oder des Kollegen Anton Gaál: Für die Bereichskoalition für militärische Landesverteidigung des Kollegen Scheibner oder auch für die Kritik des Kollegen Gaál an überalterten Waffen und Geräten – für beides gilt eine Antwort, eine ganz einfache Antwort: Alle Abgeordneten sind eingeladen – alle Abgeordneten, auch Kollege Meischberger –, dem Machbaren beim Budget zuzustimmen und das Budget für die Heeresangelegenheiten somit zu Ihrer Sache zu machen. (Abg. Dr. Ofner: Da braucht es mehr Geld!)
Abg. Scheibner: Nicht aufgeben! – Abg. Wabl: Keine Drohung!
Dem Kollegen Ofner ist nur recht zu geben, wenn er das Horrorszenario einer militärischen Landesverteidigung als "Nebenjob" von Polizei und Gendarmerie und auch die Vereinnahmung des Heeres-Nachrichtendienstes durch die Staatspolizei als unerträglich darstellt. Ich gebe Ihnen recht. Wenn dies jemals Realität würde, nämlich Landesverteidigung als "Nebenjob" von Polizei und Gendarmerie und die Vereinnahmung des Heeres-Nachrichtendienstes durch die Staatspolizei, dann wäre ich der erste, der seine politische Tätigkeit beenden und dieses Land nicht mehr so gerne hier vertreten würde, wie ich das nun tue. (Abg. Scheibner: Nicht aufgeben! – Abg. Wabl: Keine Drohung!) Das ist eine logische Konsequenz, die man aus einer solchen Situation ziehen müßte. Denn eines ist ganz sicher: Für die ÖVP sind diese beiden Punkte ganz bestimmt keine Verhandlungsgegenstände und keine Diskussion mehr! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Dem Kollegen Ofner ist nur recht zu geben, wenn er das Horrorszenario einer militärischen Landesverteidigung als "Nebenjob" von Polizei und Gendarmerie und auch die Vereinnahmung des Heeres-Nachrichtendienstes durch die Staatspolizei als unerträglich darstellt. Ich gebe Ihnen recht. Wenn dies jemals Realität würde, nämlich Landesverteidigung als "Nebenjob" von Polizei und Gendarmerie und die Vereinnahmung des Heeres-Nachrichtendienstes durch die Staatspolizei, dann wäre ich der erste, der seine politische Tätigkeit beenden und dieses Land nicht mehr so gerne hier vertreten würde, wie ich das nun tue. (Abg. Scheibner: Nicht aufgeben! – Abg. Wabl: Keine Drohung!) Das ist eine logische Konsequenz, die man aus einer solchen Situation ziehen müßte. Denn eines ist ganz sicher: Für die ÖVP sind diese beiden Punkte ganz bestimmt keine Verhandlungsgegenstände und keine Diskussion mehr! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Wabl – kurz einen Bildkalender mit einer spärlich bekleideten Frau mit militärischen Accessoirs wie Stahlhelm und Patronengurt zeigend –: Das gehört auch dazu? Ich zeige Ihnen hier den Militärkalender! – Abg. Mag. Stadler: Was ist das? – Abg. Wabl: Der Militärkalender 1996!
Meine verehrten Damen und Herren! Ich verkürze das, was ich an diesem Abend noch sagen wollte, und reduziere auf ganz wenige Sätze. Es ist meine feste Überzeugung, daß das Bundesheer auch einen umfassenden Bildungsauftrag hat, und zwar einen umfassenden Bildungsauftrag mit drei Zielen: fachliche Ausbildung zur Erfüllung der eigentlichen militärischen Aufgabe anzubieten, einen Beitrag zur Persönlichkeitsbildung für jeden zu leisten, der im Heer tätig ist (Abg. Wabl – kurz einen Bildkalender mit einer spärlich bekleideten Frau mit militärischen Accessoirs wie Stahlhelm und Patronengurt zeigend –: Das gehört auch dazu? Ich zeige Ihnen hier den Militärkalender! – Abg. Mag. Stadler: Was ist das? – Abg. Wabl: Der Militärkalender 1996!) , und eine dritte Qualität, nämlich organisatorische Fähigkeiten in der Praxis und für die Praxis zu vermitteln. (Abg. Mag. Stadler: Herr Präsident! Das sollte man unbedingt noch einmal anschauen! Für die Kamera!)
Abg. Mag. Stadler: Herr Präsident! Das sollte man unbedingt noch einmal anschauen! Für die Kamera!
Meine verehrten Damen und Herren! Ich verkürze das, was ich an diesem Abend noch sagen wollte, und reduziere auf ganz wenige Sätze. Es ist meine feste Überzeugung, daß das Bundesheer auch einen umfassenden Bildungsauftrag hat, und zwar einen umfassenden Bildungsauftrag mit drei Zielen: fachliche Ausbildung zur Erfüllung der eigentlichen militärischen Aufgabe anzubieten, einen Beitrag zur Persönlichkeitsbildung für jeden zu leisten, der im Heer tätig ist (Abg. Wabl – kurz einen Bildkalender mit einer spärlich bekleideten Frau mit militärischen Accessoirs wie Stahlhelm und Patronengurt zeigend –: Das gehört auch dazu? Ich zeige Ihnen hier den Militärkalender! – Abg. Mag. Stadler: Was ist das? – Abg. Wabl: Der Militärkalender 1996!) , und eine dritte Qualität, nämlich organisatorische Fähigkeiten in der Praxis und für die Praxis zu vermitteln. (Abg. Mag. Stadler: Herr Präsident! Das sollte man unbedingt noch einmal anschauen! Für die Kamera!)
Abg. Mag. Stadler: Geh, zeig es noch einmal her! Das ist schon interessant!
Meine Damen und Herren! Welche Institution sonst bietet jungen Österreichern die Einübung in den Dienst an der Gemeinschaft? Welche Institution sonst bietet jungen Österreichern – und künftig, wie ich hoffe, auch jungen Österreicherinnen, die sich freiwillig melden – die Vermittlung von Werten und Haltung für den Staat? Welche Institution bietet ... (Abg. Mag. Stadler: Geh, zeig es noch einmal her! Das ist schon interessant!) Für den Kollegen Stadler vielleicht, aber
Abg. Ing. Meischberger: Konzentration auf die Uhr!
Meine verehrten Damen und Herren! Führungsverhalten und Managementmethoden (Abg. Ing. Meischberger: Konzentration auf die Uhr!) – nein, es ist noch Zeit, ich weiß das –, Führungsverhalten und Managementmethoden sind für Offiziere Qualitäten, die auch in Wirtschaft und Verwaltung sehr geschätzt werden. Ich nenne Ihnen nur drei Beispiele aus meinem Bundesland: Der Vorstandsdirektor einer der größten österreichischen Versicherungen, der Bezirkshauptmann von Knittelfeld, der Wirtschaftsdirektor des größten steirischen Krankenhauses sind Berufsoffiziere, die in den anderen Bereichen großartige und erfolgreiche Arbeit leisten. (Abg. Mag. Stadler: Geh, Wabl, zeig das noch einmal her! Das möbelt den Herrn Klubobmann Khol auf! Das ist Pornographie! – Abg. Dr. Khol: Eine nackte Frau ist noch nicht Pornographie!)
Abg. Mag. Stadler: Geh, Wabl, zeig das noch einmal her! Das möbelt den Herrn Klubobmann Khol auf! Das ist Pornographie! – Abg. Dr. Khol: Eine nackte Frau ist noch nicht Pornographie!
Meine verehrten Damen und Herren! Führungsverhalten und Managementmethoden (Abg. Ing. Meischberger: Konzentration auf die Uhr!) – nein, es ist noch Zeit, ich weiß das –, Führungsverhalten und Managementmethoden sind für Offiziere Qualitäten, die auch in Wirtschaft und Verwaltung sehr geschätzt werden. Ich nenne Ihnen nur drei Beispiele aus meinem Bundesland: Der Vorstandsdirektor einer der größten österreichischen Versicherungen, der Bezirkshauptmann von Knittelfeld, der Wirtschaftsdirektor des größten steirischen Krankenhauses sind Berufsoffiziere, die in den anderen Bereichen großartige und erfolgreiche Arbeit leisten. (Abg. Mag. Stadler: Geh, Wabl, zeig das noch einmal her! Das möbelt den Herrn Klubobmann Khol auf! Das ist Pornographie! – Abg. Dr. Khol: Eine nackte Frau ist noch nicht Pornographie!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Meischberger: Schau, der Khol klatscht!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das österreichische Bundesheer ist die größte Friedensbewegung Österreichs. Das Bundesheer ist eine besonders verantwortungsbewußte, menschlich und fachlich starke, vielfältig einsetzbare präventive Friedensbewegung aus Berufs- und Milizsoldaten, und – so hoffe ich – in Zukunft auch aus freiwilligen Soldatinnen. Die militärische Landesverteidigung ist nie Selbstzweck, sondern immer Mittel zum Zweck, und das Ziel ist heute und in Zukunft, die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten. – Auch wenn es schon nach Mitternacht ist: Das wollte ich Ihnen sagen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Meischberger: Schau, der Khol klatscht!)
Abg. Mag. Stadler: Wo ist der Moser? Ist er schon in Pension? – Abg. Dr. Khol: Frischi, was machst du mit dem ganzen Papier?
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Frischenschlager. Er hat das Wort. (Abg. Mag. Stadler: Wo ist der Moser? Ist er schon in Pension? – Abg. Dr. Khol: Frischi, was machst du mit dem ganzen Papier?)
Abg. Mag. Stadler: Wo ist der Moser?
Abgeordneter Dr. Friedhelm Frischenschlager (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Kollege Maitz hat gemeint, dem Bundesheer ... (Abg. Mag. Stadler: Wo ist der Moser?) Wie du siehst, nicht da! Ich bin beim Pult. Bin ich dir zu wenig? (Abg. Haigermoser: Nein, nicht, du warst immerhin zum Arbeiten da im Parlament! – Abg. Mag. Stadler: Du bist ja nicht in Pension!) Ist schon recht! (Abg. Mag. Stadler: Aber du schaust auch schon ein bißchen müde aus!)
Abg. Haigermoser: Nein, nicht, du warst immerhin zum Arbeiten da im Parlament! – Abg. Mag. Stadler: Du bist ja nicht in Pension!
Abgeordneter Dr. Friedhelm Frischenschlager (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Kollege Maitz hat gemeint, dem Bundesheer ... (Abg. Mag. Stadler: Wo ist der Moser?) Wie du siehst, nicht da! Ich bin beim Pult. Bin ich dir zu wenig? (Abg. Haigermoser: Nein, nicht, du warst immerhin zum Arbeiten da im Parlament! – Abg. Mag. Stadler: Du bist ja nicht in Pension!) Ist schon recht! (Abg. Mag. Stadler: Aber du schaust auch schon ein bißchen müde aus!)
Abg. Mag. Stadler: Aber du schaust auch schon ein bißchen müde aus!
Abgeordneter Dr. Friedhelm Frischenschlager (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Kollege Maitz hat gemeint, dem Bundesheer ... (Abg. Mag. Stadler: Wo ist der Moser?) Wie du siehst, nicht da! Ich bin beim Pult. Bin ich dir zu wenig? (Abg. Haigermoser: Nein, nicht, du warst immerhin zum Arbeiten da im Parlament! – Abg. Mag. Stadler: Du bist ja nicht in Pension!) Ist schon recht! (Abg. Mag. Stadler: Aber du schaust auch schon ein bißchen müde aus!)
Präsident Dr. Fischer – zu Bundesminister Dr. Fasslabend, der sich im Gespräch mit Abg. Dr. Haselsteiner befindet –: Herr Bundesminister! – Abg. Wabl: Dementiert der Haselsteiner jetzt?
Ich meine, man könnte selbstverständlich das Klagelied der zu geringen budgetären Absicherung des Heeres als Einstieg verwenden, und es gäbe auch manches gute Argument dafür – darauf werde ich noch eingehen –, aber der Hauptvorwurf, den man dieser Bundesregierung und auch Ihnen, Herr Bundesminister ... (Präsident Dr. Fischer – zu Bundesminister Dr. Fasslabend, der sich im Gespräch mit Abg. Dr. Haselsteiner befindet –: Herr Bundesminister! – Abg. Wabl: Dementiert der Haselsteiner jetzt?)
Beifall beim Liberalen Forum.
Was mich an dieser Diskussion stört, ist nicht, daß so etwas passiert: Es zeigt das nur die absolute Unernsthaftigkeit oder auf jeden Fall Unseriosität, mit der mit diesen Dingen umgegangen wird. Und das ist ein Befund, den die Bundesregierung zu verantworten hat und damit, Herr Bundesminister, natürlich auch Sie. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Wabl: Bitte, das würden wir gerne wissen! Das ist ja die Frage!
Jetzt kommt natürlich die Budgetsituation dazu, Herr Bundesminister, und Sie werden ganz genau wissen – ich brauche das jetzt nicht auszuführen –, daß diese "Heeresgliederung Neu", die mit 120 000 Mann hingestellt wurde, selbstverständlich auch vom Budgetären her von der Regierung nie wirklich ernstgenommen wurde. Das ist ein Faktum, und ich erspare es mir jetzt – wobei ich, wie Herr Kollege Scheibner, eine lange Liste an Mängeln anführen könnte, eine lange Liste der Investitionen, die notwendig wären, um dieses Ziel zu erreichen –, das anzuführen. (Abg. Wabl: Bitte, das würden wir gerne wissen! Das ist ja die Frage!) Ich meine, daß das im Endeffekt der Beleg dafür ist, daß die "Heeresgliederung Neu" als solche nicht durchführbar ist und sich damit auch die Frage stellt, wie es insgesamt weitergeht.
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Scheibner: Das hätten wir ja wollen, Kollege!
Zu meinen, es wäre sozusagen eine Möglichkeit gegeben, im "Windschatten" der anderen sicherheitspolitischen Gegebenheiten zu bleiben, dann werde man auf uns und auf unseren Beitrag vergessen – das ist Illusion. Es ist auch schon ganz klar ausgesprochen worden: Österreich wird einen Anteil leisten müssen, entweder durch eigene militärische Anstrengungen, oder man wird einfach ganz klar mitzahlen müssen. Und da, meine ich, ist es schon gescheiter, daß Österreich seinen eigenen militärischen Beitrag leistet. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Scheibner: Das hätten wir ja wollen, Kollege!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Diese Grundsatzdebatte ist bald zu führen, und ich weiß ein Lied davon zu singen, was es heißt, insbesondere in der Frage der Luftraumsicherung Entscheidungen zu treffen. Die Grundsatzdebatte ist zuerst zu führen, und dann erst sind die weiteren Schritte zu setzen, aber zunächst geht es darum, wirklich einen gemeinsamen Bogen zu legen, ob wir das wollen oder nicht! Das ist eine wesentliche Voraussetzung. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Wabl: Na geh, das ist doch eine Beleidigung!
Meine Damen und Herren! Zum Schluß rufe ich noch einmal in Erinnerung und betrachte es als den größten Mangel, daß diese Bundesregierung keine gemeinsame sicherheitspolitische Linie hat. Der Tagesstreit in den Zeitungen und offensichtlich auch zwischen den führenden Repräsentanten dieser Regierung ist eine Realität. Und das, was in der Regierungserklärung steht, Herr Bundesminister, grenzt geradezu ans Lächerliche, es ist verwaschen und unklar. (Abg. Wabl: Na geh, das ist doch eine Beleidigung!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Aber noch einmal: Voraussetzung, Herr Bundesminister, ist die sicherheitspolitische Konzeption. Diese sind Sie der Republik schuldig geblieben. Das ist die Hauptschwierigkeit, und das ist auch verantwortlich für die großen Schwierigkeiten, die das Bundesheer im Rahmen der gesamten politischen Entwicklung hat. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Mag. Stadler: Sie allein, Herr Bundesminister, haben die Verantwortung!
Herr Bundesminister! Meiner Ansicht nach sind diese Berichte über den desolaten Zustand des Bundesheeres, vor allem was die mechanisierten Verbände anlangt, ganz einfach eine Kapitulationserklärung des Heeresmanagements. Und dafür, Herr Bundesminister, tragen allein Sie die Verantwortung! (Abg. Mag. Stadler: Sie allein, Herr Bundesminister, haben die Verantwortung!) Sie haben seinerzeit im Landesverteidigungsausschuß – ich darf daran erinnern – über den technischen Standard der Kampfpanzer M 60 berichtet, und ich darf aus diesem Anlaß aus dieser schriftlichen Unterlage zitieren, in der es heißt:
Abg. Scheibner: Da werden Pedale eingebaut, damit man fahren kann!
Weiters haben Sie berichtet, Herr Bundesminister, daß dieser Kampfpanzer auf absehbare Zeit hinaus weiterhin als wesentliches Element der Kampfkraft des Bundesheeres verbleiben wird. Dann haben Sie festgestellt, daß dieser Kampfpanzer noch zwei bis drei Grundüberholungsvorgängen zugeführt werden dürfte. Wie Sie wissen, Herr Bundesminister, finden diese Überholungsvorgänge alle neun Jahre statt. (Abg. Scheibner: Da werden Pedale eingebaut, damit man fahren kann!) Das bedeutet also, daß dieser Panzer, wenn wir nur von diesen zwei Grundüberholungsvorgängen ausgehen, immerhin bis zum Jahre 2010 im Bestand des österreichischen Bundesheeres verbleibt. Aber jetzt erklären Sie im morgigen "Kurier", daß dem nicht mehr so ist.
Abg. Dr. Maitz: Eine schwache Ausrede!
Erlauben Sie noch einmal einen Hinweis auf die Panzer und Flugzeuge, die verrosten und verrotten. Dies ist nicht deshalb der Fall, weil sie technisch veraltet sind, Herr Bundesminister, sondern weil sie ganz einfach schlecht oder gar nicht gewartet werden. Das, Herr Bundesminister, ist für mich unverständlich, denn das Bundesheer hat den Budgetrahmen für die Wartung nicht ausgenützt. (Abg. Dr. Maitz: Eine schwache Ausrede!)
Beifall des Abg. Achs .
Ich darf daran erinnern: 1995 hat das Bundesheer von 746 Millionen Schilling, die im Budget für Wartungsarbeiten vorgesehen waren, nur 422 Millionen Schilling tatsächlich ausgegeben. Herr Dr. Maitz, da hat man, wenn Sie nachrechnen, auf 324 Millionen Schilling verzichtet und auch 1994 hat man auf 200 Millionen Schilling verzichtet. (Beifall des Abg. Achs .) Sie haben ganz einfach diesen Budgetrahmen, der hierfür vorgegeben war, nicht ausgenützt. (Abg. Dr. Maitz: Eine schwache Ausrede für Ihr mangelndes Engagement!) Nein, das ist nachzulesen in den Budgetunterlagen.
Abg. Dr. Maitz: Eine schwache Ausrede für Ihr mangelndes Engagement!
Ich darf daran erinnern: 1995 hat das Bundesheer von 746 Millionen Schilling, die im Budget für Wartungsarbeiten vorgesehen waren, nur 422 Millionen Schilling tatsächlich ausgegeben. Herr Dr. Maitz, da hat man, wenn Sie nachrechnen, auf 324 Millionen Schilling verzichtet und auch 1994 hat man auf 200 Millionen Schilling verzichtet. (Beifall des Abg. Achs .) Sie haben ganz einfach diesen Budgetrahmen, der hierfür vorgegeben war, nicht ausgenützt. (Abg. Dr. Maitz: Eine schwache Ausrede für Ihr mangelndes Engagement!) Nein, das ist nachzulesen in den Budgetunterlagen.
Beifall bei der SPÖ.
Daher ist das für mich unverständlich. Wenn man sich seriös mit den inhaltlichen Gegebenheiten auseinandersetzt, Herr Dr. Maitz, kommt man zu dem Schluß, daß es sich um ein Mißmanagement des Österreichischen Bundesheeres handelt, und dafür hat der Herr Minister die volle Verantwortung zu tragen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die internationalen Aufgaben sind für Österreich sehr klar geregelt: Friedenserhaltung, humanitäre Maßnahmen, internationale Katastrophenhilfe. Ich halte die Teilnahme an der NATO-"Partnerschaft für den Frieden" für ein nützliches Instrument der sicherheitspolitischen Kooperation. Aber eines muß denjenigen, die immer wieder auf eine Mitgliedschaft Österreichs bei einem Militärbündnis drängen, klar und deutlich gesagt werden: Gemeinsame Missionen mit der NATO müssen unter dem Mandat der Vereinten Nationen oder der OSZE stehen. Die Teilnahme an der NATO-"Partnerschaft für den Frieden" darf unserer Ansicht nach kein Freibrief für eine schleichende NATO-Mitgliedschaft sein. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Maitz: Das ist völliger Unsinn!
Herr Bundesminister! Jetzt müssen Maßnahmen zur Effizienzsteigerung des Bundesheeres gesetzt werden. Dazu ist natürlich eine konsequente Fortführung der Verwaltungsreform im gesamten Verwaltungsbereich des Bundesheeres notwendig. Es müssen sehr wohl auch Planstellen abgebaut werden. Das muß mit einer Straffung der Führungsstruktur einhergehen. Wir verlangen das immer wieder, aber es hat bis heute keinen einzigen Schritt in diese Richtung gegeben. (Abg. Dr. Maitz: Das ist völliger Unsinn!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube, wir werden diesen Weg nur in einem sinnvollen Miteinander im Interesse der Sicherheit Österreichs gehen können, wenn wir erfolgreich sein wollen. Unsere Unterstützung und unser aktives Mittun haben wir bereits bewiesen und sagen es weiterhin zu. Herr Bundesminister! Gehen wir gemeinsam diesen Weg! Hören Sie auch auf unsere Anregungen, unsere Vorschläge und unsere konzeptiven Überlegungen im Interesse der Bevölkerung dieses Landes und im Interesse des österreichischen Bundesheeres. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Haben Sie den Kalender mit?
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Wabl. Er hat das Wort. (Abg. Mag. Stadler: Haben Sie den Kalender mit?)
Bundesminister Dr. Fasslabend: Ich kenne ihn noch nicht! Jetzt sehe ich ihn endlich!
Abgeordneter Andreas Wabl (Grüne): Das Original kann dann hinten gegen eine kleine Spende für das Heeresbudget eingesehen werden. (Bundesminister Dr. Fasslabend: Ich kenne ihn noch nicht! Jetzt sehe ich ihn endlich!)
Abg. Dr. Maitz: Haben Sie schon einmal etwas von "Verfassungsauftrag" gehört?
Wir haben uns gedacht, wir müssen sukzessive die vielen Kräfte, die es in unserer Gesellschaft gibt – wie: soziale Verteidigung, demokratische Standfestigkeit als Rückgrat, Entwicklungshilfe, Zusammenarbeit, Integration, völkerverständigende Maßnahmen und, und, und –, dagegen lenken und langsam den militärisch gewaltsamen Teil der Verteidigung überführen in eine andere Formation. Das war eine Vision, die sehr langfristig angelegt war. (Abg. Dr. Maitz: Haben Sie schon einmal etwas von "Verfassungsauftrag" gehört?)
Zwischenrufe der Abg. Zweytick und Scheibner .
Wenn Sie mit Fachleuten über das Bundesheer reden, hören Sie ziemlich ähnliche Kommentare. Ich rede relativ selten über das Bundesheer und die innere Gliederung, weil ich darüber wenig weiß und kein Experte bin. Aber eines pfeifen die Spatzen bereits von den Dächern: Das Bundesheer wurde von Ihnen gemeinsam demoliert. Erstens herrscht dort ein Geist, den man nur als Ungeist bezeichnen kann. Die jungen Menschen wollen dort nicht mehr hin. Dann haben Sie versucht, den Zivildienst als Strafdienst zu verschärfen, damit mehr junge Leute zum Militär gehen. Sie haben alles probiert. Die jungen Menschen leisten aber lieber einen Dienst, der Sinn macht, bei dem sie aufrecht gehen können und nicht getreten werden und das Gefühl haben, sie leisten etwas Sinnvolles für diesen Staat, für diese Demokratie, für dieses Land. (Zwischenrufe der Abg. Zweytick und Scheibner .)
Abg. Wurmitzer: Wo haben Sie gedient?
Herr Kollege Maitz! Sie haben nicht nur innerhalb des Bundesheeres alles dazu getan, daß das Bundesheer demoliert wird, dieser Vorwurf betrifft vor allem auch Ihre Partei! Leider ist Kollege Kiss nicht da! Herr Kraft mußte ja zurücktreten! Sie haben mit einer Reihe skandalöser Waffenschiebereien dafür gesorgt, daß alles rund um das Bundesheer diskreditiert wird. (Abg. Wurmitzer: Wo haben Sie gedient?) Herr Abgeordneter Wurmitzer! Ich habe beim Roten Kreuz gedient, stellen Sie sich das vor! Ich war einmal bei einer Geburt dabei, mehrmals bei Herzinfarkten und bei schweren Verkehrsunfällen. Ich habe dort gelernt, im Notfall einzugreifen. Ich bin nicht ausgebildet an den Waffen, die Sie wahrscheinlich ständig verschieben. Aber Herr Wurmitzer ...
Zwischenrufe bei der ÖVP
Abgeordneter Andreas Wabl (fortsetzend): Ich habe gemeint (Zwischenrufe bei der ÖVP): Einige in der ÖVP sind manchmal versucht, in diesem Bereich Geschäfte zu machen. (Abg. Dr. Maitz: Wer?) Da gibt es einen Mann, der heißt Kraft. "Kraft" seines Amtes hat er agiert, und als Verteidigungssprecher wurde er verurteilt, und zwar wegen des Versuchs der Bestechung. Stimmt das? Ja? (Abg. Dr. Maitz: Deswegen ist er nicht verurteilt worden!) Ist er nicht verurteilt worden deshalb? – Es gibt darüber unzählige Berichte! Soll ich sie Ihnen vorlesen? Soll ich vorlesen von den "Waffenmillionen" und davon, wie sich SPÖ und ÖVP das Geld teilen wollen. "Politiksumpf Waffenhandel und Fasslabends Verantwortung" heißt es hier. Die Bestechungsversuche sind ab sofort strafbar, nach dem Urteil gegen Kraft. Weiteres Zitat: "Minister Fasslabend war über den Korruptionsversuch informiert und beharrte dennoch auf Thomson." Was soll denn das bedeuten? Mangelnde Kooperation?
Abg. Dr. Maitz: Wer?
Abgeordneter Andreas Wabl (fortsetzend): Ich habe gemeint (Zwischenrufe bei der ÖVP): Einige in der ÖVP sind manchmal versucht, in diesem Bereich Geschäfte zu machen. (Abg. Dr. Maitz: Wer?) Da gibt es einen Mann, der heißt Kraft. "Kraft" seines Amtes hat er agiert, und als Verteidigungssprecher wurde er verurteilt, und zwar wegen des Versuchs der Bestechung. Stimmt das? Ja? (Abg. Dr. Maitz: Deswegen ist er nicht verurteilt worden!) Ist er nicht verurteilt worden deshalb? – Es gibt darüber unzählige Berichte! Soll ich sie Ihnen vorlesen? Soll ich vorlesen von den "Waffenmillionen" und davon, wie sich SPÖ und ÖVP das Geld teilen wollen. "Politiksumpf Waffenhandel und Fasslabends Verantwortung" heißt es hier. Die Bestechungsversuche sind ab sofort strafbar, nach dem Urteil gegen Kraft. Weiteres Zitat: "Minister Fasslabend war über den Korruptionsversuch informiert und beharrte dennoch auf Thomson." Was soll denn das bedeuten? Mangelnde Kooperation?
Abg. Dr. Maitz: Deswegen ist er nicht verurteilt worden!
Abgeordneter Andreas Wabl (fortsetzend): Ich habe gemeint (Zwischenrufe bei der ÖVP): Einige in der ÖVP sind manchmal versucht, in diesem Bereich Geschäfte zu machen. (Abg. Dr. Maitz: Wer?) Da gibt es einen Mann, der heißt Kraft. "Kraft" seines Amtes hat er agiert, und als Verteidigungssprecher wurde er verurteilt, und zwar wegen des Versuchs der Bestechung. Stimmt das? Ja? (Abg. Dr. Maitz: Deswegen ist er nicht verurteilt worden!) Ist er nicht verurteilt worden deshalb? – Es gibt darüber unzählige Berichte! Soll ich sie Ihnen vorlesen? Soll ich vorlesen von den "Waffenmillionen" und davon, wie sich SPÖ und ÖVP das Geld teilen wollen. "Politiksumpf Waffenhandel und Fasslabends Verantwortung" heißt es hier. Die Bestechungsversuche sind ab sofort strafbar, nach dem Urteil gegen Kraft. Weiteres Zitat: "Minister Fasslabend war über den Korruptionsversuch informiert und beharrte dennoch auf Thomson." Was soll denn das bedeuten? Mangelnde Kooperation?
Abg. Dr. Maitz: Das war alles korrekt!
Lacina hat sich dagegen gewehrt, daß diese Waffensysteme angekauft werden, und hat gemeint, daß da nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Meine Damen und Herren! Was ist denn da alles passiert? (Abg. Dr. Maitz: Das war alles korrekt!)
Abg. Dr. Maitz: Sie werden schon für Gerüchte gesorgt haben!
Na selbstverständlich! Und was war mit den Bilanzen, die plötzlich verschwunden sind in Ihrer Teilorganisation, anhand derer man nachweisen hätte können, daß Provisionen in Ihre Kassen geflossen sind? – Plötzlich waren sie unauffindbar! Computer sind abgestürzt! Alles war weg! Glauben Sie, das haben sich die Presseleute alles aus den Fingern gesogen, Herr Maitz? Glauben Sie, das ist alles erfunden? (Abg. Dr. Maitz: Sie werden schon für Gerüchte gesorgt haben!) Selbstverständlich, weil ich einen so guten Zugang zu Leuten wie Assman habe! Da haben Sie auch fleißig mitgeholfen!
Abg. Dr. Maitz: Weil nichts zu untersuchen war!
Meine Damen und Herren! "Tarnen und Täuschen" war einer der letzten großen Artikel darüber. – Sie haben sich damals – erfolgreich – gegen die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses geweigert. Die SPÖ war schon geneigt, dem zuzustimmen und hat Sie natürlich unter Druck gesetzt. Aber Sie haben sich erfolgreich gewehrt! (Abg. Dr. Maitz: Weil nichts zu untersuchen war!) Herr Abgeordneter Maitz! Natürlich war nichts zu untersuchen! Es ist nie was zu untersuchen, wenn es nach Ihnen geht!
Abg. Dr. Maitz: Sie sind dagegen, das wissen wir doch!
Jetzt kommt die letzte Posse, Herr Abgeordneter Maitz! Dabei spielen wieder mehrere mit. Jetzt kommt das große Spiel: Wo und was werden wir in Zukunft anschaffen? – Ich habe gehört: Der Herr Minister denkt noch immer an diese Hubschrauber; Sie kennen dieses peinliche Geschäft. Wir haben gehört, es sollen auch die Nachfolge-Abfangjäger gekauft werden. (Abg. Dr. Maitz: Sie sind dagegen, das wissen wir doch!) Abgeordneter Frischenschlager kommt hier heraus, er
Abg. Dr. Schmidt: Was hat das mit mir zu tun?
Dann kommt noch eine Steigerung. Es gibt Leute hier im Haus wie etwa Frau Klubobmann Heide Schmidt – Klubobfrau, entschuldigen Sie diesen Fauxpas! –, sie schämt sich schon ein bißchen, weil sie weiß, was der NATO-Beitritt wieder kosten wird. Kein Mensch sagt, woher das Geld kommen soll. Plötzlich stehen Sie dort ganz keusch wie die kleinen Buben, die erwischt worden sind bei unanständigen Gedanken, meine Damen und Herren! Das ist das Problem! (Abg. Dr. Schmidt: Was hat das mit mir zu tun?)
Zwischenruf des Abg. Wurmitzer.
Sagen Sie es doch, Herr Minister Fasslabend, woher Sie das Geld nehmen werden! Sagen Sie es doch, wem Sie es wegnehmen wollen! Oder wollen Sie Kredite aufnehmen? Wollen Sie sammeln gehen, so wie immer gesammelt wird für die Behinderten, die Alten und die Kranken? – Nein, das tun Sie nicht! (Zwischenruf des Abg. Wurmitzer. )
Heiterkeit bei den Grünen.
Sagen Sie es doch! Herr Wurmitzer! Sagen Sie es doch Ihren Kärntnerinnen und Kärntnern, woher Sie das Geld nehmen wollen! Herr Maitz! Glauben Sie, daß Herr Assmann so viel angespart hat? (Heiterkeit bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Zweytick.
Glauben Sie, daß Sie sich das alles leisten können, was in diesem herrlichen Wunschkatalog steht? In der Südsteiermark werden Sie bei den Weinbauern wahrscheinlich höhere Steuern einholen, um eben Boden-Boden- und Boden-Luftlenkwaffen anschaffen zu können, um Radpanzer anzuschaffen und die M60 auszuwechseln. Diese haben ja das Ende ihres Lebenszyklus erreicht, sagt der Herr Bundesminister für Verteidigung ganz mutig. Jetzt brauchen wir neue! (Zwischenruf des Abg. Zweytick. ) Aber woher nehmen wir denn das Geld, Herr Zweytick? Sie sollten sich mit dem Herrn Minister zusammensetzen und endlich darüber nachgrübeln, welchen Weinbauern man in der Südsteiermark die Förderungen wegnehmen soll, Herr Zweytick!
Abg. Zweytick: Ich habe eine, aber dir werde ich sie nicht verraten!
Oder, Herr Kollege Zweytick, haben Sie eine andere Geldquelle? (Abg. Zweytick: Ich habe eine, aber dir werde ich sie nicht verraten!) Haben Sie eine neue? – Bitte, sagen Sie es doch, kommen Sie doch heraus, denn dem Maitz ist ja nichts eingefallen! Dem Frischenschlager ist nichts eingefallen! Der Moser ist, glaube ich, heute ins Ausland geschickt worden, damit er sammeln geht, denn sonst müßte er hier erklären, wie er die Nachfolge-Abfangjäger kaufen kann.
Abg. Dr. Maitz: Wir werden für dieses Kabarett Eintritt kassieren!
Ich glaube, da gibt es einen veritablen Konflikt innerhalb des Liberalen Forums, denn Frau Dr. Schmidt ist, glaube ich, für ein Nullbudget. Sie ist ein bißchen eine Anhängerin der Einem-Vision. (Abg. Dr. Maitz: Wir werden für dieses Kabarett Eintritt kassieren!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka.
Wissen Sie, was Mut ist beziehungsweise was Mut wäre? – Wenn Sie klar sagten: Das wollen wir, und das wollen wir, und so werden wir das bedecken. (Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka. ) Es steht sogar im Gesetz, daß wir dafür Bedeckungsvorschläge brauchen. Eine Regierungspartei, Herr Kukacka, die Dinge anschaffen will und dafür keine Bedeckungsvorschläge hat, hat abgedankt. (Abg. Mag. Kukacka: Es ist ein Schmierenstück, das ihr hier abzieht!)
Abg. Mag. Kukacka: Es ist ein Schmierenstück, das ihr hier abzieht!
Wissen Sie, was Mut ist beziehungsweise was Mut wäre? – Wenn Sie klar sagten: Das wollen wir, und das wollen wir, und so werden wir das bedecken. (Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka. ) Es steht sogar im Gesetz, daß wir dafür Bedeckungsvorschläge brauchen. Eine Regierungspartei, Herr Kukacka, die Dinge anschaffen will und dafür keine Bedeckungsvorschläge hat, hat abgedankt. (Abg. Mag. Kukacka: Es ist ein Schmierenstück, das ihr hier abzieht!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Noch etwas: Da kommen die selbsternannten Verteidiger der Grundwehrdiener und sagen: Die sollen es gut haben, die sollen eine gute Ausbildung haben und sollen auch anständig entlohnt werden. Doch dann wird in diesem Haus mit dem Grundwehrgesetz stillschweigend beschlossen, daß 52,5 Millionen Schilling in der zweiten Jahreshälfte 1996 eingespart werden sollen. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Das ist dem Scheibner völlig egal, kein Wort in der Öffentlichkeit, daß die Grundwehrdiener in Zukunft im siebenten und im achten Monat 7 000 S verlieren und nur mehr 3 000 S haben. (Abg. Scheibner: Das stimmt ja gar nicht!) Das ist ihm egal! – Es sind aber viele Leute dabei, die auf dieses Geld angewiesen sind! (Abg. Scheibner: Das stimmt nicht!)
Abg. Scheibner: Das stimmt ja gar nicht!
Noch etwas: Da kommen die selbsternannten Verteidiger der Grundwehrdiener und sagen: Die sollen es gut haben, die sollen eine gute Ausbildung haben und sollen auch anständig entlohnt werden. Doch dann wird in diesem Haus mit dem Grundwehrgesetz stillschweigend beschlossen, daß 52,5 Millionen Schilling in der zweiten Jahreshälfte 1996 eingespart werden sollen. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Das ist dem Scheibner völlig egal, kein Wort in der Öffentlichkeit, daß die Grundwehrdiener in Zukunft im siebenten und im achten Monat 7 000 S verlieren und nur mehr 3 000 S haben. (Abg. Scheibner: Das stimmt ja gar nicht!) Das ist ihm egal! – Es sind aber viele Leute dabei, die auf dieses Geld angewiesen sind! (Abg. Scheibner: Das stimmt nicht!)
Abg. Scheibner: Das stimmt nicht!
Noch etwas: Da kommen die selbsternannten Verteidiger der Grundwehrdiener und sagen: Die sollen es gut haben, die sollen eine gute Ausbildung haben und sollen auch anständig entlohnt werden. Doch dann wird in diesem Haus mit dem Grundwehrgesetz stillschweigend beschlossen, daß 52,5 Millionen Schilling in der zweiten Jahreshälfte 1996 eingespart werden sollen. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Das ist dem Scheibner völlig egal, kein Wort in der Öffentlichkeit, daß die Grundwehrdiener in Zukunft im siebenten und im achten Monat 7 000 S verlieren und nur mehr 3 000 S haben. (Abg. Scheibner: Das stimmt ja gar nicht!) Das ist ihm egal! – Es sind aber viele Leute dabei, die auf dieses Geld angewiesen sind! (Abg. Scheibner: Das stimmt nicht!)
Abg. Scheibner: Sie haben gegen die Taggelderhöhung gestimmt, Herr Kollege!
Das stimmt nicht? – Woher nehmen Sie denn diese 52,5 Millionen Schilling? (Abg. Scheibner: Sie haben gegen die Taggelderhöhung gestimmt, Herr Kollege!)
Abg. Dr. Maitz: Gleiche Leistung, gleiches Geld! Das ist eine gerechte Lösung!
Herr Abgeordneter Scheibner! Antworten Sie auf meine bescheidene Frage! Vielleicht schließt sich Herr Maitz an, er war ja auch dafür! Vielleicht schließen sich auch die Kollegen von der Sozialdemokratie an! Woher nehmen Sie denn diese 52,5 Millionen Schilling? – Die nehmen Sie von jenen Grundwehrdienern, die Sie hier immer mit aller Vehemenz und aller Eloquenz verteidigen. Sie machen sich für sie stark und sagen: Wir brauchen ein angemessenes Heer und wir brauchen Soldaten, die ordentlich bezahlt und entlohnt werden! – Dafür kämpfen Sie hier. Man hat das Gefühl, Sie wollen hier gleich Ihre Bajonette aufpflanzen und für die Grundwehrdiener marschieren! Aber dann machen Sie ein derart armseliges Gesetz, mit dem Sie jenen Menschen, die 10 000 S, 11 000 S oder 12 000 S bekommen, 7 000 S oder 8 000 S wegnehmen. Das machen Sie unter dem Titel: Wir brauchen ein starkes Heer! (Abg. Dr. Maitz: Gleiche Leistung, gleiches Geld! Das ist eine gerechte Lösung!)
Abg. Scheibner: Wo bekommt ein Grundwehrdiener im siebenten oder achten Monat 7 000 S oder 8 000 S?
Herr Abgeordneter Maitz! Ich weiß nicht, wie Sie das den Grundwehrdienern erklären werden, die das siebente und achte Monat beim Bundesheer machen! Ich weiß nicht, wie Sie das machen werden, daß Sie denen mindestens 7 000 S wegnehmen! (Abg. Scheibner: Wo bekommt ein Grundwehrdiener im siebenten oder achten Monat 7 000 S oder 8 000 S?) Herr Abgeordneter Maitz! Herr Abgeordneter Scheibner! Sie haben darüber in der letzten Diskussion bei den Strukturanpassungsgesetzen geschwiegen, und Sie haben auch heute geschwiegen, weil Sie den Menschen nicht die Wahrheit sagen wollen. Das ist Ihr Problem! (Abg. Schwarzenberger: Sie vermischen den zeitverpflichteten Soldaten mit dem Grundwehrdiener!)
Abg. Schwarzenberger: Sie vermischen den zeitverpflichteten Soldaten mit dem Grundwehrdiener!
Herr Abgeordneter Maitz! Ich weiß nicht, wie Sie das den Grundwehrdienern erklären werden, die das siebente und achte Monat beim Bundesheer machen! Ich weiß nicht, wie Sie das machen werden, daß Sie denen mindestens 7 000 S wegnehmen! (Abg. Scheibner: Wo bekommt ein Grundwehrdiener im siebenten oder achten Monat 7 000 S oder 8 000 S?) Herr Abgeordneter Maitz! Herr Abgeordneter Scheibner! Sie haben darüber in der letzten Diskussion bei den Strukturanpassungsgesetzen geschwiegen, und Sie haben auch heute geschwiegen, weil Sie den Menschen nicht die Wahrheit sagen wollen. Das ist Ihr Problem! (Abg. Schwarzenberger: Sie vermischen den zeitverpflichteten Soldaten mit dem Grundwehrdiener!)
Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Wenn Sie den Menschen die Wahrheit sagen würden – Herr Frischenschlager ist zum Glück da! –, dann könnten sich diese orientieren bei ihren Wahlentscheidungen. Dann wüßten sie: Aha, die Liberalen sind dafür, daß das Heer demontiert wird, aber gleichzeitig soll man ihrer Meinung nach auch die neuen Abfangjäger kaufen. (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.) Herr Frischenschlager! Ich freue mich schon auf die künftigen Diskussionen mit den jungen Soldaten und Soldatinnen, in denen wir das erörtern können. Ich hoffe, Kollege Frischenschlager, Sie bleiben weiterhin geschäftsführender Klubobmann des Liberalen Forums! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn Sie den Menschen die Wahrheit sagen würden – Herr Frischenschlager ist zum Glück da! –, dann könnten sich diese orientieren bei ihren Wahlentscheidungen. Dann wüßten sie: Aha, die Liberalen sind dafür, daß das Heer demontiert wird, aber gleichzeitig soll man ihrer Meinung nach auch die neuen Abfangjäger kaufen. (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.) Herr Frischenschlager! Ich freue mich schon auf die künftigen Diskussionen mit den jungen Soldaten und Soldatinnen, in denen wir das erörtern können. Ich hoffe, Kollege Frischenschlager, Sie bleiben weiterhin geschäftsführender Klubobmann des Liberalen Forums! (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Wabl.
Abgeordneter Walter Murauer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Herren Offiziere! Meine Damen und Herren des Hohen Hauses! Was Kabarettist Wabl jetzt vorgeführt hat, ist eigentlich nichts Neues. (Zwischenruf des Abg. Wabl. ) Ich habe befürchtet, daß er auch das Bundesheer wieder in seiner durchaus fähigen Art und Weise, alles ins Lächerliche zu ziehen, lächerlich machen wird. Wir sind es gewohnt, daß die Grünen, die Linken, gegen das Bundesheer auftreten – ungeachtet dessen, daß sie auf die Verfassung ein Gelöbnis abgelegt haben. – Aber das interessiert sie nicht!
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Wabl.
Daß Sie gegen das Bundesheer auftreten, Kollege Wabl, ist offensichtlich. Eines stimmt mich aber sehr, sehr nachdenklich: Was bezwecken Sie damit, wenn Sie die Landesverteidigung und das Bundesheer lächerlich machen, indem Sie hier zum Rednerpult kommen, sich entsprechend gebärden und dann warten, wer grölt, schreit und sich auf die Schenkel klopft und sagt, wie gut heute der Wabl wieder gegen die Sicherheit unseres Landes auftritt? (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Wabl. )
Abg. Öllinger: Woher nehmen Sie das Geld?
Da von Beschaffungen heute so viel geredet wurde, möchte ich nur daran erinnern, daß die Schwerpunkte der Beschaffung Fernmeldegeräte, Radargeräte, Abwehrlenkwaffen, Verbesserung der Nahkampftauglichkeit, Splitterschutz, Simulatoren und ähnliches betreffen. All das dient der Verbesserung der Schlagkraft des Bundesheeres. Daß wir uns alle wünschen, daß noch mehr Beschaffungen vorgenommen werden können, ist nur selbstverständlich, und wir von der ÖVP werden alles tun, damit dem Bundesheer mehr Finanzmittel zur Verfügung stehen, weil uns die Sicherheit ein großes Anliegen ist. (Abg. Öllinger: Woher nehmen Sie das Geld?)
Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei den Grünen.
Kollege Öllinger! Woher nehmen wir das Geld für andere Positionen? Woher? – Wir nehmen es von den Einnahmen! Ist das falsch? (Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei den Grünen.) Sehr richtig! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Kollege Öllinger! Woher nehmen wir das Geld für andere Positionen? Woher? – Wir nehmen es von den Einnahmen! Ist das falsch? (Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei den Grünen.) Sehr richtig! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Wabl: Woher holt Fasslabend das Geld? Weihnachten ist schon vorbei! Vielleicht beim "Konsum"!
Es gibt dann Aufteilungen, und nicht jeder Minister muß sich sein Geld selber holen! Darüber sind wir uns doch einig! Ich hoffe, so weit können Sie das mitverfolgen. (Abg. Wabl: Woher holt Fasslabend das Geld? Weihnachten ist schon vorbei! Vielleicht beim "Konsum"!)
Abg. Scheibner: Wann ist das? 1998 oder wann?
Ich möchte abschließend Positives aus diesen Äußerungen herausnehmen. Ich vertraue auf den Wehrsprecher der Sozialdemokraten, und ich hoffe, daß die Sozialdemokraten koalitionär für die notwendige Ausrüstung und Mechanisierung des Bundesheeres eintreten werden. (Abg. Scheibner: Wann ist das? 1998 oder wann?)
Beifall bei der ÖVP.
Ich hoffe, daß aus diesem Grund eine wesentliche Aufstockung des Budgets für Landesverteidigung im Sinne der Sicherheit – das möchte ich noch einmal dem Kollegen Wabl sagen – aller Österreicherinnen und Österreicher vorgenommen werden wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Harald Ofner (Freiheitliche): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Herr Bundesminister! Die Demokratie ist in ihrer umfassenden Toleranz schon etwas Schönes. Sie hat Platz für alle, auch für die Wabls. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei der ÖVP.) Das gehört dazu.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es gibt eben überall Kräfte, die aufbauen, was wir alle brauchen, und es gibt andere, die nützen es aus und machen sich darüber lustig. Das ist halt so. Das gehört zum Leben, gehört zur Demokratie. Wir müssen es nur erkennen, wissen und aufpassen, daß wir ja nicht einmal Konzessionen machen oder zu sehr damit in Berührung kommen. Das muß man schon vermeiden, schon aus Gründen der Selbstachtung; das ist ganz wichtig. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das sind Entwicklungen, die uns die Ganslhaut über den Rücken rinnen lassen. Wir Freiheitlichen – und andere sicher mit uns – werden uns mit allen Kräften dagegen wehren, daß so etwas stattfinden kann. Du kannst sicher sein, Herr Minister, daß wir da auf deiner Seite sind. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Edler: Chile!
Ich habe gehört, daß die Freiheitlichen schuld daran seien, daß es den Steyr-Werken manchmal schlecht geht mit der Erzeugung militärischer Ausrüstung – Fahrzeuge, Panzerfahrzeuge und ähnliches. – Dazu muß ich sagen: Ich bin noch ein Zeitzeuge, der da herinnen erlebt hat, wie das alles begonnen hat. Da hat es einen Abgeordneten Prechtl von der Sozialdemokratischen – damals Sozialistischen – Partei gegeben. Er war der Eisenbahnergewerkschafter, und der hat als erster begonnen, gegen die "Kürassier"-Produktion bei Steyr vom Leder zu ziehen. Und das ist ihm sehr erfolgreich gelungen: Binnen kurzer Zeit ist es ihm geglückt, die "Kürassier"-Produktion endgültig umzubringen. Wenn Sie also vorhaben, sich bei den Steyr-Arbeitern aufklärend zu betätigen, dann fangen Sie gleich einmal mit Prechtl an. (Abg. Edler: Chile!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Umgebracht ist die Panzerproduktion worden! Nach Chile? – Das ist schon möglich. Aber die Chilenen sind nicht ohne Panzer geblieben, die haben sie dann woanders gekauft. Wer heute einen Panzer haben will, der kauft ihn irgendwo. Aber das mußt du der Kollegin dann sagen, Edler von der Bundesbahn: Das mußt du der Kollegin sagen, daß deshalb, weil der "Kürassier" nach Chile gehen hätten sollen und das dem Prechtl nicht gefallen hat, die Steyr-Arbeiter die Arbeit verloren haben! So muß man es klar und der Wahrheit entsprechend darstellen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Edler: Sind Sie der Meinung, daß wir den kriegführenden Ländern Waffen liefern sollen?
Aber die Frau Kollegin Ederer soll das den Steyr-Arbeitern nur sagen: Angefangen von Prechtl, fortgesetzt über Lacina, vielleicht aus hohen Ideen und Motiven, aber die Arbeitsplätze sind flötengegangen, und die österreichische militärische Ausrüstungsindustrie von großer Tradition, 150 Firmen umfassend, ist vor die Hunde gegangen, und viele tausend Arbeitsplätze mit ihr. (Abg. Edler: Sind Sie der Meinung, daß wir den kriegführenden Ländern Waffen liefern sollen?)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol: Du hast die 800 Millionen Schilling Provision für den Rajiv Gandhi vergessen!
Da muß man bei der Ehrlichkeit bleiben, sich auch in der jüngeren Geschichte ein bißchen auskennen und sich trauen, Frau Kollegin Ederer, die Dinge beim Namen zu nennen. Das kann man schon verlangen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol: Du hast die 800 Millionen Schilling Provision für den Rajiv Gandhi vergessen!)
Abg. Dr. Khol: So ist es!
Da war ein zweiter Fehler dabei, denn einerseits hatte die Provision zum Teil schon Indira Gandhi bekommen, sie ist dann peinlicherweise erschossen worden. Und dann hat Rajiv Gandhi noch einmal die Provision bekommen müssen. (Abg. Dr. Khol: So ist es!) Es war alles sehr kompliziert.
Abg. Dr. Khol: Er hat aber seine sozialdemokratischen Skrupel leicht überwunden!
Das muß man alles offen sagen! Man darf nicht nur sagen, wir gehen mit dem Palmzweig, so wie es der Olof Palme getan hat, man muß auch den Arbeitern dann sagen: Weil wir mit dem Palmzweig gehen, habt ihr nichts zu tun. Diesen Zusammenhang muß man, wenn man ehrlich ist, offen darlegen. Und das muß man den Steyrern auch sagen. (Abg. Dr. Khol: Er hat aber seine sozialdemokratischen Skrupel leicht überwunden!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich gehe davon aus, daß man den internationalen Druck in der Richtung erkennen wird können, daß man vielleicht Günstiges für das Heer daraus ableiten kann. Man wird sich nicht blamieren wollen als Österreicher. Ich verlasse mich darauf. Und man wird aus dieser Sicht bei zunehmender Tendenz zu internationalen Einsätzen vielleicht das Heer entsprechend profitieren sehen können. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube, es wäre mit wenig finanziellem Einsatz, aber umso mehr Logistik viel zu erreichen, und wir könnten das positive Bild des Bundesheeres gerade in der Bevölkerung draußen weiter heben. Was wir für eine positive Stimmung für unser Heer brauchen, sollten nicht wir uns zu verdienen trachten, sondern das hat sich das Heer selbst verdient. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Sind Sie im "Verfassungsbogen"?
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Dobar ve#ar, poštovane dame i gospodi! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Herr Präsident! Ich frage mich: Sind Dr. Ofner und Dr. Maitz beide im "Verfassungsbogen", oder sind Dr. Ofner und Dr. Maitz außerhalb des "Verfassungsbogens"? (Abg. Scheibner: Sind Sie im "Verfassungsbogen"?) Denn, meine sehr geehrten Damen und Herren, entweder es hat sich Dr. Ofner jetzt mit seiner staatstragenden Rede über das Bundesheer und über Sicherheitsfragen wieder in den "Verfassungsbogen" hineingeschummelt – oder Dr. Maitz läuft Gefahr, hinauszufliegen aus dem "Verfassungsbogen", denn er hat davon gesprochen, eine Ursache für die Krise der österreichischen Sicherheitspolitik sei die Überbetonung des Wertes der immerwährenden Neutralität. – Das ist ja wirklich ganz beachtlich und ganz erstaunlich. (Abg. Wabl: Das ist unglaublich!)
Abg. Wabl: Das ist unglaublich!
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Dobar ve#ar, poštovane dame i gospodi! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Herr Präsident! Ich frage mich: Sind Dr. Ofner und Dr. Maitz beide im "Verfassungsbogen", oder sind Dr. Ofner und Dr. Maitz außerhalb des "Verfassungsbogens"? (Abg. Scheibner: Sind Sie im "Verfassungsbogen"?) Denn, meine sehr geehrten Damen und Herren, entweder es hat sich Dr. Ofner jetzt mit seiner staatstragenden Rede über das Bundesheer und über Sicherheitsfragen wieder in den "Verfassungsbogen" hineingeschummelt – oder Dr. Maitz läuft Gefahr, hinauszufliegen aus dem "Verfassungsbogen", denn er hat davon gesprochen, eine Ursache für die Krise der österreichischen Sicherheitspolitik sei die Überbetonung des Wertes der immerwährenden Neutralität. – Das ist ja wirklich ganz beachtlich und ganz erstaunlich. (Abg. Wabl: Das ist unglaublich!)
Abg. Scheibner: Wer hat denn zur Wehrdienstverweigerung aufgerufen?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sie von der sozialdemokratischen Fraktion werden überrascht sein, daß ich dem Dr. Ofner recht gebe bei seinem Brückenschlag in den "Verfassungsbogen". Er hat nämlich hier gesagt, daß die SPÖ damals nicht den Mut gehabt hat, etwas zuzugeben: Sie hatten nämlich damals, als es um den Panzerexport nach Chile ging, nicht den Mut, den Arbeitern zu sagen, daß mit Waffen kein Geschäft zu machen ist, daß mit Kriegsmaterialexport kein Geschäft zu machen ist. Hätten Sie damals nämlich diesen Mut gehabt, das den Arbeitern auch zu sagen, dann hätte man die Chance gehabt, auf zivile Produktion umzusteigen. Aber Ihre Mutlosigkeit von damals führt heute dazu, daß Herr Dr. Ofner zugeben mußte – so habe ich ihn verstanden –, daß logischerweise im Umkehrschluß Kriegsmaterialexport an kriegführende Länder logischerweise erlaubt sein soll und damit die Neutralität Österreichs und ein essentieller Bestandteil der österreichischen Bundesverfassung und dieses Gedankens obsolet ist. (Abg. Scheibner: Wer hat denn zur Wehrdienstverweigerung aufgerufen?)
Abg. Mag. Mühlbachler: Das waren einfach Soldaten! – Abg. Scheibner: Die Elterngeneration!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich muß diesem anerkannten österreichischen Antifaschisten mehr als recht geben, denn er hat mit einem vor allem recht: Wenn er in seinem Brief bemerkt, daß heute – im Gegensatz zum Jahr 1992 – klar ist, daß sich das, was vor einigen Jahren noch gegolten hat, nämlich diese vermeintliche Möglichkeit der Trennung zwischen der "sauberen Wehrmacht" und der "verbrecherischen SS", als unhaltbar erwiesen hat, und zwar durch wissenschaftliches Aufarbeiten der Geschehnisse der damaligen Zeit. (Abg. Mag. Mühlbachler: Das waren einfach Soldaten! – Abg. Scheibner: Die Elterngeneration!)
Abg. Mag. Mühlbachler: Unerträgliche verbale Attacken!
Johannes Mario Simmel schreibt auch, daß damals auch Dr. Helmut Zilk, einem der Hauptproponenten dieses Personenkomitees, dem Politiker und Politikerinnen aller Fraktionen – außer der grünen Fraktion – angehören, daß also damals auch Dr. Helmut Zilk, der wahrlich auch als anerkannter und würdiger österreichischer Antifaschist zu bezeichnen ist, diese Aspekte noch nicht bekannt waren. (Abg. Mag. Mühlbachler: Unerträgliche verbale Attacken!)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen
Aber gerade jetzt, wo vor allem auch, zwar nur einem eingeschränkten, kleinen, aber doch wertvollen Teil der österreichischen Öffentlichkeit, besonders durch die Ausstellung, die letztes Jahr in der Alpenmilchzentrale gezeigt wurde – "Vernichtungskrieg" –, einiges bewußt gemacht wurde, und wo vor allem auch bekannt ist, daß sich Deutschland längst von Projekten wie diesen distanziert (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen), vor allem deshalb, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist es notwendig, daß uns der Herr Bundesminister eine Antwort auf diese Fragen gibt. (Beifall des Abg. Wabl. ) Denn Anfang Juni sollen dort österreichische Bundesheeroffiziere in österreichischen Uniformen stehen und daran teilnehmen.
Beifall des Abg. Wabl.
Aber gerade jetzt, wo vor allem auch, zwar nur einem eingeschränkten, kleinen, aber doch wertvollen Teil der österreichischen Öffentlichkeit, besonders durch die Ausstellung, die letztes Jahr in der Alpenmilchzentrale gezeigt wurde – "Vernichtungskrieg" –, einiges bewußt gemacht wurde, und wo vor allem auch bekannt ist, daß sich Deutschland längst von Projekten wie diesen distanziert (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen), vor allem deshalb, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist es notwendig, daß uns der Herr Bundesminister eine Antwort auf diese Fragen gibt. (Beifall des Abg. Wabl. ) Denn Anfang Juni sollen dort österreichische Bundesheeroffiziere in österreichischen Uniformen stehen und daran teilnehmen.
Abg. Scheibner: Gemeinsam mit den Russen der Toten zu gedenken! Sie haben überhaupt keinen Anstand! Unerträglich ist es! Jedes Mittel ist Ihnen recht für Ihre miese Polemik!
Ich frage mich wirklich: Woran wollen denn die Österreicher die Wolgograder Bevölkerung mit diesem geplanten – noch geplanten, aber im wesentlichen schon realisierten – Denkmal denn tatsächlich und wirklich gemahnen? Was ist die Intention? (Abg. Scheibner: Gemeinsam mit den Russen der Toten zu gedenken! Sie haben überhaupt keinen Anstand! Unerträglich ist es! Jedes Mittel ist Ihnen recht für Ihre miese Polemik!)
Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und bei der ÖVP.
Ich sage nicht, daß alle Angehörigen der Sechsten Armee dort in Verbrechen involviert waren. Ganz im Gegenteil! (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und bei der ÖVP.)
Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Aber, Herr Bundesminister, Teile dieser Sechsten Armee – das ist dokumentiert, ist geschichtliche Wahrheit – haben sich dort Verbrechen zuschulden kommen lassen, die ein junger Mensch wie ich nicht einmal erahnen kann. (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Ich kann mir das gar nicht vorstellen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie sind eine Hysterikerin!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie sind eine Hysterikerin!
Aber, Herr Bundesminister, Teile dieser Sechsten Armee – das ist dokumentiert, ist geschichtliche Wahrheit – haben sich dort Verbrechen zuschulden kommen lassen, die ein junger Mensch wie ich nicht einmal erahnen kann. (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Ich kann mir das gar nicht vorstellen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie sind eine Hysterikerin!)
Abg. Dr. Maitz: Sie betreiben hier verbale Grabschändung!
Darum frage ich: Herr Bundesminister! Welche Abordnungen wollen Sie dorthin wirklich schicken? (Abg. Dr. Maitz: Sie betreiben hier verbale Grabschändung!)
Ruf bei der ÖVP: Nichts!
Ich frage mich natürlich auch, wenn wir schon in der Budgetdebatte sind: Was kostet diese Teilnahme von Angehörigen Ihres Ressorts in Wolgograd? (Ruf bei der ÖVP: Nichts!) " Nichts", sagen Sie da von hinten? – Erläutern Sie mir das einmal! Finanziert das, was dort passiert, etwa die Firma Thomson oder Saab oder wer auch immer?
Abg. Scheibner: Ihre jetzige Rede ist der Inbegriff der Unversöhnlichkeit!
Ich frage mich: Warum denken Sie nicht daran, daß man auch tatsächlich sinnvolle Projekte der Versöhnung initiieren kann? – Ich könnte mir gut vorstellen, daß man dort als eine Geste Österreichs ein Austauschprogramm zwischen den Nachkommen derer, die unter den österreichischen und deutschen Soldaten gelitten haben, initiiert. (Abg. Scheibner: Ihre jetzige Rede ist der Inbegriff der Unversöhnlichkeit!) Das wäre eine Geste! Ich kann mir auch vorstellen, daß man ein gemeinsames Forschungsprojekt initiiert. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie schüren den Haß!) Und ich frage Sie: Warum tun Sie das nicht? Warum tun Sie das nicht, wenn Sie sich jetzt nicht, stellvertretend für das österreichische Bundesheer, in der Traditionspflege der Sechsten Deutschen Armee sehen wollen, sondern in der Traditionspflege jener, die gegen das nationalsozialistische Regime gekämpft haben?
Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie schüren den Haß!
Ich frage mich: Warum denken Sie nicht daran, daß man auch tatsächlich sinnvolle Projekte der Versöhnung initiieren kann? – Ich könnte mir gut vorstellen, daß man dort als eine Geste Österreichs ein Austauschprogramm zwischen den Nachkommen derer, die unter den österreichischen und deutschen Soldaten gelitten haben, initiiert. (Abg. Scheibner: Ihre jetzige Rede ist der Inbegriff der Unversöhnlichkeit!) Das wäre eine Geste! Ich kann mir auch vorstellen, daß man ein gemeinsames Forschungsprojekt initiiert. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie schüren den Haß!) Und ich frage Sie: Warum tun Sie das nicht? Warum tun Sie das nicht, wenn Sie sich jetzt nicht, stellvertretend für das österreichische Bundesheer, in der Traditionspflege der Sechsten Deutschen Armee sehen wollen, sondern in der Traditionspflege jener, die gegen das nationalsozialistische Regime gekämpft haben?
Beifall bei den Grünen sowie beim Liberalen Forum.
Herr Bundesminister! Diese Fragen sind dringlich. Denn für Anfang Juni ist dieses Spektakel in Wolgograd geplant. Und wenn Johannes Mario Simmel an den Bundeskanzler die Bitte richtet: Verhindern Sie die Aufstellung dieses Denkmals in Wolgograd, Sie würden unserem Land einiges ersparen!, dann meine ich: Herr Bundesminister! Sie könnten dem Herrn Bundeskanzler zuvorkommen, indem Sie hier eine klare Antwort darauf geben! (Beifall bei den Grünen sowie beim Liberalen Forum.)
Abg. Scheibner: Sag etwas zu Stoisits! Das war ja unglaublich!
Abgeordneter Willi Sauer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Hohes Haus! (Abg. Scheibner: Sag etwas zu Stoisits! Das war ja unglaublich!) Gleich, gleich, Herr Kollege! (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Abgeordneter Willi Sauer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Hohes Haus! (Abg. Scheibner: Sag etwas zu Stoisits! Das war ja unglaublich!) Gleich, gleich, Herr Kollege! (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Weiterer Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Eingangs richte ich die Bitte an Kollegen Scheibner, seine Haltung bei der Zustimmung zum Heeresbudget vielleicht nochmals zu überdenken. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Unterstützen, Herr Kollege Scheibner, kann man nur etwas, wenn man auch die Möglichkeit, in diesem Fall vor allem die finanzielle Möglichkeit gibt, um alles auszuführen. Wenn Sie das Budget ablehnen, dann geben Sie keine Unterstützung und damit auch nicht die Möglichkeit. – Das zum einen.(Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abg. Scheibner und Dr. Ofner. )
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abg. Scheibner und Dr. Ofner.
Eingangs richte ich die Bitte an Kollegen Scheibner, seine Haltung bei der Zustimmung zum Heeresbudget vielleicht nochmals zu überdenken. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Unterstützen, Herr Kollege Scheibner, kann man nur etwas, wenn man auch die Möglichkeit, in diesem Fall vor allem die finanzielle Möglichkeit gibt, um alles auszuführen. Wenn Sie das Budget ablehnen, dann geben Sie keine Unterstützung und damit auch nicht die Möglichkeit. – Das zum einen.(Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abg. Scheibner und Dr. Ofner. )
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir dürfen uns auch in Zukunft internationalen Maßnahmen zur Friedenssicherung nicht verschließen. Der heikle Einsatz, den unsere Soldaten gegenwärtig im Rahmen der IFOR-Truppe in Bosnien-Herzegowina leisten, kann uns alle mit Stolz erfüllen. Stolz können wir aber nur dann sein, wenn Stolz auch angebracht ist. Und in diesem Fall ist Stolz wirklich angebracht. Die österreichische Truppe in diesem Einsatzgebiet ist zu 90 Prozent einsatzbereit und erledigt neben ihrer eigentlichen Aufgabe auch noch den Transport von Baumaterialien und Saatgut. Die beste Aktion, die von Österreich aus gestartet wurde, nämlich Saatgut für diese Kriegsgebiete zur Verfügung zu stellen, könnte nicht ausgeführt werden, wenn man das Saatgut nicht dort hinbrächte, wo es dringend benötigt wird. Und das besorgen auch unsere österreichischen UNO-Soldaten! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich darf in diesem Zusammenhang darauf verweisen, daß unsere Soldaten bei ihren Auslandseinsätzen freiwillig mitmachen, aber doch ein sehr hohes persönliches Risiko auf sich nehmen. Es ist erklärtes Ziel der Österreichischen Volkspartei – und es sollte auch das Ziel aller hier im Hause vertretenen Fraktionen sein –, daß auch in Zukunft diese Einheiten bestmöglich ausgestattet werden, damit ihre Sicherheit gewährleistet ist. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Hohes Haus! Der Budgetvoranschlag 1996 und 1997 für die Landesverteidigung ist ein deutlicher Beitrag von Bundesminister Dr. Fasslabend zur Konsolidierung des österreichischen Staatshaushaltes. Mit dem erzielten Verhandlungskompromiß – und ich lege Wert darauf, festzuhalten, daß es ein Kompromiß war – unterstützt das Verteidigungressort den Sparkurs der Bundesregierung, gewährleistet aber dennoch eine Finanzierung der laufenden Reformvorhaben im österreichischen Bundesheer und ermöglicht gleichzeitig eine gezielte Anhebung des Ausrüstungsstandes. Wir sollten unserem Bundesheer und damit den jungen Soldaten Mut und – jetzt spreche ich in die Richtung des Kollegen Wabl – unser Heer nicht miesmachen. Ich stehe zu diesem Bundesheer und mit mir meine Fraktionskollegen. Wir werden daher diesen Budgets zustimmen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: Das hat er nicht gesagt! – Abg. Sauer: Nicht alle! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Ich berichtige meinen Vorredner, Herrn Abgeordneten Sauer, wie folgt. Er hat behauptet, daß ich in etwa behauptet habe, daß alle, die in der Wehrmacht dienen mußten, Verbrecher gewesen seien. (Abg. Dr. Khol: Das hat er nicht gesagt! – Abg. Sauer: Nicht alle! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich berichtige ihn tatsächlich: Wahr ist vielmehr, daß ich hier ausdrücklich darauf hingewiesen habe, daß weder ich noch Kritiker des geplanten Denkmals je behauptet haben, daß alle Angehörigen der Sechsten Deutschen Armee in diese schrecklichen Verbrechen verstrickt waren. Ihr Vorwurf, Kollege Sauer, geht ins Leere. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Er dient meiner Ansicht nach offensichtlich nur der Verschleierung, in welchem Ausmaß die Wehrmacht als Institution ... (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich berichtige ihn tatsächlich: Wahr ist vielmehr, daß ich hier ausdrücklich darauf hingewiesen habe, daß weder ich noch Kritiker des geplanten Denkmals je behauptet haben, daß alle Angehörigen der Sechsten Deutschen Armee in diese schrecklichen Verbrechen verstrickt waren. Ihr Vorwurf, Kollege Sauer, geht ins Leere. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Er dient meiner Ansicht nach offensichtlich nur der Verschleierung, in welchem Ausmaß die Wehrmacht als Institution ... (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Kiss: Sehr "originell"!
Wir haben uns vorige Woche mit einem Strukturvernichtungsgesetz auseinandergesetzt (Abg. Kiss: Sehr "originell"!) und diese Woche kämpfen wir mit einem Budget, welches einen Unternehmer tieftraurig stimmen muß, eben aufgrund der Auswirkungen, die es durch dieses Budget gibt. Da nützt es nichts, wenn der Herr Bundeskanzler von der Regierungsbank aus heute nachmittag zwölf Mal erklärt hat: Wir haben, wir haben, wir haben, wir haben. Der Herr Bundeskanzler sagt nämlich schon seit einem Jahrzehnt, daß er hat. (Abg. Kiss: Was hat er denn?) – Aber es glaubt ihm niemand mehr, daß er etwas hat.
Abg. Kiss: Was hat er denn?
Wir haben uns vorige Woche mit einem Strukturvernichtungsgesetz auseinandergesetzt (Abg. Kiss: Sehr "originell"!) und diese Woche kämpfen wir mit einem Budget, welches einen Unternehmer tieftraurig stimmen muß, eben aufgrund der Auswirkungen, die es durch dieses Budget gibt. Da nützt es nichts, wenn der Herr Bundeskanzler von der Regierungsbank aus heute nachmittag zwölf Mal erklärt hat: Wir haben, wir haben, wir haben, wir haben. Der Herr Bundeskanzler sagt nämlich schon seit einem Jahrzehnt, daß er hat. (Abg. Kiss: Was hat er denn?) – Aber es glaubt ihm niemand mehr, daß er etwas hat.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die Verunsicherung auf der mittleren und unteren Ebene wächst in alle Richtungen. Eine längerfristige Dienstplanerstellung ist nicht möglich, weil nie sichergestellt ist, ob die angeforderten und für den laufenden Dienstbetrieb erforderlichen Grundwehrdiener im Einberufungskontingent auch vorhanden sind. Das ist das Problem beim österreichischen Bundesheer! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir werden uns anschauen, wie die Herren von der Österreichischen Volkspartei oder der ehemalige Verteidigungsminister Friedhelm Frischenschlager zu diesem Entschließungsantrag stehen, wie weit sie wirklich bereit sind, für ihre Söhne und Töchter, die im Ernstfall gefordert sind, Verantwortung zu übernehmen und ihnen Sicherheit in die Hand zu geben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall des Abg. Dr. Ofner .
Abgeordneter Dipl.-Ing. Werner Kummerer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Auch ich kann nur bedauern, daß wir wieder einmal zu früher Morgenstunde das Kapitel Landesverteidigung diskutieren. Das österreichische Bundesheer hätte es sich verdient, Aufmerksamkeit zu einer christlicheren Zeit zu finden. (Beifall des Abg. Dr. Ofner .) Die selbsternannten Verteidiger des Bundesheeres sind nicht ganz unbeteiligt daran, daß es auch bei dieser Budgetdebatte wieder zwei Uhr früh geworden ist, und viele von uns gezwungen sind, ihre Ausführungen hier kurz zu fassen. (Zwischenruf des Abg. Scheibner .)
Zwischenruf des Abg. Scheibner .
Abgeordneter Dipl.-Ing. Werner Kummerer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Auch ich kann nur bedauern, daß wir wieder einmal zu früher Morgenstunde das Kapitel Landesverteidigung diskutieren. Das österreichische Bundesheer hätte es sich verdient, Aufmerksamkeit zu einer christlicheren Zeit zu finden. (Beifall des Abg. Dr. Ofner .) Die selbsternannten Verteidiger des Bundesheeres sind nicht ganz unbeteiligt daran, daß es auch bei dieser Budgetdebatte wieder zwei Uhr früh geworden ist, und viele von uns gezwungen sind, ihre Ausführungen hier kurz zu fassen. (Zwischenruf des Abg. Scheibner .)
Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.
Dieser dramatische Hilferuf, in dem in der ersten Phase unsere mechanisierte Truppe als "Rostschüsseln" dargestellt wurde, hat dann eine Kehrtwendung bewirkt. Nachdem wir darauf hingewiesen haben, daß es wahrscheinlich ein Instandhaltungsproblem sein könnte, wenn Rost auftritt, war dann die nächste Meldung: Es handelt sich nicht um Rost, sondern die Kampfwertsteigerung ist nicht mehr möglich. Der M 60 A3 gehört eigentlich verschrottet. Auch das hat Kollege Gaál schon angeschnitten: Herr Minister! Innerhalb von drei Jahren hast du auch in diesem Bereich eine Kehrtwendung durchgeführt. Denn vor drei Jahren galt das noch als technischer Standard, heute entspricht das Material hingegen nicht mehr. – Kampfpanzer, meine Damen und Herren, altern nicht in drei Jahren vom technischen Standard zum Schrottmodell! (Zwischenruf des Abg. Dr. Graf. )
Zwischenruf des Abg. Scheibner .
Ein anderes Beispiel ist die Republik Irland: Die Iren – nicht die Irren, meine Damen und Herren! – haben seit Jahren keine Kettenfahrzeuge, keine Kampfpanzer, keinen "Hammer". Und auch die Iren sind überzeugt davon, daß sie ihre Heimat effizient verteidigen können. (Zwischenruf des Abg. Scheibner .)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Auch ich schließe mit dem Dank für jene Leistungen, die das Kaderpersonal, die die österreichische Jugend für die Republik im Rahmen des Präsenzdienstes und des Zivildienstes erbracht haben beziehungsweise noch erbringen werden. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei der ÖVP.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Leopold Schöggl (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Zweimal im Laufe dieses Tages haben wir die sattsam bekannten Auftritte der Kollegin Stoisits über uns ergehen lassen müssen, und ich muß sagen: Sie polarisieren, Sie verbreiten Zwietracht, und Sie führen auf perfide Weise ständig das Wort "Versöhnung" auf den Lippen. Das ist unerträglich! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich möchte noch einen konkreten Vorschlag machen, wo gespart werden könnte. Wie Sie wissen, werden zur Verwaltung der Kasernen Mitarbeiter der Bundesgebäudeverwaltung herangezogen. Und wenn Sie wissen, wie ein konkreter Ablauf stattfindet, wenn in einer Kaserne etwas zu sanieren ist, eine Dusche umzubauen ist oder Fenster auszuwechseln sind, wie das Zusammenspiel zwischen BGV und den militärischen Behörden stattfindet, dann drängt sich schon die Frage auf: Könnte man das nicht vereinfachen? – Ich bin überzeugt davon, daß die Militärverwaltung, die Kasernenkommanden durchaus in der Lage wären, derartige Dinge in Eigenregie, in Eigenverantwortlichkeit, unter eigener Budgethoheit abzuwickeln, wodurch Millionen eingespart werden könnten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf bei den Grünen.
Abgeordneter Werner Amon (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! In Wahrheit haben wir drei Teile im Parlament, nämlich einen Teil, der sich eindeutig für eine funktionierende, effiziente Landesverteidigung ausspricht, bestehend aus dem Liberalen Forum, der Österreichischen Volkspartei und den Freiheitlichen, dann haben wir eine Gruppierung, die Sozialdemokratie, die, so habe ich den Eindruck, nicht so genau weiß, was sie will, so ein bißchen "nicht Fisch, nicht Fleisch" in dieser Frage ist, und dann haben wir eine Fraktion, nämlich die Grünen, die wissen, was sie wollen, nämlich keine Landesverteidigung. (Zwischenruf bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Manchmal hat man den Eindruck, Ihnen wäre es lieber, wenn das Bundesheer nicht einmal Funkgeräte hätte, sondern die Nachrichten mit Brieftauben hin- und herschicken würde. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Parnigoni: Ist das nicht genug?
Jedenfalls kann man sagen, daß Österreich mit einem Anteil am Bruttoinlandsprodukt von 0,8 beziehungsweise 0,9 Prozent tatsächlich das Schlußlicht in Europa bildet, was eben das Landesverteidigungsbudget anlangt. (Abg. Parnigoni: Ist das nicht genug?) Andere vergleichbare Staaten geben 3 bis 6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes dafür aus.
Abg. Scheibner: 0,83 Prozent!
Auf der anderen Seite muß man natürlich sagen: Wenn es ein übergeordnetes Sparziel gibt, dann ordnet sich dem auch der Bereich der Landesverteidigung unter. Und trotzdem habe ich die Überzeugung, daß die Sozialdemokraten glauben, daß diese 0,9 Prozent des Bruttoinlandsproduktes auch noch zu viel für die Landesverteidigung sind (Abg. Scheibner: 0,83 Prozent!) , wenn man so manche Wortmeldungen hier gehört hat.
Abg. Wabl: Noch besser?
In diesem Zusammenhang sei auch eingefordert, daß wir dazu kommen müssen, das Taggeld weiter zu erhöhen, daß wir die Unterkünfte weiter verbessern müssen und daß wir auch im Umgang mit den Präsenzdienern auf alle Fälle noch besser werden müssen. (Abg. Wabl: Noch besser?) – Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
In diesem Zusammenhang sei auch eingefordert, daß wir dazu kommen müssen, das Taggeld weiter zu erhöhen, daß wir die Unterkünfte weiter verbessern müssen und daß wir auch im Umgang mit den Präsenzdienern auf alle Fälle noch besser werden müssen. (Abg. Wabl: Noch besser?) – Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe.
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Als nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Mag. Kammerlander. – Bitte, Frau Abgeordnete. Die Redezeit, die Ihnen zur Verfügung steht, beträgt noch zehn Minuten. (Zwischenrufe.)
Abg. Schwarzenberger: Es ist früh am Morgen!
Abgeordnete Mag. Doris Kammerlander (Grüne): Es ist wirklich eine "Freude", am späten Abend noch zu diskutieren (Abg. Schwarzenberger: Es ist früh am Morgen!) – oder am frühen
Abg. Scheibner: Was heißt "Militaristen"?
Es wirft ein bezeichnendes Licht auf Ihre Bereitschaft, darüber zu diskutieren, auch auf die Herren der F, wenn Sie mich beim Heruntergehen zum Rednerpultes als erstes fragen, wo ich gedient habe. Offensichtlich dürfen hier nur Militaristen zu diesem Thema diskutieren (Abg. Scheibner: Was heißt "Militaristen"?) und keine Zivilisten. Wenn Sie an mich diese Frage richten, verstehe ich das zumindest so. Es stört mich nicht, denn ich denke mir, daß ich auch als Zivilistin durchaus genug Kompetenz habe, darüber zu diskutieren. (Abg. Mag. Trattner: Schauen Sie dazu, daß Sie zum Thema kommen, es ist schon spät!)
Abg. Mag. Trattner: Schauen Sie dazu, daß Sie zum Thema kommen, es ist schon spät!
Es wirft ein bezeichnendes Licht auf Ihre Bereitschaft, darüber zu diskutieren, auch auf die Herren der F, wenn Sie mich beim Heruntergehen zum Rednerpultes als erstes fragen, wo ich gedient habe. Offensichtlich dürfen hier nur Militaristen zu diesem Thema diskutieren (Abg. Scheibner: Was heißt "Militaristen"?) und keine Zivilisten. Wenn Sie an mich diese Frage richten, verstehe ich das zumindest so. Es stört mich nicht, denn ich denke mir, daß ich auch als Zivilistin durchaus genug Kompetenz habe, darüber zu diskutieren. (Abg. Mag. Trattner: Schauen Sie dazu, daß Sie zum Thema kommen, es ist schon spät!)
Abg. Scheibner: Was hat das beim Landesverteidigungsbudget verloren?
Ich habe gesagt, daß das eine wichtige Debatte ist, und es hat mich Ihre Reaktion auf das, was meine Kollegin Stoisits gesagt hat, bewogen, mich noch zu Wort zu melden. – Das war eine derart heftige Reaktion, die gezeigt hat, daß es offensichtlich in Österreich – im Gegensatz zu Deutschland – nicht möglich ist, über die Vergangenheit und die Rolle des Militärs im Zweiten Weltkrieg (Abg. Scheibner: Was hat das beim Landesverteidigungsbudget verloren?) , über die Beteiligung des Militärs an den Verbrechen während des Zweiten Weltkrieges zu diskutieren und das auch mitzubeleuchten, wenn es um eine solche Debatte geht. (Abg. Scheibner: Was heißt denn das?)
Abg. Scheibner: Was heißt denn das?
Ich habe gesagt, daß das eine wichtige Debatte ist, und es hat mich Ihre Reaktion auf das, was meine Kollegin Stoisits gesagt hat, bewogen, mich noch zu Wort zu melden. – Das war eine derart heftige Reaktion, die gezeigt hat, daß es offensichtlich in Österreich – im Gegensatz zu Deutschland – nicht möglich ist, über die Vergangenheit und die Rolle des Militärs im Zweiten Weltkrieg (Abg. Scheibner: Was hat das beim Landesverteidigungsbudget verloren?) , über die Beteiligung des Militärs an den Verbrechen während des Zweiten Weltkrieges zu diskutieren und das auch mitzubeleuchten, wenn es um eine solche Debatte geht. (Abg. Scheibner: Was heißt denn das?)
Abg. Kiss: Und das plappern Sie nach!
Es gibt ein Buch, das heute im "Standard" präsentiert wurde, das schon vergangene Woche in der "Zeit" vorgestellt wurde; herausgekommen ist es in den Vereinigten Staaten. Was in diesem Buch steht, ist nichts Neues. Es hat ein Harvard-Professor geschrieben, und er ist nicht der erste und der einzige, der ein solches Buch geschrieben hat. Vor ihm haben schon verschiedene andere Wissenschafter ähnliches – nach den Studien historischer Archive – geschrieben. (Abg. Kiss: Und das plappern Sie nach!) Dieses Buch heißt "Hitlers willige Vollstrecker", der Autor ist Daniel Jonas Goldhagen. – Ich spreche das einmal deutsch aus, weil ich nicht weiß, was die richtige Prononcierung ist.
Abg. Mag. Trattner: Sprechen Sie zum Budget?
Im Prinzip wiederholt Goldhagen das, was ein Kollege vor ihm, nämlich Browning, einige Jahre vorher bereits dargestellt hat, nämlich daß es nicht darum geht – und das ist übrigens etwas, was heute auch niemand mehr unter den Historikern Deutschlands wirklich behauptet (Abg. Mag. Trattner: Sprechen Sie zum Budget?) –, daß diese Vernichtungsmaschinerie, dieses wahnsinnige Morden, dieses Massenhinrichten darauf zurückzuführen ist, daß es einen Wahnsinnigen namens Hitler gegeben hat, aber daß es eine kleine Gruppe von SSlern gegeben hat, die ihn dabei unterstützt haben, und daß wir heute wissen, daß das ganze System nur aus zwei Gründen funktioniert hat: Aus dem einen Grund, daß auch eine Vielzahl – und da gehen sicher die Zahlen auseinander – von Militärangehörigen, von Militärdienst leistenden Menschen dazugehört haben, von ganz "normalen" Menschen, ganz "normalen" Nachbarn, ganz "normalen" Familienvätern, und vermutlich auch deswegen, weil es kulturelle und historische Zusammenhänge gibt. (Abg. Scheibner: Was hat das mit dem Bundesheer zu tun? – Abg. Mag. Trattner: Zum Thema kommen!)
Abg. Scheibner: Was hat das mit dem Bundesheer zu tun? – Abg. Mag. Trattner: Zum Thema kommen!
Im Prinzip wiederholt Goldhagen das, was ein Kollege vor ihm, nämlich Browning, einige Jahre vorher bereits dargestellt hat, nämlich daß es nicht darum geht – und das ist übrigens etwas, was heute auch niemand mehr unter den Historikern Deutschlands wirklich behauptet (Abg. Mag. Trattner: Sprechen Sie zum Budget?) –, daß diese Vernichtungsmaschinerie, dieses wahnsinnige Morden, dieses Massenhinrichten darauf zurückzuführen ist, daß es einen Wahnsinnigen namens Hitler gegeben hat, aber daß es eine kleine Gruppe von SSlern gegeben hat, die ihn dabei unterstützt haben, und daß wir heute wissen, daß das ganze System nur aus zwei Gründen funktioniert hat: Aus dem einen Grund, daß auch eine Vielzahl – und da gehen sicher die Zahlen auseinander – von Militärangehörigen, von Militärdienst leistenden Menschen dazugehört haben, von ganz "normalen" Menschen, ganz "normalen" Nachbarn, ganz "normalen" Familienvätern, und vermutlich auch deswegen, weil es kulturelle und historische Zusammenhänge gibt. (Abg. Scheibner: Was hat das mit dem Bundesheer zu tun? – Abg. Mag. Trattner: Zum Thema kommen!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das ist ein gutes Beispiel: Italien hat das Militärbudget erhöht!
Unser Nachbarland Italien hat in verschiedenen Regionen – gleichgesetzt mit unseren Landtagen – Gesetze erlassen, mit denen selbstverständlich Friedensprojekte, Forschungsprojekte, Friedenserziehungsprojekte finanziert und unterstützt werden. Das wäre zumindest ein Anfang, um zu zeigen, wie glaubwürdig und wie ernsthaft Sie es meinen, wenn Sie auf den Lippen führen, daß die Prävention wichtiger ist als ein militärischer Schlag. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das ist ein gutes Beispiel: Italien hat das Militärbudget erhöht!)
Abg. Scheibner: Slowakische!
Auf unsere Wortmeldung, daß doch eine österreichische Firma angeboten hat, haben Sie uns dann erklärt, das sei eine österreichisch-slowenische Firma. (Abg. Scheibner: Slowakische!) Slowakische Firma, ja. Danke schön. (Abg. Haigermoser: Beides beginnt mit "Sl", aber dann ...!)
Abg. Haigermoser: Beides beginnt mit "Sl", aber dann ...!
Auf unsere Wortmeldung, daß doch eine österreichische Firma angeboten hat, haben Sie uns dann erklärt, das sei eine österreichisch-slowenische Firma. (Abg. Scheibner: Slowakische!) Slowakische Firma, ja. Danke schön. (Abg. Haigermoser: Beides beginnt mit "Sl", aber dann ...!)
Abg. Haigermoser: Frau Kollegin, das ist die falsche Rede!
In einem "Standard"-Artikel vom März (Abg. Haigermoser: Frau Kollegin, das ist die falsche Rede!) sagen Sie, Herr Minister: Frauen im Heer: Versuch soll rasch starten. (Abg. Haigermoser: Sie haben die falsche Rede mit!) – Herr Dr. Ofner hat heute gesagt: Das Heer hat zu wenig Soldaten. (Abg. Haigermoser: Schwemlein, arbeitsloses Einkommen! – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Haigermoser: Sie haben die falsche Rede mit!
In einem "Standard"-Artikel vom März (Abg. Haigermoser: Frau Kollegin, das ist die falsche Rede!) sagen Sie, Herr Minister: Frauen im Heer: Versuch soll rasch starten. (Abg. Haigermoser: Sie haben die falsche Rede mit!) – Herr Dr. Ofner hat heute gesagt: Das Heer hat zu wenig Soldaten. (Abg. Haigermoser: Schwemlein, arbeitsloses Einkommen! – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Haigermoser: Schwemlein, arbeitsloses Einkommen! – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
In einem "Standard"-Artikel vom März (Abg. Haigermoser: Frau Kollegin, das ist die falsche Rede!) sagen Sie, Herr Minister: Frauen im Heer: Versuch soll rasch starten. (Abg. Haigermoser: Sie haben die falsche Rede mit!) – Herr Dr. Ofner hat heute gesagt: Das Heer hat zu wenig Soldaten. (Abg. Haigermoser: Schwemlein, arbeitsloses Einkommen! – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Scheibner: Haben Sie so wenig Selbstvertrauen?
Es darf doch wohl nicht heißen, wenn Sie sagen, Herr Bundesminister, Frauen rasch zum Heer, daß Frauen das Bundesheer retten sollen, das heißt, als Lückenbüßerinnen für sinkende Einrückungsquoten einfach herhalten sollen! (Abg. Scheibner: Haben Sie so wenig Selbstvertrauen?)
Beifall bei der SPÖ.
Beim österreichischen Bundesheer sind insgesamt über 30 000 Personen beschäftigt, einschließlich Zivilbedienstete, und davon sind in etwa 3 000 Frauen. Die meisten dieser 3 000 Frauen jedoch sind im Putzdienst beziehungsweise als Schreibkräfte beschäftigt – keine einzige Frau in einer Führungsposition. Das muß man wohl einmal ganz klar sagen dürfen. (Beifall bei der SPÖ.)
Unruhe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Sie sprechen immer von einem Maßnahmenkatalog. Ich frage Sie, Herr Bundesminister: Was beinhaltet dieser Maßnahmenkatalog? Was genau haben Sie vor? (Unruhe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Unruhe bei der ÖVP.
Im Koalitionsübereinkommen steht, daß binnen einem Jahr den Frauen das Eintreten zum Heer ermöglicht werden soll. Aber wir verlangen schon von Ihnen, nicht in letzter Sekunde diesen Maßnahmenkatalog auf den Tisch geknallt zu bekommen, sondern wir wollen jetzt wissen, was Sie planen. Aber bis jetzt ist diesbezüglich noch immer Funkstille. (Beifall bei der SPÖ. – Unruhe bei der ÖVP.)
Abg. Steibl: Es ist nicht Wurscht, aber nicht so ausführlich! Es ist zu lang! – Präsident Dr. Neisser gibt neuerlich das Glockenzeichen.
Meine Damen und Herren des Hohes Hauses! Auch wenn es halb drei Uhr in der Früh ist: Es ist das ein Thema, das auch den Damen von der ÖVP, Frau Kollegin Steibl, nicht so Wurscht sein dürfte, daß man einfach sagt: Jetzt hören wir auf, das ist uninteressant. (Abg. Steibl: Es ist nicht Wurscht, aber nicht so ausführlich! Es ist zu lang! – Präsident Dr. Neisser gibt neuerlich das Glockenzeichen.)
Heiterkeit bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Sie überschätzen die Fähigkeiten des Ministers! 2 000 Frauen auf einen Minister, das ist ein bißchen viel!
Wir von der SPÖ wollen wissen: Was hat Minister Fasslabend mit den Frauen tatsächlich vor? (Heiterkeit bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Sie überschätzen die Fähigkeiten des Ministers! 2 000 Frauen auf einen Minister, das ist ein bißchen viel!) Wozu will er sie beim Bundesheer einsetzen? (Anhaltende Heiterkeit bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen.) – Sie können schon lachen, das ist ganz gut, da werden Sie wieder einmal munter. – Wozu will er Frauen beim Bundesheer einsetzen?
Anhaltende Heiterkeit bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen.
Wir von der SPÖ wollen wissen: Was hat Minister Fasslabend mit den Frauen tatsächlich vor? (Heiterkeit bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Sie überschätzen die Fähigkeiten des Ministers! 2 000 Frauen auf einen Minister, das ist ein bißchen viel!) Wozu will er sie beim Bundesheer einsetzen? (Anhaltende Heiterkeit bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen.) – Sie können schon lachen, das ist ganz gut, da werden Sie wieder einmal munter. – Wozu will er Frauen beim Bundesheer einsetzen?
Beifall bei der SPÖ.
Wir wollen nicht zustimmen, und wir lassen uns nicht erpressen in letzter Sekunde, indem es dann vielleicht heißt: So, in Koalitionstreue ist jetzt mitzugehen. – Das werden Sie nicht erleben! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Minister! Ich hätte noch eines gerne gewußt: Sie haben beispielsweise im Landesverteidigungsausschuß gesagt – Sie haben auch dort von einem Maßnahmenkatalog gesprochen –, Sie wollen den Zugang für Frauen zum Heer sozusagen sukzessive, also nicht überall und sofort. Das hätte ich auch gerne gewußt, was das in der Realität bedeutet. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Durch die Vereinbarung zwischen den Regierungsparteien ist aber sichergestellt, daß es spätestens im ersten Quartal 1998 einen gemeinsamen Bericht von Bundeskanzler, Außenminister und Verteidigungsminister an das Parlament, nämlich hinsichtlich des nach unserer Ansicht notwendigen nächsten Schrittes, des Vollbeitritts Österreichs zur WEU, geben wird. Das heißt, der Fahrplan dazu ist klargestellt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wichtig scheint mir noch zu sein, ganz konkret gestellte Fragen zu beantworten. Die eine Frage betrifft das Denkmal in Wolgograd. – Ich halte es für eine Selbstverständlichkeit, daß man mehr als 50 Jahre nach Kriegsende in der Lage sein muß, ein Zeichen der Versöhnung zu setzen und Tausenden, Hunderttausenden, ja Millionen Menschen, die ihr Leben lassen mußten, ein kleines, bescheidenes Denkmal setzt. Ich glaube, im Vordergrund steht der Versöhnungsgedanke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren, die das angesprochen haben: Da verlangen Sie von uns eindeutig zu viel! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Schmidt: Aber das ist eine schwache Ausrede!
Betrachten Sie doch einmal, wie viele Frauen dort in Toppositionen sind, wo die Sozialdemokratische Partei die Verantwortung gehabt hat, nämlich bei den Österreichischen Bundesbahnen. Sagen Sie mir, wieviel Prozent an Frauen dort in absoluten Toppositionen waren beziehungsweise sind. Wir beim Bundesheer übertreffen diesen Prozentsatz sicherlich bei weitem. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Schmidt: Aber das ist eine schwache Ausrede!)
Abg. Wabl: Die Liste der Anschaffungen, bitte, Herr Bundesminister!
Selbstverständlich werden wir den gesamten Bereich des Bundesheeres – wenn auch aus administrativen Gründen wahrscheinlich am Anfang nicht sofort in allen Bereichen – für Frauen öffnen, selbstverständlich auch alle Karrieremöglichkeiten. Eine diesbezügliche Vorlage soll nach Abstimmung mit dem Frauenministerium in Kürze, das heißt möglichst in diesem Jahr, dem Hohen Haus übermittelt werden, und wir werden dann ausreichend Zeit haben, die einzelnen Aspekte durchzudiskutieren. (Abg. Wabl: Die Liste der Anschaffungen, bitte, Herr Bundesminister!)
Abg. Wabl: Wo ist die Liste der Anschaffungen? Die vollständige Liste der Anschaffungen, bitte!
Zum Schluß noch ein Wort ... (Abg. Wabl: Wo ist die Liste der Anschaffungen? Die vollständige Liste der Anschaffungen, bitte!) Ich gebe Ihnen gerne die vollständige Liste der Anschaffungen. Möglicherweise könnten Sie dabei überfordert sein, Herr Abgeordneter Wabl. Ich lasse Sie gerne Einsicht nehmen. (Abg. Wabl: Bitte schriftlich! Da ist es leichter, da lasse ich es von jemand anderem lesen!)
Abg. Wabl: Bitte schriftlich! Da ist es leichter, da lasse ich es von jemand anderem lesen!
Zum Schluß noch ein Wort ... (Abg. Wabl: Wo ist die Liste der Anschaffungen? Die vollständige Liste der Anschaffungen, bitte!) Ich gebe Ihnen gerne die vollständige Liste der Anschaffungen. Möglicherweise könnten Sie dabei überfordert sein, Herr Abgeordneter Wabl. Ich lasse Sie gerne Einsicht nehmen. (Abg. Wabl: Bitte schriftlich! Da ist es leichter, da lasse ich es von jemand anderem lesen!)
Abg. Mag. Guggenberger: Paraden!
Meine Damen und Herren! Es war das jetzt eine Debatte in den frühen Morgenstunden; sie hat trotzdem viele interessante Aspekte beinhaltet. Das, worum ich Sie bitte, ist die Unterstützung für die Notwendigkeit der militärischen Landesverteidigung und für die vielfältige Aufgabenstellung auch bei internationalen Einsätzen, bei Katastropheneinsätzen beziehungsweise bei sonstigen Assistenzeinsätzen. (Abg. Mag. Guggenberger: Paraden!)
Beifall bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen.
Die Angehörigen des österreichischen Bundesheeres haben es gerade aufgrund der begrenzten Mittel wahrscheinlich viel, viel schwerer bei der Durchführung ihrer Aufgaben als die Angehörigen anderer Armeen. Es hat bis jetzt noch keinen Einsatz gegeben, der nicht funktioniert hätte und wo wir die Aufgabenstellung nicht entsprechend erfüllen hätten können. Ich glaube, daß das ein Anlaß sein sollte, zu überdenken, daß das Bundesheer nicht bei der erstbesten Gelegenheit und, wenn es ein Gesetz haargenau einhält, mit Verdacht auf "dubios" et cetera in Frage gestellt werden soll, sondern daß wir ihm zu jeder Zeit die notwendige Unterstützung geben sollten. – Das wäre meine Bitte an Sie. (Beifall bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Leiner .
Abgeordneter Dr. Jörg Haider (Freiheitliche): Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Die österreichische Außenpolitik steht heute im Zentrum unserer Diskussionen, und es ist natürlich naheliegend, daß wir uns ein bißchen mit den Aspekten der Zukunft Österreichs im Rahmen der Europäischen Union auseinanderzusetzen haben, vor allem dann, wenn man in den heutigen Zeitungen wie etwa der Tageszeitung "Die Presse" liest, daß eine schlechte Stimmung in Österreich nach dem EU-Beitritt herrscht und daß es sehr viel Kritik an der Vorgangsweise der Regierung im Zusammenhang, ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Leiner .)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Leiner, Demokratie ist Argument und Gegenargument. Und wenn es kein Gegenargument mehr gibt, dann hört sich die Demokratie auf, und damit die Demokratie funktioniert, haben wir das Gegenargument plaziert. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das ist eine sehr sonderbare Einstellung, die bei uns unter dem Titel "Stimmenkauf" firmiert und die mit einer wirklichen demokratischen Auseinandersetzung nichts zu tun hat. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Murauer: Ganz furchtbar ist das!
Es muß ein Europa sein, das auch zeigt, daß mit Geld umgegangen werden kann. Herr Bunesminister! Ich glaube, es ist wirklich keine positive Vision für die Österreicher – man erklärt sich daraus schon einen gewissen Frust –, wenn man sieht, wie das Europaparlament zwischen Brüssel und Straßburg hin- und herübersiedelt. Weil man sich nicht einigen kann, wo der Sitz des Europaparlaments ist, baut man in Brüssel ein neues Parlament mit Aufwendungen in Milliardenhöhe, baut man in Straßburg ein neues Parlament mit Aufwendungen in Milliardenhöhe. Und die Europaparlamentarier siedeln wochenweise mit ihrer ganzen Bürokratie, mit Aktenschränken, mit Eisenkoffern hin und her. Ja, es wird sogar ein eigener Zug zwischen Brüssel und Straßburg eingerichtet, um die Administration des Europaparlamentes hin- und herzutransportieren. In einer Zeit, in der den Behinderten in Österreich ihr Taschengeld halbiert wird, weil angeblich kein Geld da ist, da spielt Österreich mit, daß ein solcher milliardenschwerer Unsinn tagtäglich innerhalb der europäischen Institutionen gemacht wird. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Murauer: Ganz furchtbar ist das!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Selbstverständlich, meine Herren, ist das fürchterlich, wenn es solch milliardenschwere Investitionen für zwei an sich nicht notwendige parlamentarische Gebäude gibt. Das ist genau die Überheblichkeit, mit der Sie über die Köpfe der Österreicher drüberfahren. Das ist der Frust, den die Menschen haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ein erster Schritt in diese Richtung, meine Damen und Herren, auch Sie von der ÖVP, wäre doch der, daß man sagt: Überlegen wir doch einmal, was aus dieser Europäischen Kommission werden soll. Wollen wir wirklich eine Europäische Kommission, die schön langsam zur europäischen Regierung heranwachsen soll? Sollte nicht eigentlich im Zuge der Regierungskonferenz auch darüber geredet werden, ob nicht die Kompetenzen der Kommission zurechtgestutzt und das wirkliche Regierungsorgan, der Europäische Rat aufgewertet werden sollte. Denn im Europäischen Rat sitzen die Minister, in diesem sind die demokratisch legitimierten Organe tätig. Sie sollen entscheiden – nicht das Hilfsorgan Kommission soll sich quasi als die nichtdemokratisch legitimierte europäische Zentralregierung aufspielen können, wogegen man überhaupt nichts tun kann, wo man keinen Einfluß nehmen kann. Vielmehr fährt sie über die Leute drüber und trifft ihre Entscheidungen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich sage das deshalb, weil wir Österreicher durch den EU-Beitritt letztlich gesehen haben, daß es gut ist, wenn wir uns unsere Mitspracherechte sichern – auch die, die wir in Österreich haben. Denn es werden auch jene – Herr Dr. Mock wird mir auch dabei zustimmen –, die begeistert dafür gekämpft haben, daß wir möglichst rasch beitreten, zugeben müssen, daß die Warnungen von uns Freiheitlichen, man sollte die Hausaufgaben gründlich erledigen, bevor man diesen Schritt macht, zu Recht bestanden haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das wären Hausaufgaben gewesen, die zu lösen sind. Nicht das Parlament anzuschwindeln und die Arbeitsplätze kaputtzumachen, sondern für die Sicherung der Arbeitsplätze zu kämpfen für die Zukunftsabsicherung zu kämpfen, und dann mit gutem Gewissen ein Ja für diese Europäische Union zu empfehlen – das wäre die Linie gewesen, um die es uns geht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Stellen Sie die Weichen richtig, und korrigieren Sie das, was beim EU-Beitritt versäumt worden ist, dann brauchen Sie sich keine Gedanken darüber zu machen, wie Sie Propaganda machen, um den EU-Beitritt zu rechtfertigen, sondern dann haben Sie die Österreicher überzeugt davon, daß das vernünftig war. Noch steht es auf des Messers Schneide, das kann ich Ihnen sagen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen
Der Herr Vranitzky sagte am 27. März im "Standard": Die Formulierung im Vertrag von Maastricht erfordere jedoch keine exakte Einhaltung der Limits zu öffentlichen Schulden und Staatsdefizit, sondern lasse durchaus eine vorübergehende Überschreitung zu. – Na genau das ist es! "Vorübergehende Überschreitung" heißt, man macht die Tore auf für eine weiche Währung, und eine weiche Währung heißt, daß die Österreicher mit einer Abwertung ihrer Vermögenswerte konfrontiert sind. – Und da werden Sie auf unseren erbitterten Widerstand stoßen, das kann ich Ihnen garantieren (Beifall bei den Freiheitlichen), denn die österreichische Bevölkerung hat schon oft genug unter Währungsabwertungen, unter Währungsverlusten, unter Vermögensverfall gelitten. Ja wollen Sie den Österreichern das wieder zumuten?
Abg. Dr. Haselsteiner: Für den Druck des Euro!
Daher erwarte ich schon, daß uns heute auch die Vertreter der Regierung einmal klipp und klar sagen, was ist denn das für ein Konzept, das die österreichische Regierung verfolgt? Sind Sie für ein Kerneuropa, sind Sie für ein Europa der zwei Geschwindigkeiten? Sind Sie für eine harte oder eine weiche Währung? Wie werden die Umstellungen laufen? Mich wundert es ja, daß man von einer europäischen Einheitswährung spricht, und die eigene Oesterreichische Nationalbank baut soeben eine neue Druckerei mit einem Aufwand von 3 Milliarden Schilling am Gelände des ehemaligen AKH-Narrenturms. 3 Milliarden Schilling an Investitionen für eine neue Notenbankdruckerei! (Abg. Dr. Haselsteiner: Für den Druck des Euro!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn man den Schilling abschaffen will, wozu brauchen wir dann eine neue Notenbankdruckerei? Oder haben wir die Möglichkeiten, daß wir dann in den österreichischen Institutionen den Euro drucken dürfen? Dann sollten wir uns aber vorher kümmern, daß dieser Euro mindestens so hart ist wie der österreichische Schilling, damit wir auch den österreichischen Sparern damit eine gewisse Garantie und Sicherheit geben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Daher sagen wir: Keine Experimente in diesen Fragen. Meine Damen und Herren! Wenn Sie sich Ihrer Sache sicher sind, dann seien Sie bitte so demokratisch, wie es Santer haben will, und fahren Sie nicht drüber über die Bürger. Geben Sie die Möglichkeit, wenn es eine Währungsunion geben wird, vorher die Österreicher zu befragen. Geben Sie die Möglichkeit, daß die Österreicher abstimmen darüber, ob sie diese europäische Währungsunion haben, ob sie den Schilling aufgeben wollen. Das wäre eine sehr demokratische Vorgangsweise. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Steindl: Das ist doch bis 1999 befristet!
Also was gilt jetzt: Gilt das, was der Wirtschaftsminister sagt, oder gilt das, was Sie sagen? Wie schaut jetzt Ihre Osterweiterung aus? Haben Sie in Ihre Überlegungen auch miteingeschlossen, daß eine Osterweiterung letztlich auch bedeutet, daß beispielsweise das heute hochgefeierte Ziel-1-Gebiet Burgenland dann nicht mehr existiert? Damit verlagern sich natürlich die Ziel-1-Gebiete in die wirtschaftlich schwächsten Gebiete, die zur Europäischen Union gehören. Dann wird nicht mehr das Burgenland, sondern ein Teil Ungarns oder Ungarn insgesamt oder Tschechien als solches gelten. (Abg. Mag. Steindl: Das ist doch bis 1999 befristet!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ja, klar; aber wir müssen ja auch ein Interesse daran haben, daß nicht in den nächsten Jahren eine Erweiterungsstrategie verfolgt wird, die letztlich den Burgenländern erheblichen Nachteil bringt, Herr Kollege! Um nichts anderes geht es! Gerade Sie als burgenländischer Abgeordneter müssen ja ein Interesse daran haben, daß das diskutiert wird, daß man Aufklärung von der Regierung über Dinge bekommt, die das Land betreffen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Steindl: Das geht ja nicht verloren!
Es ist doch schon genug Schaden durch mangelnde beziehungsweise fehlende Erledigung von Hausaufgaben angerichtet worden. Daher mahnen wir das ein. (Abg. Mag. Steindl: Das geht ja nicht verloren!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Steindl: Sie sagen lauter Halbwahrheiten!
Österreich selbst ist schlecht vorbereitet. Daher muß man mit einem österreichischen Minister diese Dinge diskutieren, damit wir nicht Politik unter falschen Vorzeichen machen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Steindl: Sie sagen lauter Halbwahrheiten!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Steindl.
Es würde uns natürlich sehr interessieren, Herr Bundesminister, Herr Vizekanzler, wie diese Erweiterungsstrategie der österreichischen Bundesregierung im Hinblick auf die EU jetzt tatsächlich zu sehen ist? Wohin geht die Reise bei der Osterweiterung? Ist es eine ökonomische, ist es eine sicherheitspolitische? Wie finanzieren wir das? Welche Auswirkungen hat das auf den Nettozahler Österreich? (Zwischenruf des Abg. Mag. Steindl. )
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Steindl: Wir bauen Lyocell!
Herr Kollege Steindl! Ich glaube nicht, daß ich so etwas Fürchterliches gesagt habe, sodaß Sie sich so erregen müßten. Aber ich gestehe Ihnen gerne zu, daß Sie in großer Sorge um das Burgenland sind. Wir aber sind es auch, denn letztlich sollte dort ja eine wirtschaftliche Entwicklung vorangetrieben werden und nicht mit politischen Schlagworten der ÖVP ein paar Wähler gewonnen werden. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Steindl: Wir bauen Lyocell!)
Abg. Mag. Steindl: Aber doch nicht für Lyocell!
Das Projekt Lyocell ist ja eines, das geradezu sprichwörtlich ist und das auch für die Strategie innerhalb der EU deutlich zeigt, wo es langgeht. Da verlagert man eine Produktion von Oberösterreich ins Burgenland, das mit einem Förderungsaufwand von 1,2 Milliarden Schilling. Der Förderungsaufwand der EU ist aber nicht so groß, daß das wirklich finanziert werden kann. Das arme Burgenland muß daher im Nicht-EU-Land Schweiz einen Kredit aufnehmen, damit es die Kofinanzierung für die Lyocell Betriebsumsiedlung machen kann. (Abg. Mag. Steindl: Aber doch nicht für Lyocell!) Das ist die Wahrheit. Aber da schütteln Sie den Kopf!
Abg. Mag. Steindl: Herr Abgeordneter Haider! Das sind ja Hunderte Projekte!
Die Wahrheit ist, daß der Herr Landeshauptmann von Burgenland in der Schweiz Kredite hat aufnehmen müssen. Die angeblich wirtschaftlich so schlechte Schweiz muß uns Kredit geben, damit wir die EU-Programme finanzieren können. (Abg. Mag. Steindl: Herr Abgeordneter Haider! Das sind ja Hunderte Projekte!) Meine Damen und Herren! Da lachen ja wirklich die Hühner, über diese Art und Weise, wie hier Politik gemacht wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Und das mit dem Ergebnis, daß Sie für ein paar Jahre einen Arbeitsplatz mit 10 Millionen Schilling subventionieren. Da müssen Sie mir erst erklären, wohin denn die Politik der EU geht, wenn man einige Betriebsgrößen mit 10 Millionen Schilling pro Arbeitsplatz subventioniert, der breite Mittelstand hingegen, der in Österreich in Wirklichkeit das Rückgrat unserer Wirtschaft bildet, leer ausgeht und keine Perspektiven hat. Das ist doch die Tatsache!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die Wahrheit ist, daß der Herr Landeshauptmann von Burgenland in der Schweiz Kredite hat aufnehmen müssen. Die angeblich wirtschaftlich so schlechte Schweiz muß uns Kredit geben, damit wir die EU-Programme finanzieren können. (Abg. Mag. Steindl: Herr Abgeordneter Haider! Das sind ja Hunderte Projekte!) Meine Damen und Herren! Da lachen ja wirklich die Hühner, über diese Art und Weise, wie hier Politik gemacht wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Und das mit dem Ergebnis, daß Sie für ein paar Jahre einen Arbeitsplatz mit 10 Millionen Schilling subventionieren. Da müssen Sie mir erst erklären, wohin denn die Politik der EU geht, wenn man einige Betriebsgrößen mit 10 Millionen Schilling pro Arbeitsplatz subventioniert, der breite Mittelstand hingegen, der in Österreich in Wirklichkeit das Rückgrat unserer Wirtschaft bildet, leer ausgeht und keine Perspektiven hat. Das ist doch die Tatsache!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ein Europa der Vielfalt heißt auch, daß es ein Europa der mittelständischen Wirtschaft sein muß – und nicht der Großkonzerne, nicht der multinationalen Konzerne. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundesminister! Im Zuge dieser EU-Erweiterungspläne gibt es auch Gespräche mit Slowenien. Ich habe schon einmal eingemahnt, daß man den Slowenen klarmachen soll: Wenn sie in eine Gemeinschaft wie die Europäische Gemeinschaft kommen wollen, die sozusagen auch durch bestimmte Wertvorstellungen miteinander verbunden ist – Wertvorstellungen der Demokratie, Wertvorstellungen der Menschenrechte, Wertvorstellungen der Marktwirtschaft und des privaten Eigentums –, dann wäre es wohl notwendig, daß auch die slowenische Regierung vor einem EU-Beitritt, der von Österreich unterstützt wird, bereit ist, die diskriminierenden Gesetze von Jajce aufzuheben, durch die – und heute noch immer – die Altösterreicher in Slowenien diskriminiert und quasi zu vogelfreien Menschen erklärt wurden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundesminister! Sie haben mir einmal in einer Anfragebeantwortung gesagt, man werde darüber Einzelgespräche führen; das könne man nicht im Rahmen der EU machen. – Für diese Haltung gibt es bei mir kein Verständnis. Wenn wir in dieser Gemeinschaft sind, wenn dort jemand ansucht, dann soll er sich auch an die Spielregeln der Demokratie und der Menschenrechte halten. Dann kann es doch bitte nicht so sein, daß die Partisanengesetze Titos aus dem Jahr 1943, die jeden Österreicher, der dort beheimatet war, für vogelfrei erklärt haben, 1996 noch immer in Kraft sind, während Kroatien und andere Staaten diese Gesetze sofort aufgehoben haben, um sich in die demokratischen Gemeinschaften einzugliedern. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Auch Sie haben diesbezüglich eine Verantwortung, denn es leben im Raum Marburg, in der ehemaligen Untersteiermark, heute noch etliche tausend Altösterreicher mit ihren Familien, die sich auch dazu bekennen. Meine Damen und Herren! Wir haben auch eine moralische Verantwortung für diese Altösterreicher, und es wäre daher nur recht und billig, wenn jene, die ständig von den Menschenrechten und der Demokratie reden, auch bei den Verhandlungen mit Slowenien einmal den Mut aufbrächten, unverblümt zu sagen: Wir erwarten, daß dann, wenn Österreich zu einem Beitritt Sloweniens ja sagen soll, vorerst diese diskriminierenden, diesen fürchterlichen Gesetze aufgehoben werden, damit es eine geordnete, offene Gesprächsbasis zu einem möglichen neuen EU-Mitgliedsland geben kann. Das ist die Erwartungshaltung, die wir haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich glaube also, daß wir uns in einem Prozeß befinden, bei dem nicht alle sofort alle Konzepte auf den Tisch legen und sagen können, wir wissen, wie es hundertprozentig gehen wird. Und ich habe daher hier einige Fragen gestellt, weil wir Freiheitlichen da auch in diesem Denk- und Diskussionsprozeß sind, bei dem wir nicht den Fehler machen wollen, zu sagen: Wir wissen hundertprozentig wie es geht, daher darf es keine Abweichungen von unseren Vorstellungen geben. Das tun wir nicht, aber wir haben Zielvorgaben, und diese Zielvorgaben heißen: Ein Europa, zu dem die österreichische Bevölkerung in einem beachtlichen Ausmaß ja gesagt hat, ist nun ein Europa, das wir zu gestalten haben, auch wenn wir Freiheitlichen bei der Abstimmung einen anderen Standpunkt eingenommen haben. Aber es ist selbstverständlich, daß wir das Ergebnis respektieren und daß wir nun unseren Beitrag leisten, um das Beste daraus zu machen, was die Österreicher entschieden haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Das waren die gegenteiligen Versprechungen!
Daher auch der Appell in Sachen Währungsunion, mit der Bevölkerung die Entscheidung herbeizuführen – und nicht gegen die Bevölkerung. Man kann sagen, das ist alles mit der Abstimmung am 12. Juni 1994 erledigt worden. Das glauben Sie aber selbst nicht. (Abg. Mag. Stadler: Das waren die gegenteiligen Versprechungen!) Diese Dimension, was da alles mit hinein verpackt worden ist, kann man dem Bürger wirklich nicht unterstellen. Aber es wäre notwendig, wie das auch Frankreich, wie das auch Dänemark getan hat, bei so wichtigen Schritten, wie es die Aufgabe des Schillings ist, selbstverständlich eine klare Entscheidung der österreichischen Bevölkerung herbeizuführen. Dann gibt es eine breite, offene Diskussion, dann gibt es die Verpflichtung der Regierung, ein schlüssiges Konzept auf den Tisch zu legen, und dann gibt es die Sicherheit für die Bevölkerung, sagen zu können: Jawohl, wir haben uns aus freien Stücken entschieden, diesen oder jenen Weg zu gehen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich glaube jedoch, es wäre falsch, jetzt zu sagen, das habt ihr alles am 12. Juni schon entschieden, damit habt ihr euer Recht verloren, ihr habt nicht mehr mitzureden, und in Zukunft entscheiden nur noch einige Minister in Österreich und einige Bürokraten in Brüssel, was mit eurem Schilling, euren Sparguthaben, eurer Währung geschehen wird. – Das ist nicht das Europa, das wir haben wollen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Daher unser Appell, meine Damen und Herren: Helfen Sie mit, daß dieser Diskussionsprozeß ein solcher sein wird, in dem Offenheit, Bürgernähe, so wie es Santer jetzt selbst propagiert, stärker zum Grundprinzip der europäischen Einigung gemacht wird. Dann ist das auch ein Weg, den wir unterstützen können. – Alles andere wird mit unserem massiven Widerstand ausgestattet sein! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Haider: Das habe ich wirklich nicht gesagt! – Abg. Mag. Stadler: Das stimmt nicht! In Österreich soll das geschehen!
Kollege Haider, um auf einige Ihrer Argumente einzugehen: Sie haben gesagt, die Bürokratie in Brüssel wachse ständig; wir müssen dezentralisieren, denn das ist unzumutbar für den Bürger. – Fünf Minuten später sagten Sie: Sozialpolitik, Arbeitsmarktpolitik muß in Brüssel ausgemacht werden. Schauen wir uns an, was wir tun. (Abg. Dr. Haider: Das habe ich wirklich nicht gesagt! – Abg. Mag. Stadler: Das stimmt nicht! In Österreich soll das geschehen!) Wenn es so gesagt wurde, wird man das im Protokoll nachlesen können. Das liegt auf der gleichen Linie was Sie draußen oft gesagt haben (Abg. Dr. Haider: Da haben Sie mich mißverstanden!), das wurde von Gegnern forciert: Endlich muß die EU im ehemaligen Jugoslawien Ordnung machen! Sie ist schwach, sie macht keine Ordnung. Gleichzeitig hat man gewarnt, daß die EU irgendeine zusätzliche politische Kompetenz bekommt. Die EU konnte nicht einmal einen Polizisten hinunterschicken, wie kann sie Ordnung machen? Man kann nicht auf der einen Seite die Schwäche einer Organisation, einer politischen Architektur kritisieren, die langsam aufbaut, langsam wächst, weil sie demokratisch wächst, und gleichzeitig von ihr verlangen, daß sie überall dort Ordnung macht, wo die anderen versagen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Haider: Da haben Sie mich mißverstanden!
Kollege Haider, um auf einige Ihrer Argumente einzugehen: Sie haben gesagt, die Bürokratie in Brüssel wachse ständig; wir müssen dezentralisieren, denn das ist unzumutbar für den Bürger. – Fünf Minuten später sagten Sie: Sozialpolitik, Arbeitsmarktpolitik muß in Brüssel ausgemacht werden. Schauen wir uns an, was wir tun. (Abg. Dr. Haider: Das habe ich wirklich nicht gesagt! – Abg. Mag. Stadler: Das stimmt nicht! In Österreich soll das geschehen!) Wenn es so gesagt wurde, wird man das im Protokoll nachlesen können. Das liegt auf der gleichen Linie was Sie draußen oft gesagt haben (Abg. Dr. Haider: Da haben Sie mich mißverstanden!), das wurde von Gegnern forciert: Endlich muß die EU im ehemaligen Jugoslawien Ordnung machen! Sie ist schwach, sie macht keine Ordnung. Gleichzeitig hat man gewarnt, daß die EU irgendeine zusätzliche politische Kompetenz bekommt. Die EU konnte nicht einmal einen Polizisten hinunterschicken, wie kann sie Ordnung machen? Man kann nicht auf der einen Seite die Schwäche einer Organisation, einer politischen Architektur kritisieren, die langsam aufbaut, langsam wächst, weil sie demokratisch wächst, und gleichzeitig von ihr verlangen, daß sie überall dort Ordnung macht, wo die anderen versagen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Kollege Haider, um auf einige Ihrer Argumente einzugehen: Sie haben gesagt, die Bürokratie in Brüssel wachse ständig; wir müssen dezentralisieren, denn das ist unzumutbar für den Bürger. – Fünf Minuten später sagten Sie: Sozialpolitik, Arbeitsmarktpolitik muß in Brüssel ausgemacht werden. Schauen wir uns an, was wir tun. (Abg. Dr. Haider: Das habe ich wirklich nicht gesagt! – Abg. Mag. Stadler: Das stimmt nicht! In Österreich soll das geschehen!) Wenn es so gesagt wurde, wird man das im Protokoll nachlesen können. Das liegt auf der gleichen Linie was Sie draußen oft gesagt haben (Abg. Dr. Haider: Da haben Sie mich mißverstanden!), das wurde von Gegnern forciert: Endlich muß die EU im ehemaligen Jugoslawien Ordnung machen! Sie ist schwach, sie macht keine Ordnung. Gleichzeitig hat man gewarnt, daß die EU irgendeine zusätzliche politische Kompetenz bekommt. Die EU konnte nicht einmal einen Polizisten hinunterschicken, wie kann sie Ordnung machen? Man kann nicht auf der einen Seite die Schwäche einer Organisation, einer politischen Architektur kritisieren, die langsam aufbaut, langsam wächst, weil sie demokratisch wächst, und gleichzeitig von ihr verlangen, daß sie überall dort Ordnung macht, wo die anderen versagen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bin überzeugt davon, daß die Bilanz auch der Europäischen Union – man muß eben den Mut haben, zu sagen, was haben wir gewonnen, was haben wir durch Reibungsverluste verloren – eine gute sein wird, und zwar deswegen, weil es uns gelingt, die Integration politisch zu gestalten, sodaß niemals mehr ein nationaler Krieg stattfindet. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Haider: Der COMECON ist eingegangen! – Abg. Schieder: Wenn sich der Ostblock auflöst, löst sich auch der COMECON auf!
Nennen Sie mir einen einzigen Wirtschaftsraum in Form einer Freihandelszone, einer Zollunion oder ähnlicher Konstruktionen, wo nach zehn Jahren die wirtschaftlichen Leistungen, die Beschäftigung, Einkommen schlechter waren als vorher. Noch immer ist im Auf und Ab – darunter liegt auch die EU – über längere Zeit hinweg die Leistungsfähigkeit eines großen Marktes größer als die eines kleinen Marktes, der sich abschottet. (Abg. Dr. Haider: Der COMECON ist eingegangen! – Abg. Schieder: Wenn sich der Ostblock auflöst, löst sich auch der COMECON auf!) COMECON ist keine Freihandelszone gewesen. Ich bitte Sie! Das war keine Freihandelszone, keine Zollunion.
Abg. Dr. Khol: COMECON hat sich aus politischen, nicht aus wirtschaftlichen Gründen aufgelöst! – Abg. Schieder: Aus innerwirtschaftlichen Gründen dieser Länder!
Kollege Haider! COMECON war ein reglementierter Markt. Die konnten doch nicht frei von Polen in die Sowjetunion exportieren. (Abg. Dr. Khol: COMECON hat sich aus politischen, nicht aus wirtschaftlichen Gründen aufgelöst! – Abg. Schieder: Aus innerwirtschaftlichen Gründen dieser Länder!)
Beifall bei der ÖVP.
Also bitte: COMECON, das Beispiel für eine zentrale Verwaltungswirtschaft in einzelnen Ländern, mit der EU oder mit dem gemeinsamem Markt zu vergleichen, ist eine unseriöse Art. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Haider: Habe ich das heute anerkannt oder nicht?
Ich bin nicht dazu da, um Ihnen etwas zu erlauben oder nicht zu erlauben. Die Opposition soll auf die schlechten Punkte verweisen. Sie soll Druck ausüben, aber nicht in der Form, daß man alles immer wieder in Frage stellt. Sie sagen, wir brauchen ein Europa der Bürger. Die Bürger haben mit 66 Prozent Mehrheit – zwei Drittel – entschieden für das, was ihnen vorgelegt wurde. (Abg. Dr. Haider: Habe ich das heute anerkannt oder nicht?) Ja! Aber dann müssen Sie auch anerkennen, daß sie die Währungsunion beschlossen haben. (Abg. Mag. Stadler: Sie haben gesagt, der Schilling bleibt!) Die Währungsunion ist Teil des Maastricht-Vertrages. (Weitere Zwischenrufe der Abg. Dr. Haider und Mag. Stadler. )
Abg. Mag. Stadler: Sie haben gesagt, der Schilling bleibt!
Ich bin nicht dazu da, um Ihnen etwas zu erlauben oder nicht zu erlauben. Die Opposition soll auf die schlechten Punkte verweisen. Sie soll Druck ausüben, aber nicht in der Form, daß man alles immer wieder in Frage stellt. Sie sagen, wir brauchen ein Europa der Bürger. Die Bürger haben mit 66 Prozent Mehrheit – zwei Drittel – entschieden für das, was ihnen vorgelegt wurde. (Abg. Dr. Haider: Habe ich das heute anerkannt oder nicht?) Ja! Aber dann müssen Sie auch anerkennen, daß sie die Währungsunion beschlossen haben. (Abg. Mag. Stadler: Sie haben gesagt, der Schilling bleibt!) Die Währungsunion ist Teil des Maastricht-Vertrages. (Weitere Zwischenrufe der Abg. Dr. Haider und Mag. Stadler. )
Weitere Zwischenrufe der Abg. Dr. Haider und Mag. Stadler.
Ich bin nicht dazu da, um Ihnen etwas zu erlauben oder nicht zu erlauben. Die Opposition soll auf die schlechten Punkte verweisen. Sie soll Druck ausüben, aber nicht in der Form, daß man alles immer wieder in Frage stellt. Sie sagen, wir brauchen ein Europa der Bürger. Die Bürger haben mit 66 Prozent Mehrheit – zwei Drittel – entschieden für das, was ihnen vorgelegt wurde. (Abg. Dr. Haider: Habe ich das heute anerkannt oder nicht?) Ja! Aber dann müssen Sie auch anerkennen, daß sie die Währungsunion beschlossen haben. (Abg. Mag. Stadler: Sie haben gesagt, der Schilling bleibt!) Die Währungsunion ist Teil des Maastricht-Vertrages. (Weitere Zwischenrufe der Abg. Dr. Haider und Mag. Stadler. )
Beifall bei der ÖVP.
Ich sage Ihnen: Ich werde alles tun – und da unterstütze ich am konkretesten die gesamte Bundesregierung –, so wie vor dem 12. Juni, daß die Währungsunion Realität wird. Wer einen starken Schilling will, muß in die Währungsunion. Sie sagen, Sie wollen einen starken Schilling, wo Österreich mit den schwachen Währungen draußenbleibt. – Das ist doch nicht seriös! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Mancher hat kritisiert: Wie kann eine Währungsunion ohne gemeinsame Wirtschaftspolitik funktionieren? Ich bin überzeugt davon: Wenn wir die Währungsunion realisieren, sind wir der Unumkehrbarkeit der Europäischen Integration in Form einer politischen Union einen Schritt näher. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es ist das auch ein politisches Projekt. Ich möchte sehr deutlich sagen: Man muß in gewissen Zeiten die Dinge beim Namen nennen. Wer für einen starken Schilling ist, wird notgedrungen für die Währungsunion mit diesen Bedingungen eintreten müssen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: Der Schweizer Franken! Ist der auch schwach?
Kollege Haider! Wer Gefahr läuft, hier nicht mitzugehen, der muß auch riskieren, daß der Schilling draußen bleibt bei den schwachen Währungen, spekulativ gehandhabt wird. (Abg. Mag. Stadler: Der Schweizer Franken! Ist der auch schwach?) Genau! Gerade gestern oder vorgestern hat die Schweiz erklärt, sie wird in der Währungsbank mittun müssen, denn der Franken ist zu schwach. (Abg. Mag. Stadler: Das stimmt sicher nicht!)
Abg. Mag. Stadler: Das stimmt sicher nicht!
Kollege Haider! Wer Gefahr läuft, hier nicht mitzugehen, der muß auch riskieren, daß der Schilling draußen bleibt bei den schwachen Währungen, spekulativ gehandhabt wird. (Abg. Mag. Stadler: Der Schweizer Franken! Ist der auch schwach?) Genau! Gerade gestern oder vorgestern hat die Schweiz erklärt, sie wird in der Währungsbank mittun müssen, denn der Franken ist zu schwach. (Abg. Mag. Stadler: Das stimmt sicher nicht!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich schicke Ihnen morgen diese Erklärung der Schweizer Bundesregierung. Der Schweizer Franken ist zu schwach, um gegen eine gemeinsame Währungsunion und neben einer gemeinsamen Währung Europas zu bestehen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP, SPÖ, dem Liberalen Forum sowie Beifall der Abg. Ing. Langthaler.
Es gibt mehr Konflikte als vor zehn Jahren: Balkan, Tschetschenien, Kaukasusgebiet und auch latent in den Donauländern. Wenn man sich anhört, was diese Nachbarn gelegentlich sagen, was die Mehrheit über die Minderheit sagt, was die Minderheit über die Mehrheit sagt, dann ist das teilweise eine Sprache der dreißiger Jahre. Es ist daher alles zu tun, damit die Europäische Union Kristallisationspunkt der europäischen Sicherheit bleibt und noch stärker wird. Es gibt keine Alternative zum geeinten Europa als die neuer Konflikte und neuen Chaos. (Beifall bei der ÖVP, SPÖ, dem Liberalen Forum sowie Beifall der Abg. Ing. Langthaler. )
Abg. Mag. Stadler: Ihr Regierungspartner, glaube ich!
Meine Damen und Herren! Hat uns doch Jugoslawien, das zerfallene Jugoslawien gelehrt, was heute alles passieren kann! Wer hätte das vor 20 Jahren für möglich gehalten, was dort, vor den Augen der Öffentlichkeit passiert? Wir sind nicht mehr in der Situation, daß wir sagen können, die Sicherheit können wir allein garantieren. Wir müssen die Sicherheit gemeinsam garantieren. Wir haben hier einen vorsichtigen Weg eingeschlagen, aber den sollten wir konsequent gehen. Wir sollen auch nicht dauernd von der europäischen Sicherheitsarchitektur, die wir wollen, reden, das dient nur dazu, eine konkrete Aussage zu vermeiden. Es wird auch niemand glauben, daß noch eine zusätzliche Organisation aufgebaut wird. Wir haben mit der KSZE, jetzt OSZE genannt, mit der NATO und mit der Westeuropäischen Union genügend Anlaufstellen. (Abg. Mag. Stadler: Ihr Regierungspartner, glaube ich!) Ich setze mich später mit ihm noch auseinander. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Hat uns doch Jugoslawien, das zerfallene Jugoslawien gelehrt, was heute alles passieren kann! Wer hätte das vor 20 Jahren für möglich gehalten, was dort, vor den Augen der Öffentlichkeit passiert? Wir sind nicht mehr in der Situation, daß wir sagen können, die Sicherheit können wir allein garantieren. Wir müssen die Sicherheit gemeinsam garantieren. Wir haben hier einen vorsichtigen Weg eingeschlagen, aber den sollten wir konsequent gehen. Wir sollen auch nicht dauernd von der europäischen Sicherheitsarchitektur, die wir wollen, reden, das dient nur dazu, eine konkrete Aussage zu vermeiden. Es wird auch niemand glauben, daß noch eine zusätzliche Organisation aufgebaut wird. Wir haben mit der KSZE, jetzt OSZE genannt, mit der NATO und mit der Westeuropäischen Union genügend Anlaufstellen. (Abg. Mag. Stadler: Ihr Regierungspartner, glaube ich!) Ich setze mich später mit ihm noch auseinander. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich sage Ihnen, man sollte hier nicht provozieren, aber eines sehr deutlich sagen: Es geht nicht darum, ob wir der NATO, der Westeuropäischen Union oder der KSZE, so wie sie sich entwickelt, angehören, oder die Neutralität erhalten, sondern es geht darum, ob wir einen Modus finden, der die Sicherheit dieses Landes garantiert. Das ist das Ziel. Mir ist fast alles recht, um die Sicherheit zu garantieren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Sicherheit werden wir nur mit einem sehr realistischen Kurs erhalten. Wir werden daher mit Recht die Mitgliedschaft Österreichs in der Westeuropäischen Union anstreben, das hat die ÖVP sehr deutlich gesagt. Ich begrüße, daß im Koalitionsabkommen die Rede davon ist, daß man sich in zwei Jahren darüber unterhält. Eine Koalition erfordert auch ihren Preis; nach mir könnte es rascher gehen, aber der Weg ist richtig, die Richtung stimmt. Wir müssen wissen, daß die Mitgliedschaft in der Westeuropäischen Union von vielen nur mehr möglich gemacht wird, wenn wir auch der NATO beitreten, auch das muß einmal ausgesprochen werden. Aber wir dürfen uns nicht davon abhalten lassen, wir dürfen nicht Unmögliches fordern, Herr Kollege Haider, und wir dürfen auch nicht zu langsam vorgehen, weil wir irgendeinem alten Denken in der Diplomatie und in der Politik verhaftet sind. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Wir brauchen eine Vision vom Frieden in Europa. Wir müssen wissen, wann es Rückschläge gibt, wir müssen Konkretes leisten. Wenn wir beides in einer ausbalancierten Lage halten, das langfristige Ziel, die Vision, der Glaube an ein bestimmtes Ziel und die konkrete Arbeit, dann werden wir Österreich in ein noch integrierteres Europa führen, wo wir heute schon Fuß gefaßt haben und dort eine starke Position einnehmen. Dann wird es auch so sein, daß Europa ein neuer Name für Frieden ist, und das ist das Hauptziel, dem anderes andere unterzuordnen ist. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Abgeordneter Dr. Friedhelm Frischenschlager (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Der letzte Satz von Herrn Abgeordneten Mock, der das zentrale Ziel unserer Außen-, aber vor allem Europapolitik klar umrissen hat, ist sicherlich eine gemeinsame Basis für alle Fraktionen. Im übrigen ist es aber so, daß die Europapolitik, die im Zentrum dieser außenpolitischen Debatte steht – das völlig zu Recht – eine höchst kontroversielle Angelegenheit ist, weil die Europäische Union, die Europäische Integration ein zu höchst kontroversieller politischer Prozeß ist, der aber unabwendbar ist und nicht nur im Interesse des ganzen Kontinents und seiner Friedensordnung, sondern auch im Interesse unserer Republik Österreich steht. Und das muß man ganz entschieden an die Spitze dieser Diskussion stellen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Lassen Sie eine ganz offene und kontroversielle Diskussion über diese Dinge zu! Sie sind kontroversiell, und in einem demokratischen, pluralistischen System ist die Diskussion, die Auseinandersetzung Grundlage für eine gemeinsame Politik. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Wir wissen genau, daß die Europäische Union einen ganz normalen politischen Körper darstellt, der dazu da ist, Probleme zu lösen und der in dieser Funktion selbstverständlich unverzichtbar ist, wir wissen aber auch, daß die Dinge dort genauso wie hier in der innerstaatlichen Politik kontroversiell laufen. Es gibt inhaltliche Auseinandersetzungen, es gibt selbstverständlich Interessendurchsetzungsstrategien, aber letzten Endes müssen wir uns im klaren darüber sein, daß diese Europäische Union für diesen Kontinent, für sämtliche politische Bereiche – von der Sicherheits- und Friedenspolitik abwärts, bis zur Ökologie, bis zu den sozialen Fragen – den einzigen und sinnvollen politischen Rahmen darstellt, durch den wir die Chance haben, die immensen Probleme, die wir überall haben, auch tatsächlich lösen zu können. Und das ist das Entscheidende der Europäischen Integration beziehungsweise der Europäischen Union. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Vizekanzler Dr. Schüssel: Das ist ein gutes Beispiel, weil sie sind sofort aufgeflogen und haben sich unsterblich blamiert!
Ich erinnere mich daran – es war vor ein paar Monaten –, daß es die größte Bank Österreichs "zusammengebracht" hat, eine halbe Milliarde Schilling – zumindest für einen Tag lang – durch ihre flinken Angestellten verteilen zu lassen. Das war eine beträchtliche Gesamtsumme und man hat versucht, mit Einzelmaßnahmen eine merkwürdige Spar- und Bankpolitik zu betreiben. – Es geht das also schon ein bißchen. (Vizekanzler Dr. Schüssel: Das ist ein gutes Beispiel, weil sie sind sofort aufgeflogen und haben sich unsterblich blamiert!) Das mag schon sein, aber ich glaube nicht, daß die Mafiosi gleich 500 Leute losschicken werden, sondern sie werden kleinere Geldbeträge anlegen oder dies auf einen längeren Zeitraum hinausdehnen.
Abg. Schieder: Sag "Komissionsmitglied"!
Ein interessantes Beispiel in diesem Zusammenhang war die Verknüpfung des aus Österreich stammenden Kommissars – oder Kommissärs – beide Bezeichnungen gefallen mir eigentlich nicht sehr – Fischler. (Abg. Schieder: Sag "Komissionsmitglied"!) – Du hast recht: Kommissionsmitglied! Bei seinem Verhalten bezüglich dieser beiden Themen ist herausgekommen, daß das Denken in Österreich, bis in die höchsten politischen Ränge würde ich sagen, bezüglich der Europäischen Integration, bezüglich des Gefüges der Europäischen Union und der Republik Österreich zurückgeblieben ist.
Abg. Mag. Stadler: Das ist ja nicht wahr! Er ist ja ein Patriot!
Das zeigt ganz deutlich, daß viele bei uns auch im politischen Bereich noch gar nicht kapiert haben, daß es seine Aufgabe ist, den Standpunkt der Kommission und der Gemeinschaft zu vertreten, und daß er eben nicht, was manche glauben, womöglich der Botschafter Österreichs in Brüssel, in der Europäischen Union ist. (Abg. Mag. Stadler: Das ist ja nicht wahr! Er ist ja ein Patriot!) – Ja, das ist eben die verkürzte Denkweise, Kollege Stadler. Jetzt kommt das ein bißchen heraus. Du bist leider ein Opfer deiner eigenen Philosophie, die auch dein Parteiobmann vertritt, der nämlich heute noch die Auffassung vertritt, das eigentliche Europamodell wäre das Europa der Vaterländer. – Ein alter Hut, 40 Jahre alt. (Abg. Mag. Stadler : Das umformulierte Parteiprogramm! Hast du alte Hüte in das Parteiprogramm geschrieben? Das ist ein alter Hut?)
Abg. Mag. Stadler : Das umformulierte Parteiprogramm! Hast du alte Hüte in das Parteiprogramm geschrieben? Das ist ein alter Hut?
Das zeigt ganz deutlich, daß viele bei uns auch im politischen Bereich noch gar nicht kapiert haben, daß es seine Aufgabe ist, den Standpunkt der Kommission und der Gemeinschaft zu vertreten, und daß er eben nicht, was manche glauben, womöglich der Botschafter Österreichs in Brüssel, in der Europäischen Union ist. (Abg. Mag. Stadler: Das ist ja nicht wahr! Er ist ja ein Patriot!) – Ja, das ist eben die verkürzte Denkweise, Kollege Stadler. Jetzt kommt das ein bißchen heraus. Du bist leider ein Opfer deiner eigenen Philosophie, die auch dein Parteiobmann vertritt, der nämlich heute noch die Auffassung vertritt, das eigentliche Europamodell wäre das Europa der Vaterländer. – Ein alter Hut, 40 Jahre alt. (Abg. Mag. Stadler : Das umformulierte Parteiprogramm! Hast du alte Hüte in das Parteiprogramm geschrieben? Das ist ein alter Hut?)
Beifall beim Liberalen Forum. – Neuerlicher Zwischenruf bei den Freiheitlichen.
Und Gott sei Dank, Kollege Stadler, waren diejenigen, die dein Parteiobmann unlängst im Fernsehen zitiert hat, nämlich de Gaulle und Adenauer, diejenigen, die aus dem Weg, aus dieser Sackgasse des Europas der Vaterländer herausgeführt haben. (Beifall beim Liberalen Forum. – Neuerlicher Zwischenruf bei den Freiheitlichen.)
Abg. Schieder: Das ist erlebte Vergangenheitsbewältigung!
Das steht nicht im Programm, werter Freund, sondern ist ganz klar die Bereitschaft Österreichs, sich europäisch zu integrieren. Und das ist eben nicht die Fehlideologie des "Europas der Vaterländer". Das ist ein ganz entscheidender Punkt. Unterhalten wir uns ein bißchen darüber. (Abg. Schieder: Das ist erlebte Vergangenheitsbewältigung!) Das Problem hat vielleicht der Kollege Haider, weil er an Konzepten hängt, die 40 Jahre alt und wirklich überholt sind. (Abg. Dr. Khol: Ein alter Bruderzwist!)
Abg. Dr. Khol: Ein alter Bruderzwist!
Das steht nicht im Programm, werter Freund, sondern ist ganz klar die Bereitschaft Österreichs, sich europäisch zu integrieren. Und das ist eben nicht die Fehlideologie des "Europas der Vaterländer". Das ist ein ganz entscheidender Punkt. Unterhalten wir uns ein bißchen darüber. (Abg. Schieder: Das ist erlebte Vergangenheitsbewältigung!) Das Problem hat vielleicht der Kollege Haider, weil er an Konzepten hängt, die 40 Jahre alt und wirklich überholt sind. (Abg. Dr. Khol: Ein alter Bruderzwist!)
Beifall beim Liberalen Forum sowie Beifall des Abg. Dr. Mock . – Abg. Mag. Stadler: Dein Parteiprogramm ist rückschrittlich! – Abg. Dr. Haider: Revisionist!
Das ist Rückschritt. Das ist die Verhinderung von Weiterentwicklung. Das ist die Verhinderung des Lösens von Problemen. – Und das ist der Unterschied, den wir vom Liberalen Forum und den Freiheitlichen haben. (Beifall beim Liberalen Forum sowie Beifall des Abg. Dr. Mock . – Abg. Mag. Stadler: Dein Parteiprogramm ist rückschrittlich! – Abg. Dr. Haider: Revisionist!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Es ist ja ganz logisch: Eine Partei, die in der Europapolitik eine sehr klare und ich würde sagen fortschrittliche Linie hatte, dann aber abgekommen ist – weg von Europa –, hat natürlich Schwierigkeiten, sich in der Gegenwart vernünftig zu positionieren. Das ist das Pech der Freiheitlichen Partei – aber nicht mein Problem! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Haigermoser: Du warst einmal mein Landesparteiobmann!
Meine Damen und Herren! (Abg. Haigermoser: Du warst einmal mein Landesparteiobmann!) Ja, ich wundere mich noch heute, daß ich es mit Leuten wie dir ausgehalten habe! (Heiterkeit und Beifall beim Liberalen Forum.)
Heiterkeit und Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! (Abg. Haigermoser: Du warst einmal mein Landesparteiobmann!) Ja, ich wundere mich noch heute, daß ich es mit Leuten wie dir ausgehalten habe! (Heiterkeit und Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Haigermoser: Du bist mit dem Moped herumgefahren, als du noch keinen Führerschein gehabt hast!
Meine Damen und Herren! Damit wieder zur konkreten Regierungspolitik. (Abg. Haigermoser: Du bist mit dem Moped herumgefahren, als du noch keinen Führerschein gehabt hast!) Ja, ja.
Abg. Schieder: Aber auf zwei Beinen steht man schon besser als auf einem Bein! Das ist eine Lebenserfahrung!
Ich halte diese Zweigleisigkeit für falsch. Da hätte es mir schon besser gefallen, wenn tatsächlich im Außenamt die Europapolitik konzentriert worden wäre und meinetwegen ein Staatssekretär in diesem Ressort angesiedelt wird – und wenn es auch ein Sozialdemokrat gewesen wäre. Aber es ist offensichtlich das Mißtrauen in der Europapolitik derart groß, daß man eben nur mit zwei institutionellen Beinen – Bundeskanzler und Außenamt – das Auslangen finden und den Frieden zu erreichen glaubt. (Abg. Schieder: Aber auf zwei Beinen steht man schon besser als auf einem Bein! Das ist eine Lebenserfahrung!) Ja, schon, Kollege Schieder, aber in der EU-Politik habe ich manchmal den Eindruck, daß das eine Bein auf den Zehen des anderen steht – und da hat man Schmerzen und auch noch Unsicherheit. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Schieder: Es war die Frage: ein oder zwei Beine?)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Schieder: Es war die Frage: ein oder zwei Beine?
Ich halte diese Zweigleisigkeit für falsch. Da hätte es mir schon besser gefallen, wenn tatsächlich im Außenamt die Europapolitik konzentriert worden wäre und meinetwegen ein Staatssekretär in diesem Ressort angesiedelt wird – und wenn es auch ein Sozialdemokrat gewesen wäre. Aber es ist offensichtlich das Mißtrauen in der Europapolitik derart groß, daß man eben nur mit zwei institutionellen Beinen – Bundeskanzler und Außenamt – das Auslangen finden und den Frieden zu erreichen glaubt. (Abg. Schieder: Aber auf zwei Beinen steht man schon besser als auf einem Bein! Das ist eine Lebenserfahrung!) Ja, schon, Kollege Schieder, aber in der EU-Politik habe ich manchmal den Eindruck, daß das eine Bein auf den Zehen des anderen steht – und da hat man Schmerzen und auch noch Unsicherheit. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Schieder: Es war die Frage: ein oder zwei Beine?)
Abg. Dr. Khol: Nein, nein, so viel Papier gibt es, Herr Kollege Frischenschlager! – Abg. Schieder: Da hat er schon ein bißchen recht! Aber er wollte ja der Dritte sein!
Weiter findet sich noch so etwas Herrliches wie: Die Weisungen des Fachressorts an die Ständige Vertretung in Brüssel in Routineangelegenheiten ergehen direkt mit Kopie an das Bundesministerium für auswärtigen Angelegenheiten und an das Bundeskanzleramt et cetera. Extra mußte man sozusagen den bürokratischen Weg der Papierln in Routineangelegenheiten regeln. – So tief ist das Mißtrauen zwischen den beiden Exponenten der EU-Politik. Das spricht eine beredte Sprache, und dementsprechend sieht ja auch die konkrete Politik aus. (Abg. Dr. Khol: Nein, nein, so viel Papier gibt es, Herr Kollege Frischenschlager! – Abg. Schieder: Da hat er schon ein bißchen recht! Aber er wollte ja der Dritte sein!)
Zwischenbemerkung des Vizekanzlers Dr. Schüssel .
Man muß ganz wertfrei und sachlich feststellen: Solche Meldungen sind natürlich eine Katastrophe. (Zwischenbemerkung des Vizekanzlers Dr. Schüssel . ) Nein, das glaube ich nicht, aber dann wäre es wieder ein schönes Beispiel, Herr Bundesminister, weil immerhin Staatssekretär Schlögl wenige Zeit später sagen mußte – wiederum eine Schlagzeile, diesmal aus dem "Standard": "Schlögl: Haben EU-Topf nicht voll ausgeschöpft." (Vizekanzler Dr. Schüssel: Herr Kollege, nicht die Bundesregierung! Das sind Projekte in Wien und in den Regionen!)
Vizekanzler Dr. Schüssel: Herr Kollege, nicht die Bundesregierung! Das sind Projekte in Wien und in den Regionen!
Man muß ganz wertfrei und sachlich feststellen: Solche Meldungen sind natürlich eine Katastrophe. (Zwischenbemerkung des Vizekanzlers Dr. Schüssel . ) Nein, das glaube ich nicht, aber dann wäre es wieder ein schönes Beispiel, Herr Bundesminister, weil immerhin Staatssekretär Schlögl wenige Zeit später sagen mußte – wiederum eine Schlagzeile, diesmal aus dem "Standard": "Schlögl: Haben EU-Topf nicht voll ausgeschöpft." (Vizekanzler Dr. Schüssel: Herr Kollege, nicht die Bundesregierung! Das sind Projekte in Wien und in den Regionen!)
Vizekanzler Dr. Schüssel: Herr Kollege, genau das vertrete ich ja!
Zweiter Punkt: Was mir in der österreichischen Positionierung zuwenig herauskommt, wäre eine konsequente Vertretung der Menschen- und Grundrechte. Ich meine, daß der eigene Grundrechtskatalog der Europäischen Union das entscheidende Ziel wäre. Die EMRK ist mir da zu wenig. Vor allem wäre in diesem Zusammenhang auch bezüglich der Grundrechte der Volksgruppen ein rechtlicher Rahmen auf europäischer Ebene zu schaffen. (Vizekanzler Dr. Schüssel: Herr Kollege, genau das vertrete ich ja!)
Vizekanzler Dr. Schüssel: Es ist eine Wortmeldung gewesen! Es steht in dem Zeitplan!
Ja, ich finde das nur nicht in den Papieren Ihres Amtes bezüglich der Regierungserklärung. (Vizekanzler Dr. Schüssel: Es ist eine Wortmeldung gewesen! Es steht in dem Zeitplan!) Ja, ist ja schön, aber Sie allein sind nicht die Bundesregierung; ich rede ja von der gesamten Regierung. (Abg. Mag. Barmüller: Bitte keine Zwischenrufe von meiner Redezeit! – Heiterkeit.)
Abg. Mag. Barmüller: Bitte keine Zwischenrufe von meiner Redezeit! – Heiterkeit.
Ja, ich finde das nur nicht in den Papieren Ihres Amtes bezüglich der Regierungserklärung. (Vizekanzler Dr. Schüssel: Es ist eine Wortmeldung gewesen! Es steht in dem Zeitplan!) Ja, ist ja schön, aber Sie allein sind nicht die Bundesregierung; ich rede ja von der gesamten Regierung. (Abg. Mag. Barmüller: Bitte keine Zwischenrufe von meiner Redezeit! – Heiterkeit.)
Abg. Dr. Khol: Solidarität mit Barmüller! – Abg. Dr. Fuhrmann: Der Barmüller beschwert sich schon!
Dritter Punkt: der Bereich EU-Ausweitung. (Abg. Dr. Khol: Solidarität mit Barmüller! – Abg. Dr. Fuhrmann: Der Barmüller beschwert sich schon!) Ja, ja, ist schon recht. Laß das nicht deine Sorge sein, sondern das ist unsere. (Abg. Tichy-Schreder: Er glaubt es nicht! Wir sind nur der Vermittler!)
Abg. Tichy-Schreder: Er glaubt es nicht! Wir sind nur der Vermittler!
Dritter Punkt: der Bereich EU-Ausweitung. (Abg. Dr. Khol: Solidarität mit Barmüller! – Abg. Dr. Fuhrmann: Der Barmüller beschwert sich schon!) Ja, ja, ist schon recht. Laß das nicht deine Sorge sein, sondern das ist unsere. (Abg. Tichy-Schreder: Er glaubt es nicht! Wir sind nur der Vermittler!)
Abg. Koppler: Das ist euer Problem!
Dritter Punkt: EU-Ausweitung. (Abg. Koppler: Das ist euer Problem!) Und vor allem, wenn du dauernd dazwischenredest, dauert es noch länger! (Heiterkeit.) – Entscheidend ist die Ausweitung und Vertiefung der EU, meine Damen und Herren. Es kann nur konsequent beides geschehen. Dabei ist mir auch wichtig, klarzustellen, daß wir für den Weg von Entscheidungen durch Mehrheitsbildungen in der Europäischen Union sind. Wir erachten es als positiv, nicht zuletzt, weil uns Europaparlamentarier hier bei Enqueten im Parlament gesagt haben, daß dadurch ein Argumentationszwang zwischen den Ländern entsteht – statt dem Vetorecht, das eigentlich nur ein "Njet" bedeutet.
Heiterkeit.
Dritter Punkt: EU-Ausweitung. (Abg. Koppler: Das ist euer Problem!) Und vor allem, wenn du dauernd dazwischenredest, dauert es noch länger! (Heiterkeit.) – Entscheidend ist die Ausweitung und Vertiefung der EU, meine Damen und Herren. Es kann nur konsequent beides geschehen. Dabei ist mir auch wichtig, klarzustellen, daß wir für den Weg von Entscheidungen durch Mehrheitsbildungen in der Europäischen Union sind. Wir erachten es als positiv, nicht zuletzt, weil uns Europaparlamentarier hier bei Enqueten im Parlament gesagt haben, daß dadurch ein Argumentationszwang zwischen den Ländern entsteht – statt dem Vetorecht, das eigentlich nur ein "Njet" bedeutet.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Wenn manche Vertreter der FPÖ sehr oft die Worte "Besen" und "Ordnung machen" in den Mund nehmen – ein Bild, das mir gar nicht so gut gefällt –, aber wenn man schon den Besen laufend in die Hand nimmt, dann sollte man auch vor der eigenen Tür kehren, dort, wo es am Platz ist. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Inhaltlich möchte ich anmerken, daß der Vergleich, den Haider zieht, nämlich: Wie war es in bestimmten Branchen vor dem EU-Beitritt, und wie schaut es jetzt aus?, natürlich einer ist, der politisch möglicherweise zulässig, aber inhaltlich nicht richtig ist, denn will man auf diesem Gebiet wirklich einen Vergleich ziehen, so ist es natürlich der, der am schwersten zu ziehen ist: Zu vergleichen ist nicht ein Österreich 1996 in der EU mit einem Österreich zu Beginn der neunziger Jahre – obwohl selbst dieser Vergleich, wie die Rede des Abgeordneten Mock gezeigt hat, nicht so schlecht ausgeht. Zu vergleichen wäre – das ist auch die wirkliche Frage, die sich stellt –: Wie schaut es für das Österreich 1996 in der EU gegenüber einem Österreich aus, das in einer bestimmten Form wäre, wenn es 1996 nicht in der EU wäre. Das ist die wirkliche Frage! Welche Auswirkungen hätten all die Entwicklungen auf unser Land gehabt, wenn wir nicht in der EU wären? – Das ist das, was wir dem Bürger vermitteln müssen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Meisinger: Sie sagen das aber schon jahrelang, Herr Kollege! – Abg. Mag. Schweitzer: Das meinen Sie! Das ist Ihre persönliche Meinung! – Weiterer Zwischenruf bei den Freiheitlichen.
Es war eine Entwicklung, die jedem Land Schwierigkeiten gemacht hat. Aber durch den EU-Beitritt ist sie viel besser zu verkraften, es wird für die Zukunft weit mehr an Positivem gestaltet, als wenn wir jetzt außerhalb stünden. Und das ist genau das, was die Schweiz erkannt hat und warum sie auch in den nächsten Jahren ihren Standpunkt revidieren wird. (Abg. Meisinger: Sie sagen das aber schon jahrelang, Herr Kollege! – Abg. Mag. Schweitzer: Das meinen Sie! Das ist Ihre persönliche Meinung! – Weiterer Zwischenruf bei den Freiheitlichen.) – Herr Kollege, ich bin wirklich nicht überheblich, aber dieses Debüt in den Fragen der Außenpolitik hätte Sie sich sparen können! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es war eine Entwicklung, die jedem Land Schwierigkeiten gemacht hat. Aber durch den EU-Beitritt ist sie viel besser zu verkraften, es wird für die Zukunft weit mehr an Positivem gestaltet, als wenn wir jetzt außerhalb stünden. Und das ist genau das, was die Schweiz erkannt hat und warum sie auch in den nächsten Jahren ihren Standpunkt revidieren wird. (Abg. Meisinger: Sie sagen das aber schon jahrelang, Herr Kollege! – Abg. Mag. Schweitzer: Das meinen Sie! Das ist Ihre persönliche Meinung! – Weiterer Zwischenruf bei den Freiheitlichen.) – Herr Kollege, ich bin wirklich nicht überheblich, aber dieses Debüt in den Fragen der Außenpolitik hätte Sie sich sparen können! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Aber was das Ärgste dabei ist: Jetzt, weil es ihm in den Kram für die Europawahlen paßt, ist er plötzlich für einen harten Schilling. Als im vergangenen Jahr in gewissen Industriekreisen Sorge darüber geherrscht hat, ob die Hartwährungspolitik Österreichs richtig ist, hat er sofort im "Industriemagazin", Ausgabe 2/95, genau das Gegenteil vertreten und ausdrücklich einen weicheren Schilling verlangt. Je nach dem Zuhörerkreis, je nach dem Mund, nach dem er spricht, formuliert er seine Argumente. Und das ist eine Politik, die sich selbst richten sollte, vor allem in so wesentlichen Fragen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Solch ein Europa wird – egal, ob es dann diesen Begriff gibt oder nicht, egal, ob uns die Völkerrechtler erlauben, ihn anzuwenden oder nicht – in seinem Wesen eigentlich das sein, was Österreich auch ist, nämlich neutral im guten Sinn des Wortes, daß es sich nirgendwo einmischt und nur darauf achtet, daß Recht und Ordnung und Gesetz Anwendung finden, meine Damen und Herren! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Meischberger .
Ich möchte aber auch zu den Fragen Zuständigkeiten und Ausland, die Kollege Frischenschlager angeschnitten hat, etwas sagen. Ich möchte damit wahrlich nicht das Koalitionsgeplänkel bei der Erfassung des Regierungsprogramms neu aufwärmen oder jetzt noch einmal über ein Hintertürl beginnen. (Zwischenruf des Abg. Ing. Meischberger .)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Also es soll mit der Demokratie in diesen Staaten so sein, wie es dem Fischer mit der Lorelei ging: Halb zog es ihn hin, halb sank er hin. – So soll sich das entwickeln, und ich halte diese Vorgangsweise für eine gute Überlegung. Kollege Khol! Wenn man das ernst meint und den "Fehler Rußland" nicht mit einem weiteren Fehler ausgleichen will, sondern sich zur neuen Vorgangsweise bekennt, dann hat die logische Konsequenz zu sein, auch bei Jugoslawien, auch bei Kroatien für die Aufnahme zu sein und dafür Bedingungen zu stellen. – Deshalb habe ich das auch gestern schon so für die Sozialisten im Europarat vertreten. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: Gegenüber Rußland! Gegenüber Rußland und Kroatien!
Nur eines wird nicht gehen, nämlich daß wir diesen neuen Weg wählen und uns dann der Mut verläßt, wenn diese begleitende Kontrolle oder die Sanktionen stattfinden müssen. (Abg. Dr. Khol: Gegenüber Rußland! Gegenüber Rußland und Kroatien!) Das ist meine Sorge. Man hat nicht einmal jetzt den Mut, da in Albanien ein undemokratisches Wahlgesetz beschlossen wurde, man traut es sich nicht, dem Ministerkomitee des Europarates, Herr Bundesminister, zu sagen, obwohl in Moldawien die Gefahr besteht, daß es einen Präsidenten-Putsch gibt. Man hat nicht einmal den Mut, dieses neue gescheite Verfahren auch dafür zu nutzen, um einem Staat zu sagen: Bis hierher, aber nicht weiter! Erfülle das, was du versprochen hast! – Man hat bei Albanien und Moldawien nicht den Mut, und jeder fragt sich, ob man ihn dann bei Rußland haben wird, wenn man schon bei kleineren Staaten nicht den Mut hat.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Denn eine Politik, auch im internationalen Bereich, wird in Zukunft nicht mehr von geheimen Absichten der Diplomatie getragen sein können, sondern nur von dem offenen, durchschaubaren, transparenten Bemühen, seine Grundsätze und Ziele mit legitimen Mitteln durchzusetzen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Mock: Richtig!
Ich kann Ihnen zur Antwort geben, daß es aber auch alte Politikmuster sind, immer an militärischen Lösungsvorschlägen und an militärischen Strategien festzuhalten. Da würde ich dann so ganz allgemein auch meinen, man soll an diesen alten Politikmustern nicht festhalten. (Abg. Dr. Mock: Richtig!)
Vizekanzler Dr. Schüssel: Balkan!
Zeigen Sie mir aber nur einen Fall auf, nur einen einzigen Fall, wo militärisches Eingreifen zu Lösungen geführt hat. (Vizekanzler Dr. Schüssel: Balkan!) Militärisches Eingreifen hat auch am Balkan zu keinen Lösungen geführt. (Vizekanzler Dr. Schüssel: Sicher!) Es gibt zurzeit zwar einen Waffenstillstand, aber es gibt keine Lösung des politischen Problems. Es gibt einen Vertrag, und wir lesen jetzt fast täglich in den Zeitungen, wie schwierig es ist, diesen Vertrag einzuhalten.
Vizekanzler Dr. Schüssel: Sicher!
Zeigen Sie mir aber nur einen Fall auf, nur einen einzigen Fall, wo militärisches Eingreifen zu Lösungen geführt hat. (Vizekanzler Dr. Schüssel: Balkan!) Militärisches Eingreifen hat auch am Balkan zu keinen Lösungen geführt. (Vizekanzler Dr. Schüssel: Sicher!) Es gibt zurzeit zwar einen Waffenstillstand, aber es gibt keine Lösung des politischen Problems. Es gibt einen Vertrag, und wir lesen jetzt fast täglich in den Zeitungen, wie schwierig es ist, diesen Vertrag einzuhalten.
Abg. Dr. Mock: Stärkere präventive Aktionen! Nur muß man wissen, daß wir in einer Zeit leben, in der letztlich Mittel der Macht notwendig sind! Das letzte Mittel soll es sein!
Wir haben ja im Ausschuß auch über die grundsätzliche Haltung diskutiert, die Österreich einnimmt, wenn es um präventive beziehungsweise demokratieaufbauende Maßnahmen geht. Aber wenn es dann um die Kosten der Durchführung der Wahlen in Bosnien geht, sind wir plötzlich auf Spenden angewiesen. (Abg. Dr. Mock: Stärkere präventive Aktionen! Nur muß man wissen, daß wir in einer Zeit leben, in der letztlich Mittel der Macht notwendig sind! Das letzte Mittel soll es sein!) Das ist richtig, Herr Kollege.
Beifall bei den Grünen. – Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Selbst wenn es um die Bedrohung im Nahen Osten geht, selbst wenn es um die Bedrohung, wie es viele sehen, durch den Fundamentalismus geht, selbst wenn es um die Bedrohung geht, die im Mittelmeerraum insgesamt vorhanden ist, so meine ich doch, daß man auf diese Bedrohungen nicht primär und in erster Linie mit militärischen Mitteln antworten kann, sondern daß mit politischen Mitteln zu antworten ist, und zwar mit einer breiten Palette von Möglichkeiten und Angeboten zu Friedensgesprächen. Gerade die jüngste Situation im Nahen Osten hat gezeigt, daß es nur mit Hilfe der Diplomatie möglich ist, Aggressionen und Übergriffe zum Stillstand zu bringen, und zwar was beide Streitteile betrifft. (Beifall bei den Grünen. – Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen sowie Beifall des Abg. Dr. Cap .
Haben Sie einmal den Mut, wirklich Haltung zu zeigen und ungeachtet dessen, was andere Länder, was wichtige Länder, was befreundete Länder tun, eine klare Haltung als österreichische Haltung in einer Konferenz einzubringen und sich dort einer breiten Meinung anzuschließen. (Beifall bei den Grünen sowie Beifall des Abg. Dr. Cap .)
Beifall bei den Grünen.
Was wir fordern, ist eine Überprüfung aller entwicklungspolitischen Zielsetzungen nach diesen nachhaltigen sozialen und ökologischen Kriterien, was wir fordern, ist eine Überprüfung all jener Maßnahmen, die in die Entwicklungspolitik eingerechnet werden, nämlich ob sie dem Sinne dieser Kohärenz nicht weiter widersprechen, indem eine in Österreich getroffen Entscheidung einer anderen Entscheidung, nämlich entwicklungspolitischer bilateraler Zusammenarbeit, aufs massivste widerspricht und somit diese Zielsetzung ad absurdum geführt wird. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Was die Entwicklungshilfe betrifft, möchte ich Ihnen sagen, daß wir einen Ausschuß für Entwicklungshilfe haben, in dem wir auch diskutieren werden, aber ich möchte auf eines hinweisen: Es macht manchmal Probleme, die Entwicklungshilfe zu erörtern, weil es die unterschiedlichsten Interessen der unterschiedlichsten Vereine der Entwicklungspolitik gibt, die teilweise diametral entgegengesetzt sind. Ich wäre froh, wenn die verschiedensten Parallelorganisationen zu einer einheitlichen Meinung in bezug auf Entwicklungshilfe kämen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich weiß nicht, wer es war, aber ein Dissident aus dem vormaligen Jugoslawien hat vor vielen, vielen Jahren gesagt: Wenn der Westen glaubt, auf militärische Abschreckung verzichten zu können, dann ist er verloren, denn nur diese Sprache wird dort verstanden. – Und solange wir diese Diskussion nicht noch breiter gefaßt haben, daß sich mehr Menschen dazu bekennen, mehr Regierungen dazu bekennen, so lange müssen wir auch militärisch stabil und gerüstet sein für Auseinandersetzungen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Für die Beitrittswerber ist es wichtig, daß politische Stabilität und wirtschaftliche Entwicklung konform gehen. Unsere Aufgabe ist es, sie darauf hinzuweisen, wie wichtig das ist, wenn man beitritt, darauf hinzuweisen, daß auch die Übernahme des Acquis Communautaire durchgeführt werden muß und daß die wirtschaftliche und politische Verträglichkeit gegeben sein müssen. Darauf weisen wir jetzt bereits in den verschiedensten Gesprächen hin. Ich glaube, das ist für uns von Wichtigkeit für die Zukunft. Damit können wir diese Staaten unterstützen: in vielen Gesprächen, auf verschiedenen Ebenen, was Wirtschaftsbeziehungen betrifft, was die Verwaltung betrifft et cetera. Das machen wir und darin haben wir auch die Anerkennung dieser Staaten. Wann immer Sie mit Leuten aus unseren Nachbarstaaten sprechen, werden Sie merken, daß Österreich in diesem Bereich die höchste Anerkennung hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
In Ostasien gibt es einzelne politische Gruppierungen – ich möchte jetzt gar nicht anführen, welche Gruppierungen sich getroffen haben –, die wirtschaftlich, aber auch politisch zusammenarbeiten wollen. Und mit dieser politischen und wirtschaftlichen Herausforderung hat Europa, hat Österreich zu rechnen. Nur wenn wir gemeinsam – auch Europa – einen Weg finden, können wir in Zukunft für diese wirtschaftliche und außenpolitische Herausforderung gewappnet sein. – Ich weiß diese Aufgabe in den Händen des Außenministers und Vizekanzlers Dr. Schüssel bestens aufgehoben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Also hier ist irgendwo eine Dissonanz gegeben, die aufklärungsbedürftig wäre, meine Damen und Herren, und ich würde Herrn Dr. Mock gerne fragen, warum er es bei seinen "erfolgreichen" Verhandlungen nicht so gemacht hat, wie es die Schweden gemacht haben. Mir liegt ein Papier des schwedischen Außenministeriums vor, aus dem klar und deutlich hervorgeht, daß es sich die Schweden vorbehalten haben, eigenständig in ihrem Parlament darüber zu entscheiden, ob sie an dieser Währungsunion teilnehmen werden oder nicht, meine Herren vom Außenministerium. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Am 19. Oktober 1995 hat die Regierung in Schweden einen Ausschuß eingesetzt, der die Vor- und Nachteile einer schwedischen Teilnahme an der dritten Stufe, der WWU, analysieren soll, und aufgrund des Ergebnisses dieser Analyse wird schlußendlich entschieden. Warum kann das Schweden? Warum können wir Österreicher das nicht, meine Herren? Wir haben schlecht verhandelt! Einmal mehr ist damit der Beweis erbracht, daß wir schlecht verhandelt haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Vizekanzler Dr. Schüssel – der sich im Gespräch mit Abg. Dr. Rasinger befunden hat –: Ich höre Ihnen eh zu!
Herr Präsident, könnten Sie dafür sorgen, daß man sich da etwas ruhiger verhält. (Vizekanzler Dr. Schüssel – der sich im Gespräch mit Abg. Dr. Rasinger befunden hat –: Ich höre Ihnen eh zu!) Aber es stört mich schon wesentlich. (Abg. Dr. Haider – zum Abg. Dr. Rasinger –: Du bist einer, der pausenlos bei der Regierungsbank steht!)
Abg. Dr. Haider – zum Abg. Dr. Rasinger –: Du bist einer, der pausenlos bei der Regierungsbank steht!
Herr Präsident, könnten Sie dafür sorgen, daß man sich da etwas ruhiger verhält. (Vizekanzler Dr. Schüssel – der sich im Gespräch mit Abg. Dr. Rasinger befunden hat –: Ich höre Ihnen eh zu!) Aber es stört mich schon wesentlich. (Abg. Dr. Haider – zum Abg. Dr. Rasinger –: Du bist einer, der pausenlos bei der Regierungsbank steht!)
zu Vizekanzler Dr. Schüssel
Meine Damen und Herren! Der 13. Oktober wird Zeitpunkt sein, Rechenschaft darüber abzulegen, was von diesen Versprechungen tatsächlich übriggeblieben ist, was von den Versprechungen dieser beispiellosen Regierungspropaganda, die mit viel Steuergeld gemacht wurde, wirklich übriggeblieben ist. Wenn Vertreter deiner Partei (zu Vizekanzler Dr. Schüssel) uns als reaktionär, als antieuropäisch, als kleingeistig verleumdet haben, auf der anderen Seite Cap mit seiner Kollegin Ederer die EU als Schlaraffenland dargestellt haben, als das Land, wo Milch und Honig fließen werden, werden wir am 13. Oktober alle miteinander Rechenschaft darüber abzulegen haben, wer jetzt wirklich recht behalten hat.
Abg. Dr. Cap: Pfui gack!
Auch die renommierte "Weltwoche" vom 15. Juni 1995 schreibt: Die österreichische Malaise wird allenfalls marginal im fernen Brüssel erzeugt, zum größten Teil ist sie hausgemacht. In Hauptverantwortung: SPÖ-ÖVP-Regierung. (Abg. Dr. Cap: Pfui gack!) Sie haben die Österreicher weitgehend unvorbereitet nach Europa geführt, und jetzt steht Österreich im europäischen Regen.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Steindl: Ein Projekt!
Das Beispiel mit dem Burgenland und wie komisch das dort manchmal läuft, wurde bereits vom Kollegen Haider angeführt: Wir müßten jetzt, damit wir das Geld, das wir nach Brüssel zahlen, zum Teil wieder zurückbekommen, Kredite in der Schweiz aufnehmen, um schlußendlich Arbeitsplätze kurzfristig von Oberösterreich ins Burgenland verlagern zu können – mit einem Aufwand von 10 Millionen Schilling pro Arbeitsplatz! Ich glaube, das ist der Extrakt der Perversion dieser Europäischen Union. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Steindl: Ein Projekt!) – Geh bitte, du kennst dich wirklich nicht aus! Du bist vielleicht ein guter Bürgermeister in Purbach, aber damit hast du dich nicht beschäftigt.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Landwirtschaft zum Beispiel: Die Preise sind im Keller; die Alternative, die ökologische Landwirtschaft, wird jetzt durch die Bestimmungen, gentechnisch manipulierte Lebensmittel nicht kennzeichnen zu müssen – auf der europäischen Ebene beschlossen –, ruiniert. Die österreichischen bäuerlichen Betriebe können auf diesem Markt, auf dem nur der Preis zählt, nicht mithalten, vor allem deshalb, weil die Europäische Union überhaupt kein Interesse hat, die ökologische Landwirtschaft zu fördern. Sonst hätte sie nämlich für die Kennzeichnung der genmanipulierten Lebensmittel gestimmt und nicht dagegen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Auch das sind Folgen Ihrer Versäumnisse und eines übereilten EU-Beitrittes, das muß man der Bevölkerung sagen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Haider: Das ist dem Cap Wurscht!
Wenn der Euro tatsächlich kommen soll – was passiert denn dann, Herr Kollege Cap? Was passiert, wenn er zeitgerecht, unter Einhaltung aller Fristen, kommen soll? Was müssen die Länder dann tatsächlich tun? (Abg. Dr. Haider: Das ist dem Cap Wurscht!) – Sie werden kurzfristig zu vielen Tricks greifen, wie Experten sagen: Sie werden eigenwillige Statistikverfahren anwenden, sie werden privatisieren, sie werden Ausgaben in die Folgejahre verlagern, sie werden die Kreditaufnahmen stoppen und unter Umständen kurzfristig, für eine Momentaufnahme, mit Ach und Krach – zumindest einige Länder – diese Kriterien erreichen.
Abg. Dr. Cap: Schweitzer, wer hat die Rede geschrieben?
Was passiert, wenn einige oder viele Länder dann trotz aller Bemühungen nicht konkurrenzfähig sind, wenn sie diese Kriterien nicht halten können? Was passiert dann? Wird dann die Arbeitslosigkeit wieder steigen? – Aller Voraussicht nach, Herr Minister. Aber es wird dann diese Instrumente nicht mehr geben, mit denen man Wirtschaftspolitik machen kann. Abwerten ist dann nicht mehr möglich, rausfliegen können die Länder auch nicht mehr. Also: Was wird sein? – Verstärkte Mobilität quer durch die Mitgliedsstaaten? Wenn Sie mit Ihrer Osterweiterung durchkommen, dann habe ich Angst vor dieser Mobilität, Herr Minister. (Abg. Dr. Cap: Schweitzer, wer hat die Rede geschrieben?)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Cap: Wer hat die Rede geschrieben? Der gehört fristlos entlassen!
Weitere soziale Spannungen werden auf uns zukommen, und wir werden größte Probleme haben, die Sie zu verantworten haben, Herr Kollege Cap, Sie mit Ihrer Sozialdemokratie. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Cap: Wer hat die Rede geschrieben? Der gehört fristlos entlassen!)
Abg. Dr. Cap: Dann sind die Starken drinnen! – Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP.
Kollege Cap, was ist aber, wenn die Schwachen draußen bleiben müssen? Was passiert dann? (Abg. Dr. Cap: Dann sind die Starken drinnen! – Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP.) – Dann wird die EU wahrscheinlich in der Form – vielleicht Gott sei Dank – nicht weiter bestehen können, denn die starken Abwertungen bei den Draußengebliebenen werden die Wettbewerbssituation nur kurzfristig, wenn überhaupt, verbessern. Dann aber verringern steigende Inflation und steigende Zinsen die Chancen auf die Budgetsanierung und somit den Beitritt zum Club, hat Herr Giscard d’Estaing gesagt, der damit meint, daß der Spaltpilz tief in die EU geraten könnte.
Abg. Kiss: Wer ist Schröder?
Ihr Gesinnungsfreund Schröder, Herr Kollege Cap, sagt: Wenn man Gebiete mit unterschiedlicher Wirtschaftskraft zusammenschließt, dann gibt es entweder Wanderungsbewegungen – oder man verhindert diesen Prozeß, indem man gewaltige Transferzahlungen organisiert. All das wird laut Aussagen von Ditz, von Schröder – die nicht zu uns gehören – auf uns zukommen. (Abg. Kiss: Wer ist Schröder?) Schröder kennst du nicht? Pauli, du kommst zuwenig ins Ausland!
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Kiss: Ach so, den Schröder meint er!
Ich meine, daß wir uns überstürzt und schlecht gerüstet auf ein unwiderrufliches Experiment einlassen. Ich bin daher gegen dieses überstürzte Experiment, das aus politischen Gründen vorangetrieben wird, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Kiss: Ach so, den Schröder meint er!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Cap. – Abg. Dr. Haider – zum Abg. Dr. Cap –: Du hast dir im Leben nie etwas erspart, aber es gibt Tausende fleißige Leute! Du hast dir nie etwas erspart, darum kümmert dich das Problem nicht! Du hast ja bis zum 36. Lebensjahr studiert!
Angesichts all dieser Unsicherheiten stellt sich für uns die Frage – und wir werden das gemeinsam mit der österreichischen Bevölkerung diskutieren –: Wozu soll die Abschaffung des Schillings gut sein – bei all diesen Unsicherheiten, bei all diesen unbeantworteten Fragen? (Zwischenruf des Abg. Dr. Cap. – Abg. Dr. Haider – zum Abg. Dr. Cap –: Du hast dir im Leben nie etwas erspart, aber es gibt Tausende fleißige Leute! Du hast dir nie etwas erspart, darum kümmert dich das Problem nicht! Du hast ja bis zum 36. Lebensjahr studiert!) Herr Kollege Cap! Warum sollen wir die eigene Währung, den Schilling, und damit einen wesentlichen Teil der österreichischen Wirtschaftskraft aufgeben? Warum? Können Sie mir das erklären, können Sie das der österreichischen Bevölkerung erklären? (Abg. Dr. Cap: Der Text stimmt jetzt nicht, da fehlt jetzt etwas! Du hast etwas ausgelassen! – Heiterkeit. – Abg. Dr. Haider: Er schreibt sich’s nicht nieder, im Gegensatz zu dir!)
Abg. Dr. Cap: Der Text stimmt jetzt nicht, da fehlt jetzt etwas! Du hast etwas ausgelassen! – Heiterkeit. – Abg. Dr. Haider: Er schreibt sich’s nicht nieder, im Gegensatz zu dir!
Angesichts all dieser Unsicherheiten stellt sich für uns die Frage – und wir werden das gemeinsam mit der österreichischen Bevölkerung diskutieren –: Wozu soll die Abschaffung des Schillings gut sein – bei all diesen Unsicherheiten, bei all diesen unbeantworteten Fragen? (Zwischenruf des Abg. Dr. Cap. – Abg. Dr. Haider – zum Abg. Dr. Cap –: Du hast dir im Leben nie etwas erspart, aber es gibt Tausende fleißige Leute! Du hast dir nie etwas erspart, darum kümmert dich das Problem nicht! Du hast ja bis zum 36. Lebensjahr studiert!) Herr Kollege Cap! Warum sollen wir die eigene Währung, den Schilling, und damit einen wesentlichen Teil der österreichischen Wirtschaftskraft aufgeben? Warum? Können Sie mir das erklären, können Sie das der österreichischen Bevölkerung erklären? (Abg. Dr. Cap: Der Text stimmt jetzt nicht, da fehlt jetzt etwas! Du hast etwas ausgelassen! – Heiterkeit. – Abg. Dr. Haider: Er schreibt sich’s nicht nieder, im Gegensatz zu dir!)
Heiterkeit
Bundesminister für auswärtige Angelegenheiten Vizekanzler Dr. Wolfgang Schüssel: Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Ich habe mich natürlich absichtlich nach dem Abgeordneten Schweitzer zu Wort gemeldet, weil ich ja gewußt habe, mit welchen Argumenten er in etwa als Schweitzer (Heiterkeit) gegen die Europäische Union agiert. Ich darf mit einem wirklichen Schweizer antworten, mit dem Schweizer Bundespräsidenten Jean-Pascal Delamuraz, der lange Jahre mein Kollege als Wirtschaftsminister war. Dieser hat auf die Frage – dieses Gespräch war sehr interessant –: Sind Sie jetzt froh, daß die Schweiz nicht EU-Mitglied ist, weil Sie doch derzeit sehen, daß Österreich Schwierigkeiten mit der EU, mit der Budgetsanierung, mit der Währungsunion und dem schlechten Meinungsklima hat? geantwortet –: Sicher nicht. Die Zukunft meines Landes liegt in einer Integration in Europa. – Die Wahl ist ganz klar; es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder wir sind nicht drinnen und leiden unter der Europäischen Union, oder wir sind drinnen und haben Mitverantwortung in diesen Beschlüssen. Eine andere Lösung gibt es nicht.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Haider: Wolfgang, du mußt den Witz erzählen, den er erzählt hat!
Schweitzer, nimm dir ein Beispiel an diesem Schweizer, der eigentlich sehr schön gesagt hat, worum es wirklich geht. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Haider: Wolfgang, du mußt den Witz erzählen, den er erzählt hat!)
Abg. Dr. Frischenschlager: Eine wiederkehrende!
Auch der Streit um die Personeninterventionen – darf ich das ganz offen sagen, lieber Friedhelm – ist Geschichte. (Abg. Dr. Frischenschlager: Eine wiederkehrende!) Nein, wirklich nicht! Ich verspreche dir, wir werden in dieser Frage überhaupt keine Streitigkeiten mehr haben.
Beifall bei der ÖVP.
Am Montag war ich in Luxemburg, und dort hat mir zum Beispiel der Generalsekretär des Europäischen Rates bestätigt, daß der österreichische Vertreter Brunmayr – ein A1-Posten – mittlerweile der Spitzenmann seiner Mitarbeiter ist. Das gleiche wird mir bestätigt von den Generaldirektionen, in denen österreichische Beamte mit Sitz und Stimme agieren können. Und bitte: Franz Fischler ist sicher im Reigen der Kommissäre eine nicht nur körperlich, sondern auch intellektuell und politisch herausragende Figur geworden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Für mich ist die österreichische Außenpolitik durch drei große Zielbereiche gekennzeichnet. Ein Bereich ist das klassische, traditionelle Engagement für Menschenrechte und für den Schutz der Minderheiten. Diese Frage ist für uns von außerordentlich großer Bedeutung. Wir haben uns hiefür in den letzten Jahrzehnten – gleichgültig, wer Außenminister war – exemplarisch eingesetzt, und so soll es bleiben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Bilaterales ist bilateral, Multilaterales ist multilateral zu diskutieren. In diesem Sinn haben wir auch eine exemplarische Qualität an guter Nachbarschaft gewonnen, und natürlich ist unter Nachbarschaft auch immer unser geliebtes Südtirol mitgemeint. Ich sage das ganz bewußt pathetisch, denn die Südtirol-Politik ist nicht irgendeine Randfacette der österreichischen Außenpolitik, sondern wiederum Herzblut in der Geschichte der Zweiten Republik. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Darüber hinaus haben wir erstmals auch Signale dafür erhalten, daß der Dialog, der auf österreichischer Seite mit den slowenischen Minderheiten ja exemplarisch geführt wird, auch auf der slowenischen Seite beginnt. An dieser Stelle möchte ich auch den Klubs und allen Fraktionssprechern dafür danken, daß sie sich hier wirklich für einen europaweit hohen, ja höchsten Standard der Fragen des Minderheitenschutzes einsetzen. Aber erstmals gibt es auch auf slowenischer Seite Bereitschaft, einen solchen Dialog mit deutschsprechenden Slowenen aufzunehmen. Ich halte das für die Qualität unserer gegenwärtigen und künftigen Beziehungen von großem Interesse und großer Bedeutung. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Haider.
Herr Dr. Haider, eines muß schon klar sein: Entweder wir bestehen darauf, daß die Lira drinnen ist, was für uns sehr wichtig wäre, oder man sagt: Es muß eine Währung sein, die so hart wie der Schilling ist. Dann kann unter Umständen eine Währung, die diese Kriterien nicht erfüllt, draußen sein. Das ist aber im wesentlichen das, was auch heute der Fall ist. (Zwischenruf des Abg. Dr. Haider. )
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich teile natürlich auch die Meinung meiner burgenländischen Freunde, daß es nach Ende der Fünfjahresperiode, in der das Burgenland Ziel-1-Gebiet ist, unser Bestreben sein muß, daß das Burgenland dann eben nicht mehr Ziel-1-Gebiet ist, weil es stark genug geworden ist, aus dieser Armutszone herauszudrängen und damit wieder voll im Wohlstandszug dabeizusein. Das ist doch unser Interesse! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Umweltfragen: Es ist in unserem Interesse, die Umweltfragen so zu lösen, daß wir über die Grenzen hinweg optimal agieren können, daß wir etwa der Frage der 30, 40 Ost-AKWs größtmögliche Bedeutung beimessen und dort zumindest mit den höchsten westlichen Sicherheitsstandards operieren, genauso wie in der Verkehrspolitik nationale Anstrengungen längst zu wenig sind, wie die Europäische Union heute weltweit der stärkste Zahler in der Entwicklungshilfe geworden ist, wie Friede und Stabilität ja letztlich nicht durch Österreich gesichert werden können, sondern nur in der internationalen Zusammenarbeit. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Werten wir daher die Frage der Wahlen zum Europäischen Parlament nicht ab, indem wir daraus quasi eine Reservevolksabstimmung oder einen innenpolitischen Denkzettel machen wollen. Dazu ist das Europäische Parlament zu schade! Dort geht es darum, die besten, die professionellsten Vertreter zu wählen, die die Interessen unserer Region, Österreichs, der Bundesländer, der Berufsgruppen so vertreten, daß wir für Europa viel erreichen, aber gleichzeitig auch für Österreich das Beste herausholen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Hohes Haus! Ich muß Ihnen, Herr Vizekanzler, ein Kompliment machen: Es war wohltuend, daß Sie hier so konzeptiv Stellung genommen haben. Das regt die Diskussion an und kann wirklich behilflich sein, dann vielleicht die eine oder andere unterschiedliche Nuance herauszuarbeiten. Es war aber vor allem das Bemühen dahinter, hier wirklich wieder ein wenig Niveau in die Debatte hereinzubringen, was man ja von Ihrem Vorredner nicht sagen kann. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP.
Denn das, was vorher war, waren interne Ausscheidungskämpfe, wer den glücklosen FPÖ-Wahlkampf zum Europaparlament führen soll: Haider oder Schweitzer? – Ich muß sagen, ich weiß es nicht, denn intellektuell und politisch war kein Unterschied zu erkennen. (Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP.) Beide haben sich an Tiefe nicht überbieten können. (Heiterkeit und Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Heiterkeit und Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Denn das, was vorher war, waren interne Ausscheidungskämpfe, wer den glücklosen FPÖ-Wahlkampf zum Europaparlament führen soll: Haider oder Schweitzer? – Ich muß sagen, ich weiß es nicht, denn intellektuell und politisch war kein Unterschied zu erkennen. (Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP.) Beide haben sich an Tiefe nicht überbieten können. (Heiterkeit und Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Zwischenrufe der Abg. Ing. Meischberger und Mag. Schweitzer.
Wenn herauskommen sollte, daß es ein Aufguß der Referendumsargumentation wird, dann kann ich nur sagen: Davon sollten wir Sie nicht abhalten, denn da hat es schon einmal eine 66prozentige Mehrheit als Folge dieser Argumentation gegeben, wo dann die Joghurt-Läuse herumgelaufen sind ... (Zwischenrufe der Abg. Ing. Meischberger und Mag. Schweitzer. ) – Ich weiß, Sie machen die Politik der apokalyptischen Reiter und stellen einfach alles, was Ihnen nur einfällt, in einem Zusammenhang dar, der bar jeder Realität ist. Da wird zum Beispiel eben mit den Joghurt-Läusen argumentiert, wie das damals der Fall war, dann mit der Anonymität der Sparbücher und dann – und da sollten Sie besonders vorsichtig sein! – mit dem "Moloch" der Brüsseler Bürokratie. Als gäbe es da irgendetwas Unkontrollierbares, nicht Erkennbares, alles über dem Kopf der Bürger Entscheidendes; das ist für Sie der "Moloch" der Brüsseler Bürokratie.
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Mag. Schweitzer: Was habt ihr erreicht? Ein Beispiel!
Da kann man den Österreichern nur sagen: Das wäre eine verlorene Stimme! Irgendwelche Geisterfahrer in Brüsseler Komplexe zu wählen, die dort nichts umsetzen können, weil ihnen in Wirklichkeit keiner zuhört, weil vor allem keine andere Fraktion will, daß sie dort mitarbeiten, hat keinen Sinn. Sie werden keine Wirksamkeit haben, kein Gewicht haben. Das wird einfach ein Witz sein, wenn Sie dort auftreten! Daher kann ich nur sagen: Ich glaube, das muß man den Österreichern mitteilen, nämlich, welche Rolle Sie dort spielen. Ich verstehe auch, daß Sie sich hier herausstellen und sagen: Wir wollen Brüssel gar nicht – weil Brüssel uns nicht will. Das verstehe ich schon! Das ist die Sandkistenreaktion aus der Kindheit, die Sie hier wiederbeleben. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Mag. Schweitzer: Was habt ihr erreicht? Ein Beispiel!)
Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP.
Ich bin dafür, man sollte wirklich versuchen, die Diskussion auf den Punkt zu bringen und einmal die Möglichkeit geben, zu debattieren. Wenn man nur Gruselkabinette darstellt, wenn man sich nur als Direktor der Geisterbahn präsentiert, ist es sinnlos! (Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP.) Da wird das Ergebnis nur sein, daß alle zittern und nicht zuhören können. Wir wollen ja ein Klima der Debatte schaffen, und nicht das, was Sie hier versuchen, in Ihren Wahlkampf-Trockendock-Übungen im Endeffekt zu präsentieren. – Ich halte das für verhängnisvoll. Aber machen Sie es nur! Sie werden die Antwort kriegen, die Sie schon einmal bei dem Referendum letztendlich auch bekommen haben. Und wir werden alles dafür tun, das zu wiederholen! Das können wir Ihnen heute wirklich versprechen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich bin dafür, man sollte wirklich versuchen, die Diskussion auf den Punkt zu bringen und einmal die Möglichkeit geben, zu debattieren. Wenn man nur Gruselkabinette darstellt, wenn man sich nur als Direktor der Geisterbahn präsentiert, ist es sinnlos! (Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP.) Da wird das Ergebnis nur sein, daß alle zittern und nicht zuhören können. Wir wollen ja ein Klima der Debatte schaffen, und nicht das, was Sie hier versuchen, in Ihren Wahlkampf-Trockendock-Übungen im Endeffekt zu präsentieren. – Ich halte das für verhängnisvoll. Aber machen Sie es nur! Sie werden die Antwort kriegen, die Sie schon einmal bei dem Referendum letztendlich auch bekommen haben. Und wir werden alles dafür tun, das zu wiederholen! Das können wir Ihnen heute wirklich versprechen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Heiterkeit bei der SPÖ.
Man kann es natürlich so machen. Na klar! Es wird immer ein paar geben, die das auch glauben, die zu zittern anfangen, die den Haider im Fernsehen sehen und am ganzen Körper zittern – entweder weil sie ihn sehen oder weil sei das glauben, was er sagt, ich weiß es nicht. Jedenfalls: Sie zittern, es gruselt sie. Hören Sie nur zu, Herr Abgeordneter Haider! Es gruselt sie. Das ist immerhin etwas. Schauen Sie sich Ihre eigenen Videos an, vielleicht gruselt es Sie dann auch, wenn Sie sich selber sehen! (Heiterkeit bei der SPÖ.)
Abg. Kiss: Das ist ein Unsinn!
Ich meine, auch im Bereich der Sicherheitspolitik sollte man überlegen – und ein bißchen Kritik darf ich schon anbringen –, bevor man sagt: Ab in die WEU! Wir wissen zwar noch nicht wie, und wir wissen zwar noch nicht, was sie macht, aber Hauptsache ist, wir sind schnell dort! Mit diesem Konzept kann ich mich nicht ganz abfinden. (Abg. Kiss: Das ist ein Unsinn!)
Abg. Kiss: Nein!
Lassen Sie uns auch einmal konterversiell diskutieren. Bisher habe ich genug gelobt, jetzt muß ich das ein bisserl ausgleichen. (Abg. Kiss: Nein!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Daher mein Appell, hier eine wirklich sinnvolle, seriöse Debatte zu führen. Wir sollten alle gemeinsam einen Boden suchen und diese Wahlkampftrockenübungen – wahrscheinlich hat er das Rennen gemacht, denn wenn es verlorengeht, muß er den Kopf abgeben und der Haider kann weitermachen, so wird es ohnehin laufen – unterlassen. Aber intellektuell können beide gemeinsam den Wahlkampf führen. Ich glaube, das ist g’hupft wie g’sprungen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich will das hier jetzt nicht diskutieren, denn das würde zu weit führen. Aber wenn wir uns darüber verschweigen, dann sind wir unaufrichtig, dann sind wir feige, und dann bleiben wir vielen unserer Mitbürger, die längst bei uns als österreichische Staatsbürger integriert leben, etwas schuldig. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich glaube, daß wir da keine Gefälligkeitsdiplomatie und keine politische Kindesweglegung begehen dürfen, indem wir uns damit beruhigt wissen, daß der Freistaat Bayern und Deutschland ohnedies – so recht und schlecht und irgendwie – die Schutzmachtfunktion ausüben. Es geht ja nicht um die Umsetzung schwieriger vermögensrechtlicher Dinge, sondern es geht um die Wiederherstellung der Ehre ermordeter Menschen. Das sollte uns ein Anliegen sein! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
In diesem Zusammenhang meine ich, daß es insbesondere Österreich gut anstünde, im Bereich des Asylverfahrens auf europäischer Ebene echte Initiativen zu setzen, für echte Harmonisierungen zu sorgen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Schmidt: Wohlwollend!
Daher verstehe ich nicht, was das Hindernis ist, sich in dieser Frage stark zu machen. Möglicherweise liegt der Grund darin, daß wir uns gelegentlich auf anderen internationalen Ebenen in Menschenrechtsfragen etwas schamhaft verhalten. Ich denke dabei an China. China ist ein Problem! (Abg. Dr. Schmidt: Wohlwollend!) Schamhaft oder doppelbödig. Wenn man diese Doppelbödigkeit kaschieren will, dann ist man manchmal vielleicht etwas verschwiegen in Menschenrechtsfragen, damit einem diese doppelte Moral nicht vorgehalten werden kann.
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Wenn Bundesrats-Delegationen China bereisen, ohne daß die Menschenrechtsfrage thematisiert wird, und gleichzeitig immerhin dem Präsidenten eines der größeren europäischen Länder bei der Tischrede untersagt wird, das Wort "Menschenrechte" auch nur in den Mund zu nehmen, und er aus der Situation heraus nicht anders handeln konnte, als dann tatsächlich das Wort "Menschenrechte" nicht in den Mund zu nehmen – ich verteidige ihn jetzt nicht, aber ich kann mir den Ablauf ganz gut vorstellen, diese Abläufe sind manchmal recht zwanghaft, und er war offenbar auch nicht Manns genug, sich darüber hinwegzusetzen, wie dem aber auch immer sei –, dann muß ich sagen: Vor diesem Hintergrund schickt man keine Bundesrats-Delegation in solch ein Land! (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum und Beifall der Abg. Dr. Petrovic.
Nur: Das sind Dinge, die in Ruhe ausdiskutiert werden müssen. Wir sind der Meinung, ohne Westeuropäische Union auf der sicherheitspolitischen Ebene ist keine Lösung für eine europäische Sicherheitsarchitektur möglich. (Beifall beim Liberalen Forum und Beifall der Abg. Dr. Petrovic. )
Beifall beim Liberalen Forum.
Jeder, der die wirtschaftlichen Parameter der Kernenergie kennt, weiß, daß diesbezüglich die wirklichen Kosten mit einem Schneepflug vor dem Problem weggeschoben werden, und der Tag rückt näher und näher, wo die wirklichen Kosten dieser Energienutzung schlagend sein werden, und das werden gigantische Kosten sein. Ich erwähne deswegen die Kosten, weil das vielleicht eine Sprache ist, die auch Frankreich versteht, wenn schon die ökologischen und andere Argumente dort nicht greifen sollten. Es ist abenteuerlich zu sehen, wie da der Kopf in den Sand gesteckt wird, wie die Möglichkeiten zu argumentieren, ignoriert werden. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Man muß für Entwicklungszusammenarbeit die notwendigen Budgetmittel zur Verfügung und bei der Budgetwahrheit bleiben – und nicht durch angekündigte Überschreitungen in Höhe von 100 Millionen den Schmerz der humanitär denkenden Menschen zu stillen versuchen und gleichzeitig das erste kleine Loch in den Boden des Budget-Fasses schlagen, wenn wir heute über die Bundeshaushalte sprechen. Dieser Abschlußsatz war mir wichtig. Ich hoffe, es sind nicht mehr solcher kleiner Löcher im Boden dieses Fasses. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der ÖVP.
Ein wichtiger Punkt ist natürlich die Frage des Wirtschaftsstandortes Österreich in Europa, und dieser Wirtschaftsstandort Österreich hat mit dem Beitritt zur Europäischen Union sicher an Attraktivität gewonnen. Allein die Exportwirtschaft konnte in den Jahren 1994 und 1995 praktisch nach dem Abschluß der Verhandlungen bereits mit plus 9,7 beziehungsweise 8,5 Prozent in diesen beiden Jahren einen wesentlichen Impuls für die österreichische Wirtschaft und damit für österreichische Arbeitsplätze setzen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die ÖVP vertritt auch den zügigen Ausbau der transeuropäischen Netze; das heißt für Österreich: Brenner-Basistunnel und die Inntal-Bahnstrecke sowie die Verbindungen nach Mittel- und Osteuropa, die auch einen wesentlichen Einfluß auf die Arbeitsplatzsicherung in Österreich haben werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Österreich hat in der Regierungskonferenz auch eine Umweltverträglichkeitsprüfung für alle Kommissionsvorschläge vorgeschlagen, eine vertragliche Verankerung des Tierschutzes, und vor allem wären Initiativen zur Förderung alternativer Energien und energiesparender Maßnahmen in Osteuropa wichtig. Das ist ein langfristiges Vorhaben, mit dem Ziel des Ausstiegs aus der Kernenergie. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich hätte noch eine Reihe von Maßnahmen, die zum Teil auch schon vom Herrn Außenminister abgehandelt wurden. Ich bitte, mit der Kürze der Zeit hier hauszuhalten. Ich glaube, daß dieser Schritt in die Europäische Union für Österreich ein ganz wichtiger Faktor war und daß Österreich in der Zwischenzeit sehr große Bedeutung in diesem Europa hat. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Dr. Fuhrmann: Das ist aber ein großer Unterschied!
Das ist zum Teil richtig, zum Teil nicht ganz richtig. Ich habe bei diesem Nationalbank-Symposion gesagt, daß ich das Ziel der Europäischen Währungsunion für richtig halte – und zwar nicht nur aus ökonomischen, fast mehr aus politischen Gründen –, daß ich aber den Weg dorthin, der im Maastricht-Vertrag vorgezeichnet ist, für eine Fehlkonstruktion halte und insbesondere die sogenannten Maastrichter Konvergenzkriterien für einen – und das ist das Richtige am Zitat – Holler halte. (Abg. Dr. Fuhrmann: Das ist aber ein großer Unterschied!)
Beifall bei den Grünen.
Aus der Sicht Österreichs sollte, glaube ich, insbesondere darauf gedrungen werden, daß nicht nur Österreich, Deutschland und die Benelux-Länder plus Frankreich dabei sind, sondern daß auch Italien, auch angesichts der Budgetentwicklung der letzten zwei, drei Jahre, schon bei der ersten Stufe der Währungsunion dabeisein kann. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ausgehend von diesen Worten des UN-Generalsekretärs möchte ich in diese Debatte etwas einbringen, das bis jetzt verständlicherweise etwas zu kurz gekommen ist, weil natürlich die Politik unseres Landes in der Europäischen Union als Mitglied derselben ein Hauptthema der österreichischen Außenpolitik ist. Die übrigen Aspekte der Außenpolitik kommen daher naturgemäß – noch einmal: nicht kritisch gesagt, sondern nur feststellend – etwas zu kurz. (Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Vizekanzler Dr. Schüssel: Die Frau Staatssekretärin kommt gerade aus Rio!
Für Lateinamerika – ich weiß nicht, ob in der heutigen Debatte überhaupt dieses Wort schon einmal gefallen ist – gilt genau dasselbe, was ich gerade gesagt habe. (Vizekanzler Dr. Schüssel: Die Frau Staatssekretärin kommt gerade aus Rio!) – Frau Staatssekretärin, ich höre, Sie kommen gerade aus Rio. Daher werden Sie diesen meinen Überlegungen hoffentlich beipflichten. – Die Länder dieses Kontinents sind von unserer Außenpolitik, von unserer eigenständigen Außenpolitik außerhalb jener, die im europäischen Konzert gemacht wird, pfleglichst zu behandeln.
Beifall bei der SPÖ.
Ich komme zum Schluß: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Vizekanzler und Außenminister und Frau Staatssekretärin! Ich bitte, diese Überlegungen, die ich kurz angeschnitten habe, zu berücksichtigen und aufgrund unserer Konzentration auf die bestmögliche und, wie auch der Herr Außenminister gesagt hat, von Anfang an vollwertige Mitarbeit in der Europäischen Union nicht zu viele geistige Ressourcen und Ressourcen der Aufmerksamkeit zu binden und womöglich wichtige andere Bereiche, die ich soeben abgesprochen habe, versehentlich zu vernachlässigen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich glaube, daß man hier wirklich handeln muß! Darum bringe ich das alles noch einmal ausführlich vor und wende mich zur Frau Staatssekretärin und bitte sie, gemeinsam mit dem Herrn Bundesminister und mit den Mitarbeitern des Hauses diese Fakten richtig zu werten und ihnen entsprechendes Gewicht beizumessen. Es kann nicht angehen, daß Österreich, das eine selbstverständliche moralische Schutzmachtfunktion gegenüber den Altösterreichern deutscher Zunge auch in Slowenien hat, feierlich aus dem Munde seines Außenministers erklärt, sich sicher vornimmt, das auch zu tun: Wir werden euch helfen auf eurem Weg nach Europa!, sich gleichzeitig aber damit abspeisen läßt, daß nur Allgemeinplätze als Antwort auf das selbstverständliche Verlangen, diese geschichtlich – wenn sie jemals Berechtigung gehabt hätten – längst überholten Bestimmungen, die zu verbrecherischen Auswüchsen auch heute noch führen könnten, endlich fallen zu lassen, gegeben werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Junge Staaten, die vor Selbstbewußtsein zunächst einmal strotzen – das legt sich ja dann, wie wir Österreicher wissen, mit der Zeit –, neigen dazu, zu meinen, sie seien zu stark zum Laufen. Aber man kann ihnen doch energisch sagen: Wenn ihr darauf Wert legt, daß wir euch helfen, wenn ihr wollt, daß wir euch nicht behindern, dann müßt ihr bitte Selbstverständlichkeiten wie die Aufhebung dieser Avnoj-Beschlüsse in euer Programm schreiben! Das ist mein Anliegen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Johannes Zweytick (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geschätzte Frau Staatssekretärin! Sehr geehrte liebe Kolleginnen und Kollegen! Hohes Haus! Diese Problematik, die mein Vorredner hinsichtlich der Anerkennung deutschsprachiger Minderheiten angesprochen hat, betrifft Minderheiten überall auf dieser Welt. Auch wir unterstützen die Anerkennung der Minderheiten schon lange intensivst, mit dem Ziel, diesen Konflikt friedlich im Sinne dieser Menschen zu lösen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, der gemeinsame Dialog betreffend diese Menschenrechte und Völkergruppen sollte intensiviert werden, denn es kann nur dann zu wirklichen Verbesserungen kommen, wenn in diesem Bereich einheitliche Bekenntnisse und vor allem auch Vorschläge und Wünsche vorliegen, die sich im Rahmen ihrer Sinnhaftigkeit einer Realisierung zuführen lassen. Dann wird es am schnellsten Entscheidungen in dieser Sache geben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Zehn Jahre nach dem Unfall in Tschernobyl klagen Tausende stumme Opfer an. Sie können sich nicht wehren. Wir aber schon: mit verstärkten Interventionen aller Volksvertreter im Hohen Haus, mit intensivster Solidarität aller Europäer für eine atomfreie Zukunft! Wir müssen vor allem auch mit Rücksicht auf die Zukunft unserer Kinder in diesem Europa für das nächste Jahrhundert Sicherheit schaffen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Dazu kommt aber noch, daß Kroatien zu 50 Prozent Besitzer des Atomkraftwerkes ist und derzeit noch jede Diskussion betreffend Alternativlösungen ablehnt. Gerade aufgrund der bevorstehenden Aufnahme in den Europarat sollte verstärkt internationaler Druck auf Kroatien hinsichtlich rascher Gespräche im Zusammenhang mit Krško und Folgen ausgeübt werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Allgemeiner Beifall.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich danke für Ihre Solidarität in diesem gemeinsamen Antrag. (Allgemeiner Beifall.)
Zwischenruf.
Abgeordneter Rudolf Anschober (Grüne): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! In der heutigen, durchaus niveauvollen außenpolitischen Debatte ist meiner Ansicht nach ein Thema noch zu kurz gekommen. (Zwischenruf.) – Danke für den mahnenden Zwischenruf, ich werde mich bemühen, daß er nicht Realität wird.
Beifall bei den Grünen.
Stellen Sie bitte heute hier klar und deutlich fest, daß die Beschlüsse des Parlaments in Richtung Antiatommaßnahmen, diese Forderungen an die Bundesregierung vom vergangenen Februar nach wie vor Auftrag für diese Bundesregierung sind. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich hoffe, daß sich vor dem Hintergrund dieser doch nun wieder intensiver werdenden Diskussion am zehnten Jahrestag nach Tschernobyl diese Bundesregierung dazu bekennt, daß die Beschlüsse des Parlaments ernst genommen werden, und daß es zu einem Wiedererwachen, zu einer neuen Offensive der Antiatompolitik der österreichischen Bundesregierung kommt. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Diese politischen Versprechungen, die Lebensbedingungen der Mehrheit der Menschen zu verbessern, müssen wir jetzt umsetzen. Wir alle sind dazu aufgerufen, an der Umsetzung dieser Beschlüsse aktiv mitzuwirken. (Beifall bei der SPÖ.) Gerade die Entwicklungszusammenarbeit leistet hier einen wertvollen Beitrag für unsere politische Zukunft und ist ein Gebot der Stunde.
Zwischenruf des Abg. Mag. Trattner.
Ich begrüße in diesem Zusammenhang die vom österreichischen Bundeskanzler in Kopenhagen zugesagte Schuldenstreichung für die ärmsten Länder des Südens in der Höhe von 1 Milliarde Schilling und bin davon überzeugt, daß wir noch heuer mit der Realisierung beginnen können. (Zwischenruf des Abg. Mag. Trattner. ) Kluge politische Handlungen sind nicht immer populär, aber ich denke trotzdem, daß diese Schuldenstreichung dringend notwendig war. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich begrüße in diesem Zusammenhang die vom österreichischen Bundeskanzler in Kopenhagen zugesagte Schuldenstreichung für die ärmsten Länder des Südens in der Höhe von 1 Milliarde Schilling und bin davon überzeugt, daß wir noch heuer mit der Realisierung beginnen können. (Zwischenruf des Abg. Mag. Trattner. ) Kluge politische Handlungen sind nicht immer populär, aber ich denke trotzdem, daß diese Schuldenstreichung dringend notwendig war. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich begrüße es, wenn wir uns für die Demokratisierung und die Einhaltung der Menschenrechte einsetzen, denn diese sind Voraussetzung dafür, daß die Wirtschaft auch in anderen Teilen der Welt so wachsen kann, daß der gesellschaftliche Reichtum, der dann erworben wird, verteilt wird und daß auch diese Menschen dann soviel Geld in der Hand haben, daß der Welthandel sozusagen zirkuliert. Das wollen wir, und das ist auch in unserem eigenen Interesse. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Öllinger: Gott sei Dank sind die Rechten schwächer geworden in Italien! – Abg. Mag. Stadler: Aber in Südtirol nicht!
Der Aufgabenbereich teilt sich in zwei Teile: Zum einen ist darauf zu achten, daß die Autonomierechte, die den Südtirolern durch den Paketabschluß zugestanden wurden, nicht weiter ausgehöhlt werden, und zum zweiten sind die Möglichkeiten optimal auszunutzen, die die drei Tiroler Landesteile im Zuge der europäischen Einigung haben, um die Trennung des Landes zu überwinden. (Abg. Öllinger: Gott sei Dank sind die Rechten schwächer geworden in Italien! – Abg. Mag. Stadler: Aber in Südtirol nicht!) – Kollege Öllinger ist wie so oft ein bißchen schlecht informiert.
Abg. Mag. Stadler: Die Frau Staatssekretärin hat persönliche Gründe, sich für Südtirol einzusetzen! Das ist die bessere Ansprechperson!
Was die Schutzmachterfüllung durch den Bundesminister betrifft, muß ich sagen, es hat diesbezüglich ein Qualitätsverlust stattgefunden, der für uns spürbar ist. Beim Wechsel von Mock zu Schüssel war es so, daß beide eines gemeinsam hatten: Sie haben beide immer wieder gerne von sich gesagt, Südtirol sei ihnen eine Herzensangelegenheit. Bei Bundesminister Mock konnte man das spüren; bei Bundesminister Schüssel muß ich leider vom Gefühl her erkennen, daß das Ganze weniger eine spürbare Herzensangelegenheit als ein Lippenbekenntnis ist. (Abg. Mag. Stadler: Die Frau Staatssekretärin hat persönliche Gründe, sich für Südtirol einzusetzen! Das ist die bessere Ansprechperson!) – Na ja, das hätten schon mehrere.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich glaube, daß die Südtirolpolitik des Bundesministers Schüssel vielmehr auf der römischen Ebene abläuft, daß er viel lieber mit seiner Amtskollegin Agnelli über die Probleme der Südtiroler spricht und viel weniger mit den Südtirolern selbst. Das ist eine "chiantisierte" Südtirolpolitik, wie sie die Südtiroler derzeit absolut nicht brauchen können. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Mit Vorarlberg damals noch!
Mir fehlen auch offizielle Reaktionen unseres Bundesministers in bezug auf den Skandal um das bereits erwähnte EU-Büro. Für diejenigen, die das nicht verfolgt haben, ganz kurz: Es geht um nichts anderes, als daß die Handelskammern aus den drei getrennten Landesteilen Tirols beschlossen haben, gemeinsam ein Büro in Brüssel zu betreiben, um die Zusammenarbeit nach der europäischen Idee zu pflegen. Das war gestützt auf Landtagsbeschlüsse aus allen Landesteilen von 1992 und ist im Sinne der europäischen Idee dort plaziert worden. (Abg. Mag. Stadler: Mit Vorarlberg damals noch!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das ist meine Bitte an Sie, Herr Bundesminister, Frau Staatssekretärin, daß Sie sich, wenn auch in der jüngeren Vergangenheit Nachlässigkeiten passiert sind, in der Zukunft ganz besonders Ihrer Rolle als Schutzmachtvertreter der Republik Österreich gegenüber den Südtirolern klar sind und diese auch wahrnehmen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Dasselbe gilt für die schwarzen Listen und für die immer noch bestehenden Haftbefehle für Südtiroler Freiheitskämpfer, damit man endlich einmal die Aktendeckel schließen kann und nach mehr als 30 Jahren die Grundlage dafür schafft, ein friedliches Zusammenleben zwischen den Volksgruppen zu organisieren. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir sehen das anders. Ich meine, man sollte, wenn man schon die Sparpaketsdebatte von den verantwortlichen Regierungsleuten her ernst nehmen soll, in der Öffentlichkeit mit derartigen Summen anders umgehen. Ich überlasse das dem Hohen Haus zur eigenen Bewertung. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte im Augenblick nur Cochabamba ansprechen, natürlich beziehen sich meine Reisen aber nicht nur auf Lateinamerika, sondern sehr wohl auch auf Asien. Aber auch der ganze Mittelmeerraum, der Nahe Osten ist ein Raum, wo wir heute einerseits wesentlich mehr gefordert sind, als Partner dazustehen, andererseits aber auch wesentlich mehr einbringen können. Ich erinnere nur zum Beispiel an die Mittelmeerkonferenz in Barcelona, an der ich ebenfalls teilgenommen habe und wo wir sowohl am politischen Dialog als auch an einer verstärkten Wirtschafts- und Investitionskooperation teilnehmen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: Das hat Schüssel vor der Volksabstimmung ganz anders erzählt! Er hat gesagt, das würde weitergehen!
Ich möchte in diesem Zusammenhang auch – das hat Herr Abgeordneter Haider heute erwähnt – die Frage der Reifenexporte nach Japan herausgreifen. Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich selbst war im Januar in Japan, habe selbst das Thema dort angesprochen, und zwar sowohl mit dem Außen- als auch mit dem Außenhandelsministerium, dem MITI. Man muß natürlich auch die Umstände sehen – ich will jetzt gar nicht auf die Details eingehen –, die zu unseren damaligen großen Exporten geführt haben. Natürlich bemühen wir uns weiter darum, aber man muß selbstverständlich auch international konkurrenzfähig sein, und das ist leider bei Semperit nicht der Fall, so gerne ich es haben würde. (Abg. Mag. Stadler: Das hat Schüssel vor der Volksabstimmung ganz anders erzählt! Er hat gesagt, das würde weitergehen!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Conti hat den Japanmarkt übernommen, das steht heute in einer APA-Meldung!
Herr Abgeordneter Stadler! Ich darf Ihnen aber auch sagen, daß zum Beispiel im Juni auf meine Initiative hin ein Round-table mit den Drahtziehern der japanischen Wirtschaft, das heißt den MITI-Wirtschaftsleuten selbst und dem Außenministerium, stattfinden wird, weil ich versuchen will, auch dort neue Exportmärkte zu finden oder dort, wo Lücken sind, diese aufzufüllen, wenn es mir gelingen sollte. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Conti hat den Japanmarkt übernommen, das steht heute in einer APA-Meldung!) Ich kenne das noch nicht, aber ich würde jetzt keinen Dialog mit Ihnen führen wollen. Ich darf fortfahren.
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte ganz gerne als zweiten wesentlichen Punkt die Vereinten Nationen herausgreifen, und zwar deshalb, weil die Außenpolitik immer komplexer wird und die Probleme immer mehr auf internationaler Ebene gelöst werden müssen, weshalb wir als Sitzstaat der Vereinten Nationen natürlich großes Interesse daran haben, dort möglichst gut vertreten zu sein. Gerade in einer Zeit, in der die Vereinten Nationen in einer Finanzkrise sind, ist es ganz wichtig, effiziente Strukturen zu haben. Dies inkludiert ganz besonders den UN-Sitz Wien – Sie wissen, das ist auch einer der Punkte, wo ich mich ganz besonders engagiere. Nicht nur, daß ich laufend Kontakt mit dem Generalsekretär pflege – ich habe vor, in zirka einem Monat Boutros-Ghali in New York wieder zu besuchen; der Termin steht bereits fest –, versuche ich auch, für die in Wien ansässigen Organisationen alles einzubringen, um diese voll in Wien zu erhalten, was bei der heutigen Trendsituation in den Vereinten Nationen leider nicht so selbstverständlich ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Damit im Zusammenhang möchte ich ganz kurz auf die sogenannte CTBTO eingehen, die "Comprehensive Test Ban Treaty Organization", das ist die Atomteststoppkontrollorganisation. Sie wissen, daß ich mich ganz besonders darum bemühe, diese Organisation nach Wien zu bringen. Österreich ist zwar bis jetzt der einzige Kandidat, aber im Hintergrund scharren natürlich einige andere, unter anderen Bonn und Genf. Wir müssen unser Angebot also sehr, sehr gut gestalten, um diese Organisation, die viele Synergieeffekte mit der Atomenergiebehörde schaffen würde, hierherzubringen, wodurch wir am Höhepunkt der Organisation zirka 300 weitere Bedienstete bekommen könnten. Ich bin sehr zuversichtlich, daß uns das gelingen wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Zu Südtirol möchte ich nur sagen: Auch hier sind wir, obwohl es inzwischen offiziell einen Abschluß und eine Streitbeilegung gegeben hat, selbstverständlich nach wie vor Schutzmacht. Ich glaube, man sollte Politik nicht mit Gefühlen machen, sondern rational. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. ) Alle diese Probleme werden immer wieder bei bilateralen Gesprächen angesprochen, ob dies nun, Herr Abgeordneter Meischberger, in Briefen immer so zum Ausdruck kommt oder nicht. – Danke, Herr Präsident. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Zu Südtirol möchte ich nur sagen: Auch hier sind wir, obwohl es inzwischen offiziell einen Abschluß und eine Streitbeilegung gegeben hat, selbstverständlich nach wie vor Schutzmacht. Ich glaube, man sollte Politik nicht mit Gefühlen machen, sondern rational. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. ) Alle diese Probleme werden immer wieder bei bilateralen Gesprächen angesprochen, ob dies nun, Herr Abgeordneter Meischberger, in Briefen immer so zum Ausdruck kommt oder nicht. – Danke, Herr Präsident. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es wird den Menschen in den Ländern der Dritten Welt immer vorgeworfen, daß sie zu viele Kinder hätten. Die Situation ist aber ganz anders, denn: Ist es für die Bewohner von Entwicklungsländern wirklich sinnvoll, weniger als sechs Kinder zu haben, solange es keine Altersvorsorge gibt? Die Realität ist, daß drei Kinder sterben, zwei abwandern und, wenn es hoch kommt, eines übrigbleibt, das sich dann vielleicht um die alten Eltern kümmert. Solange die Situation so ist, wird sich daran nichts ändern. Wir haben dieser Situation ins Auge zu sehen und in Anerkennung der wirtschaftlichen Realität nach unseren Möglichkeiten alles zu tun, um diesen Ländern zu helfen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Schwarzenberger: Das ist aber extrem frauenfeindlich!
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Sehr geehrte Frau Staatssekretärin! Herr Präsident! Ich bedaure, daß der Herr Bundesminister inzwischen wieder gegangen ist, denn ich wollte mein Wort an ihn richten, weil mich mit ihm etwas verbindet. (Abg. Schwarzenberger: Das ist aber extrem frauenfeindlich!) Nein. Sie, Frau Staatssekretärin, waren damals weder in Ihrer jetzigen Funktion, noch haben Sie die parlamentarische Diskussion mitgemacht, als es darum ging, Kroatien und Slowenien anzuerkennen.
Abg. Mag. Stadler: In Rußland auch nicht!
Kroatien ist kein Land, meine sehr geehrten Damen und Herren, in dem Menschenrechte, Minderheitenrechte, Pressefreiheit und Grundrechte in dem Sinn, wie wir sie verstehen, besonders hochgehalten werden. (Abg. Mag. Stadler: In Rußland auch nicht!) Ich erinnere Sie nur an die uns manchmal geradezu skurril anmutende Vorgangsweise rund um die Bestätigung des Zagreber Bürgermeisters. Es ist für mich nicht nachvollziehbar, mit welch lapidarer Antwort der Staatspräsident Kroatiens im Europarat reagiert hat. (Abg. Mag. Stadler: Die Frau Staatssekretärin nickt beifällig! Das ist der alte Reflex gegen Kroatien! Rußland darf ruhig Tschetschenien überfallen! Wie in Kroatien ein Bürgermeister gewählt wird, spielt eine Rolle, aber Rußland darf Tschetschenien angreifen!)
Abg. Mag. Stadler: Die Frau Staatssekretärin nickt beifällig! Das ist der alte Reflex gegen Kroatien! Rußland darf ruhig Tschetschenien überfallen! Wie in Kroatien ein Bürgermeister gewählt wird, spielt eine Rolle, aber Rußland darf Tschetschenien angreifen!
Kroatien ist kein Land, meine sehr geehrten Damen und Herren, in dem Menschenrechte, Minderheitenrechte, Pressefreiheit und Grundrechte in dem Sinn, wie wir sie verstehen, besonders hochgehalten werden. (Abg. Mag. Stadler: In Rußland auch nicht!) Ich erinnere Sie nur an die uns manchmal geradezu skurril anmutende Vorgangsweise rund um die Bestätigung des Zagreber Bürgermeisters. Es ist für mich nicht nachvollziehbar, mit welch lapidarer Antwort der Staatspräsident Kroatiens im Europarat reagiert hat. (Abg. Mag. Stadler: Die Frau Staatssekretärin nickt beifällig! Das ist der alte Reflex gegen Kroatien! Rußland darf ruhig Tschetschenien überfallen! Wie in Kroatien ein Bürgermeister gewählt wird, spielt eine Rolle, aber Rußland darf Tschetschenien angreifen!)
Abg. Mag. Stadler: Ich finde es auch nicht lustig! Es ist nicht lustig, was Sie da daherreden! Es ist nicht lustig, daß Rußland Tschetschenien angreift!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Für mich ist es eine ganz besondere Verpflichtung, aus unserem historischen Verständnis heraus, gemeinsam mit anderen Staaten hier ganz besonders den Finger in die Wunden zu legen. Herr Kollege Stadler! Ich finde es überhaupt nicht lustig (Abg. Mag. Stadler: Ich finde es auch nicht lustig! Es ist nicht lustig, was Sie da daherreden! Es ist nicht lustig, daß Rußland Tschetschenien angreift!) und schon gar nicht zwischenrufwürdig, wenn ich Ihnen sage, daß ich Schulbücher aus Kroatien bekommen habe, Schulbücher, die jetzt ganz offiziell von der Republik Kroatien approbiert wurden und auch in den Schulen verwendet werden, in denen es Verharmlosungen des Konzentrationslagers Jasenovac gibt. Das berührt mich wirklich – als Kroatin, aber auch als Österreicherin mit viel Engagement für Kroatien – ganz besonders negativ. (Abg. Mag. Stadler: Sie mit Ihrem Engagement für Kroatien! Wenn Sie einen Bürgermeister von Kroatien mit Tschetschenien vergleichen, dann weiß man, wes Geistes Kind Sie sind! Kroatien hat eine bessere Vertretung verdient!)
Abg. Mag. Stadler: Sie mit Ihrem Engagement für Kroatien! Wenn Sie einen Bürgermeister von Kroatien mit Tschetschenien vergleichen, dann weiß man, wes Geistes Kind Sie sind! Kroatien hat eine bessere Vertretung verdient!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Für mich ist es eine ganz besondere Verpflichtung, aus unserem historischen Verständnis heraus, gemeinsam mit anderen Staaten hier ganz besonders den Finger in die Wunden zu legen. Herr Kollege Stadler! Ich finde es überhaupt nicht lustig (Abg. Mag. Stadler: Ich finde es auch nicht lustig! Es ist nicht lustig, was Sie da daherreden! Es ist nicht lustig, daß Rußland Tschetschenien angreift!) und schon gar nicht zwischenrufwürdig, wenn ich Ihnen sage, daß ich Schulbücher aus Kroatien bekommen habe, Schulbücher, die jetzt ganz offiziell von der Republik Kroatien approbiert wurden und auch in den Schulen verwendet werden, in denen es Verharmlosungen des Konzentrationslagers Jasenovac gibt. Das berührt mich wirklich – als Kroatin, aber auch als Österreicherin mit viel Engagement für Kroatien – ganz besonders negativ. (Abg. Mag. Stadler: Sie mit Ihrem Engagement für Kroatien! Wenn Sie einen Bürgermeister von Kroatien mit Tschetschenien vergleichen, dann weiß man, wes Geistes Kind Sie sind! Kroatien hat eine bessere Vertretung verdient!)
Abg. Mag. Stadler: Da war ja die Mock-Rede noch besser!
Das sind Dinge, wo ich meine, daß man sich nicht mit einem höflichen – fast bin ich geneigt zu sagen – Geplänkel mit Herrn Staatspräsidenten Tudjman begnügen sollte, sondern ganz klare Worte finden muß, denn Kroatien ist auch auf unsere Hilfe angewiesen bei der Bewältigung dessen, was es sowohl wirtschaftlich als ein relativ armes Land, aber vor allem bedingt durch die Kriegssituation jetzt an Last zu tragen hat. Deshalb, meine sehr geehrten Damen und Herren, sind wir in Österreich – Frau Staatssekretärin, ich bitte Sie, darauf ganz besonders zu achten – verpflichtet, diese Standards besonders zu kontrollieren. (Abg. Mag. Stadler: Da war ja die Mock-Rede noch besser!)
Abg. Scheibner: Was sagen die Kommunisten?
Ich möchte zuallerletzt noch etwas sagen, das mich ganz besonders verblüfft hat. Kollege Meischberger, der hier lang und breit über Südtirol gesprochen hat, hat offensichtlich etwas überhört, falsch verstanden oder falsch eingeschätzt. Wenn ich die Reaktion seines Parteivorsitzenden Dr. Haider richtig verstanden habe, dann hat er ja den Wahlausgang in Italien extrem bedauert. Er hat ja bedauert, daß die Postfaschisten nicht gewonnen haben. Aber Kollege Meischberger kriegt im Kopf offensichtlich nicht ganz zusammen, was das für Südtirol bedeuten würde. Jeder weiß, wie die Haltung der Postfaschisten in Italien im Zusammenhang mit Südtirol, was die Autonomie in Südtirol betrifft, ist. (Abg. Scheibner: Was sagen die Kommunisten?) Gottlob, kann ich nur sagen, hat Herr Dr. Haider den Wahlausgang bedauern müssen. – Kollegen Meischberger empfehle ich, daß er, bevor er hier großspurige Reden hält, einmal darüber nachdenkt, was des Führers Parole in diesen Fragen war. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich möchte zuallerletzt noch etwas sagen, das mich ganz besonders verblüfft hat. Kollege Meischberger, der hier lang und breit über Südtirol gesprochen hat, hat offensichtlich etwas überhört, falsch verstanden oder falsch eingeschätzt. Wenn ich die Reaktion seines Parteivorsitzenden Dr. Haider richtig verstanden habe, dann hat er ja den Wahlausgang in Italien extrem bedauert. Er hat ja bedauert, daß die Postfaschisten nicht gewonnen haben. Aber Kollege Meischberger kriegt im Kopf offensichtlich nicht ganz zusammen, was das für Südtirol bedeuten würde. Jeder weiß, wie die Haltung der Postfaschisten in Italien im Zusammenhang mit Südtirol, was die Autonomie in Südtirol betrifft, ist. (Abg. Scheibner: Was sagen die Kommunisten?) Gottlob, kann ich nur sagen, hat Herr Dr. Haider den Wahlausgang bedauern müssen. – Kollegen Meischberger empfehle ich, daß er, bevor er hier großspurige Reden hält, einmal darüber nachdenkt, was des Führers Parole in diesen Fragen war. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Zunächst einmal zu den Ausführungen von Kollegin Stoisits, die in einer sehr engagierten Form Vorgänge in Kroatien kritisiert hat. Kollegin Stoisits! Ich bin der Auffassung – ich hoffe, daß diese Auffassung sehr, sehr viele Kolleginnen und Kollegen in diesem Hohen Haus teilen –, daß wir überall dort, wo Menschenrechtsverletzungen vorkommen, konsequent kritisch darauf zu reagieren haben. Ich glaube, die Menschenrechte als solche sind unteilbar. Wer sonst als freie, demokratisch gewählte Abgeordnete im westlichen Bereich dieser Welt sollte das aufzeigen – und wir sollten es überall tun! Nur: Wenn man einerseits Kroatien sehr kritisiert und andererseits Rußland sozusagen mit großem Wohlwollen gegenübertritt und es weniger stark kritisiert, was ich manchmal aus Ihren Debattenbeiträgen herauslese, dann muß ich sagen, wir sollten überall nach den gleichen Maßstäben vorgehen. Was meine ich damit? Wenn Rußland in den Europarat aufgenommen worden ist, aber die Aufnahme Kroatiens wegen vielleicht auch vorhandener Menschenrechtsverletzungen abgelehnt wird, dann, so meine ich, werden da wirklich nicht dieselben Maßstäbe angelegt. Ich bin dafür, Menschenrechtsverletzungen überall anzugreifen und die gleichen Maßstäbe an alle Länder, in denen Menschenrechtsverletzungen vorgenommen werden, anzulegen. Das soll ein gemeinsamer Standpunkt sein! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Deswegen ist es so, daß die Menschenrechtspolitik als eine zentrale Frage der Außenpolitik diesen Stellenwert erhält. Ich glaube, wir sollten diesen Standpunkt, diesen Schwerpunkt der Außenpolitik in der Zukunft gemeinsam weiter vertiefen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Südtirol hat eine Herzensangelegenheit der jeweiligen österreichischen Außenpolitik zu sein. Das wird auch in Zukunft so bleiben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Heute, Mittwoch, wird im Europarat über diese Frage abgestimmt. Ich weiß nicht, wie diese Abstimmung ausgehen wird, aber dieselben Kräfte – sie stammen alle aus dem linken Lager –, die sich sehr für das russische Aufnahmegesuch eingesetzt haben, argumentieren jetzt plötzlich gegen eine Aufnahme Kroatiens und sagen, Kroatien müsse vorher diese Anforderungen erfüllen. Ich bin der Ansicht – und da stimme ich Kollegen Höchtl zu –, Menschenrechte sind nicht teilbar. Sehen Sie das nicht alles durch die ideologische Brille. Man muß eine Richtlinie aufstellen, und diese ist dann auch konsequent einzuhalten! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Staatssekretärin! Wenn Sie diese Linie vertreten – bis jetzt haben Sie das noch nicht ausgeführt –, dann werden Sie ja heute noch dazu Stellung nehmen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Der Herr Minister ist schon da! Das kannst du ihm sagen!
Als Beobachter dürfen wir in der letzten Reihe sitzen und zuhören und beobachten, was Staaten wie Rußland, Moldavien, Albanien, Bulgarien, Rumänien und andere dort diskutieren und wie sie gemeinsam mit den NATO-Mitgliedern an der NATO-Osterweiterung, am Aufbau eines neuen Sicherheitssystems arbeiten. Da zeigt sich die Realität, Frau Staatssekretärin, nämlich daß Sie es mit Ihrer Regierungspolitik geschafft haben, daß Österreich als westlicher Staat bei der internationalen Integration in die Sicherheitspolitik mittlerweile von Staaten wie Albanien überholt worden ist. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Der Herr Minister ist schon da! Das kannst du ihm sagen!) – Der Herr Minister ist da, wunderbar! Vielleicht wird er auch noch eine Stellungnahme dazu abgeben, warum wir diesbezüglich derart blockiert sind. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Als Beobachter dürfen wir in der letzten Reihe sitzen und zuhören und beobachten, was Staaten wie Rußland, Moldavien, Albanien, Bulgarien, Rumänien und andere dort diskutieren und wie sie gemeinsam mit den NATO-Mitgliedern an der NATO-Osterweiterung, am Aufbau eines neuen Sicherheitssystems arbeiten. Da zeigt sich die Realität, Frau Staatssekretärin, nämlich daß Sie es mit Ihrer Regierungspolitik geschafft haben, daß Österreich als westlicher Staat bei der internationalen Integration in die Sicherheitspolitik mittlerweile von Staaten wie Albanien überholt worden ist. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Der Herr Minister ist schon da! Das kannst du ihm sagen!) – Der Herr Minister ist da, wunderbar! Vielleicht wird er auch noch eine Stellungnahme dazu abgeben, warum wir diesbezüglich derart blockiert sind. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Wenn wir uns dazu entschließen, internationale Kooperationen einzugehen, wie das heute auch Abgeordneter Mock festgehalten hat, soll man auch nicht um den heißen Brei herumreden und sagen: Wir werden WEU-Mitglied, aber nicht NATO-Mitglied. Jeder weiß, meine Damen und Herren: Das wird nicht zu trennen sein. Eine WEU-Mitgliedschaft ohne NATO-Mitgliedschaft ist nicht möglich. Und ich glaube, es ist auch völlig verfehlt, daß man eine derartige Tabuisierung der NATO vornimmt. Die NATO hat sich gewandelt, und sie ist derzeit das einzige funktionierende Sicherheitssystem, das auch echte Sicherheitsgarantien geben kann. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundesminister! Wir würden uns erwarten, daß Sie nicht nur deutliche Worte in dieser sicherheitspolitischen Diskussion finden, sondern daß diesen Worten auch endlich Taten folgen. Wir alle wissen, daß das ja Prozesse sind, die Jahre dauern, aber wir müssen einmal anfangen, zu diskutieren und Entscheidungen zu treffen. Bis all das dann realisiert wird, dauert es ja, aber Sie werden uns, wenn Sie weiterhin zögern und zaudern und sich von den Sozialisten bremsen lassen, weiter ins sicherheitspolitische Abseits bringen, und das gefährdet die Sicherheit Österreichs im Ernstfall. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das sind alles Frohbotschaften in Richtung schlanker Staat. Können Sie sich vorstellen, wie groß mein Entsetzen war, als ich dann – ich bin eben ein Neuabgeordneter – das Datum dieses Koalitionsübereinkommens gelesen habe? – Es war nämlich der 16. Jänner 1987, meine Damen und Herren, der Tag, an dem uns das Arbeitsübereinkommen der Sozialistischen Partei Österreichs und der Österreichischen Volkspartei diese Frohbotschaft übermittelt hat. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich glaube, daß wir gut beraten sind, wenn wir zur Kenntnis nehmen, daß die Entwicklung der Zahl der Industriebeschäftigten der letzten neun Jahre ständig rückläufig war. Dieser Rücklauf der Industriebeschäftigtenzahlen wird heuer mit weiteren 5 Prozent minus einen neuen Höhepunkt erreichen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Gradwohl: Wo machen Sie Ihre Umsätze, Herr Prinzhorn?
Es sind dies Dinge, die wir Ihnen schon lange zu erklären versuchen. Es sind eben die Rahmenbedingungen dafür nicht gegeben, und Ideen wie jene des Herrn Landeshauptmannes Pröll kommen vielleicht aus der Tintenburg St. Pölten, von Bürokraten, aber nicht von dort, wo das wahre Geschäft gemacht wird, nicht von dort, wo die wahren Umsätze gemacht werden, nicht von dort, wo die Investitionsentscheidungen getroffen werden. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Gradwohl: Wo machen Sie Ihre Umsätze, Herr Prinzhorn?)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Und wenn wir von Deregulierung reden, wie das Ihr Herr Minister Weiss, Ihr Herr Minister Löschnak und Dr. Neisser getan haben, dann kann ich Ihnen nur sagen: Genausowenig, wie vom 17. Jänner 1987 bis heute bezüglich der Umstrukturierung des Budgets und der Rahmenbedingungen für die österreichische Wirtschaft geschehen ist, ist auch da geschehen. Die Gesetzesflut nimmt ein horrendes Ausmaß an, und von Gesetzesbereinigung kann nicht die Rede sein. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Kiss: Was hat das mit dem Löschnak zu tun?
Nur muß ich Ihnen wirklich sagen: Diese Menschen fehlen mir heute und hier in diesem Parlament. (Abg. Kiss: Was hat das mit dem Löschnak zu tun?) Wo liegt den Österreich im internationalen Vergleich, Herr Abgeordneter? Wo liegt es denn? (Abg. Kiss: Was hat das mit Löschnak zu tun?) Wir haben über Gesetzesänderungen und über die Eindämmung der Bürokratie schon jahrelang gesprochen, und das waren sehr wesentliche Dinge. So lange sind Sie aber vielleicht noch nicht im Parlament, daß Sie das wissen, Herr Abgeordneter Kiss. (Abg. Kiss: Was hat das mit dem Franz Löschnak zu tun?) Von einem Neuabgeordneten müssen Sie sich erklären lassen, wer dafür zuständig war, Herr Abgeordneter! Das ist aber traurig! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Kiss: Was hat das mit Löschnak zu tun?
Nur muß ich Ihnen wirklich sagen: Diese Menschen fehlen mir heute und hier in diesem Parlament. (Abg. Kiss: Was hat das mit dem Löschnak zu tun?) Wo liegt den Österreich im internationalen Vergleich, Herr Abgeordneter? Wo liegt es denn? (Abg. Kiss: Was hat das mit Löschnak zu tun?) Wir haben über Gesetzesänderungen und über die Eindämmung der Bürokratie schon jahrelang gesprochen, und das waren sehr wesentliche Dinge. So lange sind Sie aber vielleicht noch nicht im Parlament, daß Sie das wissen, Herr Abgeordneter Kiss. (Abg. Kiss: Was hat das mit dem Franz Löschnak zu tun?) Von einem Neuabgeordneten müssen Sie sich erklären lassen, wer dafür zuständig war, Herr Abgeordneter! Das ist aber traurig! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Kiss: Was hat das mit dem Franz Löschnak zu tun?
Nur muß ich Ihnen wirklich sagen: Diese Menschen fehlen mir heute und hier in diesem Parlament. (Abg. Kiss: Was hat das mit dem Löschnak zu tun?) Wo liegt den Österreich im internationalen Vergleich, Herr Abgeordneter? Wo liegt es denn? (Abg. Kiss: Was hat das mit Löschnak zu tun?) Wir haben über Gesetzesänderungen und über die Eindämmung der Bürokratie schon jahrelang gesprochen, und das waren sehr wesentliche Dinge. So lange sind Sie aber vielleicht noch nicht im Parlament, daß Sie das wissen, Herr Abgeordneter Kiss. (Abg. Kiss: Was hat das mit dem Franz Löschnak zu tun?) Von einem Neuabgeordneten müssen Sie sich erklären lassen, wer dafür zuständig war, Herr Abgeordneter! Das ist aber traurig! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Nur muß ich Ihnen wirklich sagen: Diese Menschen fehlen mir heute und hier in diesem Parlament. (Abg. Kiss: Was hat das mit dem Löschnak zu tun?) Wo liegt den Österreich im internationalen Vergleich, Herr Abgeordneter? Wo liegt es denn? (Abg. Kiss: Was hat das mit Löschnak zu tun?) Wir haben über Gesetzesänderungen und über die Eindämmung der Bürokratie schon jahrelang gesprochen, und das waren sehr wesentliche Dinge. So lange sind Sie aber vielleicht noch nicht im Parlament, daß Sie das wissen, Herr Abgeordneter Kiss. (Abg. Kiss: Was hat das mit dem Franz Löschnak zu tun?) Von einem Neuabgeordneten müssen Sie sich erklären lassen, wer dafür zuständig war, Herr Abgeordneter! Das ist aber traurig! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edler: Sie sind ein Österreicher! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Die Postprivatisierung ist ein weiteres Beispiel. Während man 115 Milliarden Schilling im Rahmen der Postprivatisierung irgendwie budgetfreundlich zu verteilen versucht, stehen doppelt so hohe Telefongebühren in Österreich denen Schwedens und vieler anderer Länder gegenüber. Ich kann Ihnen nur eines empfehlen: Nehmen Sie sich, wenn Sie viel im Ausland telefonieren, so wie ich eine Auslandshandynummer, weil die Telefongebühren dort die Hälfte betragen; aber da dürfen Sie keine österreichische Station benützen. Das ist eine traurige Entwicklung, kann ich Ihnen sagen, das ist eine traurige Entwicklung! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edler: Sie sind ein Österreicher! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich bin ein internationaler Bürger und habe große Sorge um Österreich, Herr Abgeordneter. Ich habe große Sorge um Österreich. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen. – Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.) Machen Sie nur weiter, reden Sie sich nur aus! Wenn Sie so viele Ideen hätten, wie Sie jetzt zurufen, muß ich Ihnen sagen, dann würden wir in der Wirtschaftspolitik anders dastehen.
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen. – Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.
Die Postprivatisierung ist ein weiteres Beispiel. Während man 115 Milliarden Schilling im Rahmen der Postprivatisierung irgendwie budgetfreundlich zu verteilen versucht, stehen doppelt so hohe Telefongebühren in Österreich denen Schwedens und vieler anderer Länder gegenüber. Ich kann Ihnen nur eines empfehlen: Nehmen Sie sich, wenn Sie viel im Ausland telefonieren, so wie ich eine Auslandshandynummer, weil die Telefongebühren dort die Hälfte betragen; aber da dürfen Sie keine österreichische Station benützen. Das ist eine traurige Entwicklung, kann ich Ihnen sagen, das ist eine traurige Entwicklung! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edler: Sie sind ein Österreicher! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich bin ein internationaler Bürger und habe große Sorge um Österreich, Herr Abgeordneter. Ich habe große Sorge um Österreich. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen. – Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.) Machen Sie nur weiter, reden Sie sich nur aus! Wenn Sie so viele Ideen hätten, wie Sie jetzt zurufen, muß ich Ihnen sagen, dann würden wir in der Wirtschaftspolitik anders dastehen.
Abg. Koppler: Wie stehen wir denn da?
Aber auch im Technologiebereich gibt es Streit um Kompetenzen zwischen den Ministerien und Institutionen. Weltweit werden dauernd neue Zukunftspotentiale durch Innovation geschaffen. Den Sünden der Vergangenheit, sage ich Ihnen, steht die Ideenlosigkeit für die Zukunft gegenüber, und zwar Ihre Ideenlosigkeit. (Abg. Koppler: Wie stehen wir denn da?)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.
Herr Abgeordneter Koppler, wir haben bei Semperit gerade ein großes Problem, weil wir die Reifenproduktion in Österreich verlieren. Hören Sie mir gut zu, was mit der Autoproduktion passiert, damit Sie sich daran erinnern, wenn es so weit ist: Es kostet heute ein steirischer Chrysler in Österreich 40 000 Dollar. Derselbe Chrysler, mit derselben Ausstattung, kostet in Amerika 25 000 Dollar, und die Frachtkosten machen 500 Dollar aus. Und ich sage Ihnen: Wenn die Einzelgenehmigungsprobleme hier gelöst sind, dann werden unsere Kinder via Internet den Chrysler bestellen. Und ich fürchte, bei 25 500 Dollar für einen Import-Chrysler wird er nicht nur, wie wir es gerne sehen würden, aus Graz kommen. Dann sind wir die Autoreifen und die Autos los! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Der OECD-Durchschnitt ist, bitte, 3 Prozent bei der Forschungsförderung, nicht 1,5 Prozent wie bei uns. Bitte ermöglichen Sie Österreich die Schaffung von Arbeitsplätzen für die Zukunft durch Innovation! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Unternehmer, die die Zukunft nicht abschätzen können, sind ihr Geschäft bald los, Herr Minister. Neue Unternehmer bauen auf, es gibt neue Arbeitsplätze. Ihnen von der Regierung wird es auch bald so ergehen: Sie werden sich neue Arbeitsplätze suchen müssen. Ich wünsche Ihnen, daß Sie sich dabei leichter tun als derzeit die österreichische Industrie. Schauen Sie nicht, was geht, Herr Minister! Sie schreiben und sagen so gerne: Schauen, was geht. Schauen Sie nicht, was geht, sondern haben Sie Mut zum Handeln! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die Lohnnebenkosten gegenüber der Schweiz stellen sich so dar, daß die Nettolöhne, also das, was der Mensch pro Arbeitsstunde – damit da nicht wieder ein Durcheinander bei Ihnen entsteht – verdient, um 70 Prozent höher sind, die Lohnnebenkosten in der Schweiz sind 60 Prozent niedriger. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Und wenn Ihnen die Definition der Lohnnebenkosten nicht paßt, dann erkundigen Sie sich bei der ILO, bei der internationalen Organisation. Dort wird die Definition nämlich so gehandelt und nicht anders.
Beifall bei den Freiheitlichen
Das meinen wir, wenn wir sagen: Vorbereitung auf die EU, Herr Minister. Brüssel schert sich nämlich um unsere Anliegen einen Dreck (Beifall bei den Freiheitlichen), und daher sind wir enttäuscht – wenngleich wir natürlich zur EU stehen. Wir sind heute drinnen, aber wir wollen mit dem Euro nicht noch einmal dasselbe erleben, nämlich, wie Professor Van der Bellen gesagt hat, das Pferd von der falschen Seite aufzäumen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn die Pensionsgarantie, die wir am 17. Dezember noch mitgekriegt haben, nämlich noch knapp vor der Wahl, drei Monate später nicht mehr gehalten hat und die Pensionen real verlieren, dann dürfen Sie Pessimismus und Konsumverweigerung nicht bei der Wirtschaft beklagen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber auch der Kapitalmarkt fehlt in Ihrem Konzept, die Entwicklung des Kapitalmarktes. Vergessen Sie nicht, Österreich ist mit 4 Prozent Aktionären in der Bevölkerung Entwicklungsland. Wir haben nur mehr Indien hinter uns, der Rest der Welt ist vor uns. Das sind Entwicklungsprobleme! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Feurstein: Das ist eine totale Fehlhaltung von Ihnen! Ich bin sehr enttäuscht von Ihnen! Das ist ein Witz!
Aber Eigeninitiative wird ja bei uns überhaupt gern abgewürgt. Das kennen wir ja schon von der Diskussion über die Pflichtversicherung und die Versicherungspflicht, Herr Abgeordneter Feurstein! Also ich muß Ihnen sagen: Herr Abgeordneter, das hat mich erschüttert von Ihnen! Von Herrn Guggenberger hätte ich es mir noch eher erwartet, aber von Ihnen habe ich das eigentlich nicht erwartet. (Abg. Dr. Feurstein: Das ist eine totale Fehlhaltung von Ihnen! Ich bin sehr enttäuscht von Ihnen! Das ist ein Witz!) Aber der selbständige Mensch hat ja bei Ihnen noch nie etwas gegolten, sondern immer nur der betreute Mensch, Herr Abgeordneter. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Herr Abgeordneter! Sie können dann herauskommen und reden! Kommen Sie nur, Herr Feurstein! Sie können sich ja melden, dann sind Sie ja dran!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber Eigeninitiative wird ja bei uns überhaupt gern abgewürgt. Das kennen wir ja schon von der Diskussion über die Pflichtversicherung und die Versicherungspflicht, Herr Abgeordneter Feurstein! Also ich muß Ihnen sagen: Herr Abgeordneter, das hat mich erschüttert von Ihnen! Von Herrn Guggenberger hätte ich es mir noch eher erwartet, aber von Ihnen habe ich das eigentlich nicht erwartet. (Abg. Dr. Feurstein: Das ist eine totale Fehlhaltung von Ihnen! Ich bin sehr enttäuscht von Ihnen! Das ist ein Witz!) Aber der selbständige Mensch hat ja bei Ihnen noch nie etwas gegolten, sondern immer nur der betreute Mensch, Herr Abgeordneter. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Herr Abgeordneter! Sie können dann herauskommen und reden! Kommen Sie nur, Herr Feurstein! Sie können sich ja melden, dann sind Sie ja dran!
Abg. Dr. Rasinger – neben dem Platz des Abg. Dr. Khol stehend –: Das haben Sie leider verwechselt!
Ich bedauere ja auch den Herrn Vizekanzler, wenn er Vorschläge zur Eigenvorsorge macht. Wenn nämlich Herr Vizekanzler Schüssel Vorschläge für den Selbstbehalt bei Medikamenten macht und im nächsten Augenblick Ihr Gesundheitssprecher Rasinger kommt und sagt, davon hält er gar nichts, nämlich von der Marktwirtschaft und vom Leistungsprinzip, dann spricht das ja auch nur dieselbe Sprache. (Abg. Dr. Rasinger – neben dem Platz des Abg. Dr. Khol stehend –: Das haben Sie leider verwechselt!) – Herr Abgeordneter Rasinger! Kommen Sie noch ein bißchen näher, ich höre nämlich ein bißchen schlecht.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Bei allem Respekt vor der schwierigen Aufgabe, vor der wir in Europa stehen – und wir in Österreich ganz besonders –: Sie haben in der Frage der österreichischen Wirtschafts- und Industriepolitik in den letzten neun Jahren, seit dem 17. Jänner 1987, sehr wenig bis nichts eingebracht! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie haben uns auch 1996 mit steigenden Arbeitslosenzahlen das Leben versauert und die Perspektiven versalzen! Insolvenzrekorde werden an der Tagesordnung sein und das erste Quartal 1996 spricht eine deutliche Sprache. Und ich muß Ihnen sagen: Die strukturellen Budgetdefizite sind Sie nicht einmal im Ansatz angegangen! Und wenn Sie, meine Damen und Herren, glauben, daß mich als Unternehmer das nicht alarmiert und nicht alarmieren darf, dann haben Sie sich wirklich vergriffen. Aber wenn Sie glauben, daß mich als Oppositionspolitiker dieser Zustand freut, dann irren Sie sich noch mehr! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Denn wenn ich – und ich sage das auch sehr kritisch, meine Damen und Herren – manchmal das Wort "Beschäftigungsprogramm" höre, dann frage ich mich, was damit gemeint ist. Arbeitsplätze können nicht verordnet werden, Arbeitsplätze können nicht am grünen Tisch einfach beschlossen werden, Arbeitsplätze werden von Unternehmen – und zwar von konkurrenzfähigen Unternehmen – geschaffen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Haigermoser: Wie denn ?
Ich möchte hier eine kritische Anmerkung machen. Wenn ich jetzt zum Beispiel den neuen Evaluierungsbogen, der beim Arbeitnehmerschutzgesetz im Entwurf ist, lese, dann finde ich, daß das sicherlich nicht der richtige Weg ist, Unternehmern Mut zu machen (Abg. Haigermoser: Wie denn ?) oder neue Unternehmer zu gewinnen.
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Die Unternehmer brauchen ihre Zeit zum Denken und zum Arbeiten und nicht, um seitenweise Formulare auszufüllen. Das möchte ich hier deutlich feststellen. (Beifall bei der ÖVP.) Daher möchte ich alle Verantwortlichen bitten, nachzudenken, was man tun muß, wenn man eine Gründungswelle, eine Gründerwelle in Gang setzen will, wenn man neue Unternehmer finden will. (Abg. Schöll: Abschaffen! Die Kammern abschaffen!) Meine Damen und Herren! Wir brauchen sicher neue, ja sogar viele neue Unternehmer, um die Arbeitsplätze zu schaffen, die wir in der Zukunft brauchen.
Abg. Schöll: Abschaffen! Die Kammern abschaffen!
Meine Damen und Herren! Die Unternehmer brauchen ihre Zeit zum Denken und zum Arbeiten und nicht, um seitenweise Formulare auszufüllen. Das möchte ich hier deutlich feststellen. (Beifall bei der ÖVP.) Daher möchte ich alle Verantwortlichen bitten, nachzudenken, was man tun muß, wenn man eine Gründungswelle, eine Gründerwelle in Gang setzen will, wenn man neue Unternehmer finden will. (Abg. Schöll: Abschaffen! Die Kammern abschaffen!) Meine Damen und Herren! Wir brauchen sicher neue, ja sogar viele neue Unternehmer, um die Arbeitsplätze zu schaffen, die wir in der Zukunft brauchen.
Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Dann tut doch etwas! Dann ändert das doch!
Meine Damen und Herren! In diesem Zusammenhang lassen Sie mich eines sagen: Wir reden so viel von der Liberalisierung, vom einfachen Zugang zum Unternehmertum, und sagen sehr oft: Die Unternehmensgründungen sind deswegen nicht so im Vormarsch, wie wir das wünschen würden, weil die Gewerbeordnung verhindert, daß man sich sehr leicht selbständig machen kann. (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Dann tut doch etwas! Dann ändert das doch!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bin für Erleichterungen beim Zugang zum gewerblichen Beruf und zur gewerblichen Tätigkeit. Das geht aber nur, wenn das unternehmerische Umfeld auch entsprechend stimmt. Dabei denke ich daran, daß wir bei den Genehmigungen dringend Schritte zu setzen haben. Das Anlagenrecht ist ebenfalls dringend zu durchforsten. Es wäre wichtig, viel schneller als bisher zu reagieren. Es ist notwendig, die Genehmigungsverhandlungen zu konzentrieren und sicherzustellen, daß jemand, der sich selbständig machen will, auch sehr rasch diese Idee und diesen Wunsch umsetzen kann. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Aber ich möchte ganz klar und deutlich festhalten: Nur darüber zu jammern oder schwarzzumalen wird uns nicht helfen, die Probleme zu bewältigen. Setzen wir die richtigen Schritte, krempeln wir die Ärmel auf, nehmen wir die wirtschaftliche Zukunft unseres Landes selbstbewußt und auch mit Optimismus in die Hand! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
In diesem Sinne bekenne ich mich zu den notwendigen Sanierungsmaßnahmen, wenn man auch bestimmte Punkte von verschiedenen Seiten betrachten kann. Aber die richtigen Schritte wurden gesetzt. Jetzt liegt es an uns, die nächsten Schritte zu setzen und die Wirtschaft in ihrem Bestreben, sich weiter im Wettbewerb zu verbessern, auch zu unterstützen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mentil: Wo ist er die letzten zehn Jahre gewesen, der Herr Bundeskammerpräsident?
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Helmut Peter. – Bitte. (Abg. Mentil: Wo ist er die letzten zehn Jahre gewesen, der Herr Bundeskammerpräsident?)
Abg. Dr. Mock: Politisch richtig, aber juristisch ist die Verantwortung des einzelnen Ministers dem Parlament gegenüber festgelegt!
Sie haben mit der Österreichischen Volkspartei und mit der Sozialdemokratischen Partei mit Zweidrittelmehrheit diesen Weg gewählt. Ich habe mit großer Verwunderung die gestrige Debatte verfolgt, in der ein Abgeordneter der Österreichischen Volkspartei gemeint hat: Das, was die SPÖ-Minister machen, geht uns nichts an! – Ich habe die überzogene Reaktion des Herrn Bundeskanzlers darauf nicht geschätzt, aber in einem hat er schon recht: Die Regierung ist ein Kollegialorgan, und alle Damen und Herren dieser Regierung tragen gemeinsam die Verantwortung für eine gemeinsam beschlossene Regelung, und wir können nicht dieses Spiel dulden, wo sich jeweils die einen oder die anderen aus der Regierung ausklinken. (Abg. Dr. Mock: Politisch richtig, aber juristisch ist die Verantwortung des einzelnen Ministers dem Parlament gegenüber festgelegt!)
Abg. Schwarzenberger: Hier geht es um die Frage, daß er dem Parlament gegenüber verantwortlich ist!
Herr Dr. Mock! Die Ministerverantwortlichkeit bezieht sich selbstverständlich auf eine einzelne Person. (Abg. Schwarzenberger: Hier geht es um die Frage, daß er dem Parlament gegenüber verantwortlich ist!) Mir geht es um eine darüber hinausgehende Frage, Herr Schwarzenberger. Mir geht es darum, daß wir uns momentan, in der jetzigen Lage, alles andere leisten können, nur nicht wirtschaftliche, ökonomische und politische Instabilität. Ich glaube nicht, daß ein Streit über einen Minister dieser Bundesregierung, so schwerwiegend er auch sein mag, als Anlaß dazu benützt werden darf, hier zu zündeln und damit letztlich die ökonomische Stabilität, die wir dringend brauchen, zu gefährden. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Herr Dr. Mock! Die Ministerverantwortlichkeit bezieht sich selbstverständlich auf eine einzelne Person. (Abg. Schwarzenberger: Hier geht es um die Frage, daß er dem Parlament gegenüber verantwortlich ist!) Mir geht es um eine darüber hinausgehende Frage, Herr Schwarzenberger. Mir geht es darum, daß wir uns momentan, in der jetzigen Lage, alles andere leisten können, nur nicht wirtschaftliche, ökonomische und politische Instabilität. Ich glaube nicht, daß ein Streit über einen Minister dieser Bundesregierung, so schwerwiegend er auch sein mag, als Anlaß dazu benützt werden darf, hier zu zündeln und damit letztlich die ökonomische Stabilität, die wir dringend brauchen, zu gefährden. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Freiheitlichen.
Ohne diese Reformen werden wir, Herr Bundesminister, den Wirtschaftsstandort Österreich, von dem wir reden und der ein Beschäftigungsstandort ist, wie Prinzhorn nachgewiesen hat, nicht absichern können. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Der ist in einer Regierungspartei, der könnte es ändern!
Sechs wesentliche Punkte – ich kann mich kurz fassen; auch Präsident Maderthaner hat dankenswerterweise darauf hingewiesen – fehlen. (Abg. Haigermoser: Der ist in einer Regierungspartei, der könnte es ändern!)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Freiheitlichen.
Herr Wirtschaftsminister! Sie sind uns die Reform der Unternehmerkultur, den Abbau der Eigenkapitalfeindlichkeit schuldig geblieben. Es gibt eine Eigenkapitalfeindlichkeit in diesem Lande. Alle Ihre gesetzlichen Rahmenbedingungen sind nicht eigenkapitalfreundlich, sondern sie sind fremdkapitalfreundlich. Ihr gesamtes Förderungssystem ist fremdkapitalfreundlich. Es ist eine Bankenförderung, aber keineswegs die Förderung des unternehmerischen Risikokapitals! (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Wir haben zu wenig Esel im Churchillschen Sinn in unserem Lande. 6 Prozent Selbständige sind zuwenig. Wir müssen eine Unternehmerkultur entwickeln, die es jungen Menschen attraktiv erscheinen läßt, in diesem Land etwas zu unternehmen, Arbeitsplätze zu schaffen, neue Lösungen zu finden. Nur: Dazu bedarf es guter Rahmenbedingungen, die ich jedoch weitgehend vermisse. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Herr Bundesminister! Sie haben das Sparpaket und die Budgets 1996 und 1997 mit Ihrer Mehrheit über die Bühne gebracht. Ich hoffe, Sie werden damit Ihr Ziel, der Wirtschafts- und Währungsunion beitreten zu können, erreichen. Sie haben jetzt Zeit und Luft, die wirklichen Reformen, die Sie seit langem versprochen haben, anzugehen. Ich bin gespannt, ob Sie es tun werden. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Blünegger: Jahrelang wird schon darüber geredet!
Ich freue mich, daß zum Beispiel der Wirtschaftsminister vor einigen Tagen in einem Interview deutlich gemacht hat, daß das der richtige Weg ist. (Abg. Blünegger: Jahrelang wird schon darüber geredet!) Herr Kollege, ich bin der letzte, der diese Kritik nicht hinnimmt. Helmut Haigermoser weiß das. Machbar ist das aber nur, wenn man Mehrheiten findet. Wir wollen uns bemühen, hier den notwendigen Weg gemeinsam zu gehen, denn das geht ja alle an. Das geht ja nicht nur blaue, rote oder schwarze Unternehmer an, sondern wir müssen jedem potentiellen österreichischen Unternehmer Zugang schaffen.
Beifall bei der SPÖ und des Abg. Haigermoser.
Es muß vorbei sein damit, daß jemand, wenn er – ich habe das schon ein paarmal zitiert – in Wien einen Würstelstand anmelden will, beinahe 200 Gesetze beziehungsweise Verordnungen kennen muß. Das ist ein Unfug. So kann man doch, bitte, wirklich nicht ernsthaft für Unternehmensgründungen sorgen. (Beifall bei der SPÖ und des Abg. Haigermoser. ) Wir werden uns diesbezüglich sehr vehement engagieren, damit wir binnen Jahresfrist diese Reform zuwege bringen.
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich sage das deswegen, weil das nur ein Schritt sein kann. Wir können bundespolitische Rahmenbedingungen schaffen, aber die Länder und Gemeinden müssen das in ihrem Bereich auch tun. Nur all das zusammen wird in einen wirtschaftlichen Standort Österreich resultieren, mit dem wir die Herausforderungen, vor denen unser Land steht, bewältigen können. Ich als EU-Befürworter habe das immer gesagt: Die nächsten Jahre werden sich sehr brutal gestalten, denn Wettbewerb ist Brutalität. Wir können nur bestehen, wenn wir entsprechende Rahmenbedingungen schaffen. Das heißt: liberale Gewerbeordnung, leichterer Zugang, Entbürokratisierung, Verwaltungsreform sowie Reformen auch in anderen Bereichen; auch dort, wo es Behinderungen gibt. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ, bei den Freiheitlichen sowie beim Liberalen Forum.
Welcher Unternehmer soll sich in Österreich ansiedeln, wenn er drei, vier Jahre braucht, bis er eine Betriebsanlagengenehmigung hat? Eine totale Reform des Betriebsanlagenrechtes wird von uns vorgeschlagen werden, ebenso die Forderung, eine Konzentration bei den Umweltverträglichkeitsprüfungen herbeizuführen. (Beifall bei der SPÖ, bei den Freiheitlichen sowie beim Liberalen Forum.) Das sind Dinge, die wir brauchen: nicht Worte, sondern Handlungen. Und diese dürfen wir nicht in drei Jahren, sondern müssen sie innerhalb Jahresfrist realisieren. Wir werden dazu zur Verfügung stehen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Welcher Unternehmer soll sich in Österreich ansiedeln, wenn er drei, vier Jahre braucht, bis er eine Betriebsanlagengenehmigung hat? Eine totale Reform des Betriebsanlagenrechtes wird von uns vorgeschlagen werden, ebenso die Forderung, eine Konzentration bei den Umweltverträglichkeitsprüfungen herbeizuführen. (Beifall bei der SPÖ, bei den Freiheitlichen sowie beim Liberalen Forum.) Das sind Dinge, die wir brauchen: nicht Worte, sondern Handlungen. Und diese dürfen wir nicht in drei Jahren, sondern müssen sie innerhalb Jahresfrist realisieren. Wir werden dazu zur Verfügung stehen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Frischenschlager: Das ist genau umgekehrt!
Wozu hat denn das Ende des letzten Jahrhunderts geführt? – Das war doch der Nährboden totalitärer Systeme. Das war doch der Schub für ein riesiges Arbeitslosenproblem, gerade auch in Europa! (Abg. Dr. Frischenschlager: Das ist genau umgekehrt!) Diese Lösungen sind ein bissel zu einfach. Es muß uns doch gelingen, Ende dieses Jahrhunderts einen gewissen Mittelweg zu gehen, der einerseits unnötige und auch veraltete Hürden abbaut, aber sich gleichzeitig zu der Notwendigkeit sozialer Standards, aber auch, Herr Abgeordneter Heindl, zu Umweltstandards bekennt, die zum Beispiel bei Betriebsanlagengenehmigungen notwendig sind. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wozu hat denn das Ende des letzten Jahrhunderts geführt? – Das war doch der Nährboden totalitärer Systeme. Das war doch der Schub für ein riesiges Arbeitslosenproblem, gerade auch in Europa! (Abg. Dr. Frischenschlager: Das ist genau umgekehrt!) Diese Lösungen sind ein bissel zu einfach. Es muß uns doch gelingen, Ende dieses Jahrhunderts einen gewissen Mittelweg zu gehen, der einerseits unnötige und auch veraltete Hürden abbaut, aber sich gleichzeitig zu der Notwendigkeit sozialer Standards, aber auch, Herr Abgeordneter Heindl, zu Umweltstandards bekennt, die zum Beispiel bei Betriebsanlagengenehmigungen notwendig sind. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Heindl: Das habe ich ja gar nicht gesagt! Bleiben Sie bei der Wahrheit!
Sie haben gemeint, Sie schaffen jetzt alles ab. Es gefällt mir immer bei Abgeordneten der Koalitionsparteien, wenn sie so stürmisch die neuen Gesetze einfordern – und das seit Jahren. (Abg. Dr. Heindl: Das habe ich ja gar nicht gesagt! Bleiben Sie bei der Wahrheit!) Sie haben vor fünf Minuten hier gesagt: Die Gewerbeordnung wird vereinfacht, das Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz muß novelliert werden. So wie ich Sie verstanden habe, müssen die Genehmigungen, die hier auch inkludiert sind, offensichtlich vereinfacht werden. (Ruf bei den Freiheitlichen: So ist es!)
Ruf bei den Freiheitlichen: So ist es!
Sie haben gemeint, Sie schaffen jetzt alles ab. Es gefällt mir immer bei Abgeordneten der Koalitionsparteien, wenn sie so stürmisch die neuen Gesetze einfordern – und das seit Jahren. (Abg. Dr. Heindl: Das habe ich ja gar nicht gesagt! Bleiben Sie bei der Wahrheit!) Sie haben vor fünf Minuten hier gesagt: Die Gewerbeordnung wird vereinfacht, das Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz muß novelliert werden. So wie ich Sie verstanden habe, müssen die Genehmigungen, die hier auch inkludiert sind, offensichtlich vereinfacht werden. (Ruf bei den Freiheitlichen: So ist es!)
Beifall bei den Grünen.
Alle, die vor mir gesprochen haben, haben von betriebswirtschaftlichen Vorteilen einzelner gesprochen – ich will jetzt nicht sagen: einzelner Unternehmen – und nicht wirklich den Staat und die Volkswirtschaft als Gesamtes – zumindest nicht umfassend genug – behandelt. Es darf nicht dazu kommen, daß hier nur die einzelnen Betriebe mancher Abgeordneter – das soll es ja alles geben; ich bin froh, daß es hier im Hohen Hause auch Unternehmer gibt – besprochen werden, daß die Debatte zum Budget hier in eine betriebswirtschaftliche Sicht der Wirtschaftspolitik mündet und den volkswirtschaftlichen Rahmen, in dem wir uns bewegen, und die Verantwortung, die ein Staat nicht nur für die Wirtschaft, sondern vor allem auch für die Arbeitnehmer, für alle Menschen und natürlich auch für die Umwelt in diesem Land hat, völlig außer acht läßt. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Wabl: Genau das ist das Problem!
Ich begrüße es sehr, wenn es hier zu einer Umstrukturierung der E-Wirtschaft kommt. Ich begrüßte es auch sehr, wenn es vor allem zu einem guten Energieorganisationsgesetz käme. Aber alles, was ich bisher hier von Ihnen, Herr Wirtschaftsminister, gehört habe, zeigt mir eher, daß unsere Befürchtungen eintreten, nämlich daß es einen riesigen Kniefall von seiten des ÖVP-Wirtschaftsministers vor den schwarzen Landesgesellschaften in neun Bundesländern geben wird. Nicht alle sind ÖVP-dominiert, aber fast und überwiegend. (Abg. Wabl: Genau das ist das Problem!) Und was hier passiert und was Sie hier ankündigen, ist das Ende einer nationalen Energiepolitik, die es schon jetzt kaum gegeben hat, die aber wenigstens in Ansätzen möglich gewesen wäre.
Beifall bei den Grünen.
Sie verschleudern Milliarden seit Jahren, und das geht so weiter. Und mit Ihren Vorschlägen zur Neustrukturierung wird sich das fortsetzen. Und das ist so ärgerlich, da Sie, gerade auch bei diesen Debatten, immer von der Notwendigkeit eines optimalen Nutzens der vorhandenen Mittel sprechen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wer überhaupt nicht profitieren wird und wer zum Teil wahrscheinlich sogar noch etwas mehr wird zahlen müssen, weil sich das dann auch für ein österreichisches EVU oder für den Verbund ausgehen muß, das ist die Summe der Kleinabnehmer, die Summe der Kleinverbraucher, die offensichtlich völlig vergessen wird. Und das ist die Marktspaltung, von der wir hier sprechen und die es zu vermeiden gilt. Ich hoffe doch sehr, daß von seiten der Sozialdemokraten ein großer Einspruch erfolgen wird zu den Plänen, die von seiten des Wirtschaftsministers kommen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
In diesem Sinne möchte ich den Österreicherinnen und Österreichern Mut machen, ihnen klar sagen, daß ich überzeugt bin davon, daß wir die unternehmerische Kapazität haben, und zwar nicht nur bei den Unternehmern, sondern auch bei den Managern, auch in Zukunft besser zu reüssieren als andere Länder. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie Beifall des Abg. Mag. Peter.
Hier ist auch eines klar zu sehen – und das scheint Abgeordneter Prinzhorn übersehen zu haben –: Beim Hineingehen in die EU war ganz entscheidend, daß wir unsere Wettbewerbsposition halten konnten. Hätten wir das nicht gemacht, dann hätten wir heute wesentlich höhere Arbeitslosenraten, weniger Exporte, weniger Investitionen. Daher war dieser Weg richtig. Auch wenn wir im geschützten Bereich jetzt natürlich einen größeren Anpassungsdruck haben, auch wenn wir jetzt vieles verändern müssen, insgesamt ist die Alternative, nämlich ein Nein zu Europa, ein Weg in die Sackgasse. Das sollte man bei aller Diskussion und bei allen Detailproblemen nie vergessen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie Beifall des Abg. Mag. Peter. )
Ruf bei den Freiheitlichen: "Wenn"!
Ich warne alle Experten, die jetzt schon wieder analysieren, daß weitere Sparpakete notwendig sind. Ich bin überzeugt: Wenn die internationale Konjunktur hält, wenn die Prognosen, daß es nach 1997, 1998 wieder besser wird, eintreffen – und das hängt nicht nur von Österreich ab –, dann haben wir kein Problem (Ruf bei den Freiheitlichen: "Wenn"!), unsere Budgetziele zu erreichen, und dann werden wir unsere Wettbewerbsfähigkeit unter Beweis stellen. Und es ist nicht notwendig, daß wir weitere Steuererhöhungen durchführen, es ist überhaupt nicht notwendig, weitere Sparpakete zu schnüren. – "Wenn!" rufen Sie. Wenn international die Konjunktur ... (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn. ) Na ja, Sie kennen vielleicht die volkswirtschaftlichen Zusammenhänge nicht, Herr Prinzhorn. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Johannes! Warum willst du die Bäckerei nicht übernehmen?) Weil ich Volkswirtschaft betreibe, ganz klar.
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn.
Ich warne alle Experten, die jetzt schon wieder analysieren, daß weitere Sparpakete notwendig sind. Ich bin überzeugt: Wenn die internationale Konjunktur hält, wenn die Prognosen, daß es nach 1997, 1998 wieder besser wird, eintreffen – und das hängt nicht nur von Österreich ab –, dann haben wir kein Problem (Ruf bei den Freiheitlichen: "Wenn"!), unsere Budgetziele zu erreichen, und dann werden wir unsere Wettbewerbsfähigkeit unter Beweis stellen. Und es ist nicht notwendig, daß wir weitere Steuererhöhungen durchführen, es ist überhaupt nicht notwendig, weitere Sparpakete zu schnüren. – "Wenn!" rufen Sie. Wenn international die Konjunktur ... (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn. ) Na ja, Sie kennen vielleicht die volkswirtschaftlichen Zusammenhänge nicht, Herr Prinzhorn. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Johannes! Warum willst du die Bäckerei nicht übernehmen?) Weil ich Volkswirtschaft betreibe, ganz klar.
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Johannes! Warum willst du die Bäckerei nicht übernehmen?
Ich warne alle Experten, die jetzt schon wieder analysieren, daß weitere Sparpakete notwendig sind. Ich bin überzeugt: Wenn die internationale Konjunktur hält, wenn die Prognosen, daß es nach 1997, 1998 wieder besser wird, eintreffen – und das hängt nicht nur von Österreich ab –, dann haben wir kein Problem (Ruf bei den Freiheitlichen: "Wenn"!), unsere Budgetziele zu erreichen, und dann werden wir unsere Wettbewerbsfähigkeit unter Beweis stellen. Und es ist nicht notwendig, daß wir weitere Steuererhöhungen durchführen, es ist überhaupt nicht notwendig, weitere Sparpakete zu schnüren. – "Wenn!" rufen Sie. Wenn international die Konjunktur ... (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn. ) Na ja, Sie kennen vielleicht die volkswirtschaftlichen Zusammenhänge nicht, Herr Prinzhorn. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Johannes! Warum willst du die Bäckerei nicht übernehmen?) Weil ich Volkswirtschaft betreibe, ganz klar.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Wenn international die Konjunktur einbricht, dann haben andere Länder, meine sehr geehrten Damen und Herren, viel größere Probleme als Österreich, die Maastricht-Kriterien zu erfüllen. Und Österreich ist dann bei einer generellen Niveausenkung noch immer bei den Besten. Das heißt, wir brauchen uns vor der Zukunft, auch vor der budgetären Zukunft, nicht zu fürchten. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben die aktive Arbeitsmarktförderung gestärkt und sind überzeugt davon, daß wir die passive Arbeitsmarktförderung reduzieren können, weil die Arbeitslosenzahlen eben nicht steigen werden aufgrund einer falschen Politik. Und das, glaube ich, ist eine wichtige Voraussetzung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn Sie sich die TIWAG ansehen, dann werden Sie merken, daß sie es geschafft haben, im internationalen Wettbewerb eine sehr gute Entwicklung zu nehmen, weil sie durch ihr Regime schon früh gezwungen war, in diesen Wettbewerb zu gehen. Andere haben das nicht gemacht und haben große Probleme. Ich möchte sie zwingen, daß sie denselben Weg gehen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Koppler: Seit zwei Jahren liegt ein Initiativantrag im Haus!
Unternehmenskultur, Unternehmensgründungsoffensive. Hiezu ist eines ganz klar zu sagen: Ich glaube, daß das auch eine Frage – aus der Sicht von Ihnen, Herr Abgeordneter Peter, ist das sicherlich richtig erkannt worden – der Gesellschaftspolitik ist, wo Sie aber die Mentalität nicht über Nacht verändern können. Wir müssen ganz ehrlich sein: Wenn man Unternehmer – wie in letzter Zeit – immer öfter an den Pranger stellt, wenn sozusagen ein vorübergehendes Scheitern zur Diskriminierung und Diskreditierung führt, dann wird jeder nach Sicherheit streben und niemand wird versuchen, den Karren, wie Sie sagen, zu ziehen. Daher halte ich es für dringend notwendig, daß wir in einen konstruktiven Dialog über die Bildungspolitik in Österreich eintreten, darüber, ob wir nicht in der Ausbildung falsch liegen. Denn die einzige Chance, Unternehmer zu bekommen, ist doch, daß wir die Facharbeiter im weitesten Sinne des Wortes forcieren, deren Image erhöhen und nicht das Gegenteil bewirken. Ich bin sehr froh, daß jetzt auch bei unserem Koalitionspartner ein Umdenken zu erkennen ist. (Abg. Koppler: Seit zwei Jahren liegt ein Initiativantrag im Haus!)
Beifall bei der ÖVP.
Mit den Lehrwerkstätten allein ist das nicht zu fördern, Herr Abgeordneter Koppler. Ich habe wiederholt gefordert, man sollte sozial gestaffelte Studiengebühren einführen, weil die Leute einfach überlegen, ob es wirklich sinnvoll ist, diesen Weg zu gehen, und man sollte ihn nicht mit dem Nulltarif forcieren. Abgeordneter Nowotny kann sich das jetzt vorstellen, die Grünen können es sich vorstellen, die Liberalen können es sich vorstellen. Nur: Als wir es verhandelt haben, hat es sich leider niemand vorstellen können. Wir hätten uns einiges an Ärger erspart, wenn wir das getan hätten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben jetzt die Tourismusergebnisse der ersten fünf Monate der Wintersaison vorliegen. Wenn ich mir diese ansehe, dann muß ich sagen, es gibt eine differenzierte Entwicklung, wir sind in einem Wandel begriffen. Aber insgesamt hat sich – Hut ab vor der österreichischen Tourismuswirtschaft! – die österreichische Tourismuswirtschaft hervorragend gehalten und eben keinen Rückgang erfahren, sondern nur einen marginalen von 0,3 Prozent bei den gewerblichen Beherbergungsbetrieben. Da kann man nicht von einer Krise sprechen, sondern wir sind in einem Wandel begriffen und sind dabei, diesen Wandel positiv zu bewältigen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Trinkl: Das hat mit dem Gebiet nichts zu tun!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir haben Zuwächse: im Burgenland 6,3 Prozent (Abg. Trinkl: Das hat mit dem Gebiet nichts zu tun!), in Kärnten 4,3 Prozent, in Vorarlberg – man hat immer gesagt, die Entwicklung in Vorarlberg läuft schlecht; sie läuft besser denn je – 2,3 Prozent, in Wien 2 Prozent, in der Steiermark 1,7 Prozent. Tirol hat ein Minus von 1,6 Prozent. Okay, ja. Aber ich sage auch, warum: weil andere Länder abgewertet haben und weil es auch einem Wirtschaftsminister nicht über Nacht möglich ist, diesen Abwertungseffekt wegzudiskutieren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir haben Zuwächse: im Burgenland 6,3 Prozent (Abg. Trinkl: Das hat mit dem Gebiet nichts zu tun!), in Kärnten 4,3 Prozent, in Vorarlberg – man hat immer gesagt, die Entwicklung in Vorarlberg läuft schlecht; sie läuft besser denn je – 2,3 Prozent, in Wien 2 Prozent, in der Steiermark 1,7 Prozent. Tirol hat ein Minus von 1,6 Prozent. Okay, ja. Aber ich sage auch, warum: weil andere Länder abgewertet haben und weil es auch einem Wirtschaftsminister nicht über Nacht möglich ist, diesen Abwertungseffekt wegzudiskutieren. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Ing. Langthaler.
Zum Schluß kommend: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich glaube, daß wir vor einer Wirtschaftspolitik stehen, die ressortübergreifend ist, die in die Bildungspolitik hineingeht, die sicher – das wurde mit Recht angesprochen – im Deregulierungsbereich neue Akzente setzen muß. Nur, das heißt auch hier im Hohen Haus, das nicht nur bei der Wirtschaftsdebatte anzubringen, sondern auch bei der Sozialdebatte umzusetzen, bei der Umweltdebatte zu berücksichtigen. Unser Problem ist, daß wir in diesen Bereichen oft Bürokratie schaffen und keine effizienten Leistungen. Wenn ich an das gesamte Verpackungssystem denke, dann muß ich sagen, es führt zu zunehmenden Wettbewerbsverzerrungen, und wir müssen uns überlegen, ob dieser Weg weiter gangbar ist. (Zwischenruf der Abg. Ing. Langthaler. ) Das macht ja nichts, es hindert uns nicht daran, es zu verbessern. Man kann nicht immer stehenbleiben, die Welt dreht sich weiter, Frau Langthaler, und wir sind bereit, auf Entwicklungen zu reagieren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Zum Schluß kommend: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich glaube, daß wir vor einer Wirtschaftspolitik stehen, die ressortübergreifend ist, die in die Bildungspolitik hineingeht, die sicher – das wurde mit Recht angesprochen – im Deregulierungsbereich neue Akzente setzen muß. Nur, das heißt auch hier im Hohen Haus, das nicht nur bei der Wirtschaftsdebatte anzubringen, sondern auch bei der Sozialdebatte umzusetzen, bei der Umweltdebatte zu berücksichtigen. Unser Problem ist, daß wir in diesen Bereichen oft Bürokratie schaffen und keine effizienten Leistungen. Wenn ich an das gesamte Verpackungssystem denke, dann muß ich sagen, es führt zu zunehmenden Wettbewerbsverzerrungen, und wir müssen uns überlegen, ob dieser Weg weiter gangbar ist. (Zwischenruf der Abg. Ing. Langthaler. ) Das macht ja nichts, es hindert uns nicht daran, es zu verbessern. Man kann nicht immer stehenbleiben, die Welt dreht sich weiter, Frau Langthaler, und wir sind bereit, auf Entwicklungen zu reagieren. (Beifall bei der ÖVP.)
Anhaltender Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Entscheidend ist – auch im Bereich der indirekten Steuern –, daß wir auf der Ausgabenseite effizient reformieren, sparen, denn sonst wird es niemandem möglich sein, Steuern – im Bereich der Mehrwertsteuer ist das sicher sinnvoll, aber auch im Bereich der Getränkesteuer – abzuschaffen oder zu verändern, damit wir Konkurrenznachteile verhindern. – Danke schön. (Anhaltender Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Peter! Ich möchte Ihnen schon folgendes dazu sagen – der Herr Minister hat es bereits angeführt –: Mit 0,4 Prozent – ich gebe Ihnen zwar recht, daß die Gewinne deswegen nicht besser sind – haben wir, ohne Ostern zu berücksichtigen, ein Ergebnis im Wintertourismus, das gleich ist wie im letzten Jahr. So kann man nicht arbeiten, daß man immer zweistellige Nächtigungsrückgänge und so weiter voraussagt. Das müssen wir uns abgewöhnen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Peter: Wird das auch sinnvoll geschehen?
Andererseits möchte ich als Tourismussprecher der ÖVP auf die neue Österreich-Werbung eingehen, deren neue und engagierte Geschäftsführung bereits frischen Wind in die Organisation gebracht hat. 50 Millionen Schilling mehr an Budgetmitteln stehen zur Verfügung, die zusätzlich für Werbung und Marketing eingesetzt werden können. (Abg. Mag. Peter: Wird das auch sinnvoll geschehen?) Ja, selbstverständlich, Herr Mag. Peter. Sie wissen ja, wo Sie es einsetzen wollten, wir wissen, wo wir es jetzt einsetzen.
Abg. Dr. Graf: Herr Abgeordneter Puttinger! Wir haben auch Bürgermeister!
Es ist sehr leicht für jemanden, sehr geehrte Damen und Herren von der FPÖ, der weder im Bund noch in einer führenden Position in den Gemeinden tätig ist, einfach die Abschaffung der Getränkesteuer zu verlangen, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, wie es mit der Finanzierung der Gemeinden letzten Endes aussieht. (Abg. Dr. Graf: Herr Abgeordneter Puttinger! Wir haben auch Bürgermeister!) Meine sehr verehrten Damen und Herren! Diese Politik ist eine verantwortungslose Politik. Wir bekennen uns aber zu einer Politik mit Verantwortung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es ist sehr leicht für jemanden, sehr geehrte Damen und Herren von der FPÖ, der weder im Bund noch in einer führenden Position in den Gemeinden tätig ist, einfach die Abschaffung der Getränkesteuer zu verlangen, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, wie es mit der Finanzierung der Gemeinden letzten Endes aussieht. (Abg. Dr. Graf: Herr Abgeordneter Puttinger! Wir haben auch Bürgermeister!) Meine sehr verehrten Damen und Herren! Diese Politik ist eine verantwortungslose Politik. Wir bekennen uns aber zu einer Politik mit Verantwortung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP
Weil Kollege Peter das gemacht hat, zitiere ich auch Churchill. Er hat einmal gesagt: Man löst keine Probleme, indem man sie auf Eis legt. Nehmen wir diese Problematik alle gemeinsam in Angriff, Herr Kollege Haigermoser! Auch Sie sind gefordert (Beifall bei der ÖVP), denn wir sind nicht dazu da, irgendeine Sache um 1000 Prozent besser zu machen, sondern wir nehmen uns vor, 1000 Dinge um 1 Prozent besser zu machen. Herr Kollege Haigermoser! Sie sind eingeladen, von den 1000 Dingen wenigstens eines besser zu machen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Weil Kollege Peter das gemacht hat, zitiere ich auch Churchill. Er hat einmal gesagt: Man löst keine Probleme, indem man sie auf Eis legt. Nehmen wir diese Problematik alle gemeinsam in Angriff, Herr Kollege Haigermoser! Auch Sie sind gefordert (Beifall bei der ÖVP), denn wir sind nicht dazu da, irgendeine Sache um 1000 Prozent besser zu machen, sondern wir nehmen uns vor, 1000 Dinge um 1 Prozent besser zu machen. Herr Kollege Haigermoser! Sie sind eingeladen, von den 1000 Dingen wenigstens eines besser zu machen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Puttinger: Der Haigermoser begreift das nicht!
Abgeordneter Helmut Haigermoser (Freiheitliche): Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Puttinger, wir werden ja am kommenden Montag Gelegenheit haben, die Klingen in der Kammervollversammlung zu kreuzen. Aber nur eines vorweg: Du beklagst das Auftreten gegen die Getränkesteuer und hast selber in deiner Kammer eine Unterschriftenaktion vom Zaun gebrochen. Jetzt frage ich mich schon: Wer ist stärker – i oder i? Diese Frage müßtest du an dich selbst richten. (Abg. Dr. Puttinger: Der Haigermoser begreift das nicht!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Puttinger: Das habe ich dir jetzt schon fünfmal erklärt!
Das ist ja wirklich hanebüchener Unsinn, Kollege Puttinger, den du hier verzapft hast. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Puttinger: Das habe ich dir jetzt schon fünfmal erklärt!) Natürlich, die Botschaft hören wir wohl, die hier verkündet wurde vom Bundesminister und von anderen Weihrauchkesselschwingern, die sich hier über die Probleme hinweggeturnt haben. Ditz war da ja meisterhaft unterwegs, so nach dem Muster des Vogel Strauß. Der ist ja ein Aussichtsturm im Vergleich zu dem, was Sie geboten haben, Herr Bundesminister.
Abg. Dr. Khol: Geht es dir so schlecht, daß du keine Krawatte mehr hast?
Sie haben nur gewarnt. Sie haben die Unternehmer gewarnt, die Schwarzmaler gewarnt, die Experten gewarnt, den Rest der Welt gewarnt, die Opposition gewarnt. Alle sind von Ihnen gewarnt worden, sie sollen ja den Kopf in den Sand stecken. (Abg. Dr. Khol: Geht es dir so schlecht, daß du keine Krawatte mehr hast?) Spiel nicht den Störenfried, Andreas Khol!
Beifall bei den Freiheitlichen
Meine Damen und Herren! Er, Maderthaner, steht nach wie vor für die alte, verzopfte Gewerbeordnung (Beifall bei den Freiheitlichen), nach dem Muster der Gewerbeordnung aus 1859, die zweifelsohne damals vorbildlich war.
Abg. Tichy-Schreder: So hat er es nicht gesagt! "Von der Volkswirtschaft", hat er gesagt!
Herr Bundesminister Ditz, Sie haben gesagt, der Kollege verstehe nichts, unser Erstredner verstehe nichts, Thomas Prinzhorn verstehe nichts von den internationalen Zusammenhängen. Das glauben Sie doch hoffentlich selber nicht! (Abg. Tichy-Schreder: So hat er es nicht gesagt! "Von der Volkswirtschaft", hat er gesagt!) Wenn Sie jemals so viele Arbeitsplätze sichern wie Thomas Prinzhorn, dann gratuliere ich Ihnen als erster, Herr Bundesminister. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundesminister Ditz, Sie haben gesagt, der Kollege verstehe nichts, unser Erstredner verstehe nichts, Thomas Prinzhorn verstehe nichts von den internationalen Zusammenhängen. Das glauben Sie doch hoffentlich selber nicht! (Abg. Tichy-Schreder: So hat er es nicht gesagt! "Von der Volkswirtschaft", hat er gesagt!) Wenn Sie jemals so viele Arbeitsplätze sichern wie Thomas Prinzhorn, dann gratuliere ich Ihnen als erster, Herr Bundesminister. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich meine, Barazon hat den Nagel auf den Kopf getroffen. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Es kommt auch von Ihrer Seite immer wieder der Zwischenruf: Na, wie würden denn Sie es machen? Ihr habt ja keine Rezepte, sagt man, wir regieren, und es ist uns wurscht, was die Bürger sagen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Eindämmung der Einkaufszentren nach französischem Vorbild, um Arbeitsplätze im Mittelstand zu sichern und auch Ausbildungsplätze für die Jugend zur Verfügung zu stellen. (Beifall bei den Freiheitlichen.) – Da gibt es nämlich international Rezepte, und wir haben über die Grenzen geschaut, Herr Bundesminister, weil wir wissen, daß dies die Verantwortung für Österreich verlangt.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Beim Handeln aber geht ihr alle auf Tauchstation. Ihr verkündet stets dem Christkind eure Liebeserklärungen, aber wenn es ums Abstimmen geht, dann seid ihr wieder beim Sozialismus. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Weitere Punkte: Trennung des Anlagenrechts von der Gewerbeordnung und dessen Straffung; Privatisierung der Prüfinstanzen im Bereich des Anlagen- und Gewerberechtes – ein echter Beitrag zur Kostenminimierung. Das kostet dem Staatssäckel keinen Groschen. Im Gegenteil, es würde sogar eingespart werden, Herr Bundesminister! Das ist ein Teil unserer Vorschläge. Sie müssen aber zuhören und nicht schwätzen, wenn Sie auf der Regierungsbank sitzen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Und genau das werden Sie am Freitag tun, meine Damen und Herren! Sie werden mit Ihrem Abstimmungsverhalten am kommenden Freitag den Wirtschaftsstandort Österreich nachhaltig schädigen. Das richtet Ihnen kein Geringerer als Kessler aus, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Doppelzüngiger und janusköpfiger geht es überhaupt nicht mehr! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich könnte Ihnen jetzt seitenweise zitieren. Die Vorschläge, die Maderthaner gemacht hat, sind reihum gute Vorschläge, keine Frage, aber sie sind ein Wunsch ans Christkind. Aber Sie regieren, Sie regieren, und daher haben Sie diese Dinge umzusetzen. Wir stehen Ihnen dabei zur Seite. Und wenn Sie Einstimmigkeit bei Ihren Umsetzungen der Belastungen für die Wirtschaft einmahnen, dann sage ich Ihnen nur eines: Da haben Sie uns nicht auf Ihrer Seite, denn Einstimmigkeit herrscht nur am Friedhof. Wir wollen keinen Wirtschaftsfriedhof in diesem Lande, sondern innovative Betriebe, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn Sie den Mut gehabt hätten, Herr Kollege Puttinger, Herr Kollege Maderthaner, im Unternehmerparlament dieses Belastungspaket – oder nennen wir es Sparpaket – zu diskutieren, dann hätten Sie der Forderung der fünf freiheitlichen Vizepräsidenten nachkommen müssen, dieses Unternehmerparlament zu einer Sondersitzung einzuberufen und die Unternehmer diskutieren und abstimmen zu lassen. Dazu waren Sie aber zu feige, Herr Kollege Maderthaner! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Wir fordern Sie auf, darüber nachzudenken, ob Ihre Sonntagsreden zumindest in Teilbereichen umgesetzt werden können. Wir Freiheitlichen haben Alternativen zuhauf auf den Tisch gelegt. Sie haben uns, wie bereits gesagt, auf Ihrer Seite, wenn es um das Wohl der Republik geht, aber wir werden erbittertsten Widerstand leisten, wenn Sie so wie bisher die Klein- und Mittelständler auf dem Feld des Sozialismus opfern. Wir sind jedenfalls deren Anwalt und werden auch in Hinkunft mit konstruktiven Vorschlägen aufwarten, damit der Wirtschaftsstandort Österreich nicht nur gehalten, sondern auch verbessert wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Ich habe auch keine Ahnung!
Tatsache ist, daß wir in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich steigende Nächtigungszahlen hatten, Umsatzzuwächse zu verzeichnen hatten und jetzt zur Kenntnis nehmen müssen, daß die Phase des Wachstums unterbrochen ist und wir einen Strukturwandel miterleben. Ich glaube, die Antwort auf diese Herausforderung kann nicht sein, in Krisengeschrei auszubrechen. Abgeordneter Haigermoser (Abg. Haigermoser: Ich habe auch keine Ahnung!) – das habe ich nicht gesagt, aber das läßt darauf schließen – meinte, die österreichische Wirtschaft, die österreichische Politik gleite in die Krida ab. (Zwischenruf des Abg. Haigermoser .) Dieses Krisengeschrei nützt niemandem.
Zwischenruf des Abg. Haigermoser .
Tatsache ist, daß wir in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich steigende Nächtigungszahlen hatten, Umsatzzuwächse zu verzeichnen hatten und jetzt zur Kenntnis nehmen müssen, daß die Phase des Wachstums unterbrochen ist und wir einen Strukturwandel miterleben. Ich glaube, die Antwort auf diese Herausforderung kann nicht sein, in Krisengeschrei auszubrechen. Abgeordneter Haigermoser (Abg. Haigermoser: Ich habe auch keine Ahnung!) – das habe ich nicht gesagt, aber das läßt darauf schließen – meinte, die österreichische Wirtschaft, die österreichische Politik gleite in die Krida ab. (Zwischenruf des Abg. Haigermoser .) Dieses Krisengeschrei nützt niemandem.
Abg. Dr. Graf: Was war es bisher?
Drei Überlegungen zur Tourismuspolitik: Ich glaube, daß Tourismuspolitik in einem immer größeren Ausmaß zur Freizeitpolitik wird. Das heißt – das sagt auch die erste österreichische Tourismus-Analyse –, daß Tourismuspolitik ein wesentlicher Bestandteil einer umfassenden Freizeitpolitik sein muß. (Abg. Dr. Graf: Was war es bisher?) Dieser Anspruch erfordert eine gezielte und koordinierte Vernetzung der Freizeitinfrastruktur, und ich meine, daß wir das touristische Angebot einer Region sowohl den Urlaubern, den Gästen als auch der Bevölkerung entsprechend zur Verfügung stellen müssen.
Abg. Dr. Graf: Wo fahren Sie auf Urlaub hin?
Es ist auch wichtig, das Erwartungsniveau der Gäste immer wieder neu auszuloten, das Angebot nachzujustieren, um den Markt zu kennen, und dazu ist die Marktforschung zu verstärken. Herr Bundesminister! Ich glaube, es wäre notwendig, entsprechende Maßnahmen in diesem Bereich zu unterstützen, denn Gästebefragungen allein nützen uns nichts. (Abg. Dr. Graf: Wo fahren Sie auf Urlaub hin?)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen
Hohes Haus! Ich hätte noch einiges zu sagen, aber wir haben vereinbart, daß noch sehr viele Redner meiner Fraktion zu diesem Kapitel Stellung nehmen werden. Ich möchte nur zum Abschluß den Kollegen Haigermoser, der hier wieder zum Ausdruck gebracht hat, daß die Koalition sozusagen nichts zustande bringt, daß die Koalition dem Volk in keinster Weise gerecht wird, an folgendes erinnern: Kollege Haigermoser – auch wenn du den Saal verläßt –, wir haben erst am 17. Dezember das Volk ob der politischen Voraussetzungen befragt, und am 17. Dezember (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen), mein lieber Haigermoser, war es doch so, daß die ÖVP ein Mandat gewonnen hat, die SPÖ sechs gewonnen und die FPÖ zwei Mandate verloren hat. –
Bundesminister Dr. Ditz spricht mit Abg. Dr. Leiner .
Herr Bundesminister! Sie wissen, daß ich immer gerne mit Ihnen debattiert habe und daß wir oftmals in den Debatten auch eine Übereinstimmung in den Ansichten gehabt haben. (Bundesminister Dr. Ditz spricht mit Abg. Dr. Leiner .) Ich möchte Sie nicht unterbrechen. (Abg. Dr. Leiner: Ich lasse mich nicht unterbrechen!) Es wäre ein Gebot der Höflichkeit, wenn Sie sich unterbrechen ließen.
Abg. Dr. Leiner: Ich lasse mich nicht unterbrechen!
Herr Bundesminister! Sie wissen, daß ich immer gerne mit Ihnen debattiert habe und daß wir oftmals in den Debatten auch eine Übereinstimmung in den Ansichten gehabt haben. (Bundesminister Dr. Ditz spricht mit Abg. Dr. Leiner .) Ich möchte Sie nicht unterbrechen. (Abg. Dr. Leiner: Ich lasse mich nicht unterbrechen!) Es wäre ein Gebot der Höflichkeit, wenn Sie sich unterbrechen ließen.
Beifall beim Liberalen Forum.
Herr Bundesminister! Ich bin davon überzeugt, daß Sie im Grunde Ihrer Seele unserer Kritik zustimmen. Sie wissen, daß Qualitätsarbeit in diesen Ausschüssen nicht nur nicht möglich war, sondern daß sie im Grunde auch nicht gefragt war. Sie können es ja nachlesen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Parnigoni: Kleinigkeit ist das keine!
Herr Bundesminister! Ich erinnere mich noch gut daran – ich war schon hier im Haus –, als Sie eine Initiative, eine umgehende Initiative zu einer winzigen Kleinigkeit angekündigt haben: Es war die Ladenöffnungszeit, die Abschaffung beziehungsweise die Deregulierung der Ladenöffnungszeit. (Abg. Parnigoni: Kleinigkeit ist das keine!)
Zwischenruf der Abg. Tichy-Schreder
Herr Bundesminister! Sie kennen selbst das Ergebnis. Sie wissen, daß Sie bereits nach wenigen Tagen daran gescheitert waren. Ich weiß, daß Sie das bedauern, aber uns Österreichern, uns Wirtschaftstreibenden hilft es nicht, den Grund zu wissen, warum Sie scheitern (Zwischenruf der Abg. Tichy-Schreder ) – auch Sie, Frau Tichy-Schreder –, sondern wir wollen ja, daß die angekündigten Deregulierungen, die auch Herr Heindl heute beschworen hat, auch tatsächlich stattfinden und daß sie nicht immer nur versprochen werden. (Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Herr Bundesminister! Sie kennen selbst das Ergebnis. Sie wissen, daß Sie bereits nach wenigen Tagen daran gescheitert waren. Ich weiß, daß Sie das bedauern, aber uns Österreichern, uns Wirtschaftstreibenden hilft es nicht, den Grund zu wissen, warum Sie scheitern (Zwischenruf der Abg. Tichy-Schreder ) – auch Sie, Frau Tichy-Schreder –, sondern wir wollen ja, daß die angekündigten Deregulierungen, die auch Herr Heindl heute beschworen hat, auch tatsächlich stattfinden und daß sie nicht immer nur versprochen werden. (Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Es kommt mir hin und wieder so vor, als wären Sie Gefangener in einer ungeliebten Koalition. Ich muß Ihnen noch etwas sagen, meine Damen und Herren: Wenn man Sie aus der Regierungskoalition beobachtet, auch in anderen Politikfeldern, zum Beispiel betreffend die Problematik der Sicherheitsdebatte gestern oder Ihr Verhältnis zueinander, dann muß ich sagen, das bewirkt keinen Optimismus bei einem Unternehmer, der seine Interessen und die seiner mehreren tausend Arbeitnehmer in diesem Land hat. Diese Regierung, so befürchten wir, hat einiges dazuzulernen. Und Sie sollten wenigstens Ihre Differenzen, meine Damen und Herren, besser verstecken, damit wir sie nicht so klar und eindeutig erkennen können. Und dann werden wir vielleicht wieder etwas optimistischer werden! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Mag. Peter gibt dem Redner ein Zeichen, daß er seine Rede beenden soll.
Herr Bundesminister! Lassen Sie mich noch auf ein Thema eingehen. Sie sagen – und Sie stehen quasi dafür ein –: in Zukunft keine Sparpakete mehr! Und dann haben Sie einige "Wenn" angefügt. Jetzt weiß ich schon, daß man natürlich Parameter annehmen muß, daß man sie auch voraussagen darf und muß und daß man einen bestimmten wirtschaftspolitischen Rahmen zu Fug und Recht in den Mittelpunkt stellen kann. Aber ich mache Sie auf eine Gefahr aufmerksam: Diese globale Entwicklung der europäischen und der übrigen großen Wirtschaftsräume hat keine empirischen Erfahrungen, nicht einmal annäherungsweise. Wir bewegen uns nach 50 Jahren Friedenswirtschaft mit Geldmengen, wie sie noch nie in diesen modernen Volkswirtschaften vorhanden waren, auf dem Gebiet der reinen Theorie. Wir wissen nicht, wie in einer kommunikativ vernetzten Gesellschaft die Auswirkungen von politischen Maßnahmen greifen. (Abg. Mag. Peter gibt dem Redner ein Zeichen, daß er seine Rede beenden soll.) Gib Ruhe, denn du bist nicht Andreas Khol, und ich reagiere nicht auf grüne und auch nicht auf rote Karten! (Abg. Mag. Barmüller: Aber wir haben eine Redezeitbeschränkung! – Abg. Dr. Khol: Da werde ich sogar schon imitiert! Herr Präsident! Bitte schützen Sie mein Copyright!)
Abg. Mag. Barmüller: Aber wir haben eine Redezeitbeschränkung! – Abg. Dr. Khol: Da werde ich sogar schon imitiert! Herr Präsident! Bitte schützen Sie mein Copyright!
Herr Bundesminister! Lassen Sie mich noch auf ein Thema eingehen. Sie sagen – und Sie stehen quasi dafür ein –: in Zukunft keine Sparpakete mehr! Und dann haben Sie einige "Wenn" angefügt. Jetzt weiß ich schon, daß man natürlich Parameter annehmen muß, daß man sie auch voraussagen darf und muß und daß man einen bestimmten wirtschaftspolitischen Rahmen zu Fug und Recht in den Mittelpunkt stellen kann. Aber ich mache Sie auf eine Gefahr aufmerksam: Diese globale Entwicklung der europäischen und der übrigen großen Wirtschaftsräume hat keine empirischen Erfahrungen, nicht einmal annäherungsweise. Wir bewegen uns nach 50 Jahren Friedenswirtschaft mit Geldmengen, wie sie noch nie in diesen modernen Volkswirtschaften vorhanden waren, auf dem Gebiet der reinen Theorie. Wir wissen nicht, wie in einer kommunikativ vernetzten Gesellschaft die Auswirkungen von politischen Maßnahmen greifen. (Abg. Mag. Peter gibt dem Redner ein Zeichen, daß er seine Rede beenden soll.) Gib Ruhe, denn du bist nicht Andreas Khol, und ich reagiere nicht auf grüne und auch nicht auf rote Karten! (Abg. Mag. Barmüller: Aber wir haben eine Redezeitbeschränkung! – Abg. Dr. Khol: Da werde ich sogar schon imitiert! Herr Präsident! Bitte schützen Sie mein Copyright!)
Abg. Dr. Fekter: Nein, nein, nein, nein! – Sozialminister!
Ich möchte zum Schluß einfach noch eines vorbringen: Es gibt ein Gesetz, und das ist für mich charakteristisch, wenn wir über Arbeitskosten, Lohnnebenkosten, Bürokratie und andere Dinge, die sinnvoll oder teuer oder unsinnig und auch teuer sind, reden; und das ist das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz. Ich bekenne mich dazu, daß ein Arbeitnehmerschutzgesetz etwas Sinnvolles ist und daß es nach einem europäischen Standard erfolgt. Meine Damen und Herren! Aber was Sie hier mit diesem Bundesgesetzblatt beschlossen haben, das ist nicht feierlich. Sie verlangen etwas von den Unternehmungen – verbunden mit erheblichen Kosten. Herr Bundesminister! Dieses Gesetz ist zu einem Teil in Ihrem Vollzug. (Abg. Dr. Fekter: Nein, nein, nein, nein! – Sozialminister!) – Lesen Sie es nach! Ich habe es selbst gelesen. Wollen Sie es haben? – Sie müssen sich mit den Gesetzen beschäftigen, Frau Fekter! Sie sollten sie lesen und nicht wie Ihr Kollege Graff sagen: Ich habe sie nicht einmal gelesen. – Darin steht das nämlich.
Beifall beim Liberalen Forum.
Und wenn wir es ernst nehmen mit Deregulieren, mit Vereinfachen, mit Gründerwelle, mit der Offensive, mit Optimismus und mit Initiativen, dann, meine Damen und Herren von der ÖVP, beginnen Sie mit diesem Gesetz! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Graf: Der Koppler weiß das nicht!
Heute weiß jeder: Ohne gesunde Wirtschaft geht nichts, nur gesunde und wettbewerbsfähige Betriebe sichern Arbeitsplätze. Sie sind die Grundlage für die Erhaltung unseres Sozialsystems. Nur ein erfolgreicher Betrieb ist letztlich auch ein guter Steuerzahler. (Abg. Dr. Graf: Der Koppler weiß das nicht!)
Beifall bei der ÖVP.
Die gesamte Wirtschaft – nicht nur die Exportwirtschaft – steht in einem beinharten internationalen Wettbewerb. Durch den Ausbau der Informationssysteme werden Entfernungen aufgehoben, und die Konkurrenz nimmt sprunghaft zu. Dieser globale Wettbewerb zwingt die Unternehmen, ihre Tätigkeiten dorthin zu verlagern, wo sie die attraktivsten Rahmenbedingungen vorfinden. Wollen wir also unsere Stellung in Europa und in der Welt behaupten, so müssen wir auch alles tun, um unseren Wirtschaftsstandort zu sichern! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir müssen initiativen Menschen den Schritt in die Selbständigkeit erleichtern. Das steirische Beispiel des Gründungschecks, wie es der neue Wirtschaftslandesrat Paierl vorgestellt hat, kann durchaus als positives Beispiel dienen. Viele weitere Schritte müssen folgen, und auch eine Adaptierung der Gewerbeordnung scheint durchaus sinnvoll zu sein, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Graf: Vergessen Sie die Rechtsanwälte nicht!
Meine Damen und Herren von der liberalen Fraktion! Wollen Sie tatsächlich amerikanische Verhältnisse, mit ausufernden Prozeßlawinen, in denen dann letztendlich Schadenersatzansprüche, Gewährleistungsansprüche und Produkthaftungsansprüche geklärt werden? Das kann doch nicht unser Weg sein! (Abg. Dr. Graf: Vergessen Sie die Rechtsanwälte nicht!) – Die Rechtsanwälte müssen leben, okay, zugestanden!
Beifall bei der ÖVP.
Heute ist es aber vielfach so, daß eine Unzahl von Gesetzen und Verordnungen dem Jungunternehmer den Zugang zu seinem neuen Beruf, zur Selbständigkeit tatsächlich verbaut. Bedenken Sie nur, daß allein ein kleiner Lebensmittelhändler insgesamt 130 Gesetze und Verordnungen berücksichtigen oder beachten muß. Ich wünsche – vielleicht entgegen dem Wunsch des Kollegen Haigermoser – der Initiative des Wirtschaftsbundes und vor allem meiner Kollegin Cordula Frieser sehr, sehr viel Erfolg! Ich wünsche, daß diese Aktion auch ein Denkanstoß für dieses Haus selbst ist! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Deshalb ist die vom Wirtschaftsminister eingeleitete Verfahrensreform und Verfahrenskonzentration so wichtig. Ich danke ihm auch, daß er im Interesse unserer Klein- und Mittelbetriebe die Intrastarterhebungen mit der EU neu verhandeln möchte, damit hier eine Erleichterung Platz greift, weil sie tatsächlich von vielen von uns als Härte empfunden werden. Wir müssen diese bürokratischen Hemmnisse abbauen, wenn wir Erfolg haben wollen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Letztendlich aber steht und fällt der Wirtschaftsstandort mit der Qualität unserer Mitarbeiter. Wir liegen falsch, wenn arbeitslose Akademiker immer noch angesehener sind als ein in Beschäftigung stehender Facharbeiter. Die Lehrlingsausbildung hat daher höchste Priorität, aber vielleicht nicht nur – ein Wort an den Herrn Abgeordneten Koppler; er ist nicht da – in der Lehrwerkstätte, sondern auch in unseren Tausenden Klein- und Mittelbetrieben, die auf diesem Sektor Gewaltiges, Vorbildliches leisten, wo Goldmedaillen verdient werden in internationalen Wettbewerben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Wirtschaft ist nicht alles, das ist richtig, aber ohne Wirtschaft ist alles nichts. Nur wenn der Wirtschaftsstandort Österreich wettbewerbsfähig bleibt, bleibt Österreich ein erstklassiger Arbeitsplatzgeber, und dann haben die Menschen in unserem Land auch eine sichere Zukunft. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Trinkl überreicht Abg. Haigermoser eine 100-S-Note. – Abg. Dr. Graf: Aber die kostet 659 S! – Abg. Haigermoser: Ich geb’ dir eine Bestätigung, dann kannst du die Geschichte abschreiben! – Abg. Dr. Khol: Das war ein Akt der Erwachsenenbildung! Lebensbegleitendes Lernen!
Meine Damen und Herren! Abschließend möchte ich vielleicht dem Herrn Kollegen Haigermoser 100 S für eine Paperback-Ausgabe einer neueren Ausgabe der Gewerbeordnung geben, denn die, die er eben hier gezeigt hat, ist seit 20 Jahren außer Kraft. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Trinkl überreicht Abg. Haigermoser eine 100-S-Note. – Abg. Dr. Graf: Aber die kostet 659 S! – Abg. Haigermoser: Ich geb’ dir eine Bestätigung, dann kannst du die Geschichte abschreiben! – Abg. Dr. Khol: Das war ein Akt der Erwachsenenbildung! Lebensbegleitendes Lernen!)
Allgemeine Heiterkeit. – Abg. Dr. Khol: Du kannst dir um den Hunderter aber auch eine Krawatte kaufen! – Ruf: Aber nicht in seinem Geschäft! – Abg. Haigermoser: Um 100 S gibt es keine Krawatten mehr! – Abg. Dr. Khol: Oja, am Brenner!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Herr Abgeordneter! Die Geschäftsordnung sieht weder für die Übergabe des Geldes noch für die Ausstellung der Empfangsbestätigung eine Grundlage vor. (Allgemeine Heiterkeit. – Abg. Dr. Khol: Du kannst dir um den Hunderter aber auch eine Krawatte kaufen! – Ruf: Aber nicht in seinem Geschäft! – Abg. Haigermoser: Um 100 S gibt es keine Krawatten mehr! – Abg. Dr. Khol: Oja, am Brenner!)
Abg. Parnigoni: Sie haben nicht alles gelesen!
Abgeordnete Mares Rossmann (Freiheitliche): Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Diese Regierung, diese neue alte Bundesregierung ist angetreten, um sich nun endgültig vom Interesse der österreichischen Tourismuswirtschaft zu verabschieden. Für diese Regierung existiert der Tourismus nicht mehr. Der beste Beweis dafür ist die Regierungserklärung des Herrn Bundeskanzlers. Ich habe lange gebraucht, bis ich diese eine Zeile, diesen einen Satz in der Regierungserklärung gefunden habe mit den Worten: "Neue Initiativen im Tourismussektor sollen dort für steigende Beschäftigung sorgen." Dagegen ist ja nichts einzuwenden, das ist ja zu begrüßen, aber das ist das Gesamtkonzept dieser Regierung für den Tourismus in dieser Legislaturperiode. (Abg. Parnigoni: Sie haben nicht alles gelesen!) Darauf habe ich gewartet! Das habe ich sehr ausführlich gelesen, das ist eine halbe Seite von 50 Seiten. Eine halbe Seite! Da sind Maßnahmen und Forderungen enthalten, die ich ja sehr begrüße, die aber mit dem Belastungspaket, worauf ich noch zu sprechen komme, bereits ad absurdum geführt werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordnete Mares Rossmann (Freiheitliche): Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Diese Regierung, diese neue alte Bundesregierung ist angetreten, um sich nun endgültig vom Interesse der österreichischen Tourismuswirtschaft zu verabschieden. Für diese Regierung existiert der Tourismus nicht mehr. Der beste Beweis dafür ist die Regierungserklärung des Herrn Bundeskanzlers. Ich habe lange gebraucht, bis ich diese eine Zeile, diesen einen Satz in der Regierungserklärung gefunden habe mit den Worten: "Neue Initiativen im Tourismussektor sollen dort für steigende Beschäftigung sorgen." Dagegen ist ja nichts einzuwenden, das ist ja zu begrüßen, aber das ist das Gesamtkonzept dieser Regierung für den Tourismus in dieser Legislaturperiode. (Abg. Parnigoni: Sie haben nicht alles gelesen!) Darauf habe ich gewartet! Das habe ich sehr ausführlich gelesen, das ist eine halbe Seite von 50 Seiten. Eine halbe Seite! Da sind Maßnahmen und Forderungen enthalten, die ich ja sehr begrüße, die aber mit dem Belastungspaket, worauf ich noch zu sprechen komme, bereits ad absurdum geführt werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Graf: Der Parnigoni weiß überhaupt nichts!
Aber diese Regierung hat den Stellenwert des Tourismus noch nicht erkannt. Diese Regierung weiß nicht, daß 14 von 100 Österreichern – das müßten Sie wissen, Herr Kollege Parnigoni (Abg. Dr. Graf: Der Parnigoni weiß überhaupt nichts!) – vom Tourismus leben und vom Tourismus abhängig sind. Wenn man Vergleichszahlen hernimmt, so sind es in der Schweiz acht Personen und in Deutschland nur sieben. 14 von 100 Österreichern leben also vom Tourismus.
Bundesminister Dr. Ditz befindet sich im Gespräch mit Abg. Donabauer .
Das interessiert wahrscheinlich den Herrn Minister nicht so. (Bundesminister Dr. Ditz befindet sich im Gespräch mit Abg. Donabauer .) Es wäre vielleicht ganz gut, wenn Sie mir zuhörten. Sie haben zwar schon von Kollegen Peter eine Vorlesung bekommen, aber ich hätte Ihnen auch einiges Wichtiges mitzuteilen. Denn, Herr Minister, da Sie uns vorhin die neuesten Zahlen mit einem Nur-Rückgang von 0,4 Prozent kundgetan haben, muß ich Ihnen folgendes sagen (Abg. Dr. Graf: Donabauer, lenk den Minister nicht ab! – Abg. Mentil: Donabauer, der Minister ist gar nicht neugierig auf dich!): Erstens ist die Zahlenbasis, das Zahlenmaterial im Vergleich zum Vorjahr, und im Vorjahr hatten wir ein schlechtes ...
Abg. Dr. Graf: Donabauer, lenk den Minister nicht ab! – Abg. Mentil: Donabauer, der Minister ist gar nicht neugierig auf dich!
Das interessiert wahrscheinlich den Herrn Minister nicht so. (Bundesminister Dr. Ditz befindet sich im Gespräch mit Abg. Donabauer .) Es wäre vielleicht ganz gut, wenn Sie mir zuhörten. Sie haben zwar schon von Kollegen Peter eine Vorlesung bekommen, aber ich hätte Ihnen auch einiges Wichtiges mitzuteilen. Denn, Herr Minister, da Sie uns vorhin die neuesten Zahlen mit einem Nur-Rückgang von 0,4 Prozent kundgetan haben, muß ich Ihnen folgendes sagen (Abg. Dr. Graf: Donabauer, lenk den Minister nicht ab! – Abg. Mentil: Donabauer, der Minister ist gar nicht neugierig auf dich!): Erstens ist die Zahlenbasis, das Zahlenmaterial im Vergleich zum Vorjahr, und im Vorjahr hatten wir ein schlechtes ...
Abg. Tichy-Schreder: Kollegin Rossmann, das werden Sie doch dem Kollegen Puttinger nicht vorwerfen in seinem Betrieb! – Ruf: Das können Sie mir nicht vorwerfen!
Aber mich wundert das überhaupt nicht, denn die Regierung hat den Schock dieser Tourismuskrise bereits überwunden. Da handelt es sich ja nur um Politiker und Kammerfunktionäre, die haben ja noch nie in ihrem Leben einen Schilling aus eigenem Geld verdient, auf eigenes Risiko, durch eigene Unternehmensführung. (Abg. Tichy-Schreder: Kollegin Rossmann, das werden Sie doch dem Kollegen Puttinger nicht vorwerfen in seinem Betrieb! – Ruf: Das können Sie mir nicht vorwerfen!) Das kann ich sehr wohl. Sie haben den Schock leichter überwunden, während die Unternehmer in Österreich jetzt an den Folgen zu knabbern haben. Das ist der Unterschied. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber mich wundert das überhaupt nicht, denn die Regierung hat den Schock dieser Tourismuskrise bereits überwunden. Da handelt es sich ja nur um Politiker und Kammerfunktionäre, die haben ja noch nie in ihrem Leben einen Schilling aus eigenem Geld verdient, auf eigenes Risiko, durch eigene Unternehmensführung. (Abg. Tichy-Schreder: Kollegin Rossmann, das werden Sie doch dem Kollegen Puttinger nicht vorwerfen in seinem Betrieb! – Ruf: Das können Sie mir nicht vorwerfen!) Das kann ich sehr wohl. Sie haben den Schock leichter überwunden, während die Unternehmer in Österreich jetzt an den Folgen zu knabbern haben. Das ist der Unterschied. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Erlauben Sie mir einen Satz!
Und interessant ist schon: Wie reagiert zum Beispiel der Bundeskanzler darauf? Der Bundeskanzler interessiert sich plötzlich für den Tourismus. Bitte, der Herr Bundeskanzler übernimmt die Patronanz für Ischgl, für das tolle Projekt Ischgl, das alleine von Unternehmern entwickelt, getragen, finanziert wurde, die ihre Betriebe nahezu verschenken in einer Übergangszeit! Was macht der Herr Bundeskanzler? – Ich habe mich erkundigt. – Er stellt das Bundeskanzleramt zur Verfügung für die Präsentation! Das ist ja lobenswert, aber wenn das alles ist, so ist es zuwenig für das restliche Österreich, Herr Parnigoni. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Erlauben Sie mir einen Satz!)
Abg. Parnigoni: Einen Satz nur!
Um in Androsch-Diktion zu sprechen: Das sind reine Placebos, und Placebos – unsere Mediziner werden mir das bestätigen ... (Abg. Parnigoni: Einen Satz nur!) Einen Augenblick, ich habe leider nicht so viel Redezeit, denn die Kollegen haben auch noch etwas zu sagen! (Abg. Parnigoni: Aber der Herr Bundeskanzler hat sich nicht aufgedrängt! Das waren schon die Unternehmer, die zu ihm gekommen sind! – Abg. Dr. Graf: Man hat eh gesehen, wie ungern er das gemacht hat!) Das sind, wie gesagt, reine Placebos. Während Placebos in der Medizin aber bekanntlich eine Auswirkung haben, haben diese Placebos der Regierung keine Auswirkung. Das ist nur ein Vertrösten und Schönreden. Das haben wir heute schon öfters gehört.
Abg. Parnigoni: Aber der Herr Bundeskanzler hat sich nicht aufgedrängt! Das waren schon die Unternehmer, die zu ihm gekommen sind! – Abg. Dr. Graf: Man hat eh gesehen, wie ungern er das gemacht hat!
Um in Androsch-Diktion zu sprechen: Das sind reine Placebos, und Placebos – unsere Mediziner werden mir das bestätigen ... (Abg. Parnigoni: Einen Satz nur!) Einen Augenblick, ich habe leider nicht so viel Redezeit, denn die Kollegen haben auch noch etwas zu sagen! (Abg. Parnigoni: Aber der Herr Bundeskanzler hat sich nicht aufgedrängt! Das waren schon die Unternehmer, die zu ihm gekommen sind! – Abg. Dr. Graf: Man hat eh gesehen, wie ungern er das gemacht hat!) Das sind, wie gesagt, reine Placebos. Während Placebos in der Medizin aber bekanntlich eine Auswirkung haben, haben diese Placebos der Regierung keine Auswirkung. Das ist nur ein Vertrösten und Schönreden. Das haben wir heute schon öfters gehört.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Der beste Beweis ist ja bitte der Chefverhandler des Sparpakets, Landeshauptmann Stix. Wissen Sie, was der bei einer Tourismusveranstaltung im Burgenland gesagt hat? Horchen Sie zu, das ist Ihr Parteikollege! Er sagte folgendes: "Bei den vielen Zwängen, unter denen das Sparpaket geschnürt werden mußte, ist der Tourismus besonders stiefmütterlich behandelt worden. Es bedeutet für mich eine besondere Verlegenheit, die diesbezüglichen Passagen zu Papier bringen zu müssen." Er spricht vom Tourismus als einzigem Wachstumsmarkt und so weiter. Stix bedauert das, bitte sehr, bei einer Veranstaltung, aber er ist auch das Opfer dieser Verhandlungen geworden, und der Tourismus blieb auf der Strecke. – Das will ich damit belegen, sonst nichts! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Trattner: Das hätte aufkommensneutral sein sollen!
Aber Tatsache ist, daß mit Wahnsinnsmaßnahmen – anders kann ich sie nicht bezeichnen – wie zum Beispiel der Energiesteuer gearbeitet wird. Herr Minister! Mit der Energiesteuer besteuern Sie Betriebe, die bisher kostenlos, ohne Aufpreis die von Ihnen geforderte Incentives, All inclusives präsentiert haben, den Gästen mit kostenlosem Hallenbad und Saunabesuch zur Verfügung gestellt haben. Die werden von Ihnen bestraft. Ein 200-Betten-Hotel hat nur aufgrund der Energiesteuer eine Mehrbelastung von zirka 100 000 S im Jahr. (Abg. Mag. Trattner: Das hätte aufkommensneutral sein sollen!)
Abg. Parnigoni: Das ist eine gefährliche Drohung!
Auf eines möchte ich noch zurückkommen, auf die Maut. (Abg. Parnigoni: Das ist eine gefährliche Drohung!) Mein Kollege Rosenstingl wird es ausführlich behandeln, ich nehme nur den Bereich Busse her. (Abg. Parnigoni: Lassen Sie lieber den Kollegen Rosenstingl reden!) Wissen Sie, was Sie dem Tourismus damit antun? Die deutschen Busunternehmen kommen nicht mehr nach Österreich. Das war das Thema Nummer eins auf der ITP. Es wäre gut für Sie gewesen, auf der ITP gewesen zu sein, denn ich war dort im Unterschied zu Ihnen und auch im Unterschied zum Herrn Minister. (Beifall bei den Freiheitlichen. )
Abg. Parnigoni: Lassen Sie lieber den Kollegen Rosenstingl reden!
Auf eines möchte ich noch zurückkommen, auf die Maut. (Abg. Parnigoni: Das ist eine gefährliche Drohung!) Mein Kollege Rosenstingl wird es ausführlich behandeln, ich nehme nur den Bereich Busse her. (Abg. Parnigoni: Lassen Sie lieber den Kollegen Rosenstingl reden!) Wissen Sie, was Sie dem Tourismus damit antun? Die deutschen Busunternehmen kommen nicht mehr nach Österreich. Das war das Thema Nummer eins auf der ITP. Es wäre gut für Sie gewesen, auf der ITP gewesen zu sein, denn ich war dort im Unterschied zu Ihnen und auch im Unterschied zum Herrn Minister. (Beifall bei den Freiheitlichen. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Auf eines möchte ich noch zurückkommen, auf die Maut. (Abg. Parnigoni: Das ist eine gefährliche Drohung!) Mein Kollege Rosenstingl wird es ausführlich behandeln, ich nehme nur den Bereich Busse her. (Abg. Parnigoni: Lassen Sie lieber den Kollegen Rosenstingl reden!) Wissen Sie, was Sie dem Tourismus damit antun? Die deutschen Busunternehmen kommen nicht mehr nach Österreich. Das war das Thema Nummer eins auf der ITP. Es wäre gut für Sie gewesen, auf der ITP gewesen zu sein, denn ich war dort im Unterschied zu Ihnen und auch im Unterschied zum Herrn Minister. (Beifall bei den Freiheitlichen. )
Abg. Mag. Stadler: Mascherl!
Aber auch die Präsentation der Österreichwerbung auf der ITP – um kurz bei der ITP zu bleiben – war schändlich. Ich habe mir die Mühe gemacht, ich bin herumgegangen und habe mir die Präsentation aller anderen Länder, speziell jene unseres ersten Konkurrenzlandes Deutschland, deutsche Bundesländer, angesehen. Da wurden Emotionen präsentiert, da hat es geprickelt, da hast du gesehen, da ist etwas los. Das hat neugierig gemacht. Wissen Sie, was die ÖW gemacht hat? Nichts einzuwenden: Es war sicher ein teurer Stand, gutes Design, weiße Wände, rot-weiß-rot, Servus in Austria, alles cool mit viel Chrom, modernes Design, null Emotionen, null Klischees (Abg. Mag. Stadler: Mascherl!) , null für den Kulturtourismus, null für den Städtetourismus. (Abg. Mag. Stadler: Ein Mascherl genügt!) Das ist Ihre Österreichwerbung, die Sie immer wieder verteidigen und die auch hier so gelobt wurde. (Abg. Dr. Graf: Chromdesign – "typisch" österreichisch!)
Abg. Mag. Stadler: Ein Mascherl genügt!
Aber auch die Präsentation der Österreichwerbung auf der ITP – um kurz bei der ITP zu bleiben – war schändlich. Ich habe mir die Mühe gemacht, ich bin herumgegangen und habe mir die Präsentation aller anderen Länder, speziell jene unseres ersten Konkurrenzlandes Deutschland, deutsche Bundesländer, angesehen. Da wurden Emotionen präsentiert, da hat es geprickelt, da hast du gesehen, da ist etwas los. Das hat neugierig gemacht. Wissen Sie, was die ÖW gemacht hat? Nichts einzuwenden: Es war sicher ein teurer Stand, gutes Design, weiße Wände, rot-weiß-rot, Servus in Austria, alles cool mit viel Chrom, modernes Design, null Emotionen, null Klischees (Abg. Mag. Stadler: Mascherl!) , null für den Kulturtourismus, null für den Städtetourismus. (Abg. Mag. Stadler: Ein Mascherl genügt!) Das ist Ihre Österreichwerbung, die Sie immer wieder verteidigen und die auch hier so gelobt wurde. (Abg. Dr. Graf: Chromdesign – "typisch" österreichisch!)
Abg. Dr. Graf: Chromdesign – "typisch" österreichisch!
Aber auch die Präsentation der Österreichwerbung auf der ITP – um kurz bei der ITP zu bleiben – war schändlich. Ich habe mir die Mühe gemacht, ich bin herumgegangen und habe mir die Präsentation aller anderen Länder, speziell jene unseres ersten Konkurrenzlandes Deutschland, deutsche Bundesländer, angesehen. Da wurden Emotionen präsentiert, da hat es geprickelt, da hast du gesehen, da ist etwas los. Das hat neugierig gemacht. Wissen Sie, was die ÖW gemacht hat? Nichts einzuwenden: Es war sicher ein teurer Stand, gutes Design, weiße Wände, rot-weiß-rot, Servus in Austria, alles cool mit viel Chrom, modernes Design, null Emotionen, null Klischees (Abg. Mag. Stadler: Mascherl!) , null für den Kulturtourismus, null für den Städtetourismus. (Abg. Mag. Stadler: Ein Mascherl genügt!) Das ist Ihre Österreichwerbung, die Sie immer wieder verteidigen und die auch hier so gelobt wurde. (Abg. Dr. Graf: Chromdesign – "typisch" österreichisch!)
Abg. Parnigoni: Das haben ja Sie vorher kritisiert!
Ich bleibe aber noch bei der Österreichwerbung. Um teures Geld hat man mit einem Headhunter-Büro einen neuen Geschäftsführer gefunden. Okay! Ich möchte sagen, ich habe ihn weder persönlich kennengelernt noch will ich ihn in irgendeiner Weise angreifen, aber warum beauftragt man jetzt um Millionen eine deutsche Agentur, um den neuen, so tollen Geschäftsführer zu beraten? Die Antwort bleibt bei Ihnen. Leute verlassen jedenfalls bereits die Österreichwerbung, weil plötzlich so viel Bürokratie eingefordert wird. (Abg. Parnigoni: Das haben ja Sie vorher kritisiert!) Nein, nein, nein, wir haben ganz andere Sachen kritisiert! (Abg. Parnigoni: Ihr Vorgänger hat das massivst kritisiert! – Abg. Mag. Stadler: Im Unterschied zu Ihnen weiß sie, wovon sie redet!) Die Leute müssen plötzlich einen genauen Rechenschaftsbericht ablegen. Sie sind mit dem Schreiben von Berichten beschäftigt, statt draußen vor Ort Österreichs Tourismus zu verkaufen. Herr Minister, ich bitte Sie, sich diese Maßnahmen genau anzusehen.
Abg. Parnigoni: Ihr Vorgänger hat das massivst kritisiert! – Abg. Mag. Stadler: Im Unterschied zu Ihnen weiß sie, wovon sie redet!
Ich bleibe aber noch bei der Österreichwerbung. Um teures Geld hat man mit einem Headhunter-Büro einen neuen Geschäftsführer gefunden. Okay! Ich möchte sagen, ich habe ihn weder persönlich kennengelernt noch will ich ihn in irgendeiner Weise angreifen, aber warum beauftragt man jetzt um Millionen eine deutsche Agentur, um den neuen, so tollen Geschäftsführer zu beraten? Die Antwort bleibt bei Ihnen. Leute verlassen jedenfalls bereits die Österreichwerbung, weil plötzlich so viel Bürokratie eingefordert wird. (Abg. Parnigoni: Das haben ja Sie vorher kritisiert!) Nein, nein, nein, wir haben ganz andere Sachen kritisiert! (Abg. Parnigoni: Ihr Vorgänger hat das massivst kritisiert! – Abg. Mag. Stadler: Im Unterschied zu Ihnen weiß sie, wovon sie redet!) Die Leute müssen plötzlich einen genauen Rechenschaftsbericht ablegen. Sie sind mit dem Schreiben von Berichten beschäftigt, statt draußen vor Ort Österreichs Tourismus zu verkaufen. Herr Minister, ich bitte Sie, sich diese Maßnahmen genau anzusehen.
Abg. Mag. Stadler: Ein Familienvater muß für die Tochter vom Stummvoll weichen!
Abschließend möchte ich noch auf eines zurückkommen, und zwar auf die "Aktion Gastfreundschaft" in der Wirtschaftskammer. Ich muß sagen, ich bin selbst Unternehmerin und Wirtin, und ich war ich so bedrückt, daß es jetzt plötzlich heißt – das Thema wird natürlich unter Mitwirkung der Medien behandelt –, die Gastfreundschaft wird angezweifelt, Österreich sei nicht mehr gastfreundlich. (Abg. Mag. Stadler: Ein Familienvater muß für die Tochter vom Stummvoll weichen!) Bitte, das ist die Grundlage eines jeden funktionierenden Unternehmens, freundlich zu sein und sich im Dienstleistungsbereich möglichst freundlich zu verkaufen. Dazu brauchen wir keine Bevormundung von der Kammer – und schon gar nicht um einen Betrag in Millionenhöhe! Das möchte ich hier gesagt haben! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abschließend möchte ich noch auf eines zurückkommen, und zwar auf die "Aktion Gastfreundschaft" in der Wirtschaftskammer. Ich muß sagen, ich bin selbst Unternehmerin und Wirtin, und ich war ich so bedrückt, daß es jetzt plötzlich heißt – das Thema wird natürlich unter Mitwirkung der Medien behandelt –, die Gastfreundschaft wird angezweifelt, Österreich sei nicht mehr gastfreundlich. (Abg. Mag. Stadler: Ein Familienvater muß für die Tochter vom Stummvoll weichen!) Bitte, das ist die Grundlage eines jeden funktionierenden Unternehmens, freundlich zu sein und sich im Dienstleistungsbereich möglichst freundlich zu verkaufen. Dazu brauchen wir keine Bevormundung von der Kammer – und schon gar nicht um einen Betrag in Millionenhöhe! Das möchte ich hier gesagt haben! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Allgemeine Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen. – Die Rednerin stellt ein mit Folie abgedecktes Gefäß mit der Aufschrift "Erdäpfelgulasch" vor Bundesminister Dr. Ditz auf die Regierungsbank. – Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger.
Und weil Sie, Herr Minister, so viel von der Self fulfilling prophecy gesprochen haben, habe ich Ihnen the "worst case" der Self fulfilling prophecy mitgebracht, nämlich das Erdäpfelgulasch der Frau Ederer. (Allgemeine Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen. – Die Rednerin stellt ein mit Folie abgedecktes Gefäß mit der Aufschrift "Erdäpfelgulasch" vor Bundesminister Dr. Ditz auf die Regierungsbank. – Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger. ) Der Herr Minister darf das Gulasch mit der Frau Ederer zusammen aufessen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Und weil Sie, Herr Minister, so viel von der Self fulfilling prophecy gesprochen haben, habe ich Ihnen the "worst case" der Self fulfilling prophecy mitgebracht, nämlich das Erdäpfelgulasch der Frau Ederer. (Allgemeine Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen. – Die Rednerin stellt ein mit Folie abgedecktes Gefäß mit der Aufschrift "Erdäpfelgulasch" vor Bundesminister Dr. Ditz auf die Regierungsbank. – Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger. ) Der Herr Minister darf das Gulasch mit der Frau Ederer zusammen aufessen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Frau Abgeordnete, Sie wissen aber, daß wir erst unlängst in der Präsidiale einstimmig festgelegt haben, daß im Plenum nicht gegessen werden soll. Herr Minister, diese Festlegung gilt auch für Sie heute. (Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Der freien Bürger!
Abgeordneter Helmut Dietachmayr (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Der Aktionismus der Freiheitlichen wird auch immer schwächer. (Abg. Mag. Stadler: Der freien Bürger!) Wie sehr es auch verlockend wäre, jetzt auf einige Argumente der Frau Rossmann einzugehen, möchte ich nur eines sagen: Sie hat hier beklagt, daß die Regierungserklärung zu wenig für den Tourismus beinhalte. Frau Abgeordnete Rossmann, ich kann Ihnen nur sagen, die Initiative müßte schon von den Tourismusbetrieben selbst ausgehen. Die Regierung sorgt für die Rahmenbedingungen, und die sind in Österreich sicherlich nicht schlecht.
Beifall bei der SPÖ.
Menschen – und das sollte man auch bedenken –, die keine Angst haben müssen, ihre Existenzgrundlage zu verlieren, werden die Veränderungen ihrer Lebens- und Arbeitswelt nicht als Bedrohung, sondern vielmehr als Chance empfinden und sich daher auch aktiv daran beteiligen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Wenn Sie nicht mit Ihren Experten darüber nachdenken, dann wird auch dieses Budget sicher ins Leere gehen. Es ist der falsche Ansatz, den dringend benötigten Optimismus in der Wirtschaft wieder herbeizuführen. Und im übrigen meine ich, Herr Bundesminister, es wird an der Zeit sein, das eine oder andere im Verlaufe dieser Legislaturperiode zu korrigieren, was Sie mit Ihren Kollegen gemeinsam in die Budgetbegleitgesetze verpackt haben, denn darin steckt jede Menge Sprengstoff. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn der Gast nicht ohne Probleme anreisen kann, bezogen auf unseren Tourismus, fährt er dorthin, wo er das kann. Eine gute Infrastruktur wird von den Gästen heute vorausgesetzt. Die Infrastruktur laufend zu verbessern, ist daher die wichtigste Aufgabe der öffentlichen Hand zur Förderung des Tourismus. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Als Bürgermeister einer Tourismusgemeinde habe ich festgestellt, daß die Erhaltung und laufende Verbesserung der Infrastruktur für den Tourismus auf Gemeindeebene mehr Finanzmittel braucht, als an Getränkesteuereinnahmen hereinkommen. Meiner Überzeugung nach ist daher eine ersatzlose Streichung der Getränkesteuer negativ, sie würde sich für Tourismusbetriebe katastrophal auswirken. (Beifall bei der ÖVP.) Kein Tourismusbetrieb könnte ohne entsprechende Infrastruktur existieren.
Beifall der Abg. Dr. Nowotny und Dr. Haselsteiner.
Natürlich ist mir in diesem Zusammenhang die Ortsumfahrung Traunkirchen, wo ich Bürgermeister bin, ein großes Anliegen. (Beifall der Abg. Dr. Nowotny und Dr. Haselsteiner. ) Das generelle Projekt wird in den nächsten Tagen Ihrem Ministerium zugeleitet.
Beifall bei der ÖVP.
Die Kosten des Ausbaus auf österreichischer Seite würden 3,8 Milliarden, die Gesamtkosten, einschließlich des Ausbaus auf deutscher Seite, 7 Milliarden Schilling betragen und im Vergleich zu anderen Projekten einen relativ bescheidenen Aufwand erfordern. Es würde damit eine leistungsfähige Bahn als Teilstück eines Donaukorridors entstehen. Die Westbahn würde entlastet, und zur zeitgemäßen Abwicklung des Regionalverkehrs würde damit zusätzlich eine wichtige Gütertransitstrecke geschaffen. (Beifall bei der ÖVP.) Die Güterterminals München- Riem, Wels und Linz könnten problemlos an die Strecke angebunden werden.
Beifall bei der ÖVP.
Die Budgets 1996 und 1997 helfen mit, die internationale Wettbewerbssituation Österreichs zu verbessern. Sie heben die Wirtschaftspsychologie und damit die Investitionsbereitschaft unserer Betriebe. Die internationale Wirtschaftspresse sieht die von der Koalition ergriffenen Maßnahmen ähnlich – ich verweise nur auf die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" – und bestätigt den von Österreich eingeschlagenen Weg für eine gute wirtschaftliche Zukunft. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Der Herr Bundesminister hat gemeint, man brauche die Maut, um die Straßenerhaltung zu finanzieren. Ich glaube, meine sehr geehrten Damen und Herren von der Regierungskoalition, Sie sollten endlich zur Kenntnis nehmen, daß der Staat verpflichtet ist, auch die Verkehrsinfrastruktur aus den normalen Steuereinnahmen zur Verfügung zu stellen. Man kann nicht immer, wenn man etwas finanzieren möchte, eine neue Steuer einführen und dem Bürger in die Tasche greifen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka.
Außerdem hat Bundesminister Ditz in diesem Ausschuß innerhalb von zehn Minuten einmal festgestellt, daß der Ausweichverkehr vielleicht 10 Prozent betragen wird, das zweite Mal hat er gemeint, der Ausweichverkehr werde 20 bis 25 Prozent betragen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka. ) Das zeigt deutlich, daß dieser Bundesminister in diesem Bereich keine Kompetenz hat, Herr Verkehrssprecher Kukacka! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Außerdem hat Bundesminister Ditz in diesem Ausschuß innerhalb von zehn Minuten einmal festgestellt, daß der Ausweichverkehr vielleicht 10 Prozent betragen wird, das zweite Mal hat er gemeint, der Ausweichverkehr werde 20 bis 25 Prozent betragen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka. ) Das zeigt deutlich, daß dieser Bundesminister in diesem Bereich keine Kompetenz hat, Herr Verkehrssprecher Kukacka! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich habe jetzt versucht, anhand einiger Bereiche darzustellen, daß Herr Bundesminister Ditz bei der Mauteinführung wirklich keine Kompetenz hat. Wir Freiheitlichen werden diesen Weg nicht mitgehen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Wichtig ist es, daß in einer neu organisierten Energiewirtschaft, aber auch bei leitungsgebundenen Energieträgern die Preistransparenz für den Kosumenten gewährleistet ist. Wenn wir eine wettbewerbsfähige Struktur und Größenordnung für die E-Wirtschaft im europäischen Binnenmarkt schaffen wollen, sind alle Verantwortlichen in der Bundesregierung, wir hier im Parlament und die Beteiligten in der Energiewirtschaft aufgefordert, rasch und effizient an einer Neuorganisation zu arbeiten. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Fuhrmann: Zu Recht!
Meine Damen und Herren von den Regierungsfraktionen! Wenn uns Liberalen immer wieder vorgehalten wird, daß wir nach anfänglichem Dabeisein und Uns-Einbringen in den Ausschußberatungen ausgezogen sind (Abg. Dr. Fuhrmann: Zu Recht!) , Herr Abgeordneter Fuhrmann, so kann ich nur sagen: Dies ist deshalb geschehen, weil man mit einer Bundesregierung, mit Regierungsfraktionen nicht verhandeln und diskutieren kann, die nicht einmal bereit sind, sich an das zu halten, was sie selbst vor einem halben Jahr oder einem Jahr versprochen haben.
Beifall beim Liberalen Forum.
Wenn Sie sich nicht daran halten, dann kann man letztlich auch über keine Maßnahmen reden. Das war der Grund, weshalb wir gesagt haben: Wir bilden keine parlamentarische Fassade für eine Regierungsposse, die Sie hier mit diesem Strukturanpassungsgesetz aufgeführt haben. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Böhacker: Er nimmt einen Mittelwert!
Die Unterschiede zwischen den Statistiken des Bundeslastverteilers und dem ÖSTAT auf der einen Seite, oder, was den Gasverbrauch angeht, die Statistiken der obersten Bergbehörde auf der einen Seite und dem ÖSTAT auf der anderen Seite klaffen auseinander. Aber den Herrn Bundesminister Ditz stört das nicht. (Abg. Böhacker: Er nimmt einen Mittelwert!) Er berechnet lustig, fröhlich vor sich hin. Und er sagt dann süffisant in unsere Richtung: Warum sind Sie denn fortgegangen aus den Ausschüssen? Sie hätten mit uns beraten können. – Worüber sollen wir denn beraten, wenn Sie nicht einmal die zugrundeliegenden Zahlen dafür haben? (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Die Unterschiede zwischen den Statistiken des Bundeslastverteilers und dem ÖSTAT auf der einen Seite, oder, was den Gasverbrauch angeht, die Statistiken der obersten Bergbehörde auf der einen Seite und dem ÖSTAT auf der anderen Seite klaffen auseinander. Aber den Herrn Bundesminister Ditz stört das nicht. (Abg. Böhacker: Er nimmt einen Mittelwert!) Er berechnet lustig, fröhlich vor sich hin. Und er sagt dann süffisant in unsere Richtung: Warum sind Sie denn fortgegangen aus den Ausschüssen? Sie hätten mit uns beraten können. – Worüber sollen wir denn beraten, wenn Sie nicht einmal die zugrundeliegenden Zahlen dafür haben? (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
So, meine Damen und Herren, wird man auf Dauer in Österreich nicht Politik machen können, und Sie werden es bei den nächsten Wahlen auch merken! – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Rufe bei der ÖVP: Die steirische Eiche!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Kröll. – Bitte. (Rufe bei der ÖVP: Die steirische Eiche!)
Beifall bei der ÖVP.
Wir wissen aber auch, daß die Hartwährung für Österreich und insgesamt richtig ist und daß sie ganz sicherlich auch so bleiben muß. Es war daher aber auch ganz wichtig, daß der Wirtschaftsminister mit verstärkten Werbemöglichkeiten am Markt reagiert hat und für den Verein Österreich-Werbung zusätzlich 50 Millionen Schilling – es wurde dies heute schon angesprochen – zur Verfügung gestellt hat. (Beifall bei der ÖVP.) Ich möchte betonen, das ist eine ganz gezielte und konkrete Maßnahme, die, wie schon erwähnt, auch schon öfters und von
Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.
Ich darf in diesem Zusammenhang noch einmal auf die erste Wortmeldung des Herrn Ministers eingehen, weil ich nämlich den Dank für die vielen fleißigen Hände an die Spitze stellen möchte, die es ermöglicht haben, daß es entgegen der Prognosen von minus 5 bis 10 Prozent, die viele selbsternannte oder auch kolportierte Fachleute von sich gegeben haben – minus 5 Prozent hat auch Kollege Peter zugegeben, als er gesprochen hat –, jetzt nur noch 4,0 Prozent sind, wenn der März schon eingerechnet ist. Das ist noch nicht das Endergebnis, aber es schaut bedeutend besser aus, als es allgemein prognostiziert wurde. (Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP.
Und das ist halt der Erfolg vieler fleißiger Hände, die in den Betrieben, in den Gaststätten, auf den Seilbahnen und überall, auch in den österreichischen Gemeinden, tätig sind. Ich möchte Ihnen allen ganz herzlich dafür danken! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Aumayr: Die Prognosen haben in der Vergangenheit immer gestimmt!
Es lohnt sich also durchaus, auch in schwierigeren Zeiten und unter schwierigen Rahmenbedingungen Mut zu machen und nicht alles mieszumachen, nicht immer nur verzagt zu sein und zu sagen, wie schlimm und wie schrecklich alles ist. Denn wenn Sie diese Zahlen jetzt mit den Prognosen von vor wenigen Wochen und Monaten vergleichen, dann sehen Sie, daß das nicht zusammenstimmt. (Abg. Aumayr: Die Prognosen haben in der Vergangenheit immer gestimmt!) Sie haben nicht immer gestimmt. Mir ist außerdem das Ergebnis viel wichtiger als alle Prognosen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es lohnt sich also durchaus, auch in schwierigeren Zeiten und unter schwierigen Rahmenbedingungen Mut zu machen und nicht alles mieszumachen, nicht immer nur verzagt zu sein und zu sagen, wie schlimm und wie schrecklich alles ist. Denn wenn Sie diese Zahlen jetzt mit den Prognosen von vor wenigen Wochen und Monaten vergleichen, dann sehen Sie, daß das nicht zusammenstimmt. (Abg. Aumayr: Die Prognosen haben in der Vergangenheit immer gestimmt!) Sie haben nicht immer gestimmt. Mir ist außerdem das Ergebnis viel wichtiger als alle Prognosen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich gehe auch davon aus, Frau Kollegin, daß die gesamten Wirtschaftsdaten, wenn wir nicht immer der Krise, sondern ein bißchen mehr der Offensive das Wort reden, ein bißchen Glauben haben an unsere eigene Zukunft, dann auch besser sein werden als die Prognosen. Ich sage Ihnen das. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Nowotny .
Ich glaube daher sagen zu können, daß es eine Beziehung gibt: Tourismusbetrieb beziehungsweise Tourismuswirtschaft und Tourismusgemeinde. Diese beiden sind natürliche Partner, und wenn einer von beiden nicht vorhanden ist oder nicht den Anforderungen eines kritischen Gastes entspricht, wird der Tourismus nicht jene Bedeutung haben können, die er hat. Daher sollen wir und müssen wir aufeinander Rücksicht nehmen, und ich bin sehr froh darüber, daß durch das Finanzausgleichsgesetz einmal zumindest bis zum Jahre 2000 auch die Gemeinden durch die Beschlüsse dieses Hauses Sicherheit für ihre Budgets haben. Ich bin sehr froh darüber, weil dadurch Unsicherheit genommen und Optimismus gegeben wird! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Nowotny .)
Abg. Dr. Khol: Vor allem in der Steiermark!
Ich komme zum Schluß und darf den letzten Teil ansprechen. Österreich ist nicht nur von der Natur und von den freundlichen Menschen her – und das ist nach wie vor der höchste Wert im Tourismus – ... (Abg. Dr. Khol: Vor allem in der Steiermark!)
Beifall bei der ÖVP.
Alle zusammen! Da bin ich schon Österreich-Patriot genug, um – trotz Erzherzog Johann – zuzugeben, daß alle Länder schön sind, die Steiermark wohl aber ein besonders schönes Land ist! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Österreich-Ring!
Herr Klubobmann Khol! Ich glaube, die Erfahrung hat auch gezeigt, ebenso wie die mutigen Männer, die vom Sport, die vom Tourismus als Bürgermeister kommen, entscheidungsfähige Landesregierungen, entscheidungsfähige Bundesregierungen, welche Bedeutung der Spitzensport und die Großveranstaltungen für den Tourismus und für das Urlaubsland Österreich haben. (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Österreich-Ring!) Ich zähle nur auf: die Olympiaden, die Weltcups, die Weltmeisterschaften. Wir dürfen 1999 die Nordische in Ramsau erleben. Es bewirbt sich jetzt St. Anton für das Jahr 2001 oder 2003 um die Durchführung der Alpinen Weltmeisterschaft.
Beifall bei der ÖVP.
Ich halte es für eine lohnende und große Aufgabe, uns um diese großen Termine, ob es Weltmeisterschaften oder Olympische Spiele sind, zu bemühen und das zum Erfolg führen zu können. Ich bitte Sie daher um Ihre Unterstützung! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Mock
Der Herr Klubobmann Andreas Khol, der auch die Stellungnahme des Landes Tirol übermittelt bekommen hat, schrieb dem Herrn Landesrat Lugger zurück: Ich teile Ihnen hiermit mit, daß ich für dieses Gesetz stimmen werde zur Wahrung der wohlverstandenen Interessen meiner Tiroler Landsleute. Ich habe mich daher Ihren Überlegungen nicht angeschlossen (Zwischenruf des Abg. Dr. Mock ) – Herr Dr. Mock, den Überlegungen des Tiroler Landtages – beziehungsweise dem einstimmigen Regierungsbeschluß, sondern stelle meine eigenen als Abgeordneter zum Nationalrat an, die ich Ihnen darlegen darf. Was die Entschließung des Tiroler Landtags betrifft, so ist Ihnen, sehr geehrter Herr Landesrat, sehr wohl bewußt, daß es sich in dieser Angelegenheit um eine Bundesangelegenheit handelt. – Zitatende.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Also mischt euch gefälligst in Länderangelegenheiten nicht hinein! – Das ist die Vorgangsweise der Österreichischen Volkspartei bei der umstrittenen Einführung einer Mautvignette. Aus Tiroler Sicht ist dem nichts mehr hinzuzufügen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Mock – Beifall spendend –: Er hat Courage!
Abgeordneter Günter Kiermaier (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Mein Anliegen betrifft jene Unternehmer, die, so wie ich, in einer Zeit ihre Betriebe übernommen haben, in der wahrscheinlich andere Denkmuster und Rahmenbedingungen Gültigkeit hatten. Auch wenn sich seither vieles gut entwickelt hat, so muß heute doch festgehalten werden, daß damals der einzelne Unternehmer doch wesentlich mehr gestalten konnte als heute; von seinen Initiativen hing in erster Linie die Richtung ab, in welcher sich sein Betrieb entwickelte. Heute sind die Horizonte völlig anders, vor allem durch den Beitritt zur EU, die Öffnung des Ostens und die angespannte Situation der europäischen Staatshaushalte und so weiter. Im Streben nach griffigen Schlagzeilen leisten die Medien eine nicht gerade sehr positive Arbeit, sondern verbreiten eine Stimmung, die der Wirtschaft sehr oft zum Nachteil gereicht. Das muß man auch einmal sagen. (Abg. Dr. Mock – Beifall spendend –: Er hat Courage!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist schön, wenn ein Bürgermeister weiß, was seine Wirte wert sind. Mir als Gastwirt hat es wohl getan, einmal einen Bürgermeister so reden zu hören. Ich glaube auch, daß es die Partnerschaft ist, die viel zuwenig gepflegt wird, und zwar die Partnerschaft zwischen dem Gemeindeoberhaupt und seinen Gastwirten. Einer braucht den anderen, und einer muß dem anderen entgegenkommen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Koppler: Bravo!
Ich möchte mich auch nicht in der Frage der Berufsausbildung zurückhalten. Es kommt in Kürze der Berufsausbildungsbericht ins Haus, ich werde dazu dann relativ viel sagen. In diesem Bereich ist Umdenken ganz, ganz wichtig, es müssen neue Wege gegangen werden! Laut Berufsausbildungsbericht sind die Facharbeiter und die Lehrlinge entsprechend aufzuwerten. All diese Dinge sind wichtig. Gute und motivierte Unternehmer waren zuerst Lehrlinge, daher müssen sie sich wohl fühlen, sie müssen in dieser Richtung etwas zustande bringen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Koppler: Bravo!)
Beifall der Abg. Dr. Mock und Rossmann .
Es ist auch wichtig, daß wir die Verwaltungsvereinfachung stark vorantreiben – aber nicht nur, damit die öffentliche Hand weniger Arbeit hat, sondern auch damit die Betriebe weniger Verwaltungsarbeit zu leisten haben. Der Handwerker gehört in die Werkstatt, und der Wirt gehört in die Gaststube, und der Kaufmann gehört in sein Geschäft und nicht alle ununterbrochen an den Schreibtisch. Das ist ein großes Problem, das wir haben! (Beifall der Abg. Dr. Mock und Rossmann .)
Beifall des Abg. Dr. Mock .
Meine Damen und Herren! Auch ein nicht unwesentliches Problem ist die Übergabe von Betrieben vom Vater auf den Sohn oder vom Vater auf die Tochter. Sehr oft wird da seitens der Behörde lange zugeschaut, und dann bekommt der neue Unternehmer eine Beschau, und dann werden ihm Dinge vorgeschrieben, die er einfach nicht erfüllen kann. Sehr oft kommt es dann vor, daß der Jungunternehmer sagt: Das, bitte, tue ich mir nicht an! Wenn ich das alles auf einen Schlag neu machen muß und bevor ich so viele Kredite aufnehme, mache ich mich besser nicht selbständig, dann lasse ich das Ganze sein! So gehen oft gute, traditionelle Betriebe, die auch einen guten Standort haben, leider Gottes verloren. Das sollten wir zu verhindern versuchen. (Beifall des Abg. Dr. Mock .)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
In diesem Sinne bin ich überzeugt davon, daß wir mit diesen beiden Budgets einen Weg gehen werden, der für dieses Land von großem Vorteil sein wird. Es ist keine leichte Zeit. Aber dieses Land, dieses Österreich hat schon so viele Probleme gemeistert, daß ich felsenfest davon überzeugt bin, daß wir auch diese Situation, die auch international, europaweit keine leichte ist, mit unserem Fleiß und mit unserem festen Glauben an die Zukunft meistern werden. – Ich danke Ihnen schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordnete Dr. Susanne Preisinger (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Meine Damen und Herren! Das Polittheater und das Koalitionsgeplänkel um die eigenartige Geldbeschaffungsaktion Maut haben vergangenen Freitag hier in diesem Hohen Haus wieder ein unrühmliches Ende gefunden, wie schon sooft vormals. Die Einführung der Maut geht wieder zu Lasten der Bevölkerung und führt zu einem weiteren finanziellen Kahlschlag in den Kassen und Geldbörsen der Bevölkerung. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Minister! Ich frage Sie definitiv: Wissen Sie es jetzt nicht mehr? Haben Sie dieses Wissen mittlerweile verloren? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Ruf bei den Freiheitlichen: Mußten es hören!
Weiters Ditz wörtlich zu den Road-Pricing-Plänen des sozialistischen Amtskollegen: "Von mir hören Sie keine Ankündigung in diese Richtung." – "Kurier", vom 30. April 1995. Sie, Herr Minister, haben allen Ernstes hier noch im Herbst vorigen Jahres, schon die Neuwahlen im Auge und in Sicht, von der Regierungsbank aus erklärt, daß Sie das Zauberwort "Road-Pricing" schon nicht mehr hören können. Wir alle konnten es mit eigenen Ohren hören. (Ruf bei den Freiheitlichen: Mußten es hören!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das Theater geht weiter: Obwohl die Koalition offensichtlich wieder in Eintracht ist und die Welt wieder in Ordnung, verfällt der sozialistische Wiener Bürgermeister Häupl auf die glänzende und rasend gute Idee, das schon hinlänglich bekannte Spiel der Opposition in den eigenen Reihen und in der Koalition, aufs neue zu beginnen, und erklärt, er werde sogar den Verfassungsgerichtshof anrufen und zum Verfassungsgerichtshof gehen, wenn die Wiener Stadtautobahnen bemautet werden sollten – das, obwohl er in sämtlichen Bundesparteigremien der SPÖ diesem Sparpaket oder, besser gesagt, Belastungspaket samt Maut zugestimmt und sich dort offensichtlich überhaupt nicht zu Wort gemeldet hat. Da war es ihm egal! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Aber nachher war er natürlich dagegen, denn so etwas läßt sich in den Medien gut verkaufen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Wir wissen seit Freitag voriger Woche sehr genau, wie diese Mehrheit aussieht. Die Koalitionseintracht ist offensichtlich wiederhergestellt. Entweder ist das ein klassischer Versager des Wiener Bürgermeisters – oder eine bewußte Täuschung der Bevölkerung. Ich sage dazu nur: Für die Bevölkerung selbst ist das in Summe völlig gleichgültig, denn es bleibt für die Bevölkerung das gleiche klägliche Ergebnis! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich habe aber am Schluß meiner Rede eine ganz konkrete Bitte an Sie, Herr Minister. Es betrifft die Bürokratie und den Vollzug der Gesetze. Derzeit geht die größte Kritik der Wirtschaft im Hinblick auf ihre Belastungen hauptsächlich in Richtung Bürokratie, deren Schwerfälligkeit und – ich muß das bedauerlicherweise hier sagen – deren gelegentliche Wirtschaftsfeindlichkeit. Es ist mir bewußt, daß wir hier im Parlament die Gesetze machen, die dann von der Bürokratie vollzogen werden müssen. Es wäre aber der Wirtschaft schon besonders geholfen, wenn die Bürokratie klare Prioritäten hätte, bei einem Ermessensspielraum immer auf der Seite der Arbeitsplätze und der Wirtschaft zu stehen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es könnte im Rahmen der geltenden Gesetze mit Sicherheit wesentlich wirtschaftsfreundlicher in der Verwaltung zugehen. Herr Minister! Ich ersuche Sie daher, Prioritäten zu setzen für den Wirtschaftsstandort Österreich, für die Arbeitsplätze, indem Sie Ihre Dienststellen anweisen, bei behördlichem Ermessensspielraum immer auf der Seite der Wirtschaft zu stehen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Mertel: Wegen des Schlosseranzuges?
Abgeordneter Anton Blünegger (Freiheitliche): Hohes Haus! Sehr geschätzter Herr Präsident! Werte Damen und Herren Abgeordnete! Herr Bundesminister! Mein Auftritt vorige Woche in meinem Schlosseranzug hat genau das dokumentiert, was in der heutigen Budgetdebatte wieder passiert: Die Bundesregierung, die Abgeordneten der Regierungsparteien werden diesem Budget zustimmen und damit Arbeitsplätze vernichten. (Abg. Dr. Mertel: Wegen des Schlosseranzuges?) Sie werden diesem Budget zustimmen und damit Arbeitsplätze vernichten, denn Sie kennen ja nicht einmal die indirekten und die negativen Folgen, die noch nicht zur Gänze abzuschätzen sind. Diese heutige Budgetdebatte war nach meinem Dafürhalten eine Schlagwortdebatte, das hat sich schon allein durch die Wortmeldung des Präsidenten der Bundeswirtschaftskammer Ing. Maderthaner gezeigt, der nur die Gefahr der Insolvenzen aufgezeigt hat. Wenn das keine Gefahr ist, wenn heuer die größte Pleitewelle der Nachkriegszeit erfolgt ist, und schon 2043 Insolvenzen über die Bühne gegangen und dadurch 63,1 Milliarden Schilling an
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn Herr Abgeordneter Peter gemeint hat, daß er die Lohnnebenkosten senken will, dann soll er mir zuerst einmal sagen, welche Lohnnebenkosten er senken will. Denn der 13. Und 14. Gehalt sind keine Lohnnebenkosten, sondern das ist nur ein verteilter Lohn, einmal im Sommer und einmal im Winter, und das steht den Arbeitnehmern sicherlich zu. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Das sind keine Lohnnebenkosten. Das ist ein Einkommen, und dieses wird halt verteilt, einmal im Sommer und einmal im Winter. Und so ist es auch zu betrachten. Daher ist Österreich bestimmt nicht an den hohen Lohnkosten zu messen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Anton Blünegger (fortsetzend): Ich darf noch einen Schlußsatz anbringen: Österreich hat sicher bei den Arbeitskosten, die 29 Prozent unter jenen Deutschlands und 25 Prozent unter jenen der Schweiz liegen, kein Problem mit der Produktivität. Wir Freiheitlichen werden diesem Budget sicher nicht die Zustimmung geben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn heute jeder vierte VOEST-ALPINE-Stahlarbeiter Aktien des Unternehmens besitzt, dann ist das ein großer Vertrauensbeweis in dieses Unternehmen, vor allem in die österreichische Wirtschaft. Die VOEST-ALPINE-Industrieanlagenbau steigerte ihren Gewinn beachtlich. Wie man den Medien entnimmt, ist jetzt ein großer Auftrag aus Saudi-Arabien mit 9 Milliarden Schilling an Land gezogen worden. Darauf können wir stolz sein. Vor einiger Zeit haben manche gesagt, aus diesen Betrieben sollte man Museen machen, andere haben vom Zusperren gesprochen. Wenn zum Beispiel die VA-Tech den Gewinn um 37 Prozent steigerte, wenn das Corex-Verfahren rund um die Welt ein "Renner" ist, dann muß man sagen: Wir sind stolz! Sie sind vielleicht nicht stolz, aber wir sind stolz. Wir wollten weder Museen daraus machen noch zusperren, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich habe mir heute Ihre Reden angehört, wie schlecht alles sei. Ich habe mir das heraussuchen lassen. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Seien Sie ruhig da oben, jetzt rede ich, ich habe 5 Minuten Redezeit, und ich werde in diesen 5 Minuten das Optimistische, das Positive und nicht nur immer das Negative herausstreichen, wie Sie das machen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich habe mir heute Ihre Reden angehört, wie schlecht alles sei. Ich habe mir das heraussuchen lassen. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Seien Sie ruhig da oben, jetzt rede ich, ich habe 5 Minuten Redezeit, und ich werde in diesen 5 Minuten das Optimistische, das Positive und nicht nur immer das Negative herausstreichen, wie Sie das machen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Aumayr: Den "Konsum"!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Natürlich gibt es da und dort schwarze Schafe. Ich komme auch dazu. (Abg. Aumayr: Den "Konsum"!)
Beifall bei der SPÖ.
Zum Schluß kommend, meine sehr geehrten Damen und Herren: Bei der gesamten Wirtschaftsdebatte freut es mich, daß man quer durch die Parteien der Meinung ist, daß der Lehrling seinen Stellenwert hat, daß der Facharbeiter seinen Stellenwert hat. Die österreichische Wirtschaft lebt von den Facharbeitern. Lassen wir auch die Facharbeiter von der österreichischen Wirtschaft leben! Es ist notwendig, daß wir demnächst über einen gemeinsamen Arbeitnehmerbegriff hier in diesem Parlament diskutieren, daß wir über die neue Lehrlingsausbildung diskutieren. Ich glaube, das ist sinnvoll, denn in den Lehrlingen und in den Facharbeitern liegt auch ein Teil der Zukunft Österreichs. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Meisinger: Privilegienritter! Dienstwagen – und was noch?
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Koppler. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Meisinger: Privilegienritter! Dienstwagen – und was noch?)
Beifall bei der SPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Meisinger .
Ich bin stolz darauf – und Sie wissen, daß ich aus dem Bezirk Linz-Stadt komme –, daß wir in den letzten fünf Jahren zwar 10 000 Industriearbeitsplätze verloren, aber in derselben Zeit 20 000 neue Arbeitsplätze geschaffen haben. Die Freiheitlichen haben dazu aber überhaupt keinen Beitrag geleistet! (Beifall bei der SPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Meisinger .)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ. – Weitere Zwischenrufe des Abg. Meisinger .
Lieber Kollege Meisinger! Du bist kein Linzer, du pendelst nur nach Linz ein. Du hast einen sicheren Arbeitsplatz, und ich hoffe, du hast noch lange diesen sicheren Arbeitsplatz, denn du bist ein Mitkonkurrent von mir zur Betriebsratswahl, und seit du mit mir konkurrierst, haben wir die besten Betriebsratswahlergebnisse. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ. – Weitere Zwischenrufe des Abg. Meisinger .) Ich hoffe, daß du noch sehr lange einen sicheren Arbeitsplatz hast und noch sehr lange bei der Betriebsratswahl kandidierst.
anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen
Es ist erschütternd, daß sich sehr viele Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft in Sonntagsreden immer wieder widersprüchlich zu Lehrlingsfragen äußern. Sehr verehrter Herr Bundesminister! Auch Sie haben heute zur Lehrlingsfrage Stellung genommen. Ich möchte darauf hinweisen, daß seit zwei Jahren im Industrieausschuß ein Antrag der Abgeordneten Koppler, Verzetnitsch, Nürnberger liegt (anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen) , der bis heute nicht behandelt wurde, ein Antrag, in dem es darum geht, die Lehrwerkstätten zu unterstützen, die neben der eigentlichen Ausbildung zusätzliche Ausbildungen durchführen.
Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen, vor allem des Abg. Meisinger .
Ich möchte Sie ersuchen, sehr verehrter Herr Bundesminister, daß Sie uns unterstützen, daß im Industrieausschuß oder wo auch immer – das ist mir ganz egal – diese Probleme behandelt werden. (Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen, vor allem des Abg. Meisinger .)
Beifall bei der SPÖ.
Meine geschätzten Damen und Herren! Ich ersuche Sie, diese Überlegungen zum Wohle unserer Jugend, zur Beseitigung der Jugendarbeitslosigkeit und zur Verbesserung der österreichischen Wettbewerbsfähigkeit zu unterstützen. – Ein herzliches Glückauf! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Schwarzenberger: Zum Schluß!
Ich komme zum Bereich ... (Abg. Schwarzenberger: Zum Schluß!) Das würdest du dir gerne wünschen, Kollege Schwarzenberger. Das war das letzte Mal schon so. Aber ich habe etwas in den Budgetunterlagen geblättert, und da die Schere so weit auseinandergeht, was die Leistungen des Staates für die Landwirtschaft und die Leistungen des Staates für die Industrie betrifft, darf ich doch bitten, hier einige Zeit im Sinne der Industrie und des Bergbaus sprechen zu dürfen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger: Auch die Schere zwischen den Einkommen der Bauern und der Einkommen in der Industrie geht weit auseinander!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger: Auch die Schere zwischen den Einkommen der Bauern und der Einkommen in der Industrie geht weit auseinander!
Ich komme zum Bereich ... (Abg. Schwarzenberger: Zum Schluß!) Das würdest du dir gerne wünschen, Kollege Schwarzenberger. Das war das letzte Mal schon so. Aber ich habe etwas in den Budgetunterlagen geblättert, und da die Schere so weit auseinandergeht, was die Leistungen des Staates für die Landwirtschaft und die Leistungen des Staates für die Industrie betrifft, darf ich doch bitten, hier einige Zeit im Sinne der Industrie und des Bergbaus sprechen zu dürfen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger: Auch die Schere zwischen den Einkommen der Bauern und der Einkommen in der Industrie geht weit auseinander!)
Beifall bei der SPÖ.
Der Börsegang ist erfolgreich abgewickelt worden, und Donawitz als Herzstück des obersteirischen Bereiches hat das beste Konzernergebnis mit 28 Prozent, was die Mitarbeiterbeteiligung betrifft, erreicht. Ich sehe das als ein großes Zeichen des Vertrauens in den Betrieb in Donawitz, in der Obersteiermark. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Heftige Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich möchte mich jetzt auch ganz kurz der Freiheitlichen Partei widmen. Sie hat keine Redezeit mehr, daher hat sie sich auf kollektive Zwischenrufe geeinigt. Ich möchte Ihnen folgendes sagen: 1987 war ein Jahr, das wir nicht vergessen werden. – Da ist irgendwo der Herr Kollege Blünegger. Wenn du, Herr Kollege Blünegger meinst, daß die Sozialdemokraten und die ÖVP, die Koalitionspartner, diejenigen sind, die die Arbeitsplätze mit der Beschlußfassung dieser Budgets vernichten, dann muß ich dir, lieber Freund, sagen: Ihr seid die Arbeitsplatzvernichter! Unsere Industrieregion wäre schon längst tot, und mehr als 4 000 Menschen wären ohne Beschäftigung! Das ist eure Beschäftigungspolitik, die der Freiheitlichen Partei! Ihr seid einer diesbezüglichen Diskussion überhaupt gar nicht würdig. (Beifall bei der SPÖ. – Heftige Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Glauben Sie das nicht? Den SPÖ-Vorsitzenden kann man nicht abwählen! Unseren Vorsitzenden kann man abwählen!
Liebe Freunde! Ihr habt einen neuen Wirtschaftssprecher. Interessante Thesen habe ich gestern gelesen, Herr Kollege Stadler. Was sagst du dazu? Er ist der Meinung, man könne den Haider auch abwählen. (Abg. Mag. Stadler: Glauben Sie das nicht? Den SPÖ-Vorsitzenden kann man nicht abwählen! Unseren Vorsitzenden kann man abwählen!) Ob das nicht schon eine rote Notiz im Klubbuch der FPÖ bedeutet, möchte ich dahingestellt lassen.
Abg. Mag. Stadler: Das wäre unkatholisch, da wäre ich dagegen!
Als dann die Freunde, die damals ein bisserl verärgert über die SPÖ waren, gehört haben, die Feiertage sollen gestrichen beziehungsweise aufs Wochenende verlegt werden (Abg. Mag. Stadler: Das wäre unkatholisch, da wäre ich dagegen!), und als dann die Arbeitnehmer unserer Regierung, die ein Stück des Weges mit Ihnen gehen sollten, erfahren haben, Herr Prinzhorn sei Kandidat bei den Nationalratswahlen, war das die beste Wahlkampfmunition, die Sie uns bieten konnten. Wir haben auch das beste Ergebnis der Nationalratswahlen, gemeinsam mit dem Bezirk Bruck, erringen können. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Als dann die Freunde, die damals ein bisserl verärgert über die SPÖ waren, gehört haben, die Feiertage sollen gestrichen beziehungsweise aufs Wochenende verlegt werden (Abg. Mag. Stadler: Das wäre unkatholisch, da wäre ich dagegen!), und als dann die Arbeitnehmer unserer Regierung, die ein Stück des Weges mit Ihnen gehen sollten, erfahren haben, Herr Prinzhorn sei Kandidat bei den Nationalratswahlen, war das die beste Wahlkampfmunition, die Sie uns bieten konnten. Wir haben auch das beste Ergebnis der Nationalratswahlen, gemeinsam mit dem Bezirk Bruck, erringen können. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Puttinger: Ist das Ihr partnerschaftliches Verhältnis?
Zurzeit haben wir Auftragsprobleme in Donawitz; das muß ich ganz offen sagen. Ich möchte nicht vereinfachen, aber trotzdem kann man etwas feststellen: Aufgrund der Krise, die die Wirtschaftspartei ÖVP in unserem Land mit ihrer Aufkündigung der Koalition im Herbst vergangenen Jahres ausgelöst hat, ist folgendes passiert – das ist meine persönliche Meinung, die deckt sich mit vielen in meiner Fraktion, die deckt sich mit der Meinung der Sozialdemokraten und der Arbeitnehmer meines Bezirks, meine Damen und Herren von der ÖVP (Abg. Dr. Puttinger: Ist das Ihr partnerschaftliches Verhältnis?) –: Der Handlungsspielraum war nicht mehr da. Die Finanzierbarkeit von öffentlichen Aufträgen war auch nicht gegeben, und jetzt stehen wir vor der Situation, daß es große Auftragseinbrüche in Donawitz gibt, im Bereich der Walzstahlproduktion, weil es keine Aufträge der öffentlichen Hand für die Bauwirtschaft gegeben hat und auch weil die ÖBB keine Aufträge im Schienenwalzwerk geordert hat. (Abg. Dr. Puttinger: Waren die Schienen nicht lang genug?)
Abg. Dr. Puttinger: Waren die Schienen nicht lang genug?
Zurzeit haben wir Auftragsprobleme in Donawitz; das muß ich ganz offen sagen. Ich möchte nicht vereinfachen, aber trotzdem kann man etwas feststellen: Aufgrund der Krise, die die Wirtschaftspartei ÖVP in unserem Land mit ihrer Aufkündigung der Koalition im Herbst vergangenen Jahres ausgelöst hat, ist folgendes passiert – das ist meine persönliche Meinung, die deckt sich mit vielen in meiner Fraktion, die deckt sich mit der Meinung der Sozialdemokraten und der Arbeitnehmer meines Bezirks, meine Damen und Herren von der ÖVP (Abg. Dr. Puttinger: Ist das Ihr partnerschaftliches Verhältnis?) –: Der Handlungsspielraum war nicht mehr da. Die Finanzierbarkeit von öffentlichen Aufträgen war auch nicht gegeben, und jetzt stehen wir vor der Situation, daß es große Auftragseinbrüche in Donawitz gibt, im Bereich der Walzstahlproduktion, weil es keine Aufträge der öffentlichen Hand für die Bauwirtschaft gegeben hat und auch weil die ÖBB keine Aufträge im Schienenwalzwerk geordert hat. (Abg. Dr. Puttinger: Waren die Schienen nicht lang genug?)
Abg. Dr. Puttinger: Wir haben nicht angefangen!
Wir brauchen eine Gemeinschaft, wir brauchen diese Sanierungspartnerschaft. Die Arbeiter in Donawitz haben mir folgendes gesagt: Schaut, daß ihr zu einer Lösung kommt mit der ÖVP. Es ist der beste Weg, die Probleme sozialpartnerschaftlich zu lösen. Und jetzt erwarten sie sich, daß wir weiterarbeiten, und zwar vier Jahre lang – und nicht wieder anfangen, in irgendwelchen Wunden zu bohren. (Abg. Dr. Puttinger: Wir haben nicht angefangen!) Ich möchte Ihnen empfehlen, daß Sie Abgeordnete à la Kukacka zurückpfeifen. Wie lange noch?, hat Ihr Klubobmann gestern gesagt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir brauchen eine Gemeinschaft, wir brauchen diese Sanierungspartnerschaft. Die Arbeiter in Donawitz haben mir folgendes gesagt: Schaut, daß ihr zu einer Lösung kommt mit der ÖVP. Es ist der beste Weg, die Probleme sozialpartnerschaftlich zu lösen. Und jetzt erwarten sie sich, daß wir weiterarbeiten, und zwar vier Jahre lang – und nicht wieder anfangen, in irgendwelchen Wunden zu bohren. (Abg. Dr. Puttinger: Wir haben nicht angefangen!) Ich möchte Ihnen empfehlen, daß Sie Abgeordnete à la Kukacka zurückpfeifen. Wie lange noch?, hat Ihr Klubobmann gestern gesagt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Haigermoser: Das ist Optimismus! Das freut uns!
Meine Damen und Herren! Abschließend: Ich danke unserem Bundeskanzler. Es gibt Hoffnung für Donawitz. Im Herbst dieses Jahres werden sich hoffentlich die Auftragsbücher wieder füllen. Es gibt einen großen Iran-Auftrag, der Donawitz und die nachgelagerten Betriebe für zweieinhalb Jahre auslasten würde. (Abg. Haigermoser: Das ist Optimismus! Das freut uns!) Der Kanzler hat mit der Kontrollbank alle Wege geebnet; es hängt das noch am Iran selbst.
Beifall bei der SPÖ und beim Liberalen Forum.
Ich bin zuversichtlich, daß wir auch diese schwierige Situation meistern werden. Ein herzliches steirisches Glückauf! (Beifall bei der SPÖ und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Österreich hat durch die Ostöffnung eine historische Chance, einen großen zukunftsträchtigen Wirtschaftsraum in seiner unmittelbaren Nachbarschaft zu erschließen. Daraus entstehen für unsere Republik langfristige Standortvorteile. Nützen wir also diese Gelegenheit! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Von der geplanten Realisierung der Bauvorhaben, die sich in den Budgets 1996 und 1997 widerspiegeln, gehen nicht nur notwendige Beschäftigungsimpulse aus, sondern sie schafft auch den Ausbau der längst überfälligen Infrastruktur und wesentlich bessere Rahmenbedingungen für unser südlichstes Bundesland. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sehr verehrte Damen und Herren! Ein sicheres und leistungsfähiges Straßennetz ist wichtig. Wichtig in diesem Zusammenhang ist aber auch das Schließen der Lücken im Straßennetz und insbesondere im hochrangigen Straßennetz. Aus Wiener Sicht – diese Bemerkung sei mir erlaubt – ist da natürlich die B 301 zu nennen, die als Südostumfahrung für Wien im Zusammenhang mit dem Transitverkehr, der immer stärker wird und der zu einer immer größeren Belastung für die Stadt Wien und für das Stadtgebiet wird, besonders wichtig ist. Ich glaube also, daß gerade die B 301 in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren zügig in eine Bauphase gebracht werden muß, da das ein ganz wichtiges Vorhaben für die Ostregion unseres Landes ist. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte zu den Ausführungen des Abgeordneten Trinkl kurz eine Bemerkung machen. Er hat von der Ausbildung in der Wirtschaft und von den Möglichkeiten der Lehrlingsausbildung gesprochen. Er hat davon gesprochen, daß Reformen notwendig sind. Ich bejahe das. Ich sage auch, es sind Reformen notwendig, und ich glaube, es ist auch ganz gut, darauf hinzuweisen, daß es Bereiche in unserem Land gibt, wo die Unternehmer nicht über zu hohe Kosten klagen, sondern sie genug Lehrplätze zur Verfügung stellen, wie das beispielsweise in Niederösterreich der Fall ist. Im gestrigen "Volksblatt" konnte man lesen: Die Berufsschule ist überfüllt, es gibt genug Lehrlinge, die eine Lehre beginnen wollen, und es gibt genug Arbeitgeber, die Lehrplätze zur Verfügung stellen. Nur als kleines Beispiel, daß es auch anders geht, daß man nicht nur jammern muß über Kosten, sondern daß man, wenn man die Ausbildung ernst nimmt, genügend Plätze zur Verfügung stellen kann. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Haigermoser: Sie sind nicht so interessant, daß er zuhören muß!
Sehr verehrte Damen und Herren! Ich bin froh, daß jetzt Herr Abgeordneter Blünegger in den Saal hereinkommt, ich bin aber nicht froh, daß Herr Abgeordneter Prinzhorn nicht im Saal ist, ich sehe ihn jedenfalls nicht. (Abg. Haigermoser: Sie sind nicht so interessant, daß er zuhören muß!)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen
Er hat die Formulierung verwendet: Neun Jahre Wirtschafts- und Industriepolitik haben in unserem Land nichts weitergebracht. – Diese Aussage war natürlich in Richtung Regierung gemacht. Ich glaube, dem sollte man noch einmal – es ist ja schon mehrmals in der Debatte gemacht worden – entgegenhalten: In diesen neun Jahren kam es zu Veränderungen in der Industrielandschaft, internationale Konzerne siedelten sich an, bauten Standorte aus. Wir haben heute mehr Beschäftigte als vor neun Jahren, es gibt höhere Löhne, und es gibt für alle in diesem Land (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen) , ob Sie es jetzt hören wollen oder nicht, etwas mehr Wohlstand. Ein Grund dafür ist auch, daß versucht wird, eine vernünftige Wirtschaftspolitik zu betreiben, bei allen Gegensätzen, und ich glaube, es ist uns das auch gelungen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Er hat die Formulierung verwendet: Neun Jahre Wirtschafts- und Industriepolitik haben in unserem Land nichts weitergebracht. – Diese Aussage war natürlich in Richtung Regierung gemacht. Ich glaube, dem sollte man noch einmal – es ist ja schon mehrmals in der Debatte gemacht worden – entgegenhalten: In diesen neun Jahren kam es zu Veränderungen in der Industrielandschaft, internationale Konzerne siedelten sich an, bauten Standorte aus. Wir haben heute mehr Beschäftigte als vor neun Jahren, es gibt höhere Löhne, und es gibt für alle in diesem Land (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen) , ob Sie es jetzt hören wollen oder nicht, etwas mehr Wohlstand. Ein Grund dafür ist auch, daß versucht wird, eine vernünftige Wirtschaftspolitik zu betreiben, bei allen Gegensätzen, und ich glaube, es ist uns das auch gelungen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Dr. Feurstein und Blünegger .
Und ich glaube, wir sollten gerade das nicht tun, Reallohnverluste, egal, wo sie auftreten, bei aktiv Beschäftigten oder bei Pensionisten hinzunehmen, sondern wir sollten uns in diesem Haus vornehmen, alles zu tun, daß es zu keinen Reallohnverlusten, zu keinen Verlusten der Kaufkraft und zu keinen Wohlstandsverlusten in unserer Republik kommt. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Dr. Feurstein und Blünegger .)
Abg. Mag. Stadler: Ist das eine Jungfernrede?
Aber in der Rede von Herrn Prinzhorn ist auch ein Satz vorgekommen, dem ich voll zustimmen muß. Er hat gesagt: Ich höre nämlich ein bissel schlecht. – Und dem stimme ich zu. Ich würde sagen: Entweder braucht er einen Arzt (Abg. Mag. Stadler: Ist das eine Jungfernrede?) , oder er braucht eine geringere Distanz zu dem, der mit ihm redet. Er hat es von diesem Pult gesagt in Richtung hintere Bankreihen, und ich glaube, die nähere Distanz könnte er mit seinem Sitznachbarn, mit dem Kollegen Blünegger herstellen, vor allem zum Thema Reallohnverlust. Ich könnte mir vorstellen, daß das eine interessante Diskussion wäre. (Abg. Blünegger: Machen wir!) Ich bitte dich darum, diese Diskussion mit ihm zu führen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Blünegger: Machen wir!
Aber in der Rede von Herrn Prinzhorn ist auch ein Satz vorgekommen, dem ich voll zustimmen muß. Er hat gesagt: Ich höre nämlich ein bissel schlecht. – Und dem stimme ich zu. Ich würde sagen: Entweder braucht er einen Arzt (Abg. Mag. Stadler: Ist das eine Jungfernrede?) , oder er braucht eine geringere Distanz zu dem, der mit ihm redet. Er hat es von diesem Pult gesagt in Richtung hintere Bankreihen, und ich glaube, die nähere Distanz könnte er mit seinem Sitznachbarn, mit dem Kollegen Blünegger herstellen, vor allem zum Thema Reallohnverlust. Ich könnte mir vorstellen, daß das eine interessante Diskussion wäre. (Abg. Blünegger: Machen wir!) Ich bitte dich darum, diese Diskussion mit ihm zu führen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Aber in der Rede von Herrn Prinzhorn ist auch ein Satz vorgekommen, dem ich voll zustimmen muß. Er hat gesagt: Ich höre nämlich ein bissel schlecht. – Und dem stimme ich zu. Ich würde sagen: Entweder braucht er einen Arzt (Abg. Mag. Stadler: Ist das eine Jungfernrede?) , oder er braucht eine geringere Distanz zu dem, der mit ihm redet. Er hat es von diesem Pult gesagt in Richtung hintere Bankreihen, und ich glaube, die nähere Distanz könnte er mit seinem Sitznachbarn, mit dem Kollegen Blünegger herstellen, vor allem zum Thema Reallohnverlust. Ich könnte mir vorstellen, daß das eine interessante Diskussion wäre. (Abg. Blünegger: Machen wir!) Ich bitte dich darum, diese Diskussion mit ihm zu führen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Haigermoser: Das ist auch eine Jungfernrede!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Mag. Maier. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Haigermoser: Das ist auch eine Jungfernrede!)
Abg. Mag. Stadler: Sind Sie ein Geeichter?
Ich frage Sie daher, Herr Bundesminister: Sollen durch diese Einsparungen diese eichpolizeilichen Revisionen eingeschränkt werden (Abg. Mag. Stadler: Sind Sie ein Geeichter?), oder werden Sie im personellen Bereich Einschränkungen vornehmen? (Abg. Mag. Stadler: Ein Geeichter!) Oder ist überhaupt daran gedacht, einige Ämter stillzulegen? – Ich darf Sie ersuchen,
Abg. Mag. Stadler: Ein Geeichter!
Ich frage Sie daher, Herr Bundesminister: Sollen durch diese Einsparungen diese eichpolizeilichen Revisionen eingeschränkt werden (Abg. Mag. Stadler: Sind Sie ein Geeichter?), oder werden Sie im personellen Bereich Einschränkungen vornehmen? (Abg. Mag. Stadler: Ein Geeichter!) Oder ist überhaupt daran gedacht, einige Ämter stillzulegen? – Ich darf Sie ersuchen,
Abg. Dr. Graf: Meinen Sie Karthago-Reisen?
Aber da sehe ich die Mängel, Herr Bundesminister. Zum Beispiel wurde bei der Novelle zur Reisebürosicherungsverordnung nur die Haftungssumme erhöht. Hier wurde nicht auf die Probleme eingegangen, die in den letzten Jahren aufgrund der nun bekannten Konkurse diskutiert wurden. Man hat überhaupt keine Kreativität gezeigt, beispielsweise auch an Brüssel heranzutreten, um eine Änderung der Pauschalreiserichtlinie zu verlangen. (Abg. Dr. Graf: Meinen Sie Karthago-Reisen?) Unter anderem, Herr Kollege, Karthago-Reisen und Arena-Reisen. Sie kennen das Problem.
Mehrere Abgeordnete sprechen mit dem auf der Regierungsbank sitzenden Bundesminister Dr. Ditz.
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Mag. Kaufmann. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Mehrere Abgeordnete sprechen mit dem auf der Regierungsbank sitzenden Bundesminister Dr. Ditz.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte aus gegebenem Anlaß doch darauf hinweisen, was Herr Präsident Neisser bezüglich des Verkehrs hier bei der Regierungsbank gesagt hat. (Beifall bei der SPÖ.) Für kurze Wortmeldungen ist das vielleicht ganz nett, aber auf lange Dauer etwas auffallend.
Beifall bei der SPÖ.
Die Rahmenbedingungen für die B 301 sind daher: Es muß neben der Südroute um Wien, als Verbindung zwischen der Ost und West Autobahn, auch eine Nordroute geben. Diese Nordroute zeichnet sich ohnehin in einzelnen Teilen ab, nämlich von der Ost Autobahn über die Donauufer Autobahn bis nach Stockerau und dann über die neue Tullner Donaubrücke in die A 1. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Kukacka: Sehr richtig!
Zweiter Punkt, sehr geehrter Herr Minister: die Maut. Ich halte die vielen Einwände, die es zu dieser Straßenmaut gibt, für in hohem Maße überzogen. Der Fremdenverkehr wird deswegen nicht zusammenbrechen. (Abg. Mag. Kukacka: Sehr richtig!) Es wird nicht zu einer Verlagerung des Verkehrs von der Autobahn weg zu den Straßenzügen des niederrangigen Straßennetzes in riesigem Umfang kommen.
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube, daß diese Rechnung nicht aufgehen wird. Wichtig ist nur, festzustellen, daß Sie, sollte sich nach geraumer Zeit herausstellen, daß die Preise nicht sinken und daß sie weiter im Vergleich zu Deutschland und zu anderen europäischen Ländern unzumutbar hoch sind, dann wirklich sehr, sehr rasch und effizient reagieren sollten. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Eines ist meiner Meinung nach aber selbstverständlich: Zu einer Preisregulierung werden und können wir nicht zurückkehren. – Danke vielmals. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Eines ist ganz klar: Ein guter Schulerfolg – Frau Bundesministerin, da werden Sie mir recht geben – ist noch lange kein Garant für einen Studienerfolg und umso weniger Garant für einen Erfolg in der Praxis. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Sophie Bauer: Richtig!
Weshalb sage ich das? – Ich sage es deshalb, weil der BSA eine akademische Kaderorganisation der Sozialdemokratie ist, die sich auch der Belange von Künstlerinnen und Künstlern annimmt. (Abg. Sophie Bauer: Richtig!) Und das ist entscheidend für meine Ausführungen, unter Bedachtnahme darauf, Frau Kollegin, was dieser Stasi-Verbindungsoffizier über den BSA und über dessen Führungsfunktionäre zu sagen hat. Ich zitiere wörtlich aus dem Faksimile-Abdruck des Berichtes dieses in die SPÖ infiltrierten Stasi-Verbindungsoffiziers:
Beifall bei den Freiheitlichen.
Da findet sich die These bestätigt, daß es Ihnen, meine Damen und Herren von der Sozialdemokratie, im Unterrichtswesen, im Bildungssystem und in der Kultur nicht um die Vermittlung von Wissen, nicht um die Vermittlung von Kunst, nicht um die Ermöglichung eines freien Kunstklimas geht, sondern einzig allein darum, Ideologie zu betreiben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Die linken Künstler machen Sie sich durch Subventionen gefügig!
Das, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist das Verwerfliche an der Kulturpolitik der Sozialdemokratie: der Ausschließlichkeitsanspruch, der Absolutheitsanspruch und die Verwendung der Kunst als Vehikel zum Transport der Ideologie. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Die linken Künstler machen Sie sich durch Subventionen gefügig!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wie wir aus einer Anfragebeantwortung des Herrn Bundesministers Scholten vom 21. März 1996 wissen, legt er dieses Gesetz entgegen dem klaren Gesetzeswortlaut und entgegen dem Geist des Gesetzes so aus, daß der Beirat nicht für eine Funktionsperiode, wie es im Gesetz ausdrücklich heißt, bestellt wird, sondern lediglich für einen Berichtszeitraum. Das heißt, der Bundesminister funktioniert diesen Beirat zu einem bloßen Berichtsorgan um, zu einem Organ, das im nachhinein die Kunstförderung zu sanktionieren hat. Das ist das Verwerfliche! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Frau Minister, das sollten Sie sich auch anhören! Sie sind ja in Vertretung da!
Es ist wirklich verwerflich, daß ein Beirat, der gesetzeskonform eingerichtet ist, in seiner Funktion herabgesetzt wird (Abg. Dr. Partik-Pablé: Frau Minister, das sollten Sie sich auch anhören! Sie sind ja in Vertretung da!) , daß seine Funktion entwertet wird und er lediglich im nachhinein quasi eine Sanktionierung der Verwendung der Kulturförderungsbeiträge durchzuführen hat.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das ist genau das, was ich dem Minister vorwerfe: Dieses Gremium, das über die 80 Millionen Schilling, die über den ORF-Kunstschilling hereinkommen, zu befinden hat, dessen Einsetzung und Tätigkeit gesetzlich exakt vorgegeben ist, wird herabgewürdigt zu einem bloßen Berichtsorgan. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn man nun das Kunstförderungsgesetz vom 25. Februar 1988, das den übrigen Teil der Kunstförderung betrifft, einer Prüfung unterzieht, so sieht man, daß darin nur sehr vage Bestimmungen enthalten sind. Im § 9 etwa ist davon die Rede, daß der Bundesminister zur Vorbereitung der Förderungen und Schaffung der Förderungsrichtlinien Beiräte einzuberufen hat. Da steht nicht mehr und nicht weniger. Also dort, wo im Gesetz überhaupt nichts ausformuliert ist, wird die gesamte Förderungsmacht monopolisiert, und dort, wo sehr exakt festgelegt ist, womit der Beirat zu befassen ist, nämlich mit der Verwendung des Kulturschillings, wird derselbe entwertet. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das ist ja auch etwas sehr Wichtiges. Es geht nicht darum, daß man die Bundeskunstförderung zur Gänze abschafft und durch steuerliche Maßnahmen ersetzt. Meine sehr geehrten Damen und Herren, es geht nicht um ein Entweder-Oder, sondern es geht um ein Sowohl-Als-auch. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Seine Argumentation, daß es nicht angehe, daß jemand darüber entscheidet, was Kunst ist und was nicht, ist doppelbödig, meine Damen und Herren. Denn was macht denn der Beirat, was machen diese Kuratoren? Doch auch nichts anderes, als über Kunst und über Kunstförderungswürdigkeit abzustimmen. Sie machen doch nichts anderes! Das ist eine klassische Scheinargumentation. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Michael Krüger (fortsetzend): Ich unterwerfe mich selbstverständlich diesem Ordnungsruf, nehme diesen Ausdruck auch zurück, wiederhole aber, daß es sehr wohl eine Doppelbödigkeit und eine Janusköpfigkeit ist, auf der einen Seite sich ins Hohe Haus zu stellen und zu sagen, es sei sehr positiv, daß man über Kunstförderungsbeiträge, über die steuerliche Anerkennung von Kunstkäufen spricht, und auf der anderen Seite genau das Gegenteil zu sagen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Präsident! Mit welchen Worten soll man denn dieses Verhalten beschreiben, wenn nicht mit Worten wie Janusköpfigkeit, Doppelbödigkeit oder gespaltene Zunge? Auf der einen Seite sagt man A, und auf der anderen Seite sagt man genau das Gegenteil von dem, was man vorher gepredigt hat. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es ist richtig, daß die autonomen Kulturinitiativen zu unterstützen sind. Das ist überhaupt keine Frage. Aber ist es richtig, daß man alles monokratisch durchorganisiert, von der Interessengemeinschaft Kultur auf Bundesebene angefangen bis zu den Interessengemeinschaften auf Landesebene – in Oberösterreich ist die Kulturplattform das Bindeglied –, bis zu den einzelnen Kulturinitiativen? – 67 sind es an der Zahl. Das ist dieses Netzwerk, dieses kulturelle Netzwerk, das hier aufgebaut wird, das durchorganisiert wird, das durchgeschaltet wird. Frau Kollegin Schmidt! Aus dieser Sicht ist es unverständlich, daß Sie in diese Sozialismusfalle getappt sind. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Das ist in Wahrheit der Hintergrund! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen.
Und das ist auch der einzige Hintergrund, weshalb das Interesse des Bundesministers Scholten nach wie vor auf eine Aufrechterhaltung des sozialistischen Kunstmonopols in Österreich gerichtet ist. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Es ist das größte Dienstleistungsunternehmen Österreichs, das im gesamten Bildungsbereich angesprochen wird. Es sind fast rund 1,2 Millionen Menschen, die als Schülerinnen und Schüler im Bereich der Ausbildung, der Bildung integriert sind. Das heißt, dieses größte Dienstleistungsunternehmen Österreichs gestaltet und bestimmt die Zukunft, die Zukunftschancen von derzeit 1,2 Millionen jungen Menschen in Österreich mit. Das heißt, das, worüber wir heute diskutieren, welche Bedingungen wir diesen Menschen geben, entscheidet die Zukunft Österreichs in den kommenden Jahren und Jahrzehnten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben also auf einem Fundament aufzubauen, das uns im internationalen Vergleich, im OECD-Vergleich bescheinigt, daß Qualität und Leistungsvermögen von der österreichischen Schule angeboten werden und daß wir unsere Schülerinnen und Schüler besser als viele andere Länder auf die Zukunft vorbereiten, und ich glaube, darauf können wir durchaus stolz sein. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich habe gesagt: Selbstverständlich hat jede Einrichtung, so auch dieses größte Dienstleistungsunternehmen Österreichs, den neuen Herausforderungen zu begegnen, und wir wissen, daß im Zuge der Konsolidierung jeder einzelne Bereich seinen Beitrag dazu zu liefern hat. Was ich bei dieser gesamten Diskussion aber herausheben möchte, ist folgendes: Die gesamte Diskussion ist in einer partnerschaftlichen Art und Weise durchgeführt worden, es ist rechtzeitig mit den Betroffenen und deren Vertretern gesprochen worden. Die Lehrer und die Gewerkschaft öffentlicher Dienst sind integriert worden, und das hat letzten Endes dazu geführt, daß diese Reformen partnerschaftlich getragen und durchgeführt werden. Das heißt also, aus dem Geist der Partnerschaft heraus sind auch schwierige Situationen meisterbar. Und ich sage für die ÖVP: Wir bekennen uns zu diesem partnerschaftlichen Stil der Problemlösung, weil wir glauben, daß nur dieser partnerschaftliche Stil für eine demokratisch reife Gesellschaft der richtige Weg zur politischen Vorbereitung und Durchführung ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Fast 2,5 Milliarden Schilling zu konsolidieren, ist nicht wenig, man muß das lobend hervorheben und insbesondere der Frau Bundesministerin für diese Einstellung, für die Art und Weise der direkten Begegnung mit den Betroffenen danken. Ich glaube, es ist sicherlich nicht in allen Bereichen so verlaufen wie im Unterrichtsbereich. Frau Bundesministerin! Ich möchte Ihnen dafür, für diese Art und Weise, für diese ruhige Form und für die Durchführung effizienter Konsolidierungsmaßnahmen, recht herzlich Dank sagen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Frischenschlager: Wohlsein!
Das heißt, wir müssen unsere Schulen, unser Bildungssystem für das 21. Jahrhundert fit machen. Wir wollen in einem System agieren und dauernd an Verbesserungen arbeiten, mit dem Ziel, daß sich diejenigen, die in diesem Bildungsprozeß integriert sind, wohl fühlen: die Schüler, die Lehrer, aber auch die Eltern. (Abg. Dr. Frischenschlager: Wohlsein!) Ein Wohlbefinden ist immer ein positiver Ausdruck des gesellschaftlichen Empfindens. Die Schule sollte keine Angst machen, sondern soll einen wesentlichen Beitrag zum Wohlbefinden leisten. Das heißt also, wir müssen die Schule mit inneren Reformen, mit mehr Autonomie, mit mehr Möglichkeiten noch höherer Qualität für das 21. Jahrhundert fit machen. Aber auch das Hinführen an jene Herausforderungen, die dem einzelnen im Leben dann begegnen, wird ein zentraler Stellenwert bildungspolitischer Natur in diesem und in den nächsten Jahren sein.
Beifall beim Liberalen Forum.
Wir haben noch keinen neuen Lehrplan, der wird erst in zwei Jahren zu erwarten sein. Wie wird sich das dann auf die Schule selbst auswirken? Wieviel schulische Arbeit wird bei gleichbleibendem Lehrstoff in die häusliche Arbeit abgedrängt werden? Es wird auch zu einer Überalterung des Lehrkörpers kommen, weil die Flexibilisierung des Dienstrechtes nicht in wünschenswertem Maße mit dieser Maßnahme Schritt hält. Es werden uns die neuen Impulse, die neuen pädagogischen Ansätze junger Kollegen fehlen. Und ich frage mich wirklich, warum nicht im Rahmen dieser Reform überlegt wurde, im Primarbereich letztendlich einen Start in einen neuen Bereich, in den Sekundarbereich, zu wagen und bereits Reformen einzuleiten. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich frage – auch aus aktuellem Anlaß und weil der Herr Staatssekretär angekündigt hat, daß in Zukunft die Pragmatisierung bei Neueinstellungen nicht mehr zum Tragen kommen wird –, ob auch sichergestellt ist, daß die Pragmatisierung als überholtes, als nicht mehr zeitgemäßes, als leistungsfeindliches Instrument hoffentlich auch in Zukunft von Österreichs Schulen verbannt werden wird. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich glaube, daß man hier – leider – die Handschrift der ÖVP sehr deutlich erkennen kann. Sie spricht zwar von Wettbewerb, will aber Wettbewerb im Schulbereich nicht wirklich zulassen, sonst müßten ja endlich jene Rahmenbedingungen geschaffen werden, die schulisch fairen Wettbewerb gewährleisten und konfessionelle Privatschulen nicht einseitig bevorteilen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Ich möchte Ihnen aus liberaler Sicht ein paar Kritikpunkte vorbringen: Das österreichische Schulsystem ist nach wie vor, trotz aller Autonomiebeteuerungen, geprägt von Parteipolitik und von politischem Proporz. Es ist der Parteienproporz nach wie vor verfassungsmäßig in den Kollegien der Landesschulräte festgeschrieben. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Abgeordnete Maria Schaffenrath (fortsetzend): Bitte um Entschuldigung, Herr Präsident, ich nehme das zurück. Ich formuliere es um: Die parteipolitische Einflußname bei der Bestellung von Direktoren, von Schulaufsichtsbeamten wurde von der Volksanwaltschaft in den letzten drei Berichten ganz massiv kritisiert. Sie haben diesbezüglich keinerlei Ansätze gezeigt. Sie wünschen natürlich weiterhin – trotz aller Autonomiebezeugungen – Ihren Machtapparat zu den Ländern, und Sie versuchen, diesen mit allen Möglichkeiten zu verteidigen. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Wir sehen die Schule als Grundaufgabe des Staates, und es muß auch die Finanzierung über den Staat erfolgen, auf jeden Fall im Bereich der Grundschulausbildung. Ich frage mich: Was ist denn das für eine Autonomie an unseren Schulen, die diesen Lehrern, diesen Schulpartnern, den von Ihnen als eigenständig beschworenen Lehrern nicht einmal die Fähigkeit zutraut, die Schuldirektoren auf Zeit zu wählen, sowie bei der Einstellung von Lehrern, die doch letztendlich in ein Lehrerteam passen sollten, mitzubestimmen und auch auf diese Art und Weise eine gewisse Garantie für Leistung und Leistungskontrolle einbringen zu können? (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Frau Unterrichtsministerin! Es hat mich persönlich tief betroffen gemacht, daß Sie Integration nicht als Menschenrecht sehen, sondern als unterrichtliche Notwendigkeit. Wir Liberale sehen das naturgemäß anders. Integration ist für uns ein Menschenrecht, und Integration ist für uns nicht teilbar. Wir werden uns vehement dagegen verwahren, daß Integration verwässert wird, daß Integration nur nach Möglichkeit durchgeführt wird und somit allen möglichen Ausreden, sei es in organisatorischen oder in anderen Bereichen, Tür und Tor geöffnet wird. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine sehr geehrten Damen und Herren von den Koalitionsparteien! Dafür wird es wohl notwendig sein, in Zukunft weiter über den ideologischen Tellerrand hinauszuschauen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Krüger: Mit einem Stasi-Offizier!
Abgeordneter DDr. Erwin Niederwieser (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Ich muß zunächst doch, weil er sich auch mit Bildungsfragen beschäftigt hat, auf die Ausführungen von Kollegen Krüger eingehen. Sie haben offensichtlich Probleme, mit dem fertigzuwerden, was sich derzeit in Österreich abspielt, weil Sie gezwungen sind, 20 oder noch mehr Jahre zurückzugehen und irgendwelche Phantome aufzubauen, die möglicherweise schon längst gestorben sind. Wir können glücklich sein, wenn Ihnen gegen die Sozialdemokratie kein anderer Vorwurf einfällt als ein Gespräch aus der Kreisky-Ära, das irgend jemand einmal geführt hat. (Abg. Dr. Krüger: Mit einem Stasi-Offizier!) Da können wir uns wirklich beglückwünschen, und vor solchen Vorwürfen brauchen wir auch keine Angst zu haben.
Abg. Dr. Krüger: Ich habe wortwörtlich zitiert!
Aber wenn Sie umgekehrt meinen, wir dürften schulpolitisch nur Wissen vermitteln – das haben Sie zum Ausdruck gebracht, indem Sie uns vorgeworfen haben, wir würden die Schule zu unterwandern versuchen, es würde versucht werden, in der Schule auch Werte zu vermitteln, und man würde sich in der Schule nicht nur auf das Wissen beschränken (Abg. Dr. Krüger: Ich habe wortwörtlich zitiert!) –, dann muß ich Ihnen, Kollege Krüger, sagen: Bleiben Sie lieber bei der Kulturpolitik. Lesen Sie zunächst einmal den Grundsatzparagraphen für das österreichische Schulwesen, und überlegen Sie sich einmal, wofür Schule eigentlich da ist. (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer. ) Du weißt das genau. Die jungen Menschen sollen zu gesunden, arbeitstüchtigen, pflichttreuen und verantwortungsbewußten Gliedern der Gesellschaft und Bürgern der demokratischen und bundesstaatlichen Republik Österreich herausgebildet werden. (Rufe und Gegenrufe bei den Freiheitlichen und der SPÖ.) Sie sollen zu selbständigem Urteil, zu sozialem Verständnis geführt werden, dem politischen und weltanschaulichen Denken anderen gegenüber aufgeschlossen sein sowie befähigt werden, am Wirtschafts- und Kulturleben Österreichs, Europas und der Welt Anteil zu nehmen. (Abg. Dr. Krüger: Das ist ja unbestritten, Herr Kollege!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.
Aber wenn Sie umgekehrt meinen, wir dürften schulpolitisch nur Wissen vermitteln – das haben Sie zum Ausdruck gebracht, indem Sie uns vorgeworfen haben, wir würden die Schule zu unterwandern versuchen, es würde versucht werden, in der Schule auch Werte zu vermitteln, und man würde sich in der Schule nicht nur auf das Wissen beschränken (Abg. Dr. Krüger: Ich habe wortwörtlich zitiert!) –, dann muß ich Ihnen, Kollege Krüger, sagen: Bleiben Sie lieber bei der Kulturpolitik. Lesen Sie zunächst einmal den Grundsatzparagraphen für das österreichische Schulwesen, und überlegen Sie sich einmal, wofür Schule eigentlich da ist. (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer. ) Du weißt das genau. Die jungen Menschen sollen zu gesunden, arbeitstüchtigen, pflichttreuen und verantwortungsbewußten Gliedern der Gesellschaft und Bürgern der demokratischen und bundesstaatlichen Republik Österreich herausgebildet werden. (Rufe und Gegenrufe bei den Freiheitlichen und der SPÖ.) Sie sollen zu selbständigem Urteil, zu sozialem Verständnis geführt werden, dem politischen und weltanschaulichen Denken anderen gegenüber aufgeschlossen sein sowie befähigt werden, am Wirtschafts- und Kulturleben Österreichs, Europas und der Welt Anteil zu nehmen. (Abg. Dr. Krüger: Das ist ja unbestritten, Herr Kollege!)
Rufe und Gegenrufe bei den Freiheitlichen und der SPÖ.
Aber wenn Sie umgekehrt meinen, wir dürften schulpolitisch nur Wissen vermitteln – das haben Sie zum Ausdruck gebracht, indem Sie uns vorgeworfen haben, wir würden die Schule zu unterwandern versuchen, es würde versucht werden, in der Schule auch Werte zu vermitteln, und man würde sich in der Schule nicht nur auf das Wissen beschränken (Abg. Dr. Krüger: Ich habe wortwörtlich zitiert!) –, dann muß ich Ihnen, Kollege Krüger, sagen: Bleiben Sie lieber bei der Kulturpolitik. Lesen Sie zunächst einmal den Grundsatzparagraphen für das österreichische Schulwesen, und überlegen Sie sich einmal, wofür Schule eigentlich da ist. (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer. ) Du weißt das genau. Die jungen Menschen sollen zu gesunden, arbeitstüchtigen, pflichttreuen und verantwortungsbewußten Gliedern der Gesellschaft und Bürgern der demokratischen und bundesstaatlichen Republik Österreich herausgebildet werden. (Rufe und Gegenrufe bei den Freiheitlichen und der SPÖ.) Sie sollen zu selbständigem Urteil, zu sozialem Verständnis geführt werden, dem politischen und weltanschaulichen Denken anderen gegenüber aufgeschlossen sein sowie befähigt werden, am Wirtschafts- und Kulturleben Österreichs, Europas und der Welt Anteil zu nehmen. (Abg. Dr. Krüger: Das ist ja unbestritten, Herr Kollege!)
Abg. Dr. Krüger: Das ist ja unbestritten, Herr Kollege!
Aber wenn Sie umgekehrt meinen, wir dürften schulpolitisch nur Wissen vermitteln – das haben Sie zum Ausdruck gebracht, indem Sie uns vorgeworfen haben, wir würden die Schule zu unterwandern versuchen, es würde versucht werden, in der Schule auch Werte zu vermitteln, und man würde sich in der Schule nicht nur auf das Wissen beschränken (Abg. Dr. Krüger: Ich habe wortwörtlich zitiert!) –, dann muß ich Ihnen, Kollege Krüger, sagen: Bleiben Sie lieber bei der Kulturpolitik. Lesen Sie zunächst einmal den Grundsatzparagraphen für das österreichische Schulwesen, und überlegen Sie sich einmal, wofür Schule eigentlich da ist. (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer. ) Du weißt das genau. Die jungen Menschen sollen zu gesunden, arbeitstüchtigen, pflichttreuen und verantwortungsbewußten Gliedern der Gesellschaft und Bürgern der demokratischen und bundesstaatlichen Republik Österreich herausgebildet werden. (Rufe und Gegenrufe bei den Freiheitlichen und der SPÖ.) Sie sollen zu selbständigem Urteil, zu sozialem Verständnis geführt werden, dem politischen und weltanschaulichen Denken anderen gegenüber aufgeschlossen sein sowie befähigt werden, am Wirtschafts- und Kulturleben Österreichs, Europas und der Welt Anteil zu nehmen. (Abg. Dr. Krüger: Das ist ja unbestritten, Herr Kollege!)
Abg. Dr. Krüger: Die Verfassung kenne ich besser als Sie, Herr Kollege!
Kollege Krüger! Da können Sie sich nicht herstellen und sagen, die Schulen sollen sich gefälligst auf die Vermittlung von Wissen beschränken! Selbstverständlich hat die Schule die Aufgabe, den jungen Menschen auch Werte zu vermitteln, und sie sind hier festgelegt. (Abg. Dr. Krüger: Die Verfassung kenne ich besser als Sie, Herr Kollege!) Daran werden wir auch festhalten, und ich bitte, solche Vorwürfe nicht mehr zu erheben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Ofner: Sie hat sie anzuleiten, auch die Werte zu verbreiten!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Ofner: Sie hat sie anzuleiten, auch die Werte zu verbreiten!
Kollege Krüger! Da können Sie sich nicht herstellen und sagen, die Schulen sollen sich gefälligst auf die Vermittlung von Wissen beschränken! Selbstverständlich hat die Schule die Aufgabe, den jungen Menschen auch Werte zu vermitteln, und sie sind hier festgelegt. (Abg. Dr. Krüger: Die Verfassung kenne ich besser als Sie, Herr Kollege!) Daran werden wir auch festhalten, und ich bitte, solche Vorwürfe nicht mehr zu erheben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Ofner: Sie hat sie anzuleiten, auch die Werte zu verbreiten!)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn wir heute über das Budget reden, dann sage ich unumwunden: Auch wir könnten uns ein Unterrichtsbudget vorstellen, das wie in den vergangenen Jahren sozialdemokratischer Regierungsverantwortung eine Steigerung von 3 bis 5 Prozent aufweist, anstatt den Stand des Vorjahres beizubehalten. Es gibt aber in der jetzigen Budgetsituation nur zwei Möglichkeiten: entweder zu jammern und zu lamentieren, wie es von vielen Rednern der Opposition seit Tagen praktiziert wird, oder mit einem Kurs des gerechten Sparens und des Sparens durch Reformen das Beste aus dieser Situation zu machen. (Beifall bei der SPÖ.) Wir – damit meine ich die Abgeordneten meiner Fraktion und auch des Koalitionspartners, die heute noch zum Kapitel
Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer .
Wir hatten im Schuljahr 1970/71 – Kollege Schweitzer, da könntest du noch etwas lernen, denn diese Grafik kennst du sicher noch nicht – in den Pflichtschulen ungefähr 21 Schüler pro Lehrer, und wir hatten im Schuljahr 1994/95 – das sind die letzten vollständigen Zahlen – 9,2 Schüler pro Lehrer, in den Gymnasien waren es rund 15, jetzt sind es rund neun, und insgesamt waren es vor 25 Jahren rund 18, jetzt sind es rund zehn Schüler pro Lehrer. (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer .) Das heißt, das allein ist eine ganz erhebliche Verbesserung in der schulpolitischen Situation der letzten 25 Jahre. Das ist uns aber noch nicht genug. Das sage ich auch ganz offen.
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Schaffenrath .
Wir brauchen sicherlich echte Integrationsmaßnahmen – da gebe ich dir schon recht, Kollegin Schaffenrath –, was die Weiterführung der Integration im Bereich der Mittelstufe darstellt. Aber ich bin auch sicher, daß das, was dann am Schluß des Begutachtungsverfahrens dem Parlament zugeleitet wird, nämlich diese Schulorganisationsgesetz-Novelle, eine Änderung sein wird, bei der wir durchaus zu einer gemeinsamen Beschlußfassung kommen werden können, denn auch wir legen großen Wert darauf, daß Integration unteilbar ist. Sie ist nicht teilbar zwischen Hauptschule und AHS, und sie darf auch nicht mit der achten Schulstufe aufhören. Darin sind wir selbstverständlich einer Meinung. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Schaffenrath .)
Beifall bei der SPÖ und beim Liberalen Forum.
Zum ersten Punkt möchte ich nur als Anstoß eine Studie von Fritz Bauer, Ortwin Wingert und Wolf Schlöglmann nennen, die aufgrund einer Analyse der Schülerströme zu dem Ergebnis kommen, daß die Hauptschule eigentlich die Gesamtschule auf dem Land ist und die AHS-Unterstufe bereits eine gemeinsame Gesamtschule in städtischen Ballungszentren darstellt. Worum es in nächster Zeit gehen muß, ist, das in den gesetzlichen Rahmenbedingungen entsprechend anzuerkennen, wobei uns die Praxis schon längst überholt hat. (Beifall bei der SPÖ und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte mich aber bei dieser Gelegenheit auch dem anschließen, was Kollege Höchtl schon gesagt hat, nämlich dem Dank an die Lehrer und ihre beruflichen Vertretungen für das große Verständnis, das sie bei diesem Konsolidierungspaket aufgebracht haben. Es ist nicht selbstverständlich, daß eine Berufsgruppe in dieser Art und Weise und mit so viel Verständnis sagt: Ja, wir tragen diese Dinge mit! – Dafür wirklich herzlichen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das Programm, das wir zu erledigen haben, zeigt, daß es uns nicht nur um das Sparen geht, sondern daß es uns darum geht, die Schule weiterzuentwickeln. Wie ein solches generelles Programm für Weiterentwicklung ausschauen könnte, dazu lassen Sie mich zum Schluß Helmut Becker zitieren, einen der Größten der europäischen Bildungswissenschaften. Er fragt: "Welche Eigenschaften benötigt der Mensch von heute, um gebildet zu sein? Und er antwortet darauf: "Ich halte vier Eigenschaften für vordringlich: Zuverlässigkeit, Mobilität, Weltverständnis und Solidarität". – Und ich füge hinzu: Zuversicht und Optimismus. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Krüger .
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Einen schönen guten Morgen, Herr Präsident! Frau Ministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Krügersche Kulturkampf am frühen Morgen ist schon ein ordentlicher Schock für den nüchternen Magen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Krüger .) Ich muß schon sagen, wenn Kollege Krüger Antonio Gramsci erwähnt, dann ist das schwer verdaulich, aber bitte! Er muß ja seine Schwimmübungen am Trockendock für den Parteivorsitzenden machen, damit er zufriedengestellt ist. Es ist schon eigenartig, wenn ausgerechnet Herr Kollege Krüger herauskommt und ausgerechnet der Frau Ministerin Gehrer unterstellt, daß sie in sämtlichen pädagogischen Institutionen im Ministerium bereits von den Linken unterwandert wurde. Das ist etwas starker Tobak, aber bitte.
Abg. Dr. Krüger: Dafür kann ich nichts!
Auch wenn Kollege Krüger gegen den nicht anwesenden Minister Scholten etwas Schattenboxen betreibt, ist das seine Sache, aber es hilft uns nicht sehr viel weiter. (Abg. Dr. Krüger: Dafür kann ich nichts!) Kollege Krüger, Sie lenken davon ab ... (Abg. Mag. Schweitzer: Was hast du zu sagen?) Sprechen Sie immer von der Seite? Sie können gern herauskommen, Kollege Schweitzer, und Ihre eigene Wortmeldung abgeben.
Abg. Mag. Schweitzer: Was hast du zu sagen?
Auch wenn Kollege Krüger gegen den nicht anwesenden Minister Scholten etwas Schattenboxen betreibt, ist das seine Sache, aber es hilft uns nicht sehr viel weiter. (Abg. Dr. Krüger: Dafür kann ich nichts!) Kollege Krüger, Sie lenken davon ab ... (Abg. Mag. Schweitzer: Was hast du zu sagen?) Sprechen Sie immer von der Seite? Sie können gern herauskommen, Kollege Schweitzer, und Ihre eigene Wortmeldung abgeben.
Abg. Dr. Krüger: Die SPÖ!
Kollege Krüger lenkt davon ab, daß er in der Kulturfrage – er hat ja Herrn Primetzhofer zitiert – mit seiner FPÖ-Oberösterreich in den letzten Wochen eine empfindliche Niederlage dadurch einstecken mußte, daß die FPÖ-Oberösterreich wegen übler Nachrede verurteilt wurde. (Abg. Dr. Krüger: Die SPÖ!) Nein, die FPÖ, die Freiheitliche Partei, und zwar wegen übler Nachrede gegenüber genau jenem Verein, den er heute schon wieder beschuldigt hat, daß er irgendwie linksterroristisch oder so ähnlich gestrickt sei. Ich denke, so kann es doch nicht gehen, daß man die Vorwürfe, aufgrund derer man wegen übler Nachrede verurteilt ist, dann in einem anderen
Abg. Dr. Krüger: Ihnen kann man es nicht recht machen!
Ich will mich hier aber eigentlich nicht zum Kulturkampf der FPÖ verbreiten. Das ist mir das Thema nicht wert. Ich denke, es geht um Unterricht und Kunst. Natürlich ist es bezeichnend, wie ernst Sie die Frage Unterricht und Bildung nehmen, wenn Sie dieses Thema nur mit ein paar kleinen Bemerkungen angehen und – Gott sei Dank nicht mehr darüber sagen (Abg. Dr. Krüger: Ihnen kann man es nicht recht machen!) , das muß man auch dazusagen – sich dann eigentlich nur in dieser ziemlich eintönigen Debatte über den Kulturkampf in Oberösterreich ergehen. Ich möchte zum Thema Unterricht Stellung nehmen, weil es das ist, was eigentlich Beachtung verdient. (Abg. Dr. Krüger: Kunst nicht?!) Doch, selbstverständlich! Wenn man sich mit ihr auseinandersetzt, dann verdient auch die Kunst Beachtung, aber Sie müssen sich schon tatsächlich damit auseinandersetzen.
Abg. Dr. Krüger: Kunst nicht?!
Ich will mich hier aber eigentlich nicht zum Kulturkampf der FPÖ verbreiten. Das ist mir das Thema nicht wert. Ich denke, es geht um Unterricht und Kunst. Natürlich ist es bezeichnend, wie ernst Sie die Frage Unterricht und Bildung nehmen, wenn Sie dieses Thema nur mit ein paar kleinen Bemerkungen angehen und – Gott sei Dank nicht mehr darüber sagen (Abg. Dr. Krüger: Ihnen kann man es nicht recht machen!) , das muß man auch dazusagen – sich dann eigentlich nur in dieser ziemlich eintönigen Debatte über den Kulturkampf in Oberösterreich ergehen. Ich möchte zum Thema Unterricht Stellung nehmen, weil es das ist, was eigentlich Beachtung verdient. (Abg. Dr. Krüger: Kunst nicht?!) Doch, selbstverständlich! Wenn man sich mit ihr auseinandersetzt, dann verdient auch die Kunst Beachtung, aber Sie müssen sich schon tatsächlich damit auseinandersetzen.
Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Schaffenrath .
Ich teile diese Auffassung nicht ganz, glaube aber, daß die Debatte über die Rolle des Lehrers tatsächlich entscheidend ist. Wenn wir das aber wirklich auch für wesentlich halten, dann muß ich sagen, daß in den letzten Jahren einiges Negative passiert ist, was nicht dazu beitragen wird, die Qualität der Bildung in Österreich zu erhöhen. Ich werfe das nicht Ihnen vor, Frau Ministerin. Aber die Art und Weise, wie die Debatte über Lehrer, über Privilegien der Lehrer, über die Qualität des Schulunterrichts in Österreich in der Öffentlichkeit geführt wurde, und zwar auch von den politischen Parteien, und auch die Art und Weise, wie das mit einer Diskussion über finanzielle Restriktionen verbunden wurde, die notwendig seien oder es tatsächlich auch sind, deutet darauf hin, daß wir es in diesen Jahren – so wie sich die Lehrergewerkschaft und andere Verbände dazu auch geäußert haben – tatsächlich mit einer massiven Klimaverschlechterung zu tun haben, die auch noch im schulischen Unterricht zu spüren sein wird. Es kann doch nicht so sein, daß wesentliche Fragen, die den Schulunterricht bestimmen, aus der Debatte eigentlich ausgespart bleiben, daß die Reform des Bildungswesens in Österreich kein Thema mehr ist, aber alle Schuld an dem, was schlecht ist im Bildungswesen, einer Gruppe, und zwar denen, die das Bildungswesen im wesentlichen verkörpern, nämlich den Lehrern, zugeschoben wird. Es kann auch nicht so sein, Frau Ministerin, daß Sie beispielsweise die Debatte über das Lehrerleitbild an die Gewerkschaft auslagern und die Gewerkschaft diese Debatte über das Lehrerleitbild völlig unzureichend und unfähig, sie inhaltlich zu organisieren, betreiben lassen. Sie betreibt sie nämlich in einer Art und Weise, daß sie nicht tatsächlich die Lehrer erreichen wird, sondern wie sie meinetwegen bestenfalls dazu geeignet ist, daß sich die Lehrergewerkschaft mit einigen Seiten Papier wird schmücken können. Es ist dies aber kein wesentlicher Beitrag dazu, zu einem neuen Lehrerleitbild zu kommen. (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Schaffenrath .)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Frau Ministerin! Seien Sie auch in dieser Frage mutig! Gehen Sie einmal einen neuen Weg, und geben Sie einem so konsequenten und engagierten Menschen wie Herrn Vierlinger Gelegenheit, seine Reformvorschläge im Bereich der Benotung zu entwickeln. Das ist positiv, und ich meine, es könnte uns nur weiterbringen. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Wie werden innerhalb der privaten Schulen, die nicht konfessionell orientiert sind, die Mittel zwischen den sozusagen anerkannten Schulen – wie den Waldorfschulen – und den Alternativschulen aufgeteilt? Und da, Frau Ministerin, fällt schon eines auf, nämlich daß diese Mittel sehr ungleich verteilt werden! (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen.
Ein Punkt noch: Integration. Ich möchte jetzt nicht im Detail dazu Stellung nehmen. Ich meine aber, daß jener Entwurf, den Sie, Frau Ministerin, einstweilen als Ministerialentwurf handeln, ein schlechter Entwurf ist, und zwar, weil er Integration wieder zurücknimmt. Integration ist ein unteilbares Menschenrecht, das auch durch budgetäre Restriktionen nicht eingeschränkt werden darf, Frau Ministerin! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Sie würden sich auch noch manches andere wünschen, Frau Ministerin, was die Ausstattung mit Mitteln für den Turnunterricht betrifft. Ich denke, es ist wichtig, daß die Schule und die Bildung nicht zu kurz kommen. Und ich würde mir wünschen, daß Sie etwas mehr Mut zeigen, um sich gegenüber Ihrem sehr gierigen Kollegen in der Regierung, dem Finanzminister, der diese Mittel nicht gerne aus der Hand gibt, etwas mehr durchzusetzen. Denn die Bildung in diesem Land hat es verdient, gut mit Ressourcen ausgestattet zu werden, aber nicht, in einem Sparpaket oder in mehreren Sparpaketen zu verhungern! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Franz Morak (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Kollege Krüger hat vom BSA geredet und gesagt, daß sich der BSA der Künstler annimmt. Ich bin nicht da, um den BSA zu verteidigen. Ich war einmal dort und habe vor, glaube ich, vier Leuten geredet. Wenn man also meint, daß man sich dort der Künstler annimmt, dann würde ich das so nicht sagen. Aber eines muß ich zugestehen: Sie nehmen sich wenigstens der Künstler nicht so an wie Sie von den Freiheitlichen, daß sie dann am nächsten Tag auf einem Plakat stehen, und zwar durchaus in einer Art und Weise, die Künstler schärfstens ablehnen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Investition in Sachen Kultur ist durchaus antizyklisch, und sie ist ein wahres Bekenntnis dieses Staates zur Bereitschaft zur Investition in die Kultur. (Beifall bei der ÖVP.)
Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Zum New Yorker Kulturinstitut möchte ich noch einiges sagen: Wenn Sie sich erinnern, vor der Wahl hat es Kommentare gegeben wie: Was brauch’ ma des, des san ausländische Arbeitsplätze, was geht uns des an? Diese Zeichen kamen von einer Seite, von der man derartiges eigentlich nicht gewohnt ist. (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Das heißt nämlich soviel wie: Kunst ist Kunst, und Kunst ist frei, nur die Kunstschaffenden läßt man halt immer gerne wissen, woher sie die Kohle kriegen. Nichtsdestotrotz gab es – und das ist nicht genug zu würdigen – immerhin einen Sieg der Vernunft: New York wird gebaut werden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Khol: Da hat er sich was getraut!
Herr Minister Scholten! Zu diesem Thema meinten Sie in der letzten Plenarsitzung vom 28. Februar, wo ich leider nicht da war – ich zitiere (Abg. Dr. Khol: Da hat er sich was getraut!) – :
Abg. Dr. Mertel: Die Sie leider nicht haben!
In einem APA-Interview vom 8. Jänner, Herr Minister, sprachen Sie von mehr Mitteln für dezentrale Kulturinitiativen. Sie haben – ich habe im Ausschuß darauf hingewiesen – in Ihrer wunderbar eloquenten Art gesagt (Abg. Dr. Mertel: Die Sie leider nicht haben!), 4 Prozent bekommen sie mehr. Stellen Sie sich vor, das ist ein bißchen weniger, als Peter Stein für seine Retouchen an einer Übersetzung kriegt, die Schlegel – Tieck für ihn besorgt haben. Das sind die Beträge, um die es hier geht.
Abg. Dr. Khol: Der ist aber kein Demokrat!
Dennoch hat sich der Minister nicht bemüht, für die beiden Jahre rechtskräftige, das heißt, beschlußkräftige Sitzungen zustande zu bringen. Der zuständige Sektionschef hat 1994 in der nächsten beschlußfähigen Sitzung das Protokoll der nicht beschlußfähigen Sitzung 1993 anerkennen lassen. Jetzt kommt es aber wirklich: Die Residenzzeit des vorangegangenen Beirates war 1992, 1993 und 1994, ab 1995 war ein neuer Beirat zu stellen. Ein durchaus fehlerhaftes Protokoll aus dem Jahre 1994 liegt mir vor, und Herr Sektionschef Temnitschka weigert sich seit meiner Kritik an diesem Protokoll beharrlich, die nachfolgenden Protokolle herauszurücken beziehungsweise dem Nationalrat zugänglich zu machen. (Abg. Dr. Khol: Der ist aber kein Demokrat!)
Abg. Dr. Krüger: Das ist ja Gesetzesbruch, Herr Kollege Morak!
Kollege Voggenhuber hat schon 1992 von einer Beschlußunfähigkeit des Beirates gesprochen, da dieser nicht vor der Mittelvergabe, sondern nach der Mittelvergabe befragt wurde, daß der Minister 100 Millionen Schilling nach Gutdünken vergibt. Wenn ich mir dann dieses Protokoll anschaue und sehe, daß über eine Summe von 100 Millionen Schilling in einer Zeit von, ich glaube, 50 Minuten entschieden wird, wo dort eigentlich überhaupt nichts außer Kren gerieben wird, dann verstehe ich langsam, aber sicher die Argumentationslinie des ORF, der sagt: Machen wir doch damit anständige Filme. Beweisen wir uns in einem Medium, das dieses Land modern und neu weit über seine Grenzen hinaus darstellen kann, nämlich im Bereich TV und Fernsehfilm. Wenn man weiters sagt, man knüpfe daran, daß das die anspruchsvollen, die künstlerisch wertvollen sein müssen, dann muß ich Ihnen sagen, daß das eine Diskussion ist, die ich gerne führte. (Abg. Dr. Krüger: Das ist ja Gesetzesbruch, Herr Kollege Morak!) Das ist als Vorschlag gemeint. (Abg. Dr. Krüger: Nein, das ist der Gesetzesbruch des Ministers mit dem Kunstförderungsbeirat!)
Abg. Dr. Krüger: Nein, das ist der Gesetzesbruch des Ministers mit dem Kunstförderungsbeirat!
Kollege Voggenhuber hat schon 1992 von einer Beschlußunfähigkeit des Beirates gesprochen, da dieser nicht vor der Mittelvergabe, sondern nach der Mittelvergabe befragt wurde, daß der Minister 100 Millionen Schilling nach Gutdünken vergibt. Wenn ich mir dann dieses Protokoll anschaue und sehe, daß über eine Summe von 100 Millionen Schilling in einer Zeit von, ich glaube, 50 Minuten entschieden wird, wo dort eigentlich überhaupt nichts außer Kren gerieben wird, dann verstehe ich langsam, aber sicher die Argumentationslinie des ORF, der sagt: Machen wir doch damit anständige Filme. Beweisen wir uns in einem Medium, das dieses Land modern und neu weit über seine Grenzen hinaus darstellen kann, nämlich im Bereich TV und Fernsehfilm. Wenn man weiters sagt, man knüpfe daran, daß das die anspruchsvollen, die künstlerisch wertvollen sein müssen, dann muß ich Ihnen sagen, daß das eine Diskussion ist, die ich gerne führte. (Abg. Dr. Krüger: Das ist ja Gesetzesbruch, Herr Kollege Morak!) Das ist als Vorschlag gemeint. (Abg. Dr. Krüger: Nein, das ist der Gesetzesbruch des Ministers mit dem Kunstförderungsbeirat!)
Beifall bei der ÖVP.
Den verantwortlichen Kulturvermittlern und Kulturmanagern muß ich allerdings sagen: Es gibt keine Atempause, aber es ist ihnen Zeit gegeben worden, die notwendigen infrastrukturellen Maßnahmen – und zwar über einen Zeitraum von zwei Jahren, dieser Vorteil ist nicht zu unterschätzen – zu setzen. Es wäre wünschenswert, daß sie diese Herausforderung annehmen, freudig annehmen, und daß sie sie meistern. – Ich danke Ihnen schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Leider Gottes sieht die Realität aber anders aus. Anstelle der immer wieder angekündigten Bildungsoffensive begeben wir uns mehr oder weniger unaufhaltsam in eine Bildungsdefensive. In der Bildung muß gespart werden, in der Bildung wird gespart. Dies läßt den Schluß zu, daß demnach unserer Regierung die Investition in die Jugend, die ja bekanntlich unsere Zukunft ist, doch nicht so viel wert ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das wollen Sie wirklich, Frau Ministerin?
Geschickt ist es aber auch deshalb gemacht, weil dabei den Schülern und Eltern – als unmittelbar Betroffenen – natürlich eingeredet wird, daß die Schüler entlastet werden, wie das auch die Frau Kollegin Schaffenrath schon angeschnitten hat. Zu befürchten ist aber, daß dieses ersatzlose Streichen von Unterrichtsstunden bei unveränderten Lehrplänen, Lehr- und Lernzielen zwangsweise natürlich auf Kosten der Übungszeit jedes einzelnen Schülers und jeder Schülerin geht. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das wollen Sie wirklich, Frau Ministerin?) Das heißt, die Übungszeit wird in den privaten Bereich – also in den häuslichen Bereich, zur Hausübung – verlagert, wo dann natürlich kein Lehrer beziehungsweise keine Lehrerin zur Seite steht und hilft, wenn es Probleme gibt. Und das in Zeiten, in denen für Nachhilfeunterricht bereits rund eine Milliarde Schilling pro Jahr umgesetzt wird. Daß sich dieser unerfreuliche Zustand dadurch nicht verändern wird, liegt wohl klar auf der Hand.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Zum Deutschunterricht, Frau Bundesministerin, gehört aber nicht nur die Vermittlung von Literaturgeschichte und das Pauken von Grammatik, sondern auch die Vermittlung kommunikativer Fähigkeiten. Und diesbezüglich frage ich mich: Was ist hier schiefgelaufen? In der Sendung "Report" der vergangenen Woche wurde davon gesprochen, daß es in Österreich rund 200 000 Analphabeten gebe. Das ist ein Zustand, der unglaublich erscheint – und das trotz Schulbesuch, trotz gesetzlich verankerter Schulpflicht. Es wurde hier ein erschütterndes Bild gezeigt, und ich frage Sie, Frau Bundesministerin, wie so etwas überhaupt möglich sein kann. Wie kann so etwas möglich sein, da unser Schulsystem angeblich allen Begabungsstufen und Neigungen Rechnung trägt? Ich frage Sie konkret: Was werden Sie unternehmen angesichts dieses erschütternden Bildes, das letztlich eine Bankrotterklärung unseres Schulsystems ist? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Bundesministerin! Sie haben im Ausschuß dazu erklärt, daß Sie damit eigentlich nichts zu tun haben, das entscheiden die Landesschulräte in Eigenverantwortung. Aber Sie, Frau Bundesministerin, sind die übergeordnete Instanz, und Sie können sich hier aus der Verantwortung für diese Misere nicht herausschwindeln und so tun, als hätten Sie damit überhaupt nichts zu tun. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Höchtl: Auch die Freiheitlichen waren drei Jahre in der Regierung!
Noch ein Wort zu den hohen Personalkosten, die das Budget belasten: Die Regierung tut hierbei so, als wäre das alles etwas völlig Neues, als wäre das eine Situation, vor der man jetzt plötzlich steht. Nach dem Lehrermangel in den siebziger Jahren erschallte der Ruf: Es sollten mehr Jugendliche für das Lehramt studieren, wir brauchen Lehrer. Es war damals schon absehbar, meine Damen und Herren, daß Lehrer mit zunehmendem Alter und mit zunehmenden Dienstjahren natürlich auch teurer werden. Seit über 20 Jahren, meine Damen und Herren, hätte die Regierung Zeit gehabt, strukturelle Änderungen vorzunehmen und ein neues leistungsgerechtes und leistungsorientiertes Besoldungssystem einzuführen. Aber Sie haben 20 Jahre lang zugesehen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Höchtl: Auch die Freiheitlichen waren drei Jahre in der Regierung!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das kann doch nur ein Irrtum sein, das gibt es doch gar nicht!
Da gibt es das Berufspädagogische Institut, und auch hier findet sich jede Menge an Ministerialräten und Ministerialbeamten Ihres Ministeriums, Frau Ministerin, die in der Dienstzeit am Vormittag Seminare und Schulungen abhalten und die – das ist das Kuriose dabei –, obwohl sie es in ihrer Dienstzeit machen, dafür noch zusätzlich bezahlt werden. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das kann doch nur ein Irrtum sein, das gibt es doch gar nicht!) Das ist leider Gottes kein Irrtum, sondern das ist die Realität. Gespart wird nicht "oben", gespart wird nicht dort, wo die größte Rückendeckung durch Lobbies herrscht, sondern gespart wird "unten" bei den Junglehrern, die es sich offensichtlich nicht richten können. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist beibehalten worden?) Das ist beibehalten worden. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das kann nicht wahr sein!) Ist aber so. (Abg. Dr. Mertel: Darf ich Sie auf einen Kaffee einladen, damit Sie sich besser unterhalten können?)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist beibehalten worden?
Da gibt es das Berufspädagogische Institut, und auch hier findet sich jede Menge an Ministerialräten und Ministerialbeamten Ihres Ministeriums, Frau Ministerin, die in der Dienstzeit am Vormittag Seminare und Schulungen abhalten und die – das ist das Kuriose dabei –, obwohl sie es in ihrer Dienstzeit machen, dafür noch zusätzlich bezahlt werden. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das kann doch nur ein Irrtum sein, das gibt es doch gar nicht!) Das ist leider Gottes kein Irrtum, sondern das ist die Realität. Gespart wird nicht "oben", gespart wird nicht dort, wo die größte Rückendeckung durch Lobbies herrscht, sondern gespart wird "unten" bei den Junglehrern, die es sich offensichtlich nicht richten können. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist beibehalten worden?) Das ist beibehalten worden. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das kann nicht wahr sein!) Ist aber so. (Abg. Dr. Mertel: Darf ich Sie auf einen Kaffee einladen, damit Sie sich besser unterhalten können?)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das kann nicht wahr sein!
Da gibt es das Berufspädagogische Institut, und auch hier findet sich jede Menge an Ministerialräten und Ministerialbeamten Ihres Ministeriums, Frau Ministerin, die in der Dienstzeit am Vormittag Seminare und Schulungen abhalten und die – das ist das Kuriose dabei –, obwohl sie es in ihrer Dienstzeit machen, dafür noch zusätzlich bezahlt werden. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das kann doch nur ein Irrtum sein, das gibt es doch gar nicht!) Das ist leider Gottes kein Irrtum, sondern das ist die Realität. Gespart wird nicht "oben", gespart wird nicht dort, wo die größte Rückendeckung durch Lobbies herrscht, sondern gespart wird "unten" bei den Junglehrern, die es sich offensichtlich nicht richten können. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist beibehalten worden?) Das ist beibehalten worden. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das kann nicht wahr sein!) Ist aber so. (Abg. Dr. Mertel: Darf ich Sie auf einen Kaffee einladen, damit Sie sich besser unterhalten können?)
Abg. Dr. Mertel: Darf ich Sie auf einen Kaffee einladen, damit Sie sich besser unterhalten können?
Da gibt es das Berufspädagogische Institut, und auch hier findet sich jede Menge an Ministerialräten und Ministerialbeamten Ihres Ministeriums, Frau Ministerin, die in der Dienstzeit am Vormittag Seminare und Schulungen abhalten und die – das ist das Kuriose dabei –, obwohl sie es in ihrer Dienstzeit machen, dafür noch zusätzlich bezahlt werden. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das kann doch nur ein Irrtum sein, das gibt es doch gar nicht!) Das ist leider Gottes kein Irrtum, sondern das ist die Realität. Gespart wird nicht "oben", gespart wird nicht dort, wo die größte Rückendeckung durch Lobbies herrscht, sondern gespart wird "unten" bei den Junglehrern, die es sich offensichtlich nicht richten können. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist beibehalten worden?) Das ist beibehalten worden. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das kann nicht wahr sein!) Ist aber so. (Abg. Dr. Mertel: Darf ich Sie auf einen Kaffee einladen, damit Sie sich besser unterhalten können?)
Ruf bei den Freiheitlichen: Man muß Lehrer werden!
Eine besondere Pikanterie findet sich noch in diesem Programm, und zwar werden auch Golfkurse angeboten – quasi als Lehrerfortbildung. Der Lehrer von heute muß Golf spielen können, das gehört dazu. (Ruf bei den Freiheitlichen: Man muß Lehrer werden!) Es werden drei Golfkurse angeboten: ein Schnupperkurs, ein Anfängerkurs und ein Fortgeschrittenenkurs. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Zur Behandlung von Behinderten gibt es zuwenig Kurse!) Das findet sich da nicht.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Zur Behandlung von Behinderten gibt es zuwenig Kurse!
Eine besondere Pikanterie findet sich noch in diesem Programm, und zwar werden auch Golfkurse angeboten – quasi als Lehrerfortbildung. Der Lehrer von heute muß Golf spielen können, das gehört dazu. (Ruf bei den Freiheitlichen: Man muß Lehrer werden!) Es werden drei Golfkurse angeboten: ein Schnupperkurs, ein Anfängerkurs und ein Fortgeschrittenenkurs. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Zur Behandlung von Behinderten gibt es zuwenig Kurse!) Das findet sich da nicht.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf bei der SPÖ.
Böse Zungen könnten natürlich behaupten, daß diese Kurse deshalb notwendig sind, weil sie ein Sprungbrett für eine Karriere sind, weil sie eine Voraussetzung sind, in der SPÖ möglicherweise Karriere zu machen. Bekanntermaßen ist ja unsere Frau Bundeskanzler eine begeisterte Golferin. Ein Sprungbrett für die Zukunft! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf bei der SPÖ.) Nein, Bungee-Jumping wird nicht angeboten, Frau Kollegin, aber Golfspielen, weil das in der SPÖ sehr gefragt ist. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen.
Böse Zungen könnten natürlich behaupten, daß diese Kurse deshalb notwendig sind, weil sie ein Sprungbrett für eine Karriere sind, weil sie eine Voraussetzung sind, in der SPÖ möglicherweise Karriere zu machen. Bekanntermaßen ist ja unsere Frau Bundeskanzler eine begeisterte Golferin. Ein Sprungbrett für die Zukunft! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf bei der SPÖ.) Nein, Bungee-Jumping wird nicht angeboten, Frau Kollegin, aber Golfspielen, weil das in der SPÖ sehr gefragt ist. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Höchtl: Immerhin etwas!
Nun ein Wort zum Herrn Kollegen Höchtl. Es war nicht anders zu erwarten, und es war eigentlich keine Überraschung, daß auch von Ihrer Seite nur schöne Worte gekommen sind – ohne Inhalt und ohne Aussagekraft. Das einzige, wo ich Ihnen zustimmen kann, ist Ihre Aussage, daß sich die Schule allmählich wieder ihren eigentlichen Aufgaben widmen und nicht zur Reparaturwerkstätte für gesellschaftliche Fehlplanungen werden soll. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Höchtl: Immerhin etwas!)
Beifall bei der ÖVP.
Es ist hier behauptet worden, daß ich vor einem Jahr gesagt habe, daß ich mir weitere Einsparungen nicht vorstellen kann. Ich bitte, das genau zu hinterfragen. Ich habe ganz klar gesagt: Weitere lineare Kürzungen sind für unsere Schulen nicht zu verkraften. – Das heißt: Werteinheiten zu kürzen und die bisherigen Strukturen zu belassen, bedeutet, eine Zielvorgabe zu geben, aber die nötigen Mittel dafür nicht zur Verfügung zu stellen. So etwas nenne ich Management by chaos. Und das mache ich nicht! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Wenn man sich den Anteil des Bildungsbudgets am Gesamtbudget anschaut, dann sieht man sehr wohl, daß diese Regierung der Bildung, der Ausbildung unserer Jugend einen großen Stellenwert beimißt. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich darf daran erinnern, daß vor 20 Jahren von einem meiner Vorgänger, nämlich von Herrn Kollegen Piffl Per#evi%, alle Stundenpläne um zwei Stunden gekürzt wurden, und es ist kein Bildungsnotstand ausgebrochen, denn die Qualität liegt im Inhalt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Es ist doch gut und vernünftig, wenn die Schulen in Zusammenarbeit mit einigen Wirtschaftsbetrieben im Ort besondere Akzente setzen können. Es geht doch überhaupt nicht darum, das Schulbudget von der Wirtschaft finanzieren zu lassen. Wenn Sie sich dieses Budget anschauen, dann werden Sie sehen, daß für den Sachaufwand – für die Heizung der Schulen, für die Reinigung der Schulen, für den Betrieb der Schulen – die notwendigen Mittel vorgesehen sind. Aber ermöglichen wir es doch den Schulen, daß sie vor Ort noch weitere Akzente setzen können. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir leben in einem freien Land, in dem jeder Bürger seine Berufswahl frei treffen kann. Ich wehre mich dagegen, die Bewirtschaftung der Lebenschancen der Menschen durch den Staat vorzunehmen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir brauchen also flexible Modelle in diesem Bereich. Wir müssen uns alle miteinander anstrengen, die Lehrerarbeitslosigkeit wirklich in den Griff zu bekommen – aber bitte nicht durch Verbote und nicht durch Planwirtschaft, indem den Jugendlichen vorgeschrieben wird, welche Berufe sie ergreifen müssen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich erwähne auch das gesamte Ausstellungswesen, das eine Qualität hat, die sich in Europa sehen lassen kann. Wenn bei der Monet-Ausstellung an diesem Wochenende, zur Halbzeit der Ausstellung, der hundertzwanzigtausendste Besucher erwartet wird, dann zeigt es sich, daß die Ausstellungen, die von unseren Museen veranstaltet werden, Ausstellungen sind, die sich in Europa sehen lassen können. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Stummvoll: Eine Paketlösung! – Ruf bei der SPÖ: Könnten wir schon haben!
Ich möchte zweitens ein Bündnis für die duale Ausbildung verwirklichen, ein Bündnis, wo Sozialpartner, Wirtschaft, Unterricht, Sozialministerium und auch das Wirtschaftsministerium zusammenarbeiten. Es darf da keine Insellösungen geben. Derzeit machen 40 Prozent der Jugendlichen der betreffenden Altersgruppe eine Lehre. Wir müssen uns also fragen: Wie viele Facharbeiter brauchen wir in Zukunft noch? In welchen Bereichen brauchen wir Facharbeiter? Welche Unterstützungen müssen von der Wirtschaft gegeben werden, damit die Ausbildungsbereitschaft bestehen bleibt? – Das darf keine punktuelle Maßnahme sein, sondern das muß ein schönes Maßnahmenpaket sein, wo meine Rolle dabei jene ist, die Durchlässigkeit von der Lehre zu weiterführender Bildung durch eine Berufsmatura zu garantieren. (Abg. Dr. Stummvoll: Eine Paketlösung! – Ruf bei der SPÖ: Könnten wir schon haben!)
Beifall bei der ÖVP.
Die fünfte Anregung, die ich jetzt machen möchte, ist eine verstärkte Darstellung, welche Berufe in Zukunft gebraucht werden, eine Berufsfeldforschung, damit wir uns in der Ausbildung auf die richtigen Ziele konzentrieren können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Deshalb meine ich, daß wir gut beraten sind, positiv in die Zukunft zu blicken und eine Bildungsoffensive, eine Zukunftsoffensive gemeinsam zu tragen, die der jungen Generation die Chance zur Bewältigung der Zukunft gibt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich berichtige wie folgt: Sie haben gesagt: Es kommt nicht das nächste Sparpaket. Man werde sich die Auswirkungen des jetzigen Sparpakets genau anschauen, bevor weitere Maßnahmen besprochen würden. – APA-Meldung vom 13. Juni 1995. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Reichhold: Sie reden sich immer heraus!
Bundesministerin für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten Elisabeth Gehrer: Wir haben Strukturmaßnahmen getroffen. Es gab ein erstes Sparpaket, und es gab in der Folge Strukturmaßnahmen, die den Betrieb Schule hinterfragt haben. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Reichhold: Sie reden sich immer heraus!)
Abg. Mag. Trattner: Wann haben Sie eigentlich studiert?
Gramsci: "Die repressive Hegemonie", "Die geistige Hegemonie". – "Die geistige Hegemonie", das ist weit schwieriger für Sie. Sie haben nämlich da Ansatzpunkte entwickelt, die man nicht unterschätzen soll (Abg. Mag. Trattner: Wann haben Sie eigentlich studiert?) und wo ich glaube, daß Sie wirklich hineingestoßen sind. Wenn man jetzt die geistige Hegemonie betrachtet, und das betrifft Kirche, Schule, Familie, Kultur, Medien, all diese Bereiche: Es ist richtig, daß jene sozialen Gruppen, die Macht ausüben und die Macht aufgrund ökonomischer, politischer und sonstiger Strukturen und geschichtlicher Entwicklungen erobert haben, in diesen Bereichen geistige Hegemonie ausüben.
Abg. Ing. Reichhold, lachend: Das glaubst selber nicht!
Wir stehen für den emanzipierten, für den sozialen, für den demokratischen Menschen, für ein Menschenbild, wo eine solidarische Gesellschaftsordnung möglich ist. (Abg. Ing. Reichhold, lachend: Das glaubst selber nicht!) Darüber sollten wir einmal diskutieren. (Abg. Ing. Reichhold: Einem fragen ...!) Es ist doch klar, daß sie für Solidarität nur ein Lachen übrighaben. Das sollte man wirklich in den Stenographischen Protokollen vermerken: Die lachen bei dem Wort Solidarität. Das sollte man wirklich vermerken. (Abg. Ing. Reichhold: Einem fragen, was er mit Weisung in seinem Ministerium ...!) Danke, daß Sie das jetzt auch unterstrichen haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Reichhold: Einem fragen ...!
Wir stehen für den emanzipierten, für den sozialen, für den demokratischen Menschen, für ein Menschenbild, wo eine solidarische Gesellschaftsordnung möglich ist. (Abg. Ing. Reichhold, lachend: Das glaubst selber nicht!) Darüber sollten wir einmal diskutieren. (Abg. Ing. Reichhold: Einem fragen ...!) Es ist doch klar, daß sie für Solidarität nur ein Lachen übrighaben. Das sollte man wirklich in den Stenographischen Protokollen vermerken: Die lachen bei dem Wort Solidarität. Das sollte man wirklich vermerken. (Abg. Ing. Reichhold: Einem fragen, was er mit Weisung in seinem Ministerium ...!) Danke, daß Sie das jetzt auch unterstrichen haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Reichhold: Einem fragen, was er mit Weisung in seinem Ministerium ...!
Wir stehen für den emanzipierten, für den sozialen, für den demokratischen Menschen, für ein Menschenbild, wo eine solidarische Gesellschaftsordnung möglich ist. (Abg. Ing. Reichhold, lachend: Das glaubst selber nicht!) Darüber sollten wir einmal diskutieren. (Abg. Ing. Reichhold: Einem fragen ...!) Es ist doch klar, daß sie für Solidarität nur ein Lachen übrighaben. Das sollte man wirklich in den Stenographischen Protokollen vermerken: Die lachen bei dem Wort Solidarität. Das sollte man wirklich vermerken. (Abg. Ing. Reichhold: Einem fragen, was er mit Weisung in seinem Ministerium ...!) Danke, daß Sie das jetzt auch unterstrichen haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir stehen für den emanzipierten, für den sozialen, für den demokratischen Menschen, für ein Menschenbild, wo eine solidarische Gesellschaftsordnung möglich ist. (Abg. Ing. Reichhold, lachend: Das glaubst selber nicht!) Darüber sollten wir einmal diskutieren. (Abg. Ing. Reichhold: Einem fragen ...!) Es ist doch klar, daß sie für Solidarität nur ein Lachen übrighaben. Das sollte man wirklich in den Stenographischen Protokollen vermerken: Die lachen bei dem Wort Solidarität. Das sollte man wirklich vermerken. (Abg. Ing. Reichhold: Einem fragen, was er mit Weisung in seinem Ministerium ...!) Danke, daß Sie das jetzt auch unterstrichen haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Reichhold: Vielleicht sagst du zum Budget auch etwas – oder fällt dir da nichts ein?
Seien Sie vorsichtig! Die Gängelbandideologen sitzen bei Ihnen. Das haben wir anhand der denunziatorischen Plakate, wo Sie einzelne Künstler an den Pranger der Plakatwände gestellt haben, mehr als deutlich erkennen können. Das ist Ihr Selbstverständnis! Stellen Sie sich einmal da her und bekennen Sie sich endlich einmal dazu! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Reichhold: Vielleicht sagst du zum Budget auch etwas – oder fällt dir da nichts ein?)
Abg. Ing. Reichhold: Herr Präsident! Zur Sache muß ja da niemand mehr reden! Man kann eine Partei beschimpfen, aber zum Budget braucht man nichts mehr zu sagen! – Abg. Grabner: Bitte, Herr Lehrer!
Überschlagen Sie sich nicht bei den Zwischenrufen, es wird dann noch unverständlicher – nämlich auch in der Form, im Inhalt ist es sowieso unverständlich. (Abg. Ing. Reichhold: Herr Präsident! Zur Sache muß ja da niemand mehr reden! Man kann eine Partei beschimpfen, aber zum Budget braucht man nichts mehr zu sagen! – Abg. Grabner: Bitte, Herr Lehrer!)
Abg. Ing. Reichhold: Zum Budget braucht man nichts mehr zu sagen!
Zum zweiten Bereich: Was wäre dann Ihre Alternative? Was wäre dann Ihre Alternative, wenn Sie immer den Markt hochleben lassen? Wer übt dann die Selektion aus? Wer ist es dann? – Der Sponsor ist es! (Abg. Ing. Reichhold: Zum Budget braucht man nichts mehr zu sagen!) Ich bin zutiefst in der Kulturpolitik, im wahrsten Sinn des Wortes, und wenn ich mich mit Ihnen noch näher beschäftige, bin ich noch tiefer drinnen in der Selektion, die der Sponsor auszuüben hat, wenn man Förderungen im Kulturbereich durchzuführen hat.
Abg. Dr. Graf: Sie wollen nicht zuhören! Das haben wir schon oft genug gesagt, aber Sie hören nicht zu!
Es soll eben nicht so sein, daß der Generaldirektor X oder der Leiter der Werbeabteilung Y das entscheidet. Irgendwer wird es immer entscheiden. Oder sind Sie ein Verfechter dessen, daß der Künstler, wenn er irgendwo die Mariahilferstraße hinaufgeht und ihm zufällig ein "Patzerl" hingeworfen wird, dort das Geld aufheben soll? Irgendwer wird es vergeben müssen, und irgendwer wird entscheiden müssen, daß es vergeben wird. Und irgendwer wird entscheiden müssen, wieviel das ist. Sie drücken sich ja um diese Tatsache herum! Sie wollen ja auf diesen Aspekt gar nicht eingehen. Und Sie sagen nicht ehrlich, nach welchen Kriterien Sie das dann vergeben würden, und Sie sagen auch nicht, daß Sie in Wirklichkeit am liebsten noch monokratischere Strukturen hätten, damit Sie dann vergeben könnten, wie Sie sich das vorstellen. (Abg. Dr. Graf: Sie wollen nicht zuhören! Das haben wir schon oft genug gesagt, aber Sie hören nicht zu!)
Abg. Dr. Graf: Was dürfen wir denn Ihrer Meinung nach? Was ist noch zulässig nach Ihrer Interpretation?
Und da, denke ich, sollten Sie sich einmal Gedanken machen, ob Ihre Strategie wirklich sinnvoll ist, ob die wirklich das erbringen wird, was der Kollege Krüger vorhin versucht hat, hier auch anzuschneiden. (Abg. Dr. Graf: Was dürfen wir denn Ihrer Meinung nach? Was ist noch zulässig nach Ihrer Interpretation?) Das wäre interessant, das Thema, das könnten wir lang diskutieren.
Abg. Dr. Graf: Die Frage ist, ob er uns alles erzählt, wenn er stundenlang spricht!
Aber ich komme zu einem weiteren wichtigen Aspekt, nämlich zum Aspekt des Spannungsfeldes "Markt – Staat – Förderung – Verteilung". Über die innere Verteilung eines Kunstbudgets könnte der Herr Minister wahrscheinlich stundenlang sprechen, und zwar darüber, wie da die Verteilungsverhältnisse sind. Es ist irgendwo auch eine subjektive Entscheidung. (Abg. Dr. Graf: Die Frage ist, ob er uns alles erzählt, wenn er stundenlang spricht!)
Abg. Dr. Graf: Aber eine eigene Meinung dürfen wir schon noch haben?
Daher bin ich der Meinung, da sollte man wirklich vorsichtig sein und sollte versuchen, in Bereichen, die wirklich schwer regelbar und schwer einschätzbar sind, nicht einfach Forderungen aufzustellen, die meiner Auffassung nach nicht perfekt und ideal lösbar sind; und dessen sollte man sich auch in der Diskussion bewußt sein. (Abg. Dr. Graf: Aber eine eigene Meinung dürfen wir schon noch haben?)
Abg. Dr. Schmidt: Jetzt ist es zu spät! Das hätte man früher tun müssen!
Ich finde es positiv, daß man in New York ein Kulturinstitut errichtet. Ich finde es positiv, daß im Museumsquartier-Bereich etwas weitergeht. Und ich teile auch die Bedenken, die kürzlich Direktor Seipel geäußert hat, was die Folgewirkungen bei der Regelung der Werkverträge betrifft. Das wird man sich wirklich noch genau – auch von den Auswirkungen her – anschauen müssen. (Abg. Dr. Schmidt: Jetzt ist es zu spät! Das hätte man früher tun müssen!)
Abg. Dr. Graf: Man sollte halt immer zuerst denken und dann handeln, und nicht umgekehrt!
Man wird sich das anschauen müssen. Ich habe immer Bedenken diesbezüglich gehabt. Man wird sich das eben noch genau anschauen müssen. Man wird vielleicht über budgetäre Kompensationen nachdenken müssen. Die müssen dort nämlich jetzt auf Dienstverträge umsteigen. Das sind Dinge, wo meiner Meinung nach ein Nachdenkprozeß durchaus angebracht ist. (Abg. Dr. Graf: Man sollte halt immer zuerst denken und dann handeln, und nicht umgekehrt!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP, der Grünen und des Liberalen Forums.
Abschließend – ceterum censeo, um dem Thema etwas mehr Gehalt zu geben – bin ich der Meinung, daß die Wiener Philharmoniker Frauen aufnehmen sollen, damit schlicht und einfach der Klang sauberer wird! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP, der Grünen und des Liberalen Forums.)
Abg. Dr. Cap: Werkverträge!
Was das Budget an sich betrifft: Kollege Morak hat vorhin gesagt, es sei bemerkenswert und erfreulich, daß die Zahlen in etwa gehalten werden konnten. Da ist ein bißchen was dran. Allerdings muß man hinterfragen – weil die Zahl alleine sagt ja diesbezüglich nichts aus; es hat sogar eine Steigerung gegeben –, was die Inflationsrate ausmacht. Und wenn ich vor allem ... (Abg. Dr. Cap: Werkverträge!) Kollege Cap, du redest jetzt viel zu spät von den Werkverträgen! Vorher, bevor man damit ins Parlament gekommen ist, hätte man darüber reden müssen. Normalerweise ist das so: Es ist ja das Wesen der Gesetzwerdung, daß man vorher darüber nachdenkt und nicht nachher. Kollege Öllinger hat, wie ich glaube, zu Recht gesagt, es sei ja schon etwas, wenn man wenigstens nachher darüber nachdenkt.
Bundesminister Dr. Scholten: 1986!
Und wenn wir schon bei diesen genauen Zahlen sind – und es ist schon symptomatisch, wofür was ausgegeben wird –, möchte ich eine Anmerkung machen, die ich auch schon im Kulturausschuß gemacht habe, weil mir das ein Anliegen ist und weil ich – in der Hoffnung, Ihnen damit auch den Rücken zu stärken – auf diese Weise etwas in Bewegung bringen will: Ich meine die Subvention, die Sie dem Raimund-Theater geben. Mir geht es nicht um das Raimund-Theater an sich, aber es gibt eine Übereinkunft aus dem Jahre 1986 oder 1989, das weiß ich jetzt nicht (Bundesminister Dr. Scholten: 1986!) – 1986! –, daß der Bund auch die Wiener Privattheater unterstützt. Das ist durchaus vernünftig, nur ist das Raimund-Theater eben kein Privattheater mehr, denn es gehört zu den Vereinigten Bühnen, es gehört zur Wiener Holding. Das heißt, es gehört der Stadt Wien, und ich sehe überhaupt nicht ein, daß der Bund von seinem Kulturbudget, das weit besser ausgegeben werden könnte, da eine Subvention für eine – noch dazu! – Musical-Bühne ausgibt, von der ich sagen muß, das sie sowieso ein Unikat in Österreich ist, und sie soll sich gefälligst auf eine andere Weise finanzieren.
Beifall beim Liberalen Forum.
Daß gerade Musical-Bühnen einen besonderen Wert für den Fremdenverkehr, für die Wirtschaft und all das haben – gut; soll sein. Aber dann soll auch die Finanzierung von dieser Seite kommen; damit hätte der Kulturminister viel mehr Spielraum! (Beifall beim Liberalen Forum.) Das gehört nur einmal in die Wege geleitet!
Abg. Dr. Ofner: Ich habe es nicht gelesen!
Ja, leider habe ich es damals nicht genau genug gelesen, sonst hätte ich damals schon ganz andere Dinge veranlaßt. (Abg. Dr. Ofner: Ich habe es nicht gelesen!) Aber ich gebe zu, daß ich es seinerzeit quergelesen habe. Das war schlimm genug und daher auch ein Baustein in meinem Entfremdungsprozeß.
Abg. Dr. Krüger: Pflichtverteidigerin!
Das heißt also, da geschieht wirklich etwas für die Kulturszene! Aber daß Sie die angreifen, wundert mich ja nicht, zumal Sie ja gerade in Oberösterreich erst jetzt einen Prozeß gegen Herrn Primetzhofer, den Sie von dieser Stelle aus wieder einmal als – wie haben Sie ihn bezeichnet?; ich verdränge die Wortwahl, weil sonst käme man damit auf Dauer gar nicht zurecht. Jedenfalls einen Prozeß gegen ihn haben Sie verloren. (Abg. Dr. Krüger: Pflichtverteidigerin!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Das ist richtig. Diffamierte brauchen ein Sprachrohr im Parlament, und ich sehe mich als ein Sprachrohr, um die von Ihnen Diffamierten hier tatsächlich zu verteidigen – da haben Sie recht –, wer immer das auch ist! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Ofner: Das wissen wir gar nicht! Ich weiß das gar nicht! Warum soll mich das ärgern?
Nur – das zur Information des Hohen Hauses –: Da hat nämlich die FPÖ – und zwar das FPÖ-Organ "Neue Freie Zeitung" – erst kürzlich einen Prozeß verloren und muß eine Entschädigungszahlung von 40 000 S an Herrn Primetzhofer leisten, und zwar deswegen, weil das Gericht die üble Nachrede in Verbindung mit dem Mediengesetz als besonders schwer beurteilt hat. Aus diesem Grund hat das Gericht die bei solchen Straftatbeständen übliche Entschädigung von 30 000 auf 40 000 S angehoben. Daß Sie das ärgert, das verstehe ich schon (Abg. Dr. Ofner: Das wissen wir gar nicht! Ich weiß das gar nicht! Warum soll mich das ärgern?), nur verstehe ich nicht, daß Sie dann dieses Pult dazu benützen, Ihre Diffamierungen weiter fortzusetzen und damit auch einen Geist in die Kulturszene hineinzubringen, der mit Offenheit nicht nur nichts zu tun hat, sondern der auch wieder Zwietracht sät und zu einer Polarisierung führt, aber nicht zu einer Polarisierung im Wesen einer Streitkultur, sondern zu einer Polarisierung mit dem Wesen des Gegeneinander und der Aggression. Ich halte das deswegen für so gefährlich, weil unser Kulturklima – ich werde nachher noch darauf zurückkommen – tatsächlich eines ist, das sich zuspitzt, und daher sind eben solche Wortmeldungen auch einschlägig einzuordnen.
Abg. Dr. Feurstein: Sie sind krankenversichert! – Abg. Dr. Krüger: Das ist ja auch eine Ausnahme! Sie haben überhaupt keine Ahnung, wovon Sie reden! Haben Sie einmal in das Strukturanpassungsgesetz hineingeschaut?
Jetzt ist aber diese Regelung weggefallen, daß die Filmschaffenden die gleiche Geringfügigkeitsgrenze haben, nämlich 3 600 S, und da, bitte, muß ich sagen, ist überhaupt keine Chance mehr drinnen, daß sie bei dieser Art der Tätigkeit jetzt noch einen sozialversicherungsrechtlichen oder krankenversicherungsrechtlichen Schutz hätten. Und ich halte es für bedenklich, wenn man auf der einen Seite eine Ausnahme macht, weil hier eben eine andere Personengruppe betroffen ist und wo man glaubt, daß man diesbezüglich vielleicht durch die Zeitungen gezogen werden könnte (Abg. Dr. Feurstein: Sie sind krankenversichert! – Abg. Dr. Krüger: Das ist ja auch eine Ausnahme! Sie haben überhaupt keine Ahnung, wovon Sie reden! Haben Sie einmal in das Strukturanpassungsgesetz hineingeschaut?) – Sie können ja nachlesen, dann kennen Sie sich vielleicht aus –, auf der anderen Seite aber, weil das eben Kunstschaffende sind, die keine Lobby haben, nicht einmal einen Ansatz macht, um sie über Wasser zu halten. Das bedaure ich zutiefst! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Jetzt ist aber diese Regelung weggefallen, daß die Filmschaffenden die gleiche Geringfügigkeitsgrenze haben, nämlich 3 600 S, und da, bitte, muß ich sagen, ist überhaupt keine Chance mehr drinnen, daß sie bei dieser Art der Tätigkeit jetzt noch einen sozialversicherungsrechtlichen oder krankenversicherungsrechtlichen Schutz hätten. Und ich halte es für bedenklich, wenn man auf der einen Seite eine Ausnahme macht, weil hier eben eine andere Personengruppe betroffen ist und wo man glaubt, daß man diesbezüglich vielleicht durch die Zeitungen gezogen werden könnte (Abg. Dr. Feurstein: Sie sind krankenversichert! – Abg. Dr. Krüger: Das ist ja auch eine Ausnahme! Sie haben überhaupt keine Ahnung, wovon Sie reden! Haben Sie einmal in das Strukturanpassungsgesetz hineingeschaut?) – Sie können ja nachlesen, dann kennen Sie sich vielleicht aus –, auf der anderen Seite aber, weil das eben Kunstschaffende sind, die keine Lobby haben, nicht einmal einen Ansatz macht, um sie über Wasser zu halten. Das bedaure ich zutiefst! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Aber wenn Sie natürlich auf der anderen Seite zumachen und überhaupt nichts durchschauen lassen, dann bereiten Sie ja den Boden auf, weil wir es dann natürlich viel leichter haben, Ihnen Vorwürfe zu machen und Ihnen irgendwelche parteipolitischen Motivationen zu unterstellen. Und genau das möchte ich verhindern! Daher: Behandeln Sie uns bitte nicht so, wenn wir Anfragen stellen! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Daher sollten wir eben jene Strukturen suchen, die genau eine solche Verpolitisierung verunmöglichen oder jedenfalls soweit minimieren, daß es wirklich zu einer kulturpolitischen Planung kommt, die von anderen, und zwar von objektiveren Gesichtspunkten getragen ist. Wenn wir soweit sind, daß wir solche Stiftungen einrichten, dann brauchen wir auch einen nächsten Schritt, und auch das muß ich bei jeder Debatte – obwohl wir über den Bundestheaterbericht noch gesondert diskutieren werden – anmerken, nämlich eine andere Verteilung der Gelder innerhalb des Kunstbudgets. Es ist für mich und es bleibt für mich inakzeptabel, daß von den 5 Milliarden Schilling 3 Milliarden Schilling an den Bundestheaterverband gehen. Das ist einfach eine falsche Gewichtung. Nachdem man es aber offensichtlich braucht, muß man sich eben Gedanken machen, wie dieses Instrumentarium zu verändern ist. Ich sage es von diesem Pult aus nicht zum ersten Mal: Es wäre eine Chance, diesen Bundestheaterverband in eine GesmbH umzuwandeln und das Generalsekretariat in eine Holding, die durchaus die Werkstätten gemeinsam verwalten könnte, ebenso wie das Marketing, den Kartenverkauf und so weiter. Dadurch käme mehr Eigenverantwortung auch in die Theater. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Haselsteiner: Und das nur zur Hälfte! – Abg. Dr. Fuhrmann: Es war immerhin "Der Schatz im Silbersee", ein Karl May!
Das war sowieso der Anlaßfall. Es ist damals darum gegangen, daß es einen Landeshauptmann in diesem Lande gibt, der stolz darauf ist, daß er nur ein Buch in seinem Leben gelesen hat. Das muß man wirklich einmal von hier aus sagen, damit es auch in einem Protokoll festgehalten wird. Das ist ja wirklich ein starkes Stück. (Abg. Dr. Haselsteiner: Und das nur zur Hälfte! – Abg. Dr. Fuhrmann: Es war immerhin "Der Schatz im Silbersee", ein Karl May!) Ich weiß nicht, was Sie darunter verstehen, wenn Sie "immerhin" sagen, aber darauf will ich mich jetzt nicht einlassen (Abg. Dr. Fuhrmann: Ich habe es ironisch gemeint!), weil ich wirklich glaube, daß das ein viel zu ernstes Problem ist, weil es wirklich eine bornierte Geisteshaltung zum Ausdruck bringt, die auch weichenstellend für eine Gesellschaft sein kann, wenn das dann jene Menschen sind, die in der Politik in solchen Positionen sitzen.
Abg. Dr. Fuhrmann: Ich habe es ironisch gemeint!
Das war sowieso der Anlaßfall. Es ist damals darum gegangen, daß es einen Landeshauptmann in diesem Lande gibt, der stolz darauf ist, daß er nur ein Buch in seinem Leben gelesen hat. Das muß man wirklich einmal von hier aus sagen, damit es auch in einem Protokoll festgehalten wird. Das ist ja wirklich ein starkes Stück. (Abg. Dr. Haselsteiner: Und das nur zur Hälfte! – Abg. Dr. Fuhrmann: Es war immerhin "Der Schatz im Silbersee", ein Karl May!) Ich weiß nicht, was Sie darunter verstehen, wenn Sie "immerhin" sagen, aber darauf will ich mich jetzt nicht einlassen (Abg. Dr. Fuhrmann: Ich habe es ironisch gemeint!), weil ich wirklich glaube, daß das ein viel zu ernstes Problem ist, weil es wirklich eine bornierte Geisteshaltung zum Ausdruck bringt, die auch weichenstellend für eine Gesellschaft sein kann, wenn das dann jene Menschen sind, die in der Politik in solchen Positionen sitzen.
Beifall beim Liberalen Forum.
Aber man sollte wirklich – und deswegen wäre ich froh, wenn das auch in die Unterrichtsdebatte einflösse – Grundlagen dafür schaffen, daß zum Beispiel bildende Künstler, ohne daß sie Lehrer sein müssen, auch als Zeichenlehrer auftreten können. Wir müssen diesen Formalismus, den wir bei uns haben, daß man für alles eben seine Zeugnisse braucht – anders geht es nicht –, überwinden und wirklich viel mehr Kulturschaffende in die Schulen holen. Das halte ich für notwendig, weil auf diese Weise ein ganz anderer Diskurs entsteht und auch ein anderes Ambiente erzeugt wird, aber auch eine andere Geisteshaltung vermittelt wird, wenn das nicht nur vom Lehrer kommt, der halt irgend etwas gelernt hat, sondern wenn das auch von jenen kommt, die damit leben und deren Lebensinhalt das ist. Das hätte auch eine Vorbildwirkung und wäre ein Anreiz für junge Menschen, sich damit auseinanderzusetzen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Fischer: Ist das der 188er? Ist das nicht der 110er?
Es geht um ein Thema, das ich hier auch schon angesprochen habe. Ich halte es für falsch, wenn ein Richter oder ein Beamter, wer auch immer, darüber entscheidet, was Kunst ist und was nicht. Und genau das passiert, wenn der § 188 "Herabwürdigung religiöser Lehren" zur Anwendung kommt. Das ist jetzt kürzlich dem Regisseur Hubsi Kramar mit seinem Stück "Dracula" passiert, wo in der Generalprobe ein Beamter der Polizeibehörden gesessen ist ... (Abg. Dr. Fischer: Ist das der 188er? Ist das nicht der 110er?) – Das ist der 188er! – Wenn ein Beamter sich etwas anhört und auf einmal das Gefühl hat, daß der § 188 betroffen ist – es war in diesem Fall die Adaption des Vaterunser –, wird eine Anzeige erstattet, und der Regisseur mußte dann diese Passage aus seinem Stück streichen.
Beifall beim Liberalen Forum und den Grünen sowie Beifall der Abg. Ablinger.
Wenn ich schon bei der Freiheit bin und dabei, was vom Staat gefördert werden soll und was nicht, schließe ich mich dem ceterum censeo meines Vorredners Cap und dem ceterum censeo meiner Kollegin Ablinger, die das auch in ihrer Jungfernrede angebracht hat, an und sage: Die Wiener Philharmoniker sollen so lange keine staatlichen Förderungen bekommen, solange sie der Diskriminierung der Frauen Vorschub leisten, indem sie keine Frauen einstellen. – Danke. (Beifall beim Liberalen Forum und den Grünen sowie Beifall der Abg. Ablinger. )
Abg. Dr. Partik-Pablé: Was sind "Netzphantasien"?
Der zweite Punkt war, glaube ich, eine dieser Netzphantasien. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Was sind "Netzphantasien"?) Es gibt diese IG Freie Theater, und die hat tatsächlich bereits vor dieser Bestimmung ein Netz gegründet, und zwar ein Netz, das möglichst viele der freien Gruppen, mit entsprechenden öffentlichen Mitteln auch unterstützt oder mit finanziert, motivieren soll, den mitwirkenden Künstlern und Künstlerinnen Werkverträge mit Sozialversicherungsbeiträgen zu bezahlen, um damit genau aus dieser potentiellen Falle herauszukommen. Unterm Strich, denke ich, müßten wir mit dieser Enge im Interesse der Künstler eigentlich gut umgehen können und diesem Argument, das immer wieder, manchmal mit sehr viel Berechtigung, gebracht wird, nämlich daß dort jene berühmte Selbstausbeutung passiert, doch in einem deutlichen Ausmaß werden widersprechen können, und zwar durch die Sozialversicherungspflicht.
Abg. Dr. Schmidt: Das muß man ja deswegen nicht unmöglich machen!
Nun, was diese Beantwortung betrifft. Ich habe das schon, glaube ich, im Kulturausschuß gesagt: Die Beiräte kennen – und das ist jetzt keine Unfreundlichkeit – die Ansätze. So wie Sie gesagt haben: Die kennt jeder, weil man sich die aus dem Teilheft herauslesen kann. Die Beiräte kennen in manchen Fällen eng gezogene Grenzen, innerhalb derer sie – innerhalb dieser Ansätze – arbeiten können. Das ist das, worauf Ihre Frage abgezielt hat. Das ist aber nicht allgemein anwendbar, weil es zu den großen Vorzügen dieses Systems oder zumindest der Art und Weise, wie es derzeit gehandhabt wird, zählt, daß es kein Geld verlorengehen läßt. Das heißt, daß wir diese innere Aufteilung so flexibel halten, daß, wenn in einem Beirat das Budget nicht voll ausgeschöpft wird, diese Mittel innerhalb dieses Ansatzes einem anderen Beirat – zwischen Theater und Tanz beispielsweise oder zwischen kleineren und größeren Produktionen oder umgekehrt – zur Verfügung stehen. Und ich hielte es für schlecht, wenn wir das unmöglich machen würden. (Abg. Dr. Schmidt: Das muß man ja deswegen nicht unmöglich machen!)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Zum Herrn Abgeordneten Morak nur zwei Sätze. Das, was Sie da zur Musikförderung gesagt haben, ist natürlich schon toll. Also auf der einen Seite steht – und ich finde das großartig, wenn es in Vorarlberg so viele Musikschulen gibt – die Bemerkung: Das, was jetzt in den Schulen, im Unterrichtsministerium geschieht, ist großartig, denn in Vorarlberg gibt es so viele Musikschulen, und auf der anderen Seite ist das, was an den Musikhochschulen passiert, höchst bedenkenswert, denn da gibt es eine Studie, die Fragen aufwirft. (Zwischenruf bei der ÖVP.) Zwei Studien, drei Studien, wahrscheinlich noch viel mehr! (Abg. Tichy-Schreder: Nein, so hat er es nicht gesagt!)
Abg. Tichy-Schreder: Nein, so hat er es nicht gesagt!
Zum Herrn Abgeordneten Morak nur zwei Sätze. Das, was Sie da zur Musikförderung gesagt haben, ist natürlich schon toll. Also auf der einen Seite steht – und ich finde das großartig, wenn es in Vorarlberg so viele Musikschulen gibt – die Bemerkung: Das, was jetzt in den Schulen, im Unterrichtsministerium geschieht, ist großartig, denn in Vorarlberg gibt es so viele Musikschulen, und auf der anderen Seite ist das, was an den Musikhochschulen passiert, höchst bedenkenswert, denn da gibt es eine Studie, die Fragen aufwirft. (Zwischenruf bei der ÖVP.) Zwei Studien, drei Studien, wahrscheinlich noch viel mehr! (Abg. Tichy-Schreder: Nein, so hat er es nicht gesagt!)
Beifall bei der SPÖ und beim Liberalen Forum sowie Beifall der Abg. Dr. Petrovic.
Meine Antwort darauf ist erstens die Autonomie der Einrichtung, zweitens der Markt, auf den schon hingewiesen wurde, und drittens halte ich es übrigens für falsch, daß solche Honorare bezahlt werden, das möchte ich hier auch nicht verschweigen. (Beifall bei der SPÖ und beim Liberalen Forum sowie Beifall der Abg. Dr. Petrovic. )
Zwischenruf bei den Freiheitlichen.
Nur müssen wir uns dann aber auch im klaren sein, daß wir generell diese Frage zu stellen haben: In welchem Ausmaß – und da bin ich wieder bei dem, was Herr Kollege Cap gesagt hat – nehmen wir eigentlich am internationalen Markt teil? (Zwischenruf bei den Freiheitlichen.) – Vieles spricht dafür. – Gibt es da vielleicht einen Punkt, wo wir sagen: In bestimmten, sehr kostspieligen Fragen wollen wir daran nicht teilnehmen, weil wir glauben, daß der Aufwand gegenüber dem momentanen qualitativen Ertrag zu groß ist? – Dann ist das aber nicht auf einen Regisseur oder auf einen Schauspieldirektor oder Verantwortlichen reduzierbar, der wieder einmal politisch ins Fadenkreuz geraten ist, sondern dann ist das eine generelle Diskussion. Dann geht es nicht darum, daß der Herr Stein Interviews gibt, die einen ärgern können, und daraufhin zieht man sozusagen seinen Fall exemplarisch heraus, sondern dann geht es um die generelle Diskussion: In welchem Ausmaß nehmen wir an einem internationalen Gagenspiel teil, dessen Auswüchse wahrscheinlich gerade gegenüber jenen, die Sie erwähnt haben, nämlich freien Kulturinitiativen, nicht gut darstellbar sind? Sie kennen diese Debatte.
Abg. Dr. Schmidt unterhält sich mit Abg. Dr. Frischenschlager.
Die ROI-Studie habe ja ich selber, als ich bei den Bundestheatern war, Frau Abgeordnete Schmidt, in Auftrag gegeben. (Abg. Dr. Schmidt unterhält sich mit Abg. Dr. Frischenschlager. ) Ich muß mir Ihre Aufmerksamkeit wieder erkämpfen. Frau Abgeordnete Schmidt! Darf ich nur auf Ihren Punkt ROI-Studie zurückkommen? Die habe ich selber in Auftrag gegeben. Davon haben wir einen großen Teil umgesetzt, und wenn Sie sie ganz zitieren, dann werden Sie darin die Tatsache finden, daß ROI sagt, die gegenwärtige Organisationsform des Bundestheaterverbandes halten sie aus ökonomischen Gründen anderen vergleichbaren Organisationsformen für überlegen. Ich kann Ihnen auch die Seite schicken, auf der das draufsteht. Glauben Sie mir, ich finde sie schnell.
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Dr. Schmidt.
Wenn die Frau Abgeordnete Schmidt vorhin gesagt hat, daß sie die Sinnhaftigkeit des Raimund-Theaters im Rahmen der Theaterfinanzierung bezweifelt, so kann ich ihr nur recht geben. Wir sind jedoch vertraglich gebunden, und ich wäre selbst froh, wenn wir durch eine Vereinbarung mit der Stadt Wien aus dieser Enge herauskommen könnten, wobei Wien diese Mittel gar nicht verlorengehen müßten, aber sie könnten sozusagen kunstspezifischer eingesetzt werden. Ich biete Ihnen folgende Vereinbarung an: Sie helfen mir, daß wir das Raimund-Theater herausbringen, und ich helfe Ihnen, daß auch Frauen zu den Wiener Philharmonikern gehen können. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Dr. Schmidt. )
Beifall bei der ÖVP.
Wenn wir aktuelle Fragen und Herausforderungen des Schul- und Bildungswesens diskutieren, dann sollte man sich durchaus auch der Stärken dessen bewußt sein, und es gehört unbestritten mit zu den Stärken des österreichischen Schul- und Bildungswesens, daß die Allgemeinbildung, wie wir sie an den Pflichtschulen und den höheren Schulen erarbeiten, auch international gesehen eine hervorragende Position einnimmt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Schaffenrath.
Autonomie ausschließlich, Frau Kollegin Schaffenrath, auf die Nutzbarkeit und Vermietbarkeit von Schulliegenschaften und Turnsälen zu reduzieren, halte ich für eine unzulässige Verkürzung dieser Thematik. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Schaffenrath. )
Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.
Vor dem Hintergrund, daß der Lehrerschaft in der letzten Zeit mehr erzieherische Aufgaben übertragen wurden, die natürlich das berufliche Belastungsbild verändern, wollen wir ganz einfach konkrete Vorschläge zur Bewältigung des Problems des Umgangs mit verhaltensauffälligen Kindern ernst nehmen. Wir wollen darüber hinaus, weil es nicht genügt, daß Schulpartnerschaft institutionalisiert ist, Eltern für eine gelebte Schulpartnerschaft gewinnen. Dazu kann natürlich auch ein solches Lehrerleitbild beitragen. (Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich habe Verständnis, wenn zur Herausstreichung mancher Themen im Schul- und Bildungsbereich schwarzweißgemalt wird, zu einer Schwarzmalerei besteht allerdings kein Grund. Ich denke, daß die Anliegen der Bildung bei Frau Bundesministerin Gehrer in besten Händen sind. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: Das wird Sie nicht daran hindern, es zu wiederholen!
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Vielleicht haben Sie noch zwei oder drei Minuten Zeit und warten, weil ich auch das Wort an Sie richten wollte; ohnehin nur ganz kurz, knapp und präzise, weil Frau Dr. Schmidt sehr vieles von dem, was mir und uns ein Anliegen ist, schon vorweggenommen hat. (Abg. Dr. Khol: Das wird Sie nicht daran hindern, es zu wiederholen!) Genau, Herr Dr. Khol! Sie haben recht, es wird mich nicht daran hindern, die wichtigen Dingen noch einmal zu betonen und auch dem Herrn Bundesminister einen Hinweis zu geben, damit er ein umfassendes, abgerundetes Bild darüber hat, was die Fraktionen dieses Hauses meinen. (Abg. Dr. Khol: Repetitio est mater studiorum!)
Abg. Dr. Khol: Repetitio est mater studiorum!
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Vielleicht haben Sie noch zwei oder drei Minuten Zeit und warten, weil ich auch das Wort an Sie richten wollte; ohnehin nur ganz kurz, knapp und präzise, weil Frau Dr. Schmidt sehr vieles von dem, was mir und uns ein Anliegen ist, schon vorweggenommen hat. (Abg. Dr. Khol: Das wird Sie nicht daran hindern, es zu wiederholen!) Genau, Herr Dr. Khol! Sie haben recht, es wird mich nicht daran hindern, die wichtigen Dingen noch einmal zu betonen und auch dem Herrn Bundesminister einen Hinweis zu geben, damit er ein umfassendes, abgerundetes Bild darüber hat, was die Fraktionen dieses Hauses meinen. (Abg. Dr. Khol: Repetitio est mater studiorum!)
Abg. Dr. Schmidt: Ich habe nicht genug Zeit gehabt!
Das eine ist die Geschichte mit der Zensur in Österreich und mit diesem von Heide Schmidt bereits erwähnten neuerlichen Zensurakt, das heißt möglicher strafrechtlicher Verfolgung von Künstlern und Kulturschaffenden in Österreich. Ich meine den Vorwurf der Blasphemie an Hubsi Kramar, den Autor oder Regisseur eines Auftragwerkes am Theater der Jugend. Ich weiß jetzt nicht, ob Frau Dr. Schmidt vorgelesen hat, um welche Passage es dabei geht. (Abg. Dr. Schmidt: Ich habe nicht genug Zeit gehabt!)
Abg. Dr. Brader: So etwas zu fragen, ist blöd!
Ja, meine sehr geehrten Damen und Herren, was ist daran blasphemisch? Was ist daran blasphemisch? (Abg. Dr. Brader: So etwas zu fragen, ist blöd!) Ich teile die Auffassung von Frau Dr. Schmidt, daß dieser § 188 des Strafgesetzbuches eine Zensur- und Vorzensurmaßnahme für Menschen ist, die denken. Das hat nichts mit Wertschätzung zu tun, das hat nichts damit zu tun, was vielleicht einmal die ursprüngliche Intention dieses Paragraphen gewesen ist, nämlich die Herabwürdigung religiöser Lehren unter strafrechtlichen Schutz zu stellen.
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Das, was in den letzten Jahren im Zusammenhang mit dem § 188 in Österreich passiert ist, ist Zensur geistiger Produkte. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.) Das trifft nicht nur Schriftsteller, das trifft Karikaturisten, das trifft Maler, und das ist, meine sehr geehrten Damen und Herren, eine Schande für Österreich, wo wir uns doch in dem Bewußtsein wähnen, in einem Land zu leben, in dem die Freiheit von Kunst und Kultur hochgehalten wird. Das Staatsgrundgesetz verbietet Zensur, doch dieser Fall von Hubsi Kramar ist ganz eindeutig ein Zensurfall und damit eine Handlung wider die Grundrechte in Österreich.
Beifall bei den Grünen und der Abg. Dr. Schmidt .
Wenn in diesem Land sich die Signale verdichten, die in Richtung Kulturfeindlichkeit gehen, dann, meine sehr geehrten Damen und Herren, müssen wir das ernst nehmen. Denn wenn Häuser brennen, dann ist es nicht weit, bis auch Menschen Leid angetan wird, dann ist das eine Situation, in der ein Funke im wahrsten Sinn des Wortes überspringen kann. Und wenn der Haß oder vielleicht auch die Hilflosigkeit von Menschen so weit geht, daß sie Symbole der Verständigung und der Auseinandersetzung mit Unbekanntem abbrennen und vernichten, dann ist das für mich ein sehr bedrohliches Zeichen für den Zustand dieser Republik. (Beifall bei den Grünen und der Abg. Dr. Schmidt .)
Beifall bei den Grünen.
Und als letztes, meine sehr geehrten Damen und Herren: Na selbstverständlich kann ich das ceterum censeo meiner Vorrednerinnen und die Bestätigung durch den Herrn Bundesminister nur wiederholen, daß wir Frauen die Wiener Philharmoniker so lange boykottieren, bis dort auch Frauen drinnen sitzen. Der Herr Bundesminister hätte die wirkungsvollste Waffe: Geben Sie ihnen doch kein Geld mehr, Herr Bundesminister! Geld regiert die Welt, und Geld regiert auch die Wiener Philharmoniker. Es ist nicht ein Gefallen, Herr Bundesminister – vielleicht richten ihm das seine Mitarbeiter aus –, den er uns Frauen damit tut. Wenn das sein Verständnis ist, so wie er repliziert hat auf Frau Dr. Schmidt, kann ich ihm nur sagen: Ich will keine Gnade, keine milde Tat von ihm, die er da vielleicht setzt. Ich möchte vielmehr, daß er als Kultur- und Kunstminister handelt. Das ist von ihm gefragt. Das wünsche ich mir nicht von ihm, das fordere ich von ihm ein, denn das ist seine Verpflichtung. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Wenn Kollegin Preisinger in ihrer Wortmeldung gemeint hat, die SPÖ – im besonderen hat sie den Herrn Bundeskanzler erwähnt – habe gesagt, die Jugend braucht die beste Ausbildung, die Ausbildung der Jugend ist das Kapital der Zukunft, dann hat sie völlig recht, und zu diesen Aussagen stehen wir auch. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Aber, sehr geschätzte Damen und Herren, ich erlaube mir schon auch die Feststellung, daß mehr oder weniger Geld nicht automatisch eine bessere oder eine schlechtere Schule bedingt. Diese Erfahrung konnten wir in der Vergangenheit nur zu deutlich machen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Schwarzenberger: Das ist die Regel geworden!
Aber zurück zur gesellschaftlichen Situation, meine Damen und Herren! Wir müssen zur Kenntnis nehmen, daß Kinder und Jugendliche heute eine andere Welt erleben, heute in anderen Verhältnissen aufwachsen, als das noch vor 10 oder 15 Jahren der Fall war. Die Berufstätigkeit der Eltern ist permanent im Steigen begriffen. Das wollen wir. Das will diese Gesellschaft. Das läßt sich auch nicht eindämmen. Eine traurige Tatsache ist, daß ein Drittel der Ehen in Österreich geschieden wird, eine Tatsache, die sich ganz dramatisch auf das Befinden der Kinder auswirkt. Viele Kinder sind Einzelkinder oder Kinder von Alleinerziehern. Die bewährte Kultur des Miteinanders in der Familie oder in anderen Lebensgemeinschaften ist dadurch seltener geworden, das Alleinsein ist häufiger geworden. (Abg. Schwarzenberger: Das ist die Regel geworden!) Bedauerlicherweise.
Beifall bei der SPÖ.
Tritt also ein gesellschaftliches Problem an den Tag, so ist der Ruf sehr rasch zu vernehmen, die Schule solle sich darum kümmern, und man muß in der Tat zur Kenntnis nehmen, daß die Schule heute schon Teil einer Reparaturwerkstatt von gesellschaftlichen Problemen wird. Wir müssen daher sehr gut und sehr intensiv aufpassen, daß es nicht zu einer Überforderung unseres Bildungswesens kommt, daß unsere Lehrer nicht tatsächlich resignieren. Ich stehe nicht an, mich den Dankesworten, die schon einige Vorredner anläßlich der Unterrichtsdebatte hier ausgesprochen haben, den Lehrern gegenüber für ihre geleistete Arbeit ebenfalls anzuschließen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich erlaube mir zum Schluß, die Einladung an alle Fraktionen im Hause auszusprechen, mit uns diese Strukturveränderungen zu diskutieren und – wie ich schon gesagt habe – die Herausforderung, auch mit den vorhandenen Mitteln die Schule so zu gestalten, daß sie weiterhin eine gute Schule für unsere Kinder ist, anzunehmen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Dr. Udo Grollitsch (Freiheitliche): Herr Präsident! Verehrte Frau Bundesminister! Wenn man der Gerüchtebörse im Haus folgt, dann gelten Sie, verehrte Frau Bundesminister, als eine fleißige und auch gehorsame Sparzielerreicherin, die mit Tiroler Konsequenz samt alemannischem Einschlag und weitreichender Sachkompetenz ans Werk geht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Grabner: Hast du eine Ahnung!
Blättern wir kurz zurück: Ich durfte ja gestern über das Hickhack im Kompetenzdschungel des Sportwesens Österreichs berichten. (Abg. Grabner: Hast du eine Ahnung!) Am 16. Oktober 1992 meldet der Herr Bundesminister Ausserwinkler: "Wir werden dafür sorgen, daß durch die Trennung der Ressorts Unterricht und Sport der wichtige Bereich Schulsport nicht vernachlässigt wird" (Beifall bei den Freiheitlichen) – jetzt kommt die Pikanterie! –, "damit nicht weiterhin gesunde Kinder in die Schulen und viele mit Bewegungsunlust geschädigte Erwachsene aus den Schulen herauskommen." – Das hat sich der Herr Ausserwinkler im Jahre 1992 vorgenommen. Wie sein Debut am Sportsektor ausgegangen ist, wissen wir ja zur Genüge.
Beifall bei den Freiheitlichen
Blättern wir kurz zurück: Ich durfte ja gestern über das Hickhack im Kompetenzdschungel des Sportwesens Österreichs berichten. (Abg. Grabner: Hast du eine Ahnung!) Am 16. Oktober 1992 meldet der Herr Bundesminister Ausserwinkler: "Wir werden dafür sorgen, daß durch die Trennung der Ressorts Unterricht und Sport der wichtige Bereich Schulsport nicht vernachlässigt wird" (Beifall bei den Freiheitlichen) – jetzt kommt die Pikanterie! –, "damit nicht weiterhin gesunde Kinder in die Schulen und viele mit Bewegungsunlust geschädigte Erwachsene aus den Schulen herauskommen." – Das hat sich der Herr Ausserwinkler im Jahre 1992 vorgenommen. Wie sein Debut am Sportsektor ausgegangen ist, wissen wir ja zur Genüge.
Zwischenruf des Abg. Wabl. – Abg. Dr. Graf: Wegen Ihnen geht niemand zum Sport! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Dafür gehen dann alle in Frühpension wegen Wirbelsäulenschäden!
Aus dem jüngsten Bericht des Instituts für Familienforschung durfte ich zitieren, daß die Interessenlage unserer jungen Menschen ganz woanders liegt, und wenn wir uns die heute bereits erwähnte "Kronen-Zeitung" vom letzten Sonntag mit der Überschrift "Popmusik statt Turnsaalmief" hernehmen, dann hat hier Herr Professor Weiß angedeutet, wie es um den Sport, wie es um den Schulsport in Österreich steht. "Österreich haßt den Sport" übertitelt er provokant, aber im Detail meint er, durchaus nachvollziehbar: "Trotz einer reichen Tradition ist der Sport in Österreich lange Zeit ein Randphänomen geblieben und hat nach wie vor gegen Mißtrauen und Vorurteile anzukämpfen. Ganz schlecht steht es um die Eingliederung in das österreichische Bildungswesen, in dem der Sport über eine Kümmerexistenz nicht hinauskommt." Das sagt der Sportwissenschaftler Otmar Weiß, mit dem Sie sich ja in der "Kronen-Zeitung" vom Sonntag auf derselben Seite haben abbilden lassen. (Zwischenruf des Abg. Wabl. – Abg. Dr. Graf: Wegen Ihnen geht niemand zum Sport! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Dafür gehen dann alle in Frühpension wegen Wirbelsäulenschäden!)
Abg. Mag. Posch: Hoppla!
Die vorgeschrittene Zeit und auch die Abwesenheit der Anzusprechenden verbieten es mir, mich noch eingehend mit der Ziehmutter eines linksextremen Verbalradikalismus, Frau Stoisits, und ihrem männlichen Pendant, dem am Haider-Syndrom leidenden Herrn Cap, zu befassen (Abg. Mag. Posch: Hoppla!) – vielleicht hören sie mich an ihren jeweiligen Mittagsplätzen –, aber es wird sich wieder eine Gelegenheit ergeben, sich mit diesen Herrschaften auseinanderzusetzen. – Danke vielmals. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die vorgeschrittene Zeit und auch die Abwesenheit der Anzusprechenden verbieten es mir, mich noch eingehend mit der Ziehmutter eines linksextremen Verbalradikalismus, Frau Stoisits, und ihrem männlichen Pendant, dem am Haider-Syndrom leidenden Herrn Cap, zu befassen (Abg. Mag. Posch: Hoppla!) – vielleicht hören sie mich an ihren jeweiligen Mittagsplätzen –, aber es wird sich wieder eine Gelegenheit ergeben, sich mit diesen Herrschaften auseinanderzusetzen. – Danke vielmals. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ihr besonderes Anliegen ist es, daß die Förderungen – die freiwilligen Förderungen – auf jeden Fall halbiert werden. Wissen Sie nicht, daß beispielsweise auch die vielen Sportvereine von diesen Förderungen profitieren, daß diese damit ausgehungert würden? – Ich glaube eines: Wir müssen gerade die vielen Sportvereine noch wesentlich mehr fördern, um im außerschulischen Bereich das abzudecken, was die Schule nicht abdecken kann. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Völlig richtig! Das ist ein Praktiker!
Als Bürgermeister habe ich eine leidvolle Erfahrung gemacht. Man verlangt vom Schulerhalter, daß er Klassenzimmer bestausstattet. Wir sind auch bereit dazu. Aber was, glauben Sie, nützt beispielsweise ein teurer Wackelstuhl, der zur Unterstützung der Rückenmuskulatur dient, tatsächlich, wenn dem ein drei- bis vierstündiges Lümmeln auf einer Couch vor dem Fernseher gegenübersteht? Da sind wir machtlos! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Völlig richtig! Das ist ein Praktiker!)
Abg. Mag. Firlinger: Beispiel Mistelbach: 57 Schulen, 57 schwarze!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir haben beispielsweise in Oberösterreich – wie auch in anderen Bundesländern – bei der Bestellung von leitenden Stellen eine Objektivierung ... (Abg. Mag. Firlinger: Beispiel Mistelbach: 57 Schulen, 57 schwarze!) Herr Kollege, wenn 57 Prozent schwarze Direktoren sind ... (Abg. Mag. Firlinger: 57 Direktoren, 57 schwarze!) Bitte, wir haben halt in den ländlichen Bereichen so viel Schwarze. Sollen wir uns künstlich zurückhalten? (Beifall bei der ÖVP.) Und wenn wir gute Leute haben, dann kommen die eben zum Zug. (Rufe und Gegenrufe bei der ÖVP und dem Liberalen Forum.)
Abg. Mag. Firlinger: 57 Direktoren, 57 schwarze!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir haben beispielsweise in Oberösterreich – wie auch in anderen Bundesländern – bei der Bestellung von leitenden Stellen eine Objektivierung ... (Abg. Mag. Firlinger: Beispiel Mistelbach: 57 Schulen, 57 schwarze!) Herr Kollege, wenn 57 Prozent schwarze Direktoren sind ... (Abg. Mag. Firlinger: 57 Direktoren, 57 schwarze!) Bitte, wir haben halt in den ländlichen Bereichen so viel Schwarze. Sollen wir uns künstlich zurückhalten? (Beifall bei der ÖVP.) Und wenn wir gute Leute haben, dann kommen die eben zum Zug. (Rufe und Gegenrufe bei der ÖVP und dem Liberalen Forum.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir haben beispielsweise in Oberösterreich – wie auch in anderen Bundesländern – bei der Bestellung von leitenden Stellen eine Objektivierung ... (Abg. Mag. Firlinger: Beispiel Mistelbach: 57 Schulen, 57 schwarze!) Herr Kollege, wenn 57 Prozent schwarze Direktoren sind ... (Abg. Mag. Firlinger: 57 Direktoren, 57 schwarze!) Bitte, wir haben halt in den ländlichen Bereichen so viel Schwarze. Sollen wir uns künstlich zurückhalten? (Beifall bei der ÖVP.) Und wenn wir gute Leute haben, dann kommen die eben zum Zug. (Rufe und Gegenrufe bei der ÖVP und dem Liberalen Forum.)
Rufe und Gegenrufe bei der ÖVP und dem Liberalen Forum.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir haben beispielsweise in Oberösterreich – wie auch in anderen Bundesländern – bei der Bestellung von leitenden Stellen eine Objektivierung ... (Abg. Mag. Firlinger: Beispiel Mistelbach: 57 Schulen, 57 schwarze!) Herr Kollege, wenn 57 Prozent schwarze Direktoren sind ... (Abg. Mag. Firlinger: 57 Direktoren, 57 schwarze!) Bitte, wir haben halt in den ländlichen Bereichen so viel Schwarze. Sollen wir uns künstlich zurückhalten? (Beifall bei der ÖVP.) Und wenn wir gute Leute haben, dann kommen die eben zum Zug. (Rufe und Gegenrufe bei der ÖVP und dem Liberalen Forum.)
Abg. Mag. Firlinger: Warum nicht?
Aber ich kann Ihnen auch sagen, Herr Kollege, daß ich mit dem Beispiel Freistadt in dieser Angelegenheit den Gegenbeweis antreten kann. Die jüngste Bestellung eines Hauptschuldirektors dokumentiert dieses: Ein Grüner wurde zum Hauptschuldirektor bestellt, weil die Objektivierungsdaten eben für ihn gesprochen haben. (Abg. Mag. Firlinger: Warum nicht?) Da gab es für die Vertreter im Bezirksschulrat überhaupt kein Zucken: Er ist bestellt und gewählt worden. Selbstverständlich werden auch Blaue bei uns zu Direktoren bestellt, das ist auch richtig so. (Abg. Mag. Firlinger: Ich habe ja kein Problem mit schwarzen Direktoren, aber nicht nur schwarze!) Voraussetzung ist allerdings – und das müssen Sie bitte auch einbekennen –, daß die entsprechenden Qualifikationen vorliegen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Firlinger: Ich habe ja kein Problem mit schwarzen Direktoren, aber nicht nur schwarze!
Aber ich kann Ihnen auch sagen, Herr Kollege, daß ich mit dem Beispiel Freistadt in dieser Angelegenheit den Gegenbeweis antreten kann. Die jüngste Bestellung eines Hauptschuldirektors dokumentiert dieses: Ein Grüner wurde zum Hauptschuldirektor bestellt, weil die Objektivierungsdaten eben für ihn gesprochen haben. (Abg. Mag. Firlinger: Warum nicht?) Da gab es für die Vertreter im Bezirksschulrat überhaupt kein Zucken: Er ist bestellt und gewählt worden. Selbstverständlich werden auch Blaue bei uns zu Direktoren bestellt, das ist auch richtig so. (Abg. Mag. Firlinger: Ich habe ja kein Problem mit schwarzen Direktoren, aber nicht nur schwarze!) Voraussetzung ist allerdings – und das müssen Sie bitte auch einbekennen –, daß die entsprechenden Qualifikationen vorliegen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Aber ich kann Ihnen auch sagen, Herr Kollege, daß ich mit dem Beispiel Freistadt in dieser Angelegenheit den Gegenbeweis antreten kann. Die jüngste Bestellung eines Hauptschuldirektors dokumentiert dieses: Ein Grüner wurde zum Hauptschuldirektor bestellt, weil die Objektivierungsdaten eben für ihn gesprochen haben. (Abg. Mag. Firlinger: Warum nicht?) Da gab es für die Vertreter im Bezirksschulrat überhaupt kein Zucken: Er ist bestellt und gewählt worden. Selbstverständlich werden auch Blaue bei uns zu Direktoren bestellt, das ist auch richtig so. (Abg. Mag. Firlinger: Ich habe ja kein Problem mit schwarzen Direktoren, aber nicht nur schwarze!) Voraussetzung ist allerdings – und das müssen Sie bitte auch einbekennen –, daß die entsprechenden Qualifikationen vorliegen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Abschließend möchte ich noch eines sagen. Wir wissen, daß die Schule im Rahmen des Sparpaketes ihren Beitrag zu leisten hat. Ich glaube aber, daß gerade die Lehrer als betroffene Gruppe besondere Disziplin gezeigt haben, nicht zuletzt auch deswegen, weil Frau Bundesminister Gehrer ein sachliches Gespräch, ja viele sachliche Gespräche mit den Lehrern geführt hat. Und das hat Wirkung gezeigt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Frau Bundesminister! Sie haben in bravouröser und wirklich hervorragender Art und Weise dokumentiert, wie man mit den Betroffenen des Sparpaketes menschlich umgeht. Danke dafür. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Großruck: Das hat er nicht gesagt!
Abgeordnete Klara Motter (Liberales Forum): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Meine Damen und Herren! – Herr Kollege Mühlbachler! Ich kann mir zum Unterschied von Ihnen schon vorstellen, daß die Parteipolitik aus den Schulen herausgehalten werden kann. Aber in der Praxis ist es doch immer noch so, daß Posten nach dem Proporz (Abg. Großruck: Das hat er nicht gesagt!) – ich habe nicht gesagt, die Politik, sondern die Parteipolitik, bitte verstehen Sie mich nicht falsch! – vergeben werden und nicht immer nach den Fähigkeiten.
Beifall beim Liberalen Forum und Beifall des Abg. Dr. Feurstein .
Sie bringen hier heraußen als Gegenbeispiel, daß ein Grüner eingestellt worden ist. Warum nicht? Warum nicht ein Liberaler, warum nicht ein Freiheitlicher? Aber es ist nicht so. Es wird in vielen Bundesländern immer noch nach Parteibuch eingestellt. Ich muß jedoch zur Ehrenrettung der Frau Ministerin sagen: In Vorarlberg ist bereits ein Umdenken feststellbar. (Beifall beim Liberalen Forum und Beifall des Abg. Dr. Feurstein .)
Abg. Dr. Khol: Die größten Postenjäger der Republik waren Steger und Frischenschlager! – Abg. Mag. Trattner: Jäger ohne Jagderfolg!
Meine Damen und Herren! Als Familiensprecherin möchte ich mich kurz mit jenen bildungspolitischen Fragen beschäftigen, die Schule und Familie gleichermaßen betreffen. Ich gehe davon aus, Frau Ministerin, daß Sie unser derzeitiges Schulsystem genau kennen und daher auch Kenntnis von jenen Problemen haben, die die Schüler und Schülerinnen, aber auch die Eltern mit diesem haben. (Abg. Dr. Khol: Die größten Postenjäger der Republik waren Steger und Frischenschlager! – Abg. Mag. Trattner: Jäger ohne Jagderfolg!) Ich respektiere Ihre Ankündigungen, die Sie wiederholt getätigt haben – auch heute –, daß Sie sich vorstellen können, daß Strukturänderungen Platz greifen werden. Allerdings sind diese Änderungen im Budget nicht erkennbar, denn die Bundesvorlagen 1996 und 1997 befassen sich nur mit Zahlen.
Abg. Dr. Feurstein: Frau Motter, das war ein SPÖ-Vorschlag!
Haben Sie sich auch überlegt, wie sinnvoll beispielsweise die Regelung ist, daß Handelsschüler ... (Abg. Dr. Feurstein: Frau Motter, das war ein SPÖ-Vorschlag!) Ja, ein SPÖ-Vorschlag! Haben Sie sich den nicht angehört? Die SPÖ ist doch Ihr Regierungspartner! Warum gehen Sie auf schlechte Vorschläge ein? (Abg. Dr. Feurstein: Da kann nicht Niederwieser etwas anderes sagen!) Sie haben es nicht respektiert, Sie haben sich durchgesetzt, und das finde ich in diesem Fall schlecht.
Abg. Dr. Feurstein: Da kann nicht Niederwieser etwas anderes sagen!
Haben Sie sich auch überlegt, wie sinnvoll beispielsweise die Regelung ist, daß Handelsschüler ... (Abg. Dr. Feurstein: Frau Motter, das war ein SPÖ-Vorschlag!) Ja, ein SPÖ-Vorschlag! Haben Sie sich den nicht angehört? Die SPÖ ist doch Ihr Regierungspartner! Warum gehen Sie auf schlechte Vorschläge ein? (Abg. Dr. Feurstein: Da kann nicht Niederwieser etwas anderes sagen!) Sie haben es nicht respektiert, Sie haben sich durchgesetzt, und das finde ich in diesem Fall schlecht.
Beifall beim Liberalen Forum.
Weiters sprechen die Zunahme der Nachhilfestunden und die Wiederholungsquoten eine allzu deutliche Sprache. Es wäre allerdings vermessen, die Schuld bei den Schülerinnen und Schülern zu suchen. Es ist zweifellos unser derzeitiges Schulsystem, das dafür verantwortlich gemacht werden muß. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Frau Ministerin! Geben Sie unseren Schulen die von Ihnen oftmals angekündigte Autonomie, und lassen Sie unsere Schulen in Selbstverantwortung zum Wohle unserer Schülerinnen und Schüler arbeiten! Wir Liberalen sind davon überzeugt, daß die Lehrenden an den Schulen durch Eigenverantwortung und durch die Möglichkeit zur Eigeninitiative viel mehr zur Verbesserung des gesamten Schulwesens beitragen würden, wenn sie nicht wie bisher im althergebrachten Korsett agieren müssen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum
Meine Damen und Herren! Das Museumsquartier ist das traurige Produkt einer österreichischen Verhinderungspolitik (Beifall beim Liberalen Forum), denn laufend verließen und verlassen Fachleute das sinkende Schiff. Noch vor der Wettbewerbsentscheidung warf 1989 der Direktor des Museums Moderner Kunst, Dieter Ronte, das Handtuch und ging nach Deutschland. Er sah schon damals keine Chance, in absehbarer Zeit in den Museumspalast einzuziehen.
Beifall beim Liberalen Forum, bei der SPÖ und bei den Grünen.
Frau Ministerin! Zum Schluß: Auch ich habe eine Bitte an Sie: Unterstützen Sie die Forderung, keine öffentlichen Mittel mehr für die Philharmoniker zu gewähren, solange sie nicht bereit sind, Musikerinnen aufzunehmen. (Beifall beim Liberalen Forum, bei der SPÖ und bei den Grünen.)
Abg. Schwarzenberger: ... unserer Gefallenen hat schon etwas mit Kultur zu tun!
Gestatten Sie mir abschließend noch ein paar Worte zur jetzt stattfindenden Debatte über das Stalingrad-Denkmal beziehungsweise über das Wolgograd-Denkmal. Einige von Ihnen werden fragen: Was hat das mit Kulturpolitik zu tun? Was hat diese Debatte mit Kultur zu tun? Was hat diese Debatte mit Kunst und Kultur zu tun? (Abg. Schwarzenberger: ... unserer Gefallenen hat schon etwas mit Kultur zu tun!) Ja, da haben Sie vollkommen recht, Herr Schwarzenberger! Aber ich möchte es noch ein bißchen differenzieren.
Beifall bei der SPÖ.
Daher kann und muß Kulturpolitik stets dafür sorgen, daß der Mensch aus seiner geistig-seelischen Beliebigkeit, seiner Gleichgültigkeit und seiner Lethargie aufgerüttelt wird. Daher ist es Aufgabe der Kulturpolitik, Widerstand zu leisten – es ist schade, daß Herr Abgeordneter Krüger nicht hier ist – gegen das Vergessen, weil es Reflexion und Selbstreflexion braucht, weil es vor allem Aufklärung braucht und weil uns nichts zur Annahme berechtigt, daß nicht wieder kommen könne, was einmal gewesen ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Bundesministerin Gehrer: Das stimmt doch gar nicht!
Frau Ministerin! Ich kann gut verstehen, daß Sie in den letzten Monaten für behinderte Menschen oder für Eltern behinderter Kinder, die einen Termin bei Ihnen wollten, nie da waren. Sie waren nie da! (Bundesministerin Gehrer: Das stimmt doch gar nicht!) Das stimmt. Ich kann Ihnen das auch belegen, Frau Ministerin.
Beifall bei den Grünen.
Im "profil" ist von Ihnen, Herrn Höchtl und Herrn Helm ein Bild, und im Artikel haben Sie sich eindeutig für die Rücknahme der schulischen Integration ausgesprochen. Ich glaube, das können Sie nicht von der Hand weisen. Herr Helm hat ganz deutlich gesagt, was die Intention der ÖVP ist. Herr Helm hat gesagt: Integration ist etwas, das aus der Hüfte geschossen ist, Schule ist kein Experimentierfeld, Schule muß klare Rahmen, klare Forderungen und klare Ziele haben, Schule darf niemanden behindern. Sie haben damit aber nicht gemeint, daß die Schule niemanden aufgrund seiner Behinderung behindern darf, sondern Sie und Herr Helm haben damit ganz klar gemeint, daß die Schule durch behinderte Kinder nicht behindert werden darf! Man hat also immer noch Angst davor, daß, wenn in einer Klasse behinderte Kinder integriert werden, das Lernniveau der ganzen Klasse sinkt. Sie haben sich niemals die Studien und die Schriften angeschaut, die es zur schulischen Integration gibt. All diese Unterlagen zeigen nämlich ganz deutlich auf, daß die Integration für alle Kinder ein riesiger Fortschritt war und daß sie allen Kindern etwas gebracht hat. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Guggenberger: Ich bin aber nicht Bezirksschulrat!
Es zeigt sich in den Bundesländern, wie es hinsichtlich der schulischen Integration ausschaut. Herr Guggenberger! In Außerfern – ich glaube, ich brauche Ihnen das nicht zu erzählen – gibt es engagierte Eltern, engagierte Lehrer und einen engagierten Bezirksschulrat. Da funktioniert die schulische Integration, dort gibt es keine Aussonderung mehr. Aber im Nachbarbezirk, in Landeck, wo Sie zuständig sind, wird eine Sonderschule um 50 Millionen Schilling gebaut. (Abg. Mag. Guggenberger: Ich bin aber nicht Bezirksschulrat!) Wissen Sie, wieviel Integration mit diesem Geld möglich wäre? (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Es zeigt sich in den Bundesländern, wie es hinsichtlich der schulischen Integration ausschaut. Herr Guggenberger! In Außerfern – ich glaube, ich brauche Ihnen das nicht zu erzählen – gibt es engagierte Eltern, engagierte Lehrer und einen engagierten Bezirksschulrat. Da funktioniert die schulische Integration, dort gibt es keine Aussonderung mehr. Aber im Nachbarbezirk, in Landeck, wo Sie zuständig sind, wird eine Sonderschule um 50 Millionen Schilling gebaut. (Abg. Mag. Guggenberger: Ich bin aber nicht Bezirksschulrat!) Wissen Sie, wieviel Integration mit diesem Geld möglich wäre? (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Haben Sie sich schon überlegt, Herr Guggenberger, wieviel Sonderschullehrer, wieviel Begleitpersonal Sie um dieses Geld beschäftigen könnten? – Diese Kinder haben ein Recht auf Regelschule, aber das wird verhindert. Ich möchte es noch einmal ganz kurz in Erinnerung rufen: Das Recht auf Regelschule und das Recht auf Bildung stehen behinderten Menschen zu! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich fordere Sie auf, Rahmenbedingungen zu schaffen, daß Eltern behinderter Kinder nicht mehr als Bettler hausieren gehen müssen, um eine Schule zu finden, die ihrem Kind das Recht auf Regelschule zugesteht. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Erstens steht für uns außer Zweifel, daß die integrative Betreuung für all jene Kinder möglich bleiben muß, bei denen sich diese Form des Unterrichts bewährt hat. Da geht es nicht so sehr um eine Automatik, sondern einzig und allein um die Frage, wo und in welcher Form die Bildung des Kindes am besten gefördert werden kann. Das heißt, im Mittelpunkt steht nicht irgendein System, sondern im Mittelpunkt kann nur das Kind allein stehen, das Kind als Person mit seiner einmaligen Individuallage und seinem unantastbaren Bildungsanspruch. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir brauchen Investitionen in die Ausbildung, wir brauchen Leute, die dafür Sorge tragen, daß der Unterrichtsstoff so aufbereitet wird, daß er auch von den behinderten Kindern aufgenommen, verarbeitet und behalten werden kann. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte schon heute an Sie alle appellieren, bei den kommenden Diskussionen über die Integration in der Sekundarstufe auf ideologische Grabenkämpfe zu verzichten. Denken Sie an das Wohl der Kinder und an jene Maßnahmen, die dem Kind und seiner Bildung am besten helfen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich selbst werde sicher keiner Maßnahme zustimmen, bei der ich den Bildungserfolg für die Kinder nicht ersehen kann. – Danke schön. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Genauso wichtig wie diese gesetzlichen Neuregelungen wären meiner Meinung nach auch begleitende pädagogische Maßnahmen, wenn ein Nichtgenügend droht oder bereits im Zeugnis steht. Es wäre möglich, daß die Schule über den Sommer Stütz- und Förderkurse anbietet, im Hinblick auf eine eventuelle Nachprüfung im September. Es könnte für gefährdete Schülerinnen und Schüler beispielsweise die Schule schon früher beginnen. Diese Maßnahme hätte den Vorteil, daß vom gewohnten Klassenlehrer unterrichtet werden und die Vorbereitung für die Nachprüfung viel zielgenauer sein könnte. Außerdem würde das Nachhilfeunwesen eingeschränkt werden, und es müßten nicht so wie jeden Sommer Millionen Schilling in Nachhilfestunden fließen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich denke, daß wir die Integration von Kindern mit sonderpädagogischem Betreuungs- und Förderbedarf in der Grundschule und in Fortsetzung in der Sekundarstufe 1, also in der Hauptschule und in der AHS-Unterstufe, fördern und alle Begleitmaßnahmen zur Verfügung stellen müssen. Das muß unser Ziel sein. Unser Bildungssystem muß allen jungen Menschen eine optimistische Zukunftsperspektive bieten. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Meischberger: Das paßt schon! – Abg. Dr. Fuhrmann: Kollege, kein Problem! Man versteht Sie sehr gut! – Abg. Schwarzenberger: Frisch – saftig – steirisch!
Abgeordneter Franz Stampler (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Frau Ministerin! Meine lieben Kolleginnen und Kollegen! Vorerst eine Entschuldigung meinerseits: Es tut mir leid, daß ich bei meiner ersten Rede hier im Hohen Haus verschnupft bin und die Stimme angeschlagen ist, aber man kann sich den Zeitpunkt einer Grippe leider nicht aussuchen. Ich werde aber versuchen, trotzdem das Beste zu geben. (Abg. Ing. Meischberger: Das paßt schon! – Abg. Dr. Fuhrmann: Kollege, kein Problem! Man versteht Sie sehr gut! – Abg. Schwarzenberger: Frisch – saftig – steirisch!) – Richtig, ja!
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Die Jugendlichen von heute sind die Erwachsenen von morgen. Die Kinder sind die Zukunft unseres Landes. – Sprüche, die wir heute schon gehört haben. Sind das wirklich nur Sprüche? – Nein, ich glaube nicht, denn die Kinder von heute werden morgen für uns Verantwortung tragen. Daher ist es für uns Politiker, Eltern, Lehrer und Vorgesetzte Aufgabe und Verpflichtung, ihnen die nötige Ausbildung zukommen zu lassen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Im Schuljahr 1995/96 werden in der Steiermark 10 699 Schüler sozial integrativ unterrichtet. Davon sind 9 297 nicht behindert, und 1 402 haben einen sonderpädagogischen Förderbedarf. Die Zahl der Schüler mit Förderbedarf gliedert sich auf in 888 Lernbehinderte, 223 geistig Behinderte, 67 Sehgeschädigte, 66 Körperbehinderte, 38 Hörbehinderte und 27 Verhaltensauffällige. – Das zeigt, es wird bei uns in der Steiermark sehr viel für die Integration getan, und ich bin sicher, daß dies auch in den nächsten Schuljahren so sein wird. Ziel muß es sein, diese Integration eben auch im Sekundarschulbereich weiterzuführen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Kunsterzeugnisse geben nach außen ein Bild vom Empfinden, vom Denken und vom Handeln. Je mehr diese im Losringen vom rein materiellen Genuß fortschreiten, desto vollendetere Kunstwerke wird man schaffen können. Meine sehr geehrten Damen und Herren! Daher ist diesbezüglich eine finanzielle Unterstützung unbedingt notwendig! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Entschuldigen Sie, ich darf darauf aufmerksam machen, daß die Frau Abgeordnete sehr tapfer gegen den hohen Lärmpegel ankämpft! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Heidemaria Onodi (fortsetzend): Sehr geehrte Damen und Herren! Kultur schließt aber auch die Gesprächskultur mit ein. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Haben Sie das mit dem Präsidenten abgesprochen?
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Jetzt bitte ich um Entschuldigung, daß ich unterbrochen habe. (Heiterkeit. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Haben Sie das mit dem Präsidenten abgesprochen?)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Abgeordnete Heidemaria Onodi (fortsetzend): Sie sehen, meine Damen und Herren, Hohes Haus, daß wir uns im Kulturbegriff viel zu sehr begrenzen ließen. Kultur ist mehr als bösartige Kritik. Lassen wir uns nicht davon anstecken! Haben wir die Großartigkeit unserer Kultur im allgemeinen und im besonderen immer im Auge, sonst verlieren wir sie! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Haigermoser: Wie schauen die aus?
Was mich am Koalitionsabkommen für den Bildungsbereich besonders freut, ist der Umstand, daß die Förderung der Lehrausbildung darin ausdrücklich festgeschrieben wurde. In den kommenden Jahren ist es höchst an der Zeit, dieses verbale Bekenntnis mit Inhalten, mit entsprechenden Maßnahmen zu füllen (Abg. Haigermoser: Wie schauen die aus?) , denn die aktuelle Entwicklung im Bereich der dualen Ausbildung, um die uns sehr viele Länder beneiden, gibt Anlaß zur Sorge.
Abg. Haigermoser: Sind Sie nicht Obmann des Wirtschaftsausschusses?
So ist in den letzten zehn Jahren die Zahl der Lehrlinge wie auch die Zahl der Lehrbetriebe rasant, und zwar um ein Viertel, zurückgegangen. 1995 standen nur noch 123 377 junge Menschen in 40 359 Betrieben in Ausbildung. (Abg. Haigermoser: Sind Sie nicht Obmann des Wirtschaftsausschusses?)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Erstens: Wenn zuletzt von einer Gründerwelle, und zwar von 50 000 neuen Unternehmen mit neuen Jobs die Rede war, so sei darauf hingewiesen, daß Lehrabsolventen die Hauptquelle für frisch entstehendes Selbständigen-Dasein darstellen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Wir sehen auch, daß die Qualität der österreichischen Lehrlingsausbildung Weltspitze ist: Bei der letzten Lehrlingsolympiade 1995 im französischen Lyon errangen 10 von 17 rot-weiß-roten Vertretern Medaillen. In der Relation Teilnehmer und Auszeichnungen bedeutet dies unangefochtene Weltspitze: Wir sind erste! – Und ich warne davor, dieses System zu zerschlagen! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Viertens – das erscheint mir besonders wichtig –: Junge Menschen haben unterschiedliche Begabungen. Wir legen immer weniger Wert auf die praktische Intelligenz. Ich glaube, die praktische Intelligenz, die vorhanden ist, das handwerkliche Können, das Europa in seiner Qualität auszeichnet, soll gefördert und nicht abgewürgt werden. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Fünfter Punkt: Entbürokratisierung bei der Beschäftigung von Lehrlingen. Wir haben die Probezeit von drei auf zwei Monate verkürzt; ich würde sie wieder auf drei Monate verlängern. In manchen Bereichen sieht man in zwei Monaten nicht immer, was ein Lehrling kann, man erkennt das Talent des Lehrlings nicht. Man schadet einem jungen Menschen, wenn er in einem Beruf fälschlich ausgebildet wird, wenn man ihn dann drei Jahre behalten muß, obwohl er kein Talent dazu hat. Ich glaube, das ist ein Verbrechen an der Jugend. Wir sollten schauen, daß wir diese Flexibilität auch in diesem Bereich haben, nämlich daß die jungen Menschen nicht an einen falschen Beruf gebunden sind. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei ÖVP und SPÖ.
All diese Maßnahmen ergeben eine Initiative, die der Wirtschaft respektive den Betrieben helfen würde, den Slogan "Karriere mit Lehre" weiterhin mit Ausbildungsinhalten von höchster Qualität zu füllen. (Neuerlicher Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn wir heute feststellen, daß unsere Buben nicht mehr Fußball spielen, weil sie andere Interessen haben, dann können wir nicht reagieren, indem wir einfach mehr Turnstunden auf den Stundenplan setzen. Und wenn ein Kind Legastheniker ist, dann werden die Probleme nicht dadurch behoben, daß es mehr Deutschstunden gibt. Ganz im Gegenteil: Es müssen gezielte Methoden eingesetzt werden – und das zeichnet Schule aus, das ist Qualität der Schule! (Beifall bei der SPÖ.)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Entscheidend ist die Rolle der Lehrer, hat Abgeordneter Öllinger heute gesagt. Dem kann ich voll zustimmen. Ob die Schule gut ist, wird davon abhängen, wie die Lehrer vorbereitet sind, welcher Lehr- und Lernmethoden sie sich bedienen, welche Lehr- und Unterrichtsmittel den Schülern zur Verfügung gestellt werden. Ob eine Schule Qualität hat oder nicht, wird auch davon abhängen, wie das Schulmanagement – Schulaufsicht, Schulleitung – funktioniert. Die Zahl der Unterrichtseinheiten ist aber mit Sicherheit kein Gradmesser. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geschätzte Frau Ministerin! Ich ersuche Sie um Aufklärung dieser Ungereimtheiten, die möglicherweise in Ihrem Ministerium passiert sind. Ich habe eine Reihe von Unterlagen, die dies vermuten lassen. Aber viel wichtiger scheint es mir zu sein, Ihre Ankündigung wahrzumachen, ernsthaft eine Lösung zu überlegen, und im Interesse der Schülerinnen und Schüler so zu entscheiden, daß sie nicht ein Jahr verlieren! Und vielleicht könnte man auch die Denkvariante ins Auge fassen, diese Schulform im Interesse dieser Schülerinnen und Schüler auslaufen zu lassen, aber nicht im Juni 1996, sondern im Juni 2000, wenn dieser Jahrgang normalerweise mit Matura abschließen würde! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Auch in den Ländern wurden bereits qualitätsfördernde Strategien entwickelt. Mit einem Wort, ganz einfach praktisch umgelegt: Es muß etwas für die Aufwertung des Polytechnischen Lehrgangs geschehen. (Beifall bei der SPÖ.) Ich nehme diesen Applaus nicht für mich selbst entgegen, sondern für anwesende Schüler und Schülerinnen, aber vor allem für die Lehrlinge, die vorher den Polytechnischen Lehrgang besuchen. (Beifall eines jugendlichen Besuchers auf der Galerie.)
Beifall eines jugendlichen Besuchers auf der Galerie.
Auch in den Ländern wurden bereits qualitätsfördernde Strategien entwickelt. Mit einem Wort, ganz einfach praktisch umgelegt: Es muß etwas für die Aufwertung des Polytechnischen Lehrgangs geschehen. (Beifall bei der SPÖ.) Ich nehme diesen Applaus nicht für mich selbst entgegen, sondern für anwesende Schüler und Schülerinnen, aber vor allem für die Lehrlinge, die vorher den Polytechnischen Lehrgang besuchen. (Beifall eines jugendlichen Besuchers auf der Galerie.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Frau Ministerin! Sie sehen, in diesem Bereich gibt es noch viel zu tun. Ich bin der Meinung, daß nur eine rechtzeitige Berufsorientierung, Hand in Hand gehend mit einer Aufwertung des Polytechnischen Lehrganges als berufsvorbereitender Abschlußklasse, gewährleistet, daß die jungen Menschen eine gute Entscheidung für den richtigen Beruf treffen, für eine qualifizierte Ausbildung und somit für eine Chance auf einen adäquaten Arbeitsplatz! – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Diese Beispiele beweisen, daß die Berufsschulen von den Räumlichkeiten, von der Lehrerkapazität und von den Wissensressourcen her verstärkt nutzbar gemacht werden könnten. Sie könnten eigentlich mehr tun, als sie derzeit dürfen. Ich meine, wir sollten daher alles daransetzen, den Berufsschulen die Möglichkeiten zu geben, über ihre ureigensten Aufgaben hinaus, weiterführende Bildung anbieten zu können. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Zu den Schulen zählen aber auch die Lehrer. Und ich glaube, es ist ganz gut, sich auch mit der Situation der Lehrer ein bißchen auseinanderzusetzen. Wir stellen immer wieder fest, daß es Schwierigkeiten hinsichtlich der Rechte und der Möglichkeiten gibt, die Berufsschullehrer haben, etwa auch in Zusammenarbeit mit HTL-Lehrern. Beispielsweise dürfen Berufsschullehrer auf der Berufspädagogischen Akademie zwar selbst Lehrer unterrichten, auf einer Höheren Technischen Lehranstalt jedoch keine Schüler unterrichten. Es gibt also einige Unstimmigkeiten, die man vielleicht auch in dieser Gesetzgebungsperiode sachlich prüfen und versuchen könnte, diesbezüglich zu mehr Synergien, zu mehr Zusammenarbeit zu kommen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.) Eine Mitverwendung in diesem Bereich kann nur fruchtbar sein und letztlich nur der Jugend dienen.
Abg. Dr. Fuhrmann: Das ist auch kurzsichtig!
Ein ganz anderer Punkt: Bei einer Veranstaltung der Sektion Gewerbe und Handwerk in Niederösterreich beispielsweise wurde vor wenigen Tagen verlangt – ich zitiere wörtlich aus einem Papier, das dort den Veranstaltungsteilnehmern übergeben wurde –: ... eine Auslagerung der Allgemeinbildung aus der Berufsschule, denn das ist doch Pflichtschulsache. – Ich glaube, mit Ihnen einer Meinung zu sein, Frau Kollegin Tichy-Schreder, daß unsere Überlegungen nicht so weit gehen sollten! Ich meine, wir haben doch einen breiten Konsens darüber, daß auch die Berufsschule die Aufgabe hat, neben der Vermittlung von beruflichen Fertigkeiten und Kenntnissen auch allgemeinbildende Fertigkeiten und Kenntnisse zu übermitteln. Daher sage ich, das ist nicht meine oder unsere Position, wenn Wirtschaftsbereiche so extreme Forderungen aufstellen, nämlich die Forderung, Allgemeinbildung aus den Berufsschulen sozusagen zu entfernen. (Abg. Dr. Fuhrmann: Das ist auch kurzsichtig!)
Beifall bei der SPÖ und der Abg. Tichy-Schreder.
Liebe Damen und Herren des Hohen Hauses! Ich möchte bei dieser Gelegenheit ausdrücklich Frau Bundesministerin Gehrer für Ihre Ausführungen danken, die sie bei einer Enquete diese Woche zum Thema "Neue Wege in der beruflichen Aus- und Weiterbildung" gemacht hat. Frau Bundesministerin! Sie haben sich dort sehr engagiert zum Thema "Berufsmatura" gemeldet, so wurde mir jedenfalls berichtet, und haben sich dafür ausgesprochen und das als wichtiges Thema tituliert. Ich glaube, das soll man auch erwähnen. Das ist auch ein wichtiges Thema, das wir in den nächsten Monaten entsprechend behandeln sollten. (Beifall bei der SPÖ und der Abg. Tichy-Schreder. )
Beifall bei der SPÖ.
Ich frage mich aber: Wenn dies auch die Ziele der Berufsschule sein sollen, wie wird die Berufsschule diesen Zielen auch nur annähernd gerecht? – Ich glaube, sie kann es derzeit nicht, weil die Lehrpläne, und vor allem die Möglichkeiten, allgemeinbildende Fächer zu unterrichten, nicht ausreichend sind; da gibt es entsprechenden Handlungsbedarf. Anders ausgedrückt: 120 Stunden Englisch, Politische Bildung nur 80 Stunden, aufgeteilt auf bis zu vier Lehrjahre, reicht nicht aus, den Lehrlingen eine ausreichende Allgemeinbildung zukommen zu lassen. Ich glaube, wir hätten guten Grund, alles zu tun, damit auch die Lehrlinge ein ausreichendes Angebot an Allgemeinbildung in der Berufsschule erhalten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Im letzten Aspekt dieses Redebeitrags, sehr verehrte Damen und Herren, möchte ich mich noch einmal der Situation der Berufsschullehrer zuwenden. Ich bitte um Entschuldigung dafür, wenn ich einige Jahre zurückgehe, um die Situation zu beleuchten. In den ausklingenden achtziger Jahren fanden insbesondere die Wiener Berufsschullehrer plötzlich Arbeitsbedingungen vor, die als ausgesprochen positiv zu bezeichnen sind. Wir hatten im größten österreichischen Berufsschulzentrum, nämlich in der Mollardgasse, zu diesem Zeitpunkt 5 000 Schüler pro Woche, und es stieg der Anteil der ausländischen Schüler mit 25 Prozent schlagartig. Es tauchten die Probleme der Sprache, der Integration und die Notwendigkeit der Begleitlehrer auf. Ich denke, man sollte bei dieser Gelegenheit einmal den Lehrern dafür danken, daß sie das damals ohne wesentliche Probleme konfliktfrei bewältigt haben, und ich möchte von dieser Stelle aus einmal insbesondere den Wiener Berufsschullehrern recht herzlich dafür danken, daß sie damals nicht gefragt haben: Wie mache ich das?, sondern daß sie diese Herausforderungen angenommen haben! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: In Zeitungen können Sie nichts "dokumentieren", das sollten Sie wissen!
Der "Standard" schrieb in diesen Tagen neuerlich über die Suspendierung dieses Lehrers beziehungsweise über die von Schülern gegen ihn erhobenen Vorwürfe. Inzwischen stellte auch der Pressesprecher der Freiheitlichen Partei, Westenthaler, fest, daß dieser Lehrer R. nicht FPÖ-Mitglied ist, wie es in diesen Zeitungsmeldungen dokumentiert worden war. (Abg. Mag. Stadler: In Zeitungen können Sie nichts "dokumentieren", das sollten Sie wissen!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube, es ist damit klar dokumentiert, daß da ein Zusammenhang besteht, der bedauerlich ist. In wenigen Tagen, nämlich am 21. Mai 1996, ist nun die Hauptverhandlung gegen diesen Lehrer, Herrn R. R., vor dem Landesgericht in Wien angesetzt. Sehr verehrte Damen und Herren! Ich hoffe, daß wir solche Verfahren wie dieses, das ich jetzt zitiert habe, in unserem Land nie mehr erleben müssen, daß solche Verfahren in unserem Land nie mehr angestrengt werden müssen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Bundesministerin! Sie haben selbst gesagt, daß diese Einführung der leistungsorientierten Krankenanstaltenfinanzierung keinen einzigen Schilling einsparen wird. Sie haben es nämlich verabsäumt, die begleitenden Strukturreformen durchzuziehen, und daher sage ich Ihnen hier vom Rednerpult aus ganz klipp und klar: Diese Reform ist unwirksam, ehe sie beschlossen wurde! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
Diese Reform ist nichts anderes als ein Etikettenschwindel, denn wir haben immer davon gesprochen, daß wir die leistungsorientierte – und ich betone hier das Wort "Leistung" – Spitalsfinanzierung einführen wollen. Was jetzt kommt, ist eine rein diagnoseorientierte Finanzierung. Es werden etwa 1 400 Diagnosen in einem ICD-Code zusammengefaßt. Das Modell in Vorarlberg hat uns schon gezeigt, daß es bis zu 60 Prozent Fehlkodierungen geben wird beziehungsweise bereits gibt. Da werden Männern die Eierstöcke entfernt, da wird Frauen die Prostata herausoperiert. (Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Das alles sieht man in den Arztbriefen, weil Fehlkodierungen an der Tagesordnung sind.
Bundesministerin Dr. Krammer spricht mit einer Beamtin.
Da werden die chefärztlichen Bewilligungen und Genehmigungen schwerstens ausgeweitet, werden Limitierungen und Strafandrohungen eingeführt. Da wird sich so mancher Arzt denken: Warum tue ich mir das an? Es ist doch gescheiter, ich schicke einen etwas schwierigeren Fall ins Krankenhaus, dann habe ich keine Sanktionen von der Krankenkasse zu erwarten! Das geht jetzt so weit, daß die österreichische Ärztekammer in einem Rundschreiben an alle niedergelassenen Ärzte zum offenen Boykott dieser Ökonomierichtlinien aufruft, Frau Bundesministerin. (Bundesministerin Dr. Krammer spricht mit einer Beamtin.) Frau Doktor, wenn auch Sie mir vielleicht kurz Ihre Aufmerksamkeit schenken, Sie sind ja auch direkt im Ministerium von der Materie betroffen und können manchmal vielleicht einen positiven Einfluß auf die Frau Bundesministerin ausüben. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Vielleicht leihen Sie beide mir das Ohr (Bundesministerin Dr. Krammer: Vier Ohren sind zu viel für den Pumberger, zwei sind genug!) , das würde die künftige Arbeit im österreichischen Gesundheitswesen auch für Sie wesentlich erleichtern.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Da werden die chefärztlichen Bewilligungen und Genehmigungen schwerstens ausgeweitet, werden Limitierungen und Strafandrohungen eingeführt. Da wird sich so mancher Arzt denken: Warum tue ich mir das an? Es ist doch gescheiter, ich schicke einen etwas schwierigeren Fall ins Krankenhaus, dann habe ich keine Sanktionen von der Krankenkasse zu erwarten! Das geht jetzt so weit, daß die österreichische Ärztekammer in einem Rundschreiben an alle niedergelassenen Ärzte zum offenen Boykott dieser Ökonomierichtlinien aufruft, Frau Bundesministerin. (Bundesministerin Dr. Krammer spricht mit einer Beamtin.) Frau Doktor, wenn auch Sie mir vielleicht kurz Ihre Aufmerksamkeit schenken, Sie sind ja auch direkt im Ministerium von der Materie betroffen und können manchmal vielleicht einen positiven Einfluß auf die Frau Bundesministerin ausüben. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Vielleicht leihen Sie beide mir das Ohr (Bundesministerin Dr. Krammer: Vier Ohren sind zu viel für den Pumberger, zwei sind genug!) , das würde die künftige Arbeit im österreichischen Gesundheitswesen auch für Sie wesentlich erleichtern.
Bundesministerin Dr. Krammer: Vier Ohren sind zu viel für den Pumberger, zwei sind genug!
Da werden die chefärztlichen Bewilligungen und Genehmigungen schwerstens ausgeweitet, werden Limitierungen und Strafandrohungen eingeführt. Da wird sich so mancher Arzt denken: Warum tue ich mir das an? Es ist doch gescheiter, ich schicke einen etwas schwierigeren Fall ins Krankenhaus, dann habe ich keine Sanktionen von der Krankenkasse zu erwarten! Das geht jetzt so weit, daß die österreichische Ärztekammer in einem Rundschreiben an alle niedergelassenen Ärzte zum offenen Boykott dieser Ökonomierichtlinien aufruft, Frau Bundesministerin. (Bundesministerin Dr. Krammer spricht mit einer Beamtin.) Frau Doktor, wenn auch Sie mir vielleicht kurz Ihre Aufmerksamkeit schenken, Sie sind ja auch direkt im Ministerium von der Materie betroffen und können manchmal vielleicht einen positiven Einfluß auf die Frau Bundesministerin ausüben. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Vielleicht leihen Sie beide mir das Ohr (Bundesministerin Dr. Krammer: Vier Ohren sind zu viel für den Pumberger, zwei sind genug!) , das würde die künftige Arbeit im österreichischen Gesundheitswesen auch für Sie wesentlich erleichtern.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Auch die 3 Milliarden Schilling, die Finanzminister Klima den Bundesländern versprochen hat, werden keinen Landespolitiker dazu veranlassen, in ihrem Bundesland auf Befehl des Bundes eine Abteilung oder ein Krankenhaus in der Peripherie zu schließen, denn die infrastrukturelle Änderung, die Belastung und die Arbeitssituation, die Versorgung der Patienten vor Ort wird ihm wesentlich wichtiger sein als die paar Millionen Schilling, die er vom Finanzministerium als Ausgleich dafür bekommen wird. Daher ist diese Regelung, die da getroffen wurde, ohne Verfassungsänderung von vornherein nicht praktizierbar. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Khol: Ein guter Mann! Ein sehr guter Mann! Das ist nämlich wirklich ein Experte!
Wir Freiheitlichen stehen mit dieser Forderung nicht allein da. Ich habe hier ein neues Modell der Krankenanstaltenfinanzierung, herausgegeben vom Abgeordneten Dr. Erwin Rasinger (Abg. Dr. Khol: Ein guter Mann! Ein sehr guter Mann! Das ist nämlich wirklich ein Experte!), 8. Mai 1995, noch nicht einmal ein Jahr alt. Da heißt es: Es soll ein Bundesfonds zur Abgeltung und zur Strukturverbesserung des Spitalswesens eingerichtet werden. Mittel sind hiefür Bundesgelder und Sozialversicherungsbeiträge.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Rasinger.
Lieber Kollege Rasinger! Auch da sind wir wieder einer Meinung – wie in vielen anderen Punkten –, aber leider fallen, wenn es um die Umsetzung, um die Beschlußfassung geht, die Gesundheitspolitiker der ÖVP geschlossen um. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Rasinger. ) – Rasinger, spar dir deine Zwischenrufe, du kommst dann ohnehin noch zum Rednerpult. Umgefallen bist du auch schon wieder beim Gruppenpraxengesetz. Ich habe heute vor, einen Entschließungsantrag bezüglich Gruppenpraxengesetz einzubringen. Der Verfassungsgerichtshof hat ja jetzt im Ärztegesetz die Bestimmung aufgehoben, daß die Ärzte
Beifall bei den Freiheitlichen.
Jetzt ist aber die leistungsorientierte Krankenanstaltenfinanzierung schon am 1. Jänner zu erwarten beziehungsweise schon fix. Daher brauchen wir vorher diese strukturelle Maßnahme. Wir brauchen schon vorher die Möglichkeit, daß sich die Ärzte in Gemeinschaftspraxen zusammenschließen können. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Leiner: Er ist deiner auch!
Dein Präsident Neumann, Kollege Rasinger, der dir ja auch parteipolitisch sehr nahe steht (Abg. Dr. Leiner: Er ist deiner auch!) – parteipolitisch ist er nicht meiner, er ist euer Präsident, parteipolitisch gesehen –, fordert euch auf: Jetzt darf bei Gruppenpraxen nicht mehr verzögert werden!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich bitte auch meine lieben Kollegen, auf einen marionettenhaften Abgeordneten der Regierungsparteien Einfluß auszuüben, daß dieses Gesetz, das in unser aller Interesse ist, endlich Wirklichkeit wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Haider: Können schon!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Abgeordneter! Sie wissen, daß Sie Ihre Kollegen nicht als "marionettenhafte Abgeordnete" bezeichnen können! (Abg. Dr. Haider: Können schon!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Diese klammern Sie aber ganz einfach aus, denn mit der Privatmedizin wollen Sie ja nichts zu tun haben! Sie verfolgen den Weg Bruno Kreiskys, dessen Ziel es immer war, eine absolute, totale Verstaatlichung des Gesundheitswesens herbeizuführen. Aber da werden Sie auf unseren ganz erbitterten Widerstand stoßen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber leider sind Sie ja mit der SPÖ im Korsett. Ihr könnt nicht aus, ihr seid gefesselt, eingegipst, Rasinger! So wie du die falsche Hand eines Kindes eingegipst hast, hast du dich hier eingipsen lassen. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Ihr könnt nicht aus, ihr müßt gegen besseres Wissen und Gewissen handeln! Euer hippokratischer Eid hängt wirklich draußen an der Garderobe! (Abg. Dr. Leiner: Das haben wir ja schon gemacht!)
Abg. Dr. Leiner: Das haben wir ja schon gemacht!
Aber leider sind Sie ja mit der SPÖ im Korsett. Ihr könnt nicht aus, ihr seid gefesselt, eingegipst, Rasinger! So wie du die falsche Hand eines Kindes eingegipst hast, hast du dich hier eingipsen lassen. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Ihr könnt nicht aus, ihr müßt gegen besseres Wissen und Gewissen handeln! Euer hippokratischer Eid hängt wirklich draußen an der Garderobe! (Abg. Dr. Leiner: Das haben wir ja schon gemacht!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber vielleicht erlebe ich heute noch eine Überraschung. Vielleicht habt ihr eure Klubkollegen noch überzeugt, weil sie sind ja – laut Präsident Fischer – keine Marionetten, und daher sind sie sicher bereit, dieses wichtige Anliegen der Gesundheitspolitik mitzutragen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Haider: Der Idi Amin hat alle impfen lassen, bevor er sie umgebracht hat!
Sie sind auch nicht bestrebt, die Vorsorgeuntersuchungen auszubauen. Sie sind nicht bestrebt, das Impfwesen in Österreich auszubauen. Bei der Masernimpfung beispielsweise liegt unsere Durchimpfungsrate unter der von Uganda. Stellen sie sich das einmal vor! (Abg. Dr. Haider: Der Idi Amin hat alle impfen lassen, bevor er sie umgebracht hat!)
Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
Beim Budget für 1996 hat man wieder 50 Millionen Schilling eingespart. 50 Millionen Schilling! Der Herr Rasinger sitzt da ganz hinten und hört wahrscheinlich vieles gar nicht so deutlich, glaube ich. (Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Sonst würde er seine Depressionen – die er, wie er gemeint hat, bei der Politik der Frau Bundesministerin Krammer kriegt – sicher in einer noch viel stärkeren Form bekommen, wenn er das alles ganz deutlich hören würde, was hier vom Rednerpult aus an Vorwürfen kommt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Beim Budget für 1996 hat man wieder 50 Millionen Schilling eingespart. 50 Millionen Schilling! Der Herr Rasinger sitzt da ganz hinten und hört wahrscheinlich vieles gar nicht so deutlich, glaube ich. (Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Sonst würde er seine Depressionen – die er, wie er gemeint hat, bei der Politik der Frau Bundesministerin Krammer kriegt – sicher in einer noch viel stärkeren Form bekommen, wenn er das alles ganz deutlich hören würde, was hier vom Rednerpult aus an Vorwürfen kommt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Bundesministerin Dr. Krammer: Ich bin zu schüchtern!
Im Budget sind für Vorsorge für das Jahr 1996, Frau Bundesministerin, sage und schreibe 25 Prozent Kürzungen zu verzeichnen. Ein Viertel weniger für das Budget "Vorsorge", und Sie sprechen von Ausbau von Vorsorge! Im Fernsehen, im Radio, in den Zeitungen glaube ich immer eine ganz andere Person vor mir zu haben. Die Wirklichkeit schaut aber ganz anders aus. Sie sind ja sehr nett, und ich komme auch ganz gut mit Ihnen aus, aber gesundheitspolitisch haben Sie einfach nicht den Durchblick und auch nicht die Kraft, sich durchzusetzen. (Bundesministerin Dr. Krammer: Ich bin zu schüchtern!) Ich glaube, es wäre doch g’scheiter, wenn Sie als Landesrätin ins Burgenland zurückgingen, aber ich habe gehört, der Landeshauptmann will Sie gar nicht mehr so gerne haben. Darum bleiben Sie uns auf Wunsch von Vranitzky und seiner Gattin, deren beste Freundin Sie sind, als Gesundheitsministerin erhalten. – Ein Pech für die österreichische Gesundheitspolitik! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Stadler – zu Bundesministerin Dr. Krammer –: Spielen Sie auch Golf?)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Stadler – zu Bundesministerin Dr. Krammer –: Spielen Sie auch Golf?
Im Budget sind für Vorsorge für das Jahr 1996, Frau Bundesministerin, sage und schreibe 25 Prozent Kürzungen zu verzeichnen. Ein Viertel weniger für das Budget "Vorsorge", und Sie sprechen von Ausbau von Vorsorge! Im Fernsehen, im Radio, in den Zeitungen glaube ich immer eine ganz andere Person vor mir zu haben. Die Wirklichkeit schaut aber ganz anders aus. Sie sind ja sehr nett, und ich komme auch ganz gut mit Ihnen aus, aber gesundheitspolitisch haben Sie einfach nicht den Durchblick und auch nicht die Kraft, sich durchzusetzen. (Bundesministerin Dr. Krammer: Ich bin zu schüchtern!) Ich glaube, es wäre doch g’scheiter, wenn Sie als Landesrätin ins Burgenland zurückgingen, aber ich habe gehört, der Landeshauptmann will Sie gar nicht mehr so gerne haben. Darum bleiben Sie uns auf Wunsch von Vranitzky und seiner Gattin, deren beste Freundin Sie sind, als Gesundheitsministerin erhalten. – Ein Pech für die österreichische Gesundheitspolitik! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Stadler – zu Bundesministerin Dr. Krammer –: Spielen Sie auch Golf?)
Abg. Mag. Firlinger steht bei der Regierungsbank und spricht mit Bundesministerin Dr. Krammer.
Und es ist auch äußerst wahrscheinlich ... (Abg. Mag. Firlinger steht bei der Regierungsbank und spricht mit Bundesministerin Dr. Krammer. ) – Haben Sie vielleicht die Möglichkeit, ein bißchen später das Gespräch mit der Frau Bundesministerin zu suchen, Kollege Firlinger? Das ist auch ein Anliegen des Herrn Präsidenten Neisser, der schon gesagt hat, man möge während der Debatten die Minister nicht blockieren. Wenn Sie im Sinne von Professor Neisser handeln würden, würden Sie ... (Abg. Mag. Stadler: Wieso drängt sich der Firlinger beim Rinderwahn so vor?) Sie kommen auch nicht so bald heim heute, weil ich noch ein bißchen länger brauche, wenn Sie da noch weiter ... (Abg. Mag. Firlinger – auf dem Weg zu seinem Platz –: Das ist eine schwere Drohung!)
Abg. Mag. Stadler: Wieso drängt sich der Firlinger beim Rinderwahn so vor?
Und es ist auch äußerst wahrscheinlich ... (Abg. Mag. Firlinger steht bei der Regierungsbank und spricht mit Bundesministerin Dr. Krammer. ) – Haben Sie vielleicht die Möglichkeit, ein bißchen später das Gespräch mit der Frau Bundesministerin zu suchen, Kollege Firlinger? Das ist auch ein Anliegen des Herrn Präsidenten Neisser, der schon gesagt hat, man möge während der Debatten die Minister nicht blockieren. Wenn Sie im Sinne von Professor Neisser handeln würden, würden Sie ... (Abg. Mag. Stadler: Wieso drängt sich der Firlinger beim Rinderwahn so vor?) Sie kommen auch nicht so bald heim heute, weil ich noch ein bißchen länger brauche, wenn Sie da noch weiter ... (Abg. Mag. Firlinger – auf dem Weg zu seinem Platz –: Das ist eine schwere Drohung!)
Abg. Mag. Firlinger – auf dem Weg zu seinem Platz –: Das ist eine schwere Drohung!
Und es ist auch äußerst wahrscheinlich ... (Abg. Mag. Firlinger steht bei der Regierungsbank und spricht mit Bundesministerin Dr. Krammer. ) – Haben Sie vielleicht die Möglichkeit, ein bißchen später das Gespräch mit der Frau Bundesministerin zu suchen, Kollege Firlinger? Das ist auch ein Anliegen des Herrn Präsidenten Neisser, der schon gesagt hat, man möge während der Debatten die Minister nicht blockieren. Wenn Sie im Sinne von Professor Neisser handeln würden, würden Sie ... (Abg. Mag. Stadler: Wieso drängt sich der Firlinger beim Rinderwahn so vor?) Sie kommen auch nicht so bald heim heute, weil ich noch ein bißchen länger brauche, wenn Sie da noch weiter ... (Abg. Mag. Firlinger – auf dem Weg zu seinem Platz –: Das ist eine schwere Drohung!)
Abg. Mag. Stadler: Aber der küßt auch keine Ochsen – wie die Frau Minister!
Aber um den Konnex zur Medizin herzustellen: Was haben Sie – zum Unterschied von Ihrem Vorgänger Ausserwinkler – gemacht, der schon darauf hingewiesen hat, daß in gewissen Arzneimitteln Substanzen von Rindern enthalten sind, Arzneimittel, die auch in Großbritannien produziert werden? (Abg. Mag. Stadler: Aber der küßt auch keine Ochsen – wie die Frau Minister!) Na ja, der Speichelfluß ist eben so. (Zwischenbemerkung der Bundesministerin Dr. Krammer. ) Da gibt es Medikamente, Insulin, CR-Insuline vom Rind, "R" für Rind, da ist zum Beispiel das Novo-Lente noch auf dem Markt. Da gibt es Salben, die aus Kälberblut hergestellt werden, die auf offene Wunden aufgetragen werden. Da gibt es Heparin, das aus Rinderlunge hergestellt wird.
Zwischenbemerkung der Bundesministerin Dr. Krammer.
Aber um den Konnex zur Medizin herzustellen: Was haben Sie – zum Unterschied von Ihrem Vorgänger Ausserwinkler – gemacht, der schon darauf hingewiesen hat, daß in gewissen Arzneimitteln Substanzen von Rindern enthalten sind, Arzneimittel, die auch in Großbritannien produziert werden? (Abg. Mag. Stadler: Aber der küßt auch keine Ochsen – wie die Frau Minister!) Na ja, der Speichelfluß ist eben so. (Zwischenbemerkung der Bundesministerin Dr. Krammer. ) Da gibt es Medikamente, Insulin, CR-Insuline vom Rind, "R" für Rind, da ist zum Beispiel das Novo-Lente noch auf dem Markt. Da gibt es Salben, die aus Kälberblut hergestellt werden, die auf offene Wunden aufgetragen werden. Da gibt es Heparin, das aus Rinderlunge hergestellt wird.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es ist mir auch unverständlich, daß gestern im Hauptausschuß die ÖVP-Bauernvertreter einem Ausgleich für den Schaden, den die Bauern jetzt durch diesen Einbruch auf dem Rindermarkt leiden, einem Ausgleich, der von der Frau Abgeordneten Aumayr beantragt wurde, nicht zugestimmt haben. Ihnen ist es auch ganz egal, ob die Bauern die Tiere noch füttern können, weil sie sie ohnehin nicht verkaufen können. Es ist ihnen das offensichtlich völlig egal, aber sie werden die Rechnung dafür schon noch präsentiert bekommen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Bundesministerin Dr. Krammer: Bravo!
Meine Kollegen Rasinger und Leiner haben es auch schon gesagt: endlich eine Zweckbindung eines Teiles der Tabaksteuer! Heute habe ich eine Aussendung des Pressedienstes bekommen, und zwar von Sozialminister Hums: Zweckbindung der Tabaksteuer. – Ganz wichtig! Wir Freiheitlichen haben das schon lang gefordert, da haben Sie es immer abgelehnt. Tabak schädigt die Gesundheit. Die Raucher sollen vermehrt herangezogen werden, aber nicht durch zusätzliche Abgaben, nicht durch zusätzliche Erhöhung der Zigarettenpreise, sondern von der bestehenden Tabaksteuer, die dem Fiskus durch das neue Belastungspaket zusätzliche 2,5 Milliarden Schilling einbringt, soll ein Teil, sollen zumindest 1 bis 2 Milliarden Schilling für die Gesundheit zweckgebunden werden. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Bundesministerin Dr. Krammer: Bravo!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das kann doch nicht im Sinne der ÖVP sein! Wenn Sie dem zustimmen, dann haben Sie sämtliche Glaubwürdigkeit verloren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Auf der anderen Seite werden hunderttausend, ja vielleicht sogar zwei bis drei Millionen Österreicher, die psychotrope Substanzen für ihre Gesundung brauchen, Patienten, die psychotrope Substanzen auf ärztliche Anordnung ganz korrekt einnehmen, zu Suchtmittelkonsumenten abgestempelt und stigmatisiert, indem man diese psychotropen Substanzen zu Suchtmitteln erklärt. Das ist doch eine Ungeheuerlichkeit! Das kann doch nicht im Sinn des Gesetzgebers sein! Was denken sich die Leute im Ministerium, wenn sie solche Gesetzesvorlagen ausarbeiten? Es gibt 45 000 Ministerialbeamte, und wenn so viele zusammenarbeiten, kommt sicher nichts Gescheites heraus! 45 000 Ministerialbeamte für unsere Ministerien, die dafür sorgen, daß solche unsinnigen Gesetze hier vorgelegt werden! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Diese beiden Möglichkeiten haben die Pflichtkrankenversicherungen immer offen, und damit sanieren sie ihr Budget. Sie sind nicht angehalten, ihren Verwaltungsapparat abzubauen oder vielleicht einmal in ihren Marmorpalästen – in Oberösterreich hat die Gebietskrankenkasse um 290 Millionen Schilling einen neuen Marmorpalast errichten lassen – ihren Standard, ihren persönlichen Komfort zu reduzieren, in ihren Büros auf etwas zu verzichten. Das wäre einmal eine sinnvolle Sache! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol: Die Vergleiche mit der DDR sind widerlich! – Abg. Mag. Guggenberger quittiert den Zwischenruf des Abg. Dr. Khol mit Beifall. – Abg. Haigermoser: Zitieren wird man doch noch dürfen!
Christian Ortner schreibt in der "WirtschaftsWoche" folgendes: "Daß ein staatliches Versicherungsmonopol besser und billiger funktioniert als der Markt, wäre eine weltweit einzigartige Erscheinung." – Na, da sehen wir es! Er schreibt weiter: "In planwirtschaftlich" – und des handelt sich hierbei um ein planwirtschaftliches System – "verfaßten Systemen ist am Ende immer der Kunde der Dumme. Das war schon in der DDR so und ist im österreichischen Gesundheitswesen" – Frau Bundesministerin – "nicht anders." (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol: Die Vergleiche mit der DDR sind widerlich! – Abg. Mag. Guggenberger quittiert den Zwischenruf des Abg. Dr. Khol mit Beifall. – Abg. Haigermoser: Zitieren wird man doch noch dürfen!)
Abg. Dr. Khol: Das Thema kennen wir!
Abschließend möchte ich noch darauf hinweisen, was die ÖVP von der Gesundheitspolitik der Sozialisten und ihrer Spitze, der sozialistischen Gesundheitsministerin, hält. (Abg. Dr. Khol: Das Thema kennen wir!) Am 13. Oktober, am Tag des Bruchs der großen Koalition, sagte Kollege Rasinger in einem Anfall von ... (Abg. Dr. Nowotny: Anfall?!) Das war ein Anflug von neuen Erkenntnissen vielleicht. Damals hat Kollege Rasinger erkannt, wie die sozialistische Gesundheitspolitik wirklich ist. Der Frau Bundesministerin hat er vorgeworfen, daß sie wie das Unwesen von Loch Ness agiere: Sie tauche auf und verschwinde gleich wieder, ohne etwas zu sagen oder zu tun. Er meinte, daß sie von Fettnäpfchen zu Fettnäpfchen trete. – Nachzulesen, Frau Bundesministerin, im Stenographischen Protokoll. Ihr Koalitionspartner sagt von Ihnen: Sie treten von Fettnäpfchen zu Fettnäpfchen. Ihren Plan, Frau Bundesministerin, würde ein Rasinger, der immerhin der oberste Gesundheitspolitiker Ihres Koalitionspartners ist, nie und nimmer unterschreiben. Eher würde er sich im Grab umdrehen, hat er gesagt. Das ist die Meinung Ihres Koalitionspartners! (Abg. Mag. Stadler: Gesundheitspolitischer Fettnapf!)
Abg. Dr. Nowotny: Anfall?!
Abschließend möchte ich noch darauf hinweisen, was die ÖVP von der Gesundheitspolitik der Sozialisten und ihrer Spitze, der sozialistischen Gesundheitsministerin, hält. (Abg. Dr. Khol: Das Thema kennen wir!) Am 13. Oktober, am Tag des Bruchs der großen Koalition, sagte Kollege Rasinger in einem Anfall von ... (Abg. Dr. Nowotny: Anfall?!) Das war ein Anflug von neuen Erkenntnissen vielleicht. Damals hat Kollege Rasinger erkannt, wie die sozialistische Gesundheitspolitik wirklich ist. Der Frau Bundesministerin hat er vorgeworfen, daß sie wie das Unwesen von Loch Ness agiere: Sie tauche auf und verschwinde gleich wieder, ohne etwas zu sagen oder zu tun. Er meinte, daß sie von Fettnäpfchen zu Fettnäpfchen trete. – Nachzulesen, Frau Bundesministerin, im Stenographischen Protokoll. Ihr Koalitionspartner sagt von Ihnen: Sie treten von Fettnäpfchen zu Fettnäpfchen. Ihren Plan, Frau Bundesministerin, würde ein Rasinger, der immerhin der oberste Gesundheitspolitiker Ihres Koalitionspartners ist, nie und nimmer unterschreiben. Eher würde er sich im Grab umdrehen, hat er gesagt. Das ist die Meinung Ihres Koalitionspartners! (Abg. Mag. Stadler: Gesundheitspolitischer Fettnapf!)
Abg. Mag. Stadler: Gesundheitspolitischer Fettnapf!
Abschließend möchte ich noch darauf hinweisen, was die ÖVP von der Gesundheitspolitik der Sozialisten und ihrer Spitze, der sozialistischen Gesundheitsministerin, hält. (Abg. Dr. Khol: Das Thema kennen wir!) Am 13. Oktober, am Tag des Bruchs der großen Koalition, sagte Kollege Rasinger in einem Anfall von ... (Abg. Dr. Nowotny: Anfall?!) Das war ein Anflug von neuen Erkenntnissen vielleicht. Damals hat Kollege Rasinger erkannt, wie die sozialistische Gesundheitspolitik wirklich ist. Der Frau Bundesministerin hat er vorgeworfen, daß sie wie das Unwesen von Loch Ness agiere: Sie tauche auf und verschwinde gleich wieder, ohne etwas zu sagen oder zu tun. Er meinte, daß sie von Fettnäpfchen zu Fettnäpfchen trete. – Nachzulesen, Frau Bundesministerin, im Stenographischen Protokoll. Ihr Koalitionspartner sagt von Ihnen: Sie treten von Fettnäpfchen zu Fettnäpfchen. Ihren Plan, Frau Bundesministerin, würde ein Rasinger, der immerhin der oberste Gesundheitspolitiker Ihres Koalitionspartners ist, nie und nimmer unterschreiben. Eher würde er sich im Grab umdrehen, hat er gesagt. Das ist die Meinung Ihres Koalitionspartners! (Abg. Mag. Stadler: Gesundheitspolitischer Fettnapf!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber einige Wochen später, als es sich abgezeichnet hat, daß er sich wieder in der großen Koalition eingipst, hat er ihr schon wieder die Hand geküßt. Er lehnt die sinnvollen Anträge der Freiheitlichen ab, mit denen er inhaltlich völlig konform geht. Das ist wirklich eine Politik, die der Österreicher und die Österreicherin nicht mehr verstehen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Gehen Sie mit uns ein Stück des Weges! Wir haben gemeinsam eine Mandatsmehrheit hier herinnen. Wir werden dazu beitragen, daß auch in Zukunft die Österreicherinnen und Österreicher medizinisch ordentlich versorgt sind! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Abgeordneter Mag. Walter Guggenberger (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Meine Damen und Herren! Ich habe den Ausführungen des Kollegen "Arzt 1" sehr aufmerksam zugehört, und ich glaube, allen anderen hier ist es so ergangen wir mir, und ich muß sagen: Bei solch einer Stellungnahme müßte man als Parlamentarier eigentlich Anspruch auf eine Erschwerniszulage haben. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Kollege! Mir ist dabei ein Zitat Balzacs eingefallen, das ich dieser Tage gelesen habe. Sie treiben mit Ihren Phrasen Handel und leben von diesem Geschäft. (Beifall bei der SPÖ.) Was aber tröstlich ist: Sie leben nicht mehr so gut von diesem Geschäft, wie die letzten Wahlen am 17. Dezember gezeigt haben. Wir sehen daher sehr hoffnungsvoll den Wiener Wahlen am 13. Oktober entgegen. Immer mehr werden draufkommen, daß Sie Phrasen dreschen und wirkliche Konzepte nicht vorzulegen haben! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Kollege! Mir ist dabei ein Zitat Balzacs eingefallen, das ich dieser Tage gelesen habe. Sie treiben mit Ihren Phrasen Handel und leben von diesem Geschäft. (Beifall bei der SPÖ.) Was aber tröstlich ist: Sie leben nicht mehr so gut von diesem Geschäft, wie die letzten Wahlen am 17. Dezember gezeigt haben. Wir sehen daher sehr hoffnungsvoll den Wiener Wahlen am 13. Oktober entgegen. Immer mehr werden draufkommen, daß Sie Phrasen dreschen und wirkliche Konzepte nicht vorzulegen haben! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Khol: Haha!
Weil Sie von Mehrheitsverhältnissen in diesem Haus und von der letzten Diskussion um den KRAZAF von 13. Oktober in diesem Haus gesprochen haben – ich habe mir das Protokoll angesehen –: Damals haben Sie schon sehr prophetisch in die Zukunft geblickt und haben gesagt, die große Koalition, die es wahrscheinlich nach den Wahlen wieder geben wird, werde in Wirklichkeit keine mehr sein, weil sie gar nicht mehr über 50 Prozent verfügen wird. (Abg. Dr. Khol: Haha!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Lieber Kollege Pumberger! Ich hoffe, daß Ihre Diagnosefähigkeiten als Arzt besser ausgebildet sind als Ihre Fähigkeit zur politischen Prognose – im Interesse Ihrer Patienten. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: Da hat er recht gehabt!
Sie haben damals, am 13. Oktober, auch gesagt, die neuerliche Verlängerung des KRAZAF sei der Beweis dafür, daß diese beiden Parteien nicht in der Lage wären, die politischen Probleme dieses Landes zu lösen. (Abg. Mag. Stadler: Da hat er recht gehabt!) Seien Sie fair genug, auch den Umkehrschluß zuzugeben: Wir haben mittlerweile die Krankenhausreform unter Dach und Fach gebracht, und – in Ihrer Diktion – wir haben damit den Beweis erbracht, daß wir die Probleme dieses Landes lösen können! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sie haben damals, am 13. Oktober, auch gesagt, die neuerliche Verlängerung des KRAZAF sei der Beweis dafür, daß diese beiden Parteien nicht in der Lage wären, die politischen Probleme dieses Landes zu lösen. (Abg. Mag. Stadler: Da hat er recht gehabt!) Seien Sie fair genug, auch den Umkehrschluß zuzugeben: Wir haben mittlerweile die Krankenhausreform unter Dach und Fach gebracht, und – in Ihrer Diktion – wir haben damit den Beweis erbracht, daß wir die Probleme dieses Landes lösen können! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Schwemlein
Es war eine gute Reform, und es ist eine Reform, zu der wir alle stehen können. Der Erfolg dieser Krankenhausreform – ich habe es schon im Ausschuß gesagt – hat viele Väter: Der Reformsog, der diese Republik (Zwischenruf des Abg. Schwemlein ) – ich komme schon noch dazu, lieber Freund – in den letzten Monaten erfaßt hat, ist ein Vater, die Kompromißbereitschaft auf allen Seiten ist ein Vater, ein Vater war zweifelsohne Viktor Klima, der mit seiner Zusage, für die österreichischen Krankenanstalten in den nächsten vier Jahren alljährlich 3 Milliarden Schilling zusätzlich zur Verfügung zu stellen, dieser Kompromißbereitschaft sehr stark auf die Sprünge geholfen hat. Aber dieser Erfolg – und das ist das Stichwort – hat nicht nur mehrere Väter, dieser Erfolg hat auch eine Mutter, und diese Mutter des Erfolges ist unsere Bundesministerin Dr. Christa Krammer. (Beifall bei der SPÖ sowie Beifall des Abg. Auer. ) Wir sollten die Größe und das Format haben – das kann man auch von einem Oppositionspolitiker verlangen –, das anzuerkennen.
Beifall bei der SPÖ sowie Beifall des Abg. Auer.
Es war eine gute Reform, und es ist eine Reform, zu der wir alle stehen können. Der Erfolg dieser Krankenhausreform – ich habe es schon im Ausschuß gesagt – hat viele Väter: Der Reformsog, der diese Republik (Zwischenruf des Abg. Schwemlein ) – ich komme schon noch dazu, lieber Freund – in den letzten Monaten erfaßt hat, ist ein Vater, die Kompromißbereitschaft auf allen Seiten ist ein Vater, ein Vater war zweifelsohne Viktor Klima, der mit seiner Zusage, für die österreichischen Krankenanstalten in den nächsten vier Jahren alljährlich 3 Milliarden Schilling zusätzlich zur Verfügung zu stellen, dieser Kompromißbereitschaft sehr stark auf die Sprünge geholfen hat. Aber dieser Erfolg – und das ist das Stichwort – hat nicht nur mehrere Väter, dieser Erfolg hat auch eine Mutter, und diese Mutter des Erfolges ist unsere Bundesministerin Dr. Christa Krammer. (Beifall bei der SPÖ sowie Beifall des Abg. Auer. ) Wir sollten die Größe und das Format haben – das kann man auch von einem Oppositionspolitiker verlangen –, das anzuerkennen.
Beifall bei der SPÖ und des Abg. Auer.
Wir wissen aber, daß wir nur die Mühen der Gebirge mit dieser Einigung hinter uns gebracht haben; vor uns liegen noch die Mühen der Ebene. Die Frau Bundesministerin hat es schon im Ausschuß gesagt – ich glaube ihr das auch, und es erfüllt mich mit sehr viel Zuversicht –: Als Burgenländerin ist sie in der Lage, sich in den Mühen der Ebenen zurechtzufinden. So werden wir die Probleme, die in diesem Zusammenhang noch offen sind, in den kommenden Monaten gemeinsam auch noch lösen. (Beifall bei der SPÖ und des Abg. Auer. )
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Gute Rede!
Wir jedenfalls sind gerne bereit, da mitzuarbeiten, und sagen Ihnen gerne unsere Unterstützung zu. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Gute Rede!)
Abg. Dr. Khol: Jetzt kommt die liberale Moral!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Klara Motter. – Bitte, Frau Abgeordnete. (Abg. Dr. Khol: Jetzt kommt die liberale Moral!)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Graf: Weil es Ihnen niemand glaubt, haben Sie sie im "Firmennamen"!
Abgeordnete Klara Motter (Liberales Forum): Herr Klubobmann! Was verstehen Sie unter "liberaler Moral"? – Ich glaube, "Moral" ist ein Begriff, den wir alle haben sollten! Die Liberalen haben ihn. Bei Ihnen weiß ich es nicht. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Graf: Weil es Ihnen niemand glaubt, haben Sie sie im "Firmennamen"!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Guggenberger.
Herr Präsident! Frau Ministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Guggenberger, bleiben Sie noch kurz hier! Ich bewundere Ihren Optimismus! Sie sagten, daß Sie beziehungsweise die Koalition die Probleme lösen werden. Ich wäre da nicht so voreilig, denn wir stehen am Anfang einer Reise, und wir wissen, daß eine Reise über Ebenen, aber auch über Hügel gehen kann. (Zwischenruf des Abg. Mag. Guggenberger. ) Sie haben von der Ebene gesprochen. Aber ich weiß, daß wir noch sehr viele Hügel vor uns haben, was die Gesundheitspolitik betrifft.
Beifall beim Liberalen Forum.
Frau Bundesministerin! Ich muß Ihnen leider am Beginn meiner Ausführungen mein Mißfallen ausdrücken, ich tue es nicht sehr gerne, aber ich muß es heute tun. Ich kann Sie nämlich nicht verstehen, warum Sie sich in einer hochaktuellen Frage in der derzeitigen Diskussion so verhalten: Ihr Zögern, eine klare Meinung zu dem beantragten Freisetzungsversuch von Herbizid-Mais abzugeben, ist für mich unverständlich. Frau Bundesministerin! Unsere Bevölkerung erwartet von einer Gesundheitsministerin auch in dieser Problematik eine klare Antwort und hat für die Verzögerungstaktik kein Verständnis. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Frau Ministerin! Ich weiß, das war vor Ihrer Zeit, trotzdem bedauere ich, daß diese Willensbekundung seitens Ihres Ministeriums zwar gut gemeint war, aber nicht umgesetzt wurde. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall der Abg. Dr. Graf , Schöll und Dr. Pumberger.
Herr Kollege Pumberger! Ich glaube zumindest, daß Sie hier von der Opposition Zustimmung zu Ihrem Entschließungsantrag bekommen werden. Wir Liberalen werden jedenfalls Ihrem Antrag zustimmen. (Beifall der Abg. Dr. Graf , Schöll und Dr. Pumberger. )
Beifall beim Liberalen Forum.
Es ist also absehbar, daß wiederum nichts passiert, daß notwendige Entscheidungen wiederum auf die lange Bank geschoben werden und daß – etwas, was für die parlamentarischen Gesundheitspolitiker besonders bedauerlich sein wird – der Gesundheitsausschuß wie bisher völlig entmündigt beziehungsweise bevormundet sein wird. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Daß vor diesem Hintergrund ein bundeseinheitlicher Krankenanstaltenplan einerseits und die Finanzierung über neun Ländertöpfe andererseits zustande kommen, bleibt nur zu hoffen. Damit diese Hoffnung erfüllt wird, bedarf es allerdings großer Einsicht aller Beteiligten wie Bund, Länder, Gemeinden, Sozialhilfeträger und Sozialversicherungen. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Böhacker: Wieder einmal!
Abgeordneter Dr. Günther Leiner (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Sehr geehrte Zuhörer auf der Galerie! Ich möchte gleich dem Kollegen Pumberger etwas sagen und etwas klarstellen: Wir in der Koalition haben vor, bereits in den nächsten Monaten das Erwerbsgesellschaftenrecht hier einzubringen. (Abg. Böhacker: Wieder einmal!) Daher war es nicht notwendig, auf euren Antrag draufzugehen. (Zwischenruf bei den Freiheitlichen.) Aber jetzt ist es soweit. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Böhacker: Das freut mich!) Wir brauchen dazu die Freiheitlichen eigentlich wirklich nicht, aber das weiß er nicht. (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Günther Leiner (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Sehr geehrte Zuhörer auf der Galerie! Ich möchte gleich dem Kollegen Pumberger etwas sagen und etwas klarstellen: Wir in der Koalition haben vor, bereits in den nächsten Monaten das Erwerbsgesellschaftenrecht hier einzubringen. (Abg. Böhacker: Wieder einmal!) Daher war es nicht notwendig, auf euren Antrag draufzugehen. (Zwischenruf bei den Freiheitlichen.) Aber jetzt ist es soweit. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Böhacker: Das freut mich!) Wir brauchen dazu die Freiheitlichen eigentlich wirklich nicht, aber das weiß er nicht. (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Böhacker: Das freut mich!
Abgeordneter Dr. Günther Leiner (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Sehr geehrte Zuhörer auf der Galerie! Ich möchte gleich dem Kollegen Pumberger etwas sagen und etwas klarstellen: Wir in der Koalition haben vor, bereits in den nächsten Monaten das Erwerbsgesellschaftenrecht hier einzubringen. (Abg. Böhacker: Wieder einmal!) Daher war es nicht notwendig, auf euren Antrag draufzugehen. (Zwischenruf bei den Freiheitlichen.) Aber jetzt ist es soweit. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Böhacker: Das freut mich!) Wir brauchen dazu die Freiheitlichen eigentlich wirklich nicht, aber das weiß er nicht. (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Günther Leiner (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Sehr geehrte Zuhörer auf der Galerie! Ich möchte gleich dem Kollegen Pumberger etwas sagen und etwas klarstellen: Wir in der Koalition haben vor, bereits in den nächsten Monaten das Erwerbsgesellschaftenrecht hier einzubringen. (Abg. Böhacker: Wieder einmal!) Daher war es nicht notwendig, auf euren Antrag draufzugehen. (Zwischenruf bei den Freiheitlichen.) Aber jetzt ist es soweit. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Böhacker: Das freut mich!) Wir brauchen dazu die Freiheitlichen eigentlich wirklich nicht, aber das weiß er nicht. (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Diese Strukturen und diese Rahmenbedingungen sind für uns von der ÖVP von einer gewissen Ideologie getragen; diese Strukturen beinhalten gewisse Grundsätze: Mehr Vorsorge, weniger Reparatur. Mehr ambulant, weniger stationär. Mehr Privatinitiativen, weniger Staatsmedizin. Mehr Leistungen, weniger Defizitwirtschaft. (Beifall bei der ÖVP.) Und gerade diese leistungsorientierte Krankenhausfinanzierung bewirkt diese Leistung und bekämpft diese Defizitwirtschaft.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pumberger .
Wir wissen, daß wir heute schon den europäischen Durchschnitt der Aufenthaltsdauer von 9,6 Tagen erreicht haben, aber hinsichtlich der Aufnahmezahl liegen wir gegenüber dem europäischen Durchschnitt von 16 bis 17 Prozent bei 22 Prozent, und das bedeutet eine Mehrbelastung von 25 Milliarden Schilling. Wenn wir diese Summe reduzieren könnten, dann könnten wir eigentlich auch dieses Problem, das uns hier ins Haus steht, über die Krankenkassen finanzieren. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pumberger .)
Zwischenruf des Abg. Böhacker .
Bereits 1992 wurde der Minister – damals war es Ausserwinkler – aufgerufen, entsprechende Finanzierungsquellen zu finden. Es bleibt Ihnen jetzt nicht erspart, solche Finanzierungsquellen aufzuschließen. Sie müssen nun Ideen haben, gemeinsam mit dem Sozialminister Geld aufzubringen, damit wir dieses System auch finanzieren können. Die Länder werden aufgerufen sein – auch wenn man im Krankenhausbereich etwas einsparen kann –, entsprechend Geld zur Verfügung zu stellen. Ob sie das dann tun, das wird sich noch zeigen. (Zwischenruf des Abg. Böhacker .) – Der tut’s, das weiß ich. Wir haben in Salzburg bereits einen Gesundheitsgipfel einberufen. Wir bereiten für nächstes Jahr schon ganz klar vor, wie wir das durchorganisieren.
Beifall bei der ÖVP und des Abg. Dr. Pumberger .
Bezüglich der Gruppenpraxen gebe ich dem Herrn Pumberger völlig recht. Das ist ein ganz wesentlicher Strukturbeitrag. (Beifall bei der ÖVP und des Abg. Dr. Pumberger .) Es ist eigentlich tragisch – das muß ich schon sagen –, daß wieder der Verfassungsgerichtshof Gesund
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube auch, daß es wichtig ist, eine Ausbildungsinitiative und eine Leistungsinitiative zu organisieren und durchzuführen. 200 000 Menschen in Österreich – darüber spricht man nie – sind in den Gesundheitsberufen tätig, und die Demographie besagt, daß diese Zahl sich noch verdoppeln wird. Da wäre noch unheimlich viel an Potenz enthalten. In diesen Bereich sollten wir wirklich investieren, damit wir Menschen Arbeitsplätze verschaffen, und zwar hochqualifizierte Arbeitsplätze zum Beispiel in Pflegeberufen, als Altenhelfer, als Ordinationshilfen, als Rettungssanitäter und so weiter. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir überlegen immer noch, was wir, wenn wir den Menschen Vorsorgeeinrichtungen anbieten und dies sogar mit finanziellen Zuckerln versehen, noch zusätzlich anbieten sollten, damit die Menschen ihre Eigenverantwortung wahrnehmen. Da verstehe ich nicht, Frau Primaria Povysil – eine sehr liebe Kollegin –, daß Sie sich hier beschwert haben, daß man die Geburtenbeihilfe abschafft. Ist das nicht von der Logik her falsch? Man gibt noch etwas dazu, damit etwas in Anspruch genommen wird. Man muß umdenken! Ich glaube, das ist fast ein bißchen sozialistisches Denken, das hier nicht hineinpaßt. Das möchte ich schon sagen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Glauben Sie nicht, daß das unsozial ist. Das unsozialste Gesundheitssystem ist jenes, das wir uns nicht mehr leisten können. Wir müssen – jeder nach seinen Möglichkeiten – dazu beitragen, daß die hohe Qualität der Versorgung gewährleistet werden kann. Jeder einzelne kann und soll durch seine Lebensweise und seinen Lebensstil dazu beitragen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Nowotny: Das sind keine "leidenschaftlichen Vertreter"! Das sind Experten, Wissenschafter! Das wollen Sie nicht hören!
Es ist nicht die Frage von wissenschaftlichen Ausschüssen, denn wenn Sie diesen Ausschüssen die Antwort überlassen, dann kann ich Ihnen heute schon sagen, wie sie ausfallen wird. Sie wissen doch genausogut wie ich, wie diese Ausschüsse zusammengesetzt sind. Dort sitzen in großer, großer Mehrheit leidenschaftliche Vertreter der Gentechnik. (Abg. Dr. Nowotny: Das sind keine "leidenschaftlichen Vertreter"! Das sind Experten, Wissenschafter! Das wollen Sie nicht hören!) Herr Abgeordneter Nowotny! Das mögen Experten sein, aber Sie wissen so gut wie ich, daß es sowohl in Fragen der Atomenergie, daß es in Fragen der Toxikologie, daß es in Fragen der Gentechnik genau um diese Beurteilung geht: Welches Risiko muten wir den Bürgerinnen und Bürgern zu, in ökologischer Hinsicht und in naturwissenschaftlicher Hinsicht?
Beifall bei den Grünen. – Abg. Tichy-Schreder: Warum sind Sie so aggressiv?
Ich kann mich natürlich auf den Standpunkt zurückziehen: Hoffentlich wird nichts passieren. Ich habe diese Hoffnung auch, aber das ist politisch keine Antwort. Politisch geht es um die Frage: Wollen wir das Risiko auf ein absolutes Minimum begrenzen, so wie das Österreich damals mit der Entscheidung um Zwentendorf getan hat, oder wollen wir das nicht? Wir haben immer noch ein Risiko, etwa der grenznahen Atomkraftwerke, aber im eigenen Bereich haben wir das Risiko auf Null gestellt, und das war damals eine gute Entscheidung. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Tichy-Schreder: Warum sind Sie so aggressiv?)
Abg. Dr. Nowotny: Wir haben sie geführt!
Wir haben diese Risikodiskussion nicht geführt. Wir haben sie vor allem politisch nicht geführt. (Abg. Dr. Nowotny: Wir haben sie geführt!) Nein, Herr Abgeordneter Nowotny! Ich erinnere Sie daran, was damals im Ausschuß passiert ist. In diesem Unterausschuß des Gesundheitsausschusses waren damals so lange Vertreter aus dem Bereich Wissenschaft, aus dem Bereich Gesundheit dabei, solange es nicht wirklich um die Entscheidung gegangen ist. Und dann gab
Beifall bei den Grünen.
Ich bin sehr froh über diese Statements, und ich teile ihre Meinung in dieser Frage. Ich bin froh, daß hier zwei ÖVP-Minister den Mut gefunden haben, an die Öffentlichkeit zu gehen und ihre Meinung zu sagen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Nowotny: Da sind wir uns ja schon einig!
Ich glaube auch, daß das der Erfolgsweg für die österreichische Landwirtschaft und damit für einen wichtigen Zweig der österreichischen Wirtschaft ist. Nicht nur für die Landwirtschaft, sondern auch für die Nahrungs- und Genußmittelindustrie ist das der richtige Weg: biologische, naturnahe Lebensmittel zu produzieren und eben auf gentechnische Freisetzungen zu verzichten. Das bedeutet nicht ein komplettes Verbot oder die Abschaffung der Gentechnik, sondern eine politische Diskussion, unter welchen Bedingungen sie stattfinden darf. (Abg. Dr. Nowotny: Da sind wir uns ja schon einig!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Es geht, wie gesagt, um die Frage der Einschränkung der ökologischen Risken, und es geht auch noch um die Frage: Was ist eine sozial und eine ökologisch vertretbare Forschung und Produktion? Und da, Herr Abgeordneter Nowotny und Frau Bundesministerin, geht es um die Frage: Brauchen wir Konsumentinnen und Konsumenten, braucht die österreichische Landwirtschaft herbizidresistente Pflanzen? Die Antwort ist ein klares Nein. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Die Rednerin zeigt einen Erdapfel. – Bundesministerin Dr. Krammer: Welche Sorte?
Frau Bundesministerin! Das ist ein Erdapfel aus einer biologischen Produktion. (Die Rednerin zeigt einen Erdapfel. – Bundesministerin Dr. Krammer: Welche Sorte?) Das weiß ich nicht genau (Bundesministerin Dr. Krammer: Na sowas!), aber es ist ein Erdapfel, der jedenfalls – und das ist das wichtigste – erzeugt ist ohne den Einsatz ... (Bundesministerin Dr. Krammer: Da gibt es viele Sorten! Da gibt es viele Unterschiede!) Diese Unterschiede sind vor allem für die Gentechniker wichtig, denn sie schleusen dort Gene ein, und es hat sich gezeigt, daß dieses Einschleusen von Genen für manche Menschen lebensgefährlich ist. Die biologischen Erdäpfel, Frau Bundesministerin, ob das jetzt Bintje oder sonst welche sind, die sind jedenfalls für die Gesundheit unbedenklich. Und das ist das Wichtige, worauf es ankommt. (Beifall bei den Grünen.)
Bundesministerin Dr. Krammer: Na sowas!
Frau Bundesministerin! Das ist ein Erdapfel aus einer biologischen Produktion. (Die Rednerin zeigt einen Erdapfel. – Bundesministerin Dr. Krammer: Welche Sorte?) Das weiß ich nicht genau (Bundesministerin Dr. Krammer: Na sowas!), aber es ist ein Erdapfel, der jedenfalls – und das ist das wichtigste – erzeugt ist ohne den Einsatz ... (Bundesministerin Dr. Krammer: Da gibt es viele Sorten! Da gibt es viele Unterschiede!) Diese Unterschiede sind vor allem für die Gentechniker wichtig, denn sie schleusen dort Gene ein, und es hat sich gezeigt, daß dieses Einschleusen von Genen für manche Menschen lebensgefährlich ist. Die biologischen Erdäpfel, Frau Bundesministerin, ob das jetzt Bintje oder sonst welche sind, die sind jedenfalls für die Gesundheit unbedenklich. Und das ist das Wichtige, worauf es ankommt. (Beifall bei den Grünen.)
Bundesministerin Dr. Krammer: Da gibt es viele Sorten! Da gibt es viele Unterschiede!
Frau Bundesministerin! Das ist ein Erdapfel aus einer biologischen Produktion. (Die Rednerin zeigt einen Erdapfel. – Bundesministerin Dr. Krammer: Welche Sorte?) Das weiß ich nicht genau (Bundesministerin Dr. Krammer: Na sowas!), aber es ist ein Erdapfel, der jedenfalls – und das ist das wichtigste – erzeugt ist ohne den Einsatz ... (Bundesministerin Dr. Krammer: Da gibt es viele Sorten! Da gibt es viele Unterschiede!) Diese Unterschiede sind vor allem für die Gentechniker wichtig, denn sie schleusen dort Gene ein, und es hat sich gezeigt, daß dieses Einschleusen von Genen für manche Menschen lebensgefährlich ist. Die biologischen Erdäpfel, Frau Bundesministerin, ob das jetzt Bintje oder sonst welche sind, die sind jedenfalls für die Gesundheit unbedenklich. Und das ist das Wichtige, worauf es ankommt. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Frau Bundesministerin! Das ist ein Erdapfel aus einer biologischen Produktion. (Die Rednerin zeigt einen Erdapfel. – Bundesministerin Dr. Krammer: Welche Sorte?) Das weiß ich nicht genau (Bundesministerin Dr. Krammer: Na sowas!), aber es ist ein Erdapfel, der jedenfalls – und das ist das wichtigste – erzeugt ist ohne den Einsatz ... (Bundesministerin Dr. Krammer: Da gibt es viele Sorten! Da gibt es viele Unterschiede!) Diese Unterschiede sind vor allem für die Gentechniker wichtig, denn sie schleusen dort Gene ein, und es hat sich gezeigt, daß dieses Einschleusen von Genen für manche Menschen lebensgefährlich ist. Die biologischen Erdäpfel, Frau Bundesministerin, ob das jetzt Bintje oder sonst welche sind, die sind jedenfalls für die Gesundheit unbedenklich. Und das ist das Wichtige, worauf es ankommt. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Gestatten Sie eine Frage! – Abg. Ing. Tychtl: Fragestunde ist morgen! – Weiterer Zwischenruf des Abg. Haigermoser .
In den Fällen von Erbkrankheiten haben wir als Gesellschaft alles zu unternehmen, um das Leid dieser Menschen, die unverschuldet zu diesen Krankheiten gekommen sind, zu lindern beziehungsweise durch Forschung und Wissenschaft Mittel und Wege zu suchen und zu finden, Heilung herbeizuführen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Gestatten Sie eine Frage! – Abg. Ing. Tychtl: Fragestunde ist morgen! – Weiterer Zwischenruf des Abg. Haigermoser .) Das kostet Geld, und zwar viel Geld, das hoffentlich zur Verfügung steht, weil es jeden von uns treffen könnte, und nur der Betroffene selbst weiß, wie wichtig dann die Unterstützung durch die Gesellschaft ist.
Beifall bei der SPÖ. – Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Sollte nicht bei der Ausbildung in den medizinischen Berufen – egal, ob Ärzte oder Krankenpflegepersonal – wesentlich mehr auf die Ausbildung der Patienten zu gesundheitsbewußten und selbstverantwortlichen Mitmenschen geachtet werden? Es erfordert eine große Allgemeinbildung von seiten des Aufklärung leistenden Personals, um diese Patienten von der Richtigkeit und Notwendigkeit einer gesunden Lebensführung zu überzeugen. (Beifall bei der SPÖ. – Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Mag. Stadler: Das hat der Leiner gesagt? Das ist eine alte ÖVP-Forderung! Und Sie von der ÖVP sagen Prämierung dazu? Das ist ja unglaublich! Das werde ich Ihren Familienleuten sagen!
Abgeordnete Dr. Brigitte Povysil (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesminister! Meine Damen und Herren! Ich möchte kurz vor meiner Rede noch direkt dem Primarius Leiner antworten, der mich ja auch direkt angesprochen hat. Es geht mir bei der Geburtenbeihilfe nicht um die Prämierung, es geht mir darum, daß es Tatsache ist ... (Abg. Mag. Stadler: Das hat der Leiner gesagt? Das ist eine alte ÖVP-Forderung! Und Sie von der ÖVP sagen Prämierung dazu? Das ist ja unglaublich! Das werde ich Ihren Familienleuten sagen!)
Beifall bei der ÖVP.
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Frau Abgeordnete! Lassen Sie sich nicht irritieren! Sie sind am Wort und sonst niemand. – Bitte. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Stadler: Das ist es! – Abg. Dr. Leiner: Schauen wir es uns an!
Abgeordnete Dr. Brigitte Povysil (fortsetzend) : Herr Primarius! Wir können halt in der Politik nicht immer nur von einem Idealfall ausgehen, sondern es ist Tatsache, daß seit Einführung der Geburtenbeihilfe die Überwachung durch den Mutter-Kind-Paß eine lückenlose ist. Und über den Wert dieser Mutter-Kind-Paß-Untersuchung habe ich ja schon ausführlich geredet, darauf möchte ich jetzt gar nicht näher eingehen. Es ist mit dem Wegfall der Geburtenbeihilfe zu befürchten, daß ein massiver Einbruch in der Vorsorge zustande kommt. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Stadler: Das ist es! – Abg. Dr. Leiner: Schauen wir es uns an!)
Abg. Mag. Stadler: Das ist ein Verbrechen an den Kindern – und das von einer Familien-Partei! – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Daß die Regierungsparteien auf die Vorsorge wenig Wert legen, darauf gehe ich dann in meiner Rede noch ein. Wir diskutieren das, wenn es Ihnen recht ist, später draußen noch aus. (Abg. Mag. Stadler: Das ist ein Verbrechen an den Kindern – und das von einer Familien-Partei! – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: Der Guggenberger ist ein gesundheitspolitischer Schmidl!
So also sprach Guggenberger vor knapp einem Jahr. Der Fairneß halber füge ich hinzu, daß er – Schmidl, nicht Guggenberger – die Fehler im System als gewachsene sieht, mit denen man halt leben müsse. (Abg. Mag. Stadler: Der Guggenberger ist ein gesundheitspolitischer Schmidl!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Nachdem ich mich in die gesundheitspolitische Thematik, wie ich meine, doch mit einigem Engagement eingelesen habe, kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, daß Kollege Guggenberger nicht von einer fiktiven Kommission gesprochen hat, sondern daß Sie, meine sehr geehrten Damen und Herren von den Regierungsparteien, vielleicht doch einen Beratervertrag mit dieser Kommission abgeschlossen haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Mein Kollege Dr. Pumberger hat Ihnen bereits die Leviten gelesen – und er hat recht. Er hat recht, wenn er eine Rückläufigkeit bei den vorsorgemedizinischen Maßnahmen kritisiert. Er hat recht, wenn er Sie auf den zu erwartenden Crash anspricht; es muß crashen zwischen Föderalismus und Zentralismus, zwischen dem geplanten ÖKAP und zwischen der sich verlagernden Autonomie hin zu den Ländern. Er hat recht, wenn er die Einführung der LKF ohne begleitende Strukturmaßnahmen kritisiert. Er hat recht, wenn er im Namen unserer Jugend davor warnt, daß in Zukunft Kleindealer im Drogenmilieu praktisch straffrei ausgehen. Und er hat vollkommen recht, wenn er sich für die Förderung privatmedizinischer Einrichtungen stark macht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen.
Nicht recht hätte er, würde er Ihnen die Leviten nicht lesen. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen.)
Bundesministerin Dr. Krammer: Großmutter geht auch! Das bin ich auch schon!
Ich glaube, daß man, bevor man überhaupt ein Budgetkapitel Gesundheit erstellen kann, sich über den Wert der Gesundheit subjektiv und objektiv erst einmal im klaren sein muß. Man muß sich darüber im klaren sein – Frau Gesundheitsminister, darf ich Sie jetzt auch als Bundesgesundheitsmutter ansprechen? (Bundesministerin Dr. Krammer: Großmutter geht auch! Das bin ich auch schon!) Ich danke. – Man muß sich also darüber im klaren sein, meine Damen und Herren ... (Abg. Mag. Stadler: Sie haben viele Väter für Ihre Kinder, was? – Bundesministerin Dr. Krammer: Das geht zu weit, Herr Doktor! Darauf bestehe ich, daß Sie das zurücknehmen! – Abg. Mag. Stadler: Auf der Gesundheitsschiene gibt es die vielen Väter! – Bundesministerin Dr. Krammer: Nein, die Reform hat viele Väter, nicht ich für meine Kinder! – Heiterkeit und weitere Zwischenrufe.) Frau Minister, darf ich wieder weiterreden? (Bundesministerin Dr. Krammer: Das müssen Sie dem Herrn Stadler sagen, nicht mir) Sie waren am Wort! (Heiterkeit. – Abg. Dr. Pumberger: Soll ich Ihnen ein Beruhigungsmittel geben? – Bundesministerin Dr. Krammer: Nein, ich bin ja nicht aufgeregt! Ihr regt euch ja so auf! – Weitere Zwischenrufe und Unruhe.)
Abg. Mag. Stadler: Sie haben viele Väter für Ihre Kinder, was? – Bundesministerin Dr. Krammer: Das geht zu weit, Herr Doktor! Darauf bestehe ich, daß Sie das zurücknehmen! – Abg. Mag. Stadler: Auf der Gesundheitsschiene gibt es die vielen Väter! – Bundesministerin Dr. Krammer: Nein, die Reform hat viele Väter, nicht ich für meine Kinder! – Heiterkeit und weitere Zwischenrufe.
Ich glaube, daß man, bevor man überhaupt ein Budgetkapitel Gesundheit erstellen kann, sich über den Wert der Gesundheit subjektiv und objektiv erst einmal im klaren sein muß. Man muß sich darüber im klaren sein – Frau Gesundheitsminister, darf ich Sie jetzt auch als Bundesgesundheitsmutter ansprechen? (Bundesministerin Dr. Krammer: Großmutter geht auch! Das bin ich auch schon!) Ich danke. – Man muß sich also darüber im klaren sein, meine Damen und Herren ... (Abg. Mag. Stadler: Sie haben viele Väter für Ihre Kinder, was? – Bundesministerin Dr. Krammer: Das geht zu weit, Herr Doktor! Darauf bestehe ich, daß Sie das zurücknehmen! – Abg. Mag. Stadler: Auf der Gesundheitsschiene gibt es die vielen Väter! – Bundesministerin Dr. Krammer: Nein, die Reform hat viele Väter, nicht ich für meine Kinder! – Heiterkeit und weitere Zwischenrufe.) Frau Minister, darf ich wieder weiterreden? (Bundesministerin Dr. Krammer: Das müssen Sie dem Herrn Stadler sagen, nicht mir) Sie waren am Wort! (Heiterkeit. – Abg. Dr. Pumberger: Soll ich Ihnen ein Beruhigungsmittel geben? – Bundesministerin Dr. Krammer: Nein, ich bin ja nicht aufgeregt! Ihr regt euch ja so auf! – Weitere Zwischenrufe und Unruhe.)
Bundesministerin Dr. Krammer: Das müssen Sie dem Herrn Stadler sagen, nicht mir
Ich glaube, daß man, bevor man überhaupt ein Budgetkapitel Gesundheit erstellen kann, sich über den Wert der Gesundheit subjektiv und objektiv erst einmal im klaren sein muß. Man muß sich darüber im klaren sein – Frau Gesundheitsminister, darf ich Sie jetzt auch als Bundesgesundheitsmutter ansprechen? (Bundesministerin Dr. Krammer: Großmutter geht auch! Das bin ich auch schon!) Ich danke. – Man muß sich also darüber im klaren sein, meine Damen und Herren ... (Abg. Mag. Stadler: Sie haben viele Väter für Ihre Kinder, was? – Bundesministerin Dr. Krammer: Das geht zu weit, Herr Doktor! Darauf bestehe ich, daß Sie das zurücknehmen! – Abg. Mag. Stadler: Auf der Gesundheitsschiene gibt es die vielen Väter! – Bundesministerin Dr. Krammer: Nein, die Reform hat viele Väter, nicht ich für meine Kinder! – Heiterkeit und weitere Zwischenrufe.) Frau Minister, darf ich wieder weiterreden? (Bundesministerin Dr. Krammer: Das müssen Sie dem Herrn Stadler sagen, nicht mir) Sie waren am Wort! (Heiterkeit. – Abg. Dr. Pumberger: Soll ich Ihnen ein Beruhigungsmittel geben? – Bundesministerin Dr. Krammer: Nein, ich bin ja nicht aufgeregt! Ihr regt euch ja so auf! – Weitere Zwischenrufe und Unruhe.)
Heiterkeit. – Abg. Dr. Pumberger: Soll ich Ihnen ein Beruhigungsmittel geben? – Bundesministerin Dr. Krammer: Nein, ich bin ja nicht aufgeregt! Ihr regt euch ja so auf! – Weitere Zwischenrufe und Unruhe.
Ich glaube, daß man, bevor man überhaupt ein Budgetkapitel Gesundheit erstellen kann, sich über den Wert der Gesundheit subjektiv und objektiv erst einmal im klaren sein muß. Man muß sich darüber im klaren sein – Frau Gesundheitsminister, darf ich Sie jetzt auch als Bundesgesundheitsmutter ansprechen? (Bundesministerin Dr. Krammer: Großmutter geht auch! Das bin ich auch schon!) Ich danke. – Man muß sich also darüber im klaren sein, meine Damen und Herren ... (Abg. Mag. Stadler: Sie haben viele Väter für Ihre Kinder, was? – Bundesministerin Dr. Krammer: Das geht zu weit, Herr Doktor! Darauf bestehe ich, daß Sie das zurücknehmen! – Abg. Mag. Stadler: Auf der Gesundheitsschiene gibt es die vielen Väter! – Bundesministerin Dr. Krammer: Nein, die Reform hat viele Väter, nicht ich für meine Kinder! – Heiterkeit und weitere Zwischenrufe.) Frau Minister, darf ich wieder weiterreden? (Bundesministerin Dr. Krammer: Das müssen Sie dem Herrn Stadler sagen, nicht mir) Sie waren am Wort! (Heiterkeit. – Abg. Dr. Pumberger: Soll ich Ihnen ein Beruhigungsmittel geben? – Bundesministerin Dr. Krammer: Nein, ich bin ja nicht aufgeregt! Ihr regt euch ja so auf! – Weitere Zwischenrufe und Unruhe.)
Abg. Dr. Leiner: Sie auch, Frau Kollegin!
Die Zahl dieser alten Menschen wird steigen. In 50 Jahren hat sich die Zahl der 60jährigen verdoppelt, die Zahl der 85jährigen verdreifacht. Wenn wir nicht heute schon eine Bewußtseinsänderung im Umgang mit alten Menschen vollziehen, dann sind wir auf dem besten Weg zu einem Generationenkonflikt, und den werden Sie alle unmittelbar und direkt spüren. (Abg. Dr. Leiner: Sie auch, Frau Kollegin!)
Abg. Mag. Stadler – aufgrund der Tatsache, daß Abg. Motter bei Bundesministerin Dr. Krammer steht –: Herr Präsident! Den Tratsch da hinten sollte man abstellen!
Wer so wie ich einige Jahre in der Radiologie tätig ist, der hat zumindest berufsbedingt den medizinischen Durchblick, wie viele Schäden aufgrund mangelnden Vorsorgebewußtseins und auch aufgrund mangelnder vorsorgepolitischer Maßnahmen entstanden sind. Daher glaube ich doch, daß ich mir die Freiheit nehmen darf, auf die Bedeutung und immer wieder auf die Bedeutung von Präventivmaßnahmen und Präventivpolitik hinzuweisen. Während es in der Regierungserklärung noch hieß – ich zitiere –, daß ein verstärktes Augenmerk auf Gesundheits-, Förderungs- und Vorsorgeprogramme gelegt wird, wird das Budget für diese Maßnahmen von 205 Millionen auf 155 Millionen, also um 50 Millionen gekürzt. (Abg. Mag. Stadler – aufgrund der Tatsache, daß Abg. Motter bei Bundesministerin Dr. Krammer steht –: Herr Präsident! Den Tratsch da hinten sollte man abstellen!)
Abg. Dr. Rasinger: Immer anwesend!
Nicht, indem wir reduzieren, sondern indem wir mehr ausgeben, sparen wir in der Folge, so zitiert Dr. Leiner. Ich hoffe, daß meine Berufskollegen Dr. Leiner und der jetzt auch wieder anwesende Dr. Rasinger (Abg. Dr. Rasinger: Immer anwesend!) heute nicht ihre mir bekannten Ansichten zur Vorsorgepolitik dem Koalitionszwang opfern, sondern entsprechend ihrem Gewissen als Ärzte und Politiker unseren nachfolgenden Antrag, den ich hiermit einbringe, unterstützen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Nicht, indem wir reduzieren, sondern indem wir mehr ausgeben, sparen wir in der Folge, so zitiert Dr. Leiner. Ich hoffe, daß meine Berufskollegen Dr. Leiner und der jetzt auch wieder anwesende Dr. Rasinger (Abg. Dr. Rasinger: Immer anwesend!) heute nicht ihre mir bekannten Ansichten zur Vorsorgepolitik dem Koalitionszwang opfern, sondern entsprechend ihrem Gewissen als Ärzte und Politiker unseren nachfolgenden Antrag, den ich hiermit einbringe, unterstützen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen
Dieses Budget zum Kapitel Gesundheit ist logische Konsequenz einer über Jahre in vielen Bereichen verschlafenen und kompetenzarmen österreichischen Gesundheitspolitik (Beifall bei den Freiheitlichen) , aber es ist auch das Ergebnis einer Koalition aus Parteien, die aus kurzfristigen Budgetnöten ein Zahlenwerk zusammengezimmert hat, das weder den Anforderungen einer zukunftsorientierten Gesundheitspolitik gerecht wird noch den Menschen in seinen elementaren Bedürfnissen beachtet. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Dieses Budget zum Kapitel Gesundheit ist logische Konsequenz einer über Jahre in vielen Bereichen verschlafenen und kompetenzarmen österreichischen Gesundheitspolitik (Beifall bei den Freiheitlichen) , aber es ist auch das Ergebnis einer Koalition aus Parteien, die aus kurzfristigen Budgetnöten ein Zahlenwerk zusammengezimmert hat, das weder den Anforderungen einer zukunftsorientierten Gesundheitspolitik gerecht wird noch den Menschen in seinen elementaren Bedürfnissen beachtet. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Rufe bei der SPÖ: Der berühmte Dr. Rasinger!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Nächster Redner ist Abgeordneter Dr. Rasinger. – Bitte, Herr Abgeordneter, Sie haben das Wort. (Rufe bei der SPÖ: Der berühmte Dr. Rasinger!)
Abg. Ing. Langthaler: In Welche Richtung?
Abgeordneter Dr. Erwin Rasinger (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Minister! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Es ist heute schon oft vom "Megathema" geredet worden. Ich werde Ihnen sagen, was das wirkliche Megathema ist. Das wirkliche Megathema der Gesundheitspolitik ist nicht, wie Frau Abgeordnete Petrovic meint, die Gentechnologie, da ist der Zug schon längst abgefahren (Abg. Ing. Langthaler: In Welche Richtung?) , und was die Medizin anlangt, sind wir sogar sehr dankbar, daß es sie gibt – wenn Sie eine Erbkrankheit hätten, wären auch Sie dankbar, wenn da weiter geforscht würde, und das geschieht auch –, sondern das Megathema ist die Frage der Rationierung der Medizin.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Wissen Sie, was das bedeutet? – Das heißt, wenn Sie ins Spital gehen und Krebs oder ein schwerkrankes Kind haben, sagt man im Spital: zuerst Kreditkarte, dann Behandlung. Gott sei Dank, sind wir in Österreich nicht so weit, und das ist ein Wert. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Dr. Graf: Wer ist dafür zuständig? Das ist die Gesundheitspolitik!
Nehmen Sie nur einmal die Zahl der Ärzte, die keinen Kassenvertrag haben. Mittlerweile hat die Hälfte aller Ärzte, die niedergelassen sind, überhaupt keinen Kassenvertrag. Das heißt, sie sind für einen normalen Bürger, der finanziell nicht drauflegt, gar nicht zugänglich. (Abg. Dr. Graf: Wer ist dafür zuständig? Das ist die Gesundheitspolitik!)
Abg. Mag. Stadler: Das ist ein geschmackloses Beispiel!
Ich will nicht immer wieder das Beispiel von Bruno Kreisky bringen. Bruno Kreisky wäre im billigen englischen Gesundheitssystem nie dialysiert und auch nie transplantiert worden, denn dort war die Altersgrenze 50 Jahre, und er war damals, glaube ich, 65 oder 70 sogar. (Abg. Mag. Stadler: Das ist ein geschmackloses Beispiel!)
Abg. Ing. Langthaler: Was ist die Lösung?
Die letzten zwei Beispiele im medikamentösen Bereich. Es gibt jetzt Studien, daß man mit neuen cholesteriensenkenden Medikamenten die Herzinfarktrate um ein Drittel senken kann. Wissen Sie, was es im Jahr kostet, diese Medikamente zu nehmen? – 6 000 S! Wissen Sie, was jemand im Durchschnitt an Krankenversicherungsbeiträgen im Jahr zahlt? Etwa 13 000 S. Das heißt, Sie würden nur durch ein einziges Medikament die Hälfte der Kassenbeiträge "auffressen". (Abg. Ing. Langthaler: Was ist die Lösung?) Ich will Ihnen etwas erzählen (Abg. Ing. Langthaler: Aber was soll man tun? Ich will ja Lösungen hören!) , denn nur durch Erzählen, durch konkrete Beispiele kann man dann darüber reden, was man tun kann. Ich will nicht nur von Kosten reden, ich will sagen, was damit geleistet wird. Das ist nämlich auch entscheidend.
Abg. Ing. Langthaler: Aber was soll man tun? Ich will ja Lösungen hören!
Die letzten zwei Beispiele im medikamentösen Bereich. Es gibt jetzt Studien, daß man mit neuen cholesteriensenkenden Medikamenten die Herzinfarktrate um ein Drittel senken kann. Wissen Sie, was es im Jahr kostet, diese Medikamente zu nehmen? – 6 000 S! Wissen Sie, was jemand im Durchschnitt an Krankenversicherungsbeiträgen im Jahr zahlt? Etwa 13 000 S. Das heißt, Sie würden nur durch ein einziges Medikament die Hälfte der Kassenbeiträge "auffressen". (Abg. Ing. Langthaler: Was ist die Lösung?) Ich will Ihnen etwas erzählen (Abg. Ing. Langthaler: Aber was soll man tun? Ich will ja Lösungen hören!) , denn nur durch Erzählen, durch konkrete Beispiele kann man dann darüber reden, was man tun kann. Ich will nicht nur von Kosten reden, ich will sagen, was damit geleistet wird. Das ist nämlich auch entscheidend.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Graf: Was nützt das, wenn die Leute nicht versichert sind! Wenn die amerikanischen Beispiele für Sie brauchbar sind, dann nehmen Sie sie immer heraus!
Drittens: Förderung der Vorsorge. Es gibt jetzt eine neue Studie aus Amerika, die besagt: Allein durch mehr Bewegung, allein durch Blutdrucksenkung, allein durch fettarme Ernährung konnte in Amerika das Risiko von Herzinfarkt um 25 Prozent gesenkt werden. Das hat keinen Groschen gekostet. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Graf: Was nützt das, wenn die Leute nicht versichert sind! Wenn die amerikanischen Beispiele für Sie brauchbar sind, dann nehmen Sie sie immer heraus!) Nein, nein. Ich möchte Ihnen ja nur eine gesundheitspolitische Lehrstunde erteilen,
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Da müssen die Leute auch etwas dazu tun! Da müssen die gesunden Leute auch etwas tun!
Das heißt, wenn wir nicht in die Vorsorge investieren – und da bin ich bei meinem wichtigsten Punkt –, werden wir bestraft durch sehr hohe Kosten, denn alle Beispiele, die ich Ihnen vorher aufgezählt habe, wären bei guter Lebensführung und bei mehr Eigenverantwortung in hohem Maße vermeidbar gewesen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Da müssen die Leute auch etwas dazu tun! Da müssen die gesunden Leute auch etwas tun!) Ja, ja, ganz genau, Frau Abgeordnete Partik-Pablé.
Abg. Dr. Khol: Und der Dr. Rasinger!
Das Entscheidende in der Gesundheitspolitik wird sein, daß wir nicht schauen, daß die Leute im Spital oder im Pflegeheim liegen, sondern daß wir gesund älter werden. Das ist die entscheidende Frage. Und da kann nur die Eigenverantwortung und die Vorsorgemedizin helfen. (Abg. Dr. Khol: Und der Dr. Rasinger!) Nein, nicht der Dr. Rasinger.
Beifall bei der ÖVP.
Bei allem Sparwillen, der sicher möglich ist, sage ich eines seitens der ÖVP: Wir werden uns sicher dagegen wehren, daß wir auf Kosten der Patienten sparen, indem wir ihnen die Leistungen kürzen, denn Leistungen zu kürzen, bedeutet erstens Rationieren der Medizin und führt zweitens zu hohen Folgekosten. Und das ist wirtschaftlich unvernünftig. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich komme zum Schluß: Ich möchte mit dem Satz enden, mit dem das AKH-Symposium zur Hochqualität geendet hat. Die entscheidende Frage wird sein, haben dort die Professoren gefragt: Wollen wir alle Leistungen für die Erhaltung der Gesundheit oder sind wir bereit, dafür Verzicht zu leisten? Ich kann für die ÖVP jedenfalls sagen: Wir werden seitens der ÖVP erstens gegen eine Zwei-Klassen-Medizin kämpfen und zweitens für ein hohes Niveau. Sie können uns diesbezüglich sicher beim Wort nehmen! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Mag. Reinhard Firlinger (Liberales Forum): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Ich habe mit Interesse den Ausführungen des Kollegen Rasinger zugehört. Er ist sicher ein Experte auf diesem Sektor, und ich glaube ihm auch vieles, nur, Herr Kollege Rasinger, das mit dem Bruno Kreisky, muß ich Ihnen sagen, ist zwar auch ganz interessant, aber ein bißchen geschmacklos empfinde ich es schon! (Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Wabl: Kein blindwütiger Zynismus!
Meine Damen und Herren! Angesichts der europaweiten Diskussion um die BSE-Rinderseuche halte ich es für notwendig, einzelne Aspekte im Bereich der Fleischhygiene kritisch zu hinterfragen. Ich möchte aber nicht die Diskussion fortführen, die wir vergangenen Freitag hier hatten und bei der BSE ein zentraler Punkt war (Abg. Wabl: Kein blindwütiger Zynismus!) – das ist kein Zynismus, Kollege Wabl, das ist wichtig –, sondern ich möchte hier auf ganz bestimmte Bereiche eingehen, wo es mir um Grundsatzpositionen geht.
Ruf: Weil keiner aufpaßt!
Frau Bundesministerin! Sie wissen sicherlich auch, daß es da diesen neuen Berufstyp von "landwirtschaftlichen Beratern" aus Bayern gibt – man nennt sie auch manchmal "Autobahn-Tierärzte" –, die eben in großem Stil solche Geschäfte machen. Auch die Landesveterinärbehörden in der Steiermark und in Oberösterreich wissen da recht gut Bescheid. Ich muß an Sie die Frage richten und an uns alle hier in diesem Hohen Haus: Warum treiben diese Leute immer noch ihr Unwesen in Österreich? Warum gab es keine Anzeigen? Warum wird man dieser Herrschaften nicht habhaft? (Ruf: Weil keiner aufpaßt!) Ja, weil keiner aufpaßt. (Bundesministerin Dr. Krammer: Wenn man sie anzeigt!) Es gibt aber Landesveterinärbehörden, die sozusagen
Bundesministerin Dr. Krammer: Wenn man sie anzeigt!
Frau Bundesministerin! Sie wissen sicherlich auch, daß es da diesen neuen Berufstyp von "landwirtschaftlichen Beratern" aus Bayern gibt – man nennt sie auch manchmal "Autobahn-Tierärzte" –, die eben in großem Stil solche Geschäfte machen. Auch die Landesveterinärbehörden in der Steiermark und in Oberösterreich wissen da recht gut Bescheid. Ich muß an Sie die Frage richten und an uns alle hier in diesem Hohen Haus: Warum treiben diese Leute immer noch ihr Unwesen in Österreich? Warum gab es keine Anzeigen? Warum wird man dieser Herrschaften nicht habhaft? (Ruf: Weil keiner aufpaßt!) Ja, weil keiner aufpaßt. (Bundesministerin Dr. Krammer: Wenn man sie anzeigt!) Es gibt aber Landesveterinärbehörden, die sozusagen
Bundesministerin Dr. Krammer spricht mit dem freiheitlichen Klubdirektor.
Frau Bundesministerin! Es ist Ihnen bekannt, daß vor zwei Jahren ... (Bundesministerin Dr. Krammer spricht mit dem freiheitlichen Klubdirektor.) Jetzt muß ich aber den Kollegen von der FPÖ auch ermahnen, daß er Ruhe gibt und die Ministerin nicht belästigt (Bundesministerin Dr. Krammer: Ich habe mich nicht belästigt gefühlt!), wenn mir schon Kollege Pumberger einige Frechheiten gesagt hat, nur weil ich einen Termin vereinbaren wollte. Also bitte gleiches Recht für alle hier!
Bundesministerin Dr. Krammer: Ich habe mich nicht belästigt gefühlt!
Frau Bundesministerin! Es ist Ihnen bekannt, daß vor zwei Jahren ... (Bundesministerin Dr. Krammer spricht mit dem freiheitlichen Klubdirektor.) Jetzt muß ich aber den Kollegen von der FPÖ auch ermahnen, daß er Ruhe gibt und die Ministerin nicht belästigt (Bundesministerin Dr. Krammer: Ich habe mich nicht belästigt gefühlt!), wenn mir schon Kollege Pumberger einige Frechheiten gesagt hat, nur weil ich einen Termin vereinbaren wollte. Also bitte gleiches Recht für alle hier!
Bundesministerin Dr. Krammer: Das machen die Lebensmittelinspektoren!
Was ist da beschlossen worden? – Die tatsächlichen Kontrollmöglichkeiten der Fleischtierärzte wurden auf Schlachthöfe und Fleischhauereibetriebe eingeengt. Das hat in logischer Konsequenz dazu geführt, daß im Bereich der Supermärkte und Handelsketten, in dem früher – also bis 1994 – reguläre Fleischkontrolluntersuchungen durchgeführt wurden, diese durch per Dekret der Landesregierung verordnete Betriebshygienekontrollen ersetzt wurde. Wenn man weiter in die Tiefe geht, dann sieht man, daß der Tierarzt, der diese Betriebshygienekontrolle durchführt, eigentlich nicht mehr die Qualität des Fleisches kontrolliert, sondern nur mehr die Hygienebedingungen in der Umgebung. (Bundesministerin Dr. Krammer: Das machen die Lebensmittelinspektoren!) Aber auch die Fleischuntersuchungstierärzte, Frau Bundesministerin! Erkundigen Sie sich! Lebensmittelinspektoren, aber sehr wohl auch Fleischuntersuchungstierärzte. Das können Sie genau prüfen, ich habe das gecheckt. (Bundesministerin Dr. Krammer: Ich glaube es Ihnen!)
Bundesministerin Dr. Krammer: Ich glaube es Ihnen!
Was ist da beschlossen worden? – Die tatsächlichen Kontrollmöglichkeiten der Fleischtierärzte wurden auf Schlachthöfe und Fleischhauereibetriebe eingeengt. Das hat in logischer Konsequenz dazu geführt, daß im Bereich der Supermärkte und Handelsketten, in dem früher – also bis 1994 – reguläre Fleischkontrolluntersuchungen durchgeführt wurden, diese durch per Dekret der Landesregierung verordnete Betriebshygienekontrollen ersetzt wurde. Wenn man weiter in die Tiefe geht, dann sieht man, daß der Tierarzt, der diese Betriebshygienekontrolle durchführt, eigentlich nicht mehr die Qualität des Fleisches kontrolliert, sondern nur mehr die Hygienebedingungen in der Umgebung. (Bundesministerin Dr. Krammer: Das machen die Lebensmittelinspektoren!) Aber auch die Fleischuntersuchungstierärzte, Frau Bundesministerin! Erkundigen Sie sich! Lebensmittelinspektoren, aber sehr wohl auch Fleischuntersuchungstierärzte. Das können Sie genau prüfen, ich habe das gecheckt. (Bundesministerin Dr. Krammer: Ich glaube es Ihnen!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Frau Bundesministerin! Sie sehen, es ist doch in einigen Fällen akuter Handlungsbedarf gegeben. Zögern Sie nicht, sondern setzen Sie diesbezüglich rasch Abhilfemaßnahmen! Wir Liberalen werden Ihnen dabei gerne mit konstruktiven Vorschlägen zur Seite stehen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der SPÖ.
Jetzt, wo wieder schönes Wetter ist, zieht es viele von uns – wenn man kann und wenn es die Zeit erlaubt – hinaus ins Freie, und damit bin ich schon beim ersten Thema, das mir ein Anliegen ist, nämlich bei der Zeckenimpfung. In meinem Bundesland, der Steiermark, gab es im Jahr 1994 86 FSME-Fälle und im Jahr 1995 nur mehr 38, also weniger als die Hälfte. Ich finde, daß sich jeder gegen diese Zeckenkrankheit schützen und die Impfmöglichkeit in Anspruch nehmen sollte. Die Steiermärkische Gebietskrankenkasse kann auf diesem Gebiet heuer schon auf eine Erfolgsbilanz verweisen, denn es haben sich bis jetzt schon 23 000 Steirer impfen lassen, das sind 50 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall des Abg. Anschober
Wenn wir schon beim Impfen sind, dann möchte ich auch die Wichtigkeit der Durchimpfungsrate bei Erwachsenen betonen. Gerade in Zeiten, in denen Seuchen überwunden scheinen, ist es äußerst ratsam, sich gegen Diphtherie, Tetanus, Tuberkulose, aber auch gegen Grippe impfen zu lassen (Beifall des Abg. Anschober ), da diese Krankheiten, wenn wir sie nicht wahrhaben wollen, sonst wieder im Vormarsch sind. Die Tuberkulose zum Beispiel ist wieder im Kommen: Im ersten Halbjahr 1995 waren bei den unter 15jährigen 22 Fälle zu verzeichnen.
Beifall bei der SPÖ und bei den Grünen. – Abg. Dr. Mertel: Die Frau Ministerin kann leider nicht zuhören!
Ich meine, wir im Parlament sollten wirklich alles daransetzen, das bewußt zu machen. Wir wissen, wie schlecht es ist, Alkohol im Übermaß zu sich zu nehmen. Es ist erwiesen, daß Alkohol die Reaktionsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ich trete daher für die Herabsetzung der 0,8-Promille-Grenze auf 0,5 Promille ein, und ich hoffe, daß das Parlament dies ehebaldigst beschließen wird. (Beifall bei der SPÖ und bei den Grünen. – Abg. Dr. Mertel: Die Frau Ministerin kann leider nicht zuhören!) Ich habe nur eine begrenzte Redezeit. (Zwischenruf des Abg. Dr. Fuhrmann .)
Zwischenruf des Abg. Dr. Fuhrmann .
Ich meine, wir im Parlament sollten wirklich alles daransetzen, das bewußt zu machen. Wir wissen, wie schlecht es ist, Alkohol im Übermaß zu sich zu nehmen. Es ist erwiesen, daß Alkohol die Reaktionsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ich trete daher für die Herabsetzung der 0,8-Promille-Grenze auf 0,5 Promille ein, und ich hoffe, daß das Parlament dies ehebaldigst beschließen wird. (Beifall bei der SPÖ und bei den Grünen. – Abg. Dr. Mertel: Die Frau Ministerin kann leider nicht zuhören!) Ich habe nur eine begrenzte Redezeit. (Zwischenruf des Abg. Dr. Fuhrmann .)
Beifall bei der SPÖ.
Ebenso muß ich der immer wieder getroffenen Aussage betreffend gefürchteter Entwertung des Mutter-Kind-Passes durch Wegfall einer finanziellen Belohnung entschieden entgegentreten, da die Belohnung nicht in Geldleistungen, sondern in der Freude an einem gesunden Kind gesehen werden muß. (Beifall bei der SPÖ.)
Bundesministerin Dr. Krammer: Neue Sesseln!
Es wurde auch über die Notwendigkeit von ein bißchen mehr Bewegung gesprochen: Ich bin überzeugt davon, daß die Frau Bundesministerin auch für Parlamentarier ein neues Bewegungungsprogramm verordnen wird. (Bundesministerin Dr. Krammer: Neue Sesseln!) Wenn man 12 bis 16 Stunden hier sitzt, ist das sicher auch nicht das Beste. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es wurde auch über die Notwendigkeit von ein bißchen mehr Bewegung gesprochen: Ich bin überzeugt davon, daß die Frau Bundesministerin auch für Parlamentarier ein neues Bewegungungsprogramm verordnen wird. (Bundesministerin Dr. Krammer: Neue Sesseln!) Wenn man 12 bis 16 Stunden hier sitzt, ist das sicher auch nicht das Beste. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Das ist eine katastrophale Entwicklung. Und deshalb ist es gerade, wenn man über Strukturanpassungen oder strukturelle Veränderungen spricht, sehr wichtig, das notwendige soziale Netz, das es hier in Österreich gibt, und die notwendige Grundversorgung für alle, vor allem aber für Menschen mit niedrigem Einkommen auch in Zukunft sicherzustellen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall des Abg. Dr. Mock .
Damit kann ich nahtlos zum Bereich der Gentechnologie überleiten. Sie, Frau Bundesministerin, haben mich in den letzten Wochen hinsichtlich Ihrer Aktivitäten beziehungsweise Nichtaktivitäten extrem enttäuscht. Ich kann von mir sagen, daß ich alles andere als ein Technologiefeind bin. Ganz im Gegenteil: Ich halte die Entwicklung von vernünftigen und risikoarmen Technologien für eine absolute Notwendigkeit. (Beifall des Abg. Dr. Mock .) Gerade im Bereich der Umwelttechnologie ist das wichtig, aber auch überall anders.
Beifall bei den Grünen.
Das ist so absurd! Jeder, der sich die Studien über die konkreten Mengen an Nahrungsmitteln, die produziert werden, ansieht, erkennt, daß das Problem nicht darin liegt, daß nicht genügend Anbauflächen vorhanden wären, sondern es ist ausschließlich eine Frage der Verteilung. Es geht nicht darum, eine neue Technik zu entwickeln, um den Welthunger zu stillen, sondern es geht darum, endlich wirklich an der Verteilung von den reichen Ländern hin zu den armen Ländern zu arbeiten. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Khol: Völlig richtig!
Nun habe aber nicht nur ich eine solche Allergie, sondern mittlerweile an die 10 Prozent der Bevölkerung, und die Zahl ist weiter steigend. Ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit Allergien, eben weil es mich relativ stark selbst betrifft. Und da kann man sehen, daß die Frage der Allergien natürlich auch mit vielen Umwelteinflüssen zusammenhängt (Abg. Dr. Khol: Völlig richtig!), aber daß sich jetzt für uns Allergiker eine völlig neue Dimension auftut, weil nämlich viele Lebensmittel gentechnisch manipuliert werden sollen. Konkret soll beispielsweise eine Sojabohne mit einer Nußart aus dem brasilianischen Urwald gekreuzt werden beziehungsweise wurde bereits gentechnisch manipuliert, was für Leute wie mich, die dann eine solche Sojabohne essen, tatsächlich lebensbedrohend sein kann.
Bundesministerin Dr. Krammer: Genau das ist es!
Es kommt aber etwas noch hinzu: Nicht nur, daß diese Versuche laufen und diese Lebensmittel produziert werden, ist es auch nicht gelungen, diese wenigstens zu kennzeichnen. (Bundesministerin Dr. Krammer: Genau das ist es!) Ich weiß schon, daß Österreich gegenüber der Europäischen Union eine fortschrittlichere Position eingenommen hat, aber was nützt das jetzt jemandem wie mir und meinen Leidensgenossen, wenn wir mit Lebensmitteln konfrontiert werden, auf denen nicht einmal gekennzeichnet ist, welche Gene aus anderen Pflanzen, gegen die man allergisch sein kann, enthalten sind? Dabei kann es gerade im Bereich der Nahrungsmittel für Menschen, die gegen bestimmte Nahrungsmittel allergisch sind, zu noch relativ unbekannten und ungeahnten Gefahren kommen.
Beifall bei den Grünen.
Ich meine, daß das eines der vielen Beispiele ist, um aufzuzeigen, wie absurd und wie schlecht es ist, das Instrument der Gentechnologie im Bereich der Produktion der Nahrungsmittel heranzuziehen, und deshalb nicht nur von uns Grünen, sondern ich denke, österreichweit von vielen Menschen die Hoffnung, die Forderung gerade an Sie, Frau Ministerin, sich ganz klar gegen diesen Freisetzungsversuch auszusprechen, da das tatsächlich der Beginn einer fürchterlichen Entwicklung ist. (Beifall bei den Grünen.) – Soviel zur Gentechnologie.
Beifall bei den Grünen.
Frau Ministerin! Ich hoffe, daß Sie sowohl über den Bereich Gentechnologie als auch über die für uns wichtigen Bereiche wie Trinkwasser, Lebensmittel, die uns alle massiv betreffen und mit denen wir in Österreich weiterleben wollen, heute eine Stellungnahme abgeben. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kiss: Vom Parlament sind sie schon ausgewandert!
Abgeordneter Johann Schuster (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Es steht den Rednerinnen und Rednern der Oppositionsparteien zu – sie sollen dies auch nützen –, zu kritisieren, zu analysieren und bessere Vorschläge zu machen. Ich bin aber doch einigermaßen verwundert darüber, daß die beiden praktizierenden Ärzte in der Freiheitlichen Partei, Frau Kollegin Povysil und Herr Abgeordneter Pumberger, in ihren Ausführungen vom Beginn bis zum Schluß über Etikettenschwindel, Chaos, Wahnsinn, Marmorpalais der Sozialversicherungen, davon, daß die Ministerin von einem Fettnäpfchen ins andere tritt, gesprochen haben und die Gesundheitspolitik in Österreich nur negativ gesehen haben. Mich wundert es nur, daß Sie nicht aus Österreich ausgewandert sind, wenn alles so negativ ist, Frau Kollegin! Das wundert mich wirklich. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kiss: Vom Parlament sind sie schon ausgewandert!)
Beifall bei der ÖVP.
Hohes Haus! Es liegt nun in der Aufgabe des Apothekers, daß er da die Möglichkeiten, die Chancen, aber auch die Grenzen des Erlaubten in einem ausführlichen Gespräch aufzeigt und Lösungen anbietet. Und es ist interessant, daß zirka zwei Drittel aller praktizierenden Apotheker bestausgebildete Frauen sind. Das heißt, Frauen haben da die Vorherrschaft, und wir sind stolz darauf. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Es wäre aber falsch, würden wir die Frau Ministerin, würden wir unsere Ärzte, würden wir die Damen und Herren, die in den Gesundheitsberufen tätig sind, die Apotheker allein für unsere Gesundheit verantwortlich machen. Ich meine, wir dürfen die Sorge um unsere Gesundheit nicht delegieren, sondern wir selbst sind – jeder einzelne! – für unsere Gesundheit verantwortlich. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich meine daher, daß der Hausarzt nicht zum Krankenscheinsammler abgestempelt werden soll. Leider hängt die Honorierung von der Anzahl der Krankenscheine ab. Wir müßten also ein anderes Honorierungssystem finden. Die niedergelassenen Ärzte haben eine schwierige, lange Ausbildung hinter sich, und sie verdienen es, anständig honoriert zu werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Bundesministerin Dr. Krammer: Eine doppelte Verneinung ist eine Bejahung!
Frau Bundesministerin! Seit diese Koalitionsregierung bemüht ist, für die nächsten Jahre eine richtige Gesundheitspolitik zu machen, seit es bei der leistungsorientierten Spitalsfinanzierung eine Einigung gegeben hat, gibt es viele Artikel in den Medien und viele Berichte in Rundfunk- und Fernsehsendungen. Eine Mitteilung lautet zum Beispiel: Wir brauchen keine Gesundheitsministerin nicht mehr, sie hat keine Kompetenzen, denn alles ist an die Länder gegangen. (Bundesministerin Dr. Krammer: Eine doppelte Verneinung ist eine Bejahung!)
Abg. Dr. Leiner: Gott sei Dank!
Nächste Überschrift: Gesetz erzwingt Krankenhaus-Tourismus. In Österreich gibt es zwar Heilpraktikerschulen, doch die Absolventen dürfen nicht arbeiten. (Abg. Dr. Leiner: Gott sei Dank!) Wir wissen, daß das Gesundheitsministerium und die Ärztekammer eine deutliche Aussage getroffen haben. Man meint, die in Österreich ausgebildeten Ärzte decken diesen Bereich bereits ab, man brauche die Regelungen nicht von Deutschland zu übernehmen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Nächste Überschrift: Gesetz erzwingt Krankenhaus-Tourismus. In Österreich gibt es zwar Heilpraktikerschulen, doch die Absolventen dürfen nicht arbeiten. (Abg. Dr. Leiner: Gott sei Dank!) Wir wissen, daß das Gesundheitsministerium und die Ärztekammer eine deutliche Aussage getroffen haben. Man meint, die in Österreich ausgebildeten Ärzte decken diesen Bereich bereits ab, man brauche die Regelungen nicht von Deutschland zu übernehmen. (Beifall bei der ÖVP.)
Bundesministerin Dr. Krammer: Aber nicht alle auf einmal!
Meine Damen und Herren! Lassen Sie mich die letzten 25 Jahre Gesundheitspolitik kurz personell analysieren, weil sie sehr interessant sind. Hohes Haus! Es gibt seit dem Jahre 1970 elf verschiedene Minister, die für Gesundheit zuständig waren. (Bundesministerin Dr. Krammer: Aber nicht alle auf einmal!) Es waren dies: Leodolter, Firnberg, Salcher, Steyrer, Kreuzer, Ferrari-Brunnenfeld, Flemming, Löschnak, Ettl, Ausserwinkler und Krammer. Die jetzt dieser Bundesregierung angehörende Frau Gesundheitsministerin Dr. Krammer ist seit dieser Woche
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte heute bei dieser Gesundheitsdebatte auch einen Dank aussprechen, einen Dank an alle, die in den Humanberufen, in den Gesundheitsberufen, bei den Apothekern, bei den Ärzten tätig sind, denn ich meine, sie leisten in Österreich gute Arbeit für uns, und so soll es auch in Zukunft sein. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenbemerkung der Bundesministerin Dr. Krammer .
Ich habe noch ein weiteres Anliegen im Bereich der Prävention, und zwar bei der Suchtgiftprävention. Frau Bundesministerin! In Ihrem Budget wurde der Ansatz aus dem Jahr 1995 von 30,5 Millionen Schilling auf 26,8 Millionen Schilling, also um fast 4 Millionen Schilling, verkürzt. Wir alle wissen, daß die Suchtgiftabhängigen, die Suchtgifttoten, immer jünger werden, daß eine neue Suchtgiftwelle Österreich bereits überschwemmt hat und daß es bereits derzeit für Therapiewillige lange Wartezeiten gibt. Nun hat man am Dienstag dieser Woche im Ministerrat die Suchtgiftgesetz-Novelle beschlossen, die eine Verschärfung in diesem Bereich bringen wird. Man hat also vor, nur bei der Bereitschaft eines abhängigen Täters die vorgesehene unbedingte Strafe von drei Jahren in eine bedingte umzuwandeln. Man muß dabei bedenken, daß das Strafausmaß von drei Jahren nur für schwere Dealer in Betracht kommt, und dieser muß ja nur seine Bereitschaft bekunden. Ich frage mich schon: Wo ist da die begleitende Maßnahme? Man muß doch zumindest Therapieplätze zur Verfügung stellen, aber das Ministerium hat weniger Geld als bisher zur Verfügung. Das kann es doch nicht sein, Frau Bundesministerin! (Zwischenbemerkung der Bundesministerin Dr. Krammer .)
Abg. Dr. Pumberger: "Arzt 3"!
Abgeordnete Dr. Elisabeth Pittermann (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Der "Arzt 1" aus Ried, der jahrelang gegen den KRAZAF kämpfte (Abg. Dr. Pumberger: "Arzt 3"!) und für die – "1" und der blaue Phallus am Autodach war drauf – LKF eintrat (Beifall bei der SPÖ), muß natürlich jetzt gegen die leistungsorientierte Krankenhausfinanzierung sein, denn er ist der Geist, der stets verneint, obwohl ich den Geist in seiner Rede intensiv suchen mußte und wenig fand. Er wäre es nicht, würde er nicht ewig die gleichen Gedanken bringen; neue Ideen und Gesichtspunkte vermisse ich.
Beifall bei der SPÖ
Abgeordnete Dr. Elisabeth Pittermann (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Der "Arzt 1" aus Ried, der jahrelang gegen den KRAZAF kämpfte (Abg. Dr. Pumberger: "Arzt 3"!) und für die – "1" und der blaue Phallus am Autodach war drauf – LKF eintrat (Beifall bei der SPÖ), muß natürlich jetzt gegen die leistungsorientierte Krankenhausfinanzierung sein, denn er ist der Geist, der stets verneint, obwohl ich den Geist in seiner Rede intensiv suchen mußte und wenig fand. Er wäre es nicht, würde er nicht ewig die gleichen Gedanken bringen; neue Ideen und Gesichtspunkte vermisse ich.
Beifall bei der SPÖ.
Genauso werden diese Gruppen bei der Versicherungspflicht statt bei der Pflichtversicherung die Leidtragenden sein, denn Privatversicherungen versuchen immer, die Gewinne zu maximieren, sie sind kundenunfreundlich, tragen geringe Risken und haben hohe Prämien; genauso ist es bei der Pensionsversicherung. Daher sage ich ein für allemal ein klares Ja zur Sozialversicherung! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pumberger .
Aber wenn Sie sich von der Sozialversicherung so übervorteilt fühlen, dann steht es Ihnen ja frei, die Kassenverträge zurückzulegen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pumberger .)
Beifall bei der SPÖ.
Beim Studium der Budgetvoranschläge erschütterte mich, daß an Bundesmitteln für das Gesundheitswesen ungefähr ein Drittel des Budgets für die Landesverteidigung veranschlagt wurde. Die Gesundheit ist nach wie vor das höchste Gut der Menschen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Von verschiedenen Seiten hört man jetzt die Empfehlung, bei Bagatellerkrankungen aus Einsparungsgründen nicht den Arzt, sondern den Apotheker aufzusuchen, sich von ihm beraten und therapieren zu lassen. Was ist bitte eine "Bagatellerkrankung"? – Als Bagatellerkrankung beginnt die Meningokokkensepsis, beginnt die Leukämie, beginnen viele schwere Erkrankungen. Die Verantwortung, den Patienten aus Kostenersparnis statt zum Arzt zum Apotheker zu schicken, übernimmt die sozialdemokratische Fraktion sicher nicht. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Pumberger: Stimmen Sie unserem Antrag zu!
Wir sind stolz auf unser Gesundheitssystem, das selbst dem Ärmsten ärztliche Versorgung ermöglicht. Daher waren wir Sozialdemokraten – das weiß ich auch noch von meinem Vater –immer für die Beibehaltung dieses Kurpfuscherparagraphen, nur in den unseligen "Ostmark"-Zeiten des "Tausendjährigen Reiches" waren Heilpraktiker zugelassen. Mein großer Dank gilt daher der Frau Bundesministerin, daß sie so vehement gegen das Heilpraktikerunwesen und die Heilpraktikerschulen auftritt. Wie kann man in zwei Jahren erlernen, wozu andere mindestens neun, zwölf oder noch mehr Jahre benötigen, um über ein solides Grundwissen zu verfügen? (Abg. Dr. Pumberger: Stimmen Sie unserem Antrag zu!) Wozu benötigen wir Heilpraktiker in Österreich? Ich verstehe, daß China Barfuß-Ärzte braucht. Die riesige Bevölkerung dort ist derzeit noch nicht ausreichend mit Ärzten versorgt, in Österreich aber gibt es genügend Ärzte. Sich für Heilpraktiker einzusetzen, um deutschen Heilpraktikerschulen Einnahmequellen zu verschaffen, spricht nicht von Verantwortungsgefühl. Nochmals herzlichen Dank, Frau Bundesministerin, daß Sie sich dem so entschieden dagegenstellen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir sind stolz auf unser Gesundheitssystem, das selbst dem Ärmsten ärztliche Versorgung ermöglicht. Daher waren wir Sozialdemokraten – das weiß ich auch noch von meinem Vater –immer für die Beibehaltung dieses Kurpfuscherparagraphen, nur in den unseligen "Ostmark"-Zeiten des "Tausendjährigen Reiches" waren Heilpraktiker zugelassen. Mein großer Dank gilt daher der Frau Bundesministerin, daß sie so vehement gegen das Heilpraktikerunwesen und die Heilpraktikerschulen auftritt. Wie kann man in zwei Jahren erlernen, wozu andere mindestens neun, zwölf oder noch mehr Jahre benötigen, um über ein solides Grundwissen zu verfügen? (Abg. Dr. Pumberger: Stimmen Sie unserem Antrag zu!) Wozu benötigen wir Heilpraktiker in Österreich? Ich verstehe, daß China Barfuß-Ärzte braucht. Die riesige Bevölkerung dort ist derzeit noch nicht ausreichend mit Ärzten versorgt, in Österreich aber gibt es genügend Ärzte. Sich für Heilpraktiker einzusetzen, um deutschen Heilpraktikerschulen Einnahmequellen zu verschaffen, spricht nicht von Verantwortungsgefühl. Nochmals herzlichen Dank, Frau Bundesministerin, daß Sie sich dem so entschieden dagegenstellen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich bin überzeugt davon, daß diese Kontrollen durch das Gesundheitsministerium in hervorragender Weise durchgeführt werden und unser Gesundheitssystem weltweit weiterhin zu den besten zählen wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Mertel: Wo ist die Berichtigung?
Dies ist unwahr. Ich stelle tatsächlich richtig, daß ich mich in der Vergangenheit immer für die leistungsorientierte Krankenanstaltenfinanzierung ausgesprochen habe, es auch jetzt tue und auch in Zukunft tun werde, habe jedoch die Skepsis geäußert (Abg. Dr. Mertel: Wo ist die Berichtigung?) , daß jetzt nicht vorwiegend eine leistungsorientierte, sondern eine diagnoseorientierte Finanzierung eingeführt wird. Dabei habe ich meine begründete Skepsis (Abg. Dr. Mertel: Wo ist die Berichtigung, Herr Präsident?) , denn die diagnoseorientierte Finanzierung der Krankenanstalten wird noch große Ungereimtheiten nach sich ziehen, sie wird unsere Spitäler vielleicht nicht sanieren. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Mertel: Wo ist die Berichtigung, Herr Präsident?
Dies ist unwahr. Ich stelle tatsächlich richtig, daß ich mich in der Vergangenheit immer für die leistungsorientierte Krankenanstaltenfinanzierung ausgesprochen habe, es auch jetzt tue und auch in Zukunft tun werde, habe jedoch die Skepsis geäußert (Abg. Dr. Mertel: Wo ist die Berichtigung?) , daß jetzt nicht vorwiegend eine leistungsorientierte, sondern eine diagnoseorientierte Finanzierung eingeführt wird. Dabei habe ich meine begründete Skepsis (Abg. Dr. Mertel: Wo ist die Berichtigung, Herr Präsident?) , denn die diagnoseorientierte Finanzierung der Krankenanstalten wird noch große Ungereimtheiten nach sich ziehen, sie wird unsere Spitäler vielleicht nicht sanieren. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Dies ist unwahr. Ich stelle tatsächlich richtig, daß ich mich in der Vergangenheit immer für die leistungsorientierte Krankenanstaltenfinanzierung ausgesprochen habe, es auch jetzt tue und auch in Zukunft tun werde, habe jedoch die Skepsis geäußert (Abg. Dr. Mertel: Wo ist die Berichtigung?) , daß jetzt nicht vorwiegend eine leistungsorientierte, sondern eine diagnoseorientierte Finanzierung eingeführt wird. Dabei habe ich meine begründete Skepsis (Abg. Dr. Mertel: Wo ist die Berichtigung, Herr Präsident?) , denn die diagnoseorientierte Finanzierung der Krankenanstalten wird noch große Ungereimtheiten nach sich ziehen, sie wird unsere Spitäler vielleicht nicht sanieren. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Bundesministerin Dr. Krammer: Das habe ich nicht gesagt!
Sie wurden einmal gefragt, wie Sie das sehen, und Sie haben gesagt: Es wird schon nichts passieren. (Bundesministerin Dr. Krammer: Das habe ich nicht gesagt!) Ich gebe es Ihnen dann, ich habe es hier.
Bundesminister Dr. Krammer: Das bleibt ja gratis!
Frau Ministerin, ich sage Ihnen, es wird sehr wohl etwas passieren, gerade im Bereich der Untersuchungen in der Schwangerschaft. Das ist nämlich ein ganz wesentlicher Bereich. Ich glaube, nur so war es möglich oder vor allem da war es möglich. (Bundesminister Dr. Krammer: Das bleibt ja gratis!) Aber es gibt diesen Anreiz nicht mehr, er ist damit gefallen. Und wenn der Anreiz fehlt, dann wird auch die Zahl der Untersuchungen zurückgehen.
Bundesministerin Dr. Krammer: Das ist schlicht und ergreifend falsch!
Sie haben es geschafft, daß Sie den KRAZAF irgendwie regeln. Aber nur eines, Frau Ministerin: Sie haben es auch geschafft, daß Sie sich Ihrer Verantwortung im Gesundheitsbereich entzogen haben. Sie haben Ihre Kompetenzen zur Gänze an die Länder abgegeben. Sie haben sich des Bereiches des KRAZAF, der Krankenanstaltenfinanzierung, und damit auch der Tatsache, wie es in den Krankenhäusern zugeht, entledigt. Das haben Sie zur Gänze an die Länder weitergegeben. Das halte ich schlicht und einfach nicht für richtig. (Bundesministerin Dr. Krammer: Das ist schlicht und ergreifend falsch!)
Beifall bei den Grünen.
Und, Frau Ministerin, ich möchte Ihnen nur sagen: Mir ist jetzt in den letzten Wochen und Monaten noch viel, viel klarer geworden, warum gerade im Bereich von Behinderungen in den letzten Jahrzehnten eigentlich nichts im Forschungsbereich getan wurde. Ich glaube – und das ist berechtigt –, daß sich die große Angst bewahrheiten wird, daß sehr viele Behinderungen, die schon da sind und die in den nächsten Jahren noch auftreten werden, genau aus dem Bereich der Gentechnologie, aus dem Umgang mit Medikamenten, die schlecht bis gar nicht überprüfbar sind, gekommen sind. Ich bitte Sie, Frau Ministerin, in bezug auf bestehende Behinderungen einmal Forschungen anzustellen, um die Ursachen diverser Behinderungen zu erforschen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Für mich wäre es wichtig, daß wir es schaffen, soweit eine Gemeinsamkeit zu finden, daß die Gruppe der Betroffenen – wobei es völlig egal ist, ob es sich um behinderte, um alte oder um kranke Menschen handelt – so abgesichert wird, daß sie wirklich die Chance hat, menschenwürdig zu leben – und auch menschenwürdig zu sterben. Und dafür haben Sie meine Bereitschaft zur Zusammenarbeit. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP. – Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.
Das nächste sind Tageskliniken: In Gänserndorf ist eine Tagesklinik in Planung. Ich bin froh darüber, daß man auch diese Möglichkeit in Erwägung zieht und die Tageskliniken ausbaut. (Beifall bei der ÖVP. – Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Bundesministerin Dr. Krammer: Ja! Stimmt!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Das Thema Konsumentenschutz liegt mir als Bauer in verschiedenen Richtungen am Herzen. Wir haben einen sehr hohen Gesundheitsstatus bei unseren Tieren, und ich möchte darauf verweisen, daß es österreichische Qualität, österreichisch erzeugte Produkte in keiner Weise verdienen, daß man die österreichischen Konsumenten verunsichert. (Bundesministerin Dr. Krammer: Ja! Stimmt!) Das ist meiner Ansicht nach wirklich wesentlich. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Das Thema Konsumentenschutz liegt mir als Bauer in verschiedenen Richtungen am Herzen. Wir haben einen sehr hohen Gesundheitsstatus bei unseren Tieren, und ich möchte darauf verweisen, daß es österreichische Qualität, österreichisch erzeugte Produkte in keiner Weise verdienen, daß man die österreichischen Konsumenten verunsichert. (Bundesministerin Dr. Krammer: Ja! Stimmt!) Das ist meiner Ansicht nach wirklich wesentlich. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Bundesministerin Dr. Krammer: Vermutlich!
Wenn Abgeordnete-Kollegen, die noch dazu Tierärzte sind, hier beim Rednerpult immer wieder darauf verweisen, daß man in Österreich erzeugtes Fleisch mit Vorsicht genießen soll, weil diese BSE-Geschichte immer wieder auftritt, dann frage ich mich, ob diese Tierärzte schon lange nicht mehr in der Praxis waren (Bundesministerin Dr. Krammer: Vermutlich!) , denn sonst müßten sie wissen, daß der Gesundheitsstatus der österreichischen Rinder – gerade auf dem Zuchtviehsektor – ein sehr hoher ist und daß Österreich auf diesem Gebiet vorbildlich gearbeitet hat und diese Dinge erst gar nicht hat aufkommen lassen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Wenn Abgeordnete-Kollegen, die noch dazu Tierärzte sind, hier beim Rednerpult immer wieder darauf verweisen, daß man in Österreich erzeugtes Fleisch mit Vorsicht genießen soll, weil diese BSE-Geschichte immer wieder auftritt, dann frage ich mich, ob diese Tierärzte schon lange nicht mehr in der Praxis waren (Bundesministerin Dr. Krammer: Vermutlich!) , denn sonst müßten sie wissen, daß der Gesundheitsstatus der österreichischen Rinder – gerade auf dem Zuchtviehsektor – ein sehr hoher ist und daß Österreich auf diesem Gebiet vorbildlich gearbeitet hat und diese Dinge erst gar nicht hat aufkommen lassen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Und es ist doch leider Gottes bitte bis zur Stunde so, Herr Kollege Sauer – das haben ja die Freiheitlichen schon oft genug angekreidet –, daß Lebendtiertransporte, woher aus dem EU-Raum sie auch immer kommen, täglich über Österreichs Grenzen rollen. Die Tiere werden dann in österreichischen Schlachthöfen geschlachtet, Herr Kollege Kaiser, und dann haben sie den A-Stempel drauf. Das ist Faktum, Herr Kollege Kaiser! Sie können sich davor nicht drücken! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Uns muß klar sein, daß wir an die Grenzen der freien Marktwirtschaft gestoßen sind. Die Gesundheit unserer Bevölkerung, Herr Kollege Kaiser, ist dem Profit einiger weniger geopfert worden! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Leiner: Warum nicht?
Ich kann die Reden vom "mündigen Konsumenten", Frau Ministerin, und da meine ich auch Sie damit, wirklich nicht mehr hören! (Abg. Dr. Leiner: Warum nicht?) Warum? – Jetzt sage ich es Ihnen: Sie reden ja auch ständig vom mündigen Konsumenten. (Abg. Dr. Leiner: Freilich!) Kennen Sie die Codenummern für das Herkunftsland, die sogenannten E-Nummern, Herr Kollege? Kennen Sie sie? Wie ist die Codenummer zum Beispiel für Deutschland? Frau Ministerin! Das Herkunftsland am Code, die ersten drei Ziffern. (Abg. Dr. Leiner: 5663!) Nein! 400 bis 440, Herr Doktor! (Abg. Dr. Leiner: 5663!)
Abg. Dr. Leiner: Freilich!
Ich kann die Reden vom "mündigen Konsumenten", Frau Ministerin, und da meine ich auch Sie damit, wirklich nicht mehr hören! (Abg. Dr. Leiner: Warum nicht?) Warum? – Jetzt sage ich es Ihnen: Sie reden ja auch ständig vom mündigen Konsumenten. (Abg. Dr. Leiner: Freilich!) Kennen Sie die Codenummern für das Herkunftsland, die sogenannten E-Nummern, Herr Kollege? Kennen Sie sie? Wie ist die Codenummer zum Beispiel für Deutschland? Frau Ministerin! Das Herkunftsland am Code, die ersten drei Ziffern. (Abg. Dr. Leiner: 5663!) Nein! 400 bis 440, Herr Doktor! (Abg. Dr. Leiner: 5663!)
Abg. Dr. Leiner: 5663!
Ich kann die Reden vom "mündigen Konsumenten", Frau Ministerin, und da meine ich auch Sie damit, wirklich nicht mehr hören! (Abg. Dr. Leiner: Warum nicht?) Warum? – Jetzt sage ich es Ihnen: Sie reden ja auch ständig vom mündigen Konsumenten. (Abg. Dr. Leiner: Freilich!) Kennen Sie die Codenummern für das Herkunftsland, die sogenannten E-Nummern, Herr Kollege? Kennen Sie sie? Wie ist die Codenummer zum Beispiel für Deutschland? Frau Ministerin! Das Herkunftsland am Code, die ersten drei Ziffern. (Abg. Dr. Leiner: 5663!) Nein! 400 bis 440, Herr Doktor! (Abg. Dr. Leiner: 5663!)
Abg. Dr. Leiner: 5663!
Ich kann die Reden vom "mündigen Konsumenten", Frau Ministerin, und da meine ich auch Sie damit, wirklich nicht mehr hören! (Abg. Dr. Leiner: Warum nicht?) Warum? – Jetzt sage ich es Ihnen: Sie reden ja auch ständig vom mündigen Konsumenten. (Abg. Dr. Leiner: Freilich!) Kennen Sie die Codenummern für das Herkunftsland, die sogenannten E-Nummern, Herr Kollege? Kennen Sie sie? Wie ist die Codenummer zum Beispiel für Deutschland? Frau Ministerin! Das Herkunftsland am Code, die ersten drei Ziffern. (Abg. Dr. Leiner: 5663!) Nein! 400 bis 440, Herr Doktor! (Abg. Dr. Leiner: 5663!)
Abg. Ing. Reichhold: Keine Chance!
Nein! Wie ist sie von Griechenland? – 520. Oder wie ist sie von Großbritannien, Frau Ministerin, wo Sie ja wirklich beschwören, daß keine Fleischprodukte aus Großbritannien nach Österreich kommen? (Abg. Ing. Reichhold: Keine Chance!) Woher erkennt der Konsument am Code das Herkunftsland, Frau Ministerin? (Bundesministerin Dr. Krammer: Da gibt es Listen!) Nein, nein, Frau Ministerin! Sie kennen die Codenummern nicht, und auch die Kollegen von der ÖVP und von der SPÖ nicht, aber Sie reden die ganze Zeit vom mündigen Konsumenten! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Keine Ahnung! Aber vom mündigen Konsumenten reden, Herr Doktor, gelt? (Zwischenrufe und Gegenrufe zwischen der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Zusatzstoffe, bestrahlte Produkte, gentechnisch veränderte Produkte: Wir bekommen alles herein.
Bundesministerin Dr. Krammer: Da gibt es Listen!
Nein! Wie ist sie von Griechenland? – 520. Oder wie ist sie von Großbritannien, Frau Ministerin, wo Sie ja wirklich beschwören, daß keine Fleischprodukte aus Großbritannien nach Österreich kommen? (Abg. Ing. Reichhold: Keine Chance!) Woher erkennt der Konsument am Code das Herkunftsland, Frau Ministerin? (Bundesministerin Dr. Krammer: Da gibt es Listen!) Nein, nein, Frau Ministerin! Sie kennen die Codenummern nicht, und auch die Kollegen von der ÖVP und von der SPÖ nicht, aber Sie reden die ganze Zeit vom mündigen Konsumenten! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Keine Ahnung! Aber vom mündigen Konsumenten reden, Herr Doktor, gelt? (Zwischenrufe und Gegenrufe zwischen der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Zusatzstoffe, bestrahlte Produkte, gentechnisch veränderte Produkte: Wir bekommen alles herein.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Nein! Wie ist sie von Griechenland? – 520. Oder wie ist sie von Großbritannien, Frau Ministerin, wo Sie ja wirklich beschwören, daß keine Fleischprodukte aus Großbritannien nach Österreich kommen? (Abg. Ing. Reichhold: Keine Chance!) Woher erkennt der Konsument am Code das Herkunftsland, Frau Ministerin? (Bundesministerin Dr. Krammer: Da gibt es Listen!) Nein, nein, Frau Ministerin! Sie kennen die Codenummern nicht, und auch die Kollegen von der ÖVP und von der SPÖ nicht, aber Sie reden die ganze Zeit vom mündigen Konsumenten! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Keine Ahnung! Aber vom mündigen Konsumenten reden, Herr Doktor, gelt? (Zwischenrufe und Gegenrufe zwischen der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Zusatzstoffe, bestrahlte Produkte, gentechnisch veränderte Produkte: Wir bekommen alles herein.
Zwischenrufe und Gegenrufe zwischen der ÖVP und den Freiheitlichen.
Nein! Wie ist sie von Griechenland? – 520. Oder wie ist sie von Großbritannien, Frau Ministerin, wo Sie ja wirklich beschwören, daß keine Fleischprodukte aus Großbritannien nach Österreich kommen? (Abg. Ing. Reichhold: Keine Chance!) Woher erkennt der Konsument am Code das Herkunftsland, Frau Ministerin? (Bundesministerin Dr. Krammer: Da gibt es Listen!) Nein, nein, Frau Ministerin! Sie kennen die Codenummern nicht, und auch die Kollegen von der ÖVP und von der SPÖ nicht, aber Sie reden die ganze Zeit vom mündigen Konsumenten! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Keine Ahnung! Aber vom mündigen Konsumenten reden, Herr Doktor, gelt? (Zwischenrufe und Gegenrufe zwischen der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Zusatzstoffe, bestrahlte Produkte, gentechnisch veränderte Produkte: Wir bekommen alles herein.
Abg. Dipl.-Ing. Kaiser: Das ist die G’schicht!
Frau Bundesministerin! Ihr Vorgänger, Minister Ausserwinkler, hat eine Menge von Zusatzstoffen und Farbstoffen, die bis 1993 in Österreich verboten waren, zugelassen, und zwar im Rahmen des EWR-Beitritts Österreichs. (Abg. Dipl.-Ing. Kaiser: Das ist die G’schicht!) Nein, nein, nicht: "Das ist die G’schicht!" Das ist der Punkt, Herr Kollege Kaiser! Sie mit Ihrem A-Pickerl, das können Sie sich schön langsam ... na ja! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Steindl: Was? – Abg. Ing. Reichhold: Auf die Haare schmieren!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Steindl: Was? – Abg. Ing. Reichhold: Auf die Haare schmieren!
Frau Bundesministerin! Ihr Vorgänger, Minister Ausserwinkler, hat eine Menge von Zusatzstoffen und Farbstoffen, die bis 1993 in Österreich verboten waren, zugelassen, und zwar im Rahmen des EWR-Beitritts Österreichs. (Abg. Dipl.-Ing. Kaiser: Das ist die G’schicht!) Nein, nein, nicht: "Das ist die G’schicht!" Das ist der Punkt, Herr Kollege Kaiser! Sie mit Ihrem A-Pickerl, das können Sie sich schön langsam ... na ja! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Steindl: Was? – Abg. Ing. Reichhold: Auf die Haare schmieren!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenbemerkung der Bundesministerin Dr. Krammer.
Es ist wirklich viel zuwenig, daß bei Krisen, zum Beispiel beim Rinderwahn, die Politiker mediengerecht genau jene Produkte verspeisen, die gerade in Verruf sind. Vor Ihnen, Frau Bundesministerin, haben auch englische Minister und Politiker bereits vor laufenden Kameras mit ihren Kindern englisches Rindfleisch – englisches Rindfleisch! – gegessen, um so den Konsumenten zu beweisen, daß es ungefährlich ist. Und während Sie, Frau Ministerin, mit Herrn Landwirtschaftsminister Molterer – auch vor laufender Kamera – Tafelspitz verzehrt haben, hat Herr Kommissar – euer "guter" Kommissar! – Fischler in den Tiroler Bergen sein Lieblingsfleisch verkündet: englisches Rindfleisch. – Und da soll sich noch einmal ein Konsument auskennen! Das ist ein totales Chaos! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenbemerkung der Bundesministerin Dr. Krammer. )
Abg. Sophie Bauer: Das haben wir schon dreimal gehört!
Frau Ministerin! Sie können nichts dafür, das stimmt. Ich frage Sie nur: Wie soll sich der Konsument da noch auskennen? Und wie reagiert der Konsument, Frau Kollegin Bauer? Wie reagiert der Konsument in Österreich? Wie reagiert er? – Er kauft kein Rindfleisch! (Abg. Sophie Bauer: Das haben wir schon dreimal gehört!) Ja, das haben wir schon dreimal gehört! Sie interessiert es ja auch gar nicht, welche Auswirkungen eine solche Politik für den österreichischen Rinderbauern hat. (Bundesministerin Dr. Krammer: Zeigen Sie nicht auf mich! Sie meinen jemand anderen!) – Ich meine jemanden anderen. Mich wundert nur, daß sich die Kollegin von der SPÖ so vehement dagegen wehrt, aber vielleicht hat sie nicht mitgedacht.
Bundesministerin Dr. Krammer: Zeigen Sie nicht auf mich! Sie meinen jemand anderen!
Frau Ministerin! Sie können nichts dafür, das stimmt. Ich frage Sie nur: Wie soll sich der Konsument da noch auskennen? Und wie reagiert der Konsument, Frau Kollegin Bauer? Wie reagiert der Konsument in Österreich? Wie reagiert er? – Er kauft kein Rindfleisch! (Abg. Sophie Bauer: Das haben wir schon dreimal gehört!) Ja, das haben wir schon dreimal gehört! Sie interessiert es ja auch gar nicht, welche Auswirkungen eine solche Politik für den österreichischen Rinderbauern hat. (Bundesministerin Dr. Krammer: Zeigen Sie nicht auf mich! Sie meinen jemand anderen!) – Ich meine jemanden anderen. Mich wundert nur, daß sich die Kollegin von der SPÖ so vehement dagegen wehrt, aber vielleicht hat sie nicht mitgedacht.
Rufe und Gegenrufe zwischen der SPÖ und den Freiheitlichen.
Sie haben gestern im Hauptausschuß einen Antrag der Freiheitlichen abgelehnt, daß die österreichischen Rinderbauern, die tatsächlich kein Stück Rind mehr verkaufen können, die wirklich vor dem Bankrott stehen – da werden Existenzen vernichtet! –, entschädigt werden. Sie haben den Antrag abgelehnt, daß die österreichischen Rinderbauern auch aus der EU-Marktordnung entschädigt werden sollen! (Rufe und Gegenrufe zwischen der SPÖ und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Und wieso die österreichischen Bauern nicht?
Aber die englischen Rinderbauern bekommen im Gegenzug für die Schlachtung eines kranken Rindes über 4 000 S (Abg. Dr. Partik-Pablé: Und wieso die österreichischen Bauern nicht?) und die österreichischen Bauern – gelt, Kollege Freund, da haben Sie gestern im Hauptausschuß
Rufe bei der ÖVP: Welche? Welche?
Noch kurz zur Gentechnik: Frau Ministerin! Sie werden in der nächsten Zeit eine der schwerwiegendsten und wichtigsten politischen Entscheidungen, die jemals ein Gesundheitsminister in diesem Land treffen mußte, treffen müssen, und zwar meine ich die Gentechnik. Ich ersuche Sie, im Sinne der Gesundheit unserer Bevölkerung und der Zukunft unserer Kinder: Gehen Sie ganz sorgfältig mit Ihrem Amt um, und versuchen Sie, sich freizuspielen von jenen Chemiekonzernen, die Milliardengeschäfte damit machen wollen, die Milliarden damit verdienen wollen (Rufe bei der ÖVP: Welche? Welche?), während den Schaden die gesamte Bevölkerung zu tragen hätte! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Noch kurz zur Gentechnik: Frau Ministerin! Sie werden in der nächsten Zeit eine der schwerwiegendsten und wichtigsten politischen Entscheidungen, die jemals ein Gesundheitsminister in diesem Land treffen mußte, treffen müssen, und zwar meine ich die Gentechnik. Ich ersuche Sie, im Sinne der Gesundheit unserer Bevölkerung und der Zukunft unserer Kinder: Gehen Sie ganz sorgfältig mit Ihrem Amt um, und versuchen Sie, sich freizuspielen von jenen Chemiekonzernen, die Milliardengeschäfte damit machen wollen, die Milliarden damit verdienen wollen (Rufe bei der ÖVP: Welche? Welche?), während den Schaden die gesamte Bevölkerung zu tragen hätte! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Manfred Lackner (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Geschätzte Damen und Herren! Wenn der Erstredner der FPÖ, Kollege Pumberger, mit seinem Beitrag zur Krankenanstaltenfinanzierung den Beweis von Unwissenheit und Inkompetenz erbringen wollte, so ist ihm dies auf sehr eindrucksvolle Art und Weise gelungen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Haigermoser: Geben Sie die Hände aus dem Hosensack, wenn Sie mit uns reden!
Ohne die nötigen Hausarbeiten zu machen, redet er über Krankenhausökonomie im gewohnten Stile der "F" ... (Abg. Haigermoser: Geben Sie die Hände aus dem Hosensack, wenn Sie mit uns reden!) – Herr Haigermoser, schauen Sie, Sie haben überhaupt keine Ahnung! Sie wissen ja nicht einmal, wie man "Krankenhaus" schreibt! Infolge dessen halten Sie sich bitte da heraus, das wäre viel besser! (Beifall bei der SPÖ. – Weiterer Zwischenruf des Abg. Haigermoser. )
Beifall bei der SPÖ. – Weiterer Zwischenruf des Abg. Haigermoser.
Ohne die nötigen Hausarbeiten zu machen, redet er über Krankenhausökonomie im gewohnten Stile der "F" ... (Abg. Haigermoser: Geben Sie die Hände aus dem Hosensack, wenn Sie mit uns reden!) – Herr Haigermoser, schauen Sie, Sie haben überhaupt keine Ahnung! Sie wissen ja nicht einmal, wie man "Krankenhaus" schreibt! Infolge dessen halten Sie sich bitte da heraus, das wäre viel besser! (Beifall bei der SPÖ. – Weiterer Zwischenruf des Abg. Haigermoser. )
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich werde jetzt versuchen, Kollegen Pumberger zumindest einige Details in der Kürze zu vermitteln, damit er überhaupt weiß, worum es in dem Modellversuch gegangen ist und was damit überhaupt erreicht werden sollte. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Herr Dr. Pumberger! Lauschen Sie nun andächtig meinen Worten, damit Sie nicht als Unwissender von hinnen nach dannen gehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich werde jetzt versuchen, Kollegen Pumberger zumindest einige Details in der Kürze zu vermitteln, damit er überhaupt weiß, worum es in dem Modellversuch gegangen ist und was damit überhaupt erreicht werden sollte. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Herr Dr. Pumberger! Lauschen Sie nun andächtig meinen Worten, damit Sie nicht als Unwissender von hinnen nach dannen gehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Haigermoser: Ich habe den Verdacht, die Rede haben Sie selbst geschrieben!
Was waren jetzt die Voraussetzungen für das Modellprojekt in Vorarlberg? – Eine Überschaubarkeit der Region, kaum Patientenfluktuationen in andere Bundesländer. Auch da haben Sie einen Blödsinn behauptet. (Abg. Haigermoser: Ich habe den Verdacht, die Rede haben Sie selbst geschrieben!) – Ich habe sie selbst geschrieben. Wissen Sie, im Gegensatz zu Ihnen schreibe ich das nämlich selbst, weil ich halt etwas davon verstehe, und Sie haben eben einen Frust, weil Sie nichts davon verstehen. Das ist das Problem! (Beifall bei der SPÖ. – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Was waren jetzt die Voraussetzungen für das Modellprojekt in Vorarlberg? – Eine Überschaubarkeit der Region, kaum Patientenfluktuationen in andere Bundesländer. Auch da haben Sie einen Blödsinn behauptet. (Abg. Haigermoser: Ich habe den Verdacht, die Rede haben Sie selbst geschrieben!) – Ich habe sie selbst geschrieben. Wissen Sie, im Gegensatz zu Ihnen schreibe ich das nämlich selbst, weil ich halt etwas davon verstehe, und Sie haben eben einen Frust, weil Sie nichts davon verstehen. Das ist das Problem! (Beifall bei der SPÖ. – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Reichhold: Wo bleibt der Beifall?
Herr Haigermoser! Es gibt ein altes Sprichwort, das heißt: "Haigermoser, bleib bei deinen Leisten!" – Ihre Leisten sind Inkompetenz, Haß, Zynismus, Hohn und Spott. Das ist eben einfach so. Sie können nicht, wenn jemand hier heraußen steht, einmal andächtig diesen Worten lauschen. (Abg. Ing. Reichhold: Wo bleibt der Beifall?) Ich gebe schon zu, daß Sie nicht alles verstehen können – das ist auch noch nichts Schlechtes, Herr Haigermoser –, aber so kindisch und äffig, wie Sie tun, das zeigt einmal mehr auf, daß es gar nicht mit der Würde dieses Hauses vereinbar ist, daß Sie hier herinnen sitzen. So einfach ist das! (Beifall bei der SPÖ. – Weitere heftige Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Weitere heftige Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Herr Haigermoser! Es gibt ein altes Sprichwort, das heißt: "Haigermoser, bleib bei deinen Leisten!" – Ihre Leisten sind Inkompetenz, Haß, Zynismus, Hohn und Spott. Das ist eben einfach so. Sie können nicht, wenn jemand hier heraußen steht, einmal andächtig diesen Worten lauschen. (Abg. Ing. Reichhold: Wo bleibt der Beifall?) Ich gebe schon zu, daß Sie nicht alles verstehen können – das ist auch noch nichts Schlechtes, Herr Haigermoser –, aber so kindisch und äffig, wie Sie tun, das zeigt einmal mehr auf, daß es gar nicht mit der Würde dieses Hauses vereinbar ist, daß Sie hier herinnen sitzen. So einfach ist das! (Beifall bei der SPÖ. – Weitere heftige Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pumberger.
Lassen Sie mich fortsetzen: Es gab ausgezeichnete Krankenhausstrukturen mit einem Schwerpunkt und vier Standortkrankenhäusern, ein dichtes Netz niedergelassener Ärzte mit Sprengelbereitschaftsdienst und eine vorbildliche Infrastruktur im ambulanten und stationären Pflegebereich. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pumberger. ) Unter diesen Voraussetzungen, Herr Dr. Pumberger, haben sich alle Beteiligten mit der Gesundheitsministerin zusammengesetzt und
Abg. Kiss: Ich würde mich von Haigermoser nicht so beleidigen lassen!
Wir gehen auch davon aus, daß es nicht jene Kosteneinsparungen bringen wird, wie viele geglaubt haben, da bin ich mit Ihnen noch d’accord. (Abg. Kiss: Ich würde mich von Haigermoser nicht so beleidigen lassen!) – Es ist nicht so schlimm! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Aber mit der alten Methode wäre die Finanzierung noch weniger gewährleistet.
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Wir gehen auch davon aus, daß es nicht jene Kosteneinsparungen bringen wird, wie viele geglaubt haben, da bin ich mit Ihnen noch d’accord. (Abg. Kiss: Ich würde mich von Haigermoser nicht so beleidigen lassen!) – Es ist nicht so schlimm! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Aber mit der alten Methode wäre die Finanzierung noch weniger gewährleistet.
Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Pumberger: Da lacht der eigene Koalitionspartner!
Was waren nun die Ziele dieses Pilotprojektes? – Keine Einschränkung von Qualität und Quantität in der Patientenbetreuung, die Reduktion der Zahl stationärer Aufnahmen, die Verkürzung der Verweildauer, Abbau der Zahl an Akutbetten, Vorantreiben von Strukturmaßnahmen und Eindämmung der Kostensteigerungen. (Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Pumberger: Da lacht der eigene Koalitionspartner!) – Das macht nichts, er kann ruhig lachen.
Rufe und Gegenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen.
Was sind die vorläufigen Ergebnisse aus dem Jahre 1995? – Abnahme der Zahl stationärer Aufnahmen, seit einigen Jahren oder seit Jahren erstmalig eine Trendumkehr bei den Hospitationen; Rückgang der Zahl der Belegs- und Pflegetage – dies führt automatisch zur Freisetzung von Bettenkapazitäten, die teils abgebaut oder neuen Bestimmungszwecken zugeführt werden können; Verkürzung der Verweildauer bei im Vergleich zu anderen Bundesländern sowieso niedrigen Ausgangswerten; Zunahme der von Ihnen gewünschten tagesklinischen und tageschirurgischen Leistungen um 13 Prozent – das ist auch sehr wichtig, das ist auch in Ordnung – und ein Anstieg der Zahl von Entlassungen am Freitag. (Rufe und Gegenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pumberger.
Die ersten Ergebnisse sind natürlich positiv zu bewerten. Durch diese Entwicklung ergeben sich die Grundlagen für notwendige strukturelle Veränderungen. Tiefgreifende Umstrukturierungen, die zu wesentlichen Kostenveränderungen führen, können aber nur dann vollzogen werden, wenn eben dieses leistungsorientierte Modell sozusagen abgesichert und über ganz Österreich verbreitet wird. Das ist es, was wir wollen! (Zwischenruf des Abg. Dr. Pumberger. ) – Ja, ist in Ordnung! Warum haben Sie es dann so kritisiert? (Abg. Dr. Pumberger: Ich habe nur darauf hingewiesen, daß die Einsparung bei der Einführung des LKF null sein wird – laut Minister Krammer!)
Abg. Dr. Pumberger: Ich habe nur darauf hingewiesen, daß die Einsparung bei der Einführung des LKF null sein wird – laut Minister Krammer!
Die ersten Ergebnisse sind natürlich positiv zu bewerten. Durch diese Entwicklung ergeben sich die Grundlagen für notwendige strukturelle Veränderungen. Tiefgreifende Umstrukturierungen, die zu wesentlichen Kostenveränderungen führen, können aber nur dann vollzogen werden, wenn eben dieses leistungsorientierte Modell sozusagen abgesichert und über ganz Österreich verbreitet wird. Das ist es, was wir wollen! (Zwischenruf des Abg. Dr. Pumberger. ) – Ja, ist in Ordnung! Warum haben Sie es dann so kritisiert? (Abg. Dr. Pumberger: Ich habe nur darauf hingewiesen, daß die Einsparung bei der Einführung des LKF null sein wird – laut Minister Krammer!)
Beifall bei der SPÖ. – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Das hat ja niemand in Abrede gestellt, das ist natürlich klar, das haben wir auch immer gesagt. Das war ja das Ziel dieses Pilotprojektes. (Beifall bei der SPÖ. – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Reichhold: Sie reden so Kärntnerisch!
Herr Dr. Pumberger! Natürlich hat es am Anfang auch Fehlcodierungen gegeben! Das ist doch klar, wenn man ein System total umstellt, und das hat kurzfristig zu großen Problemen geführt. Man hat das dann Mitte des Jahres bereinigt, und dann hat es eigentlich nur mehr relativ wenig Fehlcodierungen gegeben. Die größten Probleme waren dann ausgeräumt. (Abg. Ing. Reichhold: Sie reden so Kärntnerisch!) – Richtig! Das bin ich auch! Ist ja nichts Schlechtes! Das müßten Sie ja wissen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. ) So ist es, Herr Stadler. (Abg. Ing. Reichhold: Das hätten Sie gleich sagen sollen!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Herr Dr. Pumberger! Natürlich hat es am Anfang auch Fehlcodierungen gegeben! Das ist doch klar, wenn man ein System total umstellt, und das hat kurzfristig zu großen Problemen geführt. Man hat das dann Mitte des Jahres bereinigt, und dann hat es eigentlich nur mehr relativ wenig Fehlcodierungen gegeben. Die größten Probleme waren dann ausgeräumt. (Abg. Ing. Reichhold: Sie reden so Kärntnerisch!) – Richtig! Das bin ich auch! Ist ja nichts Schlechtes! Das müßten Sie ja wissen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. ) So ist es, Herr Stadler. (Abg. Ing. Reichhold: Das hätten Sie gleich sagen sollen!)
Abg. Ing. Reichhold: Das hätten Sie gleich sagen sollen!
Herr Dr. Pumberger! Natürlich hat es am Anfang auch Fehlcodierungen gegeben! Das ist doch klar, wenn man ein System total umstellt, und das hat kurzfristig zu großen Problemen geführt. Man hat das dann Mitte des Jahres bereinigt, und dann hat es eigentlich nur mehr relativ wenig Fehlcodierungen gegeben. Die größten Probleme waren dann ausgeräumt. (Abg. Ing. Reichhold: Sie reden so Kärntnerisch!) – Richtig! Das bin ich auch! Ist ja nichts Schlechtes! Das müßten Sie ja wissen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. ) So ist es, Herr Stadler. (Abg. Ing. Reichhold: Das hätten Sie gleich sagen sollen!)
Abg. Dr. Graf: Das haben wir von Ihren Rednern schon oft gehört!
Herr Dr. Pumberger! Im ersten Jahr bereits finanzielle Auswirkungen zu erwarten, zeugt auch nicht gerade unbedingt von großem ökonomischen Sachverstand. Darauf muß ich auch noch verweisen. Sie haben auch behauptet, daß Private alles besser machen können. Ich darf das vielleicht aufklären, weil ich das nicht mehr hören möchte: Die Gesundheitsausgaben, meine Damen und Herren von der "F", betragen in Österreich insgesamt knapp über 9 Prozent, gemessen am BIP, und wir liegen damit durchaus im Durchschnitt der Industriestaaten. (Abg. Dr. Graf: Das haben wir von Ihren Rednern schon oft gehört!)
Beifall bei der SPÖ.
Echt? – Das macht nichts, dann wiederhole ich das noch einmal, damit Sie es endlich begreifen. Das ist doch immerhin etwas, nicht? (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Nicht beleidigt sein, wenn dann die Retourkutsche kommt!
Im Vergleich mit Ländern ohne Sozialversicherungssysteme schneidet Österreich durchaus günstig ab. (Abg. Mag. Stadler: Nicht beleidigt sein, wenn dann die Retourkutsche kommt!) –
Abg. Schwemlein: Es ist schön, daß alle unseren Kollegen Lackner fragen!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Entschuldigung, aber wir haben keine Aktuelle Stunde sozusagen unter den Abgeordneten. (Abg. Schwemlein: Es ist schön, daß alle unseren Kollegen Lackner fragen!)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Manfred Lackner (fortsetzend) : Das zeigt doch, daß eine gewisse Kompetenz einfach da sein muß. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Graf: Kollege Rasinger hat schon viel anderes auch gesagt!
Zurück zum Thema: So liegen zum Beispiel die Kosten des US-Gesundheitssystems – und dieses wird überwiegend aus Privatversicherung und Selbstbeteiligung finanziert – um ganze 3 Prozentpunkte über dem des österreichischen. Und das trotz der Tatsache – das hat heute Herr Dr. Rasinger schon gesagt –, daß 40 Millionen Amerikaner ohne Krankenversicherung sind. Das heißt, daß Länder, die keine Sozialversicherungssysteme haben, noch keineswegs schlank, effizient, produktiv und sparsam im Gesundheitswesen sind – und natürlich keineswegs gerechter und menschenwürdiger, und darauf kommt es an. (Abg. Dr. Graf: Kollege Rasinger hat schon viel anderes auch gesagt!) Daher gilt für uns nach wie vor, meine Damen und Herren von der "F", ein klares Bekenntnis zu den tragenden Säulen der sozialen Krankenversicherung: Sachleistungsprinzip und Solidarausgleich! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Können Sie die Passage mit den 40 Millionen krankenversicherungslosen Amerikanern in Österreich noch einmal vorlesen?) – Später komm ich noch einmal dazu. (Abg. Mag. Stadler: Das ist ein derartiger Schmarrn! Denn wenn Österreich nur 8 Millionen Einwohner hat, kann das nicht ganz stimmen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Können Sie die Passage mit den 40 Millionen krankenversicherungslosen Amerikanern in Österreich noch einmal vorlesen?
Zurück zum Thema: So liegen zum Beispiel die Kosten des US-Gesundheitssystems – und dieses wird überwiegend aus Privatversicherung und Selbstbeteiligung finanziert – um ganze 3 Prozentpunkte über dem des österreichischen. Und das trotz der Tatsache – das hat heute Herr Dr. Rasinger schon gesagt –, daß 40 Millionen Amerikaner ohne Krankenversicherung sind. Das heißt, daß Länder, die keine Sozialversicherungssysteme haben, noch keineswegs schlank, effizient, produktiv und sparsam im Gesundheitswesen sind – und natürlich keineswegs gerechter und menschenwürdiger, und darauf kommt es an. (Abg. Dr. Graf: Kollege Rasinger hat schon viel anderes auch gesagt!) Daher gilt für uns nach wie vor, meine Damen und Herren von der "F", ein klares Bekenntnis zu den tragenden Säulen der sozialen Krankenversicherung: Sachleistungsprinzip und Solidarausgleich! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Können Sie die Passage mit den 40 Millionen krankenversicherungslosen Amerikanern in Österreich noch einmal vorlesen?) – Später komm ich noch einmal dazu. (Abg. Mag. Stadler: Das ist ein derartiger Schmarrn! Denn wenn Österreich nur 8 Millionen Einwohner hat, kann das nicht ganz stimmen!)
Abg. Mag. Stadler: Das ist ein derartiger Schmarrn! Denn wenn Österreich nur 8 Millionen Einwohner hat, kann das nicht ganz stimmen!
Zurück zum Thema: So liegen zum Beispiel die Kosten des US-Gesundheitssystems – und dieses wird überwiegend aus Privatversicherung und Selbstbeteiligung finanziert – um ganze 3 Prozentpunkte über dem des österreichischen. Und das trotz der Tatsache – das hat heute Herr Dr. Rasinger schon gesagt –, daß 40 Millionen Amerikaner ohne Krankenversicherung sind. Das heißt, daß Länder, die keine Sozialversicherungssysteme haben, noch keineswegs schlank, effizient, produktiv und sparsam im Gesundheitswesen sind – und natürlich keineswegs gerechter und menschenwürdiger, und darauf kommt es an. (Abg. Dr. Graf: Kollege Rasinger hat schon viel anderes auch gesagt!) Daher gilt für uns nach wie vor, meine Damen und Herren von der "F", ein klares Bekenntnis zu den tragenden Säulen der sozialen Krankenversicherung: Sachleistungsprinzip und Solidarausgleich! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Können Sie die Passage mit den 40 Millionen krankenversicherungslosen Amerikanern in Österreich noch einmal vorlesen?) – Später komm ich noch einmal dazu. (Abg. Mag. Stadler: Das ist ein derartiger Schmarrn! Denn wenn Österreich nur 8 Millionen Einwohner hat, kann das nicht ganz stimmen!)
Beifall bei der SPÖ.
Unser Ziel, meine Damen und Herren, muß daher die Erhaltung des hohen Standards der medizinischen Versorgung in Österreich sein, was ich als Grundrecht für alle Österreicher betrachte. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Neben dieser sozusagen theoretischen Ebene der Schaffung besserer rechtlicher Grundlagen wirkt beispielsweise das Gesundheitsministerium vor Ort, etwa in der Förderung von sogenannten § 22-Einrichtungen. Es werden in Österreich an die 50 solcher Initiativen gefördert. Herzlichen Dank, Frau Ministerin, im Namen aller, die diese Initiativen brauchen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Auch für die Zukunft bleibt die Förderung dieses Fonds ein wichtiges Anliegen des Gesundheitsministeriums, wie die Frau Minister im Budgetausschuß sagte. Auch dafür herzlichen Dank! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Unglaublich! Ich kann mir nicht vorstellen, daß Sie das gesagt haben. Ich habe recherchiert, ich habe nachgelesen und festgestellt, es stimmt. Ich glaube, darauf sollten Sie nicht unbedingt stolz sein! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich bin am Ende meiner Ausführungen, aber ich möchte beispielhaft für das schlechte Verhalten der Freiheitlichen noch etwas sagen, was Kollegin Onodi heute schon ausgeführt hat. Man spricht von Kultur, auch von Kommunikation miteinander. Ich möchte Ihnen noch etwas zu Gehör bringen. Ich habe geschaut, Abgeordneter Stadler ist jetzt nicht da. Es hat mir weh getan – ich möchte das Wort nicht sagen, ich habe es leider gehört, und viele Abgeordnete meiner Fraktion auch –, daß Herr Abgeordneter Stadler das in Richtung der Kollegin Onodi, die heraußen sprach, gesagt hat. Ich bitte Sie von den Freiheitlichen als seine Kollegen, richten Sie ihm das aus. Wenn er ein bißchen Moral hat, dann wird er sich bei ihr entschuldigen. – Ich warte darauf. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ich hoffe, daß Sie mit mir übereinstimmen, daß die Sicherung und Finanzierung der Gesundheitsvorsorge der österreichischen Bevölkerung nicht nur Aufgabe der zuständigen Ministerin ist, sondern Herausforderung und Pflicht für uns alle sein muß. Daher werden wir, geschätzte Frau Ministerin, den sicher nicht einfachen Weg gemeinsam gehen und diesen auch gerne unterstützen. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Reichhold: Da war die ÖVP dagegen!
Wie war das jetzt im Europäischen Parlament? – Tatsächlich behandelte am 27. Februar 1996 der Ausschuß für Umweltfragen, Volksgesundheit und Verbraucherschutz des Europäischen Parlaments 80 Abänderungsanträge (Abg. Ing. Reichhold: Da war die ÖVP dagegen!), von denen 48 – warten Sie, Herr Kollege Reichhold, das kommt schon noch! – angenommen wurden. Diese fanden jedoch in der Sitzung im Plenum am 12. März 1996 nicht die erforderliche qualifizierte Mehrheit. Lediglich fünf dieser Abänderungsanträge wurden angenommen. Der Lobbyismus von seiten der Lebensmittelindustrie, den diese nachweislich betrieben hat, ist also doch noch auf fruchtbaren Boden gefallen – was ich äußerst bedauerlich finde.
Abg. Ing. Reichhold: Welche Fraktion ist denn das?
Meine Damen und Herren! Besonders enttäuschend aber war der Umstand, daß es bei den österreichischen EU-Abgeordneten einer Fraktion offensichtlich in Vergessenheit geraten ist, daß sie einen Eid auf die Verfassung der Republik Österreich geschworen haben. Das sei hier in aller Kürze angemerkt. (Abg. Ing. Reichhold: Welche Fraktion ist denn das?)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Dann sagen Sie es doch!
Herr Kollege Reichhold! Sie wissen es, ich weiß es auch (Abg. Dr. Partik-Pablé: Dann sagen Sie es doch!) , in den Zeitungen ist es gestanden. Ich habe es mehr als deutlich gesagt. Sie müssen eben aufpassen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Reichhold – in Richtung ÖVP deutend –: Sitzt sie da drüben auf dem "Verfassungsbogen"? Das war ein schwerer Vorwurf!) Das überlasse ich Ihrer Interpretation.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Reichhold – in Richtung ÖVP deutend –: Sitzt sie da drüben auf dem "Verfassungsbogen"? Das war ein schwerer Vorwurf!
Herr Kollege Reichhold! Sie wissen es, ich weiß es auch (Abg. Dr. Partik-Pablé: Dann sagen Sie es doch!) , in den Zeitungen ist es gestanden. Ich habe es mehr als deutlich gesagt. Sie müssen eben aufpassen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Reichhold – in Richtung ÖVP deutend –: Sitzt sie da drüben auf dem "Verfassungsbogen"? Das war ein schwerer Vorwurf!) Das überlasse ich Ihrer Interpretation.
Abg. Ing. Reichhold: Das wäre eine Möglichkeit!
Meine Damen und Herren! Jeder Mitgliedstaat, auch Österreich, hat aber die Möglichkeit, allein mit seiner Stimme einen solchen Beschluß des Rates zu verhindern. (Abg. Ing. Reichhold: Das wäre eine Möglichkeit!) Herr Abgeordneter Reichhold! Sie können mich nicht irritieren, und Sie würden wesentlich mehr mitkriegen, wenn Sie zuhören würden, denn sonst versäumen Sie wieder irgendein Argument. Das ist nicht in Ordnung! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Reichhold: Mir gefällt das ohnehin, was Sie sagen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Reichhold: Mir gefällt das ohnehin, was Sie sagen!
Meine Damen und Herren! Jeder Mitgliedstaat, auch Österreich, hat aber die Möglichkeit, allein mit seiner Stimme einen solchen Beschluß des Rates zu verhindern. (Abg. Ing. Reichhold: Das wäre eine Möglichkeit!) Herr Abgeordneter Reichhold! Sie können mich nicht irritieren, und Sie würden wesentlich mehr mitkriegen, wenn Sie zuhören würden, denn sonst versäumen Sie wieder irgendein Argument. Das ist nicht in Ordnung! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Reichhold: Mir gefällt das ohnehin, was Sie sagen!)
Abg. Ing. Reichhold: Ein Austritt wäre eine Möglichkeit!
Gut, dann lassen Sie mich doch ausreden! Das wäre doch wesentlich einfacher, würde ich meinen. (Abg. Ing. Reichhold: Ein Austritt wäre eine Möglichkeit!) – Das wäre wohl überhaupt der größte Blödsinn.
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Österreichs Landwirtschaft befindet sich an einem Scheideweg. Dabei dürfen wir nicht vergessen, daß zirka 10 Prozent unserer landwirtschaftlichen Betriebe biologischen Landbau betreiben. Daß das mit Gentechnik nicht vereinbar ist, habe ich schon erwähnt. Aber ich gebe zu bedenken: Gentechnik in der Medizin ist anders zu beurteilen als in der Lebensmittelwirtschaft. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Zusätzlich verlangt Österreich beim Import von frischem Fleisch von Rindern aus anderen Mitgliedstaaten der EU oder aus Drittstaaten eine Zusatzerklärung des dortigen amtlichen Tierarztes, daß das Fleisch von Rindern stammt, die nicht im Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland, nicht in der Schweiz und nicht in einem Bestand gehalten worden sind, in dem BSE vorgekommen ist. Wir können also wirklich sagen – schade, daß Frau Abgeordnete Aumayr jetzt da draußen parliert und nicht zuhört –, Frau Abgeordnete, das österreichische Rindfleisch ist einwandfrei. Wenn man österreichische Qualität kauft, dann kann man als Konsument beruhigt sein. Ich habe mich immer nur zu österreichischem Rindfleisch und zur Qualität des österreichischen Rindfleisches geäußert. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich habe am Dienstag in Luxemburg beim Verbraucher-Ministerrat vorgeschlagen, man möge ein System installieren beziehungsweise über ein System nachdenken, das es möglich machen würde, daß der Weg des Fleisches nachvollziehbar gemacht wird, damit man weiß, aus welcher Region und aus welchem Stall, wenn Sie so wollen, dieses Fleisch stammt. Aber ich sage das, was ich auch im Hauptausschuß gesagt habe: Man soll das bitte nur so weit und nur in dem Ausmaß verlangen, als man es auch tatsächlich garantieren kann. Niemand, meine Damen und Herren, kann derzeit sagen oder garantieren, welches Fleisch zum Beispiel in den Ravioli drinnen ist. Das kann niemand! Und wenn jemand das trotzdem dem Konsumenten sagt, dann lügt er ihn schlicht und ergreifend an. Ich würde mich nie dazu hergeben, so etwas zu sagen. Aber wo man es sagen kann – das habe ich auch in der EU vorgeschlagen –, soll man es tun. Ich habe sowohl bei Deutschland als auch bei Frankreich ein offenes Ohr dafür gefunden, und ich werde mich auch beim Gesundheits-Ministerrat, der am 14. Mai in Brüssel stattfindet, in dieser Richtung äußern und die Gesundheitsminister dazu befragen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich ersuche Sie, meine Damen und Herren von der gesetzgebenden Körperschaft Österreichs, meinen Standpunkt zu verstehen. Das ist ein laufendes Verfahren. Ich kann mich dazu nicht äußern. Das ist ungefähr so, als ob ein Minister ein Gesetz einbrächte und in die Öffentlichkeit ginge und sagte: Dieses und jenes Gesetz ist jetzt beschlossen. Und dieses und jenes Gesetz ist da. – Die ersten, die sich darüber aufregen würden, wären Sie, denn Sie würden sagen: Die gesetzgebende Körperschaft ist das Parlament und nicht der Minister. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Bundesministerin für Gesundheit und Konsumentenschutz Dr. Christa Krammer (fortsetzend) : Frau Abgeordnete! Es ist mir ein paar Mal jetzt gesagt worden, zwei Minister hätten sich dahin gehend geäußert, sie seien dagegen und sie würden das nicht tun. – Diese Minister sagen das sehr leicht und sehr schön. Sie haben das nicht zu verantworten, es liegt nicht in ihrem Ressort. Ich meine, sie können gerne als Staatsbürger ihre Meinung sagen. In Klammern sage ich dazu: Wenn es umgekehrt wäre, und die anderen Minister hätten das zu entscheiden, dann würde ich Zurückhaltung üben und warten, bis die Kollegen entschieden haben. Ich hätte mir dieses Verhalten auch gewünscht. Es ist leider nicht so – ich muß damit leben. – Aber es ist sehr leicht, über etwas zu reden, was man nicht verantworten muß. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie haben sich auch zur Sojabohne in Amerika geäußert. Ich teile diese Bedenken. Ich gehöre auch zu jener Gruppe, von der Sie gesprochen haben. Mir hat das in der Seele weh getan! Ich habe einmal mit Leuten aus den USA gesprochen, die bei mir waren und gefragt haben, warum ich nicht dafür bin, daß Sojabohnen nach Österreich hereinkommen. Ich habe gesagt, daß ich für die Kennzeichnung bin. Darauf sagten sie: In Amerika ist das nicht üblich. Man weiß gar nicht, welche Sojabohnen gentechnisch verändert sind und welche nicht. – Da habe ich gesagt: So lange das in Amerika nicht klargestellt ist, bin ich dagegen, daß Sojabohnen aus Amerika zu uns kommen, und zwar aus den Gründen, die Sie genannt haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wabl: Wer macht denn das Pflanzenschutzmittelgesetz?
Was wir tun sollten, ist, einer Entwicklung das Wort reden, die es verhindert, daß die giftigen Pflanzenschutzmittel in den Boden kommen und auf diese Weise das Trinkwasser zerstören. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wabl: Wer macht denn das Pflanzenschutzmittelgesetz?) Nicht die Frau Dr. Krammer! Punkt! (Abg. Wabl: Ja, weiß ich!)
Abg. Wabl: Ja, weiß ich!
Was wir tun sollten, ist, einer Entwicklung das Wort reden, die es verhindert, daß die giftigen Pflanzenschutzmittel in den Boden kommen und auf diese Weise das Trinkwasser zerstören. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wabl: Wer macht denn das Pflanzenschutzmittelgesetz?) Nicht die Frau Dr. Krammer! Punkt! (Abg. Wabl: Ja, weiß ich!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich bin von folgender Überlegung ausgegangen: Wir sollten einmal alles daran setzen, daß alle Gemeinden den Nitratwert 50 erreichen, und dann, Frau Abgeordnete – wenn es uns beide dann noch gibt –, bin ich gerne bereit, den nächsten Schritt zu tun und alles daranzusetzen, daß die Gemeinden den Nitratwert 30 erreichen. (Beifall bei der SPÖ.) Aber wenn der Nitratwert 30 eine Illusion ist, Frau Abgeordnete – warum soll man denn eine Illusion in einer Verordnung festhalten? Das bringt doch nichts! Die Bürgermeister beeilen sich, weil sie ja mit einem Fuß im
Oje-Rufe und scherzhafte Unmutsäußerungen bei SPÖ und ÖVP.
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Zu Wort gemeldet ist noch Herr Abgeordneter Mag. Haupt. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Oje-Rufe und scherzhafte Unmutsäußerungen bei SPÖ und ÖVP.)
demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Haselsteiner
Abgeordneter Mag. Herbert Haupt (Freiheitliche): Frau Minister! Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich danke für den Antrittsapplaus (demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Haselsteiner ) , aber einige der letzten Redner haben mich doch bewogen, zu der heutigen Debatte noch in einigen kurzen Punkten Stellung zu nehmen.
Bundesministerin Dr. Krammer: Ich hab’ das immer gewußt! Das ist keine neue Erkenntnis für mich!
Erstens, Frau Bundesminister, danke ich Ihnen, daß Sie doch erkannt haben, daß der Gesetzgeber das Parlament ist und nicht Sie sind (Bundesministerin Dr. Krammer: Ich hab’ das immer gewußt! Das ist keine neue Erkenntnis für mich!) , und daher, Frau Bundesminister, weiß ich, daß Sie eine Haltung zur Gentechnik in der Lebensmittelproduktion haben – wir haben auch mehrere Gespräche in dieser Hinsicht geführt –, die in weiten Bereichen durchaus auch mit meiner konform geht. Aber ich finde es immerhin beachtenswert, daß im Rahmen dieser Debatte dem Parlament von der Regierungsbank aus wenigstens wieder zugebilligt wurde, daß der Gesetzgeber wir sind und nicht die Personen auf der Regierungsbank. Das ist etwas, das sich in der heutigen Debatte meiner Ansicht nach erfreulich von dem abhebt, was uns Kollege Lackner aus Vorarlberg vorgeführt hat.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Stadler: Dabei sollte der Lackner wissen, wie das Bludenzer Spital einmal ausgeschaut hat!
Herr Kollege Lackner! Ihnen möchte ich auch etwas mit auf den Weg geben. Es gibt auch ein Sprichwort, das für Sie gilt: Hochmut kommt vor dem Fall! Und Ihre Ausführungen heute hier am Rednerpult waren eindeutig in dieser Richtung einzuordnen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Stadler: Dabei sollte der Lackner wissen, wie das Bludenzer Spital einmal ausgeschaut hat!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Rasinger .
Ein Beispiel: Wenn ein Augenarzt in der niedergelassenen Praxis einem Patienten etwa einen Fremdkörper aus der Hornhaut entfernt, ausfräst, dann erhält er in einem Bundesland für diese Leistung – das ist eine Arbeit von etwa einer Dreiviertelstunde – zirka 240 S, während im Krankenhaus, wenn man alles rechnet, also mit Krankentransport und Aufenthaltskosten, dafür etwa 2 600 S zu leisten sind. (Zwischenruf des Abg. Dr. Rasinger .) Im Mindestfall, Kollege Rasinger, das gebe ich zu.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das sei nur zum Grundsätzlichen gesagt, und ich würde dem Kollegen Lackner empfehlen: vielleicht weniger Hochmut und mehr Zuhören! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Pumberger: 17 Jahre!
Herr Abgeordneter Guggenberger hat in seiner Rede hier gesagt, diese Spitalsreform habe viele Väter und sie habe eine Mutter. Darauf ist ein präsidentliches Wort gekommen. Herr Präsident Fischer hat gesagt, die Kompromißfähigkeit sei auch eine Mutter. Herr Präsident! Das ist richtig, und diese hohe Kompromißfähigkeit war es, die dazu geführt hat, daß die Reform des österreichischen Gesundheitswesens nun endlich mit einem ersten und sehr wichtigen Schritt in die richtige Richtung gegangen werden kann. (Abg. Dr. Pumberger: 17 Jahre!)
Bundesministerin Dr. Krammer : Das habe ich auch nicht erwartet!
Frau Ministerin! Ich kann Ihrer Argumentation überhaupt nicht folgen. (Bundesministerin Dr. Krammer : Das habe ich auch nicht erwartet!) Das glaube ich, daß Sie sich das nicht erwartet haben. Ich könnte jetzt genauso boshaft antworten und sagen, ich habe mir auch nicht erwartet, daß Sie hier eine logische Argumentationslinie verfolgen, denn wäre sie logisch ... (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Frau Ministerin! Ich kann Ihrer Argumentation überhaupt nicht folgen. (Bundesministerin Dr. Krammer : Das habe ich auch nicht erwartet!) Das glaube ich, daß Sie sich das nicht erwartet haben. Ich könnte jetzt genauso boshaft antworten und sagen, ich habe mir auch nicht erwartet, daß Sie hier eine logische Argumentationslinie verfolgen, denn wäre sie logisch ... (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Da hat sie recht, denn die Ministerin polemisiert dauernd von der Regierungsbank! Da muß ich die Kollegin Langthaler einmal in Schutz nehmen!
Na ja gut, wenn hier Polemik von der Regierungsbank kommt, muß ich zurückpolemisieren. (Abg. Mag. Stadler: Da hat sie recht, denn die Ministerin polemisiert dauernd von der Regierungsbank! Da muß ich die Kollegin Langthaler einmal in Schutz nehmen!)
Abg. Mag. Stadler: Dann ist sie in Pension, die Frau Minister!
Sie und Ihre Vorgänger haben diese Verordnung vor nunmehr sieben Jahren beschlossen. Jetzt ist so lange nichts passiert, sieben Jahre ist nichts passiert. Man hätte zehn Jahre lang Zeit gehabt, was die Grenzwerte betrifft, um endlich zu niedrigeren Belastungen für das Trinkwasser zu kommen. Jetzt kommen Sie daher und sagen: Gut, jetzt ist sieben Jahre nichts passiert – und ich gehe auch davon aus, daß in den nächsten drei Jahren ebenfalls nichts passiert –, also lassen wir den höheren Grenzwert. Es war zwar ursprünglich unser Ziel, herunterzukommen, aber wir geben das auf. (Abg. Mag. Stadler: Dann ist sie in Pension, die Frau Minister!)
Bundesministerin Dr. Krammer: Die Gemeinden machen es aber!
Was Sie bezüglich der Aufbereitungsanlagen gesagt haben, Frau Ministerin, ist mir aus folgendem Grund nicht nachvollziehbar: Wenn Sie sich nämlich die Pestizide in diesem Land anschauen würden beziehungsweise wenn es tatsächlich um die Einhaltung der Grenzwerte und der Qualität ginge, müßten Sie sich das wahrscheinlich weit eher überlegen. Ich glaube nicht, daß wir Aufbereitungsanlagen bräuchten (Bundesministerin Dr. Krammer: Die Gemeinden machen es aber!) , sondern was wir tatsächlich bräuchten, wäre der entsprechende Druck seitens der Politik, damit wir wirklich endlich zu diesen Grenzwerten kommen.
Beifall bei den Grünen.
Frau Ministerin, was Sie heute hier zum Thema Trinkwasser geboten haben, war die absolute Kapitulation der Politik vor der Landwirtschaftslobby. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Allgemeiner Beifall.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Ich begrüße die neuen Abgeordneten herzlich in unserer Mitte. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die Frage, warum wir Freiheitlichen diesem Budget unsere Zustimmung verweigern werden, ist leicht zu beantworten: weil darin keine Zukunftsperspektiven enthalten sind, keine Zukunftsperspektiven für die Jahre nach 1997 bis über die Jahrtausendwende hinaus. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sehr geehrter Herr Finanzminister! Sie hatten die Möglichkeit, durch strukturelle Änderungen Maßnahmen zu setzen, um auch für die Jahre danach ein Budget zu erstellen, das den Kriterien gerecht wird. Sie haben diese Möglichkeit nicht wahrgenommen. Die Bevölkerung hat in der Größenordnung von 75 Prozent die Bereitschaft gezeigt, daß sie bereit wäre, Sparmaßnahmen hinzunehmen, sie hat gezeigt, daß man bereit ist, sich einzuschränken, aber die Bevölkerung ist nicht bereit, daß nur sie zur Kasse gebeten wird, während alle anderen, diejenigen nämlich, die in den geschützten Bereichen sitzen, ungeschoren davonkommen. Das geht einfach nicht! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Auch Deutschland kann heute diesbezüglich nichts mehr tun. Früher hat sie noch offene Briefe an die italienische Regierung geschickt, man solle doch die Budgetpolitik so ansetzen, daß die Maastricht-Kriterien erreicht werden. Deutschland kämpft heute bereits selbst mit einem Maßnahmenpaket in der Größenordnung von 350 Milliarden Schilling. Auch dort wird also die Bevölkerung belastet, um die Maastricht-Kriterien zu erreichen, aber auch dort ist die gesamte Finanz- und Steuerpolitik mittlerweile nur mehr ein Stückwerk. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Ruf bei den Freiheitlichen: Was sagt denn die ÖVP dazu?
Durch diese Politik, die Sie da betrieben haben – nicht Sie als Person, Herr Finanzminister, aber die sozialistische Bundesregierung –, ist der CA beziehungsweise der Republik Österreich riesengroßer Schaden zugefügt worden. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Ruf bei den Freiheitlichen: Was sagt denn die ÖVP dazu?)
Abg. Verzetnitsch: Was für einen Skandal?
Aber es geht nicht darum, hier Kleingeld zu wechseln, sondern es geht darum, welche Perspektiven Sie haben, Herr Finanzminister. Welche Reformen wollen Sie im Bereich der Bankenaufsicht durchführen? Wir haben in den letzten Jahren eine Reihe von Bankenskandalen gehabt. Es hat einen Skandal bei der Österreichischen Länderbank gegeben, wo der Bund mit eigenen Gesetzen eingreifen mußte. Wir hatten den Skandal bezüglich BHI-Bank, es gab den BAWAG-Skandal aufgrund von Spekulationsgeschäften in der Karibik. Wir haben immerhin einmal ... (Abg. Verzetnitsch: Was für einen Skandal?) Es wurde mit Derivaten gehandelt, und das geht natürlich nicht ohne weiters. Das kann nämlich zu einem großen Risiko für die Bank führen, und wenn diese Derivatgeschäfte schiefgegangen wären, wie es bei anderen Großbanken der Fall war, dann hätte diese Bank sehr wohl in Schwierigkeiten kommen können.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es ist nämlich nicht so, daß der "Konsum" saniert worden ist, sondern der "Konsum" ist zerschlagen worden. Das heißt, dieses Unternehmen wurde liquidiert, es ist heute nicht mehr existent. Das hätte rechtzeitig verhindert werden können, wenn zum damaligen Zeitpunkt die internen Revisionen funktioniert hätten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Und was ist geschehen? – Gar nichts! Man hat das im Zusammenhang mit den Ereignissen bei der BHI-Bank gesehen: Man hat erst im Zuge dieser Ereignisse bei der BHI-Bank die Einlagensicherung für die Kleinanleger erhöht, damit man auch die EU-Richtlinie erfüllt, aber man hat in diesem Zusammenhang mit der BHI-Insolvenz erst aufgrund massiver Proteste seitens der Freiheitlichen hier im Hohen Haus in Form einer dringlichen Anfrage an den Finanzminister reagiert, einer dringlichen Anfrage, in der es vor allem um die kleinen Sparer gegangen ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Rufe bei der ÖVP: So ist es!
Sie sagen immer wieder, die Freiheitlichen gehen irgendwohin, demonstrieren, rühren die Leute auf, und dann gehen sie weg und tun nichts. (Rufe bei der ÖVP: So ist es!) Aber: Wären die Freiheitlichen damals nicht tätig geworden und hätten auf diese Mißstände aufmerksam gemacht – nicht nur bei der BHI-Bank, sondern auch bei der Nationalbank und bei den sonstigen Interessenvertretungen –, wäre bis jetzt überhaupt nichts geschehen. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Durch diese Oppositionspolitik der Freiheitlichen Partei hier im Hohen Haus sind also doch sehr viele Dinge zumindest in Bewegung geraten.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie sagen immer wieder, die Freiheitlichen gehen irgendwohin, demonstrieren, rühren die Leute auf, und dann gehen sie weg und tun nichts. (Rufe bei der ÖVP: So ist es!) Aber: Wären die Freiheitlichen damals nicht tätig geworden und hätten auf diese Mißstände aufmerksam gemacht – nicht nur bei der BHI-Bank, sondern auch bei der Nationalbank und bei den sonstigen Interessenvertretungen –, wäre bis jetzt überhaupt nichts geschehen. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Durch diese Oppositionspolitik der Freiheitlichen Partei hier im Hohen Haus sind also doch sehr viele Dinge zumindest in Bewegung geraten.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn Sie heute ankündigen, Sie wollen eine Gründeroffensive starten, Sie wollen Erleichterungen für die mittlere und kleinere Wirtschaft gerade im Bereich der Exporte schaffen, und zwar in Form der Bereitstellung von Risikokapital beziehungsweise Verbesserung der Rahmenbedingungen zur Bereitstellung von Risikokapital, dann müssen Sie vor allem eines machen: Sie müssen einmal Vertrauen herstellen, und zwar Vertrauen insofern, als die Bankenaufsicht und die Börsenaufsicht entpolitisiert werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Es kann nicht so weitergehen, daß die österreichische Börse von den Banken selbst kontrolliert wird, daß die österreichische Börse als Mini-Finanzplatz nur von sogenannten Spekulanten verwendet wird, um kurzfristige Gewinnmitnahmen zu lukrieren. So kann es nicht sein!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Solange Sie nicht in der Lage sind, die Börsenaufsicht zu entpolitisieren, wird sich natürlich an der Bereitstellung von Risikokapital in Österreich nichts ändern. Wie wir bezüglich der Bereitstellung von Risikokapital in Österreich liegen, wissen Sie ja: Da liegen wir nämlich weit hinter Indien, und Indien ist in diesem Bereich wirklich keine Großmacht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Finanzminister! Da besteht für Sie Handlungsbedarf! Man darf man nicht nur Schönwetterreden von der Regierungsbank aus halten, sondern, Herr Finanzminister, jetzt sind Taten für die österreichische Wirtschaft, für die Bevölkerung, für die Zukunft gefragt, damit wir beruhigt ins nächste Jahrtausend gehen können. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
In der Zwischenzeit, meine sehr verehrten Damen und Herren, wurde in Erfüllung des Gesetzes der Großteil der vorgesehenen Privatisierungen erfolgreich erledigt. Dazu haben alle besonnenen Kräfte – ich betone: die besonnenen Kräfte! – in der Politik beigetragen, und ich danke allen Mitwirkenden in den Ministerien, in den Kammern, in den Gewerkschaften, ich danke den Politikern und nicht zuletzt den Betriebsräten in unserer Arbeitsgemeinschaft, die diese schrittweise Privatisierung zentraler österreichischer Industriebetriebe ermöglichten. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Blünegger.
Lassen Sie mich, meine sehr verehrten Damen und Herren, zurückblicken auf die großen Privatisierungsschritte; ich möchte sie nur kurz in Erinnerung rufen. (Zwischenruf des Abg. Blünegger. )
Beifall bei der SPÖ.
Lieber Freund Blünegger, du bist ganz woanders, du kennst dich da überhaupt nicht aus! Schau einmal in unsere Betriebe hinein – ich lade dich gerne ein! –, und dann wirst du feststellen, wie erfolgreich Gewerkschaften, Betriebsräte und besonnene Politiker waren. Das waren wirklich besonnene Politiker, etwas, was man eure Seite betreffend eigentlich nie feststellen konnte. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich erwähnen – und ich habe es schon einmal gesagt –, daß sich jeder vierte Mitarbeiter in der VA Stahl am Unternehmen beteiligt hat und bereit war, Aktien zu kaufen. Das heißt, daß er an dieses Unternehmen und auch an die Zukunft dieses Unternehmens glaubt. Dafür möchte ich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehr herzlich danken. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Sinne, meine sehr verehrten Damen und Herren, stimmen wir diesem Budget zu. – Ein herzliches Glückauf! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Die Ausnahme wurde beschlossen, im Budget wurde jedoch nicht darauf reagiert. Das ist, glaube ich, ein deutlicher Hinweis darauf, daß man es mit der Budgetwahrheit im eigentlichen Sinn des Wortes nicht ganz ernst nimmt, denn wenn jemand solch eine Ausnahme beantragt, dann muß er in den Budgetansätzen die Mittel dafür vorsehen und letztlich dann auch in einem entsprechenden Abänderungsantrag einbauen. Dieser liegt jedoch nicht vor. Also war entweder das Budget, bevor die Ausnahme beschlossen wurde, in dieser Dimension nicht richtig, oder es ist jetzt nicht richtig. Ich fürchte, wenn solch ein Widerspruch vorliegt, ist man gut beraten, anzunehmen, daß das Budget an und für sich nicht richtig ist. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Der zweite Gesichtspunkt ist: Ich höre und habe Gespräche geführt, daß inzwischen die Nachrechnung der Effekte der Streichung der Hausherren-Modelle ergeben hat, daß mit Steuerausfällen durch unterbliebene Investitionen in der Größenordnung von 1 Milliarde Schilling zu rechnen sei. Das heißt, im Budget wird eine mögliche Mehreinnahme dargestellt, die in Wirklichkeit eine bedeutende Mindereinnahme sein wird. Da frage ich mich: Wie steht es da mit der Budgetwahrheit? Sind die Saldi, die im Budget angeführt werden, mit anderen Worten das Defizit, nur annähernd glaubwürdig oder richtig, wenn allein aus der Mechanik der gestrichenen Möglichkeiten, im Bereich der Bauten zu investieren, ein Minussaldo von annähernd 1 Milliarde Schilling zu erwarten ist? Wenn Sie sich diese drei Beispiele, die ich hier genannt habe, vergegenwärtigen, dann werden Sie verstehen, daß wir vom Standpunkt der liberalen Fraktion aus in keiner Weise diesen Bundesvoranschlägen werden zustimmen können. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Bundesminister Mag. Klima: Das sagt ein Liberaler!
Ich hatte gestern Gelegenheit, kurz an einer Veranstaltung teilzunehmen, die sich mit dem Thema Althaussanierung beschäftigt hat, mit den Erfordernissen, durch flächendeckende Sanierungsprogramme Energieeinsparung zu ermöglichen, was wiederum Ausgabenvermeidung, CO2-Reduktion und letztlich für die Menschen eine höhere Lebensqualität bedeutet. Dort waren alle Anwesenden – quer durch alle Fraktionen, aber das war keine fraktionelle Veranstaltung, sondern eine Fachveranstaltung – derselben Meinung, nämlich: Wenn keine steuerlichen Anreize im System vorhanden sind, dann unterbleiben Sanierungsinvestitionen, dann wird nichts investiert werden (Bundesminister Mag. Klima: Das sagt ein Liberaler!), um den Energieverbrauch zu senken, dann findet die Substitution von Bausubstanz gegen überflüssigen Verbrauch nicht statt. Das einzige, was in diesem Feld übrigbleibt, ist die Hoffnung, daß das manche trotzdem machen, obwohl es sich für sie eigentlich nicht mehr rechnet. Was bedeutet das? – Das können nur mehr diejenigen tun, die sich das auf jeden Fall leisten können. Aus der Sicht eines Sozialsprechers ist das eine vernichtende Aussage! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich hatte gestern Gelegenheit, kurz an einer Veranstaltung teilzunehmen, die sich mit dem Thema Althaussanierung beschäftigt hat, mit den Erfordernissen, durch flächendeckende Sanierungsprogramme Energieeinsparung zu ermöglichen, was wiederum Ausgabenvermeidung, CO2-Reduktion und letztlich für die Menschen eine höhere Lebensqualität bedeutet. Dort waren alle Anwesenden – quer durch alle Fraktionen, aber das war keine fraktionelle Veranstaltung, sondern eine Fachveranstaltung – derselben Meinung, nämlich: Wenn keine steuerlichen Anreize im System vorhanden sind, dann unterbleiben Sanierungsinvestitionen, dann wird nichts investiert werden (Bundesminister Mag. Klima: Das sagt ein Liberaler!), um den Energieverbrauch zu senken, dann findet die Substitution von Bausubstanz gegen überflüssigen Verbrauch nicht statt. Das einzige, was in diesem Feld übrigbleibt, ist die Hoffnung, daß das manche trotzdem machen, obwohl es sich für sie eigentlich nicht mehr rechnet. Was bedeutet das? – Das können nur mehr diejenigen tun, die sich das auf jeden Fall leisten können. Aus der Sicht eines Sozialsprechers ist das eine vernichtende Aussage! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum. – Zwischenbemerkung des Bundesministers Mag. Klima.
Wenn wir nämlich bei der Politik, um um jeden Preis Liquidität zu beschaffen, nicht bedenken, daß viele Hunderte, ja Tausende Menschen jetzt – im eigentlichen Sinne des Wortes – auf der Strecke bleiben, dann machen wir einen großen Fehler, weil wir in diesem Fall auch noch arbeitsplatzwirksame Maßnahmen de facto unterbinden, weil jeder weiß, daß Investments in Althaussanierung außerordentlich arbeitsplatzwirksam sind, weil viele Menschen auf den Baustellen tätig sein müssen, weil Großmaschinen dort nicht zum Einsatz kommen können, weil auch die kleineren Handwerksbetriebe und die kleineren Unternehmen – im Unterschied zu Großbaustellen – dort eben sinnvolle Aufträge vorfinden, wobei ich sagen möchte, daß ich mich nicht gegen Großbaustellen ausspreche, man darf nicht das eine gegen das andere ausspielen, es muß in diesem Falle ein Sowohl-Als-auch sein. Da es sich hierbei um Investitionen in die Substanz, in das volkswirtschaftliche Gesamtvermögen handelt, wäre eine Vorwärtsstrategie angesagt, denn es ist keine Verschuldung, wenn man so etwas tut, sondern das ist ein Investment für die Zukunft, das im übrigen auch dadurch, daß zum Beispiel in der Folge Heizen weniger kosten würde für die Menschen, die dort wohnen, sie auf der Einkommensseite entlastet, was im übrigen auch die Voraussetzung dafür wäre, daß man ihnen eine Energiesteuer zumuten kann. Man darf Menschen nicht eine Energiesteuer zumuten und sie gleichzeitig von der Möglichkeit abschneiden, durch Investitionen den Energieverbrauch zu senken. Doch das tun Sie, und zwar gerade dort, wo es sozialpolitisch unverträglich ist! (Beifall beim Liberalen Forum. – Zwischenbemerkung des Bundesministers Mag. Klima. )
Beifall beim Liberalen Forum.
Wir sind heute aus kulturhistorischen Gründen teilweise betrübt darüber, daß viel alte Bausubstanz durch eine Dachsteuer, die eben einen unerwarteten Lenkungseffekt hatte, verschwunden ist. Wenn Sie sagen: Althaussanierung: ja!, Abreißen und Neubauten: nein!, dann muß ich sagen: Das ist nicht mein Zugang zur Wohnbaupolitik. Ich bin zwar der Meinung, Herr Bundesminister, daß es richtig ist, daß man möglichst viel alte Substanz erhält, zumal sie häufig bauphysikalisch viel besser ist als das, was heute neu gebaut wird, das ist richtig, nur: Wenn teilweise etwas abgerissen und neu gebaut werden muß, heißt das ja noch nicht, daß das sozial unverträglich ist. Das würde in Ihrer Welt bedeuten: Neubau ist auf jeden Fall sozial unverträglich! Das ist nicht unser Zugang zum Wohnbau! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Wir sind nämlich der Meinung, daß dann, wenn es gelingen würde, mehr Dynamik in den Wohnungsbereich hineinzubringen, wenn es gelingen würde, in einer zehnjährigen Übergangsperiode von einer Überregulierung des Wohnungsmarktes zu einem marktmäßigen Mechanismus zu kommen, plötzlich Wohnraum in Neubauten auch für sozial Schwächere erschwinglich wäre, wenn Sie das mit einer individuellen Stützung, die Wohnbaubeihilfe heißt, also mit Subjekt- und nicht Objektförderung kombinieren. Aber das ist eine längere Geschichte, und es wäre notwendig, uns einmal darüber zu unterhalten, welche Struktrurreformen wirklich notwendig sind. Ich habe aber nicht das Gefühl, daß die heutige Debatte am letzten Tag der Behandlung der Bundesvoranschläge geeignet ist, die in den letzten zehn Jahren versäumte Strukturdiskussion jetzt nachzuholen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Aber ich würde mich freuen, wenn der Schock, unter dem jetzt offenbar viele stehen, vielleicht ein heilsamer ist und auslöst, daß wir wenigstens von Montag an mit einer Strukturdiskussion beginnen. Daß aller Voraussicht nach heute am Abend diese Bundesvoranschläge beschlossen sein werden, heißt ja nicht, daß wir wirklich über den Berg sind. Nicht einmal Sie, die Sie das vorgelegt haben und der Meinung sind, das sei eine gute Vorlage, können irgend jemandem einreden wollen, daß das jetzt alles war. Das ist bestenfalls der Beginn. Wir sagen: ein mißlungener Beginn! Sie sagen: ein gelungener Beginn! Aber das heißt in beiden Fällen: Jetzt geht die Arbeit erst los, jetzt fängt es erst an! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum
Zur Frage, ob das jetzt dann verfassungsmäßig hält. – Sie haben es abgesichert durch Zweidrittelbestimmungen, aber ob das ohne solche gehalten hätte oder nicht, das ist interessant für Juristen und für uns Liberale ein wichtiger Aspekt. Aber für jene Menschen, die sich nicht im Detail mit solchen Dingen beschäftigen, die nur die Effekte erleben, ist es eine schwere Erschütterung ihres Vertrauens in die Rechtsordnung. Das Funktionieren einer Rechtsordnung ist aber darauf angewiesen, daß die Menschen in sie Vertrauen haben (Beifall beim Liberalen Forum), daß sie sozusagen freiwillig und eben aus dem Gefühl heraus, es ist sinnvoll, dieser Rechtsordnung folgen und nicht nur deswegen, weil sie sonst bestraft würden. Wenn eine
Beifall beim Liberalen Forum.
Herr Bundesminister! Weil in diesem Haus in den letzten zwei Wochen von der Opposition mit unterschiedlichen Positionierungen vielfach schwer beklagt wurde, daß man mit den großen Mehrheiten der Regierungsparteien einfach stark über sie drübergefahren ist, daß man ihr fast das Gesicht genommen hat, habe ich Ihnen etwas mitgebracht, und ich bitte Sie, das vielleicht in den nächsten Tagen einmal internen Gesprächen in Ihrem Haus in aller Ruhe abzuklären. Mir liegt hier ein sehr interessantes Schreiben vor – es ist ein gedrucktes Schreiben, daher ist es auch in keiner Weise vertraulich –, und zwar vom Finanzamt für Körperschaften in Wien, Arbeitgeberreferat. In diesem Schreiben werden die Unternehmen, die angeschrieben wurden – es handelt sich dabei in der Regel um Kapitalgesellschaften –, auf die wichtigen Änderungen bei der Lohnverrechnung aufgrund des Strukturanpassungsgesetzes ab Juni 1996 aufmerksam gemacht. Es wird genau mitgeteilt, wie man mit den Freibeträgen umzugehen habe, was hinsichtlich der Bestimmungen mit den Überstundenzuschlägen von über 190 S und so weiter zu geschehen hat. Ich lese das alles nicht vor. Das Schreiben ist als Hilfe für Arbeitgeber gedacht. Nur: Es hat einen ganz schweren Schönheitsfehler: Es trägt das Datum 16. April 1996. Doch die dazugehörenden Gesetze wurden erst am 19. April 1996 in diesem Haus und eine Woche darauf vom Bundesrat beschlossen. Da frage ich mich: Wie weit sind wir in diesem Parlament gekommen, wenn nachgeordnete Dienststellen des Finanzministeriums am 16. April eine geltende Rechtslage verkünden, die erst am 19. beschlossen wird? (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Wenn man aber eine Aussendung zum Beispiel bezüglich der Werkverträge auch mit solch einem ungeschickten Datum, nämlich dem 16. April gemacht hätte, dann hätte man übersehen, daß am 19. April eine Ausnahme für die Kolporteure beschlossen worden ist. Aber vielleicht hat man das schon gewußt. Ich nehme nicht an, daß sich der Herr Dichand erst fünf vor zwölf bemüht hat, das zu ändern, sondern schon ein bisserl früher. Daher hat man schon früher erkannt, daß sich das wahrscheinlich ohnehin ändern wird. Nur: Dafür war kein Rundschreiben notwendig, da hat man noch einmal Glück gehabt, denn sonst wären mehrere Mitspieler in diesem Szenario schwer blamiert gewesen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Vor diesem Hintergrund wundert es einen dann eigentlich nicht mehr besonders, daß im Rahmen der Strukturanpassungsgesetze, die ihren Niederschlag in den Bundesfinanzgesetzen finden, im Bereich der sogenannten Harmonisierung der Sozial- und Fremdenrechte die Sache höchst mißverständlich aufgelöst wurde. Man hat überhaupt den Wunsch, daß die Sozial- und die Fremdengesetze zu harmonisieren wären, grob mißverstanden, indem man hier mit der Regierungsmehrheiten lauter Maßnahmen hat beschließen lassen, die dazu führen, daß Menschen nicht-österreichischer Staatsbürgerschaft, die in unserer Gesellschaft leben, in unsrer Gesellschaft arbeiten, in unserer Gesellschaft unbeschränkt steuerpflichtig sind, in unserer Gesellschaft Sozialversicherungsbeiträge zahlen, dann, wenn sie Ansprüche aus den von ihnen geleisteten Zahlungen zu erheben hätten, diese Ansprüche nicht mehr erheben können, weil ihnen der Zugang zu den sozialen Leistungen, für die sie eingezahlt haben, abgeschnitten wurde – ausschließlich um Kassa zu machen. Das ist ein Umgang mit Menschen anhand von Merkmalen – in diesem Fall ist es das Merkmal Staatsbürgerschaft –, der völlig gleichheitswidrig ist, denn Gleichheit kann nicht ausschließlich an der Staatsbürgerschaft festgemacht werden, wenn es um solch fundamentalen Ansprüche geht. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Es ist aber eine alte liberale Forderung, daß man nicht-österreichischen Mitbewohnern in diesem Lande auch politische Mitwirkungsrechte geben muß. Ich wage die Prognose – sie ist nicht kühn –: Wenn wir politische Mitspracherechte für diese Personen hätten, dann würde mit ihnen nicht so umgegangen werden. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Sie geben sich einer trügerischen Hoffnung hin, wenn Sie meinen, jetzt fahren wir eben irgendwie durch das Wellental durch, dann wird der Aufschwung schon eintreten, und wenn der Aufschwung sichtbar geworden ist, kommt die nächste Wahl. – Ich sage Ihnen: Mit diesen Maßnahmen wird der Aufschwung nicht eintreten, wohl aber wird die nächste Wahl kommen. Ich freue mich darauf, daß Sie spätestens dann merken werden, daß wir recht gehabt haben. Lieber wäre es mir, Sie merken es früher, denn wenn einem an dieser Republik gelegen ist, dann ist Schadenfreude nur ein Ersatz für gemeinsames Arbeiten und sich Freuen. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Grabner.
Abgeordneter Dkfm. Mag. Josef Mühlbachler (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die beiden Regierungsparteien sind mit einem großen Auftrag an ein Reformpaket herangegangen, und ich meine, daß sie in den letzten vier Wochen auch unter Beweis gestellt haben, daß sie diesem Auftrag, den sie von der österreichischen Bevölkerung bekommen haben, nachgekommen sind. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Grabner. )
Zwischenruf der Abg. Aumayr.
Ohne Zweifel hatten wir Ihnen gegenüber den Vorteil, uns auf die Regierungsmitglieder verlassen zu können. (Zwischenruf der Abg. Aumayr. ) Aber – und das möchte ich schon auch sagen – wir haben es uns zum Ziel gesetzt, diese Gesetzesmaterien zumindest unter dem Gesichtspunkt zu behandeln: Was kann zum Positiven der österreichischen Bevölkerung und der österreichischen Volkswirtschaft verändert werden? – Das war unsere Zielsetzung, und daher haben wir mit großer Ausdauer an den vielen Beratungen, die mit 25. März begonnen haben, teilgenommen und uns bemüht, in diesen Beratungen aktiv mitzugestalten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ohne Zweifel hatten wir Ihnen gegenüber den Vorteil, uns auf die Regierungsmitglieder verlassen zu können. (Zwischenruf der Abg. Aumayr. ) Aber – und das möchte ich schon auch sagen – wir haben es uns zum Ziel gesetzt, diese Gesetzesmaterien zumindest unter dem Gesichtspunkt zu behandeln: Was kann zum Positiven der österreichischen Bevölkerung und der österreichischen Volkswirtschaft verändert werden? – Das war unsere Zielsetzung, und daher haben wir mit großer Ausdauer an den vielen Beratungen, die mit 25. März begonnen haben, teilgenommen und uns bemüht, in diesen Beratungen aktiv mitzugestalten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Bereits heute werden wir durch Abänderungsanträge, die durch mich und Herrn Ing. Gartlehner eingebracht werden und von uns unterzeichnet sind, dokumentieren und signalisieren, daß diese ständige Anpassung für uns etwas ganz Selbstverständliches ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich mußte dann aber erfahren, daß die Bevölkerung zu dieser Gesetzesmaterie eine ganz andere Stellung einnimmt, daß es gerade im ländlichen Bereich als äußerst schmerzhaft und als Auszehrung der Strukturen empfunden wird, wenn die Bezirksgerichte abgesiedelt werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Aumayr: Herr Kollege! Wer hat denn den Antrag gestellt? – Sie haben den Antrag gestellt!
Natürlich werden wir darauf reagieren! Natürlich werden wir dies einer neuerlichen Diskussion unterziehen und gerade diese Argumentation auch mit hineinnehmen! (Abg. Aumayr: Herr Kollege! Wer hat denn den Antrag gestellt? – Sie haben den Antrag gestellt!)
Abg. Aumayr: Das ist keine Entschuldigung!
Ich habe den Antrag gestellt, selbstverständlich, weil ich als Obmann des Budgetausschusses alle Anträge zu den Strukturanpassungsgesetzen und zu den Bundeshaushaltsgesetzen einzubringen hatte. (Abg. Aumayr: Das ist keine Entschuldigung!)
Abg. Aumayr: Aber Sie haben den Antrag gestellt!
Frau Kollegin Aumayr! Wenn Sie es so wollen, muß ich es sagen: Ich bin natürlich für alle Grauslichkeiten und Einschnitte, die durch diese Sparbudgets hervorgerufen werden, schlußendlich verantwortlich, weil ich der Antragsteller bin. Glauben Sie wirklich, daß man alles innerhalb Österreichs an zwei Leuten dingfest machen kann? (Abg. Aumayr: Aber Sie haben den Antrag gestellt!)
Abg. Ing. Reichhold: Sie stellen den Antrag, und dann drücken Sie sich!
Frau Kollegin Aumayr! Ich habe zumindest selbst Recherchen durchgeführt, und aufgrund dieser Recherchen habe ich erkannt, daß es tatsächlich einen Änderungsbedarf gibt. (Abg. Ing. Reichhold: Sie stellen den Antrag, und dann drücken Sie sich!)
Abg. Ing. Reichhold: Das ist eine Umeinanderbastlerei!
Das zeigt auch, daß wir durchaus in der Lage sind (Abg. Ing. Reichhold: Das ist eine Umeinanderbastlerei!), Strukturen zu verändern, sie nicht als Absolutum hinzustellen, sondern uns tatsächlich mit den Bedürfnissen der Bevölkerung auseinanderzusetzen. (Beifall bei der ÖVP. – Weitere Zwischenrufe der Abg. Aumayr und Ing. Reichhold. )
Beifall bei der ÖVP. – Weitere Zwischenrufe der Abg. Aumayr und Ing. Reichhold.
Das zeigt auch, daß wir durchaus in der Lage sind (Abg. Ing. Reichhold: Das ist eine Umeinanderbastlerei!), Strukturen zu verändern, sie nicht als Absolutum hinzustellen, sondern uns tatsächlich mit den Bedürfnissen der Bevölkerung auseinanderzusetzen. (Beifall bei der ÖVP. – Weitere Zwischenrufe der Abg. Aumayr und Ing. Reichhold. )
Abg. Ing. Reichhold: Das ist eine Peinlichkeit!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Reichhold: Das ist eine Peinlichkeit!) Ich glaube, die Budgetdiskussion der letzten zwei Wochen hat gezeigt, daß es eigentlich nur darum ging, daß die einzelnen Parteien politische Positionen an die Öffentlichkeit herangetragen haben. Die eigentliche Kritik an den Bundesfinanzgesetzen war eher spärlich.
Beifall bei der ÖVP.
Was mich persönlich gestört hat, war die mangelnde Sprachkultur. Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich glaube, wir sollten uns schon ins Bewußtsein rufen: Wir dürfen nicht erwarten, daß dieses Parlament in der Öffentlichkeit hohes Ansehen genießt, wenn wir ständig mit Verbalinjurien um uns schlagen. Das kann so nicht weitergehen! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Wabl: Woher wissen Sie das?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir von der Österreichischen Volkspartei sind uns dessen bewußt, daß wir mit der Beschlußfassung der Bundesfinanzgesetze für 1996 und 1997 der österreichischen Bevölkerung doch eine große Bürde auflasten. Allerdings wissen wir auch, daß wir mit dem Verständnis der österreichischen Bevölkerung rechnen können. (Abg. Wabl: Woher wissen Sie das?) Das wissen wir aus Umfragen. Wir werden alles daransetzen, der österreichischen Bevölkerung die Sinnhaftigkeit dieser Reformmaßnahmen auch darzulegen, und wir werden versuchen, für diese Reformmaßnahmen Akzeptanz auf breitester Basis zu finden.
Beifall bei ÖVP und SPÖ
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte mich als Obmann des Budgetausschusses nach diesen vier Wochen intensiver Beratungen, die von den Abgeordneten, aber auch von Vertretern der Ministerien geführt worden sind, für die enorme Arbeit, die in diesen Beratungen geleistet wurde, bei allen Beteiligten recht herzlich bedanken (Beifall bei ÖVP und SPÖ): bei allen Parteien, bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Ministerien und selbstverständlich auch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Hohen Hauses.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich hoffe, daß durch diese beiden Budgets in Österreich Impulse gesetzt werden, die uns tatsächlich dem Ziel, daß der Staat in Hinkunft schlanker und effizienter wird und wir aufgrund dessen unsere hervorragende Stellung im Konzert der Europäischen Union beibehalten, näherbringen. – Herzlichen Dank. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Zu verlangen, daß die Grünen aus solchen isolierten Erwägungen den Steuererhöhungen im Bereich der Einkommensbesteuerung zustimmen sollen, ist aber ein bißchen viel verlangt. Das finde ich etwas naiv, um nicht zu sagen scheinheilig. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Böhacker: Wissenschaftliche Meinung!
Ich hätte es auch vorgezogen, wenn die eine oder andere steuerliche Maßnahme ersetzt worden wäre durch einen befristeten Zuschlag zur Einkommensteuer, mit einem von vornherein angegebenen degressiven Abbauplan, um den Druck zu erhöhen, daß die berühmten Strukturreformen, die immer angekündigt werden, auch kommen. – Übrigens, Kollege Trattner: Sie können sich bestimmt daran erinnern, daß auch Professor Holzmann diesen Vorschlag im Budgethearing gemacht hat. (Abg. Böhacker: Wissenschaftliche Meinung!) Natürlich.
Abg. Mag. Trattner: Die ÖVP ist da immer dagegen!
Derzeit gibt es bei uns im Parlament keinen Filter – ausgenommen das mögliche Veto des Finanzministers im Ministerrat, aber das kann er nicht allzu oft ausüben –, mit dem dafür gesorgt werden würde, daß die Arbeit der Fachausschüsse budgetär begleitet, geprüft wird – ich will nicht sagen, kontrolliert wird – im Hinblick auf budgetäre Auswirkungen. Ich sehe darin einen gewissen Mangel. (Abg. Mag. Trattner: Die ÖVP ist da immer dagegen!) Wir werden sehen.
Beifall bei den Grünen.
Jetzt hoffe ich einmal auf den 15. Mai, und ich denke, wenn man eine Enquete dazu macht, dann bekommt das schon eine gewisse Eigendynamik. Wir werden sicher zu interessanten Ergebnissen kommen, und dann werden wir darüber diskutieren. Ich hoffe nicht, daß jetzt schon sozusagen die Betonierungsversuche einsetzen. Ich verstehe eigentlich nicht, warum eine Partei glauben sollte, daß das nur zu ihrem Nachteil wäre. Es kann uns durchaus wechselseitig Schwierigkeiten machen, wenn es nicht mehr so leicht ist wie bisher, Gesetze zu beschließen, deren Auswirkungen nicht nur im laufenden Jahr, sondern vor allem in den Folgejahren zu wenig bekannt sind. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
In diesem Sinne ein herzliches Dankeschön an die Mitglieder der Bundesregierung, die dieses Paket erstellt haben, an die Beamten, die intensiv daran gearbeitet haben, und an alle Kolleginnen und Kollegen, die sich an den Diskussionen in den letzten Wochen so intensiv beteiligt haben. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Sehr geehrte Damen und Herren! Eigentlich wollte ich über das Innenressort und über das Sicherheitsbudget in Anwesenheit von Innenminister Einem sprechen. Aber vielleicht ist es ganz gut, daß der Herr Finanzminister auch einmal aus berufenem Munde hört, wie die Sicherheitspolitik in Österreich überhaupt stattfindet. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.
Wir haben in dieser Woche schon über das Innenressort gesprochen, besser gesagt über den Innenminister. Wir haben uns in seiner Anwesenheit damit auseinandergesetzt, daß er beabsichtigt, verstärkt mit Weisungen vorzugehen, und zwar nicht Weisungen entsprechend dem Gesetz, sondern eindeutig mit Weisungen contra legem. (Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir haben uns weiters schon mit seiner problematischen Haltung einer Schwester- oder Unterorganisation der PKK gegenüber auseinandergesetzt, daß er keinen Grund gefunden hat, ein Urteil des Obersten Gerichtshofes ernstzunehmen und die ERNK zu verbieten. Wir haben uns auch schon auseinandergesetzt mit seiner Absicht, den Heeres-Nachrichtendienst mit der STAPO zu einem großen Geheimdienst zusammenzulegen. Wir haben festgestellt – wieder einmal, muß man schon sagen –, daß dieser Innenminister für Österreich untragbar ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Diese – zugegeben – sonderbare oder eigenwillige Formulierung sei ihm belassen, wir jedenfalls, meine sehr geehrten Damen und Herren, haben ein heißes Bemühen, diesen Innenminister in Österreich abzusetzen und ihn Österreich und den Österreichern zu ersparen. Das ist ein sehr heißer Wunsch von uns, und zwar nicht nur wegen der Dinge, die wie bereits besprochen haben, sondern auch wegen seiner Einstellung zur Kriminalität, wegen seiner Bekämpfungsmaßnahmen der Kriminalität und auch wegen seiner Ausländerpolitik. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich werde Ihnen beweisen, wie es tatsächlich mit der Kriminalität steht. Hofrat Stiedl, Polizeipräsident von Wien, sagte in einem Interview über die Kriminalität 1995: Die Eigentumskriminalität ging um 3 Prozent gesamt zurück, aber die Zahl der Geschäftseinbrüche ist gestiegen, die der Wohnungseinbrüche und die der Banküberfälle. Zurückgegangen sind die Fahrraddiebstähle um 7 Prozent. Anhand dessen können Sie sich schon vorstellen, wie diese Statistik in Wirklichkeit aussieht und wie ernst man sie in Wirklichkeit nehmen kann. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das ist wirklich eine traurige Perspektive. Das heißt, das ist eigentlich die Kapitulation vor der Drogenkriminalität. Und daß Sie in Wirklichkeit kapitulieren, zeigt auch der neueste Entwurf zum Suchtgiftgesetz, den der Innenminister vorgelegt hat, ein Entwurf, der ja nichts anderes ist als ein weiterer Schritt zur Freigabe von Drogen. – Und das lehnen wir absolut ab, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Einem aber saß dabei und lachte glücklich bei einem Glaserl Wein, anstatt daß er sich das zu Herzen nimmt und endlich etwas dagegen unternimmt, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sogar der Direktor der russischen Zentralbank Melnikov sagt, Österreich ist ein wahres Dorado für die professionellen Geldwäscher. – Aber es wird nichts getan! Der Herr Innenminister macht überhaupt keine Vorschläge, wie man diesem Phänomen begegnen soll. Jetzt sagt ihm schon ein deutscher Kollege: So wie er den Grenzschutz plant, so geht das nicht, es reisen so viele Verbrecher ein, ungehindert reisen sie durch Österreich, die Deutschen haben dann die Probleme an den Grenzen!, aber Sie machen überhaupt nichts dagegen. Wir müssen doch auf unser Renommee schauen, wenn uns schon die Sicherheit der Österreicher nichts wert ist. Da ist dringender Handlungsbedarf gegeben, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das ist doch etwas, was man ernst nehmen muß, da muß man doch endlich handeln! Ich finde, es ist bedauerlich, daß der Innenminister keinen Handlungsbedarf sieht, daß Vranitzky diesem Innenminister immer noch sein Vertrauen ausspricht – und die ÖVP laviert hin und her. Vor der Wahl spricht sie Einem das Vertrauen ab, und nach der Wahl mauert sie wieder gemeinsam mit den Sozialisten. So kann man doch keine Sicherheitspolitik machen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dietachmayr.
Sie von der SPÖ und auch Sie von der Österreichischen Volkspartei ermöglichen das mit Ihrer Politik. In dieser Situation, angesichts dieser schweren Kriminalität verzichtet der Innenminister ganz einfach auf 1000 Beamte. Zuerst habe ich geglaubt, er läßt sich vom Finanzminister über den Tisch ziehen, denn es ist doch unmöglich, daß man auf 1 000 Beamte verzichtet. Aber jetzt weiß ich, daß sich der Innenminister nicht vom Finanzminister über den Tisch ziehen hat lassen, sondern daß es offensichtlich zur Philosophie, zur Ideologie des Innenministers gehört, die Exekutive abzubauen. Am liebsten hätte er überhaupt nur Friedensrichter, die durch die Straßen gehen und mit Palmwedeln wacheln und immer nur "Friede! Friede!" rufen, aber keine Exekutive, die auch einschreitet. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dietachmayr. ) Aber nein. Wie wollen Sie denn die organisierte Kriminalität bekämpfen? – Doch nicht mit einer Exekutive, die überhaupt nicht dafür gerüstet ist.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Der Innenminister meint also, daß die Ängste, die die Menschen haben, nur soziale Ängste sind. – Ich gebe schon zu, daß die Menschen auch soziale Ängste haben. Und aufgrund der Politik von SPÖ und ÖVP ist es ja kein Wunder, wenn die Menschen Angst haben um ihre Pensionen und Arbeitsplätze. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir haben ein katastrophales Kostenfiasko bei den Sozialversicherungsanstalten. Wir müssen sogar kürzen. Es wird darüber diskutiert, daß das Krankengeld nicht mehr weitergezahlt wird, daß alle Rezeptgebühren und so weiter erhöht werden sollen. – Aber der Innenminister möchte, daß noch mehr Ausländer nach Österreich kommen! 100 000 Kinder! Was glauben Sie, welche Kosten damit für den Sozialstaat verbunden sind? Deshalb würde ich Sie schon bitten, Herr Finanzminister: Reden Sie einmal deutlich mit dem Innenminister! Schauen Sie nicht nur, daß er auf 1000 Polizisten verzichtet, was in Ihrem Interesse ist, sondern versuchen Sie auch mit ihm einmal darüber zu reden, wie er sich die finanzielle Lage vorstellt, wenn weitere 150 000 Ausländer nach Österreich kommen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Auch die österreichische Bevölkerung denkt so wie wir. Es hat eine Umfrage des IMAS-Instituts gegeben, die besagt, daß 62 Prozent der Bevölkerung gegen mehr Ausländer sind. Na klar, die Bevölkerung sieht ja, welche Lasten sie aufgebürdet bekommt, sie meint, daß man diese Lasten nicht noch vergrößern kann. Die Bevölkerung ist so klug und so realistisch, daß sie weiß, daß zusätzliche Ausländer eine noch größere Bürde bedeuten würden. Nein, wir sagen, es muß endlich einmal die Nullzuwanderung in Österreich Geltung haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Murauer: Angenommen, wir hätten die Nullzuwanderung, wie geht es dann weiter?
Immer mehr Illegale kommen über die Grenze. Der Innenminister baut um Millionen Schilling ... (Abg. Murauer: Angenommen, wir hätten die Nullzuwanderung, wie geht es dann weiter?) Was heißt, wie geht es weiter? (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Murauer. ) Ich erkläre Ihnen das einmal genauer. Schauen Sie, diese Nullzuwanderung ist ja sehr leicht vorstellbar. Wir haben 150 000 arbeitslose Ausländer, und wenn Sie die Beschäftigungslage ansprechen, dann muß man einmal schauen, daß diese arbeiten gehen und wieder einen Posten finden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Murauer.
Immer mehr Illegale kommen über die Grenze. Der Innenminister baut um Millionen Schilling ... (Abg. Murauer: Angenommen, wir hätten die Nullzuwanderung, wie geht es dann weiter?) Was heißt, wie geht es weiter? (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Murauer. ) Ich erkläre Ihnen das einmal genauer. Schauen Sie, diese Nullzuwanderung ist ja sehr leicht vorstellbar. Wir haben 150 000 arbeitslose Ausländer, und wenn Sie die Beschäftigungslage ansprechen, dann muß man einmal schauen, daß diese arbeiten gehen und wieder einen Posten finden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Immer mehr Illegale kommen über die Grenze. Der Innenminister baut um Millionen Schilling ... (Abg. Murauer: Angenommen, wir hätten die Nullzuwanderung, wie geht es dann weiter?) Was heißt, wie geht es weiter? (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Murauer. ) Ich erkläre Ihnen das einmal genauer. Schauen Sie, diese Nullzuwanderung ist ja sehr leicht vorstellbar. Wir haben 150 000 arbeitslose Ausländer, und wenn Sie die Beschäftigungslage ansprechen, dann muß man einmal schauen, daß diese arbeiten gehen und wieder einen Posten finden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Der Innenminister richtet einen Grenzschutz ein, der irrsinnig viel Geld kostet und ineffizient ist. Wie wir schon gehört haben, sind wir von unseren deutschen Nachbarn deswegen kritisiert worden. Immer mehr Iraker, Iraner, Albaner kommen illegal über die Grenze. Terrorfahnder befürchten, daß sich unter ihnen auch kurdische Aktivisten oder arbeitslose afghanische Freiheitskämpfer befinden, die nach Österreich geschickt werden, um hier auf ihre Einsätze zu warten. Und die gesamte Bundesregierung schaut zu. Der Innenminister ist ganz einfach nicht in der Lage, diese Probleme in den Griff zu bekommen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Der Herr Innenminister möchte auf Kosten der Österreicher, auf Kosten unseres Budgets seine multikulturellen Träume verwirklichen – und da sind wir absolut dagegen. Wir werden nicht aufhören, all das aufzuzeigen, was dieser Innenminister hier in Österreich anstellt, was er den Österreichern zumutet. Wir sind nicht einverstanden mit diesem Innenminister. Und ich bitte Sie, Herr Finanzminister Klima, weil Sie heute hier sind, daß auch Sie dem Innenminister einmal sagen, daß seine Ressortführung ganz einfach nicht mehr tragbar ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Reichhold: Abgesprungen, umgefallen!
Abgeordneter Mag. Franz Steindl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es gab kaum eine derart intensive und konzentrierte Arbeit im Hohes Haus wie in den letzten Wochen. Es wurde sehr vieles diskutiert, es wurde hin- und hergesprungen, wir haben ein 100-Milliarden-Schilling-Paket geschnürt (Abg. Ing. Reichhold: Abgesprungen, umgefallen!), es wurden zwei Budgets erstellt, und es gab 98 Gesetzesänderungen. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Es geht in erster Linie um die Konsolidierung des Staatshaushaltes.
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte, weil ich mich am Dienstag geärgert habe, insbesondere auf ein Thema eingehen, das Herr Dr. Haider und Herr Mag. Schweitzer in ihren Ausführungen hier abgehandelt haben, nämlich das Thema Ziel-1-Gebiet Burgenland. Sie haben das so salopp dargestellt, als würde das Geld beim Fenster hinausgeschmissen werden. Es wurde das so dargestellt, als würde eine immense Verschuldung seitens des Landes eingegangen werden, damit wir uns das Ziel-1-Gebiet leisten können. Und sie haben am Beispiel der Betriebsansiedlung Lenzing gemeint, es würden 10 Millionen Schilling für die Schaffung eines Arbeitsplatzes verwendet. Sie haben das so dargestellt, als gäbe es nur Lenzing und als wäre die burgenländische Bevölkerung nicht in der Lage, die Chancen, die sich durch die Einstufung als Ziel-1-Gebiet ergeben, zu nützen. – Diese Art der Darstellung kann hier im Hohen Haus nicht so stehen bleiben, das muß korrigiert werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Drittens: Gerade im Burgenland müssen wir noch die Infrastruktur flächendeckend ausbauen. Und deshalb gibt es die verschiedensten Möglichkeiten – und nicht nur diese, die dargestellt wurden, wie eben die Betriebsansiedlung von Lenzing. Es gibt verschiedene Chancen und Möglichkeiten, und diese werden wir Burgenländer vollstens nützen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Angefangen bei den EU-Programmen – da gibt es eine Menge von Projekten, ich könnte sie Ihnen überreichen, und das hat nichts mit Ziel-1-Gebiet zu tun. Aber wir haben auch im Ziel-1-Bereich sehr viele Projekte, die realisiert werden, insgesamt sind im Burgenland 375 Projekte eingereicht worden. Und wir werden sicherlich alles unternehmen, um jeden Groschen, den wir von der EU und natürlich auch vom Bund bekommen, entsprechend umsetzen zu können. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Reichhold
Herr Kollege Schweitzer! Nun zum Thema Lyocell. Sie meinen, es werden quasi (Zwischenruf des Abg. Ing. Reichhold ) 10 Millionen Schilling für einen zusätzlichen Arbeitsplatz vergeudet. – Sie wissen ja gar nicht, Herr Kollege Reichhold, was sich im Südburgenland abspielt. Dort gibt es nämlich zu wenige Arbeitsplätze, ja fast keine Arbeitsplätze. Das wissen Sie nicht! (Abg. Mag. Schweitzer: O ja, das wissen wir!) Und es lag letztendlich die Entscheidung zwischen Österreich und Thüringen, und es ist dann die Entscheidung zugunsten Österreichs, zugunsten des Burgenlandes gefallen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Schweitzer: Die Aufträge wurden an andere Bundesländer vergeben!)
Abg. Mag. Schweitzer: O ja, das wissen wir!
Herr Kollege Schweitzer! Nun zum Thema Lyocell. Sie meinen, es werden quasi (Zwischenruf des Abg. Ing. Reichhold ) 10 Millionen Schilling für einen zusätzlichen Arbeitsplatz vergeudet. – Sie wissen ja gar nicht, Herr Kollege Reichhold, was sich im Südburgenland abspielt. Dort gibt es nämlich zu wenige Arbeitsplätze, ja fast keine Arbeitsplätze. Das wissen Sie nicht! (Abg. Mag. Schweitzer: O ja, das wissen wir!) Und es lag letztendlich die Entscheidung zwischen Österreich und Thüringen, und es ist dann die Entscheidung zugunsten Österreichs, zugunsten des Burgenlandes gefallen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Schweitzer: Die Aufträge wurden an andere Bundesländer vergeben!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Schweitzer: Die Aufträge wurden an andere Bundesländer vergeben!
Herr Kollege Schweitzer! Nun zum Thema Lyocell. Sie meinen, es werden quasi (Zwischenruf des Abg. Ing. Reichhold ) 10 Millionen Schilling für einen zusätzlichen Arbeitsplatz vergeudet. – Sie wissen ja gar nicht, Herr Kollege Reichhold, was sich im Südburgenland abspielt. Dort gibt es nämlich zu wenige Arbeitsplätze, ja fast keine Arbeitsplätze. Das wissen Sie nicht! (Abg. Mag. Schweitzer: O ja, das wissen wir!) Und es lag letztendlich die Entscheidung zwischen Österreich und Thüringen, und es ist dann die Entscheidung zugunsten Österreichs, zugunsten des Burgenlandes gefallen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Schweitzer: Die Aufträge wurden an andere Bundesländer vergeben!)
Abg. Mag. Schweitzer: Zwischenfrage!
Herr Kollege Schweitzer! Ich möchte dir nur sagen: Wir haben viel erreicht, und zwar nicht nur als Ziel-1-Gebiet, sondern auch für unsere Bauern. Du stellst in deinen Sonntagsreden immer irgendwelche Halbwahrheiten dar. (Abg. Mag. Schweitzer: Zwischenfrage!) Wir haben aber für unsere Bauern 310 Millionen Schilling erkämpft, und das werden wir unseren Bauern auch sagen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Kollege Schweitzer! Ich möchte dir nur sagen: Wir haben viel erreicht, und zwar nicht nur als Ziel-1-Gebiet, sondern auch für unsere Bauern. Du stellst in deinen Sonntagsreden immer irgendwelche Halbwahrheiten dar. (Abg. Mag. Schweitzer: Zwischenfrage!) Wir haben aber für unsere Bauern 310 Millionen Schilling erkämpft, und das werden wir unseren Bauern auch sagen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: Haben Sie ein Pulverl genommen?
Wir haben für den Tourismusbereich eine halbe Milliarde Schilling herausgeholt, wir haben 200 Millionen Schilling für die Kleinbetriebe verwendet –, und wir haben 100 Millionen Schilling für Kleinst- und Kleinbetriebe bereitgestellt. (Abg. Mag. Stadler: Haben Sie ein Pulverl genommen?) Also, wie Sie hier die Wirtschaftspolitik des Burgenlandes darzustellen versuchen, das stimmt keinesfalls. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben für den Tourismusbereich eine halbe Milliarde Schilling herausgeholt, wir haben 200 Millionen Schilling für die Kleinbetriebe verwendet –, und wir haben 100 Millionen Schilling für Kleinst- und Kleinbetriebe bereitgestellt. (Abg. Mag. Stadler: Haben Sie ein Pulverl genommen?) Also, wie Sie hier die Wirtschaftspolitik des Burgenlandes darzustellen versuchen, das stimmt keinesfalls. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Herr Kollege Schweitzer! In diesen zwei Wochen sind keine wirklichen Vorschläge von Ihnen gekommen, wie man das Budget sanieren kann. – Ich kenne nur einen Vorschlag von Ihnen, und das betrifft eine Kürzung der Parteienförderung. Sie wissen ganz genau, daß die zwei Großparteien dafür stimmen werden – und wenn sie dagegen stimmen würden, wäre Ihre Partei ganz besonders davon betroffen. Warum betreiben Sie eine Wahlanfechtung im Burgenland bezüglich der Nationalratswahlen? – Weil es Ihnen um das Geld geht! Das ist doch die Wahrheit! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Statt Rumpold hat sich Haider jetzt Kollegen Schweitzer geholt. Warum? – Weil er ganz genau weiß, wie man Sozialfonds anlegen kann, wie man wieder zu Geld kommt. – Das ist Ihre Politik! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Schweitzer: Darf ich eine Frage stellen?
Herr Kollege Schweitzer! Sie plakatieren im Burgenland – der Wahlkampf hat ja schon begonnen (Abg. Mag. Schweitzer: Darf ich eine Frage stellen?) –: "Zwei, die für euch den Kopf hinhalten". – Sie haben noch nie den Kopf hingehalten, Sie haben in diesem Land noch nie Verantwortung getragen, und Sie werden auch keine Verantwortung tragen. Sie haben nicht den Kopf hingehalten im Burgenland, sondern die Hand aufgehalten! Das ist die Wahrheit! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Schweitzer! Sie plakatieren im Burgenland – der Wahlkampf hat ja schon begonnen (Abg. Mag. Schweitzer: Darf ich eine Frage stellen?) –: "Zwei, die für euch den Kopf hinhalten". – Sie haben noch nie den Kopf hingehalten, Sie haben in diesem Land noch nie Verantwortung getragen, und Sie werden auch keine Verantwortung tragen. Sie haben nicht den Kopf hingehalten im Burgenland, sondern die Hand aufgehalten! Das ist die Wahrheit! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Zu den Freiheitlichen im Burgenland fällt mir nur eines ein, da halte ich es mit Karl Kraus, der gemeint hat: "Wenn die Sonne am tiefsten steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten." (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Zurück zum Budget: Wir haben in diesen beiden Budgetvoranschlägen 1996 und 1997 genug Möglichkeiten, um uns auch im Burgenland wirtschaftspolitisch zu entfalten. Ich verweise auch auf die 600 Millionen für Kindergarteneinrichtungen, ich verweise auf die Möglichkeiten, die wir zugunsten der Bauern bekommen haben – ohne diese Möglichkeiten wären wir in diesem Bereich abgestürzt –, ich verweise auf die Beschäftigungs- und Standortsicherungspolitik. Ich glaube, daß wir die Probleme der nächsten Jahre nur dann bewältigen können, wenn wir Mut zum Risiko haben, Mut zur Veränderung, Mut zur Wahrheit und vor allem Mut, über den eigenen Gartenzaun zu schauen. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Das sind unsere Bekenntnisse für die Zukunft, und diese lassen wir uns von Oppositionspolitikern, wie Sie es sind, nicht zerreden und schon gar nicht vermiesen! – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Rufe und Gegenrufe zwischen den Freiheitlichen und der SPÖ.
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Mag. Barmüller. Ich erteile es ihm. (Rufe und Gegenrufe zwischen den Freiheitlichen und der SPÖ.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Es geht uns von seiten der Liberalen nicht um eine Diskussion des "Schadstoffs des Monats", und wir sind auch nicht dafür, utopische Ziele zu formulieren, aber wir vermissen, daß die Bundesregierung ihre Umweltpolitik an den von ihr selbst vorgegebenen Zielen ausrichtet. – Das, meine Damen und Herren, kritisieren wir massiv! (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Es ist aber sachlich nicht einzusehen, daß etwa jene Unternehmen in Wien – und das betrifft hauptsächlich Wiener Unternehmen –, die das naturgemäß nicht tun können, aber sehr wohl steirisches Wasser beziehen, von dieser Ausnahme nicht umfaßt werden. Wenn es eine sachliche Rechtfertigung gibt, den Unternehmensbereich auszunehmen, dann muß er für die steirischen Unternehmen genauso wie für die Wiener Unternehmen gelten. Wir von seiten der Liberalen sind nicht bereit, eine solche Gleichheitswidrigkeit einfach unwidersprochen hinzunehmen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Wir machen das deshalb, meine Damen und Herren, denn wenn ein solcher Einspruch erhoben und nicht zurückgezogen wird, auch nicht im Falle eines Beharrungsbeschusses des Steiermärkischen Landtages, ist ein gemeinsamer Ausschuß von Nationalrat und Bundesrat zuständig, über diese Materie und den Einspruch zu entscheiden. Ich meine, es ist angebracht, daß es bei einer Maßnahme, die derart massiv den Finanzausgleich und damit auch die Politik auf Bundesebene betreffen wird, zu einer Abstimmung zwischen Nationalrat als Bundeskammer und Bundesrat als Länderkammer kommt. Das wäre endlich gelebter Föderalismus, der in Österreich Berechtigung hätte. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der SPÖ.
Gleichzeitig wurde mit dem bereits beschlossenen Regierungsentwurf die Möglichkeit geschaffen, auch private Gelder in den Schienenausbau zu bekommen. Wenn man einer Wifo-Studie glauben darf, dann kann das dazu führen, daß das Schienenausbauprogramm, mittelfristig gesehen, schlußendlich kostenneutral durchgeführt werden kann, was eine sinnvolle, intelligente und meiner Auffassung nach auch im Sinne der Umwelt logische und richtige Idee ist, die mit diesem Gesetz durchgesetzt wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Jetzt möchte ich aber auf die besondere Bedeutung für die Steiermark in diesem Zusammenhang zu sprechen kommen. Für uns gibt es im Moment drei wesentliche Ausbauvorhaben im Bereich des Bahnausbaus. Das erste Vorhaben ist der Semmering-Basistunnel. Ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich sagen: Nicht nur für die SPÖ-Fraktion, sondern meines Wissens auch für die steirischen ÖVP-Abgeordneten und in Wirklichkeit für alle steirischen Abgeordneten muß der Semmering-Basistunnel ein vordringliches Projekt sein. (Beifall bei der SPÖ.) Ohne Semmering-Basistunnel wird die Steiermark in einen nicht aufholbaren wirtschaftlichen Rückstand geraten.
Beifall bei der SPÖ.
Der dritte Punkt, auf den ich hinweisen möchte, ist der notwendige zweigleisige Ausbau der Strecke Graz – Spielfeld, insbesondere mit dem Hintergedanken eines Anschlusses an Koper. Je schneller gebaut werden kann, desto besser, daher bin ich der Meinung, daß das Geld, das zur Verfügung gestellt wird, auch von besonderer Bedeutung ist. Ohne dieses Gesetz ginge das nicht, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube also, daß das ein Beispiel ist, das eine gelungene Maßnahme im Zusammenhang mit den Strukturanpassungen beziehungsweise mit dem uns vorgelegten Zweijahresbudget darstellt, und daß das eine Arbeit ist, für die man dem Verkehrsminister als auch dem Finanzminister herzlich gratulieren darf. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Wabl: Eine harte Schule!
Meine Damen und Herren! Erlauben Sie mir, bei meiner ersten Rede hier etwas zu sagen, was meinen Eindruck aus den vergangenen Wochen betrifft, den ich hier gewinnen konnte. Ich komme – ich hatte bereits seit drei Jahren ein Mandat innegehabt – aus dem Grazer Gemeinderat; ich war dort ein Jahr gemeinsam mit Kollegin Rossmann. Das, was Herr Abgeordneter Mühlbachler gesagt hat, ist völlig richtig: In den Gemeindestuben herrscht ein anderer Ton. (Abg. Wabl: Eine harte Schule!) – Auch wenn das eine harte Schule ist, muß ich sagen, ist es eine sehr gute Schule gewesen, und es herrscht dort etwas, was ich hier zeitweise vermissen muß, nämlich gegenseitiger persönlicher Respekt. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie beim Liberalen Forum.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Erlauben Sie mir, bei meiner ersten Rede hier etwas zu sagen, was meinen Eindruck aus den vergangenen Wochen betrifft, den ich hier gewinnen konnte. Ich komme – ich hatte bereits seit drei Jahren ein Mandat innegehabt – aus dem Grazer Gemeinderat; ich war dort ein Jahr gemeinsam mit Kollegin Rossmann. Das, was Herr Abgeordneter Mühlbachler gesagt hat, ist völlig richtig: In den Gemeindestuben herrscht ein anderer Ton. (Abg. Wabl: Eine harte Schule!) – Auch wenn das eine harte Schule ist, muß ich sagen, ist es eine sehr gute Schule gewesen, und es herrscht dort etwas, was ich hier zeitweise vermissen muß, nämlich gegenseitiger persönlicher Respekt. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie beim Liberalen Forum.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Ofner: Daher gehe ich jetzt wieder in den Grazer Gemeinderat zurück – das muß jetzt kommen! – Abg. Dr. Khol: Daher verändere ich jetzt den Nationalrat!
Ich bin nicht der Verteidiger des Herrn Stummvoll – er ist redegewandt genug, und er hat in seinen Reihen auch sehr gute Verteidiger seiner Sache –, aber, meine Damen und Herren, das, was Frau Rossmann hier getan hat, nämlich jemanden persönlich zu attackieren, persönlich in den Dreck zu ziehen, ohne einen einzigen Beweis zu liefern, so etwas wäre im Grazer Gemeinderat schlicht und einfach nicht passiert. – Meine Damen und Herren! Das Plenum könnte sich an manchem Gemeinderat tatsächlich ein Beispiel nehmen! (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Ofner: Daher gehe ich jetzt wieder in den Grazer Gemeinderat zurück – das muß jetzt kommen! – Abg. Dr. Khol: Daher verändere ich jetzt den Nationalrat!) – Jawohl!
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner.
Meine Damen und Herren! Als junger und vielleicht nicht sehr erfahrener Abgeordneter sage ich Ihnen trotzdem: Dieses Vorhaben wird Ihnen auch im Jahre 1998 nicht gelingen! Die Koalition wird diese Legislaturperiode durchstehen! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner. )
Abg. Dr. Ofner: Zum Beispiel den Stadler, der nicht da ist!
In Wirklichkeit ist das eine Spiegelfechterei. Es geht ausschließlich darum, jemanden anzuschütten, von dem man vermeintlich der Auffassung ist ... (Abg. Dr. Ofner: Zum Beispiel den Stadler, der nicht da ist!) Den "Standard" gestern hat er ja wohl gelesen. (Abg. Dr. Ofner: Ihnen geht es darum, jemanden anzuschütten! Das ist die Beweisführung für Sie selbst!) – Ich hindere ihn ja nicht, hier zu sein. Ich wäre sehr froh, wenn er hier wäre, ich wäre sehr froh, wenn er hier wäre. (Abg. Dr. Ofner: Sie können sich nicht als Biedermann herstellen und jemanden anschütten! – Weitere Zwischenrufe.) Meine Damen und Herren! Diese Konfrontation gehe ich jederzeit wieder ein, wenn er einmal dasitzt! Ich habe keine Angst vor Herrn Stadler! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Ofner: Ihnen geht es darum, jemanden anzuschütten! Das ist die Beweisführung für Sie selbst!
In Wirklichkeit ist das eine Spiegelfechterei. Es geht ausschließlich darum, jemanden anzuschütten, von dem man vermeintlich der Auffassung ist ... (Abg. Dr. Ofner: Zum Beispiel den Stadler, der nicht da ist!) Den "Standard" gestern hat er ja wohl gelesen. (Abg. Dr. Ofner: Ihnen geht es darum, jemanden anzuschütten! Das ist die Beweisführung für Sie selbst!) – Ich hindere ihn ja nicht, hier zu sein. Ich wäre sehr froh, wenn er hier wäre, ich wäre sehr froh, wenn er hier wäre. (Abg. Dr. Ofner: Sie können sich nicht als Biedermann herstellen und jemanden anschütten! – Weitere Zwischenrufe.) Meine Damen und Herren! Diese Konfrontation gehe ich jederzeit wieder ein, wenn er einmal dasitzt! Ich habe keine Angst vor Herrn Stadler! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Ofner: Sie können sich nicht als Biedermann herstellen und jemanden anschütten! – Weitere Zwischenrufe.
In Wirklichkeit ist das eine Spiegelfechterei. Es geht ausschließlich darum, jemanden anzuschütten, von dem man vermeintlich der Auffassung ist ... (Abg. Dr. Ofner: Zum Beispiel den Stadler, der nicht da ist!) Den "Standard" gestern hat er ja wohl gelesen. (Abg. Dr. Ofner: Ihnen geht es darum, jemanden anzuschütten! Das ist die Beweisführung für Sie selbst!) – Ich hindere ihn ja nicht, hier zu sein. Ich wäre sehr froh, wenn er hier wäre, ich wäre sehr froh, wenn er hier wäre. (Abg. Dr. Ofner: Sie können sich nicht als Biedermann herstellen und jemanden anschütten! – Weitere Zwischenrufe.) Meine Damen und Herren! Diese Konfrontation gehe ich jederzeit wieder ein, wenn er einmal dasitzt! Ich habe keine Angst vor Herrn Stadler! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
In Wirklichkeit ist das eine Spiegelfechterei. Es geht ausschließlich darum, jemanden anzuschütten, von dem man vermeintlich der Auffassung ist ... (Abg. Dr. Ofner: Zum Beispiel den Stadler, der nicht da ist!) Den "Standard" gestern hat er ja wohl gelesen. (Abg. Dr. Ofner: Ihnen geht es darum, jemanden anzuschütten! Das ist die Beweisführung für Sie selbst!) – Ich hindere ihn ja nicht, hier zu sein. Ich wäre sehr froh, wenn er hier wäre, ich wäre sehr froh, wenn er hier wäre. (Abg. Dr. Ofner: Sie können sich nicht als Biedermann herstellen und jemanden anschütten! – Weitere Zwischenrufe.) Meine Damen und Herren! Diese Konfrontation gehe ich jederzeit wieder ein, wenn er einmal dasitzt! Ich habe keine Angst vor Herrn Stadler! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Aber abgesehen davon ist es symptomatisch, daß die Herren nach ihren Attacken sofort wieder den Saal verlassen, weil es ihnen unangenehm wird, wenn sie dann die Antworten auf ihre Anschüttungsaktionen bekommen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Ofner: Ohne einen Beweis zu liefern, der Major! Das könnte man auch sagen!
Meine Damen und Herren! Nicht ich habe das gesagt, sondern das steht im "Standard", das ist zitiert, und das sagt Herr Major Franz Polzer. – Es ist schlicht und einfach ein Blödsinn, was Stadler da geredet hat, um es auf deutsch zu sagen, meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Ofner: Ohne einen Beweis zu liefern, der Major! Das könnte man auch sagen!)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich hoffe, die Gesetzgebungsperiode wird nicht so fruchtbar, was die Anzahl der Gesetze betrifft, wie mein Vorredner jetzt versucht hat, es sich herbeizuwünschen. Das ist schon fruchtbar genug, was Sie uns hier mit Ihren 98 oder 99 Änderungen im Rahmen der Strukturanpassungsgesetze angetan haben. Das wollen wir eigentlich in dieser Art und Weise nicht mehr fortschreiben, und ich denke, ich bin mit Ihnen in dieser Frage, mit einigen aus Ihren Reihen zumindest, einig. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Puttinger: Lesen! Die kriegen sie noch! Lesen Sie es einmal gescheit! – Rufe bei der ÖVP: Lesen! Lesen!
Sie hatten nicht die Courage und wollten nicht das Risiko eingehen, hier dieser Abänderung zuzustimmen. Wir haben im Ausschuß und hier in den Plenarberatungen einen Abänderungsantrag eingebracht. Sie waren nicht bereit und willens, dieser Abänderung zuzustimmen, obwohl das eigentlich selbstverständlich gewesen wäre. (Abg. Dr. Puttinger: Lesen! Die kriegen sie noch! Lesen Sie es einmal gescheit! – Rufe bei der ÖVP: Lesen! Lesen!) Ich habe es gelesen. (Abg. Dr. Puttinger: Bis 1997 bekommen sie sie!) Bis 1997. Es geht nicht darum, daß die Geburtenbeihilfe bis 1997 ausbezahlt wird, sondern daß es Frauen betrifft, die jetzt schwanger werden. (Bundesminister Mag. Klima: Nein! Bis 31. 12. 1996 kann die Frau schwanger werden, dann kriegt sie die Beiträge 1996 und 1997 ...!) Es betrifft trotzdem Frauen, die in diesen ... (Bundesminister Mag. Klima: Geburt bis 31. 12. 1996!) Ja, das sind die neun Monate, das geht sich nicht mehr aus, Herr Minister! (Bundesminister Mag. Klima: Bei der Budgetrede habe ich noch gesagt: Tummeln, tummeln! – Abg. Tichy-Schreder: Herr Kollege Öllinger! Die Frauen werden doch nicht wegen des Geldes schwanger!)
Abg. Dr. Puttinger: Bis 1997 bekommen sie sie!
Sie hatten nicht die Courage und wollten nicht das Risiko eingehen, hier dieser Abänderung zuzustimmen. Wir haben im Ausschuß und hier in den Plenarberatungen einen Abänderungsantrag eingebracht. Sie waren nicht bereit und willens, dieser Abänderung zuzustimmen, obwohl das eigentlich selbstverständlich gewesen wäre. (Abg. Dr. Puttinger: Lesen! Die kriegen sie noch! Lesen Sie es einmal gescheit! – Rufe bei der ÖVP: Lesen! Lesen!) Ich habe es gelesen. (Abg. Dr. Puttinger: Bis 1997 bekommen sie sie!) Bis 1997. Es geht nicht darum, daß die Geburtenbeihilfe bis 1997 ausbezahlt wird, sondern daß es Frauen betrifft, die jetzt schwanger werden. (Bundesminister Mag. Klima: Nein! Bis 31. 12. 1996 kann die Frau schwanger werden, dann kriegt sie die Beiträge 1996 und 1997 ...!) Es betrifft trotzdem Frauen, die in diesen ... (Bundesminister Mag. Klima: Geburt bis 31. 12. 1996!) Ja, das sind die neun Monate, das geht sich nicht mehr aus, Herr Minister! (Bundesminister Mag. Klima: Bei der Budgetrede habe ich noch gesagt: Tummeln, tummeln! – Abg. Tichy-Schreder: Herr Kollege Öllinger! Die Frauen werden doch nicht wegen des Geldes schwanger!)
Bundesminister Mag. Klima: Nein! Bis 31. 12. 1996 kann die Frau schwanger werden, dann kriegt sie die Beiträge 1996 und 1997 ...!
Sie hatten nicht die Courage und wollten nicht das Risiko eingehen, hier dieser Abänderung zuzustimmen. Wir haben im Ausschuß und hier in den Plenarberatungen einen Abänderungsantrag eingebracht. Sie waren nicht bereit und willens, dieser Abänderung zuzustimmen, obwohl das eigentlich selbstverständlich gewesen wäre. (Abg. Dr. Puttinger: Lesen! Die kriegen sie noch! Lesen Sie es einmal gescheit! – Rufe bei der ÖVP: Lesen! Lesen!) Ich habe es gelesen. (Abg. Dr. Puttinger: Bis 1997 bekommen sie sie!) Bis 1997. Es geht nicht darum, daß die Geburtenbeihilfe bis 1997 ausbezahlt wird, sondern daß es Frauen betrifft, die jetzt schwanger werden. (Bundesminister Mag. Klima: Nein! Bis 31. 12. 1996 kann die Frau schwanger werden, dann kriegt sie die Beiträge 1996 und 1997 ...!) Es betrifft trotzdem Frauen, die in diesen ... (Bundesminister Mag. Klima: Geburt bis 31. 12. 1996!) Ja, das sind die neun Monate, das geht sich nicht mehr aus, Herr Minister! (Bundesminister Mag. Klima: Bei der Budgetrede habe ich noch gesagt: Tummeln, tummeln! – Abg. Tichy-Schreder: Herr Kollege Öllinger! Die Frauen werden doch nicht wegen des Geldes schwanger!)
Bundesminister Mag. Klima: Geburt bis 31. 12. 1996!
Sie hatten nicht die Courage und wollten nicht das Risiko eingehen, hier dieser Abänderung zuzustimmen. Wir haben im Ausschuß und hier in den Plenarberatungen einen Abänderungsantrag eingebracht. Sie waren nicht bereit und willens, dieser Abänderung zuzustimmen, obwohl das eigentlich selbstverständlich gewesen wäre. (Abg. Dr. Puttinger: Lesen! Die kriegen sie noch! Lesen Sie es einmal gescheit! – Rufe bei der ÖVP: Lesen! Lesen!) Ich habe es gelesen. (Abg. Dr. Puttinger: Bis 1997 bekommen sie sie!) Bis 1997. Es geht nicht darum, daß die Geburtenbeihilfe bis 1997 ausbezahlt wird, sondern daß es Frauen betrifft, die jetzt schwanger werden. (Bundesminister Mag. Klima: Nein! Bis 31. 12. 1996 kann die Frau schwanger werden, dann kriegt sie die Beiträge 1996 und 1997 ...!) Es betrifft trotzdem Frauen, die in diesen ... (Bundesminister Mag. Klima: Geburt bis 31. 12. 1996!) Ja, das sind die neun Monate, das geht sich nicht mehr aus, Herr Minister! (Bundesminister Mag. Klima: Bei der Budgetrede habe ich noch gesagt: Tummeln, tummeln! – Abg. Tichy-Schreder: Herr Kollege Öllinger! Die Frauen werden doch nicht wegen des Geldes schwanger!)
Bundesminister Mag. Klima: Bei der Budgetrede habe ich noch gesagt: Tummeln, tummeln! – Abg. Tichy-Schreder: Herr Kollege Öllinger! Die Frauen werden doch nicht wegen des Geldes schwanger!
Sie hatten nicht die Courage und wollten nicht das Risiko eingehen, hier dieser Abänderung zuzustimmen. Wir haben im Ausschuß und hier in den Plenarberatungen einen Abänderungsantrag eingebracht. Sie waren nicht bereit und willens, dieser Abänderung zuzustimmen, obwohl das eigentlich selbstverständlich gewesen wäre. (Abg. Dr. Puttinger: Lesen! Die kriegen sie noch! Lesen Sie es einmal gescheit! – Rufe bei der ÖVP: Lesen! Lesen!) Ich habe es gelesen. (Abg. Dr. Puttinger: Bis 1997 bekommen sie sie!) Bis 1997. Es geht nicht darum, daß die Geburtenbeihilfe bis 1997 ausbezahlt wird, sondern daß es Frauen betrifft, die jetzt schwanger werden. (Bundesminister Mag. Klima: Nein! Bis 31. 12. 1996 kann die Frau schwanger werden, dann kriegt sie die Beiträge 1996 und 1997 ...!) Es betrifft trotzdem Frauen, die in diesen ... (Bundesminister Mag. Klima: Geburt bis 31. 12. 1996!) Ja, das sind die neun Monate, das geht sich nicht mehr aus, Herr Minister! (Bundesminister Mag. Klima: Bei der Budgetrede habe ich noch gesagt: Tummeln, tummeln! – Abg. Tichy-Schreder: Herr Kollege Öllinger! Die Frauen werden doch nicht wegen des Geldes schwanger!)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Puttinger .
Meine Damen und Herren! Es wäre notwendig gewesen, wenn Sie Strukturreformen in diesem Land vorantreiben wollen, daß Sie etwa das beherzigen, was Ihnen von der ÖVP beispielsweise so wichtig ist: Kampf der Gesetzesflut. Es ist dies eine Initiative, die Sie ausgerechnet in diesen Tagen – mit 70 000 oder 100 000 Unterschriften – vorgestellt, aber kein Wort darüber verloren haben, daß "Kampf der Gesetzesflut" von denselben Leuten betrieben wird, die hier in diesem Hohen Hause die Gesetze, die Gesetzesflut verabschieden. Es ist doch ein Unding, ein Paradoxon für sich, "Kampf der Gesetzesflut" zu formulieren und hier herinnen fleißig abstimmen zu wollen und zu müssen, brav die Hand zu heben zu der Erstellung von 100 Gesetzen, meine Damen und Herren von der ÖVP! (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Puttinger .)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Puttinger: Ihre Lösung heißt subventionieren! Wir zahlen alles! Wir subventionieren alles!
Was machen Sie? Was wäre notwendig gewesen? – Lösungen woanders zu suchen! Lösungen zu suchen in den Diagnosen von Problemen, die wir hier in Österreich in einigen Bereichen durchaus auch gemeinsam feststellen können. Dann dürften Sie aber nicht 100 Gesetze verabschieden, sondern dann müßten Sie in einem intensiven Prozeß, so, wie wir das aus anderen Ländern kennen und wie es durchaus auch der Tradition, der Gesetzgebungstradition in diesem Hause entspricht, sich Zeit nehmen dafür, um in einigen bestimmten Bereichen, in denen Strukturreformen notwendig sind, tatsächlich effektive Lösungen zu erreichen. Und das sind dann die klaren und schlanken Lösungen – aber nicht ein barockes Gesetz, das in seiner Monstrosität alles übertrifft. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Puttinger: Ihre Lösung heißt subventionieren! Wir zahlen alles! Wir subventionieren alles!) Nein! (Abg. Dr. Puttinger: Das haben Sie doch gerade gesagt!) Nein!
Abg. Dr. Puttinger: Das haben Sie doch gerade gesagt!
Was machen Sie? Was wäre notwendig gewesen? – Lösungen woanders zu suchen! Lösungen zu suchen in den Diagnosen von Problemen, die wir hier in Österreich in einigen Bereichen durchaus auch gemeinsam feststellen können. Dann dürften Sie aber nicht 100 Gesetze verabschieden, sondern dann müßten Sie in einem intensiven Prozeß, so, wie wir das aus anderen Ländern kennen und wie es durchaus auch der Tradition, der Gesetzgebungstradition in diesem Hause entspricht, sich Zeit nehmen dafür, um in einigen bestimmten Bereichen, in denen Strukturreformen notwendig sind, tatsächlich effektive Lösungen zu erreichen. Und das sind dann die klaren und schlanken Lösungen – aber nicht ein barockes Gesetz, das in seiner Monstrosität alles übertrifft. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Puttinger: Ihre Lösung heißt subventionieren! Wir zahlen alles! Wir subventionieren alles!) Nein! (Abg. Dr. Puttinger: Das haben Sie doch gerade gesagt!) Nein!
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Puttinger: Wie schaut es denn bei den Sonderausgaben aus?
Sie sind doch derjenige, Herr Abgeordneter Puttinger, der mit diesen 100 Gesetzen eine hypertrophe Bürokratie geradezu nährt. Das ist doch die Nährlösung für eine Bürokratie, die Sie hier beschließen! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Puttinger: Wie schaut es denn bei den Sonderausgaben aus?) Sie brauchen doch uns nicht vorzuwerfen, daß wir in bestimmten Bereichen für staatliche Regulierungen eintreten. (Abg. Dr. Puttinger: Wie schaut es denn aus bei den Sonderausgaben? Geben Sie eine Antwort!) Wir sind natürlich dafür, aber wir sind für klare, einfache und saubere Lösungen. (Abg. Dr. Puttinger: Geben Sie eine Antwort! Geben Sie bitte eine Antwort!)
Abg. Dr. Puttinger: Wie schaut es denn aus bei den Sonderausgaben? Geben Sie eine Antwort!
Sie sind doch derjenige, Herr Abgeordneter Puttinger, der mit diesen 100 Gesetzen eine hypertrophe Bürokratie geradezu nährt. Das ist doch die Nährlösung für eine Bürokratie, die Sie hier beschließen! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Puttinger: Wie schaut es denn bei den Sonderausgaben aus?) Sie brauchen doch uns nicht vorzuwerfen, daß wir in bestimmten Bereichen für staatliche Regulierungen eintreten. (Abg. Dr. Puttinger: Wie schaut es denn aus bei den Sonderausgaben? Geben Sie eine Antwort!) Wir sind natürlich dafür, aber wir sind für klare, einfache und saubere Lösungen. (Abg. Dr. Puttinger: Geben Sie eine Antwort! Geben Sie bitte eine Antwort!)
Abg. Dr. Puttinger: Geben Sie eine Antwort! Geben Sie bitte eine Antwort!
Sie sind doch derjenige, Herr Abgeordneter Puttinger, der mit diesen 100 Gesetzen eine hypertrophe Bürokratie geradezu nährt. Das ist doch die Nährlösung für eine Bürokratie, die Sie hier beschließen! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Puttinger: Wie schaut es denn bei den Sonderausgaben aus?) Sie brauchen doch uns nicht vorzuwerfen, daß wir in bestimmten Bereichen für staatliche Regulierungen eintreten. (Abg. Dr. Puttinger: Wie schaut es denn aus bei den Sonderausgaben? Geben Sie eine Antwort!) Wir sind natürlich dafür, aber wir sind für klare, einfache und saubere Lösungen. (Abg. Dr. Puttinger: Geben Sie eine Antwort! Geben Sie bitte eine Antwort!)
Abg. Dr. Puttinger: Hat sich nichts geändert?!
Herr Abgeordneter Puttinger! Ich habe schon mehrmals in diesem Hohen Hause gesagt: Eine einfache und klare Lösung wäre beispielsweise in einem Bereich denkbar gewesen, wo wir das alle gemeinsam – zumindest in den Worten – wünschen, nämlich ein klares, harmonisiertes Pensionssystem zu schaffen. Da verweigern Sie sich, obwohl Sie noch vor den Wahlen gesagt haben, da stimmen wir überein. Jetzt verweigern Sie sich! Kein Thema mehr für Ihre Partei! Kein Thema mehr für Sie! Keine Frage mehr! (Abg. Dr. Puttinger: Hat sich nichts geändert?!) Da haben wir Lösungen parat, Herr Abgeordneter Puttinger, die tatsächlich klar und einfach sind. (Abg. Dr. Puttinger: Wo ist die zusätzliche Bürokratie?) Ich zeige Ihnen das. Wir würden dadurch erheblich an Bürokratie einsparen können, Herr Abgeordneter Puttinger! (Abg. Dr. Puttinger: Bitte zeigen Sie uns das!)
Abg. Dr. Puttinger: Wo ist die zusätzliche Bürokratie?
Herr Abgeordneter Puttinger! Ich habe schon mehrmals in diesem Hohen Hause gesagt: Eine einfache und klare Lösung wäre beispielsweise in einem Bereich denkbar gewesen, wo wir das alle gemeinsam – zumindest in den Worten – wünschen, nämlich ein klares, harmonisiertes Pensionssystem zu schaffen. Da verweigern Sie sich, obwohl Sie noch vor den Wahlen gesagt haben, da stimmen wir überein. Jetzt verweigern Sie sich! Kein Thema mehr für Ihre Partei! Kein Thema mehr für Sie! Keine Frage mehr! (Abg. Dr. Puttinger: Hat sich nichts geändert?!) Da haben wir Lösungen parat, Herr Abgeordneter Puttinger, die tatsächlich klar und einfach sind. (Abg. Dr. Puttinger: Wo ist die zusätzliche Bürokratie?) Ich zeige Ihnen das. Wir würden dadurch erheblich an Bürokratie einsparen können, Herr Abgeordneter Puttinger! (Abg. Dr. Puttinger: Bitte zeigen Sie uns das!)
Abg. Dr. Puttinger: Bitte zeigen Sie uns das!
Herr Abgeordneter Puttinger! Ich habe schon mehrmals in diesem Hohen Hause gesagt: Eine einfache und klare Lösung wäre beispielsweise in einem Bereich denkbar gewesen, wo wir das alle gemeinsam – zumindest in den Worten – wünschen, nämlich ein klares, harmonisiertes Pensionssystem zu schaffen. Da verweigern Sie sich, obwohl Sie noch vor den Wahlen gesagt haben, da stimmen wir überein. Jetzt verweigern Sie sich! Kein Thema mehr für Ihre Partei! Kein Thema mehr für Sie! Keine Frage mehr! (Abg. Dr. Puttinger: Hat sich nichts geändert?!) Da haben wir Lösungen parat, Herr Abgeordneter Puttinger, die tatsächlich klar und einfach sind. (Abg. Dr. Puttinger: Wo ist die zusätzliche Bürokratie?) Ich zeige Ihnen das. Wir würden dadurch erheblich an Bürokratie einsparen können, Herr Abgeordneter Puttinger! (Abg. Dr. Puttinger: Bitte zeigen Sie uns das!)
Abg. Rosemarie Bauer: Aber das geschieht ja schon! In Vorarlberg! In Salzburg! – Abg. Dr. Puttinger: Das gibt es ja schon!
Es wäre auch möglich, nicht in jenen Bereichen zu sparen, wo Sie jetzt sparen, nämlich bei den Arbeitslosen und Notstandshilfeempfängern, sondern in Bereichen zu sparen, wo man nicht jemandem etwas wegnehmen muß. Das ist möglich und denkbar! Beispielsweise im Gesundheitsbereich: Es wäre das möglich durch den Ausbau einer dezentralen Altenbetreuung und Altenversorgung, durch eine extramurale Altenbetreuung und Altenversorgung. Diesen Weg gehen Sie aber nicht! (Abg. Rosemarie Bauer: Aber das geschieht ja schon! In Vorarlberg! In Salzburg! – Abg. Dr. Puttinger: Das gibt es ja schon!) Es wäre möglich durch den Abbau einer Apparatemedizin. Diesen Weg gehen Sie nicht!
Abg. Dr. Puttinger: Bitte sehr! – Beifall bei den Grünen. – Während der letzten Worte des Redners hat Abg. Wabl bereits einige Exemplare einer Broschüre an Abg. Puttinger und einige andere ÖVP-Abgeordnete verteilt.
Ich hoffe, Herr Abgeordneter Puttinger, wenn ich die genannte Broschüre an Sie verteile, daß Sie auch eine Blick in diese Broschüre werfen, daß Sie die Diskussion und die Auseinandersetzung suchen, daß Sie gemeinsam mit uns die Debatte über eine Gesellschaft von morgen, über ein Österreich von morgen, die wir dringend nötig haben, dringend nötig haben in der Analyse, dringend nötig haben in anderen strategischen Entwürfen, mit uns aufnehmen. – Danke. Herr Abgeordneter Puttinger, Ihnen ganz besonders! (Abg. Dr. Puttinger: Bitte sehr! – Beifall bei den Grünen. – Während der letzten Worte des Redners hat Abg. Wabl bereits einige Exemplare einer Broschüre an Abg. Puttinger und einige andere ÖVP-Abgeordnete verteilt.)
Abg. Mag. Stadler: Das steht in der Geschäftsordnung!
Abgeordneter Andreas Wabl (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung) : Herr Präsident! Ich nehme an, daß Sie hier nicht das Weiterreichen von Informationen von Abgeordneten zu Abgeordneten verbieten wollen. (Abg. Mag. Stadler: Das steht in der Geschäftsordnung!)
Abg. Wabl: Dürfen dann Zeitungen regelmäßig verteilt werden?
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Durchaus nicht, aber ich bin nicht überzeugt davon, daß das von der Geschäftsordnung her gedeckt ist, und ich glaube, wir sollten in der Präsidiale darüber sprechen. Ich hindere Sie auch jetzt nicht an der Verteilung. – Danke schön. (Abg. Wabl: Dürfen dann Zeitungen regelmäßig verteilt werden?)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Jetzt geht es darum, das vorliegende Konsolidierungsprogramm, welches mehrheitlich von der Bevölkerung akzeptiert wird, konsequent umzusetzen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das zeigt aber auch, daß wir mit diesem vorliegenden Reformprogramm auf dem richtigen Weg sind. Jetzt ist es unsere Aufgabe, unsere Aufgabe hier im Hohen Haus, der Bevölkerung Mut zu machen – damit möchte mich vor allem auch an die Opposition wenden – und ihr die Botschaft zu übermitteln, daß wir sehr wohl optimistisch in die Zukunft blicken können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Denn was haben wir denn in dieser Budgetdebatte eigentlich alles miterlebt? – Wir haben gesehen, daß es eine Schlagwortdebatte ist, wir haben gesehen, daß Abgeordneter Koppler ruhig sagen kann, daß der Industriestandort Österreich gesichert sei, daß neue Arbeitsplätze geschaffen würden. Genau eines hat er dabei aber nicht erwähnt: daß eben durch die schlechte Wirtschaftspolitik dieser Bundesregierung Arbeitsplätze vernichtet worden sind. Das muß man genauso dazusagen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Mertel: Was habe ich gesagt?
Frau Abgeordnete Mertel! Sie machen auch immer wieder gern einen kleinen Zwischenruf. Ich darf Ihnen sagen: Mich stören Ihre Zwischenrufe sicher nicht. Wenn Sie sachlich wären, würde ich sie gern beantworten. Aber das, was Sie jetzt gesagt haben, ist ja nicht sachlich, daher brauche ich das nicht zu beantworten. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Mertel: Was habe ich gesagt?)
Abg. Koppler: Wenn ich gewußt hätte, daß du redest, wäre ich draußen geblieben. – Abg. Dr. Graf: Wenn es so weitergeht wie bisher, ist der Koppler bald der letzte Industriearbeiter!
Die Zahl der Industriebeschäftigten, meine Damen und Herren, ist 1995 um 2 Prozent gesunken – ich freue mich, daß Kollege Koppler hier ist, damit er das auch hört (Abg. Koppler: Wenn ich gewußt hätte, daß du redest, wäre ich draußen geblieben. – Abg. Dr. Graf: Wenn es so weitergeht wie bisher, ist der Koppler bald der letzte Industriearbeiter!) – , die Zahl der Arbeitsplätze in der Bauwirtschaft ging um 7,9 Prozent zurück, und die Aussichten für 1996 und 1997 sind nicht rosig, sondern trist.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die Sektion Industrie in der Bundeswirtschaftskammer – das könnten wir einmal dem Präsidenten Maderthaner sagen – befürchtet einen Verlust von 15 000 bis 20 000 Arbeitsplätzen im Jahr 1997. – Das, meine sehr geschätzten Damen und Herren, sollten wir in diesem Hohen Haus verhindern, und zwar durch gute Gesetze. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Lukesch: Das ist ja gar nicht wahr!
Wir Freiheitlichen haben ja zum Thema Energiesteuer im Zuge der Debatte über das Strukturanpassungsgesetz einen Antrag eingebracht. Was haben Sie gemacht, meine sehr geschätzten Damen und Herren von der Regierungskoalition? – Sie haben diesen Antrag abgelehnt, obwohl Sie wissen, daß Sie mit dieser Energiesteuer im Schnitt 8 000 Arbeitsplätze vernichten. (Abg. Dr. Lukesch: Das ist ja gar nicht wahr!)
Abg. Dr. Lukesch: Das stimmt ja nicht!
Für die Forschung haben Sie überhaupt nichts übrig (Abg. Dr. Lukesch: Das stimmt ja nicht!), und das kann ich dadurch beweisen, daß Sie nicht einmal bereit waren, für Forschungszwecke einer Steuerbefreiung bei Erdgas zuzustimmen. – Da sieht man genau, wie Sie daran interessiert sind, daß Forschung betrieben und Arbeitsplätze gesichert werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Für die Forschung haben Sie überhaupt nichts übrig (Abg. Dr. Lukesch: Das stimmt ja nicht!), und das kann ich dadurch beweisen, daß Sie nicht einmal bereit waren, für Forschungszwecke einer Steuerbefreiung bei Erdgas zuzustimmen. – Da sieht man genau, wie Sie daran interessiert sind, daß Forschung betrieben und Arbeitsplätze gesichert werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Koppler: Das gibt es bei uns auch!
Aber wir sollten versuchen, Änderungen herbeizuführen. Und da gibt es ein wunderbares Beispiel dafür, wie es in Deutschland praktiziert wird. In Deutschland werden Lehrwerkstätten zusammengelegt. Es gibt Betriebe, die Lehrlinge aufnehmen, die von anderen Betrieben kommen (Abg. Koppler: Das gibt es bei uns auch!), und das sollte unter anderem auch bei uns in Österreich viel mehr gefördert werden. Kollege Koppler, du weißt ganz genau, nur mit Reden allein werden wir das nicht erreichen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber wir sollten versuchen, Änderungen herbeizuführen. Und da gibt es ein wunderbares Beispiel dafür, wie es in Deutschland praktiziert wird. In Deutschland werden Lehrwerkstätten zusammengelegt. Es gibt Betriebe, die Lehrlinge aufnehmen, die von anderen Betrieben kommen (Abg. Koppler: Das gibt es bei uns auch!), und das sollte unter anderem auch bei uns in Österreich viel mehr gefördert werden. Kollege Koppler, du weißt ganz genau, nur mit Reden allein werden wir das nicht erreichen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Koppler: Da hast du mir nicht zugehört vorgestern! Da hast du nur geschrien, aber nicht zugehört!
Zur Situation der Lehrstellensuchenden in Tirol. 1995 ist die Zahl der Lehrstellensuchenden um 14,2 Prozent gestiegen, die Zahl der Lehrstellen aber um 52,1 Prozent zurückgegangen. – Und das, Kollege Koppler, ist meiner Ansicht nach sehr gefährlich! So wird genau jene Zukunftsstruktur, die wir brauchen, damit Facharbeiter ausgebildet werden können, von euch verhindert. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Koppler: Da hast du mir nicht zugehört vorgestern! Da hast du nur geschrien, aber nicht zugehört!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Bundeskanzler Vranitzky und Vizekanzler Schüssel sagten – das steht im Wirtschaftsteil des "Kurier" vom 20. Feber auf Seite 17 zu lesen –, es soll die Lehrlingsausbildung weiter aufgewertet werden. Jetzt frage ich Sie, meine Damen und Herren: wann, wie, wo? Werte Abgeordnete, wo wollen wir das machen? Was ist bis jetzt geschehen? Nur Schlagworte! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn wir neue Arbeitsplätze schaffen wollen, dann können wir das nur durch die Förderung der Klein- und Mittelbetriebe erreichen. – Aber diesbezüglich habe ich bis jetzt von Ihnen, meine Damen und Herren, noch keine Ansätze gesehen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Koppler: Da bist du unterschiedlicher Meinung zu deinem Parteiobmann! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist ja erlaubt bei uns!
Als Arbeitnehmer und gleichwertiger Partner in unserem Wirtschaftssystem wollen wir sicher unseren Anteil dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs und den Wirtschaftsstandort Österreich abzusichern. Aber Österreich geht sicherlich nicht an den hohen Lohnnebenkosten zugrunde. Das sind Themen, die man braucht, um etwas zu verschleiern. Meiner Ansicht nach sind die Lohnnebenkosten nicht entscheidend, denn sie sind meiner Meinung nach so zu kalkulieren, daß man eben auf ein entsprechendes Jahreseinkommen kommt und kein Einkommensverlust entsteht. (Abg. Koppler: Da bist du unterschiedlicher Meinung zu deinem Parteiobmann! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist ja erlaubt bei uns!)
Abg. Koppler: Bravo!
Ich brauche meinen Parteiobmann sicher nicht zu verteidigen, der kann das wahrscheinlich besser; er ist, so meine ich, doch sehr redegewandt. Aber dir kann ich eines sagen, Kollege Koppler: Die Lohnnebenkosten, die jetzt als arbeitsplatzvernichtend bezeichnet werden, aufgrund derer angeblich die Wirtschaftsstruktur nicht angekurbelt wird – was nicht stimmt –, sind meiner Ansicht nach nicht entscheidend. (Abg. Koppler: Bravo!) Entscheidend sind die Arbeitsplatzkosten, diesbezüglich müssen wir in Österreich gegenüber dem Ausland konkurrenzfähig sein. Da muß man aber eine gesunde Wirtschaftspolitik betreiben, und diese vermisse ich bei uns! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich brauche meinen Parteiobmann sicher nicht zu verteidigen, der kann das wahrscheinlich besser; er ist, so meine ich, doch sehr redegewandt. Aber dir kann ich eines sagen, Kollege Koppler: Die Lohnnebenkosten, die jetzt als arbeitsplatzvernichtend bezeichnet werden, aufgrund derer angeblich die Wirtschaftsstruktur nicht angekurbelt wird – was nicht stimmt –, sind meiner Ansicht nach nicht entscheidend. (Abg. Koppler: Bravo!) Entscheidend sind die Arbeitsplatzkosten, diesbezüglich müssen wir in Österreich gegenüber dem Ausland konkurrenzfähig sein. Da muß man aber eine gesunde Wirtschaftspolitik betreiben, und diese vermisse ich bei uns! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Denn worin liegen die österreichischen Arbeitskosten – betrachten wir die Statistik; Deutschland hat höhere Arbeitskosten –: Die österreichischen Arbeitskosten sind gegenüber denen Deutschlands um 29 Prozent günstiger, gegenüber der Schweiz sind sie um 25 Prozent günstiger. Daher sind die Lohnnebenkosten nicht entscheidend, sondern entscheidend ist, daß eine Wirtschaftspolitik betrieben wird, die die Sicherheit der Arbeitsplätze gewährleistet. Das wollen wir haben, das wollen viele, viele Österreicher. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Festzustellen ist jedenfalls, daß das vorliegende Ergebnis – auch wenn es nach weiteren Veränderungen ruft – ein mit allen Ländervertretern ausgehandelter Kompromiß, ein ausgehandeltes Paktum ist und daher bis Ende des Jahres 2000 seine Gültigkeit haben wird. Es sind Strukturreformen im Finanzausgleich anzustreben, die schrittweise haushaltswirksam werden müssen, damit Österreich mit seinen Bundesländern und Gemeinden auch in Zukunft eine wesentliche Rolle als wirtschaftlich gesundes Land und als sozialer Wohlfahrtsstaat in Europa einnimmt. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Wabl. – Abg. Mag. Firlinger: Wabl, Wabl, das wird ein böses Ende nehmen!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Mag. Firlinger. – Sie haben das Wort, Herr Abgeordneter. (Zwischenruf des Abg. Wabl. – Abg. Mag. Firlinger: Wabl, Wabl, das wird ein böses Ende nehmen!)
Ruf bei der SPÖ: Molterer ist gekommen!
Kurz noch einmal zur Sache, meine Damen und Herren. – Daß wir Liberale diesem Budget die Zustimmung verweigern werden, daran haben wir, glaube ich, keinen Zweifel gelassen. – Ich möchte ein idealtypisches Kapitel des Bundesbudgets herausgreifen, nämlich das Kapitel ... (Ruf bei der SPÖ: Molterer ist gekommen!) Molterer ist da – hervorragend, ausgezeichnet, paßt wie gerufen! Herr Bundesminister, ich darf Sie herzlich begrüßen, und ich komme sogleich zum Kapitel 77, Österreichische Bundesforste. (Abg. Auer: Nehmen Sie alles zurück, was vorher gesagt wurde?) Alles nicht! Molterer hat seine Aufgabe auch ernst genommen und ist noch rechtzeitig erschienen. Danke schön.
Abg. Auer: Nehmen Sie alles zurück, was vorher gesagt wurde?
Kurz noch einmal zur Sache, meine Damen und Herren. – Daß wir Liberale diesem Budget die Zustimmung verweigern werden, daran haben wir, glaube ich, keinen Zweifel gelassen. – Ich möchte ein idealtypisches Kapitel des Bundesbudgets herausgreifen, nämlich das Kapitel ... (Ruf bei der SPÖ: Molterer ist gekommen!) Molterer ist da – hervorragend, ausgezeichnet, paßt wie gerufen! Herr Bundesminister, ich darf Sie herzlich begrüßen, und ich komme sogleich zum Kapitel 77, Österreichische Bundesforste. (Abg. Auer: Nehmen Sie alles zurück, was vorher gesagt wurde?) Alles nicht! Molterer hat seine Aufgabe auch ernst genommen und ist noch rechtzeitig erschienen. Danke schön.
Beifall beim Liberalen Forum. – Ruf: Der Minister hört ja gar nicht zu!
Wir Liberale sehen auf diesem Gebiet die Notwendigkeit eines durchgreifenden Reformansatzes, der nach unserem Dafürhalten nicht mit einer Privatstiftung – wie es Bundesminister Molterer vorschwebt – oder mit einer Beibehaltung des Status quo – wie es vielleicht bei den Grünen diskutiert wird – oder einer oberflächlichen Veränderung der Führungsstruktur zu beantworten ist, sondern, meine Damen und Herren, das Kernstück einer Reform der ÖBF kann nur in einer Ausgliederung aus dem Bundesbudget und in einem daran anschließenden geordneten Rückzug des Staates aus der Forstwirtschaft bestehen. (Beifall beim Liberalen Forum. – Ruf: Der Minister hört ja gar nicht zu!) Molterer wird schon zuhören. (Abg. Wabl: Was machen wir mit den Schutzwäldern, Kollege Firlinger?) Da gebe ich dir jede Menge Antworten, Kollege, wir werden das noch ausführlich diskutieren. (Abg. Wabl: Eine Antwort genügt! Das würde mir schon ein bißchen helfen!) Da gibt es viele Antworten, aber alle sind klar, Kollege Wabl. Jede Menge Argumente gibt es, die wir dir, Kollege Wabl, zur Verfügung stellen können.
Abg. Wabl: Was machen wir mit den Schutzwäldern, Kollege Firlinger?
Wir Liberale sehen auf diesem Gebiet die Notwendigkeit eines durchgreifenden Reformansatzes, der nach unserem Dafürhalten nicht mit einer Privatstiftung – wie es Bundesminister Molterer vorschwebt – oder mit einer Beibehaltung des Status quo – wie es vielleicht bei den Grünen diskutiert wird – oder einer oberflächlichen Veränderung der Führungsstruktur zu beantworten ist, sondern, meine Damen und Herren, das Kernstück einer Reform der ÖBF kann nur in einer Ausgliederung aus dem Bundesbudget und in einem daran anschließenden geordneten Rückzug des Staates aus der Forstwirtschaft bestehen. (Beifall beim Liberalen Forum. – Ruf: Der Minister hört ja gar nicht zu!) Molterer wird schon zuhören. (Abg. Wabl: Was machen wir mit den Schutzwäldern, Kollege Firlinger?) Da gebe ich dir jede Menge Antworten, Kollege, wir werden das noch ausführlich diskutieren. (Abg. Wabl: Eine Antwort genügt! Das würde mir schon ein bißchen helfen!) Da gibt es viele Antworten, aber alle sind klar, Kollege Wabl. Jede Menge Argumente gibt es, die wir dir, Kollege Wabl, zur Verfügung stellen können.
Abg. Wabl: Eine Antwort genügt! Das würde mir schon ein bißchen helfen!
Wir Liberale sehen auf diesem Gebiet die Notwendigkeit eines durchgreifenden Reformansatzes, der nach unserem Dafürhalten nicht mit einer Privatstiftung – wie es Bundesminister Molterer vorschwebt – oder mit einer Beibehaltung des Status quo – wie es vielleicht bei den Grünen diskutiert wird – oder einer oberflächlichen Veränderung der Führungsstruktur zu beantworten ist, sondern, meine Damen und Herren, das Kernstück einer Reform der ÖBF kann nur in einer Ausgliederung aus dem Bundesbudget und in einem daran anschließenden geordneten Rückzug des Staates aus der Forstwirtschaft bestehen. (Beifall beim Liberalen Forum. – Ruf: Der Minister hört ja gar nicht zu!) Molterer wird schon zuhören. (Abg. Wabl: Was machen wir mit den Schutzwäldern, Kollege Firlinger?) Da gebe ich dir jede Menge Antworten, Kollege, wir werden das noch ausführlich diskutieren. (Abg. Wabl: Eine Antwort genügt! Das würde mir schon ein bißchen helfen!) Da gibt es viele Antworten, aber alle sind klar, Kollege Wabl. Jede Menge Argumente gibt es, die wir dir, Kollege Wabl, zur Verfügung stellen können.
Abg. Wabl: Bitte, das mit den Schutzwäldern noch, dieses kleine Detail!
Ich will Sie jetzt nicht noch mit diesen Details ... (Abg. Wabl: Bitte, das mit den Schutzwäldern noch, dieses kleine Detail!) Ja, Kollege, nur Geduld, es gibt noch einen Ausschuß! (Abg. Wabl: Er vertröstet mich auf den Ausschuß! – Das ist Populismus!) Herr Kollege Wabl! Die Österreichischen Bundesforste bestehen nicht nur aus Schutzwäldern. Der Schutzwaldanteil – um eine Frage vorweg zu beantworten – beträgt 27 Prozent des gesamten staatlichen Forstbesitzes. Es bleibt aber genug übrig, das man einer geordneten Privatisierung zuführen kann. Es bleibt genug übrig. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Wabl: Wer zahlt das? – Der Staat heute!) Kollege Wabl, das ist fürs erste einmal genug. Im Ausschuß können wir nächtelang, tagelang diskutieren; ich freue mich auf die Auseinandersetzungen mit dir darüber.
Abg. Wabl: Er vertröstet mich auf den Ausschuß! – Das ist Populismus!
Ich will Sie jetzt nicht noch mit diesen Details ... (Abg. Wabl: Bitte, das mit den Schutzwäldern noch, dieses kleine Detail!) Ja, Kollege, nur Geduld, es gibt noch einen Ausschuß! (Abg. Wabl: Er vertröstet mich auf den Ausschuß! – Das ist Populismus!) Herr Kollege Wabl! Die Österreichischen Bundesforste bestehen nicht nur aus Schutzwäldern. Der Schutzwaldanteil – um eine Frage vorweg zu beantworten – beträgt 27 Prozent des gesamten staatlichen Forstbesitzes. Es bleibt aber genug übrig, das man einer geordneten Privatisierung zuführen kann. Es bleibt genug übrig. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Wabl: Wer zahlt das? – Der Staat heute!) Kollege Wabl, das ist fürs erste einmal genug. Im Ausschuß können wir nächtelang, tagelang diskutieren; ich freue mich auf die Auseinandersetzungen mit dir darüber.
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Wabl: Wer zahlt das? – Der Staat heute!
Ich will Sie jetzt nicht noch mit diesen Details ... (Abg. Wabl: Bitte, das mit den Schutzwäldern noch, dieses kleine Detail!) Ja, Kollege, nur Geduld, es gibt noch einen Ausschuß! (Abg. Wabl: Er vertröstet mich auf den Ausschuß! – Das ist Populismus!) Herr Kollege Wabl! Die Österreichischen Bundesforste bestehen nicht nur aus Schutzwäldern. Der Schutzwaldanteil – um eine Frage vorweg zu beantworten – beträgt 27 Prozent des gesamten staatlichen Forstbesitzes. Es bleibt aber genug übrig, das man einer geordneten Privatisierung zuführen kann. Es bleibt genug übrig. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Wabl: Wer zahlt das? – Der Staat heute!) Kollege Wabl, das ist fürs erste einmal genug. Im Ausschuß können wir nächtelang, tagelang diskutieren; ich freue mich auf die Auseinandersetzungen mit dir darüber.
Beifall beim Liberalen Forum.
Ein dritter Punkt: Wir wollen die Verbesserung der Substanz durch Arrondierungs- und Sanierungsmaßnahmen gewährleisten. Auch das wird nur sehr halbherzig betrieben. Die Österreichischen Bundesforste können zwar verkaufen, können auch zukaufen, aber jede einzelne Grundstückstransaktion unterliegt dem Nationalrat. So kann ein ordnungsgemäß geführtes Unternehmen sicherlich nicht arbeiten. Daher besteht also auch in dieser Hinsicht Reformbedarf. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Mag. Barmüller – in Anspielung darauf, daß die Minister Mag. Klima, Mag. Molterer und Hums , hinter der Regierungsbank stehend, in ein Gespräch vertieft sind –: Deine Rede hat Erfolg, die Budgetverhandlungen gehen schon weiter!
Ein letzter Punkt, der mir ebenfalls sehr wichtig zu sein scheint und der mit diesem Entschließungsantrag in Gang gesetzt werden soll, ist schließlich die Befreiung des Bundes von finanziellen Verpflichtungen, wie einer Haftung für mögliche Verluste der Österreichischen Bundesforste. Sie wissen ja, meine Damen und Herren, es gibt hier stark schwankende Erfolge. Immer dann, wenn die Holzpreise einigermaßen in Ordnung sind ... (Abg. Mag. Barmüller – in Anspielung darauf, daß die Minister Mag. Klima, Mag. Molterer und Hums , hinter der Regierungsbank stehend, in ein Gespräch vertieft sind –: Deine Rede hat Erfolg, die Budgetverhandlungen gehen schon weiter!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Die Budgetverhandlungen setzen sich, wie man sieht, intensiv fort, und ich nehme auch an, daß vielleicht auch gleichzeitig das Strukturanpassungsgesetz eine erste Korrektur erfährt. Das freut mich, meine Damen und Herren. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Wir Liberale werden unsere Vorschläge und Forderungen mit dem notwendigen Nachdruck, mit der notwendigen inhaltlichen Akzentuierung vortragen, und wir hoffen darauf, daß Sie, meine Damen und Herren, sich dieser Diskussion offen und sachlich stellen werden. – Ich danke Ihnen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Und wenn es überhaupt eine Währungsunion geben wird – und ich bin optimistisch, daß diese kommen wird –, wird Österreich als eines der wenigen Länder von Anfang an – aufgrund dieses Reformpakets – dabeisein. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.) Wir sind – und darauf können wir stolz sein –, was die Sozialleistungen anlangt, Weltspitze, und um die österreichische Sozialpartnerschaft beneiden uns viele.
Abg. Dr. Khol: Was? Und von der Grünen Bildungswerkstatt! – Abg. Mag. Stadler: Da schau her!
Meine Damen und Herren! Herr Bundesminister für Finanzen! – Er ist derzeit nicht da, aber es ist ein Zufall, daß der Herr Bundesminister für Soziales jetzt auf der Regierungsbank sitzt. Ich war der Meinung, daß dieses Reformpaket, das dieses Budget und somit irgendwo auch die Zukunft Österreichs absichert, gemeinsam getragen wird. Ich stelle aber fest, daß man in einem Büchlein der "Gesellschaft Wagen" – der Druck erfolgt mit freundlicher Unterstützung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales sowie der "Bewegung rotes Wien", meine Damen und Herren! – so manch Interessantes lesen kann. (Abg. Dr. Khol: Was? Und von der Grünen Bildungswerkstatt! – Abg. Mag. Stadler: Da schau her!)
Abg. Mag. Haupt steht an der Regierungsbank und spricht mit Bundesminister Hums. – Abg. Dr. Khol: Herr Präsident! Zur Geschäftsbehandlung!
Da lese ich, Herr Bundesminister für Soziales: Mit politischer Intelligenz könnte für Bürgerinnen und Staat viel getan werden, ohne zur Primitivmaßnahme ... (Abg. Mag. Haupt steht an der Regierungsbank und spricht mit Bundesminister Hums. – Abg. Dr. Khol: Herr Präsident! Zur Geschäftsbehandlung!)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Jakob Auer (fortsetzend): Sehr geehrter Herr Präsident, ich danke Ihnen sehr herzlich für diese Unterstützung, die Sie mir auf Anregung des Klubobmannes Dr. Khol jetzt zuteil werden lassen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Bundesminister, ich würde Sie dringend ersuchen, da ein bißchen für Ordnung zu sorgen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Aumayr: Und die ÖVP sperrt die Bauernhöfe zu!
Das Bundesministerium für Justiz will sparen und will Bezirksgerichte zusperren. Der Innenminister will auch sparen und sperrt Gendarmerieposten zu. Die ÖBB wollen oder können sich die Defizite der Nebenbahnen nicht mehr leisten und wollen auch sparen. (Abg. Aumayr: Und die ÖVP sperrt die Bauernhöfe zu!)
Abg. Aumayr: Die ÖVP spart bei den Bauern!
Meine Damen und Herren! Da alle sparen wollen, wollen auch die FPÖler sparen: Sie wollen in Niederösterreich die Bezirkshauptmannschaften zusperren. (Abg. Aumayr: Die ÖVP spart bei den Bauern!)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Jetzt mag aus der Sicht einzelner die jeweilige Maßnahme durchaus den einen oder anderen vernünftigen Grund haben. In Summe jedoch bedeuten all diese Maßnahmen dramatische Einschnitte bei den kleinen und mittleren Gemeinden, Einschnitte im ländlichen Bereich also! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP
Das alles hat nichts mehr mit Sparen zu tun, sondern das ist die Zerstörung gewachsener Strukturen, das ist die verordnete Entsiedelung des ländlichen Raumes, und dagegen verwahre ich mich ganz entschieden (Beifall bei der ÖVP), denn da geht mehr verloren, ungleich mehr, als sonst durch Zusammenlegung oder Zentralisierung erreicht werden kann. (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Das alles hat nichts mehr mit Sparen zu tun, sondern das ist die Zerstörung gewachsener Strukturen, das ist die verordnete Entsiedelung des ländlichen Raumes, und dagegen verwahre ich mich ganz entschieden (Beifall bei der ÖVP), denn da geht mehr verloren, ungleich mehr, als sonst durch Zusammenlegung oder Zentralisierung erreicht werden kann. (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Wenn eine Naturschutzabgabe eingeführt wird, dann gibt es ein Rauschen im Blätterwald, dann, meine Damen und Herren, ist der Aufschrei unüberhörbar. – Ich bekenne mich zur Einführung eines "Wasserschillings", meine Damen und Herren, und ich bekenne mich auch zur Einführung einer Naturschutzabgabe. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich verlange jedoch auch konkret, daß 50 Prozent dieser Mittel für die Kommune, für die dort betroffenen Bürger zur Verfügung gestellt werden, damit die Nachteile, die jeder Gemeindebürger in diesen Regionen auf sich nehmen muß, ausgeglichen werden, denn in derartigen Gemeinden, in denen Wasserschutz und Schongebiete, in denen Naturschutzgebiete eingerichtet werden, gibt es keine Betriebsansiedelung, da gibt es keine Landwirtschaft im herkömmlichen Sinn, weil da eine Bewirtschaftung nur mit Einschränkungen möglich ist. Da muß jeder kleine Hausbesitzer zusätzliche Wasserrechtsverhandlungen und Kosten auf sich nehmen, wenn er nur die kleinste betriebliche Änderung vornehmen will, die kleinste Änderung an seinem eigenen Heim, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Bundesminister für Arbeit und Soziales Franz Hums: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Zu der Broschüre, aus der soeben zitiert wurde, darf ich feststellen: Ich kenne sie im einzelnen nicht, ich habe sie soeben bekommen, aber ich möchte grundsätzlich feststellen, daß natürlich so wie in anderen Ressorts auch im Sozialministerium für Diskussionen in ressortspezifischen Problemen Beiträge geleistet werden. Das ist keine Besonderheit. Aber ich stehe auch dazu, daß man Meinungen nicht unterdrücken soll. Das ist genauso wie bei der Presseförderung: Es gibt sie, ohne daß man absolut nur die eigene Meinung durchsetzen wollte. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei den Grünen. – Abg. Mag. Stadler: Wer redet denn von Unterdrückung! – Abg. Dr. Khol: Es wird Ihnen auf den Kopf gemacht – und dann wird es noch verrieben! – Abg. Wabl: Das Demokratieverständnis des Herrn Khol geht schon außerhalb des "Verfassungsbogens" spazieren!
Ich würde das nicht für richtig halten. Ich habe diese Broschüre nicht gelesen, ich kann mich daher mit deren Inhalt jetzt nicht auseinandersetzen. Aber zu dem Grundsatz, daß man all das unterdrücken sollte, was Kritik bedeutet, kann ich mich von meinem Demokratieverständnis her nicht festlegen. (Beifall bei der SPÖ und bei den Grünen. – Abg. Mag. Stadler: Wer redet denn von Unterdrückung! – Abg. Dr. Khol: Es wird Ihnen auf den Kopf gemacht – und dann wird es noch verrieben! – Abg. Wabl: Das Demokratieverständnis des Herrn Khol geht schon außerhalb des "Verfassungsbogens" spazieren!)
Abg. Dr. Feurstein spricht mit Bundesminister Hums.
Da sitzt ein Finanzminister auf der Regierungsbank und ist damit konfrontiert, daß sein eigener ... (Abg. Dr. Feurstein spricht mit Bundesminister Hums. ) Ich würde bitten, Herr Kollege Feurstein, daß Sie dem Herrn Sozialminister die Möglichkeit bieten, zuzuhören.
Abg. Mag. Firlinger: Das ist keine Ampel!
Der Sozialminister fördert eine Broschüre – diese wird auch von der "Bewegung rotes Wien" und von der Grünen Bildungswerkstätte unterstützt; also eine schöne "Ampelkoalition" (Abg. Mag. Firlinger: Das ist keine Ampel!) –, in welcher die eigene Regierung kritisiert wird. Darin steht nämlich, Herr Bundesminister für Finanzen, im Resümee: "Diese Aufgaben kann ein Sanierungspaket nicht lösen" – nämlich die wirtschaftliche Sanierung. "Dieses Paket langt kräftig zu, aber es nimmt ohne Perspektive. Es bringt keine zukunftsbezogenen Potentiale zur Entfaltung. Die Schnitte sind besonders schmerzhaft, wo sie dringend zu vermeiden gewesen wären. Ein Konzept, Strukturreformen schleunigst nachzuholen, oder gar eine Verpflichtung dazu liegt nicht vor." (Abg. Öllinger: Das habe ich schon zitiert! Sie waren nicht hier!)
Abg. Öllinger: Das habe ich schon zitiert! Sie waren nicht hier!
Der Sozialminister fördert eine Broschüre – diese wird auch von der "Bewegung rotes Wien" und von der Grünen Bildungswerkstätte unterstützt; also eine schöne "Ampelkoalition" (Abg. Mag. Firlinger: Das ist keine Ampel!) –, in welcher die eigene Regierung kritisiert wird. Darin steht nämlich, Herr Bundesminister für Finanzen, im Resümee: "Diese Aufgaben kann ein Sanierungspaket nicht lösen" – nämlich die wirtschaftliche Sanierung. "Dieses Paket langt kräftig zu, aber es nimmt ohne Perspektive. Es bringt keine zukunftsbezogenen Potentiale zur Entfaltung. Die Schnitte sind besonders schmerzhaft, wo sie dringend zu vermeiden gewesen wären. Ein Konzept, Strukturreformen schleunigst nachzuholen, oder gar eine Verpflichtung dazu liegt nicht vor." (Abg. Öllinger: Das habe ich schon zitiert! Sie waren nicht hier!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Das ist unglaublich!
Meine Damen und Herren von der Regierung, treten Sie schleunigst zurück, wenn Sie schon Ihre eigene Kritik finanzieren müssen, denn wenn Sie so etwas unterstützen, dann haben Sie bei diesen Dingen in Wirklichkeit ein schlechtes Gewissen! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Das ist unglaublich!)
Abgeordnete der Freiheitlichen weisen Präsident Dr. Neisser darauf hin, daß Bundesminister Hums durch ein Gespräch mit Abg. Dr. Kostelka am Zuhören gehindert wird.
Wir ... (Abgeordnete der Freiheitlichen weisen Präsident Dr. Neisser darauf hin, daß Bundesminister Hums durch ein Gespräch mit Abg. Dr. Kostelka am Zuhören gehindert wird.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das, meine Damen und Herren, kann vom Parlament nicht akzeptiert werden! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das, was sich hier abspielt, das, was sich in den letzten Tagen aufgrund von Aussagen dieses Ministers abspielte, bedeutet eine brutale Mißachtung jeglicher rechtsstaatlicher Grundsätze. Dieser Minister verhält sich wie ein Elefant im Porzellanladen, der auf dem herumtrampelt, was Verfassungsprinzipien sind, was Gesetz heißt und was Richterentscheidung heißt, Dinge, die von jedem zu respektieren sind, der ein einigermaßen rechtsstaatliches Denken hat. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Unglaublich! Ein Schlag in das Gesicht des Rechtsstaates!
Meine Damen und Herren! Es geht ja noch weiter, das ist ja nur der erste Teil der Erklärung des Herrn Ministers. Er sagte dann – wörtliches Zitat –: "Denn die Frage, ob wir weiter so vorgehen wie bisher in der Sache kriminelle Organisation, ist eine politische und nicht etwas" – und jetzt kommt es! –, "was ein Richter zu entscheiden hat" – fügte der Innenminister hinzu. (Abg. Mag. Stadler: Unglaublich! Ein Schlag in das Gesicht des Rechtsstaates!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das ist eine Verweigerung der Anerkennung des Rechtsstaates! Ein Minister, der sich weigert, rechtsstaatliche Prinzipien anzuerkennen, hat doch auf der Regierungsbank einer demokratischen Regierung nichts mehr verloren! Das kann doch nicht toleriert werden! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Wabl: Das ist schon passiert! Da waren Sie nicht hier!
Meine Damen und Herren! Wir werden daher heute die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses beantragen (Abg. Wabl: Das ist schon passiert! Da waren Sie nicht hier!) und auch eine namentliche Abstimmung darüber verlangen, um zu dokumentieren, wie die einzelnen Abgeordneten zu den Vorgängen stehen. Wir erwarten uns auch von den anderen Parteien, daß sie unmißverständlich klar machen – insbesondere Sie, meine Damen und Herren von der ÖVP (Abg. Wabl: Vom heimlichen Koalitionspartner!) – , daß ein solcher Minister für Sie nicht tragbar ist.
Abg. Wabl: Vom heimlichen Koalitionspartner!
Meine Damen und Herren! Wir werden daher heute die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses beantragen (Abg. Wabl: Das ist schon passiert! Da waren Sie nicht hier!) und auch eine namentliche Abstimmung darüber verlangen, um zu dokumentieren, wie die einzelnen Abgeordneten zu den Vorgängen stehen. Wir erwarten uns auch von den anderen Parteien, daß sie unmißverständlich klar machen – insbesondere Sie, meine Damen und Herren von der ÖVP (Abg. Wabl: Vom heimlichen Koalitionspartner!) – , daß ein solcher Minister für Sie nicht tragbar ist.
Beifall bei den Freiheitlichen
Wenn Sie ihm jetzt wieder das Vertrauen aussprechen, dann brauchen Sie in der Öffentlichkeit keine Kritik mehr an seiner Amtsführung zu üben, denn dann sind Sie damit einverstanden, daß jemand genau das Gegenteil von dem tut, was Kollege Khol hier vor einigen Tagen eingefordert hat (Beifall bei den Freiheitlichen), als er meinte, es gebe so etwas wie ein rechtsstaatliches Konzept.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren von der Österreichischen Volkspartei! Ein solcher Minister, der von Ihnen im Amt gehalten wird, macht Sie zu Mitschuldigen in einem Prozeß, in dem die Sicherheit, die Demokratie und der Rechtsstaat durch solche Subjekte untergraben wird! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Nein! Inneres ist auf der Tagesordnung! Inneres steht zur Verhandlung!
Abgeordneter Mag. Helmut Peter (Liberales Forum): Herr Präsident! Meine Herren Bundesminister! Hohes Haus! Der Klubobmann der Freiheitlichen Partei hat soeben aus eigener Machtvollkommenheit versucht, die Tagesordnung zu ändern. (Abg. Mag. Stadler: Nein! Inneres ist auf der Tagesordnung! Inneres steht zur Verhandlung!)
Abg. Mag. Stadler: Biedern Sie sich den Roten an? ...
Die Debatte über den Untersuchungsausschußantrag kommt meines Wissens nach der Budgetdebatte dran, und daher meine ich, daß es sinnvoll wäre ... (Abg. Mag. Stadler: Biedern Sie sich den Roten an? ...)
Abg. Mag. Stadler: Herr Präsident! Sagen Sie, daß das auf der Tagesordnung steht!
Herr Stadler! Ich verbitte mir, mir von Ihnen sagen lassen zu müssen, ich würde Blödsinn reden. (Abg. Mag. Stadler: Herr Präsident! Sagen Sie, daß das auf der Tagesordnung steht!) Sie können hier bellen, wie Sie wollen, aber Sie haben mir keinen Blödsinn vorzuwerfen. Das entspricht Ihrer Geisteshaltung, aber nicht der meinen, Herr Stadler! (Beifall beim Liberalen Forum, bei der ÖVP und bei den Grünen. – Abg. Mag. Stadler: Inneres steht auf der Tagesordnung! Lassen Sie sich von Ihrer Vorsitzenden aufklären, die sonst so gescheit ist!)
Beifall beim Liberalen Forum, bei der ÖVP und bei den Grünen. – Abg. Mag. Stadler: Inneres steht auf der Tagesordnung! Lassen Sie sich von Ihrer Vorsitzenden aufklären, die sonst so gescheit ist!
Herr Stadler! Ich verbitte mir, mir von Ihnen sagen lassen zu müssen, ich würde Blödsinn reden. (Abg. Mag. Stadler: Herr Präsident! Sagen Sie, daß das auf der Tagesordnung steht!) Sie können hier bellen, wie Sie wollen, aber Sie haben mir keinen Blödsinn vorzuwerfen. Das entspricht Ihrer Geisteshaltung, aber nicht der meinen, Herr Stadler! (Beifall beim Liberalen Forum, bei der ÖVP und bei den Grünen. – Abg. Mag. Stadler: Inneres steht auf der Tagesordnung! Lassen Sie sich von Ihrer Vorsitzenden aufklären, die sonst so gescheit ist!)
Abg. Mag. Stadler: Ich bin nicht überlastet! Sie sind völlig uninformiert! Lassen Sie sich von Ihrer Vorsitzenden informieren!
Wir verstehen ja, daß Herr Stadler nach acht Tagen intensiver Beratungen etwas überlastet und nervös ist. (Abg. Mag. Stadler: Ich bin nicht überlastet! Sie sind völlig uninformiert! Lassen Sie sich von Ihrer Vorsitzenden informieren!) Aber dennoch sollten wir darauf eingehen, wie es zu der schwierigen ... (Abg. Mag. Stadler: Heute ist Inneres auf der Tagesordnung, falls Sie es
Weitere Zwischenrufe des Abg. Mag. Stadler.
Präsident Dr. Heinrich Neisser (das Glockenzeichen gebend): Meine Damen und Herren! Wir fahren jetzt wieder normal in der Debatte fort. – Am Wort ist Herr Abgeordneter Mag. Peter! – Bitte, Herr Abgeordneter. (Weitere Zwischenrufe des Abg. Mag. Stadler. )
Abg. Mag. Stadler: Ich rede wenigstens etwas Gescheites daher!
Abgeordneter Mag. Helmut Peter (fortsetzend): Ich habe Gott sei Dank keine Zeitnot, weil wir noch relativ viel Redezeit haben. Aber Stadler redet gerne, lassen wir ihn doch reden. (Abg. Mag. Stadler: Ich rede wenigstens etwas Gescheites daher!) Wunderbar!
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren von den Koalitionsparteien! Sie haben Ihren Weg gewählt, und Sie werden Ihren Weg mit Ihren Stimmen beschließen. Ich halte den Weg, wie Sie dieses Ziel erreichen wollen, für bedenklich. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Mag. Stadler: Sie haben einen Profilierungsbedarf gegenüber Haselsteiner! Der Haselsteiner ringt Ihnen bei der Schmidt den Rang ab!
Die Chance liegt nicht im Blablabla, Herr Stadler. Es ist bedauerlich, daß Sie, wenn Sie Dinge nicht verstehen, einfach dazwischenschreien. Das ist offensichtlich Ihre Art. (Abg. Mag. Stadler: Sie haben einen Profilierungsbedarf gegenüber Haselsteiner! Der Haselsteiner ringt Ihnen bei der Schmidt den Rang ab!) Okay, ich habe einen Profilierungsbedarf. Einverstanden. Es ist erstaunlich: Er redet und redet und weiß gar nicht, was. "Denn Sie wissen nicht, was Sie tun!" (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Mag. Stadler: Das ist Ihr Problem!)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Mag. Stadler: Das ist Ihr Problem!
Die Chance liegt nicht im Blablabla, Herr Stadler. Es ist bedauerlich, daß Sie, wenn Sie Dinge nicht verstehen, einfach dazwischenschreien. Das ist offensichtlich Ihre Art. (Abg. Mag. Stadler: Sie haben einen Profilierungsbedarf gegenüber Haselsteiner! Der Haselsteiner ringt Ihnen bei der Schmidt den Rang ab!) Okay, ich habe einen Profilierungsbedarf. Einverstanden. Es ist erstaunlich: Er redet und redet und weiß gar nicht, was. "Denn Sie wissen nicht, was Sie tun!" (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Mag. Stadler: Das ist Ihr Problem!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Internationales Vertrauen müssen wir durch Stabilität absichern. Trotz aller Gegenseitigkeit der politischen Positionen und Ansichten und obwohl wir mit Ihrer Vorgangsweise, die Sie hier in diesen letzten Wochen und Monaten praktiziert haben, nicht einverstanden sind, bieten wir Liberale als konstruktive Opposition Ihnen die Zusammenarbeit zur Lösung der gemeinsamen Probleme unseres Landes an. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Barmüller.
Ich halte es für falsch, daß in der Steiermark die intensive Landwirtschaft herausgenommen wird, daß in der Steiermark die Industriebereiche herausgenommen werden, aber ich halte es für richtig, daß die Steiermark diese Einnahmen selbstverständlich für die Ökologisierung im steiermärkischen Bereich und selbstverständlich für die Ökologisierung in der Landwirtschaft und auch für die Ökologisierung im wirtschaftlichen Bereich verwendet. Daß das für die steirische Industrie und für die steirische Landwirtschaft Vorteile bringt, halte ich für korrekt. (Zwischenruf des Abg. Mag. Barmüller. )
Abg. Brix: Woher wissen Sie das?
In Wien ist genau dasselbe: Herr Häupl und seine Regierungsmitglieder haben schon längst einen Entwurf einer Abgabe in der Schublade. (Abg. Brix: Woher wissen Sie das?) Nur: Der Häupl weiß, daß die Gemeinderatswahlen kurz vor der Tür stehen, da will man es sich natürlich nicht verscherzen mit seinen Wählerinnen und Wählern. – Das ist Opportunismus in Reinkultur, das hat mit Föderalismus nichts zu tun, das hat mit Bundesinteressen nichts zu tun, und das hat auch nichts mit dem Gleichheitsgrundsatz zu tun, sondern das ist ganz gewöhnlicher politischer Opportunismus.
Zwischenruf des Abg. Mag. Barmüller.
Meine Damen und Herren! Wir werden deshalb diesem Entschließungsantrag nicht zustimmen, wir werden aber dafür sorgen und weiterkämpfen, daß die steirische Landesregierung und der steirische Landtag mehrheitlich eine korrekte Naturschutzabgabe einbringen, eine Naturschutzabgabe, die tatsächlich Lenkungseffekte hat. (Zwischenruf des Abg. Mag. Barmüller. )
Abg. Mag. Firlinger: Ich glaube aber, ihr wollt nicht reden!
Selbstverständlich wird es Käufer geben! Da warten schon die Flicks und andere, um endlich den österreichischen Wald kaufen zu können, damit sie ihre Jagdreviere ausweiten können. Da warten selbstverständlich auch Bauern, für die es ein großer Vorteil wäre. Selbstverständlich, darüber kann man reden, das ist sinnvoll, das ist gar keine Frage. (Abg. Mag. Firlinger: Ich glaube aber, ihr wollt nicht reden!)
Rufe bei der ÖVP: He! He!
Meine Damen und Herren! Nun komme ich zu dieser Broschüre, die Kollege Auer von der "F"-Bewegung hier massiv kritisiert hat. (Rufe bei der ÖVP: He! He!) Entschuldigung: von der ÖVP. (Heiterkeit bei den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Wir sagen ja auch nicht: Der Wabl von den Kommunisten!)
Heiterkeit bei den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Wir sagen ja auch nicht: Der Wabl von den Kommunisten!
Meine Damen und Herren! Nun komme ich zu dieser Broschüre, die Kollege Auer von der "F"-Bewegung hier massiv kritisiert hat. (Rufe bei der ÖVP: He! He!) Entschuldigung: von der ÖVP. (Heiterkeit bei den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Wir sagen ja auch nicht: Der Wabl von den Kommunisten!)
Abg. Mag. Stadler: Herr Präsident! Das sind unflätige Ausdrücke!
Meine Damen und Herren! Da kommt Auer hier zum Rednerpult, zitiert Passagen aus dieser Broschüre, die – zugegebenermaßen – eine offene Kritik an der Sozialpolitik in Österreich darstellen. Unglaublich! Da wird glatt in Österreich von staatlicher Stelle – stellen Sie sich das vor! – ein Druckwerk finanziert, in dem massiv die Regierungspolitik kritisiert wird! Das ist ja unglaublich! Herr Auer hat sich auch regelmäßig hier über die Presseförderung aufgeregt, weil die Zeitungen diese Regierung immer so unverschämt durch den Dreck ziehen: Die "Kronen-Zeitung", der "Kurier", der "Standard", das "profil", diese unglaublichen Zeitungen! Er läßt sich auch noch "auf den Kopf scheißen und verreibt’s dann noch", wie es Herr Khol gesagt hat. (Abg. Mag. Stadler: Herr Präsident! Das sind unflätige Ausdrücke!) Er beschimpft den Herrn Hums, weil eine ... (Abg. Mag. Stadler: Das ist ja unflätig!) – Das war eine Geste des Herrn Khol und der begleitende Satz dazu, den er gesagt hat; ich habe nur zitiert. Wenn ich Sie zitiere, dann wird’s noch unflätiger. (Heiterkeit bei den Grünen.)
Abg. Mag. Stadler: Das ist ja unflätig!
Meine Damen und Herren! Da kommt Auer hier zum Rednerpult, zitiert Passagen aus dieser Broschüre, die – zugegebenermaßen – eine offene Kritik an der Sozialpolitik in Österreich darstellen. Unglaublich! Da wird glatt in Österreich von staatlicher Stelle – stellen Sie sich das vor! – ein Druckwerk finanziert, in dem massiv die Regierungspolitik kritisiert wird! Das ist ja unglaublich! Herr Auer hat sich auch regelmäßig hier über die Presseförderung aufgeregt, weil die Zeitungen diese Regierung immer so unverschämt durch den Dreck ziehen: Die "Kronen-Zeitung", der "Kurier", der "Standard", das "profil", diese unglaublichen Zeitungen! Er läßt sich auch noch "auf den Kopf scheißen und verreibt’s dann noch", wie es Herr Khol gesagt hat. (Abg. Mag. Stadler: Herr Präsident! Das sind unflätige Ausdrücke!) Er beschimpft den Herrn Hums, weil eine ... (Abg. Mag. Stadler: Das ist ja unflätig!) – Das war eine Geste des Herrn Khol und der begleitende Satz dazu, den er gesagt hat; ich habe nur zitiert. Wenn ich Sie zitiere, dann wird’s noch unflätiger. (Heiterkeit bei den Grünen.)
Heiterkeit bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Da kommt Auer hier zum Rednerpult, zitiert Passagen aus dieser Broschüre, die – zugegebenermaßen – eine offene Kritik an der Sozialpolitik in Österreich darstellen. Unglaublich! Da wird glatt in Österreich von staatlicher Stelle – stellen Sie sich das vor! – ein Druckwerk finanziert, in dem massiv die Regierungspolitik kritisiert wird! Das ist ja unglaublich! Herr Auer hat sich auch regelmäßig hier über die Presseförderung aufgeregt, weil die Zeitungen diese Regierung immer so unverschämt durch den Dreck ziehen: Die "Kronen-Zeitung", der "Kurier", der "Standard", das "profil", diese unglaublichen Zeitungen! Er läßt sich auch noch "auf den Kopf scheißen und verreibt’s dann noch", wie es Herr Khol gesagt hat. (Abg. Mag. Stadler: Herr Präsident! Das sind unflätige Ausdrücke!) Er beschimpft den Herrn Hums, weil eine ... (Abg. Mag. Stadler: Das ist ja unflätig!) – Das war eine Geste des Herrn Khol und der begleitende Satz dazu, den er gesagt hat; ich habe nur zitiert. Wenn ich Sie zitiere, dann wird’s noch unflätiger. (Heiterkeit bei den Grünen.)
Heiterkeit bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Klubobmann Khol hat offensichtlich in seinem Demokratieverständnis eine sehr interessante Bewegung vollzogen. Ich habe noch nicht genau gewußt, wohin, aber im heutigen "Standard" stand für mich ein Hinweis darauf, und das ist beachtlich: Andreas Khol ortet bei der "F" eine Bewegung in Richtung "Verfassungsbogen". – Ich habe mich gefragt: Was ist da passiert? (Heiterkeit bei den Grünen.) Was geht da vor? Wie schaut dieser Sachverhalt aus?
Zwischenruf des Abg. Dr. Haider.
Nach dieser heutigen Aussage, in der Khol dem Herrn Sozialminister vorgeworfen hat: "Es wird Ihnen auf den Kopf gemacht – und dann wird es noch verrieben!", weil hier ein regierungskritisches Papier finanziert wird, habe ich gewußt, welchen Schritt Khol vollzieht. (Zwischenruf des Abg. Dr. Haider. )
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Kier.
Er hat nämlich etwas verwechselt: Er tritt nämlich bei seinem Demokratieverständnis ein paar Schritte hinaus aus dem "Verfassungsbogen" und hat sich optisch getäuscht: Er hat geglaubt, die FPÖ bewege sich auf ihn zu. Der Irrtum war: Er ist aus dem Demokratie-Verfassungsbogen getreten, während er glaubt, die FPÖ bewege sich auf ihn zu. Die FPÖ hat zwei Schritte zurückgemacht, Sie drei Schritte vor, aber aus dem "Verfassungsbogen", Herr Khol. Das ist Ihr Problem, das Sie haben. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Kier. )
Zwischenruf des Abg. Auer.
Meine Damen und Herren! Kollege Auer von der "F" – von der ÖVP, Entschuldigung!, ich verspreche mich immer wieder ... (Zwischenruf des Abg. Auer. ) Es ist nämlich so, daß meine sinnliche Wahrnehmung oft mehr Wirkung auf meine Sprache hat als das, was aus seinem Mund herauskommt beziehungsweise was in seinem Parteibuch steht. Das ist ein bißchen ein
Abg. Dr. Graf: Kritisiert einen Minister!
Meine Damen und Herren! Dann habe ich mir gedacht: Was ist noch alles dran an dem "Verfassungsbogen", dem sich angeblich Herr Haider und seine Partei annähern? Ich habe da hier heute die Probe erlebt: Da geht ein Oppositionsführer zum Rednerpult und ... (Abg. Dr. Graf: Kritisiert einen Minister!) Daß er den Minister kritisiert, ist korrekt. Ich finde, man kann die Minister nicht genug kritisieren, die brauchen das jeden Tag. (Heiterkeit bei den Grünen.)
Heiterkeit bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Dann habe ich mir gedacht: Was ist noch alles dran an dem "Verfassungsbogen", dem sich angeblich Herr Haider und seine Partei annähern? Ich habe da hier heute die Probe erlebt: Da geht ein Oppositionsführer zum Rednerpult und ... (Abg. Dr. Graf: Kritisiert einen Minister!) Daß er den Minister kritisiert, ist korrekt. Ich finde, man kann die Minister nicht genug kritisieren, die brauchen das jeden Tag. (Heiterkeit bei den Grünen.)
Abg. Dr. Haider: Das ist ein Urteil!
Dieser Oppositionsführer behauptet im Zusammenhang mit der PKK, daß der Minister ein Erkenntnis des Obersten Gerichtshofes nicht nur ignoriere, sondern sogar Gesetze verletze. – Daß er das behauptet, ist eine interessante Sache. – Ich hoffe, die Sozialdemokraten werden ihren eigenen Minister noch selbst verteidigen, nur auf eines, bitte schön, möchte ich Sie von der ÖVP wie Kiss und andere und Sie von der FPÖ schon hinweisen, die Sie meinen, der Minister für innere Sicherheit müsse entscheiden, welches Mittel angemessen ist, Herr Haider: Es gibt keinen Zweifel daran (Abg. Dr. Haider: Das ist ein Urteil!) , daß die PKK in vielen europäischen Ländern terroristisch agiert, gewaltsame Auseinandersetzungen sucht (Abg. Mag. Stadler: Schutzgelderpressung! – Abg. Dr. Haider: Bombenanschläge!) und Gesetze verletzt. Es gibt keinen Zweifel daran, daß dieses Erkenntnis ebenso lautet, wie es lautet. (Abg. Dr. Haider: Aber in Österreich bereits nachgewiesen!) – Gut, dann sollen die österreichischen Behörden gegen die Schutzgelderpressung vorgehen. (Abg. Dr. Haider: Ja, aber das will er ja nicht!)
Abg. Mag. Stadler: Schutzgelderpressung! – Abg. Dr. Haider: Bombenanschläge!
Dieser Oppositionsführer behauptet im Zusammenhang mit der PKK, daß der Minister ein Erkenntnis des Obersten Gerichtshofes nicht nur ignoriere, sondern sogar Gesetze verletze. – Daß er das behauptet, ist eine interessante Sache. – Ich hoffe, die Sozialdemokraten werden ihren eigenen Minister noch selbst verteidigen, nur auf eines, bitte schön, möchte ich Sie von der ÖVP wie Kiss und andere und Sie von der FPÖ schon hinweisen, die Sie meinen, der Minister für innere Sicherheit müsse entscheiden, welches Mittel angemessen ist, Herr Haider: Es gibt keinen Zweifel daran (Abg. Dr. Haider: Das ist ein Urteil!) , daß die PKK in vielen europäischen Ländern terroristisch agiert, gewaltsame Auseinandersetzungen sucht (Abg. Mag. Stadler: Schutzgelderpressung! – Abg. Dr. Haider: Bombenanschläge!) und Gesetze verletzt. Es gibt keinen Zweifel daran, daß dieses Erkenntnis ebenso lautet, wie es lautet. (Abg. Dr. Haider: Aber in Österreich bereits nachgewiesen!) – Gut, dann sollen die österreichischen Behörden gegen die Schutzgelderpressung vorgehen. (Abg. Dr. Haider: Ja, aber das will er ja nicht!)
Abg. Dr. Haider: Aber in Österreich bereits nachgewiesen!
Dieser Oppositionsführer behauptet im Zusammenhang mit der PKK, daß der Minister ein Erkenntnis des Obersten Gerichtshofes nicht nur ignoriere, sondern sogar Gesetze verletze. – Daß er das behauptet, ist eine interessante Sache. – Ich hoffe, die Sozialdemokraten werden ihren eigenen Minister noch selbst verteidigen, nur auf eines, bitte schön, möchte ich Sie von der ÖVP wie Kiss und andere und Sie von der FPÖ schon hinweisen, die Sie meinen, der Minister für innere Sicherheit müsse entscheiden, welches Mittel angemessen ist, Herr Haider: Es gibt keinen Zweifel daran (Abg. Dr. Haider: Das ist ein Urteil!) , daß die PKK in vielen europäischen Ländern terroristisch agiert, gewaltsame Auseinandersetzungen sucht (Abg. Mag. Stadler: Schutzgelderpressung! – Abg. Dr. Haider: Bombenanschläge!) und Gesetze verletzt. Es gibt keinen Zweifel daran, daß dieses Erkenntnis ebenso lautet, wie es lautet. (Abg. Dr. Haider: Aber in Österreich bereits nachgewiesen!) – Gut, dann sollen die österreichischen Behörden gegen die Schutzgelderpressung vorgehen. (Abg. Dr. Haider: Ja, aber das will er ja nicht!)
Abg. Dr. Haider: Ja, aber das will er ja nicht!
Dieser Oppositionsführer behauptet im Zusammenhang mit der PKK, daß der Minister ein Erkenntnis des Obersten Gerichtshofes nicht nur ignoriere, sondern sogar Gesetze verletze. – Daß er das behauptet, ist eine interessante Sache. – Ich hoffe, die Sozialdemokraten werden ihren eigenen Minister noch selbst verteidigen, nur auf eines, bitte schön, möchte ich Sie von der ÖVP wie Kiss und andere und Sie von der FPÖ schon hinweisen, die Sie meinen, der Minister für innere Sicherheit müsse entscheiden, welches Mittel angemessen ist, Herr Haider: Es gibt keinen Zweifel daran (Abg. Dr. Haider: Das ist ein Urteil!) , daß die PKK in vielen europäischen Ländern terroristisch agiert, gewaltsame Auseinandersetzungen sucht (Abg. Mag. Stadler: Schutzgelderpressung! – Abg. Dr. Haider: Bombenanschläge!) und Gesetze verletzt. Es gibt keinen Zweifel daran, daß dieses Erkenntnis ebenso lautet, wie es lautet. (Abg. Dr. Haider: Aber in Österreich bereits nachgewiesen!) – Gut, dann sollen die österreichischen Behörden gegen die Schutzgelderpressung vorgehen. (Abg. Dr. Haider: Ja, aber das will er ja nicht!)
Beifall bei den Grünen, bei der SPÖ sowie beim Liberalen Forum. – Abg. Mag. Stadler: Das waren Ihre Freunde vom "Revolutionsbräuhof"! Das waren Ihre Freunde vom Kirchweger-Haus!
Herr Abgeordneter Haider! Es besteht hier ein ganz feiner Unterschied, und das ist für Ihr Ohr und für das Ihres Kollegen Stadler halt sehr schwierig, herauszuhören. Man kann klar feststellen, daß, wenn in einer Bank ein Bankraub mit Geiselnahme stattgefunden hat, das ein Gesetzesbruch ist. Gar keine Frage! Aber es ist ein Unterschied, ob man sofort hineinschießt, Tränengas sprüht und ein Feuer entfacht – oder ob man versucht, diesen Konflikt anders zu lösen. Zu entscheiden, welches Mittel für angemessen erachtet wird, dafür ist der Innenminister verantwortlich! Es ist nicht darum gegangen, Gewalt zu legalisieren! (Beifall bei den Grünen, bei der SPÖ sowie beim Liberalen Forum. – Abg. Mag. Stadler: Das waren Ihre Freunde vom "Revolutionsbräuhof"! Das waren Ihre Freunde vom Kirchweger-Haus!)
Beifall bei den Grünen
Meine Damen und Herren! Es ist nicht darum gegangen, Terror zu legalisieren – denn dann müßte ja der Einem der größte Freund der Freiheitlichen Partei sein (Beifall bei den Grünen) –, sondern es ist darum gegangen, daß der Innenminister für die Sicherheit in diesem Land verantwortlich ist. (Abg. Mag. Stadler: Er ist unser Wahlhelfer!) Nur, wenn Sie die Wählerinnen und Wähler täuschen können, dann vielleicht.
Abg. Mag. Stadler: Er ist unser Wahlhelfer!
Meine Damen und Herren! Es ist nicht darum gegangen, Terror zu legalisieren – denn dann müßte ja der Einem der größte Freund der Freiheitlichen Partei sein (Beifall bei den Grünen) –, sondern es ist darum gegangen, daß der Innenminister für die Sicherheit in diesem Land verantwortlich ist. (Abg. Mag. Stadler: Er ist unser Wahlhelfer!) Nur, wenn Sie die Wählerinnen und Wähler täuschen können, dann vielleicht.
Abg. Dr. Haider: Gilt jetzt der Rechtsstaat oder gilt er nicht?
Der Innenminister ist dafür zuständig, die angemessenen Mittel anzuwenden. (Abg. Dr. Haider: Gilt jetzt der Rechtsstaat oder gilt er nicht?) – Man kann den Rechtsstaat durchsetzen, wie Sie ihn sich wünschen: mit der Faust und mit Gewaltmaßnahmen und mehr Gefängnissen, man kann den Rechtsstaat aber auch durchsetzen, indem man sich um das Gespräch bemüht, um die gütliche Beilegung von Konflikten und um die Austrocknung von Gewaltbereitschaft. – So kann man den Rechtsstaat und Sicherheit auch durchsetzen! (Beifall bei den Grünen, bei der SPÖ sowie beim Liberalen Forum.) Genau das ist der ideologische Unterschied!
Beifall bei den Grünen, bei der SPÖ sowie beim Liberalen Forum.
Der Innenminister ist dafür zuständig, die angemessenen Mittel anzuwenden. (Abg. Dr. Haider: Gilt jetzt der Rechtsstaat oder gilt er nicht?) – Man kann den Rechtsstaat durchsetzen, wie Sie ihn sich wünschen: mit der Faust und mit Gewaltmaßnahmen und mehr Gefängnissen, man kann den Rechtsstaat aber auch durchsetzen, indem man sich um das Gespräch bemüht, um die gütliche Beilegung von Konflikten und um die Austrocknung von Gewaltbereitschaft. – So kann man den Rechtsstaat und Sicherheit auch durchsetzen! (Beifall bei den Grünen, bei der SPÖ sowie beim Liberalen Forum.) Genau das ist der ideologische Unterschied!
Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie sind ein Träumer!
Frau Partik-Pablé! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie sind ein Träumer!) Sie haben vorhin über die Suchtgiftproblematik geredet. – Ich halte das Ganze für eine Tragödie, auch in Österreich. (Zwischenruf des Abg. Dr. Haider. ) Die Kriminellen, die hier ihre Geschäfte machen, müssen verfolgt werden, das ist richtig, aber warum machen Sie nicht darauf aufmerksam, daß die Suchtgiftkranken monatelang, ja sogar jahrelang auf einen Platz warten müssen, damit sie in einem Krankenhaus behandelt werden können? – Da Maßnahmen zu setzen würde helfen, dieses Problem zu entschärfen! (Beifall bei den Grünen, bei der SPÖ sowie beim Liberalen Forum. – Zwischenruf des Abg. Dr. Graf. )
Zwischenruf des Abg. Dr. Haider.
Frau Partik-Pablé! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie sind ein Träumer!) Sie haben vorhin über die Suchtgiftproblematik geredet. – Ich halte das Ganze für eine Tragödie, auch in Österreich. (Zwischenruf des Abg. Dr. Haider. ) Die Kriminellen, die hier ihre Geschäfte machen, müssen verfolgt werden, das ist richtig, aber warum machen Sie nicht darauf aufmerksam, daß die Suchtgiftkranken monatelang, ja sogar jahrelang auf einen Platz warten müssen, damit sie in einem Krankenhaus behandelt werden können? – Da Maßnahmen zu setzen würde helfen, dieses Problem zu entschärfen! (Beifall bei den Grünen, bei der SPÖ sowie beim Liberalen Forum. – Zwischenruf des Abg. Dr. Graf. )
Beifall bei den Grünen, bei der SPÖ sowie beim Liberalen Forum. – Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.
Frau Partik-Pablé! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie sind ein Träumer!) Sie haben vorhin über die Suchtgiftproblematik geredet. – Ich halte das Ganze für eine Tragödie, auch in Österreich. (Zwischenruf des Abg. Dr. Haider. ) Die Kriminellen, die hier ihre Geschäfte machen, müssen verfolgt werden, das ist richtig, aber warum machen Sie nicht darauf aufmerksam, daß die Suchtgiftkranken monatelang, ja sogar jahrelang auf einen Platz warten müssen, damit sie in einem Krankenhaus behandelt werden können? – Da Maßnahmen zu setzen würde helfen, dieses Problem zu entschärfen! (Beifall bei den Grünen, bei der SPÖ sowie beim Liberalen Forum. – Zwischenruf des Abg. Dr. Graf. )
Abg. Mag. Stadler: Wir wollen mit den Gs immer gerne diskutieren, aber das erfordert bessere G-Beiträge!
Meine Damen und Herren! Wir werden im Zusammenhang mit dem Antrag der "F" auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses noch darüber diskutieren können (Abg. Mag. Stadler: Wir wollen mit den Gs immer gerne diskutieren, aber das erfordert bessere G-Beiträge!) , und wir werden dann auch ausführlich über Ihre Rolle diskutieren, Herr Stadler, ob Sie nun ein Desperado sind oder nicht.
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Andreas Wabl (fortsetzend): Herr Präsident! Ich habe eine Frage gestellt. Ein Desperado ist einer, der sich nicht an die Gesetze hält: Ich habe gefragt, ob er ein Desperado ist. Fragen wird man noch stellen dürfen, Herr Präsident. Aber gut! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich frage Sie, ob Sie ein Verwirrter sind!?
Wir werden darüber diskutieren müssen, ob Mag. Stadler ein Irrlicht in einer demokratischen Organisation ist oder ob Herr Bundesminister Einem Gesetze verletzt. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich frage Sie, ob Sie ein Verwirrter sind!?) Ein Desperado, ein Verzweifelter, ein Verirrter – aber Sie sind ein Irrlicht in der FPÖ. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wir werden darüber diskutieren müssen, ob Mag. Stadler ein Irrlicht in einer demokratischen Organisation ist oder ob Herr Bundesminister Einem Gesetze verletzt. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich frage Sie, ob Sie ein Verwirrter sind!?) Ein Desperado, ein Verzweifelter, ein Verirrter – aber Sie sind ein Irrlicht in der FPÖ. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Haider: Wird man ja wohl noch dürfen!
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Zum wiederholten Male hat Herr Dr. Haider es vor wenigen Minuten für notwendig befunden, sich mit Herrn Bundesminister Einem und seiner Amtsführung auseinanderzusetzen (Abg. Dr. Haider: Wird man ja wohl noch dürfen!) , und er hat in diesem Zusammenhang den Vorwurf erhoben, daß Herr Bundesminister Einem den Rechtsstaat mit Füßen getreten hätte und darüber hinaus – unter anderem durch einen Zwischenruf – vermeint, daß Bundesminister Einem in keiner Weise beabsichtige, die PKK durch die Polizei und Gendarmerie verfolgen zu lassen.
Abg. Dr. Haider: Da redet der Richtige! Du hast schon mit der Faust auf das Pult gehauen, Herr Klubobmann!
Sehr geehrter Herr Dr. Haider! Zum ersten: Mit der gebotenen Zurückhaltung und mit dem Ton, der in diesem Haus gesprochen werden sollte, möchte ich Ihnen sagen (Abg. Dr. Haider: Da redet der Richtige! Du hast schon mit der Faust auf das Pult gehauen, Herr Klubobmann!) : Sie als Jurist müßten wissen, was Rechtsstaat bedeutet. Rechtsstaat bedeutet die Garantie einer gesetzeskonformen Entscheidung und zur Sicherstellung dessen ein gehöriges Rechtsschutzverfahren. All das ist gerade im Innenministerium in ausreichendem Maße, in international vorbildlichem Maße gegeben.
Zwischenrufe des Abg. Dr. Haider
Wenn Sie in diesem Zusammenhang einen Vorwurf erheben (Zwischenrufe des Abg. Dr. Haider ) , dann ist das eine Ungeheuerlichkeit, die nur eines zum Ziel hat: eine Diffamierungspolitik ohne jeden Beweis. Sie wollen Beweise gar nicht erbringen! (Beifall bei der SPÖ, beim Liberalen Forum sowie bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ, beim Liberalen Forum sowie bei den Grünen.
Wenn Sie in diesem Zusammenhang einen Vorwurf erheben (Zwischenrufe des Abg. Dr. Haider ) , dann ist das eine Ungeheuerlichkeit, die nur eines zum Ziel hat: eine Diffamierungspolitik ohne jeden Beweis. Sie wollen Beweise gar nicht erbringen! (Beifall bei der SPÖ, beim Liberalen Forum sowie bei den Grünen.)
Abg. Dr. Haider: Lies vor, was er gesagt hat!
Lieber Herr Dr. Haider! (Abg. Dr. Haider: Lies vor, was er gesagt hat!) Sie behaupten allen Ernstes, daß ein OGH-Urteil vorliege, das besagt, daß die PKK eine terroristische Organisation sei. (Abg. Dr. Haider: Kriminelle Organisation!) Ich will Ihnen überhaupt nicht die Mühe machen, ein mehrseitiges Erkenntnis des OGH, das Sie vielleicht auch schon in Händen gehabt haben, wirklich zu analysieren – die Zeit nehmen Sie sich wahrscheinlich nicht –, aber nehmen Sie "Die Presse" von gestern zur Hand. (Abg. Dr. Haider: Kriminelle Terroristen!) Auf Seite 6 ist ein Interview mit dem auch für Sie sicherlich unverdächtigen Präsidenten des OGH nachzulesen. Ich zitiere:
Abg. Dr. Haider: Kriminelle Organisation!
Lieber Herr Dr. Haider! (Abg. Dr. Haider: Lies vor, was er gesagt hat!) Sie behaupten allen Ernstes, daß ein OGH-Urteil vorliege, das besagt, daß die PKK eine terroristische Organisation sei. (Abg. Dr. Haider: Kriminelle Organisation!) Ich will Ihnen überhaupt nicht die Mühe machen, ein mehrseitiges Erkenntnis des OGH, das Sie vielleicht auch schon in Händen gehabt haben, wirklich zu analysieren – die Zeit nehmen Sie sich wahrscheinlich nicht –, aber nehmen Sie "Die Presse" von gestern zur Hand. (Abg. Dr. Haider: Kriminelle Terroristen!) Auf Seite 6 ist ein Interview mit dem auch für Sie sicherlich unverdächtigen Präsidenten des OGH nachzulesen. Ich zitiere:
Abg. Dr. Haider: Kriminelle Terroristen!
Lieber Herr Dr. Haider! (Abg. Dr. Haider: Lies vor, was er gesagt hat!) Sie behaupten allen Ernstes, daß ein OGH-Urteil vorliege, das besagt, daß die PKK eine terroristische Organisation sei. (Abg. Dr. Haider: Kriminelle Organisation!) Ich will Ihnen überhaupt nicht die Mühe machen, ein mehrseitiges Erkenntnis des OGH, das Sie vielleicht auch schon in Händen gehabt haben, wirklich zu analysieren – die Zeit nehmen Sie sich wahrscheinlich nicht –, aber nehmen Sie "Die Presse" von gestern zur Hand. (Abg. Dr. Haider: Kriminelle Terroristen!) Auf Seite 6 ist ein Interview mit dem auch für Sie sicherlich unverdächtigen Präsidenten des OGH nachzulesen. Ich zitiere:
Beifall bei der SPÖ, beim Liberalen Forum sowie bei den Grünen. – Zwischenrufe der Abg. Dr. Haider und Dr. Partik-Pablé.
Meine Damen und Herren! In diesem Zusammenhang hat Herr Dr. Haider nicht mehr und nicht weniger behauptet, als daß der OGH die PKK ausdrücklich als kriminelle Organisation bezeichnet hat; der Präsident des OGH sagt genau das Gegenteil. Das ist Ihre Wahrheit! (Beifall bei der SPÖ, beim Liberalen Forum sowie bei den Grünen. – Zwischenrufe der Abg. Dr. Haider und Dr. Partik-Pablé. )
Beifall bei der SPÖ.
Weiters: Sie sagen in Ihrer Rede, aber auch in Zwischenrufen, Herr Bundesminister Einem würde seine Behörden, würde die Exekutive daran hindern, daß in diesem Zusammenhang gegen die PKK vorgegangen wird. Sie haben mehrfach eine Presseaussendung von Bundesminister Einem zitiert. Ganz am Anfang findet sich dort der Satz: Wir haben in der Exekutive eine klare Haltung: Wir beobachten die Aktivitäten ausländischer politischer Gruppierungen, und dort, wo wir den Eindruck haben, daß sie den gesetzlichen Rahmen verlassen, schreiten wir ein. – Auch hier gilt für Sie, Herr Dr. Haider: Ihre Dichtung und die Wahrheit sind zweierlei. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Haider: Was schreist denn schon wieder so?
Sie verlangen im Zusammenhang mit Ihren Vorwürfen die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses. Das ist als Opposition Ihr gutes Recht, aber ich sage Ihnen: Der Vorwurf, den Rechtsstaat mit Füßen zu treten, ist Ihnen in viel höherem Maße zu machen, wenn Sie das Ergebnis eines Gerichtsverfahrens und das Ergebnis eines Untersuchungsausschusses, bevor noch darüber abgestimmt werden kann, vorwegnehmen. Sie sind es im Grunde genommen, der hier in diesem Haus Dinge behauptet (Abg. Dr. Haider: Was schreist denn schon wieder so?) , die in keiner Weise – nicht einmal von Ihnen! – bewiesen werden können. Das ist Infamie! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie verlangen im Zusammenhang mit Ihren Vorwürfen die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses. Das ist als Opposition Ihr gutes Recht, aber ich sage Ihnen: Der Vorwurf, den Rechtsstaat mit Füßen zu treten, ist Ihnen in viel höherem Maße zu machen, wenn Sie das Ergebnis eines Gerichtsverfahrens und das Ergebnis eines Untersuchungsausschusses, bevor noch darüber abgestimmt werden kann, vorwegnehmen. Sie sind es im Grunde genommen, der hier in diesem Haus Dinge behauptet (Abg. Dr. Haider: Was schreist denn schon wieder so?) , die in keiner Weise – nicht einmal von Ihnen! – bewiesen werden können. Das ist Infamie! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrter Herr Dr. Haider! Sie beweisen mit solchen Vorgängen, daß es guten Grund hat, warum die Österreicherinnen und Österreicher verhindert wissen wollen, daß Sie und Ihre Mannen und Damen jemals in der Bundesregierung vertreten sind. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich werfe Ihnen nicht mehr und nicht weniger vor, als daß Sie einen sehr zynischen Umgang mit der Wahrheit und mit den Grundwerten dieses Staates haben. Nicht vorzustellen, was passieren würde, wenn jemand wie Sie mit dieser Einstellung über einen Apparat wie beispielsweise das Innenministerium zu verfügen hätte! Das werden wir Sozialdemokraten in diesem Land zu verhindern wissen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie der Abg. Dr. Van der Bellen und Ing. Reichhold. – Allgemeine Heiterkeit wegen des irrtümlichen Beifalls des freiheitlichen Abgeordneten Ing. Reichhold .
Wundern Sie sich nicht über die Ausgrenzung, die Sie erfahren. Sie rechtfertigen sie beispielsweise jetzt, hier und heute durch Ihre Handlungsweise. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie der Abg. Dr. Van der Bellen und Ing. Reichhold. – Allgemeine Heiterkeit wegen des irrtümlichen Beifalls des freiheitlichen Abgeordneten Ing. Reichhold .)
Abg. Dr. Khol: Der Reichhold hat dem Kostelka applaudiert!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Meine Damen und Herren! Ich kann den Grund Ihrer Heiterkeit nicht ganz nachvollziehen, aber bitte. (Abg. Dr. Khol: Der Reichhold hat dem Kostelka applaudiert!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Na bitte, Herr Kostelka!
Es steht fest, daß die ERNK in Österreich weder als Verein noch als Partei existent ist. Allerdings muß darauf verwiesen werden, daß es sich bei dieser Organisation nach Ansicht des Obersten Gerichtshofes um eine kriminelle Vereinigung nach § 278a Strafgesetzbuch handelt. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Na bitte, Herr Kostelka!)
Abg. Dr. Kostelka: Das stimmt ja alles nicht!
Ich zitiere weiters: Folgen: Aufgrund der zitierten oberstgerichtlichen Entscheidung kann das ERNK-Büro nach hiesiger Ansicht nicht unbeobachtet bleiben. Nach § 84 Strafprozeßordnung sind die Sicherheitsbehörden in diesem Fall zu Ermittlungen und zu einer Anzeige verpflichtet. Um sich keinen öffentlichen Vorwürfen auszusetzen, wäre beabsichtigt, Ermittlungen gegen die offiziellen Vertreter dieses Büros wegen des Verdachtes der Mitgliedschaft einer kriminellen Vereinigung zu veranlassen. Im Hinblick auf allfällige Anschläge in nächster Zukunft könnte bei Nichteinschreiten jedoch auch der Vorwurf der Untätigkeit beziehungsweise des Amtsmißbrauches in den Medien laut werden. (Abg. Dr. Kostelka: Das stimmt ja alles nicht!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Jörg Haider (fortsetzend): ... endlich vorzugehen und die entsprechenden Konsequenzen auch zu ziehen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Des Einem, nicht des Haider!
Abgeordneter Rudolf Anschober (Grüne): Herr Präsident! Herr Minister! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Zu Beginn meiner Ausführungen nur zwei Sätze zum Bassena-Niveau des Herrn Dr. Haider (Abg. Mag. Stadler: Des Einem, nicht des Haider!) , mehr verdient es nicht.
Zwischenrufe der Abg. Mag. Stadler und Dr. Krüger
Ich sage Ihnen: Wer in den letzten Tagen in diesem Haus diese angezündete Terrorismusdebatte verfolgt hat, wer gesehen und gehört hat, wie von Herrn Dr. Haider und Herrn Stadler hier laufend mit Unwahrheiten gearbeitet wird, laufend Verdrehungen präsentiert werden, wie hier laufend gezeigt wird, daß es überhaupt nicht um die Sache geht, sondern ausschließlich und allein um die politische Beschädigung einer Person, wer gesehen hat (Zwischenrufe der Abg. Mag. Stadler und Dr. Krüger ) , wie hier deutsche Verhältnisse der Gewalt herbeigeredet werden sollen, meine sehr verehrten Damen und Herren, der muß zum Schluß kommen, daß der Ausdruck "Bassena-Niveau" für diese Methoden eine äußerst charmante Verharmlosung ist. (Beifall bei den Grünen und bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Krüger. )
Beifall bei den Grünen und bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Krüger.
Ich sage Ihnen: Wer in den letzten Tagen in diesem Haus diese angezündete Terrorismusdebatte verfolgt hat, wer gesehen und gehört hat, wie von Herrn Dr. Haider und Herrn Stadler hier laufend mit Unwahrheiten gearbeitet wird, laufend Verdrehungen präsentiert werden, wie hier laufend gezeigt wird, daß es überhaupt nicht um die Sache geht, sondern ausschließlich und allein um die politische Beschädigung einer Person, wer gesehen hat (Zwischenrufe der Abg. Mag. Stadler und Dr. Krüger ) , wie hier deutsche Verhältnisse der Gewalt herbeigeredet werden sollen, meine sehr verehrten Damen und Herren, der muß zum Schluß kommen, daß der Ausdruck "Bassena-Niveau" für diese Methoden eine äußerst charmante Verharmlosung ist. (Beifall bei den Grünen und bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Krüger. )
Abg. Dr. Haider: Giftspritzen!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Nun zum zweiten Punkt: Wer seine Rede mit dem Ausdruck "die Subjekte auf der Regierungsbank" schließt (Abg. Dr. Haider: Giftspritzen!) , der
Beifall bei den Grünen.
In diesem Zusammenhang erwarte ich mir in Hinkunft massiv verstärkte österreichische Positionen, eine Neuoffensive der österreichischen Regierungspolitik, denn die Bundesregierung ist nach vielen Ankündigungen und Versprechungen in dieser Frage mittlerweile in einen festen Anti-Atom-Tiefschlaf verfallen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Anschober beginnt, unterstützt vom Abg. Öllinger , mit der Verteilung einer Denkschrift im Saale.
In diesem Sinn möchte ich Ihnen anschließend noch eine Denkschrift der Grünen zum 10. Gedenktag von Tschernobyl überreichen. (Der Redner zeigt eine Broschüre vor.) Tatsächlich eine Denkschrift! – Und vielleicht ist zwischen aller Hetze, die hier passiert, auch noch zum Nachdenken Zeit. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Anschober beginnt, unterstützt vom Abg. Öllinger , mit der Verteilung einer Denkschrift im Saale.)
Heiterkeit.
Abgeordneter Johann Schuster (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Ein Sprichwort lautet: Den Fortschritt verdanken die Menschen den Unzufriedenen. (Heiterkeit.) Es darf daher in manchen Bereichen Unzufriedenheit an den Tag gelegt werden, wenn wir bereit sind, den Fortschritt positiv zu beeinflussen.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich ersuche auch alle anderen Parteien, diesem Entschließungsantrag ihre Zustimmung zu geben. – Danke. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Dr. Ofner: Was ist das für eine Ausdrucksweise? – Abg. Mag. Stadler: Aber wenn man "Subjekt" sagt! Die Selbstgerechtigkeiten der Linken! Der Ultralinken!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Abgeordneter Haider hat sich in einem bezeichnenden Akt der geistigen Selbstentblößung hier herausgestellt (Abg. Dr. Ofner: Was ist das für eine Ausdrucksweise? – Abg. Mag. Stadler: Aber wenn man "Subjekt" sagt! Die Selbstgerechtigkeiten der Linken! Der Ultralinken!) und die Tatsache kritisiert, daß das Bundesministerium für Arbeit und Soziales diese Broschüre mitfinanziert oder subventioniert hat.
Abg. Mag. Stadler: Das haben Sie nicht verstanden!
Da stellt sich derselbe Herr Abgeordnete Haider hier heraus und kritisiert Bundesminister Hums deswegen, weil er eine Broschüre subventioniert, in der etwas steht, was eigentlich der Bundesminister Hums nicht vertreten kann, weil es seiner eigenen Meinung widerspricht. (Abg. Mag. Stadler: Das haben Sie nicht verstanden!) Das ist Doppelbödigkeit, Herr Abgeordneter Stadler, und wenn Sie das nicht begriffen haben (Abg. Mag. Stadler: Sie haben es nicht verstanden!) , dann tut es mir leid! (Abg. Mag. Stadler: Sie haben es nicht begriffen! Das ist das Problem!) Das ist Ihre Art, wie Sie mit Meinungsfreiheit, Ihre Art, wie Sie mit Demokratiepolitik umgehen. (Beifall bei den Grünen, bei der SPÖ sowie beim Liberalen Forum. – Abg. Mag. Stadler: Er kritisiert, daß die Regierung zu doppelbödig ist!)
Abg. Mag. Stadler: Sie haben es nicht verstanden!
Da stellt sich derselbe Herr Abgeordnete Haider hier heraus und kritisiert Bundesminister Hums deswegen, weil er eine Broschüre subventioniert, in der etwas steht, was eigentlich der Bundesminister Hums nicht vertreten kann, weil es seiner eigenen Meinung widerspricht. (Abg. Mag. Stadler: Das haben Sie nicht verstanden!) Das ist Doppelbödigkeit, Herr Abgeordneter Stadler, und wenn Sie das nicht begriffen haben (Abg. Mag. Stadler: Sie haben es nicht verstanden!) , dann tut es mir leid! (Abg. Mag. Stadler: Sie haben es nicht begriffen! Das ist das Problem!) Das ist Ihre Art, wie Sie mit Meinungsfreiheit, Ihre Art, wie Sie mit Demokratiepolitik umgehen. (Beifall bei den Grünen, bei der SPÖ sowie beim Liberalen Forum. – Abg. Mag. Stadler: Er kritisiert, daß die Regierung zu doppelbödig ist!)
Abg. Mag. Stadler: Sie haben es nicht begriffen! Das ist das Problem!
Da stellt sich derselbe Herr Abgeordnete Haider hier heraus und kritisiert Bundesminister Hums deswegen, weil er eine Broschüre subventioniert, in der etwas steht, was eigentlich der Bundesminister Hums nicht vertreten kann, weil es seiner eigenen Meinung widerspricht. (Abg. Mag. Stadler: Das haben Sie nicht verstanden!) Das ist Doppelbödigkeit, Herr Abgeordneter Stadler, und wenn Sie das nicht begriffen haben (Abg. Mag. Stadler: Sie haben es nicht verstanden!) , dann tut es mir leid! (Abg. Mag. Stadler: Sie haben es nicht begriffen! Das ist das Problem!) Das ist Ihre Art, wie Sie mit Meinungsfreiheit, Ihre Art, wie Sie mit Demokratiepolitik umgehen. (Beifall bei den Grünen, bei der SPÖ sowie beim Liberalen Forum. – Abg. Mag. Stadler: Er kritisiert, daß die Regierung zu doppelbödig ist!)
Beifall bei den Grünen, bei der SPÖ sowie beim Liberalen Forum. – Abg. Mag. Stadler: Er kritisiert, daß die Regierung zu doppelbödig ist!
Da stellt sich derselbe Herr Abgeordnete Haider hier heraus und kritisiert Bundesminister Hums deswegen, weil er eine Broschüre subventioniert, in der etwas steht, was eigentlich der Bundesminister Hums nicht vertreten kann, weil es seiner eigenen Meinung widerspricht. (Abg. Mag. Stadler: Das haben Sie nicht verstanden!) Das ist Doppelbödigkeit, Herr Abgeordneter Stadler, und wenn Sie das nicht begriffen haben (Abg. Mag. Stadler: Sie haben es nicht verstanden!) , dann tut es mir leid! (Abg. Mag. Stadler: Sie haben es nicht begriffen! Das ist das Problem!) Das ist Ihre Art, wie Sie mit Meinungsfreiheit, Ihre Art, wie Sie mit Demokratiepolitik umgehen. (Beifall bei den Grünen, bei der SPÖ sowie beim Liberalen Forum. – Abg. Mag. Stadler: Er kritisiert, daß die Regierung zu doppelbödig ist!)
Beifall bei den Grünen, bei der SPÖ sowie beim Liberalen Forum.
Mögen die Bürger dieser Republik uns davor behüten, Herr Haider, daß sich Ihr Demokratieverständnis, Ihre Auffassung von Meinungsfreiheit, Ihre Auffassung von Subventionsfähigkeit von Broschüren, von Zeitungen und Zeitschriften in dieser Republik jemals durchsetzen kann! (Beifall bei den Grünen, bei der SPÖ sowie beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Herr Abgeordneter Wabl, der sich an sich für Demokratisierungsprozesse auch hier, wie wir vorhin gemerkt haben, stark macht, nimmt es einfach hin, daß Rechte, die die steirischen Landesbürgerinnen und Landesbürger haben, übergangen werden. Das findet er vielleicht auch noch lustig, wir jedoch nicht! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Und das zeigt auch, Herr Abgeordneter Wabl, daß es um etwas ganz anderes gegangen ist, als in den Erläuternden Bemerkungen dieser Gesetzesvorlage des Steiermärkischen Landtages genannt wir: Die Ausnahmen zeigen, daß es wirklich nur um eine panikartige Geldbeschaffung gegangen ist, mit der man möglichst versucht, die eigene Klientel zu schonen. Die ökologischen Lenkungseffekte sind deshalb nicht abgeschätzt worden, weil sie auch nicht eintreten werden – vollkommen klar! –, denn dort, wo der Lenkungseffekt eintreten sollte, sind ja die Ausnahmen plaziert. Daher werden jene, die sich ohnehin ökologisch richtig verhalten, zur Kasse gebeten, aber jene, die das nicht tun, sind ausgenommen. Wo da der Sinn dahintersteckt, das mußt du mir erst einmal erklären! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Wenn dein Aufruf, Andreas Wabl, zur Kommunikation hier vom Pult aus wirklich ernst gemeint war, dann müßtest du eigentlich ein Befürworter des Entschließungsantrages von uns Liberalen sein, der verlangt, daß ein Gespräch zwischen Nationalrat und Bundesrat herbeigeführt wird, nämlich so, wie es auch in unserer Verfassung vorgesehen ist, um diese Frage diskutieren zu können. – Da geht es um Kommunikation und nicht um ein Drüberfahren! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Schieder: Sehr richtig!
Noch einmal: Diese Vorgangsweise, wie sie in diesem Falle von der Steiermark – meinetwegen durchaus im besten Glauben – eingeschlagen wurde, schadet der Konsolidierung der öffentlichen Haushalte, schadet der Durchsetzung einer ökologischen Steuerreform und schadet insbesondere einer Zusammenarbeit der einzelnen Bundesländer untereinander. Und das ist genau das, was wir im Hinblick auf die Maastricht-Kriterien nicht brauchen können. (Abg. Schieder: Sehr richtig!)
Abg. Schieder: Das geht leider nicht! – Heiterkeit.
Wenn das richtig ist, Herr Abgeordneter Schieder, dann würde ich mich freuen, wenn auch Sie unserem Entschließungsantrag Ihre Zustimmung geben würden. (Abg. Schieder: Das geht leider nicht! – Heiterkeit.) Das ist genau eines jener Probleme, daß die Regierungsfraktionen immer wieder sagen: Das ist eine richtige Maßnahme, aber zustimmen können wir leider nicht! (Abg. Dr. Khol – zum Abg. Schieder gewendet –: Sehr elegant!)
Abg. Dr. Khol – zum Abg. Schieder gewendet –: Sehr elegant!
Wenn das richtig ist, Herr Abgeordneter Schieder, dann würde ich mich freuen, wenn auch Sie unserem Entschließungsantrag Ihre Zustimmung geben würden. (Abg. Schieder: Das geht leider nicht! – Heiterkeit.) Das ist genau eines jener Probleme, daß die Regierungsfraktionen immer wieder sagen: Das ist eine richtige Maßnahme, aber zustimmen können wir leider nicht! (Abg. Dr. Khol – zum Abg. Schieder gewendet –: Sehr elegant!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Das ist genau der falsche Weg, der nicht Politik ist, denn Politik würde bedeuten, Maßnahmen zu setzen, die wirklich im Einklang mit dem stehen, was die ganze Zeit hier beim Rednerpult behauptet wird – mittlerweile auch von den Grünen, ohne daß sie es dann wirklich tun. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Freiheitlichen
Gestern konnte man ja lesen, daß nur mehr pragmatisierte und weisungsgebundene Beamte Minister Einem in den Medien verteidigen – und außer den Grünen verteidigt ihn hier im Hohes Haus überhaupt niemand mehr. Die Grünen werden ihn demnächst wahrscheinlich zum Ehrenmitglied des linken Flügels innerhalb der Grünen machen, meine Damen und Herren (Beifall bei den Freiheitlichen), und ich möchte der grünen Fraktion heute schon zu dieser hervorragenden Erwerbung gratulieren. (Heiterkeit bei den Freiheitlichen.)
Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
Gestern konnte man ja lesen, daß nur mehr pragmatisierte und weisungsgebundene Beamte Minister Einem in den Medien verteidigen – und außer den Grünen verteidigt ihn hier im Hohes Haus überhaupt niemand mehr. Die Grünen werden ihn demnächst wahrscheinlich zum Ehrenmitglied des linken Flügels innerhalb der Grünen machen, meine Damen und Herren (Beifall bei den Freiheitlichen), und ich möchte der grünen Fraktion heute schon zu dieser hervorragenden Erwerbung gratulieren. (Heiterkeit bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen
Aber verlassen Sie sich darauf, meine Damen und Herren, Hohes Haus: Herr Kollege Haider hat nämlich nicht alles aus diesem Verschlußakt zitiert. Er hat Ihnen, meine Damen und Herren von der SPÖ, jetzt einmal ein bißchen mehr daraus zitiert. Denn ich habe den Eindruck, wenn man Sie so reagieren sieht, daß Sie offensichtlich von Ihren eigenen Leuten nicht ordentlich informiert werden, sondern daß man von Ihnen nur erwartet, daß Sie wirklich wie die Marionetten die Händchen hochhalten oder sitzenbleiben, wenn es um Abstimmungen gegen den Minister geht (Beifall bei den Freiheitlichen), daß man Ihnen aber keinen reinen Wein einschenkt.
Abg. Schieder: Wir kennen den Akt nicht!
Wie schaut denn diese "proletarische Kaffeekränzchen-Runde" in Österreich aus? – Da wird es so geschildert: Brandanschlag in Bregenz am 23. März 1995; Ziel dieses Brandanschlages war der Türkische Kulturverein. Beim Newroz-Fest in der Kurhalle in Wien-Oberlaa war die Durchführung gewalttätiger Aktionen geplant. Die Bundespolizeidirektion Innsbruck und die Sicherheitsdirektion Tirol weisen das Innenministerium darauf hin, daß Spendengelderpressungen vorgenommen wurden, und zwar im großen Stil, wobei im ERNK-Büro die entsprechenden Blöcke gefunden wurden. (Abg. Schieder: Wir kennen den Akt nicht!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Jetzt schaut er peinlich berührt weg!
Das ist ja das Problem, daß er ein selektives Wahrnehmungsbedürfnis hat: Immer dann, wenn es gegen einen Sozialisten geht, werden die Ohren dicht gemacht und wird vor allem das Gehirn ausgeschaltet. Und dann, wenn es wieder gegen den Dr. Haider geht, wird die Diskette gegen Haider eingeschoben, und dann wird fleißig von der Rostra aus gegen Dr. Haider gewettert. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Jetzt schaut er peinlich berührt weg!)
Abg. Schieder: Nein, da sind sie im Parlament, das ist eine Einrichtung der Kurden und nicht der PKK!
Dreimal dürfen Sie raten, wer da gemeint ist, Herr Kollege Schieder! Sie werden auch dabei sein, wenn ich Ihnen da so zuhöre, wie Sie sich darüber alterieren, daß die PKK ihr Exil-Parlament nicht nach Österreich verlegen soll. (Abg. Schieder: Nein, da sind sie im Parlament, das ist eine Einrichtung der Kurden und nicht der PKK!) Schauen Sie, ich brauche von denen weder ein Büro noch ein Exil-Parlament! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schieder: Das Parlament ist vom Europarat anerkannt!) Solange hier Schutzgelderpressungen vorgenommen werden, solange hier Waffenhandel und Drogenhandel betrieben wird, solange hier mit terroristischen Aktivitäten ein Krieg in unser Land getragen wird, mit dem unser Land nichts zu tun hat, ist mir auch ein Büro zuviel! (Abg. Schieder: Ihre Vertreter sind auch zusammengetroffen mit dem Parlament!) Da brauche ich kein Exil-Parlament der Kurden in Österreich, wo die PKK den Ton angibt. (Abg. Schieder: Aber das Exil-Parlament ist nicht die PKK!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schieder: Das Parlament ist vom Europarat anerkannt!
Dreimal dürfen Sie raten, wer da gemeint ist, Herr Kollege Schieder! Sie werden auch dabei sein, wenn ich Ihnen da so zuhöre, wie Sie sich darüber alterieren, daß die PKK ihr Exil-Parlament nicht nach Österreich verlegen soll. (Abg. Schieder: Nein, da sind sie im Parlament, das ist eine Einrichtung der Kurden und nicht der PKK!) Schauen Sie, ich brauche von denen weder ein Büro noch ein Exil-Parlament! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schieder: Das Parlament ist vom Europarat anerkannt!) Solange hier Schutzgelderpressungen vorgenommen werden, solange hier Waffenhandel und Drogenhandel betrieben wird, solange hier mit terroristischen Aktivitäten ein Krieg in unser Land getragen wird, mit dem unser Land nichts zu tun hat, ist mir auch ein Büro zuviel! (Abg. Schieder: Ihre Vertreter sind auch zusammengetroffen mit dem Parlament!) Da brauche ich kein Exil-Parlament der Kurden in Österreich, wo die PKK den Ton angibt. (Abg. Schieder: Aber das Exil-Parlament ist nicht die PKK!)
Abg. Schieder: Ihre Vertreter sind auch zusammengetroffen mit dem Parlament!
Dreimal dürfen Sie raten, wer da gemeint ist, Herr Kollege Schieder! Sie werden auch dabei sein, wenn ich Ihnen da so zuhöre, wie Sie sich darüber alterieren, daß die PKK ihr Exil-Parlament nicht nach Österreich verlegen soll. (Abg. Schieder: Nein, da sind sie im Parlament, das ist eine Einrichtung der Kurden und nicht der PKK!) Schauen Sie, ich brauche von denen weder ein Büro noch ein Exil-Parlament! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schieder: Das Parlament ist vom Europarat anerkannt!) Solange hier Schutzgelderpressungen vorgenommen werden, solange hier Waffenhandel und Drogenhandel betrieben wird, solange hier mit terroristischen Aktivitäten ein Krieg in unser Land getragen wird, mit dem unser Land nichts zu tun hat, ist mir auch ein Büro zuviel! (Abg. Schieder: Ihre Vertreter sind auch zusammengetroffen mit dem Parlament!) Da brauche ich kein Exil-Parlament der Kurden in Österreich, wo die PKK den Ton angibt. (Abg. Schieder: Aber das Exil-Parlament ist nicht die PKK!)
Abg. Schieder: Aber das Exil-Parlament ist nicht die PKK!
Dreimal dürfen Sie raten, wer da gemeint ist, Herr Kollege Schieder! Sie werden auch dabei sein, wenn ich Ihnen da so zuhöre, wie Sie sich darüber alterieren, daß die PKK ihr Exil-Parlament nicht nach Österreich verlegen soll. (Abg. Schieder: Nein, da sind sie im Parlament, das ist eine Einrichtung der Kurden und nicht der PKK!) Schauen Sie, ich brauche von denen weder ein Büro noch ein Exil-Parlament! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schieder: Das Parlament ist vom Europarat anerkannt!) Solange hier Schutzgelderpressungen vorgenommen werden, solange hier Waffenhandel und Drogenhandel betrieben wird, solange hier mit terroristischen Aktivitäten ein Krieg in unser Land getragen wird, mit dem unser Land nichts zu tun hat, ist mir auch ein Büro zuviel! (Abg. Schieder: Ihre Vertreter sind auch zusammengetroffen mit dem Parlament!) Da brauche ich kein Exil-Parlament der Kurden in Österreich, wo die PKK den Ton angibt. (Abg. Schieder: Aber das Exil-Parlament ist nicht die PKK!)
Abg. Schieder: Nein, wenn man das Exil-Parlament mit der PKK gleichstellt!
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Ich habe immer geglaubt, daß nur Minister Einem und der internationale Sekretär Schramm für die PKK sind, aber ich höre nun, daß es hier offensichtlich prominente Abgeordnete, bis hin zum Obmann des Außenpolitischen Ausschusses gibt, die eine besondere Erregung empfinden, wenn man die PKK ihrer terroristischen Aktivität zeiht. (Abg. Schieder: Nein, wenn man das Exil-Parlament mit der PKK gleichstellt!)
Abg. Öllinger: Sie haben ja überhaupt keine Ahnung!
Schauen Sie, dort geben ja die PKK-Leute den Ton an! Tun Sie doch nicht so blauäugig! Sie wissen ganz genau, daß die in diesem nicht-proletarischen Nicht-Kaffeekränzchen, das sich PKK mit den ganzen Tochterorganisationen nennt, den Ton angeben in diesem Exil-Parlament! (Abg. Öllinger: Sie haben ja überhaupt keine Ahnung!)
Abg. Schieder: Auch die FPÖ-Vertreter sind mit dem Exil-Parlament zusammengetroffen!
Jedenfalls sehen das Ihre Ministerialbeamten so, teilen das ihren Ministern mit, worauf der Minister eine Weisung erläßt, daß diese Organisationen besonders pfleglich zu behandeln sind. (Abg. Schieder: Auch die FPÖ-Vertreter sind mit dem Exil-Parlament zusammengetroffen!)
Zwischenruf der Abg. Ing. Langthaler.
Eine "nette" Organisation! Eine ganz "friedliche" Geschichte! Ein "Kaffeekränzchen"-Krieg dürfte das sein! (Zwischenruf der Abg. Ing. Langthaler. ) Sie können ja auch mitspielen! Sie werden ja auch eingeladen! Sie dürfen ja auch mitspielen in diesem Krieg!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ein "netter" Klub, wo der Herr Innenminister die Patronanz übernommen hat. Der totale Krieg wird verkündet, jeder soll sich in die Berge begeben oder in die Metropolen und dort Krieg für die PKK führen, so wie sich das der Herr Minister wahrscheinlich "Im wilden Kurdistan", bei der Lektüre des Karl-May-Buches, vorstellt, meine Damen und Herren, Hohes Haus! Nur: Er soll bei seiner Karl-May-Lektüre bleiben und soll Österreich damit in Ruhe lassen! Österreich gefährdet er damit, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Ihnen fehlt die Diskussionskultur!
Welche Dimension dieser Konflikt bereits innerhalb der Regierung angenommen hat, erkennt man, wenn man sich die gestrige Schlagzeile im "Kurier" vor Augen führt, wo es heißt: "Der ÖVP fehlt die Koalitionskultur". – Wer nicht für die Terroristen ist, dem fehlt die "Koalitionskultur", meine Damen und Herren! (Abg. Öllinger: Ihnen fehlt die Diskussionskultur!)
Abg. Öllinger: Das ist eine Einladung!
Daher sage ich Ihnen heute: Wenn Sie von der ÖVP dem Vorwurf, Marionetten zu sein, tatsächlich begegnen wollen, so haben Sie heute Gelegenheit dazu. (Abg. Öllinger: Das ist eine Einladung!) Wenn Sie das heute wieder nicht tun, dann werden Sie auch die Reste an Glaubwürdigkeit und an Kompetenzen, insbesondere im Sicherheitsbereich, wo Sie zugegebenermaßen noch rudimentär einige Kompetenzen haben, verspielen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Sie sind kein Dobermann, sondern ein grauer Wolf!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Sie sind kein Dobermann, sondern ein grauer Wolf!
Daher sage ich Ihnen heute: Wenn Sie von der ÖVP dem Vorwurf, Marionetten zu sein, tatsächlich begegnen wollen, so haben Sie heute Gelegenheit dazu. (Abg. Öllinger: Das ist eine Einladung!) Wenn Sie das heute wieder nicht tun, dann werden Sie auch die Reste an Glaubwürdigkeit und an Kompetenzen, insbesondere im Sicherheitsbereich, wo Sie zugegebenermaßen noch rudimentär einige Kompetenzen haben, verspielen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Sie sind kein Dobermann, sondern ein grauer Wolf!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Es freut mich, daß die ÖVP es sich bereits nach einer Woche anders überlegt hat und offenbar draufgekommen ist, daß der Schutz der Konsumenten wichtig ist, weil dieser auch Grundlage für die Existenz tausender Bauern in Österreich ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wissen Sie, was Kommissar Fischler, Ihr Parteifreund, heute in der "Presse" Frau Gesundheitsministerin Krammer ausrichten läßt? Ich zitiere: "Fischler erteilte übrigens auch einer Idee von Gesundheitsministerin Christa Krammer eine Abfuhr. Sie hatte sich für die Einführung einer geographischen Herkunftsbezeichnung für Rinder ausgesprochen." – Das heißt nichts anderes, als daß hier in Österreich, hier in diesem Haus eine Fraktion einen Antrag einbringt, von dem sie jetzt schon weiß, daß er in der Europäischen Union nicht durchgesetzt wird, weil ihr eigener Mandatar, ihr Mann aus den eigenen Reihen diesen Antrag in Brüssel niederstimmen wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich kann es nicht hinnehmen und nicht verstehen, Frau Gesundheitsministerin, daß von österreichischer Seite, von der österreichischen Regierung aus keinerlei Vorstöße auf europäischer Ebene unternommen werden, um auch die österreichischen Bauern mit EU-Geldern zu entschädigen. Ich finde es einfach falsch, daß die britischen Rindfleischerzeuger, die die Verursacher dieser Krise sind, entschädigt werden, während die österreichischen Geschädigten leer ausgehen und von ihrer Regierung im Regen stehen gelassen werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Wir stellen diesen Antrag auch nicht zuletzt deshalb, weil ein hochrangiger Funktionär der Österreichischen Volkspartei vor kurzer Zeit diese Forderungen in der Öffentlichkeit gestellt hat. Präsident Schwarzböck war es, der in den Zeitungen verkündete, daß es jetzt an der Zeit sei, auch den österreichischen Bauern zu helfen. Er hat recht! Er hat heute Gelegenheit, unseren Antrag zu unterstützen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Kräuter: Die Zusammenlegung!
Doch halt, meine sehr geehrten Damen und Herren, eine Ausnahme gibt es, und auf diese will ich nun zu sprechen kommen: Diese Ausnahme betrifft die Bezirksgerichte. Ich darf die Situation kurz resümieren. In der Regierungsvorlage war zunächst eine Bestimmung enthalten, die die Schließung der Bezirksgerichte vorsah. (Abg. Dr. Kräuter: Die Zusammenlegung!) Dann wurde sehr schnell erkannt, daß mit der Schließung der Bezirksgerichte massiv in Länderinteressen eingegriffen wird. Es hätte sich an der Vollziehung in den Ländern wesentliches geändert. Und die Folge, wie wir wissen, meine sehr geehrten Damen und Herren, wäre gewesen, daß der Bundesrat mit einer Zweidrittelmehrheit die Zustimmung hätte geben müssen. Das war auch der Grund, wieso es dann einen eigenen Gesetzesantrag des Budgetausschusses gegeben hat. Meine sehr geehrten Damen und Herren, zwei Abgeordnete der Regierungsparteien, oberösterreichische Kollegen, haben diesen Gesetzesantrag eingebracht, und dieser war wortgleich mit jenem in der Regierungsvorlage.
Abg. Mag. Kukacka: Wir sind lernfähig!
Ich freue mich sehr – und ich möchte das für mich als durchaus positives Resümee hervorstreichen –, daß die ÖVP da einen bemerkenswerten Gesinnungswandel vollzogen hat. (Abg. Mag. Kukacka: Wir sind lernfähig!) Die Bürgermeister in Oberösterreich sind eingeschritten, und ich freue mich, Herr Kollege Kukacka, daß Sie hier sagen: "Wir sind lernfähig." Ich begrüße diese Lernfähigkeit, weil das auch davon zeugt, daß doch noch ein demokratisches Verständnis in der ÖVP zu wichtigen Fragen, die in Bundesländerrechte eingreifen, vorhanden ist.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es freut mich, meine sehr geehrten Damen und Herren, feststellen zu können, daß alle im oberösterreichischen Landtag vertretenen Parteien diesen Dringlichkeitsantrag unterzeichnet haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Das ist in erster Linie natürlich ein Erfolg, ein Sieg der freiheitlichen Opposition. Das ist aber auch ein Sieg des Föderalismus, und es ist vor allen Dingen ein Sieg der Bundesländer gegen die Wiener Zentralbürokratie. Vor allem ist es aber, meine sehr geehrten Damen und Herren, ein Sieg der Vernunft. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Khol: Es ist gestern beschlossen worden!
Jetzt frage ich Sie wirklich: Wie gehen wir mit dem Parlamentarismus um? – Heute nachmittag wird das Strukturanpassungsgesetz erst im Bundesrat behandelt, es ist noch überhaupt nicht erledigt (Abg. Dr. Khol: Es ist gestern beschlossen worden!), Entschuldigung, gestern ist es im Bundesrat behandelt worden, heute nachmittag wird es ab 16 Uhr aufgelegt, um in Kraft zu treten.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das ist eine echte Verwahrlosung des Rechtsstaates. Das ist wirklich ein Bruch mit den Traditionen der Verfassung. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Nowotny: Das stimmt auch!
Das wollten wir am Schluß auch hier einmahnen. Denn wenn Herr Kollege Nowotny vor einigen Tagen hier heraußen gesagt hat, die Freiheitlichen wollen das Parlament zerstören (Abg. Dr. Nowotny: Das stimmt auch!), dann kann ich nur sagen, Herr Kollege Nowotny: Mit solchen Akten wird das Parlament zerstört, indem man uns alle zu Marionetten stempelt und Gesetze bereits vollzogen werden, bevor sie überhaupt im Haus beschlossen sind. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das wollten wir am Schluß auch hier einmahnen. Denn wenn Herr Kollege Nowotny vor einigen Tagen hier heraußen gesagt hat, die Freiheitlichen wollen das Parlament zerstören (Abg. Dr. Nowotny: Das stimmt auch!), dann kann ich nur sagen, Herr Kollege Nowotny: Mit solchen Akten wird das Parlament zerstört, indem man uns alle zu Marionetten stempelt und Gesetze bereits vollzogen werden, bevor sie überhaupt im Haus beschlossen sind. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Firlinger: Deine Witze waren auch schon besser!
Meine Damen und Herren! Es kommt noch eine wunderschöne Debatte zur Einsetzung eines Untersuchungsausschusses auf uns zu. Ich halte Sie also nicht mehr auf – falls die Liberalen oder andere wildgewordene Oppositionsparteien glauben, die Grünen hier rügen zu müssen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Firlinger: Deine Witze waren auch schon besser!)
Abg. Dr. Haider: Das steht aber nicht in der Information!
Ich habe mir diese Information angesehen und kann Ihnen dazu folgendes mitteilen: Es handelt sich im gegenständlichen Fall um eine Information aufgrund zu beschließender Gesetze, die demnächst – nach Beschlußfassung – auch in Kraft treten. (Abg. Dr. Haider: Das steht aber nicht in der Information!) Einen kleinen Moment bitte! Hier steht: "Information"!
Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Zum zweiten steht hier: Die Regierung hat eine Erhöhung beschlossen. – Gemeint war der Beschluß der Regierung zur Regierungsvorlage, die dem Parlament zugeleitet wurde. Der Zahlschein, Herr Dr. Haider – und man kann das ganz emotionslos und klar sagen –, der beigelegt wurde, bezieht sich noch auf die alte Beitragsregelung, auf den Beitragsatz mit 12,5 Prozent, weil die Quartalsbeiträge im nachhinein einkassiert beziehungsweise eingefordert werden. (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Beifall beim Liberalen Forum sowie bei Abgeordneten der SPÖ und der Grünen.
Das ist für mich nicht akzeptabel! Es ist nicht akzeptabel, daß jemand, dessen Fraktion eine Stunde lang die Budgetdebatte dazu verwendet hat, politisches Kleingeld zu schlagen – obwohl am selben Tag, gleich anschließend, eine Debatte genau zu diesem Punkt stattfinden wird; aber offenbar mußte das mit Blickpunkt auf Redaktionsschluß und ähnliches vorverlegt werden –, der Obmann derselben Fraktion uns dann hier erklärt, daß er für den Parlamentarismus eintritt. Das halte ich für gelinde gesagt doppelbödig und nicht einmal mehr schade. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum sowie bei Abgeordneten der SPÖ und der Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren vom Liberalen Forum! Sie sind zu Recht der "Blinddarm" der SPÖ. – Das sage ich Ihnen als jemand, der derzeit Probleme mit dem Blinddarm hat. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Rufe: Bei den Bauern!
Er geht hier heraus, im Wissen, daß Kollege Kier uns gestern in einem Anflug von einer Restportion an Mut einen Fall geschildert hat, wo das Finanzamt für Verkehrssteuern bereits Vorschreibungen tätigt, obwohl das Gesetz noch gar nicht in Kraft ist. Das weiß er. Heute rechtfertigt er die nächste Praxis der Sozialversicherungsanstalt der Gewerblichen Wirtschaft, nur weil er dort ein fettes Direktorengehalt hat, meine Damen und Herren! (Rufe: Bei den Bauern!) Bei den Bauern, Pardon! Die Sozialversicherungsanstalten sind sich in dieser Frage alle einig. Wahrscheinlich müßte man nur bei den Bauern nachfragen, um zu ähnlichen Vorschreibungen zu kommen. Und er findet nichts daran, daß man den Zahlschein beilegt.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Herr Kollege Donabauer! Sie finden wahrscheinlich auch nichts dabei, daß – wie ich einem Lohnzettel eines Bundesbeamten entnehme – beim Monatsbezug April 1996 bereits die Einmalzahlung von 2 700 S dabei ist, obwohl das entsprechende Gesetz noch gar nicht in Kraft ist. Das ist unglaublich! Derzeit häufen sich die Fälle, an denen man sieht, wie diese Regierung das Parlament mißachtet, und das sollten Sie einmal zur Kenntnis nehmen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Es hat in den letzten Jahren Menschen in der österreichischen Innenpolitik gegeben, die von den Medien und von einigen Politikern vorverurteilt wurden. Ich glaube, sie haben eine sehr hohe Rechnung bezahlt, und man sollte hier sehr vorsichtig sein. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ.
Das zweite Zitat lautet: "Herr Minister Einem hat nicht mehr unser Vertrauen. Ich glaube, daß er in der Gefahr steht, eine Kumpanei mit den linken Terroristen einzugehen." – Das ist klassische Vorverurteilung, das ist eine klassische Verurteilung einer Person, ohne irgendwelche Beweise zu haben. Und genau so sollte man in der österreichischen Innenpolitik nicht vorgehen. Ein Untersuchungsausschuß würde von den Antragstellern, sehr geehrte Damen und Herren, nicht dazu verwendet werden, um inhaltliche Positionen zu klären, um letztendlich auch die politische Verantwortung zu klären, sondern er würde als Plattform verwendet werden, um mit den politischen Beschuldigungen weiter fortsetzen zu können. Und das werden wir nicht zulassen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte noch folgendes sagen. Sehr geehrte Damen und Herren! Ich glaube, daß es den Antragstellern gar nicht um die PKK geht – ich gehe in erster Linie von Klubobmann Haider aus –, sondern es geht darum, daß man zum ersten keinen Innenminister will, der einmal Bewährungshelfer war, weil das nicht in das System paßt. Ein Mensch, der selbst sagt, dem Innenminister gehört eine g’sunde Watsch’n, der hat mit einem Bewährungshelfer, der ganz andere Formen der Konfliktbewältigung vorsieht, überhaupt nichts zu tun und will ihn auch nicht als Innenminister. Das ist das erste. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Krüger: Bestreiten Sie, daß es linke Terroristen gibt?
Das zweite: Es ist auch ein Ablenkungsmanöver. Ein Mensch, der sagt, rote und schwarze Filzläuse sollten mit Blausäure bekämpft werden, der nicht davon spricht, daß die braune Brut eine Gefahr ist, sondern das rote Gesindel – er meint uns, liebe Kollegen – und der letztendlich bei Waffen-SS-Treffen teilnimmt, der braucht ein Ablenkungsmanöver, nämlich daß es linke Terroristen in dem Land gibt, denn dann ist er hoffähig und möglicherweise auch in der Lage, in irgendeine Regierung einzutreten. (Abg. Dr. Krüger: Bestreiten Sie, daß es linke Terroristen gibt?)
Abg. Mag. Stadler: Schlußsatz!
Abgeordnete Mag. Brigitte Ederer (fortsetzend): Ihnen geht es nicht um die PKK (Abg. Mag. Stadler: Schlußsatz!), Ihnen geht es um ein Ablenkungsmanöver mit hohen persönlichen Kosten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Mag. Brigitte Ederer (fortsetzend): Ihnen geht es nicht um die PKK (Abg. Mag. Stadler: Schlußsatz!), Ihnen geht es um ein Ablenkungsmanöver mit hohen persönlichen Kosten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber Sie von der Österreichischen Volkspartei sollten jetzt einmal doch zeigen, daß Sie nicht dieser falsch verstandenen Koalitionstreue unterliegen, sondern Sie sollen einmal das untersuchen, was Herr Abgeordneter Kiss schon im Wahlkampf gesagt hat. Er hat gesagt, daß der Herr Innenminister eine rechtswidrige Weisung gegeben hat, als es um die Untersuchung oder Nichtuntersuchung der PKK gegangen ist. Jetzt haben Sie die Gelegenheit, Herr Abgeordneter Kiss, zu untersuchen, ob diese Weisung rechtswidrig war oder nicht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Mag. Ederer! Sie haben schon recht, daß das Berufsbild des Politikers ungeheuer wichtig ist und daß in der Öffentlichkeit immer wieder diskutiert wird, wie ein Politiker handelt. Aber glauben Sie nicht, daß ein Politiker aufgrund dieses Vorwurfs, wie er Einem gemacht wird, in der Öffentlichkeit schon sehr schlecht dasteht? Glauben Sie nicht, daß es auch im Interesse der Politiker allgemein wäre, zu untersuchen: Warum ist eine Weisung erteilt worden? Welche Weisung hat es überhaupt gegeben? – Denn daß es eine gab, das haben wir schon aus einem Aktenvermerk gesehen, den Abgeordneter Haider präsentierte. Aber es wäre doch auch interessant zu überprüfen, warum der Innenminister geleugnet hat, daß er eine solche Weisung gab. Das muß doch uns Parlamentarier – egal, ob sie von einer Regierungsfraktion sind oder nicht – interessieren. Das Kontrollrecht ist doch eines der wichtigsten Rechte. Wir haben uns ohnehin schon alle anderen Rechte nehmen lassen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hier geht es nicht um eine Sache, die vom Gericht überprüft werden muß, sondern hier geht es um die politische Verantwortung eines Ministers. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Haider: Wie der Schelm ist, so denkt er!
Frau Abgeordnete Ederer! Noch einmal zu Ihnen: Sie haben in Ihrer Rede genau das gemacht, was Sie uns vorhalten. Sie haben gesagt, wir würden diese Einsetzung des Untersuchungsausschusses nur als Ablenkungsmanöver verlangen. Sie haben gesagt, wir würden alles nur zu Lasten des Innenministers Einem auslegen. – Diese Vorverurteilung haben Sie vorgenommen! Und uns werfen Sie vor, daß wir immer Vorverurteilungen machen! – Also das finde ich wirklich merkwürdig, daß Sie genau das machen, was Sie uns vorwerfen. (Abg. Dr. Haider: Wie der Schelm ist, so denkt er!) – Das ist richtig!
Beifall bei der ÖVP.
Wir sind auch immer dafür eingetreten, den Dialog mit dem kurdischen Volk zu führen, und zwar mit all jenen Kräften, die auf demokratische und gewaltfreie Art ihre Rechte durchsetzen möchten. Die Österreichische Volkspartei hat sich aber immer distanziert von terroristischen Organisationen oder Organisationen, die versuchen, ihre Rechte mit verbrecherischen Mitteln durchzusetzen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Haider: Nicht Rechtsprechung?
Das Urteil des Obersten Gerichtshofes und eine damit im Zusammenhang stehende entsprechende Weisung des Innenministers sind in der Zwischenzeit Gegenstand einer Untersuchung des Staatsanwaltes und damit in der österreichischen Rechtssprechung verankert. (Abg. Dr. Haider: Nicht Rechtsprechung?) – Entschuldigung. Wir sind damit bei österreichischen Gerichten anhängig. Wir vertrauen auf die Unabhängigkeit der österreichischen Gerichte, und wir sind daher nicht der Meinung, daß eine entsprechende Vorverurteilung durch einen Untersuchungsausschuß dieses Urteil beeinflussen sollte. Wir werden daher diesem Antrag nicht zustimmen! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Das Urteil des Obersten Gerichtshofes und eine damit im Zusammenhang stehende entsprechende Weisung des Innenministers sind in der Zwischenzeit Gegenstand einer Untersuchung des Staatsanwaltes und damit in der österreichischen Rechtssprechung verankert. (Abg. Dr. Haider: Nicht Rechtsprechung?) – Entschuldigung. Wir sind damit bei österreichischen Gerichten anhängig. Wir vertrauen auf die Unabhängigkeit der österreichischen Gerichte, und wir sind daher nicht der Meinung, daß eine entsprechende Vorverurteilung durch einen Untersuchungsausschuß dieses Urteil beeinflussen sollte. Wir werden daher diesem Antrag nicht zustimmen! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Mag. Karl Schweitzer (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Kollege Khol, Klubobmann der ÖVP und auch oberster Hüter des "Verfassungsbogens", ist ein ehrenwerter Mann. Was er sagt, das hat Gewicht und muß auch ernstgenommen werden. Ich konnte beobachten, wie er mit roten Karten im Laufe dieser Woche seine Fraktion diszipliniert hat. Die Fraktion hat das getan, was er mit den roten Karten befohlen hat. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Parnigoni: Der Khol ist nicht in der Regierung! – Abg. Mag. Stadler: Das ist auf die ÖVP bezogen! – Abg. Dr. Khol: Ich bin nicht in der Regierung!
Vieles von dem, was er bis jetzt gesagt hat, hat auch Hand und Fuß; auch das, was er im Zusammenhang mit dem nun zur Diskussion stehenden Innenminister Einem gesagt hat, hat Hand und Fuß gehabt. Er hat nämlich von Einem gesagt – Pauli, zu dir komme ich gleich, etwas Geduld –, Einem ist eine Gefahr für dieses Land. – Das hat dieser ehrenwerte Mann Dr. Khol richtig erkannt. Und dieser ehrenwerte Dr. Khol hat gesagt: Wenn dieser Einem in einer Regierung sitzen sollte, so stehe ich für diese Regierung nicht zur Verfügung. – Gut. Dieser ehrenwerte Mann hat einmal gefehlt. Aber was soll’s, das kann passieren. Herr Kollege Khol! Heute haben Sie die Chance, Ihre Ehre wiederherzustellen. Sie stehen dafür mit Ihrer ÖVP nicht zur Verfügung, haben Sie gesagt, Herr Khol! (Abg. Parnigoni: Der Khol ist nicht in der Regierung! – Abg. Mag. Stadler: Das ist auf die ÖVP bezogen! – Abg. Dr. Khol: Ich bin nicht in der Regierung!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Und Kiss hat Konsequenzen gefordert! Er hat gesagt: Aufgrund der Tatsache, daß der Innenminister nicht nur auf die Gesetze der Republik vereidigt ist, sondern auch in seiner Funktion einer der obersten Hüter der österreichischen Rechtsordnung ist – womit er recht hat –, ist der wissentliche Bruch der österreichischen Gesetze durch ihn nicht tolerierbar. – So der ehrenwerte Pauli Kiss, wie er hier steht. Und dann sagte er: Die einzig sinnvolle Lösung erscheint daher ein sofortiger Rücktritt dieses Herrn Minister Einem! – So der ehrenwerte Pauli Kiss. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Nun gut, wir wollen heute gar nicht den Rücktritt dieses Herrn Ministers Einem fordern, obwohl er längst fällig wäre und er von sich aus diesen Schritt setzen müßte, aber wir wollen die Vorgänge rund um diese Weisung untersuchen lassen. Und wir wollen den ehrenwerten ÖVPlern Kiss und Klubobmann Khol die Gelegenheit geben, ihre Ehre in der Form wiederherzustellen, daß Sie unserem Antrag zustimmen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Rufe und Gegenrufe zwischen der ÖVP und den Freiheitlichen.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Kier. Er hat das Wort. (Rufe und Gegenrufe zwischen der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Fuhrmann: Es gibt keine Voruntersuchung! Das ist eine Vorerhebung!
Es gibt eine Voruntersuchung. Daß darüber diskutiert wird, ist im übrigen ein Problem eigener Art, weil das Wesen der Voruntersuchung ist... (Abg. Dr. Fuhrmann: Es gibt keine Voruntersuchung! Das ist eine Vorerhebung!)
Beifall beim Liberalen Forum, bei Abgeordneten der SPÖ sowie bei den Grünen.
Er hat keine politischen Feststellungen, die darüber hinaus gehen, getroffen. Das heißt, dieses Urteil ist natürlich ernst zu nehmen, aber es ist eigentlich überhaupt nichts Neues, denn daß es Terror gibt, der von Kurden ausgeübt wird, wissen wir. Wir sollten dabei allerdings nicht verschweigen, daß dieser Terror durch eine andere Form von Terror, nämlich die gröblichste Mißachtung von Menschenrechten in der Türkei, ausgelöst ist. (Beifall beim Liberalen Forum, bei Abgeordneten der SPÖ sowie bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Aber nun zur politischen Frage, damit ich zum Ende komme: Die politische Frage ist zu diskutieren. Es ist eine politische Linienfrage. Aber diese politische Linie ist auch nicht ganz neu. Diese hat nicht der jetzige Innenminister erfunden, sie hat in Österreich Tradition. Wir sollten das politisch diskutieren, aber nicht in der Form, daß wir ein Regierungsmitglied, das wir jetzt zufällig vorfinden, in einen Untersuchungsausschuß verwickeln, sondern daß wir diese Frage diskutieren und gemeinsam entscheiden und nicht kriminalisieren. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Ich weiß schon, daß die Kollegen von der FPÖ zu diesen Fragen deswegen ein gestörtes Verhältnis haben, weil für sie offenbar Politik und Kriminalität so eng beeinanderliegen, daß sie das manchmal nicht unterscheiden können. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Kier: Das ist eine Sauerei! – Weitere Zwischenrufe beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Abgeordneter Dr. Michael Krüger (Freiheitliche): Herr Präsident! Hohes Haus! Es war naturgemäß für uns Freiheitliche nicht überraschend, daß sich der liberale Abgeordnete Kier abermals als Pflichtverteidiger des Herrn Innenministers aufgespielt hat, nämlich ausgerechnet jener Abgeordneter, der immer wieder die Gesetze zitiert, Gesetzesauslegungen, Spitzfindigkeiten findet und der Verfassung das Wort redet. Das ist wirklich ein ganz eigenartiger Umgang. Ich glaube, Sie sind wirklich auf einem Auge blind, sehr geehrter Herr Kollege Kier! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Kier: Das ist eine Sauerei! – Weitere Zwischenrufe beim Liberalen Forum und bei den Grünen.) Ich verstehe völlig, daß Sie sich darüber alterieren.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Noch eines, Herr Kollege Kier! Das sei Ihnen auch ins Stammbuch geschrieben. Es gibt doch zwei Ebenen, die hier zu untersuchen sind: Die eine Ebene ist die strafrechtliche Ebene, da geht es um die strafrechtliche Verantwortung. In einem Untersuchungsausschuß geht es um die politische Verantwortung. Und Sie als Jurist, Herr Kollege Kier, wissen das sehr wohl zu unterscheiden. Gerade aus diesem Umstand ist es so unerklärlich, daß Sie sich hier abermals mit unsachlichen Gründen zum Pflichtverteidiger des Herrn Innenministers aufspielen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Nowotny: Nein!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Innenminister geht davon aus, daß die Staatsanwaltschaft einer Bassena gleichzusetzen ist. (Abg. Dr. Nowotny: Nein!) Er sagt es. Die Aussage, daß man eine politische Debatte auf "Bassena-Niveau" bringt, indem man zur Staatsanwaltschaft rennt, ist doch ganz eindeutig. (Zwischenruf des Abg. Dr. Nowotny. )
Zwischenruf des Abg. Dr. Nowotny.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Innenminister geht davon aus, daß die Staatsanwaltschaft einer Bassena gleichzusetzen ist. (Abg. Dr. Nowotny: Nein!) Er sagt es. Die Aussage, daß man eine politische Debatte auf "Bassena-Niveau" bringt, indem man zur Staatsanwaltschaft rennt, ist doch ganz eindeutig. (Zwischenruf des Abg. Dr. Nowotny. )
Abg. Mag. Stadler: Ich, "von Einem"!
Sehen Sie, Herr Kollege Nowotny, das ist der springende Punkt: Herr Minister Einem fühlt sich einem Monarchen gleich, einem legibus solutis. Ich, Einem, stehe über den Gesetzen. (Abg. Mag. Stadler: Ich, "von Einem"!) Ich stehe über den Gesetzen. Mich interessiert das nicht. – Oder ist etwa diese unfaßbare Beleidigung der Staatsanwaltschaft und der Justiz, für die sich der Justizminister eigentlich schützend vor die Staatsanwälte stellen müßte, so zu interpretieren, daß Herr Minister Einem schon mit einer Verurteilung rechnet und daher vorweg gleich aus diesem Grund sagt, da geht es um ein "Bassena-Niveau" bei der Staatsanwaltschaft? – Das ist eine unglaubliche Entgleisung. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sehen Sie, Herr Kollege Nowotny, das ist der springende Punkt: Herr Minister Einem fühlt sich einem Monarchen gleich, einem legibus solutis. Ich, Einem, stehe über den Gesetzen. (Abg. Mag. Stadler: Ich, "von Einem"!) Ich stehe über den Gesetzen. Mich interessiert das nicht. – Oder ist etwa diese unfaßbare Beleidigung der Staatsanwaltschaft und der Justiz, für die sich der Justizminister eigentlich schützend vor die Staatsanwälte stellen müßte, so zu interpretieren, daß Herr Minister Einem schon mit einer Verurteilung rechnet und daher vorweg gleich aus diesem Grund sagt, da geht es um ein "Bassena-Niveau" bei der Staatsanwaltschaft? – Das ist eine unglaubliche Entgleisung. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bin sehr froh darüber, daß wir eine namentliche Abstimmung beantragt haben. Und ich bin sehr dankbar dafür, daß jeder einzelne ÖVP-Abgeordnete, der sich abermals aus sachwidrigen Motiven hinter Einem stellt, namentlich im Protokoll erfaßt wird! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Abgeordnete Mag. Doris Kammerlander (Grüne): Herr Präsident! Kolleginnen und Kollegen! Der Enthusiasmus, der förmlich aus Ihrer Rede sprüht, und die Überzeugungskraft, die Sie an den Tag legen, Kolleginnen und Kollegen von der FPÖ, zeigen, wie wichtig und wie ernst Ihnen das Ganze ist. Die Kür haben Sie schon hinter sich, diese haben Sie nämlich noch im Rahmen der Tagesordnung geliefert. Und das ist jetzt das lästige Pflichtprogramm, das Sie absolvieren. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. )
Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie stecken voll Vorurteilen!
Aber das Theater, das Sie hier machen, ist ja immer dasselbe. Schauen Sie sich die Protokolle der letzten Woche und dieser Woche an. Sie sind gespickt mit Zwischenrufen, die ungeheuerlich sind. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie stecken voll Vorurteilen!) In Ihren eigenen Wortmeldungen gibt es eine Mixtur von Anschuldigungen, von Diffamierungen und Verleumdungen gegen Personen, die nicht hier sind, die sich überhaupt nicht wehren können, Vorwürfe, die jeder Grundlage entbehren.
Beifall bei den Grünen.
Wo immer solche Personen den Weg zum Gericht gefunden und die Mühe auf sich genommen haben, bis in die höchste Instanz zu gehen, haben Sie verloren. Immer wieder zeigt es sich, daß Sie eine Mischung aus Dichtung und Halbwahrheiten haben, die Sie präsentieren und die Sie versuchen, auf eine populistische Art und Weise auszunutzen. (Beifall bei den Grünen.). – Dazu ist Ihnen wirklich jedes Mittel recht.
Beifall bei den Grünen.
Zitieren Sie ruhig weiter, aber suchen Sie sich dann wenigstens die richtigen Akten heraus! Stöbern Sie nicht in falschen Akten, und bringen Sie nicht andere unschuldige Personen in ein solches Licht, daß diese Personen sich nicht wehren und nie wieder rehabilitieren können. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Das ist nicht nur unsauber und unlauter, sondern wie man sieht, sind damit auch nicht sehr viel mehr Stimmen zu lukrieren. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es hat also der Innenminister hier im Parlament gegenüber den Abgeordneten und damit gegenüber der Öffentlichkeit nicht die Wahrheit gesagt, um es vornehm auszudrücken. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Alle anderen Anschläge, die Briefbombenattentate, Klagenfurt, Oberwart, Stinatz et cetera, sind nach langer Zeit unaufgeklärt – bis heute. Und es ist offen, ob das in Zusammenhang damit steht, daß, wie Spitzenbeamte – ich wiederhole es – behaupten, nur in einer ganz bestimmten Richtung ermittelt werden durfte. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich erinnere nur an die Ausschüsse, die mir einfallen: AKH, WBO, NORICUM und "Lucona". Überall hat es parallel die gerichtlichen Verfahren und die Ausschußverfahren gegeben. Das ist auch ganz klar, es geht ja um unterschiedliche Arbeitsziele: Das Gericht ist dazu da, ein strafrechtlich relevantes Verhalten herauszuarbeiten und die Konsequenzen daraus zu ziehen. Der parlamentarische Untersuchungsausschuß hat den Auftrag, politische Verantwortlichkeiten und die zugrunde liegenden Sachverhalte festzustellen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich sage Ihnen: Wenn der Minister nicht vorher erkrankt oder sich ein ähnliches diplomatisches Geschehen ereignen sollte, dann wird dieser Ausschuß kommen! Und er wird im Interesse aller – auch und nicht zuletzt des betroffenen Ministers – feststellen, was geschehen ist und feststellen, was für politische Verantwortlichkeiten es gibt, die von wem zu tragen sind. – Das wird kommen; und es wird im Interesse aller kommen. Und jene, die sich bemühen, zu mauern, werden umso schiefer im Licht dastehen, je länger es dauert, bis der Ausschuß eingesetzt ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen
Ich rufe in Erinnerung, daß es vier Strafanzeigen gibt: Oberschlick-Strafanzeige wegen der Organisation des "Herzeigetäters", eine Strafanzeige des Abgeordneten Kiss, die jetzt zur parlamentarischen Debatte geführt hat, und die für Abgeordneten Kiss ein blamables Kapitel seiner parlamentarischen Laufbahn ist, meine Damen und Herren, Hohes Haus (Beifall bei den Freiheitlichen) , weil er sich heute in keuscher Zurückhaltung und in Koalitionsdisziplin üben muß. Ich rufe in Erinnerung, daß es eine Strafanzeige eines Anwaltes gibt, weil sich der Herr Innenminister die Karteikarten im Wiener Sicherheitsbüro durch EBT-Beamte abholen hat lassen, und ich rufe in Erinnerung, daß es eine umfangreiche Strafanzeige von mir gibt, die die ominösen Vorgänge bei der Behinderung der Ermittlungen zur Aufklärung der Terroranschläge zum Inhalt hat.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Die Öffentlichkeit hat ein Recht auf Aufklärung! Die Öffentlichkeit und das Parlament haben ein Recht auf Aufklärung, und das hat nichts mit einer gerichtlichen Klärung des Falles Einem zu tun. Die Öffentlichkeit ist beunruhigt, sie ist zu Recht beunruhigt, und sie hat das parlamentarische Recht, von uns zu erfahren, was sich rund um diesen Innenminister Einem abgespielt hat und wie die politische Aufklärung in diesem Lande gehandhabt wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Ich habe ja die Rede!
Abgeordneter Mag. Thomas Barmüller (Liberales Forum): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Da tatsächliche Berichtigungen bei solchen Debatten nicht zulässig sind, sei von meiner Seite hier nur angemerkt, daß es unrichtig ist, was Herr Abgeordneter Stadler behauptet hat: Herr Abgeordneter Kier hat keineswegs die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses gefordert. (Abg. Mag. Stadler: Ich habe ja die Rede!)
Beifall beim Liberalen Forum, bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Aber Sie haben mich "überzeugt", Herr Abgeordneter Stadler. Das ist meine Antwort! (Der Redner zeigt die rote Abstimmungskarte.) – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum, bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)