Eckdaten:
Für die 72. Sitzung der 23. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 1443 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Oh-Rufe bei der ÖVP
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Von der Bundeswahlbehörde ist die Mitteilung eingelangt, dass Herr Abgeordneter Alexander Zach auf sein Mandat verzichtet hat (Oh-Rufe bei der ÖVP) und an seiner Stelle Herr Kurt Nekula in den Nationalrat berufen wurde.
Abg. Ing. Westenthaler: Vier Tage vor der Wahl eine neue Angelobung! Peinlicher geht es gar nicht mehr!
Ich bitte nun die Schriftführerin, Frau Abgeordnete Binder-Maier, um Verlesung der Gelöbnisformel. (Abg. Ing. Westenthaler: Vier Tage vor der Wahl eine neue Angelobung! Peinlicher geht es gar nicht mehr!)
Allgemeiner Beifall.
Abgeordneter Kurt Nekula, MA, MAS (SPÖ): Ich gelobe. (Allgemeiner Beifall.)
Ruf bei der ÖVP: Und wo ist der Bundeskanzler?
Abgeordneter Wilhelm Haberzettl (SPÖ): Geschätzte Frau Präsidentin! Werte Regierungsmitglieder! Geschätzte Damen und Herren! Ich stelle mit Verwunderung fest, dass der Vertreter des Bundeskanzlers der Vizekanzler ist und der Vizekanzler nicht hier ist, aber auch nicht vertreten ist, und das, obwohl wir ein Thema behandeln (Ruf bei der ÖVP: Und wo ist der Bundeskanzler?), welches wesentliche Bedingungen, Punkte für den Arbeitsmarkt und für die Infrastrukturinvestitionen betrifft. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Wilhelm Haberzettl (SPÖ): Geschätzte Frau Präsidentin! Werte Regierungsmitglieder! Geschätzte Damen und Herren! Ich stelle mit Verwunderung fest, dass der Vertreter des Bundeskanzlers der Vizekanzler ist und der Vizekanzler nicht hier ist, aber auch nicht vertreten ist, und das, obwohl wir ein Thema behandeln (Ruf bei der ÖVP: Und wo ist der Bundeskanzler?), welches wesentliche Bedingungen, Punkte für den Arbeitsmarkt und für die Infrastrukturinvestitionen betrifft. (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Wer sagt Ihnen das?
Der Verkehrsminister hat, damit nicht für die ÖsterreicherInnen noch weiter an der Preisspirale gedreht wird, die nächsten Bahntariferhöhungen unterbunden. (Ruf bei der ÖVP: Wer sagt Ihnen das?) Ich wage die Bemerkung und die Anmerkung: Es wäre aber notwendig, diese Tariferhöhung durchzuführen, um die Spekulationsverluste Ihres Managements, welches in der Zwischenzeit ersetzt wurde, auszugleichen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Der Verkehrsminister hat, damit nicht für die ÖsterreicherInnen noch weiter an der Preisspirale gedreht wird, die nächsten Bahntariferhöhungen unterbunden. (Ruf bei der ÖVP: Wer sagt Ihnen das?) Ich wage die Bemerkung und die Anmerkung: Es wäre aber notwendig, diese Tariferhöhung durchzuführen, um die Spekulationsverluste Ihres Managements, welches in der Zwischenzeit ersetzt wurde, auszugleichen. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Die auseinanderklaffende Wohlstandsschere lässt den Mittelstand immer weiter schwinden. Die reichen Österreicher werden immer reicher, die armen Österreicher werden immer ärmer. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Daher wird es auch eine Rie-
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Abg. Scheibner: Sie haben jetzt Ihre eigene Fraktion geweckt!
senherausforderung sein, durch gezielte Infrastrukturinvestitionen einen erschwinglichen öffentlichen Verkehr zu schaffen. Sie haben schon recht, Herr Abgeordneter Scheibner, Sie sind mitverantwortlich dafür, dass der Wohlstand des Mittelstandes enorm geringer wird. Sie haben vollkommen recht. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Abg. Scheibner: Sie haben jetzt Ihre eigene Fraktion geweckt!)
Abg. Scheibner: Na Gott sei Dank!
Langfristige und nachhaltige Effekte sind notwendig, weil wir auch die Verantwortung dafür tragen, was nach uns kommt. – Dieses Gedankengut möchte ich Ihnen nicht unterstellen, Herr Abgeordneter. (Abg. Scheibner: Na Gott sei Dank!)
Beifall bei der SPÖ.
Hier wage ich auch die folgende Anmerkung zum – und das ist ein zynischer Ausdruck – Biosprit: Ich halte es für schlichtweg unakzeptabel, dass wir trotz steigenden Hungers auf dieser Welt Lebensmittel zum Betanken von Autos verwenden. Die Finanzmittel, die dafür verbraucht werden, sollten in die Umstellung auf den öffentlichen Verkehr fließen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Aber Sie waren in der Regierung! Wer war jetzt die letzten zwei Jahre in der Regierung?
Wir werden in Zukunft auch mit einem Phänomen konfrontiert sein, welches eine Auswirkung Ihrer „erfolgreichen“ Politik, Herr Scheibner, ist: Die Pensionisten werden in Zukunft massiv an Kaufkraft verlieren. (Abg. Scheibner: Aber Sie waren in der Regierung! Wer war jetzt die letzten zwei Jahre in der Regierung?) Und wenn dies geschieht, haben wir auch die Verantwortung, einen öffentlichen Verkehr zur Verfügung zu stellen, dessen Benützung leistbar ist, damit ein Mindestmaß an Mobilität für die ältere Bevölkerung gewährleistet ist. (Abg. Scheibner: Aber Sie waren in der Regierung!)
Abg. Scheibner: Aber Sie waren in der Regierung!
Wir werden in Zukunft auch mit einem Phänomen konfrontiert sein, welches eine Auswirkung Ihrer „erfolgreichen“ Politik, Herr Scheibner, ist: Die Pensionisten werden in Zukunft massiv an Kaufkraft verlieren. (Abg. Scheibner: Aber Sie waren in der Regierung! Wer war jetzt die letzten zwei Jahre in der Regierung?) Und wenn dies geschieht, haben wir auch die Verantwortung, einen öffentlichen Verkehr zur Verfügung zu stellen, dessen Benützung leistbar ist, damit ein Mindestmaß an Mobilität für die ältere Bevölkerung gewährleistet ist. (Abg. Scheibner: Aber Sie waren in der Regierung!)
Ruf bei der ÖVP: Lesestunde! – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt sind die Leute erst aufgestanden, jetzt schlafen sie gleich wieder ein! – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Für diesen zweiten Effekt entscheidend ist aber, wohin diese Investitionen fließen. Die kostensparenden Effekte treten nur dann ein, wenn tatsächlich relevante Transportmöglichkeiten geschaffen werden, wenn die Transportzeiten durch Infrastrukturinvestitionen entsprechend verkürzt werden und dadurch eine Produktivitätssteigerung eintritt oder wenn mit der errichteten Infrastruktur die Wettbewerbsfähigkeit sonst erhöht wird beziehungsweise wenn mit der errichteten Infrastruktur neue Standorte erschlossen werden. (Ruf bei der ÖVP: Lesestunde! – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt sind die Leute erst aufgestanden, jetzt schlafen sie gleich wieder ein! – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich verstehe Ihre Unruhe, denn genau das ist die Erfolgsgeschichte des Bundesministers für Verkehr, weil genau unter diesen Aspekten Investitionen in die Infrastruktur vorgenommen wurden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich würde Ihnen, geschätzte Herren zu meiner rechten Hand, einfach nahelegen, lieber eine ordentliche Investitionspolitik zu machen anstatt einer Privatisierungspolitik, denn wohin die führt, sehen wir ja in der Zwischenzeit weltweit. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner – in Richtung Bundesminister Faymann –: Wird das jetzt auch so „feurig“?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zu einer einleitenden Stellungnahme hat sich Herr Bundesminister Faymann zu Wort gemeldet. Die Redezeit soll 10 Minuten nicht übersteigen. – Bitte, Herr Bundesminister. (Abg. Scheibner – in Richtung Bundesminister Faymann –: Wird das jetzt auch so „feurig“?)
Zwischenruf bei der ÖVP
Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie Werner Faymann: Sehr verehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Erfreulich ist für uns (Zwischenruf bei der ÖVP) – Sie wissen ja noch gar nicht, was so erfreulich ist –, dass – ein Vergleich der Infrastrukturpakete – 2001 bis 2006 2,1 Milliarden € pro Jahr ausgegeben wurden und wir als Regierung die Investitionen im Infrastrukturpaket 2008 bis 2013 auf 3,1 Milliarden €, also um 1 Milliarde € pro Jahr, steigern konnten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie Werner Faymann: Sehr verehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Erfreulich ist für uns (Zwischenruf bei der ÖVP) – Sie wissen ja noch gar nicht, was so erfreulich ist –, dass – ein Vergleich der Infrastrukturpakete – 2001 bis 2006 2,1 Milliarden € pro Jahr ausgegeben wurden und wir als Regierung die Investitionen im Infrastrukturpaket 2008 bis 2013 auf 3,1 Milliarden €, also um 1 Milliarde € pro Jahr, steigern konnten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das sind zwei Zahlen, die eindrucksvoll vermitteln, dass es darum geht, nicht nur über mögliche Konjunkturschwächen der Zukunft und nicht nur über eine mögliche negative Prognose der Konjunkturentwicklung der Zukunft zu reden, sondern jetzt, wo es notwendig ist, auch zu handeln. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Infrastruktur und Forschung gehören deshalb sehr stark zusammen, weil sie beide einen sehr hohen Beschäftigungseffekt auslösen und weil sie mithelfen, etwas in unserem Land viel Teureres in Zukunft zu verhindern, nämlich Arbeitslosigkeit. Arbeitslosigkeit ist teuer für die betroffenen Menschen, ist teuer für das Budget und ist daher mit allen Mitteln jetzt, und nicht, wenn es zu spät ist, zu verhindern. Wer jetzt handelt, handelt rechtzeitig! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Donnerbauer: Das erzählen Sie den Pendlern im Waldviertel!
haben Sie auch verspekuliert!) Der Ausbau der Schiene, mit allen Bundesländern gemeinsam vereinbart, ist ein Beispiel dafür, dass man, wenn es beide wollen, auch zusammenarbeiten kann und dass wir, wenn es beide wollen, auch in der Lage sind, herzeigbare Ergebnisse für unser Land zu erzielen und damit eine wichtige Zukunft in unserem Land zu gestalten. (Abg. Mag. Donnerbauer: Das erzählen Sie den Pendlern im Waldviertel!)
Beifall bei der SPÖ.
Der Ausbau der Südstrecke wäre nicht denkbar, wenn wir nicht bei den Investitionen rechtzeitig dafür gesorgt hätten, dass beim Koralmtunnel nicht nur weitere Jahre geredet wird, sondern wir auch die Bauvorbereitungen begonnen haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Viele haben am Beginn unserer Regierungszeit gesagt: Zur Südstrecke gehört auch der Semmeringtunnel. Nur durch die sachlichen, korrekten und gemeinsam von beiden Seiten gewollten konstruktiven Gespräche ist es gelungen, eine Trassenauswahl zu treffen, ein Umweltverträglichkeitsprüfungsverfahren einzuleiten und damit auch diesen zweiten Punkt auf der Südstrecke, nämlich den Semmeringtunnel konstruktiv und sinnvoll vorzubereiten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Nur wenn diese Gemeinsamkeit für die Bevölkerung sichtbar ist, wenn das Ziel, die Schiene auszubauen und damit den Individualverkehr auf der Straße zu verringern, die ständig steigenden Zahlen des Lkw-Verkehrs von der Straße besser zu verteilen, nämlich stärker auf die Schiene erreicht ist, wenn die Bevölkerung also sieht, dass diese Anstrengungen nicht nur Teil von Reden, Teil von Programmen, Teil von Zukunftsankündigungen sind, sondern täglich daran gearbeitet wird, sie täglich ein Stück mehr Realität werden, dann gewinnt die Bevölkerung auch dieses notwendige Vertrauen in die Politik zurück, denn ohne Vertrauen der Bevölkerung kann niemand politisch erfolgreich sein. (Beifall bei der SPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.
Ich habe mir daher auch vorgenommen, gerade bei diesem Punkt der gemeinsamen Straßenprojekte, die unser Land braucht, nicht die Sicherheit zu vergessen, die durch zweite Tunnelröhren entsteht, die niemand kleinzureden braucht, wenn man im internationalen Vergleich sieht, welche Risken durch fehlende zweite Straßentunnelröhren gegeben sind und welche Unfälle da international passiert sind. Es ist nicht erst dann eine zweite Straßentunnelröhre zu bauen, wenn etwas passiert ist, Politik hat vorher zu handeln. Daher ist dieses Ausbauprogramm für uns besonders wichtig. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir brauchen viele Straßenverbindungen zu unseren Nachbarn, und deren Bau – 19 Jahre nach dem Fall der Mauer, 19 Jahre nach dem Wegfall der Grenzen, ist das reichlich spät – schreitet jetzt mit Hochdruck voran. Weil auch die Verbindungen und Straßenverbindungen zu unseren Nachbarn Teil einer Unterstützung unseres Wirtschaftsstandorts sind, ist Infrastruktur unbestrittenermaßen für die Wirtschaft einer der bedeutendsten Faktoren zur Entwicklung eines guten Wirtschaftsstandorts im internationalen Wettbewerb. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Bei den Lärmschutzwänden sind wir aber Weltmeister!
Verkehrs und der Güter von der Straße auf die Schiene verlagert werden können. (Abg. Öllinger: Bei den Lärmschutzwänden sind wir aber Weltmeister!)
Beifall bei der SPÖ.
Das kann nur dann funktionieren, wenn gleichzeitig unser Engagement in der Europäischen Union steigt, auch eine andere Politik zuzulassen, dass Länder wie Österreich die Maut für Lkw auf Autobahnen selber bestimmen können und damit so erhöhen, dass es sinnvoll ist, mit so viel Geld die Südstrecke und den Brenner-Basistunnel zu bauen. Somit funktioniert auch die Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene tatsächlich, eine Verlagerung, die die Kostenwahrheit kennt und damit als eines der größten Umweltprojekte der Zukunft unseres Landes firmiert. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Daher bin ich stolz darauf, dass wir die Forschungsquote in diesen rund 20 Monaten erhöht haben. Wir sind von unserem Ziel, 3 Prozent des BIP, zwar entfernt, aber mit konsequenter Anstrengung, die gerade jetzt besonders notwendig ist, werden wir das Forschungsziel bis zum Jahr 2010 oder 2011 erreichen. Diese konsequente Anstrengung mit den Unternehmen unseres Landes gemeinsam ist für uns ein wichtiges Ziel für die Gestaltung der Zukunft unseres Landes. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Agro, nicht Bio!
Forschung – und da möchte ich auch auf den Abgeordneten Haberzettl eingehen, der von Biosprit gesprochen hat (Abg. Öllinger: Agro, nicht Bio!) – hat auch die Funktion, wenn wir jetzt zusätzlich investieren, dass wir uns rasch von dieser Generation des Biosprits verabschieden und in die nächste Generation des Biosprits kommen, die es nicht mehr notwendig hat, so viele Nahrungsmittel zu verbrennen, denn Nahrungsmittel brauchen wir dringend, aber nicht für den Sprit. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Forschung – und da möchte ich auch auf den Abgeordneten Haberzettl eingehen, der von Biosprit gesprochen hat (Abg. Öllinger: Agro, nicht Bio!) – hat auch die Funktion, wenn wir jetzt zusätzlich investieren, dass wir uns rasch von dieser Generation des Biosprits verabschieden und in die nächste Generation des Biosprits kommen, die es nicht mehr notwendig hat, so viele Nahrungsmittel zu verbrennen, denn Nahrungsmittel brauchen wir dringend, aber nicht für den Sprit. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Frau Präsidentin, die rote Lampe leuchtet!
Forschung hat in der Umwelttechnologie und Energieeffizienz auch den Vorteil, dass immer dann, wenn es darum geht, umweltpolitische Ziele zu erreichen (Abg. Ing. Westenthaler: Frau Präsidentin, die rote Lampe leuchtet!), auch technischer, wissenschaftlicher Fortschritt dazu gehört, genauso wie Bildungspolitik, die Claudia Schmied in den letzten Monaten massiv betrieben hat, genauso wie verstärkte Humanressourcen – gemeint sind auch mehr Akademikerinnen und Akademiker, was man auch dadurch erreicht, dass man etwa die Barriere der Studiengebühren streicht. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Forschung hat in der Umwelttechnologie und Energieeffizienz auch den Vorteil, dass immer dann, wenn es darum geht, umweltpolitische Ziele zu erreichen (Abg. Ing. Westenthaler: Frau Präsidentin, die rote Lampe leuchtet!), auch technischer, wissenschaftlicher Fortschritt dazu gehört, genauso wie Bildungspolitik, die Claudia Schmied in den letzten Monaten massiv betrieben hat, genauso wie verstärkte Humanressourcen – gemeint sind auch mehr Akademikerinnen und Akademiker, was man auch dadurch erreicht, dass man etwa die Barriere der Studiengebühren streicht. (Beifall bei der SPÖ.)
Anhaltender Beifall bei der SPÖ.
Daher: Das ist insgesamt ein Weg, der noch viel zusätzliche Anstrengung braucht, der aber mit Stolz auf einige Ergebnisse verweisen kann. Ich bedanke mich bei all jenen, die zur Zusammenarbeit beigetragen haben. (Anhaltender Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Man hat aber immer geläutet und darauf hingewiesen!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Meine Damen und Herren, ich mache darauf aufmerksam, dass die Redezeit aller weiteren Rednerinnen und Redner laut § 97a Abs. 6 der Geschäftsordnung 5 Minuten beträgt. Weil es auch Zwischenrufe gab, nur zur Erinnerung: § 97a regelt auch, dass die Redezeit der Minister und Ministerinnen eine Sollredezeit ist. (Abg. Scheibner: Man hat aber immer geläutet und darauf hingewiesen!) – Das ist nur dann so gewesen, wenn eine Redeordnung vereinbart war, und das ist in diesem Fall nicht geschehen.
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Bettina Stadlbauer (SPÖ): Frau Präsidentin! Werte Regierungsmitglieder! Hohes Haus! Eine der sinnvollsten und wichtigsten Investitionen ist die Unterstützung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt. Die SPÖ unterstützt berufsorientierte Frauen – und das sind natürlich berufstätige Frauen, aber auch Frauen, die in Ausbildung stehen, das sind aber auch Frauen, die vorübergehend aus dem Job aussteigen, um sich um ihre Kindern zu kümmern oder um nahe Angehörige zu pflegen, und ebenso sind das Frauen, die ihr Leben lang gearbeitet haben und jetzt in Pension sind. Deren Situation wollen wir verbessern! (Beifall bei der SPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.
Nur eine eigene Berufstätigkeit sichert ein eigenes Einkommen – und nur ein eigenes Einkommen ist Garantie für ein unabhängiges, selbstbestimmtes Leben, ein Leben, über welches Frauen selbst entscheiden. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die SPÖ hat einiges auf den Weg gebracht: Förderung von Mädchen in technischen Berufen, Lehre mit Matura, eine Ausbildungsgarantie für alle Jugendlichen. Darüber konnte ich mir selbst ein Bild bei einem Betriebsbesuch in Linz machen, in der Lehrwerkstätte der ÖBB, aber auch in der Lehrwerkstätte der Voest, wo immer mehr weibliche Lehrlinge ausgebildet werden. Alle Ausbildnerinnen und Ausbildner sind sich einig, dass junge Frauen auch da leicht mit den Burschen mithalten können; oft sind sie auch die Besten eines Jahrganges. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wichtig ist mir auch, hervorzuheben, dass wir klare Rechtsbestimmungen in Bezug auf Frauenförderung brauchen, denn da lediglich auf den Goodwill der Unternehmen zu setzen, das bringt nichts; sonst gäbe es ja auch keine Einkommensunterschiede mehr zwischen Frauen und Männern. Was wir wollen, das ist: verpflichtende statt freiwillige Frauenförderpläne in den Betrieben, öffentliche Vergabe von Aufträgen nur an Unternehmen, die Frauenförderpläne vorweisen können, Wirtschaftsförderung an Frauenförderung koppeln, Einkommen von Frauen und Männern – anonymisiert – in den Unternehmen offenlegen sowie eine 40-prozentige Frauenquote in Aufsichtsräten. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei ÖVP und BZÖ.
Die SPÖ unterstützt berufstätige Frauen und möchte deren Situation kontinuierlich verbessern. Leider sind wir vom Koalitionspartner, von der ÖVP, eben durch dieses Neuwahlbegehren, abrupt gestoppt worden. Sie von der ÖVP müssen sich auch den Vorwurf gefallen lassen, dass Sie nichts für die Frauen weiterbringen wollen – ja ganz im Gegenteil! Ich erinnere Sie etwa nur an die Steuerreform 2005, die den Arbeitnehmerinnen nichts gebracht hat! (Zwischenrufe bei ÖVP und BZÖ.) Und weiters erinnere ich an den Pensionsraub 2004, bei dem die Frauen eindeutig die Verliererinnen waren – und jetzt sind Sie von der ÖVP sogar gegen Anti-Teuerungsmaßnahmen! Das ist Doppelzynismus – und das zeigt auch Ihre Abgehobenheit. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die SPÖ unterstützt berufstätige Frauen und möchte deren Situation kontinuierlich verbessern. Leider sind wir vom Koalitionspartner, von der ÖVP, eben durch dieses Neuwahlbegehren, abrupt gestoppt worden. Sie von der ÖVP müssen sich auch den Vorwurf gefallen lassen, dass Sie nichts für die Frauen weiterbringen wollen – ja ganz im Gegenteil! Ich erinnere Sie etwa nur an die Steuerreform 2005, die den Arbeitnehmerinnen nichts gebracht hat! (Zwischenrufe bei ÖVP und BZÖ.) Und weiters erinnere ich an den Pensionsraub 2004, bei dem die Frauen eindeutig die Verliererinnen waren – und jetzt sind Sie von der ÖVP sogar gegen Anti-Teuerungsmaßnahmen! Das ist Doppelzynismus – und das zeigt auch Ihre Abgehobenheit. (Beifall bei der SPÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Ein Satz noch an Herrn Vizekanzler Molterer, der, jetzt leider durch Abwesenheit glänzend, am 7. Juli gesagt hat: „Es reicht!“ – Ich möchte dazu das sagen, was mir ein ÖVP-Funktionär aus Linz diesbezüglich gesagt hat: Wenn jemand sagt, es reicht – dann muss er gehen, darf aber nicht alle anderen dazu zwingen! (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir von der SPÖ wollen weiter für unser Land arbeiten, wollen weiter für die Menschen unseres Landes arbeiten, vor allem aber auch für die Frauen, und zwar mit neuer Kraft! – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Demonstrativer Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Reinhold Mitterlehner (ÖVP): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Meine Damen und Herren, die heutige Aktuelle Stunde hat offensichtlich das Ziel, die fachpolitische Kompetenz von Herrn Minister Faymann entsprechend hervorzuheben. (Demonstrativer Beifall bei der SPÖ.) Mich wundert nur, dass Frau Kollegin Stadlbauer über alles gesprochen hat ... – Ja, so einfach geht das für Sie. Sie können auch fünf Minuten durchapplaudieren. Ich weiß nicht, was dann der Zuhörer oder Zuseher für einen Eindruck haben wird. (Ruf bei der SPÖ: Einen besseren!)
Ruf bei der SPÖ: Einen besseren!
Abgeordneter Dr. Reinhold Mitterlehner (ÖVP): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Meine Damen und Herren, die heutige Aktuelle Stunde hat offensichtlich das Ziel, die fachpolitische Kompetenz von Herrn Minister Faymann entsprechend hervorzuheben. (Demonstrativer Beifall bei der SPÖ.) Mich wundert nur, dass Frau Kollegin Stadlbauer über alles gesprochen hat ... – Ja, so einfach geht das für Sie. Sie können auch fünf Minuten durchapplaudieren. Ich weiß nicht, was dann der Zuhörer oder Zuseher für einen Eindruck haben wird. (Ruf bei der SPÖ: Einen besseren!)
Beifall bei der ÖVP.
Der Herr Kollege Haberzettel hält einen theoretischen Vortrag, der Herr Faymann spricht über sich selbst. Wobei ich sagen muss: Wunderbar, an sich sind wir uns von der Thematik und von der Bedeutung her einig! Infrastrukturpolitik ist wichtig, sie ist wichtig für die Standortentscheidungen. Infrastrukturpolitik ist auch dahin gehend wichtig, wie wir in der internationalen Konkurrenzfähigkeit liegen. Wer in Bildung, in Forschung, in Infrastruktur investiert, der ist halt ganz vorne. Wer das Geld hinausschmeißt, wie Sie es tun wollen, der wird dann halt die Schulden zurückzahlen müssen und vielleicht nicht vorne sein. Das ist auch eine bestimmte Strategie. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Haberzettl.
Sie haben voriges Jahr gemeinsam mit dem Herrn Androsch ein Buch vorgestellt. Dieses Buch hat den Titel „Verhinderte und verzögerte Infrastrukturprojekte“. Da haben Sie sich mit den Folgen und Ursachen auseinandergesetzt. Jetzt frage ich Sie, ob Sie nicht, wenn die Einschätzung der Manager jetzt, relativ gesehen, schlechter ausfällt, bei den Ursachen mit dabei sind. Schauen wir uns die Ursachen an! Das ist unter Ihrer Leitung, unter Ihrer Kompetenz geschehen. Bei der ASFINAG wurde nicht über das Was diskutiert, sondern über deren Manager. Sie, Herr Faymann, haben dort die Manager abgelöst und in langwierigen Verhandlungen millionenteure Abfertigungen gezahlt. Ist das Ihr Schwerpunkt bei der ASFINAG? (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Haberzettl.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wir haben im Bereich der Luftfahrt zu spät eine Entscheidung, was die AUA anbelangt, getroffen und haben durch all das, was Sie versäumt haben und was wichtig gewesen wäre, etwa eine Neuordnung der Prioritäten – ich räume ein, es ist nicht alles Ihre Schuld –, Zeitverzögerungen und Ressourcenvergeudung gehabt. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) All das, zusammengefasst unter der Überschrift „Pleiten, Pech und Pannen“, kann man wahrscheinlich nicht Ihnen alleine zuordnen, Herr Minister, aber eines wird man sicher sagen können: So positiv ist Ihre Bilanz im Verkehrsbereich nicht, wie Sie das immer glauben machen wollen! Im Gegenteil: Sie ist negativ! Wir hätten viel mehr tun sollen. (Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei der SPÖ: Eine sehr schwache Rede!)
Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei der SPÖ: Eine sehr schwache Rede!
Wir haben im Bereich der Luftfahrt zu spät eine Entscheidung, was die AUA anbelangt, getroffen und haben durch all das, was Sie versäumt haben und was wichtig gewesen wäre, etwa eine Neuordnung der Prioritäten – ich räume ein, es ist nicht alles Ihre Schuld –, Zeitverzögerungen und Ressourcenvergeudung gehabt. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) All das, zusammengefasst unter der Überschrift „Pleiten, Pech und Pannen“, kann man wahrscheinlich nicht Ihnen alleine zuordnen, Herr Minister, aber eines wird man sicher sagen können: So positiv ist Ihre Bilanz im Verkehrsbereich nicht, wie Sie das immer glauben machen wollen! Im Gegenteil: Sie ist negativ! Wir hätten viel mehr tun sollen. (Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei der SPÖ: Eine sehr schwache Rede!)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Jetzt habe ich den Eindruck, man sucht sich, wenn man auf dieser Ebene kein Glück hat – wobei ich zugebe, dass es richtig ist, dass die Umsetzungen dort lange dauern, dass es schwierig ist, dort eine UVP durchzubringen –, auf einer anderen Ebene das Spiel. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Minister Faymann, ein „neues Spiel“, ein „neues Glück“ wird hoffentlich für uns nicht zutreffen, ich hoffe, die Bilanz fällt besser aus! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Werter Herr Minister Faymann, schön, dass Sie heute da sind, ohne dass eine Mehrheit des Parlaments Sie herbeizitieren musste. Danke schön! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Wir haben in Österreich eines der dichtesten Straßennetze der Welt und eines der dichtesten Autobahnnetze der Welt. Seit dem Jahr 2000 wird noch mehr in diese Infrastruktur investiert, aber die öffentlichen Verkehrsmittel sind finanziell vor dem Aushungern. Wir sind weit davon entfernt, in jedes Dorf Bus, Bahn, Bim gebracht zu haben. Da denke ich mir schon, es ist bemerkenswert, wenn angesichts dieses Umstandes ein Verkehrsminister im Fernsehen feststellt, im ländlichen Raum sei de facto kein öffentlicher Verkehr vorhanden. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall und Bravorufe bei den Grünen.
Wenn wir jetzt von Zukunftsinvestitionen reden, dann ist es, glaube ich, allerhöchste Zeit, diesen Schwenk endlich einmal auch im Kopf zu realisieren, nämlich, was die wirklichen Zukunftsinvestitionen sind. Herr Minister Faymann, das ist nicht mehr der Autobahnbau, das ist nicht der Ausbau des hochrangigen Verkehrsnetzes, das Tunnelbauen, das Bauen von zweiten Tunnelröhren, sondern das ist ein konsequenter Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs. Das wäre eine echte Entlastung für die Menschen, die unter der Teuerung leiden und nach wie vor auf das Auto angewiesen sind und keine Chance haben, da alleine herauszukommen. Ob das im Südburgenland ist oder in Oberkärnten oder in weiten Teilen der Steiermark, diese Menschen haben keine Wahl. Sie haben diese Notwendigkeit der Wahlfreiheit die letzten zwei Jahre im wesentlichen ignoriert und nichts dazu beigetragen, dass sich diese Situation verbessert. Das ist die Realität! (Beifall und Bravorufe bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Auch im Wiener Landtag sollte man mehr für den öffentlichen Verkehr tun. Wenn man Öffis wirklich attraktiver gestalten will, dann muss man auch einmal über den Preis reden. Die Tarife für die Öffis – der Preis für Einzelfahrscheine et cetera – sind in den letzten Jahren sehr viel deutlicher angestiegen als die Teuerungsrate insgesamt. Aber im Wiener Landtag lehnt die SPÖ nach wie vor eine Tarifsenkung für Öffis ab. Das verstehe ich nicht. Das ist der falsche Weg. Das ist die falsche Zukunftsinvestition. Die rührt her aus Ihrer einseitigen Orientierung aus den siebziger Jahren, es muss gebaut werden, aber Straßen und keine Öffis. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Da verstehe ich Ihre Politik überhaupt nicht, wenn Sie von „Neu regieren“ und von „sozialer Gerechtigkeit“ sprechen und sich dann in einem populistischen Paket verlieren, von dem wirklich niemand, der eine Entlastung bräuchte, etwas hat. (Beifall bei den Grünen.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Abschließend zur Gleichstellung von Mann und Frau im Erwerbsleben: Ja, mehr Frauenerwerbstätigkeit heißt mehr Sicherheit für Frauen. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Nur: Die ist in den letzten Jahren leider zurückgegangen. Also „neu regieren“ – ich weiß nicht! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Abschließend zur Gleichstellung von Mann und Frau im Erwerbsleben: Ja, mehr Frauenerwerbstätigkeit heißt mehr Sicherheit für Frauen. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Nur: Die ist in den letzten Jahren leider zurückgegangen. Also „neu regieren“ – ich weiß nicht! (Beifall bei den Grünen.)
Rufe bei der SPÖ: „Zusatzredner“!
Abgeordneter Bernhard Themessl (FPÖ): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Einen schönen guten Morgen allen Zusehern vor den Bildschirmen zu Hause! – Herr Bundesminister, wenn man Ihnen heute hier zugehört hat, als Sie aufgezählt haben, was alles Sie denn gemacht haben, und wenn man die Zusatzredner Ihrer Fraktion gehört hat (Rufe bei der SPÖ: „Zusatzredner“!), dann musste man den Eindruck gewinnen, dass Sie unheimlich überlastet sind. Wenn Sie tatsächlich so viel gemacht haben – Herr Haberzettl sprach sogar von einer „Erfolgsgeschichte“ des Herrn Verkehrsministers Faymann –, dann muss man Ihnen eigentlich einen langen Urlaub gönnen. Ich hoffe sehr, dass die österreichischen Wählerinnen und Wähler am kommenden Sonntag diese rot-schwarze „Chaosregierung“
Beifall bei der FPÖ.
abwählen und dorthin schicken werden, wo Sie hingehört, nämlich in einen länger dauernden Urlaub. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Tatsache ist, dass heute 23 Prozent aller österreichischen Güter auf der Bahn transportiert werden. Das sagt Ihre eigene Statistik. Und das belegt auch die Statistik des Bundesamtes für Verkehr in der Schweiz. Im Gegensatz dazu transportiert die Schweiz, die in den letzten Jahren in die Infrastruktur sehr viel investiert hat, tatsächlich zwei Drittel ihrer Güter auf der Bahn. Also hier ist in Österreich ein unheimlich großer Nachholbedarf gegeben. Aber was machen Sie? Sie gehen her und gefährden das Transportgewerbe, obwohl Sie nicht in der Lage sind, Alternativmöglichkeiten auf der Bahn im erforderlichen Ausmaß anzubieten. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn ich heute von Herrn Mitterlehner höre, dass er der SPÖ vorwirft, dass sie Schulden macht, und dass die ÖVP nicht für Schuldenmachen stehe, dann muss ich ihn schon daran erinnern, dass seine Partei seit 1986 mit wechselnden Mehrheiten in diesem Parlament mitregiert. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Was Sie ganz vergessen haben, ist, dass Sie trotz hervorragender Konjunktur in den Jahren 2006, 2007 und auch Anfang 2008 nicht in der Lage waren, ein Nulldefizit auf die Beine zu stellen. Ich habe ganz vergessen, dass Sie angeblich einen Überschuss produziert haben. Das geht aber aus Ihren Zahlen nicht hervor. In zweieinhalb Jahren hat Ihr Finanzminister 10,5 Milliarden € mehr eingenommen, als im Bundesvoranschlag vorgesehen war. Ich frage Sie: Warum haben Sie es trotzdem nicht geschafft, ein Nulldefizit zustande zu bringen. – Ich hoffe, dass Sie dafür die Rechnung präsentiert bekommen! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Sie von SPÖ und ÖVP gefährden den Wirtschaftsstandort Österreich, und zwar auf eine ganz besondere Art und Weise, denn: 70 Prozent aller Beschäftigten und der Lehrlingsausbildung in Österreich sind doch bei den KMUs und Einzelpersonen-Unternehmungen anzutreffen, Sie aber haben es nicht geschafft, diese zu stützen! Sie haben es nicht geschafft, rechtzeitig eine Steuerreform zu machen, um die Kaufkraft in unserem Lande zu erhalten! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Hornek: Das stimmt!
Noch etwas: Im Jahre 2008 wird es das erste Mal in dieser Republik so sein, dass die Einnahmen aus der Mehrwertsteuer – früher: Umsatzsteuer – nicht mehr der Haupteinnahmefaktor sind. Das heißt, im heurigen Jahr werden die Einnahmen aus der Lohnsteuer die Einnahmen aus der Mehrwertsteuer überholen. (Abg. Hornek: Das stimmt!) Das zeigt doch deutlich, dass Sie die kleinen und mittleren Unternehmen, die Bezieher kleinerer und mittlerer Einkommen schröpfen, schröpfen und nochmals schröpfen. Mit dieser Ihrer Politik laufen wir Gefahr, dass der Wirtschaftsstandort Österreich massivst gefährdet wird (Abg. Strache: Kaputt zu machen!) – und daher hoffe ich, dass Ihnen, meine Damen und Herren von den bisherigen Koalitionsparteien, die Wählerinnen und Wähler kommenden Sonntag eine ordentliche Absage erteilen. – Danke. (Beifall und Bravorufe bei der FPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Strache: Kaputt zu machen!
Noch etwas: Im Jahre 2008 wird es das erste Mal in dieser Republik so sein, dass die Einnahmen aus der Mehrwertsteuer – früher: Umsatzsteuer – nicht mehr der Haupteinnahmefaktor sind. Das heißt, im heurigen Jahr werden die Einnahmen aus der Lohnsteuer die Einnahmen aus der Mehrwertsteuer überholen. (Abg. Hornek: Das stimmt!) Das zeigt doch deutlich, dass Sie die kleinen und mittleren Unternehmen, die Bezieher kleinerer und mittlerer Einkommen schröpfen, schröpfen und nochmals schröpfen. Mit dieser Ihrer Politik laufen wir Gefahr, dass der Wirtschaftsstandort Österreich massivst gefährdet wird (Abg. Strache: Kaputt zu machen!) – und daher hoffe ich, dass Ihnen, meine Damen und Herren von den bisherigen Koalitionsparteien, die Wählerinnen und Wähler kommenden Sonntag eine ordentliche Absage erteilen. – Danke. (Beifall und Bravorufe bei der FPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall und Bravorufe bei der FPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.
Noch etwas: Im Jahre 2008 wird es das erste Mal in dieser Republik so sein, dass die Einnahmen aus der Mehrwertsteuer – früher: Umsatzsteuer – nicht mehr der Haupteinnahmefaktor sind. Das heißt, im heurigen Jahr werden die Einnahmen aus der Lohnsteuer die Einnahmen aus der Mehrwertsteuer überholen. (Abg. Hornek: Das stimmt!) Das zeigt doch deutlich, dass Sie die kleinen und mittleren Unternehmen, die Bezieher kleinerer und mittlerer Einkommen schröpfen, schröpfen und nochmals schröpfen. Mit dieser Ihrer Politik laufen wir Gefahr, dass der Wirtschaftsstandort Österreich massivst gefährdet wird (Abg. Strache: Kaputt zu machen!) – und daher hoffe ich, dass Ihnen, meine Damen und Herren von den bisherigen Koalitionsparteien, die Wählerinnen und Wähler kommenden Sonntag eine ordentliche Absage erteilen. – Danke. (Beifall und Bravorufe bei der FPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Josef Bucher (BZÖ): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Bundesminister Faymann, Sie haben heute davon gesprochen, dass Investitionen in die Infrastruktur – Schiene und Strasse – wichtig sind. Herr Bundesminister, dazu kann ich nur sagen: Sie werden wahrscheinlich niemanden hier im Hohen Haus finden, der Ihnen diesbezüglich widersprechen würde. – Diese Erkenntnis, diese Aussage ist aber nicht unbedingt etwas Neues – und das wissen Sie ja auch, haben jedoch heute so getan, Herr Minister Faymann, als hätten Sie Straße und Schiene geradezu erfunden, haben in Wirklichkeit aber, wie Ihnen ja bereits Herr Kollege Mitterlehner vorgerechnet hat, darin in den letzten beiden Jahren weniger investiert, als das in der Vorgängerregierung der Fall war. Das ist ein Faktum, das Sie nicht leugnen können! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Jarolim: Sie sind völlig ahnungslos!
Die Ursachen für die verfehlte Politik in Bezug auf die ÖBB beispielsweise liegen in den achtziger und neunziger Jahren; das wissen Sie ganz genau. Damals haben SPÖ-Verkehrsminister mehr Geld in die sozialistische Eisenbahnergewerkschaft gepumpt (Abg. Dr. Jarolim: Sie sind völlig ahnungslos!), anstatt in den Ausbau der Schiene beziehungsweise in den Kauf von Waggons zu investieren. (Abg. Dr. Wittmann: Das war der Herr Gorbach!) Hätten Sie das damals getan, dann müssten Sie heute die Preise für ÖBB-Tickets nicht erhöhen, und dann würden Sie auch nicht die Bahn in einem Zustand hinterlassen, den man durchaus als unattraktiv bezeichnen kann. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Wittmann: Das war der Herr Gorbach!
Die Ursachen für die verfehlte Politik in Bezug auf die ÖBB beispielsweise liegen in den achtziger und neunziger Jahren; das wissen Sie ganz genau. Damals haben SPÖ-Verkehrsminister mehr Geld in die sozialistische Eisenbahnergewerkschaft gepumpt (Abg. Dr. Jarolim: Sie sind völlig ahnungslos!), anstatt in den Ausbau der Schiene beziehungsweise in den Kauf von Waggons zu investieren. (Abg. Dr. Wittmann: Das war der Herr Gorbach!) Hätten Sie das damals getan, dann müssten Sie heute die Preise für ÖBB-Tickets nicht erhöhen, und dann würden Sie auch nicht die Bahn in einem Zustand hinterlassen, den man durchaus als unattraktiv bezeichnen kann. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Die Ursachen für die verfehlte Politik in Bezug auf die ÖBB beispielsweise liegen in den achtziger und neunziger Jahren; das wissen Sie ganz genau. Damals haben SPÖ-Verkehrsminister mehr Geld in die sozialistische Eisenbahnergewerkschaft gepumpt (Abg. Dr. Jarolim: Sie sind völlig ahnungslos!), anstatt in den Ausbau der Schiene beziehungsweise in den Kauf von Waggons zu investieren. (Abg. Dr. Wittmann: Das war der Herr Gorbach!) Hätten Sie das damals getan, dann müssten Sie heute die Preise für ÖBB-Tickets nicht erhöhen, und dann würden Sie auch nicht die Bahn in einem Zustand hinterlassen, den man durchaus als unattraktiv bezeichnen kann. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wenn Sie, Herr Bundesminister Faymann, die Koralm-Bahn sozusagen als Ihr Paradeprojekt hier hinstellen, möchte ich Sie schon daran erinnern, dass Ihre eigene SPÖ-Kollegin in Klagenfurt, nämlich die dortige SPÖ-Parteivorsitzende Gaby Schaunig, damals dagegen gestimmt hat; also immerhin die Parteiobfrau der SPÖ-Kärnten, die in der Landesregierung gegen die Koralm-Bahn gestimmt hat! Das sollten Sie auch wissen, Herr Minister, ebenso aber auch die SPÖ-Abgeordneten hier im Hohen Haus! Sich hier herzustellen und die Koralm-Bahn als großes Erfolgsprojekt anzupreisen, obwohl die eigenen Leute in Kärnten dagegen waren, das kann nicht ganz zusammenpassen, meine sehr geehrten Damen und Herren von der SPÖ. (Beifall beim BZÖ.)
Neuerlicher Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Wittmann: Kennen Sie den Herrn Gorbach?
Zu dem von Ihnen angesprochenen „wirtschaftlichen Aufschwung“, Herr Minister Faymann, den Sie heute sozusagen wie eine Monstranz vor sich hertragen, für den sind Sie nicht verantwortlich, denn Sie von der SPÖ haben in den Jahren 2004 und 2005 gegen die größte steuerliche Entlastung in Österreich gestimmt! (Neuerlicher Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Wittmann: Kennen Sie den Herrn Gorbach?)
Abg. Ing. Westenthaler: Der hat sich in New York versteckt! Der ist in New York joggen!
Sie von der SPÖ haben damals auch gegen eine Pensionsreform gestimmt, und Ihr Bundeskanzler Gusenbauer – Ihr Noch-Bundeskanzler –, meine sehr geehrten Damen und Herren von der SPÖ, den Sie ja bereits in die Wüste geschickt haben, sodass er heute gar nicht mehr auffindbar ist und auch hier nicht mehr auf der Regierungsbank Platz nimmt, wo niemand weiß, wo er sich überhaupt aufhält (Abg. Ing. Westenthaler: Der hat sich in New York versteckt! Der ist in New York joggen!), dieser Bundeskanzler Gusenbauer hat die Wirtschaftspolitik und Finanzpolitik Österreichs im Ausland stets gelobt. Ja, gelobt hat er sie; also muss doch etwas Gutes daran gewesen sein, meine Damen und Herren von der SPÖ. Das war übrigens das Einzige, was Gusenbauer loben konnte, weil das nämlich in unserer Regierungszeit zustande gekommen ist. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Sie von der SPÖ haben damals auch gegen eine Pensionsreform gestimmt, und Ihr Bundeskanzler Gusenbauer – Ihr Noch-Bundeskanzler –, meine sehr geehrten Damen und Herren von der SPÖ, den Sie ja bereits in die Wüste geschickt haben, sodass er heute gar nicht mehr auffindbar ist und auch hier nicht mehr auf der Regierungsbank Platz nimmt, wo niemand weiß, wo er sich überhaupt aufhält (Abg. Ing. Westenthaler: Der hat sich in New York versteckt! Der ist in New York joggen!), dieser Bundeskanzler Gusenbauer hat die Wirtschaftspolitik und Finanzpolitik Österreichs im Ausland stets gelobt. Ja, gelobt hat er sie; also muss doch etwas Gutes daran gewesen sein, meine Damen und Herren von der SPÖ. Das war übrigens das Einzige, was Gusenbauer loben konnte, weil das nämlich in unserer Regierungszeit zustande gekommen ist. (Beifall beim BZÖ.)
ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP
Sie von den Koalitionsparteien haben – leider Gottes! – die Bürgerinnen und Bürger unseres Landes nicht ent-, sondern belastet! Sie wissen das ganz genau! Sie haben die Mineralölsteuer hinaufgesetzt; ebenso die Sozialversicherungsbeiträge. Insgesamt wurden von Ihnen 13 Abgaben und Beiträge erhöht! Und das ist eine ganz einfache wirtschaftliche Rechnung, Herr Bundesminister Faymann; wenn Sie einmal in der Privatwirtschaft gewesen wären, dann wüssten Sie das – aber Sie haben ja nicht einmal einen Beruf erlernt, Herr Faymann, habe ich in einer Zeitung gelesen (ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP) –, dass das ein wirtschaftliches Grundprinzip ist: Wenn sich die Kosten erhöhen, dann steigen natürlich auch die Preise. Das ist doch ein Grundprinzip; das ist auf der ganzen Welt so. Wenn Sie die Kosten hinaufsetzen, dann gehen auch die Preise nach oben. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Sie von den Koalitionsparteien haben – leider Gottes! – die Bürgerinnen und Bürger unseres Landes nicht ent-, sondern belastet! Sie wissen das ganz genau! Sie haben die Mineralölsteuer hinaufgesetzt; ebenso die Sozialversicherungsbeiträge. Insgesamt wurden von Ihnen 13 Abgaben und Beiträge erhöht! Und das ist eine ganz einfache wirtschaftliche Rechnung, Herr Bundesminister Faymann; wenn Sie einmal in der Privatwirtschaft gewesen wären, dann wüssten Sie das – aber Sie haben ja nicht einmal einen Beruf erlernt, Herr Faymann, habe ich in einer Zeitung gelesen (ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP) –, dass das ein wirtschaftliches Grundprinzip ist: Wenn sich die Kosten erhöhen, dann steigen natürlich auch die Preise. Das ist doch ein Grundprinzip; das ist auf der ganzen Welt so. Wenn Sie die Kosten hinaufsetzen, dann gehen auch die Preise nach oben. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Tun Sie doch jetzt nicht so, Herr Faymann, als ob Sie von dieser ganzen Sache unberührt gewesen wären! Sie waren eineinhalb Jahre lang in der Regierung, haben aber nichts gegen die Teuerung unternommen! Jetzt aber, vor der Wahl, ergötzen Sie sich daran, dass Sie die unterschiedlichsten Vorschläge machen, steigern sich da hinein und wissen gar nicht mehr, was alles Sie noch „verbessern“ wollen, anstatt konstruktiv daran zu arbeiten, die Steuern zu senken und eine wirksame Entlastung der Bürgerinnen und Bürger zustande zu bringen, und zwar eine Entlastung, die auch in den Geldbörseln spürbar ist, Herr Bundesminister Faymann! Darüber sollten Sie einmal nachdenken! (Beifall beim BZÖ.) Ihre sogenannte Entlastungspolitik, von der Sie hier im Hohen Haus träumen, kann und wird es so nicht geben.
Zwischenrufe bei der SPÖ.
So hat ja beispielsweise der Noch-Sozialminister Buchinger eine 4-prozentige Lohnerhöhung gefordert. – Wissen Sie, was das heißt?! – Das wissen Sie wirklich nicht, Herr Minister Buchinger, weil Sie nie in der Privatwirtschaft gearbeitet haben! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Das hieße doch: 50 Prozent mehr Lohnsteuer – und den Rest wird sozusagen von der Inflation aufgefressen. Und unterm Strich kommt weniger für die Bevölkerung dabei heraus! – Darüber sollten Sie, Herr Minister Buchinger, auch einmal nachdenken! So kann das doch nicht funktionieren! (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.
So hat ja beispielsweise der Noch-Sozialminister Buchinger eine 4-prozentige Lohnerhöhung gefordert. – Wissen Sie, was das heißt?! – Das wissen Sie wirklich nicht, Herr Minister Buchinger, weil Sie nie in der Privatwirtschaft gearbeitet haben! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Das hieße doch: 50 Prozent mehr Lohnsteuer – und den Rest wird sozusagen von der Inflation aufgefressen. Und unterm Strich kommt weniger für die Bevölkerung dabei heraus! – Darüber sollten Sie, Herr Minister Buchinger, auch einmal nachdenken! So kann das doch nicht funktionieren! (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Zuerst einmal müssen die Steuern gesenkt werden – und dann hat wirklich jeder Einkommensbezieher in Österreich mehr Geld in der Tasche, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
dings zu Lasten der österreichischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Oh-Rufe bei der ÖVP.
Schauen wir uns doch die Abfertigungen bei den ÖBB an: 200 000 € für Weninger, 750 000 € für Goldmann, 800 000 € für Huber! (Oh-Rufe bei der ÖVP.) Sie alle haben den „golden handshake“ bekommen und laufen heute mit prall gefüllten Brieftaschen herum! (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.
Schauen wir uns doch die Abfertigungen bei den ÖBB an: 200 000 € für Weninger, 750 000 € für Goldmann, 800 000 € für Huber! (Oh-Rufe bei der ÖVP.) Sie alle haben den „golden handshake“ bekommen und laufen heute mit prall gefüllten Brieftaschen herum! (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen
Bereits im Rechnungshofausschuss habe ich Sie, Herr Bundesminister Faymann, gebeten, mir mitzuteilen, wie der Konsulentenvertrag des Herrn Huber ausschaut. Aber diese Frage konnten Sie mir damals nicht beantworten (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), und daher sollten Sie heute die Gelegenheit dazu nutzen.
Beifall beim BZÖ.
Bitte, liebe Bevölkerung in Österreich, sorge für eine Veränderung in unserem Lande! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Seit wann ist Joggen im Central Park eine Entschuldigung?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Bucher, da Sie die Abwesenheit des Herrn Bundeskanzlers Gusenbauer hier angesprochen haben: Es dürfte Ihrer Aufmerksamkeit am Beginn dieser Sitzung entgangen sein, dass Herr Bundeskanzler Gusenbauer, ebenso wie Frau Außenministerin Plassnik, entschuldigt ist, da beide mit dem Herrn Bundespräsidenten in New York bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Seit wann ist Joggen im Central Park eine Entschuldigung?)
Beifall bei der ÖVP.
nachhaltig 4 € mehr an Umsätzen; 1 Million € an Forschungsaufwendungen generieren – kurzfristig – 13 Arbeitsplätze und – langfristig – bis zu 50 Beschäftigte! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Tragen Sie mit uns, tragen Sie mit mir diesen Weg des Wachstumspfades im Bereich Forschung und Entwicklung mit! Dann sind wir auf einem guten Weg. Dann schaffen wir Arbeitsplätze jetzt, heute, aber auch in Zukunft. – Vielen herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Riepl: Der ist noch beim Frühstück!
Abgeordneter Hannes Fazekas (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren auf der Regierungsbank! Herr Wissenschaftsminister, daher möchte ich nur einmal kurz Folgendes feststellen: Wenn Sie davon sprechen, dass wir heute von der Schaffung von Arbeitsplätzen, von Konjunktur und von Milliarden-Investitionen reden, dann verstehe ich überhaupt nicht, dass heute bei so einem wichtigen Thema der Finanzminister dieser Republik nicht anwesend ist und sich offenbar für dieses Thema nicht interessieren möchte oder nicht damit anfreunden kann. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Riepl: Der ist noch beim Frühstück!) – Wahrscheinlich.
Abg. Murauer: ... auch wirklich das Richtige ...!
Es ist aber auch notwendig, zu erkennen, dass es den Menschen nicht immer so gut geht – und dann ist es auch notwendig, Maßnahmen zu setzen, nämlich Maßnahmen hier und jetzt! Werner Faymann hat das auch erkannt, meine sehr geehrten Damen und Herren, und handelt jetzt. Er handelt jetzt, weil es die Menschen jetzt brauchen – und durch dieses Anti-Teuerungspaket ist auch ein großer, ein wesentlicher Teil der Menschen betroffen. – Aber viele sehen das ein wenig anders. (Abg. Murauer: ... auch wirklich das Richtige ...!)
Abg. Hornek: Faymann ist dafür verantwortlich!
Wenn ich zum Thema Austrian Airlines noch etwas sagen darf: Wir dürfen nicht vergessen, dass dieses Unternehmen (Abg. Hornek: Faymann ist dafür verantwortlich!) 65 000 Arbeitsplätze in ganz Österreich generiert. Und wenn es nicht die SPÖ gegeben hätte, dann wäre dieses Unternehmen bereits verkauft wie ein gebrauchtes Auto! Das möchte ich auch dazusagen. (Beifall bei der SPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hornek.)
Beifall bei der SPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hornek.
Wenn ich zum Thema Austrian Airlines noch etwas sagen darf: Wir dürfen nicht vergessen, dass dieses Unternehmen (Abg. Hornek: Faymann ist dafür verantwortlich!) 65 000 Arbeitsplätze in ganz Österreich generiert. Und wenn es nicht die SPÖ gegeben hätte, dann wäre dieses Unternehmen bereits verkauft wie ein gebrauchtes Auto! Das möchte ich auch dazusagen. (Beifall bei der SPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hornek.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Dafür garantiert auch unser Programm, das Programm der SPÖ, dafür garantiert Werner Faymann. Ich lade Sie alle ein, dieses gute, dieses wichtige beschäftigungspolitische soziale Programm hier mitzutragen. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Mag. Helmut Kukacka (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Sehr geehrter Herr Bundesminister Faymann, die jetzige Legislaturperiode hat ja in der Infrastrukturpolitik durchaus positiv begonnen. Mit dem Infrastrukturpaket von 11 Milliarden € – für die Schiene 6,4 Milliarden, für die Straße 4,6 Milliarden –, das wir gemeinsam beschlossen haben und wofür Wilhelm Molterer als Finanzminister das Geld bereitgestellt hat, sind ja die Weichen grundsätzlich richtig gestellt worden. Wir haben also sehr viel Geld für die Investitionen in die Infrastruktur ausgegeben. Vergleicht man diesen Wert mit dem anderer Länder, etwa jenem von Deutschland oder Frankreich, die deutlich größer sind als Österreich, dann haben wir das Dreifache an Infrastrukturmitteln ausgegeben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Im Postenschacher!
Aber, Herr Bundesminister Faymann, leider ist in dieser Periode sonst eigentlich nichts mehr geschehen, und das bedauern wir. Damit haben Sie sich – das muss man auch sagen dürfen – ziemlich glanzlos in die Reihe früherer sozialdemokratischer Verkehrs- und Infrastrukturminister eingereiht, wenn ich etwa nur an Klima oder Einem denke. Es war nämlich – auch das lässt sich ganz klar nachprüfen – die Schüssel-Regierung von 2000 bis 2006, die in der Verkehrs- und Infrastrukturpolitik mehr grundlegende Weichenstellungen zusammengebracht hat als die SPÖ-Minister in zehn Jahren zuvor, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Im Postenschacher!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Abgewirtschaftet haben Sie!
Damals hat es die Verländerung des Bundesstraßenbaus gegeben, klare Kompetenzzuteilungen. Damit sind Doppelgleisigkeiten verhindert, Verwaltungskosten eingespart worden. Damals wurde die Lkw-Maut eingeführt, und daraus können nun rund 800 Millionen € jährlich zur Finanzierung des Autobahnbaus lukriert werden. Damals ist eine grundlegende Bahnreform eingeleitet worden, ist ein sechsjähriger Infrastrukturrahmenplan für die ÖBB geschaffen worden, für den nun eine gesicherte Finanzierung vorhanden ist, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Abgewirtschaftet haben Sie!)
Abg. Öllinger: Das ist ja „wichtig“, dass Sie einen Spatenstich machen!
Die gesteigerten Infrastrukturmittel, die damals beschlossen wurden, machen es nun dem Herrn Verkehrsminister in seiner kurzen Amtszeit möglich, bereits einige wichtige Infrastrukturprojekte vorstellen zu können beziehungsweise Spatenstiche vorzunehmen und Eröffnungen durchzuführen: Baubeginn neuer Hauptbahnhof Wien Mitte, Baubeginn Bahnhof St. Pölten (Abg. Öllinger: Das ist ja „wichtig“, dass Sie einen Spatenstich machen!), Bahnhof Wien West, verschiedene Zugstaufen und, meine Damen und Herren, eine ganze Reihe von weiteren solchen Maßnahmen. Alle diese Infrastrukturmaßnahmen, diese gesamte Offensive ist nicht von Minister Faymann, sondern sie
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Marizzi: Das glauben Sie ja selbst nicht!
ist unter der Regierung Schüssel beschlossen und gestartet worden. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Marizzi: Das glauben Sie ja selbst nicht!)
Abg. Marizzi: Seien Sie ein bisschen ehrlicher! – Was war mit dem Gorbach eigentlich?
Auch die Qualitätsoffensive beim rollenden Wagenmaterial wurde damals in Angriff genommen: 231 Talent- und Desiro-Triebfahrzeuge wurden bestellt, 67 Railjet-Züge für den Fernverkehr sind geordert worden. Das alles, meine Damen und Herren, ist unter der früheren Regierung geschehen (Abg. Marizzi: Seien Sie ein bisschen ehrlicher! – Was war mit dem Gorbach eigentlich?) – und nicht unter einem Minister Faymann, unter dem diese Politik bestenfalls verwaltet wird. Aber alle Initiativen sind vorher von uns ausgegangen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Auch die Qualitätsoffensive beim rollenden Wagenmaterial wurde damals in Angriff genommen: 231 Talent- und Desiro-Triebfahrzeuge wurden bestellt, 67 Railjet-Züge für den Fernverkehr sind geordert worden. Das alles, meine Damen und Herren, ist unter der früheren Regierung geschehen (Abg. Marizzi: Seien Sie ein bisschen ehrlicher! – Was war mit dem Gorbach eigentlich?) – und nicht unter einem Minister Faymann, unter dem diese Politik bestenfalls verwaltet wird. Aber alle Initiativen sind vorher von uns ausgegangen! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Wittmann – in Richtung ÖVP –: Jetzt weiß ich, warum das euer letzter Redner ist!
Bedauerlich ist der Stillstand, meine Damen und Herren, bei der notwendigen Fortführung der ÖBB-Reform. Bei diesem schwierigen Thema der Verkehrspolitik (Abg. Dr. Wittmann – in Richtung ÖVP –: Jetzt weiß ich, warum das euer letzter Redner ist!) haben Sie, Herr Verkehrsminister, es leider peinlich vermieden, auch nur anzustreifen. Aber gerade die Bahn braucht eine umfassende Modernisierung. (Abg. Dr. Wittmann: Jetzt weiß ich, warum das euer letzter Redner ist!) Noch immer geben wir im Jahr 5 Milliarden € für das System Schiene in Österreich aus. Auf den einzelnen Österreicher heruntergebrochen heißt das: Jeder Österreicher zahlt 700 € im Jahr, auch wenn er gar nicht mit der Bahn gefahren ist, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Haberzettl und Heinzl. – Abg. Sburny: Zahlen nur die, die mit dem Auto fahren, für die Autobahn?)
Abg. Dr. Wittmann: Jetzt weiß ich, warum das euer letzter Redner ist!
Bedauerlich ist der Stillstand, meine Damen und Herren, bei der notwendigen Fortführung der ÖBB-Reform. Bei diesem schwierigen Thema der Verkehrspolitik (Abg. Dr. Wittmann – in Richtung ÖVP –: Jetzt weiß ich, warum das euer letzter Redner ist!) haben Sie, Herr Verkehrsminister, es leider peinlich vermieden, auch nur anzustreifen. Aber gerade die Bahn braucht eine umfassende Modernisierung. (Abg. Dr. Wittmann: Jetzt weiß ich, warum das euer letzter Redner ist!) Noch immer geben wir im Jahr 5 Milliarden € für das System Schiene in Österreich aus. Auf den einzelnen Österreicher heruntergebrochen heißt das: Jeder Österreicher zahlt 700 € im Jahr, auch wenn er gar nicht mit der Bahn gefahren ist, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Haberzettl und Heinzl. – Abg. Sburny: Zahlen nur die, die mit dem Auto fahren, für die Autobahn?)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Haberzettl und Heinzl. – Abg. Sburny: Zahlen nur die, die mit dem Auto fahren, für die Autobahn?
Bedauerlich ist der Stillstand, meine Damen und Herren, bei der notwendigen Fortführung der ÖBB-Reform. Bei diesem schwierigen Thema der Verkehrspolitik (Abg. Dr. Wittmann – in Richtung ÖVP –: Jetzt weiß ich, warum das euer letzter Redner ist!) haben Sie, Herr Verkehrsminister, es leider peinlich vermieden, auch nur anzustreifen. Aber gerade die Bahn braucht eine umfassende Modernisierung. (Abg. Dr. Wittmann: Jetzt weiß ich, warum das euer letzter Redner ist!) Noch immer geben wir im Jahr 5 Milliarden € für das System Schiene in Österreich aus. Auf den einzelnen Österreicher heruntergebrochen heißt das: Jeder Österreicher zahlt 700 € im Jahr, auch wenn er gar nicht mit der Bahn gefahren ist, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Haberzettl und Heinzl. – Abg. Sburny: Zahlen nur die, die mit dem Auto fahren, für die Autobahn?)
Abg. Öllinger: Mit 40 Jahren haben Sie die Leute in Pension geschickt!
Da sehen Sie, wie hoch der Reformbedarf ist. (Abg. Öllinger: Mit 40 Jahren haben Sie die Leute in Pension geschickt!) Und leider müssen wir feststellen: In diesen zwei Jahren hat es da ausschließlich Stillstand gegeben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Jarolim: Diese Rede hat der Herr Schüssel geschrieben!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Jarolim: Diese Rede hat der Herr Schüssel geschrieben!
Da sehen Sie, wie hoch der Reformbedarf ist. (Abg. Öllinger: Mit 40 Jahren haben Sie die Leute in Pension geschickt!) Und leider müssen wir feststellen: In diesen zwei Jahren hat es da ausschließlich Stillstand gegeben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Jarolim: Diese Rede hat der Herr Schüssel geschrieben!)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Minister und werte Ministerinnen auf der Regierungsbank! Meine Damen und Herren! Nach dieser Retrorede des Herrn Kollegen Kukacka möchte ich in der Gegenwart und in der Zukunft dafür werben, dass wir etwas tun, was die Menschen wirklich brauchen. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei Grünen und SPÖ. – Bravoruf bei der SPÖ.
Herr Kollege Kukacka, Sie haben uns ja – wirklich „nett“ – verschwiegen, dass damals unter Ihrer Regierungsbeteiligung auch die ÖBB mit Spekulationen 613 Millionen € in den Sand gesetzt haben. Das haben Sie uns verschwiegen. (Beifall bei Grünen und SPÖ. – Bravoruf bei der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Lärmschutzwände! ... eine Katastrophe!
Und was machen Sie? Was stellen Sie uns vor? – Sie stellen uns ein Milliardenprogramm von Infrastrukturinvestitionen in den Autobahnbau – den haben Sie heute verschwiegen, Sie haben nur von zweiröhrigen Sicherheitstunnels geredet – und von Milliardeninvestitionen in den Bahnausbau vor. (Abg. Öllinger: Lärmschutzwände! ... eine Katastrophe!) Und wenn es darum geht, Herr Minister und Herr Kollege Haberzettl oder auch der andere Vorredner von der SPÖ, Beschäftigung zu ermöglichen, Einkommen zu ermöglichen, Kaufkraft zu stärken, dann, bitte, müssen wir dort investieren, wo wir den höchsten Beschäftigungseffekt haben! Und diesen gibt es nicht beim Autobahnbau, nicht bei den 1,345 Milliarden €, die laut Regierungsbeschluss – ich habe mir das alles ausgedruckt – von Ihrer Seite vorgesehen sind für den Ausbau von diversen unnützen Autobahnprojekten. 2013: 1,690 Milliarden €. Bitte, das hilft den Menschen nicht! Was nützt es den StudentInnen, was nützt es den pflegebedürftigen alten Personen, wenn es einen Lobau-Tunnel gibt? Was nützt es den Menschen, die dringend Kinderbetreuung brauchen, wenn Sie so etwas Unsinniges wie die S 37 in Kärnten bauen, die noch dazu den Verkehr auf der Straße ermöglicht – während Sie gleichzeitig Milliarden in die Koralmbahn investieren –, wodurch praktisch der Verkehr gar nicht auf die Schiene kommt, weil Sie ja eine wunderbare neue S 37 bauen? Das nützt ihnen doch nichts! Ihre Milliardenverschwendung geht auf Kosten der konkreten Bedürfnisse der Menschen, vor allem auch angesichts der kalten Jahreszeit, die uns jetzt ins Haus steht. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Und was machen Sie? Was stellen Sie uns vor? – Sie stellen uns ein Milliardenprogramm von Infrastrukturinvestitionen in den Autobahnbau – den haben Sie heute verschwiegen, Sie haben nur von zweiröhrigen Sicherheitstunnels geredet – und von Milliardeninvestitionen in den Bahnausbau vor. (Abg. Öllinger: Lärmschutzwände! ... eine Katastrophe!) Und wenn es darum geht, Herr Minister und Herr Kollege Haberzettl oder auch der andere Vorredner von der SPÖ, Beschäftigung zu ermöglichen, Einkommen zu ermöglichen, Kaufkraft zu stärken, dann, bitte, müssen wir dort investieren, wo wir den höchsten Beschäftigungseffekt haben! Und diesen gibt es nicht beim Autobahnbau, nicht bei den 1,345 Milliarden €, die laut Regierungsbeschluss – ich habe mir das alles ausgedruckt – von Ihrer Seite vorgesehen sind für den Ausbau von diversen unnützen Autobahnprojekten. 2013: 1,690 Milliarden €. Bitte, das hilft den Menschen nicht! Was nützt es den StudentInnen, was nützt es den pflegebedürftigen alten Personen, wenn es einen Lobau-Tunnel gibt? Was nützt es den Menschen, die dringend Kinderbetreuung brauchen, wenn Sie so etwas Unsinniges wie die S 37 in Kärnten bauen, die noch dazu den Verkehr auf der Straße ermöglicht – während Sie gleichzeitig Milliarden in die Koralmbahn investieren –, wodurch praktisch der Verkehr gar nicht auf die Schiene kommt, weil Sie ja eine wunderbare neue S 37 bauen? Das nützt ihnen doch nichts! Ihre Milliardenverschwendung geht auf Kosten der konkreten Bedürfnisse der Menschen, vor allem auch angesichts der kalten Jahreszeit, die uns jetzt ins Haus steht. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
und nicht die Menschen. Für die Menschen haben wir ein Infrastrukturpaket, das wirklich nachhaltig orientiert ist. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ
Herr Kollege Kukacka hat gesagt, in den letzten zwei Jahren sei nichts weitergegangen. – Er muss es wissen, er ist ja Teil einer Regierungspartei, und er hat vollkommen recht. Es ist wirklich wenig weitergegangen in den letzten zwei Jahren, meine Damen und Herren – wenig! (Beifall bei der FPÖ) – und die ÖVP ist dafür natürlich genauso wie die SPÖ mit verantwortlich.
Abg. Strache: Der ist ja Mittäter, der Herr Faymann! Der war ja Mittäter die letzten zwei Jahre!
Da wir heute hier ein Loblied auf Werner Faymann gehört haben: Sehen wir uns doch die Bilanz des Werner Faymann einmal genauer an! (Abg. Strache: Der ist ja Mittäter, der Herr Faymann! Der war ja Mittäter die letzten zwei Jahre!)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und BZÖ.
Daher glaube ich nicht, Herr Bundesminister Faymann, dass Sie ein guter Bundeskanzler für diese Bundesrepublik Österreich werden. Ich glaube es einfach nicht! (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und BZÖ.)
Abg. Strache: Er ist abgestürzt, der Sozialfighter!
Ich glaube einfach nicht, dass Sie nach dieser Wahl ein Sozialfighter sein werden, wie uns das schon bei der letzten Wahl versprochen worden ist. (Abg. Strache: Er ist abgestürzt, der Sozialfighter!) Es gibt ein gutes Sprichwort, meine Damen und Herren – ich unterstelle Ihnen nicht, dass Sie lügen, ich zitiere nur das Sprichwort –, das da heißt: „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht!“ – Wenn man sich Ihre Wahlversprechen vor der letzten Nationalratswahl ansieht und das, was Sie danach gehalten haben, dann glaube ich Ihnen einfach nicht, meine Damen und Herren!
Abg. Strache: Noch nicht genug gestritten!
Wenn Sie sich in der ORF-„Pressestunde“ hinsetzen und sagen: Ich will wieder eine Koalition mit der ÖVP!, Herr Bundesminister Faymann (Abg. Strache: Noch nicht genug gestritten!), wozu dann das ganze Theater? Wozu wählen wir dann überhaupt? Wozu? (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Dann haben wir wieder eine große Koalition? Sie schicken die Österreicher in Neuwahlen und wollen dann wieder eine große Koalition machen? Wozu, meine Damen und Herren?
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wenn Sie sich in der ORF-„Pressestunde“ hinsetzen und sagen: Ich will wieder eine Koalition mit der ÖVP!, Herr Bundesminister Faymann (Abg. Strache: Noch nicht genug gestritten!), wozu dann das ganze Theater? Wozu wählen wir dann überhaupt? Wozu? (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Dann haben wir wieder eine große Koalition? Sie schicken die Österreicher in Neuwahlen und wollen dann wieder eine große Koalition machen? Wozu, meine Damen und Herren?
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.
Es gibt noch ein Sprichwort, das da heißt: „Pack schlägt sich, Pack verträgt sich!“ (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.) Ich kann die Aufregung gut verstehen, meine Damen und Herren! Herr Bundesminister (Zwischenruf des Abg. Dr. Schüssel), Herr ehemaliger Vizekanzler Schüssel, erinnern Sie sich an Ihre Frühstücksaffäre, bevor Sie mich kritisieren! Klare Worte, wahre Worte darf man sagen. Der Volksmund hat oft recht, daher darf man das auch so sagen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Haberzettl: Sie jedenfalls nicht!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Schüssel
Es gibt noch ein Sprichwort, das da heißt: „Pack schlägt sich, Pack verträgt sich!“ (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.) Ich kann die Aufregung gut verstehen, meine Damen und Herren! Herr Bundesminister (Zwischenruf des Abg. Dr. Schüssel), Herr ehemaliger Vizekanzler Schüssel, erinnern Sie sich an Ihre Frühstücksaffäre, bevor Sie mich kritisieren! Klare Worte, wahre Worte darf man sagen. Der Volksmund hat oft recht, daher darf man das auch so sagen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Haberzettl: Sie jedenfalls nicht!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Haberzettl: Sie jedenfalls nicht!
Es gibt noch ein Sprichwort, das da heißt: „Pack schlägt sich, Pack verträgt sich!“ (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.) Ich kann die Aufregung gut verstehen, meine Damen und Herren! Herr Bundesminister (Zwischenruf des Abg. Dr. Schüssel), Herr ehemaliger Vizekanzler Schüssel, erinnern Sie sich an Ihre Frühstücksaffäre, bevor Sie mich kritisieren! Klare Worte, wahre Worte darf man sagen. Der Volksmund hat oft recht, daher darf man das auch so sagen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Haberzettl: Sie jedenfalls nicht!)
Beifall bei der FPÖ.
Was wünsche ich mir? – Ich wünsche mir, dass jene Österreicher, die eine große Koalition haben wollen, auch tatsächlich Rot oder Schwarz wählen, dann sind sie gut aufgehoben. Jene Österreicher, die eine wirkliche Wende für Österreich haben wollen, müssen diesmal die Freiheitlichen wählen, und das werden sie auch tun! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Herr Bundesminister Faymann, Sie haben nichts für die Arbeitnehmer, für die Pendler, für die österreichischen Familien, für die Bürger, für die Wirtschaft getan – im Gegenteil, Sie haben sie belastet! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Sie haben den Vignetten-Preis valorisiert. Das würde ich mir auch beim Kilometergeld für die Pendler wünschen. Es ist jetzt zwar mit 1. Juli auf 42 Cent angehoben worden, aber nur befristet bis zum 1. Jänner 2009. Auch da würde ich mir eine Valorisierung wünschen. (Beifall beim BZÖ.) Ebenso für das Taggeld und das Nächtigungsgeld, das seit dem Jahr 1990 gleich geblieben ist. Auch dort würde ich mir eine Valorisierung wünschen.
Beifall beim BZÖ.
Bei der Öffnung der Billigtankstellen, der öffentlichen Tankstellen etwa in Kärnten, bei der Öffnung der Landestankstellen haben Sie bisher nichts gemacht. Sie hätten die Tankstellen der ASFINAG österreichweit öffnen können, damit die österreichischen Kraftfahrer auch billiger tanken können, und dadurch bei allen Treibstoffhändlern eine Preisreduktion nach unten erzielen können. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Und Sie, Herr Minister Faymann, wollen österreichischer Bundeskanzler werden? – Allein mir fehlt der Glaube! Ich glaube, Sie sind nicht in der Lage, die Geschicke unseres Landes Österreich zu leiten. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
lionenhöhe beim Postbus und bei der Bahn aufgrund Ihrer Nichtinitiative noch zur Kasse gebeten werden. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Wichtig ist daher, meine Damen und Herren, dass wir uns in dieser schwierigeren Situation auf die Frage konzentrieren: Mit welcher Politik wird Österreich jenen Vorsprung, den wir uns erarbeitet haben, den Vorsprung im Wachstum, den Vorsprung in der Beschäftigung, mit welcher Politik kann und wird und soll Österreich diesen Vorsprung nicht nur halten, sondern wie soll dieser Vorsprung ausgebaut werden? Dazu braucht es eine klare, verlässliche und berechenbare wirtschaftspolitische Perspektive, meine Damen und Herren, und es braucht eine klare Konzentration auf die Zukunftsfrage, die ich für Österreich sehe, und das ist: Wie können wir Wachstum sichern, damit wir Vollbeschäftigung in Österreich halten? Das ist das wahre Ziel. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es sind daher aus meiner Sicht fünf große Leitlinien für die nächsten fünf Jahre für Österreich und für Österreichs Entwicklung von zentraler Bedeutung. Fünf Leitlinien für fünf Jahre, meine Damen und Herren, denn nach dem 28. September kommt in Wahrheit der 29., und die entscheidende Frage ist: Wie können wir Österreich bis zum Jahr 2013 auf sicherer, verlässlicher Schiene des Wachstums und der Vollbeschäftigung halten? (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Strache: Österreich, bitte!
Erstens gehört dazu eine Perspektive einer Europapolitik, womit wir sehr klarmachen: Europa muss stärker werden (Abg. Strache: Österreich, bitte!), Europa muss besser werden, Europa muss in den entscheidenden Fragen für Wachstum und Beschäftigung die Politik noch effizienter gestalten! (Abg. Strache: Österreich muss im Vordergrund stehen, Herr Vizekanzler!) Aber Europa kann das nur, meine Damen und Herren, wenn wir Europa stärken, wenn wir Europa positive Perspektiven geben, und nicht, wenn wir Europa ständig schlechtreden. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Strache: Österreich muss im Vordergrund stehen, Herr Vizekanzler!
Erstens gehört dazu eine Perspektive einer Europapolitik, womit wir sehr klarmachen: Europa muss stärker werden (Abg. Strache: Österreich, bitte!), Europa muss besser werden, Europa muss in den entscheidenden Fragen für Wachstum und Beschäftigung die Politik noch effizienter gestalten! (Abg. Strache: Österreich muss im Vordergrund stehen, Herr Vizekanzler!) Aber Europa kann das nur, meine Damen und Herren, wenn wir Europa stärken, wenn wir Europa positive Perspektiven geben, und nicht, wenn wir Europa ständig schlechtreden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Erstens gehört dazu eine Perspektive einer Europapolitik, womit wir sehr klarmachen: Europa muss stärker werden (Abg. Strache: Österreich, bitte!), Europa muss besser werden, Europa muss in den entscheidenden Fragen für Wachstum und Beschäftigung die Politik noch effizienter gestalten! (Abg. Strache: Österreich muss im Vordergrund stehen, Herr Vizekanzler!) Aber Europa kann das nur, meine Damen und Herren, wenn wir Europa stärken, wenn wir Europa positive Perspektiven geben, und nicht, wenn wir Europa ständig schlechtreden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir brauchen in Europa eine klare Position der Europäischen Union gegen das, was in den USA passiert, eine klare Position der Verlässlichkeit auf den Finanzmärkten, weil aus meiner Sicht außer Streit stehen sollte: Märkte brauchen Regeln, Märkte brauchen Aufsicht. Und daher werden wir in Europa die Diskussion über die Frage der Verbesserung der Aufsicht, der Rating-Agenturen, der Transparenz ganz zentral stärken müssen. (Beifall bei der ÖVP.)
Ruf bei der SPÖ: Nichts haben Sie getan!
Wir müssen, meine Damen und Herren, in Europa die Spielregeln auch auf globaler Ebene verbessern, und daher ist es ein Auftrag, dass Europa diese Aufgabe übernimmt und diese Aufgabe stärker übernimmt als bisher. (Ruf bei der SPÖ: Nichts haben Sie getan!) Europa muss noch mehr im Bereich der Klein- und Mittelbetriebe investieren, Europa muss sich noch mehr auf Wachstum konzentrieren und nicht auf die Frage bürokratische Regelungen, sondern auf Entbürokratisierung, den kleinen und den mittleren Betrieben helfen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir müssen, meine Damen und Herren, in Europa die Spielregeln auch auf globaler Ebene verbessern, und daher ist es ein Auftrag, dass Europa diese Aufgabe übernimmt und diese Aufgabe stärker übernimmt als bisher. (Ruf bei der SPÖ: Nichts haben Sie getan!) Europa muss noch mehr im Bereich der Klein- und Mittelbetriebe investieren, Europa muss sich noch mehr auf Wachstum konzentrieren und nicht auf die Frage bürokratische Regelungen, sondern auf Entbürokratisierung, den kleinen und den mittleren Betrieben helfen. (Beifall bei der ÖVP.)
Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Schüssel.
Europa muss in der Energiepolitik das, was wir gemeinsam von Europa erwarten, intensiv vorantreiben. Nur Europa ist in der Lage, in der Globalisierung gegen die Großen der Welt, China, Indien, anzugehen. (Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Schüssel.) Ja, glaubt denn jemand wirklich, dass wir Österreicher das alleine können?! Nein! Wir brauchen Europa, wenn wir Wachstum und Vollbeschäftigung erreichen wollen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Wir glauben an dieses Österreich – im Unterschied zu Ihnen!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Wir glauben an dieses Österreich – im Unterschied zu Ihnen!
Europa muss in der Energiepolitik das, was wir gemeinsam von Europa erwarten, intensiv vorantreiben. Nur Europa ist in der Lage, in der Globalisierung gegen die Großen der Welt, China, Indien, anzugehen. (Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Schüssel.) Ja, glaubt denn jemand wirklich, dass wir Österreicher das alleine können?! Nein! Wir brauchen Europa, wenn wir Wachstum und Vollbeschäftigung erreichen wollen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Wir glauben an dieses Österreich – im Unterschied zu Ihnen!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ, darunter Abg. Dr. Cap: Das ist zum Weinen!
Daher appelliere ich an Sie alle, meine Damen und Herren, hier in diesem Haus, in der heutigen Diskussion nicht den Fehler zu machen, durch Anträge Europa zu schwächen, sondern durch eine Politik der Vernunft und der Verlässlichkeit Europa zu stärken. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ, darunter Abg. Dr. Cap: Das ist zum Weinen!)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Kollege Cap, Sie lachen. Das ist wirklich ein Zeichen dafür, dass Sie Europa offensichtlich in seiner Bedeutung nicht verstanden haben. Gehen Sie doch nicht, im Windschatten von Herrn Strache, einen Anti-Europakurs! Österreich hat das nicht verdient! Österreich braucht eine bessere Politik als das, was Sie hier skizzieren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Zweitens: Es ist eine klare Leitlinie für mich, dass in den nächsten Jahren die Steuer- und Abgabenquote auf unter 40 Prozent sinken muss, weil wir den Menschen in dem Lande mehr zutrauen, dass sie mit mehr Geld auch frei entscheiden können. (Beifall bei der ÖVP.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Haimbuchner: Warum haben Sie es nicht gemacht?
Diese Zielsetzung, meine Damen und Herren, bedeutet, dass wir den Mittelstand entlasten müssen. Mittelstand entlasten, das bedeutet für mich etwa bei 2 500 € Einkommen eine Entlastung von 500 € pro Jahr, bei 5 000 € Einkommen eine Entlastung von 1 000 €. Das braucht der Mittelstand, meine Damen und Herren! (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Haimbuchner: Warum haben Sie es nicht gemacht?)
Beifall bei der ÖVP.
Wir wollen und müssen die Entlastung der Familien fortsetzen, und zwar nach dem Motto: weniger Steuer bei mehr Kindern! Das ist fair und gerecht. Aber ich trete dafür ein, dass diese Steuerentlastung ohne Gegenfinanzierung geschieht, vor allem ohne Schielen auf Vermögenssteuer oder Sonstiges, was den Mittelstand belasten würde. Lassen wir es dabei – Entlastung ist das Ziel, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Haimbuchner: „Es reicht!“
Diese Entlastung muss auch leistbar sein. Und wenn heute hier in diesem Hohen Haus – ich war lange Parlamentarier – eine Entscheidung fallen sollte, etwa für die Senkung der Mehrwertsteuer, dann werden Sie, meine Damen und Herren, die Sie das unterstützen (Abg. Dr. Haimbuchner: „Es reicht!“), die Verantwortung dafür tragen müssen, dass eine Entlastung für den Mittelstand und für die Familien nicht mehr möglich ist. Das ist die Wahrheit, die den Menschen einfach gesagt werden muss. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei SPÖ und FPÖ. – Abg. Dr. Haimbuchner: Sie haben seit 1986 nichts gemacht!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei SPÖ und FPÖ. – Abg. Dr. Haimbuchner: Sie haben seit 1986 nichts gemacht!
Diese Entlastung muss auch leistbar sein. Und wenn heute hier in diesem Hohen Haus – ich war lange Parlamentarier – eine Entscheidung fallen sollte, etwa für die Senkung der Mehrwertsteuer, dann werden Sie, meine Damen und Herren, die Sie das unterstützen (Abg. Dr. Haimbuchner: „Es reicht!“), die Verantwortung dafür tragen müssen, dass eine Entlastung für den Mittelstand und für die Familien nicht mehr möglich ist. Das ist die Wahrheit, die den Menschen einfach gesagt werden muss. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei SPÖ und FPÖ. – Abg. Dr. Haimbuchner: Sie haben seit 1986 nichts gemacht!)
Beifall bei der ÖVP.
Es spricht übrigens alles gegen diese Politik der Mehrwertsteuersenkung, weil sie eine Verteilung von unten nach oben bewirken würde, bei den Konsumenten nicht ankommt und in Wahrheit genau diesen Spielraum für die notwendige Entlastung nimmt. Der Weg der Verantwortung sieht anders aus, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Jarolim: Unseriöse Rede!
Wir müssen – drittens – in den nächsten Jahren als eine meiner wichtigen Leitlinien richtig investieren. (Abg. Dr. Jarolim: Unseriöse Rede!) Richtig investieren heißt, in Forschung und Entwicklung zu investieren. Da haben wir ja, nehme ich an, einen Konsens in diesem Haus, dass wir nicht nur das 3-Prozent-Ziel erreichen wollen, sondern das ehrgeizige Ziel haben, auf 4 Prozent für Investitionen in Forschung und Entwicklung, für den Innovationsstandort Österreich zu kommen. Das sollte außer Streit gestellt werden, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir müssen – drittens – in den nächsten Jahren als eine meiner wichtigen Leitlinien richtig investieren. (Abg. Dr. Jarolim: Unseriöse Rede!) Richtig investieren heißt, in Forschung und Entwicklung zu investieren. Da haben wir ja, nehme ich an, einen Konsens in diesem Haus, dass wir nicht nur das 3-Prozent-Ziel erreichen wollen, sondern das ehrgeizige Ziel haben, auf 4 Prozent für Investitionen in Forschung und Entwicklung, für den Innovationsstandort Österreich zu kommen. Das sollte außer Streit gestellt werden, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Strache: Die Rektorenkonferenz hat etwas anderes beschlossen, als der Herr Badelt gesagt hat! – Zwischenrufe bei der SPÖ.
was die Universitäten denken. (Abg. Strache: Die Rektorenkonferenz hat etwas anderes beschlossen, als der Herr Badelt gesagt hat! – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Die Universitäten brauchen nämlich mehr Geld, meine Damen und Herren – und nicht weniger! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
was die Universitäten denken. (Abg. Strache: Die Rektorenkonferenz hat etwas anderes beschlossen, als der Herr Badelt gesagt hat! – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Die Universitäten brauchen nämlich mehr Geld, meine Damen und Herren – und nicht weniger! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Jarolim: Sie sollten bei der Wahrheit bleiben!
Wenn Sie diesen Weg gehen sollten, dann nehmen Sie den Universitäten und den jungen Menschen Chancen, und ich frage Sie, die Sie diesen Weg unterstützen: Wie wollen Sie das sozial gerecht gestalten? Es ist doch in Wahrheit auch eine Verteilung von unten nach oben. (Abg. Dr. Jarolim: Sie sollten bei der Wahrheit bleiben!) Ich habe gehört, ein Orthopädie-Meisterkurs kostet 9 000 € – und ein Universitätsstudium, wo dann jemand ein Doktorat hat, einen schönen und hoffentlich gut bezahlten Job, das soll gratis sein?! Wo ist denn Ihre soziale Ader geblieben, meine Damen und Herren von der SPÖ? (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn Sie diesen Weg gehen sollten, dann nehmen Sie den Universitäten und den jungen Menschen Chancen, und ich frage Sie, die Sie diesen Weg unterstützen: Wie wollen Sie das sozial gerecht gestalten? Es ist doch in Wahrheit auch eine Verteilung von unten nach oben. (Abg. Dr. Jarolim: Sie sollten bei der Wahrheit bleiben!) Ich habe gehört, ein Orthopädie-Meisterkurs kostet 9 000 € – und ein Universitätsstudium, wo dann jemand ein Doktorat hat, einen schönen und hoffentlich gut bezahlten Job, das soll gratis sein?! Wo ist denn Ihre soziale Ader geblieben, meine Damen und Herren von der SPÖ? (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Richtig investieren heißt, in den Export investieren. Richtig investieren heißt, in die Umweltpolitik investieren. Danke, Sepp Pröll, für den Abschluss der Artikel-15a-Vereinbarung! Das ist konkrete Initiative im Bereich der Umwelt! (Beifall bei der ÖVP.) Richtig investieren heißt, dass wir im Bereich der Kinderbetreuung offensive Wege gehen, im Sinne von Vereinbarkeit von Beruf und Familie. (Demonstrativer Beifall der Abg. Rauch-Kallat.)
Demonstrativer Beifall der Abg. Rauch-Kallat.
Richtig investieren heißt, in den Export investieren. Richtig investieren heißt, in die Umweltpolitik investieren. Danke, Sepp Pröll, für den Abschluss der Artikel-15a-Vereinbarung! Das ist konkrete Initiative im Bereich der Umwelt! (Beifall bei der ÖVP.) Richtig investieren heißt, dass wir im Bereich der Kinderbetreuung offensive Wege gehen, im Sinne von Vereinbarkeit von Beruf und Familie. (Demonstrativer Beifall der Abg. Rauch-Kallat.)
Abg. Strache: Deshalb geben Sie nichts!
Meine Damen und Herren, vierte Leitlinie: Wichtig ist, dass wir in Österreich die Politik der sozialen Gerechtigkeit umsetzen. Sozial gerecht ist für mich das, was die Richtigen trifft. (Abg. Strache: Deshalb geben Sie nichts!) Nicht die Gießkanne ist das Instrument der Sozialpolitik, sondern die zielgerichtete Unterstützung für die Menschen, die es brauchen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren, vierte Leitlinie: Wichtig ist, dass wir in Österreich die Politik der sozialen Gerechtigkeit umsetzen. Sozial gerecht ist für mich das, was die Richtigen trifft. (Abg. Strache: Deshalb geben Sie nichts!) Nicht die Gießkanne ist das Instrument der Sozialpolitik, sondern die zielgerichtete Unterstützung für die Menschen, die es brauchen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.
Und es ist sozial, was nachhaltig und langfristig finanzierbar ist. Wenn Sie die Lasten den Jungen übertragen, so ist das das Ungerechteste, was es überhaupt gibt in der Sozialpolitik, meine Damen und Herren! (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.
Die letzte, fünfte Perspektive, meine Damen und Herren, heißt verlässliche Haushaltspolitik. Jeder, der in dem Land Verantwortung trägt, muss sich dazu bekennen: keine neuen Schulden!, denn neue Schulden bedeuten weniger Chancen von morgen! (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Abg. Strache: Wieso haben Sie letzte Woche dagegengestimmt? Das ist doch alles nicht glaubwürdig, was Sie hier zum Besten geben!
Sie haben alle, jede und jeder von Ihnen, den Brief des Rechnungshofpräsidenten bekommen, den Brief des Staatsschuldenausschussvorsitzenden bekommen, und ich appelliere daher an Sie: Gehen Sie nicht den Weg, der Zukunft raubt, nämlich den Weg neuer Schulden, sondern gehen Sie den Weg, der Zukunft schafft: Senkung der Abgabenquote, weniger Schulden! Das ist Verantwortung für das Land! (Abg. Strache: Wieso haben Sie letzte Woche dagegengestimmt? Das ist doch alles nicht glaubwürdig, was Sie hier zum Besten geben!)
Die Abgeordneten der ÖVP erheben sich nach und nach von ihren Sitzen und spenden, neben zahlreichen Bravorufen, stehend anhaltenden lebhaften Beifall.
So verstehe ich Politik, Politik der Verantwortung und der Verlässlichkeit. (Die Abgeordneten der ÖVP erheben sich nach und nach von ihren Sitzen und spenden, neben zahlreichen Bravorufen, stehend anhaltenden lebhaften Beifall.)
mit Beifall von der SPÖ begrüßt
Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie Werner Faymann (mit Beifall von der SPÖ begrüßt): Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich habe mir gerade überlegt, warum der Klubobmann Wolfgang Schüssel jetzt so spät aufgestanden ist. Ich glaube, ich weiß, warum: Ihn hat das mit den Schulden ein bisschen beleidigt. Immerhin ist er seit 19 Jahren dabei. (Heiterkeit, Beifall und Bravorufe bei der SPÖ sowie Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Heiterkeit, Beifall und Bravorufe bei der SPÖ sowie Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der FPÖ.
Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie Werner Faymann (mit Beifall von der SPÖ begrüßt): Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich habe mir gerade überlegt, warum der Klubobmann Wolfgang Schüssel jetzt so spät aufgestanden ist. Ich glaube, ich weiß, warum: Ihn hat das mit den Schulden ein bisschen beleidigt. Immerhin ist er seit 19 Jahren dabei. (Heiterkeit, Beifall und Bravorufe bei der SPÖ sowie Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren, was war heute besonders typisch? – Es war besonders typisch, dass ein Satz gefehlt hat in der Rede des Finanzministers, ein Satz, der in den letzten Jahren üblicherweise sehr oft gefallen ist. Nicht, dass er mir abgegangen wäre, aber der Satz hat doch immer geheißen: Mehr privat, weniger Staat. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Stummvoll: Nicht überheblich sein!
Warum hat der Satz heute plötzlich, als wir über die Finanzmarktkrise einen Bericht – „Bericht“ ist übertrieben, das, was halt in den Zeitungsüberschriften steht – gehört haben, warum hat dieser Satz „Mehr privat, weniger Staat!“ heute gefehlt, meine sehr verehrten Damen und Herren? (Abg. Dr. Stummvoll: Nicht überheblich sein!)
Lebhafter Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.
Dieser Satz hat deshalb gefehlt, weil die Bürgerinnen und Bürger in unserem Land draufgekommen sind, dass der Staat sehr notwendig ist bei der Sicherung der Pensionen und dass wir eine staatliche Versorgung zu garantieren haben. (Lebhafter Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.)
Beifall und Bravorufe bei der SPÖ. – Abg. Strache: Und dass sie nicht von Ihnen zu Bittstellern degradiert werden in diesem Land! – Abg. Dr. Graf: So wie auf Gewerkschaftspensionen!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, der Respekt vor den älteren Menschen in unserem Land gebietet es, dass sie bei ihrer Pension nicht abhängig sind von Aktienmärkten und deren Entwicklung, sondern dass sie sich auf die staatliche Pension verlassen können. (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ. – Abg. Strache: Und dass sie nicht von Ihnen zu Bittstellern degradiert werden in diesem Land! – Abg. Dr. Graf: So wie auf Gewerkschaftspensionen!)
Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.
Die sozialen Sicherheiten, das Typische für Österreich, dass es soziale Sicherheiten für Menschen in unserem Lande gibt, das ist noch gar nicht zur Sprache gekommen. Das ist eine Gesundheitsreform mit einer Gesundheitspolitik, in der es nur eine Klasse gibt, in der jeder Mensch gleich viel wert ist, die sich jeder leisten kann, unabhängig von der Brieftasche. Auch die muss eine soziale Sicherheit, gewährleistet durch den Staat, sein. (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.)
Abg. Strache: Wieder umfallen werden Sie nach der Wahl! Wie der Gusenbauer umfallen werdet ihr nach der Wahl! Gusi II!
Daher werden wir, wenn uns der Wähler die Kraft und die Chance gibt, diese Gesundheitsreform, die mit einer Sanierung der Kassen beginnt, aber nicht aufhört, am ersten Tag nach der Wahl in Angriff nehmen (Abg. Strache: Wieder umfallen werden Sie nach der Wahl! Wie der Gusenbauer umfallen werdet ihr nach der Wahl! Gusi II!), denn die Patientinnen und Patienten in unserem Land haben das Recht darauf, dass sie sich auf die Gestaltung in der Politik und auf die Verwirklichung der Gesundheitsreform durch uns verlassen können. Das ist für uns wichtig, das sind wir den Menschen schuldig. (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ. – Abg. Strache: „Verlässlich“ wie bisher wird es nach der Wahl weitergehen!)
Beifall und Bravorufe bei der SPÖ. – Abg. Strache: „Verlässlich“ wie bisher wird es nach der Wahl weitergehen!
Daher werden wir, wenn uns der Wähler die Kraft und die Chance gibt, diese Gesundheitsreform, die mit einer Sanierung der Kassen beginnt, aber nicht aufhört, am ersten Tag nach der Wahl in Angriff nehmen (Abg. Strache: Wieder umfallen werden Sie nach der Wahl! Wie der Gusenbauer umfallen werdet ihr nach der Wahl! Gusi II!), denn die Patientinnen und Patienten in unserem Land haben das Recht darauf, dass sie sich auf die Gestaltung in der Politik und auf die Verwirklichung der Gesundheitsreform durch uns verlassen können. Das ist für uns wichtig, das sind wir den Menschen schuldig. (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ. – Abg. Strache: „Verlässlich“ wie bisher wird es nach der Wahl weitergehen!)
Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.
hätte eine Steuersenkung gehört, Herr Finanzminister, die Sie verabsäumt haben vorzuziehen! (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.)
Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.
Es waren viele in der Wirtschaft, die sich zu Wort gemeldet haben; und da schaue ich bewusst auch in die Richtung jener in der Wirtschaftskammer, die sich auch zu Wort gemeldet und gesagt haben: Versuchen wir nicht, den gesamten Druck auf Lohnverhandlungen aufzubauen, sondern setzen wir als Regierung durch das Vorziehen einer Steuersenkung auch eine Maßnahme, die die Einzelnen entlastet, die den einzelnen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern etwas zurückgibt von dem Geld, das sie durch die kalte Progression verloren haben! Ziehen wir diese Maßnahme vor! – Sie von der ÖVP waren leider dazu nicht bereit. Aber es geht darum, jetzt zu handeln, jetzt zu handeln für die Gestaltung einer Zukunft, in der Kaufkraft etwas zählt und nicht steigende Arbeitslosigkeit. (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.)
Rufe bei der ÖVP: Vom Herrn Dichand? Was sagt der Herr Dichand?
Ich möchte Ihnen ein Zitat vorlesen (Rufe bei der ÖVP: Vom Herrn Dichand? Was sagt der Herr Dichand?), weil es etwas auf den Punkt bringt, was für mich wichtig ist: „Einen Vorsprung im Leben hat, wer da anpackt, wo die anderen erst einmal reden.“
Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.
Wissen Sie, Herr Finanzminister, wer das gesagt hat? – Jemand, der angeblich Ihr Vorbild ist: John F. Kennedy. Wieso der Ihr Vorbild ist, habe ich noch nicht erraten, aber recht hat er: Es geht darum, jetzt anzupacken, anstatt aufzuschieben, zu bremsen und zu warten! (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.)
Abg. Strache: Die Wiener U-Bahn war aber sehr teuer! Das ist eine gefährliche Drohung! Die hat um das Doppelte mehr gekostet!
Auch die Umweltpolitik, die Chancen für die nächste Generation werden durch Weichenstellungen jetzt entschieden. Auch über die Fragen der Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird jetzt entschieden, wo es darum geht, Kinderbetreuungseinrichtungen in Österreich massiv auszubauen. Auch verkehrspolitische Entscheidungen, wie etwa den Personennahverkehr auszubauen, werden jetzt getroffen, und zwar dadurch, dass die Mehrheit in diesem Haus verlangt, dass auch in jenen Städten in Österreich, in denen der Personennahverkehr noch zu verstärken wäre, der als umweltpolitisches Ziel eine Verlagerung weg vom Individualverkehr hin zum öffentlichen Verkehr bringt, der Bund entsprechend dazu beiträgt. Auch in Linz, auch in Salzburg, auch in Innsbruck, auch in den anderen Städten wollen wir eine Mitfinanzierung, wie es bei der Wiener U-Bahn passiert ist. (Abg. Strache: Die Wiener U-Bahn war aber sehr teuer! Das ist eine gefährliche Drohung! Die hat um das Doppelte mehr gekostet!)
Beifall bei der SPÖ.
Die Diskussion vorher hat gezeigt, es gibt eine Einigkeit bei der Frage Forschung, Entwicklung und Infrastruktur, sie gehört zu jenen wichtigen Bereichen, die wir gemeinsam auszubauen haben. Aber auch hier ist Entschlossenheit gefragt – und nicht, auf die Bremse zu steigen. (Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit des Bundesministers Dr. Bartenstein.
Lassen Sie mich daher betreffend Europäische Union sagen, dass für uns die Punkte Kontrolle der Finanzmärkte, sozialer Ausgleich, der vielen Menschen abgeht, ökologische Entwicklung in der Europäischen Union, Entwicklung zu einer bürgernahen Europäischen Union wichtige Punkte sind. Wir setzen uns nicht nach Brüssel, um einfach alles abzunicken. (Heiterkeit des Bundesministers Dr. Bartenstein.) Wir stehen zu dieser Europäischen Union. – Herr Bartenstein, auch wenn Sie lachen, uns ist das Lachen vergangen bei Ihren Maßnahmen (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ), weil wir davon überzeugt sind, dass der Wettbewerb nicht nur darin besteht, dass man Märkte liberalisiert. Der soziale Ausgleich ist für uns, die wir immer gesagt haben, der Mensch
Beifall und Bravorufe bei der SPÖ
Lassen Sie mich daher betreffend Europäische Union sagen, dass für uns die Punkte Kontrolle der Finanzmärkte, sozialer Ausgleich, der vielen Menschen abgeht, ökologische Entwicklung in der Europäischen Union, Entwicklung zu einer bürgernahen Europäischen Union wichtige Punkte sind. Wir setzen uns nicht nach Brüssel, um einfach alles abzunicken. (Heiterkeit des Bundesministers Dr. Bartenstein.) Wir stehen zu dieser Europäischen Union. – Herr Bartenstein, auch wenn Sie lachen, uns ist das Lachen vergangen bei Ihren Maßnahmen (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ), weil wir davon überzeugt sind, dass der Wettbewerb nicht nur darin besteht, dass man Märkte liberalisiert. Der soziale Ausgleich ist für uns, die wir immer gesagt haben, der Mensch
Abg. Neugebauer: Bei euch ist der Mensch Mittel!
steht im Mittelpunkt der Wirtschaft, genauso wichtig. (Abg. Neugebauer: Bei euch ist der Mensch Mittel!)
Bundesminister Dr. Bartenstein: Ist das mit der „Kronen Zeitung“ abgestimmt, Herr Kollege?
Die Liberalisierung der Märkte auf der einen Seite und der soziale Ausgleich auf der anderen Seite haben für uns, Herr Bartenstein, im Unterschied zu Ihnen, dieselbe Bedeutung. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Ist das mit der „Kronen Zeitung“ abgestimmt, Herr Kollege?) Sozialer Ausgleich ist etwas, was erst zeigt, wie wichtig einem der Mensch in unserer Gesellschaft ist. Und um diesen Mittelpunkt geht es uns. (Beifall bei der SPÖ. – Rufe bei der ÖVP: BAWAG! BAWAG! – Bundesminister Dr. Bartenstein: Und wem gehört die BAWAG, Herr Kollege? – Abg. Lutz Weinzinger: ÖBB-Pensionen! So etwas zu sagen, ohne rot zu werden!)
Beifall bei der SPÖ. – Rufe bei der ÖVP: BAWAG! BAWAG! – Bundesminister Dr. Bartenstein: Und wem gehört die BAWAG, Herr Kollege? – Abg. Lutz Weinzinger: ÖBB-Pensionen! So etwas zu sagen, ohne rot zu werden!
Die Liberalisierung der Märkte auf der einen Seite und der soziale Ausgleich auf der anderen Seite haben für uns, Herr Bartenstein, im Unterschied zu Ihnen, dieselbe Bedeutung. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Ist das mit der „Kronen Zeitung“ abgestimmt, Herr Kollege?) Sozialer Ausgleich ist etwas, was erst zeigt, wie wichtig einem der Mensch in unserer Gesellschaft ist. Und um diesen Mittelpunkt geht es uns. (Beifall bei der SPÖ. – Rufe bei der ÖVP: BAWAG! BAWAG! – Bundesminister Dr. Bartenstein: Und wem gehört die BAWAG, Herr Kollege? – Abg. Lutz Weinzinger: ÖBB-Pensionen! So etwas zu sagen, ohne rot zu werden!)
Abg. Dr. Stummvoll: Deshalb soll sie abgeschoben werden!
Es war Claudia Schmied, die in dieser kurzen Zeit viele Maßnahmen eingeleitet hat, um die Neue Mittelschule, ein Projekt einer gemeinsamen Schule mit Leistungsdifferenzierung, voranzutreiben. (Abg. Dr. Stummvoll: Deshalb soll sie abgeschoben werden!) Es ist ein gutes Gefühl, dass es Menschen wie Claudia Schmied gibt, die gezeigt haben, dass das Machbare, die Abstimmung mit den Bundesländern, eine Diskussion, die zu einer neuen Qualität auch in der Bildung führt, eine Chance hat.
Lebhafter Beifall und Bravorufe bei der SPÖ sowie demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Grünewald.
Ich halte es für ein Gebot der Stunde, die Bildungspolitik in unserem Land dadurch zu unterstützen, dass junge Menschen, die auf die Universität gehen, nicht von einer Barriere begrüßt werden, sondern es ist notwendig, dass durch die Abschaffung der Studiengebühren alle jungen Leute auf der Universität ohne ein Hindernis beim Einstieg eine Chance bekommen. (Lebhafter Beifall und Bravorufe bei der SPÖ sowie demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Grünewald.)
Abg. Strache: Dort wollen Sie die Barriere, bei den Unis wollen Sie keine Barriere! Das ist ein Widerspruch!
Wenn Sie sagen, Sie wollen den Kindergarten gratis (Abg. Strache: Dort wollen Sie die Barriere, bei den Unis wollen Sie keine Barriere! Das ist ein Widerspruch!), wenn Sie sagen, Sie wollen eine Reihe von Maßnahmen gratis, dann, muss ich sagen, kann ich nicht verstehen, warum das für die Universität nicht gelten soll, wo wir doch daran interessiert sind, dass mehr Menschen eine Chance an den Universitäten bekommen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Wenn Sie sagen, Sie wollen den Kindergarten gratis (Abg. Strache: Dort wollen Sie die Barriere, bei den Unis wollen Sie keine Barriere! Das ist ein Widerspruch!), wenn Sie sagen, Sie wollen eine Reihe von Maßnahmen gratis, dann, muss ich sagen, kann ich nicht verstehen, warum das für die Universität nicht gelten soll, wo wir doch daran interessiert sind, dass mehr Menschen eine Chance an den Universitäten bekommen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ. – Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.
Es ist jetzt auch nicht die Zeit, in erster Linie über den Spitzensteuersatz, über Kaviar und Wachteleier zu diskutieren. Es geht um die Preise, die die Menschen im Supermarkt für Grundnahrungsmittel bezahlen. Um die geht es uns! Diese sind Teil unserer Maßnahmen zur Steigerung der Kaufkraft. (Beifall bei der SPÖ. – Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.)
Die Abgeordneten der SPÖ erheben sich von ihren Plätzen und spenden stehend lang anhaltenden Beifall.
Daher ist es auch gut, wenn nicht persönliche Herabwürdigung, sondern Fakten, auch Einstellungen, auch Haltungen in diesem Wahlkampf zum Ausdruck kommen. Wir stehen auf Seite der Bevölkerung, wir stehen auf Seite der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, wir stehen auf Seite der Konsumenten für ein sozial gerechtes Österreich. (Die Abgeordneten der SPÖ erheben sich von ihren Plätzen und spenden stehend lang anhaltenden Beifall.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Riepl: Wären auch gar nicht auf diese Idee gekommen!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Als Erstes bitte ich meine Kolleginnen und Kollegen vom grünen Klub, mir keine Standing Ovations zu bereiten. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Riepl: Wären auch gar nicht auf diese Idee gekommen!)
Abg. Strache: Das ist richtig!
Zuständig für diesen Bereich, Herr Vizekanzler und Finanzminister, ist der Finanzminister, in diesem Fall seit zwei Jahren Finanzminister Molterer. Ich will Sie deswegen gar nicht über Gebühr angreifen. Ich sage ja, in aller Welt haben die Aufsichtsbehörden diese Entwicklung verschlafen. (Abg. Strache: Das ist richtig!) Sie haben verschlafen, dass Banken und Versicherungen in einem Ausmaß, das aus heutiger Sicht unvorstellbar ist, Risken nicht gestreut, sondern versteckt haben, und zwar so gut versteckt, dass jetzt keine Bank mehr der anderen traut, weil sie nicht weiß, wie gut die andere noch dasteht. Das ist eine Vertrauenskrise ersten Ranges mit den entsprechenden Konsequenzen auf den Kreditsektor. Dass es schwieriger wird, Kredite zu bekommen, nicht nur für Immobilien, nicht nur für den Hausbau, sondern auch für Firmen, das ist praktisch unvermeidlich. Allein dadurch entstehen die Folgen für den realen Sektor, den Sie, Herr Molterer, schon kurz skizziert haben.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Aber wenn Sie, Herr Molterer, in diesem Zusammenhang auch vornehm verschweigen, dass es natürlich auch Auswirkungen auf den Pensionssektor in Österreich gibt, dann meine ich, diese offene Flanke hätten Sie sich ersparen können. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
sind Sie mit Ihrer Politik mit schuld. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und FPÖ.
Bei allen Risiken, die auch die staatlichen Pensionen haben – ich will das jetzt nicht alles aufzählen –, muss man doch sagen, diesem Risiko sitzt man dort nicht auf. Bei der betrieblichen Pensionsvorsorge, der privaten Pensionsvorsorge, soweit sie auf Pensionskassen beruht – ich nehme an, viele in diesem Haus kennen ihre Auszüge –, ist es schon in der Vergangenheit in ein oder zwei Jahren vorgekommen, dass trotz Einzahlungen das Pensionsversprechen, wenn man einmal 65 ist, sinkt; das ist ja kein Geheimnis. Und es wird ja vermutlich auch in diesem Jahr so sein, wenn nicht noch ein Wunder auf den Aktienmärkten passiert. Also kurzum, die erste Säule, die öffentliche Pensionsvorsorge, muss das Zentrale in der Vorsorge für das Alter bleiben; auch bei der ÖVP, hoffe ich. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Zur Steuer- und Abgabenpolitik. Das war ja eigentlich auch Thema dieser Erklärung des Finanzministers beziehungsweise des Verkehrsministers. Also ich wundere mich schon, muss ich sagen. Eine noch kleine Oppositionspartei – so klein sind wir ja nicht mehr –, die Grünen, hat sich die Mühe gemacht, ein ziemlich detailliertes Steuer- und Abgabensenkungsprogramm vorzulegen, schon im Mai dieses Jahres, ohne zu wissen, dass es Neuwahlen geben wird, nämlich zweieinhalb Milliarden im Bereich der Lohn- und Einkommensteuer und eine Milliarde im Bereich der Einkommen jener Personen, die so wenig verdienen, dass sie gar keine Lohn- oder Einkommensteuer zahlen. Wenn man ein detailliertes Programm vorlegt, macht man sich angreifbar. Ja. Wir haben auch dazugesagt, dass die obersten Einkommen und die obersten Vermögen in Österreich, die praktisch steuerfrei ausgehen, doch bitte schön auch ihren Beitrag zur Finanzierung des Bildungs- und Sozialstaates leisten sollen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Haberzettl: Da haben wir es ja!
Wenn heute die SPÖ daherkommt und sagt, die ÖVP hat sich gegen eine Steuersenkung 2009 quergelegt, dann stimmt das zwar (Abg. Haberzettl: Da haben wir es ja!) – da haben wir es ja, sagt Herr Haberzettl –, aber dann stellt sich die Frage: Wann hat Herr Gusenbauer, unser hochverehrter Herr Bundeskanzler, zum ersten Mal gesagt, die Steuerreform, die Steuersenkung sollte nicht im Jahr 2010 stattfinden, sondern auf 1.1.2009 vorgezogen werden? (Abg. Krainer: Im Februar!) – Im Februar! Danke schön, Herr Kollege von der SPÖ. Im Februar!
Abg. Krainer: Im Februar!
Wenn heute die SPÖ daherkommt und sagt, die ÖVP hat sich gegen eine Steuersenkung 2009 quergelegt, dann stimmt das zwar (Abg. Haberzettl: Da haben wir es ja!) – da haben wir es ja, sagt Herr Haberzettl –, aber dann stellt sich die Frage: Wann hat Herr Gusenbauer, unser hochverehrter Herr Bundeskanzler, zum ersten Mal gesagt, die Steuerreform, die Steuersenkung sollte nicht im Jahr 2010 stattfinden, sondern auf 1.1.2009 vorgezogen werden? (Abg. Krainer: Im Februar!) – Im Februar! Danke schön, Herr Kollege von der SPÖ. Im Februar!
Beifall bei den Grünen.
Jetzt haben wir Ende September, bald wird es Anfang Oktober sein. Was hat die SPÖ in diesen sieben, acht Monaten gemacht, um einmal detailliert vorzulegen, was sie im Bereich der Steuer machen will, wo die Lohnsteuer und Einkommensteuer genau gesenkt werden sollen und was sie speziell für jene Menschen machen will, die so wenig verdienen, dass sie gar keine Lohn- und Einkommensteuer zahlen? (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Dieses Programm kann man nicht im Internet nachlesen, nicht auf Ihren Wahlplakaten, überhaupt nirgends, weil Sie keines haben! Sie haben acht Monate verschlafen, anstatt ein Programm zu entwickeln. Jetzt kommt Herr Faymann mit Recht daher und sagt, die Zeit läuft uns davon, es wird sich leider nicht mehr ausgehen. – Ja, das stimmt. Wenn man vorher acht Monate verschläft, dann läuft einem die Zeit davon. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
In dieser Beziehung war die ÖVP in ihrem Zynismus – bevor Sie klatschen, Herr Stummvoll – ja noch ehrlicher, denn die wollten das von Haus aus nicht, also spürten sie auch keinen Zeitdruck. Sie hätten den Zeitdruck spüren sollen, Kolleginnen und Kollegen von der SPÖ. (Beifall bei den Grünen.) Nichts ist passiert! Stattdessen schlagen Sie in letzter Sekunde eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel vor. Die FPÖ wird das unterstützen.
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Im Gegenzug stimmt die SPÖ einem FPÖ-Antrag zu, der de facto eine Brüskierung der Europäischen Union darstellt, der de facto den ersten Schritt auf dem Weg hinaus aus der Europäischen Union darstellt. Das nennen Sie vorausschauende, weitsichtige – was habe ich heute alles gehört? –, nachhaltige und so weiter Politik? Das ist der Weg in die Isolation Österreichs! Das soll gut sein für den Arbeitsmarkt, für die Arbeitsplätze, für österreichische Unternehmen in der EU und außerhalb? Genau das Gegenteil ist das! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Eine schwachsinnige Mehrwertsteuersenkung, die niemandem zugute kommen wird, und der Preis dafür die Zustimmung zu einem schwachsinnigen FPÖ-Antrag, der de facto den Austritt aus der Union betrifft! Beide Anträge werden – so hoffe ich – heute nicht durchgehen, aber nicht durch Ihr Verdienst und auch nicht durch das Verdienst der FPÖ. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Bundesminister Mag. Molterer: Warum machen Sie es dann?
Zum Thema Studiengebühren. Ich stehe voll dazu, dass der Zugang zu den Universitäten frei sein soll. Nicht nur ich, sondern auch die SPÖ und die FPÖ, nehme ich an, werden heute Abend die Studiengebühren abschaffen. Ja. Aber uns allen ist völlig klar, dass dadurch die Studienbedingungen an den Universitäten aber nicht einen Millimeter verbessert werden. (Bundesminister Mag. Molterer: Warum machen Sie es dann?)
Abg. Mag. Hakl: Schlechter werden!
Die Universitäten brauchen mehr Geld, und zwar viel mehr Geld. (Abg. Mag. Hakl: Schlechter werden!) Was? (Neuerliche Zwischenrufe der Abg. Mag. Hakl.) – Ich verstehe leider Ihre Zwischenrufe überhaupt nicht, deswegen kann ich nicht darauf reagieren. Die Zuschauer an den Bildschirmen werden sie ja sowieso nicht verstehen.
Neuerliche Zwischenrufe der Abg. Mag. Hakl.
Die Universitäten brauchen mehr Geld, und zwar viel mehr Geld. (Abg. Mag. Hakl: Schlechter werden!) Was? (Neuerliche Zwischenrufe der Abg. Mag. Hakl.) – Ich verstehe leider Ihre Zwischenrufe überhaupt nicht, deswegen kann ich nicht darauf reagieren. Die Zuschauer an den Bildschirmen werden sie ja sowieso nicht verstehen.
Zwischenrufe von Grünen und SPÖ
Wenn ich mir – der Herr Graf von der FPÖ schaut mich so gedankenverloren an, wahrscheinlich weiß er schon, was kommen wird – anschaue, Herr Dr. Graf von der FPÖ, ein Plakat des Rings Freiheitlicher Jugend (der Redner hält ein Plakat in die Höhe): eine Zigarettenpackung – da wäre ja aus meiner Sicht noch nichts dagegen einzuwenden –, da steht drauf: „GEMISCHTE SORTE, Zuwanderung kann tödlich sein“ (Zwischenrufe von Grünen und SPÖ), dann frage ich: Das ist Ihre Einstellung dazu? – Ich weiß nicht, was sich der RFJ dazu denkt. Ich kann Ihnen nur sagen, bei mir löst das Angst aus.
Abg. Dr. Graf: Sie waren schon lange nicht mehr in Amerika!
Ich bin Inländer, Österreicher mit österreichischem Reisepass. Aber trotzdem: „Zuwanderung kann tödlich sein“? Ist das eine Drohung? Was ist das? Länder wie die USA zum Beispiel, deren Forschungsstätten und Universitäten sind nach wie vor der Anziehungspunkt für die Intelligenz der ganzen Welt, nach wie vor! Nicht deswegen, weil die so viel zahlen. Sehr gut bezahlt sind nur die absoluten Spitzenjobs an den Universitäten, die Stars, die werden zehnmal besser bezahlt als bei uns, aber nicht die jungen Forscher, nicht die im mittleren Alter. Die verdienen zum Teil viel weniger als bei uns. Aber warum gehen sie dorthin? – Erstens, weil die Forschungs- und Lehrbedingungen viel besser sind, zweitens und vor allem, weil sie willkommen sind. (Abg. Dr. Graf: Sie waren schon lange nicht mehr in Amerika!)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
Dort müssen sie nicht riskieren, mit einem Plakat konfrontiert zu werden, wo draufsteht: Immigration can be deadly! – Das ist undenkbar in solchen Ländern! Aber wir, wir glauben, wir können uns das leisten. Wirklich, das ist gefährlich, was Sie hier machen, ganz gefährlich auch für den Wirtschaftsstandort Österreich, und zwar auf lange Sicht! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Abg. Steibl: Das war eine gute Zeit!
Und was alle Lippenbekenntnisse bezüglich der Gleichberechtigung der Frauen auf dem Arbeitsmarkt betrifft, Herr Kollege Cap: Was ist in den letzten zwei Jahren passiert? Seit wann ist die SPÖ in der Bundesregierung? – Seit 2007, jetzt neu, davor hatten wir ein kurzes Intervall – kurz historisch gesehen, uns war es zu lang – Schwarz-Blau und Schwarz-Orange (Abg. Steibl: Das war eine gute Zeit!) und davor 30, 40 Jahre SPÖ. Und was ist da passiert?
Beifall bei den Grünen.
Ich habe seinerzeit mit Gusenbauer gewettet, dass Sie, die SPÖ, Ihre 40 Prozent-Quote für weibliche Abgeordnete nicht erreichen werden. Ich habe diese Wette gewonnen. Ich hoffe, Sie werden sie diesmal erreichen. Ich glaube es nicht. Bei den Grünen besteht jedenfalls die Gewähr, dass diese Quote aus Ihrer Sicht bedeutend übererfüllt wird, weil mindestens die Hälfte unserer Abgeordneten Frauen sind und Frauen sein werden. Und darauf bin ich sehr stolz. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Ich möchte einmal einleitend sagen, ganz kann ich die Überheblichkeit, mit der mein Vorredner auf die Galerie da losgegangen ist, nicht nachvollziehen. Ich finde es erfreulich, dass es viele Bürgerinnen und Bürger gibt, die hier zuhören. Die Qualifikation einer Rede, sie wäre „nur“ für die Galerie, quasi für die Unverständigen, also diese Arroganz kann ich nicht akzeptieren, und dagegen möchte ich mich auch deutlich aussprechen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Was macht ihr dagegen?
Da Sie gerade gesagt haben, was sind die wesentlichen Fragen: Wenn die Mieten steigen, wenn die Heizkosten steigen, wenn die Nahrungsmittelpreise steigen (Abg. Öllinger: Was macht ihr dagegen?) und das beim Einkaufen spürbar wird, wenn die Auswirkungen der Teuerung oder der Inflation spürbar sind für die Menschen, und zwar unmittelbar spürbar. Ich weiß nicht, wer von Ihnen einkaufen geht und von den Menschen
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Eine Schande!
Sie wissen ganz genau: Es wurde vor Kurzem ein Vinzimarkt eröffnet – das ist für die Ärmsten der Allerärmsten, deren Einkommen unter 747 € sein muss, das man nachweisen muss –, wobei es dann gleich 6 500 Anmeldungen für diesen Markt gegeben hat. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Eine Schande!)
Beifall bei der SPÖ.
Das heißt, es gibt sehr viele, für die es wichtig ist, ob sie billig oder nicht billig einkaufen. Und diese Hartherzigkeit und Überheblichkeit werden wir niemals akzeptieren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein sozialdemokratischer!
Mag sein, dass die Halbierung der Mehrwertsteuer auf Nahrungsmittel heute keine Mehrheit findet, aber dass man ein Intrigenspiel in Brüssel macht, dass hier plötzlich ein Kommissar eingespannt wird (Abg. Ing. Westenthaler: Ein sozialdemokratischer!) mit einem rechtlich völlig irrelevanten Brief, der sich politisch in den Wahlkampf einmischt, dass sich das BZÖ vor das Wagerl vom Herrn Molterer und vom Herrn Schüssel spannen lässt, dass Sie anscheinend täglich in Brüssel interveniert haben müssen, dass Finanzminister Molterer in Nizza versucht hat, gegen die österreichischen Konsumentinnen und Konsumenten eine Front zu organisieren, damit die EU einwirkt, dass die Nahrungsmittelpreise für die Konsumenten nicht billiger werden – das nennen Sie hier wirklich eintreten für Österreich und für die österreichischen Konsumenten? Das ist ein Skandal in Wirklichkeit! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Ing. Hofer.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Ing. Hofer.
Mag sein, dass die Halbierung der Mehrwertsteuer auf Nahrungsmittel heute keine Mehrheit findet, aber dass man ein Intrigenspiel in Brüssel macht, dass hier plötzlich ein Kommissar eingespannt wird (Abg. Ing. Westenthaler: Ein sozialdemokratischer!) mit einem rechtlich völlig irrelevanten Brief, der sich politisch in den Wahlkampf einmischt, dass sich das BZÖ vor das Wagerl vom Herrn Molterer und vom Herrn Schüssel spannen lässt, dass Sie anscheinend täglich in Brüssel interveniert haben müssen, dass Finanzminister Molterer in Nizza versucht hat, gegen die österreichischen Konsumentinnen und Konsumenten eine Front zu organisieren, damit die EU einwirkt, dass die Nahrungsmittelpreise für die Konsumenten nicht billiger werden – das nennen Sie hier wirklich eintreten für Österreich und für die österreichischen Konsumenten? Das ist ein Skandal in Wirklichkeit! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Ing. Hofer.)
Beifall bei der SPÖ.
Jetzt plötzlich sagt Brüssel: Nein, machen wir nicht! Molterer und Schüssel haben den Brief mitorganisiert, und das gegen die österreichischen Konsumentinnen und Konsumenten. Das ist ungeheuerlich, und das sollte man den Österreicherinnen und Österreichern wirklich einmal mit aller Deutlichkeit sagen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Grillitsch: Da haben Sie keine Ahnung!
Sie wissen ganz genau, dass Österreich dieser zweite reduzierte Mehrwertsteuersatz zusteht. Sie wissen ganz genau, dass die Bauern keine Angst zu haben brauchen, dass diese 12 Prozent ab Hof plötzlich gestrichen werden. Sie wissen, das ist ein Zwischensatz. (Abg. Grillitsch: Da haben Sie keine Ahnung!) Nein, Sie sagen bewusst die Unwahrheit. Das ist ein Zwischensatz, der uns bitte beim Beitritt zugesichert wurde. Verunsichern Sie die Bauern nicht (Abg. Grillitsch: Sie tun das ja gerade!), vertreten Sie sie lieber gescheit hier im Hohen Haus! Sie haben ja nur den Mund offen, Sie machen ja nie etwas für die Bauern. Das ist ja unfassbar! Unglaublich! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll.) Ja, ja, genau.
Abg. Grillitsch: Sie tun das ja gerade!
Sie wissen ganz genau, dass Österreich dieser zweite reduzierte Mehrwertsteuersatz zusteht. Sie wissen ganz genau, dass die Bauern keine Angst zu haben brauchen, dass diese 12 Prozent ab Hof plötzlich gestrichen werden. Sie wissen, das ist ein Zwischensatz. (Abg. Grillitsch: Da haben Sie keine Ahnung!) Nein, Sie sagen bewusst die Unwahrheit. Das ist ein Zwischensatz, der uns bitte beim Beitritt zugesichert wurde. Verunsichern Sie die Bauern nicht (Abg. Grillitsch: Sie tun das ja gerade!), vertreten Sie sie lieber gescheit hier im Hohen Haus! Sie haben ja nur den Mund offen, Sie machen ja nie etwas für die Bauern. Das ist ja unfassbar! Unglaublich! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll.) Ja, ja, genau.
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll.
Sie wissen ganz genau, dass Österreich dieser zweite reduzierte Mehrwertsteuersatz zusteht. Sie wissen ganz genau, dass die Bauern keine Angst zu haben brauchen, dass diese 12 Prozent ab Hof plötzlich gestrichen werden. Sie wissen, das ist ein Zwischensatz. (Abg. Grillitsch: Da haben Sie keine Ahnung!) Nein, Sie sagen bewusst die Unwahrheit. Das ist ein Zwischensatz, der uns bitte beim Beitritt zugesichert wurde. Verunsichern Sie die Bauern nicht (Abg. Grillitsch: Sie tun das ja gerade!), vertreten Sie sie lieber gescheit hier im Hohen Haus! Sie haben ja nur den Mund offen, Sie machen ja nie etwas für die Bauern. Das ist ja unfassbar! Unglaublich! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll.) Ja, ja, genau.
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Da kommen wir jetzt noch zu einem anderen wunden Punkt. Wann immer die Frage der Schuldenaufnahme ... (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Nein, jetzt kommt ein ganz anderer Punkt. Sie stellen sich die ganze Zeit her und sagen „nein“, wenn wir berechtigte Forderungen haben, um das Leben der Österreicher und Österreicherinnen zu verbessern, egal, ob es die Anhebung bei der Pflege, ob es die Beseitigung der Studiengebühren, die Halbierung der Mehrwertsteuer betrifft. Wir wollten ja sogar die Lohn- und Einkommensteuersenkung vorziehen, wo Sie dauernd „Nein, nein!“ gesagt haben. Ich könnte Ihnen eine ganze Liste aufzählen. Sie sollten überhaupt ein großes „Nein“ plakatieren und unten „ÖVP“ oder am besten noch „Willi Molterer“. Wenn er einmal zufällig „Ja“ sagt, sagt Wolfgang Schüssel „Nein“. Das wäre das beste Plakat. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Da kommen wir jetzt noch zu einem anderen wunden Punkt. Wann immer die Frage der Schuldenaufnahme ... (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Nein, jetzt kommt ein ganz anderer Punkt. Sie stellen sich die ganze Zeit her und sagen „nein“, wenn wir berechtigte Forderungen haben, um das Leben der Österreicher und Österreicherinnen zu verbessern, egal, ob es die Anhebung bei der Pflege, ob es die Beseitigung der Studiengebühren, die Halbierung der Mehrwertsteuer betrifft. Wir wollten ja sogar die Lohn- und Einkommensteuersenkung vorziehen, wo Sie dauernd „Nein, nein!“ gesagt haben. Ich könnte Ihnen eine ganze Liste aufzählen. Sie sollten überhaupt ein großes „Nein“ plakatieren und unten „ÖVP“ oder am besten noch „Willi Molterer“. Wenn er einmal zufällig „Ja“ sagt, sagt Wolfgang Schüssel „Nein“. Das wäre das beste Plakat. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Und wir sagen es: Jetzt muss es getan werden! Es ist nicht getan mit solchen wolkigen Aussprüchen über eine Zukunft, wo er sagt, irgendwann wird es besser werden: Glaubt an mich! Ich bin euer Sektenführer, ich werde für euch das Leben verbessern! – Das war die Wortmeldung des Finanzministers. Das ist ja unfassbar! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie wissen es ganz genau, und jeder Wirtschaftsexperte sagt es: Jede Reform in diesem Bereich bedeutet natürlich Schuldenaufnahme. Und der Finanzminister Molterer ist für 11 Milliarden € Schulden mitverantwortlich, wenn wir einmal in absoluten Zahlen reden wollen. Hören Sie endlich auf damit, dass es, wenn wir berechtigte soziale und wirtschaftliche Forderungen stellen, bei uns Schulden sind, und bei Ihnen ist es Manna, sind es Wohltaten oder kommt aus dem Keller des Finanzministeriums, wo der Dagobert Duck sitzt. Das ist ja unglaublich! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.
Außerdem haben Sie das letzte Mal bei den Fristsetzungen mitgestimmt bei dem Antrag „Raus aus Öl und Gas“, ist gleich mindestens 8 Milliarden €, die das kostet, bei den Gratis-Öffis mit 950 Millionen €. Sie haben ja ein Vielfaches mehr gefordert als überhaupt alle anderen Fraktionen zusammengerechnet. Und dann stellen Sie sich hierher und sagen: Wir sind der Sparefroh! Schauen Sie her, Sie sehen es an dem Dreispitz, ich bin der Sparefroh! – Das ist das, was Sie uns klarmachen wollen. Da kann ich nur sagen: Dem ist nicht so! Mehr Ehrlichkeit, Herr Finanzminister, wenn Sie schon auf der Regierungsbank sitzen! Mehr Ehrlichkeit! (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.)
Rufe bei der ÖVP: BAWAG!
Der Neo-Liberalismus hat seine größte Niederlage erlitten. Milliarden Dollar an Steuergeldern werden hineingepumpt – Steuergelder, die die Amerikanerinnen und Amerikaner erarbeitet haben. Es ist eine Niederlage dieser Privatisierungsideologen, und Sie stellen sich hierher und sagen: Weiter privatisieren! Na klar, wir gehen weiter. (Rufe bei der ÖVP: BAWAG!) Sie sagen, die Konjunktur bricht ein, und Sie sagen, nein, weiter bis 2010. Sie haben eine Flexibilität, die ist unfassbar. Ich kann Ihnen nur sagen: So kann man nicht Politik machen für die Österreicherinnen und Österreicher.
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Sie müssen das jetzt in der Öffentlichkeit einmal erklären, dass Sie festhalten an diesem Satz des Wolfgang Schüssel, der der Leitgedanke seiner Regierungszeit ist und bis heute noch gilt. Denn er regiert noch immer, denn am 28. September wird in Wahrheit darüber abgestimmt: Soll Wolfgang Schüssel weiter regieren oder nicht? Das ist ja die Wahrheit. Sie sind ja der Vollzieher dieser Ideologie und dieser Gedanken, für die Wolfgang Schüssel hier im Haus sitzt und wo er der Wächter dessen ist, dass ja nichts geändert werden soll, was seit dem Jahr 2000 in dieser Regierung beschlossen wurde. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Wann denn?
Da haben wir echte Gegensätze, und diese Gegensätze werden wir politisch austragen. (Abg. Öllinger: Wann denn?) Diese Gegensätze stehen in Wirklichkeit auch zur Abstimmung am 28. September. Das kann ich Ihnen hiermit prophezeien. Ich sage Ihnen, die Österreicherinnen und Österreicher werden diesen Kurs nicht mehr mittragen, der zu ihren Lasten mit Intrigen in Brüssel gegen die Konsumentinnen und Konsumenten, der zu ihren Lasten hier mit einer negativen Umverteilung ausgetragen wird. – Nein, danke!, kann ich nur sagen. (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.)
Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.
Da haben wir echte Gegensätze, und diese Gegensätze werden wir politisch austragen. (Abg. Öllinger: Wann denn?) Diese Gegensätze stehen in Wirklichkeit auch zur Abstimmung am 28. September. Das kann ich Ihnen hiermit prophezeien. Ich sage Ihnen, die Österreicherinnen und Österreicher werden diesen Kurs nicht mehr mittragen, der zu ihren Lasten mit Intrigen in Brüssel gegen die Konsumentinnen und Konsumenten, der zu ihren Lasten hier mit einer negativen Umverteilung ausgetragen wird. – Nein, danke!, kann ich nur sagen. (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn ich mir heute dieses Theater ansehe, wenn ich mir die letzten Wochen und auch die gestrige Fernsehkonfrontation zwischen Herrn Faymann und Herrn Molterer vergegenwärtige, dann haben Sie bitte auch bei Ihren Plakaten lauter Druckfehler zum Besten gegeben. „Genug gestritten!“ – Das war doch gestern bitte der Höhepunkt, dass Sie noch nicht genug gestritten haben, und Sie belegen doch tagtäglich, dass Sie das Land in eine Regierungsunfähigkeit geführt haben. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Sie belegen doch tagtäglich, dass Sie in Wirklichkeit offenbar überhaupt keine Verantwortung tragen. Da wird gestritten auf Teufel komm raus, da werden machtpolitische Interessen in den Vordergrund gestellt, da kommt der Herr Minister Faymann kurz vor der Wahl daher und stellt sich dar als die „neue Wahl“. Ich frage mich: Wo ist der eine neue Wahl? Der ist eine alte Qual! Der war wie ein Soletti, bitte, in den letzten beiden Jahren überall dabei, bei allen unsozialen Maßnahmen. Ja, wollen Sie wirklich die Leute für dumm verkaufen? (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das ist offenbar Ihr Plan, und deshalb braucht es eine starke Freiheitliche Partei in Österreich, damit wir endlich auch einen dritten Weg sicherstellen können in diesem Land neben diesem rot-schwarzen, der im Grunde genommen gescheitert ist. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn wir heute sagen, bitte helfen wir doch in diesem Bereich, steuern wir dagegen, dann machen Sie sich lustig mit Wachteleier-Diskussionen, der Herr Bartenstein bringt das Viagra in die Diskussion und lauter solche Unsinnigkeiten, anstatt dass man doch bitte einmal ernst nimmt, dass Menschen gerade aus unteren Einkommensschichten besondere Sorge und vor allen Dingen besondere Probleme haben, wenn es ums Einkaufen geht, dass sie nachrechnen müssen, was sie sich überhaupt noch leisten können. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Deshalb sind wir froh, wenn Sie jetzt kurz vor der Wahl zumindest in Teilbereichen einmal ein bisserl vernünftiger werden und vielleicht kurz vor der Wahl wieder umfallen, aber ausnahmsweise einmal in die richtige Richtung, nämlich in Richtung der Freiheitlichen Partei, weil wir ja in den letzten Jahren in diesen Bereichen die Themenführerschaft haben, etwa wenn es darum gegangen ist, den Pensionisten endlich eine Pensionspreisindexanpassung sicherzustellen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Vielleicht gelingt ja heute durch die Freiheitliche Partei die eine oder andere Möglichkeit der Entlastung. Damit hätten wir ja auch bewiesen, dass mit uns mehr umsetzbar ist, als dieser Regierung in den letzten beiden Jahren gelungen ist, wo nichts gelungen ist außer Belastung und Streiterei und Chaos. Und genau darum geht es. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Österreichs gegenüber der Europäischen Union geht, wie wir ja aus dem Jahr 2000 noch in Erinnerung haben, wo man champagnisiert und auf die Sanktionen angestoßen hat. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das zeigt die Frotzelei und die Pflanzerei auf, die hier von politischen Parteien gegenüber den Bürgern gelebt werden. Dann versteht man auch den Grant der Menschen. Und dann braucht es eine verlässliche politische Kraft in diesem Land, eine dritte Kraft, die endlich einen verlässlichen Weg auch dahin gehend aufzeigt, dass wir soziale Verantwortung und Gerechtigkeit für unsere Leute, für unsere Staatsbürger in den Vordergrund stellen und in den Mittelpunkt unseres politischen Interesses rücken. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Da muss man schon Folgendes festhalten. Sie, Herr Finanzminister Molterer, haben heute permanent von Europa gesprochen: „Europa, Europa, Europa!“ – Ja, wir sind ein Teil Europas, aber reden Sie doch endlich einmal von uns Österreichern! Sie sind hier Regierungsmitglied und Vizekanzler, Sie sollten hier die politischen Sorgen und Nöte der Menschen endlich ernst nehmen und nicht nur alles verhindern und blockieren. (Beifall bei der FPÖ.)
Ruf bei den Grünen: Falsch!
Herr Van der Bellen, kurz zu Ihnen, obwohl Sie nicht hier sind. Ihre heimatverachtenden Aktivitäten kennt ganz Österreich: „Nimm dein“ rot-weiß-rotes „Flaggerl für dein Gaggerl“, wie das von den Grünen affichiert wurde, mit einem Mistkübel darauf, wobei man Österreich in den geographischen Grenzen in den Mistkübel entsorgt. Da werden dann Sprüche auf grünen Plakaten zum Besten gegeben – ich zitiere grüne Plakate –: „Heimat im Herzen, Scheiße im Hirn“, Zitatende. Da sagen Sie, zumindest mit Plakataktionen und Transparentaktionen – ein Transparent war das (Ruf bei den Grünen: Falsch!) –, Österreich soll eine neue Besatzungsmacht erhalten, im Rahmen des Nationalfeiertags, wofür ein Plakat vorhanden war. Auf Ihrer Homepage gibt es Lieder,
Beifall bei der FPÖ.
Ich sage: So etwas ist schäbig, so etwas ist heimatverachtend! (Beifall bei der FPÖ.) Das werden die Österreicher am 28. September nicht goutieren. Da sehen die Österreicher, dass Sie keine Umwelt- und Naturschutzpartei sind. Heimat, Umwelt und Natur gehören untrennbar zusammen, und wenn man so heimatverachtend agiert, dann sage ich Ihnen: Jeder Österreicher weiß, eine Stimme für die FPÖ am 28. September kann dazu führen – und nur eine Stimme für die FPÖ –, dass Sie vom dritten Platz auf den vierten verwiesen und nicht an einer Regierung beteiligt werden, dass wir keinen Innenminister Peter Pilz oder vielleicht eine Zuwanderungsministerin Stoisits erleben müssen.
Abg. Ing. Westenthaler: Hören Sie auf mit ...!
Nur mit einer Stimme für die FPÖ am 28. September kann man auch soziale Verantwortung und Gerechtigkeit sicherstellen. Nur mit einer Stimme für die FPÖ kann man gegen die Präpotenz von SPÖ und ÖVP stimmen und diese beiden Parteien endlich einmal vom hohen Ross herunterholen. Das ist notwendig! Es ist notwendig, diese Präpotenz einmal abzuwählen und dieses Verhalten abzustrafen. Das kann man mit der Freiheitlichen Partei, das wissen die Österreicher heute, denn jede Stimme für eine Kleinst- oder Splitterpartei wird eine verschenkte oder auch verlorene Stimme sein. (Abg. Ing. Westenthaler: Hören Sie auf mit ...!) Wer Herrn Haider wählt, der weiß, dass Haider wieder weg ist, in Kärnten bleibt und dafür dann Petzner, Westenthaler und Stadler kommen – und das ist ja wirklich keine Alternative!
Beifall bei der FPÖ.
Genau deshalb wissen wir und wissen auch die Österreicher, dass es eine dritte Kraft in diesem Land braucht, auf die man sich verlassen kann, damit sie die soziale Verantwortung für Staatsbürger sicherstellt wie bei der Studiengebührensenkung, dass Österreicher endlich nicht mehr schlechter als Asylanten gestellt sind und in Zukunft EU-Ausländer, sprich Nicht-EU-Bürger, endlich zahlen müssen. Das beweist, dass ein differenziertes Modell möglich ist, das wir auch bei der Familienbeihilfe, beim Kindergeld und bei der Vergabe von sozialen Wohnungen sicherstellen wollen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Lapp: Stimmt nicht!
Wenn dann Sie, Herr Faymann, sich hinstellen und sagen: na ja, da sind wir bereit, Barrieren abzubauen!, dann frage ich mich, warum im Roten Wien die höchsten Gebühren ganz Österreichs vorzufinden sind (Abg. Mag. Lapp: Stimmt nicht!), warum im Roten Wien Barrieren für Kinder und Familien gebaut werden (Abg. Mag. Lapp: Das stimmt nicht!), sodass diese 200 bis 300 € im Monat an Kindergartengeldern zahlen müssen. Das sind die Barrieren, die Sie bauen! Die höchste Gebührenbelastung in ganz Österreich gibt es im absolut regierten Roten Wien (Abg. Mag. Lapp: Das stimmt nicht!): bei Kanalgebühren, bei Müllgebühren, bei öffentlichen Verkehrsmitteln, beim Parkpickerl, bei all diesen Bereichen. Da zeigen Sie, dass dort, wo Rot regiert, beinhart abkassiert wird! Das muss man Ihnen einmal sagen, und das wissen die Österreicher. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ und Gegenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Lapp: Das stimmt nicht!
Wenn dann Sie, Herr Faymann, sich hinstellen und sagen: na ja, da sind wir bereit, Barrieren abzubauen!, dann frage ich mich, warum im Roten Wien die höchsten Gebühren ganz Österreichs vorzufinden sind (Abg. Mag. Lapp: Stimmt nicht!), warum im Roten Wien Barrieren für Kinder und Familien gebaut werden (Abg. Mag. Lapp: Das stimmt nicht!), sodass diese 200 bis 300 € im Monat an Kindergartengeldern zahlen müssen. Das sind die Barrieren, die Sie bauen! Die höchste Gebührenbelastung in ganz Österreich gibt es im absolut regierten Roten Wien (Abg. Mag. Lapp: Das stimmt nicht!): bei Kanalgebühren, bei Müllgebühren, bei öffentlichen Verkehrsmitteln, beim Parkpickerl, bei all diesen Bereichen. Da zeigen Sie, dass dort, wo Rot regiert, beinhart abkassiert wird! Das muss man Ihnen einmal sagen, und das wissen die Österreicher. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ und Gegenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Lapp: Das stimmt nicht!
Wenn dann Sie, Herr Faymann, sich hinstellen und sagen: na ja, da sind wir bereit, Barrieren abzubauen!, dann frage ich mich, warum im Roten Wien die höchsten Gebühren ganz Österreichs vorzufinden sind (Abg. Mag. Lapp: Stimmt nicht!), warum im Roten Wien Barrieren für Kinder und Familien gebaut werden (Abg. Mag. Lapp: Das stimmt nicht!), sodass diese 200 bis 300 € im Monat an Kindergartengeldern zahlen müssen. Das sind die Barrieren, die Sie bauen! Die höchste Gebührenbelastung in ganz Österreich gibt es im absolut regierten Roten Wien (Abg. Mag. Lapp: Das stimmt nicht!): bei Kanalgebühren, bei Müllgebühren, bei öffentlichen Verkehrsmitteln, beim Parkpickerl, bei all diesen Bereichen. Da zeigen Sie, dass dort, wo Rot regiert, beinhart abkassiert wird! Das muss man Ihnen einmal sagen, und das wissen die Österreicher. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ und Gegenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ und Gegenrufe bei der FPÖ.
Wenn dann Sie, Herr Faymann, sich hinstellen und sagen: na ja, da sind wir bereit, Barrieren abzubauen!, dann frage ich mich, warum im Roten Wien die höchsten Gebühren ganz Österreichs vorzufinden sind (Abg. Mag. Lapp: Stimmt nicht!), warum im Roten Wien Barrieren für Kinder und Familien gebaut werden (Abg. Mag. Lapp: Das stimmt nicht!), sodass diese 200 bis 300 € im Monat an Kindergartengeldern zahlen müssen. Das sind die Barrieren, die Sie bauen! Die höchste Gebührenbelastung in ganz Österreich gibt es im absolut regierten Roten Wien (Abg. Mag. Lapp: Das stimmt nicht!): bei Kanalgebühren, bei Müllgebühren, bei öffentlichen Verkehrsmitteln, beim Parkpickerl, bei all diesen Bereichen. Da zeigen Sie, dass dort, wo Rot regiert, beinhart abkassiert wird! Das muss man Ihnen einmal sagen, und das wissen die Österreicher. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ und Gegenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Das verschweigen Sie den Menschen. Sie haben doch keine Wirtschaftskompetenz in diesen Fragen! BAWAG II behandelt auch der aktuelle Prozess, und da bestätigt sich auch, was Gusenbauer mit dem „Heuschrecken“-Kapitalisten Roberts von Cerberus im „Standard“ diskutiert hat. Da hat er zugegeben, dass eine Partei nicht fähig ist, eine Bank oder eine Firma zu führen. Das hat man beim „Konsum“, bei der BAWAG und in vielen anderen Bereichen gesehen, das ist bestätigt worden. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.
Aber wenn es darum gegangen ist, sich bedienen zu können, dann haben Sie sich bedient: mit 1,3 Milliarden Schilling in Richtung SPÖ, ÖGB und SPÖ-nahe Vereine! Das wird natürlich auf seine strafrechtliche Relevanz hin zu überprüfen sein. Das zeigt auch, wie Sie mit Menschen umgegangen sind, für die Sie Verantwortung hatten. Der ÖGB hat seine moralische Verantwortung völlig verspielt, da gibt es keine Arbeitnehmervertretung mehr. Sie haben den ÖGB in den Sand gesetzt, Sie haben die Arbeitnehmer in diesem Land in allen Bereichen im Stich gelassen. (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich komme zum Schluss. – Genau darum geht es: Es braucht eine verlässliche Arbeitnehmervertretung! Das werden wir auch glaubwürdig sicherstellen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Das waren Zitate!
Abgeordneter Dr. Wolfgang Schüssel (ÖVP): Herr Präsident! Hohes Haus! Gibt es eigentlich irgendein Mittel, Herr Präsident, dass man sicherstellt, dass derartige Fäkalausdrücke von Rednern hier im Hause nicht verwendet werden? – Ich würde wirklich darum ersuchen, dass man ein gewisses Mindestniveau, Herr Kollege Strache, nicht unterschreitet. (Abg. Strache: Das waren Zitate!) Das gilt gerade auch für Sie! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Strache: Das waren Zitate von den Grünen!) Das haben wir nämlich schon fünf Mal gehört, und es reicht wirklich – danke vielmals!
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Strache: Das waren Zitate von den Grünen!
Abgeordneter Dr. Wolfgang Schüssel (ÖVP): Herr Präsident! Hohes Haus! Gibt es eigentlich irgendein Mittel, Herr Präsident, dass man sicherstellt, dass derartige Fäkalausdrücke von Rednern hier im Hause nicht verwendet werden? – Ich würde wirklich darum ersuchen, dass man ein gewisses Mindestniveau, Herr Kollege Strache, nicht unterschreitet. (Abg. Strache: Das waren Zitate!) Das gilt gerade auch für Sie! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Strache: Das waren Zitate von den Grünen!) Das haben wir nämlich schon fünf Mal gehört, und es reicht wirklich – danke vielmals!
Beifall bei der ÖVP.
Zweiter Punkt – wenn Sie schon darüber reden, was vom Zigarettenpackerl was gefährden könnte –: Nach all dem, was wir hören, wird eine Stimme für Rot oder Blau die wirtschaftliche Gesundheit dieses Landes gefährden. Das sollte an diesem Tag jeder wissen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Broukal: Mehr privat, weniger Staat, genau!
Wir sind tatsächlich in einer der schwersten Krisen seit Jahrzehnten in der globalen Finanzwirtschaft. Die Big Five, die großen fünf Investmentbanken, gibt es nicht mehr. Sie sind entweder aufgekauft, sie sind zusammengebrochen, sie sind von japanischen Fonds vereinnahmt worden (Abg. Broukal: Mehr privat, weniger Staat, genau!) oder haben sich in den letzten Stunden unter den Schutz der Federal Bank der USA geflüchtet. Sie haben sich quasi in normale Banken umgewandelt, bekommen damit auch Zugang zum Geld, zu den Reserven der FED (Abg. Broukal: Mehr privat, weniger Staat!), sie sind damit aber auch den schärferen Regeln der Banken unterworfen. Das finde ich gut.
Abg. Broukal: Mehr privat, weniger Staat!
Wir sind tatsächlich in einer der schwersten Krisen seit Jahrzehnten in der globalen Finanzwirtschaft. Die Big Five, die großen fünf Investmentbanken, gibt es nicht mehr. Sie sind entweder aufgekauft, sie sind zusammengebrochen, sie sind von japanischen Fonds vereinnahmt worden (Abg. Broukal: Mehr privat, weniger Staat, genau!) oder haben sich in den letzten Stunden unter den Schutz der Federal Bank der USA geflüchtet. Sie haben sich quasi in normale Banken umgewandelt, bekommen damit auch Zugang zum Geld, zu den Reserven der FED (Abg. Broukal: Mehr privat, weniger Staat!), sie sind damit aber auch den schärferen Regeln der Banken unterworfen. Das finde ich gut.
Abg. Mag. Wurm: ... verstaatlicht! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
liardenpaket, ein Rettungspaket von 700 Milliarden Dollar. „Freddie“ und „Fannie“ sind verstaatlicht worden, Bear Stearns schon vorher und dann weiterverkauft. In Großbritannien ist die Northern Rock verstaatlicht worden, die Hypo-Bank Bradford & Bingley wankt, für HBOS sind Käufer gesucht worden. (Abg. Mag. Wurm: ... verstaatlicht! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Das ist aber übrigens ganz genau das Gleiche, was die österreichische Regierung vor zwei Jahren mit der von Ihnen (in Richtung SPÖ) zu verantwortenden BAWAG machen musste! (Beifall bei der ÖVP.) Da ist genauso spekuliert worden – und der österreichische Steuerzahler hat mit einer Garantie diese Bank gerettet. Seien Sie daher vorsichtig mit diesen Zwischenrufen! Nicht wir haben dieses Debakel zu verantworten. (Abg. Mag. Wurm: ... keinen Groschen!) Das sind ganz andere, da ist die Schuld in Ihren Reihen zu suchen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Wurm: ... keinen Groschen!
Das ist aber übrigens ganz genau das Gleiche, was die österreichische Regierung vor zwei Jahren mit der von Ihnen (in Richtung SPÖ) zu verantwortenden BAWAG machen musste! (Beifall bei der ÖVP.) Da ist genauso spekuliert worden – und der österreichische Steuerzahler hat mit einer Garantie diese Bank gerettet. Seien Sie daher vorsichtig mit diesen Zwischenrufen! Nicht wir haben dieses Debakel zu verantworten. (Abg. Mag. Wurm: ... keinen Groschen!) Das sind ganz andere, da ist die Schuld in Ihren Reihen zu suchen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Das ist aber übrigens ganz genau das Gleiche, was die österreichische Regierung vor zwei Jahren mit der von Ihnen (in Richtung SPÖ) zu verantwortenden BAWAG machen musste! (Beifall bei der ÖVP.) Da ist genauso spekuliert worden – und der österreichische Steuerzahler hat mit einer Garantie diese Bank gerettet. Seien Sie daher vorsichtig mit diesen Zwischenrufen! Nicht wir haben dieses Debakel zu verantworten. (Abg. Mag. Wurm: ... keinen Groschen!) Das sind ganz andere, da ist die Schuld in Ihren Reihen zu suchen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Das Gleiche gilt übrigens auch für die Staatsschulden: Entweder zahlen spätere Generationen – mit entsprechenden Auswirkungen auf deren Konsum und Investitionen –, oder man bringt die Schulden durch Inflation zum Verschwinden, und das geschieht vor allem auf Kosten der vielen kleinen Leute, die eben keine immobilen Werte besitzen. Meine Damen und Herren, das ist die gleiche Mentalität! Gerade an einem Tag wie heute, an dem sich manche Abgeordnete anschicken, ein Milliardenpaket – mit sehr geringer Treffsicherheit – zu beschließen, sollte diese Warnung sehr wohl beachtet werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
That’s it. Genau so ist es, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.) Mehr gibt es nämlich dazu nicht als diese legendären fünf Punkte vom „großen Vorsitzenden“, die auf jedes Problem als Antwort hingehalten werden.
Abg. Strache: McJobs!
Es ist untergegangen: Jetzt, in diesen Tagen, haben wir zum ersten Mal wieder Vollbeschäftigung, 3,4 Prozent Arbeitslosenrate! (Abg. Strache: McJobs!) Danke, Minister für Arbeit und Wirtschaft Martin Bartenstein, und Wilhelm Molterer! (Beifall bei der ÖVP.) Wir haben Vollbeschäftigung, wir sind also in einer guten Situation. (Abg. Öllinger: Das ist wirklich ein starkes Stück!) Aber wir müssen uns jetzt darauf einstellen, dass es schwieriger wird, und da brauchen wir die notwendigen Maßnahmen.
Beifall bei der ÖVP.
Es ist untergegangen: Jetzt, in diesen Tagen, haben wir zum ersten Mal wieder Vollbeschäftigung, 3,4 Prozent Arbeitslosenrate! (Abg. Strache: McJobs!) Danke, Minister für Arbeit und Wirtschaft Martin Bartenstein, und Wilhelm Molterer! (Beifall bei der ÖVP.) Wir haben Vollbeschäftigung, wir sind also in einer guten Situation. (Abg. Öllinger: Das ist wirklich ein starkes Stück!) Aber wir müssen uns jetzt darauf einstellen, dass es schwieriger wird, und da brauchen wir die notwendigen Maßnahmen.
Abg. Öllinger: Das ist wirklich ein starkes Stück!
Es ist untergegangen: Jetzt, in diesen Tagen, haben wir zum ersten Mal wieder Vollbeschäftigung, 3,4 Prozent Arbeitslosenrate! (Abg. Strache: McJobs!) Danke, Minister für Arbeit und Wirtschaft Martin Bartenstein, und Wilhelm Molterer! (Beifall bei der ÖVP.) Wir haben Vollbeschäftigung, wir sind also in einer guten Situation. (Abg. Öllinger: Das ist wirklich ein starkes Stück!) Aber wir müssen uns jetzt darauf einstellen, dass es schwieriger wird, und da brauchen wir die notwendigen Maßnahmen.
Beifall bei der ÖVP.
Das wäre eine der Lehren aus dieser Krise auf europäischer Ebene, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Zweiter Punkt: Wir müssen unsere Häuser, unsere Eigentumswohnungen bestmöglich schützen. Da glaube ich, dass der Vorschlag von Finanzminister Molterer hochinteressant ist, die Bemessungsgrundlage beim Bausparen zu verbessern und deutlich zu erhöhen. Das ist ein ganz wichtiger Punkt in der heutigen Situation. (Beifall bei der ÖVP.) Da gibt es Sicherheit, da gibt es eine Nähe zu Millionen Bausparern, und das ist jedenfalls eine Sache, die auch absolut besichert ist.
Abg. Öllinger: Das haben aber Sie eingeführt! Ihr Grasser!
Meine Damen und Herren, da muss – neben den Familien – vor allem auf die Tarifentlastung Wert gelegt werden. Bei uns haben wir ja eigentlich eine Flat-Tax: Ab 10 000 € an Jahreseinkommen zahlst du schon fast 40 Prozent Grenzsteuersatz, und ab 50 000 € hast du bereits 50 Prozent Grenzsteuerbelastung. (Abg. Öllinger: Das haben aber Sie eingeführt! Ihr Grasser!) Das heißt, wir haben eigentlich fast eine Flat-Tax; daher muss das entzerrt werden und der Tarif entsprechend korrigiert werden. (Abg. Öllinger: Das hat aber Ihr Grasser eingeführt!)
Abg. Öllinger: Das hat aber Ihr Grasser eingeführt!
Meine Damen und Herren, da muss – neben den Familien – vor allem auf die Tarifentlastung Wert gelegt werden. Bei uns haben wir ja eigentlich eine Flat-Tax: Ab 10 000 € an Jahreseinkommen zahlst du schon fast 40 Prozent Grenzsteuersatz, und ab 50 000 € hast du bereits 50 Prozent Grenzsteuerbelastung. (Abg. Öllinger: Das haben aber Sie eingeführt! Ihr Grasser!) Das heißt, wir haben eigentlich fast eine Flat-Tax; daher muss das entzerrt werden und der Tarif entsprechend korrigiert werden. (Abg. Öllinger: Das hat aber Ihr Grasser eingeführt!)
Beifall bei der ÖVP.
Was sicherlich nicht geht in einer solchen Situation wie in Österreich, ist Retropolitik reinsten Wassers, von Werner Faymann heute hier und gestern in der Fernseh-Diskussion wiederum verkörpert. Nicht ein Wort zur Zukunft, alles zum Hier und Jetzt – aber das reicht nicht für eine gute Politik, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Strache: Und die Sicherheit dann privaten Sicherheitsdiensten anvertrauen?!
Sie von der SPÖ haben moniert: Wo bleibt der Slogan „Mehr privat, weniger Staat“? – Da ist er, hier steht er, und ich glaube, dass das auch wirklich ein richtiger Slogan ist, ein gutes Konzept, denn wer einen starken Staat will, der muss ihn befreien von Dingen, die ein Privater besser machen kann. (Abg. Strache: Und die Sicherheit dann privaten Sicherheitsdiensten anvertrauen?!) Dazu ein völlig unverdächtiger Zeuge, der
Beifall bei der ÖVP.
Schreiben Sie sich das in Ihr Stammbuch, Herr Werner Faymann! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Strache: Und die Wiener zahlen!
Und so unschuldig sind Sie nicht, meine Damen und Herren von der SPÖ: Die Gemeinde Wien hat Cross Border Leasing betrieben, Milliardenbeträge aufgenommen mit Kanalbauten in „Transdanubien“. Mit U-Bahn-Garnituren, Straßenbahngarnituren ist Sale & Lease back gemacht worden, und zwar um mehrere Milliarden Euro. (Abg. Strache: Und die Wiener zahlen!) Es ist heute noch ein Volumen von 120 Millionen € zumindest in Frage stehend. Alle garantiert durch AIG und „Freddie“ und „Fannie“, die haben wir alle bei diesen Dingen erlebt. (Abg. Öllinger: Und was ist mit Oberösterreich und Tirol? – Abg. Strache: Und was war mit der TIWAG, mit den schwarzen Bundesländern?)
Abg. Öllinger: Und was ist mit Oberösterreich und Tirol? – Abg. Strache: Und was war mit der TIWAG, mit den schwarzen Bundesländern?
Und so unschuldig sind Sie nicht, meine Damen und Herren von der SPÖ: Die Gemeinde Wien hat Cross Border Leasing betrieben, Milliardenbeträge aufgenommen mit Kanalbauten in „Transdanubien“. Mit U-Bahn-Garnituren, Straßenbahngarnituren ist Sale & Lease back gemacht worden, und zwar um mehrere Milliarden Euro. (Abg. Strache: Und die Wiener zahlen!) Es ist heute noch ein Volumen von 120 Millionen € zumindest in Frage stehend. Alle garantiert durch AIG und „Freddie“ und „Fannie“, die haben wir alle bei diesen Dingen erlebt. (Abg. Öllinger: Und was ist mit Oberösterreich und Tirol? – Abg. Strache: Und was war mit der TIWAG, mit den schwarzen Bundesländern?)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren von der SPÖ, seien Sie daher vorsichtig! Auch beim ÖGB soll man aufpassen! Wenn Sie schon über Pensionen reden – und ich bin sehr der Meinung, die staatliche Pension ist natürlich absolut in Ordnung, aber dazu gehört auch eine zusätzliche zweite und dritte Säule, die man nicht vernadern sollte, liebe Freunde, das wäre ganz, ganz falsch –, denken Sie aber auch daran: Der ÖGB hat es zu verantworten, dass 1 200 ÖGB-Pensionisten 80 Prozent ihrer Zusatzpension gestrichen wurden! Wo ist da Ihre „soziale Ader“, meine Damen und Herren von der SPÖ? (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Was ist die Realität heute? – Damals 1,7 Milliarden € an Besitz. Heute ist der ganze Besitz gerade noch 450 Millionen € wert! Sie sind wie „Hans im Glück“ mit einem Goldbarren gestartet – und haben heute einen Kieselstein im Sack! – Gratuliere zu dieser wirtschaftlichen Vernunft! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Das ist nicht sehr lustig! Da geht man wohl in den Keller lachen!
Meine Damen und Herren, die gleiche Mentalität, die die Wall Street-Zocker auszeichnet, nämlich mit geborgtem Geld auf die Zukunft zu spekulieren, genau die gleiche Mentalität haben Sie von Rot und Blau, mit geborgtem Geld unserer Kinder auf deren Zukunft zu spekulieren. Der Kurs geht nach links, das Ziel ist die Vergangenheit, am Steuer sitzen Strache und Faymann! Schade d’rum! Ich glaube, wir sollten Weihnachten am 24. Dezember belassen – und nicht „Faynachten“ am 24. September feiern! Das ist besser so! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Das ist nicht sehr lustig! Da geht man wohl in den Keller lachen!)
Abg. Riepl: Sind jetzt Sie Spitzenkandidat?
Abgeordneter Ing. Peter Westenthaler (BZÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren auf der Regierungsbank! Werte Kollegen! (Abg. Riepl: Sind jetzt Sie Spitzenkandidat?) Ich hätte sehr gerne mit Herrn Faymann noch etwas diskutiert, aber es ist bereits das zweite Mal – das zweite Mal! –, dass er uns seine Abschätzigkeit gegenüber dem Parlament demonstriert. Schon beim letzten Mal mussten wir ihn mit Mehrheitsbeschluss hierher holen, und jetzt kommt er, hält irgendeine – na ja, sagen wir es einmal galant – mittelmäßige Rede, und verschwindet wieder flugs aus dem Hohen Haus. Es interessiert ihn überhaupt nicht, was wir hier diskutieren! (Abg. Dr. Graf: So stellen Sie doch einen Antrag!)
Abg. Dr. Graf: So stellen Sie doch einen Antrag!
Abgeordneter Ing. Peter Westenthaler (BZÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren auf der Regierungsbank! Werte Kollegen! (Abg. Riepl: Sind jetzt Sie Spitzenkandidat?) Ich hätte sehr gerne mit Herrn Faymann noch etwas diskutiert, aber es ist bereits das zweite Mal – das zweite Mal! –, dass er uns seine Abschätzigkeit gegenüber dem Parlament demonstriert. Schon beim letzten Mal mussten wir ihn mit Mehrheitsbeschluss hierher holen, und jetzt kommt er, hält irgendeine – na ja, sagen wir es einmal galant – mittelmäßige Rede, und verschwindet wieder flugs aus dem Hohen Haus. Es interessiert ihn überhaupt nicht, was wir hier diskutieren! (Abg. Dr. Graf: So stellen Sie doch einen Antrag!)
Beifall bei BZÖ und ÖVP.
Herr Klubobmann Cap, das ist der eigentliche Skandal: Diese Verhöhnung der gewählten Volksvertretung durch Ihren Parteivorsitzenden und Minister Faymann! (Beifall bei BZÖ und ÖVP.)
Beifall beim BZÖ sowie der Abg. Mag. Aubauer.
Faymann ist das nämlich völlig wurscht! Ich gehe sogar noch weiter: Wissen Sie, was? Dem ist auch die Wahl völlig wurscht, die da kommt, also wie die Wählerinnen und Wähler abstimmen werden. Das ist ihm auch egal! Er denkt schon jetzt nicht darüber nach, wie wir vielleicht Visionen entwickeln könnten für die nächsten Jahre, sondern das Einzige, was ihm wichtig ist, ist jetzt schon Ministerämter aufzuteilen! Jetzt werden schon Ministerämter aufgeteilt! Frau Schmied, die da hinter mir sitzt, wird schon als Finanzministerin ins Spiel gebracht. Der Wähler hat nicht einmal noch seine Stimme abgegeben, schon teilt Herr Faymann Ministerposten aus. Auch das ist eine Despektierlichkeit gegenüber dem Wähler am kommenden Sonntag, und es sollten sich die Wähler auch genau überlegen, was da passiert. (Beifall beim BZÖ sowie der Abg. Mag. Aubauer.)
Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Aber schön langsam, Herr Faymann, stelle ich mir folgende Frage, eine rein mathematische: Wenn Sie sich mit fünf möglichen Parteien im Raum befinden, und Sie grenzen die FPÖ aus, Sie grenzen das BZÖ aus und mittlerweile grenzen Sie auch Molterer, Schüssel und ein bisschen auch schon Herrn Bartenstein aus, dann kann Ihnen am Ende Folgendes passieren, nämlich dass alle, die Sie aus dem Raum rausschicken, weg sind, Sie alleine übrig bleiben, und keiner will mehr mit Ihnen. Das könnte auch sein, Herr Faymann, wenn Sie es sich genau durchrechnen. (Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Diese Präpotenz, vor einer Wahl Parteien auszugrenzen, vor einer Wahl das Parlament Parlament sein zu lassen und vor einer Wahl schon Ministerposten zu verteilen, diese Präpotenz ist wirklich himmelschreiend und eine Gemeinheit gegenüber den Wählern, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich hätte gerne mit Herrn Faymann zwei Dinge besprochen. Wenn er sich hierher stellt und sagt: Pensionen vom Staat und nur vom Staat!, dann ist das in Ordnung, das Problem ist nur: Wenn die Sozialdemokratie diesen Staat lenkt, ist es für die Pensionisten immer schlechter geworden: ob das in den neunziger Jahren war mit dem Vranitzky-Pensionistenbrief, der eine Unwahrheit war, oder ob es in den letzten beiden Jahren war, wo Sie jetzt für dieses Jahr den Pensionisten eine Erhöhung von 1,8 Prozent zugestanden haben, bei einer Inflation von 3,8 Prozent. Das ist zum Genieren! Solange die Sozialdemokratie diesen Staat lenkt, wird es schlechter für die österreichischen Pensionisten, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Graf: Die ÖVP war da gar nicht mit dabei!
Und jetzt schon wieder: Heute bringen Sie schon wieder eine Pensionsregelung ein. Wunderbar! 3,2 bis 3,4 Prozent, ein bisschen eine Abschlagszahlung, aber die Erhöhung wird wieder unter der Inflationsrate liegen. Wieder werden die Pensionisten Geld verlieren, jeden Tag, so wie das jetzt in den beiden Jahren Ihrer Regierungsbeteiligung der Fall war. (Abg. Dr. Graf: Die ÖVP war da gar nicht mit dabei!)
Beifall beim BZÖ.
Oder, Herr Faymann sagt: Jetzt handeln! – Jetzt, vier Tage vor der Wahl, kommt Herr Faymann drauf, dass jetzt gehandelt werden muss. Und noch etwas: Er will auch „anpacken“! Wissen Sie, was Herr Faymann und Sie von der Sozialdemokratie die letzten zwei Jahre angepackt haben? – Nichts anderes als eine Belastung nach der anderen! Mineralölsteuererhöhung, Krankenversicherungsbeiträge, Rezeptgebühren, Kostenbeiträge für die Heilbehelfe. Sie haben alles verteuert, Sie haben die Steuern erhöht – und jetzt, vier Tage vor der Wahl, wollen Sie auf einmal den Menschen weismachen, Sie packen an und entlasten. Das ist lächerlich, was Sie von der Sozialdemokratie hier bieten, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Herr Faymann sagt zu allen sozialen Maßnahmen mit Ihnen, mit der sozialdemokratischen Fraktion, Nein: Er sagt Nein zum Heizkostenzuschuss, er sagt Nein zu einem sofortigen Steuerbonus, den wir gerne ausbezahlt hätten, der jetzt sofort wirkt – 200 € pro Familie plus 50 € pro Kind jetzt ausgezahlt über einen Steuerbonus bei der Lohnsteuer. Ich glaube, das würde den Menschen helfen, weil sie damit selbst entscheiden könnten, was sie mit dem Geld anfangen wollen und wo sie es wirklich brauchen. Das ist unsere Idee: Steuersenkung jetzt über eine Lohnsteuer- und Einkommensteuerreform. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Krist: Schade um die Zeit! – Abg. Strache: Die Abschiedsrede? – Abg. Dr. Graf: War das schon die Abschiedsrede?
Sie von der SPÖ wollen weiter regieren, was eine gefährliche Drohung für Österreich ist, Herr Faymann! – Ich bin froh, dass Sie jetzt wieder zurückgekommen sind. Ich werde Ihnen dann das Protokoll schicken, damit Sie die Rede wenigstens nachlesen können, wenn Sie schon dem Parlament keine Aufmerksamkeit schenken. (Abg. Krist: Schade um die Zeit! – Abg. Strache: Die Abschiedsrede? – Abg. Dr. Graf: War das schon die Abschiedsrede?)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Jetzt gleich zur Sache mit der Mehrwertsteuersenkung, weil Sie gesagt haben: Das ist ein einzigartiger Skandal. Herr Klubobmann Cap, ja, wir sind auch für eine Mehrwertsteuersenkung, ja, wir sind dafür. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Ich sage Ihnen aber auch: Wir sind nicht dafür, den Weg fortzusetzen, den Sie und Ihre Fraktion bereits im Jahr 2006 beschritten haben, dass man nämlich vor der Wahl den Menschen etwas verspricht, was man nach der Wahl dann nicht einhalten kann. Und es ist nun einmal Tatsache, und gerade wenn Sie Herrn Kommissar Kovács zitieren – das ist übrigens ein Sozialdemokrat, aus Ihren Reihen also, ein sozialdemokratischer Kommissar –, so hat dieser klipp und klar festgehalten, dass ein zukünftiger fünfprozentiger Steuersatz ausgeschlossen ist, außer man würde einen der bisher bestehenden abschaffen. Das sagt Ihr sozialdemokratischer Kommissar!
Abg. Strache: Das Motto des BZÖ: EU, befiehl, wir folgen dir!
Das heißt: Wir nehmen das ernst und sagen: Das ist eine Meinung, genauso wie es auch andere Meinungen gibt, aber wir haben damit keine Rechtssicherheit. (Abg. Strache: Das Motto des BZÖ: EU, befiehl, wir folgen dir!) Es gibt also keine Rechtssicherheit und Sie können nicht garantieren, dass nicht wenige Wochen nach der Wahl diese Mehrwertsteuersenkung sofort wieder aufgehoben wird. Das ist es, was wir zu bedenken geben. Und in dieser Hinsicht konnten Sie uns noch nicht überzeugen.
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Graf: Schalle hat gesagt, sie geben es weiter!
Zweiter Punkt: Sie konnten uns nicht davon überzeugen, dass diese ganze Aktion – und das halte ich für äußerst bedenklich – nichts anderes ist als eine sozialdemokratische Unterstützungsaktion mit blauer Hilfe für die deutschen Großkonzerne, von REWE abwärts, die das ganze Geld einstreifen und in Wirklichkeit nicht weitergeben werden. Eine Garantie für die Weitergabe gibt es nicht! Diese Garantie gibt es nicht! (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Graf: Schalle hat gesagt, sie geben es weiter!)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Und zum Dritten sind Sie nicht bereit, diese Mehrwertsteuersenkung, so wie wir das verlangen, einzubetten in sofortige Entlastungsmaßnahmen, die die Menschen unmittelbar bekommen. Ich habe diese vorhin aufgezählt: Heizkosten, Überstunden und auch einen Steuerbonus. Dazu sind Sie auch nicht bereit! Schön langsam habe ich daher den Eindruck, dass diese ganze Geschichte nichts anderes ist als „Gusenbauer 2“: Auch Gusenbauer hat vor der Wahl alles versprochen, was er nach der Wahl nicht halten konnte. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Jetzt kommt Herr Faymann – und wir haben keine Rechtssicherheit, wir haben keine Weitergabe-Garantie bei der Mehrwertsteuer und wir haben keine weiteren Maßnahmen, die die Menschen wirklich entlasten. Wir sind nicht dafür zu haben, dass man den Menschen vor der Wahl etwas verspricht, was nach der Wahl nicht hält. Wir halten unsere Versprechen, meine sehr geehrten Damen und Herren! Das wollen wir klarmachen. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Strache: Das „Schoßhündchen“ von Schüssel spricht!
nicht mehr regieren sollen – und dann sitzt er eigentlich auf dem Schoß des Herrn Klubobmann Cap. (Abg. Strache: Das „Schoßhündchen“ von Schüssel spricht!) Auch das finde ich interessant: Vom blauen Politrebellen zum roten Monchichi ist offenbar auch kein weiter Weg in diesem Hohen Haus.
Abg. Strache: Entschuldigung! Wir haben sichergestellt, dass Österreicher gleichgestellt worden sind!
Ich finde das wirklich interessant: Sie erzählen den Wählern auf allen Plätzen in diesem Land, dass Sie eine strenge Zuwanderungspolitik wollen – „Österreich zuerst!“ –, und jetzt beschließen Sie eine Studiengebührenbefreiung für Konventionsflüchtlinge und für EU-Ausländer. (Abg. Strache: Entschuldigung! Wir haben sichergestellt, dass Österreicher gleichgestellt worden sind!) Ich gratuliere Ihnen, Herr Klubobmann Strache! (Abg. Strache: Sie haben Asylwerber von den Studiengebühren befreit!) Ich hoffe, dass das die Wähler auch mitbekommen, dass Sie für Ausländer die Studiengebühren abschaffen, sodass wir eine Zuwanderungsschwemme auf die Universitäten bekommen werden. (Abg. Strache: Sie haben Ausländer von den Studiengebühren befreit!)
Abg. Strache: Sie haben Asylwerber von den Studiengebühren befreit!
Ich finde das wirklich interessant: Sie erzählen den Wählern auf allen Plätzen in diesem Land, dass Sie eine strenge Zuwanderungspolitik wollen – „Österreich zuerst!“ –, und jetzt beschließen Sie eine Studiengebührenbefreiung für Konventionsflüchtlinge und für EU-Ausländer. (Abg. Strache: Entschuldigung! Wir haben sichergestellt, dass Österreicher gleichgestellt worden sind!) Ich gratuliere Ihnen, Herr Klubobmann Strache! (Abg. Strache: Sie haben Asylwerber von den Studiengebühren befreit!) Ich hoffe, dass das die Wähler auch mitbekommen, dass Sie für Ausländer die Studiengebühren abschaffen, sodass wir eine Zuwanderungsschwemme auf die Universitäten bekommen werden. (Abg. Strache: Sie haben Ausländer von den Studiengebühren befreit!)
Abg. Strache: Sie haben Ausländer von den Studiengebühren befreit!
Ich finde das wirklich interessant: Sie erzählen den Wählern auf allen Plätzen in diesem Land, dass Sie eine strenge Zuwanderungspolitik wollen – „Österreich zuerst!“ –, und jetzt beschließen Sie eine Studiengebührenbefreiung für Konventionsflüchtlinge und für EU-Ausländer. (Abg. Strache: Entschuldigung! Wir haben sichergestellt, dass Österreicher gleichgestellt worden sind!) Ich gratuliere Ihnen, Herr Klubobmann Strache! (Abg. Strache: Sie haben Asylwerber von den Studiengebühren befreit!) Ich hoffe, dass das die Wähler auch mitbekommen, dass Sie für Ausländer die Studiengebühren abschaffen, sodass wir eine Zuwanderungsschwemme auf die Universitäten bekommen werden. (Abg. Strache: Sie haben Ausländer von den Studiengebühren befreit!)
Abg. Strache: Und wie schaut es aus mit der Wirtschaftskammer? Warum nicht auch bei der Wirtschaftskammer?
Zweiter Punkt, Herr Klubobmann Strache: Sie sind Tag für Tag, und das ist Grundsatzprogramm der FPÖ – und da stehen wir auch noch Seite an Seite, und wir bleiben dabei –, dafür eingetreten, dass wir die Umlage und die Beiträge zur Arbeiterkammer, die zu hoch sind für die Arbeitnehmer, senken. Wir stehen dazu! Wir haben einen entsprechenden Antrag eingebracht, den Sie noch vorige Woche mitbeschlossen haben, der eine Mehrheit bekommen hätte. (Abg. Strache: Und wie schaut es aus mit der Wirtschaftskammer? Warum nicht auch bei der Wirtschaftskammer?) Und plötzlich, flugs ist etwas geschehen – war Strache wieder bei Cap auf eine Bügelaktion? (Heiterkeit bei BZÖ und ÖVP) –, ist er dagegen. Er ist wieder glattgebügelt, und auf einmal ist Herr Strache der Verteidiger der Arbeiterkammer. (Abg. Strache: Nein, sondern gegen Einseitigkeit!)
Heiterkeit bei BZÖ und ÖVP
Zweiter Punkt, Herr Klubobmann Strache: Sie sind Tag für Tag, und das ist Grundsatzprogramm der FPÖ – und da stehen wir auch noch Seite an Seite, und wir bleiben dabei –, dafür eingetreten, dass wir die Umlage und die Beiträge zur Arbeiterkammer, die zu hoch sind für die Arbeitnehmer, senken. Wir stehen dazu! Wir haben einen entsprechenden Antrag eingebracht, den Sie noch vorige Woche mitbeschlossen haben, der eine Mehrheit bekommen hätte. (Abg. Strache: Und wie schaut es aus mit der Wirtschaftskammer? Warum nicht auch bei der Wirtschaftskammer?) Und plötzlich, flugs ist etwas geschehen – war Strache wieder bei Cap auf eine Bügelaktion? (Heiterkeit bei BZÖ und ÖVP) –, ist er dagegen. Er ist wieder glattgebügelt, und auf einmal ist Herr Strache der Verteidiger der Arbeiterkammer. (Abg. Strache: Nein, sondern gegen Einseitigkeit!)
Abg. Strache: Nein, sondern gegen Einseitigkeit!
Zweiter Punkt, Herr Klubobmann Strache: Sie sind Tag für Tag, und das ist Grundsatzprogramm der FPÖ – und da stehen wir auch noch Seite an Seite, und wir bleiben dabei –, dafür eingetreten, dass wir die Umlage und die Beiträge zur Arbeiterkammer, die zu hoch sind für die Arbeitnehmer, senken. Wir stehen dazu! Wir haben einen entsprechenden Antrag eingebracht, den Sie noch vorige Woche mitbeschlossen haben, der eine Mehrheit bekommen hätte. (Abg. Strache: Und wie schaut es aus mit der Wirtschaftskammer? Warum nicht auch bei der Wirtschaftskammer?) Und plötzlich, flugs ist etwas geschehen – war Strache wieder bei Cap auf eine Bügelaktion? (Heiterkeit bei BZÖ und ÖVP) –, ist er dagegen. Er ist wieder glattgebügelt, und auf einmal ist Herr Strache der Verteidiger der Arbeiterkammer. (Abg. Strache: Nein, sondern gegen Einseitigkeit!)
Rufe bei BZÖ und ÖVP: Oho!
Wissen Sie, warum das besonders schändlich ist? – Ich habe einen Brief bekommen. Weil Sie noch genau vor einer Woche (der Redner hält ein Schriftstück in die Höhe), nämlich am 15. September 2008, einem Wähler, der sich über die Arbeiterkammer und über Ihre Position dazu erkundigt hat, mitgeteilt haben: Die Freiheitliche Partei ist für die freie Mitgliedschaft statt Kammerzwang; wir sind für die Aufhebung der Zwangsmitgliedschaft und für die Streichung der Kammerumlage! (Rufe bei BZÖ und ÖVP: Oho!)
Abg. Strache: Warum nur bei der Arbeiterkammer? Wir sind gegen Zwangsmitgliedschaften, aber überall! Nicht einseitig! Das ist purer Neoliberalismus!
Vor einer Woche war das! (Abg. Strache: Warum nur bei der Arbeiterkammer? Wir sind gegen Zwangsmitgliedschaften, aber überall! Nicht einseitig! Das ist purer Neoliberalismus!) Heute aber verhindern Sie das! Die Arbeitnehmer werden es Ihnen „danken“! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Strache.) – Schon wieder so ein Mund und so ein kleiner Kopf, es ist unglaublich!
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Strache.
Vor einer Woche war das! (Abg. Strache: Warum nur bei der Arbeiterkammer? Wir sind gegen Zwangsmitgliedschaften, aber überall! Nicht einseitig! Das ist purer Neoliberalismus!) Heute aber verhindern Sie das! Die Arbeitnehmer werden es Ihnen „danken“! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Strache.) – Schon wieder so ein Mund und so ein kleiner Kopf, es ist unglaublich!
Beifall bei BZÖ und ÖVP. – Abg. Strache: Das glauben nicht einmal Sie selbst!
Herr Klubobmann Strache, Sie sind ein Paradeumfaller! Sie sind hier im Hohen Haus ganz anders als auf den Plätzen und bei den Menschen draußen. Gut, dass heute viele zusehen und auch merken, was Sie hier machen, dass Sie nämlich in Wirklichkeit der sozialdemokratischen Belastungspolitik, der sozialdemokratischen Anti-Zukunftspolitik die Räuberleiter machen. Das ist Ihre Rolle, die Sie im Hohen Haus haben, Herr Klubobmann Strache! (Beifall bei BZÖ und ÖVP. – Abg. Strache: Das glauben nicht einmal Sie selbst!)
Abg. Strache: Das BZÖ ist eine ÖVP-Filiale!
eine Stimme für Faymann! Das sollten Ihre Wähler auch einmal wissen, Herr Klubobmann Strache! (Abg. Strache: Das BZÖ ist eine ÖVP-Filiale!)
Beifall beim BZÖ.
Wir werden heute auch einen Antrag einbringen – da bin ich sehr gespannt auf die Haltung der Sozialdemokratie –, einen modifizierten Antrag zum Heizkostenzuschuss. Wir machen es Ihnen leicht: Wir beantragen nicht einen Heizkostenzuschuss für alle, okay, aber in einem ersten Schritt einen Heizkostenzuschuss zumindest für die unter der Ausgleichszulagengrenze befindlichen Pensionisten. 250 000 sind das, die unter 747 € Pension bekommen. Erweichen Sie sich! Werden Sie endlich auch herzlich, so wie Herr Cap das will, und stimmen Sie zu, dass wir den Mindestrentnern, die es ohnehin nicht haben, zumindest diesen Menschen diesen Heizkostenzuschuss gewähren. Ich bin gespannt, wie Sie bei diesem Abänderungsantrag stimmen werden, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Strache: Deshalb keine Mehrwertsteuersenkung!
Mit uns jedenfalls, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist das möglich. Wir sind für Entlastung statt für Enttäuschung der Wähler. Wir sind für weniger Steuern, und die sind eben nur möglich bei weniger SPÖ. Weniger Schulden bei weniger SPÖ und weniger Belastung bei weniger SPÖ. (Abg. Strache: Deshalb keine Mehrwertsteuersenkung!)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Luft auflösen. Dafür sind wir nicht zu haben! (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Prinz: Schauen Sie in den Spiegel!
Abgeordnete Doris Bures (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Ich finde es ein wenig traurig, was bei den letzten drei Debattenbeiträgen hier an diesem Rednerpult dargeboten wurde, nämlich, dass mit männlichem Balzgehabe Herr Dr. Schüssel, Herr Westenthaler und Herr Strache hier ihre ganze Energie nur dafür verwendeten, Aggressionen loszuwerden und Drohungen in den Raum zu stellen, anstatt positive Energie für die Zukunft unseres Landes zu entwickeln. Das finde ich schade! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Prinz: Schauen Sie in den Spiegel!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.
Ich finde es schade, dass die Energie, die da in Schimpftiraden vergeudet wird, nicht für positive Dinge umgesetzt wird! Wir könnten nämlich gemeinsam Berge versetzen! (Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.)
Abg. Donabauer: Das haben wir eh!
Denn: Es gibt viel zu tun. Sehen wir uns etwa die Sicherung des Gesundheitssystems an! Wir wollen ein Gesundheitssystem, das sich alle leisten können. Wir wollen nicht, dass diejenigen, die mehr Geld haben, eine bessere Gesundheitsversorgung haben als die Menschen, die ein kleines Einkommen haben. Wir wollen ein staatliches Gesundheitssystem (Abg. Donabauer: Das haben wir eh!), in dem alle Menschen gleich behandelt werden, und nicht, so wie Sie, mehr Privat und weniger Staat! Wir wollen ein Gesundheitssystem für alle! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Denn: Es gibt viel zu tun. Sehen wir uns etwa die Sicherung des Gesundheitssystems an! Wir wollen ein Gesundheitssystem, das sich alle leisten können. Wir wollen nicht, dass diejenigen, die mehr Geld haben, eine bessere Gesundheitsversorgung haben als die Menschen, die ein kleines Einkommen haben. Wir wollen ein staatliches Gesundheitssystem (Abg. Donabauer: Das haben wir eh!), in dem alle Menschen gleich behandelt werden, und nicht, so wie Sie, mehr Privat und weniger Staat! Wir wollen ein Gesundheitssystem für alle! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Hornek.
Wir wollen ein Pensionssystem, das sicher ist! Wir wollen nicht ein System wie in den Vereinigten Staaten, wo durch den Bankrott von Lehman Brothers jetzt Menschen um ihre Existenz gekommen sind! (Zwischenruf des Abg. Hornek.)
Beifall bei der SPÖ.
Was Sie, Herr Schüssel, heute zu sagen vergessen haben, ist, dass Sie das Bankhaus Lehman Brothers sehr gut kennen. Sie haben 10 Millionen € an Steuergeldern in Lehman Brothers gepumpt, als es darum gegangen ist, den sozialen Wohnbau in Österreich auszuverkaufen. Als Sie die Bundeswohnungen verkauft haben, haben Sie das mit diesen amerikanischen Spekulanten getan, Herr Schüssel! (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Überzeugen Sie uns!
Wir haben ein Fünf-Punkte-Programm vorgestellt, und ich möchte diese fünf Punkte gegen die Teuerung gerne mit Ihnen diskutieren. (Ruf bei der ÖVP: Überzeugen Sie uns!) Ich möchte wissen, was dagegen spricht, dass wir diese notwendigen fünf Maßnahmen ergreifen, um die Männer und Frauen in diesem Land ein wenig von der Teuerung zu entlasten, von der sie massiv betroffen sind. (Zwischenruf des Abg. Eßl.)
Zwischenruf des Abg. Eßl.
Wir haben ein Fünf-Punkte-Programm vorgestellt, und ich möchte diese fünf Punkte gegen die Teuerung gerne mit Ihnen diskutieren. (Ruf bei der ÖVP: Überzeugen Sie uns!) Ich möchte wissen, was dagegen spricht, dass wir diese notwendigen fünf Maßnahmen ergreifen, um die Männer und Frauen in diesem Land ein wenig von der Teuerung zu entlasten, von der sie massiv betroffen sind. (Zwischenruf des Abg. Eßl.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Kopf.
Es macht einen Unterschied, ob Sie, Herr Abgeordneter, einkaufen gehen oder ob eine alleinerziehende Mutter einkaufen geht! Letztere kann sich nicht am Sonntag die Frage stellen: Was wollen wir essen?, sondern sie muss schauen, dass sie so einkauft, dass in ihrem Einkaufswagen überhaupt noch so viel ist, dass sie auch wirklich das Auslangen finden kann. Das ist das Problem! Daher sind wir dafür, dass wir diejenigen entlasten, die von der Teuerung betroffen sind, und das sind insbesondere die jungen Familien und die Pensionistinnen und Pensionisten. Daher wollen wir eine Halbierung der Mehrwertsteuer, damit mehr im Einkaufswagen ist, als sich die Menschen heute leisten können. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Kopf.)
Beifall bei der SPÖ.
bekommen. Daher lautet unsere zweite Forderung: Positive Energie für die Zukunft des Landes. Stimmen Sie der Erhöhung der Familienbeihilfe für alle Kinder in diesem Land zu! Die Familien brauchen das. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Die vierte Forderung, die wir stellen, ist der freie Zugang zu den Universitäten. Herr Dr. Schüssel, gönnen Sie das, was Sie und der Vizekanzler hatten, nämlich den freien Zugang zu den Universitäten, der Jugend nicht? Ich bin dafür, dass es bei den Universitäten keine finanziellen Hürden gibt, und daher wollen wir, dass die Studiengebühren abgeschafft werden! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Fünfter Punkt: Wenn Frauen und Männer in diesem Land den ganzen Tag hart arbeiten, und das 40 bis 45 Jahre ihres Lebens tun, dann ist es doch nur gerecht, wenn wir diesen Menschen zusagen, dass ihnen nach 40 oder 45 Jahren harter Arbeit bei der Pension nichts mehr abgezogen wird. Daher wollen wir fünftens, dass die Hacklerregelung verlängert wird, damit es Gerechtigkeit für die ältere Generation gibt! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
So ist es tatsächlich! Ich kann Ihnen sagen: Ich weiß, dass ich Sie jetzt nicht dazu überreden kann, Herr Schüssel, dass Sie Herrn Werner Faymann am Sonntag wählen. Ich sage Ihnen aber: Es wäre gut für das Land, damit das Land sozial gerechter und moderner werden und mit Chancen für alle ausgestattet sein würde! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Haberzettl sowie weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Die personelle Herausforderung: In einer solchen Situation braucht die Politik eine starke Führungspersönlichkeit mit Wirtschaftskompetenz, Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Haberzettl sowie weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Diesen Zwischenruf habe ich erwartet, Herr Kollege; daher sage ich jetzt Folgendes: Es genügt jetzt nicht, wenn man jahrelange Erfahrungen darin hat, wie man den Steuerzahler teure Wohnbauinserate finanzieren lässt, um sich die Sympathie von Zeitungen zu erkaufen. Das reicht nicht, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Nun ein Wort zur „Kronen Zeitung“: Ich akzeptiere und respektiere den Erfolg der „Kronen Zeitung“. Ihr ist es gelungen, pro Kopf der Bevölkerung zur weltgrößten Zeitung zu werden! Erfolg ist kein Zufall, und das ist zweifellos ein Erfolg für Herrn Dichand! Allerdings möchte ich nicht – und das sage ich sehr deutlich –, dass die „Kronen Zeitung“ am 29. September mit der Schlagzeile aufmacht: Wir sind Kanzler! Das möchte ich nicht haben, meine Damen und Herren! Ich glaube, das wäre nicht gut für das Land, das wäre demokratiepolitisch bedenklich und in wirtschaftlich schwierigen Zeiten der falsche Weg! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren, wir brauchen eine Persönlichkeit, die verlässlich ist, die glaubwürdig ist und die verantwortungsvoll mit dem Geld des Steuerzahlers umgeht. Mit einem Wort: Wir brauchen eine Persönlichkeit, wie sie unser Finanzminister Willi Molterer darstellt, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Willi Molterer hat selbst gesagt: Ich bin vielleicht nicht die Krone der Schöpfung, aber mit Sicherheit bin ich keine Schöpfung der Krone. – Ich glaube, das ist es, worauf es in nächster Zeit, gerade in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten, ankommen wird, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Riepl: Und umgekehrt!
Meine Damen und Herren, zu den sachlichen Vorraussetzungen: Ich stimme Herrn Kollegen Van der Bellen zu, wenn er sagt, dass im Wahlkampf ein Punkt viel zu wenig diskutiert wurde. Ich glaube, das Notwendigste, was wir jetzt angesichts dieser krisenhaften Erscheinungen brauchen, ist eine attraktive Standortpolitik für den Wirtschaftsstandort Österreich. Und wenn wir von „Wirtschaftsstandort“ reden, beinhaltet das erstens Arbeitsplätze, zweitens Einkommen und drittens soziale Sicherheit. Soziale Verantwortung geht nur mit einer starken Wirtschaft! (Abg. Riepl: Und umgekehrt!) Herr Kollege Riepl! Sie akzeptieren hoffentlich, dass die Wirtschaft die Energiequelle für soziale Wärme ist. Ohne starke Wirtschaft kann es keine soziale Wärme geben, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren, zu den sachlichen Vorraussetzungen: Ich stimme Herrn Kollegen Van der Bellen zu, wenn er sagt, dass im Wahlkampf ein Punkt viel zu wenig diskutiert wurde. Ich glaube, das Notwendigste, was wir jetzt angesichts dieser krisenhaften Erscheinungen brauchen, ist eine attraktive Standortpolitik für den Wirtschaftsstandort Österreich. Und wenn wir von „Wirtschaftsstandort“ reden, beinhaltet das erstens Arbeitsplätze, zweitens Einkommen und drittens soziale Sicherheit. Soziale Verantwortung geht nur mit einer starken Wirtschaft! (Abg. Riepl: Und umgekehrt!) Herr Kollege Riepl! Sie akzeptieren hoffentlich, dass die Wirtschaft die Energiequelle für soziale Wärme ist. Ohne starke Wirtschaft kann es keine soziale Wärme geben, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Riepl: Gerecht verteilen!
Ich war schon in diesem Haus, als hier noch Präsident Benya gesessen ist, der immer gesagt hat: Zuerst muss man es erarbeiten, dann kann man es verteilen! – Herr Minister Faymann, denken Sie daran, was Präsident Benya hier gesagt hat! (Abg. Riepl: Gerecht verteilen!)
Beifall bei der ÖVP.
Gestern hat Landeshauptmann Erwin Pröll, den Frau Kollegin Bures soeben zitiert hat, bei einer Veranstaltung erzählt, dass sein Vater immer Folgendes gesagt habe: Ein Lump ist der, der mehr gibt als er hat! – Diesen Grundsatz sollten man sich zu Herzen nehmen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Parnigoni.
Es geht also um Standortpolitik für die Arbeitsplätze, und ich halte es für grotesk, dass heute darüber diskutiert wird, ob auf Wachteleier eine geringere Mehrwertsteuer berechnet werden soll. Herr Minister Faymann, es geht um Arbeitsplätze für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Wirtschaft – und nicht um Wachteleier! (Zwischenruf des Abg. Parnigoni.)
Abg. Parnigoni: Wenn Sie an die Macht kommen!
Zum zweiten großen Schwerpunkt: Wenn heute eine Mehrwertsteuersenkung auf Lebensmittel beschlossen wird, dann müssen wir – und da stimme ich dem Finanzminister zu – die Senkung der Einkommen- und Lohnsteuer für den Mittelstand vergessen. Dieses Kapital ist dann verspielt! (Abg. Parnigoni: Wenn Sie an die Macht kommen!) Das ist der falsche Weg, Herr Kollege Parnigoni, weil wir alle wissen, dass wir diese 1 Milliarde dann gleich den vier großen Handelskonzernen überweisen können. Das wäre viel weniger bürokratisch in Anbetracht dessen, was Sie beim Preisgesetz hier eingebracht haben!
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Parnigoni: Das glaubst du ja selbst nicht! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ein Letztes, meine Damen und Herren, was mir ganz besonders am Herzen liegt: Ich weiß, dass Schulden wie eine Droge sind. Zuerst ist man high, man kann alles verwirklichen, was man sich eigentlich nicht leisten kann, nachher kommt jedoch der totale Zusammenbruch. Mein Vorwurf an die Politik, wie sie jetzt von der SPÖ gemacht wird und wahrscheinlich auch die Unterstützung der FPÖ bekommt, ist: Sie verspielen die Zukunft unserer Kinder! Meine Damen und Herren, Herr Kollege Faymann, ich habe es schon einmal gesagt: Das ist der größte Vorwurf, den ich Ihnen machen kann! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Parnigoni: Das glaubst du ja selbst nicht! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Ich glaube, ein Weg, den wir hier im Haus alle gemeinsam auch zur Sicherheit für die junge Generation gehen sollten, ist, zu sagen: Egal, wie lange man gearbeitet hat, egal, wie der Lebensverlauf war, egal, wie viele Unterbrechungen man durch Praktika und wie viele Berufsunterbrechungen man durch Familienpause et cetera hatte, im Alter hat man ein Anrecht auf eine Grundpension von 900 €. Wenn es diesen Sockel gibt, dann fällt niemand in die Armutsfalle. Ich glaube, es ist ganz wichtig, diese Sicherheit zu geben, nämlich eine Grundpension für alle, auch für die 300 000 Frauen, die im Moment keinen eigenständigen Pensionsanspruch haben. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich meine, da sollten Sie alle im Konsens mitstimmen, denn es ist unbestreitbar, dass unsere Universitäten mehr Mittel, mehr Studienplätze, mehr Forschung und mehr Wissenschaft brauchen – und nicht weniger! In diesem Punkt verstehe ich auch die Rektoren nicht. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
bringen und sagen, dass es das Schlimmste ist, dass Flüchtlinge jetzt auf einmal keine Studiengebühren mehr zahlen müssen, dann frage ich Sie: Ist das Ihr einziger Beitrag zur Bildungspolitik und zur ganzen Studiengebührendebatte? Das ist wirklich armselig, und das ist sehr traurig, was eine gewisse menschliche Ausrichtung betrifft! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wir haben einem Pensionisten jetzt einen Kessel ausgetauscht. Er wird ab nächstem Jahr um 1 800 € weniger an jährlichen Heizkosten zu tragen haben. Die Investition betrug 3 000 € für eine Einzelofenheizung. – Ich finde, das sind wirkliche Konzepte, die praktikabel, anwendbar, konkret und umsetzbar sind. Ich meine, die Leute haben Sprechblasen wie „Wir sind ohnehin für Umweltschutz!“ oder „Wir sind ohnehin für Klimaschutz!“ einfach satt. Machen wir statt dessen wirklich konkrete Angebote! (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.
Ich möchte noch ein letztes Wort an die FPÖ richten: Herr Kollege Strache, ich glaube, dass es der falsche Weg ist, mit Sündenbockstrategien in Österreich irgendetwas zum Besseren zu führen. Ich glaube, dass es der falsche Weg ist, für jedes Problem einen Schuldigen zu finden. Es geht nämlich niemandem besser, wenn man irgendjemanden dafür verantwortlich macht, sondern es geht allen nur dann besser, wenn man gemeinsam Lösungen entwickelt. (Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.)
Beifall bei den Grünen.
Ich finde, es ist extrem ungerecht vor allem gegenüber Frauen, wenn Sie auch in diesem Bereich Sündenböcke finden und von „Genderwahnsinn“ sprechen. Überlegen Sie einmal! Meinen Sie damit auch die 300 000 Pensionistinnen? Meinen Sie wirklich, dass die Frauen in Österreich so bevorzugt sind, dass man von einem „Genderwahnsinn“ sprechen muss? Hören Sie damit auf! Ich glaube, dass das kein guter Weg für Österreich ist. Österreich braucht jetzt konkrete, machbare Lösungen, ein bisschen Nüchternheit und Sachlichkeit und weniger Hetze. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Sie waren ja auch einmal in der Regierung!
Zuletzt wurde im Jahre 1987 der Spitzensteuersatz bei heute umgerechnet 51 000 € festgelegt – 1987! Damals waren weniger als 50 000 Menschen betroffen; heute – die Kurve ist unverändert erhalten geblieben – sind 500 000 Menschen davon betroffen. Das heißt, dass ein Maß der Ungerechtigkeit, des Zehrens von diesem Mittelstand eingetreten ist, der unerträglich ist, und ich garantiere namens der Freiheitlichen Partei, dass, wenn die Freiheitliche Partei Durchsetzungskraft hat, dieser Zustand sofort geändert werden wird. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Sie waren ja auch einmal in der Regierung!)
Beifall bei der FPÖ. – Rufe bei der SPÖ: Wie denn?
Es geht nicht an, dass über Jahre und Jahrzehnte und auch heute wieder der Mittelstand beschworen wird, die Pflege des Mittelstandes als Phantasmagorie von den Lippen der Mächtigen beschworen wird, und es nichts dahinter! Schall und Rauch, nichts dahinter! Die Freiheitliche Partei garantiert die Entlastung des Mittelstandes in der nächsten Legislaturperiode. (Beifall bei der FPÖ. – Rufe bei der SPÖ: Wie denn?)
Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.
Nächster Punkt: Ich komme ganz nüchtern zur Frage der Senkung der Umsatzsteuer. (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.) Die Alkoholiker mögen sich beruhigen; ich gehöre zu den Mineralwasser-Trinkern. – Ich beschreibe die Effekte einer Senkung der Umsatzsteuer betreffend Grundnahrungsmittel in ganz nüchternen Worten. In Basis-Lehrbüchern für Nationalökonomie ist nachzulesen, in Grundkursen dafür mit Volksschulcharakter zu hören, dass eine steuerliche Maßnahme nie einen einzigen Effekt hat.
Abg. Scheibner: ... zum mitschreiben!
Was wären die Effekte einer Senkung der Umsatzsteuer, sofern diese heute beschlossen werden sollte? (Abg. Scheibner: ... zum mitschreiben!) – Sie können gerne mitschreiben, wenn ich spreche. Wenn Sie Stenographie können, noch besser für Sie. (Abg. Scheibner: Ich schreibe normal mit!) – Was wären die Konsequenzen?
Abg. Scheibner: Ich schreibe normal mit!
Was wären die Effekte einer Senkung der Umsatzsteuer, sofern diese heute beschlossen werden sollte? (Abg. Scheibner: ... zum mitschreiben!) – Sie können gerne mitschreiben, wenn ich spreche. Wenn Sie Stenographie können, noch besser für Sie. (Abg. Scheibner: Ich schreibe normal mit!) – Was wären die Konsequenzen?
Abg. Dr. Graf: Ohne dass es den Steuerzahler etwas kostet!
Nächster Punkt: Sofern es zu einer Entlastung bei den Medikamenten und Heilmitteln käme, käme es zu einer sofort wirksamen Entlastung der Gebietskrankenkassen von 100, 140 Millionen (Abg. Dr. Graf: Ohne dass es den Steuerzahler etwas kostet!), sodass diesfalls auch der sonst notwendige Transfer aus dem allgemeinen Budget entfiele.
Beifall bei der FPÖ.
So viel zum Effekt einer allfälligen Senkung der Umsatzsteuer. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Graf: Aber wie man sieht, geht es auch ohne Kanzler!
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Es war jetzt schon interessant, die Wahlkampfreden von ÖVP und SPÖ zu hören. Herr Minister Faymann, der ja ankündigt, Bundeskanzler werden zu wollen, stellt sich wieder als ganz neue Person dar. Das heißt, es hat ihn in der letzten Bundesregierung gar nicht gegeben. (Abg. Dr. Graf: Aber wie man sieht, geht es auch ohne Kanzler!) – Es geht auch ohne Kanzler, das ist richtig, wahrscheinlich sogar besser. (Abg. Dr. Graf: Das ist ein neues Regierungsmodell!) – Aber man sollte trotzdem nicht vergessen, dass solche Kanzler wie Gusenbauer vor der Wahl viel versprechen, nach der Wahl alles brechen und dann irgendwo abtauchen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Graf: Das ist ein neues Regierungsmodell!
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Es war jetzt schon interessant, die Wahlkampfreden von ÖVP und SPÖ zu hören. Herr Minister Faymann, der ja ankündigt, Bundeskanzler werden zu wollen, stellt sich wieder als ganz neue Person dar. Das heißt, es hat ihn in der letzten Bundesregierung gar nicht gegeben. (Abg. Dr. Graf: Aber wie man sieht, geht es auch ohne Kanzler!) – Es geht auch ohne Kanzler, das ist richtig, wahrscheinlich sogar besser. (Abg. Dr. Graf: Das ist ein neues Regierungsmodell!) – Aber man sollte trotzdem nicht vergessen, dass solche Kanzler wie Gusenbauer vor der Wahl viel versprechen, nach der Wahl alles brechen und dann irgendwo abtauchen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Es war jetzt schon interessant, die Wahlkampfreden von ÖVP und SPÖ zu hören. Herr Minister Faymann, der ja ankündigt, Bundeskanzler werden zu wollen, stellt sich wieder als ganz neue Person dar. Das heißt, es hat ihn in der letzten Bundesregierung gar nicht gegeben. (Abg. Dr. Graf: Aber wie man sieht, geht es auch ohne Kanzler!) – Es geht auch ohne Kanzler, das ist richtig, wahrscheinlich sogar besser. (Abg. Dr. Graf: Das ist ein neues Regierungsmodell!) – Aber man sollte trotzdem nicht vergessen, dass solche Kanzler wie Gusenbauer vor der Wahl viel versprechen, nach der Wahl alles brechen und dann irgendwo abtauchen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ihr da hinten seid lustig! Bei Zwischenrufen sind sie alle mutig, nur wenn sie hier heraußen stehen, glaubt man, sie brauchen eine Windelhose, weil nichts herauskommt. Das gefällt mir bei Euch da oben wirklich gut. (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Jarolim: So ein ... Diskutant!
Also, der Herr Bundeskanzler ... (Abg. Dr. Jarolim: So ein ... Diskutant!) – Na großartig! Herr Jarolim, der Justizpolitiker! Okay, machen wir einen Exkurs. Ich komme schon wieder zu Ihnen, aber ich will auch gerne auf die Zwischenrufe eingehen.
Abg. Pfeffer: Machen Sie sich keine Sorgen! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Herr Jarolim, Herr Justizpolitiker, kommen wir zur Justizpolitik der SPÖ und dieser Bundesregierung: Die Frau Justizministerin rühmt sich, dass sie eingespart hat. Wir alle wollen einsparen, um Volumen für Steuerentlastungen zu bringen. Wo hat sie eingespart? – Sie hat Häftlinge entlassen, meine Damen und Herren, und zwar massiv! Tausende Häftlinge sind entlassen worden! Ich sage Ihnen ganz ehrlich: Sie werden doch hoffentlich jetzt im Wahlkampf nicht nur in den Parteilokalen herumsitzen, sondern auch mit den Menschen reden. (Abg. Pfeffer: Machen Sie sich keine Sorgen! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Dr. Graf: Die Bürger fürchten sich vor den Wirtshausraufern!
(Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Dr. Graf: Die Bürger fürchten sich vor den Wirtshausraufern!)
Beifall beim BZÖ.
Nach dem Exkurs für Herrn Jarolim jetzt wieder zu Ihnen, Herr Minister Faymann: Sie kommen hier her und sagen, Sie werden alles anders machen. – Sie waren Koordinierungsminister, Herr Minister Faymann! Die Pensionserhöhung von 1,7 Prozent ist über Ihren Schreibtisch gegangen – eine Schande für die Pensionisten! Und wenn man dann hier herausgeht und sagt: Wir wollen für gesicherte Pensionen eintreten!, dann ist das ein Hohn. Dann ist das dieselbe Ebene, wie wir sie beim damaligen Bundeskanzler Vranitzky hatten, der vor der Wahl einen Pensionistenbrief geschrieben hat, in dem er versprochen hat, dass die Pensionen nicht gekürzt werden, und sofort nach der Wahl die Pensionen reduziert hat. – Das ist dieselbe Ebene, die wir von Ihnen und von Ihrer Partei kennen! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Sie sagen, man muss vor Spekulanten schützen. – Wer hat denn spekuliert? Wir hier im Parlament waren es, die eine Garantie, eine Staatshaftung für die BAWAG und damit auch für den Österreichischen Gewerkschaftsbund abgeben mussten, weil durch Spekulationen Milliardenverluste entstanden sind. Das waren Ihre Leute, Ihre Genossen, die das verantworten mussten! (Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Und da kommen Sie jetzt her und sagen, wir müssen unsere Pensionisten vor den Spekulanten schützen?! Darum geht es nicht!
Beifall beim BZÖ.
Wir müssen auch eine Familienpolitik machen, mit der das Kinderbekommen keine soziale Frage mehr ist. – Auch das hätten wir uns heute von Ihnen erwartet, Herr Minister Faymann. Hier ist nichts gekommen. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.
Weiters sagen Sie: Wir wollen eine Steuerreform, die Steuern senken! – Ja, was hat Sie denn bis jetzt daran gehindert? Sie waren Koordinierungsminister, über Ihren Schreibtisch ist die Erhöhung der Mineralölsteuer als erste Maßnahme dieser Bundesregierung gegangen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.) Sie verlangen Steuersenkungen, aber in Wahrheit erhöhen Sie die Steuern, greifen weiterhin in die Taschen der Österreicherinnen und Österreicher. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Weiters sagen Sie: Wir wollen eine Steuerreform, die Steuern senken! – Ja, was hat Sie denn bis jetzt daran gehindert? Sie waren Koordinierungsminister, über Ihren Schreibtisch ist die Erhöhung der Mineralölsteuer als erste Maßnahme dieser Bundesregierung gegangen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.) Sie verlangen Steuersenkungen, aber in Wahrheit erhöhen Sie die Steuern, greifen weiterhin in die Taschen der Österreicherinnen und Österreicher. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
zusetzen, nur haben wir uns damals im Jahr 2005 durchgesetzt. Die starke SPÖ mit dem Herrn Bundeskanzler ist umgefallen und hat sich nicht durchsetzen können. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wir müssen den Wirtschaftsstandort Österreich weiter forcieren. Nur gesunde Unternehmen schaffen Arbeitsplätze, und nur dann, wenn wir die Beschäftigung steigern können, ist auch das steuerliche Aufkommen gesichert, was wiederum unser Sozialsystem garantiert. – Das ist nicht Neoliberalismus, sondern eine klare Antwort auf die Staatsideologien, die von Ihnen immer wieder geträumt werden. „Konsum“, BAWAG, verstaatlichte Industrie: All das hat doch gezeigt, dass das der falsche Weg ist. – Wir wollen einen anderen Weg gehen: Marktwirtschaft ja, aber mit sozialer Kontrolle und mit entsprechenden Vorgaben. Das ist der Weg, der uns in die Zukunft führt, meine Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Zu den Studiengebühren, die Sie von der SPÖ abschaffen wollen – und da wundert es mich wirklich, dass die FPÖ dem zustimmt; Frau Kollegin Glawischnig hat das ja vorhin bestätigt –: Sie werden da die wirklich „tolle“ Maßnahme setzen, dass auch Asylanten von der Studiengebühr befreit werden. Das verstehe ich überhaupt nicht, denn so lange etwa im roten Wien 300 € an Kindergartengebühr pro Monat zu zahlen sind, so lange sich vor allem im roten Wien auch kleine Arbeiter und Angestellte hunderte Euro an Schulgeld leisten müssen, damit ihre Kinder in einer Privatschule ordentlich unterrichtet werden, weil es in manchen Bezirken, in Problembezirken würde ich sagen, in öffentlichen Schulen bis zu 90 Prozent Kinder mit nicht-deutscher Muttersprache gibt, so lange also das der Fall ist, meine Damen und Herren, ist es nicht einzusehen, warum dieselben Menschen jetzt noch 150 Millionen € aus dem eigenen Steuergeld dafür aufwenden müssen, dass die Studiengebühren abgeschafft werden! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Meine Damen und Herren, das ist der falsche Weg! Da muss woanders angesetzt werden: Kindergartengebühren auf null setzen plus verpflichtender Besuch, denn es ist auch eine wichtige Frage in Bezug auf die Integration, dass die Kinder die deutsche Sprache lernen. Damit wäre auch gesichert, dass es keine Zweiklassengesellschaft im Bildungssystem gibt. Das alles wären Dinge, die wir hier diskutieren sollten, meine Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Ironische Heiterkeit der Abgeordneten Dr. Belakowitsch-Jenewein und Dr. Graf.
Daher: Wer neben Kritik auch konkrete Ansätze haben möchte, ist beim BZÖ, ist bei der Liste Jörg Haider gut aufgehoben, aber nicht bei jenen, die nur kritisieren, aber jedes Mal dann, wenn es darum geht, Verantwortung zu tragen, wieder umfallen. (Beifall beim BZÖ. – Ironische Heiterkeit der Abgeordneten Dr. Belakowitsch-Jenewein und Dr. Graf.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kößl: Und wer zahlt das?
ten –, Sie haben einen entscheidenden Punkt in Ihrer Rede vergessen: Wenn die Kaufkraft sinkt, dann geht es à la longue der Wirtschaft auch nicht gut, denn dann können sich die Leute nichts mehr leisten und dann kann die Wirtschaft nichts mehr verkaufen. Das ist eine einfache Regel. Daher ist es umso notwendiger, dass das Fünf-Punkte-Sofortprogramm der Sozialdemokratie sofort und rasch umgesetzt wird, sehr geschätzte Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kößl: Und wer zahlt das?)
Abg. Hornek: Wo ist er denn?
Arbeitslosigkeit bringt auch Armut mit sich, und daher muss alles – ich betone: alles! – darangesetzt werden, dass es zu einer Bekämpfung der Arbeitslosigkeit kommt, und zwar jetzt. Dazu gehören viele Maßnahmen; einige sind ja bereits in der von einem sozialdemokratischen Bundeskanzler, nämlich von Bundeskanzler Gusenbauer (Abg. Hornek: Wo ist er denn?), geführten Bundesregierung gesetzt worden. Ich darf beispielsweise daran erinnern, dass es die ersten richtigen und wichtigen Schritte im Zusammenhang mit der Bekämpfung des organisierten Sozialbetruges gab. Bevor ein Arbeitnehmer in einem Betrieb beschäftigt wird, muss die Anmeldung erfolgen. Und diesbezüglich kann ich mich daran erinnern, dass sich die ÖVP sehr lange geziert und sehr oft gesagt hat: Das ist nicht möglich, das können wir nicht machen!
Abg. Scheibner: Seien Sie froh, dass wir damals eine so gute Politik gemacht haben!
Ebenso notwendig und wichtig ist es – da haben wir gemeinsam sehr wichtige Schritte gesetzt –, für Jugendliche eine sogenannte Ausbildungsgarantie zu schaffen. Wenn Jugendliche nicht die Möglichkeit haben, einen Lehrberuf in einem Betrieb zu erlernen, dann haben sie die Möglichkeit, entweder in einer Lehrwerkstätte oder in einer schulischen Ausbildung ihre für die Zukunft wichtige Berufsausbildung genießen zu können. Auch das ist ein wichtiger Punkt. Ganz entscheidend ist es, dass es uns auch gelungen ist, die Jugendarbeitslosigkeit zu bekämpfen. Ich darf in diesem Zusammenhang daran erinnern, dass, als Sie von Schwarz-Orange-Blau in der Bundesregierung waren, es einen sehr starken Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit gegeben hat. (Abg. Scheibner: Seien Sie froh, dass wir damals eine so gute Politik gemacht haben!)
Beifall bei der SPÖ.
Erwähnen möchte ich auch, dass von der Deckelung von 2 Prozent bei der Rezeptgebühr derzeit über 100 000 Menschen profitieren; bis Jahresende werden das rund 300 000 Menschen sein. Auch das ist ein wichtiger und richtiger Schritt zur Armutsbekämpfung. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Warum haben Sie es nicht gemacht?
Der erste Punkt betrifft das Anheben der Pensionen. – Die Kolleginnen und Kollegen, die Damen und Herren der älteren Generation haben sich eine faire und sichere Pension verdient. (Abg. Scheibner: Warum haben Sie es nicht gemacht?) – Es ist ganz einfach nicht erklärbar, dass, weil in Amerika bedauerlicherweise Spekulanten entsetzlich viel Kapital in den Sand gesetzt haben, die österreichischen Pensionistinnen und Pensionisten jetzt keinen Teuerungsausgleich bekommen sollen. (Abg. Tamandl: Wer sagt denn das? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das ist ganz einfach unsozial, sehr geschätzte Damen und Herren!
Abg. Tamandl: Wer sagt denn das? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Der erste Punkt betrifft das Anheben der Pensionen. – Die Kolleginnen und Kollegen, die Damen und Herren der älteren Generation haben sich eine faire und sichere Pension verdient. (Abg. Scheibner: Warum haben Sie es nicht gemacht?) – Es ist ganz einfach nicht erklärbar, dass, weil in Amerika bedauerlicherweise Spekulanten entsetzlich viel Kapital in den Sand gesetzt haben, die österreichischen Pensionistinnen und Pensionisten jetzt keinen Teuerungsausgleich bekommen sollen. (Abg. Tamandl: Wer sagt denn das? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das ist ganz einfach unsozial, sehr geschätzte Damen und Herren!
Abg. Zweytick: ÖGB-Pensionen!
Dass Sie – und damit bin ich beim zweiten Punkt – der staatlichen Pension in vielen Bereichen keinen besonderen Wert und keine besondere Bedeutung beimessen, zeigt sich ja auch daran, dass es während Ihrer Regierungszeit zu Pensionskürzungen kam, zu einer überfallsartigen Abschaffung von Pensionen. (Abg. Zweytick: ÖGB-Pensionen!) – Das alles haben Sie bedauerlicherweise schon vergessen; die Wählerinnen und Wähler zweifellos nicht. Es gab eine Vielzahl von Grauslichkeiten, die diese Bundesregierung dann zumindest da und dort abschwächen konnte.
Abg. Kößl: Sie verstehen das falsch!
Zum Schluss noch zur Gesundheitsvorsorge, zu unserem Gesundheitssystem. – Herr Vizekanzler Molterer, wie soll ich denn Ihre Aussage verstehen, der Staat soll sich auf eine Grundversorgung in der Gesundheitspolitik zurückziehen? Und wie soll ich es eigentlich verstehen, wenn Herr Klubobmann Schüssel sagt, der Staat hat für eine Basissicherung für alle zu sorgen und darüber hinaus kann differenziert werden, nämlich über eine Risikoabsicherung oder bessere Leistungen? – Also ich möchte nicht, dass es in diesem Land eine Zweiklassenmedizin gibt. (Abg. Kößl: Sie verstehen das falsch!) Ich will nicht, dass Menschen, bevor sie ins Spital kommen, gefragt werden, ob sie eine Kreditkarte haben oder ob die Bankomatkarte gedeckt ist. Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten wollen die beste Gesundheitsversorgung für alle Menschen in diesem Land. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Zum Schluss noch zur Gesundheitsvorsorge, zu unserem Gesundheitssystem. – Herr Vizekanzler Molterer, wie soll ich denn Ihre Aussage verstehen, der Staat soll sich auf eine Grundversorgung in der Gesundheitspolitik zurückziehen? Und wie soll ich es eigentlich verstehen, wenn Herr Klubobmann Schüssel sagt, der Staat hat für eine Basissicherung für alle zu sorgen und darüber hinaus kann differenziert werden, nämlich über eine Risikoabsicherung oder bessere Leistungen? – Also ich möchte nicht, dass es in diesem Land eine Zweiklassenmedizin gibt. (Abg. Kößl: Sie verstehen das falsch!) Ich will nicht, dass Menschen, bevor sie ins Spital kommen, gefragt werden, ob sie eine Kreditkarte haben oder ob die Bankomatkarte gedeckt ist. Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten wollen die beste Gesundheitsversorgung für alle Menschen in diesem Land. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir wollen, sehr geschätzte Damen und Herren, die Armut bekämpfen, die Arbeitsplätze sichern, Arbeitsplätze ausbauen, das beste Gesundheitssystem für alle und faire und gerechte Pensionen! Wir wollen Österreich ganz einfach sozialer und gerechter gestalten! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Fritz Grillitsch (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Vizekanzler! Meine Herren auf der Regierungsbank! Liebe anwesende Kolleginnen und Kollegen! Rechtzeitig verantwortungsbewusst Zukunft sichern ist das Motto, wie wir Herausforderungen bewältigen können. Ich glaube, ich wollte das eigentlich in Richtung SPÖ auch sagen, denn das kann niemand mehr und besser als die Österreichische Volkspartei mit Willi Molterer an der Spitze, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Jarolim: Aber die Bauern haben sich jemand anderen verdient als den Grillitsch!
Gerade in Zeiten wie diesen, in denen die Menschen ... (Abg. Dr. Jarolim: Aber die Bauern haben sich jemand anderen verdient als den Grillitsch!) – Herr Jarolim, offensichtlich nehmen Sie die Sorgen der Menschen wirklich nicht ernst, sonst würden Sie nicht so reagieren! (Abg. Dr. Jarolim: Da müssen wir einmal offen reden!) Die Menschen haben Angst um ihre Arbeitsplätze, meine Damen und Herren, und sie haben Angst um den Wirtschaftsstandort Österreich. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.)
Abg. Dr. Jarolim: Da müssen wir einmal offen reden!
Gerade in Zeiten wie diesen, in denen die Menschen ... (Abg. Dr. Jarolim: Aber die Bauern haben sich jemand anderen verdient als den Grillitsch!) – Herr Jarolim, offensichtlich nehmen Sie die Sorgen der Menschen wirklich nicht ernst, sonst würden Sie nicht so reagieren! (Abg. Dr. Jarolim: Da müssen wir einmal offen reden!) Die Menschen haben Angst um ihre Arbeitsplätze, meine Damen und Herren, und sie haben Angst um den Wirtschaftsstandort Österreich. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.
Gerade in Zeiten wie diesen, in denen die Menschen ... (Abg. Dr. Jarolim: Aber die Bauern haben sich jemand anderen verdient als den Grillitsch!) – Herr Jarolim, offensichtlich nehmen Sie die Sorgen der Menschen wirklich nicht ernst, sonst würden Sie nicht so reagieren! (Abg. Dr. Jarolim: Da müssen wir einmal offen reden!) Die Menschen haben Angst um ihre Arbeitsplätze, meine Damen und Herren, und sie haben Angst um den Wirtschaftsstandort Österreich. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.)
Beifall bei der ÖVP.
Da unterscheiden wir uns. Das wird keine Wahl der Gegensätze, sondern da wird ganz klar der Unterschied zwischen den einzelnen Parteien gewählt werden. Wer Harakiri betreibt, wie Faymann, oder wer verantwortungsbewusst für Österreich arbeitet, meine Damen und Herren, das ist entscheidend für die Zukunft. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es ist schade für Österreich, dass Herr Faymann das Motto Gusenbauers übernommen hat: Vor Wahlen alles versprechen – und am 29. September dann wieder alles brechen! Anders, meine Damen und Herren, kann man das nicht verstehen. (Beifall bei der ÖVP.)
Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
Der Unterschied ist, wir haben einen Vizekanzler, einen Finanzminister, der in dieser Regierungsperiode in kürzester Zeit den Menschen in Österreich Sicherheit gegeben hat, mit dem Doppelbudget, mit dem Finanzausgleich, meine Damen und Herren, und das war eben Willi Molterer. Wo war Gusenbauer? – Er ist ja heute auch wieder nicht da. Wo ist er denn überhaupt, der Herr Bundeskanzler? Gibt es ihn noch? Ist das die Verantwortung der SPÖ, meine Damen und Herren? (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.) Wo ist der Herr Gusenbauer? – Schade, dass er nicht hier ist. Die Menschen werden das ganz genau wahrnehmen. Die Zuseherinnen und Zuseher werden das beurteilen, wie Sie mit der Verantwortung für Österreich umgehen, meine lieben Kolleginnen und Kollegen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Der Unterschied ist, wir haben einen Vizekanzler, einen Finanzminister, der in dieser Regierungsperiode in kürzester Zeit den Menschen in Österreich Sicherheit gegeben hat, mit dem Doppelbudget, mit dem Finanzausgleich, meine Damen und Herren, und das war eben Willi Molterer. Wo war Gusenbauer? – Er ist ja heute auch wieder nicht da. Wo ist er denn überhaupt, der Herr Bundeskanzler? Gibt es ihn noch? Ist das die Verantwortung der SPÖ, meine Damen und Herren? (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.) Wo ist der Herr Gusenbauer? – Schade, dass er nicht hier ist. Die Menschen werden das ganz genau wahrnehmen. Die Zuseherinnen und Zuseher werden das beurteilen, wie Sie mit der Verantwortung für Österreich umgehen, meine lieben Kolleginnen und Kollegen. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Bauer.
Ich sage Ihnen ehrlich, die Senkung der Mehrwertsteuer und auch die Abschaffung der Studiengebühren sind für mich die größte Verpuffungsaktion dieses Parlaments, meine Damen und Herren. (Zwischenruf des Abg. Dr. Bauer.) Ich finde es schade, dass Herr Strache dem Herrn Faymann die Räuberleiter für diese Aktion macht, dass er die Räuberleiter dort macht, wo die Menschen eigentlich nur draufzahlen. Sie haben nichts davon. (Zwischenruf des Abg. Dr. Wittmann.) Niemand hat etwas davon. Der Konsument hat nichts davon, und vor allem haben die Bäuerinnen und Bauern nichts davon. Im Gegenteil: Sie alle zahlen die Zeche dafür; gerade die kleinen Bäuerinnen und Bauern mit 15 Millionen €, die Direktvermarkter.
Zwischenruf des Abg. Dr. Wittmann.
Ich sage Ihnen ehrlich, die Senkung der Mehrwertsteuer und auch die Abschaffung der Studiengebühren sind für mich die größte Verpuffungsaktion dieses Parlaments, meine Damen und Herren. (Zwischenruf des Abg. Dr. Bauer.) Ich finde es schade, dass Herr Strache dem Herrn Faymann die Räuberleiter für diese Aktion macht, dass er die Räuberleiter dort macht, wo die Menschen eigentlich nur draufzahlen. Sie haben nichts davon. (Zwischenruf des Abg. Dr. Wittmann.) Niemand hat etwas davon. Der Konsument hat nichts davon, und vor allem haben die Bäuerinnen und Bauern nichts davon. Im Gegenteil: Sie alle zahlen die Zeche dafür; gerade die kleinen Bäuerinnen und Bauern mit 15 Millionen €, die Direktvermarkter.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Lapp: Das stimmt nicht!
Herr Cap, wenn Sie sagen, die Bauern werden dadurch nicht geschädigt, dann haben Sie keine Ahnung, wovon Sie sprechen. Die 15 Millionen € für die Direktvermarkter, 45 Millionen € für die Weinbauern und insgesamt diese Senkung auf 5 Prozent für alle pauschalierten Bäuerinnen und Bauern in Österreich, meine Damen und Herren, das werden wir so hoffentlich in diesem Parlament nicht durchgehen lassen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Lapp: Das stimmt nicht!)
Abg. Öllinger: Ja, was tun Sie denn dafür?
sagt, die beste Sozialpolitik ist, Arbeitsplätze zu schaffen. Ich möchte das heute hier auch einmal tun. Wir schaffen die Rahmenbedingungen, aber ich möchte heute hier auch den vielen Unternehmerinnen und Unternehmern Österreichs danken, dass sie aufgrund dieser Rahmenbedingungen immer mehr Arbeitsplätze in diesem Land schaffen. Und das sind vor allem – zu 99 Prozent – Klein- und Mittelbetriebe in Österreich – überall in Österreich, auch im ländlichen Raum. (Abg. Öllinger: Ja, was tun Sie denn dafür?)
Abg. Öllinger: CO2-Luft produzieren Sie!
Hier muss es entsprechende Entlastungen geben und nicht Belastungen, wie es diese rot-blaue Basarveranstaltung heute machen will. Es muss entsprechende Entlastungen geben: Familien entlasten, Mittelstand entlasten, statt Belastungen, wie Sie das vorhaben, diese rot-blaue Koalition, die hier gebildet wird (Abg. Öllinger: CO2-Luft produzieren Sie!), nämlich für die Bauern den Verkehrswert einzuführen, eine Vervielfachung für die Bauern, für die vielen bäuerlichen Betriebe. Damit ist in Wahrheit auch die Sicherheit für die Konsumenten gefährdet, wenn die Bauern so belastet werden. Sie wollen die Grundsteuern erhöhen, und das trifft ja nicht nur die Bauern, das trifft die Eigentumswohnungsbesitzer, das trifft die Einfamilienwohnhausbesitzer ganz massiv, meine Damen und Herren. Und Sie wollen wieder eine Vermögensteuer einführen. Sie wollen belasten und nicht entlasten!
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Fichtenbauer. – Abg. Dr. Graf: Der Raubritter ist immer der Finanzminister!
Frau Präsidentin, ich weiß, wahrscheinlich darf man „Raubrittertum“ nicht sagen, aber was hier abgeht, ist rot-blaues Raubrittertum. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Fichtenbauer. – Abg. Dr. Graf: Der Raubritter ist immer der Finanzminister!)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordneter Mag. Bruno Rossmann (Grüne): Frau Präsidentin! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Klubobmann Schüssel, eines kann ich so nicht im Raum stehen lassen: Den Eingangssteuersatz von 38,3 Prozent haben Sie und Ihr damaliger Finanzminister Karl-Heinz Grasser zu verantworten. Das muss einmal gesagt werden! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Öllinger: Stimmt!
Erstens hat es Warnungen von zahlreichen Finanzexperten gegeben, die eindringlich vor den großen Schäden und der Vernichtung von Vermögen gewarnt haben. (Abg. Öllinger: Stimmt!) Alle diese Warnungen wurden in den Wind geschlagen.
Beifall bei den Grünen.
Zweiter Punkt: Die Aufsichtsbehörden haben ihre Verantwortung an private Banken delegiert, an so genannte Ratingagenturen, die die Risiken neuer Finanzinstrumente herunterspielten und damit, Herr Finanzminister, das Entstehen dieser Spekulationsblase überhaupt erst ermöglichten. Und Sie, Herr Finanzminister, haben auf der europäischen Ebene, im Konzert mit allen anderen Finanzministern, jahrelang dabei zugeschaut. (Beifall bei den Grünen.)
Vizekanzler Mag. Molterer: Das sind einfache Fakten!
mit dem Hinweis Angst gemacht, dass in Zukunft immer weniger Steuerzahlern immer mehr Pensionisten gegenüberstehen würden. (Vizekanzler Mag. Molterer: Das sind einfache Fakten!)
Beifall bei den Grünen.
Sie haben den Menschen in der Folge betriebliche und private Pensionsvorsorgen eingeredet, mit dem Hinweis auf steuerliche Förderung und deren Unterstützung, aber ohne zu sagen, welche Risiken damit verbunden sind – und das, so behaupte ich, wider besseres Wissen, Herr Finanzminister. (Beifall bei den Grünen.) Zahlreiche Studien belegen, dass das, was Sie behauptet haben, schlicht nicht stimmt.
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Die Schlussfolgerung kann nur eine sein: Jede weitere Aushöhlung des staatlichen Pensionssystems ist daher in hohem Maße politisch verantwortungslos. Anstatt den Menschen mit der staatlichen Pensionsvorsorge Sicherheit im Alter zu garantieren, liefern Sie, Herr Finanzminister, immer mehr Menschen der Spekulation auf den Finanzmärkten aus. Das halte ich schlicht für skandalös. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Sie, Herr Finanzminister, gehören aber offensichtlich auch zu jenen unverbesserlichen Marktfundamentalisten, die glauben, dass sich die Stabilität auf den Finanzmärkten wiederum von selbst einstellt. Nur so kann ich mir Ihre bisherige Untätigkeit erklären. Ihre heutigen Ankündigungen für neue Regelwerke auf den Finanzmärkten sind ja an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenbemerkung von Vizekanzler Mag. Molterer.
Was hat es in Österreich gegeben? – In Österreich hat es eine lauwarme Finanzmarktreform als Antwort auf die BAWAG-Spekulationskrise gegeben. (Zwischenbemerkung von Vizekanzler Mag. Molterer.) Aber wo, Herr Finanzminister, sind die Vorstöße auf der europäischen und der internationalen Ebene (Vizekanzler Mag. Molterer: Haben Sie geschlafen?) für mehr Transparenz auf den Finanzmärkten, für ein Verbot ? (Vizekanzler Mag. Molterer: Haben Sie geschlafen?) – Die Krise dauert ja schon seit August 2007 an. Was haben Sie denn da getan, Herr Finanzminister? (Beifall bei den Grünen.)
Vizekanzler Mag. Molterer: Haben Sie geschlafen?
Was hat es in Österreich gegeben? – In Österreich hat es eine lauwarme Finanzmarktreform als Antwort auf die BAWAG-Spekulationskrise gegeben. (Zwischenbemerkung von Vizekanzler Mag. Molterer.) Aber wo, Herr Finanzminister, sind die Vorstöße auf der europäischen und der internationalen Ebene (Vizekanzler Mag. Molterer: Haben Sie geschlafen?) für mehr Transparenz auf den Finanzmärkten, für ein Verbot ? (Vizekanzler Mag. Molterer: Haben Sie geschlafen?) – Die Krise dauert ja schon seit August 2007 an. Was haben Sie denn da getan, Herr Finanzminister? (Beifall bei den Grünen.)
Vizekanzler Mag. Molterer: Haben Sie geschlafen?
Was hat es in Österreich gegeben? – In Österreich hat es eine lauwarme Finanzmarktreform als Antwort auf die BAWAG-Spekulationskrise gegeben. (Zwischenbemerkung von Vizekanzler Mag. Molterer.) Aber wo, Herr Finanzminister, sind die Vorstöße auf der europäischen und der internationalen Ebene (Vizekanzler Mag. Molterer: Haben Sie geschlafen?) für mehr Transparenz auf den Finanzmärkten, für ein Verbot ? (Vizekanzler Mag. Molterer: Haben Sie geschlafen?) – Die Krise dauert ja schon seit August 2007 an. Was haben Sie denn da getan, Herr Finanzminister? (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Was hat es in Österreich gegeben? – In Österreich hat es eine lauwarme Finanzmarktreform als Antwort auf die BAWAG-Spekulationskrise gegeben. (Zwischenbemerkung von Vizekanzler Mag. Molterer.) Aber wo, Herr Finanzminister, sind die Vorstöße auf der europäischen und der internationalen Ebene (Vizekanzler Mag. Molterer: Haben Sie geschlafen?) für mehr Transparenz auf den Finanzmärkten, für ein Verbot ? (Vizekanzler Mag. Molterer: Haben Sie geschlafen?) – Die Krise dauert ja schon seit August 2007 an. Was haben Sie denn da getan, Herr Finanzminister? (Beifall bei den Grünen.)
Vizekanzler Mag. Molterer: Vor einem Jahr das erste Mal!
Wann haben Sie sich für ein Verbot von dubiosen, komplexen Finanzinnovationen eingesetzt? Wann haben Sie sich für unabhängige Institutionen, die in Zukunft die Bewertung von Risiken vornehmen sollen, eingesetzt? (Vizekanzler Mag. Molterer: Vor einem Jahr das erste Mal!) Wann haben Sie sich auf der europäischen Ebene inten- siv für die Durchsetzung einer EU-Finanztransaktionssteuer eingesetzt? (Vizekanzler Mag. Molterer: Vor einem Jahr das erste Mal!) – Das waren doch alles Lippenbekenntnisse, aber nicht ernst zu nehmende Vorstöße. (Beifall bei den Grünen.)
Vizekanzler Mag. Molterer: Vor einem Jahr das erste Mal!
Wann haben Sie sich für ein Verbot von dubiosen, komplexen Finanzinnovationen eingesetzt? Wann haben Sie sich für unabhängige Institutionen, die in Zukunft die Bewertung von Risiken vornehmen sollen, eingesetzt? (Vizekanzler Mag. Molterer: Vor einem Jahr das erste Mal!) Wann haben Sie sich auf der europäischen Ebene inten- siv für die Durchsetzung einer EU-Finanztransaktionssteuer eingesetzt? (Vizekanzler Mag. Molterer: Vor einem Jahr das erste Mal!) – Das waren doch alles Lippenbekenntnisse, aber nicht ernst zu nehmende Vorstöße. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wann haben Sie sich für ein Verbot von dubiosen, komplexen Finanzinnovationen eingesetzt? Wann haben Sie sich für unabhängige Institutionen, die in Zukunft die Bewertung von Risiken vornehmen sollen, eingesetzt? (Vizekanzler Mag. Molterer: Vor einem Jahr das erste Mal!) Wann haben Sie sich auf der europäischen Ebene inten- siv für die Durchsetzung einer EU-Finanztransaktionssteuer eingesetzt? (Vizekanzler Mag. Molterer: Vor einem Jahr das erste Mal!) – Das waren doch alles Lippenbekenntnisse, aber nicht ernst zu nehmende Vorstöße. (Beifall bei den Grünen.)
Bundesminister Dr. Bartenstein: Das hat er aber gestern nicht gesagt!
Es ist konjunkturpolitisch richtig, es über eine Lohnsteuersenkung zu machen, das bestätigt uns auch der Leiter des Wirtschaftsforschungsinstitutes, Karl Aiginger (Bundesminister Dr. Bartenstein: Das hat er aber gestern nicht gesagt!), und das hilft gegen die Teuerung; dazu sollen die Reichen des Landes – Meinl, Haselsteiner und wie sie
Beifall bei den Grünen.
alle heißen mögen – einen Beitrag leisten. Es ist Zeit für mehr Steuergerechtigkeit in diesem Land! – Danke sehr. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Öllinger
Abgeordneter Lutz Weinzinger (FPÖ): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Meine sehr geehrten Damen! Meine Herren! Wir haben in der heutigen Sitzung im Punkt 1 der Tagesordnung – bei dem wir noch immer verharren; das wird eine fröhliche, lange Sitzung heute werden (Zwischenruf des Abg. Öllinger) – eine Erklärung des Vizekanzlers gehört, zum Thema „Die richtigen Antworten in der Steuer- und Finanzpolitik Österreichs auf die globale Finanzkrise“.
Vizekanzler Mag. Molterer: Ja!
Meine Damen und Herren, ich erlaube mir nun, die Frage an Sie zu stellen: Haben Sie die richtigen Antworten gehört? (Vizekanzler Mag. Molterer: Ja!) – Ich habe sie kaum gehört. Ich habe einige Antworten, einige Anregungen gehört, ich habe Absichtserklärungen gehört, wobei ich mich sehr oft frage, warum diese Absichtserklärungen in den letzten Jahren, ja Jahrzehnten nicht durchgesetzt wurden.
Zwischenruf des Abg. Scheibner
Wenn ich mich richtig erinnere – und ich bin bekanntlich schon ein etwas älterer Knabe (Zwischenruf des Abg. Scheibner) –, so ist die ÖVP seit 1986 an der Regierung beteiligt und stellte die Finanzminister – oder es gab zumindest ihr sehr nahestehende Finanzminister, wenn wir an den berühmten Karl-Heinz denken, der zum Wunderwuzzi gemacht wurde. (Abg. Mag. Hakl: Der kam aber ursprünglich von euch!) – Er kam ursprünglich von uns und wurde uns abgeworben, ja, das gebe ich ja gerne zu, das ist uns tatsächlich bei einigen passiert. (Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll.)
Abg. Mag. Hakl: Der kam aber ursprünglich von euch!
Wenn ich mich richtig erinnere – und ich bin bekanntlich schon ein etwas älterer Knabe (Zwischenruf des Abg. Scheibner) –, so ist die ÖVP seit 1986 an der Regierung beteiligt und stellte die Finanzminister – oder es gab zumindest ihr sehr nahestehende Finanzminister, wenn wir an den berühmten Karl-Heinz denken, der zum Wunderwuzzi gemacht wurde. (Abg. Mag. Hakl: Der kam aber ursprünglich von euch!) – Er kam ursprünglich von uns und wurde uns abgeworben, ja, das gebe ich ja gerne zu, das ist uns tatsächlich bei einigen passiert. (Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll.
Wenn ich mich richtig erinnere – und ich bin bekanntlich schon ein etwas älterer Knabe (Zwischenruf des Abg. Scheibner) –, so ist die ÖVP seit 1986 an der Regierung beteiligt und stellte die Finanzminister – oder es gab zumindest ihr sehr nahestehende Finanzminister, wenn wir an den berühmten Karl-Heinz denken, der zum Wunderwuzzi gemacht wurde. (Abg. Mag. Hakl: Der kam aber ursprünglich von euch!) – Er kam ursprünglich von uns und wurde uns abgeworben, ja, das gebe ich ja gerne zu, das ist uns tatsächlich bei einigen passiert. (Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Hakl
All diese großartigen Damen und Herren, all diese hervorragenden, regierungsfähigen und vor allem staatstragenden, großartigen Politiker (Zwischenruf der Abg. Mag. Hakl) haben es nicht geschafft, uns erstens von diesem gigantischen Schuldenberg herunterzubringen – nicht einmal andeutungsweise, obwohl es immer wieder beklagt wird, dass wir eben diese hohen Schulden in der Staatskasse haben und dass wir die ja auch bedienen müssen, meine Damen und Herren!
Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.
Ein beachtlicher Teil des gesamten Lohnsteueraufkommens geht bitte in den Zinsendienst unserer Staatsschulden. Das wird sehr oft und sehr gerne vergessen. Seit Jahrzehnten wirken staatstragende, regierungsfähige Minister in dieser unserer Republik, aber es gelingt ihnen nicht einmal andeutungsweise, unseren Schuldenberg abzubauen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.)
Abg. Öllinger: Dämmerschuppen! Dämmerschuppen!
Meine Damen und Herren, was heute geschehen ist, das war im Prinzip – zumindest für die Zuschauer –, sagen wir, belustigend. Ich habe mir heute Vormittag gedacht, wohlmeinende Journalisten behaupten, wir, die Freiheitliche Partei, betreiben hauptsächlich eine Bierzeltpolitik. Ich gebe zu, dass wir es recht gut können, in Bierzelten aufzutreten, und dass dort tatsächlich allerhand los ist. (Abg. Öllinger: Dämmerschuppen! Dämmerschuppen!) – Aber was heute Vormittag hier los ist: Da haben Sie, ÖVP und SPÖ, die Bierzeltpolitik ins Parlament verlegt! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren, was heute geschehen ist, das war im Prinzip – zumindest für die Zuschauer –, sagen wir, belustigend. Ich habe mir heute Vormittag gedacht, wohlmeinende Journalisten behaupten, wir, die Freiheitliche Partei, betreiben hauptsächlich eine Bierzeltpolitik. Ich gebe zu, dass wir es recht gut können, in Bierzelten aufzutreten, und dass dort tatsächlich allerhand los ist. (Abg. Öllinger: Dämmerschuppen! Dämmerschuppen!) – Aber was heute Vormittag hier los ist: Da haben Sie, ÖVP und SPÖ, die Bierzeltpolitik ins Parlament verlegt! (Beifall bei der FPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ.
gestiegen ist, wie es in Bierzelten hie und da auch vorkommt. (Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Lutz Weinzinger (fortsetzend): Schlusswort: Ich hoffe sehr, dass wir nach dieser Wahl, bei einer anderen Zusammensetzung dieses Hauses, hier tatsächlich die echten Probleme unserer Heimat, unserer Republik, anpacken können. Ob als Regierungsbeteiligter oder als Opposition – wir sollten gemeinsam an unserer Heimat arbeiten! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Gestern gab es einen Konjunkturgipfel zur Finanzkrise. Es soll angeblich Maßnahmen zur Konjunkturbelebung geben, aber erst irgendwann, wenn die Krise laut den Worten des Herrn Bundesministers Bartenstein auf Österreich „durchschlägt“. Das ist nicht unser Weg. Wir vom BZÖ warten nicht zu, bis irgendeine Krise auf Österreich durchschlägt, sondern es ist notwendig, jetzt Maßnahmen zu setzen, damit es nicht zu einer solchen Krise kommt. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Trunk: Die Stadt Villach nicht vergessen!
eine Maßnahmeninitiative, die in Kärnten umgesetzt wurde. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Trunk: Die Stadt Villach nicht vergessen!)
Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Kollegin Trunk, Sie sind jetzt die Richtige, Sie haben sich jetzt herausgelehnt, das passt schon. – Gratiskindergärten in Wien: Ein Kindergartenplatz kostet 270 bis 300 €. Die Bevölkerung kann sich das kaum leisten. Das wäre bei einem Kindergartenplatz eine Einsparung von über 3 000 € pro Familie, bei einem Halbtagskindergartenplatz wäre das eine Einsparung von 1 500 bis 1 600 €. (Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wir haben in Kärnten derzeit ein Entlastungspaket von 2 400 € pro Familie und Jahr durchgesetzt. Das ist eine glaubwürdige Politik im Sinne der Bevölkerung. Man kann nur hoffen, dass diese Sozialpolitik Jörg Haiders auch in Zukunft der Weg für ganz Österreich sein wird. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Scheibner: Probieren Sie es noch einmal!
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Auch wenn es vielleicht sinnlos ist, das Herrn Kollegen Darmann jedes Mal zu erklären (Abg. Scheibner: Probieren Sie es noch einmal!): Der Kindergarten ist in Wien sozial gestaffelt. 40 Prozent zahlen nichts, weniger als ein Drittel zahlt reduziert und zirka ein Drittel zahlt den Vollpreis. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Auch wenn es vielleicht sinnlos ist, das Herrn Kollegen Darmann jedes Mal zu erklären (Abg. Scheibner: Probieren Sie es noch einmal!): Der Kindergarten ist in Wien sozial gestaffelt. 40 Prozent zahlen nichts, weniger als ein Drittel zahlt reduziert und zirka ein Drittel zahlt den Vollpreis. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe beim BZÖ.
Aber: Was hat irgendjemand davon, dass ein Kindergarten gratis ist, der nicht existiert? Entscheidend ist doch, dass es überhaupt einen Kindergarten gibt! Schauen Sie sich doch einmal die Unter-Dreijährigen-Betreuung in Wien an: Jeder zweite Krippenplatz von ganz Österreich ist in Wien. Bauen Sie einmal die Krippen nach! Ich habe überhaupt nichts dagegen, dass man sie noch günstiger macht, also gratis nicht nur für 40, sondern für 100 Prozent; entscheidend ist aber, dass es den Kindergartenplatz überhaupt gibt! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe beim BZÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wenn wir uns Bundesländer-Vergleiche anschauen, so weiß ich, dass Sie sich immer so gerne Wien anschauen und immer versuchen, der SPÖ irgendwelche Schuldenpolitik umzuhängen. Dann schauen wir uns doch Folgendes an: Welches Bundesland hat die geringsten Schulden? – Wien. Welches Bundesland hat die höchsten Schulden? – Niederösterreich. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Dabei wird Wien – das ist einfach die Realität –, seit es demokratische Wahlen gibt, fast durchgehend mit absoluter Mehrheit sozialdemokratisch regiert!
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Hochquellwasserleitung gebaut et cetera. Das ist doch ganz normal, bitte! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei ÖVP und BZÖ.
Schauen wir uns doch die Kreisky-Jahre an – das ist ja angeblich ein riesiger Rucksack – und vergleichen wir doch Kreisky mit Schüssel! Es ist relativ einfach. Kreisky: 13 Jahre Alleinregierung, fünfmal Nulldefizit; Schüssel: 7 Jahre, einmal Nulldefizit. Und wissen Sie, wer in Österreich in seiner Zeit als Regierungschef oder als Mitglied einer Bundesregierung die meisten Schulden gemacht hat? – Wolfgang Schüssel. Über 70 Prozent der Schulden, die wir haben, hat er selber im Ministerrat abgestimmt! Im Vergleich dazu gibt es etwa 10 Prozent, die Bruno Kreisky veranlasst hat. Hören Sie doch auf, uns zu erzählen, wer hier für Schulden und Nichtschulden zuständig ist! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei ÖVP und BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ja, ja, es lebe die Vergangenheit!
Ja, Herr Finanzminister, es ist gut, dass die Österreicher das wissen. Diese wissen auch, dass christdemokratische Regierungen Mitte der 1980-er Jahre nicht nur Schulden hinterlassen haben, sondern auch Arbeitslose. Dabei ist Arbeitslosigkeit wesentlich teurer als alle anderen Fragen. Was Kreisky hier gemacht hat, war für Österreich in Wahrheit ein Segen; das weiß jeder, der diese Zeit erlebt hat und der aufgrund der Politik dieser Zeit die Möglichkeit hatte, an der Universität zu studieren oder eine höhere Schule zu besuchen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ja, ja, es lebe die Vergangenheit!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Scheibner.
Wenn Sie vorwerfen, dass die SPÖ hier Wahlzuckerln verteilt, dann schauen Sie sich doch bitte an, was Sie machen! Wir verteilen keine Wahlzuckerln. Wir geben auch keine Wahlversprechen ab. Wir sagen, was wir vor der Wahl hier machen. Da kann heute jeder in Österreich zuschauen, wer dafür ist, dass die Lebensmittel billiger werden; wer dafür ist, dass die Studiengebühren abgeschafft werden; wer dafür ist, dass die Familienbeihilfe erhöht wird; und wer dafür ist, dass das Pflegegeld erhöht wird. Das sind alles Dinge, die Sie in Ihren sieben Jahren nie gemacht haben. Kein einziges Mal haben Sie diese Maßnahmen gesetzt! Es kann sich heute auch jeder anschauen, wer dafür ist, dass die Hacklerregelung verlängert wird, und wer dafür ist, dass die Pensionen erhöht werden. (Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Scheibner.)
Beifall bei der SPÖ.
Ihre Wahlzuckerln sind 70 Millionen € für Landwirte, nämlich 50 Millionen für die Mutterkuhprämie – natürlich nur für die Großbauern, ist ja klar – und 20 Millionen für den Agrardiesel. Weiters gibt es 200 Millionen € für Spekulanten – ich weiß, Sie tarnen das als „Heuschreckengesetz“ und als Gesetz, das den Kapitalmarkt stärken soll – und 400 Millionen € für nicht entnommene Gewinne für Freiberufler. Das ist das, was Sie sagen und machen. Dabei reden Sie von „sozialer Treffsicherheit“! – Dass ich nicht lache! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rädler: Ja!
Herr Kollege Krainer, zum Thema Kindergarten: Haben Sie die Augen verschlossen? (Abg. Rädler: Ja!) Bereits bei einem Familieneinkommen von 2 300 € netto – das ist ein Bruttoeinkommen von wahrscheinlich 1 800 € für den Vater und 980 € für die Mutter, muss man in Wien 270 € Kindergartengeld bezahlen. Es ist für diese Leute unwesentlich, ob 40 Prozent der Eltern überhaupt kein Kindergartengeld zahlen. Das ist eine
Zwischenrufe bei der SPÖ.
völlig unsoziale Maßnahme, davor können Sie sich nicht verschließen! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wir sehen in die Zukunft. Der Herr Vizekanzler und Finanzminister hat es heute gesagt: Er steht für eine verantwortungsvolle Politik und sieht in die Zukunft. Jede Familie kann nicht nur im Heute leben, jede Familie kann nicht nur von heute auf morgen leben, jede Familie muss die nächsten Jahre planen. Sie muss planen, wie sie ihr Haushaltseinkommen aufteilt. Das tun wir auch, dazu stehen wir auch. Wir wollen auch keine Maßnahme wie die Senkung der Mehrwertsteuer, die nach dem Gießkannenprinzip für die gesamte Bevölkerung gelten soll und völlig unsozial ist. Wir wollen eine Steuerreform. Wir wollen den Menschen Geld geben. Wir haben im Regierungsprogramm mit Ihnen das Jahr 2010 vereinbart. Warum haben Sie sich nicht daran gehalten? (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ
Zum ÖVP-Nein zu den Studiengebühren: Ich glaube, auch da sollte man etwas klarstellen. Wenn mir als Regierungspartner, als vermeintlichem Regierungspartner bei einer Koalitionsverhandlung die Studiengebühren ein Herzensanliegen sind, gehe ich lieber in Opposition (Zwischenrufe bei der SPÖ), anstatt als Gusenbauer Kanzler zu werden, alle meine Vorsätze fallen zu lassen und zu sagen: Na gut, die ÖVP hat es nicht gewollt, ich bin trotzdem der Kanzler. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Zum ÖVP-Nein zu den Studiengebühren: Ich glaube, auch da sollte man etwas klarstellen. Wenn mir als Regierungspartner, als vermeintlichem Regierungspartner bei einer Koalitionsverhandlung die Studiengebühren ein Herzensanliegen sind, gehe ich lieber in Opposition (Zwischenrufe bei der SPÖ), anstatt als Gusenbauer Kanzler zu werden, alle meine Vorsätze fallen zu lassen und zu sagen: Na gut, die ÖVP hat es nicht gewollt, ich bin trotzdem der Kanzler. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir werden für Österreich gut arbeiten. Wir haben das schon bewiesen – Sie konnten das in ihren letzten zwei Jahren nicht beweisen. Und dafür werden Sie am Sonntag die Rechnung präsentiert bekommen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Mag. Ulrike Lunacek (Grüne): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Kollegin Tamandl hat jetzt gerade quasi den Wunsch geäußert, dass, wenn gewisse Dinge nicht in Erfüllung gehen, die ÖVP oder sie dann lieber in Opposition geht. Die Wählerinnen und Wähler können das am Sonntag durchaus entscheiden. Da wird es einige geben, die sich das wünschen werden. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Mag. Ulrike Lunacek (fortsetzend): Es brächte sogar über Gebühren am Standesamt etwas Geld in das Budget. Wir Grüne werden schauen, dass das in der nächsten Legislaturperiode tatsächlich stattfindet. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
Lohn- und Einkommensteuerpflichtigen vornehmen – konkret durch eine einfache, unbürokratische, aber sehr effiziente Anpassung der Steuerstufen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Großruck: Das ist falsch!
Was mich besonders traurig stimmt, ist, dass in der Landwirtschaft nur die Großgrundbesitzer auf Kosten der Kleinen gefördert werden und dass der ehemalige EU-Kommissar Fischler jetzt sogar der Gentechnik zum Durchbruch verhelfen möchte und sogar in der ÖVP Unterstützung findet. So wird es die Kleinbauern in drei bis vier Jahren ganz sicher nicht mehr geben. Von einem Biolandbau kann man überhaupt nicht mehr reden. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Großruck: Das ist falsch!)
Beifall beim BZÖ.
Ich komme zum Schluss. Ganz wichtig wäre es mir, dass man jetzt den Ärmsten der Armen hilft, und zwar in Form einer Einmalzahlung von 200 € und für jedes Kind 50 €. Das wäre eine große Hilfe, gerade vor Weihnachten. Geld ist genug vorhanden. Allein durch eine Entbürokratisierung und Zusammenlegung der Pensionsversicherungsanstalten würden 5 Milliarden € übrig bleiben. Von der Nationalbank, wo eigentlich die Sonderpensionsregelungen abgeschafft gehören, würden allein 2 Milliarden kommen. Ich denke, da ist genug Geld, und es gibt keine Ausrede, die Bürger nicht zu entlasten. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Bundesminister Dr. Bartenstein: Cerberus – BAWAG! – Rufe bei der ÖVP: Cerberus!
Abgeordnete Mag. Andrea Kuntzl (SPÖ): Sehr geehrte Damen und Herren! Es ist immer interessant zu schauen, wofür Geld da ist und wofür nicht. Und da ist es besonders spannend, wenn sich herausstellt, dass Finanzminister Molterer jetzt ein Heuschreckengesetz verabschieden will, durch das Heuschreckenfonds, vor denen sogar die Europäische Zentralbank warnt, 200 Millionen € in den Rachen geschoben werden. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Cerberus – BAWAG! – Rufe bei der ÖVP: Cerberus!) Andererseits haben wir lange gebraucht, um die ÖVP dazu zu bringen, 20 Millionen € pro Jahr für Kinderbetreuungseinrichtungen zur Verfügung zu stellen. Aber ich denke, es liegt auf der Hand, wo das Geld sinnvoller angelegt wäre, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Mag. Andrea Kuntzl (SPÖ): Sehr geehrte Damen und Herren! Es ist immer interessant zu schauen, wofür Geld da ist und wofür nicht. Und da ist es besonders spannend, wenn sich herausstellt, dass Finanzminister Molterer jetzt ein Heuschreckengesetz verabschieden will, durch das Heuschreckenfonds, vor denen sogar die Europäische Zentralbank warnt, 200 Millionen € in den Rachen geschoben werden. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Cerberus – BAWAG! – Rufe bei der ÖVP: Cerberus!) Andererseits haben wir lange gebraucht, um die ÖVP dazu zu bringen, 20 Millionen € pro Jahr für Kinderbetreuungseinrichtungen zur Verfügung zu stellen. Aber ich denke, es liegt auf der Hand, wo das Geld sinnvoller angelegt wäre, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist er denn? Wo ist denn der Herr Faymann? Der ist ja nie da!
Von wegen „mehr privat, weniger Staat“. Herr Klubobmann Schüssel, ich bin sehr froh, dass wir Ihren Rezepten nicht gefolgt sind. Ich bin sehr froh, dass sich Werner Faymann dazu bekennt (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist er denn? Wo ist denn der Herr Faymann? Der ist ja nie da!), dass die Altersvorsorge und das Gesundheitssystem wichtige staatliche Aufgaben sind und nicht nur die Grundsicherung.
Beifall bei der SPÖ.
Es ist wichtig, dass unsere Pensionistinnen und Pensionisten nicht zittern müssen, wie sich die Aktienkurse entwickeln, dass sie sich auf sichere Pensionen in unserem Land verlassen können. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei ÖVP und BZÖ.
Die Studiengebühren werden abgeschafft. Die Studiengebühren waren selbstverständlich bis weit in den Mittelstand hinein eine Bildungsbarriere. (Zwischenrufe bei ÖVP und BZÖ.) Jemand, der ein durchschnittliches Einkommen hat, gibt, wenn mehrere seiner Kinder studieren, fast ein Monatseinkommen für Studiengebühren aus. Diese schaffen wir nun ab. Diese Barriere wird heute entfernt! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Studiengebühren werden abgeschafft. Die Studiengebühren waren selbstverständlich bis weit in den Mittelstand hinein eine Bildungsbarriere. (Zwischenrufe bei ÖVP und BZÖ.) Jemand, der ein durchschnittliches Einkommen hat, gibt, wenn mehrere seiner Kinder studieren, fast ein Monatseinkommen für Studiengebühren aus. Diese schaffen wir nun ab. Diese Barriere wird heute entfernt! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Zur Mehrwertsteuersenkung – damit komme ich zum Schlusssatz –: Ich bin sehr neugierig, wie sich das BZÖ verhält. Wenn Sie nicht dafür stimmen, fügen Sie nicht uns eine Niederlage zu, sondern Sie verhindern, dass Leuten, die jeden Euro umdrehen müssen, geholfen wird! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Broukal: Richtig!
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (ohne Klubzugehörigkeit): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Dieser Tagesordnungspunkt lautet: „Die richtigen Antworten in der Steuer- und Finanzpolitik Österreichs auf die globale Finanzkrise“. – Wenn ich mir „die richtigen Antworten“ auf die globale Finanzkrise anschaue, muss ich feststellen: Das ist ein Wahlkampfgetöse gewesen, bei dem es sich nur um die fünf Punkte der SPÖ gedreht hat. (Abg. Broukal: Richtig!) – „Richtig!“, sagt die SPÖ noch dazu! (Demonstrativer Beifall bei der SPÖ.) Ich empfehle euch dringend, im Renner-Institut einen Kurs über Volkswirtschaftslehre/Grundwissen einzuführen. Dringend, meine Damen und Herren! (Beifall bei ÖVP und BZÖ.)
Demonstrativer Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (ohne Klubzugehörigkeit): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Dieser Tagesordnungspunkt lautet: „Die richtigen Antworten in der Steuer- und Finanzpolitik Österreichs auf die globale Finanzkrise“. – Wenn ich mir „die richtigen Antworten“ auf die globale Finanzkrise anschaue, muss ich feststellen: Das ist ein Wahlkampfgetöse gewesen, bei dem es sich nur um die fünf Punkte der SPÖ gedreht hat. (Abg. Broukal: Richtig!) – „Richtig!“, sagt die SPÖ noch dazu! (Demonstrativer Beifall bei der SPÖ.) Ich empfehle euch dringend, im Renner-Institut einen Kurs über Volkswirtschaftslehre/Grundwissen einzuführen. Dringend, meine Damen und Herren! (Beifall bei ÖVP und BZÖ.)
Beifall bei ÖVP und BZÖ.
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (ohne Klubzugehörigkeit): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Dieser Tagesordnungspunkt lautet: „Die richtigen Antworten in der Steuer- und Finanzpolitik Österreichs auf die globale Finanzkrise“. – Wenn ich mir „die richtigen Antworten“ auf die globale Finanzkrise anschaue, muss ich feststellen: Das ist ein Wahlkampfgetöse gewesen, bei dem es sich nur um die fünf Punkte der SPÖ gedreht hat. (Abg. Broukal: Richtig!) – „Richtig!“, sagt die SPÖ noch dazu! (Demonstrativer Beifall bei der SPÖ.) Ich empfehle euch dringend, im Renner-Institut einen Kurs über Volkswirtschaftslehre/Grundwissen einzuführen. Dringend, meine Damen und Herren! (Beifall bei ÖVP und BZÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Was hat die „Hacklerregelung“ mit der globalen Finanzkrise in Amerika zu tun? Können Sie mir das erklären? (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Krainer.
Was hat die Mehrwertsteuersenkung mit der globalen Finanzkrise in Amerika zu tun? – Herr Kollege Broukal, Sie sind ja immer so gescheit, erklären Sie uns das einmal. Renner-Institut, Grundkurs: Volkswirtschaftslehre I. Das hat Ihr großartiger Spitzenkandidat doch hoffentlich gelernt – oder nicht? Wird das nicht mehr unterrichtet? (Zwischenruf des Abg. Krainer.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist er denn?
Wenn ich mir Herrn Faymann anhöre ... (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist er denn?) – Herr Faymann ist wieder weggegangen, das interessiert ihn nicht; sobald er seine Wahlkampfrede abgegeben hat, ist er weg. Das, was hier stattfindet, interessiert ihn ja in Wirklichkeit gar nicht. Er war ja nur an der Sendezeit interessiert, Hohes Haus.
Beifall beim BZÖ.
dass er 20 Monate lang in der Regierung geschlafen hat. Das ist alles, was das mit diesen fünf Punkten zu tun hat. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf bei der SPÖ
Die Rede des Herrn Faymann war eine großartige, durchaus passable Rede für einen sozialistischen Parteitag, aber keine Erklärung eines Mitglieds der Bundesregierung vor dem Hohen Haus, meine Damen und Herren. Da hätte ich mir etwas anderes erwartet als eine Erklärung eines sozialistischen Funktionärs auf einem sozialistischen Parteitag, der mehr an die KPdSU erinnert als an den österreichischen Parlamentarismus. Lehren Sie ihn einmal (Zwischenruf bei der SPÖ), machen Sie ihm klar, dass das nicht der Parteitag der KPdSU ist, vor dem er hier redet, sondern dass das ein Parlament ist, meine Damen und Herren von der SPÖ! Ein Riesenunterschied, glauben Sie mir das! (Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Die Rede des Herrn Faymann war eine großartige, durchaus passable Rede für einen sozialistischen Parteitag, aber keine Erklärung eines Mitglieds der Bundesregierung vor dem Hohen Haus, meine Damen und Herren. Da hätte ich mir etwas anderes erwartet als eine Erklärung eines sozialistischen Funktionärs auf einem sozialistischen Parteitag, der mehr an die KPdSU erinnert als an den österreichischen Parlamentarismus. Lehren Sie ihn einmal (Zwischenruf bei der SPÖ), machen Sie ihm klar, dass das nicht der Parteitag der KPdSU ist, vor dem er hier redet, sondern dass das ein Parlament ist, meine Damen und Herren von der SPÖ! Ein Riesenunterschied, glauben Sie mir das! (Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Parnigoni
Es ist richtig, dass es bei einem drohenden Konjunkturabschwung – beruhigen Sie sich wieder, Sie können nur dazulernen (Zwischenruf des Abg. Parnigoni), meine Damen und Herren von der sozialistischen Partei – antizyklischer Maßnahmen bedarf. Und es ist keine antizyklische Maßnahme, wenn ich gleichzeitig die Reserven, die wir gebildet haben, mit der Gießkanne verteile, nur weil ich einen Wahlkampfgag brauche. Das ist keine antizyklische Wirtschaftsmaßnahme, Kollege Cap. Das sollten Sie vielleicht über das Renner-Institut Ihrem Herrn Vizekanzler in spe beibringen (Zwischenruf des Abg. Krainer) – denn mehr wird er nicht werden, meine Damen und Herren.
Zwischenruf des Abg. Krainer
Es ist richtig, dass es bei einem drohenden Konjunkturabschwung – beruhigen Sie sich wieder, Sie können nur dazulernen (Zwischenruf des Abg. Parnigoni), meine Damen und Herren von der sozialistischen Partei – antizyklischer Maßnahmen bedarf. Und es ist keine antizyklische Maßnahme, wenn ich gleichzeitig die Reserven, die wir gebildet haben, mit der Gießkanne verteile, nur weil ich einen Wahlkampfgag brauche. Das ist keine antizyklische Wirtschaftsmaßnahme, Kollege Cap. Das sollten Sie vielleicht über das Renner-Institut Ihrem Herrn Vizekanzler in spe beibringen (Zwischenruf des Abg. Krainer) – denn mehr wird er nicht werden, meine Damen und Herren.
Beifall bei ÖVP und BZÖ.
Ich hoffe, dass der österreichische Wähler verhindert, dass dieser Mann Bundeskanzler wird! (Beifall bei ÖVP und BZÖ.) Das ist meine innige Hoffnung, die ich habe. Er wird in einer Neuauflage der großen Koalition, die der Wähler auch verhindern möge, bestenfalls Vizekanzler werden – zu mehr reicht es ja auch nicht.
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wenn Sie Ihre Rezepte, wenn du, Kollege Cap, deine Rezepte, die du heute hier zelebriert hast, tatsächlich auf die Erfahrungen mit dem real existierenden Sozialismus umlegst, dann sind wir heute noch mit der kapitalistischen Wirtschaft dabei, den Schaden, den die in 70 Jahren angerichtet haben, aufzuarbeiten. So schaut es aus, meine Damen und Herren! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Tatsache ist, dass sich hier eine Währungskrise anbahnt. Man darf es nicht laut sagen, aber es ist eine gewaltige Währungskrise, die sich hier abzeichnet. Und die erfordert jetzt das Zusammenhalten der Reserven, die man hat, um darauf reagieren zu können – ich hoffe, dass das die Budgetpolitik bleibt –, und die Abgeltung der Teuerung für die Menschen. Deswegen war der Vorschlag von Jörg Haider am vernünftigsten, den Leuten 200 € und 50 € für jedes Kind sofort über die Lohnsteuerabrechnung zu gewähren. Das wäre eine vernünftige Maßnahme gewesen. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Krainer: Zwischen Schwarz und Orange!
Aber nun für den Wähler, der heute zuschaut, noch eine Analyse zu den Koalitionen, die sich hier abzeichnen. Es ist, glaube ich, jedem, der die heutige Debatte verfolgt hat, sonnenklar, dass es bereits eine Kuschelkoalition zwischen Rot, Cap, und Blau, Strache, gibt! (Abg. Krainer: Zwischen Schwarz und Orange!) Eine Kuschelkoalition der Sonderklasse. Man sagt zwar nicht, man geht zusammen, bildet eine Regierung – man
Abg. Ing. Westenthaler: Das wird sich nicht ausgehen!
darf sie bestenfalls dulden –, aber es ist eine echte Kuschelkoalition. (Abg. Ing. Westenthaler: Das wird sich nicht ausgehen!) Wie fühlt es sich? Josef Cap, wie fühlt es sich in dieser Kuschelei mit Herrn Strache? Wie fühlt es sich in dieser Kuschelei?
Zwischenruf des Abg. Lutz Weinzinger
Wenn ich mir vorstelle, dass Jörg Haider gesagt hätte, dass nur Blondinen mit blauen Augen Kinder kriegen sollen – übrigens, Kollege Weinzinger, meine Frau hätte dann keine Kinder kriegen dürfen (Zwischenruf des Abg. Lutz Weinzinger), weder drei noch sechs, sechs schon überhaupt nicht, denn sie hat leider keine blonden Haare und braune Augen; was tue ich damit? (Heiterkeit.) Nach Lutz Weinzinger hätte sie keine Kinder kriegen sollen! Wenn das Jörg Haider gesagt hätte, wären die Empörungsrituale der vereinigten Linken nur so von dieser Rostra aus heruntergebetet worden. Nein, jetzt ist all das zulässig. Warum? – Man hat den antifaschistischen Persilschein, weil man im Gegenzug dafür den Sozialisten die Mauer macht und dafür sorgt, dass Herr Faymann noch vor der Wahl ein bisschen besser ausschaut, als dies sonst der Fall wäre. So schaut es aus! (Beifall bei ÖVP und BZÖ.)
Heiterkeit.
Wenn ich mir vorstelle, dass Jörg Haider gesagt hätte, dass nur Blondinen mit blauen Augen Kinder kriegen sollen – übrigens, Kollege Weinzinger, meine Frau hätte dann keine Kinder kriegen dürfen (Zwischenruf des Abg. Lutz Weinzinger), weder drei noch sechs, sechs schon überhaupt nicht, denn sie hat leider keine blonden Haare und braune Augen; was tue ich damit? (Heiterkeit.) Nach Lutz Weinzinger hätte sie keine Kinder kriegen sollen! Wenn das Jörg Haider gesagt hätte, wären die Empörungsrituale der vereinigten Linken nur so von dieser Rostra aus heruntergebetet worden. Nein, jetzt ist all das zulässig. Warum? – Man hat den antifaschistischen Persilschein, weil man im Gegenzug dafür den Sozialisten die Mauer macht und dafür sorgt, dass Herr Faymann noch vor der Wahl ein bisschen besser ausschaut, als dies sonst der Fall wäre. So schaut es aus! (Beifall bei ÖVP und BZÖ.)
Beifall bei ÖVP und BZÖ.
Wenn ich mir vorstelle, dass Jörg Haider gesagt hätte, dass nur Blondinen mit blauen Augen Kinder kriegen sollen – übrigens, Kollege Weinzinger, meine Frau hätte dann keine Kinder kriegen dürfen (Zwischenruf des Abg. Lutz Weinzinger), weder drei noch sechs, sechs schon überhaupt nicht, denn sie hat leider keine blonden Haare und braune Augen; was tue ich damit? (Heiterkeit.) Nach Lutz Weinzinger hätte sie keine Kinder kriegen sollen! Wenn das Jörg Haider gesagt hätte, wären die Empörungsrituale der vereinigten Linken nur so von dieser Rostra aus heruntergebetet worden. Nein, jetzt ist all das zulässig. Warum? – Man hat den antifaschistischen Persilschein, weil man im Gegenzug dafür den Sozialisten die Mauer macht und dafür sorgt, dass Herr Faymann noch vor der Wahl ein bisschen besser ausschaut, als dies sonst der Fall wäre. So schaut es aus! (Beifall bei ÖVP und BZÖ.)
Zwischenbemerkung von Bundesministerin Silhavy.
Meine Damen und Herren von der SPÖ, Sie kuscheln mit Leuten, die Ihr Vorvorvorvorgänger Vranitzky international an den Pranger gestellt hätte. So schaut es aus! Das ist die Doppelbödigkeit Ihrer Politik, die Sie derzeit dem österreichischen Wähler bieten. Nicht dass man glaubt, dass ich ein Vertreter der Political Correctness oder der Ausgrenzung sei, nein, ich will nur klarmachen ... (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Silhavy.) – Frau Bundesministerin, regen Sie sich nicht auf! Das tut Ihnen nicht gut. Sie sind dann schneller weg, wenn Sie so weitermachen. (Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek gibt das Glockenzeichen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek gibt das Glockenzeichen.
Meine Damen und Herren von der SPÖ, Sie kuscheln mit Leuten, die Ihr Vorvorvorvorgänger Vranitzky international an den Pranger gestellt hätte. So schaut es aus! Das ist die Doppelbödigkeit Ihrer Politik, die Sie derzeit dem österreichischen Wähler bieten. Nicht dass man glaubt, dass ich ein Vertreter der Political Correctness oder der Ausgrenzung sei, nein, ich will nur klarmachen ... (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Silhavy.) – Frau Bundesministerin, regen Sie sich nicht auf! Das tut Ihnen nicht gut. Sie sind dann schneller weg, wenn Sie so weitermachen. (Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei ÖVP und BZÖ.
Sie haben ein Problem, Ihren eigenen Genossinnen und Genossen klarzumachen, wieso Sie mit solchen Leuten zusammenarbeiten, die Sie früher an den Pranger gestellt haben. Das ist das Problem, das Sie heute übertünchen, indem Sie sich deren Unterstützung für Maßnahmen holen, die den österreichischen Steuerzahler sehr bitter und sehr teuer kommen werden. (Beifall bei ÖVP und BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: EU-Ausländer, habe ich gesagt!
Abgeordneter Mag. Dr. Martin Graf (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Herr Abgeordneter Peter Westenthaler hat hier in seiner Rede gesagt, dass die Freiheitliche Partei die Studiengebühren für Flüchtlinge und Asylanten abgeschafft hat. – Das ist unrichtig! (Abg. Ing. Westenthaler: EU-Ausländer, habe ich gesagt!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber ein Redebeitrag!
Tatsächlich war es bislang gemäß § 92 Abs. 1 des derzeit geltenden Gesetzes, das ja noch in Kraft ist, so, dass der Erlass und die Rückerstattung des Studienbeitrages geregelt wurden. (Der Redner hält ein Exemplar des erwähnten Gesetzestextes in die Höhe.) Hier ist eindeutig in Punkt 4 geregelt, dass Konventionsflüchtlinge bis dato von Studienbeiträgen befreit gewesen sind. – Bis dato! Jetzt werden die Österreicher diesen gleichgestellt; und das ist der Unterschied. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber ein Redebeitrag!)
Beifall bei der FPÖ.
Das heißt, die Österreicher zahlen jetzt nicht, so sie Leistung erbringen. Der Konventionsflüchtling wird aber in Zukunft, wenn er ein Bummelstudent ist, die Studienbeiträge zahlen müssen. (Beifall bei der FPÖ.)
Schriftführerin Hagenhofer und Schriftführer Jakob Auer begeben sich auf das Präsidium.
Ich bitte die Schriftführer von ÖVP und SPÖ zu mir zwecks Unterstützung bei der Auszählung bei der Abstimmung über die beiden Entschließungsanträge. (Schriftführerin Hagenhofer und Schriftführer Jakob Auer begeben sich auf das Präsidium.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja unglaublich!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich muss sagen, ich bin nach dieser Abstimmung noch einigermaßen sprachlos. Da kommt zu Beginn der Debatte über den vorigen Tagesordnungspunkt der Kollege Cap hier heraus und vergießt Krokodilstränen über die kalten Herzen der Abgeordneten, die hier auf Seiten der Grünen oder anderer Parteien im Nationalrat sitzen, reißt sein Hemd auf, um die soziale Wärme der SPÖ verströmen zu lassen, und am Ende stimmt die SPÖ gegen die Finanztransaktionssteuer. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja unglaublich!) Ja, mir fehlen wirklich die Worte! (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Beifall bei Grünen und ÖVP.
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich muss sagen, ich bin nach dieser Abstimmung noch einigermaßen sprachlos. Da kommt zu Beginn der Debatte über den vorigen Tagesordnungspunkt der Kollege Cap hier heraus und vergießt Krokodilstränen über die kalten Herzen der Abgeordneten, die hier auf Seiten der Grünen oder anderer Parteien im Nationalrat sitzen, reißt sein Hemd auf, um die soziale Wärme der SPÖ verströmen zu lassen, und am Ende stimmt die SPÖ gegen die Finanztransaktionssteuer. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja unglaublich!) Ja, mir fehlen wirklich die Worte! (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP
Meine sehr geehrten Damen und Herren, das ist ein spannender Punkt: Ausgerechnet die SPÖ, von der wir hier wahrscheinlich am ehesten angenommen hätten, dass sie gemeinsam mit uns so einem Vorhaben zustimmt (Zwischenrufe bei der ÖVP), kann und will nicht mitstimmen. Kollege Cap, ich weiß nicht: Welche Interessen werden da geschützt, falls du das mit der Optik besser hinbekommst? (Abg. Kainz: Unberechenbar!) Welche Interessen sollen da auf europäischer Ebene vonseiten der SPÖ vertreten werden? (Abg. Mag. Hakl: Schlaff! Schlaff!) Habt ihr irgendwelche besonderen Beziehungen zu Devisenhändlern, zu großen Investmentbanken, die es geraten erscheinen lassen, dass die SPÖ gegen eine Finanztransaktionssteuer auf internationaler Ebene stimmt?
Abg. Kainz: Unberechenbar!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, das ist ein spannender Punkt: Ausgerechnet die SPÖ, von der wir hier wahrscheinlich am ehesten angenommen hätten, dass sie gemeinsam mit uns so einem Vorhaben zustimmt (Zwischenrufe bei der ÖVP), kann und will nicht mitstimmen. Kollege Cap, ich weiß nicht: Welche Interessen werden da geschützt, falls du das mit der Optik besser hinbekommst? (Abg. Kainz: Unberechenbar!) Welche Interessen sollen da auf europäischer Ebene vonseiten der SPÖ vertreten werden? (Abg. Mag. Hakl: Schlaff! Schlaff!) Habt ihr irgendwelche besonderen Beziehungen zu Devisenhändlern, zu großen Investmentbanken, die es geraten erscheinen lassen, dass die SPÖ gegen eine Finanztransaktionssteuer auf internationaler Ebene stimmt?
Abg. Mag. Hakl: Schlaff! Schlaff!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, das ist ein spannender Punkt: Ausgerechnet die SPÖ, von der wir hier wahrscheinlich am ehesten angenommen hätten, dass sie gemeinsam mit uns so einem Vorhaben zustimmt (Zwischenrufe bei der ÖVP), kann und will nicht mitstimmen. Kollege Cap, ich weiß nicht: Welche Interessen werden da geschützt, falls du das mit der Optik besser hinbekommst? (Abg. Kainz: Unberechenbar!) Welche Interessen sollen da auf europäischer Ebene vonseiten der SPÖ vertreten werden? (Abg. Mag. Hakl: Schlaff! Schlaff!) Habt ihr irgendwelche besonderen Beziehungen zu Devisenhändlern, zu großen Investmentbanken, die es geraten erscheinen lassen, dass die SPÖ gegen eine Finanztransaktionssteuer auf internationaler Ebene stimmt?
Beifall bei den Grünen.
Endlich soll da einmal etwas passieren! Herr Bundesminister! Was haben Sie in diesem Bereich gemacht? – Nichts bis jetzt, leider! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Selbstverständlich! Was ist daran ungerecht und was ist an der anderen Variante gerechter? Und es kann doch nicht so sein, dass wir sagen: Wir lassen alle Vermögen aus dem Spiel. Wir sind froh, dass es viele Vermögende gibt, aber einen Beitrag zur Gestaltung des sozialen Friedens beziehungsweise zur Verteilungsgerechtigkeit brauchen sie nicht zu leisten. Die eine Variante, nämlich die Abschaffung dieser Besteuerung von Schonvermögen, des Ausräumens des Schonvermögens bei der Großmutter, bei Anverwandten, die pflegebedürftig sind, die im Pflegeheim sind, ist meiner Ansicht nach zutiefst inhuman. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das ist – das muss man auch ganz klar dazu sagen – nicht nur inhuman, sondern sie führt natürlich – das können Ihnen alle Praktiker bestätigen – zu Umgehungspraktiken. Nur: Für die Menschen in den Pflegeheimen heißt es trotzdem sehr viel, wenn sie auf ihr Sparbuch – und da geht es nicht um die großen Summen, sondern vielleicht um 10 000 oder 20 000 €, mit denen die Oma oder der Opa dann jeweils die Enkelkinder noch ein bisschen mitfinanziert –, wenn sie auf dieses Geld verzichten müssen und auf das sogenannte Schonvermögen in der Höhe von ein paar tausend Euro zurückgestutzt werden, mit dem sie dann ihre Beerdigung bezahlen können. – Geh, bitte, das ist doch wirklich zutiefst inhuman, was man da den alten Menschen antut, weil das ihnen natürlich auch ihren Stellenwert, ihre Existenz und ihr Ansehen auch gegenüber den Familienmitgliedern bis zu diesem letzten Rest raubt. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Ursula Haubner.
Wo ist der Unterschied, ob ich in Pflegestufe 1 oder 2 gepflegt werde oder in Pflegestufe 6 oder 7, was die Teuerung betrifft? Es gibt keinen Unterschied! Und daher ist es auch, wenn Sie wirklich die Situation von pflegebedürftigen Menschen ernst nehmen wollen, gleich für alle Pflegebedürftigen, wie sie von der Teuerung betroffen werden. Alle haben das Recht auf denselben Teuerungsausgleich. (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Ursula Haubner.)
Abg. Mag. Donnerbauer: Missbrauch!
Folgendes noch, Herr Bundesminister, weil das eine sehr prinzipielle Frage ist. (Der Redner hält ein Zeitungsinserat betreffend Pflege, auf dem Bundesminister Dr. Buchinger abgebildet ist, in die Höhe.) Ich möchte eigentlich von einem Bundesminister – egal, welcher Farbe, egal, um welche Frage es geht – solche Inserate, wie Sie sie schalten haben lassen, die Eckpunkte des Pflegepakets, bevor dieses noch beschlossen wurde, einen Monat bevor wir heute dieses Pflegepaket beschließen, nicht in einer Zeitung lesen. (Abg. Mag. Donnerbauer: Missbrauch!) Das, Herr Bundesminister, und ich weiß, Sie sind nicht der Einzige ... (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Folgendes noch, Herr Bundesminister, weil das eine sehr prinzipielle Frage ist. (Der Redner hält ein Zeitungsinserat betreffend Pflege, auf dem Bundesminister Dr. Buchinger abgebildet ist, in die Höhe.) Ich möchte eigentlich von einem Bundesminister – egal, welcher Farbe, egal, um welche Frage es geht – solche Inserate, wie Sie sie schalten haben lassen, die Eckpunkte des Pflegepakets, bevor dieses noch beschlossen wurde, einen Monat bevor wir heute dieses Pflegepaket beschließen, nicht in einer Zeitung lesen. (Abg. Mag. Donnerbauer: Missbrauch!) Das, Herr Bundesminister, und ich weiß, Sie sind nicht der Einzige ... (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Es freut mich dieser Applaus (in Richtung ÖVP), aber ich hoffe, Sie applaudieren jetzt auch, wenn ich sage, dass Herr Bundesminister Bartenstein, der heute „Arbeitsplätze gesichert“ inseriert, sich seine Inserate drei oder vier Tage vor den Wahlen sparen kann. (Beifall bei den Grünen.) Das ist eine Verhöhnung der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler – genauso wie das Inserat des Herrn Bundesministers Buchinger.
Beifall bei den Grünen.
Herr Bundesminister Buchinger, Sie inserieren hier, dass das Pflegegeld ab 1. Jänner 2009 erhöht wird. – Ja, aber bitte inserieren Sie es im November oder im Dezember, wenn es ab 1. Jänner 2009 erhöht wird, und inserieren Sie es bitte erst dann, wenn der Nationalrat es beschlossen hat, denn erst dann haben Sie auch eine gesetzliche Grundlage, derartige Inserate zu schalten! Ein Ministerratsbeschluss ist so unbedeutend – tut mir leid, das sagen zu müssen –, wie wenn irgendwo die Sozialpartner oder sonst irgendjemand etwas beschließen. Wir sollten doch schon die Würde, aber auch die Existenzberechtigung dieses Hauses ernst nehmen, meine sehr geehrten Damen und Herren – ganz egal, ob das ein roter oder ein schwarzer Minister ist. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Natürlich unmittelbar nichts. Das wissen auch wir. Aber nicht nur an die Adresse des Kollegen Stadler, sondern an die Adresse aller Kollegen hier im Haus, die nicht unter das alte Bezügesystem fallen, die sich 1997 für eine Pensionskassenpension entschieden haben, in die sie einzahlen: Alle diese Kollegen schweigen in der Regel in ihrer Fraktion ganz offensichtlich, waren aber bei allen Beschlüssen dabei, bei denen es darum ging, junge Menschen auf die privaten Kapitalmärkte und in die privaten Versicherungen zu treiben. Diese Kollegen, die hier in allen Fraktionen herinnen sitzen, wissen ganz genau, dass die Pensionskassenpensionen nicht nur in Zeiten extremer Krisen auf den Finanzmärkten, so wie wir sie hier erleben, sondern auch schon in normaleren Zeiten ein äußerst unsicheres Instrument zur Altersversorgung sind. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn wir in diesem Haus Pflegevorsorge nur am Beispiel dieses Pflegepakets, das wir hier heute beschließen, in Form einer Erhöhung des Pflegegeldes diskutieren, wenn wir nicht weiter darüber nachdenken, wie eine Pflegefinanzierung für die Zukunft organisiert wird, wenn es dann nur den Zwischenruf von Klubobmann Schüssel – oder war es Herr Vizekanzler Molterer? – gibt, na privatisieren wir ein paar Betriebe, dann haben wir ein bissel ein „Gerstel“, um uns den Pflegefonds zu finanzieren, dann frage ich mich, ob wir auf dem richtigen Weg sind. Ich glaube, nein, mit Privatisierung ist nichts Nachhaltiges zur Finanzierung geschaffen – tut mir leid –, selbst wenn die Privatisierung eines großen Betriebes oder die Teilprivatisierung der AUA kurzfristig etwas Geld in die Staatskassen hereinspülen würde, aber die Pflegezukunft haben wir damit nicht gesichert. Da braucht es andere Instrumente, wie etwa eine Vermögensteuer, um Pflege für die Zukunft und nachhaltig über einen Fonds zu organisieren. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Schüssel: Wir schon!
Ich halte es, Herr Klubobmann Schüssel, für keinen Zufall, dass wir den ganzen Wahlkampf weder über die Pflegezukunft noch die Pensionszukunft, nämlich im Sinn von Zukunft, noch über die Zukunft der Gesundheitsversorgung diskutieren. (Abg. Dr. Schüssel: Wir schon!)
Abg. Dr. Schüssel: Ja!
„Warum trauen wir uns da nicht etwas mehr an Wahlmöglichkeiten zu? Warum trauen wir dem Versicherten nicht zu, dass er zwischen verschiedenen Modellen wählen kann, dass sehr wohl die Basissicherheit für alle da ist, aber dass man darüber hinaus bei den Angeboten etwas differenzieren kann, Risikoabsicherung, bessere Leistungen et cetera?“ (Abg. Dr. Schüssel: Ja!) „Das sind doch Dinge, die angesichts der Situation unseres hervorragenden Gesundheitssystems hochinteressant wären.“ – Zitatende, Wolfgang Schüssel.
Abg. Hornek: Gut so! – Abg. Dr. Schüssel: Danke!
Das ist interessant. Interessant. (Abg. Hornek: Gut so! – Abg. Dr. Schüssel: Danke!) – Aber nicht deshalb, weil ich diesen Weg gehen will, Herr Klubobmann Schüssel, sondern deswegen, weil Sie damit einen Konsens, den es seit dem Jahr 2000 zwischen den Parteien gegeben hat, verlassen haben. Damals hat die Freiheitliche Partei gesagt – das war unter der Regierung Schüssel –: Wir sind eigentlich gegen die Pflichtversicherung!, und dann wurde ein Diskussionsprozess organisiert, der zu dem Ergebnis gekommen ist, dass unter allen in Frage kommenden Alternativen die Pflichtversicherung über eine öffentliche Sozialversicherung der beste Weg ist. (Abg. Dr. Schüssel: Erlauben Sie einen Zwischenruf?)
Abg. Dr. Schüssel: Erlauben Sie einen Zwischenruf?
Das ist interessant. Interessant. (Abg. Hornek: Gut so! – Abg. Dr. Schüssel: Danke!) – Aber nicht deshalb, weil ich diesen Weg gehen will, Herr Klubobmann Schüssel, sondern deswegen, weil Sie damit einen Konsens, den es seit dem Jahr 2000 zwischen den Parteien gegeben hat, verlassen haben. Damals hat die Freiheitliche Partei gesagt – das war unter der Regierung Schüssel –: Wir sind eigentlich gegen die Pflichtversicherung!, und dann wurde ein Diskussionsprozess organisiert, der zu dem Ergebnis gekommen ist, dass unter allen in Frage kommenden Alternativen die Pflichtversicherung über eine öffentliche Sozialversicherung der beste Weg ist. (Abg. Dr. Schüssel: Erlauben Sie einen Zwischenruf?)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Schüssel: Erlauben Sie einen Zwischenruf?
Sie, Herr Klubobmann Schüssel, sind der Erste von den größeren Parteien, der diesen Konsens zwischen den Parteien verlassen hat, nämlich, dass wir uns in Österreich für die Zukunft ein soziales Gesundheitssystem – mit der Möglichkeit, die noch ausgebaut, aber nicht eingeschränkt werden sollte: dass wir nämlich die Mehrklassenmedizin, die es gibt, einschränken – organisieren, wo es die gleichen Leistungen für alle, unabhängig von Geschlecht, Einkommen und beruflicher Stellung, gibt. Das ist eine Zukunft, für die wir Grünen kämpfen wollen, Herr Klubobmann Schüssel, denn es lohnt sich, dafür zu kämpfen! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Schüssel: Erlauben Sie einen Zwischenruf?)
Abg. Dr. Schüssel: Das haben Sie missverstanden! Wir wollen, dass man das öffnet innerhalb des Systems! – Rufe bei der SPÖ: Keine Zwiegespräche!
Versicherungen hinzumarschieren dürfen und sich ein Stück des Kuchens holen dürfen, entscheidend ist. Für ein solches System im Gesundheitsbereich sind wir Grünen nicht zu haben, Herr Klubobmann Schüssel! (Abg. Dr. Schüssel: Das haben Sie missverstanden! Wir wollen, dass man das öffnet innerhalb des Systems! – Rufe bei der SPÖ: Keine Zwiegespräche!)
Beifall bei den Grünen.
Herr Klubobmann Schüssel versucht mir zu erklären, dass er will, dass man innerhalb des Systems öffnet. Das halte ich für – mit Verlaub, Herr Klubobmann Schüssel! – eine Schnapsidee: Die oberösterreichische Gebietskrankenkasse konkurriert gegen die Wiener Gebietskrankenkasse um die Versicherten in Kärnten. – Wie soll das, bitte, funktionieren? Alle bauen dann gegenseitig Stützpunkte auf und werben um Kunden. Das kann nicht funktionieren! Das kann ich Ihnen vorrechnen, Herr Klubobmann Schüssel. (Beifall bei den Grünen.)
anhaltende Rufe bei der ÖVP: Schlusssatz!
Abgeordneter Karl Öllinger (fortsetzend): Frau Präsidentin, ich bringe noch folgenden Abänderungsantrag ein (anhaltende Rufe bei der ÖVP: Schlusssatz!):
Beifall bei den Grünen.
(Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neugebauer: Das Geld wird schon zur Verfügung gestellt! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich frage mich: Wo ist Vizekanzler Molterer? In Sonntagsreden spricht er immer wieder davon, wie wichtig es ist, dass man sich um die Pflege der Menschen und um die Betreuung der älteren Menschen kümmert. Die größte Erhöhung des Pflegegeldes seit Einführung des Pflegegeldes wird hier nicht von Seiten der ÖVP thematisiert – und der Vizekanzler glänzt durch Abwesenheit! Meine sehr geehrten Damen und Herren von der ÖVP, das ist sehr schade. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neugebauer: Das Geld wird schon zur Verfügung gestellt! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Eßl: Wir haben die besseren Vorschläge!
Ihre Aufregung, meine sehr geehrten Damen und Herren von der ÖVP, können Sie in die Gespräche mit den Menschen einfließen lassen. Uns Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten ist es wichtig, dass wir das, was die Menschen mit uns besprechen, weiterbringen. Wir trachten danach, die Themen, die die Menschen bewegen, weiterzubringen. Sie von der ÖVP hingegen wollen immer nur sich selbst und Ihre eigenen Themen weiterbringen, und das ist sehr schade! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Eßl: Wir haben die besseren Vorschläge!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Zur Klärung in Bezug auf den vorhergehenden Tagesordnungspunkt möchte ich eingangs noch anführen, dass die SPÖ, die Sozialdemokratische Partei Österreichs, natürlich für eine Finanztransaktionssteuer ist. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Aber, meine sehr geehrten Kolleginnen und Kollegen von der ÖVP, Anträgen, die handwerklich nicht in Ordnung sind, können wir nicht beitreten. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Wir stehen nämlich dafür, dass es eine Politik geben muss, die handwerklich in Ordnung ist und die für die Menschen in unserem Land ist. (Beifall bei der SPÖ. – Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Zur Klärung in Bezug auf den vorhergehenden Tagesordnungspunkt möchte ich eingangs noch anführen, dass die SPÖ, die Sozialdemokratische Partei Österreichs, natürlich für eine Finanztransaktionssteuer ist. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Aber, meine sehr geehrten Kolleginnen und Kollegen von der ÖVP, Anträgen, die handwerklich nicht in Ordnung sind, können wir nicht beitreten. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Wir stehen nämlich dafür, dass es eine Politik geben muss, die handwerklich in Ordnung ist und die für die Menschen in unserem Land ist. (Beifall bei der SPÖ. – Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.
Zur Klärung in Bezug auf den vorhergehenden Tagesordnungspunkt möchte ich eingangs noch anführen, dass die SPÖ, die Sozialdemokratische Partei Österreichs, natürlich für eine Finanztransaktionssteuer ist. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Aber, meine sehr geehrten Kolleginnen und Kollegen von der ÖVP, Anträgen, die handwerklich nicht in Ordnung sind, können wir nicht beitreten. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Wir stehen nämlich dafür, dass es eine Politik geben muss, die handwerklich in Ordnung ist und die für die Menschen in unserem Land ist. (Beifall bei der SPÖ. – Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Hörl: Uns auch!
Die tatkräftige Unterstützung der Familien ist uns ein riesengroßes Anliegen. (Abg. Hörl: Uns auch!) Es ist Aufgabe des Staates, den Familien beizustehen. Es ist auch Aufgabe des Staates, dafür zu sorgen, dass ältere Menschen aus der Sozialhilfe herauskommen in Richtung einer ordentlichen pflegegeldmäßigen Unterstützung und Absicherung, denn die Pflege ist eine solidarische Aufgabe der Gesellschaft.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Wo? Wo?
Wir wollen zusätzliches Geld für den Pflegebereich, damit wir in Zukunft gute Angebote für die Menschen in Österreich schaffen können. Es ist wichtig, dass Pflege leistbar, qualitätsvoll und gut vereinbar mit Familie, Beruf und den Angehörigen ist. Die Sozialdemokratie steht dafür! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Wo? Wo?)
Abg. Öllinger: In Pflegestufe 1 noch mehr!
Abgeordneter Ing. Norbert Hofer (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Ich höre immer das Märchen von einer Erhöhung des Pflegegeldes, meine Damen und Herren. Wo wird das Pflegegeld erhöht? Ist es nicht so, dass das Pflegegeld seit seiner Einführung bereits 20 Prozent an Wert verloren hat? (Abg. Öllinger: In Pflegestufe 1 noch mehr!) Ja, in Pflegestufe 1 noch mehr. – Aber Sie stellen sich heute hierher und sagen: Wir tragen soziale Verantwortung und erhöhen das Pflegegeld!
Beifall bei der FPÖ.
Diese Anpassung um 5 Prozent heißt immer noch, meine Damen und Herren, dass das Pflegegeld um 15 Prozent weniger wert ist als zum Zeitpunkt seiner Einführung. Also: Wo gibt es da eine Erhöhung des Pflegegeldes? (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Niederwieser.
Ich verstehe eines nicht: Wir hätten heute eine parlamentarische Mehrheit, um eine Wertanpassung beim Pflegegeld vorzunehmen. Jetzt meine Frage an Sie, meine Damen und Herren von der SPÖ: Wollen Sie diese parlamentarische Mehrheit für die pflegebedürftigen Menschen in Österreich nützen, oder werden Sie gemeinsam mit der ÖVP dafür stimmen, dass man beim Pflegegeld 15 Prozent an Werteinbuße in Zukunft hinnehmen muss? Ich werde die Probe aufs Exempel machen, meine Damen und Herren von der SPÖ, und werde einen diesbezüglichen Antrag einbringen, und ich bin sehr gespannt, wie die SPÖ da abstimmen wird. (Zwischenruf des Abg. Dr. Niederwieser.) Herr Kollege, sagen Sie es bitte lauter, damit ich Sie verstehe! (Abg. Dr. Niederwieser: Sie haben in Ihrer Zeit überhaupt nichts getan!)
Abg. Dr. Niederwieser: Sie haben in Ihrer Zeit überhaupt nichts getan!
Ich verstehe eines nicht: Wir hätten heute eine parlamentarische Mehrheit, um eine Wertanpassung beim Pflegegeld vorzunehmen. Jetzt meine Frage an Sie, meine Damen und Herren von der SPÖ: Wollen Sie diese parlamentarische Mehrheit für die pflegebedürftigen Menschen in Österreich nützen, oder werden Sie gemeinsam mit der ÖVP dafür stimmen, dass man beim Pflegegeld 15 Prozent an Werteinbuße in Zukunft hinnehmen muss? Ich werde die Probe aufs Exempel machen, meine Damen und Herren von der SPÖ, und werde einen diesbezüglichen Antrag einbringen, und ich bin sehr gespannt, wie die SPÖ da abstimmen wird. (Zwischenruf des Abg. Dr. Niederwieser.) Herr Kollege, sagen Sie es bitte lauter, damit ich Sie verstehe! (Abg. Dr. Niederwieser: Sie haben in Ihrer Zeit überhaupt nichts getan!)
Beifall bei der FPÖ.
Ich habe in meiner Zeit überhaupt nichts getan? – Meine Damen und Herren von der SPÖ, ich werde Ihnen etwas sagen: Diese Bundesregierung, die wir in den letzten zwei Jahren hatten, war die schlechteste, die Österreich jemals hatte! (Beifall bei der FPÖ.) Diese Bundesregierung unter dem Vorsitz eines Alfred Gusenbauer, unter der Mithilfe eines Vizekanzlers Molterer, hat alle Wahlversprechen, die Sie, meine Damen und Herren von der SPÖ, gemacht haben, gebrochen.
Beifall bei der FPÖ
tragen. Er geht offenbar davon aus, dass in einer Bundesregierung unter ihm als Bundeskanzler und mit einem Vizekanzler Pröll – bei Molterer kann man schon sagen: „Dead man walking“ (Beifall bei der FPÖ) – ein anderer Stil herrschen wird.
Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Strache – in Richtung SPÖ –: Die Wahrheit tut weh! – Ruf bei der SPÖ: Das ist ein Kasperltheater!
Meine Damen und Herren, ich erinnere mich an eine Pressekonferenz von Gusenbauer und Faymann, wo Minister Faymann gesagt hat, dass er Gusenbauer den Rücken stärkt. Gusenbauer hat gesagt: Natürlich werde ich Spitzenkandidat bei der nächsten Nationalratswahl sein! Drei Tage später war alles anders. Der Erste, der Gusenbauer das Messer in den Rücken gestoßen hat, war Faymann als „Brutus“ der Innenpolitik, meine Damen und Herren. Faymann war es! (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Strache – in Richtung SPÖ –: Die Wahrheit tut weh! – Ruf bei der SPÖ: Das ist ein Kasperltheater!) Und Sie sind das Krokodil im Kasperltheater, nehme ich an. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren, ich erinnere mich an eine Pressekonferenz von Gusenbauer und Faymann, wo Minister Faymann gesagt hat, dass er Gusenbauer den Rücken stärkt. Gusenbauer hat gesagt: Natürlich werde ich Spitzenkandidat bei der nächsten Nationalratswahl sein! Drei Tage später war alles anders. Der Erste, der Gusenbauer das Messer in den Rücken gestoßen hat, war Faymann als „Brutus“ der Innenpolitik, meine Damen und Herren. Faymann war es! (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Strache – in Richtung SPÖ –: Die Wahrheit tut weh! – Ruf bei der SPÖ: Das ist ein Kasperltheater!) Und Sie sind das Krokodil im Kasperltheater, nehme ich an. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
(Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das, meine Damen und Herren von der SPÖ, war Ihr Wahlversprechen vor der letzten Nationalratswahl. Es ist heute die letzte Möglichkeit, die letzte Sitzung in dieser Legislaturperiode, wo Sie dieses Wahlversprechen umsetzen können. Ich bin gespannt darauf, ob Sie gegen Ihr eigenes Wahlversprechen stimmen werden oder dafür. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Das ist eine Frechheit!
Heute ist schon oft Wien zitiert worden in Bezug darauf, wie es denn in Wien mit sozialen Errungenschaften steht. Schauen wir uns diesbezüglich einmal den Bericht des Bundes-Rechnungshofes an! Jedes vierte Pflegegeldverfahren in Wien dauert länger als sechs Monate. – „Bravo“! Ein großer Teil der Anspruchsberechtigten verstirbt, bevor er das Pflegegeld bekommt. (Abg. Strache: Das ist eine Frechheit!)
Abg. Riepl: Es ist ganz anders!
Besonders perfide finde ich es, meine Damen und Herren, dass sogar pflegebedürftige behinderte Kinder nicht zu Hause vom Arzt besucht werden, sondern zum Arzt kommen müssen, um begutachtet zu werden. (Abg. Riepl: Es ist ganz anders!) Das steht so im Bericht des Bundes-Rechnungshofes. Und niemand würde dem Bundes-Rechnungshof unterstellen, dass er lügt. (Abg. Riepl: In der Praxis ist das nicht so!) Genau so steht es im Bericht des Bundes-Rechnungshofes! Da frage ich mich schon: Warum ändert man das nicht im „sozialen“ Wien? Das wäre doch wirklich notwendig, meine Damen und Herren von der SPÖ! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Riepl.)
Abg. Riepl: In der Praxis ist das nicht so!
Besonders perfide finde ich es, meine Damen und Herren, dass sogar pflegebedürftige behinderte Kinder nicht zu Hause vom Arzt besucht werden, sondern zum Arzt kommen müssen, um begutachtet zu werden. (Abg. Riepl: Es ist ganz anders!) Das steht so im Bericht des Bundes-Rechnungshofes. Und niemand würde dem Bundes-Rechnungshof unterstellen, dass er lügt. (Abg. Riepl: In der Praxis ist das nicht so!) Genau so steht es im Bericht des Bundes-Rechnungshofes! Da frage ich mich schon: Warum ändert man das nicht im „sozialen“ Wien? Das wäre doch wirklich notwendig, meine Damen und Herren von der SPÖ! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Riepl.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Riepl.
Besonders perfide finde ich es, meine Damen und Herren, dass sogar pflegebedürftige behinderte Kinder nicht zu Hause vom Arzt besucht werden, sondern zum Arzt kommen müssen, um begutachtet zu werden. (Abg. Riepl: Es ist ganz anders!) Das steht so im Bericht des Bundes-Rechnungshofes. Und niemand würde dem Bundes-Rechnungshof unterstellen, dass er lügt. (Abg. Riepl: In der Praxis ist das nicht so!) Genau so steht es im Bericht des Bundes-Rechnungshofes! Da frage ich mich schon: Warum ändert man das nicht im „sozialen“ Wien? Das wäre doch wirklich notwendig, meine Damen und Herren von der SPÖ! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Riepl.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Verbände, wischen Erbrochenes weg – aber die haben keine Pensionsabsicherung! Warum ist das nicht möglich, wo bleibt da Ihre soziale Handschrift, meine Damen und Herren von der SPÖ? (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Eines noch: Sie haben es nicht geschafft, das Pflegeproblem in Österreich zu lösen – leider! –, und ich glaube nicht daran, dass Sie es mit der geplanten rot-schwarzen Regierung nach dieser Wahl schaffen werden, denn jetzt hätten Sie die Möglichkeit gehabt, mit einer Verfassungsmehrheit die wirklich großen Probleme unseres Landes zu lösen. Ich kann Ihnen garantieren, nach dieser Wahl werden Sie keine Verfassungsmehrheit mehr haben, meine Damen und Herren von den Koalitionsparteien! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten des BZÖ.
Aber mich wundert eines, nämlich dass dieses Pflegepaket im Fünf-Punkte-Programm von Werner Faymann enthalten ist, denn es wurde schon im August zwischen Minister Bartenstein und Minister Buchinger vereinbart, dass dieses Pflegepaket in dieser Form heute beschlossen wird und heute kommt. Dass man daraus Wahlkampf, Wahlkampfmunition macht, das verstehe ich einfach nicht. Das ist eine Polemik, die nicht auf dem Rücken behinderter Menschen ausgetragen werden sollte. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten des BZÖ.)
Allgemeiner Beifall.
Heute ist der letzte Tag meiner Kollegin Theresia Haidlmayr, der Behindertensprecherin der Grünen, hier im Nationalrat, und ich möchte diese Gelegenheit dazu nutzen, mich von ihr gebührend zu verabschieden. Sie war eine, ich möchte sagen, sehr streitbare Kollegin, die aber voll Engagement lautstark und teilweise mit vollem Körpereinsatz ihre Anliegen vertreten hat. (Allgemeiner Beifall.) Du wirst uns in Erinnerung bleiben, Resi! – Danke. (Beifall bei ÖVP, FPÖ, Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und BZÖ.)
Beifall bei ÖVP, FPÖ, Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und BZÖ.
Heute ist der letzte Tag meiner Kollegin Theresia Haidlmayr, der Behindertensprecherin der Grünen, hier im Nationalrat, und ich möchte diese Gelegenheit dazu nutzen, mich von ihr gebührend zu verabschieden. Sie war eine, ich möchte sagen, sehr streitbare Kollegin, die aber voll Engagement lautstark und teilweise mit vollem Körpereinsatz ihre Anliegen vertreten hat. (Allgemeiner Beifall.) Du wirst uns in Erinnerung bleiben, Resi! – Danke. (Beifall bei ÖVP, FPÖ, Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und BZÖ.)
Beifall bei Grünen, SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Abgeordnete Sabine Mandak (Grüne): Danke, Frau Präsidentin! Danke auch dir, Franz-Joseph, für diese lieben Worte an die Theresia. Es ist jetzt für mich fast ein bisschen schwer zu reden, weil deine Worte auch zeigen, dass es jenseits dieser vielen Streitigkeiten, die übertragen werden, doch auch sehr viel an Wertschätzung und zutiefst berechtigter Wertschätzung in diesem Haus gibt. Ich finde es schön, wenn das auch einmal rüberkommt. (Beifall bei Grünen, SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn Franz-Joseph Huainigg jetzt sagt, es sei insofern zu rechtfertigen, dass die hohen Stufen stärker erhöht werden, dann kann ich ihm nur antworten: Dann macht doch bitte endlich die nach oben offene Pflegegeldstufe, die unsere Kollegin Theresia Haidlmayr seit Jahren einfordert und immer wieder beantragt, damit es eine Möglichkeit gibt für all jene, die einen sehr hohen Pflege- und Betreuungsbedarf haben, damit diese Menschen auch wirklich entsprechend ihrer Betreuungswürdigkeit gefördert werden können und das Geld bekommen, das sie brauchen! Warum lehnen Sie diese Forderung bis heute immer wieder ab? (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das ist einer unserer ganz großen Kritikpunkte an dieser Regierung: Sie hat sich in den letzten Jahren immer nur mit der Rund-um-die-Uhr-Betreuung beschäftigt. Diese Rund-um-die-Uhr-Betreuung – ich habe es Ihnen herauskopiert (die Rednerin zeigt eine Graphik) – betrifft 5 Prozent aller Menschen, die Betreuung und Unterstützung brauchen. 5 Prozent! Über 95 Prozent der Menschen, über diesen großen Anteil haben Sie in all diesen Jahren nicht geredet. Sie haben um die Rund-um-die-Uhr-Betreuung gestritten, und alle anderen sind auf der Strecke geblieben! Das mache ich Ihnen ganz massiv zum Vorwurf. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.
Das heißt, wenn rund die Hälfte der PensionsbezieherInnen sich die Rund-um-die-Uhr-Betreuung leisten würde, dann bliebe ihnen kein Cent im Monat übrig zum Leben. Und das kann doch, bitte, nicht Ihre Antwort sein auf die Probleme, die Menschen haben, wenn sie alt sind und Betreuung brauchen! Das kann doch nicht wahr sein! (Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.) – Nein, Frau Kollegin Lapp, das können Sie mir nicht einreden!
Beifall bei den Grünen.
Was wir dringend brauchen, ist ein Rechtsanspruch auf Pflege und Betreuung und Unterstützung im Alter. Es darf nicht länger ein persönliches Risiko sein: Wenn ich Glück habe, werde ich nicht pflegebedürftig, macht es schnipps, und ich falle vom Stuhl und bin tot; und wenn ich Pech habe und mit 70, 85 pflegebedürftig bin, dann rinnt jedes Monat unerbittlich mein erspartes kleines Geld hinein, und das geht so weit, dass das Eigenheim, das man hat, weg ist. Das kann doch nicht Ihre Perspektive für Menschen im Alter sein! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wir werden 2050 in Österreich eine Million Menschen über 80 Jahre haben. Es ist höchste Zeit, hier ein umfassendes Konzept zu machen und nicht nur an kleinen Mosaiksteinchen herumzubasteln. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geschätzte Damen und Herren, ich freue mich, dass es nach Gesprächen mit den Ländern gelungen ist, in den Bundesländern Tirol, Steiermark und Burgenland, auf deren dortige regionale Initiativen, aber eingebunden in einen Diskussionszusammenhang auch mit der Bundespolitik, den Kinder-, teilweise sogar den Angehörigenregress in den nächsten Monaten zu beseitigen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Natürlich kann man alles kritisieren, man kann auch fordern: 10 Prozent, 20 Prozent, laufende Valorisierungen. Aber, meine sehr geschätzten Damen und Herren, die 400 000 Pflegegeldbezieher und -bezieherinnen haben wenig von den Forderungen. Sie haben aber viel von jedem Schritt realer Umsetzung, der Ihnen heute hier im Parlament hoffentlich einstimmig gelingen wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Steibl: Wachteleier legen Sie!
Die Kritiker und Kritikerinnen dieses Konzeptes kommen mir schon ein wenig vor wie Hühner, die gackern, während andere die Eier legen, meine sehr geschätzten Damen und Herren! Wir legen gute Eier, Sie legen gute Eier mit dieser Verbesserung des Pflegegeldrechtes. (Abg. Steibl: Wachteleier legen Sie!)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! 400 000 Österreicherinnen und Österreicher haben die Pflegegeldhöhe in den letzten Jahren evaluiert und sagen, es ist zu wenig. Und daher wird das jetzt erhöht, und das ist gut so, und ich bedanke mich dafür. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Bundesminister für Soziales und Konsumentenschutz Dr. Erwin Buchinger (fortsetzend): ... eines Pflegefonds bereits andiskutiert worden ist. Ich wünsche, hoffe und erwarte vom kommenden Nationalrat, dass die Verbesserungen für die Menschen in Österreich mit derselben Verve, mit demselben Tempo umgesetzt werden, wie wir das in diesen letzten 20 Monaten getan haben. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Anmerkung: als die von Darabos angegebenen 144
Schließlich weist der RH darauf hin, „dass die Flugzeuge tatsächlich wesentlich höhere Flugstunden (Anmerkung: als die von Darabos angegebenen 144) aufwiesen.“
Abg. Pfeffer: Mein Gott na!
Abgeordneter Walter Murauer (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Sehr geehrter Herr Verteidigungsminister unserer Republik Norbert Darabos! (Abg. Pfeffer: Mein Gott na!) Ich glaube, Sie stimmen mir zu, wenn ich Ihnen sage, dass Sie nicht gerade der Tapferste aller Verteidigungsminister sind, die wir in der Zweiten Republik hatten, sondern Sie sind einer, der, wenn es eng wird, die Flucht ergreift. Wenn wir etwas wissen wollen, Informationen brauchen, dann ist der Verteidigungsminister auf und davon. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Walter Murauer (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Sehr geehrter Herr Verteidigungsminister unserer Republik Norbert Darabos! (Abg. Pfeffer: Mein Gott na!) Ich glaube, Sie stimmen mir zu, wenn ich Ihnen sage, dass Sie nicht gerade der Tapferste aller Verteidigungsminister sind, die wir in der Zweiten Republik hatten, sondern Sie sind einer, der, wenn es eng wird, die Flucht ergreift. Wenn wir etwas wissen wollen, Informationen brauchen, dann ist der Verteidigungsminister auf und davon. (Beifall bei der ÖVP.)
Rufe bei der SPÖ: Nein! Dort!
Heute sind Sie da, ich freue mich darüber. Herr Faymann hat das Feld bereits verlassen. (Rufe bei der SPÖ: Nein! Dort!) Er steht auf der anderen Seite, er hat die Seiten gewechselt; danke für den Hinweis. (Rufe bei der SPÖ: Molterer! Molterer! Wo ist Molterer? – Unruhe im Saal.)
Rufe bei der SPÖ: Molterer! Molterer! Wo ist Molterer? – Unruhe im Saal.
Heute sind Sie da, ich freue mich darüber. Herr Faymann hat das Feld bereits verlassen. (Rufe bei der SPÖ: Nein! Dort!) Er steht auf der anderen Seite, er hat die Seiten gewechselt; danke für den Hinweis. (Rufe bei der SPÖ: Molterer! Molterer! Wo ist Molterer? – Unruhe im Saal.)
Abg. Parnigoni: Wo ist die ÖVP? Wo ist die ÖVP?
Jetzt darf ich auf Sie, Herr Bundesminister, zu sprechen kommen, und zwar ... (Abg. Parnigoni: Wo ist die ÖVP? Wo ist die ÖVP?) Die ÖVP ist am Wort.
Abg. Parnigoni: Reden Sie vom Innenministerium, Herr Murauer?
Aber zu Ihnen, Herr Bundesminister! Sie sind auch tapfer genug, wenn es um Einfärbungen geht, darum, SPÖ-Nahestehende in die Zentralorganisation, in die Zentralstellen und in die obersten Führungsgarnituren des Bundesheeres zu bringen. (Abg. Parnigoni: Reden Sie vom Innenministerium, Herr Murauer?) Bei der Einfärbung sind Sie entsprechend tapfer, das machen Sie, ohne irgendjemanden zu fragen, ohne irgendjemanden zu informieren. Sie schreiben auch Posten aus, die nicht unbedingt notwendigerweise ausgeschrieben werden müssen. Sogar rechtswidrige Ausschreibungen hat man Ihnen vorgeworfen. – Da sind Sie entsprechend tapfer. Großartig!
Abg. Mag. Muttonen: Sind Sie neidisch?
Aber dann hat Sie Ihre Tapferkeit verlassen, Herr Bundesminister Darabos. Sie haben das erste Mal die Flucht ergriffen, als der erste gebrauchte Eurofighter in Zeltweg gelandet ist. Da haben Sie unseren Herrn Bundespräsidenten ersucht: Bitte, kann ich auch mitfahren nach Montenegro, damit ich nicht dabei sein muss, wenn der erste Flieger kommt? Nur weg, dann bin ich nicht da, denn unter Umständen könnte ich zu irgendwelchen Vergleichen oder Verträgen befragt werden. Sie waren also mit dem Herrn Bundespräsidenten weg. (Abg. Mag. Muttonen: Sind Sie neidisch?) Ich denke, für einen Verteidigungsminister wäre es angebracht, ein bisserl mutiger zu sein; ein bisserl mutiger, anstatt die Flucht zu ergreifen und ängstlich zu sein. – Nun, wenn ich solch einen Vergleich abgeschlossen hätte, wäre ich auch entmutigt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Aber dann hat Sie Ihre Tapferkeit verlassen, Herr Bundesminister Darabos. Sie haben das erste Mal die Flucht ergriffen, als der erste gebrauchte Eurofighter in Zeltweg gelandet ist. Da haben Sie unseren Herrn Bundespräsidenten ersucht: Bitte, kann ich auch mitfahren nach Montenegro, damit ich nicht dabei sein muss, wenn der erste Flieger kommt? Nur weg, dann bin ich nicht da, denn unter Umständen könnte ich zu irgendwelchen Vergleichen oder Verträgen befragt werden. Sie waren also mit dem Herrn Bundespräsidenten weg. (Abg. Mag. Muttonen: Sind Sie neidisch?) Ich denke, für einen Verteidigungsminister wäre es angebracht, ein bisserl mutiger zu sein; ein bisserl mutiger, anstatt die Flucht zu ergreifen und ängstlich zu sein. – Nun, wenn ich solch einen Vergleich abgeschlossen hätte, wäre ich auch entmutigt. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Jarolim: Aus welchem Wahlkreis kommen Sie?
Ihre Tapferkeit, Herr Bundesminister Darabos, hat Sie auch verlassen, als das Parlament den Rechnungshof ersucht hat (Abg. Dr. Jarolim: Aus welchem Wahlkreis kommen Sie?), er möchte Ihren Vergleich prüfen. Es gab dann einen Rohbericht, die Frau Präsidentin hat zugesagt, dass dieser Rohbericht selbstverständlich dem Parlament zur Verfügung gestellt wird. Wir warteten, dann kam der Rohbericht – und wer hat ihn nicht zur Verfügung gestellt? Sie, Herr Darabos!
Beifall bei der ÖVP.
Herr Bundesminister, das Parlament hat das Recht, Informationen des Rechnungshofes zu bekommen. Wenn die Frau Präsidentin auch noch zusagt, dass der Rechnungshofbericht vorgelegt werden wird, dann hat das zu geschehen. Sie können nicht einfach sagen: Das mach’ ich nicht! Wenn der Rechnungshofausschuss tagt, komme ich nicht, ich werde wieder die Flucht ergreifen. – So, Herr Bundesminister, ist das sicher nicht akzeptabel. (Beifall bei der ÖVP.)
Heiterkeit bei SPÖ und Grünen
Der Herr Kollege Ausschussvorsitzende Kogler von den Freiheitlichen, hier ist er (Heiterkeit bei SPÖ und Grünen), hat gemeint, dass er den Herrn Verteidigungsminister, wenn es notwendig ist, mit der Polizei herbeiholen möchte. Stimmt das? (Abg. Krainer: Er ist ein Grüner! Das ist eine tatsächliche Berichtigung: Der Herr Kogler ist ein Grüner!) Also bis jetzt waren Sie relativ knieweich mit der Herbeiholung, aber das ist wieder ein anderes Kapitel.
Abg. Krainer: Er ist ein Grüner! Das ist eine tatsächliche Berichtigung: Der Herr Kogler ist ein Grüner!
Der Herr Kollege Ausschussvorsitzende Kogler von den Freiheitlichen, hier ist er (Heiterkeit bei SPÖ und Grünen), hat gemeint, dass er den Herrn Verteidigungsminister, wenn es notwendig ist, mit der Polizei herbeiholen möchte. Stimmt das? (Abg. Krainer: Er ist ein Grüner! Das ist eine tatsächliche Berichtigung: Der Herr Kogler ist ein Grüner!) Also bis jetzt waren Sie relativ knieweich mit der Herbeiholung, aber das ist wieder ein anderes Kapitel.
Beifall bei der ÖVP.
Herr Bundesminister Darabos, allein die Tatsache, dass der Rechnungshof feststellt, dass Sie militärischen und sicherheitspolitischen Aspekte bei Ihrem Vergleich keinerlei Priorität eingeräumt haben, sie nicht berücksichtigt haben, verdient schon Misstrauen. Herr Darabos, Sie sind Verteidigungsminister – und daher auch dafür da, dass Sie militärische und sicherheitspolitische Aspekte unseres Landes entsprechend berücksichtigen, wenn Sie Veränderungen von Verträgen beabsichtigen beziehungsweise in Angriff nehmen. Schon allein aus diesem Grund wäre Ihnen, Herr Minister Darabos, das Misstrauen auszusprechen! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Und jetzt erhebt sich die selbstverständliche Frage: Wann kommt denn das von Ihnen, wie Sie sagen, eingesparte Geld? – Ursprünglich haben Sie ja, Herr Minister Darabos, gemeint, 374 Millionen € hätten Sie da an Ersparnis erzielt. Wann kommt denn bitte das Geld auf das Konto des Finanzministeriums?! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Auf das
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Das ist interessant, auch für die Angehörigen des Bundesheeres, dass ihr Minister – ich weiß nicht, ob es noch einen Minister gibt, der sagt, Geld brauche ich nicht –, dass also der Verteidigungsminister sagt, diese Ersparnis – die ich ohnedies anzweifle – brauche man nicht für Verteidigungsausgaben, denn es fehle nicht an Beschaffungen, nicht an Ausrüstung für die Kader, auch nicht für die Grundwehrdiener und die Miliz. Diese hätten – so die Ansicht des Verteidigungsministers – genug an Ausrüstungsgegenständen und Geräten; deswegen brauchen sie diese eingesparten Millionen nicht. – Ich „gratuliere“ Ihnen, Herr Minister, dazu sehr herzlich! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ
Nun einige Details, geschätzte Damen und Herren, zu dieser „glorreichen“ Vereinbarung. Die Regierung Schüssel hat – gemeinsam mit der Freiheitlichen Partei – objektiv ausgewählt (ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ), und zwar nach einem Pflichtenheft, nach Soll- und Musskriterien. Das für all jene, die sich bei dieser Materie auskennen. Sie (in Richtung SPÖ) kennen sich nicht aus, das weiß ich; das macht aber nichts. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich hoffe aber, dass es den einen oder anderen in der sozialdemokratischen Fraktion gibt, der sich dabei auskennt.
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Nun einige Details, geschätzte Damen und Herren, zu dieser „glorreichen“ Vereinbarung. Die Regierung Schüssel hat – gemeinsam mit der Freiheitlichen Partei – objektiv ausgewählt (ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ), und zwar nach einem Pflichtenheft, nach Soll- und Musskriterien. Das für all jene, die sich bei dieser Materie auskennen. Sie (in Richtung SPÖ) kennen sich nicht aus, das weiß ich; das macht aber nichts. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich hoffe aber, dass es den einen oder anderen in der sozialdemokratischen Fraktion gibt, der sich dabei auskennt.
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Zielerfassung und Nachtflugtauglichkeit, das war inkludiert in der Bestellung. Sie aber, Herr Bundesminister Darabos, haben auch das abbestellt, weil Sie sagen: Wir brauchen keine Zielerfassung, was soll denn das!? – Ein Flugzeug soll Ihrer Meinung nach halt ziellos fliegen – so wie Sie! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Nach Ansicht des Verteidigungsministers Darabos brauchen diese Flugzeuge auch keine Nachtflugtauglichkeit, weil man ja so etwas für ein Auto auch nicht braucht; sollen die halt nur am Tag fliegen. Und nach Ansicht des Verteidigungsministers braucht man auch keine Selbstschutzausrüstung für die Piloten; die sollen gefälligst aufpassen, wohin sie fliegen! – Herr Bundesminister Darabos, solch ein Vergleich gehört abgelehnt! So etwas sucht wirklich seinesgleichen! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Heinzl.
Jetzt vielleicht noch eine Beurteilung, weil ja der eine oder andere sagen könnte: Na ja, die von der ÖVP haben diese Flugzeuge bestellt; jetzt aber genügen auch die gebrauchten; sollen sie halt nur tagsüber fliegen, auch wenn es keine Pilotensicherheit gibt, und so weiter. (Zwischenruf des Abg. Heinzl.) Wissen Sie, was die Zeitschrift „Der Offizier“, die unabhängige Zeitschrift der Offiziersgesellschaft, sagt? – „Der Darabos-Deal: weniger Quantität, weniger Qualität“ – und ein höherer Kostenpunkt.
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich erinnere in diesem Zusammenhang an einen Autokauf. Wenn heute ein Autoverkäufer sagt, „fast neuwertig“, dann kann man eigentlich schon gehen, denn da stimmt etwas mit dem Auto nicht. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abschließend, Herr Noch-Verteidigungsminister Darabos: Verschonen Sie diese Regierung, insbesondere das österreichische Bundesheer! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Donnerbauer: Der Zach hat gewusst, was er zu tun hat!
Bundesminister für Landesverteidigung Mag. Norbert Darabos: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! (Abg. Mag. Donnerbauer: Der Zach hat gewusst, was er zu tun hat!) Eines vorweg, Herr Kollege Murauer: Es ist möglicherweise Ihre letzte Rede im Parlament gewesen (Ruf bei der ÖVP: Ihre auch!), aber ich sage Ihnen eines: Sie können nur unter dem Schutz der Immunität behaupten, dass ich die Unwahrheit gesagt habe. (Rufe bei der ÖVP: Nein! Nein!) Ich lasse mir von Ihnen alles vorwerfen, man kann über Verhandlungen immer diskutieren, aber ich habe nie in meinem Leben politisch die Unwahrheit gesagt, und schon gar nicht, was die Eurofighter-Frage betrifft. (Beifall bei der SPÖ. – Zahlreiche Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Dr. Schüssel: Das ist schon die erste Unwahrheit!)
Ruf bei der ÖVP: Ihre auch!
Bundesminister für Landesverteidigung Mag. Norbert Darabos: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! (Abg. Mag. Donnerbauer: Der Zach hat gewusst, was er zu tun hat!) Eines vorweg, Herr Kollege Murauer: Es ist möglicherweise Ihre letzte Rede im Parlament gewesen (Ruf bei der ÖVP: Ihre auch!), aber ich sage Ihnen eines: Sie können nur unter dem Schutz der Immunität behaupten, dass ich die Unwahrheit gesagt habe. (Rufe bei der ÖVP: Nein! Nein!) Ich lasse mir von Ihnen alles vorwerfen, man kann über Verhandlungen immer diskutieren, aber ich habe nie in meinem Leben politisch die Unwahrheit gesagt, und schon gar nicht, was die Eurofighter-Frage betrifft. (Beifall bei der SPÖ. – Zahlreiche Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Dr. Schüssel: Das ist schon die erste Unwahrheit!)
Rufe bei der ÖVP: Nein! Nein!
Bundesminister für Landesverteidigung Mag. Norbert Darabos: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! (Abg. Mag. Donnerbauer: Der Zach hat gewusst, was er zu tun hat!) Eines vorweg, Herr Kollege Murauer: Es ist möglicherweise Ihre letzte Rede im Parlament gewesen (Ruf bei der ÖVP: Ihre auch!), aber ich sage Ihnen eines: Sie können nur unter dem Schutz der Immunität behaupten, dass ich die Unwahrheit gesagt habe. (Rufe bei der ÖVP: Nein! Nein!) Ich lasse mir von Ihnen alles vorwerfen, man kann über Verhandlungen immer diskutieren, aber ich habe nie in meinem Leben politisch die Unwahrheit gesagt, und schon gar nicht, was die Eurofighter-Frage betrifft. (Beifall bei der SPÖ. – Zahlreiche Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Dr. Schüssel: Das ist schon die erste Unwahrheit!)
Beifall bei der SPÖ. – Zahlreiche Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Dr. Schüssel: Das ist schon die erste Unwahrheit!
Bundesminister für Landesverteidigung Mag. Norbert Darabos: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! (Abg. Mag. Donnerbauer: Der Zach hat gewusst, was er zu tun hat!) Eines vorweg, Herr Kollege Murauer: Es ist möglicherweise Ihre letzte Rede im Parlament gewesen (Ruf bei der ÖVP: Ihre auch!), aber ich sage Ihnen eines: Sie können nur unter dem Schutz der Immunität behaupten, dass ich die Unwahrheit gesagt habe. (Rufe bei der ÖVP: Nein! Nein!) Ich lasse mir von Ihnen alles vorwerfen, man kann über Verhandlungen immer diskutieren, aber ich habe nie in meinem Leben politisch die Unwahrheit gesagt, und schon gar nicht, was die Eurofighter-Frage betrifft. (Beifall bei der SPÖ. – Zahlreiche Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Dr. Schüssel: Das ist schon die erste Unwahrheit!)
Beifall und Bravorufe bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Die Erfindungen, die Sie hier von diesem Pult aus abgegeben haben, sind einer christlich-sozialen Einstellung nicht würdig; das sage ich Ihnen auch ganz offen. (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Erstens: Herr Kollege Murauer, Herr Kollege Schüssel, den Eurofighter habe nicht ich bestellt, den haben Sie bestellt! Und: Sie haben den schlechtesten Vertrag der Zweiten Republik abgeschlossen! (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Haben Sie den Rechnungshofbericht nicht gelesen?
Aus diesem Vertrag herauszukommen, war leider unmöglich. Ich habe es versucht; ich habe eine Ersparnis für die Republik Österreich herausverhandelt. Diese Ersparnis werde ich Ihnen auch noch erklären. (Ruf bei der ÖVP: Haben Sie den Rechnungshofbericht nicht gelesen?)
Abg. Murauer: Das ist richtig! Also sagen Sie die Wahrheit!
Zweitens: Einsparungspotenzial. Liebe Kolleginnen und Kollegen, da geht es wieder um Wahrheit und Unwahrheit. (Abg. Murauer: Das ist richtig! Also sagen Sie die Wahrheit!) Ich sage die Wahrheit. Ich zeige Ihnen hier den Vergleich mit der Firma Eurofighter. (Der Redner hält eine vergrößerte Kopie eines Schriftstückes in die Höhe. – Abg. Murauer: Ist das alles?) Da ist die Unterschrift des Herrn Aloysius Rauen (Abg. Mag. Donnerbauer: Vier Zeilen sind das!) – ja, das ist Ihnen peinlich, ich weiß es (Abg. Mag. Donnerbauer: Uns nicht, Ihnen!) –, und da ist die Unterschrift des Bundesministers für Landesverteidigung Norbert Darabos. Und da steht:
Der Redner hält eine vergrößerte Kopie eines Schriftstückes in die Höhe. – Abg. Murauer: Ist das alles?
Zweitens: Einsparungspotenzial. Liebe Kolleginnen und Kollegen, da geht es wieder um Wahrheit und Unwahrheit. (Abg. Murauer: Das ist richtig! Also sagen Sie die Wahrheit!) Ich sage die Wahrheit. Ich zeige Ihnen hier den Vergleich mit der Firma Eurofighter. (Der Redner hält eine vergrößerte Kopie eines Schriftstückes in die Höhe. – Abg. Murauer: Ist das alles?) Da ist die Unterschrift des Herrn Aloysius Rauen (Abg. Mag. Donnerbauer: Vier Zeilen sind das!) – ja, das ist Ihnen peinlich, ich weiß es (Abg. Mag. Donnerbauer: Uns nicht, Ihnen!) –, und da ist die Unterschrift des Bundesministers für Landesverteidigung Norbert Darabos. Und da steht:
Abg. Mag. Donnerbauer: Vier Zeilen sind das!
Zweitens: Einsparungspotenzial. Liebe Kolleginnen und Kollegen, da geht es wieder um Wahrheit und Unwahrheit. (Abg. Murauer: Das ist richtig! Also sagen Sie die Wahrheit!) Ich sage die Wahrheit. Ich zeige Ihnen hier den Vergleich mit der Firma Eurofighter. (Der Redner hält eine vergrößerte Kopie eines Schriftstückes in die Höhe. – Abg. Murauer: Ist das alles?) Da ist die Unterschrift des Herrn Aloysius Rauen (Abg. Mag. Donnerbauer: Vier Zeilen sind das!) – ja, das ist Ihnen peinlich, ich weiß es (Abg. Mag. Donnerbauer: Uns nicht, Ihnen!) –, und da ist die Unterschrift des Bundesministers für Landesverteidigung Norbert Darabos. Und da steht:
Abg. Mag. Donnerbauer: Uns nicht, Ihnen!
Zweitens: Einsparungspotenzial. Liebe Kolleginnen und Kollegen, da geht es wieder um Wahrheit und Unwahrheit. (Abg. Murauer: Das ist richtig! Also sagen Sie die Wahrheit!) Ich sage die Wahrheit. Ich zeige Ihnen hier den Vergleich mit der Firma Eurofighter. (Der Redner hält eine vergrößerte Kopie eines Schriftstückes in die Höhe. – Abg. Murauer: Ist das alles?) Da ist die Unterschrift des Herrn Aloysius Rauen (Abg. Mag. Donnerbauer: Vier Zeilen sind das!) – ja, das ist Ihnen peinlich, ich weiß es (Abg. Mag. Donnerbauer: Uns nicht, Ihnen!) –, und da ist die Unterschrift des Bundesministers für Landesverteidigung Norbert Darabos. Und da steht:
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Hornek: Gibt es eine zweite Seite auch?
Insgesamt ergibt sich aus den Punkten eine Gesamtreduktion des Entgelts von mindestens 370 Millionen €. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Hornek: Gibt es eine zweite Seite auch?)
Abg. Dr. Stummvoll: Umdrehen! Umdrehen!
Und wenn Sie schon beim Autovergleich sind: Wenn Sie einen Vertrag mit einem Autoverkäufer abschließen, dann nehme ich an, dass dieser Vertrag auch hält, hoffe ich für Sie als Käufer. – 370 Millionen € Einsparungsvolumen im Vertrag eindeutig festgelegt. (Abg. Dr. Stummvoll: Umdrehen! Umdrehen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Hornek: Und die Nachrüstung?
Dritter Punkt: Durch die Reduzierung der Stückzahl auf 15, durch die Feststellung der Baugleichheit – das ist ja witzig, Ihre Argumente, die Sie da liefern, können die Zuschauer natürlich nicht nachvollziehen, weil keiner weiß, was Tranche 1, Tranche 2, Block 5, Block 8 ist –, durch die von mir erzielte Vergleichspunktation ersparen wir uns in 30 Jahren noch einmal 730 Millionen €. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Hornek: Und die Nachrüstung?) Das ist 1 Milliarde € insgesamt für die Republik Österreich, die wir für ganz wichtige Vorhaben ausgeben können. Das können Sie jederzeit nachvollziehen: 1 Milliarde € für die Republik Österreich. (Ruf bei der ÖVP: Haben Sie den Rechnungshofbericht nicht gelesen?)
Ruf bei der ÖVP: Haben Sie den Rechnungshofbericht nicht gelesen?
Dritter Punkt: Durch die Reduzierung der Stückzahl auf 15, durch die Feststellung der Baugleichheit – das ist ja witzig, Ihre Argumente, die Sie da liefern, können die Zuschauer natürlich nicht nachvollziehen, weil keiner weiß, was Tranche 1, Tranche 2, Block 5, Block 8 ist –, durch die von mir erzielte Vergleichspunktation ersparen wir uns in 30 Jahren noch einmal 730 Millionen €. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Hornek: Und die Nachrüstung?) Das ist 1 Milliarde € insgesamt für die Republik Österreich, die wir für ganz wichtige Vorhaben ausgeben können. Das können Sie jederzeit nachvollziehen: 1 Milliarde € für die Republik Österreich. (Ruf bei der ÖVP: Haben Sie den Rechnungshofbericht nicht gelesen?)
Abg. Murauer: Nein, nein, nein! Das ist nicht hochgerechnet, das ist der reale Wert!
Vierter Punkt: Gegengeschäfte. Sie haben von den Gegengeschäften gesprochen. Ich kann mich noch dunkel erinnern – es ist ganz schwer, sich zu erinnern, weil das war einmal Schwarz-Blau, dann Schwarz-Orange, Schwarz-Bunt –, dass die Regierung am Beginn 30 Eurofighter bestellen wollte. Ich glaube, das war noch vor Herbert Scheibner. Unter Herbert Scheibner wurde dann auf 24 Eurofighter und später auf 18 reduziert. – Bitte, wo sind da die Gegengeschäfte? Das sind 840 Millionen €, wenn Sie das so hochrechnen würden und Äpfel mit Birnen vergleichen, die Sie verloren haben durch Ihre Reduzierung der Stückzahl. (Abg. Murauer: Nein, nein, nein! Das ist nicht hochgerechnet, das ist der reale Wert!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Murauer: Das glaubt Ihnen die Waberl-Tant’! – Abg. Hornek: Das glaubt Ihnen der Rechnungshof nicht, und das glaubt Ihnen der Wähler nicht!
Das heißt Ihrer Logik folgend, wir müssten 100 Eurofighter kaufen, dann hätten wir ein Volumen bei den Gegengeschäften, das nach oben gehen würde. Das ist eine Rechnung, die doch nicht aufgehen kann. Das ist eine Rechnung, die völlig aus der Luft gegriffen ist. Ich habe dem Steuerzahler 370 Millionen € erspart, und das können Sie nachvollziehen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Murauer: Das glaubt Ihnen die Waberl-Tant’! – Abg. Hornek: Das glaubt Ihnen der Rechnungshof nicht, und das glaubt Ihnen der Wähler nicht!)
Abg. Murauer: Na Sie brauchen es ja nicht! – Abg. Scheibner: Was sind Sie für ein Verteidigungsminister?! – Abg. Hornek: Das ist eine Traumdeuterei, was Sie machen!
Liebe KollegInnen von ÖVP, FPÖ und BZÖ, Sie werden zwischen Oktober 2008 und März 2009 diese 250 Millionen cash am Konto finden. Und zeigen Sie mir bitte einen Minister – ich kenne keinen, ich bin Historiker – in der Zweiten Republik, der der Republik Österreich 250 Millionen € zurückgeholt hat, die cash auf das Konto des Finanzministers kommen! Wir sollten uns überlegen, was wir mit diesen 250 Millionen € cash machen. (Abg. Murauer: Na Sie brauchen es ja nicht! – Abg. Scheibner: Was sind Sie für ein Verteidigungsminister?! – Abg. Hornek: Das ist eine Traumdeuterei, was Sie machen!) Das ist keine Traumdeuterei, das ist im Vertrag so festgeschrieben! (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ja, das passt Ihnen nicht, das ist mir schon klar, aber
Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.
Liebe KollegInnen von ÖVP, FPÖ und BZÖ, Sie werden zwischen Oktober 2008 und März 2009 diese 250 Millionen cash am Konto finden. Und zeigen Sie mir bitte einen Minister – ich kenne keinen, ich bin Historiker – in der Zweiten Republik, der der Republik Österreich 250 Millionen € zurückgeholt hat, die cash auf das Konto des Finanzministers kommen! Wir sollten uns überlegen, was wir mit diesen 250 Millionen € cash machen. (Abg. Murauer: Na Sie brauchen es ja nicht! – Abg. Scheibner: Was sind Sie für ein Verteidigungsminister?! – Abg. Hornek: Das ist eine Traumdeuterei, was Sie machen!) Das ist keine Traumdeuterei, das ist im Vertrag so festgeschrieben! (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ja, das passt Ihnen nicht, das ist mir schon klar, aber
Abg. Hornek: Ich mache mit Ihnen eine Wette!
es ist einfach so! – Machen wir eine Wette? (Abg. Hornek: Ich mache mit Ihnen eine Wette!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grillitsch: Von der Regierungsbank Wetten abschließen! Unvorstellbar! Das hat es auch noch nicht gegeben in der Geschichte!
Ich mache gerne eine Wette; Sie bestimmen den Wetteinsatz: Im Vertrag ist klar festgelegt, zwischen September 2008 und März 2009 kommt das Geld cash auf das Konto der Republik Österreich zurück. Darauf können Sie sich verlassen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grillitsch: Von der Regierungsbank Wetten abschließen! Unvorstellbar! Das hat es auch noch nicht gegeben in der Geschichte!)
Abg. Murauer: Das haben wir nie zu Gesicht bekommen!
Zur militärischen Planung. Wenn jemand keine militärische Planung zugrunde gelegt hat, dann war es die Vorgängerregierung. Ich habe mir das ausheben lassen. Es hat bei der Reduzierung von 24 auf 18 keine militärische Planung gegeben. Bei meiner Reduzierung von 18 auf 15 – weil ich natürlich mit Ihren Vorwürfen gerechnet habe – hat es ganz klare militärische Planungen gegeben. Die wurden im Nationalen Sicherheitsrat auch besprochen; sie wurden auch im Landesverteidigungsausschuss besprochen. (Abg. Murauer: Das haben wir nie zu Gesicht bekommen!) Natürlich haben Sie das bekommen, von mir haben Sie das mündlich referiert bekommen. Und Sie können sich darauf verlassen, dass 15 Eurofighter die Arbeit von 12 F-5, die wir aus der Schweiz geleast hatten, ein altes Flugzeug, locker erledigen können.
Abg. Murauer: Gespart an der Quantität und an der Qualität!
Wir haben das modernste Gerät. (Abg. Murauer: Gespart an der Quantität und an der Qualität!) Nur, Ihre Planung war in eine ganz andere Richtung ausgerichtet. Ihre Planung war in die Richtung ausgerichtet, Auslandseinsätze mit Eurofightern zu beschicken. Dazu stehe ich nicht. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir haben das modernste Gerät. (Abg. Murauer: Gespart an der Quantität und an der Qualität!) Nur, Ihre Planung war in eine ganz andere Richtung ausgerichtet. Ihre Planung war in die Richtung ausgerichtet, Auslandseinsätze mit Eurofightern zu beschicken. Dazu stehe ich nicht. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Murauer: Das ist richtig! Wirtschaftsplattform heißt Gegengeschäfte!
Ich kann mich noch erinnern, dass man auch gesagt hat, diese Eurofighter werden über eine Wirtschaftsplattform finanziert, Herr Kollege Schüssel. (Abg. Murauer: Das ist richtig! Wirtschaftsplattform heißt Gegengeschäfte!) Ich warte noch immer darauf, wo diese Wirtschaftsplattform ist.
Abg. Murauer: Das wird auch gut sein!
Zu den Fragen. Ich möchte die Fragen ganz konkret beantworten, die Sie gestellt haben. (Abg. Murauer: Das wird auch gut sein!)
Abg. Murauer: Den haben Sie uns nicht gezeigt!
Ich habe einen rechtsgültigen Vertrag, den ich Ihnen gezeigt habe. Sie müssen diesen Rechnungshofbericht nur genau lesen. (Abg. Murauer: Den haben Sie uns nicht gezeigt!) Der Rechnungshof kritisiert nicht, dass es nicht 370 Millionen € Einsparungen gibt. Der Rechnungshof sagt nur, dass die Supportverträge noch neu ausverhandelt werden. Und das halte ich für richtig (Abg. Murauer: Na wann?), denn die Supportverträge hängen natürlich vom Zeitpunkt ab, wann sie in Kraft treten. Aber egal, welchen Vertrag wir ausverhandeln, von jedem Vertrag bekommen wir ein Minus von 4 Millionen € pro Jahr, das ergibt diese 120 Millionen €. Damit sind wir bei 370 Millionen €. (Abg. Murauer: Und wo ist der Vergleich? Den zeigen Sie nicht her!)
Abg. Murauer: Na wann?
Ich habe einen rechtsgültigen Vertrag, den ich Ihnen gezeigt habe. Sie müssen diesen Rechnungshofbericht nur genau lesen. (Abg. Murauer: Den haben Sie uns nicht gezeigt!) Der Rechnungshof kritisiert nicht, dass es nicht 370 Millionen € Einsparungen gibt. Der Rechnungshof sagt nur, dass die Supportverträge noch neu ausverhandelt werden. Und das halte ich für richtig (Abg. Murauer: Na wann?), denn die Supportverträge hängen natürlich vom Zeitpunkt ab, wann sie in Kraft treten. Aber egal, welchen Vertrag wir ausverhandeln, von jedem Vertrag bekommen wir ein Minus von 4 Millionen € pro Jahr, das ergibt diese 120 Millionen €. Damit sind wir bei 370 Millionen €. (Abg. Murauer: Und wo ist der Vergleich? Den zeigen Sie nicht her!)
Abg. Murauer: Und wo ist der Vergleich? Den zeigen Sie nicht her!
Ich habe einen rechtsgültigen Vertrag, den ich Ihnen gezeigt habe. Sie müssen diesen Rechnungshofbericht nur genau lesen. (Abg. Murauer: Den haben Sie uns nicht gezeigt!) Der Rechnungshof kritisiert nicht, dass es nicht 370 Millionen € Einsparungen gibt. Der Rechnungshof sagt nur, dass die Supportverträge noch neu ausverhandelt werden. Und das halte ich für richtig (Abg. Murauer: Na wann?), denn die Supportverträge hängen natürlich vom Zeitpunkt ab, wann sie in Kraft treten. Aber egal, welchen Vertrag wir ausverhandeln, von jedem Vertrag bekommen wir ein Minus von 4 Millionen € pro Jahr, das ergibt diese 120 Millionen €. Damit sind wir bei 370 Millionen €. (Abg. Murauer: Und wo ist der Vergleich? Den zeigen Sie nicht her!)
Rufe bei der ÖVP: Wo? Wo? Wo?
Das ist keine Verteidigungslinie, wie Sie behaupten. Wir haben bei voller Sicherstellung der Luftraumüberwachung in Österreich den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern über 1 Milliarde € an Kosten erspart. (Rufe bei der ÖVP: Wo? Wo? Wo?) Diese Zahl beruht auf den Ergebnissen, die die Experten im Hause auch berechnet haben. (Abg. Murauer: Welche Experten?) Die Experten des österreichischen Bundesheeres. Das habe ich bereits ausgeführt: 730 Millionen in den nächsten 30 Jahren; 370 Millionen durch den Vergleich, den ich Ihnen soeben vorgelegt habe. (Abg. Murauer: Die Experten schauen wir uns noch an!)
Abg. Murauer: Welche Experten?
Das ist keine Verteidigungslinie, wie Sie behaupten. Wir haben bei voller Sicherstellung der Luftraumüberwachung in Österreich den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern über 1 Milliarde € an Kosten erspart. (Rufe bei der ÖVP: Wo? Wo? Wo?) Diese Zahl beruht auf den Ergebnissen, die die Experten im Hause auch berechnet haben. (Abg. Murauer: Welche Experten?) Die Experten des österreichischen Bundesheeres. Das habe ich bereits ausgeführt: 730 Millionen in den nächsten 30 Jahren; 370 Millionen durch den Vergleich, den ich Ihnen soeben vorgelegt habe. (Abg. Murauer: Die Experten schauen wir uns noch an!)
Abg. Murauer: Die Experten schauen wir uns noch an!
Das ist keine Verteidigungslinie, wie Sie behaupten. Wir haben bei voller Sicherstellung der Luftraumüberwachung in Österreich den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern über 1 Milliarde € an Kosten erspart. (Rufe bei der ÖVP: Wo? Wo? Wo?) Diese Zahl beruht auf den Ergebnissen, die die Experten im Hause auch berechnet haben. (Abg. Murauer: Welche Experten?) Die Experten des österreichischen Bundesheeres. Das habe ich bereits ausgeführt: 730 Millionen in den nächsten 30 Jahren; 370 Millionen durch den Vergleich, den ich Ihnen soeben vorgelegt habe. (Abg. Murauer: Die Experten schauen wir uns noch an!)
Abg. Murauer: Das werden wir nachrechnen!
Auch das sei angesprochen. Das ist ja immer eine Erfindung auch der ÖVP, dass man sagt, diese Flieger sind jetzt teurer geworden. Das stimmt ja nicht. Ich scheue hier keinen Vergleich. Bei meinem Vergleich gibt es Einsparungen von 83 Millionen € pro Eurofighter – bei der Reduzierung von 24 auf 18 Stück unter der Regierung Schüssel waren es nur 70 Millionen. Also mit meinem Vergleich liege ich um 13 Millionen € pro Eurofighter besser. Ich glaube, dieser Vergleich hält jeder Begutachtung stand. (Abg. Murauer: Das werden wir nachrechnen!) – Sie können das gerne nachrechnen.
Beifall bei der SPÖ.
Die Tranche 1 reicht für unsere Luftraumüberwachung völlig aus. Es ist das modernste Flugzeug der vierten Generation. Es wird die Aufgaben 365 Tage im Jahr rund um die Uhr voll erfüllen können. Wir brauchen keinen Kampfbomber der Tranche 2! Sie haben de luxe bestellt, wir haben ein Luftraumüberwachungsfahrzeug bestellt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Murauer: So gut wie Sie auf jeden Fall!
Wenn Sie – und das ist ja eine ganz witzige Debatte – das FLIR- und das DASS-System ansprechen – wissen Sie eigentlich, was das ist? (Abg. Murauer: So gut wie Sie auf jeden Fall!) Ich bin mir da nicht so sicher. (Abg. Murauer: Aber ich bin mir sicher!) Das ist ein Infrarotsystem, das man nur braucht, wenn man im Kampfeinsatz ist. Wir können die Luftraumüberwachung mit unseren Flugzeugen, mit unserem normalen System genauso aufrechterhalten.
Abg. Murauer: Aber ich bin mir sicher!
Wenn Sie – und das ist ja eine ganz witzige Debatte – das FLIR- und das DASS-System ansprechen – wissen Sie eigentlich, was das ist? (Abg. Murauer: So gut wie Sie auf jeden Fall!) Ich bin mir da nicht so sicher. (Abg. Murauer: Aber ich bin mir sicher!) Das ist ein Infrarotsystem, das man nur braucht, wenn man im Kampfeinsatz ist. Wir können die Luftraumüberwachung mit unseren Flugzeugen, mit unserem normalen System genauso aufrechterhalten.
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Im Übrigen hat das nicht einmal die deutsche Luftwaffe, und die deutsche Luftwaffe ist ein bisschen in anderen Einsätzen unterwegs, beispielsweise in Afghanistan und so weiter, als die österreichische. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Murauer: Nicht informiert!
Ich habe dem Nationalen Sicherheitsrat (Abg. Murauer: Nicht informiert!) meine Sicht der Dinge vorgelegt, sogar mit PowerPoint-Präsentation. Ich weiß nicht, ob Sie dabei waren. Wir haben auf Basis der militärischen Varianten die Entscheidungen getroffen. Es ist auch aus meiner Sicht – und dazu stehe ich – sichergestellt, dass kein Eurofighter für den Auslandseinsatz verwendet wird.
Abg. Murauer: Im Nachhinein oder vorher?
Zur Klärung meiner Vertretungsbefugnis wurde von meiner Seite ein Gutachten bei Professor Heinz Mayer in Auftrag gegeben. (Abg. Murauer: Im Nachhinein oder vorher?) Vorher! Hier das Ergebnis – ich zitiere –:
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Das heißt, wir haben hier eine Rechtsansicht eines international renommierten Gutachters. Und verzeihen Sie mir diesen Satz, es soll keine Beleidigung sein, aber den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben, das wäre, glaube ich, keine gescheite politische Strategie. Es war ja bekannt, dass die ÖVP für den Eurofighter war und ich gegen den Eurofighter, deswegen verstehe ich nicht, warum ich den ÖVP-Parteiobmann in diese Verhandlungen auch hätte einbinden sollen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Jarolim: Ist das der Nachfolger von Herrn Schüssel? – Rufe bei der ÖVP: Nein! – Abg. Parnigoni: Sozialsprecher!
Als Erster zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Amon. 8 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Bitte. (Abg. Dr. Jarolim: Ist das der Nachfolger von Herrn Schüssel? – Rufe bei der ÖVP: Nein! – Abg. Parnigoni: Sozialsprecher!)
Abg. Parnigoni: Viel zu lange!
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Sehr geehrter Herr Bundesminister Darabos, ich gehöre seit 1994 dem Landesverteidigungsausschuss an (Abg. Parnigoni: Viel zu lange!) und muss gestehen, dass ich schon bei Ihrer Bestellung gravierende Probleme hatte, nicht schon bei einem der ersten Misstrauensanträge, die es hier im Haus gegen Sie gab, zuzustimmen. Ich möchte auch begründen, warum.
Beifall bei der ÖVP sowie Beifall bei Abgeordneten von FPÖ und BZÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Aber es ist eigentlich inakzeptabel, dass sich jemand, der den Dienst mit der Waffe aus Gewissensgründen verweigert hat, hinstellt und sagt: Ich werde Verteidigungsminister und stehe einer bewaffneten Einheit vor! Das ist das eigentliche Problem, Herr Bundesminister Darabos! (Beifall bei der ÖVP sowie Beifall bei Abgeordneten von FPÖ und BZÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Bundesminister Darabos, ich merke, Sie haben damit kein Problem. Aber Sie sollten sich auch einmal um Ihre Truppe kümmern, denn wenn Sie mit Ihren Soldaten sprechen, dann werden Sie zunehmend feststellen, dass Sie die Truppe nicht mehr hinter sich haben. Herr Verteidigungsminister, Sie haben die Truppe nicht mehr hinter sich! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Cap: Man hört nichts! Sie müssen in das Mikro sprechen! Man hört nichts!
Herr Bundesminister, Sie haben hier versucht, Nebelgranaten zu werfen und zu zerstreuen, was an sachlichen Argumenten und an sachlicher Kritik über diesen Deal bekannt wurde. (Abg. Dr. Cap: Man hört nichts! Sie müssen in das Mikro sprechen! Man hört nichts!) – Herr Dr. Cap, es ist wichtig, dass Sie zuhören, ganz wichtig, denn da hören Sie gute Argumente! Das kann ich Ihnen sagen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Bundesminister, Sie haben hier versucht, Nebelgranaten zu werfen und zu zerstreuen, was an sachlichen Argumenten und an sachlicher Kritik über diesen Deal bekannt wurde. (Abg. Dr. Cap: Man hört nichts! Sie müssen in das Mikro sprechen! Man hört nichts!) – Herr Dr. Cap, es ist wichtig, dass Sie zuhören, ganz wichtig, denn da hören Sie gute Argumente! Das kann ich Ihnen sagen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Bundesminister Darabos, Sie haben uns nicht die Möglichkeit gegeben, uns im Rechnungshofausschuss über diesen Deal zu unterhalten, weil Sie angeblich aus wichtigen Gründen in den Kosovo mussten. Ich frage Sie: Wenn Ihnen der Einsatz im Kosovo so wichtig ist, wo waren Sie dann am vergangenen Freitag, als die österreichische Truppe in den Kosovo verabschiedet wurde? Da waren Sie nämlich auch nicht da! Die Truppe hätte gerne ein Wort des Zuspruchs von Ihnen gehört. Da haben Sie sich auch gedrückt, Herr Verteidigungsminister. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Zeilen, ein solcher Deal ist wirklich bemerkenswert. Das ist ein beispielloser Skandal, Herr Bundesminister Darabos, dass man hier von der Regierungsbank aus Wetten abschließt! Ja, bei welchem Niveau sind wir denn angelangt! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Rufe bei der SPÖ. Geh! – Abg. Heinzl: Wow! – Ruf bei der SPÖ: Eine Schande ist das!
Ich möchte Ihnen auch sagen, Herr Bundesminister, wir haben sehr lange und ausführlich bei uns im Klub darüber diskutiert, ob wir heute einen Misstrauensantrag gegen Sie einbringen sollen. (Rufe bei der SPÖ. Geh! – Abg. Heinzl: Wow! – Ruf bei der SPÖ: Eine Schande ist das!)
Beifall bei der ÖVP.
Eine Ministeranklage gegen Sie, Herr Minister Darabos, steht ohnedies noch im Raum, denn Sie haben das Haushaltsrecht gebrochen. Es wäre völlig absurd, wenn jeder Minister ohne Rücksicht auf das Budget jeden beliebigen Vertrag abändern und verändern könnte. Natürlich ist Einvernehmen mit dem Finanzministerium herzustellen. Sagen Sie nicht die Unwahrheit! (Beifall bei der ÖVP.)
Oh-Rufe bei der SPÖ
Ich möchte Ihnen aber auch sagen, Herr Bundesminister, warum wir uns dafür entschieden haben, heute keinen Misstrauensantrag gegen Sie einzubringen (Oh-Rufe bei der SPÖ) – na wenn Ihnen das leidtut, können ja Sie einen einbringen; ich lade Sie herzlich dazu ein (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP) –: weil wir diesen Vorgang wenige Tage vor der Nationalratswahl als nicht notwendig erachten, denn Sie, Herr Minister Darabos, werden zwei Tage nach der Nationalratswahl ohnedies zurücktreten, denn so ist es ja üblich. Und dann ist der Oberbefehlshaber des österreichischen Bundesheeres am Zug, der Bundespräsident.
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP
Ich möchte Ihnen aber auch sagen, Herr Bundesminister, warum wir uns dafür entschieden haben, heute keinen Misstrauensantrag gegen Sie einzubringen (Oh-Rufe bei der SPÖ) – na wenn Ihnen das leidtut, können ja Sie einen einbringen; ich lade Sie herzlich dazu ein (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP) –: weil wir diesen Vorgang wenige Tage vor der Nationalratswahl als nicht notwendig erachten, denn Sie, Herr Minister Darabos, werden zwei Tage nach der Nationalratswahl ohnedies zurücktreten, denn so ist es ja üblich. Und dann ist der Oberbefehlshaber des österreichischen Bundesheeres am Zug, der Bundespräsident.
Na, geh!-Rufe bei der SPÖ. – Bundesminister Dr. Buchinger: Da sind wir zuversichtlich!
Auch der Herr Bundespräsident wird sich überlegen müssen, ob er Sie mit der Fortführung der Geschäfte betraut, Herr Bundesminister Darabos. (Na, geh!-Rufe bei der SPÖ. – Bundesminister Dr. Buchinger: Da sind wir zuversichtlich!)
Beifall bei der ÖVP.
Eigentlich sollten Sie selbst die nötigen Konsequenzen ziehen. – Dazu lade ich Sie jedenfalls ein. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten von FPÖ und BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein richtiger Satz! Einer der weisesten Sätze des heutigen Tages!
Abgeordneter Stefan Prähauser (SPÖ): Frau Präsidentin! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Kollege Amon, man möchte nicht glauben, dass wir in einer Koalition waren. Wenn man die Vergangenheit kennt, versteht man die jetzige Situation. (Beifall bei Abgeordneten von FPÖ und BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein richtiger Satz! Einer der weisesten Sätze des heutigen Tages!) Was Sie heute von sich gegeben haben, widerspricht eigentlich dem politischen Grundkonsens des Willens zur Zusammenarbeit und der Akzeptanz von Koalitionen, die vom Wähler gewünscht waren.
Abg. Ing. Westenthaler: Geh, hör auf! So ein Blödsinn!
Schwarz das Bundesheer in einer Form ausgedünnt wurde, wie es in der Geschichte vorher nicht der Fall war. (Abg. Ing. Westenthaler: Geh, hör auf! So ein Blödsinn!) Gleichzeitig hat man Ihnen Flieger aufs Auge gedrückt, Herr Bundesminister a. D. Scheibner, Sie wissen das ja genau. Sie wollten andere Flieger, wie wir wissen, Sie haben sich aber nicht durchgesetzt. Das Bundesheer ist der Leidtragende, weil jetzt die Mittel für ein weiteres Ausbauen fehlen.
Beifall bei der SPÖ.
Herr Kollege Amon, es gibt mehrere Bundesminister, die zum Beispiel keinen Wehrdienst absolviert haben. Ich denke da etwa an Fasslabend; das war ein „weißer Jahrgang“, keine Frage. Sie haben auch von einem Waffen führenden Ministerium gesprochen. – Im Bereich des Innenministeriums werden, denke ich, auch Waffen geführt, von Polizisten und Gendarmen, wie das früher war. Strasser war zum Beispiel auch ein Zivildiener. Höchste Achtung vor Zivildienern. – Wenn man Charakter hat, kann man auch dazu stehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn man in Ämter berufen wird, kann man, wie Minister Darabos bewiesen hat, mit der Aufgabe wachsen, und zwar bei entsprechender Beratung und unter der Leitung eines guten Generalstabschefs. Edi Entacher, ich darf mich sehr herzlich dafür bedanken, dass du es geschafft hast, die Soldaten in einer Weise zu führen, dass sie wieder Morgenröte sehen, und zwar gemeinsam mit unserem Bundesminister Darabos. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren, nun ein paar Worte zu meinem Freund Walter Murauer. Walter, in Wirklichkeit machst du es mir heute nicht leicht. Eigentlich wollte ich dich auch noch ein bisschen streicheln, weil ich ja weiß, du wirst dem nächsten Nationalrat nicht mehr angehören. Die Zusammenarbeit war anfangs gar nicht so schlecht. Die letzten zwei Jahre waren allerdings eher abzuhaken. Da hattest du mir mehrmals versichert, du möchtest gerne, du durftest nur nicht. Ich habe dafür Verständnis. Aber in Zukunft sollte das wieder anders werden. Dein Nachfolger sollte daraus lernen, was aus jemandem werden kann, der das Beste fürs Bundesheer will, aber daran gehindert wird, es umzusetzen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Unzulänglichkeiten abzulenken – ein Kanonenfeuer auf einen Minister eröffnet wurde, der sich sehr, sehr bemüht. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Noch etwas, meine Damen und Herren. Wir wollen Abfangjäger haben, wir wollen unseren Luftraum kontrollieren und sichern. Aber wir wollen keinesfalls in Boden-Luft-Kämpfe hineingezogen werden. Das ist auch in Österreich sehr schwierig zu veranstalten, wenn wir nicht das tun sollten, was die ÖVP sich auch vorstellt, nämlich in Auslandseinsätzen die NATO zu vertreten. Das lehnen wir ab! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Bis jetzt haben Politiker von ÖVP und SPÖ gesprochen, die nach wie vor in einer Koalition sind und von denen viele – bis hin zum Regierungskoordinator und sozialdemokratischen Spitzenkandidaten – vorhaben, gemeinsam weiterzumachen, und das auch recht offen sagen. Jetzt bringt die ÖVP gegen die SPÖ eine Dringliche Anfrage zum Thema Eurofighter ein. Langsam, glaube ich, gibt es nur mehr sehr wenige Menschen, die verstehen, was da eigentlich passiert. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: So stellt sich das der kleine Maxi vor!
Die ÖVP ist für die Eurofighter, die SPÖ ist für die Eurofighter, beide sind gemeinsam in einer Regierung, beide stehen sie zu den Eurofightern. Die ÖVP ist nur für die Tranche 2, die SPÖ für die Tranche 1, es gibt einen Tranchen-Unterschied bei Eurofightern zwischen SPÖ und ÖVP. (Ruf bei der ÖVP: So stellt sich das der kleine Maxi vor!) Und so wird in einer aufrechten Koalition, wo man eigentlich etwas Gemeinsames vertritt und nur eine kleine Tranchen-Differenz hat, auf Teufel komm raus gestritten.
Aha-Rufe bei der ÖVP.
Was ist damals passiert? Und das ist der einzige Punkt, den ich bis heute nicht verstehe, obwohl Professor Mayer, den Sie heute zustimmend zitieren, damals gemeinsam mit anderen Universitätsprofessoren, mit den führenden Vertragsrechtsspezialisten der Republik Österreich dem Untersuchungsausschuss ein Gutachten vorgelegt hat, aus dem hervorgeht, dass der Ausstieg aus dem Vertrag nicht nur möglich, sondern äußerst empfehlenswert wäre. Warum haben Sie sich hinter dem Rücken des Ausschusses ein anderes Gutachten besorgt, um argumentieren zu können, Sie müssten den Vertrag erfüllen? (Aha-Rufe bei der ÖVP.)
Bundesminister Mag. Darabos: Wer sagt das? Wo steht das?
Warum sind Sie, obwohl es im Nationalrat eine Mehrheit für den Ausstieg gegeben hätte, nicht ausgestiegen, sondern haben sich auf die Seite von Eurofighter und EADS geschlagen? Und warum haben Sie einen sogenannten Vergleich vereinbart, nach dem ein gebrauchter Eurofighter um 4 Prozent mehr kostet als ein neuer Eurofighter? (Bundesminister Mag. Darabos: Wer sagt das? Wo steht das?) Bitte schön, Herr Mag. Darabos, tätigen Sie keine Käufe mehr im Auftrag und mit Geldern der Republik! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Warum sind Sie, obwohl es im Nationalrat eine Mehrheit für den Ausstieg gegeben hätte, nicht ausgestiegen, sondern haben sich auf die Seite von Eurofighter und EADS geschlagen? Und warum haben Sie einen sogenannten Vergleich vereinbart, nach dem ein gebrauchter Eurofighter um 4 Prozent mehr kostet als ein neuer Eurofighter? (Bundesminister Mag. Darabos: Wer sagt das? Wo steht das?) Bitte schön, Herr Mag. Darabos, tätigen Sie keine Käufe mehr im Auftrag und mit Geldern der Republik! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Bundesminister Mag. Darabos: Stimmt ja nicht!
Wir haben einmal erlebt, wie das ist, wenn Mag. Darabos die Brieftasche der Republik einsteckt und sagt: Jetzt gehe ich einkaufen, jetzt werde ich einmal verhandeln, jetzt zeige ich einmal, was ich kann! – Und plötzlich sind gebrauchte Flugzeuge teurer als neue! (Bundesminister Mag. Darabos: Stimmt ja nicht!) Bitte, geben Sie diesem Nationalrat eine „Nie-mehr-Darabos-Einkaufsgarantie“, dann haben wir zumindest etwas erreicht!
Zwischenrufe.
Die SPÖ ist gegen Ende der Arbeit des Untersuchungsausschusses umgefallen, aber offensichtlich ist sie nicht die einzige Eurofighter-Partei. Jetzt lesen wir im „profil“ über seltsame Lakeside-Überweisungen nach Kärnten, von denen nur der BZÖ-Spitzenkandidat Dr. Haider etwas gewusst hat. Was ist da passiert? (Zwischenrufe.) Welche Interessen werden da vertreten? Glauben Sie wirklich, dass EADS und Eurofighter sagen, damit in Zukunft der österreichische Luftraum sicher ist, müssen wir dringend Geld an Dr. Haider für ein Uferprojekt am Wörthersee überweisen? (Abg. Mag. Darmann: Glauben Sie nicht alles, was die „Kleine Zeitung“ schreibt!)
Abg. Mag. Darmann: Glauben Sie nicht alles, was die „Kleine Zeitung“ schreibt!
Die SPÖ ist gegen Ende der Arbeit des Untersuchungsausschusses umgefallen, aber offensichtlich ist sie nicht die einzige Eurofighter-Partei. Jetzt lesen wir im „profil“ über seltsame Lakeside-Überweisungen nach Kärnten, von denen nur der BZÖ-Spitzenkandidat Dr. Haider etwas gewusst hat. Was ist da passiert? (Zwischenrufe.) Welche Interessen werden da vertreten? Glauben Sie wirklich, dass EADS und Eurofighter sagen, damit in Zukunft der österreichische Luftraum sicher ist, müssen wir dringend Geld an Dr. Haider für ein Uferprojekt am Wörthersee überweisen? (Abg. Mag. Darmann: Glauben Sie nicht alles, was die „Kleine Zeitung“ schreibt!)
Beifall bei den Grünen.
Das größte Wahlversprechen – zumindest das teuerste Wahlversprechen – war das Wahlversprechen der SPÖ, aus dem Eurofighter-Vertrag auszusteigen. Sie haben dieses Versprechen gebrochen. Sie haben mutwillig auf mehrere Milliarden Euro verzichtet, und Sie werden auch am Wahltag den Bürgerinnen und Bürgern dafür geradestehen müssen, dass eine der größten Chancen, diese Steuergelder für die Zukunft Österreichs auszugeben, verpasst worden ist. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Cap: Zur Geschäftsordnung!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nun gelangt Herr Abgeordneter Dr. Haimbuchner zu Wort. 10 Minuten Redezeit. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Dr. Cap: Zur Geschäftsordnung!)
Ironische Rufe bei der SPÖ.
Ich stelle fest: Wir behandeln heute eine ÖVP-Dringliche, aber es befindet sich auf der Regierungsbank kein einziges Mitglied der ÖVP. (Ironische Rufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Rufen Sie den Finanzminister jetzt am Handy an, damit er endlich auf die Regierungsbank kommt! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Kräuter: Wo ist der Bartenstein? Wo ist der Molterer?
Abgeordneter Dr. Wolfgang Schüssel (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Die Dringliche Anfrage geht an den Verteidigungsminister, und der Verteidigungsminister hat im Ministerrat ausdrücklich gesagt – und heute wiederholt –, er braucht die Zustimmung des Finanzministers nicht. Diese ganze Geschichte muss man einmal hier diskutieren. (Abg. Dr. Kräuter: Wo ist der Bartenstein? Wo ist der Molterer?)
Beifall bei der ÖVP.
Daher geht diese Dringliche zu Recht an den Verteidigungsminister, zu Recht steht er dem österreichischen Parlament Rede und Antwort, und wir werden das mit ihm diskutieren. – Das ist unsere Pflicht und unser Recht. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ
Ich halte nur fest, dass letztes Mal die komplette SPÖ-Regierungsmannschaft gefehlt hat, der Herr Faymann heute fast überhaupt nie da ist (Zwischenrufe bei der SPÖ), und der Herr Bundeskanzler zwar entschuldigt ist, wir ihn aber dauernd in den Zeitungen sehen, wie er sich joggend durch den Central Park bewegt, was auch nicht gerade eine respektvolle Alternative zur Anwesenheit hier im Parlament ist.
Beifall beim BZÖ.
Bundeskanzler Gusenbauer war heute nicht eine Sekunde lang anwesend, aber ich gebe Ihnen schon recht, Sie haben recht daran getan, ihn vor dieser Wahl zu verstecken, denn er würde Ihnen sicherlich nur schaden, wenn er auftritt. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Graf: Es hat auch niemand zur Geschäftsbehandlung gesprochen! Alle drei nicht!
Ich sehe keine weiteren Wortmeldungen mehr zur Geschäftsbehandlung (Abg. Dr. Graf: Es hat auch niemand zur Geschäftsbehandlung gesprochen! Alle drei nicht!), daher gelangt nunmehr Herr Abgeordneter Dr. Haimbuchner zu Wort. – Bitte.
Beifall bei der FPÖ.
Es ist an und für sich ohnehin ziemlich egal, ob die Herren Minister anwesend sind oder nicht, denn sie haben vorher nichts zusammengebracht, sie bringen jetzt nichts zusammen, und aus den Redebeiträgen der Minister erfährt man in sachlicher Hinsicht überhaupt nichts. – Das sollte man an dieser Stelle auch einmal festhalten. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wissen Sie, worum es in Wirklichkeit gegangen ist? (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Na, hören Sie zu! – In Wirklichkeit ist es darum gegangen, dass Bundesminister Darabos irgendeinen Erfolg vorweisen musste, denn wir kennen das große Wahlversprechen der SPÖ: Sozialfighter statt Eurofighter. Sie mussten auf Biegen und Brechen irgendeinen Erfolg einfahren, und wenn es eine Stückzahlreduktion ist. Um jeden Preis wollten Sie das.
Abg. Mag. Wurm: Sie haben es eingekauft!
Wenn Sie, Herr Minister Darabos, sagen, Sie haben Einsparungen getätigt, dann müssen Sie mir das erklären. Ich bekomme weniger, ich zahle weniger: Was ist das bitte für ein Verhandlungserfolg, sehr geehrter Herr Bundesminister Darabos? Also man sollte Sie tatsächlich nicht mehr auf Einkaufstour schicken, aber ich glaube, das wird in Zukunft auch nicht mehr der Fall sein. (Abg. Mag. Wurm: Sie haben es eingekauft!) –
Beifall bei der FPÖ.
Und Sie sind als Bundesminister für Landesverteidigung auch dafür verantwortlich, dass unsere Soldaten nicht mehr wirklich motiviert sind, und das ist kein Wunder. Wenn man sich vorstellt, dass heute Soldaten mit gemieteten Bussen zum Schießplatz gebracht werden, weil der Fuhrpark des Bundesheeres so veraltet ist, dass nichts mehr funktioniert, dann ist das eine bedenkliche Situation, und die haben Sie zu verantworten. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn Sie von Frieden sprechen, Herr Bundesminister, dann brauchen Sie gar nicht auf die ÖVP hinzuhauen. Sie sind dafür verantwortlich, dass sich derzeit österreichische Soldaten im Tschad befinden. Und das ist schon eine Skurrilität der Geschichte, dass das ein Bundesminister für Landesverteidigung zu verantworten hat, der den Dienst mit der Waffe verweigert hat. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Also immerhin, eines haben wir erreicht: dass der Verteidigungsminister der SPÖ auch davon überzeugt ist, dass Abfangjäger zur Luftraumüberwachung auch bei Großveranstaltungen notwendig sind. Das ist immerhin einmal etwas Positives. Man soll ja bei solchen Debatten auch positive Dinge herausstreichen. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Mein Vorredner hat schon gesagt, es wäre möglich gewesen, bei gleicher Stückzahl 200 Millionen € Rabatt zu bekommen. Also wenn Sie das geschafft hätten, Herr Verteidigungsminister, hätte ich Sie von diesem Rednerpult aus wirklich gelobt. Das wäre eine vernünftige Sache gewesen. Man hätte drohen können, wir wollen Einsparungen, Reduzierungen et cetera, gebt uns einen Rabatt. – Perfekt, das wäre eine wirklich gute Aufgabe und eine wirklich gute Arbeit eines Verteidigungsministers gewesen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei BZÖ und ÖVP.
Also das mit der Kampffähigkeit klingt zwar immer alles sehr martialisch, ist es aber nicht. Das ist eben die Aufgabe, die diese Flugzeuge tagtäglich für die Sicherheit Österreichs erfüllen sollten. Deshalb war das auch wirklich ein Fehler, das abzubestellen und nichts dafür zu bekommen. Das ist eben der Punkt: Es ist nichts dafür hereingekommen. (Beifall bei BZÖ und ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Murauer.
Dann sagen Sie, Herr Minister Darabos: 120 Millionen bei der Logistik eingespart. – Da sagt aber der Rechnungshof, dass es dafür überhaupt keine Basis gibt. Man weiß also gar nicht, was man für diese Logistik vorher hätte ansetzen müssen. Da kann man jetzt nicht sagen, von der Basis, die wir nicht kennen, haben wir auf die nächsten 30 Jahre 120 Millionen eingespart. (Zwischenruf des Abg. Murauer.)
Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Darabos.
Wie geht denn das überhaupt? – Wenn ich heute sage – ich rechne es jetzt wieder auf ein Auto um –, in 20 Jahren werde ich mit einem Auto bei einem Benzinpreis von 2 € 10 000 Kilometer fahren, weiß ich nicht, ob das so sein wird, ich nehme es eben jetzt einmal an. Wenn ich etwas einsparen will, sage ich, nein, ich werde in 20 Jahren nicht einen Benzinpreis von 2 € haben, sondern nur von 1,50 €, und werde mit dem Auto nur 5 000 Kilometer fahren, und das nenne ich jetzt groß Einsparung. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Darabos.) – Ja, es klingt gut, aber es ist fiktiv. Das ist überhaupt nicht real abschätzbar, was Sie hier eingebracht haben. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Auch die 750 Millionen €, die Sie nennen, sind nur fiktiv, weil das alles nur Optionen gewesen sind, die in diesem Vertrag mit dabei gewesen sind.
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wie geht denn das überhaupt? – Wenn ich heute sage – ich rechne es jetzt wieder auf ein Auto um –, in 20 Jahren werde ich mit einem Auto bei einem Benzinpreis von 2 € 10 000 Kilometer fahren, weiß ich nicht, ob das so sein wird, ich nehme es eben jetzt einmal an. Wenn ich etwas einsparen will, sage ich, nein, ich werde in 20 Jahren nicht einen Benzinpreis von 2 € haben, sondern nur von 1,50 €, und werde mit dem Auto nur 5 000 Kilometer fahren, und das nenne ich jetzt groß Einsparung. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Darabos.) – Ja, es klingt gut, aber es ist fiktiv. Das ist überhaupt nicht real abschätzbar, was Sie hier eingebracht haben. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Auch die 750 Millionen €, die Sie nennen, sind nur fiktiv, weil das alles nur Optionen gewesen sind, die in diesem Vertrag mit dabei gewesen sind.
Beifall bei BZÖ und ÖVP.
für die Republik Österreich gewesen, wenn man das hier schon so einbringt. (Beifall bei BZÖ und ÖVP.)
Abg. Mag. Kogler: Das war ja gar kein Gegengeschäft!
500 Millionen € für Gegengeschäfte sind auch noch weg. Weil man das immer so flapsig sagt, und jetzt für Kärnten: Ist etwas dagegen zu sagen, wenn dort einige Millionen Euro in eine Technologieförderungsstiftung als Gegengeschäft hineinkommen? (Abg. Mag. Kogler: Das war ja gar kein Gegengeschäft!) Da verstehe ich überhaupt nicht, warum man das kritisiert. Seien wir doch froh, dass wir über diesen Auftrag Milliarden an Gegengeschäften für die österreichische Wirtschaft hereingebracht haben, die jetzt durch diesen Vergleich leider um 500 Millionen € reduziert sind! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
500 Millionen € für Gegengeschäfte sind auch noch weg. Weil man das immer so flapsig sagt, und jetzt für Kärnten: Ist etwas dagegen zu sagen, wenn dort einige Millionen Euro in eine Technologieförderungsstiftung als Gegengeschäft hineinkommen? (Abg. Mag. Kogler: Das war ja gar kein Gegengeschäft!) Da verstehe ich überhaupt nicht, warum man das kritisiert. Seien wir doch froh, dass wir über diesen Auftrag Milliarden an Gegengeschäften für die österreichische Wirtschaft hereingebracht haben, die jetzt durch diesen Vergleich leider um 500 Millionen € reduziert sind! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei BZÖ und ÖVP.
Wir wissen, dass wir heute – auch durch Ihre Amtsführung – nur noch 5 000 Soldaten im Einsatz haben, die wirklich einsatzbereit wären, etwa im Umwelteinsatz bei Hochwasser. 2002 hatten wir 12 000 permanent im Einsatz. Hoffen wir, dass nichts passiert – auch das wäre Ihre Verantwortung, Herr Bundesminister! (Beifall bei BZÖ und ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der Wetterkanal!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Meine Damen und Herren, ich gebe zu Ihrer Orientierung kurz Folgendes bekannt: Ich habe dem Ersuchen des ORF Rechnung getragen, dass nach der Live-Übertragung auf ORF 2 die gesamte Sitzung bis zum Ende live auf TW1 übertragen wird. – Dies zu Ihrer Information. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der Wetterkanal!)
Abg. Dr. Cap: Heute wieder im Haus?
Abgeordneter Dipl.-Ing. Hannes Missethon (ÖVP): Frau Präsidentin! Geschätzte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! (Abg. Dr. Cap: Heute wieder im Haus?) Alfred Gusenbauer hat am Beginn der Regierung gesagt (Abg. Krainer: Heute dürfen Sie ...!): Norbert Darabos hat das große Los gezogen. (Abg. Dr. Cap: Wann gehen Sie denn heute wieder?) – Ich stelle mir heute die Frage und möchte ergänzen mit der Feststellung: Und was kann das Bundesheer dafür? (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Krainer: Heute dürfen Sie ...!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Hannes Missethon (ÖVP): Frau Präsidentin! Geschätzte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! (Abg. Dr. Cap: Heute wieder im Haus?) Alfred Gusenbauer hat am Beginn der Regierung gesagt (Abg. Krainer: Heute dürfen Sie ...!): Norbert Darabos hat das große Los gezogen. (Abg. Dr. Cap: Wann gehen Sie denn heute wieder?) – Ich stelle mir heute die Frage und möchte ergänzen mit der Feststellung: Und was kann das Bundesheer dafür? (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Cap: Wann gehen Sie denn heute wieder?
Abgeordneter Dipl.-Ing. Hannes Missethon (ÖVP): Frau Präsidentin! Geschätzte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! (Abg. Dr. Cap: Heute wieder im Haus?) Alfred Gusenbauer hat am Beginn der Regierung gesagt (Abg. Krainer: Heute dürfen Sie ...!): Norbert Darabos hat das große Los gezogen. (Abg. Dr. Cap: Wann gehen Sie denn heute wieder?) – Ich stelle mir heute die Frage und möchte ergänzen mit der Feststellung: Und was kann das Bundesheer dafür? (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Hannes Missethon (ÖVP): Frau Präsidentin! Geschätzte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! (Abg. Dr. Cap: Heute wieder im Haus?) Alfred Gusenbauer hat am Beginn der Regierung gesagt (Abg. Krainer: Heute dürfen Sie ...!): Norbert Darabos hat das große Los gezogen. (Abg. Dr. Cap: Wann gehen Sie denn heute wieder?) – Ich stelle mir heute die Frage und möchte ergänzen mit der Feststellung: Und was kann das Bundesheer dafür? (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Cap: Herr Bundesminister!
heftigen Auseinandersetzungen auch hier im Hohen Haus konfrontiert. Es hat sich aus meiner Sicht eine Situation ergeben, die für Sie, Herr Darabos, jetzt schwierig geworden ist (Abg. Dr. Cap: Herr Bundesminister!): Sie haben von Anfang an in der Frage Eurofighter nicht die Wahrheit gesagt. Sie wollten mit aller Kraft Ihr Wahlversprechen umsetzen, das ist nicht gelungen, und Sie haben sich in Unwahrheiten verstrickt.
Abg. Murauer: Das stimmt nicht!
Ihre Unwahrheiten, Herr Darabos, halten nicht einmal eine halbe Stunde! Sie haben hier vor einer halben Stunde gesagt: Die deutsche Luftwaffe verfügt über dieses DASS-System nicht. (Abg. Murauer: Das stimmt nicht!) – Ich habe hier einen Rechnungshofbericht des deutschen Rechnungshofes, und da steht drin: Selbstverständlich ist die deutsche Luftwaffe in dieses System eingestiegen, geschätzte Damen und Herren! (Oh-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Murauer: Herr Darabos, wissen Sie es nicht?)
Oh-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Murauer: Herr Darabos, wissen Sie es nicht?
Ihre Unwahrheiten, Herr Darabos, halten nicht einmal eine halbe Stunde! Sie haben hier vor einer halben Stunde gesagt: Die deutsche Luftwaffe verfügt über dieses DASS-System nicht. (Abg. Murauer: Das stimmt nicht!) – Ich habe hier einen Rechnungshofbericht des deutschen Rechnungshofes, und da steht drin: Selbstverständlich ist die deutsche Luftwaffe in dieses System eingestiegen, geschätzte Damen und Herren! (Oh-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Murauer: Herr Darabos, wissen Sie es nicht?)
Abg. Murauer: Entweder wissen Sie es nicht, oder Sie sagen, sie lügen!
Das ist ein bisschen das Problem mit Ihnen, Herr Darabos. Sie zeigen uns vor einer halben Stunde den offensichtlichen Vergleich mit Eurofighter. (Abg. Murauer: Entweder wissen Sie es nicht, oder Sie sagen, sie lügen!) Ich stelle Ihnen jetzt ganz konkret eine Frage: War das alles? War das der ganze Vergleich, den Sie uns gezeigt haben? (Abg. Murauer: Die vier Zeilen?) – Sie haben uns also wieder nur einen Teil gezeigt, Sie haben wieder nicht die ganze Wahrheit gesagt. Das ist eben dieses mulmige Gefühl, das man bei Ihnen hat. (Abg. Prähauser: Sie haben überhaupt nichts hergezeigt vom ganzen Vertrag!)
Abg. Murauer: Die vier Zeilen?
Das ist ein bisschen das Problem mit Ihnen, Herr Darabos. Sie zeigen uns vor einer halben Stunde den offensichtlichen Vergleich mit Eurofighter. (Abg. Murauer: Entweder wissen Sie es nicht, oder Sie sagen, sie lügen!) Ich stelle Ihnen jetzt ganz konkret eine Frage: War das alles? War das der ganze Vergleich, den Sie uns gezeigt haben? (Abg. Murauer: Die vier Zeilen?) – Sie haben uns also wieder nur einen Teil gezeigt, Sie haben wieder nicht die ganze Wahrheit gesagt. Das ist eben dieses mulmige Gefühl, das man bei Ihnen hat. (Abg. Prähauser: Sie haben überhaupt nichts hergezeigt vom ganzen Vertrag!)
Abg. Prähauser: Sie haben überhaupt nichts hergezeigt vom ganzen Vertrag!
Das ist ein bisschen das Problem mit Ihnen, Herr Darabos. Sie zeigen uns vor einer halben Stunde den offensichtlichen Vergleich mit Eurofighter. (Abg. Murauer: Entweder wissen Sie es nicht, oder Sie sagen, sie lügen!) Ich stelle Ihnen jetzt ganz konkret eine Frage: War das alles? War das der ganze Vergleich, den Sie uns gezeigt haben? (Abg. Murauer: Die vier Zeilen?) – Sie haben uns also wieder nur einen Teil gezeigt, Sie haben wieder nicht die ganze Wahrheit gesagt. Das ist eben dieses mulmige Gefühl, das man bei Ihnen hat. (Abg. Prähauser: Sie haben überhaupt nichts hergezeigt vom ganzen Vertrag!)
Abg. Prähauser: In sieben Jahren!
Als ich das erste Mal gehört habe, Herr Darabos (Abg. Prähauser: In sieben Jahren!), dass die Firma Eurofighter mit Ihnen einen Vergleich unterschrieben hat – wer die Firma Eurofighter und EADS kennt, der weiß: da gibt es Hunderte Abteilungen, die sich mit Vertragsrecht beschäftigen –, dem gegenüber sitzt allein der österreichische Verteidigungsminister, und als der Vertreter der Firma Eurofighter gesagt hat: Das war ein guter Deal! (Abg. Strache: Das kommt teuer!), da habe ich mir als Erstes gedacht: Das war jetzt teuer für die Republik! Offensichtlich ist es auch so, wie der österreichische Rechnungshof entsprechend bestätigt. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Strache: Das kommt teuer!
Als ich das erste Mal gehört habe, Herr Darabos (Abg. Prähauser: In sieben Jahren!), dass die Firma Eurofighter mit Ihnen einen Vergleich unterschrieben hat – wer die Firma Eurofighter und EADS kennt, der weiß: da gibt es Hunderte Abteilungen, die sich mit Vertragsrecht beschäftigen –, dem gegenüber sitzt allein der österreichische Verteidigungsminister, und als der Vertreter der Firma Eurofighter gesagt hat: Das war ein guter Deal! (Abg. Strache: Das kommt teuer!), da habe ich mir als Erstes gedacht: Das war jetzt teuer für die Republik! Offensichtlich ist es auch so, wie der österreichische Rechnungshof entsprechend bestätigt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Als ich das erste Mal gehört habe, Herr Darabos (Abg. Prähauser: In sieben Jahren!), dass die Firma Eurofighter mit Ihnen einen Vergleich unterschrieben hat – wer die Firma Eurofighter und EADS kennt, der weiß: da gibt es Hunderte Abteilungen, die sich mit Vertragsrecht beschäftigen –, dem gegenüber sitzt allein der österreichische Verteidigungsminister, und als der Vertreter der Firma Eurofighter gesagt hat: Das war ein guter Deal! (Abg. Strache: Das kommt teuer!), da habe ich mir als Erstes gedacht: Das war jetzt teuer für die Republik! Offensichtlich ist es auch so, wie der österreichische Rechnungshof entsprechend bestätigt. (Beifall bei der ÖVP.)
Noch-Rufe bei der SPÖ
Herr Darabos, was hier in den letzten Monaten unter Ihrer Amtsführung abgegangen ist und was diesen Eurofighter-Vertrag betrifft, wäre es mir lieber gewesen – und ich sage das jetzt durchaus auch als ÖVP-Generalsekretär (Noch-Rufe bei der SPÖ) –, wenn Sie gleich der ÖVP die Schuld an diesem Vertrag gegeben und damit einen Ausstiegsgrund aus Ihrem Wahlversprechen gefunden hätten. Es wäre günstiger gewesen für die Republik, und der Vertrag wäre ein besserer gewesen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Darabos, was hier in den letzten Monaten unter Ihrer Amtsführung abgegangen ist und was diesen Eurofighter-Vertrag betrifft, wäre es mir lieber gewesen – und ich sage das jetzt durchaus auch als ÖVP-Generalsekretär (Noch-Rufe bei der SPÖ) –, wenn Sie gleich der ÖVP die Schuld an diesem Vertrag gegeben und damit einen Ausstiegsgrund aus Ihrem Wahlversprechen gefunden hätten. Es wäre günstiger gewesen für die Republik, und der Vertrag wäre ein besserer gewesen! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Darabos.
Aber es ist, wie es ist: Es ist genau das herausgekommen, was immer herauskommt, wenn die SPÖ in wirtschaftlichen Angelegenheiten verhandelt, nämlich ein Desaster! Verstaatlichte, „Konsum“, BAWAG, Eurofighter, es ist immer das Gleiche. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Darabos.) Herr Kollege Darabos, es ist immer das Gleiche! Es ist ein Wunder, wenn dann, wenn die SPÖ in wirtschaftliche Angelegenheiten eingreift, einmal nichts passiert, geschätzte Damen und Herren!
Abg. Heinzl: Kennt sich nicht aus, der Herr Diplomingenieur!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter, Sie brauchen den Antrag nur in groben Zügen zu erläutern. Ich habe bereits genehmigt, dass er verteilt wird. – Bitte. (Abg. Heinzl: Kennt sich nicht aus, der Herr Diplomingenieur!)
Beifall bei der ÖVP.
Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Heiterkeit bei SPÖ und FPÖ.
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Ich bin ja Herrn Missethon zu Dank verpflichtet, weil er das Thema Eurofighter sozusagen zur Prime Time als Geheimwaffe gegen die SPÖ einsetzt. Das ist eine unglaubliche Fehleinschätzung des Bewusstseins der Bevölkerung zu diesem Thema, und ich kann rein wahltaktisch das Glück gar nicht fassen, meine Damen und Herren! (Heiterkeit bei SPÖ und FPÖ.) Natürlich werde ich einige Fragen aufwerfen, die der Bevölkerung vor den Fernsehschirmen die Zornesröte ins Gesicht treiben werden.
Abg. Prinz: Das ändert nichts am wirtschaftlichen Dilemma der SPÖ!
Was ist dann im Dunstkreis der ÖVP mit 2 Milliarden € an Steuergeldern passiert? (Abg. Prinz: Das ändert nichts am wirtschaftlichen Dilemma der SPÖ!) – Der Lobbyist Steininger, meine Damen und Herren, war ja im Untersuchungsausschuss sehr zugeknöpft. Sonst war er etwas freizügiger, und wir haben uns schreckliche Dinge anschauen müssen.
Abg. Dipl.-Ing. Missethon: Hervorragend gearbeitet!
An Herrn Molterer, der ja irgendwo bibbernd vor dem Fernsehschirm zuschauen wird: Abgeordnete Fekter, Maria Theresia Fekter, hat das alles zugedeckt, hat hier im Untersuchungsausschuss mitgewirkt (Abg. Dipl.-Ing. Missethon: Hervorragend gearbeitet!), hat ja vertuscht. (Abg. Dipl.-Ing. Missethon: Aufklärung geleistet!) – Und dann wird sie Volksanwältin (Abg. Kößl: Eine Unterstellung ...!), dann wird sie Innenministerin? Die Frau Fekter soll für Sicherheit sorgen, sollte eine Garantie für die Bürgerin und den Bürger sein? Die Frau Fekter, die die schwarzen Koffer der Eurofighter-Lobbyisten geschützt hat, diese Frau Fekter soll jetzt aufs Handtascherl von Pensionistinnen aufpas-
Abg. Dipl.-Ing. Missethon: Aufklärung geleistet!
An Herrn Molterer, der ja irgendwo bibbernd vor dem Fernsehschirm zuschauen wird: Abgeordnete Fekter, Maria Theresia Fekter, hat das alles zugedeckt, hat hier im Untersuchungsausschuss mitgewirkt (Abg. Dipl.-Ing. Missethon: Hervorragend gearbeitet!), hat ja vertuscht. (Abg. Dipl.-Ing. Missethon: Aufklärung geleistet!) – Und dann wird sie Volksanwältin (Abg. Kößl: Eine Unterstellung ...!), dann wird sie Innenministerin? Die Frau Fekter soll für Sicherheit sorgen, sollte eine Garantie für die Bürgerin und den Bürger sein? Die Frau Fekter, die die schwarzen Koffer der Eurofighter-Lobbyisten geschützt hat, diese Frau Fekter soll jetzt aufs Handtascherl von Pensionistinnen aufpas-
Abg. Kößl: Eine Unterstellung ...!
An Herrn Molterer, der ja irgendwo bibbernd vor dem Fernsehschirm zuschauen wird: Abgeordnete Fekter, Maria Theresia Fekter, hat das alles zugedeckt, hat hier im Untersuchungsausschuss mitgewirkt (Abg. Dipl.-Ing. Missethon: Hervorragend gearbeitet!), hat ja vertuscht. (Abg. Dipl.-Ing. Missethon: Aufklärung geleistet!) – Und dann wird sie Volksanwältin (Abg. Kößl: Eine Unterstellung ...!), dann wird sie Innenministerin? Die Frau Fekter soll für Sicherheit sorgen, sollte eine Garantie für die Bürgerin und den Bürger sein? Die Frau Fekter, die die schwarzen Koffer der Eurofighter-Lobbyisten geschützt hat, diese Frau Fekter soll jetzt aufs Handtascherl von Pensionistinnen aufpas-
Zwischenrufe bei der ÖVP.
sen? (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Wie stellen Sie sich denn das vor, meine Damen und Herren? (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
sen? (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Wie stellen Sie sich denn das vor, meine Damen und Herren? (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich kann Ihnen zu Ihrer Dringlichen Anfrage jetzt einmal sagen, Herr Missethon: Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Prinz: Wie ist das im SPÖ-Klub ...? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren, ich werde im Wahlkampf immer wieder von Leuten gefragt, die sagen: Herr Kräuter, Sie waren ja viele Monate in dem Untersuchungsausschuss. Hat es denn wirklich keine Chance gegeben, aus diesem Vertrag auszusteigen? – Ich muss dann immer wieder sagen: Sorry, wir haben wirklich monatelang mit Akribie untersucht, und es ist ein schreckliches Sittenbild zutage getreten, ein erschütterndes Sittenbild. Aber aus diesem allerschlechtesten Vertrag in der Geschichte der Republik, meine Damen und Herren, der alle Rechte für EADS und Eurofighter reserviert und alle Pflichten dem österreichischen Steuerzahler auferlegt, hat es keinen Ausstieg gegeben. (Abg. Prinz: Wie ist das im SPÖ-Klub ...? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP
So viel auch, meine Damen und Herren, zur angeblichen Wirtschaftskompetenz auf Seiten der ÖVP! Herr Bartenstein hat auch schon die Flucht ergriffen, soweit ich sehe. Das Wirtschaftsforschungsinstitut hat ganz klar erklärt – Herr Professor Dr. Karl Aiginger, heute zitiert von Herrn Klubobmann Schüssel –, dass es überhaupt nicht möglich ist, diese Kontrolle der Gegengeschäfte volkswirtschaftlich zu beurteilen (Zwischenrufe bei der ÖVP), und dass das Wirtschaftsforschungsinstitut daran nicht mitwirkt, weil das gar nicht seriös möglich ist.
Abg. Prinz: Ist das der Rechnungshofbericht?
Und das ist Wirtschaftskompetenz, meine Damen und Herren von der ÖVP: 87 000 € in der Fachhochschule Joanneum für eine einzige Unterrichtsstunde? Oder dass in Kleidergeschäften etwas neu tapeziert wird und Sie Gegengeschäfte in Höhe von Millionen Euro verrechnen? (Abg. Prinz: Ist das der Rechnungshofbericht?) Oder dass sich Manager im Untersuchungsausschuss hinknien und heilige Eide schwören: Das ist kein Gegengeschäft!, und trotzdem taucht das in der Bilanz von Herrn Bartenstein auf? Und da glauben Sie wirklich, dass die Bürgerinnen, die Bürger, dass die Wählerinnen, die Wähler das alles vergessen haben, Herr Missethon, Herr Schüssel, Herr Molterer, Herr Bartenstein? (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Und das ist Wirtschaftskompetenz, meine Damen und Herren von der ÖVP: 87 000 € in der Fachhochschule Joanneum für eine einzige Unterrichtsstunde? Oder dass in Kleidergeschäften etwas neu tapeziert wird und Sie Gegengeschäfte in Höhe von Millionen Euro verrechnen? (Abg. Prinz: Ist das der Rechnungshofbericht?) Oder dass sich Manager im Untersuchungsausschuss hinknien und heilige Eide schwören: Das ist kein Gegengeschäft!, und trotzdem taucht das in der Bilanz von Herrn Bartenstein auf? Und da glauben Sie wirklich, dass die Bürgerinnen, die Bürger, dass die Wählerinnen, die Wähler das alles vergessen haben, Herr Missethon, Herr Schüssel, Herr Molterer, Herr Bartenstein? (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Prinz: Wovon reden wir denn?
Bleiben wir noch beim Thema der angeblichen Wirtschaftskompetenz der ÖVP, und schauen wir von der Militärluftfahrt noch zur Zivilluftfahrt. Die AUA – was sind denn das dort für Zustände? (Abg. Prinz: Wovon reden wir denn?) Ein ÖVP-Manager, der vor einem halben Jahr sagt: Saniert!, und ein halbes Jahr später sagt er dann: Na ja, Grausamkeiten gegen die Beschäftigten wird es geben, und weil wir keinen Sprit haben, da wir ihn nicht bezahlen können, müssen wir Linien einstellen!? (Abg. Prinz: Wer ist denn der Verkehrsminister?) – Herr Finanzminister Molterer, Sie sind da zuständig: Ist Ihnen überhaupt klar, dass Herr Ötsch längst die Justiz auf den Fersen hat, und zwar sowohl in Deutschland als auch in Österreich?
Abg. Prinz: Wer ist denn der Verkehrsminister?
Bleiben wir noch beim Thema der angeblichen Wirtschaftskompetenz der ÖVP, und schauen wir von der Militärluftfahrt noch zur Zivilluftfahrt. Die AUA – was sind denn das dort für Zustände? (Abg. Prinz: Wovon reden wir denn?) Ein ÖVP-Manager, der vor einem halben Jahr sagt: Saniert!, und ein halbes Jahr später sagt er dann: Na ja, Grausamkeiten gegen die Beschäftigten wird es geben, und weil wir keinen Sprit haben, da wir ihn nicht bezahlen können, müssen wir Linien einstellen!? (Abg. Prinz: Wer ist denn der Verkehrsminister?) – Herr Finanzminister Molterer, Sie sind da zuständig: Ist Ihnen überhaupt klar, dass Herr Ötsch längst die Justiz auf den Fersen hat, und zwar sowohl in Deutschland als auch in Österreich?
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Für diese Dringliche Anfrage kann ich mich also aus Sicht der SPÖ nur herzlich bedanken. Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Schüssel: Der liegt drinnen!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Das war wohl das Motto von zwei Jahren Koalition: Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein. Es hat in einer Tour „Schepperer“ gemacht (Abg. Dr. Schüssel: Der liegt drinnen!) – nein, Herr Klubobmann Schüssel, Sie sind da nicht ganz unbeteiligt, aber darauf ist noch einzugehen –, weil das offensichtlich das Führungsprinzip in dieser Koalition war: Wadlbeißen, Haxlstellen und schauen, wie es den anderen in die Grube schmeißt. Es war wirklich ein erbärmliches Schauspiel.
Beifall bei den Grünen.
Sie haben alle Türen und Tore aufgemacht für diesen Vergabevorgang, obwohl eigentlich ein anderes Produkt ausgeschrieben war, auf das während offener Ausschreibung hingeschwindelt wurde. Ich bin gerne bereit, das zu wiederholen: geschoben und geschwindelt! Man darf es ja nicht vergessen, das tut nämlich dem Ansehen der Republik und ihren Behörden überhaupt nicht gut. So war es! Es war in Wirklichkeit ein Mittelklassewagen, wenn überhaupt, oder sinnvollerweise ein Kleinwagen bestellt – angeschafft haben Sie einen Luft-Ferrari, und jetzt regen Sie sich darüber auf, weil er ein bisschen abgespeckt wird. Das ist doch von vorne bis hinten unglaubwürdig! (Beifall bei den Grünen.)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.
Das ist das Problem: Die ÖVP hat etwas Schlimmes begonnen, und Sie haben am Schluss nicht die Courage gehabt auszusteigen, weil Sie nämlich genau zu der Zeit noch darin verhaftet waren, dass Umfallen das oberste Prinzip ist. Deshalb war das ja auch jene Zeit, in der der Parteigruß „Freundschaft“ durch ein herzhaftes „Bumsti“ ersetzt worden ist. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.)
Abg. Kößl: Das ist ein Blödsinn!
Die von Ihnen – von der ÖVP und vom BZÖ – erwähnte EURO 2008, die Fußballeuropameisterschaft, war ja nur der Beweis dafür, dass es anders auch gegangen wäre. Bis zum Ende der EURO war kein einziger Eurofighter offiziell oder technisch an der Luftraumüberwachung beteiligt. (Abg. Kößl: Das ist ein Blödsinn!) – Nein! Wir haben das mit den F 5 bestritten. Erstens mit viel weniger, zweitens mit – in Ihrer Sprache – Altgerät, aber jedenfalls viel, viel billiger. Es wurde doch der Beweis erbracht, dass bei diesem internationalen Ereignis die Eurofighter exakt gar nicht gebraucht wurden.
Abg. Kößl: O ja!
Sie haben von Gegengeschäften geredet. – Nur, damit sich wieder alle auskennen: Wir reden von 4 bis 5 Millionen €, die überwiesen und nachweislich gezahlt wurden – in eine Kärntner Konstruktion. Mehr will ich dazu einmal nicht sagen. Es wurde aber behauptet – als Rechtfertigung in der Öffentlichkeit, und Sie haben es ja hier wieder gesagt –, dass es sich dabei um Gegengeschäfte handle. – Diese „Gegengeschäfte“ sind nicht eingereicht – weder vom Herrn Haider noch von Eurofighter, noch von EADS – und wurden schon gar nicht im Wirtschaftsministerium bestätigt. (Abg. Kößl: O ja!)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Darmann und Kößl.
Wir haben die Unterlagen im Untersuchungsausschuss ja minutiös studiert. Diese Gegengeschäfte gibt es nicht, aber 5 Millionen sind geflossen. Und wozu? – Ich sage es Ihnen: zur politischen Landschaftspflege rund um den Wörthersee! Sie wissen, was das heißt. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Darmann und Kößl.) – Aber ganz sicher war es so!
Abg. Kößl: Dass du so uninformiert bist ...!
Das ist auch nicht verwunderlich, weil die Orangen da im Schlepptau der ÖVP eine ganz große Tradition im Handaufhalten gepflegt haben. (Abg. Kößl: Dass du so uninformiert bist ...!) Wie sonst ist es erklärbar, dass das Büro Rumpold – seinerzeit noch eine unmittelbare wirtschaftliche Vorfeldorganisation der Blauen, jetzt der Orangen – 6 Millionen € bekommen hat und bis heute nur imstande war, die Verwendung von 2 Millionen nachzuweisen, und das mit geschwindelten Rechnungen? – Da sind jene dabei, wo eine Pressekonferenz 100 000 € gekostet hat.
Abg. Kößl: Du verwechselst das BZÖ mit Zach und der SPÖ!
Sie verweigern ständig die Einsicht in die Bücher. Wie kommen die alle zu ihrem Geld? – Das würde uns interessieren. Beim BZÖ – die sind da ein bisschen ungeschickter – sind die Spuren relativ deutlich zutage getreten – man kann fast sagen, die Finanzen sind offengelegt worden. (Abg. Kößl: Du verwechselst das BZÖ mit Zach und der SPÖ!)
Beifall bei den Grünen.
Das würden wir bei Ihnen auch gerne sehen, denn in Wirklichkeit ist es so, dass sich weder die ÖVP noch die SPÖ diese Plakat- und Inseratenkampagnen, die man jetzt beobachten kann, aus öffentlichen Mitteln leisten können. Wir kennen ja die Zahlen: Das ist völlig unvorstellbar. Alle müssen viel mehr Geld von woanders herbekommen. Ich sage Ihnen: Legen Sie das offen! Das wäre wirklich ein demokratisches Hygienegebot. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Grillitsch: 1 400 Arbeitsplätze!
Wenn die ÖVP-Ökonomie der Gegengeschäfte so schlau ist, dass 15 Abfangjäger ganz schlecht sind, 18 schon besser, warum sind dann nicht 100 Abfangjäger noch viel besser? – Es ist doch absoluter Unsinn, was Sie da erzählen! Es gibt auch keinen einzigen Bürgermeister in ganz Österreich und schon gar nicht in der betroffenen Obersteiermark, wo Sie ihnen jahrelang das Gegenteil eingeredet haben, der bestätigen würde, dass irgendein Arbeitsplatz durch Gegengeschäfte geschaffen worden wäre. (Abg. Grillitsch: 1 400 Arbeitsplätze!)
Beifall bei den Grünen.
Es ist auch das – wie vieles von dem, was Sie sonst verbreiten – ein einziger Schwindel, eine große Lüge. Das haben Sie mit diesen Eurofightern begangen. Schauen Sie, wie Sie da wieder herauskommen! Am besten wäre, Sie würden nicht mehr gewählt werden. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Eßl: Da hat nicht einmal die SPÖ geklatscht!
Da frage ich mich, wo da die Kritik an meinem Vergleich ansetzen will, der bringt wenigstens Geld für die Republik Österreich. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Eßl: Da hat nicht einmal die SPÖ geklatscht!)
Abg. Strache: Deshalb sollte ein Vegetarier nie Generaldirektor einer Fleischfabrik werden!
Zwei Dinge, die heute in die Diskussion eingebracht wurden, die mich persönlich stören: Es stimmt, ich war nicht beim Bundesheer. Das habe ich nie verschwiegen. Ich habe mich aber immer zur umfassenden Landesverteidigung bekannt und auch zur Umsetzung der Bundesheerreform, die unter Helmut Zilk ausgehandelt wurde und nach einem einstimmigen Beschluss aller im Parlament vertretenen Parteien auch umgesetzt werden soll. (Abg. Strache: Deshalb sollte ein Vegetarier nie Generaldirektor einer Fleischfabrik werden!)
Beifall bei der SPÖ.
Diese Reform ist jedoch bis zu meinem Amtsantritt stillgelegen. Fragen Sie einmal die Truppe und die Menschen in der Zentralstelle, was sie von diesem Vorgang halten und wer kein Interesse an der Bundesheerreform und am Bundesheer gehabt hat – ob es der Zivildiener Norbert Darabos war oder die Minister davor, weil sie sich nicht getraut haben, diese heiße Kartoffel anzugreifen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Strache: Die sind gezwungen worden! Die sind teilweise gezwungen worden, da hinunterzugehen!
Kollege Haimbuchner hat für die FPÖ gesprochen: Fragen Sie die Soldaten im Tschad, zu wem sie stehen! (Abg. Strache: Die sind gezwungen worden! Die sind teilweise gezwungen worden, da hinunterzugehen!) Fragen Sie, ob sie zu Minister Darabos stehen oder zu jenen, die diesen Einsatz im Tschad abgelehnt haben! – Sie stehen zu Minister Darabos, das möchte ich Ihnen sagen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Kollege Haimbuchner hat für die FPÖ gesprochen: Fragen Sie die Soldaten im Tschad, zu wem sie stehen! (Abg. Strache: Die sind gezwungen worden! Die sind teilweise gezwungen worden, da hinunterzugehen!) Fragen Sie, ob sie zu Minister Darabos stehen oder zu jenen, die diesen Einsatz im Tschad abgelehnt haben! – Sie stehen zu Minister Darabos, das möchte ich Ihnen sagen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Wenn ein Vegetarier Generaldirektor einer Fleischfabrik ist, muss ein Chaos rauskommen!
Die Truppe hat kein Problem, aber hätte sie eines, dann wäre es wegen solcher Redebeiträge. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Wenn ein Vegetarier Generaldirektor einer Fleischfabrik ist, muss ein Chaos rauskommen!)
Abg. Dr. Schüssel: Lächerlich!
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Frau Präsidentin! Meine tatsächliche Berichtigung bezieht sich auf zwei Punkte. Herr Bundesminister Darabos hat – und ich glaube, er sollte es besser wissen – behauptet, ich hätte mit der Firma Eurofighter einen schlechteren Vertrag abgeschlossen. (Abg. Dr. Schüssel: Lächerlich!)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Während der Europameisterschaft wurde der österreichische Luftraum nach meiner Information von 12 Abfangjägern des Typs F 5, von 8 Eurofightern, von 22 SAAB 105 sowie von mehreren Kleinflugzeugen und Hubschraubern überwacht. Trotz dieser großen Zahl musste während dieser Zeit das Flugtraining ausgelagert werden. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Lentsch: A blöde G’schicht!
Zweiter Punkt. Ein unseliger Erfinder hat für diese Vertragsänderung die Bezeichnung „Vergleich“ herangezogen. Ich darf Ihnen sagen: Das ist völlig überflüssig, und die Strafe folgt auf den Fuß, weil Sie nach meiner Information vom Finanzamt einen Bescheid zur Zahlung einer Abgabengebühr von 5 Millionen vorgeschrieben bekommen haben. Hoffentlich kriegen Sie das in der Instanz weg. (Abg. Lentsch: A blöde G’schicht!) Ein Vergleich ist, wenn streitende Parteien die widereinanderstehenden gegenseitigen Positionen vergleichsweise lösen.
Beifall bei der FPÖ.
Da handelte es sich um einen Liefervertrag, dessen Umfang an Menge und Preis geändert worden ist. Das ist dasselbe, wie wenn Sie morgen für eine Flotte für irgendeine Firma statt ursprünglich 15 Autos nur mehr zehn abnehmen. Kein Mensch denkt daran, das als Vergleich im Sinne des rechtlichen Begriffs zu bezeichnen, denn dann wird eine Vergleichsgebühr vorgeschrieben. Das ist amateurhaft – anders kann man es nicht bezeichnen, in aller Freundschaft! (Beifall bei der FPÖ.)
Ruf bei der SPÖ: Der Reserve!
Nächster Punkt – nun spreche ich als Offizier (Ruf bei der SPÖ: Der Reserve!) –: Es kommt zu dieser Preis- oder Zahlungsreduktion unter anderem dadurch, dass Sie drei Flugzeuge weniger abnehmen und dass wesentliche Systeme nicht abgenommen werden. Es handelt sich um das System DASS – das ist ein Radarwarnempfänger – und um das Infrarot-Suchsystem PIRATE – ein Gerät zur Identifizierung bei Nacht und schlechter Sicht, das die Nachteinsatzfähigkeit des Geräts sicherstellt.
Abg. Strache: Der Klima hat uns das eingebrockt!
Nächster Punkt: Wir haben uns folgende Geschichte des Bestellvorgangs vor Augen zu halten: In der Regierungszeit Klima wurde der Nachbeschaffungsbeschluss für Draken vorgenommen. (Abg. Strache: Der Klima hat uns das eingebrockt!) Es kam, weil das derzeit in allen Ländern so gestaltet ist, nicht zur Umsetzung des Nachbeschaffungsbeschlusses. Klar war aber immer, dass Flugzeuge der Generation 4 bestellt werden. (Abg. Strache: Dem Kanzler Klima haben wir das zu verdanken!)
Abg. Strache: Dem Kanzler Klima haben wir das zu verdanken!
Nächster Punkt: Wir haben uns folgende Geschichte des Bestellvorgangs vor Augen zu halten: In der Regierungszeit Klima wurde der Nachbeschaffungsbeschluss für Draken vorgenommen. (Abg. Strache: Der Klima hat uns das eingebrockt!) Es kam, weil das derzeit in allen Ländern so gestaltet ist, nicht zur Umsetzung des Nachbeschaffungsbeschlusses. Klar war aber immer, dass Flugzeuge der Generation 4 bestellt werden. (Abg. Strache: Dem Kanzler Klima haben wir das zu verdanken!)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und BZÖ.
Varianten beziehungsweise Abweichungen gibt es nur bei der Typenentscheidung. Aber welche Typenentscheidung auch immer getroffen worden wäre – und in Wirklichkeit standen weltweit nur vier oder fünf Typen für die Generation 4 zur Auswahl –: Es kann doch bitte nicht sein, dass wir um teuerstes Geld Flugzeuge bestellen, bei denen wir substanzielle Teile des Eigenschutzes wegstreichen. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und BZÖ.)
Abg. Strache: 1992 war das!
Ich erinnere an die Geschichte, als die ÖVP massiv gegen den Draken gehetzt hat. Im Jahre 1971 ist ein jugoslawischer Kampfflieger über Graz gekreist – und plötzlich hat der Draken hergemusst, und plötzlich hat der steirische Landeshauptmann nach dem Draken und seiner Stationierung gerufen, weil man erkannt hat, dass in Stundenschnelle die Sicherheitsfrage virulent werden, die Sicherheitssituation eines Landes kippen kann und Österreich nicht schutzlos sein soll. (Abg. Strache: 1992 war das!)
Beifall bei FPÖ, ÖVP und BZÖ.
Es lebe Österreich und es lebe das österreichische Bundesheer! (Beifall bei FPÖ, ÖVP und BZÖ.)
Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.
Abgeordneter Mag. Gernot Darmann (BZÖ): Frau Präsidentin! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Werte Zuseher auf der Galerie und zu Hause mittlerweile auf TW1 und im Internet. (Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Dr. Haimbuchner: Wo? – Abg. Mag. Kogler: Welche Gegengeschäfte?
Es sind heute bereits einige Dinge zur Thematik Eurofighter und Rechnungshofbericht gesagt worden. Bevor ich auf den Bericht eingehe, möchte ich schon auf ein paar Aussagen aus dem grünen Sektor und von den Blauen eingehen. Es ist schon interessant, und es sei den Kollegen Kogler, Pilz und auch Haimbuchner auch unbenommen, hier auf tiefem Niveau mit Unwahrheiten um sich zu werfen, was Gegengeschäfte in Kärnten betrifft, weil man glaubt, damit billig und schnell ein paar Stimmen machen zu können. (Abg. Dr. Haimbuchner: Wo? – Abg. Mag. Kogler: Welche Gegengeschäfte?)
Abg. Mag. Kogler: Nein!
Tatsache ist, dass dieser Fluss der EADS-Gelder für eine Technologieinitiative im Technologiepark vollkommen korrekt und transparent stattgefunden hat. Fakt ist, dass diese EADS-Gelder nach der Typen-Entscheidung im Rahmen der Gegengeschäfte nach Kärnten geflossen sind, und zwar nicht 5 Millionen €, wie Sie gesagt haben, das ist schon einmal der erste Fehler, sondern 4 Millionen €. (Abg. Mag. Kogler: Nein!) Diese wurden in eine Stiftung nach österreichischem Recht eingebracht. Aus dieser Stiftung mit dem Stiftungszweck – damit ich es richtig sage (der Redner hält ein Schriftstück in die Höhe) –, Technologieprojekte und Investitionen in Forschung und Entwicklung in Kärnten zu unterstützen, wurde bereits eine Million € entnommen, um beispielsweise den Lakeside Park mitzufinanzieren, der Hunderte von Arbeitsplätzen geschaffen hat. Der Aufsichtsrat des Lakeside-Technologieparks – dort sitzen SPÖler und ÖVPler drinnen – hat das gewusst und auch bestätigt und akzeptiert.
Beifall beim BZÖ.
Das heißt, hier können die Grünen und auch Kollege Haimbuchner – Sie haben sich aufs „profil“ bezogen – zwar kritisieren, mag schon sein. Die „Kleine Zeitung“ hat gestern, vorgestern einen Riesenskandal daraus gemacht von wegen „geheime Stiftung“. Dabei hat dieselbe „Kleine Zeitung“ vor einem Jahr, am 7. Juli 2007, über diese Stiftung berichtet, aber vorgestern selbst nicht mehr gewusst, dass es diese Stiftung gibt. Das zum Thema Skandal, der hiemit ausgehebelt wurde. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das ist schon sehr interessant! Diese Flugzeuge hätten eine Vollausstattung gehabt, um auch durch Wolken, im ärgsten Gewitter, in der Nacht Flugzeuge punktgenau mit Typenbezeichnung identifizieren zu können. Das braucht man nicht nur zum Angriff, sondern auch zur Verteidigung, aber auch zum Schutz gegen Terrorgefahren. Sie lassen das ausbauen. Im Nachhinein ist jetzt aber der Auftrag gegeben worden, zu überprüfen, was eine Nachbeschaffung kostet und ob sie durchgeführt werden sollte. Das ist eindeutig ein Zeichen dafür, dass wirklich nur aus parteipolitischen Gründen eine Einrichtung dieser Flugzeuge gestrichen wurde, aber nicht aus militärischen Erwägungen. Das gehört hier einmal festgehalten! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Jetzt haben wir das Malheur: Mindestens 500 Millionen € an Gegengeschäften sind dahin. Viele tausend Arbeitsplätze in Österreich stehen damit auf dem Spiel, und Sie, Herr Minister, reiben sich die Hände und sagen, Sie haben der Republik noch einen Gefallen getan. Das ist sicher nicht der Fall! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Herr Verteidigungsminister, wenn Sie davon ausgehen, dass im März oder im Frühjahr nächsten Jahres 250 Millionen € von Eurofighter oder EADS an die Republik Österreich überwiesen werden, dann frage ich Sie Folgendes – wir zahlen ja jetzt im November die letzte Rate in Höhe von 250 Millionen €; wir verschenken also für mehrere Monate Zinsvorteil für 250 Millionen € –: Hat nicht irgendwann einmal in Ihren Überlegungen eine Rolle gespielt, dass eine Möglichkeit gewesen wäre, diese Überweisung gar nicht stattfinden zu lassen, sondern die Gelder bei uns zu behalten und nicht vier Monate Zinsverlust für 250 Millionen € herzuschenken? Das ist etwas, das mit Experten nicht passiert wäre, aber die haben Sie ja nicht beigezogen zu diesem Vergleich. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Graf: Hohe Telefonkosten haben sie dort!
Sie können noch so oft davon sprechen, dass der Tschad und unsere Soldaten im Tschad hinter Ihnen stehen. Ich meine, das glauben Sie wohl selbst nicht! (Abg. Dr. Graf: Hohe Telefonkosten haben sie dort!) Personen, die sich hiemit befasst haben, und das österreichische Bundesheer wissen ganz genau, dass Sie nicht hinter diesem Bundesheer stehen, dass Sie dieses Bundesheer aushungern, wo es nur möglich ist, und dass Sie Ihre Kompetenz vielleicht woanders besser einbringen könnten, aber sicher nicht bei diesem österreichischen Bundesheer. – Danke schön. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Sie können noch so oft davon sprechen, dass der Tschad und unsere Soldaten im Tschad hinter Ihnen stehen. Ich meine, das glauben Sie wohl selbst nicht! (Abg. Dr. Graf: Hohe Telefonkosten haben sie dort!) Personen, die sich hiemit befasst haben, und das österreichische Bundesheer wissen ganz genau, dass Sie nicht hinter diesem Bundesheer stehen, dass Sie dieses Bundesheer aushungern, wo es nur möglich ist, und dass Sie Ihre Kompetenz vielleicht woanders besser einbringen könnten, aber sicher nicht bei diesem österreichischen Bundesheer. – Danke schön. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Jarolim – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Ikrath –: Michael, sag etwas zur „Wirtschaftsplattform“!
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Ikrath. 6 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Bitte, Sie sind am Wort. (Abg. Dr. Jarolim – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Ikrath –: Michael, sag etwas zur „Wirtschaftsplattform“!)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Mag. Peter Michael Ikrath (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Es ist ja bekannt, dass ich in der Privatwirtschaft tätig bin, und ich sage Ihnen, Herr Bundesminister Darabos: Dort war ich an einer Reihe von großen Transaktionen beteiligt. Hätte ich je ein Ergebnis erzielt, wie der Rechnungshof es jetzt ausweist bei der Vereinbarung, die Sie getroffen haben, dann hätte ich dort am nächsten Tag die Verantwortung übernehmen und den Hut nehmen müssen. Seien Sie froh, dass Sie nicht in der Privatwirtschaft sind! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Murauer: Sie nicht!
Ich sage Ihnen: Das ist schon einzigartig. Ich habe in meiner ganzen beruflichen, politischen Laufbahn noch nie einen Minister erlebt, der nicht um jeden Euro für sein Ressort mit Zähnen und Klauen gekämpft hätte. (Abg. Murauer: Sie nicht!) Sie sind verantwortlich für eines der wesentlichsten Ressorts, das für die Sicherheit dieses Landes zuständig ist, und sagen: Dieses Geld brauche ich gar nicht! Das würde ich noch verstehen, Herr Bundesminister, wenn das Bundesheer in Geld schwimmen würde. Genau das Gegenteil ist aber der Fall! Wir haben das niedrigste Verteidigungsbudget, das es je gegeben hat!
Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Darabos.
Wir haben mit der Bundesheerreform elf Milizbataillone vorgesehen. Diese sind bis jetzt nur mit einem 20 Jahre alten Feldanzug und mit einer Handfeuerwaffe ausgerüstet. Und Sie verzichten locker auf das Geld? Wissen Sie, Herr Bundesminister, das ist das Riesenproblem, das wir mit Ihnen haben und das das österreichische Bundesheer und die Menschen, die dort engagiert sind, mit Ihnen haben. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Darabos.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Bundesminister Darabos, Ihr mangelndes Engagement für Ihre Aufgabe und Ihre Verantwortung ist der rote Faden, der sich durch Ihre Amtsführung zieht, Ihr mangelndes Engagement für Ihre Funktion, aber auch für die Menschen, egal, ob Berufssoldaten oder Milizsoldaten, die im Bundesheer ihr Bestes geben, sich engagieren, aber auch, und das finde ich noch bedenklicher und – verzeihen Sie! – moralisch unanständiger, für die Staatsbürger, die wir per Gesetz verpflichten, Wehrdienst zu leisten. Per Gesetz verpflichten! Die sorgen, so gut sie es können, für den Schutz dieses Landes und helfen den Menschen bei Katastrophen. Und denen zeigen Sie die kalte Schulter! Die lassen Sie im Stich, denn Sie sagen: Das Geld brauchen wir nicht, um euch ordentlich auszurüsten und zu bewaffnen und euch zu befähigen. Wir nehmen zwar euer Engagement, aber ansonsten tue ich nichts für euch. Und das ist nicht anständig, Herr Bundesminister, das ist nicht ordentlich und das ist nicht verantwortungsbewusst. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Zum Schluss kommend: Wie erklären Sie es denn sonst, Herr Bundesminister, dass Sie nicht nur locker auf das Geld verzichten, das dringend gebraucht wird, nicht wie die Butter aufs Brot, sondern wie ein Bissen Brot, sondern auch, dass Sie bei einem der großen Augenblicke für neu ausgemusterte Offiziere in Wiener Neustadt, bei der Dekretübergabe am 5. September lieber irgendwo im Wahlkampf sind, als dort daran teilzunehmen. Ist das Respekt? Ist das Achtung? – Nein, das ist Missachtung und mangelnder Respekt! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Murauer: So ist es leider! – Abg. Dr. Jarolim: Warum redest du nicht über die „Wirtschaftsplattform“?
Und wie erklären Sie es denn, dass Sie bis heute keinen Milizbeauftragten bestellt haben, obwohl Sie uns das im Verteidigungsausschuss mehrfach zugesichert haben? Bis heute kein Milizbeauftragter bestellt! Keine Kontaktaufnahme mit den Milizverbänden in diesem Zusammenhang, sondern das einfach ignoriert, so wie Sie Ihr Amt ignorieren, wie Sie die Verantwortung ignorieren und Ihr Amt arrogant und indolent führen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Murauer: So ist es leider! – Abg. Dr. Jarolim: Warum redest du nicht über die „Wirtschaftsplattform“?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Großruck: Sie haben wohl noch nie einen Vertrag abgeschlossen! Verträge sind einzuhalten!
Was in diesem Vertrag drinnen steht, hat also bedeutet: Selbst bei bestem Willen, und der war zweifellos vorhanden, war ein risikoloser und kostenfreier Ausstieg aus dem Vertrag einfach nicht möglich. Und den Vertrag, den haben Sie zu verantworten, Sie von der ÖVP und auch teilweise von der FPÖ und vom BZÖ. Das ist Ihre Verantwortung, und zwar zu Lasten der Steuerzahler und Steuerzahlerinnen in diesem Land. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Großruck: Sie haben wohl noch nie einen Vertrag abgeschlossen! Verträge sind einzuhalten!)
Zwischenruf beim BZÖ.
Sie von der ÖVP wollen mit dieser heutigen Dringlichen Anfrage aber auch von den wahren Problemen der Menschen in diesem Land ablenken. Sie von der ÖVP haben nichts für die Menschen übrig, weil Sie zum Beispiel nichts gegen die Teuerung unternehmen wollen. Die Eurofighter sind Ihnen wieder einmal wichtiger, als dass es den Menschen in unserem Land besser geht. (Zwischenruf beim BZÖ.)
Abg. Murauer: Das ist doch Schwachsinn, wie Sie argumentieren!
Zu guter Letzt, besser gesagt zu schlechter Letzt, genau für Sie, Herr Kollege: die Gegengeschäfte. Bis jetzt konnte weder ... (Abg. Murauer: Das ist doch Schwachsinn, wie Sie argumentieren!)
Abg. Murauer: Das verstehen Sie einfach nicht! Das ist wirklich traurig!
Bis jetzt konnte weder Bundesminister Bartenstein noch sonst irgendjemand ein einziges Gegengeschäft oder einen einzigen Arbeitsplatz nennen, der auf Grund des Vergleichs, den Bundesminister Darabos dankenswerterweise ausverhandelt hat, verloren gegangen wäre. (Abg. Murauer: Das verstehen Sie einfach nicht! Das ist wirklich traurig!)
Zwischenruf des Abg. Murauer.
Ihre Gegengeschäfte sind in Wirklichkeit Luftgeschäfte! Mein Kollege Kräuter hat schon darauf hingewiesen, dass einzig und allein eine Handvoll Leute zum Zug gekommen sind. Das ist ein Sittenbild von ÖVP-, FPÖ- und BZÖ-Günstlingen. Und man kann es gar nicht oft genug sagen: Dieses Sittenbild ist wirklich bezeichnend für Sie! (Zwischenruf des Abg. Murauer.)
Abg. Murauer: Seit wann gibt es denn Charterflüge in den Kosovo?
By the way, Herr Abgeordneter Murauer: Sie haben sich in Ihrer zugegebenermaßen doch etwas ungewöhnlichen Rede zu Beginn sehr darüber echauffiert, dass der Herr Minister mit einem Privatflieger in den Kosovo geflogen ist. Daher möchte ich dazu zwei Punkte erwähnen: Erstens: Es war ein Charterflug, also die billigste Variante, die möglich war! (Abg. Murauer: Seit wann gibt es denn Charterflüge in den Kosovo?) Zweitens: Wenn Sie so sehr auf Privatflüge stehen, dann würde ich Ihnen vorschlagen, Ihre ÖVP-Ministerin Plassnik zu fragen, wie sie es denn mit Privatfliegern hält. Sie hat da mehr Erfahrung! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
By the way, Herr Abgeordneter Murauer: Sie haben sich in Ihrer zugegebenermaßen doch etwas ungewöhnlichen Rede zu Beginn sehr darüber echauffiert, dass der Herr Minister mit einem Privatflieger in den Kosovo geflogen ist. Daher möchte ich dazu zwei Punkte erwähnen: Erstens: Es war ein Charterflug, also die billigste Variante, die möglich war! (Abg. Murauer: Seit wann gibt es denn Charterflüge in den Kosovo?) Zweitens: Wenn Sie so sehr auf Privatflüge stehen, dann würde ich Ihnen vorschlagen, Ihre ÖVP-Ministerin Plassnik zu fragen, wie sie es denn mit Privatfliegern hält. Sie hat da mehr Erfahrung! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Abgeordneter Murauer, ich finde es äußerst schäbig, dass Sie auf Kosten der Soldaten ganz, ganz merkwürdige Witzchen in einer ganz, ganz merkwürdigen Rede machen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Gahr: Bravo!
Abgeordneter Wolfgang Zanger (FPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Bundesminister Darabos, Sie haben in Ihrer Anfragebeantwortung festgestellt, dass Sie den Steuerzahlern Geld gespart haben. – In Anbetracht dessen, was ich da nachvollziehen kann, denke ich mir, dass Sie offensichtlich nur in einem Bereich gespart haben, nämlich bei den Mathematikstunden und im Fach Wirtschaftskunde in Ihrer Schulzeit! (Abg. Gahr: Bravo!)
Abg. Großruck: „Abzuputzen“ heißt das!
Die ÖVP braucht sich hier aber nicht abputzen! (Abg. Großruck: „Abzuputzen“ heißt das!) Die ÖVP hat als Argumentarium für den Eurofighter immer und immer wieder die Gegengeschäfte in Höhe von 4 Milliarden € ins Treffen geführt, und damit komme ich zu Ihnen, liebe Kollegen Missethon und Grillitsch.
Zwischenruf des Abg. Murauer.
Herr Bundesminister Bartenstein hat immer wieder versprochen, diese Gegengeschäfte in der betroffenen und belasteten Region Aichfeld-Murboden anzusiedeln. Dort ist jedoch überhaupt nichts geschehen. Von den angekündigten 4 Milliarden in Form von Gegengeschäften hat diese Region gerade 12 Millionen € erhalten! Herr Kollege Murauer, da brauchen Sie mir überhaupt nichts einzureden! Das ist die Wahrheit! Das geht aus einer Anfragebeantwortung hervor! (Zwischenruf des Abg. Murauer.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Mag. Kogler.
12 Millionen € sind wenig für eine Region, die die Belastung tragen darf und nichts davon hat, sondern – im Gegenteil – von Absiedelung betroffen ist. 20 Prozent der Menschen beschäftigen sich dort mit dem Gedanken wegzuziehen! Das ist eine ländliche Region! Zwar sagt Kollege Grillitsch, der von dort kommt, hier dauernd: Wir sind für die ländlichen Regionen! Es geschieht aber gar nichts! Das ist eine Verschaukelung des Wählers! Österreichische Volkspartei ist nicht der passende Name! Österreichische Verschauklerpartei müsste sie heißen! (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Mag. Kogler.)
Beifall bei der FPÖ.
Und was tut die SPÖ dazu? – Auch nichts! Von all den Mandataren, die aus dieser Region kommen, kommt kein einziges Unterstützungsargumentarium! Ich habe mehrmals einen Antrag auf Betriebsansiedelung auf Grund der Gegengeschäfte in dieser Region eingebracht. Der Einzige, der dazu einmal etwas Positives gesagt hat, war Herr Kräuter, aber ansonsten hat kein Mandatar von der SPÖ aus dieser Gegend irgendetwas verlauten lassen. Im Hinblick darauf sage ich Ihnen, meine Damen und Herren: Für diese Verschaukelungspolitik wird Ihnen der Wähler am 28. die Rechnung präsentieren! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Murauer: Sie ist schon explodiert! – Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll.
rot und emotionell, dann kam ein steiler Abfall, aber explodieren wird sie nicht, weil es eine Fehlzündung gab. (Abg. Murauer: Sie ist schon explodiert! – Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll.) Geschieht Ihnen auch recht, Herr Stummvoll, denn immer wenn Sie uns zum Einsatz rufen, schauen Sie schlecht aus!
Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich darf ein bisserl in Erinnerung rufen: Der Vorvertrag von Herrn General Entacher aus der Zeit des Kollegen Scheibner, den Sie dann im Ministerrat verschwinden lassen haben, hatte noch viele gute und günstige Vorbedingungen. Dann hat aber Kollege Schüssel alles an sich gerissen, und plötzlich war alles nichtig. Und wir haben ja im Eurofighter-Ausschuss gesehen, welche Dilettanten Ihrerseits dann Flieger eingekauft haben. Das war wirklich sensationell! Das ist so ähnlich, als ob unsere Putzfrau den Umbau des Parlaments bewerkstelligen sollte! (Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Murauer.
einfach gesagt, ich soll ein bisschen etwas aufschreiben. – Das ist also Lug und Trug von vorne bis hinten! (Zwischenruf des Abg. Murauer.)
Beifall bei der SPÖ.
Noch etwas: Ich lese von diesen Zuwendungen und Stiftungen, die heute allerdings sehr bestritten wurden. Herr Klubobmann und ehemaliger Bundeskanzler! Wenn deren einziger Zweck war – wie es Herr Kollege Kogler schon richtig formuliert hat –, im Vorfeld der Parteikassen Bassins zu schaffen, dann muss ich sagen: Ich hoffe, dass wir in diesem schwarzen Loch der Atmosphäre nicht noch ein anderes Konto finden! Kollege Pilz, du brauchst dich nicht so aufzuregen! Du hast immer vom Colt gesprochen, der schießt. – Bis jetzt hat er nur geraucht. Schau, dass du ihn zum Schießen bringst! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Darabos.
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (ohne Klubzugehörigkeit): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Nach dem Kollegen Faul muss man das Rednerpult neu adjustieren. – Herr Bundesminister Darabos, dass das der verhatschteste Anschaffungsvorgang der Zweiten Republik ist, haben Sie bereits bewiesen. Es hat schon verhatscht angefangen, das haben wir im Ausschuss herausgebracht. Das, was Sie jetzt aber noch draufgesetzt haben, ist die Verhatschung zur Verhatschung! Es wird daher, glaube ich, nicht möglich sein, all das heute im Rahmen der Dringlichen aufzuklären und abzuhandeln. Das wird vielmehr den nächsten Nationalrat beschäftigen. Und so, wie es ausschaut, werden Sie, Herr Bundesminister Darabos, dann der Regierung gar nicht mehr angehören, und zwar nicht deswegen, weil Sie vielleicht nicht mehr in eine Koalition kommen, sondern weil Ihre eigene Partei Sie dann wahrscheinlich abservieren wird. Dieses Gefühl habe ich. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Darabos.)
Beifall beim BZÖ.
Schauen Sie, die haben es probiert und sind daran gescheitert. Wenn Sie auch so geschickt sind, dann heiße ich Sie heute schon herzlich willkommen beim BZÖ! Vorher müssen Sie aber ein paar Geschichten aufklären, mein lieber Herr Minister! (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenrufe bei SPÖ und FPÖ.
Es wird aufzuklären sein, welche Rolle Ihr Fraktionsmitglied außer Dienst Zach gespielt hat. Weißt du, Pepi Cap, wenn ich daran denke, dass du dir von Heide Schmidt Herrn Zach hineinsetzen lassen hast, dann empfehle ich dir, dass du, wenn du in Zukunft wieder einmal so einen „Beute-Abgeordneten“ von einer anderen Partei bekommst, ihn dir besser anschaust! (Zwischenrufe bei SPÖ und FPÖ.) Ich komme gleich zu einer konkreten Empfehlung! Beziehungsweise solltest du dir vielleicht die Schoßhündchen besser ansehen, die du derzeit auf dem Schoß hast!
Zwischenruf des Abg. Dr. Fichtenbauer.
mentsklub Mafia-Bosse aus dem Osten zu suchen haben, die bei Ihnen aus- und eingehen, meine Damen und Herren von der FPÖ! (Zwischenruf des Abg. Dr. Fichtenbauer.)
Abg. Ing. Westenthaler: Hört! Hört!
Herr Kollege Fichtenbauer, vielleicht erklären Sie uns das heute noch. So geht zum Beispiel am 25. August ein Mafia-Boss bei Herrn Strache aus und ein, ein Mann, der in seinem Heimatland Georgien steckbrieflich gesucht wird, weil sein Bodyguard dort einen jungen Mann erschossen hat und weil er selbst dabei war, als man dann einen Vertrauten des Präsidenten angeschossen hat, der das nur knapp überlebt hat. Dieser Vertraute gehört nämlich zu der Antikorruptionsgruppe, die der georgische Präsident eingesetzt hat. Und der Mörder, der diesen jungen Mann erschossen hat, ist unter eigentümlichen Umständen in einem georgischen Gefängnis ums Leben gekommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Hört! Hört!)
Abg. Ing. Westenthaler: Hört! Hört!
Lauter Tote begleiten diesen feinen Herrn, und dieser geht bei Herrn Strache im Klub aus und ein, meine Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Hört! Hört!) Herr Kollege Cap, Sie sollten sich die Saubermänner vielleicht anschauen, die heute dazu gesprochen haben!
Zwischenrufe bei BZÖ und ÖVP.
Jetzt könnte man sagen: Gut, es kann immerhin sein, dass Heinz-Christian Strache das nicht gewusst hat. Die Artikel sind alle in Englisch erschienen, und wir wissen ja, dass nicht jeder in der FPÖ hinreichend Englisch kann. Ist durchaus möglich, das will ich gar nicht in Abrede stellen! Es sitzt aber ein Saubermann in diesem Hause, meine Damen und Herren, der diesen Mafia-Paten seit vielen Jahren als Geschäftsfreund kennt, nämlich Kollege Dr. Fichtenbauer! (Zwischenrufe bei BZÖ und ÖVP.)
Abg. Marizzi: Danke vielmals!
Ich erinnere mich noch – und Kollege Peter Marizzi wird es mir bestätigen –, dass wir arge Auseinandersetzungen während der Umbruchsphase darüber hatten, was es da für eigenartige Leute gab. Damals habe ich mitunter Peter Marizzi für etwas geprügelt, was seinen Herrn getroffen hat. Es ging um die Kontakte des damaligen Bundeskanzlers Vranitzky in den Osten. Da bist du drangekommen, aber der andere hätte es verdient gehabt! (Abg. Marizzi: Danke vielmals!)
Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren, wir werden das alles nach der Nationalratswahl aufklären. Dann haben wir sehr viel Zeit und sehr viel Gelegenheit dazu, und ich lade alle schon heute herzlich ein, mit mir an dieser Aufklärung zu arbeiten! Mich würde brennend interessieren, was der wirkliche Hintergrund dieser eigenartigen Mafia-Besuche im Klub der Freiheitlichen ist! (Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Mir ist es daher wirklich unverständlich – und ich glaube, Kollege Öllinger von den Grünen hat es schon gesagt –, warum das Pflegegeld in den niederen Pflegestufen weniger erhöht wird als jenes in den höheren Pflegestufen, und für mich ist das vor allem auch deswegen so unverständlich, weil gerade in die Pflegestufen zwischen 2 und 5 diejenigen Pflegebedürftigen fallen, die zu Hause betreut und gepflegt werden. Jeder von uns, ganz gleich, welcher Partei er angehört, steht hier im Hohen Haus oder ist draußen bei den Bürgerinnen und Bürgern und sagt: Die Pflege zu Hause müssen wir sichern, weil 80 Prozent der Pflegebedürftigen zu Hause betreut werden!, und dann gibt man gerade denjenigen, die die Pflege zu Hause bekommen können, weniger Geld als allen anderen?! – Daher ist das unverständlich, ist das unfair und ist das auch unsozial. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mandak: Und was war bei Ihnen? – Abg. Öllinger: Und was war vorher?
Überhaupt ist all das, was in der Pflege in den letzten zwei Jahren hier nicht geschehen ist, für mich nicht nachvollziehbar. 2006 war es das innenpolitische Thema vor der Nationalratswahl. (Abg. Mandak: Und was war bei Ihnen? – Abg. Öllinger: Und was war vorher?) – Frau Kollegin Mandak, Sie wissen es: Es hat geheißen, wir haben einen Pflegenotstand. Auch in dem Programm, das Minister Buchinger gemeinsam mit Frau Lapp geschrieben hat, heißt es: Für die SPÖ ist es ganz wichtig, dass die Beschäftigung in den Pflegeberufen ausgebaut wird, und für die SPÖ ist es „ein wichtiger Punkt, der gegen eine wenig durchdachte Legalisierung ausländischer Pflegekräfte“ durchgesetzt werden muss. (Abg. Mandak: ... um 2 Prozent erhöht worden, das war alles!)
Abg. Mandak: ... um 2 Prozent erhöht worden, das war alles!
Überhaupt ist all das, was in der Pflege in den letzten zwei Jahren hier nicht geschehen ist, für mich nicht nachvollziehbar. 2006 war es das innenpolitische Thema vor der Nationalratswahl. (Abg. Mandak: Und was war bei Ihnen? – Abg. Öllinger: Und was war vorher?) – Frau Kollegin Mandak, Sie wissen es: Es hat geheißen, wir haben einen Pflegenotstand. Auch in dem Programm, das Minister Buchinger gemeinsam mit Frau Lapp geschrieben hat, heißt es: Für die SPÖ ist es ganz wichtig, dass die Beschäftigung in den Pflegeberufen ausgebaut wird, und für die SPÖ ist es „ein wichtiger Punkt, der gegen eine wenig durchdachte Legalisierung ausländischer Pflegekräfte“ durchgesetzt werden muss. (Abg. Mandak: ... um 2 Prozent erhöht worden, das war alles!)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Aber was ist geschehen mit den heimischen Fachkräften? – Es sind keinerlei Initiativen ergriffen worden, um ausreichend heimische Fachkräfte und Pflegekräfte zu schulen. Es ist heute noch so, und zwar was das AMS anlangt, dass jemand, der aus einem anderen Beruf umsteigt, selbst das Geld für die Finanzierung aufbringen muss, selbst für eine Finanzierung sorgen muss, dass aber diejenigen, die arbeitslos sind, diejenigen, die Migrantinnen und Migranten sind, diese Umschulung bezahlt bekommen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Daher sage ich: Das ist etwas, was auch in einer zukünftigen Periode rasch in Angriff genommen werden muss. – Pflege muss leistbar, muss sicher und qualitätsvoll sein, und das ist für uns als BZÖ auch der wichtigste Auftrag! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wir vom BZÖ werden hier nicht lockerlassen! In einer neuen Legislaturperiode werden wir die wichtigen Dinge, die gerade im Bereich der Pflege zu machen sind, immer wieder einfordern – im Sinne der Verlässlichkeit und nicht großer Versprechungen, sondern des wirklichen Handelns. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Haidlmayr: Das stimmt nicht!
Abgeordneter Werner Neubauer (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Lassen Sie mich kurz zurückblicken auf die Entwicklung des Pflegegeldes. Das Pflegegeld wurde nicht, wie hier schon mehrmals betont, vom ehemaligen Sozialminister Hesoun erfunden, sondern er hat es dann im Wesentlichen übernommen und eingeführt. Ausgearbeitet hat das Pflegegeld aber der Österreichische Zivil-Invalidenverband (Abg. Haidlmayr: Das stimmt nicht!), und dabei waren die beiden Bundesländer Vorarlberg und Oberösterreich herausragend, die als Vorreiter für dieses Pflegegeld in Erscheinung getreten sind, meine sehr geehrten Damen und Herren. Das muss an dieser Stelle, auch zu Ehren des Zivil-Invalidenverbandes, einmal gesagt werden. (Beifall bei der FPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Haidlmayr.)
Beifall bei der FPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Haidlmayr.
Abgeordneter Werner Neubauer (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Lassen Sie mich kurz zurückblicken auf die Entwicklung des Pflegegeldes. Das Pflegegeld wurde nicht, wie hier schon mehrmals betont, vom ehemaligen Sozialminister Hesoun erfunden, sondern er hat es dann im Wesentlichen übernommen und eingeführt. Ausgearbeitet hat das Pflegegeld aber der Österreichische Zivil-Invalidenverband (Abg. Haidlmayr: Das stimmt nicht!), und dabei waren die beiden Bundesländer Vorarlberg und Oberösterreich herausragend, die als Vorreiter für dieses Pflegegeld in Erscheinung getreten sind, meine sehr geehrten Damen und Herren. Das muss an dieser Stelle, auch zu Ehren des Zivil-Invalidenverbandes, einmal gesagt werden. (Beifall bei der FPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Haidlmayr.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, das ist offenbar der Grund, warum wir im Bereich der Pflege so ein Problem haben, endlich einmal wirklich zu einer Lösung zu kommen: weil sich die Sozialdemokratie beim Pflegegeld bis heute offenbar selbst nicht einig ist darüber, wie man es wirklich gut und ökonomisch anpacken kann. (Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.
Nur so viel zu Herrn Bundeskanzler Gusenbauer und zum Thema Pflegegeld. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.)
Abg. Mag. Lapp: ... bei der Sozialversicherung der Gewerblichen Wirtschaft, Herr Kollege!
Der Rechnungshofbericht hat ja für den Pflegebereich nicht unbedingt ein großes Lob ausgesprochen, er hat kein gutes Haar daran gelassen, insbesondere betreffend die Bundesregierung und betreffend die Gemeinde Wien – mein Kollege Hofer hat das heute schon angesprochen. (Abg. Mag. Lapp: ... bei der Sozialversicherung der Gewerblichen Wirtschaft, Herr Kollege!)
Beifall bei der FPÖ.
Man kann das so zusammenfassen: 18 Monate Pfusch, 18 Monate Rechtsunsicherheit für die Bevölkerung, 18 Monate Verunsicherung der Bevölkerung – und 18 Monate tatsächliche Ideenlosigkeit, meine sehr geehrten Damen und Herren! Und das auf dem Rücken der Bevölkerung, die es wirklich am wenigsten verdient hat! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir werden heute hier zustimmen, werden aber auch in der nächsten Gesetzgebungsperiode darauf dringen, dass dieses Pflegemodell in Österreich noch große Verbesserungen erfährt und nachjustiert wird, denn in dieser Form kann es der Weisheit letzter Schluss nicht gewesen sein, meine Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Graf: Das ist ja keine tatsächliche Berichtigung!
Abgeordnete Theresia Haidlmayr (Grüne): Herr Präsident! Herr Abgeordneter Neubauer hat gesagt, dass damals, bei der Entstehung des Pflegegeldes, der ÖZIV eingestiegen ist. Ich möchte jetzt den Ablauf, wie es zur Entstehung des Pflegegeldes kam, noch einmal korrekt wiederholen. (Abg. Dr. Graf: Das ist ja keine tatsächliche Berichtigung!)
Beifall bei den Grünen.
Ich habe das deshalb so im Detail gesagt, weil ich seit 1986 dabei war, ich habe es also von der Vorgeschichte bis heute mit betreut. Es ist mir wichtig, das zu sagen, weil die ganze Vorgeschichte war eine ordentliche Arbeit, und ich bin stolz darauf, dass ich Teil davon sein konnte. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Aber gleichzeitig sei auch Folgendes gesagt – auch Kollege Buchinger hat das hier so zum Ausdruck gebracht –: Wir sind in den letzten 18 Monaten ein Stück vorangekommen, und zwar ein Stück in Richtung des Zieles vorangekommen, die Pflege aus der Sozialhilfe herauszuholen. Es soll in einem der reichsten Länder Europas, in einem der reichsten und wohlhabendsten Ländern der Welt, nicht länger notwendig sein, zuerst zum Sozialfall werden zu müssen, bevor das volle Spektrum an Pflegeleistungen zur Verfügung steht. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Trunk.
Eine Sache habe ich nicht verstanden – Herr Abgeordneter Huainigg hat schon darauf hingewiesen –, nämlich warum das Thema „Pflegepaket“, nachdem Minister Buchinger und ich uns darauf verständigt haben und nachdem es der Sommer-Ministerrat am 12. August beschlossen hat, in dem sogenannten Fünf-Punkte-Paket des Verkehrsministers und Spitzenkandidaten der Sozialdemokratie auftaucht. Was das dort verloren hat, weiß ich nicht, denn mit Teuerung hat es nichts zu tun und der Minister- rat hat es beschlossen. (Zwischenruf der Abg. Mag. Trunk.) – Daraus eine Wahlkampfposition von Herrn Faymann zu machen, erachte ich als eine gewisse Desavouie- rung des Kollegen Buchinger und auch meiner selbst. (Neuerliche Zwischenrufe der Abg. Mag. Trunk.)
Neuerliche Zwischenrufe der Abg. Mag. Trunk.
Eine Sache habe ich nicht verstanden – Herr Abgeordneter Huainigg hat schon darauf hingewiesen –, nämlich warum das Thema „Pflegepaket“, nachdem Minister Buchinger und ich uns darauf verständigt haben und nachdem es der Sommer-Ministerrat am 12. August beschlossen hat, in dem sogenannten Fünf-Punkte-Paket des Verkehrsministers und Spitzenkandidaten der Sozialdemokratie auftaucht. Was das dort verloren hat, weiß ich nicht, denn mit Teuerung hat es nichts zu tun und der Minister- rat hat es beschlossen. (Zwischenruf der Abg. Mag. Trunk.) – Daraus eine Wahlkampfposition von Herrn Faymann zu machen, erachte ich als eine gewisse Desavouie- rung des Kollegen Buchinger und auch meiner selbst. (Neuerliche Zwischenrufe der Abg. Mag. Trunk.)
Beifall bei der ÖVP.
Schade darum, Herr Kollege Buchinger! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Schüssel: Weil das wichtig ist!
die landauf, landab das Pflegethema großflächig plakatiert, und das seit Wochen. (Abg. Dr. Schüssel: Weil das wichtig ist!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Schüssel.
Zum Zweiten möchte ich zum Kollegen Neubauer ein paar Worte sagen. Herr Abgeordneter, Sie haben gefragt, wie wichtig der SPÖ das Thema Pflegegeld ist. – Ich denke mir, man sieht ganz deutlich, dass es der SPÖ besonders wichtig ist, weil unter Bundesminister Buchinger das Pflegegeld zum ersten Mal seit dessen Einführung wirklich sehr hoch angehoben wird. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Schüssel.) Daran sieht man deutlich, dass der SPÖ dieses Thema ganz wichtig ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Zum Zweiten möchte ich zum Kollegen Neubauer ein paar Worte sagen. Herr Abgeordneter, Sie haben gefragt, wie wichtig der SPÖ das Thema Pflegegeld ist. – Ich denke mir, man sieht ganz deutlich, dass es der SPÖ besonders wichtig ist, weil unter Bundesminister Buchinger das Pflegegeld zum ersten Mal seit dessen Einführung wirklich sehr hoch angehoben wird. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Schüssel.) Daran sieht man deutlich, dass der SPÖ dieses Thema ganz wichtig ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.
Das, geschätzte Damen und Herren, ist nämlich auch Politik. Politik muss natürlich in die Zukunft schauen; derlei haben wir heute schon viel gehört. (Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.) Politik muss aber auch die Probleme der Zeit erkennen, rasch helfen und rasch handeln. Nur wer rasch hilft, der hilft schnell und doppelt. Ich denke mir, mit der Erhöhung des Pflegegeldes hat Minister Buchinger wirklich rasch geholfen. Diese Erhöhung ist meiner Ansicht nach erst durch den beharrlichen Einsatz von Bundesminister Buchinger möglich geworden, und die Menschen werden davon profitieren – zwischen 71 € und 1 125 € pro Jahr.
Beifall bei der SPÖ.
Das ist sozial, geschätzte Damen und Herren, das ist verlässlich und verantwortungsvoll. Das schafft Vertrauen in die Politik und gibt den Menschen auch Sicherheit. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich freue mich auch sehr über die verbesserten Einstufungen für schwerstbehinderte Kinder und Jugendliche sowie für demenzkranke Menschen. Ich halte das für eine äußerst wichtige Maßnahme, die diese Menschen ganz besonders unterstützen wird. Und ich freue mich auch darüber, dass es zu einer Ausweitung der Unterstützung für pflegende Angehörige kommen wird, denn wir alle wissen, dass rund 80 Prozent aller zu pflegenden Menschen von Angehörigen gepflegt werden, und ich denke mir, dass es wichtig ist, dass diese Menschen bestmöglich unterstützt werden. Ich möchte diesen Menschen auch von dieser Stelle aus ein herzliches Danke für ihre wertvolle Arbeit sagen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie sehen also, wir alle sind gefordert, und ich hoffe, dass wir nach dem 28. September gemeinsam den positiven Weg, den Bundesminister Buchinger zu beschreiten begonnen hat, weitergehen, damit die Menschen, die zu pflegen sind, ein würdevolles, selbstbestimmtes Leben leben können. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Graf: Das ist natürlich kein Wahlzuckerl! Wenn die ÖVP mitstimmt, dann ist das natürlich kein Wahlzuckerl!
Pflegegeld – schön, dass wir heute Erhöhungen beschließen können. (Abg. Dr. Graf: Das ist natürlich kein Wahlzuckerl! Wenn die ÖVP mitstimmt, dann ist das natürlich kein Wahlzuckerl!) Seit Jahren setzt sich der Seniorenbund für diese Erhöhungen ein. Seit Jahren kämpfen wir darum. Je nach Pflegestufe gibt es eine Erhöhung von 4 bis 6 Prozent. Sagen wir es ganz konkret: In Pflegestufe 7 bedeutet das ab Jänner monatlich 1 655 €. Und wenn Sie jetzt rechnen, wie viel das Plus über das Jahr ausmacht, so kommen Sie auf ein Plus von 1 124 €.
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Beschlossen wird auch mehr Pflegegeld für Demenzkranke, mehr Pflegegeld für schwerbehinderte Kinder – das ist uns wichtig, das ist absolut notwendig! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.
Wir brauchen auch in den kommenden Jahren Unterstützung für Hilfsbedürftige. Wir brauchen mehr Pflegegeld. Aber wenn der Staat die Lebensmittelkonzerne so fördert, wenn er so viel Geld an die Lebensmittelkonzerne verliert, ja, was passiert denn dann? – Dann fliegt ihr Pflegegeld zu den Konzernchefs nach Deutschland. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.)
Beifall bei der ÖVP.
Das heißt, die Volkspartei steht für leistbare Pflege. Ist das jetzt ein leeres Versprechen, ein Wahlzuckerl? – Nein, Wilhelm Molterer hat schon einen Finanzierungsplan – und das ist der Österreich-Fonds. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
mögliche Unterstützung! Und dafür werden wir uns auch in Zukunft engagieren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall und Bravorufe bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Steibl. – Abg. Dr. Graf: Und dem Hofer bitte auch, denn der hat das vorangetrieben!
Abgeordnete Dr. Sabine Oberhauser (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Werte Kolleginnen und Kollegen! Nach langen Diskussionen bringen wir heute ein sehr gutes Gesetz zustande. Zu verdanken ist es – zumindest meiner Einschätzung nach – zwei Menschen: Zum Ersten unserem Minister Buchinger, der mit seiner Zähigkeit allen Ablehnungen der ÖVP zum Trotz dieses Gesetz durchgebracht hat. (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Steibl. – Abg. Dr. Graf: Und dem Hofer bitte auch, denn der hat das vorangetrieben!)
Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.
Die Konsequenz aus „Es reicht!“ ist zumindest die, dass wir heute ein sehr gutes Paket für die pflegenden Menschen zu Hause beschließen können. (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.)
Abg. Großruck: Lainz! – Abg. Tamandl: Schlimme Missstände!
Aber dahin gehend wird auch ganz klar die Entscheidung gehen, die wir am nächsten Sonntag zu treffen haben. Schauen wir uns doch einmal ein Bundesland an, in welchem schon lange die SPÖ in einer Alleinregierung regiert, nämlich Wien! Schauen wir uns einmal an, was da im Pflegebereich geschieht! (Abg. Großruck: Lainz! – Abg. Tamandl: Schlimme Missstände!)
Abg. Dr. Schüssel: Warum wird Lainz zugesperrt, Frau Doktor?
Und Wien geht weiter. Wien investiert auch in den von der ÖVP so missachteten Bereich der stationären Pflege. Ich glaube, das ist ein Bereich, dem wir auch nicht genug Wertschätzung entgegenbringen können. (Abg. Dr. Schüssel: Warum wird Lainz zugesperrt, Frau Doktor?)
Abg. Dr. Schüssel: 1 000 Plätze weg – ganz schlecht!
Warum Lainz zugesperrt wurde? (Abg. Dr. Schüssel: 1 000 Plätze weg – ganz schlecht!) – Aus einem ganz einfachen Grund: wegen einer Umstrukturierung – das ist genau der Weg, den Wien jetzt geht, nämlich hin zu kleinen, wohnortnahen Zentren. (Abg. Dr. Schüssel: 1 000 Pflegeplätze sind weg!) Erst heute haben die Stadträtin
Abg. Dr. Schüssel: 1 000 Pflegeplätze sind weg!
Warum Lainz zugesperrt wurde? (Abg. Dr. Schüssel: 1 000 Plätze weg – ganz schlecht!) – Aus einem ganz einfachen Grund: wegen einer Umstrukturierung – das ist genau der Weg, den Wien jetzt geht, nämlich hin zu kleinen, wohnortnahen Zentren. (Abg. Dr. Schüssel: 1 000 Pflegeplätze sind weg!) Erst heute haben die Stadträtin
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Schüssel: 1 000 Pflegeplätze sind weg!
Wehsely und der Herr Stadtrat Ludwig den Spatenstich in der „Heller Fabrik“ gemacht, wo ein völlig innovatives Wohn- und Pflegeprojekt in Wien gestartet wird. Hier wird geförderter sozialer Wohnbau mit einem Pflegeheim kombiniert. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Schüssel: 1 000 Pflegeplätze sind weg!)
Abg. Dr. Schüssel: Ich würde Lainz lassen! Ich würde Lainz nicht zusperren! Das ist in meinem Wahlkreis! Ich würde Lainz nicht zusperren!
Das ist der Weg, den eine sozialdemokratisch geführte Stadt, ein sozialdemokra- tisch geführtes Bundesland geht! Die Wienerinnen und Wiener haben ihre Entscheidung getroffen. Und die Österreicherinnen und Österreicher werden sie treffen. (Abg. Dr. Schüssel: Ich würde Lainz lassen! Ich würde Lainz nicht zusperren! Das ist in meinem Wahlkreis! Ich würde Lainz nicht zusperren!)
Beifall bei der SPÖ.
Die Österreicherinnen und Österreicher werden entscheiden, ob sie den Weg, den Sie und Molterer angedeutet haben, gehen wollen, und zwar nach dem Motto: Auch in der Pflege soll sich der Staat zurückziehen und sollen wir in die Privatisierung hineingehen!, oder den Weg, den wir gehen, nämlich, dass Pflege und Gesundheitsversorgung staatliche Aufgaben sind, für die die Gelder solidarisch aufgebracht werden sollen, und das für alle Österreicherinnen und Österreicher. Das werden wir nächsten Sonntag sehen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich bitte jene Damen und Herren, die hiezu ihre Zustimmung erteilen, um ein bejahendes Zeichen. – Das ist einstimmig angenommen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Strache: Das ist enttäuschend! Wieder ein Wahlversprechen gebrochen!
Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Minderheit. Damit abgelehnt. (Abg. Strache: Das ist enttäuschend! Wieder ein Wahlversprechen gebrochen!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich denke, wenn wir diese Beschlussfassung heute hier einstimmig vornehmen können, worum ich Sie ersuchen und wozu ich Sie einladen möchte, dann ist für eine große Zahl von Menschen in unserem Land auch klar, dass das Hohe Haus und dass wir als Parlamentarier ihre Anliegen und ihre Probleme erkennen und dass wir auch bereit sind, hier der Teuerung und den Problemen, die es im Zusammenhang mit der Teuerung gibt, entsprechend Rechnung zu tragen. Ich darf Sie bitten, unserem Abänderungsantrag auch zuzustimmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Amon: Warum schlagen Sie es nicht vor? Das ist ja komisch!
Unser Ziel ist aber, diese Regelung auch in das Dauerrecht zu bringen. Hiezu liegt heute noch keine Vorlage vor, aber es wäre tatsächlich wichtig, dass man hier in der nächsten Gesetzgebungsperiode in Ruhe auch die Maßnahmen dahin gehend setzt, dass das ein Dauerrecht werden sollte. (Abg. Amon: Warum schlagen Sie es nicht vor? Das ist ja komisch!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich habe mir heute von der Pensionsversicherung für Arbeiter und Angestellte Zahlen darüber geben lassen, wie hoch die Beiträge eigentlich sind, die in das System hereinkommen, und wie hoch der Pensionsaufwand ist. Man stellt fest, dass die Deckungsrate insgesamt 97,9 Prozentpunkte beträgt. Das heißt, die Beiträge, die in das System hereinkommen, decken zu 97,9 Prozent die Ausgaben für Pensionen. Ich denke, dass man da bei Arbeitern und Angestellten, jedenfalls bei dieser Personengruppe, mit gutem Gewissen sagen kann, dass die Pensionen für die Zukunft finanziell sehr, sehr gut abgesichert sind. All jene, die anderes behaupten, sind wahrscheinlich Lobbyisten der zweiten und dritten Säule. Ich glaube, wir sollten uns dafür nicht hergeben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ein bisschen überrascht bin ich, Herr Kollege Riepl, weil Sie sagen, die SPÖ hätte das gerne im Dauerrecht. Da muss ich jetzt nachfragen: Warum stellen Sie nicht den Antrag? Warum stellen Sie dann einen Antrag, dass die Hacklerregelung beziehungsweise die Langzeitversichertenregelung im Jahr 2013 abrupt endet? – Das ist nicht nachvollziehbar! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Deshalb haben wir eine Alternative vorgeschlagen. Wir haben vorgeschlagen, wir wollen eine Übergangsregelung, ein Hineinwachsen ins Allgemeine Pensionsgesetz, in die darin enthaltenen Regelungen. Wir schlagen eine Übergangsregelung bis zum Jahr 2023 vor. Damit schaffen wir für die Menschen Planbarkeit und Rechtssicherheit. Das ist auch der ehrlichere Antrag als der Ihre. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben vorgeschlagen – das sieht unser Antrag vor –, dass es für diese Menschen eine begünstigte Nachkaufsmöglichkeit dieser Zeiten geben soll. Was machen Sie? Sie sagen: Das machen wir gratis, wir schenken diese Zeiten her! – Da muss ich ehrlich sagen: Das ist sozial nicht fair – nämlich jenen gegenüber, die diese langen Beitragszeiten tatsächlich haben, die in das System wirklich einbezahlt haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, es gehört zu einer seriösen Politik, dass wir uns heute anschauen, was überhaupt alles beschlossen wird beziehungsweise welche Ausgaben hier heute beschlossen werden. Dafür haben gerade auch Seniorinnen und Senioren meiner Meinung nach viel Verständnis. Diese Menschen können nämlich in der Regel haushalten, sind in der Regel sparsam im Umgang mit ihrem Geld, und das erwarten sie sich auch von der Budgetpolitik, meine Damen und Herren. Deshalb, glaube ich, ist eine solche Verordnungsermächtigung für einen Sozialminister ein durchaus richtiger Weg, und den werden wir heute vorschlagen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Die vorgeschlagene Regelung – seien Sie mir nicht böse – ist gleichheitswidrig. Das ist inakzeptabel! Dass Sie wieder Bezieherinnen von kleinen Pensionen, nämlich die Frauen, bei der Pensionserhöhung bestrafen wollen, entbehrt jeder Logik und jeder sozialen Gerechtigkeit! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei FPÖ und SPÖ.
Meine Damen und Herren, jetzt erfahre ich aus einer Zeitung, dass Herr Professor Tomandl selbst mit einer Pension von 7 000 € unzufrieden ist und deshalb die Republik klagt, weil er netto nur 4 000 € hat – und das bei einer Armutsgrenze in Österreich von 893 €. – Das ist ein Skandal, meine Damen und Herren! Ich verbitte mir in Zukunft als Seniorensprecher der Freiheitlichen Partei solche Zurufe von solchen Experten! (Beifall bei FPÖ und SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, so kann man in diesem Land in Zukunft keine Politik mehr machen! Wir spielen da sicherlich nicht mit! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir wollen bei den Pensionen eine Absicherung nach dem Pensionistenpreisindex. Der Verbraucherpreisindex ist ungerecht – da hat Herr Kollege Westenthaler leider nicht recht –, wenn wir unter dem Pensionistenpreisindex abschließen. Der Pensionistenpreisindex beträgt dieses Mal vom Juni vorigen Jahres auf heuer aufgerechnet 3,4 Prozent. Wir haben uns hier durchgesetzt, dieses Paket trägt freiheitliche Handschrift. Erstmals wird nach dem Pensionistenpreisindex gehandelt und den Pensionisten recht getan. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir Freiheitlichen haben uns auch dafür eingesetzt, dass die Wartefrist für Neupensionisten endlich abgeschafft wird. Hier ist eine eklatante Ungerechtigkeit im Gange. Wer sich das überhaupt einfallen hat lassen, ist mir unerklärlich. Ein Teuerungsausgleich ist für uns unabdingbar, nämlich neben dem Pensionistenpreisindex eine Zusatzentlastung von zumindest 150 €. Auch das ist uns gelungen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
einzahlen und unverantwortliche Manager mit dem Geld dieser Menschen spekulieren, die dann bei Pensionsantritt vielleicht sogar vor der Tatsache stehen, dass sie kein Geld mehr haben, weil alles verspekuliert worden ist. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das wäre wirklich Gerechtigkeit. Geben Sie sich einen Ruck, dann wäre dieser Tag heute wirklich ein schöner Tag für alle Beteiligten in Österreich! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Es ist uns gelungen, einen Abänderungsantrag der Abgeordneten Renate Csörgits, Dolinschek, Kickl, Kolleginnen und Kollegen zu formulieren, wonach ein Zuschuss zu den Energiekosten für die Monate Oktober 2008 bis April 2009 gewährt wird, nämlich 30 € pro Monat, also insgesamt 210 €. (Beifall beim BZÖ.)
Ruf bei der SPÖ: Ist es ja!
Geschätzte Damen und Herren, nun zur sogenannten Hacklerregelung. Ich freue mich, dass diesbezüglich ein gewisses Umdenken stattgefunden hat, auch in der sozialdemokratischen Fraktion, denn diese hat die „Hacklerregelung“ in der Vergangenheit ja immer wieder als „Murks“ bezeichnet. (Ruf bei der SPÖ: Ist es ja!) Jetzt möchten Sie sie auch verlängern – allerdings nur bis zum Jahre 2013. Ich würde sie gerne unbefristet verlängern, weil das eine sinnvolle Regelung ist.
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Die sogenannten Experten, die immer wieder in den Medien, im Fernsehen und so weiter auftreten, sagen, das koste sehr viel und treffe die Falschen, nämlich nur die Angestellten. Diese Experten haben noch nie gehackelt, haben noch nie körperlich gearbeitet, sondern waren immer nur Angestellte, haben heute eine hohe Pension oder ein anderes entsprechendes Einkommen. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Mit dem 62. Lebensjahr gibt es die Korridorpension. Da kann jeder in Pension ge- hen, zwar mit Abschlägen, ja, aber auch mit 37,5 Versicherungsjahren. Und jenen, die 45 Beitragsjahre geleistet haben, wollen wir das nicht gönnen? – Diese Regelung muss unbefristet gelten, geschätzte Damen und Herren! Das muss das Ziel sein! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Haimbuchner.
Geschätzte Damen und Herren! Diese Regelung kostet weniger, als die meisten glauben. (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Haimbuchner.)
Beifall bei der SPÖ
Geschätzte Damen und Herren! Gäbe es die sozialdemokratisch geführte Bundesregierung nicht, könnte bereits heuer, im Jahre 2008, kein Arbeiter mehr mit 45 Beitragsjahren mit dem 60. Lebensjahr und keine Arbeitnehmerin mit 40 Beitragsjahren und 5 Ersatzjahren für die Kindererziehungszeiten mit dem 55. Lebensjahr abschlagsfrei in Pension gehen! Das war ein Verhandlungserfolg der sozialdemokratisch geführten Bundesregierung im Regierungsübereinkommen (Beifall bei der SPÖ), und Sie haben das im Parlament mit Wirkung 1. Juli 2007 beschlossen.
Abg. Dr. Sonnberger: Wo Sie zurückgesteckt haben!
Nach dem Scheitern dieses Paketes habe ich vorgeschlagen (Abg. Dr. Sonnberger: Wo Sie zurückgesteckt haben!), die Langzeitversichertenregelung als solche im Parlament zu beschließen – wieder mit denselben Auseinandersetzungen, mit Nichtzustimmung der ÖVP-Fraktion.
Zwischenruf des Abg. Neugebauer.
Und auch da gilt das, was Sabine Oberhauser zu Recht bei der Diskussion zum Pflegegeldgesetz gesagt hat: Die nahende Beurteilung durch den Wähler und durch die Wählerin hat offensichtlich zu einem Umdenken der ÖVP-Fraktion hier im Nationalrat geführt. (Zwischenruf des Abg. Neugebauer.) Auf einmal werden Sachen möglich, die vorher nicht möglich waren, und es zeichnet sich eine Zustimmung zur Verlängerung dieser Langzeitversichertenregelung ab. Ich bin froh und dankbar, wenn das heute geschieht. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Und auch da gilt das, was Sabine Oberhauser zu Recht bei der Diskussion zum Pflegegeldgesetz gesagt hat: Die nahende Beurteilung durch den Wähler und durch die Wählerin hat offensichtlich zu einem Umdenken der ÖVP-Fraktion hier im Nationalrat geführt. (Zwischenruf des Abg. Neugebauer.) Auf einmal werden Sachen möglich, die vorher nicht möglich waren, und es zeichnet sich eine Zustimmung zur Verlängerung dieser Langzeitversichertenregelung ab. Ich bin froh und dankbar, wenn das heute geschieht. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich war vor zirka einem Jahr bei einer Vorstandssitzung der Industriellenvereinigung in Oberösterreich. Dort wurde ich heftig kritisiert für die erste Verlängerung der Langzeitversichertenregelung bis zum Jahr 2010. Ich habe mir die Kritik eine Stunde lang angehört, und dann habe ich zu den Herren Generaldirektoren und Vorstandsvorsitzenden gesagt: Schauen Sie mir tief in die Augen und sagen Sie mir, wer in Ihrem Unternehmen im letzten Kalenderjahr einen Arbeitnehmer, der älter als 60 Jahre alt war, neu eingestellt hat! – Wie viele, glauben Sie, haben aufgezeigt? – Niemand! Darauf habe ich gesagt: Solang das so ist, solang ältere Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen aus den Betrieben weitgehend hinausgedrängt werden und dann vor der Alternative stehen, Arbeitslosengeld, Notstandshilfe oder sogar Sozialhilfe zu beziehen, so lange werden wir Sozialdemokraten und Sozialdemokratinnen dafür arbeiten, dass der Grundsatz gilt: 45 Jahre sind genug!, weil das fair und gerecht ist, meine sehr geschätzten Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Geschätzte Damen und Herren! Heute ist ein guter Tag für jene Menschen, die durch lange und schwere Arbeit das Recht erworben haben, abschlagsfrei in Pension gehen zu können. Ich bitte Sie daher um Ihre Zustimmung! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren, ich möchte jetzt etwas in die Vergangenheit blicken und sagen: Im Jahre 2003 – auch bei diesem Begriff bleibe ich – mussten wir in Österreich die größte Pensionsraub-„Reform“ in der Geschichte der Zweiten Republik erleben! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Ja, das war so, denn die Arbeiterinnen und Arbeiter waren bei dieser als „Harmonisierung“ getarnten Pensions-„Reform“ die größten Draufzahler!
Abg. Dr. Schüssel: Warum haben Sie damals gegen die „Hacklerregelung“ gestimmt? Die SPÖ hat damals mit „Nein“ gestimmt!
Genau diese Menschen, werter Herr Klubobmann Schüssel, sind aufgrund all dieser Maßnahmen, die Sie damals beschlossen haben, dazu verurteilt worden, sehr, sehr lange zu arbeiten, und zwar genau jene Menschen, die schwer arbeiten und zum Großteil das sogenannte Arbeitsende – diese Zahlen habe ich hier im Hause oft genug dargelegt – gar nicht erleben. (Abg. Dr. Schüssel: Warum haben Sie damals gegen die „Hacklerregelung“ gestimmt? Die SPÖ hat damals mit „Nein“ gestimmt!)
Abg. Dr. Schüssel: Aber nicht von Ihnen, von uns! Und Sie haben dagegen gestimmt!
Meine Damen und Herren! Seit dem Jahre 2003 haben wir von der SPÖ, habe ich hier versucht, Änderungen bei dieser „Pensionsharmonisierung“ herbeizuführen. Ich habe da wirklich Druck gemacht – und auf einmal ist die sogenannte Hacklerregelung entstanden. Plötzlich ist uns gesagt worden: Wir haben hier ein Modell (Abg. Dr. Schüssel: Aber nicht von Ihnen, von uns! Und Sie haben dagegen gestimmt!), 45 Beitragsjahre, 60 Jahre muss man alt sein, und dann kann man abschlagsfrei in Pension gehen.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Verwundert war ich, als dann plötzlich der Begriff „Hacklerregelung“ weggefallen ist und durch den Begriff „Langzeitversichertenregelung“ ersetzt wurde. Als ich mir aber die Zahlen des Hauptverbandes habe geben lassen, war mir alles klar, denn, meine Damen und Herren: Seit es die „Hacklerregelung“ gibt, haben 61 240 Personen davon Gebrauch gemacht. 61 240 Menschen – aber wissen Sie, wie viele Arbeiterinnen und Arbeiter das nutzen konnten? – Nur 10 Prozent! Nur 6 120 Menschen. Nur 10 Prozent sind Arbeiterinnen und Arbeiter, die diese Regelung in Anspruch nehmen konnten! Und wieso waren es nur 10 Prozent, meine Damen und Herren? – Weil diese Menschen in ihrem Versicherungsverlauf Krankenstände aufweisen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wie schauen solche Krankenstände aus? Ich kann das schildern aus „meinem“ Betrieb, aus „meiner“ Firma. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Herr Bürgermeister, Sie schreien zwar hier immer herein, haben aber keine Ahnung vom Arbeitsleben! (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.
Wie schauen solche Krankenstände aus? Ich kann das schildern aus „meinem“ Betrieb, aus „meiner“ Firma. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Herr Bürgermeister, Sie schreien zwar hier immer herein, haben aber keine Ahnung vom Arbeitsleben! (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Amon
Ich habe auch Herrn Klubobmann Schüssel einmal eingeladen, mit seinem Regierungsteam in die Voest zu kommen (Zwischenruf des Abg. Amon), dort einmal zu arbeiten wie einer, der eben immer beim Hochofen arbeitet: zu denselben Bedingungen, mit derselben Bezahlung. – Das hat aber Schüssel nicht getan.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Keck begibt sich zu Abg. Dr. Schüssel und überreicht diesem ein Schriftstück.
jetzt; vielleicht kann Klubobmann Schüssel jetzt diesen 6 000 Menschen in Vorarlberg antworten. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Keck begibt sich zu Abg. Dr. Schüssel und überreicht diesem ein Schriftstück.)
Abg. Öllinger: Amon hat etwas anderes gesagt!
Abgeordneter August Wöginger (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Keck, ich schätze dich durchaus als engagierten Sozialpolitiker, aber ein bisschen mehr Seriosität solltest du hier schon an den Tag legen. Es ist ein fertiges Paket von der Regierung vorgelegt worden, wo all diese Punkte, die Sie von der SPÖ jetzt einfordern – Verlängerung der „Hacklerregelung“, kostenlose Anerkennung der Krankenstandszeiten, kostenlose Anrechnung der Landwirtschafts- und Gewerbezeiten –, bereits inkludiert waren. (Abg. Öllinger: Amon hat etwas anderes gesagt!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Öllinger: Amon hat das Gegenteil gesagt!
Herr Minister Buchinger weiß – das wird ihm sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben –, was ihn dieses Paket sozusagen gekostet hat, denn durch seine Unterschrift und durch die Unterschrift von Noch-Bundeskanzler Gusenbauer ist Herr Buchinger wahrscheinlich seinen Job als Sozialminister losgeworden, weil „Königsmörder“ in der SPÖ tätig waren und dieses Paket nicht unterstützt haben, ein Paket, das die Regierung bereits beschlossen hatte! Das ist die Wahrheit, und die sollte man auch sagen, wenn man schon dieses Paket diskutiert. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Öllinger: Amon hat das Gegenteil gesagt!) – Das ist nicht wahr! (Abg. Öllinger: O ja!)
Abg. Öllinger: O ja!
Herr Minister Buchinger weiß – das wird ihm sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben –, was ihn dieses Paket sozusagen gekostet hat, denn durch seine Unterschrift und durch die Unterschrift von Noch-Bundeskanzler Gusenbauer ist Herr Buchinger wahrscheinlich seinen Job als Sozialminister losgeworden, weil „Königsmörder“ in der SPÖ tätig waren und dieses Paket nicht unterstützt haben, ein Paket, das die Regierung bereits beschlossen hatte! Das ist die Wahrheit, und die sollte man auch sagen, wenn man schon dieses Paket diskutiert. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Öllinger: Amon hat das Gegenteil gesagt!) – Das ist nicht wahr! (Abg. Öllinger: O ja!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Es geht hier um die Pensionsautomatik, das ist bekannt – und da hat es dann eben in der SPÖ diesen Widerstand gegeben, an diesem „berühmten“ Sonntag, als die SPÖ-Präsidiumssitzung stattgefunden hat, in der sozusagen dieses Paket, das eigentlich schon paktiert war, umgebracht wurde. Das muss man auch dazusagen, denn das ist die Wahrheit. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Riepl: Angeblich!
Wir von der Österreichischen Volkspartei – dabei möchte ich ganz speziell den ÖAAB, den Arbeitnehmerflügel unserer Partei erwähnen – halten das, was wir versprochen haben. (Abg. Riepl: Angeblich!) Wir wollen die „Hacklerregelung“, wir wollen die Langzeitversichertenregelung bis zum Jahre 2013 verlängern; das war ja in der Bundesregierung bereits dreimal paktiert.
Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.
Dazu stehen wir von der Österreichischen Volkspartei, aber, meine geschätzten Damen und Herren von der SPÖ, wir halten es nicht für richtig, dass Sie sagen: Bis zum Jahre 2013 und dann Schnitt, Punkt, aus, amen! Wo ist da die Planbarkeit für die Menschen?! Es wird hier ein Gesetz beschlossen, und was sagen Sie beispielsweise jenen Menschen, die mit 1. Jänner 2009 einen Altersteilzeitvertrag abschließen wollen, der fünf Jahre dauert? (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.) Was sagen Sie dann diesen Menschen? Wenn dieser Mitarbeiter im Jahre 1954 geboren ist, dann hat er auf einmal einen um vier Jahre späteren Pensionsantritt. Ist das gerecht?
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abschließend, meine geschätzten Damen und Herren, richte ich als einer der Jüngsten hier im Haus – und es sitzen viele junge Menschen auf der Galerie – einen Appell an Sie. Der Basar ist ja jetzt in vollem Gange, in den nächsten Stunden wird dieses Hohe Haus wahrscheinlich ein Auktionshaus sein nach dem Motto: Wer bietet mehr? Daher appelliere ich an Sie – Sie sind gewählte Volksvertreter – vier Tage vor der Nationalratswahl: Errichten Sie den jungen Menschen keine Barrieren, die wir im Nachhinein nicht mehr bewältigen können! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.
Es ist unseriös – es ist einfach unseriös! –, hier herzugehen und heute alles zu bieten, alles zu versprechen, aber niemand weiß, wer die Rechnung ab dem 29. September zahlen soll! Das ist mein Appell, den ich noch an Sie richten möchte, weil dies sonst unfair ist gegenüber den Jüngeren und den nachkommenden Generationen. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek übernimmt den Vorsitz.
Was ich auch noch sagen möchte: Was dieser Bundesregierung vorzuwerfen ist, ist die Tatsache, dass die Bundesstaatsreform nicht durchgeführt wurde. Es wäre eine große Chance gewesen, wirklich nachhaltigst einen Betrag von 3 bis 3,5 Milliarden € für den Steuerzahler zu lukrieren, damit es die Reibungsverluste, die es jetzt gibt, in Zukunft eben nicht mehr gibt. Es ist schade, dass das nicht gelungen ist, meine Damen und Herren. (Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der FPÖ.
Eines muss man auch sagen – das haben Sie betont –: Der Pensionsautomatik hat Minister Buchinger zugestimmt. Es war aber ein Wunsch der ÖVP, diese Pensionsautomatik einzuführen. Ich bin der Meinung, dass wir uns hier nicht auf eine Automatik verlassen sollten, und zwar ganz einfach deswegen, weil sich die Politik den Handlungsspielraum nicht nehmen lassen darf. Es hat doch keinen Sinn, das Pensionsalter zu erhöhen, wenn es für ältere Menschen in Österreich keine Arbeitsplätze gibt. (Beifall bei der FPÖ.) Dann treibt man diese Menschen mit einer Pensionsautomatik in die Altersarbeitslosigkeit.
in Richtung des Abg. Riepl
wer es war. Du (in Richtung des Abg. Riepl) hast, glaube ich, die Voest-Arbeiter in deiner Rede angesprochen. (Abg. Riepl: Kollege Keck!) Die Voest-Arbeiter wurden vom Kollegen Keck angesprochen.
Abg. Riepl: Kollege Keck!
wer es war. Du (in Richtung des Abg. Riepl) hast, glaube ich, die Voest-Arbeiter in deiner Rede angesprochen. (Abg. Riepl: Kollege Keck!) Die Voest-Arbeiter wurden vom Kollegen Keck angesprochen.
Abg. Keck: Ja, sagen wir 20!
Jetzt überlegen Sie sich bei der Schwerarbeiterregelung Folgendes: Es gibt einen Voest-Arbeiter am Hochofen, der mit 18 Jahren beginnt, diese wirklich schwere Tätigkeit auszuüben. Ab wann kann er beginnen, ab welchem Alter, Herr Kollege Keck? Mit 20, ist das möglich? (Abg. Keck: Ja, sagen wir 20!) Er beginnt, diese Tätigkeit mit 20 auszuüben, ist mit 40 Jahren körperlich fertig – das ist eine harte Tätigkeit – und sagt dann: Ich möchte jetzt einen Beruf ausüben, der nicht ganz so hart ist, ich werde jetzt als Maurer aktiv!, und er arbeitet von seinem 40. bis zu seinem 60. Lebensjahr als Maurer. – Der gilt nicht als Schwerarbeiter, der muss bis 65 weiterarbeiten (Abg. Strache: ... wird nicht angerechnet!), weil diese Zeiten nicht angerechnet werden. Schwerarbeit wird nur dann berücksichtigt, wenn sie in den letzten 20 Berufsjahren anfällt und für mindestens zehn Jahre lang ausgeübt wird. Und auch dann kann man nur mit einem Abschlag von 9 Prozent in Pension gehen. (Abg. Strache: Das ist ungerecht!)
Abg. Strache: ... wird nicht angerechnet!
Jetzt überlegen Sie sich bei der Schwerarbeiterregelung Folgendes: Es gibt einen Voest-Arbeiter am Hochofen, der mit 18 Jahren beginnt, diese wirklich schwere Tätigkeit auszuüben. Ab wann kann er beginnen, ab welchem Alter, Herr Kollege Keck? Mit 20, ist das möglich? (Abg. Keck: Ja, sagen wir 20!) Er beginnt, diese Tätigkeit mit 20 auszuüben, ist mit 40 Jahren körperlich fertig – das ist eine harte Tätigkeit – und sagt dann: Ich möchte jetzt einen Beruf ausüben, der nicht ganz so hart ist, ich werde jetzt als Maurer aktiv!, und er arbeitet von seinem 40. bis zu seinem 60. Lebensjahr als Maurer. – Der gilt nicht als Schwerarbeiter, der muss bis 65 weiterarbeiten (Abg. Strache: ... wird nicht angerechnet!), weil diese Zeiten nicht angerechnet werden. Schwerarbeit wird nur dann berücksichtigt, wenn sie in den letzten 20 Berufsjahren anfällt und für mindestens zehn Jahre lang ausgeübt wird. Und auch dann kann man nur mit einem Abschlag von 9 Prozent in Pension gehen. (Abg. Strache: Das ist ungerecht!)
Abg. Strache: Das ist ungerecht!
Jetzt überlegen Sie sich bei der Schwerarbeiterregelung Folgendes: Es gibt einen Voest-Arbeiter am Hochofen, der mit 18 Jahren beginnt, diese wirklich schwere Tätigkeit auszuüben. Ab wann kann er beginnen, ab welchem Alter, Herr Kollege Keck? Mit 20, ist das möglich? (Abg. Keck: Ja, sagen wir 20!) Er beginnt, diese Tätigkeit mit 20 auszuüben, ist mit 40 Jahren körperlich fertig – das ist eine harte Tätigkeit – und sagt dann: Ich möchte jetzt einen Beruf ausüben, der nicht ganz so hart ist, ich werde jetzt als Maurer aktiv!, und er arbeitet von seinem 40. bis zu seinem 60. Lebensjahr als Maurer. – Der gilt nicht als Schwerarbeiter, der muss bis 65 weiterarbeiten (Abg. Strache: ... wird nicht angerechnet!), weil diese Zeiten nicht angerechnet werden. Schwerarbeit wird nur dann berücksichtigt, wenn sie in den letzten 20 Berufsjahren anfällt und für mindestens zehn Jahre lang ausgeübt wird. Und auch dann kann man nur mit einem Abschlag von 9 Prozent in Pension gehen. (Abg. Strache: Das ist ungerecht!)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Unsere große Bitte an die neue Bundesregierung ist, eine gerechte Schwerarbeiterregelung auf Schiene zu bringen, die garantiert, dass Schwerarbeit immer berücksichtigt wird. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich ersuche dafür um Ihre Unterstützung. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Herr Minister Faymann, ich denke, das freut auch Sie. Obwohl Sie eigentlich immer gesagt haben, es dürfen nur Ihre fünf Punkte beschlossen werden und sonst nichts, wird es jetzt bei diesem Tagesordnungspunkt gelingen, eine zentrale Forderung des Bündnisses Zukunft Österreich mit Mehrheit zu beschließen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Es werden 250 000 Mindestpensionisten je 210 € Heizkostenzuschuss für diesen Winter bekommen. Das ist eine tolle Sache und eine wirkliche Erleichterung für die Mindestpensionisten. Wir können uns dazu gratulieren. – Herzlichen Dank. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Aber ich glaube, dass 4 Prozent im Durchschnitt wirklich eine faire Pensionserhöhung wären. Daher habe ich diesen Abänderungsantrag jetzt noch einmal eingebracht. Ich denke, es wäre interessant, diesem auch zuzustimmen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Daher ist es richtig und wichtig, dass die Sozialdemokratie gesagt hat: Mit uns nicht, wir wollen diese Pensionsautomatik nicht! (Beifall bei der SPÖ.) Wir wollen nur haben, dass es möglich ist, wenn man als Mann 45 Jahre lang und als Frau 40 Jahre lang gearbeitet hat, dass es dann genug ist. Wir wollen, dass man dann die Möglichkeit hat, in Pension zu gehen, und zwar abschlagsfrei! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Daher ist es richtig und wichtig, dass die Sozialdemokratie gesagt hat: Mit uns nicht, wir wollen diese Pensionsautomatik nicht! (Beifall bei der SPÖ.) Wir wollen nur haben, dass es möglich ist, wenn man als Mann 45 Jahre lang und als Frau 40 Jahre lang gearbeitet hat, dass es dann genug ist. Wir wollen, dass man dann die Möglichkeit hat, in Pension zu gehen, und zwar abschlagsfrei! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Mit unserem Antrag wird dieses Problem beseitigt. Es ist daher ein ganz, ganz wichtiger Punkt, ein wichtiger Antrag, den wir heute beschließen, dass zum Ersten auch in Zukunft die Krankenstandszeiten als Beitragszeiten berücksichtigt werden und es zum Zweiten – und ich wiederhole mich – nach 45 beziehungsweise 40 Jahren genug ist, um abschlagsfrei in Pension gehen zu können. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren, wenn Sie hiezu Ihre Zustimmung geben, dann können Sie damit eine lang andauernde Ungerechtigkeit aus dem Weg räumen und vor allem auch den Versicherten helfen, dass sie diese Langzeitversicherungsregelung in Anspruch nehmen können. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.
Vorsitzenden der Österreichischen Gewerkschaftsjugend, Jürgen Michlmayr, begrüßen. Es freut mich, dass du gekommen bist! (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe ZuseherInnen über Internet und Fernseher! Ich war mir gestern beim Fernseh-Duell nicht ganz sicher, aber Kollege Amon hat nun auch damit begonnen. Habe ich das richtig verstanden? Stimmt es tatsächlich, dass Sie sich zuerst noch anschauen, was alles wir in diesem Haus beschließen, und dann erst entscheiden, ob Sie bei der Pensionserhöhung mitgehen oder nicht? Sie verhalten sich so, als wären die Pensionistinnen und Pensionisten Ihre Kinder, und Sie überlegen sich noch, wie viel Taschengeld Sie ihnen geben. Dazu muss ich klar sagen: Das ist das Geld der Pensionistinnen und Pensionisten, das ihnen zusteht, und deshalb müssen wir heute die Pensionserhöhung beschließen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn Sie etwas für Junge tun wollen, dann können Sie später für die Abschaffung der Studiengebühren stimmen, können Sie Verbesserungen beim Bildungssystem mittragen, können Sie sich für eine Mindestlehrlingsentschädigung einsetzen – aber nicht meinen, dass sich die Jungen plötzlich auf ihre Großeltern „stürzen“. Die Jungen und die Alten lassen sich nicht auseinanderdividieren, lassen sich nicht spalten, weil gerade die Jungen und die Alten es sind, die unter Ihrer neoliberalen Politik am meisten leiden. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Wöginger: Ich nicht, sondern ihr!
Ich wusste nicht, dass Sie, Herr Abgeordneter Wöginger, sich dabei nicht auskennen, aber da Sie aufgrund der Pensionsautomatik so nervös geworden sind, muss ich Sie aufklären. (Abg. Wöginger: Ich nicht, sondern ihr!)
Beifall bei der SPÖ.
Das galt nicht für die jetzigen Pensionistinnen und Pensionisten, sondern das hätte für uns gegolten. Die ÖVP wollte für uns die Pensionsautomatik einführen, für uns den Sozialstaat und die politische Verantwortung im Bereich der Pensionen abschaffen. Aber da hat sich die Sozialdemokratie quergelegt – genauso wie die österreichischen Pensionistinnen und Pensionisten, die sich bei der Pensionsautomatik auf die Seite meiner Generation gestellt haben, sich schützend vor den Sozialstaat Österreich gestellt haben und nicht zugelassen haben, dass wir Jungen keine soziale Sicherheit im Alter haben. Danke dafür! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Liebe Kolleginnen und Kollegen im viertreichsten Land der EU, es ist nicht die Frage „Jung gegen Alt“ oder „Alt gegen Jung“, sondern die Frage lautet: „solidarische gegen unsolidarische Lösungen“. Und da können Sie mir vertrauen: Die unsolidarischen Lösungen kommen uns allemal teurer, das lehrt uns schon die Geschichte! – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Aber dafür – und das haben Sie, Herr Schüssel, am Vormittag selbst gesagt –, um die Körperschaftsteuer zu senken, um auf die Erbschafts- und Schenkungssteuer zu verzichten oder um noch schnell den Großbauern 70 Millionen hinüberzuscheffeln, haben wir Geld genug. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.
Dazu sage ich Ihnen ganz klar und deutlich: Das ist ein Schlag ins Gesicht eines jeden Arbeitnehmers, denn mit diesem Schritt beschneiden Sie die Rechte der Arbeiter und Angestellten gewaltig, und das wissen Sie ganz genau! (Beifall bei der SPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wenn die Arbeiterkammern künftig um fast 15 Prozent weniger an Einnahmen haben, dann heißt das auf den Punkt gebracht, dass es Einschneidungen beim Konsumentenschutz und beim Arbeitnehmerschutz gibt, denn eine automatische Kürzung des Arbeiterkammerbudgets, die es logischerweise geben wird, da die Umlage die einzige Einnahmequelle der Arbeiterkammern ist, führt zu weniger Leistungen, die künftig angeboten werden können. (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das können und werden wir nicht hinnehmen, denn gerade die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer brauchen jetzt eine starke Interessenvertretung, die ihre Rechte am Arbeitsplatz vertritt und für soziale Gerechtigkeit sorgt und die auch für Maßnahmen gegen die Teuerung eintritt. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wenn die Arbeiterkammern künftig um fast 15 Prozent weniger an Einnahmen haben, dann heißt das auf den Punkt gebracht, dass es Einschneidungen beim Konsumentenschutz und beim Arbeitnehmerschutz gibt, denn eine automatische Kürzung des Arbeiterkammerbudgets, die es logischerweise geben wird, da die Umlage die einzige Einnahmequelle der Arbeiterkammern ist, führt zu weniger Leistungen, die künftig angeboten werden können. (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das können und werden wir nicht hinnehmen, denn gerade die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer brauchen jetzt eine starke Interessenvertretung, die ihre Rechte am Arbeitsplatz vertritt und für soziale Gerechtigkeit sorgt und die auch für Maßnahmen gegen die Teuerung eintritt. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Ruf bei der ÖVP: Ihre!
Kollege Wöginger hat vorhin das Wort „unseriös“ fallen lassen, und dazu fällt mir ein: Unseriös ist Ihre Vorgangsweise (Ruf bei der ÖVP: Ihre!), denn statt jetzt gemeinsam etwas gegen die Teuerungswelle zu unternehmen, unterstützen die ÖVPler – und das verstehe ich nicht – die Abschaffung beziehungsweise die Senkung der Arbeiterkammerumlage. – Das einmal zur Rolle von ÖVP und BZÖ.
Beifall bei der SPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.
Scheinheiligkeit pur. Schämen Sie sich, Herr Neugebauer! Schäme dich, Werner Amon! (Beifall bei der SPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Wöginger – in Richtung SPÖ –: Zuhören!
Präsidentin Dr. Eva Glawischnig-Piesczek: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Neugebauer. 3 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Bitte. (Abg. Wöginger – in Richtung SPÖ –: Zuhören!)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.
Das Interessante an diesen Briefen ist Folgendes: Es ist dabei ganz eindeutig herausgekommen, wo die Arbeiterkammer ganz massiv sparen kann, nämlich, indem die Mehrheitsfraktion der Sozialisten auf ihre parteipolitischen Agitationen zugunsten der Pflichtbeiträge verzichtet! (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Abg. Parnigoni: Aber die Bundeswirtschaftskammer hat zehn Kammern, die Arbeiterkammer hat nur neun Kammern!
Ich bin nicht dafür zu haben – und das ist auch meine Haltung in Hinkunft; wir haben das bei den Eisenbahnern auch schon einmal erlebt –, dass man per Gesetz in den autonomen Wirkungsbereich eingreift. Das machen wir diesmal auch nicht! (Abg. Parnigoni: Aber die Bundeswirtschaftskammer hat zehn Kammern, die Arbeiterkammer hat nur neun Kammern!) Aber es ist wichtig, dass wir diesen Prozess der Überlegung, wie man günstiger bei gleicher Qualität anbieten kann, fortsetzt.
Beifall bei der ÖVP.
(Beifall bei der ÖVP.)
Bundesminister Dr. Bartenstein: Vollbeschäftigung, Frau Kollegin!
Meine Damen und Herren! Das ist sehr kurz zusammengefasst die äußerst bedenkliche arbeitsmarktpolitische und beschäftigungspolitische Bilanz dieser großen Koalition! (Bundesminister Dr. Bartenstein: Vollbeschäftigung, Frau Kollegin!)
Abg. Neugebauer: Sagen Sie einmal, was „neoliberale Politik“ ist! Das weiß man da drüben auch nicht!
Herr Arbeitsminister, Sie können Ihre neoliberale Politik nicht länger hinter den geschönten Arbeitslosenstatistiken, die Sie immer veröffentlichen, verstecken. (Abg. Neugebauer: Sagen Sie einmal, was „neoliberale Politik“ ist! Das weiß man da drüben auch nicht!) Wir wissen, das geht auf Kosten der Beschäftigten. Jeder Betroffene weiß das, wenn er seine Situation am Arbeitsplatz beobachtet. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Arbeitsminister, Sie können Ihre neoliberale Politik nicht länger hinter den geschönten Arbeitslosenstatistiken, die Sie immer veröffentlichen, verstecken. (Abg. Neugebauer: Sagen Sie einmal, was „neoliberale Politik“ ist! Das weiß man da drüben auch nicht!) Wir wissen, das geht auf Kosten der Beschäftigten. Jeder Betroffene weiß das, wenn er seine Situation am Arbeitsplatz beobachtet. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Eine Arbeiterin, die 0,5 Prozent ihres Bruttoeinkommens mehr bekommt – das sind ungefähr 3 bis 4 € netto im Monat – verliert künftig aufgrund von Kapazitätsengpässen womöglich die Unterstützung der Arbeiterkammer in wichtigen gerichtlichen Prozessen, wo es um die Geltendmachung ihrer Ansprüche geht. Diese Ansprüche würde sie verlieren, wenn die Arbeiterkammer sie nicht mehr unterstützen könnte. Und die machen ein Vielfaches dieser 3 bis 4 € netto aus. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Neugebauer: Das ist Schwachsinn, was Sie da sagen!
Meine Damen und Herren von der ÖVP, die Sie diesem Antrag zustimmen werden beziehungsweise jetzt sogar noch einen eigenen in dieser Sache eingebracht haben, sagen Sie den Österreicherinnen und Österreichern doch ganz deutlich, was Sie tun wollen! Verschleiern Sie es nicht! Sagen Sie es ganz deutlich! Sie von der ÖVP wollen die gesetzliche Interessenvertretung der ArbeitnehmerInnen zugunsten all jener schwächen (Abg. Neugebauer: Das ist Schwachsinn, was Sie da sagen!), die auf Kosten von Beschäftigten, durch das Ausnutzen von Beschäftigten Gewinne machen. Es geht nur darum! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Neugebauer: Das ist absoluter Schwachsinn! Wir sind gegen parteipolitische Agitation!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Neugebauer: Das ist absoluter Schwachsinn! Wir sind gegen parteipolitische Agitation!
Meine Damen und Herren von der ÖVP, die Sie diesem Antrag zustimmen werden beziehungsweise jetzt sogar noch einen eigenen in dieser Sache eingebracht haben, sagen Sie den Österreicherinnen und Österreichern doch ganz deutlich, was Sie tun wollen! Verschleiern Sie es nicht! Sagen Sie es ganz deutlich! Sie von der ÖVP wollen die gesetzliche Interessenvertretung der ArbeitnehmerInnen zugunsten all jener schwächen (Abg. Neugebauer: Das ist Schwachsinn, was Sie da sagen!), die auf Kosten von Beschäftigten, durch das Ausnutzen von Beschäftigten Gewinne machen. Es geht nur darum! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Neugebauer: Das ist absoluter Schwachsinn! Wir sind gegen parteipolitische Agitation!)
Beifall bei den Grünen.
Ich hoffe, dass sich jeder daran erinnert, wenn er am Sonntag zur Wahl geht, wie Ihr Abstimmungsverhalten in dieser Sache ausgeschaut hat. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Broukal.
Ich muss schon sagen – diesmal an Sie, meine Damen und Herren von der SPÖ, gewandt –: Ganz unschuldig sind Sie ja nicht an dieser Situation! (Zwischenruf des Abg. Broukal.) – Bitte? (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Broukal.) Sie, meine Damen und Herren von der SPÖ, sind nicht ganz unschuldig an dieser Situation. Die von Ihnen dominierte Arbeiterkammer – das kann man durchaus sagen – kann jetzt sehr leicht angegriffen werden, denn statt unabhängig und standfest die Arbeitnehmer- und Arbeitnehmerinneninteressen zu vertreten, auch gegenüber der jeweils an der Macht befindlichen Regierung, wird die Arbeiterkammer – und das muss man leider so sagen – von Ihnen parteipolitisch benutzt und wird auch hemmungslos selbst zum parteipolitischen Akteur. (Beifall bei den Grünen sowie demonstrativer Beifall bei der ÖVP. – Abg. Riepl: Sagen Sie ein Beispiel!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Broukal.
Ich muss schon sagen – diesmal an Sie, meine Damen und Herren von der SPÖ, gewandt –: Ganz unschuldig sind Sie ja nicht an dieser Situation! (Zwischenruf des Abg. Broukal.) – Bitte? (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Broukal.) Sie, meine Damen und Herren von der SPÖ, sind nicht ganz unschuldig an dieser Situation. Die von Ihnen dominierte Arbeiterkammer – das kann man durchaus sagen – kann jetzt sehr leicht angegriffen werden, denn statt unabhängig und standfest die Arbeitnehmer- und Arbeitnehmerinneninteressen zu vertreten, auch gegenüber der jeweils an der Macht befindlichen Regierung, wird die Arbeiterkammer – und das muss man leider so sagen – von Ihnen parteipolitisch benutzt und wird auch hemmungslos selbst zum parteipolitischen Akteur. (Beifall bei den Grünen sowie demonstrativer Beifall bei der ÖVP. – Abg. Riepl: Sagen Sie ein Beispiel!)
Beifall bei den Grünen sowie demonstrativer Beifall bei der ÖVP. – Abg. Riepl: Sagen Sie ein Beispiel!
Ich muss schon sagen – diesmal an Sie, meine Damen und Herren von der SPÖ, gewandt –: Ganz unschuldig sind Sie ja nicht an dieser Situation! (Zwischenruf des Abg. Broukal.) – Bitte? (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Broukal.) Sie, meine Damen und Herren von der SPÖ, sind nicht ganz unschuldig an dieser Situation. Die von Ihnen dominierte Arbeiterkammer – das kann man durchaus sagen – kann jetzt sehr leicht angegriffen werden, denn statt unabhängig und standfest die Arbeitnehmer- und Arbeitnehmerinneninteressen zu vertreten, auch gegenüber der jeweils an der Macht befindlichen Regierung, wird die Arbeiterkammer – und das muss man leider so sagen – von Ihnen parteipolitisch benutzt und wird auch hemmungslos selbst zum parteipolitischen Akteur. (Beifall bei den Grünen sowie demonstrativer Beifall bei der ÖVP. – Abg. Riepl: Sagen Sie ein Beispiel!)
Abg. Riepl: Haben Sie ein Beispiel?
Das ist einfach nicht in Ordnung! Und Sie wissen das, Herr Kollege Riepl. (Abg. Riepl: Haben Sie ein Beispiel?) Die Arbeiterkammer muss überparteilich sein, sie muss unabhängig sein und darf nur streng orientiert an Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerinteressen agieren. Nur das darf sie tun! Und da hapert es, da hapert es sogar enorm, und da gibt es Verbesserungsbedarf. (Abg. Riepl: Sagen Sie ein Beispiel, bitte! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Riepl: Sagen Sie ein Beispiel, bitte! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek gibt das Glockenzeichen.
Das ist einfach nicht in Ordnung! Und Sie wissen das, Herr Kollege Riepl. (Abg. Riepl: Haben Sie ein Beispiel?) Die Arbeiterkammer muss überparteilich sein, sie muss unabhängig sein und darf nur streng orientiert an Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerinteressen agieren. Nur das darf sie tun! Und da hapert es, da hapert es sogar enorm, und da gibt es Verbesserungsbedarf. (Abg. Riepl: Sagen Sie ein Beispiel, bitte! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Riepl: Sie sind das Beispiel schuldig geblieben! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich sage nicht, dass das in irgendeiner Weise diese Anträge legitimiert. Das legitimiert diese Anträge nicht, keine Frage, und deshalb machen wir Grüne bei solchen Anträgen sicher nicht mit. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Riepl: Sie sind das Beispiel schuldig geblieben! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie demonstrativer Beifall bei der ÖVP. – Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.
Zum Beispiel könnte die Arbeiterkammer ein bisschen weniger Wahlkampf für die Sozialdemokratie machen, indem sie ein bisschen weniger Wahlplakate und Folder auflegt und die Unterstützungen einstellt, dann würde sie schon einiges an finanziellen Mitteln einsparen. (Beifall beim BZÖ sowie demonstrativer Beifall bei der ÖVP. – Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Strache: Dann können Sie ja heute zustimmen!
Ich bleibe dabei – ich habe es heute Vormittag schon gesagt, Herr Klubobmann Strache –: Ich verstehe hier Ihren Schwenk nicht! Sie werden ihn mir jetzt hoffentlich gleich erklären. Erinnern Sie sich bitte zurück: Die Abschaffung der Zwangsmitgliedschaft ist für die Freiheitlichen immer eine Fahnenfrage, eine Grundsatzforderung gewesen! (Abg. Strache: Dann können Sie ja heute zustimmen!)
Beifall beim BZÖ.
Sie sollten lieber bei den Grundsätzen bleiben und hier auch dafür eintreten, dass die Kammerbeiträge gesenkt werden und dass die Zwangsmitgliedschaft ein für alle Mal ein Ende findet. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
(Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Wirtschaftskammer hat schon gesenkt!
Aber jetzt sage ich Ihnen schon etwas, nämlich allen Abgeordneten im Hohen Haus: Wenn ich mir das ansehe, dann beweisen Sie heute mit Ihrem Antrag genau, dass Sie ein Schoßhunderl des Herrn Schüssel oder auch des Neoliberalismus sind, weil Sie, Herr Klubobmann Westenthaler, ganz einseitig (Abg. Ing. Westenthaler: Die Wirtschaftskammer hat schon gesenkt!) im Grunde genommen von jedem freiheitlichen Grundsatz abgehen und sagen, Sie wollen nur der Arbeiterkammer etwas streichen beziehungsweise bei ihr eine Reduktion vornehmen. Von Zwangsmitgliedschaft reden Sie gar nicht mehr! Sie reden gar nicht mehr von den anderen Kammern, die es gibt. Das ist eine ganz einseitige Maßnahme, die natürlich durchschaubar ist und aufzeigt, welcher Gedanke dahinter steht: dass man halt als Beiwagerl der ÖVP versucht, einseitig in einem Bereich tätig zu werden, aber die Wirtschaftskammer vergisst. (Abg. Ing. Westenthaler: Das hat er jetzt vom Cap!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das hat er jetzt vom Cap!
Aber jetzt sage ich Ihnen schon etwas, nämlich allen Abgeordneten im Hohen Haus: Wenn ich mir das ansehe, dann beweisen Sie heute mit Ihrem Antrag genau, dass Sie ein Schoßhunderl des Herrn Schüssel oder auch des Neoliberalismus sind, weil Sie, Herr Klubobmann Westenthaler, ganz einseitig (Abg. Ing. Westenthaler: Die Wirtschaftskammer hat schon gesenkt!) im Grunde genommen von jedem freiheitlichen Grundsatz abgehen und sagen, Sie wollen nur der Arbeiterkammer etwas streichen beziehungsweise bei ihr eine Reduktion vornehmen. Von Zwangsmitgliedschaft reden Sie gar nicht mehr! Sie reden gar nicht mehr von den anderen Kammern, die es gibt. Das ist eine ganz einseitige Maßnahme, die natürlich durchschaubar ist und aufzeigt, welcher Gedanke dahinter steht: dass man halt als Beiwagerl der ÖVP versucht, einseitig in einem Bereich tätig zu werden, aber die Wirtschaftskammer vergisst. (Abg. Ing. Westenthaler: Das hat er jetzt vom Cap!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben es gesehen!
Jetzt sage ich schon Folgendes: Wenn man heute mehrere Gewerbescheine hat, dann muss man leider Gottes bei der Wirtschaftskammer nach wie vor sehr ungerechte Zahlungen leisten (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben es gesehen!) – und das gehört abgestellt. Da gibt es vieles, was wir abstellen sollten!
Beifall bei der FPÖ.
Ich erwarte mir auch, dass eine Arbeitnehmerinteressenvertretung auf den Tisch haut, wenn Gitti Ederer plant, dass die Firma Siemens 2 000 Mitarbeiter auf die Straße setzt. Da erwarte ich mir endlich einmal eine Arbeitnehmervertretung – und nicht Schweigen im Walde, weil es um rote Vertreter geht, die eben für ihre Partei stehen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler – auf die SPÖ weisend –: Das sind eure Partner!
Da muss man über der Parteipolitik stehen und Arbeitnehmerinteressen vertreten, und das vermisse ich in vielen Bereichen. Gerade in Zeiten, in denen es schwieriger wird, in denen wir eine amerikanische Finanzkrise erleben, in denen wir leider erleben müssen, dass Arbeitnehmerinteressen in vielen Bereichen immer stärker durch den Rost fallen, ist es wichtig, dass es eine starke Arbeitnehmervertretung gibt. Und das ist eine Nagelprobe heute, ja. Mit dem „kleinen Mann“ wollen Sie nichts zu tun haben. Das verstehe ich. (Abg. Ing. Westenthaler – auf die SPÖ weisend –: Das sind eure Partner!)
Abg. Scheibner: Da steht er noch dazu!
Das unterscheidet uns auch von Ihnen, Herr Klubobmann Westenthaler, und den Vertretern des BZÖ. (Abg. Scheibner: Da steht er noch dazu!) Ja, wir wollen Arbeitnehmerinteressen vertreten! Wir wollen nicht neoliberale Politik betreiben. Wir wollen soziale Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft sicherstellen, und wir wollen nicht einseitig handeln und vorgehen, so wie Sie das heute vorhaben.
Beifall bei der FPÖ.
Und ich sage: Ich bin gegen Kammerzwangsmitgliedschaft und ich bin auch gegen Kammerzwangsmitgliedsbeiträge, aber wir brauchen hier ein gesamtes System, das alle Kammern betrifft und wo wir endlich bei allen Kammern gleich, gerecht und fair agieren und auch sagen, wir wollen hier ein freies System, wo auch jeder in diesen Bereichen dann Versicherungsangebote erhalten soll. Keine Frage! – Aber nicht so einseitig, wie Sie das heute gemacht haben. Das, was Sie heute hier vorhaben, ist sehr durchschaubar. Und genau die Durchschaubarkeit verstimmt den Betrachter. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: ... Privilegien abgebaut! Rechberger!
Abgeordneter Josef Muchitsch (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Ministerin! Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung! Dass das BZÖ und Jörg Haider schon mehrfach versucht haben, die Arbeiterkammer zu schwächen, das ist uns bekannt. (Abg. Ing. Westenthaler: ... Privilegien abgebaut! Rechberger!) Enttäuscht bin ich aber darüber, dass hier die ÖVP mitmacht. Enttäuscht bin ich darüber, dass Abgeordnete der ÖVP, Vertreter des ÖAAB und der FCG hier mittun und versuchen, die Interessenvertretung der 3,3 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu schwächen.
Abg. Strache: Aber wie viele Gewerkschafter wohnen noch in Penthäusern und sind noch immer nicht ausgezogen? – Bitte, bei aller Wertschätzung! Sie sollten einmal im eigenen Haus Sauberkeit schaffen!
Ich sage Ihnen, was mir als Gewerkschafter und auch als Sozialpartner wirklich wehtut: dass es in Ihren Reihen einen Gewerkschaftsvorsitzenden gibt, der sich gegen die Interessen seiner eigenen Mitglieder und Arbeitnehmer in seiner Gewerkschaft öffentlicher Dienst, in der Sektion 21 stellt. (Abg. Strache: Aber wie viele Gewerkschafter wohnen noch in Penthäusern und sind noch immer nicht ausgezogen? – Bitte, bei aller Wertschätzung! Sie sollten einmal im eigenen Haus Sauberkeit schaffen!) Das tut weh, dass ein Gewerkschafter versucht, hier die Kammern zu schwächen.
Beifall bei der SPÖ.
Sie sollten wissen, dass 2 400 Beschäftigte in der Arbeiterkammer, Expertinnen und Experten, täglich die Interessen der 3,3 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vertreten. Sie sollten wissen, dass jährlich 2,2 Millionen Beratungen durchgeführt werden. Und Sie sollten auch wissen, dass jährlich vor Gericht oder außergerichtlich 250 Millionen € an offenen Ansprüchen für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erkämpft werden. – Wenn Sie all das wissen, dann wundert es mich, dass Sie einen solchen Antrag stellen können. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Neugebauer: ... nicht zugehört!
Es ist unglaublich für mich, dass hier Gewerkschafter, schwarze Gewerkschafter mit dabei sind, die bereit sind, unsere hart erkämpfte gesetzliche Interessenvertretung zu schwächen. (Abg. Neugebauer: ... nicht zugehört!) Sie schwächen damit nicht nur die Beschäftigten in der Arbeiterkammer, Sie schwächen damit vor allem die 3,3 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. (Abg. Dr. Schüssel: 3,5 Millionen!)
Abg. Dr. Schüssel: 3,5 Millionen!
Es ist unglaublich für mich, dass hier Gewerkschafter, schwarze Gewerkschafter mit dabei sind, die bereit sind, unsere hart erkämpfte gesetzliche Interessenvertretung zu schwächen. (Abg. Neugebauer: ... nicht zugehört!) Sie schwächen damit nicht nur die Beschäftigten in der Arbeiterkammer, Sie schwächen damit vor allem die 3,3 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. (Abg. Dr. Schüssel: 3,5 Millionen!)
Abg. Steibl: ... Wahlkampf gesponsert! Gesponsert von der Gewerkschaft!
Ich lade Sie ein: Fahren Sie einmal mit mir in die Betriebe! Ich war zehn Jahre lang am Bau beschäftigt, bin seit 16 Jahren Gewerkschaftssekretär, und ich nenne Ihnen jetzt drei Beispiele aus meinem Wahlkreis aus den letzten Wochen (Abg. Steibl: ... Wahlkampf gesponsert! Gesponsert von der Gewerkschaft!): Fahren Sie einmal mit zu einem Baucontainer, wo vom Bauleiter und vom Chef mitgeteilt wird, dass die Firma pleite ist! Fahren Sie einmal mit mir in einen Metallbetrieb, in dem mitgeteilt wird, dass mit Jahresende 50 Prozent der Beschäftigten abgebaut werden! (Abg. Scheibner: Aber die Arbeiterkammer schafft keine Arbeitsplätze!)
Abg. Scheibner: Aber die Arbeiterkammer schafft keine Arbeitsplätze!
Ich lade Sie ein: Fahren Sie einmal mit mir in die Betriebe! Ich war zehn Jahre lang am Bau beschäftigt, bin seit 16 Jahren Gewerkschaftssekretär, und ich nenne Ihnen jetzt drei Beispiele aus meinem Wahlkreis aus den letzten Wochen (Abg. Steibl: ... Wahlkampf gesponsert! Gesponsert von der Gewerkschaft!): Fahren Sie einmal mit zu einem Baucontainer, wo vom Bauleiter und vom Chef mitgeteilt wird, dass die Firma pleite ist! Fahren Sie einmal mit mir in einen Metallbetrieb, in dem mitgeteilt wird, dass mit Jahresende 50 Prozent der Beschäftigten abgebaut werden! (Abg. Scheibner: Aber die Arbeiterkammer schafft keine Arbeitsplätze!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Was hat das mit der Arbeiterkammer zu tun?
Fahren Sie einmal mit mir in einen Fleischereibetrieb in Leibnitz, wo Arbeitnehmer, Familienväter und Alleinverdiener, seit drei Monaten auf ihr Geld warten! Fahren Sie dorthin einmal mit! Dann stellen Sie nämlich solche Anträge nicht mehr, und dann wird es auch nicht passieren, dass der Herr Arbeitsminister Inserate mit „Vollbeschäftigung“ und „sichere Arbeitsplätze“ schaltet. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Was hat das mit der Arbeiterkammer zu tun?)
Abg. Steibl: Ja, mit dem Geld der Gewerkschaft kann man leicht spazieren fahren!
Ich lade Sie wirklich ein: Fahren Sie einmal mit und schauen Sie sich das an! Dann ist das nämlich hinfällig. (Abg. Steibl: Ja, mit dem Geld der Gewerkschaft kann man leicht spazieren fahren!)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist das für eine Formulierung, bitte? „Schwachsinnige Anträge“? – Reiß dich ein bisschen zusammen!
Wenn eine Umfrage der Firma SORA sagt, dass 76 Prozent der AK-Mitglieder eindeutig Ja zur derzeit bestehenden AK-Umlage sagen – 76 Prozent! –, dann nehmen Sie das bitte zur Kenntnis! Akzeptieren Sie die Meinung der Mitglieder der Arbeiterkammer, dass sie das so beibehalten wollen, und beantragen Sie nicht solche schwachsinnigen Anträge! (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist das für eine Formulierung, bitte? „Schwachsinnige Anträge“? – Reiß dich ein bisschen zusammen!)
Abg. Dr. Schüssel: Per Gesetz ist ein Höchstbeitrag festgelegt!
Zum Entschließungsantrag der ÖVP: Auch hier sind einige Dinge richtig zu stellen. Sie sollten als Gewerkschafter, als Gewerkschaftsvorsitzender schon wissen, werter Kollege Neugebauer, dass nur per Gesetz verfügt werden kann, was die AK-Umlage betrifft. (Abg. Dr. Schüssel: Per Gesetz ist ein Höchstbeitrag festgelegt!)
Abg. Dr. Schüssel: 3,5 Millionen!
In einer Zeit, in der die Arbeitswelt immer kälter wird, in einer Zeit, in der die Wirtschaft, die Liberalisierung immer härter wird, ersuche ich Sie in dieser Angelegenheit wirklich: Nehmen Sie Ihre Parteibrillen ab, stellen Sie Ihre persönlichen Empfindlichkeiten hintan! Denken Sie an die 3,3 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer! (Abg. Dr. Schüssel: 3,5 Millionen!) Wir brauchen in dieser kalten Wirtschaftswelt mehr denn je eine starke Arbeiterkammer! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
In einer Zeit, in der die Arbeitswelt immer kälter wird, in einer Zeit, in der die Wirtschaft, die Liberalisierung immer härter wird, ersuche ich Sie in dieser Angelegenheit wirklich: Nehmen Sie Ihre Parteibrillen ab, stellen Sie Ihre persönlichen Empfindlichkeiten hintan! Denken Sie an die 3,3 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer! (Abg. Dr. Schüssel: 3,5 Millionen!) Wir brauchen in dieser kalten Wirtschaftswelt mehr denn je eine starke Arbeiterkammer! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich bitte jene Damen und Herren, die für den Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Minderheit. Abgelehnt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Zur Geschäftsordnung!
Ein Wunsch auf eine mündliche Berichterstattung im Sinne des § 44 Abs. 4 der Geschäftsordnung liegt nicht vor. (Abg. Öllinger: Zur Geschäftsordnung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie wissen ja noch nicht einmal, welche Mehrheiten es gibt!
Ich ersuche um Klärung der folgenden Frage: Wenn wir über beide Anträge abstimmen, dann erhalten möglicherweise beide Anträge eine Mehrheit. Wie soll § 638 in Zukunft dann aussehen? Wird das ein „Zwitterparagraph“, der aus zwei Paragraphen 638 besteht? Wird so entschieden, wie in der Präsidiale vorbesprochen wurde, dass in der Reihenfolge des Abstimmens jener Antrag dann als angenommen gilt, der als der zweite eingebracht wurde? Oder wie ... (Abg. Ing. Westenthaler: Sie wissen ja noch nicht einmal, welche Mehrheiten es gibt!)
Beifall bei den Grünen.
Ich gehe davon aus, Herr Abgeordneter Westenthaler, dass möglicherweise beide Anträge eine Mehrheit finden können, und dann haben wir zwei Paragraphen 638 mit unterschiedlichem Inhalt. Und genau das ist die Frage: dass ich gerne vor Eingang in den Abstimmungsvorgang geklärt wissen möchte, wie wir abstimmen sollen und können und welcher § 638 im Falle, dass beide eine Mehrheit finden, dann als angenommen gilt: der erste, der zweite oder beide – oder gar keiner, was wahrscheinlich sinnvoller wäre. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Van der Bellen: Nein, wirklich nicht! – Zur Geschäftsbehandlung!
Aber ich kann auch dazu etwas sagen: Ich sehe überhaupt kein Problem darin, dass diese zwei Paragraphen solche mit der Nummer 638 sind. Wenn Sie sich besser und wohl fühlen, wird das dann § 638 und § 638a sein. Das ist überhaupt nichts Besonderes. Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen, es ist hier ganz korrekt vorgegangen worden. (Abg. Dr. Van der Bellen: Nein, wirklich nicht! – Zur Geschäftsbehandlung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Frau Präsidentin! Es gibt aber eigentlich nur eine Wortmeldung pro Fraktion zur Geschäftsordnung!
Präsidentin Dr. Eva Glawischnig-Piesczek: Weitere Wortmeldung zur Geschäftsbehandlung: Herr Klubobmann Van der Bellen, bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Frau Präsidentin! Es gibt aber eigentlich nur eine Wortmeldung pro Fraktion zur Geschäftsordnung!)
Beifall bei Grünen und ÖVP.
Ich meine, so zu tun, als wäre da alles in Ordnung? – Ein Chaos wird da verursacht durch die SPÖ! Das ist ja wirklich lächerlich, Josef Cap, für welchen Antrag stimmst du denn da jetzt? (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Präsidentin Dr. Eva Glawischnig-Piesczek: Gibt es dazu weitere Wortmeldungen? – Wenn das nicht der Fall ist, .... (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Entschuldigung, ich habe Sie übersehen, Herr Klubobmann Schüssel. – Bitte, Sie haben das Wort.
Heiterkeit.
Abgeordneter Dr. Wolfgang Schüssel (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Frau Präsidentin, Sie haben mich vorher schon gesehen, und mit 1,72 m bin ich eigentlich durchaus im Normalmaß. (Heiterkeit.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich meine, ich finde es ja großartig, was Josef Cap mir alles zutraut. Dass es da bei manchen von euch ein gewisses Trauma über Strategie und Taktik gibt, das habe ich schon verstanden. Aber so gut bin ich wirklich nicht, dass ich zwei verschiedene Anträge von Csörgits und Kickl, die einander widersprechen, weil sie den gleichen Paragraphen nehmen, selbst organisiert habe. Also bitte, mit Verlaub, so weit reichen meine magischen Fähigkeiten nicht! (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Parnigoni: Das hat mit Geschäftsordnung nichts zu tun!
Kollege Öllinger hat aber vollkommen recht in der Sache, und ich sage das jetzt wirklich im Ernst: Das, was wir heute hier machen, ist absurd! Ich habe mir jetzt selbst einmal durchgerechnet: Wenn das alles beschlossen wird – und da rede ich jetzt gar nicht von der Mehrwertsteuer –, dann sind das allein schon 2,5 Milliarden €. Wenn die Mehrwertsteuersenkung auch noch beschlossen wird, dann sind es 3,5 Milliarden €. (Abg. Parnigoni: Das hat mit Geschäftsordnung nichts zu tun!)
Abg. Strache: Das hätte ich beim EU-Verfassungsvertrag auch gerne abgeprüft! Das hätte ich gerne abgeprüft!
wir dann abstimmen werden, dann, bitte, herzlichen Glückwunsch! Dann sind Sie nobelpreisverdächtig! – Das ist nicht in Ordnung! (Abg. Strache: Das hätte ich beim EU-Verfassungsvertrag auch gerne abgeprüft! Das hätte ich gerne abgeprüft!) – Der ist ordnungsgemäß beraten worden. Das ist nicht so wie im Basar hinter den Kulissen gemacht worden.
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Dr. Van der Bellen und Scheibner. – Abg. Ing. Westenthaler: Zur Geschäftsordnung!
Daher bitte ich wirklich um eine ordnungsgemäße Einbringung. Das wird mit einer Umnummerierung durchaus machbar sein. Aber jedenfalls hat Öllinger vollkommen recht, das aufzuzeigen, und darüber braucht man nicht zu lachen. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Dr. Van der Bellen und Scheibner. – Abg. Ing. Westenthaler: Zur Geschäftsordnung!)
Beifall beim BZÖ.
Worum es aber eigentlich geht, Herr Klubobmann Schüssel und auch alle anderen, ist, dass man es sich nicht so einfach machen kann. Ich bin auch der Meinung, vieles wird heute vielleicht unnötig eingebracht und abgestimmt, aber gerade in diesem Punkt sind wir sensibel. Wenn es darum geht, den Ärmsten der Ärmsten, den Mindestrentnern, mit einem Heizkostenzuschuss von 210 € zu helfen, über den Winter zu kommen, dann lasse ich nicht darüber spaßen. Das soll heute abgestimmt werden, und es ist gut, dass wir eine Mehrheit dafür gefunden haben. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Graf: Nein, das ist ein Blödsinn!
Ich gebe bekannt: Es gibt vonseiten des Präsidiums keine inhaltliche Überprüfung der Anträge. Die Anträge sind zulässig, die Mehrheiten werden sich zeigen. Sollte es tatsächlich Widersprüchlichkeiten geben, fällt es dem Verfassungsgerichtshof anheim, diese zu korrigieren. Aber das Präsidium selbst hat keine Möglichkeit, das inhaltlich zu korrigieren. (Abg. Dr. Graf: Nein, das ist ein Blödsinn!) Das ist das Ergebnis nach den Beratungen am Präsidium.
Abg. Ing. Westenthaler: Wenn sie beschlossen werden!
den, dann gelten beide. (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn sie beschlossen werden!) Dann wandern sie so wie jedes andere Gesetz in den Bundesrat. Dort wird auch wieder zu prüfen beziehungsweise zu entscheiden sein, ob eine dieser Gesetzesinitiativen oder beide beschlossen werden – es könnten auch wieder beide beschlossen werden –, und dann geht es wie jedes andere Gesetz zur Ratifizierung zur Unterschrift zum Bundespräsidenten und dann zur Kundmachung.
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren, zur Senkung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel. – Wir diskutieren das jetzt zum dritten Mal innerhalb weniger Tage. Wir haben es in der Sondersitzung am 18. September diskutiert, wir haben es heute nach der Erklärung des Herrn Vizekanzlers diskutiert, und wir diskutieren es jetzt noch einmal. Ich gebe zu, jetzt ist es viel spannender, denn nach dieser Debatte kommt auch die Abstimmung. Daher ist es jetzt viel spannender. Aber, meine Damen und Herren von der rot-blauen parlamentarischen Koalition, auch wenn wir es noch so oft diskutieren, es wird deshalb nicht besser. Es ist das – und Copyright hat Professor Van der Bellen –, was Herr Van der Bellen als steuerpolitischen Gau bezeichnet hat – eine hervorragende Bezeichnung! –, der größte anzunehmende Unsinn, nämlich die Mehrwertsteuersenkung für Lebensmittel. (Beifall bei der ÖVP.) Herr Van der Bellen, danke für diese tolle Punzierung dieses Vorhabens der rot-blauen parlamentarischen Koalition!
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Gaßner: Sie haben das verhindert!
Das kann nur in Gehirnen erfunden worden sein, die überhaupt keine Ahnung von der wirtschaftlichen Praxis haben. Daher hoffe ich sehr, dass sich die Vernunft im Zuge dieser Debatte durchsetzt und wir statt dieser Mehrwertsteuersenkung, die in den Rauchfang geschrieben wäre, womit wir 1 Milliarde verbrennen würden, einen gemeinsamen Entschließungsantrag beschließen, in dem wir vorsehen, dass diese 1 Milliarde € viel besser, viel treffsicherer, viel effizienter eingesetzt wird, nämlich im Rahmen einer umfassenden Reform des Einkommensteuer- und Lohnsteuertarifs. Das wäre meine große Bitte, dass uns das heute noch gelingen möge. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Gaßner: Sie haben das verhindert!)
Die Abgeordneten Mikesch und Dr. Stummvoll: Na sicher!
Wenn jetzt die ÖVP meint, das sei nicht sozial treffsicher, dann frage ich Sie, Herr Kollege Stummvoll: Wollen Sie mir vielleicht erklären, dass die Abschaffung der Erbschafts- und Schenkungssteuer sozial treffsicher war? (Die Abgeordneten Mikesch und Dr. Stummvoll: Na sicher!) 50 Prozent haben bisher überhaupt keine Erbschaftssteuer bezahlt, die vier größten Erbschaftsfälle haben 25 Millionen € bekommen, 30 000 Fälle null. (Abg. Mikesch: Da geht es um Arbeitsplatzsicherung, da geht es um Ausbildungssicherung!) Das soll sozial treffsicher sein? Das kann sich auch wirklich nur die ÖVP so vorstellen; sozial treffsicher ist bei der ÖVP anscheinend nur das, was Reichen zugute kommt. Anders kann man diese Zwischenrufe überhaupt nicht werten.
Abg. Mikesch: Da geht es um Arbeitsplatzsicherung, da geht es um Ausbildungssicherung!
Wenn jetzt die ÖVP meint, das sei nicht sozial treffsicher, dann frage ich Sie, Herr Kollege Stummvoll: Wollen Sie mir vielleicht erklären, dass die Abschaffung der Erbschafts- und Schenkungssteuer sozial treffsicher war? (Die Abgeordneten Mikesch und Dr. Stummvoll: Na sicher!) 50 Prozent haben bisher überhaupt keine Erbschaftssteuer bezahlt, die vier größten Erbschaftsfälle haben 25 Millionen € bekommen, 30 000 Fälle null. (Abg. Mikesch: Da geht es um Arbeitsplatzsicherung, da geht es um Ausbildungssicherung!) Das soll sozial treffsicher sein? Das kann sich auch wirklich nur die ÖVP so vorstellen; sozial treffsicher ist bei der ÖVP anscheinend nur das, was Reichen zugute kommt. Anders kann man diese Zwischenrufe überhaupt nicht werten.
Beifall bei der SPÖ.
Insofern: Machen wir etwas für die Inlandsnachfrage, machen wir etwas dafür, dass Lebensmittel billiger werden, und machen wir etwas für mehr Preiskontrolle! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Krainer: Es ist ja vorher! Es tritt ja vorher in Kraft!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Krainer, ich glaube, Sie hören nicht zu! Mit Preisbehörden den Wettbewerb einführen zu wollen – das hätten Sie vorher machen müssen! Die ganze Idee der Mehrwertsteuersenkung wirkt nur dann, wenn es einen scharfen Wettbewerb im Lebensmittelhandel gibt. Das hätten Sie vorher machen müssen, nicht jetzt. (Abg. Krainer: Es ist ja vorher! Es tritt ja vorher in Kraft!)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ironischerweise hat ja die SPÖ ... – Herr Kollege Krainer, Sie werden bei der letzten Sondersitzung, die von der SPÖ einberufen wurde, ja anwesend gewesen sein. Wer hat uns hier im Plenum hieb- und stichfest bewiesen, dass der Wettbewerb im Lebensmittelhandel ein äußerst schwacher ist? Wer war das? Das waren Sie von der SPÖ! Sechs Seiten lang, hieb- und stichfest. Streiten wir uns doch nicht darüber, ob es jetzt einen Wettbewerb gibt oder nicht – Sie haben uns ja bewiesen: Es gibt keinen! Und unter solchen Umständen von einer Mehrwertsteuersenkung zu erwarten, dass sie in den Preisen weitergegeben wird, dauerhaft, nachhaltig, ist abenteuerlich, Herr Krainer, das wissen Sie selbst. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
1 Milliarde € an Steuerausfall – ja, okay. Diese 1 Milliarde hätten wir längst einsetzen können für treffsichere Maßnahmen zugunsten der Bezieher von niedrigen, untersten Einkommen im Bereich der Lohn- und Einkommensteuerreform. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Noch ein Satz zu dem Entschließungsantrag der Kollegen Bucher und Stummvoll, der noch eingebracht wird. – Wir werden dem Antrag zustimmen, aber so, wie er formuliert ist, Herr Kollege Stummvoll, könnte man ihm entnehmen, dass Sie nur an technische Reformen im Rahmen der Lohn- und Einkommensteuer denken. Sie wissen aber, dass sehr viele Menschen in Österreich so wenig verdienen, dass sie gar keine Lohn- und Einkommensteuer zahlen. Im Rahmen Ihres Antrages könnte man diese allenfalls im Rahmen der so genannten Negativsteuer, also der Steuerprämie, begünstigen. Das wirkt aber dann erst im Jahr 2010, darauf mache ich Sie aufmerksam. Also für Direktmaßnahmen schlagen wir eine Senkung der Sozialversicherungsabgaben im untersten Bereich vor. Ich hoffe, dass Sie das jetzt nur nicht ausdrücklich genannt haben, sondern sehr wohl auch im Auge behalten. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Van der Bellen: Wachteleier-Produzent war ich!
Abgeordneter Ing. Norbert Hofer (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Vizekanzler! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Herr Professor Van der Bellen, Sie haben ein Leben lang theoretisiert. Ich frage Sie: Haben Sie schon einmal in einem privaten Betrieb Verantwortung übernommen, eine Firma geführt? – Das haben Sie nicht gemacht! (Abg. Dr. Van der Bellen: Wachteleier-Produzent war ich!) Sie haben immer nur anderen erklärt, wie Wirtschaft funktioniert und wie man es machen sollte. Da gibt es, glaube ich, doch einen nicht unwesentlichen Unterschied.
Abg. Brosz: Na super! Grandiose Frage!
Ich habe mir angesehen, Herr Professor Van der Bellen, was denn die Vorstandschefs der großen Handelsketten zu diesem Vorschlag sagen. (Abg. Brosz: Na super! Grandiose Frage!) Das sind immerhin Personen, die Firmen führen. Ich werde auch nie vergessen – um auch für Veit Schalle eine Lanze zu brechen –: Veit Schalle musste sich in einem Ausschuss von einem Wirtschaftskämmerer sagen lassen: Sie haben ja keine Ahnung von Wirtschaft! Und das von jemandem, der ein Leben lang in der Wirtschaftskammer Kammerbeamter war! Veit Schalle hat ein großes Unternehmen – erfolgreich! – geführt, und dafür muss man ihm auch Respekt zollen.
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Van der Bellen: Na sicher! Zwei Wochen!
(Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Van der Bellen: Na sicher! Zwei Wochen!)
Beifall bei der FPÖ.
(Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Van der Bellen: Amen!
(Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Van der Bellen: Amen!)
Abg. Dr. Stummvoll: Nein!
Herr Stummvoll lacht. – Lachen Sie auch bei den kleinen Handelsbetrieben, bei den Greißlern? (Abg. Dr. Stummvoll: Nein!) Die würden das also weitergeben? (Abg. Dr. Stummvoll: Die haben ja auch eine Kostensteigerung!) Die werden das auch nicht weitergeben?
Abg. Dr. Stummvoll: Die haben ja auch eine Kostensteigerung!
Herr Stummvoll lacht. – Lachen Sie auch bei den kleinen Handelsbetrieben, bei den Greißlern? (Abg. Dr. Stummvoll: Nein!) Die würden das also weitergeben? (Abg. Dr. Stummvoll: Die haben ja auch eine Kostensteigerung!) Die werden das auch nicht weitergeben?
Beifall bei der FPÖ.
(Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Woher wissen Sie, dass wir dagegen stimmen?
Was ich jetzt nur schwer verstehe, ist, dass das BZÖ gegen diese Maßnahme stimmen wird, obwohl das BZÖ in Kärnten für genau diese Maßnahme Unterschriften sammelt. (Abg. Ing. Westenthaler: Woher wissen Sie, dass wir dagegen stimmen?) Ich gehe davon aus; wir werden es dann sehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir stimmen nicht dagegen!) Das würde mich sehr freuen. Sie sammeln also Unterschriften in Kärnten und werden auch hier im Parlament für diese Maßnahme stimmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das werden Sie noch sehen!) Das wäre sehr schön, denn dann ist es auch möglich, diese Maßnahme für die Bürger in Österreich umzusetzen.
Abg. Ing. Westenthaler: Wir stimmen nicht dagegen!
Was ich jetzt nur schwer verstehe, ist, dass das BZÖ gegen diese Maßnahme stimmen wird, obwohl das BZÖ in Kärnten für genau diese Maßnahme Unterschriften sammelt. (Abg. Ing. Westenthaler: Woher wissen Sie, dass wir dagegen stimmen?) Ich gehe davon aus; wir werden es dann sehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir stimmen nicht dagegen!) Das würde mich sehr freuen. Sie sammeln also Unterschriften in Kärnten und werden auch hier im Parlament für diese Maßnahme stimmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das werden Sie noch sehen!) Das wäre sehr schön, denn dann ist es auch möglich, diese Maßnahme für die Bürger in Österreich umzusetzen.
Abg. Ing. Westenthaler: Das werden Sie noch sehen!
Was ich jetzt nur schwer verstehe, ist, dass das BZÖ gegen diese Maßnahme stimmen wird, obwohl das BZÖ in Kärnten für genau diese Maßnahme Unterschriften sammelt. (Abg. Ing. Westenthaler: Woher wissen Sie, dass wir dagegen stimmen?) Ich gehe davon aus; wir werden es dann sehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir stimmen nicht dagegen!) Das würde mich sehr freuen. Sie sammeln also Unterschriften in Kärnten und werden auch hier im Parlament für diese Maßnahme stimmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das werden Sie noch sehen!) Das wäre sehr schön, denn dann ist es auch möglich, diese Maßnahme für die Bürger in Österreich umzusetzen.
Abg. Scheibner: Mehr als bei euch!
Ich bin nur gespannt, ob es dann auch wirklich eine Mehrheit hier im Haus geben wird, wie die Herrschaften Stadler, Herr Klement – er ist nicht da – dann abstimmen werden. Sie werden noch viel Spaß haben im Klub des BZÖ, meine Damen und Herren (Abg. Scheibner: Mehr als bei euch!), denn ich zitiere Aussagen Stadlers über das BZÖ: warme Brüder, Freimaurer, Bagage, Bienenzüchterverein. – Das sind harte Worte, meine Damen und Herren!
Abg. Ing. Westenthaler: Was hat das mit der Mehrwertsteuer zu tun?
Sie erinnern sich, meine Damen und Herren – Herbert Scheibner, du weißt das auch –: Für Knittelfeld, die Abspaltung BZÖ – FPÖ, war Ewald Stadler einer der Verantwortlichen. Es wird für Sie im Klub in der nächsten Legislaturperiode nicht lustig werden, denn ich sage Ihnen, dass dieser Judas Sie verraten wird, ehe der Hahn gekräht hat, meine Damen und Herren! Sie werden das noch am eigenen Leib verspüren. (Abg. Ing. Westenthaler: Was hat das mit der Mehrwertsteuer zu tun?)
Abg. Dr. Graf: Weil sie nicht dabei sind!
Sie von der ÖVP haben doch immer wieder eine Koalition mit der SPÖ, Sie haben doch eine Koalition auch mit uns gesucht, auch mit dem BZÖ. Meine Damen und Herren, warum regt sich die ÖVP so auf, wenn es wechselnde Mehrheiten gibt? (Abg. Dr. Graf: Weil sie nicht dabei sind!) Ich weiß nicht, vielleicht werden Sie nach dieser Wahl mit den Grünen eine Koalition eingehen. Also: Diese Kritik von Ihrer Seite, meine Damen und Herren, ist wirklich unangebracht. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Sie von der ÖVP haben doch immer wieder eine Koalition mit der SPÖ, Sie haben doch eine Koalition auch mit uns gesucht, auch mit dem BZÖ. Meine Damen und Herren, warum regt sich die ÖVP so auf, wenn es wechselnde Mehrheiten gibt? (Abg. Dr. Graf: Weil sie nicht dabei sind!) Ich weiß nicht, vielleicht werden Sie nach dieser Wahl mit den Grünen eine Koalition eingehen. Also: Diese Kritik von Ihrer Seite, meine Damen und Herren, ist wirklich unangebracht. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich bin sehr gespannt, wie diese Abstimmung heute ausgehen wird. Wir wollen Steuersenkungen, und wenn die ÖVP gegen Steuersenkungen stimmt, dann wird man das den Bürgern erklären müssen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Parnigoni: Ist das in der Agrarwirtschaft auch so, dass keine Preissenkungen weitergegeben werden?
Abgeordneter Ing. Hermann Schultes (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsident! Sehr geehrter Herr Vizekanzler! Geschätzte Mitglieder der Regierung! Geschätztes Hohes Haus! Ich darf Ihnen berichten, dass – aus der Sicht der Bauern leider – die Getreidepreise stark gesunken sind. Die Milchpreise sind gesunken, die Erdäpfel kosten sehr wenig, Zwiebel fast nichts. Und Sie erzählen mir, Preissenkungen werden weitergegeben. Na, da bedanke ich mich! (Abg. Parnigoni: Ist das in der Agrarwirtschaft auch so, dass keine Preissenkungen weitergegeben werden?)
Abg. Mag. Gaßner: Wer sagt dir denn das? Der Herr Kovács?
Wir wissen, dass diese Vorschläge EU-rechtswidrig sind und dass die Mehrwertsteuersenkung so nicht kommen wird. Jetzt frage ich mich: Warum schlagen Sie das trotzdem vor, im Wissen, dass das so nicht kommen kann? Wenn Sie es trotzdem beschließen, wird uns die EU Probleme machen, weil es ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Österreich geben wird. (Abg. Mag. Gaßner: Wer sagt dir denn das? Der Herr Kovács?) Ich weiß nicht, ob Ihnen wichtiger ist, dass Sie Ihr Wort halten; es könnte durchaus sein, dass dem so ist.
Abg. Dr. Graf: Aber die Gesetze machen wir in Österreich – und nicht die EU-Beamten!
Apropos Kovács, gutes Stichwort: Da hat der eine den anderen einmal amikal gefragt, so höre ich: Du, Kovács, geht das, wenn wir das machen? Und dieser hat darauf gesagt: Das kriegen wir schon hin! – Leider haben aber ordentliche Beamte in der EU gesagt, so einfach ist das nicht. Ein Landeshauptmann hat nachgefragt und hat dieselbe Antwort bekommen. – Ihr wisst, dass 5 Prozent Mehrwertsteuer nicht geht, und trotzdem wollt ihr es machen. (Abg. Dr. Graf: Aber die Gesetze machen wir in Österreich – und nicht die EU-Beamten!)
Beifall bei der ÖVP.
Jetzt haben wir genau diese interessante Situation: Sie von der SPÖ wollen den Wähler pflanzen – das kann ich beweisen –, und die Freiheitlichen wollen, dass das kommt, weil dann können sie ein halbes Jahr lang auf die EU schimpfen, weil die EU das nicht zulässt. Und diese Mischung ist pfui. Das rot-blaue Packel, das sich da zusammentut, das ist unanständig! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Liebe Freunde, dieses Projekt ist wirklich schwer daneben. Ihr wisst es ja selber auch, dass es nie kommen wird. Deshalb habt ihr in euren Antrag – das haben die Blauen übersehen und ihr genauso – nicht einmal ein Datum des Inkrafttretens hineingeschrieben, weil ihr ohnehin nicht daran glaubt, dass es kommt. Das ist ein reiner Wählerpflanzergag, nichts anderes. Und das ist das wirklich Unangenehme dabei: Dieses Projekt ist als Wahlgag, als gebrochenes Wahlversprechen schon aufgeflogen, bevor die Wahl überhaupt stattgefunden hat. So ist das noch selten wem gelungen. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren, die Wahlgeschenke sind klar auszumachen. Der Herr Faymann hat drei Geschenke für uns: den Rotstift für die Bürgermeister, den Pleitegeier für die Gemeinden und die seidene Schnur für den einen oder anderen von euch von der SPÖ – ihr werdet es noch sehen! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich weiß, dass wir mit dieser Milliarde etwas viel Vernünftigeres machen können und auch tun werden, und ich bin wirklich überzeugt davon, dass das in Österreich gut ankommen wird. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Bures: Bei Ihnen hat sich etwas anderes ergeben! Seien Sie einmal ehrlich!
Abgeordneter Ing. Peter Westenthaler (BZÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist wahrhaftig so, dass natürlich eine Senkung von Steuern immer etwas Gutes ist und dass wir einer solchen positiv gegenüberstehen. In dieser Frage hat sich aber in den letzten Tagen und Stunden doch einiges ergeben, was zu Unsicherheit für die Wählerinnen und Wähler und für die Bürger geführt hat. (Abg. Bures: Bei Ihnen hat sich etwas anderes ergeben! Seien Sie einmal ehrlich!) Frau Kollegin Bures, es war Ihr sozialdemokratischer EU-Kommissar, bei dem im Übrigen, wie ich jetzt höre, auch Ihre Kolleginnen und Kollegen von der SPÖ, bis zum Büro des Herrn Matznetter, interveniert haben, Ihr zuständiger sozialdemokratischer EU-Kommissar, der uns in einem Schreiben mitgeteilt hat, dass in Österreich nur zwei ermäßigte Steuersätze möglich sind, die es bereits gibt, und daher ist ein fünfprozentiger nicht mehr möglich, und die EU würde, wenn das beschlossen wird, Schritte ergreifen.
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Jetzt kann man dazu stehen, wie man will. Wir sind auch kritisch. Man kann es glauben, man kann es nicht glauben. Aber eines ist klar: Sie können den Wählerinnen und Wählern aufgrund dieser Aussage nicht garantieren, dass diese Mehrwertsteuersenkung, wenn sie heute beschlossen wird, nicht in einigen Wochen oder Monaten nach der Wahl wieder aufgehoben wird und dann noch ein Preiszuschlag für die Konsumenten kommt. Dieses Risiko sagen Sie von der Sozialdemokratischen Partei den Wählern nicht! (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Kind, einen Steuerbonus, wo die Menschen mit dem Geld machen können, was sie wollen, wo es keine Rechtsunsicherheit gibt, wo die Menschen das Geld ausgeben können, aber dort, wo sie es wollen, und nicht, wo es ihnen aufoktroyiert wird. Das wäre unsere Idee gewesen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ
Dann machen wir Nägel mit Köpfen, dann machen wir eine ordentliche Arbeit im Hohen Haus – und dann können wir einer Mehrwertsteuersenkung noch immer zustimmen (Beifall beim BZÖ), aber nicht heute: ohne Sicherheit und ohne entsprechende Gewährleistung, dass das bei den Menschen ankommt, dass diese auch wirklich etwas davon haben.
Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Gaßner: Wir stehen dazu! Wir sind ja pakttreu, Herr Westenthaler!
Das heißt, wir vom BZÖ freuen uns, dass wir heute mit Ihnen die Senkung der Mehrwertsteuer auf Medikamente, haben wir doch die drittteuersten Medikamente in der Europäischen Union, beschließen können. Ich finde das in Ordnung. Es ist eine gute Initiative des BZÖ für die Kranken, für die Krankenversicherten in unserem Land. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Gaßner: Wir stehen dazu! Wir sind ja pakttreu, Herr Westenthaler!)
Beifall beim BZÖ.
Meine Damen und Herren, stimmen Sie daher einer Rückverweisung zu! (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Krainer.
Diese Maßnahme ist aber auch keine Maßnahme, die sozial treffsicher ist. Da Jan Krainer hier von „sozialer Treffsicherheit“ gesprochen hat, möchte ich ihn schon daran erinnern, was er mit seiner Partei in dieser Legislaturperiode unter der Überschrift „soziale Gerechtigkeit“ alles beschlossen hat, und zwar zusammen mit der ÖVP: steuerliche Privilegien für Privatstiftungen und die Abschaffung der Erbschafts- und Schenkungssteuer. (Zwischenruf des Abg. Krainer.) – Jan Krainer, du schüttelst zwar jetzt den Kopf, aber: Wir wissen doch genau, und zwar auch durch Herrn Professor Doralt, worüber wir hier sprechen, nämlich über steuerliche Privilegien für 3 300 Privatstifter in unserem Lande. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Diese Maßnahme ist aber auch keine Maßnahme, die sozial treffsicher ist. Da Jan Krainer hier von „sozialer Treffsicherheit“ gesprochen hat, möchte ich ihn schon daran erinnern, was er mit seiner Partei in dieser Legislaturperiode unter der Überschrift „soziale Gerechtigkeit“ alles beschlossen hat, und zwar zusammen mit der ÖVP: steuerliche Privilegien für Privatstiftungen und die Abschaffung der Erbschafts- und Schenkungssteuer. (Zwischenruf des Abg. Krainer.) – Jan Krainer, du schüttelst zwar jetzt den Kopf, aber: Wir wissen doch genau, und zwar auch durch Herrn Professor Doralt, worüber wir hier sprechen, nämlich über steuerliche Privilegien für 3 300 Privatstifter in unserem Lande. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ja, die Meinls, die Haselsteiners und wie sie alle heißen, die sollen zur Kassa gebeten werden. In unserem Lande geht es – endlich! – um mehr Steuergerechtigkeit, und daher: Senkung der Lohn- und Einkommensteuer, aber keine Senkung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Schüssel: Das haben wir vorher schon gewusst!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, da hat es allerhand Entwicklungen gegeben. Als Herr Professor Felderer sagte, das wäre schon mildernd für die Inflation, wenn wir die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel senkten, da war auf einmal schon zu bemerken, dass auch die BZÖler gemeint haben, das wäre ein guter Vorschlag. Die BZÖler haben jetzt auch den Vorschlag gemacht, 200 € sofort an alle auszuzahlen. Und dann kam der wunderbare Einfall, nach Europa zu pilgern und zu fragen: Ja, bitte schön, dürfen wir denn das überhaupt? Und da haben wir die Meinung eines Kommissars gehört, der gesagt hat: Nein, das dürfen wir nicht. (Abg. Dr. Schüssel: Das haben wir vorher schon gewusst!)
Zwischenruf des Abg. Murauer.
Dieser Kommissar sagt nun zu uns, wir dürfen nicht. Apropos: Die 12 Prozent sind ein Sondersteuersatz und kein Umsatzsteuersatz. Also warum dürfen wir dann nicht? Wieso haben Sie den Kommissar denn nicht gefragt, warum es vier oder fünf Länder in der Europäischen Union gibt, die jetzt schon mehr mindere Steuersätze haben? Warum haben Sie den nicht gefragt, warum die das dürfen, wir aber nicht? (Zwischenruf des Abg. Murauer.)
Beifall bei der SPÖ.
Warum, meine sehr geehrten Damen und Herren, haben zehn Länder der Europäischen Union von Haus aus einen niedrigen Mehrwertsteuersatz? Und da erinnere ich daran, dass uns Herr Stummvoll hier erklärt hat, dass natürlich die Betriebskosten, Kostenerhöhungen auf den Preis einen Einfluss haben. – Gut, dann kommen die Kostenerhöhungen dazu, Herr Stummvoll. Nur, auf den erhöhten kalkulierten Preis wird dann die Mehrwertsteuer aufgeschlagen. Und da sind 5 Prozent allemal besser als 10 Prozent, sehr geehrter Herr Stummvoll! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Dann, meine sehr geehrten Damen und Herren, werden immer wieder die Gemeinden vorgeschickt. Ach, der Gemeindebund – schwarz, leider noch – lässt sich so schön vor den Karren der ÖVP-Werbemaschinerie spannen. Das ist ja noch das Schönste! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Bei der Getränkesteuer haben die Gemeinden auch nicht alles zurückbekommen. Und der Herr Finanzminister geht dann auch noch her und verfügt einen Gebührenstopp. Wen trifft das? – Die Gemeinden! Dafür haben wir auch keinen Ersatz bekommen. Also, das ist schon sehr, sehr fadenscheinig, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Grillitsch.
Das Allerschönste ist dann noch, wenn Herr Grillitsch herauskommt, als Bauernschreck auftritt und sagt, die pauschalierten Bauern verlieren jetzt 15 Millionen, die Weinbauern verlieren jetzt 45 Millionen, wo er ganz genau weiß, dass diese 12 Prozent halten werden. Die werden halten, daher verlieren die Bauern überhaupt nichts. (Zwischenruf des Abg. Grillitsch.)
Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.
Herr Grillitsch, ich mache Ihnen einen Vorschlag, wie Sie Bauern helfen könnten. Da gibt es einen Herrn Fischler, der ja das Wahlunterstützungskomitee für den Herrn Molterer anführt, der gleichzeitig auch im Ökosozialen Forum tätig ist. Dieser Herr Fischler unterläuft einen Konsens hier im Hohen Haus, der besagt: Keine Gentechnik in der Landwirtschaft in Österreich. (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Schalle.
Der Herr Fischler tritt als Gen-Lobbyist auf. Und diesem Herrn Fischler zahlen Sie alljährlich 600 000 € an Förderung. Ich würde meinen, diese 600 000 € an Förderung sollten Sie in die Härtefallkommission einbringen, damit jene Bauern, die nichts haben, auch etwas bekommen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Schalle.)
Beifall bei der SPÖ.
Trotz allem würde ich Sie ersuchen, noch einmal darüber nachzudenken, ob wir nicht den Menschen helfen und Maßnahmen gegen die Teuerung treffen sollten. Einen ersten Schritt könnte der Beschluss einer Mehrwertsteuersenkung auf Lebensmittel darstellen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Jakob Auer (ÖVP): Frau Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Wenn man eine gewisse Zeit hier im Parlament ist, dann ist es traurig, einen Tag wie den heutigen erleben zu müssen – und ich sage ausdrücklich: erleben zu müssen. Es ist wirklich keine Sternstunde des Parlamentarismus, es gibt auch keine exakte Vorbereitung, keine gewissenhafte Beschäftigung und Befassung mit den Vorlagen. Das, was heute passiert, ist eine Husch-Pfusch-Aktion, wie von manchen Experten leider bestätigend gesagt wurde. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Mehr ist dem nicht hinzuzufügen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Und eines, Herr Kollege Gaßner: Ich bitte dich dringend, komm nie mehr hier heraus und rede für die Finanzkraft der Gemeinden! Nie mehr wieder, nie mehr wieder! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.
Meine Damen und Herren, was wurde hier zusammengejammert, was gab es für Vorwürfe an das Land Oberösterreich, welche Klagen, dass der Katastrophenfonds zu spät ausfinanzieren würde! Das, obwohl man so locker über diese Dinge hinweggeht als vermeintlicher kommunalpolitischer Sprecher der Gemeinden seitens der SPÖ. (Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.) Bleib zu Hause! Ich sage dir das in aller Offenheit, ich bin zutiefst enttäuscht, denn selber weiß man wohl am besten, wie sehr es auch die eigene Gemeinde treffen würde. Aber spielt ja keine Rolle, vielleicht machen wir weiterhin einen Abgang im ordentlichen Haushalt, das Land Oberösterreich wird es ja wieder zahlen. Irgendein Steuerzahler zahlt es ja, Herr Kollege Gaßner! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren, was wurde hier zusammengejammert, was gab es für Vorwürfe an das Land Oberösterreich, welche Klagen, dass der Katastrophenfonds zu spät ausfinanzieren würde! Das, obwohl man so locker über diese Dinge hinweggeht als vermeintlicher kommunalpolitischer Sprecher der Gemeinden seitens der SPÖ. (Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.) Bleib zu Hause! Ich sage dir das in aller Offenheit, ich bin zutiefst enttäuscht, denn selber weiß man wohl am besten, wie sehr es auch die eigene Gemeinde treffen würde. Aber spielt ja keine Rolle, vielleicht machen wir weiterhin einen Abgang im ordentlichen Haushalt, das Land Oberösterreich wird es ja wieder zahlen. Irgendein Steuerzahler zahlt es ja, Herr Kollege Gaßner! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.
Oder können Sie sich erinnern, dass das Seidel Bier irgendwann einmal billiger geworden ist? Fragen Sie einmal nach, was vor 1995 die Braugerste pro Kilo gekostet hat! Fragen Sie einmal nach, was damals die Halbe Bier gekostet hat, und fragen Sie, was sie heute kostet! Der Preis der Gerste, des Weizens ist dramatisch gefallen, die Bierpreise und andere Getränkepreise sind hingegen deutlich gestiegen. Und genauso geht es uns bei den Lebensmitteln. Auf eine derartige Politik verzichte ich, meine Damen und Herren! (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Ruf bei der SPÖ: Zu Recht behauptet!
Abgeordneter Ing. Hermann Schultes (ÖVP): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Abgeordneter Gaßner hat behauptet, dass der sehr ehrenwerte Vorsitzende des Ökosozialen Forums, Fischler, den Konsens des Hauses in der Gentechnikfrage desavouiere. (Ruf bei der SPÖ: Zu Recht behauptet!) – Das ist ein aufgelegter Holler und ehrenrührig!
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Unser Präsident Fischler steht selbstverständlich völlig hinter unserer Linie, weil wir in Österreich die Gentechnik nicht brauchen, der Kunde das nicht will und die Landwirte das auch nicht wollen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Parnigoni: Was war das für eine Bewegung, Herr Kollege Schultes?
Diese Aussage, die dem Präsidenten Fischler unterstellt wird, hat so nie stattgefunden. Das sind Dinge, die aus politisch tiefen Motiven von Personen aus diesem Haus immer wieder falsch dargestellt werden, und das ist auf das Ernsthafteste zurückzuweisen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Parnigoni: Was war das für eine Bewegung, Herr Kollege Schultes?)
Abg. Dr. Schüssel: Mit Recht!
Abgeordneter Lutz Weinzinger (FPÖ): Frau Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Nach der sehr emotionellen Rede des Abgeordneten Jakob Auer, den ich aufgrund seiner Arbeit und auch als Bürgermeister sehr schätze und der befürchtet, dass er als Bürgermeister durch diese Mehrwertsteuersenkung vielleicht einen Nachteil erleidet – natürlich nicht er persönlich, sondern seine Gemeinde und alle anderen Gemeinden (Abg. Dr. Schüssel: Mit Recht!) –: Das wird es ja nicht sein.
Abg. Strache: So ist es!
Worum geht es denn wirklich? – Es geht um eine Mehrwertsteuersenkung, nachdem wir seit Monaten feststellen müssen, dass die Lebensmittel, insbesondere die Grundnahrungsmittel immer teurer werden. Was bedeutet denn das, wenn diese teurer werden? – Das bedeutet, dass die Mehrwertsteuer, die darauf liegt, auch höher wird. (Abg. Strache: So ist es!) Das heißt, der Herr Finanzminister hat eine beachtliche Steuermehreinnahme, mit der er überhaupt nicht rechnen konnte, mit der er eigentlich, wenn er ein braver Staatsbürger ist, auch gar nicht rechnen wollte. Denn er will ja nicht, dass unsere Grundnahrungsmittel teurer oder unsere Preise insgesamt höher werden. Doch sie werden teurer!
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Sie sprechen immer von 1 Milliarde € an Steuerausfall. Was heißt denn das umgekehrt? – Umgekehrt heißt das, dass wir den Familien, den Haushalten 1 Milliarde € ersparen können! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
bedaure, wirklich zutiefst bedaure, dass wir nur noch einige große Lebensmittelkonzerne und nicht viele kleine haben, regionale in den einzelnen Ländern und Bezirken. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Dort müssen wir hin, um das zu verhindern und das zu ändern, dass wir wiederum kleinere Strukturen haben. Dann brauchen wir auch nicht unsere Lebensmittel durch ganz Europa mit irrsinnig großen Lastwägen durch die Gegend zu karren. Das wäre auch notwendig. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Lassen Sie uns also diese kleine, aber doch wirkungsvolle Maßnahme zur Senkung der Lebenshaltungskosten im Bereich der Grundnahrungsmittel setzen! Sie werden sehen, Sie werden dafür viel Freude ernten. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Cap: Falsch ist es!
Jetzt sage ich Ihnen etwas. Wissen Sie, was die tun müssen? – Sämtliche Kleinbetriebe mit unter neun Beschäftigten müssen am 1. Dezember die Preise umgestellt haben. Wissen Sie, was das heißt? Da ist der erste Weihnachtssamstag gewesen. Die müssen am Sonntag, obwohl sie gar keine Mitarbeiter beschäftigen dürfen, umstellen. Das schaffen sie nicht einmal, und wenn sie es machen, müssen sie gegen das Gesetz arbeiten. Wissen Sie, was die Umstellung kostet? – Rund 20 bis 30 Millionen €. Ja, da deuten Sie, weil es Ihnen wurscht ist. (Abg. Dr. Cap: Falsch ist es!) Und es ist Ihnen
Beifall bei der ÖVP.
Und dann, Herr Hofer, bitte zitieren Sie mich wieder weiter, gerne! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was hat das mit der Mehrwertsteuersenkung zu tun? Was hat der Eurofighter damit zu tun?
Abgeordneter Heinz-Christian Strache (FPÖ): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich habe es heute als äußerst belustigend empfunden, dass sich der Klubobmann des BZÖ jetzt von einem EU-Kommissar leiten lässt, der offenbar die Linie des BZÖ bestimmt. Das zeigt ja auch die Konsequenz des BZÖ, denn das kennen wir ja auch schon aus anderen Bereichen, dass Herrschaften und Vertreter, die heute beim BZÖ diese Fraktion in der Öffentlichkeit vertreten, schon in der Vergangenheit gesagt haben, sie seien gegen eine EU-Verfassung, aber dann im Parlament dafür gestimmt haben, oder gesagt haben, sie seien für eine Volksabstimmung, aber hier im Parlament siebenmal dagegen gestimmt haben, oder gesagt haben, sie seien gegen eine frühzeitige EU-Osterweiterung, aber dann hier im Parlament dafür gestimmt haben, oder gesagt haben, man sei für einen Türkei-Beitritt zur Europäischen Union und vieles andere mehr, bis hin, dass man den Eurofighter verhindern möchte, aber hier dann fröhlich zugestimmt hat. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was hat das mit der Mehrwertsteuersenkung zu tun? Was hat der Eurofighter damit zu tun?)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.
Das ist eine konsequente Linie des BZÖ, in der Öffentlichkeit etwas anderes zu behaupten, als man dann hier im Saal lebt. Und das ist genau die Konsequenz Ihrer Politik: das Gegenteil von dem, was Sie versprechen, zu tun. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Abg. Ing. Westenthaler: Alles falsch!
Das haben Sie auch bei diesem Beispiel sehr, sehr deutlich belegt. Sie haben ein Volksbegehren gestartet in Österreich, das schon Tausende Menschen unterschrieben haben, in dem Sie die Halbierung der Mehrwertsteuer bei Grundnahrungsmitteln und Lebensmitteln fordern. (Abg. Ing. Westenthaler: Alles falsch!) Sie sammeln für ein Volksbegehren, bei dem Tausende Menschen unterschreiben, die Sie heute wieder einmal vor den Kopf gestoßen haben, weil Sie sich jetzt von der Kommission der Europäischen Union leiten lassen.
Beifall bei der FPÖ.
Unser Rechtsstandpunkt ist richtig. Wir haben zwei begünstigte Steuersätze, und wir wissen, dass es die unterschiedlichen Rechtsmeinungen gibt, dass der eine Steuersatz ein Sonderrecht laut dem EU-Beitrittsvertrag ist. Und genau darum geht es. Das sollte man doch einmal ausjudizieren. Da gibt es zwei unterschiedliche Rechtsstandpunkte, aber Sie hängen sofort dem EU-Standpunkt nach und verhindern eine soziale Entlastung, die viele Bürger heute dringend notwendig hätten. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Hörl
Aber dafür müssen Sie die Verantwortung tragen, dass Sie die Bürger täuschen. Das wäre auch nur eine Maßnahme von vielen notwendigen Maßnahmen, die wir auch diskutieren, und selbstverständlich hat das Gesetz und die Formulierung des Antrages auch beinhaltet, dass es eine amtliche Preiskontrolle gibt (Zwischenruf des Abg. Hörl), denn wenn ich Ihnen jetzt Glauben schenken darf, dann sagen Sie, der Handel gibt es nicht weiter. – Na bitte, dann haben wir erst recht Handlungsbedarf!
Abg. Hörl: Haben Sie eine Ahnung, Herr Strache!
Herr Mitterlehner, ich habe Sie korrekt zitiert. Sie haben ja auch gesagt und unserer Argumentation recht gegeben, der Handel würde die Steuersenkung den Kunden weitergeben. Ja, aber was Sie falsch gesagt haben, ist, dass es zu Mehrkosten käme durch die Auspreisung, denn am 1.12. werden die Auspreisungen für das nächste Jahr bereits vorbereitet, das heißt, da entstehen so oder so Kosten für den Handel, die da gleich mit einfließen könnten. (Abg. Hörl: Haben Sie eine Ahnung, Herr Strache!) Aber das lassen Sie einfach aus und sagen es nicht weiter.
Abg. Hornek: Aber Ihnen glaubt man schon gar nicht! Sie haben keine Ahnung!
Wenn Sie von der ÖVP sich heute hier herausstellen und glauben, Sie können da Ihre Geschichten in Richtung Bauern lancieren: Das glaubt Ihnen heute kein Bauer mehr nach dem, was Sie da versucht haben in den letzten Wochen, den Bauern hier an Unwahrheiten mitzuteilen. (Abg. Hornek: Aber Ihnen glaubt man schon gar nicht! Sie haben keine Ahnung!)
Beifall bei der FPÖ.
Ich möchte aber auch aufzeigen, dass das Grundnahrungsmittel Wasser von Ihnen völlig vergessen wurde. Wasser ist ein Grundnahrungsmittel und ist auch im Punkt 22 extra angeführt worden. Ein durchschnittlicher Haushalt verbraucht heute 400 Kubikmeter pro Jahr, und es entstehen Kosten von 850 bis 900 € pro Jahr. Da sieht man, dass sich alleine bei Wasser und Abwasser ein durchschnittlicher Haushalt mindestens 45 bis 50 € in diesem Bereich ersparen könnte, was auch leicht kontrollierbar wäre über die Wasserwerke, was Sie aber heute verhindern. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich zeige Ihnen auch ein Beispiel einer alleinerziehenden arbeitenden Mutter von vier Kindern, die voll erwerbstätig ist und durchschnittlich acht mehr oder weniger Großeinkäufe pro Monat beim Diskonter tätigt und durchschnittlich 116 € ausgibt bei ihren Einkäufen. Ich habe den Einkaufszettel mitgebracht. Am 20.9.2008 hat sie um 116 € eingekauft. Davon wurden 82,48 € für Lebensmittel ausgegeben, die mit einer Mehrwertsteuer von 8,25 € belastet worden sind. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Eine Halbierung bringt 4,125 €. Das durchgerechnet aufs Jahr bedeutet eine Ersparnis, die wir heute möglich machen könnten, von 396 € pro Jahr, plus 45 bis 50 € bei Wasser und Abwasser.
Beifall bei der FPÖ.
Das verhindern Sie heute mit Ihrer Entscheidung, wenn Sie nicht zustimmen. Das sollte man schon auch den Bürgern darlegen, welche soziale Kompetenz Sie haben, nämlich keine! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Lebensmittel! Ja, da haben wir es ja! Sie gestehen es ja selbst ein!
„Ein Preisstopp für Österreich durch gesetzliche Maßnahmen, welche die Preise für Sprit, Lebensmittel,“ (Abg. Strache: Lebensmittel! Ja, da haben wir es ja! Sie gestehen es ja selbst ein!) „Wohnen, Heizen und Medikamente senken und auf leistbarem Niveau halten, sowie“ – zweiter Teil – „gesetzliche Maßnahmen, welche die Einkommen von Kleinverdienern, Familien,“ ... ( Abg. Strache: Sie gestehen es selbst ein!) – Sie schreien immer nur, Herr Strache. Wissen Sie, wie vielen Leuten das schon auf die Nerven geht, dass Sie da schreien? (Abg. Strache: Sie gestehen es ja ein! Sie machen sich ja lächerlich!) – „gesetzliche Maßnahmen, welche die Einkommen von Kleinverdienern, Familien und Pensionisten sichern und die Kaufkraft der österreichischen Bevölkerung stärken.“ (Abg. Strache: Das ist eine tatsächliche Bestätigung!)
Abg. Strache: Sie gestehen es selbst ein!
„Ein Preisstopp für Österreich durch gesetzliche Maßnahmen, welche die Preise für Sprit, Lebensmittel,“ (Abg. Strache: Lebensmittel! Ja, da haben wir es ja! Sie gestehen es ja selbst ein!) „Wohnen, Heizen und Medikamente senken und auf leistbarem Niveau halten, sowie“ – zweiter Teil – „gesetzliche Maßnahmen, welche die Einkommen von Kleinverdienern, Familien,“ ... ( Abg. Strache: Sie gestehen es selbst ein!) – Sie schreien immer nur, Herr Strache. Wissen Sie, wie vielen Leuten das schon auf die Nerven geht, dass Sie da schreien? (Abg. Strache: Sie gestehen es ja ein! Sie machen sich ja lächerlich!) – „gesetzliche Maßnahmen, welche die Einkommen von Kleinverdienern, Familien und Pensionisten sichern und die Kaufkraft der österreichischen Bevölkerung stärken.“ (Abg. Strache: Das ist eine tatsächliche Bestätigung!)
Abg. Strache: Sie gestehen es ja ein! Sie machen sich ja lächerlich!
„Ein Preisstopp für Österreich durch gesetzliche Maßnahmen, welche die Preise für Sprit, Lebensmittel,“ (Abg. Strache: Lebensmittel! Ja, da haben wir es ja! Sie gestehen es ja selbst ein!) „Wohnen, Heizen und Medikamente senken und auf leistbarem Niveau halten, sowie“ – zweiter Teil – „gesetzliche Maßnahmen, welche die Einkommen von Kleinverdienern, Familien,“ ... ( Abg. Strache: Sie gestehen es selbst ein!) – Sie schreien immer nur, Herr Strache. Wissen Sie, wie vielen Leuten das schon auf die Nerven geht, dass Sie da schreien? (Abg. Strache: Sie gestehen es ja ein! Sie machen sich ja lächerlich!) – „gesetzliche Maßnahmen, welche die Einkommen von Kleinverdienern, Familien und Pensionisten sichern und die Kaufkraft der österreichischen Bevölkerung stärken.“ (Abg. Strache: Das ist eine tatsächliche Bestätigung!)
Abg. Strache: Das ist eine tatsächliche Bestätigung!
„Ein Preisstopp für Österreich durch gesetzliche Maßnahmen, welche die Preise für Sprit, Lebensmittel,“ (Abg. Strache: Lebensmittel! Ja, da haben wir es ja! Sie gestehen es ja selbst ein!) „Wohnen, Heizen und Medikamente senken und auf leistbarem Niveau halten, sowie“ – zweiter Teil – „gesetzliche Maßnahmen, welche die Einkommen von Kleinverdienern, Familien,“ ... ( Abg. Strache: Sie gestehen es selbst ein!) – Sie schreien immer nur, Herr Strache. Wissen Sie, wie vielen Leuten das schon auf die Nerven geht, dass Sie da schreien? (Abg. Strache: Sie gestehen es ja ein! Sie machen sich ja lächerlich!) – „gesetzliche Maßnahmen, welche die Einkommen von Kleinverdienern, Familien und Pensionisten sichern und die Kaufkraft der österreichischen Bevölkerung stärken.“ (Abg. Strache: Das ist eine tatsächliche Bestätigung!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: Eine tatsächliche Bestätigung war das! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Ich halte fest: Entgegen den Aussagen des Herrn Strache ist in unserem Volksbegehren kein Wort von einer Senkung oder Halbierung der Mehrwertsteuer enthalten! Damit haben alle jene zigtausend Menschen, die schon unterschrieben haben, richtig unterschrieben – und Sie, Herr Strache, irren, wie so oft hier in diesem Hohen Haus. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: Eine tatsächliche Bestätigung war das! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Strache: 500 € Entlastung sind „Brosamen“?
Jeder, der eins und eins zusammenzählen kann, weiß doch, dass die Maßnahme zwar Unsummen kostet, Herr Strache, aber nur Brösel, Brosamen für jene bringt, auf die Sie angeblich abzielen. (Abg. Strache: 500 € Entlastung sind „Brosamen“?) Wer viele teure Lebensmittel kauft, Herr Strache, wird viel profitieren, wer ohnehin die billigsten Lebensmittel kaufen muss, wird fast nichts davon haben. Ist das Sozialpolitik von Faymann und Strache? (Abg. Strache: 500 € Entlastung für die Familien als Bröseln zu bezeichnen, das ist soziale Kälte!)
Abg. Strache: 500 € Entlastung für die Familien als Bröseln zu bezeichnen, das ist soziale Kälte!
Jeder, der eins und eins zusammenzählen kann, weiß doch, dass die Maßnahme zwar Unsummen kostet, Herr Strache, aber nur Brösel, Brosamen für jene bringt, auf die Sie angeblich abzielen. (Abg. Strache: 500 € Entlastung sind „Brosamen“?) Wer viele teure Lebensmittel kauft, Herr Strache, wird viel profitieren, wer ohnehin die billigsten Lebensmittel kaufen muss, wird fast nichts davon haben. Ist das Sozialpolitik von Faymann und Strache? (Abg. Strache: 500 € Entlastung für die Familien als Bröseln zu bezeichnen, das ist soziale Kälte!)
Abg. Dr. Graf: Haben Sie es weitergegeben?
Was statt einer Entlastung der ärmeren Bevölkerungsschichten passieren wird: Die öffentliche Hand, die Länder und Gemeinden werden viel verlieren. Es wird ähnlich sein wie bei der Getränkesteuer – ich bin selbst Wirt –, die zwar die Konsumenten kaum gemerkt haben, die aber viele Gemeinden in arge Nöte gebracht hat. (Abg. Dr. Graf: Haben Sie es weitergegeben?) Ist das dann die Politik des ländlichen Raumes, Herr Faymann?
Abg. Dr. Graf: Sagen Sie es uns: Haben Sie den Wegfall der Getränkesteuer weitergegeben? Haben Sie das weitergegeben, Herr Wirt?
Mit der Änderung des Preisgesetzes wird ein riesiges Bürokratiemonster geboren, es werden Preiskontrolleure und irrsinnige Melderegeln eingeführt werden. (Abg. Dr. Graf: Sagen Sie es uns: Haben Sie den Wegfall der Getränkesteuer weitergegeben? Haben Sie das weitergegeben, Herr Wirt?)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wenn wir uns unseren Minister Faymann anschauen, wenn wir unter die „Faynachtsmütze“ schauen, sehen wir eigentlich nicht den Kämpfer für die Armen, sondern wir sehen einen Minister, der beispielsweise unliebsame, weil nicht sozialistische ASFINAG-Vorstände mit Millionenbeträgen in die Wüste geschickt hat. Die Herren gehen heute mit Millionen im Sack spazieren, leben in Saus und Braus und lachen die normal arbeitenden Menschen aus. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Graf: Haben Sie den Wegfall der Getränkesteuer weitergegeben?
Wie ernst es Ihnen, Herr Bundesminister Faymann, mit konkreter Arbeit in Ihrem Bundesministerium ist, sieht man ja auch bei der Seilbahnbehörde. Sie waren nicht imstande, diese ordentlich auszustatten, Sie waren nicht imstande, Juristen, die im Verteidigungsministerium Däumchen drehen, in die Seilbahnbehörde zu holen. Viele große, wichtige Projekte im ländlichen Raum, in den Alpen warten und warten, bis sie erledigt werden. (Abg. Dr. Graf: Haben Sie den Wegfall der Getränkesteuer weitergegeben?)
Zwischenrufe bei der SPÖ
Noch ein Letztes, Herr Faymann, weil Sie gerade so spöttisch über unsere Abgeordneten reden, weil Sie in der Sonntags-„Pressestunde“ witzeln. Sie haben eine Sondersitzung beantragt – und Sie waren nicht hier, Herr Cap (Zwischenrufe bei der SPÖ), und Ihr Bundeskanzler war in Venedig! Ich mache mir echt Sorgen. Haben Sie eigentlich dem Herrn Bundeskanzler Gusenbauer ein Erscheinungsverbot gegeben? Ich mache mir Sorgen um den Herrn Gusenbauer. Eines schönen Tages werden wir ihn im Dachstuhl des Bundeskanzleramtes vertrocknet und vermodert auffinden – und Sie merken es nicht einmal.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Hörl überreicht unter Heiterkeit und Zwischenrufen im Plenum Mistschaufel und Besen an Abg. Dr. Cap. – Abg. Dr. Graf: Was ist das für ein Parlamentarier, der die Getränkesteuersenkung nicht weitergibt? – Weitere Zwischenrufe.
Also, Herr Faymann, Herr Strache, kehren Sie vor Ihrer eigenen Tür. Ich habe Ihnen die Werkzeuge dazu mitgebracht. Kehren Sie vor Ihrer eigenen Tür! – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Hörl überreicht unter Heiterkeit und Zwischenrufen im Plenum Mistschaufel und Besen an Abg. Dr. Cap. – Abg. Dr. Graf: Was ist das für ein Parlamentarier, der die Getränkesteuersenkung nicht weitergibt? – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Jakob Auer: Aber ja!
Abgeordneter Mag. Kurt Gaßner (SPÖ): Frau Präsidentin! Kollege Auer meinte, ich dürfte hier nicht mehr reden. (Abg. Jakob Auer: Aber ja!) Herr Hörl hat behauptet, die Getränkesteuer wurde nicht weitergegeben ... (Abg. Hörl: Wer hat das gesagt?) Ja, das haben Sie gesagt. (Abg. Dr. Graf: Er hat gesagt, er hat es nicht weitergegeben!)
Abg. Hörl: Wer hat das gesagt?
Abgeordneter Mag. Kurt Gaßner (SPÖ): Frau Präsidentin! Kollege Auer meinte, ich dürfte hier nicht mehr reden. (Abg. Jakob Auer: Aber ja!) Herr Hörl hat behauptet, die Getränkesteuer wurde nicht weitergegeben ... (Abg. Hörl: Wer hat das gesagt?) Ja, das haben Sie gesagt. (Abg. Dr. Graf: Er hat gesagt, er hat es nicht weitergegeben!)
Abg. Dr. Graf: Er hat gesagt, er hat es nicht weitergegeben!
Abgeordneter Mag. Kurt Gaßner (SPÖ): Frau Präsidentin! Kollege Auer meinte, ich dürfte hier nicht mehr reden. (Abg. Jakob Auer: Aber ja!) Herr Hörl hat behauptet, die Getränkesteuer wurde nicht weitergegeben ... (Abg. Hörl: Wer hat das gesagt?) Ja, das haben Sie gesagt. (Abg. Dr. Graf: Er hat gesagt, er hat es nicht weitergegeben!)
Beifall bei der SPÖ. – Vizekanzler Mag. Molterer: Na bitte, bleiben Sie wenigstens ernst!
Ich berichtige tatsächlich, dass der Handel die Getränkesteuersenkung sehr wohl weitergegeben hat, denn sonst müssten die Gemeinden ihnen nicht jetzt noch die Getränkesteuer zurückgeben, die sie vorher genommen haben. So schaut es aus! (Beifall bei der SPÖ. – Vizekanzler Mag. Molterer: Na bitte, bleiben Sie wenigstens ernst!)
Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Krainer. (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.) Herr Klubobmann Schüssel, wir haben heute schon vieles nicht näher bewertet. Ich ersuche auch um etwas mehr Ruhe, dann kann man alles auch etwas besser verfolgen.
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Kollege Mitterlehner, wenn Sie hier sagen, dass das Geld kostet, die Preisschilder zu wechseln, so stimmt das, ja. Aber ich verstehe nicht, wieso Sie das früher nie beklagt haben. Wenn in den Supermärkten Geld dafür da ist, Schilder mit höheren Preisen aufzuhängen, was wir alle im letzten Jahr erlebt haben, verstehe ich nicht, wieso plötzlich kein Geld da sein soll, einmal Schilder mit niedrigeren Preisen aufzuhängen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Schüssel: Also ein Pfusch!
Bei dem Ganzen geht es also um rein technische Änderungen und legistische Richtigstellungen. (Abg. Dr. Schüssel: Also ein Pfusch!)
Abg. Dr. Schüssel: Einen Pfusch!
Sonst darf ich noch feststellen, dass ich das sehr gut finde, dass Werner Faymann sich entschlossen hat, nicht ein Wahlversprechen abzugeben, was die SPÖ nach der Wahl machen will (Abg. Dr. Schüssel: Einen Pfusch!), sondern was sie vor der Wahl machen will (Abg. Dr. Schüssel: Einen Pfusch!), denn heute kann jeder hier sehen, wer dafür ist, zum Beispiel die Studiengebühren abzuschaffen, und wer nicht, aber auch, wer dafür ist, dass Lebensmittel billiger werden, und wer nicht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Schüssel: Habt ihr euch schon wieder geirrt! So ein Pech!)
Abg. Dr. Schüssel: Einen Pfusch!
Sonst darf ich noch feststellen, dass ich das sehr gut finde, dass Werner Faymann sich entschlossen hat, nicht ein Wahlversprechen abzugeben, was die SPÖ nach der Wahl machen will (Abg. Dr. Schüssel: Einen Pfusch!), sondern was sie vor der Wahl machen will (Abg. Dr. Schüssel: Einen Pfusch!), denn heute kann jeder hier sehen, wer dafür ist, zum Beispiel die Studiengebühren abzuschaffen, und wer nicht, aber auch, wer dafür ist, dass Lebensmittel billiger werden, und wer nicht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Schüssel: Habt ihr euch schon wieder geirrt! So ein Pech!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Schüssel: Habt ihr euch schon wieder geirrt! So ein Pech!
Sonst darf ich noch feststellen, dass ich das sehr gut finde, dass Werner Faymann sich entschlossen hat, nicht ein Wahlversprechen abzugeben, was die SPÖ nach der Wahl machen will (Abg. Dr. Schüssel: Einen Pfusch!), sondern was sie vor der Wahl machen will (Abg. Dr. Schüssel: Einen Pfusch!), denn heute kann jeder hier sehen, wer dafür ist, zum Beispiel die Studiengebühren abzuschaffen, und wer nicht, aber auch, wer dafür ist, dass Lebensmittel billiger werden, und wer nicht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Schüssel: Habt ihr euch schon wieder geirrt! So ein Pech!)
Abg. Dr. Graf: Jetzt werden wir sehen, ob der Bär mit dem Stadler zufrieden ist! – Abg. Ing. Westenthaler: Immer wenn der Stadler kommt, läuft der Strache davon! – Heiterkeit bei BZÖ und ÖVP. – Weitere Rufe und Gegenrufe von Abgeordneten von FPÖ und BZÖ.
Nun gelangt Herr Abgeordneter Mag. Stadler zu Wort. 10 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Dr. Graf: Jetzt werden wir sehen, ob der Bär mit dem Stadler zufrieden ist! – Abg. Ing. Westenthaler: Immer wenn der Stadler kommt, läuft der Strache davon! – Heiterkeit bei BZÖ und ÖVP. – Weitere Rufe und Gegenrufe von Abgeordneten von FPÖ und BZÖ.)
In Rufen wird auf Abg. Strache hingewiesen, der hinter den Bankreihen zu sehen ist.
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (ohne Klubzugehörigkeit): Frau Präsidentin! Ja, Herr Kollege, ich weiß schon, aber er ist nicht der Einzige. Die haben das ausgemacht in der Strache-Junta. Immer wenn der Stadler kommt, rennen sie alle zur Tür hinaus. Meine Damen und Herren! (In Rufen wird auf Abg. Strache hingewiesen, der hinter den Bankreihen zu sehen ist.) – Ja, er ist ja noch da, er ist wieder hereingekommen.
Zwischenrufe bei BZÖ und ÖVP
Und da ich dich gerade im Visier habe: Schuster, bleib bei deinen Leisten! Strache, bleib bei deinen Zahnprothesen!, hätte ich bald gesagt. Wenn man sich das anhört, meine Damen und Herren, wie der Großunternehmer Hofer hier über Vorgänge in den Unternehmen doziert – der weiß das ganz genau, wie die Umpreisung geht, das geht ganz einfach –, wenn ich mir den Herrn Zahntechniker außer Dienst anschaue, der kurzzeitig tatsächlich Unternehmer war, aber nicht wirklich erfolgreich – dann hat er es gemeinsam mit dem Gernot Rumpold betrieben, und das ist heute eine Sicherheitsfirma, die Söldner in den Irak schickt, also auch eine sehr eigenartige Firma, auch so eine komische Firma (Zwischenrufe bei BZÖ und ÖVP); ja, ja, im Burgenland ist sie sogar gegründet worden, wenn ich das richtig in Erinnerung habe –, so sind das alles Superkünstler, alles Superunternehmer, Schwerarbeiter, wenn man sie hört, meine Damen und Herren.
Heiterkeit beim BZÖ.
Schau, Josef Cap, jetzt hast du schon wieder gesehen, was aus deinem Schoßhündchen wird. Er kommt heraus und kläfft laut. Er hat laut gekläfft, aber leider nicht gescheit. Das ist bei ihm leider so. Du musst ihm noch einiges beibringen. Die Freiheitliche Akademie haben sie ja eingestellt, jetzt musst du ihn ins Renner-Institut nehmen, denn so, meine Damen und Herren, wird das nichts. (Heiterkeit beim BZÖ.)
Ruf bei der SPÖ: Zur Sache!
Da haben sie sich auch schon eingeklinkt, die Freiheitlichen. Ich weiß gar nicht, wo sie das so schnell gelernt haben. Bei uns jedenfalls nicht, meine Damen und Herren. Zu unserer Zeit hat es das noch nicht gegeben, dass man bei jedem Unsinn ein rhythmisches Klatschen veranstaltet, wie ihr das jetzt macht. (Ruf bei der SPÖ: Zur Sache!) Ich bin schon bei der Sache, meine Damen und Herren!
Beifall beim BZÖ.
Die Mühe, dass man sich die Mehrwertsteuerrichtlinie ansieht, macht man sich nicht. Da brauche ich nicht einmal einen Kommissar dazu zu befragen, und ob der rot, schwarz oder sonst was ist, ist eigentlich Wurscht. Der Text der Mehrwertsteuerrichtlinie sagt klipp und klar, dass eben nur zwei Sätze zulässig sind. Das ist Voodoo. Da brauchen wir gar nicht erst hinzuschauen. Wir tun einfach so, als ob es die Europäische Union gar nicht gäbe, dann gibt es sie auch nicht. Das glaubt der Herr Strache nämlich wirklich. Das ist ja das Problem, meine Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Graf: Warum hat der Haider dann nachgefragt? Der Haider hat ja nachgefragt!
Wieder eine Aufgabe für das Renner-Institut. Ihr müsst Strache einmal beibringen, dass man politische Fakten zur Kenntnis nehmen muss. Das schafft er nicht so leicht. (Abg. Dr. Graf: Warum hat der Haider dann nachgefragt? Der Haider hat ja nachgefragt!)
Zwischenrufe bei SPÖ und FPÖ.
Herr Faymann, schauen Sie, Herr Faymann ... (Zwischenrufe bei SPÖ und FPÖ.) Ja, ja, ich weiß es eh, ihr wollt nicht gern hören, dass ihr auf dem Schoß des Josef Cap sitzt, ihr wollt es nicht gern hören, dass ihr dort die Schoßhündchenrolle übernommen habt. Und damit das Tierreich abgerundet ist, sehe ich jetzt den ganzen Tag dem Herrn Faymann zu, wie er dort oben der Donald Duck ist und zusieht, wie sich da unten eine neue rot-blaue Achse bildet, obwohl er sie im Fernsehen ausschließt.
Heiterkeit.
Herr Bundesminister Faymann, Sie setzen sich ins Fernsehen, sagen, Sie wollen mit denen nie koalieren, denn das sind die „Schmuddelkinder“ dieser Republik, mit denen wollen Sie nichts zu tun haben, benutzen sie aber bei jeder Gelegenheit, wenn sie Ihnen aus der Patsche helfen sollen. – Was ist eigentlich die Gegenleistung dafür? Der Herr Strache kann es mir nicht sagen, der weiß es nämlich nicht, der ist einfach nur froh, dass er herinnen sitzen darf. (Heiterkeit.) Aber Sie, Herr Faymann, können mir vielleicht sagen, was die Gegenleistung ist.
Beifall bei BZÖ und ÖVP.
Schließung der Wahlzellen um 17 Uhr am kommenden Sonntag. Danach interessiert ihn nämlich die ganze Regelung nicht mehr, meine Damen und Herren! Das ist der ganze Hintergrund dieser Geschichte. (Beifall bei BZÖ und ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Hagenhofer.
Dies ist schlicht und einfach der Beweis dafür, dass es richtig war, im Jahre 1986 Norbert Steger vom Schoß der sozialistischen Beine herunterzuholen. Jetzt sitzt dort aber Strache freiwillig, und gerne ist er draufgehüpft! Aber auch das wird uns noch gelingen, auch er wird da wieder heruntergeholt, meine Damen und Herren. (Zwischenruf der Abg. Hagenhofer.)
Heiterkeit bei der ÖVP
Wenn Sie glauben, meine Damen und Herren von der FPÖ, liebe Kameradinnen und Kameraden von der FPÖ (Heiterkeit bei der ÖVP), wenn Sie glauben, dass Sie damit auf Dauer beim Wähler durchkommen, dann täuschen Sie sich meilenweit! So dumm ist kein Wähler, dass er dieses Spiel auf Dauer nicht durchblicken wird. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Wenn Sie glauben, meine Damen und Herren von der FPÖ, liebe Kameradinnen und Kameraden von der FPÖ (Heiterkeit bei der ÖVP), wenn Sie glauben, dass Sie damit auf Dauer beim Wähler durchkommen, dann täuschen Sie sich meilenweit! So dumm ist kein Wähler, dass er dieses Spiel auf Dauer nicht durchblicken wird. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Achtung: Wer blau wählt, wählt in Wirklichkeit rot! Wer blau wählt, wählt rot! – Das sollte man den Wählern ins Stammbuch schreiben. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei BZÖ und ÖVP.
Diese Abstimmung heute beweist es, dass hier Wählerverrat geübt wird von jenen, die behaupten, sie hätten die Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit gepachtet. (Beifall bei BZÖ und ÖVP.)
Oh-Rufe bei der ÖVP
Vielmehr ist richtig, dass ich zusätzlich auch Gesellschafter einer Werbeagentur war, in der ich 25 Prozent der Anteile gehabt (Oh-Rufe bei der ÖVP) und diese in der Folge abgetreten habe, dass dann diese Firma in weiterer Folge zu einer Sicherheitsfirma umgewandelt wurde, mit der ich aber als Gesellschafter nichts zu tun hatte.
Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ. – Vizekanzler Mag. Molterer: Und fühlt sich dabei wohl!
Eine weitere tatsächliche Berichtigung, sozusagen im Anhang: Wenn, dann sitzt die SPÖ inhaltlich auf dem Schoß der FPÖ, wie wir beurteilen können – und das BZÖ auf dem Schoß der ÖVP. (Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ. – Vizekanzler Mag. Molterer: Und fühlt sich dabei wohl!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Es sind hier ein paar Äußerungen gemacht worden, die man nicht unwidersprochen lassen soll. Wenn man das zu Ende denkt, was einzelne Redner der ÖVP hier gesagt haben, dann muss man daraus schließen, dass sie davon ausgehen, dass der Handel grundsätzlich aus Ganoven und Steuerhinterziehern besteht. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Wenn man das zu Ende denkt, dann muss man sich die Frage stellen – diese können wir dann bei jeder Steuerdebatte stellen, weil gleich die Steuerhinterziehung ein Thema ist –, ob Steuern überhaupt noch einen Sinn haben.
Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.
Das Vertrauen, das Sie zu dem, wie Sie vorgeben, von Ihnen vertretenen Handel haben, ist gleich null. Ich stelle hiermit fest – und auch alle, die zusehen und dem Handel angehören –, dass Sie von der ÖVP dieser Meinung sind: Das sind lauter Gesetzesbrecher, und es ist ohnehin zu erwarten, dass sie keine Steuersenkung weitergeben. (Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.) – Das soll einmal in aller Ruhe festgestellt werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das Vertrauen, das Sie zu dem, wie Sie vorgeben, von Ihnen vertretenen Handel haben, ist gleich null. Ich stelle hiermit fest – und auch alle, die zusehen und dem Handel angehören –, dass Sie von der ÖVP dieser Meinung sind: Das sind lauter Gesetzesbrecher, und es ist ohnehin zu erwarten, dass sie keine Steuersenkung weitergeben. (Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.) – Das soll einmal in aller Ruhe festgestellt werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Nein, das machen wir nicht!
Zweitens: Wir erwarten selbstverständlich, dass jetzt das BZÖ mit der ÖVP und mit den Grünen gegen die Halbierung der Mehrwertsteuer stimmen wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Nein, das machen wir nicht!) Wir werden es ja sehen. Wir erwarten es jedenfalls, Ihr Redebeitrag und eine Äußerung Haiders in Kärnten haben das angedeutet. (Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie nicht zugehört? Rückverweisung! Waren Sie nicht da?)
Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie nicht zugehört? Rückverweisung! Waren Sie nicht da?
Zweitens: Wir erwarten selbstverständlich, dass jetzt das BZÖ mit der ÖVP und mit den Grünen gegen die Halbierung der Mehrwertsteuer stimmen wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Nein, das machen wir nicht!) Wir werden es ja sehen. Wir erwarten es jedenfalls, Ihr Redebeitrag und eine Äußerung Haiders in Kärnten haben das angedeutet. (Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie nicht zugehört? Rückverweisung! Waren Sie nicht da?)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie waren gar nicht da!
Sollte das so sein, werden wir dann beobachten, was die Absprachen sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie waren gar nicht da!) Wenn dann die notorisch erfolglose ÖVP Kärnten vielleicht bei Gelegenheit wieder Haider zum Landeshauptmann wählen sollte oder wenn vielleicht nach dem 28. September die zwei Parteien ÖVP und BZÖ kuschelig nebeneinander vielleicht einen Dritten suchen sollten, wird man das genau beobachten. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Sollte das so sein, werden wir dann beobachten, was die Absprachen sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie waren gar nicht da!) Wenn dann die notorisch erfolglose ÖVP Kärnten vielleicht bei Gelegenheit wieder Haider zum Landeshauptmann wählen sollte oder wenn vielleicht nach dem 28. September die zwei Parteien ÖVP und BZÖ kuschelig nebeneinander vielleicht einen Dritten suchen sollten, wird man das genau beobachten. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein Sozialdemokrat!
Aber irgendetwas muss sein, denn Jörg Haider allein genügt nicht, dass Herr Kommissar Kovács auf seinen Brief mit dieser Art von Brief antwortet. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Sozialdemokrat!) Als Unterstützung im Wahlkampf ist es irrelevant, nur eine Einzelmeinung eines Kommissars, und es geht juristisch auf nichts ein; das ist völlig klar (Zwischenruf des Abg. Dr. Haimbuchner) – das werde ich gleich noch sagen –, und es widerspricht in Wirklichkeit auch den Richtlinien. (In Richtung Ministerbank:) Weil Sie da hinten mit der Hand auf den Tisch klopfen: Mit der Hand haben Sie wahrscheinlich x-mal mit Kommissar Kovács telefoniert, damit dieser Brief kommt. (Heiterkeit bei SPÖ und FPÖ.) Das soll man auch einmal in aller Deutlichkeit feststellen. (Beifall bei SPÖ und FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Haimbuchner
Aber irgendetwas muss sein, denn Jörg Haider allein genügt nicht, dass Herr Kommissar Kovács auf seinen Brief mit dieser Art von Brief antwortet. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Sozialdemokrat!) Als Unterstützung im Wahlkampf ist es irrelevant, nur eine Einzelmeinung eines Kommissars, und es geht juristisch auf nichts ein; das ist völlig klar (Zwischenruf des Abg. Dr. Haimbuchner) – das werde ich gleich noch sagen –, und es widerspricht in Wirklichkeit auch den Richtlinien. (In Richtung Ministerbank:) Weil Sie da hinten mit der Hand auf den Tisch klopfen: Mit der Hand haben Sie wahrscheinlich x-mal mit Kommissar Kovács telefoniert, damit dieser Brief kommt. (Heiterkeit bei SPÖ und FPÖ.) Das soll man auch einmal in aller Deutlichkeit feststellen. (Beifall bei SPÖ und FPÖ.)
Heiterkeit bei SPÖ und FPÖ.
Aber irgendetwas muss sein, denn Jörg Haider allein genügt nicht, dass Herr Kommissar Kovács auf seinen Brief mit dieser Art von Brief antwortet. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Sozialdemokrat!) Als Unterstützung im Wahlkampf ist es irrelevant, nur eine Einzelmeinung eines Kommissars, und es geht juristisch auf nichts ein; das ist völlig klar (Zwischenruf des Abg. Dr. Haimbuchner) – das werde ich gleich noch sagen –, und es widerspricht in Wirklichkeit auch den Richtlinien. (In Richtung Ministerbank:) Weil Sie da hinten mit der Hand auf den Tisch klopfen: Mit der Hand haben Sie wahrscheinlich x-mal mit Kommissar Kovács telefoniert, damit dieser Brief kommt. (Heiterkeit bei SPÖ und FPÖ.) Das soll man auch einmal in aller Deutlichkeit feststellen. (Beifall bei SPÖ und FPÖ.)
Beifall bei SPÖ und FPÖ.
Aber irgendetwas muss sein, denn Jörg Haider allein genügt nicht, dass Herr Kommissar Kovács auf seinen Brief mit dieser Art von Brief antwortet. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Sozialdemokrat!) Als Unterstützung im Wahlkampf ist es irrelevant, nur eine Einzelmeinung eines Kommissars, und es geht juristisch auf nichts ein; das ist völlig klar (Zwischenruf des Abg. Dr. Haimbuchner) – das werde ich gleich noch sagen –, und es widerspricht in Wirklichkeit auch den Richtlinien. (In Richtung Ministerbank:) Weil Sie da hinten mit der Hand auf den Tisch klopfen: Mit der Hand haben Sie wahrscheinlich x-mal mit Kommissar Kovács telefoniert, damit dieser Brief kommt. (Heiterkeit bei SPÖ und FPÖ.) Das soll man auch einmal in aller Deutlichkeit feststellen. (Beifall bei SPÖ und FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Strache.
Hört, hört! – Weitere Zwischenrufe bei SPÖ und FPÖ.) Sie versorgen die Öffentlichkeit bewusst mit der Unwahrheit! Das muss man hier einmal in aller Deutlichkeit sagen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Strache.)
Heiterkeit bei SPÖ und FPÖ
Für diejenigen, die überhaupt noch Lust haben, Prospekte des BZÖ zu lesen – es soll ja einige geben –, empfehle ich Folgendes. (Der Redner hält ein Schriftstück in die Höhe.) Es steht hier unter „Deinetwegen Österreich“ – eigentlich sollte schon das gleichgültige „Meinetwegen“ draufstehen, aber gut (Heiterkeit bei SPÖ und FPÖ) – unter Punkt 2: „Kampf gegen die Teuerung“ durch „eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel“. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Gesamtpaket!) Und in der Resolution steht – das habe ich auch mit –: Kärntner Landesregierung beschloss mit den Stimmen von BZÖ und SPÖ, wo die Halbierung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel gefordert wird. (Oh-Rufe bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Gesamtpaket!
Für diejenigen, die überhaupt noch Lust haben, Prospekte des BZÖ zu lesen – es soll ja einige geben –, empfehle ich Folgendes. (Der Redner hält ein Schriftstück in die Höhe.) Es steht hier unter „Deinetwegen Österreich“ – eigentlich sollte schon das gleichgültige „Meinetwegen“ draufstehen, aber gut (Heiterkeit bei SPÖ und FPÖ) – unter Punkt 2: „Kampf gegen die Teuerung“ durch „eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel“. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Gesamtpaket!) Und in der Resolution steht – das habe ich auch mit –: Kärntner Landesregierung beschloss mit den Stimmen von BZÖ und SPÖ, wo die Halbierung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel gefordert wird. (Oh-Rufe bei der SPÖ.)
Oh-Rufe bei der SPÖ.
Für diejenigen, die überhaupt noch Lust haben, Prospekte des BZÖ zu lesen – es soll ja einige geben –, empfehle ich Folgendes. (Der Redner hält ein Schriftstück in die Höhe.) Es steht hier unter „Deinetwegen Österreich“ – eigentlich sollte schon das gleichgültige „Meinetwegen“ draufstehen, aber gut (Heiterkeit bei SPÖ und FPÖ) – unter Punkt 2: „Kampf gegen die Teuerung“ durch „eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel“. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Gesamtpaket!) Und in der Resolution steht – das habe ich auch mit –: Kärntner Landesregierung beschloss mit den Stimmen von BZÖ und SPÖ, wo die Halbierung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel gefordert wird. (Oh-Rufe bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wenn Sie es nicht wollen ... rückverweisen!
Meine Frage an das BZÖ ist daher folgende: Was machen Sie, wenn Sie solche Prospekte schreiben oder solche Beschlüsse fassen? (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn Sie es nicht wollen ... rückverweisen!) Erkundigen Sie sich nicht vorher? Rufen Sie nicht vorher schon bei der EU an? Rufen Sie erst bei der EU an, wenn Herr Molterer und Herr Schüssel sagen: Rufen Sie bei der EU an!? Ist dann der Zeitpunkt gegeben? Sind Sie wirklich nur ein Vorhof, ein Teppichvorleger der ÖVP? Ist das wirklich so? (Heiterkeit bei SPÖ und FPÖ.) – Dann sollten Sie das aber gleich bekennen! Dann sollten Sie hier herauskommen und es auch deutlich sagen. (Abg. Scheibner: Auf Ihrem Teppich ...!)
Heiterkeit bei SPÖ und FPÖ.
Meine Frage an das BZÖ ist daher folgende: Was machen Sie, wenn Sie solche Prospekte schreiben oder solche Beschlüsse fassen? (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn Sie es nicht wollen ... rückverweisen!) Erkundigen Sie sich nicht vorher? Rufen Sie nicht vorher schon bei der EU an? Rufen Sie erst bei der EU an, wenn Herr Molterer und Herr Schüssel sagen: Rufen Sie bei der EU an!? Ist dann der Zeitpunkt gegeben? Sind Sie wirklich nur ein Vorhof, ein Teppichvorleger der ÖVP? Ist das wirklich so? (Heiterkeit bei SPÖ und FPÖ.) – Dann sollten Sie das aber gleich bekennen! Dann sollten Sie hier herauskommen und es auch deutlich sagen. (Abg. Scheibner: Auf Ihrem Teppich ...!)
Abg. Scheibner: Auf Ihrem Teppich ...!
Meine Frage an das BZÖ ist daher folgende: Was machen Sie, wenn Sie solche Prospekte schreiben oder solche Beschlüsse fassen? (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn Sie es nicht wollen ... rückverweisen!) Erkundigen Sie sich nicht vorher? Rufen Sie nicht vorher schon bei der EU an? Rufen Sie erst bei der EU an, wenn Herr Molterer und Herr Schüssel sagen: Rufen Sie bei der EU an!? Ist dann der Zeitpunkt gegeben? Sind Sie wirklich nur ein Vorhof, ein Teppichvorleger der ÖVP? Ist das wirklich so? (Heiterkeit bei SPÖ und FPÖ.) – Dann sollten Sie das aber gleich bekennen! Dann sollten Sie hier herauskommen und es auch deutlich sagen. (Abg. Scheibner: Auf Ihrem Teppich ...!)
Ruf bei der ÖVP: Gerne!
Bevor ich schließe, ein letzter Gedanke noch – ich merke ja, wie sich hier die Stimmung bei der ÖVP aufbaut. Ich bitte auch, mit den Kameras dann ganz nahe Aufnahmen von der christlich-sozialen ÖVP zu machen (Ruf bei der ÖVP: Gerne!): wenn Sie in Jubel darüber ausbrechen, dass Sie gegenüber Menschen, die dringend eine Erleichterung beim Kauf von Nahrungsmitteln brauchen (Abg. Dr. Stummvoll: Der ORF funktioniert auf Knopfdruck, gell!), die das dringend brauchen und nicht so wie Sie nicht schauen müssen, was das kostet – wenn Sie überhaupt jemals allein einkaufen gehen –, sondern es dringend brauchen (Abg. Dr. Stummvoll: Regieanweisung für den ORF! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP) und es wirklich notwendig haben, hier kaltschnäuzig, herzlos und hartherzig auftreten werden, dann noch jubeln und sich freuen. Ich wünsche Ihnen alles Gute, wenn Sie dann im Beichtstuhl stehen und das zu beichten haben werden – aus christlicher Überzeugung heraus! (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ sowie Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Stummvoll: Der ORF funktioniert auf Knopfdruck, gell!
Bevor ich schließe, ein letzter Gedanke noch – ich merke ja, wie sich hier die Stimmung bei der ÖVP aufbaut. Ich bitte auch, mit den Kameras dann ganz nahe Aufnahmen von der christlich-sozialen ÖVP zu machen (Ruf bei der ÖVP: Gerne!): wenn Sie in Jubel darüber ausbrechen, dass Sie gegenüber Menschen, die dringend eine Erleichterung beim Kauf von Nahrungsmitteln brauchen (Abg. Dr. Stummvoll: Der ORF funktioniert auf Knopfdruck, gell!), die das dringend brauchen und nicht so wie Sie nicht schauen müssen, was das kostet – wenn Sie überhaupt jemals allein einkaufen gehen –, sondern es dringend brauchen (Abg. Dr. Stummvoll: Regieanweisung für den ORF! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP) und es wirklich notwendig haben, hier kaltschnäuzig, herzlos und hartherzig auftreten werden, dann noch jubeln und sich freuen. Ich wünsche Ihnen alles Gute, wenn Sie dann im Beichtstuhl stehen und das zu beichten haben werden – aus christlicher Überzeugung heraus! (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ sowie Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Stummvoll: Regieanweisung für den ORF! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP
Bevor ich schließe, ein letzter Gedanke noch – ich merke ja, wie sich hier die Stimmung bei der ÖVP aufbaut. Ich bitte auch, mit den Kameras dann ganz nahe Aufnahmen von der christlich-sozialen ÖVP zu machen (Ruf bei der ÖVP: Gerne!): wenn Sie in Jubel darüber ausbrechen, dass Sie gegenüber Menschen, die dringend eine Erleichterung beim Kauf von Nahrungsmitteln brauchen (Abg. Dr. Stummvoll: Der ORF funktioniert auf Knopfdruck, gell!), die das dringend brauchen und nicht so wie Sie nicht schauen müssen, was das kostet – wenn Sie überhaupt jemals allein einkaufen gehen –, sondern es dringend brauchen (Abg. Dr. Stummvoll: Regieanweisung für den ORF! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP) und es wirklich notwendig haben, hier kaltschnäuzig, herzlos und hartherzig auftreten werden, dann noch jubeln und sich freuen. Ich wünsche Ihnen alles Gute, wenn Sie dann im Beichtstuhl stehen und das zu beichten haben werden – aus christlicher Überzeugung heraus! (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ sowie Beifall bei der FPÖ.)
Beifall und Bravorufe bei der SPÖ sowie Beifall bei der FPÖ.
Bevor ich schließe, ein letzter Gedanke noch – ich merke ja, wie sich hier die Stimmung bei der ÖVP aufbaut. Ich bitte auch, mit den Kameras dann ganz nahe Aufnahmen von der christlich-sozialen ÖVP zu machen (Ruf bei der ÖVP: Gerne!): wenn Sie in Jubel darüber ausbrechen, dass Sie gegenüber Menschen, die dringend eine Erleichterung beim Kauf von Nahrungsmitteln brauchen (Abg. Dr. Stummvoll: Der ORF funktioniert auf Knopfdruck, gell!), die das dringend brauchen und nicht so wie Sie nicht schauen müssen, was das kostet – wenn Sie überhaupt jemals allein einkaufen gehen –, sondern es dringend brauchen (Abg. Dr. Stummvoll: Regieanweisung für den ORF! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP) und es wirklich notwendig haben, hier kaltschnäuzig, herzlos und hartherzig auftreten werden, dann noch jubeln und sich freuen. Ich wünsche Ihnen alles Gute, wenn Sie dann im Beichtstuhl stehen und das zu beichten haben werden – aus christlicher Überzeugung heraus! (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ sowie Beifall bei der FPÖ.)
Oh-Rufe bei der SPÖ.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Es hat sich nun Herr Vizekanzler Mag. Molterer zu Wort gemeldet. (Oh-Rufe bei der SPÖ.) – Herr Vizekanzler, bitte.
Abg. Dr. Haimbuchner: Steuern runter!
Bundesminister für Finanzen Vizekanzler Mag. Wilhelm Molterer: Meine Damen und Herren (Abg. Dr. Haimbuchner: Steuern runter!), wissen Sie, wozu Sie jetzt applaudiert haben? – Offensichtlich nicht! (Abg. Mag. Wurm: ... der Herr Oberlehrer!) Es ist in einer derartigen Situation offensichtlich möglich, dass die SPÖ hier ganz einfach mittut, wenn die EU zum Sündenbock gemacht wird, nur weil es einem passt. (Beifall bei der ÖVP. – Heftige Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Wurm: ... der Herr Oberlehrer!
Bundesminister für Finanzen Vizekanzler Mag. Wilhelm Molterer: Meine Damen und Herren (Abg. Dr. Haimbuchner: Steuern runter!), wissen Sie, wozu Sie jetzt applaudiert haben? – Offensichtlich nicht! (Abg. Mag. Wurm: ... der Herr Oberlehrer!) Es ist in einer derartigen Situation offensichtlich möglich, dass die SPÖ hier ganz einfach mittut, wenn die EU zum Sündenbock gemacht wird, nur weil es einem passt. (Beifall bei der ÖVP. – Heftige Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Heftige Zwischenrufe bei der SPÖ.
Bundesminister für Finanzen Vizekanzler Mag. Wilhelm Molterer: Meine Damen und Herren (Abg. Dr. Haimbuchner: Steuern runter!), wissen Sie, wozu Sie jetzt applaudiert haben? – Offensichtlich nicht! (Abg. Mag. Wurm: ... der Herr Oberlehrer!) Es ist in einer derartigen Situation offensichtlich möglich, dass die SPÖ hier ganz einfach mittut, wenn die EU zum Sündenbock gemacht wird, nur weil es einem passt. (Beifall bei der ÖVP. – Heftige Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Neuerliche heftige Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Wissen Sie, was Sie hier gesagt haben? – Sie tun die Meinung eines Kommissars einfach als seine Privatmeinung ab, meine Damen und Herren. Wissen Sie, was Sie hier tun? (Neuerliche heftige Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) – Sie sind gerade dabei, die Anti-EU-Stimmung in einer Art und Weise zu schüren, wie ich sie in diesem Hohen Haus noch nie erlebt habe. Ist das wirklich Ihre Verantwortung? (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wissen Sie, was Sie hier gesagt haben? – Sie tun die Meinung eines Kommissars einfach als seine Privatmeinung ab, meine Damen und Herren. Wissen Sie, was Sie hier tun? (Neuerliche heftige Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) – Sie sind gerade dabei, die Anti-EU-Stimmung in einer Art und Weise zu schüren, wie ich sie in diesem Hohen Haus noch nie erlebt habe. Ist das wirklich Ihre Verantwortung? (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Parnigoni: Sie haben ja gar nicht ...! Dann regen Sie sich auf! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren, fühlen Sie sich wirklich wohl dabei, wenn Sie hier eine Diskussion führen, die in Wirklichkeit etwas in Frage stellt, wofür wir jahrelang gemeinsam gekämpft haben? (Abg. Parnigoni: Sie haben ja gar nicht ...! Dann regen Sie sich auf! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Fühlen Sie sich wirklich wohl dabei, meine Damen und Herren? Fühlen Sie sich wirklich wohl dabei, wenn in diesem Hohen Haus ganz offensichtlich das Geld abgeschafft ist?
Abg. Strache: Fühlen Sie sich wirklich wohl dabei, dass Sie 2010 dem Mittelstand 500 € an Entlastung zugestehen wollen? – Weitere Zwischenrufe.
Meine Damen und Herren, fühlen Sie sich wirklich wohl dabei, wenn Sie eine Maßnahme beschließen wollen, von der Präsident Küberl sagt, dass sie sozial überhaupt nicht treffsicher ist? Fühlen Sie sich wirklich wohl dabei, wenn Sie heute dafür sorgen, dass das Parlament tatsächlich einen Beitrag zur Politikverdrossenheit leistet? (Abg. Strache: Fühlen Sie sich wirklich wohl dabei, dass Sie 2010 dem Mittelstand 500 € an Entlastung zugestehen wollen? – Weitere Zwischenrufe.) Ist es das, was Sie wirklich wollen? – Ich bitte Sie einfach, darüber nachzudenken. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren, fühlen Sie sich wirklich wohl dabei, wenn Sie eine Maßnahme beschließen wollen, von der Präsident Küberl sagt, dass sie sozial überhaupt nicht treffsicher ist? Fühlen Sie sich wirklich wohl dabei, wenn Sie heute dafür sorgen, dass das Parlament tatsächlich einen Beitrag zur Politikverdrossenheit leistet? (Abg. Strache: Fühlen Sie sich wirklich wohl dabei, dass Sie 2010 dem Mittelstand 500 € an Entlastung zugestehen wollen? – Weitere Zwischenrufe.) Ist es das, was Sie wirklich wollen? – Ich bitte Sie einfach, darüber nachzudenken. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Stummvoll: Valium! – Weitere Zwischenrufe.
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Können wir ein bisschen herunterkommen? (Abg. Dr. Stummvoll: Valium! – Weitere Zwischenrufe.) – Ich versuche, für mich persönlich ein kurzes Resümee aus diesem Tagesordnungspunkt zu ziehen. Das Wesentliche scheint mir zu sein, dass die Mehrheit des Parlaments einer Scheinlösung, einer rot-blauen Scheinlösung für ein echtes Problem – nämlich: Wie helfen wir den Leuten, mit der Teuerung umzugehen? –, nicht zustimmt. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Beifall bei Grünen und ÖVP.
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Können wir ein bisschen herunterkommen? (Abg. Dr. Stummvoll: Valium! – Weitere Zwischenrufe.) – Ich versuche, für mich persönlich ein kurzes Resümee aus diesem Tagesordnungspunkt zu ziehen. Das Wesentliche scheint mir zu sein, dass die Mehrheit des Parlaments einer Scheinlösung, einer rot-blauen Scheinlösung für ein echtes Problem – nämlich: Wie helfen wir den Leuten, mit der Teuerung umzugehen? –, nicht zustimmt. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Abg. Parnigoni: Es werden wohl eher 10 Prozent werden! Von 15 Prozent kann überhaupt keine Rede sein!
Das ist eine Scheinlösung, die gut klingt, die, glaube ich, bei vielen Leuten, die mit der Sachlage nicht vertraut sind, wirklich gut klingt (Abg. Parnigoni: Es werden wohl eher 10 Prozent werden! Von 15 Prozent kann überhaupt keine Rede sein!), die aber nichts bewirkt hätte und sauteuer ist. Sie hätte nichts bewirkt, aber die Leute hätten das erst nach den Wahlen gemerkt. (Abg. Parnigoni: Darum stimmen Sie auch gegen die Preisauszeichnung!) Die Leute hätten das erst nach den Wahlen gemerkt; inzwischen sind die Wahlen vorbei, das opportunistische Kalkül wäre insofern durchaus aufgegangen. Aber es tröstet mich, dass offensichtlich selbst in Vorwahlzeiten – und die Wahlen sind am Sonntag – die wirtschaftspolitische Vernunft zumindest bei der Mehrheit dieses Hauses doch noch eine Chance hat.
Abg. Parnigoni: Darum stimmen Sie auch gegen die Preisauszeichnung!
Das ist eine Scheinlösung, die gut klingt, die, glaube ich, bei vielen Leuten, die mit der Sachlage nicht vertraut sind, wirklich gut klingt (Abg. Parnigoni: Es werden wohl eher 10 Prozent werden! Von 15 Prozent kann überhaupt keine Rede sein!), die aber nichts bewirkt hätte und sauteuer ist. Sie hätte nichts bewirkt, aber die Leute hätten das erst nach den Wahlen gemerkt. (Abg. Parnigoni: Darum stimmen Sie auch gegen die Preisauszeichnung!) Die Leute hätten das erst nach den Wahlen gemerkt; inzwischen sind die Wahlen vorbei, das opportunistische Kalkül wäre insofern durchaus aufgegangen. Aber es tröstet mich, dass offensichtlich selbst in Vorwahlzeiten – und die Wahlen sind am Sonntag – die wirtschaftspolitische Vernunft zumindest bei der Mehrheit dieses Hauses doch noch eine Chance hat.
Abg. Parnigoni: Welche Lösung haben Sie denn?
Herr Kollege Cap, nur weil jemand anderer Meinung als Sie ist, einer anderen politischen Meinung, und weil jemand der Meinung ist, dass diese Maßnahme für die Lösung eines echten sozialen Problems völlig ungeeignet ist (Abg. Parnigoni: Welche Lösung haben Sie denn?), deswegen brauchen Sie niemandem soziales Gewissen, christliche Einstellung oder was immer abzusprechen. Ich finde das wirklich tief! (Beifall bei Grünen, ÖVP und BZÖ.)
Beifall bei Grünen, ÖVP und BZÖ.
Herr Kollege Cap, nur weil jemand anderer Meinung als Sie ist, einer anderen politischen Meinung, und weil jemand der Meinung ist, dass diese Maßnahme für die Lösung eines echten sozialen Problems völlig ungeeignet ist (Abg. Parnigoni: Welche Lösung haben Sie denn?), deswegen brauchen Sie niemandem soziales Gewissen, christliche Einstellung oder was immer abzusprechen. Ich finde das wirklich tief! (Beifall bei Grünen, ÖVP und BZÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
rend sein!), ist, womit wir hier in diesem so genannten Hohen Haus die Zeit vergeuden angesichts der großen Herausforderungen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Herr Kollege Cap, wir hätten seit acht Monaten über die Details, die wichtigen Details einer Lohn- und Einkommensteuersenkung in Österreich debattieren können. Wir haben nicht einen Halbtag damit verbracht! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Cap deutet heftig in Richtung ÖVP.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Cap deutet heftig in Richtung ÖVP.
rend sein!), ist, womit wir hier in diesem so genannten Hohen Haus die Zeit vergeuden angesichts der großen Herausforderungen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Herr Kollege Cap, wir hätten seit acht Monaten über die Details, die wichtigen Details einer Lohn- und Einkommensteuersenkung in Österreich debattieren können. Wir haben nicht einen Halbtag damit verbracht! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Cap deutet heftig in Richtung ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Sie, Herr Kollege Cap, zeigen jetzt auf die anderen. Wer hat denn die Diskussion aufgemacht? – Jetzt fange ich wirklich an mich zu ärgern! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Wer war denn das, wenn nicht Bundeskanzler Gusenbauer? – Mein Gott, Sie reden sich darauf aus, dass die ÖVP damals nein gesagt hat! Wer hat Sie denn daran gehindert, ein Konzept dafür vorzulegen, wie man den untersten Einkommen helfen kann? (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Beifall bei Grünen und ÖVP.
Sie, Herr Kollege Cap, zeigen jetzt auf die anderen. Wer hat denn die Diskussion aufgemacht? – Jetzt fange ich wirklich an mich zu ärgern! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Wer war denn das, wenn nicht Bundeskanzler Gusenbauer? – Mein Gott, Sie reden sich darauf aus, dass die ÖVP damals nein gesagt hat! Wer hat Sie denn daran gehindert, ein Konzept dafür vorzulegen, wie man den untersten Einkommen helfen kann? (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Abg. Strache: Da haben Sie dagegen gestimmt! Sie haben gegen die Anträge gestimmt!
Wer hat Sie daran gehindert, einmal ein bisschen Hirnschmalz dafür zu verwenden, wie man erstens der Mitte hilft, die Lohn- und Einkommensteuer zahlt und unter der kalten Progression genug gelitten hat, und jenen Leuten, die so wenig verdienen, dass sie gar keine Lohn- und Einkommensteuer zahlen? – Bis heute sind Sie uns dieses Konzept schuldig geblieben! (Abg. Strache: Da haben Sie dagegen gestimmt! Sie haben gegen die Anträge gestimmt!) Wissen Sie, sozial finde ich das nicht. (Abg. Parnigoni: Ja, ja!) Wie Sie das interpretieren, ist Ihre Sache. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Parnigoni: Ja, ja!
Wer hat Sie daran gehindert, einmal ein bisschen Hirnschmalz dafür zu verwenden, wie man erstens der Mitte hilft, die Lohn- und Einkommensteuer zahlt und unter der kalten Progression genug gelitten hat, und jenen Leuten, die so wenig verdienen, dass sie gar keine Lohn- und Einkommensteuer zahlen? – Bis heute sind Sie uns dieses Konzept schuldig geblieben! (Abg. Strache: Da haben Sie dagegen gestimmt! Sie haben gegen die Anträge gestimmt!) Wissen Sie, sozial finde ich das nicht. (Abg. Parnigoni: Ja, ja!) Wie Sie das interpretieren, ist Ihre Sache. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wer hat Sie daran gehindert, einmal ein bisschen Hirnschmalz dafür zu verwenden, wie man erstens der Mitte hilft, die Lohn- und Einkommensteuer zahlt und unter der kalten Progression genug gelitten hat, und jenen Leuten, die so wenig verdienen, dass sie gar keine Lohn- und Einkommensteuer zahlen? – Bis heute sind Sie uns dieses Konzept schuldig geblieben! (Abg. Strache: Da haben Sie dagegen gestimmt! Sie haben gegen die Anträge gestimmt!) Wissen Sie, sozial finde ich das nicht. (Abg. Parnigoni: Ja, ja!) Wie Sie das interpretieren, ist Ihre Sache. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Parnigoni: Aber Sie stimmen mit der ÖVP mit!
Was den Ölpreis betrifft und wie wir den Leuten helfen, aus der Ölpreisfalle auszusteigen: Haben wir uns damit hier im Hohen Haus beschäftigt? – Nicht wirklich. (Abg. Parnigoni: Aber Sie stimmen mit der ÖVP mit!) Entschließungsantrag hier, Entschließungsantrag dort; hoffentlich wird das nach den Wahlen besser. (Abg. Riepl: Der Finanzminister sitzt hinter Ihnen!) Aber was Sie hier geboten haben, Entschuldigung ... (Abg. Dr. Cap deutet neuerlich in Richtung ÖVP. – Ruf bei der ÖVP: Jämmerlich!) Mit beleidigenden Äußerungen darauf zu reagieren ... (Abg. Dr. Cap macht eine Geste der Verneinung.)
Abg. Riepl: Der Finanzminister sitzt hinter Ihnen!
Was den Ölpreis betrifft und wie wir den Leuten helfen, aus der Ölpreisfalle auszusteigen: Haben wir uns damit hier im Hohen Haus beschäftigt? – Nicht wirklich. (Abg. Parnigoni: Aber Sie stimmen mit der ÖVP mit!) Entschließungsantrag hier, Entschließungsantrag dort; hoffentlich wird das nach den Wahlen besser. (Abg. Riepl: Der Finanzminister sitzt hinter Ihnen!) Aber was Sie hier geboten haben, Entschuldigung ... (Abg. Dr. Cap deutet neuerlich in Richtung ÖVP. – Ruf bei der ÖVP: Jämmerlich!) Mit beleidigenden Äußerungen darauf zu reagieren ... (Abg. Dr. Cap macht eine Geste der Verneinung.)
Abg. Dr. Cap deutet neuerlich in Richtung ÖVP. – Ruf bei der ÖVP: Jämmerlich!
Was den Ölpreis betrifft und wie wir den Leuten helfen, aus der Ölpreisfalle auszusteigen: Haben wir uns damit hier im Hohen Haus beschäftigt? – Nicht wirklich. (Abg. Parnigoni: Aber Sie stimmen mit der ÖVP mit!) Entschließungsantrag hier, Entschließungsantrag dort; hoffentlich wird das nach den Wahlen besser. (Abg. Riepl: Der Finanzminister sitzt hinter Ihnen!) Aber was Sie hier geboten haben, Entschuldigung ... (Abg. Dr. Cap deutet neuerlich in Richtung ÖVP. – Ruf bei der ÖVP: Jämmerlich!) Mit beleidigenden Äußerungen darauf zu reagieren ... (Abg. Dr. Cap macht eine Geste der Verneinung.)
Abg. Dr. Cap macht eine Geste der Verneinung.
Was den Ölpreis betrifft und wie wir den Leuten helfen, aus der Ölpreisfalle auszusteigen: Haben wir uns damit hier im Hohen Haus beschäftigt? – Nicht wirklich. (Abg. Parnigoni: Aber Sie stimmen mit der ÖVP mit!) Entschließungsantrag hier, Entschließungsantrag dort; hoffentlich wird das nach den Wahlen besser. (Abg. Riepl: Der Finanzminister sitzt hinter Ihnen!) Aber was Sie hier geboten haben, Entschuldigung ... (Abg. Dr. Cap deutet neuerlich in Richtung ÖVP. – Ruf bei der ÖVP: Jämmerlich!) Mit beleidigenden Äußerungen darauf zu reagieren ... (Abg. Dr. Cap macht eine Geste der Verneinung.)
Abg. Dr. Cap: Das ist nicht beleidigend!
Das ist sehr wohl beleidigend. (Abg. Dr. Cap: Das ist nicht beleidigend!) Mit schlicht beleidigenden Äußerungen darauf zu reagieren, dass andere anderer Meinung sind (Abg. Dr. Cap: Das ist eine Beschreibung der Werthaltung ...!) – ich bin in der Tat auch anderer Meinung! Nimmst du das zur Kenntnis? Willst du mir ein soziales Gewissen absprechen, ja? (Abg. Dr. Cap: ... der christlichen Werthaltung!) – Na danke vielmals! Dann weiß ich, woran ich bei dir bin! (Lebhafter Beifall bei Grünen, ÖVP und BZÖ sowie bei Besuchern auf der Galerie.)
Abg. Dr. Cap: Das ist eine Beschreibung der Werthaltung ...!
Das ist sehr wohl beleidigend. (Abg. Dr. Cap: Das ist nicht beleidigend!) Mit schlicht beleidigenden Äußerungen darauf zu reagieren, dass andere anderer Meinung sind (Abg. Dr. Cap: Das ist eine Beschreibung der Werthaltung ...!) – ich bin in der Tat auch anderer Meinung! Nimmst du das zur Kenntnis? Willst du mir ein soziales Gewissen absprechen, ja? (Abg. Dr. Cap: ... der christlichen Werthaltung!) – Na danke vielmals! Dann weiß ich, woran ich bei dir bin! (Lebhafter Beifall bei Grünen, ÖVP und BZÖ sowie bei Besuchern auf der Galerie.)
Abg. Dr. Cap: ... der christlichen Werthaltung!
Das ist sehr wohl beleidigend. (Abg. Dr. Cap: Das ist nicht beleidigend!) Mit schlicht beleidigenden Äußerungen darauf zu reagieren, dass andere anderer Meinung sind (Abg. Dr. Cap: Das ist eine Beschreibung der Werthaltung ...!) – ich bin in der Tat auch anderer Meinung! Nimmst du das zur Kenntnis? Willst du mir ein soziales Gewissen absprechen, ja? (Abg. Dr. Cap: ... der christlichen Werthaltung!) – Na danke vielmals! Dann weiß ich, woran ich bei dir bin! (Lebhafter Beifall bei Grünen, ÖVP und BZÖ sowie bei Besuchern auf der Galerie.)
Lebhafter Beifall bei Grünen, ÖVP und BZÖ sowie bei Besuchern auf der Galerie.
Das ist sehr wohl beleidigend. (Abg. Dr. Cap: Das ist nicht beleidigend!) Mit schlicht beleidigenden Äußerungen darauf zu reagieren, dass andere anderer Meinung sind (Abg. Dr. Cap: Das ist eine Beschreibung der Werthaltung ...!) – ich bin in der Tat auch anderer Meinung! Nimmst du das zur Kenntnis? Willst du mir ein soziales Gewissen absprechen, ja? (Abg. Dr. Cap: ... der christlichen Werthaltung!) – Na danke vielmals! Dann weiß ich, woran ich bei dir bin! (Lebhafter Beifall bei Grünen, ÖVP und BZÖ sowie bei Besuchern auf der Galerie.)
Ruf bei der ÖVP: Das war richtig!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Fürs Erste muss ich die Damen und Herren auf der Galerie dringend ersuchen, von jeglichen Kundgebungen Abstand zu nehmen. (Ruf bei der ÖVP: Das war richtig!) Ansonsten müsste ich oben die Galerie räumen lassen; aber das wollen wir natürlich nicht. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Fürs Erste muss ich die Damen und Herren auf der Galerie dringend ersuchen, von jeglichen Kundgebungen Abstand zu nehmen. (Ruf bei der ÖVP: Das war richtig!) Ansonsten müsste ich oben die Galerie räumen lassen; aber das wollen wir natürlich nicht. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Parnigoni: Ist das die Preisauszeichnung?
Ich bitte jene Damen und Herren, die diesem Antrag zustimmen, um ein entsprechendes Zeichen. (Abg. Parnigoni: Ist das die Preisauszeichnung?)
Ruf bei der ÖVP. Das ist die Mehrheit!
Ich ersuche die beiden Schriftführer, zu mir zu kommen und mir beim Zählen zu helfen. (Ruf bei der ÖVP. Das ist die Mehrheit!) – Das ist die Mehrheit. Dieser Antrag auf Rückverweisung ist damit angenommen. (Abg. Parnigoni: Das wirft ein besonderes Licht auf die Grünen, eine Preisauszeichnung und Preiskontrolle zu verhindern!)
Abg. Parnigoni: Das wirft ein besonderes Licht auf die Grünen, eine Preisauszeichnung und Preiskontrolle zu verhindern!
Ich ersuche die beiden Schriftführer, zu mir zu kommen und mir beim Zählen zu helfen. (Ruf bei der ÖVP. Das ist die Mehrheit!) – Das ist die Mehrheit. Dieser Antrag auf Rückverweisung ist damit angenommen. (Abg. Parnigoni: Das wirft ein besonderes Licht auf die Grünen, eine Preisauszeichnung und Preiskontrolle zu verhindern!)
Abg. Dr. Stummvoll: 300 Millionen!
Ich bitte jene Damen und Herren, die dem vorliegenden Gesetzentwurf auch in dritter Lesung ihre Zustimmung erteilen, um ein diesbezügliches Zeichen. – Das ist ebenfalls die Mehrheit. Der Gesetzentwurf ist somit auch in dritter Lesung angenommen. (Abg. Dr. Stummvoll: 300 Millionen!)
Abg. Parnigoni: Die Grünen wollen keine Preisauszeichnung! – Abg. Dr. Jarolim: Teure Medikamente von Bartenstein! Eine Meisterleistung! – Abg. Strache: Und die Behinderten fallen bei den Heilbehelfen durch den Rost! – Weitere Zwischenrufe.
Ich bitte jene Damen und Herren, die diesem Antrag zustimmen, um ein entsprechendes Zeichen. – Das ist die Mehrheit und damit angenommen. (Abg. Parnigoni: Die Grünen wollen keine Preisauszeichnung! – Abg. Dr. Jarolim: Teure Medikamente von Bartenstein! Eine Meisterleistung! – Abg. Strache: Und die Behinderten fallen bei den Heilbehelfen durch den Rost! – Weitere Zwischenrufe.)
Beifall bei den Grünen.
Wir vom grünen Klub werden einer solchen Änderung jedenfalls nicht zustimmen. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn Bedenken bestehen, dann werden wir versuchen, diese auszuräumen, aber letztendlich ist, wie ich meine, jetzt vorrangig darauf zu achten, dass diese Kolleginnen und Kollegen ein Entgelt für ihren Mehraufwand bekommen – und deshalb auch diese Initiative. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Schüssel: Das ist eine gute Frage!
Was die Nächtigungsgelder betrifft, sollten wir uns, wie ich meine, einmal generell überlegen – also nicht nur die Nächtigungsgelder, sondern auch die Reisekosten –, ob es eben bei einer Steuerreform zur Entlastung der Menschen, der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in unserem Lande – sofern wir uns eine solche dann noch leisten können (Abg. Dr. Schüssel: Das ist eine gute Frage!) –, nicht eine Möglichkeit gibt, diese Reisekosten neu zu regeln.
Beifall bei der ÖVP.
Ich hoffe, dass Sie dann kreativere Ideen haben als jene, die wir heute von Ihnen gehört haben. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
In diesem Sinne teile ich mit, dass wir seitens der Freiheitlichen Partei diesem Antrag zustimmen werden; ebenso dem Abänderungsantrag. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Broukal: Oh!
ein ganz besonderer Tag in der Geschichte des Parlaments – nicht nur, weil heute aus Jux und Tollerei Milliarden zum Fenster hinausgeworfen werden sollen. Es ist auch ein besonderer Tag, weil sich erstmals in der Geschichte der Zweiten Republik drei Parteien – nämlich SPÖ, FPÖ und Grüne – von der Hochschulpolitik nachweislich verabschieden. (Abg. Broukal: Oh!)
Abg. Kickl: Unglaublich!
Sie verabschieden sich heute von der Zukunft unserer jungen Menschen, die ein Anrecht auf gute Rahmenbedingungen haben (Abg. Kickl: Unglaublich!) – Rahmenbedingungen, für die wir im Hohen Haus verantwortlich sind. (Abg. Broukal: Ja, hätten Sie sie doch geschaffen in den letzten Jahren!)
Abg. Broukal: Ja, hätten Sie sie doch geschaffen in den letzten Jahren!
Sie verabschieden sich heute von der Zukunft unserer jungen Menschen, die ein Anrecht auf gute Rahmenbedingungen haben (Abg. Kickl: Unglaublich!) – Rahmenbedingungen, für die wir im Hohen Haus verantwortlich sind. (Abg. Broukal: Ja, hätten Sie sie doch geschaffen in den letzten Jahren!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Graf: Polizeigesetz! Verfassungsänderung!
Deshalb gibt es gerade für komplexe Gesetzeswerke, wie das vorliegende, Begutachtungsverfahren, Gespräche und Verhandlungen. Wissen Sie, die Menschen haben ein Anrecht auf gut durchdachte und besprochene Gesetzesinitiativen und nicht auf nachweisliche Husch-Pfusch-Aktionen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Graf: Polizeigesetz! Verfassungsänderung!)
Abg. Dr. Graf: Gerne!
Für den Schaden, den Sie der politischen Kultur und den österreichischen Hochschulen zufügen, werden Sie auch die Verantwortung übernehmen müssen. (Abg. Dr. Graf: Gerne!) Und behaupten Sie bitte später nicht, Sie wären auf die negativen Konsequenzen, die Ihre vorliegenden Anträge für unsere Hochschulen haben, nicht aufmerksam gemacht worden.
Abg. Broukal: Denken Sie doch über den Schaden nach, den Sie zugefügt haben!
Von Seiten der Universitätsrektoren, Professoren und auch der österreichischen Hochschülerschaft wurden Sie mehrfach darauf hingewiesen, dass der vorliegende Antrag zur Änderung des Universitätsgesetzes nicht ausreichend reflektiert ist, um Schaden von den Unis abzuwenden. (Abg. Broukal: Denken Sie doch über den Schaden nach, den Sie zugefügt haben!)
Beifall bei der ÖVP.
So hat etwa die Universitätenkonferenz bei einer außerordentlichen Plenarversammlung am Montag dieser Woche den Nationalrat aufgefordert, diesen Antrag nicht vor der kommenden Nationalratswahl zu beschließen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Broukal: Wirklich?
Durch die Verknüpfung eines weitgehenden Entfalls der Studienbeiträge mit der Aufhebung der Zugangsbeschränkungen in bestimmten Fächern werde eine unhaltbare Situation entstehen, heißt es im Beschluss der Universitätenkonferenz. (Abg. Broukal: Wirklich?) – Den sollten Sie ja kennen, Herr Kollege Broukal. (Abg. Broukal: Den kenne ich, aber den halte ich nicht für ...!) Unterstützung bekamen die Unirektoren außerdem auch noch von den Vertretern des Wissenschafts-, Forschungs- und Fachhochschulrates.
Abg. Broukal: Den kenne ich, aber den halte ich nicht für ...!
Durch die Verknüpfung eines weitgehenden Entfalls der Studienbeiträge mit der Aufhebung der Zugangsbeschränkungen in bestimmten Fächern werde eine unhaltbare Situation entstehen, heißt es im Beschluss der Universitätenkonferenz. (Abg. Broukal: Wirklich?) – Den sollten Sie ja kennen, Herr Kollege Broukal. (Abg. Broukal: Den kenne ich, aber den halte ich nicht für ...!) Unterstützung bekamen die Unirektoren außerdem auch noch von den Vertretern des Wissenschafts-, Forschungs- und Fachhochschulrates.
Abg. Broukal: Wie viel bekommt er ... vom Ministerium dafür jedes Monat? Bezahlte Expertisen sind das!
Wie etwa der Verfassungsrechtler Walter Berka, auch Mitglied des Wissenschaftsrates, ausführt, würde Österreich durch die geplanten Maßnahmen zum Provinzbahnhof, wo nur noch jene Studierenden landen, die sonst nirgendwo einen Studienplatz finden. (Abg. Broukal: Wie viel bekommt er ... vom Ministerium dafür jedes Monat? Bezahlte Expertisen sind das!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Broukal: Wovon reden Sie? Von Medizin ...?
Ist es wirklich das, was Sie den Universitäten wünschen? (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Broukal: Wovon reden Sie? Von Medizin ...?) – Wissen Sie, Herr Kollege Broukal, ich
Abg. Dr. Graf: So ist es! – Zwischenruf des Abg. Broukal.
kann Ihnen sagen, was sich Kollege Graf wünscht: mehr deutsche Studierende. (Abg. Dr. Graf: So ist es! – Zwischenruf des Abg. Broukal.) – Bitte, dann lesen Sie seinen Infobrief aus dem Parlament. Darin begründet er die Aufhebung der Zugangsbeschränkungen ausdrücklich mit der Beseitigung der „ungeheuerlichen Diskriminierung der deutschen Studenten“.
Abg. Dr. Graf: Die von der ÖVP kann man ja nicht lesen! Da ist so viel Text!
Dies ist aber deshalb erstaunlich, weil es, wenn wir die ÖVP-Wahlkampfplakate ...– Entschuldigung! – die FPÖ-Wahlkampfplakate lesen (Abg. Dr. Graf: Die von der ÖVP kann man ja nicht lesen! Da ist so viel Text!), heißt: Jetzt geht es um uns Österreicher! – Bitte, worum geht es der FPÖ überhaupt? Um die Österreicher oder um die Deutschen? (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Dies ist aber deshalb erstaunlich, weil es, wenn wir die ÖVP-Wahlkampfplakate ...– Entschuldigung! – die FPÖ-Wahlkampfplakate lesen (Abg. Dr. Graf: Die von der ÖVP kann man ja nicht lesen! Da ist so viel Text!), heißt: Jetzt geht es um uns Österreicher! – Bitte, worum geht es der FPÖ überhaupt? Um die Österreicher oder um die Deutschen? (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Broukal: Glasklare Machtpolitik!
Wissen Sie, das ist verantwortungsvolle Hochschulpolitik! – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Broukal: Glasklare Machtpolitik!)
Abg. Rauch-Kallat: Ich nehme an, die Kinder haben Anspruch auf Studienbeihilfe!
meine daher, es ist eine wesentliche Entlastung, die dieser freie Zugang zu den Universitäten bringen wird. (Abg. Rauch-Kallat: Ich nehme an, die Kinder haben Anspruch auf Studienbeihilfe!)
Beifall bei SPÖ und Grünen.
Zum Schluss, sehr geehrte Damen und Herren, lassen Sie mich zwei Kollegen meinen Dank aussprechen, mit denen ich in den letzten Jahren besonders intensiv zusammenarbeiten durfte: Dank an den Kollegen Erwin Niederwieser und Dank an den Kollegen Josef Broukal. Ihr beiden kandidiert ja leider nicht mehr, was mir persönlich wirklich besonders leid tut. Ich möchte euch beiden für die besonders gute Zusammenarbeit in den letzten Jahren danken. Was wir heute beschließen werden, ist unser gemeinsamer Erfolg, aber es ist wirklich in besonderem Maße euer Erfolg! (Beifall bei SPÖ und Grünen.)
Abg. Schopf: Genau das ist der Grund!
dienbeiträgen um eine soziale Lenkungsmaßnahme handelt. (Abg. Schopf: Genau das ist der Grund!)
Beifall beim BZÖ.
Danke schön. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordneter Dr. Kurt Grünewald (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Liebe Kollegin Dr. Karl, es ist wahnsinnig schwierig, mit einer Partei zu debattieren, die sich dermaßen in Allmachts- und Allwissenheitsphantasien verbissen hat, dass sie einfach die Realpolitik an den Universitäten nicht wahrnimmt, ja gar nicht wahrnehmen kann. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich glaube, es ist wirklich höchste Zeit für eine Trendwende, nämlich der Wahrheit ins Auge zu schauen. Sie wissen, im OECD-Raum sind die Studierendenzahlen binnen zehn Jahren um 40 Prozent gestiegen, in Österreich um 4 Prozent. Die Bildungsbudgets steigen in allen OECD-Ländern, in Österreich stagnieren sie, gemessen am BIP sinken sie sogar. Das heißt, Österreich braucht mehr Studierende, um da Anschluss zu finden, und es braucht keine unterdotierten, sondern international konkurrenzfähig dotierte Universitäten. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Broukal: Da müssen Sie aber jetzt auch die Uhr stoppen, Frau Präsidentin! – Abg. Dr. Graf: Die Uhr stoppen!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter, können Sie einen Moment zuwarten, denn wir haben da Diskrepanzen, was die Anträge betrifft. (Abg. Broukal: Da müssen Sie aber jetzt auch die Uhr stoppen, Frau Präsidentin! – Abg. Dr. Graf: Die Uhr stoppen!)
Abg. Dr. Grünewald bejaht dies.
Sie sind beim Einbringen eines Abänderungsantrages. Haben wir das richtig verstanden? (Abg. Dr. Grünewald bejaht dies.)
Abg. Dr. Graf: Das müssen Sie beantworten, Frau Präsidentin!
Der aber verteilt wird? (Abg. Dr. Graf: Das müssen Sie beantworten, Frau Präsidentin!)
Heiterkeit bei der ÖVP.
Und noch etwas: Was hier gesagt wird, ist schon ein Wahnsinn. Wenn Minister Hahn in der „Presse“ anlässlich unseres Antrages ausführt: „Als Nächstes erwarte ich die Abschaffung der Noten und die Befreiung von der Matura als Zugangsvoraussetzung. Man muss schon konsequent sein, wenn man blöd ist!“ – Zitatende. (Heiterkeit bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Noch etwas: Wenn in einer Umfrage des Fessel-Instituts im Auftrag des Wissenschaftsressorts Fragen gestellt werden, bei denen jeder weiß, wie die Antworten lauten müssen, so ist dies eine Schande für ein Wissenschaftsressort, solche Fragen überhaupt auszugeben. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich glaube – und ich habe auch mit Rektoren gesprochen –, wir nützen die Chance und werden gemeinsam diese Entschließungsanträge so beobachten, so behandeln, dass eine neue Regierung etwas für die Universitäten tun wird, was schon lange getan hätte werden sollen. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Oberhauser: Wir haben auch mehr Krankenhäuser und eine bessere Gesundheitsversorgung!
Wollen Sie wirklich, dass 20 oder 30 Studenten an einem Patienten herumdoktern? Wollen Sie das wirklich? Glauben Sie wirklich, dass die Amerikaner so blöd sind, und fünfmal weniger Studenten ausbilden, obwohl sie 20 000 Dollar dafür bekommen? Glauben Sie wirklich, dass die so dumm sind? (Abg. Oberhauser: Wir haben auch mehr Krankenhäuser und eine bessere Gesundheitsversorgung!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich halte Ihren Antrag, Ihren Gesetzesbeschluss, den Sie hier durchsetzen wollen, für verantwortungslos und undurchdacht. Medizin kann man nicht nur aus Skripten lernen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Das ist ein schwarzer Tag für die österreichische Gesundheitspolitik! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Damit sind alle Forderungen der Rektoren erfüllt, ja sogar übererfüllt! Daher ist dieses Paket, das wir heute hier verabschieden, eines der größten Universitätspakete, ich meine sogar das größte seit über 30 Jahren. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Es werden den Universitäten um rund 600 Millionen € netto mehr ab dem nächsten Jahr zur Verfügung gestellt. Genau diesen Betrag brauchen die Universitäten, um das gemeinsam festgehaltene Ziel, bis zum Jahr 2020 2 Prozent des BIP im tertiären Bildungssektor zur Verfügung zu stellen, zu verwirklichen – es sei denn, Sie verabschieden sich von diesem 2 Prozent-Ziel! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Schüssel: Aber schon auf euren Antrag!
Jetzt zu den Studiengebühren: Uns wird immer wieder vorgehalten, dass diese durchdachte Lösung auch die FPÖ mitgetragen hat. Ich sage Ihnen jetzt genau, wie es war: Ich werde mich an den Anruf, den ich damals als Wissenschaftssprecher erhalten habe, ewig erinnern. 19. September 2001, 22.12 Uhr; diese Uhrzeit habe ich mir eingeprägt: Ich erhalte einen Anruf von Bundesminister Haupt, der mir mitteilt, dass am nächsten Tag im Ministerrat die Studiengebühren eingeführt werden. (Abg. Dr. Schüssel: Aber schon auf euren Antrag!) Wir haben nicht gewusst, dass sie eingeführt werden! Das war auch nicht im Koalitionsübereinkommen! Vollkommen egal! Man kann einen Irrtum begehen! Es ist auch keine Fahnenfrage!
Zwischenruf des Abg. Broukal.
Das geschah nicht einmal in einem Hochschulgesetz oder in einem Universitätsgesetz, sondern im Budgetbegleitgesetz, weil es eine ausschließliche budgetäre Maßnahme war. Zu dieser bin ich gestanden, diese ist aber nicht mehr von Bedeutung, weil es die Nebenabrede gegeben hat, dass, wenn Studiengebühren eingeführt werden, Zugangsbeschränkungen niemals kommen werden. – Im Jahr 2004/2005 haben Sie die Zugangsbeschränkungen eingeführt! (Zwischenruf des Abg. Broukal.)
Beifall bei der FPÖ.
Herr Kollege Rasinger, wenn Sie so wie manche – allerdings wenige! – Rektoren argumentieren, dass Qualität nur dort erhaltbar ist, wo Zugangsbeschränkungen bestehen, dann stelle ich Ihnen umgekehrt die Frage: Wollen Sie in den 210 Studienrichtungen, in denen es derzeit keine Studienzugangsbeschränkungen gibt, Zugangsbeschränkungen einführen, damit dort die Qualität steigt? Wollen Sie das? Dann bekennen Sie sich dazu! Ich will es nicht, und ich werde für den freien Hochschulzugang für die Österreicherinnen und Österreicher immer kämpfen! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Herr Kollege Rasinger, jetzt zur Zahl: Ich habe mir Ihren Geburtsjahrgang angeschaut. Sie haben Medizin ohne Zugangsbeschränkungen studiert! Deswegen sitzen Sie ja vielleicht heute als Dr. med. hier; vielleicht wären Sie sonst daran gehindert worden! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ab dem Jahr 2012 werden Jahr für Jahr 1 600 österreichische Ärzte in Pension gehen. Wir nehmen aber nur mehr 900 Studierende aus Österreich pro Jahr auf. Das wird doch ein gesundheitspolitisches Fiasko, in das man sich sehenden Auges begibt, wenn man nichts ändert! – Wird ändern das heute aber. Es werden ausreichend Österreicherinnen und Österreicher ausgebildet werden. Wir schaffen die Zugangsbeschränkungen in diesen Studien nicht ab, aber wir ermöglichen es jedem Österreicher, studieren zu können. Die Zugangsbeschränkungen bleiben für die EU-Ausländer. Das ist das Thema! Lesen Sie sich das einmal genau durch! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir sind verantwortungsvoll umgegangen und haben die Zugangsbeschränkungen so moderat gelöst, dass jeder Österreicher/jede Österreicherin in Zukunft das studieren kann, was er/sie will, und am Ende die Matura die alleinige Vorraussetzung für die Zulassung zum Studium an unseren Hochschulen ist. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Sie von der FPÖ – ich bemühe mich jetzt, es Ihnen im Ton nicht nachzutun – können noch so laut schreien: Es wird nicht wahrer! – Das ist einmal ein Punkt. (Beifall bei der ÖVP.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.
Heute ist – das muss ich als Jugendvertreter feststellen –, wenn man den Tag rückblickend betrachtet, ein historischer Tag, aber leider im negativen Sinn: Sie betreiben brutalste Schuldenpolitik auf dem Rücken junger Menschen! (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Broukal.
Studienbeiträge sind längst von allen akzeptiert. (Zwischenruf des Abg. Broukal.) Sie sind sozial treffsicher. Und es ist wiederum typisch für die – wie ich fast sagen möchte – vereinigte Linke, denn die FPÖ ist ja mittlerweile auch schon sehr weit links, dass sie einfach unsozial vorgeht. Diejenigen, die sich die Beiträge nicht leisten könnten, bekommen sie nämlich in Form von Stipendien ersetzt.
Zwischenruf der Abg. Rudas.
Aber auch die Rolle der SPÖ ist mir als Steirer sehr schleierhaft. Warum bemüht sich denn die SPÖ so sehr um Studierende? (Zwischenruf der Abg. Rudas.) Frau Kollegin Rudas, auf Sie komme ich auch noch speziell zu sprechen! Warum bemüht sich die SPÖ aber nicht um junge Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen? Warum bemüht sich die SPÖ nicht um Lehrlinge? (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Broukal.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Broukal.
Aber auch die Rolle der SPÖ ist mir als Steirer sehr schleierhaft. Warum bemüht sich denn die SPÖ so sehr um Studierende? (Zwischenruf der Abg. Rudas.) Frau Kollegin Rudas, auf Sie komme ich auch noch speziell zu sprechen! Warum bemüht sich die SPÖ aber nicht um junge Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen? Warum bemüht sich die SPÖ nicht um Lehrlinge? (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Broukal.)
Beifall bei der ÖVP.
Zur Berufsreifematura in der Steiermark: Ihr linker Soziallandesrat Flecker hat es zustande gebracht, die lernwilligen Lehrlinge um die Förderung bei dieser Berufsreifematura zu bringen! Jetzt müssen sie selbst 2 000 € für die Berufsreifematura bezahlen! Bis jetzt, bis 1. Jänner 2008, war diese gratis. Jetzt müssen sie 2 000 € selbst zahlen. Das ist Ihre Politik für Arbeitnehmer! Deswegen muss man sagen: Die SPÖ ist nicht mehr eine Arbeiterpartei, sondern mit der Arbeit der SPÖ ist es vorbei! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Rudas.
Frau Kollegin Rudas, Sie sind die nächste Rednerin, und ich möchte Sie daher abschließend fragen: Was ist daran falsch ... (Zwischenruf der Abg. Rudas.) – Sie können ruhig auf oberlehrerhaft machen! Frau Kollegin Rudas, gehen Sie in sich und fragen Sie sich, was daran falsch ist, dass wir beide Studienbeiträge bezahlen! (Abg. Rudas: Studieren Sie? Waren Sie schon einmal auf der Uni?) Wie erklären Sie einer jungen – vielleicht alleinerziehenden – Mutter, dass sie Steuern zahlen muss, damit wir beide freien Hochschulzugang haben und damit wir beide keine Studienbeiträge zahlen müssen?! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Rudas: Studieren Sie? Waren Sie schon einmal auf der Uni?
Frau Kollegin Rudas, Sie sind die nächste Rednerin, und ich möchte Sie daher abschließend fragen: Was ist daran falsch ... (Zwischenruf der Abg. Rudas.) – Sie können ruhig auf oberlehrerhaft machen! Frau Kollegin Rudas, gehen Sie in sich und fragen Sie sich, was daran falsch ist, dass wir beide Studienbeiträge bezahlen! (Abg. Rudas: Studieren Sie? Waren Sie schon einmal auf der Uni?) Wie erklären Sie einer jungen – vielleicht alleinerziehenden – Mutter, dass sie Steuern zahlen muss, damit wir beide freien Hochschulzugang haben und damit wir beide keine Studienbeiträge zahlen müssen?! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Frau Kollegin Rudas, Sie sind die nächste Rednerin, und ich möchte Sie daher abschließend fragen: Was ist daran falsch ... (Zwischenruf der Abg. Rudas.) – Sie können ruhig auf oberlehrerhaft machen! Frau Kollegin Rudas, gehen Sie in sich und fragen Sie sich, was daran falsch ist, dass wir beide Studienbeiträge bezahlen! (Abg. Rudas: Studieren Sie? Waren Sie schon einmal auf der Uni?) Wie erklären Sie einer jungen – vielleicht alleinerziehenden – Mutter, dass sie Steuern zahlen muss, damit wir beide freien Hochschulzugang haben und damit wir beide keine Studienbeiträge zahlen müssen?! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.
Ich sage Ihnen von der SPÖ: Schämen Sie sich! (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte gleich mit einer Danksagung anfangen: Ich danke den vielen Studierenden, die für die Abschaffung der Studiengebühren gekämpft haben! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich glaube, Sie trauen sich nur nicht, sich hierher zu stellen und zu sagen: Freunde, wir wollen Eliten in diesem Land, und uns ist es gleichgültig, wie viele junge Menschen auf die Universität gehen können, uns ist es gleichgültig, ob jeder das studieren kann, was er möchte. Denn: Wir wollen für die Reichen noch mehr, wir wollen, dass die Reichen ihre Kinder auf die Unis schicken können, und was mit den anderen ist, ist uns einfach gleichgültig! – Stellen Sie sich doch einmal hier her und sagen Sie das, und fangen Sie nicht an, irgendwie weinerlich über die Studiengebühren zu sprechen! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Natürlich geht es nicht darum, ob ich Studiengebühren zahle oder nicht! Aber wie viele StudentInnen sind Nationalratsabgeordnete? Was ist das für ein Beispiel? Deswegen entschuldige ich mich für diese Geste! Aber ich war über ein so absurdes Argument eines doch noch sehr jungen Mannes äußerst überrascht! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP
Lassen Sie mich auch etwas zur politischen Kultur sagen: Ich erwarte mir für die nächste Legislaturperiode für junge Menschen in diesem Land eine Politik, die nicht mehr mit dem erhobenen Zeigefinger agiert (Zwischenrufe bei der ÖVP), eine Politik, die einfach auch auf die Menschen hört.
Zwischenruf des Abg. Hornek
Wenn die Österreichische Hochschülerschaft, die Interessenvertretung der Studierenden, die durchaus kritisch mit uns allen umgeht (Zwischenruf des Abg. Hornek) – also keine Angst, auch mit uns –, sagt, die Studierenden wollen keine Studiengebühren, dann hat man das auch einmal zu akzeptieren. – Danke vielmals. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn die Österreichische Hochschülerschaft, die Interessenvertretung der Studierenden, die durchaus kritisch mit uns allen umgeht (Zwischenruf des Abg. Hornek) – also keine Angst, auch mit uns –, sagt, die Studierenden wollen keine Studiengebühren, dann hat man das auch einmal zu akzeptieren. – Danke vielmals. (Beifall bei der SPÖ.)
Während Bundesminister Dr. Hahn zum Reden aufsteht, fällt das Mikrophon aus seiner Halterung. – Bundesminister Dr. Hahn: Die Technik bricht angesichts dessen, was wir bisher gehört haben, schon zusammen; aber das ist ja nicht weiter verwunderlich! – Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Wurm: Nicht die Technik, das ist das schlechte Gewissen!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächster Redner: Herr Bundesminister Dr. Hahn. – Bitte, Herr Bundesminister. (Während Bundesminister Dr. Hahn zum Reden aufsteht, fällt das Mikrophon aus seiner Halterung. – Bundesminister Dr. Hahn: Die Technik bricht angesichts dessen, was wir bisher gehört haben, schon zusammen; aber das ist ja nicht weiter verwunderlich! – Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Wurm: Nicht die Technik, das ist das schlechte Gewissen!)
Abg. Broukal – das „ou“ seines Namens als „o“ aussprechend –: Bitte, Herr Kollege: Broukal!
Bundesminister für Wissenschaft und Forschung Dr. Johannes Hahn: Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Vor allen Dingen wende ich mich auch an die Zuhörerinnen und Zuhörer hier im Plenarsaal: Ich wäre ehrlich gesagt gerne Zeuge gewesen, als die Herren Broukal, Grünwald und Graf zusammengesessen sind (Abg. Broukal – das „ou“ seines Namens als „o“ aussprechend –: Bitte, Herr Kollege: Broukal!) – bitte schön! –, gewürfelt und diverse Zahlen gefunden haben.
Abg. Dr. Grünewald: Das ist falsch! OECD!
Ich habe da einiges mitgeschrieben: Budgetrückgang 34,9 Prozent, 4 Prozent Studierendensteigerung versus 40 Prozent, 1 600 Ärzte 2012. (Abg. Dr. Grünewald: Das ist falsch! OECD!) – Also sensationell, was Sie da zusammengetragen haben! Begnadet! (Demonstrativer Beifall des Abg. Strache. – Abg. Strache: Ein Lob! Das ist ein Lob, ein Lob vom Herrn Minister!)
Demonstrativer Beifall des Abg. Strache. – Abg. Strache: Ein Lob! Das ist ein Lob, ein Lob vom Herrn Minister!
Ich habe da einiges mitgeschrieben: Budgetrückgang 34,9 Prozent, 4 Prozent Studierendensteigerung versus 40 Prozent, 1 600 Ärzte 2012. (Abg. Dr. Grünewald: Das ist falsch! OECD!) – Also sensationell, was Sie da zusammengetragen haben! Begnadet! (Demonstrativer Beifall des Abg. Strache. – Abg. Strache: Ein Lob! Das ist ein Lob, ein Lob vom Herrn Minister!)
Abg. Dr. Grünewald: Hat das etwas mit dem zu tun? – Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.
Ich habe auch aus den einzelnen Wortmeldungen herausgelesen, dass Sie allesamt, seien wir uns ehrlich, ein schlechtes Gewissen haben, dass Sie sich zusammenfinden mussten, um das heute zu beschließen, was Sie da beschließen wollen, ein sensationell schlechtes Gewissen. (Abg. Dr. Grünewald: Hat das etwas mit dem zu tun? – Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Grünewald: Nein, nur weil ich nur 6 Minuten Zeit gehabt habe!
Herr Grünewald, Sie haben auch schon bessere Reden abgeliefert als heute, und Sie wissen genau, warum das heute nicht gelungen ist: Weil Sie sich wahrscheinlich die nächsten Jahre in keinen Spiegel schauen können, wenn Sie das heute beschließen, was Sie beschließen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Grünewald: Nein, nur weil ich nur 6 Minuten Zeit gehabt habe!)
He-Rufe bei der SPÖ.
Aber ich bin ja immer noch geneigt, die Dinge auch inhaltlich zu argumentieren, daher werde ich Ihnen einmal inhaltlich erklären, warum das – und ich sage das ganz offen – ein Schwachsinn ist, was da heute beschlossen wird. (He-Rufe bei der SPÖ.) – Jaja, Entspannung! (Unruhe im Saal.) – Gut, ich nehme das zurück. Sagen wir, es ist eine nicht geglückte intellektuelle Aktion. (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.
Aber ich bin ja immer noch geneigt, die Dinge auch inhaltlich zu argumentieren, daher werde ich Ihnen einmal inhaltlich erklären, warum das – und ich sage das ganz offen – ein Schwachsinn ist, was da heute beschlossen wird. (He-Rufe bei der SPÖ.) – Jaja, Entspannung! (Unruhe im Saal.) – Gut, ich nehme das zurück. Sagen wir, es ist eine nicht geglückte intellektuelle Aktion. (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Muttonen: ... den Antrag nicht gelesen! – Abg. Dr. Grünewald: Wie lange? Wie lange?
Punkt 1, die Sinnhaftigkeit der Studienbeiträge: Wir haben das hier hinlänglich oft diskutiert, dass das Ergebnis dieser Studienbeiträge als Konsequenz hatte, dass die Zahl der prüfungsinaktiven Studierenden von über 40 Prozent auf 15 Prozent gesunken ist. Das waren übrigens 40 000 bis 50 000, die ja dann exmatrikuliert haben. (Abg. Mag. Muttonen: ... den Antrag nicht gelesen! – Abg. Dr. Grünewald: Wie lange? Wie lange?)
Beifall bei der ÖVP.
Das heißt, wenn Sie jetzt die Studienbeiträge abschaffen, werden sie in Hinkunft auch jene nicht mehr zahlen, die es sich leisten können. Gratuliere zu Ihrer unglaublichen „sozialen Treffsicherheit“! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Rudas: Aber Sie haben die Qualität so niedrig gemacht! – Abg. Mag. Wurm: Was haben denn Sie gemacht?
Die Konsequenz im Zusammenhang mit der Aufhebung der Zugangsbedingungen da und dort wird nämlich sein, dass sich jene, die es sich leisten können, ihre Kinder ins Ausland schicken, weil dort die Qualität der Universitäten nach dem, was Sie heute beschließen werden, ungleich höher sein wird als in Österreich. (Abg. Rudas: Aber Sie haben die Qualität so niedrig gemacht! – Abg. Mag. Wurm: Was haben denn Sie gemacht?) – Auch das sozusagen zum Nachdenken zum Thema soziale Sensibilität und soziale Symmetrie. Herzliche Gratulation zu dieser unglaublichen „Treffsicherheit“. (Abg. Broukal: Was haben denn Sie gemacht in eineinhalb Jahren?) – Das ist nicht jene Form von Mobilität, die ich mir wünsche, Herr Abgeordneter Broukal! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Brosz.)
Abg. Broukal: Was haben denn Sie gemacht in eineinhalb Jahren?
Die Konsequenz im Zusammenhang mit der Aufhebung der Zugangsbedingungen da und dort wird nämlich sein, dass sich jene, die es sich leisten können, ihre Kinder ins Ausland schicken, weil dort die Qualität der Universitäten nach dem, was Sie heute beschließen werden, ungleich höher sein wird als in Österreich. (Abg. Rudas: Aber Sie haben die Qualität so niedrig gemacht! – Abg. Mag. Wurm: Was haben denn Sie gemacht?) – Auch das sozusagen zum Nachdenken zum Thema soziale Sensibilität und soziale Symmetrie. Herzliche Gratulation zu dieser unglaublichen „Treffsicherheit“. (Abg. Broukal: Was haben denn Sie gemacht in eineinhalb Jahren?) – Das ist nicht jene Form von Mobilität, die ich mir wünsche, Herr Abgeordneter Broukal! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Brosz.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Brosz.
Die Konsequenz im Zusammenhang mit der Aufhebung der Zugangsbedingungen da und dort wird nämlich sein, dass sich jene, die es sich leisten können, ihre Kinder ins Ausland schicken, weil dort die Qualität der Universitäten nach dem, was Sie heute beschließen werden, ungleich höher sein wird als in Österreich. (Abg. Rudas: Aber Sie haben die Qualität so niedrig gemacht! – Abg. Mag. Wurm: Was haben denn Sie gemacht?) – Auch das sozusagen zum Nachdenken zum Thema soziale Sensibilität und soziale Symmetrie. Herzliche Gratulation zu dieser unglaublichen „Treffsicherheit“. (Abg. Broukal: Was haben denn Sie gemacht in eineinhalb Jahren?) – Das ist nicht jene Form von Mobilität, die ich mir wünsche, Herr Abgeordneter Broukal! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Brosz.)
Abg. Rudas – in den Gangreihen stehend –: Steuern nennt man das, so wie bei Ihrem Studium! – Ruf: Frau Präsidentin! Zwischenrufe nur vom Platz?!
Jetzt noch einmal zu den Zugangsbeschränkungen. Die Wahrheit ist: Irgendwann kommen wir alle nicht darum herum, dass wir uns einmal auch die Frage stellen, woher das Geld kommt. Können Sie sich daran erinnern? – Ihre Rede vom 7. November 2007! (Abg. Rudas – in den Gangreihen stehend –: Steuern nennt man das, so wie bei Ihrem Studium! – Ruf: Frau Präsidentin! Zwischenrufe nur vom Platz?!) – Das macht nichts, sie darf von überall sagen, was sie will, es ist nicht relevant. (Abg. Broukal: Sie dürfen von da oben ja auch jeden Blödsinn reden! – Unruhe im Saal.)
Abg. Broukal: Sie dürfen von da oben ja auch jeden Blödsinn reden! – Unruhe im Saal.
Jetzt noch einmal zu den Zugangsbeschränkungen. Die Wahrheit ist: Irgendwann kommen wir alle nicht darum herum, dass wir uns einmal auch die Frage stellen, woher das Geld kommt. Können Sie sich daran erinnern? – Ihre Rede vom 7. November 2007! (Abg. Rudas – in den Gangreihen stehend –: Steuern nennt man das, so wie bei Ihrem Studium! – Ruf: Frau Präsidentin! Zwischenrufe nur vom Platz?!) – Das macht nichts, sie darf von überall sagen, was sie will, es ist nicht relevant. (Abg. Broukal: Sie dürfen von da oben ja auch jeden Blödsinn reden! – Unruhe im Saal.)
Abg. Kopf: Jetzt reicht es aber! Das ist ja unerhört! – Weitere heftige Zwischenrufe bei der ÖVP.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Meine Damen und Herren, ich schlage vor, wieder etwas mehr Disziplin an den Tag zu legen, und das von beiden Seiten: von Seiten der Abgeordneten genauso wie von der Regierungsbank! (Abg. Kopf: Jetzt reicht es aber! Das ist ja unerhört! – Weitere heftige Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Lutz Weinzinger.
Jetzt noch ein paar Worte zu den Medizin-Unis: Meine Damen und Herren, was Sie hier heute beschließen, kann dazu führen, dass das lang erarbeitete, lang erkämpfte Moratorium, das uns die Europäische Union da zugestanden hat, gegenstandslos wird, und dann haben wir nicht 900 Studierende mehr, sondern Tausende Studierende mehr. (Zwischenruf des Abg. Lutz Weinzinger.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Lutz Weinzinger.
Aber vielleicht war das so von Ihnen gewollt, weil Sie ja möglicherweise kein Interesse an einer qualitätsvollen Ausbildung der in Österreich auch in Hinkunft tätig seienden Ärztinnen und Ärzte haben. Sie sollten sich einmal im Klaren darüber sein, was dieser heutige Beschluss bewirken kann. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Lutz Weinzinger.)
Abg. Strache: 500 österreichische Maturanten werden ... abgewiesen nur im Bereich Medizin!
Dieser Beschluss kann bewirken, dass wir dann keine Zugangsbeschränkungen und keine Quotenregelung mehr für die Medizin-Unis haben – mit all den Konsequenzen, die Sie dann zu verantworten haben, Herr Abgeordneter Graf, weil dann werden nicht 900 oder 1 000 Österreicherinnen und Österreicher studieren, sondern deutlich weniger, weil bekanntlich Deutschland da einen Faktor von 1 : 10 hat und die dann hier nach Österreich hereindrängen werden. (Abg. Strache: 500 österreichische Maturanten werden ... abgewiesen nur im Bereich Medizin!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Heinzl: Ihnen nicht mehr! Ihnen nicht mehr!
Zur Illustration, damit wir wissen, wovon wir reden: In Deutschland gibt es knapp über 9 000 Studienplätze für Medizin und über 38 000 Studierende, die dann die Möglichkeit haben, nach Österreich zu kommen. Wie Sie das alles hier verkraften wollen, das werden Sie mir noch erklären müssen – aber ich glaube, das können Sie nicht. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Heinzl: Ihnen nicht mehr! Ihnen nicht mehr!)
Abg. Mag. Gaßner: Weitaus besser als Sie!
kann. (Abg. Mag. Gaßner: Weitaus besser als Sie!) Ich verstehe es nicht – aber so soll es sein.
Abg. Brosz: Und die Studienbeiträge haben die Qualität ..., oder was?!
Jetzt zu den Kosten: Herr Abgeordneter Graf hat doziert, was alles sich die Universitätskonferenz wünscht, und die Wünsche, die Sie jetzt erfüllt haben. – Das Problem ist nur: Es glaubt Ihnen niemand, dass Sie diese Wünsche auch nur annähernd erfüllen können, denn das, was Sie heute beschließen, ist erstens einmal strukturell falsch, weil es an der Verbesserung, an der Hebung der Qualität der Universitäten nichts ändern wird (Abg. Brosz: Und die Studienbeiträge haben die Qualität ..., oder was?!), sondern es wird – im Gegenteil – zu weiteren Massenuniversitäten kommen mit Warteschlangen, mit mehr ausländischen Studierenden, die nicht wegen der Qualität der Universität, sondern wegen der unbeschränkten Verfügbarkeit und weil sie kostenlos ist, nach Österreich kommen. – By the way: Österreich wird dann das einzige von 46 Bologna-Ländern sein, das weder Zugangsbeschränkungen noch Studienbeiträge haben wird. Österreich ist diesbezüglich dann ein Schlaraffenland, was sich allerdings auf die Qualität von Lehre und in der Folge auch Forschung auswirken wird.
Abg. Dr. Grünewald: Sie wollten eine ... letztes Jahr, 2 Prozent des BIP! – Abg. Öllinger: Sie vergessen immer alles!
Reden wir doch Klartext, meine Damen und Herren: Das, was Sie heute beschließen, liegt in einer Größenordnung von mindestens 500 bis 600 Millionen € mehr pro Jahr, ohne dass es eine strukturelle Wirksamkeit an den Universitäten gibt. Das würde eine Ausdehnung des Universitätsbudgets um 25 bis 30 Prozent bedeuten. Und da bin ich bei allen Experten in der Wissenschafts-Community, dass wir alle uns das zwar wünschen, es aber nicht sehr realistisch ist. (Abg. Dr. Grünewald: Sie wollten eine ... letztes Jahr, 2 Prozent des BIP! – Abg. Öllinger: Sie vergessen immer alles!)
Abg. Strache: Die brauchen wir in Linz! In Linz eine Medizin-Uni!
Ich freue mich auf das Jahr 2020: Da brauchen wir pro Jahr 200 Millionen € mehr, damit wir die Qualität der Universitäten weiterentwickeln. Aber wenn Sie mit dieser Maßnahme, die Sie heute beschließen, durchkommen, dann bedarf es einer zusätzlichen Medizin-Uni, die in Wirklichkeit keiner braucht und die im Jahr 300 bis 350 Millionen € kostet. (Abg. Strache: Die brauchen wir in Linz! In Linz eine Medizin-Uni!)
Beifall bei der ÖVP.
Dann brauchen wir über 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Universitäten im Verwaltungsbereich, die jedes Semester die Lebensgewohnheiten der Studierenden zu kontrollieren haben, ob sie berufstätig sind oder nicht. Das ist die Wahrheit, meine Damen und Herren, und darüber sollten Sie sich auch im Klaren sein! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Wurm: Sie machen diese Verunsicherung! Sie machen das!
Ehrlich gesagt, diese Woodstock-Sentimentalität mit dieser Retro-/Opa-Politik führt zu einer Verunsicherung der Wissenschafts-Community. (Abg. Mag. Wurm: Sie machen diese Verunsicherung! Sie machen das!) Sie stoßen die Universitäten in das vorige Jahrhundert zurück, statt dass Sie darüber nachdenken, wie wir die Universitäten im 21. Jahrhundert entwickeln können.
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Heute wird nicht mehr primär gefragt, was man studiert, sondern wo man studiert. In der Zukunft wird die Qualität der Universität maßgeblich sein für die Beschäftigungsmöglichkeiten. Das sollten Sie sich in Erinnerung rufen, wenn Sie das heute hier beschließen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Es gibt manchmal die Hoffnung auf eine parlamentarischen Sternstunde. Das aber, was heute hier abläuft, ist definitiv keine parlamentarische Sternstunde, sondern was passiert ist, ist, dass ein Meteorit eingeschlagen hat – noch dazu kein kleiner, meine Damen und Herren. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ, Grünen und FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Bundesminister, ich glaube, dass es nicht in Ordnung ist, wenn Regierungsmitglieder die Arbeit des Gesetzgebers, des Parlaments, beurteilen! (Beifall bei SPÖ, Grünen und FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Wurm: Auch die berufstätigen Studierenden!
Der Kreis der Betroffenen ist aber ein noch viel, viel weiterer: Jeder Steuerzahler ist von dem geplanten Uni-Paket betroffen (Abg. Mag. Wurm: Auch die berufstätigen Studierenden!), es soll sich daher jeder Steuerzahler dazu äußern dürfen, ob er dazu bereit ist, mit seinen Steuermitteln eine Studiengebührenbefreiung von finanziell Bessergestellten zu finanzieren (Abg. Lutz Weinzinger: ... Volksabstimmung!), ich darf nämlich noch einmal daran erinnern, dass jene, die sich die Studienbeiträge nicht leisten können, die Beiträge im Wege der Studienförderung refundiert bekommen. Ihnen bringt der Antrag auf die Abschaffung der Studiengebühren daher gar nichts. Diese Art von sozialer Treffsicherheit, die Sie bei der Abschaffung der Studiengebühren sehen, kann ich hier nicht erkennen.
Abg. Lutz Weinzinger: ... Volksabstimmung!
Der Kreis der Betroffenen ist aber ein noch viel, viel weiterer: Jeder Steuerzahler ist von dem geplanten Uni-Paket betroffen (Abg. Mag. Wurm: Auch die berufstätigen Studierenden!), es soll sich daher jeder Steuerzahler dazu äußern dürfen, ob er dazu bereit ist, mit seinen Steuermitteln eine Studiengebührenbefreiung von finanziell Bessergestellten zu finanzieren (Abg. Lutz Weinzinger: ... Volksabstimmung!), ich darf nämlich noch einmal daran erinnern, dass jene, die sich die Studienbeiträge nicht leisten können, die Beiträge im Wege der Studienförderung refundiert bekommen. Ihnen bringt der Antrag auf die Abschaffung der Studiengebühren daher gar nichts. Diese Art von sozialer Treffsicherheit, die Sie bei der Abschaffung der Studiengebühren sehen, kann ich hier nicht erkennen.
Abg. Mag. Johann Maier: Ist die ÖVP die EU-Partei oder nicht?! – Zwischenruf des Abg. Lutz Weinzinger.
(Abg. Mag. Johann Maier: Ist die ÖVP die EU-Partei oder nicht?! – Zwischenruf des Abg. Lutz Weinzinger.)
Unruhe im Saal. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Strache: Das ist der Scherz des Abends! ... aber eine Volksabstimmung bei der EU ...! Das ist ja peinlich!
Meine sehr verehrten Damen und Herren, dies ist für uns tatsächlich Anlass genug, folgenden Antrag zu stellen. Ich darf einen Antrag auf Durchführung einer Volksabstimmung gemäß Artikel 43 des Bundes-Verfassungsgesetzes in Verbindung mit § 84 des Geschäftsordnungsgesetzes der Abgeordneten Karl, Kolleginnen und Kollegen zum Antrag 890/A einbringen. (Unruhe im Saal. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Strache: Das ist der Scherz des Abends! ... aber eine Volksabstimmung bei der EU ...! Das ist ja peinlich!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Also pflanzen lassen wir uns von Ihnen nicht!
Da Sie alle immer so begeistert sind von der Idee, Volksabstimmungen durchzuführen, bitte ich Sie hier um Ihre Zustimmung. – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Also pflanzen lassen wir uns von Ihnen nicht!)
Abg. Öllinger: Widersprechen Sie Ihrer Kollegin, bitte! Retten Sie die Ehre der ÖVP!
Abgeordneter Mag. Peter Eisenschenk (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Minister! Hohes Haus! (Abg. Öllinger: Widersprechen Sie Ihrer Kollegin, bitte! Retten Sie die Ehre der ÖVP!) – Herr Kollege! Herr Bundesminister Hahn hat hier vollkommen zu Recht gesagt, dass die Abschaffung der Studienbeiträge unsozial ist.
Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.
Da Sie das so ärgert, Herr Öllinger, sage ich Ihnen jetzt noch einmal die Fakten, warum das so ist, denn Sie alle ignorieren ein Faktum, das Sie nicht wegreden können. (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.)
Abg. Öllinger: Sie haben ja keine Ahnung!
Tatsache ist: Wer in Österreich aus einer einkommensschwachen Familie stammt, bekommt eine Studienbeihilfe. Bezieher einer solchen sind auch von den Studiengebühren befreit. (Abg. Öllinger: Sie haben ja keine Ahnung!) – Sie haben keine Ahnung! Daher ist es unsozial, wenn Sie diese abschaffen. Aus Ihrem Blickwinkel müssten Sie das ja auch so sehen, dass hier Besserverdienende durch Ihre Denkweise bevorzugt werden. Auch wenn es Ihnen nicht gefällt: Das österreichische Fördersystem, das Sie zerstören wollen, ist durchdacht und vorbildlich in der Positionierung – jetzt werden Sie sich noch mehr ärgern, Herr Öllinger – der Chancengleichheit. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Gehrer-Hahn – na danke!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Gehrer-Hahn – na danke!
Tatsache ist: Wer in Österreich aus einer einkommensschwachen Familie stammt, bekommt eine Studienbeihilfe. Bezieher einer solchen sind auch von den Studiengebühren befreit. (Abg. Öllinger: Sie haben ja keine Ahnung!) – Sie haben keine Ahnung! Daher ist es unsozial, wenn Sie diese abschaffen. Aus Ihrem Blickwinkel müssten Sie das ja auch so sehen, dass hier Besserverdienende durch Ihre Denkweise bevorzugt werden. Auch wenn es Ihnen nicht gefällt: Das österreichische Fördersystem, das Sie zerstören wollen, ist durchdacht und vorbildlich in der Positionierung – jetzt werden Sie sich noch mehr ärgern, Herr Öllinger – der Chancengleichheit. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Gehrer-Hahn – na danke!)
Beifall bei der ÖVP.
Bezieherkreis massiv ausgeweitet. – Das sagen Sie ihren Leuten nicht, weil Ihnen das unangenehm ist! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Kogler: Sagen Sie, was die Inserate kosten!
Jeder dritte Fachhochschul-Studierende und jede Fünfte Studierende an der Universität bekommt Studienbeihilfe. Natürlich, das ist auch gut so! Das ist ein Bonus, der dann später wieder der Gesellschaft zugute kommt, übrigens auch für jene, die leistungsbereit sind – das ist ein zentraler Punkt –, daher sind Ihre Argumente, dass die Studiengebühren Studenten aus einkommensschwächeren Familien den Zugang zum Studium erschweren, einfach nicht haltbar. (Abg. Mag. Kogler: Sagen Sie, was die Inserate kosten!)
Ruf: Die Fragestellung waren ja Suggestivfragen!
Meine sehr verehrten Damen und Herren, das ist nicht nur meine Meinung, das ist die Meinung der Rektoren, das ist die Meinung der Studenten, auch wenn Sie jetzt natürlich die Umfrage kleinreden, nur weil dabei herauskommt, dass 67 Prozent der Absolventen der Meinung sind, dass wir sie nicht abschaffen sollen, und 61 Prozent der Studenten wollen, ... (Ruf: Die Fragestellung waren ja Suggestivfragen!) – Ich sage Ihnen jetzt etwas, Herr Professor: Im morgigen „Kurier“ finden Sie die Schlagzeile: „Studiengebühren-Aus birgt Dilemma“. Es liegt in Ihrer Hand, dieses Dilemma zu verhindern. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr verehrten Damen und Herren, das ist nicht nur meine Meinung, das ist die Meinung der Rektoren, das ist die Meinung der Studenten, auch wenn Sie jetzt natürlich die Umfrage kleinreden, nur weil dabei herauskommt, dass 67 Prozent der Absolventen der Meinung sind, dass wir sie nicht abschaffen sollen, und 61 Prozent der Studenten wollen, ... (Ruf: Die Fragestellung waren ja Suggestivfragen!) – Ich sage Ihnen jetzt etwas, Herr Professor: Im morgigen „Kurier“ finden Sie die Schlagzeile: „Studiengebühren-Aus birgt Dilemma“. Es liegt in Ihrer Hand, dieses Dilemma zu verhindern. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Strache: Das ist richtig!
Wenn es wie beim EU-Vertrag um eine Änderung – eine Gesamtänderung, eine teilweise Änderung – der Verfassung geht, lockt man Ihnen keine Volksabstimmung heraus (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Strache: Das ist richtig!), wenn es aber um die Abschaffung der Studienbeiträge geht, wollen Sie eine solche? – Bei ihrer Einführung haben wir das nicht gemacht! Bei ihrer Einführung wäre es wahrscheinlich sogar besser gewesen, sage ich, da wäre es noch sinnvoll gewesen.
Beifall bei der FPÖ.
Wenn Sie zum Beispiel eine Volksabstimmung dahin gehend machen würden, dass in Österreich die Abgabenquote nicht über 40 Prozent liegen darf und wir das mittels Volksabstimmung in die Verfassung schreiben, dann bin ich schon dabei. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Auf einmal!
Aber doch nicht, wenn man einen Studienbeitrag abschafft. Da werden wir nicht mitgehen, denn das packe ich nicht mehr. Es gibt viele Dinge, die man mit einer Volksabstimmung hätte machen können. Und wenn der Untergang der Demokratie oder des Parlamentarismus jetzt von Ihnen beschworen wird, dann ist das durchschaut. (Abg. Ing. Westenthaler: Auf einmal!)
Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.
vorlage, das unterscheidet sich davon. Und es lebt der Parlamentarismus, wenn endlich auch einmal Gesetze hier im Parlament gemacht werden und nicht mehr bloß von der Regierungsbank – dann lebt der Parlamentarismus! (Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Sie haben das Sicherheitspolizeigesetz ohne Begutachtung gemacht, mit Initiativantrag, und auch Ähnliches mehr, wo es auch keine Begutachtung gab. Das war Ihnen keine Volksabstimmung wert. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.) Da ist aber in Grundrechte eingegriffen worden. Aber in der Frage, ob es Studienbeiträge geben soll oder nicht, wollen Sie auf einmal eine Volksabstimmung, wobei ich Ihnen zitieren kann – die Zeitungsartikel habe ich hier –, dass die Rektorenkonferenz, als sie eingeführt worden sind, gesagt hat: Ein wahnsinniger Verwaltungsaufwand von 37 Millionen Schilling kommt auf die Universitäten zu, wenn wir das einheben müssen, und die gehen zu Lasten der Forschung! Na, von diesem wahnsinnigen Verwaltungsaufwand befreien wir sie jetzt. So einfach ist das. (Heiterkeit und Beifall bei FPÖ, SPÖ und Grünen.) – Noch einmal, an die Rektorenkonferenz: Von dieser Last befreien wir die Universitäten jetzt!
Heiterkeit und Beifall bei FPÖ, SPÖ und Grünen.
Sie haben das Sicherheitspolizeigesetz ohne Begutachtung gemacht, mit Initiativantrag, und auch Ähnliches mehr, wo es auch keine Begutachtung gab. Das war Ihnen keine Volksabstimmung wert. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.) Da ist aber in Grundrechte eingegriffen worden. Aber in der Frage, ob es Studienbeiträge geben soll oder nicht, wollen Sie auf einmal eine Volksabstimmung, wobei ich Ihnen zitieren kann – die Zeitungsartikel habe ich hier –, dass die Rektorenkonferenz, als sie eingeführt worden sind, gesagt hat: Ein wahnsinniger Verwaltungsaufwand von 37 Millionen Schilling kommt auf die Universitäten zu, wenn wir das einheben müssen, und die gehen zu Lasten der Forschung! Na, von diesem wahnsinnigen Verwaltungsaufwand befreien wir sie jetzt. So einfach ist das. (Heiterkeit und Beifall bei FPÖ, SPÖ und Grünen.) – Noch einmal, an die Rektorenkonferenz: Von dieser Last befreien wir die Universitäten jetzt!
Zwischenruf der Abg. Rauch-Kallat.
Der einzige Lenkungseffekt, den Studienbeiträge gehabt haben – und das ist für mich keine Fahnenfrage, aber das dürfte in Wirklichkeit für Sie auch keine sein –, ist, Langzeitbummelstudenten in den Griff zu bekommen. (Zwischenruf der Abg. Rauch-Kallat.) Das ist gelungen. Und die Bummelstudenten müssen auch in Zukunft Studienbeiträge zahlen. Insofern haben wir sie nur teilweise abgeschafft. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ.) Das müssen Sie aber auch der Vollständigkeit halber erwähnen. Um nichts anderes geht es.
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Der einzige Lenkungseffekt, den Studienbeiträge gehabt haben – und das ist für mich keine Fahnenfrage, aber das dürfte in Wirklichkeit für Sie auch keine sein –, ist, Langzeitbummelstudenten in den Griff zu bekommen. (Zwischenruf der Abg. Rauch-Kallat.) Das ist gelungen. Und die Bummelstudenten müssen auch in Zukunft Studienbeiträge zahlen. Insofern haben wir sie nur teilweise abgeschafft. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ.) Das müssen Sie aber auch der Vollständigkeit halber erwähnen. Um nichts anderes geht es.
Beifall bei der FPÖ.
Dass Ausländer, dass Drittstaat-Ausländer, jetzt nach wie vor Studienbeiträge zahlen müssen, das dürfen Sie auch nicht verschweigen; dass in Wirklichkeit der Österreicher jetzt endlich den Konventionsflüchtlingen und Asylanten gleichgestellt wird, weil die schon ewig befreit waren, das ist für uns auch notwendig und wichtig, weil wir die Österreicher stützen wollen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Jetzt wollen Sie eine Volksabstimmung über die Abschaffung der Studienbeiträge, obwohl nicht einmal ein Rechtsanspruch dahintergestanden ist, während Sie sich keine Sorgen gemacht haben, Herr Klubobmann Schüssel, wenn ein Studierender eine Diplomarbeit abgegeben hat und ein Professor sie eineinhalb Jahre nicht angeschaut hat und der Student in der Zwischenzeit gezahlt und gezahlt und gezahlt hat – da haben Sie nicht geholfen! (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von Grünen und SPÖ.
Herr Kollege da hinten in der letzten Reihe, die Universitäten haben ein Konto. Sie können jederzeit das Geld einzahlen. Spenden sind willkommen. Zahlen Sie weiter! (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von Grünen und SPÖ.)
Abg. Scheibner: So ist es ja! – Abg. Dr. Schüssel: Das stimmt ja!
„Die Studienbeiträge von 363 € pro Semester haben die Durchschnittsdauer um ein Jahr verkürzt. Daher gab es kaum noch Studierende, die keine Prüfung ablegen. Rund jeder dritte Studierende an Fachhochschulen und jeder fünfte Studierende an Universitäten bekommt durch eine Studienförderung die Studienbeiträge ersetzt. Was meinen Sie: Sollen die Studienbeiträge abgeschafft werden und der Steuerzahler“ – (Abg. Scheibner: So ist es ja! – Abg. Dr. Schüssel: Das stimmt ja!) für den Einnahmenausfall (150 Millionen € pro Jahr) – „aufkommen, oder sollen die Studienbeiträge erhalten bleiben, da sie ein moderater Beitrag zu den Kosten eines Studiums sind?“
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von Grünen und SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Mag. Hakl.
Das war die Frage! Danach wurde gefragt: Sollen die Studienbeiträge abgeschafft werden oder erhalten bleiben? Was nicht gefragt wurde, hätte geheißen: Sind Sie Dilo wirklich dafür, dass man sie abschaffen soll? (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von Grünen und SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Mag. Hakl.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Abgeordneter Josef Broukal (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das ist nicht mein letzter Tag, aber meine letzte Sitzung hier im Nationalrat, und ich sage Ihnen ganz ehrlich: Ich gehe sicher mit einem sehr zufriedenen Gefühl nach Hause! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Dr. Kräuter: Na super!
Wir haben in diesen Tagen alle in den Zeitungen Erfolgsbilanzen von Ministerinnen und Ministern gesehen. Wissen Sie, was die einzige Erfolgsbilanz des Ministers Hahn in seiner eigenen Darstellung ist? – Dass er in 17 Monaten Amtszeit die in sieben Jahren von ihm und seiner Vorgängerin nicht erhöhten Stipendien unter der Inflationsrate erhöht hat. Das ist die einzige Erfolgsbilanz, die er in Zeitungen annonciert! (Abg. Dr. Kräuter: Na super!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Dieser Minister, der das Hohe Haus mit dem Wort „Schwachsinn“ beleidigt, hat in diesen 17 Monaten viel getan, aber nichts gearbeitet! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.) – Wenig gearbeitet.
Abg. Mag. Hakl: Ja, und in den Blauen gefunden!
Deshalb habe ich mich schon vor einem halben Jahr dazu entschlossen, mich nicht mehr auf die Hinhaltetaktik und die ewig leeren und falschen Versprechungen dieses Ministers zu verlassen, sondern im Wissenschaftsausschuss des Nationalrats nach neuen Verbündeten zu suchen. (Abg. Mag. Hakl: Ja, und in den Blauen gefunden!)
Ruf bei der SPÖ: Zurücktreten! – Abg. Dr. Stummvoll: Broukal tritt eh zurück!
Im Budgetentwurf des Finanzministers für das Wissenschaftsministerium ist ein Minus von 34,9 Millionen eingetragen gewesen. – So sehr haben Sie vorgearbeitet, Herr Minister. Nichts haben Sie getan! (Ruf bei der SPÖ: Zurücktreten! – Abg. Dr. Stummvoll: Broukal tritt eh zurück!)
Abg. Dr. Schüssel: Der Dienstpostenplan ist Sache des Bundeskanzlers! Da können Sie gleich anfangen, bei Ihnen zu diskutieren! – Bundesminister Dr. Hahn: Wahnsinn!
Herr Minister Hahn, Sie haben in den letzten Monaten feststellen müssen, dass das passiert, was passiert, wenn man nichts tut, dass nämlich dann andere tätig werden. Jawohl! Es gibt eine neue Mehrheit in diesem Haus, die nicht mehr darauf wartet, bis Sie und der Herr Molterer bereit sind, Geld, das den Universitäten seit Jahren versprochen ist, zu geben, Professuren, die den Unis seit Jahren vorenthalten werden, endlich zu finanzieren, und Studienplätze, die nicht und nicht ausgebaut werden, doch an die steigende Nachfrage anzupassen. Ich will mich nicht darauf verlassen, dass Sie vielleicht einmal so gut aufgelegt sind, denn vielleicht sind wir in der nächsten Legislaturperiode wieder mit Ihnen in einer Koalition, wo Sie das wieder torpedieren. (Abg. Dr. Schüssel: Der Dienstpostenplan ist Sache des Bundeskanzlers! Da können Sie gleich anfangen, bei Ihnen zu diskutieren! – Bundesminister Dr. Hahn: Wahnsinn!)
Beifall bei SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Nein! Wir haben Ihre Mauer des Widerstands eingerissen, und es gibt ein breites Tor für mehr Geld und mehr Studienplätze an Österreichs Universitäten. (Beifall bei SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Anhaltender Beifall bei SPÖ, Grünen und FPÖ.
Sie mögen Recht haben, wenn Sie sagen, dass manches von dem, was wir jetzt beschlossen haben, ein bisserl sehr ambitioniert ist. Ja, aber wissen Sie, nur wer nichts tut, macht keine Fehler. – Auf Wiedersehen, Herr Minister! (Anhaltender Beifall bei SPÖ, Grünen und FPÖ.)
Abg. Dr. Schüssel: Weil so gut gearbeitet wurde!
Hierzu haben die Abgeordneten Broukal, Dr. Graf, Dr. Grünewald, Kolleginnen und Kollegen einen Zusatz- beziehungsweise Abänderungsantrag eingebracht. (Abg. Dr. Schüssel: Weil so gut gearbeitet wurde!)
Anhaltender lebhafter Beifall bei SPÖ, Grünen und FPÖ. – Beifall auf der Zuschauergalerie. – Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.
Ich bitte jene Damen und Herren, die dem vorliegenden Gesetzentwurf auch in dritter Lesung ihre Zustimmung erteilen, um ein diesbezügliches Zeichen. – Das ist die Mehrheit. Der Gesetzentwurf ist somit auch in dritter Lesung angenommen. (Anhaltender lebhafter Beifall bei SPÖ, Grünen und FPÖ. – Beifall auf der Zuschauergalerie. – Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.) – Meine Damen und Herren, wir sind mitten im Abstimmungsvorgang!
Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.
Da dieses Verlangen von 20 Abgeordneten gestellt wurde, ist die namentliche Abstimmung durchzuführen. Ich gehe daher so vor: (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.) Meine Damen und Herren, darf ich Sie um Aufmerksamkeit bitten!
Über Namensaufruf durch die Schriftführerin Hagenhofer und den Schriftführer Jakob Auer werfen die Abgeordneten die Stimmzettel in die Urne.
(Über Namensaufruf durch die Schriftführerin Hagenhofer und den Schriftführer Jakob Auer werfen die Abgeordneten die Stimmzettel in die Urne.)
Beifall bei SPÖ und Grünen. – Bravorufe bei der SPÖ.
Der Antrag ist somit abgelehnt. (Beifall bei SPÖ und Grünen. – Bravorufe bei der SPÖ.)
ruf bei der ÖVP: Wo ist der Herr Broukal?
Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Mehrheit. Angenommen. (E 97.) (ruf bei der ÖVP: Wo ist der Herr Broukal?)
Ruf bei der ÖVP: Wo ist der Broukal?
Wir kommen ferner zur Abstimmung über den Entschließungsantrag 891/A der Abgeordneten Broukal, Dr. Graf, Dr. Grünewald, Kolleginnen und Kollegen betreffend bessere finanzielle Ausstattung der Universitäten. (Ruf bei der ÖVP: Wo ist der Broukal?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Großruck: Der Faymann möchte gar nicht Bundeskanzler werden!
teren wichtigen Punkt für die Familien in unserem Land, mit dem wir uns vor den Wahlen an alle Familien wenden, denn Familien brauchen Unterstützung. Familien mit Kindern brauchen Unterstützung für ihre Kinder – nicht ab einem gewissen Lebensalter, sondern ab dem Tag der Geburt. Und dafür stehen wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Großruck: Der Faymann möchte gar nicht Bundeskanzler werden!)
Abg. Großruck: Geh, geben Sie Ruhe!
Meine sehr geehrten Damen und Herren von der ÖVP, Sie versuchen, den heutigen Tag so darzustellen, als wäre das parlamentarisch eine große Herausforderung – Sie sind dieser Herausforderung nicht gewachsen! (Abg. Großruck: Geh, geben Sie Ruhe!) Denn Sie sind nicht dafür eingetreten, dass wir für die Familien in unserem Land Unterstützung suchen, gemeinsam arbeiten, ohne sozial zu selektieren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Großruck: Sie wollen gar nicht, dass Faymann Bundeskanzler wird!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Großruck: Sie wollen gar nicht, dass Faymann Bundeskanzler wird!
Meine sehr geehrten Damen und Herren von der ÖVP, Sie versuchen, den heutigen Tag so darzustellen, als wäre das parlamentarisch eine große Herausforderung – Sie sind dieser Herausforderung nicht gewachsen! (Abg. Großruck: Geh, geben Sie Ruhe!) Denn Sie sind nicht dafür eingetreten, dass wir für die Familien in unserem Land Unterstützung suchen, gemeinsam arbeiten, ohne sozial zu selektieren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Großruck: Sie wollen gar nicht, dass Faymann Bundeskanzler wird!)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter August Wöginger (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Kollegin Lapp, Ihnen ist nichts zu schäbig hier in diesem Haus, um gegen die ÖVP vorzugehen – nicht einmal ein gestohlener Antrag. Denn die 13. Familienbeihilfe ist und bleibt eine Initiative von Vizekanzler Molterer – das wissen Sie ganz genau! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Faymann, Sie haben heute in der „ZiB 2“ verkündet, dass viereinhalb Punkte durchgegangen sind, Sie müssen jedoch diesen abziehen, denn der ist nicht aus Ihrem Programm, das ist eine Initiative der Österreichischen Volkspartei! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Riepl
Familien mit Kindern brauchen unsere Unterstützung (Zwischenruf des Abg. Riepl) – dazu bekennen wir uns –, und auch mit dieser Regelung können wir die Teuerung abgelten.
Abg. Riepl: Weil wir Sie dazu gezwungen haben!
Ich kann Ihnen erklären, warum auch wir uns letzten Endes für alle Kinder entschieden haben. Die Diskussion hat stattgefunden. (Abg. Riepl: Weil wir Sie dazu gezwungen haben!) – Das ist nicht wahr, Herr Kollege Riepl! (Abg. Riepl: Na sicher!) Wir haben uns zusammengesetzt und haben nachgedacht (Heiterkeit, demonstrativer Beifall sowie Zwischenrufe bei der SPÖ): Für Kinder ab sechs Lebensjahren sind die Ausgaben deutlich höher als für kleinere Kinder. Es gibt in den Bundesländern, beispielsweise in Oberösterreich, auch Förderungen zwischen dem dritten und dem sechsten Lebensjahr. Und wir haben das gestaffelte Kinderbetreuungsgeld bis zum dritten Lebensjahr. Daher beginnt die wirkliche Belastung mit sechs Jahren.
Abg. Riepl: Na sicher!
Ich kann Ihnen erklären, warum auch wir uns letzten Endes für alle Kinder entschieden haben. Die Diskussion hat stattgefunden. (Abg. Riepl: Weil wir Sie dazu gezwungen haben!) – Das ist nicht wahr, Herr Kollege Riepl! (Abg. Riepl: Na sicher!) Wir haben uns zusammengesetzt und haben nachgedacht (Heiterkeit, demonstrativer Beifall sowie Zwischenrufe bei der SPÖ): Für Kinder ab sechs Lebensjahren sind die Ausgaben deutlich höher als für kleinere Kinder. Es gibt in den Bundesländern, beispielsweise in Oberösterreich, auch Förderungen zwischen dem dritten und dem sechsten Lebensjahr. Und wir haben das gestaffelte Kinderbetreuungsgeld bis zum dritten Lebensjahr. Daher beginnt die wirkliche Belastung mit sechs Jahren.
Heiterkeit, demonstrativer Beifall sowie Zwischenrufe bei der SPÖ
Ich kann Ihnen erklären, warum auch wir uns letzten Endes für alle Kinder entschieden haben. Die Diskussion hat stattgefunden. (Abg. Riepl: Weil wir Sie dazu gezwungen haben!) – Das ist nicht wahr, Herr Kollege Riepl! (Abg. Riepl: Na sicher!) Wir haben uns zusammengesetzt und haben nachgedacht (Heiterkeit, demonstrativer Beifall sowie Zwischenrufe bei der SPÖ): Für Kinder ab sechs Lebensjahren sind die Ausgaben deutlich höher als für kleinere Kinder. Es gibt in den Bundesländern, beispielsweise in Oberösterreich, auch Förderungen zwischen dem dritten und dem sechsten Lebensjahr. Und wir haben das gestaffelte Kinderbetreuungsgeld bis zum dritten Lebensjahr. Daher beginnt die wirkliche Belastung mit sechs Jahren.
Abg. Öllinger: Sagt, für wen das bezahlt wird!
Es geht um das Bezahlen der Beiträge, den Bundesbeitrag, damit die Pensionstöpfe gefüllt werden. Wir haben doch ein Umlageverfahren, sodass die Generationen, die in der „Leistung stehen“, die etwas erwirtschaften, das bezahlen müssen. (Abg. Öllinger: Sagt, für wen das bezahlt wird!) Aber das sagen Sie bei dieser Diskussion nicht dazu, und das stimmt mich traurig. (Abg. Öllinger: Kollege Wöginger, für wen wird das bezahlt?)
Abg. Öllinger: Kollege Wöginger, für wen wird das bezahlt?
Es geht um das Bezahlen der Beiträge, den Bundesbeitrag, damit die Pensionstöpfe gefüllt werden. Wir haben doch ein Umlageverfahren, sodass die Generationen, die in der „Leistung stehen“, die etwas erwirtschaften, das bezahlen müssen. (Abg. Öllinger: Sagt, für wen das bezahlt wird!) Aber das sagen Sie bei dieser Diskussion nicht dazu, und das stimmt mich traurig. (Abg. Öllinger: Kollege Wöginger, für wen wird das bezahlt?)
Beifall bei der ÖVP.
Etwas enttäuscht bin ich schon, wenn hier Milliardenbeträge beschlossen werden, die den nachkommenden Generationen noch lange – noch lange! – zur Last fallen werden, wenn unsere Kinder und Enkelkinder noch zu bezahlen haben werden, was heute hier bei diesem Basar alles beschlossen wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Noch zwei Punkte, die in Zukunft kommen werden: das Gratiskindergartenjahr und zu guter Letzt mit der Steuerreform, wenn wir das Geld erwirtschaftet haben, Absetzbeträge für unversorgte Kinder. – So stellen wir uns eine Entlastung vor, die auch finanzierbar ist, die leistbar ist und nicht auf dem Rücken der jungen Menschen erfolgt. (Beifall bei der ÖVP.)
Ruf bei der ÖVP: Das hat mit dem nichts zu tun!
Ich berichtige: Bundesminister Dr. Erwin Buchinger und die damalige Frauenministerin Doris Bures haben im Februar und März darauf hingewiesen, dass die Familienbeihilfe seit dem Jahr 2000 nicht mehr erhöht worden ist. Die ÖVP hat damals diesen Vorstoß abgelehnt. (Ruf bei der ÖVP: Das hat mit dem nichts zu tun!)
Beifall bei der SPÖ.
Das ist und bleibt eine Initiative der sozialdemokratischen Regierungsfraktion. (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei der SPÖ: Die Grünen haben gar keinen Antrag eingebracht!
Abgeordnete Sabine Mandak (Grüne): Herr Präsident! Hohes Haus! Die Tatsache, dass wir jetzt unter diesem Tagesordnungspunkt zwei von der Absicht her vollkommen gleiche Anträge vorliegen haben, aber zwei Anträge, die dennoch nicht „wortident“ sind, zeigt einmal mehr, wie unfähig ÖVP und SPÖ leider sind, sich in einer Sache endlich zusammenzuschließen (Ruf bei der SPÖ: Die Grünen haben gar keinen Antrag eingebracht!), wenn sie inhaltlich der gleichen Meinung sind. Sie sind nicht fähig, einen „wortidenten“ Antrag zu machen! Das ist ein Armutszeugnis, werte Kolleginnen und Kollegen von diesen beiden Parteien! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Sabine Mandak (Grüne): Herr Präsident! Hohes Haus! Die Tatsache, dass wir jetzt unter diesem Tagesordnungspunkt zwei von der Absicht her vollkommen gleiche Anträge vorliegen haben, aber zwei Anträge, die dennoch nicht „wortident“ sind, zeigt einmal mehr, wie unfähig ÖVP und SPÖ leider sind, sich in einer Sache endlich zusammenzuschließen (Ruf bei der SPÖ: Die Grünen haben gar keinen Antrag eingebracht!), wenn sie inhaltlich der gleichen Meinung sind. Sie sind nicht fähig, einen „wortidenten“ Antrag zu machen! Das ist ein Armutszeugnis, werte Kolleginnen und Kollegen von diesen beiden Parteien! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Deswegen stelle ich jetzt einen Antrag auf Rückverweisung des Antrages 888/A. Jetzt können Sie mich steinigen und geißeln – es hätte auch der andere sein können. Es ist nämlich völlig gleich, weil in beiden das Gleiche drinsteht. Und wenn der Antrag zurückverwiesen wird – das hoffe ich –, dann haben wir nur einen Antrag abzustimmen, und ich hoffe, dass alle Mitglieder dieses Hohen Hauses mündig genug sind, zuzustimmen, auch wenn nicht ihr eigener Name unter dem Antrag steht. – Nicht im eigenen Interesse, sondern denken Sie ein Mal an die Familien, um die es hier geht! – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Rufe bei der ÖVP: Rot-Blau!
Abgeordneter Ing. Norbert Hofer (FPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Ich frage mich wirklich, wie es nach dieser Wahl weitergehen soll. (Rufe bei der ÖVP: Rot-Blau!) Der Hass zwischen den beiden Regierungsparteien ist so abgrundtief, dass man sich die Frage stellt: Wie werdet ihr beide dann weiterarbeiten?
Abg. Öllinger: FPÖ-BZÖ ist doch auch nicht schlecht?!
Wir wissen, dass sowohl SPÖ als auch ÖVP das Modell der großen Koalition bevorzugen. Ich bin wirklich gespannt, wie es weitergeht, meine Damen und Herren. (Abg. Öllinger: FPÖ-BZÖ ist doch auch nicht schlecht?!) – Na ja, Sie wissen eh, das ist aber auch verständlich – oder? – nach allem, was da vorgefallen ist. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wir wissen, dass sowohl SPÖ als auch ÖVP das Modell der großen Koalition bevorzugen. Ich bin wirklich gespannt, wie es weitergeht, meine Damen und Herren. (Abg. Öllinger: FPÖ-BZÖ ist doch auch nicht schlecht?!) – Na ja, Sie wissen eh, das ist aber auch verständlich – oder? – nach allem, was da vorgefallen ist. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Heiterkeit. – Abg. Dr. Stummvoll: Sie ist hellwach! – Abg. Dr. Schüssel: Haben Sie wirklich keine besseren Argumente?
Der erste Antrag betrifft den Kinderabsetzbetrag, nämlich aufgrund der 13. Familienbeihilfe, die jetzt kommen wird. Dann ist es völlig egal, wessen Idee das war. Tatsache ist aber, dass zuerst die ÖVP gefordert hat, das nur für Schulkinder umzusetzen. – Frau Rauch-Kallat schläft schon wieder. Guten Morgen, Frau Kollegin! (Heiterkeit. – Abg. Dr. Stummvoll: Sie ist hellwach! – Abg. Dr. Schüssel: Haben Sie wirklich keine besseren Argumente?)
Beifall bei der FPÖ.
Ich bitte Sie um Ihre Unterstützung dafür. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das ist ein Beitrag zur allgemeinen und umfassenden Daseinsvorsorge für die Familien. Ich hoffe auch auf Zustimmung der anderen Fraktionen. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Dem Armutsbericht konnte man entnehmen, dass mehr als ein Viertel, nämlich 27 Prozent der armutsgefährdeten Personen in Österreich Kinder und Jugendliche sind. Daher ist es für die SPÖ von großer Bedeutung, hier einen wichtigen und richtigen Schritt zur Entlastung zu setzen, denn den Familien muss man mit einer sozialen Maßnahme gegen die Teuerung durch diese zusätzliche Familienbeihilfe sofort helfen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Von der heutigen Zustimmung profitieren rund 1,8 Millionen Kinder und junge Menschen in unserem Land. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe des Abg. Dr. Jarolim.
Die Maßnahme, die wir heute vorgeschlagen haben, ist wieder eine sehr treffsichere Maßnahme in der Familienpolitik, wo es darum geht, vor allem jene Familien zu unterstützen, die mit dem Schulbeginn zu kämpfen haben, womit durchaus Mehrkosten verbunden sind. Da haben vor allem junge Familien etwas davon, da haben vor allem AlleinerzieherInnen etwas davon. Das ist eine zusätzliche Unterstützung von bis zu 300 €, die zur Verfügung stehen, die auch den Kindern in diesem Land zugute kommen sollen. (Zwischenrufe des Abg. Dr. Jarolim.)
Abg. Öllinger: Lange hat es gedauert!
Wir haben ein sehr umfangreiches Zukunftspaket für die Familien vorgelegt. Dazu gehört auch das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld (Abg. Öllinger: Lange hat es gedauert!), dazu gehören, dass das letzte Kindergartenjahr gratis ist, und natürlich auch die steuerliche Absetzbarkeit der Kinderbetreuungskosten. Und zuletzt ist auch die Einführung des steuerlichen Existenzminimums etwas, was vor allem den Familien zugute kommt.
Beifall bei der ÖVP.
Deshalb ist die richtige Wahl, am 28. September die Familienpartei ÖVP zu wählen und nicht auf das Auslaufmodell SPÖ zu setzen. Wir setzen nämlich in die Familien ein Zukunftsmodell, während die SPÖ Familien zum Auslaufmodell erklärt. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Großruck: Haben wir schon gehört!
Abgeordnete Mag. Andrea Kuntzl (SPÖ): Sehr geehrte Damen und Herren! Wir werden heute mit der Einführung der 13. Familienbeihilfe einen wichtigen weiteren Schritt zur Entlastung der Familien setzen. Es ist in der Tat keine besonders elegante Situation, dass dazu zwei Anträge vorliegen, die im Prinzip das Gleiche meinen. Ich möchte aber in Erinnerung rufen, wie diese Situation zustande gekommen ist. (Abg. Großruck: Haben wir schon gehört!)
Beifall bei SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Aber, sehr geehrte Damen und Herren, es soll ja wirklich nicht darauf ankommen, ob mein Name oder der Name der Kollegin Steibl auf dem Antrag steht, der dann beschlossen werden wird. Sollte der Rückverweisungsantrag unseres Antrages eine Mehrheit finden, werden wir nicht anstehen, dem ÖVP-Antrag zuzustimmen, obwohl wir natürlich unseren Antrag besser und konkreter finden, aber letztlich wollen wir das Gleiche. Und es kommt doch darauf an, die 13. Familienbeihilfe heute gemeinsam zu beschließen und dazu beizutragen, die Familien zu entlasten. (Beifall bei SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Warum im September? – Man kann jetzt lange darüber diskutieren, ob alle, ob ab sechs Jahren, ob in irgendeiner Form, natürlich wollen wir alle Familien unterstützen, aber, Sie werden mir recht geben, insbesondere jene Familien, die durch den Schulanfang finanziell besonders belastet sind, brauchen dieses Geld ganz besonders. Und glauben Sie mir, wir haben da genug Erfahrung. Daher meine ich auch, dass das die erste Intention war. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es ist nämlich Geld, das jetzt nicht nur im Rahmen der Familienbeihilfe weitergegeben wird, sondern da werden auch alle zusätzlichen Zahlungen mit berücksichtigt – die Altersstaffelung, auch die Geschwisterstaffelung und vor allem auch die erhöhte Familienbeihilfe für erheblich behinderte Kinder. Das heißt, wir treffen damit sozial richtig vor allem Familien, die mehrere Kinder haben, aber auch Familien, die mit der Situation leben müssen, ein erheblich behindertes Kind zu haben. Ich denke, da setzen wir nicht nur zum richtigen Zeitpunkt die richtige Tat, sondern tun dies auch für die sozial richtige Gruppe. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Das ist etwas, was ich mir auch wünsche; das muss man bei diesen Diskussionen, auch als wirtschaftliche Überlegung, im Auge behalten. – Herzlichen Dank. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei SPÖ, ÖVP, Grünen und FPÖ.
Ich bitte jene Damen und Herren, die dem vorliegenden Gesetzentwurf auch in dritter Lesung ihre Zustimmung erteilen, um ein diesbezügliches Zeichen. – Das ist Einstimmigkeit. Der Gesetzentwurf ist somit auch in dritter Lesung angenommen. (Beifall bei SPÖ, ÖVP, Grünen und FPÖ.)
Abg. Dr. Graf: Herr Präsident! Die vorige Abstimmung hätten Sie nicht durchführen dürfen, weil nur bei Ablehnung ...!
Wer hiefür eintritt, den ersuche ich um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Mehrheit. (Abg. Dr. Graf: Herr Präsident! Die vorige Abstimmung hätten Sie nicht durchführen dürfen, weil nur bei Ablehnung ...!)
ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP
Dass jetzt die ÖVP auf diesen Zug aufgesprungen ist, ist etwas ganz besonders Neues. Wahrscheinlich hat die ÖVP etwas für die Familienpolitik gebraucht (ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP), und es ist ihr nichts Besseres eingefallen, als jetzt eben auch ein einkommensabhängiges Modell zu fordern, wobei man dazu sagen muss, dass das ein ganz besonderes Modell ist. Das soll jetzt also eine einkommensabhängige Variante sein – das ist die kürzeste Variante –, während die beiden anderen, längeren Varianten bleiben sollen, nämlich das herkömmliche Kinderbetreuungsgeld für zweieinhalb beziehungsweise drei Jahre, wenn sich die Eltern diese Zeit teilen, und dann diese mittlere Variante mit 24 Monaten.
Beifall bei der FPÖ.
Immerhin 15 Prozent wurden den Familien in den letzten Jahren genommen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Die Berücksichtigung der Bedürfnisse der Erwachsenen ist die Grundlage dafür, dass da die Kinder die größten Profiteure sind. Ich bin schon gespannt darauf, wie dann tatsächlich das Ergebnis für ein einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld, sprich Karenzgeld, ausschauen wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
All das zeigt ja, dass das ein Weg ist, den die ÖVP auch weiter fortsetzt, wenn ich nur das hernehme. Wir haben eine Familienministerin und auch eine Staatssekretärin, die in diese Richtung arbeiten. Neben der Flexibilisierung des Kinderbetreuungsgeldes erinnere ich auch an die Erhöhung der Geschwisterstaffel, ich erinnere an die Familienbeihilfe für arbeitsuchende Jugendliche, die Erhöhung der Zuverdienstgrenze, die Abschaffung der Gebühren bei der Geburt, auch an den Ausbau der Kinderbetreuung oder unseren Wunsch, dass das letzte Kindergartenjahr gratis sein soll. Das ist ganz, ganz wichtig für Wien. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Es wäre schon positiv, wenn auch die SPÖ den Mut hätte, hier mitzustimmen, wenn sie das schon nicht ins Regierungsprogramm schreiben konnte. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Ich freue mich daher, dass wir einen Entschließungsantrag der Grünen vorliegen haben, der die Eckpunkte für ein solches einkommensabhängiges Karenzgeld definiert. Er ist so offen gehalten, dass sowohl ÖVP als auch SPÖ mit ihren vorher abgegebenen Absichtserklärungen sich darin wiederfinden können. Ich hoffe, diese Absichtserklärungen spiegeln sich auch in der Zustimmung zum Antrag wider. Daher ist dies ein dringender Appell, hier einmal einem vernünftigen Konzept, das nicht einmal in jedem Detail eine eindeutig grüne Handschrift trägt, zum Durchbruch zu verhelfen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Donnerbauer: Bitte schön, gern geschehen!
Da dies zumindest nach menschlichem Ermessen meine letzte Rede im Hohen Haus ist, erlauben Sie mir am Schluss auch noch eine persönliche Anmerkung. Ich möchte mich ganz herzlich bei allen bedanken, die mir das Arbeiten und Leben in diesem Hohen Haus in den letzten Jahren leicht gemacht haben (Abg. Mag. Donnerbauer: Bitte schön, gern geschehen!): bei der Parlamentsdirektion und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die zahlreiche Unterstützung, die es da immer wieder gab, natürlich bei den Mitarbeiterinnen und Kollegen im grünen Klub, aber auch bei Ihnen allen, sei es für gute Gesprächsbasis, die das Verhandeln oder zumindest das gegenseitige Im-Gang-Grüßen erleichtert hat, auch bei all jenen, die mich durch den Widerspruch dazu motiviert haben, mich noch mehr zu engagieren und rhetorisch vielleicht noch irgendwo etwas zuzulegen, bei all jenen auf der Regierungsbank, die es einem als Oppositionspolitikerin manchmal auch nicht so schwer gemacht haben, sowie bei all jenen, die mir absichtlich oder unabsichtlich das Leben erleichtert und mir beim Lernen geholfen haben. Herzlichen Dank!
Beifall bei Grünen, SPÖ und ÖVP.
Ich bin damals mit dem Wahlspruch „Lebensqualität können Sie wählen“ in die Politik gegangen. Für mich persönlich mache ich das jetzt wahr. Ihnen allen kann ich persönlich nur wünschen, es – wie auch immer Sie es für sich wahr machen – auch anzugehen. Wenn Sie es politisch wahr machen wollen, werden Sie grün wählen müssen, und in diesem Sinne wünsche ich den Grünen einen rauschenden Wahlerfolg. (Beifall bei Grünen, SPÖ und ÖVP.)
Abg. Scheibner: Aber sagen Sie auch dazu, wie sie aussieht, die Staffelung! – Abg. Steibl: ... für einen Kinderbetreuungsplatz!
Wir haben das heute schon mehrfach berichtigt, ich berichtige es gerne noch einmal: In Wien sind die Kindergartentarife sozial gestaffelt. (Abg. Scheibner: Aber sagen Sie auch dazu, wie sie aussieht, die Staffelung! – Abg. Steibl: ... für einen Kinderbetreuungsplatz!) Ein Drittel zahlt überhaupt nichts – nämlich diejenigen, die wenig verdienen –, ein Drittel zahlt den ermäßigten Tarif, und ein Drittel zahlt den vollen Tarif. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wir haben das heute schon mehrfach berichtigt, ich berichtige es gerne noch einmal: In Wien sind die Kindergartentarife sozial gestaffelt. (Abg. Scheibner: Aber sagen Sie auch dazu, wie sie aussieht, die Staffelung! – Abg. Steibl: ... für einen Kinderbetreuungsplatz!) Ein Drittel zahlt überhaupt nichts – nämlich diejenigen, die wenig verdienen –, ein Drittel zahlt den ermäßigten Tarif, und ein Drittel zahlt den vollen Tarif. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Kann ja noch werden!
Abgeordnete Mag. Gisela Wurm (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frauen auf der Regierungsbank! Herr Staatssekretär! Frau Kollegin Weinzinger, ich wünsche Ihnen auch alles Gute für Ihren weiteren Lebensweg! Nur: Den Gefallen, grün zu wählen, kann ich Ihnen leider nicht tun. (Abg. Öllinger: Kann ja noch werden!)
Abg. Scheibner: Ich bleibe lieber da, und Sie können hinfahren!
Das beste Beispiel ist Island. Dort passen 90 Prozent der Männer eine gewisse Zeit auf die Kinder auf. Nach Island sollten Sie einmal schauen, Herr Scheibner! Das ist ein sehr gutes Beispiel für die Beteiligung der Väter an der Erziehung ihrer Kinder. (Abg. Scheibner: Ich bleibe lieber da, und Sie können hinfahren!) Das ist wichtig, und die Kinder brauchen auch das männliche Element, wenn es um eine pädagogisch richtige Erziehung geht. (Abg. Scheibner – auf die Regierungsbank deutend –: Die lachen schon, die Damen, wegen Island!)
Abg. Scheibner – auf die Regierungsbank deutend –: Die lachen schon, die Damen, wegen Island!
Das beste Beispiel ist Island. Dort passen 90 Prozent der Männer eine gewisse Zeit auf die Kinder auf. Nach Island sollten Sie einmal schauen, Herr Scheibner! Das ist ein sehr gutes Beispiel für die Beteiligung der Väter an der Erziehung ihrer Kinder. (Abg. Scheibner: Ich bleibe lieber da, und Sie können hinfahren!) Das ist wichtig, und die Kinder brauchen auch das männliche Element, wenn es um eine pädagogisch richtige Erziehung geht. (Abg. Scheibner – auf die Regierungsbank deutend –: Die lachen schon, die Damen, wegen Island!)
Beifall bei der SPÖ.
Der vorigen Frauenministerin ist herzlich dafür zu danken, dass es ihr gelungen ist, diese Kindergartenmillionen wieder zu installieren, die damals die schwarz-blaue Regierung abgeschafft hat. Das hilft den Familien, das hilft den Kindern und ist wichtig für unser Land. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Wurm: Die öffentlichen gibt es nicht einmal, das ist das Problem!
glaube, ein bisschen einen Unterschied zwischen privaten und öffentlichen Kindergärten darf man sehr wohl machen! (Abg. Mag. Wurm: Die öffentlichen gibt es nicht einmal, das ist das Problem!)
Abg. Mag. Wurm: Ein bisschen lang hat es halt gedauert!
Mit dem neuen Vorschlag, den wir von der ÖVP mittels des Antrages von Ridi Steibl eingebracht haben, besteht nun wirklich echte Wahlfreiheit. (Abg. Mag. Wurm: Ein bisschen lang hat es halt gedauert!) Wer sein Kind länger selbst zu Hause betreuen möchte, kann das weiterhin tun; für den gibt es die beiden längeren Varianten. Männer und Frauen hingegen, die Angst vor einem Karriereknick haben, können nun diese einkommensabhängige Variante annehmen. – Das bietet eine echte Alternative.
Abg. Mag. Wurm: Zumindest gibt es sie! Bei uns gibt es sie nicht einmal!
Ich möchte aber eigentlich nur noch Folgendes erwähnen, da in der Debatte schon sehr vieles gesagt worden ist: Es ist schon sehr interessant, wenn in Wien für Kindergärten Gebühren verlangt werden (Abg. Mag. Wurm: Zumindest gibt es sie! Bei uns gibt es sie nicht einmal!) – zwar sozial gestaffelt, aber das sei jetzt dahingestellt –, Studiengebühren aber ein Tabu sind. (Abg. Dr. Graf: Sind kein Tabu! Man kann ruhig darüber reden!)
Abg. Dr. Graf: Sind kein Tabu! Man kann ruhig darüber reden!
Ich möchte aber eigentlich nur noch Folgendes erwähnen, da in der Debatte schon sehr vieles gesagt worden ist: Es ist schon sehr interessant, wenn in Wien für Kindergärten Gebühren verlangt werden (Abg. Mag. Wurm: Zumindest gibt es sie! Bei uns gibt es sie nicht einmal!) – zwar sozial gestaffelt, aber das sei jetzt dahingestellt –, Studiengebühren aber ein Tabu sind. (Abg. Dr. Graf: Sind kein Tabu! Man kann ruhig darüber reden!)
Beifall bei der ÖVP.
Zu dem Zinnober und dem Theater, das Sie da bei den Studiengebühren aufgeführt haben, kann man hoffentlich nur sagen: Hochmut kommt vor dem Fall! (Beifall bei der ÖVP.)
Rufe bei der ÖVP: Ist das Ihre Abschiedsrede?
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Schönen guten Morgen! Die Erleichterung bei der Österreichischen Volkspartei war ja zu spüren, als mit einem großen „Jetzt-reicht’s“ auch vom Untersuchungsausschuss Innenministerium Abschied genommen wurde. (Rufe bei der ÖVP: Ist das Ihre Abschiedsrede?)
Abg. Räd- ler: Verschwörungstheoretiker!
Ja, die ÖVP hat alles eingesetzt, alles versucht – und leider alles erfolgreich versucht! –, um Schlüsselbeamte des Innenministeriums zu missbrauchen (Abg. Räd- ler: Verschwörungstheoretiker!) und um gezielt – und das war das Wichtigste – ohne einen Auftrag des Staatsanwaltes und hinter dem Rücken des Staatsanwaltes gegen die SPÖ ermitteln zu lassen, um möglichst Wahlkampfmunition zu beschaffen. (Abg. Mag. Kukacka: Totale Verdrehung der Wahrheit!)
Abg. Mag. Kukacka: Totale Verdrehung der Wahrheit!
Ja, die ÖVP hat alles eingesetzt, alles versucht – und leider alles erfolgreich versucht! –, um Schlüsselbeamte des Innenministeriums zu missbrauchen (Abg. Räd- ler: Verschwörungstheoretiker!) und um gezielt – und das war das Wichtigste – ohne einen Auftrag des Staatsanwaltes und hinter dem Rücken des Staatsanwaltes gegen die SPÖ ermitteln zu lassen, um möglichst Wahlkampfmunition zu beschaffen. (Abg. Mag. Kukacka: Totale Verdrehung der Wahrheit!)
Abg. Mag. Kukacka: Reine Unwahrheit! Das Gegenteil ist wahr!
Das Ziel der kriminalpolizeilichen Ermittlungen in diesem Punkt war nicht Aufklärung des Kriminalfalls BAWAG, sondern – ich wiederhole es – hinter dem Rücken der Staatsanwaltschaft Wien politische Munitionsbeschaffung gegen einen politischen Mitbewerber zu betreiben. (Abg. Mag. Kukacka: Reine Unwahrheit! Das Gegenteil ist wahr!)
Ruf bei der ÖVP: Wieder die Unwahrheit!
Zweites wichtiges sachliche Ergebnis war – und da konnten wir nicht bis zu den politisch Verantwortlichen weiterfragen –: Im Fall Zogaj ist auf eine menschlich unerträgliche Art und Weise die politische Macht im Innenministerium missbraucht worden. (Ruf bei der ÖVP: Wieder die Unwahrheit!)
Abg. Lentsch: Na geh bitte!
Was ist passiert: Arigona Zogaj war gerade untergetaucht, auf der Flucht vor der Abschiebung. Die öffentliche Stimmung war auf der Seite der Familie, und die ÖVP im Innenministerium hat beschlossen: Jetzt holen wir uns aus unseren Informationssystemen alles, um die Familie fertigzumachen. (Abg. Lentsch: Na geh bitte!) Und genau das ist passiert – unter der Führung des Innenministers, über das Kabinett, über die Oberösterreichische Kriminalpolizei bis zur Polizeiinspektion. (Abg. Kößl: Phantasien! Deine Phantasien sind grenzenlos!)
Abg. Kößl: Phantasien! Deine Phantasien sind grenzenlos!
Was ist passiert: Arigona Zogaj war gerade untergetaucht, auf der Flucht vor der Abschiebung. Die öffentliche Stimmung war auf der Seite der Familie, und die ÖVP im Innenministerium hat beschlossen: Jetzt holen wir uns aus unseren Informationssystemen alles, um die Familie fertigzumachen. (Abg. Lentsch: Na geh bitte!) Und genau das ist passiert – unter der Führung des Innenministers, über das Kabinett, über die Oberösterreichische Kriminalpolizei bis zur Polizeiinspektion. (Abg. Kößl: Phantasien! Deine Phantasien sind grenzenlos!)
Abg. Kößl: Das ist ja kompletter Unsinn, was du sagst! Eine derart subjektive Darstellung!
An diesem Punkt mussten wir abbrechen, weil die Legislaturperiode endet. Und die einzige große politische Frage ist: Da das Thema Kampusch offen ist, die politischen Säuberungen im Innenministerium offen sind, die Visa-Affäre offen ist, die großen Fragen um das Büro für interne Angelegenheiten nach wie vor offen und unbeantwortet sind, wird der Untersuchungsausschuss in der neuen Legislaturperiode seine Arbeit wieder aufnehmen können? – Wir sagen: Ja, es muss einen neuen Untersuchungsausschuss geben, weil es nie wieder dieses Maß von Machtmissbrauch im Innenministerium geben darf, weil es nie wieder möglich sein soll, dass eine politische Partei nicht mehr auf die Sicherheit der Bevölkerung, sondern nur noch auf ihre eigenen politischen Interessen schaut! (Abg. Kößl: Das ist ja kompletter Unsinn, was du sagst! Eine derart subjektive Darstellung!)
Abg. Hornek: Das sagt der strafrechtlich verurteilte Pilz! Der Gesetzesbrecher!
Es ist Aufgabe des Parlaments, diesen Machtmissbrauch zu untersuchen, um ihn für die Zukunft verhindern zu können. (Abg. Hornek: Das sagt der strafrechtlich verurteilte Pilz! Der Gesetzesbrecher!) Deshalb erwarte ich mir klare Äußerungen von den Parteien, die mit uns gemeinsam eine untersuchende Mehrheit gebildet haben, am heutigen Abend bereits für die Tage nach der Wahl. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Es ist Aufgabe des Parlaments, diesen Machtmissbrauch zu untersuchen, um ihn für die Zukunft verhindern zu können. (Abg. Hornek: Das sagt der strafrechtlich verurteilte Pilz! Der Gesetzesbrecher!) Deshalb erwarte ich mir klare Äußerungen von den Parteien, die mit uns gemeinsam eine untersuchende Mehrheit gebildet haben, am heutigen Abend bereits für die Tage nach der Wahl. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Kukacka: Ja, weil ihr sie beschlossen habt, blöderweise!
Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ging um die Vertuschung von Polizeiaffären und um die Vertuschung des Missbrauches politischer Macht im Innenministerium und in anderen Ministerien. Peter Pilz hat bereits darauf hingewiesen, dass nicht alle Beweisthemen behandelt werden konnten. – Wir waren mit Beweisthemen überlastet. (Abg. Mag. Kukacka: Ja, weil ihr sie beschlossen habt, blöderweise!)
Abg. Mag. Donnerbauer: Das stimmt ja gar nicht! Mit dem Umgang sind wir ...!
würde ich sagen, gegenübersteht (Abg. Mag. Donnerbauer: Das stimmt ja gar nicht! Mit dem Umgang sind wir ...!), hat Fehler im Innenministerium bereits eingestanden, und zumindest Bundesminister Platter hat Änderungen in Aussicht gestellt.
Abg. Kößl: Hat viel gekostet und nichts gebracht!
Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Dieser Ausschuss zählt mit den Ergebnissen bereits jetzt zu den erfolgreichsten Untersuchungsausschüssen der Zweiten Republik, obwohl wichtige Beweisthemen nicht mehr behandelt werden konnten. (Abg. Kößl: Hat viel gekostet und nichts gebracht!)
Abg. Kößl: Das ist eine totale Falschdarstellung!
Die ÖVP-Behauptung, Kollege Kukacka, dass dieser Untersuchungsausschuss kein Ergebnis gebracht hat, ist absolut falsch. Zahlreiche Missstände bewiesen eine massive Unternehmens-Unkultur im Innenministerium – eine Grauzone von Amtsmissbrauch und Günstlingswirtschaft sowie Dilettantismus und Schlampereien. (Abg. Kößl: Das ist eine totale Falschdarstellung!)
Abg. Mag. Kukacka: Das stimmt ja nicht! – Abg. Kößl: Das ist ja nicht richtig, das weißt du ganz genau!
Peter Pilz hat bereits darauf hingewiesen, dass im Wahlkampf 2006 der Sicherheitsapparat gegen die SPÖ instrumentalisiert wurde. (Abg. Mag. Kukacka: Das stimmt ja nicht! – Abg. Kößl: Das ist ja nicht richtig, das weißt du ganz genau!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pilz.
Herr Kollege Kukacka, wir haben den Fall Zogaj ansatzweise diskutiert. Wir haben Befragungen durchgeführt. Jetzt sage ich auch als Stellvertretender Vorsitzender des Österreichischen Datenschutzrates: Wie im Innenministerium mit personenbezogenen Daten umgegangen wird, Kollege Kukacka, ist ein Skandal! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pilz.)
Abg. Kößl: Ich verwahre mich gegen die Beschuldigung! – Diese globalen Beschuldigungen nimm zurück!
Allein die Tatsache, dass da unter dem Namen von Beamten missbräuchlich Daten abgefragt werden, dass in einem anderen Fall einer Sekretärin Datenabrufe unterstellt werden und dann behauptet wird, es hätte einen Umbruch gegeben, Kollege Kukacka, kann man nicht akzeptieren. (Abg. Kößl: Ich verwahre mich gegen die Beschuldigung! – Diese globalen Beschuldigungen nimm zurück!)
Beifall bei der SPÖ.
Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir brauchen eine ganz gezielte Reform der Geschäftsordnung des Nationalrates, um sicherzustellen, dass in Zukunft Untersuchungsausschüsse effizient arbeiten können. Dafür werden wir Sozialdemokraten uns einsetzen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Riepl: Stimmt alles nicht, war alles anders, gell?
Abgeordneter Mag. Helmut Kukacka (ÖVP): Herr Präsident! Hohes Haus! (Abg. Riepl: Stimmt alles nicht, war alles anders, gell?) Gerade der Inhalt, aber auch der Ablauf dieses Untersuchungsausschusses hat ja die Volkspartei zu Recht in ihrer Überzeugung bestätigt, dass es der Mehrheit in diesem Untersuchungsausschuss nie um Aufklärung gegangen ist. (Abg. Krainer: Sie waren aber in der Minderheit! Sie verwechseln da etwas!)
Abg. Krainer: Sie waren aber in der Minderheit! Sie verwechseln da etwas!
Abgeordneter Mag. Helmut Kukacka (ÖVP): Herr Präsident! Hohes Haus! (Abg. Riepl: Stimmt alles nicht, war alles anders, gell?) Gerade der Inhalt, aber auch der Ablauf dieses Untersuchungsausschusses hat ja die Volkspartei zu Recht in ihrer Überzeugung bestätigt, dass es der Mehrheit in diesem Untersuchungsausschuss nie um Aufklärung gegangen ist. (Abg. Krainer: Sie waren aber in der Minderheit! Sie verwechseln da etwas!)
Abg. Dr. Kräuter: Das ist ja das Beste, wenn Sie das sagen!
Damit, liebe Kollegen von der SPÖ, ist ja auch Zwietracht und Konflikt in diese Koalition getragen worden. Und dafür tragen Sie auch die politische Verantwortung, denn man kann nicht glaubwürdig Koalitionspartner in einer Regierung und gleichzeitig im Untersuchungsausschuss Bündnispartner der Opposition sein und versuchen, den Koalitionspartner schlechtzumachen, meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Kräuter: Das ist ja das Beste, wenn Sie das sagen!) So kann man nicht miteinander umgehen, wenn Vertrauen gebildet und zusammengearbeitet werden soll! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Damit, liebe Kollegen von der SPÖ, ist ja auch Zwietracht und Konflikt in diese Koalition getragen worden. Und dafür tragen Sie auch die politische Verantwortung, denn man kann nicht glaubwürdig Koalitionspartner in einer Regierung und gleichzeitig im Untersuchungsausschuss Bündnispartner der Opposition sein und versuchen, den Koalitionspartner schlechtzumachen, meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Kräuter: Das ist ja das Beste, wenn Sie das sagen!) So kann man nicht miteinander umgehen, wenn Vertrauen gebildet und zusammengearbeitet werden soll! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Krainer: Korruption gehört bekämpft!
Dass das kein Zufall war, ist ja auch daran zu erkennen, dass es in dieser Legislaturperiode bereits drei Untersuchungsausschüsse gegeben hat, an denen Sie mitgewirkt haben (Abg. Krainer: Korruption gehört bekämpft!), nämlich außerdem noch den Banken-Untersuchungsausschuss und den Eurofighter-Untersuchungsausschuss. Außer hohen Spesen für den Steuerzahler ist in Wirklichkeit nichts dabei herausgekommen, meine Damen und Herren. (Abg. Krainer: Eine Reform der Finanzmarktaufsicht ist dabei herausgekommen!)
Abg. Krainer: Eine Reform der Finanzmarktaufsicht ist dabei herausgekommen!
Dass das kein Zufall war, ist ja auch daran zu erkennen, dass es in dieser Legislaturperiode bereits drei Untersuchungsausschüsse gegeben hat, an denen Sie mitgewirkt haben (Abg. Krainer: Korruption gehört bekämpft!), nämlich außerdem noch den Banken-Untersuchungsausschuss und den Eurofighter-Untersuchungsausschuss. Außer hohen Spesen für den Steuerzahler ist in Wirklichkeit nichts dabei herausgekommen, meine Damen und Herren. (Abg. Krainer: Eine Reform der Finanzmarktaufsicht ist dabei herausgekommen!)
Beifall bei der ÖVP.
Es bleibt deshalb auch am Ende dieses Untersuchungsausschusses unsere klare Bewertung: Es ist ein „Kraut-und-Rüben-Untersuchungsausschuss“ gewesen, denn es ist nicht gelungen, diese 32 Themenkomplexe in einer auch nur halbwegs praktikablen und rechtsstaatlichen Vorgangsweise entsprechend aufzuarbeiten, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Krainer: Wie der Schelm denkt, so ist er! Sie beschreiben Ihr eigenes Verhalten! – Abg. Kößl – in Richtung des Abg. Krainer –: Unsinn!
Entscheidend für jede Partei ist dabei, ob sie daraus parteipolitischen Nutzen ziehen kann. Der parteipolitische Nutzen, meine Damen und Herren, war Ihnen immer das Wichtigste, und es ist Ihnen nie um Aufklärung, Wahrheitsfindung und Gerechtigkeit gegangen. (Abg. Krainer: Wie der Schelm denkt, so ist er! Sie beschreiben Ihr eigenes Verhalten! – Abg. Kößl – in Richtung des Abg. Krainer –: Unsinn!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kößl: Haltlose Beschuldigungen!
Justizministerium beantragen wird, die Ermittlungen gegen die Personen, die ja auch von Peter Pilz ständig des Amtsmissbrauches beschuldigt wurden, nämlich gegen den ehemaligen Kabinettschef von Liese Prokop, gegen Philipp Ita, und die anderen Kabinettsmitglieder Bernhard Treibenreif, Andreas Pilsl und Johannes Rauch einzustellen, weil eben kein Amtsmissbrauch vorgelegen ist, weil die Beschuldigungen falsch und ungerechtfertig waren, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kößl: Haltlose Beschuldigungen!)
Beifall bei der ÖVP.
Das hat der Staatsanwalt als Ergebnis seiner Prüfungen im Untersuchungsausschuss gesagt, aber dieser Antrag liegt jetzt seit Monaten zur Prüfung im Justizministerium. Er wird dort offenbar nur aus wahltaktischen Gründen erst nach der Wahl genehmigt werden. Es ist offensichtlich, dass die Justizministerin keinesfalls noch vor der Wahl irgendwelche Entscheidungen treffen will, um die offizielle Bekanntmachung dieser Strafanträge vor der Wahl zu verhindern. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Damit wären nämlich die bisher erhobenen politisch motivierten Vorverurteilungen und Vorwürfe endgültig widerlegt und gescheitert. Das will die Frau Berger offensichtlich verhindern, und das ist kein guter Stil für eine Justizministerin! (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Abg. Kößl: Stimmt ja nicht!
Die konsequente – sagen wir – Verabscheuung, die der Herr Kollege Kukacka gegenüber diesem Untersuchungsausschuss zum Ausdruck gebracht hat (Abg. Kößl: Stimmt ja nicht!), erinnert mich ein bisschen an die jahrhundertealte Lehrmeinung – es sei mir gestattet, ein bisschen Farbe in die Darstellung zu bringen –, die bis zu Kopernikus galt, dass sich die Sonne um die Erde dreht und nicht umgekehrt. Man kann natürlich aus bestimmten interpretierbaren Phänomenen eine Lehrmeinung entwickeln. Freilich muss man auch riskieren, dass sie als falsch erkannt wird. (Abg. Rädler: Ist das eine Einsicht?)
Abg. Rädler: Ist das eine Einsicht?
Die konsequente – sagen wir – Verabscheuung, die der Herr Kollege Kukacka gegenüber diesem Untersuchungsausschuss zum Ausdruck gebracht hat (Abg. Kößl: Stimmt ja nicht!), erinnert mich ein bisschen an die jahrhundertealte Lehrmeinung – es sei mir gestattet, ein bisschen Farbe in die Darstellung zu bringen –, die bis zu Kopernikus galt, dass sich die Sonne um die Erde dreht und nicht umgekehrt. Man kann natürlich aus bestimmten interpretierbaren Phänomenen eine Lehrmeinung entwickeln. Freilich muss man auch riskieren, dass sie als falsch erkannt wird. (Abg. Rädler: Ist das eine Einsicht?)
Abg. Eßl: Das ist Ihnen wurscht?
Es ist so, dass offenkundig nicht die gesamte dem Untersuchungsausschuss gestellte Arbeit abgearbeitet werden konnte. Die Gründe braucht man jetzt nicht zu erwähnen. Ich enthalte mich eigentlich auch ganz bewusst der Interpretation bezüglich einzelner Auskunftspersonen – ob die jetzt richtig oder unrichtig oder falsch oder ganz falsch ausgesagt haben, das sei völlig dahingestellt. (Abg. Eßl: Das ist Ihnen wurscht?) – Nein, das ist mir nicht wurscht, aber ein bisschen mitzudenken lohnt sich manchmal. Es lohnt sich manchmal, etwas mitzudenken. Hören Sie, was ich Ihnen sagen möchte! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Es ist so, dass offenkundig nicht die gesamte dem Untersuchungsausschuss gestellte Arbeit abgearbeitet werden konnte. Die Gründe braucht man jetzt nicht zu erwähnen. Ich enthalte mich eigentlich auch ganz bewusst der Interpretation bezüglich einzelner Auskunftspersonen – ob die jetzt richtig oder unrichtig oder falsch oder ganz falsch ausgesagt haben, das sei völlig dahingestellt. (Abg. Eßl: Das ist Ihnen wurscht?) – Nein, das ist mir nicht wurscht, aber ein bisschen mitzudenken lohnt sich manchmal. Es lohnt sich manchmal, etwas mitzudenken. Hören Sie, was ich Ihnen sagen möchte! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Kößl: Dazu brauchen wir aber keinen Untersuchungsausschuss!
doch auch wollen – eine Verbesserung vielleicht nicht ganz geglückter herrschender Verwaltungseinheiten. (Abg. Kößl: Dazu brauchen wir aber keinen Untersuchungsausschuss!)
Ruf bei der ÖVP: Alles Theorie!
Es ist dies die Stellung der Kabinette im Rahmen der verwaltungsrechtlichen und verfassungsrechtlichen Hierarchie, die Stellung der dort beschäftigten Mitarbeiter, die dort teilweise als entsendete Leiharbeiter tätig sind und ohne dem Beamtendienstrecht zu unterliegen – zum Beispiel dem Disziplinarrecht – durchaus mit Dingen in der unmittelbaren Führungsspitze des Ministeriums konfrontiert sind. (Ruf bei der ÖVP: Alles Theorie!) Aus diesem Grunde ist es zumindest äußerst problematisch, wenn in einer solchen auf höchster verwaltungsrechtlicher Ebene befindlichen Position eine eigentlich privatrechtlich angestellte Person entsendet arbeitet. Darüber wird man sich Gedanken machen müssen.
Abg. Kößl: Wo steht das? Das ist Auslegungssache!
Es ist auch offenkundig, dass die Stellung von Sondereinheiten – namentlich des BIA – auf bloßer Ebene einer Weisung oder einer Verordnung einfach verfassungs- und verwaltungsrechtlich nicht hingenommen werden kann. Es ist eigentlich rechtsunmöglich, auf Verordnungsebene im Rahmen der Verwaltung eine Weisungsfreiheit zu definieren. (Abg. Kößl: Wo steht das? Das ist Auslegungssache!) – Wenn man Verfassungs- und Verwaltungslehre kennt, dann weiß man, glaube mir, dass es so ist. Da kannst du einen Gutachter beschäftigen, der wird mir recht geben.
Abg. Rädler: Dafür hätten wir keinen Ausschuss gebraucht! – Abg. Kößl: Das steht in keinem Verhältnis ...!
Allein aus diesem Grund und aus den vorher genannten Gründen, ohne dass man sich jetzt über irgendeine Partei oder über eine Auskunftsperson hermacht und sie schlechtmacht oder besser macht, war es das wert, dass der Untersuchungsausschuss eingesetzt wurde und gearbeitet hat, und er hat erfolgreich gearbeitet. (Abg. Rädler: Dafür hätten wir keinen Ausschuss gebraucht! – Abg. Kößl: Das steht in keinem Verhältnis ...!) – Ja, mit Kanonen auf Spatzen schießen, das tue ich nicht, denn ich bin tierschützerisch veranlagt, und unschuldige Kreaturen zu beschießen, liegt mir überhaupt nicht.
Abg. Rädler: Ein Haufen Geld für nichts!
Nicht abgearbeitet werden konnte ein großer Apparat der bestehenden Misshelligkeiten. (Abg. Rädler: Ein Haufen Geld für nichts!) Von unserer Seite besteht eine sehr freundliche Haltung zur Erneuerung des Untersuchungsgegenstandes, zumindest in einigen harten Kernen. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Nicht abgearbeitet werden konnte ein großer Apparat der bestehenden Misshelligkeiten. (Abg. Rädler: Ein Haufen Geld für nichts!) Von unserer Seite besteht eine sehr freundliche Haltung zur Erneuerung des Untersuchungsgegenstandes, zumindest in einigen harten Kernen. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Krainer: Vom BZÖ?
Auf der anderen Seite ein Justizministerium, löchrig wie ein Käse, politisch manipuliert. (Abg. Krainer: Vom BZÖ?) Mit Anklageschriften und geheimen Unterlagen wird bewusst und ganz gezielt Politik gemacht. Es laufen im Innenministerium Verfahren gegen Mitarbeiter, gegen Beamte, die ein Verfahren wegen Amtsmissbrauches am Hals haben.
Beifall beim BZÖ.
Daher denke ich, dass wir mit dem Untersuchungsausschuss nicht aus den Startblöcken hergekommen sind. Das war das eigentliche Problem. Zum eigentlichen Kern – nämlich dem berühmten BIA, dem Büro für Interne Angelegenheiten, das wahrlich aufklärungsbedürftig ist – sind wir gar nicht vorgedrungen. Daher wäre es, denke ich, durchaus anständig, uns dieses BIA einmal in einem eigenen Untersuchungsausschuss anzuschauen. Das wäre interessant, denn das ist wirklich eine unglaubliche Institution. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Insgesamt war der Untersuchungsausschuss, wie ich meine, aufschlussreich, aber er hat kaum wirklich Relevantes zu Tage gebracht. (Beifall beim BZÖ.)
Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek übernimmt den Vorsitz.
Abgeordneter Rudolf Parnigoni (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich denke, dass dieser Untersuchungsausschuss durchaus gute Ergebnisse erzielt hat – und das ist ja von fast allen Rednern bestätigt worden –, noch dazu in dieser kurzen Zeit. (Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek übernimmt den Vorsitz.)
Allgemeiner Beifall.
Dem österreichischen Parlamentarismus wünsche ich, dass trotz aller Auseinandersetzungen im Inhaltlichen, im Ideologischen die persönlichen Differenzen nicht zu tief werden, dass es immer so ist, dass man sich in die Augen schauen kann und auch immer noch einen Weg zueinander finden kann. Alles, alles Gute! – Danke. (Allgemeiner Beifall.)
Allgemeiner Beifall.
Abgeordneter Mag. Heribert Donnerbauer (ÖVP): Werte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Lieber Kollege Parnigoni, ich denke, es geziemt sich auch von unserer Seite, deinem langjährigen Wirken Respekt zu zollen. 25 Jahre für eine Region, für das Waldviertel, tätig zu sein, 25 Jahre im Parlament zu arbeiten verdient durchaus Respekt und unsere Anerkennung. Herzlichen Dank dafür! (Allgemeiner Beifall.)
Abg. Parnigoni: Immer!
Ich persönlich zolle auch deinen versöhnlichen Worten Anerkennung, die immer wieder in den verschiedensten, auch kritischen Situationen am Ende gestanden sind und auch heute hier am Ende deiner Rede standen, wenngleich ich nicht verhehle, dass es mich freuen würde, wenn jemand, mit dem du gemeinsam angelobt wurdest, nämlich Klubobmann Cap, auch solche Worte finden würde. Wir sind schon gespannt darauf, ob das auch einmal kommen wird. (Abg. Parnigoni: Immer!)
Abg. Rudas: Ich bin fertig mit dem Studium!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Bevor ich nun zum eigentlichen Thema komme, zum Bericht des Untersuchungsausschusses, möchte ich noch jemand anderem gratulieren als Nachtrag zu einem der vorigen Tagesordnungspunkte, weil mir das schon auch ein Anliegen ist. Ich möchte Kollegin Rudas gratulieren, weil Sie hier, so meine ich, ein Musterbeispiel für persönlichen Erfolg, persönlichen Lobbyismus-Erfolg abgeliefert hat. Mit der Abschaffung der Studiengebühren, die Sie heute beschlossen haben, sind Sie, liebe Kollegin Rudas, um mehr als 700 € im Jahr reicher, die Universitäten um 150 Millionen € im Jahr ärmer. (Abg. Rudas: Ich bin fertig mit dem Studium!) Ich gratuliere Ihnen zu diesem Erfolg – schade nur für die Universitäten! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Bevor ich nun zum eigentlichen Thema komme, zum Bericht des Untersuchungsausschusses, möchte ich noch jemand anderem gratulieren als Nachtrag zu einem der vorigen Tagesordnungspunkte, weil mir das schon auch ein Anliegen ist. Ich möchte Kollegin Rudas gratulieren, weil Sie hier, so meine ich, ein Musterbeispiel für persönlichen Erfolg, persönlichen Lobbyismus-Erfolg abgeliefert hat. Mit der Abschaffung der Studiengebühren, die Sie heute beschlossen haben, sind Sie, liebe Kollegin Rudas, um mehr als 700 € im Jahr reicher, die Universitäten um 150 Millionen € im Jahr ärmer. (Abg. Rudas: Ich bin fertig mit dem Studium!) Ich gratuliere Ihnen zu diesem Erfolg – schade nur für die Universitäten! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Daher abschließend: Es ist schade, dass man durch so eine Vorgangsweise ein wichtiges Kontrollinstrument dieses Parlaments kaputt macht – so muss man es wirklich sagen. Ich werde beim nächsten Punkt darauf zu sprechen kommen, warum es daher für die ÖVP klar ist, dass der Untersuchungsausschuss nur dann ein Minderheitsinstrument werden kann, wenn vorher gewisse Rahmenbedingungen verändert werden, damit eine faire und effiziente Untersuchung möglich wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Rufe bei der ÖVP: Nein! Das hat er nicht gesagt!
Abgeordnete Laura Rudas (SPÖ): Ich berichtige tatsächlich: Kollege Donnerbauer hat gemeint, ich hätte aus Egoismus für die Abschaffung der Studiengebühren gestimmt, um mir selbst Geld zu ersparen. (Rufe bei der ÖVP: Nein! Das hat er nicht gesagt!)
Beifall bei der SPÖ. – Demonstrativer Beifall und Bravorufe bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kukacka: Gott sei Dank!
Daher: Die Abschaffung der Studiengebühren trifft mich persönlich nicht mehr, sondern erst die nächste Generation. Dank Ihrer Politik konnte ich den Großteil meines Studiums mit Studiengebühren absolvieren. (Beifall bei der SPÖ. – Demonstrativer Beifall und Bravorufe bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kukacka: Gott sei Dank!)
Ruf bei der SPÖ: Wie war das bei „Euroteam“?
Abgeordneter Erwin Hornek (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Minister! Frau Ministerinnen! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ein „Regenbogen-Untersuchungsausschuss“ von Rot-Blau-Grün und BZÖ, der 32 Themenbereiche mit mehr als 260 Auskunftspersonen bearbeiten wollte, und ein in der Geschichte des österreichischen Parlamentarismus noch nie da gewesener Aktenberg führen vor Augen, dass die Qualität des Beweisbeschlusses als dilettantisch zu bezeichnen ist. (Ruf bei der SPÖ: Wie war das bei „Euroteam“?)
Abg. Neubauer: Wovon redest du denn da?
Es verwundert daher nicht, dass die Bevölkerung diesen Ausschuss als einen „Kraut-und-Rüben-Ausschuss“ betrachtet hat. (Abg. Neubauer: Wovon redest du denn da?) So nebenbei hat dieser Ausschuss den österreichischen Steuerzahler mehrere hunderttausend Euro gekostet.
Zwischenruf bei der SPÖ.
Herr Dr. Haidinger, der uns Hand in Hand mit Abgeordneten Pilz als Kronzeuge präsentiert wurde, hatte bereits im Jahr 2005 erfahren, dass nicht beabsichtigt war, seine Position weiter zu verlängern. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Ab diesem Zeitpunkt hat Herr Dr. Haidinger damit begonnen, Unterlagen zu sammeln, aus seiner Sicht „Beweise“, die sich in der Folge alle in Luft aufgelöst haben. Mein Kollege hat bereits auf diesen Umstand hingewiesen.
Abg. Mag. Wurm: Wer hat diese Kommission denn eingesetzt?
Meine sehr geehrten Damen und Herren, es ist daher auch nicht verwunderlich, dass eine unabhängige Kommission zu der Erkenntnis gekommen ist, dass trotz gewisser Kompetenzen die Führungsqualitäten des Herrn Dr. Haidinger nicht dazu geeignet sind, weiterhin diese Position, eine Führungsposition, für Dr. Haidinger vorzusehen. (Abg. Mag. Wurm: Wer hat diese Kommission denn eingesetzt?)
Abg. Parnigoni: Korrekte Ansichten sind das!?
Gezeichnet: Zwettler Erich. – Zitatende. (Abg. Parnigoni: Korrekte Ansichten sind das!?)
Beifall bei der ÖVP.
Dem ist nichts hinzuzufügen! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Kößl: Das ist nicht wahr!
Was im Untersuchungsausschuss aber schon klar herausgekommen ist, ist, dass sich jene Vorwürfe, die Haidinger geäußert hat, auch bewahrheitet und bestätigt haben. (Abg. Kößl: Das ist nicht wahr!) Was man gesehen hat, ist, dass auf eine politische Weisung hin im Jahr 2006 gegen die SPÖ untersucht wurde, versucht worden ist, ihr die BAWAG in die Schuhe zu schieben und dass die ... (Zahlreiche Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zahlreiche Zwischenrufe bei der ÖVP.
Was im Untersuchungsausschuss aber schon klar herausgekommen ist, ist, dass sich jene Vorwürfe, die Haidinger geäußert hat, auch bewahrheitet und bestätigt haben. (Abg. Kößl: Das ist nicht wahr!) Was man gesehen hat, ist, dass auf eine politische Weisung hin im Jahr 2006 gegen die SPÖ untersucht wurde, versucht worden ist, ihr die BAWAG in die Schuhe zu schieben und dass die ... (Zahlreiche Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Kukacka: Das war der Staatsanwalt!
Ich weiß, das hören Sie nicht gern, aber das war genau so und das geht auch ganz klar hervor aus allen Unterlagen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Kukacka: Das war der Staatsanwalt!)
Abg. Kößl: Das ist ein Blödsinn!
Der Schmäh ist: Die Fragen wurden allesamt im Rechnungshofunterausschuss von ÖVP-Abgeordneten quasi verlesen. (Abg. Kößl: Das ist ein Blödsinn!) Nur damit wir wissen, wie die ÖVP gearbeitet hat und wie sie im Parlament agiert: Sie haben die Fragen der Reihe nach vorgelesen. Wir haben Wortprotokolle darüber; wir haben das Wort für Wort nachgeschaut.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kößl: Eine ganz eigene Interpretation haben Sie da! – Abg. Grillitsch: Eine sehr eigene Wertung! – Abg. Eßl: Wie war das mit der BAWAG eigentlich wirklich?
Dass Sie das immer noch abstreiten, obwohl alles schwarz auf weiß vorliegt, wirft kein gutes Licht auf die Art und Weise, wie Sie mit Demokratie, Transparenz und Parlamentarismus umgehen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kößl: Eine ganz eigene Interpretation haben Sie da! – Abg. Grillitsch: Eine sehr eigene Wertung! – Abg. Eßl: Wie war das mit der BAWAG eigentlich wirklich?)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Mag. Heribert Donnerbauer (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Lieber Herr Kollege Krainer, wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass der Untersuchungsausschuss als Minderheitsrecht in Wahrheit nur eine gefährliche Drohung sein kann, dann war es Ihre Wortmeldung gerade vor einigen Minuten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn Sie es als Beleg für Machtmissbrauch bezeichnen, dass die Polizei der BAWAG-Affäre nachgegangen ist, wo Milliarden verschwunden sind, wo es einen klaren Zusammenhang und eine Verbindung zum Gewerkschaftsbund und damit zur SPÖ gibt, wenn Sie kritisieren, dass man dem nachgegangen ist, dann zeigt das ja gerade, dass Sie blind sind für die echten Zusammenhänge und dass Sie keine echte Aufklärung wollen. Und das kann es wohl nicht sein. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Zusammengefasst: Wir sind daher dafür, dass neue Rahmenbedingungen für einen Untersuchungsausschuss geschaffen werden, damit er ein echtes Instrument für die Überprüfung und zur politischen Kontrolle werden kann und nicht nur ein Kampfinstrument für einzelne politische Interessen. Weil das aber noch nicht der Fall ist, sind wir natürlich auch nicht dafür, dass es ein Minderheitsrecht werden soll. Zuerst neue Rahmenbedingungen, und dann kann man über die Einsetzung weiter diskutieren. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
ja ohnehin nie zustande gekommen, weil es hier vorher schon keine Einigung gegeben hat. Ich wundere mich wirklich, dass ein modernes Parlament so mit einem der wichtigsten Rechte der Abgeordneten, mit dem Kontrollrecht, umgeht. Das kann ich nicht nachvollziehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP, Grünen und FPÖ.
Meine geschätzten Damen und Herren, lassen Sie mich zu vorgeschrittener Stunde abschließend persönlich, aber auch im Namen meiner Fraktion bei unseren Kolleginnen und Kollegen, bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre Leistungen für uns, aber auch für die Bürgerinnen und Bürger unserer Republik sehr herzlich bedanken. Ich denke, sie haben sich einen großen Applaus verdient. Alles Gute! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP, Grünen und FPÖ.)
Abg. Dr. Stummvoll: Das hätten wir sowieso gemacht!
Beim Bankenausschuss, völlig unterschätzt, ist auch wesentlich mehr herausgekommen, als von Ihnen zugegeben wird. Er hat aber jedenfalls zur Reform der Finanzmarktaufsicht beigetragen, die Sie ja selbst dann mit beschlossen haben, ja sogar mit beantragt haben, vielleicht zu wenig weitgehend, aber jedenfalls doch auch beantragt, Kollege Stummvoll. (Abg. Dr. Stummvoll: Das hätten wir sowieso gemacht!) Das ist aus den Arbeiten und Ergebnissen dieses Ausschusses entstanden, den Sie so be-
Abg. Dr. Stummvoll: Auch?
Und auch der letzte Untersuchungsausschuss ... (Abg. Dr. Stummvoll: Auch?) – auch, ich rede von einem anderen „auch“ – brachte auch Ergebnisse, die herzeigbar waren. Es wurde auch Reformbedarf erkannt. Es wird hoffentlich nie mehr Kabinette geben, in denen sich die Kabinettsmitglieder wichtiger dünken als die Minister und die Ministerinnen, die Minister gar nicht wissen, was sich hinter den Türen abspielt, und das dann trotzdem Einfluss auf den realen Gang der Dinge hat.
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Irgendwann und bald einmal wird sich auch die ÖVP dieser „Gescheitheit“ nicht mehr verschließen können. Denken Sie nach! Werden Sie rechtzeitig gescheit! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ, Grünen, und FPÖ.
Ich bitte jene Damen und Herren, die dafür eintreten, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist mehrheitlich angenommen. (E 102.) (Beifall bei SPÖ, Grünen, und FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich kenne László Kovács gut genug. Er war Außenminister Ungarns in einer sehr schwierigen Zeit, ein mutiger Mann, der übrigens das demokratische Ungarn mit gestaltet hat, und zwar wesentlich mit gestaltet hat. Und dieser Mann und auch andere Kommissare verdienen es einfach nicht, in dieser Art und Weise von Ihnen von der SPÖ niederqualifiziert zu werden! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir brauchen Europa, und wir wollen in Europa auch eine Rolle spielen. Wir wollen gestalten, und zwar nicht als Outwachler, als Outsider, als Außenseiter am Rand des Spielfeldes, sondern zentral, im Mittelfeld. Es geht um ein Europa, das uns vorschwebt: um ein soziales, ein wirtschaftsfreundliches, ein erfolgreiches, ein ökologisches Europa. Und genau auf diesem Weg sind wir. – Sie können uns dabei begleiten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
wollen: Die SPÖ ist und bleibt eine Partei, die sich voll und ganz zum europäischen Einigungswerk bekennt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Kopf: Ach, das ist also der Grund!
Die SPÖ ist und bleibt eine Partei, die die Europäische Union auch als Friedensprojekt zu schätzen weiß und diese Europäische Union weiterentwickeln will zu einer sozialen Union – mit dem Ziel, die Lebensqualität der Menschen zu verbessern, denn darum geht es. Und das ist auch der Inhalt eines Entschließungsantrags, der Ihnen ausgehändigt wurde und dem Sie hoffentlich auch zustimmen werden. Quer durch Europa wächst das Unbehagen gegenüber der Politik der, wie wir wissen, mehrheitlich konservativ regierten Europäischen Union. (Abg. Kopf: Ach, das ist also der Grund!)
Abg. Dr. Schüssel: Den haben Sie doch gerade abgelehnt, den Antrag! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
(Abg. Dr. Schüssel: Den haben Sie doch gerade abgelehnt, den Antrag! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das ist eine konkrete Forderung und kein Wischiwaschiantrag wie der, der von Ihnen mit eingebracht wurde! Das ist eine konkrete Forderung, und die sollten Sie erfüllen, denn das sind wir den Menschen in Österreich schuldig. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neugebauer: Den habt ihr ja gerade abgelehnt!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neugebauer: Den habt ihr ja gerade abgelehnt!
(Abg. Dr. Schüssel: Den haben Sie doch gerade abgelehnt, den Antrag! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das ist eine konkrete Forderung und kein Wischiwaschiantrag wie der, der von Ihnen mit eingebracht wurde! Das ist eine konkrete Forderung, und die sollten Sie erfüllen, denn das sind wir den Menschen in Österreich schuldig. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neugebauer: Den habt ihr ja gerade abgelehnt!)
Zwischenrufe bei der ÖVP sowie der Abg. Mag. Grossmann.
Abgeordnete Mag. Ulrike Lunacek (Grüne): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! An Frau Kollegin Grossmann und an die SPÖ insgesamt gerichtet: Ich freue mich ja, dass sich die SPÖ jetzt doch eines Besseren besonnen hat und die Finanztransaktionssteuer und dass diese eingeführt werden soll positiv findet, im Gegensatz zum Nachmittag, als sie das abgelehnt hat. (Zwischenrufe bei der ÖVP sowie der Abg. Mag. Grossmann.) Es freut mich sehr, dass es doch gelungen ist, dass unsere Initiative jetzt auch die Zustimmung der SPÖ gefunden hat.
Abg. Dr. Haimbuchner: Jawohl!
Wie Sie das jetzt vorsehen – zwingend, auf jeden Fall –, dazu kann ich nur sagen, das entspricht dem, was Sie plakatieren, von wegen EU-Verräter et cetera. Das ist die Haltung, die Sie haben, meine Damen und Herren von den Freiheitlichen (Abg. Dr. Haimbuchner: Jawohl!), und ich kann mich nur wundern, dass die SPÖ da mitmacht. Andererseits bräuchte ich wahrscheinlich nach diesem Kniefall von Faymann und Gusenbauer vor der „Kronen Zeitung“ mit dem Leserbrief, der ja bei zahlreichen Leuten der SPÖ auf alles andere als Zustimmung gestoßen ist und über den sich auch viele im Rahmen der SozialdemokratInnen europaweit durchaus sehr gewundert haben, nicht mehr erstaunt zu sein, dass Sie da jetzt einfach mitgehen und sagen: Da machen wir mit! – Von unserer Seite gibt es diese Zustimmung nicht.
Abg. Strache: Eine Volksabstimmung!? Eine Volksabstimmung ist jetzt schon antieuropäisch? Jetzt wird es wirklich absurd!
Frau Kollegin Grossmann, wenn Sie sagen, die SPÖ ist und bleibt eine europafreundliche Partei, antworte ich: Ich höre die Worte, allein mir fehlt der Glaube, wenn Sie mit diesem Antrag der Freiheitlichen mitgehen, die dezidiert eine antieuropäische, nationalistische Politik verfolgen, die nicht in Richtung eines gemeinsamen solidarischen, friedensorientierten Europas geht. – Da kann ich mich nur wundern! (Abg. Strache: Eine Volksabstimmung!? Eine Volksabstimmung ist jetzt schon antieuropäisch? Jetzt wird es wirklich absurd!)
Abg. Dr. Graf: Dann brauchen wir ihn ja nicht noch einmal ...!
Ich erinnere daran, dass dieser Antrag vor etwa einem halben Jahr im Zuge der Ratifizierung des Lissabon-Vertrages von ÖVP, SPÖ und den Grünen angenommen wurde, und zwar wortidentisch. (Abg. Dr. Graf: Dann brauchen wir ihn ja nicht noch einmal ...!)
Abg. Strache: Über unsere österreichische Verfassung sollen nur die Österreicher abstimmen, nicht die Deutschen, wie Sie das wollen!
Ich hoffe sehr, dass beide Parteien auch diesmal diesem Antrag ihre Zustimmung geben, denn das Ziel einer europaweiten Volksabstimmung über Verträge ist etwas, das ich von der SPÖ schon des Öfteren gehört habe. Ich weiß, dass Sie jetzt hier eine andere Meinung ... (Abg. Strache: Über unsere österreichische Verfassung sollen nur die Österreicher abstimmen, nicht die Deutschen, wie Sie das wollen!) – Herr Strache, Sie können sich selber zu Wort melden, Sie brauchen mich nicht zu unterbrechen! In unserer österreichischen Verfassung, Herr Kollege Strache, steht, dass wir fakultative Referenden abhalten können, wenn der Nationalrat dies beschließt. Vielleicht lesen Sie sie selbst einmal, damit Sie wissen, dass Ihr Antrag jetzt nicht nötig ist. (Abg. Strache: Ich sage ja, über die österreichische Verfassung sollen österreichische Staatsbürger entscheiden und nicht die Deutschen, wie Sie das wollen!)
Abg. Strache: Ich sage ja, über die österreichische Verfassung sollen österreichische Staatsbürger entscheiden und nicht die Deutschen, wie Sie das wollen!
Ich hoffe sehr, dass beide Parteien auch diesmal diesem Antrag ihre Zustimmung geben, denn das Ziel einer europaweiten Volksabstimmung über Verträge ist etwas, das ich von der SPÖ schon des Öfteren gehört habe. Ich weiß, dass Sie jetzt hier eine andere Meinung ... (Abg. Strache: Über unsere österreichische Verfassung sollen nur die Österreicher abstimmen, nicht die Deutschen, wie Sie das wollen!) – Herr Strache, Sie können sich selber zu Wort melden, Sie brauchen mich nicht zu unterbrechen! In unserer österreichischen Verfassung, Herr Kollege Strache, steht, dass wir fakultative Referenden abhalten können, wenn der Nationalrat dies beschließt. Vielleicht lesen Sie sie selbst einmal, damit Sie wissen, dass Ihr Antrag jetzt nicht nötig ist. (Abg. Strache: Ich sage ja, über die österreichische Verfassung sollen österreichische Staatsbürger entscheiden und nicht die Deutschen, wie Sie das wollen!)
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Von grüner Seite wird es, wie schon gesagt, zum Antrag der Freiheitlichen keine Zustimmung geben. Unserer zu einer europaweiten Volksabstimmung liegt vor, und ich lade Sie ein, ihm die Zustimmung zu erteilen. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ.
Es geht uns darum, dass der Abschluss von Staatsverträgen jedenfalls einer Volksabstimmung zu unterziehen ist, wenn sich die vertraglichen Grundlagen der Europäischen Union wesentlich ändern, und das, meine Damen und Herren, ist eine wichtige Grundlage der zukünftigen Politik, auch der Entwicklung der Europäischen Union, weil wir der Ansicht sind, dass, wenn sie in diesem Bereich nicht an Bürgernähe zulegt, das Projekt Europäische Union scheitern wird. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
(Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Schüssel: Das geht ja gar nicht!
Meine Damen und Herren ... (Abg. Dr. Schüssel: Das geht ja gar nicht!) – Natürlich! Durch die Volksabstimmung in Irland, Herr Kollege Schüssel, ist die Ratifizierung gescheitert – das ist eine ganz klare rechtliche Position, und diese rechtliche Position muss von Seiten der Europäischen Union akzeptiert werden –, und das heißt, der Ratifizierungsprozess muss so oder so von Neuem beginnen, vor allem auch dann, wenn die Europäische Union in Bezug auf die Republik Irland neue Elemente in diesen Vertrag hineinbringt und es sich wieder um einen neuen Vertrag handelt. Dann ist nach unserer Auffassung, und nicht nur nach unserer, sondern auch nach der Auffassung vieler anderer Rechtskundiger, die Ratifizierung von Neuem zu beginnen, Herr Kollege Schüssel.
Abg. Dr. Schüssel: ... mit beschlossen!
Kommen Sie uns nicht immer mit der europaweiten Volksabstimmung, vor allem Sie von Seiten der Grünen, aber auch Sie von Seiten der ÖVP. (Abg. Dr. Schüssel: ... mit beschlossen!) – Die europaweite Volksabstimmung, Herr Kollege Schüssel, ist ein Hirngespinst, dem wir seit Jahren nachjagen und das nie realisiert werden wird! (Beifall bei der FPÖ.) – Sie können das immer nur als eine faule Ausrede in Bezug auf die Ablehnung einer nationalen Volksabstimmung über diese wesentlichen Bereiche, die die Republik und ihre Entwicklung betreffen, verwenden.
Beifall bei der FPÖ.
Kommen Sie uns nicht immer mit der europaweiten Volksabstimmung, vor allem Sie von Seiten der Grünen, aber auch Sie von Seiten der ÖVP. (Abg. Dr. Schüssel: ... mit beschlossen!) – Die europaweite Volksabstimmung, Herr Kollege Schüssel, ist ein Hirngespinst, dem wir seit Jahren nachjagen und das nie realisiert werden wird! (Beifall bei der FPÖ.) – Sie können das immer nur als eine faule Ausrede in Bezug auf die Ablehnung einer nationalen Volksabstimmung über diese wesentlichen Bereiche, die die Republik und ihre Entwicklung betreffen, verwenden.
Beifall bei der FPÖ.
Sie erheben hier auch immer den Vorwurf, dass es denen, die für eine nationale Volksabstimmung eintreten, um den Austritt aus der Europäischen Union geht. – Das ist falsch! Jene, die für nationale Volksabstimmungen eintreten, wollen, dass die Völker mitgehen auf dem Weg des neuen Europa, den Sie hier skizziert haben, Herr Kollege Schüssel und auch die Kolleginnen und Kollegen der Grünen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir wollen, dass die Europäische Union eine vernünftige Politik im Sinne ihrer Bürger macht, und wir wollen, dass auch die Bürger mitgenommen werden auf diesem Weg in die Zukunft! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Steibl.
Mit Verlaub gesagt: Ein solcher Antrag kann nicht abgestimmt werden. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Steibl.)
Beifall bei der ÖVP.
Staatssekretär im Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten Dr. Hans Winkler: Frau Präsidentin! Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Der Gesetzgeber der Bundesverfassung – und das sind Sie, verehrte Abgeordnete – hat in Vorbereitung des EU-Beitrittes und seither bei den Vertragsänderungen von Nizza und Amsterdam das österreichische Rechtssystem und insbesondere auch das österreichische Verfassungssystem entsprechend angepasst und unsere Bundesverfassung EU-tauglich gemacht, und diese geänderte Bundesverfassung hat sich hervorragend bewährt: Die österreichischen Interessen können in der Europäischen Union durch die Bundesregierung, durch die verschiedenen Minister hervorragend wahrgenommen werden – und ich möchte auch besonders an die österreichische Präsidentschaft erinnern. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Strache: Na, was ist das? – Eine Gesamtänderung!
Mit gutem Grund hat man sich seit dem Beitritt Österreichs zur Europäischen Union nicht mit den Bestimmungen betreffend Volksabstimmungen beschäftigt. Das war auch überhaupt nicht notwendig! Frau Abgeordnete Lunacek hat das bereits völlig zu Recht gesagt: Es gibt Bestimmungen in unserer Bundesverfassung, die eine zwingende Volksabstimmung vorsehen, wenn es sich um eine Gesamtänderung der Bundesverfassung handelt (Abg. Strache: Na, was ist das? – Eine Gesamtänderung!), und sie sieht die Möglichkeit vor, wenn sich die entsprechenden Mehrheiten im Parlament finden, auch eine fakultative Volksabstimmung zu machen.
Abg. Strache: Herr Klecatsky?! Der Doyen des österreichischen Verfassungsrechts Klecatsky sagt genau das Gegenteil!
Es hat zu Recht, weil das, so glaube ich, alle österreichischen Verfassungsrechtler – jedenfalls die anerkannten österreichischen Verfassungsrechtler – festgestellt haben, keine zwingende Volksabstimmung über den Vertrag von Lissabon gegeben. (Abg. Strache: Herr Klecatsky?! Der Doyen des österreichischen Verfassungsrechts Klecatsky sagt genau das Gegenteil!)
Abg. Strache: Aber wenn der Vertrag obsolet ist, wird das damit bestätigt!
Was jetzt diesen Entschließungsantrag angeht, dessen Inhalt wir soeben vernommen haben, nämlich betreffend einen Widerruf des Ratifikationsverfahrens, was den Vertrag von Lissabon anlangt: Herr Klubobmann Schüssel hat bereits die verfassungsrechtliche Seite angesprochen – es ist nicht möglich! Es ist auch völkerrechtlich nicht möglich. (Abg. Strache: Aber wenn der Vertrag obsolet ist, wird das damit bestätigt!) – Das völkerrechtliche Vertragsrecht sieht einen derartigen Widerruf einfach nicht vor!
Beifall bei der ÖVP.
Ich sehe also überhaupt nicht ein – falls das irische Volk das möchte und noch einmal abstimmen will und diese Abstimmung positiv ausgeht –, warum der Vertrag von Lissabon, der viel Positives bringt, der uns weiterbringen würde, der die Europäische Union auch den Menschen näher bringen würde, nicht in Kraft treten soll. – Ich danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Strache.
Für die Österreichische Volkspartei ist eine Volksabstimmung in dem Zusammenhang ja insofern kein Tabu gewesen, weil sie ja auch mit uns im Regierungsübereinkommen gesagt hat, es soll natürlich eine Volksabstimmung zur Türkei geben. (Zwischenruf des Abg. Strache.) – Das ist natürlich ein wesentlicher Berührungspunkt für die Struktur der Europäischen Union, er berührt auch die österreichischen Interessen, immerhin geht es um zirka 65 bis 68 Millionen Menschen mit den damit verbundenen Reform- und Finanzierungserfordernissen.
Ruf bei der ÖVP: Das ist nicht egal!
Meiner Auffassung nach gilt in Zukunft das Gleiche auch für Reformverträge, die auf die Struktur der Europäischen Union wesentlichen Einfluss haben und damit auch für die österreichischen Interessen von größter Bedeutung sind. Daher verstehe ich nicht, dass es diese Bitte-nicht-die-Bevölkerung-einbeziehen-Haltung vor allem innerhalb der ÖVP gibt, denn im Gegensatz dazu glaube ich, dass man sich dem öffnen soll, dass man diesen Weg gehen soll, egal, welche Zeitung dafür oder dagegen ist (Ruf bei der ÖVP: Das ist nicht egal!) Anderenfalls müsste man im Umkehrschluss sagen, Sie sind die Sprecher der Zeitung X oder Y, denn die ist nämlich dagegen. – Das ist eine unfaire Form der Auseinandersetzung! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meiner Auffassung nach gilt in Zukunft das Gleiche auch für Reformverträge, die auf die Struktur der Europäischen Union wesentlichen Einfluss haben und damit auch für die österreichischen Interessen von größter Bedeutung sind. Daher verstehe ich nicht, dass es diese Bitte-nicht-die-Bevölkerung-einbeziehen-Haltung vor allem innerhalb der ÖVP gibt, denn im Gegensatz dazu glaube ich, dass man sich dem öffnen soll, dass man diesen Weg gehen soll, egal, welche Zeitung dafür oder dagegen ist (Ruf bei der ÖVP: Das ist nicht egal!) Anderenfalls müsste man im Umkehrschluss sagen, Sie sind die Sprecher der Zeitung X oder Y, denn die ist nämlich dagegen. – Das ist eine unfaire Form der Auseinandersetzung! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Strache: Es war zwar die Mehrheit, aber nicht die erforderliche Mehrheit!
nung vor. (Abg. Strache: Es war zwar die Mehrheit, aber nicht die erforderliche Mehrheit!)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
einen oder anderen Angelegenheit noch rege verkehrspolitisch austauschen können. – Danke. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Kukacka: Sie haben wirklich keine Ahnung!
Zum öffentlichen Personennahverkehr: Herr Kollege Kukacka, ich bin ein wenig darüber überrascht, dass gerade Sie die Einführung des Österreich-Tickets einbringen, weil Sie in der Vergangenheit ja nicht gerade ein Freund des öffentlichen Personennahverkehrs waren. (Abg. Mag. Kukacka: Sie haben wirklich keine Ahnung!) – Nein, eh nicht. Darf ich Ihnen sagen (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka.) – Melden Sie sich später zu Wort, dann haben Sie ein Mikrofon! Sie haben sich bei den ÖBB-Bediensteten ja einen Namen gemacht. (Abg. Mag. Kukacka: Das betrachte ich als Auszeichnung!) Ich verschweige Ihnen den heute, denn sonst bekomme ich vielleicht noch einen Ordnungsruf.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka.
Zum öffentlichen Personennahverkehr: Herr Kollege Kukacka, ich bin ein wenig darüber überrascht, dass gerade Sie die Einführung des Österreich-Tickets einbringen, weil Sie in der Vergangenheit ja nicht gerade ein Freund des öffentlichen Personennahverkehrs waren. (Abg. Mag. Kukacka: Sie haben wirklich keine Ahnung!) – Nein, eh nicht. Darf ich Ihnen sagen (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka.) – Melden Sie sich später zu Wort, dann haben Sie ein Mikrofon! Sie haben sich bei den ÖBB-Bediensteten ja einen Namen gemacht. (Abg. Mag. Kukacka: Das betrachte ich als Auszeichnung!) Ich verschweige Ihnen den heute, denn sonst bekomme ich vielleicht noch einen Ordnungsruf.
Abg. Mag. Kukacka: Das betrachte ich als Auszeichnung!
Zum öffentlichen Personennahverkehr: Herr Kollege Kukacka, ich bin ein wenig darüber überrascht, dass gerade Sie die Einführung des Österreich-Tickets einbringen, weil Sie in der Vergangenheit ja nicht gerade ein Freund des öffentlichen Personennahverkehrs waren. (Abg. Mag. Kukacka: Sie haben wirklich keine Ahnung!) – Nein, eh nicht. Darf ich Ihnen sagen (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka.) – Melden Sie sich später zu Wort, dann haben Sie ein Mikrofon! Sie haben sich bei den ÖBB-Bediensteten ja einen Namen gemacht. (Abg. Mag. Kukacka: Das betrachte ich als Auszeichnung!) Ich verschweige Ihnen den heute, denn sonst bekomme ich vielleicht noch einen Ordnungsruf.
Abg. Neugebauer: Na, sehr lustig!
Zum Thema Bestellerförderung möchte ich Ihnen noch eine Geschichte im Zusammenhang mit dem Land Niederösterreich erzählen: Seit vielen Monaten – der Herr Bundesminister weiß es – bin ich mit dem Thema Pendler unterwegs. Ich glaube, die ÖVP weiß gar nicht, wie man „Pendler“ schreibt. (Abg. Neugebauer: Na, sehr lustig!) Es geht um einen Verkehrsdienstevertrag zwischen dem Land Niederösterreich, den ÖBB und dem Verkehrsministerium. Ich habe vom Landeshauptmann-Stellvertreter Gabmann bisher überhaupt keine Reaktion gehört.
Beifall bei der SPÖ.
Diese Verzögerungstaktik führt dazu, dass die Pendler draufzahlen, denn am 9. Dezember ist Fahrplanwechsel, und wenn sich bis dahin das Bus- und Zugangebot nicht verbessert, dann haben die Pendler das Nachsehen. – Das wollen wir nicht. Daher wird meine Kollegin einen eigenen Entschließungsantrag einbringen, in dem auch die Bestellerförderung beziehungsweise die Verkehrsdiensteverträge geregelt sind. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Moser: Das steht ja drinnen!
Was den Antrag der Grünen anlangt, so ist daran sicherlich sehr vieles richtig. Frau Kollegin Moser ist auch bekannt dafür, dass sie sich sehr intensiv und auch sehr engagiert mit diesem Thema beschäftigt. – Keine Frage, viele Vorschläge sind in Ordnung. Nur ist es trotzdem so, dass das eine oder andere vielleicht noch nicht ganz so durchdacht ist und unter Umständen insbesondere auch der ländliche Raum auch durch die übermäßige Förderung dieser Halbpreiskarte benachteiligt wäre. Es müsste vorerst einmal die Ausbauoffensive stattfinden und der regionale Bereich dementsprechend gefördert werden. (Abg. Dr. Moser: Das steht ja drinnen!)
Abg. Dr. Moser: Das ist ja eh unser Antrag!
(Abg. Dr. Moser: Das ist ja eh unser Antrag!) Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich ersuche Sie, diese Entschließungsanträge zu unterstützen. Wir würden damit jungen Menschen und auch jungen Familien helfen – nicht nur jungen Familien, sondern Familien generell. Das wäre sicher noch eine gute Sache zum Abschluss dieser Legislaturperiode. – Danke. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Großruck: Wieder eine Milliarde mehr, oder was?)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Großruck: Wieder eine Milliarde mehr, oder was?
(Abg. Dr. Moser: Das ist ja eh unser Antrag!) Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich ersuche Sie, diese Entschließungsanträge zu unterstützen. Wir würden damit jungen Menschen und auch jungen Familien helfen – nicht nur jungen Familien, sondern Familien generell. Das wäre sicher noch eine gute Sache zum Abschluss dieser Legislaturperiode. – Danke. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Großruck: Wieder eine Milliarde mehr, oder was?)
Abg. Broukal: Frau Kollegin, ich verstehe Sie kaum! Es ist so leise!
Im Übrigen möchte ich einen Abänderungsantrag einbringen. (Abg. Broukal: Frau Kollegin, ich verstehe Sie kaum! Es ist so leise!) – Ja, das Mikrophon ist die ganze Zeit schon so wahnsinnig leise. Ich bitte darum, lauter zu schalten. – Das ist nicht erst jetzt so. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.
Im Übrigen möchte ich einen Abänderungsantrag einbringen. (Abg. Broukal: Frau Kollegin, ich verstehe Sie kaum! Es ist so leise!) – Ja, das Mikrophon ist die ganze Zeit schon so wahnsinnig leise. Ich bitte darum, lauter zu schalten. – Das ist nicht erst jetzt so. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Broukal: Akkordiert!
Da geht es ausschließlich darum, dass in Zukunft ja immer bereits am 1. Jänner die Initiierung der Lkw-Maut erfolgen soll, wir dabei aber wollen, dass es nicht gleich am 1. Jänner 2009 passiert, weil das zur Folge hätte, dass die Indexanpassung drei Mal innerhalb eines Jahres erfolgt. Um den Unternehmen eine dreimalige Erhöhung innerhalb eines Jahres zu ersparen, wollen wir sie erst am 1. Jänner 2010. Ich bitte Sie, diesem Antrag beizutreten. – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Broukal: Akkordiert!)
Abg. Großruck: Wozu?
Abgeordnete Barbara Zwerschitz (Grüne): Frau Präsidentin! Werte muntere Abgeordnete! Herr Minister! Und auch alle Blogger auf derstandard.at, die begeistert und ständig kommentieren! – Wer sich übrigens unterhalten möchte, möge dort ein bisschen hineinschauen. Es ist super spannend, was da alles an Kommentaren kommt. (Abg. Großruck: Wozu?)
Zwischenruf des Abg. Großruck.
Wenn wir wollen, das Jugendliche Öffis nutzen, müssen sie das von klein auf gewohnt sein; sie müssen das lernen und auch wollen. (Zwischenruf des Abg. Großruck.) Das heißt, wir wollen, dass Kinder, Lehrlinge und Jugendliche gratis mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Wir brauchen eine Halbpreiskarte für öffentliche Verkehrsmittel österreichweit, die StudentInnen brauchen endlich die Möglichkeit, auch vom Wohnort zum Studienort gratis zu fahren, und wir brauchen Bundesmittel für die Öffis.
Zwischenruf des Abg. Broukal.
Aber ich weiß schon, wir brauchen das offene Ohr unbedingt in Wien. – So propagiert es zumindest die eine Mehrheitspartei ständig. Wir wissen ja genau, dass Wien für die Steiermark zwei Mal ein offenes Ohr hatte – zwei Mal, als der Herr Landeshauptmann gebrüllt hat: einmal bei der neuen Mittelschule und einmal bei der Frauenministerin beziehungsweise damals Staatssekretärin. (Zwischenruf des Abg. Broukal.) Ich hoffe, diesmal ist das offene Ohr in Wien wirklich auch bei allen Abgeordneten vorhanden. Umfallen würde sich da nämlich nicht bezahlt machen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Aber ich weiß schon, wir brauchen das offene Ohr unbedingt in Wien. – So propagiert es zumindest die eine Mehrheitspartei ständig. Wir wissen ja genau, dass Wien für die Steiermark zwei Mal ein offenes Ohr hatte – zwei Mal, als der Herr Landeshauptmann gebrüllt hat: einmal bei der neuen Mittelschule und einmal bei der Frauenministerin beziehungsweise damals Staatssekretärin. (Zwischenruf des Abg. Broukal.) Ich hoffe, diesmal ist das offene Ohr in Wien wirklich auch bei allen Abgeordneten vorhanden. Umfallen würde sich da nämlich nicht bezahlt machen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Großruck: Der kommt schon von der richtigen Seite herunter! – Abg. Dr. Fichtenbauer: Von rechts!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Neubauer. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 4 Minuten. – Bitte. (Abg. Großruck: Der kommt schon von der richtigen Seite herunter! – Abg. Dr. Fichtenbauer: Von rechts!)
Abg. Broukal: Das wurde aber heute inseriert! Das steht heute in der Zeitung!
Abgeordneter Werner Neubauer (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Am 18. Juli 2008 hat eine kleinformatige Zeitung – beziehungsweise eine Leserin aus Erl in Tirol – Herrn Bundesminister Faymann befragt, ob im Jahr 2008 von den ÖBB für die Seniorinnen und Senioren wieder die beliebte 7-€-Aktion ins Auge gefasst wird. Der Herr Bundesminister hat darauf geantwortet, dass im Herbst 2008 derzeit keine 7-€-Aktion für Senioren geplant sei. (Abg. Broukal: Das wurde aber heute inseriert! Das steht heute in der Zeitung!)
Beifall bei der FPÖ.
Herr Bundesminister Faymann, ich ersuche Sie im Sinne der Senioren in Österreich um Ihre Unterstützung dafür. Vielleicht ist es doch möglich, bei den ÖBB dafür einzutreten, dass diese Aktion auch in Zukunft ihre Fortsetzung findet. (Beifall bei der FPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Weil er sie nicht hat!
Der Verkehrsminister bemüht sich seit Monaten um die Einführung des Österreich-Tickets und scheiterte, wie schon erwähnt wurde, an der Blockade des Finanzministers, der die dafür notwendigen zusätzlichen Mittel nicht zur Verfügung stellen wollte. (Ruf bei der ÖVP: Weil er sie nicht hat!)
Beifall sowie Bravorufe bei der SPÖ.
Ich denke, dass mit der Einführung des Österreich-Tickets zusätzlich ein attraktives Tarifangebot geschaffen werden kann und auch ein wesentlicher Beitrag zur Entlastung angesichts der allgemeinen Teuerungswelle erreicht werden kann. (Beifall sowie Bravorufe bei der SPÖ.)
Allgemeiner Beifall.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen alles Gute für Ihre Zukunft! (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich denke, mit diesem Entschließungsantrag haben wir all die Überlegungen, die wir in diese Richtung haben, auch eingefangen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich denke, das ist ein sehr brauchbarer Antrag, besser nutzbar als jener, der 8 Milliarden € kostet und keinerlei Bedeckungsvorschläge aufzuweisen hat. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und Grünen.
Ich bitte Sie, unserem Antrag die Zustimmung zu geben. Er wird uns der Erreichung des Kyoto-Zieles ein gutes Stück näher bringen. – Danke. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Kopf: Nein, nein, das stimmt nicht!
Für mich ganz wesentlich ist in diesem Zusammenhang auch der finanzielle Effekt, den wir zu berücksichtigen haben, weil wir ja über den Ankauf von CO2-Zertifikaten sehr viel Geld für Investitionen im Ausland ausgeben. Da sagt Dr. Kratena, dass bei einer 30-prozentigen Förderung der Gesamtinvestitionen die CO2-Vermeidungskosten bei 17 € pro Tonne liegen. Das heißt, das sind Investitionen hier im Inland, die auch Arbeitsplätze schaffen und unsere Haushalte aus dieser Kostenfalle befreien. Diese Kosten liegen mit 17 € pro Tonne auch unter den aktuellen Kosten für CO2-Zertifikate. Das heißt, es spricht alles dafür, diese Maßnahmen auch im Inland umzusetzen. (Abg. Kopf: Nein, nein, das stimmt nicht!)
Abg. Kopf: 10 €!
Herr Kollege (Abg. Kopf: 10 €!), Sie sagen, um 10 € kaufen Sie ein. Tatsache ist, mit diesen CO2-Zertifikaten wird spekuliert. Tatsache ist, alles, was wir im Ausland ankaufen, schafft keine Arbeitsplätze in Österreich und befreit auch die Menschen in Österreich nicht aus dieser Kostenfalle. Denn heute, meine Damen und Herren, ist bei sozialem Wohnbau nicht mehr die Frage, ob ich günstig ein Haus oder eine Wohnung bekomme – das ist es zum Teil auch, aber nicht nur –, sondern es ist auch die Frage, ob ich mir die Betriebskosten für diese Wohnung oder dieses Haus in Zukunft leisten kann. Deswegen ist es so notwendig, in diesen Bereich zu investieren.
Beifall bei FPÖ und Grünen.
ein weiteres Förderungsprogramm! – Das wird auch kommen. Aber jetzt warten alle Interessenten ab, wie dieses neue Programm aussehen wird, und investieren jetzt nicht. Das heißt, wir müssen nach dieser Wahl so schnell wie möglich darangehen, ein neues Förderprogramm auf Schiene zu setzen, damit auch in diesem Bereich weiter investiert wird. (Beifall bei FPÖ und Grünen.) Wir haben ganz hervorragende Betriebe in Österreich, die den Großteil ihrer Produkte exportieren, mit einem Exportanteil von 99 Prozent.
Allgemeiner Beifall.
Meine Damen und Herren! Ich möchte diese Gelegenheit auch dazu nutzen, mich von zwei Personen aus dem Burgenland zu verabschieden, die dem nächsten Nationalrat nicht mehr angehören werden. Es sind dies zwei Damen, nämlich Frau Abgeordnete Lentsch, die nicht mehr mit dabei sein wird, und Frau Abgeordnete Pfeffer, die auch nicht mehr mit dabei sein wird. Es war sehr angenehm, mit Ihnen zusammenzuarbeiten, und ich wünsche Ihnen für Ihre Zukunft alles Gute! (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Dr. Ruperta Lichtenecker (Grüne): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! „Morgenstund’ hat Gold im Mund“, denn wir beschließen heute den Einstieg in den Ausstieg aus Öl und Gas! Das ist ein gutes Zeichen, denn es ist gleichzeitig ein Entlastungsprogramm für Haushalte mit niedrigem Einkommen, weil es darum geht, dass sie Energiekosten, Kosten für Öl und Gas, künftig einsparen. Es ist das ein wichtiger Schritt für den Klimaschutz und genauso ein wichtiger Schritt in der Sozialpolitik. (Beifall bei den Grünen.)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Pellets!
Ein ganz zentraler Punkt ist das Kesseltauschprogramm. Wir wollen 400 000 Ölheizungen auswechseln durch Kessel, die auf erneuerbare Energien setzen (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Pellets!), insbesondere rund 110 000 Einzelöfen austauschen. Genau diese Einzelöfen betreffen vor allem Haushalte mit niedrigstem Einkommen – ein sehr wichtiger Schritt in der Sozialpolitik!
Abg. Bayr: Deinen kenne ich nicht!
Kollegin Bayr, der Antrag, der von dir eingebracht wurde, ist einerseits sehr unverbindlich und andererseits viel zu wenig weitreichend. (Abg. Bayr: Deinen kenne ich nicht!) Ich glaube, der Antrag, den wir heute einbringen, ist ein klarer Auftrag für die nächste Bundesregierung, dieses wichtige Projekt anzugehen, einerseits im Sinne des Klimaschutzes, andererseits als sozialpolitische Maßnahme zur Entlastung der niedrigen Einkommen und natürlich auch, um Arbeitsplätze zu schaffen und die Industrie im Bereich der Umwelttechnik zu stärken, wo wir auch sehr gute Firmen in Österreich haben. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Kollegin Bayr, der Antrag, der von dir eingebracht wurde, ist einerseits sehr unverbindlich und andererseits viel zu wenig weitreichend. (Abg. Bayr: Deinen kenne ich nicht!) Ich glaube, der Antrag, den wir heute einbringen, ist ein klarer Auftrag für die nächste Bundesregierung, dieses wichtige Projekt anzugehen, einerseits im Sinne des Klimaschutzes, andererseits als sozialpolitische Maßnahme zur Entlastung der niedrigen Einkommen und natürlich auch, um Arbeitsplätze zu schaffen und die Industrie im Bereich der Umwelttechnik zu stärken, wo wir auch sehr gute Firmen in Österreich haben. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
In dem Sinne haben wir unseren Entschließungsantrag eingebracht. Bedauerlicherweise habe ich den Ihren erst vor einer oder zwei Minuten bekommen. Dennoch glaube ich, die richtige Richtung ist von uns allen erkannt worden, und wir alle wollen zu dieser Energiewende unseren Beitrag leisten. – Ich danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Allgemeiner Beifall.
Abgeordneter Wolfgang Großruck (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Herren auf der Regierungsbank! Bevor ich kurz zum Entschließungsantrag spreche, darf ich auch einem lieben Freund, der heute nicht mehr gesprochen hat, unserem lieben Karli Freund, recht herzlich danken. Er ist heute nach 20-jähriger Tätigkeit das letzte Mal hier. (Allgemeiner Beifall.)
Allgemeiner Beifall.
Ich glaube, er heißt nicht nur „Freund“, sondern er ist hier herinnen vielen durch seine angenehme Art, durch seine sachliche Art auch zum Freund geworden. Ich weiß, dass ihm der Abschied – so wie vielen oder den meisten – nicht leicht fällt. Karli, wir wünschen dir alles Gute, dass du es ruhiger hast und dass du die ruhigere Zeit auch genießen kannst! (Allgemeiner Beifall.)
Abg. Parnigoni: Einen Vierzeiler!
Meine Damen und Herren, kurz zum Entschließungsantrag – da das rote Licht schon blinkt –: D’accord, ich glaube, es ist ein Gebot der Stunde, dass wir all diese Maßnahmen in Angriff nehmen, vor allem auch – am effizientesten – die thermische Sanierung. Denn aufgrund der Wohnbauförderung ist es bei Neubauten klar, da wird nach dem Stand der Technik gebaut, und es wäre einer sein eigener Feind, wenn er nicht nach den modernsten Grundsätzen ökologisch bauen würde: Passivhäuser oder in Zukunft vielleicht sogar Aktivhäuser (Abg. Parnigoni: Einen Vierzeiler!), in denen er auch noch selbst Energie gewinnen kann.
Beifall bei ÖVP, SPÖ, FPÖ und BZÖ.
Ich darf auch Walter Murauer, der heute das letzte Mal hier ist, herzlich danken, und auch dir, Walter, alles Gute wünschen im Namen aller, glaube ich, die hier sind. (Beifall bei ÖVP, SPÖ, FPÖ und BZÖ.) Ein wehrhafter Sprecher – bleib auch weiterhin so wehrhaft wie bisher!
Abg. Parnigoni: Vierzeiler!
Meine Damen und Herren, ich komme zum Schluss, und da darf ich schon noch (Abg. Parnigoni: Vierzeiler!) einen Vierzeiler bringen zu dem, was heute passiert ist. Ich habe mir Herrn Minister Faymann angeschaut und habe mir gedacht: Nach dem, was heute so alles beschlossen wird, hätte ich in seiner Haut kein gutes Gefühl, wenn ich es wirklich anstreben würde, Bundeskanzler zu werden. Denn er muss die Suppe, die
Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei der SPÖ: Primitiv wie immer! – Weitere Zwischenrufe.
(Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei der SPÖ: Primitiv wie immer! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Parnigoni: Die ÖVP hat kein Sitzfleisch auf der Regierungsbank! – Weitere Zwischenrufe.
Zunächst kommen wir zur Abstimmung über den Entschließungsantrag 895/A(E) der Abgeordneten Dr. Van der Bellen, Kolleginnen und Kollegen betreffend Raus aus teurem Öl und Gas – Umstiegshilfen für leistbare, saubere Energie. (Abg. Parnigoni: Die ÖVP hat kein Sitzfleisch auf der Regierungsbank! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Parnigoni: Entschuldigung!
Ich darf um weniger Zwischenrufe bei den Abstimmungsvorgängen bitten! (Abg. Parnigoni: Entschuldigung!)
Abg. Dr. Schüssel: Frau Präsidentin, darf ich ...?
Wir gelangen nun zur Abstimmung über die Tagesordnungspunkte 3 bis 8, die ich ... (Abg. Dr. Schüssel: Frau Präsidentin, darf ich ...?) – Bitte, Herr Klubobmann.
Abg. Neugebauer: Herr Kollege, sprechen Sie zur Tagesordnung!
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesminister! Herr Minister! Ich werde mich ganz kurz fassen. Man muss nur Folgendes dazu sagen: Diese Abstimmung – Herr Kollege Schüssel, weil das so würdig ins Gesamtbild dessen hineinpasst, was Sie heute insgesamt geboten haben – ist nur deshalb verschoben worden, weil Sie ja diese beiden Anträge so eingebracht haben – an sich geschäftsordnungsmäßig okay, aber dem Inhalt nach völlig überflüssig –, damit Sie diese Verschiebung bekommen. (Abg. Neugebauer: Herr Kollege, sprechen Sie zur Tagesordnung!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich bin sehr froh: Wir sind jetzt am Ende eines sehr schönen Tages, eines erfolgreichen Tages angekommen. (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Mehrwertsteuer!
Meine Damen und Herren, eine Sternstunde dieses Hauses! Wir haben viele Maßnahmen umgesetzt, die seit Langem überfällig waren. Bildung und Chancengleichheit stehen wieder im Vordergrund, unabhängig von Herkunft und sozialem Standard. Das Leben ist wieder leistbarer geworden. (Ruf bei der ÖVP: Mehrwertsteuer!) Und es weht ein bisschen ein Wind, weil die Bremsen endlich gelockert worden sind, wenngleich nicht freiwillig.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neugebauer: Na „großartig“!
Vielleicht könnte auch Wolfgang Schüssel ein Mann der Vergangenheit sein, und darüber sollten wir uns freuen, meine Damen und Herren. Ich glaube, auch das ist eine Konsequenz von heute. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neugebauer: Na „großartig“!)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
tur bis dato festgestellt hat, und wäre damit mehr oder weniger eine Art Korruptionsermächtigungsgesetz. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir werden daher nicht zustimmen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Gehen wir einfach von dieser Horrorvorstellung aus, Frau Bundesminister, dass zum Beispiel beim Opernball die gesamte Bundesregierung in einer großen Loge für 150 000 € sitzt, umsonst, und sich hinterher der Bundespräsident in seine Loge begibt, ohne Entgelt zu bezahlen, und der Herr Bundeskanzler auf die andere Seite, ohne Entgelt zu bezahlen, und dahinter wartet der Staatsanwalt. Das wollen wir alle nicht. – In diesem Sinne: Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: In diese Verlegenheit werden Sie nicht kommen!
Ich weiß, und ich wurde natürlich auch mehrfach darauf angesprochen, dass es hier insbesondere im Kulturbereich, aber auch im Sportbereich einiges an Verunsicherungen gegeben hat. Wir sind laufend in Gesprächen mit Institutionen, die sich auch direkt an uns wenden. Diese Gespräche gehen auch weiter. Wir können in diesen direkten Gesprächen praktisch 90 Prozent der Fallkonstellationen aufklären, nämlich dass diese in der Regel nicht unter diese Bestimmungen fallen. Es gibt einen Restbestand, der wahrscheinlich nur durch eine neue gesetzliche Regelung zu klären ist, und ich habe auch angeboten, nach den Wahlen in Ruhe und mit Augenmaß diese Überarbeitung vorzunehmen. (Abg. Ing. Westenthaler: In diese Verlegenheit werden Sie nicht kommen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir wünschen Ihnen persönlich auch alles Gute!
Nur: Der gegenständliche Initiativantrag, das muss ich schon sagen, geht auch weit hinter die bis 2008 geltende Rechtslage zurück und legalisiert Verhaltensweisen, von denen ich glaube, dass das eigentlich auch die Antragsteller nicht wirklich so wollen können. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir wünschen Ihnen persönlich auch alles Gute!) Wenn es legal sein soll, dass ein Pharmakonzern einen Sektionschef aus dem Gesundheitsministerium mit Gattin 14 Tage in die Karibik einlädt, zwei Tage Kongress, Rest Rahmenprogramm, dann denke ich nicht, dass das wirklich im Sinne einer Stärkung des Ansehens der öffentlichen Institutionen wäre.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir wünschen Ihnen alles Gute! Auf Wiederschauen!
Ich gebe zu, wir haben hier einen Regelungsbedarf. Das sollten wir mit Augenmaß und unter Wahrung auch unserer international eingegangenen Verpflichtungen tun. Ich bitte, diesen Initiativantrag nicht zu unterstützen, sondern vernünftige Neuregelungen zu machen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir wünschen Ihnen alles Gute! Auf Wiederschauen!)
Beifall bei den Grünen.
allem deswegen ein Erfolg, weil das trotz der ÖVP und ihrer Verweigerungshaltung gegenüber Transparenz möglich war. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Schüssel: Einen Kaffee!
Ich möchte Ihnen nur Ihre eigene Formulierung vorlesen, denn die finde ich beachtlich. Sie wollen, dass straffrei wird, wenn man lediglich „gelegentlich“ einen gesellschaftlich anerkannten Vorteil annimmt. Das ist legistisch beachtlich, weil Sie damit Freunderlwirtschaft nicht nur definiert haben, sondern auch im Gesetz festgeschrieben haben wollen. (Abg. Dr. Schüssel: Einen Kaffee!) Das ist eine beachtliche Leistung, die Sie hier noch gegen Ende der Legislaturperiode abliefern.
Beifall bei den Grünen.
Das ist eine sinnvolle Maßnahme. Zeigen Sie Haltung, stimmen Sie zu! – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Über Namensaufruf durch die Schriftführerin Hagenhofer und den Schriftführer Jakob Auer werfen die Abgeordneten die Stimmzettel in die Urne.
(Über Namensaufruf durch die Schriftführerin Hagenhofer und den Schriftführer Jakob Auer werfen die Abgeordneten die Stimmzettel in die Urne.)
Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und FPÖ.
Abgegebene Stimmen: 178, davon „Ja“-Stimmen: 64, „Nein“-Stimmen: 114. (Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und FPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und FPÖ.
Artikel 1 Ziffer 7 in der Fassung des Abänderungsantrages der Abgeordneten Amon, Kolleginnen und Kollegen ist somit abgelehnt. (Neuerlicher Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und FPÖ.)
Über Namensaufruf durch die Schriftführerin Hagenhofer und den Schriftführer Jakob Auer werfen die Abgeordneten die Stimmzettel in die Urne.
(Über Namensaufruf durch die Schriftführerin Hagenhofer und den Schriftführer Jakob Auer werfen die Abgeordneten die Stimmzettel in die Urne.)
Abg. Dr. Schüssel: Zur Geschäftsbehandlung!
Ich bitte jene Damen und Herren, die dem Antrag des ... (Abg. Dr. Schüssel: Zur Geschäftsbehandlung!)
Ruf bei der SPÖ: Jetzt will er eine namentliche Abstimmung!
Herr Klubobmann Dr. Schüssel, zur Geschäftsordnung. – Bitte. (Ruf bei der SPÖ: Jetzt will er eine namentliche Abstimmung!)
Ruf bei der SPÖ: Früher arbeiten!
Daher werden wir bei dieser Abstimmung nicht dafür, sondern dagegen stimmen, aber nicht, weil wir gegen alles wären, nur: So etwas muss man ordentlich vorbereiten! Und das ist ein wirklicher Husch-Pfusch, der hier gemacht wird! (Ruf bei der SPÖ: Früher arbeiten!) Ich will das nur einmal festhalten. So geht das nicht! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Daher werden wir bei dieser Abstimmung nicht dafür, sondern dagegen stimmen, aber nicht, weil wir gegen alles wären, nur: So etwas muss man ordentlich vorbereiten! Und das ist ein wirklicher Husch-Pfusch, der hier gemacht wird! (Ruf bei der SPÖ: Früher arbeiten!) Ich will das nur einmal festhalten. So geht das nicht! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neugebauer: Caps Widerspruch zum Widerspruch!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Das ist natürlich nicht Husch-Pfusch, sondern wir achten nur darauf, dass völlige Formsicherheit gegeben ist. – Das ist einfach eine Ausrede von Ihnen! Sie wollen das inhaltlich nicht. Reden Sie doch nicht so herum, Herr Klubobmann Schüssel! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neugebauer: Caps Widerspruch zum Widerspruch!)
Allgemeiner Beifall. – Abg. Dr. Cap: Na bitte, jetzt geht es ja doch!
Bei Zustimmung ersuche ich um ein entsprechendes Zeichen. – Das ist einstimmig angenommen. Der Gesetzentwurf ist somit auch in dritter Lesung angenommen. (Allgemeiner Beifall. – Abg. Dr. Cap: Na bitte, jetzt geht es ja doch!)
Abg. Strache: Na bitte, ein kräftiges Zeichen!
Ich bitte jene Damen und Herren, die dem vorliegenden Gesetzentwurf auch in dritter Lesung ihre Zustimmung geben, um ein Zeichen. – Das ist die Mehrheit. Der Gesetzentwurf ist somit auch in dritter Lesung angenommen. (Abg. Strache: Na bitte, ein kräftiges Zeichen!)
Allgemeiner Beifall.
ausgeschiedenen Abgeordneten einladen. Dort werden wir einander noch einmal sehen und hoffentlich in einem angenehmen Rahmen einige schöne Stunden verbringen. Alles Gute! (Allgemeiner Beifall.)