Für die:den Abgeordnete:n haben wir 8215 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du die offizielle Personenseite (Link).
Gesetzgebungsperiode 21
Sitzung Nr. 1
Abg. Scheibner: Und wie war das bei Ihnen in Ihrer Fraktion? – Abg. Ing. Westenthaler: Petrovic weggeräumt, abserviert! – Abg. Aumayr: Wie gehen Sie mit Ihren Kolleginnen um? – Abg. Scheibner: Wie gehen Sie mit den Frauen in Ihrer Fraktion um?
Meine Damen und Herren! Es herrschte, zumindest minutenlang, eine gewisse weihevolle Atmosphäre in diesem Hause, aber wenn man sich für einen Augenblick davon befreit, dann, würde ich sagen, erkennt man, dass das Kalkül der Freiheitlichen doch relativ einfach ist: Herr Abgeordneter Prinzhorn wollte und will Kanzler werden, nur steht ihm leider nicht nur der jetzige Kanzler, sondern auch Herr Dr. Haider im Weg. Herr Abgeordneter Prinzhorn wollte und will vielleicht immer noch Klubobmann werden, aber da steht ihm Herr Kollege Scheibner im Weg. (Abg. Scheibner: Und wie war das bei Ihnen in Ihrer Fraktion? – Abg. Ing. Westenthaler: Petrovic weggeräumt, abserviert! – Abg. Aumayr: Wie gehen Sie mit Ihren Kolleginnen um? – Abg. Scheibner: Wie gehen Sie mit den Frauen in Ihrer Fraktion um?) Ich wollte auch Klubobmann werden – und ich wurde es auch. (Neuerliche Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Unerträglich ist Ihre Rede! – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wissen wir, warum Sie abgewählt wurden!
Aber die Geschichte der Freiheitlichen im Zusammenhang mit Gewalt hört dort nicht auf. Dieses Flugblatt (die Rednerin hält ein Flugblatt in die Höhe), das in Wien in diesem Wahlkampf 1999 zugestellt wurde, ist ein eindeutig rassistisches, ein verhetzendes, es ist verantwortungslos. Ich habe vom jetzigen Kandidaten Prinzhorn kein Wort dahin gehend gehört, dass er sich davon distanziert, und das ist unerträglich. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Unerträglich ist Ihre Rede! – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wissen wir, warum Sie abgewählt wurden!)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Jetzt wird es einmal Zeit für einen Ordnungsruf!
Ich bringe Ihnen noch ein Beispiel: Dieses Flugblatt (die Rednerin hält ein weiteres Flugblatt in die Höhe) ist in Feldbach zugestellt worden. Wie viel Ausländer verträgt Feldbach noch? heißt es da. Darin ist ein Würstelstand abgebildet, der von einem türkischen Konzessionsinhaber geführt wird. Dieser Stand hat kurz vor der Wahl gebrannt. Herr Ofner! Die Benzinkanister wurden offenbar von Ihren Sympathisanten dort abgestellt. (Rufe bei den Freiheitlichen: Ungeheuerlich! – Abg. Gaugg: Seit Ihrer Abwahl sind Sie unerträglich geworden!) Dort hat es tatsächlich gebrannt, dort ist dieses Unrecht verübt worden. (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Jetzt wird es einmal Zeit für einen Ordnungsruf!)
Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Khol. – Beifall bei SPÖ und ÖVP, bei den Grünen sowie der Abgeordneten Dr. Riess-Passer und Ing. Westenthaler.
Zu einem unserer Ziele in diesem Zusammenhang zählt zum Beispiel die Nutzung der Chancen, die sich aus der Übernahme des bisher vom Stadtschulrat benutzten Palais Epstein für Parlamentszwecke ergeben. Dabei stelle ich – wie ich annehme, in Übereinstimmung mit allen Fraktionen dieses Hauses – fest: Die Nutzung dieses benachbarten Gebäudes durch die österreichische Volksvertretung bedeutet nicht, den Gedanken an ein Haus der Geschichte oder an ein Haus der Toleranz zu den Akten zu legen oder gar abzulehnen. Im Gegenteil: Wir wollen, dass auch dieses Projekt – nämlich ein Haus der Zeitgeschichte – in bestmöglicher Weise und auf möglichst breiter Basis realisiert wird. Es gibt viele Gründe, das zu tun. (Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Khol. – Beifall bei SPÖ und ÖVP, bei den Grünen sowie der Abgeordneten Dr. Riess-Passer und Ing. Westenthaler. )
Sitzung Nr. 2
Abg. Ing. Westenthaler: Das sind Unabhängige!
Das ist auch in anderen Bereichen so, denn warum wurden beispielsweise in Kärnten die neuen Aufsichtsräte der KELAG nicht öffentlich ausgeschrieben, sondern ganz einfach vom Herrn Landeshauptmann bestellt? (Abg. Ing. Westenthaler: Das sind Unabhängige!) Ich kritisiere das gar nicht. Das sind eben offensichtlich Persönlichkeiten seines Vertrauens. (Abg. Ing. Westenthaler: Unabhängige!)
Abg. Ing. Westenthaler: Unabhängige!
Das ist auch in anderen Bereichen so, denn warum wurden beispielsweise in Kärnten die neuen Aufsichtsräte der KELAG nicht öffentlich ausgeschrieben, sondern ganz einfach vom Herrn Landeshauptmann bestellt? (Abg. Ing. Westenthaler: Das sind Unabhängige!) Ich kritisiere das gar nicht. Das sind eben offensichtlich Persönlichkeiten seines Vertrauens. (Abg. Ing. Westenthaler: Unabhängige!)
Ironische Heiterkeit des Abg. Jung. – Abg. Ing. Westenthaler: Gott sei Dank! Es hat ja lange genug gedauert!
Frau Kollegin Riess-Passer! Sie haben darauf hingewiesen, dass Sie in die heutige Zeitung geschaut haben. Bevor ich hier hergekommen bin, habe ich nur in der APA gelesen und dort um 9.40 Uhr eine Meldung gefunden, der zufolge der Posten des Leiters des Musikschulwerkes in Kärnten neu ausgeschrieben werden soll. Das Besondere dabei ist, dass nach mehr als 40 Jahren die Ausschreibungsbedingungen plötzlich geändert werden. (Ironische Heiterkeit des Abg. Jung. – Abg. Ing. Westenthaler: Gott sei Dank! Es hat ja lange genug gedauert!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Deswegen ist Manzenreiter zurückgetreten! – Abg. Ing. Westenthaler: Zu Kärnten würde ich im Moment nicht so viel sagen!
In Kärnten gibt es beinhartes politisches Personalmanagement des Personalreferenten Dr. Jörg Haider (Abg. Scheibner: Deswegen ist Manzenreiter zurückgetreten!), und in Wien erheben Sie einen moralischen Anspruch, dem diese Tätigkeit Haiders in Kärnten nicht gerecht wird. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Deswegen ist Manzenreiter zurückgetreten! – Abg. Ing. Westenthaler: Zu Kärnten würde ich im Moment nicht so viel sagen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Im Moment würde ich zu Kärnten nicht so viel sagen! – Abg. Scheibner: Was ist mit der KELAG? Sie wollten den Ambrozy versorgen, das ist Ihr Problem!
Tun Sie in Kärnten das, was wir auf Bundesebene bewiesen haben! (Abg. Ing. Westenthaler: Im Moment würde ich zu Kärnten nicht so viel sagen! – Abg. Scheibner: Was ist mit der KELAG? Sie wollten den Ambrozy versorgen, das ist Ihr Problem!) Sie haben die Möglichkeit! Beinhartes Personalmanagement auf Blau in Kärnten ist Ihre Antwort! Das ist Ihre Problematik: dass in Kärnten anders gehandelt wird als auf Bundesebene! (Abg. Ing. Westenthaler: Kärnten ist hier ein schlechtes Beispiel!) Wir bekennen uns zur Objektivität. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner. )
Abg. Ing. Westenthaler: Kärnten ist hier ein schlechtes Beispiel!
Tun Sie in Kärnten das, was wir auf Bundesebene bewiesen haben! (Abg. Ing. Westenthaler: Im Moment würde ich zu Kärnten nicht so viel sagen! – Abg. Scheibner: Was ist mit der KELAG? Sie wollten den Ambrozy versorgen, das ist Ihr Problem!) Sie haben die Möglichkeit! Beinhartes Personalmanagement auf Blau in Kärnten ist Ihre Antwort! Das ist Ihre Problematik: dass in Kärnten anders gehandelt wird als auf Bundesebene! (Abg. Ing. Westenthaler: Kärnten ist hier ein schlechtes Beispiel!) Wir bekennen uns zur Objektivität. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner. )
Abg. Ing. Westenthaler: Von wann ist das?
Meine Damen und Herren! Was glauben Sie, von wem dieses Dokument von Proporz- und Parteibuchwirtschaft unterzeichnet ist? (Abg. Ing. Westenthaler: Von wann ist das?) – Für die ÖVP von Dr. Christof Zernatto – er ist ohnehin hier im Hause –, und für die FPÖ von Dr. Jörg Haider. – So schaut es aus! (Aha!-Rufe bei der SPÖ.) Und dann stellt sich Kollege Scheibner hier zum Rednerpult, meine Damen und Herren, und sagt: Es stinkt in Österreich! (Abg. Scheibner: Das hat Ihr ehemaliger Finanzminister gesagt!) Ja welchen Duft hat dann dieses Papier, Herr Kollege Scheibner? (Der Redner hält ein Schriftstück in die Höhe.) Welchen Duft hat denn dieses Kärntner Packeleipapier? (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sind die Erhöhungen der Gehälter vielleicht in Ordnung gewesen?
Kollege Westenthaler hat gemeint, das ganze Werk von damals, die ganze Bezügereform sei kläglich gescheitert. (Abg. Ing. Westenthaler: Sind die Erhöhungen der Gehälter vielleicht in Ordnung gewesen?) Geh, bitte, Herr Westenthaler, bleiben wir ein bisserl auf dem Teppich. Wenn Sie nachschauen, dann werden Sie sehen, das damalige Gesetz – jetzt einmal rein quantitativ gesehen – hat 30 Druckseiten, und wir reformieren davon jetzt zwei oder drei Absätzchen. Im Druck werden das vielleicht sechs- oder siebeneinhalb Zeilen sein. Also dass das Ganze gescheitert ist, davon kann überhaupt keine Rede sein. Allerdings waren wir damals schon sehr kritisch bezüglich der spezifischen Formelbindung, der spezifischen Automatik, die gefunden und im § 3 festgelegt wurde, der jetzt zu reformieren ist. Dass wir mit dieser Kritik Recht hatten, zeigt sich ja jetzt.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Helene, aufpassen, dass jetzt nicht ein Ei fliegt!
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Sehr geehrte Damen und Herren! Frau Stoisits, Sie haben etwas sehr Richtiges gesagt, nämlich dass man an das gesamte Thema, das Sie angeschnitten haben, sehr sachlich herangehen müsse. Sie haben Ihren Vorsatz nicht ganz durchgehalten, weil Sie dann schon wieder in Ihr Fahrwasser der Emotionalität und der ungerechtfertigten Anwürfe an uns Freiheitliche zurückgekehrt sind. Wir haben dieses Thema immer sachlich behandelt, und wir haben uns immer an den faktischen Verhältnissen orientiert! Und das ist ja das, was wichtig und notwendig ist, damit man zu guten Lösungen kommt. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Helene, aufpassen, dass jetzt nicht ein Ei fliegt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wann kümmern Sie sich um die Österreicher? Eine Million Österreicher an der Armutsgrenze! Wann kümmern Sie sich um diese Österreicher?
Und an die Adresse etwa des Abgeordneten Kiss. (Abg. Ing. Westenthaler: Wann kümmern Sie sich um die Österreicher? Eine Million Österreicher an der Armutsgrenze! Wann kümmern Sie sich um diese Österreicher?) Herr Bundesminister! Die Polarisierung ist sehr weit gediehen, und es sind viele, die diese Sphären auseinander halten. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihnen sind die Österreicher gleichgültig! Sie polarisieren!) Es gibt Menschen in Österreich, die etwa Kiss oder Cap oder Hojac oder Petrovic heißen und ganz gut integriert sind. Die sind recht gut integriert, und ich verlange dieses selbe Recht für die anderen auch, die vielleicht nicht Kiss, Cap, Hojac oder Petrovic heißen. (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihnen sind die Österreicher gleichgültig! Sie polarisieren!
Und an die Adresse etwa des Abgeordneten Kiss. (Abg. Ing. Westenthaler: Wann kümmern Sie sich um die Österreicher? Eine Million Österreicher an der Armutsgrenze! Wann kümmern Sie sich um diese Österreicher?) Herr Bundesminister! Die Polarisierung ist sehr weit gediehen, und es sind viele, die diese Sphären auseinander halten. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihnen sind die Österreicher gleichgültig! Sie polarisieren!) Es gibt Menschen in Österreich, die etwa Kiss oder Cap oder Hojac oder Petrovic heißen und ganz gut integriert sind. Die sind recht gut integriert, und ich verlange dieses selbe Recht für die anderen auch, die vielleicht nicht Kiss, Cap, Hojac oder Petrovic heißen. (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Norm ist ein Gesetz! Sie haben das falsch verstanden! – Abg. Ing. Westenthaler: Das haben Sie missverstanden! Ihre Aufregung ist völlig unbegründet!
Ich möchte Ihnen Folgendes sagen: Jeder Mensch ist individuell, und jeder Mensch entspricht der Norm, nur muss man das im Kopf haben und darf keine Scheuklappen haben wie Sie, die Sie selektieren und bestimmen wollen, wer dazugehört und wer nicht. Über diese Zeit müssten wir, verdammt, schön langsam hinaus sein. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Norm ist ein Gesetz! Sie haben das falsch verstanden! – Abg. Ing. Westenthaler: Das haben Sie missverstanden! Ihre Aufregung ist völlig unbegründet!)
Sitzung Nr. 4
Abg. Ing. Westenthaler: Die ÖVP falsch informiert!
Was werfen wir Ihnen vor? – Wir werfen Ihnen vor, dass Sie ständig mit falschen Budgetzahlen hantieren. Sie reden gegenüber dem Koalitionspartner, der Österreichischen Volkspartei, von Zinszahlungen in einer Größenordnung von 95 Milliarden Schilling. In der Sitzung des Budgetausschusses haben wir das letzte Mal über die Ermessensausgaben in einer Größenordnung von 249 Milliarden Schilling gesprochen. Damals haben Sie das erste Mal davon gesprochen, dass die Zinszahlungen im Jahr 2000 107 Milliarden Schilling ausmachen werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Die ÖVP falsch informiert!) 107 Milliarden Schilling, Herr Finanzminister! (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Riess-Passer: Welche Strukturmaßnahmen werden das sein? – Abg. Scheibner: Das ist eine Aktuelle Stunde! Sie müssen einmal sagen, was Sie vorhaben! Sie kritisieren die Opposition, dass sie keine Vorschläge hat! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben keinen einzigen Vorschlag für eine Strukturmaßnahme gebracht!
Weiters: Sie sagen, der Abstand zu den anderen Ländern sei größer geworden. Dazu Folgendes: Wir befinden uns beim Vollzug des Budgets 1999 mit drei sehr großen Ländern der Europäischen Union gleichauf – in etwa natürlich, im Rahmen von 0,1 bis 0,2 Prozent Abweichung –: mit Frankreich, der Bundesrepublik Deutschland und Italien und noch einem weiteren, allerdings kleinen Land. Diese Länder haben, im Unterschied zu uns, für das Jahr 2000 bereits Budgets und senken durch die Strukturmaßnahmen, die in diesen Budgets vorgeschlagen werden, ihre Defizite. Wir haben das noch nicht. Es ist aber völlig klar, dass solche Strukturmaßnahmen mit dem Budget 2000 auch gesetzt werden müssen, sodass wir unser Stabilitätsziel erreichen. Ich bin mir auch sicher, dass die neue Bundesregierung das schaffen wird. (Abg. Dr. Riess-Passer: Welche Strukturmaßnahmen werden das sein? – Abg. Scheibner: Das ist eine Aktuelle Stunde! Sie müssen einmal sagen, was Sie vorhaben! Sie kritisieren die Opposition, dass sie keine Vorschläge hat! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben keinen einzigen Vorschlag für eine Strukturmaßnahme gebracht!)
Abg. Gaugg: Sehr gewagte Aussage, "Gesamtkunstwerk"! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja kein Gemälde!
Ganz objektiv noch ein weiterer Punkt der Kritik, Herr Finanzminister. Wir waren eigentlich viele Jahre hindurch immer einer Meinung darin – das war in jeder Budgetdebatte zu hören –, dass das Budget das Gesamtkunstwerk der Bundesregierung und die zentrale Drehscheibe der Regierungspolitik ist. (Abg. Gaugg: Aber ich glaube, die ÖVP-Minister haben auch nichts zur Konsolidierung beigetragen!) Jetzt zu sagen: Wo man sparen soll, das sollen die einzelnen Minister von sich aus vorschlagen, und ich, der Finanzminister, bin gleichsam aus dem Schneider!, so einfach, denke ich, geht es nicht, wenn man sich zum Gesamtkunstwerk der Bundesregierung bekennt! (Abg. Gaugg: Sehr gewagte Aussage, "Gesamtkunstwerk"! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja kein Gemälde!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das mit dem Bürgermeister Hufnagl?
Aber schauen wir vom Klubobmann zum Klubkassier, neben dem Obmann ist ja der Kassier in einem Verein, in einem Klub auch wichtig. Meine Damen und Herren! 20 Prozesstage werden wohl nicht ausreichen (Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das mit dem Bürgermeister Hufnagl?), um hinter das Woher und Wohin der Bezüge zu kommen und hinter das, was eben alles beim Klubkassier Rosenstingl "dranhängt". Meine Damen und Herren von der FPÖ, halten Sie sich also bitte zurück! Sie trinken Wein in vollen Zügen und predigen Wasser. Eine gewisse Selbstkritik wäre heute angebracht, wenn man sich den Pensionisten Stadler und den Kassier Rosen
Beifall bei den Freiheitlichen. – Ruf bei den Freiheitlichen: ... burgenländischer Bauernhof! – Abg. Ing. Westenthaler: Eingesteckt!
Herr Kollege Kräuter! Wenn wir schon über Privilegien reden: Erklären Sie uns einmal, was denn Ihr Bundeskanzler Klima mit der 1 Million Schilling gemacht hat, die er pro Jahr mehr durch die von Ihnen beschlossene Bezügeregelung bekommen hat! (Ruf bei den Freiheitlichen: Wem hat er das gespendet?) Es hat geheißen, er spendet sie irgendwelchen Organisationen. Bis jetzt haben wir nichts gehört. Wenn Sie also hier heruntergehen, großartige Reden schwingen und auf die Freiheitlichen schimpfen, dann erklären Sie uns einmal diese Geschichte: Wo ist die Million des Herrn Bundeskanzlers Klima?! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Ruf bei den Freiheitlichen: ... burgenländischer Bauernhof! – Abg. Ing. Westenthaler: Eingesteckt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Können wir uns den Kräuter für den Wahlkampf ausborgen?
Präsident Dr. Andreas Khol: Zu Wort gelangt nunmehr Herr Abgeordneter Van der Bellen. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Können wir uns den Kräuter für den Wahlkampf ausborgen?)
Sitzung Nr. 8
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Welcher Tagesordnungspunkt ist das jetzt? Zur Sache! Die Dringliche ist erst am Nachmittag!
Meine Damen und Herren! Herr Kollege Khol hatte seinerzeit Recht: Schwarz/blau ist bestenfalls ein "akzeptables Muster für eine Krawatte", und vor allem ist "mit den Freiheitlichen kein Staat zu machen". – Und Sie beweisen das von Tag zu Tag aufs Neue. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Welcher Tagesordnungspunkt ist das jetzt? Zur Sache! Die Dringliche ist erst am Nachmittag!)
Abg. Ing. Westenthaler: Themaverfehlung war das soeben!
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (fortsetzend): Herr Präsident, ich kehre gerne zur Person des vorgeschlagenen Dritten Präsidenten, über den wir ja zu diskutieren haben, zurück. (Abg. Ing. Westenthaler: Themaverfehlung war das soeben!)
Abg. Leikam: Kein Abgeordneter hat die Exekutive so beschimpft wie der Herr Westenthaler!
Wir verurteilen die Gewalt, die ausgegangen ist, die Mobilisierung der "Straße", Herr Kollege Kostelka. Wir finden es nicht in Ordnung, dass sozialistische Organisationen, Gewerkschaftsorganisationen, Grün-Organisationen, Spitzenfunktionäre an Veranstaltungen teilnehmen, bei denen es zu gewalttätigen Ausschreitungen kommt. (Abg. Leikam: Kein Abgeordneter hat die Exekutive so beschimpft wie der Herr Westenthaler!) Ich weiß, dass man da differenzieren muss, dass man nicht alle verurteilen soll, aber genau bei diesen Veranstaltungen ist es zu schweren Ausschreitungen gekommen. Das verurteilen wir, das wollen wir nicht.
Abg. Ing. Westenthaler: Die Zeiten haben sich wirklich geändert!
Herr Abgeordneter Khol! Trotz aller Differenzen, die ich mit Ihnen habe und hatte – und da gibt es viele –, habe ich Sie immer – ich habe das auch gegenüber Personen, die das nicht glauben konnten, vertreten – als leidenschaftlichen Parlamentarier geschätzt, als einen, der für die Sache streitet – nicht immer mit fairen Mitteln; gut, das machen wir alle nicht. Aber Ihr Ruf als leidenschaftlicher Parlamentarier hat für mich einen entscheidenden Knacks bekommen, als ich – es war im Fernsehen – die Meldung hörte, die auch Kollegin Lichtenberger schon gebracht hat: Angesprochen auf die Vorsitzführung als Präsident und auf die Kritik, die es an Ihrer Vorsitzführung gab, haben Sie gesagt: Die Mehrheiten haben sich geändert! – Diese Erklärung, Herr Präsident Khol, steht niemandem zu, auch nicht einem Präsidenten! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Und das passt nicht! (Abg. Ing. Westenthaler: Die Zeiten haben sich wirklich geändert!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wen? Sie?
Am 27. Jänner ruft Chirac an. (Abg. Ing. Westenthaler: Wen? Sie?) Chirac ruft Klestil an, nicht Klestil ruft Chirac an. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe geglaubt, Chirac hat Sie angerufen!) Herr Kollege Westenthaler, Sie haben wieder nicht aufgepasst! Ich muss Ihnen dafür einen Schlechtpunkt eintragen. (Heiterkeit. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Es handelt sich hiebei um die Aufstellung der österreichischen Präsidentschaftskanzlei, der Kanzlei des Bundespräsidenten, nicht um meine Aufstellung. Ich war nicht dabei, und Sie waren auch nicht dabei, nehme ich wohl an. (Beifall bei den Grünen und bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe geglaubt, Chirac hat Sie angerufen!
Am 27. Jänner ruft Chirac an. (Abg. Ing. Westenthaler: Wen? Sie?) Chirac ruft Klestil an, nicht Klestil ruft Chirac an. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe geglaubt, Chirac hat Sie angerufen!) Herr Kollege Westenthaler, Sie haben wieder nicht aufgepasst! Ich muss Ihnen dafür einen Schlechtpunkt eintragen. (Heiterkeit. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Es handelt sich hiebei um die Aufstellung der österreichischen Präsidentschaftskanzlei, der Kanzlei des Bundespräsidenten, nicht um meine Aufstellung. Ich war nicht dabei, und Sie waren auch nicht dabei, nehme ich wohl an. (Beifall bei den Grünen und bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Jung: Ob das vollständig ist, das ist die Frage, Herr Kollege! – Abg. Ing. Westenthaler: Welche Rolle spielen Sie eigentlich? – Abg. Haigermoser: Wahrscheinlich eine undurchsichtige Rolle!
Verehrte Zwischenrufer von den Freiheitlichen! Eines wollen wir festhalten: Sie können glauben, dass ich von diesen Dingen keine Ahnung habe. Sie können das mit gutem Recht auch hier durch Zwischenrufe festhalten. (Zwischenruf des Abg. Jung. – Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer. – Weitere anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Dann würde ich Sie aber ausdrücklich darum bitten, in Ihren Stellungnahmen klar zu sagen, dass der Bundespräsident mit dieser Aufstellung die Unwahrheit sagt. Ich möchte Sie bitten, das klarzustellen. Meinen Sie das mit Ihren Zwischenrufen? Das schaue ich mir an! (Abg. Jung: Ob das vollständig ist, das ist die Frage, Herr Kollege! – Abg. Ing. Westenthaler: Welche Rolle spielen Sie eigentlich? – Abg. Haigermoser: Wahrscheinlich eine undurchsichtige Rolle!) – Okay. Sie meinen, dass ich eine undurchsichtige Rolle spiele. (Abg. Haigermoser: Ziehen Sie endlich den Schafspelz aus!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was Sie da machen, ist ziemlich konzeptlos!
Ich habe nicht gehört, dass unser Bundeskanzler Jörg Haider zur Räson ruft. Wahrscheinlich weiß er, dass es zwecklos ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Was Sie da machen, ist ziemlich konzeptlos!) Konzeptlos ist diese Regierung! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Warum klatscht die SPÖ nicht? – Abg. Haigermoser: Das ist ja unlustig! Das wird ja schon peinlich, Herr Professor! Der Fasching ist aus!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: War das schon alles?
Wenn all das – dieser Scherbenhaufen und Österreichs außenpolitische Quarantäne – kein Grund für ein Misstrauensvotum ist, dann, Herr Dr. Khol, frage ich Sie: Was ist dann ein Grund für ein Misstrauensvotum? – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: War das schon alles?)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist das für eine Wortwahl, Herr Präsident? Wir Abgeordnete ...! – Weitere Zwischenrufe.
Zu dem Wort "normalerweise": Ich bin froh, dass die friedlichen Demonstranten in Wien (Abg. Jung: Ha! – Abg. Dr. Stummvoll: 50 Polizisten verletzt! – Weitere Zwischenrufe) sich angesichts dieser Stimmung auf der Straße nicht benehmen wie freiheitliche Abgeordnete, denn sonst hätten wir ein ernsthaftes Sicherheitsproblem auf den Wiener Straßen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist das für eine Wortwahl, Herr Präsident? Wir Abgeordnete ...! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie disqualifizieren sich für dieses Haus! – Ruf: Unglaublich! – Weitere Zwischenrufe.
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (fortsetzend): Sehr geehrter Herr Präsident! Vielleicht sind Sie in Zukunft überhaupt so freundlich, meine Reden an meiner Stelle zu halten. Dann kann mit Sicherheit nichts passieren. (Abg. Dr. Brinek: Das ist eine Missachtung! – Ruf: Ungeheuerlich! – Weitere Zwischenrufe.) – Jetzt zurück zum Thema. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie disqualifizieren sich für dieses Haus! – Ruf: Unglaublich! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Mag. Schweitzer: Herr Präsident! – Abg. Ing. Westenthaler: Rechtsextrem?
Glauben Sie, dass es hier um ein Programm geht? – Hier geht es um eine einzige Frage. (Abg. Dr. Rasinger: Sollen wir jetzt ...?) Ein Politiker und Vorsitzender einer demokratischen Partei, die Teil eines Nachkriegs-Konsenses in Österreich ist, hat als Erster die Machtübernahme in Regierungsfunktionen durch eine rechtsextreme Partei in der Europäischen Union ermöglicht. Zu Recht sagen Staats- und Regierungschefs und Hunderttausende Menschen in Österreich – das ist ja keine Meinung des Auslands allein –: Da machen wir uns Sorgen, das wollten wir nicht, und das können wir so nicht akzeptieren! (Abg. Mag. Schweitzer: Herr Präsident! – Abg. Ing. Westenthaler: Rechtsextrem?)
Abg. Scheibner: Spindelegger hat aus der Zeitung zitiert! – Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist er denn heute? – Oh!-Rufe bei der SPÖ.
Wahr ist vielmehr, dass der ehemalige Bundeskanzler Mag. Viktor Klima überhaupt erst am 26. Jänner um 16 Uhr direkt bei der Konferenz eingetroffen ist und davor gar keine Gelegenheit hatte, irgendwelche Gespräche zu führen. (Abg. Scheibner: Spindelegger hat aus der Zeitung zitiert! – Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist er denn heute? – Oh!-Rufe bei der SPÖ.) So viel zu Ihrem Umgang mit der Wahrheit. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Da ist er empfindlich! Aber "Faschist" darf man sagen!
Ich möchte Ihnen, sehr geehrter Herr Abgeordneter Haigermoser, sagen, dass auch der Ausdruck "Biedermann und Brandstifter" in Richtung des Abgeordneten Dr. Pilz nicht angemessen und geeignet ist, die Wogen zu glätten, sondern eher aufzuschaukeln. (Abg. Ing. Westenthaler: Da ist er empfindlich! Aber "Faschist" darf man sagen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Lesen Sie noch einmal vor!
Sie haben die erste Hälfte des Satzes richtig zitiert, Herr Westenthaler, aber eben nur die eine Hälfte. (Abg. Ing. Westenthaler: Lesen Sie noch einmal vor!) Der Satz geht dann nämlich weiter. Ich werde den ganzen Satz noch einmal vorlesen und hoffe, der Präsident gibt mir die notwendigen Sekunden. (Abg. Scheibner: 3 Minuten haben Sie Zeit!) Ich zitiere:
Abg. Ing. Westenthaler: Na also! Das ist der Punkt!
Wir Grüne werden uns erlauben, weiterhin zu protestieren, so mancher von uns, wie ich und einige andere Kolleginnen und Kollegen von mir, werden sich auch erlauben, weiterhin zu demonstrieren, gemeinsam mit allen linken, gewaltbereiten Terroristen, ... (Abg. Ing. Westenthaler: Na also! Das ist der Punkt!) – Und an dieser Stelle haben Sie aufgehört.
Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der Freiheitlichen und der Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Van der Bellen –: Sie machen sich rücktrittsreif, wenn Sie das verteidigen!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Ebenfalls zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Frau Abgeordnete Dr. Gabriela Moser gemeldet. Ich erteile ihr das Wort. – Bitte. (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der Freiheitlichen und der Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Van der Bellen –: Sie machen sich rücktrittsreif, wenn Sie das verteidigen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Von der Bank aus geht das nicht! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Herr Abgeordneter Pilz hat sich zu einer tatsächlichen Berichtigung zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Von der Bank aus geht das nicht! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber jetzt an sich ein Ordnungsruf!
Ich berichtige: Ich habe die Freiheitlichen ausschließlich – und das war der einzige Begriff, den ich verwendet habe – als rechtsextrem bezeichnet. Und dazu stehe ich. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber jetzt an sich ein Ordnungsruf!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das Zitat Arbeiter!
Die Zitate, die Handlungen, die Sprache, die Vorschläge sind Legende: das Zitat Prinzhorn, das Zitat Partik-Pablé, um nur einige zu nennen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das Zitat Arbeiter!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie was über die Nazi-Sprüche des Herrn Arbeiter!
Die A-Card für Ausländer, der moderne Judenstern, die jahrelange Hetze gegen österreichische Künstler, die Vernaderung als "Staatskünstler", die Hetze gegen Cornelius Kolig. "Kein Fäkalkünstler im Kärntner Landtag!" "Es sei eine Art von Schweinerei", hat der damalige Herr Landeshauptmann gesagt. (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie was über die Nazi-Sprüche des Herrn Arbeiter!)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Dr. Petrovic. – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Kollege Posch! Den Herrn Arbeiter mit seinem Goebbels-Zitat haben Sie vergessen!
Sie brauchen uns mit Ihrer Regierung nicht zu beschämen. Das alles ist nicht eine Frage des Programms, sondern der Symbolik. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Dr. Petrovic. – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Kollege Posch! Den Herrn Arbeiter mit seinem Goebbels-Zitat haben Sie vergessen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich!
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Abgeordneter Posch, wenn Sie schon meinen, dass der Herr Bundeskanzler um die Freiheitliche Partei als Koalitionspartner nicht zu beneiden ist, dann, muss ich sagen, war die ÖVP um Sie als Koalitionspartner auch nicht zu beneiden (Beifall bei den Freiheitlichen), denn immerhin haben Sie in Ihren Reihen noch immer den Herrn Landtagsabgeordneten Arbeiter in Kärnten, der Goebbels zitiert und erst vor ein paar Wochen gesagt hat: "Da halte ich mich lieber an Goebbels, der gesagt hat, das Volk muss fühlen, wer das Sagen hat." (Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt hören Sie doch auf! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie sind doch wirklich dumm! ...
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Die Ausführungen meines Vorredners haben sich nur teilweise mit der Frage der Geschäftsordnung befasst, daher auch zu der von ihm zuvor angesprochenen Frage von Stil und Vorwürfen – es ist mir wichtig, dass es im Protokoll lesbar, schwarz auf weiß drinsteht –: Ich empfand es als ungeheuerlich, als in der vorangegangenen Debatte von einer freiheitlichen Abgeordneten in Bezug auf Frau Dr. Pittermann empfohlen wurde, "professionelle Hilfe" in Anspruch zu nehmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt hören Sie doch auf! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie sind doch wirklich dumm! ...) – Ich bitte, das alles zu protokollieren.
Abg. Ing. Westenthaler: Drahtzieher der Gewalt!
Zur Geschäftsordnungsreform. – Es tut Ihnen weh, und ich denke, die ÖVP ist jetzt zu Recht sehr leise geworden: Die Worte, die der neue Kanzler zuletzt gesagt hat, kann man, denke ich, nicht deutlicher verspotten, als wie wir das jetzt gerade hier erleben. (Abg. Ing. Westenthaler: Drahtzieher der Gewalt!) Ich nehme an, Sie diskutieren das in den eigenen Reihen, ich mische mich da auch nicht ein, aber das Bild, das hier geboten wird, sollte Ihnen, glaube ich, zu denken geben.
Sitzung Nr. 9
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler – auf die Bankreihen der Grünen weisend –: Herr Präsident! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Hohes Haus! Wir wollen dieses Regierungsprogramm mit einem mutigen Erneuerungsprojekt für Österreich starten. (Die Abgeordneten der Grünen halten jeweils einen Schlüsselbund in die Höhe, den sie geräuschvoll schütteln.) Wir wollen Österreich neu regieren, um für alle Österreicherinnen und Österreicher die beste Voraussetzung für ihre Zukunft zu schaffen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler – auf die Bankreihen der Grünen weisend –: Herr Präsident! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht schaffen Sie auch einmal eine Rede, ohne den Namen Haider zu erwähnen! – Abg. Jung: Was ist mit dem Antrag von Frau Vassilakou?
Was ist denn mit Ihrem Gerede von "Verschwörung" und "Hochverrat"? – Ihr hochverehrter Herr Parteiobmann und Landeshauptmann in Kärnten redet von politischem Hochverrat! Wollen Sie das jetzt politisch untersuchen oder nicht? Gibt es dazu einen Untersuchungsausschuss oder nicht? Oder sind Sie schon beim ersten Konflikt umgefallen, weil die ÖVP das nicht haben will? (Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht schaffen Sie auch einmal eine Rede, ohne den Namen Haider zu erwähnen! – Abg. Jung: Was ist mit dem Antrag von Frau Vassilakou?) Vassilakou – das ist ein gutes Stichwort! Wie ist das jetzt zu verstehen, Herr Bundeskanzler: "Trotz der Demonstrationen in diesen Tagen sind radikale Auswüchse ... selten."? Sie rufen doch immer nach Differenzierung, werfen jedoch all diese Demonstrationen in einen Topf als radikale Auswüchse. Ich erwarte mir von Ihnen noch eine Berichtigung, eine Qualifizierung, eine Modifizierung! Was haben Sie damit gemeint? Das Demonstrationsrecht ist immer noch ein Bürgerrecht in diesem Land! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Die Superdemokraten dort! – Abg. Parnigoni: Sie haben sich 13 Jahre so verhalten!
Wissen Sie, es gehört eigentlich zu den Grund-Spielregeln der Demokratie und des Diskurses miteinander, dem anderen zuzuhören. Ich habe gesehen, dass praktisch alle Mitglieder der Opposition zu Wort gemeldet sind, also werden Sie alle ausreichend Gelegenheit haben, hier Ihre Standpunkte darzulegen. (Abg. Parnigoni: Das ist eine absolute Frechheit, was Sie da sagen! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Aber ich würde Sie bitten, die Courtoisie, die Höflichkeit aufzubringen, mir wenigstens zuzuhören, damit Sie dann auch wissen, was Sie kritisieren. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Die Superdemokraten dort! – Abg. Parnigoni: Sie haben sich 13 Jahre so verhalten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sind da die Fotos auch schon dabei?
Der Herr Bundeskanzler hat allein der "Kronen Zeitung" 8,6 Millionen Schilling zukommen lassen (Abg. Dr. Fekter: Ah so, darum! Das erklärt vieles!), damit er sich mit seinem Frauerl und dem Hunderl auf der Titelseite abbilden lassen kann, damit bezahlte Wahlwerbung mit Steuergeldern gemacht werden kann. (Abg. Ing. Westenthaler: Sind da die Fotos auch schon dabei?) Und das ist die Kritik unsererseits, und diese Dinge werden jetzt abgestellt! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Mertel: 50 sagt der Westenthaler! – Abg. Mag. Trattner: Ein verletzter Polizist ist schon zu viel!
Frau Stoisits, Sie reden hier pausenlos von "friedlichen Demonstrationen". Beim "Speaker’s Corner" haben Sie gesagt, es sei höchstens ein Ziegelstein gefallen. – Nur: Es gibt 45 verletzte Polizisten! (Abg. Dr. Mertel: 50 sagt der Westenthaler! – Abg. Mag. Trattner: Ein verletzter Polizist ist schon zu viel!) – Mir ist bei einer Demonstration jedenfalls bereits ein Ziegelstein zu viel. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Oje!-Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben nur den falschen Namen gewählt! Sie hätten die Dringliche an sich selbst stellen sollen!
Ich bitte Sie, sehr geschätzte Frau Ministerin, diese Dringliche Anfrage nicht als einen unfreundlichen Akt zu sehen. (Oje!-Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben nur den falschen Namen gewählt! Sie hätten die Dringliche an sich selbst stellen sollen!) Und ich gestehe, Herr Kollege Haupt: Dass Sie gesagt haben, es sei eine opportunistische Aktion, hat mich betroffen gemacht, weil Sie mich, glaube ich, gut genug kennen, um zu wissen, dass Opportunismus nicht mein politischer Stil ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein schreckliches Wort!
Sehr verehrte Frau Kollegin Hostasch! Ihre Befürchtung, dass nunmehr eine "Krankenbestrafungssteuer" (Abg. Ing. Westenthaler: Ein schreckliches Wort!), wie Sie das ausgedrückt haben, von 20 Prozent eingeführt wird, ist unbegründet. Wir sollen doch bitte nicht mit dem Motiv der Angst arbeiten! Unsere Bürger sind ja beunruhigt! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Bundesministerin Dr. Sickl spricht mit dem an der Regierungsbank stehenden Abg. Ing. Westenthaler.
Der Mann aus dem Bärental ... (Bundesministerin Dr. Sickl spricht mit dem an der Regierungsbank stehenden Abg. Ing. Westenthaler.) – Frau Bundesministerin! Dürfte ich Sie bitten, mir wenigstens die gehörige Aufmerksamkeit zu schenken! – Ich danke herzlich dafür. Es wäre nett, wenn Sie uns, wenn Sie schon die Fragen nicht beantworten, wenigstens zuhören würden, damit sich die Missachtung in Grenzen hält. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Haupt. )
Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Prammer – eine Mappe in die Höhe haltend –: Das ist es, und es ist mehr und dicker als Ihr Regierungsprogramm! – Abg. Ing. Westenthaler: Aber eine Zeile ist sehr wenig!
Ich danke Ihnen auch sehr für die Presseaussendung, die Sie gemacht haben: eine "Hitliste von 30 Jahren SPÖ-Frauenpolitik". Ich habe sie sehr aufmerksam gelesen. Wenn ich sehr großzügig schätze, dann umfasst diese Liste ungefähr 40 Zeilen: die Ergebnisse von 30 Jahren sozialdemokratischer Frauenpolitik in 40 Zeilen zusammengefasst! (Zwischenruf der Abg. Mag. Prammer. ) Und die dreijährige Tätigkeit der ehemaligen Frauenministerin beschränkt sich auf eine Zeile – das sei nur kurz dazu bemerkt. (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Prammer – eine Mappe in die Höhe haltend –: Das ist es, und es ist mehr und dicker als Ihr Regierungsprogramm! – Abg. Ing. Westenthaler: Aber eine Zeile ist sehr wenig!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Bei uns, und zwar in der Politik der FPÖ und der ÖVP, sind Frauen in Führungspositionen eine Selbstverständlichkeit! Wir müssen gar nicht allzu viel darüber sprechen. Der erste weibliche Landeshauptmann in Österreich wurde von der ÖVP gestellt, und die erste Vizekanzlerin von der FPÖ. (Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel. ) Und Sie unterstellen uns, dass wir Frauen vom Beruf und von der Karriere fern halten wollen? (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. ) Ich frage mich nur: Wie ist das dann beispielsweise bei den Grünen? Wurde Frau Dr. Petrovic nicht von ihrer eigenen Fraktion abgewählt und musste sie nicht einem Mann Platz machen? Wie ist das nun mit der so oft geforderten Quote? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ah!
Anscheinend haben wir damit auch schon in den USA Gehör gefunden. Denn laut einer APA-Meldung von heute sagt die US-Botschafterin Albright, die uns bisher sehr kritisch gegenübergestanden ist (Abg. Schieder: Die ist sogar schon Außenministerin!), dass das Programm, das wir präsentiert haben, ein gutes ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Ah!) Ja, und sie sagt: Man soll dieser Regierung eine Chance geben. Auch sie spricht lustigerweise – genau wie unser Herr Bundes
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ist Frau Vassilakou schon zurückgetreten?
Auch wenn Frau Abgeordnete Haller wiederholt und wider besseres Wissen behauptet, die Grünen unterstützten die Gewaltbereitschaft oder die Gewalt, wird diese Behauptung durch Wiederholung auf keinen Fall richtiger, sondern höchstens nur noch beleidigender. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ist Frau Vassilakou schon zurückgetreten?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber etwas Schönes!
Da fällt es mir bei der Frauenpolitik sehr schwer, das zu glauben, was da drinsteht, zum Beispiel, dass Sie die Gleichrangigkeit von Frauen und Männern auf allen Ebenen unterstützen wollen. Ich mag zwar vielleicht anerkennen, dass es jetzt eine erste weibliche Vizekanzlerin in diesem Land gibt – die hätte es schon längst geben sollen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber etwas Schönes!) Es war auch nicht unsere Entscheidung, dass es sie bisher noch nicht gegeben hat.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben die Klubobfrau abgewählt!
Aber dieselbe FPÖ, Herr Westenthaler, Herr Kollege (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben die Klubobfrau abgewählt!), dieselbe FPÖ hatte vorher, bis zur Regierungsbildung (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso haben Sie die Klubobfrau abgewählt?) nach der Wahl vom 3. Oktober, einen Frauenanteil von 26,2 Prozent in ihrem Klub. Wissen Sie, wie viele Sie jetzt haben – und jetzt ist Frau Riess-Passer auf der Regierungsbank –? (Abg. Ing. Westenthaler: Warum ist Frau Petrovic nicht mehr Klubobfrau?) – 17,3 Prozent! Das ist zu wenig für die Gleichrangigkeit von Frauen und Männern in der Politik. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wieso haben Sie die Klubobfrau abgewählt?
Aber dieselbe FPÖ, Herr Westenthaler, Herr Kollege (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben die Klubobfrau abgewählt!), dieselbe FPÖ hatte vorher, bis zur Regierungsbildung (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso haben Sie die Klubobfrau abgewählt?) nach der Wahl vom 3. Oktober, einen Frauenanteil von 26,2 Prozent in ihrem Klub. Wissen Sie, wie viele Sie jetzt haben – und jetzt ist Frau Riess-Passer auf der Regierungsbank –? (Abg. Ing. Westenthaler: Warum ist Frau Petrovic nicht mehr Klubobfrau?) – 17,3 Prozent! Das ist zu wenig für die Gleichrangigkeit von Frauen und Männern in der Politik. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Warum ist Frau Petrovic nicht mehr Klubobfrau?
Aber dieselbe FPÖ, Herr Westenthaler, Herr Kollege (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben die Klubobfrau abgewählt!), dieselbe FPÖ hatte vorher, bis zur Regierungsbildung (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso haben Sie die Klubobfrau abgewählt?) nach der Wahl vom 3. Oktober, einen Frauenanteil von 26,2 Prozent in ihrem Klub. Wissen Sie, wie viele Sie jetzt haben – und jetzt ist Frau Riess-Passer auf der Regierungsbank –? (Abg. Ing. Westenthaler: Warum ist Frau Petrovic nicht mehr Klubobfrau?) – 17,3 Prozent! Das ist zu wenig für die Gleichrangigkeit von Frauen und Männern in der Politik. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie machen mir Angst!
Es ist eine Tatsache (Abg. Mag. Schweitzer: Sagen Sie ihm, wo und wann! Er geht der Sache nach!), dass das Selbstbewusstsein von Leuten (Abg. Mag. Schweitzer: Er geht der Sache nach! Sagen Sie es ihm!) durch das, was Sie immer gesagt haben, von Rechtsextremen, Rechtsradikalen gestärkt wird. (Abg. Mag. Schweitzer: Bla bla bla!) Dazu brauchen wir keine Gesetze zu ändern. Es reicht, wenn das jetzt salonfähig gemacht worden ist. (Abg. Mag. Schweitzer: Sagen Sie es! – Behauptungen!) Wie Sie dem entgegenwirken wollen, wie Sie dieser Angst entgegenwirken wollen (Abg. Ing. Westenthaler: Sie machen mir Angst!), davon steht nichts in Ihrer Regierungserklärung, und das fehlt! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Mertel: ... hat er gesagt, er wird zurücktreten! – Abg. Ing. Westenthaler: Regen Sie sich nicht auf! Sie werden eine Möglichkeit bekommen!
Das ist ein Zeichen für einen Dialog. Herr Morak ist hier, Sie können ihn dazu ... (Abg. Dr. Mertel: Der ist doch zurückgetreten! Wissen Sie nicht?) Wieso soll Herr Morak zurückgetreten sein? (Abg. Dr. Mertel: ... hat er gesagt, er wird zurücktreten! – Abg. Ing. Westenthaler: Regen Sie sich nicht auf! Sie werden eine Möglichkeit bekommen!) Nein, bitte, da sind Sie einer falschen Geschichte aufgesessen. (Abg. Dr. Mertel: ... der virtuelle Staatssekretär!) Ich bin sehr froh, dass es neben den Künstlern, die artikuliert haben, dass sie Ängste haben, Probleme, auch andere Künstler gibt, die ihm ihre Sympathie, ihr Wohlwollen, ihre Zustimmung und ihre Unterstützung ausgedrückt haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das wäre eine Möglichkeit!
Nein, ich habe nichts angekündigt! (Abg. Ing. Westenthaler: Das wäre eine Möglichkeit!) Unterstellen Sie nicht, weder Franz Morak noch mir, dass wir etwas angekündigt hätten. (Abg. Mag. Trattner – in Richtung der Abg. Dr. Mertel –: Sie sollen nicht immer so böse sein!) Wir haben angekündigt, zu arbeiten. Wir sind ÖVP-Mitglieder, ÖVP-Abgeordnete, ÖVP-Regierungsmitglieder, und wir stehen dazu. Wir müssen in einer Koalition nicht in eine Ehe gehen, wir müssen nur ein pragmatisches Programm umsetzen. Mit unserem Kanzler an der Spitze und mit unserem Ministerteam machen wir das sicher gerne und gut. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol: Sehr gut gemacht!)
Rufe bei den Freiheitlichen: Was? Das ist ungeheuerlich! – Abg. Haigermoser: Sie sind nicht normal! – Abg. Ing. Westenthaler: Ist das ernst? – Abg. Gaugg: Niedersetzen! – Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Das ist ein Skandal! – Anhaltende lautstarke Protestrufe bei den Freiheitlichen.
Ich gebe zu, dass manche Reaktionen überzogen sind. Ich glaube nicht – und ich bin davon überzeugt –, dass die Freiheitlichen keine Nationalsozialisten sind. Damit würde man den Nationalsozialismus wirklich verniedlichen. (Rufe bei den Freiheitlichen: Was? Das ist ungeheuerlich! – Abg. Haigermoser: Sie sind nicht normal! – Abg. Ing. Westenthaler: Ist das ernst? – Abg. Gaugg: Niedersetzen! – Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Das ist ein Skandal! – Anhaltende lautstarke Protestrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Entschuldigung, man versteht fast nichts!
Abgeordnete Dr. Evelin Lichtenberger (Grüne): Sehr geehrte Damen und Herren! Zum Thema Untersuchungsausschuss habe ich mir heute – im Wissen, dass Sie von der freiheitlichen Seite sehr heftig gefordert haben, man möge alle die Ereignisse um die Resultate der österreichischen Regierungsbildung zwischen Blau und Schwarz, in einer Isolation des Auslands mündend, aufklären (Abg. Ing. Westenthaler: Entschuldigung, man versteht fast nichts!) – eigentlich eine Rede vorbereitet über die besondere Art des Untersuchungsausschusses, die hier vor uns liegen würde.
Sitzung Nr. 11
Abg. Ing. Westenthaler: Budgetausschuss!
Mit dem Antrag, den wir auch schon in der Präsidiale besprochen haben, wollen wir sicherstellen, dass in der heutigen Sitzung auch Gesetzesbeschlüsse gefasst werden. Sie haben fürs Erste in der heutigen Finanzausschusssitzung verhindert, dass das Budgetprovisorium beschlossen werden kann, obwohl es mit 1. Jänner laufenden Jahres in Kraft treten soll. Und sie werden – dessen bin ich sicher – in der heutigen Abstimmung verhindern, dass wir das Bundesministeriengesetz beschließen. (Abg. Ing. Westenthaler: Budgetausschuss!) Sie wollen nicht arbeiten, Sie wollen im Grunde genommen nur reden. Ihr Demokratieverständnis ist das Demokratieverständnis einer PR-Agentur. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie kommen eh nicht hin!
Sie haben sich geweigert, das Bundesministeriengesetz heute auf die Tagesordnung zu nehmen. Sie haben den Ausschuss – den Budgetausschuss – so konzipiert, dass der Ausschuss mit dem gesetzlichen Budgetprovisorium natürlich auch nicht fertig werden kann. Darüber hinaus handelt der Ausschussobmann, Ihr Kollege, Herr Kollege Mühlbachler, hier im höchsten Grade willkürlich. (Abg. Mag. Mühlbachler: ... Demaskierung!) Wenn das Schule macht, was Herr Kollege Mühlbachler macht, dann pfeife ich auf die Sitzungen in der Präsidiale, denn die sind dann für den so genannten „Hugo“! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie kommen eh nicht hin!)
Abg. Öllinger: 60 000 S, Herr Westenthaler! Das gilt auch für Sie! Da können Sie Gift darauf nehmen!
Wenn man nicht aufpasst – und ich habe hier den Erstantrag, den Sie einbringen wollten und worin Sie beantragen, dass heute das Budgetprovisorium auf die Tagesordnung gesetzt wird, Herr Kollege Kostelka –, dann passiert einem eben so etwas: Wieder ein klassischer Selbstfaller! (Abg. Öllinger: 60 000 S, Herr Westenthaler! Das gilt auch für Sie! Da können Sie Gift darauf nehmen!) Erkundigen Sie sich doch bitte, bevor eine Sitzung beginnt! Der Budgetausschuss, Herr Kollege Kostelka, und nicht der Finanzausschuss, wie Sie gesagt haben, tagt heute. Der Finanzausschuss tagt heute gar nicht; heute tagt der Budgetausschuss!
Abg. Ing. Westenthaler: Nicht der Landesobmann!
Dieser zweite Anlauf soll eben heute stattfinden. Das ist ein Dringlicher Antrag, hat Kollege Khol gesagt, und er hat auch das Wort „Maastricht“ in den Mund genommen. Ich würde das am heutigen Tag nicht tun, Kollege Khol, denn wirklich dringlich in diesem Zusammenhang wäre es, am heutigen Tag darauf einzugehen, dass der Parteivorsitzende Ihres Partners den Euro als eine „Missgeburt“ bezeichnet hat und dass der Landesobmann der FPÖ im Burgenland gerade in diesen Stunden gesagt hat, man sollte eine Initiative starten, dass Österreich aus der EU austritt. (Abg. Ing. Westenthaler: Nicht der Landesobmann!) – Sich damit zu beschäftigen, das wäre wirklich dringlich! (Abg. Leikam: Das ist eine Partei! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Noch einmal! – Abg. Haigermoser: Noch einmal, bitte!
…Abgeordnete Dr. Ilse Mertel‡ (SPÖ): Meine Damen und Herren! Eine Möglichkeit, etwas weniger Fadesse hier zu haben, wäre, wenn Herr Haigermoser einmal schönere Krawatten trüge. Er nimmt sich ja derer immer an. In der Vergangenheit konnten wir immer darüber lesen. (Abg. Ing. Westenthaler: Noch einmal! – Abg. Haigermoser: Noch einmal, bitte!)
Abg. Ing. Westenthaler: Als „Volksgerichtshof“ haben Sie das Wiener Rathaus bezeichnet!
Noch ein letzter Satz, meine Damen und Herren: Ich nehme diesen Begriff „Theater Parlament“, die Bezeichnung des Parlaments als Theater durch den Finanzminister, durchaus ernst! Es hat schon einmal eine politische Tradition gegeben, in der man damit begonnen hat, das Parlament als „Theater“, als „Quatschbude“ zu bezeichnen (Abg. Ing. Westenthaler: Als „Volksgerichtshof“ haben Sie das Wiener Rathaus bezeichnet!) und es systematisch lächerlich zu machen. Die Entwertung des Parlaments war immer Teil eines Versuches, demokratische Verhältnisse auszuhöhlen und durch autoritäre Verhältnisse zu ersetzen. (Abg. Ing. Westenthaler: „Volksgerichtshof“ haben Sie gesagt zum Wiener Rathaus!)
Abg. Ing. Westenthaler: „Volksgerichtshof“ haben Sie gesagt zum Wiener Rathaus!
Noch ein letzter Satz, meine Damen und Herren: Ich nehme diesen Begriff „Theater Parlament“, die Bezeichnung des Parlaments als Theater durch den Finanzminister, durchaus ernst! Es hat schon einmal eine politische Tradition gegeben, in der man damit begonnen hat, das Parlament als „Theater“, als „Quatschbude“ zu bezeichnen (Abg. Ing. Westenthaler: Als „Volksgerichtshof“ haben Sie das Wiener Rathaus bezeichnet!) und es systematisch lächerlich zu machen. Die Entwertung des Parlaments war immer Teil eines Versuches, demokratische Verhältnisse auszuhöhlen und durch autoritäre Verhältnisse zu ersetzen. (Abg. Ing. Westenthaler: „Volksgerichtshof“ haben Sie gesagt zum Wiener Rathaus!)
Abg. Ing. Westenthaler: „Volksgerichtshof“!
Ich sage Ihnen von diesem Rednerpult aus in aller Deutlichkeit (Abg. Ing. Westenthaler: „Volksgerichtshof“!): Wir werden alles tun – und sogar Ihre Dringlichen Anträge ...
Abg. Ing. Westenthaler: Time out! Die Zeit ist abgelaufen!
…Abgeordneter Dr. Peter Pilz‡ (fortsetzend): Das ist mein letzter Satz. Wir werden sogar Ihre Dringlichen Anträge sehr ernst nehmen (Abg. Ing. Westenthaler: Time out! Die Zeit ist abgelaufen!), damit verhindert wird, dass aus diesem Nationalrat ein „Theater“ wird. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler überreicht Abg. Dr. Gusenbauer den Blumentopf. – Anhaltender Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
…Präsident Dr. Heinz Fischer‡: Herr Abgeordneter, die Redezeit ist beendet. (Abg. Ing. Westenthaler überreicht Abg. Dr. Gusenbauer den Blumentopf. – Anhaltender Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Rufe bei der SPÖ: Auf! Auf! – Abg. Silhavy – in Richtung der Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen –: Was ist jetzt mit Transparenz? – Abg. Ing. Westenthaler: Der Edlinger ist eh da!
Ich bitte jene Damen und Herren, die diesem Antrag ihre Zustimmung erteilen, um ein entsprechendes Zeichen. (Rufe bei der SPÖ: Auf! Auf! – Abg. Silhavy – in Richtung der Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen –: Was ist jetzt mit Transparenz? – Abg. Ing. Westenthaler: Der Edlinger ist eh da!) – Dies ist die Minderheit. Der Antrag ist daher abgelehnt.
Abg. Ing. Westenthaler: Das machen wir auch! Ab 2001!
Ist es nicht ungerecht, wenn sich eine vierköpfige Salzburger Familie durch die bereits vollzogene Liberalisierung des Strommarktes bisher zwar 590 S an Stromkosten im Jahr erspart hat, aber die neue Stromsteuer diese gesamte Ersparnis wieder auffrisst? War es nicht ein zentrales Wahlversprechen der FPÖ, die Strompreise zu senken? (Abg. Ing. Westenthaler: Das machen wir auch! Ab 2001!) – Auch hier gilt: Wie versprochen, so gebrochen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten rechnen lernen!
Es gibt in Zukunft keine Gerechtigkeit, weil Sie sie abschaffen wollen – zugunsten einer Politik, die die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer belastet, um Unternehmen und Großbauern zu beschenken. Es liegt auf der Hand, dass genau jene Summe, die Sie den künftigen Pensionistinnen und Pensionisten wegnehmen – nämlich 15 Milliarden Schilling –, als Geschenk an die Unternehmer ausgeschüttet wird. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten rechnen lernen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Merken Sie nicht, welchen Unsinn Sie da verzapfen?
Sie haben die Gerechtigkeit abgeschafft! (Abg. Ing. Westenthaler: Merken Sie nicht, welchen Unsinn Sie da verzapfen?) Ihre Politik teilt Österreich in Gewinner und Verlierer auf. Die Gewinner sind die großen Unternehmer und die Besitzenden – auf deren Seite steht die Regierung! (Abg. Ing. Westenthaler: Herr „Gruselbauer“!) –, die Verlierer sind die Arbeitnehmer und die sozial Schwächeren – auf deren Seite stehen wir! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Kollege „Gruselbauer“!)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr „Gruselbauer“!
Sie haben die Gerechtigkeit abgeschafft! (Abg. Ing. Westenthaler: Merken Sie nicht, welchen Unsinn Sie da verzapfen?) Ihre Politik teilt Österreich in Gewinner und Verlierer auf. Die Gewinner sind die großen Unternehmer und die Besitzenden – auf deren Seite steht die Regierung! (Abg. Ing. Westenthaler: Herr „Gruselbauer“!) –, die Verlierer sind die Arbeitnehmer und die sozial Schwächeren – auf deren Seite stehen wir! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Kollege „Gruselbauer“!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Kollege „Gruselbauer“!
Sie haben die Gerechtigkeit abgeschafft! (Abg. Ing. Westenthaler: Merken Sie nicht, welchen Unsinn Sie da verzapfen?) Ihre Politik teilt Österreich in Gewinner und Verlierer auf. Die Gewinner sind die großen Unternehmer und die Besitzenden – auf deren Seite steht die Regierung! (Abg. Ing. Westenthaler: Herr „Gruselbauer“!) –, die Verlierer sind die Arbeitnehmer und die sozial Schwächeren – auf deren Seite stehen wir! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Kollege „Gruselbauer“!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Glauben Sie das alles selbst, was Sie da sagen?
Wir betrachten es als unsere Pflicht, als starke soziale Kraft in diesem Lande die wirklich österreichischen Werte zu verteidigen: die gerechte Verteilung des Wohlstandes, die Rücksichtnahme auf die Schwächeren in der Gesellschaft und den sozialen Frieden. Diese Werte bringen Sie jedoch in Gefahr! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Glauben Sie das alles selbst, was Sie da sagen?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Drohung!
Unser Land braucht einen Neustart, vor allem was das Bild Österreichs in der Welt anlangt. Im Interesse Österreichs sind wir bereit einzuspringen, da diese Regierung offensichtlich nicht in der Lage ist, unser Land aus dieser Krise zu führen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Drohung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das glaube ich, dass das unerträglich ist!
…Abgeordneter Dr. Peter Kostelka‡ (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Hohes Haus! Ich ersuche um Verständnis dafür, dass es unerträglich ist (Abg. Ing. Westenthaler: Das glaube ich, dass das unerträglich ist!), dass Aussagen eines Abgeordneten, die nicht gefallen sind, erfunden werden, um auf diese Art einen zusätzlichen Redebeitrag anbringen zu können. Das entspricht nicht der Geschäftsordnung. Das entspricht auch nicht der Fairness und nicht der parlamentarischen Praxis! Es darf nicht sein, dass man etwas erfindet, um dann berichtigen zu können. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das muss auch ins Fernsehen kommen! – Abg. Dr. Khol: Zur Geschäftsordnung!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das muss auch ins Fernsehen kommen! – Abg. Dr. Khol: Zur Geschäftsordnung!
…Abgeordneter Dr. Peter Kostelka‡ (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Hohes Haus! Ich ersuche um Verständnis dafür, dass es unerträglich ist (Abg. Ing. Westenthaler: Das glaube ich, dass das unerträglich ist!), dass Aussagen eines Abgeordneten, die nicht gefallen sind, erfunden werden, um auf diese Art einen zusätzlichen Redebeitrag anbringen zu können. Das entspricht nicht der Geschäftsordnung. Das entspricht auch nicht der Fairness und nicht der parlamentarischen Praxis! Es darf nicht sein, dass man etwas erfindet, um dann berichtigen zu können. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das muss auch ins Fernsehen kommen! – Abg. Dr. Khol: Zur Geschäftsordnung!)
Abg. Dr. Khol: Jetzt geht er! Er flüchtet schon! – Abg. Ing. Westenthaler: Er redet – und geht!
…Abgeordneter Mag. Gilbert Trattner‡ (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Kollege Gusenbauer, mir ist bei Ihrer Rede aufgefallen, dass Sie nämlich jedes Mal, wenn Sie von „Belastungen“ beziehungsweise „Rückschritt“ gesprochen haben, zu Ihrer eigenen Fraktion geschaut haben. Das muss ja irgendeinen speziellen Hintergrund haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Herr Kollege Gusenbauer! Sie haben auch gesagt ... (Abg. Dr. Khol: Jetzt geht er! Er flüchtet schon! – Abg. Ing. Westenthaler: Er redet – und geht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Eine Sondersitzung ist ein Instrument aller Abgeordneten!
Es ist ein trauriges Schauspiel, wenn die Regierungsparteien heute mit Instrumenten der Opposition, nämlich einer Sondersitzung des Nationalrates sowie einem Dringlichen Antrag an ihren eigenen Minister operieren, damit, wie sie sagen, die Zahlen auf den Tisch kommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Eine Sondersitzung ist ein Instrument aller Abgeordneten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Warum haben Sie immer nur von 20 Milliarden Schilling geredet?
Es hat sich zwar der Herr Ex-Familienminister immer dagegen gewehrt, dass dort für das Budget abkassiert wird, aber das machen Sie jetzt auch! (Abg. Ing. Westenthaler: Warum haben Sie immer nur von 20 Milliarden Schilling geredet?) Und auch beim Wasserwirtschaftsfonds hat er sich gewehrt, dass daraus etwas dem Budget zufließt.
Abg. Ing. Westenthaler: Wieso haben Sie immer nur von 20 Milliarden geredet?
Sie ziehen hier ein Drama in drei Akten auf. Der erste Akt: Chaos. Angeblich werden täglich Leichen im Keller gefunden. Plötzlich aber hat der Herr Minister festgestellt, es gibt keine Toten. – Also kann er auch keine Leichen finden. (Beifall bei der SPÖ.) Erster Akt abgehakt; war ein Rohrkrepierer. (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso haben Sie immer nur von 20 Milliarden geredet?)
Abg. Ing. Westenthaler: Drei Belastungspakete!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich habe im Rahmen meiner Tätigkeit als Finanzminister drei Budgets zu verantworten gehabt (Abg. Ing. Westenthaler: Drei Belastungspakete!), und ich habe jedes der drei Budgets punktgenau erfüllt. Vor nicht einmal zwei Monaten wurde das Haushaltsjahr 1999 mit einem Saldo abgeschlossen, der günstiger als der Voranschlag war. Rechnungshof, Wirtschaftsforscher und auch die OECD haben immer die punktgenaue Vollzugspolitik gewürdigt. Das Budgetdefizit konnte in den letzten Jahren durch die sparsame Budgetpolitik, die wir gemacht haben, halbiert werden.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Die Abgeordneten Dr. Khol und Ing. Westenthaler: Punktgenau! Punktgenau! – Abg. Dr. Gusenbauer: Wenn Sie so polemisieren, dann gehen Sie zum Rednerpult! Dort oben hat das nichts verloren! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Fasslabend übernimmt den Vorsitz.
Egal, ob es sich um den Finanzminister außer Dienst Edlinger handelt oder um den neuen designierten Vorsitzenden der Sozialdemokratie, Herrn Gusenbauer. Sie betreiben Kindesweglegung in einer Art und Weise, die verblüfft, bei der einem ja der Atem wegbleibt. Herr Kollege Edlinger, da kommt ... (Abg. Dr. Gusenbauer: Ist das ein Minister, oder ist das ein Volksvertreter? Das ist ja unerhört! Dieses Benehmen dieser Regierung ist unerträglich!) Hören Sie mir zu, Herr Kollege Gusenbauer! Sie selbst zitieren die schwierige Situation eines Herrn Gruber und einer Frau Berger, in die diese auf Grund der Anhebung des Pensionsantrittsalters kämen. (Abg. Dietachmayr: Unerhört!) Es muss an dieser Stelle schon erwähnt werden, dass diese Bundesregierung die Absicht hat, das Frühpensionsalter um 18 Monate anzuheben, während Sie auf Basis des Edlinger-Vorschlages beabsichtigt haben, das Frühpensionsalter um 24 Monate anzuheben. – Na was schadet dem Herrn Gruber und der Frau Berger mehr? (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Die Abgeordneten Dr. Khol und Ing. Westenthaler: Punktgenau! Punktgenau! – Abg. Dr. Gusenbauer: Wenn Sie so polemisieren, dann gehen Sie zum Rednerpult! Dort oben hat das nichts verloren! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Fasslabend übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Ing. Westenthaler: Budgetexperte Cap am Rednerpult!
…Präsident Dr. Werner Fasslabend‡: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Cap. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Budgetexperte Cap am Rednerpult!)
Abg. Ing. Westenthaler: Klima! Transitvertrag!
Tatsächlich hängt diese Milliardenklage damit zusammen, dass erstens der frühere Wirtschaftsminister Farnleitner den Beschluss des Parlaments über die Einführung des Road-Pricing für LKW nicht umgesetzt hat und dass zum Zweiten der verhandelte Mautkompromiss, die Mautlösung (Abg. Ing. Westenthaler: Klima! Transitvertrag!), die mit der EU getroffen wurde, wegen eines Mautstretchings von Kufstein bis an den Brenner am Widerstand des Tiroler Landeshauptmannes Weingartner gescheitert ist. (Abg. Windholz: Das ist kompletter Blödsinn! EU-Kostenrichtlinien!) – Beides ÖVP-Politiker, für beides tragen sie die Verantwortung. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Kollege, sagen Sie einfach „Ich kandidiere“! – Heiterkeit des Abg. Dr. Khol.
Lassen Sie mich ein wenig auf die Punkte, die in dem Antrag der Grünen angesprochen sind, eingehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Kollege, sagen Sie einfach „Ich kandidiere“! – Heiterkeit des Abg. Dr. Khol.) Ich denke, dass die ÖVP-Minister tatsächlich einige Versuche gemacht haben müssen, sparsam zu wirtschaften. Sie haben offenbar in den Ministerbüros keine Zeitungen bezogen: Sehr lobenswert! – Sie haben offenbar keine Wifo-Monatsberichte abonniert: Sehr lobenswert! Das hat auch sparen geholfen. – Sie haben offenbar amtswegig nicht Radio gehört und nicht ferngesehen: Das hat Anschlusskosten gespart. Sehr lobenswert!
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ist schon wieder Parteitag? Kandidiert der Edlinger auch? – Abg. Schwarzenberger: Und der Bundesminister Schlögl auch?
Aber, meine sehr geehrten Damen und Herren, im Gegensatz zu der Kritik, die Sie heute am ehemaligen Finanzminister geübt haben, muss ich sagen: Ihm und seinen Beamten gehört meine volle Bewunderung! (Beifall bei der SPÖ.) Dass es ihm möglich gewesen ist, den schwarzen Mitgliedern der Bundesregierung dennoch das Budget einigermaßen im Rahmen zu halten, dass es möglich gewesen ist, mit einem vernünftigen Budgetcontrolling im Finanzministerium dafür zu sorgen, dass das Budget trotz dieser Gehörlosigkeit der schwarzen Minister nicht gänzlich entgleist, das, muss ich sagen, verdient meine ganze Bewunderung. Und ich werde Ihnen auch sagen, warum (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ist schon wieder Parteitag? Kandidiert der Edlinger auch? – Abg. Schwarzenberger: Und der Bundesminister Schlögl auch?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wenn Sie jetzt auch noch anfangen, den Schlögl zu loben, dann wird es ernst!
Ich habe während der Ministerratssitzungen jeweils gut zugehört. Ich bin nicht an einer akustisch besonders begünstigten Position gesessen, aber ich habe die Auszeichnung gehabt, in der Ministerratsrunde zwischen Herrn Fasslabend und Herrn Bartenstein zu sitzen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn Sie jetzt auch noch anfangen, den Schlögl zu loben, dann wird es ernst!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wenn Sie etwas Gescheites sagen, dann hören wir zu!
Herr Westenthaler! Hören Sie ruhig zu! Ich weiß, Sie haben auch keine Ohren, aber das macht ja nichts. Vielleicht ist jemand anderer unter Ihnen, der welche hat. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wenn Sie etwas Gescheites sagen, dann hören wir zu!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Aber den Schlögl haben Sie nicht gelobt! Der wird Sie nicht wählen am Parteitag! – Abg. Dr. Khol: Denen ist leicht eine Freude zu machen! In der Opposition sind sie mit kleinen Sachen zufrieden!
Hohes Haus! Wir von der sozialdemokratischen Fraktion sind daher gerne bereit, dem Antrag der Grünen auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zuzustimmen. Ich darf allerdings bei dieser Gelegenheit gleich anregen, dass wir bei diesem Ausschuss auch medizinische Experten zuziehen (Heiterkeit der Abgeordneten Brosz und Mag. Lunacek), weil ich mir Sorgen mache, wenn Mitglieder der Bundesregierung nicht mehr in der Lage sind, die Klagen und Nöte der Bevölkerung zu hören, weil sie überhaupt nichts mehr hören. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Aber den Schlögl haben Sie nicht gelobt! Der wird Sie nicht wählen am Parteitag! – Abg. Dr. Khol: Denen ist leicht eine Freude zu machen! In der Opposition sind sie mit kleinen Sachen zufrieden!)
Sitzung Nr. 13
Abg. Grabner: Der hat den Westenthaler auf der anderen Seite!
Meine Damen und Herren! Wenn Peter Wittmann in seiner Tätigkeit als Kulturstaatssekretär der vergangenen Regierung so viel Emotion, so viel Begeisterung und so viel Engagement eingebracht hätte wie jetzt, dann hätte es unser neuer in dieser Position befindliche Franz Morak leichter. (Abg. Grabner: Der hat den Westenthaler auf der anderen Seite!) Meine Damen und Herren! Das, was hier an Engagement gezeigt wurde, hätten wir uns früher gewünscht – wir, die wir uns der Kultur verpflichtet fühlen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Sitzung Nr. 15
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Kostelka und Gusenbauer – kein Vergleich!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ihre Politik zeigt deutlich, dass Sie offensichtlich vom erfolgreichen Weg der österreichischen Wirtschaftspolitik abgehen wollen. Dieser erfolgreiche Weg bestand aus einem vernünftigen Interessenausgleich der Sozialpartner, Investitionen in den Industriestandort Österreich und seine Infrastruktur, einem exzellenten Bildungssystem mit fairen Bildungschancen für alle, einer aktiven Arbeitsmarktpolitik und einer stabilitätsorientierten Währungspolitik. – Dieser Weg darf unserer Auffassung nach nicht verlassen werden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Kostelka und Gusenbauer – kein Vergleich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Eigentor!
Ich habe mit großem Interesse vernommen, dass Sie jene Aufsichtsräte, die heute da tätig sind, faktisch als Parteiknülche bezeichnet haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Eigentor!) Und ich habe mehrmals gefragt, wen Sie meinen. Sagen Sie in der Öffentlichkeit, wer diese Parteiknülche, die faktisch von Sekretariaten die Empfehlungen holen, sind! Herr Kehrer, Herr Koren, Herr Wolfsberger, Herr Scharinger, Herr Rothensteiner, Herr Wenckheim, Herr Wailand, Herr Krejci, also hervorragende Persönlichkeiten sitzen im Aufsichtsrat österreichischer Unternehmungen. Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wenn Sie diese Männer diskriminieren, dann ist das etwas, was Sie selbst mit ihnen auszumachen haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Gott sei Dank, Konsens!
Zwei Bemerkungen zum Schluss: Ich stehe nicht an, grundsätzlich zu sagen, dass eine Neuorganisation der ÖIAG erforderlich ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Gott sei Dank, Konsens!) Ich habe auch als Finanzminister kein Hehl daraus gemacht. Erstens sollte neben der Erfüllung des Privatisierungsauftrags eine klare Beteiligungsholding aus der ÖIAG geschaffen werden. Das ist ein ganz entscheidender Schritt in die Zukunft. Zum Zweiten steht die notwendige Fusion von PTBG/PTA in die ÖIAG vor der Tür. (Abg. Dr. Martin Graf: Was haben Sie in den 30 Jahren
Rufe bei den Freiheitlichen: Aha! – Abg. Ing. Westenthaler: Und aus dem Kabinett!
Sehr geehrter Herr Kollege Edlinger! Ich habe hier die gesamte Liste der Aufsichtsräte vor mir, als Beispiel bringe ich Ihnen nur den Aufsichtsrat der ÖIAG: Kollege Braumann, Sekretär des Herrn Lacina, sitzt dort im Aufsichtsrat, Frau Schmied, die als Mitarbeiterin Ihres Kabinetts von Ihnen in den Aufsichtsrat der ÖIAG entsandt wurde (Rufe bei den Freiheitlichen: Aha! – Abg. Ing. Westenthaler: Und aus dem Kabinett!), Frau Hagen die als Sekretärin des ehemaligen Bundeskanzlers in diesen Aufsichtsrat entsandt wurde. Diese Liste kann man fortsetzen. All das waren politische Besetzungen von Aufsichtsräten.
Sitzung Nr. 16
Abg. Ing. Westenthaler: Und aus!
Lassen Sie mich noch ein Zitat vortragen! (Abg. Ing. Westenthaler: Und aus!) Ich zitiere: Die Gefahr der seelischen Verwahrlosung beim Kind, wenn die Mutter fehlt, hat nichts mit der materiellen Situation zu tun, schreibt Haider. – Er hat schon darin Unrecht. Und weiter: Auch wenn für das Kind so gut wie möglich gesorgt wird, aber die Pflege unter Stress und Zeitnot nur noch eine Pflicht darstellt, erleidet das Kind ohne emotionale Begegnung mit der Mutter bleibenden Schaden. Wir müssen also von den Frauen den Druck nehmen, das Kind aus Gründen der Berufstätigkeit von Fremden aufziehen und erziehen zu lassen. – Jörg Haider in seinem Buch "Die Freiheit, die ich meine", auf den Seiten 212 und 213.
Abg. Ing. Westenthaler: Totalabsturz!
Abschließend noch ein Wort zu den viel gerühmten weiblichen Persönlichkeiten in der Bundesregierung (Abg. Ing. Westenthaler: Totalabsturz!): Es ist gut, wenn Frauen in Spitzenpositionen kommen, quer durch alle Parteien, das ist gut. Aber, meine Damen und Herren, es geht nicht nur um Quantität, es geht um Qualität! Und Frauen, die sich zu Advokatinnen der Abschaffung der Frauenpolitik machen, sind kein Aushängeschild für unsere Republik. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Grabner: Das haben wir vorher schon beschlossen! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Grabner –: Zuhören! Hör einmal zu! – Abg. Grabner – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Wenn ich will!
In einer modernen Gesellschaft ist Sport ein Lebensbereich von besonderer Bedeutung. Die Regierung trägt der aus diesem Umstand erwachsenden Aufgabe durch die Bundessportförderung Rechnung, die gegenüber dem Vorjahr deutlich angehoben werden konnte. (Abg. Grabner: Das haben wir vorher schon beschlossen! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Grabner –: Zuhören! Hör einmal zu! – Abg. Grabner – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Wenn ich will!)
Sitzung Nr. 17
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Schieder: Schaffen wir doch gleich das Fragerecht ab! Der Regierung ja keine Fragen stellen! – Ruf bei der SPÖ: Das ist eine Frechheit! – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Kollege Schieder, Sie sind live im Fernsehen!
Bundesministerin für auswärtige Angelegenheiten Dr. Benita-Maria Ferrero-Waldner: Es ist derzeit die Position der österreichischen Bundesregierung, eine europäische Beistandsverpflichtung anzusprechen. Das stand auch in dem Pakt, den die Sozialdemokraten mit der Österreichischen Volkspartei ausgehandelt hatten. Ich wundere mich daher eigentlich, dass Sie diese Frage stellen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Schieder: Schaffen wir doch gleich das Fragerecht ab! Der Regierung ja keine Fragen stellen! – Ruf bei der SPÖ: Das ist eine Frechheit! – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Kollege Schieder, Sie sind live im Fernsehen!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Mustergültig! – Abg. Dr. Heindl: ... noch einmal fragen! – Weitere Zwischenrufe.
Bundesministerin für auswärtige Angelegenheiten Dr. Benita-Maria Ferrero-Waldner: Meine konkrete, mustergültige Antwort dazu ist, dass das Regierungsprogramm ganz klar besagt (Abg. Parnigoni: Klar?), dass die österreichische Bundesregierung ein Ja zur Erweiterung sagt. Das ist implizit die Antwort, die ich Ihnen gebe. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Mustergültig! – Abg. Dr. Heindl: ... noch einmal fragen! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist das die Budgetdebatte?
Der Herr Bundespräsident hat gestern eine Initiative gesetzt und einen Brief an den portugiesischen Premierminister António Guterres geschrieben (Abg. Ing. Westenthaler: Ist das die Budgetdebatte?), einen Brief, der zum Ziel hat, die Interessen der Österreicherinnen und Österreicher zu vertreten, Entspannung in die internationale Situation zu bringen und schrittweise einen Ausweg aus der außenpolitischen Isolation zu finden. Ich sage ganz offen: Ich erachte das als eine ausgezeichnete Initiative unseres Bundespräsidenten! (Beifall bei der SPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber nicht wahr, das stimmt überhaupt nicht! Haben Sie nicht die Zeitungen gelesen? Ich zitiere sie dann!
Sie haben sich für ein einseitiges Abkassieren statt für ein Reformieren entschieden – das wird heute auch von allen Kommentatoren bestätigt. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber nicht wahr, das stimmt überhaupt nicht! Haben Sie nicht die Zeitungen gelesen? Ich zitiere sie dann!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel verdienen denn Sie? Wie viel kriegen Sie als Parteivorsitzender? Wie viel verdienen Sie, Herr Kollege Gusenbauer?
Ich sage Ihnen aber gerne, was ich unter "Annehmlichkeiten" verstehe. Sie sagen: Wir sparen in erster Linie bei uns selbst! – Davon habe ich aber in den letzten Wochen außerordentlich wenig gehört. Von Ihnen, Herr Finanzminister, habe ich wochenlang in erster Linie gehört, dass das Gehalt, das Ihnen als dem Finanzminister die FPÖ zugestehen wollte, zu gering sei und dass Sie mehr als 60 000 S netto verdienen wollen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel verdienen denn Sie? Wie viel kriegen Sie als Parteivorsitzender? Wie viel verdienen Sie, Herr Kollege Gusenbauer?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie uns, was Sie verdienen!
Von einem Kollegen, der inzwischen aus der Regierung ausgeschieden ist, habe ich gehört, dass er mit einem BMW nicht auskommt und einen Jaguar haben möchte. Das ist die Art von Annehmlichkeiten, die wir von Ihnen gehört haben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie uns, was Sie verdienen!) – So viel wie Sie! (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel kriegen Sie als Parteivorsitzender? Über 100 000?) – Nichts! (Abg. Ing. Westenthaler: Nichts?!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel kriegen Sie als Parteivorsitzender? Über 100 000?
Von einem Kollegen, der inzwischen aus der Regierung ausgeschieden ist, habe ich gehört, dass er mit einem BMW nicht auskommt und einen Jaguar haben möchte. Das ist die Art von Annehmlichkeiten, die wir von Ihnen gehört haben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie uns, was Sie verdienen!) – So viel wie Sie! (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel kriegen Sie als Parteivorsitzender? Über 100 000?) – Nichts! (Abg. Ing. Westenthaler: Nichts?!)
Abg. Ing. Westenthaler: Nichts?!
Von einem Kollegen, der inzwischen aus der Regierung ausgeschieden ist, habe ich gehört, dass er mit einem BMW nicht auskommt und einen Jaguar haben möchte. Das ist die Art von Annehmlichkeiten, die wir von Ihnen gehört haben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie uns, was Sie verdienen!) – So viel wie Sie! (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel kriegen Sie als Parteivorsitzender? Über 100 000?) – Nichts! (Abg. Ing. Westenthaler: Nichts?!)
Bundesminister Mag. Grasser steht bei den Bankreihen der Freiheitlichen und spricht mit Abg. Ing. Westenthaler. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Der Herr Bundeskanzler fährt heute nach Lissabon, wo über die Zukunft der Wissensgesellschaft gesprochen wird und wo ... (Bundesminister Mag. Grasser steht bei den Bankreihen der Freiheitlichen und spricht mit Abg. Ing. Westenthaler. – Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Den Finanzminister hat sein eigenes Budget nicht interessiert, das stellt man fest, wenn man seine gestrige Rede gehört hat; wieso sollten ihn die Antworten darauf interessieren? (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Schwarz-blau ist nicht Rot-weiß-rot! Das ist ein Irrtum, Herr Westenthaler!
Für uns steht Rot-weiß-rot im Vordergrund, und daher arbeiten wir auch daran, dass wir den EU-14 konsequent entgegentreten und die Minister in den europäischen Gremien ihre Arbeit leisten und nicht hier im Land parteipolitisch agieren. (Abg. Dr. Gusenbauer: Schwarz-blau ist nicht Rot-weiß-rot! Das ist ein Irrtum, Herr Westenthaler!)
Abg. Edler: Westenthaler hat die Steuerreform gemacht!
Ein paar Zeilen weiter schreibt er – ich sage das, weil Sie immer von Belastungen sprechen –: "Auf den durchschnittlichen Österreicher kommen aber nur Mehrbelastungen von rund 150 Schilling pro Monat – und das vor dem Hintergrund einer eben umgesetzten Steuerreform mit jährlichen Entlastungen zwischen 4 000 und 7 000 Schilling." (Abg. Edler: Westenthaler hat die Steuerreform gemacht!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Edler: Herr Westenthaler! Was ist ein Verkehrsrowdy?
Das ist das Zeugnis für Herrn Edlinger, ein sehr schlechtes Zeugnis von den "Oberösterreichischen Nachrichten". (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Edler: Herr Westenthaler! Was ist ein Verkehrsrowdy?)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler lässt die von ihm verwendete Schautafel auf dem Rednerpult stehen.
Die wichtigste Botschaft für unsere Mitbürger ist in Wirklichkeit jene, dass die Realeinkommen in Zukunft weiter steigen werden, die Österreicher also in Zukunft mehr Geld in der Tasche haben werden als in all den Jahren sozialistischer Finanzpolitik bisher. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler lässt die von ihm verwendete Schautafel auf dem Rednerpult stehen.)
Abg. Mag. Trattner: Van der Bellen im Ausland! – Abg. Ing. Westenthaler: Quarantäne!
Wenn Oppositionspolitiker sagen – im Ausland! –, man müsse Österreich noch eine Zeit lang in Quarantäne halten (Abg. Mag. Trattner: Van der Bellen im Ausland! – Abg. Ing. Westenthaler: Quarantäne!), und wenn ein anderer Politiker von der Opposition im Ausland sagt, man solle die Sanktionen ja nicht aufheben, und vor einer Normalisierungsfalle warnt (Abg. Großruck: Ein Skandal!) und wenn Sanktionen ausdrücklich gutgeheißen werden, dann muss ich sagen: Wer die Sanktionen der EU-14 nicht als ungerecht und rechtswidrig zurückweist, ist kein Patriot! (Beifall und Bravo!-Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Quarantäne wird er vorschlagen!
Daher erfüllt es mich mit Sorge, wenn ich höre, dass der designierte Parteivorsitzende Gusenbauer zu einer Konferenz der Sozialistischen Internationale fährt. Ich möchte Sie gerne fragen: Was werden Sie dort sagen, Herr Gusenbauer? (Abg. Ing. Westenthaler: Quarantäne wird er vorschlagen!) Werden Sie dort den 14 anderen EU-Ländern sagen: Danke für die Sanktionen!? – Ich weiß es nicht. – Oder werden Sie die Sanktionen dort bekämpfen? – Ich hoffe es. (Abg. Dr. Gusenbauer: Ich werde das Gleiche sagen wie der Herr Bundespräsident!) Ich kann nur eines sagen, Herr Gusenbauer: Handeln Sie wie ein Patriot, und stellen Sie Österreich vor die Machtinteressen Ihrer Partei! (Bravo!-Rufe und anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie war das denn jetzt mit der Quarantäne?
Präsident Dr. Heinz Fischer: Als Nächster zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Professor Van der Bellen. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie war das denn jetzt mit der Quarantäne?)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie wollen die Quarantäne!
Was Patriotismus ist, das lasse ich mir von Ihnen noch lange nicht vorschreiben! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie wollen die Quarantäne!)
Abg. Dr. Khol: Das wird in London überall erzählt! – Abg. Ing. Westenthaler: Ganz London spricht von der Quarantäne!
Ach, woher haben Sie denn den Blödsinn? Ich verstehe das gar nicht. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) – Nein, das habe ich in London nicht gesagt. (Abg. Dr. Khol: Das wird in London überall erzählt! – Abg. Ing. Westenthaler: Ganz London spricht von der Quarantäne!) Tut mir Leid, was Ihre Freunde erzählen. (Abg. Dr. Khol: Sie waren doch in London?) Ja, ich war in London, das ist eine Tatsache. Das mit der Quarantäne ist ein Unsinn! Nehmen Sie das zur Kenntnis! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Khol: Das steht aber überall!)
Abg. Dr. Khol: Meine Kinder in London haben gesagt, Sie haben "Quarantäne" gesagt! – Abg. Ing. Westenthaler: Aber Sie können sich ja jetzt davon distanzieren! Dann ist alles erledigt!
Der ganze Sinn unserer Reise ist gewesen, zu sagen: Bitte, Leute, denkt daran, es ist ein Unterschied zwischen den drei oder vier Maßnahmen, die die EU-14 gegenüber Österreich beziehungsweise der Bundesregierung erklärt haben, und den anderen Geschichten! (Abg. Dr. Khol: Meine Kinder in London haben gesagt, Sie haben "Quarantäne" gesagt! – Abg. Ing. Westenthaler: Aber Sie können sich ja jetzt davon distanzieren! Dann ist alles erledigt!) – Ich gehe jetzt zum Budget über.
Abg. Ing. Westenthaler: Aber die MÖSt!
Herr Westenthaler, nehmen Sie zur Kenntnis, dass in den ursprünglichen Überlegungen der früheren Regierung eine Erhöhung der Versicherungssteuern nicht ins Auge gefasst wurde. Wenn Sie so von Ihrem jetzigen Koalitionspartner informiert worden sind, so muss ich Ihnen sagen: Das ist falsch! (Abg. Ing. Westenthaler: Aber die MÖSt!) Was wir vorgesehen haben, war die MÖSt, und zwar als Einstieg in die Ökologisierung des Systems und nicht als Bestrafung des Besitzes, sondern faktisch letztendlich als eine dem Verbrauch entsprechende ökologische Überlegung in diesem Bereich. (Abg. Dr. Khol: 1 S mehr für den Liter Benzin!) Auch nicht, wie Sie selbst und Ihr Parteiobmann das mehrmals gesagt haben, in der Höhe von 3 S pro Liter, sondern von 1 S pro Liter. (Abg. Dr. Khol: 1 S pro 1 Liter, habe ich gesagt!) Es wäre ungefähr die Hälfte von dem gewesen, was Sie jetzt vorhaben, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: 1 S pro Liter für den Pendler!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir finanzieren sie!
Nun noch eine letzte Bemerkung. Es ist an sich ganz interessant, dass heute versucht wird, die blau-schwarzen Misslichkeiten, die der österreichischen Bevölkerung bevorstehen, durch die Steuerreform abgemildert darzustellen – jene Steuerreform und Familienpolitik, die ein Teil der heutigen Regierung massiv abgelehnt hat, nämlich die Freiheitliche Partei (Abg. Ing. Westenthaler: Wir finanzieren sie!), und die die Österreichische Volkspartei anders strukturieren wollte. Sie müssen ja froh sein, Herr Dr. Khol, dass wir uns durchgesetzt haben (Abg. Dr. Khol: Hahaha! Bei was denn?), dass im Wesentlichen 4 000 und 7 000 S bezahlt worden sind, denn das, was Sie wollten, hätte zur Folge gehabt, dass der kleine Verdiener, der Amtsgehilfe, der Hilfsarbeiter null Schilling bekommen hätte und Ihre Klientel, der Direktor, 20 000 S.
Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich! – Abg. Dr. Khol: Hannes Swoboda! – Abg. Mag. Trattner – in Richtung SPÖ –: Gehört er nicht mehr zu euch, gehört er zu Brüssel? – Abg. Dr. Khol: Der Mann von Gitti Ederer!
So hat zum Beispiel ein namhafter Abgeordneter der Sozialdemokratischen Partei öffentlich erklärt: Das Schlimmste, was diesem Land geschehen kann, ist die Normalisierung. Wir dürfen nicht in die Normalisierungsfalle tappen. (Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich! – Abg. Dr. Khol: Hannes Swoboda! – Abg. Mag. Trattner – in Richtung SPÖ –: Gehört er nicht mehr zu euch, gehört er zu Brüssel? – Abg. Dr. Khol: Der Mann von Gitti Ederer!)
Abg. Mag. Kukacka: Sie will sich für Berlin entschuldigen! – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt die Entschuldigung für Berlin! – Abg. Schwarzenberger: Österreich ist kein demokratisches Land, hat sie zum Ausdruck gebracht! – Rufe: Die Wolke!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Zu einer weiteren tatsächlichen Berichtigung hat sich Frau Abgeordnete Dr. Petrovic zu Wort gemeldet. (Abg. Mag. Kukacka: Sie will sich für Berlin entschuldigen! – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt die Entschuldigung für Berlin! – Abg. Schwarzenberger: Österreich ist kein demokratisches Land, hat sie zum Ausdruck gebracht! – Rufe: Die Wolke!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollen die Berlin-Entschuldigung hören!
Das ist unrichtig. Ich zitiere wortwörtlich (Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollen die Berlin-Entschuldigung hören!) – was Sie hören werden, ist das, was ich sage, Herr Westenthaler – aus der medialen Zusammenfassung meines Auftrittes: Petrovic rief den Demoteilnehmern in Anspielung auf den NDP-Aufmarsch, der zu diesem Zeitpunkt auf der anderen Seite des Brandenburger Tores stattfand, zu:
Lebhafter Widerspruch bei der ÖVP. – Abg. Dr. Leiner: Das ist über das Fernsehen gekommen! – Abg. Dr. Puttinger: Das war im Fernsehen! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben Österreich schlecht gemacht!
"Die demokratischen Kräfte sind stärker als die rechtsextremen! Die demokratischen Kräfte werden siegen!" – Zitatende. (Lebhafter Widerspruch bei der ÖVP. – Abg. Dr. Leiner: Das ist über das Fernsehen gekommen! – Abg. Dr. Puttinger: Das war im Fernsehen! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben Österreich schlecht gemacht!)
Neuerliche Rufe: Das war im Fernsehen! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben Österreich schlecht gemacht!
Ich bedauere, dass der Herr Bundeskanzler einerseits meine Ausführungen falsch dargestellt hat (Neuerliche Rufe: Das war im Fernsehen! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben Österreich schlecht gemacht!) und dass er sich zweitens offenbar diesem Aufruf auch der Berliner CDU nicht anschließen kann! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben Österreich schlecht gemacht! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben Österreich schlecht gemacht! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich bedauere, dass der Herr Bundeskanzler einerseits meine Ausführungen falsch dargestellt hat (Neuerliche Rufe: Das war im Fernsehen! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben Österreich schlecht gemacht!) und dass er sich zweitens offenbar diesem Aufruf auch der Berliner CDU nicht anschließen kann! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben Österreich schlecht gemacht! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Unerhört!
Abgeordneter Mag. Gilbert Trattner (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Sehr geehrte Frau Vizekanzlerin! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Ich bin schon etwas überrascht. Ich glaube, wir alle sind uns darüber einig, dass die Budgetdebatte eine der wichtigsten Debatten ist, die wir hier im Hohen Haus durchführen. Aber die sozialdemokratische Fraktion, die höhere Klubführung, sprich Klubobmann Gusenbauer und geschäftsführender Klubobmann Kostelka, findet es überhaupt nicht notwendig, hier anwesend zu sein (Abg. Ing. Westenthaler: Unerhört!), obwohl der Herr Klubobmann Gusenbauer der Erstredner in der Debatte war. Das kommt mir so vor wie diese berühmte Kohl-Methode: hinfahren, abladen und wieder wegfahren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Edlinger: Wo ist die Flat-Tax? – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Edlinger –: "20 Milliarden" Defizit! 109 Milliarden!
Sie waren ja nicht einmal in der Lage, ein Budget zu erstellen! Sie waren ja nicht einmal in der Lage, ein Budget zu erstellen, das Maastricht-konform ist! Sie haben ein Budgetdefizit in der Größenordnung von 109 Milliarden Schilling hinterlassen! Und wie Sie mit dem "kleinen" Mann umgegangen sind, hat man ja ganz klar daran gesehen, welch kalte soziale Schulter Sie zum Beispiel den Genossenschaftseigentümern des "Konsum" gezeigt haben. Die Genossenschaftseigentümer des "Konsum", Ihre roten Genossen, Ihre Freunde, für die Sie immer da waren, haben pro Kopf und Nase 2 000 S verloren! (Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Edlinger: Wo ist die Flat-Tax? – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Edlinger –: "20 Milliarden" Defizit! 109 Milliarden!) Wo waren Sie denn da? Wo waren Sie denn da mit Ihrer so genannten Wirtschaftskompetenz?
Abg. Dr. Khol: Lacina! – Abg. Ing. Westenthaler: Lacina! Lacina!
Und da Sie heute die Getränkesteuer angesprochen haben, fordere ich Sie auf, meine Damen und Herren: Bleiben wir bei der Wahrheit! Welcher Finanzminister war es denn, der den Gemeinden schriftlich bestätigt hat, seine Gespräche mit der EU hätten ergeben, die Getränkesteuer sei EU-konform? (Abg. Dr. Khol: Lacina! – Abg. Ing. Westenthaler: Lacina! Lacina!) Es war ein sozialistischer Finanzminister! (Abg. Dr. Khol: Punktgenau!) Lacina war es, der den Gemeinden bestätigt hat, diese Steuer sei EU-konform. Das ist das Verhalten sozialistischer Finanzminister: Die Dinge verschleiern, die Dinge herunterspielen, die halbe Wahrheit sagen und Ähnliches.
Abg. Ing. Westenthaler: Österreich-Vernaderer!
Kollege Van der Bellen ist leider nicht mehr im Saal. – Wenn angesehene Parlamentarier im Ausland sagen – wie dies Van der Bellen im deutschen Fernsehen getan hat; ich habe davon eine Tonbandabschrift –: In Österreich sitzen die Schurken in der Regierung! (Abg. Dr. Khol: Das ist ja unerhört!), wenn Voggenhuber in einem Pressegespräch sagt: In Österreich sind Faschisten in der Regierung! (Abg. Ing. Westenthaler: Österreich-Vernaderer!), dann ist das
Abg. Ing. Westenthaler: Drink Coke!
Er stellte sich vor das Mikrophon und sagte, er habe mit Clyde Tuggle von Coca Cola gesprochen, es sei alles paletti mit Österreich. Super! Da werden Arbeitsplätze geschaffen bei Coca Cola. (Abg. Ing. Westenthaler: Drink Coke!) Meine Damen und Herren! Der Herr Bundeskanzler liest vielleicht nicht die Zeitungen von heute, aber es wäre ratsam auch für den Bundeskanzler, sie zu lesen. Darin ist nämlich zu lesen, dass es einen Job-Abbau bei Coca Cola in Österreich geben soll, und zwar in der Höhe von 20 bis 30 Prozent.
Abg. Dr. Khol: Die Stunde der Wahrheit! – Abg. Ing. Westenthaler: Dann loben Sie uns! Dann werden Sie uns einmal loben!
Einiges davon, meine Damen und Herren von den Freiheitlichen, haben Sie uns im Koalitionsabkommen schon angekündigt. Und das wird auch die Stunde sein (Abg. Dr. Khol: Die Stunde der Wahrheit! – Abg. Ing. Westenthaler: Dann loben Sie uns! Dann werden Sie uns einmal loben!), Herr Abgeordneter Westenthaler, in der die Freiheitlichen Farbe bekennen müssen (Abg. Ing. Westenthaler: Blau!), in der die Freiheitlichen Farbe bekennen müssen, wie sie es mit ihren in den letzten Jahren abgegebenen Versprechen an die "kleinen" Leute auch weiterhin halten werden; mit dem Pensionsversprechen, mit dem Versprechen an die Jugendlichen. Herr Abgeordneter Westenthaler! Das Jugendausbildungsprogramm der Freiheitlichen – wo ist es denn? Wir schauen es uns gern an. Spätestens im Herbst, wenn wir auch schon etwas
Abg. Ing. Westenthaler: Blau!
Einiges davon, meine Damen und Herren von den Freiheitlichen, haben Sie uns im Koalitionsabkommen schon angekündigt. Und das wird auch die Stunde sein (Abg. Dr. Khol: Die Stunde der Wahrheit! – Abg. Ing. Westenthaler: Dann loben Sie uns! Dann werden Sie uns einmal loben!), Herr Abgeordneter Westenthaler, in der die Freiheitlichen Farbe bekennen müssen (Abg. Ing. Westenthaler: Blau!), in der die Freiheitlichen Farbe bekennen müssen, wie sie es mit ihren in den letzten Jahren abgegebenen Versprechen an die "kleinen" Leute auch weiterhin halten werden; mit dem Pensionsversprechen, mit dem Versprechen an die Jugendlichen. Herr Abgeordneter Westenthaler! Das Jugendausbildungsprogramm der Freiheitlichen – wo ist es denn? Wir schauen es uns gern an. Spätestens im Herbst, wenn wir auch schon etwas
Abg. Ing. Westenthaler: Das glauben Sie ja selbst nicht! Schämen Sie sich für diese Aussage!
Ich berichtige tatsächlich: Das ist nicht mein Stil, ich habe das nicht gesagt. Herr Kollege Khol hat mir gerade eine Mitschrift gezeigt. – Jeder, der nicht bösen Willens ist, kann erkennen, dass das Wort "Schurke" unter Anführungszeichen geschrieben ist, sich nicht auf Personen bezogen hat, sarkastisch gemeint ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Das glauben Sie ja selbst nicht! Schämen Sie sich für diese Aussage!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie gehen mit Benzinkanistern durch Europa! Das ist die Wahrheit!
Dass gerade Kollege Stummvoll es notwendig hat, sich auf dieses Niveau zu begeben, bedauere ich zutiefst. (Beifall bei den Grünen.) Dieses Niveau ist genau das, das ich von Herrn Westenthaler erwarten würde, aber nicht von Herrn Stummvoll erwartet hätte. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie gehen mit Benzinkanistern durch Europa! Das ist die Wahrheit!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Ihnen unangenehm!
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Sie haben vorhin die Bestimmungen über die tatsächliche Berichtigung zur Verlesung gebracht. Ich ersuche Sie, im Sinne einer gleichmäßigen und allen Fraktionen gegenüber gleichen Handhabung der Gesetzgebung die Bestimmungen über die persönliche Erwiderung ebenfalls zur Verlesung zu bringen, denn dies war nach der Geschäftsordnung dieses Hohen Hauses eindeutig keine tatsächliche Erwiderung (Ruf: Persönliche Erwiderung!), keine persönliche Erwiderung. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Ihnen unangenehm!) Im Übrigen habe ich den Sachverhalt, den ich berichtigt habe, eigenhändig mitgeschrieben.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Ihnen unangenehm! Weil es die Wahrheit ist! Deshalb!
Wenn Sie Kritik an der Praxis der tatsächlichen Berichtigungen üben, dann ersuche ich, dass wir bitte alle tatsächlichen Berichtigungen, etwa auch die des Klubobmannes Khol, mit demselben Maßstab messen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Ihnen unangenehm! Weil es die Wahrheit ist! Deshalb!)
Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!
Ich habe, was die persönliche Erwiderung des Abgeordneten Stummvoll betrifft, den gleichen Maßstab angelegt (Abg. Schieder: Nein! Nein, eben nicht!), wie ich ihn vor zirka einer halben Stunde – jedenfalls während der Zeit meiner Vorsitzführung – bei Herrn Abgeordneten Edlinger angelegt habe (Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!), und ich werde das selbstverständlich auch bei allen anderen so handhaben.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der, der nicht unterschrieben hat, glaube ich!
Ich erteile als nächstem Redner Herrn Abgeordneten Nürnberger das Wort. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der, der nicht unterschrieben hat, glaube ich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie die "Konsum"-Aussendung auch?
Herr Bundeskanzler, ich darf Ihnen die APA-Presseaussendung zur Verfügung stellen (Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie die "Konsum"-Aussendung auch?), und vielleicht können Sie wieder ein Gespräch mit Ihrem Freund von Coca Cola führen – ich habe leider seinen Namen vergessen –, und vielleicht können Sie diese Kündigungen verhindern. Dann hätten Sie einen Beitrag zur Sicherung der Beschäftigten geleistet. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das machen wir jetzt! Warum haben Sie es nicht gemacht?
Einige Worte auch zu der Argumentation: Wir schaffen Gerechtigkeit in der Arbeitswelt, wir verwirklichen jetzt, was zehn, fünfzehn Jahre nicht geschehen ist, die Aktion Fairness. (Abg. Ing. Westenthaler: Das machen wir jetzt! Warum haben Sie es nicht gemacht?) – Also diese Art der Aktion Fairness hätten wir längst schon haben können, nur haben wir sie bewusst verhindert, Herr Abgeordneter Westenthaler. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum sind Sie gegen die Arbeitnehmer?) Und ich werde Ihnen auch sagen, warum wir sie verhindert haben: Beim Hauptproblem, bei den Kündigungsfristen, machen Sie ohnehin nichts; das haben Sie ausgeklammert. Bei der Angleichung der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfalle hat es geheißen, sie müsse aufkommensneutral sein.
Abg. Ing. Westenthaler: Warum sind Sie gegen die Arbeitnehmer?
Einige Worte auch zu der Argumentation: Wir schaffen Gerechtigkeit in der Arbeitswelt, wir verwirklichen jetzt, was zehn, fünfzehn Jahre nicht geschehen ist, die Aktion Fairness. (Abg. Ing. Westenthaler: Das machen wir jetzt! Warum haben Sie es nicht gemacht?) – Also diese Art der Aktion Fairness hätten wir längst schon haben können, nur haben wir sie bewusst verhindert, Herr Abgeordneter Westenthaler. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum sind Sie gegen die Arbeitnehmer?) Und ich werde Ihnen auch sagen, warum wir sie verhindert haben: Beim Hauptproblem, bei den Kündigungsfristen, machen Sie ohnehin nichts; das haben Sie ausgeklammert. Bei der Angleichung der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfalle hat es geheißen, sie müsse aufkommensneutral sein.
Abg. Ing. Westenthaler: 15 Jahre haben Sie es nicht gemacht!
Damit hätte ich mich ja noch anfreunden können. (Abg. Ing. Westenthaler: 15 Jahre haben Sie es nicht gemacht!) Nun bringt aber die Urlaubsaliquotierung den Arbeitgebern 4,3 Milliarden Schilling (Abg. Ing. Westenthaler: Und was ist mit dem Krankenstand?), die Angleichung kostet 2 Milliarden Schilling, unterm Strich bleibt ein Körberlgeld aus den Taschen der Arbeitnehmer für die Arbeitgeber von 2,3 Milliarden Schilling übrig. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit dem Krankenstand?) Aus diesen Gründen haben wir es bisher verhindert. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit dem Krankenstand? Wir haben einen besseren Krankenstand durchgesetzt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Und was ist mit dem Krankenstand?
Damit hätte ich mich ja noch anfreunden können. (Abg. Ing. Westenthaler: 15 Jahre haben Sie es nicht gemacht!) Nun bringt aber die Urlaubsaliquotierung den Arbeitgebern 4,3 Milliarden Schilling (Abg. Ing. Westenthaler: Und was ist mit dem Krankenstand?), die Angleichung kostet 2 Milliarden Schilling, unterm Strich bleibt ein Körberlgeld aus den Taschen der Arbeitnehmer für die Arbeitgeber von 2,3 Milliarden Schilling übrig. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit dem Krankenstand?) Aus diesen Gründen haben wir es bisher verhindert. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit dem Krankenstand? Wir haben einen besseren Krankenstand durchgesetzt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit dem Krankenstand?
Damit hätte ich mich ja noch anfreunden können. (Abg. Ing. Westenthaler: 15 Jahre haben Sie es nicht gemacht!) Nun bringt aber die Urlaubsaliquotierung den Arbeitgebern 4,3 Milliarden Schilling (Abg. Ing. Westenthaler: Und was ist mit dem Krankenstand?), die Angleichung kostet 2 Milliarden Schilling, unterm Strich bleibt ein Körberlgeld aus den Taschen der Arbeitnehmer für die Arbeitgeber von 2,3 Milliarden Schilling übrig. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit dem Krankenstand?) Aus diesen Gründen haben wir es bisher verhindert. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit dem Krankenstand? Wir haben einen besseren Krankenstand durchgesetzt!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit dem Krankenstand? Wir haben einen besseren Krankenstand durchgesetzt!
Damit hätte ich mich ja noch anfreunden können. (Abg. Ing. Westenthaler: 15 Jahre haben Sie es nicht gemacht!) Nun bringt aber die Urlaubsaliquotierung den Arbeitgebern 4,3 Milliarden Schilling (Abg. Ing. Westenthaler: Und was ist mit dem Krankenstand?), die Angleichung kostet 2 Milliarden Schilling, unterm Strich bleibt ein Körberlgeld aus den Taschen der Arbeitnehmer für die Arbeitgeber von 2,3 Milliarden Schilling übrig. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit dem Krankenstand?) Aus diesen Gründen haben wir es bisher verhindert. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit dem Krankenstand? Wir haben einen besseren Krankenstand durchgesetzt!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist doch lächerlich, was Sie da sagen! – Abg. Gaugg: Außer für den Herrn Klima haben Sie für niemanden eine Abfertigung zusammengebracht!
Der nächste große Trick kommt bei der Abfertigung. Auch das wird als riesengroße Reform und als ein Segen für die Arbeitnehmer in unserem Lande darzustellen versucht. Man sagt, es bekommen in Zukunft auch Arbeitnehmer eine Abfertigung, die bisher keine bekommen haben. Das ist richtig. Da es nach einem Jahr Betriebszugehörigkeit eine geben wird, ist das richtig. Aber – und jetzt kommt es! –: Für insgesamt 700 000 Beschäftigte in Saisonbetrieben, im Tourismusbereich, in der Fremdenverkehrswirtschaft, in der Bauwirtschaft, wo man dieses eine Jahr nicht erreicht, wird keine Regelung kommen. Also 700 000 fallen auch da in Zukunft durch den Rost. Wir hätten eine Regelung gewollt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist doch lächerlich, was Sie da sagen! – Abg. Gaugg: Außer für den Herrn Klima haben Sie für niemanden eine Abfertigung zusammengebracht!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Edlinger –: Ihre Politik!
Sozialistische Finanzminister hat es 30 Jahre lang Ihrer Definition zufolge nie gegeben – und ich wünschte, dem wäre so gewesen. Tatsache ist jedoch: Die Bilanz von 30 Jahren sozialistischer Finanzminister ist, dass wir heute einen Rekordschuldenstand in unserem Lande haben. Sie wissen, Herr ehemaliger Finanzminister, dass sich die Staatsschulden allein in den letzten zehn Jahren von 800 auf 1 700 Milliarden Schilling erhöht haben. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Edlinger –: Ihre Politik!) Wenn das der Konsolidierungskurs ist, auf den Sie so stolz sind, dann weiß ich nicht. Dieser "Konsolidierungskurs" – unter Anführungszeichen –, den Sie gegangen sind in den letzten Jahren, hat dazu geführt, dass jeder österreichische Bürger mit 220 000 S Schulden belastet ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Jessas na!) Pro Bürger in diesem Land! (Zwischenruf des Abg. Gradwohl. ) Damit man auch einmal die Dimension versteht. Das ist das Ergebnis Ihrer Politik.
Abg. Ing. Westenthaler: Jessas na!
Sozialistische Finanzminister hat es 30 Jahre lang Ihrer Definition zufolge nie gegeben – und ich wünschte, dem wäre so gewesen. Tatsache ist jedoch: Die Bilanz von 30 Jahren sozialistischer Finanzminister ist, dass wir heute einen Rekordschuldenstand in unserem Lande haben. Sie wissen, Herr ehemaliger Finanzminister, dass sich die Staatsschulden allein in den letzten zehn Jahren von 800 auf 1 700 Milliarden Schilling erhöht haben. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Edlinger –: Ihre Politik!) Wenn das der Konsolidierungskurs ist, auf den Sie so stolz sind, dann weiß ich nicht. Dieser "Konsolidierungskurs" – unter Anführungszeichen –, den Sie gegangen sind in den letzten Jahren, hat dazu geführt, dass jeder österreichische Bürger mit 220 000 S Schulden belastet ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Jessas na!) Pro Bürger in diesem Land! (Zwischenruf des Abg. Gradwohl. ) Damit man auch einmal die Dimension versteht. Das ist das Ergebnis Ihrer Politik.
Abg. Ing. Westenthaler: Geflüchtet!
Die Bundesregierung hat, Herr Kollege Nürnberger – er ist jetzt schon gegangen (Abg. Ing. Westenthaler: Geflüchtet!), weil er sich ja gar nicht auseinander setzen will mit dem, was er selber gesagt hat –, die Aktion Fairness durchgesetzt, die Sie 30 Jahre lang diskutiert und nicht gemacht haben. 30 Jahre reden Sie darüber, Arbeiter und Angestellte bei der Entgeltfortzahlung zum Beispiel im Krankheitsfall gleichzustellen, aber Sie haben es nicht getan.
Abg. Edlinger: Falsche Fakten! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Ihr seid da nicht auf dem Fußballplatz, sondern im Parlament!
Wo wäre denn Ihre Initiative gewesen, Herr Kollege Edlinger und Genossen, zur Mietensenkung? Wo hätten Sie denn zur Mietensenkung eine Initiative gesetzt? Diese Bundesregierung hat durchgesetzt, dass es bei befristeten Mietverträgen eine Mietensenkung geben wird. (Abg. Edlinger: Sie machen keine! Sie brechen die Verträge! – Weitere Zwischenrufe.) Herr Präsident! – Ich meine, ich weiß schon, dass Sie das nicht gerne hören, aber Sie werden es sich trotzdem nicht ersparen können, sich das anzuhören, weil es einfach Fakten sind. (Abg. Edlinger: Falsche Fakten! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Ihr seid da nicht auf dem Fußballplatz, sondern im Parlament!)
Abg. Ing. Westenthaler: "Lüge" war hörbar!
Zweitens wissen Sie, dass ich eben erst vor zwei Minuten den Vorsitz von Herrn Präsidenten Dr. Fasslabend übernommen habe. (Abg. Ing. Westenthaler: "Lüge" war hörbar!) Ich habe die vorangegangenen zwei Stunden der Debatte nicht mit jener Genauigkeit beobachtet, weil ich eine Delegation in meinem Büro empfangen habe, sodass ich jetzt ad hoc keine Entscheidungen treffen möchte.
Abg. Ing. Westenthaler: "Lüge" haben Sie nicht gehört?
Ich würde bitten, dass wir jetzt mit der Debatte fortfahren. (Abg. Ing. Westenthaler: "Lüge" haben Sie nicht gehört?) Ich werde mir das alles durch den Kopf gehen lassen. Herr Präsident Dr. Fasslabend wird das Gleiche tun.
Abg. Ing. Westenthaler: Er berichtigt etwas, was die Regierung plant!
Richtig ist vielmehr, dass in diesem Pressepapier steht: Einheitlich 25 Prozent weniger Miete für befristete Mietverträge und nicht für alle Mietverträge. (Abg. Aumayr: Das hat sie nicht gesagt!) – Sie haben nur "Mietverträge" gesagt. (Abg. Ing. Westenthaler: Er berichtigt etwas, was die Regierung plant!)
Abg. Ing. Westenthaler: Da flüchtet die SPÖ, wenn der Gaugg spricht! Das ist klar!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Gaugg. Er hat jetzt das Wort für 10 Minuten. (Abg. Ing. Westenthaler: Da flüchtet die SPÖ, wenn der Gaugg spricht! Das ist klar!)
Abg. Ing. Westenthaler: Darf ich nur für das Protokoll anmerken: Es sind acht SPÖ-Abgeordnete da!
Schluss damit! Schluss mit lustig! Die SPÖ soll zur Kenntnis nehmen, dass sie mit ihrer Form der Sozialpolitik gescheitert ist. Das war auch der Grund für die Absage der Wähler an Sie. Sie glauben, dass Sie mit "Moskau-Rot" in Ihren neuen Plakaten wieder dafür werben können, dass man endlich zu den Wurzeln zurückkehren soll, so wie der designierte Parteivorsitzende. Stichwort: Moskauer Heimaterde, Schatten der Moskauer Heimaterde oder so ähnlich. Die Idee dahinter war vielleicht, dass Moskau nach Brüssel verlagert wird. Da wurde Ihnen jetzt ein Strich durch die Rechnung gemacht, weil auch andere Mehrheiten in einer Demokratie möglich sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Darf ich nur für das Protokoll anmerken: Es sind acht SPÖ-Abgeordnete da!) – 8 SPÖ-Abgeordnete.
Zwischenruf der Abg. Hagenhofer. – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Völliges Desinteresse!
Abgeordneter Reinhart Gaugg (fortsetzend): Der ÖGB ... (Zwischenruf der Abg. Hagenhofer. – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Völliges Desinteresse!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist doch was Schönes! Wahlversprechen eingehalten!
Um noch einmal darauf zurückzukommen: Wer der geistige Lehrmeister dieses Finanzministers ist und noch immer als Drahtzieher aus dem Hintergrund agiert, möchte ich anhand eines aktuellen Beispiels vom heutigen Tag belegen. Kollege Westenthaler hat es ja angesprochen: Man rühmt sich jetzt, den Kinderbetreuungsscheck in Kärnten einzuführen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist doch was Schönes! Wahlversprechen eingehalten!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Ing. Westenthaler.
Sehen Sie da irgendwo einen Zusammenhang mit der Entscheidung für die Europazentrale? – Ich sehe keinen. Diese Maßnahme wäre wahrscheinlich von Coca Cola auch getroffen worden, wenn die Europazentrale in Bern oder in Budapest oder in München oder in Mailand platziert worden wäre. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Ing. Westenthaler. )
Abg. Ing. Westenthaler: Na geh!
Wenn ich so weiter studiere und mir die Zahlen der Arbeitslosenstatistik ansehe und die älteren Arbeitnehmer, wie ich gerade gesagt habe, weiterhin aus dem Arbeitsprozess hinausgedrängt werden, und wenn ich mir das Bürgergeld vor Augen führe, das eingeführt werden soll, dann muss ich sagen: Geschätzte Kolleginnen und Kollegen von der ÖVP und auch von der FPÖ! Ich appelliere an Sie! Das, was Sie da mitmachen, ist schlimm! Das ist mehr als schlimm! (Abg. Ing. Westenthaler: Na geh!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Ing. Westenthaler.
Was heißt das? – Schlanker Staat; das ist die Vision vom New Public Management. Aber was heißt Vision? Das wird in anderen Staaten schon längst umgesetzt, aber bei uns ist das nur ein Schlagwort. Aber diese Regierung wird einen kräftigen Schritt vorwärts machen und, wie gesagt, das New Public Management in Österreich einführen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Ing. Westenthaler. )
Abg. Ing. Westenthaler: 6 000 S! Über 6 000 S!
Herr Klubobmann Westenthaler – nicht erschrecken! –, Sie haben heute mit stolz geschwellter Brust die Erfolgsmeldung bekannt gegeben: In Kärnten ist das Kindergeld jetzt eingeführt. (Abg. Ing. Westenthaler: 6 000 S! Über 6 000 S!) Wie lange? (Abg. Ing. Westenthaler: Bis zum dritten Lebensjahr!) Drei Lebensjahre bekommt jetzt jede Frau 6 200 S. (Demonstrativer Beifall bei den Freiheitlichen. – Rufe: Super! Super!) Gratuliere! Nur: Darf ich Sie auf etwas hinweisen? – Haben Sie nicht plakatiert – oder täusche ich mich? –, bis zum sechsten Lebensjahr? (Abg. Ing. Westenthaler: Kommt schon noch!) Haben Sie das plakatiert oder nicht? (Abg. Ing. Westenthaler: Kommt schon noch! Nicht alles auf einmal!) Oder kann ich es ablegen unter: Wie versprochen, so gebrochen!? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie dagegen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Bis zum dritten Lebensjahr!
Herr Klubobmann Westenthaler – nicht erschrecken! –, Sie haben heute mit stolz geschwellter Brust die Erfolgsmeldung bekannt gegeben: In Kärnten ist das Kindergeld jetzt eingeführt. (Abg. Ing. Westenthaler: 6 000 S! Über 6 000 S!) Wie lange? (Abg. Ing. Westenthaler: Bis zum dritten Lebensjahr!) Drei Lebensjahre bekommt jetzt jede Frau 6 200 S. (Demonstrativer Beifall bei den Freiheitlichen. – Rufe: Super! Super!) Gratuliere! Nur: Darf ich Sie auf etwas hinweisen? – Haben Sie nicht plakatiert – oder täusche ich mich? –, bis zum sechsten Lebensjahr? (Abg. Ing. Westenthaler: Kommt schon noch!) Haben Sie das plakatiert oder nicht? (Abg. Ing. Westenthaler: Kommt schon noch! Nicht alles auf einmal!) Oder kann ich es ablegen unter: Wie versprochen, so gebrochen!? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie dagegen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Kommt schon noch!
Herr Klubobmann Westenthaler – nicht erschrecken! –, Sie haben heute mit stolz geschwellter Brust die Erfolgsmeldung bekannt gegeben: In Kärnten ist das Kindergeld jetzt eingeführt. (Abg. Ing. Westenthaler: 6 000 S! Über 6 000 S!) Wie lange? (Abg. Ing. Westenthaler: Bis zum dritten Lebensjahr!) Drei Lebensjahre bekommt jetzt jede Frau 6 200 S. (Demonstrativer Beifall bei den Freiheitlichen. – Rufe: Super! Super!) Gratuliere! Nur: Darf ich Sie auf etwas hinweisen? – Haben Sie nicht plakatiert – oder täusche ich mich? –, bis zum sechsten Lebensjahr? (Abg. Ing. Westenthaler: Kommt schon noch!) Haben Sie das plakatiert oder nicht? (Abg. Ing. Westenthaler: Kommt schon noch! Nicht alles auf einmal!) Oder kann ich es ablegen unter: Wie versprochen, so gebrochen!? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie dagegen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Kommt schon noch! Nicht alles auf einmal!
Herr Klubobmann Westenthaler – nicht erschrecken! –, Sie haben heute mit stolz geschwellter Brust die Erfolgsmeldung bekannt gegeben: In Kärnten ist das Kindergeld jetzt eingeführt. (Abg. Ing. Westenthaler: 6 000 S! Über 6 000 S!) Wie lange? (Abg. Ing. Westenthaler: Bis zum dritten Lebensjahr!) Drei Lebensjahre bekommt jetzt jede Frau 6 200 S. (Demonstrativer Beifall bei den Freiheitlichen. – Rufe: Super! Super!) Gratuliere! Nur: Darf ich Sie auf etwas hinweisen? – Haben Sie nicht plakatiert – oder täusche ich mich? –, bis zum sechsten Lebensjahr? (Abg. Ing. Westenthaler: Kommt schon noch!) Haben Sie das plakatiert oder nicht? (Abg. Ing. Westenthaler: Kommt schon noch! Nicht alles auf einmal!) Oder kann ich es ablegen unter: Wie versprochen, so gebrochen!? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie dagegen?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie dagegen?
Herr Klubobmann Westenthaler – nicht erschrecken! –, Sie haben heute mit stolz geschwellter Brust die Erfolgsmeldung bekannt gegeben: In Kärnten ist das Kindergeld jetzt eingeführt. (Abg. Ing. Westenthaler: 6 000 S! Über 6 000 S!) Wie lange? (Abg. Ing. Westenthaler: Bis zum dritten Lebensjahr!) Drei Lebensjahre bekommt jetzt jede Frau 6 200 S. (Demonstrativer Beifall bei den Freiheitlichen. – Rufe: Super! Super!) Gratuliere! Nur: Darf ich Sie auf etwas hinweisen? – Haben Sie nicht plakatiert – oder täusche ich mich? –, bis zum sechsten Lebensjahr? (Abg. Ing. Westenthaler: Kommt schon noch!) Haben Sie das plakatiert oder nicht? (Abg. Ing. Westenthaler: Kommt schon noch! Nicht alles auf einmal!) Oder kann ich es ablegen unter: Wie versprochen, so gebrochen!? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie dagegen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Es leuchtet das Licht!
Ich frage Sie: Was machen Sie für die Wiedereinsteigerinnen? Sie wissen ganz genau, dass dann, wenn jemand sechs Jahre aus dem Berufsleben ausgeschieden ist (Abg. Böhacker: Sie muss ja nicht aussteigen!), die Schwierigkeit vorhanden ist, wieder in den Beruf zurückzukehren, wieder integriert zu werden. Da bedarf es dann begleitender Maßnahmen, sonst werden wir nie und nimmer diese Einkommensschere verkleinern. (Abg. Ing. Westenthaler: Es leuchtet das Licht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Es leuchtet schon!
Ich glaube schon, dass Sie nervös werden, denn: Wie versprochen, so gebrochen! (Abg. Ing. Westenthaler: Es leuchtet schon!) Mir tut es Leid, dass es schon leuchtet, denn ich hätte noch vieles zum Thema Frauenpolitik zu sagen gehabt, denn da schweigen Sie sich aus. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Gaugg: Oho! – Abg. Ing. Westenthaler: Bravo, bravo!
Herr Staatssekretär, zum Schluss noch eines: Auf unsere Fragen zur Auswahl einer Personalberatungsfirma, nämlich Egon Zehnder International, ist nie eine Antwort gegeben worden. Und ich sage: Ceterum censeo – so wie es Cato der Ältere gesagt hat – quaestori multo explicandum esse. (Abg. Gaugg: Oho! – Abg. Ing. Westenthaler: Bravo, bravo!) Oder auf Deutsch ausgedrückt: Sie haben einen Erklärungsbedarf – heraus mit der Sprache! Wir wollen wissen, was hier passiert ist und ob es eine Parteienfinanzierung gegeben hat. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ist das jetzt die Budgetdebatte? – Abg. Gaugg: Habt ihr einen Spitzeldienst rund um die Uhr?
Herr Schweitzer! Sie kennen ganz bestimmt Ihren Freund Klaus Fischl. Glauben Sie, dass der eine Glaubensmotivation hat, sich so einzusetzen? (Abg. Dr. Martin Graf: Selbstverständlich! – Abg. Haigermoser: Jawohl, das glauben wir!) Also wenn man den Aussagen seines Pfarrers Glauben schenken kann, wonach dieser Herr Fischl nicht zur Angelobung als Kirchengemeindevertreter gekommen ist, nicht bei der Konstituierung anwesend war und nicht zur Jahresabschlusssitzung gekommen ist, und wenn der Herr Pfarrer auch nicht weiß, wann der Herr Fischl zum letzten Mal in der Kirche gewesen ist, dann muss ich sagen: Da kann es mit der Glaubensmotivation nicht weit her sein! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ist das jetzt die Budgetdebatte? – Abg. Gaugg: Habt ihr einen Spitzeldienst rund um die Uhr?)
Abg. Ing. Westenthaler: Als Schlussredner!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Kostelka. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Als Schlussredner!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Heute geht ein Tag der offenen Fragen zu Ende. In der Fragestunde hat es Frau Bundesministerin Ferrero-Waldner für notwendig befunden, konsequent Fragen dieses Hauses nicht zu beantworten. (Zwischenruf des Abg. Dr. Puttinger. ) Signifikant dabei ist, meine Damen und Herren, welche Fragen sie vor allem nicht beantwortet hat, nämlich Fragen, die nach der Präambel und der Einhaltung der Präambel gestellt worden sind. – Wir werden Ihnen nicht ersparen, diese Antwort zu geben! (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. ) Wir werden diese Fragen immer und immer wieder und auch schriftlich stellen! (Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger. ) Sie werden sich zu dieser Präambel zu bekennen haben, ob Sie wollen oder nicht! Sie müssen im Interesse Österreichs Handlungen setzen! Wir werden Sie zwingen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Früher haben Sie immer als Erster gesprochen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Früher haben Sie immer als Erster gesprochen!
Heute geht ein Tag der offenen Fragen zu Ende. In der Fragestunde hat es Frau Bundesministerin Ferrero-Waldner für notwendig befunden, konsequent Fragen dieses Hauses nicht zu beantworten. (Zwischenruf des Abg. Dr. Puttinger. ) Signifikant dabei ist, meine Damen und Herren, welche Fragen sie vor allem nicht beantwortet hat, nämlich Fragen, die nach der Präambel und der Einhaltung der Präambel gestellt worden sind. – Wir werden Ihnen nicht ersparen, diese Antwort zu geben! (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. ) Wir werden diese Fragen immer und immer wieder und auch schriftlich stellen! (Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger. ) Sie werden sich zu dieser Präambel zu bekennen haben, ob Sie wollen oder nicht! Sie müssen im Interesse Österreichs Handlungen setzen! Wir werden Sie zwingen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Früher haben Sie immer als Erster gesprochen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Er hat die Regierung als "Schurken" bezeichnet!
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (Grüne): Herr Präsident! Hohes Haus! Es ist nicht leicht, in einem Parlament Debatten zu führen, in welchem der eine Teil Dinge, die hier sehr klar vorgetragen werden, nicht hört beziehungsweise nicht hören will. So ist man etwa heute auch gegenüber Kollegen Van der Bellen wirklich schon in – na ja, ich will das jetzt nicht qualifizieren, um dem Präsidenten das Leben nicht schwer zu machen –, zu unglaublichen Anwürfen übergegangen. (Abg. Dr. Khol: Was wollten Sie sagen?) Sie wissen genau: Sie haben eine beckmesserische Genauigkeit, die dann aber einfach falsch wird. Wenn Sie Dinge, die sarkastisch gesagt werden, umdrehen und darauf herumreiten, wird das dadurch nicht richtiger! (Abg. Ing. Westenthaler: Er hat die Regierung als "Schurken" bezeichnet!) Und letztlich blamieren Sie sich dadurch selbst, denn ich weiß nicht, was davon zu halten ist, wenn eine Partei noch vor kurzem in Ihre Richtung als von der "Partei mit Mundgeruch" gesprochen hat! Sie können sich an all das ja offenbar erinnern. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie war das mit dem Schurken?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie war das mit dem Schurken?
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (Grüne): Herr Präsident! Hohes Haus! Es ist nicht leicht, in einem Parlament Debatten zu führen, in welchem der eine Teil Dinge, die hier sehr klar vorgetragen werden, nicht hört beziehungsweise nicht hören will. So ist man etwa heute auch gegenüber Kollegen Van der Bellen wirklich schon in – na ja, ich will das jetzt nicht qualifizieren, um dem Präsidenten das Leben nicht schwer zu machen –, zu unglaublichen Anwürfen übergegangen. (Abg. Dr. Khol: Was wollten Sie sagen?) Sie wissen genau: Sie haben eine beckmesserische Genauigkeit, die dann aber einfach falsch wird. Wenn Sie Dinge, die sarkastisch gesagt werden, umdrehen und darauf herumreiten, wird das dadurch nicht richtiger! (Abg. Ing. Westenthaler: Er hat die Regierung als "Schurken" bezeichnet!) Und letztlich blamieren Sie sich dadurch selbst, denn ich weiß nicht, was davon zu halten ist, wenn eine Partei noch vor kurzem in Ihre Richtung als von der "Partei mit Mundgeruch" gesprochen hat! Sie können sich an all das ja offenbar erinnern. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie war das mit dem Schurken?)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt können Sie wieder ein bisschen Schmutz abladen und Dreck werfen!
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (fortsetzend): Ein wenig zum Budget. Nämlich auch dort ... (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt können Sie wieder ein bisschen Schmutz abladen und Dreck werfen!) Ihre ... (Abg. Dr. Fischer: Ich hoffe, der Ausdruck "Dreck werfen" steht im Protokoll! – Abg. Ing. Westenthaler: Ich hoffe das auch!) Manches steht schon in diesem Protokoll. Protokolle sind geduldig, so geduldig wie Menschen in diesem Hause. Es ist schade, dass eigentlich nur so wenige auf der Galerie ein reales Bild von diesen Regierungsparteien bekommen, denn dann würden sie auch sehen, wie die Situation, in der sich heute Österreich befindet, zustande gekommen ist! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Fischer: Ich hoffe, der Ausdruck "Dreck werfen" steht im Protokoll! – Abg. Ing. Westenthaler: Ich hoffe das auch!
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (fortsetzend): Ein wenig zum Budget. Nämlich auch dort ... (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt können Sie wieder ein bisschen Schmutz abladen und Dreck werfen!) Ihre ... (Abg. Dr. Fischer: Ich hoffe, der Ausdruck "Dreck werfen" steht im Protokoll! – Abg. Ing. Westenthaler: Ich hoffe das auch!) Manches steht schon in diesem Protokoll. Protokolle sind geduldig, so geduldig wie Menschen in diesem Hause. Es ist schade, dass eigentlich nur so wenige auf der Galerie ein reales Bild von diesen Regierungsparteien bekommen, denn dann würden sie auch sehen, wie die Situation, in der sich heute Österreich befindet, zustande gekommen ist! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Gut gemacht, Frau Petrovic!
Nichtsdestotrotz, obwohl ich sicher bin, dass Sie dieses weinende Auge haben, was das Sozialressort betrifft, wünsche ich Ihnen alles Gute! Dass ich, so gut ich kann, auf Dauer auch der Sozialpolitik verpflichtet bin, und zwar in dem Geist, den ich eben angesprochen habe, das wissen Sie. Ich wünsche Ihnen auch persönlich alles, alles Gute! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Gut gemacht, Frau Petrovic!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Haigermoser: Wo haben Sie Ihre billigen Klamotten gekauft? – Abg. Ing. Westenthaler: Wo haben Sie Ihre Klamotten gekauft? Wo lassen Sie schneidern?
Sie tun so, als ob es da nichts Neues gäbe. – Na, selbstverständlich! (Abg. Haigermoser: Wo haben Sie denn Ihre billigen Klamotten gekauft?) – Das ist der einzige Zwischenruf, den ich Ihnen zugestehe: zum Gewand. Sie sind ja ein Gewandhändler. – (Beifall bei den Grünen. – Abg. Haigermoser: Wo haben Sie Ihre billigen Klamotten gekauft? – Abg. Ing. Westenthaler: Wo haben Sie Ihre Klamotten gekauft? Wo lassen Sie schneidern?) Das ist nämlich der erste gelungene Versuch des nationalen Schulterschlusses, wenn Sie mich noch überzeugen können.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie wollen ...!
Aber noch einmal zur FPÖ: Dass Sie (Abg. Ing. Westenthaler: Sie wollen ...!) – ja, Herr Kollege Westenthaler, genau, da haben wir ihn ja! – mit Ihrem ehemaligen Anspruch gestern hergegangen sind und Kabinettchefs des nunmehrigen Bundeskanzlers aus jener Zeit, als er Wirtschaftsminister war, decken, die nachweislich ordinäre Abkassierer sind (Abg. Ing. Westenthaler: Was waren die?), wobei ganz klar ist, dass (Abg. Haigermoser: Wer? Wer war ein ordinärer Abkassierer?) – das haben wir gestern ausreichend erörtert, aber es hat ja für Sie wieder nicht gereicht, Herr Haigermoser! – die besagte Unternehmung Dico-Soft (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer ) in einem Naheverhältnis zur CDU steht, das zeigt, dass Ihnen das alles Wurscht ist! – Untersuchungsausschuss ablehnen (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt erst recht!): Einfach ehrlich! Einfach FPÖ! Einfach Kontrolle!
Abg. Ing. Westenthaler: Was waren die?
Aber noch einmal zur FPÖ: Dass Sie (Abg. Ing. Westenthaler: Sie wollen ...!) – ja, Herr Kollege Westenthaler, genau, da haben wir ihn ja! – mit Ihrem ehemaligen Anspruch gestern hergegangen sind und Kabinettchefs des nunmehrigen Bundeskanzlers aus jener Zeit, als er Wirtschaftsminister war, decken, die nachweislich ordinäre Abkassierer sind (Abg. Ing. Westenthaler: Was waren die?), wobei ganz klar ist, dass (Abg. Haigermoser: Wer? Wer war ein ordinärer Abkassierer?) – das haben wir gestern ausreichend erörtert, aber es hat ja für Sie wieder nicht gereicht, Herr Haigermoser! – die besagte Unternehmung Dico-Soft (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer ) in einem Naheverhältnis zur CDU steht, das zeigt, dass Ihnen das alles Wurscht ist! – Untersuchungsausschuss ablehnen (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt erst recht!): Einfach ehrlich! Einfach FPÖ! Einfach Kontrolle!
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt erst recht!
Aber noch einmal zur FPÖ: Dass Sie (Abg. Ing. Westenthaler: Sie wollen ...!) – ja, Herr Kollege Westenthaler, genau, da haben wir ihn ja! – mit Ihrem ehemaligen Anspruch gestern hergegangen sind und Kabinettchefs des nunmehrigen Bundeskanzlers aus jener Zeit, als er Wirtschaftsminister war, decken, die nachweislich ordinäre Abkassierer sind (Abg. Ing. Westenthaler: Was waren die?), wobei ganz klar ist, dass (Abg. Haigermoser: Wer? Wer war ein ordinärer Abkassierer?) – das haben wir gestern ausreichend erörtert, aber es hat ja für Sie wieder nicht gereicht, Herr Haigermoser! – die besagte Unternehmung Dico-Soft (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer ) in einem Naheverhältnis zur CDU steht, das zeigt, dass Ihnen das alles Wurscht ist! – Untersuchungsausschuss ablehnen (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt erst recht!): Einfach ehrlich! Einfach FPÖ! Einfach Kontrolle!
Sitzung Nr. 19
Abg. Ing. Westenthaler: Ihre Mitglieder wollen wir schützen!
Herr Kollege Westenthaler, so jung Sie an Jahren sind, so uralt ist Ihr Konzept. (Ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Sie rufen in hektischer Weise "Haltet den Dieb!", wenn es darum geht, von eigenen Machinationen und Fehlleistungen abzulenken. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihre Mitglieder wollen wir schützen!) Es wäre wirklich verlockend, darauf hinzuweisen, dass Sie die Partei Rosenstingls sind, dass Rosenstingl Ihr Klubkassier war. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein gefährlicher Vergleich! – Abg. Dr. Ofner: Wie viel hat der Rosenstingl bekommen? Sieben oder acht Jahre Haft? Das kann doch kein Vergleich sein! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein gefährlicher Vergleich! – Abg. Dr. Ofner: Wie viel hat der Rosenstingl bekommen? Sieben oder acht Jahre Haft? Das kann doch kein Vergleich sein! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Westenthaler, so jung Sie an Jahren sind, so uralt ist Ihr Konzept. (Ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Sie rufen in hektischer Weise "Haltet den Dieb!", wenn es darum geht, von eigenen Machinationen und Fehlleistungen abzulenken. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihre Mitglieder wollen wir schützen!) Es wäre wirklich verlockend, darauf hinzuweisen, dass Sie die Partei Rosenstingls sind, dass Rosenstingl Ihr Klubkassier war. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein gefährlicher Vergleich! – Abg. Dr. Ofner: Wie viel hat der Rosenstingl bekommen? Sieben oder acht Jahre Haft? Das kann doch kein Vergleich sein! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel Prozent waren das?
Wir haben als Partei Kredite in Anspruch genommen. Wir haben diese Kredite jedoch stets ordnungsgemäß bedient und auch entsprechende Vereinbarungen geschlossen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel Prozent waren das?) Was Sie heute hier getan haben – alles unter dem Schutz der Immunität –, ist eine Kreditschädigung. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe Sie gefragt!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe Sie gefragt!
Wir haben als Partei Kredite in Anspruch genommen. Wir haben diese Kredite jedoch stets ordnungsgemäß bedient und auch entsprechende Vereinbarungen geschlossen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel Prozent waren das?) Was Sie heute hier getan haben – alles unter dem Schutz der Immunität –, ist eine Kreditschädigung. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe Sie gefragt!)
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Entschuldigung!
Sie haben in diesem Zusammenhang behauptet, dass Kommerzialrat Dr. Hofer der Chef der Steiermärkischen Sparkasse sei. – Er ist jedoch stellvertretender Chef! (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Entschuldigung!) Chef ist Generaldirektor Kassler, ein Mitglied der ÖVP, der im Übrigen auch erklärt hat, dass vergleichbare Kredite nicht nur an die SPÖ, sondern auch an andere vergeben worden sind – Herr Kollege Khol, auch an Ihre
Abg. Ing. Westenthaler: Der Hofer war’s!
Aber ich bedanke mich für den Tipp, was Herrn Direktor Hofer betrifft. Wir werden sämtliche Kandidaten, die zu uns kommen und uns bei der Finanzierung von Umschuldungen um Hilfe ersuchen beziehungsweise überhaupt nach einer Möglichkeit suchen, zu Herrn Hofer schicken. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Hofer war’s!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben sich schon disqualifiziert!
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Meine Damen und Herren vor allem von den Freiheitlichen! Jeder, der über die Sachlage einigermaßen informiert ist, sich einigermaßen auskennt, weiß, dass diese Aktuelle Stunde, so wie Sie sie heute angelegt haben, ein Missbrauch dieses parlamentarischen Mittels ist und in Wirklichkeit nichts anderes als eine Kreditschädigung und eine Mistkübelkampagne darstellt. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben sich schon disqualifiziert!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie hoch sind die Schulden?
Meine Damen und Herren! Es gibt nichts zu beschönigen: Die Finanzsituation ist nicht erfreulich. Das sagt auch jeder. Es stellt sich nur die Frage, wie wir mit dieser Situation umgehen. Und Sie wissen ganz genau – und das ist auch das, was ich Ihnen vorwerfe –, dass es in zwei Tagen einen Rechenschaftsbericht geben wird, der von Wirtschaftstreuhändern geprüft ist. Sie werden sehen, dass dieser Bericht von den Wirtschaftstreuhändern – aber vielleicht werfen Sie diesen Wirtschaftstreuhändern als Angehörigen eines freien Berufes vor, dass sie befangen sind – das Testat bekommt. Wenn Sie vorher den Herrn Minister hier über Insolvenzen und strafrechtliche Implikationen reden lassen, dann ist das ganz einfach ein Skandal, meine Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Wie hoch sind die Schulden?) Es ist ganz einfach ein Skandal, wenn Sie das eine mit dem anderen vermischen. Das ist ganz einfach unerträglich.
Abg. Ing. Westenthaler: Wie hoch sind jetzt die Schulden der SPÖ: 500 Millionen? 400 Millionen?
Wir wissen auch, was Sie damit bezwecken wollen, nämlich ein Ablenken. Das Skurrile ist ja nur, dass gerade die ÖVP – und die Diskussion ist ja noch offen, meine Damen und Herren –, die im Verdacht steht, eine Parteienfinanzierung von 100 Millionen Schilling erhalten zu haben – es gibt einen Untersuchungsausschuss in Deutschland, der sich mit der Gesamtthematik der Finanzierung aus Waffenbeschaffung befasst –, hier groß erklärt, wie verwerflich und wie schrecklich das alles ist; auch die FPÖ, die als einzige Partei in der letzten Zeit auf strafrechtlichem Sektor durch Rosenstingl aufgefallen ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie hoch sind jetzt die Schulden der SPÖ: 500 Millionen? 400 Millionen?) Rosenstingl war ja nicht nur der Klubsekretär, sondern Rosenstingl war für die gesamte Finanzierung der FPÖ zuständig (Abg. Dr. Khol: Er war nicht Klubsekretär! – Abg. Dr. Trinkl: Kommen Sie auf den Punkt: Wie hoch sind die Schulden?) und wäre wahrscheinlich jetzt auch Finanzminister, wenn das nicht vorher aufgeflogen wäre. Dass Sie sich also hier herstellen und großartige Erklärungen abgeben, bevor Sie noch alle Unterlagen kennen und den Rechenschaftsbericht gelesen haben, ist ein Skandal! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Der arme Klima! Jetzt vergleichen Sie Klima schon mit Rosenstingl! – Abg. Dr. Khol: Wie werden Sie die Schulden tilgen? – Abg. Ing. Westenthaler: Wie hoch sind jetzt die Schulden, Herr Kollege? – Über 100 Millionen? 600 Millionen?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Der arme Klima! Jetzt vergleichen Sie Klima schon mit Rosenstingl! – Abg. Dr. Khol: Wie werden Sie die Schulden tilgen? – Abg. Ing. Westenthaler: Wie hoch sind jetzt die Schulden, Herr Kollege? – Über 100 Millionen? 600 Millionen?
Wir wissen auch, was Sie damit bezwecken wollen, nämlich ein Ablenken. Das Skurrile ist ja nur, dass gerade die ÖVP – und die Diskussion ist ja noch offen, meine Damen und Herren –, die im Verdacht steht, eine Parteienfinanzierung von 100 Millionen Schilling erhalten zu haben – es gibt einen Untersuchungsausschuss in Deutschland, der sich mit der Gesamtthematik der Finanzierung aus Waffenbeschaffung befasst –, hier groß erklärt, wie verwerflich und wie schrecklich das alles ist; auch die FPÖ, die als einzige Partei in der letzten Zeit auf strafrechtlichem Sektor durch Rosenstingl aufgefallen ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie hoch sind jetzt die Schulden der SPÖ: 500 Millionen? 400 Millionen?) Rosenstingl war ja nicht nur der Klubsekretär, sondern Rosenstingl war für die gesamte Finanzierung der FPÖ zuständig (Abg. Dr. Khol: Er war nicht Klubsekretär! – Abg. Dr. Trinkl: Kommen Sie auf den Punkt: Wie hoch sind die Schulden?) und wäre wahrscheinlich jetzt auch Finanzminister, wenn das nicht vorher aufgeflogen wäre. Dass Sie sich also hier herstellen und großartige Erklärungen abgeben, bevor Sie noch alle Unterlagen kennen und den Rechenschaftsbericht gelesen haben, ist ein Skandal! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Der arme Klima! Jetzt vergleichen Sie Klima schon mit Rosenstingl! – Abg. Dr. Khol: Wie werden Sie die Schulden tilgen? – Abg. Ing. Westenthaler: Wie hoch sind jetzt die Schulden, Herr Kollege? – Über 100 Millionen? 600 Millionen?)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat er sich nicht verdient!
Aber das ist nicht alles. Ich bin bestimmt nicht der übertriebene Freund des Ex-Bundeskanzlers Klima, aber ich bin der Ansicht, dass er es sich nicht verdient hat, dass der sozialdemokratische Justizsprecher in seiner Rede eine gedankliche und politische Brücke von Peter Rosenstingl, der soeben sieben Jahre, wenn auch nicht rechtskräftig, bekommen hat, zu Klima schlägt. Das hat er sich wirklich nicht verdient, das muss ich schon dazusagen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat er sich nicht verdient!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist da jemand?
Ich mache mir aber gar keine Sorgen um die Sozialdemokratische Partei, auch nicht um ihre Spitzenrepräsentanten. Wer im hintersten Tal noch Mitglied dieser Partei ist, ist letztendlich selbst schuld. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist da jemand?) Ich mache mir eher um diejenigen Sorgen, die vielleicht aus Gedankenlosigkeit – ich will gar nichts anderes annehmen – auf die Idee kommen, der Gruppierung, der es so schlecht geht, zu sehr günstigen Bedingungen, die kaum jemand anderer bekommen kann, Kredite in namhafter Höhe aufzudrängen. Da gibt es eine strafrechtliche Bestimmung, die nicht die Sozialdemokratische Partei, aber vielleicht den einen oder anderen betrifft, der sich ihr gegenüber besonders entgegenkommend zeigen möchte, und zwar ist das die Bestimmung des § 153 Strafgesetzbuch: Untreue.
Abg. Ing. Westenthaler: Pilz kauft das Video!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Pilz. – Gleiche Redezeit. (Abg. Ing. Westenthaler: Pilz kauft das Video!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben es schon!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): So lange ich kein Video kaufen muss, auf dem Sie, Herr Kollege Westenthaler, mir das Vergnügen geben, gerne. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben es schon!)
Abg. Dr. Ofner: Richtig! Er sitzt schon! – Abg. Ing. Westenthaler: Kollege! Deswegen sitzt er auch im Gefängnis!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Werter Herr Kollege Ofner! Lassen wir doch die Kirche im Dorf, oder lassen wir von mir aus das "blaue Hendl" im Griller. Festzuhalten ist doch, dass es einem einzigen freiheitlichen Hendlbrater gelungen ist, mehr an Schaden anzurichten, als die SPÖ in den letzten 30 Jahren Schulden angehäuft hat. (Abg. Dr. Ofner: Richtig! Er sitzt schon! – Abg. Ing. Westenthaler: Kollege! Deswegen sitzt er auch im Gefängnis!) Das entschuldigt nicht, was im Bereich der SPÖ passiert ist, aber das deutet schon darauf hin, dass wir es mit zwei völlig unterschiedlichen Vorkommnissen zu tun haben. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner. )
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat so einen Bart!
Was passiert, wenn Freiheitliche im großen Stil aus Wohnbaugeldern finanzierte Hühner braten, wissen wir hinlänglich. Aus einer Partei der "Anständigen und Tüchtigen" ist damals eine Partei der Abgängigen und Flüchtigen geworden. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat so einen Bart!)
Abg. Ing. Westenthaler: Da müssen Sie zu Herrn Hofer gehen!
Jetzt hat die FPÖ offensichtlich anderes vor. Ich lese die ersten Wochen Regierungstätigkeit so, dass das größte Bemühen gar nicht darauf gelegt wird, die "kleinen" Leute zu schützen – ich komme noch darauf –, sondern möglichst schnell jene Positionen einzunehmen, dass man auch Kredite zu 3,75 Prozent Verzinsung bekommt. (Abg. Ing. Westenthaler: Da müssen Sie zu Herrn Hofer gehen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Minister ist schon da!
Es liegt eine lange Rednerliste vor. Als Erster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Friedrich Verzetnitsch. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Minister ist schon da!) Ich gehe davon aus, dass ein Mitglied der Bundesregierung bereits im Saal ist. (Abg. Schwarzenberger: Sogar zwei!) Sogar zwei, okay. Ich bitte daher Herrn Abgeordneten Verzetnitsch ans Rednerpult. (Abg. Jung: Da sieht man wieder, wie der Minister gefragt ist! – Abg. Verzetnitsch: Eindeutig!)
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Dr. Khol. – Abg. Ing. Westenthaler: Der ist aber nicht unverdächtig!
Mir können Sie natürlich vorwerfen, ich käme nur von der Universität und hätte von der Praxis keine Ahnung. Aus diesem Grund lese ich Ihnen vor, was ein völlig unverdächtiger Zeuge sagt, der mit den Grünen gar nicht viel am Hut hat. Es ist Herr Dr. Haselsteiner. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Dr. Khol. – Abg. Ing. Westenthaler: Der ist aber nicht unverdächtig!) In diesem Fall wünschte ich mir, er wäre noch im Nationalrat vertreten und könnte Ihnen das selbst sagen.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein schlechtes Zitat!
Das ist jetzt das Problem. Und das nennen Sie Entpolitisierung? (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein schlechtes Zitat!) Das ist bis zu einem gewissen Grad formal korrekt. Aber wollten Sie mit Entpolitisierung wirklich diese Art der Nepotisierung? – Ich muss mir das jetzt vorstellen. Ich wollte sagen, ich kann mir das nicht vorstellen, aber das ist nun ein Faktum. Das sind ja Abhängigkeiten ganz neuer Art, deren Nachteile der alten Politisierung in gar keiner Weise nachstehen.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist eigentlich die SPÖ? – Nur für das Protokoll!
Abgeordneter Dr. Andreas Khol (ÖVP): Herr Präsident! Hohe Mitglieder der Bundesregierung! Die Freiheitlichen und die Volkspartei bringen heute einen Dringlichen Antrag an die Bundesregierung ein. Die ungerechten und EU-vertragswidrigen Maßnahmen der EU-14 gegen Österreich müssen schnell aufgehoben werden! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist eigentlich die SPÖ? – Nur für das Protokoll!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wie war das noch mit den "Kartenhausskandalen"? Dieser ist jedenfalls zusammengebrochen!
Meine Damen und Herren! Lassen Sie mich noch drei Schlussbemerkungen machen. Die erste ist eine ganz triviale. Herr Kollege Kostelka hat heute in der Früh in der Aktuellen Stunde zu dem Kredit, den die SPÖ-Bundesparteiorganisation bei der Steiermärkischen Sparkasse aufgenommen hat, gemeint, dass auch die Österreichische Volkspartei bei dieser Sparkasse einen Kredit aufgenommen habe. Ich darf Ihnen dazu Folgendes mitteilen: Landeshauptfrau Klasnic hat mich informiert. Es gab einen Kredit im Jahre 1990, der 1996 zurückgezahlt wurde. Es gibt weder einen Kredit der Bundespartei noch der Steiermärkischen Volkspartei bei dieser Sparkasse, die ein sehr seriöses und gutes Institut ist. – Erster Punkt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wie war das noch mit den "Kartenhausskandalen"? Dieser ist jedenfalls zusammengebrochen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie können Sie so etwas behaupten? Wie können Sie so etwas behaupten? Das ist doch ein Unsinn! Sie müssen doch wissen, dass das ein Unsinn ist! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich habe vorausgesehen, dass das so kommen wird, wenn diese Maßnahmen beschlossen werden, und habe auch vorausgesehen, welche Folgewirkungen das in einzelnen europäischen Institutionen haben wird, und habe daher mit Recht bereits vor Wochen darauf hingewiesen, dass es mit diesen Maßnahmen dazu kommen wird, dass Österreich seinen Status als zivilisiertes Land zu verlieren in Gefahr gerät, was eben der Fall ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie können Sie so etwas behaupten? Wie können Sie so etwas behaupten? Das ist doch ein Unsinn! Sie müssen doch wissen, dass das ein Unsinn ist! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Fischl: "Kommilitonen"! – Abg. Mag. Schweitzer: "Kommilitonen"! – Abg. Ing. Westenthaler: "Kommilitonen"!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Zweiter Punkt: Ich bin erstaunt über einzelne Aussagen hier und heute. Seit Wochen zieht Herr Westenthaler mit seinen Kommilotonen (Abg. Fischl: "Kommilitonen"! – Abg. Mag. Schweitzer: "Kommilitonen"! – Abg. Ing. Westenthaler: "Kommilitonen"!) durch das Land und behauptet, überall dort, wo Herr Professor Van der Bellen und ich im Ausland auftreten, führe das zu neuen und verschärften Sanktionen gegen Österreich. (Abg. Mag. Schweitzer: Van der Bellen war in Rom, und Fini hat gewonnen! – Abg. Ing. Westenthaler stellt eine Tafel auf, auf der folgende Aufschrift zu lesen ist: "Die französische Regierung bejaht ,Sanktionen auf Dauer‘".)
Abg. Mag. Schweitzer: Van der Bellen war in Rom, und Fini hat gewonnen! – Abg. Ing. Westenthaler stellt eine Tafel auf, auf der folgende Aufschrift zu lesen ist: "Die französische Regierung bejaht ,Sanktionen auf Dauer‘".
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Zweiter Punkt: Ich bin erstaunt über einzelne Aussagen hier und heute. Seit Wochen zieht Herr Westenthaler mit seinen Kommilotonen (Abg. Fischl: "Kommilitonen"! – Abg. Mag. Schweitzer: "Kommilitonen"! – Abg. Ing. Westenthaler: "Kommilitonen"!) durch das Land und behauptet, überall dort, wo Herr Professor Van der Bellen und ich im Ausland auftreten, führe das zu neuen und verschärften Sanktionen gegen Österreich. (Abg. Mag. Schweitzer: Van der Bellen war in Rom, und Fini hat gewonnen! – Abg. Ing. Westenthaler stellt eine Tafel auf, auf der folgende Aufschrift zu lesen ist: "Die französische Regierung bejaht ,Sanktionen auf Dauer‘".)
Abg. Ing. Westenthaler: Schieder hat sich enthalten!
Ich kann mich selten erregen, aber in diesem Fall schon. Wenn meine Kollegin Edeltraud Gatterer und ich uns im Europarat nicht eingesetzt hätten und auch Kollege Schieder nicht das eine oder andere getan hätte (Abg. Ing. Westenthaler: Schieder hat sich enthalten!), dann hätte es ein Monitoring-Verfahren gegen Österreich gegeben.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stoisits: Den besten Sitzplatz hat Westenthaler im Stadion!
Abgeordneter Helmut Dietachmayr (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Zunächst einmal möchte ich eine kleine organisatorische Kritik zu dieser Diskussion über den Sicherheitsbericht anbringen. Herr Präsident! Vielleicht wäre es möglich, dafür zu sorgen, dass in Zukunft, wenn ein Minister sehr viele Beamte aus seinem Ressort mit hat, diese Herren – es handelt sich nur um Herren – auch alle einen Sitzplatz bekommen. Bis auf einen haben es jetzt alle geschafft, einen Sitzplatz zu ergattern, aber vielleicht gestattet es der Herr Minister, dass die Beamten ausnahmsweise auch einmal auf der linken Seite dieses Hauses Platz nehmen dürfen. (Zwischenruf des Abg. Kiss. ) Denn es ist wirklich nicht zumutbar, dass diese Herrschaften zweieinhalb Stunden im rechten Eck zu stehen haben! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stoisits: Den besten Sitzplatz hat Westenthaler im Stadion!)
Sitzung Nr. 20
Rufe bei der SPÖ: Kein Minister! Es sind keine Minister anwesend! – Abg. Dr. Kostelka begibt sich zu Präsident Dr. Fischer. – Abg. Haigermoser: Wozu die künstliche Aufregung? – Abg. Edler: Wiederholt kein Minister da! Der Minister war wohl auch Fußball schauen! – Abgeordnete der SPÖ – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler, der gerade seinen Platz einnimmt –: Wie war das Spiel? – Abg. Ing. Westenthaler: Gut war das Spiel! – Abg. Dr. Kostelka: Ich möchte ersuchen, die Sitzung so lange zu unterbrechen, bis der Minister eingetroffen ist!
Abgeordneter Rudolf Edlinger (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Mit dem Budgetbegleitgesetz beginnen wir heute eigentlich eine Reihe von gesetzlichen Maßnahmen zu verhandeln, die in den nächsten Wochen das Parlament, den Nationalrat passieren werden und die – wie ich glaube – nachhaltig die Situation der Menschen in unserem Lande beeinflussen werden, die allerdings von ... (Rufe bei der SPÖ: Kein Minister! Es sind keine Minister anwesend! – Abg. Dr. Kostelka begibt sich zu Präsident Dr. Fischer. – Abg. Haigermoser: Wozu die künstliche Aufregung? – Abg. Edler: Wiederholt kein Minister da! Der Minister war wohl auch Fußball schauen! – Abgeordnete der SPÖ – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler, der gerade seinen Platz einnimmt –: Wie war das Spiel? – Abg. Ing. Westenthaler: Gut war das Spiel! – Abg. Dr. Kostelka: Ich möchte ersuchen, die Sitzung so lange zu unterbrechen, bis der Minister eingetroffen ist!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der, der das ganze Schlamassel verursacht hat, sitzt eh bei euch da! – Abg. Auer – in Richtung des Abg. Edlinger –: Erzählst du einmal die alten Geschichten, dann gehen wir zu den neuen! – Anhaltende Zwischenrufe.
Kollege Edlinger, es ist keine böse Absicht, es ist anscheinend die Fragestunde drei, vier Minuten früher zu Ende gewesen, als das der Finanzminister berechnet hat. Also ich hoffe, dass wir ... (Abg. Ing. Westenthaler: Der, der das ganze Schlamassel verursacht hat, sitzt eh bei euch da! – Abg. Auer – in Richtung des Abg. Edlinger –: Erzählst du einmal die alten Geschichten, dann gehen wir zu den neuen! – Anhaltende Zwischenrufe.)
Abg. Ing. Westenthaler: Es ist die Verkehrspolitik des Wiener Bürgermeisters schuld daran, dass er nicht da ist!
Meine Damen und Herren! Es ist ein Verkehrsproblem, der Herr Minister wird in vier oder fünf Minuten da sein. (Abg. Ing. Westenthaler: Es ist die Verkehrspolitik des Wiener Bürgermeisters schuld daran, dass er nicht da ist!) Ich schlage zur allgemeinen Güte vor: Ich unterbreche die Sitzung für 5 Minuten, dann fangen wir in Gegenwart des Herrn Ministers an. Ich bitte, weitere Aufregungen zu vermeiden.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie wollten die Mineralölsteuer erhöhen! Sie wollten die "kleinen" Pendler belasten!
Sie erhöhen die Steuern ganz massiv, doch angetreten sind Sie mit dem Versprechen, die Steuern zu senken. Für ein Mittelklasseauto wird man in Hinkunft 1 300 S mehr zahlen müssen. Die Regierung belastet die Autofahrer um 5,2 Milliarden – ohne dabei einen ökologischen Effekt zu erzielen –, weil sie den Besitz des Autos und nicht den Betrieb des Autos besteuert. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie wollten die Mineralölsteuer erhöhen! Sie wollten die "kleinen" Pendler belasten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben das Budgetloch verursacht! Sie tragen die Verantwortung! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Wenn du krank und arm bist, dann geht es dir in Hinkunft in Österreich schlecht! – Das ist die Politik, die Sie unserer Bevölkerung letztendlich verordnen! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben das Budgetloch verursacht! Sie tragen die Verantwortung! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Herr Klubobmann Westenthaler! Wo waren Sie gestern, als wir in diesem Hause den Sicherheitsbericht diskutiert haben? – Ich habe es heute berichtet bekommen: Sie waren im Fernsehen wunderbar zu sehen, nämlich auf der Promi-Tribüne beim Fußballmatch, und ich muss ehrlich sagen, das regt mich wirklich unglaublich auf! (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. )
Abg. Ing. Westenthaler: Erpressung! Sie wollten uns erpressen!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Natürlich ist eine Demonstration wie jene von Kollegin Haidlmayr in höchstem Maße ungewöhnlich. Das ist gar keine Frage, es ist in höchstem Maße ungewöhnlich! (Abg. Ing. Westenthaler: Erpressung! Sie wollten uns erpressen!) Deswegen ist es wichtig, sich vor Augen zu halten, dass das, was Sie machen, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien, leider nicht ungewöhnlich, sondern gewöhnlich ist. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wissen Sie, wann das Parlament das letzte Mal blockiert worden ist?
Ich meine damit die Art, wie Sie die Opposition, aber auch das Parlament insgesamt behandeln – namentlich in Ihrer Vorgangsweise zur Zivildienstgesetz-Novelle, namentlich in Ihrer Vorgangsweise zum Zivildienst. (Abg. Ing. Westenthaler: Wissen Sie, wann das Parlament das letzte Mal blockiert worden ist?)
Abg. Dr. Petrovic – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Wie Sie im Praterstadion waren! Wichtiges Fußballspiel!
Ich glaube, die Besucher und Zuhörer hier im Hohen Hause wissen nicht, wie das in der Praxis abgelaufen ist. (Abg. Dr. Petrovic – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Wie Sie im Praterstadion waren! Wichtiges Fußballspiel!) Ich darf Sie daran erinnern, Herr Westenthaler, wie das Procedere bei einem §-27-Antrag ist. (Abg. Ing. Westenthaler: 1934!) Das bedeutet, die Kollegen der Regierungsparteien und jene der Opposition sitzen im Ausschuss, und letztere bekommen ein Papier vor die Nase geknallt – anders kann ich das nicht bezeichnen. Man hat kaum Zeit, die Überschrift zu lesen, schon heißt es: Abstimmung. Wer ist dafür, wer ist dagegen? Das ist Ihre Vorgangsweise im Parlament! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: 1934!
Ich glaube, die Besucher und Zuhörer hier im Hohen Hause wissen nicht, wie das in der Praxis abgelaufen ist. (Abg. Dr. Petrovic – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Wie Sie im Praterstadion waren! Wichtiges Fußballspiel!) Ich darf Sie daran erinnern, Herr Westenthaler, wie das Procedere bei einem §-27-Antrag ist. (Abg. Ing. Westenthaler: 1934!) Das bedeutet, die Kollegen der Regierungsparteien und jene der Opposition sitzen im Ausschuss, und letztere bekommen ein Papier vor die Nase geknallt – anders kann ich das nicht bezeichnen. Man hat kaum Zeit, die Überschrift zu lesen, schon heißt es: Abstimmung. Wer ist dafür, wer ist dagegen? Das ist Ihre Vorgangsweise im Parlament! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Parlament blockiert!
Und da kommen Sie hierher und beschweren sich über die Art und Weise, wie sich Frau Kollegin Haidlmayr, die sich seit 15 Jahren mit Zivildienstfragen beschäftigt, brüskiert fühlt und das entsprechend zum Ausdruck bringt!? (Abg. Ing. Westenthaler: Parlament blockiert!)
Abg. Ing. Westenthaler: " Herbeigeschafft"! – Zwischenruf des Abg. Edlinger
Bei solch einer Geschichte, die keine Routineangelegenheit ist – hier geht es nicht darum, ob dem Parlament ein zusätzlicher Mitarbeiter beschafft, berufen oder nicht genehmigt wird; da sage ich okay (Abg. Ing. Westenthaler: " Herbeigeschafft"! – Zwischenruf des Abg. Edlinger ), die Minderheit muss akzeptieren, dass die Mehrheit einmal drüberfährt –, in solch einer wichtigen Angelegenheit drüberzufahren, das ist illegitim! Wenn hier jemand den Parlamentarismus beschädigt, dann sind Sie es, und zwar die Fraktionen von ÖVP und FPÖ, was in dieser Sache bewiesen wurde. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Das ist die typische Haltung und sind die Methoden Ihrerseits!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das kommt alles!
Ich denke in diesem Zusammenhang an ein Wahlplakat der Freiheitlichen Partei. Groß plakatiert: Mieten senken. Darunter gleich: Strompreis senken. Darunter: Kinderbetreuungsscheck. (Abg. Ing. Westenthaler: Das kommt alles!) Über die Mieten haben wir uns gestern schon unterhalten, da wurde noch keine Einzige gesenkt, sondern eher erhöht. (Abg. Mag. Firlinger: Warten Sie es doch einmal ab! Tun Sie nicht vorverurteilen!) Wir werden uns das noch anschauen, ich bin ja nicht bösartig, aber warten wir ein wenig ab.
Abg. Ing. Westenthaler: Zu welchen Zinsen?
Kommen wir jedoch zum nächsten Punkt, nämlich zur Mietensenkung, wie Sie das so schön plakatiert haben. Wir haben gestern darüber diskutiert, was die mietrechtliche Seite anbelangt. Ich möchte heute darüber diskutieren, was die Abgabenseite anbelangt. Sie haben beim Wohnen Folgendes vor: Ihre Pläne treffen genau diejenigen, die Sie vertreten oder vorgeben zu vertreten, nämlich die kleinen, braven, anständigen, fleißigen Österreicher, zum Beispiel die Bausparer. Diese sparen sechs Jahre lang ihr sauer verdientes Geld, und dann, wenn sie endlich einen Kredit von der Bausparkasse bekommen, um ihr Häuschen zu bauen oder eine Eigentumswohnung zu kaufen (Abg. Ing. Westenthaler: Zu welchen Zinsen?) , meine sehr geehrten Damen und Herren, kommt ab nun ein neuer Mechanismus zum Tragen, den es bisher im geförderten Wohnbau nicht gegeben hat, nämlich Folgendes:
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Um wie viel erhöhen Sie den Mitgliedsbeitrag der SPÖ?
Oder: Für einen Personalausweis wird man statt 320 S, Herr Kollege, 780 S zahlen. Einen Personalausweis muss aber jeder Österreicher besitzen, um sich gegenüber der Polizei ausweisen zu können. Das sind Belastungen, die ganz einfach ein Wahnsinn sind. Da fahren Sie aber locker drüber. Sie alle werden heute bei der Abstimmung brav aufstehen, haben aber noch vor vier, fünf Monaten genau das Gegenteil erzählt. Sie haben uns dauernd in die Schuhe geschoben, wir würden die Bevölkerung belasten. Das tun Sie aber in einem ungleich höheren Maße, als wir es je gewagt hätten, die Bevölkerung auch nur von der budgetären Seite her zu belasten. Sie belasten die Leute im Vorbeigehen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Um wie viel erhöhen Sie den Mitgliedsbeitrag der SPÖ?)
Abg. Ing. Westenthaler: Danke!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Was Sie hier machen, ist wirklich eine Ausplünderung der Bevölkerung, und zwar der einkommensschwachen Schichten der Bevölkerung. Sie geben vor, diese zu schützen, deren Anwälte zu sein. Das mögen Sie vielleicht vor einigen Jahren verbal – verbal sind Sie sehr gut (Abg. Ing. Westenthaler: Danke!) – gewesen sein, aber heute machen Sie genau das Gegenteil von dem, was Sie damals gesagt haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das glaube ich nicht!
Das ist Ihre Politik! Sie geben aber vor, für den kleinen, anständigen, braven Österreicher da zu sein. Das können Sie in Zukunft vergessen, das können Sie sich abschminken! Herr Gaugg kann hier noch so oft versuchen, große Reden zu halten, jetzt laufen der Freiheitlichen Partei die Wähler davon. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das glaube ich nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Kollege Eder! Um wie viel haben Sie die Mitgliedsbeiträge der SPÖ erhöht? – Zwischenrufe bei Abgeordneten der SPÖ.
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Schender. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Kollege Eder! Um wie viel haben Sie die Mitgliedsbeiträge der SPÖ erhöht? – Zwischenrufe bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist keine tatsächliche Berichtigung! Das ist ja unerhört! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Dies stimmt nicht. Wahr ist, die Angleichung, die nicht zur Gänze erfolgt, kostet 2,2 Milliarden Schilling. Die gleichzeitige Verschlechterung im Urlaubsrecht kostet die Arbeitnehmer 4,5 Milliarden Schilling. (Abg. Dr. Khol: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!) Das ist eine Differenz von 2,3 Milliarden Schilling. Das ist daher kein Meilenstein, sondern Körberlgeld für Arbeitgeber und eine Schröpfaktion auf Kosten der Arbeitnehmer. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist keine tatsächliche Berichtigung! Das ist ja unerhört! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Warum heben sie die Höchstumlage ein und belasten die "kleinen" Leute mit der Höchstumlage?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Was würde eine 40-prozentige Kürzung bedeuten? – Eine radikale Einschränkung der Leistungen. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum heben sie die Höchstumlage ein und belasten die "kleinen" Leute mit der Höchstumlage?) Um 40 Prozent zu kürzen, ohne auch eine Kürzung der Leistung vorzunehmen, geht nicht einmal beim kleinsten Briefmarkenklub. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass die Präsidenten Dinkhauser aus Tirol und Fink aus Vorarlberg – bekannterweise ÖVP-Präsidenten – dieser Kürzung zugestimmt hätten. Das waren mit die vehementesten Verfechter, die gesagt haben, dass dies nicht möglich sei.
Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Haigermoser.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Warum wollen viele, vor allem Arbeitgeber, eine Leistungseinschränkung? Ich werde Ihnen dafür eine Begründung liefern: Jeder Beitragsschilling der Arbeiterkammern wird in zwei Leistungsschillinge umgewandelt. (Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Haigermoser. ) Ich demonstriere das am Beispiel der Arbeiterkammer Wien: Im Jahr 1998 flossen 90 Prozent der Beiträge in Form von Leistungen an die Mitglieder zurück.
Abg. Ing. Westenthaler: Die wundersame Geldvermehrung der Arbeiterkammer!
Was würde nun eine Leistungseinschränkung bedeuten? – Man weiß, dass allein die Arbeiterkammer Wien im Jahr 1998 140 000 Beratungen durchgeführt hat (Abg. Ing. Westenthaler: Die wundersame Geldvermehrung der Arbeiterkammer!) und für die arbeitenden Menschen in Wien – hören Sie jetzt zu, Herr Westenthaler! – 1,5 Milliarden Schilling an arbeits- und sozialrechtlichen Forderungen erstritten hat! (Beifall bei der SPÖ.) Müsste man diese Leistungen einschränken, dann könnte man nicht mehr 1,5 Milliarden für die Arbeitnehmer erreichen und dann bliebe ein Körberlgeld für die Arbeitgeber in diesem Lande. Das ist der wahre Hintergrund! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: "Konsum"!
Vorher war alles in Ordnung, alles bestens – wir hatten aber den höchsten Arbeitslosenstand: 300 000 Arbeitslose, enorme Arbeitsplatzverluste in der verstaatlichten Industrie und Ähnliches! (Abg. Ing. Westenthaler: "Konsum"!) Und angesichts dessen tritt Herr Kollege Nürnberger hier ans Rednerpult und erzählt “großartig”, dass für die Hausbesitzer etwas getan wird. Konecny wird sich freuen, Verzetnitsch ist es egal, denn der wohnt gratis im Penthouse der BAWAG. Es ist wirklich erstaunlich, was Sie hier aufführen.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das Bonzenland haben sie aufgebaut! – Abg. Haigermoser: Das ist die Gewalt der Sprache der Grünen! – Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Er hat gesprochen vom Herbeischaffen eines Ministers. Und Herr Kollege Nürnberger sagte, die Kammern hätten das Land aufgebaut. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Das ist ein riesiger Irrtum! Die Menschen in diesem Land haben dieses Land aufgebaut und nicht die Kammern! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das Bonzenland haben sie aufgebaut! – Abg. Haigermoser: Das ist die Gewalt der Sprache der Grünen! – Zwischenruf der Abg. Silhavy. ) – Ich muss ja Beiträge zahlen. Wenn ich gut vertreten gewesen wäre, wie es geheißen hat, dann hätten wir den Prozess auch gewonnen. Ja stell dir vor. Sie san a Liabe!
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Muss der Herr Präsident Verzetnitsch das Wort "Lüge" nicht zurücknehmen? Er hat dem Abgeordneten Gaugg Lügen vorgeworfen, und soweit ich informiert bin, gebührt für "Lügen" ein Ordnungsruf!
Abgeordneter Reinhart Gaugg (fortsetzend): Ich fordere Sie auf, Herr ÖGB-Präsident, nehmen Sie das zurück, und zwar vollinhaltlich, denn diese Behauptung lasse ich nicht auf mir sitzen! Nicht von Ihnen! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Muss der Herr Präsident Verzetnitsch das Wort "Lüge" nicht zurücknehmen? Er hat dem Abgeordneten Gaugg Lügen vorgeworfen, und soweit ich informiert bin, gebührt für "Lügen" ein Ordnungsruf!)
Abg. Ing. Westenthaler: Dafür gebührt ein Ordnungsruf!
Präsident Dr. Heinz Fischer: " Lügen haben kurze Beine." (Abg. Ing. Westenthaler: Dafür gebührt ein Ordnungsruf!) – Herr Abgeordneter Verzetnitsch! Haben Sie den Vorwurf der Lüge an die Adresse des Abgeordneten Gaugg gerichtet, dann bitte ich Sie, hier herauszukommen und auch ein anderes Wort zu verwenden. – Bitte.
Abg. Ing. Westenthaler: Na, na! – Abg. Haigermoser: Nein! Ein bisschen Zivilcourage! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Friedrich Verzetnitsch (SPÖ): Ich habe Herrn Abgeordneten Gaugg zitiert, der in seiner Rede gesagt hat: Durch ständiges Anschwärzen und Lügen wird nichts wahrer. Das habe ich hier zitiert und habe hinzugefügt: Lügen haben kurze Beine. Punkt. (Abg. Ing. Westenthaler: Na, na! – Abg. Haigermoser: Nein! Ein bisschen Zivilcourage! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Was war das?
Herr Präsident! Herr Bundesminister! Ich möchte mich, weil es auch ein Bestandteil dieser Dringlichen Anfrage ist, mit der Krankenversicherung ... (Abg. Ing. Westenthaler: Was war das?) Ich habe eine Frage an den Herrn Präsidenten gestellt. Das wird ja noch legitim sein, oder brauche ich dazu Ihre Zustimmung? (Abg. Ing. Westenthaler: Nein!) Also! (Abg. Ing. Westenthaler: Seien Sie nicht so aufgeregt!) Ich bin überhaupt nicht aufgeregt. (Abg. Ing. Westenthaler: Ruhiger bleiben! Es ist Donnerstag, 17.05 Uhr!) Bleiben Sie ruhig!
Abg. Ing. Westenthaler: Nein!
Herr Präsident! Herr Bundesminister! Ich möchte mich, weil es auch ein Bestandteil dieser Dringlichen Anfrage ist, mit der Krankenversicherung ... (Abg. Ing. Westenthaler: Was war das?) Ich habe eine Frage an den Herrn Präsidenten gestellt. Das wird ja noch legitim sein, oder brauche ich dazu Ihre Zustimmung? (Abg. Ing. Westenthaler: Nein!) Also! (Abg. Ing. Westenthaler: Seien Sie nicht so aufgeregt!) Ich bin überhaupt nicht aufgeregt. (Abg. Ing. Westenthaler: Ruhiger bleiben! Es ist Donnerstag, 17.05 Uhr!) Bleiben Sie ruhig!
Abg. Ing. Westenthaler: Seien Sie nicht so aufgeregt!
Herr Präsident! Herr Bundesminister! Ich möchte mich, weil es auch ein Bestandteil dieser Dringlichen Anfrage ist, mit der Krankenversicherung ... (Abg. Ing. Westenthaler: Was war das?) Ich habe eine Frage an den Herrn Präsidenten gestellt. Das wird ja noch legitim sein, oder brauche ich dazu Ihre Zustimmung? (Abg. Ing. Westenthaler: Nein!) Also! (Abg. Ing. Westenthaler: Seien Sie nicht so aufgeregt!) Ich bin überhaupt nicht aufgeregt. (Abg. Ing. Westenthaler: Ruhiger bleiben! Es ist Donnerstag, 17.05 Uhr!) Bleiben Sie ruhig!
Abg. Ing. Westenthaler: Ruhiger bleiben! Es ist Donnerstag, 17.05 Uhr!
Herr Präsident! Herr Bundesminister! Ich möchte mich, weil es auch ein Bestandteil dieser Dringlichen Anfrage ist, mit der Krankenversicherung ... (Abg. Ing. Westenthaler: Was war das?) Ich habe eine Frage an den Herrn Präsidenten gestellt. Das wird ja noch legitim sein, oder brauche ich dazu Ihre Zustimmung? (Abg. Ing. Westenthaler: Nein!) Also! (Abg. Ing. Westenthaler: Seien Sie nicht so aufgeregt!) Ich bin überhaupt nicht aufgeregt. (Abg. Ing. Westenthaler: Ruhiger bleiben! Es ist Donnerstag, 17.05 Uhr!) Bleiben Sie ruhig!
Abg. Ing. Westenthaler: Brunhilde wie? – Abg. Haigermoser: Plank!
Im Budget 2000 ... (Abg. Ing. Westenthaler: Brunhilde wie? – Abg. Haigermoser: Plank!) – Ja, das ist mein Name. Soll ich mich noch einmal vorstellen? (Abg. Ing. Westenthaler: Nein, ich kenne Sie eh! – Abg. Schwemlein – auf Abg. Ing. Westenthaler zeigend –: Und er ist der Hojac! – Abg. Mag. Trattner: Schwemlein, Ruhe! Sonst machen wir einen Alkotest! – Abg. Schwemlein: Steht ja im Wählerverzeichnis!) – Also das ist ein Niveau!
Abg. Ing. Westenthaler: Nein, ich kenne Sie eh! – Abg. Schwemlein – auf Abg. Ing. Westenthaler zeigend –: Und er ist der Hojac! – Abg. Mag. Trattner: Schwemlein, Ruhe! Sonst machen wir einen Alkotest! – Abg. Schwemlein: Steht ja im Wählerverzeichnis!
Im Budget 2000 ... (Abg. Ing. Westenthaler: Brunhilde wie? – Abg. Haigermoser: Plank!) – Ja, das ist mein Name. Soll ich mich noch einmal vorstellen? (Abg. Ing. Westenthaler: Nein, ich kenne Sie eh! – Abg. Schwemlein – auf Abg. Ing. Westenthaler zeigend –: Und er ist der Hojac! – Abg. Mag. Trattner: Schwemlein, Ruhe! Sonst machen wir einen Alkotest! – Abg. Schwemlein: Steht ja im Wählerverzeichnis!) – Also das ist ein Niveau!
Abg. Ing. Westenthaler: Ist er noch Sprecher?
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Herr Abgeordneter Leikam hat sich zu einer tatsächlichen Berichtigung zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist er noch Sprecher?)
Zwischenruf des Abg. Edler. – Abg. Ing. Westenthaler: Benimm dich ein bisschen, wenn das die Erstrede ist!
Meine Damen und Herren, soweit zu den Tatsachen und angeblichen Verteuerungen der Wohnungen! (Zwischenruf des Abg. Edler. – Abg. Ing. Westenthaler: Benimm dich ein bisschen, wenn das die Erstrede ist!) Böse Zungen behaupten ja, dass es Ihnen beim Hausbesorgergesetz nur um die Möglichkeit der kostenlosen Einhebung Ihrer SPÖ-Mitgliedsbeiträge geht. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Aber ich sage Ihnen: Bei dem Schwund Ihrer Mitglieder werden Sie ohnedies bald keine Hausbesorger mehr zum Eintreiben Ihrer Mitgliedsbeiträge brauchen! – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja absurd!
1. keine diesbezüglichen Gespräche seitens der Regierungsparteien mit der SPÖ aufgenommen wurden und die Regierung auch in diesem für die Länder, aber auch für den Bund wichtigen Bereich Gesprächsverweigerung und Autismus dem ökonomischen Nutzen für das Land vorzieht; ..." (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja absurd!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das demaskiert euch! – Ruf bei der ÖVP: Das ist beleidigend!
Wo steht hier etwas von den Gemeinden? (Abg. Ing. Westenthaler: Das demaskiert euch! – Ruf bei der ÖVP: Das ist beleidigend!) Kollege Kostelka! "2. die von der SPÖ in Zusammenhang mit dem Gesetzesvorhaben aufgeworfenen Fragestellungen keine Antworten seitens der Bundesregierung gegeben wurden, insbesondere die zentrale Frage der allfälligen Haftung des Bundes für die Schuldaufnahmen der Länder für die SPÖ nicht hinreichend geklärt ist; ..."
Sitzung Nr. 22
Abg. Ing. Westenthaler: Nein, Ihr Programm!
Das Programm, das Sie vorgelegt haben, ist zu wenig ambitioniert, haben die 14 anderen Finanzminister ausgesagt. (Abg. Ing. Westenthaler: Nein, Ihr Programm!) Das Budget und Budgetprogramm, das Sie in Brüssel vorgelegt haben, erreicht den geplanten Defizitabbau nicht. Sie sind nicht auf Europakurs! – Das ist das Attest zu Ihrer Budgetpolitik! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Kollege Kostelka! Wo ist Ihr Parteivorsitzender Gusenbauer? Ist er heute hier im Saal? Ist Gusenbauer noch in Paris?
Meine Damen und Herren! Ich sage Ihnen in aller Offenheit: Sie bringen das soziale System, das System des sozialen Ausgleiches in Österreich zum Kippen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Kollege Kostelka! Wo ist Ihr Parteivorsitzender Gusenbauer? Ist er heute hier im Saal? Ist Gusenbauer noch in Paris?)
Abg. Ing. Westenthaler: Frühstück mit den ...!
Herr Kollege Gusenbauer – wollte ich jetzt sagen, aber er ist nicht hier. Ich habe es nämlich heute Früh, als ich mich auf die Rede vorbereitet habe, nicht für möglich gehalten, dass der Klubobmann einer großen Oppositionspartei an der Generaldebatte zum Budget nicht teilnimmt, das ist unglaublich. (Abg. Ing. Westenthaler: Frühstück mit den ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Gut! – "Westenthaler-Napoleon"!
Klubobmann Khol hat das bei einer Debatte in der Industriellenvereinigung als "sehr lustig" bezeichnet und hat gemeint, mir fehle der Humor. Ich würde sagen, Herr Bundeskanzler, fragen Sie doch da einmal die Bevölkerung, wie die Leute das sehen, die Arbeiterkammerwahlplakate der Freiheitlichen, den "Strolchi", den "Westenthaler ..." (Abg. Ing. Westenthaler: Gut! – "Westenthaler-Napoleon"!), den "Westentaschen-Napoleon". "Westenthaler" – ja, da gibt es eine Verbindung, denn Sie, Herr Westenthaler, Sie können sich ja auch noch an so Äußerungen wie "Scherzkeks" und Ähnliches erinnern. Ist das die Würde des Hauses? Dient das dem Ansehen? Von den "Humpen" und "Dumpen" und von der Wortbedeutung dieser Neuschöpfungen will ich da gar nicht reden. Ist das das Ansehen und die Würde, die Sie immer beschwören und die Klubobmann Khol in theatralischen Worten versucht hat, dem Hause nahe zu bringen? Wie stehen Sie dazu? (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Kogler: Das ist die "Verhumpung" der Republik! – Rufe bei den Freiheitlichen: Parlamentsblockierer! Demonstrierer!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das geht leider daneben!
Abgeordneter Karl Öllinger (fortsetzend): Herr Präsident! Sie müssen mir schon auch die Möglichkeit geben, meine Wortmeldung zu beenden oder so auszuführen, dass ich den Inhalt erklären kann. (Abg. Ing. Westenthaler: Das geht leider daneben!)
Abg. Ing. Westenthaler: Es wird leider nichts mehr!
Ich stelle richtig: Die Aktion der Frau Abgeordneten Haidlmayr (Abg. Böhacker: Hat nicht stattgefunden!) hat auch nach Ansicht des damals den Vorsitz führenden Zweiten Präsidenten des Nationalrates keine Blockade dargestellt (Abg. Ing. Westenthaler: Es wird leider nichts mehr!), und der ordnungsgemäße Ablauf der Sitzung war garantiert. (Rufe bei der ÖVP: Nein! – Heftiger Widerspruch bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht ist das die nächste Blockade! – Abg. Öllinger: Ich habe noch einen anderen Punkt!
Nein! Den Anordnungen des Präsidiums ist Folge zu leisten! (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht ist das die nächste Blockade! – Abg. Öllinger: Ich habe noch einen anderen Punkt!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war ein Debattenbeitrag!
Faktum ist, dass dies nicht der Fall ist: dass die Frage der Kündigungszeiten nicht erledigt ist, die Bezahlung der "Aktion Fairness" ausschließlich auf die Arbeitnehmer beschränkt wird und sogar noch ein Körberlgeld für die Unternehmer drinnen ist. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war ein Debattenbeitrag!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wirksam!
Wenn man uns bei internationalen Abstimmungen, etwa im Kontext der Vereinten Nationen, behindert, dann ist das ein Skandal! Es freut mich aber, dass – ich teile Ihnen das heute gerne mit – das alles nichts nützt, denn bei einer der letzten Wahlen in vier Kommissionen der ECOSOC – es erfolgte einiges per acclamationem, da hat die EU nachgegeben, aber bei einer musste gewählt werden – hat Österreich die meisten, nämlich 45 Stimmen bekommen, gefolgt von Frankreich mit 44 und der Schweiz mit 39 Stimmen und so weiter. (Abg. Ing. Westenthaler: Wirksam!) Ich bin stolz darauf, dass wir mit unseren Diplomaten einen solchen Erfolg gehabt haben! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Österreich-Vernaderer! – Abg. Dr. Fekter – in Richtung SPÖ –: Staatsverräter!
Wir müssen aufpassen, dass wir nicht überziehen – das weiß ich schon –, und jeder von uns wird sich daran halten. Aber ich bitte auch Sie, nicht zu überziehen. – Herr Kollege Gusenbauer! In Frankreich davon zu reden, dass es eine antieuropäische Kampagne dieser Bundesregierung gibt, ist nicht nur falsch (Abg. Dr. Stummvoll: Ungeheuerlich!), sondern ein wirklicher Fehler, denn genau damit werden die Ressentiments, die ja wach sind, geschürt. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Österreich-Vernaderer! – Abg. Dr. Fekter – in Richtung SPÖ –: Staatsverräter!) Sie kennen mich lange genug und wissen daher: Solange ich Bundeskanzler bin, wird es nie eine antieuropäische Kampagne dieser Bundesregierung geben! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Petrovic: Ich hoffe, das ist alles im Protokoll aufgenommen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ach so ist das!
Ein letzter Punkt, den ich kurz erläutern möchte, damit meine Zeit nicht überzogen wird: Es wird immer von einer Wifo-Studie berichtet. Das ist nicht korrekt. Das ist ein Artikel, den zwei Mitarbeiter des Wirtschaftsforschungsinstituts für die Zeitschrift "Wirtschaft und Gesellschaft" der Arbeiterkammer publiziert haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Ach so ist das!) Meinungsfreiheit heißt, dass jeder publizieren darf, nur es ist bitte keine ... (Abg. Dr. Kostelka: Auch der Inhalt ist wichtig!) Natürlich! Aber auch der Inhalt ist ganz interessant, denn die beiden Autoren sagen etwa, der Ausbau der Familienförderung begünstigt zweifellos die einkommensschwächeren Haushalte relativ stärker. – Warum polemisieren Sie dann eigentlich genau gegen die Verstärkung der Familienförderung, die wir als Regierung Ihnen vorschlagen werden.
Abg. Ing. Westenthaler: Das stimmt! Das ist richtig!
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine sehr verehrten Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Ich glaube, wenn wir seriös und offen darüber diskutieren wollen, welche Lösungsmöglichkeiten es für Österreich und die österreichische Bundesregierung gibt, die außenpolitische und europapolitische Isolation zu überwinden, ist man gefordert, eine ganzheitliche Sicht der Dinge zu haben (Abg. Ing. Westenthaler: Das stimmt! Das ist richtig!) und nicht permanent zu trennen zwischen der Sprache und – ich sage – der Agitation, die in Österreich gepflogen wird, und dem, was versucht wird, den Partnern in der Europäischen Union zu vermitteln.
Abg. Haigermoser: Na geh! – Abg. Ing. Westenthaler: Warst du dabei?
Wenn Sie den Berichten der Frau Außenministerin über das vergangene Wochenende auf den Azoren genau zugehört haben, dann wird Sie Ihnen mitgeteilt haben, dass das Allerschwierigste war, dort zu vermitteln, dass sich in der jetzigen Situation die österreichische Bundesregierung dazu entschließen will, mit einer Volksbefragung in Österreich Druck auf die Europäische Union auszuüben, und dass es einer der schwierigsten Punkte war, zu vermitteln, dass es überhaupt ein Interesse der Regierung gibt, einen Ausweg aus der Situation zu finden. (Abg. Haigermoser: Na geh! – Abg. Ing. Westenthaler: Warst du dabei?) Und alle anderen, so auch der österreichische EU-Kommissar Franz Fischler und der Beauftragte für die Osterweiterung, Dr. Busek, bestätigen dies eindeutig: Dieser Kurs führt zu keiner Lösung. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Was heißt denn das? Das ist ja unerhört! – Abg. Aumayr: Das ist ungeheuerlich! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja ungeheuerlich! Wenn das kein Ordnungsruf ist! Das ist der Vorwurf eines strafbaren Tatbestandes!
In der Europäischen Union gibt es viele, die bereit sind, darüber nachzudenken, wie man aus dieser Situation herauskommen kann, denn die Existenz fremdenfeindlicher, teilweise rassistischer Parteien ist nicht ein Sonderphänomen der FPÖ, solche Parteien gibt es auch in anderen Staaten Europas (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Was heißt denn das? Das ist ja unerhört! – Abg. Aumayr: Das ist ungeheuerlich! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja ungeheuerlich! Wenn das kein Ordnungsruf ist! Das ist der Vorwurf eines strafbaren Tatbestandes!); ebenso wie es Fremdenfeindlichkeit und Rassismus auch außerhalb von Parteien gibt, wie sich das ja auch niederschlägt im Anzünden von Asylantenheimen in Deutschland, wie es sich ausdrückt in der Verfolgung von Ausländern im südlichen Spanien und sonst wo. (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Diese Rede ist ungeheuerlich! Diese Anwürfe! Das darf doch nicht wahr sein! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Haigermoser: Sie sind ein Vernaderer! – Abg. Ing. Westenthaler: Was Sie da machen, ist ein Skandal! Das sage ich Ihnen! Sie sind ein Vernaderer, das sage ich Ihnen! Sie sind ein Österreich-Vernaderer! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Haigermoser: Ein Vernaderer! Er ist ein Obervernaderer! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie gehen hier heraus und beschimpfen die FPÖ! Das ist unerhört! Das ist ein Skandal, wie Sie sich aufführen hier und im Ausland! Das ist ja unglaublich! – Abg. Haigermoser: Ein Obervernaderer sind Sie! – Weitere lebhafte Zwischenrufe.
Und selbst in Paris, wo den Franzosen immer wieder unterstellt wird ... (Abg. Haigermoser: Sie sind ein Vernaderer! – Abg. Ing. Westenthaler: Was Sie da machen, ist ein Skandal! Das sage ich Ihnen! Sie sind ein Vernaderer, das sage ich Ihnen! Sie sind ein Österreich-Vernaderer! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Haigermoser: Ein Vernaderer! Er ist ein Obervernaderer! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie gehen hier heraus und beschimpfen die FPÖ! Das ist unerhört! Das ist ein Skandal, wie Sie sich aufführen hier und im Ausland! Das ist ja unglaublich! – Abg. Haigermoser: Ein Obervernaderer sind Sie! – Weitere lebhafte Zwischenrufe.)
Abg. Ing. Westenthaler: Denken Sie daran, dass Sie in Moskau die Erde geküsst haben! Moskaus rote Erde!
Selbst in Paris, wiewohl Frankreich immer wieder unterstellt wird, dass es eine besonders radikale Haltung einnehmen würde (Abg. Haigermoser: So ist es! So ist es!), ist absolute Bereitschaft gegeben, nachzudenken, wie man diese Situation gemeinsam bewältigen kann. (Abg. Ing. Westenthaler: Denken Sie daran, dass Sie in Moskau die Erde geküsst haben! Moskaus rote Erde!) Wenn es solche Signale und solch eine Bereitschaft gibt, ist es die richtige Antwort, in einem sorgsamen Dialog diese Möglichkeiten zu erweitern – diese meine Auffassung teilt übrigens der Botschafter der Republik Österreich in Paris, mit dem ich mich gestern über diese Frage unterhalten habe, vollinhaltlich (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber sehr interessant!) –, Schritt für Schritt die Möglichkeiten zu nutzen, aus dieser Situation herauszukommen. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber sehr interessant!
Selbst in Paris, wiewohl Frankreich immer wieder unterstellt wird, dass es eine besonders radikale Haltung einnehmen würde (Abg. Haigermoser: So ist es! So ist es!), ist absolute Bereitschaft gegeben, nachzudenken, wie man diese Situation gemeinsam bewältigen kann. (Abg. Ing. Westenthaler: Denken Sie daran, dass Sie in Moskau die Erde geküsst haben! Moskaus rote Erde!) Wenn es solche Signale und solch eine Bereitschaft gibt, ist es die richtige Antwort, in einem sorgsamen Dialog diese Möglichkeiten zu erweitern – diese meine Auffassung teilt übrigens der Botschafter der Republik Österreich in Paris, mit dem ich mich gestern über diese Frage unterhalten habe, vollinhaltlich (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber sehr interessant!) –, Schritt für Schritt die Möglichkeiten zu nutzen, aus dieser Situation herauszukommen. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das hat er ja gesagt! – Abg. Dr. Khol: Aber was er in Paris gemacht hat, das ist interessant!
In beiden Fällen habe ich das schon während meiner Vorsitzführung veranlasst, und ich habe dem Herrn Präsidenten Prinzhorn, wie er selbst ausgeführt hat, davon Mitteilung gemacht. Die Herbeischaffung des Protokolls ist schon veranlasst. – Danke schön. (Abg. Ing. Westenthaler: Das hat er ja gesagt! – Abg. Dr. Khol: Aber was er in Paris gemacht hat, das ist interessant!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das war der beste Satz, jetzt zuletzt!
Jetzt komme ich zum Letzten, Herr Bundeskanzler (Abg. Ing. Westenthaler: Das war der beste Satz, jetzt zuletzt!), nämlich nicht zu Ihnen, sondern zu Ihrem intensivsten Partner, nämlich den Freiheitlichen und dem Herrn Klubobmann Westenthaler. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Er hat zum Budget überhaupt nichts gesagt, sondern ausschließlich ... – nein, Entschuldigung, Herr Bundeskanzler, ich habe noch etwas vergessen. Wahrscheinlich habe ich es deshalb vergessen, weil ich es von Ihnen immer schon gekannt habe, schon als Sie Außenminister waren, seit vielen Jahren.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Na, da freue ich mich schon darauf! Dafür bleibe ich extra da!
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (fortsetzend): Herr Präsident Prinzhorn! Ich zweifle nicht daran, dass der nächste Redner oder die nächste Rednerin der Grünen sich noch intensiv Herrn Klubobmann Westenthaler widmen wird. – Danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Na, da freue ich mich schon darauf! Dafür bleibe ich extra da!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Grüne –: Jetzt widmen wir uns einmal euch!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet hat sich Herr Abgeordneter Mag. Trattner. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 10 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Grüne –: Jetzt widmen wir uns einmal euch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt Ohren spitzen, Herr Van der Bellen!
Aber es ist natürlich so: Bei den Grünen hat alles einen gewissen Hintergrund. Der Hintergrund ist der, dass der Zugang der Grünen zum Umgang mit Steuergeld ein sehr bedenklicher ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt Ohren spitzen, Herr Van der Bellen!) Er ist insofern ein sehr bedenklicher: Wenn heute in Österreich eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer arbeitslos wird – das kann in Zeiten wie diesen leider passieren –, dann geht er zum Arbeitsamt und bekommt eine Arbeitslosenbeihilfe beziehungsweise eine Arbeitslosenunterstützung.
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Grüne –: Sie hat einen Antrag gestellt?
Anders ist es bei den Grünen. Bei den Grünen scheidet ein Regierungsmitglied in Tirol aus. Sie verlässt die Landesregierung, weil sie sich entschieden hat, in den Nationalrat zu gehen. Dagegen ist ja nichts einzuwenden. Aber sie erhält eine Arbeitslosenunterstützung in der Höhe von 160 000 S im Monat. (Abg. Dr. Khol: Nein!? – Abg. Haigermoser: Wie bitte? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Sie stellt den entsprechenden Antrag natürlich beim Amt der Tiroler Landesregierung. Ich habe hier die Antwort von Landeshauptmann Weingartner auf eine schriftliche Anfrage im Tiroler Landtag (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Grüne –: Sie hat einen Antrag gestellt?): Nach dem Tiroler Landesbezügegesetz wurde ein Antrag auf Fortzahlung der Bezüge nach § 7 gestellt. (Oh-Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Die Zahlung erfolgte von 1. April 1999 bis 28. Oktober 1999. (Abg. Haigermoser: Nein?) Die Bezugsfortzahlung war nach den genannten Bestimmungen in Höhe des monatlichen Bezuges eines Landesrates unter anteilsmäßiger Berücksichtigung der Sonderzahlungen zu leisten.
Abg. Ing. Westenthaler: Ist ja unglaublich! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wer war das? – Nur eine ist ausgeschieden: die grüne Abgeordnete Eva Lichtenberger. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist ja unglaublich! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Jetzt ist natürlich alles klar darüber, wie diese Grünen mit öffentlichen Geldern umgehen! Da ist auch ganz klar, dass hier keine Budgetzahlen angegeben werden. (Abg. Haigermoser – in Richtung Grüne –: Schämen Sie sich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Erbe!
Diese Bundesregierung hat sogar eine unbedingte Erberklärung abgegeben, und zwar für ein Erbe mit 1 700 Milliarden Schilling an Schulden, außerbudgetären Schulden in Höhe von 300 Milliarden Schilling, 80 Milliarden Schilling an ÖIAG-Schulden, 700 Milliarden Schilling an Haftungen und – trotz eines Sparpakets von über 100 Milliarden – einem Budgetdefizit im Ausmaß von 109 Milliarden Schilling. Ungefähr eine Million Menschen lebten an der Armutsgrenze, der Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen liegt noch immer bei 30 Prozent, die Krankenkassen sind mit 6 Milliarden Schilling in der Malaise, und der frühere Finanzminister hinterlässt uns EU-widrige Gesetze, die diese Bundesregierung erst zu administrieren hat. Damit meine ich die Getränkesteuer, und damit meine ich auch die Anonymität der Sparbücher. (Abg. Haigermoser: Ein sauberes Erbe!) Er hat sich einfach fortgeschlichen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Erbe!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ach so!
Es kann doch nicht so sein, dass mein Vorgänger in diesem Amt, Kollege Edlinger, im Jahre 1997 im ECOFIN zugestimmt hat, dass in Österreich stärker konsolidiert werden muss, dass er zugestimmt hat dem Stabilitäts- und Wachstumspakt der Europäischen Union, der rechtlich verpflichtend ist, meine Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Ach so!) Es war dies ein rechtlich verpflichtender Stabilitäts- und Wachstumspakt, eine Verpflichtung für die Republik und für die Bundesregierung, in dem es heißt, wir werden im Jahre 2002 ein ausgeglichenes Budget beziehungsweise Surplus erreichen. Es heißt dort: "Close to Balance or Surplus". Und dem haben Sie zugestimmt, Herr Kollege Edlinger.
Anhaltender Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Hervorragend! – Gegenruf der Abg. Dr. Mertel.
Meine Damen und Herren! In einer konstruktiven Politik sollte es einen Wettbewerb der Ideen, einen Wettbewerb der Überzeugungen geben, in den man Konzeptionen einbringt, zu dem man Alternativvorschläge macht, über die man dann diskutieren sollte, bei dem man aber kein bedingungsloses Nein zu allem und jedem sagt, was vorgeschlagen wird. Das wird nicht der Weg sein, der Österreich ein saniertes Budget bringt und Weichenstellungen für die nächste Generation ermöglicht. – Vielen Dank. (Anhaltender Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Hervorragend! – Gegenruf der Abg. Dr. Mertel. )
Abg. Dr. Martin Graf: Erstredner war Kostelka! – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt begonnen, Kollege Schieder! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Peter Schieder (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren von der Volksanwaltschaft! Herr Präsident des Rechnungshofes! Sehr geehrte Damen und Herren! Auch wenn wir inhaltlich nicht mit dem übereinstimmen, was der Herr Finanzminister gesagt hat – Redner von uns werden darauf ja noch eingehen –, so sind wir dennoch froh, dass der Herr Finanzminister zum Budget und zu Inhalten dieser Debatte gesprochen hat. So, wie diese Debatte von den Regierungsparteien begonnen wurde, vom Klubobmann der ÖVP und vom Klubobmann der FPÖ ... (Abg. Dr. Martin Graf: Erstredner war Kostelka! – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt begonnen, Kollege Schieder! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Warten Sie, ich komme gleich darauf zu sprechen!
Abg. Ing. Westenthaler: Das stimmt!
Und was war Ihre Antwort? – Sie sagen einfach: "Fundamental-Opposition". (Abg. Ing. Westenthaler: Das stimmt!) Sie gehen inhaltlich gar nicht darauf ein, sondern Sie decken es zu, Sie lenken ab, indem Sie über die Maßnahmen der Vierzehn sprechen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Was sagt denn Bürgermeister Häupl?!
Das Kapitel Oberste Organe wäre eine gute Gelegenheit gewesen, auch von Ihrer Seite ein Wort zum Herrn Bundespräsidenten zu sagen: Zu dieser "Lump, Hump, Dump"-Sache wäre es wahrscheinlich angebracht gewesen, dass Sie, Herr Kollege Westenthaler, als Klubobmann der Freiheitlichen ein Wort dazu sagen oder Sie, Herr Kollege Khol, als Klubobmann des Partners der FPÖ ein Wort dazu sagen. (Abg. Ing. Westenthaler: Was sagt denn Bürgermeister Häupl?!)
Abg. Ing. Westenthaler: Da gibt es nichts auszuräumen! Es gibt nichts zum Ausräumen! Sie wollen die Regierung aus dem Amt jagen!
Das wäre eine Chance für Sie gewesen, hier etwas auszuräumen, ein klares Wort zu finden. (Abg. Ing. Westenthaler: Da gibt es nichts auszuräumen! Es gibt nichts zum Ausräumen! Sie wollen die Regierung aus dem Amt jagen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Distanzieren Sie sich von Häupl! – Abg. Haigermoser: Distanzieren Sie sich von Häupl!
Sie haben auch diese Chance nicht genützt. Ihnen war es wichtiger, das zu bringen, was Ihnen vermeintlich innenpolitisch hilft. Die Art und Weise, wie Sie hier über die Maßnahmen der Vierzehn sprechen, ist auch nicht jene Art, die notwendig ist, um die Sache im Ausland wegzubringen. Sie nützen diese Frage innenpolitisch, weil Sie meinen, sie hilft Ihnen, und weil Sie damit zudecken können, wie unsozial dieses Budget ist und wie es den Menschen dieses Landes schadet! Das ist Ihre Taktik! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Distanzieren Sie sich von Häupl! – Abg. Haigermoser: Distanzieren Sie sich von Häupl!)
Lebhafter Widerspruch bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol: Mein Gott! – Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Haigermoser: Das glauben Sie ja selbst nicht!
Ich war auch ein bisschen enttäuscht, ich war wirklich enttäuscht darüber, mit welchen Worten Sie den Versuch Dr. Gusenbauers, für unser Land bei Partnern ... (Lebhafter Widerspruch bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol: Mein Gott! – Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Haigermoser: Das glauben Sie ja selbst nicht!) – Ja, und Sie setzen das noch fort. Wenn es Ihnen ernst wäre, dann würden Sie anders sprechen! Sie demaskieren sich selbst mit Ihren Bemerkungen, die Sie hier machen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt der nackte Finger! – Abg. Haigermoser: Er ist nicht überzeugt von dem, was er sagt!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt der nackte Finger! – Abg. Haigermoser: Er ist nicht überzeugt von dem, was er sagt!
Ich war auch ein bisschen enttäuscht, ich war wirklich enttäuscht darüber, mit welchen Worten Sie den Versuch Dr. Gusenbauers, für unser Land bei Partnern ... (Lebhafter Widerspruch bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol: Mein Gott! – Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Haigermoser: Das glauben Sie ja selbst nicht!) – Ja, und Sie setzen das noch fort. Wenn es Ihnen ernst wäre, dann würden Sie anders sprechen! Sie demaskieren sich selbst mit Ihren Bemerkungen, die Sie hier machen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt der nackte Finger! – Abg. Haigermoser: Er ist nicht überzeugt von dem, was er sagt!)
Abg. Eder – in Richtung ÖVP –: Der Koalitionspartner ist auch nicht da! Wo ist denn der Westenthaler? – Abg. Edlinger: Der ist auf dem Fußballplatz! – Abg. Dr. Fekter: Wo ist der Herr Gusenbauer? – Abg. Dr. Khol: Beim Gruselmärchen!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Mag. Kogler. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 15 Minuten. – Bitte. (Abg. Eder – in Richtung ÖVP –: Der Koalitionspartner ist auch nicht da! Wo ist denn der Westenthaler? – Abg. Edlinger: Der ist auf dem Fußballplatz! – Abg. Dr. Fekter: Wo ist der Herr Gusenbauer? – Abg. Dr. Khol: Beim Gruselmärchen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen seid ihr auch abgewählt worden!
Wir haben in den letzten Tagen und Wochen über die hervorragenden Arbeitsmarktdaten gehört. – Jetzt haben wir gerade gehört, wie viele Milliarden Schilling die Österreicherinnen und Österreicher mehr bekommen. Aber wir alle wissen auch, dass für diese hervorragende Arbeit die Regierung Klima verantwortlich zeichnet – und nicht die neue Bundesregierung! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen seid ihr auch abgewählt worden!)
Rufe bei den Freiheitlichen: Westenthaler ist da! – Abg. Ing. Westenthaler – mit der Hand winkend –: Maier! Maier! – Abg. Schwarzenberger – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Kollege Maier, hier sitzt Westenthaler!
Herr Präsident! Ich möchte die Fragen meiner Vorrednerin ergänzen mit der Frage hinsichtlich der beiden abwesenden Klubobmänner Khol und Westerthaler. (Rufe bei den Freiheitlichen: Westenthaler ist da! – Abg. Ing. Westenthaler – mit der Hand winkend –: Maier! Maier! – Abg. Schwarzenberger – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Kollege Maier, hier sitzt Westenthaler!)
Abg. Jung: Die SPÖ pfeift aus dem letzten Loch! – Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie das gehört? Die SPÖ pfeift aus dem letzten Loch!
"Herr Haider, erzählt seine Schwester, wollte um alles in der Welt Schauspieler werden. Er habe tagelang Rollen geübt und sich so sehr nach einem Bühnenauftritt gesehnt. Herr Prinzhorn, von Haider für ein Ministeramt vorgesehen, liest im kleinen Kreise seine Gedichte vor. Herr Mölzer, Chefideologe der Haider-Partei, publiziert Romane. Herr Westenthaler, Fraktionschef der Haiderpartei, stellt seine Aquarelle in einer Galerie in Simmering aus. Herr Sichrovsky, Europaabgeordneter der Haider-Partei, schreibt Theaterstücke. Herr Morak, Staatssekretär für Kultur in der neuen Regierung, spielt Theater und ist Popsänger. Herr Schüssel, Bundeskanzler, spielt Klavier ... Künstler an der Macht!" (Abg. Jung: Die SPÖ pfeift aus dem letzten Loch! – Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie das gehört? Die SPÖ pfeift aus dem letzten Loch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist keine Fragestunde!
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ordnungsrufe werde ich im Plenum des Nationalrates nach entsprechender Vereinbarung in der Präsidiale nicht kommentieren, aber ich hätte gerne gewusst, wie das jetzt zu verstehen ist: Erteilen Sie Ordnungsrufe auf Verdacht? (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist keine Fragestunde!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das entscheidet der Präsident!
Ursprünglich haben Sie nämlich gesagt, dass dieser Ordnungsruf erteilt wird, dass Sie sich aber im Nachhinein, nach Vorlage des Stenographischen Protokolls, noch einmal ein Urteil vorbehalten. (Abg. Ing. Westenthaler: Das entscheidet der Präsident!) Ich verstehe das nicht ganz. Da kommt wirklich der Gedanke auf, dass Sie, Herr Präsident, auf Verdacht hin einen Ordnungsruf erteilen.
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Der politische Bandeltanz, den Sie heute wieder aufgeführt haben, hat bewiesen, dass Sie sich wieder in Ihrem eigenen Kreuzspinnennetz gefangen haben. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. ) Sie kommen da nicht mehr heraus, und deshalb haben Sie Schwierigkeiten. Das weiß die österreichische Bevölkerung, und daher fürchten Sie von der SPÖ und den Grünen eine Volksbefragung wie der Teufel das Weihwasser!
Abg. Ing. Westenthaler: Zauberlehrling!
Ich darf Ihnen zu guter Letzt noch (Zwischenruf der Abg. Silhavy ) – ich halte mich hier nicht an das Motto "Schlag nach bei Shakespeare", sondern ich schlage bei Goethe nach – zwei kurze Passagen aus dem "Zauberlehrling" vorlesen: (Abg. Ing. Westenthaler: Zauberlehrling!)
Abg. Ing. Westenthaler: Walle! Walle!
Meine Damen und Herren! Sie werden die Geister nicht mehr los, die Sie gerufen haben (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP), aber die Geister werden Ihnen die Bürger austreiben! Dabei haben wir jedenfalls Recht, indem wir den Schulterschluss mit den Österreichern suchen. (Abg. Ing. Westenthaler: Walle! Walle!) Wir brauchen Sie dazu nicht, meine Damen und Herren insbesondere von jener Partei, die vermeint, die Demokratie gepachtet zu haben, aber zu den Anarchisten die besten Verbindungen hat, nämlich den Grünen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Cap! Walle! Walle!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Cap! Walle! Walle!
Meine Damen und Herren! Sie werden die Geister nicht mehr los, die Sie gerufen haben (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP), aber die Geister werden Ihnen die Bürger austreiben! Dabei haben wir jedenfalls Recht, indem wir den Schulterschluss mit den Österreichern suchen. (Abg. Ing. Westenthaler: Walle! Walle!) Wir brauchen Sie dazu nicht, meine Damen und Herren insbesondere von jener Partei, die vermeint, die Demokratie gepachtet zu haben, aber zu den Anarchisten die besten Verbindungen hat, nämlich den Grünen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Cap! Walle! Walle!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das war keine Polemik! Seit wann ist Goethe polemisch?
Abgeordnete Mag. Ulrike Lunacek (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Frau Außenministerin! Auf Grund dessen, dass ich nur noch 1 Minute Redezeit habe, habe ich leider keine Zeit, um auf die Polemik des Kollegen Haigermoser einzugehen (Abg. Ing. Westenthaler: Das war keine Polemik! Seit wann ist Goethe polemisch?), sondern ich will zu einem sachlichen Punkt kommen, nämlich zu einem Entschließungsantrag, bei dem es, was mich sehr freut, möglich war, die Unterstützung aller vier Parteien in diesem Haus im Vorfeld der Besprechungen zu bekommen, und zwar geht es um die Westsahara, die vor 25 Jahren von Marokko völkerrechtswidrig besetzt wurde. Ich denke, das ist den meisten von Ihnen bekannt.
Sitzung Nr. 23
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Ing. Westenthaler.
Letztendlich wollen wir die Arbeitsinspektorate als Partner der Wirtschaft sehen und nicht als rächenden, strafenden Engel, sondern als helfenden Engel. Darum begrüßen wir, dass diese Agenden in einem Ministerium vereinigt werden. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Ing. Westenthaler. )
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Das interessiert nur sehr wenige von euch! Eine Dringliche und nur ein Drittel eurer Abgeordneten ist da! Das interessiert euch in Wirklichkeit gar nicht! – Abg. Gaugg: Und die von ihnen da sind, sind auch nicht die erste Garnitur!
Zu Wort gelangt nun Frau Abgeordnete Dr. Pittermann. – Bitte, Frau Abgeordnete. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Das interessiert nur sehr wenige von euch! Eine Dringliche und nur ein Drittel eurer Abgeordneten ist da! Das interessiert euch in Wirklichkeit gar nicht! – Abg. Gaugg: Und die von ihnen da sind, sind auch nicht die erste Garnitur!)
Abg. Ing. Westenthaler: Und das bei einer Dringlichen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Gegenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Alois Pumberger (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Auf die Rede von Frau Kollegin Pittermann brauche ich ja nicht gesondert einzugehen, aber als ich mir die Präsenz der sozialdemokratischen Abgeordneten während dieser umfangreichen Anfragebeantwortung durch den Herrn Staatssekretär Waneck angeschaut habe, konnte ich im Durchschnitt – sage und schreibe! – 14 SPÖ-Abgeordnete im Saal zählen. (Abg. Ing. Westenthaler: Und das bei einer Dringlichen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Gegenrufe bei der SPÖ.) Ihr Interesse an der Beantwortung dieser 79 Fragen spiegelt sich in der Zahl der anwesenden SPÖ-Abgeordneten wider. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Sitzung Nr. 24
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist unglaublich!
Gleichzeitig war die Kritik am Finanzminister die, dass er die Budgetkonsolidierung nicht ambitioniert genug angegangen ist, obwohl er ja nicht wirklich die Verantwortung für das trägt, was wir jetzt an Problemen haben. Er hat sich die Ohrfeigen in Brüssel geholt, die eigentlich Kollegen Edlinger zugestanden wären. Er hat dieses schwierige sozialistische Erbe angetreten, weil er in schwierigen Zeiten Verantwortung für dieses Land übernimmt, Herr Kollege Edlinger, in Zeiten, in denen wir mehr als 1 700 Milliarden Schilling an Staatsverschuldung angehäuft haben. (Abg. Schwemlein: Zu welchem Tagesordnungspunkt?) – Zum Budget, Herr Kollege! – 1 700 Milliarden Schilling, für die wir im Monat 9 Milliarden Schilling Zinsen zu bezahlen haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist unglaublich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der neue Stil!
Aber jetzt, Herr Kollege Edler – ich habe gestern mit dem Kollegen Antoni gesprochen –, ist auch die Opposition eingeladen, sich konstruktiv einzubringen im Sinne von neu regieren. Herr Kollege Antoni, wir werden die Opposition nicht so, wie es bisher der Fall war, einfach nicht mitreden lassen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der neue Stil!) Ich habe dich gestern bereits eingeladen, einen ganz spezifischen Antrag mit uns gemeinsam zu verhandeln, ihn gemeinsam einzubringen und gemeinsam zu beschließen. Ich erneuere diese Einladung heute noch einmal öffentlich und recht höflich.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben es nicht rübergebracht!
Persönlich bin ich ihm nicht gram, und in einigen Dingen kann ich mich mit ihm auch partiell verstehen. Wenn so ein Mann einem Wissenschaftsausschuss vorsitzt, würden andere vom Köpferollen sprechen. Dieser Profession gehöre ich nicht an. Aber auch, wenn man sich diesem Köpferollen verweigert – und das tue ich! –, wird die Frage erlaubt sein: Ist so ein Mann dort am richtigen Platz, und ist das ein Signal, das österreichische Universitäten sich verdient haben, das Parlament sich verdient hat und das Österreich sich verdient hat, das andere Farben trägt als diese hier? (Der Redner hält eine Broschüre mit schwarz-rot-goldenem Einband in die Höhe.) – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben es nicht rübergebracht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist nicht gelungen, das ist danebengegangen!
Ich habe noch eine Minute Zeit. Wenn ich das nicht rübergebracht habe (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist nicht gelungen, das ist danebengegangen!), frage ich mich: Wo stehe ich, und wo sitzen Sie? (Abg. Ing. Westenthaler: Das kann der Pilz besser!) Er macht es anders. Wie Sie wissen, sind die Grünen gegen Klonierungsexperimente, Sie können sich keinen zweiten Pilz hier erwarten. Ich bin mit mir durchaus zufrieden, wenn Sie es nicht sind, würde es mich freuen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das kann der Pilz besser!
Ich habe noch eine Minute Zeit. Wenn ich das nicht rübergebracht habe (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist nicht gelungen, das ist danebengegangen!), frage ich mich: Wo stehe ich, und wo sitzen Sie? (Abg. Ing. Westenthaler: Das kann der Pilz besser!) Er macht es anders. Wie Sie wissen, sind die Grünen gegen Klonierungsexperimente, Sie können sich keinen zweiten Pilz hier erwarten. Ich bin mit mir durchaus zufrieden, wenn Sie es nicht sind, würde es mich freuen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist ein Wahnsinn! ... unhistorisch! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie erklären uns jetzt, wie das war!
Abgeordnete Beate Schasching (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Meine Damen und Herren! Ich möchte mich noch kurz auf die vorhergehende Debatte beziehen und Herrn Kollegen Dr. Grünewald für einiges an Aufklärung danken. (Abg. Mag. Schweitzer: Was hat er aufgeklärt?) Auch mir ist es sehr wichtig, immer wieder festzustellen, welcher Geist hinter so manchen Ideen und hinter manchen Einwürfen steckt. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist ein Wahnsinn! ... unhistorisch! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie erklären uns jetzt, wie das war!)
Abg. Dr. Papházy begibt sich zuerst zur Regierungsbank und reicht Bundesministerin Gehrer die Hand. – Abg. Schwemlein: Wollen Sie jetzt mit uns reden? – Rufe bei den Freiheitlichen: Na, na! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Ein Primitivling bis dorthinaus!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als Nächste zu Wort gemeldet hat sich Frau Abgeordnete Dr. Papházy. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 7 Minuten. – Bitte, Frau Abgeordnete. (Abg. Dr. Papházy begibt sich zuerst zur Regierungsbank und reicht Bundesministerin Gehrer die Hand. – Abg. Schwemlein: Wollen Sie jetzt mit uns reden? – Rufe bei den Freiheitlichen: Na, na! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Ein Primitivling bis dorthinaus!)
Allgemeiner Beifall. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Schwemlein –: Jetzt schaust alt aus!
Abgeordnete Dr. Sylvia Papházy MBA (Freiheitliche): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Vorweg – vielleicht möchten Sie sich auch der Reihe der Gratulanten anschließen –: Die Frau Bundesminister hat gestern Geburtstag gehabt. (Allgemeiner Beifall. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Schwemlein –: Jetzt schaust alt aus!)
Abg. Kiss: Das glauben Sie nur! – Abg. Ing. Westenthaler: Woher haben Sie das?
Gleichzeitig schafft die Bundesregierung zahlreiche höhere Funktionen, verstärkt Ihre Stabsstellen und gewährt kostenintensive Sonderverträge. (Abg. Kiss: Das glauben Sie nur! – Abg. Ing. Westenthaler: Woher haben Sie das?) Ja, ich glaube daran! Ebenso wie auch Sie, wenn
Abg. Ing. Westenthaler: Ein paar Kniebeugen wären jetzt gescheiter! – Abg. Dr. Petrovic: Sie hören überhaupt nicht zu! – Abg. Dietachmayr: Bisserl beherrschen! – Präsident Dr. Fasslabend gibt das Glockenzeichen.
Ihre blau-schwarzen Ankündigungen für den öffentlichen Bereich, für den öffentlichen Dienst, im Wahlkampf, im Regierungsprogramm bedeuten massive Eingriffe im öffentlichen Dienst, verbunden damit Belastungspakete für die öffentlich Bediensteten: Abbau von 9 000 Planstellen im öffentlichen Dienst bis zum Jahr 2004 ohne Aufgabenreduzierung, Abbau von Planstellen ohne Aufgabenreduzierung! (Abg. Ing. Westenthaler: Ein paar Kniebeugen wären jetzt gescheiter! – Abg. Dr. Petrovic: Sie hören überhaupt nicht zu! – Abg. Dietachmayr: Bisserl beherrschen! – Präsident Dr. Fasslabend gibt das Glockenzeichen.) Dies schafft nicht nur unzumutbare Arbeitsverhältnisse, sondern auch Nachteile für die Bürger und Bürgerinnen. Sie vernichten damit auch Berufschancen für Jugendliche. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind beim falschen Thema, Frau Kollegin!
In aller Form frage ich Sie: War es wirklich günstiger, das AMS auszugliedern und jetzt sogar noch in die völlige rechtliche Selbständigkeit zu schicken? – Ich möchte einmal die Zahlen sehen, und ich möchte auch wissen, wie sehr es den Rechtsschutz der Betroffenen verbessert hat. Ich kann keine Verbesserung erkennen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind beim falschen Thema, Frau Kollegin!) Ja, dann legen Sie die Zahlen vor! Es gab Anträge – einen von meinem Kollegen Van der Bellen –; warum lehnen Sie das dauernd ab? Wollen Sie Ihre Augen verschließen, oder geht es um etwas ganz anderes: dass Sie den blau-schwarzen Proporz dort jetzt fernab der Kontrolle des Parlaments einführen wollen?
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war leider das falsche Kapitel!
Das ist der Eindruck, der hier entsteht. Oder beweisen Sie uns das Gegenteil! Aber dann müssen Sie endlich Taten setzen. So geht es sicher nicht! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war leider das falsche Kapitel!)
Abg. Ing. Westenthaler: Er ist auch da!
Frau Abgeordnete Petrovic! Ihnen muss ich leider sagen, dass die Fragen, die Sie an mich gestellt haben, falsch gestellt sind. Das müssen Sie den Herrn Finanzminister fragen. Die Frage, warum das AMS ausgegliedert wurde und ob das so, wie es erfolgt ist, erfolgreich war, bitte ich an Herrn Ex-Finanzminister Edlinger zu richten. (Abg. Ing. Westenthaler: Er ist auch da!) Er
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Stil! – Abg. Edlinger: Das stimmt ja überhaupt nicht! ... eine selektive Wahrnehmung!
Zur Frau Kollegin Mertel, die einige als Fragen getarnte Verdächtigungen in den Raum gestellt und dann sofort den Saal verlassen hat, ohne eine Antwort abzuwarten! (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Stil! – Abg. Edlinger: Das stimmt ja überhaupt nicht! ... eine selektive Wahrnehmung!) Ich bitte ihre Kollegen von der sozialdemokratischen Fraktion, ihr Folgendes mitzuteilen: Die Behauptung, das neu gegründete Ministerium für öffentliche Leistung und Sport habe einen enormen Personalaufwand und habe zu einer ungeheuren Aufblähung der Verwaltung geführt, beruht entweder auf einer völligen Fehlinformation oder ist eine absichtliche falsche Unterstellung.
Ruf bei den Freiheitlichen: Das war ein Rohrkrepierer! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist leider daneben gegangen von Frau Mertel! Deswegen ist sie auch nicht mehr da! Sie schämt sich jetzt in irgendeiner Ecke! – Weitere Zwischenrufe.
Richten Sie Frau Kollegin Mertel bitte auch aus, dass es in meinem Ministerium keinen einzigen Sondervertrag und drei Arbeitsleihverträge gibt. Damit hat sie ihre Frage beantwortet. (Ruf bei den Freiheitlichen: Das war ein Rohrkrepierer! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist leider daneben gegangen von Frau Mertel! Deswegen ist sie auch nicht mehr da! Sie schämt sich jetzt in irgendeiner Ecke! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie können nicht so schnell folgen? Sie können nur langsam denken, deshalb muss man auch langsam reden? – Weitere Zwischenrufe.
Modernisierung der Verwaltung heißt aber auch, vor allem die Möglichkeiten und Chancen der neuen Technologien und Kommunikationsmöglichkeiten zu nutzen. Eines der wichtigsten Zukunftsprojekte Österreichs ist ... (Abg. Riepl: Langsamer reden! Bitte ein bisschen langsamer!) Ich kann es auch gerne mehrmals wiederholen, wenn Sie es gerne hören. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie können nicht so schnell folgen? Sie können nur langsam denken, deshalb muss man auch langsam reden? – Weitere Zwischenrufe.) Wenn Sie ein bisschen schneller denken, können Sie auch meinen schnelleren Worten sicher folgen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Gaugg. )
Abg. Ing. Westenthaler: Ach so ist das!
In der letzten Zeit hätte es einige Möglichkeiten gegeben: Wir hatten einen Landesverteidigungsausschuss – es war leider kein Vertreter Ihres Klubs anwesend! (Abg. Ing. Westenthaler: Ach so ist das!) Wir hatten gestern eine Budgetdebatte, eine sehr ausführliche, eine sehr gute und sehr sachliche Debatte. Wir hatten zwei Redner von Ihrem Klub. Abgeordneter Pilz ist kurz vor seinem Debattenbeitrag hereingekommen und kurz nach seiner Rede wieder hinausgegangen.
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der Abg. Dr. Petrovic –: Sie kennt sich überhaupt nichts aus! Eine ahnungslose Frau! Völlig ahnungslos!
Selbstverständlich ist der sicherheitspolizeiliche Assistenzeinsatz – da Sie die Verfassung heute zitiert haben – auch eine Frage der Sicherheit nach innen. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der Abg. Dr. Petrovic –: Sie kennt sich überhaupt nichts aus! Eine ahnungslose Frau! Völlig ahnungslos!) Das österreichische Bundesheer hat hier eine ganz wichtige Aufgabe zu erfüllen; Frau Kollegin Petrovic, das wissen Sie ganz genau. In mehreren Hunderttausend Arbeitsstunden haben österreichische Grundwehrdiener, die angeblich nur blöd singen und saufen, im Dienste der inneren Sicherheit, bei Lawinenkatastrophen, bei Hochwasserkatastrophen, für die österreichische Bevölkerung ihren Einsatz geleistet. Das meine ich mit innerer Sicherheit, Frau Kollegin Petrovic! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Anhaltender Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Grüne –: Nicht so viel James Bond schauen! Grüne-Grüne-Sieben!
Ich sage es noch einmal: Für mich als ehemaligen Parlamentarier, aber auch als Verteidigungsminister ist es wichtig, eine möglichst umfangreiche und intensive Debatte über Gesetzesmaterien zu ermöglichen. Ich bin selbstverständlich gerne bereit, bei all den Terminen, die Sie als Volksvertreter mir vorgeben, dabei zu sein und auch das Militärbefugnisgesetz ganz intensiv und detailliert auch mit Experten zu diskutieren. Ich glaube, das sollte in unser aller Interesse sein, damit es in Zukunft nicht möglich ist, dass man durch einen möglicherweise falschen Informationsstand eine Institution in den Graubereich der Rechtsmaterien stellt, die in Wirklichkeit nur dazu da ist, den Dienst unserer Soldaten so gut wie möglich zu gewährleisten. (Anhaltender Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Grüne –: Nicht so viel James Bond schauen! Grüne-Grüne-Sieben!)
Abg. Ing. Westenthaler: "00Pilz"!
Erster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Pilz. Die Redezeit beträgt 10 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: "00Pilz"!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt müssen wir mit Fischl reden!
Jetzt hat der Bundesminister für Landesverteidigung eine Sicherheitsüberprüfung im Ressort durchgeführt. (Bundesminister Scheibner: Das habe ich nicht gesagt!) Dürfen wir uns jetzt erwarten, dass Sicherheitsüberprüfungen so ausschauen, dass es künftig für Leute mit einer Vorstrafe (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt müssen wir mit Fischl reden!) auf Grund des Kriegsmaterialgesetzes, mit engen Beziehungen zu Rechtsextremisten, einschlägigen Tätigkeiten und dazu passenden Verbindungen in den Bereich der militärischen Nachrichtendienste – trotz Sicherheitsüberprüfung – einen Platz an der Spitzte des Ressorts gibt? (Abg. Mag. Trattner: Was sich der GAK erlaubt, Fischl als Präsident zu nehmen! – Abg. Ing. Westenthaler: Ist der ganze GAK rechtsextremistisch?)
Abg. Mag. Trattner: Was sich der GAK erlaubt, Fischl als Präsident zu nehmen! – Abg. Ing. Westenthaler: Ist der ganze GAK rechtsextremistisch?
Jetzt hat der Bundesminister für Landesverteidigung eine Sicherheitsüberprüfung im Ressort durchgeführt. (Bundesminister Scheibner: Das habe ich nicht gesagt!) Dürfen wir uns jetzt erwarten, dass Sicherheitsüberprüfungen so ausschauen, dass es künftig für Leute mit einer Vorstrafe (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt müssen wir mit Fischl reden!) auf Grund des Kriegsmaterialgesetzes, mit engen Beziehungen zu Rechtsextremisten, einschlägigen Tätigkeiten und dazu passenden Verbindungen in den Bereich der militärischen Nachrichtendienste – trotz Sicherheitsüberprüfung – einen Platz an der Spitzte des Ressorts gibt? (Abg. Mag. Trattner: Was sich der GAK erlaubt, Fischl als Präsident zu nehmen! – Abg. Ing. Westenthaler: Ist der ganze GAK rechtsextremistisch?)
Abg. Ing. Westenthaler: Beim GAK!
Der Herr Bundesminister könnte sagen: Ich wusste nicht, dass Herr Barnet der ehemalige Herr Enzendorfer ist. Warum hat dann aber heute am frühen Nachmittag im Bundesministerium für Landesverteidigung eine Sitzung gemeinsam mit Herrn Barnet alias Enzendorfer zur Vorbereitung dieser Anfragebeantwortung stattgefunden? (Abg. Ing. Westenthaler: Beim GAK!) Warum ist Herr Barnet nach der Besprechung dieser Causa hier ins Haus zitiert worden? (Abg. Mag. Trattner: Wegen Fischl!) Was ist denn am Nachmittag im Bundesministerium für Landesverteidigung und im Kabinett vorbesprochen worden? – Unsicherheit über Unsicherheit! (Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin dafür, dass Fischl wieder GAK-Präsident wird!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin dafür, dass Fischl wieder GAK-Präsident wird!
Der Herr Bundesminister könnte sagen: Ich wusste nicht, dass Herr Barnet der ehemalige Herr Enzendorfer ist. Warum hat dann aber heute am frühen Nachmittag im Bundesministerium für Landesverteidigung eine Sitzung gemeinsam mit Herrn Barnet alias Enzendorfer zur Vorbereitung dieser Anfragebeantwortung stattgefunden? (Abg. Ing. Westenthaler: Beim GAK!) Warum ist Herr Barnet nach der Besprechung dieser Causa hier ins Haus zitiert worden? (Abg. Mag. Trattner: Wegen Fischl!) Was ist denn am Nachmittag im Bundesministerium für Landesverteidigung und im Kabinett vorbesprochen worden? – Unsicherheit über Unsicherheit! (Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin dafür, dass Fischl wieder GAK-Präsident wird!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin dafür, dass Fischl wieder GAK-Präsident wird!
Meine Damen und Herren! Lassen Sie uns hier zusätzliche Sicherheit schaffen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin dafür, dass Fischl wieder GAK-Präsident wird!) Ich komme zum Schluss: Ich habe die große Befürchtung, dass die Überwachung auf Grund der neuen Nachrichtendienstgesetze dieser Republik einem klaren politischen Ziel dienen (Abg. Ing. Westenthaler: Wie Fischl GAK-Präsident war, wären sie fast Meister geworden!): Kritiker der militärischen Landesverteidigung, kritische Journalistinnen und Journalisten, Menschen, die nicht so denken wie die jetzige Spitze des Bundesministeriums für Landesverteidigung, sollen jetzt auch – mit gesetzlicher Grundlage – ins Fadenkreuz der militärischen Ermittler geraten. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind schuld, dass der GAK nicht mehr gewinnt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie Fischl GAK-Präsident war, wären sie fast Meister geworden!
Meine Damen und Herren! Lassen Sie uns hier zusätzliche Sicherheit schaffen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin dafür, dass Fischl wieder GAK-Präsident wird!) Ich komme zum Schluss: Ich habe die große Befürchtung, dass die Überwachung auf Grund der neuen Nachrichtendienstgesetze dieser Republik einem klaren politischen Ziel dienen (Abg. Ing. Westenthaler: Wie Fischl GAK-Präsident war, wären sie fast Meister geworden!): Kritiker der militärischen Landesverteidigung, kritische Journalistinnen und Journalisten, Menschen, die nicht so denken wie die jetzige Spitze des Bundesministeriums für Landesverteidigung, sollen jetzt auch – mit gesetzlicher Grundlage – ins Fadenkreuz der militärischen Ermittler geraten. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind schuld, dass der GAK nicht mehr gewinnt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind schuld, dass der GAK nicht mehr gewinnt!
Meine Damen und Herren! Lassen Sie uns hier zusätzliche Sicherheit schaffen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin dafür, dass Fischl wieder GAK-Präsident wird!) Ich komme zum Schluss: Ich habe die große Befürchtung, dass die Überwachung auf Grund der neuen Nachrichtendienstgesetze dieser Republik einem klaren politischen Ziel dienen (Abg. Ing. Westenthaler: Wie Fischl GAK-Präsident war, wären sie fast Meister geworden!): Kritiker der militärischen Landesverteidigung, kritische Journalistinnen und Journalisten, Menschen, die nicht so denken wie die jetzige Spitze des Bundesministeriums für Landesverteidigung, sollen jetzt auch – mit gesetzlicher Grundlage – ins Fadenkreuz der militärischen Ermittler geraten. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind schuld, dass der GAK nicht mehr gewinnt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind schuld, dass der GAK nicht mehr gewinnt!
Meine Damen und Herren! Dabei gibt es ein sehr großes Problem. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind schuld, dass der GAK nicht mehr gewinnt!) Im Gegensatz zum Bundesministerium für Inneres, für dessen Staatspolizei auch die Strafprozessordnung und die Ordnung der österreichischen Gerichte gilt, handelt es sich bei den militärischen Nachrichtendiensten um Organisationen, die völlig anderen Gesetzen gehorchen. Beim ersten Entwurf zum Militärbefugnisgesetz, der leider auch eine, wenn auch mit schlechtem Gewissen getragene, sozialdemokratische Handschrift enthielt, wurde uns noch gesagt: Der Ernstfall wird nicht eintreten, dass jene, vor denen wir diese Republik zu Recht politisch schützen sollen, die Spitze des Landesverteidigungsressorts und damit auch die Macht über die militärischen Geheimdienste übernehmen. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Es lebe der GAK!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (fortsetzend): Aber ich fordere Sie auf, meine Damen und Herren (Bundesminister Scheibner: ... Menschenjagd!), in dieser Frage wachsam zu sein und dafür zu sorgen, dass im Kabinett des Bundesministers, auch wenn ein Freiheitlicher an der Spitze des Ressorts steht, weder Personen mit rechtsextremen Verbindungen noch Personen mit einschlägigen Vorstrafen Dienst versehen können. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Es lebe der GAK!)
Bundesminister Scheibner: Das stimmt nicht! – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat er nicht gesagt! Das hat er nicht gesagt! Das hat er nicht gesagt!
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (Grüne): Hohes Haus! Ich berichtige den Bundesminister in zwei Punkten. Herr Bundesminister Scheibner hat gesagt, es gäbe keine Akten über Angehörige dieses Hauses – mit Ausnahme eines ehemaligen Angehörigen der Dienste und seine eigene Person. (Bundesminister Scheibner: Das stimmt nicht! – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat er nicht gesagt! Das hat er nicht gesagt! Das hat er nicht gesagt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sind sie verurteilt wegen Besitzstörung?
Dies war – und das ist rechtskräftig ausjudiziert – nicht gerechtfertigt. Es gab im Zusammenhang mit dieser angemeldeten Kundgebung einen Exekutiveinsatz, der sich unter anderem gegen mich richtete. (Abg. Jung: War dieser Einsatz in Ihrem Bauernhof oder an der Grenze?) Das Verfahren gegen mich – damals war ich nicht immun – ist rechtskräftig eingestellt worden, wo hingegen ich mit meiner Beschwerde gegen die Republik Österreich vollinhaltlich obsiegt habe. Die Republik Österreich musste mir in diesem Zusammenhang meine Prozesskosten ersetzen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sind sie verurteilt wegen Besitzstörung?) – So viel zum "Wahrheitsgehalt" der Aussagen des Bundesministers. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Posch: Ob Sie dem Parlament zu Frage 16 die Wahrheit gesagt haben! – Abg. Edlinger: Entweder hat der Pilz gelogen oder der Scheibner! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Es ist unerhört, dass ein Abgeordneter hinausgeschrien hat, ein Minister hat "gelogen"! So ein Primitivling! So ein primitiver Mensch! Das ist unglaublich! – Weitere heftige Zwischenrufe bei den Freiheitlichen sowie Gegenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Wie es sich verhält, meine Damen und Herren, werden Kollegen noch darstellen; ich möchte diese Debatte jetzt nicht verlängern. Sollte noch etwas offen bleiben, Herr Kollege, werde ich mich selbstverständlich noch einmal zu Wort melden. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Posch: Ob Sie dem Parlament zu Frage 16 die Wahrheit gesagt haben! – Abg. Edlinger: Entweder hat der Pilz gelogen oder der Scheibner! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Es ist unerhört, dass ein Abgeordneter hinausgeschrien hat, ein Minister hat "gelogen"! So ein Primitivling! So ein primitiver Mensch! Das ist unglaublich! – Weitere heftige Zwischenrufe bei den Freiheitlichen sowie Gegenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wann war das?
Zweitens habe ich den Zwischenruf des Herrn Abgeordneten Edlinger so verstanden, dass er gesagt hat, es hat entweder der eine oder der andere gelogen. Im Hinblick darauf, dass wir in der nächsten Präsidialsitzung darüber reden werden, dass hier für Ausdrücke wie "Stalinist" "Linksfaschist" und "Obervernaderer" kein Ordnungsruf erteilt wurde (Abg. Ing. Westenthaler: Wann war das?), werde ich auch diese Frage erst prüfen, bevor ich einen Ordnungsruf erteile.
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Grüne –: Ihr müsst die Dringliche an den Nationalratspräsidenten richten!
Dienstausweis Günther Barnet, Vertragsbediensteter – wessen? Des Herrn Bundesministers für Landesverteidigung? Des Bundesministeriums für Landesverteidigung? – Nein, des Parlaments! Er ist ein Parlamentsbediensteter. Für alle Prüfungen war daher das Parlament zuständig, und es spricht für das Parlament, dass es den Tatsachen entsprechend die Prüfungen zwar vollzogen hat, aber es gehen alle Schüsse nicht nur ins Leere, sondern in euer eigenes Knie, wenn ihr damit dem Scheibner etwas am Zeug flicken wollt. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Grüne –: Ihr müsst die Dringliche an den Nationalratspräsidenten richten!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: So wichtig bist du gar nicht!
Herr Bundesminister! Ich komme nun auf meine Person zu sprechen. Ich weiß, dass über mich von Ihren Nachrichtendiensten Akte angelegt sind. Ich bin ein aktiver Abgeordneter und möchte von Ihnen Aufklärung darüber haben, ob über mich Daten von einem Ihrer Nachrichtendienste aus meiner jetzigen oder vorherigen Tätigkeit angelegt worden sind. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: So wichtig bist du gar nicht!) Und wenn Sie diese Frage nicht so beantworten, wie ich weiß, dass Sie sie beantworten müssen, nämlich mit einem Ja, dann haben Sie hier die Unwahrheit gesagt! (Abg. Mag. Trattner: Hast du ein schlechtes Gewissen? – Abg. Ing. Westenthaler: Was haben Sie denn angestellt?)
Abg. Mag. Trattner: Hast du ein schlechtes Gewissen? – Abg. Ing. Westenthaler: Was haben Sie denn angestellt?
Herr Bundesminister! Ich komme nun auf meine Person zu sprechen. Ich weiß, dass über mich von Ihren Nachrichtendiensten Akte angelegt sind. Ich bin ein aktiver Abgeordneter und möchte von Ihnen Aufklärung darüber haben, ob über mich Daten von einem Ihrer Nachrichtendienste aus meiner jetzigen oder vorherigen Tätigkeit angelegt worden sind. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: So wichtig bist du gar nicht!) Und wenn Sie diese Frage nicht so beantworten, wie ich weiß, dass Sie sie beantworten müssen, nämlich mit einem Ja, dann haben Sie hier die Unwahrheit gesagt! (Abg. Mag. Trattner: Hast du ein schlechtes Gewissen? – Abg. Ing. Westenthaler: Was haben Sie denn angestellt?)
Abg. Mag. Schweitzer: Kapierst du das nicht? – Abg. Ing. Westenthaler: Der Chef sitzt hinter Ihnen! Der Präsident ist sein Chef!
Herr Ofner bietet uns eine merkwürdige Erklärung an: Herr Barnet ist ja gar nicht Mitarbeiter des Herrn Ministers, sondern Herr Barnet alias Enzendorfer ist Mitarbeiter des Parlamentsklubs der Freiheitlichen. – Haben Sie da nicht ein Problem? (Abg. Mag. Schweitzer: Kapierst du das nicht? – Abg. Ing. Westenthaler: Der Chef sitzt hinter Ihnen! Der Präsident ist sein Chef!) – Des Parlaments, noch besser.
Abg. Ing. Westenthaler: Beurteilen können wir’s nicht, aber wir bringen’s halt ein, wir vernadern!
Meine Damen und Herren! Wir haben hier eine Liste – und ich darf Sie ersuchen, Herr Minister, ich darf insbesondere auch Sie ersuchen, sich der Ernsthaftigkeit der Situation bewusst zu sein –, in der nichts anderes steht, als dass unter einer Reihe von anderen bekannten, verurteilten Neonazis auch der Herr Enzendorfer ist, der nicht irgendjemand ist, sondern der als der Sekretär des Herrn Bundesministers angeführt ist. – Ich kann nicht beurteilen, ob das stimmt, ob es richtig oder falsch ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Beurteilen können wir’s nicht, aber wir bringen’s halt ein, wir vernadern!)
Abg. Dr. Pilz: Ist er verurteilt worden? – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Pilz –: Sitz! Platz!
Herr Kollege Pilz! Lassen Sie mich auch einmal antworten! Nicht jede Antwort, die Ihnen nicht gefällt, ist keine Antwort oder eine falsche Antwort! Und ich sage Ihnen noch einmal ... (Abg. Dr. Pilz: Ist er verurteilt worden? – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Pilz –: Sitz! Platz!)
Abg. Dr. Pilz: Diese Antwort hat so kurze Beine! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Pilz –: Sitz!
Alle Mitarbeiter in meinem Kabinett sind sicherheitsüberprüft worden (Abg. Dr. Pilz: Ist er verurteilt worden?), und es hat keine Einwände gegeben. Und es gibt auch keine Probleme im Hinblick auf die Tatbestände des § 23 Militärbefugnisgesetz. Auch Kollege Barnet ist nicht vorbestraft. (Abg. Dr. Pilz: Diese Antwort hat so kurze Beine! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Pilz –: Sitz!)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Edlinger, was berichtigen Sie jetzt? Das Salzburger Stadion? Das Grazer Stadion? Das Innsbrucker Stadion?
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Edlinger zu Wort gemeldet. – Bitte, Herr Abgeordneter, berücksichtigen Sie § 58 der Geschäftsordnung und beginnen Sie! (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Edlinger, was berichtigen Sie jetzt? Das Salzburger Stadion? Das Grazer Stadion? Das Innsbrucker Stadion?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber auch etwas Neues! – Das ist etwas Neues: "nachholen"! Ist das in der Geschäftsordnung: "nachholen"?
Die dritte tatsächliche Berichtigung hole ich gleich nach. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber auch etwas Neues! – Das ist etwas Neues: "nachholen"! Ist das in der Geschäftsordnung: "nachholen"?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das tut schon weh!
Ich bin weder mit dem "Füllhorn" durch Österreich gereist, noch habe ich per Handschlag Stadien versprochen. (Abg. Dr. Khol: Nicht einmal das hat er gemacht! Nicht einmal das! – Ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP.) Es gibt Zusagen für Subventionen lediglich in schriftlicher Form, und diese Akten wurden Ihnen übergeben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das tut schon weh!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist gescheit, sehr gescheit!
Meine Damen und Herren! Ich glaube – und da gehe ich mit Ihnen konform –, dass es sehr gut ist, wenn wir dort, wo es um den Sport geht, Gemeinsamkeiten finden können. Aber es gilt auch aufzuzeigen, wo es Probleme gibt. Die im Regierungsübereinkommen von ÖVP und FPÖ stehende Forderung zeigt ganz klar eine drohende Tendenz auf. Der fünfte Absatz des Regierungsprogramms beinhaltet folgende Punkte: Förderung der gemeinnützigen und parteiunabhängigen Vereine und Verbände. – Einige Sätze weiter steht, man müsse Vereine und Verbände vor unnötigen bürokratischen Belastungen bewahren. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist gescheit, sehr gescheit!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Trattner: Aber Meister wird Tirol! – Abg. Ing. Westenthaler: Aber Rapid funktioniert trotzdem nicht!
Meine Damen und Herren! Dass Sturm Graz vorgestern einen gewaltigen Kantersieg – sehr zum Leidwesen meines Klubobmannes – gegen Tirol geliefert hat, mag umso mehr ein Zeichen dafür sein, Kollege Fischl, dass Sturm Graz eben wirklich ein guter Verein unter guter Führung ist. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Trattner: Aber Meister wird Tirol! – Abg. Ing. Westenthaler: Aber Rapid funktioniert trotzdem nicht!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind ausländerfeindlich! – Zwischenruf des Abg. Haigermoser. – Weitere lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ein Wort zu den Förderungsmitteln: Leider haben wir in Österreich sehr wenig Industrie, die den Sport – Kollege Fischl wird es bestätigen können – nachhaltig fördert. Sie zerstören noch die letzte Industrie in Österreich mit Ihrer Politik, und wenn Sie glauben, dass die Ausländer als neue Besitzer der österreichischen Industrie den Sport in Österreich fördern werden, dann täuschen Sie sich! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind ausländerfeindlich! – Zwischenruf des Abg. Haigermoser. – Weitere lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Weitere Zwischenrufe.
Angesichts der Situation, dass ich das Protokoll jetzt nicht mehr anfordern kann, nehme ich allerdings davon Abstand und möchte Sie auf diese Art und Weise auf diesen Verstoß hinwiesen. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Weitere Zwischenrufe.)
Sitzung Nr. 25
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Parnigoni –: Sind Sie noch Sprecher?
Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Parnigoni. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Parnigoni –: Sind Sie noch Sprecher?)
Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie noch Verkehrssprecher?
Die Klubführung unter Herrn Westenthaler hat im November 1998 angekündigt (Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie noch Verkehrssprecher?): Sollten die massiven Belastungspläne der Regierung durchgezogen werden, wird die FPÖ den Widerstand der erbosten und empörten Autofahrer organisieren. – Von Widerstand kann ich nichts verspüren! Aber jene, die zum Widerstand gegen diese Regierung aufrufen, wollen Sie, meine Damen und Herren, in Erinnerung an längst vergangene Zeiten bestrafen; und da machen Sie nicht einmal vor dem Bundespräsidenten halt! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: "Geprellt"? Wer hat wen "geprellt"?
Meine Damen und Herren – jetzt spreche ich natürlich im Wesentlichen die ÖVP an! Beim Road-Pricing für den LKW aber haben Sie die ASFINAG um 14 Milliarden Schilling geprellt. (Abg. Ing. Westenthaler: "Geprellt"? Wer hat wen "geprellt"?) Und das ist ja ein Beispiel dafür, welche Bremser-Fähigkeiten die Österreichische Volkspartei entwickelt. – Passen Sie auf, Herr Westenthaler, denn das wird für Sie wichtig: Die ÖVP hat die LKW-Maut seit 1998 verhindert! 14 Milliarden Schilling sind der ASFINAG dadurch durch die Lappen gegangen.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Kärntner SPÖ ist ein bisschen fortschrittlicher!
Abgeordneter Dr. Harald Ofner (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Die Kärntner nehmen das offensichtlich nicht so tragisch wie mein unmittelbarer Vorredner, sonst hätte es nicht geschehen können, dass heute, vor wenigen Stunden, ein einstimmiger Beschluss der Kärntner Landesregierung gefasst worden ist, der den Schulterschluss, den herzustellen sich die ÖVP und die Freiheitlichen in diesem Hause hier vergeblich bemüht haben, in Kärnten hergestellt hat – mit den Stimmen der Sozialdemokraten! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Kärntner SPÖ ist ein bisschen fortschrittlicher!)
Abg. Ing. Westenthaler: Weiter zitieren! Er hat schon noch etwas dazugesagt!
Aber was gestern passiert ist, das ist wirklich beispiellos. (Abg. Dr. Ofner: Schön war der Schulterschluss in Kärnten heute!) Der Landeshauptmann von Kärnten verlangt keine Sanktionen, wenn einer einen Betrug oder eine Ehrenbeleidigung begangen hat – dafür gibt es ja jetzt schon Sanktionen –, nein, sondern Sanktionen gegen Volksvertreter, welche den Interessen der Republik zuwiderhandeln, die das Treuegelöbnis verletzt haben. Das ist eine eindeutig politische Motivation. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Und Böhmdorfer, unser Justizminister Böhmdorfer sitzt daneben und sagt: Sicherlich ein verfolgenswerter Vorschlag. (Abg. Ing. Westenthaler: Weiter zitieren! Er hat schon noch etwas dazugesagt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Und Sie vergleichen das?
Das ist Ihr Staatsverständnis? (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Ein Justizminister, der nicht auf den ersten Blick erkennt, dass das die Denkweise eines totalitären Regimes ist, ein solcher Justizminister ist ungeeignet! (Neuerlicher Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Vor 60 Jahren, meine Damen und Herren, gab es entsprechende Paragraphen, und ich empfehle Ihnen, das nachzulesen. Ich zitiere: Wer öffentlich hetzerische oder gehässige Äußerungen über leitende Persönlichkeiten des Staates oder der NSDAP, über ihre Anordnungen oder die von ihnen geschaffenen Einrichtungen macht, die geeignet sind, das Vertrauen des Volkes zur politischen Führung zu untergraben, wird mit Gefängnis bestraft. (Abg. Ing. Westenthaler: Und Sie vergleichen das?)
Abg. Ing. Westenthaler: Eine Funktion, die Sie nie haben werden! – Abg. Dr. Martin Graf: Nehmen Sie das Ergebnis von Wahlen zur Kenntnis!
Weiters: "Die heutige Form des Zusammenlebens ist denaturiert. Das ist kein Ideal im nationalen Sinn. Partnerschaft besteht aus dem führenden und dem dienenden Teil. So ist das." – Meine Damen und Herren! Das ist unerträglich. Es ist nicht erträglich, dass Personen, die so etwas sagen, Personen, die SS-Veteranen als Vorbilder bezeichnen, in diesem Land eine Entscheidungsträgerfunktion bekleiden, sei es als Parteiobmann oder als Landeshauptmann. Bitte, begreifen Sie das! (Abg. Ing. Westenthaler: Eine Funktion, die Sie nie haben werden! – Abg. Dr. Martin Graf: Nehmen Sie das Ergebnis von Wahlen zur Kenntnis!) Das verursacht einen der größten Schäden Österreichs, und das hat letztlich auch dazu geführt, dass wir in einer Situation sind, auf die wir nicht stolz sein können.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Demokratie!
Abgeordneter Dr. Harald Ofner (Freiheitliche): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Drei Sätze: Erstens: Die Freiheitlichen werden dem Fristsetzungsantrag zustimmen (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Demokratie!), was umso verständlicher ist, als er auf einen Fristablauf hinzielt, der nach dem Tag liegt, an dem diese Sache ohnehin im Justizausschuss behandelt werden wird. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Habt ihr das verstanden?
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Dr. Fekter. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Habt ihr das verstanden?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der Terminplan Jarolim! – Weitere Zwischenrufe. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Abgeordnete Mag. Dr. Maria Theresia Fekter (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Kollege Ofner hat angeführt, dass dieser Fristsetzungsantrag irgendwie nur heiße Luft ist, und zwar deshalb, weil bereits vorige Woche in der Präsidialkonferenz dieser Antrag auf die Tagesordnung des Justizausschusses am 24. Mai gestellt wurde. Dass wir dann heute einen Fristsetzungsantrag brauchen, verstehe ich eigentlich nicht wirklich. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der Terminplan Jarolim! – Weitere Zwischenrufe. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie tragen auch zur "Deeskalation" bei! "Hetzkampagne"!
Das, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist die Art und Weise, wie Freiheitliche auf Kritik, auf politische Kritik in diesem Land reagieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie tragen auch zur "Deeskalation" bei! "Hetzkampagne"!) Darum: Hundertmal ja zu deinem Satz, Harald Ofner: "Politische Kritik darf nicht mit Verhetzung verwechselt werden." (Beifall bei den Grünen.) Nur: Wenn das ein Freiheitlicher sagt, noch dazu ein hoher Funktionsträger der Freiheitlichen Partei, einer, der in dieser Partei ziemlich weit vorne sitzt, ein ehemaliger Justizminister der Republik, dann ist das alles schon sehr bedenklich, meine sehr geehrten Damen und Herren, wenn das die einzige Stellungnahme ist.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Schon wieder "Hetze"! Jetzt haben wir gerade besprochen, ...! – Weitere heftige Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Der Landeshauptmann von Kärnten ... (Weitere heftige Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Schweitzer schlägt vor Empörung mehrmals heftig mit der flachen Hand auf den Tisch.) – Noch, meine Damen und Herren, haben wir das freie Wort in diesem Haus. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Schon wieder "Hetze"! Jetzt haben wir gerade besprochen, ...! – Weitere heftige Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Da hättet ihr euch gar nicht so aufregen müssen! – Abg. Dr. Martin Graf – in Richtung SPÖ –: Das hätte es bei euch nie gegeben!
Ich bitte jene Damen und Herren, die diesem Fristsetzungsantrag zustimmen, um ein diesbezügliches Zeichen. – Das ist einstimmig angenommen. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Da hättet ihr euch gar nicht so aufregen müssen! – Abg. Dr. Martin Graf – in Richtung SPÖ –: Das hätte es bei euch nie gegeben!)
Abg. Ing. Westenthaler: Erzählen Sie uns doch etwas von Ihrer Verurteilung! War das Hausfriedensbruch oder Besitzstörung?
Herr Dr. Böhmdorfer! Sie können auch nicht sagen, dass Sie diese Äußerung wie irgendeine Äußerung im Bereich eines politischen Vorstoßes werten. (Abg. Ing. Westenthaler: Erzählen Sie uns doch etwas von Ihrer Verurteilung! War das Hausfriedensbruch oder Besitzstörung?) Es war ja Ihre gemeinsame Pressekonferenz. Wenn ich mich neben jemanden setze und mit ihm oder ihr gemeinsam etwas erkläre, dann gehe ich davon aus, dass man sich gemeinsam überlegt hat, was die mediale Botschaft eines Vorstoßes sein soll. Qui tacet, consentire videtur! Also auch wenn Sie nur daneben sitzen, heißt das etwas. (Abg. Gaugg: Sie sitzen ja auch neben dem Herrn Feurstein!) Ich nehme doch nicht an, dass Sie mit irgend jemandem gemeinsam eine Pressekonferenz veranstalten!
Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das mit der Besitzstörung?
Dass bei einem solchen Gesinnungsstrafrecht hier Vergleiche an eine dunkle Vergangenheit hochkommen, ist nicht überraschend. Das ist keine Konstruktion, sondern das erinnert fatal an das, was leider einmal auf dem Gebiet dieses Staates Unrecht war. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das mit der Besitzstörung?) Das ist ein Vergleich aus der Vergangenheit, der sich leider aufdrängt und der tatsächlich in die Richtung eines Gesinnungsstrafrechtes läuft. Was den
Abg. Ing. Westenthaler: Dafür ist der Bundespräsident zuständig!
Das, was sich gegen den Staat, alle seine Organe und Einrichtungen richtet, steht unter Strafe. Das andere, nämlich die politischen Parteien und ihre sehr verschiedenen Auffassungen, stehen in einem Wettbewerb. Und dieser Wettbewerb ist konstitutiv für die Demokratie! Ich wiederhole also meine Frage: Was, Herr Dr. Böhmdorfer, sollte dieser Vorstoß sein, wenn nicht eine Absage an diese freie Meinungsäußerung? – Dann geht es in die Richtung der Majestätsbeleidigung (Abg. Ing. Westenthaler: Dafür ist der Bundespräsident zuständig!), dann geht es in die Richtung einer Gleichsetzung von Regierung und Staat und damit einer Beschneidung der Oppositionsrechte. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Keine Polemik vom Rednerpult aus! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Sehr geehrte Damen und Herren! In der Justiz bedeutet Ablenken oft, dass man auf Forderungen, die am Biertisch geäußert werden, eingeht und diese in das Regierungsprogramm schreibt. (Abg. Ing. Westenthaler: Keine Polemik vom Rednerpult aus! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Halten Sie Ihre Reden eigentlich zweimal, Herr Kollege? Das hätten Sie schriftlich auch machen können! – Der Ordnungsrufsammler Nummer eins!
Das sagte Haider, und er stellte weiters die Forderung nach strafrechtlichen Tatbeständen auf. Nach strafrechtlichen Tatbeständen, meine Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei, Sie können das nicht wegreden! (Abg. Ing. Westenthaler: Halten Sie Ihre Reden eigentlich zweimal, Herr Kollege? Das hätten Sie schriftlich auch machen können! – Der Ordnungsrufsammler Nummer eins!)
Abg. Dr. Kostelka: O ja! – Abg. Ing. Westenthaler: Also wie ist das jetzt mit eurem Demonstrations-Mob? Wie schaut das aus?
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Zum Wort ist dazu niemand mehr gemeldet. Die Debatte ... (Abg. Dr. Kostelka: O ja! – Abg. Ing. Westenthaler: Also wie ist das jetzt mit eurem Demonstrations-Mob? Wie schaut das aus?)
ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind nicht nur furchtlos, sondern auch feige!
Es hat niemals derartige Äußerungen oder Gewaltaufrufe gegeben (ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind nicht nur furchtlos, sondern auch feige!), sonst wären ja wohl auch die Organe des Staates in entsprechender Art und Weise vorgegangen. (Präsident Dr. Fasslabend gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt darf er wieder auftreten!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Zu Wort gemeldet hat sich Abgeordneter Dr. Peter Kostelka. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt darf er wieder auftreten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt darf er wieder auftreten! Jetzt haben Sie ihn eine Woche versteckt, jetzt darf er wieder auftreten!
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Herr Kollege Ofner! (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt darf er wieder auftreten! Jetzt haben Sie ihn eine Woche versteckt, jetzt darf er wieder auftreten!) Frau Kollegin Partik-Pablé! Sie haben uns Polemik vorgeworfen. Was wir von Ihnen beiden gehört haben, ist reine Polemik gewesen, und zwar mit einem einzigen Ziel (Beifall bei der SPÖ), nämlich mit dem Ziel, vom eigentlichen Inhalt dieser Diskussion abzulenken. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Reine Polemik!
Wir haben daher in diesem Zusammenhang heute in der Debatte zum Budgetkapitel Justiz, aber auch in unserer Fristsetzungsdebatte erwartet, dass es deutliche Formulierungen gibt. Alles, was der Herr Justizminister jedoch gesagt hat, war, er werde nichts gegen das freie Mandat tun. Aber zu dem Vorschlag selbst hat er kein Wort gefunden! Wir möchten wissen, was die Bundesregierung in diesem Zusammenhang vorhat. (Abg. Ing. Westenthaler: Reine Polemik!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist das die Abschiedsrede?
Herr Bundeskanzler! Diese Klarstellung ist nicht erfolgt. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist das die Abschiedsrede?) Diese Klarstellung ist nicht erfolgt, obwohl hier in diesem Hause jetzt nicht nur der Justizminister, der den Vorschlägen des Herrn Landeshauptmannes von Kärnten zugehört hat, anwesend ist, sondern auch der Landeshauptmann von Kärnten selbst in der Journalistengalerie sitzt. (Abgeordnete der Freiheitlichen erheben sich von ihren Sitzen und spenden dem sich auf der Galerie befindlichen Landeshauptmann von Kärnten Dr. Haider stehend Beifall.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer hat nicht mitgestimmt! Gusenbauer und Schlögl sind hinausgegangen! Nur fürs Protokoll!
Ich bitte nun jene Damen und Herren, die sich für den gegenständlichen Misstrauensantrag aussprechen, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Minderheit und damit abgelehnt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer hat nicht mitgestimmt! Gusenbauer und Schlögl sind hinausgegangen! Nur fürs Protokoll!)
Sitzung Nr. 26
Abg. Ing. Westenthaler: Er ist aber schuld! Er hat ja nichts gemacht!
Meine Damen und Herren! Im Vorjahr, damit es nicht wieder heißt, der Edlinger ist schuld ... (Abg. Ing. Westenthaler: Er ist aber schuld! Er hat ja nichts gemacht!) – Ja, ich weiß, Herr Kollege Westenthaler, es würde mir gleich auffallen, wenn Sie einmal etwas anderes sagen würden. Sie sollten ein bisschen kreativer werden, denn jetzt ist es schon fad. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Edlinger: Wie lange dauert es denn noch, bis ihr euch zu eurer Politik bekennt?)
Abg. Dr. Khol: Punktgenau! – Abg. Ing. Westenthaler: Punktgenau!
Sie begehen nämlich den ... Wo ist er denn? – Jetzt geht er. (Abg. Dr. Stummvoll verlässt den Sitzungssaal.) Die Wirtschaftspartei ÖVP will die ganze Zeit von der Budgetsituation und vom Budgetloch nichts gewusst haben und bezeichnet das als "Edlinger-Loch" und "Edlinger-Lüge". (Abg. Dr. Khol: Punktgenau! – Abg. Ing. Westenthaler: Punktgenau!) Wissen Sie, was das ist? – Das ist die Lüge auf der Meta-Ebene. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Ordnungsruf!) Sie haben immer Bescheid gewusst. (Beifall bei den Grünen.) Ja natürlich! Die Behauptung, nichts vom Edlinger-Budgetloch gewusst zu haben und ihn der Lüge zu zeihen, ist die Lüge auf Ihrer Seite. (Abg. Edlinger: Ein Armutszeugnis wäre das!) Das ist doch ...
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Ordnungsruf!
Sie begehen nämlich den ... Wo ist er denn? – Jetzt geht er. (Abg. Dr. Stummvoll verlässt den Sitzungssaal.) Die Wirtschaftspartei ÖVP will die ganze Zeit von der Budgetsituation und vom Budgetloch nichts gewusst haben und bezeichnet das als "Edlinger-Loch" und "Edlinger-Lüge". (Abg. Dr. Khol: Punktgenau! – Abg. Ing. Westenthaler: Punktgenau!) Wissen Sie, was das ist? – Das ist die Lüge auf der Meta-Ebene. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Ordnungsruf!) Sie haben immer Bescheid gewusst. (Beifall bei den Grünen.) Ja natürlich! Die Behauptung, nichts vom Edlinger-Budgetloch gewusst zu haben und ihn der Lüge zu zeihen, ist die Lüge auf Ihrer Seite. (Abg. Edlinger: Ein Armutszeugnis wäre das!) Das ist doch ...
Abg. Ing. Westenthaler : Gut zuhören! Jetzt bin ich gespannt!
Im Jahre 1999, als die ÖVP ihren Antrag eingebracht hat, hat der damalige Finanzminister natürlich darauf reagiert. Das ist sein gutes Recht, er hat ja die Bundesbudgetmittel zu verwalten. Was hat denn Finanzminister Edlinger zu diesem ÖVP-Antrag, den Dr. Heindl abgeschrieben und heute wieder eingebracht hat, gesagt? (Abg. Ing. Westenthaler : Gut zuhören! Jetzt bin ich gespannt!) Hoch interessant! Edlinger lässt durch sein Sprachrohr Andreas Höferl – "Kurier", Ausgabe 9. Juli 1999 – verlauten:
Abg. Ing. Westenthaler: Unmöglich!
Von Andreas Höferl, Sprecher von Finanzminister Rudolf Edlinger, kommt dazu ein klares "Unmöglich". (Abg. Ing. Westenthaler: Unmöglich!) – Unmöglich! Kann so nicht gemacht werden, dieser Antrag. Unmöglich! Das Einspringen des Bundes sei unfinanzierbar – hört, hört! –, Juli 1999. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat das gesagt?) – Edlinger. (Abg. Ing. Westenthaler: Der spricht aber heute noch!) Das Einspringen des Bundes sei unfinanzierbar und würde das Budgetdefizit um 0,2 Prozentpunkte erhöhen. – Aha! Unmöglich.
Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat das gesagt?
Von Andreas Höferl, Sprecher von Finanzminister Rudolf Edlinger, kommt dazu ein klares "Unmöglich". (Abg. Ing. Westenthaler: Unmöglich!) – Unmöglich! Kann so nicht gemacht werden, dieser Antrag. Unmöglich! Das Einspringen des Bundes sei unfinanzierbar – hört, hört! –, Juli 1999. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat das gesagt?) – Edlinger. (Abg. Ing. Westenthaler: Der spricht aber heute noch!) Das Einspringen des Bundes sei unfinanzierbar und würde das Budgetdefizit um 0,2 Prozentpunkte erhöhen. – Aha! Unmöglich.
Abg. Ing. Westenthaler: Der spricht aber heute noch!
Von Andreas Höferl, Sprecher von Finanzminister Rudolf Edlinger, kommt dazu ein klares "Unmöglich". (Abg. Ing. Westenthaler: Unmöglich!) – Unmöglich! Kann so nicht gemacht werden, dieser Antrag. Unmöglich! Das Einspringen des Bundes sei unfinanzierbar – hört, hört! –, Juli 1999. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat das gesagt?) – Edlinger. (Abg. Ing. Westenthaler: Der spricht aber heute noch!) Das Einspringen des Bundes sei unfinanzierbar und würde das Budgetdefizit um 0,2 Prozentpunkte erhöhen. – Aha! Unmöglich.
Abg. Ing. Westenthaler: Aha! Bravo!
Höferl, weiter im Auftrag des Herrn Finanzministers (Abg. Mag. Schweitzer: Kurzzeitgedächtnis!): Der Bund wäre in diesem Fall nicht der Bund, sondern der Steuerzahler, zu dessen Lasten es ginge. – Bravo, Herr Finanzminister! Richtig! (Abg. Ing. Westenthaler: Aha! Bravo!) Mit diesem Antrag wollen Sie dem Steuerzahler 5,7 Milliarden Schilling aus der Tasche nehmen! Das ist Ihre Vorgangsweise, Ihre unsoziale Vorgangsweise gegen die kleinen Leute! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Rapid war nicht dabei!
Abgeordneter Rudolf Edlinger (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich möchte zunächst zu dem eine kurze Bemerkung machen, mit dem Herr Böhacker begonnen hat, obwohl ich das gestrige Cup-Finale zwischen Salzburg und dem GAK natürlich neutraler beurteile als er. Aber ich stehe nicht an, dem GAK zu gratulieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Rapid war nicht dabei!) Seit Fischl nicht mehr dort ist, gewinnen sie sogar den Cup. (Beifall bei der SPÖ.) Das ist ein wunderbares Ereignis, und ich gratuliere dem GAK zu diesen beiden Dingen. (Abg. Ing. Westenthaler: Rapid war aber nicht dabei!)
Abg. Ing. Westenthaler: Rapid war aber nicht dabei!
Abgeordneter Rudolf Edlinger (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich möchte zunächst zu dem eine kurze Bemerkung machen, mit dem Herr Böhacker begonnen hat, obwohl ich das gestrige Cup-Finale zwischen Salzburg und dem GAK natürlich neutraler beurteile als er. Aber ich stehe nicht an, dem GAK zu gratulieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Rapid war nicht dabei!) Seit Fischl nicht mehr dort ist, gewinnen sie sogar den Cup. (Beifall bei der SPÖ.) Das ist ein wunderbares Ereignis, und ich gratuliere dem GAK zu diesen beiden Dingen. (Abg. Ing. Westenthaler: Rapid war aber nicht dabei!)
Zwischenruf des Abg. Kiermaier. – Abg. Ing. Westenthaler: Er schon – Kiermaier! Das schauen wir uns aber an!
Zweitens: Die Getränke werden nicht billiger. Es ist daher jegliche Argumentation dahin gehend, dass die Senkung der Getränkesteuer dem Konsumenten zugute kommt, falsch. Das wissen Sie. Keiner der Gastronomen wird diese Steuersenkung weitergeben – das war auch im Jahre 1990 so –, und daher ist das auch keine Maßnahme im Interesse der Jugend. (Zwischenruf des Abg. Kiermaier. – Abg. Ing. Westenthaler: Er schon – Kiermaier! Das schauen wir uns aber an!) Den Jugendlichen ist es, wenn sie für das Getränk 50 S zahlen, ziemlich egal, ob die Spanne des Unternehmers höher ist oder ob 10 Prozent Getränkesteuer draufgeschlagen sind. Es kommt auf das Gleiche heraus.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben kein einziges Versprechen bis jetzt eingehalten!
Ihr Trapezakt, Herr Dr. Stummvoll, war ja noch einfach: Sie machen halt eine Klausur für die Bürgermeister der kleinen Gemeinden und die mächtigen Wirtschaftskämmerer – dort wird Tacheles geredet, und dann gibt es eben die Zustimmung. Der Trapezakt der FPÖ ist aber noch viel ungeheuerlicher: Die FPÖ verrät eigentlich all ihre Forderungen, Vorstellungen und Konzepte der Vergangenheit! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben kein einziges Versprechen bis jetzt eingehalten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Richtig!
Ich muss Ihnen in aller Deutlichkeit sagen: Es gibt die "Fairen Steuern". (Abg. Ing. Westenthaler: Richtig!) – Wissen Sie, wer das unterschrieben hat? – Herr Böhacker, Herr Trattner und der inzwischen in Ungnade gefallene Herr Schreiner; ich möchte jetzt nicht argumentieren, warum er nicht mehr hier ist. Diese drei Herren haben das jedenfalls unterschrieben.
Zwischenruf des Abg. Böhacker. – Abg. Ing. Westenthaler: Haben wir eingehalten! Wurde abgeschafft!
Und in diesem Konzept wird festgestellt: Von den Verbrauchssteuern sind die Schaumweinsteuer sowie die Getränkesteuer abzuschaffen! – Ohne irgendeinen Ersatz. (Zwischenruf des Abg. Böhacker. – Abg. Ing. Westenthaler: Haben wir eingehalten! Wurde abgeschafft!) Erst später haben Sie gesagt: selbstverständlich mit Ersatz.
Abg. Ing. Westenthaler: Dass Sie das alles so genau lesen!
Man könnte natürlich fragen: Wer ist der Böhacker, wer ist der Trattner? – Schreiner gibt es schon nicht mehr, und vielleicht folgen ihm die beiden nach, das weiß ich ja nicht. (Beifall bei der SPÖ.) Aber es gibt auch noch etwas anderes, etwas Brandheißes: "Der Haider-Prinzhorn-Plan". Ich nehme an, Sie kennen diese beiden Herren, Herrn Haider und Herrn Prinzhorn. (Abg. Ing. Westenthaler: Dass Sie das alles so genau lesen!) Und diese beiden Herren sagen: Selbstverständlich gehört die Getränkesteuer weg (Abg. Ing. Westenthaler: Sie ist ja weg!), und – jetzt kommt die gemeingefährlichste Drohung, Herr Bürgermeister! – die Kommunalsteuer gehört ersatzlos abgeschafft!
Abg. Ing. Westenthaler: Sie ist ja weg!
Man könnte natürlich fragen: Wer ist der Böhacker, wer ist der Trattner? – Schreiner gibt es schon nicht mehr, und vielleicht folgen ihm die beiden nach, das weiß ich ja nicht. (Beifall bei der SPÖ.) Aber es gibt auch noch etwas anderes, etwas Brandheißes: "Der Haider-Prinzhorn-Plan". Ich nehme an, Sie kennen diese beiden Herren, Herrn Haider und Herrn Prinzhorn. (Abg. Ing. Westenthaler: Dass Sie das alles so genau lesen!) Und diese beiden Herren sagen: Selbstverständlich gehört die Getränkesteuer weg (Abg. Ing. Westenthaler: Sie ist ja weg!), und – jetzt kommt die gemeingefährlichste Drohung, Herr Bürgermeister! – die Kommunalsteuer gehört ersatzlos abgeschafft!
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind kritisiert worden, Herr Kollege!
Erst kürzlich wurde in Brüssel – aber wir werden noch Gelegenheit haben, darüber zu diskutieren – das Stabilitätsprogramm, und zwar nicht das alte, das ein gewisser Herr Edlinger vorgelegt hat, sondern das neue eines gewissen Herrn Grasser, massiv kritisiert. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind kritisiert worden, Herr Kollege!) In diesem Programm gehen Sie davon aus, dass Länder und Gemeinden einen Überschuss-Saldo von 0,5 Prozent bringen. (Abg. Ing. Westenthaler: Da haben Sie eine falsche Information bekommen!) Aber allein diese Maßnahme, die Sie hier setzen, demoliert die Gemeindebudgets in einem Ausmaß von 0,15 Prozent des Bruttoinlandsproduktes.
Abg. Ing. Westenthaler: Da haben Sie eine falsche Information bekommen!
Erst kürzlich wurde in Brüssel – aber wir werden noch Gelegenheit haben, darüber zu diskutieren – das Stabilitätsprogramm, und zwar nicht das alte, das ein gewisser Herr Edlinger vorgelegt hat, sondern das neue eines gewissen Herrn Grasser, massiv kritisiert. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind kritisiert worden, Herr Kollege!) In diesem Programm gehen Sie davon aus, dass Länder und Gemeinden einen Überschuss-Saldo von 0,5 Prozent bringen. (Abg. Ing. Westenthaler: Da haben Sie eine falsche Information bekommen!) Aber allein diese Maßnahme, die Sie hier setzen, demoliert die Gemeindebudgets in einem Ausmaß von 0,15 Prozent des Bruttoinlandsproduktes.
Abg. Ing. Westenthaler: Dann ist das Edlinger-Loch gekommen! – Abg. Edlinger: Aber da schaut der Khol heraus, wenn du hineinschaust! – Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der SPÖ und der Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Mühlbachler. Die Uhr ist auf 8 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung gestellt. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Dann ist das Edlinger-Loch gekommen! – Abg. Edlinger: Aber da schaut der Khol heraus, wenn du hineinschaust! – Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der SPÖ und der Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir zahlen! – Abg. Edlinger – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Wir zahlen gar nicht! Ihr seid zu arrogant! Die Österreicher zahlen! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Edlinger –: Wir sind auch Österreicher!
In dieser Situation, Herr Kollege Edlinger, haben Sie eine Steuerreform durchgezogen, und zwar zu einem Zeitpunkt, zu dem Sie vom ECOFIN-Rat bereits einen Rüffel bekommen haben, weil Sie damit eine unnötige Budgetbelastung in Gang gesetzt haben, obwohl Sie praktisch den Stabilitäts- und Wachstumspakt überhaupt nicht erfüllt haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir zahlen! – Abg. Edlinger – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Wir zahlen gar nicht! Ihr seid zu arrogant! Die Österreicher zahlen! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Edlinger –: Wir sind auch Österreicher!)
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber gut!
Zum Zweiten: Herr Abgeordneter Trattner hat behauptet, ich sei der teuerste Abgeordnete Österreichs. Das ist falsch! Wahr ist vielmehr, dass ich der billigste Abgeordnete Österreichs bin. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber gut!) Ich habe, da ich 60 Jahre alt bin und 46 Beitragsjahre habe, selbstverständlich einen Pensionsanspruch. Ich bin in Pension gegangen (Abg. Ing. Westenthaler: Das kostet ja etwas!), und der Abgeordnetenbezug wird daher auf null gestellt. Wenn ich zu Hause bleibe, verdiene ich dasselbe. Die Republik Österreich erspart sich einen Abgeordnetenbezug durch meine Aktivität hier. Ich bin daher der kostengünstigste Abgeordnete. Sie sind viel, viel teurer und weniger effektiv! (Heiterkeit und lebhafter Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das kostet ja etwas!
Zum Zweiten: Herr Abgeordneter Trattner hat behauptet, ich sei der teuerste Abgeordnete Österreichs. Das ist falsch! Wahr ist vielmehr, dass ich der billigste Abgeordnete Österreichs bin. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber gut!) Ich habe, da ich 60 Jahre alt bin und 46 Beitragsjahre habe, selbstverständlich einen Pensionsanspruch. Ich bin in Pension gegangen (Abg. Ing. Westenthaler: Das kostet ja etwas!), und der Abgeordnetenbezug wird daher auf null gestellt. Wenn ich zu Hause bleibe, verdiene ich dasselbe. Die Republik Österreich erspart sich einen Abgeordnetenbezug durch meine Aktivität hier. Ich bin daher der kostengünstigste Abgeordnete. Sie sind viel, viel teurer und weniger effektiv! (Heiterkeit und lebhafter Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Also doch der Teuerste!
Etwas noch, Herr Alt-Finanzminister, zur Effizienz: Sie haben einmal einen Privatprozess wegen übler Nachrede geführt, den Sie im Jahre 1994 beim Obersten Gerichtshof verloren haben. Die Kosten dieses Privatprozesses haben nicht Sie bezahlt, Herr Abgeordneter Edlinger, sondern Sie haben sie von der MA 6 überweisen lassen, und zwar lagen sie in der Größenordnung von 256 000 S. (Abg. Ing. Westenthaler: Also doch der Teuerste!) Man stelle sich nur vor, der Landeshauptmann von Kärnten Dr. Jörg Haider ließe sich einen Privatprozess vom Land Kärnten bezahlen, was da bei der SPÖ los wäre! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: 256 000 S lassen Sie den Steuerzahler zahlen? – Abg. Dr. Martin Graf: Einer der teuersten Abgeordneten! – Abg. Mag. Kogler: Die steirischen ÖVP-Bürgermeister machen das ...! – Abg. Aumayr: Stimmt das, was Trattner sagt?)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: 256 000 S lassen Sie den Steuerzahler zahlen? – Abg. Dr. Martin Graf: Einer der teuersten Abgeordneten! – Abg. Mag. Kogler: Die steirischen ÖVP-Bürgermeister machen das ...! – Abg. Aumayr: Stimmt das, was Trattner sagt?
Etwas noch, Herr Alt-Finanzminister, zur Effizienz: Sie haben einmal einen Privatprozess wegen übler Nachrede geführt, den Sie im Jahre 1994 beim Obersten Gerichtshof verloren haben. Die Kosten dieses Privatprozesses haben nicht Sie bezahlt, Herr Abgeordneter Edlinger, sondern Sie haben sie von der MA 6 überweisen lassen, und zwar lagen sie in der Größenordnung von 256 000 S. (Abg. Ing. Westenthaler: Also doch der Teuerste!) Man stelle sich nur vor, der Landeshauptmann von Kärnten Dr. Jörg Haider ließe sich einen Privatprozess vom Land Kärnten bezahlen, was da bei der SPÖ los wäre! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: 256 000 S lassen Sie den Steuerzahler zahlen? – Abg. Dr. Martin Graf: Einer der teuersten Abgeordneten! – Abg. Mag. Kogler: Die steirischen ÖVP-Bürgermeister machen das ...! – Abg. Aumayr: Stimmt das, was Trattner sagt?)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Edlinger –: Wenn er nicht aufpasst, geht Rapid auch noch den Bach hinunter!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Schwemlein. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Edlinger –: Wenn er nicht aufpasst, geht Rapid auch noch den Bach hinunter!)
Abg. Ing. Westenthaler: So viel Unsinn in so kurzer Zeit – absoluter Weltrekord!
Es ist Haider geglückt, es ist der FPÖ geglückt, Schüssel in Geiselhaft zu nehmen, meine Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: So viel Unsinn in so kurzer Zeit – absoluter Weltrekord!) Schüssel ist es wiederum mittels einer Kampagne, so würde ich sagen, die ich hier nicht näher qualifizieren möchte, geglückt, alle Österreicherinnen und Österreicher in Geiselhaft zu nehmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Unsinnigkeitsweltrekordler!)
Abg. Ing. Westenthaler: Unsinnigkeitsweltrekordler!
Es ist Haider geglückt, es ist der FPÖ geglückt, Schüssel in Geiselhaft zu nehmen, meine Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: So viel Unsinn in so kurzer Zeit – absoluter Weltrekord!) Schüssel ist es wiederum mittels einer Kampagne, so würde ich sagen, die ich hier nicht näher qualifizieren möchte, geglückt, alle Österreicherinnen und Österreicher in Geiselhaft zu nehmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Unsinnigkeitsweltrekordler!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihre Zeit ist abgelaufen!
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (fortsetzend): Es ist letztlich herausgekommen, dass Schüssels Problem Haider zu einem Problem für ganz Österreich geworden ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihre Zeit ist abgelaufen!) Das haben wir nicht notwendig, und ich fordere Sie auf, die geeigneten Maßnahmen einzuleiten! – Danke. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sozialistische Doppelzitierer!
Unehrlich ist auch die Handlungsweise meines Vorredners, des Kollegen Jarolim. Sie vergessen den Kollegen Arbeiter aus Ihren Reihen, und daher sind Sie unehrlich. Was ist mit Ihren braunen Flecken in der Partei? Hat der Kollege Arbeiter sein Mandat noch, ja oder nein? Gehen Sie hier heraus und nehmen Sie dazu Stellung! Kehren Sie vor Ihrer eigenen Türe und versuchen Sie nicht immer, uns anzuschütten! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Kehren Sie vor Ihrer eigenen Türe! (Abg. Ing. Westenthaler: Sozialistische Doppelzitierer!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wieso sind Sie heute blau-schwarz gekleidet? – Abg. Schwarzenberger: Weil das eine moderne Farbe ist!
Nur weil die FPÖ, seit sie in der Regierung ist, im Umweltbereich quasi eine blau-schwarze Regierungsbrille auf hat und deswegen die Umweltanliegen nicht mehr sieht, heißt das noch lange nicht, dass wir die Umweltthemen aufgegeben haben! (Abg. Dr. Martin Graf: Schon lange!) – Das nur zu Ihrer Sichtweise in der Vergangenheit. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wieso sind Sie heute blau-schwarz gekleidet? – Abg. Schwarzenberger: Weil das eine moderne Farbe ist!)
Sitzung Nr. 27
Abg. Grabner: Gar nichts können Sie mahnen! Das muss Ihnen klar sein, wenn Sie den Vorsitz führen! Was wollen Sie tun?! Was wollen Sie tun?! – Abg. Ing. Westenthaler: Unerhört, wie Kollege Grabner sich da aufführt!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Herr Abgeordneter Grabner! Ich ermahne Sie, bei Ihrer Aufgabenstellung zu bleiben. – Ich ermahne Sie ernsthaft, bei Ihrer Aufgabenstellung zu bleiben. (Abg. Grabner: Gar nichts können Sie mahnen! Das muss Ihnen klar sein, wenn Sie den Vorsitz führen! Was wollen Sie tun?! Was wollen Sie tun?! – Abg. Ing. Westenthaler: Unerhört, wie Kollege Grabner sich da aufführt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Im Rechnen wart ihr nie stark!
Die Österreichische Volkspartei und Herr Innenminister Strasser behaupten, es sind plötzlich 17 000 Zivildiener, die keinen Zivildienstplatz haben; wir haben sozusagen einen Rückstau von 17 000. Da leide ich an Gedächtnisschwund. Ich war nämlich bis 4. Februar dieses Jahres Innenminister, und bis dahin lag der Rückstau zwischen 10 000 und 11 000. (Abg. Mag. Trattner: Ihr habt noch nie gut rechnen können!) Jetzt gibt es in diesen drei Monaten plötzlich die wunderbare Vermehrung auf 17 000. (Abg. Ing. Westenthaler: Im Rechnen wart ihr nie stark!) Das stimmt nicht, meine Damen und Herren, 17 000 an Rückstau gibt es nicht! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Im Rechnen wart ihr nie stark!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Im Rechnen wart ihr nie stark!
Die Österreichische Volkspartei und Herr Innenminister Strasser behaupten, es sind plötzlich 17 000 Zivildiener, die keinen Zivildienstplatz haben; wir haben sozusagen einen Rückstau von 17 000. Da leide ich an Gedächtnisschwund. Ich war nämlich bis 4. Februar dieses Jahres Innenminister, und bis dahin lag der Rückstau zwischen 10 000 und 11 000. (Abg. Mag. Trattner: Ihr habt noch nie gut rechnen können!) Jetzt gibt es in diesen drei Monaten plötzlich die wunderbare Vermehrung auf 17 000. (Abg. Ing. Westenthaler: Im Rechnen wart ihr nie stark!) Das stimmt nicht, meine Damen und Herren, 17 000 an Rückstau gibt es nicht! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Im Rechnen wart ihr nie stark!)
Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger glaubt ja noch immer, es sind nur 20 Milliarden Defizit!
Das ist eine Erfindung. – Diese 17 000 entstehen dadurch, dass wir zum Jahresende zirka 10 000 bis 11 000 hatten; wenn man die Ansuchen des heurigen Jahres dazuzählt, kommt man auf 17 000. (Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger glaubt ja noch immer, es sind nur 20 Milliarden Defizit!) Aber wenn man seriös ist, muss man natürlich diejenigen abziehen, die heuer ihren Zivildienst ableisten. Das werden auch mindestens 6 000 sein. 17 000 weniger 6 000 sind 11 000. So sind also die Zahlen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie können es weiterleuchten lassen!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Abgeordneter Schlögl, ich habe eine freiwillige Redezeit eingestellt. Das ist sozusagen kein zwingendes Licht. Die Gesamtredezeit des SPÖ-Klubs beträgt noch 10 Minuten. Nur für eine freiwillige Redezeit habe ich die Uhr auf 10 Minuten gestellt. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie können es weiterleuchten lassen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger glaubt heute noch, wir haben kein Budgetloch! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Herr Bundesminister Strasser! Selbstverständlich gibt es manches, das ich an Ihrer bisherigen Arbeit schätze – auch wenn ich glaube, dass Sie bei den Budgetverhandlungen versagt haben (Widerspruch bei der ÖVP) und dass Sie ein Budget verhandelt haben, das die Sicherheit dieses Landes wirklich gefährdet – nicht kurzfristig, sondern mittelfristig gefährdet. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger glaubt heute noch, wir haben kein Budgetloch! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja besser als das UEFA-Cupfinale! – Abg. Mag. Schlögl – auf dem Weg zum Rednerpult –: Wie ist es ausgegangen? – Abg. Ing. Westenthaler: Null zu null! – Abg. Schwarzenberger: Eins zu null für den Strasser!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu Wort gemeldet hat sich Herr Abgeordneter Schlögl. Zweite Wortmeldung; restliche Redezeit: 7 Minuten. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja besser als das UEFA-Cupfinale! – Abg. Mag. Schlögl – auf dem Weg zum Rednerpult –: Wie ist es ausgegangen? – Abg. Ing. Westenthaler: Null zu null! – Abg. Schwarzenberger: Eins zu null für den Strasser!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt weiß ich, wie das Loch in die Kasse kommt!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Zweitens ist natürlich ein Budget für das Jahr 2000, das genauso hoch oder annähernd so hoch wie das Budget des Jahres 1999 ist (Rufe bei der ÖVP: Höher!), nämlich nur einen Unterschied von 31 Millionen Schilling aufweist, in tatsächlichen Zahlen bedeutend geringer. (Abg. Schwarzenberger: 31 Millionen sind bei 400 Millionen Schulden ...!) Sie müssen nämlich die Inflationsrate hinzurechnen (Widerspruch bei der ÖVP), und Sie müssen die Kosten für die Gehälter dazuzählen, meine sehr geehrten Damen und Herren! Gehalts- und Biennalsprünge machen in diesem Ministerium mindestens 350 Millionen Schilling aus. Wenn Sie das hinzurechnen, ist um diesen Betrag weniger im Budget 2000. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt weiß ich, wie das Loch in die Kasse kommt!) Dass Sie weniger
Sitzung Nr. 28
Abg. Haigermoser: Hervorragend! – Abg. Ing. Westenthaler: Eine schreckliche Vision! – Abg. Haigermoser: Ein Alptraum!
Sie, Frau Kollegin Prammer, haben in Ihrer Rede für die sozialdemokratische Fraktion im Besonderen von der Stellung der Frauen und von Ihren Befürchtungen im Hinblick auf die Stellung der Frauen unter der neuen österreichischen Bundesregierung unter Beteiligung der Freiheitlichen und der Österreichischen Volkspartei gesprochen. Sie haben mit der Frage geschlossen: Was hätten wir Sozialdemokraten alles für die Frauen machen können, wenn wir 14 Jahre allein regieren hätten können?! (Abg. Haigermoser: Hervorragend! – Abg. Ing. Westenthaler: Eine schreckliche Vision! – Abg. Haigermoser: Ein Alptraum!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das wäre ein Alptraum für die Frauen!
Ich sage es heute hier zum wiederholten Male: Es hat unter der sozialistischen Regierung eine einzige Phase gegeben – das war von 1990 bis 1994 –, in der Sie diese Eckdaten unter Bundesminister Hesoun verbessert haben (Zwischenrufe der Abgeordneten Huber und Mag. Prammer ); nachher und vorher aber, meine sehr geehrten Damen und Herren, war für die Frauen nichts drinnen! Daher glaube ich, Frau Prammer, dass weitere 14 Jahre unter Ihrer Ägide für die Frauen zwar sehr viele plakative Ankündigungen bedeutet, aber in der Substanz keine Verbesserung gebracht hätten. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das wäre ein Alptraum für die Frauen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Lauter hohle Ankündigungen!
Sehr geehrte Frau Ex-Bundesminister Prammer! Wenn Sie hier das Herausdrängen der Frauen aus dem Arbeitsplatz und aus der Arbeitswelt monieren, so erinnern Sie sich doch bitte daran, dass die "Kindergartenmilliarde" Ihrer letzten vier Regierungsjahre, in denen Sie für die Frauen verantwortlich waren, nie eine solche war! (Abg. Ing. Westenthaler: Lauter hohle Ankündigungen!) Es waren da 600 000 S, dort 560 000 S und so weiter. Ich kann dies auch anhand eines eigenen Beispiels darlegen: Um einen Kindergarten zu erneuern, habe ich aus der "Kindergartenmilliarde" für insgesamt fünf Halbtags- und zwei Ganztagsplätze 2,5 Millionen Schilling an Förderungen bekommen!
Abg. Mag. Prammer: Geh! – Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!
Sehr geehrte Frau Prammer! Es nützt nichts, wenn Sie das heute beklagen. Ich sehe schon ein, dass es für Sie ein Jammer ist, dass heute mit Frau Bundesminister Sickl nunmehr das erste Mal seit Schaffung des Frauenministeriums eine Frau mit einem echten Vetorecht in Frauenangelegenheiten in der Bundesregierung sitzt (Abg. Mag. Prammer: Ein Vetorecht ... gehabt!), etwas, das nicht einmal Frau Bundesminister Dohnal gehabt hat und das schon gar nicht Sie, Frau Minister Prammer, gehabt haben. Wir können uns noch ganz genau erinnern: Immer dann, wenn Sie plakativ gute Vorstöße für die Frauen gemacht haben, ist in der entscheidenden Regierungssitzung Ihr Bundeskanzler Klima hart auf die Bremse getreten, und Sie sind im Regen stehen geblieben, ähnlich wie in der Atomfrage. (Abg. Mag. Prammer: Geh! – Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Aumayr: Genau das hat der Herr Kollege gesagt! – Abg. Ing. Westenthaler: Genau das hat er gesagt! – Abg. Reitsamer – auf dem Weg zurück zu ihrem Sitzplatz –: Nein, das hat er nicht gesagt! – Abg. Haigermoser: Das war eher eine "tatsächliche Bestätigung"!
Richtig ist vielmehr, dass sich der Europäische Gerichtshof mit dem unterschiedlichen Pensionsanfallsalter von 55 Jahren bei Frauen und 57 Jahren bei Männern auseinander gesetzt hat und demzufolge die Männer mit 55 in diese Form der Pension gehen können. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Aumayr: Genau das hat der Herr Kollege gesagt! – Abg. Ing. Westenthaler: Genau das hat er gesagt! – Abg. Reitsamer – auf dem Weg zurück zu ihrem Sitzplatz –: Nein, das hat er nicht gesagt! – Abg. Haigermoser: Das war eher eine "tatsächliche Bestätigung"!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wissen wir, warum es einen neuen Sozialsprecher gibt!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Öllinger. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wissen wir, warum es einen neuen Sozialsprecher gibt!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist gescheit!
Wir finden ein total zersplittertes Sozialrecht vor, sodass der einzelne Bürger kaum mehr den Überblick hat und kaum mehr in der Lage ist, seine Rechte wahrzunehmen, sich zu den Leistungen zu verhelfen, die laut Gesetz vorgesehen sind. Ich habe daher eine Kodifizierung des gesamten Bundessozialrechtes bereits in Angriff genommen, weil das einfach notwendig ist, um dem Einzelnen den Zugang zum Recht zu ermöglichen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist gescheit!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: So macht man das!
Es ist mir ein Anliegen, dass den Menschen soziale Sicherheit gegeben wird, dass sie das Gefühl haben, diese Regierung kümmert sich um sie, diese Regierung gibt Wärme und Zuwendung gerade jenen, die diese am dringendsten brauchen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: So macht man das!)
Abg. Ing. Westenthaler: Voodoo-Zauber! 300 Nadelstiche!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu einer weiteren tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Verzetnitsch zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Voodoo-Zauber! 300 Nadelstiche!)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Das ist keine tatsächliche Berichtigung!
Abgeordneter Friedrich Verzetnitsch (SPÖ): Hohes Haus! Herr Abgeordneter Gaugg hat gesagt, wir sollten statt der 300 Nadelstiche 300 Ideen einbringen. Ich berichtige tatsächlich, ... (Abg. Dr. Martin Graf: Was ist das für eine tatsächliche Berichtigung?) Ich berichtige tatsächlich, dass der Herr Klubobmann der Freiheitlichen Partei mir in einem persönlichen Brief Folgendes schrieb (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Das ist keine tatsächliche Berichtigung!):
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist keine tatsächliche Berichtigung! – Abg. Gaugg: Herr Präsident! Das ist schon eigenartig: Er kann sagen, was er will, aber ich ...!
"Vorerst darf ich mich herzlich für Ihren Brief mit den angeführten Vorschlägen zu den Pensionsplänen bedanken." – (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist keine tatsächliche Berichtigung! – Abg. Gaugg: Herr Präsident! Das ist schon eigenartig: Er kann sagen, was er will, aber ich ...!) "Ich kann Ihnen versichern, dass wir diese gewissenhaft prüfen und ...
Ruf bei den Freiheitlichen: Das geht nicht, Herr Präsident! – Abg. Ing. Westenthaler: Das geht nur bei einem Voodoo-Zauber, bei 300 Nadelstichen! – Zwischenrufe bei der SPÖ. – Der Redner verlässt das Rednerpult.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Abgeordneter Verzetnitsch! Wenn jemand sagt, man solle Vorschläge einbringen, dann kann man das nicht tatsächlich berichtigen. (Ruf bei den Freiheitlichen: Das geht nicht, Herr Präsident! – Abg. Ing. Westenthaler: Das geht nur bei einem Voodoo-Zauber, bei 300 Nadelstichen! – Zwischenrufe bei der SPÖ. – Der Redner verlässt das Rednerpult.) Okay! Das kann ja ein Redner dann feststellen.
Abg. Ing. Westenthaler: Warum sagt dann Kramer etwas anderes?
Die von dieser Regierung beschlossenen Belastungsmaßnahmen haben eine klare Verteilungswirkung: Sie belasten das untere Einkommensdrittel doppelt so stark wie das obere Einkommensdrittel. Das ist nicht nur die Meinung jener Experten des Wifo, die eine Studie darüber gemacht haben, sondern auch des Experten, der von der ÖVP im Budgethearing bestellt wurde, nämlich des Herrn Professor Lehner, der im Budgethearing ausdrücklich gesagt hat (Abg. Ing. Westenthaler: Warum sagt dann Kramer etwas anderes?), dass die Erhöhung indirekter Steuern, wie der Tabakabgabe, der Elektrizitätsabgabe, der motorbezogenen Versicherungssteuer, der Umsatzsteuer und sonstiger Gebühren, die Bezieher niedriger Einkommen wesentlich stärker treffen wird als die Bezieher höherer Einkommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Kramer sagt das Gegenteil!) Es geht Ihnen nicht um das Sparen, sondern es geht Ihnen um das Umverteilen, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Kramer sagt das Gegenteil!
Die von dieser Regierung beschlossenen Belastungsmaßnahmen haben eine klare Verteilungswirkung: Sie belasten das untere Einkommensdrittel doppelt so stark wie das obere Einkommensdrittel. Das ist nicht nur die Meinung jener Experten des Wifo, die eine Studie darüber gemacht haben, sondern auch des Experten, der von der ÖVP im Budgethearing bestellt wurde, nämlich des Herrn Professor Lehner, der im Budgethearing ausdrücklich gesagt hat (Abg. Ing. Westenthaler: Warum sagt dann Kramer etwas anderes?), dass die Erhöhung indirekter Steuern, wie der Tabakabgabe, der Elektrizitätsabgabe, der motorbezogenen Versicherungssteuer, der Umsatzsteuer und sonstiger Gebühren, die Bezieher niedriger Einkommen wesentlich stärker treffen wird als die Bezieher höherer Einkommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Kramer sagt das Gegenteil!) Es geht Ihnen nicht um das Sparen, sondern es geht Ihnen um das Umverteilen, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Oh-Rufe, Empörung und Widerspruch bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: "Gratuliere"!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Sparen ist ein Teil der Show dieses "Showkanzlers" und seiner "Showregierung". Die Wahrheit heißt: Abkassieren, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Oh-Rufe, Empörung und Widerspruch bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: "Gratuliere"!)
Abg. Ing. Westenthaler: Heute hat er die "Krafthosen" angezogen!
Besonders interessant ist auch der Umstand (Abg. Ing. Westenthaler: Heute hat er die "Krafthosen" angezogen!), dass Ihnen der zuständige EU-Kommissar mitteilt, dass dieses Stabilitätsprogramm im Widerspruch zu den Vertragsverpflichtungen steht. Das ist insoferne interessant, als man sich hier von diesem Rednerpult aus über die Stabilität des Euro Sorgen gemacht hat, während wir jetzt lesen müssen, dass der EU-Kommissar das Stabilitätsprogramm dieser österreichischen Bundesregierung zu einem Mitverantwortlichen dafür macht, dass die Erholung nicht eintreten kann. – Das ist Ihre Verantwortung, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Was für ein Kanzler?
Dieser Bericht der Kommission ist eine einzige Peinlichkeit für den Finanzminister und für seinen "Puzzle-Kanzler". (Abg. Ing. Westenthaler: Was für ein Kanzler?) – Puzzle, Herr Westenthaler. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben "tolle" Ausdrücke! Erfinden Sie selber diese Ausdrücke?)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben "tolle" Ausdrücke! Erfinden Sie selber diese Ausdrücke?
Dieser Bericht der Kommission ist eine einzige Peinlichkeit für den Finanzminister und für seinen "Puzzle-Kanzler". (Abg. Ing. Westenthaler: Was für ein Kanzler?) – Puzzle, Herr Westenthaler. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben "tolle" Ausdrücke! Erfinden Sie selber diese Ausdrücke?)
Abg. Ing. Westenthaler: Erfinden Sie diese Kraftausdrücke selber?
Was ist die Konsequenz aus diesem Bericht? (Abg. Ing. Westenthaler: Erfinden Sie diese Kraftausdrücke selber?) – Es steht in einer Wochenzeitung zu lesen, dass der Herr Finanzminister angekündigt hat, einen neuen Kassasturz zu machen. Er teilt mit: Ich kann heute beim besten Willen nicht sagen, was die Lücke sein wird. Jetzt machen wir Kassasturz im engsten Kreis.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten weniger "NEWS" lesen!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das tut er so unter dem Motto: "Hält man die Leute mit der Wahrheit kurz, dann macht man einen Kassasturz!" – Das ist das Motto dieser Regierung! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten weniger "NEWS" lesen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: So stellt sich das der kleine Maxi vor!
Herr Bundeskanzler! Wenn er es Ihnen nicht über die Medien ausrichtet, dann frage ich Sie: Hat er Ihnen in der Ministerratssitzung schon gesagt, dass Sie sich sowohl das Familienpaket als auch die Lohnnebenkostensenkung abschminken können, weil er es nicht finanzieren kann? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: So stellt sich das der kleine Maxi vor!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das sagt der Richtige! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Aber nicht von oben nach unten, sondern von unten nach oben, von Arbeitern, Angestellten, Beamten, Pensionisten zu Unternehmern, Selbständigen, Bauern und Hausherren. Ich werde Ihnen einige Beispiele dafür geben. (Abg. Ing. Westenthaler: Das sagt der Richtige! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Ihre eigenen Zahlen: auf der einen Seite aufgelistet die Belastungen für die Arbeitnehmer, insgesamt rund 31 Milliarden Schilling, inklusive der Belastungen für die Pensionisten – auf der anderen Seite die Begünstigungen für Arbeitgeber, bei den Lohnnebenkosten 15 Milliarden Schilling.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Na geh, so ein Unsinn! – Abg. Dr. Puttinger – in Richtung SPÖ –: Uralt-Denken!
Zur "Abfertigung neu". Erklären Sie der Öffentlichkeit, Herr Bundeskanzler, wieso die Arbeitgeber darüber jubeln, dass sie in Zukunft 5 Milliarden Schilling weniger zahlen müssen! Ich sage Ihnen, diese "Abfertigung neu" ist eine Zwangsenteignung der Arbeitnehmer dieses Landes. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Na geh, so ein Unsinn! – Abg. Dr. Puttinger – in Richtung SPÖ –: Uralt-Denken!)
Abg. Ing. Westenthaler: Guten Flug, Herr Gusenbauer!
Abgeordneter Mag. Herbert Haupt (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Guten Flug, Herr Gusenbauer!) Herr Kollege Nürnberger, Sie haben gerade mit Ihrer Rede einen Kredit verspielt, den Sie, so wie viele andere Gewerkschafter, die ich in der Vergangenheit geschätzt habe, bei mir eigentlich gehabt haben. Beginnend mit Präsident Hesoun, über Kollegen Hums, Kollegen Geppert, Kollegen Ettl, bis hin zum Präsidenten Unterrieder in Kärnten habe ich auch Sie, Kollege Nürnberger, bisher als jemanden eingeschätzt, der Handschlagqualität hat. (Abg. Nürnberger: Stimmt ja nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist denn Herr Gusenbauer?
Nunmehr zum Einbegleiter der heutigen Dringlichen, zum Kollegen Gusenbauer. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist denn Herr Gusenbauer?) Herr Kollege Gusenbauer, es ist ja schön, dass Sie heute wenigstens um 15 Uhr Zeit gehabt haben, die Dringliche einzubegleiten. Wie wichtig Ihnen das Thema und die Beschäftigten in Österreich sind, haben wir in der letzten Woche der Budgetdebatte gesehen, und das sehen wir heute auch wieder. Kaum haben Sie fertiggesprochen, kaum haben die Medien eingepackt, sind Sie, Herr Kollege Gusenbauer, weg. (Abg. Ing. Westenthaler: Beide Klubobmänner der sozialistischen Fraktion sind weg!) Das Schielen nach Medienberichten ist Ihnen wichtiger als eine seriöse Politik und seriöse Zahlen hier im Hohen Hause. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Beide Klubobmänner der sozialistischen Fraktion sind weg!
Nunmehr zum Einbegleiter der heutigen Dringlichen, zum Kollegen Gusenbauer. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist denn Herr Gusenbauer?) Herr Kollege Gusenbauer, es ist ja schön, dass Sie heute wenigstens um 15 Uhr Zeit gehabt haben, die Dringliche einzubegleiten. Wie wichtig Ihnen das Thema und die Beschäftigten in Österreich sind, haben wir in der letzten Woche der Budgetdebatte gesehen, und das sehen wir heute auch wieder. Kaum haben Sie fertiggesprochen, kaum haben die Medien eingepackt, sind Sie, Herr Kollege Gusenbauer, weg. (Abg. Ing. Westenthaler: Beide Klubobmänner der sozialistischen Fraktion sind weg!) Das Schielen nach Medienberichten ist Ihnen wichtiger als eine seriöse Politik und seriöse Zahlen hier im Hohen Hause. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Zur Geschäftsbehandlung!
Sehr geehrte Damen und Herren! Adenauer hat einmal gesagt, man kann nicht daran gehindert werden, klüger zu werden. Sie, sehr geehrte Damen und Herren, werden offensichtlich dann von einer Minute zur anderen klug, wenn Sie nicht mehr in der Bundesregierung sind. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Zur Geschäftsbehandlung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das war jetzt halb-lustig!
Ich habe tatsächlich den Eindruck, den Kollege Gusenbauer wiedergegeben hat: Es handelt sich hier um eine Show-Regierung, es handelt sich um Show-Fraktionen (Abg. Donabauer: Wo ist der Gusenbauer?) – dazu komme ich noch, abwarten! –, die tatsächlich schon klatschen, bevor noch der Kanzler überhaupt etwas gesagt hat. (Abg. Dr. Khol: Also bei Ihnen passiert das nicht!) Ich weiß nicht, was das alles hier in dem Haus soll. Ich habe Ihnen schon das letzte Mal gesagt: Wenn der Westenthaler noch ein paar Mal ins Stadion geht, machen Sie alle nachher hier die Welle. Das ist wirklich ein Showprogramm! (Abg. Ing. Westenthaler: Das war jetzt halb-lustig!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sehr gut!
Es ist sogar so, dass gewisse Parallelen zu dem vorhanden waren, was wir heute feststellen. Die Folge dessen, dass wir Sparpakete gehabt hatten, waren Steuerreformen, die den Unternehmenssektor in diesem Land so begünstigt haben wie sonst nirgends im OECD-Raum. Das wird Sie freuen! Wir dürfen uns diese Kritik erlauben, und wir haben auch die Verpflichtung dazu (Abg. Ing. Westenthaler: Sehr gut!), weil die SPÖ-Regierung über die Jahre, sagen wir, 1993 und 1994 hinweg – das ist der entsprechende Zeitraum – genau die Vorbereitungen für diesen Kurs getroffen hat, der jetzt voll zuschlägt. (Abg. Silhavy: Lieber Kollege Kogler! Damals hat es keine SPÖ-Alleinregierung gegeben! Ich möchte Sie nur daran erinnern!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ah, er stellt die Rute ins Fenster!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (fortsetzend): Der Schlusssatz ist ganz einfach: Da ist ziemlich viel verloren, wenn bei Ihnen etwas zu gewinnen ist. Bitte schön, gehen Sie in sich, kommen Sie auf den richtigen Kurs! Das wäre gut für dieses Land, denn sonst werden die neuen Mehrheiten auch nicht zu neuen Richtungen führen. Das ist mein Appell, und das wäre gut für das Land. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ah, er stellt die Rute ins Fenster!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt werden wir die besseren Vorschläge erfahren! Wie es besser geht! – Abg. Mag. Trattner: Jetzt kommen die Alternativen!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Edlinger. Die Redezeit beträgt 10 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt werden wir die besseren Vorschläge erfahren! Wie es besser geht! – Abg. Mag. Trattner: Jetzt kommen die Alternativen!)
Abg. Parnigoni: Ich nehme es zurück! – Abg. Ing. Westenthaler: Brav, Parnigoni!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Spindelegger. – Bitte. (Abg. Parnigoni – in Richtung des Abg. Gaugg –: Er ist ein Giftspritzer!) – Herr Abgeordneter Parnigoni, so geht das nicht! Bitte, nehmen Sie das zurück! (Abg. Parnigoni: Ich nehme es zurück! – Abg. Ing. Westenthaler: Brav, Parnigoni!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Ing. Westenthaler.
Oder denken Sie an das Problem der älteren Arbeitnehmer, die vielfach keinen Job mehr finden. Wir haben ein Modell für eine Altersteilzeit vorgelegt, weil wir gedacht haben, wir können dem Unternehmer damit vielleicht die Kosten für die älteren Arbeitnehmer mildern. Was war die Antwort der SPÖ? – Zuerst ein Njet, und dann haben Sie mit uns eine Maßnahme beschlossen, die von vornherein zum Scheitern verurteilt war, weil so viele Voraussetzungen formuliert wurden, dass fast kein Dienstgeber darauf eingegangen ist. Altersteilzeit ist aber ein modernes Mittel, wie man jemandem einen langsamen Einstieg in die Pension ermöglichen kann. Das sind die Fragen, die ältere Arbeitnehmer heute betreffen, und nicht Klassenkampf, wie Sie das beurteilen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Ing. Westenthaler. )
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist das, bitte?
Einige Beispiele seien hier nur kurz angerissen: Den Familien wird Geld vorenthalten, weil der Familienlastenausgleichsfonds ausgeräumt wird. Das Karenzgeld wird nicht erhöht, weil Sie die Gelder aus dem FLAF zur Budgetsanierung verwenden, aber Sie wollen das Karenzgeld ja ohnedies abschaffen. Das ist das blau-schwarze Zukunftsmodell. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist das, bitte?) Taschengeld für Reiche, aber Streichung der Rechtsansprüche für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – das ist Ihre Devise. Die Sozialversicherung wird geschröpft. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat Ihnen diese Rede geschrieben!) – Beschäftigen Sie sich mit dem Thema, dann werden Sie vielleicht auch einmal sachlich argumentieren können. Dazu sind Sie leider derzeit noch nicht in der Lage. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat Ihnen diese Rede geschrieben!
Einige Beispiele seien hier nur kurz angerissen: Den Familien wird Geld vorenthalten, weil der Familienlastenausgleichsfonds ausgeräumt wird. Das Karenzgeld wird nicht erhöht, weil Sie die Gelder aus dem FLAF zur Budgetsanierung verwenden, aber Sie wollen das Karenzgeld ja ohnedies abschaffen. Das ist das blau-schwarze Zukunftsmodell. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist das, bitte?) Taschengeld für Reiche, aber Streichung der Rechtsansprüche für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – das ist Ihre Devise. Die Sozialversicherung wird geschröpft. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat Ihnen diese Rede geschrieben!) – Beschäftigen Sie sich mit dem Thema, dann werden Sie vielleicht auch einmal sachlich argumentieren können. Dazu sind Sie leider derzeit noch nicht in der Lage. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gusenbauer liest in einer umfangreichen Mappe. – Abg. Ing. Westenthaler: Ich glaube, er hat gar nichts drinnen in der Mappe! Da sind keine Briefe drinnen!
Als ich dann nach dieser heutigen Debatte meinen zweiten Merksatz formulieren wollte, ist mir plötzlich der Ur-Faust von Johann Wolfgang von Goethe eingefallen, in dem Mephisto sagt: "Ich bin der Geist, der stets verneint." – Und das ist mir eingefallen, nachdem ich Gusenbauer gehört habe, denn er hat keinen einzigen positiven Vorschlag gemacht, sondern nur verneint! – Sie sind der Geist, der stets verneint, auch wenn Sie jetzt ostentativ hier Ihre Briefpost erledigen, Herr Kollege Gusenbauer. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gusenbauer liest in einer umfangreichen Mappe. – Abg. Ing. Westenthaler: Ich glaube, er hat gar nichts drinnen in der Mappe! Da sind keine Briefe drinnen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Er unterschreibt Schuldscheine! – Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordneter Rudolf Edlinger (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Klubobmann Khol behauptete, Abgeordneter Gusenbauer hätte eine Regierungserklärung abgegeben. – Das ist falsch! (Abg. Ing. Westenthaler: Er unterschreibt Schuldscheine! – Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Die Abgeordneten Dr. Khol und Dr. Stummvoll: Das ist keine Berichtigung! – Abg. Haigermoser: Eine matte Sache! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ging nach hinten los!
Wahr ist vielmehr, Abgeordneter Gusenbauer stellte konkrete Fragen an den Herrn Bundeskanzler, aber dieser hat sie nicht beantwortet. Fragen nicht zu beantworten, heißt, das Parlament nicht ernst zu nehmen. (Beifall bei der SPÖ. – Die Abgeordneten Dr. Khol und Dr. Stummvoll: Das ist keine Berichtigung! – Abg. Haigermoser: Eine matte Sache! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ging nach hinten los!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Bravo!
Ich habe Klubobmann Khol und Klubobmann Westenthaler versprochen, dass ich mit ungefähr einer halben Stunde an Redezeit auskommen werde. (Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Aber da mir bewusst ist, dass sechs Tage der Diskussion reichen, möchte ich nur etwas betonen, was mir wichtig ist. Ein Finanzminister wird, denke ich, nicht oft Gelegenheit haben, zu sagen: Es gibt in diesem Jahr 2000 nicht ein Belastungspaket, es gibt nicht ein Sparpaket, wie Sie es gerne herbeidiskutieren würden, sondern es gibt in Wirklichkeit, meine Damen und Herren, 21 Milliarden Schilling netto an Kaufkraftgewinn für die Bevölkerung! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Bravo!)
Abg. Ing. Westenthaler: Warum redet jetzt nicht Cap?
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Sie können sich wieder setzen! Es wird nämlich in diesem Hause – das ist, glaube ich, gute Tradition – ein Mitglied dieses Hauses das letzte Wort haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum redet jetzt nicht Cap?)
Abg. Ing. Westenthaler: Einmal hin- und hergehen sind 30 000S! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fasslabend gibt das Glockenzeichen.
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Edlinger. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Einmal hin- und hergehen sind 30 000S! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fasslabend gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sind das auf Ihrer Krawatte Hunde? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Rudolf Edlinger (SPÖ) (mit Beifall von Seiten der SPÖ begrüßt): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Herr Staatssekretär! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Teilweise geschätzte Damen und Herren! (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.) In der Tat haben wir eine ... (Abg. Ing. Westenthaler: Sind das auf Ihrer Krawatte Hunde? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist die Wurscht?
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Meine Krawatte ist, wie viele andere auch, ein beredtes Beispiel für die Situation, in der wir uns befinden. Ich habe mir diese Krawatte gekauft, nachdem ein sehr launiger Landeshauptmann in Österreich den staunenden Österreichern verkündet hat, dass sie von einem Hundepärchen regiert werden, nämlich von Susi und Strolchi. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist die Wurscht?)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind schuld!
Die Opfer sind die Bürger unseres Landes! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind schuld!) Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das ist die Strategie der Politik, die zu betreiben Sie in unserem Lande vorhaben!
Abg. Ing. Westenthaler: Wir finanzieren sie!
Eine zweite Bemerkung. Ich bin in der Tat sehr stolz darauf, dass das einzige positive Blümchen, das Sie sich aufs Revers stecken, die Steuerreform ist! (Abg. Ing. Westenthaler: Wir finanzieren sie!) Diese Steuerreform trägt nämlich die sozialdemokratische Handschrift, wo Herr Khol mit Zähnen und Klauen versucht hat, dem Amtsgehilfen und Hilfsarbeiter im Jahr den Gegenwert einer Schachtel Zigaretten und dem Direktor 20 000 S zuzuschieben! Das haben wir nicht zugelassen! Das ist Ihre Politik! (Beifall und Bravo-Rufe bei der SPÖ. – Abg. Nürnberger: So ist es!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt der Hass so richtig heraus!
Herr Khol! Mit diesen Zahlen saßen Sie mit Peter Kostelka mit Taferln im Fernsehen. Das ist so schön! Ich sage Ihnen das für den Fall, dass Sie sich nicht mehr erinnern können, denn selektive Wahrnehmung und Verdrängung ist bei Ihnen offenbar Punkt eins! Wenn man die Beitrittserklärung für Ihre Partei unterschreibt, ist das eine wichtige Voraussetzung: Verdrängung und letztendlich ... (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt der Hass so richtig heraus!) Das kenne ich gar nicht, denn ich liebe alle Menschen, lieber Herr Westenthaler! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Vor allem die Hunde! – Abg. Schwarzenberger: Die Hunde, die die Wurst fressen!)
Sitzung Nr. 29
Abg. Ing. Westenthaler: Ja genau!
Sehr geehrte Damen und Herren! Zum Schluss kommend: Ich möchte noch kurz erwähnen, dass Frau Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer ja auch Mitglied einer Homosexuellen Initiative ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Ja genau!) Sie ist Kuratoriumsmitglied von LAMBDA. Ich gehe davon
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr braucht euch ja auch nicht zu melden!
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Frau Vizekanzlerin! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Geschäftsordnungsdebatten vor dem Aufruf einer Dringlichen Anfrage sind außerordentlich selten. Und das mit Recht. Und in der Regel haben diese Geschäftsordnungsdebatten auch einen besonderen Grund. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr braucht euch ja auch nicht zu melden!)
Abg. Dr. Jarolim: Westenthaler weiß das nicht!
Meine Damen und Herren, wer solche Argumente verwendet, der demaskiert sich selbst. Zweitens dürfe nach Künftigem nicht gefragt werden – so die Argumentation der Kollegen Khol und Westenthaler. (Abg. Dr. Jarolim: Westenthaler weiß das nicht!) Ich zitiere Ihnen aus dem § 90 der Geschäftsordnung: "Die Geschäftsführung der Bundesregierung" kann und ist "zu überprüfen" von diesem Hohen Haus. Und "alle Gegenstände der Vollziehung" können Gegenstand der Befragung sein. Und weil das noch nicht ausreicht, haben die Verfassungsväter noch hinzugefügt: "und alle einschlägigen Auskünfte" können verlangt werden. (Abg. Haigermoser: Wohlgemerkt: einschlägig!)
Abg. Ing. Westenthaler: Nehmen Sie das ernst?
Das haben Sie, Herr Dr. Khol, heute versucht. Was mich ein bisschen irritiert und auch interessiert, haben Sie heute nicht erklärt. Wenn die Anfrage nämlich eh, wie Sie behauptet haben, so lächerlich und so unsinnig ist und keinerlei inhaltliche Berechtigung hat (Abg. Ing. Westenthaler: Nehmen Sie das ernst?) – ich möchte dazu gar nicht Stellung nehmen, Sie haben das behauptet –, erhebt sich die Frage: Warum nehmen Sie das nicht einfach mit Gelassenheit hin und antworten eben in entsprechender Form (Abg. Ing. Westenthaler: Weil man so eine Chance nicht auslassen kann!), anstatt zu versuchen, eine Dringliche Anfrage der Sozialdemokraten im Keim zu ersticken beziehungsweise abzudrehen? Das ist kein guter Parlamentarismus, Herr Kollege Khol! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Weil man so eine Chance nicht auslassen kann!
Das haben Sie, Herr Dr. Khol, heute versucht. Was mich ein bisschen irritiert und auch interessiert, haben Sie heute nicht erklärt. Wenn die Anfrage nämlich eh, wie Sie behauptet haben, so lächerlich und so unsinnig ist und keinerlei inhaltliche Berechtigung hat (Abg. Ing. Westenthaler: Nehmen Sie das ernst?) – ich möchte dazu gar nicht Stellung nehmen, Sie haben das behauptet –, erhebt sich die Frage: Warum nehmen Sie das nicht einfach mit Gelassenheit hin und antworten eben in entsprechender Form (Abg. Ing. Westenthaler: Weil man so eine Chance nicht auslassen kann!), anstatt zu versuchen, eine Dringliche Anfrage der Sozialdemokraten im Keim zu ersticken beziehungsweise abzudrehen? Das ist kein guter Parlamentarismus, Herr Kollege Khol! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Professor! Ab heute darf man alle Fragen stellen!
Ich wiederhole jetzt nicht im Einzelnen, was die Geschäftsordnung in § 91, § 90 und so weiter dazu besagt. Meines Erachtens sind die allermeisten Fragen eindeutig zulässig. Die Fragen 4, 6 und 8 betreffen den Ressortbereich der Ministerin, das ist in der Präsidiale auch konsensual festgestellt worden. Bei den anderen Fragen kann man darüber streiten, aber wie wir alle wissen, ist die Frau Ministerin für Sport und so weiter gleichzeitig Vizekanzlerin, und als solche hat sie ein ganz anderes Gewicht als jeder andere Minister. (Abg. Haigermoser: Das ist richtig!) Ähnliche Fragen könnte man an den Bundeskanzler stellen, da hätte keiner von uns gesagt, dass das unzulässig ist – weil nicht sein Ressort betreffend. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Professor! Ab heute darf man alle Fragen stellen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie glauben ja auch nicht alles, was in der Zeitung steht!
Bei der Vizekanzlerin muss das wohl auch zulässig sein, insbesondere deshalb, weil es nicht ganz so ist, wie Herr Westenthaler das behauptet hat, aber das ist eine Frage der inhaltlichen Auseinandersetzung. Sie sagen: Das ist alles ein Blödsinn, kein Mensch denkt daran, alles irreal – "virtuell" haben Sie gesagt – und so weiter. Es gibt aber genügend Zeitungsberichte darüber, was im Finanzministerium ausgebrütet wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie glauben ja auch nicht alles, was in der Zeitung steht!) – Ich glaube nicht alles, was in der Zeitung steht, aber dass es dort gestanden ist und von vermutlich wohl recherchierenden Journalisten stammt, können Sie nicht bestreiten. Daher darf man ja wohl die Fragen stellen! Was die Frau Vizekanzlerin dann darauf antwortet, ist eine andere Geschichte – auf diese Antworten bin ich ohnehin gespannt.
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Gusenbauer –: Es ist jetzt alles schon gesagt! Leider!
Ich darf Herrn Abgeordnetem Dr. Gusenbauer als erstem Fragesteller zur Begründung der Anfrage das Wort erteilen. Redezeit: 20 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Gusenbauer –: Es ist jetzt alles schon gesagt! Leider!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die gibt es ja nicht!
Es wird doch wohl noch erlaubt sein, im österreichischen Parlament Fragen zu stellen, die der Regierung unter Umständen unangenehm sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Die gibt es ja nicht!) Ich sage "unter Umständen", weil dann, wenn die Frau Vizekanzlerin heute klare Antworten gibt und die freiheitliche Fraktion unseren Entschließungsantrag, den wir einbringen werden, mitträgt, alle Unklarheiten beseitigt sind. Und dazu haben Sie heute die Gelegenheit. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Unwahrheit!
Sie inserieren: "Pensionen gesichert". – Die Wahrheit ist: Seit Sie in der Regierung sind, werden Pensionen gekürzt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Unwahrheit!)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler hält eine Ausgabe des "profil" mit der Überschrift in die Höhe: "Der Absturz der SPÖ".
Daher müsste Ihr Inserat der Ehrlichkeit halber nicht heißen "Wort gehalten", sondern "Wort gebrochen", denn das steht für Ihre Politik. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler hält eine Ausgabe des "profil" mit der Überschrift in die Höhe: "Der Absturz der SPÖ".)
Abg. Ing. Westenthaler: Reden Sie nicht vom Reisen, das ist besser!
Dass die Nervosität steigt, merkt man an den verschiedensten Ausflugsreisen, die freiheitliche Politiker jetzt nach Kärnten und an den Millstättersee unternehmen, um einfache Parteimitglieder ihrer Partei zu konsultieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Reden Sie nicht vom Reisen, das ist besser!) Dieses Konsultationsverfahren dürfte jedoch ein höchst einseitiges sein – ein höchst einseitiges! –, denn während der Herr Bundeskanzler bei der Dringlichen Anfrage, die ganz konkret war, versucht hat, das Hohe Haus und die österreichische Öffentlichkeit mit Leerformeln abzuspeisen, haben sich die Frau Vizekanzlerin und der Herr Finanzminister in den letzten Wochen immer um klare Aussagen betreffend den künftigen Budgetkurs gedrückt.
Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie einmal dem Parlament, was Sie kassieren!
Letztendlich geht es um Glaubwürdigkeit, denn durch das Land zu ziehen und so zu tun, als ob es keine ... (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie einmal dem Parlament, was Sie kassieren!) – Ich verstehe Ihre Aufgeregtheit, Herr Westenthaler. Ich habe Ihnen das aber schon das letzte Mal gesagt, und würden Sie richtig zitieren, hätten Sie das heute gesagt. Ich habe gesagt, ich verdiene so viel wie Sie. Und das steht mir drei Mal zu, das können Sie mir glauben! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Edlinger: Falsch! Ich war damals nicht Finanzminister, Frau Vizekanzlerin! – Abg. Ing. Westenthaler hält eine Ausgabe des "profil" mit der Schlagzeile "Der Absturz der SPÖ" in Richtung des Abg. Dr. Gusenbauer in die Höhe.
Es war Ihre Regierung, und es waren Ihre sozialistischen Finanzminister, die von 1996 bis 1997 in einem beispiellosen Belastungspaket direkte Steuern im Ausmaß von 65,58 Milliarden Schilling erhöht haben. Ich wiederhole: 65,68 Milliarden Schilling! Es waren sozialistische Finanzminister, die im selben Zeitraum indirekte Steuern im Ausmaß von 28,11 Milliarden Schilling erhöht haben. Das war nicht der Herr Finanzminister Grasser, sondern das war der Herr Finanzminister Edlinger, der das getan hat, Herr Kollege Gusenbauer. Also zeigen Sie ihm bitte diese Schlagzeilen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Edlinger: Falsch! Ich war damals nicht Finanzminister, Frau Vizekanzlerin! – Abg. Ing. Westenthaler hält eine Ausgabe des "profil" mit der Schlagzeile "Der Absturz der SPÖ" in Richtung des Abg. Dr. Gusenbauer in die Höhe.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel war das? Unglaublich! – Abg. Mag. Trattner: Ich glaube, das war mehr!
Hier die Gesamtsumme: Allein in zwei Jahren, Herr Kollege Edlinger, haben Sie Steuern im Ausmaß von 93,7 Milliarden Schilling erhöht. Im gleichen Zug haben Sie Kürzungen im Familien- und Sozialbereich vorgenommen, und zwar im Ausmaß von 14,8 Milliarden Schilling – das war Ihre Partei, die Sozialistische Partei, das waren sozialistische Finanzminister und sozialistische Bundeskanzler –, was eine Summe von Belastungspaketen allein in zwei Jahren von 108,5 Milliarden Schilling ergeben hat. Das haben Sie offensichtlich vergessen. Deswegen ist es wichtig, dass wir Sie daran erinnern. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel war das? Unglaublich! – Abg. Mag. Trattner: Ich glaube, das war mehr!)
Abg. Mag. Schlögl: Waren wir das allein, Frau Vizekanzlerin? – Abg. Ing. Westenthaler hält neuerlich die letzte Ausgabe des "profil" in die Höhe.
Sie haben die Prämien für das Bausparen gekürzt. Sie haben den allgemeinen Absetzbetrag gekürzt. Sie haben die Absetzbarkeit von Sonderausgaben gekürzt, die Steuerfreiheit von Überstunden, das Urlaubs- und das Weihnachtsgeld. Sie haben die Geburtenbeihilfe und die Studentenfreifahrt überhaupt gestrichen. (Abg. Mag. Schlögl: Waren wir das allein, Frau Vizekanzlerin? – Abg. Ing. Westenthaler hält neuerlich die letzte Ausgabe des "profil" in die Höhe.) – Ich weiß, dass Sie das alles nicht gerne hören. Sie haben weiters die Autobahnvignette erfunden.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Nicht eine Idee!
Von Ihnen, Herr Kollege Gusenbauer, hätte ich auch gerne einmal gehört, was Sie denn für Vorschläge zum Schuldenabbau haben. Davon war nämlich bisher nichts zu hören. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Nicht eine Idee!)
Abg. Ing. Westenthaler: Absolut niemand!
Ich möchte jetzt auch noch zu den anderen von Ihnen gestellten Fragen Stellung nehmen, wobei ich hinzufügen möchte, dass es sich eigentlich weniger um Fragen als um Unterstellungen handelt. Wenn ich mir die Formulierung dieser Fragen anschaue, dann frage ich Sie: Wo hat jemals irgendein Vertreter dieser Bundesregierung davon gesprochen, dass die Mehrwertsteuer von 10 auf 20 Prozent angehoben werden soll? (Abg. Ing. Westenthaler: Absolut niemand!) – Das ist eine freie Erfindung, das ist durch nichts begründet und ist in keiner Aussage irgendeines Regierungsmitgliedes jemals behauptet worden! Es ist auch nicht unsere Absicht. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie uns, was Sie verdienen!
Ich zitiere aus dem Protokoll der 17. Sitzung vom 22. März 2000, am Wort war Herr Abgeordneter Gusenbauer: "(Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie uns, was Sie verdienen!)" – Antwort Gusenbauer: "So viel wie Sie! (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel kriegen Sie als Parteivorsitzender? Über 100 000 S?)" – Antwort Gusenbauer: "Nichts! (Abg. Ing. Westenthaler: Nichts?!)" – Zitatende.
Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel kriegen Sie als Parteivorsitzender? Über 100 000 S?
Ich zitiere aus dem Protokoll der 17. Sitzung vom 22. März 2000, am Wort war Herr Abgeordneter Gusenbauer: "(Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie uns, was Sie verdienen!)" – Antwort Gusenbauer: "So viel wie Sie! (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel kriegen Sie als Parteivorsitzender? Über 100 000 S?)" – Antwort Gusenbauer: "Nichts! (Abg. Ing. Westenthaler: Nichts?!)" – Zitatende.
Abg. Ing. Westenthaler: Nichts?!
Ich zitiere aus dem Protokoll der 17. Sitzung vom 22. März 2000, am Wort war Herr Abgeordneter Gusenbauer: "(Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie uns, was Sie verdienen!)" – Antwort Gusenbauer: "So viel wie Sie! (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel kriegen Sie als Parteivorsitzender? Über 100 000 S?)" – Antwort Gusenbauer: "Nichts! (Abg. Ing. Westenthaler: Nichts?!)" – Zitatende.
Abg. Ing. Westenthaler: Entschuldigen Sie sich!
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (SPÖ): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Der Herr Abgeordnete Westenthaler kann es nicht lassen! (Abg. Ing. Westenthaler: Entschuldigen Sie sich!) Alle Klubobmänner bekommen nach der Gehaltspyramide das gleiche Gehalt, daher bekomme ich das gleiche Gehalt wie der Herr Khol und wie der Herr Westenthaler – und um keinen Schilling mehr. Das ist die Wahrheit. Und wer das bezahlt, ist eine andere Angelegenheit. Sie, Herr Westenthaler, kriegen genau den gleichen Bezug wie Khol und Van der Bellen und ich vom Parlament. (Abg. Ing. Westenthaler: Nein, ich kriege nichts von der Partei! – Abg. Dr. Khol: Ich kriege nichts von der Partei! Ich zahle an die Partei!) – Sie kriegen es vom Parlament, und die Bezüge der Klubobmänner sind für alle gleich. Also spielen Sie sich nicht auf! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Nein, ich kriege nichts von der Partei! – Abg. Dr. Khol: Ich kriege nichts von der Partei! Ich zahle an die Partei!
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (SPÖ): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Der Herr Abgeordnete Westenthaler kann es nicht lassen! (Abg. Ing. Westenthaler: Entschuldigen Sie sich!) Alle Klubobmänner bekommen nach der Gehaltspyramide das gleiche Gehalt, daher bekomme ich das gleiche Gehalt wie der Herr Khol und wie der Herr Westenthaler – und um keinen Schilling mehr. Das ist die Wahrheit. Und wer das bezahlt, ist eine andere Angelegenheit. Sie, Herr Westenthaler, kriegen genau den gleichen Bezug wie Khol und Van der Bellen und ich vom Parlament. (Abg. Ing. Westenthaler: Nein, ich kriege nichts von der Partei! – Abg. Dr. Khol: Ich kriege nichts von der Partei! Ich zahle an die Partei!) – Sie kriegen es vom Parlament, und die Bezüge der Klubobmänner sind für alle gleich. Also spielen Sie sich nicht auf! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler – auf leere Bankreihen der SPÖ weisend –: Nur fürs Protokoll: Die SPÖ befindet sich offenbar in einer Krisensitzung! Und der Schwemlein darf nicht dabei sein bei dieser Krisensitzung! – Abg. Haigermoser – in Richtung SPÖ –: Wo sind denn eure Leute? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Mag. Trattner. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 8 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – auf leere Bankreihen der SPÖ weisend –: Nur fürs Protokoll: Die SPÖ befindet sich offenbar in einer Krisensitzung! Und der Schwemlein darf nicht dabei sein bei dieser Krisensitzung! – Abg. Haigermoser – in Richtung SPÖ –: Wo sind denn eure Leute? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen geht der Schlögl nach Niederösterreich!
Meine Damen und Herren! Das wird sie auch tun! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen geht der Schlögl nach Niederösterreich!)
Abg. Dr. Khol: Unters Bett? – Abg. Ing. Westenthaler: Unters Bett?!
Abgeordneter Pilz hat erwähnt, dass das Sicherheitsgefühl sehr individuell und sehr verschieden ist. Niemand ist wirklich angstfrei, und Kästner, meine Damen und Herren, vor allem die Herren von FPÖ und ÖVP – Sie zitieren ja auch so gerne, Herr Dr. Khol –, hat gesagt (Abg. Dr. Khol: Wer?): Auch der stärkste Mann schaut einmal unters Bett! – Vermutlich auch Sie und auch der Herr Bundesminister! Daher: Das Sicherheitsgefühl eines Menschen ist etwas ganz Wichtiges. Wir alle kennen das, dass wir nach Sicherheit streben. (Abg. Dr. Khol: Unters Bett? – Abg. Ing. Westenthaler: Unters Bett?!) Unters Bett, Herr Dr. Khol! (Abg. Schwarzenberger: Was sucht er denn da, unterm Bett?)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist das das Thema?
Diese geistige Ausrichtung wird auch von anderen Politikern der FPÖ verstärkt. (Abg. Mag. Schweitzer: Herr Präsident! Die Berufsreifeprüfung steht zur Debatte!) Ich zitiere in diesem Zusammenhang bemerkenswerte Aussagen zum Beispiel des FPÖ-Politikers Hubert Gorbach aus Vorarlberg aus dem "Kurier". (Abg. Ing. Westenthaler: Ist das das Thema?) Er beschwert sich darin sehr, denn er meint, die Blauen müssten mehr Selbstbewusstsein an den Tag legen und nicht klein beigeben, nur weil wir vom Ausland beobachtet werden. (Abg. Mag. Schweitzer: Sagen Sie einmal "Berufsreifeprüfung"!) Es ist in der Tat so, und gerade jetzt, in dieser schwierigen Situation mit dem Ausland, wäre höchste Sensibilität verlangt. (Abg. Haigermoser: Warum haben Sie eine so zittrige Hand?)
Abg. Ing. Westenthaler: Thema verfehlt! Der Präsident schaut zu! – Abg. Mag. Schweitzer: Durchgefallen!
Frau Bundesministerin! Im Zuge der heutigen Debatte, in der es auch darum geht, die bildungspolitischen Maßnahmen ursächlich zu diskutieren und die meine Vorredner von der SPÖ schon ausreichend dargelegt haben, möchte ich Sie fragen (Abg. Ing. Westenthaler: Thema verfehlt! Der Präsident schaut zu! – Abg. Mag. Schweitzer: Durchgefallen!): Wie stellen Sie sich diese Studie vor? (Abg. Mag. Schweitzer: Die Beteiligung des Präsidenten ist bemerkenswert!) Wie wird es zu dieser Studie kommen? Welchen Inhalt wird sie haben? Und vor allen Dingen: Wie wird sie finanziert werden? (Abg. Steibl: Wird der Herr Arbeiter von der SPÖ Kärnten auch bei dieser Studie dabei sein?)
Abg. Dr. Khol: Gusenbauer ist wieder nicht dafür! – Abg. Ing. Westenthaler: Man muss sich die Frage stellen, ob er überhaupt schon bei einer Abstimmung da war! Ich bezweifle das stark!
Auch hier bitte ich jene Damen und Herren, die diesem Antrag zustimmen, um ein diesbezügliches Zeichen. – Das ist die Minderheit. Der Entschließungsantrag ist daher abgelehnt. (Abg. Dr. Khol: Gusenbauer ist wieder nicht dafür! – Abg. Ing. Westenthaler: Man muss sich die Frage stellen, ob er überhaupt schon bei einer Abstimmung da war! Ich bezweifle das stark!)
Abg. Dr. Khol: Gusenbauer war nicht dafür! – Abg. Ing. Westenthaler: Wieso ist Gusenbauer bei keiner einzigen Abstimmung da? – Abg. Schwarzenberger: Er wird von der Partei bezahlt! – Abg. Ing. Westenthaler: Das zahlt die Partei ...!
Ich bitte jene Damen und Herren, die diesem Streichungsantrag zustimmen, um ein diesbezügliches Zeichen. – Das ist die Minderheit. Der Streichungsantrag ist daher abgelehnt. (Abg. Dr. Khol: Gusenbauer war nicht dafür! – Abg. Ing. Westenthaler: Wieso ist Gusenbauer bei keiner einzigen Abstimmung da? – Abg. Schwarzenberger: Er wird von der Partei bezahlt! – Abg. Ing. Westenthaler: Das zahlt die Partei ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer war schon wieder nicht da! Er ist bei jeder Abstimmung nicht da! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Ich bitte jene Damen und Herren, die auch in dritter Lesung für den vorliegenden Gesetzentwurf sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Ich stelle fest, dass der Gesetzentwurf auch in dritter Lesung mit Mehrheit beschlossen ist (Abg. Dr. Khol: Gusenbauer war nicht dagegen!), wobei soeben nicht nur das Berufsreifeprüfungsgesetz, sondern auch das Schulunterrichtsgesetz unter einem verhandelt wurden. (Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer war schon wieder nicht da! Er ist bei jeder Abstimmung nicht da! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Dr. Khol: Ohne Gusenbauer! – Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer ist schon wieder nicht da!
Ich bitte jene Damen und Herren, die für dessen Kenntnisnahme eintreten, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist einstimmig angenommen. (Abg. Dr. Khol: Ohne Gusenbauer! – Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer ist schon wieder nicht da!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des den Platz von Abg. Dr. Gusenbauer einnehmenden Abg. Dr. Niederwieser –: Dem Gusenbauer ist ein Bart gewachsen! – Abg. Dr. Khol: Gusenbauer war wieder nicht da!
Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Minderheit. Damit ist dieser Antrag abgelehnt. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des den Platz von Abg. Dr. Gusenbauer einnehmenden Abg. Dr. Niederwieser –: Dem Gusenbauer ist ein Bart gewachsen! – Abg. Dr. Khol: Gusenbauer war wieder nicht da!)
Abg. Ing. Westenthaler: Für das Protokoll: Auch diese Abstimmung ohne Gusenbauer!
Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Gesetzentwurf sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist einstimmig angenommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Für das Protokoll: Auch diese Abstimmung ohne Gusenbauer!)
Sitzung Nr. 30
Abg. Dr. Khol: Das ist mein Platz! – Abg. Ing. Westenthaler: Keine Polemik vom Rednerpult!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Klubobmann Khol, ich kann mich erinnern, dass auch Sie manchmal aus der ersten Reihe dazwischenrufen. (Abg. Dr. Khol: Das ist mein Platz! – Abg. Ing. Westenthaler: Keine Polemik vom Rednerpult!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihre Sorgen möchte ich haben!
Meine Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Frau Bundesministerin! Werter Herr Bundesminister! Herr Abgeordneter Haupt hat davon gesprochen, diese Bundesregierung mache sich Sorgen. Ich möchte das Motto leicht variieren und sagen: Diese Bundesregierung macht Sorgen! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihre Sorgen möchte ich haben!) Sie macht deshalb Sorgen, weil sie es bis jetzt verabsäumt hat, ihre Ziele im Bereich der Pensionsreform auch nur andeutungsweise offen zu legen, meine Damen und Herren. (Abg. Dr. Martin Graf: Sie machen der Bevölkerung nur Angst!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist falsch, was Sie sagen!
Ich stelle tatsächlich richtig: Frau Abgeordnete Petrovic hat sich auf das gesamte Novellierungswerk bezogen (Bundesministerin Dr. Sickl: Das ist falsch!), in dem es nicht nur um die Abschaffung der vorzeitigen, sondern auch um erhöhte Altersgrenzen bei der Invaliditätspension geht, und durch diese Erhöhung der Altersgrenzen bei der Invaliditätspension werden Frauen mehr benachteiligt. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist falsch, was Sie sagen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Schon wieder ohne Gusenbauer! Er kriegt zwei Gehälter, aber bei keiner Abstimmung ist er da! – Abg. Edlinger: Aber er ist nicht auf dem Fußballplatz! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Entschließungsantrag eintreten, um ein Zeichen der Zustimmung. – Ich stelle fest, dass der Entschließungsantrag nicht die erforderliche Mehrheit gefunden hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Schon wieder ohne Gusenbauer! Er kriegt zwei Gehälter, aber bei keiner Abstimmung ist er da! – Abg. Edlinger: Aber er ist nicht auf dem Fußballplatz! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wieder ohne Gusenbauer!
Nunmehr gelangen wir zur Abstimmung über den Antrag des Ausschusses für Arbeit und Soziales, seinen Bericht 188 der Beilagen zur Kenntnis zu nehmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wieder ohne Gusenbauer!)
Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer stimmt nicht mit!
Ich bitte jene Damen und Herren, die für diese Entschließung eintreten, um ein diesbezügliches Zeichen. (Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer stimmt nicht mit!) – Die Entschließung in 188 der Beilagen ist mit Mehrheit angenommen. (E 13.)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Herr Präsident Verzetnitsch muss jetzt zustimmen, dieser schönen Aktion!
Zum Wort gelangt Herr Abgeordneter Verzetnitsch. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Herr Präsident Verzetnitsch muss jetzt zustimmen, dieser schönen Aktion!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Es ist unfair, meine sehr geehrten Damen und Herren, von Fairness zu reden, wenn bei der Entgeltfortzahlung bei Dienstverhinderung nach wie vor Unterschiede zwischen Arbeitern und Angestellten gegeben sind. Gleicher Anlassfall – die Bezeichnung ist entscheidend. Nicht die Tätigkeit, nicht irgendein messbares Instrument, sondern der Name entscheidet darüber (Ruf bei den Freiheitlichen: 30 Jahre haben Sie Zeit gehabt!), ob jemand Entgeltfortzahlung bei Dienstverhinderung bekommt oder nicht. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. )
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie einmal etwas zur Krankenstandsregelung!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das ist nicht fair! Das ist ein Geschenk, das mit Fairness nichts zu tun hat! (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie einmal etwas zur Krankenstandsregelung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist es unfair, wenn er mehr Geld für mehr Krankenstand bekommt? Wo ist es unfair, wenn er länger in Krankenstand gehen kann mit mehr Geld?
Es ist auch unfair – wir hören das ja immer wieder hier im Haus –, uns Fundamental-Opposition vorzuwerfen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist es unfair, wenn er mehr Geld für mehr Krankenstand bekommt? Wo ist es unfair, wenn er länger in Krankenstand gehen kann mit mehr Geld?) Herr Abgeordneter, fair wäre es, würden Sie unserem Abänderungsantrag zustimmen, der verteilt werden wird und der, wie in der Begründung nachzulesen ist, eine totale Gleichstellung zwischen Arbeitern und Angestellten bewirken würde, also die "Aktion Fairness" tatsächlich umsetzen würde.
Abg. Ing. Westenthaler: Und zahlen tut es das Christkind!
Stimmen Sie diesem Antrag zu! Er bringt die totale Gleichstellung zwischen Arbeitern und Angestellen, sowohl bei der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall als auch bei der Entgeltfortzahlung im Dienstverhinderungsfall, bei den Kündigungsfristen, bei der Sonderzahlung, er bringt auch keine Verschlechterung für die Bauabeiter und bringt vor allem eine faire Finanzierung und keine Geschenke. (Abg. Ing. Westenthaler: Und zahlen tut es das Christkind!) Nutzen Sie Ihre Chance, meine sehr geehrten Damen und Herren! Zeigen Sie, dass Sie bereit sind, Verantwortung zu tragen – dann ist es fair! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Und wer zahlt es, Herr Präsident Verzetnitsch? Der Weihnachtsmann? – Abg. Verzetnitsch: Wir haben einen Finanzierungsvorschlag vorgelegt, und der ist drinnen! – Abg. Ing. Westenthaler: Kein Wort hat er gesagt zur Verbesserung der Krankenstandsregelung!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Haupt. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Und wer zahlt es, Herr Präsident Verzetnitsch? Der Weihnachtsmann? – Abg. Verzetnitsch: Wir haben einen Finanzierungsvorschlag vorgelegt, und der ist drinnen! – Abg. Ing. Westenthaler: Kein Wort hat er gesagt zur Verbesserung der Krankenstandsregelung!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Haupt: Das war ein hervorragender Debattenbeitrag! – Abg. Ing. Westenthaler: War das jetzt eine tatsächliche Berichtigung? – Weitere Zwischenrufe.
Drittens: Deshalb bin ich und Kollege Nürnberger wahrscheinlich auch der Meinung, dass das durch Gesetz geschehen muss. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Haupt: Das war ein hervorragender Debattenbeitrag! – Abg. Ing. Westenthaler: War das jetzt eine tatsächliche Berichtigung? – Weitere Zwischenrufe.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr biegt die Geschäftsordnung jedes Mal, wie ihr es braucht!
Richtig ist, dass Österreich bei den Lohnstückkosten Spitzenreiter ist, was die niedrigen Lohnstückkosten in Europa betrifft, und dass es gar keinen Anlass gegeben hätte, aus Anlass einer Verbesserung für die Arbeitnehmer irgendein Geschenk an die Unternehmer zu machen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr biegt die Geschäftsordnung jedes Mal, wie ihr es braucht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Keine Ahnung, der Einem!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Ich muss ehrlich feststellen, Kollege Einem: Was die Frage betrifft, ob sich ein Staat 4,5 Milliarden Schilling leisten kann oder nicht, muss ich sagen: Mein Verständnis von einer tatsächlichen Berichtigung, wie es auch aus dem Ausschussbericht hervorgeht, bezieht sich (Abg. Ing. Westenthaler: Keine Ahnung, der Einem!) auf Tatsachenfeststellungen und nicht auf politische Einschätzungen oder Meinungen, ob sich ein Staat etwas leisten kann oder nicht. Ich darf an alle Kolleginnen und Kollegen, damit das keine fraktionelle Auseinandersetzung ist, die Bitte richten, diesen Gesichtspunkt zu berücksichtigen.
Abg. Ing. Westenthaler: Es wird keine weiteren Umreihungen mehr geben!
Diese Debatte wird zirka eine halbe Stunde dauern. Danach folgt eine weitere halbstündige Kurzdebatte zu den Fristsetzungen samt Abstimmungen im Anschluss daran. Dann setzen wir die jetzige Debatte fort, wobei aber nur mehr ein Redner – vorläufig – nominiert wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Es wird keine weiteren Umreihungen mehr geben!) Gleich danach erfolgen die Abstimmungen; darunter wiederum eine namentliche Abstimmung und auch Abstimmungen über Verfassungsbestimmungen. Ich sage das jetzt nur deshalb, weil das Einläuten relativ kurz dauern wird, da wahrscheinlich nur noch ein Redner zu den Punkten 3 bis 6 sprechen wird.
Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Schwarzenberger: Das wäre durchaus möglich! – Abg. Ing. Westenthaler: Die ist häufig vor Ort, wenn so etwas passiert!
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Zunächst eine Frage an Sie, Herr Minister: Welchen Wissensvorsprung haben Sie Frau Petrovic gegeben? Sie hat hier nämlich ganz genau geschildert, welche Beweise vernichtet worden sind, welcher Bericht nicht der Wahrheit entspricht, wo wer gesessen ist, was nicht so gewesen sein kann. Ich nehme ja nicht an, dass Frau Petrovic bei allen Vorfällen, die sie in den schriftlichen Anfragen abgefragt hat, dabei war. (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Schwarzenberger: Das wäre durchaus möglich! – Abg. Ing. Westenthaler: Die ist häufig vor Ort, wenn so etwas passiert!)
Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich! – Abg. Haigermoser – in Richtung der Grünen –: Das sind Ihre Sympathisanten!
Für jene, die die Anfragebeantwortung nicht gelesen haben, und vor allem für die Zuschauer möchte ich zitieren, was diese so genannten friedlichen Demonstranten einander alles zugerufen haben: Es hat einen Vermummten gegeben, der hinten gestanden ist und Anweisungen gegeben hat wie etwa: "Schießt’s mit den Raketen auf die Bullen!" "Was habt’s noch zum Schmeißen? Nehmt’s alles, was ihr finden könnt’s! Steine oder Flaschen, Wurscht, was!" "Ihr müsst’s näher ran gehen; sammelt’s die Steine, rennt’s hin!" (Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich! – Abg. Haigermoser – in Richtung der Grünen –: Das sind Ihre Sympathisanten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Frau Petrovic, sind das Ihre Freunde?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hier im Parlament haben uns Frau Stoisits und Frau Petrovic immer hoch und heilig versichert, wie friedlich all diese Demonstrationen seien. (Abg. Ing. Westenthaler: Frau Petrovic, sind das Ihre Freunde?) Schlachtrufe, wie ich sie gerade verlesen habe, sind dort gefallen, es waren keine friedlichen Demonstrationen.
Abg. Ing. Westenthaler: Einsperren wollten die Grünen, Frau Stoisits, die Freiheitlichen! – Widerspruch bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Edlinger: Nein! Herr Haider will ihn gerne einsperren! – Abg. Dr. Martin Graf: Die Grünen wollten auch mich ...! – Abg. Haigermoser: Lenken Sie nicht ab, Herr Edlinger! Lassen Sie das Steinewerfen, im Glashaus sitzend! – Abg. Edlinger: Ich werfe keine Steine! – Abg. Haigermoser: Heraus aus dem Glashaus!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Hornek. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Einsperren wollten die Grünen, Frau Stoisits, die Freiheitlichen! – Widerspruch bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Edlinger: Nein! Herr Haider will ihn gerne einsperren! – Abg. Dr. Martin Graf: Die Grünen wollten auch mich ...! – Abg. Haigermoser: Lenken Sie nicht ab, Herr Edlinger! Lassen Sie das Steinewerfen, im Glashaus sitzend! – Abg. Edlinger: Ich werfe keine Steine! – Abg. Haigermoser: Heraus aus dem Glashaus!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein Monat ist bitte Zeit! Es wird doch möglich sein, in dieser Zeit ...!
Eine Pensionsreform muss doch gründlich vorbereitet werden, Herr Kollege Khol! Man kann es sich doch nicht so einfach machen, da sozusagen drüberzubürsteln! (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Monat ist bitte Zeit! Es wird doch möglich sein, in dieser Zeit ...!)
Abg. Ing. Westenthaler begibt sich zum Rednerpult und zeigt dem Redner ein Schreiben, mit dem Hinweis: Das ist meine Mitgliedsnummer! Das ist keine EDV-Nummer!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Präsident! Herr Bundesminister! Eine Aufregung des Abgeordneten Westenthaler kann ich versuchen zu klären, eine Aufregung, die er erlitten hat, als er auf seine Nummer verwiesen hat. Herr Abgeordneter Westenthaler! Die Nummer, die Sie da vorgelesen haben, ist die EDV-Registrierungsnummer, die muss auf jedem EDV-unterstützt verschickten Formular stehen. (Abg. Ing. Westenthaler begibt sich zum Rednerpult und zeigt dem Redner ein Schreiben, mit dem Hinweis: Das ist meine Mitgliedsnummer! Das ist keine EDV-Nummer!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Unterschied!
Ich nenne einen weiteren Punkt: die freien Dienstverträge. – Nun ja, es gilt wie für Punkt eins dasselbe: Ob das jetzt von der Vollversammlung oder vom Vorstand beschlossen wird (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Unterschied!), macht zwar einen Unterschied, aber macht das eine Arbeiterkammerreform aus? (Abg. Ing. Westenthaler: Schon! Vollversammlung sind alle!) Ist es das, was eine Demokratisierung der Arbeiterkammer ausmacht? Herr Abgeordneter Westenthaler, das glauben Sie doch selbst nicht!
Abg. Ing. Westenthaler: Schon! Vollversammlung sind alle!
Ich nenne einen weiteren Punkt: die freien Dienstverträge. – Nun ja, es gilt wie für Punkt eins dasselbe: Ob das jetzt von der Vollversammlung oder vom Vorstand beschlossen wird (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Unterschied!), macht zwar einen Unterschied, aber macht das eine Arbeiterkammerreform aus? (Abg. Ing. Westenthaler: Schon! Vollversammlung sind alle!) Ist es das, was eine Demokratisierung der Arbeiterkammer ausmacht? Herr Abgeordneter Westenthaler, das glauben Sie doch selbst nicht!
Abg. Ing. Westenthaler: Für Rechtsschutz nur 2 Prozent!
Aber jetzt kurz noch zurück zu dieser Reform. Ihr materieller Gehalt beträgt 0,0 Prozent. Worum geht es dabei? – Sie haben gesagt, Sie wollen die Arbeiterkammer in die Pflicht nehmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Für Rechtsschutz nur 2 Prozent!) Ich habe nichts dagegen, dass man mit der Arbeiterkammer in eine sinnvolle Auseinandersetzung über die Demokratisierung tritt. Im Gegenteil! Dafür können Sie mich jederzeit gewinnen. Nur: Das, was Sie als Vorschläge für die Demokratisierung der Arbeiterkammer gebracht haben, hat auch einen materiellen Gehalt von faktisch null.
Abg. Ing. Westenthaler: Das will ich ja wissen! Deswegen habe ich ja die Sache hier vorgebracht!
Abgeordneter Helmut Dietachmayr (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Es wäre schon ganz interessant – auch für die Mitglieder dieses Hohen Hauses –, zu wissen, wo der Herr Westenthaler ein arbeiterkammerumlagepflichtiges Dienstverhältnis hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Das will ich ja wissen! Deswegen habe ich ja die Sache hier vorgebracht!) Es wäre eigentlich für uns alle ganz interessant, das zu wissen, daher lade ich Sie ein, hier diesbezüglich eine Offenlegung vorzunehmen.
Abg. Ing. Westenthaler: Niederösterreich! Mich interessiert Niederösterreich, nach Oberösterreich habe ich nicht gefragt!
Ich kann Ihnen dazu schon noch einige Zahlen nennen, Herr Abgeordneter Westenthaler, weil Sie gefragt haben, wie denn das mit den Einnahmen der AK so vor sich gehe. Ich kann Ihnen die genauen Zahlen vom Rechnungsabschluss der Arbeiterkammer in Oberösterreich sagen. (Abg. Ing. Westenthaler: Niederösterreich! Mich interessiert Niederösterreich, nach Oberösterreich habe ich nicht gefragt!) Da gehen zum Beispiel 5 Prozent an die Bundesarbeitskammer, 34 Prozent in den Rechts- und Sozialbereich, 11 Prozent in den Bereich Wirtschaft, Umwelt und Konsumentenschutz, 17 Prozent in den Kultur- und Bildungsbereich, für Informationen und Öffentlichkeitsarbeit werden 10 Prozent aufgewendet, 7 Prozent für Wohnbaudarlehen, Beihilfen und sonstige Vergütungen, und in die Selbstverwaltung gehen ganze 2 Prozent. Also 2 Prozent macht der Anteil der Kosten der Selbstverwaltung aus! (Abg. Ing. Westenthaler: 40 Prozent für Personal!) Für Investitionen, das ist für Gebäudeerhaltungen und Ähnliches, werden 12 Prozent ausgegeben, meine Damen und Herren.
Abg. Ing. Westenthaler: 40 Prozent für Personal!
Ich kann Ihnen dazu schon noch einige Zahlen nennen, Herr Abgeordneter Westenthaler, weil Sie gefragt haben, wie denn das mit den Einnahmen der AK so vor sich gehe. Ich kann Ihnen die genauen Zahlen vom Rechnungsabschluss der Arbeiterkammer in Oberösterreich sagen. (Abg. Ing. Westenthaler: Niederösterreich! Mich interessiert Niederösterreich, nach Oberösterreich habe ich nicht gefragt!) Da gehen zum Beispiel 5 Prozent an die Bundesarbeitskammer, 34 Prozent in den Rechts- und Sozialbereich, 11 Prozent in den Bereich Wirtschaft, Umwelt und Konsumentenschutz, 17 Prozent in den Kultur- und Bildungsbereich, für Informationen und Öffentlichkeitsarbeit werden 10 Prozent aufgewendet, 7 Prozent für Wohnbaudarlehen, Beihilfen und sonstige Vergütungen, und in die Selbstverwaltung gehen ganze 2 Prozent. Also 2 Prozent macht der Anteil der Kosten der Selbstverwaltung aus! (Abg. Ing. Westenthaler: 40 Prozent für Personal!) Für Investitionen, das ist für Gebäudeerhaltungen und Ähnliches, werden 12 Prozent ausgegeben, meine Damen und Herren.
Lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt wieder ein Redebeitrag!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu einer weiteren tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Dr. Einem zu Wort gemeldet. Redezeit: 2 Minuten. – Bitte. (Lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt wieder ein Redebeitrag!)
Abg. Ing. Westenthaler: Dreimal Einem falsch! Das war keine tatsächliche Berichtigung! – Abg. Dr. Einem: Oh ja! Das war eine! – Abg. Silhavy – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Sie kennen ja das Arbeiterkammergesetz gar nicht! – Weitere Zwischenrufe. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Verzetnitsch. (Abg. Ing. Westenthaler: Dreimal Einem falsch! Das war keine tatsächliche Berichtigung! – Abg. Dr. Einem: Oh ja! Das war eine! – Abg. Silhavy – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Sie kennen ja das Arbeiterkammergesetz gar nicht! – Weitere Zwischenrufe. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Warum krieg’ ich so einen Brief? Ich bin nicht Arbeiterkammermitglied!
Herr Abgeordneter Westenthaler! Ich verstehe die Aufregung nicht. Sie selbst haben einen Brief zitiert. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum krieg’ ich so einen Brief? Ich bin nicht Arbeiterkammermitglied!) Ich gehe davon aus, dass Sie ja wissen müssen, dass Sie als Arbeiterkammerpflichtiger nur dann wirklich registriert sind, wenn Sie auf Grund eines Dienstverhältnisses zum Zeitpunkt der Wahlerhebung – die Termine kennen Sie, wenn nicht, können Sie sich beim Kollegen Gaugg erkundigen, der kennt das (Abg. Silhavy: Das ist nicht so sicher!) – als Arbeitnehmer arbeiterkammerumlagepflichtig waren. Es liegt an Ihnen – ich kann das nicht tun, sonst würde ich den Datenschutz verletzen –, sagen Sie klar und deutlich, was Sie zum Tage der Wahlerhebung an Dienstverhältnissen gehabt haben, sagen Sie, ob Sie ein zusätzliches Einkommen haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Überhaupt nicht! – Weitere lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der SPÖ.) Deklarieren Sie sich, und die Sache ist geklärt! (Abg. Ing. Westenthaler: Warum schicken die mir das zu?) Weil Sie arbeiterkammerumlagepflichtig waren, Herr Kollege. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Edlinger: Mehrfacheinkommen! – Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Überhaupt nicht! – Weitere lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der SPÖ.
Herr Abgeordneter Westenthaler! Ich verstehe die Aufregung nicht. Sie selbst haben einen Brief zitiert. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum krieg’ ich so einen Brief? Ich bin nicht Arbeiterkammermitglied!) Ich gehe davon aus, dass Sie ja wissen müssen, dass Sie als Arbeiterkammerpflichtiger nur dann wirklich registriert sind, wenn Sie auf Grund eines Dienstverhältnisses zum Zeitpunkt der Wahlerhebung – die Termine kennen Sie, wenn nicht, können Sie sich beim Kollegen Gaugg erkundigen, der kennt das (Abg. Silhavy: Das ist nicht so sicher!) – als Arbeitnehmer arbeiterkammerumlagepflichtig waren. Es liegt an Ihnen – ich kann das nicht tun, sonst würde ich den Datenschutz verletzen –, sagen Sie klar und deutlich, was Sie zum Tage der Wahlerhebung an Dienstverhältnissen gehabt haben, sagen Sie, ob Sie ein zusätzliches Einkommen haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Überhaupt nicht! – Weitere lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der SPÖ.) Deklarieren Sie sich, und die Sache ist geklärt! (Abg. Ing. Westenthaler: Warum schicken die mir das zu?) Weil Sie arbeiterkammerumlagepflichtig waren, Herr Kollege. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Edlinger: Mehrfacheinkommen! – Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Warum schicken die mir das zu?
Herr Abgeordneter Westenthaler! Ich verstehe die Aufregung nicht. Sie selbst haben einen Brief zitiert. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum krieg’ ich so einen Brief? Ich bin nicht Arbeiterkammermitglied!) Ich gehe davon aus, dass Sie ja wissen müssen, dass Sie als Arbeiterkammerpflichtiger nur dann wirklich registriert sind, wenn Sie auf Grund eines Dienstverhältnisses zum Zeitpunkt der Wahlerhebung – die Termine kennen Sie, wenn nicht, können Sie sich beim Kollegen Gaugg erkundigen, der kennt das (Abg. Silhavy: Das ist nicht so sicher!) – als Arbeitnehmer arbeiterkammerumlagepflichtig waren. Es liegt an Ihnen – ich kann das nicht tun, sonst würde ich den Datenschutz verletzen –, sagen Sie klar und deutlich, was Sie zum Tage der Wahlerhebung an Dienstverhältnissen gehabt haben, sagen Sie, ob Sie ein zusätzliches Einkommen haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Überhaupt nicht! – Weitere lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der SPÖ.) Deklarieren Sie sich, und die Sache ist geklärt! (Abg. Ing. Westenthaler: Warum schicken die mir das zu?) Weil Sie arbeiterkammerumlagepflichtig waren, Herr Kollege. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Edlinger: Mehrfacheinkommen! – Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Jarolim – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Wie wäre es mit einer Offenlegung? – Abg. Mag. Trattner: Saubermann Jarolim! Seien Sie vorsichtig!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn Sie die Bezügeordnung ansprechen, die heute bundesweit geregelt ist, wollen Sie diese Bezügeordnung in Wirklichkeit nach Bundesländern unterschiedlich regeln. (Abg. Dr. Jarolim – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Wie wäre es mit einer Offenlegung? – Abg. Mag. Trattner: Saubermann Jarolim! Seien Sie vorsichtig!) Was soll das an Verbesserung bringen? Da halte ich es doch lieber mit dem, was wir hier im Haus beschlossen haben: Bezügeordnung für das gesamte Bundesgebiet.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben einen Fehler gemacht! Wir reparieren ihn!
Meine sehr geehrten Damen und Herren von ÖVP und FPÖ! Wenn Sie zum Beispiel in Ihrem Antrag eine Neuregelung bei den Pensionen in der Arbeiterkammer wollen, dann frage ich mich, wie Sie es denn eigentlich mit Ihren eigenen Beschlüssen halten. In Wirklichkeit haben wir hier vor drei Jahren mit den Stimmen der ÖVP und gegen die Stimmen der FPÖ einen Antrag beschlossen, der heute noch Gültigkeit hat. Anscheinend wollen Sie jetzt mit dabei sein, deshalb müssen wir es noch einmal abstimmen, obwohl es das geltende Gesetz ist, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben einen Fehler gemacht! Wir reparieren ihn!)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Jeder zweite ist nicht hingegangen!
In Wirklichkeit, meine sehr geehrten Damen und Herren, haben Ihnen die Wählerinnen und Wähler erstens durch eine höhere Wahlbeteiligung und zweitens auch durch ein klares Votum (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Jeder zweite ist nicht hingegangen!) – durch eine höhere Wahlbeteiligung! – eine entsprechende Antwort gegeben, die klar und deutlich war. Das tut Ihnen weh, und deswegen, aus wahltaktischen Gründen haben Sie diesen Antrag eingebracht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Jeder Zweite ist zu Hause geblieben!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Jeder Zweite ist zu Hause geblieben!
In Wirklichkeit, meine sehr geehrten Damen und Herren, haben Ihnen die Wählerinnen und Wähler erstens durch eine höhere Wahlbeteiligung und zweitens auch durch ein klares Votum (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Jeder zweite ist nicht hingegangen!) – durch eine höhere Wahlbeteiligung! – eine entsprechende Antwort gegeben, die klar und deutlich war. Das tut Ihnen weh, und deswegen, aus wahltaktischen Gründen haben Sie diesen Antrag eingebracht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Jeder Zweite ist zu Hause geblieben!)
Abg. Ing. Westenthaler: Alle Präsidenten!
Kollege Khol! Viel Vergnügen! Wir zwei aus dem Parlament raus! (Abg. Ing. Westenthaler: Alle Präsidenten!) Und das könnte man ja auch in den Reihen der blauen Abgeordneten fortsetzen: Aus dem Parlament raus! – Freie Abgeordnete werden sich auch nicht von der Vizekanzlerin aus dem Parlament hinausdrängen lassen! Wir sind vom Wähler gewählt – und ihm sind wir verpflichtet! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Er berichtigt Verzetnitsch!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Dietachmayr zu Wort gemeldet. (Abg. Ing. Westenthaler: Er berichtigt Verzetnitsch!) Bitte die Redezeit zu beachten!
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt quietscht es wieder ordentlich!
Ich stelle richtig: Dieser Betrag ist nur jener Betrag, der für die direkten Prozesskosten aufgewendet wird. Darin ist nicht beinhaltet, was für den gesamten Personalaufwand der Juristen aufgewendet wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt quietscht es wieder ordentlich!) Ich stelle dem gegenüber, dass 1999 allein in Wien 1,5 Milliarden Schilling für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erstritten wurden. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Khol: Und Gusenbauer ist wieder nicht da! – Abg. Ing. Westenthaler: Diesmal ist auch Kostelka nicht da! Ein führungsloser Klub!
Ich darf bitten, dass jene Damen und Herren, die diesem Gesetzentwurf ihre Zustimmung erteilen wollen, ein Zeichen geben. – Ich stelle fest, dass der Gesetzentwurf in zweiter Lesung mit Mehrheit angenommen ist. (Abg. Dr. Khol: Und Gusenbauer ist wieder nicht da! – Abg. Ing. Westenthaler: Diesmal ist auch Kostelka nicht da! Ein führungsloser Klub!)
Abg. Dr. Lichtenberger: Können Sie das wiederholen, Herr Kollege? – Abg. Haigermoser: Ja: Beim Wähler sollen Sie sich entschuldigen, dass sie Sie gewählt haben! – Abg. Ing. Westenthaler: Wenn man sich gleich danach entschuldigt, ist es also kein Ordnungsruf! Das ist neu! Das ist neu!
Abgeordneter Erwin Hornek (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Damen und Herren! (Abg. Dr. Lichtenberger: Können Sie das wiederholen, Herr Kollege? – Abg. Haigermoser: Ja: Beim Wähler sollen Sie sich entschuldigen, dass sie Sie gewählt haben! – Abg. Ing. Westenthaler: Wenn man sich gleich danach entschuldigt, ist es also kein Ordnungsruf! Das ist neu! Das ist neu!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wenn man sich nachher gleich entschuldigt, ist es kein Ordnungsruf! Okay!
Der Internationale Kaffeerat hat bei seiner Tagung in London im Juli 1999 eine zweijährige Verlängerung der Geltungsdauer des Internationalen Kaffee-Übereinkommens von 1994 beschlossen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn man sich nachher gleich entschuldigt, ist es kein Ordnungsruf! Okay!)
Abg. Ing. Westenthaler: Es geht nicht, dass eine Abgeordnete einen anderen Abgeordneten ...!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Kollege Westenthaler! Über die Ordnungsrufe wird hier am Präsidium entschieden – und nicht von Ihnen! (Abg. Ing. Westenthaler: Es geht nicht, dass eine Abgeordnete einen anderen Abgeordneten ...!)
Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Mag. Schweitzer: Was war jetzt?
Ich habe gehört, dass Herr Abgeordneter Gaugg einer Abgeordneten gesagt hat, sie soll nicht dauernd "keppeln", und ich habe das an sich als ungeheuerlich empfunden. (Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Mag. Schweitzer: Was war jetzt?) Aber im Sinne einer vernünftigen und friedlichen Stimmung habe ich diesen Ordnungsruf nicht erteilt, und ich lasse mir von Ihnen auch keinen anderen Ordnungsruf oktroyieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn man sich entschuldigt, gibt es keinen Ordnungsruf!) Wer sagt das? Das sage ich überhaupt nicht! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie hat "Dummheit" gesagt zu einem Abgeordneten, und das ist meiner Meinung nach ein Ordnungsruf!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wenn man sich entschuldigt, gibt es keinen Ordnungsruf!
Ich habe gehört, dass Herr Abgeordneter Gaugg einer Abgeordneten gesagt hat, sie soll nicht dauernd "keppeln", und ich habe das an sich als ungeheuerlich empfunden. (Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Mag. Schweitzer: Was war jetzt?) Aber im Sinne einer vernünftigen und friedlichen Stimmung habe ich diesen Ordnungsruf nicht erteilt, und ich lasse mir von Ihnen auch keinen anderen Ordnungsruf oktroyieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn man sich entschuldigt, gibt es keinen Ordnungsruf!) Wer sagt das? Das sage ich überhaupt nicht! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie hat "Dummheit" gesagt zu einem Abgeordneten, und das ist meiner Meinung nach ein Ordnungsruf!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie hat "Dummheit" gesagt zu einem Abgeordneten, und das ist meiner Meinung nach ein Ordnungsruf!
Ich habe gehört, dass Herr Abgeordneter Gaugg einer Abgeordneten gesagt hat, sie soll nicht dauernd "keppeln", und ich habe das an sich als ungeheuerlich empfunden. (Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Mag. Schweitzer: Was war jetzt?) Aber im Sinne einer vernünftigen und friedlichen Stimmung habe ich diesen Ordnungsruf nicht erteilt, und ich lasse mir von Ihnen auch keinen anderen Ordnungsruf oktroyieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn man sich entschuldigt, gibt es keinen Ordnungsruf!) Wer sagt das? Das sage ich überhaupt nicht! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie hat "Dummheit" gesagt zu einem Abgeordneten, und das ist meiner Meinung nach ein Ordnungsruf!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Ich halte es für wichtig, dass Biozide, also ökotoxische Produkte, die wir teilweise täglich im Haushalt benutzen, seien es Insektensprays, Ameisenfallen, Desinfektionsmittel und sonstige Dinge, jetzt endlich erfasst werden sollen. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. ) Es freut mich, dass Sie das erheitert, Herr Kollege Westenthaler! – Ich begrüße, dass diese Produkte identifiziert, kategorisiert, und vor allem auch gekennzeichnet werden sollen, weil das für die Konsumenten meiner Meinung nach sehr wichtig ist. (Abg. Mag. Trattner: Können Sie noch etwas schneller reden?) Ich halte eine Zulassung und Registrierung für äußerst wichtig. – Ich hoffe, Sie sind damit zufrieden. (Beifall bei der SPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Trattner. )
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Trattner: Sehr gut! – Abg. Ing. Westenthaler: Das war sehr fundiert! Verständlich und fundiert! – Abg. Dr. Jarolim: Das können Sie dem Christkindl schreiben, mit Ihrem Programm: unverständlich und einfach falsch!
Wir brauchen nicht, um immer wieder als die dazustehen, die etwas sofort verwirklichen, die Wirtschaft und damit auch den Konsumenten mit zusätzlichen Kosten zu belasten. Das wollen wir nicht. Das ist der Unterschied zum Regieren "alt", das Sie fortgesetzt hätten – womöglich mit Grünen, wenn Sie irgendwo die Mehrheit gehabt hätten –, das ist Regieren "neu": Kosten sparen für alle Beteiligten, Bürokratie eindämmen, sodass alle etwas davon haben und niemand zu Schaden kommt! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Trattner: Sehr gut! – Abg. Ing. Westenthaler: Das war sehr fundiert! Verständlich und fundiert! – Abg. Dr. Jarolim: Das können Sie dem Christkindl schreiben, mit Ihrem Programm: unverständlich und einfach falsch!)
Heiterkeit des Abg. Mag. Trattner. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war jetzt aber gut!
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! FPÖ-Umweltsprecher "alt" und FPÖ-Umweltsprecher "neu": Das sind wirklich zwei völlig verschiedene Produkte! (Heiterkeit des Abg. Mag. Trattner. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war jetzt aber gut!) Ich bin jedes Mal fassungslos bis ins Innerste darüber, dass man sich innerhalb so kurzer Zeit in seinen Positionen dermaßen verändern kann, dass es mich wundert, dass du noch mit dem Gesicht zu mir sitzt (allgemeine Heiterkeit – Beifall bei den Grünen) und nicht mit dem Rücken! (Abg. Mag. Schweitzer: Soll ich? Soll ich? – Abg. Dr. Jarolim: ... eine Provokation, aber keine Position!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Ing. Westenthaler.
Drittens führen wir in der Zwischenzeit für besonders risikoreiche Produkte mit der Meldeverpflichtung ein zusätzliches Sicherheitsniveau ein. Ich würde daher auch bei dieser Debatte darum bitten, die Kirche im Dorf zu lassen, weil wir aus meiner Sicht eine verantwortbare und vernünftige Übergangsregelung geschaffen haben. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Ing. Westenthaler. )
Abg. Ing. Westenthaler: Bisher hat kein Einziger dieses Thema angesprochen! – Abg. Aumayr : Zur Sache!
Abgeordneter Mag. Walter Posch (SPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Hohes Haus! Ich glaube, man sollte die diplomatischen Bemühungen der Frau Außenminister zur Überwindung der Sanktionen – Monitoring hin, Monitoring her – anerkennen. (Abg. Ing. Westenthaler: Bisher hat kein Einziger dieses Thema angesprochen! – Abg. Aumayr : Zur Sache!) Ich komme zur Sache. Das ist nämlich eine außenpolitische Debatte, und daher ist zu diskutieren, was die Frau Außenministerin in Madrid, in Paris oder in London gesagt hat. Und warum erklären Sie ständig, Herr Klubobmann Khol, dass die EU-Sanktionen ungerecht sind? Warum wollen Sie – wie Sie
Abg. Ing. Westenthaler: Er kann nur so reden, weil ein SPÖ-Präsident da oben sitzt!
Ich zitiere wörtlich aus dem "Kurier": "Der ÖVP-Klubvorstand bemühte sich um Distanz zum Ausspruch des neuen Landesparteichefs. Man glaube nicht, dass Windholz die Bedeutung des Zitates gekannt habe." (Abg. Ing. Westenthaler: Er kann nur so reden, weil ein SPÖ-Präsident da oben sitzt!) "Die Begriffe von Ehre und Treue seien vom ,verbrecherischen Regime‘ des Nationalsozialismus missbraucht worden. ,Niemand darf die Wortfolge, die das Motto der SS darstellte, ungestraft wissentlich in den Mund nehmen, es sei denn, um auf diesen Missbrauch hinzuweisen und seine Abscheu vor den Verbrechen des Nationalsozialismus auszudrücken.‘" – Zitatende. – Ich anerkenne diese Distanz, Herr Klubvorsitzender! (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Warum lassen Sie das zu?)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Warum lassen Sie das zu?
Ich zitiere wörtlich aus dem "Kurier": "Der ÖVP-Klubvorstand bemühte sich um Distanz zum Ausspruch des neuen Landesparteichefs. Man glaube nicht, dass Windholz die Bedeutung des Zitates gekannt habe." (Abg. Ing. Westenthaler: Er kann nur so reden, weil ein SPÖ-Präsident da oben sitzt!) "Die Begriffe von Ehre und Treue seien vom ,verbrecherischen Regime‘ des Nationalsozialismus missbraucht worden. ,Niemand darf die Wortfolge, die das Motto der SS darstellte, ungestraft wissentlich in den Mund nehmen, es sei denn, um auf diesen Missbrauch hinzuweisen und seine Abscheu vor den Verbrechen des Nationalsozialismus auszudrücken.‘" – Zitatende. – Ich anerkenne diese Distanz, Herr Klubvorsitzender! (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Warum lassen Sie das zu?)
Abg. Haigermoser: Der Herr Einem ... ist resozialisierbar! – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz. – Abg. Ing. Westenthaler: Eine objektive Vorsitzführung, endlich! Zeit wird’s! – Abg. Dr. Mertel – in Richtung Freiheitliche –: Nehmen Sie Ihren hässlichen Finger weg! – Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen den Freiheitlichen und der SPÖ. – Unruhe im Saal.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Schweitzer. – Bitte. (Abg. Haigermoser: Der Herr Einem ... ist resozialisierbar! – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz. – Abg. Ing. Westenthaler: Eine objektive Vorsitzführung, endlich! Zeit wird’s! – Abg. Dr. Mertel – in Richtung Freiheitliche –: Nehmen Sie Ihren hässlichen Finger weg! – Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen den Freiheitlichen und der SPÖ. – Unruhe im Saal.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin froh, dass jetzt endlich einmal eine objektive Vorsitzführung ist – Gott sei Dank! –, keine parteipolitische Vorsitzführung!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Herr Abgeordneter Schweitzer ist am Wort! (Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin froh, dass jetzt endlich einmal eine objektive Vorsitzführung ist – Gott sei Dank! –, keine parteipolitische Vorsitzführung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt einen SPÖ- und zwei normale Präsidenten!
Abgeordneter Mag. Karl Schweitzer (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt einen SPÖ- und zwei normale Präsidenten!) Herr Kollege Cap hat in einer seiner wesentlichen Reden – eine davon hat er heute wieder gehalten – behauptet – und da gebe ich ihm zu (Abg. Dr. Mertel: "Gebe ich ihm zu"? Was soll das heißen?), ich gebe es zu –, dass es nicht leicht ist, die Sanktionen gegen Österreich wegzubekommen. Das ist aber vor allem deshalb so, Herr Kollege Cap, weil es aus dieser Hälfte des Hauses (der Redner blickt zur SPÖ) immer wieder Bemühungen gibt, alles, was in dieser Bundesregierung unternommen wird, zu konterkarieren. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ach, so ist das?! – Ruf: Oder war es der Schieder? – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Verrat an der ...! Das ist echter Verrat! Dokumentierter Verrat!
Herr Papayannakis, ein Linkssozialist – nichts anderes, Kollege Pilz (Abg. Dr. Pilz: ... Metaxa!) –, hat Journalisten bei einer Pressekonferenz ein Schreiben der SPÖ vom 16. April 2000 gezeigt und sich darauf berufen und auch daraus zitiert, in dem Kollege Cap oder einer seiner Genossen geschrieben hat: "Genossen in Griechenland, vergesst uns nicht! Tut etwas!" (Abg. Ing. Westenthaler: Ach, so ist das?! – Ruf: Oder war es der Schieder? – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Verrat an der ...! Das ist echter Verrat! Dokumentierter Verrat!)
Anhaltender Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Vernaderung geht weiter!
Meine Damen und Herren von der Linken in diesem Hause! Sie sind weiterhin redlich bemüht, Österreich im Ausland in den Schmutz zu ziehen! (Anhaltender Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Vernaderung geht weiter!)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident, hören Sie gut zu! Fünfter Versuch einer tatsächlichen Berichtigung!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Dr. Einem zu Wort gemeldet. Herr Abgeordneter, ich darf Sie auf § 58 Abs. 2 der Geschäftsordnung hinweisen. Beginnen Sie bitte mit der Wiedergabe des zu berichtigenden Sachverhaltes und stellen Sie diesem den berichtigten gegenüber. (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident, hören Sie gut zu! Fünfter Versuch einer tatsächlichen Berichtigung!)
Abg. Ing. Westenthaler – auf den sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Gusenbauer weisend –: Dinnerjacket! Oberkellner Gusenbauer! Kommt direkt vom Bankett, vom Champagnisieren!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Zu Wort gemeldet hat sich Herr Abgeordneter Dr. Gusenbauer. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – auf den sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Gusenbauer weisend –: Dinnerjacket! Oberkellner Gusenbauer! Kommt direkt vom Bankett, vom Champagnisieren!)
Abg. Ing. Westenthaler: Zu welchem Drittel gehört Einem?
Das gilt auch für die Geschichten, die Herr Schweitzer von etwaigen Briefen erzählt (Abg. Ing. Westenthaler: Zu welchem Drittel gehört Einem?), etwa von einem Brief, den er bis zum heutigen Tag nicht vorlegen konnte, weil es aus der Sozialdemokratie keinen einzigen Brief an irgendwelche griechischen Genossen mit einem dementsprechenden Aufruf gibt, was auch überall klar gesagt wurde. (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso haben die dann einen?) Herr Schweitzer aber stellt sich wider besseres Wissen her und erzählt die altbekannten Geschichten, in derselben Tonlage wie Herr Westenthaler.
Abg. Ing. Westenthaler: Wieso haben die dann einen?
Das gilt auch für die Geschichten, die Herr Schweitzer von etwaigen Briefen erzählt (Abg. Ing. Westenthaler: Zu welchem Drittel gehört Einem?), etwa von einem Brief, den er bis zum heutigen Tag nicht vorlegen konnte, weil es aus der Sozialdemokratie keinen einzigen Brief an irgendwelche griechischen Genossen mit einem dementsprechenden Aufruf gibt, was auch überall klar gesagt wurde. (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso haben die dann einen?) Herr Schweitzer aber stellt sich wider besseres Wissen her und erzählt die altbekannten Geschichten, in derselben Tonlage wie Herr Westenthaler.
Abg. Ing. Westenthaler: Zu welchem Drittel gehört Einem?
Sinn der Operation ist nur der (Abg. Ing. Westenthaler: Zu welchem Drittel gehört Einem?): Die FPÖ will nicht, dass die Maßnahmen gegen Österreich aufgehoben werden (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen), weil das der einzige Kitt dieser Koalition ist, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Kollege, es klatscht nur mehr ein Drittel! Welches ist das?
Eines steht außer Zweifel – und wenn Sie den Bericht der EVP genau lesen, dann werden Sie darin einen Satz finden, der entscheidend ist (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Kollege, es klatscht nur mehr ein Drittel! Welches ist das?) – : Die Kollegen von der Europäischen Volkspartei erwarten von der ÖVP und jenen Teilen der Bundesregierung, die von der ÖVP kommen, eines – das ist glasklar –, nämlich, dass all die inakzeptablen Äußerungen, wie sie von einzelnen FPÖ-Mandataren kommen, klar und unmissverständlich zurückgewiesen werden. Darauf aber warten die Österreicherinnen und Österreicher, so wie die EVP, bis heute, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber nur ein Drittel!
Es gibt neben vielen anderen Unterschieden zwischen Demokratie und Diktatur einen essentiellen: In der Diktatur sitzt die Opposition im Gefängnis, in der Demokratie sitzt die Opposition im Parlament. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber nur ein Drittel!)
Abg. Ing. Westenthaler: Peinlich! Internationale Peinlichkeit! – Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel.
Abgeordneter Mag. Gilbert Trattner (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Es lässt sich nicht mehr feststellen, welches Drittel bei Ihnen applaudiert, Herr Kollege Gusenbauer! Das, was Sie sich gestern geleistet haben, dokumentiert sich heute bereits in der "Neuen Zürcher Zeitung": "Misserfolg der SPÖ im Wiener Nationalrat – Dringliche Anfrage ohne Saft." (Abg. Ing. Westenthaler: Peinlich! Internationale Peinlichkeit! – Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel. )
Ironischer Bravo-Ruf bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ungeheuerlich! Das ist Anarchie!
Man hat dort die Frage gestellt: Wie sieht für dich die Utopie einer funktionierenden Gesellschaft aus? – Dazu Pilz: Das schaut so aus, dass es keinen Staat gibt – das ist einmal das Erste. (Ironischer Bravo-Ruf bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ungeheuerlich! Das ist Anarchie!) Dieses Gewaltinstrument darf es nicht mehr geben! Es soll eine freie Assoziation von Menschen sein – was weiß ich, wie immer das ausschauen mag. (Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Anarchie! Jetzt haben wir schon einen Anarchisten im Haus!
Das ist Ihre Einstellung zum Staat! Und da wollen Sie hier heruntergehen? – Sie sind nicht einmal lächerlich. Sie kann man nicht einmal mehr ernst nehmen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Anarchie! Jetzt haben wir schon einen Anarchisten im Haus!)
Abg. Ing. Westenthaler: Für das Protokoll: Gusenbauer ist wieder da!
Ich bitte jene Damen und Herren, die hiezu ihre Zustimmung geben, um ein entsprechendes Zeichen. (Abg. Ing. Westenthaler: Für das Protokoll: Gusenbauer ist wieder da!) – Das ist einstimmig angenommen.
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Abgeordneter Dieter Brosz (Grüne): Herr Präsident! Da die Zeit sehr vorgeschritten ist und noch dazu die einzige Fraktion, die sich zu dieser Debatte auch zu Wort gemeldet hätte, nämlich die Freiheitlichen, keine Redezeit mehr hat ... (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. ) – Dann tut es mir leid, dann hätte ich es nicht so gesagt! Aber es wäre zumindest das Interesse
Sitzung Nr. 32
Abg. Ing. Westenthaler: Das war aber jetzt ein Lapsus! Sind die Sanktionen schon aufgehoben? Haben wir etwas versäumt?
Abgeordneter Peter Schieder (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Das europäische Gipfeltreffen in Feira und die Tage danach haben uns nicht gebracht, was für alle Beteiligten das Beste gewesen wäre: eine Aufhebung der Sanktionen, eine Beendigung der Maßnahmen der EU-14. Auch wenn die Sanktionen faktisch nicht oder nicht mehr bestehen und auf gelegentliche Unbequemlichkeiten für Regierungsmitglieder und Botschafter reduziert sind, ist eine formelle Beendigung notwendig. (Abg. Ing. Westenthaler: Das war aber jetzt ein Lapsus! Sind die Sanktionen schon aufgehoben? Haben wir etwas versäumt?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie beim Bankgeheimnis! Da war es sinnvoll! – Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé
Was mich bei dieser Geschichte aber wirklich in Zorn versetzt, ist die Haltung der ÖVP. Von der FPÖ habe ich mir nichts anderes erwartet, aber das, was die ÖVP hier an – ich kann es nicht anders nennen – Scheinheiligkeit bietet, spottet jeder Beschreibung. Herr Klubobmann Khol und Herr Bundeskanzler Schüssel erklären uns hier vom Rednerpult beziehungsweise von der Regierungsbank aus allen Ernstes: Wir wollen die EU reformieren und nicht blockieren! – Da lobe ich mir doch den Kärntner Landeshauptmann (demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen), der in aller Offenheit sagt: Na klar geht es um eine Blockadedrohung, na klar geht es um den Einsatz des Vetorechts, na klar geht es um die Beibehaltung des Einstimmigkeitsprinzips! Das sind klare, offene Worte (Abg. Ing. Westenthaler: Wie beim Bankgeheimnis! Da war es sinnvoll! – Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé ), und das stimmt sogar in diesem Zusammenhang ausnahmsweise.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der, der einmal direkt-demokratisch ins Parlament gewählt wurde!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Cap. Gleiche Redezeit: 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der, der einmal direkt-demokratisch ins Parlament gewählt wurde!)
Abg. Ing. Westenthaler: Schnitzel-Cap! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Fragen Sie die Österreicher: Wollen Sie, dass der Strom teurer wird, dass das Schnitzel teurer wird, dass der Kaffee teurer wird, dass überhaupt alles teurer wird, dass die Steuern steigen? Wollt ihr, liebe Österreicher und Österreicherinnen, das? – Das ist direkte Demokratie! Wieso fragen Sie das nicht? (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Weil Sie Zyniker der direkten Demokratie sind, weil Sie das gar nicht fragen wollen! (Abg. Ing. Westenthaler: Schnitzel-Cap! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Schnitzel-Cap!
Am liebsten würden Sie nur Pseudofragen stellen, wie: Liebe Österreicherinnen und Österreicher! Wollen Sie weiße Weihnachten? Soll das Enkerl im Zeugnis lauter Einser haben? – Das sind die Fragen, die Sie lieben. Aber Sie lieben nicht Fragen zu den Themen, die die Bundesregierung hier zu verantworten hat. Das sei Ihnen ins Stammbuch geschrieben. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Schnitzel-Cap!)
Abg. Ing. Westenthaler: Schnitzel-Cap!
Ich möchte Bundeskanzler Schüssel schon fragen – wäre die Frau Vizekanzlerin hier, würde ich sie auch fragen –: Angenommen es gäbe innerhalb der Mitgliedsländer der Europäischen Union einen Parteiführer, dessen Partei sich in einer Regierung in einem der Mitgliedsländer befände (Abg. Ing. Westenthaler: Schnitzel-Cap!) – er könnte Haiderini, Haiderossi oder Haideren heißen, ich weiß es nicht; irgendeine fiktive Figur, die halt dafür steht, dass sie rechtspopulistische Politik macht (Abg. Ing. Westenthaler: Schnitzel-Cap!) – und der dann sagen würde, dass die österreichische Bundesregierung korrupt sei, dass sie Kinderschänder schützt, dass Herr Bundeskanzler Schüssel ein Westentaschen-Schüssel sei, was wäre dann die Reaktion der Bundesregierung? – Sagt sie dann: Ach, das ist angenehm, wir wollen mehr, bitte noch mehr solcher Äußerungen, wir brauchen das dringend, wir wollen gequält werden!? – Das glauben Sie doch selbst nicht! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Schnitzel-Cap!
Ich möchte Bundeskanzler Schüssel schon fragen – wäre die Frau Vizekanzlerin hier, würde ich sie auch fragen –: Angenommen es gäbe innerhalb der Mitgliedsländer der Europäischen Union einen Parteiführer, dessen Partei sich in einer Regierung in einem der Mitgliedsländer befände (Abg. Ing. Westenthaler: Schnitzel-Cap!) – er könnte Haiderini, Haiderossi oder Haideren heißen, ich weiß es nicht; irgendeine fiktive Figur, die halt dafür steht, dass sie rechtspopulistische Politik macht (Abg. Ing. Westenthaler: Schnitzel-Cap!) – und der dann sagen würde, dass die österreichische Bundesregierung korrupt sei, dass sie Kinderschänder schützt, dass Herr Bundeskanzler Schüssel ein Westentaschen-Schüssel sei, was wäre dann die Reaktion der Bundesregierung? – Sagt sie dann: Ach, das ist angenehm, wir wollen mehr, bitte noch mehr solcher Äußerungen, wir brauchen das dringend, wir wollen gequält werden!? – Das glauben Sie doch selbst nicht! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Pradler Ritterspiele!
Wenn Sie die ganze Zeit davon sprechen, dass diese Sanktionen rechtswidrig sind (Abg. Ing. Westenthaler: Pradler Ritterspiele!), dann erklären Sie bitte den Österreichern und Österreicherinnen, warum Sie nicht klagen. Warum klagen Sie nicht, wenn die Sanktionen rechtswidrig sind? (Abg. Ing. Westenthaler: Burgtheater!) Klagen Sie doch endlich! – Aber auch das machen Sie nicht. Sie sind in Wirklichkeit in Ihrer Politik feige. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie gehören ins Confetti-TV!)
Abg. Ing. Westenthaler: Burgtheater!
Wenn Sie die ganze Zeit davon sprechen, dass diese Sanktionen rechtswidrig sind (Abg. Ing. Westenthaler: Pradler Ritterspiele!), dann erklären Sie bitte den Österreichern und Österreicherinnen, warum Sie nicht klagen. Warum klagen Sie nicht, wenn die Sanktionen rechtswidrig sind? (Abg. Ing. Westenthaler: Burgtheater!) Klagen Sie doch endlich! – Aber auch das machen Sie nicht. Sie sind in Wirklichkeit in Ihrer Politik feige. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie gehören ins Confetti-TV!)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie gehören ins Confetti-TV!
Wenn Sie die ganze Zeit davon sprechen, dass diese Sanktionen rechtswidrig sind (Abg. Ing. Westenthaler: Pradler Ritterspiele!), dann erklären Sie bitte den Österreichern und Österreicherinnen, warum Sie nicht klagen. Warum klagen Sie nicht, wenn die Sanktionen rechtswidrig sind? (Abg. Ing. Westenthaler: Burgtheater!) Klagen Sie doch endlich! – Aber auch das machen Sie nicht. Sie sind in Wirklichkeit in Ihrer Politik feige. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie gehören ins Confetti-TV!)
Abg. Ing. Westenthaler: Es ist schon aus, Cap! Ihre Zeit ist abgelaufen!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Bitte, Herr Kollege Cap, den Schlusssatz! (Abg. Ing. Westenthaler: Es ist schon aus, Cap! Ihre Zeit ist abgelaufen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Zeit ist abgelaufen! Herr Präsident, was soll das?
Also: Alle Einrichtungen der EU sollen verpflichtet werden auf die Grundregeln des Rechtsstaates und der Menschenrechte. – Zählen Sie bitte auf, wo die verletzt wurden. Verstecken Sie sich nicht dauernd hinter ... (Abg. Ing. Westenthaler: Die Zeit ist abgelaufen! Herr Präsident, was soll das?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: So ein Blödsinn!
Der zweite Punkt ist ganz offensichtlich die Absicht, Beiträge für das Budget zu bekommen. Dabei müssen wir mit großer Verwunderung feststellen, dass dieser Beitrag selbst nach dem Abschluss des Regierungsabkommens noch gesteigert wurde. Am Anfang wurde noch davon gesprochen, dass im Jahre 2003 der gemeinsame Beitrag der unselbständig Beschäftigten im privaten Bereich und jener der Beamten zusammen 15 Milliarden Schilling sein sollte. Nach den Auswirkungen dessen, was Sie heute vorschlagen, wird im Jahre 2003 der Beitrag rund 19 Milliarden Schilling sein. Wenn man akkumuliert, was das in jedem einzelnen Jahr bedeutet, dann heißt das, dass Sie vom 1. Oktober 2000 an bis zum Jahr 2004 den österreichischen Pensionistinnen und Pensionisten in Summe 53 Milliarden Schilling ihrer Pensionen wegkürzen werden, meine sehr verehrten Damen und Herren. Das ist in Wirklichkeit die Wahrheit über die Auswirkungen Ihrer Reform! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: So ein Blödsinn!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist totaler Unsinn, was Sie da verzapfen! Sie wollen die Menschen das Gruseln lehren!
Wenn Kollege Westenthaler meint, das stimme nicht, dann sage ich: Er sollte doch zumindest des Lesens mächtig sein. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist totaler Unsinn, was Sie da verzapfen! Sie wollen die Menschen das Gruseln lehren!) Es genügt, sich auf die Erläuternden Bemerkungen des Sozialministeriums zu den Einsparungen zu berufen – ich zitiere aus der offiziellen Unterlage –, in welchen steht: Einsparungen in der Pensionsversicherung der Unselbständigen und Selbständigen im Jahr 2000 450 Millionen Schilling, im Jahr 2001 3,3 Milliarden Schilling, im Jahr 2002 8,7 Milliarden Schilling, im Jahr 2003 14,5 Milliarden Schilling, im Jahr 2004 17 Milliarden Schilling und dazu im öffentlichen Dienst im Jahr 2000 370 Millionen
Abg. Ing. Westenthaler : Dann können aber nicht so viele angerufen haben!
Es wird stets von diesen allgemeinen Zahlen gesprochen und so getan, als ob dies die einzelnen Menschen nicht betreffen würde. In den letzten Wochen haben sich viele Betroffene aus der Bevölkerung an uns gewandt und uns gefragt: Was wird ... (Abg. Mag. Trattner: Das glaube ich Ihnen nicht! Das glaubt Ihnen kein Mensch!) – Ich erzähle es Ihnen gleich. Sie haben uns gefragt: Was wird diese Veränderung im Pensionssystem für mich ganz persönlich bedeuten? Und wir haben es für jeden Einzelnen durchgerechnet, damit man sich auch die subjektive Dimension, wie das jeden Einzelnen trifft, vorstellen kann. (Abg. Ing. Westenthaler : Dann können aber nicht so viele angerufen haben!) Ich führe ein paar Beispiele an, nur damit wir wissen, wie die Österreicherinnen und Österreicher konkret betroffen sind.
Abg. Ing. Westenthaler : Was für eine Gruselrechnung kommt jetzt?
Frau Berger, eine Arbeiterin und derzeit 54 Jahre alt, erreicht in zweieinhalb Jahren 37,5 Versicherungsjahre und damit die Voraussetzung für den Bezug einer vorzeitigen Alterspension bei langer Versicherungsdauer. (Abg. Ing. Westenthaler : Was für eine Gruselrechnung kommt jetzt?) Die Bemessungsgrundlage für ihre Pension beträgt 15 000 S. Nach dem bisher geltenden Recht hätte sie ab 56,5 Jahren 10 200 S Pension pro Monat erhalten. Nach dieser Reform erhält sie 9 675 S, das sind 525 S weniger im Monat oder 5 Prozent ihrer Pension. Auf das Jahr bezogen bedeutet das einen Verlust von mehr als 7 000 S (Bundesminister Dr. Bartenstein: Nein, nein!), und das für den gesamten Rest ihres Lebens – ich hoffe, dass sie noch 30 Jahre lang oder noch länger leben wird –, wodurch es in Summe auch zu einer dramatischen Einschränkung ihrer Lebensverdienstsumme kommen wird. Das ist die Wahrheit, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Durch Lotto? Spielen die auch Lotto?
Das lässt sich beliebig steigern! (Abg. Ing. Westenthaler: Durch Lotto? Spielen die auch Lotto?) Jemand, der etwa in Höhe der Höchstbeitragsgrundlage verdient hat und mit 61,5 Jahren mit 37,5 Versicherungsjahren in Pension gehen wird und der bei Einhaltung der Höchstbemessungsgrundlage von 38 000 S bisher 25 965 S Pension erhalten hätte, wird in Zukunft 24 629 S Pension erhalten. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Unsinn, was Sie da erzählen!) Das sind im Monat 1 336 S weniger oder auf das Jahr gerechnet über 18 000 S. So tief greifen Sie in die Taschen der Österreicherinnen und Österreicher und leugnen, dass Sie Pensionskürzungen durchführen, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Unsinn, was Sie da erzählen!
Das lässt sich beliebig steigern! (Abg. Ing. Westenthaler: Durch Lotto? Spielen die auch Lotto?) Jemand, der etwa in Höhe der Höchstbeitragsgrundlage verdient hat und mit 61,5 Jahren mit 37,5 Versicherungsjahren in Pension gehen wird und der bei Einhaltung der Höchstbemessungsgrundlage von 38 000 S bisher 25 965 S Pension erhalten hätte, wird in Zukunft 24 629 S Pension erhalten. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Unsinn, was Sie da erzählen!) Das sind im Monat 1 336 S weniger oder auf das Jahr gerechnet über 18 000 S. So tief greifen Sie in die Taschen der Österreicherinnen und Österreicher und leugnen, dass Sie Pensionskürzungen durchführen, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Lang anhaltender Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Brüder Grimm hätten eine Freude mit ihm! Märchenstunde zu Ende!
Wenn Sie gestern auf die Eisenbahner und Ihr Parteiobmann auch gestern wieder auf die Lehrer losgegangen sind, dann sage ich gerade jetzt zum Schulschluss ganz eindeutig: Ich bin als Vater einer Tochter dankbar dafür, dass die österreichischen Lehrerinnen und Lehrer mit großem Engagement das ganze Jahr über dafür gesorgt haben, dass unsere Kinder eine ordentliche Ausbildung und in Zukunft eine Chance in diesem Land haben. Das ist unser Zugang zu den Dingen. (Lang anhaltender Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Brüder Grimm hätten eine Freude mit ihm! Märchenstunde zu Ende!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt mitgestimmt! Wir haben nicht mitgestimmt!
Wir wissen doch, dass die Eisenbahner, die jetzt in das System einsteigen, keine Altpensionen mehr erhalten können. Wir wissen auch, dass es bei den Politikern, die jetzt einsteigen, Gott sei Dank so ist, und wir wissen auch, dass es die Grünen waren – und auch die Freiheitlichen –, die an dieser Veränderung der Politikerbezüge gearbeitet haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt mitgestimmt! Wir haben nicht mitgestimmt!) Aber wir wissen auch, dass sie, seit sie in der Regierung drinnen sitzen, an den Doppelbezügen für Politiker nichts ändern wollen, und wir wissen auch, dass es noch immer Dutzende gibt – hier, außerhalb dieses Hohen Hauses –, die nach 15 oder 20 Jahren Politikertätigkeit mit 170 000 oder 180 000 S in Pension gehen können. Und das sind die Personen, die sich dann herstellen und sagen: Da gibt es Privilegien bei den Eisenbahnern! Das ist die Frage, das ist der Ton, meine Damen und Herren, den Sie vorgeben! Muten Sie sich und Ihren Kindern nichts anderes zu als das, was Sie den Menschen in diesem Land zumuten! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie waren dafür! Sie haben dem Bezügegesetz zugestimmt!
Das heißt: Dreieinhalb Jahre Ministertätigkeit, also Mindestvoraussetzung nicht erfüllt (Abg. Ing. Westenthaler: Sie waren dafür! Sie haben dem Bezügegesetz zugestimmt!), dann nimmt man ein paar Jahre von der Abgeordnetentätigkeit dazu und hat die Voraussetzung für die Ministerpension erfüllt, und dieselben Abgeordnetenjahre zählen auch für eine Abgeordnetenpension.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie selbst haben zugestimmt! Wir haben dem Bezügegesetz nicht zugestimmt, Sie schon!
Herr Abgeordneter Westenthaler, schieben Sie uns nicht die Schuld für dieses alte System in die Schuhe! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie selbst haben zugestimmt! Wir haben dem Bezügegesetz nicht zugestimmt, Sie schon!) Wir Grüne sind nicht in der Regierung. Ich glaube, ich habe das deutlich gemacht: Sie haben die Verantwortung, denn Sie sind eine Regierungspartei! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der Grünen –: Ihr habt zugestimmt! Van der Bellen auch!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der Grünen –: Ihr habt zugestimmt! Van der Bellen auch!
Herr Abgeordneter Westenthaler, schieben Sie uns nicht die Schuld für dieses alte System in die Schuhe! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie selbst haben zugestimmt! Wir haben dem Bezügegesetz nicht zugestimmt, Sie schon!) Wir Grüne sind nicht in der Regierung. Ich glaube, ich habe das deutlich gemacht: Sie haben die Verantwortung, denn Sie sind eine Regierungspartei! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der Grünen –: Ihr habt zugestimmt! Van der Bellen auch!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Privilegienritterin!
Ich warne Sie, Frau Kollegin: Es gibt eine offizielle Anfrage des Tiroler Landtages und eine Beantwortung darauf, und Sie werden sich auch mit dem üblichen Hinweis, dass Sie 50 000 S von Ihren Privilegien gespendet haben, nicht darüber hinwegretten können, dass Sie Privilegien in Anspruch genommen haben. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Privilegienritterin!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der Grünen –: Das ist Doppelzüngigkeit, Herr Öllinger!
Ich werde Ihnen gerne die betreffende Anfragebeantwortung aus dem Tiroler Landtag zur Verfügung stellen. (Abg. Dr. Lichtenberger begibt sich zum Präsidium.) Ich würde es als Täuschung der österreichischen Öffentlichkeit erachten, wenn Sie hier zu einer tatsächlichen Berichtigung schreiten wollten, obwohl die Aussagen des Tiroler Landtages zu dieser Angelegenheit öffentlich bekannt sind und eindeutig und klar im Protokoll des Tiroler Landtages aufscheinen. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der Grünen –: Das ist Doppelzüngigkeit, Herr Öllinger!)
Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger-Schulden!
1 650 Milliarden Schilling Schulden am Beginn dieses Jahres und 1 700 Milliarden Schilling Schulden zu Mitte dieses Jahres als Auswirkung von 30 Jahre sozialdemokratisch geführten Regierungen in diesem Staate sind der Negativsaldobestand im Budget dieses Landes, der als Rucksack für die noch in Arbeit Befindlichen und als Rucksack für all jene, die heute noch in die Schule gehen, zu finden ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger-Schulden!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sondern?
Abgeordnete Dr. Evelin Lichtenberger (Grüne): Herr Abgeordneter Mag. Haupt hat in seiner Rede in Bezug auf die Privilegien von Politikern und das Pensionssystem den Eindruck erweckt, ich würde ein Privileg in Bezug auf das Pensionssystem genießen. Das ist nicht richtig! (Abg. Ing. Westenthaler: Sondern?) Ich unterliege den im Tiroler Landtag beschlossenen Regelungen, die eine Überführung der früheren Politikerpension in eine ASVG-Pension bewirkt haben. (Abg. Mag. Trattner: Sie haben eine Million in sechs Monaten gekriegt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Eine Million haben Sie kassiert! Privilegienritterin!
Weiters habe ich – und da hat der Herr Abgeordnete Mag. Haupt eine Vermischung vorgenommen (Abg. Ing. Westenthaler: Eine Million haben Sie kassiert! Privilegienritterin!) – eine Übergangszahlung in Anspruch genommen, auf die ich schon in einer vor einiger Zeit gemachten tatsächlichen Berichtigung eingegangen bin.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Eine Million Schilling Abfertigung!
Die Beantwortung aus dem Tiroler Landtag enthält nichts anderes als das, was ich gesagt habe. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Eine Million Schilling Abfertigung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das glaube ich!
Meine Damen und Herren! Ich möchte nicht verheimlichen, dass ich betroffen bin. (Abg. Ing. Westenthaler: Das glaube ich!) Bis jetzt bin ich davon ausgegangen, dass Grundlage des politischen Handelns drei große Ziele sind, nämlich erstens, dass man dazu Menschen mögen muss, zweitens, dass man soziale Benachteiligungen beseitigen will, und drittens, dass man die Chancen der Menschen erhöhen will. Das, was Sie uns an Politik heute hier vorführen, entspricht all diesen drei Punkten nicht. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie war das im Vorstand in Graz?
Weil Herr Kollege Amon gemeint hat, die Kinder seien Ihnen wichtig, darf ich ihn fragen: Herr Kollege Amon, inwiefern sind Ihnen die Kinder bei den Ambulanzgebühren wichtig? Wieso sorgen Sie nicht dafür, dass für Kinder wenigstens in Ambulanzen keine Gebühren bezahlt werden müssen? (Abg. Ing. Westenthaler: Wie war das im Vorstand in Graz?) Da ist Ihnen die Gesundheit der Kinder offensichtlich nicht so wichtig! Da machen Sie wieder Ihre Klientelpolitik, nämlich dass Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, die ohnehin für andere Gruppen solidarisch ihre Beiträge leisten, dies in noch verstärktem Maße tun müssen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Entschuldigen Sie sich dafür, Frau Kollegin!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was war das jetzt? Was war das jetzt? Das nehmen Sie aber zurück!
Meine Damen und Herren! Sie haben bereits bei der Abschaffung der vorzeitigen Alterspension wegen geminderter Arbeitsfähigkeit Ihren zynischen und kaltschnäuzigen Umgang mit arbeitenden Menschen gezeigt. (Abg. Ing. Westenthaler: Was war das jetzt? Was war das jetzt? Das nehmen Sie aber zurück!) Natürlich! Sie haben alles ignoriert, was an Argumenten gekommen
Widerspruch bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie auch Ihren Nachbarn gefragt?
Dieses gesamte Pensionspaket ist eine einzige Sanktionsmaßnahme gegen arbeitende Menschen mit Verschärfungen gegen berufstätige Frauen. (Widerspruch bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie auch Ihren Nachbarn gefragt?)
Abg. Westenthaler: Haben Sie Ihren Nachbarn mit A oder S markiert?
Meine Damen und Herren! Der Rechnungshof stellt fest – lesen Sie die Stellungnahme des Rechnungshofes! –, dass mit den wiederholten Reformen stets auch Maßnahmen getroffen wurden, die eine Senkung der Bundesbeiträge beinhalteten, nämlich derzeit 15,4 Prozent Bundesbeitrag statt der ursprünglichen Drittel-Drittel-Drittel-Ausgangsbasis. Der Rechnungshof stellt die Frage, ob die beabsichtigte Entlastung des Bundeshaushaltes nicht durch Einsparungen in anderen Bereichen herbeigeführt werden könnte. – Stellungnahme des Rechnungshofes. (Abg. Westenthaler: Haben Sie Ihren Nachbarn mit A oder S markiert?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler : Hat Ihr Nachbar ein S oder ein A bekommen? Wissen Sie das?
Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten haben das ASVG deshalb eingeführt, damit die Menschen im Alter eine Existenzsicherung haben. Wir wissen, wie wichtig das ist. Wir waren letzten Endes diejenigen, die dafür gesorgt haben, dass es überhaupt so eine Pensionsalterssicherung gibt. Sie wollen diese Sicherung mit einem Handstrich zu zerstören anfangen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler : Hat Ihr Nachbar ein S oder ein A bekommen? Wissen Sie das?)
Abg. Ing. Westenthaler: S oder A?
Meine Damen und Herren! Weil wir das nicht zulassen wollen, werden wir dem gesamten Pensionspaket unsere Ablehnung erteilen. (Abg. Ing. Westenthaler: S oder A?) Ich stelle aber dafür einen Antrag, und ich gebe Ihnen noch einmal eine Chance und fordere Sie auf: Überdenken Sie, ob Sie die Menschen nicht vielleicht doch mögen! (Abg. Haigermoser: Wir wollen keinen Überwachungsstaat! Wir wollen das nicht! – Abg. Ing. Westenthaler: Hat der Nachbar ein A oder ein S?)
Abg. Haigermoser: Wir wollen keinen Überwachungsstaat! Wir wollen das nicht! – Abg. Ing. Westenthaler: Hat der Nachbar ein A oder ein S?
Meine Damen und Herren! Weil wir das nicht zulassen wollen, werden wir dem gesamten Pensionspaket unsere Ablehnung erteilen. (Abg. Ing. Westenthaler: S oder A?) Ich stelle aber dafür einen Antrag, und ich gebe Ihnen noch einmal eine Chance und fordere Sie auf: Überdenken Sie, ob Sie die Menschen nicht vielleicht doch mögen! (Abg. Haigermoser: Wir wollen keinen Überwachungsstaat! Wir wollen das nicht! – Abg. Ing. Westenthaler: Hat der Nachbar ein A oder ein S?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das nehmen Sie aber zurück!
(Abg. Ing. Westenthaler: Das nehmen Sie aber zurück!) Der eingebrachte Entschließungsantrag des Herrn Abgeordneten Amon zeigt Ihr schlechtes Gewissen, denn Sie wissen, was Sie da heute beschließen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben ein schlechtes Gewissen! Spitzelaktion! Sie haben der Spitzelaktion zugestimmt!) Nehmen Sie diesen Ball auf, ergreifen Sie diese Chance, und stimmen Sie unserem Rückverweisungsantrag zu! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben ein schlechtes Gewissen! Spitzelaktion! Sie haben der Spitzelaktion zugestimmt!
(Abg. Ing. Westenthaler: Das nehmen Sie aber zurück!) Der eingebrachte Entschließungsantrag des Herrn Abgeordneten Amon zeigt Ihr schlechtes Gewissen, denn Sie wissen, was Sie da heute beschließen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben ein schlechtes Gewissen! Spitzelaktion! Sie haben der Spitzelaktion zugestimmt!) Nehmen Sie diesen Ball auf, ergreifen Sie diese Chance, und stimmen Sie unserem Rückverweisungsantrag zu! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Na geh!
Abgeordneter Rudolf Nürnberger (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren von der Bundesregierung! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ein Satz zur Vorrednerin, der Frau Abgeordneten Zierler, Spitzenkandidatin der FPÖ in der Steiermark: Ich bin froh, dass das Fernsehen Ihre Rede live übertragen hat, denn das hat Ihnen wieder ein paar Prozentpunkte weniger eingebracht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Na geh!) – Wer zuletzt lacht, lacht am Besten!
Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen ist sie jetzt auch nicht da!
Ich verstehe Sie nicht ganz, Herr Abgeordneter Nürnberger! Ich darf Sie schon daran erinnern, denn Sie haben nicht gesagt – absolut einmalig in der sehr, sehr wichtigen Diskussion zum Thema "Pensionen" –, dass Ihre Abgeordnete, die frühere Frauenministerin Prammer, zu unser aller Überraschung im Sozialausschuss plötzlich einen Antrag auf Schluss der Debatte gestellt hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen ist sie jetzt auch nicht da!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Hat der was Richtiges auch gesagt, der Nürnberger? Es ist so ziemlich alles falsch, was der Nürnberger gesagt hat!
Tatsache, Herr Kollege Nürnberger, ist, dass alle Bevölkerungsgruppen – Unternehmer, Freiberufler, Arbeiter, Angestellte – so wie die Bauern die entsprechenden Ambulanzgebühren in den vorliegenden Formen zu bezahlen haben werden. (Abg. Dietachmayr: Redezeit! – Abg. Dr. Mertel: Redezeit!) Und ob die Reform der Ambulanzgebühren patientenfreundlich oder nicht patientenfreundlich wird, Herr Kollege Nürnberger, wird ausschließlich in der Hand der Patientenvertreter liegen und nicht in der Hand der Bundesregierung. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Hat der was Richtiges auch gesagt, der Nürnberger? Es ist so ziemlich alles falsch, was der Nürnberger gesagt hat!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt ist das Fernsehen schon weg! – Abg. Dr. Martin Graf: Nürnberger und Nürnberger? Nürnberger berichtigt Nürnberger!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Abgeordneter Nürnberger gemeldet. Ich erteile ihm das Wort. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt ist das Fernsehen schon weg! – Abg. Dr. Martin Graf: Nürnberger und Nürnberger? Nürnberger berichtigt Nürnberger!)
Abg. Dr. Stummvoll: Dann waren Sie der Weichensteller für diese Koalition! – Abg. Ing. Westenthaler: Danke, Nürnberger!
Ich erkläre hier zum wiederholten Male – und vielleicht ist auch Herr Minister Bartenstein einmal bereit, das zur Kenntnis zu nehmen –, dass das falsch ist. Ich persönlich habe das nicht akzeptiert, und auch die überwiegende Mehrheit des Klubs der sozialdemokratischen Abgeordneten hat das nicht akzeptiert. Daher haben wir das Regierungsübereinkommen mit der ÖVP nicht unterschrieben, und daher sitzen auch Sie heute in der Regierung. (Abg. Dr. Stummvoll: Dann waren Sie der Weichensteller für diese Koalition! – Abg. Ing. Westenthaler: Danke, Nürnberger!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber sehr holprig! – Abg. Dr. Khol: Stimmt ja alles nicht!
Zweitens: Sie kürzen tatsächlich die Kaufkraft der Pensionen durch die neue Pensionsanpassung. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber sehr holprig! – Abg. Dr. Khol: Stimmt ja alles nicht!)
Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der SPÖ und der Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der Abg. Silhavy –: Werden Sie das Ihren Nachbarn erzählen, was Sie da feststellen bei Ihren Kontrollgängen?
Als Nächste hat sich Frau Abgeordnete Reitsamer zu einer tatsächlichen Berichtigung gemeldet. – Bitte. (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der SPÖ und der Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der Abg. Silhavy –: Werden Sie das Ihren Nachbarn erzählen, was Sie da feststellen bei Ihren Kontrollgängen?)
Abg. Dr. Khol: Fernsehen weg – Gusenbauer weg! – Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sehr richtig! Ich freue mich schon auf die Abstimmung!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Prinz. – Bitte. (Abg. Dr. Khol: Fernsehen weg – Gusenbauer weg! – Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sehr richtig! Ich freue mich schon auf die Abstimmung!)
Abg. Dr. Fekter: Die Dringliche Ihrer Fraktion! – Abg. Ing. Westenthaler: Am besten wird sein, die Dringliche Anfrage ...!
Aber es spricht dafür, wenn ich jetzt hier herumschaue: Die Gesichter sind müde, das ist verständlich, auch Ihres, meines selbstverständlich auch. Die Arbeitsbedingungen sind nicht ideal. Was mich wundert, ist, dass man derart zentrale Themen, die in allen Zeitungen stehen und bei denen es um Hunderte Milliarden Schilling geht – die Klientel für Gesundheit und Krankheit beträgt in Österreich 8 Millionen, würde ich einmal sagen, da liege ich nicht falsch –, in 5 Minuten abhandelt. Man sollte sich vielleicht etwas einfallen lassen. Ich weiß nicht, ob Sie anderer Meinung sind. (Abg. Dr. Fekter: Die Dringliche Ihrer Fraktion! – Abg. Ing. Westenthaler: Am besten wird sein, die Dringliche Anfrage ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das nehmen Sie jetzt zurück!
Im Bundes-KAG ist einiges zu Verbesserungen genutzt worden, einiges aber nicht. Woran ich mich nicht gewöhnen kann, ist, wenn Vorschläge kommen und dann vor den Türen – jetzt rede ich einmal etwas offener – Abgeordnete der Regierungsparteien kommen und sagen: "Du hast Recht" oder "Sie haben Recht, aber ich kann nicht anders, ich darf nicht anders, es geht nicht anders". – Das wäre das eine. (Abg. Kiss: Wer sind die? Keine allgemeinen Feststellungen! Bitte konkret!) Bitte, so klug bin ich schon, dass ich das jetzt nicht sage! (Abg. Ing. Westenthaler: Das nehmen Sie jetzt zurück!) Denn ich weiß, wie streng es in manchen Klubs zugeht, Herr Khol! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das nehmen Sie jetzt zurück!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das nehmen Sie jetzt zurück!
Im Bundes-KAG ist einiges zu Verbesserungen genutzt worden, einiges aber nicht. Woran ich mich nicht gewöhnen kann, ist, wenn Vorschläge kommen und dann vor den Türen – jetzt rede ich einmal etwas offener – Abgeordnete der Regierungsparteien kommen und sagen: "Du hast Recht" oder "Sie haben Recht, aber ich kann nicht anders, ich darf nicht anders, es geht nicht anders". – Das wäre das eine. (Abg. Kiss: Wer sind die? Keine allgemeinen Feststellungen! Bitte konkret!) Bitte, so klug bin ich schon, dass ich das jetzt nicht sage! (Abg. Ing. Westenthaler: Das nehmen Sie jetzt zurück!) Denn ich weiß, wie streng es in manchen Klubs zugeht, Herr Khol! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das nehmen Sie jetzt zurück!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Mit Invaliden macht man keine Scherze, Frau Kollegin! Das ist eine Pietätlosigkeit! Mit invaliden Menschen Witze zu machen! – Weitere Zwischenrufe.
Wenn Sie sich physisch nicht in der Lage fühlen, in der Nacht hier zu arbeiten, dann, würde ich sagen, gehen Sie eben in die Invaliditätspension! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Mit Invaliden macht man keine Scherze, Frau Kollegin! Das ist eine Pietätlosigkeit! Mit invaliden Menschen Witze zu machen! – Weitere Zwischenrufe.)
Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fasslabend gibt das Glockenzeichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Mit Menschen macht man keine Witze! Das war kein guter Witz! Pietätlos!
Herr Präsident! Herr Staatssekretär! (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fasslabend gibt das Glockenzeichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Mit Menschen macht man keine Witze! Das war kein guter Witz! Pietätlos!) Von Ihnen, Herr Staatssekretär, weiß ich, dass Sie in der Nacht arbeiten können, denn wir haben Kammersitzungen bis um 4 Uhr früh gehabt, und wir sind es auch von unserem Beruf gewöhnt, nachts zu arbeiten. (Anhaltende Zwischenrufe.)
Abg. Ing. Westenthaler: So knapp vor dem Schlafengehen!
Wir gehen in die Debatte ein. Zu Wort gemeldet hat sich Frau Abgeordnete Annemarie Reitsamer. – Bitte, Frau Abgeordnete. (Abg. Ing. Westenthaler: So knapp vor dem Schlafengehen!)
Sitzung Nr. 33
Abg. Ing. Westenthaler: Schönes Wetter wünsch’ ich!
Es gibt leider keine ernst zu nehmende, keine glaubwürdige Abgrenzung zwischen den Heeresnachrichtendiensten und der Staatspolizei im Militärbefugnisgesetz und in dieser Novelle des Sicherheitspolizeigesetzes. Ich meine, dass das falsch ist. Deshalb werden wir diese Novelle und dieses Gesetz auch beim Verfassungsgerichtshof anfechten, und ich bin überzeugt davon, dass wir Recht bekommen werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Schönes Wetter wünsch’ ich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Schwemlein hat das formuliert! – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Und weiters heißt es hier: Es geht dabei nicht so sehr um einen gesicherten Wissensstand, sondern eher um deine Einschätzung und deine Vermutungen. – Zitatende. (Abg. Ing. Westenthaler: Schwemlein hat das formuliert! – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Kollege Schlögl, das ist Bespitzelung! – Abg. Dr. Niederwieser: Ihnen ist wohl alles Recht, um von den aufgeworfenen Fragen abzulenken! Die müssen Ihnen schon sehr unangenehm sein!
Zur Erleichterung dieser Arbeit hat der Vorstand zwei Unterlagen ausgearbeitet, nämlich das Wählerverzeichnis deines eigenen Wohnsprengels, also jene 500 Personen, die in deiner unmittelbaren Nachbarschaft wohnen. Solltest du von einer oder von mehreren dieser Personen vermuten, dass sie SPÖ wählen, möchten wir dich ersuchen, auf dieser Liste hinter dem Namen dieser Person den Buchstaben "S" hinzuschreiben. Dieser Buchstabe bringt zum Ausdruck, dass du diese Person für einen SPÖ-Wähler hältst. Umgekehrt möchten wir dich auch bitten, solltest du von jemandem den gesicherten Wissensstand haben, dass er oder sie eine andere Partei wählt, so würden wir bitten, den Buchstaben "A" hinter diesen Namen zu setzen. – Zitatende. (Abg. Ing. Westenthaler: Kollege Schlögl, das ist Bespitzelung! – Abg. Dr. Niederwieser: Ihnen ist wohl alles Recht, um von den aufgeworfenen Fragen abzulenken! Die müssen Ihnen schon sehr unangenehm sein!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das hat das letzte Mal der Honecker gemacht!
Da würde ich mich an der Nase nehmen. Herr Abgeordneter Schlögl, kein Wort würde ich mehr darüber reden, sondern ich würde nur erläutern, wie es eigentlich in der SPÖ zu einer solchen Aktion kommen kann. (Abg. Ing. Westenthaler: Das hat das letzte Mal der Honecker gemacht!) Da soll einer einmal herauskommen und uns erklären, wieso es diese Bespitzelungsaktion gegeben hat. Darüber haben Sie überhaupt nichts gesagt. (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm. )
Abg. Ing. Westenthaler: Ein unglaublicher Skandal! – Abg. Dr. Niederwieser: Reden wir doch über Ihr Bespitzelungsgesetz!
Schauen Sie, alles, was Sie heute vorbringen, ist offensichtlich nur dazu gedacht, dass Sie die Kurve kratzen können, denn Sie haben schon zusammen mit der ÖVP den Beschluss für eine Novelle des Sicherheitspolizeigesetzes zur erweiterten Gefahrenerforschung vorgelegt. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein unglaublicher Skandal! – Abg. Dr. Niederwieser: Reden wir doch über Ihr Bespitzelungsgesetz!) Und auch da war der Rechtsschutzbeauftragte vorgesehen.
Abg. Ing. Westenthaler: Bei den Kommunisten war das so!
Weiters schreibt man: "Abwehramt und das Heeresnachrichtenamt sind verpflichtet" (Abg. Ing. Westenthaler: Bei den Kommunisten war das so!) – "sind verpflichtet", sagen Sie, und unter Anführungszeichen: – "zum: ‚Ermitteln von Autoren, die sich kritisch bzw. teilweise negativ mit dem Bundesheer auseinandersetzen ..., (zur) Beobachtung von (politischen) Gruppierungen, die sich unter anderem gegen die militärische Landesverteidigung richten bzw. dieser kritisch gegenüberstehen‘." Sie sagen, die gesamte grüne Fraktion wird jetzt von einem freiheitlichen Verteidigungsminister beobachtet.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist wirklich unglaublich! – Ruf bei den Freiheitlichen: Unbeschreiblich! – Abg. Mag. Kogler: Pilz hat den Hintergrund beschrieben! – Weitere Zwischenrufe.
In Ihrer Belangsendung sagen Sie: Alle, die dem Bundesheer kritisch gegenüberstehen, müssen persönlich überwacht werden. Betroffen sind alle, auch der durchschnittliche Österreicher. Die Regierung sagt, jeder ist verdächtig. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist wirklich unglaublich! – Ruf bei den Freiheitlichen: Unbeschreiblich! – Abg. Mag. Kogler: Pilz hat den Hintergrund beschrieben! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin kein "Anarchist" – unter Anführungszeichen –, weil ...!
Ich bitte Sie, mit der Wiedergabe der zu berichtigenden Behauptung zu beginnen. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin kein "Anarchist" – unter Anführungszeichen –, weil ...!)
Bundesminister Scheibner: Das habe ich nicht gesagt! – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat er nicht gesagt! Sie sitzen auf Ihren Ohren! – Abg. Mag. Trattner: Hat er nicht gesagt! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Punkt 1: Der Herr Bundesminister hat behauptet, unsere Vertreter in der Datenschutzkommission hätten an dem Zustandekommen dieser Passagen mitgewirkt. (Bundesminister Scheibner: Das habe ich nicht gesagt! – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat er nicht gesagt! Sie sitzen auf Ihren Ohren! – Abg. Mag. Trattner: Hat er nicht gesagt! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Ich habe nicht gesagt, dass sie dafür waren.
Abg. Jung: Die Redezeit ist aus! – Abg. Ing. Westenthaler: Redezeit!
Zum Dritten: Herr Abgeordneter Jung hat behauptet, es gebe keine Akte und es sei nicht beabsichtigt, Akte über die politische Opposition und über die Grünen anzulegen. (Abg. Jung: Die Redezeit ist aus! – Abg. Ing. Westenthaler: Redezeit!) Im Ausschuss ist hingegen bestätigt worden, dass etwa über mich ein umfangreicher Akt ...
Abg. Ing. Westenthaler: Alles Gute und ein schönes Wetter, Herr Abgeordneter!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Herr Abgeordneter! Ihre Redezeit ist abgelaufen. Den Schlusssatz bitte! (Abg. Ing. Westenthaler: Alles Gute und ein schönes Wetter, Herr Abgeordneter!)
Abg. Ing. Westenthaler: Zur Geschäftsordnung!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Dr. Kostelka zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Zur Geschäftsordnung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Zur Geschäftsordnung!
Herr Abgeordneter Pilz! Sie gelangen zu einer tatsächlichen Berichtigung zu Wort. (Abg. Ing. Westenthaler: Zur Geschäftsordnung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das gibt Ihnen nicht das Recht, Abgeordnete mit "wilden Tieren" zu vergleichen! Wo kommen wir denn da hin? Ein Skandal!
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Ich rege an, in der Präsidiale erneut die Debatte über die Handhabung der Sitzungsordnung hier im Hause zu führen. (Abg. Haigermoser: Lenken Sie nicht ab!) Dass es sich mittlerweile so einbürgert, dass Argumente, die den Regierungsparteien nicht passen, einfach niedergebrüllt werden, sodass eine Wortmeldung auch mit Mikrophon kaum noch möglich ist ... (Abg. Ing. Westenthaler: Das gibt Ihnen nicht das Recht, Abgeordnete mit "wilden Tieren" zu vergleichen! Wo kommen wir denn da hin? Ein Skandal!) – Sie demaskieren sich mit Ihrer weiteren Schreierei permanent! Machen Sie nur so weiter! Das ist für eine Regierungspartei wirklich ein wunderbares Zeugnis für das Wesen dieser Partei. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dr. Martin Graf: Das ist keine Geschäftsordnungsdebatte!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr geht auch schon wegen allem zum Verfassungsgerichtshof!
Die Schlussbemerkung lautet: Wenn wir uns auch von einer Mehrheit einen verfassungswidrigen Beschluss bieten lassen müssen und gezwungen sind, deshalb zum Verfassungsgerichtshof zu gehen – das werden beide Oppositionsfraktionen gemeinsam tun (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr geht auch schon wegen allem zum Verfassungsgerichtshof!) –, werde ich es mir nicht bieten lassen, von einem Brigadier des Heeres-Nachrichtenamtes erklärt zu bekommen – ich zitiere –: "Sie" – nämlich ich – "wollen freie Bahn für Kriminalität." – Damit unterstellen Sie eine bewusste Verletzung des Strafgesetzbuches und die Verhinderung einer Strafverfolgung (Abg. Jung: Das war eine Frage!), das ist die Unterstellung kriminellen Verhaltens und damit der Versuch einer Verleumdung in diesem Haus, Herr Brigadier Jung! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Um Gottes willen!
Deswegen widme ich Ihnen und auch vielen anderen zum Abschluss ein Gedicht von Wolf Biermann. (Abg. Ing. Westenthaler: Um Gottes willen!) Es lautet: "Was hast du im Schädel: Dreck oder Stroh? Sag, bist du so dumm oder tust du nur so?" (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Jung: Spricht für Sie, Herr Kollege!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der sich von ihren Plätzen erhebenden Abgeordneten der SPÖ und der Grünen –: Das ist zu wenig! – Abg. Haigermoser: Das ist schön!
Ich ersuche jene Mitglieder des Hohen Hauses, die dafür eintreten, den Entwurf betreffend ein Bundesgesetz, mit dem ein Militärbefugnisgesetz eingeführt sowie das Sperrgebietsgesetz geändert werden, an den Landesverteidigungsausschuss rückzuverweisen, um ein Zeichen. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der sich von ihren Plätzen erhebenden Abgeordneten der SPÖ und der Grünen –: Das ist zu wenig! – Abg. Haigermoser: Das ist schön!) – Das ist die Minderheit und damit abgelehnt. (Abg. Haigermoser: Setzen! Verloren! Danke! – Abg. Dietachmayr: Der Haigermoser kann es nicht anders, der ist so!)
Abg. Edlinger – in Richtung ÖVP und Freiheitliche –: Das ist eine Fundamental-Koalition! – Abg. Ing. Westenthaler: Aber sehr erfolgreich! Speed kills!
Ich bitte jene Damen und Herren, die für den Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Minderheit und damit abgelehnt. (Abg. Edlinger – in Richtung ÖVP und Freiheitliche –: Das ist eine Fundamental-Koalition! – Abg. Ing. Westenthaler: Aber sehr erfolgreich! Speed kills!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt lernen wir wieder etwas!
Als Erste zu Wort gemeldet hat sich Frau Abgeordnete Mag. Sima. Ich erteile es ihr hiemit. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt lernen wir wieder etwas!)
Abg. Ing. Westenthaler: Na Gott sei Dank!
Meines Wissens gibt es Gott sei Dank niemanden in Österreich, der mit Organismen der Sicherheitsstufe 3 in großem Maßstab arbeitet. (Abg. Ing. Westenthaler: Na Gott sei Dank!) Ich glaube, das ist auch ganz gut so. Aber das bedeutet, dass alle anderen Gentechnikanlagen überhaupt nicht UVP-pflichtig sind. Sie sind nicht mehr UVP-pflichtig! (Abg. Kopf: Es wird bald überhaupt niemanden mehr in der Biotechnologie geben in Österreich! – Abg. Öllinger: Man sollte es umtaufen in ÖVP-Verfahren!) Das halte ich für einen absoluten Skandal, gerade in Anbetracht dessen, dass sich die Freiheitlichen immer gegen die Anwendung der Gentechnik ausgesprochen haben und die Bürger einbeziehen wollten. Jetzt plötzlich wird das Niveau des Schwellenwertes bei Gentechnikanlagen dermaßen hinaufgesetzt, dass die Bürger überhaupt nicht mehr mitreden können. Das ist doch absurd! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kopf: Das ist ja nicht wahr!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das nehmen Sie aber zurück!
Vielleicht dringen zu Ihnen keine Telefonanrufe durch, aber mich rufen, seit dieses UVP-Gesetz in Debatte ist, sehr viele von Massentierhaltung betroffene Bürger aus den verschiedensten Dörfern Österreichs an. Das ist ein Thema, das sehr viele Bürger bewegt, und ich verstehe nicht, warum Sie gerade in diesem wichtigen Bereich die Bürgerinitiativen in ihren Rechten beschneiden. Ich halte das für einen Skandal! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das nehmen Sie aber zurück!)
Abg. Mag. Kogler – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Stimmt das, Herr Kollege?
Überdies ist dieses Gesetz nicht EU-Richtlinien-konform. Sie haben bei der Umsetzung einige wichtige Dinge vergessen, zum Beispiel die Einfügung der Standortkriterien, die in der EU-Richtlinie explizit gefordert sind. Zu guter Letzt ist es wie so viele andere Gesetze, die Sie in letzter Zeit verabschieden, auch nicht verfassungskonform (Abg. Mag. Kogler – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Stimmt das, Herr Kollege?), weil darin eine sehr wichtige Verfassungsgrundsatzbestimmung fehlt. Daher wird die SPÖ gegen dieses Gesetz eine Verfassungsklage einbringen. (Abg. Ing. Westenthaler: Gegen jedes Gesetz! Das brauchen Sie gar nicht mehr durchzusehen! – Abg. Dietachmayr: Dann machen Sie bessere Gesetze!)
Abg. Ing. Westenthaler: Gegen jedes Gesetz! Das brauchen Sie gar nicht mehr durchzusehen! – Abg. Dietachmayr: Dann machen Sie bessere Gesetze!
Überdies ist dieses Gesetz nicht EU-Richtlinien-konform. Sie haben bei der Umsetzung einige wichtige Dinge vergessen, zum Beispiel die Einfügung der Standortkriterien, die in der EU-Richtlinie explizit gefordert sind. Zu guter Letzt ist es wie so viele andere Gesetze, die Sie in letzter Zeit verabschieden, auch nicht verfassungskonform (Abg. Mag. Kogler – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Stimmt das, Herr Kollege?), weil darin eine sehr wichtige Verfassungsgrundsatzbestimmung fehlt. Daher wird die SPÖ gegen dieses Gesetz eine Verfassungsklage einbringen. (Abg. Ing. Westenthaler: Gegen jedes Gesetz! Das brauchen Sie gar nicht mehr durchzusehen! – Abg. Dietachmayr: Dann machen Sie bessere Gesetze!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das nehmen Sie zurück!
(Abg. Ing. Westenthaler: Das nehmen Sie zurück!) Das werde ich sicher nicht zurücknehmen. Ich habe Ihnen schon vorhin erklärt, dass dies einige Kernstücke Ihres letztjährigen Antrages sind, die Sie, Kollege Westenthaler, beim Zuhören sicher sofort erkannt haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe es sofort auswendig gewusst!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe es sofort auswendig gewusst!
(Abg. Ing. Westenthaler: Das nehmen Sie zurück!) Das werde ich sicher nicht zurücknehmen. Ich habe Ihnen schon vorhin erklärt, dass dies einige Kernstücke Ihres letztjährigen Antrages sind, die Sie, Kollege Westenthaler, beim Zuhören sicher sofort erkannt haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe es sofort auswendig gewusst!)
Abg. Ing. Westenthaler: 3,5 Milliarden!
Sie kennen die Stellungnahme der KPMG, die das Unternehmen geprüft und festgestellt hat, dass bei einem Ansatz von Zerschlagungswerten realisierbare Aktiva von rund 35,7 Milliarden Schilling Verbindlichkeiten von rund 39,1 Milliarden Schilling gegenüberstehen. Das heißt, in diesem Falle hätten wir – das ist sozusagen der Konkursfall – eine Belastung des Landes aus der Ausfallsbürgschaft in der Größenordnung von 3,4 Milliarden Schilling zu vergegenwärtigen. (Abg. Ing. Westenthaler: 3,5 Milliarden!)
Oh-Rufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Sumpf erster Ordnung! – Zwischenruf des Abg. Haigermoser.
Zweiter Fall: Da gibt es die Firma Wippel, die ihren Sitz in Hornstein hat, und zufällig wohnt auch Herr Landeshauptmann Stix in Hornstein, und zufällig ist Wippel ein Freund von Stix. – Na gut, es gibt also die Unternehmensgruppe Wippel in Hornstein: mit einem Sport-Studio, einem Stahlbau. Gesamtkredit, den diese Unternehmensgruppe bei der Bank Burgenland bekommt: 349 Millionen Schilling! (Oh-Rufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Sumpf erster Ordnung! – Zwischenruf des Abg. Haigermoser. )
Abg. Ing. Westenthaler: Sumpfblüten sind das! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ergebnis ist, meine Damen und Herren, dass diese Firma nicht einmal in der Lage ist, die Zinsen für diesen Kredit zu bedienen. Für das Sport-Studio hätte man 40 000 S Tagesumsatz gebraucht. Und das bitte hat nicht gutgehen können, das ist doch klar. Aber die "Lösung" von Stix und Gassner hat so ausgeschaut, dass die Bank Burgenland es übernommen hat, dieses Sport-Studio zu betreiben – damit nichts an die Oberfläche kommt. (Abg. Ing. Westenthaler: Sumpfblüten sind das! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Was wusste Edlinger?
Dass Stix und alle Sozialdemokraten, die sich für wichtig nehmen in diesem Land, längst über Hom-Rusch Bescheid wussten, ist doch heute allen klar, inklusive dem Kollegen Edlinger. (Abg. Ing. Westenthaler: Was wusste Edlinger?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das wird ja immer mehr! Das wird ja immer bunter!
Also, meine sehr geehrten Damen und Herren: Sumpfblüten über Sumpfblüten! Ob Herr Gassner, Herr Stagl, Herr Frantsits, Herr Widder, Herr Schneider und Herr Landeshauptmann Stix viel, wenig oder gar nichts gewusst haben, wird noch zu klären sein. (Abg. Ing. Westenthaler: Das wird ja immer mehr! Das wird ja immer bunter!) Ich weiß es heute schon: Sie alle haben alles gewusst. Es war das eine einzige – so könnte man könnte es nennen – Vertuscherpartie, die gehofft hat, irgendwie aus diesem Schlamassel herauszukommen, und zwar bis zum 21. März 2000. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Haigermoser: So habe ich das nicht gesagt! Das ist Ihre Interpretation, Herr Präsident! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist doch ungeheuerlich! – Weiterer Widerspruch und Zwischenrufe bei den Freiheitlichen in Richtung des den Vorsitz führenden Präsidenten Dr. Fischer, so unter anderem: Nicht das Burgenland, sondern die SPÖ!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Abgeordneter Haigermoser, Sie haben das Burgenland beziehungsweise einen Teil des Burgenlandes als "Galgenvogel-Paradies" bezeichnet. Ich weise das mit aller Schärfe zurück! (Abg. Haigermoser: So habe ich das nicht gesagt! Das ist Ihre Interpretation, Herr Präsident! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist doch ungeheuerlich! – Weiterer Widerspruch und Zwischenrufe bei den Freiheitlichen in Richtung des den Vorsitz führenden Präsidenten Dr. Fischer, so unter anderem: Nicht das Burgenland, sondern die SPÖ!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Seit 1993 hat der Landeshauptmann davon gewusst!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich stehe überhaupt nicht an, mit sehr großem Respekt die Beantwortung der Dringlichen Anfrage durch Herrn Bundesminister Grasser zur Kenntnis zu nehmen. Er hat in sehr maßvoller Art und Weise die an ihn gerichteten Fragen, und zwar ohne Schuldzuweisungen, beantwortet – und das angesichts eines schwierigen offenen Verfahrens. So gehört sich das aber auch, wenn man tatsächlich hinter jene Fragen kommen möchte, die zu diesem Schaden geführt haben. Dass das ein Kriminalfall ist, wird sich ja dann sicherlich herausstellen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Seit 1993 hat der Landeshauptmann davon gewusst!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Landeshauptmann hat davon gewusst!
Dabei handelt es sich um einen Kriminalfall, den die Justiz untersucht, um einen Kriminalfall, der letztendlich erst durch verschiedene Informationen ausgelöst wurde, die man zu einem Zeitpunkt, als die Bankenaufsicht kontrollierte, nicht einmal annähernd in dieser Dimension abschätzen konnte. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Landeshauptmann hat davon gewusst!)
Abg. Ing. Westenthaler: Im Landtag 1996 ...!
Nein, sehr geehrter Herr Westenthaler, denn dieses anonyme Schreiben aus dem Jahre 1993 ist an die Wirtschaftspolizei ergangen, an die Staatsanwaltschaft – und ist dort eingeschlummert. (Abg. Ing. Westenthaler: Im Landtag 1996 ...!) Auch im Jahre 1996 sind jene Wahrnehmungen an die Rechtsinstanzen, die der Staat hat, die Ihnen möglicherweise nicht passen, aber die vorhanden sind, weitergeleitet worden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Landtagsprotokolle!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Landtagsprotokolle!
Nein, sehr geehrter Herr Westenthaler, denn dieses anonyme Schreiben aus dem Jahre 1993 ist an die Wirtschaftspolizei ergangen, an die Staatsanwaltschaft – und ist dort eingeschlummert. (Abg. Ing. Westenthaler: Im Landtag 1996 ...!) Auch im Jahre 1996 sind jene Wahrnehmungen an die Rechtsinstanzen, die der Staat hat, die Ihnen möglicherweise nicht passen, aber die vorhanden sind, weitergeleitet worden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Landtagsprotokolle!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der von der ÖVP geht in Pension und der Rote in den Häfen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Aus dieser Causa einen roten Skandal machen zu wollen, ist ein Stereotyp, das Sie haben. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ein Blick auf die handelnden Personen beweist ja die Unhaltbarkeit Ihrer Vorwürfe und Behauptungen. Neben dem Vorstandsvorsitzenden Gassner, der niemals eine führende Funktion in der SPÖ hatte, gab es im Vorstand, und zwar als stellvertretenden Generaldirektor, einen Herrn Günter Widder, ehemals ÖVP-Landesparteisekretär (Ruf bei der ÖVP: Vor 20 Jahren!) und zweiter Landtagspräsident. (Rufe bei der SPÖ: Da schau her!) Er hat sich vor wenigen Tagen mit einer Abfertigung in Höhe von 11 Millionen Schilling in die Pension vertschüsst, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Der von der ÖVP geht in Pension und der Rote in den Häfen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Dieser Günter Widder hat auch andere wichtige Funktionen für die ÖVP wahrgenommen, so zum Beispiel in der BEWAG, in der Burgenland-Holding und ähnliches mehr.
Abg. Ing. Westenthaler: Sicherlich war das alles bekannt!
Besonders patzig in dieser Angelegenheit benimmt sich aber der Obmann der burgenländischen FPÖ, Rauter, der behauptet – so wie Sie von den Freiheitlichen hier –, alles wäre längst bekannt gewesen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sicherlich war das alles bekannt!) Sehr geehrter Herr Westenthaler! Die Wertschätzung, die ich Ihnen persönlich entgegenbringe, ist eher gering, aber: Einem Richter jedoch bringe ich mehr Wertschätzung entgegen. Ich meine, dass es schon sehr merkwürdig ist, dass ein Richter – nämlich jener Herr Rauter – sagt, dass seit vielen Jahren alles bekannt sei, als Mann der Justiz aber diesbezüglich keinerlei Maßnahmen ergreift. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Das ist ja geradezu fahrlässig, meine sehr verehrten Damen und Herren, wenn Rauter sagt, er wusste etwas, das aber für sich behalten hat. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt ist der Rauter schuld! Am besten, Sie setzen sich gleich wieder nieder! – Abg. Dr. Martin Graf: Vielleicht ist der Jörg Haider schuld! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen sowie Gegenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt ist der Rauter schuld! Am besten, Sie setzen sich gleich wieder nieder! – Abg. Dr. Martin Graf: Vielleicht ist der Jörg Haider schuld! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen sowie Gegenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Besonders patzig in dieser Angelegenheit benimmt sich aber der Obmann der burgenländischen FPÖ, Rauter, der behauptet – so wie Sie von den Freiheitlichen hier –, alles wäre längst bekannt gewesen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sicherlich war das alles bekannt!) Sehr geehrter Herr Westenthaler! Die Wertschätzung, die ich Ihnen persönlich entgegenbringe, ist eher gering, aber: Einem Richter jedoch bringe ich mehr Wertschätzung entgegen. Ich meine, dass es schon sehr merkwürdig ist, dass ein Richter – nämlich jener Herr Rauter – sagt, dass seit vielen Jahren alles bekannt sei, als Mann der Justiz aber diesbezüglich keinerlei Maßnahmen ergreift. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Das ist ja geradezu fahrlässig, meine sehr verehrten Damen und Herren, wenn Rauter sagt, er wusste etwas, das aber für sich behalten hat. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt ist der Rauter schuld! Am besten, Sie setzen sich gleich wieder nieder! – Abg. Dr. Martin Graf: Vielleicht ist der Jörg Haider schuld! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen sowie Gegenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Gauner sitzen bei euch! Bei uns gibt es keine Gauner! – Ruf bei der SPÖ: Rosenstingl! – Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der SPÖ und der Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt neuerlich das Glockenzeichen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ihr Manöver ist durchschaubar. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Gauner sitzen bei euch! Bei uns gibt es keine Gauner! – Ruf bei der SPÖ: Rosenstingl! – Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der SPÖ und der Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt neuerlich das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: 1996!
Meine Damen und Herren von den Freiheitlichen! Ihr Manöver ist durchschaubar: Ein Jahr vor den burgenländischen Landtagswahlen wollen Sie einen Skandal. Und noch etwas, Herr Westenthaler, da Sie hier fünf Termine nannten: Warum sprachen Sie denn nicht über den sechsten? Am 11. April 2000 hat der durchaus von mir geschätzte Finanzminister Grasser (Abg. Ing. Westenthaler: 1996!) noch nichts gewusst, da dessen Mitarbeiter sagten: keine Hämmer, Suppe zu dünn, keine Maßnahmen. (Abg. Ing. Westenthaler: 1993! 1996! 1999!) Am 11. April 2000 bitte konnte Grasser noch nicht handeln, weil die Suppe zu dünn war. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr Skandal ist das! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: 1993! 1996! 1999!
Meine Damen und Herren von den Freiheitlichen! Ihr Manöver ist durchschaubar: Ein Jahr vor den burgenländischen Landtagswahlen wollen Sie einen Skandal. Und noch etwas, Herr Westenthaler, da Sie hier fünf Termine nannten: Warum sprachen Sie denn nicht über den sechsten? Am 11. April 2000 hat der durchaus von mir geschätzte Finanzminister Grasser (Abg. Ing. Westenthaler: 1996!) noch nichts gewusst, da dessen Mitarbeiter sagten: keine Hämmer, Suppe zu dünn, keine Maßnahmen. (Abg. Ing. Westenthaler: 1993! 1996! 1999!) Am 11. April 2000 bitte konnte Grasser noch nicht handeln, weil die Suppe zu dünn war. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr Skandal ist das! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr Skandal ist das! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren von den Freiheitlichen! Ihr Manöver ist durchschaubar: Ein Jahr vor den burgenländischen Landtagswahlen wollen Sie einen Skandal. Und noch etwas, Herr Westenthaler, da Sie hier fünf Termine nannten: Warum sprachen Sie denn nicht über den sechsten? Am 11. April 2000 hat der durchaus von mir geschätzte Finanzminister Grasser (Abg. Ing. Westenthaler: 1996!) noch nichts gewusst, da dessen Mitarbeiter sagten: keine Hämmer, Suppe zu dünn, keine Maßnahmen. (Abg. Ing. Westenthaler: 1993! 1996! 1999!) Am 11. April 2000 bitte konnte Grasser noch nicht handeln, weil die Suppe zu dünn war. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr Skandal ist das! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt machen Sie sich doch lächerlich!
Meine sehr verehrten Damen und Herren von den Freiheitlichen! Ich hätte Ihren Finanzminister nicht so massiv angegriffen. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt machen Sie sich doch lächerlich!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Gassner, euer Freund, sitzt im Häfen!
Besonders massiv versucht die FPÖ, aus diesem Wirtschaftsskandal einen politischen Skandal zu machen, obwohl gerade die FPÖ jene Partei ist, in der ein Skandal den anderen jagt! Oder haben Sie vergessen, dass der Millionenbetrug Ihres ehemaligen Kollegen Rosenstingl – ich weiß nicht mehr genau, wo er hier saß – viele Millionen Schilling gekostet hat? Viele Menschen hat er betrogen. Neben Rosenstingl saßen Mentil und Schreiner – und während Sie über Sauberkeit sprachen, hat Rosenstingl seine dunklen Geschäfte erledigt. Das gehört in aller Offenheit auch hier gesagt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Gassner, euer Freund, sitzt im Häfen!)
Abg. Ing. Westenthaler: 2,5 Milliarden Schilling an Haftungen im Burgenland! – Zwischenruf des Abg. Haigermoser.
Können Sie von den Freiheitlichen sich noch daran erinnern: Hier, wo jetzt Ihre Kollegen Krüger beziehungsweise Graf sitzen, saß ein Herr namens Meischberger: Wegen Steuerhinterziehung wurde dieser vom Obersten Gerichtshof verurteilt. Das sind Ihre Freunde und Kollegen – und Sie zeigen mit dem Finger auf andere! (Abg. Ing. Westenthaler: 2,5 Milliarden Schilling an Haftungen im Burgenland! – Zwischenruf des Abg. Haigermoser. )
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind der größte Schlammwerfer, den es je in diesem Hause gab! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ein wahres Sittenbild ist auch der Fall Michael Passer, des Ehemannes der Frau Vizekanzlerin. (Ruf bei den Freiheitlichen: Jetzt werden Sie völlig geschmacklos!) Im Oktober 1989 wurde Michael Passer in Innsbruck zum Vizebürgermeister gewählt. Kaum ein Jahr später: Fahrerflucht. Vier Monate später musste er als Innsbrucker Vizebürgermeister zurücktreten. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind der größte Schlammwerfer, den es je in diesem Hause gab! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ein Jahr später geriet Michael Passer in den Verdacht, als Steuerberater Schwarzgeldverträge
Abg. Ing. Westenthaler: Der Pleite-Finanzminister Edlinger führt die große Lippe hier! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Kiss. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Pleite-Finanzminister Edlinger führt die große Lippe hier! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Im Schlamm wühlen und damit werfen, das könnt ihr! – Zwischenruf der Abg. Aumayr.
Abgeordneter Paul Kiss (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Werte Kolleginnen und Kollegen! (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Im Schlamm wühlen und damit werfen, das könnt ihr! – Zwischenruf der Abg. Aumayr. )
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der Gipfel!
Ich würde daher schon einen diesbezüglichen Appell an die FPÖ richten, da Ihnen ja der Vorsitz im Untersuchungsausschuss zufällt – das ist eben das Pech, dass die Grünen noch nicht im Landtag sind; ruhig bleiben und nicht aufjohlen! (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der Gipfel!) – , insofern nämlich, als der Vorsitzende Rauter schon Gefahr läuft, hier einäugig vorzugehen. Die SPÖ braucht meine Pflichtanwaltschaft nicht, heute nicht mehr als früher, aber ich halte es grundsätzlich für ein politisches Problem, dass Kollege Rauter, wie es bis jetzt in der Öffent
Abg. Ing. Westenthaler: 40 Prozent!
Ich möchte mich nun auf ein paar bundesrelevante Fragen konzentrieren. Auf Bundesebene sind bis jetzt mehrere Stellen involviert gewesen: die Oesterreichische Nationalbank, die Bankenaufsicht und die Finanzprokuratur – beides Institutionen, die in das Ressort des Finanzministers fallen –, letztlich aber auch die Bank Austria. Auch die diesbezügliche Verantwortung der Bank Austria wird zu beleuchten sein, da gebe ich Ihnen völlig Recht. (Abg. Ing. Westenthaler: 40 Prozent!) – 40 Prozent, genau. (Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger-Freund Randa!)
Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger-Freund Randa!
Ich möchte mich nun auf ein paar bundesrelevante Fragen konzentrieren. Auf Bundesebene sind bis jetzt mehrere Stellen involviert gewesen: die Oesterreichische Nationalbank, die Bankenaufsicht und die Finanzprokuratur – beides Institutionen, die in das Ressort des Finanzministers fallen –, letztlich aber auch die Bank Austria. Auch die diesbezügliche Verantwortung der Bank Austria wird zu beleuchten sein, da gebe ich Ihnen völlig Recht. (Abg. Ing. Westenthaler: 40 Prozent!) – 40 Prozent, genau. (Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger-Freund Randa!)
Abg. Ing. Westenthaler: So ist das!
Sie haben auch gewusst, was damals mit der Bank Burgenland war. Aber Sie haben darauf nicht reagiert, weil Sie auch gewusst haben, mit wem Sie es dort zu tun haben: mit Herrn Hom-Rusch, der im Aufsichtsrat von Rapid gesessen ist, mit dem Sie am Wochenende Fußball zuschauen gegangen sind und über den einige Sponsorgelder seitens der Bank Burgenland zu Rapid geflossen sind. (Abg. Ing. Westenthaler: So ist das!) Aber das waren keine Sponsorgelder seitens des Herrn Hom-Rusch, sondern solche direkt von der Bank Burgenland an Rapid.
Abg. Ing. Westenthaler: Das versteht der Edlinger nicht!
An den Dingen, die hier zutage getreten sind, zeigt sich erstens einmal: Wenn das Land Burgenland dafür nicht eine Haftung abgegeben hätte, wäre es ein Insolvenzfall gewesen, ein totaler Insolvenzfall! (Abg. Kiss: Selbstverständlich!) Man hätte zum Konkursrichter gehen müssen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das versteht der Edlinger nicht!) Das Eigenkapital von 1,1 Milliarden Schilling wurde aufgebraucht. Allein mit den 3,4 Milliarden Schilling gibt es einen Fehlbetrag von 2,3 Milliarden Schilling.
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Euer Freund! – Zwischenruf des Abg. Edlinger
Aber es kam nicht etwa dazu, dass Herr Gassner hergegangen wäre, sofort die Wirtschaftspolizei angerufen und dafür Sorge getragen hätte, dass dieser Mann Eisenstadt nicht hätte verlassen können (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Euer Freund! – Zwischenruf des Abg. Edlinger ), sondern man hat ihm einen Fluchtweg geschaffen und hat nicht einmal eine Anzeige seitens des Wirtschaftsprüfers, dessen Prüfberichte von Hom-Rusch gefälscht wurden, zur Veranlassung genommen, einen internationalen Haftbefehl auszuschreiben. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Skandal!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein Skandal!
Aber es kam nicht etwa dazu, dass Herr Gassner hergegangen wäre, sofort die Wirtschaftspolizei angerufen und dafür Sorge getragen hätte, dass dieser Mann Eisenstadt nicht hätte verlassen können (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Euer Freund! – Zwischenruf des Abg. Edlinger ), sondern man hat ihm einen Fluchtweg geschaffen und hat nicht einmal eine Anzeige seitens des Wirtschaftsprüfers, dessen Prüfberichte von Hom-Rusch gefälscht wurden, zur Veranlassung genommen, einen internationalen Haftbefehl auszuschreiben. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Skandal!)
Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!
Was alles hat dieser Mann über die SPÖ gewusst, dass Sie solche Angst davor hatten, dass er dingfest gemacht wird? Was war das alles? – Das wird nicht nur Rapid gewesen sein, da wird auch etwas Parteienfinanzierung dabei gewesen sein, denn sonst hätte man ihn nicht davongehen lassen. (Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!)
Abg. Ing. Westenthaler: Genau so ist es! Ihr habt auch hineingegriffen!
Da werden Sie in die Verantwortung gezogen werden, und da wird Herr Stix in die Verantwortung gezogen werden! Das wird der Untersuchungsausschuss im Burgenland hoffentlich zutage bringen. (Abg. Ing. Westenthaler: Genau so ist es! Ihr habt auch hineingegriffen!) Und Sie, Herr Altfinanzminister, werden wegen Ihrer Nichttätigkeit noch zur Verantwortung gezogen werden! Dafür werden auch die Gerichte sorgen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Also wie viele Millionen sind geflossen?
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Edlinger zu Wort gemeldet. Ich bitte um Formulierung des zu berichtigenden und des tatsächlichen Sachverhalts. (Abg. Ing. Westenthaler: Also wie viele Millionen sind geflossen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihre Freunde sind dort gesessen!
Richtig ist: Als ich kam ... (Abg. Mag. Trattner: Im Aufsichtsrat!) – Auch nicht im Aufsichtsrat! Im Aufsichtsrat saß ich nie, daher konnte ich dort auch nicht mit ihm gesessen sein. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihre Freunde sind dort gesessen!) – Richtig ist aber, dass Hom-Rusch Admira-Wacker sponserte, wie ich höre. Dort saß Pröll mit ihm zusammen. (Die Abgeordneten Mag. Trattner und Ing. Westenthaler: Rapid auch!)
Die Abgeordneten Mag. Trattner und Ing. Westenthaler: Rapid auch!
Richtig ist: Als ich kam ... (Abg. Mag. Trattner: Im Aufsichtsrat!) – Auch nicht im Aufsichtsrat! Im Aufsichtsrat saß ich nie, daher konnte ich dort auch nicht mit ihm gesessen sein. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihre Freunde sind dort gesessen!) – Richtig ist aber, dass Hom-Rusch Admira-Wacker sponserte, wie ich höre. Dort saß Pröll mit ihm zusammen. (Die Abgeordneten Mag. Trattner und Ing. Westenthaler: Rapid auch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Er hat schon wieder die Unwahrheit gesagt!
Am 12. Jänner 2000 langte der endgültige Prüfungsbericht der Oesterreichischen Nationalbank nach Vornahme einiger Korrekturen im Bundesministerium für Finanzen ein. – Wer war Finanzminister? – Edlinger! (Abg. Ing. Westenthaler: Er hat schon wieder die Unwahrheit gesagt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wieder falsch! – Zwischenruf des Abg. Edlinger. – Abg. Mag. Trattner – in Richtung des Abg. Edlinger –: Wieso sind die Beamten schuld? Sie waren nicht dabei! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Edlinger –: Sie waren nicht dabei! Aber Minister waren Sie?!
Am 16. Jänner 2000 fand vor dem Hintergrund der von der OeNB in ihrem Prüfbericht aufgezeigten mangelhaften Einhaltung der Sorgfaltspflicht und so weiter eine Besprechung in der Sektion V des Bundesministeriums für Finanzen statt. – Wer war Finanzminister? – Finanzminister Edlinger. Das zum Wahrheitsgehalt der Ausführungen des Altfinanzministers Edlinger. (Abg. Ing. Westenthaler: Wieder falsch! – Zwischenruf des Abg. Edlinger. – Abg. Mag. Trattner – in Richtung des Abg. Edlinger –: Wieso sind die Beamten schuld? Sie waren nicht dabei! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Edlinger –: Sie waren nicht dabei! Aber Minister waren Sie?!)
Abg. Dr. Jarolim: Ich habe 10 Minuten, und ich habe 5 Minuten freiwillige Redezeit, bitte! – Abg. Ing. Westenthaler: Kollege Jarolim, Ihre Zeit ist abgelaufen! – Abg. Mag. Trattner: Schluss mit den Anschüttungen!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Herr Abgeordneter! Den Schlusssatz bitte! Ihre Redezeit ist beendet. (Abg. Dr. Jarolim: Ich habe 10 Minuten, und ich habe 5 Minuten freiwillige Redezeit, bitte! – Abg. Ing. Westenthaler: Kollege Jarolim, Ihre Zeit ist abgelaufen! – Abg. Mag. Trattner: Schluss mit den Anschüttungen!) Die Gesamtredezeit Ihrer Fraktion ist beendet.
Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger hat also wieder die Unwahrheit gesagt! – Zwischenruf bei der SPÖ: Nicht beim Minister!
Ich bitte Sie um Verständnis, ich kann Ihnen nicht zustimmen. Der Prüfbericht, und zwar der vorläufige Prüfbericht der Nationalbank, ist am 20. Dezember 1999 eingelangt. Der endgültige Prüfbericht ist am 12. Jänner 2000 eingelangt. (Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger hat also wieder die Unwahrheit gesagt! – Zwischenruf bei der SPÖ: Nicht beim Minister!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Mann, der bereit ist, Verantwortung zu übernehmen!
Wenn Sie jetzt mit mir diskutieren wollen, ob es beim Minister war oder im Bundesministerium für Finanzen, so muss ich Ihnen sagen: Ich gehe davon aus, dass sich der Kollege außer Dienst für das Bundesministerium für Finanzen in diesem Zeitraum verantwortlich fühlt, genauso wie ich mich seit meiner Angelobung dafür verantwortlich fühle. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Mann, der bereit ist, Verantwortung zu übernehmen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Bist du der Pflichtverteidiger der SPÖ?
Die zweite Frage: War es eine politische Angelegenheit oder ein Kriminalfall? Das ist zuvor heftig diskutiert worden. Ich würde sagen, das Match ist unentschieden. (Abg. Ing. Westenthaler: Bist du der Pflichtverteidiger der SPÖ?) Klar ist: Es ist eine Angelegenheit des politischen Proporzes, und es gibt nirgendwo, in keinem anderen Bundesland einen so erbärmlich feudalistischen Proporz wie im Burgenland. Auch das muss gesagt werden.
Abg. Ing. Westenthaler: Die Firma heißt HOWE – und nicht Hom-Rusch!
Es sei mir auch noch erlaubt, eine zweite Frage – sozusagen außer Konkurrenz – zu stellen, denn auch das kennen wir aus der Vergangenheit, Herr Finanzminister: Eine Bank wird ertappt. Es lässt sich nicht abstreiten, die waren drinnen, und zwar massiv und mittels politischer Intervention. Es ist aber auch üblich, dass andere Banken, die vielleicht auch mit drinnenhängen, versuchen, die ersten Monate möglichst ruhig über die Bühne zu bringen. Deshalb die zweite Frage – außer Konkurrenz – an Sie: Was wissen Sie, Herr Bundesminister, über Verwicklungen von beziehungsweise über fällige Kredite bei anderen Banken, die durch die Firma Hom-Rusch verursacht worden sind? (Abg. Ing. Westenthaler: Die Firma heißt HOWE – und nicht Hom-Rusch!) Kennen Sie vielleicht auch noch andere Banken, etwa in Niederösterreich, etwa aus
Abg. Ing. Westenthaler: Das glaubt er wirklich! – Abg. Edlinger: Das ist nicht meine Philosophie!
Ich muss Ihnen schon sagen: Es zeugt von der eleganten Parteischule, die Sie durchgemacht haben, wie Sie versuchen, aus einem SPÖ-Skandal im Burgenland das SPÖ-mäßige wegzuwischen und unschuldig zu tun. Wahrscheinlich werden Sie uns auch noch erklären, dass die Erde eine Scheibe ist. Das hat in Ihren Ausführungen noch gefehlt. (Abg. Ing. Westenthaler: Das glaubt er wirklich! – Abg. Edlinger: Das ist nicht meine Philosophie!) Es ist geradezu abenteuerlich, wenn Sie meinen, dass Herr Stix ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Edlinger. ) Aber ich gehe schon recht in der Annahme, dass Herr Landeshauptmann ... (Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger glaubt ja auch bis heute, dass er uns nur 20 Milliarden Schilling Budgetdefizit hinterlassen hat!) So ist es! Genau! Das ist nämlich der nächste Punkt.
Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger glaubt ja auch bis heute, dass er uns nur 20 Milliarden Schilling Budgetdefizit hinterlassen hat!
Ich muss Ihnen schon sagen: Es zeugt von der eleganten Parteischule, die Sie durchgemacht haben, wie Sie versuchen, aus einem SPÖ-Skandal im Burgenland das SPÖ-mäßige wegzuwischen und unschuldig zu tun. Wahrscheinlich werden Sie uns auch noch erklären, dass die Erde eine Scheibe ist. Das hat in Ihren Ausführungen noch gefehlt. (Abg. Ing. Westenthaler: Das glaubt er wirklich! – Abg. Edlinger: Das ist nicht meine Philosophie!) Es ist geradezu abenteuerlich, wenn Sie meinen, dass Herr Stix ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Edlinger. ) Aber ich gehe schon recht in der Annahme, dass Herr Landeshauptmann ... (Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger glaubt ja auch bis heute, dass er uns nur 20 Milliarden Schilling Budgetdefizit hinterlassen hat!) So ist es! Genau! Das ist nämlich der nächste Punkt.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Aber ein Roter ist er trotzdem!
Soeben hat Herr Abgeordneter Gaugg schon wieder diesen Scherz ausgesprochen: Die schwarzen Vorstandsdirektoren gehen in Pension, der Rote in den Häfen. – Ich berichtige tatsächlich: Im Vorstand hat es keinen Roten gegeben, der in den Häfen gegangen wäre. Generaldirektor Gassner gehört keiner Partei an, daher auch nicht der SPÖ. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Aber ein Roter ist er trotzdem!)
Abg. Dr. Khol: Nein, das musst du zurücknehmen! – Abg. Ing. Westenthaler: Das geht gar nicht mehr!
Meine Damen und Herren! Herr Altfinanzminister, zu dem, was Sie hier geboten haben, nämlich einfach nur eine Schlammschlacht zu entfachen, so gleichsam nach dem Motto: Schuld sind die anderen!, muss ich ehrlich sagen: Das war eigentlich unter Ihrem sonstigen Niveau. (Abg. Dr. Khol: Nein, das musst du zurücknehmen! – Abg. Ing. Westenthaler: Das geht gar nicht mehr!) Okay, ich werde berichtigen: Es war Ihr Niveau, höre ich gerade. Okay, ich berichtige mich.
Abg. Ing. Westenthaler: Hat versagt!
Herr Altfinanzminister! Der Versuch, es neben der Schlammschlacht als reinen Kriminalfall darzustellen, ist an Ihrer eigenen Argumentation gescheitert. Sie haben zu Recht den Finanzminister für seine sehr objektive, sachliche Beantwortung gelobt. Aber was hat der Finanzminister in seiner Beantwortung gesagt? – Er hat eindeutig zweifache Kritik geübt. Erstens hat er Kritik an Management und Aufsichtsorgan geübt (Abg. Ing. Westenthaler: Hat versagt!), und zwar dahin gehend, dass die Bonitätsprüfungen nicht ausreichend durchgeführt wurden. Die zweite massive Kritik in seiner Anfragebeantwortung war, dass die öffentliche Hand als Eigentümerin ihre Pflichten nicht wahrgenommen hat, meine Damen und Herren. Das ist der wahre Sachverhalt! Zwei schwere Vorwürfe, die alle darauf hinauslaufen, dass wir im Burgenland den Weg frei für eine politische Erneuerung brauchen. Der Herr Landeshauptmann möge zurücktreten! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihnen hört kein Mensch mehr zu!
Und es wird nicht wahrer, wenn Sie sich hier herstellen und in vielen Bereichen wirklich Unsinn reden. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihnen hört kein Mensch mehr zu!) Es wurden so viele nachvollziehbar falsche Behauptungen hier aufgestellt, und es tut mir wirklich Leid, dass Sie sich mit dieser ganzen Materie nicht weiter auseinander gesetzt haben. Es wäre Ihnen dann nämlich
Abg. Ing. Westenthaler: Schon wieder! – Abg. Mag. Sima – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ich werde es gleich begründen! – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt bin ich wirklich gespannt! – Abg. Mag. Sima – auf dem Weg zum Rednerpult –: Da wir heute den Umweltblock behandeln, muss ich gezwungenermaßen öfter ans Rednerpult treten, Herr Kollege!
Zu Wort gemeldet hat sich als Erste Frau Abgeordnete Mag. Sima. Ich erteile es ihr. (Abg. Ing. Westenthaler: Schon wieder! – Abg. Mag. Sima – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ich werde es gleich begründen! – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt bin ich wirklich gespannt! – Abg. Mag. Sima – auf dem Weg zum Rednerpult –: Da wir heute den Umweltblock behandeln, muss ich gezwungenermaßen öfter ans Rednerpult treten, Herr Kollege!)
Abg. Ing. Westenthaler: Na geh!
Abgeordnete Mag. Ulrike Sima (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Ich bedauere es sehr, dass die Kollegen von den Freiheitlichen beim Thema Umweltverträglichkeitsprüfung hier so schnell Kindesweglegung betrieben haben (Abg. Ing. Westenthaler: Na geh!) und ihren eigenen Antragsteilen nicht zustimmen konnten. Es hätte mich sehr gefreut, wenn Sie sich noch daran erinnert hätten. Aber da kann man nichts machen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Da haben aber nicht alle geklatscht!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Da haben aber nicht alle geklatscht!
Abgeordnete Mag. Ulrike Sima (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Ich bedauere es sehr, dass die Kollegen von den Freiheitlichen beim Thema Umweltverträglichkeitsprüfung hier so schnell Kindesweglegung betrieben haben (Abg. Ing. Westenthaler: Na geh!) und ihren eigenen Antragsteilen nicht zustimmen konnten. Es hätte mich sehr gefreut, wenn Sie sich noch daran erinnert hätten. Aber da kann man nichts machen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Da haben aber nicht alle geklatscht!)
Abg. Mag. Schweitzer: Jawohl! – Abg. Ing. Westenthaler: Das machen wir!
Wir haben zu dieser Walfangproblematik zwei Anträge hier eingebracht, von denen einer nicht fristgerecht behandelt worden ist. Ich möchte Sie daher bitten, in Zukunft solche Dinge, bei denen es innerhalb Österreichs einen absoluten Konsens gibt, wirklich fristgerecht auf die Tagesordnung zu setzen. Ich bitte Sie! Das ist sehr wichtig und unterstützt die Umwelt-, Natur- und Artenschützer in der ganzen Welt. (Abg. Mag. Schweitzer: Jawohl! – Abg. Ing. Westenthaler: Das machen wir!) – Danke schön.
Abg. Ing. Westenthaler: Genau!
Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie Dipl.-Ing. Michael Schmid: Sehr geehrter Herr Präsident! Meine werten Damen und Herren! Ich werde die Debatte jetzt nicht verlängern, aber nur eine Frage, Herr Abgeordneter: Wer hat denn den Transitvertrag gemacht? (Abg. Ing. Westenthaler: Genau!) – Herr Kollege Einem – er ist jetzt leider nicht anwesend – und seine Vorgänger haben es auch nicht verdient, dass sie so von euch beschimpft werden, weil so schlecht wird die Verkehrspolitik doch wohl nicht gewesen sein, dass jeder Abgeordnete hier heraußen sagen muss, wie katastrophal die Situation in Österreich ist. Da muss sogar ich den Kollegen Einem verteidigen. Er hat sich da ja doch bemüht. Also seid ein bisschen fairer zu den eigenen Leuten. – Danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei der ÖVP.)
Sitzung Nr. 34
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist falsch!
Ich möchte aber doch darauf hinweisen, dass der Text des vorliegenden Gesetzes bereits in der vergangenen Gesetzgebungsperiode vom ehemaligen Bundeskanzler Klima gemeinsam mit Ihnen, Herr Bundeskanzler Schüssel, vereinbart wurde. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist falsch!) Es ist im Regierungsabkommen gestanden und wurde Wort für Wort in das Abkommen zwischen ÖVP und FPÖ aufgenommen. (Abg. Schwarzenberger: Da sind Sie falsch informiert!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie tief kann ich noch sinken?
Oder: Der Landeshauptmann von Kärnten, ein Spitzenmandatar, spricht im Zusammenhang mit Gewerkschaftern von "parasitären Elementen". Parasiten sind Schädlinge, Feinde der Volksgemeinschaft. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie tief kann ich noch sinken?) Dieser Begriff wurde willkürlich auf einzelne Menschen und Gruppen angewandt, die ins KZ gebracht wurden. Was sind "Schädlinge"? Was sind "Parasiten"? (Abg. Ing. Westenthaler: Und das bei so einer Debatte!) Wohin führt diese Sprache, wenn sie sich ins Denken umsetzt, wenn sich das Denken ins Handeln umsetzt und wenn die Verhältnisse so wären, wie sie damals waren? Wohin würde ein solches Denken konsequenterweise führen? (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Krüger: Wie geht es Ihrem Kollegen Arbeiter?)
Abg. Ing. Westenthaler: Und das bei so einer Debatte!
Oder: Der Landeshauptmann von Kärnten, ein Spitzenmandatar, spricht im Zusammenhang mit Gewerkschaftern von "parasitären Elementen". Parasiten sind Schädlinge, Feinde der Volksgemeinschaft. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie tief kann ich noch sinken?) Dieser Begriff wurde willkürlich auf einzelne Menschen und Gruppen angewandt, die ins KZ gebracht wurden. Was sind "Schädlinge"? Was sind "Parasiten"? (Abg. Ing. Westenthaler: Und das bei so einer Debatte!) Wohin führt diese Sprache, wenn sie sich ins Denken umsetzt, wenn sich das Denken ins Handeln umsetzt und wenn die Verhältnisse so wären, wie sie damals waren? Wohin würde ein solches Denken konsequenterweise führen? (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Krüger: Wie geht es Ihrem Kollegen Arbeiter?)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Oder: Die Frau Vizekanzler hat gesagt: Diese Regierung sei nicht erpressbar, schon gar nicht von einer Hand voll dienstfreigestellter Gewerkschafter, die ja von der Öffentlichkeit für die Zeit bezahlt werden, in der sie nichts Besseres zu tun haben, als darüber nachzudenken, wie man den Staat schädigen kann. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. ) – Ich frage Sie: Wohin führt dieses Denken, wenn es sich ins Handeln umsetzt und wenn dem Handeln Taten folgen, ganz konkrete Taten, und zwar unter anderen Umständen, unter anderen gesellschaftlichen Voraussetzungen, unter anderen ökonomischen Bedingungen? Wohin führt das?
Abg. Ing. Westenthaler: Was war das jetzt?
Was soll das heißen – vermischen Sie das nicht! –, wenn diejenigen, die diesen Akt heute für einen Schlussstrich halten wollen, sich gleichzeitig das Recht nehmen, so zu reden zu beginnen, wie diejenigen, die diese Geschichte verursacht und geprägt haben und sich im Nachhinein über diesen Schlussstrich freuen würden? (Abg. Ing. Westenthaler: Was war das jetzt?) Einen Schlussstrich, meine Damen und Herren – das hat Karl Öllinger schon gesagt –, wird es in dieser Form nicht geben (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind das Letzte vom Untersten! Die U-Bahn ist weit über Ihnen!), sondern es wird – und das ist kein Privileg der Opposition – eine Aufgabe der österreichischen Gesellschaft geben, weiterhin eine aktive Auseinandersetzung, nicht nur mit der eigenen Vergangenheit, zu führen.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind das Letzte vom Untersten! Die U-Bahn ist weit über Ihnen!
Was soll das heißen – vermischen Sie das nicht! –, wenn diejenigen, die diesen Akt heute für einen Schlussstrich halten wollen, sich gleichzeitig das Recht nehmen, so zu reden zu beginnen, wie diejenigen, die diese Geschichte verursacht und geprägt haben und sich im Nachhinein über diesen Schlussstrich freuen würden? (Abg. Ing. Westenthaler: Was war das jetzt?) Einen Schlussstrich, meine Damen und Herren – das hat Karl Öllinger schon gesagt –, wird es in dieser Form nicht geben (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind das Letzte vom Untersten! Die U-Bahn ist weit über Ihnen!), sondern es wird – und das ist kein Privileg der Opposition – eine Aufgabe der österreichischen Gesellschaft geben, weiterhin eine aktive Auseinandersetzung, nicht nur mit der eigenen Vergangenheit, zu führen.
Abg. Ing. Westenthaler: Es ist eigentlich ein unfassbarer Skandal, dass der SPÖ-Vorsitzende nicht bei der Abstimmung ist!
Ich bitte nunmehr jene Damen und Herren, die diesem Gesetzentwurf zustimmen, um ein bejahendes Zeichen. (Abg. Ing. Westenthaler: Es ist eigentlich ein unfassbarer Skandal, dass der SPÖ-Vorsitzende nicht bei der Abstimmung ist!) – Ich stelle ausdrücklich die verfassungsmäßig erforderliche Zweidrittelmehrheit fest. Der Gesetzentwurf ist einstimmig angenommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist die Moral dieser Partei!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist die Moral dieser Partei!
Ich bitte nunmehr jene Damen und Herren, die diesem Gesetzentwurf zustimmen, um ein bejahendes Zeichen. (Abg. Ing. Westenthaler: Es ist eigentlich ein unfassbarer Skandal, dass der SPÖ-Vorsitzende nicht bei der Abstimmung ist!) – Ich stelle ausdrücklich die verfassungsmäßig erforderliche Zweidrittelmehrheit fest. Der Gesetzentwurf ist einstimmig angenommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist die Moral dieser Partei!)
Abg. Mag. Trattner: Wieder fehlt der Gusenbauer! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Das ist Ihre Doppelmoral!
Ich stelle wiederum ausdrücklich die verfassungsmäßig erforderliche Zweidrittelmehrheit fest. (Abg. Mag. Trattner: Wieder fehlt der Gusenbauer! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Das ist Ihre Doppelmoral!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler versucht, einen Sticker mit der Aufschrift "Fairness for Austria" sowie dem Bild der EU-Flagge und der österreichischen Fahne an seinem Bankmikrophon zu befestigen, entfernt es dann aber wieder.
Drittens, meine sehr geehrten Damen und Herren, bleibt für mich und für meine Fraktion der schale Nachgeschmack, dass der Zweite Präsident des Nationalrates, der eigentlich die Verfassung und die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen wie seinen Augapfel hüten und überwachen müsste, der hier eigentlich Vorbild sein sollte, die Immunität eines Abgeordneten auf diese Art und Weise missbraucht hat. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler versucht, einen Sticker mit der Aufschrift "Fairness for Austria" sowie dem Bild der EU-Flagge und der österreichischen Fahne an seinem Bankmikrophon zu befestigen, entfernt es dann aber wieder.)
Abg. Ing. Westenthaler: Die steirische SPÖ kann das überhaupt gut!
Ihnen von der SPÖ, die Sie immer groß von Arbeitsplatzpolitik reden – bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit haben Sie dieses Wort im Mund –, kann ich nur sagen: Wenn ein Abgeordneter von uns in einem Bezirk, der nachweislich eine überdurchschnittlich hohe Arbeitslosenrate hat, so etwas macht, dann gehen Sie her und wollen ihn vernadern, meine Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Die steirische SPÖ kann das überhaupt gut!) Das ist eine ausgesprochen unfaire Angelegenheit! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ. – Unruhe im Saal.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist keine tatsächliche Berichtigung! – Weitere Zwischenrufe.
Und zum Dritten, meine sehr geehrten Damen und Herren, hat der Herr Abgeordnete Kukacka hier behauptet, die Sozialdemokraten wollen vernadern. – Herr Abgeordneter Kukacka! Ich stelle richtig ... (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist keine tatsächliche Berichtigung! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Ihr müsst aufpassen, sonst beschimpft euch die Petrovic als "wilde Tiere"!
Es haben alle die Möglichkeit, selbst das Wort zu ergreifen. Geben Sie ihm die Chance, gehört zu werden! (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Ihr müsst aufpassen, sonst beschimpft euch die Petrovic als "wilde Tiere"!)
Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen: Oh je! – Abg. Ing. Westenthaler: Wie war das jetzt in Graz?
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Frau Abgeordnete Silhavy zu Wort gemeldet. – Bitte. (Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen: Oh je! – Abg. Ing. Westenthaler: Wie war das jetzt in Graz?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer so viel Butter auf dem Kopf hat, soll nicht in die Sonne gehen!
Abgeordnete Heidrun Silhavy (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Herr Abgeordneter Graf hat uns in seinem Debattenbeitrag soeben unterstellt, dass wir beurteilen, ob jemand bestraft wird oder nicht. – Dies ist falsch! (Abg. Ing. Westenthaler: Wer so viel Butter auf dem Kopf hat, soll nicht in die Sonne gehen!)
Beifall bei der ÖVP und des Abg. Ing. Westenthaler.
Wir haben also reagiert. Wir haben sensibel reagiert, und ich werde auch in Zukunft gerade in diesen Bereichen eine besondere Sensibilität an den Tag legen. (Beifall bei der ÖVP und des Abg. Ing. Westenthaler. )
Ah-Rufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Was heißt denn das "S"?
a. das Wählerverzeichnis deines eigenen Wohnsprengels (also jene ca. 500 Personen, die in diener unmittelbaren Nachbarschaft wohnen). Solltest du von einer oder mehreren dieser Personen vermuten, dass sie SPÖ wählen, möchten wir dich ersuchen, auf dieser Liste hinter dem Namen dieser Person den Buchstaben ,S‘ hinzuschreiben." (Ah-Rufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Was heißt denn das "S"?) "Dieser Buchstabe bringt zum Ausdruck, dass du diese Person für einen SPÖ-Wähler hältst."
Pfui-Rufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist denn die Frau Kollegin Silhavy?
Meine Damen und Herren! Das ist der wortwörtliche Inhalt dieses Briefes. Dazu gibt es dann auch noch eine Blankoliste, in die man die Namen von allen Bekannten, Verwandten und so weiter eintragen kann, damit man wirklich flächendeckend bespitzeln und flächendeckend beobachten kann. (Pfui-Rufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist denn die Frau Kollegin Silhavy?)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber erst nach drei Wochen!
Das ist der Grund, meine sehr verehrten Damen und Herren, warum sich der Landesvorsitzende der steiermärkischen SPÖ Schachner-Blazizek dafür entschuldigt hat (Abg. Ing. Westenthaler: Aber erst nach drei Wochen!), und das ist auch der Grund, warum sich die Vorsitzende der Grazer SPÖ Kaltenbeck-Michl ebenfalls öffentlich entschuldigt hat. Das war richtig, das war anständig, und damit könnte es sein Bewenden haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Seien Sie doch froh!
Ich kann daher jetzt nur meiner wirklich großen Freude Ausdruck verleihen, dass heute – jetzt ist ja gleich die Abstimmung – beschlossen werden wird, dass in der Sitzung des Menschenrechtsausschusses am 4. Oktober dieser wichtige Antrag des Kollegen Posch, der nichts anderes vorsieht, als die Bundesregierung zu ersuchen, jährlich einen Bericht über die Menschenrechtssituation in Österreich zu erstellen, behandelt werden wird! (Abg. Ing. Westenthaler: Seien Sie doch froh!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ja, Bespitzelungen!
Zum Schluss: Herr Kollege Fischl – hier sitzt er, ganz prominent, in der zweiten Reihe –, weißt du, welche Menschenrechtsverletzungen es tatsächlich in Österreich gibt? (Abg. Ing. Westenthaler: Ja, Bespitzelungen!) Weißt du, dass zurzeit neun Personen in Strafhaft sitzen, weil sie verurteilt sind wegen eines Paragraphen, der tatsächlich menschenrechtswidrig ist, nämlich § 209 des österreichischen Strafgesetzbuches. Neun Menschen wird die Freiheit entzogen wegen einer Bestimmung, die wirklich jenseits des europäischen Maßstabes ist. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das in der Steiermark macht Ihnen nichts? Das ist Ihnen egal? Gesinnungsschnüffelei macht Ihnen nichts? Wenn es die SPÖ macht, ist es okay!
Das sind die Sorgen, die ich als Menschenrechtsaktivistin, als Vorsitzende dieses Ausschusses habe. (Abg. Ing. Westenthaler: Das in der Steiermark macht Ihnen nichts? Das ist Ihnen egal? Gesinnungsschnüffelei macht Ihnen nichts? Wenn es die SPÖ macht, ist es okay!) Und durch wen werden solche gesetzlichen Bestimmungen gedeckt, ja geradezu gefördert? – Durch die Freiheitlichen und die ÖVP.
Sitzung Nr. 35
Abg. Ing. Westenthaler: Sie können nicht rechnen!
Wer sind letztendlich die Draufzahler der Budgets 2001 und 2002? – Die Draufzahler sind die Durchschnittsverdiener. Der Mittelstand und die Facharbeiter werden belastet, Leistung wird bestraft, und die Wirtschaft, die investieren, wachsen und Arbeitsplätze schaffen will, wird auch bestraft. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie können nicht rechnen!) Geschont werden hingegen Unternehmer wie Herr Prinzhorn, Herr Bartenstein und Besitzer von Milliardenvermögen in Stiftungen. Die Belastungen für die kleinen Leute, die Sie im Budget 2000 beschlossen haben, bleiben weiterhin aufrecht. (Abg. Ing. Westenthaler: Keine Ahnung!) Das, was wir vorschlagen, ist der Unterschied zwischen einem Programm der Gerechtigkeit und Ihrem Programm, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Keine Ahnung!
Wer sind letztendlich die Draufzahler der Budgets 2001 und 2002? – Die Draufzahler sind die Durchschnittsverdiener. Der Mittelstand und die Facharbeiter werden belastet, Leistung wird bestraft, und die Wirtschaft, die investieren, wachsen und Arbeitsplätze schaffen will, wird auch bestraft. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie können nicht rechnen!) Geschont werden hingegen Unternehmer wie Herr Prinzhorn, Herr Bartenstein und Besitzer von Milliardenvermögen in Stiftungen. Die Belastungen für die kleinen Leute, die Sie im Budget 2000 beschlossen haben, bleiben weiterhin aufrecht. (Abg. Ing. Westenthaler: Keine Ahnung!) Das, was wir vorschlagen, ist der Unterschied zwischen einem Programm der Gerechtigkeit und Ihrem Programm, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Apparatschiksätze sind das! Wischiwaschi!
Wir wollen einen Belastungsstopp für Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen, aber Sie belasten diese Menschen in unserem Land weiter. Wir wollen Österreichs Zukunftschancen sichern, aber Sie gefährden sie, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Apparatschiksätze sind das! Wischiwaschi!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das Profil schärfen müssen Sie!
Wir laden heute die FPÖ zum Wahrheitsbeweis ein. Sie kann unserem Entschließungsantrag zustimmen, in welchem wir fordern, dass die Einkommenszuwächse in Stiftungen genauso besteuert werden wie auch die Zinserträge der kleinen Sparbuchbesitzer in Österreich. Das wäre nur ein Akt der Gerechtigkeit. Sie haben die Chance, Ihr Gerechtigkeitsprofil zu stärken, indem Sie diesem Entschließungsantrag zustimmen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das Profil schärfen müssen Sie!)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer und das Kapital! – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Sie machen sich lächerlich, denn das, woran Sie gerade basteln, ist das wirtschaftsfeindlichste Budget (einen Artikel der Zeitung "Wirtschaft" mit der Überschrift! "Wir akzeptieren das sicher nicht!" in die Höhe haltend), das in der gesamten Geschichte der Zweiten Republik jemals auf den Tisch gelegt worden ist! (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer und das Kapital! – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler hält ein Blatt Papier in die Höhe mit der Aufschrift "Der Standard": Meinungsforscher: SP-Chef Gusenbauer "katastrophal!"
Die FPÖ hat beim letzten Budget bei den Beziehern kleinerer und mittlerer Einkommen abkassiert und letztendlich verloren (Abg. Ing. Westenthaler hält ein Blatt Papier in die Höhe mit der Aufschrift "Der Standard": Meinungsforscher: SP-Chef Gusenbauer "katastrophal!"), denn diese haben sich gemerkt, Herr Westenthaler, wem sie die hohen Autosteuern zu verdanken haben, wem sie die höheren Gebühren zu verdanken haben, wem sie die doppelten Vignettenpreise, wem sie die höheren Stromsteuern, wem sie die Selbstbehalte im Krankheitsfall, bei welchen nicht einmal die Kinder ausgeklammert wurden, zu verdanken haben. Die Bezieher kleinerer und mittlerer Einkommen in diesem Land wissen ganz genau, Herr Westenthaler, dass Sie sie mit Ihrer Fraktion verraten haben, und daran hat sich nichts geändert. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: 75 Prozent nicht betroffen!
Wenn Sie jetzt mit dem Versprechen antreten, die Bezieher kleinerer und mittlerer Einkommen werden nicht weiter belastet, dann ist dazu festzustellen: Die massivsten Steuererhöhungen greifen ab einem Einkommen von 30 000 S brutto, sprich: 19 000 S netto bei den Aktiven und ab einem Bruttoeinkommen von 20 000 S bei den Pensionisten. Aber Sie haben auch dieses Mal wieder die Bezieher kleinerer und mittlerer Einkommen nicht ausgelassen (Abg. Ing. Westenthaler: 75 Prozent nicht betroffen!), denn auch für diese wird es Steuererhöhungen im Ausmaß von 750 S jährlich geben, wenn sie sich nicht Ihr besonderes Modell der Pensionsvorsorge leisten.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist abenteuerlich! Das glaubt Ihnen ja niemand!
Jetzt schauen wir uns einmal an, wie dieses Modell funktioniert! – Jemand, der im Monat 12 000 oder 13 000 S netto verdient, muss sich Ihr Pensionsvorsorgemodell mit 14 000 S pro Jahr leisten, damit er keine Steuererhöhung von 750 S hinnehmen muss. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist abenteuerlich! Das glaubt Ihnen ja niemand!)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler, auf ein Blatt Papier mit der Aufschrift: "Der Standard": Meinungsforscher: SP-Chef Gusenbauer "katastrophal!" deutend: Katastrophal!
Daher, Herr Westenthaler, mein Ersuchen an Sie: Nehmen Sie nie mehr in Anspruch, die Partei für die Leute mit kleineren Einkommen und für die Fleißigen und Tüchtigen zu sein, denn all diese werden jetzt Ihren parteipolitischen Interessen geopfert. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler, auf ein Blatt Papier mit der Aufschrift: "Der Standard": Meinungsforscher: SP-Chef Gusenbauer "katastrophal!" deutend: Katastrophal!)
Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit des Abg. Ing. Westenthaler.
Was können wir daraus schließen: Sie lassen letztendlich den Mittelstand im Stich. Bei uns Sozialdemokraten sind die Durchschnittsverdiener sehr gut aufgehoben, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit des Abg. Ing. Westenthaler. )
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie wollen alle belasten, alle gleich belasten!
Und daher finde ich es sehr schade, wenn man sich hierher stellt und die Parteipolitik vor die Sache stellt. (Na geh-Rufe bei der SPÖ.) Denn zu sagen, wir stimmen mit der Zielsetzung überein, wir sind einer Meinung, dass wir die Finanzen in Ordnung bringen müssen, dass wir einen ausgeglichenen Haushalt anstreben sollen, aber dann zu den vorgeschlagenen Maßnahmen nur nein zu sagen, nur dagegen zu sein, das ist zu wenig, meine Damen und Herren. Ich frage mich: Wo ist der Vorschlag, den Sie eingebracht haben? Wo ist Ihre Alternative? Wie würden Sie den Haushalt in Österreich sanieren? (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie wollen alle belasten, alle gleich belasten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Eigentor! – Abg. Dr. Martin Graf: Von welcher Partei war der?
Natürlich wollen wir – und das ist in diesem Paket ja enthalten – Kapitalerträge in der Stiftung mit 12,5 Prozent besteuern. Jetzt wird nur bei einer Entnahme aus der Stiftung mit 25 Prozent besteuert. Wir erhöhen also nicht den Steuersatz, sondern wir verändern den Zeitpunkt der Besteuerung: 12,5 Prozent in der Stiftung, bei Entnahme noch einmal 12,5 Prozent. Das ist sicherlich ein wesentlicher, solidarischer Beitrag derjenigen, die ihr Geld in die sehr attraktive Stiftungslösung in Österreich gepackt haben. Wenn Sie sagen, das ist eine Diskriminierung des kleinen Sparers, der 25 Prozent bezahlen muss, darf ich Ihnen sagen: Es war Finanzminister Lacina, der das so eingeführt hat, und zwar im Jahr 1993! Sie hätten sieben Jahre Zeit gehabt, das zu korrigieren. Wir sind es, die das umsetzen und nicht darüber sprechen. (Abg. Ing. Westenthaler: Eigentor! – Abg. Dr. Martin Graf: Von welcher Partei war der?)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ist das eine gefährliche Drohung?
Ich möchte nur anmerken, dass ich nicht erleben möchte, dass der Herr Bundeskanzler Schüssel, den wir natürlich auch immer gerne hören, ebenfalls 40 Minuten in Anspruch nimmt und der Vertreter der kleinsten Oppositionspartei dann irgendwann um 17 Uhr drankommt (Abg. Haigermoser: Oberzensor!), wenn natürlich die mediale Berichterstattung längst erledigt ist. Das möchte ich nur, bevor es so weit kommt, vorsichtshalber anmerken. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ist das eine gefährliche Drohung?)
Abg. Ing. Westenthaler: Einverstanden!
Meine Damen und Herren! Da auch zu diesen beiden Anträgen jeweils schriftlich eine Debatte verlangt wurde, würde ich, wenn kein Einwand erhoben wird, ohne Präjudiz jene Vorgangsweise anregen, die wir auch Mitte Dezember 1999 gewählt haben, als mehrere Anträge auf Einsetzung von Untersuchungsausschüssen zu gleichen oder verwandten Themen eingebracht wurden, nämlich eine gemeinsame Debatte, jede Fraktion stellt einen Erstredner mit 10 Minuten Redezeit, jede Fraktion einen Zweitredner, wenn gewünscht, mit einer Redezeit von 5 Minuten, maximale Redezeit 15 Minuten. Das war die Vorgangsweise vom Dezember 1999. (Abg. Ing. Westenthaler: Einverstanden!)
Abg. Ing. Westenthaler : Von uns nicht! – Abg. Dr. Khol: Von uns nicht!
Da dies in der Geschäftsordnung nicht ausdrücklich geregelt ist, frage ich: Gibt es dagegen einen Einwand? (Abg. Ing. Westenthaler : Von uns nicht! – Abg. Dr. Khol: Von uns nicht!) – Das ist nicht der Fall. Dann werden wir so vorgehen.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist gar nicht wahr! Stimmt überhaupt nicht! Wo? Wo?
Aus heutiger Sicht kann man eines klar in den Raum stellen: Betroffen sind überwiegend Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen, Facharbeiter, und zwar nicht nur vorübergehend, wie bei den Unternehmen, sondern dauerhaft. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist gar nicht wahr! Stimmt überhaupt nicht! Wo? Wo?) Zuhören! Sie werden das noch hören. Auch wenn man im Gasthaus Essen und Getränke separat ausgewiesen bekommt, es ist eine Rechnung, die man zahlt.
Abg. Ing. Westenthaler: Zur Pensionsvorsorge!
Wenn Sie sich die Fakten ansehen, die der Finanzminister auf den Tisch gelegt hat, und wenn heute hier wieder in den Raum gestellt worden ist, dass alle Einkommen unter 30 000 S nicht betroffen sind, so werden Sie, Herr Finanzminister, aus den heute vorliegenden Materialien uns nicht widerlegen können, dass zum Beispiel durch die Halbierung des allgemeinen Absetzbetrages auch Bezieher von Einkommen ab 4 000 S einen Beitrag leisten (Abg. Ing. Westenthaler: Zur Pensionsvorsorge!), denn auch die Negativsteuer wird für diese Personengruppen durch diese Maßnahme reduziert, und das ist nachweisbar. Und da sollte man meiner Meinung nach nicht so tun, als ob es nur um Einkommen über 30 000 S ginge.
Abg. Ing. Westenthaler: Ergänzt!
Zunächst einmal möchte ich nur festhalten: Es gibt ja schon einen Vier-Parteien-Antrag, Herr Kollege Khol, und ich nehme an, dass alle Anwesenden in diesem Haus diesen Vier-Parteien-Antrag unterstützen. Es gibt diesen Vier-Parteien-Antrag, nachdem am Vormittag und zu Mittag vier Sprecher der hier anwesenden Parteien darüber verhandelt haben und den Regierungsvorschlag, den Vorschlag der beiden Regierungsparteien von gestern, noch wesentlich verändert haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Ergänzt!) – Herr Kollege Westenthaler, ich muss das erwähnen, weil Sie, Herr Westenthaler, gesagt haben, dass es einen Vier-Parteien-Schulterschluss zugunsten des Regierungsvorschlages gibt. Das ist natürlich so nicht richtig! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Dr. Martin Graf: So ein Blödsinn! – Abg. Ing. Westenthaler: Ihre Intelligenz verbietet so etwas! Sie wissen ganz genau, dass es nicht so ist!
Es gibt zu diesem heutigen Temelin-Paket noch einiges anzumerken. Erstens ist es spät, sehr, sehr spät. Es ist gut, dass die Regierung jetzt in dieser Form aufgewacht ist, dass die Regierungsfraktionen auch die Wichtigkeit erkannt haben und dass sich erstmals auch die Klubobleute Khol und Westenthaler zu diesem Thema geäußert haben. Und es ist gut, dass es diesen Antrag heute gibt. Aber hätte es die Grünen nicht gegeben und hätte es die grüne Handschrift in diesem Antrag nicht gegeben, dann wäre der Regierungsantrag ein Freibrief für die Inbetriebnahme geworden. (Abg. Dr. Martin Graf: So ein Blödsinn! – Abg. Ing. Westenthaler: Ihre Intelligenz verbietet so etwas! Sie wissen ganz genau, dass es nicht so ist!) Viel zu schwach und in keiner Weise ausreichend, um in irgendeiner Form noch ein starkes Signal in Richtung Tschechien zu setzen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Martin Graf: Sie waren aber nicht dabei! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie ist nie dabei, wenn es darauf ankommt! Das ist ihr Problem!
Noch eine letzte Bemerkung zu Temelin und der ganzen Problematik. (Abg. Dr. Martin Graf: Sie waren aber nicht dabei! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie ist nie dabei, wenn es darauf ankommt! Das ist ihr Problem!) Ich war bei sehr, sehr vielen Umweltaktionen dabei. Demonstrationen und Demonstranten haben ja aus Ihrer Sicht immer etwas Seltsames an sich. Das sind die langhaarigen Skinheads, die im Ennstal protestiert haben, und so weiter. (Rufe von den Freiheitlichen.) Das ist ein Zitat aus der "Kronen Zeitung". Ich zitiere: "die langhaarigen Skinheads". Das war ein Zitat eines FPÖ-Politikers aus der "Kronen Zeitung".
Abg. Ing. Westenthaler: Zwei Worte zum Budget hat sie gefunden!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Frau Abgeordnete Dr. Glawischnig! Bei großzügiger Auslegung, wozu Ihre Wortmeldung herangezogen wird, darf ich doch an Folgendes erinnern: Es hat sich immerhin um eine Dringliche Anfrage zum Thema "Fortsetzung des budgetären Belastungskurses der österreichischen Bundesregierung" gehandelt. (Abg. Dr. Glawischnig: Dieser Antrag hat Budgetrelevanz!) Ich sage nur, Sie haben einmal das Wort "Budget" und einmal die Worte "3 Milliarden" verwendet. Ich bitte, dass man vielleicht bei Dringlichen Anfragen die Sache etwas ernster nimmt. (Abg. Ing. Westenthaler: Zwei Worte zum Budget hat sie gefunden!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das hat sie schon vergessen!
Abgeordneter Mag. Karl Schweitzer (Freiheitliche): Danke, Herr Präsident. – Herr Bundeskanzler! Herr Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Kollegin Glawischnig! Nach deiner Rede kenne ich mich jetzt nicht mehr ganz aus. (Abg. Dr. Jarolim: Vorher auch schon nicht!) Noch am 29.8. hast du die Ergebnisse des Regierungsgipfels zu Temelin bejubelt und gesagt, es sei doch ganz toll gewesen, wie sich wieder einmal die Grünen bei diesem Regierungsgipfel durchgesetzt haben. Ein wichtiges Signal sei gesetzt worden, und alles, was inhaltlich festgelegt worden sei, entspreche eindeutig dem, was die Grünen gefordert haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Das hat sie schon vergessen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ändert sich von Stunde zu Stunde!
Herr Kollege Gusenbauer hat heute eine Pressekonferenz abgehalten, in der er auch gesagt hat: Einen Anti-Temelin-Schulterschluss – Herr Kollege Gusenbauer! – wird es heute nicht geben. Ich bin froh ... (Abg. Dr. Gusenbauer: Ganz vorlesen!) Gusenbauer lehnt Anti-Temelin-Schulterschluss ab. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ändert sich von Stunde zu Stunde!) Für SPÖ-Vorsitzenden Alfred Gusenbauer ist klar, dass der Schulterschluss des Nationalrates heute nicht zustande kommen wird, wie Gusenbauer am Dienstag erklärte. – Das ist heute.
Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Dr. Khol. – Abg. Ing. Westenthaler: Wahnsinn, was die da für Behauptungen aufstellen! Das ist alles unwahr!
Zum Vorwurf der Massenklagen möchte ich Folgendes sagen: Es wird hier die Behauptung aufgestellt, dass die Kanzlei, an der ich einmal beteiligt war, massenweise Oppositionspolitiker für die Regierungsmitglieder klagt. – Ich darf Ihnen versichern: Es gibt keine einzige derartige Klage! (Abg. Fischl: Ungeheuerlich!) Sie können ruhig eine namhaft machen. Ich werde darauf eingehen. Bitte bedenken Sie, Sie behaupten: Massenklagen für Regierungspolitiker gegen Oppositionspolitiker. – Nennen Sie bitte eine! (Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Dr. Khol. – Abg. Ing. Westenthaler: Wahnsinn, was die da für Behauptungen aufstellen! Das ist alles unwahr!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist sehr korrekt!
Um hier aber besonders vorzugehen (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist sehr korrekt!), hat meine Expartnerin einen Bescheid der Rechtsanwaltskammer Wien darüber eingeholt, und in diesem Bescheid wurde ihr aufgetragen, zur Vermeidung von Missverständnissen hinzuzufügen, dass ich wegen ruhender Anwaltsbefugnis derzeit als Justizminister tätig bin. – Das ist der Hintergrund. Ich kann gar nicht anders handeln. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen sowie der Abgeordneten Dr. Khol und Schwarzenberger. )
Abg. Aumayr: Anschütten, anschütten, anschütten! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Entschuldigen Sie sich, Frau Stoisits! – Ruf bei den Freiheitlichen: Entschuldigen Sie sich, Frau Stoisits! – Abg. Ing. Westenthaler: Wo haben Sie den Schmutzkübel hingestellt?
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner hat sich Herr Abgeordneter Dr. Jarolim zu Wort gemeldet. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Aumayr: Anschütten, anschütten, anschütten! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Entschuldigen Sie sich, Frau Stoisits! – Ruf bei den Freiheitlichen: Entschuldigen Sie sich, Frau Stoisits! – Abg. Ing. Westenthaler: Wo haben Sie den Schmutzkübel hingestellt?)
Abg. Ing. Westenthaler: Eben! – Abg. Dr. Ofner: Eben!
Die Richter haben sicher keine Angst vor einer Beeinträchtigung! (Abg. Ing. Westenthaler: Eben! – Abg. Dr. Ofner: Eben!) Aber wenn Sie irgendeine kleine Forderung (Abg. Dr. Ofner: Eben!) – bitte, Herr Kollege Ofner! – gegen irgendjemanden, der mit Justiz nicht so sehr befasst ist, geltend machen und der Name des Justizministers auf dem Briefpapier steht, ja, ich meine, dann hat das doch eine Symbolik, eine Bedeutung (Abg. Ing. Westenthaler: Er erstarrt vor Ehrfurcht, oder wie glauben Sie?): Hinter dieser Kanzlei steht der Justizminister! – Das ist doch überhaupt keine Frage. (Beifall bei der SPÖ sowie den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Er erstarrt vor Ehrfurcht, oder wie glauben Sie?
Die Richter haben sicher keine Angst vor einer Beeinträchtigung! (Abg. Ing. Westenthaler: Eben! – Abg. Dr. Ofner: Eben!) Aber wenn Sie irgendeine kleine Forderung (Abg. Dr. Ofner: Eben!) – bitte, Herr Kollege Ofner! – gegen irgendjemanden, der mit Justiz nicht so sehr befasst ist, geltend machen und der Name des Justizministers auf dem Briefpapier steht, ja, ich meine, dann hat das doch eine Symbolik, eine Bedeutung (Abg. Ing. Westenthaler: Er erstarrt vor Ehrfurcht, oder wie glauben Sie?): Hinter dieser Kanzlei steht der Justizminister! – Das ist doch überhaupt keine Frage. (Beifall bei der SPÖ sowie den Grünen.)
Abg. Dr. Krüger: Was sagt denn die Frau Helige über dich? – Abg. Fischl: Das traut er sich nicht zu sagen! – Abg. Ing. Westenthaler: Gott sei Dank!
Da Kollege Ofner vielleicht auch noch die Präsidentin Helige zitieren wird und ich dann nicht mehr reden kann, darf ich ganz zum Schluss, um das gleich richtig zu stellen, auch Frau Helige im Zusammenhang mit der FPÖ zitieren: "Man kann auch die Größe haben, die politische Auseinandersetzung zu führen, ohne das Gericht als Oberschiedsrichter zu bemühen", so Helige. "Gerade Politiker, die die harte Auseinandersetzung suchen" – das trifft ja für die FPÖ, so meine ich, ohne weiteres zu –, "sollten sie auf der politischen Ebene führen." (Abg. Dr. Krüger: Was sagt denn die Frau Helige über dich? – Abg. Fischl: Das traut er sich nicht zu sagen! – Abg. Ing. Westenthaler: Gott sei Dank!) "Schließlich würde es nicht das Plebiszit bei der nächsten Nationalratswahl ersetzen ...". Sie sagt weiters: "Das Spannungsfeld zwischen Meinungsfreiheit und persönlicher Ehre beziehungsweise Schutz der Persönlichkeitsrechte ..."
Abg. Ing. Westenthaler: Was? Was ist das?
Abgeordneter Dr. Harald Ofner (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Zunächst halte ich hier ein Protokoll in Händen, das vielleicht manches erklärt. Es handelt sich um das Protokoll einer Konferenz, die vor gar nicht allzu langer Zeit in der Kanzlei des Rechtsanwaltes Dr. Lansky stattgefunden hat. Teilnehmer waren die Abgeordnete zum Nationalrat Dr. Elisabeth Hlavac, eine Rechtsanwältin, ein Richter – ich will die Namen gar nicht alle erwähnen –, Dr. Kurt Stürzenbecher – der müsste ja vielleicht im Haus bekannt sein – sowie Dr. Johannes Jarolim. Da geht es um die Frage: Genossen, was machen wir, um mehr sozialdemokratische Richter in die Justiz zu bringen? (Abg. Ing. Westenthaler: Was? Was ist das?) Diskussionspunkt ist die Frage: Was soll in der SPÖ in der nächsten Zeit überhaupt im Bereich Justizpolitik diskutiert werden? (Abg. Dr. Jarolim: Halten Sie sich ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Skandal!
Da heißt es dann in weiterer Folge: Der Ansatzpunkt wären die Rechtspraktikanten. Hier wäre ein vernünftigeres Auswahlverfahren zu treffen und wären auch junge Genossinnen und Genossen zu ermutigen, in den Richterdienst zu gehen, und so weiter. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Skandal!)
Abg. Ing. Westenthaler: Nur weil Sie es wollen, werden wir es jetzt nicht wegnehmen!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Zu dieser, wie ich meinen würde, etwas unappetitlichen, aber vor allem von der politischen Optik her fatalen Angelegenheit der Causa Anwaltskanzlei Böhmdorfer – Gheneff (Ruf bei den Freiheitlichen: Sie bringen es ja hinein!) gestatten Sie, Herr Bundesminister, mir nur eine Frage an Sie beziehungsweise auch an die FPÖ: Wenn schon die FPÖ oder einzelne Personen auf ihre Flut von Klagen nicht verzichten wollen, warum braucht die FPÖ in diesen Zeiten dazu eine Anwaltskanzlei, bei der der Name des Justizministers, der auch der FPÖ zugerechnet wird, oben steht? (Abg. Ing. Westenthaler: Nur weil Sie es wollen, werden wir es jetzt nicht wegnehmen!) Warum benutzen Sie nicht andere Anwälte? (Abg. Ing. Westenthaler: Weil die gut sein muss! Eine gute Kanzlei!)
Abg. Ing. Westenthaler: Weil die gut sein muss! Eine gute Kanzlei!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Zu dieser, wie ich meinen würde, etwas unappetitlichen, aber vor allem von der politischen Optik her fatalen Angelegenheit der Causa Anwaltskanzlei Böhmdorfer – Gheneff (Ruf bei den Freiheitlichen: Sie bringen es ja hinein!) gestatten Sie, Herr Bundesminister, mir nur eine Frage an Sie beziehungsweise auch an die FPÖ: Wenn schon die FPÖ oder einzelne Personen auf ihre Flut von Klagen nicht verzichten wollen, warum braucht die FPÖ in diesen Zeiten dazu eine Anwaltskanzlei, bei der der Name des Justizministers, der auch der FPÖ zugerechnet wird, oben steht? (Abg. Ing. Westenthaler: Nur weil Sie es wollen, werden wir es jetzt nicht wegnehmen!) Warum benutzen Sie nicht andere Anwälte? (Abg. Ing. Westenthaler: Weil die gut sein muss! Eine gute Kanzlei!)
Abg. Mag. Trattner: Aber die freie Anwaltswahl gibt es schon noch in Österreich? – Abg. Ing. Westenthaler: Freie Wahl!
Oder andersherum gefragt, Herr Bundesminister: Warum sprechen Sie mit Ihrer ehemaligen Partnerin nicht ein Wort darüber, einen Rat von Seiten des ausgeschiedenen Kollegen, dass die Kollegin vielleicht von sich aus auf die Klagen der FPÖ verzichtet? (Abg. Mag. Trattner: Aber die freie Anwaltswahl gibt es schon noch in Österreich? – Abg. Ing. Westenthaler: Freie Wahl!) – Sie kann sich in diesem Gewerbe ja wohl auch ohne die Klagen der FPÖ entsprechend ernähren, wenn sie eine gute Anwältin ist. Das würde die Sache enorm vereinfachen, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie werden uns nicht vorschreiben, welchen Anwalt wir nehmen!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie werden uns nicht vorschreiben, welchen Anwalt wir nehmen!
Oder andersherum gefragt, Herr Bundesminister: Warum sprechen Sie mit Ihrer ehemaligen Partnerin nicht ein Wort darüber, einen Rat von Seiten des ausgeschiedenen Kollegen, dass die Kollegin vielleicht von sich aus auf die Klagen der FPÖ verzichtet? (Abg. Mag. Trattner: Aber die freie Anwaltswahl gibt es schon noch in Österreich? – Abg. Ing. Westenthaler: Freie Wahl!) – Sie kann sich in diesem Gewerbe ja wohl auch ohne die Klagen der FPÖ entsprechend ernähren, wenn sie eine gute Anwältin ist. Das würde die Sache enorm vereinfachen, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie werden uns nicht vorschreiben, welchen Anwalt wir nehmen!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Der geschäftsführende Klubobmann der SPÖ hat nicht reden dürfen!
Na freilich, selbstverständlich! Nur muss ich Ihnen eines sagen: Es war für mich ein Gaudium, einem Parteiobmann zuzuhören, der täglich an Beliebtheit verliert. Denn Sie haben beim Budget nichts gesagt. Es ist wirklich ... (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Der geschäftsführende Klubobmann der SPÖ hat nicht reden dürfen!) Anscheinend, ja! Anscheinend besteht für einige innerhalb der SPÖ überhaupt Redeverbot. Das dürfte auch der Grund sein, warum Kollege Edlinger heute nicht anwesend ist: weil er wahrscheinlich nicht reden durfte zu seinem Desaster, das er hinterlassen hat. (Abg. Mag. Trattner: Edlinger und sein Tiergarten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Für acht Leute? Wie viel?
Kleine Beispiele daraus: Da gibt es eine Schulung für acht Teilnehmer. Acht Teilnehmer besuchen eine Schulung und werden dort von fünf Trainern unterrichtet. Die Gesamtkosten dafür sind 3,8 Millionen Schilling – 3,8 Millionen Schilling! Vielleicht ein kleines Detail am Rande: Die Projektleitung kostet 837 000 S, das Sekretariat verschlingt 438 000 S, die Honorare 900 000 S, die Öffentlichkeitsarbeit 100 000 S, die Telefonkosten 96 000 S. Da frage ich Sie jetzt allen Ernstes: Wie kann ein Seminar für acht Personen und fünf Trainer Telefonkosten von 96 000 S verursachen? (Abg. Ing. Westenthaler: Für acht Leute? Wie viel?) – Das ist nur ein kleines Detail Ihrer Verschwendungspolitik, als Sie so großzügig waren.
Abg. Ing. Westenthaler: ... Klima vermittelt!
Dazu kommen all die Firmengeflechte. Da ist der Herr Klima-Sohn vertreten, wobei der Vater nicht weiß, dass er dabei ist, und dann öffentlich erklärt: Wenn er gewusst hätte, dass sein Sohn beim Herrn "Euroteam"-Geschäftsführer mit dabei ist, hätte jemand anderer die Aufträge bekommen. Na da fragt man sich einiges! Außerdem war sein Sekretär dabei, jener Herr Mock, der sich selbst als "Karteileiche" bezeichnet hat. (Abg. Ing. Westenthaler: ... Klima vermittelt!) Es ist wirklich abenteuerlich, wie es dort zugegangen ist.
Abg. Ing. Westenthaler: Häupl!
Denn dieser Herr Stuhlpfarrer, der da herumgeistert und heute mit Klagen eingedeckt ist – bei Gericht wird geprüft, ob nicht betrügerische Absichten dahinter stecken –, hat unter anderem die SPÖ Wien beraten – wahrscheinlich darüber, wie sie ihre Schulden zurückzahlen soll; oder ich weiß nicht, was sie dort gemacht haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Häupl!) Jedenfalls hat er die SPÖ Wien 243 Stunden lang darüber beraten, ob sie nicht einen Lehrling aufnehmen soll. Dann hat er die Kinderfreunde beraten – SPÖ-nahe –, und zwar 343 Stunden lang, mit dem Ergebnis: null. Null Lehrlinge, Lehrlinge weder bei den Kinderfreunden noch bei der SPÖ Wien – dabei muss man sich sowieso fragen, was ein Lehrling in diesen Betrieben soll, die im Absterben begriffen sind. Das ist wirklich etwas, was man sich fragen muss.
Abg. Ing. Westenthaler: Klima wird zum Vielflieger Buenos Aires – Wien! Qualifier!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Brix. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Ing. Westenthaler: Klima wird zum Vielflieger Buenos Aires – Wien! Qualifier!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Gemeinde Wien!
Nur, meine Damen und Herren, Hohes Haus: Wenn es darum geht, dann sollen wir auch die Causa "Euroteam" aufklären. Aber da gehört alles dazu. (Abg. Gaugg: Alles! Werden wir!) Dazu gehört nicht nur das Sozialministerium, dazu gehört nicht nur das Bundeskanzleramt, sondern dazu gehört genauso das Wirtschaftsministerium, dazu gehört das Landwirtschaftsministerium. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Gemeinde Wien!) Wenn es notwendig ist – da bin ich Ihrer Meinung –, dann gehört alles dazu, auch das Wirtschaftsministerium, das Landwirtschaftsministerium und die vielen anderen, die ebenfalls Aufträge an "Euroteam" vergeben haben.
Abg. Ing. Westenthaler: ÖGB!
Kollege Gradwohl hat heute schon davon gesprochen, dass ein paar Hunderte Millionen bekommen und der Großteil der Bauern mit einer Pfründe von nicht einmal 50 000 S im Jahr subventioniert werden. Die Subventionen, die das Landwirtschaftsministerium vergibt und die die Landwirtschaftskammer verteilt – nach dem Motto: bist du bei mir, dann bin ich bei dir, dann kriegst du viel; bist du nicht bei mir, dann bin ich nicht bei dir, dann kriegst du gar nichts –: das ist eine Verteilungsmethode, die wir überprüfen sollten. (Abg. Ing. Westenthaler: ÖGB!)
Abg. Rosemarie Bauer: Was habt ihr alles zu vertuschen? – Abg. Ing. Westenthaler: Voggenhuber!
Wenn wir es nun in der Regierung mit einer Partei zu tun haben, die sich an nichts mehr erinnern will, weil sie bei ihrer Wendehalspolitik nicht mehr zurückschauen kann, und einer anderen, die das noch unterstützt, dann wird es eine weitere Oppositionspartei brauchen oder überhaupt eine, die noch nicht in diese Malversationen involviert war und die hier wirklich glaubwürdig eine wirksame Kontrolle machen kann. (Abg. Rosemarie Bauer: Was habt ihr alles zu vertuschen? – Abg. Ing. Westenthaler: Voggenhuber!) Dafür werden wir eintreten und dafür werden wir sorgen, damit sich, Kollege Westenthaler, dieses Desaster des Unterausschusses zur Vranitzky-Flugaffäre, das Ihre Fraktion zu verantworten hat, nicht wiederholt. (Abg. Ing. Westenthaler: Voggenhuber würde Zeuge sein!)
Abg. Ing. Westenthaler: Voggenhuber würde Zeuge sein!
Wenn wir es nun in der Regierung mit einer Partei zu tun haben, die sich an nichts mehr erinnern will, weil sie bei ihrer Wendehalspolitik nicht mehr zurückschauen kann, und einer anderen, die das noch unterstützt, dann wird es eine weitere Oppositionspartei brauchen oder überhaupt eine, die noch nicht in diese Malversationen involviert war und die hier wirklich glaubwürdig eine wirksame Kontrolle machen kann. (Abg. Rosemarie Bauer: Was habt ihr alles zu vertuschen? – Abg. Ing. Westenthaler: Voggenhuber!) Dafür werden wir eintreten und dafür werden wir sorgen, damit sich, Kollege Westenthaler, dieses Desaster des Unterausschusses zur Vranitzky-Flugaffäre, das Ihre Fraktion zu verantworten hat, nicht wiederholt. (Abg. Ing. Westenthaler: Voggenhuber würde Zeuge sein!)
Sitzung Nr. 36
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt weiß ich, warum so wenige da sind von euch!
Sieben Monate lang ist es Ihnen gelungen, eine sehr beinharte, eine sehr unsoziale und eine menschenverachtende Politik in diesem Land zu machen (Beifall bei der SPÖ), weil Sie in dieser Stimmung der allgemeinen Empörung Ihre Politik ausschließlich der Belastungen (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt weiß ich, warum so wenige da sind von euch!), Ihre Politik der Preistreiberei, Ihre Politik der höchsten Steuern aller Zeiten in diesem Land und Ihre Politik einer der – auch im europäischen Vergleich – höchsten Inflationsraten ungeniert vorantreiben konnten.
Abg. Ing. Westenthaler: Wie man so einen wirtschaftspolitischen Unsinn verzapfen kann wie Sie ...!
Ihr Motto (Abg. Ing. Westenthaler: Wie man so einen wirtschaftspolitischen Unsinn verzapfen kann wie Sie ...!) – ich weiß schon! – wäre jetzt, einen heizfreien Tag einzuführen, weil die Leute sich das Heizen nicht mehr leisten können! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das Problem ist: Die SPÖ hat ein Brett vor dem Kopf!
Ich darf Ihnen sagen, wir könnten mit unserer Budgetpolitik, mit unserer Finanzpolitik ... (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Dietachmayr: Das war aber Polemik von der Regierungsbank!) – Sie können ja gar nicht zuhören, wenn Sie dauernd selbst sprechen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das Problem ist: Die SPÖ hat ein Brett vor dem Kopf! )
Abg. Ing. Westenthaler: Da liegt die Latte jetzt sehr hoch! – Abg. Schwarzenberger: Da wird er jetzt arm ausschauen!
Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Dr. Gusenbauer. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Da liegt die Latte jetzt sehr hoch! – Abg. Schwarzenberger: Da wird er jetzt arm ausschauen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie schon Angst? Fürchten Sie sich schon?
Mir ist die Dramaturgie dieses Tages klar: Bundeskanzler und Vizekanzlerin dürfen schönreden, und dann kommen – nach Ankündigungen, die Sie selbst abgegeben haben – die beiden Klubobmänner und wollen ein Scherbengericht über die Opposition veranstalten. Mir ist die Aufgabenteilung völlig klar: hier Schönreden und dort der Dreschflegel. (Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie schon Angst? Fürchten Sie sich schon?) – Nein, Herr Westenthaler. Wissen Sie, wann es schlimm wird in diesem Land? – Wenn irgendjemand vor Ihnen Angst bekommen muss, dann wird es wirklich schlimm. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben sie ja schon!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben sie ja schon!
Mir ist die Dramaturgie dieses Tages klar: Bundeskanzler und Vizekanzlerin dürfen schönreden, und dann kommen – nach Ankündigungen, die Sie selbst abgegeben haben – die beiden Klubobmänner und wollen ein Scherbengericht über die Opposition veranstalten. Mir ist die Aufgabenteilung völlig klar: hier Schönreden und dort der Dreschflegel. (Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie schon Angst? Fürchten Sie sich schon?) – Nein, Herr Westenthaler. Wissen Sie, wann es schlimm wird in diesem Land? – Wenn irgendjemand vor Ihnen Angst bekommen muss, dann wird es wirklich schlimm. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben sie ja schon!)
Abg. Ing. Westenthaler: Überall, wo Sie waren! – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
Gestern hat ein interessanter Vortrag des Harvard-Professors Dominique Moisi in Wien stattgefunden. Er ist auch der stellvertretende Leiter des Instituts für internationale Beziehungen in Paris. Dieser Professor hat der Öffentlichkeit mitgeteilt, dass doch völlig klar ist, von wem die Maßnahmen ausgegangen sind: von Frankreich und Belgien, mit starker Unterstützung Spaniens. (Abg. Ing. Westenthaler: Überall, wo Sie waren! – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) – Ja, danach, Herr Westenthaler! (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist sehr gescheit! Gut, dass Sie das sagen! – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist sehr gescheit! Gut, dass Sie das sagen! – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.
Gestern hat ein interessanter Vortrag des Harvard-Professors Dominique Moisi in Wien stattgefunden. Er ist auch der stellvertretende Leiter des Instituts für internationale Beziehungen in Paris. Dieser Professor hat der Öffentlichkeit mitgeteilt, dass doch völlig klar ist, von wem die Maßnahmen ausgegangen sind: von Frankreich und Belgien, mit starker Unterstützung Spaniens. (Abg. Ing. Westenthaler: Überall, wo Sie waren! – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) – Ja, danach, Herr Westenthaler! (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist sehr gescheit! Gut, dass Sie das sagen! – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Gusenbauer ein Foto vorweisend –: Überall, wo Sie Champagner trinken!
Dazu darf ich Ihnen sagen: Herr Chirac ist ein konservativer Präsident, Belgien hat eine liberale Regierung, und Spanien hat eine konservative Regierung. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Gusenbauer ein Foto vorweisend –: Überall, wo Sie Champagner trinken!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – ein Foto in die Höhe haltend –: Champagner!
Meine Damen und Herren! Vielleicht hat Herr Klubobmann Khol die Güte, auch dem Hohen Haus mitzuteilen, was er "Le Figaro" mitgeteilt hat – nämlich, dass er knapp vor der Verhängung der Maßnahmen gegen Österreich mit Präsident Chirac telefoniert hat; wahrscheinlich war er der letzte Österreicher, der vor der Verhängung der Maßnahmen mit Chirac gesprochen hat –, was er ihm gesagt hat und was ihm Chirac geantwortet hat. – Das würde das Hohe Haus und ganz Österreich interessieren, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – ein Foto in die Höhe haltend –: Champagner!)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Dr. Khol. – Abg. Ing. Westenthaler: Der hat ja Humor!
In vielen Gesprächen mit Staats- und Regierungschefs – das zeigt auch das Foto, das Sie zeigen – habe ich mich bemüht, einen Beitrag dazu zu leisten, dass die Maßnahmen gegen die österreichische Bundesregierung aufgehoben werden. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Dr. Khol. – Abg. Ing. Westenthaler: Der hat ja Humor!)
Ironische Heiterkeit der Abgeordneten Dr. Khol und Ing. Westenthaler.
Aber eigentlich geht es um die Träne im Knopfloch von Herrn Khol und von Herrn Westenthaler auf Grund dessen, dass jetzt die Sanktionen und die Maßnahmen vorbei sind und dass damit das gesamte Theater, das die reale Politik der österreichischen Bundesregierung in den letzten Monaten verschleiert hat, nun zu Ende ist. (Ironische Heiterkeit der Abgeordneten Dr. Khol und Ing. Westenthaler. ) Das Märchen "Edle Ritter der Regierung retten das Land vor dem bösen Drachen in Brüssel", diese Vorstellung kann jetzt endgültig aus dem Repertoire gestrichen werden, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Haigermoser – in Richtung SPÖ –: Gusenbauer muss bleiben! Wir sagen das auch! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Gusenbauer muss bleiben!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dr. Khol. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Haigermoser – in Richtung SPÖ –: Gusenbauer muss bleiben! Wir sagen das auch! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Gusenbauer muss bleiben!)
Rufe bei der ÖVP: Ja! – Abg. Ing. Westenthaler: Ja!
Herr Kollege Gusenbauer! Die Österreicherinnen und Österreicher, die heute via Bildschirm dieser Debatte folgen, würden gerne von Ihnen einmal hören, wie Sie sich dazu stellen, was Sie tun, um diesem Eindruck entgegenzuwirken, wie Sie diesen Vorwurf entkräften können. Es sind folgende Fragen zu klären: Hat Klima bei der Konferenz in Stockholm gesagt: Helft mir gegen diese neue österreichische Regierung!: ja oder nein? (Rufe bei der ÖVP: Ja! – Abg. Ing. Westenthaler: Ja!) Hat sich Klima, als damals von Sanktionen gesprochen wurde, so wie die Italiener vehement gegen die Sanktionen gewehrt, oder hat er gesagt, das würde helfen? (Rufe bei der SPÖ: Nein!) Oder hat Klima gesagt: Diese Sanktionen sind richtig!? (Rufe bei der ÖVP: Ja!) Ich glaube, es wäre wichtig, dass dazu einer von Ihnen ein Wort verlöre.
Abg. Ing. Westenthaler: Das lesen wir schon lange nicht mehr!
Das ist die Unwahrheit, Herr Justizminister! Entweder haben Sie es nicht der Mühe wert gefunden, sich zu informieren – das halte ich bei einem Anwalt Ihrer Güte für ausgeschlossen –, oder Sie sagen hier unverfroren die Unwahrheit. Lesen Sie "NEWS" Nr. 21 vom Mai 2000! (Abg. Ing. Westenthaler: Das lesen wir schon lange nicht mehr!) Das ist der Beweis. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: In "NEWS" war immer schon alles falsch!
Herr Westenthaler, wenn Sie nicht lesen können, sind Sie für dieses Amt ungeeignet. (Abg. Ing. Westenthaler: In "NEWS" war immer schon alles falsch!) Wenn Sie lesen können, dann sagen Sie bewusst die Unwahrheit, wenn Sie sagen, dass diese Äußerungen nicht gefallen sind, dass namentlich Gusenbauer und Voggenhuber nach Meinung Haiders seinerzeit hätten angeklagt – von der Staatsanwaltschaft angeklagt – und eingesperrt werden sollen – das ist der Konjunktiv; eine schwierige Sprache, die deutsche Sprache –, und – zusätzliche Forderung – ihrer Funktion verlustig gehen sollten. Das heißt, das Mandat hätte ihnen aberkannt werden sollen. Aber der Justizminister sagt: Nein, das war ja nie beabsichtigt; und überhaupt, selbst wenn – im Rahmen der Meinungsfreiheit kann man das doch zur Diskussion stellen! (Abg. Hagenhofer: Ein Wahnsinn!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist unglaublich!
Ich darf nun auf die Ausführungen des Herrn Gusenbauer eingehen, der sagte, ich hätte die Staatspolizei gegen Journalisten eingesetzt. Ich kann dazu nur Folgendes sagen: Ich habe, nachdem ich Minister wurde, Sicherheitsinstruktionen bekommen. Und Personen, die sich nicht identifiziert haben, sind um unser Haus gegangen, und es konnte nicht festgestellt werden, um wen es sich handelt. Es wurden die Türen besichtigt, es wurden die Schlösser besichtigt, es wurden Nebeneingänge besichtigt, und es wurden Fotos gemacht. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist unglaublich!) Und Nachbarn sind nervös geworden und haben meine Frau und mich angerufen.
Abg. Haigermoser: Das ist interessant! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Das ist eure Auffassung von Pressefreiheit! – Abg. Mag. Mainoni: Das ist Diffamierung! – Abg. Haigermoser: Jetzt wird es spannend!
Daraufhin habe ich den Innenminister gebeten, mir zu raten, was ich tun soll, und dieser hat veranlasst, dass die Polizei nachforscht. Ich konnte nicht wissen, dass es sich um Reporter handelt, insbesondere konnte ich nicht wissen, dass es sich um Mitarbeiter des "profil" handelt, denn ich hatte Stunden vorher ein Interview mit "profil" abgelehnt. (Abg. Haigermoser: Das ist interessant! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Das ist eure Auffassung von Pressefreiheit! – Abg. Mag. Mainoni: Das ist Diffamierung! – Abg. Haigermoser: Jetzt wird es spannend!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja nicht wahr! – weitere Rufe bei den Freiheitlichen: Das stimmt ja nicht!
Wenn der Herr Minister neben Landeshauptmann Haider bei einer Pressekonferenz sitzt und als Botschaft dabei herauskommt, dass Haider vorschlägt, dass man kritische Oppositionspolitiker verfolgen soll (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja nicht wahr! – weitere Rufe bei den Freiheitlichen: Das stimmt ja nicht!), und wenn im Endeffekt dem Herrn Minister dazu 24 Stunden lang nichts einfällt, dann sollte er hier nicht einfach die Opferrolle abspielen.
Abg. Ing. Westenthaler: Warum hat Sie der Herr Vranitzky rausgeschmissen?
Haider hat in dem Buch "Befreite Zukunft, jenseits von links und rechts" geschrieben: "Es ist dem modernen Leser nicht mehr zuzumuten, dass er mit dem Meinungsterror der Journalisten ständig konfrontiert wird." – Was heißt das? Was soll geschehen mit den Kommentatoren in den Zeitungen, die Ihrer Meinung nach Meinungsterror ausüben? (Abg. Ing. Westenthaler: Warum hat Sie der Herr Vranitzky rausgeschmissen?) Was soll passieren, sagen Sie das doch?! Oder stimmt das, was Oskar Bronner in Alpbach gesagt hat: "Als ob unbequeme Stimmen zum Schweigen gebracht werden sollen." Medien, Justiz sollen gefügig gemacht werden. – Das hat der "Standard"-Herausgeber und Vizepräsident des VÖZ in Alpbach unter dem Applaus der Zuhörer gesagt; unter dem Applaus der Verleger, der Journalisten, die offensichtlich ebenfalls dieser Meinung waren.
Aha-Rufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Bruno!
Von wem ist das, meine Damen und Herren vom linken Reichsdrittel? – Nicht von Jörg Haider – von Bruno Kreisky! (Aha-Rufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Bruno!) Es ist nur etwas älter, aber man sieht, dass es verantwortungsbewusste Persönlichkeiten in allen Phasen der österreichischen Innenpolitik gegeben hat, die sich darüber den Kopf zerbrochen haben, was geschehen soll, wenn es nicht so zugeht, wie der Bürger es sich erwartet. (Abg. Haigermoser: Das ist aber interessant!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Es kann nicht um einen zusätzlichen Anreiz in Form von Kosten gehen. Wer es sich heute leisten kann, sieben bis acht Jahre zu studieren, weil es die Eltern zahlen, der kann auch die 10 000 S leicht aus dem elterlichen Einkommen zahlen. Und wer es sich nicht leisten kann, Herr Klubobmann Westenthaler, der muss arbeiten. Und das verlängert das Studium. Das wissen wir aus den Untersuchungen, deren Ergebnisse ebenfalls in Ihrem Haus aufliegen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. )
Abg. Dr. Khol – in Richtung SPÖ –: Der Edlinger war das schon wieder! – Gegenrufe bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Habt ihr das alles dem Einem nicht gesagt? – Abg. Mag. Trattner: Redet der Edlinger nicht mit dem Einem?
Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur Elisabeth Gehrer: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Zuerst einige Vorbemerkungen in Richtung des diese Dringliche einbringenden Abgeordneten, der ja jetzt soeben gesprochen hat. Ich war bei allen Koalitionsverhandlungen dabei, auch bei den Koalitionsverhandlungen mit der SPÖ, und soweit ich mich erinnern kann, ist damals von der SPÖ vehementest verlangt worden, die Familienbeihilfe ab dem 19. Lebensjahr zu streichen. (Ach so-Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Ab dem 19. Lebensjahr! (Abg. Dr. Kostelka: Stimmt doch gar nicht!) Das wären 30 000 S im Jahr gewesen, und das hätte für Studenten ein Entfall von mindestens 120 000 S bis 150 000 S bedeutet. (Abg. Dr. Khol – in Richtung SPÖ –: Der Edlinger war das schon wieder! – Gegenrufe bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Habt ihr das alles dem Einem nicht gesagt? – Abg. Mag. Trattner: Redet der Edlinger nicht mit dem Einem?)
Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP: Schau! Schau! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Einem, der an seiner Kleidung einen Sticker mit der Aufschrift "Einführung von Studiengebühren? – Nein Danke!" trägt –: Einem, nehmen Sie doch Ihr Plakat herunter!
Herr Kollege Einem sagte im Jahre 1997 dem "Kurier" gegenüber – ich zitiere –: Wir müssen uns im Lichte der angespannten Staatsfinanzen überlegen, ob wir das Angebot des freien Hochschulzuganges auf eine sozial gerechte Weise finanzieren. – Zitatende. (Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP: Schau! Schau! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Einem, der an seiner Kleidung einen Sticker mit der Aufschrift "Einführung von Studiengebühren? – Nein Danke!" trägt –: Einem, nehmen Sie doch Ihr Plakat herunter!)
Abg. Ing. Westenthaler: "Spontan" mitorganisiert!
Ich war heute bei einer spontanen Demonstration dabei (Rufe bei den Freiheitlichen: Aha! Spontan!) – ja –, bei der immer mehr Leute dazugekommen sind, der Zug ist immer länger geworden (Abg. Ing. Westenthaler: "Spontan" mitorganisiert!), wo Betroffene dabei waren, die sehr enttäuscht sind von dem, was da passiert. Sie sagen: Das ist Wortbruch! Der Bundeskanzler, die Bildungsministerin hat versichert: Es wird keine allgemeinen Studiengebühren geben! (Abg. Ing. Westenthaler: Einem, Niederwieser, Nowotny, Lacina!) Und dann, von heute auf morgen, ein Wortbruch. (Abg. Parfuss hält eine Tafel mit der Aufschrift: "Es gilt das gebrochene Wort!" in die Höhe.)
Abg. Ing. Westenthaler: Einem, Niederwieser, Nowotny, Lacina!
Ich war heute bei einer spontanen Demonstration dabei (Rufe bei den Freiheitlichen: Aha! Spontan!) – ja –, bei der immer mehr Leute dazugekommen sind, der Zug ist immer länger geworden (Abg. Ing. Westenthaler: "Spontan" mitorganisiert!), wo Betroffene dabei waren, die sehr enttäuscht sind von dem, was da passiert. Sie sagen: Das ist Wortbruch! Der Bundeskanzler, die Bildungsministerin hat versichert: Es wird keine allgemeinen Studiengebühren geben! (Abg. Ing. Westenthaler: Einem, Niederwieser, Nowotny, Lacina!) Und dann, von heute auf morgen, ein Wortbruch. (Abg. Parfuss hält eine Tafel mit der Aufschrift: "Es gilt das gebrochene Wort!" in die Höhe.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber auch keine nette Aussage, Frau Generalsekretär!
Frau Bundesministerin! Die jungen Leute haben das aber anders verstanden. Schauen Sie sich doch heute einmal die Homepage der ÖVP an. Ich weiß nicht, ob Sie schon die Zeit dazu gefunden haben. Da gibt es eine rege Diskussion über die Einführung von Studiengebühren. Leute, die Sie gewählt haben, sind sehr enttäuscht. Der Succus ist: Wir sind belogen worden! (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber auch keine nette Aussage, Frau Generalsekretär!) Frau Bundesministerin! In gewisser Weise sitzen Sie heute mit einer langen Nase hier. (Beifall bei der SPÖ.)
Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Ing. Westenthaler.
Besonders hat die jungen Leute heute getroffen ... (Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Ing. Westenthaler. ) Herr Kollege Westenthaler! Vielleicht könnten Sie mir mehr Aufmerksamkeit schenken, vielleicht interessiert Sie das auch, was die Leute sagen, die betroffen sind. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.) Besonders betroffen gemacht hat die jungen Leute der Satz des ÖVP-Klubobmannes Khol: Was nichts kostet, ist nichts wert. – Ich würde Ihnen empfehlen, einmal mit Leuten zu sprechen, die aus nicht begütertem Elternhause kommen, die aber studieren konnten, weil es einen freien Hochschulzugang und ein Stipendienwesen gegeben hat. Ich würde Ihnen empfehlen, sich anzuhören, was das für die Lebenschancen dieser Menschen bedeutet hat und wie wichtig denen dieser freie Hochschulzugang auch noch rückblickend ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Oppositionspartner ist gut! Ihr seid ja schon eins!
Abgeordneter Dr. Kurt Grünewald (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Herr Kollege Graf hat schon Recht: Wir hätten gerne einen Dringlichen Antrag eingebracht, und dieser Sache ist nicht nur die Geschäftsordnung entgegengestanden, sondern auch der Wille und die Toleranz unseres Oppositionspartners abhanden gekommen (Abg. Ing. Westenthaler: Oppositionspartner ist gut! Ihr seid ja schon eins!), wobei ich mich schon etwas über den Mut wundere, etwas als Dringliche einzubringen, zu dem ich, ohne lange zu suchen, ein Zitat in dem nicht zu Ende geführten SPÖ/ÖVP-Pakt finde. (Abg. Dr. Kostelka – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Was sind wir? – Abg. Haigermoser: Oppositionskoalition!) Ich zitiere: Universitäten sollen die Möglichkeit bekommen, "für spezielle Angebote" und "Gruppen" autonom "Beiträge" einzuheben. (Zwischenruf des Abg. Dr. Kostelka. ) – Sagen wir vielleicht Oppositionskollegen oder -kolleginnen. Ist das genehmer? Dann wähle ich diesen Ausdruck.
Abg. Dr. Kostelka – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Was sind wir? – Abg. Haigermoser: Oppositionskoalition!
Abgeordneter Dr. Kurt Grünewald (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Herr Kollege Graf hat schon Recht: Wir hätten gerne einen Dringlichen Antrag eingebracht, und dieser Sache ist nicht nur die Geschäftsordnung entgegengestanden, sondern auch der Wille und die Toleranz unseres Oppositionspartners abhanden gekommen (Abg. Ing. Westenthaler: Oppositionspartner ist gut! Ihr seid ja schon eins!), wobei ich mich schon etwas über den Mut wundere, etwas als Dringliche einzubringen, zu dem ich, ohne lange zu suchen, ein Zitat in dem nicht zu Ende geführten SPÖ/ÖVP-Pakt finde. (Abg. Dr. Kostelka – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Was sind wir? – Abg. Haigermoser: Oppositionskoalition!) Ich zitiere: Universitäten sollen die Möglichkeit bekommen, "für spezielle Angebote" und "Gruppen" autonom "Beiträge" einzuheben. (Zwischenruf des Abg. Dr. Kostelka. ) – Sagen wir vielleicht Oppositionskollegen oder -kolleginnen. Ist das genehmer? Dann wähle ich diesen Ausdruck.
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Kollege Grünewald! Oppositionskoalition, da sind Sie aber der Juniorpartner! – Abg. Dr. Petrovic – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Seien Sie doch einmal ruhig!
Aber, um es kurz zu machen: Wenn man unbedingt etwas lernen möchte, ist es das, dass das gesprochene Wort nicht lange hält. (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Kollege Grünewald! Oppositionskoalition, da sind Sie aber der Juniorpartner! – Abg. Dr. Petrovic – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Seien Sie doch einmal ruhig!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der glaubt, er hält eine Vorlesung!
Die Wissenschaftssprecherin der ÖVP, Gertrude Brinek, in der APA vom 20. März 2000: "Österreich drohen keine Studiengebühren. Der Bildungsgang von der Volksschule bis zum akademischen Abschluss wird auch weiterhin von der Gesellschaft getragen werden." (Abg. Ing. Westenthaler: Der glaubt, er hält eine Vorlesung!) – Wer ist die Gesellschaft? Die StudentInnen allein und ihre Eltern? (Abg. Dr. Brinek: Mit!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Vizekanzler ist eine Frau! – Abg. Haigermoser: Frau Dr. Riess-Passer ist gar nicht da!
Abgeordneter Dr. Kurt Grünewald (fortsetzend): Die Kosten der Studenten sind deswegen deutlich niedriger, als der Herr Vizekanzler behauptet hat (Abg. Ing. Westenthaler: Der Vizekanzler ist eine Frau! – Abg. Haigermoser: Frau Dr. Riess-Passer ist gar nicht da!), weil nur 15 Prozent der Personalkosten darin einfließen, nur ein Drittel der Gerätschaften und Verbrauchsgüter und der Rest für die Forschung verwendet wird. Das ist internationaler Standard, das ist OECD-Standard. Die Kosten für Lehre und Studenten betragen zirka ein Drittel bis etwas mehr der gesamten Kosten des Universitätswesens. So ist es. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Khol: Niederwieser! Niederwieser! – Abg. Ing. Westenthaler: Niederwieser hat das öffentlich gefordert!
Wir sind gemeinsam in Koalitionsgesprächen gesessen, und zwar einander gegenüber. Sie haben hier behauptet, dass auch die Sozialdemokraten tief im innersten Herzen – wohin Sie doch nicht überall sehen können – Studiengebühren wollten. (Abg. Dr. Khol: Niederwieser! Niederwieser! – Abg. Ing. Westenthaler: Niederwieser hat das öffentlich gefordert!) – Das stimmt nicht, und das entspricht nicht den Tatsachen.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben nur noch die Funktion des Aufwischers, Herr Kollege!
Herr Kollege Haigermoser, es ist nicht nur die Freiheitliche Partei, die ein Problem darstellt (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben nur noch die Funktion des Aufwischers, Herr Kollege!), sondern im Grunde genommen ist es ein Problem Schüssel. Ich war wirklich erschrocken, als ich in der "Zeit", einer sehr großen deutschen Wochenzeitschrift, der renommiertesten deutschsprachigen Wochenzeitschrift, auf der Seite 3 einen Artikel las, in der frank und frei festgestellt wird, dass der Bundeskanzler dieser Republik bei den wichtigsten Regierungschefs Europas seine Glaubwürdigkeit bereits verloren hat. Und innenpolitisch, meine Damen und Herren, sind die Werte dieses Bundeskanzlers in etwa in derselben Höhe. (Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Großruck: Traum und Wirklichkeit!)
Abg. Ing. Westenthaler: "Fremdenfreundlich", da haben Sie Recht!
Es wäre die Chance gewesen, meine Damen und Herren, sich glaubhaft mit den kritischen Äußerungen in diesem Bericht auseinander zu setzen. Weil Sie es nicht getan haben, weil Sie auch diese Chance versäumt haben, ist eines klar: dass letztendlich der Flurschaden, der außenpolitische Flurschaden erhalten bleibt. Es ist ja nicht gerade knapp, was im Weisenbericht in diesem Zusammenhang gesagt wird, er hat kritische Urteile in Österreich festgestellt, die nicht der Menschenrechtskonvention entsprechen. Er hat mangelnde Konsequenzen innerhalb der Freiheitlichen Partei festgestellt und hat ausdrücklich festgestellt, dass die Freiheitliche Partei und damit ein Teil dieser Bundesregierung sich von fremdenfreundlichen Äußerungen (Abg. Ing. Westenthaler: "Fremdenfreundlich", da haben Sie Recht!) nie distanziert hat und auch keine Konsequenzen hinsichtlich der Funktionäre gezogen hat, die sich in diesem Zusammenhang haben vernehmen lassen.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das glauben aber nur Sie! – Der Redner trinkt einen Schluck Wasser. – Abg. Haigermoser: Da muss man ja einen trockenen Mund bekommen!
Aber, meine Damen und Herren, es ist letztendlich auch der Vorwurf erhoben worden – und das ist etwas, was in der Debatte teilweise eine Rolle gespielt hat –, dass es eine systematische Einschüchterung von politischen Kritikern gegeben hat. Sie werden sich über diesen für eine Demokratie fundamentalen Vorwurf nicht leichtfüßig hinwegsetzen können, und, Herr Bundesminister, wir werden da noch einiges zu diskutieren haben. Aber das ist ein Makel, der an Ihnen haften bleibt und mit dem Sie sich nicht auseinander gesetzt haben. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das glauben aber nur Sie! – Der Redner trinkt einen Schluck Wasser. – Abg. Haigermoser: Da muss man ja einen trockenen Mund bekommen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten sich entschuldigen für die ungeheuerlichen Aussagen, die Sie gemacht haben! Das war eine Gemeinheit, die Sie gesagt haben!
Meine Damen und Herren! Ich habe vorhin schon gesagt, dass ich mich noch in zwei Punkten mit Herrn Bundesminister Böhmdorfer auseinander setzen muss. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten sich entschuldigen für die ungeheuerlichen Aussagen, die Sie gemacht haben! Das war eine Gemeinheit, die Sie gesagt haben!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie war das mit den Telefonen?
Ich habe darüber hinaus gesagt: Für uns ist ein Minister nicht akzeptabel, der ausdrücklich programmatisch erklärt, die Pressefreiheit habe Grenzen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie war das mit den Telefonen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie war das mit den Telefonen?
Und, meine Damen und Herren, ich habe noch zwei Bemerkungen hinzugefügt. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie war das mit den Telefonen?) – Ja, ich komme schon darauf zu sprechen. Haben Sie noch ein wenig Geduld, Herr Kollege Westenthaler!
Abg. Ing. Westenthaler: Super!
Ich habe darüber hinaus zwei weitere Bemerkungen gemacht. Die eine Bemerkung ist, dass ich eine anonyme Zuschrift bekommen habe (Abg. Ing. Westenthaler: Super!), dass im Justizministerium bereits Akten über Telefongespräche auf Grund automatisierter Abhöreinrichtungen geführt werden, und dass mich das sehr, sehr nachdenklich stimmt. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Ihre Quelle! Das ist Ihre Redlichkeit! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Warten Sie ein bisserl!
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Ihre Quelle! Das ist Ihre Redlichkeit! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich habe darüber hinaus zwei weitere Bemerkungen gemacht. Die eine Bemerkung ist, dass ich eine anonyme Zuschrift bekommen habe (Abg. Ing. Westenthaler: Super!), dass im Justizministerium bereits Akten über Telefongespräche auf Grund automatisierter Abhöreinrichtungen geführt werden, und dass mich das sehr, sehr nachdenklich stimmt. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Ihre Quelle! Das ist Ihre Redlichkeit! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Warten Sie ein bisserl!
Abg. Ing. Westenthaler: Pfui Teufel!
Meine Damen und Herren! Herr Minister Böhmdorfer! Das, was ich Ihnen vorgeworfen habe, dass Sie nämlich die Opposition, politische Kritiker mit einer Klageflut überschüttet haben (Abg. Ing. Westenthaler: Pfui Teufel!), dass Sie wie kein anderes Regierungsmitglied von den drei Weisen kritisiert worden sind (Abg. Mag. Trattner: Tiefer geht es nicht mehr!), haben Sie in keiner Weise auch nur mit einem Sterbenswörtchen angesprochen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie tief sinken Sie eigentlich noch?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie tief sinken Sie eigentlich noch?
Meine Damen und Herren! Herr Minister Böhmdorfer! Das, was ich Ihnen vorgeworfen habe, dass Sie nämlich die Opposition, politische Kritiker mit einer Klageflut überschüttet haben (Abg. Ing. Westenthaler: Pfui Teufel!), dass Sie wie kein anderes Regierungsmitglied von den drei Weisen kritisiert worden sind (Abg. Mag. Trattner: Tiefer geht es nicht mehr!), haben Sie in keiner Weise auch nur mit einem Sterbenswörtchen angesprochen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie tief sinken Sie eigentlich noch?)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Quellen des Herrn Kostelka! Anonyme Zuschriften!
Herr Kollege Böhmdorfer! Zu den wesentlichen Vorwürfen meinerseits haben Sie geschwiegen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Quellen des Herrn Kostelka! Anonyme Zuschriften!)
Abg. Ing. Westenthaler: Zeigen Sie einmal Größe und ziehen Sie diesen ungeheuerlichen Vorwurf zurück!
Ich möchte auf ein Letztes zu sprechen kommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Zeigen Sie einmal Größe und ziehen Sie diesen ungeheuerlichen Vorwurf zurück!) Ich habe heute, meine Damen und Herren, mit einigem Erstaunen zur Kenntnis genommen, dass Herr Bundesminister Böhmdorfer in einem einzigen Fall persönlich geklagt hat: ein kleines Blatt, das er "Linkswende" genannt hat und das er der SPÖ beziehungsweise der Sozialistischen Jugend zugeordnet hat.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Haigermoser: Da gibt es Sie schon lange nicht mehr politisch, wird es diesen Bundesminister noch geben! – Abg. Ing. Westenthaler – darauf angesprochen, dass er nicht applaudiert –: Auf so etwas Erbärmliches reagiere ich nicht! Das war zu tief! U-Bahn-Tiefe! – Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
Herr Dr. Böhmdorfer! Ich sage Ihnen auch noch Folgendes: Sie mögen heute diesen Misstrauensantrag überstehen, ich persönlich bin aber davon überzeugt, auf Grund Ihrer Amtsführung, auf Grund Ihres Selbstverständnisses werden Sie diese Legislaturperiode nicht als Bundesminister für Justiz beenden. (Abg. Haigermoser: Da werden Sie sich schön täuschen!) Sie sind als Justizminister Träger eines politischen Mandates, und Sie üben dieses aus als Mandatsträger und Rechtsanwalt Dr. Jörg Haiders und Ihrer Partei, und das ist für uns inakzeptabel! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Haigermoser: Da gibt es Sie schon lange nicht mehr politisch, wird es diesen Bundesminister noch geben! – Abg. Ing. Westenthaler – darauf angesprochen, dass er nicht applaudiert –: Auf so etwas Erbärmliches reagiere ich nicht! Das war zu tief! U-Bahn-Tiefe! – Heiterkeit bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ja!
Herr Bundesminister! Ich meine, ich komme mir ja schon irgendwie ein bisschen blöd vor (Abg. Ing. Westenthaler: Ja!), wenn ich seit Monaten hier an das Rednerpult trete und Ihnen immer dasselbe sage (Abg. Ing. Westenthaler: Endlich ein wahres Wort!), denn diesbezüglich sind Sie absolut nicht lernfähig. Aber nicht, weil Sie nicht ein exzellenter Denker wären, sondern weil Sie absolut nicht willens sind, hier als Politiker zu agieren, und weil Sie es auch hier im Parlament absolut verweigern, Antwort auf eine Frage zu geben.
Abg. Ing. Westenthaler: Endlich ein wahres Wort!
Herr Bundesminister! Ich meine, ich komme mir ja schon irgendwie ein bisschen blöd vor (Abg. Ing. Westenthaler: Ja!), wenn ich seit Monaten hier an das Rednerpult trete und Ihnen immer dasselbe sage (Abg. Ing. Westenthaler: Endlich ein wahres Wort!), denn diesbezüglich sind Sie absolut nicht lernfähig. Aber nicht, weil Sie nicht ein exzellenter Denker wären, sondern weil Sie absolut nicht willens sind, hier als Politiker zu agieren, und weil Sie es auch hier im Parlament absolut verweigern, Antwort auf eine Frage zu geben.
Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!
Ein Drittes ist untergegangen: Sie haben sich heute etwas geleistet, was auch in diesem Haus sehr selten ist, und zwar haben Sie eine Klage gegen André Heller referiert, über weite Passagen korrekt, und haben dann erklärt: Heller will keine Ehrenerklärung abgeben, er will das Verfahren führen und wird in der ersten Instanz – ich zitiere Sie, Herr Justizminister – "ein Spektakel veranstalten". (Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!) Meines Wissens nach hat André Heller kein Spektakel, sondern einen Wahrheitsbeweis angekündigt. (Abg. Zierler: Eine Posse ist es auf jeden Fall!) Es ist noch überhaupt nichts passiert, das Verfahren, diese Verhandlung hat noch nicht stattgefunden, aber Sie als Justizminister wissen schon und verkünden es von der Regierungsbank aus, dass es sich um ein Spektakel handelt. Das ist die "neue" Qualität! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: So ein Skandal! Das ist wirklich ein Skandal, dass das im Internet steht!
Letzter Punkt: Sie haben erklärt, Sie haben alle Funktionen in Ihrer Kanzlei zurückgelegt. (Abg. Dr. Ofner: Was ist mit der Redezeit, Herr Präsident?) Ich sage Ihnen ganz offen, Herr Dr. Böhmdorfer: Das stimmt nicht! Das stimmt nicht! Nicht nur auf Ihrem Briefkopf steht "Justizminister Dr. Dieter Böhmdorfer", sondern Sie finden, wenn Sie ins Internet gehen und sich die Website law-in-austria.at anschauen, folgenden Eintrag: "Team: Mag. jur. Huberta Gheneff-Fürst, Dr. Karin Wintersberger, Dr. Michael Rami, Mag. Andreas Greger, Mag. Margot Maier". Über diesem Team steht: "Dr. Dieter Böhmdorfer, seit 29.02.2000 Bundesminister für Justiz". – Sonst nichts. Der Chef des Teams, der aktive Chef des Teams preist sich selbst in der Internetbewerbung der Rechtsanwaltskanzlei Böhmdorfer-Gheneff nicht nur als Teamchef, sondern als Bundesminister für Justiz an. (Abg. Schieder: Unfassbar! – Abg. Nürnberger: Das ist ein Skandal in diesem Lande! Das ist ein Skandal!) Wir müssen nicht einmal über Unvereinbarkeit diskutieren: Das ist unvereinbar! Da erübrigt sich jede Debatte. (Abg. Ing. Westenthaler: So ein Skandal! Das ist wirklich ein Skandal, dass das im Internet steht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ziemlich primitiv!
Anlässlich dieser beiden Debattenbeiträge hat Herr Abgeordneter Dr. Gusenbauer mehrmals dem Redner am Rednerpult oder auf der Regierungsbank zugerufen: "Wieso lügen Sie schon wieder?", "Wieso lügen Sie dauernd?" et cetera. (Abg. Ing. Westenthaler: Ziemlich primitiv!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Ich habe noch keinen Ordnungsruf erhalten!
Ich erteile Ihnen dafür einen Ordnungsruf. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Ich habe noch keinen Ordnungsruf erhalten!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Keine Ahnung! – Abg. Dr. Van der Bellen: Zur Geschäftsbehandlung!
Es sind alle zurückgezogen worden; es ist keine einzige hier auf meinem Bildschirm verzeichnet. Mir hat man gesagt, sie seien alle zurückgezogen worden. Ich kann Ihnen nichts anderes berichten. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Keine Ahnung! – Abg. Dr. Van der Bellen: Zur Geschäftsbehandlung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Viel zu lange! Viel zu lange war sie Frauenministerin!
Frau Ministerin außer Dienst, Sie waren selbst Frauenministerin! (Abg. Ing. Westenthaler: Viel zu lange! Viel zu lange war sie Frauenministerin!) Die SPÖ betreibt seit 1970 aktive Frauenpolitik – die Betonung liegt auf "Frauenpolitik" –, und das Ergebnis dieser Frauenpolitik ist die traurige Wahrheit (Abg. Mag. Prammer: Wir werden Ihnen ein paar Vorschläge machen, dann werden wir schon sehen, was Sie ...!), die wir hier in diesem roten Bericht – (die Rednerin hält ein Schriftstück in die Höhe) man sieht, er ist rot – leider zur Kenntnis nehmen müssen. Ich sage ganz bewusst: Auch das ist eine Altlast dieser Bundesregierung, aber wir werden alles unternehmen, um auch diese Altlast zu beseitigen, und ich bin sicher, dass es uns gelingen wird! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ganz ausgezeichnet!
Zum Schluss möchte ich auch festhalten, dass ich glaube, dass es ein gesellschaftspolitischer Auftrag an uns alle ist, dahin gehend zur Bewusstseinsbildung beizutragen, dass Frauenarbeit und Männerarbeit gleich bewertet werden müssen. Diesbezüglich sind wir alle gefordert, und gerade hohe Parlamentarier könnten hier Vorbildwirkung bei der Bewusstseinsbildung haben. – Danke sehr. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ganz ausgezeichnet!)
Sitzung Nr. 37
Abg. Ing. Westenthaler und FPÖ-Klubdirektor Dr. Moser stehen vor der ORF-Kamera am rechten Saaleingang. – Abg. Dietachmayr: Der Moser steht dauernd vor der Kamera!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Erstens einmal werden wir sehen, ob hier Chancengleichheit und gleiche Dringlichkeit herrscht, wenn auf der anderen Seite ein, zwei Sätze zur Begründung gesagt werden. Zweitens bitte ich, an der Gewohnheit festzuhalten, dass nach ein oder zwei begründenden Sätzen die Frage kommt, Herr Dr. Jarolim. (Abg. Ing. Westenthaler und FPÖ-Klubdirektor Dr. Moser stehen vor der ORF-Kamera am rechten Saaleingang. – Abg. Dietachmayr: Der Moser steht dauernd vor der Kamera!)
FPÖ-Klubdirektor Dr. Moser entfernt sich von der ORF-Kamera. – Abg. Dietachmayr: Das gilt auch für den Westenthaler!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Danke. – Kollege Moser! Ich wiederhole die Bitte des Präsidenten Prinzhorn von gestern. (FPÖ-Klubdirektor Dr. Moser entfernt sich von der ORF-Kamera. – Abg. Dietachmayr: Das gilt auch für den Westenthaler!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was war jetzt die Frage eigentlich?
Präsident Dr. Heinz Fischer: Bitte, Herr Bundesminister. (Abg. Ing. Westenthaler: Was war jetzt die Frage eigentlich?)
Abg. Ing. Westenthaler: ... hat dem Minister den Scheibenwischer gezeigt! – Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Dr. Kostelka, Ing. Westenthaler und Mag. Trattner.
Ich sage aber: Jede Information kann auch unrichtig sein. Sie stammt aus unserem Ministerium. (Abg. Dr. Kostelka greift sich mit der Hand auf die Stirn.) Wir werden das noch einmal überprüfen lassen. Ich wollte nur mitteilen, wie mein derzeitiger – genau geprüfter – Wissensstand ist. (Abg. Ing. Westenthaler: ... hat dem Minister den Scheibenwischer gezeigt! – Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Dr. Kostelka, Ing. Westenthaler und Mag. Trattner. )
Abg. Mag. Trattner: Kostelka soll zuerst einmal den Knigge lesen! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Kostelka –: Zeigt dem Minister den Vogel! Der ist ja unglaublich in seiner Primitivität da drüben! – Präsident Dr. Fischer gibt neuerlich das Glockenzeichen.
Präsident Dr. Heinz Fischer (das Glockenzeichen gebend): Jetzt kommt Frau Abgeordnete Dr. Fekter dran. – Bitte. (Abg. Mag. Trattner: Kostelka soll zuerst einmal den Knigge lesen! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Kostelka –: Zeigt dem Minister den Vogel! Der ist ja unglaublich in seiner Primitivität da drüben! – Präsident Dr. Fischer gibt neuerlich das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Abgeblitzt!
Bundesminister für Justiz Dr. Dieter Böhmdorfer: Ich habe das nicht zu rechtfertigen, weil ich die Staatspolizei gegen kritische Journalisten nicht mobilisiert habe. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Abgeblitzt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Von wem denn? Wo denn?
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Herr Bundesminister! Diese Ihre Aussage steht im krassen Widerspruch zu den Informationen, die sonst vorliegen, vor allem zu den Aussagen der in der Sache Beteiligten. (Abg. Ing. Westenthaler: Von wem denn? Wo denn?)
Abg. Ing. Westenthaler: Missbrauch der Geschäftsordnung!
Aber, Herr Bundesminister, das ist ja nur ein Detail in der jetzigen Krisensituation um Böhmdorfer. (Abg. Dr. Khol: Frage!) Die drei Weisen werfen Ihnen Amtsmissbrauch vor, die drei Weisen legen Ihnen nahe, zurückzutreten. (Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP: Frage! Frage!) Sie missbrauchen Ihr Amt für Werbung für Ihre Kanzlei. (Abg. Ing. Westenthaler: Missbrauch der Geschäftsordnung!)
Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Abgeblitzt!
Bundesminister für Justiz Dr. Dieter Böhmdorfer: Gar nicht! (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Abgeblitzt!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Schon wieder anonyme Hinweise bekommen?
Bundesminister für Justiz Dr. Dieter Böhmdorfer: Es ist mir in Bezug auf Kärnten momentan nicht in Erinnerung, wirklich nicht! Da müssen Sie mir helfen, wenn Sie etwas Konkretes wissen wollen. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Schon wieder anonyme Hinweise bekommen?)
Abg. Ing. Westenthaler: So war das! – Abg. Dr. Khol – in Richtung SPÖ –: Das ist die Rache!
Abgeordneter Dr. Michael Krüger (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Bundesminister! Entspricht es den Tatsachen, dass in einem Ehrenschutzverfahren der von der SPÖ so bekämpfte Richter Maurer vor mehreren Jahren den damaligen "profil"-Journalisten Worm freigesprochen hat, was in weiterer Folge zu rechtskräftigen Verurteilungen des halben Landesparteivorstandes der SPÖ-Burgenland geführt hat? (Abg. Ing. Westenthaler: So war das! – Abg. Dr. Khol – in Richtung SPÖ –: Das ist die Rache!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der lange Arm der SPÖ! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Bundesminister für Justiz Dr. Dieter Böhmdorfer: Meines Wissens ja! (Abg. Ing. Westenthaler: Der lange Arm der SPÖ! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist die Rache von Fischer und Co! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen – Abg. Ing. Westenthaler: Da läutet er gleich!
Meine Frage: Sind Sie bereit, bei in der Öffentlichkeit besonders kritisierten Entscheidungen (anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist die Rache von Fischer und Co! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen – Abg. Ing. Westenthaler: Da läutet er gleich!) die Erhebung einer Nichtigkeitsbeschwerde zur Wahrung des Gesetzes durch die Generalprokuratur anzuregen?
Abg. Ing. Westenthaler: Das tut euch weh, der Richterhetze überführt zu werden!
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (SPÖ): Ergänzend zu der völlig unsachlichen Frage des Kollegen Krüger (ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP) – ich glaube, das hat für sich gesprochen, jeder weiß das zu werten! (Abg. Ing. Westenthaler: Das tut euch weh, der Richterhetze überführt zu werden!)
Widerspruch bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Keine Ahnung von der Geschäftsordnung!
Meine Frage, Herr Bundesminister, steht nun wieder im Zusammenhang mit Punkt 104 des Weisenberichtes, aus dem ich Ihnen einen Satz vorlesen möchte, an den ich dann meine Frage knüpfe. (Widerspruch bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Keine Ahnung von der Geschäftsordnung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das kann sie ja nicht!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Frau Kollegin Stoisits! Wir haben ein sensibles Klima, und ich werde nicht dulden, dass der Vorsitz quasi kollektiv geführt wird, aber Sie müssen es mir leichter machen: ein, zwei Sätze Begründung und dann eine Frage. (Abg. Ing. Westenthaler: Das kann sie ja nicht!) Und jetzt bitte ich Sie, ohne aus dem Weisenbericht zu zitieren, die Frage zu stellen.
Abg. Leikam: Wo ist die Frau Minister? – Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Öllinger. – Abg. Ing. Westenthaler: Vor einer Rede von Ihnen bin ich immer heiter! – Abg. Öllinger – auf dem Weg zum Rednerpult –: Super!
Da keine Berichterstattung gewünscht wird, erteile ich dem ersten Redner, Herrn Abgeordnetem Karl Öllinger, das Wort. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 12 Minuten. – Bitte, Herr Abgeordneter Öllinger. (Abg. Leikam: Wo ist die Frau Minister? – Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Öllinger. – Abg. Ing. Westenthaler: Vor einer Rede von Ihnen bin ich immer heiter! – Abg. Öllinger – auf dem Weg zum Rednerpult –: Super!)
Abg. Ing. Westenthaler: Nürnberger, gut zuhören!
Herr Kollege Nürnberger! Sie wissen ganz genau, dass sich in der Zeit, in der Ihre Fraktion die Regierungstätigkeit innehatte, etwa im Zeitraum 1996/97/98, die Steuererhöhungen, die Sie damals durchgeführt und den Österreicherinnen und Österreichern abgeknöpft haben, auf 108,5 Milliarden Schilling belaufen haben. Sie bildeten in den Jahren 1996/97 die Grundlage für diesen Bericht 1998. (Zwischenruf der Abg. Silhavy. ) Ich darf Sie daran erinnern, dass Sie 1997 die Autobahn-Vignette eingeführt haben, ich darf Sie erinnern, dass Sie 1997/98/99 die Rezeptgebühren erhöht haben, ich darf Sie erinnern, dass Sie bei Lohnsteuer, Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Kapitalertragsteuer, Tabaksteuer, Umsatzsteuer und Versicherungssteuer Gebührenerhöhungen durchgeführt haben, die alle Grundlage dieses Berichtes 1998 sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Nürnberger, gut zuhören!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie können es ja nicht einmal begründen!
Meine Damen und Herren! Lassen Sie mich aber auch Dank an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ehemaligen Sozialministeriums (Abg. Ing. Westenthaler: Sie können es ja nicht einmal begründen!), das es ja heute in der Form leider nicht mehr gibt, aussprechen. Offensichtlich wussten Sie bereits damals, als Sie die Ministerieneinteilung vorgenommen haben, welche Sozialdemontage Sie planen, denn sonst hätten Sie das Sozialministerium nicht so zersplittert und zerschlagen. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Gusenbauer hat uns genau das Gegenteil erzählt, die Wirtschaft wird so schlecht behandelt!
Für Sie ist ja auch symptomatisch – Frau Ministerin Sickl sitzt heute hier, der Wirtschaftsminister jedoch glänzt durch Abwesenheit, obwohl Teile dieses Berichtes in seinen Kompetenzbereich fallen –, Ihre Politik zeigt ganz deutlich: Die Wirtschaft hat gegenüber dem Sozialen gewonnen, die Wirtschaft steht über der Arbeit in diesem Land – bei Ihrer Politik! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Gusenbauer hat uns genau das Gegenteil erzählt, die Wirtschaft wird so schlecht behandelt!) – Sie brauchen nicht nervös zu schreien, sondern Sie müssen nur eine andere Politik machen, dann können Sie sich Ihre Zwischenrufe ersparen. Machen Sie eine Sozialpolitik und nicht eine Politik der sozialen Schieflage. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Widerspruch! Wirtschaft – Soziales!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Widerspruch! Wirtschaft – Soziales!
Für Sie ist ja auch symptomatisch – Frau Ministerin Sickl sitzt heute hier, der Wirtschaftsminister jedoch glänzt durch Abwesenheit, obwohl Teile dieses Berichtes in seinen Kompetenzbereich fallen –, Ihre Politik zeigt ganz deutlich: Die Wirtschaft hat gegenüber dem Sozialen gewonnen, die Wirtschaft steht über der Arbeit in diesem Land – bei Ihrer Politik! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Gusenbauer hat uns genau das Gegenteil erzählt, die Wirtschaft wird so schlecht behandelt!) – Sie brauchen nicht nervös zu schreien, sondern Sie müssen nur eine andere Politik machen, dann können Sie sich Ihre Zwischenrufe ersparen. Machen Sie eine Sozialpolitik und nicht eine Politik der sozialen Schieflage. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Widerspruch! Wirtschaft – Soziales!)
Abg. Ing. Westenthaler: Reines Chaos! Pures Chaos in der SPÖ! Einer weiß nicht, was der andere sagt!
Frau Bundesministerin! Wir stimmen diesem Sozialbericht natürlich zu, aber wir verwahren uns gegen das Vorwort, das Sie zu diesem Sozialbericht geschrieben haben, da Sie darin das Kinderbetreuungsgeld als soziale Maßnahme darstellen. (Abg. Ing. Westenthaler: Reines Chaos! Pures Chaos in der SPÖ! Einer weiß nicht, was der andere sagt!)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wer ist das?
Ich lese Ihnen etwas aus der APA vom 20. September vor: "Die Regierung sei ein ,Gruselkabinett‘. Die ÖVP habe ,ihr soziales Gewissen verloren‘, Begriffe wie Solidarität und Gemeinwohl als wichtiges Standbein seien nicht mehr vorhanden". – Meine Damen und Herren! Wer, glauben Sie, kommt zu dieser Erkenntnis? (Abg. Gatterer: Sie! – Weitere Zwischenrufe.) – Sie irren! Es ist Frau Christine Gubitzer von der Fraktion Christlicher Gewerkschafter und Gewerkschafterinnen. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wer ist das?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wie heißt die Dame?
Herr Kollege Westenthaler, dass Sie keine Ahnung davon haben, was Gewerkschaft ist, haben Sie schon vor langer Zeit gezeigt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wie heißt die Dame?) – Ich gebe Ihnen nachher das Papier.
Abg. Ing. Westenthaler: Wie heißt die Dame?
Noch ein anderes Beispiel (Abg. Ing. Westenthaler: Wie heißt die Dame?) – ich zitiere –: "Eine Entschädigungszahlung der AUVA für eine abgequetschte Hand, ein amputiertes Bein oder für verlorenes Augenlicht und so fort soll besteuert werden. Eine Schadenersatzzahlung für ein zerquetschtes Auto," (Abg. Gaugg: Das haben wir schon gehört!) – hören Sie zu, Herr Kollege Gaugg; ich hoffe, Sie werden dann hier heraußen Stellung dazu nehmen, ich weiß nur noch nicht, wie Sie sich verteidigen wollen, aber Sie vertreten hier ohnedies die Unternehmer, das haben Sie ja sogar schriftlich herausgegeben –, ich wiederhole:
Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen haben Sie sich heute so warm angezogen!
Meine Damen und Herren! Die Politik, die Sie hier beweisen, diese Kaltschnäuzigkeit im Umgang mit Menschen, mit deren Schicksal und Leben, bedeutet nicht nur ein Drehen an der Belastungsschraube, sondern verursacht hier auch ein eiskaltes Klima. (Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen haben Sie sich heute so warm angezogen!) Es ist kein Zufall, dass die Sozialsprecherinnen und Sozialpolitikerinnen der ÖVP, aber auch der FPÖ gestern schon eine schwache Stimme hatten. Offensichtlich macht diese soziale Kälte auch vor ihnen nicht halt! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Steuerhinterzieher im Gewerkschaftsbund! – Zwischenrufe bei der SPÖ
Sie haben nicht nur 1,1 Millionen arme Menschen zu verantworten (Abg. Ing. Westenthaler: Steuerhinterzieher im Gewerkschaftsbund! – Zwischenrufe bei der SPÖ), sondern Sie haben in Wirklichkeit auch 107 Milliarden Schilling Defizit zu verantworten, Herr Kollege Edlinger, der Sie immer von 20 Milliarden Schilling gesprochen haben. (Abg. Edlinger: Völlig falsch!)
Abg. Edlinger: Sie tun mir Leid! – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Kollege Edlinger, gehen Sie lieber Ihre Schweinchen füttern!
Sie wollen heute ... (Abg. Edlinger: Sie tun mir Leid! – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Kollege Edlinger, gehen Sie lieber Ihre Schweinchen füttern!) – Jetzt muss ich Sie Folgendes fragen, lieber Herr Kollege Edlinger, Ex-Minister: Wollen Sie die jetzige Regierung für die Versäumnisse der Vergangenheit verantwortlich machen? – Dieser Eindruck entsteht. (Abg. Dr. Kostelka: Nein, die hat mit den eigenen Problemen zu tun!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Edlinger darf gar nicht mehr zum Rednerpult gehen! Ihm haben sie schon das Reden verboten in der eigenen Partei!
Einfach zum Nachdenken und zum Nachrechnen, Herr Kollege Edlinger – jetzt werden Sie mehr Zeit zum Rechnen haben, als Sie Minister waren, hat es nicht funktioniert (Abg. Ing. Westenthaler: Der Edlinger darf gar nicht mehr zum Rednerpult gehen! Ihm haben sie schon das Reden verboten in der eigenen Partei!) –, ein Beispiel: Wie kann es sein, dass laut einem OECD-Bericht in Österreich die Besteuerung von Erwerbseinkommen im Vergleich 70 Milliarden Schilling über dem Durchschnitt liegt und die Kapitalbesteuerung 40 Milliarden Schilling darunter. (Abg. Silhavy: Da brauchen Sie nur die ÖVP zu fragen!) – Nein, Sie müssen sie fragen!
Abg. Ing. Westenthaler: Der sagt jetzt: Ich hätte doch unterschreiben sollen! – Danke, dass Sie nicht unterschrieben haben!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Nürnberger zu Wort gemeldet. – Herr Abgeordneter, ich bitte, § 58 der Geschäftsordnung zu beachten. Beginnen Sie mit der Wiedergabe der Behauptung, die Sie zu berichtigen wünschen. (Abg. Ing. Westenthaler: Der sagt jetzt: Ich hätte doch unterschreiben sollen! – Danke, dass Sie nicht unterschrieben haben!)
Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!
Abgeordneter Rudolf Nürnberger (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Gaugg: Es spricht der Bauherr der neuen Koalition!) Herr Abgeordneter Gaugg hat in meine Richtung gemeint, in "meiner" Gewerkschaft gäbe es Steuerhinterziehungen. (Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!)
Abg. Ing. Westenthaler: Im gesamten ÖGB! Lohnsteuer- und Abgabenhinterziehung!
Ich stelle tatsächlich richtig: Ich besitze keine Gewerkschaft, sondern bin gewählter Vorsitzender und damit Repräsentant der Gewerkschaft Metall-Textil. (Abg. Ing. Westenthaler: Im gesamten ÖGB! Lohnsteuer- und Abgabenhinterziehung!) – Wenn jemand von sich behaupten kann, die Gewerkschaft zu "besitzen", dann sind das deren 220 000 Mitglieder.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: In welcher dann? Das ist auch eine Form des Geständnisses: in seiner Gewerkschaft nicht!
Weiters berichtige ich, dass es in jener Gewerkschaft, die ich repräsentiere, keinerlei Steuerhinterziehungen gibt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: In welcher dann? Das ist auch eine Form des Geständnisses: in seiner Gewerkschaft nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist für euch schon ein Schloss! Da wohnt der Verzetnitsch besser!
Erstens: mein Schloss. – Ich bin keine millionenschwere Schlossbesitzerin, keine Besitzerin eines Schlosses mit Türmen und Himmelbetten, sondern das ist ein barockes Gutsgebäude. Es heißt Schloss, was aus der Geschichte erklärbar ist. Es handelt sich um ein barockes Gutsgebäude in der Größe von 10 mal 25 Metern mit einem Stockwerk. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist für euch schon ein Schloss! Da wohnt der Verzetnitsch besser!) Es steht unter Denkmalschutz, ist eine schöne, gute alte Bausubstanz, und ich habe dieses Gebäude mit meiner eigenen Hände Arbeit vor dem Verfall gerettet. Das ist die Wahrheit! (Beifall und Bravorufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das habt ihr nie zusammengebracht!
Thema Behinderte: Es gibt keinerlei Eingriffe in das Pflegegeld. Das ist mir wichtig. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Zusätzlich gibt es eine Behinderten-Milliarde, eine Offensive für die Schaffung von Arbeitsplätzen für behinderte Menschen, besonders für behinderte Schulabgänger. (Abg. Ing. Westenthaler: Das habt ihr nie zusammengebracht!) Das ist eine Initiative, die es zu Ihrer Zeit nie gegeben hat. (Abg. Dr. Kostelka: Aber zuerst abkassieren! – Abg. Dr. Mertel: Die Hosen ausziehen und dann den Lendenschurz geben!) Wir tun etwas genau für diese Gruppe, für die Integration notwendig ist, denn es ist uns ein Anliegen, die Behinderten nicht an ihren Defiziten zu messen, sondern an den Potentialen, an den Fähigkeiten, die sie gerade wegen ihrer Defizite für die Gesellschaft haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Bravo, Frau Reitsamer, für den Mut! Sehr mutig! – Ruf bei der SPÖ: Was hat das mit dem Sozialbericht zu tun?
Auch wenn Sie noch so laut schreien, Frau Mertel, das, was Frau Reitsamer gesagt hat, wie sie in diesem SPÖ-Klub behandelt worden ist, ist in der APA erschienen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Bravo, Frau Reitsamer, für den Mut! Sehr mutig! – Ruf bei der SPÖ: Was hat das mit dem Sozialbericht zu tun?)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Es ist eh besser, wenn sie draußen ist! Vielleicht die Frau Silhavy auch gleich! Das ist ja erbärmlich!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Dr. Mertel: Sie sind wirklich jämmerlich!) – Frau Mertel, wer jämmerlich ist, das sind Sie, denn Sie haben sich aufgeregt, dass die Ministerin nicht redet, und dann sind Sie hinausgegangen. Also wer ist da jämmerlich? (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Es ist eh besser, wenn sie draußen ist! Vielleicht die Frau Silhavy auch gleich! Das ist ja erbärmlich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Kollege Schieder! So breit kann ich mich vor der Kamera gar nicht machen, dass man Sie nicht sieht! – Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordneter Peter Schieder (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung) : Herr Präsident! Seit gestern ist es immer wieder der Fall, dass sich Abgeordnete der FPÖ bewusst vor die Fernsehkameras stellen. Ich bitte, dass vor allem Kollege Westenthaler, der ja sogar Mitglied des Kuratoriums ist, nicht laufend die Übertragung stört, indem er sich bewusst minuten-, stundenlang vor die Kameras stellt. (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Kollege Schieder! So breit kann ich mich vor der Kamera gar nicht machen, dass man Sie nicht sieht! – Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) – Das ist unverschämt!
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Unterstützung des Parlaments!
Kollege Kogler hat ja die Lächerlichkeit des Entschließungsantrages von Westenthaler und Khol blendend dargestellt, meine Damen und Herren. Man muss sich das einmal vorstellen! Da bringen Westenthaler und Khol einen Antrag ein, und die ÖVP und die FPÖ werden das auch beschließen, dass die eigene Bundesregierung die eigenen Beschlüsse ernst nehmen soll. – Also, meine Damen und Herren von ÖVP und FPÖ, das lässt wirklich Schlimmes befürchten. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Unterstützung des Parlaments!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Die sind schon alle weg! Der Schlögl ist schon weg!
Und was hat er beim Semmering geerbt? – Fragmente hat er geerbt! Daher sollen wir seinen Plan, seine Realisierung vom Hohen Haus her unterstützen, und dafür ist dieser Antrag, der jetzt eingebracht wird, natürlich bestens geeignet – wie immer Sie ihn interpretieren. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Er ist bestens geeignet. Wir vertrauen unserem Bundesminister Schmid, wir vertrauen dieser Bundesregierung, und daher wollen wir gemeinsam diesen Antrag unterstützen. Ihrer leicht durchschaubaren "Finterei" müssen wir zumindest die Mehrheit des Hauses entgegenhalten. Ich bin gespannt, wie die niederösterreichischen SPÖ-Abgeordneten mit dieser Show umgehen. Darauf bin ich neugierig! – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Die sind schon alle weg! Der Schlögl ist schon weg!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Mehrheit! – Abg. Dr. Fekter: Großes Vertrauen in die Regierung! – Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen der SPÖ, der ÖVP und den Freiheitlichen.
Der Entschließungsantrag ist somit angenommen. (E 33.) (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Mehrheit! – Abg. Dr. Fekter: Großes Vertrauen in die Regierung! – Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen der SPÖ, der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Edlinger weiß das sicher!
Das Prinzip der "gläsernen Kassen" ist für eine brauchbare und jedenfalls moderne Demokratie, so meine ich, unverzichtbar. Und das ist viel wesentlicher, als wenn wir uns jetzt da vorhalten, ob die SPÖ vom Klub in die Partei 30 Millionen Schilling gegeben hat oder wieder retour – und so weiter. Ich halte das nicht für das Hauptproblem, sondern das Hauptproblem ist: Woher kommen die Gelder? (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Edlinger weiß das sicher!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Hom-Rusch!
Und darauf sollte man schauen, damit das in Zukunft etwas transparenter wird. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Hom-Rusch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten lieber mehr "Perry Rhodan" lesen!
Hohes Haus! Es muss zwar gespart werden – und der Rechnungshof schaut ja auch genau darauf –, interessant ist aber gerade in diesem Zusammenhang ein Artikel in der neuesten Ausgabe von "NEWS", in dem es heißt: "Schüssel will 66 Millionen für die Sparpropaganda". Kanzler Schüssel will also den harten Sparkurs mit umstrittenen Methoden bewerben. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten lieber mehr "Perry Rhodan" lesen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist starker Tobak!
"Im nicht öffentlichen Teil des U-Ausschusses erklärte Harald Werilly vom Finanzamt für Körperschaftssteuern, Finanzminister Rudolf Edlinger habe für Hom-Rusch interveniert. Der Steuerberater Hom-Ruschs, Herbert Schuster, der nächsten Donnerstag als Zeuge geladen ist, habe mit ihm 1997 das persönliche Gespräch gesucht. Werilly habe ihm freilich sagen müssen, das vom Finanzamt ins Auge gefasste Insolvenzverfahren ließe sich nicht mehr vermeiden. Daraufhin habe sich Schuster ans Ministerbüro gewandt. Und erst dann sei – dem Ausschuss liegt ein diesbezüglicher Brief des Ministerbüros an Schuster vor – das Verfahren gestoppt worden." – Zitatende. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist starker Tobak!) Was sagen Sie dazu?
Abg. Dr. Trinkl: Oder sind Sie eine Blindschleiche? – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist stark!
Herr Finanzminister! Herrn Hom-Rusch kennen Sie schon! Sie kennen ihn auch von Rapid. (Abg. Dr. Trinkl: Oder sind Sie eine Blindschleiche? – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist stark!) Sonst hätten Sie nämlich hier geklagt, weil dieser Mann weiß wahrscheinlich doch einiges mehr, als es der SPÖ lieb ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das schaut nicht gut aus!
Herr Kollege Edlinger! Da rede ich jetzt gar nicht von der Budgetpolitik, von der ganzen Verschleierungspolitik, die Sie betrieben haben, sondern es geht darum, was Sie bereits in den Vorjahren realisiert haben. Was haben Sie denn da alles realisiert? Zum Beispiel Anteile an der Oesterreichischen Nationalbank: Da haben Sie 100 Millionen Schilling lukriert. Dann haben Sie das Reisebüro Ruefa verkauft, Ihren Bundesanteil am Plakatierungsunternehmen Gewista, die Parteipresse samt Druckhaus und so weiter und so fort. (Abg. Ing. Westenthaler: Das schaut nicht gut aus!) Das heißt, Sie können nicht wirtschaften. Es war höchste Zeit, dass Sie abgewählt worden sind, denn sonst hätte sich das Desaster auch für das Bundesbudget fortgesetzt, und das wäre wirklich zum Schaden der Republik gewesen. (Abg. Silhavy: Das ist typisch für Ihr Demokratieverständnis! – Abg. Eder: Und Sie sind also die Experten?) Das ist Faktum! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Weitere Rufe und Gegenrufe.)
Abg. Ing. Westenthaler: Bei Ihnen war es direkt die Partei, die die Schulden gebaut hat! – Abg. Edler: Und was ist mit der FPÖ-Niederösterreich?
Da ist nicht bloß eine Gaunerei passiert, wie es leider bei uns passiert ist. Ja, es ist bei uns passiert. Es war eine Gaunerei, die passiert ist, und die haben wir saniert. (Abg. Ing. Westenthaler: Bei Ihnen war es direkt die Partei, die die Schulden gebaut hat! – Abg. Edler: Und was ist mit der FPÖ-Niederösterreich?) Aber bei Ihnen war es keine Gaunerei, sondern bei Ihnen war es nachlässiger Umgang mit Geldmitteln aus österreichischen Steuergeldern! (Abg. Edler: Und wie war das mit der FPÖ-Niederösterreich? Die ist auch nur durch Prinzhorn vor dem Konkurs gerettet worden!) Kollege Kogler! Deswegen ist es wichtig, dass eben nicht nur die Einnahmen überprüft werden, sondern auch die widmungsgemäße Verwendung der Mittel. Wenn eine Partei mit den Mitteln nicht umgehen kann, dann muss sie zuerst ihr Vermögen offen legen und nicht alles durch Treuhandschaften verdecken. (Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Sie haben ja versucht, einiges durch Treuhandschaften zu verdecken, na selbstverständlich! Da gibt es die Frau Notarin Christl Scheibenpflug, die als Treuhänderin 93 Prozent an der Unternehmensgruppe Merkur gehalten hat, damit kein anderer dort hineinschauen kann. Was haben Sie denn alles an Treuhandvermögen? (Zwischenruf des Abg. Eder. ) Legen Sie die Sachen einmal offen! Erst dann können Sie hier über eine ordnungsgemäße Gebarung bei Ihren Parteifinanzen sprechen. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. ) Solange Sie das nicht können, haben Sie überhaupt kein Recht, über die finanzielle Gebarung irgendeiner anderen Gruppierung hier im Hohen Haus irgendetwas Negatives auszusagen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt bin ich aber gespannt, wie er das berichtigt, wenn das da steht!
Herr Abgeordneter Edlinger! Sie kennen die Geschäftsordnung. Bitte beginnen Sie mit der Wiedergabe des Sachverhaltes, den Sie zu berichtigen wünschen. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt bin ich aber gespannt, wie er das berichtigt, wenn das da steht!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben es auch nicht richtig gestellt! ... werden wir schauen, wer die Wahrheit sagt!
Zur letzten Ihrer Bemerkungen: Ich habe den "Standard" nicht geklagt, weil das nicht der Stil meiner Auseinandersetzung mit einem Medium ist. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben es auch nicht richtig gestellt! ... werden wir schauen, wer die Wahrheit sagt!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Schieder: Das ist unerträglich! Das ist eine unzulässige Beurteilung durch Sie! – Abg. Ing. Westenthaler: Alles falsch! Ziehen Sie den Antrag zurück!
Staatssekretär im Bundesministerium für soziale Sicherheit und Generationen Dr. Reinhart Waneck: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Man sollte versuchen, in der Gesundheitspolitik nicht in Polemik zu verfallen. Es fällt mir aber schwer, wenn ich den Entschließungsantrag der Abgeordneten Dr. Kräuter, Heidrun Silhavy, Gradwohl, Anna Huber, Mag. Brunhilde Plank, Sophie Bauer, Ludmilla Parfuss, Dobnigg und GenossInnen sehe, dies nicht zu vermuten. An diesem Antrag ist fast alles falsch, inklusive der Schreibung meines Namens. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Schieder: Das ist unerträglich! Das ist eine unzulässige Beurteilung durch Sie! – Abg. Ing. Westenthaler: Alles falsch! Ziehen Sie den Antrag zurück!) Falsch deshalb, weil überall dort, wo mein Name, also Reinhart Waneck, steht, "Frau Bundesminister a. D. Eleonora Hostasch" oder der Name ihrer Vorgängerin stehen sollte – beides Damen, die ich persönlich sehr schätze. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Schieder: Keine Kinderstube, Herr Staatssekretär! Unerhört! Ein Benehmen ist das! – Weitere Zwischenrufe und Gegenrufe.)
Abg. Ing. Westenthaler: Was macht ihr jetzt?
Nun liegen aber zwei Anträge vor – und jetzt sage ich ganz offen, was ich dabei spüre –, bei denen ich mir sehr schwer tue. (Abg. Ing. Westenthaler: Was macht ihr jetzt?) Beide Anträge sind irgendwie auch von zukünftigen Wahlen gekennzeichnet.
Sitzung Nr. 39
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ. – Die Abgeordneten Dr. Gusenbauer und Edlinger führen pantomimisch Handy-Gespräche. – Abg. Edlinger – in dieser Handy haltenden Gestik –: Hallo, hier Westenthaler! Hallo! Ja, schon wieder! – Heiterkeit bei der SPÖ.
Das ist ein evidenter, das ist der einzig vorliegende wirkliche Spitzelskandal! Und das ist Ihr Skandal, Herr Kollege Kostelka! Und das ist von Ihnen bis heute nicht zurückgewiesen worden. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ. – Die Abgeordneten Dr. Gusenbauer und Edlinger führen pantomimisch Handy-Gespräche. – Abg. Edlinger – in dieser Handy haltenden Gestik –: Hallo, hier Westenthaler! Hallo! Ja, schon wieder! – Heiterkeit bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben sie beantragt!
Sie aber wollten eine Debatte darüber verhindern (Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben sie beantragt!), wollten verhindern, dass heute eine Sondersitzung zu diesem Thema stattfindet (Abg. Ing. Westenthaler: Unser Antrag bitte!), und Sie haben deswegen einen Dialog über die Sozialpolitik von der Regierungsbank aus auf die Tagesordnung gesetzt.
Abg. Ing. Westenthaler: Unser Antrag bitte!
Sie aber wollten eine Debatte darüber verhindern (Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben sie beantragt!), wollten verhindern, dass heute eine Sondersitzung zu diesem Thema stattfindet (Abg. Ing. Westenthaler: Unser Antrag bitte!), und Sie haben deswegen einen Dialog über die Sozialpolitik von der Regierungsbank aus auf die Tagesordnung gesetzt.
Abg. Ing. Westenthaler: Der Pilz schaut wirklich sehr alt aus!
Sie haben noch ein Anliegen: Es hat sich ja das Blatt – vor allem gestern – sehr stark gegen diejenigen, die Behauptungen in Richtung "Spitzelaffäre" aufgestellt haben, gewendet. Das heißt, heute stehen keineswegs mehr Leute aus der Umgebung der Regierungsparteien als diejenigen da, die man verdächtigen kann, sondern ganz andere sind es! Der Antragsteller zum Beispiel hinsichtlich der Vorgangsweise, um die es jetzt geht, schaut relativ "alt" aus, wenn man die Zeitungen liest; also der kann wirklich nicht mehr hoffen, das Steuer herumreißen zu können. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Pilz schaut wirklich sehr alt aus!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie versteht das alles nicht! Das ist ihr zu hoch!
Diese Debatte geht weit über eine Debatte über die Tagesordnung hinaus. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie versteht das alles nicht! Das ist ihr zu hoch!) Wenn ich vom Klubobmann einer Partei in diesem Hause höre, dass eine Debatte über den Schutz der persönlichen Freiheit im Zusammenhang mit den Menschenrechten reine "Show" sei, so zeigt das Ihren Zugang zu diesem Hohen Hause und Ihr Interesse, dass dieses Thema nirgends zum Thema wird! Und das hat sicher massive Gründe! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist das Einzige, was euch noch bleibt: die Geschichte!
Die sozialdemokratische Bewegung ist eine politische Bewegung mit einer großen Geschichte. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist das Einzige, was euch noch bleibt: die Geschichte!) Wir Sozialdemokraten sind in unserer Geschichte – und darauf sind wir sehr stolz, und dem fühlen wir uns auch verpflichtet – immer auf der Seite der Demokratie gestanden und haben auch eine besondere Sensibilität, was die Verteidigung dieser Demokratie betrifft. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten sich einmal bei der FPÖ entschuldigen für Ihre Sudelgeschichten! Legen Sie einen Beweis auf den Tisch!
Jetzt sind die Strukturen gelegt – Sie arbeiten ja fleißig daran, das auszuweiten –, den "gläsernen Menschen" zu konstruieren. Daher sind die Themen Schutz der persönlichen Freiheit, Umgang mit Macht, Umgang mit Möglichkeiten, verantwortungsvoller Umgang mit dem Rechtsstaat ein wesentlicher politischer Themenkreis. Sie sollten jede Gelegenheit nutzen, darüber zu diskutieren, Herr Kollege Westenthaler. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten sich einmal bei der FPÖ entschuldigen für Ihre Sudelgeschichten! Legen Sie einen Beweis auf den Tisch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich war gestern im Ausschuss!
Warum, Herr Kollege Westenthaler, drücken Sie sich überall, wo es darum geht, dieses Thema zum Thema zu machen? Man hört, man liest, auch im ORF stellen Sie sich nicht den Diskussionen. Die Teilnahme an "ZiB 3" und "Betrifft" wird abgesagt. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich war gestern im Ausschuss!) Warum, wenn Sie eine weiße Weste haben? Sie sind doch sonst so wortgewaltig. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihre Sorgen möchte ich haben!) Stellen Sie sich der Diskussion! Zeigen Sie, dass Sie nichts zu verbergen haben! Stimmen Sie der Einsetzung des Untersuchungsausschusses zu! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihre Sorgen möchte ich haben!
Warum, Herr Kollege Westenthaler, drücken Sie sich überall, wo es darum geht, dieses Thema zum Thema zu machen? Man hört, man liest, auch im ORF stellen Sie sich nicht den Diskussionen. Die Teilnahme an "ZiB 3" und "Betrifft" wird abgesagt. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich war gestern im Ausschuss!) Warum, wenn Sie eine weiße Weste haben? Sie sind doch sonst so wortgewaltig. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihre Sorgen möchte ich haben!) Stellen Sie sich der Diskussion! Zeigen Sie, dass Sie nichts zu verbergen haben! Stimmen Sie der Einsetzung des Untersuchungsausschusses zu! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist so wie in der Steiermark gewesen! – Abg. Schwemlein: Du bist gegen Bespitzelung, daher klären wir auf!
Burgenland 1991, Herr Kollege Kostelka! Da musste ein Landeshauptmann gehen, und zwar Landeshauptmann Sipötz, weil er über seinen damaligen Parteikollegen Bezirks ... – was war der? (Abg. Dr. Kostelka: Was war? – Abg. Schwemlein: Du brauchst Nachhilfestunden!) – Stellvertreter bei der Bezirkshauptmannschaft war der damalige Landesrat Rezar – Menschen bespitzeln hat lassen, welcher Partei sie zugehören, bevor man sie anstellt. Auftrag Landeshauptmann Sipötz an den jetzigen SPÖ-Landesrat Rezar. – Einmal mehr eine rote Spitzelaktion. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist so wie in der Steiermark gewesen! – Abg. Schwemlein: Du bist gegen Bespitzelung, daher klären wir auf!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind eine Lachnummer! Das ist das Einzige!
Wie wollen Sie jemandem per Gesetz eine behauptete "linke Gesinnung" austreiben? Ist das die konsequente Fortführung des Haider-Böhmdorfer-Vorstoßes, kritische Meinungen mit Gefängnisstrafe zu bedrohen? – Das scheint es zu sein! Und es beginnt bei den Journalistinnen und Journalisten. Hören Sie gut zu, meine Damen und Herren auf der Tribüne! Noch können Sie darüber schreiben! Herr Westenthaler hat anderes mit Ihnen vor! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind eine Lachnummer! Das ist das Einzige!) Sehr lustig, Herr Westenthaler! Die Kolleginnen und Kollegen von der Presse werden das alles sehr lustig finden. (Abg. Ing. Westenthaler: Eine abgehalfterte Klubobfrau, von Van der Bellen abgesägt!) Auch Ihre Beleidigungen werden mich nicht aus dem Konzept bringen. Sie demaskieren Sie – und nur Sie! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Das ist wirklich die Fratze des Unrechts, die hier spricht. (Neuerlicher Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Eine abgehalfterte Klubobfrau, von Van der Bellen abgesägt!
Wie wollen Sie jemandem per Gesetz eine behauptete "linke Gesinnung" austreiben? Ist das die konsequente Fortführung des Haider-Böhmdorfer-Vorstoßes, kritische Meinungen mit Gefängnisstrafe zu bedrohen? – Das scheint es zu sein! Und es beginnt bei den Journalistinnen und Journalisten. Hören Sie gut zu, meine Damen und Herren auf der Tribüne! Noch können Sie darüber schreiben! Herr Westenthaler hat anderes mit Ihnen vor! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind eine Lachnummer! Das ist das Einzige!) Sehr lustig, Herr Westenthaler! Die Kolleginnen und Kollegen von der Presse werden das alles sehr lustig finden. (Abg. Ing. Westenthaler: Eine abgehalfterte Klubobfrau, von Van der Bellen abgesägt!) Auch Ihre Beleidigungen werden mich nicht aus dem Konzept bringen. Sie demaskieren Sie – und nur Sie! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Das ist wirklich die Fratze des Unrechts, die hier spricht. (Neuerlicher Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: So viel Unsinn auf einmal verzapfen!
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (fortsetzend): Es wird interessant sein, das aufzuklären. Meinungsfreiheit, Pressefreiheit bedroht, rassistische Untertöne in Ankündigung des Wiener Wahlkampfes (Abg. Ing. Westenthaler: So viel Unsinn auf einmal verzapfen!), aber für Sie kein Grund, über die Menschenrechte zu reden. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Apocalypse now! Das ist die grüne Apokalypse!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Apocalypse now! Das ist die grüne Apokalypse!
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (fortsetzend): Es wird interessant sein, das aufzuklären. Meinungsfreiheit, Pressefreiheit bedroht, rassistische Untertöne in Ankündigung des Wiener Wahlkampfes (Abg. Ing. Westenthaler: So viel Unsinn auf einmal verzapfen!), aber für Sie kein Grund, über die Menschenrechte zu reden. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Apocalypse now! Das ist die grüne Apokalypse!)
Abg. Schwemlein: Was sagst du zu Westenthaler?
Ich wundere mich über die selektive Wahrnehmung einzelner Mitglieder dieses Hohen Hauses, wenn sie Sitzungen folgen. (Abg. Schwemlein: Was sagst du zu Westenthaler?) Ich wundere mich! Ich wundere mich zum Beispiel darüber, dass die SPÖ überhaupt keinen Grund hat, in dieser Angelegenheit mit irgendeinem Wort auf irgendjemanden zu weisen oder mit den Fingern
Abg. Ing. Westenthaler: Mundtot machen!
Jetzt frage ich mich also: Kollege Pilz, wer sind Sie denn, dass Sie diese Kühnheit haben? Wer sind Sie denn, dass Sie Ihre eigene Fraktion mit offensichtlichen Fehlinformationen versorgen? Wer sind Sie denn, dass Sie dann noch im Fernsehen die Frechheit haben (Zwischenruf des Abg. Dr. Van der Bellen – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen), zu sagen: Den Kiss werde ich zivilrechtlich klagen!? Kiss behauptet etwas, was er nicht behaupten dürfte. (Abg. Ing. Westenthaler: Mundtot machen!) Mundtot machen, so sinngemäß. (Abg. Schwemlein: Jetzt sagst du schon nach, was dir der Westenthaler vorsagt!) – Also ich werde es mir von Ihnen oder von wem auch immer nicht verbieten lassen, die Wahrheit zu sagen! Und wahr ist, dass Sie der Einzige sind! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Schwemlein: Jetzt sagst du schon nach, was dir der Westenthaler vorsagt!
Jetzt frage ich mich also: Kollege Pilz, wer sind Sie denn, dass Sie diese Kühnheit haben? Wer sind Sie denn, dass Sie Ihre eigene Fraktion mit offensichtlichen Fehlinformationen versorgen? Wer sind Sie denn, dass Sie dann noch im Fernsehen die Frechheit haben (Zwischenruf des Abg. Dr. Van der Bellen – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen), zu sagen: Den Kiss werde ich zivilrechtlich klagen!? Kiss behauptet etwas, was er nicht behaupten dürfte. (Abg. Ing. Westenthaler: Mundtot machen!) Mundtot machen, so sinngemäß. (Abg. Schwemlein: Jetzt sagst du schon nach, was dir der Westenthaler vorsagt!) – Also ich werde es mir von Ihnen oder von wem auch immer nicht verbieten lassen, die Wahrheit zu sagen! Und wahr ist, dass Sie der Einzige sind! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Posch wird uns jetzt mit behäbiger Stimme erklären, wie die Demokratie in Gefahr ist!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Posch. Gleiche Redezeit. (Abg. Ing. Westenthaler: Posch wird uns jetzt mit behäbiger Stimme erklären, wie die Demokratie in Gefahr ist!)
in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler
Herr Präsident, ich sage das nicht zufällig. Ich ersuche Sie, die Zwischenrufe, die dieser Herr (in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler) hier macht, die – egal, ob sie die Abgeordnete Petrovic oder sonst jemanden betreffen – unzulässig sind in diesem Hause ... (Beifall bei den Grünen.) Hier hat niemand "alte Schachtel" zu sagen – egal, um wen es sich handelt. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Das ist unglaublich, Herr Abgeordneter Westenthaler! Sie sollten sich schämen! Sie sollten sich wirklich schämen! (Lang anhaltender Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Lebhafte Zwischenrufe.)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Öllinger, der Ball liegt bei Ihnen! Entschuldigen Sie sich!
Ich habe in den Rohprotokollen Ausdrücke wie "Sudelkampagne", "Fratze des Unrechts", "Sie sind eine Lachnummer!" und anderes gefunden. – Den Ausdruck "alte Schachtel" habe ich im Rohprotokoll nicht gefunden. (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Öllinger, der Ball liegt bei Ihnen! Entschuldigen Sie sich!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Edlinger: Das ist Realitätsverweigerung! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das tut weh! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Erstes Beispiel: eine Alleinerzieherin mit einem Kind unter 10 Jahren, 18 000 S brutto Monatsbezug. Im Vergleich zum Jahr 1999 – alte Bundesregierung – wird diese allein erziehende Mutter – alle Maßnahmen eingerechnet – im Jahr 2001 um 1 925 S netto mehr im Jahr zur Verfügung haben – trotz Konsolidierung des Haushaltes! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Edlinger: Das ist Realitätsverweigerung! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das tut weh! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Aus der Toskana!
Wenn Sie schon so überzeugt davon sind, dass alle Menschen so glücklich darüber sind, dass Sie diesen ganz radikalen Schröpfkurs durchführen, würde ich Sie ersuchen, einmal aus den Bürokratieburgen, aus den Villen, aus den Landsitzen (Abg. Ing. Westenthaler: Aus der Toskana!) herauszukommen und mit den wirklich Betroffenen zu reden und sich anzuhören, was die mitteilen. Ich kann Ihnen nur aus ein paar Mails zitieren, die mir zugekommen sind und in denen die Menschen mir mitteilen, was offensichtlich das Prinzip der Bundesregierung in Bezug auf die Studiengebühren ist (Ruf: Von wem ist das Prinzip?) – vom Herrn Abgeordneten Khol; ich zitiere –: "Und wenn da Aussagen gemacht werden, dass, was nichts kostet, auch nichts wert ist, dann möchte man schön langsam an der Menschheit verzweifeln." – Das sagen die Menschen über Ihre Politik, Herr Abgeordneter Khol! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Edler: Westenthaler! Kleindienst!
Heute jedoch bringen Sie Anträge ein, in denen Sie zu allem nur nein sagen. Sie sind von einer Partei mit großer Tradition zu Österreichs destruktiver Neinsagerpartei Nummer eins geworden. Das ist Ihr Erfolg, Herr Gusenbauer! Das bleibt letztlich übrig. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Edler: Westenthaler! Kleindienst!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie war das mit der Steuerhinterziehung, Herr Kollege?
Abgeordneter Rudolf Nürnberger (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren der Bundesregierung! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Wie war das mit der Steuerhinterziehung, Herr Kollege?) Vorerst ein paar kurze Bemerkungen zu Ausführungen von Herrn Westenthaler.
Abg. Ing. Westenthaler: Bau-Holz! Geben Sie es einmal zu! Bau-Holz!
Herr Westenthaler, Sie haben in der Plenarsitzung vom 21. September behauptet, bei der Gewerkschaft Metall gebe es Schwarzgeldzahlungen und Steuerhinterziehungen. – Ich habe in einer tatsächlichen Berichtigung darauf hingewiesen, dass es dies in der Gewerkschaft Metall nicht gibt. Sie haben am Montag dieser Woche in einer Presseaussendung neuerlich behauptet, es gebe ... (Abg. Ing. Westenthaler: Bau-Holz! Geben Sie es einmal zu! Bau-Holz!) – Mon
Abg. Ing. Westenthaler: Ist alles bei Gericht!
Ich fordere Sie auf, Herr Westenthaler: Wenn Sie Unterlagen haben, legen Sie sie auf den Tisch! Geben Sie sie dem Staatsanwalt, geben Sie sie den Steuerbehörden! (Abg. Ing. Westenthaler: Ist alles bei Gericht!) Wenn Sie die Unterlagen über die Gewerkschaft Metall nicht auf den Tisch legen können, dann sind das Verleumdungen, und dann stellen Sie diese Verleumdungen ein! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Staatsanwalt!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Staatsanwalt!
Ich fordere Sie auf, Herr Westenthaler: Wenn Sie Unterlagen haben, legen Sie sie auf den Tisch! Geben Sie sie dem Staatsanwalt, geben Sie sie den Steuerbehörden! (Abg. Ing. Westenthaler: Ist alles bei Gericht!) Wenn Sie die Unterlagen über die Gewerkschaft Metall nicht auf den Tisch legen können, dann sind das Verleumdungen, und dann stellen Sie diese Verleumdungen ein! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Staatsanwalt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Tacheles!
Erstens einmal (der Redner hält eine Anzeige mit der Überschrift "Wir sichern die Zukunft" in die Höhe): Sie inserieren um zig Millionen Schilling aus Steuergeldern in Tageszeitungen. Es wird in den nächsten Wochen sogar noch mehr werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Tacheles!) – Darin schreiben Sie, es werden keine neuen Steuern eingeführt, und drei Viertel der Österreicher werden durch die Maßnahmen nicht belastet.
Abg. Ing. Westenthaler hält einen Ausschnitt der Zeitung "Kurier" in die Höhe. Die Überschrift lautet: "Gewerkschafter kassierten jahrelang Schwarzgeld".
Ich zitiere aus der letzten Ausgabe der Zeitschrift der Arbeiterkammer, "AK für Sie", und ich kann den arbeitenden Menschen, die vielleicht vor den Fernsehern sitzen, nur empfehlen, diese Ausgabe genau zu lesen, zu studieren. – Wenn Sie sie nicht haben, dann fordern Sie sie bei der Arbeiterkammer an, Sie werden sie bekommen. (Abg. Ing. Westenthaler hält einen Ausschnitt der Zeitung "Kurier" in die Höhe. Die Überschrift lautet: "Gewerkschafter kassierten jahrelang Schwarzgeld".) Darin finden Sie eine Globalbetrachtung darüber, was die Arbeitnehmer verlieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie lieber etwas zum Schwarzgeld!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie lieber etwas zum Schwarzgeld!
Ich zitiere aus der letzten Ausgabe der Zeitschrift der Arbeiterkammer, "AK für Sie", und ich kann den arbeitenden Menschen, die vielleicht vor den Fernsehern sitzen, nur empfehlen, diese Ausgabe genau zu lesen, zu studieren. – Wenn Sie sie nicht haben, dann fordern Sie sie bei der Arbeiterkammer an, Sie werden sie bekommen. (Abg. Ing. Westenthaler hält einen Ausschnitt der Zeitung "Kurier" in die Höhe. Die Überschrift lautet: "Gewerkschafter kassierten jahrelang Schwarzgeld".) Darin finden Sie eine Globalbetrachtung darüber, was die Arbeitnehmer verlieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie lieber etwas zum Schwarzgeld!)
Abg. Ing. Westenthaler: Steuerhinterzieher beim Gewerkschaftsbund!
Letztes Paket: Steuer auf Unfallrenten – aber Sie plakatieren, wir führen keine Steuern ein! –, Kürzung der Familienzuschläge für Arbeitslose, Krankenversicherung bei Zusatzpensionen, Sperre des Arbeitslosengelds und vieles andere mehr. Wenn die Zeit reichen würde, könnte ich weiter gehen. In Summe: 33,3 Milliarden Schilling. (Abg. Ing. Westenthaler: Steuerhinterzieher beim Gewerkschaftsbund!)
Abg. Ing. Westenthaler: Kollege Kostelka, was sagen Sie dazu? Es heißt doch immer, wir klagen zu viel!
Herr Kollege Westenthaler! Wenn Sie das nicht glauben, dann lade ich Sie ein: Klagen Sie die Kammer! Verlangen Sie eine Richtigstellung! (Abg. Ing. Westenthaler: Kollege Kostelka, was sagen Sie dazu? Es heißt doch immer, wir klagen zu viel!) Ihr Repräsentant, der Herr Justizminister, der auf dem Briefpapier einer Anwaltskanzlei steht, wird sich freuen, wenn er wieder ein Geschäft macht, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Widerspruch der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Gaugg.
Die Wahrheit, Herr Finanzminister, ist Folgende: Ich nenne Ihnen ein ähnliches Beispiel, nur um 2 000 S im Bruttoeinkommen differierend. Eine Familie – ich kann den Namen nennen, es ist Familie Novak in Mödling –: Zwei Kinder studieren. Pendler. Der Mann verdient 33 000 S, die Frau 15 000 S, beides brutto. Bei der Steuer verliert der Mann 1 353 S, und die Frau 750 S. Studiengebühren für zwei Kinder: 20 000 S, Mehrbelastung aus Kfz-Steuer 1 300 S, Mehrbelastung aus Vignette 450 S. Dazu die Erhöhung der Stromsteuer. – In Summe: 27 583 S! (Widerspruch der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Gaugg. ) – So viel muss diese Familie in Zukunft auf Grund Ihrer Belastungen mehr zahlen! – Das ist die Wahrheit, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Alles falsch! Wo ist das Stipendium? Da kriegt man ein Stipendium!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Alles falsch! Wo ist das Stipendium? Da kriegt man ein Stipendium!
Die Wahrheit, Herr Finanzminister, ist Folgende: Ich nenne Ihnen ein ähnliches Beispiel, nur um 2 000 S im Bruttoeinkommen differierend. Eine Familie – ich kann den Namen nennen, es ist Familie Novak in Mödling –: Zwei Kinder studieren. Pendler. Der Mann verdient 33 000 S, die Frau 15 000 S, beides brutto. Bei der Steuer verliert der Mann 1 353 S, und die Frau 750 S. Studiengebühren für zwei Kinder: 20 000 S, Mehrbelastung aus Kfz-Steuer 1 300 S, Mehrbelastung aus Vignette 450 S. Dazu die Erhöhung der Stromsteuer. – In Summe: 27 583 S! (Widerspruch der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Gaugg. ) – So viel muss diese Familie in Zukunft auf Grund Ihrer Belastungen mehr zahlen! – Das ist die Wahrheit, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Alles falsch! Wo ist das Stipendium? Da kriegt man ein Stipendium!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – den "Kurier"-Artikel von vorhin neuerlich in die Höhe haltend –: Das ist die Wahrheit!
Noch ein Schmankerl. Anita Fellner, saisonbeschäftigtes Stubenmädchen im Fremdenverkehr. Verlust von vier Wochen Arbeitslosengeld, weil sie es vier Wochen lang nicht bekommt: 6 200 S. Aber sie hat ein kleines Auto. Daher: Mehrbelastung aus Kfz-Steuer 507 S, Mehrbelastung für Vignette 450 S, für Stromsteuer 520 S, für Selbstbehalt bei der Krankenversicherung 1 000 S. Ein Stubenmädchen mit 6 200 S Bruttoverdienst hat in Zukunft eine jährliche Mehrbelastung von 8 677 S! Das ist die Wahrheit, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – den "Kurier"-Artikel von vorhin neuerlich in die Höhe haltend –: Das ist die Wahrheit!)
Lebhafter Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Kein Wort zu den Steuerhinterziehungen des Gewerkschaftsbundes! – Alle anwesenden weiblichen Abgeordneten der SPÖ und der Grünen begeben sich demonstrativ mit je einem großen grauen Kuvert zu Abg. Ing. Westenthaler und überreichen ihm dieses. – Weitere Zwischenrufe und Heiterkeit. – Unruhe im Saal.
Ich bin überzeugt davon: Sie können noch eine Märchenstunde verbreiten, aber die Menschen in diesem Lande werden Ihnen sicherlich nicht glauben! (Lebhafter Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Kein Wort zu den Steuerhinterziehungen des Gewerkschaftsbundes! – Alle anwesenden weiblichen Abgeordneten der SPÖ und der Grünen begeben sich demonstrativ mit je einem großen grauen Kuvert zu Abg. Ing. Westenthaler und überreichen ihm dieses. – Weitere Zwischenrufe und Heiterkeit. – Unruhe im Saal.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Schwemlein kann nicht anders! Der ist so! Geistiges Nackerpatzl!
Hören Sie einmal zu! Ich sage Ihnen etwas. Das fängt damit an, dass wir uns heute hier vom Herrn Abgeordneten Gusenbauer sagen lassen mussten, dass diese Regierung ein Finanz-ressort übernommen hätte, das geordnet war. (Zwischenruf des Abg. Schwemlein. ) Meine sehr geehrten Damen und Herren! Was haben Sie für einen Begriff von Ordnung, von geregelten Finanzen, wenn Sie einen derartigen Schuldenberg hinterlassen? – Heute haben wir vom Herrn Finanzminister gehört, 680 Millionen Schilling – täglich! – müssen zurückgezahlt werden. Herr Abgeordneter Schwemlein, für Sie ist das offensichtlich alles irrsinnig lustig (Abg. Schwemlein: Woraus schließen Sie das?), aber für die Bevölkerung ist das wirklich eine ungeheuer schwere Bürde, die Sie ihr aufgelastet haben. Das sollten Sie einmal zur Kenntnis nehmen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Schwemlein kann nicht anders! Der ist so! Geistiges Nackerpatzl!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind ein Manipulant! Nur Ihre Wahrheit zählt! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich habe diese Feststellung im Rahmen einer Wortmeldung gemacht! Und allein die Tatsache, dass dieser Zwischenruf von Ihnen nicht im Protokoll aufscheint, heißt noch lange nicht, dass er nicht gefallen ist, denn Sie wissen sehr gut, wie viele Zwischenrufe hier gemacht werden. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind ein Manipulant! Nur Ihre Wahrheit zählt! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist denn der Herr Gusenbauer?
Ich bitte jene Damen und Herren, die für den Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist denn der Herr Gusenbauer?) – Das ist die Minderheit, der Antrag ist damit abgelehnt.
Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP: Wo ist denn der Gusenbauer? Wo ist er denn? – Abg. Ing. Westenthaler: Für das Protokoll: Herr Gusenbauer ist nicht für diese Anträge der SPÖ!
Wir gelangen weiters zur Abstimmung über den Entschließungsantrag der Abgeordneten Dr. Gusenbauer und Genossen betreffend Schließung von Steuerlücken bei Privatstiftungen. (Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP: Wo ist denn der Gusenbauer? Wo ist er denn? – Abg. Ing. Westenthaler: Für das Protokoll: Herr Gusenbauer ist nicht für diese Anträge der SPÖ!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ohne Gusenbauer!
Ich bitte jene Damen und Herren, die für den Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Minderheit, der Antrag ist damit abgelehnt. (Abg. Ing. Westenthaler: Ohne Gusenbauer!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wieder ohne Gusenbauer!
Ich bitte jene Damen und Herren, die für den Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Minderheit und damit abgelehnt. (Abg. Ing. Westenthaler: Wieder ohne Gusenbauer!)
Abg. Mag. Schweitzer: Pilz ist auch verurteilt! Sie sind vorbestraft, oder? – Abg. Ing. Westenthaler: Straftäter Pilz!
Das war eine Frage, die viele potenzielle freiheitliche Politiker auf eine Art und Weise beantwortet haben, die natürlich die Freiheitliche Partei in ein schiefes Licht gebracht hat. Mit Vorstrafen, mit einem einschlägigen Register ein Landtagsmandat (Abg. Dr. Martin Graf: Sie haben ja auch eine! Haben Sie nicht auch eine Vorstrafe?), endlich immun sein, endlich nicht mehr verfolgt werden können – das war eine durchaus verlockende Perspektive. (Abg. Mag. Schweitzer: Pilz ist auch verurteilt! Sie sind vorbestraft, oder? – Abg. Ing. Westenthaler: Straftäter Pilz!)
die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Kiss: So ist es!
Abgeordneter Anton Leikam (SPÖ): Herr Bundesminister! Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Herr Bundesminister, ich möchte gleich zu Beginn, weil auch heute wieder so im Raum stand, dass irgendjemand von der Opposition die 32 000 Beamtinnen und Beamten der gesamten Sicherheitsexekutive in einen Topf wirft (die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Kiss: So ist es!), und weil Abgeordneter Kiss dasselbe gestern schon im Ausschuss getan hat und Schuldzuweisungen in unsere Richtung gemacht hat, eindeutig und klar feststellen: Wir sind sehr daran interessiert, dass diese ganze Angelegenheit des Datenmissbrauchs, des Datenklaus aufgeklärt wird, dass die faulen, blauen Zwetschken, die anscheinend in dieser Sicherheitsexekutive vorhanden sind, auch dementsprechend genannt werden, Herr Bundesminister! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit den roten Kirschen?) Aber es wird nicht möglich sein, uns vorzuwerfen, mit dieser Datenaffäre die gesamte Exekutive zu belasten. Das wird Ihnen und auch Ihren Kollegen in der ÖVP- und FPÖ-Fraktion nicht gelingen. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit den roten Kirschen?
Abgeordneter Anton Leikam (SPÖ): Herr Bundesminister! Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Herr Bundesminister, ich möchte gleich zu Beginn, weil auch heute wieder so im Raum stand, dass irgendjemand von der Opposition die 32 000 Beamtinnen und Beamten der gesamten Sicherheitsexekutive in einen Topf wirft (die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Kiss: So ist es!), und weil Abgeordneter Kiss dasselbe gestern schon im Ausschuss getan hat und Schuldzuweisungen in unsere Richtung gemacht hat, eindeutig und klar feststellen: Wir sind sehr daran interessiert, dass diese ganze Angelegenheit des Datenmissbrauchs, des Datenklaus aufgeklärt wird, dass die faulen, blauen Zwetschken, die anscheinend in dieser Sicherheitsexekutive vorhanden sind, auch dementsprechend genannt werden, Herr Bundesminister! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit den roten Kirschen?) Aber es wird nicht möglich sein, uns vorzuwerfen, mit dieser Datenaffäre die gesamte Exekutive zu belasten. Das wird Ihnen und auch Ihren Kollegen in der ÖVP- und FPÖ-Fraktion nicht gelingen. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist euer Stil!
Meine Damen und Herren! Zum eigentlichen Tagesordnungspunkt, zum Thema ... (Abg. Öllinger: Welche Aussagen haben Sie gemeint?) – Die Aussage, die er gemacht hat, also: Die Freiheitliche Partei hätte systematischen Rufmord betrieben und die Besetzung von Mandaten, also das Vorstrafenregister der Mandatare sei länger als deren politische Erfolge. – Ist das in Ordnung, Herr Öllinger? (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist euer Stil!)
Abg. Ing. Westenthaler: Nein!
Herr Kollege Westenthaler! Ihre Realitätsverweigerung funktioniert schlicht und einfach nicht mehr. Sie haben an einen Innenminister, der sich ausdrücklich darauf berufen hat, kein Richter zu sein, und der noch lange nicht am Ende, sondern erst ganz am Beginn von Untersuchungen steht, die Frage gerichtet, ob es in diesem Zusammenhang bereits konkrete beweisbare Fakten gibt. (Abg. Ing. Westenthaler: Nein!) Der Herr Innenminister hat gesagt, nein, aber er hat Ihnen auch gleichzeitig gesagt, dass es nahezu täglich neue Fakten gibt. Und wenn wir davon ausgehen, was wir wissen, dann ist eines klar: Es ist ein freiheitlicher Spitzelskandal! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Ofner: Sagen Sie den Namen eines freiheitlichen Abgeordneten! – Abg. Ing. Westenthaler: Was war in Salzburg?
Meine Damen und Herren von der FPÖ! Es hat in Salzburg, es hat in Niederösterreich Disziplinarverurteilungen gegen Ihre Mitglieder, gegen Ihre Funktionäre, gegen Ihre Abgeordneten gegeben. Zeigen Sie mir eine Fraktion in diesem Haus, die flächendeckend über alle Landtage, die flächendeckend auch in diesem Haus eine entsprechende Tätigkeit entwickelt hat, um auf diese Art und Weise Leute unter Druck zu setzen, ausschließlich mit dem Ziel, zu Informationen zu kommen. Das ist Ihre Politik! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Ofner: Sagen Sie den Namen eines freiheitlichen Abgeordneten! – Abg. Ing. Westenthaler: Was war in Salzburg?)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt sollen wir auf einmal klagen! Sollen wir ihn mundtot machen?
Sie sind durch die Spitzelaffäre massiv unter Druck gekommen und massiven Vorwürfen ausgesetzt. Sie haben eine breite Klagsflut über das Land gelassen. Ich frage Sie: Warum klagen Sie Herrn Kleindienst nicht? (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt sollen wir auf einmal klagen! Sollen wir ihn mundtot machen?) Klagen, das ist Ihre Methode und nicht meine. Warum klagen Sie kleine Zeitungen, Intellektuelle, Künstler, aber nicht jenen Mann, der dermaßen massive Vorwürfe gegen Sie erhebt? (Abg. Ing. Westenthaler: Den sollen wir klagen! Das ist ja irre! Total irre!) Sie sagen, das stimmt nicht! Stellen Sie sich, Herr Westenthaler! Stellen Sie sich doch bitte! Hier haben Sie gekniffen, hier ziehen Sie den Schwanz ein! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Den sollen wir klagen! Das ist ja irre! Total irre!
Sie sind durch die Spitzelaffäre massiv unter Druck gekommen und massiven Vorwürfen ausgesetzt. Sie haben eine breite Klagsflut über das Land gelassen. Ich frage Sie: Warum klagen Sie Herrn Kleindienst nicht? (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt sollen wir auf einmal klagen! Sollen wir ihn mundtot machen?) Klagen, das ist Ihre Methode und nicht meine. Warum klagen Sie kleine Zeitungen, Intellektuelle, Künstler, aber nicht jenen Mann, der dermaßen massive Vorwürfe gegen Sie erhebt? (Abg. Ing. Westenthaler: Den sollen wir klagen! Das ist ja irre! Total irre!) Sie sagen, das stimmt nicht! Stellen Sie sich, Herr Westenthaler! Stellen Sie sich doch bitte! Hier haben Sie gekniffen, hier ziehen Sie den Schwanz ein! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Entschuldigen Sie sich einmal für Ihre heutigen Aussagen!
Er nennt Namen. Sie sagen, er nennt keinen einzigen Namen und ist ein Sudelbuchautor. Das ist Ihre Diktion, sich mit Vorwürfen auseinander zu setzen? (Abg. Ing. Westenthaler: Entschuldigen Sie sich einmal für Ihre heutigen Aussagen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo steht das drinnen?
Ich komme gerne darauf zurück, Herr Abgeordneter Westenthaler. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo steht das drinnen?) Es war von meiner Seite hier keine Behauptung, dass das Stenographische Protokoll die Unwahrheit gesagt hat. Von Ihnen stammt diese Behauptung, dass ich behauptet hätte, das Stenographische Protokoll sage die Unwahrheit. (Abg. Dr. Puttinger: Das muss nicht richtig sein, haben Sie gesagt!) Ich habe ausschließlich behauptet, dass Sie eine Behauptung gemacht haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Das muss nicht richtig sein, haben Sie gesagt!) Sie haben eine Behauptung gemacht, und es gibt Personen in diesem Haus, die das gehört haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Ach so! Und das Stenographische Protokoll? Sie sind wirklich feig!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das muss nicht richtig sein, haben Sie gesagt!
Ich komme gerne darauf zurück, Herr Abgeordneter Westenthaler. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo steht das drinnen?) Es war von meiner Seite hier keine Behauptung, dass das Stenographische Protokoll die Unwahrheit gesagt hat. Von Ihnen stammt diese Behauptung, dass ich behauptet hätte, das Stenographische Protokoll sage die Unwahrheit. (Abg. Dr. Puttinger: Das muss nicht richtig sein, haben Sie gesagt!) Ich habe ausschließlich behauptet, dass Sie eine Behauptung gemacht haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Das muss nicht richtig sein, haben Sie gesagt!) Sie haben eine Behauptung gemacht, und es gibt Personen in diesem Haus, die das gehört haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Ach so! Und das Stenographische Protokoll? Sie sind wirklich feig!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ach so! Und das Stenographische Protokoll? Sie sind wirklich feig!
Ich komme gerne darauf zurück, Herr Abgeordneter Westenthaler. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo steht das drinnen?) Es war von meiner Seite hier keine Behauptung, dass das Stenographische Protokoll die Unwahrheit gesagt hat. Von Ihnen stammt diese Behauptung, dass ich behauptet hätte, das Stenographische Protokoll sage die Unwahrheit. (Abg. Dr. Puttinger: Das muss nicht richtig sein, haben Sie gesagt!) Ich habe ausschließlich behauptet, dass Sie eine Behauptung gemacht haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Das muss nicht richtig sein, haben Sie gesagt!) Sie haben eine Behauptung gemacht, und es gibt Personen in diesem Haus, die das gehört haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Ach so! Und das Stenographische Protokoll? Sie sind wirklich feig!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind feig! Sie sind nicht satisfaktionsfähig!
Ich komme aber jetzt zurück auf die Causa und noch einmal zurück auf den Vorfall in Salzburg. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind feig! Sie sind nicht satisfaktionsfähig!) Nicht satisfaktionsfähig? Herr Abgeordneter Westenthaler, satisfaktionsfähig, das gibt es in Ihren Reihen und in vergangenen Zeiten. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind nicht einmal Manns genug, sich zu entschuldigen!) Da fügt man sich Schmisse zu oder duelliert sich. (Abg. Haigermoser: Und Sie, Kollege, sind ein revolutionärer Marxist!) Aber das hat Gott sei Dank heute schon jeglichen Stellenwert verloren, wenn es darum geht, die Wahrheit zu finden. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Nehmen Sie das zurück!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind nicht einmal Manns genug, sich zu entschuldigen!
Ich komme aber jetzt zurück auf die Causa und noch einmal zurück auf den Vorfall in Salzburg. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind feig! Sie sind nicht satisfaktionsfähig!) Nicht satisfaktionsfähig? Herr Abgeordneter Westenthaler, satisfaktionsfähig, das gibt es in Ihren Reihen und in vergangenen Zeiten. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind nicht einmal Manns genug, sich zu entschuldigen!) Da fügt man sich Schmisse zu oder duelliert sich. (Abg. Haigermoser: Und Sie, Kollege, sind ein revolutionärer Marxist!) Aber das hat Gott sei Dank heute schon jeglichen Stellenwert verloren, wenn es darum geht, die Wahrheit zu finden. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Nehmen Sie das zurück!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Nehmen Sie das zurück!
Ich komme aber jetzt zurück auf die Causa und noch einmal zurück auf den Vorfall in Salzburg. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind feig! Sie sind nicht satisfaktionsfähig!) Nicht satisfaktionsfähig? Herr Abgeordneter Westenthaler, satisfaktionsfähig, das gibt es in Ihren Reihen und in vergangenen Zeiten. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind nicht einmal Manns genug, sich zu entschuldigen!) Da fügt man sich Schmisse zu oder duelliert sich. (Abg. Haigermoser: Und Sie, Kollege, sind ein revolutionärer Marxist!) Aber das hat Gott sei Dank heute schon jeglichen Stellenwert verloren, wenn es darum geht, die Wahrheit zu finden. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Nehmen Sie das zurück!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Ekel erregend, mit dem nackten Finger auf andere Leute zu zeigen!
Deshalb, Herr Abgeordneter Westenthaler, braucht es einen Untersuchungsausschuss, nicht nur um die Verantwortung des damaligen Innenministers Schlögl, sondern auch um Ihre Verantwortung und die Ihrer Partei zu klären. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Ekel erregend, mit dem nackten Finger auf andere Leute zu zeigen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer ist gegen den Vorschlag! – Oh-Rufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Für das Protokoll: Gusenbauer ist nicht da! Er ist wahrscheinlich bei einer Sitzung des Parteivorstandes!
Ich bitte jene Damen und Herren, die dazu ihre Zustimmung geben, um ein Zeichen. – Das ist die Minderheit und damit abgelehnt. (Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer ist gegen den Vorschlag! – Oh-Rufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Für das Protokoll: Gusenbauer ist nicht da! Er ist wahrscheinlich bei einer Sitzung des Parteivorstandes!)
Abg. Ing. Westenthaler liest
Das Dritte ist: Es gibt politische Auftraggeber für derartige Vorkommnisse, und es gibt eine einzige Spur, und diese Spur führt in eine Organisation, die sich selbst "Combo" bezeichnet hat. Das ist beileibe keine Musikgruppe, sondern "Combo" ist die Abkürzung für Kommunikationsbüro. Das Kommunikationsbüro hatte seinen Sitz in der Reichsratsstraße, in Räumen des österreichischen Parlaments. Und jetzt ist ganz wichtig, dass der in die einschlägige Lektüre vertiefte Abgeordnete Westenthaler (Abg. Ing. Westenthaler liest) endlich von uns darüber aufgeklärt wird, dass es nicht um ihn allein geht.
Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie auf Speed? Haben Sie etwas eingenommen?
Ja, Westenthaler war "Combo"-Mitglied. Aber es hat auch andere "Combo"-Mitglieder gegeben. Das war eine Dreier-Combo und kein Solokonzert Westenthaler, das da stattgefunden hat, und die "Bandmitglieder" der "Combo" haben geheißen: Westenthaler, Haider und Riess-Passer. Das war "Combo". Aber wer jetzt welches Instrument gespielt hat, und wer den Ton angegeben hat, das kann ich derzeit nicht klären. Das kann auch kein Gericht klären, weil es nicht verboten ist, aus Riess-Passer, Westenthaler und Haider "Combo" zu bilden. (Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie auf Speed? Haben Sie etwas eingenommen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich dachte, Sie können reden!
Aber Sie wollen ganz einfach die politische Dimension unter den (Abg. Murauer: Unter "die Sachen" kehren!) Teppich kehren. Sie haben, wie ich glaube, allen Grund, so zu handeln, wie Sie handeln, sonst könnten Sie ja von sich aus einem Untersuchungsausschuss zustimmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich dachte, Sie können reden!) Ich will nur die Fakten festhalten. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Machen Sie einen Rhetorik-Kurs!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Machen Sie einen Rhetorik-Kurs!
Aber Sie wollen ganz einfach die politische Dimension unter den (Abg. Murauer: Unter "die Sachen" kehren!) Teppich kehren. Sie haben, wie ich glaube, allen Grund, so zu handeln, wie Sie handeln, sonst könnten Sie ja von sich aus einem Untersuchungsausschuss zustimmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich dachte, Sie können reden!) Ich will nur die Fakten festhalten. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Machen Sie einen Rhetorik-Kurs!)
Abg. Gaugg: Doktor! – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Haider!
Das Zweite ist: Es gibt jemand, der damit protzt, dass er jederzeit in der Lage ist, sich Informationen zu organisieren. Das belegt, in welchem Zustand sich das Sicherheitssystem befindet. Man protzt auch in der APA damit. Das heißt: Es gibt sogar jemanden, der das zugibt, und zwar einen Politiker namens Haider. (Abg. Gaugg: Doktor! – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Haider!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten in einen Rhetorik-Kurs gehen!
Ich stelle fest, man hat von zwei Seiten gut begründete Aussagen. Und man wird wahrscheinlich in dieser Sache auch Haider als Zeugen vernehmen müssen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten in einen Rhetorik-Kurs gehen!) Ich bezweifle, dass die Polizei mit ihren Nachforschungen im Polizeibereich allein das Auslangen finden wird. Wir werden uns ganz genau anschauen, wann der Herr Justizminister und wann die Staatsanwaltschaft aktiv geworden sind, denn die Beschuldigungen, dass es sich da um einen strafrechtlichen Tatbestand handelt, gab es lange vor dem Bericht der Sicherheitspolizei. (Beifall bei der SPÖ und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Wahnsinn! Zu Weihnachten einen Rhetorik-Kurs! Das ist ein Wahnsinn, was er aufführt, das kann sich keiner anhören!
Abgeordneter Dr. Peter Wittmann (fortsetzend): Sie täten gut daran, im Sinne des politischen Klimas und der politischen Hygiene einem Untersuchungsausschuss in dieser Causa zuzustimmen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Wahnsinn! Zu Weihnachten einen Rhetorik-Kurs! Das ist ein Wahnsinn, was er aufführt, das kann sich keiner anhören!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ah da schau her!
Abgeordneter Walter Murauer (ÖVP): Herr Präsident! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Wittmann, zu den von Ihnen erwähnten "Sachen": Zum Ersten: Zum Thema "SPÖ und Daten" teilt uns die heutige Ausgabe der "Salzburger Nachrichten" mit, dass auch SPÖ-Landeshauptmann-Stellvertreter Gerhard Buchleitner Abfragen über "W." aus dem Polizeicomputer hatte. (Abg. Ing. Westenthaler: Ah da schau her!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe gehört, der Nürnberger hat auch bespitzelt!
Zum Zweiten möchte ich Ihnen, Herr Kollege Wittmann, mitteilen, dass Herr ORF-Generalintendant Weis (Unruhe bei der SPÖ) – hören Sie doch zu, etwas mehr Ruhe! – im Zusammenhang mit dem Datenklau festhält, es gebe keinen wie immer gearteten Beweis dafür, dass der groß in die Öffentlichkeit getragene vermutete Datenklau tatsächlich je stattgefunden hat. – Frau Bures! Herr Nürnberger! Herr Wittmann! Dies zum Theaterdonner des Herrn Wittmann! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe gehört, der Nürnberger hat auch bespitzelt!)
Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!
Meine Damen und Herren der SPÖ! Ihr Bundesparteivorsitzender und Klubobmann hält es seit mehreren Stunden nicht für notwendig, dieser Sitzung hier beizuwohnen. (Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!) Er hält es nicht für notwendig, an Abstimmungen teilzunehmen, von denen Sie von der SPÖ behaupten, das Wohl und Wehe unserer Republik hänge davon ab! (Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!) Anscheinend sind ihm Parteiverpflichtungen wichtiger als die Republik Österreich. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!
Meine Damen und Herren der SPÖ! Ihr Bundesparteivorsitzender und Klubobmann hält es seit mehreren Stunden nicht für notwendig, dieser Sitzung hier beizuwohnen. (Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!) Er hält es nicht für notwendig, an Abstimmungen teilzunehmen, von denen Sie von der SPÖ behaupten, das Wohl und Wehe unserer Republik hänge davon ab! (Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!) Anscheinend sind ihm Parteiverpflichtungen wichtiger als die Republik Österreich. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie keine Informanten?
Ich weiß nicht, Herr Klubobmann Westenthaler, ist das eine Fälschung, was da in der Zeitschrift "Format" abgedruckt war? Hat Herr Chefredakteur Weber Ihnen zu Unrecht etwas unterstellt? (Die Rednerin hält die Zeitschrift in die Höhe.) Ist das Ihre Unterschrift? Ist das ein Faksimile? Da heißt es: Sehr geehrter Herr Vorsitzender! Lieber Josef! Die FGÖ sollte doch in der Anfangsphase jedes Mitglied aufnehmen, denn der Herr Diplomingenieur – Punkte, Punkte – ist ein FP-Informant. (Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie keine Informanten?)
Abg. Ing. Westenthaler: Apokalypse!
Sagen Sie es, wenn es eine Fälschung ist! Das wäre ja tatsächlich etwas, was zu klagen wäre. Tun Sie nicht so, als könnten Sie die Grenzen nicht auseinander halten! Sie wollen sie nicht auseinander halten, weil das Ihre politische Verantwortung genau anspricht. (Abg. Ing. Westenthaler: Apokalypse!)
Abg. Ing. Westenthaler: Für das Protokoll: Ohne Gusenbauer! Gusenbauer auf Parteiveranstaltung! Gusenbauer in Paris! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich bitte jene Damen und Herren, die dazu ihre Zustimmung geben, um ein entsprechendes Zeichen. – Das ist die Minderheit und damit abgelehnt. (Abg. Ing. Westenthaler: Für das Protokoll: Ohne Gusenbauer! Gusenbauer auf Parteiveranstaltung! Gusenbauer in Paris! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Sitzung Nr. 40
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der VSStÖ! Das waren auch schon einmal mehr!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Bundesminister, eine Sekunde bitte! – Die Galerie hat nicht das Recht, sich in die Debatte in irgendeiner Weise einzuschalten. Ich bitte, den Platz einzunehmen und diese Buchstaben zu entfernen! (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der VSStÖ! Das waren auch schon einmal mehr!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist das zur Budgetdebatte, oder was? – Ruf bei den Freiheitlichen: Wie der Schelm denkt!
Abgeordneter Mag. Walter Posch (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Hohes Haus! Nach einer Stunde Dichtung und Wahrheit des Herrn Bundesministers für Finanzen und Plattitüden wäre es reizvoll, auf die aufgeblasenen hohlen Phrasen ein wenig einzugehen, ebenso auf die Geschichte des Herrn Franz Häusler und seiner 10 000-S-Spende, die der Herr Finanzminister beim letzten Mal präsentiert hat und wo bis heute der Absender dieser Spende nicht eruiert werden konnte. Es wäre interessant zu wissen, Herr Bundesminister für Finanzen, ob Sie sich vielleicht diese Spende selbst angewiesen haben (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen – Ruf bei den Freiheitlichen: Unerhört! Das ist eine Frechheit!) beziehungsweise wie Sie es mit der Wahrheit und mit der Wirklichkeit in Ihrem Ressort halten. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist das zur Budgetdebatte, oder was? – Ruf bei den Freiheitlichen: Wie der Schelm denkt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wieder bei seinem Lieblingsthema!
"Ich kann daher nur zum wiederholten Male sagen, dass es für mich nicht in Frage kommt, dass Dr. Haider mit seinen verqueren Ideen von einer Dritten Republik unseren Staat und die Grundlagen der Menschenrechte zerstört. ... Die geballte negative Energie von Dr. Haider macht Menschen Angst. ... Ich brauche Dr. Haider nicht zur Umsetzung meiner politischen Vorstellungen." – (Abg. Ing. Westenthaler: Wieder bei seinem Lieblingsthema!) So ist es. Ich habe
Abg. Ing. Westenthaler: Das hat bisher auch den Präsidenten nicht gestört!
Herr Posch! Sie selbst haben meinen Klubobmann Westenthaler mit Hitler verglichen. Das haben Sie getan! Und das zeugt doch auch nicht von politischer Kultur. (Abg. Ing. Westenthaler: Das hat bisher auch den Präsidenten nicht gestört!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Cap kann nicht anders!
Noch ein Letztes zu Ihrer Kritik, Herr Posch, hinsichtlich der Flüchtlingspolitik und des Familiennachzuges. Auch diese Kritik ... (Abg. Dr. Cap: Kabas!) – Warum rufen Sie immer "Kabas" hinein? Das steht ja in überhaupt keinem Zusammenhang mit der Asylpolitik. Herr Cap – das sollten auch Sie wissen –, die Asylpolitik wird hier im Parlament beschlossen, und Herr Kabas ist Abgeordneter des Wiener Landtages. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Cap kann nicht anders!) Hier wird die Flüchtlingspolitik beschlossen. Für die Flüchtlingspolitik hat uns der Rat der "drei Weisen" eine erstklassige Auszeichnung gegeben. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Da waren Sie demonstrieren!
Ich stelle tatsächlich richtig, Herr Abgeordneter Graf und Frau Abgeordnete Partik-Pablé: Erstens ist diese Berichtigung von mir schon mehrmals gemacht worden, und zweitens ... (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie waren damals noch gar nicht im Parlament, Herr Abgeordneter!) – Das wissen Sie, dass ich nicht im Parlament war? (Abg. Ing. Westenthaler: Da waren Sie demonstrieren!) – Ich war damals im Parlament, das wäre übrigens schon wieder zu berichtigen, Frau Abgeordnete Pablé. Ich lese Ihnen aus dem Protokoll vor.
Abg. Ing. Westenthaler: Nehmen Sie das zurück!
Aus dem Zusammenhang ergibt sich ganz klar (Abg. Ing. Westenthaler: Nehmen Sie das zurück!), dass sich die Wortmeldung der Abgeordneten Stoisits über zwei Seiten hin auf Hans-Jörg Schimanek jun. bezogen hat. Und ich habe nicht gewusst, dass Hans-Jörg Schimanek jun. Mitglied Ihrer Freiheitlichen Partei ist. Das wäre ja noch schöner! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Böhacker: Das ist ein G’schichterl, was Sie erzählen, keine Berichtigung! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist unglaublich!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Böhacker: Das ist ein G’schichterl, was Sie erzählen, keine Berichtigung! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist unglaublich!
Aus dem Zusammenhang ergibt sich ganz klar (Abg. Ing. Westenthaler: Nehmen Sie das zurück!), dass sich die Wortmeldung der Abgeordneten Stoisits über zwei Seiten hin auf Hans-Jörg Schimanek jun. bezogen hat. Und ich habe nicht gewusst, dass Hans-Jörg Schimanek jun. Mitglied Ihrer Freiheitlichen Partei ist. Das wäre ja noch schöner! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Böhacker: Das ist ein G’schichterl, was Sie erzählen, keine Berichtigung! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist unglaublich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Unerhört so etwas! Das ist ein Skandal!
Einen weiteren Ordnungsruf erteile ich Ihnen dafür, dass Sie gesagt haben: "Das sind Milošević-Methoden!” (Abg. Ing. Westenthaler: Unerhört so etwas! Das ist ein Skandal!), und ich kündige Ihnen gleichzeitig an, dass dies auch in der Präsidiale ausreichend zur Diskussion kommen wird. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Den Herrn Müller? Oder wen?
Im "Eckartboten" beispielsweise schreibt ein Herr Helmut Müller. Der Vorsitzende des "Eckartboten" beziehungsweise seines Trägervereins, der "Österreichischen Landsmannschaft", ist ja ein Klubkollege des Herrn Westenthaler aus früheren Zeiten: Herr Kowarik. Der Herr Kowarik, kennen Sie den? (Abg. Ing. Westenthaler: Den Herrn Müller? Oder wen?) – Nein, den Herrn Kowarik. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie wissen ja gar nicht, was Sie reden!) Herr Kowarik, ein Landtagsabgeordneter in Wien, ist in der "Österreichischen Landsmannschaft" schwer aktiv. (Rufe bei den Freiheitlichen: Na und?) Und einer der Schreiber des "Eckartboten", Herr Müller, ist auf dem Parteitag der NDP.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie wissen ja gar nicht, was Sie reden!
Im "Eckartboten" beispielsweise schreibt ein Herr Helmut Müller. Der Vorsitzende des "Eckartboten" beziehungsweise seines Trägervereins, der "Österreichischen Landsmannschaft", ist ja ein Klubkollege des Herrn Westenthaler aus früheren Zeiten: Herr Kowarik. Der Herr Kowarik, kennen Sie den? (Abg. Ing. Westenthaler: Den Herrn Müller? Oder wen?) – Nein, den Herrn Kowarik. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie wissen ja gar nicht, was Sie reden!) Herr Kowarik, ein Landtagsabgeordneter in Wien, ist in der "Österreichischen Landsmannschaft" schwer aktiv. (Rufe bei den Freiheitlichen: Na und?) Und einer der Schreiber des "Eckartboten", Herr Müller, ist auf dem Parteitag der NDP.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Er muss etwas eingenommen haben! Es schaut so aus!
Was uns in diesem Zusammenhang in besonderem Ausmaß interessiert, ist: Wie stehen die Regierungsparteien dazu? Wie kann eine der zwei Regierungsparteien dazu überhaupt Stellung beziehen, wenn sie selbst von oben bis unten mit dem Vorwurf des Rassismus angepatzt ist, mit dem Vorwurf der Ausländerfeindlichkeit, der ja auch in internationalen Expertenberichten wie dem Bericht der so genannten "drei Weisen" bestätigt wurde? (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Das ist ja lächerlich!) Was haben Sie denn unternommen, um damit zu Rande zu kommen? Was sind Ihre Aktivitäten, Herr Kollege Westenthaler, um endlich ein für alle Mal klarzustellen, dass Sie in Zukunft keine ausländerfeindlichen, rassistischen Parolen und Inhalte vertreten, um sich zu distanzieren von der Vergangenheit, die Sie vor allem in Wien tatsächlich auf dem Gewissen haben, und sich zu entschuldigen? In Wien haben Sie ja einen ausländerfeindlichen und rassistischen Wahlkampf geführt. Oder wollen Sie das auch noch bestreiten? (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Er muss etwas eingenommen haben! Es schaut so aus!)
Abg. Ing. Westenthaler: Er muss etwas eingenommen haben!
Es geht aber auch noch um etwas anderes, meine Damen und Herren! Es geht nicht nur um das Verhalten einer Regierungspartei, sondern es geht ... (Abg. Ing. Westenthaler: Er muss etwas eingenommen haben!) – Herr Abgeordneter Westenthaler! Wenn Ihnen nichts mehr einfällt, dann erheben Sie immer den Vorwurf, da muss jemand etwas eingenommen haben. Das wiederholen Sie in jeder Debatte stereotyp. Ich werde mir angewöhnen, Ihre Zwischenrufe, die ich nicht näher klassifiziere, da sie sich von selbst richten, auch öffentlich aufzugreifen, damit Sie nicht mehr in die Verlegenheit kommen, sie leugnen zu müssen, wie Sie das schon bei der letzten Debatte getan haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben wirklich etwas eingenommen, sonst gibt es das nicht, dass Sie so einen Unsinn daherreden und dieses Haus mit Milošević vergleichen! Das ist eine Ungeheuerlichkeit! Das ist ein Skandal! – Abg. Dr. Petrovic: Was hat Kollege Öllinger eingenommen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben wirklich etwas eingenommen, sonst gibt es das nicht, dass Sie so einen Unsinn daherreden und dieses Haus mit Milošević vergleichen! Das ist eine Ungeheuerlichkeit! Das ist ein Skandal! – Abg. Dr. Petrovic: Was hat Kollege Öllinger eingenommen?
Es geht aber auch noch um etwas anderes, meine Damen und Herren! Es geht nicht nur um das Verhalten einer Regierungspartei, sondern es geht ... (Abg. Ing. Westenthaler: Er muss etwas eingenommen haben!) – Herr Abgeordneter Westenthaler! Wenn Ihnen nichts mehr einfällt, dann erheben Sie immer den Vorwurf, da muss jemand etwas eingenommen haben. Das wiederholen Sie in jeder Debatte stereotyp. Ich werde mir angewöhnen, Ihre Zwischenrufe, die ich nicht näher klassifiziere, da sie sich von selbst richten, auch öffentlich aufzugreifen, damit Sie nicht mehr in die Verlegenheit kommen, sie leugnen zu müssen, wie Sie das schon bei der letzten Debatte getan haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben wirklich etwas eingenommen, sonst gibt es das nicht, dass Sie so einen Unsinn daherreden und dieses Haus mit Milošević vergleichen! Das ist eine Ungeheuerlichkeit! Das ist ein Skandal! – Abg. Dr. Petrovic: Was hat Kollege Öllinger eingenommen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Für Sie "Doktor Haider"!
Herr Böhmdorfer hat das, was Herr Haider (Abg. Ing. Westenthaler: Für Sie "Doktor Haider"!) ihm eingeflüstert hat, für verfolgenswert gehalten. Herr Justizminister Böhmdorfer hat, als Herr Windholz, sein Vorgänger hier im Nationalrat, den Ausspruch "Unsere Ehre heißt Treue!" getätigt hat, daran nichts Verfolgenswertes gefunden, sondern still geschwiegen, weil er wahrscheinlich den subjektiven Tatvorsatz beim Kollegen Windholz nicht erkennen konnte, während er bei dem Aktionskünstler Schlingensief, der dieses Motiv verwendet hat, natürlich um zu provozieren, den subjektiven Tatvorsatz als Justizminister erkannt haben wollte und deshalb persönlich zum Telefon gegriffen hat und Redaktionen informiert hat, dass Herr Schlingensief wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung verfolgt wird, dass die Ermittlungen eingeleitet sind. Der Justizminister hat von sich aus gesagt, er habe die nötigen Schritte dazu veranlasst.
Abg. Öllinger: Welches Wort lehnen Sie ab? – Abg. Ing. Westenthaler: Ungeheuerlich!
Abgeordneter Ing. Gerhard Fallent (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Öllinger, Ihre Sprache lehne ich ab. Auf diese Ebene begebe ich mich nicht. (Abg. Öllinger: Sagen Sie mir, was Sie ablehnen?) – Ihre Sprache lehne ich ab, Herr Öllinger, Ihre Sprache! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Ich glaube, dass wir in diesem Hohen Haus eine politische Kultur haben sollten, an die sich auch Sie halten sollten. Das denke ich. Das ist meine Ansicht. Ihre Sprache, Ihre Wortwahl ... (Abg. Öllinger: Welches Wort lehnen Sie ab? – Abg. Ing. Westenthaler: Ungeheuerlich!)
Abg. Mag. Trattner: Nimmt der Gusenbauer an einer Abstimmung teil heute? Kommt er zu einer Abstimmung? – Abg. Silhavy: Der Westenthaler ist auch dauernd weg!
Heute Vormittag hat uns der Herr Finanzminister angekündigt, wir müssen einen neuen, einen anderen Staat bauen. – Jawohl, das ist eine Ankündigung, meine Damen und Herren. Nur ein einziges Beispiel aus seiner Budgetrede, und das hat mit Menschenrechten zu tun; ich hätte Dutzende anderer Beispiele auch nehmen können, aber ich nehme nur ein Beispiel heraus. (Abg. Mag. Trattner: Nimmt der Gusenbauer an einer Abstimmung teil heute? Kommt er zu einer Abstimmung? – Abg. Silhavy: Der Westenthaler ist auch dauernd weg!) Er spricht im Zusammenhang mit der Pensionsreform vom Mehr-Säulen-System und sagt dann einen sehr, einen sehr bezeichnenden Satz, würde ich meinen, und zwar: Mit der Zweckwidmung des halben Arbeitnehmerabsetzbetrages ist ein erster wichtiger Schritt in eine hochattraktive Eigen
Abg. Ing. Westenthaler: Das sind Ihre Parteiblattln! Das sind alles Ihre Parteiblattln!
Es stellt sich daher die Frage: Wie sind in diesem Zusammenhang die Anordnungen getroffen worden? Jeden Tag erfahren wir aus Magazinen – heute im "NEWS", am vergangenen Wochenende im "FORMAT" und im "profil" (Abg. Ing. Westenthaler: Das sind Ihre Parteiblattln! Das sind alles Ihre Parteiblattln!) –, wer letztendlich die durchführenden Organe gewesen sind. Es stellt sich noch immer die Frage: Wer waren die Mittelsmänner, und wer waren die Hintermänner? – Die Nervosität des Herrn Westenthaler als Ingenieur lässt bereits einzelne Rückschlüsse auf die Zusammenhänge zu. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ich zittere schon! – Abg. Parnigoni: Ein Ingenieur hat’s schwör!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ich zittere schon! – Abg. Parnigoni: Ein Ingenieur hat’s schwör!
Es stellt sich daher die Frage: Wie sind in diesem Zusammenhang die Anordnungen getroffen worden? Jeden Tag erfahren wir aus Magazinen – heute im "NEWS", am vergangenen Wochenende im "FORMAT" und im "profil" (Abg. Ing. Westenthaler: Das sind Ihre Parteiblattln! Das sind alles Ihre Parteiblattln!) –, wer letztendlich die durchführenden Organe gewesen sind. Es stellt sich noch immer die Frage: Wer waren die Mittelsmänner, und wer waren die Hintermänner? – Die Nervosität des Herrn Westenthaler als Ingenieur lässt bereits einzelne Rückschlüsse auf die Zusammenhänge zu. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ich zittere schon! – Abg. Parnigoni: Ein Ingenieur hat’s schwör!)
Abg. Ing. Westenthaler telefoniert gerade
Wenn der Herr Westenthaler völlig genervt zum Telefon greift (Abg. Ing. Westenthaler telefoniert gerade), ruft er jetzt wahrscheinlich seinen Parteifreund, den Herrn Kreißl, an, der mutmaßlich eine der Drehscheiben in diesem ganzen Skandal ist, meine sehr verehrten Damen und
Abg. Ing. Westenthaler: Bei Ihnen fragt keiner nach!
Es stellt sich die Frage: Wer kann sich überhaupt noch sicher sein, Herr Innenminister? Die österreichische Exekutive hat eine hohe Reputation, aber auf Grund dessen, was da geschehen ist, stellt sich jeder Österreicher inzwischen die Fragen: Wurden meine Daten abgefragt? Von wem wurden sie abgefragt? Was wurde mit diesen Daten gemacht? (Abg. Ing. Westenthaler: Bei Ihnen fragt keiner nach!) Wer hat dafür bezahlt? Und letztendlich: In welchen Kreisen zirkulieren diese Informationen? Und es stellt sich bei all dem, was da passiert ist, die Frage, ob das nicht nur die Spitze eines Eisberges ist und ob sich dahinter nicht noch ein bedeutend größeres System verbirgt, das mit Recht alle Österreicherinnen und Österreicher erschüttert.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Mag. Kogler. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie fordern den Gesetzesbruch!
Meine Damen und Herren! Ich bin der Auffassung, dass wir alle hier – wir, die von den Bürgerinnen und Bürgern gewählten Vertreter, wir als Anwälte der Bürgerinnen und Bürger – das Recht darauf haben, Informationen zu bekommen, und uns nicht nur mit der Antwort zu begnügen haben: Kann ich nicht sagen! Darf ich nicht sagen! Werden wir sehen! – Daher, Herr Bundesminister, und auch Sie, meine Damen und Herren, als die Entscheidungsträger hier herinnen, fordere ich Sie auf, einem Untersuchungsausschuss zuzustimmen – zur Wahrung der Rechte der Bürgerinnen und Bürger! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Mag. Kogler. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie fordern den Gesetzesbruch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Na!
Herr Kollege Westenthaler! Wenn Sie sich selbst in meine Rede schon so einschalten, dann möchte ich den Bürgerinnen und Bürgern nicht vorenthalten, welch mehr als zweifelhaftes Spiel Sie hier treiben. (Abg. Ing. Westenthaler: Na!) Na, jetzt halten Sie sich an! (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Herr Haider, meine Damen und Herren – ich glaube, eine hinlänglich bekannte Person –, wirft im "profil" vom 16. Oktober 2000 Herrn Westenthaler ein viel zu gutes Verhältnis zu Herrn Kleindienst vor. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der Beweis der Spitzelaffäre!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der Beweis der Spitzelaffäre!
Herr Kollege Westenthaler! Wenn Sie sich selbst in meine Rede schon so einschalten, dann möchte ich den Bürgerinnen und Bürgern nicht vorenthalten, welch mehr als zweifelhaftes Spiel Sie hier treiben. (Abg. Ing. Westenthaler: Na!) Na, jetzt halten Sie sich an! (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Herr Haider, meine Damen und Herren – ich glaube, eine hinlänglich bekannte Person –, wirft im "profil" vom 16. Oktober 2000 Herrn Westenthaler ein viel zu gutes Verhältnis zu Herrn Kleindienst vor. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der Beweis der Spitzelaffäre!)
Abg. Ing. Westenthaler – sich demonstrativ mit beiden Händen an der Sitzbank festhaltend –: Ich halte mich noch immer an!
Meine Damen und Herren! Herr Kleindienst ist jener Mann, der mit seinem Buch einiges, was die Freiheitlichen betrifft, in Bewegung gebracht hat, und Herr Haider beklagt jetzt, der Herr Westenthaler hätte ein viel zu gutes Verhältnis zu Herrn Kleindienst. Herr Haider tut das, nicht die Sozialdemokraten! Was sagt in seiner typischen Reizreaktionsmusterrolle Herr Westenthaler über Herrn Kleindienst? – Ich zitiere wörtlich aus der "Presse" vom 5. Oktober 2000: "Irgendein Dahergelaufener". (Abg. Ing. Westenthaler – sich demonstrativ mit beiden Händen an der Sitzbank festhaltend –: Ich halte mich noch immer an!)
Abg. Ing. Westenthaler – sich demonstrativ mit beiden Händen an der Sitzbank festhaltend –: Ich halte mich noch immer an!
Aber das ist eben Ihre Art und Weise: In dem Augenblick, in welchem Sie angegriffen werden, sofort nach einem bestimmten Reizreaktionsmuster reflexartig einen Gegenangriff zu starten. (Abg. Ing. Westenthaler – sich demonstrativ mit beiden Händen an der Sitzbank festhaltend –: Ich halte mich noch immer an!) Ich glaube, dass die Bürgerinnen und Bürger in diesem Land ein Recht darauf haben, dass diese miese Art von Politik endlich ein Ende findet. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Gruselbauer!
Herr Abgeordneter Gusenbauer hat ja hier wirklich ein Gruselbild gezeichnet, ein Gruselmärchen erzählt (Abg. Ing. Westenthaler: Gruselbauer!), und er hat kühne Konstruktionen hergestellt. Es war ihm wirklich nichts zu schäbig, es als Verdächtigung zu benützen, nur um die Freiheitlichen da hineinzuziehen. (Abg. Schwemlein: Sie braucht man nicht hineinzuziehen, Sie stecken mitten drinnen!) Ich frage mich: Ist das ein politisches Wunschbild von Ihnen?
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Irrsinn!
Noch etwas ist sehr interessant: Herr Pilz, der natürlich weiß, dass es nicht in Ordnung ist, dass er mit geheimen Daten angetroffen wird, startet gleich eine Selbstreinigungsaktion auf der Homepage, und zwar sagt er Folgendes: Wenn jemand interne Akten aus der öffentlichen Verwaltung zur Kontrolle verwendet, dann ist das erlaubt. Nur zur Bespitzelung ist es nicht erlaubt. Wenn jemand Akten zur Bespitzelung politischer Gegner verwendet, dann ist das ein Fall für die Gerichte und für einen Untersuchungsausschuss. Wer damit aber den Missbrauch der amtsinternen Macht dokumentieren und abstellen will, ist als Abgeordneter dazu verpflichtet. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Irrsinn!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ziemliches Desinteresse in den SPÖ-Bänken!
Ich glaube, man bezeichnet so etwas, was Herr Pilz macht, als klassische Doppelmoral. Herr Pilz, ich erwarte mir jetzt von Ihnen, dass Sie zu dieser so genannten Rechtfertigung eine Stellungnahme abgeben. (Abg. Ing. Westenthaler: Ziemliches Desinteresse in den SPÖ-Bänken!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Nur fürs Protokoll: Ich stelle ein sonderbares Desinteresse bei der SPÖ fest! Ich stelle ein sonderbares Desinteresse bei der SPÖ bei der Dringlichen Anfrage fest!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es hat Herr Minister Strasser eindeutig gesagt, es werde ermittelt, was es da alles gegeben hat. Herr Schwemlein hat behauptet, in jedem Bundesland gebe es einen Skandal. Ich darf noch einmal in Erinnerung rufen: Seit 50 Jahren führen sozialistische Innenminister das Innenressort – bis vor acht Monaten. Diese Skandale, diese Bespitzelungsaffären sind lange vor der Übernahme des Innenressorts durch Minister Strasser entstanden. (Abg. Schwemlein – auf die Freiheitlichen zeigend –: Hier sitzen die Auftraggeber!) Wenn etwas aufkommt, dann haben Sie sich selber an der Nase zu nehmen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Nur fürs Protokoll: Ich stelle ein sonderbares Desinteresse bei der SPÖ fest! Ich stelle ein sonderbares Desinteresse bei der SPÖ bei der Dringlichen Anfrage fest!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Gusenbauer ist schon wieder weg!
Am Ball ist jetzt die unabhängige Justiz – und ich begrüße das. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Gusenbauer ist schon wieder weg!)
Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist denn der Gusenbauer?
Herr Bundesminister! Die Vorgangsweise, die Sie in diesem Zusammenhang gewählt haben, findet nicht nur unsere Unterstützung. Ich bin sehr froh darüber, dass Bundesminister Strasser genau in diesem Zusammenhang von der unabhängigen Justiz gesprochen hat, die jetzt – egal, ob es Staatsanwälte oder dann beispielsweise Richter sind – jene Aufträge erteilt, unter denen die Sonderkommission ermittelt. (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist denn der Gusenbauer?)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident, ist das der Sprachstil ... in diesem Hause ...?
Wir kennen auch den Zweck dieses ganzen Systems: Das Ziel war Rufmord, schlicht und einfach die Vorbereitung von professionellem Rufmord! Das ist der politische Stil einer Partei, die Gegner nicht überzeugen, sondern mundtot machen will. (Abg. Dr. Fekter: Das alles trauen Sie sich auch nur unter dem Mantel der politischen Immunität zu sagen!) Wenn man Rufmord begehen will, dann muss man etwas finden, und dann darf der eigene Dreck am Stecken nicht stören. (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident, ist das der Sprachstil ... in diesem Hause ...?)
Abg. Dr. Khol: Noch schlimmer! – Abg. Ing. Westenthaler: Der macht es noch schlimmer!
Abgeordneter Anton Leikam (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Ich war auch bei diesem Ausschuss zugegen (Abg. Dr. Khol: Es wird ein Antrag gestellt!), und ich möchte klar dagegen halten, dass diese fünf Namen, die hier genannt wurden, nie Gegenstand der Beratungen im "Stapo-Ausschuss" waren. (Abg. Dr. Khol: Noch schlimmer! – Abg. Ing. Westenthaler: Der macht es noch schlimmer!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo wollen Sie ihn denn hinhaben? – Abg. Dr. Petrovic: Wir wollen die Kollegin Kuntzl hören und nicht Sie! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Ich will Sie nicht aus dem Saal verweisen, ich denke nur, dass der Ort für derartige Besprechungen woanders in diesem Hause ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo wollen Sie ihn denn hinhaben? – Abg. Dr. Petrovic: Wir wollen die Kollegin Kuntzl hören und nicht Sie! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Gerücht, haben Sie gesagt!
Es werden auch immer mehr Namen von Tätern bekannt. Es geht um Beamte aus dem Umfeld der FPÖ, und es geht um das Gerücht, dass dies auf einem Belohnungssystem beruht – Belohnung entweder durch finanzielle Zuwendung oder durch Zuwendung von Mandaten. (Abg. Ing. Westenthaler: Gerücht, haben Sie gesagt!) – Ich habe Gerücht gesagt. Klären Sie es bitte
Abg. Ing. Westenthaler: Alle geklagt, nur damit Sie es wissen!
Es werden immer mehr Namen von Auftraggebern bekannt: der ehemalige Bundesgeschäftsführer der Freiheitlichen Partei, der Pressesekretär des Alt-Parteiobmanns, der Leibwächter des Alt-Parteiobmanns. (Abg. Dr. Martin Graf: Das ist kein Gerücht, das ist eine Zeitungsente!) Klären Sie das auf im Untersuchungsausschuss, diskutieren wir darüber! Sie können es ja dann in Luft auflösen, wenn es nicht stimmt. (Abg. Ing. Westenthaler: Alle geklagt, nur damit Sie es wissen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Hört! Hört!
Im Wahljahr 1994 gab es viele Gerüchte. Mir wurde auch zugetragen, die Stapo plane, eine Gefährdungslage um Haider zu konstruieren, um einen Vorwand zu haben, Polizisten als Schutz in seine Umgebung zu schicken. – Was bedeutet das, eine Gefährdungslage? – Man wollte Herrn Dr. Haider einreden, er wäre gefährdet, damit man Polizisten zu seiner Überwachung – nicht zu seiner Sicherheit, zu seiner Überwachung! – in seine Nähe schmuggelt (Abg. Ing. Westenthaler: Hört! Hört!); und das ausgehend von einem Ministerium, von einem Minister!
Die Abgeordneten Kiss und Ing. Westenthaler: Lesen Sie Seite 12!
Herr Abgeordneter Kiss, ich weiß also nicht, was Sie da diesem Haus erzählen. Das ist offenbar eine Nebelwerferei. (Die Abgeordneten Kiss und Ing. Westenthaler: Lesen Sie Seite 12!) – Herr Abgeordneter, auf Seite 35 steht ganz klar: auf Nachfragen des Abgeordneten Pilz. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie können nicht einmal zitieren!) Ich weiß nicht, ob der Herr Bundesminister dem Ausschuss für innere Angelegenheiten Unwahres erzählt hat. Ich kann das nicht glauben, ich nehme das vom amtierenden Innenminister nicht an. Da misstraue ich eher Ihren Ausführungen, Herr Westenthaler, und dafür habe ich meine Gründe. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie können nicht einmal zitieren! Zitieren Sie Seite 12!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie können nicht einmal zitieren!
Herr Abgeordneter Kiss, ich weiß also nicht, was Sie da diesem Haus erzählen. Das ist offenbar eine Nebelwerferei. (Die Abgeordneten Kiss und Ing. Westenthaler: Lesen Sie Seite 12!) – Herr Abgeordneter, auf Seite 35 steht ganz klar: auf Nachfragen des Abgeordneten Pilz. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie können nicht einmal zitieren!) Ich weiß nicht, ob der Herr Bundesminister dem Ausschuss für innere Angelegenheiten Unwahres erzählt hat. Ich kann das nicht glauben, ich nehme das vom amtierenden Innenminister nicht an. Da misstraue ich eher Ihren Ausführungen, Herr Westenthaler, und dafür habe ich meine Gründe. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie können nicht einmal zitieren! Zitieren Sie Seite 12!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie können nicht einmal zitieren! Zitieren Sie Seite 12!
Herr Abgeordneter Kiss, ich weiß also nicht, was Sie da diesem Haus erzählen. Das ist offenbar eine Nebelwerferei. (Die Abgeordneten Kiss und Ing. Westenthaler: Lesen Sie Seite 12!) – Herr Abgeordneter, auf Seite 35 steht ganz klar: auf Nachfragen des Abgeordneten Pilz. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie können nicht einmal zitieren!) Ich weiß nicht, ob der Herr Bundesminister dem Ausschuss für innere Angelegenheiten Unwahres erzählt hat. Ich kann das nicht glauben, ich nehme das vom amtierenden Innenminister nicht an. Da misstraue ich eher Ihren Ausführungen, Herr Westenthaler, und dafür habe ich meine Gründe. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie können nicht einmal zitieren! Zitieren Sie Seite 12!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wenn ich so abgesetzt werden würde wie Sie vom Van der Bellen, wäre ich auch ...!
Dass ich Ihnen in dieser Angelegenheit politisch misstraue, hat auch gar nichts mit Geheimnissen und Geheimnisverrat zu tun, sondern Ihre Äußerungen im Zusammenhang mit Medien sind der Grund dafür. Und das hat sehr wohl mit Aufdecken, mit dem Nichtdulden illegaler Praktiken zu tun, denn da können Sie Ihr brutales Gesicht zeigen (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn ich so abgesetzt werden würde wie Sie vom Van der Bellen, wäre ich auch ...!) – und da
Abg. Ing. Westenthaler: Ex-Klubobfrau haben Sie vergessen!
Der Druck gegen oberste Organe – und dazu gehören Nationalratsabgeordnete, aber auch Minister – ist ein Delikt, das in die Zuständigkeit eines Geschworenengerichts fällt und mit ganz strengen, bis zu zehnjährigen Freiheitsstrafen bedroht ist. Ich verlange daher hier von diesem Rednerpult aus, Herr Bundesminister, mein Recht als Staatsbürgerin und Abgeordnete. (Abg. Ing. Westenthaler: Ex-Klubobfrau haben Sie vergessen!) Ich will nach dem Auskunftspflichtgesetz Aufklärung darüber: Wer hat in meinen Akt geschaut? Gibt es Vermutungen, warum das passiert ist? Und was steht denn da drinnen? (Die Abgeordneten Ing. Westenthaler, Mag. Trattner und Dr. Khol: Redezeit!)
Die Abgeordneten Ing. Westenthaler, Mag. Trattner und Dr. Khol: Redezeit!
Der Druck gegen oberste Organe – und dazu gehören Nationalratsabgeordnete, aber auch Minister – ist ein Delikt, das in die Zuständigkeit eines Geschworenengerichts fällt und mit ganz strengen, bis zu zehnjährigen Freiheitsstrafen bedroht ist. Ich verlange daher hier von diesem Rednerpult aus, Herr Bundesminister, mein Recht als Staatsbürgerin und Abgeordnete. (Abg. Ing. Westenthaler: Ex-Klubobfrau haben Sie vergessen!) Ich will nach dem Auskunftspflichtgesetz Aufklärung darüber: Wer hat in meinen Akt geschaut? Gibt es Vermutungen, warum das passiert ist? Und was steht denn da drinnen? (Die Abgeordneten Ing. Westenthaler, Mag. Trattner und Dr. Khol: Redezeit!)
Abg. Schwemlein: Und Westenthaler war erfolgreich?
Diesen Absatz habe ich in der Dringlichen Anfrage von Herrn Genossen Gusenbauer vermisst. (Abg. Schwemlein: Und Westenthaler war erfolgreich?) – Jawohl.
Abg. Ing. Westenthaler: Bei euch sitzt bald keiner mehr!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Liebe Kolleginnen und Kollegen von den Freiheitlichen! Für eine Partei, die gerade vor einigen Tagen die Hälfte ihrer Stimmen verloren hat, sind Sie heute relativ keck unterwegs, das muss ich Ihnen schon sagen. (Abg. Ing. Westenthaler: Bei euch sitzt bald keiner mehr!) Sie sollten eigentlich Ihre Politik, die Sie bislang gemacht haben, kräftig überdenken, sehr kräftig überdenken! Wenn das "einfache Parteimitglied", der Alt-Bundesparteiobmann Jörg Haider sagt, man soll in dieser Causa einen Untersuchungsausschuss einberufen, hier im Hause seine Einsetzung beschließen, dann wird er wohl gemeint haben: Da stinkt etwas! Also sollte man das eigentlich auch von Ihrer Seite her tun.
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie waren Zentralsekretär!
Zu Ihnen, Herr Klubobmann Westenthaler, komme ich noch, weil Sie sind gar nicht mehr Klubobmann, Sie wissen es nur noch nicht! (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie waren Zentralsekretär!) Wenn nämlich Jörg Haider sagt, Ihr Verhältnis zu Kleindienst war zu nahe, und man sollte einen Untersuchungsausschuss einberufen, dann ist das eigentlich die blau-seidene Schnur, die er Ihnen da in Wirklichkeit schickt. Das sollten Sie wissen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das täte dir so passen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das täte dir so passen!
Zu Ihnen, Herr Klubobmann Westenthaler, komme ich noch, weil Sie sind gar nicht mehr Klubobmann, Sie wissen es nur noch nicht! (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie waren Zentralsekretär!) Wenn nämlich Jörg Haider sagt, Ihr Verhältnis zu Kleindienst war zu nahe, und man sollte einen Untersuchungsausschuss einberufen, dann ist das eigentlich die blau-seidene Schnur, die er Ihnen da in Wirklichkeit schickt. Das sollten Sie wissen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das täte dir so passen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Und was ist mit euch?
Aber das Schöne ist: Der Wähler hat das erkannt. Und das Schöne ist: Es hat einen Riesendenkzettel in der Steiermark gegeben, wegen der Sparpakete und wegen Ihrer Art der Politik. (Abg. Ing. Westenthaler: Und was ist mit euch?) Sie haben die Hälfte der Wähler verloren! Da können Sie noch lachen? Wie wird das erst sein, wenn Sie einmal alle Wähler verloren haben werden? Es ist ja unfassbar, was Sie da aufführen! Was ist da so lustig? (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Lebhafter Widerspruch bei den Freiheitlichen. – Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Das ist unglaublich! Das ist ungeheuerlich! – Abg. Haigermoser: Schändlich! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist keine Ebene!
Ich möchte ferner darauf hinweisen, dass Sie die Methode erfunden haben, sich noch vor den Sendungen zu Wort zu melden, in der Redaktion anzurufen und Gespräche über das Management der abendlichen Informationssendungen zu führen, wahrscheinlich mit dem Zusatz: Haben Sie Familie, Herr Redakteur? Machen Sie sich nicht unglücklich! Machen Sie ja, was ich Ihnen vorschlage! – Das ist die Politik, die Sie im ORF machen. (Lebhafter Widerspruch bei den Freiheitlichen. – Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Das ist unglaublich! Das ist ungeheuerlich! – Abg. Haigermoser: Schändlich! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist keine Ebene!)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! "Rufmordpolitik" – das ist ungeheuerlich! – Abg. Schwemlein: Was ist mit Herrn Doralt?
Der Grund dafür, warum Sie heute die Informationen besorgt haben, ist – das wurde Ihnen schon einmal gesagt, dazu haben Sie nicht Stellung bezogen –, um nicht eine politische Auseinandersetzung mit dem politischen Gegner führen zu müssen, sondern um ihn durch Rufmord zu zerstören. Da können wir sehr viele Namen anführen. Sie sind dafür verantwortlich, dass diese Rufmord-Kultur in die österreichische Innenpolitik Eingang gefunden hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! "Rufmordpolitik" – das ist ungeheuerlich! – Abg. Schwemlein: Was ist mit Herrn Doralt?) Dafür stehen Sie, und das haben Sie zu verantworten. Das verurteilen wir auch, wenn Sie diese Politik hier verfolgen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Nur so weiter!)
Abg. Ing. Westenthaler: Beim Cap im Hirn stattgefunden hat: nicht der Datenklau, sondern der Gedächtnisklau!
"Zusammenfassend halte ich also fest: Es gibt keinen wie immer gearteten Beweis dafür, dass der groß in die Öffentlichkeit getragene vermutete Datenklau tatsächlich je stattgefunden hat." (Abg. Ing. Westenthaler: Beim Cap im Hirn stattgefunden hat: nicht der Datenklau, sondern der Gedächtnisklau!) "Dessen ungeachtet soll auch künftighin allen diesbezüglichen Vermutungen im Einzelfall nachgegangen werden, ebenso soll weiterhin an der Perfektionierung unserer Sicherheitssysteme gearbeitet werden."
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ungeheuerlich! – Abg. Dr. Khol: Ungeheuerlich!
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (fortsetzend): ... politische Verantwortung nicht wahrnehmen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ungeheuerlich! – Abg. Dr. Khol: Ungeheuerlich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Zu welchem Drittel gehören die da drüben?
Frau Kollegin, auch wenn Sie mit der Hand wacheln und mir dadurch deuten, dass ich dumm, wahnsinnig, deppert oder sonst was sein müsste (Abg. Bures: Das ist Ihre Auslegung! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ), ich sage Ihnen eines – ich nehme Sie in dem Punkt nicht ernst, aber ich sage Ihnen wirklich eines ... (Abg. Ing. Westenthaler: Zu welchem Drittel gehören die da drüben?) Ich weiß nicht, zu welchem Drittel die gehören, die jetzt mit der Hand gewachelt haben, auf jeden Fall zu dem Drittel, das keine Manieren hat, das weiß ich. Das muss ich jetzt auch sagen! (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!
Ich möchte weiters noch darauf hinweisen, dass ich diesen Prozess in allen zwei Instanzen gewonnen habe (Hört-Hört-Rufe bei der SPÖ) und zusätzlich 50 000 S als Schadenersatz von der FPÖ bekommen habe. Diesen Betrag habe ich selbstverständlich der "Selbstbestimmt-Leben"-Bewegung in Österreich zur Verfügung gestellt. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!) Ich glaube, wenn es mir gelingt, weitere Prozesse gegen die Freiheitlichen mit diesem Ergebnis einzufahren, dann können wir auch in der "Selbstbestimmt-Leben"-Bewegung gut arbeiten, weil wir damit regelmäßiges Kapital haben. (Beifall bei den Grünen und bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler – dem Abg. Öllinger ein Handy hinhaltend –: Öllinger, Telefon! Da! Telefon!
Sie haben die Gelegenheit, heute noch einmal zum Thema Untersuchungsausschuss Stellung zu nehmen. (Abg. Ing. Westenthaler – dem Abg. Öllinger ein Handy hinhaltend –: Öllinger, Telefon! Da! Telefon!) Sie haben die Möglichkeit, Herr Westenthaler, das, was Ihr "einfaches Parteimitglied" aus Kärnten mitgeteilt hat, nämlich einen Untersuchungsausschuss durchzuführen, hier auch ernst zu nehmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht hören Sie besser auf! Es horcht Ihnen niemand zu!)
Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht hören Sie besser auf! Es horcht Ihnen niemand zu!
Sie haben die Gelegenheit, heute noch einmal zum Thema Untersuchungsausschuss Stellung zu nehmen. (Abg. Ing. Westenthaler – dem Abg. Öllinger ein Handy hinhaltend –: Öllinger, Telefon! Da! Telefon!) Sie haben die Möglichkeit, Herr Westenthaler, das, was Ihr "einfaches Parteimitglied" aus Kärnten mitgeteilt hat, nämlich einen Untersuchungsausschuss durchzuführen, hier auch ernst zu nehmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht hören Sie besser auf! Es horcht Ihnen niemand zu!)
Abg. Dr. Khol beugt sich demonstrativ lächelnd zu Abg. Ing. Westenthaler und spricht mit diesem.
Ich finde es ja ganz gut, dass insbesondere Minister Molterer diese Debatte hört – vielleicht ist diese Vertretung durchaus auch ein Glücksfall –, und ich konstatiere auch, dass ich den Eindruck habe – ich kann mich natürlich irren –, dass sich der Herr Klubobmann Khol bei dieser Thematik mit seinem Koalitionspartner nicht mehr sehr wohl fühlt. (Abg. Dr. Khol beugt sich demonstrativ lächelnd zu Abg. Ing. Westenthaler und spricht mit diesem.) Aber ich muss sagen: Sie haben sich das selbst eingebrockt (Abg. Ing. Westenthaler: Nur kein Mitleid!), und es wäre wahrscheinlich für dieses Haus und für diese Land das Beste, wenn wir uns daranmachten, diese Suppe in der Form auszulöffeln, dass wir rasch Aufklärung im Rahmen eines Untersuchungsausschusses schaffen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Nur kein Mitleid!
Ich finde es ja ganz gut, dass insbesondere Minister Molterer diese Debatte hört – vielleicht ist diese Vertretung durchaus auch ein Glücksfall –, und ich konstatiere auch, dass ich den Eindruck habe – ich kann mich natürlich irren –, dass sich der Herr Klubobmann Khol bei dieser Thematik mit seinem Koalitionspartner nicht mehr sehr wohl fühlt. (Abg. Dr. Khol beugt sich demonstrativ lächelnd zu Abg. Ing. Westenthaler und spricht mit diesem.) Aber ich muss sagen: Sie haben sich das selbst eingebrockt (Abg. Ing. Westenthaler: Nur kein Mitleid!), und es wäre wahrscheinlich für dieses Haus und für diese Land das Beste, wenn wir uns daranmachten, diese Suppe in der Form auszulöffeln, dass wir rasch Aufklärung im Rahmen eines Untersuchungsausschusses schaffen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das habe ich nicht behauptet!
Sie haben behauptet, dass ich im Jahre 1992 gemeinsam mit dem Abgeordneten Jean Margulies Mitstreiter in einer kommunistischen Organisation gewesen sei. (Abg. Ing. Westenthaler: Das habe ich nicht behauptet!) Sie haben behauptet, dass ich Funktionär der KPÖ (Abg. Ing. Westenthaler: Bei der Gewerkschaftlichen Einheit!) und einer kommunistischen Organisation gewesen sei. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit der GE, der Gewerkschaftlichen Einheit? Sind Sie dort noch Funktionär?)
Abg. Ing. Westenthaler: Bei der Gewerkschaftlichen Einheit!
Sie haben behauptet, dass ich im Jahre 1992 gemeinsam mit dem Abgeordneten Jean Margulies Mitstreiter in einer kommunistischen Organisation gewesen sei. (Abg. Ing. Westenthaler: Das habe ich nicht behauptet!) Sie haben behauptet, dass ich Funktionär der KPÖ (Abg. Ing. Westenthaler: Bei der Gewerkschaftlichen Einheit!) und einer kommunistischen Organisation gewesen sei. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit der GE, der Gewerkschaftlichen Einheit? Sind Sie dort noch Funktionär?)
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit der GE, der Gewerkschaftlichen Einheit? Sind Sie dort noch Funktionär?
Sie haben behauptet, dass ich im Jahre 1992 gemeinsam mit dem Abgeordneten Jean Margulies Mitstreiter in einer kommunistischen Organisation gewesen sei. (Abg. Ing. Westenthaler: Das habe ich nicht behauptet!) Sie haben behauptet, dass ich Funktionär der KPÖ (Abg. Ing. Westenthaler: Bei der Gewerkschaftlichen Einheit!) und einer kommunistischen Organisation gewesen sei. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit der GE, der Gewerkschaftlichen Einheit? Sind Sie dort noch Funktionär?)
Oh-Rufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Sicherheitsdirektor!
Aber ich glaube, Sie machen sich ohnehin Sorgen um sich selbst. Sie müssen ein wahnsinnig schlechtes Gewissen haben, denn da schreibt Michael Sika in seinem Buch: Einige politische Karrieren in Österreich hätte es nicht gegeben oder wären beendet worden, hätte man diverse Verdachtsmomente auch beweisen können. Niemand hat ein Interesse, Ost- und Westagenten zu enttarnen, was für ihn beweist, dass diese in Wien immer noch sehr aktiv sind. Er erwähnt übrigens auch den Grünen Peter Pilz (Oh-Rufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Sicherheitsdirektor!), und zwar im Kontext des Wissenschaftlers Peter Fleißner, der einst im Stasi-Verdacht stand, gegen den aber Ermittlungen wie auch gegen Peter Pilz selbst eingestellt wurden und über den Pilz zu Alexander Van der Bellen kam und so seine Rüstungsstudien machen konnte.
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der Grünen –: Ich bin gespannt, ob Sie auch beim letzten Satz klatschen!
Weiters steht da, dass Sie sich darüber im Klaren sind, dass diese Aufforderung natürlich auch ... (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der Grünen –: Ich bin gespannt, ob Sie auch beim letzten Satz klatschen!) Da steht: "Ich bin mir darüber auch klar, dass dies eine Aufforderung zum Ungehorsam gegen Gesetze im Sinne des § 281 StGB ist." (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist der Applaus?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist der Applaus?
Weiters steht da, dass Sie sich darüber im Klaren sind, dass diese Aufforderung natürlich auch ... (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der Grünen –: Ich bin gespannt, ob Sie auch beim letzten Satz klatschen!) Da steht: "Ich bin mir darüber auch klar, dass dies eine Aufforderung zum Ungehorsam gegen Gesetze im Sinne des § 281 StGB ist." (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist der Applaus?)
Abg. Haigermoser – in Richtung der bereits am Rednerpult angelangten Abg. Dr. Petrovic –: Haben Sie jetzt unterschrieben oder nicht, oder können Sie sich auch nicht erinnern? – Abg. Ing. Westenthaler: Lesen Sie vor, was Sie unterschrieben haben! – Gegenrufe bei den Grünen.
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Frau Abgeordnete Dr. Petrovic zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Haigermoser – in Richtung der bereits am Rednerpult angelangten Abg. Dr. Petrovic –: Haben Sie jetzt unterschrieben oder nicht, oder können Sie sich auch nicht erinnern? – Abg. Ing. Westenthaler: Lesen Sie vor, was Sie unterschrieben haben! – Gegenrufe bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Nein, das hat er nicht gesagt!
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (Grüne): Ich berichtige den Vorredner tatsächlich in zwei Punkten. Er hat einerseits, auf die gesamte grüne Fraktion zeigend und auch mich persönlich ansprechend, gemeint, wir kämen aus stalinistischen oder marxistischen Organisationen. (Abg. Ing. Westenthaler: Nein, das hat er nicht gesagt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Rechtsbruch ist das! Aufruf zum Gesetzesbruch! Aufruf zur Anarchie!
Zum Zweiten: Hinsichtlich meines Aufrufes, in einem bestimmten Punkt einen militärischen Befehl zu verweigern, nämlich sich gegen Flüchtlinge an die österreichische Außengrenze im Osten zu stellen, stelle ich fest: Ich habe diesen Aufruf zum Gesetzesbruch im Sommer 1990 unterschrieben, mitformuliert, war damals nicht immun und bin deswegen angeklagt worden. Es gab ein Verfahren, in welchem ich vollinhaltlich Recht bekommen habe und welches aufgrund meiner juristischen Argumentation, dass dieser Befehl der Genfer Flüchtlingskonvention widersprach (Abg. Ing. Westenthaler: Rechtsbruch ist das! Aufruf zum Gesetzesbruch! Aufruf zur Anarchie!), rechtskräftig eingestellt wurde. Und eine diesbezügliche Polizeiaktion im Burgenland
Abg. Ing. Westenthaler: Redezeit!
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (fortsetzend): Es wird sehr wohl möglich sein, dass ich das tatsächlich berichtige, wenn mir ein deliktisches Verhalten vorgeworfen wird, dass ich sage, dass das kein deliktisches Verhalten war. (Abg. Ing. Westenthaler: Redezeit!) Das ist sowohl vom Verfassungsgerichtshof als auch von einem ordentlichen Strafgericht rechtskräftig festgestellt worden. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Martin Graf: Ihr haltet euch nicht einmal an die Geschäftsordnung! Geschäftsordnungsbrecher seid ihr!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was sagen Sie dazu, dass ein Abgeordneter dieses Haus mit dem Milošević-Regime vergleicht?
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ): Herr Kollege Westenthaler! Herr Kollege Trattner! Ihre Worte sollen aus guten Gründen nicht die letzten sein, die zu diesem Tagesordnungspunkt gesprochen werden (Abg. Ing. Trattner: Sie müssen immer das letzte Wort haben! Sie sind der Verteidiger der Grünen?!), und zwar deswegen, weil – und daran möchte ich erinnern – auf der Tagesordnung der Menschenrechtsbericht steht und im Zuge der Debatte zum Menschenrechtsbericht auch auf das Grundrecht auf Achtung der Privatsphäre Bezug genommen worden ist; Artikel 8 MRK. (Abg. Ing. Westenthaler: Was sagen Sie dazu, dass ein Abgeordneter dieses Haus mit dem Milošević-Regime vergleicht?)
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit dem Milošević-Vergleich?
Bei dieser Debatte ist natürlich auch die Sprache gekommen auf den jüngsten, auf den aktuellen Skandal (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit dem Milošević-Vergleich?) des systematischen Missbrauches von Sicherheitsdaten im Interesse einer Partei, durch Finanzierung seitens einer Partei (Abg. Ing. Westenthaler: Woher wissen Sie das alles schon?), wobei die Täter großteils von einer Partei kommen und der politische Zweck absehbar ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine politische Strafdiktatur!)
Abg. Ing. Westenthaler: Woher wissen Sie das alles schon?
Bei dieser Debatte ist natürlich auch die Sprache gekommen auf den jüngsten, auf den aktuellen Skandal (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit dem Milošević-Vergleich?) des systematischen Missbrauches von Sicherheitsdaten im Interesse einer Partei, durch Finanzierung seitens einer Partei (Abg. Ing. Westenthaler: Woher wissen Sie das alles schon?), wobei die Täter großteils von einer Partei kommen und der politische Zweck absehbar ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine politische Strafdiktatur!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine politische Strafdiktatur!
Bei dieser Debatte ist natürlich auch die Sprache gekommen auf den jüngsten, auf den aktuellen Skandal (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit dem Milošević-Vergleich?) des systematischen Missbrauches von Sicherheitsdaten im Interesse einer Partei, durch Finanzierung seitens einer Partei (Abg. Ing. Westenthaler: Woher wissen Sie das alles schon?), wobei die Täter großteils von einer Partei kommen und der politische Zweck absehbar ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine politische Strafdiktatur!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Kollege Kostelka! Distanzieren Sie sich vom Milošević-Vorwurf! Der Präsident hat das noch nicht verstanden! Verteidigen Sie das?
Meine Damen und Herren! Sie haben in diesem Zusammenhang – und das ist der Grund, warum ich mich noch einmal zu Wort gemeldet habe – ein Demonstrationsobjekt Ihrer politischen Geisteshaltung geboten. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Kollege Kostelka! Distanzieren Sie sich vom Milošević-Vorwurf! Der Präsident hat das noch nicht verstanden! Verteidigen Sie das?)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein Satz zum Milošević-Vergleich!
Es ist keine Frage, dass gerade in diesem Zusammenhang klar geworden ist, dass zwischen der grünen Fraktion und der sozialdemokratischen Fraktion tief greifende unterschiedliche politische Auffassungen bestehen, die insbesondere in Studenten- und in Jugendtagen Gegenstand heißer Debatten waren. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Satz zum Milošević-Vergleich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit dem Milošević-Vergleich?
Meine Damen und Herren! Das ist Ihre Methode, und dabei haben Sie in diesem Zusammenhang nur in jene Files gegriffen, die Sie in der Öffentlichkeit zitieren können. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit dem Milošević-Vergleich?) Und wir werfen Ihnen vor – es gibt darüber hinaus noch weitere –: Das einzige Ziel in diesem Zusammenhang ist es, Menschen fertig zu machen! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist Ihre Methode!)
Abg. Ing. Westenthaler: Kein Satz zum Milošević-Vergleich! Da findet er keine Distanzierung!
Meine Damen und Herren! Es ist freiheitliche Methode, sich mit Kritikern in der Weise auseinander zu setzen (Abg. Ing. Westenthaler: Kein Satz zum Milošević-Vergleich! Da findet er keine Distanzierung!), dass man versucht, sie mundtot zu machen. Wenn es eine Bestätigung Ihrer Nervosität gibt (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit dem Milošević-Vergleich?), aber auch Ihrer Mitschuld an der Spitzelaffäre, dann ist es dieses Ihr Verhalten. Herr Kollege Westenthaler, Herr Kollege Trattner, Sie haben sich demaskiert! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das jetzt mit dem Milošević-Vergleich?)
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit dem Milošević-Vergleich?
Meine Damen und Herren! Es ist freiheitliche Methode, sich mit Kritikern in der Weise auseinander zu setzen (Abg. Ing. Westenthaler: Kein Satz zum Milošević-Vergleich! Da findet er keine Distanzierung!), dass man versucht, sie mundtot zu machen. Wenn es eine Bestätigung Ihrer Nervosität gibt (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit dem Milošević-Vergleich?), aber auch Ihrer Mitschuld an der Spitzelaffäre, dann ist es dieses Ihr Verhalten. Herr Kollege Westenthaler, Herr Kollege Trattner, Sie haben sich demaskiert! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das jetzt mit dem Milošević-Vergleich?)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das jetzt mit dem Milošević-Vergleich?
Meine Damen und Herren! Es ist freiheitliche Methode, sich mit Kritikern in der Weise auseinander zu setzen (Abg. Ing. Westenthaler: Kein Satz zum Milošević-Vergleich! Da findet er keine Distanzierung!), dass man versucht, sie mundtot zu machen. Wenn es eine Bestätigung Ihrer Nervosität gibt (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit dem Milošević-Vergleich?), aber auch Ihrer Mitschuld an der Spitzelaffäre, dann ist es dieses Ihr Verhalten. Herr Kollege Westenthaler, Herr Kollege Trattner, Sie haben sich demaskiert! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das jetzt mit dem Milošević-Vergleich?)
Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie einen Satz zum Milošević-Vergleich!
Ich berichtige tatsächlich: Meine erste politische Betätigung war in der Organisation der Atomkraftgegner und der Volksbegehrer gegen Hainburg. (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie einen Satz zum Milošević-Vergleich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ohne Gusenbauer! – Abg. Dr. Khol: Gusenbauer ist schon wieder im Bett!
Ich bitte jene Damen und Herren, die dafür eintreten, um ein Zeichen der Zustimmung. (Abg. Ing. Westenthaler: Ohne Gusenbauer! – Abg. Dr. Khol: Gusenbauer ist schon wieder im Bett!) – Das ist ebenfalls die Mehrheit und damit angenommen. (E 37.)
Abg. Ing. Westenthaler: Dr. Kurzmann ist immer sehr schnell! – Abg. Dr. Khol: Ich hoffe, nomen est omen!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Herr Abgeordneter Dr. Kurzmann ist der nächste Redner. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Dr. Kurzmann ist immer sehr schnell! – Abg. Dr. Khol: Ich hoffe, nomen est omen!)
Abg. Schwarzenberger: Wo ist Gusenbauer? – Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist der Antragsteller? – Weitere Zwischenrufe.
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Wir gelangen nun zur Verhandlung über zwei Anträge auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses. (Abg. Schwarzenberger: Wo ist Gusenbauer? – Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist der Antragsteller? – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Ing. Westenthaler: Spitzelskandal! Spitzelskandal!
Kollege Westenthaler hat dem Ganzen die Krone aufgesetzt, indem er bei einer der beliebten Montags-Pressekonferenzen Khol/Westenthaler, nachdem die Mikrophone – bis auf eines – abgeschaltet waren, angesichts kritischer Fragen eines ORF-Journalisten erklärt hat: Der Rundfunk wird sich jetzt die 600 Millionen Schilling in die Haare schmieren müssen! (Abg. Ing. Westenthaler: Spitzelskandal! Spitzelskandal!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist im "profil" gestanden! – Abg. Dr. Gusenbauer: Der Westenthaler war das!
Zweitens: Abgeordneter Khol erklärt, man soll zuerst die Gerichte arbeiten lassen und dann – irgendwer hat da wieder "Psychofaschist" gemurmelt – ... (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist im "profil" gestanden! – Abg. Dr. Gusenbauer: Der Westenthaler war das!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war schwach! Das war schwach! – Das "profil" hat Sie so charakterisiert, und ich muss zustimmen!
Ich habe wirklich genug davon, dass Abgeordneter Westenthaler sich selbst die ganze Zeit als "Psychofaschist" bezeichnet! Das soll er mit sich selbst ausmachen, aber nicht dauernd hier im Plenum des Nationalrates sagen! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war schwach! Das war schwach! – Das "profil" hat Sie so charakterisiert, und ich muss zustimmen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das "profil" hat doch Recht! – Abg. Rosemarie Bauer: Ein schlichtes Gemüt!
Jetzt gibt es nur noch eine weitere Steigerung dieser Behauptung, und die entnehme ich dem "Format", nämlich die grundsätzliche Erklärung von Westenthaler über sein Verhältnis zu Haider – ich zitiere –: Man kann nicht einmal ein Löschblatt zwischen uns legen! (Heiterkeit bei der SPÖ.) – Ich weiß zwar nicht, wer vorhat, ein Löschblatt zwischen Jörg Haider und Sie zu legen. Ich stelle mir das fürchterlich vor! Glauben Sie, dass, wenn Sie sich gerade wieder aneinander schmiegen, irgendwer von der Opposition kommt und sagt: Ich schaue, ob ich da ein Löschblatt dazwischenlegen kann!? (Neuerliche Heiterkeit.) – Nein, Herr Abgeordneter Westenthaler! Das Hauptproblem dieses Hauses ist nicht, ob es uns rein technisch gelingt, zwischen Jörg Haider und Sie ein Löschblatt zu legen, sondern wir wollen einen Untersuchungsausschuss! (Abg. Ing. Westenthaler: Das "profil" hat doch Recht! – Abg. Rosemarie Bauer: Ein schlichtes Gemüt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo haben Sie das Sakko gekauft?
Das ist doch keine Offensivstrategie! Oder Opfern Sie Ihre Ideale am Altar der Koalitionstreue? (Abg. Ing. Westenthaler: Wo haben Sie das Sakko gekauft?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wo haben Sie dieses Sakko gekauft?
Herr Westenthaler! Für Ihren Vorgänger hat es wenigstens noch einen Job in Niederösterreich gegeben, aber Sie will man ja nicht einmal in Wien, wie man aus der Presse hört! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wo haben Sie dieses Sakko gekauft?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo haben Sie dieses Sakko gekauft?
Für Sie wird es in dieser Situation also ganz schwierig, und ich glaube, für Sie bestünde die einzige Chance, sich rein zu waschen, darin, diesem Untersuchungsausschuss zuzustimmen und damit auch die Vorgabe aus Klagenfurt zu erfüllen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo haben Sie dieses Sakko gekauft?) Ich glaube, Sie täten gut daran, diesem Antrag zuzustimmen. (Abg. Haigermoser: Was haben Sie für ein Revers? Wer hat dieses Sakko verschnitten?)
Sitzung Nr. 41
Widerspruch bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Die Abgeordneten Haigermoser und Schwarzenberger: Einen Schuldenberg haben Sie uns übergeben! – Abg. Ing. Westenthaler: Witzbold! Komiker da draußen! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Wir haben Ihnen ein zukunftsorientiertes, modernes, selbstbewusstes und soziales Österreich übergeben. (Widerspruch bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Die Abgeordneten Haigermoser und Schwarzenberger: Einen Schuldenberg haben Sie uns übergeben! – Abg. Ing. Westenthaler: Witzbold! Komiker da draußen! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Sie übergeben uns ein Belastungspaket, das vor allem eines in sich birgt, das wir nicht dulden werden: einen ungeheuren Angriff auf unsere sozial- und wirtschaftspolitische Struktur in Österreich! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ja, Ihnen!
Die Sozialministerin interessiert sich für die sozialen Schicksale der Menschen nicht, das wissen wir bereits seit längerer Zeit. (Beifall bei der SPÖ.) Worauf sich ihr Treffsicherheitsverständnis bezieht, haben wir in der Vergangenheit auch des Öfteren bemerkt, und die Rechnung dafür wurde ja in der Steiermark bereits präsentiert. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ja, Ihnen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die rote Karte ist nicht aufgegangen!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Es ist aber nicht nur so, dass nun der sozialpolitische Kahlschlag organisiert wird (Abg. Ing. Westenthaler: Die rote Karte ist nicht aufgegangen!), sondern darüber hinaus gehend möchte der Ingenieur in der ersten Reihe auch dazu beitragen (Abg. Ing. Westenthaler: ... Confetti-TV!), dass die Arbeitnehmer ihre Rechte nicht mehr vehement genug vertreten können. Daher erfolgt gleichzeitig mit diesem Sozialabbauprogramm der Vorschlag und Antrag des Herrn Ing. Westenthaler, die Arbeiterkammern finanziell so zu kastrieren, dass sich die Arbeitnehmer nicht mehr richtig vertreten fühlen können.
Abg. Ing. Westenthaler: ... Confetti-TV!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Es ist aber nicht nur so, dass nun der sozialpolitische Kahlschlag organisiert wird (Abg. Ing. Westenthaler: Die rote Karte ist nicht aufgegangen!), sondern darüber hinaus gehend möchte der Ingenieur in der ersten Reihe auch dazu beitragen (Abg. Ing. Westenthaler: ... Confetti-TV!), dass die Arbeitnehmer ihre Rechte nicht mehr vehement genug vertreten können. Daher erfolgt gleichzeitig mit diesem Sozialabbauprogramm der Vorschlag und Antrag des Herrn Ing. Westenthaler, die Arbeiterkammern finanziell so zu kastrieren, dass sich die Arbeitnehmer nicht mehr richtig vertreten fühlen können.
Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer ins Hauptabendprogramm! – Abg. Dr. Gusenbauer: Besser ist der Herr Ingenieur!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Stummvoll. Die Uhr wird, wie gewünscht, auf 12 Minuten gestellt. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer ins Hauptabendprogramm! – Abg. Dr. Gusenbauer: Besser ist der Herr Ingenieur!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer Orange!
In Ihrem Debattenbeitrag, Herr Kollege, ist mir weiters Ihre Wortwahl aufgefallen. (Anhaltende Zwischenrufe. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Ich habe mir einige Ausdrücke des Kollegen Gusenbauer aufgeschrieben: Grausamkeiten, Panikmache, Diffamierung, Täuschung, zerschlagen, demontieren, zynisch, Kahlschlag, "teeren" und "rupfen", kastrieren, mundtot machen. – Herr Kollege Gusenbauer, angesichts dieser Sprache verstehe ich die Imagewerte, die Sie in der Bevölkerung haben, Sie pflegen nämlich eine destruktive, negative Sprache. Verwenden Sie ein bisschen positivere Ausdrücke, Herr Kollege Gusenbauer! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer Orange!)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Mag. Trattner.
Der gesunde Menschenverstand unserer Bürgerinnen und Bürger ist sehr ausgeprägt. Wenn eine jüngste Umfrage signalisiert (Abg. Dr. Gusenbauer: Wir wissen, dass Sie 14 Jahre in der Regierung waren!), dass 59 Prozent der Bevölkerung auf die Frage, ob wir bis 2002 ein Nulldefizit erreichen sollen, mit Ja antworten, so zeigt das, dass die Menschen viel vernünftiger sind, als Sie glauben. So schaut es aus. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Mag. Trattner. ) 51 Prozent Ihrer eigenen Wähler sagen: Der Kurs der Regierung ist richtig. Schluss mit dem Schuldenmachen! (Abg. Sophie Bauer: Aber Sie sagen nicht, dass ...!) 51 Prozent Ihrer Wähler, Frau Kollegin! Das sollte Ihnen zu denken geben. Sie machen eine Politik gegen Ihre eigenen Wähler, Frau Kollegin! (Abg. Sophie Bauer: Das stimmt ja nicht!) Überlegen Sie einmal, was das heißt!
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Parlamentsschwänzer!
Wenn nämlich der Fraktionsvorsitzende der Sozialdemokratischen Partei bei einer Sondersitzung – bei der letzten war das der Fall – 22 Anträge einbringt, aber bei keiner einzigen Abstimmung dabei ist (Abg. Dr. Gusenbauer: Sie wissen nicht einmal, dass Sie nicht abgestimmt haben!), wenn Kollege Gusenbauer bei insgesamt 95 Prozent der Abstimmungen hier im Hohen Haus gar nicht anwesend ist (Abg. Dr. Gusenbauer: Wieso lügen Sie?) beziehungsweise Sie Ihre eigenen Anträge gar nicht abstimmen können, so ist das das richtige Bild Ihrer Person. Das sollte auch die österreichische Bevölkerung tatsächlich einmal sehen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Parlamentsschwänzer!)
Abg. Ing. Westenthaler: Nicht einmal ein Scherzel!
Dieses Budget ist eine Wende zum Guten. Wir werden dieses Budget in Ordnung bringen. Es gibt keine "Wurstvorräte der Republik", die man verteilen kann, Herr Kollege Kostelka, wie Sie in Ihrer OTS-Aussendung vom 25. September gesagt haben: "Die Regierung ist dabei, alle Wurstvorräte der Republik zu plündern." – Wir haben nicht einmal ein Scherzel gefunden! Es war nichts da. Es waren nur Schulden da! (Abg. Ing. Westenthaler: Nicht einmal ein Scherzel!) Wenn heute jemand dieses Erbe antreten würde, wäre das ein Nachlass, für den man bestenfalls eine bedingte Erberklärung abgeben würde, aber keine unbedingte. Wir sind angetreten, um diesen Haushalt in Ordnung zu bringen.
Abg. Ing. Westenthaler: "Der ,kleine Mann‘ wird geschont"! Kotanko!
Christoph Kotanko, sicherlich kein Freund der jetzigen Bundesregierung, schreibt: Man muss diese Regierung nicht mögen, aber man muss anerkennen, dass sich zwei so unterschiedliche Parteien wie FPÖ und ÖVP auf einen Sanierungskurs verständigt haben, der noch vor wenigen Monaten undenkbar war. Der "kleine Mann" wird geschont, wesentliche Steuersätze werden nicht erhöht. – Zitatende. (Abg. Ing. Westenthaler: "Der ,kleine Mann‘ wird geschont"! Kotanko!)
Abg. Edler hält ein Schriftstück in die Höhe. – Abg. Ing. Westenthaler: Ist das dein Tagebuch?
Das ist der Unterschied der Konsolidierungspolitik dieser Bundesregierung zu den Tätigkeiten des Ex-Finanzministers Edlinger, denn Finanzminister Edlinger ist über alles drübergefahren. Alle mussten zahlen, da konnte sich keiner wehren. Deshalb sind wir froh darüber, dass wir gemeinsam das Verständnis dafür aufgebracht haben, dass in erster Linie jene Bevölkerungsgruppen zur Konsolidierung beitragen, die es sich auch leisten können, das heißt, die Unternehmer, die Arbeitnehmer mit höheren Einkommen und die Stiftungen. Ein Paket dieser Größenordnung – Beitrag der Unternehmer von 14,6 Milliarden, Beitrag der Erwerbstätigen von 10,5 Milliarden und aus den Stiftungen 2,1 Milliarden Schilling – bedeutet, dass eine ausgeglichene, sozial verträgliche Maßnahme getroffen wurde, die ein Beitrag zur Konsolidierung ist. (Abg. Edler hält ein Schriftstück in die Höhe. – Abg. Ing. Westenthaler: Ist das dein Tagebuch?) Entscheidend ist, dass für die Zukunft Reserven vorhanden sind, um Maßnahmen beziehungsweise Initiativen zum Wohle der österreichischen Bevölkerung zu setzen. Darauf kommt es an. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Da können Sie noch etwas lernen, Herr Gusenbauer!
Diese Bundesregierung hat sich vorgenommen, nicht nur zu sparen, sondern auch Maßnahmen für die Familien zu setzen. (Abg. Ing. Westenthaler: Da können Sie noch etwas lernen, Herr Gusenbauer!) Das Kinderbetreuungsgeld wird ab 1. Jänner 2002 mit 6 250 S pro Kind eingeführt. Das ist eine familienpolitische Maßnahme, die jedem Vergleich in Europa standhält.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer schreibt mit!
Und was macht diese Regierung? – Sie investiert! Sie investiert in Technologie und Forschung! 10 Milliarden Schilling werden zur Verfügung gestellt! (Abg. Dr. Gusenbauer: 7!) Und was ist das Ziel? – Das Ziel ist, dass wir auch in Zukunft Überschüsse erwirtschaften wollen. (Abg. Dr. Gusenbauer: Budget lesen! 7, nicht 10!) Denken wir an Finnland: 4 Prozent Überschuss, davon gehen 70 bis 80 Prozent in Technologie und Forschung. Das ist das, was wir auch erreichen wollen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer schreibt mit!) Damit erzielt man Vollbeschäftigung, damit erzielt man Wohlstand.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Jawohl! Der Gusenbauer hat alles mitgeschrieben! – Abg. Dr. Gusenbauer: Der Zettel ist leer!
Deswegen war es auch richtig – und es war auch höchste Zeit –, dass diese Bundesregierung mit einem freiheitlichen Finanzminister ans Ruder gekommen ist, denn dadurch ist eine echte Wende entstanden. Diese Bundesregierung hat es sich zur Aufgabe gemacht, dieses Bundesbudget wirklich in Ordnung zu bringen. Sie ist auf dem besten Weg dorthin. Wir können sicher sein (Zwischenruf des Abg. Dr. Wittmann ): Nur mit dieser Bundesregierung ist es möglich, dass wir in den nächsten Jahren nicht mehr mit einem Bericht über Finanzschulden des Bundes konfrontiert werden, sondern hoffentlich einmal mit einem Bericht über Sparguthaben des Bundes. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Jawohl! Der Gusenbauer hat alles mitgeschrieben! – Abg. Dr. Gusenbauer: Der Zettel ist leer!)
Abg. Ing. Westenthaler: Na, na, na!
Wahr ist vielmehr: Die 22 Anträge wurden, wie üblich, ohne Abstimmung zugewiesen. (Abg. Ing. Westenthaler: Na, na, na!) Dr. Gusenbauer konnte daher nicht fehlen, weil es gar keine Abstimmung gab.
Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit des Abg. Haigermoser. – Abg. Ing. Westenthaler: Frau Kollegin Bures! Haider ist Landeshauptmann!
Wenn es je einen Parteiobmann gegeben hat, der außer bei seinen eigenen Reden nie hier im Hause war, dann war es Haider. (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit des Abg. Haigermoser. – Abg. Ing. Westenthaler: Frau Kollegin Bures! Haider ist Landeshauptmann!)
Abg. Ing. Westenthaler: Auch Van der Bellen ist ausgeschlafen! Seit Mitternacht gestern nicht im Haus gewesen!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Professor Van der Bellen. (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Die Uhr ist auf 20 Minuten gestellt. – Bitte, Herr Professor. (Abg. Ing. Westenthaler: Auch Van der Bellen ist ausgeschlafen! Seit Mitternacht gestern nicht im Haus gewesen!)
Abg. Ing. Westenthaler: "Njet" sage ich sicher nicht!
Sehr gut, Herr Finanzminister! Ich kann das nur unterstreichen. (Abg. Freund: Stimmen Sie zu?) Wie erklären Sie dann, dass die Industrie – laut "Salzburger Nachrichten" vom 12. Oktober – einen Bedarf von 85 000 Spezialisten in der Computerbranche ortet? Vielleicht ist es ja nur die Hälfte, vielleicht sind es nur 10 Prozent. Es ist auch nicht nur die Industrie, die diesen Bedarf ortet, es sind auch andere Organisationen, auch die Wirtschaftsforscher. Und was ist passiert? – Herr Westenthaler sagt: Erstens glaubt er es nicht, und selbst wenn: Njet, das geht nicht! (Abg. Ing. Westenthaler: "Njet" sage ich sicher nicht!) Wir brauchen keine ausländischen Computerspezialisten, und selbst wenn wir sie brauchen sollten, dann gehe das eben nur zu Lasten der Familienzusammenführung legal hier lebender Ausländer.
Abg. Ing. Westenthaler: "Vermisse" – das ist rührend!
Abgeordneter DDr. Erwin Niederwieser (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Abgeordneter Trattner, den ich vermisse (Abg. Ing. Westenthaler: "Vermisse" – das ist rührend!), hat in seiner Aufzählung eine Liste von Leistungen dieser neuen Bundesregierung gebracht, und er hat unter anderem auch das Akkreditierungsgesetz genannt, das Gesetz über die Privatuniversitäten. Ich habe das mit Kollegen Lukesch vorher in der alten Regierungskonstellation SPÖ/ÖVP verhandelt, wir haben das auch in der alten Regierungskonstellation und Mehrheit beschlossen. Ich kann mich noch gut erinnern, die heftigsten Gegner waren die Freiheitlichen. Wie Sie dazu kommen, das jetzt auf Ihre Liste zu schreiben, ist mir völlig unverständlich.
Abg. Ing. Westenthaler: Er "vermisst" den Trattner so! – Abg. Dr. Gusenbauer: Da hat er sich versprochen!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zum Wort gelangt die Frau Vizekanzlerin. – Bitte, Frau Vizekanzlerin. (Abg. Ing. Westenthaler: Er "vermisst" den Trattner so! – Abg. Dr. Gusenbauer: Da hat er sich versprochen!)
Abg. Edlinger: Das ist unglaublich! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der ordentliche Haushalt!
Herr Kollege Gusenbauer, ich spare mir jetzt Qualifizierungen dieser Bemerkung. Ich möchte das einfach nur anhand der Fakten widerlegen. Was Sie dieser Bundesregierung übergeben haben, ist ein Rekorddefizit, ist die Schlusslichtposition Österreichs bei der Haushaltspolitik in Europa und ist ein Defizit von 2 200 Milliarden Schilling, das zur Folge hat, dass Österreich 680 Millionen Schilling an Zinsen und Tilgungen pro Tag berappen muss. (Abg. Edlinger: Das ist unglaublich! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der ordentliche Haushalt!) Wenn Sie meinen, dass das ein saniertes Budget und ein geordneter Haushalt ist, den Sie übergeben haben, dann qualifiziere ich das nicht, sondern ich überlasse es eigentlich der österreichischen Bevölkerung, den Bürgerinnen und den Bürgern dieses Landes, sich ihr eigenes Bild zu machen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wissen wir, warum es bei euch in der Parteikasse so ausschaut: Das ist auch ein "geordnetes" Budget!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wissen wir, warum es bei euch in der Parteikasse so ausschaut: Das ist auch ein "geordnetes" Budget!
Herr Kollege Gusenbauer, ich spare mir jetzt Qualifizierungen dieser Bemerkung. Ich möchte das einfach nur anhand der Fakten widerlegen. Was Sie dieser Bundesregierung übergeben haben, ist ein Rekorddefizit, ist die Schlusslichtposition Österreichs bei der Haushaltspolitik in Europa und ist ein Defizit von 2 200 Milliarden Schilling, das zur Folge hat, dass Österreich 680 Millionen Schilling an Zinsen und Tilgungen pro Tag berappen muss. (Abg. Edlinger: Das ist unglaublich! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der ordentliche Haushalt!) Wenn Sie meinen, dass das ein saniertes Budget und ein geordneter Haushalt ist, den Sie übergeben haben, dann qualifiziere ich das nicht, sondern ich überlasse es eigentlich der österreichischen Bevölkerung, den Bürgerinnen und den Bürgern dieses Landes, sich ihr eigenes Bild zu machen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wissen wir, warum es bei euch in der Parteikasse so ausschaut: Das ist auch ein "geordnetes" Budget!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Gusenbauer: Die Regierung kommentiert nicht, sondern polemisiert! – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt ist er nervös, der Gusenbauer!
Sie haben geschützte Bereiche verteidigt. Das sieht man auch an den Reaktionen der vergangenen Tage, denn einer der heftigsten Schmerzpunkte auf Ihrer Seite war offensichtlich die Kürzung der Politikerbezüge und die Kürzung der Parteienförderungen, denn das war etwas, was immer wieder auch in den Stellungnahmen Ihrer Bundesgeschäftsführerinnen gekommen ist, die eigene Pressekonferenzen gemacht und beklagt haben, dass diese Bundesregierung dafür gesorgt hat, dass ein 100-Millionen-Schilling-Einsparungspaket für die Parteien geschnürt wurde und darüber hinaus die Politikerbezüge kräftig gekürzt wurden. (Abg. Dr. Gusenbauer: Kein Mensch hat dazu etwas gesagt! Das ist unglaublich!) Das ist auch ein wichtiger Punkt und ein Solidaritätsbeitrag, den wir in diesem Zusammenhang leisten. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Gusenbauer: Die Regierung kommentiert nicht, sondern polemisiert! – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt ist er nervös, der Gusenbauer!) Fragen Sie die Kolleginnen Kuntzl und Bures, die sich besonders darüber beklagt haben, dass man bei den Parteien spart. Vielleicht fragen Sie da einmal nach.
Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe die Universitätsprofessoren nicht bespitzelt, kommt jetzt die Berichtigung!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu einer weiteren tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Dr. Einem zu Wort gemeldet. Gleiche Redezeit. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe die Universitätsprofessoren nicht bespitzelt, kommt jetzt die Berichtigung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen seid ihr bei der Nationalratswahl abgewählt worden wegen dem tollen Wohlstand! Am Wort ist der Schuldenminister! – Abg. Haigermoser: Was ist denn heute auf der Krawatte? – Ameisen? – Abg. Ing. Westenthaler: Pleitegeier!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Edlinger. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen seid ihr bei der Nationalratswahl abgewählt worden wegen dem tollen Wohlstand! Am Wort ist der Schuldenminister! – Abg. Haigermoser: Was ist denn heute auf der Krawatte? – Ameisen? – Abg. Ing. Westenthaler: Pleitegeier!)
Abg. Ing. Westenthaler: Er berichtigt den Verzetnitsch!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Zu einer tatsächlichen Berichtigung auf die Ausführungen des Abgeordneten Schwarzenberger hat sich Herr Abgeordneter Gradwohl zu Wort gemeldet. – Bitte, Herr Abgeordneter, beginnen Sie mit der Wiedergabe der zu berichtigenden Aussage. (Abg. Ing. Westenthaler: Er berichtigt den Verzetnitsch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe gar nichts gemacht! Das muss eine Illusion sein!
Herr Kollege Westenthaler! Sie dürfen sich mit Ihrem Laserstift gerne spielen und ihn auch auf mich richten, aber bitte, schalten Sie ihn nicht ein. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe gar nichts gemacht! Das muss eine Illusion sein!)
Abg. Mag. Trattner: Das ist falsch! – Abg. Ing. Westenthaler: Es geht um die Schulden! – Abg. Schwarzenberger: Das hat mit einer tatsächlichen Berichtigung nichts zu tun!
Richtig ist, dass allein in der Periode von Bundesminister Edlinger, der durchaus ein sozialistischer oder sozialdemokratischer Finanzminister mit dem Herz am richtigen Fleck war (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ), das Defizit von 5,1 Prozent 1995 auf 2,1 Prozent 1999 gesenkt wurde. (Abg. Mag. Trattner: Das ist falsch! – Abg. Ing. Westenthaler: Es geht um die Schulden! – Abg. Schwarzenberger: Das hat mit einer tatsächlichen Berichtigung nichts zu tun!)
Abg. Ing. Westenthaler: Keine Ahnung der Einem! – Abg. Schwarzenberger: So was war einmal Minister!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Zu Wort gemeldet hat sich Frau Bundesministerin Gehrer. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Keine Ahnung der Einem! – Abg. Schwarzenberger: So was war einmal Minister!)
Abg. Dr. Khol: Edlinger! 8 Prozent hast du! – Abg. Ing. Westenthaler: Edlingers Fanclub: 8 Prozent!
Wir haben gefragt: Wollen Sie, dass der Budgetkurs früherer Regierungen fortgesetzt wird? – Wissen Sie, wie viel Prozent das in diesem Land wollen? – 8 Prozent! Ganze 8 Prozent wollen den alten Budgetkurs fortsetzen. (Abg. Dr. Khol: Edlinger! 8 Prozent hast du! – Abg. Ing. Westenthaler: Edlingers Fanclub: 8 Prozent!) Alle anderen sagen, sie wollen, dass die Sanierung jetzt vorgenommen wird. Sie wären sehr enttäuscht, wenn diese Sanierung nicht gemacht würde. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Bravo, Van der Bellen!
Zweitens – gleichermaßen erfreulich – wird es in Österreich in absehbarer Zeit keine linke Mehrheit hier im Hohen Hause geben. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Wir bedanken uns bei Ihnen, bei den Grünen, für diese gute Tat, meine Damen und Herren. (Abg. Ing. Westenthaler: Bravo, Van der Bellen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Über die SPÖ!
Werfen wir nun einen kurzen Blick in ein außerordentlich interessantes Buch. Es trägt den Titel "Konkurs einer Kaste" von Klaus Emmerich. (Abg. Ing. Westenthaler: Über die SPÖ!) Wir wollten heute in dieser Generaldebatte etwas nachdenken, haben wir gesagt. Es wurde 1997 geschrieben. Darin heißt es – ich zitiere –:
Ruf bei der SPÖ: Gehen wir! Hauen wir den Hut drauf! – Abg. Ing. Westenthaler: Das geht wieder daneben, Herr Kollege Gusenbauer!
Frau Abgeordnete Parfuss ist nach wie vor damit beschäftigt, die drei Reihen auszuzählen, und hat sich gerade selbst korrigiert, daher zählt sie sie noch einmal aus. Frau Abgeordnete Parfuss ist dafür zuständig! (Ruf bei der SPÖ: Gehen wir! Hauen wir den Hut drauf! – Abg. Ing. Westenthaler: Das geht wieder daneben, Herr Kollege Gusenbauer!)
Abg. Ing. Westenthaler: Oje!
Das von den beiden Damen und mir ausgezählte Ergebnis lautet 84 : 62. Der Antrag ist damit abgelehnt. (Abg. Ing. Westenthaler: Oje!)
Abg. Ing. Westenthaler: Dabei sollte er gerade dann nicht da sein, wenn das Fernsehen da ist! – Heiterkeit bei den Freiheitlichen
Abgeordneter Dr. Martin Graf (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Es ist täglich das gleiche Bild, wir kennen das ja schon seit dem 4. Februar: Auf Seiten der SPÖ und der grünen Opposition nahezu während eines ganzen Plenartages leere Reihen, ein Parteivorsitzender und Klubobmann, der eigentlich immer nur da ist, wenn das Fernsehen anwesend ist, wenn die Kameras laufen, aber ansonsten kaum Interesse an einer politischen Auseinandersetzung hat (Abg. Ing. Westenthaler: Dabei sollte er gerade dann nicht da sein, wenn das Fernsehen da ist! – Heiterkeit bei den Freiheitlichen), und auf der anderen Seite die täglich inszenierte Skandalisierung, wenn Präsident Prinzhorn den Vorsitz führt, und zwar immer zu ausgewählten Zeiten.
Sitzung Nr. 43
Abg. Ing. Westenthaler: Und was ist mit euch gewesen? Habt ihr gewonnen?
Aber die FPÖ schafft es offensichtlich nicht, damit zu leben, dass sie vom Wähler bei der letzten steirischen Landtagswahl halbiert wurde, was die Stimmen betrifft. (Abg. Ing. Westenthaler: Und was ist mit euch gewesen? Habt ihr gewonnen?) – Herr Westenthaler, zu Ihnen komme ich später noch, Sie geben genügend Belustigendes her in diesen Tagen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Trattner: Heute bist du nicht gut drauf!) Aber als bisheriger Höhepunkt dieses blau-schwarzen Experimentes ist jetzt noch der FPÖ-Spitzelskandal hinzugekommen, und dieser Skandal hat ganz offensichtlich die Dämmerstunde dieser Bundesregierung eingeläutet. (Ruf bei den Freiheitlichen: Oje!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das werden wir sehen!
Und der so genannte ultimative Gegenangriff, den Herr Klubobmann Westenthaler vergangene Woche angekündigt hat, wird wahrscheinlich als der größte Wochenend-Rohrkrepierer in die Geschichte der österreichischen Medien eingehen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das werden wir sehen!)
Abg. Dr. Gusenbauer: Meine Rechte sind durch das Gesetz definiert – und nicht durch den Herrn Westenthaler! – Abg. Parnigoni: Machen Sie einen Untersuchungsausschuss!
Meine Damen und Herren! Ich sage Ihnen noch einmal, und ich habe das schon öfters gesagt: Sie haben hier nicht das Recht – noch dazu in dem Stadium, in dem wir uns jetzt befinden, wo Sie selbst Butter am Kopf haben und damit jeden Tag in die Sonne gehen –, Sie haben nicht das Recht, anständige, demokratisch gewählte Politiker, ob im Parlament, in den Landtagen, in den Regierungen, derart mit Schmutzkübeln zu übergießen, wie Sie das immer tun. (Abg. Dr. Gusenbauer: Meine Rechte sind durch das Gesetz definiert – und nicht durch den Herrn Westenthaler! – Abg. Parnigoni: Machen Sie einen Untersuchungsausschuss!)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Das ist keine tatsächliche Berichtigung!
Ich habe den Bundesminister für Landesverteidigung in der diesbezüglichen Ausschusssitzung gefragt: Handelt es sich dabei um Gemeinden, um Finanzämter, um die Körperschaften der Sozialversicherung, um Krankenhäuser, um Stiftungen, um alle Ministerien, um Sozialämter, um Jugendämter und um Arbeiterkammern und Bundeswirtschaftskammern? (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Das ist keine tatsächliche Berichtigung!) – Der Bundesminister für Landesverteidigung hat erklärt: Ja genau darum handelt es sich. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Debattenbeitrag!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Debattenbeitrag!
Ich habe den Bundesminister für Landesverteidigung in der diesbezüglichen Ausschusssitzung gefragt: Handelt es sich dabei um Gemeinden, um Finanzämter, um die Körperschaften der Sozialversicherung, um Krankenhäuser, um Stiftungen, um alle Ministerien, um Sozialämter, um Jugendämter und um Arbeiterkammern und Bundeswirtschaftskammern? (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Das ist keine tatsächliche Berichtigung!) – Der Bundesminister für Landesverteidigung hat erklärt: Ja genau darum handelt es sich. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Debattenbeitrag!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Taferl hat man auch nicht vereinbart!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Herr Bundesminister! Wir haben in der Präsidiale eine Redezeit von 15 Minuten vereinbart. Ich bitte Sie, zum Schluss Ihrer Ausführung zu kommen. – Danke sehr. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Taferl hat man auch nicht vereinbart!)
Alle weiblichen Abgeordneten der SPÖ tragen Hosenanzug und Krawatte. – Abg. Haigermoser: Sind die Krawatten auch aus dem Fundus von Edlinger? – Abg. Ing. Westenthaler: Der Pleitegeier ist auf den Krawatten!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Edlinger. Redezeitbeschränkung: 10 Minuten. – Bitte. (Alle weiblichen Abgeordneten der SPÖ tragen Hosenanzug und Krawatte. – Abg. Haigermoser: Sind die Krawatten auch aus dem Fundus von Edlinger? – Abg. Ing. Westenthaler: Der Pleitegeier ist auf den Krawatten!)
Abg. Huber: Der Minister hört nicht einmal zu! Es interessiert ihn nicht! – Abg. Ing. Westenthaler: Piep, piep, piep, piep, piep!
Sehr geehrter Herr Sozialminister! (Abg. Huber: Der Minister hört nicht einmal zu! Es interessiert ihn nicht! – Abg. Ing. Westenthaler: Piep, piep, piep, piep, piep!) Sie haben gesagt, der Dialog ist wichtig. Im Bereich des Dialoges hat die österreichische Sozialpartnerschaft eine große Tradition. Es wäre nützlich gewesen, von Ihnen zu erfahren, ob auch Sie der Sozialpartnerschaft jenen Stellenwert beimessen, der ihr gebührt.
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wie hoch ist Ihre Pension? Wie hoch ist Ihre Pension? Herr Kollege Edlinger, wie hoch ist Ihre Pension? Haben Sie 12 000 S? – Abg. Mag. Trattner: Wie hoch ist Ihre Pension?
Sehr geehrter Herr Dr. Feurstein! An Abschläge kann überhaupt nur jemand denken, der sich nicht vorstellen kann, wie man mit einer Pension von 12 000 S bis 13 000 S auskommen muss! (Beifall bei der SPÖ.) Diesen Pensionisten wollen Sie 15 Prozent wegnehmen!? Das ist sozial schändlich und wäre von mir sicherlich nicht mitgetragen worden! (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wie hoch ist Ihre Pension? Wie hoch ist Ihre Pension? Herr Kollege Edlinger, wie hoch ist Ihre Pension? Haben Sie 12 000 S? – Abg. Mag. Trattner: Wie hoch ist Ihre Pension?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie hoch ist Ihre Pension? 200 000, Herr Edlinger? Haben Sie 200 000 S Pension?
Herr Sozialminister! Wie halten Sie es mit der Kürzung der Unfallpensionen durch die Einbeziehung in das Steuersystem? – Ich hoffe, dass Sie heute Nachmittag auf das Vorhaben verzichten werden (Abg. Ing. Westenthaler: Wie hoch ist Ihre Pension? 200 000, Herr Edlinger? Haben Sie 200 000 S Pension?), dass ein arbeitslos gewordener Bauarbeiter vier Wochen kein Geld bekommt und dann seinen Kindern sagen muss: Ihr müsst bis am nächsten Ersten warten, bis ich diese oder jene Anschaffung machen kann! (Abg. Mag. Trattner: Kommen Sie aus mit 200 000 S? – Abg. Ing. Westenthaler: 200 000 S Pension!) Ich bin neugierig, ob Sie jenes soziale Gewissen an den Tag legen, das Sie hier zumindest angedeutet haben! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Petrovic: Wir haben es schon gehört! Sie brauchen es nicht zu wiederholen!)
Abg. Mag. Trattner: Kommen Sie aus mit 200 000 S? – Abg. Ing. Westenthaler: 200 000 S Pension!
Herr Sozialminister! Wie halten Sie es mit der Kürzung der Unfallpensionen durch die Einbeziehung in das Steuersystem? – Ich hoffe, dass Sie heute Nachmittag auf das Vorhaben verzichten werden (Abg. Ing. Westenthaler: Wie hoch ist Ihre Pension? 200 000, Herr Edlinger? Haben Sie 200 000 S Pension?), dass ein arbeitslos gewordener Bauarbeiter vier Wochen kein Geld bekommt und dann seinen Kindern sagen muss: Ihr müsst bis am nächsten Ersten warten, bis ich diese oder jene Anschaffung machen kann! (Abg. Mag. Trattner: Kommen Sie aus mit 200 000 S? – Abg. Ing. Westenthaler: 200 000 S Pension!) Ich bin neugierig, ob Sie jenes soziale Gewissen an den Tag legen, das Sie hier zumindest angedeutet haben! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Petrovic: Wir haben es schon gehört! Sie brauchen es nicht zu wiederholen!)
Abg. Ing. Westenthaler: 200 000 S Pension! 200 000 S kassiert er! Abkassierer!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Interessant war, dass der Herr Minister seiner Funktion als Frauenministerin einen viel breiteren Raum gewidmet hat. (Abg. Ing. Westenthaler: 200 000 S Pension! 200 000 S kassiert er! Abkassierer!) Ich nehme zur Kenntnis, dass Sie in diesem Lande Frauenministerin sind, und es ist in der Tat so, dass manche in der überkommenen Form meinen, der Mann sei das Oberhaupt der Familie.
Abg. Ing. Westenthaler: Pensionsmillionär!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich möchte mir als Mann kein Urteil anmaßen, das werden die Frauen in unserem Staate zu beurteilen haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Pensionsmillionär!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat euch nicht gefallen! Das war ein Volltreffer! Volltreffer!
Meine Damen und Herren! Es ist interessant, dass auch von Ihnen im Rahmen dieser Debatte ganz besonderes Augenmerk auf die Spitzelaffäre gerichtet worden ist. Es ist auch interessant, dass Herr Westenthaler – ich habe notiert, was er gesagt hat – in militärischer Form in den Medien gemeint hat, er hole zu einem "ultimativen Gegenschlag" aus. (Zwischenruf des Abg. Jung. ) Das war ein Rundumschlag mit unsachlichen und in keiner Weise mit der Sache im Zusammenhang stehenden Argumenten, der dazu diente, von der Hauptsache abzulenken. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat euch nicht gefallen! Das war ein Volltreffer! Volltreffer!)
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das sozialistische Innenministerium!
Tagtäglich, meine sehr verehrten Damen und Herren, tauchen neue Hinweise auf, dass die FPÖ innerhalb der österreichischen Polizei ein Spitzelnetz aufgebaut hat, um damit politische Gegner, aber auch unbescholtene Bürger zu überwachen. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das sozialistische Innenministerium!) Tag für Tag verdichten sich die Hinweise, dass die FPÖ damit den schwersten politischen Anschlag auf unsere Demokratie, ihr Recht und ihre Grundwerte verübt hat. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat Ihnen das aufgeschrieben? Wer hat Ihnen das aufgeschrieben?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat Ihnen das aufgeschrieben? Wer hat Ihnen das aufgeschrieben?
Tagtäglich, meine sehr verehrten Damen und Herren, tauchen neue Hinweise auf, dass die FPÖ innerhalb der österreichischen Polizei ein Spitzelnetz aufgebaut hat, um damit politische Gegner, aber auch unbescholtene Bürger zu überwachen. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das sozialistische Innenministerium!) Tag für Tag verdichten sich die Hinweise, dass die FPÖ damit den schwersten politischen Anschlag auf unsere Demokratie, ihr Recht und ihre Grundwerte verübt hat. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat Ihnen das aufgeschrieben? Wer hat Ihnen das aufgeschrieben?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat Ihnen den Satz aufgeschrieben? – Abkassierer! Pleitegeier! Sozialistischer Pleitegeier! Pleitegeier!
Es verdichten sich tagtäglich die Hinweise, meine sehr verehrten Damen und Herren, dass das systematische Bespitzeln politischer Gegner und anderer Staatsbürger nicht nur mit dem Wissen, sondern – das ist besonders verwerflich – im Auftrag der Spitze der Freiheitlichen Partei getätigt worden ist. Das muss man der Öffentlichkeit in aller Deutlichkeit sagen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat Ihnen den Satz aufgeschrieben? – Abkassierer! Pleitegeier! Sozialistischer Pleitegeier! Pleitegeier!)
Abg. Ing. Westenthaler: Einem! Löschnak! Kessler! Schlögl!
Nicht gegen sozialdemokratische Innenminister wird vorerhoben, sondern gegen einen Herrn Haider, gegen einen Herrn Kabas, gegen einen Herrn Kreißl. Spitzenfunktionäre Ihrer Partei sind in eine Angelegenheit verwickelt, die in höchstem Maße aufklärungsbedürftig ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Einem! Löschnak! Kessler! Schlögl!)
Abg. Ing. Westenthaler: Einem!
Der Bundeskanzler weiß dazu nichts anderes zu sagen als die Bemerkung, dass es 30 Jahre lang sozialdemokratische Innenminister gab. Diese Affäre kann nur dann bekannt werden, wenn einer aus dem Netz plaudert (Abg. Ing. Westenthaler: Einem!), und dieser Plauderer heißt Kleindienst. Dieser Herr Kleindienst hat diese Sache ins Rollen gebracht (Abg. Ing. Westenthaler: Den ihr gekauft habt! Den ihr gekauft habt!), weil er offenbar mit dieser Art der Politik, mit dieser Schändlichkeit, mit dieser Bespitzelung, die Ihre Politik auszeichnet und die die Menschen faktisch letztendlich zu Hampelmännern in diesem Lande macht, nicht mittun kann. (Abg. Ing. Westenthaler: Sozialistisch käuflich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Den ihr gekauft habt! Den ihr gekauft habt!
Der Bundeskanzler weiß dazu nichts anderes zu sagen als die Bemerkung, dass es 30 Jahre lang sozialdemokratische Innenminister gab. Diese Affäre kann nur dann bekannt werden, wenn einer aus dem Netz plaudert (Abg. Ing. Westenthaler: Einem!), und dieser Plauderer heißt Kleindienst. Dieser Herr Kleindienst hat diese Sache ins Rollen gebracht (Abg. Ing. Westenthaler: Den ihr gekauft habt! Den ihr gekauft habt!), weil er offenbar mit dieser Art der Politik, mit dieser Schändlichkeit, mit dieser Bespitzelung, die Ihre Politik auszeichnet und die die Menschen faktisch letztendlich zu Hampelmännern in diesem Lande macht, nicht mittun kann. (Abg. Ing. Westenthaler: Sozialistisch käuflich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sozialistisch käuflich!
Der Bundeskanzler weiß dazu nichts anderes zu sagen als die Bemerkung, dass es 30 Jahre lang sozialdemokratische Innenminister gab. Diese Affäre kann nur dann bekannt werden, wenn einer aus dem Netz plaudert (Abg. Ing. Westenthaler: Einem!), und dieser Plauderer heißt Kleindienst. Dieser Herr Kleindienst hat diese Sache ins Rollen gebracht (Abg. Ing. Westenthaler: Den ihr gekauft habt! Den ihr gekauft habt!), weil er offenbar mit dieser Art der Politik, mit dieser Schändlichkeit, mit dieser Bespitzelung, die Ihre Politik auszeichnet und die die Menschen faktisch letztendlich zu Hampelmännern in diesem Lande macht, nicht mittun kann. (Abg. Ing. Westenthaler: Sozialistisch käuflich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Gescheiterter Finanzminister! Sie sind ein gescheiterter Finanzminister!
Daher meine ich, meine sehr verehrten Damen und Herren, dass ein Untersuchungsausschuss gerade jenes Mittel wäre, all Ihre Unterstellungen, auch gegen andere politische Parteien, aufklären zu können. (Abg. Mag. Trattner: Das war eine gute Entscheidung, dass Sie nicht mehr Minister sind! Abgedankter Finanzminister!) Aber Sie wissen ganz genau, warum Sie das nicht zulassen – weil Sie hier mit einem sehr, sehr schlechtes Gewissen sitzen. Die Zeit wird die Täter an das Tageslicht befördern, dessen bin ich mir sicher. (Abg. Ing. Westenthaler: Gescheiterter Finanzminister! Sie sind ein gescheiterter Finanzminister!) Die Uhr der Gerechtigkeit geht zwar manchmal langsam, aber sehr präzise. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: "Das wäre auch eine Möglichkeit", Frau Mertel ...!
Wir werden trotz der Widerstände der SPÖ (Abg. Dr. Mertel: Selbstverständlich!) die Effizienz des Arbeitsmarktservice und andere Bereiche im Sozialen verbessern. (Abg. Ing. Westenthaler: "Das wäre auch eine Möglichkeit", Frau Mertel ...!) Davon bin ich überzeugt. Es ist uns schon gelungen, die Aufhebung der Zuverdienstgrenze für Pensionisten zu erreichen (Zwischenruf der Abg. Bures ), die Gleichstellung der Arbeiter und Angestellten – das tut Ihnen weh! (Abg. Dr. Mertel: Nein! Sie sind schwach!) Jahrelang haben Sie davon gesprochen; es tut Ihnen weh, dass Sie keinen Schritt weitergekommen sind. Wir sind in der Lage, das jetzt vorzuzeigen.
ironische Heiterkeit und Oh-Rufe bei den Freiheitlichen – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber peinlich!
Das Einzige, was man ihm offensichtlich vorwirft, ist die Tatsache, dass er ein Mann ist. Besonders bemerkenswert finde ich, dass dieser Vorwurf von zwei Parteien kommt, in denen "alle Macht den Männern" gehört, nämlich zum einen von den Grünen, bei denen eine Frau als Parteichefin und Klubobfrau ratzeputz abgesetzt wurde, um einem Mann Platz zu machen (ironische Heiterkeit und Oh-Rufe bei den Freiheitlichen – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber peinlich!), und zum Zweiten von einer Partei wie der SPÖ, in der eine Frau erst gar nicht die Chance gehabt hat, sich um den Parteivorsitz zu bewerben, denn ich habe noch sehr gut die Aussage der Wiener Stadträtin Brigitte Ederer im Ohr, die auf die Frage, warum sie sich nicht um den Parteivorsitz in der SPÖ bewerbe, gesagt hat: "Die SPÖ ist noch nicht reif dafür, eine Frau als Vorsitzende zu akzeptieren." – (Neuerliche ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Ich darf Ihnen sagen: Andere Parteien sind da schon sehr viel weiter als Sie. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Binder – eine entsprechende Geste mit den Fingern vollführend –: Ja, die haben Marionetten!)
Abg. Schieder: Herr Präsident! Zur Geschäftsordnung! Das dürfen Sie nicht sagen! – Abg. Ing. Westenthaler: Am Wort ist die Rednerin! Da gibt es keine Geschäftsbehandlung! – Abg. Schieder: Dann kann er nicht enunzieren! Wenn er ihr das Wort erteilt, darf er nicht selber noch etwas sagen!
Ich ersuche nochmals, auch wenn man mit der Meinung einer Rednerin nicht einverstanden ist, sie so weit zu Wort kommen zu lassen, dass sie sich ausreichend artikulieren kann! (Abg. Schieder: Herr Präsident! Zur Geschäftsordnung! Das dürfen Sie nicht sagen! – Abg. Ing. Westenthaler: Am Wort ist die Rednerin! Da gibt es keine Geschäftsbehandlung! – Abg. Schieder: Dann kann er nicht enunzieren! Wenn er ihr das Wort erteilt, darf er nicht selber noch etwas sagen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Huber: So ist es! – Abg. Haigermoser: Hat sie auch! – Abg. Ing. Westenthaler: Wahrheit tut weh!
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Es gibt genau zwei Möglichkeiten: Entweder es ist eine Rednerin bereits am Wort, dann kann keine zusätzliche Enunziation mehr stattfinden. Zweite Möglichkeit: Wenn Sie für die Frau Vizekanzlerin die nötige Aufmerksamkeit herstellen wollen, dann wäre es auch angebracht gewesen, darauf hinzuweisen, dass sie zur Sache reden soll. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Huber: So ist es! – Abg. Haigermoser: Hat sie auch! – Abg. Ing. Westenthaler: Wahrheit tut weh!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie ist zurückgereiht worden!
Jetzt ist am Wort Frau Abgeordnete Mag. Prammer. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie ist zurückgereiht worden!)
Abg. Ing. Westenthaler: Warum sind Sie denn zurückgereiht worden? Warum hat man Ihnen Edlinger vorgesetzt?
Ich nehme zur Kenntnis, dass es einen guten Brauch, den es früher in diesem Hause gegeben hat, nicht mehr gibt (Abg. Ing. Westenthaler: Warum sind Sie denn zurückgereiht worden? Warum hat man Ihnen Edlinger vorgesetzt?), wie es vieles nicht mehr gibt in diesem Land und in diesem Haus, nämlich dass von der Regierungsbank keine Polemik auszugehen hat, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat Ihnen die Krawatte gebunden? – Abg. Haigermoser: Das ist eine Verlierer-Krawatte!)
Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat Ihnen die Krawatte gebunden? – Abg. Haigermoser: Das ist eine Verlierer-Krawatte!
Ich nehme zur Kenntnis, dass es einen guten Brauch, den es früher in diesem Hause gegeben hat, nicht mehr gibt (Abg. Ing. Westenthaler: Warum sind Sie denn zurückgereiht worden? Warum hat man Ihnen Edlinger vorgesetzt?), wie es vieles nicht mehr gibt in diesem Land und in diesem Haus, nämlich dass von der Regierungsbank keine Polemik auszugehen hat, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat Ihnen die Krawatte gebunden? – Abg. Haigermoser: Das ist eine Verlierer-Krawatte!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Kostelka –: Redezeit! 8 Minuten wurden vereinbart! 8 Minuten wurden in der Präsidiale vereinbart, Herr Klubobmann Kostelka!
Noch ein letztes Wort: Österreich hat schon einmal eine Zeit erlebt, in der die Zerschlagung der Gewerkschaften, die Totalprivatisierung ohne Rücksicht auf soziale Folgen und die Missachtung eines drohenden wirtschaftlichen Desasters Inhalte eines politischen Programms waren. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Kostelka –: Redezeit! 8 Minuten wurden vereinbart! 8 Minuten wurden in der Präsidiale vereinbart, Herr Klubobmann Kostelka!) Es ist eine Irrmeinung, meine Damen und Herren, dass Vermehrung von Kapital um jeden Preis automatisch Reichtum bedeute. Den sozialen Frieden bekommt man nicht umsonst, und schon gar nicht die Gleichstellung der Geschlechter. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Kostelka –: Es hat Vereinbarungen gegeben: 8 Minuten Redezeit! Sie spricht 10 Minuten!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Kostelka –: Es hat Vereinbarungen gegeben: 8 Minuten Redezeit! Sie spricht 10 Minuten!
Noch ein letztes Wort: Österreich hat schon einmal eine Zeit erlebt, in der die Zerschlagung der Gewerkschaften, die Totalprivatisierung ohne Rücksicht auf soziale Folgen und die Missachtung eines drohenden wirtschaftlichen Desasters Inhalte eines politischen Programms waren. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Kostelka –: Redezeit! 8 Minuten wurden vereinbart! 8 Minuten wurden in der Präsidiale vereinbart, Herr Klubobmann Kostelka!) Es ist eine Irrmeinung, meine Damen und Herren, dass Vermehrung von Kapital um jeden Preis automatisch Reichtum bedeute. Den sozialen Frieden bekommt man nicht umsonst, und schon gar nicht die Gleichstellung der Geschlechter. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Kostelka –: Es hat Vereinbarungen gegeben: 8 Minuten Redezeit! Sie spricht 10 Minuten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist unglaublich! Es hat in der Präsidiale Vereinbarungen wegen der Redezeit gegeben!
Die Absurdität eines Herrn Frauenministers und das Nichtvorhandensein einer Frauenpolitik sind die eine Sache (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist unglaublich! Es hat in der Präsidiale Vereinbarungen wegen der Redezeit gegeben!), aber das verblasst nahezu in Anbetracht dessen,
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Warum haben Sie Frau Petrovic kalt abgesetzt?
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine Damen und Herren! Herr Abgeordneter Ofner, ich weiß nicht, soll ich das als Drohung verstehen oder ...? (Abg. Dr. Ofner: Wie Sie wollen!) Wie ich will! Danke schön. Das ist sehr großzügig von Ihnen. Jetzt weiß ich wenigstens, was der frühere Justizminister der FPÖ gegen Abgeordnete der Oppositionsparteien noch in petto hat. (Abg. Haigermoser: Was haben Sie mit der Petrovic gemacht? Warum haben Sie Frau Petrovic abgesetzt?) Dass in diesem Haus offene Drohungen gegen Abgeordnete der Oppositionsparteien ausgesprochen werden, ist auch etwas Neues, Herr Kollege Ofner. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Warum haben Sie Frau Petrovic kalt abgesetzt?)
Abg. Ing. Westenthaler: Haben sie schon!
Kurz noch zur Spitzelaffäre, die man anscheinend nur zu einer Causa FPÖ und noch lieber zu einem "Kriminalfall Jörg Haider" machen möchte. Das wird von Leuten wie einem Peter Pilz betrieben, der selbst tief in diesem Skandal steckt. Das wird von Leuten der SPÖ betrieben, obwohl diese Vorfälle in einer Zeit passiert sind, als die SPÖ für dieses Ministerium die Verantwortung trug. Wenn Herr Klubobmann Gusenbauer und auch andere meiner Vorredner bestreiten, dass die SPÖ etwas damit zu tun hätte, dann kann ich nur sagen: Ich hoffe, dass die Vorerhebungen gegen die SPÖ auch demnächst beginnen werden (Abg. Ing. Westenthaler: Haben sie schon!), denn es wird Ihnen von der SPÖ nicht gelingen, hier Kindesweglegung zu betreiben.
Abg. Ing. Westenthaler: Nicht Manns genug, das klarzustellen!
Ich möchte auch zu der Behauptung, dass ich in irgendeiner Weise ein Präjudiz geschaffen habe (Abg. Ing. Westenthaler: Nicht Manns genug, das klarzustellen!), Stellung beziehen. Ich zitiere, weil das gestern im ORF in der Sendung "Betrifft" nicht vollständig geschehen ist, die gesamte Interview-Passage.
Abg. Ing. Westenthaler: Pflichtverteidigerin! Petrovic auf dem Sprung zur SPÖ!
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ich rege an, die für 15.30 Uhr ins Auge gefasste Kurzpräsidiale gleich jetzt abzuhalten, denn ich finde es ehrlich gesagt in höchstem Maße empörend, wenn der amtierende Justizminister dem Klubvorsitzenden der sozialdemokratischen Fraktion vorwirft (ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen), er sei psychisch und mental – auch wenn Sie das sehr lustig finden – nicht in der Lage, bestimmte Handlungen zu setzen, nachdem uns gerade eben aus Kärnten die Ferndiagnose von den "kranken Gehirnen" einiger Journalisten und Journalistinnen erreicht hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Pflichtverteidigerin! Petrovic auf dem Sprung zur SPÖ!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Zur Geschäftsordnung!
Bevor diese Praxis, Oppositionsabgeordneten oder JournalistInnen die geistige Gesundheit abzusprechen, jetzt Schule macht, ersuche ich, dass wir das schnell in aller Form besprechen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Zur Geschäftsordnung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unglaublich! Nur weil Sie dauernd die Unwahrheit sagen!
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Es gibt den Übungen dieses Hauses entsprechend das Verbot der Polemik von der Regierungsbank. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Seit wann gibt es das?) Aber abgesehen davon unterliegt auch ein Minister der Geschäftsordnung und der Möglichkeit eines Ordnungsrufes. Ich verlange in aller formellen Offenheit einen Ordnungsruf für Herrn Dr. Böhmdorfer, der sich in beleidigender Weise dem Klubvorsitzenden der SPÖ gegenüber geäußert hat. Das ist ungeheuerlich. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unglaublich! Nur weil Sie dauernd die Unwahrheit sagen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Und die Unwahrheiten des sozialistischen Klubobmannes! – Abg. Dr. Kostelka: Herr Präsident! Ich habe einen Antrag zur Geschäftsordnung gestellt! Darüber können Sie nicht hinweggehen! – Abg. Dr. Krüger: Dieser Antrag ist erledigt!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Meine Damen und Herren! Ich habe jetzt eine ganze Reihe von Anregungen bekommen. Ich kann nur sagen, in Bezug auf die heutige Sitzung gibt es für mich auch noch einige andere Themen, die durchaus wert sind, in der nächsten Präsidiale, allerdings in der ordentlichen – damit wäre eine Kurzpräsidiale heute sicherlich überfordert –, behandelt zu werden, etwa die Frage des Befolgens von Anordnungen durch den Präsidenten während der Vorsitzführung des Zweiten Präsidenten heute, die Frage des Dauerzwischenrufens, die Frage der richtigen Anwendung des Prinzips "zur Sache" und durchaus auch die Frage der Polemik von der Regierungsbank aus. Ich werde gerne diese vier Themen bei der nächsten Präsidialsitzung als Themenstellung mit einbringen. (Abg. Ing. Westenthaler: Und die Unwahrheiten des sozialistischen Klubobmannes! – Abg. Dr. Kostelka: Herr Präsident! Ich habe einen Antrag zur Geschäftsordnung gestellt! Darüber können Sie nicht hinweggehen! – Abg. Dr. Krüger: Dieser Antrag ist erledigt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber Sie müssen formulieren können!
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Sehr verehrter Herr Präsident! Anscheinend sind manche der freiheitlichen Abgeordneten der Geschäftsordnung nicht so mächtig, um zu wissen, dass Geschäftsordnungsanträge nicht schriftlich überreicht werden müssen. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber Sie müssen formulieren können!) Aber ich wiederhole gerne, was ich gesagt habe.
Abg. Ing. Westenthaler: Kostelka ist als Klubobmann abgesetzt und kennt sich noch immer nicht aus!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Jetzt ist mir klar, worauf Sie hinauswollten. (Abg. Ing. Westenthaler: Kostelka ist als Klubobmann abgesetzt und kennt sich noch immer nicht aus!) Herr Klubobmann Kostelka! Sie wissen, dass es in den letzten Sitzungen Praxis war, auch bei Angelegenheiten und Äußerungen, die in früheren Tagungen durchaus als ordnungsrufwürdig angesehen worden sind, Ordnungsrufe nicht zu erteilen, und dass wir übereingekommen sind, in der Präsidiale Vorgangsweisen zu besprechen und darauf hinzuwirken, dass derartige Äußerungen nicht passieren. In diesem Sinne fasse ich als Präsident Ihre Anregung beziehungsweise Ihre Aufforderung auf und werde dieses Thema bei der nächsten Präsidiale mit einbringen. (Abg. Dr. Kostelka: Ich bitte um eine Entscheidung, Herr Präsident!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wissen wir, warum ihr den Kostelka abgesetzt habt! Keine Ahnung!
Zur Geschäftsordnung hat sich Herr Abgeordneter Khol gemeldet, und dann Herr Abgeordneter Kostelka. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wissen wir, warum ihr den Kostelka abgesetzt habt! Keine Ahnung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das kann er immer! Jetzt ist er wieder der begossene Pudel!
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ich mache Sie darauf aufmerksam, dass mir gemäß § 103 Abs. 1 der Geschäftsordnung sehr wohl zusteht, einen solchen Ordnungsruf zu verlangen. (Rufe bei der ÖVP: Nein, nein!) Ich habe das auch tatsächlich getan. Und die Frage, die ich Ihnen stellen muss, Herr Präsident, ist Folgende: Wollen Sie tatsächlich nach Beratungen in der Präsidiale die Entscheidung über einen Ordnungsruf so lange hinauszögern, bis er nach der Geschäftsordnung nicht mehr erteilt werden kann? Ist das Ihre Absicht? (Abg. Ing. Westenthaler: Das kann er immer! Jetzt ist er wieder der begossene Pudel!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin dafür, dass Kostelka die Geschäftsordnung dreimal abschreibt! – Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Er muss sie dann auch aufsagen! – Abg. Dr. Kostelka: Sie können Sie nicht einmal lesen!
Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Schender. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin dafür, dass Kostelka die Geschäftsordnung dreimal abschreibt! – Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Er muss sie dann auch aufsagen! – Abg. Dr. Kostelka: Sie können Sie nicht einmal lesen!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Kostelka –: Begossener Pudel!
Abgeordneter Mag. Rüdiger Schender (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Kostelka, es war ein sehr bezeichnender peinlicher Auftritt, den Sie hier gerade gegeben haben. Zuerst muss Ihnen Frau Kollegin Petrovic sagen, wann Sie sich als Klubobmann aufzuregen haben. (Abg. Dr. Kostelka: Keine Ahnung! – Abg. Dr. Gusenbauer: Wissen Sie denn überhaupt, was Sie da reden?) In weiterer Folge passiert Ihnen dann als Klubobmann ein peinlicher Fauxpas in Anwendung der Geschäftsordnung. Darüber klärt Sie Gott sei Dank Herr Klubobmann Khol auf. Er wird Ihnen selbstverständlich die Geschäftsordnung auch zum Studium zur Verfügung stellen, damit Sie das nachlesen können. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Kostelka –: Begossener Pudel!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die halbe grüne Fraktion ist nicht da! – Abg. Schieder: Die ist aber nicht in der Regierung!
Herr Vorsitzender! Ich stelle den Antrag, dass der Herr Minister wieder in den Saal kommt. (Abg. Ing. Westenthaler: Die halbe grüne Fraktion ist nicht da! – Abg. Schieder: Die ist aber nicht in der Regierung!) Wir Grünen wissen, was wir von unserem Herrn Sozialminister erwarten – und er soll es auch wissen! (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ, den Freiheitlichen, der ÖVP und den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie im Kindergarten sind Sie! Es ist wirklich unglaublich!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Frau Abgeordnete! Der Herr Bundesminister hat nur ganz kurzfristig den Saal verlassen und sitzt bereits wieder auf der Regierungsbank. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie im Kindergarten sind Sie! Es ist wirklich unglaublich!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihre Reihen!
Abgeordnete Theresia Haidlmayr (fortsetzend): Herr Westenthaler! Über den "Kindergarten" diskutiere ich mit Ihnen nicht. Das mache ich ganz einfach nicht, und ich habe meinen guten Grund dafür. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihre Reihen!) Seien Sie froh, dass ich es nicht tue, denn diese Blamage möchte ich Ihnen hier ersparen!
Abg. Ing. Westenthaler: Eine Vorerhebung – das ist ein Unterschied!
Meine Damen und Herren! Ich darf Ihnen mitteilen, auch wir haben das Recht, unserer Empörung Ausdruck zu verleihen, wenn wir ständig hören, fundiert hören, dass gegen 21 Freiheitliche bereits eine Voruntersuchung (Abg. Ing. Westenthaler: Eine Vorerhebung – das ist ein Unterschied!), eine Vorerhebung eingeleitet worden ist. Wir haben es also schlichtweg mit einem Justizminister zu tun, gegen den jede Minute Vorerhebungen durch den Staatsanwalt, durch den Untersuchungsrichter eingeleitet werden können. Dem gegenüber steht das Weisungsrecht des Justizministers an die Staatsanwälte, Erhebungen zurückzulegen.
Abg. Haigermoser: Kollege Kostelka! Wen wollen Sie herausschießen? – Abg. Ing. Westenthaler: Wen möchten Sie erschießen?
Herr Kollege Krüger! Wir haben heute einen Antrag auf eine Staatsanwaltschaftsgesetz-Novelle eingebracht, durch die der Justizminister nicht aus der Regierung herausgeschossen werden soll – schön wäre es! –, sondern was wir verlangt haben, ist (Abg. Haigermoser: Wen wollen Sie herausschießen?), dass das Weisungsrecht, die Berichtspflicht gegenüber dem Justizminister auf den Generalprokurator – den Chef der Staatsanwaltschaft beim Obersten Gerichtshof – dann übergeht (Abg. Haigermoser: Das ist ja keine Schießbude!), wenn der Justizminister selbst Gegenstand von entsprechenden Untersuchungen seiner eigenen Behörde, seiner eigenen Staatsanwaltschaft ist. (Abg. Haigermoser: Kollege Kostelka! Wen wollen Sie herausschießen? – Abg. Ing. Westenthaler: Wen möchten Sie erschießen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das werden wir ja sehen!
Der "ultimative Gegenschlag" des Kollegen Westenthaler ist im Grunde genommen eine Sammlung von Zitaten, die sich selbst relativieren und dort, wo das nicht der Fall war (Abg. Ing. Westenthaler: Das werden wir ja sehen!), in einem Fernsehinterview vom Verfasser selbst relativiert wurden.
Abg. Dr. Martin Graf: Ambrozy! – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit den sozialistischen Funktionären?
Der Herr Bundeskanzler hat heute in seiner Einleitungsrede neben der Vorstellung des Sozialministers auf die so genannte Spitzelaffäre hingewiesen. Daher ist auch das Gegenstand der Debatte gewesen. Und wir haben heute hier erlebt, dass die Freiheitliche Partei ein Musterbeispiel ihres Politik- und Demokratieverständnisses abgegeben hat. (Abg. Haigermoser: Geh!) Nicht mit einem einzigen Wort hat irgendjemand von Ihnen erwähnt, dass es Grundlage der öffentlichen Auseinandersetzung ist, dass gegen wesentliche Spitzenfunktionäre der Freiheitlichen Partei Vorerhebungen durchgeführt werden, und zwar nicht von Medien und nicht von anderen Parteien, sondern von der Staatsanwaltschaft! (Abg. Dr. Martin Graf: Ambrozy! – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit den sozialistischen Funktionären?) Das ist kein Ergebnis irgendwelcher Verschwörungen, sondern das Agieren österreichischer Rechtsorgane! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das können Sie durch noch so windige Ablenkungsmanöver nicht wegreden. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. ) Herr Westenthaler! Das ist das Faktum, mit dem wir uns hier zu beschäftigen haben. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Gegen Ihre Funktionäre laufen Vorerhebungen!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Der Herr Bundeskanzler hat heute in seiner Einleitungsrede neben der Vorstellung des Sozialministers auf die so genannte Spitzelaffäre hingewiesen. Daher ist auch das Gegenstand der Debatte gewesen. Und wir haben heute hier erlebt, dass die Freiheitliche Partei ein Musterbeispiel ihres Politik- und Demokratieverständnisses abgegeben hat. (Abg. Haigermoser: Geh!) Nicht mit einem einzigen Wort hat irgendjemand von Ihnen erwähnt, dass es Grundlage der öffentlichen Auseinandersetzung ist, dass gegen wesentliche Spitzenfunktionäre der Freiheitlichen Partei Vorerhebungen durchgeführt werden, und zwar nicht von Medien und nicht von anderen Parteien, sondern von der Staatsanwaltschaft! (Abg. Dr. Martin Graf: Ambrozy! – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit den sozialistischen Funktionären?) Das ist kein Ergebnis irgendwelcher Verschwörungen, sondern das Agieren österreichischer Rechtsorgane! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das können Sie durch noch so windige Ablenkungsmanöver nicht wegreden. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. ) Herr Westenthaler! Das ist das Faktum, mit dem wir uns hier zu beschäftigen haben. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Gegen Ihre Funktionäre laufen Vorerhebungen!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Gegen Ihre Funktionäre laufen Vorerhebungen!
Der Herr Bundeskanzler hat heute in seiner Einleitungsrede neben der Vorstellung des Sozialministers auf die so genannte Spitzelaffäre hingewiesen. Daher ist auch das Gegenstand der Debatte gewesen. Und wir haben heute hier erlebt, dass die Freiheitliche Partei ein Musterbeispiel ihres Politik- und Demokratieverständnisses abgegeben hat. (Abg. Haigermoser: Geh!) Nicht mit einem einzigen Wort hat irgendjemand von Ihnen erwähnt, dass es Grundlage der öffentlichen Auseinandersetzung ist, dass gegen wesentliche Spitzenfunktionäre der Freiheitlichen Partei Vorerhebungen durchgeführt werden, und zwar nicht von Medien und nicht von anderen Parteien, sondern von der Staatsanwaltschaft! (Abg. Dr. Martin Graf: Ambrozy! – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit den sozialistischen Funktionären?) Das ist kein Ergebnis irgendwelcher Verschwörungen, sondern das Agieren österreichischer Rechtsorgane! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das können Sie durch noch so windige Ablenkungsmanöver nicht wegreden. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. ) Herr Westenthaler! Das ist das Faktum, mit dem wir uns hier zu beschäftigen haben. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Gegen Ihre Funktionäre laufen Vorerhebungen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Gegen Ihre Funktionäre laufen Vorerhebungen!
Dass Sie heute alle beschimpft haben, angefangen damit, dass Sie einen Abgeordneten als "staatszersetzend" bezeichnen, dass sich der Herr Justizminister erdreistet, von der Regierungsbank Abgeordnete persönlich zu beleidigen, weil ihm nichts anderes mehr einfällt, dass Sie österreichische Journalisten als "Schmierkübel-Journalisten" bezeichnen, dass Ihr Altparteiobmann von den "kranken Gehirnen in den Redaktionen" redet, all das zeigt ganz eindeutig: Sie schlagen um sich wie ein Ertrinkender, mit allen Mitteln! (Abg. Ing. Westenthaler: Gegen Ihre Funktionäre laufen Vorerhebungen!) Das wird Sie nicht retten, meine sehr verehrten Damen und
Beifall und Bravo-Rufe bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten nicht applaudieren, Herr Kostelka!
Sie stellen sich her und sagen: Wenn irgendjemand ein Ehrenmann sein will, dann sollte er Folgendes tun. – Da sage ich ganz offen und ehrlich: Wenn die Standards für einen Ehrenmann einmal von Herrn Westenthaler gesetzt werden, dann haben wir es "weit" gebracht in diesem Land, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall und Bravo-Rufe bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten nicht applaudieren, Herr Kostelka!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind ein Österreich-Vernaderer, wie er im Büchel steht!
Bei all dem, was hier heute geboten wurde, haben Sie nicht einen Funken von Unrechtsbewusstsein, Sie hinterfragen überhaupt nicht kritisch, ob all die Methoden, die Sie angewendet haben, richtig waren, Sie stellen sich nicht mit einem einzigen leisen Zweifel die Frage, ob es richtig war, dass offensichtlich einzelne Funktionäre der Freiheitlichen in überbordendem Eifer jede Information in der Öffentlichkeit verwendet haben, um politische Kritiker mundtot zu machen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind ein Österreich-Vernaderer, wie er im Büchel steht!) Nicht ein einziger Zweifel ist von Ihnen gekommen! Wissen Sie, was das ist? – Sie haben einen totalitären Politikstil! (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit den Vorerhebungen gegen sozialistische Funktionäre?)
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit den Vorerhebungen gegen sozialistische Funktionäre?
Bei all dem, was hier heute geboten wurde, haben Sie nicht einen Funken von Unrechtsbewusstsein, Sie hinterfragen überhaupt nicht kritisch, ob all die Methoden, die Sie angewendet haben, richtig waren, Sie stellen sich nicht mit einem einzigen leisen Zweifel die Frage, ob es richtig war, dass offensichtlich einzelne Funktionäre der Freiheitlichen in überbordendem Eifer jede Information in der Öffentlichkeit verwendet haben, um politische Kritiker mundtot zu machen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind ein Österreich-Vernaderer, wie er im Büchel steht!) Nicht ein einziger Zweifel ist von Ihnen gekommen! Wissen Sie, was das ist? – Sie haben einen totalitären Politikstil! (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit den Vorerhebungen gegen sozialistische Funktionäre?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war aber eher schwach!
Soll ich Ihnen noch etwas sagen? – Die Grundlage dieses Staates, das Fundament dieses Rechtsstaates ist unsere Verfassung und nicht der Herr Böhmdorfer! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war aber eher schwach!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Wittmann –: Das Einzige, was untragbar ist, sind seine Sakkos!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dr. Graf. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Wittmann –: Das Einzige, was untragbar ist, sind seine Sakkos!)
Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Mag. Schweitzer – in Richtung der Grünen –: Aufpassen!
Dass Frau Kollegin Haidlmayr – das habe ich hier schon dargelegt – gerichtsbekannt Dinge unterschreibt, die sie nicht liest – vielleicht würde jemand unterstellen, dass sie nicht lesen kann; ich glaube es nicht –, ist bekannt. (Abg. Mag. Schweitzer: Hört! Hört! – Abg. Öllinger: Super!) Die mathematischen Qualitäten des Kollegen Pilz, das Einmaleins durchzuchecken, wurden uns heute bewusst. (Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Mag. Schweitzer – in Richtung der Grünen –: Aufpassen!) 7 994,80 S hat er durch 4,90 S – gemeinsam mit Kollegin Haidlmayr, die, wie gesagt, etwas unterschreibt, was sie nicht liest – entsprechend dividiert und ist auf Zentimeter gekommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Pilz, pass gut auf! – Abg. Haidlmayr hält einen Taschenrechner in die Höhe.)
Abg. Ing. Westenthaler: Pilz, pass gut auf! – Abg. Haidlmayr hält einen Taschenrechner in die Höhe.
Dass Frau Kollegin Haidlmayr – das habe ich hier schon dargelegt – gerichtsbekannt Dinge unterschreibt, die sie nicht liest – vielleicht würde jemand unterstellen, dass sie nicht lesen kann; ich glaube es nicht –, ist bekannt. (Abg. Mag. Schweitzer: Hört! Hört! – Abg. Öllinger: Super!) Die mathematischen Qualitäten des Kollegen Pilz, das Einmaleins durchzuchecken, wurden uns heute bewusst. (Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Mag. Schweitzer – in Richtung der Grünen –: Aufpassen!) 7 994,80 S hat er durch 4,90 S – gemeinsam mit Kollegin Haidlmayr, die, wie gesagt, etwas unterschreibt, was sie nicht liest – entsprechend dividiert und ist auf Zentimeter gekommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Pilz, pass gut auf! – Abg. Haidlmayr hält einen Taschenrechner in die Höhe.)
Abg. Ing. Westenthaler: Etwas hat er genommen! Er muss wieder etwas genommen haben!
Abgeordneter Karl Öllinger (fortsetzend): Wie kommen Sie dazu, Garantien für Untersuchungen abzugeben? Sind Sie der Justizminister, oder sind Sie mit ihm verbandelt? (Abg. Ing. Westenthaler: Etwas hat er genommen! Er muss wieder etwas genommen haben!) Wir brauchen einen Untersuchungsausschuss, genau wegen solcher Aussagen, und zwar auch von Ihnen, Herr Abgeordneter Westenthaler! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Für das Protokoll: Van der Bellen hat das Plenum vor der Abstimmung verlassen!
Ich bitte jene Damen und Herren, die hiefür sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Minderheit und damit abgelehnt. (Abg. Ing. Westenthaler: Für das Protokoll: Van der Bellen hat das Plenum vor der Abstimmung verlassen!)
Sitzung Nr. 44
Abg. Schwemlein: Wo ist sie denn, die Ministerin? – Abg. Ing. Westenthaler: Sie muss sich ja nicht jeden Unsinn anhören! – Abg. Gradwohl: Kollege Westenthaler, Sie waren nicht da: Es hat Kollege Schwarzenberger geredet!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Edler. – Bitte. (Abg. Schwemlein: Wo ist sie denn, die Ministerin? – Abg. Ing. Westenthaler: Sie muss sich ja nicht jeden Unsinn anhören! – Abg. Gradwohl: Kollege Westenthaler, Sie waren nicht da: Es hat Kollege Schwarzenberger geredet!)
Abg. Ing. Westenthaler: Für das Protokoll: Abgeordneter Gusenbauer ist nicht anwesend! Nicht einmal der Oppositionschef ist dabei! – Abg. Schwarzenberger – in Richtung des auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministers Dr. Böhmdorfer –: Gusenbauer vertraut dir bereits! – Abg. Ing. Westenthaler – gleichfalls in Richtung Bundesminister Dr. Böhmdorfer –: Gusenbauer spricht dir das Vertrauen aus!
Ich bitte jetzt jene Damen und Herren, die sich für den gegenständlichen Misstrauensantrag aussprechen, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Minderheit und damit abgelehnt. (Abg. Ing. Westenthaler: Für das Protokoll: Abgeordneter Gusenbauer ist nicht anwesend! Nicht einmal der Oppositionschef ist dabei! – Abg. Schwarzenberger – in Richtung des auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministers Dr. Böhmdorfer –: Gusenbauer vertraut dir bereits! – Abg. Ing. Westenthaler – gleichfalls in Richtung Bundesminister Dr. Böhmdorfer –: Gusenbauer spricht dir das Vertrauen aus!)
Abg. Gaugg: Kein Kostelka, kein Verzetnitsch und kein Gusenbauer! – Abg. Dr. Khol: Die gehören alle nicht zur Qualität! Ein vernichtendes Urteil über Ihren Obmann! – Abg. Ing. Westenthaler: Nur ein gescheiterter Finanzminister Edlinger ist da!
Aber ich kehre schon wieder zurück zur Vorsitzführung, und zwar dahin gehend, dass als Erstrednerin Frau Abgeordnete Reitsamer das Wort erhält. Nach § 74a Abs. 5 der Geschäftsordnung darf die Redezeit 20 Minuten nicht überschreiten. – Bitte, Frau Abgeordnete. (Abg. Gaugg: Kein Kostelka, kein Verzetnitsch und kein Gusenbauer! – Abg. Dr. Khol: Die gehören alle nicht zur Qualität! Ein vernichtendes Urteil über Ihren Obmann! – Abg. Ing. Westenthaler: Nur ein gescheiterter Finanzminister Edlinger ist da!)
Abg. Ing. Westenthaler: Zu dem Herrn kommen wir schon noch!
Knafl als Obmann des Seniorenbundes Ihres Regierungspartners, einer Nebenorganisation Ihres Regierungspartners, ist hier wohl ein unverdächtiger Zeuge. Und was sagt er? – Herr Präsident, ich zitiere nur, um mir nicht einen Ordnungsruf einzuhandeln. – "Lügen zur Potenz", sagt Herr Knafl zu den Haider-Aussagen. – Haider betreffend des Zeitpunktes der jährlichen Pensionsanpassung: "Das kann man nicht ernsthaft kommentieren. Es handelt sich um Lügen zur Potenz." – Knafl dazu abschließend: "Haider kann Derartiges nur bei einem Narrenkongress gehört haben, der üblicherweise in der Faschingszeit stattfindet." (Abg. Ing. Westenthaler: Zu dem Herrn kommen wir schon noch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Zu dem Herrn kommen wir noch!
Meine Damen und Herren! Wahr ist vielmehr, dass ein Mitspracherecht der Seniorenvertreter ausgehandelt wurde. Wozu, frage ich Sie, soll diese Mitsprache gut sein, wenn vorher schon über alles drübergefahren wird? Das müssen Sie mir einmal erklären. (Abg. Ing. Westenthaler: Zu dem Herrn kommen wir noch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt haben Sie sich verlesen!
Zur Besteuerung der Unfallrenten: 66 000 Unfallrentner sind gleichzeitig Pensionsbezieher, und 60 Prozent dieser Unfallrentner haben weniger als 15 000 S brutto. (Zwischenruf des Abg. Gaugg. ) Herr Kollege Gaugg, geben Sie bitte Ruhe! (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt haben Sie sich verlesen!) Nein, ich habe mich nicht verlesen, ich brauche das nicht zu lesen.
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der Abg. Reitsamer –: Sie haben mindestens eine Seite zweimal gelesen! – Abg. Dr. Khol: Das war jetzt Rotkäppchens Märchenstunde!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zur Abgabe einer Stellungnahme zum Dringlichen Antrag hat sich der Herr Bundesminister zu Wort gemeldet. Die Redezeit soll 20 Minuten nicht überschreiten. – Bitte, Herr Minister. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der Abg. Reitsamer –: Sie haben mindestens eine Seite zweimal gelesen! – Abg. Dr. Khol: Das war jetzt Rotkäppchens Märchenstunde!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollen ja gerne zuhören, aber es fällt uns so schwer!
Herr Bundesminister! Dort, wo es um Auffangmaßnahmen für Menschen mit geringerem Einkommen geht ... (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Meine Damen und Herren von der FPÖ! Es wäre vielleicht ganz gut, wenn Sie einmal zuhören würden, denn ein Dialog kann logischerweise nur dann bestehen, wenn man zuerst einmal zuhört und dann, wenn man heraußen steht, darauf Antworten gibt. Aber die Antworten werden Ihnen fehlen, daher müssen Sie dazwischenrufen, das ist ja klar. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollen ja gerne zuhören, aber es fällt uns so schwer!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: 1 Milliarde für die Behinderten!
Sie behaupten mit dem Argument des Sparens, das – wie gesagt – ohnedies nicht erfolgt, Leistungen kürzen zu müssen. Sie ziehen dabei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, Pensionistinnen und Pensionisten, arbeitslosen Menschen, behinderten Menschen und kranken Menschen das Geld aus der Tasche, um es Großbauern, Großindustriellen und anderen als Geschenk zuzuschieben. – Das ist unsozial, das ist ungerecht! Sie sollten sich schämen, Herr Bundesminister! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: 1 Milliarde für die Behinderten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der ist auch krank! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Nein, der besucht den Verzetnitsch! – Abg. Silhavy: ..., muss man ja krank werden!
Der Parteivorsitzende Gusenbauer fehlt mir, also gehe ich davon aus, dass er ebenfalls nicht einverstanden ist mit dem Agieren des Parlamentsklubs. (Abg. Ing. Westenthaler: Der ist auch krank! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Nein, der besucht den Verzetnitsch! – Abg. Silhavy: ..., muss man ja krank werden!)
Beifall des Abg. Ing. Westenthaler.
Sie handeln grob fahrlässig! Wir wollen Österreicher mit Verantwortung gegenüber der jüngeren Generation sein, auch wenn es Ihnen nicht passt! (Beifall des Abg. Ing. Westenthaler. )
Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer ist beim eigenen Antrag nicht da!
Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Antrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Minderheit und damit abgelehnt. (Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer ist beim eigenen Antrag nicht da!)
Abg. Dr. Kostelka – in Richtung der Freiheitlichen –: Wo ist der Westenthaler? – Abg. Schwarzenberger – in Richtung des Abg. Dr. Kostelka –: Der sucht den Gusenbauer! – Heiterkeit.
Ich bitte jene Damen und Herren, die auch in dritter Lesung für den vorliegenden Gesetzentwurf sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist ebenfalls die Mehrheit. Der Gesetzentwurf ist somit auch in dritter Lesung angenommen. (Abg. Dr. Kostelka – in Richtung der Freiheitlichen –: Wo ist der Westenthaler? – Abg. Schwarzenberger – in Richtung des Abg. Dr. Kostelka –: Der sucht den Gusenbauer! – Heiterkeit.)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! "Rüpel" ist kein Ordnungsruf?
Abgeordnete Ludmilla Parfuss (fortsetzend): Aber Herr Abgeordneter Westenthaler führt sich wirklich wie ein Rüpel auf. (Widerspruch bei den Freiheitlichen.) Er beschimpft die Kollegen als charakterlose Personen, nur weil sie länger reden. (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! "Rüpel" ist kein Ordnungsruf?) Er verunglimpft tadellose Beamte, obwohl seine Anschuldigungen – manche schreiben: Beflegelungen – richtig gestellt werden. (Abg. Ing. Westenthaler: "Rüpel" ist kein Ordnungsruf, Herr Präsident, oder wie ist das?) Und wenn er, wie so oft, übers Ziel schießt, dann muss Frau Partik-Pablé ihn pardonieren. Dieses Vorgehen ist "abstoßend"! (Abg. Dr. Pumberger: Abstoßend? Ihre Ausdrucksweise ist abstoßend! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Was ist mit Ihrer "Sprachkultur"?)
Abg. Ing. Westenthaler: "Rüpel" ist kein Ordnungsruf, Herr Präsident, oder wie ist das?
Abgeordnete Ludmilla Parfuss (fortsetzend): Aber Herr Abgeordneter Westenthaler führt sich wirklich wie ein Rüpel auf. (Widerspruch bei den Freiheitlichen.) Er beschimpft die Kollegen als charakterlose Personen, nur weil sie länger reden. (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! "Rüpel" ist kein Ordnungsruf?) Er verunglimpft tadellose Beamte, obwohl seine Anschuldigungen – manche schreiben: Beflegelungen – richtig gestellt werden. (Abg. Ing. Westenthaler: "Rüpel" ist kein Ordnungsruf, Herr Präsident, oder wie ist das?) Und wenn er, wie so oft, übers Ziel schießt, dann muss Frau Partik-Pablé ihn pardonieren. Dieses Vorgehen ist "abstoßend"! (Abg. Dr. Pumberger: Abstoßend? Ihre Ausdrucksweise ist abstoßend! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Was ist mit Ihrer "Sprachkultur"?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo bleibt der Ruf zur Sache?
Meine Damen und Herren! Es ist empörend, wie die FPÖ-Abgeordneten ehrbare Beamte für ihre politische Taktik – besser: politisches dramatisches Schauspiel – missbrauchen. (Abg. Mag. Mainoni: Zivildienst!) Nur, weil das Kärntner Parteimitglied Krieg und Jagd ausruft (Abg. Ing. Westenthaler: Wo bleibt der Ruf zur Sache?), weil er selbst und seine Methoden des
Abg. Parfuss: Danke! – Abg. Ing. Westenthaler: Sagt noch "danke" dazu!
Dennoch erteile ich für den Ausdruck "Rüpel" an einen Abgeordneten einen Ordnungsruf. (Abg. Parfuss: Danke! – Abg. Ing. Westenthaler: Sagt noch "danke" dazu!)
Allgemeiner Beifall. – Abg. Haidlmayr: Herr Minister, warum zahlen manche Organisationen 3 000 und andere 6 000 S? Warum? – Abg. Kiss: Keine Debattenbeiträge ...! – Abg. Haidlmayr: Diese Frage haben Sie nicht beantwortet! – Abg. Ing. Westenthaler: Versuchen Sie nicht, den Minister einzuschüchtern! – Abg. Haidlmayr: Das hat der Minister nicht beantwortet!
Aber ich möchte auch im Rahmen des Parlaments, in diesem Hohen Haus, ganz besonders dem "Vater des Zivildienstes" danken, Herrn Ministerialrat Dr. Stradal, der hier bei uns ist. Er wird mit 30. November 2000 in den verdienten Ruhestand treten. Ich möchte Ihnen, Herr Ministerialrat, für Ihre Arbeit herzlich danken! (Allgemeiner Beifall. – Abg. Haidlmayr: Herr Minister, warum zahlen manche Organisationen 3 000 und andere 6 000 S? Warum? – Abg. Kiss: Keine Debattenbeiträge ...! – Abg. Haidlmayr: Diese Frage haben Sie nicht beantwortet! – Abg. Ing. Westenthaler: Versuchen Sie nicht, den Minister einzuschüchtern! – Abg. Haidlmayr: Das hat der Minister nicht beantwortet!)
Abg. Ing. Westenthaler: Bravo!
Ich darf Ihnen vielleicht gleich am Anfang etwas Neues zur Spitzelaffäre sagen, nämlich dass heute die Staatsanwaltschaft in Salzburg die Behandlung der anonymen Anzeige zurückgelegt hat, die gegen einen unserer Landtagsabgeordneten, den Gendarmen Wiedermann, eingebracht wurde, einen ganz hervorragenden Mann, der ungerecht, und das anonym, beschuldigt worden war. (Abg. Ing. Westenthaler: Bravo!) – So weit zum Innenausschuss. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: "Dreckwerfen" – das ist ein Wort!
Diese Behauptung ist unrichtig und reiht sich nahtlos ein in das Dreckwerfen, das hier in manchen Kreisen immer mehr ... (Abg. Ing. Westenthaler: "Dreckwerfen" – das ist ein Wort!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein peinlicher Auftritt!
Abgeordnete Dr. Evelin Lichtenberger (fortsetzend): Ich nehme ihn gerne zurück, und ich stelle es Ihrer Phantasie anheim, wie Sie das sonst nennen würden. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein peinlicher Auftritt!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: "Genosse" ist jetzt ein Schimpfwort! – Gegenruf der Abg. Dr. Mertel.
Im Übrigen: Was Sie Herrn Westenthaler vorhalten, nämlich, dass er den Herrn Beamten Buxbaum als Genossen bezeichnet hat, ist eigentlich überhaupt nichts im Verhältnis dazu, dass Sie ihm heute vorgeworfen haben, er sei ein Rüpel! – Herr Präsident Fischer, ich würde Sie darum bitten, dass Sie das Wort "Genosse" dann in den Ordnungsruf-Katalog aufnehmen, wenn es bereits so verwerflich ist, dass man einen Beamten als "Genossen" bezeichnet! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: "Genosse" ist jetzt ein Schimpfwort! – Gegenruf der Abg. Dr. Mertel. )
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der entscheidende Satz: Vereinbarungen sind einzuhalten!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich wende mich nun der Zivildienstnovelle zu. Herr Minister, da muss ich Ihnen schon sagen: Ich bin nicht uneingeschränkt zufrieden mit dieser Novelle. Ich wollte eigentlich meine Kritik im Ausschuss darlegen, nur mussten Sie leider früher weggehen. Ich weiß, das war vereinbart, und ich halte mich auch an Vereinbarungen (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der entscheidende Satz: Vereinbarungen sind einzuhalten!), deshalb halte ich Ihnen auch nicht vor, dass Sie frühzeitig weggegangen sind. Ich sage Ihnen all das, was ich Ihnen im Ausschuss sagen wollte, eben jetzt:
Abg. Ing. Westenthaler: Der sollte einen Alkotest machen! – Ruf bei den Freiheitlichen: 0,5 haben wir da herinnen! 0,0! – Ruf bei den Freiheitlichen: Stalinist!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (fortsetzend): Ich warte ja nur, dass Sie, wenn der Abgeordnete Khol ein bisschen zu müde dazu ist, zum Abgeordneten Westenthaler "Sitz!" sagen. Es wäre gerade wieder notwendig gewesen. (Abg. Ing. Westenthaler: Der sollte einen Alkotest machen! – Ruf bei den Freiheitlichen: 0,5 haben wir da herinnen! 0,0! – Ruf bei den Freiheitlichen: Stalinist!)
Abg. Dr. Fischer: Herr Präsident! Wir haben uns in der Präsidiale darauf geeinigt, dass wir bei so etwas einschreiten! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Präsident Fischer verteidigt jetzt den Pilz! – Ruf bei den Freiheitlichen: Der Parteivorsitzende Fischer verteidigt ...! – Abg. Dr. Fischer: Ja! Wenn ihr wollt, dass man sich gegenseitig "Nazi" und "Stalinisten" beschimpft, dann nur weiter so!
Damit komme ich eigentlich auch schon zum vorläufigen Schluss. Bei "Lucona" hatten wir meiner Erinnerung nach elf oder zwölf Anträge, bei "Noricum" waren es unwesentlich mehr. Eine damals wesentlich stabilere Koalition ... (Abg. Dr. Fischer: Herr Präsident! Wir haben uns in der Präsidiale darauf geeinigt, dass wir bei so etwas einschreiten! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Präsident Fischer verteidigt jetzt den Pilz! – Ruf bei den Freiheitlichen: Der Parteivorsitzende Fischer verteidigt ...! – Abg. Dr. Fischer: Ja! Wenn ihr wollt, dass man sich gegenseitig "Nazi" und "Stalinisten" beschimpft, dann nur weiter so!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der ist ja alkoholisiert, der da draußen!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (fortsetzend): Herr Präsident! Ich danke Ihnen, dass Sie mir auf derart eindrucksvolle Weise die Möglichkeit zur Fortsetzung dieser Rede verschafft haben. – Danke. (Abg. Ing. Westenthaler: Der ist ja alkoholisiert, der da draußen!)
Heftige Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und Gegenrufe bei der SPÖ. – Abg. Dr. Krüger zu Abg. Ing. Westenthaler: Er hat Sie als "Hund" bezeichnet! – Rufe bei den Freiheitlichen: Er sollte einen Alkotest machen! Ein Skandal! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und Gegenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Ich komme zu einem vorläufigen Ende; wir werden uns noch einige Male darüber zu unterhalten haben. – Wir hatten bei "Lucona" und "Noricum" wesentlich stabilere Regierungen, auch sie haben einmal nachgegeben. (Heftige Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und Gegenrufe bei der SPÖ. – Abg. Dr. Krüger zu Abg. Ing. Westenthaler: Er hat Sie als "Hund" bezeichnet! – Rufe bei den Freiheitlichen: Er sollte einen Alkotest machen! Ein Skandal! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und Gegenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind ja nicht nüchtern! Am besten, der Arzt macht bei Ihnen einen Bluttest! – weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (fortsetzend): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich möchte nur für das Protokoll in meinem Schlusssatz feststellen (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind ja nicht nüchtern! Am besten, der Arzt macht bei Ihnen einen Bluttest! – weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen), dass ich nach mehreren Beschimpfungen von Herrn Klubobmann Westenthaler jetzt auch noch laut und deutlich als Wahnsinniger beschimpft wurde, und ein Präsident (Ruf bei den Freiheitlichen: Das war der Auftritt eines großen Schauspielers!), dessen Aufgaben ich hier, glaube ich, nicht zu erläutern habe, nur eines dazu zu sagen hat, nämlich, dass meine Redezeit erschöpft ist. Herr Präsident! Nicht nur meine Redezeit ...
Abg. Ing. Westenthaler: Schober!
Gab es zuerst nur einen Zeugen, der ganz massive Belastungen gegen FPÖ-Funktionäre vorgebracht hat, und ein gleichzeitiges Geständnis des nunmehr einfachen Parteimitgliedes, dass er die durch diese Funktionäre erhaltenen Daten auch immer bekommen kann, und zwar welche er will, wann er will und wo er will – was einem Geständnis in aller Öffentlichkeit gleichkommt –, gibt es nunmehr auch die dazu passenden Verdächtigen. Ich nenne diese Verdächtigen, weil sie ja im "profil" schon bekannt gegeben wurden: Es ist Jörg Haider, es ist Hilmar Kabas, es ist Michael Kreißl, es ist Ewald Stadler (Abg. Ing. Westenthaler: Schober!), es ist Leopold Mayerhofer, es ist Helmut Naderer, und es ist Horst Binder. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben zwei vergessen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben zwei vergessen!
Gab es zuerst nur einen Zeugen, der ganz massive Belastungen gegen FPÖ-Funktionäre vorgebracht hat, und ein gleichzeitiges Geständnis des nunmehr einfachen Parteimitgliedes, dass er die durch diese Funktionäre erhaltenen Daten auch immer bekommen kann, und zwar welche er will, wann er will und wo er will – was einem Geständnis in aller Öffentlichkeit gleichkommt –, gibt es nunmehr auch die dazu passenden Verdächtigen. Ich nenne diese Verdächtigen, weil sie ja im "profil" schon bekannt gegeben wurden: Es ist Jörg Haider, es ist Hilmar Kabas, es ist Michael Kreißl, es ist Ewald Stadler (Abg. Ing. Westenthaler: Schober!), es ist Leopold Mayerhofer, es ist Helmut Naderer, und es ist Horst Binder. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben zwei vergessen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Woher haben Sie das Sakko?
Komischerweise haben sie alle zugleich und unorganisiert flächendeckend Abfragen in Auftrag gegeben oder werden verdächtigt, derartige Abfragen in Auftrag gegeben zu haben. Gerade diese Freiheitlichen, die versucht haben, diese Daten zu organisieren, herauszubekommen und auch zu verwenden, politisch zu verwenden (Abg. Ing. Westenthaler: Woher haben Sie das Sakko?), versuchen nun wie ein Ertrinkender, mit Rundumschlägen und gerade noch über
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt fehlt noch, wo Sie das Sakko her haben!
Ich frage mich, wie lange die ÖVP dazu schweigen kann, wenn hier die gesamte Maschinerie dieser Republik dazu missbraucht wird, eine Partei vor dem Ertrinken zu retten oder vielleicht sogar nur ihren wirklich kurz vorm Untergehen stehenden Klubobmann. (Abg. Haigermoser: Die zwei dringlichen Fragen heute Abend: Wie geht’s dem Vikerl? Und: Wer ist der Schneider? Das müssen Sie beantworten! Ich bestehe darauf!) Ist es das wert, sich für den Klubobmann Westenthaler so in die Bresche zu werfen? Letztendlich bin ich sicher (Abg. Dr. Khol: Herr Präsident! Zeit!), dass die ÖVP zur Vernunft kommen wird und dann, wenn es ihr passt (Abg. Dr. Pumberger: Schlusssatz!), wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist, der Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zustimmen wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt fehlt noch, wo Sie das Sakko her haben!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das muss er überhaupt nicht!
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ich ersuche Sie nur, dass Sie noch bekannt geben, wie oder in welcher zeitlichen Abfolge jetzt mit allfälligen Ordnungsrufen verfahren wird (Abg. Ing. Westenthaler: Das muss er überhaupt nicht!), da Präsident Prinzhorn heute nicht mehr die Sitzung leiten wird und meines Wissens an sich die Vereinbarung besteht (Abg. Haigermoser: Sie sind ein lebender Ordnungsruf!), dass der vorsitzführende Präsident nur Vorfälle, die sich unter seiner Vorsitzführung ereignet haben, allenfalls geschäftsordnungsmäßig ahndet. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Um 1 Uhr in der Nacht denken Sie noch ans Bestrafen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das könnte aber auch morgen in der Früh sein und nicht jetzt um 1 Uhr in der Früh!
Ich würde daher glauben, dass es hier zu einem kurzen Einvernehmen zwischen dem Ersten und dem Zweiten Präsidenten kommen sollte hinsichtlich der Vorsitzführung zu Beginn der Sitzung morgen um 9 Uhr. (Abg. Ing. Westenthaler: Das könnte aber auch morgen in der Früh sein und nicht jetzt um 1 Uhr in der Früh!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die halbe SPÖ ist nicht da! Das ist wirklich ein Skandal!
Ich bitte jene Damen und Herren, die dafür sind, um ein Zeichen der Zustimmung. (Abg. Ing. Westenthaler: Die halbe SPÖ ist nicht da! Das ist wirklich ein Skandal!) – Das ist die Minderheit und damit abgelehnt. (Abg. Dr. Khol: Gusenbauer und Van der Bellen schlafen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer und Van der Bellen sind schlafen gegangen! Das ist wirklich peinlich! Sie nehmen das ja selbst nicht ernst!
Bei Zustimmung bitte ich um ein entsprechendes Zeichen. – Das ist ebenfalls die Minderheit und damit abgelehnt. (Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer und Van der Bellen sind schlafen gegangen! Das ist wirklich peinlich! Sie nehmen das ja selbst nicht ernst!)
Sitzung Nr. 45
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler
Das andere ist: Ich hätte mir erwartet, dass die Aufforderung des Abgeordneten Westenthaler: "Sie sollten einen Alkotest machen!", "Der ist ja total high!", Stalinist und Wahnsinniger (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler ) wenigstens wiedergegeben werden, dass klar gesagt wird, was das Präsidium des Nationalrates davon hält. "Wuff! Wuff!" auf eine Ebene mit Stali
Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht von mir! Er hat sie mir hier zugeordnet!
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Da einige Wortmeldungen offensichtlich erfolgt sind, um sicherzustellen, dass die Entscheidung in vollem Umfang dem Protokoll entnommen werden kann, möchte ich darauf hinweisen, dass entgegen dem, was Kollege Westenthaler gesagt hat, das Wort "Stalinist" sehr wohl gefallen ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht von mir! Er hat sie mir hier zugeordnet!) Es ist auch zugeordnet, nicht persönlich, aber fraktionell, nämlich den Freiheitlichen, und das ist der Grund dafür, dass der Herr Präsident, da er keiner bestimmten Person den Ordnungsruf erteilen kann, offensichtlich davon Abstand genommen hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Er hat sie mir zugeordnet!) Dass es aber ahndungsfähig und ahndungswürdig wäre, steht außer Zweifel.
Abg. Ing. Westenthaler: Er hat sie mir zugeordnet!
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Da einige Wortmeldungen offensichtlich erfolgt sind, um sicherzustellen, dass die Entscheidung in vollem Umfang dem Protokoll entnommen werden kann, möchte ich darauf hinweisen, dass entgegen dem, was Kollege Westenthaler gesagt hat, das Wort "Stalinist" sehr wohl gefallen ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht von mir! Er hat sie mir hier zugeordnet!) Es ist auch zugeordnet, nicht persönlich, aber fraktionell, nämlich den Freiheitlichen, und das ist der Grund dafür, dass der Herr Präsident, da er keiner bestimmten Person den Ordnungsruf erteilen kann, offensichtlich davon Abstand genommen hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Er hat sie mir zugeordnet!) Dass es aber ahndungsfähig und ahndungswürdig wäre, steht außer Zweifel.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Am besten einen Ordnungsruf für die ganze Fraktion!
Und eine Fraktion, die einen entsprechenden Zwischenruf gemacht hat, sollte sich im Haus anders verhalten, als Kollege Westenthaler dies getan hat. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Am besten einen Ordnungsruf für die ganze Fraktion!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist das eine Wortmeldung oder eine Frage, Herr Präsident?
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Herr Bundesminister! Ich gehe davon aus, dass Sie besser als ich wissen, dass die NATO-Zukunft Österreichs Gegenstand dieser Gespräche war. Die "Defense News" vom 9. Oktober 2000 bestätigen das und weisen darauf hin, dass das Pentagon eine offizielle Bestätigung abgegeben hat, dass es genau an diesem Tag zu einem Orientierungsgespräch und Verhandlungen zwischen auf der einen Seite dem Staatssekretär des Pentagons General Joseph Garrett und Mitgliedern des US-Generalstabs und auf der anderen Seite Brigadier Mayer und anderen österreichischen Militärs über die NATO-Zukunft Österreichs gekommen ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist das eine Wortmeldung oder eine Frage, Herr Präsident?)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Pilz: Die Frage nicht beantwortet! – Abg. Ing. Westenthaler: Sitz, Pilz! Deine Zeit ist abgelaufen!
Ich sage Ihnen, vor allem wenn ich den wirtschaftlichen Bereich hernehme: Wenn wir über diese Beschaffungsvorhaben in diesem Fall nicht 6 Milliarden Schilling, sondern zig Milliarden Schilling in Form von Hochtechnologie, Forschungs- und Entwicklungskapazität, Tausende Arbeitsplätze nach Österreich bekommen, ist es mir lieber, dass wir das aus eigener Verantwortung und aus eigenen Kräften unternehmen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Pilz: Die Frage nicht beantwortet! – Abg. Ing. Westenthaler: Sitz, Pilz! Deine Zeit ist abgelaufen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Da laufen sogar die von der Galerie weg! Da leert sich sogar die Galerie! Die Leute laufen davon!
Ich werde im Folgenden den Nachweis dafür erbringen. Sie können sich in der heutigen neunstündigen Debatte ja gerne zu Wort melden und Argumente vorbringen, so Sie welche haben. Das, was Sie in Ihren Budgetbegleitgesetzen vorschlagen, ist eine einseitige ... (Abg. Ing. Westenthaler: Da laufen sogar die von der Galerie weg! Da leert sich sogar die Galerie! Die Leute laufen davon!) – Herr Westenthaler, schon in der Früh der Blutdruck so hoch, weil die Argumente so dünn sind? Tut mir sehr Leid für Sie! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.– Abg. Ing. Westenthaler: Es ist zu befürchten, dass Sie das alles glauben, was Sie sagen!
Der Hintergrund ist relativ einfach erkennbar. Sie wollen die Grundfesten des Wohlfahrtsstaates durch Maßnahmen, die letztendlich die Solidarität in dieser Gesellschaft untergraben, beseitigen. Und daher lautet die Grundfrage bei diesem Budgetbegleitgesetz: entweder Ellbogengesellschaft, das heißt Regierungspolitik, oder Modernisierung des Wohlfahrtsstaates, das ist sozialdemokratische Politik! (Beifall bei der SPÖ.– Abg. Ing. Westenthaler: Es ist zu befürchten, dass Sie das alles glauben, was Sie sagen!) – Mit Glaubensfragen haben Sie es schwer, Herr Westenthaler, ich weiß. Sie glauben nicht einmal den Unterlagen, die Ihnen Ihre eigenen Spitzel zutragen. Das haben wir in der Vergangenheit schon festgestellt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer täglich ins Fernsehen! Live!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer täglich ins Fernsehen! Live!
Der Hintergrund ist relativ einfach erkennbar. Sie wollen die Grundfesten des Wohlfahrtsstaates durch Maßnahmen, die letztendlich die Solidarität in dieser Gesellschaft untergraben, beseitigen. Und daher lautet die Grundfrage bei diesem Budgetbegleitgesetz: entweder Ellbogengesellschaft, das heißt Regierungspolitik, oder Modernisierung des Wohlfahrtsstaates, das ist sozialdemokratische Politik! (Beifall bei der SPÖ.– Abg. Ing. Westenthaler: Es ist zu befürchten, dass Sie das alles glauben, was Sie sagen!) – Mit Glaubensfragen haben Sie es schwer, Herr Westenthaler, ich weiß. Sie glauben nicht einmal den Unterlagen, die Ihnen Ihre eigenen Spitzel zutragen. Das haben wir in der Vergangenheit schon festgestellt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer täglich ins Fernsehen! Live!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie lassen sich aber leicht aus dem Konzept bringen!
Der zweite Punkt: Wie ist das Budgetbegleitgesetz zustande gekommen? – Offensichtlich durch unqualifiziertes Gebrüll des Herrn Westenthaler, so sieht es nämlich auch aus. So sieht es auch aus. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie lassen sich aber leicht aus dem Konzept bringen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Entscheidung ist am 3. Oktober gefallen!
Ich bin der Auffassung, dass das keine Frage ist, die allein durch eine Regierung oder ein Parlament zu entscheiden ist, weil das eine Grundsatzfrage für die künftige Entwicklung unseres Landes ist, die im Übrigen noch Generationen nach uns betreffen wird. Daher bin ich der Auffassung, dass in einer so grundsätzlichen Auseinandersetzung die österreichische Bevölkerung das Recht haben muss, über diese Weggabelung zu entscheiden: Wollen wir Ellbogengesellschaft plus Konfliktdemokratie oder wollen wir Modernisierung des Wohlfahrtsstaates plus Konsensdemokratie? (Abg. Ing. Westenthaler: Die Entscheidung ist am 3. Oktober gefallen!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Stellen Sie sich dieser Auseinandersetzung! Oder sind Sie zu feige dazu? Trauen Sie sich nicht, mit Ihrer Schröpfpolitik vor die Bevölkerung hinzutreten? Trauen Sie sich, damit können Sie Mut zur demokratischen Auseinandersetzung beweisen! (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. ) Nicht irgendwo Spitzel installieren, Herr Westenthaler, sondern sich der Bevölkerung stellen, offen die politische Frage stellen und die Bevölkerung zur Entscheidung einladen – das wäre fair! (Lang anhaltender Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Da ist Gusenbauer noch in der achten Reihe gesessen!
Sie fordern heute eine Volksabstimmung ein. (Rufe bei der SPÖ: Ja!) Nun werde ich Sie an einiges erinnern, da Sie an einem Kurzzeitgedächtnis leiden. (Abg. Dr. Gusenbauer: Haben Sie Angst vor dem Volk, das Ihnen die Rechnung präsentieren wird? Haben Sie schon Angst vor dem Volk? – Abg. Dr. Mertel: Er schafft den Spagat nicht!) "So wird der Sozialstaat gestutzt", lautet eine Schlagzeile vom Februar 1996. Das Sparpaket der SPÖ-ÖVP-Regierung wird ausgeführt: 30 Milliarden Schilling. (Abg. Ing. Westenthaler: Da ist Gusenbauer noch in der achten Reihe gesessen!) Das ist der größte Brocken an Einsparungsvolumen innerhalb eines Budgets. Jetzt haben wir ein Budget mit einem Einsparungsvolumen in der Höhe von 100 Milliarden. Diese tun weh, das ist keine Frage, aber es kann nicht so sein, dass wir Ihren Kurs fortsetzen. (Abg. Edlinger: Glauben Sie, dass die Grauslichkeiten auch sozial ausgewogen sind?) Diesen Kurs fortzusetzen würde bedeuten, diese Republik in die Pleite zu führen und für niemanden mehr ein Sozialwesen sichern zu können.
Abg. Ing. Westenthaler: Ach so!
Und dann entdeckt die SPÖ ihr soziales Herz. Gestern während der Dringlichen waren Sie nicht anwesend. Es war auch Herr Gewerkschaftspräsident Verzetnitsch nicht anwesend, weil er krank war. Gott sei Dank ist er heute wieder gesund und kann an der Debatte teilnehmen. Sie entdecken das Herz der sozial Schwächeren. Sie entdecken, dass das Pflegegeld im Jahre 2001 nicht valorisiert wird. – Die letzte Valorisierung des Pflegegeldes war im Jahre 1995. Fünf Jahre lang hätten Ihre Sozialminister Zeit zu valorisieren gehabt. (Abg. Ing. Westenthaler: Ach so!) Das Gegenteil war der Fall. Sie haben das Pflegegeld der Stufe 1 von 2 635 S auf 2 000 S gekürzt. (Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger!)
Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger!
Und dann entdeckt die SPÖ ihr soziales Herz. Gestern während der Dringlichen waren Sie nicht anwesend. Es war auch Herr Gewerkschaftspräsident Verzetnitsch nicht anwesend, weil er krank war. Gott sei Dank ist er heute wieder gesund und kann an der Debatte teilnehmen. Sie entdecken das Herz der sozial Schwächeren. Sie entdecken, dass das Pflegegeld im Jahre 2001 nicht valorisiert wird. – Die letzte Valorisierung des Pflegegeldes war im Jahre 1995. Fünf Jahre lang hätten Ihre Sozialminister Zeit zu valorisieren gehabt. (Abg. Ing. Westenthaler: Ach so!) Das Gegenteil war der Fall. Sie haben das Pflegegeld der Stufe 1 von 2 635 S auf 2 000 S gekürzt. (Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger!)
Abg. Ing. Westenthaler: Pleite!
Diese sozialdemokratische Regierungsarbeit zieht sich wie ein roter Pleitefaden durch diese Republik, angefangen beim "Konsum" bis zu Ihrer eigenen Partei. Da tun Sie mir schon fast Leid, denn 350 Millionen Schilling sind ein ordentlicher Brocken. (Abg. Ing. Westenthaler: Pleite!) Wahrscheinlich sind Sie auch deshalb so selten anwesend, weil Sie das regeln müssen, anders kann ich mir Ihre Abwesenheit nicht erklären, weil die Sanktionen sind weg. Früher haben Sie immer gesagt, Sie waren im Ausland Champagner trinken. Jetzt sind die Sanktionen weg, jetzt sind Sie auch nicht da. Ich weiß nicht, was wir noch machen sollen. (Abg. Dr. Gusenbauer: Sie sollten bessere Reden halten, dann würde ich öfter kommen! – Abg. Parnigoni: Das ist ein richtiger Spaß!)
Abg. Edler – in der ersten Reihe sitzend –: Gaugg der Eisenbahnerhasser! – Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer in das Hauptabendprogramm! – Abg. Edler: Haider ist immer bei den Eisenbahnern! – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Zwischenrufe dürfen nur vom eigenen Platz aus gemacht werden!
Darf ich Ihnen sagen, was mich freut? – In Zeiten Ihrer Regierungsbeteiligung war es undenkbar, dass Abgeordnete dieses Hauses Veränderungen in den Budgets herbeigeführt haben. (Abg. Dr. Gusenbauer: Was sagen Sie eigentlich zum Budgetbegleitgesetz? Das interessiert mich! Was sagen Sie als Arbeitnehmervertreter dazu?) – Ich erzähle es Ihnen gerade, hören Sie zu! (Abg. Dr. Mertel: Er schafft den Spagat nicht!) Es war während Ihrer Regierungsarbeit undenkbar, dass Abgeordnete dieses ... (Abg. Edler – in der ersten Reihe sitzend –: Gaugg der Eisenbahnerhasser! – Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer in das Hauptabendprogramm! – Abg. Edler: Haider ist immer bei den Eisenbahnern! – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Zwischenrufe dürfen nur vom eigenen Platz aus gemacht werden!)
Abg. Ing. Westenthaler: Lesen Sie leserlich! Gut, Herr Parteivorsitzender! – Abg. Schieder: Jetzt benehmen Sie sich! – Heftige Zwischenrufe bei der SPÖ.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Klubobmann! Ich werde Ihnen in deutscher Sprache vorlesen, dass das, was Sie behaupten, unrichtig ist. Ich habe vor mir das ... (Abg. Ing. Westenthaler: Lesen Sie leserlich! Gut, Herr Parteivorsitzender! – Abg. Schieder: Jetzt benehmen Sie sich! – Heftige Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Meine Damen und Herren von der linken Haushälfte! Bitte regen Sie sich nicht auf! Bitte tun Sie das nicht! (Abg. Dr. Petrovic: Er ist es nicht wert!)
Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer ist das!
"Demonstrationen gegen Regierung: Straßenblockaden im ganzen Land." – Und weiters: "Am 5. Dezember wollen Regierungsgegner ... in ganz Österreich Kreuzungen lahmlegen. Chaotische Zustände ..." und so weiter. (Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer ist das!)
Abg. Ing. Westenthaler: Unter 30 000 S Einkommen!
Es sagte zum Beispiel Herr Westenthaler am 30. Juli 2000 – einen kurzen Moment war ich fast erleichtert – Folgendes: Ich kann mir nicht vorstellen, dass der freiheitliche Parlamentsklub Steuer- und Abgabenerhöhungen überhaupt beschließen wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Unter 30 000 S Einkommen!) – In Anbetracht dessen werden Sie, sehr geehrter Herr Finanzminister, keine Mehrheit für Ihr Budget finden, wenn sich Ihr Klub durchsetzt.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Kostelka: Aber Westenthaler haben Sie das Wort erteilt!
Ich halte diese Vorgangsweise, Herr Präsident, wenn im selben Haus für Ausdrücke wie "psychische" und "mentale Störungen" keine Ordnungsrufe erteilt werden, sondern diese als durchaus passend eingeschätzt werden und als möglich erscheinen, nicht für gerechtfertigt, zumal sich die Worte "eine dumme Argumentation" nicht auf eine Person beziehen, sondern auf eine Feststellung. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Kostelka: Aber Westenthaler haben Sie das Wort erteilt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Kostelka maßt sich an, hier Präsident zu sein! – Weitere Zwischenrufe.
Es hat sich Herr Abgeordneter Stummvoll zu einer tatsächlichen Berichtigung zuerst zu Wort gemeldet; mein Beisitzer hat das gerade bestätigt. Nehmen Sie das bitte zur Kenntnis, Herr Abgeordneter Dr. Kostelka. (Abg. Ing. Westenthaler: Kostelka maßt sich an, hier Präsident zu sein! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Wollen Sie Ihre eigene Rede berichtigen? – Abg. Ing. Westenthaler: "Ich habe nicht ‚dümmste‘, sondern ‚dumme‘ gesagt"?
Bitte beachten auch Sie die Bestimmungen des § 58 Abs. 3 GOG und beginnen Sie mit der Wiedergabe der Behauptung des Redners, die Sie zu berichtigen wünschen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wollen Sie Ihre eigene Rede berichtigen? – Abg. Ing. Westenthaler: "Ich habe nicht ‚dümmste‘, sondern ‚dumme‘ gesagt"?)
Abg. Ing. Westenthaler: Was haben Sie gesagt?
Ich berichtige die unrichtige Feststellung des Zweiten Präsidenten des Nationalrates, der mir nach meiner Rede deshalb einen Ordnungsruf erteilt hat (Abg. Ing. Westenthaler: Was haben Sie gesagt?), weil ich angeblich gesagt haben soll (Abg. Jung: Jetzt kommen wir hin!), eine "dümmste Argumentation" sei das gewesen. (Abg. Ing. Westenthaler: Was haben Sie gesagt?)
Abg. Ing. Westenthaler: Was haben Sie gesagt?
Ich berichtige die unrichtige Feststellung des Zweiten Präsidenten des Nationalrates, der mir nach meiner Rede deshalb einen Ordnungsruf erteilt hat (Abg. Ing. Westenthaler: Was haben Sie gesagt?), weil ich angeblich gesagt haben soll (Abg. Jung: Jetzt kommen wir hin!), eine "dümmste Argumentation" sei das gewesen. (Abg. Ing. Westenthaler: Was haben Sie gesagt?)
Abg. Ing. Westenthaler: Nein, nein!
Wahr ist vielmehr, dass ich gesagt habe: eine "dumme, weil unrichtige Argumentation". (Abg. Ing. Westenthaler: Nein, nein!) Ich wollte Sie nicht beleidigen (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben gesagt: eine dumme Argumentation!), sondern ich nehme zur Kenntnis, dass man in diesem Haus auch eine Argumentation beleidigen kann. Ich nehme das zur Kenntnis. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben gesagt: eine dumme Argumentation!
Wahr ist vielmehr, dass ich gesagt habe: eine "dumme, weil unrichtige Argumentation". (Abg. Ing. Westenthaler: Nein, nein!) Ich wollte Sie nicht beleidigen (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben gesagt: eine dumme Argumentation!), sondern ich nehme zur Kenntnis, dass man in diesem Haus auch eine Argumentation beleidigen kann. Ich nehme das zur Kenntnis. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wieder abgeblitzt, Kostelka! – Abg. Dr. Kostelka: Ja, bei einer Vorsitzführung, die so "objektiv" ist! Ohne den Präsidenten kommt ihr nicht zu Rande! – Abg. Dr. Wittmann: ... jämmerliche Vorsitzführung! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich rufe damit den nächsten Redner auf. Es ist dies der Herr Bundesminister für Finanzen. Herr Bundesminister Mag. Grasser hat das Wort. (Abg. Ing. Westenthaler: Wieder abgeblitzt, Kostelka! – Abg. Dr. Kostelka: Ja, bei einer Vorsitzführung, die so "objektiv" ist! Ohne den Präsidenten kommt ihr nicht zu Rande! – Abg. Dr. Wittmann: ... jämmerliche Vorsitzführung! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Kukacka: Das ist unwürdig! – Abg. Ing. Westenthaler: Als Sie Ministerin waren, haben Sie noch nach der Schrift gesprochen! – Abg. Mag. Schweitzer: Sie hätten Gelegenheit gehabt, eine Erfolgsstory zu schreiben! Die Prammer-Erfolgsstory!
Wir wissen, was Sie wollen: Sie wollen die Frauen zu Hause sehen, daheim und hinter dem Herd (Abg. Mag. Schweitzer: Wir haben keinen Herd!), und so lange das nicht erledigt ist, geben Sie keine Ruhe und keinen Frieden. Aber das ist nicht unsere Politik, und das ist nicht das, was die Frauen in Österreich von der Politik erwarten. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Kukacka: Das ist unwürdig! – Abg. Ing. Westenthaler: Als Sie Ministerin waren, haben Sie noch nach der Schrift gesprochen! – Abg. Mag. Schweitzer: Sie hätten Gelegenheit gehabt, eine Erfolgsstory zu schreiben! Die Prammer-Erfolgsstory!)
Abg. Ing. Westenthaler: Präsident stimmt zu, weil ...!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Verzetnitsch. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Präsident stimmt zu, weil ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben ja die Wartefrist kritisiert!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das gilt auch für die so genannte Ersatzmaßnahme, statt 26 Wochen Wartefrist für den Neueintritt eines Arbeitslosengeldbezuges jetzt eine Ausdehnung auf 28 Wochen. Das ist nämlich noch viel zynischer. Diese Menschen fallen nämlich komplett aus dem Leistungsangebot heraus, sie haben nicht, wie ursprünglich vorgesehen, vier Wochen Wartefrist, sondern sind aus dem Leistungsangebot heraußen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben ja die Wartefrist kritisiert!) Das kommt mir ungefähr so vor, als ob Ihnen eine private Versicherung Folgendes vorschreiben würde: Den ersten Autounfall, den Sie haben, zahlen wir nicht, wir zahlen erst den zweiten; ob wir den dritten zahlen, das überlegen wir auch noch.
Unruhe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Schweitzer: Typisch ... Gewerkschafter! – Abg. Ing. Westenthaler: Sozialistische Gewerkschafter werfen sozialistischen Abgeordneten Zettel auf den Kopf! – In weiterer Folge werden von der Zuschauergalerie Flugblätter auch in die – vom Präsidium aus gesehen – rechte Hälfte des Plenarsaales geworfen.
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sowohl Missfallenskundgebungen als auch Zustimmungskundgebungen von der Galerie sind nicht erlaubt. Ich bitte, das zu berücksichtigen! (Unruhe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Schweitzer: Typisch ... Gewerkschafter! – Abg. Ing. Westenthaler: Sozialistische Gewerkschafter werfen sozialistischen Abgeordneten Zettel auf den Kopf! – In weiterer Folge werden von der Zuschauergalerie Flugblätter auch in die – vom Präsidium aus gesehen – rechte Hälfte des Plenarsaales geworfen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist eh heute eine! – Abg. Silhavy: Es ist ungeheuerlich, wie diese Regierung mit der Demokratie umgeht! – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Fekter: Das haben wir von der Sozialdemokratie gelernt!
Ich bitte Sie daher, die Präsidiale unverzüglich damit zu befassen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist eh heute eine! – Abg. Silhavy: Es ist ungeheuerlich, wie diese Regierung mit der Demokratie umgeht! – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Fekter: Das haben wir von der Sozialdemokratie gelernt!)
Abg. Ing. Westenthaler verlässt den Sitzungssaal.
Ich erteile damit der nächsten Rednerin, Frau Abgeordneter Bures, das Wort. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler verlässt den Sitzungssaal.)
Abg. Ing. Westenthaler: Die "BF" ist die Parteizeitung!
Herr Kollege Kaipel, weil Sie mich so angestrengt anschauen: Schauen Sie einmal nach in der "BF" Nummer 41 aus dem Jahre 1995, in der "BF" Nummer 45 aus dem Jahre 1995, in der "BF" Nummer 24 aus dem Jahre 1996, in der "BF" Nummer 37 aus dem Jahre 1996 – Sie werden immer wieder ganzseitige Inserate der Baufirma des Herrn Hom-Rusch und von vielen anderen Firmen des Herrn Hom-Rusch finden! (Abg. Ing. Westenthaler: Die "BF" ist die Parteizeitung!) Das ist das Zentralorgan der Sozialdemokratie des Burgenlandes, das inzwischen auch an allen Schulen zur Verteilung gelangt, weil man glaubt, so Jungwähler zu bekommen. Wir müssen mit der Frau Bundesministerin für Unterricht einmal darüber reden, ob das überhaupt zulässig ist.
Abg. Ing. Westenthaler: Das tut euch weh!
Ich darf Ihnen Folgendes zur Kenntnis bringen, Herr Kollege Edlinger: Spitzelaffäre – Suspendierung von FPÖ-Naderer aufgehoben. (Ah-Rufe und Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Einer, der Sicherheitsdirektor werden will, hat das aufgehoben!) Eine dreiköpfige unabhängige und weisungsfreie Disziplinarkommission in Linz hat dies heute entschieden. Bezirksinspektor Naderer ist somit ab morgen wieder auf dem Posten Bergheim als stellvertretender Postenkommandant im Einsatz. (Abg. Ing. Westenthaler: Das tut euch weh!) – So viel zu dem von der SPÖ herbeigeredeten und herbeigeflehten Spitzelskandal. (Abg. Ing. Westenthaler: Es bricht alles zusammen!) Es wird sich alles in Luft auflösen, und übrig bleiben werden Sie als Be... – ich sage das lieber nicht. (Abg. Mag. Schweitzer: ... Skandal! – Abg. Edlinger: Rosenstingl! Meischberger!)
Abg. Ing. Westenthaler: Es bricht alles zusammen!
Ich darf Ihnen Folgendes zur Kenntnis bringen, Herr Kollege Edlinger: Spitzelaffäre – Suspendierung von FPÖ-Naderer aufgehoben. (Ah-Rufe und Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Einer, der Sicherheitsdirektor werden will, hat das aufgehoben!) Eine dreiköpfige unabhängige und weisungsfreie Disziplinarkommission in Linz hat dies heute entschieden. Bezirksinspektor Naderer ist somit ab morgen wieder auf dem Posten Bergheim als stellvertretender Postenkommandant im Einsatz. (Abg. Ing. Westenthaler: Das tut euch weh!) – So viel zu dem von der SPÖ herbeigeredeten und herbeigeflehten Spitzelskandal. (Abg. Ing. Westenthaler: Es bricht alles zusammen!) Es wird sich alles in Luft auflösen, und übrig bleiben werden Sie als Be... – ich sage das lieber nicht. (Abg. Mag. Schweitzer: ... Skandal! – Abg. Edlinger: Rosenstingl! Meischberger!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Chefverteidiger der SPÖ!
Kollege Kiss hat schön gedichtet, so sinngemäß: Haben Rote das Sagen, gibt es rote Zahlen. – Ist ja alles ganz nett, Herr Kiss, nur bin ich inzwischen ein hinreichend abgebrühter Politiker und frage mich (Zwischenruf des Abg. Mag. Trattner ): Um wie viel besser ist die Alternative, Herr Kollege Trattner? (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Chefverteidiger der SPÖ!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein bisserl haben es die Roten auch!
Sie alle haben ihre Pflichten sträflich vernachlässigt. Die FPÖ überlässt es uns, den Grünen, diesen Punkt extra herauszuarbeiten. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein bisserl haben es die Roten auch!) Ich verstehe das schon, aber zu Gunsten der Wahrheit, Herr Kollege Schweitzer, hätten Sie diesen Teil der Geschichte nicht verschweigen dürfen. Die ÖVP hängt da genauso drinnen wie die SPÖ.
Abg. Ing. Westenthaler: Neun Minuten, dann gehe ich! – Abg. Mag. Kogler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ich schenke Ihnen eine Minute, Herr Westenthaler! Machen Sie ausnahmsweise etwas Sinnvolles!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Kogler. Die Redezeit beträgt 9 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Neun Minuten, dann gehe ich! – Abg. Mag. Kogler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ich schenke Ihnen eine Minute, Herr Westenthaler! Machen Sie ausnahmsweise etwas Sinnvolles!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war jetzt so klar! – Abg. Kiss – in Richtung des Abg. Edlinger –: Vor einer halben Stunde hat er mich deshalb tatsächlich berichtigt!
Hier haben Sie Erklärungsbedarf! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war jetzt so klar! – Abg. Kiss – in Richtung des Abg. Edlinger –: Vor einer halben Stunde hat er mich deshalb tatsächlich berichtigt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das stimmt nicht ...!
Abgeordneter Rudolf Edlinger (SPÖ): Herr Abgeordneter Mag. Trattner hat eben behauptet, ich hätte eine persönliche Beziehung mit Herrn Hom-Rusch und am Fußballplatz mit ihm über verschiedene Sachen gesprochen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das stimmt nicht ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer war bei keiner Abstimmung heute anwesend! – Abg. Gaugg: Wo ist Verzetnitsch?
Ich bitte jene Damen und Herren, die für den Entschließungsantrag sind, um ein entsprechendes Zeichen. – Das ist die Minderheit und damit abgelehnt. (Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer war bei keiner Abstimmung heute anwesend! – Abg. Gaugg: Wo ist Verzetnitsch?)
Abg. Ing. Westenthaler: Die ganze SPÖ ist nervös!
Aber für "dumme Argumentation" erteile ich Ihnen, Herr Abgeordneter Edlinger, ebenfalls einen Ordnungsruf. (Abg. Ing. Westenthaler: Die ganze SPÖ ist nervös!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist der Antrag?
Daher bitte ich Sie wirklich, zur Wahrung der Geschäftsordnung den einen Ordnungsruf formell zurückzunehmen und darüber hinaus zu überlegen, ob es wirklich sinnvoll ist, einen Ordnungsruf zu etwas zu erteilen (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist der Antrag?), wo Sie beim ersten Mal erklärt haben, dass Sie diesen Ordnungsruf nicht erteilen würden. (Abg. Dr. Jarolim: Zeigen Sie Größe!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das war eine "weltbewegende" Erklärung!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung) : Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Ich möchte nur für das Protokoll festhalten, dass die Würde des Hauses meines Erachtens nicht verletzt wurde, wenn das Werturteil "dumm", "weniger dumm", "am dümmsten" ausgesprochen wurde. Ich finde es völlig überflüssig, dafür einen Ordnungsruf zu erteilen. Ich werde meine Zeit jetzt auch nicht damit vergeuden, in dieser Sache weiter Stellung zu nehmen. – Danke schön. (Abg. Ing. Westenthaler: Das war eine "weltbewegende" Erklärung!)
Abg. Dr. Khol: Aber der Gusenbauer ist ausnahmsweise da! – Abg. Ing. Westenthaler: Die erste Abstimmung, bei der er da ist!
Ich bitte jene Damen und Herren, die diesem Antrag Dr. Gusenbauer ihre Zustimmung erteilen, um ein diesbezügliches Zeichen. – Der Antrag hat keine Mehrheit gefunden und ist abgelehnt. (Abg. Dr. Khol: Aber der Gusenbauer ist ausnahmsweise da! – Abg. Ing. Westenthaler: Die erste Abstimmung, bei der er da ist!)
Sitzung Nr. 46
Abg. Ing. Westenthaler: Da kann er sehr lernen, der Cap!
Und außerdem: Freies Schaffen von Künstlern ohne grundlegende Existenzängste wurde erst durch diese blau-schwarze Regierung ermöglicht. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Keine Vereinnahmung mittels Ideologien, sondern wirkliche existenzielle Absicherung, die freies Kunstschaffen möglich macht. (Abg. Ing. Westenthaler: Da kann er sehr lernen, der Cap!)
Rufe bei den Freiheitlichen: Das ist ja unerhört! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Kragen steht Ihnen bis zum Hals!
Abgeordneter Dr. Peter Wittmann (SPÖ): Herr Haigermoser! Ihre Bemerkungen aus der Bankreihe sind naiv wie immer, und ich werde mich nicht darauf einlassen, sie jemals zu beantworten. (Rufe bei den Freiheitlichen: Das ist ja unerhört! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Kragen steht Ihnen bis zum Hals!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ach so!
Public Netbase hat sich Polizeiakte besorgt und diese im Internet publiziert. (Abg. Ing. Westenthaler: Ach so!)
Abg. Ing. Westenthaler: Da war er noch nicht munter!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Kollege Cap! Ich sage Ihnen offen, dass ich mich heute gewundert habe, als Sie Ihren ersten Redebeitrag brachten, weil Sie nämlich einen gemäßigten – einen unerwartet gemäßigten – Eindruck hinterlassen haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Da war er noch nicht munter!) Sie haben dann die Debatte verfolgt, und auf einmal haben Sie gemerkt: Um Gottes willen! Was ist da geschehen? Haben da nicht die Regierungsparteien, hat nicht mit die FPÖ jetzt endlich den Reformstau in der Künstler-Sozialversicherung, in der Buchpreisbindung aufgelöst?
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unglaublich!
Folgendes möchte ich abschließend feststellen: Es handelt sich dabei um jenen Verein, den Kollege Cap immer wieder so wortreich verteidigt; es ist der Verein, aus dem Sie Ihre Kandidaten für den Wiener Landtag rekrutieren. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unglaublich!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Nicht zur Sache!
Wir von den Grünen haben da überhaupt nichts zu verbergen. Wir brauchen keinen Spitzelring – wir bedienen uns schlicht und einfach ganz legal unserer hoch qualifizierten Anwälte. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Nicht zur Sache!)
Abg. Ing. Westenthaler: Es geht um die Künstler-Sozialversicherung!
Meine Damen und Herren! Abgeordneter Stadler ist befragt worden, woher er illegal beschaffte Akten hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Es geht um die Künstler-Sozialversicherung!) Er erklärte dazu Folgendes vor Gericht und unter Wahrheitspflicht:
Abg. Ing. Westenthaler: Wie von einer Tarantel gestochen!
Abgeordneter Dr. Andreas Khol (ÖVP): Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Meine Damen und Herren, die Sie das Geschehen irgendwie weiterverfolgen können! Ich möchte in dieser Frage Transparenz in dieses Hohe Haus bringen (Beifall bei der ÖVP), denn was hat sich da jetzt abgespielt? Warum, meine Damen und Herren, huscht ein Klubsekretär eilfertig durch die Reihen der SPÖ? Warum? (Abg. Ing. Westenthaler: Wie von einer Tarantel gestochen!) "Wer reitet so schnell durch Nacht und Wind" – ja. (Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Das war der Klubsekretär, der schnell einen Antrag vorbereitete, einen Antrag, der den einzigen Zweck hatte, einen Spalt zwischen die beiden Koalitionsparteinen hineinzubringen. Das war der einzige Zweck! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Oje-Rufe bei der SPÖ.)
Abg. Edlinger: Die zwei, Westenthaler und Khol, passen so klass zusammen!
Aber das eigentlich Schöne an diesem Politschauspiel, das wir hier seitens der SPÖ erleben, ist ja, dass sie sich innerhalb nur weniger Stunden derart entlarvt hat und wieder einmal ihre doppelbödige Politik unter Beweis gestellt hat, für die sie am 3. Oktober abgewählt worden ist. (Abg. Edlinger: Die zwei, Westenthaler und Khol, passen so klass zusammen!) Sie liefern ein unglaubliches Schauspiel, wie schnell Sie Ihre Meinungen ändern. Zickzack! Zickzack! Ich sage Ihnen, ein Weltcupriesentorlauf ist eine gerade Linie gegen Ihre Politik, wenn man das in Vergleich setzt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Nürnberger: Wuff! Wuff! Westenthaler, sitz!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Nürnberger: Wuff! Wuff! Westenthaler, sitz!
Aber das eigentlich Schöne an diesem Politschauspiel, das wir hier seitens der SPÖ erleben, ist ja, dass sie sich innerhalb nur weniger Stunden derart entlarvt hat und wieder einmal ihre doppelbödige Politik unter Beweis gestellt hat, für die sie am 3. Oktober abgewählt worden ist. (Abg. Edlinger: Die zwei, Westenthaler und Khol, passen so klass zusammen!) Sie liefern ein unglaubliches Schauspiel, wie schnell Sie Ihre Meinungen ändern. Zickzack! Zickzack! Ich sage Ihnen, ein Weltcupriesentorlauf ist eine gerade Linie gegen Ihre Politik, wenn man das in Vergleich setzt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Nürnberger: Wuff! Wuff! Westenthaler, sitz!)
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Peinlich! – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich berichtige tatsächlich: In Oberösterreich gibt es am Sonntag eine Volksbefragung, und diese Volksbefragung hat auf Grund der oberösterreichischen Rechtsverhältnisse keinerlei politisch verbindlich-rechtliche Relevanz. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Martin Graf: Das ist eine tatsächliche Berichtigung? – Abg. Mag. Schweitzer: Mein Gott, ist das peinlich!) Sie hat eine politische Gewichtung, aber sie ist rechtlich im Land Oberösterreich nicht von Belang. Das sei nur ganz klipp und klar in den Raum gestellt. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Peinlich! – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Denn sie wissen nicht, was sie tun! – Abg. Edlinger: Sitz!
Ich ersuche jene Damen und Herren, die sich für diesen Gesetzentwurf aussprechen, um ein diesbezügliches Zeichen. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Denn sie wissen nicht, was sie tun! – Abg. Edlinger: Sitz!) – Das ist die Mehrheit und damit angenommen.
Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Edlinger und Ing. Westenthaler.
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dr. Stummvoll. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 8 Minuten. – Bitte. (Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Edlinger und Ing. Westenthaler. )
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie beschlossen!
Aber Ex-Minister Ofner kassiert eine Ministerpension, obwohl er nicht einmal vier Jahre lang Minister war, also nicht die Mindestvoraussetzung für eine Politikerpension nach der alten Regelung erfüllt. Im alten Bezügegesetz gibt es eine Sonderregelung, von der wir auch gerne hätten, Herr Abgeordneter Stummvoll, dass sie verschwindet, denn diese privilegiert auch Sie. Da gibt es eine Regelung, die einzigartig auf der ganzen Welt ist. Das gibt es in keinem anderen Pensionssystem, in keinem anderen Land, das gibt es nur in Österreich für Politiker, dass man nämlich, wenn man nicht einmal die Mindestanwartschaft als Staatssekretär oder Minister erfüllt, gleich zweimal zulangen darf, weil einem auch die Zeit als Abgeordneter angerechnet wird. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie beschlossen!) Das ist doch un
die Abgeordneten Dr. Stummvoll und Ing. Westenthaler: Das haben Sie alles beschlossen!
Verlogen, scheinheilig und populistisch ist eine Verhaltensweise aber auch, Herr Abgeordneter Stummvoll, wenn man sagt, ich bin mir sicher, dass die Mehrheit der Österreicher die Absicherung dieser Pensionsprivilegien als völlig unangemessen ablehnt – das bezieht sich auf die Eisenbahner; Sie waren es nämlich, der das gesagt hat –, und es gleichzeitig aber diese weltweit einzigartige Sonderregelung gibt, dass man für dreieinhalb Jahre – ungefähr so lang war das bei Ihnen – Staatssekretärstätigkeit eine Staatssekretärspension beantragen kann (Abg. Dr. Stummvoll: 20 Jahre!), eine Abgeordnetenpension beantragen kann. Vom Bezügebegrenzungsgesetz sind diese zwei Pensionen zwar erfasst (die Abgeordneten Dr. Stummvoll und Ing. Westenthaler: Das haben Sie alles beschlossen!), aber darüber hinaus kommt natürlich eine ASVG-Pension – die steht Ihnen auch zu, das ist nicht Gegenstand der Kritik – dazu und gleichzeitig auch eine Zusatzpension, soweit ich weiß, bei Ihnen nicht von der Wirtschaftskammer, sondern von der Industriellenvereinigung.
Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben dagegen gestimmt! Sie haben es beschlossen!
Meine Damen und Herren! Man sollte sich in aller Bescheidenheit selbst an der Nase nehmen, Herr Abgeordneter Stummvoll! (Abg. Dr. Stummvoll: Tun Sie es!) Man sollte sich selbst an der Nase nehmen, wenn man auf die Privilegien von anderen losgeht. Das geht im Besonderen an die Adresse der Freiheitlichen. Ist es ein Zitat des Herrn Ex-Abgeordneten Haider, das ich Ihnen vorgelesen habe? (Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben dagegen gestimmt! Sie haben es beschlossen!) Hat es Gültigkeit für Sie? – Nein, es hat keine Gültigkeit!
Abg. Ing. Westenthaler: Alles falsch!
Herr Abgeordneter Ofner kassiert Doppelbezüge: eine Pension, ein Abgeordnetengehalt. (Abg. Ing. Westenthaler: Alles falsch!) Der ehemalige Abgeordnete Bauer, auch nicht einmal vier Jahre lang Staatssekretär, kassiert eine Staatssekretärspension und eine Abgeordnetenpension bis zur Höhe der Bezügebegrenzung. Finden Sie das angemessen?
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der Abg. Dr. Mertel –: Sie brauchen nur Klima zu fragen, der kennt sich aus mit Pensionen!
Man muss die Pension nicht annehmen, sondern, wie auch Herr Kollege Stummvoll aus eigener Erfahrung weiß, man muss sie beantragen. Hat man sie beantragt, dann muss man sie auch annehmen – das erscheint nur logisch, aber vielleicht nicht für jedermann. (Abg. Dr. Mertel: Die wird nicht aufgedrängt?) – Sie wird nicht aufgedrängt! (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der Abg. Dr. Mertel –: Sie brauchen nur Klima zu fragen, der kennt sich aus mit Pensionen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ersessen! Entschuldigung!
Ich stelle fest, dass ich mir keine Pension verschafft habe (Abg. Ing. Westenthaler: Ersessen! Entschuldigung!), sondern dass ich auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen und meiner 32-jährigen politischen Tätigkeit auf Basis des Bezügegesetzes und der entsprechenden Bezahlung von Pensionsbeiträgen die nach der damaligen Regelung für Politiker fixierte Pension erworben habe. (Abg. Ing. Westenthaler: Pensionsmillionär!) Diese beträgt 80 Prozent eines Ministergehaltes.
Abg. Ing. Westenthaler: Pensionsmillionär!
Ich stelle fest, dass ich mir keine Pension verschafft habe (Abg. Ing. Westenthaler: Ersessen! Entschuldigung!), sondern dass ich auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen und meiner 32-jährigen politischen Tätigkeit auf Basis des Bezügegesetzes und der entsprechenden Bezahlung von Pensionsbeiträgen die nach der damaligen Regelung für Politiker fixierte Pension erworben habe. (Abg. Ing. Westenthaler: Pensionsmillionär!) Diese beträgt 80 Prozent eines Ministergehaltes.
Abg. Ing. Westenthaler: Wie hoch ist Ihre Pension?
Für mich musste keine Ausnahmeregelung beschlossen werden wie für Ihre Freunde Ofner und Holger Bauer. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie hoch ist Ihre Pension?) Insgesamt arbeite ich seit 46 Jahren (Abg. Neudeck: Man sieht es am Budget!) und möchte ergänzend bemerken, dass ich im Unterschied zu Ihnen hier in diesem Hause ehrenamtlich tätig bin (Abg. Ing. Westenthaler: Weil sonst nichts mehr hineinpasst in Ihre Taschen!), während Sie neben Ihrem Abgeordnetenbezug wahrscheinlich noch gewaltige Beträge aus Ihrer sonstigen Tätigkeit beziehen.
Abg. Ing. Westenthaler: Weil sonst nichts mehr hineinpasst in Ihre Taschen!
Für mich musste keine Ausnahmeregelung beschlossen werden wie für Ihre Freunde Ofner und Holger Bauer. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie hoch ist Ihre Pension?) Insgesamt arbeite ich seit 46 Jahren (Abg. Neudeck: Man sieht es am Budget!) und möchte ergänzend bemerken, dass ich im Unterschied zu Ihnen hier in diesem Hause ehrenamtlich tätig bin (Abg. Ing. Westenthaler: Weil sonst nichts mehr hineinpasst in Ihre Taschen!), während Sie neben Ihrem Abgeordnetenbezug wahrscheinlich noch gewaltige Beträge aus Ihrer sonstigen Tätigkeit beziehen.
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Edlinger –: Sie sitzen wirklich umsonst da! – Abg. Edlinger: Und Sie sitzen wirklich sinnlos da!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Kogler. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Edlinger –: Sie sitzen wirklich umsonst da! – Abg. Edlinger: Und Sie sitzen wirklich sinnlos da!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was haben Sie dagegen? – Abg. Dr. Martin Graf: Die Politiker!
Und noch etwas, Herr Kollege Westenthaler: Sie haben betont, die Politiker sparen bei sich selbst, die Regierung spart bei sich selbst. Das war die Parole. Ihr Slogan vom "Neu regieren" bedeutet in diesem Zusammenhang meist neue Sprachschöpfungen. "Die Regierung spart bei sich selbst" – so ein Blödsinn! So ein Blödsinn! (Abg. Ing. Westenthaler: Was haben Sie dagegen? – Abg. Dr. Martin Graf: Die Politiker!) Sie haben offensichtlich Politikerpensionen und Ähnliches gemeint. (Abg. Dr. Martin Graf: Ja!) Ja. Diese 3 Prozent für ein System, das an sich hinterfragungswürdig ist, sind ja wohl nicht das Gelbe vom Ei.
Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel?
Sie erklären uns: 100 Millionen Doppelbudget in den nächsten zwei Jahren, 50 Millionen pro Jahr. Gut. Punkt. Abhaken. 50 Millionen. – Der gleiche Betrag wurde als neu geschaffene Budgetpost beim Bundeskanzleramt unter dem Titel "Ressortübergreifende Öffentlichkeitsarbeit" eingeführt. (Abg. Öllinger: Interessant!) Super! Bravo! Und was ist das? Was machen Sie damit? (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel?) 50 Millionen!
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber jetzt knapp ...! – Abg. Dr. Mertel: Das bezieht sich auf Babies!
Stichwort Transparenz: Meines Erachtens ist die Sache der öffentlichen Parteienfinanzierung nur die eine. Herr Kollege Westenthaler, wenn Sie da auf die SPÖ hinzeigen: Mit voller Hose ist leicht stinken. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber jetzt knapp ...! – Abg. Dr. Mertel: Das bezieht sich auf Babies!) Wenn Sie nicht endlich dazu übergehen, Ihre Parteispenden offen zu legen – auch die ÖVP! –, bleibt die Sache völlig unglaubwürdig. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. )
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Stichwort Transparenz: Meines Erachtens ist die Sache der öffentlichen Parteienfinanzierung nur die eine. Herr Kollege Westenthaler, wenn Sie da auf die SPÖ hinzeigen: Mit voller Hose ist leicht stinken. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber jetzt knapp ...! – Abg. Dr. Mertel: Das bezieht sich auf Babies!) Wenn Sie nicht endlich dazu übergehen, Ihre Parteispenden offen zu legen – auch die ÖVP! –, bleibt die Sache völlig unglaubwürdig. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. )
Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Dr. Mertel. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt haben Sie sogar Applaus von der Frau Mertel gekriegt, weil Sie so anständig die Pleite der SPÖ verteidigt haben!
Das ist in der Demokratie das Problem, und deshalb müssen Parteispenden auch offen gelegt werden. Da haben Sie dringend Handlungsbedarf, und deshalb sollten Sie da nicht so großspurig herumreden. Abgesehen davon stimmt das gar nicht, was Sie sagen: 50 Millionen Schilling im Jahr eingespart! Ich sage: 50 Millionen für Regierungspropaganda hinausgeschmissen! Das wissen Sie ganz genau. (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Dr. Mertel. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt haben Sie sogar Applaus von der Frau Mertel gekriegt, weil Sie so anständig die Pleite der SPÖ verteidigt haben!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Edlinger –: Sie sind ertappt! – Abg. Edlinger: Von Ihnen werde ich nicht ertappt! Ein Wadlbeißer kann mich nicht ertappen!
Ich kann Ihnen einmal ein Buch schenken, den "Knigge". Das würde für Sie gut passen. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Edlinger –: Sie sind ertappt! – Abg. Edlinger: Von Ihnen werde ich nicht ertappt! Ein Wadlbeißer kann mich nicht ertappen!) Oder vielleicht sollte man Ihnen ein Video zeigen, damit Sie sehen, wie Sie sich hier im Hohen Haus benehmen, Kollege Edlinger. Das ist eines Ex-Ministers wirklich nicht würdig! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: "Ich habe keinen Schreibtisch!"
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Frau Abgeordnete Dr. Mertel zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: "Ich habe keinen Schreibtisch!")
Abg. Ing. Westenthaler: Eine tatsächliche Bestätigung!
Fragen Sie Herrn Haupt! Er ist Zeuge dieses Gespräches. Er verzichtete darauf, mein Büro zu inspizieren, weil er es gekannt hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Eine tatsächliche Bestätigung!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler hält eine Zeitung in die Höhe.
Plötzlich kommt einer in einen Aufsichtsrat – "zufällig" hat er gewisse Zeit vorher eine Parteispende abgeliefert. Keine Gegenleistung, denn es ist ja nur zufällig in dem Aufsichtsrat der Platz frei geworden, und nun sitzt er eben dort. Das ist keine Parteibuchwirtschaft – überhaupt nicht. Eine Freunderlwirtschaft schon gar nicht. Und mit der Parteispende, die man bekommen hat, hat das schon überhaupt nichts zu tun. Das ist die Art Pharisäerpolitik, die Sie machen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler hält eine Zeitung in die Höhe.) – Nicht auf Spatzen schießen, würde Haider sagen, wenn Sie das in die Höhe halten. "Spatzen" sind 300 Millionen Schilling, das wollen wir nicht vergessen! Das ist etwas, was Sie immer hier eingebracht und vertreten haben.
Abg. Ing. Westenthaler: Öffentliche Gelder! – Abg. Mag. Trattner – in Richtung des Redners –: Passt nie auf!
Im Übrigen ist das mit den 66 000 S überhaupt ein Schmäh. Gilt das auch für die Freiberufler unter Ihnen (Abg. Ing. Westenthaler: Öffentliche Gelder! – Abg. Mag. Trattner – in Richtung des Redners –: Passt nie auf!), die Fabrikanten, die Immobilienmakler, all die Unternehmer? Wer hält sich daran? Höchstens Frau Partik-Pablé – wenn das wirklich streng kontrolliert wird – zahlt etwas in den Hilflosenfonds, den Sie in der FPÖ eingerichtet haben; vielleicht Frau Partik-Pablé. Aber fragen Sie einmal, ob die Freiberufler, all jene, die gut verdienen, das zahlen? Zahlt Herr Pumberger, der Arzt, der Freiberufler, das? Alles, was er darüber hinaus als Arzt verdient, geht sofort in die FPÖ-Kassa? – Da lachen doch die oberösterreichischen Hühner! Das ist doch lächerlich. Das, was Sie da machen, ist in Wirklichkeit Wählertäuschung! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pumberger. )
Abg. Ing. Westenthaler: Abkassieren!
Zum Schluss: Wenn Sie in dieser Diskussion schon der Meinung sind, dass Abgeordnete nichts wert sind – wahrscheinlich geprägt, ich möchte Sie nicht gegen Ihren Klubobmann aufhussen, durch Ihren eigenen Klub –, dann belassen Sie es dabei. Wir sind der Meinung, wir sind etwas wert, und wir wollen (Abg. Ing. Westenthaler: Abkassieren!) das gegenüber den Wählern auch durch unsere Arbeit nachweisen, durch eine leistungsgerecht entlohnte Arbeit, und nicht durch permanentes Aufhetzen und Neid. Das schadet der Demokratie. – Möglicherweise ist Ihnen auch das egal, Herr Kollege Westenthaler. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Ruf bei den Freiheitlichen: Die Wähler sind anderer Meinung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Abgeordnete, der umsonst da sitzt!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Edlinger zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Abgeordnete, der umsonst da sitzt!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald. – Abg. Mag. Trattner: Wie üblich sagen Sie die Unwahrheit! – Ruf bei den Freiheitlichen: Sie begreifen nichts! – Abg. Mag. Trattner: Sie glauben, mit der Unwahrheit kommen Sie durch! – Ruf bei den Freiheitlichen: Der Ratspräsident ist der Regierungschef! – Abg. Ing. Westenthaler: Er glaubt heute noch, das Budgetloch ist 20 Milliarden Schilling! – Weitere Zwischenrufe.
Wahr ist vielmehr, dass dies die Globalsumme für die europäische Präsidentschaft war, über die primär der Ratspräsident verfügt hat. Der Ratspräsident ist der Vorsitzende des Allgemeinen Rates, das ist der Außenminister. Daher hat über die 70 Millionen Schilling primär Herr Außenminister Dr. Schüssel verfügt. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald. – Abg. Mag. Trattner: Wie üblich sagen Sie die Unwahrheit! – Ruf bei den Freiheitlichen: Sie begreifen nichts! – Abg. Mag. Trattner: Sie glauben, mit der Unwahrheit kommen Sie durch! – Ruf bei den Freiheitlichen: Der Ratspräsident ist der Regierungschef! – Abg. Ing. Westenthaler: Er glaubt heute noch, das Budgetloch ist 20 Milliarden Schilling! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber Sie kassieren dafür!
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Kollege Trattner, es bezweifelt niemand, dass Sie eine Regelung veröffentlicht haben, der zufolge Einkommen aus öffentlichen Kassen Sozialfonds zuzuführen wäre. Was wir bezweifeln, ist, dass dieses Geld über 66 000 S dort jemals hingelangt und dort auch verbleibt. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber Sie kassieren dafür!) Und Beweise liegen auf dem Tisch. Erstens einmal ist im Burgenland nachvollziehbar, dass das nicht der Fall ist, sondern der Sozialfonds vor allem ein Sozialfonds für burgenländische Abgeordnete und Politiker der FPÖ ist, und in Wien eben für Wiener FPÖ-Politiker und in Niederösterreich für niederösterreichische FPÖ-Politiker. Das Zweite ist, dass es da Mittelrückflüsse gibt, die rein in den privaten Bereich gehen. Meine Damen und Herren! Das ist eine Chimäre und nichts anderes! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Trattner: In welche Bereiche?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das heißt gar nichts!
Das heißt in diesem Zusammenhang, meine Damen und Herren (Abg. Ing. Westenthaler: Das heißt gar nichts!): Die Staatsanwaltschaft ermittelt, ob eine Voruntersuchung einzuleiten ist, und es wird eine formelle Entscheidung geben. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt blamieren Sie sich!) Herr Kollege Westenthaler, ich finde das nicht zum Lachen. In jedem demokratischen Staat wäre das ein Grund für den Rücktritt des Justizministers. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt blamieren Sie sich!
Das heißt in diesem Zusammenhang, meine Damen und Herren (Abg. Ing. Westenthaler: Das heißt gar nichts!): Die Staatsanwaltschaft ermittelt, ob eine Voruntersuchung einzuleiten ist, und es wird eine formelle Entscheidung geben. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt blamieren Sie sich!) Herr Kollege Westenthaler, ich finde das nicht zum Lachen. In jedem demokratischen Staat wäre das ein Grund für den Rücktritt des Justizministers. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Eine Wortmeldung war das!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich auch Herr Abgeordneter Ing. Westenthaler zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Eine Wortmeldung war das!) – Aha, okay.
Abg. Ing. Westenthaler – zu dem in Rednerpultnähe stehenden Abg. Dr. Pilz –: Pilz, sitz! – Abg. Dr. Pilz: Wuff! Wuff! – Heiterkeit.
Entschuldigung, das war ein Missverständnis. Ich dachte, es handelt sich um eine tatsächliche Berichtigung, aber es handelt sich um einen normalen Redebeitrag. (Abg. Ing. Westenthaler – zu dem in Rednerpultnähe stehenden Abg. Dr. Pilz –: Pilz, sitz! – Abg. Dr. Pilz: Wuff! Wuff! – Heiterkeit.) – Bitte, Herr Abgeordneter Westenthaler.
Abg. Ing. Westenthaler: Pilz, sitz!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Herr Abgeordneter Pilz! Ich habe Ihre zwei Vorredner darauf aufmerksam gemacht, dass wir jetzt zum Bezügegesetz verhandeln. (Abg. Ing. Westenthaler: Pilz, sitz!) Ich gebe zu, dass die Frage von Parteienfinanzierungen so naheliegend ist, dass man den einen oder anderen Ausflug in diese Richtung unternehmen kann, aber jetzt sozusagen von einem Justizfall, den Sie ansprechen, auszugehen und sich ausschließlich darauf zu konzentrieren, das, glaube ich, hängt nicht mit dem Verhandlungsgegenstand zusammen. (Abg. Dr. Petrovic: Stimmt nicht: Tagesordnungspunkt 4! – Abg. Mag. Kogler: Wir sprechen auch über das Parteiengesetz! – Abg. Silhavy: Bitte, die Tagesordnung zu lesen, Herr Präsident!)
Abg. Dr. Khol: Zuerst wird so gestritten, und dann ist es einstimmig! – Abg. Ing. Westenthaler: Aber ohne Gusenbauer!
Da nur dieser eine Antrag vorliegt, lasse ich sogleich über den Gesetzentwurf samt Titel und Eingang in 380 der Beilagen in der Fassung des Abänderungsantrages der Abgeordneten Mag. Frieser, Dr. Krüger und Genossen abstimmen, und ich ersuche jene Damen und Herren, die dafür sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Ich stelle die Einstimmigkeit fest. Damit ist der Antrag angenommen. (Abg. Dr. Khol: Zuerst wird so gestritten, und dann ist es einstimmig! – Abg. Ing. Westenthaler: Aber ohne Gusenbauer!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber ohne Gusenbauer, weil der fehlt wieder!
Ich bitte jene Damen und Herren, die auch in dritter Lesung für den vorliegenden Gesetzentwurf sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist ebenfalls einstimmig. Der Gesetzentwurf ist somit auch in dritter Lesung angenommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber ohne Gusenbauer, weil der fehlt wieder!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie die Jugendsprecherin der SPÖ?
Abgeordnete Dr. Ilse Mertel (SPÖ): Herr Bundesminister! Herr Präsident! Hohes Haus! (Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie die Jugendsprecherin der SPÖ?) Der Herr Westfal meldet sich wieder zu Wort. Jedes Mal, wenn ich mich herstelle, spricht mich der Herr Westfal an. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind die Jungendsprecherin der SPÖ?) Oder heißt er Westerwelle?! Nein, "Westerwelle" ist kultivierter, aber es muss ein deutscher Name sein.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind die Jungendsprecherin der SPÖ?
Abgeordnete Dr. Ilse Mertel (SPÖ): Herr Bundesminister! Herr Präsident! Hohes Haus! (Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie die Jugendsprecherin der SPÖ?) Der Herr Westfal meldet sich wieder zu Wort. Jedes Mal, wenn ich mich herstelle, spricht mich der Herr Westfal an. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind die Jungendsprecherin der SPÖ?) Oder heißt er Westerwelle?! Nein, "Westerwelle" ist kultivierter, aber es muss ein deutscher Name sein.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie geben eine so "tolle" Jugendsprecherin ab!
Abgeordnete Dr. Ilse Mertel (fortsetzend): Ein Rückblick in die Legislaturperiode zu diesem Förderungsgesetz ... (Abg. Ing. Westenthaler: Sie geben eine so "tolle" Jugendsprecherin ab!) Vielleicht heißt er Westerwald. Ein deutscher Name muss es sein. Aber Herr Klubobmann Khol hat ja in der Debatte um das Namensrecht bewiesen, wie wichtig ihm Namen sind, als er gesagt hat, das sei ein "Orchideenthema". Es spielt daher keine Rolle, ob man Westerwald, Westerwelle, Westfal oder gar Westenthaler heißt, das ist egal. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Jugend sprecherin! Herrlich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Jugend sprecherin! Herrlich!
Abgeordnete Dr. Ilse Mertel (fortsetzend): Ein Rückblick in die Legislaturperiode zu diesem Förderungsgesetz ... (Abg. Ing. Westenthaler: Sie geben eine so "tolle" Jugendsprecherin ab!) Vielleicht heißt er Westerwald. Ein deutscher Name muss es sein. Aber Herr Klubobmann Khol hat ja in der Debatte um das Namensrecht bewiesen, wie wichtig ihm Namen sind, als er gesagt hat, das sei ein "Orchideenthema". Es spielt daher keine Rolle, ob man Westerwald, Westerwelle, Westfal oder gar Westenthaler heißt, das ist egal. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Jugend sprecherin! Herrlich!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Die beste Jugendsprecherin, die ihr je hattet! Da lachen ja die Hühner!
Ich möchte gerne zur Entwicklung dieser beiden Gesetze, zum Jugendförderungs- und zum Jugendvertretungsgesetz, etwas sagen. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Die beste Jugendsprecherin, die ihr je hattet! Da lachen ja die Hühner!) Ein kurzer Rückblick in die Legislaturperiode: Die wichtigen Vorarbeiten zu diesem Gesetz wurden hier im Hohen Hause geleistet. Die Jugendförderung ist seit Jahren ein Streitpunkt. Die Mittel dafür wurden bisher nach dem so genannten Bundesjugendplan vergeben.
Sitzung Nr. 47
Abg. Ing. Westenthaler: Was war das jetzt? Ich habe heute noch gar nicht gesprochen!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Abgeordneter Khol hat im Prinzip Recht. Allerdings bin ich unter anderem aus folgendem Grund zurückhaltend: Als ich zum Beispiel den Klubobmann der Freiheitlichen gebeten habe, zur Sache zu sprechen, lautete seine Antwort: Das wollen Sie da oben nicht hören, Herr Präsident! – Daran kann ich mich noch erinnern. (Abg. Ing. Westenthaler: Was war das jetzt? Ich habe heute noch gar nicht gesprochen!) Das war vor sechs Wochen, und mein Gedächtnis reicht so lange zurück, Herr Kollege. – Herr Dr. Khol und ich haben uns über diese Frage nachher noch unterhalten.
Abg. Ing. Westenthaler: Das war die falsche Einleitung, Herr Kollege!
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (SPÖ): Herr Präsident! Mitglieder der Bundesregierung, der Volksanwaltschaft und des Rechnungshofes! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Was haben wir uns von der heutigen Budgetdebatte zu erwarten? – Es ist davon auszugehen, dass die Vertreter der Regierungsparteien – allen voran Herr Stummvoll – wieder herauskommen und in bekannter Lautstärke sagen werden: Es ist ein derartiger Scherbenhaufen und ein derartiger Schuldenberg hinterlassen worden (demonstrativer Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP – Abg. Dr. Partik-Pablé: Endlich sagen Sie die Wahrheit!), dass alle dramatischen Maßnahmen, die in diesem Budget vorgesehen sind, gerechtfertigt sind. (Lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Das ist die Ansage, die wir von den Regierungsparteien zu erwarten haben (anhaltende Zwischenrufe – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen), und daher ... (Abg. Ing. Westenthaler: Das war die falsche Einleitung, Herr Kollege!) Sie
Abg. Haigermoser: Suchst du einen Posten? – Abg. Ing. Westenthaler: Kollege Gusenbauer, suchen Sie schon einen Job?
Herr Bundeskanzler! Ich weiß nicht, ob Sie sich schon einmal, ein einziges Mal der Mühe unterzogen haben, an einem Samstag die Stellenangebote der österreichischen Zeitungen zu lesen. (Abg. Haigermoser: Suchst du einen Posten? – Abg. Ing. Westenthaler: Kollege Gusenbauer, suchen Sie schon einen Job?)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Herr Einem sitzt dort hinten!
Wer war damals in erster Linie zuständig, Herr Kollege Gusenbauer? Wer? – Das waren die Verkehrsminister, wie sie alle gerade hießen bei den verschiedenen Umänderungen des Bundesministeriengesetzes. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Herr Einem sitzt dort hinten!) Klima war die längste Zeit für die Post zuständig. (Abg. Ing. Westenthaler: Einem auch! – Abg. Mag. Trattner: Streicher! Klima!) Auch Streicher, ja, dieser Bereich war meiner Erinnerung nach immer in sozialdemokratischer Hand. In den damaligen Vorkommnissen liegen die Ursachen des jetzigen Debakels.
Abg. Ing. Westenthaler: Einem auch! – Abg. Mag. Trattner: Streicher! Klima!
Wer war damals in erster Linie zuständig, Herr Kollege Gusenbauer? Wer? – Das waren die Verkehrsminister, wie sie alle gerade hießen bei den verschiedenen Umänderungen des Bundesministeriengesetzes. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Herr Einem sitzt dort hinten!) Klima war die längste Zeit für die Post zuständig. (Abg. Ing. Westenthaler: Einem auch! – Abg. Mag. Trattner: Streicher! Klima!) Auch Streicher, ja, dieser Bereich war meiner Erinnerung nach immer in sozialdemokratischer Hand. In den damaligen Vorkommnissen liegen die Ursachen des jetzigen Debakels.
Abg. Ing. Westenthaler: So weit, so gut!
Das nunmehrige Debakel ist also nicht allein die Schuld der jetzigen Bundesregierung, auch wenn man natürlich sagen könnte, das hätten der Herr Finanzminister und die Herren ÖIAG-Vorstände und -Aufsichtsräte und so weiter und so fort ja wissen müssen, dass das in der aktuellen Situation schief gehen muss. Noch vor einem halben Jahr wäre es wahrscheinlich anders gewesen. Aber jetzt? – Ich konnte nicht umhin, auf diese alten Geschichten zurückzukommen. (Abg. Ing. Westenthaler: So weit, so gut!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wieso?
Generell, Herr Kollege Khol, Herr Kollege Westenthaler, und insbesondere Herr Minister Grasser, wäre es viel leichter, sich sachlich über das Budget auseinander zu setzen, wenn wir uns wenigstens über die Zahlen und Fakten einigen könnten. Und das können wir offensichtlich nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso?) Wenn wir wenigstens die Fakten und Zahlen außer Streit stellen könnten, würden wir uns über deren Bewertung streiten, was viel sinnvoller wäre (Abg. Ing. Westenthaler: Das Nulldefizit!), auch über die Richtigkeit des Nulldefizits. Geschenkt! Ein genialer Marketing-Schachzug, das ist überhaupt keine Frage. (Abg. Ing. Westenthaler: Realität!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das Nulldefizit!
Generell, Herr Kollege Khol, Herr Kollege Westenthaler, und insbesondere Herr Minister Grasser, wäre es viel leichter, sich sachlich über das Budget auseinander zu setzen, wenn wir uns wenigstens über die Zahlen und Fakten einigen könnten. Und das können wir offensichtlich nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso?) Wenn wir wenigstens die Fakten und Zahlen außer Streit stellen könnten, würden wir uns über deren Bewertung streiten, was viel sinnvoller wäre (Abg. Ing. Westenthaler: Das Nulldefizit!), auch über die Richtigkeit des Nulldefizits. Geschenkt! Ein genialer Marketing-Schachzug, das ist überhaupt keine Frage. (Abg. Ing. Westenthaler: Realität!)
Abg. Ing. Westenthaler: Realität!
Generell, Herr Kollege Khol, Herr Kollege Westenthaler, und insbesondere Herr Minister Grasser, wäre es viel leichter, sich sachlich über das Budget auseinander zu setzen, wenn wir uns wenigstens über die Zahlen und Fakten einigen könnten. Und das können wir offensichtlich nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso?) Wenn wir wenigstens die Fakten und Zahlen außer Streit stellen könnten, würden wir uns über deren Bewertung streiten, was viel sinnvoller wäre (Abg. Ing. Westenthaler: Das Nulldefizit!), auch über die Richtigkeit des Nulldefizits. Geschenkt! Ein genialer Marketing-Schachzug, das ist überhaupt keine Frage. (Abg. Ing. Westenthaler: Realität!)
Abg. Ing. Westenthaler: Prozentuell nicht belastet!
Sie haben behauptet – "einkommensteuerlich" hat der Finanzminister gesagt, "insgesamt" hat die Frau Vizekanzlerin gesagt –, jedenfalls haben Sie alle behauptet, dass Einkommen unter 30 000 S brutto nicht belastet werden. Das ist ja offenkundig falsch! (Abg. Ing. Westenthaler: Prozentuell nicht belastet!) Siehe Arbeitnehmerabsetzbetrag, die Endabfertigungs-Ansprüche und so weiter. (Abg. Ing. Westenthaler: Beim Arbeitnehmerabsetzbetrag ändert sich nichts!) Sowohl einkommensteuerlich als auch bei der Arbeitslosenunterstützung: alle unter 30 000 S kommen dran.
Abg. Ing. Westenthaler: Beim Arbeitnehmerabsetzbetrag ändert sich nichts!
Sie haben behauptet – "einkommensteuerlich" hat der Finanzminister gesagt, "insgesamt" hat die Frau Vizekanzlerin gesagt –, jedenfalls haben Sie alle behauptet, dass Einkommen unter 30 000 S brutto nicht belastet werden. Das ist ja offenkundig falsch! (Abg. Ing. Westenthaler: Prozentuell nicht belastet!) Siehe Arbeitnehmerabsetzbetrag, die Endabfertigungs-Ansprüche und so weiter. (Abg. Ing. Westenthaler: Beim Arbeitnehmerabsetzbetrag ändert sich nichts!) Sowohl einkommensteuerlich als auch bei der Arbeitslosenunterstützung: alle unter 30 000 S kommen dran.
Abg. Ing. Westenthaler: Nicht immer! Auch nicht alles wahr!
Beharrlich behaupten Sie, sowohl in der "Kronen-Zeitung" also auch sonst wo, dass das zu zwei Dritteln ausgabenseitig erfolgt und zu einem Drittel einnahmenseitig. – In Wirklichkeit ist es genau umgekehrt. Wenn Sie mir nicht glauben, den Arbeiterkammerstellungnahmen nicht glauben und Herrn Gusenbauer natürlich sowieso nicht glauben, so werden Sie vielleicht der EU-Kommission doch hin und wieder glauben. Oder nicht? (Abg. Ing. Westenthaler: Nicht immer! Auch nicht alles wahr!) – Nicht immer. Sie suchen es sich halt aus, was Sie glauben oder nicht.
Abg. Ing. Westenthaler: Für den Cap übersetzen, bitte! – Abg. Dr. Cap: Für den Westenthaler auf Tschechisch! – Abg. Ing. Westenthaler: Das war englisch!
Die EU-Kommission schreibt: More than two thirds are revenue side measures. (Abg. Dr. Cap: Übersetzen!) – Mehr als zwei Drittel sind einnahmenseitige Maßnahmen. Das ist ja auch unbestreitbar. (Abg. Ing. Westenthaler: Für den Cap übersetzen, bitte! – Abg. Dr. Cap: Für den Westenthaler auf Tschechisch! – Abg. Ing. Westenthaler: Das war englisch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Es stimmt nicht alles, was in der Zeitung steht!
Mit Bildung wäre es übrigens auch falsch. Es geht sich trotzdem nicht aus. (Abg. Ing. Westenthaler: Es stimmt nicht alles, was in der Zeitung steht!) – Okay, die Journalisten sind wieder einmal schuld, die haben nichts verstanden – nicht einmal der arme Kollege von der "Presse". Ich kann ihm ja wirklich keinen Vorwurf machen bei diesen divergierenden Angaben. (Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht war es ein Druckfehler!)
Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht war es ein Druckfehler!
Mit Bildung wäre es übrigens auch falsch. Es geht sich trotzdem nicht aus. (Abg. Ing. Westenthaler: Es stimmt nicht alles, was in der Zeitung steht!) – Okay, die Journalisten sind wieder einmal schuld, die haben nichts verstanden – nicht einmal der arme Kollege von der "Presse". Ich kann ihm ja wirklich keinen Vorwurf machen bei diesen divergierenden Angaben. (Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht war es ein Druckfehler!)
Abg. Mag. Trattner: Bei welchen Unternehmen waren Sie da? – Abg. Ing. Westenthaler: Bei wem waren Sie da?
Aber mehrfach habe ich von Leuten gehört: Wenn das so weitergeht, dann werden nicht die dort – nämlich die Leute in den Beitrittsländern – Probleme haben, sondern wir hier! Die bereiten sich viel besser vor. (Abg. Mag. Trattner: Bei welchen Unternehmen waren Sie da? – Abg. Ing. Westenthaler: Bei wem waren Sie da?)
Abg. Mag. Trattner: Schon im Burgenland? – Abg. Ing. Westenthaler: Nicht über der Grenze?
In Ungarn ist es selbstverständlich, dass die Leute Ungarisch – no na! –, Englisch und Deutsch können. (Abg. Mag. Trattner: Schon im Burgenland? – Abg. Ing. Westenthaler: Nicht über der Grenze?) Wie viele Leute können bei uns Ungarisch oder Slowenisch oder Tschechisch? Was haben wir in der Vergangenheit getan, um die Dreisprachigkeit in Österreich zu fördern? Und was tun wir jetzt?
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Osten wird uns nicht aufnehmen!
Das mehrsprachige Radio im Burgenland haben Sie "abgedreht". Die paar Tausend Schilling, die dafür im Jahr notwendig waren, waren Ihnen zu viel. Aber es geht ja nicht – wie Sie vielleicht glauben – nur um Radiogeschichten, sondern um Sprachkenntnisse, um komparative Vor- und Nachteile! Wenn wir in diesem Land so weitermachen, dann werden wir Probleme bei der EU-Erweiterung haben, nicht unsere Nachbarländer! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Osten wird uns nicht aufnehmen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind schon wieder beim Vorverurteilen!
Weil Sie, Herr Westenthaler, in Blickrichtung auf den Parteivorsitzenden der Sozialdemokratischen Partei gemeint haben, wir hätten Demokratie nicht verstanden (Abg. Böhacker: Da hat er Recht!), sage ich Ihnen: Wenn Minister in die Spitzelaffäre verwickelt sind und kein Rücktritt erfolgt, dann haben Sie Demokratie nicht verstanden! Wenn ein Minister in illegale Geldbeschaffung involviert ist und nicht zurücktritt, hat er Demokratie nicht verstanden. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind schon wieder beim Vorverurteilen!) Wenn eine Regierungspartei Ermittler unter Druck setzt und kein Rücktritt erfolgt, dann ist Demokratie nicht verstanden worden, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Schon wieder Vorverurteilung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Schon wieder Vorverurteilung!
Weil Sie, Herr Westenthaler, in Blickrichtung auf den Parteivorsitzenden der Sozialdemokratischen Partei gemeint haben, wir hätten Demokratie nicht verstanden (Abg. Böhacker: Da hat er Recht!), sage ich Ihnen: Wenn Minister in die Spitzelaffäre verwickelt sind und kein Rücktritt erfolgt, dann haben Sie Demokratie nicht verstanden! Wenn ein Minister in illegale Geldbeschaffung involviert ist und nicht zurücktritt, hat er Demokratie nicht verstanden. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind schon wieder beim Vorverurteilen!) Wenn eine Regierungspartei Ermittler unter Druck setzt und kein Rücktritt erfolgt, dann ist Demokratie nicht verstanden worden, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Schon wieder Vorverurteilung!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Khol –: Fällt dir auf, dass Edlinger immer mehr Applaus bekommt als Gusenbauer?
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Trattner. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Khol –: Fällt dir auf, dass Edlinger immer mehr Applaus bekommt als Gusenbauer?)
Abg. Dietachmayr: Ihre Partei hat dagegen gestimmt! – Abg. Ing. Westenthaler: Die Wahrheit tut weh!
Um eines davon zu nennen (Abg. Dietachmayr: Zum zwanzigsten Mal sagen Sie das falsch!): Der Mann verdient 26 000 S brutto im Monat, die Frau 18 000 S brutto, ein Kind unter zehn Jahren. Diese Familie hat gegenüber 1999 – alte Bundesregierung, in Ihrer Zeit – im Jahr 2001 – alle Maßnahmen greifen, neue Bundesregierung – 6 320 S netto mehr in der Brieftasche. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Das ist die soziale Handschrift dieser österreichischen Bundesregierung. (Abg. Dietachmayr: Ihre Partei hat dagegen gestimmt! – Abg. Ing. Westenthaler: Die Wahrheit tut weh!) – Es tut immer weh, wenn man hört, wie sozial etwas möglich ist, es aber in der Vergangenheit nie gelungen ist, eine ähnliche Konsolidierungsqualität zu erreichen.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Alptraum! – Abg. Schwarzenberger: Das wäre ein Gruselkabinett!
Was wäre denn die Alternative zu dieser demokratisch gewählten Regierung gewesen, meine Damen und Herren? – Ein Bundeskanzler Gusenbauer, eine Vizekanzler Van der Bellen, ein Finanzminister Edlinger, ein Innenminister Peter Pilz, eine Außenministerin Petrovic. (Abg. Dr. Krüger: Hör auf!) – Gute Nacht, meine Damen und Herren! Auf ein derartiges Kabinett kann Österreich wirklich verzichten! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Alptraum! – Abg. Schwarzenberger: Das wäre ein Gruselkabinett!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Unterschied ist, dass die Sekten Geld haben!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächste Rednerin zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Binder. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 6 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Unterschied ist, dass die Sekten Geld haben!)
Abg. Schwarzenberger: Es wird an Vieh seit 1990 nicht mehr verfüttert! – Abg. Ing. Westenthaler: Woher wissen Sie das?
Das sind eigentlich Vorschläge, wo man an die Adresse der Grünen gerichtet fast sagen müsste: Das sind No-na-Forderungen, das ist eine Minimalforderung. Ich verstehe nicht, warum diese Bundesregierung ein derart logisches, überhaupt nicht überzogenes Programm so vehement von sich weist. Wie gesagt, ich kann es mittlerweile wirklich nur mehr mit der Vertretung von Lobbyinteressen erklären. Es scheinen manche Großviehbarone in Ihrer Partei so viel Macht zu haben, dass sie, wie gesagt, auch einen Kanzler dazu bringen, beim ORF-Generalintendanten zu intervenieren, dass es möglich ist, dass diese Berichte nicht an die Öffentlichkeit kommen, bis sie nicht mehr zurückzuhalten sind. (Abg. Schwarzenberger: Es wird an Vieh seit 1990 nicht mehr verfüttert! – Abg. Ing. Westenthaler: Woher wissen Sie das?)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Das ist Ihr Gütesiegel! Das ist Ihr Werk!
Wo, glauben Sie, ist dieses Kalb gewachsen? (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Das ist Ihr Gütesiegel! Das ist Ihr Werk!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Frau Kollegin Prammer! Waren nicht Sie zuständig dafür?!
Das ist wirklich nicht in Ordnung. Da wird der Konsument getäuscht, und das ist auch zum großen Schaden für unsere Bauern. Sie haben es niemals geschafft, dass mit dieser Konsumententäuschung Schluss gemacht wird. Wir haben es mit diesem heutigen Antrag geschafft, und ich hoffe, dass er möglichst rasch umgesetzt wird. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Frau Kollegin Prammer! Waren nicht Sie zuständig dafür?!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist wichtig!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Kollege Auer! Entschuldigen Sie, ich habe etwas vergessen. Ich muss bekannt geben, dass der Entschließungsantrag der Kollegin Achatz ordnungsgemäß eingebracht worden ist und mit in Verhandlung steht. – Bitte um Entschuldigung! (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist wichtig!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ und Grüne –: Aha, gegen Tiermehlverbot!
Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ und Grüne –: Aha, gegen Tiermehlverbot!) – Das ist die Mehrheit und damit angenommen. (E 48.)
Abg. Ing. Westenthaler: War schon! Wieder mal zu spät!
Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. (Rufe bei der SPÖ – in Richtung Freiheitliche –: Na jetzt!) – Das ist die Minderheit und damit abgelehnt. (Abg. Ing. Westenthaler: War schon! Wieder mal zu spät!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber über das Budget stimmen wir schon ab?!
Ich glaube, es ist eine fatale Geschichte, Lebensmittel oder Grundbedürfnisse gegen Kulturgüter auszuspielen. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber über das Budget stimmen wir schon ab?!) Ich bezeichne Kulturgüter als Über lebensmittel, und es wäre notwendig, sich dafür genauso einzusetzen wie für andere Vorhaben, die in diesem Staat genauso wichtig sind. Kunst und Kultur auszulassen, bedeutet, einen Teil der geistigen Nahrung und der geistigen Intellektualität dieses Landes zu verhindern. (Abg. Ing. Westenthaler: Zickzack!) Dass Ihnen das nichts ausmacht, ist mir bewusst, denn das sagen Sie in allen Ihren Diskussionsbeiträgen. Sie sind bereit, das auch zuzugeben. Und die Naivität ist Ihr Leitbild in der intellektuellen Auseinandersetzung über den Kulturbereich.
Abg. Ing. Westenthaler: Zickzack!
Ich glaube, es ist eine fatale Geschichte, Lebensmittel oder Grundbedürfnisse gegen Kulturgüter auszuspielen. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber über das Budget stimmen wir schon ab?!) Ich bezeichne Kulturgüter als Über lebensmittel, und es wäre notwendig, sich dafür genauso einzusetzen wie für andere Vorhaben, die in diesem Staat genauso wichtig sind. Kunst und Kultur auszulassen, bedeutet, einen Teil der geistigen Nahrung und der geistigen Intellektualität dieses Landes zu verhindern. (Abg. Ing. Westenthaler: Zickzack!) Dass Ihnen das nichts ausmacht, ist mir bewusst, denn das sagen Sie in allen Ihren Diskussionsbeiträgen. Sie sind bereit, das auch zuzugeben. Und die Naivität ist Ihr Leitbild in der intellektuellen Auseinandersetzung über den Kulturbereich.
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Das ist eine politische Wertung! Das ist keine Tatsachenbehauptung!
Abgeordneter Dr. Caspar Einem (SPÖ): Herr Präsident! Herr Präsident des Rechnungshofes! Meine Herren Staatssekretäre! Herr Volksanwalt! Frau Abgeordnete Hartinger hat soeben behauptet, die Freiheitlichen hätten es früher bei Diskussionen über Rechnungshofberichte leicht gehabt, weil sich die Mitglieder der früheren Bundesregierung überhaupt nicht um die Stellungnahmen und Empfehlungen des Rechnungshofes gekümmert hätten. – Diese Tatsachenbehauptung ist falsch! (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Das ist eine politische Wertung! Das ist keine Tatsachenbehauptung!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Er wird es nie lernen! Unerhört! – Abg. Ing. Westenthaler: Wir werden ein eigenes Seminar für den Herrn Abgeordneten Einem machen!
Richtig ist, dass ich mich als früheres Bundesregierungsmitglied sehr wohl um diese Fragen angenommen und versucht habe, die Empfehlungen zu befolgen, und dass Sie es nur deshalb leicht hatten, weil Sie auf Tatsachenfeststellungen nie besonderen Wert gelegt haben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Er wird es nie lernen! Unerhört! – Abg. Ing. Westenthaler: Wir werden ein eigenes Seminar für den Herrn Abgeordneten Einem machen!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir lösen den Pendl auf!
Kollege Pendl! Ich möchte etwas richtigstellen, was Sie immer wieder sagen, und zwar betreffend das Personal in meinem Ministerium, obwohl Sie schon lange wissen, dass es nicht stimmt: Ich habe im Ausschuss wiederholt genau dargelegt, dass Ihre Behauptungen nicht stimmen, dass wir keine Aufblähung des Apparates vorgenommen haben, dass vielmehr mein Präsidium mit Abstand das kleinste ist Natürlich haben wir – das wissen Sie auch genau, trotzdem möchte ich es hier auch einmal feststellen – nicht die kleinste Sektion im Bundesdienst. Die kleinste Sektion gibt es in dem Bereich, in dem Sie Gewerkschaftsvertreter sind, aber da stört es Sie interessanterweise nicht, denn da geht es ja um Ihre Mitarbeiter, die Sie gewerkschaftlich vertreten. Da gibt es eine Sektion mit sechs Mitarbeitern und vier Abteilungen. – Wenn Sie also dafür sind, dass solche kleinen Einheiten aufgelöst werden, dann fangen Sie einmal in dem Bereich an, in dem Sie zuständig sind! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir lösen den Pendl auf!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt bin ich gespannt!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Grabner. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt bin ich gespannt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das hoffen wir auch!
Meine Damen und Herren! Unter den sozialdemokratischen Bundeskanzlern Vranitzky und Klima erhielt St. Anton den Zuschlag für die Ski-WM 2001, die sicherlich den Tourismus am Arlberg belebt und wirtschaftlich stärkt sowie eine Verbesserung der Infrastruktur des Ortes zur Folge hat. Ich hoffe, dass wir viele, viele Medaillen für Österreich gewinnen werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Das hoffen wir auch!)
Beifall bei der SPÖ. – Oje-Rufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Neudeck: Der Schlusssatz war nicht gut! – Abg. Grabner – auf dem Weg zu seinem Sitzplatz –: ... würde den Elfer vom Fünfer schießen, das wäre die Treffsicherheit dieser Regierung! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Schlusssatz hat alles zusammengehauen! – Abg. Dr. Martin Graf: Das war der politisch korrekte Schlusssatz!
Meine Damen und Herren! Wir wollen keinen Staatssport, sondern die Möglichkeit zur sportlichen Betätigung für jeden Bürger in Österreich. (Beifall bei der SPÖ.) Wir Sozialdemokraten waren und sind schon wegen unserer Geschichte und unserer gesellschaftspolitischen Einstellung dafür die Garanten. Ob die derzeitige Regierung dies ebenfalls von sich behaupten kann, bezweifle ich. (Beifall bei der SPÖ. – Oje-Rufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Neudeck: Der Schlusssatz war nicht gut! – Abg. Grabner – auf dem Weg zu seinem Sitzplatz –: ... würde den Elfer vom Fünfer schießen, das wäre die Treffsicherheit dieser Regierung! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Schlusssatz hat alles zusammengehauen! – Abg. Dr. Martin Graf: Das war der politisch korrekte Schlusssatz!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Grabner –: Sich um die Zeit so aufregen, ist ungesund!
Zu Herrn Grabner hätte ich auch einiges zu sagen. Wir haben die ehrenamtlichen Funktionäre auch nie in Frage gestellt. (Abg. Grabner: Aber dann sag’s ihnen, wie sie’s immer lächerlich nehmen! – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Sie werden nicht lächerlich gemacht, Herr Grabner. Es sind genug Diskussionen geführt worden – danke, okay. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Grabner –: Sich um die Zeit so aufregen, ist ungesund!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Klatscht ihr nicht? – Abg. Mag. Trattner – in Richtung des Abg. Grabner –: Noldi, jetzt hast du mich enttäuscht!
Die Aufwertung haben Sie auch schon angesprochen, Herr Grabner – es spricht überhaupt nichts dagegen. Mir hat es sowieso sehr gefallen, dass auch andere Fraktionen bei Ihnen geklatscht haben. Das war sehr löblich, und man sieht – wie wir es auch im Sportausschuss diskutiert haben –, dass es im Sport rein um das Image des Sportes und das Wohl der Bevölkerung geht und dass Parteipolitik in diesem Ressort sehr, sehr wenig verloren hat. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Klatscht ihr nicht? – Abg. Mag. Trattner – in Richtung des Abg. Grabner –: Noldi, jetzt hast du mich enttäuscht!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wieder zu spät! Bei Wittmann verstehe ich, dass er zu spät kommt! Bei Grabner verstehe ich das nicht!
Ich möchte zuletzt etwas zum Entschließungsantrag der Abgeordneten Grabner und Dr. Wittmann sagen. Dieser Antrag wird von uns keine Unterstützung bekommen, da eine diesbezügliche Vorlage bereits großzügig erledigt wurde. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wieder zu spät! Bei Wittmann verstehe ich, dass er zu spät kommt! Bei Grabner verstehe ich das nicht!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Einmaleins des Föderalismus!
Dass das nicht in meiner Kompetenz liegt, wissen Sie selbstverständlich auch, weil die Wetten Ländersache sind. Ich möchte Sie daher sehr dringend ersuchen, in Ihren jeweiligen Bundesländern bei den dort Verantwortlichen – so wie auch ich – immer wieder darauf hinzuwirken, dass diesbezüglich etwas unternommen wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Einmaleins des Föderalismus!)
Abg. Ing. Westenthaler: Auf das bin ich jetzt gespannt!
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Meine Damen und Herren! Ich berichtige (Abg. Ing. Westenthaler: Auf das bin ich jetzt gespannt!): Kollege Schweitzer hat behauptet, dass die SPÖ vier Jahre lang im Zusammenhang mit dem Biken auf Forstwegen nichts zustande gebracht hätte. (Abg. Dr. Stummvoll: Dass es Pech war!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die österreichische Fahne wollten sie uns nehmen!
Im Rahmen dieser Debatte ist unter anderem an die Adresse der Gewerkschaften (Abg. Haigermoser: Arthur Schnitzler ...!) das Wort "Wir warnen Sie, dieses oder jenes zu tun" gefallen. (Widerspruch bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Bitte, es ist dort in den Gremien etwas entweder beschlossen oder nicht, aber ich gehe davon aus, dass diejenigen, die Mitglieder dieser Organisation sind (Abg. Ing. Westenthaler: Die österreichische Fahne wollten sie uns nehmen!), wissen werden, wie sie sich dort zu verhalten haben oder welche Rechtsschutzmechanismen sie genießen können. (Abg. Ing. Westenthaler: Die österreichische Fahne wollte man vom Parlament nehmen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Die österreichische Fahne wollte man vom Parlament nehmen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Im Rahmen dieser Debatte ist unter anderem an die Adresse der Gewerkschaften (Abg. Haigermoser: Arthur Schnitzler ...!) das Wort "Wir warnen Sie, dieses oder jenes zu tun" gefallen. (Widerspruch bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Bitte, es ist dort in den Gremien etwas entweder beschlossen oder nicht, aber ich gehe davon aus, dass diejenigen, die Mitglieder dieser Organisation sind (Abg. Ing. Westenthaler: Die österreichische Fahne wollten sie uns nehmen!), wissen werden, wie sie sich dort zu verhalten haben oder welche Rechtsschutzmechanismen sie genießen können. (Abg. Ing. Westenthaler: Die österreichische Fahne wollte man vom Parlament nehmen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Wenn die Autos vor dem Parlament beschädigt werden, dann geht es zu weit! – Abg. Ing. Westenthaler: Die österreichische Fahne wollten sie uns nehmen! – Weitere Zwischenrufe.
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (fortsetzend): Das ist eine Verteidigung des Demonstrationsrechtes. Es herrscht in diesem Hause, hoffe ich, Übereinstimmung darüber, dass Delikte jeder Art nicht zu dulden sind. Aber das hat nichts zu tun mit den Donnerstags-Demonstrationen unter Ausübung des Demonstrationsrechtes. (Abg. Haigermoser: Freilich!) Das werden Sie den Menschen in diesem Land nicht einschränken und nicht verhindern können, auch wenn Sie das noch so sehr wollen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Wenn die Autos vor dem Parlament beschädigt werden, dann geht es zu weit! – Abg. Ing. Westenthaler: Die österreichische Fahne wollten sie uns nehmen! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Haigermoser: Jetzt taucht er auf! – Abg. Ing. Westenthaler: Den ganzen Tag sind Sie nicht da! Dann kommen Sie ...! – Weitere Zwischenrufe. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Bitte, Herr Abgeordneter Verzetnitsch. (Abg. Haigermoser: Jetzt taucht er auf! – Abg. Ing. Westenthaler: Den ganzen Tag sind Sie nicht da! Dann kommen Sie ...! – Weitere Zwischenrufe. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Gott sei Dank!
Meine Damen und Herren! Genauso klar und deutlich ist es auch hier ausgesprochen worden, nicht zum ersten Mal und wahrscheinlich auch nicht zum letzten Mal, denn Sie wollen es ja nicht hören: Der ÖGB bestimmt auch nicht die Bundesregierung, die hier sitzt. Das ist der Wähler, das sind die politischen Parteien. (Abg. Ing. Westenthaler: Gott sei Dank!)
Abg. Ing. Westenthaler: Einstimmige Beschlüsse gibt es hier auch!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bin stolz darauf, dass es im ÖGB, seit es diesen gibt, in wirklich wichtigen Fragen, ob diese wirtschaftlicher oder sozialer Art sind oder ob es um kollektivvertragliche Verhandlungen geht, jeweils einstimmige Beschlüsse gibt – auch wenn Ihnen das nicht passt! Es gibt einstimmige Beschlüsse unter Teilnahme der Vertreter der christlichen Fraktion und der freiheitlichen Arbeitnehmer. (Abg. Ing. Westenthaler: Einstimmige Beschlüsse gibt es hier auch!) Das passt einfach nicht in Ihr Konzept. Und ich bin auch stolz darauf, dass es auch für die Menschenkette am 5. Dezember einstimmige Beschlüsse gibt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie tragen die Verantwortung für diese Aktion!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie tragen die Verantwortung für diese Aktion!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bin stolz darauf, dass es im ÖGB, seit es diesen gibt, in wirklich wichtigen Fragen, ob diese wirtschaftlicher oder sozialer Art sind oder ob es um kollektivvertragliche Verhandlungen geht, jeweils einstimmige Beschlüsse gibt – auch wenn Ihnen das nicht passt! Es gibt einstimmige Beschlüsse unter Teilnahme der Vertreter der christlichen Fraktion und der freiheitlichen Arbeitnehmer. (Abg. Ing. Westenthaler: Einstimmige Beschlüsse gibt es hier auch!) Das passt einfach nicht in Ihr Konzept. Und ich bin auch stolz darauf, dass es auch für die Menschenkette am 5. Dezember einstimmige Beschlüsse gibt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie tragen die Verantwortung für diese Aktion!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie waren nicht da!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich gewinne immer mehr den Eindruck, dass Sie linientreue Faserschmeichler wollen: Dafür stehen wir nicht zur Verfügung! Wenn Sie in der Öffentlichkeit inserieren, dass drei Viertel der Österreicherinnen und Österreicher nicht betroffen sind, vor allem jene nicht, die unter 30 000 S verdienen, dann schauen Sie sich die Realität an, die Sie vergangene Woche selbst beschlossen haben! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie waren nicht da!) Sie wissen, warum ich nicht da war.
Sitzung Nr. 48
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Eine Lehrstunde für Frau Lichtenberger!
Es ist ein Silberstreifen am Horizont. Die Umsetzung des Bekenntnisses, das wir auch im Regierungsprogramm verankert haben, nämlich für unsere Sicherheit etwas zu tun, ist absehbar. Aber ich sage auch hier sehr deutlich: Auf Grund der schwierigen Budgetsituation, die wir übernommen haben, sind leider viele Punkte, die wir uns vorgenommen haben, im nächsten Jahr noch nicht durchsetzbar. Aber – und das sage ich auch ganz klar – diese Bundesregierung hat sich dazu bekannt, die Sicherheit dieses Landes und damit die österreichische Landesverteidigung ernst zu nehmen. Und diesem Bekenntnis werden, davon bin ich überzeugt, in den nächsten Jahren auch noch Taten folgen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Eine Lehrstunde für Frau Lichtenberger!)
Abg. Ing. Westenthaler: Hat der Herr Edlinger gesagt, dass wir Schweine sind?
Meine Damen und Herren! Weil Sie sich von Tiervergleichen so angesprochen fühlen, Sie sich missachtet fühlen, Herr Kollege Graf: Es waren nicht die Abgeordneten von den Sozialdemokraten, nicht die Abgeordneten von den Grünen, die dem damaligen Klubobmann Stadler den "Dobermann" in den Mund gelegt haben (Abg. Ing. Westenthaler: Hat der Herr Edlinger gesagt, dass wir Schweine sind?), sondern es war Herr Stadler selbst, der gesagt hat: Ich bin der Dobermann! – Ja, so war es! Sie können das im Protokoll nachlesen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Herr Edlinger macht Schweine-Vergleiche!
Wundern Sie sich nicht, dass Sie Hundevergleiche dann auch an anderer Stelle präsentiert bekommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Herr Edlinger macht Schweine-Vergleiche!) Wundert Sie das in dem Zusammenhang, da sich doch Herr Kabas vor mehreren Monaten mit seiner unsäglichen Äußerung zum "Lump"-Bundespräsidenten und der teilweisen verbalen Rücknahme
Abg. Ing. Westenthaler: Auf Zuruf funktioniert das Parlament nicht!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als Nächster (Abg. Öllinger: Erwiderung!) zu Wort gemeldet ... (Abg. Ing. Westenthaler: Auf Zuruf funktioniert das Parlament nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber keine persönliche Erwiderung!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Frau Abgeordnete Partik-Pablé! Sie haben in Ihrer tatsächlichen Berichtigung etwas berichtigt, was nicht zu berichtigen war (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber keine persönliche Erwiderung!), denn Sie haben mir unterstellt, ich hätte Herrn Haider falsch zitiert.
Abg. Ing. Westenthaler: Die "blauen Schweine" stammen von jemand anderem!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Man wollte diese Aussagen dann gleich mit anderen Tiernamen kompensieren. Ich möchte daher noch einmal festhalten: Die Bezeichnung "Königskobra" stammt aus dem April 1998, und zwar ebenfalls von besagtem Herrn Schnell. (Abg. Ing. Westenthaler: Die "blauen Schweine" stammen von jemand anderem!) Damit das auch klar gesagt ist, damit Sie den Schuldigen auch an der richtigen Stelle suchen.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Landesverteidigung?
Meine sehr geehrten Damen und Herren von der FPÖ! Sie haben durch Ihr Nein verhindert, dass dieses Parlament modernisiert wird. Es ist schon interessant, dass in den Reformstaaten die Parlamente heute schon moderner beschaffen sind als bei uns in Österreich. Sie haben das verhindert. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Landesverteidigung?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das falsche Thema!
Es wäre längst an der Zeit, dass in diesem Hause eine elektronische Abstimmungsmaschinerie kommt (Abg. Ing. Westenthaler: Das falsche Thema!) – aber das haben Sie durch Ihr Veto beeinsprucht. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.) Das ist eigentlich schlimm, auch für die
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – auf die Galerie weisend –: Es ist leider kein Journalist oben – nur einer!
Daher verlangen wir mit unserem heutigen Dringlichen Antrag – und da werden Sie ja zeigen können, ob Ihnen die Pendler ein bisschen am Herzen liegen – eine Erhöhung des Kilometergeldes um 50 Groschen und eine Erhöhung aller Pendlerpauschalen um ein Drittel! Der Finanzminister kann das locker aus dem Körberlgeld zahlen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – auf die Galerie weisend –: Es ist leider kein Journalist oben – nur einer!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wieso habt ihr das gemacht? – Abg. Mag. Trattner: Wieso habt ihr 30 Jahre lang zugeschaut?
Selbstbehalt in der Krankenversicherung – zum Beispiel auch Ambulanzgebühr –: Schon jetzt muss für private Gesundheitsausgaben das untere Einkommensdrittel 4,1 Prozent und das obere Drittel 2,4 Prozent aufwenden. (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso habt ihr das gemacht? – Abg. Mag. Trattner: Wieso habt ihr 30 Jahre lang zugeschaut?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Schlechte Argumentation! – Abg. Mag. Trattner: Fußballer-Zitate sind das! – Abg. Ing. Westenthaler: Fußballer-Zitate von Nürnberger! – Ruf bei den Freiheitlichen: Hat er seine Millionen schon gezählt? – Abg. Ing. Westenthaler: Es geht um Milliarden!
Einem Argument von Ihnen möchte ich hier auch gleich vorbauen: Der Herr Bundesminister kommt ja immer so gern mit Taferln und Ähnlichem – Sie, Herr Staatssekretär, werden das wahrscheinlich auch tun –, um uns dann vorzurechnen, dass den Menschen mehr übrig bleibt. – Da darf ich Ihnen in Erinnerung rufen, dass es ja Gott sei Dank eine Steuerreform gegeben hat, denn sonst wären Sie in einem noch größeren Argumentationsnotstand! Nur einer Steuerreform, die die Sozialdemokratie geprägt hat, gegen die Sie gestimmt haben und die wir beschlossen haben, haben Sie das zu verdanken. – Das ist die Wahrheit, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Schlechte Argumentation! – Abg. Mag. Trattner: Fußballer-Zitate sind das! – Abg. Ing. Westenthaler: Fußballer-Zitate von Nürnberger! – Ruf bei den Freiheitlichen: Hat er seine Millionen schon gezählt? – Abg. Ing. Westenthaler: Es geht um Milliarden!)
Abg. Ing. Westenthaler: Dem muss man es einfacher vorrechnen!
Hinsichtlich der Heizkosten ist die Bundesregierung davon ausgegangen, dass den sozial Bedürftigen zu helfen ist, obwohl die gestiegenen Kosten durch das Ausland verursacht werden und, wenn man extern verursachte Kosten im Inland ersetzt, immer die Gefahr besteht, dass man die Inflation antreibt. Das muss man bei dem ganzen Problem mit berücksichtigen, dass niemand etwas davon hat, wenn wir einen Kostenersatz leisten, für den wir kein Geld zur Verfügung haben. (Abg. Edlinger: Das ist ein schönes Argument und noch dazu sehr ideologisch! – Abg. Dr. Khol: Das ist für den Edlinger zu kompliziert! – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Edlinger. ) Das gilt auch nur in dem Ausmaß, in dem es intern verursacht ist. Sonst ergibt sich ein Multiplikator-Faktor – schauen Sie, was in Deutschland gemacht wird – für ein Anheizen der Inlandsinflation. (Abg. Ing. Westenthaler: Dem muss man es einfacher vorrechnen!) Wir werden den zweckgebundenen Zuschuss zu den Heizkosten, den die Länder gewähren, verdoppeln. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Haha! Um Gottes willen!
Das sind jene Menschen, die ohnedies durch Ihre Belastungen massiv betroffen sind. Diese Mär, dass jene Familien, die unter 30 000 S verdienen, gar nicht betroffen wären, die nimmt Ihnen doch niemand ab, da lachen ja die Hühner. Das ist sozusagen ohnedies gelaufen. Da können Sie 80 Millionen Schilling in eine Inszenierungskampagne stecken oder 100 Millionen. Das ist insgesamt das Problem dieser Bundesregierung: Im Mittelpunkt stehen Belasten, Abcashen, Inszenieren. Das unterscheidet Sie von uns. Bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt sowie Problemlösungen für die Leute, die nicht über ein solches Einkommen verfügen, wie Sie es beziehen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Haha! Um Gottes willen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das mit Ihrer Miete? 56 S pro Quadratmeter! Sehr wenig!
Sie treffen damit Mieterinnen und Mieter, vor allem von Wohnungen, in denen man auf Heizöl angewiesen ist. Diese treffen Sie ohnedies mit Ihren massiven Verschlechterungen im Mietwohnungsbereich, mit Ihren Verunsicherungen und Erhöhungen bei Mieten. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das mit Ihrer Miete? 56 S pro Quadratmeter! Sehr wenig!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Miete haben Sie uns nicht erklärt! 56 S pro Quadratmeter!
Ich fordere Sie auf, dem Antrag auf generelle Erhöhung der Pendlerpauschale um ein Drittel, auf Erhöhung des Kilometergeldes um 50 Groschen und Gewährung eines Heizkostenzuschusses von zumindest 500 S monatlich für alle, die ein Einkommen von unter 12 000 S in diesem Land beziehen, zuzustimmen. (Abg. Gradwohl: Hilflosenzuschuss!) Wenn Sie diesem Antrag nicht zustimmen, dann bestätigt das eigentlich Ihre Politik: eine sehr asoziale Politik und vor allem eine Politik der sozialen Inkompetenz. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Miete haben Sie uns nicht erklärt! 56 S pro Quadratmeter!)
Rufe bei den Freiheitlichen: Oho! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Edlinger wollte die Autofahrer schröpfen! Gott sei Dank gibt es den Edlinger nicht mehr!
Herr Ex-Minister Edlinger! Ich bin mir sicher, dass Sie dieses rosarote Papier kennen – das waren noch rosarote Zeiten. Damals haben Sie gesagt, es muss zu einer Erhöhung der MÖSt kommen, und zwar zum frühestmöglichen Zeitpunkt des Jahres 2000: und zwar für Benzin um 60 Groschen pro Liter, für Diesel um 50 Groschen pro Liter – Mehraufkommen von 2 Milliarden für den Finanzminister; mit Wirksamkeit ab dem Jahr 2001 wird als nächster Schritt die MÖSt für Benzin um weitere 40 Groschen pro Liter, für Diesel um 30 Groschen pro Liter erhöht. – Gesamtaufkommen 6,5 Milliarden. (Rufe bei den Freiheitlichen: Oho! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Edlinger wollte die Autofahrer schröpfen! Gott sei Dank gibt es den Edlinger nicht mehr!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der wird nächstes Jahr abgewählt! – Abg. Edlinger: Sie haben ja keine Ahnung!
Meine sehr geehrten Damen und Herren von den Sozialdemokraten! In von anderen Parteien geführten Bundesländern liegen die Kindergartenkosten bei weit unter 1 000 S. Hier in Wien zahlt man 3 000 bis 4 000 S pro Monat, im Burgenland 450 S, in Niederösterreich in allen Gemeinden unter 1 000 S. Da gibt es Handlungsbedarf. Im sozialdemokratischen Wien kann der Bürgermeister für die Kleinverdiener noch sehr viel tun. (Abg. Ing. Westenthaler: Der wird nächstes Jahr abgewählt! – Abg. Edlinger: Sie haben ja keine Ahnung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber auch keine tatsächliche Berichtigung!
Auf jeden Fall ist es so, dass man, wenn man in Wien wenig verdient, für den Kindergartenplatz nichts bezahlt. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber auch keine tatsächliche Berichtigung!) Es gibt eine soziale ...
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Gold!
Herr Nürnberger, der sein Dasein nicht nur aus dem Einkommen als Abgeordneter fristet, sondern ein hoch bezahlter ÖGB-Funktionär ist (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Gold!), hat es auch gewagt, einen Vergleich mit der Unfallrente und einem Blechschaden bei einem PKW anzustellen. Welch krause Vergleiche! Vergleichen Sie die Unfallrente mit der Invaliditätspension, dann kommen Sie schon woandershin! Warum haben Sie zugelassen, dass Invaliditätspensionen besteuert werden und Unfallrenten nicht? Das ist eine soziale Ungerechtigkeit!
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind umwerfend!
Ich finde das sehr ärgerlich. Ich bin aber auch nicht ganz glücklich mit dem Dringlichen Antrag der Sozialdemokratie. (Das auf dem Rednerpult stehende Wasserglas fällt um.) – Hoppala! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind umwerfend!) Genau dieser Aspekt nämlich, gerade weil wir jetzt die Klimakonferenz in Den Haag hinter uns haben, wo wir genau ... (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind umwerfend, Frau Kollegin!) – Das weiß ich, danke, Herr Westenthaler.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind umwerfend, Frau Kollegin!
Ich finde das sehr ärgerlich. Ich bin aber auch nicht ganz glücklich mit dem Dringlichen Antrag der Sozialdemokratie. (Das auf dem Rednerpult stehende Wasserglas fällt um.) – Hoppala! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind umwerfend!) Genau dieser Aspekt nämlich, gerade weil wir jetzt die Klimakonferenz in Den Haag hinter uns haben, wo wir genau ... (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind umwerfend, Frau Kollegin!) – Das weiß ich, danke, Herr Westenthaler.
Abg. Ing. Westenthaler: Pensionsmillionär! Hat immer auf die Kleinen vergessen! – Abg. Dr. Pumberger: Eigentlich müsste er Adam Riese heißen!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner ist Herr Abgeordneter Edlinger zu Wort gemeldet. Die Uhr ist wunschgemäß auf 9 Minuten eingestellt. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Pensionsmillionär! Hat immer auf die Kleinen vergessen! – Abg. Dr. Pumberger: Eigentlich müsste er Adam Riese heißen!)
Abg. Ing. Westenthaler: "Sociology!"
Zum Zweiten, meine Damen und Herren, hat die SPÖ heute wieder einmal eindrucksvoll bewiesen, dass sie auf einem bestimmten Weg ist: auf dem Weg, eine linkspopulistische Partei zu werden (Abg. Haigermoser: "Sociology"!), der es nicht in irgendeiner Weise um Verantwortung geht, sondern die nur ein Thema hat, und das heißt Klassenkampf. (Abg. Ing. Westenthaler: "Sociology!") Meine Damen und Herren, auch das ist eine "reife Leistung" für eine Partei mit einer so großen Tradition! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Ing. Westenthaler. )
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Ing. Westenthaler.
Zum Zweiten, meine Damen und Herren, hat die SPÖ heute wieder einmal eindrucksvoll bewiesen, dass sie auf einem bestimmten Weg ist: auf dem Weg, eine linkspopulistische Partei zu werden (Abg. Haigermoser: "Sociology"!), der es nicht in irgendeiner Weise um Verantwortung geht, sondern die nur ein Thema hat, und das heißt Klassenkampf. (Abg. Ing. Westenthaler: "Sociology!") Meine Damen und Herren, auch das ist eine "reife Leistung" für eine Partei mit einer so großen Tradition! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Ing. Westenthaler. )
Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Haigermoser: Distanzieren Sie sich von diesem Plakat!
Abgeordneter Friedrich Verzetnitsch (SPÖ): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Abgeordneter Spindelegger hat behauptet, dass es keine gemeinsamen Beschlüsse zur Demonstration und auch zu diesem Text gibt. (Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Haigermoser: Distanzieren Sie sich von diesem Plakat!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie können sich ruhig distanzieren!
Ich stelle richtig: Am 9. November hat der Bundesvorstand mit den Stimmen aller Fraktionen die Maßnahmen für den 5. Dezember beschlossen. Eine Woche später hat in einer Aktionsgruppe auch ein Vertreter ... (Abg. Achatz: Distanzieren Sie sich von diesem Plakat!) – Lassen Sie mich ausreden! Eines nach dem anderen. Ich soll ja im Sinne der Geschäftsordnung klarstellen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie können sich ruhig distanzieren!) – Eine Woche später hat der Vertreter der Gewerkschaft öffentlicher Dienst, und das ist kein Parteienvertreter, an der Sitzung teilgenommen.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie hätten sich wenigstens distanzieren können!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Zu Wort ist dazu niemand mehr gemeldet. Die Debatte ist geschlossen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie hätten sich wenigstens distanzieren können!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Achatz: Sie sollten die Worte richtig verwenden! – Abg. Ing. Westenthaler: Das steht noch in keinem Wörterbuch! Eine neue Wortschöpfung!
Herr Minister, ich für mich persönlich sage: Mich haben Sie nicht getäuscht! Und ich teile die Meinung eines Dirnberger, eines Gajdosik, eines Dinkhauser: Sie sind wirklich der Präponent der Arbeitgeber! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Achatz: Sie sollten die Worte richtig verwenden! – Abg. Ing. Westenthaler: Das steht noch in keinem Wörterbuch! Eine neue Wortschöpfung!)
Sitzung Nr. 49
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das macht aber niemand!
Wir haben jetzt 20 Jahre lang geplant, diskutiert, und es wird nächstes Jahr eröffnet. (Abg. Dr. Pumberger: Seit wann sind Sie schon in der Politik?) In der vorangegangenen Rede war jedoch kein einziger Satz über die Kultur der Gegenwart zu hören. Bezüglich der Frage, wie man mit der Gegenwartskultur umgeht, kommt besonders von Seiten der Freiheitlichen immer wieder Erschreckendes ans Tageslicht. Das Zitat von Herrn Abgeordneten Schweitzer – er ist im Moment nicht da – einer kritischen Institution gegenüber, dass sie nicht nur die Hand beißt, sondern sogar die Halsschlagader, birgt ein sehr seltsames Verständnis in sich und belegt eigentlich den Vorwurf, den wir immer wieder belegt wiederholen müssen, nämlich dass Institutionen, die sich auch mit der politischen Situation der Gegenwart auseinander setzen, von Förderungen ausgeschlossen werden sollen, dass also ein direkter Zusammenhang zwischen politischer Gesinnung und kunst- und kulturpolitischer Förderung hergestellt wird. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das macht aber niemand!)
Abg. Mag. Schweitzer: Diese Rede war aber sehr sachlich! – Abg. Edlinger: Daran sieht man, wie Ihnen die Sicht zur Objektivität verstellt ist, Herr Schweitzer! – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt macht Edlinger zur Bildung auch schon Zwischenrufe!
Abgeordnete Mag. Andrea Kuntzl (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Ich möchte nach dem, was wir in den letzten Minuten gehört haben, wieder zu einer sachlichen, konstruktiven Oppositionswortmeldung zurückkommen. (Abg. Mag. Schweitzer: Diese Rede war aber sehr sachlich! – Abg. Edlinger: Daran sieht man, wie Ihnen die Sicht zur Objektivität verstellt ist, Herr Schweitzer! – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt macht Edlinger zur Bildung auch schon Zwischenrufe!)
Abg. Ing. Westenthaler: So ein Unsinn, was Sie da sagen!
Noch einmal zurück nach Linz: Linz ist eine moderne Industriestadt, hat einen Ruf als moderne Kulturstadt, ist zukunftsweisend und hat Prestige. Wir wissen, dass viele Konzerne ihre Standorte danach auswählen, ob es auch eine Möglichkeiten für die Manager, für die Menschen, die dort beschäftigt sind, gibt, am Kulturleben aktiv teilzunehmen. Deswegen ist dieses Projekt so schädlich. (Abg. Ing. Westenthaler: So ein Unsinn, was Sie da sagen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Es kommt ja sonst keiner! – Präsident Dr. Fasslabend gibt das Glockenzeichen.
"2. Motivierung von Funktionären zur Teilnahme an der Menschenkette um das Parlament". Da wird angeführt, die Bezirke sollen eine Mindestzahl von Menschen mitnehmen, es stehen Busse bereit, die die Menschen zum Parlament führen. (Abg. Ing. Westenthaler: Es kommt ja sonst keiner! – Präsident Dr. Fasslabend gibt das Glockenzeichen.) Mit Bussen karren Sie Ihre Mitglieder aus ganz Österreich hier her, um ein demokratisch gewähltes Parlament zu behindern, um ein demokratisch gewähltes Parlament an einer Tagung zu hindern. (Abg. Dietachmayr: Demokratieverständnis! – Weitere anhaltende Zwischenrufe.)
Die Abgeordneten Dr. Khol und Ing. Westenthaler: Das ist ja ungeheuerlich! – Abg. Haigermoser: Terror ist das! Das ist unglaublich!
Aufstellen von mindestens zwei A-Ständern mindestens zwei Tage lang vor dem Wohnhaus des Abgeordneten." (Die Abgeordneten Dr. Khol und Ing. Westenthaler: Das ist ja ungeheuerlich! – Abg. Haigermoser: Terror ist das! Das ist unglaublich!)
Beifall bei der SPÖ – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten schon einen Satz dazu sagen!
Abgeordnete Beate Schasching (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Ministerin! (Abg. Achatz: Was sagen Sie zu diesem ungeheuerlichen Vorgang?) – Ich sage dazu gar nichts, ich möchte doch wieder mit etwas mehr Niveau zur Kulturdebatte zurückkehren (Beifall bei der SPÖ – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten schon einen Satz dazu sagen!), die uns eigentlich hier beschäftigen soll – mit etwas Niveau deshalb, weil ich meine, Abstimmungsergebnisse des Hohen Hauses kann man durchaus auch publik machen. Es hat jeder das Recht, zu erfahren, wie die Mandatare hier herinnen stimmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Einen Satz nur sollten Sie dazu sagen! Sie sind sicher nicht dafür!)
Abg. Ing. Westenthaler: Einen Satz nur sollten Sie dazu sagen! Sie sind sicher nicht dafür!
Abgeordnete Beate Schasching (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Ministerin! (Abg. Achatz: Was sagen Sie zu diesem ungeheuerlichen Vorgang?) – Ich sage dazu gar nichts, ich möchte doch wieder mit etwas mehr Niveau zur Kulturdebatte zurückkehren (Beifall bei der SPÖ – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten schon einen Satz dazu sagen!), die uns eigentlich hier beschäftigen soll – mit etwas Niveau deshalb, weil ich meine, Abstimmungsergebnisse des Hohen Hauses kann man durchaus auch publik machen. Es hat jeder das Recht, zu erfahren, wie die Mandatare hier herinnen stimmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Einen Satz nur sollten Sie dazu sagen! Sie sind sicher nicht dafür!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Pilz –: Peinlich, peinlich!
Tatsache und wahr ist, Herr Kollege Pilz, dass dieses Video von einem Journalisten gedreht wurde und er mir dieses zur Verfügung gestellt hat! – Aber das hättest du, Kollege Pilz, bereits vor vier Jahren im "NEWS" nachlesen können. Und in diesem Artikel steht auch der Name dieses Journalisten drin. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Pilz –: Peinlich, peinlich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein Historiker wirst du nicht mehr!
Ich habe gesagt: Wir waren schon weiter, und ich würde mir wünschen, dass wir dort, wo wir schon waren, anknüpfen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Historiker wirst du nicht mehr!) Um mit einem Wort eines früheren Bundeskanzlers – eines anderen – zu enden (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen): Lernen Sie Geschichte! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Sitzung Nr. 50
Abg. Ing. Westenthaler: So wie beim letzten Mal, Herr Präsident! So wie beim letzten Mal!
Ich mache darauf aufmerksam, es ist eine Geschäftsordnungsdebatte. Sie hat sich auf die Frage zu beziehen, ob der Nationalrat ordnungsgemäß und komplett beraten kann. (Abg. Ing. Westenthaler: So wie beim letzten Mal, Herr Präsident! So wie beim letzten Mal!) – So wie beim letzten Mal.
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihre Transparente sind dort! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich halte eindeutig fest, meine sehr geehrten Damen und Herren: Der Österreichische Gewerkschaftsbund und die Sozialdemokratie haben mit diesen Demonstrationen, die derzeit noch oder in der Früh stattgefunden haben, nichts zu tun. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihre Transparente sind dort! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie, weil Sie sie aufhetzen! Sie hetzen die Leute auf! Ihr Gewerkschaftsbund!
Aber man kann natürlich die Frage stellen, wer denn schuld ist, dass diese Menschen auf die Straße gehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie, weil Sie sie aufhetzen! Sie hetzen die Leute auf! Ihr Gewerkschaftsbund!) Ich gebe Ihnen eine klare Antwort, meine beiden Klubobmänner: Ihre unsoziale Politik, die Sie hier in diesem Hause mit den Gesetzen seit Antritt betreiben, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sachbeschädigung! Schlägereien! Das ist eure Politik!
Wenn Sie von den Regierungsparteien zur größten gesellschaftspolitischen Umverteilung in unserem Lande antreten, die Menschen mit zig Milliarden Schillingen belasten (Abg. Ing. Westenthaler: Sachbeschädigung! Schlägereien! Das ist eure Politik!), dann dürfen Sie sich nicht wundern, wenn sie auf die Straße gehen! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Eure Politik ist Gewalt! Menschenverletzend!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Eure Politik ist Gewalt! Menschenverletzend!
Wenn Sie von den Regierungsparteien zur größten gesellschaftspolitischen Umverteilung in unserem Lande antreten, die Menschen mit zig Milliarden Schillingen belasten (Abg. Ing. Westenthaler: Sachbeschädigung! Schlägereien! Das ist eure Politik!), dann dürfen Sie sich nicht wundern, wenn sie auf die Straße gehen! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Eure Politik ist Gewalt! Menschenverletzend!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir werden dann fragen, ob Sie entschuldigt sind beim Präsidenten!
Herr Klubobmann Khol! Du brauchst dir nicht die Frage zu stellen, wo ich um 17 Uhr sein werde. Diese Frage beantworte ich dir klipp und klar: Ich werde bei den Menschen draußen sein (Abg. Dr. Khol: Ah so! Ah so! Ah so! Und nicht hier?! – Weitere Rufe bei der ÖVP: Ah so! Ah so!), die friedlich gegen eure – damit du nicht zu schreien brauchst, wenn ich nicht da bin – unsoziale Belastungspolitik demonstrieren, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir werden dann fragen, ob Sie entschuldigt sind beim Präsidenten!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Lesen Sie die APA-Berichte! Lesen Sie die APA-Berichte!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Herr Khol! Herr Westenthaler! Welche Aufregung! Ich bewundere das, wie Sie sich aus dem Stand so über Nichts echauffieren können. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Lesen Sie die APA-Berichte! Lesen Sie die APA-Berichte!)
Abg. Ing. Westenthaler: Lesen Sie die APA-Berichte! Ausschreitungen, Autounfälle gibt es!
Ich kann Ihnen nur sagen, ich brauche von meiner Wohnung ins Parlament ungefähr 45 Minuten, zur Sicherheit 50 Minuten. (Abg. Ing. Westenthaler: Lesen Sie die APA-Berichte! Ausschreitungen, Autounfälle gibt es!) Ich nehme den 41er, er ist gekommen, ganz wie normal, ein bisschen voll war er, weil eine Schulklasse drinnen war. Er fährt anstandslos bis zum Schottentor. (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer. ) Ab dem Schottentor bin ich allerdings zu Fuß gegangen, das ist schon richtig, weil die Straßenbahn von Polizeiwagen blockiert war, die näm
Abg. Ing. Westenthaler: Ist Gewalt erlaubt?
Gibt es jetzt Demonstrationsfreiheit in unserem Land, oder gibt es keine? (Abg. Dr. Fekter: Die Gewalt, die dabei ist!) Oder gibt es Demonstrationsfreiheit nur dann, wenn es Ihnen gerade passt? (Abg. Ing. Westenthaler: Ist Gewalt erlaubt?) – Die Wahrheit ist erlaubt (Beifall bei den Grünen und der SPÖ), aber ich wäre sehr dankbar, wenn Sie eine berühmte österreichische Schriftstellerin nicht dauernd derart missbräuchlich im Munde führten. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist Gewalt erlaubt?) Sie kann sich nicht mehr dagegen wehren. (Neuerlicher Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist Gewalt erlaubt?
Gibt es jetzt Demonstrationsfreiheit in unserem Land, oder gibt es keine? (Abg. Dr. Fekter: Die Gewalt, die dabei ist!) Oder gibt es Demonstrationsfreiheit nur dann, wenn es Ihnen gerade passt? (Abg. Ing. Westenthaler: Ist Gewalt erlaubt?) – Die Wahrheit ist erlaubt (Beifall bei den Grünen und der SPÖ), aber ich wäre sehr dankbar, wenn Sie eine berühmte österreichische Schriftstellerin nicht dauernd derart missbräuchlich im Munde führten. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist Gewalt erlaubt?) Sie kann sich nicht mehr dagegen wehren. (Neuerlicher Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Warum schlagen sie alles kurz und klein?
Die Leute sind natürlich verärgert über die Budgetbegleitgesetze, die Sie beschlossen haben. Die Studenten sind auf die Straße gegangen. Sie sind heute zum Teil wieder auf der Straße. No na! (Abg. Ing. Westenthaler: Warum schlagen sie alles kurz und klein?) Wenn Sie Studiengebühren einführen, die man besser als "Bildungssteuer" bezeichnen sollte, erwarten Sie, dass die Schüler, die demnächst auf die Universität kommen, und die Studenten, die schon studieren, ihren Kopf neigen und sagen, danke, Herr Westenthaler, danke, Herr Khol, danke, dass wir endlich für das Gleiche, das wir immer schon gratis bekommen haben, jetzt auch noch 10 000 S zahlen müssen?! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Distanzieren Sie sich einmal von der Gewalt!
In welcher Welt leben Sie denn eigentlich?! (Abg. Ing. Westenthaler: Distanzieren Sie sich einmal von der Gewalt!) Das ist eine ganz legitime Aufregung, die da herrscht. Mein Vorredner hat schon erwähnt, was die Lehrer betrifft, dass das nun wirklich nicht der "rot-grüne Mob" ist, wie Sie sich auszudrücken belieben. Das sind überwiegend schwarze Gewerkschaften. (Abg. Dr. Martin Graf: Die bekommen 20 000 S mehr und streiken auch!) Das sind völlig legitime Ausdrucksmittel des Unwillens, die da stattfinden. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wieso marschieren Sie dann mit? Wieso marschieren Sie dann mit?
Was die grüne Partei betrifft: Diese organisiert keine der heute oder morgen stattfindenden Demonstrationen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso marschieren Sie dann mit? Wieso marschieren Sie dann mit?) Es kann schon sein, dass Sie mit Ihrem fotografischen Gedächtnis den einen oder anderen Grünen bei einer Demonstration sehen, selbstverständlich. Und da, wo sie dabei sind, handelt es sich um beantragte und genehmigte Demonstrationen. Dieses Demonstrationsrecht, eine Grund-Errungenschaft der Demokratie, machen Sie hier in diesem Haus madig (Abg. Dr. Krüger: Nur der kleinste Teil ist genehmigt! Das wissen Sie genauso!), indem Sie von "Mob" sprechen, Herr Khol und Herr Westenthaler! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist ein Mob?
Er war es, Herr Westenthaler, der hier von "rot-grünem Mob" gesprochen hat, Ihr Koalitionskollege! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist ein Mob?) Sie sitzen nebeneinander, aber ich habe noch nicht gesehen, dass Sie gesagt hätten: Herr Westenthaler, das geht aber zu weit! Für Beschimpfungen reicht es allemal (Abg. Ing. Westenthaler: Gewalt ist das!), wie "Chaoten" und "gewaltbereite Gruppen". Ich kenne solch eine "Chaoten- und gewaltbereite Gruppe", sie besteht aus einem Mann: ein Landeshauptmann, das ist offenbar Herr Pühringer.
Abg. Ing. Westenthaler: Gewalt ist das!
Er war es, Herr Westenthaler, der hier von "rot-grünem Mob" gesprochen hat, Ihr Koalitionskollege! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist ein Mob?) Sie sitzen nebeneinander, aber ich habe noch nicht gesehen, dass Sie gesagt hätten: Herr Westenthaler, das geht aber zu weit! Für Beschimpfungen reicht es allemal (Abg. Ing. Westenthaler: Gewalt ist das!), wie "Chaoten" und "gewaltbereite Gruppen". Ich kenne solch eine "Chaoten- und gewaltbereite Gruppe", sie besteht aus einem Mann: ein Landeshauptmann, das ist offenbar Herr Pühringer.
Rufe bei der ÖVP: "Großteils!" – Abg. Ing. Westenthaler: "Großteils"!
APA-Meldung von heute, 8.22 Uhr: "Die Demonstranten haben sich großteils an die angegebene einstündige Aktionszeit gehalten." (Rufe bei der ÖVP: "Großteils!" – Abg. Ing. Westenthaler: "Großteils"!) Und weiters: " Wesentliche Ausschreitungen gab es keine. Verhaftungen mußten keine vorgenommen werden". – Zitatende.
Abg. Ing. Westenthaler: Das war der Gusenbauer mit Champagner!
Begonnen hat es damit, dass man versucht hat, diese demokratisch legitimierte Regierung über das Ausland zu stürzen – das war der erste Versuch, der gescheitert ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Das war der Gusenbauer mit Champagner!) Der nächste Versuch war, durch Drohungen einzuschüchtern – "das Land wird brennen", "Österreich wird brennen" –, die Bürger und Wähler einzuschüchtern. Das Nächste war dann, bitte, sich mit Straßenblockaden zu vereinen – und das werfe ich ja dem Gewerkschaftsbund vor.
Abg. Ing. Westenthaler: Franz Olah!
Ich erinnere an die Diktion des Abgeordneten Khol, der versucht hat, mit seinen Ausführungen zu insinuieren, nur die Abgeordneten der Koalitionsparteien wären die Demokraten. Westenthaler war dann bald bei den fünfziger Jahren. (Abg. Ing. Westenthaler: Franz Olah!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Franz Olah ist eine "Radikalisierung der Sprache"?!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Von Ihnen wird hier ganz bewusst eine Radikalisierung der Sprache betrieben, die mit der Realität in diesem Land nichts zu tun hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Franz Olah ist eine "Radikalisierung der Sprache"?!) Der Grund dafür ist offensichtlich: Der Radau-Kurs des Herrn Westenthaler wird bei jeder Wahl in diesem Land abgewählt. Das ist der Hintergrund dieser Aufregung! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Da kann man nur auflösen!
Herr Minister! Ich verlange von Ihnen, dass Sie sich mit Ihren Beamten auch den Kopf darüber zerbrechen, wie man vorgehen kann, wenn Demonstrationen stattfinden, die nicht angemeldet sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Da kann man nur auflösen!) Ich glaube, dass die Staatsbürger wirklich ein Recht darauf haben, dass die Gesetze eingehalten werden. Und in diesem Fall ist
Abg. Ing. Westenthaler: Das macht ohnehin ihr!
Meine Damen und Herren! Ich verstehe es nicht, ich verstehe es ganz einfach nicht (Abg. Dr. Partik-Pablé: Was reden Sie da herum? Ob wir applaudieren oder nicht, ist uninteressant!), dass die Fraktion der Österreichischen Volkspartei bei meinem Antrag im Ausschuss, in dem wir dem Herrn Bundesminister drei Punkte bezüglich der Datenaffäre und was die Ermittlungen betrifft vorgelegt haben, die der Herr Bundesminister alle drei unterstützt hat, nicht mitgegangen ist. Sie, meine Damen und Herren von der ÖVP, sollten wirklich vor Ihrem Minister stehen – und nicht hinter ihm. (Beifall bei der SPÖ.) Sie sollten ihn in Schutz nehmen vor Ihrem Koalitionspartner (Abg. Ing. Westenthaler: Das macht ohnehin ihr!), denn das, was heute hier geschehen ist, ist ja wirklich seit Monaten erkennbar.
Abg. Ing. Westenthaler: Warum sind Sie nicht mehr Sicherheitssprecher? – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie weinen der großen Koalition nach!
Aber wir erleben ja in diesem Hause in den letzten Wochen überhaupt eine eigenartige Stimmung, meine Damen und Herren. Als vorige Woche Herr Pumberger in unglaublicher Art und Weise dem oberösterreichischen Landeshauptmann Pühringer vorgeworfen hat, "Gehirnwäsche" auf Kosten der Steuerzahler zu betreiben, hat es einen Aufschrei in den Bänken der ÖVP gegeben. Herr Freund wollte seinem Landeshauptmann sofort zu Hilfe eilen und sich zu Wort melden. Da hat ihn aber Herr Khol zurückgeschickt. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum sind Sie nicht mehr Sicherheitssprecher? – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie weinen der großen Koalition nach!)
Abg. Ing. Westenthaler: Warum sind Sie nicht mehr Sicherheitssprecher?
Herr Bundesminister! Über weite Teile hätten wir Sie heute gerne gelobt, weil wir tatsächlich auch das Gefühl haben, dass Sie es ehrlich meinen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Aus jedem Wort von Ihnen hört man die Trauer um die große Koalition!) Frau Kollegin Partik-Pablé, ich meine, das war ein Trauerspiel, was Sie heute geliefert haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum sind Sie nicht mehr Sicherheitssprecher?) Kollege Westenthaler, gerade Sie sollten bei dieser Debatte nicht einmal anwesend sein. (Abg. Ing. Westenthaler: Soll ich hinausgehen? Wollen Sie mich hinausschicken?) Sie müssten eigentlich hinausgehen. Sie sind ja der Generalsekretär einer Partei, der unsere Polizisten, die von Frau Kollegin Partik-Pablé so gelobt werden, als Voll-koffer, als Idioten, als Scherzkekse hingestellt hat. Sie sollten bei dieser Debatte hier wahrlich nicht den Mund aufmachen! Das kann ich Ihnen wirklich empfehlen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Warum sind Sie nicht mehr Sicherheitssprecher? Warum hat man Sie ersetzt?) Sie haben keine Legitimation, zur Polizei hier das Wort zu ergreifen. Sie haben nämlich die Polizei in Wien abqualifiziert, und das wird sie auch nicht vergessen. Es kommen ja wieder Wahlen, Herr Kollege Westenthaler. Das Burgenland und die Steiermark waren sicherlich keine Einzelfälle. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wegen Unfähigkeit hat man Sie abgesetzt! Ein Ex-Sicherheitssprecher! Ein abgehalfterter Sicherheitssprecher! – Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der SPÖ und der Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Soll ich hinausgehen? Wollen Sie mich hinausschicken?
Herr Bundesminister! Über weite Teile hätten wir Sie heute gerne gelobt, weil wir tatsächlich auch das Gefühl haben, dass Sie es ehrlich meinen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Aus jedem Wort von Ihnen hört man die Trauer um die große Koalition!) Frau Kollegin Partik-Pablé, ich meine, das war ein Trauerspiel, was Sie heute geliefert haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum sind Sie nicht mehr Sicherheitssprecher?) Kollege Westenthaler, gerade Sie sollten bei dieser Debatte nicht einmal anwesend sein. (Abg. Ing. Westenthaler: Soll ich hinausgehen? Wollen Sie mich hinausschicken?) Sie müssten eigentlich hinausgehen. Sie sind ja der Generalsekretär einer Partei, der unsere Polizisten, die von Frau Kollegin Partik-Pablé so gelobt werden, als Voll-koffer, als Idioten, als Scherzkekse hingestellt hat. Sie sollten bei dieser Debatte hier wahrlich nicht den Mund aufmachen! Das kann ich Ihnen wirklich empfehlen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Warum sind Sie nicht mehr Sicherheitssprecher? Warum hat man Sie ersetzt?) Sie haben keine Legitimation, zur Polizei hier das Wort zu ergreifen. Sie haben nämlich die Polizei in Wien abqualifiziert, und das wird sie auch nicht vergessen. Es kommen ja wieder Wahlen, Herr Kollege Westenthaler. Das Burgenland und die Steiermark waren sicherlich keine Einzelfälle. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wegen Unfähigkeit hat man Sie abgesetzt! Ein Ex-Sicherheitssprecher! Ein abgehalfterter Sicherheitssprecher! – Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der SPÖ und der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Warum sind Sie nicht mehr Sicherheitssprecher? Warum hat man Sie ersetzt?
Herr Bundesminister! Über weite Teile hätten wir Sie heute gerne gelobt, weil wir tatsächlich auch das Gefühl haben, dass Sie es ehrlich meinen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Aus jedem Wort von Ihnen hört man die Trauer um die große Koalition!) Frau Kollegin Partik-Pablé, ich meine, das war ein Trauerspiel, was Sie heute geliefert haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum sind Sie nicht mehr Sicherheitssprecher?) Kollege Westenthaler, gerade Sie sollten bei dieser Debatte nicht einmal anwesend sein. (Abg. Ing. Westenthaler: Soll ich hinausgehen? Wollen Sie mich hinausschicken?) Sie müssten eigentlich hinausgehen. Sie sind ja der Generalsekretär einer Partei, der unsere Polizisten, die von Frau Kollegin Partik-Pablé so gelobt werden, als Voll-koffer, als Idioten, als Scherzkekse hingestellt hat. Sie sollten bei dieser Debatte hier wahrlich nicht den Mund aufmachen! Das kann ich Ihnen wirklich empfehlen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Warum sind Sie nicht mehr Sicherheitssprecher? Warum hat man Sie ersetzt?) Sie haben keine Legitimation, zur Polizei hier das Wort zu ergreifen. Sie haben nämlich die Polizei in Wien abqualifiziert, und das wird sie auch nicht vergessen. Es kommen ja wieder Wahlen, Herr Kollege Westenthaler. Das Burgenland und die Steiermark waren sicherlich keine Einzelfälle. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wegen Unfähigkeit hat man Sie abgesetzt! Ein Ex-Sicherheitssprecher! Ein abgehalfterter Sicherheitssprecher! – Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der SPÖ und der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wegen Unfähigkeit hat man Sie abgesetzt! Ein Ex-Sicherheitssprecher! Ein abgehalfterter Sicherheitssprecher! – Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der SPÖ und der Freiheitlichen.
Herr Bundesminister! Über weite Teile hätten wir Sie heute gerne gelobt, weil wir tatsächlich auch das Gefühl haben, dass Sie es ehrlich meinen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Aus jedem Wort von Ihnen hört man die Trauer um die große Koalition!) Frau Kollegin Partik-Pablé, ich meine, das war ein Trauerspiel, was Sie heute geliefert haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum sind Sie nicht mehr Sicherheitssprecher?) Kollege Westenthaler, gerade Sie sollten bei dieser Debatte nicht einmal anwesend sein. (Abg. Ing. Westenthaler: Soll ich hinausgehen? Wollen Sie mich hinausschicken?) Sie müssten eigentlich hinausgehen. Sie sind ja der Generalsekretär einer Partei, der unsere Polizisten, die von Frau Kollegin Partik-Pablé so gelobt werden, als Voll-koffer, als Idioten, als Scherzkekse hingestellt hat. Sie sollten bei dieser Debatte hier wahrlich nicht den Mund aufmachen! Das kann ich Ihnen wirklich empfehlen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Warum sind Sie nicht mehr Sicherheitssprecher? Warum hat man Sie ersetzt?) Sie haben keine Legitimation, zur Polizei hier das Wort zu ergreifen. Sie haben nämlich die Polizei in Wien abqualifiziert, und das wird sie auch nicht vergessen. Es kommen ja wieder Wahlen, Herr Kollege Westenthaler. Das Burgenland und die Steiermark waren sicherlich keine Einzelfälle. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wegen Unfähigkeit hat man Sie abgesetzt! Ein Ex-Sicherheitssprecher! Ein abgehalfterter Sicherheitssprecher! – Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der SPÖ und der Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Na, bitte, hören Sie auf! Lassen Sie den Verteidigungsminister in Ruhe! Er kann nichts dafür!
Ich bewundere den Herrn Verteidigungsminister. (Abg. Ing. Westenthaler: Na, bitte, hören Sie auf! Lassen Sie den Verteidigungsminister in Ruhe! Er kann nichts dafür!) Ihm ist es gelungen, noch im Jahre 2000 1 Milliarde Schilling zusätzlich für das Bundesheer zu bekommen. Das ist gut und das ist richtig. – Sie hingegen, Herr Bundesminister Strasser, haben sich beim Finanzminister nicht durchgesetzt. Sie haben nicht mehr Geld bekommen. Die Exekutive nagt am Hungertuch. Frust ist eingetreten in der österreichischen Exekutive, und die Sicherheit in unserem Lande ist nicht mehr aufrechtzuerhalten – "dank" Ihrer Politik, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Die erste Wahl, bei der der Leikam nicht mehr Sicherheitssprecher ist, und schon geht es gut!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Kößl. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Die erste Wahl, bei der der Leikam nicht mehr Sicherheitssprecher ist, und schon geht es gut!)
Abg. Ing. Westenthaler: Steiermark habt ihr nicht gewonnen!
Herr Kollege Kostelka: Weil Sie einmal in 14 Jahren eine Wahl gewonnen haben, schwimmen Sie in Euphorie – reden wir in Zukunft darüber weiter, wie es laufen wird! (Abg. Dr. Kostelka: Wir haben in den letzten zehn Monaten alle gewonnen!) Wir haben die nächsten 14 Jahre lang Zeit, zu verlieren, und dann sind wir beide schon lange in Pension, bis wir Ihren Stand erreicht haben, Herr Kollege. (Abg. Ing. Westenthaler: Steiermark habt ihr nicht gewonnen!)
Abg. Dr. Martin Graf: Diese Hoffnung wird vergebens sein! – Abg. Ing. Westenthaler: Diese Hoffnung habe ich nicht mehr!
Ich hoffe, dass die Sonderkommission auch gegen diesen "erklärten Sozialisten" wegen des Verdachtes der Anstiftung zum Amtsmissbrauch ermittelt! Wir werden uns das jedenfalls anschauen. (Abg. Dr. Martin Graf: Diese Hoffnung wird vergebens sein! – Abg. Ing. Westenthaler: Diese Hoffnung habe ich nicht mehr!)
Abg. Dietachmayr: Jetzt haben wir aber Kapitel Inneres, Herr Westenthaler! Justiz kommt erst später!
Da habe ich noch ein interessantes Zitat, das Sie auch hören sollten. Ihr Justizsprecher und damaliger Klubobmann Fuhrmann sagte Folgendes (Abg. Dietachmayr: Jetzt haben wir aber Kapitel Inneres, Herr Westenthaler! Justiz kommt erst später!) :
Abg. Ing. Westenthaler: Demonstrieren ja schon!
Abgeordneter Reinhart Gaugg (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren! Meinen Vorrednern ist es gelungen, den Plenarsaal leer zu reden. Wenn ich mir anschaue, wie groß das Interesse an der Sozialdebatte hier im Parlament ist, insbesondere bei den Sozialdemokraten (Abg. Ing. Westenthaler: Demonstrieren ja schon!), dann muss ich sagen: Das ist ein trauriges Kapitel! Ich meine, das wird den Herrn Präsidenten interessieren, weil heute ja vor dem Parlament für 17 Uhr eine Großdemonstration angesagt ist. Oder ist sie abgesagt? (Abg. Verzetnitsch: Menschenkette!) Menschenkette ums Parlament. (Abg. Schwarzenberger: Findet am Christkindlmarkt statt! – Abg. Ing. Westenthaler: Wann ist die Menschenkette?) Um 17 Uhr ist die Menschenkette.
Abg. Schwarzenberger: Findet am Christkindlmarkt statt! – Abg. Ing. Westenthaler: Wann ist die Menschenkette?
Abgeordneter Reinhart Gaugg (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren! Meinen Vorrednern ist es gelungen, den Plenarsaal leer zu reden. Wenn ich mir anschaue, wie groß das Interesse an der Sozialdebatte hier im Parlament ist, insbesondere bei den Sozialdemokraten (Abg. Ing. Westenthaler: Demonstrieren ja schon!), dann muss ich sagen: Das ist ein trauriges Kapitel! Ich meine, das wird den Herrn Präsidenten interessieren, weil heute ja vor dem Parlament für 17 Uhr eine Großdemonstration angesagt ist. Oder ist sie abgesagt? (Abg. Verzetnitsch: Menschenkette!) Menschenkette ums Parlament. (Abg. Schwarzenberger: Findet am Christkindlmarkt statt! – Abg. Ing. Westenthaler: Wann ist die Menschenkette?) Um 17 Uhr ist die Menschenkette.
Abg. Ing. Westenthaler: Hören Sie einmal zu! Jetzt wird es lustig!
Ich habe hier eine Presseaussendung des Österreichischen Gewerkschaftsbundes in Händen (Abg. Ing. Westenthaler: Hören Sie einmal zu! Jetzt wird es lustig!), in welcher es lautet: "Menschenkette ist Aufschrei gegen Sozialabbau. Bau- und Holzarbeiter setzen Zeichen gegen Sozialabbau." Darin heißt es weiter: "Stellvertretend für die 250 000 Bau- und HolzarbeiterInnen ... nahmen rund" – man höre: nahmen! – "400 Arbeiter aus den Bau- und Holzberufen an der Menschenkette rund um das Parlament teil." (Abg. Ing. Westenthaler: Die waren schon da?) – Die waren schon da. Jetzt ist es 14.25 Uhr, und in der Presseaussendung heißt es, dass 400 Bau- und Holzarbeiter um 17 Uhr an einer Demonstration teilgenommen haben. Herr Präsident! Das ist wirklich prophetisch.
Abg. Ing. Westenthaler: Die waren schon da?
Ich habe hier eine Presseaussendung des Österreichischen Gewerkschaftsbundes in Händen (Abg. Ing. Westenthaler: Hören Sie einmal zu! Jetzt wird es lustig!), in welcher es lautet: "Menschenkette ist Aufschrei gegen Sozialabbau. Bau- und Holzarbeiter setzen Zeichen gegen Sozialabbau." Darin heißt es weiter: "Stellvertretend für die 250 000 Bau- und HolzarbeiterInnen ... nahmen rund" – man höre: nahmen! – "400 Arbeiter aus den Bau- und Holzberufen an der Menschenkette rund um das Parlament teil." (Abg. Ing. Westenthaler: Die waren schon da?) – Die waren schon da. Jetzt ist es 14.25 Uhr, und in der Presseaussendung heißt es, dass 400 Bau- und Holzarbeiter um 17 Uhr an einer Demonstration teilgenommen haben. Herr Präsident! Das ist wirklich prophetisch.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist peinlich!
Aber wissen Sie, woran mich das erinnert? – Ein bisschen an das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist peinlich!), denn auch dieses hat, schon bevor etwas stattgefunden hat, Presseaussendungen gemacht, man hat schon vorher gewusst, was sein wird. Wie gibt es denn so etwas? (Zwischenruf der Abg. Silhavy. ) Außerdem, muss ich sagen, ist Ihre ganze Menschenkette eine Pleite geworden. Wenn von 250 000 betroffenen Arbeitnehmern 400 kommen, dann sind nicht einmal die Funktionäre zur Gänze erschienen. Das ist ein Trauerspiel angesichts dessen, was Sie hier und auch außerhalb des Parlaments von sich geben. (Abg. Ing. Westenthaler: Die gehen auf den Christkindlmarkt auf einen Punsch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die gehen auf den Christkindlmarkt auf einen Punsch!
Aber wissen Sie, woran mich das erinnert? – Ein bisschen an das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist peinlich!), denn auch dieses hat, schon bevor etwas stattgefunden hat, Presseaussendungen gemacht, man hat schon vorher gewusst, was sein wird. Wie gibt es denn so etwas? (Zwischenruf der Abg. Silhavy. ) Außerdem, muss ich sagen, ist Ihre ganze Menschenkette eine Pleite geworden. Wenn von 250 000 betroffenen Arbeitnehmern 400 kommen, dann sind nicht einmal die Funktionäre zur Gänze erschienen. Das ist ein Trauerspiel angesichts dessen, was Sie hier und auch außerhalb des Parlaments von sich geben. (Abg. Ing. Westenthaler: Die gehen auf den Christkindlmarkt auf einen Punsch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Hört! Hört!
Im Bundesland Kärnten gibt es den Landeshauptmann Haider. Der hat gesagt: Wir machen Politik für die arbeitenden Menschen! Dem haben der Arbeiterkammerpräsident und der Arbeiterkammerdirektor zugestimmt. Und wissen Sie, wer am lautesten dagegen protestiert hat? – Ihre Kollegin Mertel. (Abg. Ing. Westenthaler: Hört! Hört!) Sie war empört darüber, dass es
Abg. Ing. Westenthaler: Wieso "liebe"?
Darf ich Ihnen nur sagen, liebe Frau Silhavy (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso "liebe"?), falls es Ihnen entgangen ist: Sie und Ihre Partei sind es, die eine Zweiklassengesellschaft in der arbeitenden Bevölkerung geschaffen haben, nämlich jene, die zwei Jahresgehälter Abfertigung bekommen, und jene Arbeiterkammer-Angestellten, die entsprechende Kollektivverträge haben. Das hätte ich gerne für alle Arbeitnehmer in Österreich. Das wäre eine lohnende Aufgabe. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Silhavy. )
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Verzetnitsch –: Sie werden noch berühmt als Demonstrant!
Mich würde noch interessieren, ob Sie morgen an der Demonstration in Nizza teilnehmen werden. – Sie werden morgen an der Demonstration in Nizza teilnehmen. Sie können doch nicht hier im Plenum fehlen! (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Verzetnitsch –: Sie werden noch berühmt als Demonstrant!) Morgen geht es um die Abstimmung des Budgets, und Sie sind nicht da, sondern demonstrieren in Nizza am 6. Dezember. Zahlt das wieder das Sozialministerium? (Abg. Schwarzenberger: Er wird als Abgeordneter bezahlt!)
Abg. Dr. Mertel: Persönliche Erwiderung! – Abg. Ing. Westenthaler: Frau Mertel! Wir wollen nicht mit Ihnen baden gehen!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Als Nächster spricht Herr Bundesminister Mag. Haupt. – Bitte. (Abg. Dr. Mertel: Persönliche Erwiderung! – Abg. Ing. Westenthaler: Frau Mertel! Wir wollen nicht mit Ihnen baden gehen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Zweifeln Sie an der "Kronen Zeitung"?
Herr Abgeordneter Gaugg, das mag alles da drinnen stehen, aber das stammt nicht von mir. (Abg. Ing. Westenthaler: Zweifeln Sie an der "Kronen Zeitung"?) Ich habe nicht gegen die Politik für Arbeitnehmer, zugunsten der Arbeitnehmer protestiert, sondern ich habe dagegen protestiert, dass der Eindruck entsteht, der aufgrund eines Zeitungsartikels von Arbeiterkammerdirektor Paska entstanden ist, dass da eine vorbehaltlose Übereinstimmung des ÖGB und der AK in jeder Hinsicht mit Landeshauptmann Haider besteht. Ich habe dagegen protestiert, dass der Eindruck einer freundschaftlichen Umarmung entsteht. Ich habe das dort als Schleimerei bezeichnet. Ich habe auch betont, dass es zwei paar Schuhe sind. Ein Landeshauptmann ist auf Grund seiner Funktion zu respektieren. – Das ist die Macht des Faktischen. Aber ich habe mich gegen die Umarmung und Verbrüderung ausgesprochen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ich glaube, das haben Sie selber nicht verstanden! – Abg. Haigermoser: Das haben wir uns nicht verdient!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ich glaube, das haben Sie selber nicht verstanden! – Abg. Haigermoser: Das haben wir uns nicht verdient!
Herr Abgeordneter Gaugg, das mag alles da drinnen stehen, aber das stammt nicht von mir. (Abg. Ing. Westenthaler: Zweifeln Sie an der "Kronen Zeitung"?) Ich habe nicht gegen die Politik für Arbeitnehmer, zugunsten der Arbeitnehmer protestiert, sondern ich habe dagegen protestiert, dass der Eindruck entsteht, der aufgrund eines Zeitungsartikels von Arbeiterkammerdirektor Paska entstanden ist, dass da eine vorbehaltlose Übereinstimmung des ÖGB und der AK in jeder Hinsicht mit Landeshauptmann Haider besteht. Ich habe dagegen protestiert, dass der Eindruck einer freundschaftlichen Umarmung entsteht. Ich habe das dort als Schleimerei bezeichnet. Ich habe auch betont, dass es zwei paar Schuhe sind. Ein Landeshauptmann ist auf Grund seiner Funktion zu respektieren. – Das ist die Macht des Faktischen. Aber ich habe mich gegen die Umarmung und Verbrüderung ausgesprochen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ich glaube, das haben Sie selber nicht verstanden! – Abg. Haigermoser: Das haben wir uns nicht verdient!)
Abg. Ing. Westenthaler: Zwei SPÖ-Bundesländer, glaube ich!
Es wäre vielleicht einmal interessant, auch den Ländern Burgenland und Wien zu empfehlen, dass sie bei diesen Maßnahmen, die alle anderen Bundesländer schon gesetzt haben, mitziehen (Abg. Ing. Westenthaler: Zwei SPÖ-Bundesländer, glaube ich!), damit die Ärmsten der Armen auch wirklich in den Genuss dieser Maßnahmen kommen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Solch ein Unsinn! Ungeheuerlich!
Ich höre hier vom Herrn Bundeskanzler, von verschiedenen Rednern: Ihr belagert das Parlament! – Ja, meine Damen und Herren, gibt es, wenn das Parlament tagt, ein Demonstrationsverbot? Sehr wohl gibt es eine Bannmeile, an die halten wir uns auch, und wir sind auch nicht bereit, diese zu überschreiten, aber ich lasse mir auch von Ihnen nicht Dinge unterstellen, die Sie vielleicht selbst planen: dass Sie nämlich inszenierte Demonstrationen innerhalb der Bannmeile vielleicht überlegen. Das muss auch klar und deutlich hier einmal gesagt werden! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Solch ein Unsinn! Ungeheuerlich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie müssen schon sehr viel Angst haben!
Es muss schon sehr in der Demokratie hinterfragt werden, wieso denn Brenner-Blockaden, wieso denn Grenzblockaden, wieso denn Bauerndemonstrationen zulässig sind, aber wenn Arbeiter, Angestellte und Beamte einmal ihre Meinung in einem unabhängigen Gewerkschaftsbund sagen wollen (Abg. Ing. Westenthaler: Sie müssen schon sehr viel Angst haben!), dann ist Ihnen das nicht recht. Das sollten Sie auch zur Kenntnis nehmen! (Beifall und Zwischenrufe bei der SPÖ sowie Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Khol: Aber nicht gegen die Regierung, nicht gegen das Parlament!)
Abg. Ing. Westenthaler: Außer Edlinger!
Herr Bundeskanzler! Sie saßen neben mir, und Sie haben mich eingeladen, bei der Pressekonferenz dabei zu sein. Dort habe ich klar und deutlich gesagt – und ich wiederhole das; das ist in den Protokollen wirklich schon zur Genüge festgehalten –: Kein Vernünftiger wird sich der Reduzierung des Defizits widersetzen. – Aber nicht mehr! (Abg. Ing. Westenthaler: Außer Edlinger!) Klar und deutlich habe ich dem hinzugefügt: Es wird aber sehr wohl zu diskutieren sein, wie dieses Ziel erreicht wird! Ich habe auch verlangt, dass noch eine achte Säule in die Grasser-Säulen-Darstellung eingebaut wird. Ich habe gleichfalls in Ihrer Anwesenheit verlangt, dass auch ein Treffsicherheitsbericht bei Steuern, Abgaben und Transferleistungen kommt. – Das haben wir nicht. Aber Sie werfen uns hier vor, wir entzögen uns dem Dialog.
Abg. Dr. Khol: Sie meinen vereinnahmen! – Abg. Ing. Westenthaler: Freud’scher Versprecher!
Eines macht das schon klar: Sich mit Ihnen nur irgendwo hinzusetzen, birgt die Gefahr in sich, dass Sie einen einvernehmen, ohne dass Sie einen tatsächlich einvernehmen können. (Abg. Dr. Khol: Sie meinen vereinnahmen! – Abg. Ing. Westenthaler: Freud’scher Versprecher!) Das müssen Sie auch zur Kenntnis nehmen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist das jetzt eine Drohung?
Ich habe immer mehr das Gefühl, Sie wollen uns in etwas hineindrohen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist das jetzt eine Drohung?) Wer hat heute das Wort "Mob" verwendet? Wer hat heute gesagt, das Parlament wird belagert? Wer hat hier in diesem Raum wiederholt gesagt, dass die Gewerkschaften auf die Straße gehen und Unruhe stiften? – Eines werden Sie immer erleben: Gewerkschaften, egal, welche Regierung am Werk ist, werden jede Regierung danach beurteilen, was sie für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer tut, und wenn das negativ ist, dann werden sie das öffentlich aufzeigen, ob Sie es wollen oder nicht! (Lang anhaltender Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist kein Theater hier herinnen!
Offensichtlich ist dieses Anliegen den Vertretern der Regierungsparteien selbst nicht dringlich genug, und deshalb ersuche ich um eine Sitzungsunterbrechung, damit die Abgeordneten von den Regierungsparteien die Möglichkeit haben, an dieser Debatte teilzunehmen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist kein Theater hier herinnen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wieder einmal abgeblitzt!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Abgeordneter! Es besteht kein Zweifel, dass das Quorum in diesem Haus gegeben ist, und ich möchte jetzt die Sitzung fortsetzen, dies umso mehr, als ich mich irgendwie verpflichtet fühle, allen vier Fraktionen eine Stellungnahme in der Sache zu ermöglichen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wieder einmal abgeblitzt!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Schwarzenberger – in Richtung des Abg. Verzetnitsch –: Dafür werden Sie auch bezahlt! – Abg. Ing. Westenthaler: Unentschuldigt! – Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der Freiheitlichen und der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Entschuldigen Sie schon, Herr Präsident Verzetnitsch: Sie haben hier als Abgeordneter dabei zu sein, wenn es darum geht, über das Budget 2001 dieser Republik abzustimmen – und nicht mit zu demonstrieren. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Schwarzenberger – in Richtung des Abg. Verzetnitsch –: Dafür werden Sie auch bezahlt! – Abg. Ing. Westenthaler: Unentschuldigt! – Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der Freiheitlichen und der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Einen Tag im Knast!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine Damen und Herren! Herr Abgeordneter Gaugg hat behauptet – und er hat sich auf Informationsbeschaffungen bezogen –, ich sei einschlägig verurteilt. – Ich bin weder einschlägig noch nicht einschlägig, sondern überhaupt nicht rechtskräftig verurteilt. Ich verfüge über keine einzige Vorstrafe, über keine gerichtliche Verurteilung (Abg. Dr. Martin Graf: Sie können sich hinter der Immunität verstecken!) und lege darauf größten Wert. (Abg. Ing. Westenthaler: Einen Tag im Knast!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber keine tatsächliche Berichtigung! Eingesperrt war er einen Tag! Das ist die Wahrheit!
Herr Abgeordneter Gaugg! Würden Sie diese Behauptung nicht hier, sondern bei einer Pressekonferenz wiederholen, müsste ich Sie wegen Verleumdung klagen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber keine tatsächliche Berichtigung! Eingesperrt war er einen Tag! Das ist die Wahrheit!)
Abg. Ing. Westenthaler: Warum haben Sie denn so einen roten Kopf?
Wenn Sie hier Krokodilstränen vergießen über die armen ... (Abg. Ing. Westenthaler: Warum haben Sie denn so einen roten Kopf?) – Westenthaler ist wieder zurückgekommen; man merkt es aber nicht inhaltlich, sondern nur an der Lautstärke: Mehr haben diese Leute nicht zu bieten. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ sowie Beifall des Abg. Dr. Pilz. )
Abg. Dr. Khol: Was? – Abg. Ing. Westenthaler: Die waren im grünen Klub?
Herr Klubobmann Professor Van der Bellen! Seit Freitag bleiben alle Redner Ihres Klubs die Antwort auf meine seit Freitag immer wieder wiederholte Frage schuldig: Was hat dann die gemeinsame Pressekonferenz der Organisatoren von "Checkpoint Austria" und der Grünen vom 13. November dieses Jahres um 10 Uhr hier in diesem Hause, in Ihrem Klub zu tun mit dem, was heute hier passiert ist? (Abg. Dr. Khol: Was? – Abg. Ing. Westenthaler: Die waren im grünen Klub?) – Im grünen Klub, Eingang Schmerling-Platz, 13. November 2000!
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ deutend –: Herr Kollege! Ihre Leute sind alle nicht da!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ deutend –: Herr Kollege! Ihre Leute sind alle nicht da!) Ich halte schon fest: Wenn in Salzburg auf dem Kommunalfriedhof zu Allerheiligen die Waffen-SS aufmarschiert und die FPÖ, um ihre gefallenen Kameraden zu feiern, dann gilt diese Demonstration in Österreich für die Behörden als Volksbrauch. – Wenn Gewerkschafter, Gewerkschafterinnen und auch andere Demonstranten aufmarschieren, dann gilt das für die Vertreter der Regierungsparteien als Chaos-Partie, als Anarchie, als anarchistische Veranstaltung, als Anarcho-Mob.
Abg. Ing. Westenthaler: Seien Sie vorsichtig! Das ist gerichtlich widerlegt worden!
Ich darf Ihnen hier einige Termine nennen, etwa den 20. April 1994, Herr Abgeordneter Westenthaler. Was ist da geschehen in Kärnten? – Kollege Gaugg ist nicht mehr da, er könnte mir da durchaus assistieren, aber da (der Redner weist in Richtung Galerie) winkt der Präsident des Kärntner Landtages herunter, er war auch dabei. Es sind also sogar Augen- und Ohrenzeugen hier, die gesehen haben, dass eine Gruppe von Freiheitlichen das Landesstudio Kärnten des Rundfunks gestürmt hat (Abg. Dr. Krüger: Gestürmt!?), eingedrungen ist, das Studio gestürmt hat und dort ... (Abg. Ing. Westenthaler: Seien Sie vorsichtig! Das ist gerichtlich widerlegt worden!) Das ist nicht gerichtlich widerlegt worden. Das ist alles nachweisbar, meine Damen und Herren. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist vom Gericht widerlegt worden!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist vom Gericht widerlegt worden!
Ich darf Ihnen hier einige Termine nennen, etwa den 20. April 1994, Herr Abgeordneter Westenthaler. Was ist da geschehen in Kärnten? – Kollege Gaugg ist nicht mehr da, er könnte mir da durchaus assistieren, aber da (der Redner weist in Richtung Galerie) winkt der Präsident des Kärntner Landtages herunter, er war auch dabei. Es sind also sogar Augen- und Ohrenzeugen hier, die gesehen haben, dass eine Gruppe von Freiheitlichen das Landesstudio Kärnten des Rundfunks gestürmt hat (Abg. Dr. Krüger: Gestürmt!?), eingedrungen ist, das Studio gestürmt hat und dort ... (Abg. Ing. Westenthaler: Seien Sie vorsichtig! Das ist gerichtlich widerlegt worden!) Das ist nicht gerichtlich widerlegt worden. Das ist alles nachweisbar, meine Damen und Herren. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist vom Gericht widerlegt worden!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Leikam –: Jetzt wissen wir, warum sie dich abgesetzt haben! Weil du immer einen Blödsinn redest!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Zu einer weiteren tatsächlichen Berichtigung hat sich der Herr Abgeordnete Trattner zu Wort gemeldet. – Herr Abgeordneter, § 58 Abs. 2 GOG kennen Sie. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Leikam –: Jetzt wissen wir, warum sie dich abgesetzt haben! Weil du immer einen Blödsinn redest!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt weiß man, warum der Leikam nicht mehr Sicherheitssprecher ist! – Bundesminister Mag. Haupt – in Richtung des Abg. Leikam –: Toni, du kennst dich nicht mehr aus!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dolinschek. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt weiß man, warum der Leikam nicht mehr Sicherheitssprecher ist! – Bundesminister Mag. Haupt – in Richtung des Abg. Leikam –: Toni, du kennst dich nicht mehr aus!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Öllinger –: Zum Mob gehörst du auch!
Das muss ich feststellen, wenn ich mir dieses ÖGB-Blatt (der Redner hält ein Schriftstück in die Höhe) ansehe, diesen Aufruf zur "Menschenkette" und die darin enthaltenen Informationen zum Weiterleiten an Abgeordnete. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Öllinger –: Zum Mob gehörst du auch!) Die Mitglieder werden dazu aufgefordert, die E-Mail-Adressen von allen sind angeführt, und ein Text ist ebenfalls vorgegeben. Das ist eine Behinderung von Abgeordneten. So sehe ich das. Und Aussagen, wie sie hohe Funktionäre, etwa der Herr Vorsitzende der Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe und persönlicher Dienst, Kaske, der gesagt hat, "Österreich wird brennen", getätigt haben, sind einfach ein Skandal. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Mertel –: Schon wieder? Kriegen Sie einen Preis für tatsächliche Berichtigungen?
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Frau Abgeordnete Dr. Mertel zu Wort gemeldet. – Frau Abgeordnete, beachten Sie § 58 Abs. 2 GOG, wenn ich bitten darf. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Mertel –: Schon wieder? Kriegen Sie einen Preis für tatsächliche Berichtigungen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie hat nichts zu sagen! Sie versucht es immer wieder, aber sie schafft es nicht!
Abgeordnete Dr. Ilse Mertel (SPÖ): Herr Dolinschek und Herr Westfal! Entschuldigung! Herr Westenthaler – jetzt habe ich mich schon so an den Namen gewöhnt. Herr Dolinschek! Es stimmt einfach nicht, was Sie da behaupten. Sie haben behauptet, dass ich mich in einer Sitzung des ÖGB in Kärnten dagegen ausgesprochen hätte, dass der AK-Präsident und der AK-Direktor eine Zusammenarbeit mit dem Landeshauptmann Haider in arbeitnehmerpolitischen Fragen durchführen wollen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie hat nichts zu sagen! Sie versucht es immer wieder, aber sie schafft es nicht!) Sie sagen, ich hätte dagegen protestiert, ich hätte eine Kursänderung verlangt, und ich hätte in einer Abstimmung zu 70 Prozent verloren.
Abg. Ing. Westenthaler: Ach so!
Das ist nicht richtig, was in der Zeitung steht, und ich habe der Redakteurin bereits eine Entgegnung gefaxt. (Abg. Ing. Westenthaler: Ach so!) Vielmehr habe ich gesagt – ich habe das heute schon einmal gesagt –: Es sind zwei Paar Schuhe. Es ist ein Unterschied, ob man auf der einen Seite dem Amt des Landeshauptmannes Anerkennung und Respekt zollt – das muss man akzeptieren, das ist die Macht des Faktischen – oder ob man auf der anderen Seite den Eindruck erweckt, als ob vollkommene Harmonie und Einvernehmen auch in sachpolitischen Fragen mit einem Landeshauptmann herrschten, der einer anderen Partei angehört.
Abg. Ing. Westenthaler: Die Kette ist gescheitert! – Abg. Gaugg: Sie ist gerissen! – Abg. Schwarzenberger: ... Christkindlmarkt!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Öllinger. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Kette ist gescheitert! – Abg. Gaugg: Sie ist gerissen! – Abg. Schwarzenberger: ... Christkindlmarkt!)
Abg. Dr. Khol: Redezeit abgelaufen! Abdrehen! – Abg. Ing. Westenthaler: Redezeit!
Die Anzahl von 25 kann schon um 5 Schüler zuviel sein, je nach Klassenraum. Trotzdem: Die objektive Größe wird schon auch eine Rolle spielen. Ich sage Ihnen, was das kostet. Die Antwort auf Ihre Frage lautet – so wie Sie sie beantworten –: Es kostet die Jugendlichen Zukunftschancen. Wenn Sprachunterricht beispielsweise nicht adäquat stattfinden kann, dann kostet sie das ihre Weltoffenheit. Es kostet sie ihre ... (Abg. Dr. Khol: Redezeit abgelaufen! Abdrehen! – Abg. Ing. Westenthaler: Redezeit!)
Die Abgeordneten Dr. Khol und Ing. Westenthaler halten neuerlich Ausgaben der "Kronen-Zeitung" beziehungsweise des "Kurier" mit den oben erwähnten Schlagzeilen in die Höhe. – Zwischenrufe.
Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Fristsetzungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Minderheit und damit abgelehnt. (Die Abgeordneten Dr. Khol und Ing. Westenthaler halten neuerlich Ausgaben der "Kronen-Zeitung" beziehungsweise des "Kurier" mit den oben erwähnten Schlagzeilen in die Höhe. – Zwischenrufe.)
Abg. Dr. Mertel: Weiß das Herr Westenthaler auch, dass er ein korrekter Mann ist? – Abg. Haigermoser – in Richtung der Abg. Dr. Mertel –: "Das wäre auch eine Möglichkeit!" – Erinnern Sie sich zurück!
Der zweite Staatsanwalt, sehr geehrter Herr Kollege, wurde den Ermittlungsbehörden beigegeben, damit schneller ermittelt werden kann – das wissen Sie ganz genau –, und das macht auch Sinn. Er ist bekannt als korrekter Mann, als Mann, der sich mit Details befasst und der viel Erfahrung hat, und er hat sicher seine Wirkung gehabt. (Abg. Dr. Mertel: Weiß das Herr Westenthaler auch, dass er ein korrekter Mann ist? – Abg. Haigermoser – in Richtung der Abg. Dr. Mertel –: "Das wäre auch eine Möglichkeit!" – Erinnern Sie sich zurück!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist "Dialog"! Schlechter Stil ist das! Schlechter Stil!
Nach wie vor liegt aber ein Ansuchen meinerseits an Ihren Klubobmann vor, dass er mir Gelegenheit geben möge, mich einmal mit ihm zu unterhalten. Dieses Ansuchen wurde vor sechs oder acht Monaten gestellt: Er rührt sich nicht. – Das ist Gesprächsverweigerung! – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist "Dialog"! Schlechter Stil ist das! Schlechter Stil!)
Sitzung Nr. 51
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist unglaublich! Die Kollegin Glawischnig hat es mit der Wahrheit nicht so genau! Die Grünen insgesamt haben es mit der Wahrheit nicht so genau!
Ich habe hier mehrere Fax-Protokolle, die beweisen, dass diese Einladung der Kollegin Glawischnig rechtzeitig zugegangen ist und sie jederzeit die Möglichkeit gehabt hätte, an diesem Treffen in Deutschland teilzunehmen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist unglaublich! Die Kollegin Glawischnig hat es mit der Wahrheit nicht so genau! Die Grünen insgesamt haben es mit der Wahrheit nicht so genau!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das war aber wirklich nicht schlimm!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Herr Abgeordneter! Ich glaube, dass das nicht gerade die Ausdrucksweise ist, die wir im gegenseitigen Umgang pflegen sollten. (Abg. Ing. Westenthaler: Das war aber wirklich nicht schlimm!) Ich bitte, bei den weiteren Ausführungen darauf zu achten! (Abg. Ing. Westenthaler: "Schrebergärtnerei"! Was haben Sie gegen Schrebergärten?)
Abg. Ing. Westenthaler: "Schrebergärtnerei"! Was haben Sie gegen Schrebergärten?
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Herr Abgeordneter! Ich glaube, dass das nicht gerade die Ausdrucksweise ist, die wir im gegenseitigen Umgang pflegen sollten. (Abg. Ing. Westenthaler: Das war aber wirklich nicht schlimm!) Ich bitte, bei den weiteren Ausführungen darauf zu achten! (Abg. Ing. Westenthaler: "Schrebergärtnerei"! Was haben Sie gegen Schrebergärten?)
Abg. Ing. Westenthaler: Die halbe SPÖ fehlt! – Abg. Dr. Khol: Gusenbauer, Verzetnitsch, Nürnberger ...! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir kommen nun zur Abstimmung über die Beratungsgruppe XI. (Abg. Ing. Westenthaler: Die halbe SPÖ fehlt! – Abg. Dr. Khol: Gusenbauer, Verzetnitsch, Nürnberger ...! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Anhaltender Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Dr. Khol begeben sich zur Regierungsbank und reichen Bundesminister Mag. Grasser die Hand.
Damit ist das Budget für das Jahr 2001 verabschiedet. (Anhaltender Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Dr. Khol begeben sich zur Regierungsbank und reichen Bundesminister Mag. Grasser die Hand.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler positioniert auf seinem Platz ein Bild des Musikers Richard Egües und sagt: Der Gusenbauer! – Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Mertel – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Sie sind ziemlich primitiv!
Meine Damen und Herren! Sie geben dem Untersuchungsausschuss damit sachlich eine gewisse Chance. Je länger Sie ihn verzögern, desto mehr Material findet sich. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler positioniert auf seinem Platz ein Bild des Musikers Richard Egües und sagt: Der Gusenbauer! – Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Mertel – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Sie sind ziemlich primitiv!)
Abgeordnete der Freiheitlichen stehen in den Reihen und diskutieren beziehungsweise betrachten das auf dem Platz des Abg. Ing. Westenthaler stehende Bild. – Abg. Schieder: Ist noch Sitzung?
Vielleicht nur ganz kurz, weil es dem einen oder anderen ... Ich werden dann meine Ausführungen beenden, da ich glaube, dass es an sich überflüssig ist, so wie die Diskussion verläuft und Ihr Abstimmungsverhalten sein wird, Sie noch weiter mit Fakten zu konfrontieren. (Abgeordnete der Freiheitlichen stehen in den Reihen und diskutieren beziehungsweise betrachten das auf dem Platz des Abg. Ing. Westenthaler stehende Bild. – Abg. Schieder: Ist noch Sitzung?)
Abg. Dr. Van der Bellen hat sich zur Geschäftsordnung zu Wort gemeldet. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Debatte ist geschlossen! Keine Wortmeldung mehr! Nicht schlafen! – Heftige Zwischenrufe bei den Grünen und der SPÖ.
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Zu Wort ist niemand mehr gemeldet. Die Debatte ist geschlossen. (Abg. Dr. Van der Bellen hat sich zur Geschäftsordnung zu Wort gemeldet. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Debatte ist geschlossen! Keine Wortmeldung mehr! Nicht schlafen! – Heftige Zwischenrufe bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Edlinger: Das ist aber schlecht! Das ist ganz schlecht! – Abg. Ing. Westenthaler: Platz, Edlinger!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Herr Abgeordneter Van der Bellen! Ich kann Ihnen dazu sagen, dass ich mich dann genauso verhalten hätte beziehungsweise habe wie in diesem Falle. (Abg. Edlinger: Das ist aber schlecht! Das ist ganz schlecht! – Abg. Ing. Westenthaler: Platz, Edlinger!)
Abg. Ing. Westenthaler: Zu spät! Wer zu spät kommt, den straft das Leben!
Es ist zwar Herr Abgeordneter Pilz gekommen und hat noch eine Wortmeldung abgegeben, diese ist mir jedoch weder zur Kenntnis gebracht worden, noch ist sie geschäftsordnungsmäßig vorgesehen, weil es schon eine Begründung gegeben hat und beide Fraktionen, die sich dazu gemeldet haben, ihre Wortmeldung abgegeben haben. Das ist der eine Punkt. (Abg. Ing. Westenthaler: Zu spät! Wer zu spät kommt, den straft das Leben!)
Sitzung Nr. 52
Abg. Ing. Westenthaler: Die stimmen aber zu! Petrovic hat gesagt, dass sie zustimmen! – Abg. Achatz: Die stimmen ja zu! – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Ich erkläre Ihnen das gerne, Herr Kollege!
Herr Abgeordneter! Das hängt damit zusammen, dass drei Fraktionen "pro" und eine Fraktion "kontra" gemeldet sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Die stimmen aber zu! Petrovic hat gesagt, dass sie zustimmen! – Abg. Achatz: Die stimmen ja zu! – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Ich erkläre Ihnen das gerne, Herr Kollege!) Bitte, ich kann nichts anderes tun, wenn sich ein Abgeordneter
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Stoisits: Aber Westenthaler ist ja ein Prophet!
Die grüne Fraktion hat durch ihre Vertreterin im Ausschuss bereits im Ausschuss dagegen gestimmt und wird heute hier differenziert abstimmen. Wenn hier offenbar keine Bereitschaft besteht, zuzuhören (Abg. Öllinger: Unglaublich!), dann ersuche ich auch darum, nicht in anderen Debattenbeiträgen unser Abstimmungsverhalten zu antizipieren. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Stoisits: Aber Westenthaler ist ja ein Prophet!)
Abg. Ing. Westenthaler: Man konnte von der tiefen Zerrissenheit der Grünen vorher nichts wissen!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Für den theoretischen Fall, dass jemand die feste Absicht hätte, pro zu stimmen, sich aber aus Platzgründen kontra meldet, gilt das, was wir in der vorigen Legislaturperiode öfters besprochen haben. Aber wenn eine Fraktion mehrheitlich kontra stimmt und sich kontra einträgt, kann ich vom Vorsitz aus jedenfalls nicht anders vorgehen. Ich bitte um Verständnis. (Abg. Ing. Westenthaler: Man konnte von der tiefen Zerrissenheit der Grünen vorher nichts wissen!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Grüne –: Wieder was gelernt!
Meine Damen und Herren! Wir haben im Finanzausgleich eine neue Systematik eingeführt und haben festgelegt, wie viele Schüler auf einen Lehrer kommen sollen. Im Bereich der Volksschule waren es bisher 13,83 Schüler auf einen Lehrer, in Zukunft werden es im Durchschnitt 14,5 Schüler pro Lehrer sein. Man sieht also, das sind Arrondierungen, die nicht Welten verändern. Aber ich darf Ihnen einen internationalen Vergleich geben. In Deutschland, Herr Abgeordneter Van der Bellen, entfallen auf einen Lehrer 22 Schüler – nicht 13,8 oder 14,5, sondern 22 Schüler! –, in den USA sind es 20 Schüler, in Holland sind es 21 Schüler. Dies nur, um Ihnen darzulegen, wie gut wir mit diesen Relationen, auf die wir uns geeinigt haben, im internationalen Vergleich tatsächlich sind. Damit werden wir einen Weg, der die Bildungspolitik in diesem Land fördert, auch weiterhin fortsetzen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Grüne –: Wieder was gelernt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie werden schon sehen! – Abg. Mag. Trattner: Fragen Sie Kollegen Heindl! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Heindl weiß das!
Abgeordnete Marianne Hagenhofer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Finanzminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Das vorliegende Kapitalmarktoffensive-Gesetz hat zwar einen schönen Namen, hilft aber der Wiener Börse nicht wirklich auf den Sprung in Richtung London. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie werden schon sehen! – Abg. Mag. Trattner: Fragen Sie Kollegen Heindl! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Heindl weiß das!)
Abg. Ing. Westenthaler: Schmallippig bringen Sie es nicht zustande!
Ich möchte keine historischen Vergleiche strapazieren. Dennoch meine ich, dass man sich einmal ansehen sollte, wie der Rechtsstaat mit Füßen getreten wird und der Regierungspartner, nämlich die ÖVP, dazu schweigt! Niemand, keiner der Flügelleute, die sonst sehr beredt sind, bis hin zum sehr eloquenten Herrn Khol, hat sich in dieser Frage geäußert. Der Bundeskanzler, der die Gesamtverantwortung trägt, schweigt weiterhin notorisch und schmallippig. (Abg. Ing. Westenthaler: Schmallippig bringen Sie es nicht zustande!) Wenn es solche Angriffe auf
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Gusenbauer –: Merken Sie sich das! – Abg. Dr. Gusenbauer: Ja, ja! Sie haben es notwendig!
Meine Damen und Herren! Vorher muss ich aber noch folgende Feststellung treffen: Ich weiß, dass das eine sehr sensible und heikle Debatte ist, und ich kann mich über die Dichte der Verdachtsmomente selbstverständlich nicht äußern. Aber es geht nicht an, dass man – wem auch immer – in dieser Causa bereits Verbrechen zumisst, denn darüber hat eben die Justiz zu entscheiden. Ich möchte dringend bitten, das zu berücksichtigen, denn solche Feststellungen sind nicht akzeptabel! (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Gusenbauer –: Merken Sie sich das! – Abg. Dr. Gusenbauer: Ja, ja! Sie haben es notwendig!)
Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen darf er heute auch nicht reden! Ein unfassbarer Skandal ist das!
Ich möchte mich daher sehr kritisch zur "Plattform Demokratie und Meinungsfreiheit" äußern, die am Montag eine Pressekonferenz mit Kollegen Jarolim gegeben hat. In dieser Pressekonferenz ist eine für mich rechtsstaatlich höchst bedenkliche Vorgangsweise präsentiert worden. Es wurde dort ein bestelltes Sprachgutachten vorgestellt, um einem Richter eine bestimmte Gesinnung unterstellen zu können. (Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen darf er heute auch nicht reden! Ein unfassbarer Skandal ist das!) Das ist für mich brutaler Gesinnungsterror, der über medialen Druck auf einen unabhängigen Richter ausgeübt werden soll. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Ah-Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Da schau her! Ihr dürft es machen! Bei euch ist alles möglich, alles erlaubt!
Ich habe hier eine Aussendung vom damaligen Nationalratspräsidenten Gratz und von Herrn Klubobmann Dr. Fischer, heute Präsident, in der es um den Sinowatz-Prozess geht. Und da äußern diese beiden Herren, die höchsten Repräsentanten der SPÖ, dass es doch "wichtig wäre, daß dieses Verfahren", nämlich das Sinowatz-Verfahren, "rasch zu einem Abschluss gebracht wird". (Ah-Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Da schau her! Ihr dürft es machen! Bei euch ist alles möglich, alles erlaubt!) Das heißt, was heute auf Ihrer Seite auf Empörung stößt, war damals bei Ihnen üblich. (Abg. Dr. Kostelka: Das ist Geschichtsverfälschung! Das ist eure Methode! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Unterschied ist, der Sinowatz ist verurteilt! – Abg. Dr. Kostelka: Das wird bei euch noch früh genug geschehen!)
Abg. Dr. Kostelka: Das ist Geschichtsverfälschung! Das ist eure Methode! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Unterschied ist, der Sinowatz ist verurteilt! – Abg. Dr. Kostelka: Das wird bei euch noch früh genug geschehen!
Ich habe hier eine Aussendung vom damaligen Nationalratspräsidenten Gratz und von Herrn Klubobmann Dr. Fischer, heute Präsident, in der es um den Sinowatz-Prozess geht. Und da äußern diese beiden Herren, die höchsten Repräsentanten der SPÖ, dass es doch "wichtig wäre, daß dieses Verfahren", nämlich das Sinowatz-Verfahren, "rasch zu einem Abschluss gebracht wird". (Ah-Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Da schau her! Ihr dürft es machen! Bei euch ist alles möglich, alles erlaubt!) Das heißt, was heute auf Ihrer Seite auf Empörung stößt, war damals bei Ihnen üblich. (Abg. Dr. Kostelka: Das ist Geschichtsverfälschung! Das ist eure Methode! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Unterschied ist, der Sinowatz ist verurteilt! – Abg. Dr. Kostelka: Das wird bei euch noch früh genug geschehen!)
Abg. Schwarzenberger: Kostelka wird schon nervös! – Abg. Ing. Westenthaler: Weil ihm die Dringliche zusammenbricht!
Was ich als unüblich bezeichne, war aber bei der SPÖ sehr wohl üblich. (Abg. Dr. Kostelka – in Richtung des auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministers Dr. Böhmdorfer –: Sie bekennen sich zur Weisung! Sie haben sie nie ausgeschlossen!) Hier habe ich eine Aussendung von Gratz und Fischer. – Herr Kollege Kostelka, passen Sie auf! (Abg. Schwarzenberger: Kostelka wird schon nervös! – Abg. Ing. Westenthaler: Weil ihm die Dringliche zusammenbricht!) – Hier erklären Dr. Fischer und Dr. Gratz (Abg. Haigermoser: Welcher Fischer war das?) – er war damals Klubobmann der SPÖ –: "Für uns persönlich, betonten Nationalratspräsident Gratz und SPÖ-Klubobmann Dr. Fischer, steht die Glaubwürdigkeit des Parteivorsitzenden" Sinowatz "jedenfalls außer Zweifel." (Ah-Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Auf dem linken Auge blind! – Abg. Öllinger: Er war nicht Justizminister!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich glaube, der ist verurteilt worden!
Am 6. Juli 1987 erklärte in einer Aussendung Dr. Fischer noch etwas. Zitat: "Zum Prozeß Sinowatz–Worm meinte Fischer: ,Ich lege meine Hand ins Feuer, daß Sinowatz keine falsche Zeugenaussage gemacht hat, wenn er erklärte, daß er bei der Parteivorstandssitzung der SPÖ-Burgenland nicht sagte, was von Matysek behauptet wird.‘" (Abg. Ing. Westenthaler: Ich glaube, der ist verurteilt worden!)
Abg. Ing. Westenthaler: Eingriff in ein Gerichtsverfahren!
Damals – und das ist der qualitative Unterschied – ging es nicht um Ermittlungen, damals ging es um ein Gerichtsverfahren und um Urteile. (Abg. Ing. Westenthaler: Eingriff in ein Gerichtsverfahren!) Gusenbauer hat das Wort "Zivilcourage" in den Mund genommen und hat Kommentatoren zitiert, die meinten, dass es heute unter Umständen Zivilcourage bräuchte. Ich kann das verneinen: Heute wird ermittelt, ohne dass die Beamten Zivilcourage brauchen – aber damals hatten sie Zivilcourage nötig! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Eigentlich könnte man die Debatte jetzt schon schließen! – Abg. Ing. Westenthaler: Diese Dringliche ist schon jetzt ein Totalschaden!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Krüger. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 8 Minuten. – Bitte. (Abg. Haigermoser: Eigentlich könnte man die Debatte jetzt schon schließen! – Abg. Ing. Westenthaler: Diese Dringliche ist schon jetzt ein Totalschaden!)
Abg. Ing. Westenthaler: Geh bitte! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Bitte, das Wort "Leithammeln" an Abgeordnete im Haus ... (Abg. Ing. Westenthaler: Geh bitte! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Nein, bei Vergleichen mit Tieren ist gerade die rechte Seite besonders empfindlich gewesen! (Abg. Haigermoser: Schauen Sie einmal nach im Duden! Das ist unglaublich! Oberlehrer!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ach, so ist das? – Ruf bei den Freiheitlichen: Das ist ja unglaublich! – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat er schon vergessen, der Herr Klubobmann Van der Bellen! – Abg. Dr. Martin Graf: Da kann er eine "tatsächliche Bestätigung" machen!
Was das Innenministerium betrifft, so darf ich auch eines anmerken, nämlich dass Herr Mucha, ein bekannter Verleger in Wien, erst kürzlich gesagt hat: Manche Journalisten in Österreich haben eine Standleitung zum EKIS. – Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen, außer der Feststellung, dass 30 000 Beamte des Innenministeriums wirklich klaglos ihren Dienst versehen. Es geht aber um die Spitzen dieses Innenministeriums, und es geht um die politische Verantwortung dieser Spitzen. In den vergangenen zehn Wochen haben diese Spitzen nichts anderes versucht, als zu verdunkeln, zu vertuschen, sich zu verabreden und ein Ablenkungsmanöver zu starten. Das ist der eigentliche Skandal, meine Damen und Herren von den Grünen! Und falls Sie sich vielleicht an dieser Ausdrucksweise stoßen, dann darf ich darauf verweisen, dass es sich hiebei um ein wörtliches Zitat von Herrn Klubobmann Alexander Van der Bellen aus dem Jahr 1999 über das Innenministerium gehandelt hat. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ach, so ist das? – Ruf bei den Freiheitlichen: Das ist ja unglaublich! – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat er schon vergessen, der Herr Klubobmann Van der Bellen! – Abg. Dr. Martin Graf: Da kann er eine "tatsächliche Bestätigung" machen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo habt ihr den Jarolim versteckt?
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Justizminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Wo habt ihr den Jarolim versteckt?) Herr Justizminister – und ich meine das ernst –, ich bedanke mich für die Nichtbeantwortung dieser Anfrage! (Abg. Dr. Martin Graf: Der überparteiliche Kostelka!) Sie sind nämlich vor die Alternative gestellt worden, durch eine ausführliche Beantwortung dieser Anfrage oder auch durch das genaue Gegenteil, durch die Nichtbeantwortung, Klarheit zu schaffen. Sie haben die Klarheit durch das Zweitere geschaffen! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Gaugg: Genau das wird das Gericht bestimmen! – Abg. Ing. Westenthaler: Was hat er?)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Gaugg: Genau das wird das Gericht bestimmen! – Abg. Ing. Westenthaler: Was hat er?
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Justizminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Wo habt ihr den Jarolim versteckt?) Herr Justizminister – und ich meine das ernst –, ich bedanke mich für die Nichtbeantwortung dieser Anfrage! (Abg. Dr. Martin Graf: Der überparteiliche Kostelka!) Sie sind nämlich vor die Alternative gestellt worden, durch eine ausführliche Beantwortung dieser Anfrage oder auch durch das genaue Gegenteil, durch die Nichtbeantwortung, Klarheit zu schaffen. Sie haben die Klarheit durch das Zweitere geschaffen! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Gaugg: Genau das wird das Gericht bestimmen! – Abg. Ing. Westenthaler: Was hat er?)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Jarolim!
Meine Damen und Herren! Bemerkenswert waren in diesem Zusammenhang nur die einführenden Bemerkungen des Herrn Justizministers. Er hat zugegeben, dass die Justiz ins Gerede gekommen ist (Abg. Dr. Fekter: Durch wen denn?), aber: Schuld sind alle, nur nicht er – die Opposition, die Medien, die Personalvertretung! (Abg. Ing. Westenthaler: Der Jarolim!)
Abg. Ing. Westenthaler: Entschuldigen Sie sich beim Justizminister einmal für Ihre Angriffe!
Herr Dr. Böhmdorfer! Wenn ein Justizminister dieser Republik bei solchen Angriffen schweigt, dann stimmt er ihnen zu. Das werfe ich Ihnen, Herr Justizminister, vor! (Abg. Ing. Westenthaler: Entschuldigen Sie sich beim Justizminister einmal für Ihre Angriffe!) Das war schließlich und endlich Ihre Absicht. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten sich beim Justizminister einmal entschuldigen!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten sich beim Justizminister einmal entschuldigen!
Herr Dr. Böhmdorfer! Wenn ein Justizminister dieser Republik bei solchen Angriffen schweigt, dann stimmt er ihnen zu. Das werfe ich Ihnen, Herr Justizminister, vor! (Abg. Ing. Westenthaler: Entschuldigen Sie sich beim Justizminister einmal für Ihre Angriffe!) Das war schließlich und endlich Ihre Absicht. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten sich beim Justizminister einmal entschuldigen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Schwemlein sitzt schon auf Ihrem Platz!
Ich kann Ihnen den nochmaligen Vorwurf nicht ersparen, Herr Justizminister: Sie agieren nicht wie ein Chef der österreichischen Justizbehörde, sondern nach wie vor als Anwalt Ihrer Partei und Ihres Gönners, Dr. Jörg Haider. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Schwemlein sitzt schon auf Ihrem Platz!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Schwemlein sitzt schon auf Ihrem Platz, Herr Kostelka! Das würde ich mir gut anschauen!
In diesem Zusammenhang haben Sie – und daran muss man erinnern (Abg. Ing. Westenthaler: Der Schwemlein sitzt schon auf Ihrem Platz, Herr Kostelka! Das würde ich mir gut anschauen!) – als Parteianwalt jene Klagenflut gegen Kritiker entwickelt, die nicht zuletzt auch von einem der führenden Rechtswissenschafter Europas, von Dr. Frowein, kritisiert worden ist. Sie haben als Parteianwalt Kritiker so lange mit Klagen eingedeckt, bis manche von ihnen verstummt sind. Sie sind der Fabrikant der juristischen Keule gegen die Meinungsfreiheit (Abg. Ing. Westenthaler: Können Sie das noch einmal sagen? Das haben wir jetzt nicht verstanden! Was ist er?), und dieses frivole Spiel mit der Rechtsstaatlichkeit setzen Sie jetzt fort!
Abg. Ing. Westenthaler: Können Sie das noch einmal sagen? Das haben wir jetzt nicht verstanden! Was ist er?
In diesem Zusammenhang haben Sie – und daran muss man erinnern (Abg. Ing. Westenthaler: Der Schwemlein sitzt schon auf Ihrem Platz, Herr Kostelka! Das würde ich mir gut anschauen!) – als Parteianwalt jene Klagenflut gegen Kritiker entwickelt, die nicht zuletzt auch von einem der führenden Rechtswissenschafter Europas, von Dr. Frowein, kritisiert worden ist. Sie haben als Parteianwalt Kritiker so lange mit Klagen eingedeckt, bis manche von ihnen verstummt sind. Sie sind der Fabrikant der juristischen Keule gegen die Meinungsfreiheit (Abg. Ing. Westenthaler: Können Sie das noch einmal sagen? Das haben wir jetzt nicht verstanden! Was ist er?), und dieses frivole Spiel mit der Rechtsstaatlichkeit setzen Sie jetzt fort!
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine einzige Peinlichkeit, was Sie da machen!
Tatenlos sehen Sie zu, wenn provokative Ehrenbeleidigungen, Rufschädigungen, Verbalinjurien von Vertretern Ihrer Partei gegen Staatsanwälte und gegen Untersuchungsrichter gebraucht werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine einzige Peinlichkeit, was Sie da machen!) In diesem Zusammenhang, Herr Bundesminister für Justiz: Das, was Sie und Ihre Freunde offensichtlich wollen, ist, dass Staatsanwälte und Untersuchungsrichter so lange provoziert werden (Abg. Ing. Westenthaler: Der Schwemlein sitzt schon am Klubobmannsessel!), bis einer von ihnen den Klagsweg beschreitet oder sich zu entsprechenden verbalen Reaktionen hinreißen lässt. Dann wären nämlich Sie und Ihre Freunde am Ziel: Sie könnten sich einen neuen Staatsanwalt aussuchen, meine Damen und Herren, dessen einziges Ziel es dann wäre, diese Verfahren möglichst rasch zu beenden, ohne geprüft zu haben.
Abg. Ing. Westenthaler: Der Schwemlein sitzt schon am Klubobmannsessel!
Tatenlos sehen Sie zu, wenn provokative Ehrenbeleidigungen, Rufschädigungen, Verbalinjurien von Vertretern Ihrer Partei gegen Staatsanwälte und gegen Untersuchungsrichter gebraucht werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine einzige Peinlichkeit, was Sie da machen!) In diesem Zusammenhang, Herr Bundesminister für Justiz: Das, was Sie und Ihre Freunde offensichtlich wollen, ist, dass Staatsanwälte und Untersuchungsrichter so lange provoziert werden (Abg. Ing. Westenthaler: Der Schwemlein sitzt schon am Klubobmannsessel!), bis einer von ihnen den Klagsweg beschreitet oder sich zu entsprechenden verbalen Reaktionen hinreißen lässt. Dann wären nämlich Sie und Ihre Freunde am Ziel: Sie könnten sich einen neuen Staatsanwalt aussuchen, meine Damen und Herren, dessen einziges Ziel es dann wäre, diese Verfahren möglichst rasch zu beenden, ohne geprüft zu haben.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Ironische Heiterkeit der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Mag. Trattner. – Abg. Ing. Westenthaler: Das würde ich jetzt als Auszeichnung nehmen! Diese Rücktrittsaufforderung ist eine Auszeichnung!
Herr Justizminister! Setzen Sie ein Zeichen für die Unabhängigkeit des österreichischen Justizwesens: Treten Sie zurück! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Ironische Heiterkeit der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Mag. Trattner. – Abg. Ing. Westenthaler: Das würde ich jetzt als Auszeichnung nehmen! Diese Rücktrittsaufforderung ist eine Auszeichnung!)
Abg. Silhavy: Das ist der Skandal! – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat sie nicht gesagt!
Ein zügiges Verfahren, ein rasches Verfahren zu fordern, ist legitim, kann aber in einer speziellen Situation durchaus unangebracht sein, und so war es damals: absolut unangebracht und fehl am Platz – meiner Ansicht nach. Aber heute? – Heute reden wir davon, dass die Vizekanzlerin der Republik nicht etwa sagt: Schließt bitte die Verfahren zügig ab!, nein, sie sagt: Stellt das Verfahren ein, hier gibt es nichts zu untersuchen! (Abg. Silhavy: Das ist der Skandal! – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat sie nicht gesagt!) – Das ist es, was hier passiert ist, meine sehr geehrten Damen und Herren!
Abg. Ing. Westenthaler: Als "freiheitlicher Aufpasser"! – Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
Als was ist die Bestellung des Herrn Staatsanwaltes Fasching in die Ermittlungen – quasi als "Aufpasser" – sonst zu betrachten? (Abg. Ing. Westenthaler: Als "freiheitlicher Aufpasser"! – Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Als was würden Sie die Tatsache, dass der Herr Justizminister, noch bevor irgendetwas war, schon gesagt hat, Haider sei über jeden Verdacht erhaben, sonst werten? Was ist es sonst, wenn nicht eine Einmischung in die Justiz, wenn ein Justizminister das sagt?
Abg. Ing. Westenthaler: Die Armen! Vielleicht wollen sie das gar nicht?
Geschätzte Damen und Herren! Die beiden Hauptvorwürfe, die wir Bundesminister Böhmdorfer in dieser Sache machen, ist, dass er die Staatsanwälte, die Richter, die hier tätig sind, nicht in Schutz nimmt (Abg. Ing. Westenthaler: Die Armen! Vielleicht wollen sie das gar nicht?), obwohl ihn die Opposition mehrmals – wie auch heute wieder – darum gebeten, ihn dazu aufgefordert und ihm auch Gelegenheit dazu gegeben hat. Es wäre ja ein Einfaches, es zu tun, aber es ist dem Herrn Bundesminister kein Anliegen! Kein einziges Wort ist dazu gefallen in seiner neun Minuten dauernden Anfragebeantwortung – was für Anfragebeantwortungen von Regierungsmitgliedern auf Anfragen der Opposition eine Rekordzeit ist, die noch nie erreicht wurde, seit ich im Parlament bin: neun Minuten für 40 Fragen! (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn die Fragen nichts hergeben, kann man auch nichts antworten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wenn die Fragen nichts hergeben, kann man auch nichts antworten!
Geschätzte Damen und Herren! Die beiden Hauptvorwürfe, die wir Bundesminister Böhmdorfer in dieser Sache machen, ist, dass er die Staatsanwälte, die Richter, die hier tätig sind, nicht in Schutz nimmt (Abg. Ing. Westenthaler: Die Armen! Vielleicht wollen sie das gar nicht?), obwohl ihn die Opposition mehrmals – wie auch heute wieder – darum gebeten, ihn dazu aufgefordert und ihm auch Gelegenheit dazu gegeben hat. Es wäre ja ein Einfaches, es zu tun, aber es ist dem Herrn Bundesminister kein Anliegen! Kein einziges Wort ist dazu gefallen in seiner neun Minuten dauernden Anfragebeantwortung – was für Anfragebeantwortungen von Regierungsmitgliedern auf Anfragen der Opposition eine Rekordzeit ist, die noch nie erreicht wurde, seit ich im Parlament bin: neun Minuten für 40 Fragen! (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn die Fragen nichts hergeben, kann man auch nichts antworten!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben den Misstrauensantrag vergessen! Wo ist der Misstrauensantrag?
Was wir Ihnen vorwerfen, ist die Tatsache, dass, wie auch die Frau Präsidentin der Richtervereinigung mehrfach in der Öffentlichkeit gesagt hat, das Verhalten unseres Justizministers Bedenken und Besorgnis in der Bevölkerung hinsichtlich der Unabhängigkeit der Justiz auslöst. Sie nehmen die Staatsanwälte nicht in Schutz! Das Gegenteil ist der Fall: Sie legen durch Ihr Verhalten noch ein "Schäuferl" nach! Deshalb, Herr Bundesminister, sind alle Vorwürfe, die wir Ihnen in der Vergangenheit gemacht haben und die wir jetzt erheben, klar: Als Justizminister sind Sie kein Verteidiger dieses Rechtsstaates, sondern eine Gefahr für ihn! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben den Misstrauensantrag vergessen! Wo ist der Misstrauensantrag?)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der Abg. Mag. Kuntzl –: Das war allerfeinste Sahne! So einen "Spiegel" haben Sie noch nie gehabt! Die Latte liegt hoch!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Mag. Kuntzl. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der Abg. Mag. Kuntzl –: Das war allerfeinste Sahne! So einen "Spiegel" haben Sie noch nie gehabt! Die Latte liegt hoch!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Nein, das stimmt nicht!
Abgeordnete Mag. Andrea Kuntzl (SPÖ): Herr Kollege Westenthaler, Ihre Größe habe ich noch allemal. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Nein, das stimmt nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe beim Fischer nachgelesen! Fischer habe ich zitiert!
Der zweite Schritt und das nächste Ziel ist die Justiz. Herr Kollege Westenthaler hat sich dabei wieder einmal besonders hervorgetan. Er hat die Absetzung des Untersuchungsrichters gefordert, weil dieser mit fürchterlichen Fehlern behaftet sei. Ich zitiere Kollegen Westenthaler: Der Mann "hat sie ja nicht alle", er habe sich schwere Verfehlungen geleistet, und der Untersuchungsrichter sei befangen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe beim Fischer nachgelesen! Fischer habe ich zitiert!) Auch die Ablöse der ermittelnden Staatsanwälte wurde gefordert. Warum? Die Begründung hat uns dann Ihr Alt-Parteiobmann geliefert: weil diese nachweislich das Recht gebeugt und gebrochen hätten.
Abg. Ing. Westenthaler: Wer sagt denn das?
Herr Justizminister! Das sind schwer wiegende Vorwürfe. Sie sind nicht irgendein Beobachter Ihrer Zeit. Sie sind der Justizminister, und Sie müssen handeln, wenn solche Vorwürfe geäußert werden! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Gaugg: Wieso? Weil Sie es sagen?) Entweder es ist etwas dran, dann müssen Sie handeln. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer sagt denn das?) Das tun Sie aber nicht, und zwar aus gutem Grund nicht: weil nichts an diesen Vorwürfen dran ist. Oder es ist nichts dran, aber auch dann, Herr Justizminister, müssen Sie handeln, und zwar müssen Sie sich gegen den öffentlichen Druck stellen, der seitens Ihrer Partei gegen die ermittelnden Behörden und ihre Repräsentanten aufgebaut wird. Das haben Sie aber auch heute wieder versäumt. Auch heute haben Sie sich nicht dazu geäußert, ob Sie an der Vorgangsweise der hier attackierten Beamten etwas auszusetzen haben.
Abg. Ing. Westenthaler: Das hat ja auch niemand bestritten!
In der Causa Gross beispielsweise war ich sehr froh, dass sich – obwohl die Staatsanwaltschaft zunächst gemeint hat, an dieser Causa sei nichts dran – letztendlich alle vier Parteien in diesem Hause – damals auch Abgeordneter Krüger – mit den Fehlern der Justiz in dieser Causa sehr kritisch auseinander gesetzt haben. Das heißt, es ist unser gutes Recht, auch Urteile zu kritisieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Das hat ja auch niemand bestritten!) Darin sind wir uns wohl einig. Es ist unser gutes Recht, uns auch kritisch mit Ermittlungen auseinander zu setzen.
Abg. Ing. Westenthaler: Da haben Sie eingegriffen!
Ich denke, Herr Abgeordneter Schweitzer, dass Sie keinen Anlass dazu haben, zu den Ermittlungen von Oberwart hier eine große Lippe zu führen. (Abg. Ing. Westenthaler: Da haben Sie eingegriffen!) Denken Sie an Herrn Magdits und andere, die Ihnen nahe stehen und die dort missbräuchlich ermittelt haben, dann würden Sie nicht mehr darüber reden! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Sie haben dort massiv eingegriffen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sprechen Sie mit dem Herrn Präsidenten!
Seit Wochen beschädigt jene Partei, die Sie, Herr Bundesminister, für die Funktion des Justizministers nominiert hat, den Rechtsstaat, das Ansehen der Gerichte, der Staatsanwaltschaft, der Exekutive, und Sie sagen nichts dazu. Sie stellen sich nicht vor die angegriffenen Richter und Staatsanwälte. Sie fordern nicht die Respektierung der Unabhängigkeit der Gerichtsbarkeit. (Abg. Ing. Westenthaler: Sprechen Sie mit dem Herrn Präsidenten!) Sie fordern nicht die Respektierung der pflichtgemäßen Arbeit der Staatsanwälte, sondern Sie erklären, dass in Ihren Augen Herr Haider über jeden Zweifel erhaben sei. Das ist ein seltsames Rechtsstaatsverständnis, das Sie hier an den Tag legen! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!
Abgeordneter Reinhart Gaugg (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Frau Vizekanzlerin! Meine geschätzten Damen und Herren! Sie, Herr Ex-Innenminister Einem, haben das geringste Recht, hier den Moralapostel zu spielen (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!), denn Sie waren es, der den Menschen in dieser Republik Angst gemacht hat, als Sie als Innenminister agiert haben: Sie waren der größte Ermittlungsverhinderer der Zweiten Republik!
Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!
Beispiel: Bombenattentat in Oberwart: Da hat alles untersucht werden dürfen, nur nicht die linke Seite. Die linke Seite haben Sie weggelassen, weil Sie es waren – und das ist ja auch in der Zwischenzeit bekannt –, der dem "TATblatt" Spenden überwiesen hat, einer Zeitschrift, die zu Gewalt aufruft. (Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!) Das war Ihre Form, das Innenministerium zu führen. Daher muss ich sagen: Sie sind die Gefahr für den Rechtsstaat!
Heiterkeit der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Mag. Schweitzer.
Das Einzige, was von Ihrer Rede übrig geblieben ist, ist die Ausspähung öffentlicher Informationen. (Heiterkeit der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Mag. Schweitzer. ) Das ist ja wirklich sensationell. Was verstehen Sie denn unter "Ausspähung öffentlicher Informationen"? – Das Lesen von Zeitungen, das Hören von Radio und Fernsehen? Jetzt zum Beispiel beginnt wieder das Ausspähen öffentlicher Informationen, indem die Zeitungen verteilt werden, die morgigen Ausgaben von "Kurier" und "Krone". Sie machen sich in hohem Maße unglaubwürdig.
Abg. Ing. Westenthaler: Leikam, der abgesetzte Sicherheitssprecher! Ist das eine tatsächliche Bestätigung?
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Leikam zu Wort gemeldet. Herr Abgeordneter, Sie kennen die Geschäftsordnung bestens. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Ing. Westenthaler: Leikam, der abgesetzte Sicherheitssprecher! Ist das eine tatsächliche Bestätigung?)
Abg. Ing. Westenthaler: Seltsam! Wissen Sie auch, warum?
Ich stelle richtig: Es wurde die Immunität des Abgeordneten Schober vom Kärntner Landtag aufgehoben. Eine Suspendierung ist nie erfolgt. (Abg. Ing. Westenthaler: Seltsam! Wissen Sie auch, warum?) Daher ist die Angabe des Abgeordneten Gaugg falsch und unwahr, und ich stelle das hiermit richtig. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Was hat er denn alles gegessen?
Aber es kommt spannender. Es war auch der König von Malaysia in Wien. Der König von Malaysia hat Wien besucht. Ihm wurde ein Mittagessen zum Preis von 171 000 S präsentiert. (Abg. Ing. Westenthaler: Was hat er denn alles gegessen?) Um 171 000 S speiste der König von Malaysia mit dem Herrn Bundeskanzler Vranitzky. (Abg. Dr. Martin Graf: Der wird so einen Hunger gehabt haben!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Gottes willen! Gottes willen!
Ich halte fest, meine Damen und Herren in diesem Haus: Bundeskanzler Dr. Franz Vranitzky war jener österreichische Staatsmann, der Österreich in den letzten 14 Jahren zu höchsten Reputationen in Europa und in der Welt geführt hat. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Gottes willen! Gottes willen!) Das wollte ich einmal eindeutig festhalten; da müssen andere erst schauen, dass sie unser Land auch einmal so vertreten. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. )
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Ich halte fest, meine Damen und Herren in diesem Haus: Bundeskanzler Dr. Franz Vranitzky war jener österreichische Staatsmann, der Österreich in den letzten 14 Jahren zu höchsten Reputationen in Europa und in der Welt geführt hat. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Gottes willen! Gottes willen!) Das wollte ich einmal eindeutig festhalten; da müssen andere erst schauen, dass sie unser Land auch einmal so vertreten. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. )
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: 17 Prozent hat er verloren, der Vranitzky! – Zwischenrufe der Abgeordneten Leikam und Schwemlein.
Zweitens: Ich bin Kollegen Gaugg sehr dankbar, dass er erwähnt hat, dass Franz Vranitzky Träger des Karlspreises ist, weil das eine der höchsten Auszeichnungen ist. Ich warte schon darauf, wann der nächste Österreicher diesen Karlspreis verliehen bekommt. Von dieser Regierung sicher keiner, davon bin ich überzeugt! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: 17 Prozent hat er verloren, der Vranitzky! – Zwischenrufe der Abgeordneten Leikam und Schwemlein. )
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Er hat euch 17 Prozent gekostet, der Vranitzky!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Großruck. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Er hat euch 17 Prozent gekostet, der Vranitzky!)
Abg. Ing. Westenthaler: Weil Sie gut ausschauen!
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Weil Sie gut ausschauen!) – Es freut mich, dass ich Ihnen gefalle, dass ich gut ausschaue; offensichtlich passe ich nicht in das "rote Spinnennetz". (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Rufe bei der SPÖ: Ha! Ha! Ha! – Abg. Schwemlein: Wie ist das jetzt mit dem Hinterbänkler? – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Kollege Kostelka! So schnell ist der Platz weg!
Abschließend möchte ich sagen, dass auch das Demokratieverständnis der SPÖ sehr interessant ist (Abg. Schwemlein: Wo will eure Regierung hinfahren? Die kann nicht einmal in die Hofburg!), weil es ja zwei Berichte gibt: einen Bericht, der Zustimmung hatte, und einen zweiten Bericht – Herr Kollege Schwemlein, hören Sie zu, dann werden Sie es verstehen! –, den Sie verfasst haben. Aber eines sei gesagt: Die SPÖ, Herr Kollege Schwemlein, und Sie alle, die Sie hier sitzen, haben im Fliegen wirklich Erfahrung. Sie sind nämlich – und das hat dem Steuerzahler wirklich viel erspart – aus der Regierung geflogen. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Rufe bei der SPÖ: Ha! Ha! Ha! – Abg. Schwemlein: Wie ist das jetzt mit dem Hinterbänkler? – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Kollege Kostelka! So schnell ist der Platz weg!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Ganz abgesehen davon, dass die FPÖ Untersuchungsausschüsse wie der Teufel das Weihwasser scheut, wenn es nur irgendwie den Anschein hat, dass eines ihrer Mitglieder betroffen sein könnte! Darum wurden in letzter Zeit diesbezüglich alle Anträge der Oppositionsparteien mit allen möglichen Mätzchen verhindert. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. ) – Das habe
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist mies! Bei der Kuntzl bleibt er sitzen, weil er Angst hat, dass sie verurteilt wird!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Wir gelangen zum 15. Punkt der Tagesordnung. (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) – Wir sind schon in Europa! (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist mies! Bei der Kuntzl bleibt er sitzen, weil er Angst hat, dass sie verurteilt wird!)
Abg. Ing. Westenthaler: Dass das überall steht, kann er sicher sein! Das hat es überhaupt noch nie gegeben!
Auf Grund der Zurücklegung der Mitgliedschaft zur Parlamentarischen Versammlung des Europarates des Abgeordneten Ing. Peter Westenthaler ist die Wahl eines neuen Mitgliedes sowie eines Ersatzmitgliedes vorzunehmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Dass das überall steht, kann er sicher sein! Das hat es überhaupt noch nie gegeben!)
Sitzung Nr. 54
Abg. Ing. Westenthaler: Zweiter Ordnungsruf!
Ich kann Ihnen nur sagen, was der heutige Tag meiner Meinung nach gezeigt hat. Wir haben hier und heute versucht, eine Diskussion über BSE zu führen. Sie haben sich geweigert, diese zu führen, weil Sie ganz genau wissen, dass das, was Sie bis jetzt gemacht haben, einer Regierung eigentlich unwürdig ist. (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer. ) Sie haben stattdessen versucht, hier eine Diskussion zu inszenieren. Meine Damen und Herren! Das ist ja das Perfide, Herr Kollege Khol, und daher verstehe ... (Abg. Ing. Westenthaler: Zweiter Ordnungsruf!)
Abg. Dr. Kostelka – zwei Bundesgesetzblätter in die Höhe haltend –: Bundesgesetzblätter, Herr Kollege Westenthaler!
Es wäre ja fast lustig, wenn es nicht so traurig wäre, dass es ein Vorsitzender wie Dr. Gusenbauer, der ja diesen Dringlichen Antrag ziert, nicht zustande bringt, das in den Antrag hineinzuschreiben, was er fordert, und sich dann ausredet, es sei ein Druckfehler gewesen. Also das glaubt Ihnen niemand, denn es kann kein Druckfehler sein, wenn man das Wort "Senkung" mit "Anhebung" verwechselt. (Abg. Dr. Kostelka – zwei Bundesgesetzblätter in die Höhe haltend –: Bundesgesetzblätter, Herr Kollege Westenthaler!) Ich glaube, da gibt es ganz andere bei Ihnen in der Partei, die Ihnen schon den einen oder anderen "Leger" einbauen – in der Hoffnung, dass es vielleicht doch zu einem Führungswechsel in der SPÖ kommt. Ich hoffe, dass es diesen nicht gelingt und dass Sie uns lange erhalten bleiben, Herr Kollege Gusenbauer. Das hoffe ich wirklich bei dieser verheerenden Performance hier im Haus! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Mag. Schweitzer: Ich bin gespannt, wie er das begründet! – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt erklärt er uns, wie er das mit der Steuererhöhung meint, mit der "Senkung" der Absetzbeträge um 3 500 S! – Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung des Abg. Dr. Gusenbauer –: Von welchem Antrag sprichst du jetzt?
Ich erteile nun Herrn Abgeordnetem Dr. Gusenbauer als Antragsteller zur Begründung seines Dringlichen Antrages das Wort und mache darauf aufmerksam, dass nach der Geschäftsordnung die Redezeit 20 Minuten nicht überschreiten darf. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Mag. Schweitzer: Ich bin gespannt, wie er das begründet! – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt erklärt er uns, wie er das mit der Steuererhöhung meint, mit der "Senkung" der Absetzbeträge um 3 500 S! – Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung des Abg. Dr. Gusenbauer –: Von welchem Antrag sprichst du jetzt?)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich glaube, Edlinger hat den Antrag geschrieben! – Abg. Dr. Khol: Der Antrag ist von Edlinger!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Edlinger. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich glaube, Edlinger hat den Antrag geschrieben! – Abg. Dr. Khol: Der Antrag ist von Edlinger!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unglaublich! Das ist keine Wortmeldung zur Geschäftsordnung! – Abg. Haigermoser: Das ist ein Redebeitrag! Was wollen Sie?
Wenn nun durch Vorgänge, wie sie sich vorhin ereignet haben, letztlich eine Vereinbarung, die gerade für einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk nur dahin gehen kann, dass dann auch im Sinne der Unparteilichkeit und des öffentlich-rechtlichen Auftrages alle Parteienstandpunkte präsentiert werden – wir werden die Gelegenheit haben, über das ORF-Gesetz zu diskutieren –, getroffen wird, dann muss diese auch entsprechend eingehalten werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unglaublich! Das ist keine Wortmeldung zur Geschäftsordnung! – Abg. Haigermoser: Das ist ein Redebeitrag! Was wollen Sie?)
Abg. Ing. Westenthaler: Die sind komplett von der Rolle! – Abg. Haigermoser: Die linke Chaostruppe!
Wer für den Antrag der Frau Abgeordneten Petrovic ist, den bitte ich um ein zustimmendes Zeichen. (Die Abgeordneten der SPÖ erheben sich zögerlich von ihren Plätzen.) – Das ist die Minderheit. Der Antrag ist damit abgelehnt. (Abg. Ing. Westenthaler: Die sind komplett von der Rolle! – Abg. Haigermoser: Die linke Chaostruppe!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das hat Ihnen gefallen!
Da meine Redezeit zu Ende geht, kann ich Ihnen jetzt nicht mehr vorhalten und vorrechnen, wie Sie den Pensionisten trotz Pensionserhöhung in die Tasche gegriffen haben – es gibt nämlich Pensionisten, die in Zukunft weniger haben werden als bisher –, denn ich muss noch ein paar Sätze zu Herrn Klubobmann Westenthaler und seinem Interview in der gestrigen "ZiB" sagen. Das war ja wieder "Marke Westenthaler". (Abg. Ing. Westenthaler: Das hat Ihnen gefallen!) – Aha, jetzt ist er da.
Abg. Ing. Westenthaler: Ist er ja!
Herr Klubobmann Westenthaler! Wenn Bürgermeister Häupl wirklich der schwächste Bürgermeister ist, wenn er doch so schwach ist (Abg. Ing. Westenthaler: Ist er ja!), warum steigen Sie dann nicht in den Ring und treten gegen ihn an? (Abg. Mag. Kogler: Aus Staatsinteresse!) – Weil Sie ganz genau wissen, dass dann Ihre Karriere spätestens am 26., 27. März abrupt zu Ende wäre. Das ist die Wahrheit! (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe ja den Verdacht, dass der Antrag von Nürnberger geschrieben worden ist!
Dieses Interview war ja wirklich rührend. Schmalz ist geradezu aus dem Fernseher geronnen, als er gestern gesagt hat: Der liebe Peter, die liebe Helene und die liebe Susanne werden einen Kandidaten finden! – Also ich wünsche Ihnen sehr, sehr viel Glück. Ich wünsche Ihnen sehr viel Glück auf der Suche nach einem Kandidaten, der für Sie die Kastanien aus dem Feuer holt. Vielleicht finden Sie einen "Dump" oder einen "Humpi", der sich für Sie der Wiener Wahl stellt. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe ja den Verdacht, dass der Antrag von Nürnberger geschrieben worden ist!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der sich von den Sitzen erhebenden SP-Abgeordneten –: Ist das die Steuererhöhung, ja?
Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Antrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der sich von den Sitzen erhebenden SP-Abgeordneten –: Ist das die Steuererhöhung, ja?) – Das ist die Minderheit und damit abgelehnt. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Steuererhöhung war das jetzt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Steuererhöhung war das jetzt!
Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Antrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der sich von den Sitzen erhebenden SP-Abgeordneten –: Ist das die Steuererhöhung, ja?) – Das ist die Minderheit und damit abgelehnt. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Steuererhöhung war das jetzt!)
Sitzung Nr. 55
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Grüne –: Das darf man sagen, dass man Abneigung gegen behinderte Menschen hat?
Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur Elisabeth Gehrer: Herr Präsident! Hohes Haus! Ich weise es zurück, dass man mir unterstellt, ich hätte eine Abneigung gegen Behinderte. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Grüne –: Das darf man sagen, dass man Abneigung gegen behinderte Menschen hat?)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Das geht so weit, dass Sie am liebsten bei "Taxi orange" mitgemischt hätten, wahrscheinlich wären Sie, Klubobmann Khol und Klubobmann Westenthaler, am liebsten im "Kutscherhof" gesessen. So weit geht das in Wirklichkeit! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. )
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben keinen Vorschlag! Ihr habt ja gar keinen Vorschlag! Sagen Sie mir: welchen Vorschlag? Sagen Sie mir einen Vorschlag!
Sie wollen den Wettbewerb einengen, Sie wollen keine unabhängige Medienbehörde, Ihr Vorschlag ist um 17 Millionen Schilling teurer als unser Vorschlag. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben keinen Vorschlag! Ihr habt ja gar keinen Vorschlag! Sagen Sie mir: welchen Vorschlag? Sagen Sie mir einen Vorschlag!) Wir wollen, dass unabhängig reguliert werden kann, und wir wollen, dass der ORF weiterhin frei und unabhängig seine Aufgabe erfüllen kann. Das sind echte Unterschiede. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das war die Bewerbungsrede des Cap für den Generalintendanten!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Krüger. Er hat eine Redezeit von 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Das war die Bewerbungsrede des Cap für den Generalintendanten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der Punkt!
Der Grund dafür, weshalb da Schnelligkeit angesagt ist – da Sie es bisher offensichtlich nicht verstanden haben, darf ich das noch einmal wiederholen –: Schnelligkeit deshalb, weil die vorläufigen Privatrundfunk-Lizenzen am 19. Juni 2001 auslaufen. Das wissen Sie doch, und Sie wissen weiters genau, dass auch Sie und die SPÖ von den Privatradiobetreibern geradezu bestürmt werden, endlich die "KommAustria", endlich die Novelle zum Privatradiogesetz zu schaffen, damit die Privatradiobetreiber von diesem Damoklesschwert der Einstellung befreit werden! (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der Punkt!)
Abg. Ing. Westenthaler: So ein Blödsinn! Das hat mit der "KommAustria" nichts zu tun! So ein Schwachsinn!
Nicht nur formale Gründe sprechen für die Absetzung dieser Vorlagen von der heutigen Tagesordnung, sondern vor allem inhaltlich gewichtige Argumente. Dass Sie sich selbst nicht ernst nehmen, meine sehr geehrten Damen und Herren von ÖVP und FPÖ, zeigt doch die Tatsache, dass ein Gutachten in Auftrag gegeben wird (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen), wonach bundesweite Frequenzen gesucht werden können. Dieses Gutachten kommt im März, aber dieser Gesetzentwurf wird heute beschlossen! (Abg. Ing. Westenthaler: So ein Blödsinn! Das hat mit der "KommAustria" nichts zu tun! So ein Schwachsinn!) Das ist demokratiepolitischer Hohn und keine Vorgangsweise, wie wir sie uns wünschen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Khol: Rot-Grün im Nationalrat! – Abg. Ing. Westenthaler: Rot-Grün heißt Blockade!
Daher bleibt es bei der ausgegebenen Tagesordnung für die heutige Sitzung. (Abg. Dr. Khol: Rot-Grün im Nationalrat! – Abg. Ing. Westenthaler: Rot-Grün heißt Blockade!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben wenigstens Wein getrunken – und keinen Champagner! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich würde ihn bei dieser Gelegenheit auch daran erinnern, wenn er über die Aufhebung ... (Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka. ) – Herr Kollege! Hat der Heurige für Sie gestern zu lange gedauert? Sind Sie nicht imstande, zwei Minuten zuzuhören? (Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben wenigstens Wein getrunken – und keinen Champagner! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der Freiheitlichen und Abgeordneten der ÖVP und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Er ist bereits unter der U-Bahn mit seinem Niveau! – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen. – Abg. Edlinger: Am liebsten würdet ihr uns hinausschmeißen!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Sie haben darauf hingewiesen, dass die Grundlage ... (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der Freiheitlichen und Abgeordneten der ÖVP und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Er ist bereits unter der U-Bahn mit seinem Niveau! – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen. – Abg. Edlinger: Am liebsten würdet ihr uns hinausschmeißen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Vier Minister wolltet ihr uns geben! Vier Minister hat die SPÖ angeboten!
Wahr ist vielmehr – lesen Sie nach, meine Damen und Herren, in der "Kleinen Zeitung"! –: Am 28. Oktober 1999 hat es ein Gespräch zwischen Schüssel und Haider gegeben, in dem alles vereinbart war: diese blau-schwarze Regierung. Dreieinhalb Monate, meine Damen und Herren, wurde verhandelt und sondiert – alles Chimäre. Ausgemacht war bereits alles davor, nämlich die Regierung Schüssel – Haider, wie sie damals noch gemeint war. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Vier Minister wolltet ihr uns geben! Vier Minister hat die SPÖ angeboten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!
Und im Übrigen würde ich anmerken: Immer wenn sich Abgeordneter Khol betroffen fühlt, weil ihm Unwahrheit vorgeworfen wird, sollte das kein Anlass zu einer persönlichen Erwiderung sein (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!), denn er hat für sich in Anspruch genommen: "Die Wahrheit ist eine Tochter der Zeit." – Herr Khol! Das richtet Sie! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Referiert das Inhaltsverzeichnis!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Frau Vizekanzlerin! Überhaupt alle Damen und Herren auf der Regierungsbank! Meine Damen und Herren! Ich werde zunächst kurz etwas über Nizza sagen und dann auf den Heldenplatz und die so genannten Sanktionen eingehen – also spiegelverkehrt zu Ihrem Aufbau, Herr Kollege Khol, vorgehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Referiert das Inhaltsverzeichnis!)
Abg. Ing. Westenthaler – auf den etwas abseits stehenden Abg. Dr. Khol weisend –: Da ist er!
Jetzt käme ich zum Heldenplatz, aber Klubobmann Khol ist mir abhanden gekommen. (Abg. Ing. Westenthaler – auf den etwas abseits stehenden Abg. Dr. Khol weisend –: Da ist er!) Okay, danke. Wäre ja schade gewesen, Herr Khol.
Abg. Ing. Westenthaler: Ist nicht definiert, was "Weise" sind!
Es gibt den Bericht der "drei Weisen". Ein Drei-"Weisen"-Bericht wird auch in Zukunft möglich sein. Artikel 7 sieht ausdrücklich vor, dass unabhängige Persönlichkeiten durch den Rat ersucht werden können, innerhalb einer Frist und so weiter einen Bericht vorzulegen. Ein Drei-"Weisen"-Bericht, zweite Auflage, über irgendein Land. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist nicht definiert, was "Weise" sind!) Nein, eh nicht. "Unabhängige Persönlichkeiten", heißt es.
Abg. Schieder – in Richtung Freiheitliche –: Bitte nehmen Sie das Bild weg, Herr Kollege! – Abg Ing. Westenthaler entfernt das auf dem Rednerpult stehende Foto. – Weitere Zwischenrufe.
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Zu Wort gemeldet ist nunmehr Frau Vizekanzler Dr. Riess-Passer. (Abg. Schieder – in Richtung Freiheitliche –: Bitte nehmen Sie das Bild weg, Herr Kollege! – Abg Ing. Westenthaler entfernt das auf dem Rednerpult stehende Foto. – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Haigermoser: Sie sagen nicht, was objektiv ist! – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Cap legt fest, was objektiv ist!
Und das ist nicht subjektiv, das ist objektiv, und wenn Sie sich das genau anschauen, können Sie nachvollziehen, dass es genau so ist. (Abg. Haigermoser: Sie sagen nicht, was objektiv ist! – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Cap legt fest, was objektiv ist!) Das Problem ist, dass Sie damit im Telekommunikationsbereich den Bestrebungen derjenigen nachgeben, denen die Telekom-Control in Wirklichkeit viel zu wettbewerbsfreundlich war. Trotz hoher Marktanteile hat man echte Schwierigkeiten, beispielsweise am Handy-Markt, die entsprechenden Gewinnerwartungen auch zu realisieren. Da wollen Sie in Wirklichkeit Wettbewerb abbauen. Und das Problem ist, dass Sie mit dieser Großkonstruktion auch viele Posten schaffen, was viel Geld kostet. Mich wundert, dass sich Ihr Finanzminister Grasser da noch gar nicht zu Wort gemeldet hat, denn das Ganze würde bei Ihrem Modell um 17 Millionen Schilling mehr kosten.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Jahrelang habt ihr im ORF interveniert, und trotzdem seid ihr in der Opposition!
Deswegen lehnen wir diesen Vorschlag ab! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Jahrelang habt ihr im ORF interveniert, und trotzdem seid ihr in der Opposition!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das wollt ihr! Ihr wolltet das!
Sie müssen jetzt zurück an den Start und sich neu überlegen, ob Sie wirklich bei diesem Modell bleiben, wobei ich glaube, dass es bei Ihnen Kräfte gibt, die dieses Modell in der Form mit den Verfassungsbestimmungen gar nicht wollen, sondern die in Wahrheit wollen, dass die Medienbehörde dem Bundeskanzleramt weisungsgebunden eingegliedert und untergeordnet ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Das wollt ihr! Ihr wolltet das!) Das ist Ihr wahres Ziel, und Sie suchen nur jemanden, der Ihnen dabei behilflich ist. Auch da werden Sie Pech haben, denn wir werden den Österreicherinnen und Österreichern genau erklären, was Ihr wahres Ziel und Ihr wahres Begehren dabei sind. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Lernt endlich einmal die Geschäftsordnung!
Zu Wort gemeldet hat sich die Frau Bundesministerin. Die Redezeit soll 10 Minuten nicht überschreiten. – Bitte, Frau Ministerin. (Abg. Ing. Westenthaler: Lernt endlich einmal die Geschäftsordnung!)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wortwahl! Sprache der Gewalt!
Herr Kollege Khol! Das ist blanke Chuzpe! (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wortwahl! Sprache der Gewalt!) Das ist eine Verdrehung der Tatsachen! Eine Verweigerung der Arbeit ist von Ihrer Seite gekommen. Ich darf Sie in diesem Zusammenhang daran erinnern, dass es insgesamt 35 Präsidialen gab und dass in jeder dieser Präsidialsitzungen von uns der Wunsch geäußert wurde, gerade diese Verfassungsprobleme anzudiskutieren. Sie haben sich davon verabschiedet! Sie haben "Nein" gesagt! Sie wollen kein Demokratiepaket, das diesen Namen verdient, haben! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Endenwollender Applaus!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Endenwollender Applaus!
Herr Kollege Khol! Das ist blanke Chuzpe! (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wortwahl! Sprache der Gewalt!) Das ist eine Verdrehung der Tatsachen! Eine Verweigerung der Arbeit ist von Ihrer Seite gekommen. Ich darf Sie in diesem Zusammenhang daran erinnern, dass es insgesamt 35 Präsidialen gab und dass in jeder dieser Präsidialsitzungen von uns der Wunsch geäußert wurde, gerade diese Verfassungsprobleme anzudiskutieren. Sie haben sich davon verabschiedet! Sie haben "Nein" gesagt! Sie wollen kein Demokratiepaket, das diesen Namen verdient, haben! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Endenwollender Applaus!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das habt ihr gemacht! Das war eure Zeit!
Das ist Scheindemokratie! Sie führen den Bürger genauso an der Nase herum wie uns – zumindest versuchen Sie es – (Abg. Ing. Westenthaler: Das habt ihr gemacht! Das war eure Zeit!), denn nichts anderes bedeutet es, die Kautelen, die Sie vorsehen, einzuführen.
Abg. Ing. Westenthaler: Das glaubt Ihnen die eigene Fraktion nicht!
Meine Damen und Herren! Wir glauben, dass es eine Einheit der Verfassungsreform zu geben hat. Ich habe Ihnen mehrmals Termine vorgeschlagen. – Herr Kollege Khol, Sie schrieben einen langen Brief, in dem Sie behaupteten, ich hätte Termine abgelehnt. (Abg. Ing. Westenthaler: Das glaubt Ihnen die eigene Fraktion nicht!) Sagen Sie mir einen einzigen Termin, den meine Fraktion im Zusammenhang mit dem Verfassungsausschuss abgelehnt hat!
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Zeiten werden schwer auch für den Klubobmann! Vor leeren Bankreihen der eigenen Genossen spricht er zu den Sesseln!
In allem Ernst: Sie haben einen fairen, einen offenen Gesprächspartner in uns – dann, wenn Sie wirklich über die Verfassung, wenn Sie wirklich über die Weiterentwicklung der Verfassung reden wollen! Sie werden in uns aber keinen Kooperationspartner finden, wenn es um Ihre Verlegenheitsgags bei Ihren Kongressen in Alpbach geht! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Zeiten werden schwer auch für den Klubobmann! Vor leeren Bankreihen der eigenen Genossen spricht er zu den Sesseln!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das wird Ihnen nicht gelingen!
Das haben Sie zugesagt, aber dieses Versprechen ist von Ihnen gebrochen worden. Wir nehmen das zur Kenntnis, aber eines werden Sie auch zur Kenntnis nehmen müssen: dass wir nicht locker lassen und hier so lange Fragen dazu stellen werden, bis Sie auch aus der Öffentlichkeit so laut gestellt werden, dass Sie diese Untersuchungsausschüsse werden einrichten müssen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das wird Ihnen nicht gelingen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das verstehe ich: Der arme "Grolli"! – Abg. Schwarzenberger: Total abgemagert!
Interessant ist ja auch, dass die Sozialdemokratie über einen Fristsetzungsantrag eine Debatte verlangt hat, welche die Geschäftsordnung betrifft, aber über einen zweiten Fristsetzungsantrag keine! Das ist die Fristsetzung betreffend Tierschutz. Und da, denke ich, hat diesmal die Klubführung der Sozialdemokratie klug gehandelt. (Abg. Ing. Westenthaler: Das verstehe ich: Der arme "Grolli"! – Abg. Schwarzenberger: Total abgemagert!) Wenn ich mir anschaue, was in den Zeitungen steht, was in "NEWS" dazu steht, dass nämlich der so genannte First Dog "Grolli", der in dieser Republik berühmt geworden ist, seit Monaten allein in einem Bauernhof im Südburgenland ohne Bezugsperson dahinvegetieren muss – ein Auge ist blutunterlaufen, wahrscheinlich hat er Flöhe, und eine fremde Person bringt ihm einmal am Tag Frolic oder Trockenfutter oder wie das alles heißt –, muss ich sagen: Wer Wasser predigt und Wein trinkt, ist unglaubwürdig! (Abg. Silhavy: Gratuliere zu Ihrem "Niveau"!) Wer Tierschutz verlangt und einen Hund so behandelt – nein, das ist nicht richtig! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Nach vielen Jahren!
Das ist eine Materie, die nach einem Unterausschuss schreit – nach Hearing, nach Beiziehung von Fachleuten, nach dem Einholen von Expertenmeinungen. (Abg. Ing. Westenthaler: Nach vielen Jahren!) Das kann sehr rasch geschehen. Wir haben hier schon in ein, zwei Tagen Hearings abgeführt.
Abg. Ing. Westenthaler: Unfassbar!
Aber wir dürfen da auch keine Drehung weiter machen und sagen, Österreich sei quasi ein Nachfolgestaat Nazi-Deutschlands! (Abg. Ing. Westenthaler: Unfassbar!) Meine Damen und Herren! Das ist nicht wahr, und das ist auch der Grund, warum Österreich im Jahre 1945 – die Dramatik dieses Unterschiedes ist vielleicht gar nicht allen hier bewusst – eine gesamtösterreichische Bundesregierung bekommen hat. Und das ist auch der Grund, warum Österreich 1955 einen Staats vertrag und nicht einen Friedens vertrag bekommen hat!
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Posch abgeblitzt!
Ich muss Ihnen überhaupt sagen, dass Ihr Beitrag heute ein schlecht gelungener Versuch einer Polemik gegen die Bundesregierung war. Wir werden diese Debatte heute nicht dazu verwenden, die SPÖ in ihre Geschichte zurückzuführen und gerade auch bei diesen Themen die Finger auf die Wunden ihrer Vergangenheit zu legen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Posch abgeblitzt!)
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Er hat um die Zeit noch Humor!
Erstens: Der Rechnungsabschluss 1999 belegt die massive Budgetkonsolidierung der vergangenen Legislaturperiode. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Er hat um die Zeit noch Humor!) Das Defizit wurde von 5,1 auf 2 Prozent abgesenkt, das ist eine Senkung von mehr als 3 Prozent. Das möchte ich in aller Deutlichkeit feststellen, weil Sie immer wieder versuchen, gewisse Fakten nicht zur Kenntnis zu nehmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger macht um 23 Uhr auch noch Witze!) Aber die Zahlen sprechen für sich! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger macht um 23 Uhr auch noch Witze!
Erstens: Der Rechnungsabschluss 1999 belegt die massive Budgetkonsolidierung der vergangenen Legislaturperiode. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Er hat um die Zeit noch Humor!) Das Defizit wurde von 5,1 auf 2 Prozent abgesenkt, das ist eine Senkung von mehr als 3 Prozent. Das möchte ich in aller Deutlichkeit feststellen, weil Sie immer wieder versuchen, gewisse Fakten nicht zur Kenntnis zu nehmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger macht um 23 Uhr auch noch Witze!) Aber die Zahlen sprechen für sich! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Kollege Edlinger! Das Fernsehen ist schon draußen!
Fünftens möchte ich Ihnen noch Folgendes sagen, damit Sie mir nicht unterstellen, dass ich polemisiere. (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Kollege Edlinger! Das Fernsehen ist schon draußen!) Die Strukturreformen begannen 1996. Selbst Herr Bundesminister Grasser hat im Budgetbericht – das möchte ich auch zitieren – auf Seite 5 geschrieben: Der 1996 eingeleitete Personalabbau wurde fortgesetzt. Das Ausgliederungsprogramm wurde fortgesetzt – nicht von der FPÖ, die immer versucht, sich in der Öffentlichkeit als Partei des "Erfindrowitsch" darzustellen. (Abg. Haigermoser: Als was? Was sind wir?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wenn das der "Grolli" hört!
Heute ist das anders. Wir erlebten eine Wende, eine Wende zur Kälte, der Sprachlosigkeit, der Dialogunfähigkeit – und dann wundern Sie sich, dass in der österreichischen Bevölkerung mitunter verschiedene, auch emotionelle Veränderungen an den Tag gelegt werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn das der "Grolli" hört!) Dafür muss man ein subjektives und ein objektives Verständnis aufbringen, wenn auf der anderen Seite von den Mächtigen in diesem Lande der Dialog verweigert wird.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist gut!
Wir werden über das Stabilitätsprogramm und die einseitige Betrachtung, die Sie hier angestellt haben, noch reden. (Abg. Mag. Trattner: Das glauben Sie ja selber nicht! Ist ja blanker Unsinn, was Sie da erzählen!) Aber ich möchte mit Worten aufhören, die nicht von mir sind (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist gut!), um Ihre Politik zu qualifizieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Werden Sie sachlich!) Diesbezüglich können Sie in einem sehr angesehenen österreichischen Magazin eine treffende Formulierung lesen. (Abg. Haigermoser: Wie heißt das "angesehene" Magazin?) Das werde ich Ihnen gleich sagen.
Abg. Ing. Westenthaler: Werden Sie sachlich!
Wir werden über das Stabilitätsprogramm und die einseitige Betrachtung, die Sie hier angestellt haben, noch reden. (Abg. Mag. Trattner: Das glauben Sie ja selber nicht! Ist ja blanker Unsinn, was Sie da erzählen!) Aber ich möchte mit Worten aufhören, die nicht von mir sind (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist gut!), um Ihre Politik zu qualifizieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Werden Sie sachlich!) Diesbezüglich können Sie in einem sehr angesehenen österreichischen Magazin eine treffende Formulierung lesen. (Abg. Haigermoser: Wie heißt das "angesehene" Magazin?) Das werde ich Ihnen gleich sagen.
Abg. Ing. Westenthaler: Ist das auf das 99er-Budget ...?
Da heißt es: Die Ankündigung der Regierung, das Budget weitgehend ausgabenseitig sanieren zu wollen, erweist sich bei wohlwollender Betrachtung als naive Absichtserklärung, bei weniger freundlicher Beurteilung als Lüge. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist das auf das 99er-Budget ...?) – Das ist der Kommentar in einem Magazin. Sie können sagen, es ist kein angesehenes; es ist das "profil" (ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen), ein Magazin, das sich einer großen Leserschaft erfreut. (Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger zitiert "profil"!)
Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger zitiert "profil"!
Da heißt es: Die Ankündigung der Regierung, das Budget weitgehend ausgabenseitig sanieren zu wollen, erweist sich bei wohlwollender Betrachtung als naive Absichtserklärung, bei weniger freundlicher Beurteilung als Lüge. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist das auf das 99er-Budget ...?) – Das ist der Kommentar in einem Magazin. Sie können sagen, es ist kein angesehenes; es ist das "profil" (ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen), ein Magazin, das sich einer großen Leserschaft erfreut. (Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger zitiert "profil"!)
Abg. Ing. Westenthaler: ... Edlinger-"profil"! Das nächste Mal zitiert er aus der Mickey Mouse!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Zum Wort gemeldet hat sich Herr Abgeordneter Egghart. Ihre Redezeit ist wunschgemäß auf 3 Minuten begrenzt. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: ... Edlinger-"profil"! Das nächste Mal zitiert er aus der Mickey Mouse!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Bravo! – Abg. Dr. Khol: Sehr gut!
Abgeordneter Robert Egghart (fortsetzend): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Herr Staatssekretär! Herr Präsident des Rechnungshofes! Der Bundesrechnungsabschluss 1999 zeigt, dass die berühmte Knackwurst beim Edlinger-Hund besser aufgehoben ist als das Budget beim Herrl. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Bravo! – Abg. Dr. Khol: Sehr gut!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Schwarz-Blau, das sind ja keine Menschen!
Wenn man sich tatsächlich dazu versteigt und hier meint, dass Hetze gegen homosexuelle Menschen in diesem Land, Hetze gegen religiöse Minoritäten (Abg. Dr. Leiner: Wer hetzt denn?), Hetze gegen Andersfarbige zu vergleichen ist mit politischer Kritik an der schwarz-blauen Regierung, dann spricht das für sich, meine Damen und Herren! Ich habe dem nichts hinzuzufügen! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Schwarz-Blau, das sind ja keine Menschen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist die Minderheit! – Abg. Dr. Khol: Wieder nichts! – Abg. Dr. Einem: Ihr seid eine Neinsager-Partei!
Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Fristsetzungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Minderheit und damit abgelehnt. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist die Minderheit! – Abg. Dr. Khol: Wieder nichts! – Abg. Dr. Einem: Ihr seid eine Neinsager-Partei!)
Abg. Ing. Westenthaler: Serien-Niederlage!
Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Fristsetzungsantrag sind, um ein Zeichen. – Es ist das die Minderheit und damit abgelehnt. (Abg. Ing. Westenthaler: Serien-Niederlage!)
Sitzung Nr. 56
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Na geh! Das ist ja keine Wortwahl bitte! – Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen und schaltet kurz das Mikrophon der Rednerin aus.
Ich frage mich: Für wie dumm halten Sie die Leute? – Sie wollen gesunde Lebensmittel haben, sie haben bisher dem Landwirtschaftssystem vertraut und werden jetzt vor die ernüchternden Tatsachen gestellt. Ich verstehe nicht, mit welcher fast schon Präpotenz Sie hergehen und sagen: Das sind Einzelfälle, und es ist eigentlich alles in Ordnung. – Also, das hat mich persönlich sehr erschüttert. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Na geh! Das ist ja keine Wortwahl bitte! – Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen und schaltet kurz das Mikrophon der Rednerin aus.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das war auch gut so!
Das Mikrophon war kurz ausgeschaltet. (Abg. Ing. Westenthaler: Das war auch gut so!) – Herr Westenthaler! Ihnen sollte man auch öfter das Mikrophon abdrehen. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Sie haben aber eine merkwürdige Demokratieauffassung! Das muss ich Ihnen schon sagen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Nein, ich habe gesagt, ...!
Herr Bundesminister! Herr Kollege Khol! Kollege Westenthaler hat mir gerade zugerufen, dass es gut wäre, wenn mir das Mikrophon abgedreht würde. Also Sie brauchen sich wirklich nicht aufzuregen. (Abg. Ing. Westenthaler: Nein, ich habe gesagt, ...!) – Sie brauchen sich nicht aufzuregen und als Moralapostel aufzuspielen. (Heftige Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber überreicht dem auf der Regierungsbank sitzenden Bundesminister Mag. Molterer eine Schachtel, der diese sogleich öffnet. – Abg. Ing. Westenthaler: So eine Riesenkiste – und nichts ist drin! Das ist ein Flop!
Meine Damen und Herren! Das sind jene zwei Anträge, von denen ich mir erwarte, dass wir sie heute hier in diesem Haus beschließen. Symbolisch möchte ich Ihnen abschließend dieses Paket mit unseren Forderungen und Anträgen überreichen. Schauen Sie sich das bitte noch einmal genau an, wir werden nach diesem Tagesordnungspunkt auch eine Diskussion dazu mit Ihnen führen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber überreicht dem auf der Regierungsbank sitzenden Bundesminister Mag. Molterer eine Schachtel, der diese sogleich öffnet. – Abg. Ing. Westenthaler: So eine Riesenkiste – und nichts ist drin! Das ist ein Flop!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Sehr gut! – Zwischenruf des Abg. Leikam.
Diese Koalition wird die Probleme angehen, wird sie auch in der Union in die Verhandlungen einbringen, aber nicht mit Ihrer Polemik und mit Ihrem Versagen in der Vergangenheit! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Sehr gut! – Zwischenruf des Abg. Leikam. )
Abg. Ing. Westenthaler: ... Edlinger, der gescheiterte Finanzminister!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Dr. Niederwieser zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: ... Edlinger, der gescheiterte Finanzminister!)
Abg. Dr. Khol: Das ist eine Rede, keine tatsächliche Berichtigung! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Debattenbeitrag!
Ich stelle richtig: Die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer sind nie ausgeschwärmt, um zu sagen, Lebensmittel dürfen nichts kosten (Abg. Dr. Partik-Pablé: Die sitzen in den Büros! – Abg. Achatz: In der warmen Stube sitzen sie!), sondern sie haben untersucht und haben darauf hingewiesen, wenn Lebensmittel verdorben waren, wenn sie nicht dem Lebensmittelgesetz entsprochen haben oder wenn sie den Konsumenten gesundheitlich geschadet haben. (Abg. Dr. Khol: Das ist eine Rede, keine tatsächliche Berichtigung! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Debattenbeitrag!) Das waren die Aufgaben der Konsumentenschützer der Arbeiterkammer, die sie immer und nach wie vor wahrnehmen werden. Es ist auch richtig und wichtig (Abg. Dr. Stummvoll: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!), dass in diesem Sinne die Konsumenten vor Produkten, die ihrer Gesundheit schaden (Abg. Dr. Khol: Das ist ja eine Rede!), geschützt werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt die gestylte Klubobfrau! – Abg. Hagenhofer: Herr Westenthaler, halten Sie sich ein bisschen zurück!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Dr. Petrovic. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt die gestylte Klubobfrau! – Abg. Hagenhofer: Herr Westenthaler, halten Sie sich ein bisschen zurück!)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Das ist sooo lustig! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist dem Edlinger sein Humor, da lacht er!
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Frau Staatssekretärin! Ich bewundere Herrn Abgeordneten Niederwieser, dass er zu den Haigermoser’schen Ausführungen so etwas Ähnliches wie eine tatsächliche Berichtigung zustande bringt. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Das ist sooo lustig! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist dem Edlinger sein Humor, da lacht er!)
Abg. Ing. Westenthaler: Hoffentlich stimmt der Antrag! Haben Sie den durchgelesen?
Wir gelangen nun zur Abstimmung über den Entschließungsantrag der Abgeordneten Dr. Gusenbauer und Genossen betreffend grundlegende Umorientierung in der Agrarpolitik, Einführung einer sozialen Staffelung zur gerechteren Verteilung von Agrarförderungen, stärkere ökologische Auflagen und mehr Konsumentenorientierung durch den Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft. (Abg. Ing. Westenthaler: Hoffentlich stimmt der Antrag! Haben Sie den durchgelesen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unerhört! Einer gewalttätigen Demonstration Hilfestellung leisten! Distanzieren Sie sich!
Und, meine sehr geehrten Damen und Herren, wer steht an der Spitze dieser Demonstration vor der Wiener Stadthalle? – Niemand anderer als die stellvertretende Klubobfrau Madeleine Petrovic! (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unerhört! Einer gewalttätigen Demonstration Hilfestellung leisten! Distanzieren Sie sich!) Unterstützt wurde sie auch von der Sozialistischen Jugend, Vertreter dieser Organisation waren ebenfalls Teilnehmer an der Demonstration. Frau Petrovic, die hier immer wieder Demokratie einfordert, moralisierend mit dem Finger zeigt, hat gefordert: keinen Millimeter Platz zu machen für diejenigen, die an der Veranstaltung teilnehmen wollen!
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Unterschied ist, dass sie keinen Helm aufgehabt hat! Der einzige Unterschied!
Hier im Parlament reagieren Sie ungemein empfindlich – sowohl SPÖ als auch Grüne. Der kleinste verbale Verstoß wird schon angeprangert, geahndet und so weiter. Aber bei den Demonstrationen, die Sie unterstützen, da fliegen die Fetzen, da kennen Sie überhaupt keinen Pardon! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Unterschied ist, dass sie keinen Helm aufgehabt hat! Der einzige Unterschied!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das sind die "friedlichen" Demonstrationen!
Ich nenne einige Zahlen: Über 80 verletzte Polizeibeamte (Ruf bei den Freiheitlichen: Das ist ihr egal!), 800 Sachbeschädigungen, ein Schaden im Ausmaß von 50 Millionen Schilling ist dadurch bereits entstanden. (Abg. Ing. Westenthaler: Das sind die "friedlichen" Demonstrationen!) Das sind doch, bitte, keine friedlichen Demonstrationen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Haigermoser – in Richtung SPÖ und Grüne –: Der Joschka Fischer hätte eine Freude mit euch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ziehvater!
Herr Abgeordneter Öllinger! Die Gewalt ist Ihnen nicht fremd! Man muss sich einmal vor Augen halten, welche Vergangenheit der Außenminister Deutschlands, Joschka Fischer, der ja eine Gallionsfigur der Grünen ist, hat. Das ist Ihr politischer Freund, das ist Ihr politischer Genosse, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Ziehvater!)
Abg. Ing. Westenthaler: Hört! Hört!
Der Linksextremismus hat sich in Österreich in den letzten Jahren wieder verstärkt aktiviert, wobei insbesondere die Themen Globalisierung, NATO, EU, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sowie zuletzt die neue österreichische Bundesregierung und die FPÖ angesprochen wurden. Obwohl derzeit das gemäßigte Spektrum bestimmend ist, nützte ein Teil der österreichischen Anarcho- und Autonomen Szene entsprechende Gelegenheiten, um ihr vorhandenes Aggressionspotential auszuleben. (Abg. Ing. Westenthaler: Hört! Hört!) Vorwiegend bei Protesten gegen die Bundesregierung und die FPÖ kam es zu Sachbeschädigungen, und zwar vor allem durch Schmieraktionen, gezielte Provokationen und dergleichen. Die jüngst durchgeführten Brandanschläge sind auf Grund von Bekennerschreiben der linksextremen Szene zuzurechnen. (Abg. Haigermoser: Da schau her!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Das war ein peinlicher Auftritt! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abgeordneten Edlinger –: Sie sind die allerpeinlichste Figur! Ein abgehalfterter Finanzminister!
Meine Damen und Herren! Darum geht es in dieser Stadt: rotes Liebäugeln mit linksextremer Gewalt und grünes Fädenziehen. Das ist ein Vorgeschmack auf das rot-grüne Chaos, auf jene Lehre, die uns Joschka Fischer vor einem Jahr angezeigt hat. Die Bürger dieser Stadt werden das verhindern. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Das war ein peinlicher Auftritt! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abgeordneten Edlinger –: Sie sind die allerpeinlichste Figur! Ein abgehalfterter Finanzminister!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr Antrag beim letzten Mal – vier Zeilen und ein gravierender Fehler!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Ich habe jetzt richtig ein Problem, die unterschiedlichen Meldungen einzuordnen, die ich soeben vernommen habe, wobei ich der Letzteren intellektuell nur schwer folgen konnte. Herr Klubobmann Westenthaler! Ich weiß nicht, ob das nach der Geschäftsordnung möglich ist, dass man offensichtlich gescheiterte Dringliche Anfragen ob ihrer Wirkungslosigkeit einfach zurückziehen kann. Man sollte darüber nachdenken, wenn es das in der Geschäftsordnung nicht gibt, damit Sie diese Möglichkeit haben, denn so ein Desaster wie heute habe ich hier im Haus noch nie erlebt. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr Antrag beim letzten Mal – vier Zeilen und ein gravierender Fehler!)
Abg. Ing. Westenthaler: 99 verletzte Beamte!
Jetzt kommt der ernste Teil, denn jetzt stellt sich die Frage: Was ist denn eigentlich staatszersetzender? Wenn sich einer herstellt und das Amt des Bundespräsidenten so herabwürdigt, da sollten Sie nicht schweigen, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen von der ÖVP! (Abg. Ing. Westenthaler: 99 verletzte Beamte!) Er war nämlich Ihr Kandidat, der Dr. Klestil. Nicht schweigen und genießen, so wie Sie das seit einem Jahr in der Koalition machen: schweigen und genießen! Das Genießen sollte jetzt einmal ein Ende finden. Diese Beleidigung, diese Herabsetzung! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zwischenruf der Abg. Rosemarie Bauer. )
Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht fällt ihm zur Gewalt was ein! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Dieser hat dann Unterstützung bekommen vom Vorsitzenden der freiheitlichen Unbelehrbaren, Karl Schnell, aus Salzburg, der hat dann überhaupt gleich mit Lumpi, Hund und so weiter ... Das ist staatszersetzend, wenn eine so wichtige Einrichtung in dieser Weise angegriffen wird. – Sie stimmen mir schon zu, ich merke es an Ihren Blicken. Langsam werden Sie schwankend in der FPÖ, aber da müssen Sie zuerst den Zuchtmeister da abwählen, damit Sie sich wieder etwas freier bewegen können, oder schicken Sie ihn endlich nach Wien, damit er sich dort dem Wähler stellen kann! (Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht fällt ihm zur Gewalt was ein! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Nein, nein, das war der Herr Bundespräsident. Nicht schon wieder den Herrn Bundespräsidenten beleidigen, denn diese Kritik kam von ihm. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Und was ist mit den 99 verletzten Beamten? Sie werfen verbal Steine! Sie sind ein verbaler Steinewerfer!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Und was ist mit den 99 verletzten Beamten? Sie werfen verbal Steine! Sie sind ein verbaler Steinewerfer!
Dieser hat dann Unterstützung bekommen vom Vorsitzenden der freiheitlichen Unbelehrbaren, Karl Schnell, aus Salzburg, der hat dann überhaupt gleich mit Lumpi, Hund und so weiter ... Das ist staatszersetzend, wenn eine so wichtige Einrichtung in dieser Weise angegriffen wird. – Sie stimmen mir schon zu, ich merke es an Ihren Blicken. Langsam werden Sie schwankend in der FPÖ, aber da müssen Sie zuerst den Zuchtmeister da abwählen, damit Sie sich wieder etwas freier bewegen können, oder schicken Sie ihn endlich nach Wien, damit er sich dort dem Wähler stellen kann! (Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht fällt ihm zur Gewalt was ein! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Nein, nein, das war der Herr Bundespräsident. Nicht schon wieder den Herrn Bundespräsidenten beleidigen, denn diese Kritik kam von ihm. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Und was ist mit den 99 verletzten Beamten? Sie werfen verbal Steine! Sie sind ein verbaler Steinewerfer!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist falsch!
In Wirklichkeit hätte in der Anfrage doch etwas ganz anderes stehen sollen, man muss sich die Anfrage nur wirklich durchlesen. Sie in der ÖVP würden nicht mehr lachen, wenn Sie sie wirklich durchgelesen hätten. In Wirklichkeit hätte drinnen stehen sollen, und das ist die Quintessenz: Herr Innenminister! Es wird das Demonstrationsrecht missbraucht, es werden Steuergelder verschwendet, und die Polizei sieht zu. – Herr Klubobmann Westenthaler, Sie würden sagen: Scherzkekse, Vollkoffer, Idioten! Aber das müssen Sie sich mit der Polizeigewerkschaft und mit den Beamten ausmachen, diese Respektlosigkeit. Verurteilt sind Sie ja schon worden. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist falsch!) Aber das ist die wahre Frage.
Abg. Ing. Westenthaler: Das war das Terror-Tatblatt!
"Liebe TeilnehmerInnen der Donnerstagsdemonstrationen!" – das ist das Flugblatt-Original, auch wenn Sie es mir nicht glauben. (Abg. Ing. Westenthaler: Das war das Terror-Tatblatt!) Es ist ausdrücklich auch in dem Aufruf enthalten – das hat Frau Abgeordnete Zierler vergessen, oder es ist ihr beim Vorlesen entfallen –, dass es den DemonstrantInnen gelungen ist, den
Abg. Ing. Westenthaler: Man sollte sie einmal lehren, was das ist! – Abg. Dr. Ofner: "Was schert mich die Geschäftsordnung?"!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Frau Abgeordnete Haidlmayr! Es ist sehr verdienstvoll, dass Sie das richtig stellen, aber eine tatsächliche Berichtigung war das nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Man sollte sie einmal lehren, was das ist! – Abg. Dr. Ofner: "Was schert mich die Geschäftsordnung?"!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist auch nicht ...!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine sehr verehrten Damen und Herren, speziell Herr Kollege Westenthaler! Als Doppelverdiener sollten Sie hier doppelt ruhig sein. Aber auf das kommt ... (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist auch nicht ...!) – Ich sage Ihnen, was "Doppelverdiener" heißt: Sie haben sich Burgenland verdient, und Sie werden sich auch Wien verdienen. Das werden wir alle noch erwarten! (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist falsch!
Herr Westenthaler! Da kann ihr Star-Verteidiger Graf herauskommen und sagen, was er will, es ist natürlich so: Sie hatten eine Verkehrskontrolle, Sie haben die Beamten "Scherzkeks" genannt, und Sie haben Worte wie "Sie sind ein Idiot", "ein Vollkoffer", "Sie sind ein Trottel" verwendet. Sie versuchten, es abzustreiten – nichtsdestoweniger handelte sich Westenthaler damit eine Anzeige und die rechtskräftige Verurteilung wegen Verletzung des öffentlichen Anstandes ein. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist falsch!) – Das ist eine Tatsache, da können Sie herausschicken, wen Sie wollen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist keine Verurteilung! Verwaltungsstrafe! Wie oft sollen wir es noch richtig stellen?
Abg. Ing. Westenthaler: Als Verwaltungsstrafe deklariert!
Aber noch schlimmer verhält es sich bei Ihrem Umgang mit Frauen. Dabei haben Sie noch weit mehr Schwierigkeiten. Hier im Haus merkt man das auch an Ihren Zwischenrufen. (Abg. Ing. Westenthaler: Als Verwaltungsstrafe deklariert!) Mit Frauen tun Sie sich ganz besonders schwer. Da haben Sie es mit einer Beamtin zu tun, wie immer: zu schnell unterwegs, wie immer: unschuldige Menschen gefährdet. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist kein Urteil! Sie kennen sich nicht aus!) Was sagen Sie zu einer Beamtin, die Sie anhält und darauf aufmerksam macht? Wissen Sie, was Sie sagen? Wissen Sie noch, was Sie gesagt haben? – "Wissen Sie denn nicht, wen Sie vor sich haben? Es ist eine Frechheit, dass Sie einen Abgeordneten bestrafen wollen", haben Sie gesagt. (Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: ... in Ihrer Fraktion?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist kein Urteil! Sie kennen sich nicht aus!
Aber noch schlimmer verhält es sich bei Ihrem Umgang mit Frauen. Dabei haben Sie noch weit mehr Schwierigkeiten. Hier im Haus merkt man das auch an Ihren Zwischenrufen. (Abg. Ing. Westenthaler: Als Verwaltungsstrafe deklariert!) Mit Frauen tun Sie sich ganz besonders schwer. Da haben Sie es mit einer Beamtin zu tun, wie immer: zu schnell unterwegs, wie immer: unschuldige Menschen gefährdet. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist kein Urteil! Sie kennen sich nicht aus!) Was sagen Sie zu einer Beamtin, die Sie anhält und darauf aufmerksam macht? Wissen Sie, was Sie sagen? Wissen Sie noch, was Sie gesagt haben? – "Wissen Sie denn nicht, wen Sie vor sich haben? Es ist eine Frechheit, dass Sie einen Abgeordneten bestrafen wollen", haben Sie gesagt. (Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: ... in Ihrer Fraktion?)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten einmal das Urteil ...!
Typisch für Ihre frauenfeindliche Umgangsweise ging es natürlich weiter, es handelte sich um eine weibliche Beamtin. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten einmal das Urteil ...!) Sie sagten: "Schauen Sie nicht so blöd, für Sie als Polizistin wäre es besser, wenn Sie einige Kilo abnehmen würden." (Ah-Rufe bei der SPÖ.) Das ist Ihr Umgang mit Personen, die nur ihren Pflichten nachkommen, weil es Situationen sind, die Ihnen zutiefst unangenehm sind und die Sie am liebsten beseitigen und wegschieben wollen. (Abg. Mag. Mainoni: Und was sagen Sie zu "Haider an die Wand"?)
Abg. Parnigoni – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Der Interventions-Ingenieur hat schon beim Minister interveniert wegen seiner Beantwortung! – Abg. Ing. Westenthaler: Du wirst dann schon erfahren, warum!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Kiss. – Bitte. (Abg. Parnigoni – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Der Interventions-Ingenieur hat schon beim Minister interveniert wegen seiner Beantwortung! – Abg. Ing. Westenthaler: Du wirst dann schon erfahren, warum!)
Abg. Nürnberger: Herr Abgeordneter, ich bedanke mich für die Chance, dass ich das unterbringen konnte! – Abg. Ing. Westenthaler: Wir bedanken uns bei Ihnen, dass Sie diese Koalition ermöglicht haben, Herr Nürnberger! – Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler – neuerlich in Richtung des Abg. Nürnberger –: Sie kriegen sicher noch einmal einen Orden von uns!
Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Graf. – Bitte. (Abg. Nürnberger: Herr Abgeordneter, ich bedanke mich für die Chance, dass ich das unterbringen konnte! – Abg. Ing. Westenthaler: Wir bedanken uns bei Ihnen, dass Sie diese Koalition ermöglicht haben, Herr Nürnberger! – Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler – neuerlich in Richtung des Abg. Nürnberger –: Sie kriegen sicher noch einmal einen Orden von uns!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist einzigartig in der Zweiten Republik!
Wie ist denn das, wenn plötzlich Parteilokale zerstört werden? "Zufällig" gerade solche der Freiheitlichen Partei, "zufällig" gerade solche der ÖVP. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist einzigartig in der Zweiten Republik!) Wo bleibt denn da Ihre Distanzierung von der Gewalt? Ist es Zufall, dass Abgeordnete seit Februar vergangenen Jahres sehr oft nicht mehr ungehindert ins Parlament kommen können? (Ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Cap: Na geh, bitte!) Ist das Zufall? Ist es auch Zufall, dass, seit die Grünen in Deutschland an der Macht sind, deutsche Soldaten in den Krieg ziehen müssen? Ist das alles Zufall? – Das bitte nur so als Gedankenspiel, was das Thema Gewaltbereitschaft anlangt.
Abg. Mag. Trattner: Du musst einmal zum Optiker gehen! – Abg. Ing. Westenthaler: Eine Brille von Fielmann!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Als ich während der Rede des Kollegen Graf, aber auch schon vorher bei den Reden der Koalitionsabgeordneten, in die Reihen der Freiheitlichen Partei geblickt und da eigentlich nur verstörte Gesichter gesehen habe, war für mich klar (Abg. Mag. Trattner: Du musst einmal zum Optiker gehen! – Abg. Ing. Westenthaler: Eine Brille von Fielmann!): Nicht einmal den freiheitlichen Abgeordneten, die sich hier abgemüht haben – auch nicht den ÖVP-
Abg. Ing. Westenthaler: Sie wollen schon wieder Feuer! Zündeln wollen Sie!
Meine Damen und Herren! Das ist ja entsetzlich, das ist ja beschämend! Wir hatten hier im Jänner eine – zugegebenermaßen etwas verunglückte – Dringliche Anfrage der sozialdemokratischen Fraktion. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie wollen schon wieder Feuer! Zündeln wollen Sie!) Ihnen von den Freiheitlichen aber ist es gelungen, diese von der "Qualität" her noch bei weitem zu übertreffen! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Silhavy: Wie dem Westenthaler! – Abg. Edlinger: So wie Westenthaler und Herrn Böhmdorfer!
Ich weiß natürlich, dass das wehtut, natürlich sind Sie betroffen. Ich bin aber noch mehr betroffen, meine Damen und Herren! (Abg. Silhavy: Machen Sie eine Anzeige!) Herr Kollege Edlinger! Ich bin noch mehr betroffen. (Abg. Edlinger: Machen Sie eine Anzeige!) Unter derselben Internet-Adresse steht ein paar Seiten weiter (Abg. Mag. Wurm: Zeigen Sie es an! – Zwischenruf der Abg. Silhavy ): FPÖ-Bezirkslokale durchlüftet. – Man ist wahnsinnig stolz darauf, vergisst auch nicht hinzuzuschreiben, dass das "TATblatt" an sich, Herr Kollege Einem, natürlich nichts damit zu tun hat, sondern dass das anonym zugespielt wurde, so wie auch Herrn Pilz immer wieder Dinge anonym zugespielt werden. (Abg. Silhavy: Wie dem Westenthaler! – Abg. Edlinger: So wie Westenthaler und Herrn Böhmdorfer!) Man berichtet von einem Durchlüften der Parteilokale.
Abg. Ing. Westenthaler: Kein einziger distanziert sich von den Grünen! Van der Bellen hat sich auch nicht distanziert!
Aber es gibt keine linke Gewalt, meine Damen und Herren von den Grünen! Dem Polizisten Weber hat man zwei Drittel seiner Haut verbrannt. All das ist nicht linke Gewalt, sondern das ist irgendwie passiert. Bis heute hat sich Herr Außenminister Fischer nicht zu entschuldigen gewusst, obwohl er für den "Putztrupp" verantwortlich war, und das gibt er auch zu. Der "Putztrupp" hat auch Molotow-Cocktails geschmissen. (Abg. Ing. Westenthaler: Kein einziger distanziert sich von den Grünen! Van der Bellen hat sich auch nicht distanziert!) Herr Kollege Öllinger! Aber es gibt keine linke Gewalt. Ich bin entsetzt über Ihr Verhalten in diesem Hause! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ganz "ungehindert" zur Veranstaltung gelangt!
Um zirka 19.45 Uhr konnte ich wahrnehmen, wie einer Person der Zutritt zu der Veranstaltung gewaltsam verwehrt wurde. Die männliche Person wurde durch die Störer entlang der Sperrgitter getrieben. Dabei wurde er mehrfach zu Boden gerissen und mit Gegenständen und Holzlatten beworfen und geschlagen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ganz "ungehindert" zur Veranstaltung gelangt!) Im Bereich meiner Position wollte der Mann sich über das Sperrgitter retten und sich bei uns in Sicherheit bringen. Er wurde massiv durch mehrere Störer an den Kleidungsstücken zurückgezerrt und erhielt Stöße gegen den Körper. Ich versuchte, der Person Platz zu
Abg. Ing. Westenthaler: Das sind die "friedvollen" Demonstrationen! – Abg. Dr. Khol: Das sind die "gewaltfreien" Demonstrationen, für die sich auch die Grünen im "TATblatt" bedanken!
Zur Frage 12 trage ich daher nach: Bei den Demonstrationen wurden 559 Beschädigungen an Uniformen beziehungsweise Ausrüstungsgegenständen, 45 Beschädigungen beziehungsweise Verschmutzungen an Dienst-Kfz sowie 265 Beschädigungen zum Nachteil sonstigen fremden Eigentums verzeichnet. Die Höhe des Schadens an den Uniformen beziehungsweise Ausrüstungsgegenständen und Dienst-Kfz der Exekutive beläuft sich in diesem Zusammenhang auf 578 000 S. (Abg. Ing. Westenthaler: Das sind die "friedvollen" Demonstrationen! – Abg. Dr. Khol: Das sind die "gewaltfreien" Demonstrationen, für die sich auch die Grünen im "TATblatt" bedanken!)
Abg. Schwemlein: Dann bring das dem Westenthaler bei!
Meine Damen und Herren! Sicherheitskräfte sind keine "Scheißbullen", wie es die Linke des Herrn Pilz skandiert. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Das sind Sicherheitskräfte, die sich im Dienste des Staates, der Republik Österreich, für die Bürger einsetzen! (Abg. Schwemlein: Dann bring das dem Westenthaler bei!) Schändlich ist das, was Sie hier heute, Kollege Schwemlein, abgeliefert haben. Ich rate dir, die Diskussion in deinem Wahlkreis so zu führen, wie du dich heute hier aufgeführt hast. (Abg. Reitsamer: Sagen Sie das Westenthaler!)
Abg. Reitsamer: Sagen Sie das Westenthaler!
Meine Damen und Herren! Sicherheitskräfte sind keine "Scheißbullen", wie es die Linke des Herrn Pilz skandiert. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Das sind Sicherheitskräfte, die sich im Dienste des Staates, der Republik Österreich, für die Bürger einsetzen! (Abg. Schwemlein: Dann bring das dem Westenthaler bei!) Schändlich ist das, was Sie hier heute, Kollege Schwemlein, abgeliefert haben. Ich rate dir, die Diskussion in deinem Wahlkreis so zu führen, wie du dich heute hier aufgeführt hast. (Abg. Reitsamer: Sagen Sie das Westenthaler!)
Abg. Ing. Westenthaler: Er wurde ja schon aufgerufen!
Zuvor gelangt noch Frau Abgeordnete Silhavy zu einer tatsächlichen Berichtigung zu Wort. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Er wurde ja schon aufgerufen!)
Abg. Ing. Westenthaler: "TATblatt"-Günstling!
Zu Wort gelangt nun Herr Abgeordneter Dr. Einem. Die Redezeit beträgt wunschgemäß 8 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: "TATblatt"-Günstling!)
Abg. Ing. Westenthaler: Verbrüderung findet statt!
Abgeordneter Dr. Caspar Einem (SPÖ): Herr Präsident! Achtenswerter Herr Bundesminister! Meine sehr verehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Verbrüderung findet statt!) Frau Abgeordnete Partik-Pablé! Frau Kollegin, ich habe den Eindruck gewonnen, dass Sie vielleicht derzeit gesundheitlich nicht ganz auf der Höhe sind. Das täte mir Leid. (Abg. Dr. Martin Graf: Das ist unglaublich! – Abg. Dr. Ofner: Das ist unerhört! – Weitere heftige Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Van der Bellen –: Jetzt hätten Sie eine große Chance!
Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dr. Van der Bellen. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Van der Bellen –: Jetzt hätten Sie eine große Chance!)
Abg. Ing. Westenthaler: Verhelfen Sie uns auch noch zu einem Erfolg?
Wir werden auch dem Entschließungsantrag von Herrn Kiss zustimmen (Abg. Ing. Westenthaler: Verhelfen Sie uns auch noch zu einem Erfolg?), denn selbstverständlich, das Innenministerium, die Polizei, die Exekutive sind dazu da, die Gewalt zu bekämpfen, auch die Gewalt auf der Straße zu bekämpfen, no na – das ist die Aufgabe der Exekutive und ihres Vorstandes, des Herrn Innenministers –, und konsequent gegen Extremismus und Gewalt vorzugehen, selbstverständlich, gegen Gewalt, worin auch immer sie bestehen mag. (Abg. Ing. Westenthaler: Und jetzt die Distanzierung, bitte!) Alkoholisierte Lenker von Fahrzeugen, Werfen von Steinen – das ist alles indiskutabel, und die Polizei ist dazu da, das nach Möglichkeit zu verhindern, selbstverständlich. (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn Sie sich jetzt noch distanzieren, ist der Abend gerettet!)
Abg. Ing. Westenthaler: Und jetzt die Distanzierung, bitte!
Wir werden auch dem Entschließungsantrag von Herrn Kiss zustimmen (Abg. Ing. Westenthaler: Verhelfen Sie uns auch noch zu einem Erfolg?), denn selbstverständlich, das Innenministerium, die Polizei, die Exekutive sind dazu da, die Gewalt zu bekämpfen, auch die Gewalt auf der Straße zu bekämpfen, no na – das ist die Aufgabe der Exekutive und ihres Vorstandes, des Herrn Innenministers –, und konsequent gegen Extremismus und Gewalt vorzugehen, selbstverständlich, gegen Gewalt, worin auch immer sie bestehen mag. (Abg. Ing. Westenthaler: Und jetzt die Distanzierung, bitte!) Alkoholisierte Lenker von Fahrzeugen, Werfen von Steinen – das ist alles indiskutabel, und die Polizei ist dazu da, das nach Möglichkeit zu verhindern, selbstverständlich. (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn Sie sich jetzt noch distanzieren, ist der Abend gerettet!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wenn Sie sich jetzt noch distanzieren, ist der Abend gerettet!
Wir werden auch dem Entschließungsantrag von Herrn Kiss zustimmen (Abg. Ing. Westenthaler: Verhelfen Sie uns auch noch zu einem Erfolg?), denn selbstverständlich, das Innenministerium, die Polizei, die Exekutive sind dazu da, die Gewalt zu bekämpfen, auch die Gewalt auf der Straße zu bekämpfen, no na – das ist die Aufgabe der Exekutive und ihres Vorstandes, des Herrn Innenministers –, und konsequent gegen Extremismus und Gewalt vorzugehen, selbstverständlich, gegen Gewalt, worin auch immer sie bestehen mag. (Abg. Ing. Westenthaler: Und jetzt die Distanzierung, bitte!) Alkoholisierte Lenker von Fahrzeugen, Werfen von Steinen – das ist alles indiskutabel, und die Polizei ist dazu da, das nach Möglichkeit zu verhindern, selbstverständlich. (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn Sie sich jetzt noch distanzieren, ist der Abend gerettet!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein guter Antrag!
Wir gelangen nunmehr zur Abstimmung über den Entschließungsantrag der Abgeordneten Kiss und Genossen betreffend Handhabung von Demonstrationen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein guter Antrag!)
Abg. Böhacker: Der Gusenbauer ist wahrscheinlich beim Champagnertrinken! – Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist die Klubführung der SPÖ?
Wir kommen jetzt zur Abstimmung über den Antrag des Ausschusses, den vorliegenden Bericht III-45 der Beilagen zur Kenntnis zu nehmen. (Abg. Böhacker: Der Gusenbauer ist wahrscheinlich beim Champagnertrinken! – Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist die Klubführung der SPÖ?)
Abg. Ing. Westenthaler: Sehr interessant!
Und was ist Bürgerpflicht, wenn man Kenntnis von einer strafbaren Handlung hat? – Sie umgehend zu melden! Und ich nütze die Chance heute, den Herrn Justizminister diesbezüglich anzusprechen. Es wird dieser Sachverhalt in den nächsten Tagen noch schriftlich an Sie weitergeleitet werden (Abg. Ing. Westenthaler: Sehr interessant!), und dann werden wir uns ganz genau anschauen, wer permanent das Amtsgeheimnis bricht, wer solche Verletzungen begeht. (Abg. Öllinger: Ja!) Ich sage: Es muss Schluss sein mit diesen permanent durch dieses Rednerpult gedeckten Handlungen wider strafrechtliche Normen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Mertel: Selbstverständlich! Unterwerfen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Van-der-Bellen-Freund!
Eilt-Meldung ZDF, Deutscher Teletext, 1. Februar 2001, 18 Uhr: Die Staatsanwaltschaft in Frankfurt prüft im Zusammenhang mit dem Klein-Prozess – OPEC-Morde sei hinzugefügt – die Einleitung eines Strafverfahrens gegen Joschka Fischer wegen uneidlicher Falschaussage. (Aha-Rufe bei den Freiheitlichen.) Der Brandsatzwerfer, der im Prozess nicht bekannt war, ist ermittelt worden und hat eine andere Aussage getätigt als der Herr Vizekanzler und Außenminister. (Abg. Ing. Westenthaler: Van-der-Bellen-Freund!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sagen nie etwas zur Sache und dürfen auch immer reden!
Es ist dem Kollegen Graf gelungen, nicht ein einziges Mal das Wort "jugendlich" oder "Jugendstrafrecht" oder "Strafmündigkeit" zu verwenden. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sagen nie etwas zur Sache und dürfen auch immer reden!) Aber gut, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Böhacker: Haben Sie etwas zur Sache zu sagen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Was sind Hysterien?
Dioxinvergiftungen, Listerien- und Salmonelleninfektionen, Antibiotikaresistenzen bis hin zu Creutzfeldt-Jakob und was weiß ich, was eigentlich noch alles an Gefahren in den Lebensmitteln lauert. (Abg. Ing. Westenthaler: Was sind Hysterien?) Wir alle wissen es nicht, und da fragen sich die Konsumenten schon zu Recht: Was kann man überhaupt noch essen? (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie hat keine Sorgen mit dem Essen! – Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger.
Aber die Maßnahmen, sehr geehrte Damen und Herren, die mehr Sicherheit bringen könnten, werden kalt abgelehnt. Nicht einmal jetzt, wo sich Verbraucherinnen und Verbraucher mehr als nur Sorgen machen, nicht einmal jetzt, wo täglich neue Einzelheiten von den Machenschaften im Bereich der Futtermittel und im Bereich des Medikamenteneinsatzes bekannt werden, nicht einmal jetzt, wo deutlich wird, welch massive Gefahr für die Gesundheit, ja sogar für das Leben der Menschen besteht, nicht einmal jetzt sind Sie bereit, die wichtigsten Forderungen der VerbraucherInnen zu berücksichtigen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie hat keine Sorgen mit dem Essen! – Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger. )
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Täte Ihnen nicht schaden!
Abgeordnete Anna Elisabeth Achatz (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Frau Kollegin Huber, wenn die österreichischen Lebensmittel so katastrophal, so schlecht, so vergiftet sind, dann würde ich Ihnen wirklich empfehlen: Essen Sie einmal eine Zeit lang überhaupt nichts! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Täte Ihnen nicht schaden!)
Abg. Ing. Westenthaler: Es wird auch Zeit, dass du ins Bett kommst!
Kollege Rasinger – eine der größten Enttäuschungen in diesem Zusammenhang! Nur durch den Widerstand und die Hartnäckigkeit der SPÖ-Fraktion und der Grünen (Abg. Ing. Westenthaler: Es wird auch Zeit, dass du ins Bett kommst!) ist eine Nachdenkpause und letztlich eine Kammer-Einigung erreicht worden, meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Rasinger: Wer hat dir diese Rede geschrieben?) Aber freuen Sie sich nicht zu früh, Kollege Rasinger! Ein Schönheitspreis kann für diese Lösung nicht vergeben werden, Kollege Rasinger, denn die jungen Pharmazeuten werden auf dem Altar der Goldgräber geopfert.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Hoch! Vivat!
Abgeordneter Dr. Alois Pumberger (Freiheitliche): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Schwierig war es, dass wir heute hier stehen und eine Lösung anbieten können, mit der alle Betroffenen zufrieden sein können, vor allem 2 Millionen Menschen auf dem Lande. Ich bedanke mich daher herzlich beim Herrn Staatssekretär, der mit seinem Team in den Verhandlungen ein Sitzvermögen und eine Geduld an den Tag legte, wie ich es bisher noch nicht beobachtet habe. Herr Staatssekretär, vielen Dank! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Hoch! Vivat!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das war ein Verdienst von Krüger!
Sie haben die Initiative gesetzt. Wäre das nicht geschehen, dann wären in kürzester Zeit Hunderte Hausapotheker und Hunderte Apotheker in einem gesetzesfreien Raum gestanden, ein Tohuwabohu wäre entstanden, und die Versorgung mit Arzneimitteln und auch die medizinische Versorgung auf dem Land wäre in großen Regionen, in großen Gebieten zusammengebrochen. (Abg. Achatz: Kollege Krüger hat schon ...!) Daher ist es gelungen, ... (Abg. Ing. Westenthaler: Das war ein Verdienst von Krüger!)
Abg. Haigermoser: Grünewald verzichtet nicht auf seine Hausapotheke! – Abg. Ing. Westenthaler: Er ist schon ganz begeistert, der Grünewald! – Abg. Dr. Grünewald – auf dem Weg zum Rednerpult –: So ist es! Wenn ich Sie anschaue, besonders!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Grünewald. – Bitte. (Abg. Haigermoser: Grünewald verzichtet nicht auf seine Hausapotheke! – Abg. Ing. Westenthaler: Er ist schon ganz begeistert, der Grünewald! – Abg. Dr. Grünewald – auf dem Weg zum Rednerpult –: So ist es! Wenn ich Sie anschaue, besonders!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Rasinger: Wieso? Lackner hat das gesagt! – Abg. Ing. Westenthaler: Wenn das so weitergeht, kann ich nicht einschlafen! – Abg. Haigermoser: Ordnungsruf! – Abg. Ing. Westenthaler: Das verdient einen Ordnungsruf!
Abgeordnete Heidrun Silhavy (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Lassen Sie mich noch einen Satz zur vorangegangenen Debatte sagen. Wenn ich mir überlege, wie die Regierungsparteien immer argumentieren, wie aggressiv sie zum Teil agieren, dann möchte ich mich sehr herzlich bei Kollegen Rasinger für seine Ehrlichkeit bedanken, denn er hat zugegeben, dass sie mit erpresserischen Methoden arbeiten. Danke, Herr Rasinger! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Rasinger: Wieso? Lackner hat das gesagt! – Abg. Ing. Westenthaler: Wenn das so weitergeht, kann ich nicht einschlafen! – Abg. Haigermoser: Ordnungsruf! – Abg. Ing. Westenthaler: Das verdient einen Ordnungsruf!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich werde heute nicht einschlafen können!
Bei der Berufsausbildung für die medizinisch-technischen Dienste, bei den Berufsreformen für Heilmasseure, Sanitäter oder auch zahnärztliche Assistentinnen sind Sie, meine Damen und Herren von der FPÖ und von der ÖVP, voll auf die Bremse gestiegen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich werde heute nicht einschlafen können!) Sie machen eine totale Blockadepolitik gegen notwendige Reformen bei den Gesundheitsberufen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ordnungsruf!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ordnungsruf!
Bei der Berufsausbildung für die medizinisch-technischen Dienste, bei den Berufsreformen für Heilmasseure, Sanitäter oder auch zahnärztliche Assistentinnen sind Sie, meine Damen und Herren von der FPÖ und von der ÖVP, voll auf die Bremse gestiegen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich werde heute nicht einschlafen können!) Sie machen eine totale Blockadepolitik gegen notwendige Reformen bei den Gesundheitsberufen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ordnungsruf!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich werde heute nicht einschlafen können!
Herr Kollege Westenthaler! Sie brauchen sich nicht aufzuregen. Wenn, dann müssen Sie sich bei Herrn Rasinger bedanken, er hat das in seinem Debattenbeitrag gesagt. (Abg. Haigermoser: Was soll denn das?) Sehr wohl! Sie werden es im Protokoll nachlesen können. (Abg. Dr. Rasinger: Lackner war es!) Aber warum sind Sie so nervös? Weil einer von Ihnen hier die Wahrheit sagt? Es ist doch kein Grund, gleich nervös zu werden, wenn die Wahrheit gesagt wird. Sie haben das letztes Mal schon gehört. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich werde heute nicht einschlafen können!) – Ach, es tut mir aber furchtbar Leid, wenn Sie eine schlaflose Nacht haben. Ich denke, Sie haben doch Kollegen in Ihren Reihen, die wissen, wo man schlaflose Nächte verbringt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo bleibt der Ordnungsruf!
Meine Damen und Herren! Der gesundheitspolitische Schleuderkurs dieser Bundesregierung gefährdet unsere gute Gesundheitsversorgung in Österreich. (Abg. Haigermoser: Haben Sie die Rede selbst geschrieben?) Sie versuchen, von der Unfähigkeit der Bundesregierung bei Lösungen, wo es um Finanzen geht, aber auch dort, wo es um Berufsbilder geht, abzulenken, indem Sie eine menschenverachtende Hetze auf einen Menschen loslassen, der eigentlich nur das macht, wozu ihn das Gesetz verpflichtet. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo bleibt der Ordnungsruf!) Er vertritt nämlich die Interessen der Versichertengemeinschaft. Ich meine damit Herrn Hans Sallmutter. Sie sollten sich schämen! Das ist einer österreichischen Bundesregierung nicht würdig. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Silhavy. – Abg. Dr. Khol: Ordnungsruf! – Abg. Ing. Westenthaler: Ordnungsruf, Herr Präsident! Oder darf man "erpresserische Methoden" sagen? – Abg. Dr. Khol: Dürfen Sozialisten das sagen? – Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Silhavy und Ing. Westenthaler.
Wahr ist vielmehr Folgendes: Im Gesundheitsausschuss hat Ihr Fraktionsführer Lackner gesagt, der Initiativantrag von Klubobmann Khol und Klubobmann Westenthaler grenze an Erpressung. – Dass ich das behauptet hätte, ist schlicht unwahr! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Silhavy. – Abg. Dr. Khol: Ordnungsruf! – Abg. Ing. Westenthaler: Ordnungsruf, Herr Präsident! Oder darf man "erpresserische Methoden" sagen? – Abg. Dr. Khol: Dürfen Sozialisten das sagen? – Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Silhavy und Ing. Westenthaler. )
Abg. Ing. Westenthaler: Das war bei Frau Prammer! Frau Prammer, wurde er angezeigt? Warum wurde nichts gemacht?
Übrigens: Auch in dem Brief von 1995 wurde jener Tierarzt bereits als illegaler Tierarzneimittel-Importeur angezeigt, und zwar beim Bundesministerium für Gesundheit und Konsumentenschutz. Das sind die Fakten, die heute auf dem Tisch liegen. Das ist kein Zufall, das war System, meine Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Das war bei Frau Prammer! Frau Prammer, wurde er angezeigt? Warum wurde nichts gemacht?)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ungeheuerlich! "Schweinestall Österreich"! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das ist wirklich nicht das Signal, das wir Grüne erwarten. Das ist wirklich nicht die entscheidende Sache, jetzt Inserate zu schalten. Besser wäre es, den Schweinestall Österreich auszumisten, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ungeheuerlich! "Schweinestall Österreich"! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das wird ein Nachspiel haben! – Weitere Zwischenrufe.
Weitere Wortmeldungen liegen nicht vor. Die Debatte ist geschlossen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das wird ein Nachspiel haben! – Weitere Zwischenrufe.)
Sitzung Nr. 57
Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger denkt schon darüber nach! Hausaufgabe für Edlinger! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
"Neu regieren" heißt vor diesem Hintergrund, nicht nur "Geld ausgeben", auch wenn viele Politiker dies in der Vergangenheit als ihre Hauptaktivität gesehen haben, frei nach dem Motto von Mark Twain: "Von jetzt an werde ich nur so viel ausgeben, wie ich einnehme, selbst wenn ich dafür Geld borgen muss"! (Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger denkt schon darüber nach! Hausaufgabe für Edlinger! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Während des lang anhaltenden Beifalls und der Bravo-Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP erheben sich die Abgeordneten dieser beiden Parteien von ihren Plätzen. – Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Dr. Khol begeben sich zur Ministerbank, um Bundesminister Mag. Grasser zu gratulieren. – Rufe bei der SPÖ: Bussi, Bussi! – Bundesminister Mag. Grasser begibt sich zu der einige Plätze von ihm entfernt auf der Regierungsbank sitzenden Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer. Die beiden umarmen einander und küssen einander auf die Wange. – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Ich bin fest davon überzeugt, dass uns eine wirkliche Umkehr gelungen ist. Dieses Budget schafft bessere Voraussetzungen für Beschäftigung, für die Familie, für die Wirtschaft, für ein zukunftsreiches Österreich. Ich empfehle dieses Budget dem Parlament und allen Österreicherinnen und Österreichern. – Vielen Dank. (Während des lang anhaltenden Beifalls und der Bravo-Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP erheben sich die Abgeordneten dieser beiden Parteien von ihren Plätzen. – Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Dr. Khol begeben sich zur Ministerbank, um Bundesminister Mag. Grasser zu gratulieren. – Rufe bei der SPÖ: Bussi, Bussi! – Bundesminister Mag. Grasser begibt sich zu der einige Plätze von ihm entfernt auf der Regierungsbank sitzenden Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer. Die beiden umarmen einander und küssen einander auf die Wange. – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das hätte aber bei der Rede des Finanzministers auch gegolten, wo die Wirtshausstimmung da drüben war!
Bitte fortzusetzen! (Abg. Ing. Westenthaler: Das hätte aber bei der Rede des Finanzministers auch gegolten, wo die Wirtshausstimmung da drüben war!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Sie haben die Chance gehabt!
Die jungen Frauen wollen dabei sein, teilhaben, die bestehenden Rechte in Anspruch nehmen und ausfüllen – und das ohne Pathos und ohne Krawall, sondern im besten Sinne, selbstverständlich einmal im Business-Kostüm, einmal im langen Kleid. Vor allem wollen sie nicht länger Alibifrauen mit begrenztem Wirkungskreis sein (Abg. Mag. Prammer: Wie halten Sie denn das von der Frau Vizekanzlerin?) – nicht Nutznießerinnen der politisch korrekten Männerregien, sondern anerkannt als Kollegin, Frau Kollegin, nach gleichen Maßstäben beurteilt und befördert. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Sie haben die Chance gehabt!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Da müsst ihr jetzt mitstimmen! Da bin ich schon gespannt, wie ihr von der Gewerkschaft mitstimmt! – Abg. Edler: Am 25. März ...!
Meine Damen und Herren! Sie sehen, wir setzen uns ein – vor allem für eine leistbare, qualitätsvolle und menschliche Politik! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Da müsst ihr jetzt mitstimmen! Da bin ich schon gespannt, wie ihr von der Gewerkschaft mitstimmt! – Abg. Edler: Am 25. März ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie brauchen nur zu sagen: Ich stimme zu! Das ist alles!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Meine sehr geehrten Herren Präsidenten! Herr Staatssekretär! Gestatten Sie mir, meine Damen und Herren, dass ich den eingebrachten Entschließungsantrag Westenthaler, Khol, Partik-Pablé, Feurstein zum Anlass nehme, um dazu noch einige kurze Worte zu sagen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie brauchen nur zu sagen: Ich stimme zu! Das ist alles!)
Abg. Ing. Westenthaler: Zu spät! Zu spät!
Einige kurze Worte, Herr Abgeordneter Westenthaler, das heißt nicht, dass ich mit dem Antrag etwas anfangen kann. Aber ich glaube, Ihr ehemaliger Parteiobmann kann auch nicht viel mit dem Antrag anfangen. Seine Äußerung in der "Pressestunde" war ja noch klar: Den Unfallrentnern fehlen jetzt in den Monaten Jänner, Februar, März 1 000, 2 000, 3 000 S in der Kassa. Und das sind nicht jene Fälle, die Sie hier beschreiben wollen, da gibt es noch andere Fälle, und wir werden im Rahmen der Debatte über die Fristsetzung zum Antrag der Grünen noch Gelegenheit haben, darüber zu sprechen. (Abg. Ing. Westenthaler: Zu spät! Zu spät!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das stört dich besonders!
Ich bin das ja schon gewohnt vom Abgeordneten Westenthaler, der jetzt interessanterweise als Nicht-Simmeringer auf der Simmeringer Gemeinderatsliste an zweiter Stelle kandidiert. Vielleicht soll er ins Rathaus übersiedeln. (Abg. Ing. Westenthaler: Das stört dich besonders!) Überhaupt nicht! Ich freue mich, dass die FPÖ "Gastarbeiter" bei uns im Bezirk hat und keine Simmeringer zur Verfügung hat. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Danke für die Wahlwerbung!
Als dann auf einmal der 25. März auftaucht und die Freiheitlichen gesehen haben, die "Hump-Dump"-Politik funktioniert in Wien nicht, wir brauchen statt dem "Humpi" oder dem "Dumpi" jemand anderen, ist die Spitzenkandidatin Frau Dr. Partik-Pablé aufgestellt worden. Sie brauchen aber eine Unterstützung, und da kommt der Landeshauptmann von Kärnten angebraust und sagt: Ich bin dagegen, dass die Renten der Unfallopfer besteuert werden, da machen wir etwas! (Abg. Ing. Westenthaler: Danke für die Wahlwerbung!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Aber Sie glauben, Österreich ist ein "Schweinestall"!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Danke, Herr Präsident! – Herr Kollege Westenthaler, das ist ja schon der Gipfel der Sprachschöpfung, was Sie uns heute wieder dargeboten haben. Das ist das einzige Gebiet, auf dem Ihnen noch irgendwelche Kompetenz zugesprochen werden kann. "Neu regieren" heißt offensichtlich für Sie neu verdrehen. In immer wilderen Wortkaskaden wird hier versucht, neu regieren als etwas darzustellen, wo man zuerst irgendetwas beschließt, was offensichtlich besonders korrekturbedürftig ist, um sich nachher hier herzustellen und sich zu rühmen, dass man so viel korrigiert. Und das Ganze wird dann noch als Dialog verkauft! Aber das passt ja zu dem Begriff, den Sie für die Dialogfähigkeit geprägt haben. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Aber Sie glauben, Österreich ist ein "Schweinestall"!)
Abg. Ing. Westenthaler: Zitat Pirklhuber: Österreich ist ein "Schweinestall"! Hat Pirklhuber gesagt!
Kollege Westenthaler! Nach dieser Maxime bedeutet "Neu regieren", möglichst viel Unfug zu produzieren (Abg. Ing. Westenthaler: Zitat Pirklhuber: Österreich ist ein "Schweinestall"! Hat Pirklhuber gesagt!), um dann möglichst viel korrigieren zu können, um dann möglichst viel Dialogbereitschaft ausrufen zu können. Aber genauso schaut Ihre Politik aus. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Meinen Sie Herrn Pirklhuber? Pirklhuber ist das!
Zum ersten Punkt: Es gibt im Bereich der Überprüfung beim so genannten Schweineskandal dermaßen krasse, dermaßen haarsträubende Untersuchungsmängel und Untersuchungslücken (Abg. Ing. Westenthaler: Meinen Sie Herrn Pirklhuber? Pirklhuber ist das!), und ich würde Ihnen gerne noch einmal vor Augen führen, was das bedeutet.
Abg. Ing. Westenthaler: Oh!
Die Amtsvorgängerin von der Sozialdemokratischen Partei Prammer, die den Konsumentenschutz – nachzulesen im entsprechenden Bundesgesetzblatt betreffend Angelegenheiten für Konsumentenschutz auf Grund der Bundesministeriengesetz-Novelle – innegehabt hat, hat 1998 der damaligen Sektion VI des Bundeskanzleramtes 9,8 Millionen Schilling entzogen, um andere Angelegenheiten des Ressorts zu fördern. (Abg. Ing. Westenthaler: Oh!) Sie hat im Jahre 1999 dem Konsumentenschutz 33,6 Millionen Schilling entzogen und damit für Personalabbau gesorgt, um Öffentlichkeitsarbeit, offensichtlich für den Wahlkampf, betreiben zu können. (Abg. Ing. Westenthaler: Oh! Oh!) Sie hat den Lebensmitteluntersuchungsanstalten Planstellen weggenommen und in den Frauenbereich transferiert.
Abg. Ing. Westenthaler: Oh! Oh!
Die Amtsvorgängerin von der Sozialdemokratischen Partei Prammer, die den Konsumentenschutz – nachzulesen im entsprechenden Bundesgesetzblatt betreffend Angelegenheiten für Konsumentenschutz auf Grund der Bundesministeriengesetz-Novelle – innegehabt hat, hat 1998 der damaligen Sektion VI des Bundeskanzleramtes 9,8 Millionen Schilling entzogen, um andere Angelegenheiten des Ressorts zu fördern. (Abg. Ing. Westenthaler: Oh!) Sie hat im Jahre 1999 dem Konsumentenschutz 33,6 Millionen Schilling entzogen und damit für Personalabbau gesorgt, um Öffentlichkeitsarbeit, offensichtlich für den Wahlkampf, betreiben zu können. (Abg. Ing. Westenthaler: Oh! Oh!) Sie hat den Lebensmitteluntersuchungsanstalten Planstellen weggenommen und in den Frauenbereich transferiert.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich so etwas! Ein Skandal!
Frau Kollegin Glawischnig! Sehr viele Dinge aus der Vergangenheit sind hier klar aufzuzeigen, die nicht von mir zu verantworten sind. Die Ausdünnung der Kontrollinstanzen in diesem Bereich ist klar auf meine Amtsvorgängerin Mag. Prammer und auf sonst niemanden zurückzuführen – insgesamt macht das 50 Millionen Schilling aus. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich so etwas! Ein Skandal!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Grüne –: Da stimmt ja gar nichts bei euch! – Abg. Mag. Schweitzer: Unkompetent! Halbwahrheiten!
Wenn Sie einen fairen mathematischen Vergleich anstellen, dann werden Sie sehen, dass wir in Österreich durchschnittlich mehr kontrollieren als die Bundesrepublik Deutschland, die Sie in Ihrer Einleitung zu dieser Dringlichen Anfrage so lobend hervorgehoben haben. Es ist dies ein mathematisches Problem, dass es bei 200 Proben gegenüber 50 oder 60 Proben insgesamt in Österreich vielleicht zunächst so aussehen mag, als fiele der Vergleich zugunsten Deutschlands aus; wenn Sie dann aber die Zahlen unter Berücksichtigung der Betriebsgröße, der Betriebsanzahl, der Bevölkerungsstärke und der Anzahl der Geschäftsstellen ehrlich vergleichen, dann werden Sie feststellen, dass wir, statistisch gesehen, mehr tun als die von Ihnen gelobte Bundesrepublik Deutschland. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Grüne –: Da stimmt ja gar nichts bei euch! – Abg. Mag. Schweitzer: Unkompetent! Halbwahrheiten!)
Abg. Dr. Pumberger: Na und? – Abg. Ing. Westenthaler: Das war eine Lehrstunde!
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrter Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Meine Damen und Herren! Ihre Präambel, Herr Minister, dauerte, glaube ich, geschlagene 21 Minuten. (Abg. Dr. Pumberger: Na und? – Abg. Ing. Westenthaler: Das war eine Lehrstunde!) In Ihrer Präambel verwiesen Sie auf das Erbe, sagten Sie, "ich habe vor" (Abg. Auer: Das war die Chance, dass Sie einmal etwas begreifen! Da müssen Sie ja dankbar sein!), und erzählten Sie davon, dass Sie sich mit Wasserproblemen beschäftigen werden, dass Sie die BSE-Seuche sehr kritisch betrachtet haben, dass Italien und andere Länder viel schlechter gehandelt haben und dass Sie vor allem im Seuchenbekämpfungsprogramm wirklich eine römische Eins verdient haben.
Abg. Böhacker: War sie zu kurz? – Abg. Ing. Westenthaler: Das gibt es nicht, dass er etwas nicht erwähnt hat! Das glaube ich Ihnen nicht! Er hat alles erklärt!
Herr Minister! In Ihrer Präambel haben Sie etwas gar nicht erwähnt, was ich erwartet hätte. (Abg. Böhacker: War sie zu kurz? – Abg. Ing. Westenthaler: Das gibt es nicht, dass er etwas nicht erwähnt hat! Das glaube ich Ihnen nicht! Er hat alles erklärt!) Sie haben es dann nur auf Grund einer Frage von uns erwähnt, nämlich Ihr Projekt dieser Agentur für Ernährungssicherheit. Sie haben in Ihrer Präambel nicht darüber gesprochen, obwohl ich mich gefragt habe: Was wird er mir denn antworten, der Herr Minister Haupt? Es wird ja alles anders, es wird alles besser. Die Kontrolldefizite gerade auf der mittleren Verwaltungsebene, die es ja – das attestiere ich Ihnen – gibt und die Sie sehr richtig kritisieren, könnten beseitigt werden mit einer Behörde – das sage ich extra –, die Durchgriffsmöglichkeiten hat und die diese mittlere Verwaltungsebene auf Landeshauptmannseite reduziert und überspringt.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das sollte er machen!
Es ist dies überhaupt eigenartig von einer Partei, deren Agrarsprecher Pirklhuber ganz Österreich als "Schweinestall" bezeichnet – und das, Herr Kollege Pirklhuber, bis heute ohne Entschuldigung. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Sie wissen genau, was gemeint war, Frau Kollegin!) Das ist wirklich ein Skandal, das kann ich Ihnen sagen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Ich hoffe, Herr Kollege Pirklhuber, Sie haben den Mut und den Anstand, sich hier und heute zu entschuldigen. Ich warte darauf! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das sollte er machen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt sollte einmal der Pirklhuber etwas dazu sagen!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Grünewald. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 8 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt sollte einmal der Pirklhuber etwas dazu sagen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das hat sich so angehört!
Dringliche Anfragen sind dazu da, zu fragen, wie gut jemand wirklich ist – und das sollte sich dann auch herausstellen. Zu kritisieren, dass die Grünen es gewagt haben, zu verlangen, dass eine Anfrage dringlich behandelt wird, ist insofern schon Realitätsverweigerung, als Sie ja zugeben müssen, ob jetzt ein BSE-Fall ... (Zwischenruf bei den Freiheitlichen.) – Ich habe nicht den Minister gemeint, es gibt ja auch noch andere, die bei der FPÖ oder bei der ÖVP sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Das hat sich so angehört!) Die Parteien bestehen ja nicht nur aus Ministern. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Es sind auch Politiker eine potentielle Gefahr, wenn sie die Österreicher als "Schweine" bezeichnen!
Diese Anfrage ist deswegen notwendig und dringlich, weil BSE, auch wenn es in Österreich keinen Fall gibt, doch eine potentielle Gefahr ist, die man nicht negieren kann. Es sind auch Antibiotikaresistenzen eine potentielle Gefahr und so weiter. Die Lebensmittelsicherheit werden Sie ja auch nicht als gerade unwichtiges Problem darstellen. (Abg. Ing. Westenthaler: Es sind auch Politiker eine potentielle Gefahr, wenn sie die Österreicher als "Schweine" bezeichnen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jeder dritte Satz falsch bei der Frau Sima! – Abg. Achatz: Einfach falsch, unterstellen, behaupten!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Mag. Pecher. Die Uhr ist auf 6 Minuten gestellt. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Jeder dritte Satz falsch bei der Frau Sima! – Abg. Achatz: Einfach falsch, unterstellen, behaupten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein Wort des Bedauerns, Herr Pirklhuber!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Wir haben jetzt mehr als eine Stunde schon über wirklich zentrale Fragestellungen der österreichischen Lebensmittelpolitik diskutiert. Die derzeitige Krise in der österreichischen und europäischen Agrarproduktion und Lebensmittelerzeugung verlangt eben nach radikalen Reformen. (Abg. Achatz: Entschuldigen Sie sich endlich!) Das ist der Grund, warum wir Grünen heute eine Dringliche Anfrage an Sie, Herr Bundesminister, stellen. (Abg. Zierler: Wir erwarten heute eine Entschuldigung von Ihnen!) Diese Reform ist notwendig, und zwar in der Produktion, im Kontrollwesen und im Bereich Gütezeichen und Markenpolitik. (Abg. Haigermoser: 6 Minuten haben Sie Zeit, sich zu entschuldigen!) Diesbezüglich ist auch meine offensichtlich missverständliche Anmerkung zum Schweineskandal, die ich im Wortlaut hier nicht wiederholen will, in der letzten Sitzung des Nationalrates zu verstehen, die ich hiermit gerne zurücknehme. (Abg. Haigermoser: Entschuldigen Sie sich doch, nicht "zurücknehmen"!) Ich stelle klar, worum es mir geht: um einen radikalen Kurswechsel in der österreichischen Schweinebranche. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Wort des Bedauerns, Herr Pirklhuber!) Nur dieser radikale Wandel macht es möglich, dass das Vertrauen der Konsumentinnen und Konsumenten auch langfristig wirklich wiedergewonnen wird und dieses Vertrauen auch zu Recht besteht. (Abg. Ing. Westenthaler: Er schafft es nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Er schafft es nicht!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Wir haben jetzt mehr als eine Stunde schon über wirklich zentrale Fragestellungen der österreichischen Lebensmittelpolitik diskutiert. Die derzeitige Krise in der österreichischen und europäischen Agrarproduktion und Lebensmittelerzeugung verlangt eben nach radikalen Reformen. (Abg. Achatz: Entschuldigen Sie sich endlich!) Das ist der Grund, warum wir Grünen heute eine Dringliche Anfrage an Sie, Herr Bundesminister, stellen. (Abg. Zierler: Wir erwarten heute eine Entschuldigung von Ihnen!) Diese Reform ist notwendig, und zwar in der Produktion, im Kontrollwesen und im Bereich Gütezeichen und Markenpolitik. (Abg. Haigermoser: 6 Minuten haben Sie Zeit, sich zu entschuldigen!) Diesbezüglich ist auch meine offensichtlich missverständliche Anmerkung zum Schweineskandal, die ich im Wortlaut hier nicht wiederholen will, in der letzten Sitzung des Nationalrates zu verstehen, die ich hiermit gerne zurücknehme. (Abg. Haigermoser: Entschuldigen Sie sich doch, nicht "zurücknehmen"!) Ich stelle klar, worum es mir geht: um einen radikalen Kurswechsel in der österreichischen Schweinebranche. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Wort des Bedauerns, Herr Pirklhuber!) Nur dieser radikale Wandel macht es möglich, dass das Vertrauen der Konsumentinnen und Konsumenten auch langfristig wirklich wiedergewonnen wird und dieses Vertrauen auch zu Recht besteht. (Abg. Ing. Westenthaler: Er schafft es nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Er lässt die Chance verstreichen! – Abg. Mag. Trattner – in Richtung des Abg. Dr. Van der Bellen –: Herr Professor! Was sagen Sie dazu, dass er sich nicht entschuldigt?
Es geht uns eben darum, nicht nur Gesetzeslücken zu schließen; das ist schon lange überfällig, und ich nehme an – Sie haben heute auch einiges von dem anklingen lassen, was Sie umsetzen wollen –, dass das jetzt wirklich ansteht und auch geschehen wird. Nein, es geht um mehr. Es geht auch darum, alle vorbeugenden Maßnahmen zu treffen. (Abg. Ing. Westenthaler: Er lässt die Chance verstreichen! – Abg. Mag. Trattner – in Richtung des Abg. Dr. Van der Bellen –: Herr Professor! Was sagen Sie dazu, dass er sich nicht entschuldigt?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das glaubt Ihnen kein Mensch, solange Sie sich nicht endlich bei den Österreichern entschuldigen! – Abg. Mag. Trattner: Sie sind nicht mehr glaubwürdig!
Ich meine, Sie, Herr Bundesminister, als Veterinärexperte und oberster Konsumentenschützer müssten hier in die Offensive gehen, um das wirklich umzusetzen, was wir immer im Munde führen. Die höchsten Standards erreichen wir eben nicht, wenn wir den Antibiotikaeinsatz in Österreich prolongieren. Und da geht es eben nicht nur um den illegalen Medikamenteneinsatz, nein, es geht sehr wohl auch um den legalen Medikamenteneinsatz, denn – Kollege Grünewald hat das zu Recht angemerkt – Antibiotika führen zu Resistenzbildungen. Es gibt eine Vielzahl von europäischen Studien, die belegen, dass der Einsatz bei Futtermitteln und auch in der Tierhaltung sehr problematisch ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Das glaubt Ihnen kein Mensch, solange Sie sich nicht endlich bei den Österreichern entschuldigen! – Abg. Mag. Trattner: Sie sind nicht mehr glaubwürdig!)
Abg. Ing. Westenthaler: Zuerst entschuldigen Sie sich!
Ich möchte Sie darauf hinweisen, Herr Bundesminister, dass zwei Drittel aller Wirkstoffe, Antibiotikawirkstoffe in der Tiermast Tetrazykline sind – Sie werden das sicher wissen. Es sind etwa 2 300 Tonnen dieser Mittel, die EU-weit eingesetzt werden – auch in Österreich. Inzwischen ist klar geworden, dass diese Stoffe nicht im Tier verbleiben, sondern über die Gülle auch auf die Felder kommen, und diese Antibiotika sind noch dazu höchst wasserlöslich. (Abg. Ing. Westenthaler: Zuerst entschuldigen Sie sich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist unglaublich: Beschimpft die österreichische Bevölkerung und entschuldigt sich nicht!
Ich frage Sie: Was werden Sie tun, damit endlich dieser Antibiotika-Einsatz in der Tierhaltung nicht mehr notwendig ist? Sie als Veterinär wissen genauso wie ich, dass auch die Tierärzte bei der Beratung der bäuerlichen Betriebe eine große Verantwortung haben, eine Verantwortung im Hinblick auf die Tiergerechtheit der Ställe. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist unglaublich: Beschimpft die österreichische Bevölkerung und entschuldigt sich nicht!) Das ist auch eine Chance. Ich hoffe, dass Sie dies als Experte verstärkt in die Diskussion einbringen werden und hier Impulse setzen werden.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist unerhört!
Es geht nämlich darum, auch die Umwelteffekte zu prüfen, und zwar die Umwelteffekte, die sich aus dem ganz legalen Einsatz von Antibiotika ergeben. Es gibt schon einige internationale Studien dazu. Ich hoffe, Sie werden auch in Österreich eine diesbezügliche Studie durchführen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist unerhört!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist keine tatsächliche Berichtigung! Beginnen Sie mit dem Sachverhalt!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Hohes Haus! Herr Abgeordneter Pumberger hat in seinem Redebeitrag nicht nur Missverständnisse bezüglich seiner Kenntnisse der Grundrechnungsarten aufgeworfen, sondern auch inhaltliche Missverständnisse, und deshalb berichtige ich tatsächlich. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist keine tatsächliche Berichtigung! Beginnen Sie mit dem Sachverhalt!) Deshalb berichtige ich tatsächlich, Herr Kollege Westenthaler.
Abg. Ing. Westenthaler: 47!
Abgeordneter Pumberger hat davon gesprochen, dass man, wenn man die 43 Proben (Abg. Ing. Westenthaler: 47!) oder 47 Proben in Niederösterreich mit den 200 Proben in Deutschland vergleicht, zu einer für Deutschland ungünstigen Relation kommt.
Abg. Ing. Westenthaler: Ein Totalabsturz!
Abgeordneter Karl Öllinger (fortsetzend): Ich überlasse es Ihrer Kenntnis, Herr Abgeordneter Pumberger, uns klarzustellen, wie die Relationen bei den Proben zwischen Österreich und Deutschland tatsächlich sind. (Abg. Jung: Setzen, Nichtgenügend!) Ich halte sie beide für ungenügend. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Totalabsturz!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Das ist zu wenig! Die halbe Mannschaft da drüben ist nicht da, das kann nicht funktionieren! Das ist peinlich: Es fehlen Prammer, Kostelka, Gusenbauer! Peinlichkeit zum Quadrat!
Ich bitte jene Damen und Herren, die diesem Antrag zustimmen, um ein diesbezügliches Zeichen. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Das ist zu wenig! Die halbe Mannschaft da drüben ist nicht da, das kann nicht funktionieren! Das ist peinlich: Es fehlen Prammer, Kostelka, Gusenbauer! Peinlichkeit zum Quadrat!) – Der Antrag hat nicht die erforderliche Mehrheit und ist daher abgelehnt. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Schweitzer: Oje!)
Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!
Meine Damen und Herren! Was hat das mit der heutigen Debatte über BSE zu tun? – Sie wollten Bundesminister Haupt eine verbal hineinhauen (Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!), aber das ist kläglich gescheitert und danebengegangen, meine Damen und Herren. Oberflächlicher als Sie es getan haben, kann man keine Dringliche ansetzen. Ich würde sagen: Nicht genügend, setzen, meine Damen und Herren! (Abg. Brosz – in Richtung des Redners zeigend –: Bitte! – Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: "Salzburger Nachrichten"!
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (Grüne): Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Abgeordneter Haigermoser hat einerseits, quasizitierend – ich weiß nicht, woher (Abg. Ing. Westenthaler: "Salzburger Nachrichten"!) –, einen Dialog zwischen mir und einigen Polizisten wiedergegeben.
Abg. Ing. Westenthaler: Abgewählte Klubvorsitzende!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Frau Abgeordnete Dr. Petrovic! Als Klubvorsitzende wissen Sie: Fragen kann man bei tatsächlichen Berichtigungen nicht stellen! (Abg. Ing. Westenthaler: Abgewählte Klubvorsitzende!)
Abg. Ing. Westenthaler: Zu verbessern!
Nur, meine Damen und Herren, wie lernen Sie aus Fehlern? – Indem Sie eine Arbeitsgruppe mit denselben Herren einsetzen, die schon einmal einen Vorschlag erarbeitet haben, der dann auch von Ihnen übernommen wurde. Und jetzt geben Sie ihnen den Auftrag – was Herr Haider auch schon kritisiert hat –, das noch einmal zu überarbeiten. (Abg. Ing. Westenthaler: Zu verbessern!) – Zu verbessern.
Abg. Ing. Westenthaler: Ihnen kann man nicht folgen!
Herr Abgeordneter Westenthaler! Ich bringe Ihnen einige Stimmen aus der Bevölkerung zur Kenntnis. Da können Sie lernen, und da werden Sie sehen, dass Sie schon in der Begründung für Ihren Entschließungsantrag das Problem überhaupt nicht verstanden haben. (Abg. Silhavy: Das ist aber nichts Neues!) Folgen Sie mir, Herr Abgeordneter Westenthaler! (Abg. Ing. Westenthaler: Ihnen kann man nicht folgen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Genau das Beispiel habe ich hier!
Wissen Sie, Herr Abgeordneter Westenthaler, wie viel dieser Person von den 4 000 S ihrer Unfallrente bleibt? Wissen Sie das? – Die Hälfte! (Zwischenruf des Abg. Neudeck. ) – Nein, Sie haben das Beispiel nicht verstanden. Diese Person hatte vorher ein steuerfreies Einkommen in der Höhe von 10 000 S Pension plus 4 000 S Unfallrente. (Abg. Ing. Westenthaler: Genau das Beispiel habe ich hier!) Und jetzt, meine Damen und Herren, schlägt die Besteuerung, der diese Person vorher nicht unterzogen wurde, gnadenlos zu. (Zwischenruf des Abg. Böhacker. )
Abg. Ing. Westenthaler: Das wird jetzt repariert!
Herr Abgeordneter Westenthaler! (Abg. Ing. Westenthaler: Das wird jetzt repariert!) – Nein, das wird nicht repariert! Reden wir einmal von den Fakten! Der Mensch verliert als Lehrling mit 20 Jahren, 18 Jahren seine Hand. (Abg. Ing. Westenthaler: Er liegt unter 20 000 S!) Sie in der Koalitionsregierung sagen nun, wir sehen das nicht ein, dass dieser Mensch sein Leben lang 2 600 S Rente erhält. Das ist als Abgeltung zu viel, das wollen wir nicht. Wir wollen, dass dieser Mensch, wie Sie sagen, seinen gerechten Anteil im Rahmen der Besteuerung leistet, und Sie halbieren seine Unfallrente – ich kann Ihnen das genau sagen, es waren 2 600 S – auf 868,10 S. (Abg. Ing. Westenthaler: Lesen Sie einmal den Antrag! – Abg. Dr. Petrovic: Weniger als die Hälfte!)
Abg. Ing. Westenthaler: Er liegt unter 20 000 S!
Herr Abgeordneter Westenthaler! (Abg. Ing. Westenthaler: Das wird jetzt repariert!) – Nein, das wird nicht repariert! Reden wir einmal von den Fakten! Der Mensch verliert als Lehrling mit 20 Jahren, 18 Jahren seine Hand. (Abg. Ing. Westenthaler: Er liegt unter 20 000 S!) Sie in der Koalitionsregierung sagen nun, wir sehen das nicht ein, dass dieser Mensch sein Leben lang 2 600 S Rente erhält. Das ist als Abgeltung zu viel, das wollen wir nicht. Wir wollen, dass dieser Mensch, wie Sie sagen, seinen gerechten Anteil im Rahmen der Besteuerung leistet, und Sie halbieren seine Unfallrente – ich kann Ihnen das genau sagen, es waren 2 600 S – auf 868,10 S. (Abg. Ing. Westenthaler: Lesen Sie einmal den Antrag! – Abg. Dr. Petrovic: Weniger als die Hälfte!)
Abg. Ing. Westenthaler: Lesen Sie einmal den Antrag! – Abg. Dr. Petrovic: Weniger als die Hälfte!
Herr Abgeordneter Westenthaler! (Abg. Ing. Westenthaler: Das wird jetzt repariert!) – Nein, das wird nicht repariert! Reden wir einmal von den Fakten! Der Mensch verliert als Lehrling mit 20 Jahren, 18 Jahren seine Hand. (Abg. Ing. Westenthaler: Er liegt unter 20 000 S!) Sie in der Koalitionsregierung sagen nun, wir sehen das nicht ein, dass dieser Mensch sein Leben lang 2 600 S Rente erhält. Das ist als Abgeltung zu viel, das wollen wir nicht. Wir wollen, dass dieser Mensch, wie Sie sagen, seinen gerechten Anteil im Rahmen der Besteuerung leistet, und Sie halbieren seine Unfallrente – ich kann Ihnen das genau sagen, es waren 2 600 S – auf 868,10 S. (Abg. Ing. Westenthaler: Lesen Sie einmal den Antrag! – Abg. Dr. Petrovic: Weniger als die Hälfte!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Da haben Sie unseren Antrag nicht gelesen! Das ist polemisch!
Ich sage Ihnen eines, Herr Abgeordneter Westenthaler und Herr Abgeordneter Khol – auch wenn er nicht da ist –: Alles, was Sie im Zusammenhang mit Härtefällen versuchen, geht schief! Ich garantiere Ihnen das. Sie können nicht die verfassungsrechtliche und rechtliche Gleichstellung von Versicherungsleistungen garantieren. Offensichtlich ist Ihnen das auch egal. Sie wollen nur auf Kosten der Unfallrentner abkassieren, denen jetzt Monat für Monat 1 000 S, 2 000 S, 3 000 S weggenommen werden. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Da haben Sie unseren Antrag nicht gelesen! Das ist polemisch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Unter 20 000 S!
Herr Abgeordneter Westenthaler! Alles, was Sie im Antrag gesagt haben, ist, dass Sie bei einigen Härtefällen, besonders bei jenen mit hoher Unfallrente, bereit sind, über eine Härtefallregelung nachzudenken. (Abg. Ing. Westenthaler: Unter 20 000 S!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie kapieren es leider nicht! Sie kapieren es nicht!
2 000 S, 3 000 S oder auch nur 1 000 S von einer Rente in der Höhe von 3 000 S nehmen Sie den Leuten weg! Das ist die Realität! Herr Haider hat das in seiner Ansprache sehr wohl kapiert, indem er auf den einfachen Sachverhalt rekurriert hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie kapieren es leider nicht! Sie kapieren es nicht!) Aber sein Lösungsvorschlag ist genau das, was Sie in Ihren Antrag geschrieben haben, und das wird nicht halten. Das wird nicht halten, das garantiere ich Ihnen! Das hält nicht vor dem Verfassungsgerichtshof, und das hält auch deshalb nicht, weil sich die Menschen das nicht gefallen lassen. Sie werden das bezahlen müssen, wenn Sie nicht einsehen wollen, dass das eine tatsächliche Ungerechtigkeit gegenüber den Menschen ist.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben die Unfallrentenbesteuerung 1988 eingeführt! Wir waren es nicht!
Abgeordnete Mag. Brunhilde Plank (SPÖ): Herr Präsident! Meine Herren Staatssekretäre! Kolleginnen und Kollegen, vor allem Sie von den Regierungsparteien, bitte begreifen Sie endlich, dass Sie Menschen um ihre Rechte und jetzt auch noch zum Teil um ihre Lebensexistenz bringen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben die Unfallrentenbesteuerung 1988 eingeführt! Wir waren es nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: 1988!
Die Unfallrentenbesteuerung wurde unter dem Aspekt eingeführt (Abg. Ing. Westenthaler: 1988!) – ich weiß –, dass die Renten erhöht werden müssen, weil die Besteuerung sonst nicht gerechtfertigt ist. Das wissen Sie genau. Auf Grund dessen, weil das nicht gelang, wurde das zurückgenommen. Das wissen Sie so gut wie ich, und das ändert sich nicht, wenn Sie es hier sagen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: 1992 hat es der Verfassungsgerichtshof aufgehoben!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: 1992 hat es der Verfassungsgerichtshof aufgehoben!
Die Unfallrentenbesteuerung wurde unter dem Aspekt eingeführt (Abg. Ing. Westenthaler: 1988!) – ich weiß –, dass die Renten erhöht werden müssen, weil die Besteuerung sonst nicht gerechtfertigt ist. Das wissen Sie genau. Auf Grund dessen, weil das nicht gelang, wurde das zurückgenommen. Das wissen Sie so gut wie ich, und das ändert sich nicht, wenn Sie es hier sagen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: 1992 hat es der Verfassungsgerichtshof aufgehoben!)
Abg. Dr. Khol: Bei der Hose! – Abg. Ing. Westenthaler: Bei der Hose! Wie meinen Sie das? – Abg. Dr. Khol: Wie meinen Sie das?
Drittens: Wenn Sie hier schon behaupten, dass Sie nur deswegen nicht zugestimmt haben, dann nehmen Sie sich doch jetzt bei der Hose, stehen Sie auf und stimmen Sie dem Antrag der Sozialdemokraten zu, mit dem wir diese Ungerechtigkeiten mit 1. Jänner 2001 aufheben wollen. Stimmen Sie doch zu! Reißen Sie sich am Riemen! Stehen Sie auf! (Abg. Dr. Khol: Bei der Hose! – Abg. Ing. Westenthaler: Bei der Hose! Wie meinen Sie das? – Abg. Dr. Khol: Wie meinen Sie das?)
He- und Ah-Rufe bei den Freiheitlichen in Richtung SPÖ und Grüne. – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist? – Abg. Schieder: Das kann nichts Gutes sein, wenn Sie aufstehen! – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident des Gewerkschaftsbundes!
Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Mehrheit und damit angenommen. (E 59.) (He- und Ah-Rufe bei den Freiheitlichen in Richtung SPÖ und Grüne. – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist? – Abg. Schieder: Das kann nichts Gutes sein, wenn Sie aufstehen! – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident des Gewerkschaftsbundes!)
Abg. Ing. Westenthaler: Hat Klima auch offen gelegt? Und Präsident Verzetnitsch? – Offenlegung!
Man muss sich die Frage stellen, warum so viele Tausende, Abertausende nicht bereit sind, ihre Einkommen zu deklarieren. Es ist ein Bundesgesetz. Man darf keine anonymen Meldungen abgeben. Ich lade Sie, meine Damen und Herren, ein, einer alten sozialdemokratischen Forderung nachzukommen, und zwar nach Offenlegung der Einkommen, der Vermögensverhältnisse in Österreich. (Abg. Ing. Westenthaler: Hat Klima auch offen gelegt? Und Präsident Verzetnitsch? – Offenlegung!) Im Zuge dessen kommt man sicherlich drauf, Kollege Westenthaler, warum einige – jener, der am Aschermittwoch polemische Reden hält, und vielleicht auch viele andere – nur marginal für ihr Vermögen Steuer zahlen. Darüber könnten wir auch im Hohen Haus eine sehr transparente Diskussion durchführen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Hören Sie doch auf!
Meine Damen und Herren von den Regierungsparteien! Tun Sie nicht so, als ob Sie das nicht gewollt hätten, als ob Sie nicht gewusst hätten, was Sie beschließen! Das betrifft besonders Sie, Herr Kollege Westenthaler! Das war Ihre Äußerung, als es die Lichterkette mit Unfallversehrten vor Weihnachten bei der Plenartagung dieses Hauses gegeben hat. Was haben Sie über die Menschen, die dort aufgestanden sind und gegen diese unsoziale Gesetzgebung Stimmung gemacht haben, gesagt? (Abg. Ing. Westenthaler: Hören Sie doch auf!) Sie haben gesagt: Das ist der grüne und der rote Mob! (Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!), und das ist auch heute wieder zurückzuweisen! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!
Meine Damen und Herren von den Regierungsparteien! Tun Sie nicht so, als ob Sie das nicht gewollt hätten, als ob Sie nicht gewusst hätten, was Sie beschließen! Das betrifft besonders Sie, Herr Kollege Westenthaler! Das war Ihre Äußerung, als es die Lichterkette mit Unfallversehrten vor Weihnachten bei der Plenartagung dieses Hauses gegeben hat. Was haben Sie über die Menschen, die dort aufgestanden sind und gegen diese unsoziale Gesetzgebung Stimmung gemacht haben, gesagt? (Abg. Ing. Westenthaler: Hören Sie doch auf!) Sie haben gesagt: Das ist der grüne und der rote Mob! (Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!), und das ist auch heute wieder zurückzuweisen! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Was sagt die Gewerkschaft dazu? – Abg. Edler: Was hat sich Schüssel auszahlen lassen? Was ist mit Schüssel?
Meine Damen und Herren! Das ist für mich ein Skandal, dass ein Bundeskanzler, der zum Zeitpunkt der Beschlussfassung des Bezügebegrenzungsgesetzes hier auf der Regierungsbank als Bundeskanzler gesessen ist, dann hergeht und das vom Parlament beschlossene und von ihm zu exekutierende Bezügebegrenzungsgesetz umgeht, indem er sich von einer Firma im öffentlichen Bereich, die dem Bezügebegrenzungsgesetz unterliegt, in Form einer Pensionsabfindung 13, 14, 15 oder 17 Millionen Schilling ausbezahlen lässt. Meine Damen und Herren! Das ist ein Skandal, der besprochen gehört, über den man diskutieren muss. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Was sagt die Gewerkschaft dazu? – Abg. Edler: Was hat sich Schüssel auszahlen lassen? Was ist mit Schüssel?)
Neuerlicher Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt zugestimmt! Wir haben es abgelehnt! – Abg. Edler: Auch gleich eine Erklärung über die Partik-Pablé!
Frau Kollegin Zierler! Kommen Sie hier heraus und erklären Sie uns jetzt, wie das mit unserem Grazer Altvorderen, Herrn Ehrenobmann Alexander Götz ist! Wenn wir hier nämlich über Abfindungen und über die Pensionshöhen debattieren, dann sollten wir auch diesen großen Säulenheiligen der Privilegienritterei in Pensionsfragen erwähnen, der bis zum Verfassungsgerichtshof gelaufen ist. (Beifall bei den Grünen.) Kommen Sie heraus und erklären Sie uns das! – Danke schön. (Neuerlicher Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt zugestimmt! Wir haben es abgelehnt! – Abg. Edler: Auch gleich eine Erklärung über die Partik-Pablé!)
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das tut er jetzt auch noch nicht!
Und Peter Kostelka, angesprochen auf sein Einkommen, sagte in der Sendung "Zur Sache" – wörtliches Zitat –: "Zum Unterschied von anderen habe ich nie erklärt, arbeiten zu wollen." (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das tut er jetzt auch noch nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Darauf warten wir bis heute! – Rufe bei der ÖVP: Grolli!
"Ich habe das immer klar und deutlich gesagt, und ich werde zum geeigneten Zeitpunkt der Öffentlichkeit mitteilen, für welchen karitativen Zweck ich diese Mehreinkommen zur Verfügung stelle. – Zitatende. (Abg. Ing. Westenthaler: Darauf warten wir bis heute! – Rufe bei der ÖVP: Grolli!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Edler: Schmid! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Und der Gewerkschaftspräsident blicket stumm durch den ganzen Saal herum!
Meine Damen und Herren! Karl Marx hatte schon Recht, als er sinngemäß einmal gesagt hat: Man kann es den Kapitalisten nicht übel nehmen, wenn sie sich in einem kapitalistischen System kapitalistisch verhalten. – Ich meine, man kann es den Nachfolgern von Marx aber sehr wohl übel nehmen, dass sie ihre kapitalistischen Einstellungen, ihr kapitalistisches System als sozialistisch tarnen und verkaufen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Edler: Schmid! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Und der Gewerkschaftspräsident blicket stumm durch den ganzen Saal herum!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr wollt auch nur abkassieren! Frau Lichtenberger kassiert auch eine Pension! – Abg. Edler: Götz und Schmid sind unbekannt!
Ich darf Sie noch an Folgendes erinnern: Als Götz die Pension einklagte, haben wir Grünen im Grazer Gemeinderat bereits auf die Hälfte unseres Einkommens verzichtet und dies auch einem Fonds zur Verfügung gestellt. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr wollt auch nur abkassieren! Frau Lichtenberger kassiert auch eine Pension! – Abg. Edler: Götz und Schmid sind unbekannt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Eure Gruselgeschichten ...!
Genau so ein Schicksal betreue ich seit knapp vier Wochen. Da geht es konkret um einen 49-jährigen Mann, der einen Schlaganfall hatte und übergangsweise, bis seine Wohnung entsprechend adaptiert sein wird, in einem Pflegeheim leben muss. Er tut das nicht freiwillig, er hätte sich mit 49 Jahren sicher nicht – auch nicht übergangsweise – das Pflegeheim ausgesucht. Wissen Sie, was da passiert ist? – Dieses Pflegeheim steht leider nicht in der Gemeinde, in der er sonst wohnt. Jetzt ist er von dieser zuständigen Gemeinde gezwungen worden, dass er sich dort, obwohl er nur übergangsweise dort wohnen wird, hauptwohnsitzlich anmeldet. Das heißt, er muss seine Familie verlassen, er muss sich von seiner Familie mit zwei Kindern, mit der er an seinem Hauptwohnsitz zusammenlebt, abmelden. Er muss sich abmelden, weil er sonst in diesem Heim keinen so genannten Vertrag bekommt. (Abg. Ing. Westenthaler: Eure Gruselgeschichten ...!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Pirklhuber soll sich bei den Österreichern entschuldigen! – Abg. Ing. Westenthaler: Pirklhuber hat gesagt, dass Österreich ein "Schweinestall" ist, und er hat sich nicht entschuldigt! – Abg. Dr. Khol – in Richtung der sich zu ihrem Sitzplatz begebenden Abg. Dr. Lichtenberger –: Ordnungsrufe werden vom Präsidenten erteilt und nicht von Ihnen!
Herr Abgeordneter! Ich verlange von Ihnen, dass Sie sich bei mir entschuldigen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Pirklhuber soll sich bei den Österreichern entschuldigen! – Abg. Ing. Westenthaler: Pirklhuber hat gesagt, dass Österreich ein "Schweinestall" ist, und er hat sich nicht entschuldigt! – Abg. Dr. Khol – in Richtung der sich zu ihrem Sitzplatz begebenden Abg. Dr. Lichtenberger –: Ordnungsrufe werden vom Präsidenten erteilt und nicht von Ihnen!)
Oh-Rufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Gott sei Dank hat der Nationalrat nicht beschlossen!
"Entschließungsantrag der Abgeordneten Brosz, Freundinnen und Freunde betreffend ‚Ermöglichung des Konsums von Cannabis ...‘ – Der Nationalrat hat beschlossen: Die Bundesregierung wird aufgefordert, nach ... Vorbild Maßnahmen zu setzen, die den Konsum von Cannabis ohne Strafverfolgung ermöglichen, um damit der von ExpertInnen geforderten Differenzierung zwischen Drogen unterschiedlichen Gefährdungs- und Suchtpotentials nachzukommen." – Zitatende. (Oh-Rufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Gott sei Dank hat der Nationalrat nicht beschlossen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht entschuldigt sich er für den Pirklhuber!
Kollege Haigermoser hat meinen Antrag richtig zitiert. (Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht entschuldigt sich er für den Pirklhuber!) Der Antrag ist meiner Meinung und auch der Meinung der grünen Fraktion nach so, wie er gestellt wurde, nach wie vor sinnvoll. Ich möchte Sie nur daran erinnern, dass momentan in Europa eine sehr interessante Diskussion zum Thema "Kriminalisierung von Cannabis" stattfindet. (Abg. Ing. Westenthaler: ... freigeben? Sehr "gut"!) Die Schweizer Grenzen werden Ihnen bekannt sein. (Zwischenruf des Abg. Haigermoser. ) Sie können nach Belgien schauen; Sie können auch nach Portugal schauen. All diese Länder sind zu der Auffassung gelangt, dass eine Kriminalisierung von Personen, die Cannabis konsumieren, weder medizinisch noch gesellschaftlich bedingt sinnvoll ist, und gehen einen klaren Weg in der Drogenpolitik, indem sie eben trennen und differenzieren. Dazu stehen wir, keine Frage, und das werden wir auch in Zukunft tun! – Das ist die eine Geschichte. (Abg. Kiss: ... beim Autofahrer, wenn er Drogen nimmt!)
Abg. Ing. Westenthaler: ... freigeben? Sehr "gut"!
Kollege Haigermoser hat meinen Antrag richtig zitiert. (Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht entschuldigt sich er für den Pirklhuber!) Der Antrag ist meiner Meinung und auch der Meinung der grünen Fraktion nach so, wie er gestellt wurde, nach wie vor sinnvoll. Ich möchte Sie nur daran erinnern, dass momentan in Europa eine sehr interessante Diskussion zum Thema "Kriminalisierung von Cannabis" stattfindet. (Abg. Ing. Westenthaler: ... freigeben? Sehr "gut"!) Die Schweizer Grenzen werden Ihnen bekannt sein. (Zwischenruf des Abg. Haigermoser. ) Sie können nach Belgien schauen; Sie können auch nach Portugal schauen. All diese Länder sind zu der Auffassung gelangt, dass eine Kriminalisierung von Personen, die Cannabis konsumieren, weder medizinisch noch gesellschaftlich bedingt sinnvoll ist, und gehen einen klaren Weg in der Drogenpolitik, indem sie eben trennen und differenzieren. Dazu stehen wir, keine Frage, und das werden wir auch in Zukunft tun! – Das ist die eine Geschichte. (Abg. Kiss: ... beim Autofahrer, wenn er Drogen nimmt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Falsche Rede, nicht falscher Punkt!
"b) welche Maßnahmen zu einer Verbesserung der Exekutierbarkeit des ja bereits bestehenden Drogenverbotes im Straßenverkehr getroffen werden können, insbesondere ..." – Nein, das war jetzt der falsche Punkt. Entschuldigung! (Abg. Ing. Westenthaler: Falsche Rede, nicht falscher Punkt!) Ich hätte unter a) lesen müssen:
Abg. Ing. Westenthaler: Kennt sich gut aus!
Sie brauchen sich nur mit Experten auseinanderzusetzen. Sie können alle medizinischen Erkenntnisse zur Hand nehmen. Daraus geht eindeutig hervor, dass gerade im Bereich von Cannabis eine Nachweiszeit von mehreren Wochen – drei bis vier Wochen – gegeben ist; so lang kann man im Körper Cannabis nachweisen. Die Wirkzeit dauert einige Stunden. Das heißt, das hat überhaupt nichts mit der Verkehrssicherheit zu tun. (Abg. Ing. Westenthaler: Kennt sich gut aus!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das mit den Zusatzbezügen als Abgeordnete, als Gemeinderätin, als Beamte?
Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ): Herr Präsident! Frau Vizekanzlerin! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Nebenbahnen spielen auch für uns schon lange eine große Rolle. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das mit den Zusatzbezügen als Abgeordnete, als Gemeinderätin, als Beamte?) Sie, Frau Bundesministerin, spielen bestenfalls eine Nebenrolle. Ich werde es Ihnen gleich beweisen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel haben Sie denn da?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel haben Sie denn da?
Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ): Herr Präsident! Frau Vizekanzlerin! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Nebenbahnen spielen auch für uns schon lange eine große Rolle. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das mit den Zusatzbezügen als Abgeordnete, als Gemeinderätin, als Beamte?) Sie, Frau Bundesministerin, spielen bestenfalls eine Nebenrolle. Ich werde es Ihnen gleich beweisen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel haben Sie denn da?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das mit dem Bezügegesetz?
In fünf Minuten Redezeit, Herr Abgeordneter Westenthaler, zu sagen (Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das mit dem Bezügegesetz?), was in den ersten hundert Tagen der neuen Tätigkeit der Frau Bundesministerin Positives passiert ist (Abg. Haigermoser: ... Frauenfeindlichkeit?), das ist unmöglich, weil das Wörtchen "nichts" in einer Sekunde gesagt ist! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Erklären Sie uns Ihre Bezügeregelung?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Erklären Sie uns Ihre Bezügeregelung?
In fünf Minuten Redezeit, Herr Abgeordneter Westenthaler, zu sagen (Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das mit dem Bezügegesetz?), was in den ersten hundert Tagen der neuen Tätigkeit der Frau Bundesministerin Positives passiert ist (Abg. Haigermoser: ... Frauenfeindlichkeit?), das ist unmöglich, weil das Wörtchen "nichts" in einer Sekunde gesagt ist! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Erklären Sie uns Ihre Bezügeregelung?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel cashen Sie dann ab im Monat als Abgeordnete, 170 000 oder 180 000?
Meine Herren von der Regierungsseite! In fünf Minuten Redezeit zu sagen, was in diesen hundert Tagen Positives passiert ist, ist genauso ein Ding der Unmöglichkeit. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel cashen Sie dann ab im Monat als Abgeordnete, 170 000 oder 180 000?) Dazu reicht mir die Zeit nicht aus, meine Damen und Herren. Hätte nämlich die schwarz-blaue Regierung die erfolgreiche Verkehrspolitik der sozialdemokratischen Verkehrsminister fortgesetzt, so hätten Sie, Frau Bundesministerin, bei Ihrer 100-Tage-Pressekonferenz einiges zu sagen gehabt. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) So aber haben sich Ihre Aussagen unter anderem darauf beschränkt, zu sagen, wie böse die Männer in Ihrem Ministerium zu Ihnen sind und wie schlecht Sie behandelt werden. Schauen so die Vorzeigefrauen der Regierung aus? Das frage ich mich. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wattaul – in Richtung SPÖ –: Ihr seid eine Versager-Partie!)
Abg. Ing. Westenthaler: 170 000 S!
Sie haben wertvolle Zeit verstreichen lassen. Die Schließung der bedrohten Nebenbahnen steht unmittelbar bevor. Für mein Bundesland ist das besonders dramatisch, weil im Juni vielleicht neun Nebenbahnen nicht mehr im Fahrplan stehen werden. (Abg. Ing. Westenthaler: 170 000 S!) Ein kurzer Zeitvergleich: Aufsichtsrat erledigt; die Ausschreibungsfrist für den ÖBB-Vorstand: 31. März (Abg. Ing. Westenthaler: 170 000 S im Monat!); dann rechne ich weiter: April, Mai, und im Juni haben wir die Schließung. (Abg. Ing. Westenthaler: ... Zusatzgehälter?) Wollen wir das, meine Damen und Herren? (Abg. Ing. Westenthaler: ... als Gemeinderätin!) Wie soll sich bis Juni eine Lösung ausgehen, wenn sich die Personalentscheidungen dahinziehen? (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele Zusatzgehälter kassiert die Frau Abgeordnete für den "kleinen Mann"?)
Abg. Ing. Westenthaler: 170 000 S im Monat!
Sie haben wertvolle Zeit verstreichen lassen. Die Schließung der bedrohten Nebenbahnen steht unmittelbar bevor. Für mein Bundesland ist das besonders dramatisch, weil im Juni vielleicht neun Nebenbahnen nicht mehr im Fahrplan stehen werden. (Abg. Ing. Westenthaler: 170 000 S!) Ein kurzer Zeitvergleich: Aufsichtsrat erledigt; die Ausschreibungsfrist für den ÖBB-Vorstand: 31. März (Abg. Ing. Westenthaler: 170 000 S im Monat!); dann rechne ich weiter: April, Mai, und im Juni haben wir die Schließung. (Abg. Ing. Westenthaler: ... Zusatzgehälter?) Wollen wir das, meine Damen und Herren? (Abg. Ing. Westenthaler: ... als Gemeinderätin!) Wie soll sich bis Juni eine Lösung ausgehen, wenn sich die Personalentscheidungen dahinziehen? (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele Zusatzgehälter kassiert die Frau Abgeordnete für den "kleinen Mann"?)
Abg. Ing. Westenthaler: ... Zusatzgehälter?
Sie haben wertvolle Zeit verstreichen lassen. Die Schließung der bedrohten Nebenbahnen steht unmittelbar bevor. Für mein Bundesland ist das besonders dramatisch, weil im Juni vielleicht neun Nebenbahnen nicht mehr im Fahrplan stehen werden. (Abg. Ing. Westenthaler: 170 000 S!) Ein kurzer Zeitvergleich: Aufsichtsrat erledigt; die Ausschreibungsfrist für den ÖBB-Vorstand: 31. März (Abg. Ing. Westenthaler: 170 000 S im Monat!); dann rechne ich weiter: April, Mai, und im Juni haben wir die Schließung. (Abg. Ing. Westenthaler: ... Zusatzgehälter?) Wollen wir das, meine Damen und Herren? (Abg. Ing. Westenthaler: ... als Gemeinderätin!) Wie soll sich bis Juni eine Lösung ausgehen, wenn sich die Personalentscheidungen dahinziehen? (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele Zusatzgehälter kassiert die Frau Abgeordnete für den "kleinen Mann"?)
Abg. Ing. Westenthaler: ... als Gemeinderätin!
Sie haben wertvolle Zeit verstreichen lassen. Die Schließung der bedrohten Nebenbahnen steht unmittelbar bevor. Für mein Bundesland ist das besonders dramatisch, weil im Juni vielleicht neun Nebenbahnen nicht mehr im Fahrplan stehen werden. (Abg. Ing. Westenthaler: 170 000 S!) Ein kurzer Zeitvergleich: Aufsichtsrat erledigt; die Ausschreibungsfrist für den ÖBB-Vorstand: 31. März (Abg. Ing. Westenthaler: 170 000 S im Monat!); dann rechne ich weiter: April, Mai, und im Juni haben wir die Schließung. (Abg. Ing. Westenthaler: ... Zusatzgehälter?) Wollen wir das, meine Damen und Herren? (Abg. Ing. Westenthaler: ... als Gemeinderätin!) Wie soll sich bis Juni eine Lösung ausgehen, wenn sich die Personalentscheidungen dahinziehen? (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele Zusatzgehälter kassiert die Frau Abgeordnete für den "kleinen Mann"?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele Zusatzgehälter kassiert die Frau Abgeordnete für den "kleinen Mann"?
Sie haben wertvolle Zeit verstreichen lassen. Die Schließung der bedrohten Nebenbahnen steht unmittelbar bevor. Für mein Bundesland ist das besonders dramatisch, weil im Juni vielleicht neun Nebenbahnen nicht mehr im Fahrplan stehen werden. (Abg. Ing. Westenthaler: 170 000 S!) Ein kurzer Zeitvergleich: Aufsichtsrat erledigt; die Ausschreibungsfrist für den ÖBB-Vorstand: 31. März (Abg. Ing. Westenthaler: 170 000 S im Monat!); dann rechne ich weiter: April, Mai, und im Juni haben wir die Schließung. (Abg. Ing. Westenthaler: ... Zusatzgehälter?) Wollen wir das, meine Damen und Herren? (Abg. Ing. Westenthaler: ... als Gemeinderätin!) Wie soll sich bis Juni eine Lösung ausgehen, wenn sich die Personalentscheidungen dahinziehen? (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele Zusatzgehälter kassiert die Frau Abgeordnete für den "kleinen Mann"?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo sind Sie Gemeinderätin? – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.
Sie sind nervös! Ich verstehe es ja, Sie sind sehr nervös. Aber hören Sie mir zu! (Abg. Ing. Westenthaler: Wo sind Sie Gemeinderätin? – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.) Es gibt noch einige Dinge, die zu sagen sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Eine Abkassiererin sind Sie! Eine schamlose Abkassiererin! )
Abg. Ing. Westenthaler: Eine Abkassiererin sind Sie! Eine schamlose Abkassiererin!
Sie sind nervös! Ich verstehe es ja, Sie sind sehr nervös. Aber hören Sie mir zu! (Abg. Ing. Westenthaler: Wo sind Sie Gemeinderätin? – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.) Es gibt noch einige Dinge, die zu sagen sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Eine Abkassiererin sind Sie! Eine schamlose Abkassiererin! )
Abg. Ing. Westenthaler: Sie kassieren drei Gehälter ...!
Härtere Bedingungen erfahren auch die MindestrentnerInnen und erfahren auch die SozialhilfeempfängerInnen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie kassieren drei Gehälter ...!) Die Frau Bundesministerin hat es nämlich verabsäumt, mit der Telekom Verträge für die Telefongebühren-Befreiung dieser Leute abzuschließen. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Okay, jetzt gibt es zwar einen – mit den anderen Betreibern nicht, nur mit der Telekom. Die Verwaltung dafür hat viel Geld gekostet. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Wo sind Sie Gemeinderätin? – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben drei Gehälter! – Abg. Mag. Trattner: Drei Gehälter!
Vielleicht war das Motto der Frau Bundesministerin: Was nichts kostet, ist nichts wert; ich habe einen 20-Milliarden-Erlass, den ziehen wir durch! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben drei Gehälter! – Abg. Mag. Trattner: Drei Gehälter!) – Ist das der Beitrag zum Sparprogramm? Ich weiß es nicht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie verdienen ja mehr als der Gusenbauer! Mehr als der Kostelka! – Abg. Mag. Trattner: Drei Gehälter!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie verdienen ja mehr als der Gusenbauer! Mehr als der Kostelka! – Abg. Mag. Trattner: Drei Gehälter!
Vielleicht war das Motto der Frau Bundesministerin: Was nichts kostet, ist nichts wert; ich habe einen 20-Milliarden-Erlass, den ziehen wir durch! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben drei Gehälter! – Abg. Mag. Trattner: Drei Gehälter!) – Ist das der Beitrag zum Sparprogramm? Ich weiß es nicht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie verdienen ja mehr als der Gusenbauer! Mehr als der Kostelka! – Abg. Mag. Trattner: Drei Gehälter!)
Abg. Ing. Westenthaler: ... der schlimmste Privilegienfall! – Weitere Zwischenrufe.
Nach wirtschaftsfeindlich, menschenfeindlich, peinlich kommt noch hinzu: Ich habe es nicht eilig. – Die Frau Bundesministerin hat es nämlich überhaupt nicht eilig: Neuordnung des Mautsystems, Gesamtverkehrskonzept, drei Landeshauptleute des "Verrats an Österreich" beschuldigt. (Abg. Ing. Westenthaler: ... der schlimmste Privilegienfall! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein Skandal, was Sie einstreifen!
Was ist mit dem Luftfahrtbereich? – Es gibt keinen Sektionschef, es gibt keinen Luftfahrt-Generaldirektor. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Skandal, was Sie einstreifen!) Was ist mit den Landerechten der AUA in Japan passiert? Da sind Versäumnisse passiert. Sie sind wirtschaftsfeindlich, Millionen sind entgangen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Skandal, was Sie abkassieren als Vertreterin des "kleinen Mannes"! 170 000 S jeden Monat!) Was ist mit der Sendemasten-Verordnung? Was ist mit Konzepten für Straße, für Schiene, für Luft und für Schifffahrt? – (Anhaltende Zwischenrufe.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein Skandal, was Sie abkassieren als Vertreterin des "kleinen Mannes"! 170 000 S jeden Monat!
Was ist mit dem Luftfahrtbereich? – Es gibt keinen Sektionschef, es gibt keinen Luftfahrt-Generaldirektor. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Skandal, was Sie einstreifen!) Was ist mit den Landerechten der AUA in Japan passiert? Da sind Versäumnisse passiert. Sie sind wirtschaftsfeindlich, Millionen sind entgangen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Skandal, was Sie abkassieren als Vertreterin des "kleinen Mannes"! 170 000 S jeden Monat!) Was ist mit der Sendemasten-Verordnung? Was ist mit Konzepten für Straße, für Schiene, für Luft und für Schifffahrt? – (Anhaltende Zwischenrufe.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele Bezüge haben Sie?
Das Bekenntnis der Frau Bundesministerin zur Bedeutung der Nebenbahnen haben wir; das hat sie auch gesagt. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele Bezüge haben Sie?) Unser Bekenntnis zu Ihnen, Frau Bundesministerin, ist nicht da. Aber bekennen Sie sich wenigstens zu Ihrer Ministerin und stimmen Sie unserem Antrag zu! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Mag. Schweitzer: Welchem Antrag sollen wir zustimmen? – Abg. Ing. Westenthaler: Legen Sie Ihre Gehälter einmal offen! – Abg. Dr. Martin Graf: Was hat sie gesagt? – Weitere Zwischenrufe.)
Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Mag. Schweitzer: Welchem Antrag sollen wir zustimmen? – Abg. Ing. Westenthaler: Legen Sie Ihre Gehälter einmal offen! – Abg. Dr. Martin Graf: Was hat sie gesagt? – Weitere Zwischenrufe.
Das Bekenntnis der Frau Bundesministerin zur Bedeutung der Nebenbahnen haben wir; das hat sie auch gesagt. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele Bezüge haben Sie?) Unser Bekenntnis zu Ihnen, Frau Bundesministerin, ist nicht da. Aber bekennen Sie sich wenigstens zu Ihrer Ministerin und stimmen Sie unserem Antrag zu! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Mag. Schweitzer: Welchem Antrag sollen wir zustimmen? – Abg. Ing. Westenthaler: Legen Sie Ihre Gehälter einmal offen! – Abg. Dr. Martin Graf: Was hat sie gesagt? – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Ing. Westenthaler: Schon lange keinen Zug mehr gesehen! – Abg. Mag. Schweitzer: Er ist der Lokführer!
Herr Kollege Edler, sind Sie Eisenbahner? (Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Dann würde ich Ihnen Folgendes empfehlen, Herr Kollege Edler: Wissen Sie, was wir machen, damit wir diese Nebenbahnen erhalten können? (Abg. Ing. Westenthaler: Schon lange keinen Zug mehr gesehen! – Abg. Mag. Schweitzer: Er ist der Lokführer!) Reden wir über die Pensionen der Eisenbahnerinnen und Eisenbahner! Schauen wir, dass wir dort irgendetwas zusammenbringen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr wart 30 Jahre ...! – Zwischenruf des Abg. Haigermoser
Sie haben bei der ersten Aussprache im Verkehrsausschuss gesagt (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr wart 30 Jahre ...! – Zwischenruf des Abg. Haigermoser ), Sie werden alle Vorhaben sachlich prüfen, konkret auch die Frage einer Neuorientierung der Bundesbahn. Sie sind dann damit in die Öffentlichkeit gegangen, dass Ihre Philosophie die Trennung ist. Niemand schreibt das vor, auch nicht die EU! (Abg. Ing. Westenthaler: Wer ist Ihr Schneider?) Alle Länder, die das gemacht haben – besonders Großbritannien –, sind gescheitert. Man kann das tagtäglich in der britischen Verkehrspolitik sehen, was dort vorkommt, was dort passiert.
Abg. Ing. Westenthaler: Wer ist Ihr Schneider?
Sie haben bei der ersten Aussprache im Verkehrsausschuss gesagt (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr wart 30 Jahre ...! – Zwischenruf des Abg. Haigermoser ), Sie werden alle Vorhaben sachlich prüfen, konkret auch die Frage einer Neuorientierung der Bundesbahn. Sie sind dann damit in die Öffentlichkeit gegangen, dass Ihre Philosophie die Trennung ist. Niemand schreibt das vor, auch nicht die EU! (Abg. Ing. Westenthaler: Wer ist Ihr Schneider?) Alle Länder, die das gemacht haben – besonders Großbritannien –, sind gescheitert. Man kann das tagtäglich in der britischen Verkehrspolitik sehen, was dort vorkommt, was dort passiert.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Bei euren Reden, das stimmt! – Weitere Zwischenrufe.
Ich habe nicht den Eindruck, dass Sie sich bei den letzten beiden Reden wirklich darum bemüht haben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Bei euren Reden, das stimmt! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das mit den 50 000 S Zusatzeinkommen? Wie geht es denn Ihnen?
Abgeordnete Doris Bures (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Bundesministerin Forstinger, man könnte jetzt die Frage stellen: Wie geht’s Ihnen eigentlich? Wie fühlen Sie sich in Ihrer neuen Funktion und bei Ihrer neuen Aufgabe, die Sie übernommen haben, und zwar nach folgenden Schlagzeilen: "Forstinger ohne Konzepte", "Forstinger: Eine Enttäuschung", "Chaos im Infrastrukturministerium"? Wie geht es einem da so, Frau Bundesministerin? (Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das mit den 50 000 S Zusatzeinkommen? Wie geht es denn Ihnen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie kosten immerhin 50 000 S zusätzlich! Wer zahlt das eigentlich?
Laut heutigem "Kurier" scheint sich jetzt überhaupt der Verdacht einer Seuche in den Ministerien dieser Bundesregierung anzubahnen. Es steht hier, dass es sich um eine Infektion handelt und dass anscheinend ein unbekanntes Virus in den Ministerien dieser Bundesregierung grassiert. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie kosten immerhin 50 000 S zusätzlich! Wer zahlt das eigentlich?) Es muss irgendeine ansteckende Seuche sein, die nämlich dazu führt, dass Verordnungen entweder nicht richtig oder zum falschen Zeitpunkt unterzeichnet werden. – Die Bemerkung "nicht richtig unterzeichnet" betrifft Sie, nämlich die Rufnummernverordnung, und bei der Bemerkung "zum falschen Zeitpunkt" geht es um das eigentlich tragische Schauspiel um die Einführung dieser grausamen Ambulanzgebühren, von welchen Sie nicht einmal Kinder ausgenommen haben. Das ist das traurige Schauspiel! Und der "Kurier" von morgen beziehungsweise schon von heute titelt, dass das eine Seuche in den Ministerien sein muss. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing Westenthaler: Wie viel verdienen Sie denn?
Das ist für viele ein Problem, und es ist auch für viele ein Problem, dass Sie säumig sind. Sie sind in der Verkehrspolitik säumig, und Sie sind auch dort säumig, wo Menschen Hilfe brauchen, etwa in Form einer Telefongrundgebührenbefreiung! Dabei geht es um 200 bis 230 S im Monat. Menschen, die unter 8 000 S verdienen, haben Anspruch auf diese Grundgebührenbefreiung. (Abg. Ing Westenthaler: Wie viel verdienen Sie denn?) Sie bekommen sie aber nicht, weil Sie säumig sind und weil Sie nicht in der Lage sind, im Ministerium dafür zu sorgen, dass jene Menschen, welche die geringsten Einkommen haben, auch die Möglichkeit zu telefonieren haben, ohne dass das für sie finanziell ein Problem darstellt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Fekter: Das hat er nicht behauptet! – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Caspar Einem (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Frau Vizekanzlerin! Herr Klubobmann! Herr Abgeordneter Firlinger hat in seiner Rede soeben behauptet, dass ich gesagt hätte, Sektionschef Weber sei ein "Schlitzohr" und bedürfe der steten Beobachtung. (Abg. Dr. Fekter: Das hat er nicht behauptet! – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Einem! – Weitere "Einem!"-Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich gemeldet (Abg. Ing. Westenthaler: Einem! – Weitere "Einem!"-Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP): Herr Abgeordneter Dr. Einem. (Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Er übt heute! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Er übt heute! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich gemeldet (Abg. Ing. Westenthaler: Einem! – Weitere "Einem!"-Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP): Herr Abgeordneter Dr. Einem. (Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Er übt heute! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Sitzung Nr. 58
Abg. Ing. Westenthaler: Die SPÖ schläft noch!
Zur Begründung gelangt Herr Abgeordneter Mag. Tancsits zum Wort. Seine Redezeit beträgt 10 Minuten. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Ing. Westenthaler: Die SPÖ schläft noch!)
Rufe bei den Freiheitlichen: "Euroteam"! – Abg. Ing. Westenthaler: Was sagen Sie zu "Euroteam"?
Ich merke ganz bewusst an: Die Jugendbeschäftigung ist nicht erst seit dem Vorjahr im internationalen Maßstab exzellent (Abg. Mag. Schweitzer: "Euroteam" hat nichts gebracht! – Abg. Dr. Khol: "Euroteam" – Jarolim!), sondern die Jugendbeschäftigung war in den letzten zehn Jahren im internationalen Vergleich exzellent (Beifall bei der SPÖ), durch die Zusammenarbeit der Sozialpartner und der Regierungen – nicht durch die neue Regierung, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Rufe bei den Freiheitlichen: "Euroteam"! – Abg. Ing. Westenthaler: Was sagen Sie zu "Euroteam"?)
Abg. Ing. Westenthaler: Warum ist die Arbeitslosigkeit in Wien so hoch?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Klar ist: Wenn wir mehr als drei Millionen Menschen in unserem Land beschäftigt haben, dann ist das eine gemeinsame Erfolgsstory. Aber wir sollten hinter den Zahlen auch die Menschen sehen! (Abg. Ing. Westenthaler: Warum ist die Arbeitslosigkeit in Wien so hoch?)
Abg. Ing. Westenthaler: Kollege Stöllinger!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Präsident! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Dem Ingenieur ist offensichtlich nichts zu "schwör" – wirklich nichts! Im Verdrehen von Tatsachen, Herr Klubobmann Westenthaler, sind Sie tatsächlich Fachmann. (Abg. Ing. Westenthaler: Kollege Stöllinger!) Darum muss ich das wirklich, weil Sie das ganz bewusst für das Fernsehen, für die Öffentlichkeit so hingestellt haben, richtig stellen. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt die SPÖ-Verteidigungsrede! Rot-Grün! Es lebe Rot-Grün!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt die SPÖ-Verteidigungsrede! Rot-Grün! Es lebe Rot-Grün!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Präsident! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Dem Ingenieur ist offensichtlich nichts zu "schwör" – wirklich nichts! Im Verdrehen von Tatsachen, Herr Klubobmann Westenthaler, sind Sie tatsächlich Fachmann. (Abg. Ing. Westenthaler: Kollege Stöllinger!) Darum muss ich das wirklich, weil Sie das ganz bewusst für das Fernsehen, für die Öffentlichkeit so hingestellt haben, richtig stellen. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt die SPÖ-Verteidigungsrede! Rot-Grün! Es lebe Rot-Grün!)
Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie etwas dagegen?
Es gab gestern einen Antrag der Grünen, es gab auch einen Antrag der Sozialdemokraten. In beiden Anträgen wurde die Rücknahme der Unfallrentenbesteuerung gefordert. Es gab auch einen Antrag von FPÖ und ÖVP, in dem sie dieselbe Arbeitsgruppe, die die Besteuerung der Unfallrenten für richtig gehalten hat und von der Herr Haider gesagt hat, sie sei unfähig für dieses Thema, noch einmal beauftragt haben, Härtefälle zu überprüfen. "Härtefälle"! Irgendwelche Härtefälle wird es ja wohl geben. (Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie etwas dagegen?) Sie wissen ganz genau, dass jeder Unfallrentner und jede Unfallrentnerin derzeit durch Ihre Besteuerung 1 000 bis 3 000 S und auch mehr pro Monat verlieren. Genau das wollen Sie nicht korrigieren! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Rot-Grün!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Rot-Grün!
Es gab gestern einen Antrag der Grünen, es gab auch einen Antrag der Sozialdemokraten. In beiden Anträgen wurde die Rücknahme der Unfallrentenbesteuerung gefordert. Es gab auch einen Antrag von FPÖ und ÖVP, in dem sie dieselbe Arbeitsgruppe, die die Besteuerung der Unfallrenten für richtig gehalten hat und von der Herr Haider gesagt hat, sie sei unfähig für dieses Thema, noch einmal beauftragt haben, Härtefälle zu überprüfen. "Härtefälle"! Irgendwelche Härtefälle wird es ja wohl geben. (Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie etwas dagegen?) Sie wissen ganz genau, dass jeder Unfallrentner und jede Unfallrentnerin derzeit durch Ihre Besteuerung 1 000 bis 3 000 S und auch mehr pro Monat verlieren. Genau das wollen Sie nicht korrigieren! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Rot-Grün!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Stuhlpfarrer!
Ich kann Ihnen auch Zahlen dazu nennen: 106 000 Teilzeitarbeitsplätze sind in den letzten sechs Jahren bei Frauen neu geschaffen worden. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Stuhlpfarrer!) 42 000 Vollzeitarbeitsplätze, Herr Bundesminister, sind bei Frauen verloren gegangen. Na, das geht sich fast plus, minus Null aus. Bei Männern sind 6 000 Teilzeitarbeitsplätze neu geschaffen worden, aber 9 000 Vollzeitarbeitsplätze verloren gegangen. So günstig schaut das nicht aus! Aber natürlich: Es sind mehr Arbeitsplätze, und für manche sind auch Teilzeitarbeitsplätze anzustreben.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Böhacker macht das Time-out-Zeichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Redezeit! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Nächster Punkt. Wenn Frau Abgeordnete Partik-Pablé sagt: Die Bundesregierung setzt die Ausländerquoten hinauf, dann halte ich dem entgegen, was Frau Abgeordnete Haller, also Ihre Parteifreundin, sagt: Die Ausländerquoten sind so restriktiv, wir wollen mehr Saisoniers. – Und Sie, meine Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei, in Ihrer wirklich unsäglichen Art, hier nicht die Wahrheit zu sagen und alles zu verdrehen, mache ich schon darauf aufmerksam, dass Sie und Frau Abgeordnete Haller es waren, die die Öffnung der Saisonierquote und damit den Status von rechtlosen Ausländern hier in Österreich unbeschränkt einführen wollen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Böhacker macht das Time-out-Zeichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Redezeit! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen Rot-Grün für Wien! Das hat noch gefehlt
Abgeordneter Karl Öllinger (fortsetzend): ... soll die Politik sein, die diesem Land hilft! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen Rot-Grün für Wien! Das hat noch gefehlt)
Abg. Ing. Westenthaler: Buenas tardes, Argentina!
Der Herr Finanzminister hat davon gesprochen, dass es in Zukunft keine Schulden mehr geben wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Buenas tardes, Argentina!) – Wenn Herr Westenthaler seine mangelhaften Fremdsprachenkenntnisse auf Spanisch ausgetobt hat – denn zu mehr als "Buenos días" wird es wahrscheinlich nicht reichen –, können wir ja wieder zum Budget zurückkehren. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Hasta la vista!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Hasta la vista!
Der Herr Finanzminister hat davon gesprochen, dass es in Zukunft keine Schulden mehr geben wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Buenas tardes, Argentina!) – Wenn Herr Westenthaler seine mangelhaften Fremdsprachenkenntnisse auf Spanisch ausgetobt hat – denn zu mehr als "Buenos días" wird es wahrscheinlich nicht reichen –, können wir ja wieder zum Budget zurückkehren. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Hasta la vista!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das mit den 27 Millionen?
Aber ich kann Ihnen im Rahmen meiner solidarischen Möglichkeiten gerne nachher eine Privatlektion nicht nur auf Spanisch geben, sondern auch in der Causa, die Sie offensichtlich besonders interessiert. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das mit den 27 Millionen?) Die 27 Millionen des Viktor Klima, die Sie ansprechen (Abg. Neudeck: Verdienen Sie nicht gut als Klubobmann?), sind nicht einmal die Portokassa des Herrn Prinzhorn und des Herrn Haider; und ich rege mich über deren Unrechtmäßigkeiten auch nicht auf. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist schwach! Alles öffentliche Gelder!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist schwach! Alles öffentliche Gelder!
Aber ich kann Ihnen im Rahmen meiner solidarischen Möglichkeiten gerne nachher eine Privatlektion nicht nur auf Spanisch geben, sondern auch in der Causa, die Sie offensichtlich besonders interessiert. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das mit den 27 Millionen?) Die 27 Millionen des Viktor Klima, die Sie ansprechen (Abg. Neudeck: Verdienen Sie nicht gut als Klubobmann?), sind nicht einmal die Portokassa des Herrn Prinzhorn und des Herrn Haider; und ich rege mich über deren Unrechtmäßigkeiten auch nicht auf. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist schwach! Alles öffentliche Gelder!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das glaube ich Ihnen!
Im Übrigen sage ich Ihnen auch noch: Mir wäre es lieber, Klima hätte die 27 Millionen – falls er sie überhaupt hat – an die Parteikasse gespendet. Wir hätten sie dringend brauchen können. (Abg. Ing. Westenthaler: Das glaube ich Ihnen!) – Das war aber die alte SPÖ. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Mir wäre es lieber, er hätte es den Steuerzahlern gelassen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Mir wäre es lieber, er hätte es den Steuerzahlern gelassen!
Im Übrigen sage ich Ihnen auch noch: Mir wäre es lieber, Klima hätte die 27 Millionen – falls er sie überhaupt hat – an die Parteikasse gespendet. Wir hätten sie dringend brauchen können. (Abg. Ing. Westenthaler: Das glaube ich Ihnen!) – Das war aber die alte SPÖ. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Mir wäre es lieber, er hätte es den Steuerzahlern gelassen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Herr Klima soll sich seinen Lohnzettel anschauen!
Sie sprachen davon, dass das untere Einkommensdrittel – alle Menschen mit einem Einkommen von unter 15 000 S im Monat – durch Ihre bisherigen Budgets nicht belastet wurde. Ich würde sagen, da ja nicht nur viele Menschen heute hier im Haus sind, sondern auch vor den Fernsehschirmen sitzen, es soll jeder den Realitätstest machen: Er soll sich seinen Lohnzettel vom November oder Dezember des vergangenen Jahres anschauen (Abg. Ing. Westenthaler: Der Herr Klima soll sich seinen Lohnzettel anschauen!), dann soll er sich seinen Lohnzettel vom Jänner anschauen und soll vergleichen, wie die Steuerentwicklung in diesen Monaten war. (Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie den Lohnzettel vom Klima?) Jeder Einzelne wird feststellen können: Das, was Sie als "Nicht-Belastung" bezeichnen, war ein tiefer Eingriff in die Einkommen der Österreicherinnen und Österreicher! (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie den Lohnzettel vom Klima?
Sie sprachen davon, dass das untere Einkommensdrittel – alle Menschen mit einem Einkommen von unter 15 000 S im Monat – durch Ihre bisherigen Budgets nicht belastet wurde. Ich würde sagen, da ja nicht nur viele Menschen heute hier im Haus sind, sondern auch vor den Fernsehschirmen sitzen, es soll jeder den Realitätstest machen: Er soll sich seinen Lohnzettel vom November oder Dezember des vergangenen Jahres anschauen (Abg. Ing. Westenthaler: Der Herr Klima soll sich seinen Lohnzettel anschauen!), dann soll er sich seinen Lohnzettel vom Jänner anschauen und soll vergleichen, wie die Steuerentwicklung in diesen Monaten war. (Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie den Lohnzettel vom Klima?) Jeder Einzelne wird feststellen können: Das, was Sie als "Nicht-Belastung" bezeichnen, war ein tiefer Eingriff in die Einkommen der Österreicherinnen und Österreicher! (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Das ist unerhört! – Heftiger Widerspruch bei den Freiheitlichen. – Die Abgeordneten der Freiheitlichen halten neuerlich die bereits zuvor gezeigten Tafeln in die Höhe.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die Rückgabe von Diebsgut hat nichts mit sozialer Solidarität zu tun. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Das ist unerhört! – Heftiger Widerspruch bei den Freiheitlichen. – Die Abgeordneten der Freiheitlichen halten neuerlich die bereits zuvor gezeigten Tafeln in die Höhe.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Ordnungsruf!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Abgeordneter Gusenbauer! Ich würde Sie bitten, diese Formulierung zurückzunehmen! (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Ordnungsruf!)
Abg. Ing. Westenthaler: Letztklassig ist das, was Sie da machen! Sie sind Ihrer Position gar nicht würdig! Es hat große SPÖ-Vorsitzende gegeben! Sie gehören nicht dazu!
Da Sie unter anderem aus "Nathan der Weise" von Ephraim Lessing zitiert und uns darauf hingewiesen haben, es gehe um die Verabreichung von Arznei und nicht von Gift, würde ich Ihnen die Lektüre des Gesamtwerkes empfehlen. (Abg. Ing. Westenthaler: Letztklassig ist das, was Sie da machen! Sie sind Ihrer Position gar nicht würdig! Es hat große SPÖ-Vorsitzende gegeben! Sie gehören nicht dazu!) Dann würden Sie nämlich draufkommen, dass Nathan der Weise seiner vermeintlichen Tochter eine Lüge erzählt hat, um sie von ihren Schwärmereien wegzubekommen. Und als er draufkommt, dass sie sich versteigt und er sie nicht mehr herunterholen kann (Abg. Mag. Schweitzer: Redezeit!), weist er sie darauf ... (Abg. Mag. Schweitzer: Die Redezeit ist auch schon aus! Redezeit!)
Abg. Ing. Westenthaler: Er ist völlig von der Rolle heute! Das ist, weil er gestern so spät schlafen gegangen ist! Er ist nicht ausgeschlafen!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Abgeordneter Dr. Gusenbauer! Erstens ist die Redezeit abgelaufen, zweitens bitte ich Sie wirklich, den Vorwurf "Rückgabe von Diebsgut" an die Adresse des Finanzministers zurückzunehmen. Ich ersuche ausdrücklich darum! (Abg. Ing. Westenthaler: Er ist völlig von der Rolle heute! Das ist, weil er gestern so spät schlafen gegangen ist! Er ist nicht ausgeschlafen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Redezeit ist vorbei, Herr Präsident!
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (fortsetzend): Herr Präsident! In Fragen der sozialen Gerechtigkeit mache ich nicht dem Finanzminister persönlich einen Vorwurf (Abg. Ing. Westenthaler: Die Redezeit ist vorbei, Herr Präsident!), aber wenn man den Unfallrentnern 2 Milliarden Schilling wegnimmt und sie dann wieder zurückgibt, dann muss ich sagen: Zuerst wegnehmen und dann zurück... (Lang anhaltender Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie hoch ist Ihre OMV-Abfertigung? Wie viel Abfindung haben Sie bekommen? Wie hoch ist Ihre OMV-Pension?
Diese Tatsachenbehauptung ist falsch. Wenn Sie auf Seite 20 der Übersicht des Herrn Bundesministers für Finanzen schauen, dann können Sie feststellen, dass jeder einzelne Betrag, der für diesen Zweck gewidmet ist, im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie hoch ist Ihre OMV-Abfertigung? Wie viel Abfindung haben Sie bekommen? Wie hoch ist Ihre OMV-Pension?) Erziehung und Unterricht von 5,6 auf 5,5, Forschung und Wissenschaft von 2,9 auf 2,4. Und wenn Sie die Kultur noch dazunehmen, so sehen Sie, dass sie von 631 auf 625 gesunken ist.
Allgemeine Heiterkeit. – Abg. Ing. Westenthaler: Was steht da oben?
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Meine Damen und Herren! Danke, Herr Kollege Khol, dass Sie mich von dem Taferl befreit haben. (Abg. Haigermoser: Sie haben nicht einmal ein Taferl!) Ich muss mich auch gleich entschuldigen, es scheint heute üblich zu sein, dass man sich zu Beginn der Rede für irgendetwas entschuldigt. Ich entschuldige mich dafür, dass ich kein Taferl mitgebracht habe. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Stummvoll: Ich schenke Ihnen eines! – Abg. Mag. Schweitzer: Sie können meines haben!) – Ich glaube nicht, dass da ein Taferl für mich dabei ist, danke. Das betrifft mich nicht, leider. Damit kann ich nicht dienen. (Abg. Dr. Khol – dem Redner ein Taferl überreichend –: Für Sie haben wir es in Luxusfassung! – Allgemeine Heiterkeit. – Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) – Sehr schön. Darf ich es mit nach Hause nehmen? (Abg. Dr. Khol: Nein, da herstellen!) – Nein, das möchte ich nicht so gern. (Allgemeine Heiterkeit. – Abg. Ing. Westenthaler: Was steht da oben?)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein kleines, aber feines!
Herr Kollege Stummvoll! Ich bin dankbar, dass Sie einen kleinen Hinweis darauf gemacht haben, dass der Bund allein auch im Jahre 2002 kein Nulldefizit haben wird. Das geht in der Diskussion ein bisschen unter. Wir werden natürlich sehen, ob die Länder und Gemeinden überhaupt in der Lage sein werden, die Verpflichtung, die sie auf sich genommen haben, zu erfüllen. Aber der Bund allein wird auch im Jahre 2002 ein – zwar kleines, aber doch – administratives Defizit in der Höhe von rund 11 Milliarden Schilling machen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein kleines, aber feines!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das stimmt nicht! Nein, das ist falsch!
Das sind die Zahlen, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien, die Sie nicht ohne weiteres wegwischen können, das ist einfach so. Erklären Sie das den Lehrerinnen und Direktorinnen an der Schule! – Ich verwende die weibliche Form, weil es überwiegend Frauen sind. Erklären Sie, dass das größte "einfache Parteimitglied" aller Zeiten die Lehrerinnen und Lehrer als parasitäre Elemente bezeichnet hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Das stimmt nicht! Nein, das ist falsch!) Auf Grund dieser Geisteshaltung wundert es einen natürlich nicht, wenn sich das später in der Budgetpolitik für die Schulen widerspiegelt. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist falsch! Sie wissen genau, dass das falsch ist!) – Ich weiß genau, dass das richtig ist, na sicher! Ich weiß schon, Herr Westenthaler, dass Ihnen solche Zitate manchmal peinlich sind, aber das ist alles überprüfbar. (Abg. Ing. Westenthaler: Er hat nicht die Lehrer, sondern die Gewerkschaftsvertreter gemeint! Parteipolitisierende Gewerkschaftsvertreter!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist falsch! Sie wissen genau, dass das falsch ist!
Das sind die Zahlen, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien, die Sie nicht ohne weiteres wegwischen können, das ist einfach so. Erklären Sie das den Lehrerinnen und Direktorinnen an der Schule! – Ich verwende die weibliche Form, weil es überwiegend Frauen sind. Erklären Sie, dass das größte "einfache Parteimitglied" aller Zeiten die Lehrerinnen und Lehrer als parasitäre Elemente bezeichnet hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Das stimmt nicht! Nein, das ist falsch!) Auf Grund dieser Geisteshaltung wundert es einen natürlich nicht, wenn sich das später in der Budgetpolitik für die Schulen widerspiegelt. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist falsch! Sie wissen genau, dass das falsch ist!) – Ich weiß genau, dass das richtig ist, na sicher! Ich weiß schon, Herr Westenthaler, dass Ihnen solche Zitate manchmal peinlich sind, aber das ist alles überprüfbar. (Abg. Ing. Westenthaler: Er hat nicht die Lehrer, sondern die Gewerkschaftsvertreter gemeint! Parteipolitisierende Gewerkschaftsvertreter!)
Abg. Ing. Westenthaler: Er hat nicht die Lehrer, sondern die Gewerkschaftsvertreter gemeint! Parteipolitisierende Gewerkschaftsvertreter!
Das sind die Zahlen, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien, die Sie nicht ohne weiteres wegwischen können, das ist einfach so. Erklären Sie das den Lehrerinnen und Direktorinnen an der Schule! – Ich verwende die weibliche Form, weil es überwiegend Frauen sind. Erklären Sie, dass das größte "einfache Parteimitglied" aller Zeiten die Lehrerinnen und Lehrer als parasitäre Elemente bezeichnet hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Das stimmt nicht! Nein, das ist falsch!) Auf Grund dieser Geisteshaltung wundert es einen natürlich nicht, wenn sich das später in der Budgetpolitik für die Schulen widerspiegelt. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist falsch! Sie wissen genau, dass das falsch ist!) – Ich weiß genau, dass das richtig ist, na sicher! Ich weiß schon, Herr Westenthaler, dass Ihnen solche Zitate manchmal peinlich sind, aber das ist alles überprüfbar. (Abg. Ing. Westenthaler: Er hat nicht die Lehrer, sondern die Gewerkschaftsvertreter gemeint! Parteipolitisierende Gewerkschaftsvertreter!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind eh froh, dass die Redezeit zu Ende ist, weil Sie haben nur 5 Minuten vorbereitet!
Herr Kollege Gaugg hat es geschafft, dass ich am Ende meiner Redezeit bin. Ich wollte noch darauf hinweisen, dass etwas Gutes ist an diesem Budget – wenn der Präsident gestattet. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind eh froh, dass die Redezeit zu Ende ist, weil Sie haben nur 5 Minuten vorbereitet!) Das so genannte strukturelle Budgetdefizit, cyclically adjusted government balance – falls Sie das übersetzen können –, sinkt tatsächlich von 1,9 auf 0,1 Prozent des BIP. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Das ist gut, das begrüße ich.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt sind irrsinnig viele Leute vor dem Fernseher eingeschlafen!
Herr Kollege Gaugg! Ich würde es Ihnen gerne später erläutern, denn jetzt kann ich nicht mehr. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt sind irrsinnig viele Leute vor dem Fernseher eingeschlafen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer durchgefallen!
Da muss man ganz einfach sagen: Sie haben Hypotheken für die nächste Generation hinterlassen. (Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer durchgefallen!) Sie stellen sich heute hier heraus und halten eine mehr als kritische Rede, die bis zu strafrechtlichen Vorwürfen, die man bezüglich Diebsgut macht, geht, und das angesichts von 1 700 Milliarden Schilling Finanzschuld des Bundes, Schulden in der ÖIAG, in der ÖBB, in der Schieneninfrastrukturgesellschaft, in der
Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger! Edlinger, der Abkassierer!
Herr Abgeordneter Gusenbauer! Sie haben gefragt, was denn der Lohn für harte Arbeit sei. Ihre Finanzminister haben 30 Jahre die Möglichkeit gehabt zu reformieren, sie haben 30 Jahre die Möglichkeit gehabt, die Menschen im unteren Einkommensbereich zu ent lasten. (Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger! Edlinger, der Abkassierer!) Sie haben es nicht gemacht, und ich greife etwas auf, das Sie gesagt haben:
Abg. Ing. Westenthaler: Oje! Der Schuldenminister! Der gescheiterte Finanzminister! Das glaubt kein Mensch mehr, was er sagt!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Edlinger. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Oje! Der Schuldenminister! Der gescheiterte Finanzminister! Das glaubt kein Mensch mehr, was er sagt!)
Abg. Dr. Ofner: Das ist der Schulden-Rudi! – Abg. Ing. Westenthaler: Kennen Sie Vranitzky noch?
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Der Pensionistenbrief, na das ist ein Hammer – ich wünsche mir, dass Sie mehrere solche Briefe schreiben. (Abg. Dr. Ofner: Das ist der Schulden-Rudi! – Abg. Ing. Westenthaler: Kennen Sie Vranitzky noch?) Es würde jetzt den Rahmen sprengen – aber wenn Sie hier erklären, dass alle Leute mehr haben, dass alle glückselig sind, dann warte ich langmütig. Die Menschen merken nämlich, dass sie weniger im Sack haben, mitunter glauben sie sogar, dass Ihre Hand in ihrem Sack ist. So weit greifen Sie bereits in die Taschen der Bürger unseres Landes und in die der sozial Schwachen im besonderen Maße. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Abkassierer-Mentalität!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Da Sie das herzeigen: Ich anerkenne Ihre möglicherweise gespielte Empörung (ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen) – möglicherweise. (Abg. Ing. Westenthaler: Abkassierer-Mentalität!) Nur, Sie dürfen eines nicht vergessen: Sie zeigen mit dem Finger auf Leute, die in manchen Bereichen vielleicht nicht so gut aussehen, wie sie sich das wünschen. Aber über die schwarz-blauen Privilegienritter reden Sie, meine Damen und Herren, nicht (Abg. Dr. Mertel: Rosenstingl!) – auch nicht unredlich, auch nicht unrechtlich! (Abg. Haigermoser: Sie bekommen ja nicht einmal Luft!)
Abg. Ing. Westenthaler: Redezeit!
Oder wenn Herr Bartenstein und seine Familie an pharmazeutischen Präparaten verdienen und die Gewinne in Stiftungen platzieren (Abg. Ing. Westenthaler: Redezeit!), dann ist das zwar nicht unrechtlich, aber zumindest auch nicht redlich. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Mir fällt auf, dass Edlinger immer mehr Applaus bekommt als Gusenbauer! Irgendwas stimmt da nicht! Die Tage des Herrn Gusenbauer sind offenbar gezählt! Das erfüllt uns mit Sorgen!
Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Mag. Trattner. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Mir fällt auf, dass Edlinger immer mehr Applaus bekommt als Gusenbauer! Irgendwas stimmt da nicht! Die Tage des Herrn Gusenbauer sind offenbar gezählt! Das erfüllt uns mit Sorgen!)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Silhavy. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist nur ein gut gemeinter Rat!
Ich würde der SPÖ und ihren Abgeordneten raten, trotz des Oppositionsfrustes, den sie in sich tragen, mehr Mut zur Ehrlichkeit und Wahrheit zu haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.) Zitate, auch wenn sie zigfach wiederholt werden, und Statistiken, wenn sie zigmal falsch zitiert werden, werden nicht wahrer. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Silhavy. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist nur ein gut gemeinter Rat!) Und wenn meine Vorrednerin seitens der SPÖ beklagt, der Staat hätte Mehreinnahmen, dann würde ich meinen, dass Ihr Vorsitzender Gusenbauer froh über Mehreinnahmen für seine Partei wäre, denn dann wäre sie nicht pleite. Trotz Erhöhung der Mitgliedsbeiträge ist das Finanzschiff SPÖ noch immer im Desaster. Das Budget des Bundes dagegen ist ohne Steuererhöhungen und ohne Mehrbelastungen deshalb mit 30 Milliarden Schilling Mehreinnahmen im Jahre 2000 versehen, weil es eine wirtschaftliche Konjunktur gibt.
Abg. Ing. Westenthaler: Nur der Parnigoni versteht das nicht!
Ihre Freude, meine Damen und Herren von der SPÖ-Oppositionsbank, wird von kurzer Dauer sein. Die Bevölkerung wird Sie schneller durchschauen, als Ihnen lieb ist. Aufgrund Ihres Finanzdesasters sind in dieser Republik Reparaturen notwendig. Irgendein Abgeordneter von Ihnen hat eine tatsächliche Berichtigung gemacht und gesagt, 1986 sei das Budget aus dem Leim gegangen. Bravo, eine bessere Bestätigung kann man nicht bekommen! (Abg. Ing. Westenthaler: Nur der Parnigoni versteht das nicht!) Seit 1986 gibt es kein ordnungsgemäßes Budget mehr in dieser Republik – und dann reden Sie davon, was das jetzt für eine böse Regierung ist und Ähnliches mehr!
Abg. Ing. Westenthaler: Das geht wirklich nicht, sie kann ja überhaupt keine persönliche Erwiderung machen! Sie ist ja nicht der Herr Kramer!
Zu einer persönlichen Erwiderung auf die Ausführungen des Herrn Abgeordneten Westenthaler hat sich Frau Abgeordnete Kubitschek zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Das geht wirklich nicht, sie kann ja überhaupt keine persönliche Erwiderung machen! Sie ist ja nicht der Herr Kramer!)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident, das ist keine persönliche Erwiderung! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordnete Mag. Maria Kubitschek (fortsetzend): Ich denke schon, dass es einen persönlichen Bezug hat, wenn ich falsch zitiert werde. (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident, das ist keine persönliche Erwiderung! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ich habe Herrn Kramer aus den Wifo-Monatsberichten 2001 zitiert. Dort sagt er wörtlich ... (Abg. Ing. Westenthaler: ... Eine persönliche Erwiderung ist in diesem Fall nicht möglich! – Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: ... Eine persönliche Erwiderung ist in diesem Fall nicht möglich! – Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.
Abgeordnete Mag. Maria Kubitschek (fortsetzend): Ich denke schon, dass es einen persönlichen Bezug hat, wenn ich falsch zitiert werde. (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident, das ist keine persönliche Erwiderung! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ich habe Herrn Kramer aus den Wifo-Monatsberichten 2001 zitiert. Dort sagt er wörtlich ... (Abg. Ing. Westenthaler: ... Eine persönliche Erwiderung ist in diesem Fall nicht möglich! – Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Böhacker: Wo bleibt die persönliche Betroffenheit? – Abg. Dr. Martin Graf: Wer sind Sie? – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Missbrauch der Geschäftsordnung!
Sie haben mich falsch zitiert, das werde ich doch noch richtig stellen dürfen. Ich bin persönlich betroffen dadurch! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Böhacker: Wo bleibt die persönliche Betroffenheit? – Abg. Dr. Martin Graf: Wer sind Sie? – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Missbrauch der Geschäftsordnung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wovon?
Wenn man für sich in Anspruch nimmt, einen Traum zu haben, dann muss ich Ihnen ehrlich sagen: Ich träume von etwas anderem (Abg. Ing. Westenthaler: Wovon?) als von Zahlen und von Nullen, ich träume von einer Zukunftsorientierung, die Kindern im Hinblick auf die Sicherung unserer Lebensgrundlage wirklich etwas Ernsthaftes anzubieten hat. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das glaube ich nicht!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das glaube ich nicht!
Wenn man für sich in Anspruch nimmt, einen Traum zu haben, dann muss ich Ihnen ehrlich sagen: Ich träume von etwas anderem (Abg. Ing. Westenthaler: Wovon?) als von Zahlen und von Nullen, ich träume von einer Zukunftsorientierung, die Kindern im Hinblick auf die Sicherung unserer Lebensgrundlage wirklich etwas Ernsthaftes anzubieten hat. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das glaube ich nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Cheerleader!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Ich erteile Frau Abgeordneter Bures das Wort zur Begründung des Dringlichen Antrages. Die Redezeit darf 20 Minuten nicht überschreiten. – Bitte, Frau Abgeordnete. (Abg. Ing. Westenthaler: Cheerleader!)
Abg. Ing. Westenthaler: Schon passiert!
Herr Westenthaler hat großmundig angekündigt, dass er dieses Problem diese Woche noch lösen wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Schon passiert!) Dann hat uns der Finanzminister den Staatssekretär Finz geschickt, der gesagt hat: Es gibt keinen Spielraum.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Nicht einmal die Redezeit haben Sie ausgenützt! Sie haben so wenig zu sagen, dass Sie nicht einmal die Redezeit annähernd ausgenützt haben!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Stimmen Sie dem zu! Sie haben heute die Möglichkeit, im Lichte der Öffentlichkeit auch den Wahrheitsbeweis anzutreten. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Nicht einmal die Redezeit haben Sie ausgenützt! Sie haben so wenig zu sagen, dass Sie nicht einmal die Redezeit annähernd ausgenützt haben!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eindeutig eine Zeitung, kein Taferl, das sollten Sie schon wissen!
Ich halte euch auch zwei Taferl vor. (Der Redner zeigt zwei Zeitungsausschnitte.) "Budget 31 Milliarden Schilling mehr aus Taschen der Bürger". "So viel Steuern wie noch nie", meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eindeutig eine Zeitung, kein Taferl, das sollten Sie schon wissen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Zahlt der Klima was? Fragen Sie den Herrn Klima!
Beispiel Unfallrenten. Da habe ich auch einen Brief willkürlich herausgegriffen. Sie können Namen und Adresse haben. Da schreibt jemand, dass er bisher eine Pension – Alterspension und Unfallrente – von 23 355 S gehabt hat. Nach dem neuen Bescheid hat er 20 868 S. Das ist im Monat ein Minus von 2 487 S oder 12 Prozent seines Monatseinkommens. Und dann schreibt mir der noch, er hat Verständnis, dass er etwas dazu beitragen muss, nur sollten halt alle Menschen in diesem Lande das Gleiche dazu beitragen. – Ich teile seine Meinung, und ich frage Sie: Zahlt Herr Prinzhorn oder zahlen Sie als Millionär und als Arbeitsminister auch 12 Prozent Ihres Monatseinkommens zur Sanierung des Budgets? (Abg. Ing. Westenthaler: Zahlt der Klima was? Fragen Sie den Herrn Klima!) Nein, Sie zahlen es nicht, aber einem Unfallrentner nehmen Sie diesen Betrag weg, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin gespannt, ob Sie einen Satz zum Herrn Klima sagen! Da fällt Ihnen nichts ein! Zahlt der Herr Klima etwas?
Lassen Sie mich jetzt ein bisschen auf die Frage eingehen – meine Kollegin Bures hat es schon kurz angedeutet –: Wer regiert denn eigentlich diese Republik Österreich? (Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin gespannt, ob Sie einen Satz zum Herrn Klima sagen! Da fällt Ihnen nichts ein! Zahlt der Herr Klima etwas?) Wer regiert die Republik Österreich? (Abg. Ing. Westenthaler: Zahlt der Herr Klima was?) Regiert die Regierung ... (Abg. Ing. Westenthaler: Die Gewerkschaft deckt den Klima!) Herr Westenthaler, was Sie sagen, das ist ja alles nicht echt. Bei Ihnen ist ja nicht einmal der Name echt, Herr Westenthaler. (Lebhafte Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Zahlt der Herr Klima was?
Lassen Sie mich jetzt ein bisschen auf die Frage eingehen – meine Kollegin Bures hat es schon kurz angedeutet –: Wer regiert denn eigentlich diese Republik Österreich? (Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin gespannt, ob Sie einen Satz zum Herrn Klima sagen! Da fällt Ihnen nichts ein! Zahlt der Herr Klima etwas?) Wer regiert die Republik Österreich? (Abg. Ing. Westenthaler: Zahlt der Herr Klima was?) Regiert die Regierung ... (Abg. Ing. Westenthaler: Die Gewerkschaft deckt den Klima!) Herr Westenthaler, was Sie sagen, das ist ja alles nicht echt. Bei Ihnen ist ja nicht einmal der Name echt, Herr Westenthaler. (Lebhafte Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Gewerkschaft deckt den Klima!
Lassen Sie mich jetzt ein bisschen auf die Frage eingehen – meine Kollegin Bures hat es schon kurz angedeutet –: Wer regiert denn eigentlich diese Republik Österreich? (Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin gespannt, ob Sie einen Satz zum Herrn Klima sagen! Da fällt Ihnen nichts ein! Zahlt der Herr Klima etwas?) Wer regiert die Republik Österreich? (Abg. Ing. Westenthaler: Zahlt der Herr Klima was?) Regiert die Regierung ... (Abg. Ing. Westenthaler: Die Gewerkschaft deckt den Klima!) Herr Westenthaler, was Sie sagen, das ist ja alles nicht echt. Bei Ihnen ist ja nicht einmal der Name echt, Herr Westenthaler. (Lebhafte Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie einmal was zum Klima! Sagen Sie einen Satz zum Klima! Da sind Sie zu feig dazu! Sie sind zu feig, dass Sie einen Satz zum Herrn Klima sagen!
Also, meine sehr geehrten Damen und Herren, wer regiert in diesem Lande? (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie einmal was zum Klima! Sagen Sie einen Satz zum Klima! Da sind Sie zu feig dazu! Sie sind zu feig, dass Sie einen Satz zum Herrn Klima sagen!) Ist es die Regierung? Ist es das Parlament? Ist es Schwarz-Blau? Ist es Blau-Schwarz? Nein! Es regiert das "einfache Parteimitglied" Jörg Haider. Haider schlüpft in die Maske des Robin Hood, wie er es bekanntlich bei der Wahlauftaktveranstaltung der FPÖ in Wien getan hat, und entdeckt wieder sein Herz für die Unfallrentner. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind zu feig, dass Sie einen Satz zum Herrn Klima sagen! Sie decken die 27 Millionen vom Klima! Sie sind zu feig!) Was verlangt er? – Er verlangt genau das, was wir von der SPÖ und den Grünen als Opposition seit Wochen, seit
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind zu feig, dass Sie einen Satz zum Herrn Klima sagen! Sie decken die 27 Millionen vom Klima! Sie sind zu feig!
Also, meine sehr geehrten Damen und Herren, wer regiert in diesem Lande? (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie einmal was zum Klima! Sagen Sie einen Satz zum Klima! Da sind Sie zu feig dazu! Sie sind zu feig, dass Sie einen Satz zum Herrn Klima sagen!) Ist es die Regierung? Ist es das Parlament? Ist es Schwarz-Blau? Ist es Blau-Schwarz? Nein! Es regiert das "einfache Parteimitglied" Jörg Haider. Haider schlüpft in die Maske des Robin Hood, wie er es bekanntlich bei der Wahlauftaktveranstaltung der FPÖ in Wien getan hat, und entdeckt wieder sein Herz für die Unfallrentner. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind zu feig, dass Sie einen Satz zum Herrn Klima sagen! Sie decken die 27 Millionen vom Klima! Sie sind zu feig!) Was verlangt er? – Er verlangt genau das, was wir von der SPÖ und den Grünen als Opposition seit Wochen, seit
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol schüttelt zunächst den Kopf und steht dann auf, um Abg. Ing. Westenthaler die Hand zu schütteln.
Ich habe in den Zeitungen immer gelesen, Herr Khol – und ich habe große Achtung vor dir, weil du deinen ÖVP-Parlamentsklub wirklich im Zaume hältst, da bist du wirklich sehr gut –, dass du der "väterliche Mentor" von Westenthaler bist. Aber in Wahrheit sagt der Junge dem Älteren, wo der Weg langgeht in der Regierung. – Das ist die Wahrheit, lieber Andreas Khol! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol schüttelt zunächst den Kopf und steht dann auf, um Abg. Ing. Westenthaler die Hand zu schütteln.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie einmal einen Satz zum Klima!
Jetzt liegt in der Frage der Unfallrentenbesteuerung eine Vermutung sehr nahe: Am 26. März, wenn die Landtagswahlen vom 25. März in Wien vorbei sind, tritt keiner mehr, auch der Jörg Haider nicht mehr, dafür ein. (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie einmal einen Satz zum Klima!) Daher kommt für Sie, meine sehr geehrten Damen und Herren, für dich, Abgeordneter Gaugg – Frau Partik-Pablé ist nicht da –, für Herrn Präsidenten Fasslabend, für Tancsits, für die Arbeitnehmervertreter heute die Stunde der Wahrheit. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie decken die Klima-Millionen! Sie sind mit im Boot!) Wir geben euch die Chance, in einer namentlichen Abstimmung zuzustimmen, dass die unsoziale Besteuerung abgeschafft wird, rückgängig gemacht wird, meine sehr geehrten Damen und Herren. Stimmen Sie zu! Wir geben Ihnen die Gelegenheit dazu. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie decken die Klima-Millionen! Sie sind mit im Boot!
Jetzt liegt in der Frage der Unfallrentenbesteuerung eine Vermutung sehr nahe: Am 26. März, wenn die Landtagswahlen vom 25. März in Wien vorbei sind, tritt keiner mehr, auch der Jörg Haider nicht mehr, dafür ein. (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie einmal einen Satz zum Klima!) Daher kommt für Sie, meine sehr geehrten Damen und Herren, für dich, Abgeordneter Gaugg – Frau Partik-Pablé ist nicht da –, für Herrn Präsidenten Fasslabend, für Tancsits, für die Arbeitnehmervertreter heute die Stunde der Wahrheit. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie decken die Klima-Millionen! Sie sind mit im Boot!) Wir geben euch die Chance, in einer namentlichen Abstimmung zuzustimmen, dass die unsoziale Besteuerung abgeschafft wird, rückgängig gemacht wird, meine sehr geehrten Damen und Herren. Stimmen Sie zu! Wir geben Ihnen die Gelegenheit dazu. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das hast du ja selbst gesagt! – Abg. Mag. Trattner: Das war ja so publiziert!
Herr Abgeordneter Gaugg weiß, dass es nicht so war. (Abg. Ing. Westenthaler: Das hast du ja selbst gesagt! – Abg. Mag. Trattner: Das war ja so publiziert!) Er weiß, dass das von seinem Parteiobmann angestrengte Disziplinarverfahren letztendlich vom Disziplinaranwalt des Landes Kärnten in allen Punkten zurückgewiesen wurde und dass der Anwalt des Landes die Einstellung des Verfahrens verlangt hat.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Du hast die längste Nase!
Heute hat er neuerlich wider besseres Wissen die Unwahrheit gesagt. Das Schlechtmachen von Mitbewerbern bei anderen Parteien, die Kriminalisierung von anderen Mitbewerbern gehört anscheinend zum täglichen Geschäft der Freiheitlichen Partei. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Du hast die längste Nase!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Nase ist ein bisschen gewachsen! – Abg. Leikam: Hojac, Platz! Hojac, Platz!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Donabauer. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 8 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Nase ist ein bisschen gewachsen! – Abg. Leikam: Hojac, Platz! Hojac, Platz!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich glaube ja, dass er übt! Irgendwann möchte er es einmal schaffen, deshalb übt er! Sonst lassen sie ihn nicht mehr reden!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Dr. Einem zu Wort gemeldet. (Abg. Dr. Khol: Schon wieder!) Ich bitte um die Einhaltung der Geschäftsordnung. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich glaube ja, dass er übt! Irgendwann möchte er es einmal schaffen, deshalb übt er! Sonst lassen sie ihn nicht mehr reden!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist das für eine tatsächliche Berichtigung? Herr Präsident!
Abgeordneter Dr. Caspar Einem (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herren Staatssekretäre! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Abgeordneter Donabauer hat in seiner Rede gesagt, er verstehe nicht, wieso wir heute eine Dringliche Anfrage stellen, obwohl doch in dem Antrag, den die ÖVP gestern eingebracht und den die Regierungsmehrheit gestern beschlossen hat, alles drinstünde, was die Sozialdemokraten mit ihrem Dringlichen Antrag heute wollten. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist das für eine tatsächliche Berichtigung? Herr Präsident!)
Abg. Ing. Westenthaler: Alles andere, nur keine tatsächliche Berichtigung!
Hohes Haus! Ich berichtige tatsächlich: Erstens haben wir keine Dringliche Anfrage gestellt. (Abg. Ing. Westenthaler: Alles andere, nur keine tatsächliche Berichtigung!) Zweitens steht in dem Antrag, den Sie gestern beschlossen haben, nicht alles drin, was wir heute wollen. Wenn Sie ihn lesen würden, dann wüssten Sie auch, warum, Herr Abgeordneter! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja peinlich! – Abg. Dr. Khol: Zur Geschäftsbehandlung!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja peinlich! – Abg. Dr. Khol: Zur Geschäftsbehandlung!
Hohes Haus! Ich berichtige tatsächlich: Erstens haben wir keine Dringliche Anfrage gestellt. (Abg. Ing. Westenthaler: Alles andere, nur keine tatsächliche Berichtigung!) Zweitens steht in dem Antrag, den Sie gestern beschlossen haben, nicht alles drin, was wir heute wollen. Wenn Sie ihn lesen würden, dann wüssten Sie auch, warum, Herr Abgeordneter! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja peinlich! – Abg. Dr. Khol: Zur Geschäftsbehandlung!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Einem –: Unwürdig!
Abgeordneter Dr. Andreas Khol (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Das ist ein peinlicher Missbrauch des Instruments der tatsächlichen Berichtigung durch Abgeordneten Einem, heute das dritte Mal! (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Einem –: Unwürdig!) – Dies erstens. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das war aber schwach! – Abg. Leikam – in Richtung Freiheitliche –: Er ist ein Kasperl! – Abg. Silhavy: Sehr peinlich! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Öllinger. (Abg. Ing. Westenthaler: Das war aber schwach! – Abg. Leikam – in Richtung Freiheitliche –: Er ist ein Kasperl! – Abg. Silhavy: Sehr peinlich! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer sagt denn das? Wer sagt Ihnen das?
Dann kommt Herr Kollege Westenthaler und erzählt sein Märchenbeispiel, sein Traumbeispiel von einem Menschen mit 120 000 S Einkommen, der auch eine Unfallrente bezieht. Herr Kollege Westenthaler, wissen Sie, was Realität ist? – Der mit dem 120 000-S-Einkommen erhält möglicherweise auch eine Unfallrente, wenn ihm eine Hand fehlt, aber der kann es sich leisten und hat es sich vermutlich auch geleistet, dass er sich privat unfallversichert hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer sagt denn das? Wer sagt Ihnen das?) Dieser Mensch ist nicht auf seine Dauerrente von der privaten Unfallversicherung angewiesen, sondern kann für diese fehlende Hand, für diese Amputation, eine Leistung von einer, zwei, drei, fünf oder auch 10 Millionen Schilling kassieren – je nachdem, wie hoch seine Versicherungssumme ist.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie verstehen vieles nicht!
Erklären Sie mir eines, Herr Abgeordneter Westenthaler; ich verstehe es nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie verstehen vieles nicht!) Erklären Sie mir, warum die Unfallrenten für Heeresbedienstete zu Recht nicht versteuert werden, während sie für alle, die nach der öffentlichen Unfallversicherung ihre Beiträge zahlen müssen beziehungsweise diese von den Betrieben bezahlt bekommen, versteuert werden. Erklären Sie das! (Bundesminister Dr. Bartenstein: Das stimmt ja nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Schillinge!
Hohes Haus! Das Budget und die Vorgangsweise zu diesem Budget erinnert mich ein bisschen an den Vergleich vom Fuchs im Hühnerstall. Sie nehmen den Menschen 8 Milliarden Schillingen im Sozialbereich weg. (Abg. Ing. Westenthaler: Schillinge!) Dr. Haider spricht selbst von einem Budget-Raubzug durch die Mittel, die Sie mit diesem Budget den Menschen entziehen. (Abg. Ing. Westenthaler: "Schillingen" gibt es nicht! Es gibt nur Schilling oder Euro!)
Abg. Ing. Westenthaler: "Schillingen" gibt es nicht! Es gibt nur Schilling oder Euro!
Hohes Haus! Das Budget und die Vorgangsweise zu diesem Budget erinnert mich ein bisschen an den Vergleich vom Fuchs im Hühnerstall. Sie nehmen den Menschen 8 Milliarden Schillingen im Sozialbereich weg. (Abg. Ing. Westenthaler: Schillinge!) Dr. Haider spricht selbst von einem Budget-Raubzug durch die Mittel, die Sie mit diesem Budget den Menschen entziehen. (Abg. Ing. Westenthaler: "Schillingen" gibt es nicht! Es gibt nur Schilling oder Euro!)
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Für Sie!
Dieser Traum des Finanzministers ist also in der Realität ein Albtraum für viele Betroffene in diesem Land. – Meine sehr geehrten Damen und Herren der Regierungsparteien! In wenigen Minuten schlägt für Sie die Stunde der Wahrheit. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Für Sie!) Ergreifen Sie die Chance und stimmen Sie diesem Dringlichen Antrag zu! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sehr gut!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Herr Minister! Meine Herren Staatssekretäre! Geschätzte KollegInnen! Es liegen zwei Entschließungsanträge vor, und die grüne Fraktion wird beiden zustimmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sehr gut!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist die Unwahrheit, was Sie sagen! Das ist falsch! – Oh-Rufe bei der SPÖ.
Aber nun zu den Verfolgern der Oberabkassierer, insbesondere dieser sogenannten Reichshälfte (der Redner blickt in Richtung Freiheitliche) – passen Sie jetzt bitte schön auf –: Wissen Sie, was gestern bei der Budgetrede des Herrn Finanzministers, bei seinen launigen Zitatensammlungen gefehlt hat? – Wilhelm Busch und "Die fromme Helene"! Aber er weiß, warum er das nicht gebracht hat, er weiß es, denn Frau Kollegin Partik-Pablé gehört im Pensionsbereich zu den Beglücktesten und Begünstigsten, die es hier im Haus gibt, weil sie in das alte System optiert hat. Wenn Sie hier schon Wiener Wahlkampf machen wollen, dann verschweigen Sie auch das nicht! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist die Unwahrheit, was Sie sagen! Das ist falsch! – Oh-Rufe bei der SPÖ.) Das ist doch kindisch! Das muss Ihnen einmal gesagt werden. Da können Sie noch so viel mit Taferln wacheln, aber im Prinzip ist das nicht gut für den Verstand, weil man schnell ein Brett vor dem Hirn hat. Und das haben Sie!
Abg. Ing. Westenthaler: Kogler! Ich habe geglaubt, du bist redlich geworden! Das war unredlich!
Nächster Punkt: Der Entschließungsantrag der FPÖ hat noch einen kleinen Pferdefuß, den ich erwähnen muss. Der Bundeskanzler wird ersucht, zu prüfen, ob nach dem Bezügebegrenzungsgesetz ... und so weiter. (Abg. Ing. Westenthaler: Kogler! Ich habe geglaubt, du bist redlich geworden! Das war unredlich!) Es ist okay, wenn man laut Bezügebegrenzungsgesetz prüft, was rechtmäßig ist oder nicht. Auch ich sage, dass es möglich wäre, dass da eine Umgehung gefunden wurde, die nicht im Sinne des Gesetzgebers war. Ich sehe das auch so. Aber dass ausgerechnet der Bundeskanzler ersucht wird, das zu prüfen, stimmt mich schon bedenklich. Allenfalls sollten wir uns darauf verständigen, dass der Verfassungsdienst des Bundeskanzleramtes gemeint ist, und so wird es wohl hoffentlich auch gemeint sein. Der Herr Bundeskanzler wäre eine denkbar schlechte Adresse, denn er steckt nämlich selbst, wie wir wissen, mit beiden Ohren in einem Abfertigungsschlamassel. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr wollt das Nulldefizit verschieben!
Wäre es Ihnen ernst mit den Anliegen der Unfallrentner, wäre es Ihnen ernst mit der sozialen Gerechtigkeit, dann würden Sie bei der bei Ihnen sonst üblichen anheimelnden Geschwindigkeit sehr rasch eine Gesetzesänderung hier im Parlament beschlossen haben. Aber nein, das erste Mal gilt nicht "speed kills"! Jetzt gilt: verschieben auf nach Ostern, verschieben auf nach dem Sommer, nur möglichst nach der Wiener Wahl. Das ist reine Augenauswischerei, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr wollt das Nulldefizit verschieben!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was sagen Sie zu Herrn Klima?
Zu Ihren permanenten Ablenkungsmanövern, zu Ihrem Versuch, darauf hinzuweisen, welche Abfertigungen einzelne Leute bezogen haben, sage ich Ihnen ganz offen (Abg. Ing. Westenthaler: Was sagen Sie zu Herrn Klima?): Wir stehen auf der Seite des Gesetzes. (Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Herr Abgeordneter Khol lacht! (Abg. Dr. Khol: Über Sie lache ich!) – Das ist sehr bezeichnend für Sie, sehr bezeichnend! (Abg. Ing. Westenthaler: Wir lachen nur über Sie!) Wenn irgendetwas unrechtmäßig bezogen werden sollte, dann ist das zu korrigieren. Ich habe überhaupt kein Problem damit, dass der Herr Bundeskanzler überprüft, ob irgendetwas unrechtmäßig bezogen wurde – bei Viktor Klima genauso wie bei ihm selbst! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir lachen nur über Sie!
Zu Ihren permanenten Ablenkungsmanövern, zu Ihrem Versuch, darauf hinzuweisen, welche Abfertigungen einzelne Leute bezogen haben, sage ich Ihnen ganz offen (Abg. Ing. Westenthaler: Was sagen Sie zu Herrn Klima?): Wir stehen auf der Seite des Gesetzes. (Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Herr Abgeordneter Khol lacht! (Abg. Dr. Khol: Über Sie lache ich!) – Das ist sehr bezeichnend für Sie, sehr bezeichnend! (Abg. Ing. Westenthaler: Wir lachen nur über Sie!) Wenn irgendetwas unrechtmäßig bezogen werden sollte, dann ist das zu korrigieren. Ich habe überhaupt kein Problem damit, dass der Herr Bundeskanzler überprüft, ob irgendetwas unrechtmäßig bezogen wurde – bei Viktor Klima genauso wie bei ihm selbst! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie einmal etwas zu Klima, wenn Sie heute zustimmen!
Wie Kollege Kogler bereits gesagt hat, gibt es eine Reihe von bisher nicht entkräfteten Vorwürfen, dass Herr Bundeskanzler Schüssel eine ähnliche Abschlagszahlung vom Wirtschaftsverlag bezogen hat. Ich neide ihm das nicht, aber die Beantwortung der parlamentarischen Anfrage war keine kategorische Absage. (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie einmal etwas zu Klima, wenn Sie heute zustimmen!) Ich bin daher sehr dafür: Es soll überprüft werden, und zwar nicht nur bei Klima, sondern auch bei Schüssel und allen anderen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Hervorragend!
Werden die Rahmenbedingungen im Sinne des vorhin Gesagten für die Kontrollorgane wirklich effektiv gestaltet, so wird diese Novelle sowohl für den Konsumenten als auch für die Wirtschaft, nicht zuletzt aber auch für den Staat wesentliche Verbesserungen bringen. Wir werden daher dieser Novelle zustimmen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Hervorragend!)
Abg. Ing. Westenthaler: O ja!
Abgeordneter Mag. Johann Maier (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Herr Staatssekretär, so einfach können Sie es sich nicht machen, eine Verwaltungsreform zu erklären. (Abg. Ing. Westenthaler: O ja!)
Abg. Ing. Westenthaler: Am Goldweg!
Meine sehr verehrten Damen und Herren von der ÖVP und der Freiheitlichen Partei! Können Sie damit einverstanden sein? Nach dem Unglück von Kaprun? – Sie nicken, Kollege Westenthaler. Sie glauben, dass durch die private Kontrolle die Situation verbessert wird. Kollege Westenthaler, ich glaube das nicht. Sie sind auf dem Holzweg! (Abg. Ing. Westenthaler: Am Goldweg!) Nein, Sie sind auf dem Holzweg, und zwar deswegen: Es gibt natürlich Untersuchungen von internationalen Verbraucherorganisationen, die klar festgestellt haben, dass bei Eigenzertifizierungen 30 Prozent der Zertifizierungen nicht angebracht sind.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Ing. Westenthaler.
Wir kennen in Österreich das Prinzip der Pflichtmitgliedschaft in der Wirtschaftskammer – so wie auch in der Arbeiterkammer –, und ich glaube und bin felsenfest davon überzeugt, dass es gut ist, dass es diese Pflichtmitgliedschaft gibt, weil es eben dieser Interessenvertretung eine ganz besondere Stärke gibt. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Ing. Westenthaler. )
Sitzung Nr. 59
Abg. Ing. Westenthaler: Das müssen Sie Ihrem Kollegen Pirklhuber sagen! Der sagt immer "Schweinestall" zu Österreich!
Die betroffenen Eltern, so schreibt uns zuletzt am Freitag ein betroffener Vater, waren entsetzt, das hören zu müssen. Dieser Vater drückt sich noch viel drastischer aus, aber ich erspare es mir jetzt, diese für mich begreifliche Wortwahl, die der Würde dieses Hohen Hauses vielleicht nicht ganz angemessen wäre, hier zu wiederholen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das müssen Sie Ihrem Kollegen Pirklhuber sagen! Der sagt immer "Schweinestall" zu Österreich!)
Abg. Mag. Trattner: Das war ja der Schweitzer, nicht der Westenthaler! – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt komme ich schon das vierte Mal vor bei Ihnen!
Ja, Sie finden das lustig. Wir nehmen die Sorgen der Eltern, der Lehrerinnen, der Direktorinnen und natürlich der Kinder ernst. Sie, Herr Westenthaler, finden das lustig (Abg. Mag. Trattner: Das war ja der Schweitzer, nicht der Westenthaler! – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt komme ich schon das vierte Mal vor bei Ihnen!) und der Herr Schweitzer vielleicht auch, aber er wird sich ja auch noch zu Wort melden können. (Abg. Ing. Westenthaler: Bis jetzt haben Sie noch nichts gesagt! Sie haben 5 Minuten geredet, aber nichts gesagt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Bis jetzt haben Sie noch nichts gesagt! Sie haben 5 Minuten geredet, aber nichts gesagt!
Ja, Sie finden das lustig. Wir nehmen die Sorgen der Eltern, der Lehrerinnen, der Direktorinnen und natürlich der Kinder ernst. Sie, Herr Westenthaler, finden das lustig (Abg. Mag. Trattner: Das war ja der Schweitzer, nicht der Westenthaler! – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt komme ich schon das vierte Mal vor bei Ihnen!) und der Herr Schweitzer vielleicht auch, aber er wird sich ja auch noch zu Wort melden können. (Abg. Ing. Westenthaler: Bis jetzt haben Sie noch nichts gesagt! Sie haben 5 Minuten geredet, aber nichts gesagt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie einmal etwas Inhaltliches! – Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.
Ich habe nichts gesagt, außer dass die Eltern entsetzt darüber sind, dass ihnen nicht gesagt werden kann, wie das Schulangebot im Herbst aussehen wird und warum ... (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie einmal etwas Inhaltliches! – Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer. )
Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein klarer Ordnungsruf!
Das ist glatt gelogen, Herr Schweitzer! Das ist glatt gelogen! (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein klarer Ordnungsruf!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Eine schwache Rede! – Abg. Ing. Westenthaler: Das war eine Sondersitzung wert!
Ich würde Ihnen dringend raten: Gehen Sie an die Schulen – an die Pflichtschulen und an andere –, gehen Sie an die Universitäten und reden Sie mit den Betroffenen! Erkundigen Sie sich vor Ort, wie die Situation wirklich ausschaut, und vielleicht können wir dann über eine Bildungsoffensive, eine Forschungsoffensive, eine Wissenschaftsoffensive reden, die diesen Namen tatsächlich verdient. Bisher habe ich davon in Budgetdaten nichts gesehen, und leider, muss ich sagen, habe ich, insbesondere von Seiten der FPÖ, heute nur Gelächter gehört. Das ist wirklich traurig, das ist beschämend. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Eine schwache Rede! – Abg. Ing. Westenthaler: Das war eine Sondersitzung wert!)
Abg. Ing. Westenthaler: Weil es so schwach ist!
Abgeordneter Dieter Brosz (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Frau Bildungsministerin! Während Ihrer Rede habe ich mir gedacht: Hier im Hohen Haus können Sie das ja leicht machen: Es sitzen da Abgeordnete der Regierungsparteien, die von Beginn dieser Debatte über den Dringlichen Antrag in der Regel nichts anderes zu tun gehabt haben als hereinzuschreien und sich nicht einmal angehört haben, um was es geht. (Abg. Ing. Westenthaler: Weil es so schwach ist!) Hier in diesem Saal können Sie von Verunsicherung sprechen, die wir, die Grünen, die Opposition, angeblich ausüben, aber draußen, bei den Leuten, wird Ihnen das nicht gelingen, denn die wissen, was sich abspielt! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Nehmen Sie das zurück!
Sie haben sich die Bildungspolitik des Herrn Westenthaler, des Herrn Schweitzer und des Herrn Grasser aufoktroyieren lassen. (Abg. Ing. Westenthaler: Nehmen Sie das zurück!) Sie haben das, was jetzt passiert, einfach Stück für Stück zugelassen.
Abg. Achatz – in Richtung Grüne –: Widerstand! Widerstand! – Abg. Dr. Martin Graf: Wir wollen, dass unsere Kinder Englisch, Französisch, Spanisch lernen! – Abg. Ing. Westenthaler: Einmal eine Rede ohne Ordnungsruf, Herr Gusenbauer!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Dr. Gusenbauer zu Wort. Redezeit ebenfalls 10 Minuten. – Bitte. (Abg. Achatz – in Richtung Grüne –: Widerstand! Widerstand! – Abg. Dr. Martin Graf: Wir wollen, dass unsere Kinder Englisch, Französisch, Spanisch lernen! – Abg. Ing. Westenthaler: Einmal eine Rede ohne Ordnungsruf, Herr Gusenbauer!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Das ist halt ein Lehrer, der sich auskennt! – Abg. Edlinger – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Besser hier als in der Schule!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ansätze, die es wert sind, weiterverfolgt zu werden, kommen nur von der Bundesregierung, von den Freiheitlichen und von der ÖVP. Von Ihnen, meine sehr geehrten Damen und Herren von der SPÖ und von den Grünen, vermisse ich jede Idee! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Das ist halt ein Lehrer, der sich auskennt! – Abg. Edlinger – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Besser hier als in der Schule!)
Abg. Ing. Westenthaler: Gehört der Antrag zur Sache!
Der soeben eingebrachte Antrag ist ordnungsgemäß unterstützt. (Abg. Ing. Westenthaler: Gehört der Antrag zur Sache!) – Herr Abgeordneter! Ich habe das geprüft und es verglichen mit dem Antrag (Abg. Ing. Westenthaler: Welcher?), der im Zuge des Dringlichen Antrages vor zehn Tagen zum Thema "Rücknahme der Besteuerung der Unfallrenten, Rücknahme der Verschlechterung im Bereich der Arbeitslosenversicherung, Rücknahme der Studiengebühren und Wiedereinführung der kostenlosen Mitversicherung" eingebracht wurde. Damals ist ein Entschließungsantrag eingebracht worden, zu prüfen, ob die Pensionsabfindung, die laut Bezügegesetz für Klima ausbezahlt wurde, der gesetzlichen Obergrenze entspricht. Wenn man diesen Antrag zugelassen hat, kann ich den Antrag, der auf den Passus 7 in den Erläuternden Bemerkungen Bezug nimmt, nicht zurückweisen. (Abg. Ing. Westenthaler: Danke!)
Abg. Ing. Westenthaler: Welcher?
Der soeben eingebrachte Antrag ist ordnungsgemäß unterstützt. (Abg. Ing. Westenthaler: Gehört der Antrag zur Sache!) – Herr Abgeordneter! Ich habe das geprüft und es verglichen mit dem Antrag (Abg. Ing. Westenthaler: Welcher?), der im Zuge des Dringlichen Antrages vor zehn Tagen zum Thema "Rücknahme der Besteuerung der Unfallrenten, Rücknahme der Verschlechterung im Bereich der Arbeitslosenversicherung, Rücknahme der Studiengebühren und Wiedereinführung der kostenlosen Mitversicherung" eingebracht wurde. Damals ist ein Entschließungsantrag eingebracht worden, zu prüfen, ob die Pensionsabfindung, die laut Bezügegesetz für Klima ausbezahlt wurde, der gesetzlichen Obergrenze entspricht. Wenn man diesen Antrag zugelassen hat, kann ich den Antrag, der auf den Passus 7 in den Erläuternden Bemerkungen Bezug nimmt, nicht zurückweisen. (Abg. Ing. Westenthaler: Danke!)
Abg. Ing. Westenthaler: Danke!
Der soeben eingebrachte Antrag ist ordnungsgemäß unterstützt. (Abg. Ing. Westenthaler: Gehört der Antrag zur Sache!) – Herr Abgeordneter! Ich habe das geprüft und es verglichen mit dem Antrag (Abg. Ing. Westenthaler: Welcher?), der im Zuge des Dringlichen Antrages vor zehn Tagen zum Thema "Rücknahme der Besteuerung der Unfallrenten, Rücknahme der Verschlechterung im Bereich der Arbeitslosenversicherung, Rücknahme der Studiengebühren und Wiedereinführung der kostenlosen Mitversicherung" eingebracht wurde. Damals ist ein Entschließungsantrag eingebracht worden, zu prüfen, ob die Pensionsabfindung, die laut Bezügegesetz für Klima ausbezahlt wurde, der gesetzlichen Obergrenze entspricht. Wenn man diesen Antrag zugelassen hat, kann ich den Antrag, der auf den Passus 7 in den Erläuternden Bemerkungen Bezug nimmt, nicht zurückweisen. (Abg. Ing. Westenthaler: Danke!)
Abg. Schwemlein: Weil Sie schreien! – Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie müssen vom Klima ablenken!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir reden heute über Bildung. – Warum schreien Sie so? (Abg. Schwemlein: Weil Sie schreien! – Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie müssen vom Klima ablenken!) – Ach so, vom Klima mit seiner Abfertigung in der Höhe von 27 Millionen Schilling wollen Sie ablenken! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Edlinger: Das ist falsch! Jetzt gibt es Schulden wie noch nie! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Edlinger –: Pleiteminister!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Als diese rot-dominierte Bundesregierung vor einem ... (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Na klar, Ihren Koalitionspartner können Sie nicht leugnen. Als diese rot-schwarze Bundesregierung vor einem Jahr abgewählt wurde (Ruf bei der SPÖ: Wie viel Pension haben Sie?) und unter dem sozialistischen Finanzminister Edlinger einen Riesenschuldenberg hinterlassen hat, so war das nicht (Abg. Edlinger: Das ist falsch! Jetzt gibt es Schulden wie noch nie! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Edlinger –: Pleiteminister!) das einzige Problem, das Sie, Herr Edlinger, hinterlassen haben, sondern Sie haben noch viele andere Probleme hinterlassen. (Zwischenruf des Abg. Riepl. )
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Gratuliere!
Die sozialistische Bildungspolitik hat beispielsweise 300 000 funktionelle Analphabeten hinterlassen. Sie hat eine Berufsgruppe, nämlich die Lehrer, hinterlassen, die am größten Burn-out-Syndrom von allen Berufsgruppen leidet, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Gratuliere!) In Wien ist eine derartig kurzsichtige Wohn- und Siedlungspolitik gemacht worden, dass 100 000 Menschen am Stadtrand angesiedelt wurden, ohne die entsprechenden Schulen zur Verfügung zu stellen. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Edlinger –: Ein Finanzminister, der in Mathematik immer gefehlt hat!) Es gibt in Wien Gebiete, wo es ganz einfach keine AHS gibt, weil man kurzsichtig geplant hat. Kinder müssen oft 30 Kilometer weit in eine AHS fahren. Das ist die "Zukunftsplanung" in Wien, meine sehr geehrten Damen und Herren! Das müssen Sie sich auch einmal vor Augen halten! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Gaál: Bundesangelegenheit!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Edlinger –: Ein Finanzminister, der in Mathematik immer gefehlt hat!
Die sozialistische Bildungspolitik hat beispielsweise 300 000 funktionelle Analphabeten hinterlassen. Sie hat eine Berufsgruppe, nämlich die Lehrer, hinterlassen, die am größten Burn-out-Syndrom von allen Berufsgruppen leidet, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Gratuliere!) In Wien ist eine derartig kurzsichtige Wohn- und Siedlungspolitik gemacht worden, dass 100 000 Menschen am Stadtrand angesiedelt wurden, ohne die entsprechenden Schulen zur Verfügung zu stellen. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Edlinger –: Ein Finanzminister, der in Mathematik immer gefehlt hat!) Es gibt in Wien Gebiete, wo es ganz einfach keine AHS gibt, weil man kurzsichtig geplant hat. Kinder müssen oft 30 Kilometer weit in eine AHS fahren. Das ist die "Zukunftsplanung" in Wien, meine sehr geehrten Damen und Herren! Das müssen Sie sich auch einmal vor Augen halten! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Gaál: Bundesangelegenheit!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Präsident! Hohes Haus! Frau Abgeordnete Partik-Pablé hat hier erklärt (Abg. Schwemlein: Es war schwach, furchtbar schwach!), dass sie sich für eine Aufhebung der Unfallrentenbesteuerung nur in Härtefällen eingesetzt habe. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein falscher Tatsachenbestand!
Ich zitiere dazu eine APA-Aussendung. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein falscher Tatsachenbestand!)
Abg. Ing. Westenthaler: Mehr Mathematik für Edlinger!
Bitte, Herr Abgeordneter Edlinger. (Abg. Ing. Westenthaler: Mehr Mathematik für Edlinger!)
Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!
Abgeordneter Rudolf Edlinger (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Frau Bundesministerin! Frau Abgeordnete Partik-Pablé hat vor wenigen Minuten hier gemeint, ich hätte den höchsten Schuldenstand hinterlassen, den es in der Geschichte unseres Landes je gegeben habe. (Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!) – Das ist falsch!
Abg. Ing. Westenthaler: Mehr Mathematik für Edlinger!
Ich habe aber noch eine zweite tatsächliche Berichtigung. Frau Dr. Partik-Pablé hat soeben gesagt, am Stadtrand müssten Kinder mitunter 30 Kilometer zur nächsten AHS fahren. – Ich möchte darauf hinweisen (Abg. Ing. Westenthaler: Mehr Mathematik für Edlinger!), dass es in Wien in jedem Bezirk mindestens eine AHS gibt, und es gibt keinen Bezirk, der im Durchmesser 30 Kilometer lang ist. Das wissen Sie als Spitzenkandidatin von Wien leider nicht, Frau Partik-Pablé! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Mehr Mathematik für Edlinger! Mehr Mathematikstunden für Edlinger! – Gegenruf des Abg. Edlinger.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu Wort gelangt die Frau Bundesministerin. Die restliche Redezeit von der Regierungsbank aus beträgt 8 Minuten. – Bitte, Frau Bundesministerin. (Abg. Ing. Westenthaler: Mehr Mathematik für Edlinger! Mehr Mathematikstunden für Edlinger! – Gegenruf des Abg. Edlinger. )
Abg. Edlinger: 31 Millionen am Tag! – Abg. Ing. Westenthaler: Pleiteminister Edlinger!
Heute hat Herr Bürgermeister Häupl in einer Aussendung gesagt: Wien wurde beim Finanzausgleich nicht ausgehungert! (Abg. Edlinger: 31 Millionen am Tag! – Abg. Ing. Westenthaler: Pleiteminister Edlinger!) Das heißt, Herr Bürgermeister Häupl, der Herr Landesschulratspräsident, hat dem Finanzausgleich zugestimmt. Er hat zugestimmt, dass man im Pflichtschullehrerbereich neue Verhältniszahlen erreicht. Er hat zugestimmt, dass diese vernünftige Maßnahme auch als gerechte Maßnahme zwischen den Bundesländern gesetzt wird. Ich habe mehrere Gespräche mit Frau Vizebürgermeisterin Laska geführt, die für die Einteilung im Pflichtschullehrerbereich zuständig ist. Wir haben ganz klar festgehalten, dass das Verhältnis 100 000 Schüler zu 10 000 Lehrer immer noch gut ist, dass alle Angebote gemacht werden können, aber dass man halt nicht mehr vier Lehrer in eine Klasse stellen kann. Das kann man eben nicht mehr machen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Edlinger: Das Karenzgeld wird weggenommen! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Pleiteminister Edlinger versteht das nicht!
Stellen Sie sich vor, für die Kinderbetreuung wird jetzt jedem ein ganzes Jahr lang 72 000 S mehr gezahlt! Stellen Sie sich vor, durch die Erhöhung der Familienbeihilfe mit 100 S pro Monat (Abg. Edlinger: Das ist falsch!) erhält ein Student im Laufe seines Lebens 26 400 S mehr an Familienbeihilfe! (Abg. Edlinger: Das Karenzgeld wird weggenommen! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Pleiteminister Edlinger versteht das nicht!) Ich glaube, das ist ein wesentlicher Fortschritt, der unseren Familien zugute kommt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Khol: Wo bleibt die Entschuldigung? – Abg. Ing. Westenthaler: Entschuldigen Sie sich!
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (Grüne): Ich danke für diesen Vorschussapplaus der Regierungsparteien. – Frau Bundesministerin! Herr Bundeskanzler! Herr Präsident! Hohes Haus! Frau Bundesministerin, Sie befürchten Verunsicherung durch die Oppositionsparteien. (Abg. Dr. Martin Graf: Distanzieren Sie sich!) Frau Bundesministerin! Ich habe so fest auf Sie vertraut (Abg. Dr. Khol: Entschuldigen Sie sich!), als Sie damals gesagt haben: Ich bin gegen Studiengebühren! (Abg. Dr. Khol: Wo bleibt die Entschuldigung? – Abg. Ing. Westenthaler: Entschuldigen Sie sich!) Ich habe mir gedacht, nie wird diese Bundesministerin diesen Stand
Abg. Ing. Westenthaler: Die Entschuldigung fehlt noch!
Frau Bundesministerin! Sie haben einen Vergleich angestellt, den ich angesichts dieser Debatte nicht sehr passend finde. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Entschuldigung fehlt noch!) Wenn Sie davon sprechen, dass diese Studiengebühren so viel wie ein kleines Bier am Tag seien, dann denke ich mir, Sie bringen sehr viel Unernst in diese Debatte, denn Sie wissen – Sie bekommen dieselbe Zuschriften und E-Mails wie wir auch –, dass sehr viele österreichische Familien und junge Leute um eine gute Ausbildung ringen und dass das für viele harte Opfer bedeutet. Daher ist der Vergleich mit einem kleinen Bier Ihrer nicht würdig! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Leider die Minderheit! – Abg. Dr. Khol: Wieder verloren! Den ganzen Tag verloren, und jetzt die Abstimmung verloren! Die SPÖ hat keine Strategie!
Wer für diesen Antrag ist, den ersuche ich um ein Zeichen. – Ich stelle fest, das ist die Minderheit und damit abgelehnt. (Abg. Ing. Westenthaler: Leider die Minderheit! – Abg. Dr. Khol: Wieder verloren! Den ganzen Tag verloren, und jetzt die Abstimmung verloren! Die SPÖ hat keine Strategie!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Niederwieser –: Dabei hat er sich extra eine neue Krawatte gekauft für das Fernsehen!
Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Niederwieser. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Niederwieser –: Dabei hat er sich extra eine neue Krawatte gekauft für das Fernsehen!)
Sitzung Nr. 60
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist doch nicht wahr! Das ist die Unwahrheit! Ihr wollt die Beiträge erhöhen!
Viele Menschen haben den Eindruck, dass das aber nur der Beginn einer Entwicklung ist, denn es gibt ja bereits einzelne Äußerungen, die nicht nur in die Richtung gehen, dass es die Ambulanzgebühren geben sollte, sondern die auch in die Richtung gehen, dass die Selbstbehalte bei ärztlicher Versorgung erhöht werden sollen (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist doch nicht wahr! Das ist die Unwahrheit! Ihr wollt die Beiträge erhöhen!), dass es in Zukunft für alle Versicherten auch Kostenbeiträge bei Arztbesuchen geben soll.
Abg. Ing. Westenthaler: Die Parteikasse der SPÖ!
Präsident Dr. Heinz Fischer (das Glockenzeichen gebend): Da ich vom Präsidium aus nicht sehen kann, was das Hohe Haus so erheitert (Abg. Ing. Westenthaler: Die Parteikasse der SPÖ!), bitte ich Sie, sich wieder zu beruhigen, und den Herrn Redner, fortzusetzen und abzuschließen! – Bitte.
Abg. Mag. Schweitzer: Redezeit! – Abg. Dr. Khol: Aus ist es! – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident, das ist Ihre Parteikasse! – weitere "Redezeit!"-Rufe bei den Freiheitlichen
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (fortsetzend): Da Sie offensichtlich allein nicht imstande sind (Abg. Mag. Schweitzer: Redezeit! – Abg. Dr. Khol: Aus ist es! – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident, das ist Ihre Parteikasse! – weitere "Redezeit!"-Rufe bei den Freiheitlichen), die Anschläge auf das österreichische Sozialsystem zu korrigieren, leisten wir Ihnen erste ...
Abg. Ing. Westenthaler: Na wenn Sie Ihre Parteikasse daherbringen!
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (fortsetzend): Herr Präsident! Wenn es möglich ist, im Hohen Haus auszureden, bin ich beim Schlusssatz. (Abg. Ing. Westenthaler: Na wenn Sie Ihre Parteikasse daherbringen!)
Abg. Dr. Gusenbauer überreicht den Erste-Hilfe-Kasten dem auf der Regierungsbank sitzenden Bundesminister Mag. Haupt. Dieser öffnet ihn und nimmt die drei darin enthaltenen Anträge heraus. – Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen für den das Rednerpult verlassenden Abg. Dr. Gusenbauer. – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Er überreicht uns die Parteikasse!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Abgeordneter! Ich muss die Redezeit für alle einhalten. Diese ist nunmehr beendet! (Abg. Dr. Gusenbauer überreicht den Erste-Hilfe-Kasten dem auf der Regierungsbank sitzenden Bundesminister Mag. Haupt. Dieser öffnet ihn und nimmt die drei darin enthaltenen Anträge heraus. – Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen für den das Rednerpult verlassenden Abg. Dr. Gusenbauer. – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Er überreicht uns die Parteikasse!)
Abg. Grabner: Er hat ihn ausgeräumt! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Es ist nicht euer Tag heute! – Ruf bei den Freiheitlichen – in Richtung SPÖ –: Ihr habt es ausgeräumt!
Sehr geehrte Damen und Herren! Als Erstes möchte ich einmal das klarstellen, was von der Rede des Kollegen Gusenbauer aus meiner Sicht klarzustellen ist. (Abg. Grabner: Er hat ihn ausgeräumt! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Es ist nicht euer Tag heute! – Ruf bei den Freiheitlichen – in Richtung SPÖ –: Ihr habt es ausgeräumt!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Geschäftsordnung lernen! – Gegenruf der Abg. Silhavy.
Bitte, setzen Sie fort! (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Geschäftsordnung lernen! – Gegenruf der Abg. Silhavy. )
Abg. Ing. Westenthaler: Ist schon veröffentlicht!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Meine Damen und Herren! Ich glaube, es liegt im Interesse aller Beteiligten, wenn ich klarstelle, dass ich in einem Schreiben an den Verfassungsgerichtshof nicht den Abstimmungsvorgang als korrekt bezeichnet habe, sondern vom Verfassungsgerichtshof um eine Stellungnahme zum Anfechtungsantrag ersucht wurde und darin den wiedergegebenen Sachverhalt im Anfechtungsantrag als korrekte Wiedergabe des Ablaufes im Nationalrat bezeichnet habe. (Abg. Mag. Posch: Das ist ein Unterschied!) Das sollten alle wissen. Dieses Schreiben wird in diesen Stunden auch veröffentlicht, damit es da keine Missverständnisse gibt. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist schon veröffentlicht!) – Es ist schon veröffentlicht. Gut.
Abg. Ing. Westenthaler: Abwarten!
Da Sie, Herr Bundesminister, scherzhaft gesagt haben, die SPÖ werde am Sonntagabend einen Erste-Hilfe-Koffer brauchen: Ich bin überzeugt davon, dass wir einen solchen sicher nicht brauchen werden (Abg. Ing. Westenthaler: Abwarten!), aber ich würde Ihnen etwas empfehlen. – Jetzt weiß ich nicht, wie ich Sie ansprechen soll: Soll ich Sie mit "Jörg Partik-Pablé" ansprechen oder mit "Herr Partik-Pablé"? – Ich sehe nur: "Helene Partik-Pablé" und einen Mann daneben. Aber wissen Sie, was gut wäre? – Wenn Sie der Frau Partik-Pablé ein paar gute Laufschuhe geben, denn sie wird schnell laufen müssen. Alt werden wird sie in dieser Partei nämlich nicht mehr, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist schon passiert!
Und was die Debatte angeht, die sich heute hier abspielt: Sie werden wieder Schiffbruch erleiden mit Ihrem Dringlichen Antrag. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist schon passiert!) Eigentlich haben Sie ja schon Schiffbruch erlitten, denn der Erste-Hilfe-Koffer war ja wirklich ein "Anpumperer". (Lebhafte Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Aber solche Diskussionen erleben wir ja schon zum x-ten Mal in diesem Haus, seit sich die schwarz-blaue Regierung etabliert hat. (Zwischenrufe der Abg. Silhavy. ) Da können Sie herumschreien, wie Sie wollen, Frau Silhavy!
Abg. Ing. Westenthaler: Ein bisschen leiser noch!
Ihre unsoziale, dilettantische und chaotische Politik, die Sie in den letzten Wochen betrieben haben, hat ihren Höhepunkt ohne Zweifel bei der Einführung der Ambulanzgebühren erreicht. Ich habe mir das angeschaut. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Kann man das nicht abstellen, dass sie so schreit?) Ich war in Wien in Spitälern, in Ambulanzen, ich habe mir angeschaut, welchem bürokratischen Aufwand Ärzte und Pflegepersonal ausgesetzt sind und wie massiv die Menschen, die dort sitzen und auf dieses Gesundheitssystem hoffen, an dieses Gesundheitssystem glauben, von Ihnen belastet werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein bisschen leiser noch!) Und das haben Sie zu verantworten! Reden Sie daher darüber, dass Sie daran schuld sind, dass diese Menschen zur Kasse gebeten werden! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Nichts werden Sie verhindern!
Frau Partik-Pablé! Ich freue mich über die Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes, diese unsoziale, ungerechte Maßnahme der Ambulanzgebühren gänzlich zu streichen und zurückzunehmen. Ich freue mich darüber. Ich freue mich deshalb darüber, weil es zum Vorteil der Ärzte, des Ärztepersonals, der KrankenpflegerInnen ist, die damit ihren eigentlichen Aufgaben nachkommen können und nicht zu Ihren Bürokraten abgestempelt werden. Und ich freue mich im Interesse der kranken Menschen, die froh sind, ein Gesundheitssystem vorzufinden, das weltweit anerkannt ist, das Sie in Wirklichkeit jedoch zerstören wollen, weil Sie den Schritt in eine Zweiklassenmedizin antreten wollen. Das werden wir massiv verhindern, und das werden wir, weil die Menschen es spüren, mit den Menschen gemeinsam aufzeigen. (Abg. Ing. Westenthaler: Nichts werden Sie verhindern!) Und ich sage Ihnen: Das wird Ihnen auch nicht gelingen!
Abg. Ing. Westenthaler: Könnten wir nicht die Frau Bures für unsere Wahlkampfauftritte gewinnen?
Präsident Dr. Heinz Fischer: Meine Damen und Herren! Der vorgetragene Entschließungsantrag ist ausreichend unterfertigt und steht mit in Verhandlung. (Abg. Ing. Westenthaler: Könnten wir nicht die Frau Bures für unsere Wahlkampfauftritte gewinnen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Für das Protokoll: Bei der SPÖ-Sondersitzung ist die Hälfte der SPÖ-Abgeordneten nicht da!
Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Tancsits. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Für das Protokoll: Bei der SPÖ-Sondersitzung ist die Hälfte der SPÖ-Abgeordneten nicht da!)
Abg. Ing. Westenthaler: Nein, das ist völlig falsch! Das sagt er nicht!
Herr Westenthaler! Heute erklärt der Präsident des Verfassungsgerichtshofes Adamovich, dass der Fehler im Bereich des Bundeskanzleramtes gelegen habe, nämlich im administrativen Bereich. (Abg. Ing. Westenthaler: Nein, das ist völlig falsch! Das sagt er nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist völlig falsch zitiert! Das ist Ihre Zitierung! Das ist eine unglaubliche Zitierung! Sie zitieren falsch! Das ist eine ganz unglaubliche Vorgangsweise! Das ist falsch zitiert!
Herr Bundesminister Haupt! Sie waren derjenige, der heute gesagt hat: Warum werden die kleinen Eisenbahner und die kleinen Postbediensteten von den Sozialdemokraten nicht in Schutz genommen, die wesentlich höhere Selbstbehalte als der Rest der Sozialversicherten zu zahlen haben? – Herr Bundesminister! (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist völlig falsch zitiert! Das ist Ihre Zitierung! Das ist eine unglaubliche Zitierung! Sie zitieren falsch! Das ist eine ganz unglaubliche Vorgangsweise! Das ist falsch zitiert!) Herr Westenthaler! Können Sie sich ein bisschen einbremsen, bitte? (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist völlig falsch zitiert! Da haben Sie falsch zitiert!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist völlig falsch zitiert! Da haben Sie falsch zitiert!
Herr Bundesminister Haupt! Sie waren derjenige, der heute gesagt hat: Warum werden die kleinen Eisenbahner und die kleinen Postbediensteten von den Sozialdemokraten nicht in Schutz genommen, die wesentlich höhere Selbstbehalte als der Rest der Sozialversicherten zu zahlen haben? – Herr Bundesminister! (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist völlig falsch zitiert! Das ist Ihre Zitierung! Das ist eine unglaubliche Zitierung! Sie zitieren falsch! Das ist eine ganz unglaubliche Vorgangsweise! Das ist falsch zitiert!) Herr Westenthaler! Können Sie sich ein bisschen einbremsen, bitte? (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist völlig falsch zitiert! Da haben Sie falsch zitiert!)
Abg. Ing. Westenthaler: Dieselben Taschenspielertricks!
Herr Bundesminister! Wenn Sie schon den Anwalt der kleinen Postbediensteten, der kleinen Eisenbahner abgeben möchten (Abg. Ing. Westenthaler: Dieselben Taschenspielertricks!),
Abg. Ing. Westenthaler: Sie zitieren falsch! Sie sind ein Falschzitierer! – Gegenruf der Abg. Hagenhofer
Sie, Ihre Bundesregierung, diese Regierungsparteien, tragen die Verantwortung dafür, dass sich Tausende Menschen bei der Telekom, demnächst wahrscheinlich bei den ÖBB, um die Konsequenzen Ihrer Politik (Abg. Ing. Westenthaler: Sie zitieren falsch! Sie sind ein Falschzitierer! – Gegenruf der Abg. Hagenhofer ), um ihre Existenz kümmern müssen, und zwar in einem Ausmaß, wie das bisher nicht möglich gewesen wäre. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Schlecht für die Ohren!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Silhavy. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Schlecht für die Ohren!)
Abg. Ing. Westenthaler: Primaria!
Abgeordnete Theresia Haidlmayr (Grüne): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Zuallererst möchte ich den Vorwurf der Frau Povysil, die selbst Ärztin ist (Abg. Ing. Westenthaler: Primaria!), auf das Schärfste zurückweisen. Sie hat gesagt, Notfallpatienten würden vier Stunden auf eine Behandlung in den Unfallambulanzen warten.
Abg. Silhavy: Und was sind Ihre Belastungen, die Sie getroffen haben, Herr Westenthaler?
Und das geht so weiter. Sie sprechen sich hier gegen Selbstbehalte aus, aber Sie von der SPÖ waren es, die jahrelang Selbstbehalte eingeführt haben. Zwei Millionen Menschen in diesem Land zahlen heute Selbstbehalte – die Sie eingeführt haben, meine Damen und Herren von der SPÖ –, wenn sie die Gesundheitsversorgung in Anspruch nehmen. Sie sprechen hier von Belastungen, wiederholen aber jeden Tag nichts anderes als Ihre Forderung, Herr Edlinger, nämlich eine allgemeine Beitragserhöhung zu den Krankenversicherungen. (Abg. Silhavy: Und was sind Ihre Belastungen, die Sie getroffen haben, Herr Westenthaler?)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Und was ist gestern Abend passiert? – Einmal mehr ist Westenthaler ins Fernsehen gegangen und hat erklärt: Herr Präsident Fischer war’s. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. )
Abg. Ing. Westenthaler: "Auch ich habe für die Besteuerung der Unfallrenten gestimmt!", das geht sich genau aus mit einem Satz!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Einem. – Restredezeit, Herr Abgeordneter: 1 Minute. (Abg. Ing. Westenthaler: "Auch ich habe für die Besteuerung der Unfallrenten gestimmt!", das geht sich genau aus mit einem Satz!)
Die Abgeordneten Dr. Khol und Ing. Westenthaler: Die Zeit ist schon wieder um! – Heiterkeit.
Abgeordneter Dr. Caspar Einem (SPÖ): Herr Präsident! Frau Vizekanzlerin! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Die Abgeordneten Dr. Khol und Ing. Westenthaler: Die Zeit ist schon wieder um! – Heiterkeit.) Sie sind jetzt alle Zuseher und Zuhörer eines zum Teil wirklich erbärmlichen Schauspiels geworden. (Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Ofner: Er legt ein Ge
Abg. Ing. Westenthaler: Das muss euch unangenehm sein! – Abg. Grabner: Jetzt hört einmal zu!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ich möchte nur festhalten, dass laut Schreiben der Frau Vizekanzlerin vom 16. März dieses Jahres an den Präsidenten des Nationalrates von Folgendem die Rede war: Es wurde das Thema genannt (Abg. Ing. Westenthaler: Das muss euch unangenehm sein! – Abg. Grabner: Jetzt hört einmal zu!), und dann heißt es weiter: Ich teile Ihnen, sehr geehrter Herr Präsident, hiermit mit, dass ich beabsichtige, zum genannten Thema eine Erklärung gemäß § 19 Abs. 2 GOG abzugeben.
Abg. Mag. Schweitzer: Gibt es keine mehr! – Abg. Ing. Westenthaler: Zur Geschäftsordnung!
Es hat sich bereits Herr Abgeordneter Öllinger zu einer tatsächlichen Berichtigung zu Wort gemeldet. (Abg. Mag. Schweitzer: Gibt es keine mehr! – Abg. Ing. Westenthaler: Zur Geschäftsordnung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Hat sie nicht gesagt! Das ist falsch! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Präsident! Hohes Haus! Frau Vizekanzlerin! Herr Bundesminister! Die Frau Vizekanzlerin hat mich in ihrer Rede direkt angesprochen und gesagt, ich würde Polizisten als "Schläger" bezeichnen. (Abg. Ing. Westenthaler: Hat sie nicht gesagt! Das ist falsch! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Diese Behauptung, Frau Vizekanzlerin, ist falsch, ist unrichtig. Sie haben hier die Unwahrheit gesagt.
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt hast du Gelegenheit!
Das betrifft auch die vierte Berichtigung. Frau Vizekanzlerin, Sie haben behauptet, die Grünen hätten sich nicht von der Gewalt distanziert (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt hast du Gelegenheit!), und als Beispiel dafür ein Flugblatt angeführt, das von den Grünen an die DemonstrantInnen der Donnerstag-Demonstration verteilt und auch im "TATblatt" dokumentiert wurde. – Auch diese Behauptung ist unrichtig. Wir haben die Demonstrantinnen und Demonstranten der Donnerstag-Demonstration ausdrücklich für ihr gewaltfreies Vorgehen belobigt. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Redebeitrag!
Und damit bin ich beim Punkt, Frau Vizekanzlerin: Was Sie nicht sehen wollen, ist, dass die Demonstrationen in der Regel alle gewaltfrei abgelaufen sind und die Demonstrantinnen und Demonstranten genauso über die Gewalt erschüttert waren und in der Regel von sich aus versucht haben, dagegen Vorkehrungen zu treffen, wenn es sie gegeben hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Redebeitrag!) Und das halte ich von Seiten der Demonstranten für genauso richtig wie von Seiten der Polizei, die auf Deeskalation setzt. Dass beides ...
Abg. Ing. Westenthaler: 18 Jahre zu lang!
Abgeordneter Rudolf Parnigoni (SPÖ): Herr Präsident! Frau Vizekanzler! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Ich bin nun seit 18 Jahren in diesem Haus als Abgeordneter tätig (Abg. Ing. Westenthaler: 18 Jahre zu lang!), aber ein derartiges Stakkato an Polemik von der Regierungsbank aus ist mir noch nicht untergekommen. Das kann ich Ihnen sagen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Parnigoni! Verteidige die Demonstranten!
Ich verwahre mich dagegen, dass Sie, Frau Vizekanzler, ohne Grund Abgeordnete von der Regierungsbank aus beschimpfen. (Abg. Ing. Westenthaler: Parnigoni! Verteidige die Demonstranten!) Diese Rede war einer Vizekanzlerin zutiefst unwürdig. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Dr. Ofner: Geh, geh!) Ihre so genannte Erklärung zeigt, dass die Bundesregierung vereinzelte Gewalthandlungen einzelner Demonstranten als Anlass dafür nehmen will, um gegen die Ausübung des Demonstrationsrechts schlechthin und um gegen öffentlich sichtbare Kritik politischer Gegner Stimmung zu machen. Die Sozialdemokratie bezieht hier eindeutig Position. Wir verwahren uns gegen jede Gewalt, dagegen muss rigoros vorgegangen werden. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie das einmal Ihrer Jugendorganisation, der Sozialistischen Jugend!
Hohes Haus! Das Demonstrationsrecht und das Recht auf freie Meinungsäußerung sind demokratische Grundwerte, die mit Entschiedenheit verteidigt werden müssen. Keinesfalls dürfen diese Grundrechte unter dem Deckmantel der Verhinderung von Gewalt angetastet werden. (Abg. Dr. Pumberger: Die Redezeit ist bald aus!) Wir Sozialdemokraten sind entschieden gegen jede Form von Gewalt. Gewalt – das ist uns klar, und das muss, so glaube ich, allen in dieser Republik klar sein – kann niemals ein legitimes Mittel zur Austragung von Konflikten und zur Durchsetzung von Interessen sein. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie das einmal Ihrer Jugendorganisation, der Sozialistischen Jugend!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was hat das mit der Exekutive zu tun? Was hat das mit der Erklärung der Vizekanzlerin zu tun?
Wir Sozialdemokraten bringen daher einen Entschließungsantrag ein, der Ihnen allen bekannt ist. Meine Damen und Herren! Wir werben um Ihre Zustimmung. Sie haben die Chance, dass Sie sich eindeutig gegen Antisemitismus und Ausländerfeindlichkeit stellen. (Abg. Ing. Westenthaler: Was hat das mit der Exekutive zu tun? Was hat das mit der Erklärung der Vizekanzlerin zu tun?) Sie können damit ein Zeichen zugunsten des sozialen Friedens und gegen Gewalt setzen. (Beifall bei der SPÖ.)
Rufe bei der SPÖ: Na und?! – Abg. Edlinger: Der Westenthaler auch! – Abg. Dr. Lichtenberger: Sippenhaftung gibt es nicht!
Wenn wir schon bei den Tatsachen sind: Verdrehen Sie nicht Fakten wider besseres Wissen, Kollege Van der Bellen! Sie haben von Fuchs und von Rechtsextremismus geredet. Die Kollegen von der linken Seite dieses Hauses werden Ihnen bestätigen: Fuchs stammt aus einer SPÖ-Familie! (Rufe bei der SPÖ: Na und?! – Abg. Edlinger: Der Westenthaler auch! – Abg. Dr. Lichtenberger: Sippenhaftung gibt es nicht!) Fuchs hat, wie wir wissen, selbst bekannt, dass dies seine Wurzeln waren. Sie, der Sie jetzt daraus Rechtsradikalismus konstruieren, sind damit eindeutig auf der falschen Fährte. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wieso ist sie unzuständig für die Beamten?
Abgeordneter Rudolf Edlinger (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Vizekanzlerin! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Es ist ungefähr sechs Wochen her, seit sich der Nationalrat auf Grund einer Dringlichen Anfrage der Koalition mit einem ähnlichen Thema beschäftigt hat: Sicherheit und Demokratie in Österreich, insbesondere in Wien. Der gravierendste Unterschied zu heute ist: Damals antwortete der zuständige Innenminister Dr. Strasser seriös, korrekt und kompetent. Der Innenminister dürfte aber damit den politischen Absichten der damaligen Anfragesteller, der ÖVP und der FPÖ, nicht entsprochen haben. Heute berichtet die unzuständige Sport- und Beamtenministerin unseriös, parteiisch und inkompetent, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wieso ist sie unzuständig für die Beamten?)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt lässt er den Gentleman heraus, der Edlinger! Ein richtiger Gentleman, der Edlinger!
Sie fand für ihr virtuelles Weltbild bei den Freiheitlichen und bei der ÖVP weit größere Zustimmung als Strasser für seine Seriosität. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt lässt er den Gentleman heraus, der Edlinger! Ein richtiger Gentleman, der Edlinger!) Sie zeichnet ein Bild von Wien, das nicht der Realität entspricht. Nicht grölende Horden, zerstörerische Elemente terrorisieren Wien (Zwischenbemerkung von Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer ), sondern in ihrer Existenz bedrohte Menschen, Studenten, Arbeiter, Angestellte, Beamte demonstrieren gegen den Sozialabbau und gegen die Diskriminierung dieser Regierung! Nehmen Sie das zur Kenntnis, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das kann sich alles ändern!
Der sehr geehrte Herr Innenminister hat am 1. Februar hier im Parlament wörtlich erklärt: Es "stellen die linksextremistischen Gruppierungen in Österreich nach wie vor weder hinsichtlich der Zahl noch hinsichtlich des Gewaltpotentials eine akute Gefahr für die staatliche Sicherheit dar." – (Abg. Ing. Westenthaler: Das kann sich alles ändern!)
Abg. Öllinger – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: "Dem Ingenieur ist nichts zu schwör!"
Zuerst gelangt Herr Abgeordneter Dr. Kostelka zu Wort, dann Herr Abgeordneter Dr. Van der Bellen. – Bitte. (Abg. Öllinger – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: "Dem Ingenieur ist nichts zu schwör!")
Abg. Ing. Westenthaler: Das glaube ich, dass Ihnen das schwerfällt! – Weiterer Zwischenruf bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Es fällt schwer, die Sitzung angesichts eines solchen Auftrittes ruhig weiterzuführen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das glaube ich, dass Ihnen das schwerfällt! – Weiterer Zwischenruf bei den Freiheitlichen.) Herr Präsident, der Klubobmann der Freiheitlichen Partei hat es für notwendig befunden (Ruf bei den Freiheitlichen: Die Wahrheit tut weh!), meine Fraktion pauschal als "Kumpane" der Gewalt zu bezeichnen. (Rufe bei den Freiheitlichen: Das stimmt nicht! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist unrichtig!)
Rufe bei den Freiheitlichen: Das stimmt nicht! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist unrichtig!
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Es fällt schwer, die Sitzung angesichts eines solchen Auftrittes ruhig weiterzuführen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das glaube ich, dass Ihnen das schwerfällt! – Weiterer Zwischenruf bei den Freiheitlichen.) Herr Präsident, der Klubobmann der Freiheitlichen Partei hat es für notwendig befunden (Ruf bei den Freiheitlichen: Die Wahrheit tut weh!), meine Fraktion pauschal als "Kumpane" der Gewalt zu bezeichnen. (Rufe bei den Freiheitlichen: Das stimmt nicht! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist unrichtig!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist unrichtig! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Gegenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Und der Klubobmann der Freiheitlichen hat weiters von den "Hooligans" der SPÖ gesprochen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist unrichtig! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Gegenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Pauschal uns Antisemitismus vorzuwerfen, dazu sagen Sie nichts, Herr Präsident! Das ist auch bezeichnend! Eine ganze Fraktion ist als antisemitisch bezeichnet worden!
Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Pilz. Er hat das Wort. (Abg. Ing. Westenthaler: Pauschal uns Antisemitismus vorzuwerfen, dazu sagen Sie nichts, Herr Präsident! Das ist auch bezeichnend! Eine ganze Fraktion ist als antisemitisch bezeichnet worden!) – Das war nicht unter meinem Vorsitz, Herr Abgeordneter! Sie haben ja alle geschäftsordnungsmäßigen Möglichkeiten! (Abg. Dr. Martin Graf – in Richtung des den Vorsitz führenden Präsidenten Dr. Fischer –: Selektive Wahrnehmungsfähigkeit!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie dürfen alles erklären! Sie nimmt niemand ernst!
Die Hintergründe sind klar. Der Oberste Gerichtshof erlaubt mir mit einem Erkenntnis, nicht unter dem Schutz der Immunität, sondern wo und wann immer ich will, zu erklären (Abg. Ing. Westenthaler: Sie dürfen alles erklären! Sie nimmt niemand ernst!): Der geistige Ziehvater und Ideologe des rechtsextremen Terrorismus heißt Dr. Jörg Haider. (Abg. Dr. Ofner: Danke für die Fernsehübertragung! Das war wieder ...!) – Dafür habe ich die Bestätigung (Abg. Ing. Westenthaler: Danke!) und die amtliche Erlaubnis des Obersten Gerichtshofes.
Abg. Ing. Westenthaler: Danke!
Die Hintergründe sind klar. Der Oberste Gerichtshof erlaubt mir mit einem Erkenntnis, nicht unter dem Schutz der Immunität, sondern wo und wann immer ich will, zu erklären (Abg. Ing. Westenthaler: Sie dürfen alles erklären! Sie nimmt niemand ernst!): Der geistige Ziehvater und Ideologe des rechtsextremen Terrorismus heißt Dr. Jörg Haider. (Abg. Dr. Ofner: Danke für die Fernsehübertragung! Das war wieder ...!) – Dafür habe ich die Bestätigung (Abg. Ing. Westenthaler: Danke!) und die amtliche Erlaubnis des Obersten Gerichtshofes.
Abg. Ing. Westenthaler: Der Wahlkampf ist vorbei, Herr Van der Bellen!
Jetzt kommen wir zu dem, was in den letzten Tagen und Wochen wirklich passiert ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Wahlkampf ist vorbei, Herr Van der Bellen!) Jetzt kommen wir zur Affäre Haider und zu den Angriffen auf Herrn Muzicant und viele andere auch.
Abg. Ing. Westenthaler: Mit Steinen, oder was? Mit Steinen und Flaschen?
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (fortsetzend): Herr Präsident! Sie wissen, dass ich Ihre Vorsitzführung schätze. Wenn der Eindruck einer pauschalen Verurteilung aller Personen entstanden ist, dann möchte ich das präzisieren: Kein einziger Freiheitlicher, aber leider auch kein einziger führender Politiker der Österreichischen Volkspartei, hat in der gebotenen Weise, in der gebotenen Deutlichkeit und in der gebotenen Konsequenz klargemacht (Rufe bei der ÖVP: Das stimmt ja nicht! – Abg. Dr. Brinek: Stimmt nicht! ... Morak ...!), dass diese Politik gestoppt werden muss. (Abg. Ing. Westenthaler: Mit Steinen, oder was? Mit Steinen und Flaschen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie wollen ja nur Straßenkampf!
Herr Dr. Khol! Sie kommen jetzt an einen entscheidenden Punkt der politischen Entwicklung der Österreichischen Volkspartei, und ich ersuche Sie, das jenseits von Parteitaktik wirklich ernst zu nehmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie wollen ja nur Straßenkampf!) Wenn die Österreichische Volkspartei nicht in der Lage ist (Abg. Ing. Westenthaler: Joschka Pilz!), über einige verbale Distanzierungen hinaus (Abg. Großruck: Wir brauchen das nicht!) Konsequenzen daraus zu ziehen, dass Antisemitismus mit ein Kern des politischen Programmes und des Handelns von Regierungspolitikern der anderen Fraktion ist (Abg. Dr. Ofner: Ungeheuer! – Abg. Dr. Pumberger: Herr Präsident!), wenn Sie nicht verstehen, dass die einzige Konsequenz nur sein kann, zumindest den politischen Rücktritt derer zu verlangen, die für diese Vorkommnisse die Verantwortung tragen, dann übernehmen Sie diese Verantwortung mit!
Abg. Ing. Westenthaler: Joschka Pilz!
Herr Dr. Khol! Sie kommen jetzt an einen entscheidenden Punkt der politischen Entwicklung der Österreichischen Volkspartei, und ich ersuche Sie, das jenseits von Parteitaktik wirklich ernst zu nehmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie wollen ja nur Straßenkampf!) Wenn die Österreichische Volkspartei nicht in der Lage ist (Abg. Ing. Westenthaler: Joschka Pilz!), über einige verbale Distanzierungen hinaus (Abg. Großruck: Wir brauchen das nicht!) Konsequenzen daraus zu ziehen, dass Antisemitismus mit ein Kern des politischen Programmes und des Handelns von Regierungspolitikern der anderen Fraktion ist (Abg. Dr. Ofner: Ungeheuer! – Abg. Dr. Pumberger: Herr Präsident!), wenn Sie nicht verstehen, dass die einzige Konsequenz nur sein kann, zumindest den politischen Rücktritt derer zu verlangen, die für diese Vorkommnisse die Verantwortung tragen, dann übernehmen Sie diese Verantwortung mit!
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der beste Satz!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Bitte um den Schlusssatz! (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der beste Satz!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: 3 Minuten hat sie länger geredet! Das ist unglaublich! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (fortsetzend): Sehr gerne, Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bitte Sie um die Zustimmung zu diesem Entschließungsantrag, damit nicht das weiter geschieht, was in den letzten Tagen passiert ist. Antisemitismus trägt einen Namen in Österreich: Er heißt Jörg Haider! Aber das Parlament hat Verantwortung. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: 3 Minuten hat sie länger geredet! Das ist unglaublich! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Redezeit, Herr Präsident! – Rufe bei den Freiheitlichen: Redezeit!
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Es wurde auch ein Antrag im Zusammenhang mit der Absicherung von Sicherheitsbeamten und ihren Hinterbliebenen sowie betreffend Maßnahmen zur wirksamen Bekämpfung der Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit im Zusammenhang mit Drogen eingebracht. (Abg. Ing. Westenthaler: Redezeit, Herr Präsident! – Rufe bei den Freiheitlichen: Redezeit!) Wir werden nicht – das steht auch nicht zur Frage ...
Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin gespannt, ob ihr da auch mitstimmt!
Abgeordneter Helmut Haigermoser (Freiheitliche): Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Ich erlaube mir, einen Entschließungsantrag der Abgeordneten Ing. Westenthaler, Dr. Khol betreffend Verurteilung von Rassismus und Antisemitismus einzubringen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin gespannt, ob ihr da auch mitstimmt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein unglaublicher Skandal! – Abg. Dr. Khol: Blecha! Blecha!
,Die Zionisten, die in ganz Palästina einen exklusiven Judenstaat errichten wollen, sind durch ihre Reaktion entlarvt worden als das, was sie sind, nämlich als Rassisten, und ihr Staat wurde zum Muster eines Unrechtsstaates der Rassendiskriminierung.‘" – (Abg. Ing. Westenthaler: Ein unglaublicher Skandal! – Abg. Dr. Khol: Blecha! Blecha!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben drei Minuten weiterreden lassen!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Abgeordneter! Ich verbitte mir Kritik (Abg. Haigermoser: Was verbitten Sie sich, Herr Präsident?) an der Vorsitzführung in dieser Art! Ich habe den Grund dargelegt, warum mir das passiert ist. Das ist keine "nonchalante" Vorsitzführung. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben drei Minuten weiterreden lassen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Frau Stoisits hat drei Minuten weitergeredet! – Gegenruf der Abg. Dr. Mertel.
Abgeordneter Helmut Haigermoser (fortsetzend): "Nonchalant" ist, so glaube ich, eine ganz normale Erklärung und im Sprachgebrauch keine Gemeinheit! (Abg. Ing. Westenthaler: Frau Stoisits hat drei Minuten weitergeredet! – Gegenruf der Abg. Dr. Mertel. )
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt heißt es: schnell denken, Herr Kollege Van der Bellen!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Miedl. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt heißt es: schnell denken, Herr Kollege Van der Bellen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist da schlecht?
"Es müssen wohl alle, die diese Bilder von der Opernball-Demonstration gesehen haben, eine Halluzination gehabt haben. – Ich habe diese Bilder mitgenommen, damit Sie sie noch einmal sehen – und damit jene Menschen, die sie noch nicht gesehen haben, das auch im Fernsehen sehen können. (...) Das sind Ihre ‚gewaltfreien Demonstrationen‘: Feuer, Gewalt, verletzte Menschen, Sachbeschädigungen! Das sind Ihre Gewalttäter, das sind Ihre Kumpanen! (...)" – (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist da schlecht?)
Sitzung Nr. 61
Abg. Eder: Ein schwacher Westenthaler!
Abgeordneter Ing. Peter Westenthaler (Freiheitliche): Herr Staatssekretär! Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn man, so wie die SPÖ, nach 15 Jahren wieder einmal eine Wahl gewinnt, dann verstehe ich schon, dass man sich darüber freut – das würde jeder tun –; dass allerdings gerade ein Vertreter – nämlich Herr Ex-Zentralsekretär Cap – jener SPÖ-Zeit hier herausgeht, in der eine schwere Wahlniederlage nach der anderen eingefahren wurde, jener Vertreter, der wegen chronischer Erfolglosigkeit von Herrn Vranitzky an die frische Luft gesetzt worden ist, ist doch wirklich bemerkenswert. (Abg. Eder: Ein schwacher Westenthaler!)
Abg. Ing. Westenthaler: Kein Schennach!
Das, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, haben die Grünen als erste und lange Zeit einzige Partei verlangt: Entpolitisierung des ORF-Kuratoriums im Sinne von "keine Mandatare im Kuratorium!", das heißt, kein Khol, kein Westenthaler, kein Schieder, kein Cap in einem ORF-Kuratorium. Das haben die Grünen als Erste verlangt! (Abg. Ing. Westenthaler: Kein Schennach!) Und dazu, meine sehr geehrten Damen und Herren, stehen die Grünen bis heute.
Abg. Ing. Westenthaler: Gut zuhören, Cap!
Ich bringe Ihnen ein weiteres Beispiel: Frau Ulla Schmid, angesehene Redakteurin der Tageszeitung "Der Standard", schreibt in ihrem Buch über die Spin-Doktoren: ORF-Redakteure waren im Superwahljahr 1999 (Abg. Ing. Westenthaler: Gut zuhören, Cap!) immer wieder stille Teilnehmer jeder Strategiesitzung der Roten. Fragen wie: Wurde das mit oben – nämlich mit dem Küniglberg – schon abgeklärt?, gehörten zum Standardrepertoire des ehemaligen ORF-Generalsekretärs Andreas Rudas – dann, wie wir wissen, Bundesgeschäftsführer der SPÖ.
Sitzung Nr. 62
Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der Text der Grünen! Ich glaube, dort schlafen s’ noch!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Frau Abgeordnete! In dem Text, der mir vorliegt, steht: "an die Bundesministerin für öffentliche Leistung und Sport"! (Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der Text der Grünen! Ich glaube, dort schlafen s’ noch!)
Abg. Auer: Jetzt sind Sie schon so lange da und wissen es immer noch nicht! – Abg. Ing. Westenthaler: Das sollten Sie aber jetzt schon wissen!
Abgeordnete Dr. Ilse Mertel (fortsetzend): Gut, ich lese die Frage vor. (Abg. Auer: Jetzt sind Sie schon so lange da und wissen es immer noch nicht! – Abg. Ing. Westenthaler: Das sollten Sie aber jetzt schon wissen!) – Bitte, Herr Westenthaler stört mich bei meiner Anfrage. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Danke für die Frage!
Ich halte das für den größten familienpolitischen Fortschritt in Österreich seit der Einführung des Karenzgeldes. Damit wird eine wesentliche Besserstellung für Frauen geschaffen. Wir haben in Kärnten, wo dieses Modell schon umgesetzt ist, in den ersten Monaten sehr positive Erfahrungen gemacht (Zwischenrufe bei der SPÖ), weil es eine wesentliche Einkommensverbesserung für junge Familien, für junge Eltern darstellt, die gerade dann, wenn sie eine Familie, einen Hausstand gründen, finanziell belastet sind. (Abg. Edler: Der Haider ist ... krank!) Der durch diese Maßnahme verursachte Mehrwert für die österreichischen Familien wird bei 10 Milliarden Schilling liegen, die die Familien mehr bekommen, und zwar aus den Mitteln des Familienlastenausgleichsfonds, welche ja auch zweckgewidmet sind für die österreichischen Familien. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Danke für die Frage!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist das der Würde des Hauses entsprechend?
Abgeordnete Dr. Ilse Mertel (SPÖ): Frau Vizekanzlerin! Welche Vorschläge von Bartenstein hinsichtlich dieses Kinderbetreuungsgeldes halten Sie nun im Detail für "Quatsch"? (Abg. Ing. Westenthaler: Ist das der Würde des Hauses entsprechend?)
Abg. Ing. Westenthaler: Sehr gut!
Es hat eine Reihe von Vorschlägen gegeben, und es gibt auch Experten, die sich mit dieser Frage auseinander setzen. Ich wiederhole: Für uns sind die Kernpunkte – und darin sind wir uns alle einig, auch Herr Minister Bartenstein und ich –, dass es drei Jahre Anspruchsberechtigung gibt, dass es 6 000 S pro Monat gibt (Abg. Ing. Westenthaler: Sehr gut!), dass es pensionsbegründende Kindererziehungszeiten für Frauen und damit erstmals den Einstieg in eine eigenständige Pensionsabsicherung in diesem Bereich gibt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Bravo! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Danke für die Frage!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Bravo! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Danke für die Frage!
Es hat eine Reihe von Vorschlägen gegeben, und es gibt auch Experten, die sich mit dieser Frage auseinander setzen. Ich wiederhole: Für uns sind die Kernpunkte – und darin sind wir uns alle einig, auch Herr Minister Bartenstein und ich –, dass es drei Jahre Anspruchsberechtigung gibt, dass es 6 000 S pro Monat gibt (Abg. Ing. Westenthaler: Sehr gut!), dass es pensionsbegründende Kindererziehungszeiten für Frauen und damit erstmals den Einstieg in eine eigenständige Pensionsabsicherung in diesem Bereich gibt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Bravo! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Danke für die Frage!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Es könnte sein, dass es der Wittmann jetzt auch verstanden hat! – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der SPÖ und der Freiheitlichen.
Ich habe Ihnen gesagt, der Fristenlauf ist Juni dieses Jahres: für die Finanzausgleichsbegleitkommission ebenso wie für die Aufgabenreformkommission. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Es könnte sein, dass es der Wittmann jetzt auch verstanden hat! – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der SPÖ und der Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Gegenfrage: Wie geht es dem Vickerl?
Abgeordneter Dr. Peter Wittmann (SPÖ): Sie haben bis jetzt kein konkretes Ergebnis genannt. (Abg. Haigermoser: Wie geht es dem Vickerl?) Nennen Sie mir ein Ergebnis dieser Aufgabenreformkommission oder Finanzausgleichsbegleitkommission in diesem Bereich – ein konkretes Ergebnis! (Abg. Ing. Westenthaler: Gegenfrage: Wie geht es dem Vickerl?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Debattenbeitrag, Herr Präsident! – Abg. Böhacker: Das ist ein Debattenbeitrag!
Drittens lese ich heute in der APA, Vizekanzlerin Riess-Passer will das Tempo in der Regierung reduzieren, Tempo sei nicht unbedingt die oberste Maxime. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Debattenbeitrag, Herr Präsident! – Abg. Böhacker: Das ist ein Debattenbeitrag!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Kostelka –: Abgeblitzt! – Abg. Dr. Kostelka: Husch-Pfusch! Panik!
Das ist bitte der Sachverhalt aus jetziger Sicht, Mittwoch, 10.09 Uhr. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Kostelka –: Abgeblitzt! – Abg. Dr. Kostelka: Husch-Pfusch! Panik!)
Abg. Schwemlein: Bei jedem Fussball-Match ist der Westenthaler in der ersten Reihe!
Was im letzten Jahr aufgefallen ist: Es gab einmal die Ankündigung der FPÖ: Parteipolitik hinaus aus dem Sport! Parteipolitik im Sport wollten Sie nicht haben. (Abg. Schwemlein: Bei jedem Fussball-Match ist der Westenthaler in der ersten Reihe!) – Aber bei den Schiweltmeisterschaften in St. Anton musste ich feststellen, dass es bisher wahrscheinlich kein Sportereignis in Österreich gegeben hat, bei dem so viele Regierungsmitglieder auf einmal aufgetreten sind. Es hätte wahrscheinlich für Ministerratssitzungen gereicht. Bei jeder Einschaltung, bei jeder Aufnahme aus dem Zielraum sind mindestens drei bis fünf Regierungsmitglieder per Bild transportiert worden.
Abg. Ing. Westenthaler: Pilz: Sport statt Drogen!
Ich wäre persönlich froh (Abg. Ing. Westenthaler: Pilz: Sport statt Drogen!), wenn Österreich gegen Israel heute Abend ein ganz normales Fußballmatch wäre. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Und ich wäre froh, wenn die Frau Vizekanzlerin als Ressortzuständige auf die Hinweise meines Kollegen Otmar Brix nicht mit Lachen und Kopfschütteln geantwortet hätte.
Beifall bei den Grünen. – Pfui- sowie Raus-Rufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ordnungsruf! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Frau Vizekanzlerin! Eine Entschuldigung in Ihrer Funktion, und zwar nicht in der Bundesregierung, sondern als Parteichefin, ist ausständig und längst überfällig. Aber wenn Sie als Vorsitzende einer antisemitischen Partei nicht zu dieser Entschuldigung in der Lage sind (Rufe der Empörung bei den Freiheitlichen – Abg. Dr. Krüger: So etwas Mieses! Sie sollten sich schämen! – Abg. Achatz: Das ist eine unbeschreibliche Schweinerei! – weitere heftige Zwischenrufe bei den Freiheitlichen), dann fordere ich Sie auf, im Interesse Österreichs an diesem Abend zumindest zu Hause zu bleiben. (Beifall bei den Grünen. – Pfui- sowie Raus-Rufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ordnungsruf! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Er hat die SPÖ gemeint! Die SPÖ ist sitzen geblieben!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Herr Abgeordneter Schweitzer hat behauptet, wir hätten uns bei keiner Gelegenheit von den antisemitischen Äußerungen Herrn Blechas distanziert. (Abg. Mag. Schweitzer: Stimmt!) Zum Glück hat über einen Antrag in diesem Nationalrat keine geheime, sondern eine offene Abstimmung stattgefunden, in dem eben diese Äußerungen verurteilt worden sind, und alle Mitglieder unserer Fraktion haben diesem Antrag zugestimmt. (Abg. Ing. Westenthaler: Er hat die SPÖ gemeint! Die SPÖ ist sitzen geblieben!)
Beifall bei den Grünen. – Hahaha-Ruf bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war eine Frontalattacke auf die SPÖ!
Wenn es mir so gelungen ist, Herr Kollege Schweitzer, Ihr Gedächtnis aufzufrischen, dann erfüllt mich das mit Genugtuung. Wir sind auf keinem Auge blind! (Beifall bei den Grünen. – Hahaha-Ruf bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war eine Frontalattacke auf die SPÖ!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber hier hat er nicht mitgestimmt!
Herr Westenthaler, sind Sie schon wieder aufgetaucht? Ich habe geglaubt, Sie sind in Simmering im Seeschlachtgraben verkommen, nachdem Sie bei der Wahl so verloren haben. (Anhaltende Rufe bei den Freiheitlichen: Blecha!) Ich darf Sie auf Folgendes aufmerksam machen: Unser außenpolitischer Sprecher, Herr Abgeordneter Peter Schieder, hat sich sofort beim Botschafter Israels dafür entschuldigt. Das ist der Unterschied! (Abg. Ing. Westenthaler: Aber hier hat er nicht mitgestimmt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das weiß er selber ganz genau!
Wenn ich daran denke, wie oft Abgeordneter Edlinger sich bei allen kritischen Anfragen betreffend die Bank Burgenland beziehungsweise die Bankenaufsicht auf die Amtsverschwiegenheit berufen hat (Abg. Ing. Westenthaler: Das weiß er selber ganz genau!), dann würde ich sagen: Lieber Herr Kollege Kostelka! Nehmen Sie Nachhilfeunterricht bei Edlinger, dann wissen Sie, was Amtsverschwiegenheit bedeutet. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Völlig absurd!
Ich glaube nur nicht, Herr Klubobmann Van der Bellen, dass wir jetzt in einer Präsidiale das Problem lösen werden betreffend die Frage, welche dieser Rechtstheorien zutrifft und in welcher Weise das Verhältnis zwischen Auskunftspflicht und Amtsverschwiegenheit quasi endgültig zu bewerten ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Völlig absurd!) Auch die Präsidiale ist kein Oberster Gerichtshof oder kein Verfassungsgerichtshof, der dieses Problem bewerten kann. (Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger hat überhaupt nie geantwortet!)
Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger hat überhaupt nie geantwortet!
Ich glaube nur nicht, Herr Klubobmann Van der Bellen, dass wir jetzt in einer Präsidiale das Problem lösen werden betreffend die Frage, welche dieser Rechtstheorien zutrifft und in welcher Weise das Verhältnis zwischen Auskunftspflicht und Amtsverschwiegenheit quasi endgültig zu bewerten ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Völlig absurd!) Auch die Präsidiale ist kein Oberster Gerichtshof oder kein Verfassungsgerichtshof, der dieses Problem bewerten kann. (Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger hat überhaupt nie geantwortet!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja nichts Neues! Das ist mehrmals vorgekommen!
Ich mache auch darauf aufmerksam, dass wir diese Frage zumindest in einzelnen Fällen auch deshalb nicht so streng gehandhabt haben, weil der Minister ja auch die Möglichkeit hätte, von der Geschäftsordnungsbestimmung Gebrauch zu machen, eine Stellungnahme zum Gegenstand abzugeben. Er hat es zwar nicht getan – er ist in die Anfragebeantwortung eingegangen –, aber eine solche Stellungnahme würde wahrscheinlich noch weniger Information an das Plenum liefern als eine Anfragebeantwortung, bei der er in einzelnen Punkten die Rechtsauffassung vertritt – zu der ich mich nicht äußere –, dass die Amtsverschwiegenheit dazu berechtigt, die Auskunftserteilung zu einer Frage, die in der Dringlichen Anfrage enthalten ist, zu verweigern. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja nichts Neues! Das ist mehrmals vorgekommen!)
Abg. Ing. Westenthaler: "Euroteam"!
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (SPÖ): Meine Damen und Herren! Vielleicht, weil es diese Debatte notwendig macht, ganz kurz ein Kommentar dazu: Herr Kollege Westenthaler! Da Sie hier erklärt haben, dass eine Stellungnahme von Kollegen Kostelka geschäftsordnungswidrig war (Abg. Ing. Westenthaler: "Euroteam"!), wird Ihr Beitrag in die gleiche Kategorie einzustellen sein, weil Sie hier außer Polemik überhaupt nichts von sich gegeben haben. (Abg. Ing. Westenthaler: "Euroteam"! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Ing. Westenthaler: "Euroteam"! – Weitere Zwischenrufe.
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (SPÖ): Meine Damen und Herren! Vielleicht, weil es diese Debatte notwendig macht, ganz kurz ein Kommentar dazu: Herr Kollege Westenthaler! Da Sie hier erklärt haben, dass eine Stellungnahme von Kollegen Kostelka geschäftsordnungswidrig war (Abg. Ing. Westenthaler: "Euroteam"!), wird Ihr Beitrag in die gleiche Kategorie einzustellen sein, weil Sie hier außer Polemik überhaupt nichts von sich gegeben haben. (Abg. Ing. Westenthaler: "Euroteam"! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Ing. Westenthaler: "Euroteam"!
Im gegenständlichen Fall ist es aber schon deshalb skandalös, Herr Bundesminister (Abg. Ing. Westenthaler: "Euroteam"!) – daher glaube ich, dass man die Rücktrittsempfehlung, die Frau Kollegin Kuntzl hier ausgesprochen hat, wirklich ernst nehmen sollte; ich fordere Sie ebenfalls in diesem Sinne auf –, weil Sie in diesem Verfahren genau das getan haben, von dem Sie eingangs gesagt haben, es nicht zu tun, weil Sie nach dieser unglücklichen Äußerung, dass Ihres Erachtens Haider über jeden Zweifel erhaben ist, erklärt haben: Ich werde mich aus diesem Verfahren heraushalten.
Abg. Ing. Westenthaler: Ist das Ihr Aktenvermerk? – Abg. Mag. Schweitzer: Den du geschrieben hast?
Herr Bundesminister! Ich darf Ihnen aus einem Aktenvermerk zitieren – das ist in dieser Zweiten Republik einmalig gewesen –, einem Aktenvermerk, den Richter Erdei, den Sie offenbar versetzen wollten, geschrieben hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist das Ihr Aktenvermerk? – Abg. Mag. Schweitzer: Den du geschrieben hast?) Da steht drin: "Eine erste Durchsicht ergibt, dass der in den letzten Monaten ..." (Abg. Mag. Schweitzer: Der Jarolim-Akt ...!) Herr Kollege, ich habe zu Ihrem Niveau ohnedies schon meine Stellungnahme abgeben! Es wird nicht besser, es ist ja im Grunde genommen extrem peinlich. Das ist eigentlich das einzige Attribut, das mir zu Ihnen einfällt, Herr Kollege Westenthaler! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol – ein Dokument in die Höhe haltend –: Das ist der Jarolim-Akt!) Aber da wird Sie vielleicht auch Herr Khol noch einmal einholen. (Abg. Neudeck: Haben Sie den noch mit dem Lansky ...?)
Abg. Ing. Westenthaler: Hat das Lansky aufgeschrieben? Ist das eine Rede von Lansky?
Hier steht: "Eine erste Durchsicht ergibt, dass der ..." (Abg. Ing. Westenthaler: Hat das Lansky aufgeschrieben? Ist das eine Rede von Lansky?) Ich weiß, dass Ihnen das wehtut! Es tut Ihnen weh, weil so etwas in der Justizgeschichte noch nicht vorgekommen ist. Aber das ist Ihr Problem, und es ist typischerweise offenbar ein Kennzeichen der Freiheitlichen Partei, dass man die Justiz, wenn sie nicht so pariert, wie sie soll, in den Würgegriff zu nehmen hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Werden Sie auch den Aktenvermerk vorlesen, wo Sie die roten Richter installieren wollen?) Der Minister sitzt auf der Bank und lacht dazu. Auch das ist einmalig!
Abg. Ing. Westenthaler: Werden Sie auch den Aktenvermerk vorlesen, wo Sie die roten Richter installieren wollen?
Hier steht: "Eine erste Durchsicht ergibt, dass der ..." (Abg. Ing. Westenthaler: Hat das Lansky aufgeschrieben? Ist das eine Rede von Lansky?) Ich weiß, dass Ihnen das wehtut! Es tut Ihnen weh, weil so etwas in der Justizgeschichte noch nicht vorgekommen ist. Aber das ist Ihr Problem, und es ist typischerweise offenbar ein Kennzeichen der Freiheitlichen Partei, dass man die Justiz, wenn sie nicht so pariert, wie sie soll, in den Würgegriff zu nehmen hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Werden Sie auch den Aktenvermerk vorlesen, wo Sie die roten Richter installieren wollen?) Der Minister sitzt auf der Bank und lacht dazu. Auch das ist einmalig!
Abg. Ing. Westenthaler: "Rotschrei"?
Meine Damen und Herren! Verstehen Sie nicht, dass der Notschrei dieses Untersuchungsrichters aufzeigt (Abg. Ing. Westenthaler: "Rotschrei"?), um welchen Skandal es sich hier in Wirklichkeit handelt? (Abg. Ing. Westenthaler: War das ein "Rotschrei"?) Und da stellen Sie sich heute her und fragen, was es Neues gibt? Meine Damen und Herren, ich frage Sie: Wie weit sind wir in diesem Land eigentlich gekommen?
Abg. Ing. Westenthaler: War das ein "Rotschrei"?
Meine Damen und Herren! Verstehen Sie nicht, dass der Notschrei dieses Untersuchungsrichters aufzeigt (Abg. Ing. Westenthaler: "Rotschrei"?), um welchen Skandal es sich hier in Wirklichkeit handelt? (Abg. Ing. Westenthaler: War das ein "Rotschrei"?) Und da stellen Sie sich heute her und fragen, was es Neues gibt? Meine Damen und Herren, ich frage Sie: Wie weit sind wir in diesem Land eigentlich gekommen?
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Khol: "Euroteam"! – Abg. Ing. Westenthaler: Das war nichts, Jarolim!
Meine Damen und Herren! Wenn Sie das tun, bleibt es immer noch der größte Justizskandal der Zweiten Republik! (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Aber Sie haben wenigstens kundgetan, meine Damen und Herren von der ÖVP, dass Sie ein Minimum an Glauben an den Rechtsstaat haben. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Deshalb fordere ich Sie auf, dieser Entscheidung nachzufolgen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Khol: "Euroteam"! – Abg. Ing. Westenthaler: Das war nichts, Jarolim!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist das für ein geschäftsordnungsmäßiger Antrag?
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ich beantrage, dem Herrn Bundesminister für Justiz neuerlich die Gelegenheit zur Beantwortung der Frage Nummer 3 zu geben, und begründe das wie folgt (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist das für ein geschäftsordnungsmäßiger Antrag?):
Abg. Mag. Schweitzer: Das ist nicht zulässig! – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Wo ist der geschäftsordnungsmäßige Antrag des Abgeordneten Pilz? Das ist nicht zulässig, was hier Pilz tut!
Ich kenne die Debatten über die Frage der Amtsverschwiegenheit und Auskunftspflicht gegenüber dem Nationalrat, schriftlich oder mündlich, und weiß, dass es da unterschiedliche Meinungen gibt. Ich denke aber, dass es eines nicht geben kann: im Rahmen einer Anfragebeantwortung durch einen Bundesminister zwei völlig unterschiedliche Handhabungen. (Abg. Mag. Schweitzer: Das ist nicht zulässig! – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Wo ist der geschäftsordnungsmäßige Antrag des Abgeordneten Pilz? Das ist nicht zulässig, was hier Pilz tut!)
Abg. Öllinger: Wie bei Westenthaler: Das war auch eine bloße Wortmeldung!
Nach § 59 der Geschäftsordnung müssen Anträge zur Geschäftsbehandlung nicht schriftlich überreicht werden, daher kann ich deren Inhalt nicht im Vorhinein erkennen! Ich bin bei einer bloßen Wortmeldung zur Geschäftsbehandlung berechtigt, das Wort erst später zu erteilen. Bei einem Antrag aber bin ich verpflichtet, das Wort zu erteilen. (Abg. Öllinger: Wie bei Westenthaler: Das war auch eine bloße Wortmeldung!)
Abg. Öllinger: Der Westenthaler braucht eine Kollekte!
Jetzt würde ich doch vorschlagen, dass wir wieder in der Rednerliste weitergehen. – Herr Abgeordneter Dr. Kostelka, bitte. (Abg. Öllinger: Der Westenthaler braucht eine Kollekte!)
Abg. Ing. Westenthaler: Anmerkung 15!
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ich möchte nur zur Illustrierung der Aussage von Kollegen Westenthaler darauf hinweisen, dass § 91 GOG zwar vier Absätze hat, aber keine Ziffer 15 (Abg. Ing. Westenthaler: Anmerkung 15!), und dass er sich also offensichtlich nicht auf die Geschäftsordnung, sondern auf irgendeinen Text, der ihm eben passt, bezogen hat. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Öllinger: Westenthaler hat eine neue Geschäftsordnung! – Ruf: Machen wir eine Kollekte für einen Nachhilfelehrer für ihn!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Öllinger: Westenthaler hat eine neue Geschäftsordnung! – Ruf: Machen wir eine Kollekte für einen Nachhilfelehrer für ihn!
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ich möchte nur zur Illustrierung der Aussage von Kollegen Westenthaler darauf hinweisen, dass § 91 GOG zwar vier Absätze hat, aber keine Ziffer 15 (Abg. Ing. Westenthaler: Anmerkung 15!), und dass er sich also offensichtlich nicht auf die Geschäftsordnung, sondern auf irgendeinen Text, der ihm eben passt, bezogen hat. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Öllinger: Westenthaler hat eine neue Geschäftsordnung! – Ruf: Machen wir eine Kollekte für einen Nachhilfelehrer für ihn!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Der hat ja keine Ahnung!
Abgeordneter Dr. Martin Graf (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Justizminister! Herr Kollege Jarolim hat hier vom Rednerpult aus behauptet, dass der Herr Justizminister ein Weisungsrecht gegenüber Präsident Woratsch als Mitglied des Personalsenates hat. (Abg. Dr. Jarolim: Oberlandesgerichtspräsident!) – Dies ist unrichtig! (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Der hat ja keine Ahnung!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Jarolim –: ... eine persönliche Erwiderung! – Abg. Mag. Trattner: Dann tritt er den Wahrheitsbeweis an, der Graf! – Abg. Ing. Westenthaler: ... Stuhlpfarrer! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Die nächste Wortmeldung im Rahmen der Rednerliste stammt von Herrn Abgeordnetem Dr. Ofner. Redezeit: 10 Minuten. – Bitte. (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Jarolim –: ... eine persönliche Erwiderung! – Abg. Mag. Trattner: Dann tritt er den Wahrheitsbeweis an, der Graf! – Abg. Ing. Westenthaler: ... Stuhlpfarrer! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Dr. Jarolim: ... nur der Herr Westenthaler!
Peinlich ist etwas anderes, Herr Kollege: Peinlich ist, wenn man sich zum Mitglied des Untersuchungsausschusses betreffend "Euroteam" wählen lässt, in dem dann herauskommt, dass der Betreffende mit Namen Jarolim (Abg. Dr. Khol: "Euroteam"!) nicht nur der Anwalt jener Firma "Euroteam" gewesen ist, um die es dort geht ... (Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP: Unglaublich! Unkorrekt!) – Bitte? (Abg. Dr. Fekter: Das ist nicht nur peinlich, sondern unkorrekt!) – Einverstanden! Aber er hat den Ausdruck "peinlich" verwendet – und ich zeige ihm, was peinlich ist. (Abg. Dr. Jarolim: ... nur der Herr Westenthaler!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist das der jetzige Präsident Fischer? Der Nationalratspräsident Fischer? – Abg. Dr. Khol – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Nein, das stimmt nicht! Das war sicher ein anderer Fischer! – Abg. Mag. Trattner: Das war der Bruder!
"... 30.1.1989, ... SPÖ-Klubobmann Heinz Fischer hat die Vorgangsweise der Justiz ... in einer Pressekonferenz als ,absolut unfair‘ qualifiziert." (Ah-Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Kiss: Das muss etwas mit Sinowatz zu tun gehabt haben!) "Die Urteilsbegründung ... sei ein ,politisches Pamphlet‘." (Oh-Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Ruf: Wer war das?) – Ich habe es schon erwähnt, ich bin ein ganz vorsichtiger Mensch! Ich habe es schon erwähnt, ich bin zurückhaltend. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist das der jetzige Präsident Fischer? Der Nationalratspräsident Fischer? – Abg. Dr. Khol – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Nein, das stimmt nicht! Das war sicher ein anderer Fischer! – Abg. Mag. Trattner: Das war der Bruder!)
Abg. Ing. Westenthaler: Fürs Protokoll: Das ist die größte Peinlichkeit bei der Dringlichen Anfrage, die halbe Fraktion ... bei der eigenen Anfrage nicht da! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Zu Wort gelangt Frau Abgeordnete Dr. Fekter. (Abg. Ing. Westenthaler: Fürs Protokoll: Das ist die größte Peinlichkeit bei der Dringlichen Anfrage, die halbe Fraktion ... bei der eigenen Anfrage nicht da! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Stuhlpfarrer hat nicht gekündigt!
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (SPÖ): Ich werde trotz des Umstandes, dass die Herren von den Regierungsparteien leicht zu unterhalten sind, versuchen, tatsächlich zu berichtigen. (Abg. Ing. Westenthaler: Stuhlpfarrer hat nicht gekündigt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist richtig! – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Kollegin Fekter hat hier erklärt, ich könnte einerseits zwischen Versetzung und Vertretung und andererseits zwischen Voruntersuchungen und Vorerhebungen nicht unterscheiden. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist richtig! – Zwischenrufe bei der ÖVP.) Sie hat es nicht näher ausgeführt. – Diese Tatsache ist schlicht und einfach unrichtig. Ich gehe davon aus, dass Sie mit diesen Begriffen Schwierigkeiten haben, Frau Kollegin Fekter! (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Stuhlpfarrer! Stuhlpfarrer! Stuhlpfarrer!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe gar nicht gewusst, dass es nach Jarolim noch eine Steigerung in diesem Hause gibt!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Pilz. Redezeit: 10 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe gar nicht gewusst, dass es nach Jarolim noch eine Steigerung in diesem Hause gibt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Halten Sie sich zumindest ein Mal an die Geschäftsordnung!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Frau Abgeordnete Mag. Prammer zu Wort gemeldet. – Frau Abgeordnete, aus gegebenem Anlass und auf Grund Ihrer letzten tatsächlichen Berichtigung bitte ich Sie, sich jetzt wirklich an § 58 Abs. 2 GOG zu halten. (Abg. Ing. Westenthaler: Halten Sie sich zumindest ein Mal an die Geschäftsordnung!)
Sitzung Nr. 63
Abg. Ing. Westenthaler – mit Blick auf noch eher schütter besetzte Reihen der Abgeordnetenbänke der SPÖ –: Kann irgendjemand die SPÖ aufwecken gehen?
Präsident Dr. Heinz Fischer: Ich darf nun dem Herrn Bundeskanzler zu seiner Erklärung das Wort erteilen. (Abg. Ing. Westenthaler – mit Blick auf noch eher schütter besetzte Reihen der Abgeordnetenbänke der SPÖ –: Kann irgendjemand die SPÖ aufwecken gehen?) – Bitte, Herr Bundeskanzler.
Abg. Ing. Westenthaler: Ist ja gar nicht wahr!
Was haben Sie, was hat die Bundesregierung im Hinblick auf eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf getan? (Abg. Sophie Bauer: Belastungen haben sie gemacht!) Wo ist die Kinderbetreuungsoffensive dieser Bundesregierung geblieben? – Konkrete Antworten darauf sind Sie bisher schuldig geblieben. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist ja gar nicht wahr!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Trattner: Sie sollten mehr internationale Zeitungen lesen! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten auch internationale Zeitungen lesen!
Herr Bundeskanzler! Etwas möchte ich Ihnen in diesem Zusammenhang schon auch noch sagen: Wenn Sie in Ihrer Rede sagen, ganz Europa habe auf uns geschaut wegen dieser Kindergeldvorschläge, dann mag das vielleicht in dem einen oder anderen österreichischen Blatt so dargestellt worden sein, aber ich konnte keine einzige europäische Zeitung finden, die dieses Lobhudeln in diesem Bereich auch nur in Ansätzen geteilt hätte. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Trattner: Sie sollten mehr internationale Zeitungen lesen! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten auch internationale Zeitungen lesen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen hält er auch nicht!
Das war ein ausgezeichneter Transitvertrag, wie Sie selbst wissen, der unter Klima und Einem ausgehandelt wurde und unter Einem vollzogen wurde. (Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen hält er auch nicht!) – Sie lassen ihn auslaufen und sprechen dieses Thema nicht einmal an. Da haben Sie versagt, Herr Bundeskanzler! Das wären jene Probleme gewesen, bei denen Sie in Stockholm hätten deutlich machen müssen, was im Interesse Österreichs zu tun ist. Darüber hätten Sie hier berichten sollen, anstatt uns nur die Welt und Europa zu erklären. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger-Kabinett!
Mit großem Interesse warten die Österreicherinnen und Österreicher darauf, wann endlich die Regierung kommt und uns erklärt, wie der Satz "bei sich selbst sparen" in die Realität umgesetzt wird, denn dieser Satz harrt nach wie vor der Erfüllung. (Abg. Dr. Wittmann – in Richtung ÖVP und Freiheitliche –: Schlagworte!) Bis jetzt gibt es nur Schlagworte und Ankündigungen. Wie schaut es aus mit den Verhandlungen zwischen der Frau Vizekanzlerin und den Landeshauptleuten über eine Verwaltungsreform? Wie schaut es aus mit den Ausgaben in den Kabinetten der Ministerien, wo leitenden Mitarbeitern sechsstellige Monatsbezüge bezahlt werden? (Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger-Kabinett!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wie schaut es denn mit Ihrer Parteikasse aus?
Wie schaut es aus, Herr Westenthaler, mit den Ausgaben für die von Ihrem Alt-Parteiobmann "schwachsinnig" genannten Inserate? Wo wird da bei der Regierung selbst gespart? – Überhaupt nicht! Sie greifen nur in die Taschen der österreichischen Bürgerinnen und Bürger! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wie schaut es denn mit Ihrer Parteikasse aus?)
Abg. Dr. Khol: Die Geschichte! – Abg. Ing. Westenthaler: Nicht einmal das Zitat können Sie richtig ...!
Es ist wie immer ganz einfach, Herr Khol: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. (Abg. Dr. Khol: Die Geschichte! – Abg. Ing. Westenthaler: Nicht einmal das Zitat können Sie richtig ...!) Aber, Herr Khol, wer eine unsoziale Politik macht, wer eine Politik auf Kosten der Zukunft unseres Landes macht, wer eine Politik auf Kosten von Bildung und Forschung macht, den bestraft der Wähler in einer Demokratie. (Lebhafter Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Posch: Das Erbe des Schüssel-Ditz-Kurses! Wer war Wirtschaftsminister? Wer war Finanzminister? – Abg. Ing. Westenthaler: Wieso sitzt der Herr Posch heute in der ersten Reihe?
Es sollten Ihnen auch die Dauereffekte nicht verborgen bleiben, denn die Dauereffekte – im öffentlichen Dienst 11 000 Dienstposten weniger (Abg. Dr. Gusenbauer: Die höheren Steuern!), der Zuschussbedarf bei den Pensionen (Abg. Schieder: Die dauernd höheren Steuern!), der Beitrag der Gebietskörperschaften – muss man doch auch anerkennen. Sie haben gemeint, das seien alles nur Einmaleffekte. (Abg. Mag. Posch: Der Schüssel-Ditz-Kurs war das! Das Erbe des Schüssel-Ditz-Kurses!) Von den 100 Milliarden, die wir von den Schulden, die hier gemacht wurden, einbringen müssen, werden 68 Prozent durch Dauereffekte und 32 Prozent durch Einmaleffekte abgedeckt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Posch: Das Erbe des Schüssel-Ditz-Kurses! Wer war Wirtschaftsminister? Wer war Finanzminister? – Abg. Ing. Westenthaler: Wieso sitzt der Herr Posch heute in der ersten Reihe?)
Abg. Ing. Westenthaler: Eben! Wer hat das zu verantworten?
12 Milliarden Schilling an Leistungen werden fällig. (Bundeskanzler Dr. Schüssel: Wie viel wird heute gezahlt? Sagen Sie das!) – Ich sage es gern, Herr Bundeskanzler. Ich rechne es Ihnen vor, aber das schaut nicht günstig für Sie aus. Heute werden 1,2 Milliarden Schilling einbezahlt, und es werden Leistungen von 6 bis 7 Milliarden Schilling fällig. Die Differenz sind 5 bis 6 Milliarden. (Abg. Ing. Westenthaler: Eben! Wer hat das zu verantworten?) In Zukunft werden 4 Milliarden einbezahlt, aber Leistungen von 12 Milliarden fällig. Das heißt, die Differenz beträgt 8 Milliarden Schilling. Wo bedecken Sie diese 8 Milliarden? (Abg. Mag. Trattner: Er versteht es nicht!) Wo bedecken Sie diese 8 Milliarden, Herr Bundeskanzler? – Das interessiert uns doch! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Trattner: Wie oft soll man Ihnen das erklären?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das habe ich nicht gesagt! – Abg. Haigermoser: Zuhören!
Abgeordnete Doris Bures (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Abgeordneter Westenthaler hat behauptet, dass Lehrlinge rezeptgebührenbefreit sind und daher von der Ambulanzgebühr ausgenommen werden. – Diese Aussage ist unwahr, Herr Westenthaler! (Abg. Ing. Westenthaler: Das habe ich nicht gesagt! – Abg. Haigermoser: Zuhören!) Ich weiß, dieses Thema regt Sie auf.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des den Vorsitz führenden Präsidenten Dipl.-Ing. Prinzhorn –: "Papagei" sagt er zu einer unserer Abgeordneten! Unerhört! Ordnungsruf, Herr Präsident!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das Gesundheitswesen wurde in den letzten 30 Jahren in geradezu unglaublich hohem Maße verbessert. (Abg. Achatz: Vorschläge!) Jeden Tag standen den Menschen zwei Ärzte ... (Abg. Achatz: Vorschläge!) – Papagei! (Rufe bei den Freiheitlichen: Unerhört!) Ist in Ordnung. (Abg. Achatz: Vorschläge!) Die Vorschläge lauten: Egalisierung Ihrer Demontage im sozialpolitischen Bereich! Das ist ein umfassendes sozialpolitisches Konzept, davon haben Sie aber leider keine Ahnung! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des den Vorsitz führenden Präsidenten Dipl.-Ing. Prinzhorn –: "Papagei" sagt er zu einer unserer Abgeordneten! Unerhört! Ordnungsruf, Herr Präsident!)
Heiterkeit der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Mag. Trattner.
Ich komme noch einmal auf die Integration zurück, weil der Herr Bundeskanzler, und ich finde das legitim anlässlich einer Budgetrede ... (Heiterkeit der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Mag. Trattner. ) – Kollege Westenthaler ist jetzt wieder heiter im Plenum. Ich habe das ja ganz in Ordnung gefunden, Kollege Westenthaler ... (Abg. Ing. Westenthaler: Was wird Haider?) – Haider auch, dazu komme ich noch. Aber ich habe gesagt: "heiter im Plenum". (Abg. Mag. Trattner: Obwohl Ihre Rede so weinerlich ist!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was wird Haider?
Ich komme noch einmal auf die Integration zurück, weil der Herr Bundeskanzler, und ich finde das legitim anlässlich einer Budgetrede ... (Heiterkeit der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Mag. Trattner. ) – Kollege Westenthaler ist jetzt wieder heiter im Plenum. Ich habe das ja ganz in Ordnung gefunden, Kollege Westenthaler ... (Abg. Ing. Westenthaler: Was wird Haider?) – Haider auch, dazu komme ich noch. Aber ich habe gesagt: "heiter im Plenum". (Abg. Mag. Trattner: Obwohl Ihre Rede so weinerlich ist!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihnen gefällt es jetzt?!
Ihnen hat ja diese Wahlniederlage ganz gut getan, zumindest was die Verträglichkeit hier im Haus betrifft. Ihr Redebeitrag war moderater als sonst. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihnen gefällt es jetzt?!) – Das ist etwas anderes. (Heiterkeit.) Ich habe nur gesagt, dass man es leichter ausgehalten hat. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Trattner. )
Abg. Böhacker: Jetzt hat er den Faden verloren! – Abg. Mag. Trattner: Jetzt ist der Westenthaler zu schnell hereingekommen, jetzt hat er den Faden verloren!
Wenn Ihre Weisheit (in Richtung Freiheitliche) auf den letzten Sonntag die ist, dass Sie da mit der "Führer"-Fibel herumfuchteln und das zur SPÖ hin halten, dann ist das wirklich noch nicht alles. (Abg. Mag. Trattner: Werner, jetzt kennst du dich nicht mehr aus!) Aber das ist ja nicht nur mein Problem. Ich erwähne das nur deshalb (Abg. Böhacker: Jetzt hat er den Faden verloren! – Abg. Mag. Trattner: Jetzt ist der Westenthaler zu schnell hereingekommen, jetzt hat er den Faden verloren!), weil es jetzt noch um eine entscheidende Frage geht. Es ist ja genau der Landeshauptmann aus Kärnten, dem es vorbehalten geblieben ist, in dieser unsäglichen Rede in Ried ein Element in die österreichische Innenpolitik einzuschleppen, das bis jetzt so nicht da war – jedenfalls nicht in den letzten Jahrzehnten. Herr Bundeskanzler, es geht nicht, auf diesen
Abg. Ing. Westenthaler: Da sind die Inserate des Gewerkschaftsbundes noch gar nicht dabei!
Wie sind denn die Werbeeinschaltungen aufgeteilt worden, wer hat was bekommen, wie viel ist in welchem Bereich ausgegeben worden? Wenn man einen Schlüssel hat, sieht man ungefähr die Relation. Einschaltungen im "Standard": SPÖ 5 Millionen, ÖVP nur 1,7 Millionen. Es gibt Einschaltungen im "FORMAT", die überhaupt nur für die SPÖ waren – nur der rote Kreis. Einschaltungen in "tv-media" (der Redner zeigt eine Graphik): Ein kleines Torteneckchen gehört der ÖVP, aber der Rest des Kuchens hat der SPÖ gehört! (Abg. Ing. Westenthaler: Da sind die Inserate des Gewerkschaftsbundes noch gar nicht dabei!)
Abg. Ing. Westenthaler: Verzetnitsch hat mitgestimmt! Wo war die Gewerkschaft?
Die ersten fünf Überstunden sind nur mehr steuerfrei, bis höchstens 590 S. (Abg. Ing. Westenthaler: Verzetnitsch hat mitgestimmt! Wo war die Gewerkschaft?) Wo waren Sie denn da, Herr Präsident Verzetnitsch?
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Im Übrigen hat es bei den ganzen Belastungen Nürnberger und Verzetnitsch auch schon gegeben! Die haben alle mitgestimmt!
Bei den Staatsschulden ist es nicht anders gewesen. Die öffentlichen Schulden sind im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt von 1997 mit 64,7 Prozent bis zum Jahre 1999 mit 64,7 Prozent gleich geblieben. Schauen Sie sich doch diese Balken einmal an (der Redner zeigt neuerlich eine Graphik), und sagen Sie Herrn Kollegen Edlinger, dass er seine Balken, die offensichtlich falsch sind, korrigieren soll, bevor er sich hier noch einmal herausstellt und noch einmal blamiert! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Im Übrigen hat es bei den ganzen Belastungen Nürnberger und Verzetnitsch auch schon gegeben! Die haben alle mitgestimmt!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Ende Feber hatten wir einen Höchstbeschäftigtenstand, auf den Monat Feber bezogen, von 3,090 Millionen unselbständig Beschäftigten. Im Feber waren nur mehr 248 363 Arbeitslose gemeldet – der niedrigste Stand seit den achtziger Jahren. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. ) Es hat sich die Entwicklung fortgesetzt: Die Zahl der Langzeitarbeitslosen konnte um 60 Prozent reduziert werden. 24 000 Neugründungen von Unternehmen haben in Österreich stattgefunden. Das ist ja etwas! Das können Sie doch nicht miesmachen! Nehmen Sie diese positiven Zahlen doch zur Kenntnis, und sagen Sie: Es ist etwas geschehen! – Es ist nicht alles gut, denn man kann nicht in einem Jahr alles sanieren, was in 30 Jahren offensichtlich vernachlässigt wurde. Aber in diesem einen Jahr ist so viel geschehen, sodass sehr viel Vertrauen in diese Bundesregierung entstanden ist und es zu dieser Entwicklung, zu diesen Zahlen gekommen ist, und auf die können wir alle wirklich stolz sein. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt möchte ich einen einzigen Sanierungsvorschlag vom Gewerkschaftsbund hören!
Abgeordneter Friedrich Verzetnitsch (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren auf der Regierungsbank! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Herr Finanzminister, ich unterstelle Ihnen nicht, dass der Briefschreiber jener ist, der Ihnen 10 000 S gespendet hat. Der Verdacht liegt aber nahe. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt möchte ich einen einzigen Sanierungsvorschlag vom Gewerkschaftsbund hören!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist sehr konstruktiv!
Es hat also wiederholte Male massive Kritikpunkte von Seiten der österreichischen Umweltschutzbewegung gegeben, der österreichischen NGOs, die in Oberösterreich vor Ort arbeiten. Es hat immer wieder die Kritik gegeben, dass beim "Melker Übereinkommen" Geheimniskrämerei betrieben wird, dass es eine inakzeptable Alibi- und Feigenblattaktion ist, dass es Scheinverhandlungen sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist sehr konstruktiv!) Es heißt, niemand kenne die Inhalte der Expertentreffen, und Zwischenberichte werden an die NGOs nicht weitergegeben. Und was hat der Bundeskanzler auf unsere Anfrage geantwortet? – Es gibt laufende Informationen an die NGOs. (Abg. Ing. Westenthaler: Super! Na gut!)
Abg. Ing. Westenthaler: Super! Na gut!
Es hat also wiederholte Male massive Kritikpunkte von Seiten der österreichischen Umweltschutzbewegung gegeben, der österreichischen NGOs, die in Oberösterreich vor Ort arbeiten. Es hat immer wieder die Kritik gegeben, dass beim "Melker Übereinkommen" Geheimniskrämerei betrieben wird, dass es eine inakzeptable Alibi- und Feigenblattaktion ist, dass es Scheinverhandlungen sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist sehr konstruktiv!) Es heißt, niemand kenne die Inhalte der Expertentreffen, und Zwischenberichte werden an die NGOs nicht weitergegeben. Und was hat der Bundeskanzler auf unsere Anfrage geantwortet? – Es gibt laufende Informationen an die NGOs. (Abg. Ing. Westenthaler: Super! Na gut!)
Beifall bei den Grünen. – Die Rednerin hält einen kleinen Gegenstand in schwarzer Verpackung mit gelb-roter Aufschrift in der Hand. – Abg. Ing. Westenthaler: Was war das? – Abg. Schwarzenberger: Das ist der Atommüll aus Gorleben! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Trittin mit Castor-Transporten!
Diese laufende Information an die NGOs hat so ausgesehen, dass die NGOs sich heute in Linz hingesetzt haben und den Prozess aufgekündigt haben, dass sie aus dem gesamten "Melker Prozess" ausgestiegen sind. Das ist das Armutszeugnis einer Anti-Atompolitik: wenn die Bürger und Bürgerinnen wieder darauf angewiesen sind, zur Selbsthilfe zu greifen und wieder Aktionen an der Grenze durchzuführen. Das ist der Erfolg Ihrer Anti-Atompolitik! (Beifall bei den Grünen. – Die Rednerin hält einen kleinen Gegenstand in schwarzer Verpackung mit gelb-roter Aufschrift in der Hand. – Abg. Ing. Westenthaler: Was war das? – Abg. Schwarzenberger: Das ist der Atommüll aus Gorleben! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Trittin mit Castor-Transporten!) – Sie bekommen das dann noch als Geschenk von uns.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie wollen die Protokolle behindern!
Frau Kollegin Dr. Moser! Dort sitzen ja Stenographen oder Mitarbeiter! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie wollen die Protokolle behindern!)
Abg. Ing. Westenthaler: Am Ende der Rede? Wo sollen denn die Stenographen schreiben?
Ich lasse jetzt einmal die Frau Abgeordnete ihre Rede fertig sprechen, und ich bitte Sie, das am Ende der Rede wieder wegzuräumen. (Abg. Ing. Westenthaler: Am Ende der Rede? Wo sollen denn die Stenographen schreiben?) – Bitte, Frau Abgeordnete! (Abgeordnete der SPÖ, ÖVP und der Freiheitlichen begeben sich zu dem Tisch, um die dort deponierten Gegenstände – deren Inhalt sich als Süßigkeiten erweisen sollte – näher zu begutachten oder ein Exemplar davon für sich mitzunehmen. – Abg. Schwarzenberger – in Richtung des mit einem Exemplar an seinen Platz zurückkehrenden Abg. Dr. Kostelka –: Die sind von Gorleben verstrahlt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wollten Sie gerade so konstruktiv sein! Sie haben vorher gesagt: Einmal wollten Sie konstruktiv sein!
Ich möchte nun noch einmal unsere Vorschläge, was die zukünftige Weiterführung betrifft, besprechen. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wollten Sie gerade so konstruktiv sein! Sie haben vorher gesagt: Einmal wollten Sie konstruktiv sein!) – Ich bin immer konstruktiv, Herr Westenthaler! Schaue ich nicht so aus? Das ist überhaupt kein Problem. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen – Abg. Ing. Westenthaler: Den Herrn Trittin fragen!
Unser zweiter Vorschlag: Sie müssen der Tschechischen Republik ein ernst zu nehmendes Ausstiegsangebot machen. Der tschechische Industrieminister Gregr hat sich mit zwei Punkten verpflichtet. Er sagt: Das Kraftwerk wird fertig gestellt, wenn es keine zusätzliche Krone mehr kostet und kein Tag Verzögerung zu verzeichnen ist. – Beide Punkte sind nicht einhaltbar. Das ist für Österreich und für Sie als Bundeskanzler eine Riesenchance! Machen Sie der Tschechischen Republik ein ernst zu nehmendes Ausstiegsangebot, und versuchen Sie, gemeinsam mit jenen Bürgern, die immer wieder an der Grenze gestanden sind und die immer wieder gezeigt haben, dass sie solidarisch zur österreichischen Atompolitik stehen (Beifall bei den Grünen – Abg. Ing. Westenthaler: Den Herrn Trittin fragen!), gemeinsam mit dieser Bewegung, die Ihnen eigentlich über all die Monate den Rücken gestärkt hat, den Ausstieg aus diesem Kraftwerk zu erreichen!
Abg. Ing. Westenthaler: Zu wenig! Wieder verloren! – Die Stimmenzählung wird vorgenommen. – Zwischenrufe.
Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Antrag stimmen, um ein Zeichen. (Abg. Ing. Westenthaler: Zu wenig! Wieder verloren! – Die Stimmenzählung wird vorgenommen. – Zwischenrufe.) Bitte Ruhe, meine Damen und Herren! – Das ist die Minderheit. Der Antrag ist mehrheitlich abgelehnt.
Abg. Ing. Westenthaler: In zwei Tagen habt ihr es durchgepeitscht!
Das möchte ich Ihnen vorlesen: Sie brachten den Antrag am 24. März 1999 ein. Am selben Tag, am 24. März 1999, war er schon auf der Tagesordnung des Wirtschaftsausschusses. Am 25. März, also am nächsten Tag, fanden dann die zweite und dritte Lesung statt. Noch am selben Tag wurde der Gesetzesvorschlag in zweiter Lesung angenommen, und ebenfalls am selben Tag wurde er in dritter Lesung angenommen. (Abg. Dr. Kostelka: Und alles einstimmig!) Am selben Tag wurde dann auch der Bundesrat eingeschaltet (Abg. Ing. Westenthaler: In zwei Tagen habt ihr es durchgepeitscht!), und am 26. März – also waren es insgesamt zwei Tage für ein Gesetz – erhob der Bundesrat dagegen keinen Einspruch.
Abg. Dr. Jarolim: Wo ist der Herr Westenthaler?
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Diese Polemik, diese Zwischenrufe der FPÖ zeigen nur, dass Sie nervös werden, wenn es um den Rechnungshof geht. Und jetzt passiert etwas ganz Schlimmes. Da gibt es die Frau Vizekanzlerin ... (Abg. Dr. Jarolim: Wo ist der Herr Westenthaler?) Der Herr Westenthaler hat, glaube ich, eine Wahl verloren. Er ist am "Seeschlachtgraben" abgestürzt, und seither gibt es ihn nicht mehr. (Heiterkeit bei der SPÖ.) – Den "Seeschlachtgraben" gibt es bei uns im Bezirk; da war er als Gastarbeiter tätig.
Der Redner hält das Bild einer Forststraße in die Höhe; drei Verkehrsschilder sind erkennbar: Fahrverbotszeichen Forststraße, darunter: "gilt auch für Radfahrer", darunter: "3,5 t". – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Fotomontage! Herr Kollege, das ist kein echtes Foto! – Weitere Zwischenrufe. – Unruhe im Saal.
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Herr Präsident! Frau Vizekanzlerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen. – Rufe: Red weiter! – Abg. Edler: Wien ist wieder rot! – Weitere Zwischenrufe.) Es gäbe im Bereich des Sports natürlich eine Menge interessanter Themen zu bereden, aber ich bin von den Chefredakteuren zweier einschlägiger Magazine ausdrücklich darum gebeten worden, neuerlich zum Thema "Radfahren auf Forstwegen" Stellung zu nehmen, denn sie wollen weiter darüber berichten – sie haben mir das zugesagt –, und sie sind natürlich auch daran interessiert, welche Position von der ÖVP und von der FPÖ in dieser wichtigen Frage vertreten wird. (Der Redner hält das Bild einer Forststraße in die Höhe; drei Verkehrsschilder sind erkennbar: Fahrverbotszeichen Forststraße, darunter: "gilt auch für Radfahrer", darunter: "3,5 t". – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Fotomontage! Herr Kollege, das ist kein echtes Foto! – Weitere Zwischenrufe. – Unruhe im Saal.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Fotomontage! Ein getürktes Bild war das!
Meine Damen und Herren! Es ist ja tatsächlich absurd, dass auf Forstwegen zwar Jagdlimousinen und Lastwägen bis zu 3,5 Tonnen fahren dürfen, aber Radfahrern, die im Durchschnitt wahrscheinlich 80 Kilo wiegen, das nicht erlaubt ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Fotomontage! Ein getürktes Bild war das!)
Abg. Ing. Westenthaler: Warum zeigen Sie getürkte Bilder her? Sie trauen sich nicht, das noch einmal herzuzeigen!
Es tut Ihnen schon sehr weh, Herr Westenthaler, wenn es darin heißt: Der Druck wird so groß werden, das lassen sich die Leute nicht mehr gefallen. Außerdem müssen sich die Freiheitlichen irgendwann einmal entscheiden, auf welcher Seite sie stehen. Sie geben sich doch so gerne jugendlich und dynamisch. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum zeigen Sie getürkte Bilder her? Sie trauen sich nicht, das noch einmal herzuzeigen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie wollen kein Stadion haben!
Meine Damen und Herren! Noch ein Hinweis, was die Glaubwürdigkeit der FPÖ in der Sportpolitik betrifft. Bitte, Frau Vizekanzlerin, ersparen Sie uns und ersparen Sie sich selbst die Lippenbekenntnisse, dass Parteipolitik in Ihrer Sportpolitik nichts verloren habe. Wenn ich an das EM-Stadion in Kärnten denke, dann möchte ich Sie bitten: Seien Sie einfach ehrlich und sagen Sie: Was der Herr Dr. Haider mir anschaffen wird, das werde ich tun. – So ist doch die Situation mit dem Stadion in Kärnten! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie wollen kein Stadion haben!)
Abg. Ing. Westenthaler – eine Zeitung in die Höhe haltend –: Alle Klone haben Defekte! Aufpassen!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächste Rednerin zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Mag. Frieser. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 10 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – eine Zeitung in die Höhe haltend –: Alle Klone haben Defekte! Aufpassen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist der Vickerl?
Abgeordneter Dr. Peter Wittmann (SPÖ): Herr Präsident! Frau Vizekanzler! (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist der Vickerl?) Manche Zwischenrufe sind an Infantilität nicht mehr überbietbar. (Abg. Haigermoser: Wo ist Vickerl? Wo ist Ihr ehemaliger Chef? – Ruf bei der SPÖ: Wo ist Haider?) Sehr geehrte Frau Vizekanzlerin! Wir hören von Ihnen seit einem Jahr nichts als Worthülsen, als Sprechblasen, nichts als Ankündigungen, und in Wirklichkeit ist in puncto Verwaltungsreform beziehungsweise Bundesstaatsreform nichts, aber schon gar nichts geschehen. (Abg. Haigermoser: Herr Kollege! Ich frage Sie: Wo ist Ludevik geblieben, genannt Vickerl?) Sie haben es nicht zustande gebracht, ein abschließendes Papier zu präsentieren beziehungsweise eine Ihrer Kommissionen dazu zu bewegen, dass sie ihre Tätigkeit auch mit irgendwelchen Aussagen abschließt. Sie haben drei Kommissionen eingesetzt und nicht eine Kommission, um diese Verwaltungsreform in Gang zu bringen.
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist denn Ihr einfaches Parteimitglied?
Ich glaube, Sie sollten sich einmal selbst ein Ziel setzen und festlegen, was Sie eigentlich erreichen wollen. Sie reden sich dauernd auf Kommissionen aus, Sie versuchen permanent, Zeit zu gewinnen. Ihr eigener Chef oder wie immer Sie ihn nennen wollen (Abg. Achatz: Wo ist denn Ihr ehemaliger Chef?), Ihr "einfaches Parteimitglied", dem Sie doch sehr viel Vertrauen schenken (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist denn Ihr einfaches Parteimitglied?), hat gesagt, die Regierung sei ein Tummelplatz unfähiger Experten geworden.
Abg. Ing. Westenthaler: Argentinien! – Abg. Haigermoser: Hasta la vista!
Sie versuchen permanent davon abzulenken, dass Sie mit Problemen in der FPÖ beschäftigt sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Argentinien! – Abg. Haigermoser: Hasta la vista!) Das interessiert den österreichischen Staatsbürger nicht, ob Sie Ihre parteiinternen Probleme lösen können, es wäre aber sehr wohl von Bedeutung, wenn Sie endlich einmal irgendein Ergebnis zu einer Strukturreform vorlegen könnten. (Abg. Ing. Westenthaler: Hasta la vista!)
Abg. Ing. Westenthaler: Hasta la vista!
Sie versuchen permanent davon abzulenken, dass Sie mit Problemen in der FPÖ beschäftigt sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Argentinien! – Abg. Haigermoser: Hasta la vista!) Das interessiert den österreichischen Staatsbürger nicht, ob Sie Ihre parteiinternen Probleme lösen können, es wäre aber sehr wohl von Bedeutung, wenn Sie endlich einmal irgendein Ergebnis zu einer Strukturreform vorlegen könnten. (Abg. Ing. Westenthaler: Hasta la vista!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben kein Geld für einen Anzug! – Abg. Haigermoser: Klima hat Wittmann – und "Grolli" zurückgelassen!
In Wirklichkeit ist es, glaube ich, höchst an der Zeit, dass Sie damit aufhören, das Geld für "schwachsinnige Inserate" auszugeben. Ich zitiere Ihren eigenen Landeshauptmann aus Kärnten, der von "schwachsinnigen Inseraten" spricht. – Das sind sie auch! Dafür haben Sie Geld, aber umgesetzt haben Sie nichts. Und das muss an dieser Stelle einmal festgehalten werden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben kein Geld für einen Anzug! – Abg. Haigermoser: Klima hat Wittmann – und "Grolli" zurückgelassen!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Er ist das von Klima gewohnt, da waren es noch 40!
Sehr geehrter Herr Kollege Wittmann! Was die Qualität Ihrer Informationen und Ihrer Recherche betrifft, möchte ich nur an einem einzigen Beispiel darlegen: Herr Kollege Wittmann! Sie haben hier gesagt, ich sei mit 20 Mitarbeitern in St. Anton gewesen. Ich teile Ihnen mit: Ich habe gar keine 20 Mitarbeiter in meinem Büro. Von meinem Mitarbeiterstab war genau ein einziger Mitarbeiter in St. Anton. (Abg. Böhacker: Das ist peinlich!) – So viel zur Qualität Ihrer Recherche und Ihrer Vorwürfe. Ein weiterer Kommentar zu Ihren Ausführungen erübrigt sich daher. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Er ist das von Klima gewohnt, da waren es noch 40!)
Sitzung Nr. 64
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was hat der Kollege Gaál heute?
Das würde auch die Bevölkerung nicht verstehen, wie letztlich auch die Wiener Wahlen bestätigt haben. Wenn Sie das Ergebnis genau analysieren, werden Sie mir darin Recht geben, denn Wien hat gegen diese unsoziale Politik gestimmt – und außerdem schaden Sie damit auch der Politik des österreichischen Bundesheeres, Herr Bundesminister. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was hat der Kollege Gaál heute?)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten es sich vorher aufschreiben!
Abgeordnete Mag. Ulrike Lunacek (Grüne): Herr Kollege Ofner hat behauptet, dass ich die Anerkennung der mazedonischen Volksgruppe in Mazedonien (Rufe: Albanischen!), der albanischen (Abg. Kiss: Na, na!) – was habe ich gesagt? –, der albanischen Volksgruppe in Mazedonien nicht anerkennen würde (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten es sich vorher aufschreiben!), der albanischen Volksgruppe in Mazedonien nicht anerkennen würde.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Letztklassig! – Abg. Dr. Pumberger: Seien Sie unbesorgt! – Abg. Ing. Westenthaler: Damit haben Sie wieder Ihre Letztklassigkeit unter Beweis gestellt! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Es muss möglich sein, darüber zu sprechen, dass es ein freies Mandat gibt und nicht ein an die Fraktionsdisziplin gebundenes Mandat. Das sollten Sie ernst nehmen! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Letztklassig! – Abg. Dr. Pumberger: Seien Sie unbesorgt! – Abg. Ing. Westenthaler: Damit haben Sie wieder Ihre Letztklassigkeit unter Beweis gestellt! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Edlinger: Wo ist Gaugg? – Abg. Ing. Westenthaler – neben seinem Platz stehend –: Wo ist Nürnberger, wo ist Kostelka?
Wir kommen nunmehr zur Abstimmung über den Antrag, dem Finanzausschuss zur Berichterstattung über den Antrag 387/A der Abgeordneten Dr. Gusenbauer und Genossen betreffend ein Bundesgesetz, mit dem das Einkommensteuergesetz 1988 geändert wird, eine Frist bis 9. Mai 2001 zu setzen. (Abg. Edlinger: Wo ist Gaugg? – Abg. Ing. Westenthaler – neben seinem Platz stehend –: Wo ist Nürnberger, wo ist Kostelka?)
Beifall bei der SPÖ, weil auch Abg. Ing. Westenthaler steht.
Ich ersuche jene Damen und Herren, die für den Fristsetzungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. (Beifall bei der SPÖ, weil auch Abg. Ing. Westenthaler steht.) – Ich stelle fest, das ist die Minderheit und damit abgelehnt. (Abg. Riepl: Bravo Westenthaler! Er hat das unterstützt!)
Abg. Riepl: Bravo Westenthaler! Er hat das unterstützt!
Ich ersuche jene Damen und Herren, die für den Fristsetzungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. (Beifall bei der SPÖ, weil auch Abg. Ing. Westenthaler steht.) – Ich stelle fest, das ist die Minderheit und damit abgelehnt. (Abg. Riepl: Bravo Westenthaler! Er hat das unterstützt!)
Sitzung Nr. 65
Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat das gesagt?
200 S bis 300 S pro Besuch! (Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat das gesagt?) – Der SPÖ-Gesundheitsstadtrat Rieder hat das gesagt (Abg. Ing. Westenthaler: Ach so? Der Rieder hat das gesagt?), aber schon vor vielen Jahren. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Gehört der nicht zu euch, der Rieder? – Abg. Schwarzenberger: Der wird jetzt ausgeschlossen, der Rieder! – Abg. Dr. Kostelka: Ihr scheint wirklich Probleme zu haben! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ach so? Der Rieder hat das gesagt?
200 S bis 300 S pro Besuch! (Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat das gesagt?) – Der SPÖ-Gesundheitsstadtrat Rieder hat das gesagt (Abg. Ing. Westenthaler: Ach so? Der Rieder hat das gesagt?), aber schon vor vielen Jahren. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Gehört der nicht zu euch, der Rieder? – Abg. Schwarzenberger: Der wird jetzt ausgeschlossen, der Rieder! – Abg. Dr. Kostelka: Ihr scheint wirklich Probleme zu haben! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Gehört der nicht zu euch, der Rieder? – Abg. Schwarzenberger: Der wird jetzt ausgeschlossen, der Rieder! – Abg. Dr. Kostelka: Ihr scheint wirklich Probleme zu haben! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
200 S bis 300 S pro Besuch! (Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat das gesagt?) – Der SPÖ-Gesundheitsstadtrat Rieder hat das gesagt (Abg. Ing. Westenthaler: Ach so? Der Rieder hat das gesagt?), aber schon vor vielen Jahren. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Gehört der nicht zu euch, der Rieder? – Abg. Schwarzenberger: Der wird jetzt ausgeschlossen, der Rieder! – Abg. Dr. Kostelka: Ihr scheint wirklich Probleme zu haben! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Bei den Reise- und Fahrtkosten ist von einer Pflichtleistung auf eine Kann-Leistung reduziert worden – plus Beitragserhöhungen. Sie haben das Taschengeld der Behinderten von 1000 S auf 500 S gekürzt – und das plus Beitragserhöhungen. (Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Eine tatsächliche Bestätigung!
Ich spreche mich für eine vernünftige Kurskorrektur im Gesundheitswesen aus, wehre mich aber entschieden gegen das ständige Krankjammern des öffentlichen Gesundheitswesens zur Budgetsanierung. Mit Nachdruck wende ich mich gegen den Vorschlag des ÖVP-Gesundheitssprechers Rasinger, mit einem eindeutigen Nein zu einem generellen Spitalsselbstbehalt. Die Krankenhaushäufigkeit nimmt in höherem Alter zu. Der Selbstbehalt träfe daher in erster Linie Menschen mit niedrigerem Einkommen. – Zitatende. (Abg. Ing. Westenthaler: Eine tatsächliche Bestätigung!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Ihr solltet draufschreiben: "Bitte nicht füttern!" Das wäre besser! Wie im Zoo!
Bundesminister für soziale Sicherheit und Generationen Mag. Herbert Haupt (fortsetzend): Danke, Herr Präsident! Die Damen und Herren, die sich hier wie in der Schule aufführen, richten sich, glaube ich, selbst. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Ihr solltet draufschreiben: "Bitte nicht füttern!" Das wäre besser! Wie im Zoo!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Lebhafter Widerspruch bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Er hat es euch schön hineingesagt!
Diese Koalition, diese Bundesregierung wird an ihren Taten gemessen werden und nicht an der Verunsicherung, die Sie verbreiten! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Lebhafter Widerspruch bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Er hat es euch schön hineingesagt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr ÖGB-Präsident Verzetnitsch! Mit solchen "Experten" werden Sie nicht weit kommen! – Abg. Verzetnitsch: Sie wollen den Kritikern das Handwerk legen!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Mag. Plank. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Herr ÖGB-Präsident Verzetnitsch! Mit solchen "Experten" werden Sie nicht weit kommen! – Abg. Verzetnitsch: Sie wollen den Kritikern das Handwerk legen!)
Abg. Heinisch-Hosek – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Presseaussendung Westenthaler!
Abgeordneter Ing. Peter Westenthaler (Freiheitliche): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Abgeordnete Heinisch-Hosek, also jene Abgeordnete, die als einzige Abgeordnete hier herinnen mit einem sechsstelligen Dreifachbezug sitzt, hat hier tatsächlich behauptet (Abg. Schwemlein: Wie schaut es denn mit den vier Pensionen vom Pumberger aus?), dass Lehrlinge in die Ambulanzgebührenbefreiung nicht hineinfielen und deshalb Ambulanzgebühren zahlen müssten. – Dies ist unrichtig! (Abg. Heinisch-Hosek – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Presseaussendung Westenthaler!)
Abg. Ing. Westenthaler: Zur Geschäftsordnung!
Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Grabner. (Abg. Ing. Westenthaler: Zur Geschäftsordnung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt keine tatsächliche Berichtigung zu einer tatsächlichen Berichtigung!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Herr Abgeordneter! Sie haben im Prinzip Recht, allerdings kann beim Anmelden einer tatsächlichen Berichtigung noch nicht ersehen werden, wozu diese tatsächliche Berichtigung erfolgt. Insofern ist ihr vom Präsidium her stattzugeben. Es stellt sich erst im Nachhinein heraus, ob sie richtig gehandhabt wurde oder nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt keine tatsächliche Berichtigung zu einer tatsächlichen Berichtigung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wenn sie nicht Bezug nimmt, müssen Sie sie unterbrechen! Sie hätten das gar nicht zulassen dürfen!
Die tatsächliche Berichtigung hat in zwei Fällen, und zwar in der von Ihnen angesprochenen Hinsicht beziehungsweise auch von der Art der Durchführung her, zweifelsohne nicht den richtigen Inhalt gehabt. Im zweiten Fall lässt sich streiten. (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn sie nicht Bezug nimmt, müssen Sie sie unterbrechen! Sie hätten das gar nicht zulassen dürfen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat das aufgeschrieben?
Die Frau Vizekanzlerin hat gemeint, es müsste das Tempo etwas gedrosselt werden. – Gerade bei diesem Gesetz haben wir gesehen, dass das Tempo nicht gedrosselt wurde, sondern man ist in dieser Angelegenheiten noch viel schneller vorgegangen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat das aufgeschrieben?)
Abg. Ing. Westenthaler: Alle, die unter 8 400 S sind, ...!
Herr Abgeordneter Westenthaler! Wenn Sie ein Mann sind, der Charakter hat, dann mache ich Ihnen jetzt ein Angebot, und das Angebot gilt. (Abg. Ing. Westenthaler: Alle, die unter 8 400 S sind, ...!) Das, was Sie sagen, stimmt nicht. Und nehmen Sie zur Kenntnis, warum es nicht stimmt. Aber wenn Sie überzeugt sind, das stimmt, dann können Sie ja sagen: Topp, die Wette gilt! 99 Prozent der Lehrlinge wohnen im Familienverband und haben keinen eigenen Haushalt. In diesem Fall werden 12,5 Prozent des Familieneinkommens zur Lehrlingsentschädigung dazugerechnet. Für den Fall, dass Mutter und Vater nur angelernte Arbeitnehmer sind, dann haben sie miteinander 30 000 S. 12,5 Prozent machen mehr als 3 000 S aus, und der Sohn wird in diesem Falle keine Befreiung von der Ambulanzgebühr erhalten.
Lebhafter Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wieder mehr Applaus als der Herr Gusenbauer! Ich würde mir schön langsam Sorgen machen!
Nehmen Sie die Wette an! Jeder Lehrling, der Ambulanzgebühr zahlen muss, soll die Rechnung Ihnen oder in den FPÖ-Klub schicken, und Sie bezahlen sie. Das ist ganz einfach, Herr Westenthaler. (Lebhafter Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wieder mehr Applaus als der Herr Gusenbauer! Ich würde mir schön langsam Sorgen machen!)
Abg. Grabner: Das haben Sie aber dem Westenthaler nicht gesagt!
§ 58 Abs. 2 GOG lautet: "Eine tatsächliche Berichtigung hat mit der Wiedergabe der zu berichtigenden Behauptung zu beginnen und hat dieser Behauptung den berichtigten Sachverhalt gegenüberzustellen." – (Abg. Grabner: Das haben Sie aber dem Westenthaler nicht gesagt!)
Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Das sollten Sie zehnmal abschreiben!
Weiters sind tatsächliche Berichtigungen nicht zulässig, wenn es nicht um Tatsachenfeststellungen, sondern um Meinungen oder Auffassungen – in Klammern: politische Wertungen – geht. (Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Das sollten Sie zehnmal abschreiben!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Zehnmal solltet ihr die Geschäftsordnung abschreiben! – Gegenrufe bei der SPÖ.
Bitte, Herr Abgeordneter Nürnberger, Sie sind an der Reihe mit einer tatsächlichen Berichtigung. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Zehnmal solltet ihr die Geschäftsordnung abschreiben! – Gegenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Nürnberger –: Das war ein ganz schöner Absturz! – Gegenrufe bei der SPÖ.
Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Haigermoser. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Nürnberger –: Das war ein ganz schöner Absturz! – Gegenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Die SPÖ-Parteikassa bitte nicht zu vergessen! – Gegenrufe bei der SPÖ.
Das werden wir deswegen nicht zulassen, Herr Kollege Nürnberger, weil die Rechnungen, die Sie aufzumachen versucht haben (Abg. Nürnberger: Leider stimmen!), genau jenen Rechnungen entsprechen, die Sie uns in Bezug auf den "Konsum" aufzutischen versucht haben! Und auf eine solche Rechnungslegung wollen wir ganz und gar verzichten, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Die SPÖ-Parteikassa bitte nicht zu vergessen! – Gegenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Nein!
Meine Damen und Herren! Sie wollen Ambulanzen mit Arbeitgeberbeiträgen für die Arbeiter finanzieren, also Lohnkosten für die Arbeiter erhöhen! Ist das sozial? Ist das arbeitnehmerfreundlich? (Abg. Ing. Westenthaler: Nein!) – Ich sage eindeutig nein zu diesem Vorschlag, Herr Präsident Verzetnitsch und Herr Nürnberger! Wir können dieses Problem nicht zu Lasten der Arbeiter lösen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das werden wir allen Ärzten mitteilen!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sagen Sie es doch klar und deutlich: Wenn die privaten Ärzte so gut wären, warum gehen denn die Leute dann in die Ambulanzen? Erklären Sie das doch einmal! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das werden wir allen Ärzten mitteilen!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie wollen die Beiträge erhöhen, Herr Kollege Verzetnitsch! Seien Sie doch einmal ehrlich und sagen Sie, dass Sie die Beiträge erhöhen wollen!
Wenn wir also von einer Neuordnung des Gesundheitssystems reden und tatsächlich die praktischen Ärzte, die hervorragende Arbeit leisten, in dieses System integrieren, warum machen wir dann eine Strafsteuer? Das Produkt würde doch für sich selbst sprechen! Ich kenne genügend Menschen, die keine Ambulanz aufsuchen, sondern von ihrem praktischen Arzt bestens behandelt werden. Das, was Sie machen, ist Zwangsbeglückung, Zuordnung, obwohl Sie keine Alternative vorweisen können, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie wollen die Beiträge erhöhen, Herr Kollege Verzetnitsch! Seien Sie doch einmal ehrlich und sagen Sie, dass Sie die Beiträge erhöhen wollen!)
Beifall bei der SPÖ. – Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP angesichts des auf seinem Platz anwesenden Abg. Dr. Ofner. – Abg. Ing. Westenthaler: Kollege Ofner ist ja da!
Aber es passt in Ihre Linie, wie es gestern in der Sendung "Betrifft" deutlich herausgekommen ist: Kritikern "das Handwerk zu legen", Kritiker mundtot zu machen. Bei Ihnen darf es nur Ja-Sager geben, und wenn sie nicht ja sagen, dann gehen sie in Krankenstand, so wie Abgeordneter Ofner! (Beifall bei der SPÖ. – Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP angesichts des auf seinem Platz anwesenden Abg. Dr. Ofner. – Abg. Ing. Westenthaler: Kollege Ofner ist ja da!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist das für ein Antrag über die "Krankensteuer"? Die gibt es ja gar nicht!
Ich bitte jene Damen und Herren, die dem Entschließungsantrag Grünewald ihre Zustimmung erteilen, um ein Zeichen. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist das für ein Antrag über die "Krankensteuer"? Die gibt es ja gar nicht!) – Der Antrag trägt die Bezeichnung, die ihm der Antragsteller gibt. Mir ist im Plenum schon hundertmal aufgefallen, dass Formulierungen verwendet werden – sowohl von der Regierung als auch von der Opposition –, die von den so genannten verba legalia abweichen. Das ist ständige Praxis hier im Hohen Hause. Ich habe den Antrag so zu verlesen, wie er eingebracht wurde. Herr Abgeordneter Grünewald will die "Krankensteuer" abschaffen. (Abg. Dr. Martin Graf – in Richtung Grüne –: Wollen Sie die Krankensteuer einführen? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Sitzung Nr. 66
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Flugzettel fabrizieren!
Nach dem Motto "Man beißt nicht die Hand, die einen füttert" werden Sie unsere Wissenschafter und unsere Forscher nicht in die Knie zwingen und ihnen aufzwingen, das zu lehren, was Ihnen gefällt. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Flugzettel fabrizieren!)
Beifall bei der SPÖ. – Die Rednerin überreicht der auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministerin Gehrer ein Los. – Abg. Ing. Westenthaler: Das lernt man auf der Uni!
Dem Redebeitrag der Kollegin Wolfmayr, die unter anderem auch die "Macht der Sprache" zitiert hat, habe ich sehr gespannt zugehört. Ich hoffe, Sie bestellen sich diese Broschüre. Sie hat weiters ein paar nette Lose gezeigt, Rubbellose; ich möchte in diesem Sinn der Frau Bundesministerin ein ganz spezielles Los überreichen: das "Hoffnungslos" der Jungen Generation. Vielleicht gefällt es Ihnen. (Beifall bei der SPÖ. – Die Rednerin überreicht der auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministerin Gehrer ein Los. – Abg. Ing. Westenthaler: Das lernt man auf der Uni!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: So ein Blödsinn!
Während die SPÖ mehr Demokratie in die Schule bringen will und mit entsprechenden Anträgen – hören Sie gut zu, Sie sagen ja immer, wir bringen keine Ideen ein! – einen Ausbau der Schülermitbestimmungs- und -mitentscheidungsrechte verlangt hat, denken rechtskonservative Abgeordnete der regierenden Parteien über die Wiedereinführung des geistigen Rohrstaberls in der Schule nach. Auch dagegen verwahren wir uns! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: So ein Blödsinn!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich fürchte, Sie haben das selbst aufgeschrieben!
Das ist nicht nur vorvorgestrig, sondern das widerspricht auch allen wissenschaftlichen Erkenntnissen und vor allem den Erfahrungen, die viele österreichische PädagogInnen in der Ausübung ihres Berufes machen. Deutlicher als mit der Gesetzesvorlage zu den Erziehungsvereinbarungen kann man die Gegensätzlichkeit von zwei völlig konträren Weltbildern gar nicht manifestieren. Daher lehnt die SPÖ diese Erziehungsvereinbarungen auch ab. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich fürchte, Sie haben das selbst aufgeschrieben!)
Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie das alles selbst aufgeschrieben?
So wie in anderen Bereichen der Politik treibt das autoritäre Denken der Freiheitlichen Partei die FPÖ-Minister vor sich her. (Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie das alles selbst aufgeschrieben?) Ein wunderschönes Beispiel von freiheitlicher Polemik gegenüber Lehrerinnen und Lehrern wurde den ÖsterreicherInnen gestern Abend in der Sendung "Betrifft" vorgeführt. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum lesen Sie das alles runter? Wer hat Ihnen das aufgeschrieben?) Da haben wir ja gehört, was Ihnen die Frau Vizekanzlerin und Ihr ehemaliger Parteiobmann alles schon gesagt haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Schwemlein hat Ihnen das aufgeschrieben? Ist das wahr? Das ist peinlich!) Was mich besonders daran empört, ist, dass das "einfache Parteimitglied" meinte, man müsse den Lehrern, die bereit sind, die Regierung zu kritisieren, das Handwerk legen, man müsse diesbezüglich in der Regierung endlich Flagge zeigen. (Abg. Ing. Westenthaler: Verlesen Sie sich nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Warum lesen Sie das alles runter? Wer hat Ihnen das aufgeschrieben?
So wie in anderen Bereichen der Politik treibt das autoritäre Denken der Freiheitlichen Partei die FPÖ-Minister vor sich her. (Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie das alles selbst aufgeschrieben?) Ein wunderschönes Beispiel von freiheitlicher Polemik gegenüber Lehrerinnen und Lehrern wurde den ÖsterreicherInnen gestern Abend in der Sendung "Betrifft" vorgeführt. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum lesen Sie das alles runter? Wer hat Ihnen das aufgeschrieben?) Da haben wir ja gehört, was Ihnen die Frau Vizekanzlerin und Ihr ehemaliger Parteiobmann alles schon gesagt haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Schwemlein hat Ihnen das aufgeschrieben? Ist das wahr? Das ist peinlich!) Was mich besonders daran empört, ist, dass das "einfache Parteimitglied" meinte, man müsse den Lehrern, die bereit sind, die Regierung zu kritisieren, das Handwerk legen, man müsse diesbezüglich in der Regierung endlich Flagge zeigen. (Abg. Ing. Westenthaler: Verlesen Sie sich nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Schwemlein hat Ihnen das aufgeschrieben? Ist das wahr? Das ist peinlich!
So wie in anderen Bereichen der Politik treibt das autoritäre Denken der Freiheitlichen Partei die FPÖ-Minister vor sich her. (Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie das alles selbst aufgeschrieben?) Ein wunderschönes Beispiel von freiheitlicher Polemik gegenüber Lehrerinnen und Lehrern wurde den ÖsterreicherInnen gestern Abend in der Sendung "Betrifft" vorgeführt. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum lesen Sie das alles runter? Wer hat Ihnen das aufgeschrieben?) Da haben wir ja gehört, was Ihnen die Frau Vizekanzlerin und Ihr ehemaliger Parteiobmann alles schon gesagt haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Schwemlein hat Ihnen das aufgeschrieben? Ist das wahr? Das ist peinlich!) Was mich besonders daran empört, ist, dass das "einfache Parteimitglied" meinte, man müsse den Lehrern, die bereit sind, die Regierung zu kritisieren, das Handwerk legen, man müsse diesbezüglich in der Regierung endlich Flagge zeigen. (Abg. Ing. Westenthaler: Verlesen Sie sich nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Verlesen Sie sich nicht!
So wie in anderen Bereichen der Politik treibt das autoritäre Denken der Freiheitlichen Partei die FPÖ-Minister vor sich her. (Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie das alles selbst aufgeschrieben?) Ein wunderschönes Beispiel von freiheitlicher Polemik gegenüber Lehrerinnen und Lehrern wurde den ÖsterreicherInnen gestern Abend in der Sendung "Betrifft" vorgeführt. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum lesen Sie das alles runter? Wer hat Ihnen das aufgeschrieben?) Da haben wir ja gehört, was Ihnen die Frau Vizekanzlerin und Ihr ehemaliger Parteiobmann alles schon gesagt haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Schwemlein hat Ihnen das aufgeschrieben? Ist das wahr? Das ist peinlich!) Was mich besonders daran empört, ist, dass das "einfache Parteimitglied" meinte, man müsse den Lehrern, die bereit sind, die Regierung zu kritisieren, das Handwerk legen, man müsse diesbezüglich in der Regierung endlich Flagge zeigen. (Abg. Ing. Westenthaler: Verlesen Sie sich nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das kennen Sie gar nicht! Den Betrieb in einer HTL können Sie nicht kennen! Ich kenne ihn! Ich weiß, wie das ist!
Ich frage mich: Kennen Sie ein Seminar, eine Weiterbildungsveranstaltung in der Privatwirtschaft, in der im interaktiven Verfahren Inhalte erarbeitet werden, bei der die Gruppengröße die Zahl 30 übersteigt? – Ich kann mir ganz einfach nicht vorstellen, dass Sie bei Trainings mit mehr als 15 Personen in einer Gruppe zusammenarbeiten. Schauen Sie sich einmal den Schulalltag in einer HTL an: Dort sitzen bis zu 36 Schüler in einer Klasse, um sich auf zukünftige Aufgaben vorzubereiten. (Abg. Ing. Westenthaler: Das kennen Sie gar nicht! Den Betrieb in einer HTL können Sie nicht kennen! Ich kenne ihn! Ich weiß, wie das ist!)
Abg. Ing. Westenthaler: Schwemlein hat ihr eine Rede aufgeschrieben! Professor Schwemlein! Ein Mann, der so ist, wie er heißt!
Gerade die HTL-Schülerinnen und -Schüler hätten sich kleinere Gruppengrößen verdient, um sich auf ihre Aufgaben vorbereiten zu können. (Abg. Ing. Westenthaler: Schwemlein hat ihr eine Rede aufgeschrieben! Professor Schwemlein! Ein Mann, der so ist, wie er heißt!) Wenn dort Wissensvermittlung auf höchstem pädagogischen Niveau stattfinden können soll, dann müssen Sie uns das, Frau Ministerin, als Ex-Lehrerin auch einmal vorführen. (Abg. Ing. Westenthaler: Gott sei Dank ist die Rede aus! – Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Gott sei Dank ist die Rede aus! – Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Gerade die HTL-Schülerinnen und -Schüler hätten sich kleinere Gruppengrößen verdient, um sich auf ihre Aufgaben vorbereiten zu können. (Abg. Ing. Westenthaler: Schwemlein hat ihr eine Rede aufgeschrieben! Professor Schwemlein! Ein Mann, der so ist, wie er heißt!) Wenn dort Wissensvermittlung auf höchstem pädagogischen Niveau stattfinden können soll, dann müssen Sie uns das, Frau Ministerin, als Ex-Lehrerin auch einmal vorführen. (Abg. Ing. Westenthaler: Gott sei Dank ist die Rede aus! – Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das Lamperl rettet Sie jetzt!
Ich stehe aber auch nicht an, darauf hinzuweisen, dass vor allem Kollege Schweitzer letzte Woche damit begonnen hat (Abg. Ing. Westenthaler: Das Lamperl rettet Sie jetzt!), auf eine Kollegin, die mit ihrer Schülergruppe auf der Galerie Platz genommen hat, hinzuweisen. Sie ist mit einer Integrationsklasse gekommen. (Zwischenruf des Abg. Jung. ) Er hat damals gemeint, das sei ein ganz positives Schüler- Lehrer-Verhältnis in Österreich. Dass es sich hiebei aber um eine Integrationsklasse mit schwerstbehinderten Kindern gehandelt hat, dass man da einen ganz besonderen Bedarf an zusätzlichem Lehr- und Betreuungspersonal hat, dass dabei natürlich auch andere Begleitpersonen Hilfestellung geben müssen, damit diese Schülerinnen und Schüler das Hohe Haus überhaupt besuchen können (Abg. Ing. Westenthaler: Das haben Sie jetzt frei gesagt!), um zuzuhören, um politische Bildung lebbar zu machen, das hat er nicht bedacht und hat hier seine politische Polemik auf dem Rücken dieser Schülerinnen und Schüler durchgezogen.
Abg. Ing. Westenthaler: Das haben Sie jetzt frei gesagt!
Ich stehe aber auch nicht an, darauf hinzuweisen, dass vor allem Kollege Schweitzer letzte Woche damit begonnen hat (Abg. Ing. Westenthaler: Das Lamperl rettet Sie jetzt!), auf eine Kollegin, die mit ihrer Schülergruppe auf der Galerie Platz genommen hat, hinzuweisen. Sie ist mit einer Integrationsklasse gekommen. (Zwischenruf des Abg. Jung. ) Er hat damals gemeint, das sei ein ganz positives Schüler- Lehrer-Verhältnis in Österreich. Dass es sich hiebei aber um eine Integrationsklasse mit schwerstbehinderten Kindern gehandelt hat, dass man da einen ganz besonderen Bedarf an zusätzlichem Lehr- und Betreuungspersonal hat, dass dabei natürlich auch andere Begleitpersonen Hilfestellung geben müssen, damit diese Schülerinnen und Schüler das Hohe Haus überhaupt besuchen können (Abg. Ing. Westenthaler: Das haben Sie jetzt frei gesagt!), um zuzuhören, um politische Bildung lebbar zu machen, das hat er nicht bedacht und hat hier seine politische Polemik auf dem Rücken dieser Schülerinnen und Schüler durchgezogen.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Schasching – das Rednerpult verlassend –: Minus 10 Prozent, Herr Westenthaler!
Nicht nur die Sozialdemokratie erwartet sich Antworten, Frau Bundesministerin, sondern auch die SchülerInnen und die LehrerInnen Österreichs. Schweigen Sie nicht, Frau Bundesministerin! Wenn einer ständig schweigt, ist das schon genug. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Schasching – das Rednerpult verlassend –: Minus 10 Prozent, Herr Westenthaler!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Schwemlein. – Abg. Ing. Westenthaler: Sehr kompetent!
Die Zahl der Universitätsabgänger und Fachhochschulabsolventen wird sich bis zum Jahre 2003 ebenfalls vervierfachen; derzeit sind es 850 Absolventen. Es gibt eine richtige Schwerpunktsetzung ebenso im Technologiebereich; jede Konzentration im IT-Bereich kann einfach nur einen Vorsprung im internationalen Wettbewerb bedeuten. Gerade bei dieser Konzentration spielen die Fachhochschulen eine zentrale Rolle. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Schwemlein. – Abg. Ing. Westenthaler: Sehr kompetent!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war ein wohltuender Unterschied! Von einer Lesung zu einer Rede!
Ich glaube, Bildungspolitik kann man nicht einfach auf Diskussionen über Zulagen beziehungsweise Streichungen reduzieren. Es wäre viel zu einfach, wenn man den Bildungsbereich auf diese Ebene reduzieren würde. Ich meine, es ist wichtig, zu erkennen, wo die Herausforderungen der Zukunft liegen und wo diesbezüglich die Schwerpunkte im Bereich der Ausbildung wie auch der Bildung zu setzen sind. Gerade unsere Bundesregierung hat dies erkannt und hat diesbezüglich auch die richtigen Schwerpunkte gesetzt. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war ein wohltuender Unterschied! Von einer Lesung zu einer Rede!)
Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie auch inskribiert?
Abgeordnete Mag. Ulrike Lunacek (Grüne): Herr Präsident! Frau Ministerin! Meine Damen und Herren! Ich möchte zuerst kurz auf die Rede des freiheitlichen Abgeordneten Graf eingehen (Abg. Schwemlein: Zahlt sich nicht aus!), der hier eine Lehrveranstaltung aus dem Sommersemester 2001 zitiert und kritisiert hat (Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie auch inskribiert?), dass unter dem Titel "Kultur des politischen Widerstandes" in der Europäischen Ethnologie auch das behandelt wird (Abg. Ing. Westenthaler: Flugzettel basteln, oder was?), was derzeit in Österreich passiert und im letzten Jahr in Österreich passiert ist. Dem Herrn Graf sei gesagt: Ethnologie ist nicht nur das, was bei fremden Völkern irgendwo in Afrika passiert (Abg. Öllinger: Baströckchen!), sondern es ist mittlerweile in einem modernen Verständnis sehr wohl das, was an Volkskultur – und das ist nicht nur Folklore – auch in Österreich passiert. Sich das anzusehen, das kann doch wohl nur in Ordnung sein! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Flugzettel basteln, oder was?
Abgeordnete Mag. Ulrike Lunacek (Grüne): Herr Präsident! Frau Ministerin! Meine Damen und Herren! Ich möchte zuerst kurz auf die Rede des freiheitlichen Abgeordneten Graf eingehen (Abg. Schwemlein: Zahlt sich nicht aus!), der hier eine Lehrveranstaltung aus dem Sommersemester 2001 zitiert und kritisiert hat (Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie auch inskribiert?), dass unter dem Titel "Kultur des politischen Widerstandes" in der Europäischen Ethnologie auch das behandelt wird (Abg. Ing. Westenthaler: Flugzettel basteln, oder was?), was derzeit in Österreich passiert und im letzten Jahr in Österreich passiert ist. Dem Herrn Graf sei gesagt: Ethnologie ist nicht nur das, was bei fremden Völkern irgendwo in Afrika passiert (Abg. Öllinger: Baströckchen!), sondern es ist mittlerweile in einem modernen Verständnis sehr wohl das, was an Volkskultur – und das ist nicht nur Folklore – auch in Österreich passiert. Sich das anzusehen, das kann doch wohl nur in Ordnung sein! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber Flugzettel kann jeder basteln! Da brauche ich nicht eine Vorlesung!
Aber wahrscheinlich war es so, dass er die Auffassung vertritt, dass an den Universitäten nur das gelehrt werden darf, was ihm oder den Freiheitlichen oder der Regierung genehm ist. Meine Damen und Herren! Dieses Verständnis von Lehre können wir auf keinen Fall teilen. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber Flugzettel kann jeder basteln! Da brauche ich nicht eine Vorlesung!) Dieses Verständnis von Lehre ist eines, das wahrscheinlich "Leere" – mit Doppel-e – heißt und nicht "Lehre" mit "eh". Diesem Verständnis können wir uns auf keinen Fall anschließen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Kollegin, sprechen Sie nicht über Privilegien, denn sonst fällt mir Ihre Landesrats-Pension ein!
Dieser Dipl.-Ing. Miko soll – das liegt ja mittlerweile schon sehr auf der Hand; einige Anfragen dazu waren ja sehr interessant – zu einem "Generalsekretär" des Ressorts gemacht werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Kollegin, sprechen Sie nicht über Privilegien, denn sonst fällt mir Ihre Landesrats-Pension ein!) Es gab dazu eine Ausschreibung, und das Ergebnis dieser Ausschreibung sei so eindeutig gewesen, dass, wie die Ministerin in der Beantwortung einer entsprechenden Anfrage sagte, irgendeine Vermutung in diesem Zusammenhang "jeglicher Grundlage entbehre". (Abg. Ing. Westenthaler: Was hat denn dem Land Tirol Ihre Pension gekostet?)
Abg. Ing. Westenthaler: Was hat denn dem Land Tirol Ihre Pension gekostet?
Dieser Dipl.-Ing. Miko soll – das liegt ja mittlerweile schon sehr auf der Hand; einige Anfragen dazu waren ja sehr interessant – zu einem "Generalsekretär" des Ressorts gemacht werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Kollegin, sprechen Sie nicht über Privilegien, denn sonst fällt mir Ihre Landesrats-Pension ein!) Es gab dazu eine Ausschreibung, und das Ergebnis dieser Ausschreibung sei so eindeutig gewesen, dass, wie die Ministerin in der Beantwortung einer entsprechenden Anfrage sagte, irgendeine Vermutung in diesem Zusammenhang "jeglicher Grundlage entbehre". (Abg. Ing. Westenthaler: Was hat denn dem Land Tirol Ihre Pension gekostet?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist denn das mit Ihrer Pension?
An und für sich wäre das ein Projekt, das die Grünen sehr wohl unterstützen und wo wir sehr dafür sind, dass das endlich realisiert wird. – Nun kommen wir aber dazu, wie das in Wirklichkeit ausschauen wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist denn das mit Ihrer Pension?) Eine FPÖ-Verschwendungspolitik in diesem Zusammenhang werden wir Grünen sicherlich nicht unterstützen! Und ich möchte kurz aufzeigen, worin diese Verschwendungspolitik besteht. (Abg. Ing. Westenthaler: Wollen Sie über die Verschwendung im Zusammenhang mit Ihrer Pension reden? – Abg. Böhacker: Ja, bei Ihrer Pension ...! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wollen Sie über die Verschwendung im Zusammenhang mit Ihrer Pension reden? – Abg. Böhacker: Ja, bei Ihrer Pension ...! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
An und für sich wäre das ein Projekt, das die Grünen sehr wohl unterstützen und wo wir sehr dafür sind, dass das endlich realisiert wird. – Nun kommen wir aber dazu, wie das in Wirklichkeit ausschauen wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist denn das mit Ihrer Pension?) Eine FPÖ-Verschwendungspolitik in diesem Zusammenhang werden wir Grünen sicherlich nicht unterstützen! Und ich möchte kurz aufzeigen, worin diese Verschwendungspolitik besteht. (Abg. Ing. Westenthaler: Wollen Sie über die Verschwendung im Zusammenhang mit Ihrer Pension reden? – Abg. Böhacker: Ja, bei Ihrer Pension ...! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Der hat sicher keine Landesrats-Pension! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ist es richtig, dass der federführende Repräsentant dieser Gruppe in diesem Heft eine Arbeit zum Thema "Die neue Verkehrspolitik" und damit sozusagen den neuen General-Verkehrsplan schon längst veröffentlicht hat? Heißt das also, dass hier um Steuergelder in Millionenhöhe alte Hüte, die es schon längst gibt, eingekauft werden, obwohl sich etwas jahrelang Erarbeitetes und wesentlich besser Fundiertes im Ministerium kurz vor der Fertigstellung befindet? (Abg. Wattaul: Frau Lichtenberger, was wollen Sie denn überhaupt sagen?) Und ist es richtig – hören Sie mir zu, Herr Kollege Wattaul! (Abg. Wattaul: Heraus mit der Farbe! Wo wollen Sie hin? Wie war das mit dem Trittin?) –, dass der Generalsekretär dieses Vereins (die Rednerin hält neuerlich eine Zeitschrift in die Höhe) ein adeliger Wiener FPÖ-Bezirkspolitiker ist? (Abg. Ing. Westenthaler: Der hat sicher keine Landesrats-Pension! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Böhacker, Mag. Schweitzer und Ing. Westenthaler. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie passen zum Pirklhuber: "Schweinestall Österreich" und "Schweinereien"! – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: "Schweinestall", und Lichtenberger: "Schweinereien"!
Frau Ministerin! Ich habe im derzeitigen Budget keinerlei Schwerpunktsetzung in diese Richtung gesehen. Ich fordere Sie auf: Machen Sie alles Mögliche, damit sowohl im Bereich der Gefahrgutkontrollen – hier gibt es den Bundes-Gefahrguttransport-Prüfzug und andere Einrichtungen – als auch im Bereich der arbeitsrechtlichen und sozialrechtlichen Kontrollen endlich die notwendige Kontrolldichte hergestellt wird, damit sich dieser Unfug und diese – sagen wir es offen – Schweinereien auf unseren Straßen aufhören. (Zwischenrufe der Abgeordneten Böhacker, Mag. Schweitzer und Ing. Westenthaler. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie passen zum Pirklhuber: "Schweinestall Österreich" und "Schweinereien"! – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: "Schweinestall", und Lichtenberger: "Schweinereien"!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wieder nichts zur Pension! Jetzt haben wir geglaubt, wir hören etwas über die Landesrats-Pension!
Frau Ministerin! Es bedarf einer Initiative, damit die Österreichischen Bundesbahnen zu einer echten Flächenbahn nach Schweizer Vorbild werden. Dazu braucht es eine gemeinsame Arbeit mit dem Ministerium. Sie können sich nicht länger auf den Standpunkt zurückziehen: Die ÖBB tun eben, was sie wollen, das geht uns in Wirklichkeit nichts an! Hier gibt es natürlich Zusammenhänge – da brauchen wir uns keine Illusionen zu machen. Das sind Probleme, die brennen, die dringend gelöst werden müssen! Da kann man nichts mehr in die Zukunft oder sonst wohin verschieben. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wieder nichts zur Pension! Jetzt haben wir geglaubt, wir hören etwas über die Landesrats-Pension!)
Abg. Ing. Westenthaler: Und die Gewerkschaft hat zugestimmt! – Abg. Mag. Schweitzer: Der Verzetnitsch hat zugestimmt!
Was ist da passiert? – Da hat Ihr sozialistischer Finanzminister das Unternehmen Telekom verhökert (Abg. Ing. Westenthaler: Und die Gewerkschaft hat zugestimmt! – Abg. Mag. Schweitzer: Der Verzetnitsch hat zugestimmt!), ein schönes Aktienpaket zu einem hohen Preis. Die Gewerkschaft hat zugestimmt, hat zugeschaut. Allen war das recht. Klima hat noch einige Monate vorher davon gesprochen, man werde irgendwann einmal die Post als Ganzes an die Börse bringen – eine Vision, die von vornherein Humbug war, die Ihnen niemand geglaubt hat, aber Sie haben gefuhrwerkt. Sie haben dieses Unternehmen, weil Sie gierig waren und weil das Budget aus allen Nähten geplatzt ist, verkauft. Da war das recht. (Abg. Eder: Und ihr wollt nicht verkaufen?)
Abg. Ing. Westenthaler: "Wozu" heißt das, nicht "für was"!
Genau dasselbe gilt auch im Zusammenhang mit der Frage: Welche Forschungspolitik betreiben wir eigentlich? Bis jetzt – es mag schon sein, dass sich das alles erst entwickeln muss, Frau Bundesminister – gibt es außer Ankündigungen Ihres Vorgängers, außer Ankündigungen von Ihnen, dass das noch im April bekannt gegeben wird, überhaupt keine Informationen, für was in Wirklichkeit das Geld vorhanden ist. (Abg. Gaál: Für nichts, für gar nichts!) Es wird nur ausgegeben. Wir als Parlamentarier hätten gerne gewusst, wenn wir einem Budgetvoranschlag zustimmen sollen: Für was wird das Geld ausgegeben? (Abg. Ing. Westenthaler: "Wozu" heißt das, nicht "für was"!) Oder wozu – danke für den Hinweis; in Simmering spricht man vielleicht auch anders, das werden Sie wissen. (Abg. Ing. Westenthaler: "Für was" sagen wir jedenfalls nicht!) Meine sehr geehrten Damen und Herren! Entscheidend ist, dass wir wissen, worum es eigentlich geht.
Abg. Ing. Westenthaler: "Für was" sagen wir jedenfalls nicht!
Genau dasselbe gilt auch im Zusammenhang mit der Frage: Welche Forschungspolitik betreiben wir eigentlich? Bis jetzt – es mag schon sein, dass sich das alles erst entwickeln muss, Frau Bundesminister – gibt es außer Ankündigungen Ihres Vorgängers, außer Ankündigungen von Ihnen, dass das noch im April bekannt gegeben wird, überhaupt keine Informationen, für was in Wirklichkeit das Geld vorhanden ist. (Abg. Gaál: Für nichts, für gar nichts!) Es wird nur ausgegeben. Wir als Parlamentarier hätten gerne gewusst, wenn wir einem Budgetvoranschlag zustimmen sollen: Für was wird das Geld ausgegeben? (Abg. Ing. Westenthaler: "Wozu" heißt das, nicht "für was"!) Oder wozu – danke für den Hinweis; in Simmering spricht man vielleicht auch anders, das werden Sie wissen. (Abg. Ing. Westenthaler: "Für was" sagen wir jedenfalls nicht!) Meine sehr geehrten Damen und Herren! Entscheidend ist, dass wir wissen, worum es eigentlich geht.
Abg. Ing. Westenthaler: Bravo, SPÖ!
Bundesministerin für Verkehr, Innovation und Technologie Dipl.-Ing. Dr. Monika Forstinger: Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Abgeordnete des Hohen Hauses! Geschätzte Damen und Herren! Ich danke vorerst für diesen Kassasturz, den Herr Abgeordneter Eder gemacht hat, denn es ist eine ganze Liste von Aufgaben, die ich übernommen habe. Ich darf mir vielleicht auch erlauben, diesen Kassasturz aus einem Rechnungshofbericht noch zu vervollständigen. Dort steht ganz klar: Die verkehrspolitischen Ziele wurden nicht erreicht, der Verkehr konnte nicht proportional zu seinem Wachstum auf die Schiene verlagert werden, ein Bundesverkehrswegeplan lag nicht vor, und mehrere kapitalintensive Neubaustrecken entsprachen nicht den Prioritäten des Verkehrsmarktes und erbrachten wenig Kundennutzen. (Abg. Ing. Westenthaler: Bravo, SPÖ!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Hervorragend! Sehr gut war das! – Abg. Eder: War nicht schlecht! – Abg. Mag. Firlinger: Da muss irgendetwas falsch gewesen sein, wenn der Eder das sagt!
Gleichzeitig werden wir der Kommission auch vorlegen, dass es erforderlich ist, eine Studie über eine Langfristlösung auszuarbeiten. Wir in Österreich machen bereits unsere Aufgaben. Im Ministerium wird intensiv daran gearbeitet, und ich lade Sie alle ein, wie zu allen anderen Themen, sei es Verkehr oder Forschung, gemeinsam daran zu arbeiten, dass die Zukunft in Österreich sowohl für den Verkehr als auch die Technologie und andere Bereiche eine schöne ist. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Hervorragend! Sehr gut war das! – Abg. Eder: War nicht schlecht! – Abg. Mag. Firlinger: Da muss irgendetwas falsch gewesen sein, wenn der Eder das sagt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Lauter Sozialdemokraten! Alles SP-Regierungen!
Aber dieses Thema steht ja am Donnerstag beim Treffen der EU-Verkehrsminister in Luxemburg auf der Tagesordnung. (Abg. Böhacker: Vorlesen, was die Frau Bundesminister dazu sagt! Steht in der "Krone" drin!") Die BENELUX-Staaten, Großbritannien, Skandinavien, Spanien und Portugal wollen dieses Sonntagsfahrverbot abschaffen. (Abg. Schwarzenberger: Allesamt sozialdemokratische Regierungen!) Aber Ihr Kollege Bodewig geht davon aus, dass seine ablehnende Haltung von Frankreich, Österreich und Italien unterstützt wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Lauter Sozialdemokraten! Alles SP-Regierungen!) Ich hoffe, dass das auch so bleibt, Frau Bundesminister.
Sitzung Nr. 67
Abg. Ing. Westenthaler: Wegen dem regen Sie sich auf? – Gegenruf des Abg. Dr. Kostelka. – Abg. Dr. Khol – in Richtung des Abg. Dr. Kostelka –: Husch pfusch? Dann sage ich: Plemplem!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Ich danke der Frau Spezialberichterstatterin für ihre Ausführungen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wegen dem regen Sie sich auf? – Gegenruf des Abg. Dr. Kostelka. – Abg. Dr. Khol – in Richtung des Abg. Dr. Kostelka –: Husch pfusch? Dann sage ich: Plemplem!)
Die Abgeordneten Dr. Khol und Ing. Westenthaler: "Eurolim"!
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (SPÖ): Meine Damen und Herren! (Die Abgeordneten Dr. Khol und Ing. Westenthaler: "Eurolim"!) – Ihr Einfallsreichtum ist unermesslich, Herr Kollege. (Abg. Dr. Khol: Hat diese Rede der Herr Stuhlpfarrer gemacht?)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie glauben doch nicht im Ernst, dass alle Bezirksgerichte zugesperrt werden?
Sie haben im Rahmen der Diskussion über die Gerichtsorganisationsgesetz-Novelle mitgeteilt, dass Sie 19 Richter allein im Bereich des Oberlandesgerichtssprengels Wien einsparen wollen. Auf der einen Seite hören wir, Sie wollen den Zugang zum Recht verbessern, auf der anderen Seite hören wir, Sie wollen alle Bezirksgerichte zusperren, Sie wollen die Zahl der Richter einschränken. (Abg. Haigermoser: Alle Bezirksgerichte?) 19 Richter weniger beim Oberlandesgericht – das kann nicht ernsthaft funktionieren! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie glauben doch nicht im Ernst, dass alle Bezirksgerichte zugesperrt werden?) In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass auch eine ZPO-Novelle in Ausarbeitung ist, die eine Reihe von Maßnahmen beinhaltet, die ein Zurückgehen auf den Stand vor den sechziger Jahren bedeuten würden.
Die Abgeordneten Dr. Khol und Ing. Westenthaler: Null!
"Die Justiz habe jedoch unbeeinflusst von außen ihre Arbeit zu verrichten. ... Der mit der Causa Spitzelaffäre betraute Staatsanwalt Michael Klackl betonte wenig später gegenüber der APA: ,Es hat hier null politischen Einfluss gegeben‘." (Die Abgeordneten Dr. Khol und Ing. Westenthaler: Null!) – Null! Das sagt er wörtlich!
Abg. Ing. Westenthaler: Badezimmerspiegel!
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Sehr geehrter Herr Bundesminister! Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Kollege Ofner, auf welchen Spiegel soll ich mir das stecken? (Abg. Ing. Westenthaler: Badezimmerspiegel!) Vielleicht auf den Rückspiegel des Autos? (Abg. Dr. Ofner: Es ist eh viel besser, wenn du keinen hast! – Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Wie auch immer – sei es, wie es sei! (Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie einen Spiegel bei sich zu Hause?)
Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie einen Spiegel bei sich zu Hause?
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Sehr geehrter Herr Bundesminister! Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Kollege Ofner, auf welchen Spiegel soll ich mir das stecken? (Abg. Ing. Westenthaler: Badezimmerspiegel!) Vielleicht auf den Rückspiegel des Autos? (Abg. Dr. Ofner: Es ist eh viel besser, wenn du keinen hast! – Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Wie auch immer – sei es, wie es sei! (Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie einen Spiegel bei sich zu Hause?)
Abg. Ing. Westenthaler: Ins Budget haben Sie kein einziges Mal hineingeschaut! – Abg. Mag. Trattner: Erstes Budget in Euro – ist Ihnen das aufgefallen?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Budgetdebatte bietet alljährlich Anlass, nicht nur über die konkreten Budgetzahlen – das Budget ist ja, wie wir wissen, die in Zahlen gegossene Politik der Regierung – zu sprechen, sondern auch allgemeine Bemerkungen und Stellungnahmen über den Stand der justizpolitischen Diskussion in Österreich abzugeben. (Abg. Ing. Westenthaler: Ins Budget haben Sie kein einziges Mal hineingeschaut! – Abg. Mag. Trattner: Erstes Budget in Euro – ist Ihnen das aufgefallen?)
Abg. Dr. Fekter: Man kann auch etwas madig reden! – Abg. Ing. Westenthaler: Von den Mächten der Finsternis überschattet!
Das ist aber in den letzten Jahren ein bisschen schwierig geworden. Wie schon in der letzten Budgetdebatte, die erst vor ein paar Monaten hier geführt wurde – es war, glaube ich, im Dezember, jedenfalls ist es noch nicht lange her –, ist das Ganze – aus meiner Sicht bedauerlicherweise – immer noch von einem Umstand überschattet, nämlich davon, dass die Justiz überschattet ist – überschattet von Diskussionen, überschattet von Kritik, überschattet von, um es sehr vorsichtig zu formulieren, Verunsicherung! (Abg. Dr. Fekter: Man kann auch etwas madig reden! – Abg. Ing. Westenthaler: Von den Mächten der Finsternis überschattet!)
Abg. Mag. Trattner: Das Interesse der SPÖ an der Justiz ist nicht sehr groß! Das muss man sagen! – Abg. Dr. Gusenbauer: Wo ist denn der Westenthaler?
Was das Suchtmittelgesetz anlangt – Herr Kollege Jarolim ist jetzt bedauerlicherweise nicht da, obwohl ich ausdrücklich ... (Abg. Dr. Khol: O ja, dort ist er! – Abg. Dr. Jarolim: Darf ich mich vorstellen: Jarolim! ) – Entschuldigen Sie, Herr Kollege, ich nehme das zurück. (Abg. Mag. Trattner: Das Interesse der SPÖ an der Justiz ist nicht sehr groß! Das muss man sagen! – Abg. Dr. Gusenbauer: Wo ist denn der Westenthaler?)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Frau "Stadträtin"!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Mag. Sima. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Frau "Stadträtin"!)
Abg. Dr. Khol: Ich habe das alles verstanden: Melker Prozess, UVP! – Abg. Ing. Westenthaler: Frau "Stadtrat"!
Ich vermisse hier ein bisschen die Vorstöße von Ihrer Seite, zu sagen: Man soll das AKW vom Netz nehmen, bis die Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt wurde! – Dazu habe ich von der österreichischen Bundesregierung in den letzten Monaten nichts gehört. Das verstehe ich eigentlich nicht! (Bundesminister Mag. Molterer: Da haben Sie nicht aufgepasst!) Ich habe sehr wohl aufgepasst, das können Sie mir glauben! (Bundesminister Mag. Molterer: Nicht ausreichend!) Ja, ja! Vielleicht haben Sie das irgendwo einmal in einer kleinen Geheimbesprechung irgendjemandem anvertraut, aber über die APA-Meldungen habe ich leider diesbezüglich nichts vernommen. (Abg. Dr. Khol: Schlimm, dann haben Sie es nicht verstanden! Also ich habe das alles gesehen und auch verstanden!) Ja, Herr Khol, das kann ich mir vorstellen, dass Sie das alles gesehen haben. (Abg. Dr. Khol: Ich habe das alles verstanden: Melker Prozess, UVP! – Abg. Ing. Westenthaler: Frau "Stadtrat"!) "Mister minus 10 Prozent" kann ich nur sagen. (Abg. Ing. Westenthaler: Seien Sie ein bisschen milde, Frau "Stadtrat"!) Nein, heute bin ich nicht milde! Bei der Umwelt gibt es keinen Grund, milde mit der Bundesregierung zu sein, Herr Westenthaler! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. )
Abg. Ing. Westenthaler: Seien Sie ein bisschen milde, Frau "Stadtrat"!
Ich vermisse hier ein bisschen die Vorstöße von Ihrer Seite, zu sagen: Man soll das AKW vom Netz nehmen, bis die Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt wurde! – Dazu habe ich von der österreichischen Bundesregierung in den letzten Monaten nichts gehört. Das verstehe ich eigentlich nicht! (Bundesminister Mag. Molterer: Da haben Sie nicht aufgepasst!) Ich habe sehr wohl aufgepasst, das können Sie mir glauben! (Bundesminister Mag. Molterer: Nicht ausreichend!) Ja, ja! Vielleicht haben Sie das irgendwo einmal in einer kleinen Geheimbesprechung irgendjemandem anvertraut, aber über die APA-Meldungen habe ich leider diesbezüglich nichts vernommen. (Abg. Dr. Khol: Schlimm, dann haben Sie es nicht verstanden! Also ich habe das alles gesehen und auch verstanden!) Ja, Herr Khol, das kann ich mir vorstellen, dass Sie das alles gesehen haben. (Abg. Dr. Khol: Ich habe das alles verstanden: Melker Prozess, UVP! – Abg. Ing. Westenthaler: Frau "Stadtrat"!) "Mister minus 10 Prozent" kann ich nur sagen. (Abg. Ing. Westenthaler: Seien Sie ein bisschen milde, Frau "Stadtrat"!) Nein, heute bin ich nicht milde! Bei der Umwelt gibt es keinen Grund, milde mit der Bundesregierung zu sein, Herr Westenthaler! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. )
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Das hoffe ich auch! – Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie die gekauft, die Simmeringer Bauern? – Abg. Achatz: Deine Simmeringer Bauern? Die werden sich schön bedanken!
Hohes Haus! Herr Bundesminister! Ich hoffe nicht, dass ich mit meinen Simmeringer Bauern bald bei Ihnen sein muss, weil sie mehr Unterstützung brauchen, sondern ich rechne mit Ihnen, damit, dass Sie diese Gemüsegärtner und -gärtnerinnen nicht im Stich lassen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Das hoffe ich auch! – Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie die gekauft, die Simmeringer Bauern? – Abg. Achatz: Deine Simmeringer Bauern? Die werden sich schön bedanken!)
Abg. Dr. Kostelka: Maximal 1 Milliarde werden die kriegen! Maximal! – Abg. Ing. Westenthaler: Ist ja nicht wahr! – Abg. Dr. Kostelka: Sicher!
Bitte, das ist seit über einem Jahr bekannt! Es sind dies 3 Milliarden Schilling. (Abg. Dr. Kostelka: Die aber nie zustande kommen!) Diese werden dort durch Verkäufe hereinkommen. (Abg. Dr. Kostelka: Maximal 1 Milliarde werden die kriegen! Maximal! – Abg. Ing. Westenthaler: Ist ja nicht wahr! – Abg. Dr. Kostelka: Sicher!) Damit werden wir das Budget stützen und den Bauern die Möglichkeit geben, Land dazuzukaufen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Sitzung Nr. 68
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Stil!
Ich darf weiters aus der Sitzung vom 20. März zitieren (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Stil!), als Ihnen Herr Abgeordneter Dr. Gusenbauer – ich weiß, dass Sie nervös sind – das Chaos vorgehalten hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind das Letzte vom Untersten! Sie sind das Letzte vom Untersten! Sie wollen ein Arbeitnehmervertreter sein?! – Heftige Gegenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind das Letzte vom Untersten! Sie sind das Letzte vom Untersten! Sie wollen ein Arbeitnehmervertreter sein?! – Heftige Gegenrufe bei der SPÖ.
Ich darf weiters aus der Sitzung vom 20. März zitieren (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Stil!), als Ihnen Herr Abgeordneter Dr. Gusenbauer – ich weiß, dass Sie nervös sind – das Chaos vorgehalten hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind das Letzte vom Untersten! Sie sind das Letzte vom Untersten! Sie wollen ein Arbeitnehmervertreter sein?! – Heftige Gegenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Skandal! Das soll ein Arbeitnehmervertreter sein?! Das ist ein Stil! Letzte Schublade sind Sie!
Er hat darauf hingewiesen, dass Justizminister Krüger der am kürzesten im Amt gewesene Minister war, nur einen Jaguar bestellt hat (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Skandal! Das soll ein Arbeitnehmervertreter sein?! Das ist ein Stil! Letzte Schublade sind Sie!), dass uns Frau Sickl von der Regierungsbank aus erklärt hat, welch handwerkliches Geschick sie hat. Verkehrsminister Schmid vergessen wir. Ich erinnere an Frau Ministerin Forstinger, die eine Verordnung unterschreibt, ohne sie zu lesen. (Abg. Mag. Schweitzer: Ein echter Proletarier! Ein echter Proletarier!) Und Herr Minister Haupt ordnet sich in diese Reihe sehr gut ein. (Abg. Ing. Westenthaler: ... weil ihm zum Sozialbudget nichts einfällt!) – Chaos bei der Unfallrentenbesteuerung. Chaos bei den Ambulanzgebühren. Sie nehmen eine Büroleiterin auf, ohne ihre Qualifikation, ohne ihre Ausbildung zu kontrollieren.
Abg. Ing. Westenthaler: ... weil ihm zum Sozialbudget nichts einfällt!
Er hat darauf hingewiesen, dass Justizminister Krüger der am kürzesten im Amt gewesene Minister war, nur einen Jaguar bestellt hat (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Skandal! Das soll ein Arbeitnehmervertreter sein?! Das ist ein Stil! Letzte Schublade sind Sie!), dass uns Frau Sickl von der Regierungsbank aus erklärt hat, welch handwerkliches Geschick sie hat. Verkehrsminister Schmid vergessen wir. Ich erinnere an Frau Ministerin Forstinger, die eine Verordnung unterschreibt, ohne sie zu lesen. (Abg. Mag. Schweitzer: Ein echter Proletarier! Ein echter Proletarier!) Und Herr Minister Haupt ordnet sich in diese Reihe sehr gut ein. (Abg. Ing. Westenthaler: ... weil ihm zum Sozialbudget nichts einfällt!) – Chaos bei der Unfallrentenbesteuerung. Chaos bei den Ambulanzgebühren. Sie nehmen eine Büroleiterin auf, ohne ihre Qualifikation, ohne ihre Ausbildung zu kontrollieren.
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Sagen Sie mir einen Satz, den er zum Sozialbudget gesprochen hat! – Abg. Mag. Schweitzer: Nürnberger hat keine Ahnung!
Herr Bundesminister! Ich fordere Sie nochmals auf: Bringen Sie diesen Skandal in Ordnung! Sorgen Sie für Schadenersatz! Wenn nicht durch Frau Fabel, dann zahlen Sie es meinetwegen aus der Klubkasse der FPÖ! (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Sagen Sie mir einen Satz, den er zum Sozialbudget gesprochen hat! – Abg. Mag. Schweitzer: Nürnberger hat keine Ahnung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Große Leere im Kopf! Sie haben eine große Leere im Kopf!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich sage Ihnen eines ganz ehrlich: Ich habe mein ganzes Leben lang noch nie Schadenfreude empfunden. (Rufe bei den Freiheitlichen: Na geh!) Ich habe auch schon 18 Jahre lang viele Reden gehalten. (Abg. Ing. Westenthaler: Große Leere im Kopf! Sie haben eine große Leere im Kopf!) Aber ich war immer ehrlich! Ich sage Ihnen auch heute ehrlich, diese Rede jetzt habe ich am liebsten gehalten. (Abg. Ing. Westenthaler: Das glaube ich eh! Sie haben eine große Leere im Kopf!) Herr Bundesminister! Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Kein Wort zum Sozialbudget fällt ihm ein, dem Gewerkschafter!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das glaube ich eh! Sie haben eine große Leere im Kopf!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich sage Ihnen eines ganz ehrlich: Ich habe mein ganzes Leben lang noch nie Schadenfreude empfunden. (Rufe bei den Freiheitlichen: Na geh!) Ich habe auch schon 18 Jahre lang viele Reden gehalten. (Abg. Ing. Westenthaler: Große Leere im Kopf! Sie haben eine große Leere im Kopf!) Aber ich war immer ehrlich! Ich sage Ihnen auch heute ehrlich, diese Rede jetzt habe ich am liebsten gehalten. (Abg. Ing. Westenthaler: Das glaube ich eh! Sie haben eine große Leere im Kopf!) Herr Bundesminister! Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Kein Wort zum Sozialbudget fällt ihm ein, dem Gewerkschafter!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Kein Wort zum Sozialbudget fällt ihm ein, dem Gewerkschafter!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich sage Ihnen eines ganz ehrlich: Ich habe mein ganzes Leben lang noch nie Schadenfreude empfunden. (Rufe bei den Freiheitlichen: Na geh!) Ich habe auch schon 18 Jahre lang viele Reden gehalten. (Abg. Ing. Westenthaler: Große Leere im Kopf! Sie haben eine große Leere im Kopf!) Aber ich war immer ehrlich! Ich sage Ihnen auch heute ehrlich, diese Rede jetzt habe ich am liebsten gehalten. (Abg. Ing. Westenthaler: Das glaube ich eh! Sie haben eine große Leere im Kopf!) Herr Bundesminister! Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Kein Wort zum Sozialbudget fällt ihm ein, dem Gewerkschafter!)
Abg. Ing. Westenthaler: Außerdem habe ich gesagt, er ist das Letzte vom Untersten!
Zu Wort gelangt der Herr Bundesminister. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Außerdem habe ich gesagt, er ist das Letzte vom Untersten!)
Abg. Haigermoser: Nein, das hat er nicht gesagt! – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat er nicht gesagt! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Rudolf Nürnberger (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister Haupt hat soeben behauptet, ich hätte gewusst, dass Frau Fabel nicht Magister ist. (Abg. Haigermoser: Nein, das hat er nicht gesagt! – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat er nicht gesagt! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Er ist eh schon davongelaufen! – Abg. Schasching: Vor Ihnen nicht! – Abg. Mag. Posch: Vor Ihnen fürchtet sich die ganze Republik! Die ganze Republik zittert vor Ihnen! – Abg. Ing. Westenthaler: Gehen Sie in die Intelligenzquotientenreihen!
Im Gegensatz zum Kollegen Nürnberger möchte ich zur Sozialpolitik sprechen. (Abg. Ing. Westenthaler: Er ist eh schon davongelaufen! – Abg. Schasching: Vor Ihnen nicht! – Abg. Mag. Posch: Vor Ihnen fürchtet sich die ganze Republik! Die ganze Republik zittert vor Ihnen! – Abg. Ing. Westenthaler: Gehen Sie in die Intelligenzquotientenreihen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist ja gar nicht wahr! Das ist ein Blödsinn!
Herr Bundesminister! Frau Haupt hat ... (Präsident Dr. Fischer: Frau Fabel!) – Frau Fabel hat in einem Monat 200 000 S verdient! Allein im Dezember haben sich 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Ihrem Kabinett getummelt, dazu noch sechs Mitarbeiter beim Herrn Staatssekretär. Eine derart gigantische Aufblähung von Kabinettsmitarbeitern hat es noch nie gegeben! (Abg. Ing. Westenthaler: Ist ja gar nicht wahr! Das ist ein Blödsinn!) 21 MitarbeiterInnen in einem Ministerkabinett! 21 MitarbeiterInnen! (Abg. Mag. Trattner: Was pudeln Sie sich so auf?) Stellen Sie sich das einmal vor! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Noch dazu mit diesen Gagen!
Abg. Ing. Westenthaler: Hauen Sie hin auf Beamte und Mitarbeiter! Hauen Sie fest hin!
Zu jenem Zeitpunkt, als Frau Fabel bei Herrn Reichhold für Kindergärten und Kinderhorte zuständig war, war sie gleichzeitig auch ehrenamtliche Vorsitzende eines Kindergartens. – Schön und gut, aber diese ehrenamtliche Vorsitzende dieses Kindergartens (Abg. Ing. Westenthaler: Hauen Sie hin auf Beamte und Mitarbeiter! Hauen Sie fest hin!) – wollen Sie etwas hören, Herr Westentaler? – hat sich (Abg. Dr. Petrovic: Da redet der Richtige!), während sie referatsmäßig für die Subventionen an diese Kindergärten zuständig war, von diesem Kindergarten bezahlen lassen! (Ruf bei der SPÖ: Das ist ja unglaublich!) Sie war in diesem Kindergarten geringfügig beschäftigt (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine politische ...!), sie hat Geld dafür kassiert – und war gleichzeitig referatsmäßig zuständig für die Subventionen! (Abg. Ing. Westenthaler: Hauen Sie hin! Fest!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine politische ...!
Zu jenem Zeitpunkt, als Frau Fabel bei Herrn Reichhold für Kindergärten und Kinderhorte zuständig war, war sie gleichzeitig auch ehrenamtliche Vorsitzende eines Kindergartens. – Schön und gut, aber diese ehrenamtliche Vorsitzende dieses Kindergartens (Abg. Ing. Westenthaler: Hauen Sie hin auf Beamte und Mitarbeiter! Hauen Sie fest hin!) – wollen Sie etwas hören, Herr Westentaler? – hat sich (Abg. Dr. Petrovic: Da redet der Richtige!), während sie referatsmäßig für die Subventionen an diese Kindergärten zuständig war, von diesem Kindergarten bezahlen lassen! (Ruf bei der SPÖ: Das ist ja unglaublich!) Sie war in diesem Kindergarten geringfügig beschäftigt (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine politische ...!), sie hat Geld dafür kassiert – und war gleichzeitig referatsmäßig zuständig für die Subventionen! (Abg. Ing. Westenthaler: Hauen Sie hin! Fest!)
Abg. Ing. Westenthaler: Hauen Sie hin! Fest!
Zu jenem Zeitpunkt, als Frau Fabel bei Herrn Reichhold für Kindergärten und Kinderhorte zuständig war, war sie gleichzeitig auch ehrenamtliche Vorsitzende eines Kindergartens. – Schön und gut, aber diese ehrenamtliche Vorsitzende dieses Kindergartens (Abg. Ing. Westenthaler: Hauen Sie hin auf Beamte und Mitarbeiter! Hauen Sie fest hin!) – wollen Sie etwas hören, Herr Westentaler? – hat sich (Abg. Dr. Petrovic: Da redet der Richtige!), während sie referatsmäßig für die Subventionen an diese Kindergärten zuständig war, von diesem Kindergarten bezahlen lassen! (Ruf bei der SPÖ: Das ist ja unglaublich!) Sie war in diesem Kindergarten geringfügig beschäftigt (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine politische ...!), sie hat Geld dafür kassiert – und war gleichzeitig referatsmäßig zuständig für die Subventionen! (Abg. Ing. Westenthaler: Hauen Sie hin! Fest!)
Abg. Mag. Trattner: 13 000 brutto ist brutal! – Abg. Ing. Westenthaler: Hauen Sie ihr eine fest aufs Dach!
Stellen Sie sich das einmal vor: 13 000 S brutto als ehrenamtliche Vorsitzende! – Herr Haupt wird sagen: Das weiß ich nicht, darüber kann ich nichts sagen! (Abg. Mag. Trattner: 13 000 brutto ist brutal! – Abg. Ing. Westenthaler: Hauen Sie ihr eine fest aufs Dach!)
Abg. Ing. Westenthaler: Fest eine aufs Dach!
Aber die Geschichte geht weiter, Herr Abgeordneter Westenthaler. (Abg. Ing. Westenthaler: Fest eine aufs Dach!) Während Frau Fabel ressortmäßig für Subventionen an diese Kindergärten und Kinderhorte und auch für das Kindergeld zuständig war, ist der Verein, dessen ehrenamtliche Vorsitzende Frau Fabel war – und sich dafür bezahlen hat lassen! – nicht mehr fähig gewesen, die Kindergärtnerinnen und Kindergärtner auszubezahlen. (Abg. Dr. Petrovic: Demaskierend! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie ist nur eine Frau, hauen Sie ihr fest aufs Dach!) Im November, Dezember haben die KindergärtnerInnen die Rechnung, die Frau Fabel dem Kindergarten gelegt hat, bezahlen müssen. (Abg. Ing. Westenthaler: Fest hineinbohren!) Die Kindergärtnerinnen und Kindergärtner haben nämlich kein Geld mehr erhalten und den vorzeitigen Austritt aus dem Kindergarten erklären müssen (Abg. Ing. Westenthaler: Was kann der Minister dafür?), weil sie seit Monaten von Frau Fabel kein Geld mehr erhalten haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Der ist ja völlig daneben! Auf welchem Trip sind Sie?) Sie sind dann zum Arbeit- und Sozialgericht gegangen, haben aber nach wie vor ihre Ansprüche vom Kindergarten nicht entgolten bekommen. Was hat das mit dem zu tun? (Abg. Ing. Westenthaler: Was hat das mit dem Minister zu tun?)
Abg. Dr. Petrovic: Demaskierend! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie ist nur eine Frau, hauen Sie ihr fest aufs Dach!
Aber die Geschichte geht weiter, Herr Abgeordneter Westenthaler. (Abg. Ing. Westenthaler: Fest eine aufs Dach!) Während Frau Fabel ressortmäßig für Subventionen an diese Kindergärten und Kinderhorte und auch für das Kindergeld zuständig war, ist der Verein, dessen ehrenamtliche Vorsitzende Frau Fabel war – und sich dafür bezahlen hat lassen! – nicht mehr fähig gewesen, die Kindergärtnerinnen und Kindergärtner auszubezahlen. (Abg. Dr. Petrovic: Demaskierend! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie ist nur eine Frau, hauen Sie ihr fest aufs Dach!) Im November, Dezember haben die KindergärtnerInnen die Rechnung, die Frau Fabel dem Kindergarten gelegt hat, bezahlen müssen. (Abg. Ing. Westenthaler: Fest hineinbohren!) Die Kindergärtnerinnen und Kindergärtner haben nämlich kein Geld mehr erhalten und den vorzeitigen Austritt aus dem Kindergarten erklären müssen (Abg. Ing. Westenthaler: Was kann der Minister dafür?), weil sie seit Monaten von Frau Fabel kein Geld mehr erhalten haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Der ist ja völlig daneben! Auf welchem Trip sind Sie?) Sie sind dann zum Arbeit- und Sozialgericht gegangen, haben aber nach wie vor ihre Ansprüche vom Kindergarten nicht entgolten bekommen. Was hat das mit dem zu tun? (Abg. Ing. Westenthaler: Was hat das mit dem Minister zu tun?)
Abg. Ing. Westenthaler: Fest hineinbohren!
Aber die Geschichte geht weiter, Herr Abgeordneter Westenthaler. (Abg. Ing. Westenthaler: Fest eine aufs Dach!) Während Frau Fabel ressortmäßig für Subventionen an diese Kindergärten und Kinderhorte und auch für das Kindergeld zuständig war, ist der Verein, dessen ehrenamtliche Vorsitzende Frau Fabel war – und sich dafür bezahlen hat lassen! – nicht mehr fähig gewesen, die Kindergärtnerinnen und Kindergärtner auszubezahlen. (Abg. Dr. Petrovic: Demaskierend! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie ist nur eine Frau, hauen Sie ihr fest aufs Dach!) Im November, Dezember haben die KindergärtnerInnen die Rechnung, die Frau Fabel dem Kindergarten gelegt hat, bezahlen müssen. (Abg. Ing. Westenthaler: Fest hineinbohren!) Die Kindergärtnerinnen und Kindergärtner haben nämlich kein Geld mehr erhalten und den vorzeitigen Austritt aus dem Kindergarten erklären müssen (Abg. Ing. Westenthaler: Was kann der Minister dafür?), weil sie seit Monaten von Frau Fabel kein Geld mehr erhalten haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Der ist ja völlig daneben! Auf welchem Trip sind Sie?) Sie sind dann zum Arbeit- und Sozialgericht gegangen, haben aber nach wie vor ihre Ansprüche vom Kindergarten nicht entgolten bekommen. Was hat das mit dem zu tun? (Abg. Ing. Westenthaler: Was hat das mit dem Minister zu tun?)
Abg. Ing. Westenthaler: Was kann der Minister dafür?
Aber die Geschichte geht weiter, Herr Abgeordneter Westenthaler. (Abg. Ing. Westenthaler: Fest eine aufs Dach!) Während Frau Fabel ressortmäßig für Subventionen an diese Kindergärten und Kinderhorte und auch für das Kindergeld zuständig war, ist der Verein, dessen ehrenamtliche Vorsitzende Frau Fabel war – und sich dafür bezahlen hat lassen! – nicht mehr fähig gewesen, die Kindergärtnerinnen und Kindergärtner auszubezahlen. (Abg. Dr. Petrovic: Demaskierend! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie ist nur eine Frau, hauen Sie ihr fest aufs Dach!) Im November, Dezember haben die KindergärtnerInnen die Rechnung, die Frau Fabel dem Kindergarten gelegt hat, bezahlen müssen. (Abg. Ing. Westenthaler: Fest hineinbohren!) Die Kindergärtnerinnen und Kindergärtner haben nämlich kein Geld mehr erhalten und den vorzeitigen Austritt aus dem Kindergarten erklären müssen (Abg. Ing. Westenthaler: Was kann der Minister dafür?), weil sie seit Monaten von Frau Fabel kein Geld mehr erhalten haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Der ist ja völlig daneben! Auf welchem Trip sind Sie?) Sie sind dann zum Arbeit- und Sozialgericht gegangen, haben aber nach wie vor ihre Ansprüche vom Kindergarten nicht entgolten bekommen. Was hat das mit dem zu tun? (Abg. Ing. Westenthaler: Was hat das mit dem Minister zu tun?)
Abg. Ing. Westenthaler: Der ist ja völlig daneben! Auf welchem Trip sind Sie?
Aber die Geschichte geht weiter, Herr Abgeordneter Westenthaler. (Abg. Ing. Westenthaler: Fest eine aufs Dach!) Während Frau Fabel ressortmäßig für Subventionen an diese Kindergärten und Kinderhorte und auch für das Kindergeld zuständig war, ist der Verein, dessen ehrenamtliche Vorsitzende Frau Fabel war – und sich dafür bezahlen hat lassen! – nicht mehr fähig gewesen, die Kindergärtnerinnen und Kindergärtner auszubezahlen. (Abg. Dr. Petrovic: Demaskierend! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie ist nur eine Frau, hauen Sie ihr fest aufs Dach!) Im November, Dezember haben die KindergärtnerInnen die Rechnung, die Frau Fabel dem Kindergarten gelegt hat, bezahlen müssen. (Abg. Ing. Westenthaler: Fest hineinbohren!) Die Kindergärtnerinnen und Kindergärtner haben nämlich kein Geld mehr erhalten und den vorzeitigen Austritt aus dem Kindergarten erklären müssen (Abg. Ing. Westenthaler: Was kann der Minister dafür?), weil sie seit Monaten von Frau Fabel kein Geld mehr erhalten haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Der ist ja völlig daneben! Auf welchem Trip sind Sie?) Sie sind dann zum Arbeit- und Sozialgericht gegangen, haben aber nach wie vor ihre Ansprüche vom Kindergarten nicht entgolten bekommen. Was hat das mit dem zu tun? (Abg. Ing. Westenthaler: Was hat das mit dem Minister zu tun?)
Abg. Ing. Westenthaler: Was hat das mit dem Minister zu tun?
Aber die Geschichte geht weiter, Herr Abgeordneter Westenthaler. (Abg. Ing. Westenthaler: Fest eine aufs Dach!) Während Frau Fabel ressortmäßig für Subventionen an diese Kindergärten und Kinderhorte und auch für das Kindergeld zuständig war, ist der Verein, dessen ehrenamtliche Vorsitzende Frau Fabel war – und sich dafür bezahlen hat lassen! – nicht mehr fähig gewesen, die Kindergärtnerinnen und Kindergärtner auszubezahlen. (Abg. Dr. Petrovic: Demaskierend! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie ist nur eine Frau, hauen Sie ihr fest aufs Dach!) Im November, Dezember haben die KindergärtnerInnen die Rechnung, die Frau Fabel dem Kindergarten gelegt hat, bezahlen müssen. (Abg. Ing. Westenthaler: Fest hineinbohren!) Die Kindergärtnerinnen und Kindergärtner haben nämlich kein Geld mehr erhalten und den vorzeitigen Austritt aus dem Kindergarten erklären müssen (Abg. Ing. Westenthaler: Was kann der Minister dafür?), weil sie seit Monaten von Frau Fabel kein Geld mehr erhalten haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Der ist ja völlig daneben! Auf welchem Trip sind Sie?) Sie sind dann zum Arbeit- und Sozialgericht gegangen, haben aber nach wie vor ihre Ansprüche vom Kindergarten nicht entgolten bekommen. Was hat das mit dem zu tun? (Abg. Ing. Westenthaler: Was hat das mit dem Minister zu tun?)
Abg. Ing. Westenthaler: Bitte!
Ich erkläre Ihnen, was das mit dem Herrn Minister zu tun hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Bitte!) Der Dienstvorgesetzte von Frau Fabel war jener Landeshauptmannstellvertreter Reichhold, der sich jetzt vertschüsst hat, der ausgeschieden ist. (Zwischenruf des Abg. Grabner. ) Herr Reichhold hat sich vertschüsst! (Abg. Ing. Westenthaler: Was hat das mit Minister Haupt zu tun? – Abg. Dr. Cap: Deswegen ist er zurückgetreten!) Vorher hat er noch eines gemacht, und zwar hat er offensichtlich Frau Fabel, die einen Kindergarten fast in den Konkurs getrieben hat (Abg. Ing. Westenthaler: Ist der Minister der Herr Reichhold?), dem Herrn Haupt empfohlen, weil sie ja so gut beim Kärntner Kindergeld war. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Präsident macht das große Ohr!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was hat das mit Minister Haupt zu tun? – Abg. Dr. Cap: Deswegen ist er zurückgetreten!
Ich erkläre Ihnen, was das mit dem Herrn Minister zu tun hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Bitte!) Der Dienstvorgesetzte von Frau Fabel war jener Landeshauptmannstellvertreter Reichhold, der sich jetzt vertschüsst hat, der ausgeschieden ist. (Zwischenruf des Abg. Grabner. ) Herr Reichhold hat sich vertschüsst! (Abg. Ing. Westenthaler: Was hat das mit Minister Haupt zu tun? – Abg. Dr. Cap: Deswegen ist er zurückgetreten!) Vorher hat er noch eines gemacht, und zwar hat er offensichtlich Frau Fabel, die einen Kindergarten fast in den Konkurs getrieben hat (Abg. Ing. Westenthaler: Ist der Minister der Herr Reichhold?), dem Herrn Haupt empfohlen, weil sie ja so gut beim Kärntner Kindergeld war. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Präsident macht das große Ohr!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist der Minister der Herr Reichhold?
Ich erkläre Ihnen, was das mit dem Herrn Minister zu tun hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Bitte!) Der Dienstvorgesetzte von Frau Fabel war jener Landeshauptmannstellvertreter Reichhold, der sich jetzt vertschüsst hat, der ausgeschieden ist. (Zwischenruf des Abg. Grabner. ) Herr Reichhold hat sich vertschüsst! (Abg. Ing. Westenthaler: Was hat das mit Minister Haupt zu tun? – Abg. Dr. Cap: Deswegen ist er zurückgetreten!) Vorher hat er noch eines gemacht, und zwar hat er offensichtlich Frau Fabel, die einen Kindergarten fast in den Konkurs getrieben hat (Abg. Ing. Westenthaler: Ist der Minister der Herr Reichhold?), dem Herrn Haupt empfohlen, weil sie ja so gut beim Kärntner Kindergeld war. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Präsident macht das große Ohr!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Präsident macht das große Ohr!
Ich erkläre Ihnen, was das mit dem Herrn Minister zu tun hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Bitte!) Der Dienstvorgesetzte von Frau Fabel war jener Landeshauptmannstellvertreter Reichhold, der sich jetzt vertschüsst hat, der ausgeschieden ist. (Zwischenruf des Abg. Grabner. ) Herr Reichhold hat sich vertschüsst! (Abg. Ing. Westenthaler: Was hat das mit Minister Haupt zu tun? – Abg. Dr. Cap: Deswegen ist er zurückgetreten!) Vorher hat er noch eines gemacht, und zwar hat er offensichtlich Frau Fabel, die einen Kindergarten fast in den Konkurs getrieben hat (Abg. Ing. Westenthaler: Ist der Minister der Herr Reichhold?), dem Herrn Haupt empfohlen, weil sie ja so gut beim Kärntner Kindergeld war. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Präsident macht das große Ohr!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wegen der Frau Fabel müssen jetzt alle Minister zurücktreten! Misstrauensantrag an die Regierung!
Die Kindergärtnerinnen stehen ohne Geld da. Die monatlichen Lohnforderungen der Kindergärtnerinnen – und sie leisten eine sehr verantwortungsvolle Arbeit (Abg. Ing. Westenthaler: Wegen der Frau Fabel müssen jetzt alle Minister zurücktreten! Misstrauensantrag an die Regierung!) – belaufen sich auf zirka 6 000 S, das nur zur Bezahlung! (Abg. Dr. Cap: Kein Herz für Kindergärtnerinnen!) Von wegen adäquate Bezahlung, Herr Westenthaler: 6 000 S! Gleichzeitig kassiert Frau Fabel 200 000 S! Das muss man sich vorstellen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Ruf bei der SPÖ: Pfui Deibel!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wann wird es interessant?
Es geht aber noch weiter. Interessant wird es dann (Abg. Ing. Westenthaler: Wann wird es interessant?), als Frau Fabel ins Ministerium kommt. (Abg. Dr. Cap: Wie tief ist der Sumpf?) Wie kommt sie ins Ministerium? Durch wen kommt sie ins Ministerium? – Durch einen Arbeitsleihvertrag, meine Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei! (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie auch etwas zum Sozialbudget? Fällt Ihnen dazu etwas ein?) Und wer ist der Überlasser? – Der Ring Freiheitlicher Wirtschaftstreibender! (Ruf bei der SPÖ: Skandalös!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie auch etwas zum Sozialbudget? Fällt Ihnen dazu etwas ein?
Es geht aber noch weiter. Interessant wird es dann (Abg. Ing. Westenthaler: Wann wird es interessant?), als Frau Fabel ins Ministerium kommt. (Abg. Dr. Cap: Wie tief ist der Sumpf?) Wie kommt sie ins Ministerium? Durch wen kommt sie ins Ministerium? – Durch einen Arbeitsleihvertrag, meine Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei! (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie auch etwas zum Sozialbudget? Fällt Ihnen dazu etwas ein?) Und wer ist der Überlasser? – Der Ring Freiheitlicher Wirtschaftstreibender! (Ruf bei der SPÖ: Skandalös!)
Rufe bei der SPÖ: Da schau her! – Abg. Ing. Westenthaler: Wer? Wer ist das? Meine Sekretärin?
Warum wird dann, wenn sich herausstellt, dass ein Teil dieser Funktionäre vom neuen Minister nicht mehr gewünscht wird, versucht, diese Funktionäre – freiheitliche Funktionäre, überlassene Arbeitskräfte – in irgendwelchen Funktionen des Ministeriums – nicht im Ministerbüro, sondern in den Abteilungen! – unterzubringen? Soll ich Ihnen die Namen vorlesen? Nicht nur Herr Berchtold, der Vorgänger, nicht nur Frau Brunner, die freiheitliche Gemeinderätin in Klagenfurt war, auch Ihre Sekretärin, Herr Westenthaler, ist im Sozialministerium untergebracht, Ihre frühere Sekretärin. (Rufe bei der SPÖ: Da schau her! – Abg. Ing. Westenthaler: Wer? Wer ist das? Meine Sekretärin?) Ich kann Ihnen schon den Namen ... (Der Redner sucht in seinen Unterlagen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie müssen einmal ein bisschen recherchieren! Jetzt wird es interessant! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ich habe jetzt sehr viele Zettel und nur wenig Zeit, aber ich liefere Ihnen gern den Namen nach. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Neudeck: Zuerst behaupten, aber dann ...!) Ich liefere Ihnen gern den Namen nach. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer ist meine Sekretärin? Welche Sekretärin von mir ...?)
Der Redner sucht in seinen Unterlagen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie müssen einmal ein bisschen recherchieren! Jetzt wird es interessant! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Warum wird dann, wenn sich herausstellt, dass ein Teil dieser Funktionäre vom neuen Minister nicht mehr gewünscht wird, versucht, diese Funktionäre – freiheitliche Funktionäre, überlassene Arbeitskräfte – in irgendwelchen Funktionen des Ministeriums – nicht im Ministerbüro, sondern in den Abteilungen! – unterzubringen? Soll ich Ihnen die Namen vorlesen? Nicht nur Herr Berchtold, der Vorgänger, nicht nur Frau Brunner, die freiheitliche Gemeinderätin in Klagenfurt war, auch Ihre Sekretärin, Herr Westenthaler, ist im Sozialministerium untergebracht, Ihre frühere Sekretärin. (Rufe bei der SPÖ: Da schau her! – Abg. Ing. Westenthaler: Wer? Wer ist das? Meine Sekretärin?) Ich kann Ihnen schon den Namen ... (Der Redner sucht in seinen Unterlagen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie müssen einmal ein bisschen recherchieren! Jetzt wird es interessant! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ich habe jetzt sehr viele Zettel und nur wenig Zeit, aber ich liefere Ihnen gern den Namen nach. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Neudeck: Zuerst behaupten, aber dann ...!) Ich liefere Ihnen gern den Namen nach. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer ist meine Sekretärin? Welche Sekretärin von mir ...?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer ist meine Sekretärin? Welche Sekretärin von mir ...?
Warum wird dann, wenn sich herausstellt, dass ein Teil dieser Funktionäre vom neuen Minister nicht mehr gewünscht wird, versucht, diese Funktionäre – freiheitliche Funktionäre, überlassene Arbeitskräfte – in irgendwelchen Funktionen des Ministeriums – nicht im Ministerbüro, sondern in den Abteilungen! – unterzubringen? Soll ich Ihnen die Namen vorlesen? Nicht nur Herr Berchtold, der Vorgänger, nicht nur Frau Brunner, die freiheitliche Gemeinderätin in Klagenfurt war, auch Ihre Sekretärin, Herr Westenthaler, ist im Sozialministerium untergebracht, Ihre frühere Sekretärin. (Rufe bei der SPÖ: Da schau her! – Abg. Ing. Westenthaler: Wer? Wer ist das? Meine Sekretärin?) Ich kann Ihnen schon den Namen ... (Der Redner sucht in seinen Unterlagen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie müssen einmal ein bisschen recherchieren! Jetzt wird es interessant! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ich habe jetzt sehr viele Zettel und nur wenig Zeit, aber ich liefere Ihnen gern den Namen nach. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Neudeck: Zuerst behaupten, aber dann ...!) Ich liefere Ihnen gern den Namen nach. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer ist meine Sekretärin? Welche Sekretärin von mir ...?)
anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen – Abg. Ing. Westenthaler: So ein Unsinn, was Sie da verzapfen!
Interessieren würde mich, Herr Abgeordneter Westenthaler und Herr Bundesminister Haupt, interessieren (anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen – Abg. Ing. Westenthaler: So ein Unsinn, was Sie da verzapfen!) – ich liefere Ihnen den Namen nach – würde mich, da Sie so genau prüfen, da Sie sogar die Revisionsabteilung, die Sie übrigens aus der Präsidialabteilung herausgenommen und sich selbst unterstellt haben (anhaltende heftige Zwischenrufe bei den Freiheitlichen – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen – Abg. Haigermoser: Öllinger, du warst ja auch schon arbeitslos! – Abg. Ing. Westenthaler: ... Petrovic ...! Den möchte ich einmal wissen!), interessieren würde mich, Herr Bundesminister, warum Sie zwar auf die Abteilung von Frau Dr. Sigrid Pilz, die sich kein Vergehen zuschulden hat kommen lassen, zweimal die Revisionsabteilung angesetzt haben – weil Sie wissen, dass Frau Sigrid Pilz für die Grünen im Wiener Gemeinderat kandidiert hat –, obwohl da nichts zu finden war, während dort, wo es offensichtlich etliches zu finden gäbe, die Revisionsabteilung von Ihnen nicht beauftragt wird, etwas zu finden.
anhaltende heftige Zwischenrufe bei den Freiheitlichen – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen – Abg. Haigermoser: Öllinger, du warst ja auch schon arbeitslos! – Abg. Ing. Westenthaler: ... Petrovic ...! Den möchte ich einmal wissen!
Interessieren würde mich, Herr Abgeordneter Westenthaler und Herr Bundesminister Haupt, interessieren (anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen – Abg. Ing. Westenthaler: So ein Unsinn, was Sie da verzapfen!) – ich liefere Ihnen den Namen nach – würde mich, da Sie so genau prüfen, da Sie sogar die Revisionsabteilung, die Sie übrigens aus der Präsidialabteilung herausgenommen und sich selbst unterstellt haben (anhaltende heftige Zwischenrufe bei den Freiheitlichen – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen – Abg. Haigermoser: Öllinger, du warst ja auch schon arbeitslos! – Abg. Ing. Westenthaler: ... Petrovic ...! Den möchte ich einmal wissen!), interessieren würde mich, Herr Bundesminister, warum Sie zwar auf die Abteilung von Frau Dr. Sigrid Pilz, die sich kein Vergehen zuschulden hat kommen lassen, zweimal die Revisionsabteilung angesetzt haben – weil Sie wissen, dass Frau Sigrid Pilz für die Grünen im Wiener Gemeinderat kandidiert hat –, obwohl da nichts zu finden war, während dort, wo es offensichtlich etliches zu finden gäbe, die Revisionsabteilung von Ihnen nicht beauftragt wird, etwas zu finden.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Der Schelm ist, wie er denkt! – Abg. Ing. Westenthaler: Fahrrad, Peking!
Vielleicht kassiert der Ring Freiheitlicher Wirtschaftstreibender auch noch ein bisschen mit bei der Überlassung von Arbeitskräften (Abg. Haigermoser: Stöllinger!), vielleicht fallen da auch ein paar Prozente an den Ring Freiheitlicher Wirtschaftstreibender ab (Abg. Haigermoser: Fahrrad, Peking!), vielleicht verdient auch das Bildungswerk der Industrie etwas mit. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Der Schelm ist, wie er denkt! – Abg. Ing. Westenthaler: Fahrrad, Peking!) – Das sind die Fragen, werte Funktionäre der Freiheitlichen Partei, die in diesem Zusammenhang von Ihnen, aber auch von Ihnen, Herr Bundesminister, zu beantworten sind.
Abg. Ing. Westenthaler: ... in den Kaszetteln net drinsteht! Welche Sekretärin war das jetzt von mir?
Ich sage Ihnen, das sind nicht die einzigen Fragen! Es gibt noch genug zu klären. Was wir inzwischen wissen, meine Damen und Herren, ist ... (Abg. Ing. Westenthaler: ... in den Kaszetteln net drinsteht! Welche Sekretärin war das jetzt von mir?) – Ich erzähle es Ihnen dann schon! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Präsident lässt alles zu! ...!
Was wir inzwischen wissen, ist, dass die Vorgänge um Frau Fabel ganz offensichtlich oder allem Anschein nach ein Kriminalfall sind – ein Kriminalfall (Abg. Dr. Ofner: ... sagt, dass das so ...!), der im Fall des Ministeriums den Verdacht des Betrugs bedeutet und den Minister verpflichten würde, falls er diesen Verdacht hat, sofort Strafanzeige zu erstatten. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Präsident lässt alles zu! ...!) Es ist nicht damit getan, dass eine Kündigung durch Frau Fabel erfolgt. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben das Sozialbudget zu beraten! Ich hoffe, Sie wissen es!) Das ist Ihnen wohl klar, Herr Haigermoser! (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Satz zum Sozialbudget!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben das Sozialbudget zu beraten! Ich hoffe, Sie wissen es!
Was wir inzwischen wissen, ist, dass die Vorgänge um Frau Fabel ganz offensichtlich oder allem Anschein nach ein Kriminalfall sind – ein Kriminalfall (Abg. Dr. Ofner: ... sagt, dass das so ...!), der im Fall des Ministeriums den Verdacht des Betrugs bedeutet und den Minister verpflichten würde, falls er diesen Verdacht hat, sofort Strafanzeige zu erstatten. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Präsident lässt alles zu! ...!) Es ist nicht damit getan, dass eine Kündigung durch Frau Fabel erfolgt. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben das Sozialbudget zu beraten! Ich hoffe, Sie wissen es!) Das ist Ihnen wohl klar, Herr Haigermoser! (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Satz zum Sozialbudget!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein Satz zum Sozialbudget!
Was wir inzwischen wissen, ist, dass die Vorgänge um Frau Fabel ganz offensichtlich oder allem Anschein nach ein Kriminalfall sind – ein Kriminalfall (Abg. Dr. Ofner: ... sagt, dass das so ...!), der im Fall des Ministeriums den Verdacht des Betrugs bedeutet und den Minister verpflichten würde, falls er diesen Verdacht hat, sofort Strafanzeige zu erstatten. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Präsident lässt alles zu! ...!) Es ist nicht damit getan, dass eine Kündigung durch Frau Fabel erfolgt. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben das Sozialbudget zu beraten! Ich hoffe, Sie wissen es!) Das ist Ihnen wohl klar, Herr Haigermoser! (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Satz zum Sozialbudget!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was hat das mit meiner Sekretärin zu tun, Herr Präsident? Darf ich das wissen?
Nun erhält der ... (Abg. Ing. Westenthaler: Was hat das mit meiner Sekretärin zu tun, Herr Präsident? Darf ich das wissen?) – Herr Abgeordneter Westenthaler! Das hat so viel damit zu tun wie Ihre Wortmeldung beim Kapitel Inneres über Beamte oder andere Personen, die Sie kritisiert haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Sind dort keine Beamte in den Ministerien? Meine Sekretärin ist ...! – Abg. Dr. Petrovic – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Er ist ein bisschen nervös!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sind dort keine Beamte in den Ministerien? Meine Sekretärin ist ...! – Abg. Dr. Petrovic – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Er ist ein bisschen nervös!
Nun erhält der ... (Abg. Ing. Westenthaler: Was hat das mit meiner Sekretärin zu tun, Herr Präsident? Darf ich das wissen?) – Herr Abgeordneter Westenthaler! Das hat so viel damit zu tun wie Ihre Wortmeldung beim Kapitel Inneres über Beamte oder andere Personen, die Sie kritisiert haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Sind dort keine Beamte in den Ministerien? Meine Sekretärin ist ...! – Abg. Dr. Petrovic – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Er ist ein bisschen nervös!)
Abg. Ing. Westenthaler: Da greift er gleich ein, der Herr Präsident!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Abgeordneter! Sie haben momentan nicht das Wort! (Abg. Ing. Westenthaler: Da greift er gleich ein, der Herr Präsident!) – Ja, da greife ich ein, wenn Sie einem Abgeordneten unterstellen, er habe ein Diplom in "Menschenverhetzung". Das ist unakzeptabel, Herr Abgeordneter! (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit den unwahren Behauptungen ...?)
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit den unwahren Behauptungen ...?
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Abgeordneter! Sie haben momentan nicht das Wort! (Abg. Ing. Westenthaler: Da greift er gleich ein, der Herr Präsident!) – Ja, da greife ich ein, wenn Sie einem Abgeordneten unterstellen, er habe ein Diplom in "Menschenverhetzung". Das ist unakzeptabel, Herr Abgeordneter! (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit den unwahren Behauptungen ...?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist beschlossen worden und danach ...!
Kollege Rasinger weiß, dass ich aus diesem Fach stamme. Ich habe in meinem Leben mehr Krebskranke gesehen und bis zu ihrer letzten Minute begleitet, als ihm das je lieb sein kann. Wenn wir gegen ein Gesetz sind, das Patientinnen und Patienten belastet, das ökonomisch zu hinterfragen sinnvoll, gesundheitspolitisch zu hinterfragen sinnvoll wäre – und diese Fragen, das sage ich gleich, können jeweils mit einem Nein beantwortet werden –, und Sie völlig unkritisch sind, wenn wir gegen so ein Gesetz sind, weil wir allen Patientinnen und Patienten diese Gebühren, weil sie eben Unsinn sind, ersparen wollen, uns dann zu unterstellen, dass wir auf Kosten der wirklich Ärmsten und Belasteten ... (Abg. Dr. Leiner: Wir haben ja getrennt abgestimmt!) – Eine getrennte Abstimmung ist, wenn man die Vernunft benützt, dann sinnlos, wenn eine Partei oder zwei Parteien das Gesetz in toto ablehnen. Es ist unsinnig, bei einer Abstimmung mitzutun, wenn wir die Gebühren allen Patienten erlassen wollen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist beschlossen worden und danach ...!)
Abg. Silhavy: Das glaube ich nicht! Ich glaube nicht, dass es sich lohnt, Ihre Wortspende zu hören, bei der Politik, die Sie machen! – Abg. Ing. Westenthaler: Sehr "demokratisch"!
Abgeordneter Dr. Alois Pumberger (Freiheitliche): Es ist gut, dass Sie (in Richtung der Abg. Silhavy) da bleiben, Frau Sozialsprecherin. (Abg. Silhavy: Das glaube ich nicht! Ich glaube nicht, dass es sich lohnt, Ihre Wortspende zu hören, bei der Politik, die Sie machen! – Abg. Ing. Westenthaler: Sehr "demokratisch"!) Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Frau Sozialsprecherin Silhavy! Ich habe Ihren Redebeitrag und den des Kollegen Nürnberger gehört. Ich kann es aber nicht nur auf die vielen Tage zurückführen, die wir hier auf engstem Raum beisammen sind (Abg. Rosemarie Bauer: Sitzungskoller ist das!), dass uns so viel Hass entgegengebracht wird. Ihren Reden wohnt der blanke Hass inne. Ich würde Ihnen empfehlen: Kaufen Sie sich die CD eines bekannten Liedermachers, die da heißt: "Ich bin so hässlich, so grässlich hässlich, ich bin der Hass." (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Silhavy. )
Abg. Ing. Westenthaler: Der Präsident hat es auch zugelassen! – Abg. Dr. Mertel: Ihre Sozialpolitik ist nicht erwähnenswert!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Nürnberger ist nicht mehr im Saal, wenn ich das richtig sehe. Nürnberger hat heute als renommierter, bekannter Sozialpolitiker der SPÖ, wie er sich selbst nennt, mit keinem einzigen Wort die Sozialpolitik erwähnt. Das Einzige, was er gemacht hat (Abg. Ing. Westenthaler: Der Präsident hat es auch zugelassen! – Abg. Dr. Mertel: Ihre Sozialpolitik ist nicht erwähnenswert!), war, dass er einfach wilde Hasstiraden von sich gegeben hat. Zur Sozialpolitik, einer Sozialpolitik, die nach 30 Jahren Verantwortung durch die SPÖ wirklich im Argen liegt, hat er überhaupt nichts zu sagen gehabt (Abg. Dr. Mertel: Haben Sie die Wortmeldung des Herrn Ministers gehört?) – er, der hauptverantwortlich und mitverantwortlich für das Desaster der Wiener Gebietskrankenkasse ist.
Abg. Ing. Westenthaler: Ist er wieder in Deckung gegangen!
Herr Kollege Nürnberger! – Da ist er ja. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist er wieder in Deckung gegangen!) Aber es macht ihm nichts aus. – Sie wissen genau, dass Ihr Vermögen für die Abgänge der Wiener Gebietskrankenkasse, für die Sie mitverantwortlich sind, nicht herhalten muss: Wir Oberösterreicher haben Ihnen gezeigt, dass es auch anders geht (Zwischenruf des Abg. Nürnberger ), dass die Pflichtversicherten der Gebietskrankenkasse Oberösterreich zu ihren Leistungen kommen, dass mit ihren Beiträgen etwas gemacht wird und keine Abgänge erwirtschaftet werden.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Wahnsinn! Das zahlt er nicht, der Herr Nürnberger!
Die Wiener Gebietskrankenkasse hat beispielsweise das Geld dafür, Frau Vranitzky mit 420 000 S auszustatten, damit sie nicht in Österreich – nein! –, sondern in Hannover behandelt wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Wahnsinn! Das zahlt er nicht, der Herr Nürnberger!) Auch die Flugreise mit Begleitperson dorthin hat ihr die Wiener Gebietskrankenkasse noch bezahlt.
Abg. Ing. Westenthaler: Angeblich war der Nürnberger auch dort! – Abg. Haigermoser: Das ist ein Skandal!
Wenn sich ein Wiener Gebietskrankenkassenversicherter, ein kleiner Pflichtversicherter der Wiener Gebietskrankenkasse in Klosterneuburg behandeln lassen muss, dann muss er die Fahrtkosten schon selbst zahlen. Frau Vranitzky aber wird mit dem Flieger nach Hannover geflogen, und dort wird die ganze Behandlung mit 420 000 S bar, cash, ersetzt, Herr Kollege Nürnberger! (Abg. Ing. Westenthaler: Angeblich war der Nürnberger auch dort! – Abg. Haigermoser: Das ist ein Skandal!) Kommen Sie her und machen Sie eine tatsächliche Berichtigung, wenn das nicht stimmt! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist richtig!
Abgeordneter Rudolf Nürnberger (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Abgeordneter Pumberger hat behauptet, die Wiener Gebietskrankenkasse hätte für die Frau des ehemaligen Bundeskanzlers Dr. Franz Vranitzky Flugkosten und Ähnliches übernommen. – Dies ist unrichtig! (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist richtig!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was sagt die Kasse dazu? Nicht der Kanzler!
Richtig ist: Abgeordneter Pumberger hat bereits am 11. Mai des Vorjahres diese Behauptung aufgestellt. Es liegt diesbezüglich ein Schreiben des ehemaligen Bundeskanzlers vor. Ich zitiere (Abg. Ing. Westenthaler: Was sagt die Kasse dazu? Nicht der Kanzler!):
Beifall bei der SPÖ für den das Rednerpult verlassenden Abg. Nürnberger. – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von Freiheitlichen und SPÖ. – Abg. Dr. Kostelka: So sind sie halt! – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat die WestLB gezahlt! Das hat die Bank gezahlt! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Danke für die tatsächliche Berichtigung. (Beifall bei der SPÖ für den das Rednerpult verlassenden Abg. Nürnberger. – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von Freiheitlichen und SPÖ. – Abg. Dr. Kostelka: So sind sie halt! – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat die WestLB gezahlt! Das hat die Bank gezahlt! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Leikam –: Du kriegst einen Kurs für Zeiterfassung!
Abgeordnete Ridi Steibl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! (Die Rednerin stellt ein Buch mit dem Titel "Macht und Sprache" vor sich auf das Rednerpult.) Ich möchte erstens auf meinen Vorredner, Herrn Abgeordneten Lackner von der SPÖ, eingehen. Wo ist er? Ich möchte ihm sagen: Macht und Sprache! Ich wünsche mir mehr Verantwortung im Umgang mit der Sprache. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Leikam –: Du kriegst einen Kurs für Zeiterfassung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ja was war denn da los?
Und ich sage Ihnen: Lassen Sie die Steine ruhen! Sie erinnern sich vielleicht daran, dass es auch in Ihren Reihen einen Abgeordneten gegeben hat, nämlich Herrn Dr. Tull, seines Zeichens Obmann des Finanzausschusses, bei dem plötzlich festgestellt wurde, dass dieser Dr. Tull – "Tante Tull" genannt – kein Doktor war. (Oh-Rufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Hahaha!) Er war lange Zeit Obmann des Finanzausschusses und wurde erst später "wilder" Abgeordneter. (Abg. Ing. Westenthaler: Ja was war denn da los?)
Abg. Ing. Westenthaler: Aha!
Drittens möchte ich sagen, dass Ihre Frau Abgeordnete Gabrielle Traxler als Abgeordnete Arbeitslosengeld bezogen hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Aha!) Wie lässt sich das alles vereinbaren? (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Den Fischer haben Sie vergessen! 4,5 Millionen hat er abkassiert, der Herr Präsident!
Werte Kolleginnen und Kollegen! Nun aber zu den wichtigsten Dingen des Lebens, nämlich zum Thema Familie. (Abg. Ing. Westenthaler: Den Fischer haben Sie vergessen! 4,5 Millionen hat er abkassiert, der Herr Präsident!) – Ja, so ist es. Das macht nichts, wenn man in Opposition ist, kann man polemisieren. Macht der Sprache!
Ja-Rufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Ja, das habe ich gehört! – Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!
Kollege Leikam! Haben Sie in Richtung Freiheitliche Partei "Nehmerpartie" gesagt? (Ja-Rufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Ja, das habe ich gehört! – Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Leikam –: Genieren Sie sich! Stellen Sie sich ins Winkerl und genieren Sie sich!
Herr Abgeordneter! Ich erteile Ihnen für diesen Ausdruck einen Ordnungsruf, denn man kann nicht eine ganze Fraktion als "Nehmerpartie" bezeichnen. Bitte das zu beachten! (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Leikam –: Genieren Sie sich! Stellen Sie sich ins Winkerl und genieren Sie sich!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Zurück in die Zukunft!
Bessere Bedingungen in unserer Gesellschaft, bessere Bedingungen in Wirtschaft und Arbeitswelt und in der Partnerschaft sind gefragt, denn es geht um die Menschen, um Kinder, Frauen und Männer. Ihre Devise, die Devise der Regierung ist: Vorwärts in die Vergangenheit. Mein Motto heißt: Zukunft leben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Zurück in die Zukunft!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Öllinger –: Hören Sie einmal zu ...!
Abgeordnete Edith Haller (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Öllinger, Sie sind falsch informiert. Sie haben soeben behauptet, dass diese Behinderten-Milliarde eine einmalige Maßnahme wäre. Darf ich Sie darüber aufklären (Abg. Öllinger spricht mit anderen Abgeordneten der Grünen) – aber er hört nicht zu, die Wahrheit will er ja nicht wissen (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Öllinger –: Hören Sie einmal zu ...!) –, dass diese Behinderten-Milliarde eine ständige Einrichtung sein wird! Sie ist eine Strukturmaßnahme, die der ständigen Sicherung von Behindertenarbeitsplätzen dient. Sie haben hier vor kurzem etwas anderes behauptet. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Ruf bei der SPÖ: Sie wissen nicht, was Sie sagen!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: "Schuldenminister Edlinger"! – Abg. Edlinger: Besser als "Minus-10-Prozent-Mann"!
Sie versteigen sich jetzt zu Behauptungen wie jener, die derzeitige Bundesregierung stelle den Frauen zusätzliche Hürden auf. – Ja, das ist schon richtig: Die größte Hürde, die es für diese Bundesregierung und damit natürlich auch für die Frauenpolitik gibt, ist nämlich der gigantische Schuldenberg! (Abg. Edlinger: Eije! Das ist mir schon abgegangen!) Rund 7 000 S, Herr Edlinger, könnte jede Frau mehr im Taschl haben, wenn Sie nicht so eine Misswirtschaft betrieben hätten, auf Grund welcher wir über 100 Milliarden Schilling an Zinsen zurückzahlen müssen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: "Schuldenminister Edlinger"! – Abg. Edlinger: Besser als "Minus-10-Prozent-Mann"!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Bravo-Rufe des Abg. Ing. Westenthaler.
Ich muss Ihnen ehrlich gestanden sagen: Dass Sie von der SPÖ – und mit Ihnen natürlich ein Großteil der grünen Fraktion – jetzt, bei all den Bemühungen, der österreichischen Bevölkerung ein funktionierendes und gutes Gesundheitssystem zu erhalten, Zeter und Mordio schreien, ist – das muss ich wirklich sagen – schon eine arge Sache. Angesichts Ihrer Argumentation in puncto Ambulanzgebühren wäre noch etwas hinzuzufügen, und zwar ein einfaches Wort: Schämen Sie sich! – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Bravo-Rufe des Abg. Ing. Westenthaler. )
Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das mit dem "Schweinestall Österreich"?
Es ist natürlich das Recht der Regierungsparteien, das so auszulegen, aber nichtsdestotrotz haben wir mittlerweile April – und wir haben keine Ausführungsbestimmungen für dieses Jugendförderungsgesetz. Die Verordnung ist nach wie vor nicht erlassen, und ich hätte Minister Haupt diesbezüglich gerne befragt. Er hat auf meine schriftlichen Anfragen im Budgetausschuss geantwortet, es werde keine Auswirkungen haben. Aber ich würde ihn schon gerne fragen, wie das eigentlich laufen soll, wenn im Gesetz geregelt ist, dass in der Verordnung zum Beispiel steht, wie die Mitglieder nachgewiesen werden sollen. Das liegt nach wie vor nicht vor, und es ist bereits April. Wenn diese Verordnung vorliegt, dann wird es einige Zeit dauern, bis eingereicht wird und bis dann auch überprüft werden kann (Abg. Haigermoser: Wie ist das mit der Freigabe von Rauschgift?), und das wird auch massive Auswirkungen auf die Förderwerber haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das mit dem "Schweinestall Österreich"?)
Abg. Haigermoser: Distanzieren Sie sich vom "Schweinestall Österreich"! Und gleichzeitig auch vom Herrn Joschka Fischer, der auf Polizisten eingeprügelt hat! – Abg. Ing. Westenthaler: Das gefällt nur dem Edlinger, das vom "Schweinestall"!
Ich weiß nicht, Kollege Haigermoser: Offenbar haben Sie Schwierigkeiten damit, zuzuordnen, wer da was gesagt hat; aber lassen wir das auch so stehen. Faktum ist, es gibt eine höchst interessante Anfragebeantwortung aus dem Bundesministerium für soziale Sicherheit und Generationen zu einer Anfrage über die Drogensituation in Österreich. (Abg. Haigermoser: Distanzieren Sie sich vom "Schweinestall Österreich"! Und gleichzeitig auch vom Herrn Joschka Fischer, der auf Polizisten eingeprügelt hat! – Abg. Ing. Westenthaler: Das gefällt nur dem Edlinger, das vom "Schweinestall"!)
Abg. Ing. Westenthaler: Distanzieren Sie sich einmal vom "Schweinestall Österreich"! Das wäre viel gescheiter! Wenn Sie sich distanzieren, reden wir weiter, vorher nicht!
Bevor Sie da lange herumschreien, Herr Kollege Westenthaler, würde ich Ihnen empfehlen: Lesen Sie einmal etwas Interessantes! Lesen Sie die Anfragebeantwortung des Ministers Haupt, der etliche Dinge in einer Offenheit klargelegt hat, die mir in diesem Ministerium neu war. (Abg. Ing. Westenthaler: Distanzieren Sie sich einmal vom "Schweinestall Österreich"! Das wäre viel gescheiter! Wenn Sie sich distanzieren, reden wir weiter, vorher nicht!) Ich möchte mich dafür auch bedanken. Diese Anfragebeantwortung könnte Grundlage für ein wirkliches Überdenken Ihrer Drogenpolitik sein, Herr Kollege Westenthaler. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Haigermoser sitzt neben Abg. Ing. Westenthaler und spricht mit diesem.
Daran sieht man, dass nicht wir, die Opposition, laufend, wie Sie behaupten, Verunsicherung betreiben, sondern dass Sie die wahren Probleme einfach laufend negieren. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Haigermoser sitzt neben Abg. Ing. Westenthaler und spricht mit diesem.) – Kollege Haigermoser, jetzt wäre es Zeit, aufpassen, aber jetzt tun Sie es logischerweise nicht!
Abg. Ing. Westenthaler: Das habt ihr eingefädelt! Sie haben es eingeführt! – Weitere Zwischenrufe. – Unruhe im Saal.
Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Entschließungsantrag Haidlmayr stimmen, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Minderheit. Der Antrag ist daher abgelehnt. (Abg. Ing. Westenthaler: Das habt ihr eingefädelt! Sie haben es eingeführt! – Weitere Zwischenrufe. – Unruhe im Saal.)
Abg. Ing. Westenthaler: Dieses Niveau wird er nicht erreichen, der kommende Redner, das kann er gar nicht erreichen!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Edler. Ihre Uhr ist wunschgemäß auf 5 Minuten eingestellt. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Dieses Niveau wird er nicht erreichen, der kommende Redner, das kann er gar nicht erreichen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo denn? Pleiteminister Edlinger!
Eines ist heute schon wiederholt angesprochen worden, und das betrifft die Schulden. Die letzte Regierung hat schon wesentliche Schuldenbeträge abgebaut. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo denn? Pleiteminister Edlinger!) Das Budgetdefizit wurde unter Edlinger schon halbiert. Das müssen Sie zur Kenntnis nehmen, meine Damen und Herren! Wir waren schon auf dem besten Weg zum Nulldefizit, wir bekennen uns auch dazu, aber bei uns wäre es ein anderer Weg gewesen, nicht der Weg, den Sie gegangen sind, denn dieser ist brutal, ist ein Weg des Sozialabbaus, und das ist abzulehnen.
Abg. Ing. Westenthaler: Na ja, so gut ist das nicht!
Herr Kollege Edlinger! Bei all der brillanten Rhetorik, die Sie beherrschen (Abg. Ing. Westenthaler: Na ja, so gut ist das nicht!), und bei allem heute noch erkennbaren Schauspielunterricht, den Sie in Ihrer Jugend genossen haben: Sie können gewisse Fakten und Daten auch mit der besten Rhetorik einfach nicht wegwischen.
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das glaubt er heute noch!
"Sie brauchen sich daher auch gar nicht zu bemühen, im kommenden Wahlkampf eine Argumentationslinie zu verfolgen, die die Frage stellt, wie hoch das Budgetloch ist. Es ist nämlich keines vorhanden." – Edlinger, meine Damen und Herren! (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das glaubt er heute noch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Du forderst sie heraus!
Wir werden es nicht zulassen, meine Damen und Herren, ... (Abg. Ing. Westenthaler: Du forderst sie heraus!) Ich weiß schon, dass es eine Herausforderung ist, aber diesen Fehdehandschuh nehmen wir schon auf, Herr Edlinger. Und ich sage Ihnen: Ein Häupl macht noch keinen Sommer! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.) Daher ist es mehr als peinlich, wenn Sie hier versucht haben, die sozialistischen Versäumnisse unter den roten Teppich zu kehren.
Abg. Ing. Westenthaler: Wie war das auf dem Salzburger Parteitag?
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dr. Gusenbauer. Restliche Redezeit: 3 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie war das auf dem Salzburger Parteitag?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unglaublich, so etwas! Das ist ein echter Skandal!
Ich nenne jetzt ein paar Beispiele. Da kommt die Bank Austria zu Ihnen, nachdem die Visa Card geprüft worden ist und eine Umsatzsteuerforderung in der Größenordnung von 500 bis 600 Millionen Schilling angelaufen ist, und Sie bringen eine Gesetzesvorlage hier im Nationalrat ein, wonach das Umsatzsteuergesetz 1994 rückwirkend zum 1. Jänner 1995 geändert wird, damit die Bank Austria nicht 500 bis 600 Millionen Schilling aus der Visa Card nachzahlen muss. – Punkt eins. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unglaublich, so etwas! Das ist ein echter Skandal!)
Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – auf dem Weg zu seinem Sitzplatz –: Herr Präsident! Ich verweise auf ein Präjudiz von vorgestern, wo ebenfalls auf eine tatsächliche Berichtigung eine tatsächliche Berichtigung erlaubt worden ist, und ich sage es in einem Satz: Schuld ist allein der Kollege Edlinger! – Beifall bei den Freiheitlichen.
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Herr Abgeordneter Westenthaler! Das ist keine tatsächliche Berichtigung, und es ist auch keine persönliche Erwiderung, weil Sie in die tatsächliche Berichtigung nicht persönlich einbezogen waren. Daher kann ich Ihnen dazu nicht das Wort erteilen. (Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – auf dem Weg zu seinem Sitzplatz –: Herr Präsident! Ich verweise auf ein Präjudiz von vorgestern, wo ebenfalls auf eine tatsächliche Berichtigung eine tatsächliche Berichtigung erlaubt worden ist, und ich sage es in einem Satz: Schuld ist allein der Kollege Edlinger! – Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Geh!
Abgeordneter Rudolf Edlinger (SPÖ): Herr Klubobmann Westenthaler hat vor wenigen Minuten behauptet, ich hätte die Erhöhung von Krankenkassenbeiträgen verlangt. – Das ist natürlich falsch! (Abg. Ing. Westenthaler: Geh!)
Abg. Ing. Westenthaler: Zur Geschäftsordnung!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Der letzte Teil war doch wieder keine tatsächliche Berichtigung, aber der erste Teil, Herr Abgeordneter, ist eine solche gewesen. (Abg. Ing. Westenthaler: Zur Geschäftsordnung!)
Lebhafter Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Die Abgeordneten Dr. Khol und Ing. Westenthaler begeben sich zur Regierungsbank, um Bundeskanzler Dr. Schüssel und Bundesminister Mag. Grasser ihre Glückwünsche auszudrücken. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Damit ist das Budget für das Jahr 2002 verabschiedet. (Lebhafter Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Die Abgeordneten Dr. Khol und Ing. Westenthaler begeben sich zur Regierungsbank, um Bundeskanzler Dr. Schüssel und Bundesminister Mag. Grasser ihre Glückwünsche auszudrücken. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Sitzung Nr. 69
Abg. Ing. Westenthaler: Er ist Sozialminister und hat somit mit Zuwanderern zu tun!
Als Nächstes habe ich mir überlegt: Ja, wer von den freiheitlichen Regierungsmitgliedern hat denn überhaupt eine Kompetenz in dieser Frage? (Ruf bei der SPÖ: Niemand!) Genau! Niemand! Das ist das Ergebnis. Niemand! (Beifall bei der SPÖ.) Die FPÖ hat weder inhaltlich noch politisch eine Kompetenz zum Thema soziale Integration und Zuwanderung. (Abg. Ing. Westenthaler: Er ist Sozialminister und hat somit mit Zuwanderern zu tun!) Wäre Ihnen dieses Thema tatsächlich ein ehrliches Anliegen gewesen, Herr Ing. Westenthaler, dann hätten Sie die Anfrage entweder an den Innenminister oder an den Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit gerichtet. Aber nein, Herr Bundesminister Haupt muss dafür herhalten.
Abg. Ing. Westenthaler: Glauben Sie tatsächlich, dass der Sozialminister nichts mit Zuwanderung zu tun hat?
Es ist also eine Täuschungsaktion oder eine Rechtfertigungsstrategie. (Abg. Ing. Westenthaler: Glauben Sie tatsächlich, dass der Sozialminister nichts mit Zuwanderung zu tun hat?) Es war kein einziger seiner Kompetenzbereiche von Ihnen angesprochen. Sie haben den Arbeitsminister angesprochen, aber nicht den Sozialminister, Herr Ing. Westenthaler. (Beifall bei der SPÖ.) Sie sollten ja wissen, was Sie selber im Bundesministeriengesetz beschlossen haben! Oder sind Sie überfordert damit? Aber ähnlich, wie Frau Dr. Partik-Pablé aus ihrer Wahlniederlage in Wien nichts gelernt zu haben scheint, geht es offensichtlich auch Ihnen. Frau Dr. Partik-Pablé nimmt die Asylanträge – nicht, was beschlossen wird an Bewilligungen, nein, sie nimmt die Asylanträge –, um damit Ihre ausländerfeindliche bis aggressive Haltung zu verteidigen.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben in "Betrifft" eine Themaverfehlung gehabt und heute auch! – Abg. Haigermoser: Langsamer und deutlicher sprechen!
Frau Dr. Partik-Pablé, wir werden sehen, wir stark Sie sind. Immer wenn es darum geht, Leute aufzuhetzen, sind Sie besonders stark, wenn es aber darum geht, etwas Gutes für die Menschen zu tun, hört man von Ihnen überhaupt nichts. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben in "Betrifft" eine Themaverfehlung gehabt und heute auch! – Abg. Haigermoser: Langsamer und deutlicher sprechen!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der Abg. Silhavy –: Das war dieselbe Themaverfehlung wie in "Betrifft"!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Als Nächste zu Wort gelangt Frau Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der Abg. Silhavy –: Das war dieselbe Themaverfehlung wie in "Betrifft"!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat das gesagt?
Abgeordneter Mag. Karl Schweitzer (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Kollegin Kuntzl steht mit Ihrer Forderung nach Zuwanderung von Arbeitskräften in krassem Widerspruch zu ÖGB-Präsidenten Verzetnitsch. Er hat nämlich in jüngsten Aussagen gemeint: Es braucht keine Zuwanderung. Kurzfristig ausländische Fachkräfte nach Österreich zu holen ist der falsche Weg. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat das gesagt?) – Verzetnitsch im Mai im ÖGB-Nachrichtendienst. (Abg. Ing. Westenthaler: Das liest Frau Kuntzl nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das liest Frau Kuntzl nicht!
Abgeordneter Mag. Karl Schweitzer (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Kollegin Kuntzl steht mit Ihrer Forderung nach Zuwanderung von Arbeitskräften in krassem Widerspruch zu ÖGB-Präsidenten Verzetnitsch. Er hat nämlich in jüngsten Aussagen gemeint: Es braucht keine Zuwanderung. Kurzfristig ausländische Fachkräfte nach Österreich zu holen ist der falsche Weg. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat das gesagt?) – Verzetnitsch im Mai im ÖGB-Nachrichtendienst. (Abg. Ing. Westenthaler: Das liest Frau Kuntzl nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist denn Herr Cap heute eigentlich?
All das wurde erlaubt, und Kollege Cap hat uns damals "geschwätzige Grundsatzlosigkeit" vorgeworfen. Wo war denn da wirklich die "Grundsatzlosigkeit", meine Damen und Herren von der SPÖ? (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist denn Herr Cap heute eigentlich?) Wo ist Cap? – Er lernt zurzeit die Geschäftsordnung. (Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Edler: ... Liesing?)
Die Abgeordneten Auer und Ing. Westenthaler: Der Kostelka!
Der Vorschlag dazu ist der Antrag 791/A, und da steht es ausdrücklich drinnen. Das war ein Initiativantrag in diesem Hohen Haus, und was glauben Sie, von wem dieser Initiativantrag unterschrieben ist? Raten Sie! Wer war das? (Die Abgeordneten Auer und Ing. Westenthaler: Der Kostelka!) Es war Peter Kostelka, Sie haben Recht! (Ah-Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer war das?
Für Cap entwickelt sich die NATO derzeit eindeutig von einem ausschließlichen Militärpakt zu einer friedenssichernden beziehungsweise friedensschaffenden Einrichtung zur Bewältigung regionaler Krisen. Und daher – so Kollege Cap am 16. Juli 1997 – ist nicht nur aus Gründen der Solidarität, sondern vor allem wegen des zu erwartenden Sicherheitsgewinnes ein Beitritt in Erwägung zu ziehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer war das?) – Soweit Kollege Cap, der neue Vorsitzende der sozialdemokratischen Fraktion, am 16. Juli 1997. (Abg. Ing. Westenthaler: Du musst aufpassen! Wenn du so weiter zitierst, wird er auch noch Volksanwalt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Du musst aufpassen! Wenn du so weiter zitierst, wird er auch noch Volksanwalt!
Für Cap entwickelt sich die NATO derzeit eindeutig von einem ausschließlichen Militärpakt zu einer friedenssichernden beziehungsweise friedensschaffenden Einrichtung zur Bewältigung regionaler Krisen. Und daher – so Kollege Cap am 16. Juli 1997 – ist nicht nur aus Gründen der Solidarität, sondern vor allem wegen des zu erwartenden Sicherheitsgewinnes ein Beitritt in Erwägung zu ziehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer war das?) – Soweit Kollege Cap, der neue Vorsitzende der sozialdemokratischen Fraktion, am 16. Juli 1997. (Abg. Ing. Westenthaler: Du musst aufpassen! Wenn du so weiter zitierst, wird er auch noch Volksanwalt!)
Abg. Dr. Ofner: Dann gehe ich davon aus, dass Sie für den Westenthaler-Antrag eintreten werden, Ausländer sollen Deutsch ...!
In der vorigen Diskussion hat sogar jemand von ÖVP und FPÖ gemeint, dass Sprachen eine Bereicherung sind. Warum sollen also diese Jugendlichen, wenn sie für mehrere Monate hier in Österreich sind, nicht Deutsch lernen können? (Abg. Dr. Ofner: Dann gehe ich davon aus, dass Sie für den Westenthaler-Antrag eintreten werden, Ausländer sollen Deutsch ...!) – Weil sie, wie Ihre Kollegin Freigaßner vermutet, dann, wenn der Asylantrag abgelehnt wird, illegal nach Österreich zurückkehren, weil sie dann schon Deutsch können. Haben sie Deutsch gelernt, dann kommen sie gleich wieder. (Abg. Dr. Ofner: Sie haben eine merkwürdige Parallele zum Abgeordneten Westenthaler: Deutsch lernen!)
Abg. Dr. Ofner: Sie haben eine merkwürdige Parallele zum Abgeordneten Westenthaler: Deutsch lernen!
In der vorigen Diskussion hat sogar jemand von ÖVP und FPÖ gemeint, dass Sprachen eine Bereicherung sind. Warum sollen also diese Jugendlichen, wenn sie für mehrere Monate hier in Österreich sind, nicht Deutsch lernen können? (Abg. Dr. Ofner: Dann gehe ich davon aus, dass Sie für den Westenthaler-Antrag eintreten werden, Ausländer sollen Deutsch ...!) – Weil sie, wie Ihre Kollegin Freigaßner vermutet, dann, wenn der Asylantrag abgelehnt wird, illegal nach Österreich zurückkehren, weil sie dann schon Deutsch können. Haben sie Deutsch gelernt, dann kommen sie gleich wieder. (Abg. Dr. Ofner: Sie haben eine merkwürdige Parallele zum Abgeordneten Westenthaler: Deutsch lernen!)
Abg. Dr. Ofner: Westenthaler – Lunacek!
Sie gehen hier von dem Bild aus, dass diese Jugendlichen wirklich aus Jux und Tollerei nach Österreich kommen und nicht unsere Unterstützung brauchen. (Abg. Dr. Ofner: Westenthaler – Lunacek!) Deswegen sind Sie auch nicht dafür, dass diese Jugendlichen einen geregelten Aufenthaltsstatus bekommen, und deswegen sind Sie anscheinend auch nicht dafür, dass bei Minderjährigen generell nicht die Schubhaft verhängt wird. Mir tut das sehr Leid. Es wäre eine Chance gewesen, dass Sie hier eine andere Position beziehen. Trotzdem ist es gut, dass es einen ersten Schritt in Richtung dieser Clearingstellen gibt.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Ofner: Sagt der Westenthaler auch immer!
Herr Haigermoser! Was haben Sie gegen Fremdsprachenunterricht? – Das, was Jugendliche hier brauchen, ist eine Zukunftsperspektive, egal, wo sie ihr weiteres Leben verbringen werden oder verbringen wollen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Ofner: Sagt der Westenthaler auch immer!)
Abg. Ing. Westenthaler: Minderheitenfeststellung! – Abg. Großruck: Salto mortale!
Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Antrag stimmen, um ein diesbezügliches Zeichen. (Abg. Ing. Westenthaler: Minderheitenfeststellung! – Abg. Großruck: Salto mortale!) – Der Antrag hat keine Mehrheit gefunden, er ist abgelehnt. (Ruf bei der ÖVP: Wiedersehen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Reden Sie über Österreich?
erstens zum selbstverständlichen Recht auf freie Berichterstattung durch Zeitungen und andere Medien, zweitens zum selbstverständlichen Recht auf freie Meinung in diesem Land, drittens, Herr Westenthaler, zum selbstverständlichen Recht auf freie Meinungsäußerung in diesem Land – denn das ist ein wesentlicher Unterschied: ich darf nicht nur im stillen Kämmerchen meine Meinung haben, sondern sie auch öffentlich kundtun –, viertens zum selbstverständlichen Recht der Opposition, Kontrollaufgaben wahrzunehmen, und zum Recht, dass darüber berichtet wird (Abg. Ing. Westenthaler: Reden Sie über Österreich?) – jawohl, ich rede über Österreich, Herr Westenthaler! –, dass freie Medien der Öffentlichkeit die Ergebnisse dieser Tätigkeit mitteilen, und selbstverständlich zum Recht von Journalisten und Journalistinnen, selbständig zu recherchieren und über die Ergebnisse dieser Tätigkeit auch zu berichten.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben etwas vergessen: das Recht, im ANA Grand Hotel zu frühstücken!
Das nennt man außerhalb der österreichischen Staatsgrenzen investigativen Journalismus, Herr Westenthaler. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben etwas vergessen: das Recht, im ANA Grand Hotel zu frühstücken!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das kann man gar nicht vertuschen, weil jeden Tag etwas eingestellt wird!
Jetzt, acht Monate später, im Mai 2001, deutet zwar alles darauf hin, dass die Regierungsparteien, insbesondere die FPÖ, alles daransetzen, den Spitzelskandal zu vertuschen – unter anderem wurden die Erhebungen gegen Stadler und Haider eingestellt (Abg. Ing. Westenthaler: Das kann man gar nicht vertuschen, weil jeden Tag etwas eingestellt wird!) –, aber, Herr Kollege Westenthaler, gegen die Aufdecker, gegen die kontrollierenden Politiker, gegen die Medienvertreter, die sich getraut haben, darüber auch nur zu berichten, gegen diese bloßen Berichterstatter, gegen diese wird durch die Staatsanwaltschaft beziehungsweise die zuständigen Behörden ein Strafverfahren nach § 301 des Strafgesetzbuches eingeleitet. (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter. )
Abg. Ing. Westenthaler: Glauben Sie das auch alles?
Herr Kollege Khol, ich wiederhole: "in die die FPÖ verwickelt ist"; Herr Khol, der Sie jetzt gerade den Kopf schütteln: Vorläufig jedenfalls nicht die ÖVP! – Und Sie decken das! (Abg. Ing. Westenthaler: Glauben Sie das auch alles?) Sie decken § 56 und § 301, wenn Sie anschließend unserem Antrag nicht zustimmen – und das muss ich befürchten. (Abg. Dr. Mertel: Das ist alles im "Verfassungsbogen"!) Das muss ich ernsthaft befürchten. (Abg. Ing. Westenthaler: Gut, dass Sie glauben, dass ...! – Abg. Dr. Khol: Ich halte das alles für nicht richtig!)
Abg. Ing. Westenthaler: Gut, dass Sie glauben, dass ...! – Abg. Dr. Khol: Ich halte das alles für nicht richtig!
Herr Kollege Khol, ich wiederhole: "in die die FPÖ verwickelt ist"; Herr Khol, der Sie jetzt gerade den Kopf schütteln: Vorläufig jedenfalls nicht die ÖVP! – Und Sie decken das! (Abg. Ing. Westenthaler: Glauben Sie das auch alles?) Sie decken § 56 und § 301, wenn Sie anschließend unserem Antrag nicht zustimmen – und das muss ich befürchten. (Abg. Dr. Mertel: Das ist alles im "Verfassungsbogen"!) Das muss ich ernsthaft befürchten. (Abg. Ing. Westenthaler: Gut, dass Sie glauben, dass ...! – Abg. Dr. Khol: Ich halte das alles für nicht richtig!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Und daher, aus diesem Grund, stellen wir heute diesen Dringlichen Antrag, der in seinem Kern nichts anderes besagt als das: § 56 des Entwurfs zur Strafprozessordnung und § 301 des geltenden Strafgesetzbuches sind so zu ändern, dass eine missbräuchliche Verwendung gegen die Meinungsfreiheit, gegen die Meinungsäußerungsfreiheit, gegen den liberalen Rechtsstaat in diesem Lande nicht vorkommen kann. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. )
Abg. Ing. Westenthaler: Den zehnten feiern wir gemeinsam!
Herr Justizminister! Weil wir dieses Vertrauen nicht haben und weil kaum jemand in der österreichischen Öffentlichkeit mehr das Vertrauen in eine Person wie Sie, die nicht in der Lage ist, anders als der Vertrauensanwalt der Freiheitlichen Partei zu agieren, haben kann, stellen wir zum siebenten Mal den sachlich immer besser fundierten Antrag, Sie aus Ihrem Amt zu entlassen. (Abg. Ing. Westenthaler: Den zehnten feiern wir gemeinsam!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Zitieren Sie jetzt aus dem "Asterix" auch noch? Entwickeln Sie einmal eine eigene Idee!
Das ist ein klarer Widerspruch gegenüber den jahrelangen Forderungen der FPÖ – eine der vielen ehemaligen Forderungen, die Sie revidiert haben, seit Sie in der Regierung sind. Jedenfalls bekommt man wirklich Angst, wenn mit dieser Geisteshaltung auch in diesen für unse-ren Rechtsstaat so grundlegenden Bereichen noch so gefuhrwerkt wird. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Zitieren Sie jetzt aus dem "Asterix" auch noch? Entwickeln Sie einmal eine eigene Idee!)
Abg. Dr. Khol: Blecha! – Abg. Ing. Westenthaler: Fischer! Gerichte einschüchtern! Urteile kritisieren tut der Herr Präsident Fischer!
Ich habe anlässlich der Diskussion um die Medienbehörde gesagt, im Metternich’schen Geist wolle man eine Medienbehörde einrichten, damit man knebeln kann, damit man die Journalisten einschüchtern kann, damit man die Medien in den Griff bekommen kann. Daraufhin hat mir damals Staatssekretär Morak ein Buch über Metternich geschenkt, was ich als sehr freundlich empfunden habe, weil er mir damit die Gelegenheit gegeben hat, wirklich zu vergleichen, was dieser Mann alles tat, alles wollte, und weil ich erkennen konnte, wie oft das deckungsgleich ist mit dem, was Sie heute machen. Das passt auch auf Ihre ORF-Gesetzesvorlage und auch hier wiederum! (Abg. Dr. Khol: Blecha! – Abg. Ing. Westenthaler: Fischer! Gerichte einschüchtern! Urteile kritisieren tut der Herr Präsident Fischer!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt lacht er schon selber!
"Unter den Nagel reißen", hat eine große Tageszeitung geschrieben, wollen Sie sich den ORF. Sie wollen der Opposition auch die Möglichkeit der Öffentlichkeit nehmen, damit sie ihre Oppositionspolitik nicht mehr in diesem Ausmaß betreiben kann. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt lacht er schon selber!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das nimmt dir jetzt keiner ab! – Abg. Mag. Schweitzer: Oh Gott!
Dazu sage ich Ihnen: Da werden Sie auf den Widerstand einer kritischen Öffentlichkeit stoßen und auf den Widerstand der Österreicherinnen und Österreicher, die an diesem System des Rechtsstaates und der Demokratie mit Sicherheit festhalten werden! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das nimmt dir jetzt keiner ab! – Abg. Mag. Schweitzer: Oh Gott!)
Abg. Ing. Westenthaler: Cap! Lern die Geschäftsordnung! – Abg. Dr. Khol: Kein Jurist – und ein Nachplapperer! – Abg. Dr. Martin Graf: Wir merken schön langsam, was ...! – Abg. Haigermoser: Herr Cap! Machen Sie den Volksanwalt! Da sind Sie auch versorgt!
Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Stoisits. Die Uhr ist wunschgemäß auf 7 Minuten gestellt. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Cap! Lern die Geschäftsordnung! – Abg. Dr. Khol: Kein Jurist – und ein Nachplapperer! – Abg. Dr. Martin Graf: Wir merken schön langsam, was ...! – Abg. Haigermoser: Herr Cap! Machen Sie den Volksanwalt! Da sind Sie auch versorgt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wieso zerwuzeln Sie den "Falter"?
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Danke, dass es den "Falter" gibt, denn der "Falter" ist eine Lektüre, die ich wahrlich allen empfehlen kann, vor allem jenen, die auch mit Journalisten reden. Darf ich Ihnen aus der heutigen Ausgabe des "Falter" Frau Dr. Fekter zitieren? Sie hatte ja hier nicht ausreichend Zeit dazu, um alle Facetten ihrer Meinung wiederzugeben. (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso zerwuzeln Sie den "Falter"?)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Pilz will ja den Rechtsstaat abschaffen!
Von einem anderen Protagonisten der grünen Szene sind wir ja gewohnt, dass er sich hier herstellt, eine große Pose einnimmt, die etwa an die Jesus-Statue in Rio de Janeiro erinnert, und hier eine Verleumdung nach der anderen begeht. Er fordert den Herrn Bundesminister auf, er solle zurücktreten, denn wenn er zurückträte, begänne ab morgen wieder der Rechtsstaat in Österreich. Das impliziert, Herr Kollege Pilz, die Feststellung, dass Österreich im gegenwärtigen Stadium kein Rechtsstaat ist. Herr Kollege Pilz, auch das ist eine ungeheure Pauschalverunglimpfung. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Pilz will ja den Rechtsstaat abschaffen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Aufregung ist vorbei, die SPÖ ist fort ...! – Abg. Dr. Khol: Aber der "Euroteam" spricht noch zu uns! – Abg. Haigermoser: Der wird uns heute sagen, wie hoch die Honorarnote war!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Als nächste Rednerin gelangt Frau Abgeordnete Dr. Baumgartner-Gabitzer zu Wort. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Aufregung ist vorbei, die SPÖ ist fort ...! – Abg. Dr. Khol: Aber der "Euroteam" spricht noch zu uns! – Abg. Haigermoser: Der wird uns heute sagen, wie hoch die Honorarnote war!)
Abg. Ing. Westenthaler: "Eurolim"!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Jarolim. Die Uhr ist auf 6 Minuten gestellt. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: "Eurolim"!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das jetzt mit der Honorarnote? Ich möchte gern die Höhe der Honorarnote wissen! Was haben Sie bekommen? Was hat Ihnen "Euroteam" gezahlt? – Abg. Haigermoser: In Schilling und in Euro! Es heißt ja "Euroteam"! Wie viel Euro haben Sie von "Euroteam" bekommen?
Der Medienrichter Professor Weis ist der Inbegriff für jene, die sich mit Medienrecht auseinandersetzen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das jetzt mit der Honorarnote? Ich möchte gern die Höhe der Honorarnote wissen! Was haben Sie bekommen? Was hat Ihnen "Euroteam" gezahlt? – Abg. Haigermoser: In Schilling und in Euro! Es heißt ja "Euroteam"! Wie viel Euro haben Sie von "Euroteam" bekommen?) Er ist ein Richter in erster Instanz, der sich mit dem Medienrecht massiv auseinander setzt, und er sagt zu Ihrer "tollen" Novelle – von der Sie, Herr Bundesminister, heute erklärt haben, dass sie eigentlich gar nichts mit dem Medienrecht zu tun hätte – wortwörtlich, dass diese Neuerungen das Rad der Medienjustiz zurückdrehen würden, von Ungereimtheiten und falschen medienrechtlichen Definitionen abgesehen. Er sagt, es stehe auch in krassem Widerspruch zum Mediengesetz 1981.
Abg. Ing. Westenthaler – auf eine Unterlage des Redners weisend –: Ist das die Honorarnote? – Abg. Haigermoser: Zeigen Sie die Honorarnote endlich vor!
Meine Damen und Herren von der Koalition, wenn Sie hier erklären, dass all das, nämlich die Einschränkung des Journalismus, nicht beabsichtigt sei, dann empfehle ich Ihnen wirklich: Lesen Sie sich die Erklärungen durch, die anlässlich des Mediengesetzes abgegeben worden sind! Da können Sie beispielsweise lesen (Abg. Ing. Westenthaler – auf eine Unterlage des Redners weisend –: Ist das die Honorarnote? – Abg. Haigermoser: Zeigen Sie die Honorarnote endlich vor!), dass der Justizausschuss die tragenden Gedanken dieser Bestimmungen befürwortet, nämlich dass der Persönlichkeitsschutz vorrangig durch einen zivilrechtlichen Entschädigungsanspruch gegen den Medieninhaber anstelle der gerichtlichen Bestrafung der Journalisten gewährleistet werden soll.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Hoffentlich nicht mit Waffen, weil er von "allen Möglichkeiten" spricht!
Ich glaube, aus diesem Umstand geht ganz sonnenklar hervor, dass der Rechtsstaat, den Sie vorgeben, hier vertreten zu wollen, nicht das ist, was man landläufig unter einem Rechtsstaat versteht. Daher werden wir diese Bestimmung in der Novelle mit allen möglichen Mitteln bekämpfen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Hoffentlich nicht mit Waffen, weil er von "allen Möglichkeiten" spricht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was hab’ ich gemacht?
Ich bleibe jetzt nur bei diesem Justizminister und der Meinungsfreiheit in diesem Land, und ich gehe nicht auf andere Äußerungen, die heute teilweise schon gefallen sind, von Haider, Westenthaler und so weiter ein. (Abg. Ing. Westenthaler: Was hab’ ich gemacht?) Aber ich gehe darauf ein – und das betrifft auch den amtierenden Justizminister, und es betrifft die Medienfreiheit in diesem Lande –, wie eine kleine Zeitung, 200 Exemplare Auflage, mit dem
Abg. Haigermoser – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Wittmann –: Schon wieder ein Sakko, das viel zu lang ist! – Abg. Ing. Westenthaler: Euroteam! – Abg. Dr. Wittmann – auf dem Weg zum Rednerpult –: Was ist denn los? Ich verstehe die Aufregung nicht!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dr. Wittmann. Restliche Redezeit: 4 Minuten. – Bitte. (Abg. Haigermoser – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Wittmann –: Schon wieder ein Sakko, das viel zu lang ist! – Abg. Ing. Westenthaler: Euroteam! – Abg. Dr. Wittmann – auf dem Weg zum Rednerpult –: Was ist denn los? Ich verstehe die Aufregung nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: "Euroteam"! – Abg. Haigermoser: "Euroteam"!
Abgeordneter Dr. Peter Wittmann (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Hohes Haus! (Ruf bei den Freiheitlichen: Noch immer nicht den Schneider gewechselt!) Ich bin ein bisschen bestürzt, zunächst einmal über den Auftritt des Abgeordneten Graf (Abg. Ing. Westenthaler: "Euroteam"! – Abg. Haigermoser: "Euroteam"!), der behauptet, dass der Rechtsstaat dann in Gefahr wäre, wenn Rot und Grün an der Regierung wären. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ich behaupte, die Textilbranche ist in Gefahr, weil Sie so ein Sakko tragen!
Ich behaupte, dieser Rechtsstaat ist jetzt in Gefahr, weil Blau und Schwarz an der Regierung sind. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ich behaupte, die Textilbranche ist in Gefahr, weil Sie so ein Sakko tragen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist eigentlich der Wittmann?
Sie sind im Weisenbericht als einziger Minister genannt, der den demokratischen Ansprüchen westlicher Demokratien nicht entspricht. (Zwischenruf des Abg. Haigermoser. ) Sie sind auch weiter dieser Linie treu geblieben, indem Sie dem Landeshauptmann von Kärnten einen Persilschein dadurch ausgestellt haben, dass Sie gesagt haben: Er ist ohnehin über jeden Verdacht erhaben! – Dies, obwohl die Ermittlungen erst begonnen hatten. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist eigentlich der Wittmann?) Sie haben immer wieder unter Beweis gestellt, dass Sie dieses Amt nicht mit jener Objektivität ausüben, die einem Justizminister eines demokratischen Staates ansteht. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen. – Abg. Mag. Schweitzer: He, deine Zeit ist abgelaufen! – Abg. Ing. Westenthaler: Der soll wieder Pink Floyd-Konzerte organisieren! – Rufe bei den Freiheitlichen: Abgelaufen!
Die Gesamtheit Ihrer Handlungen stellt eine große Gefahr für diesen Rechtsstaat dar. (Ironische Heiterkeit und weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Sie wissen sehr wohl, was Sie mit diesen Vorschlägen machen und welches Instrumentarium Sie den Regierenden damit in die Hand geben. Und Sie wissen sehr wohl, dass das Nachdenken über das Einsperren von Politikern und über das Einsperren von unliebsamen Journalisten die Demokratie an den Rand der Administrierbarkeit bringt und den Rechtsstaat in ein Licht rückt, das weit von jedem demokratischen Erfordernis entfernt ist. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen. – Abg. Mag. Schweitzer: He, deine Zeit ist abgelaufen! – Abg. Ing. Westenthaler: Der soll wieder Pink Floyd-Konzerte organisieren! – Rufe bei den Freiheitlichen: Abgelaufen!)
Abg. Dr. Khol: Schon wieder zu wenig! – Abg. Ing. Westenthaler: Sieben zu null!
Ich bitte daher jene Damen und Herren, die sich für den gegenständlichen Misstrauensantrag aussprechen, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Minderheit und damit abgelehnt. (Abg. Dr. Khol: Schon wieder zu wenig! – Abg. Ing. Westenthaler: Sieben zu null!)
Sitzung Nr. 70
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Khol – in Richtung SPÖ –: Eingefahren! – Abg. Ing. Westenthaler: Lässt keine Fragen mehr offen!
Ich gehe davon aus, dass wir, wenn die Vernetzung zwischen dem Finanzministerium und den Versicherungsanstalten ordnungsgemäß funktioniert, eine unbürokratische, schnelle Abwicklung dieser Zahlungen erreichen werden. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Khol – in Richtung SPÖ –: Eingefahren! – Abg. Ing. Westenthaler: Lässt keine Fragen mehr offen!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was soll das jetzt?
Nach dieser freundlichen Begrüßung, Herr Bundeskanzler, komme ich nicht umhin zu sagen: Wir haben Sie gestern peinlich vermisst. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was soll das jetzt?) Gestern haben Sie es ohne Begründung vermieden, an einer Diskussion über die Einschränkung der Pressefreiheit in diesem Land und über die Möglichkeiten (Abg. Ing. Westenthaler: Peinlich! – Abg. Haigermoser: Sie sind bei den Demonstrationen während der Parlamentsverhandlungen! – weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen) der Einschränkung der Meinungsfreiheit in diesem Land teilzunehmen. Heute sind Sie anwesend, und heute haben Sie Gelegenheit ... (Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Peinlich! – Abg. Haigermoser: Sie sind bei den Demonstrationen während der Parlamentsverhandlungen! – weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen
Nach dieser freundlichen Begrüßung, Herr Bundeskanzler, komme ich nicht umhin zu sagen: Wir haben Sie gestern peinlich vermisst. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was soll das jetzt?) Gestern haben Sie es ohne Begründung vermieden, an einer Diskussion über die Einschränkung der Pressefreiheit in diesem Land und über die Möglichkeiten (Abg. Ing. Westenthaler: Peinlich! – Abg. Haigermoser: Sie sind bei den Demonstrationen während der Parlamentsverhandlungen! – weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen) der Einschränkung der Meinungsfreiheit in diesem Land teilzunehmen. Heute sind Sie anwesend, und heute haben Sie Gelegenheit ... (Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Eine peinliche Wortmeldung war das! – Abg. Haigermoser: Sie sind während der Parlamentsverhandlungen bei Demonstrationen! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Ein Ewiggestriger ist das!
Zweitens stelle ich vorsorglich den Antrag, dass der Herr Bundeskanzler bei dieser Debatte anwesend sein möge. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Eine peinliche Wortmeldung war das! – Abg. Haigermoser: Sie sind während der Parlamentsverhandlungen bei Demonstrationen! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Ein Ewiggestriger ist das!)
Die Abgeordneten der Grünen und der SPÖ erheben sich von ihren Plätzen. – Heiterkeit und Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Euch ist nichts zu tief!
Ich bitte jene Damen und Herren, die diesem Abänderungsantrag zur Tagesordnung der heutigen Sitzung ihre Zustimmung erteilen, um ein diesbezügliches Zeichen. (Die Abgeordneten der Grünen und der SPÖ erheben sich von ihren Plätzen. – Heiterkeit und Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Euch ist nichts zu tief!) – Dies ist nicht die erforderliche Mehrheit. Der Antrag ist daher abgelehnt. (Anhaltende Zwischenrufe. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Eine Lachnummer! Eine einzige Lachnummer!
Dann lasse ich über den Antrag des Herrn Klubobmannes Professor Van der Bellen abstimmen, der Nationalrat möge nach der entsprechenden Bestimmung der Geschäftsordnung die Anwesenheit des Herrn Bundeskanzlers bei der Verhandlung des Tagesordnungspunktes 4 beschließen. (Abg. Ing. Westenthaler: Eine Lachnummer! Eine einzige Lachnummer!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein Selbstfaller wieder!
Sonst wäre es ja geradezu ein Widerspruch in sich, dass man hier die Regierung mit einer Sache, die ausschließliche Kompetenz des Nationalrats ist und meiner Meinung nach auch sein und bleiben soll, befasst. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Selbstfaller wieder!)
Abg. Ing. Westenthaler: Er war beim Schlusssatz! – Abg. Haller: Man soll mit gleichem Maß messen!
Herr Kollege Westenthaler! Der Herr Bundeskanzler hat nicht eine Erklärung abgegeben, er hat sich im Zuge einer Debatte zu Wort gemeldet, daher wollte ich, da die Redezeit um eine halbe Minute überzogen war, höflich darauf aufmerksam machen. Dass der Herr Bundeskanzler gleich danach Schluss gemacht hat, das war nicht meine Absicht. Ich bitte, nicht immer böse Absichten zu unterstellen! (Abg. Ing. Westenthaler: Er war beim Schlusssatz! – Abg. Haller: Man soll mit gleichem Maß messen!)
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Schwere Kritik an Einem! – Ruf bei der SPÖ: Zuhören!
Herr Schweitzer, Sie brauchen nicht zu brüllen, ich bin gerne bereit, Ihnen zuzugestehen, dass die infrastrukturellen Versäumnisse im Nordosten, im Osten und im Südosten Österreichs (Abg. Mag. Schweitzer: Wer verantwortet das?) keine alleinige Verantwortung der derzeitigen Bundesregierung sind. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Schwere Kritik an Einem! – Ruf bei der SPÖ: Zuhören!) Ich bin auch bereit, zuzugestehen, dass es in Österreich über Jahrzehnte eine strategische Entscheidung war, in diesem Raum weniger zu machen (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt weiß ich, warum der Einem nicht Klubobmann geworden ist!), denn es haben sich, solange es den Eisernen Vorhang gegeben hat, schlicht und einfach die Notwendigkeiten nicht gestellt. (Abg. Mag. Schweitzer: Mehr als zehn Jahre!) Aber jetzt, wenn wir die Erweiterung anstreben, wenn wir wollen, dass die Erweiterung funktioniert, muss der Infrastrukturausbau angegangen werden. Davor können Sie sich nicht drücken! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt weiß ich, warum der Einem nicht Klubobmann geworden ist!
Herr Schweitzer, Sie brauchen nicht zu brüllen, ich bin gerne bereit, Ihnen zuzugestehen, dass die infrastrukturellen Versäumnisse im Nordosten, im Osten und im Südosten Österreichs (Abg. Mag. Schweitzer: Wer verantwortet das?) keine alleinige Verantwortung der derzeitigen Bundesregierung sind. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Schwere Kritik an Einem! – Ruf bei der SPÖ: Zuhören!) Ich bin auch bereit, zuzugestehen, dass es in Österreich über Jahrzehnte eine strategische Entscheidung war, in diesem Raum weniger zu machen (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt weiß ich, warum der Einem nicht Klubobmann geworden ist!), denn es haben sich, solange es den Eisernen Vorhang gegeben hat, schlicht und einfach die Notwendigkeiten nicht gestellt. (Abg. Mag. Schweitzer: Mehr als zehn Jahre!) Aber jetzt, wenn wir die Erweiterung anstreben, wenn wir wollen, dass die Erweiterung funktioniert, muss der Infrastrukturausbau angegangen werden. Davor können Sie sich nicht drücken! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht mit mehr Zuwanderung!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Ordnung auf dem Arbeitsmarkt. Ich habe positiv zur Kenntnis genommen, dass es eine gute Diskussion über die Entwicklung von Übergangsfristen betreffend die Personenfreizügigkeit und die Dienstleistungsfreiheit gibt, aber, Herr Bundeskanzler, es ist zu wenig, Übergangsfristen zu vereinbaren. Es geht darum, was in dieser Zeit gemacht wird! Meinem Verständnis nach besteht die Hauptauseinandersetzung, der Hauptwettbewerb nicht zwischen inländischen und ausländischen Arbeitskräften, sondern zwischen legaler und illegaler Beschäftigung. Daher ist es eine Hauptherausforderung, dass wir bereits vor der Erweiterung Ordnung auf den österreichischen Arbeitsmärkten schaffen (Abg. Edler: So schaut es aus!) und die illegale Beschäftigung bekämpfen. Das ist die bestehende Notwendigkeit! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht mit mehr Zuwanderung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist unglaublich! Einen Telefonkontakt kann man auch von Florida aus haben!
Tatsache ist, dass ich während des ganzen Wochenendes, als es um die Frage der Regierungskonferenz gegangen ist, mit Herrn Präsident Fasslabend, der die Koordination des Feuerwehrkomitees innehatte, in ständigem Telefonkontakt gewesen bin – das ist eine Tatsache (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist unglaublich! Einen Telefonkontakt kann man auch von Florida aus haben!) – und dass ich lediglich zu dem Termin am Sonntagabend, als alle Fragen bereits entschieden waren, nicht gekommen bin, aber vertreten war. – Das ist Tatsache! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Das war eine tatsächliche Bestätigung , Kollege Einem! – Abg. Schwarzenberger: Eine Bestätigung, dass er nicht im Parlament anwesend war! – Abg. Haigermoser: Schicken Sie uns die Telefonrechnung auch noch?)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie reden nur von gestern! Sprechen Sie einmal von morgen!
Aber jedenfalls scheint es mir so zu sein, dass der Unterschied zwischen gestern und heute darin liegt, dass der Herr Bundeskanzler gestern mit einer sehr unangenehmen Debatte konfrontiert worden wäre. Er hätte sich nämlich dazu äußern müssen, was er zu der geplanten Einschränkung der Meinungsfreiheit meint. Gestern war er nicht da (Abg. Ing. Westenthaler: Sie reden nur von gestern! Sprechen Sie einmal von morgen!), heute ist er da, weil er meint, heute gibt es für die Regierung etwas zu gewinnen.
Abg. Ing. Westenthaler: Van der Bellen interessiert Europa gar nicht!
Sie vergessen, dass auch wir sehr dafür waren. Das hat auch Herr Dr. Van der Bellen im letzten Jahr vorgeschlagen, nämlich dass wir genau so etwas innerhalb der EU verwirklichen. (Abg. Ing. Westenthaler: Van der Bellen interessiert Europa gar nicht!) Es ist gut, dass es das jetzt gibt. Ich weiß natürlich, dass er derzeit noch nicht in Kraft ist, aber dann wundert es mich schon, dass Ihre Generalsekretärin, Herr Bundeskanzler, Frau Rauch-Kallat, so ohne weiteres
Abg. Ing. Westenthaler: Das Wahlergebnis interessiert Sie gar nicht?
Aber wenn Herr Berlusconi die Wahlen gewinnt, dann wird neuer Premierminister Italiens ein Mann sein, der Verfahren anhängig hat, der die größte Medienkonzentration in seinem Land hat, dem Beziehungen zur Mafia nachgesagt werden. Da frage ich Sie: Das alles ist für Sie kein Problem? Ist für Sie auch kein Problem, dass er eine Regierung mit zwei Parteien eingehen wird, die zumindest mit den Freiheitlichen vergleichbar sind, was fremdenfeindliche Äußerungen betrifft (Abg. Ing. Westenthaler: Das Wahlergebnis interessiert Sie gar nicht?), die es gerade von diesen beiden Parteien immer wieder gegeben hat (Abg. Mag. Schweitzer: Lassen wir die Italiener doch wählen!) und in Anbetracht derer es auch im Interesse Österreichs wäre, im Rahmen der Europäischen Union zu sagen (Abg. Mag. Schweitzer: Lassen wir die Italiener so wählen, wie sie wollen!): Jetzt soll die Europäische Union sich gemäß Artikel 7 ansehen, was da passiert!
Abg. Ing. Westenthaler: Wollen Sie das Wahlrecht in Italien abschaffen? Wollen Sie die Wahl in Italien verbieten?
Warum vertreten Sie das nicht? Das würde auch das Bild, dass die EU nur gegen das kleine Österreich etwas getan hat, aber gegen Italien nicht antritt, verändern. (Abg. Ing. Westenthaler: Wollen Sie das Wahlrecht in Italien abschaffen? Wollen Sie die Wahl in Italien verbieten?)
Abg. Mag. Schweitzer: Es geht in erster Linie um das Wählen! – Abg. Dr. Partik-Pablé: ..., nur weil es Ihnen nicht passt! – Abg. Ing. Westenthaler: Lassen wir sie doch wählen! Oder dürfen die Wähler nicht wählen, was sie wollen? Das wird ein entsetzlicher Montag für die Grünen werden!
Es geht nicht um das Wählen, Frau Kollegin, sondern es geht darum, was im Sinne der europäischen Werte, die auch von Ihnen immer eingefordert werden, möglich ist, und darum, zu beobachten, welche Politik dann gemacht wird. (Abg. Mag. Schweitzer: Es geht in erster Linie um das Wählen! – Abg. Dr. Partik-Pablé: ..., nur weil es Ihnen nicht passt! – Abg. Ing. Westenthaler: Lassen wir sie doch wählen! Oder dürfen die Wähler nicht wählen, was sie wollen? Das wird ein entsetzlicher Montag für die Grünen werden!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Rassismus! Lassen Sie die Burgenländer in Ruhe! – Abg. Schwarzenberger: Was haben Sie gegen die Burgenländer?
Im Burgenland sind wir ja in der makabren Situation, dass jene Partei, die die Handschrift des Vertrages von Nizza für sich beansprucht, weil sie Teil der Regierung ist, nämlich die FPÖ, via Volksbegehren gegen die EU-Erweiterung vorgeht! Ich meine, das kriegt sowieso niemand in einem Kopf zusammen, denn das ist ja so schizophren! Aber das ist etwas, wenn man so will, Burgenländisches, etwas "Burgenländische FPÖ-Mäßiges". (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Rassismus! Lassen Sie die Burgenländer in Ruhe! – Abg. Schwarzenberger: Was haben Sie gegen die Burgenländer?)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Wenn von den Gewerkschaften, wenn von der Arbeiterkammer aufzeigt wird, wo und wie es um die verschiedensten Betroffenheiten geht, dann sollte doch bitte nicht so leichtgläubig gesagt werden: An das Thema EU-Erweiterung kann man doch lockerer herangehen! (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. )
Abg. Ing. Westenthaler: Sehr interessant ...! – Weiterer Zwischenruf bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, daher unsere Kritik: Übergangsfristen von sieben Jahren bei einer EU-Osterweiterung sind zu wenig. Wir brauchen klare Kriterien, wir brauchen einen Screening-Prozess – und wir brauchen vor allem konkrete, grenzüberschreitende Maßnahmen, um diesbezüglich zu einer Lösung zu kommen, sonst können wir da in Wirklichkeit nie weiterkommen! (Abg. Ing. Westenthaler: Sehr interessant ...! – Weiterer Zwischenruf bei den Freiheitlichen.) – Das ist nichts Neues!
Abg. Ing. Westenthaler: Zur Sache!
Wer ist denn dann zu bestrafen? – Die Journalisten, die ordnungsgemäß berichten, und der Abgeordnete, der, nachdem der Abgeordnete Westenthaler kurz zuvor erklärt hat, kein einziger freiheitlicher Mandatar ist bis jetzt im Zusammenhang mit illegalen EKIS-Abfragen verurteilt worden, dem widerspricht. Dem darf öffentlich, trotz Beweisen, nicht widersprochen werden? Westenthaler bekommt dann öffentlich Recht, obwohl er Unrecht hat? Und diejenigen, die es wissen, dürfen es nicht sagen? – Das ist kein Rechtsstaat! Das sind keine demokratischen Verhältnisse! (Abg. Ing. Westenthaler: Zur Sache!) Das ist weder Offenheit noch Transparenz, sondern das ist der Staat und die Pressefreiheit, die Sie meinen, Herr Abgeordneter Westen
Abg. Ing. Westenthaler: Dürfen wir wissen, was das mit der Auslieferung des Abgeordneten Pilz zu tun hat?
Dieser Staatsanwalt hat etwas getan, was diskussionswürdig ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Dürfen wir wissen, was das mit der Auslieferung des Abgeordneten Pilz zu tun hat?) Er hat so genanntes totes Recht wieder zum Leben erweckt. § 301 StGB ist nach Auskunft des Justizministeriums jahrzehntelang totes Recht gewesen – aber nicht deshalb, weil er irgendwo gestorben ist, weil er altersschwach war, sondern weil Staatsanwälte immer wieder in ähnlichen Fällen – zu Recht! – überlegt haben, ob dieser Paragraph überhaupt in Übereinstimmung mit der Menschenrechtskonvention zu bringen ist, und bei der Abwägung gesagt haben: Nein, das geht nicht! – Plötzlich aber steht ein Staatsanwalt, dessen oberster Weisungsgeber Minister Böhmdorfer ist, in einer völlig geänderten justizpolitischen Situation auf und sagt: Menschenrechtskonvention interessiert mich nicht, Verfassung interessiert mich nicht, § 301 gilt, so wie er hier steht, und zwar ohne Rücksicht auf alles andere, und jetzt wird ausjudiziert und verfolgt!
Abg. Dr. Kostelka: Das darf ja nicht wahr sein! Skandal! – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! All das gehört nicht zur Sache! – Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten aller Fraktionen.
Ich habe eine Zusatzinformation, denn es geht ja noch weiter: Sonntagabend wird in der Sendung "Betrifft" im ORF über eben diese Meinungsfreiheit diskutiert. (Abg. Dr. Fekter: Da wollte er sich selber einladen!) Ich war einer derer, die eingeladen werden sollten. Heute gibt es eine Einladungsliste, und ich frage im ORF nach: Warum sitzt dort der Justizminister und kein einziger seiner politischen Kritiker, kein einziger Vertreter der politischen Opposition? – Die Antwort des ORF lautet: Weil Minister Böhmdorfer das zur Bedingung für seine Teilnahme gemacht hat. (Abg. Dr. Kostelka: Das darf ja nicht wahr sein! Skandal! – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! All das gehört nicht zur Sache! – Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten aller Fraktionen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Können wir jetzt endlich einmal zur Sache kommen?
Über Medienfreiheit und Pressefreiheit darf im ORF nur noch diskutiert werden, wenn derjenige, der die Medienfreiheit mit Gesetzen einschränken will, gleichzeitig auch darüber bestimmen kann, wer an Diskussionen über die Medienfreiheit in den Medien teilnimmt. (Abg. Ing. Westenthaler: Können wir jetzt endlich einmal zur Sache kommen?) Meine Damen und Herren! Das geht zu weit, nicht nur im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Es kann auch sein, dass der Pilz zu unwichtig ist!
Folgendes muss ich auch an einzelne Journalistinnen und Journalisten gerade im ORF richten: Die Einschränkung der Meinungsfreiheit bedarf zweierlei: jener, die die Meinungsfreiheit einschränken wollen – und jener, die die Meinungsfreiheit einschränken lassen. (Abg. Ing. Westenthaler: Es kann auch sein, dass der Pilz zu unwichtig ist!) Und nur wenn sich jene, die dort sitzen, wo die Meinungsfreiheit eingeschränkt werden soll, auch zur Wehr setzen, dann werden
Abg. Ing. Westenthaler: Amen!
Ich meine allerdings – und deswegen nehme ich das Angebot einer neuen Generaldebatte über die Immunität auch gerne an –: Es hat sich Grundsätzliches geändert! Der österreichische Rechtsstaat ist meiner Meinung nach trotz der autoritären Wendeversuche, trotz Minister Böhmdorfer und trotz der zum Teil erfolgreichen Einflussnahmen in der Staatsanwaltschaft Wien letzten Endes – und davon bin ich überzeugt – stark genug, um allen freiheitlichen Missbrauchsversuchen zu widerstehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Amen!) Das hat auch mit Österreichs Beitritt und Österreichs Integration in die Rechtskultur der Europäischen Union zu tun.
Abg. Ing. Westenthaler: So, jetzt könnte man über den Sport reden oder auch über die Jagd! Der Präsident lässt ja über alles reden!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Kukacka. Er hat das Wort. (Abg. Ing. Westenthaler: So, jetzt könnte man über den Sport reden oder auch über die Jagd! Der Präsident lässt ja über alles reden!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie brauchen ja Quote beim ORF!
Abgeordneter Mag. Helmut Kukacka (ÖVP): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Herr Kollege Pilz, jammern Sie nicht über Ihre gescheiterte Selbsteinladung beim ORF! (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Nehmen Sie zur Kenntnis: Noch immer bestimmen unabhängige Journalisten in Österreich und auch beim ORF, wo, wann und zu welchen Anlass ein Politiker eingeladen wird! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie brauchen ja Quote beim ORF!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Pilz gehört in den "Kutscherhof"! Ab in den "Kutscherhof"! Und der Van der Bellen auch! – Abg. Mag. Schweitzer: Werden Sie ihn ausliefern? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Klubobmann Professor Van der Bellen. Er hat das Wort. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Pilz gehört in den "Kutscherhof"! Ab in den "Kutscherhof"! Und der Van der Bellen auch! – Abg. Mag. Schweitzer: Werden Sie ihn ausliefern? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Der "Didi" wählt Sie als Ersten raus!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! (Zwischenrufe.) Würden Sie freundlicherweise gestatten, dass ich meine kurze Rede halte? (Abg. Ing. Westenthaler: Der "Didi" wählt Sie als Ersten raus!) Würden Sie es gestatten? (Abg. Haigermoser: Fangen Sie an! – Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt neuerlich das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ja, ja! – Abg. Haigermoser: Sie können Ihre Leichenbittermiene wieder absetzen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Persönlich muss ich eines sagen: Nach diesem Verhalten von dieser Seite heute ... (Abg. Ing. Westenthaler: Ja, ja! – Abg. Haigermoser: Sie können Ihre Leichenbittermiene wieder absetzen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Sitzung Nr. 71
Abg. Ing. Westenthaler: Das macht er ja immer!
Dazu hätten wir einige Dinge gebraucht. Wir hätten beispielsweise eine verfassungsmäßige Öffnung der 51-Prozent-Klausel gebraucht, natürlich mit dem Ziel, dass man dann tauschen kann, dass man dann auch die Möglichkeit hat, an die Börse zu gehen. Bis Juni vergangenen Jahres, als wir das beantragt haben, gab es dazu ein absolutes Nein von der Opposition, die dafür natürlich die Verfassungsmehrheit hätte sichern müssen. Gestern kam dann ein Vorstoß des SPÖ-Vorsitzenden Gusenbauer, der genau das Gleiche – eins zu eins! – gesagt hat, was Wirtschaftsminister Bartenstein schon vor Monaten vorgeschlagen, was damals aber keine Reaktion hervorgerufen hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Das macht er ja immer!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber der Herr Präsident hat gesagt, so geht es nicht! – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Die Redezeit ist abgelaufen!
Abgeordnete Dr. Evelin Lichtenberger (fortsetzend): Es hat verlorene Chance geheißen. Wenn Sie nicht zuhören können, dann ... (Abg. Ing. Westenthaler: Aber der Herr Präsident hat gesagt, so geht es nicht! – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Die Redezeit ist abgelaufen!)
Abg. Dr. Lichtenberger versucht, ohne Mikrophon weiterzusprechen. – Abg. Ing. Westenthaler: Man hört Sie nicht! – Beifall bei den Grünen für die das Rednerpult verlassende Abg. Dr. Lichtenberger.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Bitte, Frau Abgeordnete, die Redezeit ist beendet. (Abg. Dr. Lichtenberger versucht, ohne Mikrophon weiterzusprechen. – Abg. Ing. Westenthaler: Man hört Sie nicht! – Beifall bei den Grünen für die das Rednerpult verlassende Abg. Dr. Lichtenberger. )
Abg. Mag. Trattner: Sie war sehr gut! – Abg. Ing. Westenthaler: Das war eine echte Expertenrede! Da kommen Sie nicht ran!
Jetzt zum Kollegen Schweitzer, der wohl aus guten Gründen den Saal verlassen hat. Herr Kollege Schweitzer! Ihre Rede heute war wirklich an Peinlichkeit nicht mehr zu überbieten. (Abg. Mag. Trattner: Sie war sehr gut! – Abg. Ing. Westenthaler: Das war eine echte Expertenrede! Da kommen Sie nicht ran!) Ich hätte mich an Ihrer Stelle geniert, als Umweltsprecher der Freiheitlichen Partei beziehungsweise Obmann des Umweltausschusses hier von diesem Rednerpult aus so etwas zu sagen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Böhacker: Dann aber der Leikam mit!)
Abg. Ing. Westenthaler: Hören Sie, was der Leikam sagt!
Die Leute lassen sich doch nicht für dumm verkaufen, Kollege Schweitzer! (Abg. Ing. Westenthaler: Hören Sie, was der Leikam sagt!) Was Sie uns einzureden versucht haben, ist, dass die Kelag RWE zum Ausstieg aus der Atomkraft bringen wird. So etwas Lächerliches habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gehört! (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso spricht der Leikam nicht zu diesem Thema? – Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Leikam klatscht nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wieso spricht der Leikam nicht zu diesem Thema? – Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Leikam klatscht nicht!
Die Leute lassen sich doch nicht für dumm verkaufen, Kollege Schweitzer! (Abg. Ing. Westenthaler: Hören Sie, was der Leikam sagt!) Was Sie uns einzureden versucht haben, ist, dass die Kelag RWE zum Ausstieg aus der Atomkraft bringen wird. So etwas Lächerliches habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gehört! (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso spricht der Leikam nicht zu diesem Thema? – Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Leikam klatscht nicht!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Mag. Schweitzer: Soll ich es noch einmal erklären? – Abg. Ing. Westenthaler: Wieso klatscht der Toni Leikam nicht?
Herr Kollege Schweitzer! Etwas möchte ich Ihnen schon ins Stammbuch schreiben: Ich habe mich wenigstens dazu durchgerungen, kritische Worte auch zu meinen eigenen Parteikollegen zu finden, aber Ihnen ist absolut nichts eingefallen, außer zu sagen: Landeshauptmann Haider zeigt uns vor, wie es geht. – So etwas Peinliches zum Thema Atomkraft habe ich noch nie gehört! Ich an Ihrer Stelle würde mich genieren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Mag. Schweitzer: Soll ich es noch einmal erklären? – Abg. Ing. Westenthaler: Wieso klatscht der Toni Leikam nicht?)
Abg. Ing. Westenthaler: Dringliche Anfrage: Edlinger an Edlinger!
Bevor wir nun zum 16. Punkt der Tagesordnung gelangen, steht eine Dringliche Anfrage zur Behandlung an. (Abg. Ing. Westenthaler: Dringliche Anfrage: Edlinger an Edlinger!)
Abg. Dr. Khol: Haben Sie eine Rede, Herr Edlinger? Das ist Zeitung vorlesen! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Zeitungsvorlesung!
Der "Kurier" schreibt weiter: "Unter den 569 im Austria Center Vienna anwesenden Aktionären machte sich spontan Gelächter breit". (Abg. Dr. Khol: Haben Sie eine Rede, Herr Edlinger? Das ist Zeitung vorlesen! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Zeitungsvorlesung!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen – Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist die Rede?
Und das Allerletzte – damit höre ich schon auf, das ist nur ein kurzer Abriss; ich weiß schon, dass Sie in Ihrer chaotischen Art und Weise abendfüllendere Politik machen, aber ich will Ihnen das ersparen (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen – Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist die Rede?) –:
Abg. Ing. Westenthaler: Da spricht der Neid! Der pure Neid!
Gestern stellte sich Herr Prinzhorn vor Fernsehkameras und sagte, eigentlich habe er überhaupt nichts zu reden. Aber wenn man in der Materie genau Bescheid weiß, dann weiß man schon: Nirgends hat sich der Pate gezeigt! (Abg. Ing. Westenthaler: Da spricht der Neid! Der pure Neid!) Wenn Herr Westenthaler beispielsweise am 14.4. im "profil" erklärt: "Er ist unser zentraler Wirtschaftszampano!", dann sagt das viel. "Zampano" oder "Pate" – das ist eigentlich völlig Wurscht. Ohne ihn läuft nichts in dieser Regierung, meine sehr verehrten Damen und Herren, und das kritisieren wir! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen mussten auch Sie gehen!
Wie reagiert Thomas Prinzhorn? Er sagt: "Nur Unfähige müssen gehen!". 50 Aufsichtsräte und Manager mussten wegen Unfähigkeit gehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen mussten auch Sie gehen!) Worin besteht die Unfähigkeit? Ich frage vor allem die ÖVP, sehr geehrter Herr Dr. Khol? Worin besteht die Unfähigkeit des Herbert Krejci, des Herrn Karl Kehrer, des Herrn Stephan Koren, des Herrn Walter Wolfsberger, des Herrn Josef Fröhlich, des Herrn Ludwig Scharinger, des Herrn Walter Rothensteiner, des Herrn Engelbert Wenckheim, des Herrn Georg Wailand, des Herrn Helmut Schuster, des Herrn Horst Pöchhacker, Streicher, Rehulka, Bammer, Kastler, Feitl, Draxler, Sundt und so weiter, und so weiter?
Lang anhaltender Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: So viel Applaus hat der Gusenbauer noch nie gekriegt!
Das ist Ihre Politik, aber die Rechnung kommt, meine sehr verehrten Damen und Herren! Bei der Wien-Wahl wurde Ihnen die gelbe Karte gezeigt, bei der nächsten Nationalratswahl bekommen Sie rot! (Lang anhaltender Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: So viel Applaus hat der Gusenbauer noch nie gekriegt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Parteibuchwirtschaft bis in den Tod! Das ist die Wahrheit!
In Ihre Zeit, sehr geehrte Damen und Herren von der Sozialdemokratie, fallen Verträge, die vor allem einmal die Abfertigungen, die Pensionsleistungen sichergestellt haben und die die Leistung zuallerletzt kommen ließen, und in Ihre Verantwortung fallen daher Verträge, wie sie ein Hugo Michael Sekyra gehabt hat, wie sie ein Herr Apfalter gehabt hat, auf Grund welcher ein Herr Feitl seine Abfertigung bekommen hat. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Ein Herr Bammer und ein Herr Rehulka haben solche Verträge. Dazu gehört auch Ihr ehemaliger Bundeskanzler Klima, der auch eine entsprechende Abfertigung von einem halbstaatlichen Unternehmen bekommen hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Parteibuchwirtschaft bis in den Tod! Das ist die Wahrheit!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Sehr souverän! – Abg. Dr. Gusenbauer: Nicht einmal das Argument stimmt!
Wir konnten eine Steigerung des Börsenwerts der ÖIAG-Gesellschaften um 6,2 Milliarden Schilling verzeichnen. Daher bin ich zutiefst davon überzeugt, dass die Privatisierungsinitiative dieser österreichischen Bundesregierung der richtige Weg ist. Ob das Ansprechpartner in den USA oder in Asien sind, es gibt überall ein enorm positives Feedback für diese Privatisierungsinitiative. Jeder weiß: Das ist zum Erfolg dieser Unternehmen, das ist wichtig für den Wirtschaftsstandort Österreich und für die Arbeitsplätze in unserem Land. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Sehr souverän! – Abg. Dr. Gusenbauer: Nicht einmal das Argument stimmt!)
Ruf bei den Freiheitlichen: Aber angeschafft haben! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Ministersekretär!
Wahr ist vielmehr, dass ich nie derartige Bestellungen vorgenommen habe. (Ruf bei den Freiheitlichen: Aber angeschafft haben! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Ministersekretär!) Ich bitte, das zur Kenntnis zu nehmen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist das jetzt der Klubobmann Nummer 1, Nummer 2 oder Nummer 3?
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Dr. Cap. Redezeit: 10 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist das jetzt der Klubobmann Nummer 1, Nummer 2 oder Nummer 3?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein "echter" Klubobmann mit "Format"!
So ungefähr ist die Geschichte, die er uns heute erzählen will! Da sage ich Ihnen: Das braucht er uns nicht zu erzählen (Beifall bei der SPÖ), denn wenn hier eine Säuberungskampagne stattfindet, von der ein Günter Mittag aus der DDR – für Sie aus der SED – nur träumen kann, nämlich mit welcher Perfektion das stattfindet (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein "echter" Klubobmann mit "Format"!), dann kann ich nur sagen: Das ist ein staatssozialistisches Säuberungsmodell, das wir hier vorgeführt bekommen, das seinesgleichen sucht. Glauben Sie mir das! Da kann ja Nordkorea noch etwas abschauen, wie man da Veränderungen in der Wirtschaft vornimmt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit dem "Konsum"?
Am besten finde ich ja den Satz: Privat ist besser als Staat. – Schauen Sie: Es gibt Privatunternehmen, die Pleite gegangen sind, und es gibt Staatsunternehmen, die Pleite gegangen sind (Rufe bei den Feiheitlichen und der ÖVP: "Konsum"!); es gibt Private, die Gewinne gemacht haben, und es gibt Staatsbetriebe, die Gewinne gemacht haben. Alles andere ist Ideologie! (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit dem "Konsum"?)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich glaube, Sie haben die Rede vor dem Spiegel einstudiert!
Oder für Sie, Herr Westenthaler: Sie gehen auf den Naschmarkt, plötzlich kommt ein Gurkenverkäufer, und Sie sagen: Ich will gar keine Gurken! (Abg. Ing. Westenthaler: Ich glaube, Sie haben die Rede vor dem Spiegel einstudiert!) Er sagt: Egal, ich verkaufe sie Ihnen trotzdem! Umsonst! Billig! Und dann haben Sie die Gurken für den Gurkensalat. – Das ist Ihr marktwirtschaftliches Verständnis! Das ist Ihre Wirtschaftskompetenz! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Haigermoser: Herr Kostelka, bleiben Sie Klubobmann! – Abg. Ing. Westenthaler: Den Stil Kostelkas wird er nie kriegen!
Nun zur Beantwortung der Fragen: Wenn ich an die Beraterfirmen denke, bekomme ich ja Lachkrämpfe. Eine "unabhängige" Beraterfirma sucht zufällig permanent immer jene Leute aus, die man parteipolitisch will, die aber ohne Parteibuch sind – ich weiß schon –, die jedoch jene engen geistigen und körperlichen Beziehungen aufweisen, die garantieren, dass alles stimmt, wenn die Positionen besetzt werden. (Abg. Haigermoser: Herr Kostelka, bleiben Sie Klubobmann! – Abg. Ing. Westenthaler: Den Stil Kostelkas wird er nie kriegen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Endlich liest er den "Falter"! Wenigstens einer liest den "Falter"! Wirtschaftspolitik aus dem "Falter"! Wirtschaftspolitik aus dem "Falter"!
Nun wollen wir uns doch noch kurz ein bisschen mit Herrn Prinzhorn beschäftigen, und zwar deswegen, weil er diesen tollen Satz kreiert hat: "Nur Unfähige müssen gehen!" Ist Herr Prinzhorn ein solch toller Wirtschaftshengst, dass er so quasi als neoliberaler Wirtschaftsguru auftreten darf? (Abg. Ing. Westenthaler: Endlich liest er den "Falter"! Wenigstens einer liest den "Falter"! Wirtschaftspolitik aus dem "Falter"! Wirtschaftspolitik aus dem "Falter"!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist die Wirtschaftspolitik à la "Falter"! Cap! Wirtschaftspolitik à la "Falter"!
Lassen wir doch einen ehemaligen Finanzminister zu Wort kommen, der es wissen muss: Hannes Androsch. (Abg. Dr. Pumberger: Steuerhinterzieher!) Dass es ihn als Unternehmer überhaupt noch gibt, sagt Androsch über Prinzhorn, hat 1978 der damalige Finanzminister möglich gemacht. Die staatliche Finanzierungsgarantie für eine Papiermaschine hat er nur durch die ausdrückliche Beauftragung des Finanzministers bekommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist die Wirtschaftspolitik à la "Falter"! Cap! Wirtschaftspolitik à la "Falter"!) In den neunziger Jahren lag er im wirtschaftlichen Sterbezimmer. Und wieder wurde er durch massive Staatshilfe reanimiert. Seine Staatsphobie kann ich daher nicht nachvollziehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten einmal etwas anderes lesen als den "Falter"!) Mehr dankbare Demut wäre mehr als angebracht. Daher heißt das Credo von Prinzhorn in Wirklichkeit: Ohne den Staat bin ich nichts! – Das ist die Wahrheit! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten einmal etwas anderes lesen als den "Falter"!
Lassen wir doch einen ehemaligen Finanzminister zu Wort kommen, der es wissen muss: Hannes Androsch. (Abg. Dr. Pumberger: Steuerhinterzieher!) Dass es ihn als Unternehmer überhaupt noch gibt, sagt Androsch über Prinzhorn, hat 1978 der damalige Finanzminister möglich gemacht. Die staatliche Finanzierungsgarantie für eine Papiermaschine hat er nur durch die ausdrückliche Beauftragung des Finanzministers bekommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist die Wirtschaftspolitik à la "Falter"! Cap! Wirtschaftspolitik à la "Falter"!) In den neunziger Jahren lag er im wirtschaftlichen Sterbezimmer. Und wieder wurde er durch massive Staatshilfe reanimiert. Seine Staatsphobie kann ich daher nicht nachvollziehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten einmal etwas anderes lesen als den "Falter"!) Mehr dankbare Demut wäre mehr als angebracht. Daher heißt das Credo von Prinzhorn in Wirklichkeit: Ohne den Staat bin ich nichts! – Das ist die Wahrheit! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Cap! Die Zuschauer auf der Tribüne verlassen fluchtartig den Raum! Die gehen alle heim! Sie reden, und die gehen alle heim!
Daher reduziert sich all das eigentlich nur darauf (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Cap! Die Zuschauer auf der Tribüne verlassen fluchtartig den Raum! Die gehen alle heim! Sie reden, und die gehen alle heim!), dass Prinzhorn unter Privatisieren versteht: Selbstbedienung. Er will einfach,
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war’s? Das war’s?
Wenn das so ist, dann, so glaube ich, hat der Satz von Prinzhorn doch Sinn, wenn er sagt: Nur Unfähige müssen gehen! – Es ist an der Zeit, dass Sie alle diesen Satz endlich berücksichtigen. Auf Sie bezogen stimmt er nämlich – auch für den Ex-Sunnyboy. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war’s? Das war’s?)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Genieren Sie sich! Schämen Sie sich, Herr Edlinger!
Scholten sagte: Wenn es bei der bisherigen Aufteilung bleibt, dass er Vorsitzender bleibt, dann gibt es aber anständig Zoff. Dann ist er nämlich im Sinne des Haupteigentümers ein Sicherheitsrisiko. Wenn er sich daran nicht hält, dann wird man die politische Karte spielen. Ja etwa die freiheitliche? – Na sicherlich die sozialistische! Das ist Tatsache. Und das schreiben Sie sich endlich einmal hinter die Ohren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Genieren Sie sich! Schämen Sie sich, Herr Edlinger!)
Abg. Ing. Westenthaler: Parteibuch bis in den Tod!
Als er dann gesehen hat, wie man mit ihm umgeht – das ist keine Erfindung, das steht alles hier in diesem Abschiedsbrief, die Echtheit ist von jeder Seite bestätigt worden (Abg. Ing. Westenthaler: Parteibuch bis in den Tod!) –, sagte er: Die Mühle ist zu.
Abg. Ing. Westenthaler: Er war nie Generalsekretär, aber das können Sie nicht wissen! Sie glauben heute noch immer, wir haben nur 20 Milliarden Schilling Defizit!
Eines noch zum Abschluss, Herr Alt-Finanzminister! (Abg. Edlinger: Bitte, Herr Alt-Generalsekretär!) – Generalsekretär war ich nicht! (Abg. Ing. Westenthaler: Er war nie Generalsekretär, aber das können Sie nicht wissen! Sie glauben heute noch immer, wir haben nur 20 Milliarden Schilling Defizit!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das weiß er nicht mehr! Das hat er schon vergessen!
§ 4 Abs. 1 ÖIAG-Gesetz alt hat gelautet: Der Bundesminister für Finanzen hat vor der Bestel-lung und der Abberufung seinen Vorschlag der Bundesregierung zur Kenntnis zu bringen. – Wenn das nicht die Kompetenz des Finanzministers zur Bestellung und Abberufung des Aufsichtsrates festschreibt, was dann? (Abg. Ing. Westenthaler: Das weiß er nicht mehr! Das hat er schon vergessen!) – Sie wissen offensichtlich nicht, welche Kompetenzen Sie hatten, oder mögen sich nicht daran erinnern. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Gähnende Leere bei den Antragstellern! Sie nehmen sich selbst nicht ernst! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Ein Rohrkrepierer! – Weitere Rufe und Gegenrufe bei den Freiheitlichen und der SPÖ.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Der nächste Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Stummvoll. Redezeit ist 10 Minuten. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Ing. Westenthaler: Gähnende Leere bei den Antragstellern! Sie nehmen sich selbst nicht ernst! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Ein Rohrkrepierer! – Weitere Rufe und Gegenrufe bei den Freiheitlichen und der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Ersatzklubobmann ist da!
Sie ist nicht erstaunlich, weil sie so dringlich ist, dass der Parteiobmann und der Klubobmann nicht mehr da sind (Abg. Ing. Westenthaler: Der Ersatzklubobmann ist da!), sie ist nicht erstaunlich, weil die Dringlichkeit darin zum Ausdruck kommt, dass seitenweise ganze Absätze von einer ebenfalls Dringlichen Anfrage mit Datum 26. April 2000 abgeschrieben sind, aber sie ist deshalb erstaunlich, weil sich eine Partei als Schutzherr und Retter der heimischen Industrie aufspielt, die politisch für das größte Industrie-Debakel in der Geschichte der Zweiten Republik verantwortlich ist, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Zum Wiehern ist das!
Sie ist verantwortlich für das Debakel der verstaatlichten Industrie mit mehr als 100 Milliarden Schulden, mit zehntausenden verlorenen Arbeitsplätzen. Diese Partei, die politisch für die größte Handelspleite in der Geschichte der Zweiten Republik verantwortlich ist – Stichwort "Konsum": über 20 Milliarden Schulden, 5 000 verlorene Arbeitsplätze (Abg. Sophie Bauer: Waren Sie nicht auch in der Regierung und dafür verantwortlich?) –, spielt sich hier auf als Schutzherr der heimischen Betriebe und der heimischen Industrie. Das ist schon erstaunlich, meine Damen und Herren! Ich verwende das andere Wort jetzt bewusst nicht, Herr Präsident! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Zum Wiehern ist das!)
Abg. Haigermoser: Die diskutieren gerade über die Nachfolge von Cap nach dieser Rede! – Neuerliche Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Über den vierten Klubobmann!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Herr Minister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! (Abg. Haigermoser: Die diskutieren gerade über die Nachfolge von Cap nach dieser Rede! – Neuerliche Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Über den vierten Klubobmann!) Kollege Stummvoll hat sich wieder bemüht, uns hier den mittlerweile schon etwas vergilbten Slogan vom "Neu Regieren" vorzupredigen. Bleiben wir doch dabei! Was steht denn im Koalitionsabkommen? Was war in der Antrittsrede von Schüssel zu hören? Was hat sich hin und wieder noch in Grassers Budgetreden gefunden? – Von Entpolitisierung und einer ganz neuen Industriepolitik im Sinne einer Privatisierung war die Rede.
Abg. Ing. Westenthaler: Waren Sie das in der "ZIB 3" gestern?
Abgeordnete Mag. Maria Kubitschek (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! (Abg. Ing. Westenthaler: Waren Sie das in der "ZIB 3" gestern?) Meine sehr geehrten Damen und Herren! Je länger diese Regierung im Amt ist, desto öfter stellt man sich die Frage, wodurch sich ihr angeblicher Ruf, Wirtschaftskompetenz zu besitzen, eigentlich rechtfertigen lässt. Aber ich muss zugestehen, meine Damen und Herren, in der letzten Zeit ist wirklich eine ganze Menge dazu beigetragen worden, um uns sehr deutlich und sehr nachdrücklich zu demonstrieren, was diese Regierung unter Wirtschaftskompetenz tatsächlich versteht und was wir uns darunter vorstellen können.
Sitzung Nr. 72
Abg. Dr. Einem betritt als Erster seiner Fraktion den Sitzungssaal. – Abg. Ing. Westenthaler: Guten Morgen, Herr Klubobmann-Stellvertreter!
Abgeordneter Patrick Ortlieb (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Vizekanzler! (Abg. Dr. Einem betritt als Erster seiner Fraktion den Sitzungssaal. – Abg. Ing. Westenthaler: Guten Morgen, Herr Klubobmann-Stellvertreter!) Meine Frage lautet:
Außer Abg. Dr. Einem ist kein Abgeordneter der SPÖ anwesend. – r. Abg. Ing. Westenthaler: Dürfen wir eine Frage an den Präsidenten richten, warum die größte Oppositionspartei nicht da ist? – Abg. Dr. Khol: Herr Präsident! Ist bei den Sozialisten etwas passiert?
Präsident Dr. Heinz Fischer: Frau Vizekanzlerin, bitte um Beantwortung. (Außer Abg. Dr. Einem ist kein Abgeordneter der SPÖ anwesend. – r. Abg. Ing. Westenthaler: Dürfen wir eine Frage an den Präsidenten richten, warum die größte Oppositionspartei nicht da ist? – Abg. Dr. Khol: Herr Präsident! Ist bei den Sozialisten etwas passiert?) – Ich stelle fest, dass das notwendige Quorum erstens wahrscheinlich vorhanden wäre und zweitens gemäß der Geschäftsordnung für die Fragestunde nicht notwendig ist. (Heiterkeit.)
Abg. Ing. Westenthaler: "Stöllinger" weiß das nicht, weil das bei den Kommunisten anders ist!
Bundesministerin für öffentliche Leistung und Sport Vizekanzler Dr. Susanne Riess-Passer: Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Abgeordneter! Ich möchte darauf aufmerksam machen (Abg. Mag. Trattner – in Richtung des Abg. Öllinger –: Ein richtiger Schmutzkübel ist das!), dass es eine Grundlage des Rechtsstaates und der Demokratie in diesem Lande ist, dass man nicht mit unbewiesenen Verdächtigungen versucht, Leute in Misskredit zu bringen. (Abg. Ing. Westenthaler: "Stöllinger" weiß das nicht, weil das bei den Kommunisten anders ist!) Sie wissen sehr gut, dass es in dem von Ihnen angesprochenen Fall weder zu einer Ermittlung der Behörden noch zu einer Anklageerhebung gekommen ist, sondern dass, ganz im Gegenteil, festgestellt wurde, dass kein wie immer gearteter strafrechtlicher Vorwurf gegeben ist (Abg. Dr. Krüger: So etwas Mieses! – Abg. Haigermoser: ... seine Visage ...!), sodass in dem von Ihnen angesprochenen Fall die Vorbildwirkung für den Sport uneingeschränkt und hundertprozentig gegeben ist. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Ruf: Schämen Sie sich! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Öllinger –: Du bist die mieseste Figur in diesem Haus! Der größte Miesling in diesem Haus! Pfui Teufel! – Abg. Haigermoser – in Richtung Grüne –: ... Gesindel!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Ruf: Schämen Sie sich! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Öllinger –: Du bist die mieseste Figur in diesem Haus! Der größte Miesling in diesem Haus! Pfui Teufel! – Abg. Haigermoser – in Richtung Grüne –: ... Gesindel!
Bundesministerin für öffentliche Leistung und Sport Vizekanzler Dr. Susanne Riess-Passer: Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Abgeordneter! Ich möchte darauf aufmerksam machen (Abg. Mag. Trattner – in Richtung des Abg. Öllinger –: Ein richtiger Schmutzkübel ist das!), dass es eine Grundlage des Rechtsstaates und der Demokratie in diesem Lande ist, dass man nicht mit unbewiesenen Verdächtigungen versucht, Leute in Misskredit zu bringen. (Abg. Ing. Westenthaler: "Stöllinger" weiß das nicht, weil das bei den Kommunisten anders ist!) Sie wissen sehr gut, dass es in dem von Ihnen angesprochenen Fall weder zu einer Ermittlung der Behörden noch zu einer Anklageerhebung gekommen ist, sondern dass, ganz im Gegenteil, festgestellt wurde, dass kein wie immer gearteter strafrechtlicher Vorwurf gegeben ist (Abg. Dr. Krüger: So etwas Mieses! – Abg. Haigermoser: ... seine Visage ...!), sodass in dem von Ihnen angesprochenen Fall die Vorbildwirkung für den Sport uneingeschränkt und hundertprozentig gegeben ist. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Ruf: Schämen Sie sich! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Öllinger –: Du bist die mieseste Figur in diesem Haus! Der größte Miesling in diesem Haus! Pfui Teufel! – Abg. Haigermoser – in Richtung Grüne –: ... Gesindel!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler in Richtung des Abg. Öllinger.
Frau Vizekanzlerin! Drogen überschwemmen zurzeit Österreich, besonders die Steiermark: In Graz haben wir ein wahnsinnig großes Drogenproblem. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler in Richtung des Abg. Öllinger.) Der sportliche Wettkampf und das positive Beispiel des Sportes haben bislang eine beispielgebende Wirkung gegen die Einnahme von Drogen zu erzielen vermocht. (Abg. Mag. Schweitzer: Charakter ist keine Eigenschaft beim Öllinger!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Öllinger –: ... Miesling du! – Abg. Öllinger – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: ... da angesoffen herumrennen ...?!
Ich frage Sie daher: Inwieweit glauben Sie, dass es Chancen gibt, die Anti-Doping-Kommission nach Österreich zu bringen? (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Öllinger –: ... Miesling du! – Abg. Öllinger – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: ... da angesoffen herumrennen ...?!) Ich glaube nämlich, dass man durch eine solche Vorgangsweise verstärkt darauf hinweisen kann, dass die Einnahme solcher Substanzen nichts für unsere Gesundheit zu tun in der Lage ist. (Abg. Dr. Pumberger – in Richtung des Abg. Öllinger –: Eine einzige Dreckschleuder!)
Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer spricht mit Präsident Dr. Fischer. – Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Schwarzenberger.
Zuerst kommt die Frage Nummer 88/M, die Herr Abgeordneter Dr. Grünewald stellen wird. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer spricht mit Präsident Dr. Fischer. – Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Schwarzenberger. )
Abg. Ing. Westenthaler: Das muss die Prammer gewesen sein!
Ich habe noch im Ohr, was eine prominente sozialdemokratische Sprecherin wörtlich gesagt hat – das hat mich eigentlich getroffen –: Wer nicht arbeitet, soll auch kein Karenzgeld beziehen! (Abg. Ing. Westenthaler: Das muss die Prammer gewesen sein!) Meine Damen und Herren! Das tut weh, denn meiner Meinung nach steht der Mensch im Zentrum und nicht ein abstrakter Versicherungsanspruch. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das, was die Frau Prammer nie zustande gebracht hat!
Die Wahlfreiheit wird erstmals auch realisiert durch Zuverdienstgrenzen, und zwar wesentlich höhere Zuverdienstgrenzen, als das bisher beim Karenzgeld der Fall war. Auch die diesbezügliche Kritik gerade von der sozialistischen Opposition verstehe ich überhaupt nicht, denn die Zuverdienstgrenzen, die es unter Ihrer Ägide sozusagen gegeben hat, waren nicht einmal ein Viertel dessen, was Frauen, die das Kindergeld beziehen, jetzt dazuverdienen können. Insofern ist das ein wesentlicher, ganz entscheidender Fortschritt nicht nur zur Wahlfreiheit, sondern auch zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das, was die Frau Prammer nie zustande gebracht hat!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Frauenministerin von früher!
Abgeordnete Mag. Barbara Prammer (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren der Bundesregierung! Hohes Haus! (Abg. Ing. Westenthaler: Die Frauenministerin von früher!) Es ist wieder einmal bezeichnend gewesen: Sie sprechen von einem familienfreundlichen Österreich und haben dafür ausschließlich das Kinderbetreuungsgeld im Kopf – das Kinderbetreuungsgeld für alle, das nicht für alle sein wird. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Sie sprechen zweimal 20 Minuten und machen einen weiten Bogen um Ihre Politik der sozialen Kälte und der sozialen Härte, die seit 16 Monaten auf die österreichischen Familien niederprallt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Nur Schlagworte!)
Abg. Ing. Westenthaler: "Ominösen 6 000 S"! Was ist das für eine Wortwahl?!
Mehr als die Hälfte der derzeitigen KarenzgeldbezieherInnen hatten bisher mehr als Ihre ominösen 6 000 S Kinderbetreuungsgeld. Ihnen haben Sie monatlich pro Kind 300 S weggenommen. (Abg. Ing. Westenthaler: "Ominösen 6 000 S"! Was ist das für eine Wortwahl?!) Das verschweigen Sie, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: 6 000 S sind "ominös" für Sie! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: 6 000 S sind "ominös" für Sie! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Mehr als die Hälfte der derzeitigen KarenzgeldbezieherInnen hatten bisher mehr als Ihre ominösen 6 000 S Kinderbetreuungsgeld. Ihnen haben Sie monatlich pro Kind 300 S weggenommen. (Abg. Ing. Westenthaler: "Ominösen 6 000 S"! Was ist das für eine Wortwahl?!) Das verschweigen Sie, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: 6 000 S sind "ominös" für Sie! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Aber wir haben eine Abgeordnete, die 6 000 S als "ominös" bezeichnet!
Präsident Dr. Heinz Fischer (das Glockenzeichen gebend): Meine Damen und Herren! Wir haben jetzt vernünftigerweise den Herrn Bundeskanzler und die Frau Vizekanzlerin angehört. Ich schlage vor, dass wir auch alle weiteren Redner aller Fraktionen in gleicher Vernunft und gleicher Fairness anhören – auch wenn nicht jeder Abgeordnete mit allem einverstanden ist, was jeweils gesagt wird. Das liegt in der Natur der Sache. – Bitte, Frau Abgeordnete Prammer. (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Aber wir haben eine Abgeordnete, die 6 000 S als "ominös" bezeichnet!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wieso sind 6 000 S für Sie "ominös"?
Sie reden über Bildung und hantieren mit absoluten Zahlen, Herr Bundeskanzler, verschweigen aber die Kürzungen und Belastungen im Bildungsbereich, in der Bildungspolitik. (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso sind 6 000 S für Sie "ominös"?) Das spüren die österreichischen Familien, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wissen wir, warum Sie nicht mehr Ministerin sind!
Sie haben die Studentensteuer eingeführt, Sie streichen das Bildungskarenzgeld nach Karenz und vieles andere mehr. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wissen wir, warum Sie nicht mehr Ministerin sind!) Wissen Sie eigentlich, wie viele Familien Sie bereits in diesen 16 Monaten durch die Maßnahmen, die Sie gesetzt haben, in die Armutsgefährdung gebracht haben? (Abg. Dr. Pumberger: So viel Unsinn habe ich schon lange nicht mehr gehört!) – Wenn Sie schon uns nicht glauben, wenn wir das sagen, dann glauben Sie es vielleicht der Caritas, meine Damen und Herren der Regierungsparteien! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wissen wir, warum Sie nicht mehr Ministerin sind! – Abg. Haigermoser: Jetzt wissen wir, warum Sie nicht mehr Ministerin sind!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wissen wir, warum Sie nicht mehr Ministerin sind! – Abg. Haigermoser: Jetzt wissen wir, warum Sie nicht mehr Ministerin sind!
Sie haben die Studentensteuer eingeführt, Sie streichen das Bildungskarenzgeld nach Karenz und vieles andere mehr. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wissen wir, warum Sie nicht mehr Ministerin sind!) Wissen Sie eigentlich, wie viele Familien Sie bereits in diesen 16 Monaten durch die Maßnahmen, die Sie gesetzt haben, in die Armutsgefährdung gebracht haben? (Abg. Dr. Pumberger: So viel Unsinn habe ich schon lange nicht mehr gehört!) – Wenn Sie schon uns nicht glauben, wenn wir das sagen, dann glauben Sie es vielleicht der Caritas, meine Damen und Herren der Regierungsparteien! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wissen wir, warum Sie nicht mehr Ministerin sind! – Abg. Haigermoser: Jetzt wissen wir, warum Sie nicht mehr Ministerin sind!)
Abg. Ing. Westenthaler: Es wird eh schon Zeit!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Ich bitte um den Schlusssatz, Frau Abgeordnete. (Abg. Ing. Westenthaler: Es wird eh schon Zeit!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das zahlt sich nicht aus!
Abgeordneter Dr. Michael Spindelegger (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Frau Vizekanzlerin! Herr Bundesminister! Lassen Sie mich, bevor ich auf die Ausführungen von Frau Kollegin Prammer eingehe (Abg. Ing. Westenthaler: Das zahlt sich nicht aus!), mit etwas Positivem beginnen.
Pfui-Rufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja ungeheuerlich! Pfui!
Im Ringturm in Wien fand eine Diskussion statt, die vom Renner-Institut veranstaltet wurde und bei der es um die Frage der Alterssicherung ging. Da kam vom Podium aus der Satz der ehemaligen Frauenministerin Prammer, der lautete – wörtliches Zitat –: "Frauen, die irgendwann einmal geworfen haben ..." (Pfui-Rufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja ungeheuerlich! Pfui!) – Frauenministerin Prammer; ein Zitat, das nicht einmal wir glauben konnten, aber wir haben es überprüft, Frau ehemalige Frauenministerin. "Frauen, die irgendwann einmal geworfen haben ..." (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ihre Einstellung! Pfui Teufel!) – Das ist Ihre Einstellung zu Müttern, zur Familie, und da kann man nur sagen: Schämen Sie sich! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Pfui-Rufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ihre Einstellung! Pfui Teufel!
Im Ringturm in Wien fand eine Diskussion statt, die vom Renner-Institut veranstaltet wurde und bei der es um die Frage der Alterssicherung ging. Da kam vom Podium aus der Satz der ehemaligen Frauenministerin Prammer, der lautete – wörtliches Zitat –: "Frauen, die irgendwann einmal geworfen haben ..." (Pfui-Rufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja ungeheuerlich! Pfui!) – Frauenministerin Prammer; ein Zitat, das nicht einmal wir glauben konnten, aber wir haben es überprüft, Frau ehemalige Frauenministerin. "Frauen, die irgendwann einmal geworfen haben ..." (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ihre Einstellung! Pfui Teufel!) – Das ist Ihre Einstellung zu Müttern, zur Familie, und da kann man nur sagen: Schämen Sie sich! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Pfui-Rufe bei den Freiheitlichen.)
Pfui-Rufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Ein Skandal! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unglaublich! Treten Sie zurück!
Andererseits sind Sie damit auf Linie, und ich nehme an, das wird uns unsere Kärntner Kollegin, die Frau Mertel, bestätigen können. Da haben wir eine Landesrätin, eine sozialistische Landesrätin, die jetzt auch durch das Land zieht und versucht, das Kindergeld schlecht zu machen, das es in Kärnten schon gibt, dabei aber vergisst, dass die SPÖ mitgestimmt hat. Das ist jetzt die andere Seite, aber sprechen wir vielleicht nicht darüber. Diese Landesrätin namens Schaunig-Kandut nannte das Kindergeld vom ersten bis zum dritten Lebensjahr – und jetzt kommt das wörtliche Zitat – "nichts anderes als ein Schmerzensgeld für erlittene Dauerschäden für die Familien". – Kinder sind Dauerschäden! Das ist die Politik der SPÖ! (Pfui-Rufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Ein Skandal! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unglaublich! Treten Sie zurück!)
Abg. Ing. Westenthaler: Frau Bures, was sagen Sie dazu?
Sie haben kein Herz für Familien, Sie haben kein Herz für Kinder, Sie können Familie offensichtlich auch selbst nicht leben, wie ein Interview der Kollegin Bures zeigt, in dem sie selbst erzählt hat – da ging es um die "g’sunde Watschen" –, dass ihr sehr wohl auch schon die Hand ausgekommen ist und sie ihrer Tochter eine "g’sunde Watschen" aufgelegt hat. Da muss ich sagen, meine Damen und Herren: Das ist keine Vorzeige-Politik, und das ist auch keine glaubwürdige Politik! (Abg. Ing. Westenthaler: Frau Bures, was sagen Sie dazu?) Wenn die Tochter der Kollegin Bures auch noch sagt, dass die Mama manchmal schon ein bisschen weniger streng sein könnte, und das wahrscheinlich auf die Watschen bezieht, dann muss ich sagen: Frau Prammer, vielleicht ist Ihre Hotline doch wieder notwendig! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Gewalt in der Familie, Frau Bures! – Abg. Leikam : Letztklassig ist das! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Natürlich, wenn sie in Karenz gehen, haben sie einen Anspruch!
Ich stelle tatsächlich richtig: Personen, die ein Jahreseinkommen über 200 000 S brutto während der Kinderbetreuungszeit haben – das entspricht 10 000 bis 11 000 S netto –, haben keinerlei Anspruch auf Kinderbetreuungsgeld. (Abg. Ing. Westenthaler: Natürlich, wenn sie in Karenz gehen, haben sie einen Anspruch!) Das Kinderbetreuungsgeld ist für berufstätige Eltern in dieser Form teilweise schlechter als die bisherige Regelung. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie war das mit dem Werfen?
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Zu einer weiteren tatsächlichen Berichtigung hat sich Frau Abgeordnete Mag. Prammer zu Wort gemeldet. Bitte, Frau Abgeordnete, beginnen Sie mit der Wiedergabe der zu berichtigenden Behauptung und stellen Sie dieser den berichtigten Sachverhalt gegenüber! (Abg. Ing. Westenthaler: Wie war das mit dem Werfen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das jetzt mit der Gewalt in der Familie? Die eigene Tochter macht mit "NEWS" Interviews, wo sie sagt, dass sie sich vor der Mama fürchtet! Das wird zu Hause genauso sein wie hier am Rednerpult!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächste Rednerin zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Bures. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 10 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das jetzt mit der Gewalt in der Familie? Die eigene Tochter macht mit "NEWS" Interviews, wo sie sagt, dass sie sich vor der Mama fürchtet! Das wird zu Hause genauso sein wie hier am Rednerpult!)
Abg. Ing. Westenthaler: Warum beschwert sich Ihre Tochter?
Abgeordnete Doris Bures (SPÖ): Herr Präsident! Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Ich denke, dass diese Debatte gezeigt hat, was Sie mit den österreichischen Familien vorhaben, dass diese Debatte deutlich macht, dass Ihnen die österreichischen Familien überhaupt nicht am Herzen liegen, sondern ganz im Gegenteil. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum beschwert sich Ihre Tochter?)
Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie zu Hause auch so wie hier am Rednerpult?
Kollegin Zierler! Ich denke, Ihr Auftritt, den Sie hier geliefert haben, spricht für sich insofern, als er Sie disqualifiziert. (Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie zu Hause auch so wie hier am Rednerpult?) Ich habe in meiner langen politischen Arbeit erlebt, dass jemand, der so bösartig – auch wie Sie, Herr Westenthaler –, so gehässig, so aggressiv Politik macht, nichts Gutes für die Menschen machen kann. Der macht eine herzlose Politik, wie Sie sie machen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Rutscht Ihnen zu Hause immer die Hand aus? Mir ist noch nie die Hand ausgerutscht! Wie oft schlagen Sie denn so im Schnitt zu?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Rutscht Ihnen zu Hause immer die Hand aus? Mir ist noch nie die Hand ausgerutscht! Wie oft schlagen Sie denn so im Schnitt zu?
Kollegin Zierler! Ich denke, Ihr Auftritt, den Sie hier geliefert haben, spricht für sich insofern, als er Sie disqualifiziert. (Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie zu Hause auch so wie hier am Rednerpult?) Ich habe in meiner langen politischen Arbeit erlebt, dass jemand, der so bösartig – auch wie Sie, Herr Westenthaler –, so gehässig, so aggressiv Politik macht, nichts Gutes für die Menschen machen kann. Der macht eine herzlose Politik, wie Sie sie machen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Rutscht Ihnen zu Hause immer die Hand aus? Mir ist noch nie die Hand ausgerutscht! Wie oft schlagen Sie denn so im Schnitt zu?)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie schlagen zu!
Die Familienzusammenführung ist ein Menschenrecht. Herr Khol! Wenn Sie es mir schon nicht glauben, dass das ein sehr menschenverachtender und ein sehr familienfeindlicher Vorschlag ist, den Blau-Schwarz hier vorgelegt haben (Abg. Ing. Westenthaler: Sie schlagen zu!), dann hoffe ich, dass Sie es wenigstens dem Caritas-Präsidenten Franz Küberl glauben. Es sagt der Caritas-Präsident zu Ihrem Vorschlag Folgendes – Zitat –:
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Warum zittern Sie so? – Abg. Ing. Westenthaler: Es rutscht Ihnen gleich wieder die Hand aus!
Ich schlage der ÖVP und der FPÖ vor, den Begriff "Familienfreundlichkeit" aus ihrem Vokabular zu streichen, weil dieser in Wirklichkeit der Realität widerspricht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Warum zittern Sie so? – Abg. Ing. Westenthaler: Es rutscht Ihnen gleich wieder die Hand aus!)
Abg. Ing. Westenthaler – die Hand zum Schlag erhoben –: Wie oft passiert Ihnen denn das?
Sie haben bei der Maßnahme der Einführung des Kinderbetreuungsgeldes von einem Meilenstein gesprochen. (Abg. Ing. Westenthaler – die Hand zum Schlag erhoben –: Wie oft passiert Ihnen denn das?) Wissen Sie, was es in Wirklichkeit ist? – Es ist ein Stolperstein für die Frauen, ein Stolperstein für die Familien, aber ganz und gar kein Meilenstein, bestenfalls ein vermeintlicher. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Können Sie uns einmal sagen, wie oft Ihnen die Hand ausrutscht? Machen Sie den Wink mit der Backhand oder mit der Forehand?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Können Sie uns einmal sagen, wie oft Ihnen die Hand ausrutscht? Machen Sie den Wink mit der Backhand oder mit der Forehand?
Sie haben bei der Maßnahme der Einführung des Kinderbetreuungsgeldes von einem Meilenstein gesprochen. (Abg. Ing. Westenthaler – die Hand zum Schlag erhoben –: Wie oft passiert Ihnen denn das?) Wissen Sie, was es in Wirklichkeit ist? – Es ist ein Stolperstein für die Frauen, ein Stolperstein für die Familien, aber ganz und gar kein Meilenstein, bestenfalls ein vermeintlicher. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Können Sie uns einmal sagen, wie oft Ihnen die Hand ausrutscht? Machen Sie den Wink mit der Backhand oder mit der Forehand?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollen keine Prügel für Kinder! Wir wollen nicht, dass Kinder geprügelt werden! Das wollen wir nicht!
Ich weiß, Sie wollen sich mit den Problemen der Menschen nicht auseinander setzen, Sie wollen gar nicht wissen, was die Familien in Wirklichkeit brauchen, denn Sie wollen ein ideologisches Modell durchsetzen, das aber keine Familie in diesem Land mehr haben möchte. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollen keine Prügel für Kinder! Wir wollen nicht, dass Kinder geprügelt werden! Das wollen wir nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie rutscht Ihnen denn die Hand aus, Frau Kollegin: mit der Backhand oder mit der Forehand?
Ich kenne die Anliegen der Familien deshalb, weil ich unzählige Gespräche mit ihnen führe, und dies viel ehrlicher und viel aufrichtiger, als Sie das jemals in Ihrem Leben getan haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie rutscht Ihnen denn die Hand aus, Frau Kollegin: mit der Backhand oder mit der Forehand?) Wir alle in diesem Hohen Haus müssten doch eigentlich wissen, was die
Abg. Ing. Westenthaler: Wie machen Sie es denn: mit der Backhand oder mit der Forehand?
Wissen Sie, wann die österreichischen Männer und Frauen uns das das letzte Mal gesagt haben? – Bei einem der erfolgreichsten Volksbegehren, das in diesem Land abgehalten wurden, nämlich beim Frauen-Volksbegehren. 644 665 Männer und Frauen haben ein Volksbegehren eingebracht, in welchem sie klar formuliert haben, was sie brauchen und welche Bedürfnisse sie haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie machen Sie es denn: mit der Backhand oder mit der Forehand?)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Frage ist eine andere! Es geht um die Frage: Wie gehen Sie mit Kindern um? Das ist die Frage!
Ich verstehe die Aufregung nicht! Dürfte ich Sie ersuchen, Herr Präsident, ... Ich halte nichts davon, bei diesem Thema eine Bierzeltmentalität einreißen zu lassen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.) Das ist ein zu ernstes Thema, und ich ersuche Sie, über die Anliegen der Menschen in diesem Land nicht so drüberzufahren, wie Sie das in allen anderen Bereichen in den letzten 16 Monaten getan haben. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Frage ist eine andere! Es geht um die Frage: Wie gehen Sie mit Kindern um? Das ist die Frage!)
Abg. Ing. Westenthaler: Eine andere Frage ist gestellt: Wie gehen Sie persönlich mit Kindern um? Das ist die Frage! Die haben Sie nicht beantwortet!
Bei einem der größten Volksbegehren, das hier im Hohen Haus umgesetzt werden sollte, fordern die Österreicherinnen und Österreicher, dass Beruf und Kinder vereinbar sein müssen, dass Job und Kind vereinbar sein sollen. Das ist die erste Forderung. (Abg. Ing. Westenthaler: Eine andere Frage ist gestellt: Wie gehen Sie persönlich mit Kindern um? Das ist die Frage! Die haben Sie nicht beantwortet!)
Abg. Haigermoser: Schutz vor Gewalt – das ist unser Anliegen! – Abg. Ing. Westenthaler: Schutz vor Gewalt in der Familie – das ist unser Anliegen!
Die Österreicherinnen und Österreicher fordern in diesem Volksbegehren zweitens den Ausbau qualifizierter ganztägiger Kinderbetreuungseinrichtungen, um eben Job und Kind vereinbaren zu können. Sie fordern ein Recht auf Teilzeit, familiengerechte Arbeitszeiten, um Job und Kind auch tatsächlich vereinbaren zu können. (Abg. Haigermoser: Schutz vor Gewalt – das ist unser Anliegen! – Abg. Ing. Westenthaler: Schutz vor Gewalt in der Familie – das ist unser Anliegen!) Weiters fordern sie eine Ausweitung des Kündigungsschutzes.
Abg. Ing. Westenthaler: Wie oft rutscht Ihnen die Hand zu Hause aus?
Das sind die Wünsche und Anliegen der Unterzeichner eines Volksbegehrens, mit dem man sich an dieses Hohe Haus gewendet hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie oft rutscht Ihnen die Hand zu Hause aus?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Das ist ja zum Wiehern, was Sie da aufführen! – Abg. Ing. Westenthaler – die Hand zum Schlag erhoben –: Schon wieder?
Punkt eins: Schaffung von ganztägigen Kinderbetreuungseinrichtungen. – Hunderttausend Kinderbetreuungsplätze fehlen in diesem Land. (Abg. Haigermoser: Warum haben Sie denn nichts getan?) Was macht die Politik dieser Regierung? – Sie setzt keine Maßnahmen. Bundesministerin Prammer hat eine Kindergartenmilliarde eingeführt. 30 000 Kindergartenplätze konnten dadurch geschaffen werden. Aber das Erste, was Sie gemacht haben, war, das Frauenministerium abzuschaffen und die Kindergartenmilliarde beinhart, eiskalt zu streichen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Das ist ja zum Wiehern, was Sie da aufführen! – Abg. Ing. Westenthaler – die Hand zum Schlag erhoben –: Schon wieder?)
Abg. Ing. Westenthaler: Passen Sie auf, dass Ihnen nicht die Hand da draußen ausrutscht! Es könnte das Glas kaputtgehen!
Das zeigt, dass das, was Sie in der Politik tun, was Sie in diesem Land tun, nichts mit den Problemen der Familien zu tun hat. Sie negieren in Wirklichkeit die Anliegen und die Wünsche der Familien. (Abg. Ing. Westenthaler: Passen Sie auf, dass Ihnen nicht die Hand da draußen ausrutscht! Es könnte das Glas kaputtgehen!)
Abg. Ing. Westenthaler – auf das Lämpchen auf dem Rednerpult zeigend, das bereits leuchtet –: Gott sei Dank ist Ihre Redezeit zu Ende, sonst rutscht Ihnen noch die Hand aus!
Wir beschäftigen uns in diesem Hohen Haus auch mit Familienberichten, mit Frauenberichten, aus welchen wir genau ersehen können, wie die Situation der Familien und der Frauen ist. (Abg. Ing. Westenthaler – auf das Lämpchen auf dem Rednerpult zeigend, das bereits leuchtet –: Gott sei Dank ist Ihre Redezeit zu Ende, sonst rutscht Ihnen noch die Hand aus!) Es gibt einen Frauenbericht – den möchte ich auch Ihnen, Herr Kollege Westenthaler, näherbringen (Abg. Ing. Westenthaler: Bitte nicht zu nahe kommen, sonst rutscht Ihnen noch die Hand aus! – Abg. Haigermoser: Abstand wollen wir halten!); damit wollen Sie nichts zu tun haben, das glaube ich Ihnen –, in welchem sozusagen als Resümee steht, dass, würden die Wünsche von Eltern ernst genommen, ein zügiger Ausbau sämtlicher institutioneller Betreuungseinrichtungen geboten wäre.
Abg. Ing. Westenthaler: Bitte nicht zu nahe kommen, sonst rutscht Ihnen noch die Hand aus! – Abg. Haigermoser: Abstand wollen wir halten!
Wir beschäftigen uns in diesem Hohen Haus auch mit Familienberichten, mit Frauenberichten, aus welchen wir genau ersehen können, wie die Situation der Familien und der Frauen ist. (Abg. Ing. Westenthaler – auf das Lämpchen auf dem Rednerpult zeigend, das bereits leuchtet –: Gott sei Dank ist Ihre Redezeit zu Ende, sonst rutscht Ihnen noch die Hand aus!) Es gibt einen Frauenbericht – den möchte ich auch Ihnen, Herr Kollege Westenthaler, näherbringen (Abg. Ing. Westenthaler: Bitte nicht zu nahe kommen, sonst rutscht Ihnen noch die Hand aus! – Abg. Haigermoser: Abstand wollen wir halten!); damit wollen Sie nichts zu tun haben, das glaube ich Ihnen –, in welchem sozusagen als Resümee steht, dass, würden die Wünsche von Eltern ernst genommen, ein zügiger Ausbau sämtlicher institutioneller Betreuungseinrichtungen geboten wäre.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie zittern ja wie Espenlaub! Passen Sie auf, dass Ihnen nicht die Hand ausrutscht!
Um es Ihnen vor Augen zu führen: Sie führen einen "Stolperstein" ein, der vielleicht für wenige in diesem Land eine kleine Hilfe darstellt, aber für den Großteil bedeutet er weniger Geld. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie zittern ja wie Espenlaub! Passen Sie auf, dass Ihnen nicht die Hand ausrutscht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir werden die Kinder vor Gewalt schützen!
Frau Kollegin Zierler! Es war falsch, was Sie gesagt haben. Bis zum 31. Dezember betrug das Karenzgeld 5 643 S, und es gab einen Familienzuschlag in der Höhe von 663 S. Das macht zusammen 6 306 S aus. Aber was machen Sie? (Abg. Ing. Westenthaler: Wir werden die Kinder vor Gewalt schützen!) – Sie führen ein Kindergeld in der Höhe von 6 000 S ein. Jeder, der rechnen kann, der weiß: Damit haben Sie die Familien wieder geschröpft, sie bekommen nun 306 S monatlich weniger, und das ist für viele Familien auch viel Geld, welches Sie ihnen durch Ihre Maßnahmen wieder weggenommen haben. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Frage ist noch nicht beantwortet: Warum rutscht Ihnen die Hand immer aus?
Sie verschlechtern die arbeitsrechtlichen Bedingungen. Sie verlängern natürlich nicht den Kündigungsschutz für Frauen, den diese bräuchten, um wieder in ihren Beruf zurückkehren zu können, um im Beruf auch Chancengleichheit vorzufinden. Sie belasten das ganze Lebensumfeld von Familien, angefangen vom Autofahren, das für Familien durch Ihre nun schon 16 Monate währende Belastungspolitik mehr Kosten verursacht, bis zum Wohnen, wo Sie durch Energieabgaben Erhöhungen beschlossen haben und wo Sie durch gesetzliche Maßnahmen auch die Mieten erhöhen wollen. Auch beim Kranksein belasten Sie die Familien. All das sind eigentlich Belastungen für die Familien. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Frage ist noch nicht beantwortet: Warum rutscht Ihnen die Hand immer aus?)
Abg. Ing. Westenthaler – auf das Lämpchen auf dem Rednerpult zeigend, das bereits leuchtet –: Das Beste, was Ihnen passieren kann: dass das Lamperl leuchtet!
Sie stehlen den Jungen Zukunftschancen durch Ihre Einsparungen an den Schulen. (Abg. Ing. Westenthaler – auf das Lämpchen auf dem Rednerpult zeigend, das bereits leuchtet –: Das Beste, was Ihnen passieren kann: dass das Lamperl leuchtet!) Das alles nur deshalb, weil Sie eine sehr zweifelhafte Ausgabe von 17 Milliarden Schilling beschlossen haben, die niemand will, die an den Interessen der Familien vorbeigeht und die höchst fragwürdig ist. Sie haben den Familien Milliarden weggenommen, um jetzt eine fragwürdige Maßnahmen zu setzen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Schlusswort!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele Gehälter beziehen Sie jetzt: zwei oder drei?
Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Ich denke, nur wer Integration nicht lebt und Integration nicht kennt, und viele Wortmeldungen ... (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele Gehälter beziehen Sie jetzt: zwei oder drei?) Schnee von gestern, Herr Abgeordneter, längst erledigt! Das können Sie sich sparen, alles nicht wahr!
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Wie oft kassieren Sie jetzt wirklich ab, oder wissen Sie das nicht mehr? – Abg. Ing. Westenthaler: 180 000 S aufs Handerl!
Viele Wortmeldungen von Ihnen haben mir gezeigt: Nur wer Integration nicht kennt und nicht lebt, kann sich so äußern. Besonders betroffen gemacht haben mich die Ausführungen der Kollegin, die vor mir gesprochen hat. Abgeordnete Wochesländer hat in meiner Schule unterrichtet. Sie weiß es vielleicht nicht mehr, aber ich weiß es noch, und Sie müsste es eigentlich auch wissen, was gelebte Integration bedeutet. Aber leider hat sie auch das vergessen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Wie oft kassieren Sie jetzt wirklich ab, oder wissen Sie das nicht mehr? – Abg. Ing. Westenthaler: 180 000 S aufs Handerl!)
Abg. Dr. Khol: Die Grünen stimmen zu, die Sozialdemokraten lehnen ab! Fundamentalopposition! – Abg. Gaugg – in Richtung des Abg. Grabner –: Noldi, du bist auch grün angezogen, also steh auf! – Abg. Ing. Westenthaler: Das Chaos ist perfekt! – Abg. Dr. Khol: Die Grünen haben mitgestimmt! Die haben etwas für Integration übrig!
Bei Zustimmung ersuche ich um ein Zeichen der Bejahung. – Ich stelle fest: Das ist die Mehrheit. (Abg. Dr. Khol: Die Grünen stimmen zu, die Sozialdemokraten lehnen ab! Fundamentalopposition! – Abg. Gaugg – in Richtung des Abg. Grabner –: Noldi, du bist auch grün angezogen, also steh auf! – Abg. Ing. Westenthaler: Das Chaos ist perfekt! – Abg. Dr. Khol: Die Grünen haben mitgestimmt! Die haben etwas für Integration übrig!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Böhacker und Ing. Westenthaler.
Lassen Sie mich jetzt aber zum relativ großen Problem von Verhaltensvereinbarungen in den Schulen kommen, zum Schulunterrichtsgesetz. (Zwischenrufe der Abgeordneten Böhacker und Ing. Westenthaler. ) Meine Damen und Herren! Wir Sozialdemokraten haben immer signalisiert, dass wir uns schulische Vereinbarungen sehr wohl vorstellen können. Wir haben aber auch immer gesagt und verlangt, dass schulische Vereinbarungen fair und ehrlich sein und alle Schulpartner gleichberechtigt einbinden müssen.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr Rücktritt, Herr Antoni! – Zwischenrufe der Abg. Dr. Niederwieser und Mag. Schweitzer.
Sie haben um 19.50 Uhr eine Presseaussendung versandt, die mit den Worten begonnen hat: Sehr erfreulicher Erfolg für die SPÖ! (Ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Doch was war heute? – Um 11.52 Uhr fordern Sie in der Pressekonferenz weitere Nachbesserungen. Also bitte: Nicht einmal 24 Stunden hält Ihre Einstellung? Das dürfte auch kein Vorbild für Kinder sein! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr Rücktritt, Herr Antoni! – Zwischenrufe der Abg. Dr. Niederwieser und Mag. Schweitzer. )
Sitzung Nr. 74
Abg. Ing. Westenthaler: Jungfernrede!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Rauch-Kallat. Sie hat das Wort. (Abg. Ing. Westenthaler: Jungfernrede!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist keine Geschäftsordnungsdebatte!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Es ist ein Anschlag gegen die politische Kultur in diesem Haus, wenn diese Unwahrheiten verbreitet werden, und ich möchte mit Nachdruck dagegen protestieren. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist keine Geschäftsordnungsdebatte!)
Abg. Ing. Westenthaler: Er muss erst lernen!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Abgeordneter, ich stelle klar fest, dass das keine Wortmeldung zur Geschäftsbehandlung war. (Abg. Ing. Westenthaler: Er muss erst lernen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Von welchem Land sprechen Sie? Von welchem Land sprechen Sie?
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (SPÖ): Herr Präsident! Mitglieder der Bundesregierung! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Es ist dringend an der Zeit, dass wir im Hohen Haus eine Debatte über die Situation der österreichischen Familien durchführen, denn nach 16 Monaten der Politik dieser Bundesregierung hat sich die Situation der österreichischen Familien ganz massiv verschlechtert. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Von welchem Land sprechen Sie? Von welchem Land sprechen Sie?)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Stromkosten sinken!
Wenn man sich die letzten Daten, was die Teuerungsentwicklung in Österreich betrifft, ansieht, stellt man fest: Das Leben für die österreichischen Familien ist enorm teuer geworden. Herr Kollege Westenthaler! Ist es Ihnen egal, dass die Preise für Nahrungsmittel für die österreichischen Familien in den letzten Monaten massiv gestiegen sind? Ist es Ihnen völlig egal, dass die Heizkosten diesen Winter höher waren als jemals zuvor? (Abg. Ing. Westenthaler: Die Stromkosten sinken!) Ist es Ihnen völlig egal, dass die Gesundheitsausgaben der österreichischen Familien höher sind als jemals zuvor? – Uns Sozialdemokraten ist es nicht egal, denn uns geht es um das Schicksal der Familien und nicht um Ihre Machtpolitik, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Haller: Wir ersetzen es durch etwas Besseres! – Abg. Ing. Westenthaler: Das bekommen jetzt mehr! Das stimmt!
Sie führen das Kinderbetreuungsgeld ein und schaffen das Karenzgeld ab. Das macht für viele einen Unterschied. (Abg. Haller: Wir ersetzen es durch etwas Besseres! – Abg. Ing. Westenthaler: Das bekommen jetzt mehr! Das stimmt!) In diesem Modell – ich würde um Ihre geschätzte Aufmerksamkeit bitten! – sind einige Fallen enthalten, die man der österreichischen Öffentlichkeit nicht vorenthalten sollte.
Abg. Grabner: ORF, Westenthaler-Klage!
Ich sage Ihnen noch etwas: Das ist heute geradezu der Beginn einer – unter Gänsefüßchen – "Erfolgsstory" des Kollegen Cap: falsche Geschäftsordnungsmeldung, "Aktion Mühlstein" – SPÖ zwischen und unter die Mühlsteine gekommen! (Abg. Grabner: ORF, Westenthaler-Klage!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was haben Sie gegen Männer?
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrte Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Es mag bezeichnend sein, dass heute ausschließlich männliche Regierungsmitglieder auf der Regierungsbank Platz genommen haben (Abg. Haller: Das ist doch schön!) und bisher ausschließlich Männer zu diesem Gesetz gesprochen haben – die Herren Experten in Sachen Kinderbetreuung! (Abg. Ing. Westenthaler: Was haben Sie gegen Männer?) –, und deswegen schicke ich meinen inhaltlichen Ausführungen eine Vorbemerkung zur Sprache des Gesetzes voraus – gerade mein Vorredner hat immer von den Müttern, den Frauen und den Alleinerzieherinnen gesprochen – und stelle fest:
Abg. Ing. Westenthaler: Es kann nur niemand lesen!
Ich habe vor allem an die Mitglieder der Bundesregierung eine Frage, ein Rechenbeispiel, das ich gerne Ihnen allen zeigen möchte. (Die Rednerin stellt eine Tafel mit der Überschrift: "FPÖ-ÖVP Kinderbetreuungsgeld nicht für alle!" und zwei Familien-Beispiele auf das Rednerpult.) Ihre Aussagen von Plakaten hier im Plenum ... (Abg. Böhacker: Ein Taferl hat die Frau Petrovic!) – Ja, ich habe ein Taferl, das Sie einlädt, mit mir gemeinsam eine Rechnung anzustellen. Es ist eine einfache und traurige Rechnung, die beweist, dass das Karenzgeld – oder jetzt: Kinderbetreuungsgeld – nicht für alle zur Verfügung stehen wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Es kann nur niemand lesen!) Ich hätte gern eine Erklärung dafür, warum das so ist!
Abg. Ing. Westenthaler: Wie komme ich über die Redezeit!?
Es ist dies an einem sehr einfachen Beispiel dargestellt. (Abg. Wenitsch: Wie fülle ich die Redezeit!?) Wenn angeblich alle Parteien in diesem Hause wollen, dass sich Väter und Mütter – das haben Sie ja gerade in Ihren Zwischenrufen getan (Abg. Ing. Westenthaler: Wie komme ich über die Redezeit!?) – um die Betreuung der Kinder kümmern, dass Väter und Mütter diese Aufgaben partnerschaftlich wahrnehmen sollen, wenn es möglich ist, dann frage ich wirklich, warum Sie gerade einen derartigen Fall bestrafen. Karenzgeld, Kinderbetreuungsgeld wird es in Zukunft nicht für alle geben. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Bringen Sie uns das Taferl! – Abg. Ing. Westenthaler: Es ist zu klein geschrieben!) Ihre Ankündigungen sind die glatte Unwahrheit! (Abg. Dr. Khol erhebt sich von seinem Sitz und liest die Tafel.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Bringen Sie uns das Taferl! – Abg. Ing. Westenthaler: Es ist zu klein geschrieben!
Es ist dies an einem sehr einfachen Beispiel dargestellt. (Abg. Wenitsch: Wie fülle ich die Redezeit!?) Wenn angeblich alle Parteien in diesem Hause wollen, dass sich Väter und Mütter – das haben Sie ja gerade in Ihren Zwischenrufen getan (Abg. Ing. Westenthaler: Wie komme ich über die Redezeit!?) – um die Betreuung der Kinder kümmern, dass Väter und Mütter diese Aufgaben partnerschaftlich wahrnehmen sollen, wenn es möglich ist, dann frage ich wirklich, warum Sie gerade einen derartigen Fall bestrafen. Karenzgeld, Kinderbetreuungsgeld wird es in Zukunft nicht für alle geben. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Bringen Sie uns das Taferl! – Abg. Ing. Westenthaler: Es ist zu klein geschrieben!) Ihre Ankündigungen sind die glatte Unwahrheit! (Abg. Dr. Khol erhebt sich von seinem Sitz und liest die Tafel.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben es noch immer nicht verstanden!
Dieses Gesetz ist es Ihnen wert, dass Sie mehr Geld dafür ausgeben, dass die Ungleichheiten in Österreich größer werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben es noch immer nicht verstanden!) Daher können wir natürlich dieser Regelung, dieser unserer Meinung nach ungerechten Regelung nicht zustimmen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka. )
Abg. Kiss: Das ist schlicht Dummheit! – Abg. Ing. Westenthaler: Ungeheuerlich!
Ich verstehe auch Frau Mertel nicht (Abg. Dr. Lichtenberger: Das ist aber Ihr Problem!), wenn sie sagt, wie sie es im Fernsehen in einer Diskussion mit unserer Generalsekretärin Maria Rauch-Kallat getan hat: Ich gönne das Karenzgeld nicht jeder Frau. (Abg. Kiss: Das ist schlicht Dummheit! – Abg. Ing. Westenthaler: Ungeheuerlich!) Ich verstehe das nicht!
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Der ist leider nicht da!
Ich glaube daher, dass die österreichische Bundesregierung und das österreichische Parlament, das heute das Kinderbetreuungsgeld mit Mehrheit verabschieden wird, sich mehr Sorgfalt und ein besseres Konzept für die Zukunft und für die österreichischen Familien zugrunde gelegt haben als Sie mit Ihrem Schnellschussmodell von letzter Woche, Herr Kollege Gusenbauer. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Der ist leider nicht da!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommen die Mühlsteine!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächste Rednerin zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Mag. Prammer. Die Redezeit für die nächste Runde wurde einvernehmlich mit 8 Minuten festgelegt. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommen die Mühlsteine!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wieso "ersatzlos"?
Sie sprechen von einem Paradigmenwechsel; das ist auch heute bereits mehrfach angeklungen. Ja, der findet tatsächlich statt! Sie schaffen nämlich das Karenzgeld ersatzlos ab. (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso "ersatzlos"?) Sagen Sie die Wahrheit! Machen Sie nicht Bocksprünge, sondern sagen Sie den Menschen die Wahrheit darüber, was hier heute tatsächlich beschlossen werden soll. (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit des Abg. Mag. Schweitzer. – Zwischenrufe der Abgeordneten Haller und Achatz. )
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist gut so!
Ich sage Ihnen noch etwas: Nicht jede Studentin ist arm. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist gut so!) Wer glaubt, dass jede Studentin arm ist, der irrt. Und auch nicht jede Hausfrau ist arm. Auch da irren Sie, meine Damen und Herren.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist die Wahrheit, nicht: Das sind die Wahrheiten!
Sie drängen – und das ist ja schon gesagt worden – Frauen aus der Berufstätigkeit mit dieser Auseinanderteilung: hier Geld, da Arbeitsrecht. Eine junge Frau wird sich wundern, wenn sie nach den zweieinhalb Jahren, in denen sie beim Kind ist – und es ist heute schon überall durchgeklungen, dass das eigentlich das ist, was Sie wollen: dass das beides nicht unter einen Hut zu bringen ist –, an ihren Arbeitsplatz zurückkehrt und plötzlich feststellen muss, dass der Arbeitsplatz weg ist. Das sind die Wahrheiten betreffend Ihren Vorschlag! (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist die Wahrheit, nicht: Das sind die Wahrheiten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer soll das bezahlen?
Als Nächstes stimmen wir ab über den Entschließungsantrag der Abgeordneten Dr. Gusenbauer und Kollegen betreffend die Erhöhung der Familienbeihilfe um 5 000 S pro Jahr und Kind sowie jährliche Bereitstellung von 1 Milliarde Schilling zum Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer soll das bezahlen?)
Abg. Mag. Kogler: Der Westenthaler ist getürmt! Wahrscheinlich interveniert er gerade!
Autoritäre Politiker halten diesen Widerspruch der Interessen, diesen möglichen Konflikt zwischen JournalistInnen und Politikern natürlich nicht aus. Autoritäre Politiker halten das nicht aus, autoritäre Politiker wollen vom Objekt der Berichterstattung zum Subjekt der Berichterstattung werden. Sie wollen das selbst bestimmen, was in der Zeitung steht, was in "ZiB 1" berichtet wird, was in "ZiB 2" oder in "ZiB 3" berichtet wird. Was wann wo wie berichtet wird, das will der autoritäre Politiker selbst bestimmen. Und einen Musterfall dieser Spezies haben wir hier im Haus. (Abg. Brosz: Jetzt gerade nicht!) Jetzt gerade nicht, das ist richtig. (Abg. Mag. Kogler: Der Westenthaler ist getürmt! Wahrscheinlich interveniert er gerade!) Irgendwo im Haus wird er vielleicht sein, der Herr Kollege Westenthaler, Klubobmann der FPÖ. Er ist der Prototyp eines Politikers, der dieses autoritäre Verständnis vom Umgang mit Medien, mit Journalisten und Journalistinnen hat. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Dr. Petrovic: Wo ist Westenthaler? – Abg. Dr. Cap: Stiftung, AG oder Westenthaler? – Abg. Dr. Petrovic: Wo ist Kurator Westenthaler?
Im Übrigen weise ich darauf hin, dass gerade das geheime Abstimmungsverhalten in der Öffentlichkeit sehr oft Anlass zur Kritik gegeben hat. (Abg. Dr. Petrovic: Ist das jetzt eine Stiftung oder eine AG? – Abg. Dr. Cap: Ist das eine AG? Stiftung oder AG?) Ich glaube, dass Transparenz im ORF ein Kriterium sein muss, das absolut Sinn macht. (Abg. Dr. Petrovic: Wo ist Westenthaler? – Abg. Dr. Cap: Stiftung, AG oder Westenthaler? – Abg. Dr. Petrovic: Wo ist Kurator Westenthaler?)
Abg. Dr. Petrovic: Wo ist der Herr Westenthaler? – Abg. Mag. Kukacka: Herr Pilz, distanzieren Sie sich von den Steinewerfern!
Erster Redner dazu ist Herr Abgeordneter Dr. Pilz. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 8 Minuten. (Abg. Dr. Petrovic: Wo ist der Herr Westenthaler? – Abg. Mag. Kukacka: Herr Pilz, distanzieren Sie sich von den Steinewerfern!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich glaube fast, dass das stimmt! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Herr Abgeordneter Gaugg hat festgestellt, dass ich "spuckend und randalierend" durch Wien gezogen sei. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich glaube fast, dass das stimmt! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Schieder: Das sagt er bei jeder Anfrage! – Abg. Ing. Westenthaler: Stimmt auch bei jeder!
Meine Damen und Herren! Ich bedanke mich namens der beiden Regierungsfraktionen für diese Dringliche Anfrage. Sie war ein 3 : 0-Sieg für die Regierungsparteien. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Schieder: Das sagt er bei jeder Anfrage! – Abg. Ing. Westenthaler: Stimmt auch bei jeder!)
Abg. Mag. Kogler: Sie nehmen falsch an! – Beifall bei den Grünen für den das Rednerpult verlassenden Abg. Mag. Kogler. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war ein schlechtes Ende! Das war ein ziemlicher Absturz!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Ich nehme an, das war der Schlusssatz. (Abg. Mag. Kogler: Sie nehmen falsch an! – Beifall bei den Grünen für den das Rednerpult verlassenden Abg. Mag. Kogler. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war ein schlechtes Ende! Das war ein ziemlicher Absturz!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wieder ein Absturz!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Bitte den Schlusssatz, Frau Abgeordnete! (Abg. Ing. Westenthaler: Wieder ein Absturz!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Wahnsinn! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Ich erteile Ihnen einen Ordnungsruf, Frau Abgeordnete! Ich bitte Sie, sich der Materie zuzuwenden und die Vorsitzführung dem Vorsitzenden zu überlassen! (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Wahnsinn! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Sitzung Nr. 75
Abg. Ing. Westenthaler: Ach so ist das!
Als Vergleich bringe ich Ihnen ein paar Beispiele von früher: So hatte zum Beispiel Bundesminister Dr. Streicher 17 Mitarbeiter, ein Herr Viktor Klima 17 Mitarbeiter, ein Herr Dr. Einem 19 Mitarbeiter (Abg. Ing. Westenthaler: Ach so ist das!) – für denselben Bereich habe ich 15 Mitarbeiter. Das heißt, ich habe absolut nicht mehr Mitarbeiter, sondern weniger. All das wurde von der Personalabteilung aufgelistet. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! "Vertuschungskoalition"! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Erstens: Entgegen den Ausführungen meines Vorredners Trattner war es nicht möglich, die Frau Ministerin im Unterausschuss zu befragen, weil die blau-schwarze Vertuschungskoalition verhindert, dass sie dort aussagt. (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! "Vertuschungskoalition"! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das hat nur der Kogler nicht gewusst! – Weitere Zwischenrufe.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Meine Damen und Herren! Für den Fall, dass gewisse Aufregung darin begründet sein sollte, dass wir heute eine Fernsehübertragung haben, darf ich daran erinnern: Die Fragestunde ist immer im Fernsehen zu sehen. Daher können wir auch die heutige Fragestunde so wie alle anderen abwickeln. (Abg. Ing. Westenthaler: Das hat nur der Kogler nicht gewusst! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Ing. Westenthaler: Schennach! Schennach! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Das werden dann diejenigen sein, die im Stiftungsrat sitzen, nicht aussehen wie Politiker, aber agieren sollen wie Politiker. Es ist Sand in die Augen der Österreicher zu streuen, wenn man sagt: Schieder geht raus, Khol geht raus, Westenthaler geht raus, Cap geht aus dem höchsten Gremium des ORF raus. (Abg. Ing. Westenthaler: Schennach! Schennach! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Kein Problem, wir gehen gerne raus, aber anstelle dessen kommen Ihre Vertrauensleute in den Stiftungsrat hinein (Abg. Wochesländer: Das ist der Punkt, der Ihnen so weh tut!), und die werden auf Knopfdruck das machen, was Sie wollen, nämlich die Unabhängigkeit des ORF einschränken, Einfluss auf die Berichterstattung nehmen und in Wirklichkeit den Gebührenzahlern vorgaukeln, der ORF wäre unabhängig. Das ist unlauter, und daher ist eine Befragung der Gebührenzahler die Antwort! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Öllinger: ... Westenthaler ...!
Was heißt "in der Regel"? Ist das einmal in der Woche, ist das täglich? Was heißt "anspruchsvoll"? (Abg. Öllinger: ... Westenthaler ...!) – Ich nehme einmal an, dass wahrscheinlich wir alle hier in diesem Raum andere Vorstellungen von einer anspruchsvollen Programmgestaltung haben. Es hätte eine einzige Antwort gegeben, etwa die, die die Grünen in ihrem umfassenden Abänderungsantrag vorgeschlagen haben, nämlich tatsächlich eine echte Unabhängigkeit der Gremien, keine Möglichkeit mehr, politisch hineinzuregieren, auch keine Möglichkeit mehr für große Medienkonzerne, hier ihre Satellitenstation, ihre ausgelagerte verlängerte Werkbank zu
Abg. Dr. Pilz: SOS Westenthaler!
Abgeordneter Ing. Peter Westenthaler (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine sehr geehrten Damen und Herren des Hohen Hauses! Herr Kollege Cap, als Sie heute hier an diesem Rednerpult gestanden sind (Abg. Mag. Posch: Sind Sie noch Klubobmann?), mit breitem Revers und mit der Plakette "SOS" (Abg. Dr. Cap: "SOS Demokratie"!), und von der Unabhängigkeit des ORF gesprochen haben, habe ich mir vorgestellt, wie es eigentlich den Fernsehzuschauern gehen muss, die heute in der Früh wohlwollend den Fernseher aufdrehen und plötzlich dieses Bild sehen. (Abg. Dr. Pilz: SOS Westenthaler!) – Cap, "SOS", und er spricht über die Unabhängigkeit des ORF. Der Seher muss ja völlig verwirrt sein, der kann ja nicht glauben, dass das eine Live-Übertragung aus dem Parlament ist, sondern muss sich fühlen, als wäre er im falschen Film, irgendwo zwischen "Untergang der Titanic" – SOS – und Landarzt Dr. Cap, der uns den Rotlauf im ORF erklären will. So ähnlich stelle ich mir das vor. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Cap: 22 Mal Westenthaler!
Peter Rabl, Chefredakteur des "Kurier", über Interventionen und "Schutz vor Interventionen" im ORF – weil sich ja die SPÖ so darüber beschwert, dass es jetzt angeblich so viele Interventionen gibt (Abg. Dr. Cap: 22 Mal Westenthaler!) – wörtlich:
Abg. Edlinger – eine Ausgabe des "Kurier" mit der Schlagzeile "ORF-Redakteure wehren sich gegen Polit-Druck" in die Höhe haltend –: Der "Kurier" vom 28. Juni! Politischer Druck von Westenthaler und Schüssel! Zitieren Sie!
"Josef Cap ist der Mut der Verzweiflung zu bescheinigen. Es gehört einiges dazu, sich unter dem Mäntelchen einer Volksbefragung über etwas zu empören, an dem die eigene Partei schuld ist. Zur Erinnerung: Die Tatsache, daß das ORF-Kuratorium politisch besetzt ist, wurde unter SPÖ-Federführung zur Meisterschaft ausgebaut. So lange die SPÖ in Zeiten der SPÖ-ÖVP-Regierung auf eine satte Mehrheit im ORF-Führungsgremium kam, war das Polit-Kuratorium sehr genehm." – Solange Sie die Mehrheit hatten! (Abg. Edlinger – eine Ausgabe des "Kurier" mit der Schlagzeile "ORF-Redakteure wehren sich gegen Polit-Druck" in die Höhe haltend –: Der "Kurier" vom 28. Juni! Politischer Druck von Westenthaler und Schüssel! Zitieren Sie!)
Lang anhaltender Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Petrovic: Kein Wort zur Klage! – Abg. Ing. Westenthaler überreicht Abg. Dr. Cap das zuvor auf das Rednerpult gestellte Buch.
Dieses Gesetz stärkt den ORF, seine Unabhängigkeit, seine Wirtschaftlichkeit und ist zukunftsweisend für alle. (Lang anhaltender Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Petrovic: Kein Wort zur Klage! – Abg. Ing. Westenthaler überreicht Abg. Dr. Cap das zuvor auf das Rednerpult gestellte Buch.)
Abg. Dr. Petrovic: Ja! Ja! – Abg. Dr. Jarolim: Ist Westenthaler Qualität?
Zweitens: Der ORF wird besser werden, denn das ist ja der Sinn des mühsam und sehr sorgfältig formulierten Programmauftrages. Es will ja niemand ein schlechteres Programm. Eines muss ich schon sagen, Frau Abgeordnete Petrovic und Josef Cap: Sind denn Qualität und ein anspruchsvolles Programm nicht etwas, was jeder Österreicher, der am Abend entweder Radio hört oder fernsieht, möchte? – Dafür zahlt er doch seine Gebühren, um eben ein anspruchsvolles Programm und Qualität geboten zu bekommen. (Abg. Dr. Petrovic: Ja! Ja! – Abg. Dr. Jarolim: Ist Westenthaler Qualität?)
Abg. Ing. Westenthaler: Sozialismus ohne System!
Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Frau Vizekanzler! Herr Staatssekretär! Allen Beteiligten an diesem Gesetz war von Anfang an bewusst, es wird kein leichtes Unterfangen. Es war von Anfang an klar, dass die Verteidiger des derzeitigen Monopolsystems alles aufbieten werden, um dieses System zu halten (Abg. Dr. Cap: Also die ÖVP!), das für einige auch sehr bequem ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Sozialismus ohne System!) Die Verteidiger des Systems sind gleichzeitig auch jahrelang die Verhinderer von Privatfernsehen in Österreich gewesen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol: Das ist richtig!)
Abg. Ing. Westenthaler: Für das Protokoll: Er nickt!
Tatsächlich gibt es einen Antrag der Abgeordneten Dr. Kostelka, Schieder und Genossen, der einerseits die Umwandlung des ORF in eine Aktiengesellschaft und andererseits die Schaffung einer Stiftung, die die Aktien verwaltet, vorsieht. In diesem Zusammenhang war interessant, meine Damen und Herren – und das möchte ich dem Plenum und dem Publikum schon mitteilen –: Im Ausschuss, als wir diesen Antrag der SPÖ aus dem Jahre 1999 diskutiert haben, hat der neue SPÖ-Klubobmann Cap gesagt: Nein, das stammt nicht von mir!, und er betont und bestätigt auch heute, dass dieser Antrag nicht von ihm stammt. (Abg. Ing. Westenthaler: Für das Protokoll: Er nickt!)
Abg. Dr. Cap: Westenthaler! – Abg. Ing. Westenthaler: Ich war nie ORF-Generalsekretär!
Die Rolle des Unschuldslammes steht Ihnen deswegen nicht, weil sie durch Fakten widerlegt ist. (Abg. Dietachmayr: Polemik von der Regierungsbank! Aber ordentlich! Schämen Sie sich!) – Das ist keine Polemik, lieber Herr Kollege, sondern das ist einfach ein Bericht von Tatsachen. Ich frage Sie: Ist es nicht eine Tatsache, dass jahrelang Parteisekretäre, Kabinettsekretäre der SPÖ in Funktionen und in Gremien des ORF hineinkatapultiert wurden, ja mehr noch, dass es sogar einen direkten, einen fliegenden Wechsel zwischen der Position des Generalsekretärs im ORF und der Position des Generalsekretärs in der SPÖ gegeben hat? (Abg. Dr. Cap: Westenthaler! – Abg. Ing. Westenthaler: Ich war nie ORF-Generalsekretär!)
Abg. Dr. Cap: Der Westenthaler schläft schon im ORF! Tag und Nacht ist Westenthaler im ORF!
Könnten Sie sich das in einem anderen Medienunternehmen der Welt vorstellen?! Niemand kann sich das in einem freien, demokratischen Mediensystem vorstellen! (Abg. Dr. Cap: Der Westenthaler schläft schon im ORF! Tag und Nacht ist Westenthaler im ORF!) Deswegen heißt unsere Devise im Gegensatz zu Ihrer – und ich weiß, dass es Ihnen wehtut, dass Sie jetzt aus dem ORF-Kuratorium hinausgehen müssen –: Politiker raus aus dem ORF! – So lautet unsere Devise, Herr Kollege Cap! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Cap: Westenthaler schläft schon im ORF! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Cap –: Nein, wirklich nicht!
Herr Kollege Cap! Jene Mitarbeiter des ORF, die nicht von Ihrer Parteizentrale oder von anderen Parteizentralen dorthin entsandt worden sind, werden das als echten Befreiungsschlag empfinden. Das ist ein Befreiungsschlag für die Mitarbeiter des ORF, eine Befreiung von parteipolitischer Gängelung und Knebelung, die es in den vergangenen Jahrzehnten gegeben hat. (Abg. Dr. Cap: Westenthaler schläft schon im ORF! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Cap –: Nein, wirklich nicht!) Das ist eine wesentliche Zielsetzung dieses Gesetzes, denn das entscheidende Kapital eines Medienunternehmens sind die Journalisten und die Programm-Macher, und diese brauchen Rahmenbedingungen, die es ihnen ermöglichen, dort unabhängig von parteipolitischem Einfluss zu agieren. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Cap: Der Westenthaler und Sie!
Unabhängigkeit der Redakteure – das sage ich Ihnen auch in aller Deutlichkeit – ist nicht nur ein Recht, sondern auch eine Pflicht der Redakteure. Da heute so viel von Interventionen die Rede war, muss ich sagen: Zu Interventionen gehören immer zwei (Abg. Dr. Cap: Der Westenthaler und Sie!), zum Beispiel der Herr Kollege Cap und einer, der seiner Intervention am anderen Ende der Leitung nachgibt. Das ist das Problem bei Interventionen, Herr Kollege Cap, und das
Abg. Dr. Cap: Westenthaler-Interventionen!
Für uns heißt Unabhängigkeit: keine politischen Postenbesetzungen, keine Einflussnahmen von Parteisekretariaten und keine Interventionen. Aber wenn es so ist, dass es Interventionen gegeben hat, Herr Kollege Cap, dann gibt es ein ganz einfaches Mittel: Dann soll man das veröffentlichen, und zwar alle Interventionen, die es gibt. Dann soll sich jeder Hörer und Seher des ORF und dann soll sich die Öffentlichkeit selbst ein Bild davon machen. (Abg. Dr. Cap: Westenthaler-Interventionen!) Da werden Sie nicht gut ausschauen, fürchte ich, Sie, Herr Kollege Cap, und alle Ihre Parteigenossen nicht! (Abg. Dr. Cap: Blau-schwarzes Sodom und Gomorrha!)
Abg. Ing. Westenthaler: Da schau her! Der wünscht sich den Cap im Kuratorium!
ORF-Generalintendant Gerhard Weis kann der Punktation durchaus positive Aspekte abgewinnen, erneuert aber seine Kritik am Ausschluss von Politikern aus Gremien. Man sollte hier das Kind nicht mit dem Bade ausschütten. (Abg. Ing. Westenthaler: Da schau her! Der wünscht sich den Cap im Kuratorium!)
Anhaltender Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Khol reicht Abg. Ing. Westenthaler die Hand, ebenso der auf der Regierungsbank sitzende Staatssekretär Morak dem gleichfalls auf der Regierungsbank sitzenden Bundeskanzler Dr. Schüssel.
Ich bitte jene Damen und Herren, die auch in dritter Lesung für den vorliegenden Gesetzentwurf sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Ich stelle fest, das ist die Mehrheit. Damit ist der Gesetzentwurf auch in dritter Lesung angenommen. (Anhaltender Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Khol reicht Abg. Ing. Westenthaler die Hand, ebenso der auf der Regierungsbank sitzende Staatssekretär Morak dem gleichfalls auf der Regierungsbank sitzenden Bundeskanzler Dr. Schüssel.)
Demonstrativer Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Das war jetzt sehr unpassend! – Weitere Zwischenrufe. – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und Freiheitlichen.
Das ist zwar die Mehrheit. Der vorliegende Gesetzentwurf wurde aber nicht mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit angenommen. Es liegt somit kein Gesetzesbeschluss des Nationalrates im Sinne des § 82 Abs. 2 Z 1 der Geschäftsordnung vor. (Demonstrativer Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Das war jetzt sehr unpassend! – Weitere Zwischenrufe. – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unglaublich! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Umso erstaunlicher und enttäuschender – das darf ich auch in aller Klarheit und in der Öffentlichkeit sagen – war für den Polizeiapparat und für den Innenminister der Republik die Berichterstattung der "ZiB 1" von Sonntagabend. Ich war überrascht und enttäuscht, dass ich in der "ZiB 1" hören und sehen musste – ich zitiere –: Immer wieder kommt es zu kleineren Rangeleien, und Gewalt gibt es auf beiden Seiten, auch bei der Polizei. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unglaublich! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Die hat die Sozialistische Jugend gebastelt!
Es war auch deshalb ein sehr gefährlicher Einsatz, weil nicht nur bekannte Anarchisten aus dem Wiener Bereich angesagt waren, sondern auch Unterstützung aus der Bundesrepublik Deutschland, aus den BENELUX-Ländern und aus Italien zugesagt war. Wie gefährlich dieser Einsatz gewesen ist, darf ich hier an den Schlagstöcken demonstrieren (Abg. Ing. Westenthaler: Die hat die Sozialistische Jugend gebastelt!), die auf unsere Polizei- und unsere Gendarmeriebeamten eingeprasselt sind (der Redner hält einen von zwei mitgebrachten Stöcken in die Höhe), und ich darf Ihnen auch einen Stein (der Redner zeigt diesen) vorlegen, der in diesem Bereich geflogen ist. Diese Ausschreitungen haben dazu geführt, dass der Helm eines unserer WEGA-Beamten hier durchschlagen worden ist (der Redner zeigt auch den beschädigten Helm), und diese Ausschreitungen, diese Angriffe, diese Manifestationen von brutaler Gewalt haben dazu geführt, dass einer der erfahrensten Beamten in unserem Bereich, Herr Erich Höller, der in vorderster Reihe im wahrsten Sinne des Wortes, wie es Herr Abgeordneter Kukacka vorhin gesagt hat, für unsere Sicherheit den Kopf hingehalten hat, durch diesen Helm (der Redner hält einen weißen Helm in die Höhe) hindurch bewusstlos geschlagen wurde, meine sehr geehrten Damen und Herren. Das sind nicht die friedliebenden Demonstranten, von denen ich da und dort höre. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist ja wie im Bürgerkrieg!
Der nicht genehmigten Demonstration schloss sich auch eine Gruppe türkischer Staatsangehöriger, Angehörige der Türkischen Arbeiterföderation, an. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist ja wie im Bürgerkrieg!) Jedenfalls hat eine dieser Personen nach den mir vorliegenden Informationen die schwere Körperverletzung eines Gendarmeriebeamten zu verantworten. (Abg. Haigermoser: Das ist eine Partie! – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ob sich auch Personen kurdischer Abstammung unter den Demonstrationsteilnehmern befanden, kann erst nach Abschluss der Auswertung aller vorliegenden Erkenntnisse, zum Beispiel des Bildmaterials, beantwortet werden.
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt passt "SOS Demokratie" sehr gut!
Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Haigermoser. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt passt "SOS Demokratie" sehr gut!)
Abg. Ing. Westenthaler: Pfui Teufel!
Da können Sie schon lachen! (Abg. Edlinger: Pradler Ritterspiele!) Aber es war sehr interessant: Als der Herr Bundesminister Grußworte an den verletzten Polizisten gesandt hat, hat sich hier keine einzige grüne Hand zum Beifall gerührt. (Abg. Ing. Westenthaler: Pfui Teufel!) Meine Damen und Herren, das ist Ihre Gesinnung! (Abg. Mag. Kogler: Das ist falsch! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ach so, der Kogler auch!
Herr Kogler macht sich in einer Anfrage für einen Herbert W. stark, welcher nach § 269 Strafgesetzbuch mit dem Rechtsstaat auf Kriegsfuß steht. (Abg. Ing. Westenthaler: Ach so, der Kogler auch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Er kann es ja nicht!
Es ist ganz interessant: Van der Bellen hat sich noch nie von derartigen Dingen distanziert (Abg. Ing. Westenthaler: Er kann es ja nicht!), denn es geht ja um seine Wähler und seine Sympathisanten. Aber auch Ihnen wird man draufkommen, Herr Van der Bellen, genauso wie man Frau Heide Schmidt ertappt hat und mit Wählerstimmen aus diesem Parlament hinausbefördert hat, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Bei einer tatsächlichen Berichtigung einen Ordnungsruf! – Weitere Zwischenrufe.
Meine Damen und Herren! Für das Wort "infam" erteile ich Herrn Abgeordnetem Maier nach ständiger Praxis einen Ordnungsruf. (Abg. Ing. Westenthaler: Bei einer tatsächlichen Berichtigung einen Ordnungsruf! – Weitere Zwischenrufe.) Herr Abgeordneter Maier, ich kann Ihnen nicht helfen. Es geht nicht um Inhalte, es geht um Formulierungen. Wir führen uns Worte wie "Lügner", "infam" et cetera nicht ein. Ich bitte, das zur Kenntnis zu nehmen!
Abg. Ing. Westenthaler – demonstrativ Beifall spendend –: Das hat es noch nie gegeben, dass einer bei einer tatsächlichen Berichtigung einen Ordnungsruf bekommt! Bravo, Maier!
Zu einer weiteren tatsächlichen Berichtigung gelangt Frau Abgeordnete Silhavy zu Wort. (Abg. Ing. Westenthaler – demonstrativ Beifall spendend –: Das hat es noch nie gegeben, dass einer bei einer tatsächlichen Berichtigung einen Ordnungsruf bekommt! Bravo, Maier!)
Abg. Dr. Cap: Westenthaler tranchieren!
Interessanter als die Dringliche wäre es aber ohnehin gewesen, zu wissen, was gestern Abend in Ihrem Klub los war, da Sie massenhaft gefehlt haben. Es ist nicht so, dass Sie besonders abgegangen wären, aber das sind vielleicht interessantere Vorgänge gewesen als diese hilflose Hysterie, die Sie hier heute angezettelt haben. (Abg. Zweytick: Salzburg ist ein Kirtag?) Aber das Ganze ist sowieso in sich zusammengesunken, da muss man gar nicht mehr viel darüber reden. (Abg. Dr. Cap: Westenthaler tranchieren!)
Lebhafte Oh-Rufe bei den Freiheitlichen, weil nur ein Teil der Grün-Abgeordneten zustimmt. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Grünen sind gespalten!
Ich bitte jene Damen und Herren, die dem ihre Zustimmung geben, um ein diesbezügliches Zeichen. – Das ist mit Mehrheit angenommen. (Lebhafte Oh-Rufe bei den Freiheitlichen, weil nur ein Teil der Grün-Abgeordneten zustimmt. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Grünen sind gespalten!)
Oje-Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Entschuldigen Sie sich! – Abg. Haigermoser: Sie sollen sich entschuldigen für den Ausdruck "Schweinestall Österreich"! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie müssen den Plastikstoff erklären!
Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Pirklhuber. – Bitte. (Oje-Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Entschuldigen Sie sich! – Abg. Haigermoser: Sie sollen sich entschuldigen für den Ausdruck "Schweinestall Österreich"! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie müssen den Plastikstoff erklären!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sehr gut! Ich habe gedacht, du sagst etwas über "Kunststoffdünger"!
Da muss ich Ihnen eines sagen: Die Interessen der österreichischen Landwirtschaft sind in der EU nicht am richtigen Platz. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sehr gut! Ich habe gedacht, du sagst etwas über "Kunststoffdünger"!)
Abg. Ing. Westenthaler: Super!
Zunächst die erfreuliche Nachricht: Ich habe auf meine zweite Rede verzichtet, um Kollegen Haigermoser nicht über Gebühr zu belasten! (Abg. Ing. Westenthaler: Super!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber –: Entschuldigen Sie sich endlich für den "Schweinestall"!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Pirklhuber. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 3 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber –: Entschuldigen Sie sich endlich für den "Schweinestall"!)
Sitzung Nr. 76
Abg. Ing. Westenthaler: Keine Vereinbarung!
Eine andere Frage ist, ob es zwischen den Fraktionen irgendwelche Vereinbarungen gibt, Abänderungsanträge in dieser wichtigen Materie des Hauptverbandes und der ASVG-Novelle den Fraktionen so zeitgerecht zur Verfügung zu stellen, dass sie auch studiert werden können, sodass man dann in der Debatte auf studierte Anträge Bezug nehmen kann. (Abg. Dr. Khol: Keine Vereinbarung!) Darüber weiß ich aber nicht Bescheid. (Abg. Ing. Westenthaler: Keine Vereinbarung!)
Abg. Haigermoser: Herr Öllinger hat Kritik geübt! – Abg. Ing. Westenthaler: Freilich!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Dazu muss ich klarstellen: An der Geschäftsordnung wird nicht Kritik geübt, und die Geschäftsordnung wird auch gehandhabt. (Abg. Haigermoser: Herr Öllinger hat Kritik geübt! – Abg. Ing. Westenthaler: Freilich!) Es geht um den Zeitpunkt der Einbringung von Anträgen, aber da greift die Geschäftsordnung nicht, weil der Zeitpunkt der Einbringung von Anträgen nicht dahin gehend geregelt ist, dass Anträge vor Beginn einer Debatte eingebracht werden müssen.
Abg. Ing. Westenthaler: Einverstanden!
Darf ich die Klubvorsitzenden, ohne die Sitzung zu unterbrechen, fragen, ob sie mit diesem Vorschlag einverstanden sind? – Khol? (Abg. Dr. Khol: Einverstanden!) Cap? (Abg. Dr. Cap nickt zustimmend.) Westenthaler? (Abg. Ing. Westenthaler: Einverstanden!) – Gut.
Abg. Ing. Westenthaler: Hat die SPÖ keinen Sozialsprecher? – Ruf: Frau Silhavy! – Abg. Ing. Westenthaler: Frau Silhavy darf nicht sprechen!
Erster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Gusenbauer. Die Redezeit beträgt 15 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Hat die SPÖ keinen Sozialsprecher? – Ruf: Frau Silhavy! – Abg. Ing. Westenthaler: Frau Silhavy darf nicht sprechen!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Genauso ist es!
Gestern gab es die Demo, und dabei hat man am Bundesministerium für Soziales und Gesundheit ein Plakat angebracht, auf dem es hieß: "Der Sozialversicherungsverband gehört den Versicherten, Herr Haupt!" – Ich gebe Ihnen darauf die Antwort: Der Sozialversicherungsverband gehört den Versicherten und nicht der SPÖ! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Genauso ist es!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Jawohl! – Abg. Edlinger: Das hat ein Niveau! Das hat ein Niveau! Unglaublich!
Mir kommt das, was Sie jetzt tun, so vor, als ob man Herrn Gerharter vom "Konsum" zum Sanierer der Firma Libro in Österreich machen würde. Das ist Ihr System, das Sie verfolgen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Jawohl! – Abg. Edlinger: Das hat ein Niveau! Das hat ein Niveau! Unglaublich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist sehr, sehr wichtig!
Sehr geehrter Herr Kollege Gusenbauer! Sehr geehrte Damen und Herren vom Österreichischen Gewerkschaftsbund, die Sie gestern bei den Demonstrationen gesprochen haben! Welche Selbstbehalte sollte diese Bundesregierung noch erfinden? Wir haben eine breite Liste von Selbstbehalten in der österreichischen Sozialversicherung, und ich darf Ihnen an dieser Stelle einmal nachvollziehbar machen, wer wann welche Selbstbehalte eingeführt hat (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist sehr, sehr wichtig!):
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Zur Geschäftsordnung!
Bundesminister für soziale Sicherheit und Generationen Mag. Herbert Haupt (fortsetzend): Meine Damen und Herren! Ich denke, dass es vernünftiger gewesen wäre, dieses Geld den Versicherten, zur Zahlung der Krankenversorgungsleistungen zur Verfügung zu stellen und die Säumigkeiten im Hauptverband rechtzeitig zu beheben – noch dazu, wo sogar die eigenen Beschlüsse frühere Zeithorizonte festgesetzt hätten. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Zur Geschäftsordnung!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wenn Sie am Rednerpult sind! – Bundesminister Mag. Haupt nimmt wieder auf der Regierungsbank Platz.
Abgeordnete Heidrun Silhavy (fortsetzend): Danke, Herr Präsident. – Aber ich denke, es ist ganz gut, wenn die Bevölkerung auch sieht, wie sich Abgeordnete dieses Hauses, die den Regierungsparteien angehören, verhalten. Ich halte das auch für eine gute Demonstration. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wenn Sie am Rednerpult sind! – Bundesminister Mag. Haupt nimmt wieder auf der Regierungsbank Platz.)
Abg. Edlinger: Dass alle Österreicher zahlen! Das wollen Sie! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Edlinger –: Das war nur beim Edlinger der Fall!
Ich sage Ihnen Folgendes: Sie haben die Zwei-Klassen-Medizin schon vor langer Zeit in unserem Lande geschaffen, und es ist unsere Aufgabe – Gott sei Dank sind wir an der Regierung! –, das zu reparieren. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Wir Freiheitliche und diese Regierung wollen, dass alle Österreicher (Abg. Edlinger: Dass alle Österreicher zahlen! Das wollen Sie! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Edlinger –: Das war nur beim Edlinger der Fall!) die gleiche medizinische und pflegerische Qualität bekommen.
Abg. Ing. Westenthaler: Oje!
Zu Ihnen, geschätzter Herr Klubobmann – oder ich sage in dem Sinne, wie dies im Buch von Frau Gertrude Aubauer angesprochen wurde: Lieber Andreas! –: Ich schreibe dir jetzt Folgendes ins Stammbuch (Abg. Ing. Westenthaler: Oje!): Wenn du keine Zwerge mehr hast, dann bist du trotz deiner scheinbaren Größe der kleinste und einzige Zwerg! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Ruf bei der ÖVP: Der kleinste sind aber Sie!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir danken Ihnen, dass Sie diese Regierung ermöglicht haben!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Lassen Sie mich meine Rede mit einem Dank an die FPÖ schließen. Ich bedanke mich bei der FPÖ, dass sie heute ... (Abg. Ing. Westenthaler: Wir danken Ihnen, dass Sie diese Regierung ermöglicht haben!) – Es war ohnedies der Westen
Abg. Ing. Westenthaler: Mich interessiert heute nur eines: Wo hat der Edlinger diese Socken her?
Der Hauptverband hat auf den Rechnungshofbericht vom November 2000 nicht reagiert. Darin schreibt der Rechnungshof: In der Verwaltung des Hauptverbandes ist nur wenig Einsparungswille erkennbar. – Das schreibt er! Stattdessen gibt es, so schreibt der Rechnungshof, eine Erhöhung des Personalstandes, eine steigende Zahl an Vorrückungen, vermehrt Belohnungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, eine Zunahme der freiwilligen sozialen Zuwendungen an die Dienstnehmer. (Abg. Ing. Westenthaler: Mich interessiert heute nur eines: Wo hat der Edlinger diese Socken her?)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Edlinger –: Weiße Socken!
Eine EDV-Vernetzung zwischen den einzelnen Sozialversicherungsträgern ist nicht durchgeführt worden. Damit haben Sie 60 Millionen Schilling pro Jahr an Steuergeldern vergeudet und verschwendet, weil Sie den Reformwillen nicht gezeigt haben. Gegensteuerungsmaßnahmen in den einzelnen Gebietskrankenkassen haben Sie nicht durchgeführt. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Edlinger –: Weiße Socken!)
Abg. Ing. Westenthaler: Und die Inserate dazu!
Ich möchte von Ihnen, Herr Präsident Verzetnitsch, einmal da am Rednerpult hören, was den Gewerkschaftsbund solch eine Veranstaltung kostet. (Abg. Ing. Westenthaler: Und die Inserate dazu!) Legen Sie das einmal auf den Tisch! Erklären Sie das einmal den Bürgern. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Mit diesem Geld hätte man einen Beitrag dafür leisten können, das Milliardenpaket zu verringern. (Abg. Ing. Westenthaler: Millionen kostet das! Und die Inserate dazu!) Nicht mit Parolen am Ballhausplatz (Abg. Parnigoni: Haben Sie schon einmal Gewerkschaftsbeitrag gezahlt?) gegen die Regierung, sondern mit Reformen kann man die Sozialversicherung sanieren, meine Damen und Herren!
Abg. Ing. Westenthaler: Millionen kostet das! Und die Inserate dazu!
Ich möchte von Ihnen, Herr Präsident Verzetnitsch, einmal da am Rednerpult hören, was den Gewerkschaftsbund solch eine Veranstaltung kostet. (Abg. Ing. Westenthaler: Und die Inserate dazu!) Legen Sie das einmal auf den Tisch! Erklären Sie das einmal den Bürgern. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Mit diesem Geld hätte man einen Beitrag dafür leisten können, das Milliardenpaket zu verringern. (Abg. Ing. Westenthaler: Millionen kostet das! Und die Inserate dazu!) Nicht mit Parolen am Ballhausplatz (Abg. Parnigoni: Haben Sie schon einmal Gewerkschaftsbeitrag gezahlt?) gegen die Regierung, sondern mit Reformen kann man die Sozialversicherung sanieren, meine Damen und Herren!
Abg. Ing. Westenthaler: Was war das? Können Sie uns das sagen?
Ein paar Vorbemerkungen zu einigen meiner Vorredner: Herr Abgeordneter Schender! Bei Ihnen fällt mir, was selten geschieht, ein Bibelzitat ein. Ich sage nur Matthäus 5, Vers 3. Mehr will ich dazu nicht sagen. (Abg. Ing. Westenthaler: Was war das? Können Sie uns das sagen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das stimmt!
Herr Abgeordneter Dr. Pumberger, ich bin Ihnen sogar dankbar dafür, dass Sie das ASVG nicht so weit geändert und zumindest die freie Arztwahl aufrechterhalten haben. Die Bevölkerung in Ried und Umgebung wird es danken. (Abg. Ing. Westenthaler: Das stimmt!)
Abg. Dr. Martin Graf – in Richtung SPÖ –: Populisten! – Abg. Ing. Westenthaler: Populistisch!
Die Abgeordneten Dr. Gusenbauer und Genossen haben beantragt, den gegenständlichen Gesetzentwurf einer Volksabstimmung zu unterziehen. (Abg. Dr. Martin Graf – in Richtung SPÖ –: Populisten! – Abg. Ing. Westenthaler: Populistisch!)
Heiterkeit bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das verdient einen Ordnungsruf!
"Keine Polemik vom Rednerpult" (Abg. Haigermoser – Beifall spendend –: Jawohl!) – welch ein Unsinn ist denn das? Hören Sie! Ich ärgere mich ja direkt, dass ich auf so einen Blödsinn eingehe. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Aber bitte! (Heiterkeit bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das verdient einen Ordnungsruf!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie nehmen sich ja selber nicht mehr ernst!
§ 54 Ärztegesetz gewährleistete früher den Beschäftigten in Kinderschutzgruppen, den Beschäftigten in Vereinen, die sich mit Gewalt, Prävention und Gewaltaufarbeitung befasst haben, einen behutsamen und verantwortungsvollen Umgang im Falle von Gewaltanwendungen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie nehmen sich ja selber nicht mehr ernst!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Entsetzliche Rede!
Sie machen Scheinlösungen, Sie haben das Kindeswohl und das Wohl von Frauen, die Gewalt ausgesetzt worden sind, nicht im Auge! Dem muss man eine klare Absage erteilen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Entsetzliche Rede!)
Abg. Ing. Westenthaler: Nein!
Darf ich die Klubobmänner fragen, ob es nicht die Absicht einer Permanenzerklärung gegeben hat? (Abg. Ing. Westenthaler: Nein!) – Das ist nicht der Fall, gut.
Sitzung Nr. 77
Abg. Ing. Westenthaler: Ich möchte sie gar nicht haben!
Aber eines, Herr Abgeordneter Westenthaler, bei aller Solidarität, die geboten erscheint, kann nicht möglich sein: Die Fingerabdrücke von allen Österreicherinnen und Österreichern werden Sie auch unter dem Titel "Terrorismusbekämpfung" nicht bekommen! Wer die Fingerabdrücke von allen Menschen verlangt, unterstellt allen Menschen etwas, nämlich dass sie erst durch die Abgabe des Fingerabdrucks ihre Unschuld beweisen müssen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich möchte sie gar nicht haben!) Fingerabdrücke nimmt man in einem Rechtsstaat immer noch
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident, wie wäre es, wenn man das mit der Diktatur ein bisschen relativiert?!
Wenn Sie sagen, Sie wollen ja die Forderungen, die No-na-Forderungen sind, ohnehin unterstützen, dann schreiben Sie das bitte in Ihr Regierungsprogramm! (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident, wie wäre es, wenn man das mit der Diktatur ein bisschen relativiert?!)
Abg. Ing. Westenthaler: Erst, wenn Sie den Diktatur-Vorwurf einmal zurücknehmen!
Herr Prinzhorn sagt zum Beispiel: Die Fragen der Urabstimmung sind ein Witz. – Es stört ihn wahrscheinlich, dass eine der Fragen ist: Stopp dem Ausverkauf – dem wilden Ausverkauf – auch von Wasser und Wald. Anscheinend stört ihn das in seiner Gestaltung der Wirtschaftspolitik. Er ist ja laut Vizekanzlerin das "Spiegelbild der Gesellschaft im Parlament". – Gewerkschafter nicht! (Abg. Ing. Westenthaler: Erst, wenn Sie den Diktatur-Vorwurf einmal zurücknehmen!) Herr Prinzhorn ist das "Spiegelbild der Gesellschaft im Parlament". Ganz "hervorragend", meine sehr geehrten Damen und Herren! Das ist nicht unsere Vorstellung!
Abg. Ing. Westenthaler: "In etwa!" "In etwa!" Frau "In-etwa-Csörgits"!
Was sind die Erwartungen Ihrer Mitglieder? Woher wissen Sie das? – Sie haben aus der Defensive heraus einen fürchterlichen Start gehabt. Mich wundert, dass Sie, Herr Präsident Verzetnitsch, heute selbst ans Rednerpult gekommen sind und nicht Kollegin Csörgits geschickt haben – aber okay, ich akzeptiere das. (Abg. Ing. Westenthaler: "In etwa!" "In etwa!" Frau "In-etwa-Csörgits"!)
Abg. Ing. Westenthaler: Er plakatiert auch auf SPÖ-Plakatflächen! – Abg. Verzetnitsch: GEWISTA!
Diesen Vorwurf muss ich Ihnen machen. Nicht nur ich mache ihn Ihnen, den machen auch die Grünen. Sie bringen jetzt einen Dringlichen Antrag ein – zu einer Unzeit muss ich sagen, denn einen etwas intelligenteren Aufbau hätte ich mir erwartet als das Abschreiben der Fragen aus der Urabstimmung, ein bisserl Kreativität, etwas mehr, lieber Karl (in Richtung des Abg. Öllinger) . (Abg. Ing. Westenthaler: Er plakatiert auch auf SPÖ-Plakatflächen! – Abg. Verzetnitsch: GEWISTA!) – Ja, die anderen werden sie ihm nicht mehr zur Verfügung stellen. Das ist wahrscheinlich eine finanzielle Mithilfe für die marode SPÖ, für das Ausleihen der Plakatständer etwas zu zahlen.
Sitzung Nr. 80
Abg. Ing. Westenthaler: Sind sie deswegen Kriminelle? Deswegen sind sie Kriminelle?
Im Zusammenhang mit den Fingerprints muss ich noch einmal aufklärend wirken, da Frau Abgeordnete Partik-Pablé gestern wieder fälschlicherweise behauptet hat, dass Asylwerbern keine Fingerprints abgenommen werden. – Doch, seit dem Jahr 1991 werden – das haben Sie mitbeschlossen! – den Asylwerbern sehr wohl Fingerprints abgenommen! (Abg. Ing. Westenthaler: Sind sie deswegen Kriminelle? Deswegen sind sie Kriminelle?) Daher agieren Sie hier auch mit unlauteren Mitteln! (Neuerliche Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Na selbstverständlich in Österreich! Es ist unfassbar, dass Sie das, was Sie selbst beschlossen haben, nicht begreifen!
Abg. Ing. Westenthaler: Wobei wir den Kollegen Parnigoni gerne eine halbe Stunde gehört hätten!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Dr. Partik-Pablé. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Wobei wir den Kollegen Parnigoni gerne eine halbe Stunde gehört hätten!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen sind sie auch schon weg!
Mittlerweile sind wir ja mit der Politik der Opposition schon vertraut: Jeder Vorschlag, den die Regierungsparteien machen, wird verteufelt, wird diffamiert. Das läuft ja alles immer nach bestimmten Stereotypen ab. Alle Vorschläge werden abqualifiziert. Kuntzl, Cap und Co haben keinen einzigen konstruktiven Vorschlag in dieser gesamten Sicherheitsdiskussion gemacht. Ich glaube, das sollten Sie sich schon einmal vor Augen führen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen sind sie auch schon weg!)
Abg. Ing. Westenthaler: ... das sind alles "Kriminelle"!
Ich möchte Ihnen Ihren eigenen Parteifreund oder Parteibruder aus der SPD zitieren. Er hat nämlich gesagt: Das, was den Besuchern des Zoos von Hannover zuzumuten ist, nämlich beim Eingang einen Fingerprint abzugeben, wird auch den Leuten bei den Pass-Stellen zuzumuten sein, wenn sie sich um einen Pass bewerben. (Abg. Ing. Westenthaler: ... das sind alles "Kriminelle"!) Ich glaube, das zeigt eindeutig, dass der Fingerprint überhaupt nichts Gefährliches ist, als das Sie es aber gerne darstellen.
Abg. Ing. Westenthaler: In ganz Europa!
Und dann kommen Sie und sagen zum Beispiel: das Asylrecht verschärfen, die Verfahren beschleunigen. (Abg. Ing. Westenthaler: In ganz Europa!) Caritas-Präsident Küberl sagt dazu – und ich denke zu Recht –, das diene nur dazu, die Asylwerber möglichst schnell wieder loszuwerden. Und wenn ich mir Ihre Liste anschaue und unter dem Titel "Verschärfung des Asylrechts" "Beschleunigung der Verfahren" lese, dann ist sonnenklar, worum es geht. Natürlich wäre eine Beschleunigung jener Verfahren, die die Lebensumstände der Betroffenen verbessern, wünschenswert, aber das meinen Sie offensichtlich nicht.
Abg. Ing. Westenthaler: Mit Ihrer Politik werden Sie auch nicht weiter kommen!
Aber warum geht das nur diesmal? Warum geht das nur einmal, und warum schaut die Sicherheitspolitik sonst so ganz anders aus? Warum gehen Sie nicht rechtzeitig ins Parlament und verhandeln Sie? Warum sagen Sie vorher: Wir brauchen ein Anti-Terror-Paket, in dessen Zentrum 8 Millionen Fingerabdrücke aus Österreich stehen!? (Abg. Ing. Westenthaler: Mit Ihrer Politik werden Sie auch nicht weiter kommen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was haben Sie zu verbergen?
Herr Abgeordneter Westenthaler! Sie sind den Menschen in dieser Republik nach wie vor die Antwort auf die Frage, warum die Fingerabdrücke aller österreichischen Pensionisten dazu beitragen sollen, Osama bin Laden zu fangen, schuldig geblieben. Ich weiß es nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Was haben Sie zu verbergen?) Der einzige Fingerabdruck, den Sie nicht haben, ist jener von Osama bin Laden. Und wenn Sie ihn mittels Fingerabdruck fangen müssen, dann müssten Sie ihn wahrscheinlich einbürgern, damit er im Sinne Ihrer neuen Terrorgesetze dann in Österreich einen Fingerabdruck abgeben muss.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben überhaupt kein Paket!
Herr Abgeordneter Westenthaler! Vieles aus Ihrem Paket ist schlicht und einfach Unfug, aber vieles ist menschenrechtswidrig und vieles ist verfassungswidrig. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben überhaupt kein Paket!) Auch wenn es eine Krisensituation gibt und die Besorgnis der Menschen in Österreich verdient, ernst genommen zu werden, ist das kein Grund, den Rechts
Abg. Dr. Gusenbauer: Westenthaler!
Meine Damen und Herren! Ich möchte vor allem auch Dr. Gusenbauer hier ansprechen. Das, was mir überhaupt nicht gefallen hat, waren die Worte "Panikmache" und "Angst machen". – Wir machen ganz sicherlich keine Panik. Wir verbreiten nicht Angst und Unsicherheit, sondern in einer schwierigen Zeit versuchen wir – zeigen Sie, Herr Dr. Gusenbauer, nicht mit dem Finger woanders hin (Abg. Dr. Gusenbauer: Westenthaler!) – , wie ich hoffe gemeinsam, Sicherheit anzubieten, obwohl dies nicht immer einfach ist, glauben Sie mir das. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Schieder: Wann ist er eingelangt? – Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen ist Verheugen so böse!
Ich lade Sie daher ein, dass wir, basierend auf diesem Dialog, der natürlich noch keine greifbaren Ergebnisse gebracht hat ... – Übrigens enthält der Brief, den Sie, Herr Abgeordneter Gusenbauer, vor den Journalisten zitiert haben, abweichend von dem, was Sie Journalisten gesagt haben, nicht den Satz, dass die Experten fertig sind. Er enthält die Aussage, dass jetzt die Experten den Abschluss ... (Abg. Schieder: Wann ist er eingelangt? – Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen ist Verheugen so böse!) – Am Donnerstag mittags ist er gekommen, das ist auch bekannt. Ihr habt den Brief längst, Aufregungen sind überflüssig. (Beifall bei der ÖVP und bei
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Das wäre Geschichtsfälschung! – Abg. Ing. Westenthaler: Zwentendorf lässt grüßen!
Wir waren damals bei Zwentendorf an erster Stelle und haben verhindert, dass dieses Kernkraftwerk in Betrieb genommen wird. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Wir haben damals mitgekämpft, dass Österreich 1978 den Weg gegen die Atomenergie gegangen ist. Warum Sie jetzt lachen, verstehe ich überhaupt nicht. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Das wäre Geschichtsfälschung! – Abg. Ing. Westenthaler: Zwentendorf lässt grüßen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht wegen der Fingerabdrücke!
Wir haben einmal in einer Zeitschrift von uns Ihre Spitzenrepräsentanten mit ihren Fingerabdrücken abgebildet. Dafür haben wir eine einstweilige Verfügung bekommen und sind verurteilt worden. Ein einziges Mal haben wir das gemacht. Wir haben sofort eine einstweilige Verfügung vom Handelsgericht erhalten, und Sie haben dann noch stolz in einer Aussendung des Freiheitlichen Pressedienstes vermerkt, diese einstweilige Verfügung zitierend (Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht wegen der Fingerabdrücke!): Die Fingerabdrücke stehen jedoch geradezu als Symbol für die erfolgreiche Überführung von Verbrechern. Irgendein sonstiger, gleichsam ziviler Aspekt fehlt ihnen – soweit ersichtlich – völlig. (Abg. Ing. Westenthaler: Im Zusammenhang mit einer strafbaren Handlung!) Das heißt, es stimmt: Für Sie sind 8 Millionen Österreicher potenzielle Kriminelle! Das ist die Wahrheit! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Im Zusammenhang mit einer strafbaren Handlung!
Wir haben einmal in einer Zeitschrift von uns Ihre Spitzenrepräsentanten mit ihren Fingerabdrücken abgebildet. Dafür haben wir eine einstweilige Verfügung bekommen und sind verurteilt worden. Ein einziges Mal haben wir das gemacht. Wir haben sofort eine einstweilige Verfügung vom Handelsgericht erhalten, und Sie haben dann noch stolz in einer Aussendung des Freiheitlichen Pressedienstes vermerkt, diese einstweilige Verfügung zitierend (Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht wegen der Fingerabdrücke!): Die Fingerabdrücke stehen jedoch geradezu als Symbol für die erfolgreiche Überführung von Verbrechern. Irgendein sonstiger, gleichsam ziviler Aspekt fehlt ihnen – soweit ersichtlich – völlig. (Abg. Ing. Westenthaler: Im Zusammenhang mit einer strafbaren Handlung!) Das heißt, es stimmt: Für Sie sind 8 Millionen Österreicher potenzielle Kriminelle! Das ist die Wahrheit! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Beim Aufruf zu Gewalt gibt es noch keine Ausweisung!
Da sind Sie auch zu langsam. Warum? – Sie wollen in Wirklichkeit Asylanten "zwangeln", Sie fordern plötzlich Gesetze, die es schon gibt. Sie fordern die sofortige Ausweisung bei einer Gewalttat oder bei einem Aufruf zu Gewalttaten. Sie tun jetzt so, als hätten wir 14 Jahre lang, als SPÖ und ÖVP in der Koalition waren, Gesetze gemacht, um den Anarchismus in Österreich einzuführen (Abg. Ing. Westenthaler: Beim Aufruf zu Gewalt gibt es noch keine Ausweisung!), als würde überhaupt ein Durcheinander herrschen. Dass Sie sich das gefallen lassen, wundert mich ohnehin, Herr Klubobmann Khol und Herr Bundeskanzler Schüssel! Das wundert mich ganz besonders.
Abg. Ing. Westenthaler: Wer ist Kreisky?
Ich möchte noch an die Rolle der SPÖ betreffend den Ausstieg aus der Atomenergie erinnern. Herr Kollege Cap! So, wie Sie sich heute hier geäußert haben, legen Sie Kreisky weg. Können Sie sich noch an die Ausführungen Ihres Ex-Parteivorsitzenden betreffend die Frage Zwentendorf erinnern? (Abg. Ing. Westenthaler: Wer ist Kreisky?) Können Sie sich an Kollegen Kreisky erinnern? – Sie kennen offensichtlich auch den hinter Ihnen sitzenden Kollegen Schieder nicht, der damals schon im Haus war und für die Nutzung der Kernkraft eine Lanze gebrochen hat, genauso wie der Vorsitzende dieses Hauses, Herr Präsident Fischer. (Abg. Mag. Trattner: Lernen Sie Geschichte!) All das waren AKW-Befürworter. Und dann, als diese Abstimmung zu Ihren Ungunsten ausgegangen ist, haben Sie erst erkannt, dass man die Kurve kratzen muss.
Abg. Ing. Westenthaler: Nichts war!
Diese Kurve haben Sie, solange Sie in der Regierung waren, nur verbal gekratzt. Ich erinnere an die Regierungserklärung eines Herrn Vranitzky im Jahre 1990. Eine seiner wesentlichsten Aufgaben hat er im Ausstieg aus der Kernenergie gesehen. Er hat gesagt, er werde in Mitteleuropa dafür sorgen, dass es einen Ausstieg aus der Kernenergie geben wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Nichts war!)
Abg. Ing. Westenthaler: Alles leere Versprechen!
Im Jahre 1994 gab es die nächste Ankündigung: Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie. Das war oberstes Anliegen des Herrn Vranitzky. 1995 das gleiche Anliegen noch einmal, und auch Kollege Klima hat es in seinem Programm gehabt. (Abg. Ing. Westenthaler: Alles leere Versprechen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Dafür sind sie aus der Regierung draußen!
Herr Kollege Cap! Wo sind die Resultate? Wo sind die Resultate der sozialdemokratischen Ausstiegspolitik? (Abg. Böhacker: ... Cap heiße Luft!) Kollegin Prammer! Wo sind die Resultate Ihrer Bemühungen? – Es gab Verbalakrobatik und sonst gar nichts. Unter dem Strich haben Sie null Ergebnisse erzielt. (Abg. Ing. Westenthaler: Dafür sind sie aus der Regierung draußen!) Sie haben viel angekündigt, ohne jemals ein Ergebnis, was den Ausstieg aus der Kernenergie betrifft, zu erzielen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Darum sind sie aus der Regierung ausgestiegen!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Darum sind sie aus der Regierung ausgestiegen!
Herr Kollege Cap! Wo sind die Resultate? Wo sind die Resultate der sozialdemokratischen Ausstiegspolitik? (Abg. Böhacker: ... Cap heiße Luft!) Kollegin Prammer! Wo sind die Resultate Ihrer Bemühungen? – Es gab Verbalakrobatik und sonst gar nichts. Unter dem Strich haben Sie null Ergebnisse erzielt. (Abg. Ing. Westenthaler: Dafür sind sie aus der Regierung draußen!) Sie haben viel angekündigt, ohne jemals ein Ergebnis, was den Ausstieg aus der Kernenergie betrifft, zu erzielen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Darum sind sie aus der Regierung ausgestiegen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wieso dann die Aufregung?
Abgeordneter Dr. Michael Spindelegger (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Meine Damen und Herren! Wenn man Kollegen Cap gehört hat, dachte man, man ist auf der falschen Veranstaltung, denn die SPÖ wird heute allen bisher vorgelegten Tagesordnungspunkten zustimmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso dann die Aufregung?) Ich habe das Abgleiten in die Polemik eigentlich nicht verstanden, denn ich glaube, wenn wir schon einen Konsens in europapolitischen Fragen gefunden haben, um den wir uns bemüht haben, dann sollten wir das hier im Haus auch entsprechend würdigen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Klima! – Abg. Ing. Westenthaler: Vranitzky!
Mein Appell: Nehmen Sie die Seniorenvertretungen ernst, setzen Sie sich mit ihren Forderungen auseinander und nehmen Sie keine Pensionskürzungen vor, was Sie eigentlich schon letztes Jahr durchgeführt haben! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Klima! – Abg. Ing. Westenthaler: Vranitzky!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist eine "übliche Inseratenkampagne"?
Letztendlich haben Sie Steuergelder, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer schwer erwirtschaften, genommen und in eine äußerst übliche Inseratenkampagne investiert (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist eine "übliche Inseratenkampagne"?), nämlich in eine Inseratenkampagne, die ausschließlich reine Parteipropaganda verbreitet. (Abg. Ing. Westenthaler: Das haben Sie nicht so gemeint!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das haben Sie nicht so gemeint!
Letztendlich haben Sie Steuergelder, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer schwer erwirtschaften, genommen und in eine äußerst übliche Inseratenkampagne investiert (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist eine "übliche Inseratenkampagne"?), nämlich in eine Inseratenkampagne, die ausschließlich reine Parteipropaganda verbreitet. (Abg. Ing. Westenthaler: Das haben Sie nicht so gemeint!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Aber das haben Sie jetzt so nicht gemeint!
Das heißt, bei diesen Ressortverantwortlichen sind die sozialen Anliegen der Menschen, die sozialen Anliegen der Frauen, die sozialen Anliegen der Pensionisten und Pensionistinnen in wahrlich ganz schlechten Händen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Aber das haben Sie jetzt so nicht gemeint!)
Abg. Haigermoser – in Richtung SPÖ –: Was ist jetzt? – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Ihr habt ja den Pensionisten das Geld herausgezogen!
Sehr geehrte Frau Kollegin Bures! Das System der Nettoanpassung, das Sie hier ins Treffen geführt haben, ist eine Erfindung der rot-schwarzen und keine Erfindung der schwarz-blauen Regierung. Es ist nämlich in den neunziger Jahren beschlossen worden. Ich darf Sie darauf hinweisen, dass es unter der derzeitigen, von der Freiheitlichen Partei und der Österreichischen Volkspartei gebildeten Regierung noch nie eine Anpassung wie jene im Jahre 1997 gegeben hat, als es, abgesehen von einer kleinen Einmalzahlung, nichts gegeben hat. (Abg. Haigermoser – in Richtung SPÖ –: Was ist jetzt? – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Ihr habt ja den Pensionisten das Geld herausgezogen!) Ich glaube daher, sehr geehrte Damen und Herren, man sollte bei aller Bemühung um die Zukunft auch nicht vergessen, was man seinerzeit selbst beschlossen hat. (Abg. Haigermoser – in Richtung des Abg. Edlinger –: So ist es, Rudi!)
Abg. Ing. Westenthaler: Na servus! Hört, hört!
Bei einer Pension in der Höhe von 10 000 S: 1 417 S Wertausgleich – vorgeschlagen und realisiert durch diese Bundesregierung. – Im Vergleich dazu der Vorschlag von Blecha: 0,7 Prozent, das sind 992 S – also ein Minus für diese Pensionisten! (Abg. Ing. Westenthaler: Na servus! Hört, hört!)
Abg. Grabner: Das glaubt ihr ja selbst nicht! – Abg. Ing. Westenthaler: Was hat der Blecha gegen die Pensionisten?
Bei 15 000 S Pension: 1 600 S Wertausgleich. – Dagegen der Vorschlag von Kollegen Blecha: 0,7 Prozent der Pension, das macht 1 482 S aus. Noch immer führt der Antrag Blechas zu einem geringeren Ergebnis für die Pensionisten! (Abg. Grabner: Das glaubt ihr ja selbst nicht! – Abg. Ing. Westenthaler: Was hat der Blecha gegen die Pensionisten?)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der Abg. Bures –: Aha! Oh! Das haben Sie selbst beschlossen, und jetzt kritisieren Sie es! Das ist auch nicht schlecht!
Wenn man sich die genannten Maßnahmen ansieht, sehr geehrte Frau Kollegin Bures, dann muss man, glaube ich, sagen, dass wir damit durchaus erfolgversprechende Schritte gesetzt haben. Da Sie sich in Ihrem Antrag und in Ihrer Rede auch auf die Invaliditätspensionen und deren Besteuerung bezogen haben, mache ich Sie darauf aufmerksam, dass die einzige Verschlechterung, die es in diesem Bereich gibt – nämlich bei der Höhe der tatsächlichen Invaliditätspension, und zwar beim Zusammentreffen mit Erwerbseinkommen durch die Anrechnung desselben – eine Maßnahme ist, die Sie noch 1997, mit Wirksamkeit von 1. Jänner 2001, getroffen haben. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der Abg. Bures –: Aha! Oh! Das haben Sie selbst beschlossen, und jetzt kritisieren Sie es! Das ist auch nicht schlecht!) Schieben Sie also bitte Maßnahmen, die zwar jetzt wirksam werden, für die aber noch Sie den Beschluss gefasst haben, nicht uns in die Schuhe! Wenn Sie korrekt sind und eine korrekte Politik betreiben, dann übernehmen Sie auch die Verantwortung für jene Maßnahmen, die Sie beschlossen haben, Frau Kollegin Bures! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja wohl das Allergrößte: Die beschließt das und dann kritisiert sie es!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja wohl das Allergrößte: Die beschließt das und dann kritisiert sie es!
Wenn man sich die genannten Maßnahmen ansieht, sehr geehrte Frau Kollegin Bures, dann muss man, glaube ich, sagen, dass wir damit durchaus erfolgversprechende Schritte gesetzt haben. Da Sie sich in Ihrem Antrag und in Ihrer Rede auch auf die Invaliditätspensionen und deren Besteuerung bezogen haben, mache ich Sie darauf aufmerksam, dass die einzige Verschlechterung, die es in diesem Bereich gibt – nämlich bei der Höhe der tatsächlichen Invaliditätspension, und zwar beim Zusammentreffen mit Erwerbseinkommen durch die Anrechnung desselben – eine Maßnahme ist, die Sie noch 1997, mit Wirksamkeit von 1. Jänner 2001, getroffen haben. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der Abg. Bures –: Aha! Oh! Das haben Sie selbst beschlossen, und jetzt kritisieren Sie es! Das ist auch nicht schlecht!) Schieben Sie also bitte Maßnahmen, die zwar jetzt wirksam werden, für die aber noch Sie den Beschluss gefasst haben, nicht uns in die Schuhe! Wenn Sie korrekt sind und eine korrekte Politik betreiben, dann übernehmen Sie auch die Verantwortung für jene Maßnahmen, die Sie beschlossen haben, Frau Kollegin Bures! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja wohl das Allergrößte: Die beschließt das und dann kritisiert sie es!)
Abg. Ing. Westenthaler: In Wirklichkeit ist da nichts übrig geblieben von diesem Antrag! – Abg. Huber – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Einen solchen Blödsinn kann man nur sagen, wenn man nichts davon versteht!
Als Erster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dietachmayr. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: In Wirklichkeit ist da nichts übrig geblieben von diesem Antrag! – Abg. Huber – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Einen solchen Blödsinn kann man nur sagen, wenn man nichts davon versteht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt hat Dietachmayr doch glatt vergessen, den Minister zum Rücktritt aufzufordern! – Abg. Parnigoni – in Richtung des Abg. Dr. Ofner –: Wirst du jetzt die Rücktrittsforderung einbringen? – Abg. Dr. Ofner – auf dem Weg zum Rednerpult –: Aber gegen dich, Parnigoni!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Ofner. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt hat Dietachmayr doch glatt vergessen, den Minister zum Rücktritt aufzufordern! – Abg. Parnigoni – in Richtung des Abg. Dr. Ofner –: Wirst du jetzt die Rücktrittsforderung einbringen? – Abg. Dr. Ofner – auf dem Weg zum Rednerpult –: Aber gegen dich, Parnigoni!)
Abg. Ing. Westenthaler: Abstiegskandidat!
Aber es war damals nicht durchzusetzen. Der Kanzler hat damals Vranitzky geheißen und der damalige Finanzminister, wenn ich das richtig beobachtet habe, ist heute Präsident von Rapid – wo ist er? (Abg. Ing. Westenthaler: Abstiegskandidat!) Er ist bei Rapid, er ist gerade auf den Platz gegangen. Ich gehöre einem anderen Fußballverein an, Admira Wacker Mödling. Wir sind mittlerweile beide relativ weit hinten in der Tabelle, aber ich werde alles daran setzen, mich auch auf diesem Sektor mit dem ehemaligen Minister zu messen. (Abg. Dr. Cap: Ohne Krankl?!)
Abg. Ing. Westenthaler: Den hat Cap geschrieben!
Das heißt: Es war alles schon mal da! Nur so etwas wie den so genannten Vranitzky-Brief gibt es jetzt nicht. Können Sie sich an den Vranitzky-Brief erinnern? Da hat es einen Kanzler gegeben ... (Abg. Ing. Westenthaler: Den hat Cap geschrieben!) – Sie haben den geschrieben, Herr
Abg. Ing. Westenthaler: Er hat Vranitzky das Ei gelegt!
Und dann war die Wahl vorbei, und jeder hat weniger im Sackerl gehabt. (Abg. Gaugg: Jetzt wissen wir, wer Vranitzky das Ei gelegt hat!) Zur Rede gestellt, hat der Kanzler gesagt: Ich habe nicht versprochen, dass die Pensionen nicht stärker besteuert werden. Ihr habt nicht verloren, weil die Pensionen reduziert worden sind, sie sind eben stärker besteuert worden, und das habe ich nicht versprochen. Lest es genau nach! – Wenn ich gewusst hätte, dass Cap das so geschickt formuliert hat! Also alle Achtung in diesem Zusammenhang! (Abg. Ing. Westenthaler: Er hat Vranitzky das Ei gelegt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist das Allerbeste!
Es ist aber auch der Antrag, den Kollegin Bures als seriös bezeichnet hat, alles andere als seriös. Es ist ein Dringlicher Antrag, aber dieser Dringliche Antrag gipfelt nicht etwa in einer konkreten Forderung, die da lautet: So und so viel Prozent sollen die Pensionisten draufkriegen, sondern man fordert darin einen anderen auf, zu arbeiten. Das heißt, der Antrag der Sozialdemokratischen Partei beinhaltet überhaupt nichts Materielles, er beinhaltet die Aufforderung an die Regierung, eine Regierungsvorlage einzubringen. Das ist schon merkwürdig. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist das Allerbeste!)
Zwischenruf der Abg. Silhavy. – Abg. Haigermoser: Jarolim zum Beispiel! – Abg. Ing. Westenthaler: Du, Harald, nur für das Protokoll: Beim eigenen Dringlichen Antrag ist nicht einmal mehr ein Drittel der Abgeordneten anwesend! Dass man das einmal dokumentiert!
Dir unterstelle ich das gar nicht, ich schätze dich zu hoch ein, den meisten von Ihnen unterstelle ich das nicht, aber bei dem einen oder anderen habe ich den Eindruck, er denkt sich: "Gott sei Dank geht es der Weltwirtschaft schlecht, denn dann geht es Grasser und den Freiheitlichen auch schlecht." – So eine kurzsichtige Betrachtungsweise ist dem einen oder anderen von Ihnen gar nicht fremd. (Zwischenruf der Abg. Silhavy. – Abg. Haigermoser: Jarolim zum Beispiel! – Abg. Ing. Westenthaler: Du, Harald, nur für das Protokoll: Beim eigenen Dringlichen Antrag ist nicht einmal mehr ein Drittel der Abgeordneten anwesend! Dass man das einmal dokumentiert!) – Sie haben erfasst, dass das kein Ruhmesblatt ist, und haben es vorgezogen, in die Raucherecke hinauszugehen oder so ähnlich. (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen.) Das war eine Abstimmung mit den Füßen, wie es so schön heißt. Sie haben sich beizeiten entfernt. (Präsident Dr. Fischer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Abg. Ing. Westenthaler: Nicht einmal die Antragsteller sind im Saal!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Feurstein. Er hat eine freiwillige Redezeitbeschränkung von 8 Minuten, daher 2 Minuten Reserve. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Nicht einmal die Antragsteller sind im Saal!)
Abg. Ing. Westenthaler: Leider!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Abgeordneter, eine Sekunde, bitte! – Wir haben ein Handy-Regulativ. (Abg. Ing. Westenthaler: Leider!) – Danke vielmals.
Abg. Ing. Westenthaler: Warum nicht zu einer Wortmeldung?
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Frau Abgeordnete Mag. Prammer zu Wort gemeldet. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum nicht zu einer Wortmeldung?)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Antrag muss eine Mehrheit bekommen!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ein Misstrauensantrag steht zur Debatte, und deswegen habe ich mich zu Wort gemeldet. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Antrag muss eine Mehrheit bekommen!) Herr Kollege Westenthaler! Es ist schön, dass Sie das kommentieren!
Abg. Ing. Westenthaler: Ja, wenn er gut ist!
Ein Misstrauensantrag ist ein in den Händen der Opposition wichtiges und unentbehrliches Instrument, und er kann auch ein scharfes Instrument sein. (Abg. Ing. Westenthaler: Ja, wenn er gut ist!)
Abg. Ing. Westenthaler: Er muss eine Mehrheit bekommen!
Ein solcher Misstrauensantrag muss gut begründet sein, und damit möchte ich mich beschäftigen. (Abg. Ing. Westenthaler: Er muss eine Mehrheit bekommen!) Ja, Herr Kollege Westenthaler, er muss eine Mehrheit bekommen, da haben Sie völlig Recht! Aber man kann doch manchmal davon ausgehen, dass Argumente in diesem Haus auch noch etwas zählen, auch wenn Sie bei Ihnen vielleicht nicht so viel zählen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine schwache Argumentation!
Wenn dem so ist, und Minister Haupt lässt sich dadurch hindern, dann ist er ein schwacher Minister. Ich als Minister, der offen und ehrlich Auskunft geben kann und will, lasse mich nicht durch die Mitglieder meiner eigenen Regierungsparteien daran hindern, dass ich mich verteidige, dass ich Rechenschaft ablege. Das ist ein Problem, meine Damen und Herren, das Sie sich zwischen den Regierungsparteien und Herrn Minister Haupt auszumachen haben, aber es ist ein Punkt, der Minister Haupt betrifft, der ihn angreifbar macht und einen Misstrauensantrag rechtfertigt. Aus diesen Gründen – da gäbe es noch einige andere anzuführen, und einige gute Gründe sind von der SPÖ auch genannt worden – stimmen wir dem Misstrauensantrag zu. (Lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine schwache Argumentation!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Erbärmlich war das!
Aber, meine Damen und Herren, ich sage Ihnen, auch an die Adresse der Sozialdemokratischen Partei gerichtet: Wenn Sie einen Misstrauensantrag machen, dann möchten wir, dass bestimmte Punkte in diesem Misstrauensantrag so begründet werden, dass wir auch mitmachen können, ohne dass wir uns rechtfertigen müssen, warum wir mit bestimmten Punkten in Ihrer Begründung ein größeres Problem haben. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Erbärmlich war das!)
Abg. Ing. Westenthaler: Auch vom Charakter her beschämend!
Es ist so unglaublich tief (Abg. Öllinger: Mies?) – so unglaublich tief habe ich gesagt, nicht mies (Abg. Ing. Westenthaler: Auch vom Charakter her beschämend!), so unglaublich tief in Ihrer Argumentationslinie, einen Mann so zu beschädigen zu versuchen, der sich hier im Hohen Haus seit Jahren eine ausgesprochen hohe Kompetenz als Sozialsprecher erworben hat und überall hohes Ansehen genießt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Schieder findet das auch noch lustig!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Schieder findet das auch noch lustig!
Es ist so unglaublich tief (Abg. Öllinger: Mies?) – so unglaublich tief habe ich gesagt, nicht mies (Abg. Ing. Westenthaler: Auch vom Charakter her beschämend!), so unglaublich tief in Ihrer Argumentationslinie, einen Mann so zu beschädigen zu versuchen, der sich hier im Hohen Haus seit Jahren eine ausgesprochen hohe Kompetenz als Sozialsprecher erworben hat und überall hohes Ansehen genießt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Schieder findet das auch noch lustig!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Schieder findet das auch noch lustig! – Abg. Schieder: Nein, nein, nein! Sie tun alles dazu, dass die Menschen mit Politik nichts mehr zu tun haben wollen! – Weitere Zwischenrufe.
Wenn Sie sich heute beklagen – sowohl Kollege Kräuter als auch Sie –, dass ... (Abg. Ing. Westenthaler: Der Schieder findet das auch noch lustig! – Abg. Schieder: Nein, nein, nein! Sie tun alles dazu, dass die Menschen mit Politik nichts mehr zu tun haben wollen! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Öllinger ist ein mieser Charakter! – Abg. Dr. Petrovic – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Das ist ja eine Frechheit! – Abg. Schieder – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Ungeheuerlich!
Abgeordneter Mag. Gilbert Trattner (fortsetzend): Wenn Sie sich heute hier in einer Art und Weise ... (Abg. Ing. Westenthaler: Der Öllinger ist ein mieser Charakter! – Abg. Dr. Petrovic – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Das ist ja eine Frechheit! – Abg. Schieder – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Ungeheuerlich!) Sie können sich dann zu Wort melden, Frau Kollegin Petrovic, jetzt horchen Sie einmal ein bisserl zu! Wenn Sie sich heute hier heraußen erdreisten, sich darüber zu beschweren, dass Sie über gewisse Dinge keine Auskunft erhalten haben, dann muss ich Ihnen ganz ehrlich sagen: Sie sind selbst daran schuld (Abg. Öllinger: Sie haben nicht einmal aufgepasst!), denn Sie sind Ihrer parlamentarischen Pflicht, einen Ausschuss zu besuchen beziehungsweise in einem Ausschuss auch mitzuarbeiten, nicht nachgekommen, sondern Sie wollten aus populistischen Gründen den Ausschuss verlassen, nur damit Sie Ihre Presseinformationen nach außen geben können, und die zuständigen Personen, die im Ausschuss zur Verfügung gestanden sind, haben Sie nicht zur Kenntnis genommen.
Abg. Ing. Westenthaler: So etwas Schmutziges!
Es wäre im Ausschuss gar nicht so richtig herausgekommen, denn Kollege Kogler wollte das letzte Mal den Ausschuss gar nicht verlassen, sondern er wollte ja Fragen stellen. Aber er hat sich gedacht, aus Solidarität mit den Sozialisten gehe ich auch mit hinaus. Das hat man daran erkannt, wie Sie heute mit dem Sozialminister umgegangen sind, Herr Öllinger. Das ist menschenunwürdig! (Abg. Ing. Westenthaler: So etwas Schmutziges!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministers Mag. Haupt –: Trag es mit Würde!
Sie haben, auf die Tränendrüse drückend, ein Spiel mit seiner Gesundheit getrieben. (Abg. Dr. Petrovic: Nein, im Gegenteil!) – Lesen Sie Ihre Rede im Protokoll nach! – Das war ungefähr das Mieseste – ich sage es, auch wenn ich jetzt einen Ordnungsruf erhalten sollte –, ungefähr das Mieseste, was ich jemals hier im Hohen Haus gehört habe. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministers Mag. Haupt –: Trag es mit Würde!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Einen schönen Koalitionspartner habt ihr da! – Abg. Achatz: Geht es noch tiefer?
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Kogler. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Einen schönen Koalitionspartner habt ihr da! – Abg. Achatz: Geht es noch tiefer?)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein Tiefheitswettbewerb! Geht es noch tiefer?
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Geschätzte Herren Minister! Kollege Trattner hat den Durchblick strapaziert. Ich glaube, der ist Ihnen, jedenfalls vorübergehend, abhanden gekommen; längerfristig wage ich keine Prognose. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Tiefheitswettbewerb! Geht es noch tiefer?) Kollege Öllinger hat versucht, ausgewogen darzustellen (ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen), wie schwer zumindest er sich tut und Teile unserer Fraktion sich tun, diesem Misstrauensantrag überhaupt zuzustimmen. (Abg. Achatz: Letztklassig!) – Das ist das eine.
Sitzung Nr. 81
Abg. Ing. Westenthaler: Sie können ihn lesen!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Ja, ich verstehe die Aufregung. Aber Sie sollten über sich selbst aufgeregt sein, denn Sie waren bis zur Stunde nicht dazu imstande, diesen Abänderungsantrag hier vorzulegen. Das ist eine Umgangsweise ... (Abg. Dr. Khol: Er liegt oben!) – Ja, er liegt oben! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie können ihn lesen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollen zehn Jahre, Herr Kollege Cap! Sind Sie dagegen?
Die Trittbrettfahrer sind jetzt schon mit bis zu drei Jahren Haftstrafe bedroht. Das muss auch einmal eindeutig klargestellt werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollen zehn Jahre, Herr Kollege Cap! Sind Sie dagegen?)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Grüne –: Abgeblitzt! Pilz ist nicht da! Van der Bellen versäumt die Abstimmung!
Ich bitte jene Damen und Herren, die dem Antrag auf Durchführung einer Debatte zustimmen, sich von ihren Sitzen zu erheben. – Das ist die Minderheit. Der Antrag auf Durchführung einer Debatte ist somit abgelehnt. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Grüne –: Abgeblitzt! Pilz ist nicht da! Van der Bellen versäumt die Abstimmung!)
Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!
Sie sind für die falschen Leute auf den falschen Barrikaden, und die Bürger erkennen das. Das weiß man von jedem Gespräch, das man draußen führt, und Sie werden das Ergebnis dieser Dinge bei nächster Gelegenheit in der Wahlurne präsentiert bekommen. (Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!)
Abg. Ing. Westenthaler: Den nimmt niemand mehr ernst! Was der sagt, ist so Wurscht, wie wenn ich eine Lade offen habe!
Wir werden vermutlich – und das ist das Bösartige daran – mit zusätzlichen Phänomenen konfrontiert werden, bei denen eben nicht mehr eine weiße Substanz vorliegt, ein Pulver wie Anthrax oder ein Anthrax-ähnliches Pulver. Wir werden noch mit wesentlich anderen Phänomenen konfrontiert werden, und die Erhöhung des Strafrahmens ändert daran nichts. (Abg. Ing. Westenthaler: Den nimmt niemand mehr ernst! Was der sagt, ist so Wurscht, wie wenn ich eine Lade offen habe!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was der sagt, ist völlig Wurscht! Der ist so unnötig, wie nur was!
Und das macht es so schwierig, denn was wir in Österreich derzeit Gott sei Dank nicht haben – (Abg. Ing. Westenthaler: Was der sagt, ist völlig Wurscht! Der ist so unnötig, wie nur was!) Herr Kollege Westenthaler, Sie wissen es ja ohnehin besser –, das sind die klassischen Trittbrettfahrer, die Angst und Drohungen verbreiten, so wie Sie das in Ihrem Antrag unterstellen. Was wir aber in Österreich derzeit schon haben, ist viel Angst und berechtigte Aufregung über Briefe, die irgendwo deponiert sind, oder über Substanzen, die sich in einem AUA-Flugzeug befinden und von denen man nicht weiß, wie sie zuzuordnen sind. Und dieses Phänomen werden wir dadurch nicht wegkriegen!
Abg. Ing. Westenthaler: Geschäftsordnung! Nur Zitate, keine Vorlesungen!
Einen Monat später flog Atta von Miami nach Madrid, hatte es aber versäumt, sein Visum für die USA zu verlängern. Die Behörden, eigentlich bekannt für ihre restriktive Einreisepraxis, drückten bei Attas Rückkehr ein Auge zu. Im April dieses Jahres schien ihn jedoch das Glück zu verlassen. In Südflorida wurde er beim Fahren ohne Führerschein erwischt. Als er vor Gericht nicht erschien, ordnete der Richter Attas Zwangsvorführung an; vollstreckt wurde sie nicht. Atta konnte sogar ungehindert die USA Richtung Spanien per Flugzeug verlassen und wieder zurückkehren." (Abg. Ing. Westenthaler: Geschäftsordnung! Nur Zitate, keine Vorlesungen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Lass mich im Kraut!
Und da wird es interessant! Warum nimmt Österreich, Herr Westenthaler (Abg. Ing. Westenthaler: Lass mich im Kraut!), warum nimmt das Bundesland Kärnten eine Person auf, die ... (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Dem Herrn ... haben Sie das Mikro abgedreht! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Abgeordneter Karl Öllinger (fortsetzend): Danke, Herr Präsident. – Warum nimmt Österreich eine Person auf, die wegen räuberischer Erpressung und Waffenhandels verurteilt ist? Warum macht das der Kärntner Landeshauptmann? (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Dem Herrn ... haben Sie das Mikro abgedreht! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wiederschauen!
Ich frage Sie, meine Damen und Herren, ob ein derartiges Verhalten von Verwaltungsbehörden ein Beitrag dazu ist, die Sicherheit zu erhöhen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wiederschauen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das macht er nur, damit Öllinger einmal in der Rangliste auf Platz eins ist, und dann geht er aufs Klo!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Öllinger. Restliche Redezeit: 10 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Das macht er nur, damit Öllinger einmal in der Rangliste auf Platz eins ist, und dann geht er aufs Klo!)
Abg. Ing. Westenthaler: Reden Sie mich nicht an, ich nehme Sie nicht zur Kenntnis! Sie sind für mich gar nicht da!
Genauso interessant ist auch, dass Herr Harald Göschl, früherer Bundesgeschäftsführer, gute Geschäfte mit Libyen gemacht hat. Und 1997 – Herr Westenthaler, ich glaube, Sie werden sich daran erinnern – wurde versucht, eine Maschine, die Herr Göschl dem Herrn Gaddafi in Libyen verkaufen wollte, über Österreich nach Libyen zu transportieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Reden Sie mich nicht an, ich nehme Sie nicht zur Kenntnis! Sie sind für mich gar nicht da!) Aber im Hafen von Genua wurde diese Maschine, eine so genante Drückwalzmaschine, dann von den Behörden beschlagnahmt, weil sie geeignet ist, für Libyens Rüstungsproduktion eingesetzt zu werden.
Abg. Ing. Westenthaler: Der Öllinger ist der Wächter, der Platzhalter der SPÖ! – Abg. Murauer: Sollen wir da vorher essen gehen oder nicht?
Man braucht nicht so zu tun, als ob damit mehr Sicherheit geschaffen würde. Nein, Herr Bundesminister, da widerspreche ich Ihnen. Auch wenn eine stärkere Strafandrohung richtig ist, mehr Sicherheit haben Sie dadurch nicht geschaffen. Dinge wie die weißen Päckchen – und vielleicht irgendwann einmal, noch grausamer, jene Substanzen, die nicht mehr als weiße Päckchen identifizierbar sind; in den Medien wird ja schon darüber diskutiert –, all das bringen Sie dadurch nicht weg. Das erzeugt Angst. Natürlich erzeugt das Angst! Auch wenn es sich nur um eine zerbrochene Traubenzuckerpille handelt, kann sie, irgendwo auf einem Gang vorgefunden – genauso wie das Zuckerhütchen; das war das Beispiel aus den Niederlanden –, Angst erzeugen, und sie wird es tun, solange wir mit diesem Problem leben müssen und solange nicht klar ist, von wo konkret die Gefahren ausgehen. Das ist der Punkt! (Abg. Ing. Westenthaler: Der Öllinger ist der Wächter, der Platzhalter der SPÖ! – Abg. Murauer: Sollen wir da vorher essen gehen oder nicht?)
Abg. Dr. Jarolim – auf dem Weg zum Rednerpult –: Vielleicht können wir Herrn Westenthaler noch fragen, wo es inhaltlich langgehen könnte, dann sind wir intellektuell auch aufgepowert! – Gegenruf des Abg. Haigermoser.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Dr. Jarolim. Zweite Wortmeldung, Redezeit maximal 8 Minuten. (Abg. Dr. Jarolim – auf dem Weg zum Rednerpult –: Vielleicht können wir Herrn Westenthaler noch fragen, wo es inhaltlich langgehen könnte, dann sind wir intellektuell auch aufgepowert! – Gegenruf des Abg. Haigermoser. )
Abg. Ing. Westenthaler: Können Sie mir erklären, was ein "Trittbett" ist?
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Der Verlauf der Debatte hat mich jetzt dazu veranlasst, ein paar klärende Worte, eine Stellungnahme der Sozialdemokraten zu der Bestimmung der so genannten Trittbett..., Trittbrettfahrer abzugeben. (Abg. Ing. Westenthaler: Können Sie mir erklären, was ein "Trittbett" ist?) – Herr Kollege! Sie sind wirklich eine echte Begabung, ein Naturtalent. Ich finde, Ihre Zwischenrufe sind intellektuell gesehen das Beste, was es in diesem Haus jemals gegeben hat.
Abg. Ing. Westenthaler: Bleiben Sie locker!
Meine Damen und Herren! Wir haben vor einer Woche gehört, die so genannten Trittbrettfahrer sollen mit bis zu zehn Jahren bestraft werden. (Abg. Haigermoser: Sie sind nicht locker, Herr Kollege!) Damals wurden die Bestimmungen "Landzwang" und "Verbreitung falscher und beunruhigender Gerüchte" in den Raum gestellt. (Abg. Ing. Westenthaler: Bleiben Sie locker!) – So locker wie Sie, vor allem so klug wie Sie, Herr Westenthaler, werde ich sicher nie, und das ist das, was mir im Herzen so wehtut, wissen Sie. (Die Abgeordneten Haigermoser und Ing. Westenthaler: Na geh!)
Die Abgeordneten Haigermoser und Ing. Westenthaler: Na geh!
Meine Damen und Herren! Wir haben vor einer Woche gehört, die so genannten Trittbrettfahrer sollen mit bis zu zehn Jahren bestraft werden. (Abg. Haigermoser: Sie sind nicht locker, Herr Kollege!) Damals wurden die Bestimmungen "Landzwang" und "Verbreitung falscher und beunruhigender Gerüchte" in den Raum gestellt. (Abg. Ing. Westenthaler: Bleiben Sie locker!) – So locker wie Sie, vor allem so klug wie Sie, Herr Westenthaler, werde ich sicher nie, und das ist das, was mir im Herzen so wehtut, wissen Sie. (Die Abgeordneten Haigermoser und Ing. Westenthaler: Na geh!)
Ah-, Oh- und Bravo-Rufe sowie demonstrativer Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wie kratzen Sie sich eigentlich?
Das ist der "Kunstkniff" dieser Regierung, der es Ihnen ermöglicht hat, das, was zunächst unwahrscheinlich und unmöglich zu sein schien, nämlich die Erhöhung auf zehn Jahre, doch noch zu rechtfertigen. Das ist auch der Grund dafür, dass wir uns jetzt relativ leicht tun, dem zuzustimmen. (Ah-, Oh- und Bravo-Rufe sowie demonstrativer Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wie kratzen Sie sich eigentlich?)
Abg. Ing. Westenthaler: Typisch SPÖ: Am Vormittag da, am Nachmittag da!
Meine Damen und Herren! Ich glaube, dass Sie es selbst nicht ganz begriffen haben. (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Sie haben es nicht ganz begriffen. Sie haben ganz einfach die Folgen von schwerer Körperverletzung, die Folgen von Tötung herauskopiert. Das nächste Mal könnten wir die Paragraphen 139 bis 148 aus dem Gesetz kopieren und sagen, dass das noch einmal beschlossen werden muss (Abg. Ing. Westenthaler: Typisch SPÖ: Am Vormittag da, am Nachmittag da!), denn das ist genau das, was Sie hier gemacht haben. Erklären Sie mir doch, dass das geistvoll ist, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Da können aber nicht Sie damit gemeint sein!
Ich darf Sie abschließend noch einmal ersuchen: Geben Sie uns die Möglichkeit, geben Sie der Intelligenz in der Gesetzwerdung die Möglichkeit (Abg. Ing. Westenthaler: Da können aber nicht Sie damit gemeint sein!), geben Sie uns die Möglichkeit, einer Lösung zuzustimmen, die in der Fachwelt als sinnvoll erachtet wird! Beschließen wir das Gesetz so, wie Sie es haben wollen, aber auf vier Jahre befristet, weil Sie damit natürlich auch das Signal dafür geben, dass wir weiter verhandeln werden, dass wir eine Verbesserung der Rechtsschutzbeauftragten, eine Verbesserung des Qualitätsstandards erreichen werden. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Fürs Protokoll: ohne Gusenbauer!
Ich bitte jene Damen und Herren, die dafür eintreten, um ein bejahendes Zeichen. – Das ist in zweiter Lesung einstimmig angenommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Fürs Protokoll: ohne Gusenbauer!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ohne Gusenbauer!
Ich bitte jene Abgeordneten, die dafür eintreten, um ein diesbezügliches Zeichen. – Das ist mit Mehrheit angenommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ohne Gusenbauer!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ohne Gusenbauer! – Abg. Achatz: Wo ist Gusenbauer?
Ich bitte jene Abgeordneten, die dafür eintreten, um ein bejahendes Zeichen. – Das ist in zweiter Lesung einstimmig angenommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ohne Gusenbauer! – Abg. Achatz: Wo ist Gusenbauer?)
Abg. Bures: Sie geben hier gerade falsche Auskünfte! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der Abg. Bures –: Hört! Hört!
Es kann Ihnen nicht um Aufklärung gehen, weil Sie sich dort Informationen holen, wo sie nicht richtig wiedergegeben werden (Abg. Bures: Sie geben hier gerade falsche Auskünfte! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der Abg. Bures –: Hört! Hört!), und Einladungen zu Gesprächen nicht annehmen und aus Gremien, in denen Auskünfte gegeben werden, ausziehen. Ich möchte daher wirklich bitten, dass Sie all jene Behauptungen, die Sie schon in den Raum gestellt haben, die aber nicht richtig sind, in aller Deutlichkeit zurücknehmen – nicht mehr und nicht weniger! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Sitzung Nr. 83
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt tun Sie sich schon sehr schwer!
Werden Sie gegen dieses Programm, werden Sie gegen diese 500 Millionen Schilling österreichischen Steuergeldes ein Veto einlegen: ja oder nein? (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt tun Sie sich schon sehr schwer!) Das wäre ein vernünftigerer Zugang, als unsere Nachbarn zu erpressen, Herr Westenthaler!
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das fängt schon gut an, Herr Präsident, mit solchen Worten! "Heuchlerisch" ist sehr an der Grenze!
Aber die österreichische Öffentlichkeit wird sich schon ihr eigenes Bild von dieser doppelbödigen, von dieser heuchlerischen Anti-Atompolitik machen! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das fängt schon gut an, Herr Präsident, mit solchen Worten! "Heuchlerisch" ist sehr an der Grenze!)
Neuerliche Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Großvater Westenthaler!
Aber ich will auf das Grundsätzliche kommen. Frau Kollegin Sima hat der Regierung Unglaubwürdigkeit vorgeworfen. Wissen Sie, wo die Unglaubwürdigkeit liegt? – In Ihrer Partei! Bei Ihnen, bei der SPÖ, bei der Sozialdemokratischen Partei. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Das können Sie nicht wissen, Frau Kollegin Sima, dafür sind Sie noch zu jung. (Neuerliche Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Großvater Westenthaler!) Aber Sie wissen ganz genau – und das ist das Interessante! –: Die Kollegen Cap und Gusenbauer spielen sich hier als Verteidiger der Anti-Atomkraftbewegung auf, aber in Wirklichkeit schaut alles ganz anders aus! (Abg. Nürnberger: Der alte Westenthaler ...! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Nürnberger: Der alte Westenthaler ...! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Aber ich will auf das Grundsätzliche kommen. Frau Kollegin Sima hat der Regierung Unglaubwürdigkeit vorgeworfen. Wissen Sie, wo die Unglaubwürdigkeit liegt? – In Ihrer Partei! Bei Ihnen, bei der SPÖ, bei der Sozialdemokratischen Partei. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Das können Sie nicht wissen, Frau Kollegin Sima, dafür sind Sie noch zu jung. (Neuerliche Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Großvater Westenthaler!) Aber Sie wissen ganz genau – und das ist das Interessante! –: Die Kollegen Cap und Gusenbauer spielen sich hier als Verteidiger der Anti-Atomkraftbewegung auf, aber in Wirklichkeit schaut alles ganz anders aus! (Abg. Nürnberger: Der alte Westenthaler ...! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler – die Kopie eines alten Zeitungsartikels in die Höhe haltend –: Sozialisten sind für die Kernenergie!
Faktum ist, dass in der Vergangenheit die Bundesregierung viel zu wenige Aktivitäten gesetzt hat (Abg. Mag. Kukacka: Mehr als jemals die Sozialdemokraten!), um das auch der österreichischen Bevölkerung mitzuteilen sowie um vorstellig zu werden und durchzusetzen, dass endlich einmal der Ausstieg aus der Kernenergie betrieben wird. (Beifall bei der SPÖ.) Denn in der Rede des Bundeskanzlers ist der europaweite Ausstieg aus der Kernenergie heute nicht vorgekommen! (Abg. Ing. Westenthaler – die Kopie eines alten Zeitungsartikels in die Höhe haltend –: Sozialisten sind für die Kernenergie!) Das muss man einmal festhalten. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer ist denn das? – Rufe bei den Freiheitlichen: Wer ist das?
Herr Klubobmann Westenthaler! Lernen Sie Geschichte, hätte er zu Ihnen gesagt, denn da haben Sie ein bisschen etwas verschlafen. Zumindest lesen Sie nicht einmal die aktuellen Magazine, denn Ihr "heiß geliebter" ehemaliger Parteiobmann Steger hat erst kürzlich wieder laut einem Magazin gesagt (Abg. Ing. Westenthaler: Wer ist denn das? – Rufe bei den Freiheitlichen: Wer ist das?): Haider stimmte zweimal für die Atomkraft. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie zitieren Steger – super!) Und ich sage Ihnen etwas: Haider stimmte zweimal für die Atomkraft.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie zitieren Steger – super!
Herr Klubobmann Westenthaler! Lernen Sie Geschichte, hätte er zu Ihnen gesagt, denn da haben Sie ein bisschen etwas verschlafen. Zumindest lesen Sie nicht einmal die aktuellen Magazine, denn Ihr "heiß geliebter" ehemaliger Parteiobmann Steger hat erst kürzlich wieder laut einem Magazin gesagt (Abg. Ing. Westenthaler: Wer ist denn das? – Rufe bei den Freiheitlichen: Wer ist das?): Haider stimmte zweimal für die Atomkraft. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie zitieren Steger – super!) Und ich sage Ihnen etwas: Haider stimmte zweimal für die Atomkraft.
Abg. Ing. Westenthaler: Und Herr Fischer auch? Stellvertretender Parteivorsitzender!
Im Jahre 1985 hat hier im Haus eine Abstimmung stattgefunden. Damals waren wir – Alfred Gusenbauer, ich, Michael Häupl, Brigitte Ederer (Abg. Ing. Westenthaler: Und Herr Fischer auch? Stellvertretender Parteivorsitzender!) – innerhalb der SPÖ noch in der Minderheitsposition, aber wir haben das durchgekämpft. Auch den Herrn Präsidenten haben wir überzeugt. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Heute ist es die absolute Position der SPÖ, dass sie gegen die Atomenergie ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Falsch!
Hätten Sie die Protokolle ausgehoben, hätten Sie gewusst, dass ich damals gegen meine Fraktion gestimmt habe, nämlich gegen die Atomenergie, aber drei von Ihnen haben damals mit dieser Position, die Sinowatz eingebracht hat, gestimmt, haben sich für die Atomenergie, für die Inbetriebnahme Zwentendorfs ausgesprochen. (Abg. Ing. Westenthaler: Falsch!) Ja, so war das damals, 1985. Da war ich schon seit zehn Jahren gegen die Atomenergie, als Jörg Haider noch immer für die Atomenergie war. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler hat die Kopie eines Zeitungsartikels mit der Überschrift "Sozialisten sind für die Kernenergie" auf seinem Platz angebracht.
Ich möchte jetzt noch etwas sagen, weil Sie bei der Geschichtsforschung nicht gründlich sind: 1978 – damals habe ich schon im Parteivorstand dagegen gestimmt, dass man eine Empfehlung zum Ja abgibt; aber das ist jetzt nicht das Wichtige – hat es ein Plakat gegeben, nämlich "Sozialisten gegen AKW". Das ist viel schöner als das Blatt, das Sie hier haben. (Abg. Ing. Westenthaler hat die Kopie eines Zeitungsartikels mit der Überschrift "Sozialisten sind für die Kernenergie" auf seinem Platz angebracht.) "Sozialisten gegen AKW" – damit haben wir ganz Österreich vollplakatiert. (Abg. Ing. Westenthaler: Fischer auch?) Auch mein Name ist darauf gestanden, und es ist darauf auch gestanden: Für eine strahlungsfreie Zukunft unserer Kinder! – Und das hat Sie betroffen, Herr Westenthaler, denn Sie waren damals elf Jahre alt. Sie sollten sich bei uns dafür bedanken. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Fischer auch?
Ich möchte jetzt noch etwas sagen, weil Sie bei der Geschichtsforschung nicht gründlich sind: 1978 – damals habe ich schon im Parteivorstand dagegen gestimmt, dass man eine Empfehlung zum Ja abgibt; aber das ist jetzt nicht das Wichtige – hat es ein Plakat gegeben, nämlich "Sozialisten gegen AKW". Das ist viel schöner als das Blatt, das Sie hier haben. (Abg. Ing. Westenthaler hat die Kopie eines Zeitungsartikels mit der Überschrift "Sozialisten sind für die Kernenergie" auf seinem Platz angebracht.) "Sozialisten gegen AKW" – damit haben wir ganz Österreich vollplakatiert. (Abg. Ing. Westenthaler: Fischer auch?) Auch mein Name ist darauf gestanden, und es ist darauf auch gestanden: Für eine strahlungsfreie Zukunft unserer Kinder! – Und das hat Sie betroffen, Herr Westenthaler, denn Sie waren damals elf Jahre alt. Sie sollten sich bei uns dafür bedanken. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Er war blond!
Wahrscheinlich haben Sie nicht zugehört, als Sie als Elfjähriger mit dem Onkel, der Tante, der Mami oder dem Papi am Straßenrand gestanden sind und gefragt haben: Wogegen demonstriert der Blonde da? (Abg. Mag. Schweitzer: Wer?) – Ich war das. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Er war blond!) Wogegen demonstriert der Blonde da? Und dann wurde es Ihnen wahrscheinlich erklärt: Gegen die Atomenergie! Und in Ihrer damaligen Diktion: weil die Atomenergie böse ist, weil sie strahlt. (Abg. Mag. Trattner: Was für ein Blonder mit dem schwarzen Schuh?) – All das haben Sie sich nicht gemerkt, Sie haben jahrelang gebraucht, Sie waren dann schon 18 Jahre alt, als Sie Haider wahrscheinlich noch unterstützt haben für die Atomenergie, und jetzt haben wir Sie in einem schmerzhaften Prozess davon überzeugt, dass man gegen die Atomenergie sein muss. (Abg. Ing. Westenthaler: Fischer! Edlinger!) Und ich bin mir noch immer nicht sicher, ob Sie das wirklich so meinen, wie Sie das heute gesagt haben. Daher sollten wir über dieses Thema heute noch ausführlicher und gründlicher diskutieren, denn dazu reicht die Aktuelle Stunde nicht. (Anhaltender Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Fischer! Edlinger!
Wahrscheinlich haben Sie nicht zugehört, als Sie als Elfjähriger mit dem Onkel, der Tante, der Mami oder dem Papi am Straßenrand gestanden sind und gefragt haben: Wogegen demonstriert der Blonde da? (Abg. Mag. Schweitzer: Wer?) – Ich war das. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Er war blond!) Wogegen demonstriert der Blonde da? Und dann wurde es Ihnen wahrscheinlich erklärt: Gegen die Atomenergie! Und in Ihrer damaligen Diktion: weil die Atomenergie böse ist, weil sie strahlt. (Abg. Mag. Trattner: Was für ein Blonder mit dem schwarzen Schuh?) – All das haben Sie sich nicht gemerkt, Sie haben jahrelang gebraucht, Sie waren dann schon 18 Jahre alt, als Sie Haider wahrscheinlich noch unterstützt haben für die Atomenergie, und jetzt haben wir Sie in einem schmerzhaften Prozess davon überzeugt, dass man gegen die Atomenergie sein muss. (Abg. Ing. Westenthaler: Fischer! Edlinger!) Und ich bin mir noch immer nicht sicher, ob Sie das wirklich so meinen, wie Sie das heute gesagt haben. Daher sollten wir über dieses Thema heute noch ausführlicher und gründlicher diskutieren, denn dazu reicht die Aktuelle Stunde nicht. (Anhaltender Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Heiterkeit. – Abg. Ing. Westenthaler: Aber der Schweitzer ist es noch immer!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Der nächste Redner ist auch blond und hat das Wort für 5 Minuten. (Heiterkeit. – Abg. Ing. Westenthaler: Aber der Schweitzer ist es noch immer!)
Rufe bei den Freiheitlichen: Oh! – Abg. Ing. Westenthaler: Der große Blonde!
Wir haben die Archive weiter bemüht und haben unter dem Titel "Atomkampagne in der Zielgeraden, Generalmobilmachung der SPÖ" noch Folgendes gefunden: Wenn Sie, Kollege Cap, tatsächlich, wie Sie sagen, gegen die Kernkraft aufgetreten sind, dann hat Ihnen der jetzige Präsident Fischer damals mit Androsch und Kreisky ausrichten lassen: Wer da glaubt, dass es eine gute Sache ist, wenn man mit Nazis, Reaktionären und Extremisten in einer Front kämpft, entbehrt der primitivsten politischen Vernunft und Solidarität gegenüber der Gesamtbewegung. (Rufe bei den Freiheitlichen: Oh! – Abg. Ing. Westenthaler: Der große Blonde!)
Abg. Ing. Westenthaler: Hat es damals noch nicht gegeben!
Die einzige wirklich glaubwürdige Partei in dieser Frage sind die Freiheitlichen, Herr Kollege Cap. (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.) Die Grünen, die immer wieder den Einsatz auf internationaler Ebene fordern und auch heute wieder gefordert haben (Abg. Ing. Westenthaler: Hat es damals noch nicht gegeben!), hat es damals noch nicht gegeben, das ist richtig, vielleicht war es auch gut so, und vielleicht ist es in Zukunft auch wieder gut so, wenn es sie nicht mehr gibt, da sie in einer wesentlichen Frage, die sie sich auf ihre Fahnen zu heften versuchen, komplett unglaubwürdig sind.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kiss: Wieso lassen Sie mir nicht die Möglichkeit, hier frei zu reden? – Abg. Haigermoser: Wir haben Tschernobyl nicht gebraucht! – Abg. Ing. Westenthaler: Da kann ich mich dann auch von oben melden!
Ich glaube, das Hohe Haus hat ein Recht darauf, das zu wissen, und ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kiss: Wieso lassen Sie mir nicht die Möglichkeit, hier frei zu reden? – Abg. Haigermoser: Wir haben Tschernobyl nicht gebraucht! – Abg. Ing. Westenthaler: Da kann ich mich dann auch von oben melden!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber vom Rednerpult aus! Keine parteipolitischen! – Weitere anhaltende Zwischenrufe.
Es gibt eine Bestimmung in der Geschäftsordnung, wonach der Präsident das Recht hat, Erklärungen abzugeben. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber vom Rednerpult aus! Keine parteipolitischen! – Weitere anhaltende Zwischenrufe.) Für mich ist die Wahrheit nichts Parteipolitisches. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie hoch ist seine Pension? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sie wissen es! (Abg. Ing. Westenthaler: Wie hoch ist seine Pension? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Sie versuchen, jemanden, der für die Pensionisten kämpft, bewusst zu besudeln, weil Sie gegen die Pensionisten arbeiten! (Anhaltender Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ob da nicht Pepsi-Cola was dagegen hat?
Es sind viele Worte des Lobes gefallen. Ich kann mich diesem Lob aber wirklich nicht anschließen. (Abg. Großruck: Warum nicht? Ein kleines Lob vielleicht! – Abg. Schwarzenberger: Schade!) Bei einer allgemeinen Betrachtung dieser vorliegenden Novelle kann ich das wirklich nicht als großen Wurf bezeichnen, sondern maximal als "PEPSL". Das ist eine Abkürzung, die für "Problemerzeugende Pseudolösung" steht. So kann man die gesamte Arbeit hier bezeichnen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ob da nicht Pepsi-Cola was dagegen hat?)
Abg. Ing. Westenthaler: Ach so! Oje! Oje!
Sie waren auch in der Hofburg nicht dabei. Es tut mir Leid, aber das ist die einzige Erklärung dafür, dass Sie heute hier so gesprochen haben. Sie waren beim Reformdialog in der Hofburg nicht dabei, Sie haben sich offensichtlich auch bei Ihren Kollegen Gradwohl und Gaßner, die dort waren und eine sehr konstruktive Diskussion mit uns geführt haben, nicht in ausreichendem Maß erkundigt, sonst hätten Sie nämlich wissen müssen, dass zum Beispiel die Frage der Wertgrenzenerhöhung für Anonymverfügungen – die im Übrigen keine Straferhöhung ist, wie Sie gesagt haben – auf ausdrücklichen Vorschlag, auf Bitte des Herrn Vizebürgermeisters Rieder aus Wien in der Achterrunde in dieses Paket aufgenommen worden ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Ach so! Oje! Oje!)
Abg. Ing. Westenthaler: Immer noch besser als Ihre rote Karte!
Wenn ich mir heute eine Vorausmeldung von "NEWS" ansehe, so sagt darin jetzt auch schon der Salzburger Landeshauptmann Schausberger: "Ich halte nichts davon, die beste Karte mittendrin auszuspielen. Die hebt man sich auf, um den entscheidenden Schritt zu setzen." – Also für ihn ist es ein Kartenspiel, und er möchte die beste Karte bis zum Schluss aufheben. (Abg. Ing. Westenthaler: Immer noch besser als Ihre rote Karte!) Waltraud Klasnic tönt in die gleiche Richtung, der Vorarlberger Herbert Sausgruber tönt in die gleiche Richtung. Er sagt: "Wir haben die Vetomöglichkeit, und auf diese sollten wir auch nicht verzichten."
Abg. Ing. Westenthaler: Die sind den ganzen Tag oben gesessen!
Jetzt möchte ich aber die andere Seite hier zitieren, und die andere Seite ist der Bundeskanzler Schüssel. Einsam und allein ist er. Kein einziger Freiheitlicher sitzt heute oben. Er lässt sich nur von ÖVP-Regierungsmitgliedern sekundieren. Wo sind die freiheitlichen Regierungsmitglieder heute? (Abg. Ing. Westenthaler: Die sind den ganzen Tag oben gesessen!) Es wäre doch hochinteressant, wie sich die zu verhalten gedenken. Es wäre hochinteressant, zu hören, was die in dieser Debatte zu sagen haben.
Abg. Ing. Westenthaler: Durch Ihren Eiertanz aber auch nicht! Durch Ihren Eiertanz schon gar nicht!
Schüssel, 30. Juli: "Mich stört jede Form der Vetodrohung, weil sie unsinnig ist, weil sie uns schadet, weil sie Temelin nicht sicherer macht." – Übrigens ist das die Passage, die wir in unserem Entschließungsantrag haben. Temelin wird durch Vetos nicht sicher. (Abg. Ing. Westenthaler: Durch Ihren Eiertanz aber auch nicht! Durch Ihren Eiertanz schon gar nicht!) Ich sage das nur, und Herr Bundeskanzler Schüssel ist ebenfalls zu dieser Erkenntnis gekommen.
Abg. Ing. Westenthaler: Der ist schon eingebracht! Von 16 000 Bürgern eingebracht!
Schüssel, "Kleine Zeitung": "Wozu braucht denn eine Partei ein Volksbegehren?" – Jetzt wird es langsam wie in einem Seminar, nämlich belehrend für den Koalitionspartner. "Eine politische Partei braucht kein Volksbegehren" – da wird er wahrscheinlich an das Konferenzzentrum-Volksbegehren gedacht haben, aber gut –, "denn in Wirklichkeit haben fünf Abgeordnete das Recht, einen Antrag mit dem gleichen Inhalt zu stellen." – Warum stellen Sie eigentlich diesen Antrag nicht, Herr Klubobmann Westenthaler? Das wäre doch alles viel einfacher. Da brauchen Sie doch nicht durchs Land zu ziehen, sondern könnten sich einfach herstellen, den Antrag stellen – und aus. (Abg. Ing. Westenthaler: Der ist schon eingebracht! Von 16 000 Bürgern eingebracht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist, wenn wir das Energiekapitel nicht abschließen?
Jetzt sage ich Ihnen noch etwas. Wir sollten uns einmal das Veto als Veto genauer anschauen. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist, wenn wir das Energiekapitel nicht abschließen?) Das haben wir schon abgehandelt, dass eigentlich erwiesen ist, dass es keine rechtsverbindliche Garantie dafür gibt, dass dann, wenn ich ein Veto gegen den Beitritt der Tschechischen Republik einsetze, Temelín nicht in Betrieb geht. Diese Frage können Sie nicht beantworten, nämlich was dann passiert, wenn Sie zur Grenze rennen, "Veto, Veto, Veto" schreien, versuchen, den Rauch bei Temelín auszublasen, und daraufhin nichts passiert, sondern es geht weiter und weiter und weiter. – Was machen Sie dann? Was ist Ihre nächste Steigerungsstufe? Sie gehen mit Haider über die Grenze? Bedrohen dort? Was machen Sie dort? – Ich möchte wissen, was Sie dann machen.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie drohen mit dem Nicht-Abschluss des Energiekapitels, Kollege Cap!
Sie müssen doch wissen, dass das auf die Verhandlungen selbst nur negative Auswirkungen haben kann. Glauben Sie, wenn Sie mit jemandem am Tisch sitzen, mit ihm verhandeln und ihn ununterbrochen bedrohen, dass er sagen wird: Oh, das ist aber gut, da gebe ich jetzt nach, das beeindruckt mich total!? (Abg. Ing. Westenthaler: Sie drohen mit dem Nicht-Abschluss des Energiekapitels, Kollege Cap!) Überhaupt dann, wenn Sie das machen? (Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Was willst du machen?) Daher frage ich mich: Was ist dahinter für eine Strategie, außer jener, die ich vorhin skizziert habe: Sie wollen in Wirklichkeit nicht die Erweiterung, und zwar um keinen Preis!? So sagen Sie es doch! (Abg. Mag. Schweitzer: Du hast noch Zeit! Sag einmal, was du machen wirst! Was macht die SPÖ?)
Abg. Ing. Westenthaler: Warum seid ihr für die Kernenergie?
Das einzig Interessante ist, wieso sich die Europa-Partei – man kann fast schon sagen: die ehemalige Europa-Partei – ÖVP in der Regierung mit Ihnen so wohl fühlt, in der Regierung mit der noch immer Anti-Europa-Partei FPÖ. Das ist die große Frage. (Abg. Mag. Schweitzer: Was macht die SPÖ?) Wir haben hier diese Dringliche Anfrage, die können Sie dann letztlich auch beantworten. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum seid ihr für die Kernenergie?)
Abg. Ing. Westenthaler: Geschäftsordnung lernen, Kollege Cap!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Abgeordneter Dr. Cap, ich bitte darum, dass diesen Entschließungsantrag ein anderer Redner einbringt, denn er kann nur in der Debatte eingebracht werden, und wir sind noch nicht in die Debatte eingetreten. (Oje-Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Das haben wir vor vielen Jahren einmal in der Präsidiale so ausgemacht, und so werden wir vorgehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Geschäftsordnung lernen, Kollege Cap!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das war jetzt kein gutes Ende!
Jedenfalls kann ich Sie nur noch auffordern, diesem Entschließungsantrag beizutreten, denn er ist wirklich gut, und er bietet wirklich die Gelegenheit, auf der Basis eines nationalen Konsenses gegenüber Tschechien und auch gegenüber der Europäischen Union die sinnvollsten Akzente zu setzen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das war jetzt kein gutes Ende!) Treten Sie dem bei, wenigstens Sie von der ÖVP! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Wir kennen den Antrag nicht!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Da hat ihm der Mut gefehlt! – Abg. Dr. Gusenbauer: Waren Sie dort? – Abg. Ing. Westenthaler: Es ist ja gezeigt worden! – Abg. Dr. Gusenbauer: Sogar in der APA ist das gestanden! – Abg. Ing. Westenthaler: Wo? – Abg. Dr. Gusenbauer: Schweigen Sie, und lesen Sie nach!
Noch einmal: Das ist entweder eine böswillige Unterstellung, oder Sie wissen es einfach nicht: Wir haben nicht jetzt erst endlich etwas zu tun, lieber geschäftsführender und gewählter Herr Klubobmann, sondern wir haben längst gehandelt. Es wäre auch nicht schlecht gewesen, wenn Sie diese innenpolitische und innerösterreichische Haltung, die Sie hier immer wieder zum Ausdruck bringen, vielleicht auch beim SPD-Parteitag etwas kräftiger zum Ausdruck gebracht hätten. Das hätte vielleicht geholfen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Da hat ihm der Mut gefehlt! – Abg. Dr. Gusenbauer: Waren Sie dort? – Abg. Ing. Westenthaler: Es ist ja gezeigt worden! – Abg. Dr. Gusenbauer: Sogar in der APA ist das gestanden! – Abg. Ing. Westenthaler: Wo? – Abg. Dr. Gusenbauer: Schweigen Sie, und lesen Sie nach!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind da nicht so eingebunden gewesen und wissen daher auch nicht so Bescheid!
Ja, der Bericht ist okay, aber das Kernstück, Herr Umweltminister, fehlt, nämlich was der derzeitige Verhandlungsstand ist und wie es weitergehen wird. Und ich empfinde das schon auch ein bisschen als Missachtung des Parlaments, dass Sie uns hier einfach cool mitteilen: Naja, ich kann euch das jetzt nicht sagen. – Obwohl Sie jetzt seit über einem Jahr verhandeln, werden wir über die konkreten Ergebnisse dieser ... (Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Dr. Schüssel. ) Okay, gut, von mir aus: nicht einmal ein Jahr. Ich weiß, im Dezember war der Beginn des Melker Prozesses. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind da nicht so eingebunden gewesen und wissen daher auch nicht so Bescheid!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Dann stimmen Sie zu!
Meine Damen und Herren! Wir setzen weiterhin auf die Verhandlungen zum Energiekapitel, weil wir denken, dass das der einzig richtige Weg ist, in Sachen Temelin noch etwas zu erreichen. Ein Veto ist und bleibt das falsche Instrument. Wir wollen Temelin verhindern und nicht den EU-Beitritt Tschechiens. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Dann stimmen Sie zu!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der ORF!
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (SPÖ): Herr Präsident! Ich weiß nicht, wer außer mir gestern noch am SPD-Parteitag war. (Abg. Ing. Westenthaler: Der ORF!) Herr Westenthaler vielleicht oder Herr Schüssel? Da jetzt schon zweimal wahrheitswidrig behauptet wurde, ich hätte dort nicht die Frage des gesamteuropäischen Ausstiegs aus der Kernenergie angesprochen, stelle ich richtig (Zwischenruf des Abg. Großruck ):
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Ich berichtige zweitens: Ich habe nie eingefordert, dass das Volksbegehren abgelehnt werden soll. Ich habe immer nur die Zielsetzung, nämlich das Veto als solches, kritisiert, und eingefordert, dass das in den Entschließungsantrag hineinkommt. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. )
Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!
Die Sozialdemokraten haben ihren geschäftsführenden Klubobmann in Verhandlungen geschickt, ihm aber vorher die Hände hinter dem Rücken zusammengebunden, sie haben ihn nämlich mit einem Parteivorstandsbeschluss gefesselt. Er konnte sich in entscheidenden Fragen nicht bewegen, weil er kein Mandat dazu hatte. (Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!) Und er handelte genau so, wie es heute der Fall ist: Gusenbauer ist abwesend, bei den wichtigsten Diskussionen dieser Republik ist der Parteiobmann nicht anwesend, er schickt aber einen Klubobmann in die Verhandlung, der keine Vollmacht hat, der ein puppet-on-the-string ist, und das ist etwas, an dem die Verhandlungen gescheitert sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Drei Viertel der SPÖ-Abgeordneten sind nicht anwesend! – Abg. Mag. Schweitzer: Großer Blonder!)
Abg. Ing. Westenthaler: Drei Viertel der SPÖ-Abgeordneten sind nicht anwesend! – Abg. Mag. Schweitzer: Großer Blonder!
Die Sozialdemokraten haben ihren geschäftsführenden Klubobmann in Verhandlungen geschickt, ihm aber vorher die Hände hinter dem Rücken zusammengebunden, sie haben ihn nämlich mit einem Parteivorstandsbeschluss gefesselt. Er konnte sich in entscheidenden Fragen nicht bewegen, weil er kein Mandat dazu hatte. (Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!) Und er handelte genau so, wie es heute der Fall ist: Gusenbauer ist abwesend, bei den wichtigsten Diskussionen dieser Republik ist der Parteiobmann nicht anwesend, er schickt aber einen Klubobmann in die Verhandlung, der keine Vollmacht hat, der ein puppet-on-the-string ist, und das ist etwas, an dem die Verhandlungen gescheitert sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Drei Viertel der SPÖ-Abgeordneten sind nicht anwesend! – Abg. Mag. Schweitzer: Großer Blonder!)
Abg. Dr. Stummvoll: Er ist meistens nicht da! – Abg. Ing. Westenthaler: Drei Viertel der Fraktion sind nicht da bei der eigenen Dringlichen!
Leider ist Alfred Gusenbauer, den ich heute früh schon einmal gewarnt habe, nicht im Saal. (Abg. Dr. Stummvoll: Er ist meistens nicht da! – Abg. Ing. Westenthaler: Drei Viertel der Fraktion sind nicht da bei der eigenen Dringlichen!) Bei der eigenen Dringlichen Anfrage haben
Abg. Dr. Fekter: Freudscher Versprecher! – Ironische Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Fischer unterstützt den Antrag! – Abg. Dr. Khol: Cap unterstützt den Antrag!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Der Antrag der Abgeordneten Cap und Westenthaler ist genügend ... Pardon! Der Antrag der Abgeordneten Khol und Westenthaler ist genügend unterstützt ... (Abg. Dr. Fekter: Freudscher Versprecher! – Ironische Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Fischer unterstützt den Antrag! – Abg. Dr. Khol: Cap unterstützt den Antrag!)
Abg. Ing. Westenthaler: Namentliche Abstimmung!
Der Entschließungsantrag der Abgeordneten Dr. Khol, Ing. Westenthaler und Genossen ist genügend unterstützt, er wurde in seinen Kernpunkten erläutert, er wird daher vervielfältigt werden, er steht damit zur Verhandlung und nach Schluss der Debatte zur Abstimmung. (Abg. Ing. Westenthaler: Namentliche Abstimmung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Einstellung! Dann hätten wir Zwentendorf bereits! – Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.
Ich sage Ihnen Folgendes: Die Österreicher wollen eine Lösung für das Problem Temelín und nicht so ein kindisches Auftreten. Ich verstehe das nicht. Das ist Kabarett, andere Leute bezahlen dafür. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Einstellung! Dann hätten wir Zwentendorf bereits! – Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer. ) – Lassen Sie mich fortsetzen!
Abg. Ing. Westenthaler: Uns ist 1978 nicht Wurscht! Wir haben 1978 Zwentendorf verhindert! Sie wollten es aufsperren!
Herr Westenthaler! Sie haben gesagt, die Kritik am Veto gegen das Tschechien-Volksbegehren sei eine Verhöhnung der Volksmeinung. (Abg. Ing. Westenthaler: Uns ist 1978 nicht Wurscht! Wir haben 1978 Zwentendorf verhindert! Sie wollten es aufsperren!) Jetzt sage ich Ihnen eines, Herr Westenthaler: Dass Sie sich hier so herstellen, Sie, die Sie nachweislich zwei der größten Volksbegehren, nämlich das Tierschutz-Volksbegehren und das Gentechnik-Volksbegehren, bei denen ohne Parteigelder Unterschriften gesammelt wurden, fallen gelassen haben, sobald Sie in der Regierung waren – das ist eine Verhöhnung von Volksrufen und von Volksmeinung! –, das ist wirklich empörend! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Jemand, der sagt, 1978 ist mir Wurst, hat in der Atompolitik nicht einmal irgendetwas zu sagen! Ist Ihnen 1978 egal? Gut zu wissen!
Zum Tierschutz-Volksbegehren möchte ich vielleicht noch einen Satz sagen: Einen Monat, nachdem Sie in die Regierung kamen, Herr Westenthaler ... Sie brauchen jetzt nicht zur Ablenkung versuchen, in Zeitungen zu blättern, weil Ihnen dieses Thema unangenehm ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Jemand, der sagt, 1978 ist mir Wurst, hat in der Atompolitik nicht einmal irgendetwas zu sagen! Ist Ihnen 1978 egal? Gut zu wissen!) Wenn man die Volksmeinung ernst nimmt, dann muss man auch so einen Aufschrei der Bevölkerung ernst nehmen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Warum kramen Sie in der Vergangenheit?)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihnen ist 1978 egal! Es ist Ihnen egal!
Ein Monat, nachdem Sie in der Regierung waren, haben Sie das eiskalt abgelehnt. Eiskalt! Über 600 000 Unterschriften! Deswegen sind Sie so wenig glaubwürdig, wenn es um solche direktdemokratischen Instrumente geht. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihnen ist 1978 egal! Es ist Ihnen egal!) – Mir ist 1978 gar nicht egal. Ich möchte nur eines noch einmal hervorheben: Für die jetzige Debatte ist das ein reiner Kabarettbeitrag und kein sachlicher Lösungsbeitrag für die Zukunft. Das ist reine Polemik, weil Sie sich mit der SPÖ unbedingt im Zweikampf messen müssen, hat aber mit einer Orientierung an Sachlösungen, die andere Parteien hier versuchen, absolut nichts zu tun. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Da ging es um Zwentendorf! ...! Ist Ihnen das egal?)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Da ging es um Zwentendorf! ...! Ist Ihnen das egal?
Ein Monat, nachdem Sie in der Regierung waren, haben Sie das eiskalt abgelehnt. Eiskalt! Über 600 000 Unterschriften! Deswegen sind Sie so wenig glaubwürdig, wenn es um solche direktdemokratischen Instrumente geht. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihnen ist 1978 egal! Es ist Ihnen egal!) – Mir ist 1978 gar nicht egal. Ich möchte nur eines noch einmal hervorheben: Für die jetzige Debatte ist das ein reiner Kabarettbeitrag und kein sachlicher Lösungsbeitrag für die Zukunft. Das ist reine Polemik, weil Sie sich mit der SPÖ unbedingt im Zweikampf messen müssen, hat aber mit einer Orientierung an Sachlösungen, die andere Parteien hier versuchen, absolut nichts zu tun. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Da ging es um Zwentendorf! ...! Ist Ihnen das egal?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist der europaweite Atomausstieg?
Na schlecht, meine Damen und Herren? (Beifall bei der SPÖ.) Ich glaube, das ist ein völlig richtiger Weg, der hier eingeschlagen wurde. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist der europaweite Atomausstieg?) – Kollege Westenthaler! Sie waren heute schon so oft am Wort, jetzt bin ich einmal am Wort. Vielleicht probieren Sie es einmal mit Zuhören! (Abg. Schwemlein: Mit der Wahrheit!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ach so?
Was mich aber besonders fasziniert, Kollegin Glawischnig: Sie kommen von Global 2000, Kollegin Sima auch. Ich weiß, dass 1999 zumindest Kollegin Sima noch Mitglied bei Global 2000 und mit daran beteiligt war, dass Global 2000 gemeinsam mit Greenpeace ein Volksbegehren gegen die Inbetriebnahme von Temelín starten wollte. (Abg. Ing. Westenthaler: Ach so?) Ihre
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Reines Chaos bei der SPÖ!
Herr Kollege Cap! Bitte! Wenn er es nicht weiß, dann sagen Sie es, Herr Kollege Gusenbauer, oder irgendjemand, der es weiß. (Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Wissen Sie, was das Problem ist? – Ich gebe Ihnen die Zeit, aber Sie wissen die Zeit nicht zu nutzen, weil Sie nicht wissen, wie Ihre Position ist. Ihre Position ist wirklich nicht durchdacht. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Reines Chaos bei der SPÖ!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist kümmerlich! Kein Mensch mehr da bei der eigenen Dringlichen Anfrage! Leere Bankreihen! – Abg. Dr. Khol zählt die im Sitzungssaal befindlichen SPÖ-Abgeordneten.
Noch einmal: Bitte, Herr Kollege Cap, zweiter Anlauf. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist kümmerlich! Kein Mensch mehr da bei der eigenen Dringlichen Anfrage! Leere Bankreihen! – Abg. Dr. Khol zählt die im Sitzungssaal befindlichen SPÖ-Abgeordneten.) Was bedeutet es in der Realität, wenn Sie das Energiekapitel nicht abschließen? – Zweite Chance. Herr Kollege Gusenbauer, zweite Chance! Kollegin Prammer! Einem! Antoni! (Abg. Dr. Mertel: Oberlehrer! Oberlehrer in der Notenkonferenz!)
Abg. Dr. Gusenbauer: Wer hätte geglaubt, dass Westenthaler noch zu unterbieten ist! Das wurde soeben geschafft!
Oder haben Sie, Herr Cap, vielleicht in Berlin bei Ihrem Freund Steiner interveniert? (Abg. Haigermoser: Ja, genau! Der Herr Steiner ist ein ganz besonderes Exemplar!) Vielleicht hätten Sie es mit einer Dose Kaviar versuchen sollen, möglicherweise hätte das gewirkt. (Abg. Dr. Gusenbauer: Wer hätte geglaubt, dass Westenthaler noch zu unterbieten ist! Das wurde soeben geschafft!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ja, das würden wir gern einmal hören!
Mir geht es um die Sache, und ich will Sie schon auf eines aufmerksam machen. Man sollte nämlich in einer ehrlichen Debatte auch die Dinge beim Namen nennen. Die SPÖ wird folgende Frage beantworten müssen: Was wäre, wenn die tschechischen Verhandler, die tschechische Regierung die berechtigten Wünsche – und wenn Sie die drei Entschließungsanträge nebeneinander legen, erkennen Sie einen großen Teil, der völlig deckungsgleich ist – nicht erfüllen? (Abg. Ing. Westenthaler: Ja, das würden wir gern einmal hören!) Daran können Sie sich nicht vorbeischwindeln.
Abg. Ing. Westenthaler: Nicht der Regierung! – Abg. Mag. Schweitzer: Du sollst deine Position erklären!
Ein Abgeordneter von der FPÖ hat gesagt, die Regierung befinde sich in der Mausefalle. Ich würde sagen: Eigentlich steht der Regierung in dieser Frage das Wasser bis zum Hals. (Abg. Ing. Westenthaler: Nicht der Regierung! – Abg. Mag. Schweitzer: Du sollst deine Position erklären!) Aber es gibt ja noch eine Opposition, an die man sich wenden kann. (Abg. Mag. Schweitzer: Was macht die SPÖ?) Aufgabe der Regierung ist es, das Hohe Haus über die Verhandlungsfortschritte zu informieren, uns überhaupt einmal darüber zu informieren, wie die Verhandlungen stehen, dann kann man auch eine Debatte darüber führen. Aber diese absurden "Was wäre, wenn"-Diskussionen, diese Spekulationsorgie von Propheten und sonstigen Kaffeesatzlesern sind sinnlos! Es muss hier wirklich einmal informiert werden und einen Bericht geben, aber den gibt es nicht. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Und was ist, wenn das nicht eintritt?
Weiters möchte ich noch darauf hinweisen, dass wir in Punkt 5 unseres Entschließungsantrages die Voraussetzungen für die Zustimmung, für die vorläufige Zustimmung zum Energiekapitel taxativ aufgezählt haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Und was ist, wenn das nicht eintritt?) Mehrere Punkte sind identisch mit dem Vorschlag der ÖVP und der FPÖ. Dazu gekommen ist lediglich das, was im Melker Prozess ohnehin drinsteht und was Sie in vorauseilendem Gehorsam schon herausgestrichen haben: die Durchrechnung der Nulloption bei einer Nichtinbetriebnahme und das Prüfen von Ausstiegsvarianten. Außerdem vertreten wir die Meinung, dass es sich um einen völkerrechtlich verbindlichen Vertrag handelt. – Das ist erfüllbar, das ist ausverhandelbar! Wenn die Regierung es nicht schafft, das auszuverhandeln, dann ist sie rücktrittsreif – wenn sie es nicht ohnehin schon ist, weil sie nämlich bis jetzt nicht imstande war, ein Ergebnis auf den Tisch zu legen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben keine Strategie!
Es ist auch ein Zeichen von Schwäche, dass diese Regierung jetzt seit Wochen versucht, in diesem Thema von Hinz und Kunz, von überall her Hilfe zu bekommen. Sie soll doch endlich einmal versuchen, selbst Ergebnisse zu erarbeiten, selbst Ergebnisse auf den Tisch zu legen. Es kann kein Wegstehlen aus der Verantwortung geben, es kann auch kein Verantwortung-Überwälzen geben – Sie tragen die Verantwortung! Sie sind in der Regierung, Sie führen die Verhandlungen! Sie müssen uns über die Verhandlungsergebnisse informieren. Sie müssen zu diesen auch stehen (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben keine Strategie!) und dürfen sie nicht zum Gegenstand parteipolitischer Hickhack-Auseinandersetzungen machen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Niemand von euch weiß, was ihr wollt! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben keine Strategie!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Niemand von euch weiß, was ihr wollt! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben keine Strategie!
Es ist auch ein Zeichen von Schwäche, dass diese Regierung jetzt seit Wochen versucht, in diesem Thema von Hinz und Kunz, von überall her Hilfe zu bekommen. Sie soll doch endlich einmal versuchen, selbst Ergebnisse zu erarbeiten, selbst Ergebnisse auf den Tisch zu legen. Es kann kein Wegstehlen aus der Verantwortung geben, es kann auch kein Verantwortung-Überwälzen geben – Sie tragen die Verantwortung! Sie sind in der Regierung, Sie führen die Verhandlungen! Sie müssen uns über die Verhandlungsergebnisse informieren. Sie müssen zu diesen auch stehen (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben keine Strategie!) und dürfen sie nicht zum Gegenstand parteipolitischer Hickhack-Auseinandersetzungen machen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Niemand von euch weiß, was ihr wollt! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben keine Strategie!)
Abg. Ing. Westenthaler hält einen Artikel mit der Überschrift "Sozialisten sind für Kernenergie" in die Höhe.
Wenn jemand parteipolitisch agiert, dann sind das Sie: die FPÖ mit ihrem Doppelspiel, mit ihrem Beschwindeln der Wählerinnen und Wähler auf der einen Seite und die Landeshauptleute von der ÖVP auf der anderen Seite. Dazwischen torkelt der Bundeskanzler führungslos in dieser Bundesregierung hin und her und ist nicht imstande, eine klare Linie in diese Diskussion hineinzubringen. (Beifall bei der SPÖ.) Und das muss wirklich einmal kritisiert werden. (Abg. Ing. Westenthaler hält einen Artikel mit der Überschrift "Sozialisten sind für Kernenergie" in die Höhe.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja alles nicht wahr!
Herr Bundesminister! Ich denke mir, es spricht ja nichts dagegen, solche Maßnahmen zu setzen, aber finden Sie dann wenigstens klare Worte dafür. Herr Westenthaler, plakatieren Sie nicht "Mieten senken", wenn Ihr einziges Ziel ist: Mieten erhöhen. Ich weiß, dass das der erste Schritt ist und dass Sie scheibchenweise den Mieterschutz demontieren und aushöhlen wollen und drauf und dran sind, scheibchenweise die Mieten zu erhöhen, und zwar deshalb, um Ihre Klientel, den Herrn Neudeck, damit zu bedienen. Die haben auch Ihre Partei finanziert, denen sind Sie offensichtlich etwas schuldig. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja alles nicht wahr!) Sagen Sie doch offen, dass das alles jetzt und in Zukunft auf dem Rücken der Mieter passiert. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Harry Potter lesen! – Abg. Dr. Khol: Kein Wort wahr!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Harry Potter lesen! – Abg. Dr. Khol: Kein Wort wahr!
Herr Bundesminister! Ich denke mir, es spricht ja nichts dagegen, solche Maßnahmen zu setzen, aber finden Sie dann wenigstens klare Worte dafür. Herr Westenthaler, plakatieren Sie nicht "Mieten senken", wenn Ihr einziges Ziel ist: Mieten erhöhen. Ich weiß, dass das der erste Schritt ist und dass Sie scheibchenweise den Mieterschutz demontieren und aushöhlen wollen und drauf und dran sind, scheibchenweise die Mieten zu erhöhen, und zwar deshalb, um Ihre Klientel, den Herrn Neudeck, damit zu bedienen. Die haben auch Ihre Partei finanziert, denen sind Sie offensichtlich etwas schuldig. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja alles nicht wahr!) Sagen Sie doch offen, dass das alles jetzt und in Zukunft auf dem Rücken der Mieter passiert. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Harry Potter lesen! – Abg. Dr. Khol: Kein Wort wahr!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Harry Potter lesen! – Abg. Nürnberger – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Der schaut dir ähnlich! – Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP sowie der SPÖ.
Abgeordneter Mag. Reinhard Firlinger (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Frau Kollegin Bures, ich an Ihrer Stelle würde nicht so salopp mit der Materie umgehen, wenn Sie die Worte "Mieterschutz" beziehungsweise "Verlassen des Mieterschutzes" verwenden, und ich möchte schon noch einmal in Erinnerung rufen: die SPÖ – 400 Quadratmeter Bürofläche, 54 S. (Abg. Dr. Jarolim: Das ist der einzige Grund für das Gesetz?) Klar ist: Einen solchen phantastischen Mietvertrag werden Sie wahrscheinlich unter anderen Verhältnissen nicht mehr bekommen. Es ist auch in Ordnung so, dass Sie solche Marktsituationen nicht mehr missbrauchen können. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: ..., wie hoch ist seine Pension? – Abg. Bures – eine Zeitschrift in die Höhe haltend –: Kennen Sie den Artikel "Blauer Wohnen"?) – Ja, es gibt so viele Artikel, Frau Kollegin! (Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Hören Sie mir auf mit den Artikeln in diversen Zeitungen! (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Harry Potter lesen! – Abg. Nürnberger – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Der schaut dir ähnlich! – Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP sowie der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Um halb eins ist das eine ziemliche Zumutung! – Zwischenruf des Abg. Haigermoser.
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächste Rednerin zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Mag. Wurm. (Abg. Ing. Westenthaler: Um halb eins ist das eine ziemliche Zumutung! – Zwischenruf des Abg. Haigermoser. ) Restliche Redezeit: 2 Minuten. – Bitte.
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Warum regt ihr euch so auf? Ich lache mich krumm!
Ich bitte jene Damen und Herren, die auch in dritter Lesung für den vorliegenden Gesetzentwurf sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist ebenfalls einstimmig. Der Gesetzentwurf ist somit auch in dritter Lesung angenommen. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Warum regt ihr euch so auf? Ich lache mich krumm!)
Sitzung Nr. 84
Abg. Dr. Khol: Das war also eine Frage an den Westenthaler!
Ich gebe Ihnen Recht, dass Reformbedarf besteht. Der neben mir sitzende Medienstaatssekretär, der die Beantwortung dieser Frage einfach aus Gründen der Zeitökonomie an mich abgetreten hat, verhandelt mit den Klubs bereits intensiv über eine Neugestaltung. (Abg. Dr. Khol: Das war also eine Frage an den Westenthaler!) Wir werden das so vornehmen, dass wir Ihnen im Laufe des Jahres 2002 – die Finanzierung ist in ausreichendem Maße gesichert – dazu einen konkreten Vorschlag vorlegen werden, von dem ich hoffe, dass er auf allgemeine Zustimmung stößt.
Abg. Ing. Westenthaler: Aber sie offenbar! Petrovic liest solche Zeitungen! – Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.
Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel: Frau Abgeordnete! Ich gehöre nicht zum Bezieher- und Leserkreis von derartigen Zeitungen – das nehme ich für mich wohl in Anspruch. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber sie offenbar! Petrovic liest solche Zeitungen! – Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim. )
Abg. Ing. Westenthaler: Ja, genau! Anzeigen!
Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel: Herr Abgeordneter! Auch für Sie gilt, was ich gerade vorhin jemand anderem gesagt habe: Wenn Sie solche Vorwürfe erheben, dann darf ich Sie darauf hinweisen, dass es ein österreichisches Strafgesetz gibt, durch das Sie als Bürger sogar verpflichtet sind, tätig zu werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Ja, genau! Anzeigen!) Ich würde Sie daher bitten, nicht nur die Fragestunde dafür einzusetzen, sondern falls Sie der Meinung sind, dass darin der österreichischen Rechtslage widersprechende Thesen gebracht worden sind, auch die notwendigen rechtlichen Schritte zu setzen.
Abg. Ing. Westenthaler: Klestil gibt dieser Zeitung Interviews!
Zweiter Punkt: Wir haben, wie schon erwähnt, ein Presseförderungsgesetz aus dem Jahr 1985, in dem präzise definiert ist, wer von der Förderung ausgeschlossen ist. Das sind keine inhaltlichen Kriterien, vielmehr sind etwa Kundenzeitschriften, die Presseorgane von Interessenvertretungen oder reine Fachpresse ausgeschlossen. Ansonsten gibt es keine inhaltlichen Auflagen. (Abg. Ing. Westenthaler: Klestil gibt dieser Zeitung Interviews!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Öllinger kann das nicht! ... Missbrauch der Geschäftsordnung!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Bitte, Herr Kollege: Alle können ein oder zwei Sätze zur Erläuterung sagen, aber dann stellen alle ihre Fragen! (Abg. Ing. Westenthaler: Der Öllinger kann das nicht! ... Missbrauch der Geschäftsordnung!) – Bitte, Herr Abgeordneter, setzen Sie fort!
Anhaltende Zwischenrufe. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Klestil hat dort große Interviews gegeben! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Abgeordnete Mag. Gisela Wurm (SPÖ): Herr Bundeskanzler! Es gibt keine Verpflichtung für die Bundesregierung, den Empfehlungen des Beirates nachzukommen! (Abg. Haigermoser: Der "Eurolim"!) In dieser Zeitschrift "Zur Zeit" wird immer wieder von der antisemitischen Ritualmord-Legende gesprochen, es wird gegen die Weltherrschaft des Judentums gewettert, und es konnte geschehen, dass in einem Artikel Adolf Hitler als Sozialrevolutionär bezeichnet wird. Auch der Holocaust wird als Mythos bezeichnet. (Anhaltende Zwischenrufe. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Klestil hat dort große Interviews gegeben! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Dieser Artikel fand sogar in den aktuellen Rechtsextremismus-Bericht des Innenministeriums Eingang. (Abg. Dr. Kurzmann: Das ist eine Lesung, keine Frage!)
Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Van der Bellen in der rechtsextremen Zeitschrift!
Abgeordneter Dr. Gerhard Kurzmann (Freiheitliche): Herr Bundeskanzler! Ist Ihnen bekannt, dass in der angesprochenen Zeitschrift "Zur Zeit" unter anderem Alexander Van der Bellen (Oh-Rufe bei den Freiheitlichen), Herbert Fux, Alfred Gusenbauer, Alfred Hrdlicka, Helmut Zilk, Fritz Muliar und 150 andere Personen zwischen 1997 und 2001 interviewt worden sind, Interviews gegeben haben? Halten Sie diese Personen für rechtsextrem? (Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Van der Bellen in der rechtsextremen Zeitschrift!) Oder sehen Sie darin wie ich eher ein Zeichen für Pluralismus und Meinungsfreiheit? (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: ... Das ist peinlich! Van der Bellen in der rechtsextremen Zeitschrift!)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: ... Das ist peinlich! Van der Bellen in der rechtsextremen Zeitschrift!
Abgeordneter Dr. Gerhard Kurzmann (Freiheitliche): Herr Bundeskanzler! Ist Ihnen bekannt, dass in der angesprochenen Zeitschrift "Zur Zeit" unter anderem Alexander Van der Bellen (Oh-Rufe bei den Freiheitlichen), Herbert Fux, Alfred Gusenbauer, Alfred Hrdlicka, Helmut Zilk, Fritz Muliar und 150 andere Personen zwischen 1997 und 2001 interviewt worden sind, Interviews gegeben haben? Halten Sie diese Personen für rechtsextrem? (Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Van der Bellen in der rechtsextremen Zeitschrift!) Oder sehen Sie darin wie ich eher ein Zeichen für Pluralismus und Meinungsfreiheit? (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: ... Das ist peinlich! Van der Bellen in der rechtsextremen Zeitschrift!)
Abg. Mag. Trattner – in Richtung Grüne –: Da schaut ihr aber schön belämmert drein! Ihr seid eine peinliche Truppe! – Abg. Ing. Westenthaler: Kasperl! Öllinger ist ein Kasperl! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zusatzfrage? – Herr Abgeordneter Donabauer, bitte. (Abg. Mag. Trattner – in Richtung Grüne –: Da schaut ihr aber schön belämmert drein! Ihr seid eine peinliche Truppe! – Abg. Ing. Westenthaler: Kasperl! Öllinger ist ein Kasperl! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Die Erregung ist groß! Läuft nicht gut für euch!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zusatzfrage? – Herr Abgeordneter Mag. Mühlbachler, bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Die Erregung ist groß! Läuft nicht gut für euch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sehr gut! Wichtiges Thema!
Nach den Bestimmungen der Geschäftsordnung wird die Dringliche Anfrage um 15 Uhr zum Aufruf gelangen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sehr gut! Wichtiges Thema!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das war nicht der Krüger, das war der Scheuch!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Dr. Krüger! Sie wissen, dass Sie ein Wort gebraucht haben, das man nicht akzeptieren kann, auch wenn wir in einer hitzigen Phase der Debatte sind! (Unruhe im Saal.) Das Wort "entblöden" als Zwischenruf ist nicht zulässig. (Rufe und Gegenrufe zwischen der SPÖ und den Freiheitlichen. – Abg. Großruck: Ich werde jetzt zur Deeskalation beitragen!) Ich habe es genau gehört. (Abg. Dr. Krüger – in Richtung des Präsidenten Dr. Fischer –: Herr Präsident! Das ist ein Unsinn, mit Verlaub! Ich habe das nicht gesagt! Da lassen Sie sich die Aufnahmen kommen!) Sondern, wer war das? (Abg. Ing. Westenthaler: Das war nicht der Krüger, das war der Scheuch!) Gut. Kollege Scheuch! Ich habe zwar das Wort gehört, mich aber in der Person geirrt. Ich bitte auch Sie, solche Ausdrücke nicht zu verwenden!
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist nicht ganz korrekt!
Das Lob (Abg. Dr. Khol: Für die Steuerzahler auch? Weil Sie nur von den Steuerzahlerinnen reden! – Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Wissen Sie, Kollege Khol, das sagt man jetzt so. Damit müssen wir Männer zurechtkommen. Ich sage jetzt immer SteuerzahlerInnen, weil das schneller geht. Da ist aber der Steuerzahler schon mit gemeint. Ich glaube, so weit können Sie mir folgen. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist nicht ganz korrekt!) Lassen wir das, meine Herren! Machen wir uns das ein anderes Mal aus!
Abg. Dr. Khol: Unterausschuss! – Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt keinen "kleinen Untersuchungsausschuss"! Es gibt auch keinen "großen Untersuchungsausschuss"!
Da gibt es einige Fragestellungen. Ich darf wieder auf einen meiner Vorredner eingehen und das leidige Thema des Unterausschusses des Rechnungshofausschusses strapazieren – das werden wir hier im Haus zwar nochmals tun, aber es passt zu diesem Generalthema –: Es ist und bleibt völlig unverständlich – ich glaube, nicht nur für die Opposition –, dass Minister und Ministerinnen über die Medien von sich aus bekannt geben, dass sie in diesem Untersuchungsausschuss (Abg. Dr. Khol: Unterausschuss!) eine Aussage machen möchten. – Kleiner Untersuchungsausschuss! (Abg. Dr. Khol: Unterausschuss! – Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt keinen "kleinen Untersuchungsausschuss"! Es gibt auch keinen "großen Untersuchungsausschuss"!)
Abg. Ing. Westenthaler: Bundesminister Haupt heißt das immer noch!
Herr Haupt (Abg. Ing. Westenthaler: Bundesminister Haupt heißt das immer noch!) hat natürlich einen großen Erklärungsbedarf, das ist klar. Aber vielleicht verspricht er sich einfach mehr davon – selbst an seiner Stelle –, endlich einmal Rede und Antwort stehen zu können und sich nicht ständig Vorhaltungen machen lassen zu müssen, bei denen er sich mit diesen Themen gar nicht adäquat auseinander setzen kann.
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt hält er dieselbe Rede noch einmal!
Meine Damen und Herren! Es ist ja ganz klar: Das ist eine konzertierte Aktion von den Regierungsparteien (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt hält er dieselbe Rede noch einmal!), und das ist bezeichnend, Herr Westenthaler, für den Umgang dieser Bundesregierung mit der Kontrolle, mit dem Parlament, mit dem Rechnungshof und mit der Demokratie! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Habt ihr das nicht vor einer halben Stunde auch schon gesagt? – Abg. Schwarzenberger: Wo ist der Klubobmann Gusenbauer? Er ist auch nicht da!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Habt ihr das nicht vor einer halben Stunde auch schon gesagt? – Abg. Schwarzenberger: Wo ist der Klubobmann Gusenbauer? Er ist auch nicht da!
Meine Damen und Herren! Es ist ja ganz klar: Das ist eine konzertierte Aktion von den Regierungsparteien (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt hält er dieselbe Rede noch einmal!), und das ist bezeichnend, Herr Westenthaler, für den Umgang dieser Bundesregierung mit der Kontrolle, mit dem Parlament, mit dem Rechnungshof und mit der Demokratie! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Habt ihr das nicht vor einer halben Stunde auch schon gesagt? – Abg. Schwarzenberger: Wo ist der Klubobmann Gusenbauer? Er ist auch nicht da!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Die größte Skandalpartei Österreichs redet über Skandale!
Bei diesen Zuständen, meine Damen und Herren, fehlt die Ministerin hier im Hohen Haus! – Das ist ein ganz besonderer Skandal! (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Die größte Skandalpartei Österreichs redet über Skandale!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Einem!
Oder: Eine Schienenpolitik der Katastrophe haben Sie hinterlassen, meine Damen und Herren! Jahrzehnte sind Sie auf dem Bremsschuh gestanden, haben nur die Privilegien der Eisenbahner verteidigt und haben die Bahn nicht auf einen modernen Stand gebracht. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Einem!)
Abg. Ing. Westenthaler: Gescheiterter Verkehrsminister Einem!
Oder: Ein desolates Straßensystem haben wir von Ihnen übernommen, meine Damen und Herren. (Abg. Ing. Westenthaler: Gescheiterter Verkehrsminister Einem!) "Katastrophnik" von A bis Z! Infrastruktur: Null Komma Josef! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Edlingers letztes Budget hat die rote Laterne – und Rapid auch bald! Abstiegsgefahr! – Präsident Dr. Fasslabend übernimmt den Vorsitz.
Als erster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Edlinger. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 10 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Edlingers letztes Budget hat die rote Laterne – und Rapid auch bald! Abstiegsgefahr! – Präsident Dr. Fasslabend übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Rapid ist arm! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Zweites Problem: Sie haben eine Senkung der Steuerquote versprochen. – Die Steuern steigen jedoch um 111 Milliarden Schilling! (Der Redner stellt eine weitere Tafel, auf der gleichfalls eine Graphik zu sehen ist, auf das Rednerpult.) Das muss ich korrigieren, eben auf Grund der Aussagen des Herrn Finanzministers. Ich korrigiere meine eigene Graphik mit zwei kleinen braunen Säulen. – Bitte keine politische Interpretation! (Der Redner stellt die nächste Tafel auf das Rednerpult. – Heiterkeit bei der SPÖ.) Noch mehr als plus 111 Milliarden Schilling Schulden! Das ist Ihre Politik, meine sehr verehrten Damen und Herren von den Regierungsparteien! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Rapid ist arm! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten lieber die grüne Rapid-Abstiegskrawattte nehmen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Gegenrufe bei der SPÖ.
Ich bin ein Fan von Ihnen, sehr geehrter Herr Finanzminister. (Oho-Rufe bei den Freiheitlichen.) Meine "sprechenden" Krawatten sind ja schon bekannt – und ich trage das erste Exemplar Ihrer Fankrawatte, Herr Finanzminister (der Redner dreht sich zu dem auf der Regierungsbank sitzenden Bundesminister Mag. Grasser um und zeigt diesem seine Krawatte): der blaue Hai , meine sehr verehrten Damen und Herren! (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten lieber die grüne Rapid-Abstiegskrawattte nehmen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Gegenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Ihnen unangenehm, Herr Edlinger! Das schlechteste Budget aller Zeiten!
Es war höchste Zeit, dass Sie als Finanzminister mit dieser Ihrer Politik abgelöst wurden! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.) – Oder war es doch der Herr Khol? War es doch Herr Dr. Khol, der dafür verantwortlich ist? – Doch Edlinger! (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Ihnen unangenehm, Herr Edlinger! Das schlechteste Budget aller Zeiten!) Ich weiß, diese Dinge sind Ihnen natürlich unangenehm. (Zwischenruf des Abg. Edlinger. )
Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist das "dicke Ende"?
Was sagt Herr Ex-Finanzminister Edlinger im "Standard" vom 21. März 2000? – "Ich sehe wenig strukturelle Änderungen und bin daher überzeugt, dass das dicke Ende 2001 kommt." – Zitatende. (Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist das "dicke Ende"?)
Abg. Edlinger: Die Unfallrentner! Die Pensionisten! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Edlinger –: Geh, hör doch auf mit der Polemik! Der größte Schuldenmacher aller Zeiten spielt sich da auf! – Gegenrufe bei der SPÖ.
Weil Sie immer fragen: Wer zahlt das? Wer leistet einen Beitrag zu den Konsolidierungsmaßnahmen?, möchte ich Folgendes betonen: Es ist uns ganz klar gewesen, dass eine rein ausgabenseitige Sanierung natürlich nicht möglich ist. Dazu waren die Zahlen zu hoch, das Erfordernis zu groß. Aber die Beiträge zur Konsolidierung kommen natürlich in erster Linie von jenen, die sich diese Maßnahmen auch leisten können, beziehungsweise aus Maßnahmen der Verwaltungsreform. (Abg. Edlinger: Die Unfallrentner! Die Pensionisten! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Edlinger –: Geh, hör doch auf mit der Polemik! Der größte Schuldenmacher aller Zeiten spielt sich da auf! – Gegenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir wären in Europa isoliert gewesen! – Gegenruf des Abg. Edlinger.
So hätte die Situation ausgesehen, die in der Finanzpolitik eingetreten wäre, wenn wir nicht konsolidiert hätten, wenn wir Ihre Politik nicht sofort geändert hätten: Wir wären heute auf 4 Prozent Netto-Neuverschuldung in Österreich, wir hätten 4 Prozent jährliches Budgetdefizit! Damit hätten wir, Herr Abgeordneter Edlinger, alle Pakte, die Sie selbst für die Republik Österreich eingegangen sind, gebrochen. Die Republik Österreich hätte bei einem Budgetdefizit von 4 Prozent in etwa 9 Milliarden Schilling als Strafe nach Brüssel überweisen müssen, wir hätten eine massive Beeinträchtigung unseres internationalen Ratings und viel mehr Zinsen zu zahlen gehabt, als das heute der Fall ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir wären in Europa isoliert gewesen! – Gegenruf des Abg. Edlinger. )
Abg. Ing. Westenthaler: Ganz richtig! Dann wird es nämlich noch schlechter!
Herr Abgeordneter Van der Bellen, Sie haben gefragt: Was bringt es mir, wenn ich sage, dass es keine Rezession gibt? – Mir ist es einfach wichtig, dass man nicht versucht, in der Bevölkerung eine schlechte Stimmung auch noch künstlich zu erzeugen. Wirtschaft ist wirklich auch eine Frage der Psychologie. Daher kann das Krankjammern, wie es vor allem Herr Abgeordneter Edlinger betrieben hat, nicht im Interesse der Bevölkerung und im Interesse Österreichs sein (Abg. Ing. Westenthaler: Ganz richtig! Dann wird es nämlich noch schlechter!), sondern wir – und auch Sie sollten diesen Versuch machen! – sollten gemeinsam danach trachten, dass Österreich wettbewerbsfähiger wird, damit wir mehr Beschäftigung zustande bringen, damit wir den Wirtschaftsstandort Österreich aufwerten. Wir würden uns einmal einen konstruktiven Vorschlag von Ihrer Seite wünschen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Kann er nicht! Hat keinen guten Vorschlag!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Kann er nicht! Hat keinen guten Vorschlag!
Herr Abgeordneter Van der Bellen, Sie haben gefragt: Was bringt es mir, wenn ich sage, dass es keine Rezession gibt? – Mir ist es einfach wichtig, dass man nicht versucht, in der Bevölkerung eine schlechte Stimmung auch noch künstlich zu erzeugen. Wirtschaft ist wirklich auch eine Frage der Psychologie. Daher kann das Krankjammern, wie es vor allem Herr Abgeordneter Edlinger betrieben hat, nicht im Interesse der Bevölkerung und im Interesse Österreichs sein (Abg. Ing. Westenthaler: Ganz richtig! Dann wird es nämlich noch schlechter!), sondern wir – und auch Sie sollten diesen Versuch machen! – sollten gemeinsam danach trachten, dass Österreich wettbewerbsfähiger wird, damit wir mehr Beschäftigung zustande bringen, damit wir den Wirtschaftsstandort Österreich aufwerten. Wir würden uns einmal einen konstruktiven Vorschlag von Ihrer Seite wünschen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Kann er nicht! Hat keinen guten Vorschlag!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was waren da für Unkenrufe!
Wir haben in Österreich eine Inflationsrate, die im nächsten Jahr unter 2 Prozent liegen wird. Wir haben Gott sei Dank auch eine positive Entwicklung auf den Aktienmärkten. Ich freue mich – das sage ich Ihnen nach vielen Diskussionen hier ganz offen –, dass die Aktie der österreichischen Telekom zuletzt auf 9,25 € gestanden ist. Wir wissen, dass wir für den Kleinanleger einen Ausgabekurs von netto 8,55 € hatten. (Abg. Ing. Westenthaler: Was waren da für Unkenrufe!) Im Mai des nächsten Jahres wird es eine Gratisaktie dazu geben, dann wird, wenn man dies berücksichtigt, der Ausgabekurs 7,65 € betragen. Und heute stehen wir auf mehr als 9 €. (Abg. Ing. Westenthaler: Sensationell!) 7,65 € zu mehr als 9 € – und das in einer Zeit, in der andere Telekom-Werte 30, 40 oder 50 Prozent ihres Wertes verloren haben!
Abg. Ing. Westenthaler: Sensationell!
Wir haben in Österreich eine Inflationsrate, die im nächsten Jahr unter 2 Prozent liegen wird. Wir haben Gott sei Dank auch eine positive Entwicklung auf den Aktienmärkten. Ich freue mich – das sage ich Ihnen nach vielen Diskussionen hier ganz offen –, dass die Aktie der österreichischen Telekom zuletzt auf 9,25 € gestanden ist. Wir wissen, dass wir für den Kleinanleger einen Ausgabekurs von netto 8,55 € hatten. (Abg. Ing. Westenthaler: Was waren da für Unkenrufe!) Im Mai des nächsten Jahres wird es eine Gratisaktie dazu geben, dann wird, wenn man dies berücksichtigt, der Ausgabekurs 7,65 € betragen. Und heute stehen wir auf mehr als 9 €. (Abg. Ing. Westenthaler: Sensationell!) 7,65 € zu mehr als 9 € – und das in einer Zeit, in der andere Telekom-Werte 30, 40 oder 50 Prozent ihres Wertes verloren haben!
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Edlinger: Kanada! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Edlinger –: Eingefahren! – Abg. Auer: Zwei zu null!
Wenn man daher eine Abgabenquote von 44-komma-irgendetwas Prozent in der Vergangenheit berücksichtigt und ein jährliches Defizit von mehr als 2 Prozent hinzuzählt, dann kann man sagen: Da kommen Sie, Herr Abgeordneter (in Richtung des Abg. Edlinger ), auf eine implizite Steuerquote von fast 48 Prozent, die Sie in den Jahren 1995 bis 1999 erreicht haben. Das ist die Belastung, die Sie dem österreichischen Steuerzahler aufgebürdet haben. Daher bleibt Ihnen das Bummerl, und ich bin sehr froh darüber. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Edlinger: Kanada! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Edlinger –: Eingefahren! – Abg. Auer: Zwei zu null!)
Abg. Edlinger: Eine Einmalzahlung! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Gar nichts habt ihr gemacht! Im Durchschnitt!
Wenn vor diesem Hintergrund die Pensionserhöhung angesprochen und demagogisch behandelt wird, dann muss ich wirklich sagen: Herr Abgeordneter Edlinger, Sie kennen die Zahlen! Im Jahre 1997 haben ein sozialdemokratischer Bundeskanzler, Finanzminister und Sozial-minister eine Pensionserhöhung für alle Pensionisten von 0,0 beschlossen (Abg. Edlinger: ... ihr macht das, weil wir so viel hergegeben haben! Ihr müsst euch einmal einigen!), und zwar bei einer Inflation von 1,3 Prozent. 0,0 ist das, was Sie für die Pensionisten übrig hatten! (Abg. Edlinger: Eine Einmalzahlung! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Gar nichts habt ihr gemacht! Im Durchschnitt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Nicht einmal die Hälfte!
Da Sie "Einmalzahlung" sagten: Im Jahre 1998 haben Sie eine Anpassung von 1,3 Prozent gemacht, im Jahre 1999 eine Anpassung von 1,5 Prozent, im Jahre 2000 eine Anpassung von 1,1 Prozent. (Abg. Edlinger: 0,6 Prozent Inflation!) Ja, im Jahre 2000 eine Anpassung von 1,1 Prozent bei einer Inflation von 2,3 Prozent. (Abg. Ing. Westenthaler: Nicht einmal die Hälfte!) Der Realeinkommensverlust ist Legende, den Sie den Pensionisten durch Ihre Beschlüsse zugefügt haben. (Abg. Edlinger: Wollen Sie sagen, die haben zu viel gekriegt?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist jetzt eine Lehrstunde für Edlinger gewesen!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Leikam. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist jetzt eine Lehrstunde für Edlinger gewesen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Finanzexperte Leikam! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Anton Leikam (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Präsident des Rechnungshofes! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich habe mich zu Wort gemeldet und komme nun nach dem Herrn Finanzminister an die Reihe, worüber ich nicht unglücklich bin, denn ich habe damit die Gelegenheit, die Selbstdarstellung, die er uns jetzt über 30 Minuten hier geliefert hat (Widerspruch bei den Freiheitlichen), vielleicht doch etwas zu relativieren und ihn wieder ein bisschen auf den Boden der Realität zurückzuholen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Finanzexperte Leikam! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja ein Wahnsinn! – Abg. Haigermoser: Das ist ja Ostblock! Kommunismus! Alt-Stalinismus!
Das schreibt Petra Wind, Bundesjunglehrerin der Sozialdemokratischen Lehrer Österreichs. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja ein Wahnsinn! – Abg. Haigermoser: Das ist ja Ostblock! Kommunismus! Alt-Stalinismus!) – Das ist eine Methode, meine Damen und Herren, die wir auf das Schärfste ablehnen und zurückweisen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Böhacker: Das ist unerhört!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol: Jawohl, das ist ja unerhört! – Abg. Ing. Westenthaler: Josef Cap, verantworte dich!
Ich habe abschließend noch eine Bitte an Sie, weil Sie sich immer Sorgen um die Qualität der österreichischen Schule machen. Wissen Sie, worum ich mir wirklich Sorgen mache? – Wenn etwa die Sozialistische Jugend mit einer geschmacklosen, einer wirklich geschmacklosen Kam-pagne mit dem Slogan "Besser bekifft ficken als besoffen Auto fahren" darzustellen versucht, dass das eine sozusagen besser wäre als das andere. Sie verharmlosen hier den Drogenkonsum! Und diese Kampagne, die von den Sozialdemokraten unterstützt wird, verurteilen wir als Volkspartei! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol: Jawohl, das ist ja unerhört! – Abg. Ing. Westenthaler: Josef Cap, verantworte dich!)
Der Redner stellt ein Plakat mit einem Foto und der Aufschrift "Besser bekifft ficken als besoffen Auto fahren" auf dem Rednerpult auf. – Abg. Dr. Stummvoll: Das ist ja unglaublich! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unfassbar! Distanzieren Sie sich von diesem Flugblatt! Das ist eine Gefährdung der Jugend! – Zwischenrufe der Abg. Bures.
Abgeordneter Mag. Karl Schweitzer (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Lieber Kollege Cap, ich habe gerade gesehen, du hast applaudiert bei den letzten Worten der Frau Bundesminister. (Abg. Dr. Cap nickt.) Du warst auch einmal Vorsitzender der Sozialistischen Jugend. Viele andere waren Mitglied in der Sozialistischen Jugend, Kollege Gusenbauer war es auch, und ich hoffe, ihr alle teilt meine Meinung, wenn ich sage, dass Geschmacklosigkeit in dieser Form nicht unbedingt ein Zeichen von hoher Intelligenz ist. (Der Redner stellt ein Plakat mit einem Foto und der Aufschrift "Besser bekifft ficken als besoffen Auto fahren" auf dem Rednerpult auf. – Abg. Dr. Stummvoll: Das ist ja unglaublich! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unfassbar! Distanzieren Sie sich von diesem Flugblatt! Das ist eine Gefährdung der Jugend! – Zwischenrufe der Abg. Bures. )
Abg. Ing. Westenthaler: Bitte distanzieren Sie sich einmal davon, und zwar eindeutig!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Kuntzl. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 8 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Bitte distanzieren Sie sich einmal davon, und zwar eindeutig!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Leikam – Abg. Ing. Westenthaler: Das war schwach! Sie hätten sich distanzieren sollen!
Abgeordnete Mag. Andrea Kuntzl (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Sehr geehrte Damen und Herren! Damit wir das schnell erledigt haben, erfülle ich den Herzenswunsch des Kollegen Westenthaler. Herr Kollege Westenthaler, ich bin auch nicht glücklich über dieses Plakat (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Leikam – Abg. Ing. Westenthaler: Das war schwach! Sie hätten sich distanzieren sollen!), weil die SPÖ die Freigabe von weichen Drogen für keine Lösung des Drogenproblems hält.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Die Frau Bures hat aber eine andere Einstellung! – Abg. Ing. Westenthaler: Die Frau Bures mit ihrer Tochter hat eine andere Einstellung!
Trotzdem, Herr Kollege Westenthaler: Wir haben uns mit unseren Jugendorganisationen darüber auseinander gesetzt (Abg. Haigermoser: In einem Workshop wahrscheinlich!), wir tun das auch weiterhin, aber das Drüberfahren, das Maulkorbanlegen, das Strafen, das ist nicht Unseres, das ist Ihres, und so soll es auch bleiben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Die Frau Bures hat aber eine andere Einstellung! – Abg. Ing. Westenthaler: Die Frau Bures mit ihrer Tochter hat eine andere Einstellung!)
ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen – Abg. Ing. Westenthaler: Na, geh!
In Ihrer sehr lieblos vorgetragenen und sehr schwach begründeten Dringlichen Anfrage (ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen – Abg. Ing. Westenthaler: Na, geh!) haben Sie auch einige schwerwiegende Recherchefehler begangen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie wollen ein Workshop machen! – Abg. Haigermoser: Ja, Sie wollen ein Workshop machen mit ein paar Soziologen! – Abg. Mag. Schweitzer – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Auch mit der Partei!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie wollen ein Workshop machen! – Abg. Haigermoser: Ja, Sie wollen ein Workshop machen mit ein paar Soziologen! – Abg. Mag. Schweitzer – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Auch mit der Partei!
In Ihrer sehr lieblos vorgetragenen und sehr schwach begründeten Dringlichen Anfrage (ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen – Abg. Ing. Westenthaler: Na, geh!) haben Sie auch einige schwerwiegende Recherchefehler begangen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie wollen ein Workshop machen! – Abg. Haigermoser: Ja, Sie wollen ein Workshop machen mit ein paar Soziologen! – Abg. Mag. Schweitzer – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Auch mit der Partei!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Erst wie Sie das unterstützt haben, sind die Menschen nicht mehr hingegangen! Sie haben die Leute vertrieben!
Das Bildungs-Volksbegehren ist auch von den ÖVP-Lehrergewerkschaftern unterstützt worden. Vergessen Sie das nicht! Betreiben Sie nicht Kindesweglegung! Stehen Sie zu Ihren Leuten und fallen Sie ihnen nicht in den Rücken! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Erst wie Sie das unterstützt haben, sind die Menschen nicht mehr hingegangen! Sie haben die Leute vertrieben!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine tatsächliche Bestätigung! Danke für die Bestätigung! Das ist ein Auftritt – entsetzlich!
Abgesehen davon, dass Sie in diesem Antrag finden, dass die Kindheit mit dem Schuleintritt endet, möchte ich auch noch Stellung nehmen zu dem unwahren Vorwurf des Fax, das vom Stadtschulrat ausgegangen ist. Das war ein Fax, das von einer übereifrigen Lehrerin ausgegangen ist. (Lebhafte ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Und die Frau Minister weiß, die Frau Minister ist darüber informiert, dass dieses Fax umgehend von der Frau Stadtschulratspräsidentin zurückgezogen wurde. Bitte verbreiten Sie hier keine Unwahrheiten! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine tatsächliche Bestätigung! Danke für die Bestätigung! Das ist ein Auftritt – entsetzlich!)
Beifall bei der SPÖ. – Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Haigermoser: Workshop! Workshop!
Ein neues Hochschullehrer-Dienstrecht, das von allen Betroffenen abgelehnt wird. – Sogar Kollegin Brinek flüchtet vor diesem neuen Dienstrecht. (Beifall bei der SPÖ.) Eine Universitätsmilliarde, die sich die Studenten über die Studiengebühren selber finanzieren müssen. Ein Landeslehrer-Dienstrecht – darauf können Sie "stolz" sein! –, das für die Lehrer pro Jahr min-destens 20 000 S weniger bedeutet. Die Ermöglichung von Verhaltensvereinbarungen an den Schulen. – Dazu kann ich nur sagen: Sie sparen dort, wo Lehrer dafür eingesetzt werden, Konfliktlösungsmodelle zu erarbeiten, Konflikte mit den Kindern zu lösen, und haben stattdessen das Rohrstaberl wieder eingeführt. (Beifall bei der SPÖ. – Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Haigermoser: Workshop! Workshop!)
Abg. Ing. Westenthaler: Je länger die Rede, desto kleiner wird sie! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Sie verwenden null Phantasie, Zukunftsvorstellungen zu formulieren, wie wir unser Bildungssystem weiterentwickeln könnten. Wir dagegen haben ein Zehnpunkteprogramm auf den Tisch gelegt. (Abg. Mag. Schweitzer: Aber geh!) Sie verwenden die Dringliche Anfrage nur, um politisches Kleingeld zu schlagen, eine kleinliche parteipolitische Debatte vom Zaun zu brechen. (Abg. Haigermoser: Nein! – Abg. Dr. Cap: Ja!) Reden wir über Bildungspolitik und Reformen! (Abg. Ing. Westenthaler: Je länger die Rede, desto kleiner wird sie! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Haigermoser: Wer hat Ihnen das aufgeschrieben? – Abg. Ing. Westenthaler: Ich fürchte, sie hat sich das selber aufgeschrieben! – Abg. Dr. Khol: Gusenbauer hat nicht applaudiert! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten mehr Harry Potter lesen!
Sehr verehrte Damen und Herren! Mit Ihrer Politik machen Sie sich zu Totengräbern der Chancengleichheit. Sie vergessen, dass es nicht um nackte, trockene Zahlen geht, wenn es um die Bildung geht, sondern um die Zukunftschancen unserer Kinder und der jungen Menschen in diesem Lande! Sie handeln verantwortungslos! Diese Zukunft ist Ihnen nichts wert! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Haigermoser: Wer hat Ihnen das aufgeschrieben? – Abg. Ing. Westenthaler: Ich fürchte, sie hat sich das selber aufgeschrieben! – Abg. Dr. Khol: Gusenbauer hat nicht applaudiert! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten mehr Harry Potter lesen!)
Abg. Dr. Khol: Unglaublich! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja wirklich ein Skandal!
Das sind Positionen der Sozialistischen Jugend Österreichs, geschickt an alle Schulsprecher in Österreich – unter Verwendung der Schuladressen in Österreich! (Abg. Dr. Khol: Unglaublich! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja wirklich ein Skandal!) Das ist die so genannte moderne, verantwortungsvolle, fortschrittliche Drogenpolitik à la SPÖ! Das verurteilen wir, das lehnen wir ab, da können wir nicht mitmachen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das sind die roten Kiffer!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das sind die roten Kiffer!
Das sind Positionen der Sozialistischen Jugend Österreichs, geschickt an alle Schulsprecher in Österreich – unter Verwendung der Schuladressen in Österreich! (Abg. Dr. Khol: Unglaublich! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja wirklich ein Skandal!) Das ist die so genannte moderne, verantwortungsvolle, fortschrittliche Drogenpolitik à la SPÖ! Das verurteilen wir, das lehnen wir ab, da können wir nicht mitmachen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das sind die roten Kiffer!)
Abg. Ing. Westenthaler: Kiffer!
In dieses Horn stößt natürlich auch – und sie darf ja nicht fehlen! – die Partei der Grünen. (Abg. Ing. Westenthaler: Kiffer!) Ich habe vor mir eine APA-Aussendung vom 14. November, also erst einige Tage her, wo die grüne Gemeinderätin Jerusalem sagt: Cannabis endlich legalisieren! Keine Haftstrafen für alle Drogenkonsumenten. (Abg. Bures: Sekten! Sekten!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe der Abg. Heinisch-Hosek. – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Kollege Cap! Haben Sie ein neues Präsidiumsmitglied? Sitzt in der ersten Reihe und quietscht herum! Die gehört in die letzte Reihe! – Abg. Heinisch-Hosek: Wie bitte?! Mit voller Härte gegen Drogendealer – das war unsere Position! – Abg. Edlinger: Ein Skandal! Das ist ja unglaublich! Denken Sie nach, bevor Sie reden!
Wissen Sie, wie viel an Hasch im vorigen Jahr von der österreichischen Exekutive beschlagnahmt wurde? – 1 800 Kilogramm! Diese Menge wurde zum Glück entdeckt, weil sie sonst bei der österreichischen Jugend gelandet wäre – von Dealern, von verantwortungslosen Menschen, denen Sie unter anderen die Mauer machen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe der Abg. Heinisch-Hosek. – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Kollege Cap! Haben Sie ein neues Präsidiumsmitglied? Sitzt in der ersten Reihe und quietscht herum! Die gehört in die letzte Reihe! – Abg. Heinisch-Hosek: Wie bitte?! Mit voller Härte gegen Drogendealer – das war unsere Position! – Abg. Edlinger: Ein Skandal! Das ist ja unglaublich! Denken Sie nach, bevor Sie reden!)
Abg. Ing. Westenthaler: Weil sie es ja noch unterstützen! – Abg. Heinisch-Hosek: Sie haben nichts zur Dringlichen gesagt, bitte! Wozu stehen Sie da?
Herr Kollege Edlinger, ich verstehe, dass Sie in Saft gehen. (Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Ich verstehe es ja, ist ja klar. Das wundert mich gar nicht, denn kein Redner der SPÖ, der hier heraußen gestanden ist, hat sich gegen das, was die Sozialistische Jugend in diesem Land mit Schulbeginn 2001 an alle Schülervertreter geschickt hat – unter Verwendung der Schuladressen und mit der Bitte, das zu verteilen, aufzuhängen, darüber zu diskutieren, zu informieren –, kein sozialistischer Abgeordneter hat sich dagegen verwahrt. Kein einziger! Ich habe nicht ein einziges Wort des Bedauerns der großen Bosse im SPÖ-Klub gehört. (Abg. Ing. Westenthaler: Weil sie es ja noch unterstützen! – Abg. Heinisch-Hosek: Sie haben nichts zur Dringlichen gesagt, bitte! Wozu stehen Sie da?)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dietachmayr: Schauen Sie sich in den Spiegel! – Abg. Ing. Westenthaler: Josef Cap ans Rednerpult!
Übrigens ist natürlich Gusenbauer auch bei dieser existentiellen Frage für die österreichische Zukunft – der Bildung – einmal mehr nicht anwesend. Er glänzt grundsätzlich immer durch Abwesenheit. Aber Kollege Cap sitzt hier und hört sich das Ganze mit süffisantem Lächeln an. (Abg. Edlinger: Unerhört!) Kein Wort der Entschuldigung! Kein Wort darüber, dass die SPÖ als Gesamtpartei die Verantwortung für ihre Sozialistische Jugend selbstverständlich zu tragen hat! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dietachmayr: Schauen Sie sich in den Spiegel! – Abg. Ing. Westenthaler: Josef Cap ans Rednerpult!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind schon längst hereingefallen! – Abg. Mag. Trattner: Sie haben es nur noch nicht überrissen!
Ich falle Ihnen nicht darauf herein. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind schon längst hereingefallen! – Abg. Mag. Trattner: Sie haben es nur noch nicht überrissen!) Ich will zur Bildungspolitik diskutieren. Das war Ihr Begehren für die dringliche Debatte. Es gehört nicht zur Debatte, dass wir hier schnell als Prise, zum Drüberwürzen, wie es der Herr Kiss macht, in einer unglaublich billigen Art über Drogen diskutieren. (Abg. Edlinger: Über Sekten sollen sie diskutieren! Die Freunde vom Kiss! – Anhaltende Rufe bei der SPÖ und Gegenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber es war es wert! – Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Also ob das, Herr Abgeordneter Graf, den Richtlinien des § 58 der Geschäftsordnung entspricht, wage ich zu bezweifeln. Ich habe gewusst, warum ich Sie vorher darauf aufmerksam gemacht habe. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber es war es wert! – Heiterkeit bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Abgeordnete Beate Schasching (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Ministerin! Die Niveaulosigkeit beginnt immer stärker um sich zu greifen. Das kann ja so wohl nicht sein. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. ) Ich denke, es ist auch wirklich nicht notwendig, auf die Bildungsabschlüsse von einzelnen hier Anwesenden einzugehen. (Rufe bei den Freiheitlichen: Oja! Oja! Wieso nicht? – Abg. Jung: Wer hat das bezahlt?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt sagt sie es uns aber!
Zurück zu Ihrer Dringlichen, die mich an und für sich ja schon sehr verblüfft. Ich habe mich erkundigt: Es ist schon ein Novum hier im Hohen Haus, dass eine Regierungspartei an die eigene Ministerin eine Anfrage stellt, mit der sie die Bildungspolitik der Opposition abfragt. Das ist wirklich ein Novum! Ich frage mich daher: Haben Sie selber keine Bildungspolitik vorzuweisen, dass Sie sich so intensiv mit der wohl zugegebenermaßen sehr guten Bildungspolitik der SPÖ beschäftigen müssen? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt sagt sie es uns aber!) – Das hat auch Ihnen genützt, Herr Ing. Westenthaler, sonst wären Sie ja nicht Ingenieur geworden, wenn es nicht eine wirklich gute Bildungspolitik gegeben hätte. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und Gegenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: ÖH können Sie gewinnen! Kein Problem!
All diese Dinge machen uns wieder einmal klar, dass Bildungspolitik sehr wohl ein Thema ist, aber es sollte ein seriös behandeltes Thema sein und nicht von so patscherten Dringlichen Anfragen begleitet werden. Wenn ich mir durchlese, was Sie in dieser Anfrage alles ansprechen, muss ich feststellen, Sie haben sich unter anderem offensichtlich auch in Bezug auf das Bildungs-Volksbegehren geärgert, denn Sie ziehen zum Beispiel den Fehlschlag der neuen rot-grünen ÖH-Führung heran. Sie werden sich wohl ein bisschen darüber geärgert haben (Abg. Haigermoser: Na geh!), dass Sie die ÖH-Führung ebenso wie viele, viele andere Wahlen in der letzten Zeit verloren haben. (Abg. Ing. Westenthaler: ÖH können Sie gewinnen! Kein Problem!) Das tut der FPÖ halt ein bisschen weh, wenn sie bei jeder Wahl wirklich nur mehr verliert, aber das müssen Sie zur Kenntnis nehmen! Das ist schlicht und einfach die Absage der österreichischen Wählerinnen und Wähler an Ihre verfehlte und leicht durchschaubare Politik. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Haigermoser: Aber wir regieren!) – Sie regieren aber nicht mehr lange, Herr Kollege! (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie nie!)
in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler
Es kommt hier wieder diese Konzeptlosigkeit zu Tage, und ich glaube, Sie haben sich mit Ihrer Dringlichen durchaus ein Eigentor geschossen, was mich schon ein wenig freut. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.) Das schlechte Gewissen (Abg. Wochesländer: Das Sie haben!) im Zusammenhang mit Bildungspolitik hat sich hier durchgeschlagen. (Abg. Dr. Khol: Was sagen Sie zur Drogenpolitik?) Meine Kolleginnen und Kollegen haben Ihnen ganz klar gesagt, dass es die österreichische Sozialdemokratie war, die in den letzten 30 Jahren den Bildungszugang ermöglicht hat (Abg. Dr. Khol: Kein Wort zu den Drogen!), das kostenlose Schulbuch eingeführt hat, viele, viele Zugeständnisse gemacht hat, damit Kinder aus ärmeren und aus bildungsfernen Schichten auch zu höheren Abschlüssen kommen. (Zwischenruf der Abg. Wochesländer. ) Das hat Ihnen genützt, Frau Kollegin, und das hat Ihnen genützt (in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler), Herr Kollege (Abg. Haigermoser: Aber mir nicht!), und das soll auch weiterhin so bleiben.
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt hat er es verstanden!
Ich warte auf zwei Ordnungsrufe, Herr Präsident! (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt hat er es verstanden!)
Abg. Ing. Westenthaler: 1996? 1997? 1995?
Wenn wir darüber reden, dann muss ich sagen, es kommt die Belastung zum Vorschein. Nur nicht so tun, als ob das bei euch nicht passierte. (Abg. Dr. Ofner: Du kennst dich aus?) Ganz konkret, wir können über Zahlen reden. 2001: Belastung der Gesamtbevölkerung – nicht der Unternehmer, die kommen noch dazu –: 32,9 Milliarden Schilling zusätzlich. 2002: 37,3 Milliarden Schilling zusätzlich. 2003: 39,7 Milliarden Schilling zusätzlich. (Abg. Ing. Westenthaler: 1996? 1997? 1995?) Auch wenn das alles nicht hilft, bin ich sehr dafür, es auszusprechen, weil ich glaube, dass das das Ganze immer wieder mit der Realität konfrontiert.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Rezeptgebühr! Krankenscheingebühr!
Über die Chipkartengebühr reden wir gar nicht. 200 S, das ist der neueste Vorschlag, 500 S der Vorschlag der ÖVP. Kann es ein bisschen mehr sein? Wo sind denn Ihre Versprechungen, dass keine Chipkartengebühr eingeführt wird? Nehmen Sie Ihre eigene Politik ernst! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Rezeptgebühr! Krankenscheingebühr!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ja, wirklich!
Abgeordneter Reinhart Gaugg (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Präsident des Rechnungshofes! Herr Staatssekretär! Geschätzte Damen und Herren! Der Präsident des Österreichischen Gewerkschaftsbundes könnte einem fast Leid tun. (Abg. Ing. Westenthaler: Ja, wirklich!) Das war die Rede eines Entrechteten. In Wirklichkeit musste der Herr Präsident in den letzten Tagen und Wochen erleben, wie ihm Sallmutter, Nürnberger und Co das Wasser innerhalb seiner eigenen Organisation abgraben. Das ist betrüblich, Herr Präsident!
Abg. Ing. Westenthaler: Eine Frage haben Sie überhaupt nicht zu stellen bei einer tatsächlichen Berichtigung! Geschäftsordnung, Herr Kollege Leikam!
Abgeordneter Anton Leikam (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Ich berichtige die Ausführungen des Herrn Abgeordneten Gaugg, der hier gemeint hat, es gehe nicht um den Verkauf der Kärntner Seen an das Land Kärnten, sondern um die Verwaltung. Es ist hier die Frage zu stellen, ob man bereit ist, für eine Verwaltung 500 Millionen Schilling auf den Tisch zu legen. (Abg. Ing. Westenthaler: Eine Frage haben Sie überhaupt nicht zu stellen bei einer tatsächlichen Berichtigung! Geschäftsordnung, Herr Kollege Leikam!)
Abg. Ing. Westenthaler: Geschäftsordnung!
Abgeordneter Anton Leikam (fortsetzend): Ich habe Verständnis dafür, dass die Kollegen ein wenig nervös sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Geschäftsordnung!)
Abg. Ing. Scheuch: Willst du sie haben oder nicht? – Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Geschäftsordnung kennst du genauso wenig wie die Lochkartenautomaten! "Zeiterfassungssysteme" und "Geschäftsordnung" sind Fremdwörter für den Herrn Leikam!
In einer Aussendung des Landeshauptmannes heißt es, das Land Kärnten sei weiterhin bereit, dem Bund jene zehn Seen abzukaufen – abzukaufen! –, die im Besitz der Bundesforste AG sind. Abzukaufen und nicht die Verwaltung zu übernehmen! (Abg. Ing. Scheuch: Willst du sie haben oder nicht? – Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Geschäftsordnung kennst du genauso wenig wie die Lochkartenautomaten! "Zeiterfassungssysteme" und "Geschäftsordnung" sind Fremdwörter für den Herrn Leikam!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Dazu sage ich: Himmel, Herrgott! Die BEKZ interessiert ihn ja gar nicht! Wozu braucht er denn die BEKZ? Die interessiert ihn nicht, denn er hat ja ohnedies die Sozialversicherungsnummer! Letztere wird intern umgewandelt in die BEKZ. Das ist ein furchtbar "geheimer" Vorgang, den der Herr Bürgermeister nicht wissen darf! Aber das Ergebnis, das mit der BEKZ-Suche im System erreicht wird, nämlich die Noten und was weiß ich noch, was der Herr Bürgermeister gerne über den Huber Pepi wissen möchte, erfährt er. Und das Verbot, das ihm dieses Gesetz aufträgt, ist: Lieber Bürgermeister! Du wirst von uns nie die BEKZ hören! – Furchtbar! Das ist eine Einschränkung für den Bürgermeister von Grieskirchen, mit der er wahrscheinlich noch fertig werden wird! Aber er weiß alles aus dem System, er weiß die Fünfer, er weiß die Vierer, er weiß den Geburtsort, er weiß die Schullaufbahn und er weiß vielleicht auch noch die Betragensnote. Er kann alles erfahren, wenn er die Sozialversicherungsnummer eingibt. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. )
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was war das jetzt für ein Grundrecht?
Meine Damen und Herren! Ich bin schockiert. (Abg. Dr. Martin Graf: Wir nicht!) Es gelingt Ihnen immer noch, mich wirklich zu schockieren. Herr Dr. Khol, was ist das für ein Verfassungsverständnis? (Abg. Dr. Khol: Das ist weitgehend abgesichert!) Frau Bundesministerin, brauchen wir wieder diese Blamage, dass ein Gesetz nicht hält – gerade im Bildungsbereich? (Abg. Dr. Khol: Ist irgendein Gesetz im Bildungsbereich aufgehoben worden?) Und vor allem Sie müssten eigentlich – und das würde ich gerade von einer Unterrichts-, von einer Bildungsministerin verlangen – aufschreien: Ein Grundrecht ist ein Grundrecht – ist ein Grundrecht! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was war das jetzt für ein Grundrecht?)
Abg. Dr. Jarolim: Das ist eine Schande, dieses Gesetz! – Abg. Ing. Westenthaler: Geh, "Eurolim"! – Weitere "Eurolim"-Rufe bei den Freiheitlichen.
Als Erstes kommen wir zur Abstimmung über den Entwurf betreffend das Bildungsdokumentationsgesetz samt Titel und Eingang in 881 der Beilagen. (Abg. Dr. Jarolim: Das ist eine Schande, dieses Gesetz! – Abg. Ing. Westenthaler: Geh, "Eurolim"! – Weitere "Eurolim"-Rufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: "Eurolim", geh lieber schlafen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich bitte jene Damen und Herren, die der Vorlage auch in dritter Lesung ihre Zustimmung erteilen, um ein diesbezügliches Zeichen. – Das ist in dritter Lesung ebenfalls mit Mehrheit angenommen . (Abg. Ing. Westenthaler: "Eurolim", geh lieber schlafen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Na also, es geht ja!
Ich bitte jene Damen und Herren, die diesem Gesetzentwurf zustimmen, um ein diesbezügliches Zeichen. – Das ist in zweiter Lesung einstimmig angenommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Na also, es geht ja!)
Sitzung Nr. 85
Abg. Ing. Westenthaler: Noch immer viel weniger als bei euch! Ihr habt 300 000 Arbeitslose gehabt!
Die Politik der Bundesregierung hat im Übrigen dazu geführt, dass trotz relativ guter Exportraten der österreichischen Wirtschaft in diesem Jahr bereits leider um 25 000 Menschen mehr arbeitslos sind als im vergangenen Jahr. (Abg. Ing. Westenthaler: Noch immer viel weniger als bei euch! Ihr habt 300 000 Arbeitslose gehabt!) Im Winter wird man leider damit rechnen müssen, Herr Westenthaler, dass es um 35 000 mehr Arbeitslose geben wird. Trotz guter Exportraten, trotz guter Aktivitäten der Wirtschaft steigt die Arbeitslosigkeit an, in erster Linie auf Grund der Politik dieser Bundesregierung.
Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie zum ASVG auch etwas?
Meine sehr verehrten Damen und Herren! In einer Situation des wirtschaftlichen Abschwungs und der Rezession (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie zum ASVG auch etwas?) hat Politik, hat eine Regierung Verantwortung wahrzunehmen. Untätigkeit heißt in diesem Zusammenhang Verantwortungslosigkeit, meine Damen und Herren von den Regierungsfraktionen. Und das lehnen wir Sozialdemokraten ab! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Erklären Sie mir, was die Erweiterung mit dem ASVG zu tun hat?!
Dass das Herr Westenthaler alles nicht gerne hören will, ist völlig klar, denn er möchte schon die ganze Zeit die sozialpolitische Auseinandersetzung um die soziale Zukunft Österreichs nicht führen. Aus diesem Grund dürfen wir ja auch nicht den Bericht der Volksanwälte hier im Hohen Haus diskutieren, in dem die gesamte Misere der Heizkostenzuschüsse aufgedeckt wird. Das hat nämlich diese schwarz-blaue Regierung verhindert, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Erklären Sie mir, was die Erweiterung mit dem ASVG zu tun hat?!)
Abg. Ing. Westenthaler: Im Gegensatz zu Ihnen!
Sie, Herr Westenthaler, der Sie ja ein Anhänger der direkten Demokratie sind (Abg. Ing. Westenthaler: Im Gegensatz zu Ihnen!), können doch nichts dagegen haben, dass wir in Österreich Neuwahlen durchführen, die die umfassendste Form der Volksbefragung darstellen. (Abg. Ing. Westenthaler: Waren schon vor zwei Jahren!) Da kann Ihnen die Bevölkerung das Zeugnis ausstellen, das Sie verdienen, meine sehr verehrten Damen und Herren von den Regierungsfraktionen! (Anhaltender Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Waren schon vor zwei Jahren!
Sie, Herr Westenthaler, der Sie ja ein Anhänger der direkten Demokratie sind (Abg. Ing. Westenthaler: Im Gegensatz zu Ihnen!), können doch nichts dagegen haben, dass wir in Österreich Neuwahlen durchführen, die die umfassendste Form der Volksbefragung darstellen. (Abg. Ing. Westenthaler: Waren schon vor zwei Jahren!) Da kann Ihnen die Bevölkerung das Zeugnis ausstellen, das Sie verdienen, meine sehr verehrten Damen und Herren von den Regierungsfraktionen! (Anhaltender Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer früher wählen will, den bestraft der Wähler!
Daher, meine sehr verehrten Damen und Herren, werden wir Ihnen ohne Dramatik die Möglichkeit bieten – wir haben einen Antrag eingebracht, der im Verfassungsausschuss zu diskutieren sein wird –, in Österreich Neuwahlen durchzuführen (Abg. Ing. Westenthaler: Wer früher wählen will, den bestraft der Wähler!), um unser Land von dieser blau-schwarzen Regierung zu erlösen und in eine bessere Zukunft zu führen. (Lang anhaltender Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Gut! Das ist die richtige Antwort auf den Gusenbauer! Hitchcock Gusenbauer! Kein Wort zum Thema, und der Präsident lässt das zu! – Abg. Dr. Gusenbauer: Westenthaler hat Angst vor Neuwahlen! Angst vor dem Wähler! – Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben ja vor zwei Jahren Neuwahlen gehabt, und da habt ihr eine auf den Deckel gekriegt! – Abg. Dr. Gusenbauer: Angst vor den Wählern!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Gaugg. Die Redezeit beträgt 9 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Gut! Das ist die richtige Antwort auf den Gusenbauer! Hitchcock Gusenbauer! Kein Wort zum Thema, und der Präsident lässt das zu! – Abg. Dr. Gusenbauer: Westenthaler hat Angst vor Neuwahlen! Angst vor dem Wähler! – Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben ja vor zwei Jahren Neuwahlen gehabt, und da habt ihr eine auf den Deckel gekriegt! – Abg. Dr. Gusenbauer: Angst vor den Wählern!)
Abg. Ing. Westenthaler: Er ist so frustriert!
Abgeordneter Reinhart Gaugg (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren! Das Rätsel ist gelöst. Warum bemüht sich in einer Sozialdebatte, in der es darum geht, im Rahmen der ASVG-Novelle über eine Zusammenlegung der Pensionsversicherungsanstalten der Arbeiter und Angestellten und die Chipkarte zu diskutieren, der Parteivorsitzende und Klubobmann der SPÖ Gusenbauer heraus an das Rednerpult? Das Geheimnis ist gelüftet! (Abg. Ing. Westenthaler: Er ist so frustriert!) Es war eine Kraut- und Rübendiskussion quer durch den Gemüsegarten! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Die SPÖ war überhaupt nie glaubwürdig! – Widerspruch bei der SPÖ.
Die SPÖ war in der Frage der Beschäftigungspolitik noch nie so unglaubwürdig wie jetzt! Noch nie! (Abg. Ing. Westenthaler: Die SPÖ war überhaupt nie glaubwürdig! – Widerspruch bei der SPÖ.) Und zwar deshalb, weil sowohl die Republik als auch Ihre Partei – das ist Ihre Angelegenheit – und die Sozialversicherungsanstalten Schulden haben. Das sind Ihre "Leistungen"! Das ist das Erbe, das wir von Ihnen übernommen haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Alle gescheitert!)
Abg. Ing. Westenthaler: Alle gescheitert!
Die SPÖ war in der Frage der Beschäftigungspolitik noch nie so unglaubwürdig wie jetzt! Noch nie! (Abg. Ing. Westenthaler: Die SPÖ war überhaupt nie glaubwürdig! – Widerspruch bei der SPÖ.) Und zwar deshalb, weil sowohl die Republik als auch Ihre Partei – das ist Ihre Angelegenheit – und die Sozialversicherungsanstalten Schulden haben. Das sind Ihre "Leistungen"! Das ist das Erbe, das wir von Ihnen übernommen haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Alle gescheitert!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der weiß ja gar nicht, was das ist!
Sie haben die ASVG-Novelle mit keinem Wort und die Chipkarte in einem Nebensatz erwähnt. Sie sprechen von einer Überwachungskarte. (Abg. Ing. Westenthaler: Der weiß ja gar nicht, was das ist!) Großartig! Wissen Sie, was die Chipkarte meiner Meinung nach ist? – Eine Gesundheitskarte (ironische Heiterkeit bei der SPÖ), die die große Chance beinhaltet, das österreichische Gesundheitswesen zu verbessern, und zwar ohne SPÖ. (Abg. Dr. Cap: Jetzt lachen Sie aber! Er lacht! – Rufe bei der SPÖ: Blaue Karte! – Abg. Edlinger: Mit einer Karte! Die Leute werden beim Arzt zahlen, haben eine Karte! Das ist "klass"! ... Selbstbehalt! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und Gegenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Aufruf zur Gewaltanwendung! Das ist ja unerhört! Der ruft zur Gewalt gegen den Präsidenten Blecha auf! Ist das der neue Ton? – Abg. Ing. Westenthaler: Alfred Hitchcock Gusenbauer! – Anhaltende Zwischenrufe. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Ich trete dafür ein, dass wir mit einem Fixbetrag ... (Zwischenruf der Abg. Silhavy. – Ruf bei der SPÖ: ... Deckel ...! – Die Abgeordneten Dr. Gusenbauer und Dr. Cap deuten mit ihren Händen einen imaginären Deckel an.) – Der kriegt höchstens den Deckel von seiner Frau auf den Kopf, wenn er zu vorlaut ist. (Abg. Dr. Gusenbauer: Aufruf zur Gewaltanwendung! Das ist ja unerhört! Der ruft zur Gewalt gegen den Präsidenten Blecha auf! Ist das der neue Ton? – Abg. Ing. Westenthaler: Alfred Hitchcock Gusenbauer! – Anhaltende Zwischenrufe. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Fixbeträge würden für die österreichischen Pensionisten in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit auch in weiterer Folge eine Zukunftssicherung bedeuten.
Abg. Dr. Khol: Natürlich! – Abg. Ing. Westenthaler: So ist es! – Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Herr Kollege Gusenbauer! Spielen Sie nicht immer den Vordenker der Nation! Ihre Meinung ist kaum gefragt! (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Wenn Sie mit den versicherten Menschen reden, werden Sie erfahren, dass viele mit Begeisterung darauf warten, ihre Notfalldaten auf die Karte implementieren zu dürfen. Das ist ein Faktum. (Abg. Dr. Khol: Natürlich! – Abg. Ing. Westenthaler: So ist es! – Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Jederzeit! Du kannst alles sagen, weil vorher hat er die ganze Rede nicht zum Thema geredet, und der Präsident hat nichts gesagt!
Aber erlauben Sie mir zum Abschluss noch eine Bemerkung zu einem Bereich, der nicht unmittelbar mit dem ASVG zu tun hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Jederzeit! Du kannst alles sagen, weil vorher hat er die ganze Rede nicht zum Thema geredet, und der Präsident hat nichts gesagt!) Ich lese mit großem Staunen eine Anfrage des Vorsitzenden des Sozialausschusses, des Abgeordneten Dietachmayr. – Er ist noch nicht so bekannt, vielleicht wird er durch diese Anfrage etwas bekannter. – Sie stellen bezüglich der Frage "Abfertigung neu" eine Anfrage an den Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit. Der Succus daraus ist, dass Ihnen eigentlich gar nichts daran passt. Sie fragen, warum sie so niedrig ist, und so weiter. Sie stellen 15 oder 20 Fragen – ich weiß nicht, wer die für Sie verfasst hat. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ach ja?
Aber jetzt frage ich Sie: Eine Reihe weiter sitzt Ihr großer Vorsitzender, ÖGB-Präsident Verzetnitsch (Abg. Ing. Westenthaler: Ach ja?), und warum fragen Sie ihn nicht? Fragen Sie ihn doch! Sie sind so hoch unzufrieden mit Ihren eigenen Sozialdemokraten, mit den Sozialpartnern, über die Sie immer sagen, sie würden ins Abseits gestellt. Jetzt machen sie ein Modell – und Sie sind der Erste, der sagt: Das passt mir nicht, Herr Bartenstein! – Es wäre ehrenvoller gewesen, wenn Sie zuerst einmal Ihren Präsidenten gefragt hätten, weil er diese Sozialpartnervereinbarung unterschrieben hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Der kann sich nicht durchsetzen, der Verzetnitsch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der kann sich nicht durchsetzen, der Verzetnitsch!
Aber jetzt frage ich Sie: Eine Reihe weiter sitzt Ihr großer Vorsitzender, ÖGB-Präsident Verzetnitsch (Abg. Ing. Westenthaler: Ach ja?), und warum fragen Sie ihn nicht? Fragen Sie ihn doch! Sie sind so hoch unzufrieden mit Ihren eigenen Sozialdemokraten, mit den Sozialpartnern, über die Sie immer sagen, sie würden ins Abseits gestellt. Jetzt machen sie ein Modell – und Sie sind der Erste, der sagt: Das passt mir nicht, Herr Bartenstein! – Es wäre ehrenvoller gewesen, wenn Sie zuerst einmal Ihren Präsidenten gefragt hätten, weil er diese Sozialpartnervereinbarung unterschrieben hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Der kann sich nicht durchsetzen, der Verzetnitsch!)
Abg. Ing. Westenthaler – In Richtung SPÖ –: Es waren erst Neuwahlen vor zwei Jahren, da habt ihr eine am Deckel gekriegt!
Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dolinschek. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – In Richtung SPÖ –: Es waren erst Neuwahlen vor zwei Jahren, da habt ihr eine am Deckel gekriegt!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Er weiß ja gar nicht, wie er die Neuwahl finanzieren soll, der Herr Cap!
Abgeordneter Dr. Alois Pumberger (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fasslabend gibt das Glockenzeichen.) Die SPÖ hat mit ihrer beispiellosen Schuldenpolitik die Krankenkassen an den Rand des finanziellen Ruins gebracht – und heute haben Sie nichts Besseres zu tun, als eine Neuwahldebatte anzuzünden, statt einen vernünftigen Vorschlag zur Sanierung der Krankenkasse zu bringen und ordentlich eine Sozialdebatte zu führen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Er weiß ja gar nicht, wie er die Neuwahl finanzieren soll, der Herr Cap!)
Heiterkeit bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Eine Frechheit, so etwas!
Abgeordneter Karl Öllinger (fortsetzend): Vielleicht wären Notfalldaten auf dieser Chipkarte dann nützlich, wenn man auch eintragen könnte, dass man von bestimmten Ärzten nicht behandelt werden will. Das wäre vielleicht eine Anregung, die ich an den Herrn Bundesminister weitergeben möchte, vor allem nach der Rede des Kollegen Pumberger. (Heiterkeit bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Eine Frechheit, so etwas!) Das könnte in Ihren Regelungen betreffend Notfalldaten vielleicht noch verbessert werden. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Trattner: Sie sind letztklassig!)
Abg. Ing. Westenthaler: Nein! Das stimmt nicht!
Etwas Zweites sehr Bemerkenswertes ist geschehen: Herr Klubobmann Westenthaler hat heute Vormittag eine Aussendung gemacht, in der er von "hervorragenden Arbeitslosenzahlen" spricht. (Abg. Ing. Westenthaler: Nein! Das stimmt nicht!) Lassen Sie sich das bitte auf der Zunge zergehen! (Abg. Ing. Westenthaler: Das habe ich nicht gesagt!) Das wird von der APA zitiert: "hervorragende Arbeitslosenzahlen". (Abg. Ing. Westenthaler: Für die APA kann ich nichts!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das habe ich nicht gesagt!
Etwas Zweites sehr Bemerkenswertes ist geschehen: Herr Klubobmann Westenthaler hat heute Vormittag eine Aussendung gemacht, in der er von "hervorragenden Arbeitslosenzahlen" spricht. (Abg. Ing. Westenthaler: Nein! Das stimmt nicht!) Lassen Sie sich das bitte auf der Zunge zergehen! (Abg. Ing. Westenthaler: Das habe ich nicht gesagt!) Das wird von der APA zitiert: "hervorragende Arbeitslosenzahlen". (Abg. Ing. Westenthaler: Für die APA kann ich nichts!)
Abg. Ing. Westenthaler: Für die APA kann ich nichts!
Etwas Zweites sehr Bemerkenswertes ist geschehen: Herr Klubobmann Westenthaler hat heute Vormittag eine Aussendung gemacht, in der er von "hervorragenden Arbeitslosenzahlen" spricht. (Abg. Ing. Westenthaler: Nein! Das stimmt nicht!) Lassen Sie sich das bitte auf der Zunge zergehen! (Abg. Ing. Westenthaler: Das habe ich nicht gesagt!) Das wird von der APA zitiert: "hervorragende Arbeitslosenzahlen". (Abg. Ing. Westenthaler: Für die APA kann ich nichts!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: 300 000 unter SPÖ-Regierung!
Herr Klubobmann Westenthaler! Es qualifiziert Sie ohnedies ganz automatisch, wenn Sie bei diesen Zahlen von "hervorragenden Arbeitslosenzahlen" sprechen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: 300 000 unter SPÖ-Regierung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wozu noch Anträge, wenn ihr eh für Neuwahlen seid?
Wir kommen nun zur Abstimmung über den Entschließungsantrag der Abgeordneten Silhavy und Genossen betreffend Zusammenlegung der Pensionsversicherungen der Bauern und des Gewerbes. (Abg. Ing. Westenthaler: Wozu noch Anträge, wenn ihr eh für Neuwahlen seid?)
Abg. Ing. Westenthaler: Blonder, das mit Neuwahlen wird schwierig werden!
Ich bitte jene Damen und Herren, die für den Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Minderheit und damit abgelehnt. (Abg. Ing. Westenthaler: Blonder, das mit Neuwahlen wird schwierig werden!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wozu Neuwahlen?
Ich bitte jene Damen und Herren, die dem gegenständlichen Gesetzentwurf auch in dritter Lesung ihre Zustimmung erteilen, um ein bejahendes Zeichen. – Das ist einstimmig, der Gesetzentwurf ist somit auch in dritter Lesung angenommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wozu Neuwahlen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr bekommt ja keinen Kredit für den Wahlkampf! – Abg. Dr. Gusenbauer: Kein Problem! – Abg. Ing. Westenthaler: Naja, 200 Millionen Schilling Schulden werden es schon noch sein!
Ich bitte jene Damen und Herren, die auch in dritter Lesung ihre Zustimmung erteilen, um ein bejahendes Zeichen. – Das ist neuerlich die Mehrheit; der Gesetzentwurf ist somit auch in dritter Lesung angenommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr bekommt ja keinen Kredit für den Wahlkampf! – Abg. Dr. Gusenbauer: Kein Problem! – Abg. Ing. Westenthaler: Naja, 200 Millionen Schilling Schulden werden es schon noch sein!)
Abg. Ing. Westenthaler: 6 Minuten, ein Wahnsinn!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dr. Grünewald. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 6 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: 6 Minuten, ein Wahnsinn!)
Abg. Ing. Westenthaler: Es kommt nicht auf die Zeit an!
Abgeordneter Dr. Kurt Grünewald (Grüne): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Herr Klubobmann Westenthaler, es tut mir Leid, dass mir die Patienten drei Minuten mehr wert sind als Ihrem Kollegen Pumberger. Ich hoffe, das erregt Sie nicht zu sehr. (Abg. Ing. Westenthaler: Es kommt nicht auf die Zeit an!) Es kommt nicht auf die Zeit an, sondern auf den Inhalt. Ja, da werde ich wahrscheinlich auch noch mithalten können. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wahrscheinlich aber nur!) Wahrscheinlich!
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wahrscheinlich aber nur!
Abgeordneter Dr. Kurt Grünewald (Grüne): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Herr Klubobmann Westenthaler, es tut mir Leid, dass mir die Patienten drei Minuten mehr wert sind als Ihrem Kollegen Pumberger. Ich hoffe, das erregt Sie nicht zu sehr. (Abg. Ing. Westenthaler: Es kommt nicht auf die Zeit an!) Es kommt nicht auf die Zeit an, sondern auf den Inhalt. Ja, da werde ich wahrscheinlich auch noch mithalten können. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wahrscheinlich aber nur!) Wahrscheinlich!
Abg. Ing. Westenthaler: Nicht einmal in 6 Minuten haben Sie es geschafft!
Noch etwas sage ich Ihnen: Sollte es Ihnen, der Partei der Kleinen und Armen, der Arbeiter und der Geknechteten, nicht aufgefallen sein: Zahlen tun diese 10 S nur die – unter Anführungszeichen – "Normalklassepatienten". Die Sonderklassepatienten sind davon ausgenommen. Wirklich eine "hehre" Tat: den Wohlhabenden noch 10 S, die sie wahrscheinlich gar nicht brauchen, zu geben! Ich glaube, dass das auch gegen den Gleichheitsgrundsatz verstößt. (Abg. Ing. Westenthaler: Nicht einmal in 6 Minuten haben Sie es geschafft!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Grüne –: Der Professorenhochmut! – Abg. Haigermoser: Hochmut kommt vor dem Fall!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dr. Rasinger. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 3 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Grüne –: Der Professorenhochmut! – Abg. Haigermoser: Hochmut kommt vor dem Fall!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Desaster mit Neuwahlantrag! Haben Sie über das Fiasko mit dem Neuwahlantrag auch gelesen? – Abg. Verzetnitsch – das Rednerpult verlassend –: Ich rede jetzt über die Belange der Wirtschaft!
Solche Äußerungen dienen nicht der Standortsicherung, sondern dienen letztendlich nur dem Verschleudern von Aktien, weil dadurch der Aktienkurs sinkt. Vielleicht mag das für den einen oder anderen eine gewisse Taktik sein. Wenn es aber um den Erwerb, um den Erhalt österreichischer Unternehmen geht, dann muss man eine andere Politik formulieren, und daher lade ich Sie ein, unserem Antrag näher zu treten und der Umwandlung der derzeitigen Privatisierungsholding ÖIAG in eine Beteiligungsholding zuzustimmen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Desaster mit Neuwahlantrag! Haben Sie über das Fiasko mit dem Neuwahlantrag auch gelesen? – Abg. Verzetnitsch – das Rednerpult verlassend –: Ich rede jetzt über die Belange der Wirtschaft!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Pilz: Herr Präsident! Fingerabdruck! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Gegenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: So erfolgreich musst du erst einmal sein! – Zwischenruf des Abg. Haigermoser.
Wer das bezahlt hat, fragen Sie? Wer hat das bezahlt? Was hätten wir denn machen sollen? – Mit Ihnen wären wir doch insolvent gewesen, das wissen Sie doch genau. Wenn ich heute in meinem Unternehmen nicht einmal die Zinsen bezahlen kann, dann ist es am besten, ich melde Konkurs an. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Pilz: Herr Präsident! Fingerabdruck! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Gegenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: So erfolgreich musst du erst einmal sein! – Zwischenruf des Abg. Haigermoser. )
Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie schon einmal etwas gearbeitet? In einem Betrieb? Irgendwo?
Mein Resümee ist: Ich habe noch nie eine so konkrete Aufladung des Begriffs "Voodoo-Ökonomie" erfahren dürfen. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Jedenfalls: Wenn das blaue Wirtschaftsphilosophie ist, geschätzter Herr Zweiter Präsident, dann wundert es mich auch nicht, wenn bei denen, die wirklich das Sagen haben, Entsprechendes herauskommt. Und genau darauf hat sich ja – und jetzt sind wir tatsächlich bei der Sache – der Antrag des Kollegen Verzetnitsch bezogen. (Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie schon einmal etwas gearbeitet? In einem Betrieb? Irgendwo?)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Nicht einmal die Uhrzeit kann er lesen! Lernen Sie die Uhrzeit, Herr Kogler!
Bitte, Kollege! Es ist wirklich beeindruckend, dass Sie sogar um 19 Uhr noch in der Lage sind, sich selbst zu unterbieten. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Nicht einmal die Uhrzeit kann er lesen! Lernen Sie die Uhrzeit, Herr Kogler!) – Das hat einfach keinen Sinn. Sie verlängern nur die Anwesenheit von uns allen hier. Wir kommen zum Ernst der Sache, auch wenn es Ihnen nicht passt.
Sitzung Nr. 87
Heiterkeit bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Da hat sie Recht! – Abg. Ing. Westenthaler: Punktgenau!
In den letzten Tagen hatte ich manchmal, insbesondere bei Wortmeldungen der Opposition, das Gefühl, dass man richtig Heimweh nach den Schulden früherer Zeiten hat. (Heiterkeit bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Da hat sie Recht! – Abg. Ing. Westenthaler: Punktgenau!) Die Rezepte, die dabei genannt wurden, sind vor allem das Schwärmen vom Wirtschaftswunder durch Schuldenmachen! Und wohin uns das gebracht hat, meine Damen und Herren insbesondere von der Sozialdemokratie, wissen wir: Es hatte Milliarden mehr an Schulden und Tausende Arbeitslose mehr in diesem Land zur Folge! Diesen Weg wollen wir daher ganz bewusst nicht gehen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Gott behüte!
Wir werden also mit den Rezepten der Vergangenheit nicht weiterkommen, denn mit Schulden kann man sich weder Arbeitsplätze noch Wirtschaftswachstum kaufen. (Zwischenruf des Abg. Schwemlein. ) Das zeigt, Herr Kollege, die Erfahrung der letzten 30 Jahre. Und das zeigt auch die Erfahrung im internationalen Bereich, denn wenn wir uns Länder wie Japan oder Deutschland oder Frankreich anschauen, so sehen wir, dass diese deutlich schlechter dastehen als Österreich. Ein Grund dafür ist auch, dass man in diesen Ländern weiterhin auf Deficit-spending, das heißt, auf neues Schuldenmachen gesetzt hat anstatt auf Strukturreformen. In unserem Nachbarland Deutschland mit seiner rot-grünen Regierung liegt die Wachstumsrate deutlich unter der österreichischen – unter einer rot-grünen Regierung! (Abg. Ing. Westenthaler: Gott behüte!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Das habt ihr nie zusammengebracht!
Das Entscheidende aber ist, dass wir auch bei uns selbst sparen. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Wir sparen 21 Milliarden Schilling in der öffentlichen Verwaltung ein, 21 Milliarden Schilling in einem Bereich (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Das habt ihr nie zusammengebracht!), den Sie aufgebläht und zum Anlass genommen haben, den österreichischen Steuerzahler mehr und mehr zu belasten. (Zwischenruf des Abg. Edler. )
Abg. Ing. Westenthaler: Der Verzetnitsch muss das ändern!
Es ist so, dass wir derzeit – und es wundert mich schon, dass Sie das in den vergangenen Jahren eigentlich nie bestürzt hat und dass das auch die Gewerkschaft offensichtlich nicht dazu motiviert hat, zu handeln – in bestimmten Branchen Kollektivverträge haben, die extrem kurze Kündigungsfristen vorsehen, wie zum Beispiel in der Baubranche – Kündigungsfrist für Arbeiter: eine Woche – oder gar im Bäcker-Gewerbe mit einem Tag Kündigungsfrist! Das sind doch Zustände auf dem Arbeitsmarkt, meine Damen und Herren, die den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern wirklich nicht zumutbar sind und geändert werden müssen. (Abg. Öllinger: Wie schaut das in Ihrem Ministerium aus, in den Ministerbüros?) Und wir werden das auch tun! (Abg. Ing. Westenthaler: Der Verzetnitsch muss das ändern!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Gusenbauer –: Jetzt liegt die Latte hoch! – Abg. Haigermoser: Wirtschaftsexperte mit dem sowjetischen Kussmündchen! – Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
Zum Wort gelangt Herr Abgeordneter Dr. Gusenbauer. Es sind ebenfalls 15 Minuten Redezeit vorgesehen. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Gusenbauer –: Jetzt liegt die Latte hoch! – Abg. Haigermoser: Wirtschaftsexperte mit dem sowjetischen Kussmündchen! – Heiterkeit bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht so hoch, wie Ihre war!
Daher werden, meine sehr verehrten Damen und Herren, die von Ihnen gesetzten Maßnahmen nicht dazu führen, dass die Arbeitslosigkeit im Winter sinkt, sondern sie wird – ganz im Gegenteil! – leider ansteigen. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht so hoch, wie Ihre war!) Die von Ihnen gesetzten Maßnahmen werden auch für die Bauwirtschaft nicht die erforderlichen Impulse bringen, und daher wird es leider zu einer der höchsten Arbeitslosenraten am Bau seit langem kommen, mit den negativen Auswirkungen auch für die Bauwirtschaft. (Abg. Ing. Westenthaler: Seit wann?)
Abg. Ing. Westenthaler: Seit wann?
Daher werden, meine sehr verehrten Damen und Herren, die von Ihnen gesetzten Maßnahmen nicht dazu führen, dass die Arbeitslosigkeit im Winter sinkt, sondern sie wird – ganz im Gegenteil! – leider ansteigen. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht so hoch, wie Ihre war!) Die von Ihnen gesetzten Maßnahmen werden auch für die Bauwirtschaft nicht die erforderlichen Impulse bringen, und daher wird es leider zu einer der höchsten Arbeitslosenraten am Bau seit langem kommen, mit den negativen Auswirkungen auch für die Bauwirtschaft. (Abg. Ing. Westenthaler: Seit wann?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist unerhört! Ein Skandal sondergleichen! Unglaublich!
Sie werden es nicht glauben, meine Damen und Herren: Während heute die Frau Vizekanzlerin 15 Minuten lang zu uns sprach, ist alles zusammengebrochen, und von ihrer wichtigen Rede war nur ein Satz im Ton vernehmbar. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist unerhört! Ein Skandal sondergleichen! Unglaublich!) – Ein Schelm, der dabei etwas Schlechtes denkt! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Skandal sondergleichen!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Skandal sondergleichen!
Sie werden es nicht glauben, meine Damen und Herren: Während heute die Frau Vizekanzlerin 15 Minuten lang zu uns sprach, ist alles zusammengebrochen, und von ihrer wichtigen Rede war nur ein Satz im Ton vernehmbar. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist unerhört! Ein Skandal sondergleichen! Unglaublich!) – Ein Schelm, der dabei etwas Schlechtes denkt! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Skandal sondergleichen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind schuld an der Misere!
So, wie Sie die Menschen in Traiskirchen in Wirklichkeit im Stich lassen ... (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind schuld an der Misere!) – Es ist schon richtig, dass der Verkauf 1986 eingeleitet wurde, aber darf ich daran erinnern, welche Haltung Sie damals etwa bezüglich Donawitz hatten? – Zusperren!, das war die Empfehlung Ihres damaligen Parteiobmannes Haider!
Anhaltender Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Antrag wurde nicht eingebracht, wurde nicht erläutert in seinen Kernsätzen, wurde nicht verteilt!
Ich glaube, meine sehr verehrten Damen und Herren, Sie wären klug beraten, sich unseren Entschließungsantrag nicht nur kritisch anzuschauen, sondern ihm auch zuzustimmen. (Anhaltender Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Antrag wurde nicht eingebracht, wurde nicht erläutert in seinen Kernsätzen, wurde nicht verteilt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber die Gleichberechtigung wollen wir haben!
Meine Damen und Herren! Wollen wir jetzt einen Streit darüber führen, mit wie vielen Worten man auf einen schriftlich zu verteilenden Entschließungsantrag eingeht? (Abg. Ing. Westenthaler: Aber die Gleichberechtigung wollen wir haben!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer weiß, ob Sie gehört werden! Vielleicht sind Sie nicht auf Sendung! Flimmerndes Bild!
Weder der ORF noch eine Redaktionsstube ist Ihr Wohnzimmer, in dem Sie sich Platz verschaffen können, so wie Sie es wollen, auch wenn Sie dieses Ansinnen haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer weiß, ob Sie gehört werden! Vielleicht sind Sie nicht auf Sendung! Flimmerndes Bild!)
Abg. Mag. Trattner: Flimmerndes Bild! – Abg. Ing. Westenthaler: Mattscheibe!
Meine Damen und Herren! Kommen wir zu dieser Debatte zurück! (Abg. Mag. Trattner: Flimmerndes Bild! – Abg. Ing. Westenthaler: Mattscheibe!) Zur Konjunktur: Ich bin seit sieben Jahren im Parlament, und ich habe in diesen sieben Jahren, also seit 1994, einige Debatten zur Konjunktur und Beschäftigung erlebt. Sie können mir glauben, mir ist es dabei nie besonders gut gegangen (Abg. Ing. Westenthaler: Das merkt man!), wenn ich das gehört und mir vorgestellt habe, wie das jemand wahrnimmt, der von oben, von der Besuchergalerie, oder von außen diese Debatte hört. Es war auch unter der alten Koalitionsregierung so, dass viele Ankündigungen gemacht wurden, dass gesagt wurde: Wir sind die Besten!, und das war es dann schon.
Abg. Ing. Westenthaler: Das merkt man!
Meine Damen und Herren! Kommen wir zu dieser Debatte zurück! (Abg. Mag. Trattner: Flimmerndes Bild! – Abg. Ing. Westenthaler: Mattscheibe!) Zur Konjunktur: Ich bin seit sieben Jahren im Parlament, und ich habe in diesen sieben Jahren, also seit 1994, einige Debatten zur Konjunktur und Beschäftigung erlebt. Sie können mir glauben, mir ist es dabei nie besonders gut gegangen (Abg. Ing. Westenthaler: Das merkt man!), wenn ich das gehört und mir vorgestellt habe, wie das jemand wahrnimmt, der von oben, von der Besuchergalerie, oder von außen diese Debatte hört. Es war auch unter der alten Koalitionsregierung so, dass viele Ankündigungen gemacht wurden, dass gesagt wurde: Wir sind die Besten!, und das war es dann schon.
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist die Gewerkschaft?
Es macht meiner Meinung nach keinen Sinn, Fakten schönzufärben oder uns Krankjammern zu unterstellen. Das sind keine Antworten für die Tausenden, die zurzeit um ihren Arbeitsplatz in der Region rund um Traiskirchen fürchten. Das sind keine Antworten für die Bauarbeiter. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist die Gewerkschaft?) – Herr Abgeordneter Westenthaler! Sie brauchen nur zu schauen: Wir sind vor Ort, Sie aber sitzen hier und reden über Semperit! Wir stehen bei den Kolleginnen und Kollegen draußen. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber das Werk ist zu!) Das ist die Antwort, die wir Ihnen geben. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber das Werk ist zu!
Es macht meiner Meinung nach keinen Sinn, Fakten schönzufärben oder uns Krankjammern zu unterstellen. Das sind keine Antworten für die Tausenden, die zurzeit um ihren Arbeitsplatz in der Region rund um Traiskirchen fürchten. Das sind keine Antworten für die Bauarbeiter. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist die Gewerkschaft?) – Herr Abgeordneter Westenthaler! Sie brauchen nur zu schauen: Wir sind vor Ort, Sie aber sitzen hier und reden über Semperit! Wir stehen bei den Kolleginnen und Kollegen draußen. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber das Werk ist zu!) Das ist die Antwort, die wir Ihnen geben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist der Semperit-Antrag?
Reicht es bei der Bauwirtschaft zum Beispiel, über mehr Arbeitsplatzflexibilisierung zu reden? Reicht es bei der Bauwirtschaft, über Arbeitsstiftungen zu reden? – Es sind die fehlenden Bauaufträge, die durch das Zurückgehen der öffentlichen Aufträge, im Besonderen seit September dieses Jahres, dazu geführt haben, dass in der Bauwirtschaft nichts weitergeht und die Arbeitslosigkeit ansteigt. Wo sind denn Ihre Maßnahmen? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist der Semperit-Antrag?) – Ich habe gesagt, er wird später eingebracht werden. Zuhören, zuhören! (Abg. Ing. Westenthaler: Er wird schnell gebastelt! Er ist noch nicht fertig!) – Er ist fertig.
Abg. Ing. Westenthaler: Er wird schnell gebastelt! Er ist noch nicht fertig!
Reicht es bei der Bauwirtschaft zum Beispiel, über mehr Arbeitsplatzflexibilisierung zu reden? Reicht es bei der Bauwirtschaft, über Arbeitsstiftungen zu reden? – Es sind die fehlenden Bauaufträge, die durch das Zurückgehen der öffentlichen Aufträge, im Besonderen seit September dieses Jahres, dazu geführt haben, dass in der Bauwirtschaft nichts weitergeht und die Arbeitslosigkeit ansteigt. Wo sind denn Ihre Maßnahmen? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist der Semperit-Antrag?) – Ich habe gesagt, er wird später eingebracht werden. Zuhören, zuhören! (Abg. Ing. Westenthaler: Er wird schnell gebastelt! Er ist noch nicht fertig!) – Er ist fertig.
Abg. Ing. Westenthaler: Keine Ahnung von Gewaltenteilung!
Vor allem stelle nicht nur ich mir die Frage: Reden Sie mit Ihrer eigenen Bundesregierung denn gar nicht mehr? Verkehren Sie mit ihr nur mehr über derartige Anträge? Wenn es so ist, dass Sie die eigene Regierung auffordern müssen, dass Sie selber sagen, Sie erachten den Weg, den die Regierung eingeschlagen hat, als richtig, und Sie fordern die Regierung auf, diesen Weg fortzusetzen, dann denke ich mir, das könnten Sie doch durchaus auch in internen Besprechungen klären! Ich denke, die österreichische Bevölkerung ist mündig genug, selbst zu beurteilen, was in diesem Land gut ist – und da gibt es vieles, da gibt es einiges – und was vielleicht nicht so gut läuft, aber das brauchen Sie der österreichischen Bevölkerung nicht via Entschließungsantrag mitzuteilen. (Abg. Ing. Westenthaler: Keine Ahnung von Gewaltenteilung!) – Ja, das hat auch etwas mit Parlamentarismus zu tun, Herr Kollege Westenthaler, aber dieser Antrag hat nicht viel damit zu tun. Leider nein! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das stimmt ja nicht!
Der zuständige Bundesminister ist offenbar wieder in irgendwelchen Krisenbesprechungen. Dieser Fall gerät auch immer mehr zum Kriminalfall, und ich denke mir, es wäre angebracht gewesen, etwas dazu zu sagen. Die Tierschützerinnen und Tierschützer, die UmweltschützerInnen warnen seit Jahren vor diesen möglichen Verwechslungsgefahren. Jetzt ist all das eingetreten, wovor wir gewarnt haben – und von Ihnen gibt es kein Wort dazu?! Das ist wirklich eine Nachlässigkeit, die ihresgleichen sucht! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das stimmt ja nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Redezeit!
4. Stopp des Ausverkaufs der ÖIAG-Betriebe und Umwandlung der ÖIAG in eine Beteiligungsholding, da das Beispiel Semperit neuerlich bewiesen hat, dass nur heimische Konzernzentralen Forschung und Entwicklung, hochwertige Arbeitsplätze, qualitativ hochstehende Berufsausbildung und Aufträge für die Vielzahl österreichischer Klein- und Mittelbetriebe garantieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Redezeit!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war eine "tatsächliche Bestätigung"!
Richtig ist vielmehr auch, dass die Experten dazu auffordern (Abg. Haigermoser: Herr Meister, ...! – Abg. Mag. Schweitzer: Hallo!), Schlüsse daraus zu ziehen und sich an den besseren Ländern zu orientieren. – Das ist Tatsache zu PISA. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war eine "tatsächliche Bestätigung"!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Mit Ihrer Pension kann man sich sehr viel Zuckerwatte leisten! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Die Größe der Schachteln (Abg. Kiss: ... gehen schon schlafen, Frau Kollegin!), der Weihnachtspackerln ist definiert. Das glänzende Papier und die schönen Schleifen rundherum sind ausführlich dargestellt worden. Wenn es dann aber ans Auspacken geht, dann findet man maximal etwas Zuckerwatte darin. – Wie sich Zuckerwatte auswirkt, das wissen wir alle: Fährt in die Zähne, schmeckt nicht wirklich gut, füllt viel Platz aus und ist nicht viel wert. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Mit Ihrer Pension kann man sich sehr viel Zuckerwatte leisten! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Minister hat das Wort!
Ich bekomme soeben ein Verlangen der grünen Fraktion (Abg. Ing. Westenthaler: Der Minister hat das Wort!), worin die unterfertigten Abgeordneten verlangen, gemäß § 81 Abs. 1 die Abhaltung einer Debatte zur Erklärung von Bundesminister Haupt im Sinne des § 19 Abs. 2 durchzuführen. (Abg. Leikam: Sie haben ihm das Wort erteilt! Was ist los?)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ist das jetzt die Korrektur Ihrer Vormittagsrede? Er war so schwach, dass er nachdoppelt!
Last but not least dienen Sie uns wieder das Kindergeld an. In Wirklichkeit ist dieses Konjunkturpaket ein "Restlverwertungspaket", bei dem Sie immer wieder alte Geschichten aufwärmen. Anstatt wirklich konjunkturbelebende Maßnahmen zu setzen, zelebrieren Sie Ihre dogmatische Familienphilosophie. Wieso hier das Kaufkraftargument gelten soll, nicht aber dort, wo Sie mit Studiengebühren, mit Ambulanzgebühren und mit der Unfallrentenbesteuerung genau jene Kaufkraft wieder schwächen, das ist nicht einsichtig. Sie sind in diesem Punkt unglaubwürdig! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ist das jetzt die Korrektur Ihrer Vormittagsrede? Er war so schwach, dass er nachdoppelt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Zu spät! – Abg. Dr. Gusenbauer – in Richtung Freiheitliche –: Die so genannte Kleine-Leute-Partei!
Ich bitte jene Damen und Herren, die für den Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Minderheit und damit abgelehnt. (Abg. Ing. Westenthaler: Zu spät! – Abg. Dr. Gusenbauer – in Richtung Freiheitliche –: Die so genannte Kleine-Leute-Partei!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wieder hintennach!
Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Ich stelle fest: Das ist die Minderheit und damit abgelehnt. (Abg. Ing. Westenthaler: Wieder hintennach!)
Abg. Ing. Westenthaler: Alles beschlossen! Wieder zu spät!
Wir gelangen schließlich zur Abstimmung über den Entschließungsantrag der Abgeordneten Sophie Bauer, Kolleginnen und Kollegen betreffend unterstützende Maßnahmen für die Betriebskrankenkasse Semperit. (Abg. Ing. Westenthaler: Alles beschlossen! Wieder zu spät!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wieso gefällt Ihnen der Sticker nicht? – Abg. Ing. Westenthaler – auf die goldfarbene Bluse der Rednerin anspielend –: Wenigstens keine goldene Designermode!
Sie sollten für diese Menschen Ihren Sticker zurückgeben und lieber endlich Ihr Versprechen einlösen! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wieso gefällt Ihnen der Sticker nicht? – Abg. Ing. Westenthaler – auf die goldfarbene Bluse der Rednerin anspielend –: Wenigstens keine goldene Designermode!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie tun sich schon sehr schwer!
Zweiter Umfaller: Der österreichische Anti-Atomplan. Alle Initiativanträge und Entschließungsanträge, eine ganze Reihe von konkreten Aufträgen des Parlaments, werden jetzt mittlerweile über Jahre hinweg mit Zustimmung der ÖVP und der FPÖ ignoriert, nicht erfüllt, nicht ernst genommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie tun sich schon sehr schwer!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sündenfall des Herrn Schennach!
Der dritte Sündenfall: Sie haben am Montag in Gestalt dieser Bundesregierung die 17 Milliarden Schilling für die europäische Atomlobby ohne Protest verabschiedet (Abg. Ing. Westenthaler: Sündenfall des Herrn Schennach!), wo 500 Millionen Schilling an österreichischem Steuergeld dabei sind.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Frau Glawischnig als Werbeträgerin für die ÖVP! – Abg. Haigermoser: Ihre Rede ist halblustig! Was glauben Sie, wo Sie sind? Das ist kein Kaffeehaus, sondern das Parlament, Frau Oberlehrerin!
Herr Westenthaler, ich weiß nicht, warum Sie das komisch finden! Das ist eine sehr ernste Angelegenheit. Offensichtlich ist für Sie Anti-AKW-Politik nur Spaß und Gaudi. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Frau Glawischnig als Werbeträgerin für die ÖVP! – Abg. Haigermoser: Ihre Rede ist halblustig! Was glauben Sie, wo Sie sind? Das ist kein Kaffeehaus, sondern das Parlament, Frau Oberlehrerin!) – Lassen Sie mich jetzt fortsetzen?
Abg. Ing. Westenthaler: Der steht vorm Rücktritt, der Minister!
Wenn man die Verpackung beiseite schiebt, merkt man: Erstens werden die Sicherheitsforderungen, die Österreich im Rahmen des so genannten Schwarzbuches sehr exakt formuliert hat, nicht vollinhaltlich umgesetzt. Ein sehr klarer Beleg dafür ist, dass auf der tschechischen Seite für diese Sicherheitsaufrüstung – die überhaupt vernachlässigbar ist! –, nur 40 Millionen Schilling aufgewendet werden sollen, wie in tschechischen Medien zu lesen ist und wie dort die Minister, vor allem Minister Gregr, behaupten. (Abg. Ing. Westenthaler: Der steht vorm Rücktritt, der Minister!) Eine seriöse Abschätzung dieser Sicherheitsaufrüstung geht jenseits der drei bis vier Milliarden Schilling.
Abg. Ing. Westenthaler: Der hat seinen Rücktritt eingereicht, der Minister Gregr!
Herr Westenthaler! Glauben Sie, dass dieser Widerspruch nicht irgendetwas aussagt? Glauben Sie nicht, dass Österreich da in wesentlichen Bereichen umgefallen ist? (Abg. Ing. Westenthaler: Der hat seinen Rücktritt eingereicht, der Minister Gregr!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Jetzt reicht’s aber mit den Ausfälligkeiten der Dame da draußen in Gold!
Der dritte massive Vorwurf – und da, muss man sagen, hat eine beispiellose Wortakrobatik die letzten Tage beherrscht –: der Abschluss des Energiekapitels. Herr Westenthaler! Wenn Sie dann Journalisten und anderen Akteuren, die in der Öffentlichkeit Fakten so darstellen, wie sie wirklich sind, eine beispiellose Falschpropaganda unterstellen, ist das wirklich ungeheuerlich! Personen, die objektiv Fakten darstellen und objektiv berichten, werden von Ihnen diffamiert. Ich glaube, das war der miese Höhepunkt in der Temelín-Diskussion in den letzten Wochen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Jetzt reicht’s aber mit den Ausfälligkeiten der Dame da draußen in Gold!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sprechblasen-Partie da draußen!
Der letzte Punkt bezüglich des AKWs Temelín. (Abg. Ing. Westenthaler: Sprechblasen-Partie da draußen!) – Wir haben seit gestern die so genannte "road map", den Zeitplan für die so genannte Sicherheitsaufrüstung vorliegen, und ich möchte Ihnen da nur zwei Beispiele daraus zitieren (Abg. Ing. Westenthaler: Keine freie Rede! – Abg. Haigermoser: Kein Herzensengagement!), damit Sie noch einmal sehen, wie schwach die Vereinbarung ist und wie sehr diese Behauptungen in der Öffentlichkeit an den Haaren herbeigezogen sind.
Abg. Ing. Westenthaler: Keine freie Rede! – Abg. Haigermoser: Kein Herzensengagement!
Der letzte Punkt bezüglich des AKWs Temelín. (Abg. Ing. Westenthaler: Sprechblasen-Partie da draußen!) – Wir haben seit gestern die so genannte "road map", den Zeitplan für die so genannte Sicherheitsaufrüstung vorliegen, und ich möchte Ihnen da nur zwei Beispiele daraus zitieren (Abg. Ing. Westenthaler: Keine freie Rede! – Abg. Haigermoser: Kein Herzensengagement!), damit Sie noch einmal sehen, wie schwach die Vereinbarung ist und wie sehr diese Behauptungen in der Öffentlichkeit an den Haaren herbeigezogen sind.
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist das Engagement der Grünen? Sie haben einmal Kraft gehabt!
Höchstmögliche Sicherheitsstandards also als Ausstiegsinstrument! – Wir haben in Osteuropa bereits negative Erfahrungen mit so genannten Sicherheitsstandards gemacht. Es wurden Gelder für Nachrüstungen bereitgestellt. Es wurden Restlaufzeiten nicht eingehalten, und es wurden Sicherheitsstandards umgedeutet, um das Überleben der westlichen Atomindustrie zu sichern. Daher von uns aus der klare Auftrag – und ich hoffe, dass Sie von ÖVP und FPÖ dem auch zustimmen können –, höchstmögliche Sicherheitsstandards als Ausstiegsinstrumente festzulegen, bei denen man über Phasen hinweg nacheinander die gefährlichsten AKWs europaweit, sowohl in Westeuropa als auch in Osteuropa, vom Netz nimmt. Man kann mit den Hochrisikoreaktoren anfangen und dann in einer Abfolge von drei, fünf, sieben bis zu zehn Jahren wirklich zu einem atomfreien West- und Osteuropa kommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist das Engagement der Grünen? Sie haben einmal Kraft gehabt!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Früher hatten die Grünen Engagement!
Herr Westenthaler, Sie finden das so komisch. Ich habe von Ihnen noch keinen einzigen Vorschlag gehört, wie Sie den Atomausstieg in Europa wirklich umsetzen wollen – im Gegenteil! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Früher hatten die Grünen Engagement!)
die Rednerin hält neuerlich die erwähnten Inserate in die Höhe – Abg. Ing. Westenthaler: So viel Werbung! – Abg. Mag. Schweitzer: Schade, dass keine Live-Übertragung ist!
Abschließend: Herr Bundeskanzler, im Zusammenhang mit diesen Inseraten (die Rednerin hält neuerlich die erwähnten Inserate in die Höhe – Abg. Ing. Westenthaler: So viel Werbung! – Abg. Mag. Schweitzer: Schade, dass keine Live-Übertragung ist!), die Sie letztes Wochenende gebucht haben, würde mich interessieren, ob Sie vielleicht für das nächste Wochenende auch schon Inserate gebucht haben, um den großartigen Erfolg von Laeken dann der Bevölkerung zu verklickern, nachdem Sie das über die Medien, die ja angeblich nur Falschpropaganda betrei
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist überhaupt das Allerbeste! Jetzt wissen wir, was die Grünen wollen!
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig (fortsetzend): ... anlegen würden, wenn Sie, anstatt solche Inserate zu schalten, das Geld für ein Ausstiegsangebot an die Tschechische Republik für Temelín auf dieses Sparbuch legen würden. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist überhaupt das Allerbeste! Jetzt wissen wir, was die Grünen wollen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Alles ist möglich!
Die Wiederaufnahme von Verhandlungen in Bezug auf vorläufig geschlossene Verhandlungskapitel ist keinesfalls ein Einzelfall, das entspricht einer durchaus gängigen Praxis. Das erklärt sich vor allem daraus, dass die Verpflichtungen für einen Kandidaten, nämlich die Übernahme und die Anwendung des Acquis, mit dem vorläufigen Abschluss eines Kapitels keinesfalls endgültig erfüllt sind. Zu diesem Zweck erfolgt durch die Kommission vor allem eine laufende Beobachtung hinsichtlich der Fortschritte über den Acquis in allen Bewerberländern. (Abg. Ing. Westenthaler: Alles ist möglich!) Zu den diesbezüglichen internen Vereinbarungen der Europäischen Union, Methodik zur Führung von Beitrittsverhandlungen, Dokument 13462/1999 – das ist Ihnen zugegangen, Frau Abgeordnete –, wird wörtlich ausgeführt – ich zitiere –:
Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele Grüne?
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrte Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Als Sie, Herr Bundeskanzler, im Rahmen der Beantwortung noch einmal versucht haben, uns eindringlich darzustellen, Sie hätten ein gutes Ergebnis ausverhandelt, da waren genau 20 freiheitliche Abgeordnete im Raum (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele Grüne?), und von diesen 20 haben exakt vier zögerlich applaudiert. (Abg. Ing. Westenthaler: Fünf Grüne waren im Raum!)
Abg. Ing. Westenthaler: Fünf Grüne waren im Raum!
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrte Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Als Sie, Herr Bundeskanzler, im Rahmen der Beantwortung noch einmal versucht haben, uns eindringlich darzustellen, Sie hätten ein gutes Ergebnis ausverhandelt, da waren genau 20 freiheitliche Abgeordnete im Raum (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele Grüne?), und von diesen 20 haben exakt vier zögerlich applaudiert. (Abg. Ing. Westenthaler: Fünf Grüne waren im Raum!)
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: "Eine unrichtige Tatsache" – hervorragend! Das letzte Mal habe ich das von einem Fußballer gehört!
Abgeordnete Mag. Ulrike Sima (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Umweltminister! Hohes Haus! Lassen Sie mich zu Beginn meiner Rede gleich ein paar Dinge klarstellen. Herr Abgeordneter Schweitzer hat hier wiederholt, und auch heute wieder, gemeint, in meiner Zeit bei Global 2000 hätten wir daran gedacht, ein Veto-Volksbegehren durchzuführen. Das ist eine unrichtige Tatsache, die auch durch tausendmaliges Wiederholen ... (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: "Eine unrichtige Tatsache" – hervorragend! Das letzte Mal habe ich das von einem Fußballer gehört!) Nein, das ist unrichtig, und das wird auch durch tausendmaliges Wiederholen ganz sicher nicht wahrer, Kollege Westenthaler.
Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie keine "unrichtigen Tatsachen"!
Herrn Kollegen Kopf würde ich gern ausrichten, dass sich bei der ÖVP offensichtlich mittlerweile so etwas wie ein kollektiver Gedächtnisschwund eingestellt hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie keine "unrichtigen Tatsachen"!) Sich hierher zu stellen, mit dem Finger auf die Opposition zu zeigen und uns zu bezichtigen, wir würden die Integrität der europäischen Erweiterung gefährden, und selbst einen Koalitionspartner im Boot zu haben (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine "unrichtige Tatsache"!), der hier die Vetokeule schwingt, auf aggressivste Art ein Volksbegehren durchführen will, das ist doch absurd, bitte! Kehren Sie vor Ihrer eigenen Haustüre, und bekehren Sie doch einmal Ihren Koalitionspartner, und dann wenden Sie sich an uns! (Abg. Ing. Westenthaler: Das war aber eine "unrichtige Tatsache"!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine "unrichtige Tatsache"!
Herrn Kollegen Kopf würde ich gern ausrichten, dass sich bei der ÖVP offensichtlich mittlerweile so etwas wie ein kollektiver Gedächtnisschwund eingestellt hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie keine "unrichtigen Tatsachen"!) Sich hierher zu stellen, mit dem Finger auf die Opposition zu zeigen und uns zu bezichtigen, wir würden die Integrität der europäischen Erweiterung gefährden, und selbst einen Koalitionspartner im Boot zu haben (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine "unrichtige Tatsache"!), der hier die Vetokeule schwingt, auf aggressivste Art ein Volksbegehren durchführen will, das ist doch absurd, bitte! Kehren Sie vor Ihrer eigenen Haustüre, und bekehren Sie doch einmal Ihren Koalitionspartner, und dann wenden Sie sich an uns! (Abg. Ing. Westenthaler: Das war aber eine "unrichtige Tatsache"!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das war aber eine "unrichtige Tatsache"!
Herrn Kollegen Kopf würde ich gern ausrichten, dass sich bei der ÖVP offensichtlich mittlerweile so etwas wie ein kollektiver Gedächtnisschwund eingestellt hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie keine "unrichtigen Tatsachen"!) Sich hierher zu stellen, mit dem Finger auf die Opposition zu zeigen und uns zu bezichtigen, wir würden die Integrität der europäischen Erweiterung gefährden, und selbst einen Koalitionspartner im Boot zu haben (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine "unrichtige Tatsache"!), der hier die Vetokeule schwingt, auf aggressivste Art ein Volksbegehren durchführen will, das ist doch absurd, bitte! Kehren Sie vor Ihrer eigenen Haustüre, und bekehren Sie doch einmal Ihren Koalitionspartner, und dann wenden Sie sich an uns! (Abg. Ing. Westenthaler: Das war aber eine "unrichtige Tatsache"!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine "unrichtige Tatsache"!
Sie haben an diesem Montag das Energiekapitel mit Tschechien abgeschlossen (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine "unrichtige Tatsache"!), auch wenn das etwas ist, was Sie nicht wahrhaben wollen. Das verstehe ich schon, denn das passt nicht in Ihre politische Linie und ist gerade für die Freiheitlichen eine besondere Blamage. Jetzt sitzen Sie in der Regierung, und was machen Sie? Sie akzeptieren Temelín und dieses Verhandlungsergebnis in seiner vollen Tragweite und wollen gleichzeitig der Bevölkerung erklären, Temelín wäre mit dem Veto-Volksbegehren zu verhindern. Das glaubt Ihnen doch kein Mensch mehr, das ist völlig unglaubwürdig! (Abg. Murauer: Was machen Sie jetzt?)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Glawischnig –: Nach dem Absturz müsst ihr ein bisschen nachdoppeln! Die Frau in Gold! – Abg. Kiss: Die Blamage habt ihr noch nicht verdaut! Das waren ein paar anständige Dachteln! – Abg. Mag. Schweitzer: So eingegangen ist noch nie eine Dringliche!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als Nächste zu Wort gemeldet hat sich Frau Abgeordnete Dr. Glawischnig. Restliche Redezeit: 2 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Glawischnig –: Nach dem Absturz müsst ihr ein bisschen nachdoppeln! Die Frau in Gold! – Abg. Kiss: Die Blamage habt ihr noch nicht verdaut! Das waren ein paar anständige Dachteln! – Abg. Mag. Schweitzer: So eingegangen ist noch nie eine Dringliche!)
Abg. Ing. Westenthaler – auf Abg. Dr. Cap deutend –: Der ist so fasziniert von der Titelseite, dass er jetzt auch bald unterschreiben wird, glaube ich!
Dazu gibt es noch etwas festzustellen, Herr Kollege Cap – wenn Sie sich vielleicht von der "Kronen Zeitung" einen Moment lösen könnten, die natürlich heute einen sehr erfreulichen Titel hat, aber von dem jetzt ganz abgesehen (Abg. Ing. Westenthaler – auf Abg. Dr. Cap deutend –: Der ist so fasziniert von der Titelseite, dass er jetzt auch bald unterschreiben wird, glaube ich!) –: Zu diesem Zeitpunkt gab es keine Einbindung der Opposition. Das können Sie nicht leugnen. Sie können auch nicht leugnen, dass wir uns sehr bemüht haben, der Opposition alle Möglichkeiten zu geben, an dieser Arbeit mitzuwirken. In der großen Koalition war davon nicht die Rede. Das gibt es erst, seit wir Freiheitlichen mit am Regieren sind.
Abg. Ing. Westenthaler: Vor allem die Burgenländer sollten sich das vor Augen halten!
Meine Damen und Herren! Wir kennen heute die Auf- und Durchmarschpläne des Warschauer Paktes. Das waren die Pläne des Warschauer Paktes unter Berücksichtigung der österreichischen Neutralität (Bundesminister Scheibner hält eine Graphik in die Höhe): ein klarer Durchmarsch durch das Donautal, ein klarer Durchmarsch von Osten nach Süden gegen Italien. Das wären die Sicherheitsgarantien Österreichs gewesen! (Abg. Ing. Westenthaler: Vor allem die Burgenländer sollten sich das vor Augen halten!) Gott sei Dank mussten all diese Instrumente, auf die man sich so lange verlassen hat, nie den Wahrheitsbeweis antreten.
Sitzung Nr. 89
Abg. Ing. Westenthaler: Hier geht es nicht um den Kollegen Hrabcik!
In dringenden Fällen, meine Damen und Herren, ist Dr. Hrabcik jederzeit für Patienten erreichbar. (Abg. Ing. Westenthaler: Hier geht es nicht um den Kollegen Hrabcik!) Wissen Sie, Kollege Westenthaler, was ein dringender Fall wäre? – Wenn man sich einmal um die bedauernswerten Krebspatienten Österreichs, die von einem Schilddrüsenkarzinom betroffen sind, kümmern würde (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim ) und für sie endlich eine Thyrogen-Behandlung organisieren und finanzieren würde! Seit Jahren werden diese Patienten im Kreis geschickt. (Abg. Ing. Westenthaler: Letztklassig! Abgang! Setzen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Letztklassig! Abgang! Setzen!
In dringenden Fällen, meine Damen und Herren, ist Dr. Hrabcik jederzeit für Patienten erreichbar. (Abg. Ing. Westenthaler: Hier geht es nicht um den Kollegen Hrabcik!) Wissen Sie, Kollege Westenthaler, was ein dringender Fall wäre? – Wenn man sich einmal um die bedauernswerten Krebspatienten Österreichs, die von einem Schilddrüsenkarzinom betroffen sind, kümmern würde (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim ) und für sie endlich eine Thyrogen-Behandlung organisieren und finanzieren würde! Seit Jahren werden diese Patienten im Kreis geschickt. (Abg. Ing. Westenthaler: Letztklassig! Abgang! Setzen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Setzen Sie sich in die letzte Reihe und seien Sie ruhig! Setzen Sie sich nieder!
Auch Sie, Herr Westenthaler, tragen in dieser Angelegenheit Verantwortung. Ich verlange, Herr Minister, eine Stellungnahme dazu, wie Sie mit diesen Krebspatienten umgehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Setzen Sie sich in die letzte Reihe und seien Sie ruhig! Setzen Sie sich nieder!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der redet die ganze Rede am Thema vorbei!
Insgesamt und zusammenfassend, Herr Westenthaler und Herr Khol (Abg. Ing. Westenthaler: Der redet die ganze Rede am Thema vorbei!): erstens ein Ja zum Sanitätergesetz, aber ein Nein zu nebenberuflichen Kabinettschefs dieser Bundesregierung; und zweitens zur Bürgergesellschaft des Herrn Khol schon überhaupt ein Nein! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald. – Abg. Ing. Westenthaler: Setz dich nieder und sei ruhig!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald. – Abg. Ing. Westenthaler: Setz dich nieder und sei ruhig!
Insgesamt und zusammenfassend, Herr Westenthaler und Herr Khol (Abg. Ing. Westenthaler: Der redet die ganze Rede am Thema vorbei!): erstens ein Ja zum Sanitätergesetz, aber ein Nein zu nebenberuflichen Kabinettschefs dieser Bundesregierung; und zweitens zur Bürgergesellschaft des Herrn Khol schon überhaupt ein Nein! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald. – Abg. Ing. Westenthaler: Setz dich nieder und sei ruhig!)
Abg. Ing. Westenthaler: Guten Abend!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Grünewald. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Guten Abend!)
Sitzung Nr. 91
Abg. Ing. Westenthaler: Verurteilt, die Frau Bundesgeschäftsführerin, nach § 111! – Abg. Kiss: Lasst die Kuntzl beim Villacher Fasching auftreten!
Keine Modernisierung der Physiksäle, keine moderne Ausstattung mit Computern in der Schule! (Abg. Mag. Schweitzer: Aserbeidschan! – Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Keine modernen und guten Bedingungen für die Kinder und Schüler in den Schulen! – Sie lachen, ich finde das zum Weinen. Ihre Politik geht auf Kosten der Kinder, und Sie setzen sich einfach darüber hinweg! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kiss: Der Villacher Fasching kommt erst!) Und all das, obwohl die Frau Bundesministerin im Oktober 2001 in einem Brief an die Schuldirektoren noch mitgeteilt hat, dass das Schulaufwandbudget ungekürzt zur Verfügung stehen wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Verurteilt, die Frau Bundesgeschäftsführerin, nach § 111! – Abg. Kiss: Lasst die Kuntzl beim Villacher Fasching auftreten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist wieder eine Schlammschlacht! Typisch!
Damit bin ich eigentlich schon bei einem Thema, das in mir den Verdacht aufkeimen lässt, dass es nicht so bleibt (Abg. Dr. Jarolim: Mehr als ein Verdacht!), und zwar liegt mir ein Protokoll einer Hauptverhandlung vom 18. Oktober 2001 vor, in der Herr Volksanwalt Mag. Stadler als Zeuge aussagen musste und im Zuge dieser Zeugenaussage dem Gericht bestimmte Informationen nicht gegeben hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist wieder eine Schlammschlacht! Typisch!)
Abg. Dr. Khol: Ohne Gusenbauer, ohne Cap! Das muss man sich einmal merken! – Ruf bei der SPÖ – in Richtung des Abg. Dr. Khol –: Hauptsache, Sie sind da! – Abg. Schwarzenberger: Das soll auch im Protokoll vermerkt werden! – Ruf: Das ist peinlich! – Abg. Ing. Westenthaler: Das muss man verlautbaren!
Ich ersuche jene Damen und Herren, die für diesen Gesetzentwurf sind, um ein Zeichen der Zustimmung. (Abg. Dr. Khol: Ohne Gusenbauer, ohne Cap! Das muss man sich einmal merken! – Ruf bei der SPÖ – in Richtung des Abg. Dr. Khol –: Hauptsache, Sie sind da! – Abg. Schwarzenberger: Das soll auch im Protokoll vermerkt werden! – Ruf: Das ist peinlich! – Abg. Ing. Westenthaler: Das muss man verlautbaren!) – Ich stelle die einstimmige Annahme fest.
Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: "Eurolim"!
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Die Zeitungen der letzten Tage sind voll mit erschütternden Details über die Schicksale der Fernfahrer, die ohne Geld unter furchtbaren sozialen Umständen zusammengepfercht im Ausland leben. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Warum schreien Sie jetzt schon drein, wenn ich erst einen Satz gesagt habe? (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: "Eurolim"!)
Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Jarolim –: "Eurolim"!
Zum Schluss kommend: Herr Bundesminister! Gehen Sie diesen Weg, den Sie skizziert haben. (Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Jarolim –: "Eurolim"!) Sie gehen diesen Weg mit uns gemeinsam, und ich bin überzeugt davon, dass es ein guter Weg für Österreich, aber auch für all jene, die im Bereich der Frächterbranche tätig sind, für die Unternehmer genauso wie für die Dienstnehmer, sein wird. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Jarolim: Gibt es jetzt ein Schiedsgericht gegen Kralowetz?)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Europäischer Gewerkschaftsbund!
Daher: Es müssen einheitliche Sozialstandards in Europa her, und sie müssen gleichzeitig in allen 15 Mitgliedstaaten in Kraft treten. So bekommt man dieses Problem in den Griff, und nicht anders! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Europäischer Gewerkschaftsbund!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Und deswegen soll der Wittmann jetzt endlich zum Film gehen!
Wie gesagt, jeder österreichische Kunstschaffende zittert davor, von Ihnen zum Schwerpunkt erklärt zu werden. Jeder weiß, was ihm dann bevorsteht, jeder weiß, dann hat er wirklich keine gute Zeit mehr in diesem Land: Kürzung der Förderung, Vertreibung ins Ausland, kein Nachdenken über neue Möglichkeiten und letztendlich Ausreden über Ausreden! Zwei Jahre lang haben Sie überhaupt nichts gemacht. Sie haben Kulturpolitik in diesem Bereich nicht einmal im Ansatz wahrgenommen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Und deswegen soll der Wittmann jetzt endlich zum Film gehen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Nur weil der Pilz noch nicht zählen gelernt hat, müssen jetzt alle zählen! Bitte einen Schnellzählkurs für den Herrn Pilz!
Bitte bleiben Sie alle auf Ihren Sitzen, wir werden die Zählung sofort vornehmen! (Abg. Ing. Westenthaler: Nur weil der Pilz noch nicht zählen gelernt hat, müssen jetzt alle zählen! Bitte einen Schnellzählkurs für den Herrn Pilz!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das Gemüse ist teurer!
Abgeordneter Reinhart Gaugg (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Rechnungshofpräsident! Geschätzte Damen und Herren! Das schlechte Gewissen in der SPÖ nagt! (Abg. Ing. Westenthaler: Das Gemüse ist teurer!) Zunächst einmal ein herzliches Dankeschön dem Rechnungshofpräsidenten und seinen Mitarbeitern für die Vorlage des Rechnungshofberichtes und auch ein Dankeschön an jene Mitarbeiter, die als Auskunftspersonen im "Euroteam"-Ausschuss zur Verfügung gestanden haben. (Präsident Dr. Fasslabend übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein Wahnsinn! Ein Skandal!
Nun zum Kollegen Gaßner. Das hat ja da herunten fast schon so geklungen, als hätte er zum ersten Mal in seinem Leben erfahren, dass "Euroteam" mit der SPÖ etwas zu tun hat. Das ist sensationell! Das war ja geradezu ein Klima-Team, ein perfekt aufgezogenes Netzwerk mit 27 Werkverträgen und einem Schaden für den österreichischen Steuerzahler von 118 Millionen Schilling. Das ist Faktum. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Wahnsinn! Ein Skandal!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der traut sich nicht!
Sie, Herr Gaßner – Sie haben ja das zweifelhafte Glück der "späten Geburt", Sie waren weder im Unterausschuss dabei noch im Untersuchungsausschuss betreffend "Euroteam" –, hätten erleben sollen, wie ein Herr Jarolim, der jetzt ohnedies nicht da ist (Abg. Ing. Westenthaler: Der traut sich nicht!), "gearbeitet" – unter Anführungszeichen – hat, wie er sich gebärdet hat, bis sich herausgestellt hat, dass er auch mittendrin in diesem Sumpf sitzt, den er selbst mitverursacht hat.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben beim ORF interveniert! Sie haben Zensur ausgeübt!
Wenn Sie Ihre zweifelhaften Typen wie Stuhlpfarrer und Co ... (Abg. Dr. Mertel: Was hat die SPÖ ...?) Interveniert! (Abg. Dr. Mertel: Sie intervenieren ununterbrochen beim ORF!) Ich sage es Ihnen gerne noch dreimal: Lesen Sie den Rechnungshofbericht, lesen Sie die Zeugenaussagen! (Abg. Dr. Mertel: So wie Sie und Ihr Parteichef ununterbrochen beim ORF intervenieren!) Na entschuldigen Sie! Ich weiß nicht, Frau Mertel, warum Sie sich so aufregen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben beim ORF interveniert! Sie haben Zensur ausgeübt!) Was regen Sie sich denn so auf? Haben wir Sie vielleicht in der Frage "Euroteam" übersehen? Kann das sein, dass Sie da irgendwo dabei waren? Das könnten wir ja noch nachholen. Es scheint so zu sein. Entweder haben Sie zärtliche Bande zum Herrn Stuhlpfarrer (Abg. Dr. Mertel: Ja, das ist es!), oder irgendetwas muss da ja sein, dass Sie sich dermaßen darüber aufregen. Das ist ja unglaublich! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Oje! Einem, das Gemüse wird teurer! – Abg. Dr. Einem – auf dem Weg zum Rednerpult –: Dass Sie, Herr Klubobmann, Erfahrungen im Einkauf haben, wundert mich!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Dr. Einem zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Oje! Einem, das Gemüse wird teurer! – Abg. Dr. Einem – auf dem Weg zum Rednerpult –: Dass Sie, Herr Klubobmann, Erfahrungen im Einkauf haben, wundert mich!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist überhaupt keine Berichtigung!
Also behaupten Sie hier nicht Dinge, von denen Sie wissen, dass sie falsch sind! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist überhaupt keine Berichtigung!)
Sitzung Nr. 92
Abg. Mag. Schweitzer: Die Frage war schon! – Abg. Ing. Westenthaler: Irgendwie haben wir die Frage schon gehabt! Sie wurde schon beantwortet! – Abg. Dr. Ofner: Hören tut er auch schlecht!
Ich frage Sie, Frau Ministerin: Schließen Sie nunmehr im Zusammenhang mit den Beneš-Dekreten ein Veto der österreichischen Bundesregierung betreffend den Beitritt der Tschechischen Republik zur Europäischen Union dezidiert aus? (Abg. Mag. Schweitzer: Die Frage war schon! – Abg. Ing. Westenthaler: Irgendwie haben wir die Frage schon gehabt! Sie wurde schon beantwortet! – Abg. Dr. Ofner: Hören tut er auch schlecht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist öfter bei der SPÖ!
Bundesministerin für auswärtige Angelegenheiten Dr. Benita Ferrero-Waldner: Herr Abgeordneter! Erstens stimmt der Wortlaut dessen, was ich selbst gesagt habe, nicht mit dem überein, was Sie jetzt zitiert haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist öfter bei der SPÖ!) Ich habe jetzt das Zitat nicht hier, aber ich kenne den Wortlaut sehr genau, und daher möchte ich noch einmal sagen: Ich hatte mich in meiner damaligen Wortmeldung auf die Entschließung des Nationalrates und auf die Entschließungen vieler Landtage bezogen, die besagen, dass in dieser Frage eine Lösung gefunden werden muss. Ich arbeite an dieser Lösung und bin zuversichtlich, dass sie kommen wird. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der falsche Tagesordnungspunkt! Sie sind schon bei der Dringlichen!
Abgeordnete Beate Schasching (SPÖ): Herr Präsident! Frau Vizekanzlerin! Sehr geehrte Damen und Herren! Lassen Sie mich eingangs feststellen, wir haben seit Antreten dieser blau-schwarzen Bundesregierung auf eine Zeit zurückzublicken, in der sich für die einzelnen Menschen in diesem Land vieles zum Schlechteren gewendet hat. (Widerspruch bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Wir haben es mit einer finanziellen Belastungswelle zu tun, mit erhöhten Abgaben und Gebühren und mit der höchsten Steuerquote der letzten 30 Jahre. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der falsche Tagesordnungspunkt! Sie sind schon bei der Dringlichen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Kogler ist in der Präsidiale!
Herrn Kollegen Brosz möchte ich nur sagen: Ich bin für die Erstellung der Tagesordnung dieses Hauses nicht zuständig, aber ich weiß, dass das die Präsidiale des Nationalrates macht, in der auch Ihre Fraktion einen Vertreter hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Kogler ist in der Präsidiale!) Und wenn Sie sich dafür einsetzen, dass Sportangelegenheiten immer an solch prominenter Stelle, nämlich zu Beginn der Tagesordnung behandelt werden, dann werde ich mich sehr darüber freuen, und Sie finden dafür selbstverständlich auch unsere Unterstützung.
Allgemeine Heiterkeit. – Abg. Leikam: Das war der Präsident des Schiverbandes! – Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat gewonnen?
Präsident Dr. Heinz Fischer: Bitte, Herr Abgeordneter, keine Handys im Plenum. (Allgemeine Heiterkeit. – Abg. Leikam: Das war der Präsident des Schiverbandes! – Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat gewonnen?)
Abg. Brosz: Wenn man bedenkt, was der Westenthaler alles verwechselt! – Abg. Mag. Kogler: Die "Verwestenthalerung" der FPÖ!
Die Frau Vizekanzlerin nannte das Beispiel Stadion Salzburg. Im Zusammenhang mit diesem Projekt sind tatsächlich bereits in der Vorlaufphase, der Planungsphase, gravierende Mängel aufgetreten, was die Zahlen, was die Berechnungen anlangte. Erst durch den Eingriff der Experten des Ministeriums wurde dieser Missstand behoben. Man kann es letztlich auch als Zeichen der Anerkennung werten, dass sich Landeshauptmann Sausgruber, Entschuldigung, nicht Sausgruber (Abg. Böhacker: Schausberger!), sondern Schausberger – ein Freud’scher Versprecher (Ruf: "Schausgruber"!); jetzt haben wir dann den "Schausgruber" (Heiterkeit), jetzt wird es gefährlich –, dafür bedankt hat, da ihm damit geholfen wurde. Er hat gesehen, in welcher professionellen Art und Weise hier an die Themen herangegangen wird und in diesem Fall herangegangen wurde. (Abg. Brosz: Wenn man bedenkt, was der Westenthaler alles verwechselt! – Abg. Mag. Kogler: Die "Verwestenthalerung" der FPÖ!)
Lebhafte Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das glaubt Ihnen kein Mensch!
Ich lasse mich zwar anrufen, sage aber sofort: Rufen Sie auf der Festnetzleitung zurück! (Lebhafte Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das glaubt Ihnen kein Mensch!) Ich sage es ganz ehrlich, ich war die letzte Abgeordnete der Grünen, die auf dieses Gerät zurückgegriffen hat, einfach deshalb, weil man im Prinzip durch diese Technologie nur Befehlsempfänger ist. Das sage ich Ihnen auch. Und das stammt nicht nur aus meinem Mund, sondern das habe ich auch schon den Bemerkungen anderer Abgeordneter entnommen. (Präsident Dr. Fasslabend übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ. – Lebhafte ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie trinken ihn! – Abg. Schwarzenberger: Den Champagner trinken Sie ganz allein!
Kommen wir aber zu den Realitäten, die unser Land nun seit zwei Jahren charakterisieren, und diese Realitäten sind kein besonders guter Ausweis für die schwarz-blaue Bundesregierung. (Abg. Dr. Trinkl: Champagner trinken!) – Den Champagner können sich immer weniger Österreicherinnen und Österreicher leisten – auf Grund Ihrer Politik, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Lebhafte ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie trinken ihn! – Abg. Schwarzenberger: Den Champagner trinken Sie ganz allein!) Der Einzige, der sich noch Champagner leisten kann, ist der Finanzminister (lebhafte ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP), der den Österreicherinnen und Österreichern 15 000 S pro Kopf und Jahr mehr an Steuern abnimmt als in der Vergangenheit, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie wären froh gewesen, wenn Sie so eine Arbeitslosenrate gehabt hätten in Ihrer Regierung!
Das erste Mal seit zehn Jahren gibt es in Österreich keine steigende Anzahl an Arbeitsplätzen. Die Arbeitslosenrate steigt das erste Mal dramatisch an, und es gibt am Ende des Jahres 2001 um 50 000 Arbeitslose mehr als am Ende des Jahres 2000. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie wären froh gewesen, wenn Sie so eine Arbeitslosenrate gehabt hätten in Ihrer Regierung!) Ich weiß, die Arbeitslosen sind Ihnen von der FPÖ völlig egal. Das kennzeichnet Ihre Politik. (Beifall bei der SPÖ.)
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja nicht zu glauben! – Abg. Mag. Schweitzer: Warum machst du dann eine Anfrage?
Ich weiß schon, was vom Herrn Bundeskanzler alles an Antworten kommen wird. Er wird darauf hinweisen, dass alles so ... (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja nicht zu glauben! – Abg. Mag. Schweitzer: Warum machst du dann eine Anfrage?) Ja, ja, es ist ziemlich leicht vorauszusagen, Herr Westenthaler! Die Art der Einfalt, die Sie immer wieder an den Tag legen, kann man leicht prognostizieren. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist die Spitzelaffäre? Wo ist das Ergebnis der Spitzelaffäre, Herr Kollege? Zusammengebrochen!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Diese Regierung hat aber nicht nur in sozial- und wirtschaftspolitischen Fragen versagt. Es gibt auch eine gefährliche Entwicklung auf dem Sektor der Demokratie. Ich möchte daran erinnern, dass die FPÖ vor zwei Jahren mit der Aussage begonnen hat, die Opposition gehöre ins Gefängnis. Sie hat weitergemacht mit der Ansage, es müsse Ordnung in den Redaktionsstuben geschaffen werden. (Abg. Dr. Ofner: Schmähtandler! Du bist ein Schmähtandler!) Sie haben in Bezug auf die Journalisten gemeint, die Hand, die einen füttert, beiße man nicht. Danach hat man die Beamten attackiert, die in der Spitzelaffäre ermittelt haben, und gemeint, das wäre ein "rotes Komplott". (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist die Spitzelaffäre? Wo ist das Ergebnis der Spitzelaffäre, Herr Kollege? Zusammengebrochen!) Und als Letztes ist jetzt der Verfassungsgerichtshof zum Ziel der Angriffe seitens der FPÖ geworden, indem Sie meinen, der Verfassungsgerichtshof wäre "politisch korrumpiert" und müsse daher "zurechtgestutzt" werden.
Abg. Ing. Westenthaler: Wer? Wissen Sie, warum der gehen musste?
Herr Abgeordneter Khol! Lassen Sie sich von Ihrem ehemaligen Generalsekretär Michael Graff im "Format" dieser Woche Folgendes sagen (Abg. Ing. Westenthaler: Wer? Wissen Sie, warum der gehen musste?): "Die FPÖ ist die führende, aber nicht die alleinige Partei, die um die Verfassung einen Bogen macht. Vergleichen Sie nur die ÖVP-Linie in der Neutralitätspolitik. Da bewegt sich die ÖVP auch schon lange nicht mehr im Verfassungsbogen."
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer zitiert Graff! Sie wissen aber schon, warum er gehen musste!
Die mögliche Antwort von Andreas Khol auf diese Anklage eines seiner Parteikollegen wird wahrscheinlich sein: Auch der "Verfassungsbogen" ist eine Tochter der Zeit. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer zitiert Graff! Sie wissen aber schon, warum er gehen musste!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihre Lösungsvorschläge, Herr Kollege! Wo sind Ihre Lösungsvorschläge?
In der neuen Ausgabe des "trend" – bei weitem kein sozialdemokratisches Agitationsorgan – steht unter dem Titel "Blaues Blut", Herr Westenthaler (Abg. Ing. Westenthaler: Ihre Lösungsvorschläge, Herr Kollege! Wo sind Ihre Lösungsvorschläge?), Folgendes geschrieben:
Abg. Dietachmayr: So ist es! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aus dem Horrorlexikon!
Sie reden von einer wirtschaftlichen und sozialen Schadensbilanz, Kriechspur, Isolation, Schlingerkurs, Feindbilder, Sprechblasen, Uneinigkeit, Zerstrittenheit. (Abg. Dietachmayr: So ist es! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aus dem Horrorlexikon!) Herr Abgeordneter – und jetzt ernst gesagt –, heute ist der 31. Jänner. Ich würde sehr nachdenklich sein, und lassen wir den Champagner einmal weg: Wo war denn bitte von Anfang an der Beitrag der SPÖ und Ihres Vorgängers, als es tatsächlich um die Begrenzung des Schadens für unser Land gegangen ist? Da waren Sie nicht zu sehen oder auf der falschen Seite. Wir dagegen sind gestanden, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Die Abgeordneten Dr. Khol und Ing. Westenthaler: Wo ist Verzetnitsch?
Sie werfen uns einen Schlingerkurs vor? Dann erklären Sie einmal in drei einfachen Sätzen, die ein normaler Mensch versteht, Ihren Kurs in der Erweiterungsfrage. Der hieß nämlich am Anfang, man könne es wegen der verschiedenen Probleme, die das soziale Gefälle mit sich bringe, jetzt nicht machen, noch nicht oder nicht so. Manche bei Ihnen, wichtige Repräsentanten, haben sogar gesagt, eine Erweiterung könne es nicht geben, bevor nicht das Lohnniveau bei den Beitrittskandidaten auf 80 Prozent des österreichischen Lohnniveaus angestiegen sei. (Die Abgeordneten Dr. Khol und Ing. Westenthaler: Wo ist Verzetnitsch?) Und da erklären Sie mir, wir würden einen Schlingerkurs fahren? Kehren Sie vor der eigenen Stube! Fangen Sie dort an, erst dann sind Sie glaubwürdig, wenn Sie uns in diesem Punkt kritisieren, Herr Abgeordneter! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Die Abgeordneten Marizzi, Dr. Gusenbauer und Dr. Cap: Westenthaler!
Isoliert sind wir? – Wer hat denn die Verlängerung von Wolfgang Petritsch als Koordinator für Bosnien durchgebracht? Das war Außenministerin Benita Ferrero-Waldner. Wer hat Erhard Busek als Stabilitätspaktkoordinator für den gesamten Balkanraum durchgesetzt? Das war diese österreichische Bundesregierung. (Die Abgeordneten Marizzi, Dr. Gusenbauer und Dr. Cap: Westenthaler!) Im Europarat stellen wir heute den Generalsekretär, und ich gratuliere Peter Schieder zu seinem großartigen Erfolg als Präsident der Parlamentarischen Versammlung. Ein großer Erfolg für uns alle! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist immer so! – Abg. Dr. Trinkl – in Richtung SPÖ –: Das wollen Sie nicht!
Aber wiederum richtig ist, dass wir in den nächsten Jahren mit der Steuer- und Abgabenquote hinunterkommen müssen. Daher werden wir von der Regierung uns auch im nächsten Jahr eine Lohnnebenkostensenkung vornehmen. Dieser wurde wohl ursprünglich von Ihrer Seite zugestimmt, jetzt – wie ich höre – wird sie plötzlich wieder abgelehnt. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist immer so! – Abg. Dr. Trinkl – in Richtung SPÖ –: Das wollen Sie nicht!) Ich bitte auch in dieser Frage nicht um einen Schlingerkurs, sondern um eine klare Antwort, ob die Entlastung der Arbeit nicht ein gemeinsames Anliegen sein könnte. (Abg. Edlinger: Wir sind für die Arbeitnehmer!) – Entschuldigung, Herr Abgeordneter! Lohnnebenkosten werden ja meistens von beiden bezahlt. Natürlich wird auch der Arbeitnehmer davon profitieren, und er soll ja auch davon profitieren, Herr Abgeordneter Edlinger. Ich hätte schon gedacht, dass Sie das wissen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Silhavy. )
Heiterkeit der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Mag. Schweitzer.
Die Zahlenreihen, die Sie nennen, liegen in dieser Form überhaupt nicht vor. (Heiterkeit der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Mag. Schweitzer. )
Abg. Ing. Westenthaler: Und sonst auch nichts zu sagen!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Frau Abgeordnete Prammer! Die Stimmung fällt leicht aus dem Rahmen (Abg. Mag. Kukacka: Die Stimmung nicht, die Frau Kollegin!), daher müssen wir uns ganz genau daran halten, den zu berichtigenden Sachverhalt und den tatsächlichen Sachverhalt darzustellen. (Abg. Ing. Westenthaler: Und sonst auch nichts zu sagen!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Cap –: Das kannst du ja gar nicht alles sagen! – Abg. Dr. Khol – in Richtung SPÖ –: Das war eine matte Eröffnung der Debatte! Matt, matt!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Dr. Cap. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 9 Minuten. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Cap –: Das kannst du ja gar nicht alles sagen! – Abg. Dr. Khol – in Richtung SPÖ –: Das war eine matte Eröffnung der Debatte! Matt, matt!) – Bitte, Herr Abgeordneter.
Abg. Ing. Westenthaler: Ist das jetzt eine Vorlesung oder eine Parlamentsdebatte? – Abg. Wochesländer: Der Vorleser! – Ruf bei der ÖVP: Er braucht eine Brille!
"Mitleid mit Riess-Passer" hat Landesrat Hirschmann aus der Steiermark. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist das jetzt eine Vorlesung oder eine Parlamentsdebatte? – Abg. Wochesländer: Der Vorleser! – Ruf bei der ÖVP: Er braucht eine Brille!) Er sagt, er erwarte sich von Bundeskanzler Schüssel, dass er "die streichelnde Hand des Vaters ausstreckt" und "mit dem Koalitionspartner einen tiefgreifenden Diskussionsprozeß über die Bedeutung der EU-Osterweiterung führt". – Das heißt, wenn die Frau Vizekanzlerin einmal gestreichelt wird, ist es die väterliche Hand, und die beiden diskutieren gerade über die EU-Osterweiterung! (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Josef, du brauchst eine Brille! Die Arme werden bald nicht mehr lang genug sein! – Abg. Ing. Westenthaler – eine Ausgabe der "Neuen Freien Zeitung" in die Höhe haltend –: Josef, lies einmal etwas Gescheites! Lies die NFZ!)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Josef, du brauchst eine Brille! Die Arme werden bald nicht mehr lang genug sein! – Abg. Ing. Westenthaler – eine Ausgabe der "Neuen Freien Zeitung" in die Höhe haltend –: Josef, lies einmal etwas Gescheites! Lies die NFZ!
"Mitleid mit Riess-Passer" hat Landesrat Hirschmann aus der Steiermark. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist das jetzt eine Vorlesung oder eine Parlamentsdebatte? – Abg. Wochesländer: Der Vorleser! – Ruf bei der ÖVP: Er braucht eine Brille!) Er sagt, er erwarte sich von Bundeskanzler Schüssel, dass er "die streichelnde Hand des Vaters ausstreckt" und "mit dem Koalitionspartner einen tiefgreifenden Diskussionsprozeß über die Bedeutung der EU-Osterweiterung führt". – Das heißt, wenn die Frau Vizekanzlerin einmal gestreichelt wird, ist es die väterliche Hand, und die beiden diskutieren gerade über die EU-Osterweiterung! (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Josef, du brauchst eine Brille! Die Arme werden bald nicht mehr lang genug sein! – Abg. Ing. Westenthaler – eine Ausgabe der "Neuen Freien Zeitung" in die Höhe haltend –: Josef, lies einmal etwas Gescheites! Lies die NFZ!)
in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler
Ich frage mich nur eines (in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler) – ja genau, passt vom Drehbuch bestens! –: Was ist aber, wenn Klubobmann Westenthaler in der Erweiterungsfrage bockt? Tritt dann die Empfehlung von Harald Ofner ein, dass vielleicht eine "g’sunde Tachtel" weiterhilft (Heiterkeit bei der SPÖ), dass dann der Kurs in Richtung Erweiterung eingeschlagen wird? Ist es so? (Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin froh, dass es so lustige Reden gibt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin froh, dass es so lustige Reden gibt!
Ich frage mich nur eines (in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler) – ja genau, passt vom Drehbuch bestens! –: Was ist aber, wenn Klubobmann Westenthaler in der Erweiterungsfrage bockt? Tritt dann die Empfehlung von Harald Ofner ein, dass vielleicht eine "g’sunde Tachtel" weiterhilft (Heiterkeit bei der SPÖ), dass dann der Kurs in Richtung Erweiterung eingeschlagen wird? Ist es so? (Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin froh, dass es so lustige Reden gibt!)
in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler
Was meint er damit? Sämtliche Körperfunktionen einstellen, dann ist er am besten? Oder sagt er in Wirklichkeit, nur das kann er, nur darin ist er wirklich ausgezeichnet? Na gut! Es gibt also ein eigenes "Verharmlosungswording": Das eine ist der Erregungskünstler aus Kärnten, den kennen wir, das ist der morgendliche Weckruf, der Adrenalinausstoßer aus den Karawanken! Das ist okay. Das haben Sie sich so ausgesucht. Das ist Ihr Liebling (in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler), Sie würden gerne Ihren Job aufgeben, nur damit er wieder unter uns weilt – ist in Ordnung, ist akzeptiert.
Abg. Ing. Westenthaler: Im Parlament! Hier!
Herr Ing. Westenthaler hat behauptet, ich hätte kein Wort gegen die unhaltbaren Äußerungen von Premier Zeman gewendet. (Abg. Ing. Westenthaler: Im Parlament! Hier!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das darf ja nicht wahr sein! Das nimmt Ihnen ja keiner ab!
Ich sage: Wahr ist, dass ich der erste österreichische Politiker war, der die Äußerungen Zemans ganz klar zurückgewiesen hat. Das ist die Wahrheit! Sie sagen die Unwahrheit, Herr Westenthaler! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das darf ja nicht wahr sein! Das nimmt Ihnen ja keiner ab!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Van der Bellen –: Wie ist das mit der innerparteilichen Demokratie? Die wird abgeschafft!
Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Professor Van der Bellen. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Van der Bellen –: Wie ist das mit der innerparteilichen Demokratie? Die wird abgeschafft!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Bei uns werden sie gewählt, die Stellvertreter, auf dem Parteitag werden sie gewählt!
Was den zweiten Punkt betrifft: Die Grünen als "Führerpartei" – das finde ich "echt gut", Ihr Schmäh ist wirklich beeindruckend, Herr Westenthaler! Aber ich empfehle Ihnen doch: Vergleichen Sie einmal die Statuten der Freiheitlichen Partei mit den Statuten der Grünen! Ich bin sicher, der Vergleich wird auch Sie sicher machen. Den Ruf der Führerpartei können wir Ihnen nicht streitig machen, Herr Kollege Westenthaler. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Bei uns werden sie gewählt, die Stellvertreter, auf dem Parteitag werden sie gewählt! ) Ja, ja. Es ist vielleicht empfehlenswert, dass Sie sich einmal Ihr ganzes Statut vor Augen halten. Ich habe das nämlich gemacht anlässlich Ihrer Regierungsbeteiligung.
Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie einmal was Neues! Nicht immer das Gleiche!
Sie beschließen diesen Antrag. Schüssel-Zeman-Abkommen, Schüssel-Zeman-Vereinbarung anschließend. (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie einmal was Neues! Nicht immer das Gleiche!) Ja, und gleichzeitig inszeniert ein Teil der FPÖ ein Volksbegehren mit einem Text, der diesen Verhandlungsschritten, der diesen Bemühungen im Vorfeld der Erweiterung zentral, diametral zuwiderläuft, ein Veto-Volksbegehren, das in jeder Hinsicht kontraproduktiv ist.
Die Abgeordneten Dr. Khol und Ing. Westenthaler: Gute Anträge!
Deswegen vertraue ich auch nicht auf die Papiere, auf die Entschließungsanträge, die Sie beide heute wieder vorgelegt haben. (Die Abgeordneten Dr. Khol und Ing. Westenthaler: Gute Anträge!) Ja, Papier! Wieder einmal etwas. Die FPÖ als Regierungspartei hat sich noch nie an das gehalten, was ... (Abg. Dr. Khol: Das stimmt nicht!) – Okay, in außenpolitischen Fragen, in der Erweiterungsfrage, hält sie sich nicht an das (Abg. Dr. Khol: Auch das stimmt nicht!), bei dem Sie hier so tun, als ob Sie in der Sache einig wären. (Abg. Dr. Khol: Nein, das stimmt nicht!) – Das stimmt!
Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie noch einen Satz zu Zeman! Bitte!
Die Äußerungen von ... (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie noch einen Satz zu Zeman! Bitte!) – Gerne.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wenigstens!
Wir hier in Österreich sind die Letzten, die sich über einen Ministerpräsident Zeman deswegen, wegen seiner Äußerungen, die nicht akzeptabel sind, echauffieren sollten. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wenigstens!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wird es gut!
Herr Kollege Edlinger! Es liegt mir ein Brief von der Österreichischen Gesellschaft für Marketing vor (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wird es gut!), gerichtet an unseren Klubobmann Peter Westenthaler. Darin schreibt der unterzeichnete Wolfgang Bachmayer unter dem Titel "Richtigstellung von OGM-Umfrage, in heutiger Parlamentsdebatte verwendet vom Abgeordneten Edlinger": In der heutigen Parlamentsdebatte wurde von Rudolf Edlinger eine im aktuellen "Format" publizierte OGM-Umfrage in folgender Form zitiert: 72 Prozent der Österreicher halten die blau-schwarze Wirtschaftspolitik für katastrophal. Wir, so Bachmayer, möchten die so verwendeten Zahlen richtig stellen. Die OGM-Umfrage sagt aus (Abg. Edlinger: Das waren nur die opinion leader!), dass – Herr Kollege Edlinger! – 44 Prozent der Österreicher mit der Wirtschaftspolitik sehr zufrieden sind. (Oh-Rufe bei den Freiheitlichen.) Die von Nationalrat Edlinger zitierten Zahlen beziehen sich demnach nicht auf die Meinung der Sichtweise der österreichischen Bevölkerung. (Abg. Edlinger: Sagen Sie den zweiten Absatz des Briefes!)
Abg. Ing. Westenthaler: Er hat die Unwahrheit gesagt!
Herr Kollege Edlinger! (Abg. Ing. Westenthaler: Er hat die Unwahrheit gesagt!) Diese Bundesregierung hat trotz der Ausgangsposition, die Sie hinterlassen haben – und das war eine denkbar schlechte –, eine hervorragende Halbzeitbilanz vorzuweisen. Trotz der Prügel (Abg. Edlinger: Euphorisch!), die uns Ihr seinerzeitiger Parteivorsitzender Klima vor etwa zwei Jahren gemeinsam mit Gusenbauer und Van der Bellen in der Zeit der Sanktionen zwischen die Beine geworfen hat, trotz der Terroranschläge, die es dann gegeben hat, trotz der BSE-Krise, trotz der schlechten internationalen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben wir eine Halbzeitbilanz aufzuweisen, die nicht nur respektabel, sondern auch perfekt und herzeigenswert ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Zur Geschäftsordnung, Herr Präsident!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Diese Bundesregierung hat größeren Schaden, der bei Fortsetzung Ihrer Politik entstanden wäre, abgewehrt. Deshalb muss ich Kollegen Gusenbauer, der schon rechtzeitig erkannt hat, dass diese Dringliche ein Schuss ins Knie wird, und deshalb den Saal verlassen hat, noch ein Zitat nachschicken – ich hoffe, er hört es. Offensichtlich ist er mit dem Motto angetreten – es stammt vom Fußballplatz, Kollege Edlinger –: Wenn wir hier schon nichts gewinnen können, dann treten wir ihnen wenigstens den Rasen kaputt! – Aber nicht einmal das ist Ihnen gelungen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Zur Geschäftsordnung, Herr Präsident!)
Abg. Ing. Westenthaler: Kollege Cap will uns sagen, wo alle Abgeordneten sind!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Kollege Westenthaler! Es steht jedermann frei, jedes Thema in der Präsidiale zur Sprache zu bringen. In der heutigen Sitzung wird selbstverständlich die geltende Geschäftsordnung angewendet, und nach dieser kommt jetzt Frau Dr. Rauch-Kallat zu Wort. (Ruf: Dr. Cap hat sich zu Wort gemeldet!) – Bitte entschuldigen Sie, das habe ich übersehen. Herr Klubobmann! Wollten Sie zur Geschäftsbehandlung das Wort? – Bitte, Herr Abgeordneter Cap! (Abg. Ing. Westenthaler: Kollege Cap will uns sagen, wo alle Abgeordneten sind!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist gerade hereingekommen!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Ich wollte die Wortmeldung des Klubobmannes Westenthaler kurz relativieren. Wir können in der Präsidiale natürlich über alles reden, aber wie Sie selbst gemerkt haben, sitzt der Klubobmann hier. Er war die ganze Zeit über da. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist gerade hereingekommen!) Ich verstehe das nicht. Leiden Sie an Realitätsverlust, denn ich meine, mehr als anwesend kann man nicht sein? Das war eine überflüssige Wortmeldung Ihrerseits. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Leere Bankreihen bei der SPÖ!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nunmehr gelangt Frau Abgeordnete Rauch-Kallat zu Wort. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Leere Bankreihen bei der SPÖ!)
Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer! Ellmayer!
Herr Vorsitzender Gusenbauer! (Abg. Dr. Khol: Er zeigt dir den Rücken!) – Ja. Ich möchte mich auch bei Ihnen ganz artig bedanken, Herr Gusenbauer (Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer! Ellmayer!), dass Sie mir die Gelegenheit geben (Rufe und Gegenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen), dem Hohen Haus, seinen Besuchern auf der Galerie und einer interessierten Öffentlichkeit – leider sind die Medienvertreter jetzt in die Redaktionen entschwunden, weil sie schrei
Abg. Ing. Westenthaler: Die Basis ist abgeschafft!
Nun zur zweiten Oppositionskraft, zu den Grünen. Zu ihrer Basisdemokratie ist von mir schon einiges gesagt worden. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Basis ist abgeschafft!) Es gibt eine Wahl der Stellvertreter durch Führungsnomenklatur. Das kennen wir von anderen Systemen her. Es erfolgte jüngst erst ein Aufblasen bei den Klubobleute-Stellvertretern, eine Erhöhung ihrer Zahl auf vier. Inklusive Klubobmann sind es jetzt fünf Führungsfunktionäre bei einer Fraktion von 15 Abgeordneten. Ein Drittel aller Abgeordneten der Grünen sind Spitzenfunktionäre. (Abg. Brosz: Wer sind diese vier?) Oder sind es gar nur 4 von 15? Das ist irrelevant, Hauptsache, sie haben den Posten, der Name ist Wurscht, sie gehen ohnehin nicht in die Geschichte ein. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie gehören auch dazu!
Meine Damen und Herren! Ich hätte mir gewünscht, dass auch ein Bundeskanzler und Parteiobmann einer Partei dann, wenn ein Klubobmann einer Partei über Journalisten sagt: Das sind ja nur ein paar Irre!, klare Worte dazu findet, weil ich mir denke, es geht auch um den Ton, in dem wir in diesem Haus verkehren. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie gehören auch dazu!) Es geht um den Ton, Herr Abgeordneter Westenthaler. Sie können gerne an uns Kritik üben, wenn Ihnen der Ton nicht gefällt, aber ich denke, zu derartigen Methoden greift in der politischen Öffentlichkeit in Österreich leider immer nur eine Partei.
Abg. Ing. Westenthaler: Dreifacheinkommensbezieherin!
Meinem Gefühl nach stürzen Sie heute inhaltlich genauso ab wie bei Ihrem Dringlichen Antrag betreffend "linke Bildungspolitik". (Abg. Mag. Schweitzer: Wir sind überhaupt nicht abgestürzt!) – In Ihrer Bildungspolitik – das sei Ihnen noch einmal vor Augen geführt – steht an Stelle der sozialen Integration, für die wir stehen, Herr Kollege Schweitzer, an Stelle der Förderung, für die wir stehen, an Stelle der Durchlässigkeit und Persönlichkeitsentwicklung, wobei wir von den jungen Menschen ausgehen, die Sie überhaupt vergessen, nichts Vergleichbares. (Abg. Ing. Westenthaler: Dreifacheinkommensbezieherin!) Ihre Intention? Wissen Sie was Ihre Intention ist? – Verschärfen, individuelle Selektion, ausschließlich Leistungskriterien. Das ist nicht unsere Politik! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Drei Einkommen beziehen Sie aber schon!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Drei Einkommen beziehen Sie aber schon!
Meinem Gefühl nach stürzen Sie heute inhaltlich genauso ab wie bei Ihrem Dringlichen Antrag betreffend "linke Bildungspolitik". (Abg. Mag. Schweitzer: Wir sind überhaupt nicht abgestürzt!) – In Ihrer Bildungspolitik – das sei Ihnen noch einmal vor Augen geführt – steht an Stelle der sozialen Integration, für die wir stehen, Herr Kollege Schweitzer, an Stelle der Förderung, für die wir stehen, an Stelle der Durchlässigkeit und Persönlichkeitsentwicklung, wobei wir von den jungen Menschen ausgehen, die Sie überhaupt vergessen, nichts Vergleichbares. (Abg. Ing. Westenthaler: Dreifacheinkommensbezieherin!) Ihre Intention? Wissen Sie was Ihre Intention ist? – Verschärfen, individuelle Selektion, ausschließlich Leistungskriterien. Das ist nicht unsere Politik! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Drei Einkommen beziehen Sie aber schon!)
Sitzung Nr. 94
Abg. Mag. Schweitzer: Warum mussten da die Alarmglocken läuten? – Abg. Edlinger: Weil man dorthin nicht fährt! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Edlinger –: Ihr Bruder war dort, Fritz Edlinger!
Es war zum Beispiel am 24. Jänner 2002 in der Zeitschrift "News" nachzulesen, dass Herr Haider seine geplante Reise in den Irak nur kurzfristig verschiebt. Seit diesem Zeitungsbericht wussten das alle, mussten im Außenministerium die Alarmglocken läuten, auch bei der Frau Außenministerin selbst. Da gibt es keine Entschuldigung. (Abg. Mag. Schweitzer: Warum mussten da die Alarmglocken läuten? – Abg. Edlinger: Weil man dorthin nicht fährt! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Edlinger –: Ihr Bruder war dort, Fritz Edlinger!)
Abg. Ing. Westenthaler: Muttonen, Jäger, alle waren dort! – Abg. Mag. Schweitzer: Vranitzky!
Der zweite Punkt ist, dass es unglaubwürdig ist, dass, wenn ein österreichischer Landeshauptmann dreimal um Einreise und Einfuhrgenehmigungen in den Irak ansucht und dies dreimal von den zuständigen Stellen der UN abgelehnt wird, die Außenministerin tatsächlich nicht informiert gewesen sein soll. Diese Fragen bleiben weiterhin offen. (Abg. Ing. Westenthaler: Muttonen, Jäger, alle waren dort! – Abg. Mag. Schweitzer: Vranitzky!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der Abg. Mag. Kuntzl –: Ihre Zeit ist um!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Bitte um den Schlusssatz! (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der Abg. Mag. Kuntzl –: Ihre Zeit ist um!)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Der Abgeordnete Schweitzer wird einen ähnlich langen Schlusssatz haben, nur besser formuliert!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Spindelegger. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Der Abgeordnete Schweitzer wird einen ähnlich langen Schlusssatz haben, nur besser formuliert!)
Abg. Ing. Westenthaler: In Moskau! – Weitere "Moskau"-Rufe bei den Freiheitlichen.
Kollege Gusenbauer! Sie waren ein so großer Revoluzzer. Wo waren Sie, als Vranitzky und Li Peng, Fischer und Li Peng, Cap und Li Peng ... (Abg. Ing. Westenthaler: In Moskau! – Weitere "Moskau"-Rufe bei den Freiheitlichen.) Ach so, gut, dann konnten Sie nicht – Sie sind entschuldigt.
Abg. Ing. Westenthaler: Warum sitzen sie geduckt?
Meine sehr geehrten Damen und Herren von der SPÖ, Sie sitzen heute etwas geduckt hier herinnen. Kollege Niederwieser sitzt etwas geduckt da. Kollegin Muttonen sitzt etwas geduckt da. Kollegin Jäger sitzt etwas geduckt da. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum sitzen sie geduckt?) Warum? – Sie alle waren im Irak: Kollege Niederwieser, Kollegin Muttonen, Kollegin Jäger. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Was haben sie dort getan? – Sie haben dort Aziz getroffen. – Verwerflich! Ich habe Bilder davon. Sie haben Herrn Aziz getroffen. (Abg. Ing. Westenthaler: Hervorragend! Das ist die Scheinmoral der SPÖ!)
Abg. Ing. Westenthaler: Hervorragend! Das ist die Scheinmoral der SPÖ!
Meine sehr geehrten Damen und Herren von der SPÖ, Sie sitzen heute etwas geduckt hier herinnen. Kollege Niederwieser sitzt etwas geduckt da. Kollegin Muttonen sitzt etwas geduckt da. Kollegin Jäger sitzt etwas geduckt da. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum sitzen sie geduckt?) Warum? – Sie alle waren im Irak: Kollege Niederwieser, Kollegin Muttonen, Kollegin Jäger. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Was haben sie dort getan? – Sie haben dort Aziz getroffen. – Verwerflich! Ich habe Bilder davon. Sie haben Herrn Aziz getroffen. (Abg. Ing. Westenthaler: Hervorragend! Das ist die Scheinmoral der SPÖ!)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das glaube ich nicht!
Abgeordnete Mag. Ulrike Lunacek (Grüne): Herr Präsident! Herr Minister! Meine Damen und Herren! So viel Geographie wie Herr Kollege Schweitzer kann ich schon lange. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das glaube ich nicht!) Vor allem scheinen mir Ihre Aussagen in die Richtung zu gehen: Da fährt die FPÖ auf der Autobahn, wundert sich, dass alle entgegenkommen, und kapiert nicht, dass sie selbst der Geisterfahrer ist. – Das zu Ihren Ausführungen, Herr Kollege Schweitzer. (Neuerliche Heiterkeit und Beifall bei den Grünen sowie der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Cap, neben dessen Sitz Abg. Dr. Niederwieser steht –: Josef, der Niederwieser möchte gern ans Rednerpult!
Herr Minister Bartenstein! Nun zu dem Punkt, dass Sie sagen, es hätten alle Klubobleute seit langem gewusst, dass die Ministerin heute nicht da ist. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Cap, neben dessen Sitz Abg. Dr. Niederwieser steht –: Josef, der Niederwieser möchte gern ans Rednerpult!) – Sie wissen ganz genau, dass eine Aktuelle Stunde laut Geschäftsordnung nur am ersten Tag einer Reihe von Plenarsitzungen möglich ist. Da frage ich mich schon, warum die Außenministerin in dieser Angelegenheit, in der sie selbst gesagt hat, wie kontraproduktiv die Reise des Herrn Landeshauptmanns Haider in den Irak war, nicht selbst hier ist, um das zu verteidigen, was hier geschehen ist, beziehungsweise ihre Position und die des Außenamtes zu verteidigen. Dass sie die Reise in den Maghreb vorzieht und dass sie es vorzieht, so lange dort zu bleiben, finde ich bedauerlich. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Gradwohl. )
Der Redner hält ein Bild, auf dem Jörg Haider und Saddam Hussein zu sehen sind, in die Höhe. – Abg. Ing. Westenthaler: Wieso zittern Sie?
Und im Unterschied zu Kofi Annan und allen anderen, die hier zitiert wurden und die selbstverständlich unter Einbeziehung der UNO und der Zustimmung der UNO ... (Der Redner hält ein Bild, auf dem Jörg Haider und Saddam Hussein zu sehen sind, in die Höhe. – Abg. Ing. Westenthaler: Wieso zittern Sie?)
Abg. Ing. Westenthaler: Fritz Edlinger!
Abgeordnete Edeltraud Gatterer (ÖVP): Herr Präsident! Herr Minister! Die bisherige Debatte hat deutlich gezeigt, dass es hier überhaupt nicht um Aufklärung geht, sondern es geht ganz eindeutig um Schuldzuweisungen. Die SPÖ hatte wirklich – ich habe selber an der Sitzung des Außenpolitischen Ausschusses teilgenommen – jede Möglichkeit, die Außenministerin zu befragen. Sie von der SPÖ haben im Bundesrat eine Dringliche Anfrage gestellt und hätten alle Fragen stellen können. (Abg. Ing. Westenthaler: Fritz Edlinger!) Ich hätte gemeint, dass Sie diese Aktuelle Stunde heute deswegen haben möchten, weil sich Herr Cap bei der Außenministerin entschuldigen möchte. Sonst gibt es wirklich keinen Grund, die Aussagen der Außenministerin in Frage zu stellen.
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident, das geht ja nicht, dass man das ...! Aber nicht da herinnen!
Halten wir die Fakten fest: Herr Haider, bekannt für seine Sager von der "ordentlichen Beschäftigungspolitik", für rassistische Hetze – und da ist er auch verurteilt worden ... (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident, das geht ja nicht, dass man das ...! Aber nicht da herinnen!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Aus! – Abg. Ing. Westenthaler: Da müssen Sie aber erst für den Kärntner Landtag kandidieren!
Misstrauen ist angesagt. Die Frau Außenministerin hat in dieser Causa versagt, die Bundesregierung hat in dieser Causa versagt und in erster Linie Herr Haider als Kärntner Landeshauptmann. Meine Damen und Herren! Das Misstrauen ist nicht nur gegenüber dieser Bundesregierung gerechtfertigt – darüber werden wir gleich debattieren –, sondern auch gegenüber Herrn Jörg Haider, der die ganze Republik und die ganze Welt an der Nase herumführt! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Aus! – Abg. Ing. Westenthaler: Da müssen Sie aber erst für den Kärntner Landtag kandidieren!)
Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Der explodiert ja gleich in der zweiten Reihe!
Bundesministerin für öffentliche Leistung und Sport Vizekanzler Dr. Susanne Riess-Passer (fortsetzend): Die Wahrheit, meine Damen und Herren von der SPÖ, tut halt weh, das weiß ich schon, vor allem dann, wenn sie für Sie nicht gerade erfreulich ist. (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Der explodiert ja gleich in der zweiten Reihe!)
Abg. Ing. Westenthaler: Heute schon Champagner gefrühstückt, Herr Gusenbauer?
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Mitglieder der Bundesregierung! Meine sehr verehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Heute schon Champagner gefrühstückt, Herr Gusenbauer?) Die Zuschauer werden sich ihren Reim darauf machen, dass der Herr Westenthaler mit seinen Zwischenrufen schon anfängt, bevor ich mit meiner Rede begonnen habe. Das heißt: Das geschieht völlig unabhängig von dem, was man sagt, Hauptsache, die Lautstärke stimmt hier im Hohen Haus! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen bringen Sie einen Misstrauensantrag ein! – Gegenrufe bei der SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Auch wir bedauern die große Zugkatastrophe vom gestrigen Tag. Ich glaube, dass sich das Hohe Haus in dieser Trauer einig ist. Es ist ein schlimmes Unglück gewesen, dessen Ursachen man klären muss, und der neue Verkehrsminister hat damit gleich eine schwierige Aufgabe zu lösen. Es wird nicht die einzige schwierige Aufgabe sein, die er zu lösen haben wird, und ich möchte, so wie ich das auch bei seiner Vorgängerin, Frau Bundesministerin Forstinger, gehandhabt habe, ihm für seine Arbeit alles Gute wünschen, denn bevor ein Minister sein Amt beginnt, hat er zumindest von meiner Seite her einen Vertrauensvorschuss. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen bringen Sie einen Misstrauensantrag ein! – Gegenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Machen Sie einmal einen Vorschlag!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich weiß, dass die Regierung nie das interessiert, was die Opposition sagt, damit sie nachher wieder nachhaltig behaupten kann, man hätte ihr keine Vorschläge gemacht. (Abg. Ing. Westenthaler: Machen Sie einmal einen Vorschlag!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Frau Silhavy ist ja dagegen!
Das Bezeichnende an der jetzigen Situation ist auch das Folgende: Die Sozialpartner haben ein Konzept für die "Abfertigung neu" erarbeitet. Der Herr Bundeskanzler brüstet sich damit. Das Hohe Haus stellt die Frage: Wo ist die Regierungsvorlage, Herr Bundeskanzler, auf deren Basis wir hier im Hohen Haus verhandeln könnten? (Abg. Ing. Westenthaler: Die Frau Silhavy ist ja dagegen!) Die Sozialpartner haben ihre Arbeit erledigt, doch wer die Arbeit nicht erledigt hat, ist die Bundesregierung, die bis zum heutigen Tag hier nichts eingebracht hat. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: So wie ihr es einmal gemacht habt!
Aber, meine sehr verehrten Damen und Herren, die Worte "in dieser Legislaturperiode" müssen die Österreicher bereits wachrütteln, denn das heißt, dass diese Regierung offensichtlich plant, die nächsten Belastungen erst nach dem nächsten Wahltag durchzuführen (Abg. Ing. Westenthaler: So wie ihr es einmal gemacht habt!), so wie sie es auch in dieser Legislaturperiode gemacht hat. Das ist die Drohung, die damit im Raum steht! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Herr Professor steigt in die Tiefen! – Abg. Mag. Schweitzer: Warum wollen Sie dieser Regierung das Misstrauen aussprechen? – Abg. Ing. Westenthaler: Weil es in Kärnten keine Grünen gibt!
Vertrauen, Vertrauen! (Abg. Ing. Westenthaler: Der Herr Professor steigt in die Tiefen! – Abg. Mag. Schweitzer: Warum wollen Sie dieser Regierung das Misstrauen aussprechen? – Abg. Ing. Westenthaler: Weil es in Kärnten keine Grünen gibt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Kollege Van der Bellen! Darf ich Sie darauf aufmerksam machen, dass wir hier im Nationalrat sitzen und nicht im Kärntner Landtag? – Abg. Dr. Martin Graf: Was haben Sie gegen Kärnten?
Herr Minister Reichhold ist im Übrigen auch Kärntner. Was denken Sie eigentlich über Ihren Regierungspartner? War das jetzt eine Orgie politischer Amokläufer – fast Krieg, meint Westenthaler –, oder war das eher eine harmlose Aktion ferner Provinzler, die man weiter nicht ernst zu nehmen braucht? (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Kollege Van der Bellen! Darf ich Sie darauf aufmerksam machen, dass wir hier im Nationalrat sitzen und nicht im Kärntner Landtag? – Abg. Dr. Martin Graf: Was haben Sie gegen Kärnten?) – Ich habe gar nichts gegen Kärnten. Der Bundeskanzler scheint etwas gegen Kärnten zu haben, der Bundeskanzler, der sich in politischen Fragen oft verschwiegen hat. Ich kann schon nachvollziehen, warum: weil er auf die FPÖ angewiesen ist. (Abg. Mag. Schweitzer: Wollen oder können Sie Ihren Antrag nicht begründen?) Aber da hat er sich nicht verschwiegen. Er hat in Kärnten bei der ÖVP angerufen und gesagt: Lasst das! Ärgert mir meinen Haider nicht!
Abg. Ing. Westenthaler: Zur Sache!
Da hätte ein klares Wort gesprochen werden müssen (Abg. Ing. Westenthaler: Zur Sache!) – und zuletzt bei der Irak-Reise, die wir heute schon besprochen haben.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Grüne –: Da kannst du einmal Größe zeigen! Das war nicht okay!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich möchte zum Schluss noch ein paar persönliche Bemerkungen machen. Ich habe mir die Rede des Herrn Klubobmanns Van der Bellen sehr genau angehört. Er hat vielleicht Recht, wenn er sagt, man sei zu leichtfertig im Umgang mit Vokabeln. Sie haben Adamovich angesprochen, aber ich bitte Sie, eines zu bedenken: Wenn Sie das Wort "menschenverachtend" in den Mund nehmen – Sie haben in Ihrer Rede gesagt, das sind menschenverachtende Äußerungen (Abg. Dr. Van der Bellen: Zitat), das ist ein Zitat, aber Sie haben es in den Mund genommen, Herr Van der Bellen –, dann würde ich Sie um eines bitten: Sagen Sie auch jenen Kollegen in der Oppositionspartei, die mich als menschlichen Klon bezeichnet haben, dass diese Diktion auch menschenverachtend ist. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Grüne –: Da kannst du einmal Größe zeigen! Das war nicht okay!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Cap –: Die Latte liegt jetzt sehr hoch!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dr. Cap. Die Redezeit beträgt 7 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Cap –: Die Latte liegt jetzt sehr hoch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Klubobmann Khol!
Das ist eine Inszenierung. Sie spricht Bände (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen – Ruf bei den Freiheitlichen: So, Ende!), und offenbar, Herr Khol (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Klubobmann Khol!), brauchen Sie deswegen Ihren komischen Vertrauensantrag, weil so mancher und so manche hier offenbar kein Vertrauen mehr hat. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie verreden sich! – Abg. Dr. Ofner: Ihr habt es gehofft! Wir haben es nicht gebraucht! Wir haben das Nulldefizit trotzdem!
Abgeordnete Doris Bures (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Wir haben in den letzten Stunden drei Varianten gehabt: Die eine war Schönreden, die zweite war Schnellreden, und Kollege Ofner ist jetzt auch noch mit Ausreden hier ans Rednerpult gekommen – das ist der Beitrag dieser Regierung! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger – Abg. Achatz: Sie werden sich ver reden!) –, nämlich mit Ausreden auf 30 Jahre vorangegangener Politik in Österreich und mit Ausreden auf eine Wirtschaftskrise. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie verreden sich! – Abg. Dr. Ofner: Ihr habt es gehofft! Wir haben es nicht gebraucht! Wir haben das Nulldefizit trotzdem!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Nicht einmal die SPÖ kann den Konkurs meistern! 200 Millionen Schilling Defizit!
Wir haben die höchste Steuer- und Abgabenquote der Zweiten Republik (Abg. Dr. Ofner: Auch nicht wahr!): Sie haben sie zu verantworten! Wir haben einen Anstieg der Inflation: Sie haben ihn zu verantworten! In der Europäischen Union hat Österreich den geringsten Einkommenszuwachs: Das hat nichts mit Weltwirtschaftskrise zu tun (Abg. Dr. Ofner: Schauen Sie einmal auf die Börse!), sondern das ist hausgemacht, das sind Ihre Abgaben, Steuern und Belastungen der Menschen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Martin Graf: Verhaltener Applaus!) Und wir haben einen Anstieg der Insolvenzen, wir haben einen Insolvenzrekord und, meine sehr geehrten Damen und Herren, 300 000 Menschen, die arbeitslos sind! (Ruf bei den Freiheitlichen: Halb so viele wie in Deutschland!) Da geht es um Existenzen, die Sie mit Ihrer Politik ruinieren! Frau Vizekanzlerin! Einen Privatkonkurs kann nicht jeder so meistern wie Ihr Gatte und sich dann am Opernball vergnügen. Da gehen Existenzen zugrunde, auf Grund Ihrer schlechten Politik! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Nicht einmal die SPÖ kann den Konkurs meistern! 200 Millionen Schilling Defizit!)
Abg. Mag. Schweitzer: Einen Vorschlag! – Abg. Ing. Westenthaler: Gibt es einen Inhalt auch noch?
Sie sind in allen wesentlichen Themen der Zukunft zerstritten, wenn es etwa um die Frage der europäischen Erweiterung geht, Herr Westenthaler! (Abg. Mag. Schweitzer – auf die Rednerin weisend, in Richtung des Abg. Dr. Gusenbauer –: Wäre sie ein Schatten in eurem Kabinett?) Es wird natürlich über die Beneš-Dekrete in ganz Europa diskutiert. Ich empfehle Ihnen, das einmal in Ihrer Regierung zu diskutieren. Hier häufen sich die Widersprüche und finden am laufenden Band ihre Fortsetzung. Wir sehen die Widersprüche und Unglaubwürdigkeiten Ihrer Fraktion bei der Steuerreform. (Abg. Mag. Schweitzer: Einen Vorschlag! – Abg. Ing. Westenthaler: Gibt es einen Inhalt auch noch?) – Ich komme schon dazu. (Abg. Schwarzenberger: Wenn die Zeit aus ist!)
Ah-Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP – Abg. Ing. Westenthaler: "Rasch" ist noch keine Lösung! "Rasch" ist noch keine Wegrichtung!
Die Sozialdemokraten fordern deshalb eine rasche Steuerreform (Ah-Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP – Abg. Ing. Westenthaler: "Rasch" ist noch keine Lösung! "Rasch" ist noch keine Wegrichtung!), die vor allem Bezieher mittlerer und niedriger Einkommen entlastet, jene Menschen, die Sie mit Ihrer Politik belasten. (Abg. Achatz: Wie soll die ausschauen?) Wir sind damit nicht allein. Es gibt eine aktuelle Umfrage, deren Ergebnisse Sie morgen in "NEWS" lesen können, laut welcher 59 Prozent der Befragten sagen, dass eine Steuerreform wichtiger ist als die Einhaltung eines Nulldefizits, weil es um die Lebensqualität der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und der Pensionistinnen und Pensionisten geht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Achatz: Wo ist Ihr Vorschlag?)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist ja gar nicht wahr!
Wir diskutieren jetzt als einen der heutigen Tagesordnungspunkte die Nominierung eines neuen Mitgliedes dieser Bundesregierung und haben von der Vizekanzlerin kein einziges Wort zum neuen Mitglied Reichhold gehört. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist ja gar nicht wahr!) Das war schon einigermaßen erstaunlich, kein einziges Wort! (Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: Wieder einmal nicht zugehört! – Abg. Ing. Westenthaler: Hören Sie besser zu! Sie sollten halt auch im Saal sein!) Kein einziges Wort, weil er der Erfüllungsgehilfe von Haider ist; kein einziges Wort, weil sein Abgang in der Landesregierung in Kärnten dadurch gekennzeichnet war, dass die ÖVP in Kärnten die Zustimmung zur Entlastung nicht gegeben hat (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen – Abg. Ing. Westenthaler: Ihre Zeit ist abgelaufen!), und zwar deshalb nicht – so die ÖVP –, weil Reichhold als Jugendreferent Gelder verschleudert hat und
Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: Wieder einmal nicht zugehört! – Abg. Ing. Westenthaler: Hören Sie besser zu! Sie sollten halt auch im Saal sein!
Wir diskutieren jetzt als einen der heutigen Tagesordnungspunkte die Nominierung eines neuen Mitgliedes dieser Bundesregierung und haben von der Vizekanzlerin kein einziges Wort zum neuen Mitglied Reichhold gehört. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist ja gar nicht wahr!) Das war schon einigermaßen erstaunlich, kein einziges Wort! (Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: Wieder einmal nicht zugehört! – Abg. Ing. Westenthaler: Hören Sie besser zu! Sie sollten halt auch im Saal sein!) Kein einziges Wort, weil er der Erfüllungsgehilfe von Haider ist; kein einziges Wort, weil sein Abgang in der Landesregierung in Kärnten dadurch gekennzeichnet war, dass die ÖVP in Kärnten die Zustimmung zur Entlastung nicht gegeben hat (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen – Abg. Ing. Westenthaler: Ihre Zeit ist abgelaufen!), und zwar deshalb nicht – so die ÖVP –, weil Reichhold als Jugendreferent Gelder verschleudert hat und
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen – Abg. Ing. Westenthaler: Ihre Zeit ist abgelaufen!
Wir diskutieren jetzt als einen der heutigen Tagesordnungspunkte die Nominierung eines neuen Mitgliedes dieser Bundesregierung und haben von der Vizekanzlerin kein einziges Wort zum neuen Mitglied Reichhold gehört. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist ja gar nicht wahr!) Das war schon einigermaßen erstaunlich, kein einziges Wort! (Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: Wieder einmal nicht zugehört! – Abg. Ing. Westenthaler: Hören Sie besser zu! Sie sollten halt auch im Saal sein!) Kein einziges Wort, weil er der Erfüllungsgehilfe von Haider ist; kein einziges Wort, weil sein Abgang in der Landesregierung in Kärnten dadurch gekennzeichnet war, dass die ÖVP in Kärnten die Zustimmung zur Entlastung nicht gegeben hat (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen – Abg. Ing. Westenthaler: Ihre Zeit ist abgelaufen!), und zwar deshalb nicht – so die ÖVP –, weil Reichhold als Jugendreferent Gelder verschleudert hat und
Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht zehn Mal! – Abg. Mag. Schweitzer: Alle Stunden! – Abg. Gaugg hält ein Blatt Papier in die Höhe, auf dem "10 : 0" geschrieben steht.
Sie von den Regierungsparteien werfen der Opposition einfach vor, dass sie das Instrument des Misstrauensantrages "strapaziert" – was im Übrigen ein ganz normaler geschäftsordnungsmäßiger Vorgang ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht zehn Mal! – Abg. Mag. Schweitzer: Alle Stunden! – Abg. Gaugg hält ein Blatt Papier in die Höhe, auf dem "10 : 0" geschrieben steht.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ und Grüne –: Einheitspartei!
Deshalb gab es gleich zu Beginn einen Misstrauensantrag gegen die gesamte Bundesregierung – wir wissen ja alle über die Vorkommnisse Bescheid –, und deshalb gibt es auch jetzt einen. Er wäre ja an sich überflüssig, weil Sie so handlungsunfähig sind, dass Sie von alleine zurücktreten müssten, aber das tun Sie ja nicht! Deshalb ist dieser Schritt von der Opposition gesetzt worden, und jede Opposition, die auf sich hält, würde diesen Schritt setzen. (Abg. Mag. Schweitzer: Kannst du das begründen?) Das werden Sie uns nicht dadurch ausreden können, dass Sie uns Inflationismus vorwerfen! – Inflationär ist Ihre Handlungsunfähigkeit. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ und Grüne –: Einheitspartei!) Sie müssen die Dinge schon ursachenadäquat behandeln.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Ihnen unangenehm!
Herr Kollege Westenthaler! Ich verstehe überhaupt nicht, warum Sie sich hier mit diesem Eifer in Zwischenrufen ergehen! (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Ihnen unangenehm!) Sie sind ja noch ... (Abg. Dr. Khol: Jetzt fällt Ihnen nichts ein! – Abg. Dr. Fekter: Es kann ja was Positives auch sein! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das habe ich nicht gesagt, sondern ...!
Herr Kollege Westenthaler! Sie haben heute Vormittag die Kinder schon damit behelligt, dass hundert durch hundert null ist, also halten Sie sich jetzt ein bisschen zurück, sonst kommen wir nicht weiter! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das habe ich nicht gesagt, sondern ...!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das kann nur schlechter werden!
Herr Bundeskanzler! Wenn Sie – oder wer auch immer – während meiner ganzen Rede dazwischenkeppeln, dann wird man sich einmal umdrehen müssen, um etwas zu sagen! Auch wenn es Ihnen dadurch gelungen ist, mich zu unterbrechen: Besonders schick finde ich das nicht! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das kann nur schlechter werden!)
Abg. Dr. Khol: Erbsenzähler! – Abg. Ing. Westenthaler: Mach’s nicht noch schlimmer!
Es hat in diesem Ministerium eine Vervielfachung der Zahl der MitarbeiterInnen gegeben, eine Vervielfachung der berühmt-berüchtigten Arbeitsleihverträge – mit allen Problemen – und Überstundenauszahlungen, die die Höhe des Gehalts an sich übertreffen und bis zu Gehältern in Ministerhöhe führen. (Abg. Dr. Khol: Erbsenzähler! – Abg. Ing. Westenthaler: Mach’s nicht noch schlimmer!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen kriegt der Reichhold einen Misstrauensantrag? – Abg. Gaugg: Was tät’st denn du erzählen, wenn das alles nicht wäre?
Sie haben Prämien und Sonderzahlungen ausgeschüttet, die Sie vorher jahrzehntelang massiv kritisiert haben. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg dabei, wenn Sie da einmal aufräumen wollen! – Da ist ein Schaden von zig Millionen Schilling entstanden, allein auf Grund der Privilegienkiste, die die FPÖ hier aufgemacht hat! Gehen Sie nach Kärnten und erzählen Sie das dort, denn dort wird Ihnen vielleicht noch jemand zuhören! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen kriegt der Reichhold einen Misstrauensantrag? – Abg. Gaugg: Was tät’st denn du erzählen, wenn das alles nicht wäre?) – Was würde die Opposition tun, wenn sie nicht so eine Regierung hätte? – Gescheiter regieren wahrscheinlich, Herr Kollege Gaugg! Das ist das normale Spiel in einer Demokratie. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP: Oje! – Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Wittmann –: Ich hab’ gehört, du bist in der Babenbergerstraße! Das ist unglaublich! – Abg. Ing. Westenthaler: Das Sakko ist zu lang!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Wittmann. – Bitte. (Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP: Oje! – Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Wittmann –: Ich hab’ gehört, du bist in der Babenbergerstraße! Das ist unglaublich! – Abg. Ing. Westenthaler: Das Sakko ist zu lang!)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: "Als ich noch Staatssekretär war", kommt jetzt ...!
Abgeordneter Dr. Peter Wittmann (SPÖ): Diese Zustimmung habe ich nicht erwartet! (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: "Als ich noch Staatssekretär war", kommt jetzt ...!) – Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Sehr geehrte Frau Vizekanzler! Zusammenfassend möchte ich zu dieser Debatte Folgendes festhalten (Abg. Ing. Westenthaler: Bring einen Vorschlag!): Der Kern dieses Misstrauensantrages ist, dass Sie während der letzten drei Monate ein jämmerliches Schauspiel geliefert haben und dass Sie in Wirklichkeit seit Dezember handlungsunfähig sind, letztendlich nur in persönliche Querelen verstrickt waren und zwei Monate hindurch in diesem Lande keinerlei Sachpolitik mehr möglich war!
Abg. Ing. Westenthaler: Bring einen Vorschlag!
Abgeordneter Dr. Peter Wittmann (SPÖ): Diese Zustimmung habe ich nicht erwartet! (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: "Als ich noch Staatssekretär war", kommt jetzt ...!) – Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Sehr geehrte Frau Vizekanzler! Zusammenfassend möchte ich zu dieser Debatte Folgendes festhalten (Abg. Ing. Westenthaler: Bring einen Vorschlag!): Der Kern dieses Misstrauensantrages ist, dass Sie während der letzten drei Monate ein jämmerliches Schauspiel geliefert haben und dass Sie in Wirklichkeit seit Dezember handlungsunfähig sind, letztendlich nur in persönliche Querelen verstrickt waren und zwei Monate hindurch in diesem Lande keinerlei Sachpolitik mehr möglich war!
Abg. Ing. Westenthaler: Das viele Sozialdemokraten unterschrieben haben! Tausende haben das unterschrieben!
Sie haben beim Temelin-Volksbegehren ein Schauspiel geliefert, das abenteuerlich war! (Abg. Ing. Westenthaler: Das viele Sozialdemokraten unterschrieben haben! Tausende haben das unterschrieben!) Sie haben sich dann nach einem großen Versöhnungsakt in den Medien wieder die "große Liebe" versprochen. Niemand hat mehr geglaubt, dass das Temelin-Volksbegehren an – wie soll ich sagen? – Unmöglichkeit noch zu überbieten ist. – Aber dann fahren Sie noch auf Besuch nach Bagdad, um letztendlich die Außenpolitik dieses Landes vollständig zu ruinieren. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Krüger: Er war ja selber in Bagdad! – Abg. Jung: Wie ist es denn in Bagdad, Herr Niederwieser? – Abg. Mag. Schweitzer: Der Niederwieser war in Bagdad! – Präsident Dr. Fasslabend gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Weil er damit gewachelt hat!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Sehr geehrte Damen und Herren! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Sehr geehrter Herr Präsident Fasslabend! Ich hätte zu Beginn noch folgende Frage – verlange aber keine Sitzungsunterbrechung –: Woher weiß Herr Abgeordneter Westenthaler, dass es sich bei diesem Schriftstück des Kollegen Wittmann um einen vertraulichen Akt gehandelt hat? (Abg. Ing. Westenthaler: Weil er damit gewachelt hat!) – Das wissen Sie schon deshalb, weil jemand mit einem Blatt Papier herumwachelt? (Abg. Dr. Fekter: Das hat man gesehen! – Abg. Ing. Westenthaler : Ich war nicht der Einzige, der es gesehen hat! Das nennt man Datenklau!) – Das ist etwas zu viel.
Abg. Dr. Fekter: Das hat man gesehen! – Abg. Ing. Westenthaler : Ich war nicht der Einzige, der es gesehen hat! Das nennt man Datenklau!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Sehr geehrte Damen und Herren! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Sehr geehrter Herr Präsident Fasslabend! Ich hätte zu Beginn noch folgende Frage – verlange aber keine Sitzungsunterbrechung –: Woher weiß Herr Abgeordneter Westenthaler, dass es sich bei diesem Schriftstück des Kollegen Wittmann um einen vertraulichen Akt gehandelt hat? (Abg. Ing. Westenthaler: Weil er damit gewachelt hat!) – Das wissen Sie schon deshalb, weil jemand mit einem Blatt Papier herumwachelt? (Abg. Dr. Fekter: Das hat man gesehen! – Abg. Ing. Westenthaler : Ich war nicht der Einzige, der es gesehen hat! Das nennt man Datenklau!) – Das ist etwas zu viel.
Die Klubobleute Dr. Khol und Ing. Westenthaler begeben sich zur Regierungsbank und reichen Bundeskanzler Dr. Schüssel und Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer die Hand. – Rufe bei der SPÖ: Bussi, Bussi! – Abg. Edlinger: Eine Schmierenkomödie!
(Die Klubobleute Dr. Khol und Ing. Westenthaler begeben sich zur Regierungsbank und reichen Bundeskanzler Dr. Schüssel und Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer die Hand. – Rufe bei der SPÖ: Bussi, Bussi! – Abg. Edlinger: Eine Schmierenkomödie!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Ing. Westenthaler.
Ich darf mich abschließend beim Herrn Minister und seiner Abteilung ganz herzlich dafür bedanken, dass es nun zu einer Verbesserung der Situation für diejenigen Bürger kommt, die dringend einige wenige Quadratmeter Wald roden wollen, dass wir in Zukunft auch im Bereich der Waldbewirtschaftung weniger Bürokratie haben werden, dass aber gleichzeitig gesichert ist, dass der Wald für unsere Bürger, aber natürlich auch für die Gäste und den Tourismus weiterhin geöffnet bleibt. Der Wald soll im Mittelpunkt stehen – und nicht Gesetze. Der Wald mit seiner Schutz- und Erholungsfunktion soll auch in Zukunft erhalten bleiben. Dazu wird dieses Gesetz beitragen. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Ing. Westenthaler. )
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Ing. Westenthaler.
Ich möchte mich bei Herrn Bundesminister Molterer ausdrücklich dafür bedanken, dass er uns hier geholfen hat. Ich glaube, die Bevölkerung in diesen Gemeinden, aber auch in ganz Österreich wird ihm dafür dankbar sein, dass wir jetzt einen altlastenfreien Nationalpark haben. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Ing. Westenthaler. )
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Nürnberger: Ist das der Westenthaler? – Weitere Zwischenrufe.
Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Kollege Dolinschek hat mir jetzt wirklich das Stichwort geliefert: Als Kinder- und Jugendsprecherin mit hoher sozialer Verantwortung ist es meine Pflicht, hier am Ende dieses Plenartages auf ein Buch aufmerksam zu machen, das ich für ein pädagogisch sehr gefährliches Buch halte. (Die Rednerin stellt das Buch "Der Struwwelpeter" vor sich auf das Rednerpult.) Es passt auch zur Sozialpolitik, das kann ich Ihnen jetzt sogleich darlegen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Nürnberger: Ist das der Westenthaler? – Weitere Zwischenrufe.)
Sitzung Nr. 95
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt der Bagdad-Reise-Bericht des Herrn Niederwieser!
Erster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Niederwieser. Es ist mir eine freiwillige Redezeitbeschränkung von ungefähr 10 Minuten vorgeschlagen worden. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt der Bagdad-Reise-Bericht des Herrn Niederwieser!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was haben Sie denn dort gemacht?
Abgeordneter DDr. Erwin Niederwieser (SPÖ): Ja, das wäre eine gute Idee, Kollege Westenthaler. (Abg. Ing. Westenthaler: Was haben Sie denn dort gemacht?) Ich würde vorschlagen, dass die Österreichisch-Arabische Gesellschaft, deren Vizepräsident Herr Kollege Schweitzer ist, eine Veranstaltung organisiert. Dort werde ich dann gerne über die Bagdad-Reise, die vor einem Jahr zu einem Wissenschaftskongress stattgefunden hat, berichten, wo auch Herr Kollege Amon und Herr Kollege Schender dabei waren (Abg. Mag. Schweitzer: Sind Sie der Kalif von Bagdad honoris causa?), wo wir es nicht für notwendig befunden haben (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe geglaubt, man fährt nicht nach Bagdad?!), die "Solidarität des österreichischen Volkes" zu übermitteln, wo wir es vermieden haben (Abg. Mag. Schweitzer: Haben Sie den Aziz getroffen?), jemandem wie Saddam Hussein die Hand zu drücken. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit Aziz?)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe geglaubt, man fährt nicht nach Bagdad?!
Abgeordneter DDr. Erwin Niederwieser (SPÖ): Ja, das wäre eine gute Idee, Kollege Westenthaler. (Abg. Ing. Westenthaler: Was haben Sie denn dort gemacht?) Ich würde vorschlagen, dass die Österreichisch-Arabische Gesellschaft, deren Vizepräsident Herr Kollege Schweitzer ist, eine Veranstaltung organisiert. Dort werde ich dann gerne über die Bagdad-Reise, die vor einem Jahr zu einem Wissenschaftskongress stattgefunden hat, berichten, wo auch Herr Kollege Amon und Herr Kollege Schender dabei waren (Abg. Mag. Schweitzer: Sind Sie der Kalif von Bagdad honoris causa?), wo wir es nicht für notwendig befunden haben (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe geglaubt, man fährt nicht nach Bagdad?!), die "Solidarität des österreichischen Volkes" zu übermitteln, wo wir es vermieden haben (Abg. Mag. Schweitzer: Haben Sie den Aziz getroffen?), jemandem wie Saddam Hussein die Hand zu drücken. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit Aziz?)
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit Aziz?
Abgeordneter DDr. Erwin Niederwieser (SPÖ): Ja, das wäre eine gute Idee, Kollege Westenthaler. (Abg. Ing. Westenthaler: Was haben Sie denn dort gemacht?) Ich würde vorschlagen, dass die Österreichisch-Arabische Gesellschaft, deren Vizepräsident Herr Kollege Schweitzer ist, eine Veranstaltung organisiert. Dort werde ich dann gerne über die Bagdad-Reise, die vor einem Jahr zu einem Wissenschaftskongress stattgefunden hat, berichten, wo auch Herr Kollege Amon und Herr Kollege Schender dabei waren (Abg. Mag. Schweitzer: Sind Sie der Kalif von Bagdad honoris causa?), wo wir es nicht für notwendig befunden haben (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe geglaubt, man fährt nicht nach Bagdad?!), die "Solidarität des österreichischen Volkes" zu übermitteln, wo wir es vermieden haben (Abg. Mag. Schweitzer: Haben Sie den Aziz getroffen?), jemandem wie Saddam Hussein die Hand zu drücken. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit Aziz?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit dem Aziz? – Abg. Mag. Schweitzer: Haben Sie den Aziz getroffen? – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Also das können wir gerne machen, und da können wir sachlich darüber diskutieren, Kollege Schweitzer (Abg. Mag. Schweitzer: Kalif von Bagdad, hast du den Aziz getroffen?), aber nicht auf eine Art und Weise, die überhaupt nichts mit einer sachlichen Behandlung dieses Themas zu tun hat und nur vertuschen soll, was Ihr Landeshauptmann dort angerichtet hat. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit dem Aziz? – Abg. Mag. Schweitzer: Haben Sie den Aziz getroffen? – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: ... Themaverfehlung!
Frau Bundesminister! Sie waren gestern auf einer Reise – wir wussten das –, Sie waren leider nicht hier, aber wenn man von Terrorbekämpfung redet, dann muss man in diesem Zusammenhang schon eine Frage stellen – und Sie haben sich ja auch im Außenpolitischen Ausschuss dazu geäußert –: Wenn bereits am 16. Jänner ein Ansuchen auf Erteilung einer Fluggenehmigung gestellt wurde, das vom Sanktionenkomitee abgelehnt wurde, wenn am 28. Jänner ein neuerliches Ansuchen gestellt wurde, wenn am 24. Jänner in der Zeitschrift "NEWS" berichtet wurde, dass Haider seine geplante Reise zu Saddam Hussein nur kurz verschoben habe, und derselbe in der "ZiB 1" am 13. Februar behauptet, man habe die Sache innerhalb der Regierung koordiniert, und später erklärt, das Außenministerium sei unterrichtet gewesen, und laut "NEWS" vom 21. Februar die österreichische Mission behauptet, Kopien des Ansuchens auf Erteilung einer Fluggenehmigung unverzüglich dem Außenamt zugesandt zu haben, wobei eine Kopie davon Ihr Kabinettschef, Herr Botschafter Wolfgang Loibl, erhalten habe (Abg. Ing. Westenthaler: ... Themaverfehlung!), dann muss man, wenn man von Terrorbekämpfung und von der Rolle des Terrorismus in der Welt redet und darüber, wie man mit Terroristen umgeht, schon feststellen, Frau Bundesminister, dass eigentlich schon im Jänner die Alarmglocken läuten hätten müssen, und man muss fragen: Wie halten Sie es mit der Koordination, Information und Krisenprävention in Ihrem Ministerium, und wie halten Sie es vor allem mit Ihrem Kabinettschef?
Abg. Ing. Westenthaler: Posch ist Fan von Wurmitzer! Das "Duo infernal" Posch und Wurmitzer!
Daher glauben wir, dass ein Untersuchungsausschuss des Landes Kärnten ein positives Instrument ist, um den Terrorismus und Ansätze zu Terrorismus zu bekämpfen, vor allem auch dort, wo sie im eigenen Land erfolgen. Landesrat Wurmitzer hat sich politisch immer sehr konsequent geäußert, sehr konsequent verhalten, auch was die Einschätzung von Landeshauptmann Haider anbelangt. (Abg. Ing. Westenthaler: Posch ist Fan von Wurmitzer! Das "Duo infernal" Posch und Wurmitzer!) Dieser Untersuchungsausschuss wird Licht ins Dunkel bringen: Wie wurden die Hilfsmittel finanziert? Wer hat die Kosten der Reise finanziert? (Abg. Mag. Schweitzer: ... Wurmitzer ... "Vorkämpfer im Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismus"? – Über das diskutieren wir nämlich! Zur Sache! Zur Sache!) Stimmt es, wie Bundesrat John Gudenus von der FPÖ behauptet hat, dass die Reise vom mehrmals vorbestraften irakischen Waffenhändler Abdul Moneim Jebara angebahnt wurde? Wer hat die Kosten dieser Reise finanziert?
der Redner hält das Foto in Richtung der auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministerin Dr. Ferrero-Waldner – Abg. Ing. Westenthaler: Ich glaube, der Posch hat das auf dem Nachtkastl stehen!
Der Ausschuss wird – das kann man jetzt schon vorwegnehmen – zu folgendem Ergebnis kommen: Der Zweck dieser Reise (der Redner hält das Foto in Richtung der auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministerin Dr. Ferrero-Waldner – Abg. Ing. Westenthaler: Ich glaube, der Posch hat das auf dem Nachtkastl stehen!) war kein humanitärer und auch kein privater. Der Zweck dieser Reise ergibt sich vielmehr daraus: Er wäre so gern ein Staatsmann – ein richtiger, mit Fahne, mit Parade, Brimborium –, er hat nur ein Pech: Keiner setzt sich zu ihm auf das Stockerl außer dem Saddam Hussein, dem Muammar Gaddafi und dem Wolfgang Schüssel – der hat auch keine Berührungsängste, aber möglicherweise bald ein politisches Problem.
Abg. Ing. Westenthaler: Wir sind hier nicht vor dem Richter! Sind Sie Richterin geworden?
Oder, wenn er das auch nicht getan hat – er hat Sie ja vorher auch nicht informiert –: Haben Sie dann von ihm einen Bericht über seine vergangenen Aktivitäten und auch über das, was er in Zukunft plant, nämlich da mit Kuwait etwas zu tun et cetera, angefordert? (Abg. Ing. Westenthaler: Wir sind hier nicht vor dem Richter! Sind Sie Richterin geworden?)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist das nicht ein Motorrad, Yamaha?
Das Zweite und wesentlich Interessantere daran ist Folgendes – und da, meine Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei, sollten Sie jetzt aufpassen –: Im April 1991, also acht Monate, nachdem Herr Jebara aus der Bundesrepublik Deutschland abgeschoben wurde (Abg. Ing. Westenthaler: Ist das nicht ein Motorrad, Yamaha?), marschiert Herr Jebara in St. Veit an der Glan zur Bezirkshauptmannschaft und sagt: Ich habe da einschlägige Kenntnisse, ich bin ja offensichtlich ausreichend befugt – wegen Waffenhandels und wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz –, ich möchte Import-Export-Kaufmann in St. Veit an der Glan werden! Und die Bezirkshauptmannschaft St. Veit an der Glan sagt: Kein Problem, probieren wir es halt einmal!
Abg. Ing. Westenthaler: Auch heute Herr Haider!
Aber dabei gibt es ein Problem: Herr Jebara ist kein Österreicher – also muss der Kärntner Landeshauptmann, damals Herr Haider (Abg. Ing. Westenthaler: Auch heute Herr Haider!), einen Gleichstellungsbescheid ausstellen, das heißt einen Bescheid, der den irakischen Staatsbürger Jebara mit einem Österreicher gleichstellt. Landeshauptmann Haider sagt: Kein Problem (Abg. Ing. Westenthaler: Ausländerfeindlich?), er bekommt den Gleichstellungsbescheid!
Abg. Ing. Westenthaler: Ausländerfeindlich?
Aber dabei gibt es ein Problem: Herr Jebara ist kein Österreicher – also muss der Kärntner Landeshauptmann, damals Herr Haider (Abg. Ing. Westenthaler: Auch heute Herr Haider!), einen Gleichstellungsbescheid ausstellen, das heißt einen Bescheid, der den irakischen Staatsbürger Jebara mit einem Österreicher gleichstellt. Landeshauptmann Haider sagt: Kein Problem (Abg. Ing. Westenthaler: Ausländerfeindlich?), er bekommt den Gleichstellungsbescheid!
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Kollege Öllinger ist ausländerfeindlich!
"Ausländerfeindlich" nennt Herr Westenthaler das! Ach, dieser Vorwurf ist ein Genuss! (Heiterkeit bei den Grünen.) Herr Westenthaler, Sie wissen genau, worum es geht! (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Kollege Öllinger ist ausländerfeindlich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Bei Ihnen passe ich schon lange nicht mehr auf! Niemand verpflichtet mich, bei Ihnen aufzupassen!
Es gibt dabei aber ein Problem – Herr Westenthaler, passen Sie auf! (Abg. Ing. Westenthaler: Bei Ihnen passe ich schon lange nicht mehr auf! Niemand verpflichtet mich, bei Ihnen aufzupassen!) – , denn § 13 der Gewerbeordnung sagt:
Abg. Ing. Westenthaler telefoniert.
So schaut es aus! Ausländerfeindlich? – Höre ich da noch etwas, Herr Westenthaler? (Abg. Ing. Westenthaler telefoniert.) Müssen Sie gerade in Kärnten anrufen und fragen, ob das stimmt? – Rufen Sie nur in Kärnten an, Herr Kollege Westenthaler, und fragen Sie Herrn Haider, ob er wirklich im Jahre 1991 den Bescheid an einen zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilten Kriegswaffenhändler, der wegen räuberischer Erpressung, wegen geheimdienstlicher Tätigkeit in der Bundesrepublik Deutschland verurteilt wurde, ausgestellt hat! Für diesen Mann hat Herr Haider im Juni 1991 ohne Probleme den Gewerbeschein ausgestellt. Seither darf dieser Herr Jebara in Kärnten unter dem Schutz der Sicherheitsbehörden, unter dem Schutz
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen sowie Heiterkeit bei der SPÖ – Abg. Ing. Westenthaler: So wie er denkt, so ist er!
Ein Problem gibt es, und da sind dann Sie, Frau Außenministerin, am Zug: Im Jänner 1991, also ein paar Monate, bevor der Waffenschein, nein, der Gewerbeschein ausgestellt wurde (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen sowie Heiterkeit bei der SPÖ – Abg. Ing. Westenthaler: So wie er denkt, so ist er!), also der Gewerbeschein ausgestellt wurde durch ... (Der Redner stößt das Wasserglas um. – Heiterkeit und Zwischenrufe.)
Abg. Ing. Westenthaler: Randalieren Sie nicht am Rednerpult! Das ist das Problem, wenn die Demonstranten von der Straße hier Abgeordnete werden, dann fangen Sie zu randalieren an!
Herr Westenthaler! Haben Sie schon angerufen? Haben Sie schon Auskunft erhalten? (Abg. Ing. Westenthaler: Randalieren Sie nicht am Rednerpult! Das ist das Problem, wenn die Demonstranten von der Straße hier Abgeordnete werden, dann fangen Sie zu randalieren an!)
Abg. Ing. Westenthaler: Dann ist der Öllinger aufgewacht!
Frau Bundesministerin, Sie haben diesbezüglich gestern eine Anfrage von mir erhalten. Sie können diese Anfrage auch in zwei Monaten beantworten, aber diese Frage steht natürlich im Raum, und ich nehme an, dass das Außenamt korrekt gearbeitet hat (Abg. Ing. Westenthaler: Dann ist der Öllinger aufgewacht!) – ich nehme es wirklich an – und die Sicherheitsbehörden im Land verständigt hat, dass Herr Jebara hier in Österreich aufhältig ist.
Abg. Ing. Westenthaler: Atomwaffen!
Was den Zusammenhang zwischen diesem Vorfall und den diversen Reisen des Herrn Jörg Haider, ob in den Irak oder nach Libyen – auch da könnte ich Ihnen noch eine schöne Geschichte erzählen – betrifft ... (Ruf bei den Freiheitlichen: Märchenstunde!) Ich könnte beispielsweise von Herrn Harald Göschl erzählen, der ja Bundesgeschäftsführer der FPÖ war und zufällig im Jahre 1997, glaube ich, dabei erwischt wurde, als er eine Druckwälzanlage nach Libyen verschiffen wollte, die dann im Hafen von Genua beschlagnahmt wurde, weil sie nach Meinung der Behörden auch dafür hätte verwendet werden können, in Libyen nicht nur harmlose Produkte, sondern auch kriegerische Produkte zu erzeugen. (Abg. Ing. Westenthaler: Atomwaffen!)
Abg. Ing. Westenthaler: In Wirklichkeit ist die FPÖ daran schuld, dass es Terror gibt!
Diesen Harald Göschl, der ja auch Mitinitiator der Libyen-Reisen des Herrn Haider war (Abg. Ing. Westenthaler: In Wirklichkeit ist die FPÖ daran schuld, dass es Terror gibt!), behandeln wir vielleicht beim nächsten Mal, Herr Westenthaler – wenn Sie dann noch Klubobmann sind. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Dann ist Öllinger aufgewacht mit dem Daumen im Mund!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Dann ist Öllinger aufgewacht mit dem Daumen im Mund!
Diesen Harald Göschl, der ja auch Mitinitiator der Libyen-Reisen des Herrn Haider war (Abg. Ing. Westenthaler: In Wirklichkeit ist die FPÖ daran schuld, dass es Terror gibt!), behandeln wir vielleicht beim nächsten Mal, Herr Westenthaler – wenn Sie dann noch Klubobmann sind. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Dann ist Öllinger aufgewacht mit dem Daumen im Mund!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat Ihnen das alles aufgeschrieben, was Sie da herunterlesen? Freie Rede, Herr Abgeordneter!
In dieses Land, Herr Westenthaler – in Kärnten auch "Struwwelpeter" genannt (Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat Ihnen das alles aufgeschrieben, was Sie da herunterlesen? Freie Rede, Herr Abgeordneter!) –, fährt nun der Schrittmacher dieser Regierung, dessen Klubobmann, Teil dieser Regierung auch Sie sind. In dieses Land fährt der Oberkanzler aus dem Bärental (Abg. Ing. Westenthaler: Wer? "Oberkanzler"?) – der Oberkanzler aus dem Bärental – und macht einen peinlichen Kniefall vor dem Schutzpatron des internationalen Terrors.
Abg. Ing. Westenthaler: Wer? "Oberkanzler"?
In dieses Land, Herr Westenthaler – in Kärnten auch "Struwwelpeter" genannt (Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat Ihnen das alles aufgeschrieben, was Sie da herunterlesen? Freie Rede, Herr Abgeordneter!) –, fährt nun der Schrittmacher dieser Regierung, dessen Klubobmann, Teil dieser Regierung auch Sie sind. In dieses Land fährt der Oberkanzler aus dem Bärental (Abg. Ing. Westenthaler: Wer? "Oberkanzler"?) – der Oberkanzler aus dem Bärental – und macht einen peinlichen Kniefall vor dem Schutzpatron des internationalen Terrors.
Abg. Ing. Westenthaler: Das haben Sie jetzt nicht aufgeschrieben!
Wenn Sie darüber lachen können, dann tut es mir persönlich Leid, und ich glaube, mit mir auch einem großen Teil der österreichischen Bevölkerung. (Abg. Ing. Westenthaler: Das haben Sie jetzt nicht aufgeschrieben!) Lachen Sie darüber, lachen Sie nur darüber! (Beifall bei der SPÖ.) Lachen Sie weiter, wenn Ihr Alt-Parteiobmann (Abg. Ing. Westenthaler: "Oberkanzler" haben Sie gesagt!) einem Diktator 25 Sekunden lang innig seine blutverschmierten Hände drückt (Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie gestoppt, oder wie?) und dabei die Grüße des österreichischen Volkes überbringt! (Ruf bei den Freiheitlichen: Wie war das bei Li Peng?)
Abg. Ing. Westenthaler: "Oberkanzler" haben Sie gesagt!
Wenn Sie darüber lachen können, dann tut es mir persönlich Leid, und ich glaube, mit mir auch einem großen Teil der österreichischen Bevölkerung. (Abg. Ing. Westenthaler: Das haben Sie jetzt nicht aufgeschrieben!) Lachen Sie darüber, lachen Sie nur darüber! (Beifall bei der SPÖ.) Lachen Sie weiter, wenn Ihr Alt-Parteiobmann (Abg. Ing. Westenthaler: "Oberkanzler" haben Sie gesagt!) einem Diktator 25 Sekunden lang innig seine blutverschmierten Hände drückt (Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie gestoppt, oder wie?) und dabei die Grüße des österreichischen Volkes überbringt! (Ruf bei den Freiheitlichen: Wie war das bei Li Peng?)
Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie gestoppt, oder wie?
Wenn Sie darüber lachen können, dann tut es mir persönlich Leid, und ich glaube, mit mir auch einem großen Teil der österreichischen Bevölkerung. (Abg. Ing. Westenthaler: Das haben Sie jetzt nicht aufgeschrieben!) Lachen Sie darüber, lachen Sie nur darüber! (Beifall bei der SPÖ.) Lachen Sie weiter, wenn Ihr Alt-Parteiobmann (Abg. Ing. Westenthaler: "Oberkanzler" haben Sie gesagt!) einem Diktator 25 Sekunden lang innig seine blutverschmierten Hände drückt (Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie gestoppt, oder wie?) und dabei die Grüße des österreichischen Volkes überbringt! (Ruf bei den Freiheitlichen: Wie war das bei Li Peng?)
Abg. Ing. Westenthaler: Weiterlesen!
Herr Westenthaler! Ein Teil des österreichischen Volkes sind auch Sie (Abg. Dr. Partik-Pablé: Aber Niederwieser war auch dort!), Sie sind ebenfalls in diesen Gruß mit eingeschlossen. (Abg. Ing. Westenthaler: Weiterlesen!) Herr Westenthaler, jeder, der mit dem Kärntner Landeshauptmann gemeinsame Sache macht und dessen Machenschaften als harmlos unterstützt (Abg. Ing. Böhacker: Ist ein Terrorist? – Abg. Ing. Westenthaler: Ist der ein Terrorist?), ist zumindest der Mittäterschaft schuldig. Das möchte ich Ihnen ins Stammbuch schreiben! (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie das auch dem Herrn Ambrozy in Kärnten!)
Abg. Ing. Böhacker: Ist ein Terrorist? – Abg. Ing. Westenthaler: Ist der ein Terrorist?
Herr Westenthaler! Ein Teil des österreichischen Volkes sind auch Sie (Abg. Dr. Partik-Pablé: Aber Niederwieser war auch dort!), Sie sind ebenfalls in diesen Gruß mit eingeschlossen. (Abg. Ing. Westenthaler: Weiterlesen!) Herr Westenthaler, jeder, der mit dem Kärntner Landeshauptmann gemeinsame Sache macht und dessen Machenschaften als harmlos unterstützt (Abg. Ing. Böhacker: Ist ein Terrorist? – Abg. Ing. Westenthaler: Ist der ein Terrorist?), ist zumindest der Mittäterschaft schuldig. Das möchte ich Ihnen ins Stammbuch schreiben! (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie das auch dem Herrn Ambrozy in Kärnten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie das auch dem Herrn Ambrozy in Kärnten!
Herr Westenthaler! Ein Teil des österreichischen Volkes sind auch Sie (Abg. Dr. Partik-Pablé: Aber Niederwieser war auch dort!), Sie sind ebenfalls in diesen Gruß mit eingeschlossen. (Abg. Ing. Westenthaler: Weiterlesen!) Herr Westenthaler, jeder, der mit dem Kärntner Landeshauptmann gemeinsame Sache macht und dessen Machenschaften als harmlos unterstützt (Abg. Ing. Böhacker: Ist ein Terrorist? – Abg. Ing. Westenthaler: Ist der ein Terrorist?), ist zumindest der Mittäterschaft schuldig. Das möchte ich Ihnen ins Stammbuch schreiben! (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie das auch dem Herrn Ambrozy in Kärnten!)
Abg. Ing. Westenthaler: ... dass Sie das alles aufschreiben!
Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Die vergangenen Jahre der blau-schwarzen Koalition haben außenpolitisch dazu geführt, dass die Republik Österreich, zuvor ein guter Freund und Partner der internationalen Staatengemeinschaft, von diesen Staaten jetzt mit Vorsicht behandelt wird. Noch ein paar solche Privatreisen des Oberkanzlers, Ihres Parteiobmannes, wie jene in den Irak (Abg. Ing. Westenthaler: ... dass Sie das alles aufschreiben!) – von der das Außenministerium offensichtlich nichts gewusst hat, wie die Frau Außenminister den Österreicherinnen und Österreichern immer wieder zu erklären versucht; nur glaubt das keiner –, und Österreich wird komplett isoliert sein. (Abg. Ing. Westenthaler: Nur nicht die Zeile verlieren!)
Abg. Ing. Westenthaler: Nur nicht die Zeile verlieren!
Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Die vergangenen Jahre der blau-schwarzen Koalition haben außenpolitisch dazu geführt, dass die Republik Österreich, zuvor ein guter Freund und Partner der internationalen Staatengemeinschaft, von diesen Staaten jetzt mit Vorsicht behandelt wird. Noch ein paar solche Privatreisen des Oberkanzlers, Ihres Parteiobmannes, wie jene in den Irak (Abg. Ing. Westenthaler: ... dass Sie das alles aufschreiben!) – von der das Außenministerium offensichtlich nichts gewusst hat, wie die Frau Außenminister den Österreicherinnen und Österreichern immer wieder zu erklären versucht; nur glaubt das keiner –, und Österreich wird komplett isoliert sein. (Abg. Ing. Westenthaler: Nur nicht die Zeile verlieren!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein echter Volksredner! Den sollte man auf Tournee schicken!
Sehr geehrte Frau Ministerin! An Sie möchte ich jetzt ein Ersuchen richten (Abg. Wochesländer: "Ministerin" ist bei "Frau" ...!): Beantworten Sie doch die Frage, die nun im Rahmen dieser Debatte aufgeworfen worden ist. Ich fordere Sie auf: Beantworten Sie diese Frage, die sicherlich einen großen Teil der Abgeordneten dieses Hohen Hauses und den größten Teil der österreichischen Bevölkerung interessiert, und schweigen Sie nicht weiter! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein echter Volksredner! Den sollte man auf Tournee schicken!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Heinzl –: Das ist ein echter Volksredner! Den sollte man in allen Landeshauptstädten reden lassen!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Freund. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Heinzl –: Das ist ein echter Volksredner! Den sollte man in allen Landeshauptstädten reden lassen!)
Abg. Dr. Pumberger – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Öllinger –: Distanzieren Sie sich von Ihrem Pilz! – Abg. Ing. Westenthaler: Distanzieren Sie sich von solchen Äußerungen!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Öllinger zu Wort gemeldet. Herr Abgeordneter, ich gehe davon aus, dass Ihnen die Bestimmungen der Geschäftsordnung ausreichend bekannt sind. – Bitte. (Abg. Dr. Pumberger – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Öllinger –: Distanzieren Sie sich von Ihrem Pilz! – Abg. Ing. Westenthaler: Distanzieren Sie sich von solchen Äußerungen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Diese Äußerung haben nicht nur wir gehört! Die haben die anderen auch gehört!
Zur zweiten Behauptung des Herrn Abgeordneten Jung, wonach Kollege Pilz diesen Spruch, den ich hier nicht wiederhole, im Ausschuss gemacht hat (Abg. Ing. Westenthaler: Diese Äußerung haben nicht nur wir gehört! Die haben die anderen auch gehört!): Der Abgeordnete Pilz hat diesen Spruch im Ausschuss mit dem Ausdruck des Bedauerns zurückgenommen. (Abg. Dr. Martin Graf: Sprachregelung "Prawda"! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Damit sollte es auch für Sie sein Bewenden haben. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Jung: Zweierlei Maß!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was war vereinbart?
Da Sie die geplante Parlamentarierreise des Herrn Präsidenten Fischer nach Süd- und Nordkorea erwähnt haben, möchte ich Sie daran erinnern, dass das in der Präsidiale vereinbart war, auch mit – wer auch immer von ihnen dabei war – den Freiheitlichen. (Abg. Jung: War keiner dabei!) Das heißt, Sie haben davon gewusst, dass das im Parlament vereinbart ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Was war vereinbart?) Sie wissen ganz genau, dass das eine Reise nach Süd- und nach Nordkorea war – mit der UNO vereinbart, mit Kofi Annan vereinbart – und dass dies Sinn macht in einer Zeit, in der ein Brückenschlag zwischen Süd- und Nordkorea versucht wird. (Abg. Jung: Wir haben abgelehnt! – Abg. Öllinger: Nein, nein, Herr Jung!) Auch ein ÖVP-Abgeordneter hatte schon zugesagt, mitzufahren. In der Präsidiale war das vereinbart, genau im Sinn dieser Politik, über die auch Sie gesprochen haben: weil es in der Außenpolitik und in der Diplomatie Sinn macht, auch mit Regimen, die man nicht wirklich begrüßt, auf parlamentarischer Ebene Kontakt zu haben. So war das in der Präsidiale vereinbart.
Abg. Ing. Westenthaler: Bei Ihnen hat sie einen Sinn?
Wenn Sie jetzt sagen, dass das abgesagt worden ist, weil die Freiheitlichen dem Herrn Präsidenten auf die Finger geklopft haben (Abg. Jung: Jawohl!), dann finde ich schon den Ausdruck nicht wirklich parlamentswürdig. (Abg. Dr. Ofner: Selber seid ihr nicht so heiklig! Aber da seid ihr wehleidig!) Aber abgesehen davon muss auch Ihnen klar sein, dass es keinen Sinn macht, wenn aus einem neutralen Land, dessen Aufgabe es sein sollte, solche Initiativen zu setzen, nur Parlamentsabgeordnete der Opposition hinfahren. Wenn so eine Reise außenpolitisch einen Sinn haben kann (Abg. Ing. Westenthaler: Bei Ihnen hat sie einen Sinn?) – das muss mir wohl auch die Außenministerin bestätigen –, dann nur, wenn wirklich Abgeordnete aller vier Parteien hinfahren. Insofern kann man nur sagen, ÖVP und FPÖ haben hier eine Chance blockiert, dass Österreich außenpolitisch wirklich aktiv ist. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Debatte ist geschlossen! Herr Präsident! Sie haben die Debatte bereits geschlossen! – Weitere heftige Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Als nächster Redner hat sich Herr Abgeordneter Öllinger zu Wort gemeldet. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Debatte ist geschlossen! Herr Präsident! Sie haben die Debatte bereits geschlossen! – Weitere heftige Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Wittmann –: Der Datenklau! – Der Staatsanwalt ist schon unterwegs! – Abg. Dr. Wittmann – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Struwwelpeter!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dr. Wittmann. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Wittmann –: Der Datenklau! – Der Staatsanwalt ist schon unterwegs! – Abg. Dr. Wittmann – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Struwwelpeter!)
Abg. Ing. Westenthaler: Datenklau!
Auffallend ist natürlich das beschämende Auftreten der Außenministerin (Abg. Ing. Westenthaler: Datenklau!), die sich zu diesem Thema der Irak-Reise nicht geäußert hat (Beifall bei der SPÖ und den Grünen – Abg. Ing. Westenthaler: Datenklau! Datenklau!), die vor einem Scherbenhaufen der Außenpolitik steht und sich dazu nicht äußert. Auffallend ist auch, dass jeder, der an Herrn Haider anstreift, zu schweigen beginnt – sei es der Bundeskanzler, sei es die Frau Außenminister, ja sogar der "Struwwelpeter", wie er freundlicherweise von seinem Parteiobmann genannt wart, durfte fünf Tage lang nicht reden. (Abg. Dr. Khol: Das ist aber zu viel! Das ist zu viel!) Das ist auffallend! Offensichtlich bringt der Landeshauptmann von Kärnten diese Regierung zum Schweigen – nicht aber die Opposition! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen – Abg. Ing. Westenthaler: Datenklau! Datenklau!
Auffallend ist natürlich das beschämende Auftreten der Außenministerin (Abg. Ing. Westenthaler: Datenklau!), die sich zu diesem Thema der Irak-Reise nicht geäußert hat (Beifall bei der SPÖ und den Grünen – Abg. Ing. Westenthaler: Datenklau! Datenklau!), die vor einem Scherbenhaufen der Außenpolitik steht und sich dazu nicht äußert. Auffallend ist auch, dass jeder, der an Herrn Haider anstreift, zu schweigen beginnt – sei es der Bundeskanzler, sei es die Frau Außenminister, ja sogar der "Struwwelpeter", wie er freundlicherweise von seinem Parteiobmann genannt wart, durfte fünf Tage lang nicht reden. (Abg. Dr. Khol: Das ist aber zu viel! Das ist zu viel!) Das ist auffallend! Offensichtlich bringt der Landeshauptmann von Kärnten diese Regierung zum Schweigen – nicht aber die Opposition! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sprechen lernen!
Zum Thema: Hinsichtlich des angesprochenen Themenkomplexes kann man ja eigentlich keiner anderen Meinung sein, als dass man diese Themen wie Bürgernähe und mehr Transparenz und Demokratisierung der Europäischen Union (Abg. Ing. Westenthaler: Sprechen lernen!) als Ziele formuliert. Aber es wurden hier nur Schlagworte verwendet. Man hat nicht gesagt, wie man diese Ziele erreichen will. (Abg. Dr. Spindelegger: Kein Beitrag zur Sache!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der hat ja keine Ahnung!
Es wäre sinnvoll gewesen, wenn wir diesbezüglich die Meinung der Regierung gehört hätten, weil auch wir uns dann darauf einstellen könnten, wie diese Diskussion im Inland zu führen wäre. Wir sind für ein Vollparlament. Wir glauben, dass die Ausstattung des Europäischen Parlaments mit den Rechten eines Vollparlaments ganz einfach ein wesentlicher Schritt zur Demokratisierung der Europäischen Union wäre. Wir sind aber, wenn man diesen Schritt der Einrichtung eines Vollparlaments auf europäischer Ebene geht, durchaus auch dafür, dass man die Rechte der Europäischen Kommission erweitert, weil dann auch die Kontrollrechte des Parlaments gegeben wären. Man müsste diese Kontrollrechte natürlich auf die Kommission ausdehnen (Abg. Ing. Westenthaler: Der hat ja keine Ahnung!), aber auch auf den Rat. (Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Dr. Schüssel. )
Ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Khol. – Abg. Ing. Westenthaler: Der hätte Dirigent werden sollen!
Letztendlich sollte man auch darüber nachdenken, wie man die europäische Diskussion oder die Diskussion über die europäischen Themen hier in diesem Parlament besser verankert – denn diese Dringliche Anfrage war der falsche Weg! Die ist Ihnen nur deshalb eingefallen, weil Sie ein anderes Problem haben, mit dem Ihre Außenministerin nicht fertig wird. (Ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Khol. – Abg. Ing. Westenthaler: Der hätte Dirigent werden sollen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer fürchtet sich?
Wir werden dieses Thema nicht abschließen. Wir werden uns genau anschauen (Abg. Ing. Westenthaler: Wer fürchtet sich?), welche Rolle das Außenministerium bei dieser Irak-Reise gespielt hat. Wir werden uns genau anschauen, welche Ergebnisse der Untersuchungsausschuss in Kärnten bringen wird. Und wir werden uns genau anschauen, wie man in diesem Haus mit der Wahrheit umgeht. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer fürchtet sich?) Es wird nicht immer gehen, dass man eine Dringliche macht zu einem Thema, das nichts mit den dringlichen Fragen dieser Republik zu tun hat.
Abg. Ing. Westenthaler: Wer fürchtet sich?
Wir werden dieses Thema nicht abschließen. Wir werden uns genau anschauen (Abg. Ing. Westenthaler: Wer fürchtet sich?), welche Rolle das Außenministerium bei dieser Irak-Reise gespielt hat. Wir werden uns genau anschauen, welche Ergebnisse der Untersuchungsausschuss in Kärnten bringen wird. Und wir werden uns genau anschauen, wie man in diesem Haus mit der Wahrheit umgeht. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer fürchtet sich?) Es wird nicht immer gehen, dass man eine Dringliche macht zu einem Thema, das nichts mit den dringlichen Fragen dieser Republik zu tun hat.
Abg. Dr. Khol: Schlusssatz! – Abg. Ing. Westenthaler: Datenklau, setz dich nieder!
In diesem Sinne glaube ich, dass das Thema zwar wichtig ist, die Vorgangsweise aber falsch. (Abg. Dr. Khol: Schlusssatz! – Abg. Ing. Westenthaler: Datenklau, setz dich nieder!) Man sollte sich wenigstens die Vorgangsweise in einem gemeinsamen Antrag erarbeiten. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin dafür, dass man dem Wittmann eine extra Redezeit einräumt! Dann kann er reden, solange er will!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Zu Wort gemeldet hat sich Herr Abgeordneter Ing. Schultes. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin dafür, dass man dem Wittmann eine extra Redezeit einräumt! Dann kann er reden, solange er will!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat denn die jetzigen gekauft?
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Meine Damen und Herren! Es gibt schon seit Jahren eine Diskussion, nicht nur über die Frage der Abfangjäger, sondern überhaupt über das gesamte Beschaffungssystem des österreichischen Bundesheeres. Dass das ein Bereich ist, in dem Reformen notwendig sind, ist unbestritten. Faktum ist aber auch, dass in diesem Bereich nicht viel geschehen ist, denn viele aus dem Bundesheer mit unterschiedlichen Auffassungen zu dieser Thematik widersprechen sich permanent. Es gibt durchaus auch Offiziere im Heer, aber auch Funktionäre des Landesverteidigungsministeriums, die der Meinung sind, dass die Anschaffung der Abfangjäger überhaupt nicht prioritär ist. Es gibt sogar welche, die die Frage stellen: Was steht überhaupt für ein Konzept hinter dem Vorhaben, jetzt Abfangjäger anzuschaffen? (Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat denn die jetzigen gekauft?) Trägt das überhaupt den jetzt veränderten sicherheitspolitischen Bedingungen in Europa Rechnung? – Darauf wird überhaupt keine Antwort gegeben.
Ironische Heiterkeit des Abg. Ing. Westenthaler.
Da denke ich an die Aussage der Frau Vizekanzlerin Riess-Passer vom 2. Juni 2001, als sie gemeint hat, es müsse endlich einen Belastungsstopp geben. – Und was war dann? – Eine Belastung hat die andere gejagt, bis dann der Klubobmann Westenthaler jetzt am Montag mit dem Klubobmann Khol und dem "Löschblatt" wieder verkündet hat: Wir müssen einen Belastungsstopp machen! (Ironische Heiterkeit des Abg. Ing. Westenthaler. ) – Also wieder die Ankündigung: Es kommt ein Belastungsstopp!
Abg. Ing. Westenthaler: Darf ich eine Zwischenfrage stellen: Wer hat denn die jetzigen finanziert?
Jetzt wollen wir zu einer Feinheit kommen: Wir haben auf Grund einer Anfrage auch herausgefunden (Abg. Ing. Westenthaler: Darf ich eine Zwischenfrage stellen: Wer hat denn die jetzigen finanziert?), dass es in den letzten fünf Jahren – da war eine andere sicherheitspolitische Situation in Europa – 48 Identifizierungsflüge gegeben hat. Für diejenigen, die das wissen wollen, sei angemerkt, dass es dabei um Folgendes geht: Da ist es doch 48 Mal gelungen, rechtzeitig hochzusteigen, bevor dieses unbekannte Flugobjekt unseren Luftraum wieder verlassen hat. Da kann man dann so ein bisschen mit den Flügeln wacheln, der andere wachelt zurück, und in der Fliegersprache ist das dann irgendwie die Identifikation, und man teilt dann mit, wer man ist. 19 Mal war es umsonst, denn da ist die Information früher gekommen, und er hat wieder landen müssen. Also 48 Identifikationen hat es in den fünf Jahren gegeben.
Ruf bei der SPÖ: ... Ambulanzgebühren! – Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat denn die Draken gekauft?
Das soll jetzt in dieser Form wiederum fortgesetzt werden – in Zeiten, in denen das Nulldefizit hier zur Staatsreligion erhoben wurde (Ruf bei der SPÖ: ... Ambulanzgebühren! – Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat denn die Draken gekauft?), wo von einem Belastungsstopp gesprochen wird und wo das wirklich keiner einsieht.
Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Auch nicht schlecht!
Sie haben offenbar alle noch die gestrige 75 Prozent-Schlagzeile der "Kronen Zeitung" in Erinnerung und glauben daher, Aufwind zu bekommen. Aber wenn man das schon zum Maßstab nimmt, Herr Kollege Cap, Herr Kollege Gusenbauer, dann rufen Sie sich doch auch in Erinnerung, dass zwar 75 Prozent aller Österreicher angeblich keine Abfangjäger-Beschaffung, aber 86 Prozent keinen Gusenbauer als Kanzler wollen. Schicken Sie ihn doch in die Wüste! Der ist viel unbeliebter als die Draken, das kann ich Ihnen sagen. (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Auch nicht schlecht!)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn schaltet das rote Licht beim Rednerpult ein. – Abg. Ing. Westenthaler: Aus! Jetzt kommt es ihm selber schon zu lang vor!
Herr Präsident, wie viel Zeit habe ich eigentlich noch? – (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn schaltet das rote Licht beim Rednerpult ein. – Abg. Ing. Westenthaler: Aus! Jetzt kommt es ihm selber schon zu lang vor!) Das Beschaffungschaos ist bereits angesprochen worden, das der Rechnungshof regelmäßig bei Großbeschaffungen des Bundesheers moniert. (Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Schweitzer: Das Gequatsche kommt dir schon zu lang vor, gell!) – Um Sie zu widerlegen, reichen auch 5 Minuten, Kollege Schweitzer! (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Kommen wir zum zentralen Punkt unseres Vorwurfs: Es werden hier nicht nur Bundesstraßen verländert, sondern viele Gesetze in einem verändert. Das Erste, das Sie im Zusammenhang mit dieser Vorlage aufzählen, heißt Zweckzuschussgesetz 2001. Und was entdecken wir da? – Es gibt eine bestimmte Zuteilung von Mitteln an die Bundesländer, und es mag noch sinnvoll sein, dass sich die Bundesländer das selbst ausverhandeln und der Bund dann den Schlüssel übernimmt. Aber im Unterschied zur ersten Vorlage haben sich jetzt ein paar Länder Sonderdotationen – nennen wir es so – herausreklamiert. Und wenn man nachsieht, welche Bundesländer das sind, dann wird man feststellen, dass das Vorarlberg und Kärnten ist. Voilà! (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer: Sind!) – Okay: Sind. Kollege Schweitzer ist nicht nur gut in Geographie, er ist auch der Grammatik mächtig und hat mich hier völlig zu Recht korrigiert! (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. )
Abg. Ing. Westenthaler: Es sind keine Journalisten mehr da!
Etwas ganz Bedenkliches zum Schluss – und ich weiß, dass ich auch da für meine Fraktion allein spreche –: Insgesamt wurde die Ausgabentranche für den Straßenbau mit diesem Gesetz – was man unter Verländerung der Bundesstraßen ja zunächst überhaupt nicht vermuten würde – für die nächste Zeit deutlich erhöht. (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer. ) Da wenden wir ein deutliches Nein ein, weil es eine grundsätzliche verkehrspolitische Frage ist, wie die Schwerpunktsetzung organisiert wird. Dann hätten Sie die Gesetze wenigstens richtig taufen und das nicht unter "Verländerung" laufen lassen sollen! (Abg. Ing. Westenthaler: Es sind keine Journalisten mehr da!) Was gibt es denn noch?
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist nicht wahr!
Heute wurde dieses Verhalten hinsichtlich der Einstimmigkeit bei der Finanzmarktaufsicht vom Kollegen Staatssekretär mit der Feststellung gelobt, dass das ein Tag des Parlaments, ein guter Tag des Parlaments ist. – Dem kann ich mich am Abend leider nicht anschließen: Es war ein schlechter Tag für das Parlament! (Abg. Dr. Stummvoll: Nicht der ganze Tag!) Warum war es ein schlechter Tag für das Parlament? – Es war deshalb ein schlechter Tag für das Parlament, weil der alte von mir sehr geschätzte parlamentarische Haudegen Andreas Khol hier ein parlamentarisches Instrument im wahrsten Sinne des Wortes instrumentalisiert hat, um etwas anderes zu verhindern. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist nicht wahr!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr lasst euch furchtbar leicht ärgern!
Herr Kollege Khol! Das Problem ist nicht die Tatsache, dass ein Dringlicher Antrag bestimmten Inhaltes gestellt wurde, sondern das Problem ist der Zeitpunkt. Dieser Antrag wäre fast an jedem Tag des Jahres dringlich und gut gewesen, er war es aber mit Sicherheit nicht am heutigen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr lasst euch furchtbar leicht ärgern!) Viel besser wäre er gestern gewesen, auch hinsichtlich der Dringlichkeit.
Sitzung Nr. 97
Abg. Ing. Westenthaler: Khol hat ja noch gar nichts gesagt!
Abgeordneter Rudolf Nürnberger (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Vertreter der Bundesregierung! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir erleben soeben wieder eine typische Khol-Westenthaler’sche Märchenstunde. (Abg. Ing. Westenthaler: Khol hat ja noch gar nichts gesagt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ja!
Herr Klubobmann Westenthaler! Weil Sie gar so keck an die linke Seite, zur Opposition gesagt haben, dass wir die Ohren spitzen sollen (Abg. Ing. Westenthaler: Ja!): Spitzen Sie jetzt auch ein bisschen die Ohren, ich bringe Ihnen eine Kurzzusammenfassung. (Abg. Ing. Westenthaler – eine Kopie eines Zeitungsartikels mit der Schlagzeile "Gusenbauer will Billig-Arbeitskräfte" in die Höhe haltend –: Noch einmal, schauen Sie! "Gusenbauer will Billig-Arbeitskräfte"!)
Abg. Ing. Westenthaler – eine Kopie eines Zeitungsartikels mit der Schlagzeile "Gusenbauer will Billig-Arbeitskräfte" in die Höhe haltend –: Noch einmal, schauen Sie! "Gusenbauer will Billig-Arbeitskräfte"!
Herr Klubobmann Westenthaler! Weil Sie gar so keck an die linke Seite, zur Opposition gesagt haben, dass wir die Ohren spitzen sollen (Abg. Ing. Westenthaler: Ja!): Spitzen Sie jetzt auch ein bisschen die Ohren, ich bringe Ihnen eine Kurzzusammenfassung. (Abg. Ing. Westenthaler – eine Kopie eines Zeitungsartikels mit der Schlagzeile "Gusenbauer will Billig-Arbeitskräfte" in die Höhe haltend –: Noch einmal, schauen Sie! "Gusenbauer will Billig-Arbeitskräfte"!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht Billigarbeitskräfte, Frau Kollegin!
Zum Thema Schlüsselarbeitskräfte: Jawohl, wir haben das gesagt, und wir sagen noch immer, dass wir für bestimmte Qualifikationen Leute ins Land holen müssen: für bestimmte Qualifikationen und unter fairen Bedingungen! (Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht Billigarbeitskräfte, Frau Kollegin!) Was machen Sie aber jetzt? – Herr Klubobmann Westenthaler hat auch sehr stolz darauf hingewiesen. (Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer!) – Sie definieren die Schlüsselarbeitskräfte nicht mehr danach, welche Leute mit welchen Qualifikationen wir brauchen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Auch!) Sie definieren sie so, dass es nur mehr Gutverdiener schaffen werden, zu fairen Bedingungen ins Land zu kommen, denn Schlüsselarbeitskräfte werden künftig nur mehr diejenigen sein, die ungefähr 2 000 € verdienen, und nicht mehr diejenigen, die wir dringend brauchen würden, die aber in ihren Berufen weniger verdienen, obwohl ihre Qualifikationen bitter notwendig für uns sind. (Abg. Ing. Westenthaler – neuerlich die Kopie eines Artikels aus der "Presse" mit dem Titel "Gusenbauer will Billig-Arbeitskräfte auf Dauer nach Österreich holen" in die Höhe haltend –: Schauen Sie, Frau Kollegin! Schauen Sie einmal her, was Herr Kollege Gusenbauer alles verzapft!)
Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer!
Zum Thema Schlüsselarbeitskräfte: Jawohl, wir haben das gesagt, und wir sagen noch immer, dass wir für bestimmte Qualifikationen Leute ins Land holen müssen: für bestimmte Qualifikationen und unter fairen Bedingungen! (Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht Billigarbeitskräfte, Frau Kollegin!) Was machen Sie aber jetzt? – Herr Klubobmann Westenthaler hat auch sehr stolz darauf hingewiesen. (Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer!) – Sie definieren die Schlüsselarbeitskräfte nicht mehr danach, welche Leute mit welchen Qualifikationen wir brauchen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Auch!) Sie definieren sie so, dass es nur mehr Gutverdiener schaffen werden, zu fairen Bedingungen ins Land zu kommen, denn Schlüsselarbeitskräfte werden künftig nur mehr diejenigen sein, die ungefähr 2 000 € verdienen, und nicht mehr diejenigen, die wir dringend brauchen würden, die aber in ihren Berufen weniger verdienen, obwohl ihre Qualifikationen bitter notwendig für uns sind. (Abg. Ing. Westenthaler – neuerlich die Kopie eines Artikels aus der "Presse" mit dem Titel "Gusenbauer will Billig-Arbeitskräfte auf Dauer nach Österreich holen" in die Höhe haltend –: Schauen Sie, Frau Kollegin! Schauen Sie einmal her, was Herr Kollege Gusenbauer alles verzapft!)
Abg. Ing. Westenthaler – neuerlich die Kopie eines Artikels aus der "Presse" mit dem Titel "Gusenbauer will Billig-Arbeitskräfte auf Dauer nach Österreich holen" in die Höhe haltend –: Schauen Sie, Frau Kollegin! Schauen Sie einmal her, was Herr Kollege Gusenbauer alles verzapft!
Zum Thema Schlüsselarbeitskräfte: Jawohl, wir haben das gesagt, und wir sagen noch immer, dass wir für bestimmte Qualifikationen Leute ins Land holen müssen: für bestimmte Qualifikationen und unter fairen Bedingungen! (Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht Billigarbeitskräfte, Frau Kollegin!) Was machen Sie aber jetzt? – Herr Klubobmann Westenthaler hat auch sehr stolz darauf hingewiesen. (Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer!) – Sie definieren die Schlüsselarbeitskräfte nicht mehr danach, welche Leute mit welchen Qualifikationen wir brauchen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Auch!) Sie definieren sie so, dass es nur mehr Gutverdiener schaffen werden, zu fairen Bedingungen ins Land zu kommen, denn Schlüsselarbeitskräfte werden künftig nur mehr diejenigen sein, die ungefähr 2 000 € verdienen, und nicht mehr diejenigen, die wir dringend brauchen würden, die aber in ihren Berufen weniger verdienen, obwohl ihre Qualifikationen bitter notwendig für uns sind. (Abg. Ing. Westenthaler – neuerlich die Kopie eines Artikels aus der "Presse" mit dem Titel "Gusenbauer will Billig-Arbeitskräfte auf Dauer nach Österreich holen" in die Höhe haltend –: Schauen Sie, Frau Kollegin! Schauen Sie einmal her, was Herr Kollege Gusenbauer alles verzapft!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer holt die Saisonniers herein? Die SPÖ!
Versuchen Sie in einer Debatte über die Situation des Arbeitmarktes, zumindest in Sachen Zahlen bei der Wahrheit zu bleiben! (Abg. Ing. Westenthaler: Wer holt die Saisonniers herein? Die SPÖ!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unglaublich! Das wäre entsetzlich!
Die Sozialdemokraten wollen das Gegenteil: Die Sozialdemokraten – diese Presseaussendung von Herrn Kollegen Gusenbauer ist bezeichnend, und in der Rede von Frau Kollegin Kuntzl ist es ja auch ständig vorgekommen – und Herr Gusenbauer wollen Billig-Arbeitskräfte auf Dauer nach Österreich holen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unglaublich! Das wäre entsetzlich!) Er lehnt das Saisonnier-Modell ab.
Abg. Ing. Westenthaler: Das hat noch selten gestimmt, was das Wifo gesagt hat!
Die Wahrheit ist – Eilmeldung des Wirtschaftsforschungsinstituts von heute Früh –: Das Jahr 2001 war in Österreich ein Rezessionsjahr. .(Abg. Ing. Westenthaler: Das hat noch selten gestimmt, was das Wifo gesagt hat!) – Das ist leider die Wahrheit, meine sehr verehrten Damen und Herren! Und versuchen Sie nicht, die Realität schönzureden, sondern versuchen Sie, die Realität in unserem Land positiv zu verändern! Das wäre Ihre Aufgabe. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt sie nicht!
Bettreffend Österreich und die Politik der Bundesregierung und die Maßnahmen, die gesetzt wurden, stellt sich schon die Frage: Was hätte gemacht werden können? – Wir haben hier im Hohen Haus – und das ist heute nicht das erste Mal – mehrfach darüber diskutiert, ob es eine Rezession gibt und was man gegen diese Rezession unternehmen kann. Monatelang hat das die Bundesregierung geleugnet. Und wir haben monatelang darauf hingewiesen, es gibt eine Rezession und wir haben Vorschläge. (Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt sie nicht!) – Für Westenthaler gibt es sie bis zum heutigen Tag nicht. Er ist der "Meister im Leugnen der Wirklichkeiten" in unserem Land. Diesen Titel kann man Ihnen wirklich zusprechen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – eine Ausgabe der "Presse" in die Höhe haltend –: Sagen Sie einmal etwas zu den Billig-Arbeitskräften!
Es gibt natürlich effiziente Maßnahmen gegen den Konjunktureinbruch, wie wir das in mehreren Anträgen im österreichischen Nationalrat eingebracht haben. Herr Bundesminister! Die planungsfertigen Infrastrukturmaßnahmen nicht nach der Frau Forstinger-Formel bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag verschieben, sondern heute investieren und bauen! Das bringt Investitionen und Arbeitsplätze, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – eine Ausgabe der "Presse" in die Höhe haltend –: Sagen Sie einmal etwas zu den Billig-Arbeitskräften!)
Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen holen wir Billig-Arbeitskräfte ins Land!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Sie haben davon gesprochen, dass wir einen Strukturwandel haben und Bedarf an Arbeitsplätzen besteht. Es ist völlig logisch: Wenn es einen Strukturwandel in der Wirtschaft gibt, dann muss man die Arbeitnehmer, die in einem Bereich nicht mehr gebraucht werden, so ausbilden, dass sie in einem anderen Bereich, der wächst, unterkommen können. (Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen holen wir Billig-Arbeitskräfte ins Land!) Dafür – Herr Westenthaler, das werden Sie nie kapieren – braucht man die Ausbildungsmittel des Arbeitsmarktservice, damit diese Umschulungen stattfinden können. Was tut die Bundesregierung? – Sie kürzt die Mittel des Arbeitsmarktservice und verunmöglicht damit die Qualifizierung, verunmöglicht damit, dass die Arbeitnehmer von einem Bereich auf den anderen umgeschult werden. Das ist die Bilanz Ihrer Politik, meine sehr verehrten Damen und Herren von den Regierungsparteien! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist erbärmlich, was Sie da machen!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist erbärmlich, was Sie da machen!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Sie haben davon gesprochen, dass wir einen Strukturwandel haben und Bedarf an Arbeitsplätzen besteht. Es ist völlig logisch: Wenn es einen Strukturwandel in der Wirtschaft gibt, dann muss man die Arbeitnehmer, die in einem Bereich nicht mehr gebraucht werden, so ausbilden, dass sie in einem anderen Bereich, der wächst, unterkommen können. (Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen holen wir Billig-Arbeitskräfte ins Land!) Dafür – Herr Westenthaler, das werden Sie nie kapieren – braucht man die Ausbildungsmittel des Arbeitsmarktservice, damit diese Umschulungen stattfinden können. Was tut die Bundesregierung? – Sie kürzt die Mittel des Arbeitsmarktservice und verunmöglicht damit die Qualifizierung, verunmöglicht damit, dass die Arbeitnehmer von einem Bereich auf den anderen umgeschult werden. Das ist die Bilanz Ihrer Politik, meine sehr verehrten Damen und Herren von den Regierungsparteien! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist erbärmlich, was Sie da machen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen wollen Sie Billig-Arbeitskräfte!
Das Ergebnis ist dann, dass auf Grund der strukturellen Ungleichheiten, die es in Österreich gibt, einzelne Teile der Wirtschaft berechtigterweise aufschreien und sagen, wir brauchen dringend Arbeitskräfte, die qualifiziert sind. Dann steht man meistens vor der Notsituation, dass es Betriebe gibt, die wirklich jene Arbeitskräfte nicht bekommen, die sie brauchen, weil vorher nicht rechtzeitig qualifiziert wurde. (Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen wollen Sie Billig-Arbeitskräfte!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein "toller" Stil! So ein rüpelhafter Stil, und der Präsident lässt das zu, und das bei einer Live-Übertragung!
Meine Damen und Herren! Da ich dauernd auf das Hereinholen von billigen Arbeitskräften angesprochen werde, möchte ich sagen: Reden wir doch über die Realität, Herr Westenthaler! Setzen Sie sich nieder, passen Sie auf, vielleicht verstehen Sie es irgendwann! (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein "toller" Stil! So ein rüpelhafter Stil, und der Präsident lässt das zu, und das bei einer Live-Übertragung!) Bis jetzt können Sie ja nur Propagandaformeln ablassen. Das eigentliche Problem haben Sie noch nie verstanden, Herr Westenthaler! Wenn Sie mich auffordern zu erklären, dann müssen Sie bereit sein zuzuhören. Westenthaler will nichts wissen, weiterhin so wenig intelligent bleiben wie bisher! Gut! Setzen, Westenthaler! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ungeheuerlich! So eine Schulmeisterung ist unglaublich! Sie sind nicht einmal ernst zu nehmen! Sie glauben Ihre eigene Alternative nicht! Das ist das Problem: Sie haben Ihre Zukunft schon hinter sich! 12-Prozent-Kanzler Gusenbauer! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ungeheuerlich! So eine Schulmeisterung ist unglaublich! Sie sind nicht einmal ernst zu nehmen! Sie glauben Ihre eigene Alternative nicht! Das ist das Problem: Sie haben Ihre Zukunft schon hinter sich! 12-Prozent-Kanzler Gusenbauer! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Meine Damen und Herren! Da ich dauernd auf das Hereinholen von billigen Arbeitskräften angesprochen werde, möchte ich sagen: Reden wir doch über die Realität, Herr Westenthaler! Setzen Sie sich nieder, passen Sie auf, vielleicht verstehen Sie es irgendwann! (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein "toller" Stil! So ein rüpelhafter Stil, und der Präsident lässt das zu, und das bei einer Live-Übertragung!) Bis jetzt können Sie ja nur Propagandaformeln ablassen. Das eigentliche Problem haben Sie noch nie verstanden, Herr Westenthaler! Wenn Sie mich auffordern zu erklären, dann müssen Sie bereit sein zuzuhören. Westenthaler will nichts wissen, weiterhin so wenig intelligent bleiben wie bisher! Gut! Setzen, Westenthaler! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ungeheuerlich! So eine Schulmeisterung ist unglaublich! Sie sind nicht einmal ernst zu nehmen! Sie glauben Ihre eigene Alternative nicht! Das ist das Problem: Sie haben Ihre Zukunft schon hinter sich! 12-Prozent-Kanzler Gusenbauer! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein peinliches Theater!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Meine Herren Minister! Geschätzte Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein peinliches Theater!)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Böhacker: Wenn der Inhalt so seicht ist ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Dass ihr alle von Haider lernt, ist herrlich! Sogar die Grünen lernen von Haider!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (fortsetzend): Herr Präsident! Das ist die innovativste Taferlkultur bis jetzt überhaupt. Damit wir nicht immer diese einfachen Taferl der ÖVP haben, haben wir sogar einen Ständer angebaut. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Böhacker: Wenn der Inhalt so seicht ist ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Dass ihr alle von Haider lernt, ist herrlich! Sogar die Grünen lernen von Haider!)
Abg. Ing. Westenthaler: Viel fällt Ihnen heute nicht ein!
In Fragen der sozialen Sicherheit wird, so glaube ich, von dieser Bundesregierung völlig unterschätzt ... (Abg. Ing. Westenthaler: Viel fällt Ihnen heute nicht ein!) – Das wird Ihnen wahrscheinlich nicht wehtun. – In der Frage der sozialen Sicherheit haben Sie einfach auf das falsche Pferd gesetzt. Aber das wundert mich nicht, das ist kein Zufall. Bei Ihnen ist das sozusagen ideologisch motiviert, das ist Programm. Soziale Sicherheit darf deshalb kein Standortfaktor sein, weil es nicht zu Ihrer Staatsphobie und zu Ihrer Nulldefizithysterie passt, das ist es. Das ist Ihr Programm, und deshalb setzen Sie ganz gezielt auf das falsche Pferd und gehen in die falsche Richtung. Aus diesem Grund haben Sie uns hier heute ein Mogelpaket verkauft, und deshalb darf man Ihnen diese Kritik auch entgegenhalten.
Abg. Ing. Westenthaler: Er redet konsequent am Thema vorbei, und der Präsident hört zu!
Es kann nicht sein, dass eine Beschaffung vorgenommen wird, die mehrere Bundesregierungen in Zukunft binden wird, und Sie setzen sich einfach darüber hinweg. (Abg. Ing. Westenthaler: Er redet konsequent am Thema vorbei, und der Präsident hört zu!) Gleichzeitig reden Sie von keinen neuen Schulden und von Zukunftsinvestitionen. Das ist ein Widerspruch, den Sie auflösen müssen! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Heute sind Sie schlecht vorbereitet, Herr Kollege! – Ruf: Was haben die Abfangjäger mit der Konjunktur zu tun?)
Abg. Ing. Westenthaler: Gott sei Dank!
Wenn man sich vor Augen hält, welche sozialpolitischen Maßnahmen Sie gesetzt und wo Sie überall Sozialdemontage betrieben haben, dann muss man sagen: Das ist genau der Punkt, das ist genau der ideologische Unterschied zwischen Ihnen und uns. (Abg. Ing. Westenthaler: Gott sei Dank!) Sie setzen bestimmte Maßnahmen, die die sozial Schwächeren treffen, aber Geld für Abfangjäger wollen Sie sehr wohl ausgeben.
Abg. Ing. Westenthaler: So ein Blödsinn, was er da verzapft!
Ich darf zusammenfassen: Mit diesem Konjunkturbelebungspaket beleben Sie sicher nicht die Konjunktur, Sie bewegen nicht einmal irgendetwas damit. Das Einzige, was Sie damit setzen, sind Beschäftigungsmaßnahmen mit polizeilicher Androhungsgewalt, und das ist wirklich gesteigerter Zynismus. Zweitens: Sie investieren in die falsche Richtung, und Sie betreiben Sozialdemontage. (Abg. Ing. Westenthaler: So ein Blödsinn, was er da verzapft!)
Abg. Ing. Westenthaler: Schwächste Rede, die jemals gehalten wurde!
Deshalb sage ich Ihnen: Geben Sie den Weg frei, geben Sie den Weg frei für eine Volksabstimmung, weil die Bevölkerung schon längst begriffen hat, dass Sie ihr zentnerweise Sand in die Augen streuen! (Abg. Ing. Westenthaler: Schwächste Rede, die jemals gehalten wurde!) Melden Sie sich zu Wort, dann schauen wir uns das an! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin Besseres gewohnt!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin Besseres gewohnt!
Deshalb sage ich Ihnen: Geben Sie den Weg frei, geben Sie den Weg frei für eine Volksabstimmung, weil die Bevölkerung schon längst begriffen hat, dass Sie ihr zentnerweise Sand in die Augen streuen! (Abg. Ing. Westenthaler: Schwächste Rede, die jemals gehalten wurde!) Melden Sie sich zu Wort, dann schauen wir uns das an! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin Besseres gewohnt!)
Abg. Dr. Gusenbauer: Taferl! – Abg. Ing. Westenthaler: Aus dem Alter sind wir heraus!
Abgeordneter Hermann Böhacker (Freiheitliche): Herr Präsident! Meine Herren Bundesminister! Hohes Haus! (Abg. Dr. Gusenbauer: Taferl! – Abg. Ing. Westenthaler: Aus dem Alter sind wir heraus!) Kollege Kogler, ist das die neue Strategie der Grünen: Taferl statt Inhalt? Gehen Sie den Weg der deutschen Grünen in Richtung unter 5 Prozent? – Wenn dem so ist, dann müssen Sie eigentlich froh sein, dass Sie heute noch ein Taferl aufstellen können. Wenn Sie mit den deutschen Grünen gehen, werden Sie in Zukunft hier kein Taferl mehr aufstellen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Der Redner zeigt die Kopie eines "Presse"-Artikels. – Abg. Ing. Westenthaler: 25 Prozent Tariferhöhung bei den Wiener Linien! Gratuliere!
Und weil die Arbeitslosenzahlen noch nicht hoch genug sind, kommt Herr Gusenbauer und will billige Arbeitskräfte nach Österreich holen: "Gusenbauer will Billig-Arbeitskräfte auf Dauer nach Österreich holen". (Der Redner zeigt die Kopie eines "Presse"-Artikels. – Abg. Ing. Westenthaler: 25 Prozent Tariferhöhung bei den Wiener Linien! Gratuliere!) Sie wollen jene österreichischen Arbeitnehmer, die über Kollektivvertrag bezahlt werden, durch billige Arbeitskräfte aus dem Ausland ersetzen. Herr Kollege Gusenbauer! Ist das eine verantwortungsvolle Politik für die österreichischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer? – Nein! Sie haben hier am Rednerpult gesagt, Sie werden dazu Stellung nehmen. Haben Sie Angst vor der eigenen Courage? Ich nehme es an. Kommen Sie heraus und erklären Sie, was Sie damit wirklich gemeint haben! (Abg. Ing. Westenthaler: Der Vorgänger vom Häupl!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Vorgänger vom Häupl!
Und weil die Arbeitslosenzahlen noch nicht hoch genug sind, kommt Herr Gusenbauer und will billige Arbeitskräfte nach Österreich holen: "Gusenbauer will Billig-Arbeitskräfte auf Dauer nach Österreich holen". (Der Redner zeigt die Kopie eines "Presse"-Artikels. – Abg. Ing. Westenthaler: 25 Prozent Tariferhöhung bei den Wiener Linien! Gratuliere!) Sie wollen jene österreichischen Arbeitnehmer, die über Kollektivvertrag bezahlt werden, durch billige Arbeitskräfte aus dem Ausland ersetzen. Herr Kollege Gusenbauer! Ist das eine verantwortungsvolle Politik für die österreichischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer? – Nein! Sie haben hier am Rednerpult gesagt, Sie werden dazu Stellung nehmen. Haben Sie Angst vor der eigenen Courage? Ich nehme es an. Kommen Sie heraus und erklären Sie, was Sie damit wirklich gemeint haben! (Abg. Ing. Westenthaler: Der Vorgänger vom Häupl!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer verkriecht sich schon hinter seiner Zeitung! – Abg. Dr. Gusenbauer – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Immer dieselbe Unwahrheit! Nichts Neues, nichts Interessantes! – Abg. Dr. Khol – in Richtung des Abg. Dr. Gusenbauer, der den "Standard" aufgeschlagen hat –: Ein hartes Urteil über den "Standard"!
Angesichts dessen sage ich Ihnen: Da geht es nicht um Pessimismus, da geht es nicht um Schlechtmachen, da geht es nicht um eine technische Rezession in Österreich, sondern es geht darum, dass wir gemeinsam sagen: Gratulation der österreichischen Wirtschaft, Gratulation den Beschäftigten für diese herausragenden Leistungen im internationalen Vergleich in einem schwierigen Jahr! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer verkriecht sich schon hinter seiner Zeitung! – Abg. Dr. Gusenbauer – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Immer dieselbe Unwahrheit! Nichts Neues, nichts Interessantes! – Abg. Dr. Khol – in Richtung des Abg. Dr. Gusenbauer, der den "Standard" aufgeschlagen hat –: Ein hartes Urteil über den "Standard"!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Schulden-Finanzminister! Wie hat denn Rapid gestern gespielt? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Edlinger. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Schulden-Finanzminister! Wie hat denn Rapid gestern gespielt? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist schon wieder vorbei!
Statt zu handeln, haben Sie darüber philosophiert, was denn das für eine Situation in Österreich sei. Von einer "wirtschaftlichen Delle" sprach auch heute Herr Klubobmann Westenthaler – er sagt nur nicht, wie tief und wie lange diese Delle sein wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist schon wieder vorbei!) Von "krisenhafter Erscheinung" sprachen andere, von "unbeeinflussbaren Phänomenen", so wie in einem Sciencefictionfilm. Diese Regierung hat vergessen, dass sie handeln muss.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie werden uns heute auch noch erklären, dass Rapid gestern gewonnen hat! Das werden wir auch noch hören!
Wenn man sagt: Schauen Sie doch nach Wien!, muss ich Ihnen eines sagen: Während Wien seine Landes- und Gemeindeabgaben in den Jahren 2000 bis 2002 um 1,8 Milliarden Schilling gesenkt hat, hat diese Bundesregierung im gleichen Zeitraum die Steuern und Abgaben um fast 120 Milliarden erhöht. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie werden uns heute auch noch erklären, dass Rapid gestern gewonnen hat! Das werden wir auch noch hören!) Ihre Politik des Nulldefizits, Ihre Gängelung der Länder und Gemeinden haben dazu beigetragen, dass Sie allein der Stadt Wien im Ausmaß von 5 Milliarden Schilling in die Stadtkasse greifen. Damit Sie Ihren Ehrgeiz befriedigen können, Ihr Nulldefizit erreichen können, schaden Sie dem Wiener Steuerzahler, schaden Sie der Bundeshauptstadt, aber auch allen anderen Bundesländern und Gemeinden in Österreich. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten endlich einen Wal kennen lernen!
Ich meine, dass wir einen Ausbau der sozialen Rechte brauchen. Es ist notwendig ... (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten endlich einen Wal kennen lernen!) – Sie haben keine Ahnung von der Beschäftigungssituation für junge Leute, wie oft in den zukünftigen Erwerbsbiographien ein Arbeitsplatzwechsel aufscheinen wird, Sie haben keine Ahnung von atypischen Beschäftigungsverhältnissen. Sie haben gut reden, Herr Westenthaler, Sie haben keine Ahnung, wie die Beschäftigungssituation für junge Leute in Zukunft sein wird. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Aber Sie! – Abg. Gaugg: Also Sie wissen alles!?)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Aber Sie! – Abg. Gaugg: Also Sie wissen alles!?
Ich meine, dass wir einen Ausbau der sozialen Rechte brauchen. Es ist notwendig ... (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten endlich einen Wal kennen lernen!) – Sie haben keine Ahnung von der Beschäftigungssituation für junge Leute, wie oft in den zukünftigen Erwerbsbiographien ein Arbeitsplatzwechsel aufscheinen wird, Sie haben keine Ahnung von atypischen Beschäftigungsverhältnissen. Sie haben gut reden, Herr Westenthaler, Sie haben keine Ahnung, wie die Beschäftigungssituation für junge Leute in Zukunft sein wird. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Aber Sie! – Abg. Gaugg: Also Sie wissen alles!?)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Der Präsident ...! Wie heißt der? – Abg. Ing. Westenthaler: Rapid hat er gemeint! – Abg. Edlinger: Humpty Dumpty heißt er, Frau Partik-Pablé!
Unser "Schulden-Rudi" hat wieder viel gepoltert und nichts gesagt. Niederlagen pflastern seinen Weg: die Schuldenpolitik, die er als Finanzminister betrieben hat, der Absturz der SPÖ-Parteikasse, und jetzt scheidet er auch als Präsident von Rapid aus. Wo Edlinger auch auftritt – es gibt Niederlagen, Abstiege und Ausstiege. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Der Präsident ...! Wie heißt der? – Abg. Ing. Westenthaler: Rapid hat er gemeint! – Abg. Edlinger: Humpty Dumpty heißt er, Frau Partik-Pablé!)
Abg. Ing. Westenthaler: Nicht die Unwahrheit behaupten!
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (Grüne): Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Bevor ich in die Sache eingehe, möchte ich doch einiges klarstellen, auch weil Herr Abgeordneter Stummvoll soeben Fragen des Stils und des Tons angesprochen hat. Es hat im Laufe dieser Debatte einige wirklich heftige sexistische Entgleisungen gegeben, etwa von Herrn Abgeordnetem Westenthaler an die Adresse von Frau Dr. Mertel und "vom Sektor da hinten" an meine Kollegin Eva Glawischnig. (Abg. Ing. Westenthaler: Nicht die Unwahrheit behaupten!)
Abg. Dr. Khol begibt sich mit besagter Tafel zum Rednerpult, um es der Rednerin aus der Nähe zu zeigen. – Abg. Parnigoni – in Richtung Rednerpult eilend – zu Abg. Dr. Khol: Das stellen Sie nicht dorthin! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der Abg. Bures –: Ist das Ihr Bodyguard, der Parnigoni?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Fernsehzuschauer haben sich vielleicht gefragt, warum die ÖVP-Abgeordneten, zum Schluss Herr Stummvoll, erstmals mit einem Taferl an dieses Rednerpult getreten sind mit der Aufschrift: "Vernünftig. Verlässlich. Verantwortungsvoll. Verantwortung für Österreich. – ÖVP". Herr Stummvoll, ich weiß, Sie haben dieses Taferl auch höchst nötig, denn kein Journalist, kein Mensch würde das über die ÖVP schreiben: (Abg. Dr. Khol begibt sich mit besagter Tafel zum Rednerpult, um es der Rednerin aus der Nähe zu zeigen. – Abg. Parnigoni – in Richtung Rednerpult eilend – zu Abg. Dr. Khol: Das stellen Sie nicht dorthin! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der Abg. Bures –: Ist das Ihr Bodyguard, der Parnigoni?)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist das Ihr Bodyguard?
Sie, Herr Khol, brauchen dieses Taferl deshalb, weil Sie die Umfragen betreffend ÖVP kennen, und die Umfrageergebnisse, wie die Bevölkerung die ÖVP und die Regierungspolitik bewertet, sind deutlich. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist das Ihr Bodyguard?) – Regen Sie sich nicht auf, Herr Westenthaler! – Die Bewertung Ihrer Politik, der Politik von ÖVP und FPÖ, ist eine klare: Sie ist unvernünftig, sie ist unverlässlich, und sie ist höchst verantwortungslos für dieses Land! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: 287 000! Korrekte Zahlen verwenden! 287 000!
Es ist eine verantwortungslose Wirtschafts- und Sozialpolitik, die Sie in den letzten beiden Jahren in Österreich betreiben. Seit mehr als einem Jahr hat die SPÖ, haben Wirtschaftsexperten darauf hingewiesen, dass wir vor einer drohenden Rezession stehen. Und was macht diese Bundesregierung? – Sie macht nichts! (Abg. Böhacker: Neue Schulden machen?) Statt politische Maßnahmen zu setzen und gegenzusteuern, stellt sich Bundesminister Grasser hierher und redet davon, ob es eine Konjunkturdelle oder eine Rezession ist, redet über Begrifflichkeiten, anstatt politisch gegenzusteuern und etwas dagegen zu unternehmen, dass 300 000 Menschen in Österreich keinen Arbeitsplatz haben (Abg. Ing. Westenthaler: 287 000! Korrekte Zahlen verwenden! 287 000!), dass 300 000 Familien keiner Beschäftigung nachgehen können und daher mit viel weniger Geld auskommen müssen als Sie, Herr Westenthaler, nämlich mit dem Arbeitslosengeld. Sie würden keinen Monat mit so wenig Geld auskommen, 300 000 Menschen müssen das aber auf Grund Ihrer schlechten Politik! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja kein Schlusslicht!
Herr Bundesminister Bartenstein! 1999, unter sozialdemokratischer Regierung, ist in einem Bericht der Europäischen Union die Arbeitsmarktpolitik Österreichs ausdrücklich gelobt worden. Heute sind wir Schlusslicht in der Europäischen Union, und das haben Sie auch zu verantworten. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Wo sind wir Schlusslicht?) Das kann ich Ihnen sagen, Herr Bundesminister, wo wir Schlusslicht sind: Wir sind, was das Wirtschaftswachstum betrifft, mittlerweile an vorletzter Stelle innerhalb der Europäischen Union. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja kein Schlusslicht!) Wir sind, was die Einkommenszuwächse der Menschen betrifft, an letzter Stelle in der Europäischen Union, und das können Sie nicht weg- und auch nicht schönreden, Herr Bundesminister! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Nürnberger: Lohnpolitik!)
Abg. Ing. Westenthaler: Auf welchen Zeitraum?
Der zweite Bereich, in dem wir einen extremen Nachholbedarf haben, ist der Migrationsbereich. Damit sind wir wieder im Bereich der Konjunkturbelebung. Integrationspaket, Kollege Westenthaler, ich würde Ihnen empfehlen – ich würde Sie gerne dazu auffordern –: Schauen Sie sich an, wie Österreich in der PISA-Studie im Migrationsbereich abschneidet, nämlich extremst unterdurchschnittlich. Bei zehn Vergleichsländern sind die Leistungen der österreichischen Migranten im Vergleich zu den einheimischen Schülern die schlechtesten, in Österreich die schlechtesten! (Abg. Ing. Westenthaler: Auf welchen Zeitraum?) Es ging dabei um 15-Jährige, als die PISA-Studie gemacht wurde.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das geben wir ihnen jetzt! Mit den Deutsch-Kursen bekommen sie das!
Migranten müssen auch eine bessere Ausbildung haben. Wenn Sie von Konjunkturbelebung reden, dann muss hier investiert werden, muss diese Schicht gestärkt werden und nicht mit Abschiebung bedroht werden. Das ist der falsche Weg! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das geben wir ihnen jetzt! Mit den Deutsch-Kursen bekommen sie das!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das Rot-Grün geht aber nicht weit!
Ich bitte jene Damen und Herren, die für den Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Minderheit und damit abgelehnt. (Abg. Ing. Westenthaler: Das Rot-Grün geht aber nicht weit!)
Abg. Dietachmayr: Ist das jetzt 105 oder 948? – Unruhe im Saal. – Die Abgeordneten der SPÖ erheben sich nach einigem Zögern. – Demonstrativer Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Chaos-Truppe! Kein Klubobmann da!
Ich bitte jene Damen und Herren, die dem vorliegenden Gesetzentwurf auch in dritter Lesung ihre Zustimmung erteilen, um ein diesbezügliches Zeichen. (Abg. Dietachmayr: Ist das jetzt 105 oder 948? – Unruhe im Saal. – Die Abgeordneten der SPÖ erheben sich nach einigem Zögern. – Demonstrativer Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Chaos-Truppe! Kein Klubobmann da!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Spaltung der SPÖ! Die SPÖ ist führungslos!
Der Gesetzentwurf ist somit auch in dritter Lesung angenommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Spaltung der SPÖ! Die SPÖ ist führungslos!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Van der Bellen –: Guten Morgen!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zur Begründung der Anfrage erhält Herr Abgeordneter Professor Van der Bellen das Wort. Die Redezeit beträgt 20 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Van der Bellen –: Guten Morgen!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wissen Sie auch, in wie vielen Jahren das bezahlt wird? In wie vielen Jahren bezahlen wir diese Milliarden?
Wir verstehen nicht, dass wir für die Universitäten nicht mehr Geld haben, dass wir für Forschung und Entwicklung keinen Schilling mehr ausgeben können (Abg. Ellmauer: Euro! Schilling gibt es nicht mehr!), dass die Bildungsausgaben relativ zum BIP, zum Sozialprodukt, zurückgehen, dass für die Erwachsenenbildung und die aktive Arbeitsmarktpolitik, der Zukunftsinvestition schlechthin, kein Geld vorhanden ist. Ganz im Gegenteil! Diese Ausgaben wurden von dieser Bundesregierung aus ÖVP und FPÖ Schritt für Schritt reduziert, aber die 2 bis 3 Milliarden € für die Abfangjäger, die zahlen wir locker. – Das erklären Sie uns bitte einmal! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wissen Sie auch, in wie vielen Jahren das bezahlt wird? In wie vielen Jahren bezahlen wir diese Milliarden?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir sind sehr gut im Vergleich zu Deutschland!
Wenn Sie sich die letzte PISA-Studie über das österreichische Bildungssystem anschauen würden, könnten Sie feststellen, es gibt viele Positiva, und es gibt viele Mängel (Abg. Ing. Westenthaler: Wir sind sehr gut im Vergleich zu Deutschland!), und die Behebung dieser Mängel wird Geld kosten. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Da würde ich mir von Ihnen erwarten, dass Sie klar sagen: Jawohl, wir werden dieses Geld aufbringen! – Das vermisse ich, wohl aber hören wir, die 2 bis 3 Milliarden € für die Abfangjäger, die zahlen wir sozusagen mit Links. Mit Rechts wäre in diesem Zusammenhang besser.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben alles abgelehnt!
Wo liegt hier das Problem für Sie? Gerade die FPÖ war in der Vergangenheit sehr freigebig mit dem Appell an direktdemokratische Instrumente (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben alles abgelehnt!), aber kaum geht es einmal wirklich um etwas Wichtiges, schrecken Sie zurück. Das müssen Sie uns noch erklären, Herr Kollege Westenthaler. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben jede demokratische Initiative abgelehnt! Sie haben jede direkt-demokratische Initiative abgelehnt!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben jede demokratische Initiative abgelehnt! Sie haben jede direkt-demokratische Initiative abgelehnt!
Wo liegt hier das Problem für Sie? Gerade die FPÖ war in der Vergangenheit sehr freigebig mit dem Appell an direktdemokratische Instrumente (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben alles abgelehnt!), aber kaum geht es einmal wirklich um etwas Wichtiges, schrecken Sie zurück. Das müssen Sie uns noch erklären, Herr Kollege Westenthaler. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben jede demokratische Initiative abgelehnt! Sie haben jede direkt-demokratische Initiative abgelehnt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das geht sich nicht aus!
Erstens: Seit dem Staatsvertrag beziehungsweise dem Neutralitätsgesetz ist Österreich rund 30 Jahre lang neutral gewesen – ohne Abfangjäger! –, und die Regierungen, die das damals vertreten haben, waren rot-schwarz, rot und schwarz. (Abg. Ing. Westenthaler: Das geht sich nicht aus!) Oh ja. (Abg. Ing. Westenthaler: Falsch gerechnet! In welchem Jahr ist das beschlossen worden? Rechnen Sie das einmal vor! Sie haben keine Ahnung!) Herr Kollege Westenthaler, rechnen wir das später nach! Ich sage, jahrzehntelang war Österreich neutral ohne diese Art von Abfangjägern. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber keine 30 Jahre! – Abg. Gradwohl: Beruhigen Sie sich, Westenthaler!)
Abg. Ing. Westenthaler: Falsch gerechnet! In welchem Jahr ist das beschlossen worden? Rechnen Sie das einmal vor! Sie haben keine Ahnung!
Erstens: Seit dem Staatsvertrag beziehungsweise dem Neutralitätsgesetz ist Österreich rund 30 Jahre lang neutral gewesen – ohne Abfangjäger! –, und die Regierungen, die das damals vertreten haben, waren rot-schwarz, rot und schwarz. (Abg. Ing. Westenthaler: Das geht sich nicht aus!) Oh ja. (Abg. Ing. Westenthaler: Falsch gerechnet! In welchem Jahr ist das beschlossen worden? Rechnen Sie das einmal vor! Sie haben keine Ahnung!) Herr Kollege Westenthaler, rechnen wir das später nach! Ich sage, jahrzehntelang war Österreich neutral ohne diese Art von Abfangjägern. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber keine 30 Jahre! – Abg. Gradwohl: Beruhigen Sie sich, Westenthaler!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber keine 30 Jahre! – Abg. Gradwohl: Beruhigen Sie sich, Westenthaler!
Erstens: Seit dem Staatsvertrag beziehungsweise dem Neutralitätsgesetz ist Österreich rund 30 Jahre lang neutral gewesen – ohne Abfangjäger! –, und die Regierungen, die das damals vertreten haben, waren rot-schwarz, rot und schwarz. (Abg. Ing. Westenthaler: Das geht sich nicht aus!) Oh ja. (Abg. Ing. Westenthaler: Falsch gerechnet! In welchem Jahr ist das beschlossen worden? Rechnen Sie das einmal vor! Sie haben keine Ahnung!) Herr Kollege Westenthaler, rechnen wir das später nach! Ich sage, jahrzehntelang war Österreich neutral ohne diese Art von Abfangjägern. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber keine 30 Jahre! – Abg. Gradwohl: Beruhigen Sie sich, Westenthaler!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wenn Sie regieren würden, da würden wir uns fürchten!
Abschließend: Wovor fürchten Sie sich, Herr Kollege Khol? (Abg. Dr. Khol: Vor Ihnen nicht, Herr Kollege Van der Bellen!) Vor mir nicht, das glaube ich Ihnen aufs Wort (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn Sie regieren würden, da würden wir uns fürchten!), aber vor dem Stimmvolk scheinen Sie sich zu fürchten. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wenn Sie sagen, Sie wollen regieren, dann fürchten wir uns!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wenn Sie sagen, Sie wollen regieren, dann fürchten wir uns!
Abschließend: Wovor fürchten Sie sich, Herr Kollege Khol? (Abg. Dr. Khol: Vor Ihnen nicht, Herr Kollege Van der Bellen!) Vor mir nicht, das glaube ich Ihnen aufs Wort (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn Sie regieren würden, da würden wir uns fürchten!), aber vor dem Stimmvolk scheinen Sie sich zu fürchten. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wenn Sie sagen, Sie wollen regieren, dann fürchten wir uns!)
Abg. Ing. Westenthaler: Warum haben Sie bisher jede direktdemokratische Maßnahme abgelehnt?
Warum trauen Sie sich nicht, diese Frage in einer Volksabstimmung entscheiden zu lassen? In einer Volksabstimmung werden wir unsere Argumente vortragen – wir sind überzeugt, das ist Unfug, die Kosten stehen in keinem Verhältnis zum erwarteten, wenn Sie so wollen, militärpolitischen Ertrag –, Sie werden Ihre Argumente vortragen, und das Volk wird entscheiden. Warum trauen Sie sich plötzlich nicht? Warum wollen Sie das allein entscheiden? Nicht einmal das Parlament wird mit dieser Sache befasst, obwohl Sie mit dieser Entscheidung künftige Regierungen bis zum Sankt Nimmerleinstag binden wollen! (Abg. Ing. Westenthaler: Warum haben Sie bisher jede direktdemokratische Maßnahme abgelehnt?)
Abg. Ing. Westenthaler: Jede!
Herr Westenthaler! Nicht eine einzige haben wir abgelehnt! (Abg. Ing. Westenthaler: Jede!) Nein! Das Volksbegehren, das Sie zuletzt eingeleitet haben, das so genannte Temelín-Volksbegehren, das haben wir inhaltlich abgelehnt, weil es ein Anti-Erweiterungsbegehren ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Ach so!) Wenn Sie das bis heute nicht verstanden haben, werden Sie es wahrscheinlich morgen Vormittag, wo das zur Debatte steht, immer noch nicht verstanden haben. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ach so!
Herr Westenthaler! Nicht eine einzige haben wir abgelehnt! (Abg. Ing. Westenthaler: Jede!) Nein! Das Volksbegehren, das Sie zuletzt eingeleitet haben, das so genannte Temelín-Volksbegehren, das haben wir inhaltlich abgelehnt, weil es ein Anti-Erweiterungsbegehren ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Ach so!) Wenn Sie das bis heute nicht verstanden haben, werden Sie es wahrscheinlich morgen Vormittag, wo das zur Debatte steht, immer noch nicht verstanden haben. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Kein Wort zur Verteidigung! Er konnte nicht einmal die 20 Minuten ausfüllen!
Hier geht es um eine Volksabstimmung über eine wichtige, enorm kostspielige Frage, die klar abgrenzbar ist, die man dem Volk ohne weiteres zur Entscheidung vorlegen kann. Tun wir das doch! Legen wir diese Frage dem Volk zur Entscheidung vor! – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Kein Wort zur Verteidigung! Er konnte nicht einmal die 20 Minuten ausfüllen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die fliegen dann über Österreich hinweg!
Militärisch ist es ja auch nicht so, dass wir allein auf der Welt sind. Meine Damen und Herren, es gibt ja in Europa auch andere mittlere und kleinere Staaten. Welche "Flieger" – vielleicht wiederum zur Information der Galerie oder der Öffentlichkeit – haben denn die? Tschechien zum Beispiel, ein Land mit rund 10 Millionen Einwohnern: 110 Kampfflugzeuge. (Abg. Ing. Westenthaler: Die fliegen dann über Österreich hinweg!) In diesem Jahr ist dort die Neuanschaffung von 24 neuen Abfangjägern geplant; die Entscheidung kommt in Kürze. Die Slowakei, kleiner als Österreich, 5 Millionen Einwohner: 84 Kampfflugzeuge. Nachbeschaffungen sind geplant. Ungarn, 10 Millionen Einwohner: 27 Kampfflugzeuge. Die Schweiz, Herr Abgeordneter: 154 Kampfflugzeuge, davon 35 modernste F 18, die in den neunziger Jahren angeschafft wurden. Finnland, oft als leuchtendes Beispiel genannt – orientieren wir uns daran –: 64 Kampfflugzeuge. Schweden: 250 Kampfflugzeuge. Belgien: 90 Kampfflugzeuge und 60 in Reserve. Die Niederlande sind vielleicht etwas zu groß für uns, doppelt so groß. Aber die Dänen haben gerade jetzt mit Unterstützung der Sozialdemokraten, der Sozialliberalen und der Christlichen Volkspartei den Beschluss gefasst, sich an der Entwicklung der Joint Strike Fighter der USA zu beteiligen und 40 Stück als Ersatz für die F 16 vorzusehen. Der Gesamtinvestitionsaufwand beträgt 13 Milliarden Kronen. (Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Irland! Herr Bundeskanzler, nennen Sie Irland!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Bravo, Herr Präsident! Bravo, Heinz Fischer!
Oder nehmen Sie den amtierenden Präsidenten des Nationalrates, Vize-Parteivorsitzenden der SPÖ, Heinz Fischer, aus dem Jahre 1984: SPÖ: Abfangjäger ja, Raketen hart nein. Wieder wörtliches Zitat: Mir sagt der Verstand, dass diese Entscheidungen richtig sind, und wenn ich A sage zum Bundesheer, muss ich auch B sagen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Bravo, Herr Präsident! Bravo, Heinz Fischer!)
Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Grüne –: Eine Lachnummer!
Er sagt: ,What the hell?‘ Ich sage: ,Na ja, I send you a note of protest. Even if we had this new F 16 – oder was immer wir da kaufen –, die bleiben am Boden.‘"(Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Grüne –: Eine Lachnummer!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein ziemlicher Unterschied!
Wir rechnen damit – nicht wie Sie, Sie haben hier drei verschiedene Zahlen genannt; zwischen 30 Milliarden und 40 Milliarden Schilling, bis zu 3 Milliarden €, haben Sie jetzt wörtlich gesagt (Abg. Ing. Westenthaler: Ein ziemlicher Unterschied!) –, dass die Beschaffung etwa 1,4 Milliarden bis 1,8 Milliarden €, verteilt über die nächsten Jahre, kosten wird. Der Zeithorizont ist etwa neun Jahre.
Abg. Ing. Westenthaler: Da schau her! Sagt die SPÖ?
Abgeordneter Preiß weiter: "Deshalb lehnen wir dieses Volksbegehren betreffend die Abhaltung einer Volksabstimmung vor der Anschaffung von Luftraumüberwachungsflugzeugen mit Entschiedenheit ab" (Abg. Ing. Westenthaler: Da schau her! Sagt die SPÖ?), "denn für ein souveränes Österreich ist die Luftraumüberwachung unumgänglich." – Zitatende.
Abg. Ing. Westenthaler: Anarchist Pilz, Bundesheer-Abschaffer! – Abg. Mag. Kukacka: Wehrdienstverweigerer!
Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Dr. Pilz. Redezeit demnach 10 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Anarchist Pilz, Bundesheer-Abschaffer! – Abg. Mag. Kukacka: Wehrdienstverweigerer!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das kann man nämlich nicht lesen! Ganz schlecht gemacht!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Auf dem Weg zum Rednerpult hat mich der Herr Bundeskanzler gefragt, was denn hier auf dieser Plakette stehe. (Abg. Ing. Westenthaler: Das kann man nämlich nicht lesen! Ganz schlecht gemacht!) Gerne trage ich es Ihnen vor: Das ist ein Aufruf, das Volksbegehren für die Sicherung des Sozialstaates zu unterschreiben. Und wenn das viele unterschrieben haben, Herr Bundeskanzler, werden Sie auch das lesen gelernt haben. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Schwarzenberger und Ing. Westenthaler. )
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Schwarzenberger und Ing. Westenthaler.
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Auf dem Weg zum Rednerpult hat mich der Herr Bundeskanzler gefragt, was denn hier auf dieser Plakette stehe. (Abg. Ing. Westenthaler: Das kann man nämlich nicht lesen! Ganz schlecht gemacht!) Gerne trage ich es Ihnen vor: Das ist ein Aufruf, das Volksbegehren für die Sicherung des Sozialstaates zu unterschreiben. Und wenn das viele unterschrieben haben, Herr Bundeskanzler, werden Sie auch das lesen gelernt haben. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Schwarzenberger und Ing. Westenthaler. )
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Ich möchte einleitend dem Herrn Bundeskanzler gratulieren. Er hat sein politisches Gedächtnis wiedergefunden. Er konnte sich doch daran erinnern, dass er sich in einer gemeinsamen Regierung mit den Sozialdemokraten befunden hat. (Ah-Rufe und demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.) Das war in den zwei Jahren, seitdem die FPÖ-ÖVP-Regierung besteht, das erste Mal, dass sich der Herr Bundeskanzler daran erinnern konnte. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. ) Vielleicht kann er sich auch daran erinnern, dass er ungefähr 900 Milliarden Schilling Schulden persönlich mitunterzeichnet hat, und vielleicht kann er sich noch an vieles andere mehr erinnern.
Abg. Ing. Westenthaler: Das hat der Vorstand beschlossen!
Das hat der Bundeskanzler ein wenig verdrängt, als er die ganzen Beschlüsse der früheren Regierungen aufgezählt hat. Man kann vielleicht für die Beschlüsse von 1984 und 1987 Verständnis aufbringen. Ich persönlich kann für das, was 1999 bezüglich Abfangjäger diskutiert wurde, kein Verständnis mehr aufbringen, immerhin war das schon zehn Jahre, nachdem der Eiserne Vorhang gefallen war. (Abg. Ing. Westenthaler: Das hat der Vorstand beschlossen!)
Abg. Ing. Westenthaler: So ein Blödsinn!
Aber was ich vom Herrn Bundeskanzler mutig finde, ist, dass er sich herstellt und so tut, als ob für ihn die Neutralität das höchste Gut wäre (Abg. Kiss: Bundesverfassungsgesetz!), obwohl er uns vor gar nicht allzu langer Zeit klar gemacht hat, dass für ihn die Neutralität bestenfalls noch mit den Mozartkugeln und den Lipizzanern vergleichbar wäre. – Diese Abwertung der Neutralität ist ihm – sage und schreibe! – durch den Ankauf der Abfangjäger 30 Milliarden Schilling wert, plus noch einmal 60 Milliarden, wenn man die wahrscheinlichen Instandhaltungskosten, Personalkosten, Flughäfen, Hangars – und weiß der Teufel, was alles damit zusammenhängt – zusammenzählt. (Abg. Dr. Martin Graf: Arbeitsplätze!) Macht 90 Milliarden Schilling, wenn man das alles auf einen Nenner bringt! (Abg. Ing. Westenthaler: So ein Blödsinn!)
Abg. Ing. Westenthaler: Habt ihr alles abgelehnt!
Sagen Sie es ganz einfach: Diese Regierung hat Angst vor der Bevölkerung. Diese Regierung hat Angst, die Bevölkerung zu befragen. Diese Regierung weiß, dass die Bevölkerung diese Abfangjäger nicht will, daher wird diese Regierung die Bevölkerung nicht befragen. – Dass Sie das so sagen, überrascht mich nicht einmal, aber wir haben hier doch einen Demokratiefetischisten in Gestalt des Herrn Westenthaler und der FPÖ. Die hätten früher doch am liebsten über jede Buschenschank und Winterfutterstelle eine Volksbefragung durchgeführt. Denn, wenn ich mir die lange Liste ansehe, zu welchen Anliegen die FPÖ Volksbegehren durchführen wollte und Forderungen nach Abstimmungen gestellt hat (Abg. Ing. Westenthaler: Habt ihr alles abgelehnt!), da war ununterbrochen die Rede von direktdemokratischen Instrumentarien. Aber jetzt sitzt die FPÖ in der Regierung und jetzt wird drübergefahren! Jetzt wird nicht mehr gefragt. Jetzt ist Schluss damit. Und das Geld wird den Steuerzahlern einfach aus der Tasche gezogen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Dolinschek. )
Abg. Ing. Westenthaler: Das berichtet die "Kronen Zeitung"!
Ich berichtige tatsächlich: Der Fall hat sich völlig anders zugetragen. Das jugoslawische Flugzeug hat sich nördlich von Graz befunden. (Abg. Ing. Westenthaler: Das berichtet die "Kronen Zeitung"!) Kein "Draken" ist aufgestiegen, weil das Flugzeug nicht erkannt worden ist. Eine SAAB 105 hat sich auf einem Überstellungsflug von Zeltweg nach Graz-Thalerhof befunden und zufällig das jugoslawische Flugzeug getroffen. Beide sollen sich sehr erschreckt haben, das jugoslawische Flugzeug hat umgedreht. Der sehr erschrockene österreichische Pilot ist ... (Abg. Ing. Westenthaler: Stimmt nicht, das ist völlig falsch, was Sie da sagen! Waren Sie im Flugzeug? – Abg. Schwarzenberger: Herr Präsident! Das ist Missbrauch der Geschäftsordnung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Stimmt nicht, das ist völlig falsch, was Sie da sagen! Waren Sie im Flugzeug? – Abg. Schwarzenberger: Herr Präsident! Das ist Missbrauch der Geschäftsordnung!
Ich berichtige tatsächlich: Der Fall hat sich völlig anders zugetragen. Das jugoslawische Flugzeug hat sich nördlich von Graz befunden. (Abg. Ing. Westenthaler: Das berichtet die "Kronen Zeitung"!) Kein "Draken" ist aufgestiegen, weil das Flugzeug nicht erkannt worden ist. Eine SAAB 105 hat sich auf einem Überstellungsflug von Zeltweg nach Graz-Thalerhof befunden und zufällig das jugoslawische Flugzeug getroffen. Beide sollen sich sehr erschreckt haben, das jugoslawische Flugzeug hat umgedreht. Der sehr erschrockene österreichische Pilot ist ... (Abg. Ing. Westenthaler: Stimmt nicht, das ist völlig falsch, was Sie da sagen! Waren Sie im Flugzeug? – Abg. Schwarzenberger: Herr Präsident! Das ist Missbrauch der Geschäftsordnung!)
Heiterkeit. – Abg. Ing. Westenthaler: Niedersetzen!
Ich bitte, den Satz abzuschließen, und dann gelangt Herr Minister Scheibner zu Wort. (Heiterkeit. – Abg. Ing. Westenthaler: Niedersetzen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das darf ja nicht wahr sein! Was ist denn das?
Wenn das die zukünftigen Erfolge sein sollen: viel Glück! (Abg. Ing. Westenthaler: Das darf ja nicht wahr sein! Was ist denn das?)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Grüne –: Peinlichkeit!
Herr Abgeordneter und Klubobmann Van der Bellen! Es ist eine wichtige Frage, die hier schon einmal angesprochen wurde. Ich habe als Abgeordneter und als Wehrsprecher hier auch viele Dringliche Anfragen zu Fragen der Sicherheitspolitik eingebracht. Diese waren mir immer ein großes Anliegen. Mit so einer Dringlichen Anfrage wie der heutigen hätte ich mich nie getraut, hier vor den österreichischen Nationalrat zu treten, wenn mir die Sache ein echtes Anliegen gewesen wäre. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Grüne –: Peinlichkeit!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das holpert jetzt!
Ich darf zum Schluss kommen und noch einmal auf die Frage der Volksabstimmung eingehen. Sie haben von uns staatspolitische Verantwortung und Regierungsfähigkeit eingemahnt, so als ob es nicht staatspolitisch verantwortlich wäre, wenn man in solch einer entscheidenden Frage, bei all diesen Argumenten, eine Volksabstimmung vorschlägt. Was ist daran bitte unverantwortlich? Erklären Sie uns das! (Abg. Dr. Khol: Zu welchem Gesetz?) – Zu einem Gesetz, das erklärt und vorschreibt, dass bestimmte Beschaffungen eben einem Gesetzesbeschluss zu unterziehen sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Das holpert jetzt!) – Nein, als Verfassungsgesetz brauchen wir es, um dieses zu normieren. Das wissen Sie ganz genau. (Abg. Dr. Khol: In Abänderung des Neutralitätsgesetzes?) – Das ist eine andere Frage, das nein. Das ist ja Ihre Interpretation, dass Neutralität nur mit Abfangjägern auf der Welt möglich ist. Befreien Sie sich davon!
Abg. Ing. Westenthaler: Stehen Sie Ihren Mann! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordneter Anton Gaál (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! (Abg. Ing. Westenthaler: Stehen Sie Ihren Mann! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) – Ich glaube, ich muss etwas Verständnis für euch aufbringen, ich werde es versuchen.
Abg. Ing. Westenthaler: Von Gaál hätte ich mir erwartet, dass er zu dem, was er sagt, steht!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Stadler. Redezeit: 6 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Von Gaál hätte ich mir erwartet, dass er zu dem, was er sagt, steht!)
Abg. Ing. Westenthaler: SPÖ und KPÖ!
Meine Damen und Herren von der Opposition! Sie befinden sich aber mit Ihrer heutigen Argumentation in bester Gesellschaft, zum Beispiel mit der KPÖ Zeltweg, aber auch mit dem KPÖ-Landesparteivorstand von Oberösterreich, der Sie seit gut einem Jahr in massiven öffentlichen Aussendungen unterstützt. Sie sind da auf bestem Wege. (Abg. Ing. Westenthaler: SPÖ und KPÖ!)
Abg. Dr. Krüger: Artikel 85 auch lesen, Frau Kollegin! – Abg. Ing. Westenthaler: Zitronenwerfen ist die Verteidigungsstrategie der Grünen!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Zu Wort gemeldet hat sich Herr Abgeordneter Gradwohl. – Bitte. (Abg. Dr. Krüger: Artikel 85 auch lesen, Frau Kollegin! – Abg. Ing. Westenthaler: Zitronenwerfen ist die Verteidigungsstrategie der Grünen!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Fekter: Das können Sie nicht beurteilen! – Abg. Ing. Westenthaler – auf den Redner weisend, in Richtung des Abg. Dr. Gusenbauer –: Ist das der Verfassungsexperte der SPÖ?
Abgeordneter Heinz Gradwohl (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Bundesminister für Landesverteidigung! Hohes Haus! Herr Professor Khol, ich bin irgendwie froh, dass da herinnen keiner sitzt, der die Studiengebühren einbezahlt hat, denn Ihre "Vorlesung" war nicht wirklich zutreffend und nicht wirklich gut. Es wäre eine in den Sand gesetzte Investition gewesen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Fekter: Das können Sie nicht beurteilen! – Abg. Ing. Westenthaler – auf den Redner weisend, in Richtung des Abg. Dr. Gusenbauer –: Ist das der Verfassungsexperte der SPÖ?)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist er wieder eingeschlafen in der zweiten Reihe, der Edlinger!
Sie wollen das nicht zur Kenntnis nehmen, denn da kämen Sie ja in die paradoxe Situation, dass Sie auf der einen Seite die Neutralität verteidigen, auf der anderen Seite diese aber abschaffen. (Abg. Edlinger: Ist das eine tatsächliche Berichtigung?) – Das ist keine tatsächliche Berichtigung, Herr Kollege Edlinger, das ist eine Wortmeldung! (Abg. Ing. Westenthaler: Ist er wieder eingeschlafen in der zweiten Reihe, der Edlinger!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollen "Zeit im Bild" schauen, ob die Dringliche rübergekommen ist!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Kogler. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollen "Zeit im Bild" schauen, ob die Dringliche rübergekommen ist!)
Abg. Miedl: Was soll das, Frau Kollegin Wurm? – Abg. Ing. Westenthaler: Falsch kopiert!
Was ist nun das Ergebnis? – Das Ergebnis ist – Herr Abgeordneter Gahr, der Tiroler Kollege, und auch andere wie Herr Miedl haben es gesagt –, es sei eine große Erleichterung für die Vereine eingetreten, und es sei auch ein schlankes Gesetz. Ich zeigte Ihnen einmal etwas, schauen Sie, Herr Abgeordneter Klubobmann Dr. Khol! (Die Rednerin hält einige zusammengeheftete Schriftstücke in die Höhe, von denen das oberste Blatt zur Hälfte beschrieben und zur anderen Hälfte leer ist.) Das ist die vorgeschlagene Fassung – das ist die geltende Fassung: ein leeres Blatt. Ich kann da weiterblättern: wieder ein leeres Blatt in der geltenden Fassung – und das ist die "entbürokratisierte, beschleunigte" Fassung. (Abg. Miedl: Was soll das, Frau Kollegin Wurm? – Abg. Ing. Westenthaler: Falsch kopiert!) So geht es weiter. (Abg. Ing. Westenthaler: Noch einmal! – Weitere Zwischenrufe.) Alles leer – das ist Ihre "Vereinfachung", sehr "leicht" lesbar.
Abg. Ing. Westenthaler: Noch einmal! – Weitere Zwischenrufe.
Was ist nun das Ergebnis? – Das Ergebnis ist – Herr Abgeordneter Gahr, der Tiroler Kollege, und auch andere wie Herr Miedl haben es gesagt –, es sei eine große Erleichterung für die Vereine eingetreten, und es sei auch ein schlankes Gesetz. Ich zeigte Ihnen einmal etwas, schauen Sie, Herr Abgeordneter Klubobmann Dr. Khol! (Die Rednerin hält einige zusammengeheftete Schriftstücke in die Höhe, von denen das oberste Blatt zur Hälfte beschrieben und zur anderen Hälfte leer ist.) Das ist die vorgeschlagene Fassung – das ist die geltende Fassung: ein leeres Blatt. Ich kann da weiterblättern: wieder ein leeres Blatt in der geltenden Fassung – und das ist die "entbürokratisierte, beschleunigte" Fassung. (Abg. Miedl: Was soll das, Frau Kollegin Wurm? – Abg. Ing. Westenthaler: Falsch kopiert!) So geht es weiter. (Abg. Ing. Westenthaler: Noch einmal! – Weitere Zwischenrufe.) Alles leer – das ist Ihre "Vereinfachung", sehr "leicht" lesbar.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Noch einmal! – Abg. Dr. Khol: Noch einmal!
Sie haben damals gesagt: Steuerberater und Rechtsanwalt – die braucht man zum Lesen dieses Gesetzes. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Noch einmal! – Weitere "Noch einmal"-Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Gerne; haben Sie sich das einmal angeschaut? – Alles leere Blätter in der geltenden Fassung! Einen Bürokratisierungsschub machen Sie mit diesem Gesetz! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Noch einmal! – Abg. Dr. Khol: Noch einmal!)
Abg. Ing. Westenthaler: Lei, lei! – Abg. Dr. Jarolim: "Khol" – ein anderes Wort für Bürokratie!
Zu den Haftungen: Natürlich ist es ein Problem ... (Abg. Dr. Khol: Sind Sie eine Pradlerin oder eine Höttingerin?) Sankt Nikolaus – ist Ihnen das ein Begriff? (Abg. Dr. Khol: Hötting?) Sankt Nikolaus – ist Ihnen das ein Begriff? (Abg. Kiss: Noch einmal!) Sie haben das schon einmal gesagt, Herr Abgeordneter Khol; man wird es in Innsbruck sagen müssen. Haben Sie etwas gegen die Höttinger? (Abg. Ing. Westenthaler: Lei, lei! – Abg. Dr. Jarolim: "Khol" – ein anderes Wort für Bürokratie!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Bitte noch einmal!
Zu den Haftungsfragen. – Das ist ein großes Problem für Vereinsmitglieder, die in den Vorstand gewählt werden. Daher appelliere ich an Sie alle: Unterstützen Sie den jetzt von mir und meinen Kollegen Dr. Jarolim, Parnigoni und Mag. Maier eingebrachten Abänderungsantrag, der in den wesentlichen Punkten beinhaltet (Abg. Kiss: Jarolim soll hinausgehen und sich entschuldigen! Dann können wir darüber reden!), dass diejenigen, die in einem Verein als Organ bestellt werden, die schriftliche Zustimmung geben sollten. Damit wäre vielen geholfen, die als Vorstand in einem Verein tätig sind. Das ist eine wichtige Maßnahme und hilft denjenigen, die ehrenamtlich für unsere Bevölkerung und für das Gemeinwohl tätig sind. Wenn es Ihnen ernst ist, dann unterstützen Sie diesen Antrag! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Bitte noch einmal!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das typische Chaos bei den Grünen!
Interessant ist auch noch ein zweites Detail. Frau Abgeordnete Stoisits beklagt bitterlich eine angebliche Einschränkung der Vereinsfreiheit, und die nach ihr sprechende Frau Abgeordnete Haidlmayr meint wiederum, wir sollten gleich einigen Vereinen verbieten, Vereine zu sein. (Abg. Haidlmayr: Nicht verbieten!) Kenne sich aus, wer will, ich kann da keinen direkten Zusammenhang oder eine gemeinsame Linie erkennen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das typische Chaos bei den Grünen!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Leikam –: Der ist sportlich! Er hat schon die Sommerhose an! – Abg. Dr. Stummvoll: Endlich wird es sachlich!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Leikam. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Leikam –: Der ist sportlich! Er hat schon die Sommerhose an! – Abg. Dr. Stummvoll: Endlich wird es sachlich!)
Sitzung Nr. 98
Abg. Ing. Westenthaler: "Verteidigungsminister Pilz"!
Meine konkrete Zusatzfrage lautet: Können Sie, Herr Bundesminister, dann, wenn das Schlimmste passiert und ein Vertrag über den Kauf von Abfangjägern auch gegen Ihren Widerstand unterzeichnet wird, sicherstellen und garantieren, dass eine Stornoklausel in den Vertrag eingebaut wird, die sicherstellt, dass nach einem möglichen Regierungswechsel ein Ausstieg aus dem Abfangjägerkauf mit möglichst geringen Kosten für die Republik Österreich verbunden ist? (Abg. Ing. Westenthaler: "Verteidigungsminister Pilz"!)
Abg. Ing. Westenthaler: "Rechtsverbindlich", diesen Begriff kennt Pilz nicht! – Abg. Mag. Schweitzer: Er meint "linksverbindliches" Geschäft!
Was die Frage nach der Stornoklausel betrifft, so sage ich Ihnen ganz offen: Ich kenne kein Geschäft, das rechtsverbindlich abgeschlossen wird (Abg. Ing. Westenthaler: "Rechtsverbindlich", diesen Begriff kennt Pilz nicht! – Abg. Mag. Schweitzer: Er meint "linksverbindliches" Geschäft!), bei dem man – in die politische Zukunft blickend, nicht wissend, was später bei Wahlergebnissen durch die Bevölkerung zum Ausdruck gebracht wird – so etwas festlegen kann. Wir sind guten Mutes, dass der Erfolgsweg dieser Bundesregierung von der Bevölkerung so honoriert wird, dass es auch weiterhin eine solche Regierungskonstellation gibt, weil es zum Vorteil des Landes ist. – Eine solche Stornoklausel würde sich insofern erübrigen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das Wort "rechtsverbindlich" kennt Herr Pilz nicht! Er weiß nicht, was das ist! Anarchist da drüben!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das Wort "rechtsverbindlich" kennt Herr Pilz nicht! Er weiß nicht, was das ist! Anarchist da drüben!
Was die Frage nach der Stornoklausel betrifft, so sage ich Ihnen ganz offen: Ich kenne kein Geschäft, das rechtsverbindlich abgeschlossen wird (Abg. Ing. Westenthaler: "Rechtsverbindlich", diesen Begriff kennt Pilz nicht! – Abg. Mag. Schweitzer: Er meint "linksverbindliches" Geschäft!), bei dem man – in die politische Zukunft blickend, nicht wissend, was später bei Wahlergebnissen durch die Bevölkerung zum Ausdruck gebracht wird – so etwas festlegen kann. Wir sind guten Mutes, dass der Erfolgsweg dieser Bundesregierung von der Bevölkerung so honoriert wird, dass es auch weiterhin eine solche Regierungskonstellation gibt, weil es zum Vorteil des Landes ist. – Eine solche Stornoklausel würde sich insofern erübrigen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das Wort "rechtsverbindlich" kennt Herr Pilz nicht! Er weiß nicht, was das ist! Anarchist da drüben!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Danke für die Frage, Frau Kollegin Bures! Bitte weiter solche Fragen! – Abg. Achatz: Das war ein Eigentor! – Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und Freiheitlichen.
Das heißt: sehr signifikante Mehrausgaben im Sozialbereich – zu krönen mit einem Beschluss des Hohen Hauses, der die Mitarbeitervorsorge, also die "Abfertigung neu", betrifft. Sie sehen also, dass wir im sozialen Bereich wirklich Schwerpunkte zum Wohle der Beschäftigten und der Bevölkerung setzen. Ich denke, darauf können wir stolz sein. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Danke für die Frage, Frau Kollegin Bures! Bitte weiter solche Fragen! – Abg. Achatz: Das war ein Eigentor! – Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Frage!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Herr Bundesminister! Der Nationalrat hat ein Recht darauf, dass Sie ihm keine Informationen vorenthalten. Ihnen liegen wie anderen Regierungsmitgliedern bereits die konkreten Preise für die Abfangjäger vor: SAAB-Gripen 1,4 Milliarden €, F-16 1,868 Milliarden €, Eurofighter 2,2 Milliarden €. (Abg. Ing. Westenthaler: Frage!) Und neun Jahre Beschaffungszeitraum ab dem Jahre 2004.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine moderne Regierung!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Eine Teilung der Beantwortung ist eigentlich nicht vorgesehen, entweder antwortet der Staatssekretär oder der Bundesminister. Aber machen wir es einmal so! – Bitte, Herr Staatssekretär. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine moderne Regierung!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Silhavy: Die Volksbegehren gegen die EU und gegen Temelín waren nicht parteipolitisch motiviert?! – Abg. Ing. Westenthaler: Wollen Sie behaupten, Temelín war parteipolitisch motiviert? 914 000!
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser: Sehr geehrte Frau Abgeordnete! Ich werde das Volksbegehren nicht unterschreiben, weil ich denke, dass parteipolitisch motivierte Volksbegehren (ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen) keine Zielsetzung verfolgen, durch die die Frage, wie wir in Österreich zu mehr sozialer Gerechtigkeit kommen, in Angriff genommen wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Silhavy: Die Volksbegehren gegen die EU und gegen Temelín waren nicht parteipolitisch motiviert?! – Abg. Ing. Westenthaler: Wollen Sie behaupten, Temelín war parteipolitisch motiviert? 914 000!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt reden wir über Temelín!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): So erfreulich es ist, dass wir hier die Möglichkeit haben, über Initiativen, in denen die Bevölkerung durch große Teilnahme ihre Meinung zum Ausdruck gebracht hat, zu sprechen, so muss man doch kritisieren, dass die Bereitschaft, sich mit einem weiteren wichtigen Volksbegehren, nämlich mit dem Sozialstaats-Volksbegehren, das vom 3. bis 10. April stattfindet, auseinander zu setzen, weit geringer ist (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt reden wir über Temelín!) und auch die entsprechende Resonanz in der Öffentlichkeit eine bessere sein könnte. Jene Fragen, die beim Sozialstaats-Volksbegehren behandelt sind, sind wirklich existenziell und wichtig für die Österreicherinnen und Österreicher. Das soll man einmal sehen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr Genosse! Genosse Zeman!
Einen letzten Punkt noch: Mich hat immer gestört, dass man immer nur über ein tschechisches Atomkraftwerk geredet hat. Es gibt auch andere Atomkraftwerke, über die man hätte reden müssen, bei denen die Sicherheitsfrage aktuell ist. Und ich habe immer die Vermutung, da ist auch eine antitschechische Komponente dabei. Ich gebe zu, manche Wortmeldungen aus Prag waren mehr als entbehrlich, keine Frage, vor allem von Herrn Zeman. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr Genosse! Genosse Zeman!)
Abg. Edler: Hojac! – Abg. Ing. Westenthaler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Koffer! – Abg. Dr. Mertel: Der hat zu Edler "Koffer" gesagt, Herr Präsident!
Zum Wort gelangt Herr Abgeordneter Ing. Westenthaler. – Bitte. (Abg. Edler: Hojac! – Abg. Ing. Westenthaler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Koffer! – Abg. Dr. Mertel: Der hat zu Edler "Koffer" gesagt, Herr Präsident!)
Abg. Ing. Westenthaler: Verstehen Sie nicht, dass man die Wahl in Tschechien abwarten muss?! Mit wem wollen Sie sprechen? Mit Zeman oder mit wem?
Herr Klubobmann Westenthaler meinte: Das ist ein riesiger Erfolg für die direkte Demokratie. Wir werden der Anwalt sein. – Was haben Sie in den letzten zwei Monaten hinsichtlich der Anti-Atompolitik eigentlich gemacht? (Abg. Dr. Ofner: Was habt ihr gemacht?) Was haben Sie gemacht? (Abg. Ing. Westenthaler: Verstehen Sie nicht, dass man die Wahl in Tschechien abwarten muss?! Mit wem wollen Sie sprechen? Mit Zeman oder mit wem?)
Abg. Ing. Westenthaler: Mit einem Blend-a-med-Lächeln kriegen Sie das Kernkraftwerk auch nicht weg!
Wie soll das weitergehen? – Wir werden jetzt einen Sonderausschuss haben. Herr Klubobmann Khol hat gesagt: Es werden jetzt Monate verstreichen, bis wir zu Vier-Parteien-Einigungen kommen werden. (Abg. Dr. Khol: Ich hoffe!) Herr Westenthaler hat gesagt, er möchte die Nullvariante, die Ausstiegsoption im Ausschuss durchsetzen. Ich glaube, das ist völlig überflüssig. Ich glaube, wir sind uns ziemlich einig beziehungsweise sind wir uns diesbezüglich zumindest einig. (Abg. Mag. Schweitzer: Wer ist wir?) Wir wollen einen Ausstieg. Wir wollen, dass es mit Tschechien zu einer Lösung kommt, die das Abschalten von Temelín bedeutet. (Abg. Ing. Westenthaler: Mit einem Blend-a-med-Lächeln kriegen Sie das Kernkraftwerk auch nicht weg!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was haben Sie gegen das Parlament? Dann müssen Sie gegen jeden Ausschuss sein!
Ich frage Sie weiters: Warum werden nicht bereits jetzt konkrete Initiativen gesetzt? Warum muss der Ausschuss Ausstiegsangebote durchrechnen, warum machen wir das nicht gleich? Warum können wir nicht sofort Experten beauftragen, das vorzubereiten? (Abg. Dr. Martin Graf: So funktioniert die parlamentarische Demokratie!) Warum können wir nicht sofort mit europäischen Ländern Koalitionen eingehen, um die Europäische Ausstiegskonferenz vorzubereiten? (Abg. Ing. Westenthaler: Was haben Sie gegen das Parlament? Dann müssen Sie gegen jeden Ausschuss sein!) – Ich habe überhaupt nichts gegen das Parlament, ich verstehe nur Ihre Verschleppungstaktik nicht! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind gegen jeden Ausschuss! Das ist antidemokratisch!
Ich kann Sie nur so verstehen, Herr Westenthaler: Sie wollen das Volksbegehren weiterhin parteipolitisch instrumentalisieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind gegen jeden Ausschuss! Das ist antidemokratisch!) Sie wollen das jetzt einmal in den Kühlschrank legen und dann, wenn Sie im Herbst Ihre Anti-Osterweiterungskampagne starten, wollen Sie es wieder hernehmen, damit Sie wieder ein Streitthema haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Blend-a-med-Lächeln!) Das ist der nächste Missbrauch eines umweltpolitischen Themas für eine Anti-EU-Erweiterungskampagne der FPÖ. – Das ist die einzige Erklärung. (Beifall bei den Grünen.) Wieso machen Sie nicht gleich irgendetwas Vernünftiges? – Ich verstehe das nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie schauen alt aus! Sie schauen sehr alt aus!)
Abg. Ing. Westenthaler: Blend-a-med-Lächeln!
Ich kann Sie nur so verstehen, Herr Westenthaler: Sie wollen das Volksbegehren weiterhin parteipolitisch instrumentalisieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind gegen jeden Ausschuss! Das ist antidemokratisch!) Sie wollen das jetzt einmal in den Kühlschrank legen und dann, wenn Sie im Herbst Ihre Anti-Osterweiterungskampagne starten, wollen Sie es wieder hernehmen, damit Sie wieder ein Streitthema haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Blend-a-med-Lächeln!) Das ist der nächste Missbrauch eines umweltpolitischen Themas für eine Anti-EU-Erweiterungskampagne der FPÖ. – Das ist die einzige Erklärung. (Beifall bei den Grünen.) Wieso machen Sie nicht gleich irgendetwas Vernünftiges? – Ich verstehe das nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie schauen alt aus! Sie schauen sehr alt aus!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie schauen alt aus! Sie schauen sehr alt aus!
Ich kann Sie nur so verstehen, Herr Westenthaler: Sie wollen das Volksbegehren weiterhin parteipolitisch instrumentalisieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind gegen jeden Ausschuss! Das ist antidemokratisch!) Sie wollen das jetzt einmal in den Kühlschrank legen und dann, wenn Sie im Herbst Ihre Anti-Osterweiterungskampagne starten, wollen Sie es wieder hernehmen, damit Sie wieder ein Streitthema haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Blend-a-med-Lächeln!) Das ist der nächste Missbrauch eines umweltpolitischen Themas für eine Anti-EU-Erweiterungskampagne der FPÖ. – Das ist die einzige Erklärung. (Beifall bei den Grünen.) Wieso machen Sie nicht gleich irgendetwas Vernünftiges? – Ich verstehe das nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie schauen alt aus! Sie schauen sehr alt aus!)
Abg. Ing. Westenthaler: Trotz Blend-a-med-Grinsens schauen Sie sehr alt aus!
Nun zu weiteren Vorschlägen. (Abg. Ing. Westenthaler: Trotz Blend-a-med-Grinsens schauen Sie sehr alt aus!) Ich möchte das jetzt wieder ...
Abg. Ing. Westenthaler: Das wird in der Werbung auch verwendet! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Kollege Westenthaler! Ich bitte Sie: "Blend-a-med-Grinsen" kann man doch einer Rednerin nicht vorwerfen! (Abg. Ing. Westenthaler: Das wird in der Werbung auch verwendet! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Nein. Bitte, denken Sie in Ruhe darüber nach, ob das ein angemessener Ton ist! (Abg. Ing. Westenthaler: Das wird in der Werbung positiv verwendet!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das wird in der Werbung positiv verwendet!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Kollege Westenthaler! Ich bitte Sie: "Blend-a-med-Grinsen" kann man doch einer Rednerin nicht vorwerfen! (Abg. Ing. Westenthaler: Das wird in der Werbung auch verwendet! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Nein. Bitte, denken Sie in Ruhe darüber nach, ob das ein angemessener Ton ist! (Abg. Ing. Westenthaler: Das wird in der Werbung positiv verwendet!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Blend-a-med-Werbung ist sexistisch!
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig (fortsetzend): Das ist öfters der Fall, dass Herr Kollege Westenthaler sexistische, frauenfeindliche (ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen) und unglaubliche Äußerungen von sich gibt. Ja, es ist so. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Blend-a-med-Werbung ist sexistisch!) – Sie haben schon ganz andere Sachen zu mir gesagt.
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt Temelín verschlafen!
Ein Letztes: Als jemand, der seit zehn Jahren Anti-Atomarbeit macht, kann ich nur sagen: Wir waren noch nie so weit von einem Erfolg entfernt wie jetzt. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt Temelín verschlafen!) Sie haben dieses Problem mit Ihrer Art, Ihrem so genannten Kampf gegen ein grenznahes Atomkraftwerk so massiv verschärft, dass das Einzige, was jetzt verbleibt, die Hoffnung auf einen Neuanfang ist, dass man die Anti-Atompolitik und die Außenpolitik in Österreich vielleicht auf neue Beine stellen kann.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie müssen zuhören, was ich gesagt habe! Ausstiegsszenario, habe ich gesagt!
Heute in der Früh schon wieder – ich habe es ja im "Morgenjournal" gehört –: Peter Westenthaler verspricht der österreichischen Bevölkerung, in einem bis eineinhalb Jahren werde Temelín vom Netz sein. – Bitte, das ist doch völlig unrealistisch! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie müssen zuhören, was ich gesagt habe! Ausstiegsszenario, habe ich gesagt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie müssen zuhören! Haare zur Seite, Ohren freilegen und zuhören! Sie müssen mich richtig zitieren!
Hören Sie doch endlich auf, der österreichischen Bevölkerung hier Sand in die Augen zu streuen! Ich kann es nur wiederholen: Glauben Sie, dass die Leute so blöd sind, dass sie nicht merken, dass Sie nichts tun, und dass sie nicht merken, ... (Abg. Ing. Westenthaler: Sie müssen zuhören! Haare zur Seite, Ohren freilegen und zuhören! Sie müssen mich richtig zitieren!) – Herr Kollege Westenthaler! Ich bin in der Lage, zuzuhören – Sie offensichtlich nicht, weil Sie ständig dazwischenreden! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Anti-Atomschläferin, aber nicht -kämpferin! – Abg. Dr. Ofner: Haben Sie dagegen unterschrieben?
Das wirklich Schlimme und für mich als Anti-Atomkämpferin wirklich sehr Beunruhigende ist, dass genau das Gegenteil passiert. (Abg. Ing. Westenthaler: Anti-Atomschläferin, aber nicht -kämpferin! – Abg. Dr. Ofner: Haben Sie dagegen unterschrieben?) In wenigen Tagen wird der zweite Block des AKW Temelín ans Netz gehen, und das betrübt mich persönlich sehr. (Abg. Ing. Westenthaler: Und was tun Sie dagegen?) Ich habe nämlich auch Kinder, Herr Kollege Westenthaler, und es betrübt mich persönlich sehr, dass der zweite Block von Temelín wegen Ihrer verfehlten Anti-Atompolitik ans Netz geht. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Und was tun Sie dagegen?
Das wirklich Schlimme und für mich als Anti-Atomkämpferin wirklich sehr Beunruhigende ist, dass genau das Gegenteil passiert. (Abg. Ing. Westenthaler: Anti-Atomschläferin, aber nicht -kämpferin! – Abg. Dr. Ofner: Haben Sie dagegen unterschrieben?) In wenigen Tagen wird der zweite Block des AKW Temelín ans Netz gehen, und das betrübt mich persönlich sehr. (Abg. Ing. Westenthaler: Und was tun Sie dagegen?) Ich habe nämlich auch Kinder, Herr Kollege Westenthaler, und es betrübt mich persönlich sehr, dass der zweite Block von Temelín wegen Ihrer verfehlten Anti-Atompolitik ans Netz geht. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sehr überheblich!
Herr Kollege Westenthaler, mir Überheblichkeit von Ihrer Seite vorzuwerfen ist fast schon lächerlich, wirklich wahr! Gerade Sie! Kehren Sie vor Ihrer eigenen Haustür! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sehr überheblich!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das stimmt: von Ihnen! Sie haben das Thema verschlafen, das ist die Wahrheit!
Was haben Sie sonst noch an Lösungen anzubieten? Die Menschen wollen endlich Taten sehen, anstatt immer nur Worte von Ihnen zu hören. Endlich Taten statt Worte! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das stimmt: von Ihnen! Sie haben das Thema verschlafen, das ist die Wahrheit!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das Thema verschlafen – und die Rede auch! – Abg. Wochesländer: Zuerst schlafen Sie, und dann !
Mir ist es wirklich ein Herzensanliegen, dass Österreich hier endlich eine Initiative startet, und ich lade Sie ein: Arbeiten Sie mit, dass Euratom nicht mehr finanziert wird durch österreichische Steuergelder, dass Euratom nicht mehr die Vormachtstellung der Atomenergie auf EU-Ebene sichert! Das wäre ein wichtiger Schritt für die Zukunft in Europa, für den europaweiten Atomausstieg. Setzen Sie endlich konkrete Taten, auch für unsere Kinder, Herr Westenthaler! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das Thema verschlafen – und die Rede auch! – Abg. Wochesländer: Zuerst schlafen Sie, und dann !)
Abg. Ing. Westenthaler: Nur für das Protokoll: Temelín-Debatte – und die grünen Bankreihen sind leer! Das zeigt, wie "ernst" die Grünen den Kampf gegen die Atomkraft nehmen!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Karlheinz Kopf. (Abg. Ing. Westenthaler: Nur für das Protokoll: Temelín-Debatte – und die grünen Bankreihen sind leer! Das zeigt, wie "ernst" die Grünen den Kampf gegen die Atomkraft nehmen!)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Meine Damen und Herren! Das war keine gute Idee, und das Löschblatt, das nicht zwischen Sie beide passt, hat inzwischen etwa die Dicke des Beitrittsvertrags zur Europäischen Union und trennt Ihre beiden Parteien zutiefst. Ich habe ja nach wie vor die Hoffnung, dass die ÖVP eine Europapartei ist, aber warten wir die nächsten Monate ab. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. )
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: "Das Boot ist voll", hieß es seitens der SPÖ!
Das sind die Fakten betreffend die viel beschworene Einigkeit in diesem Hohen Hause. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: "Das Boot ist voll", hieß es seitens der SPÖ!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Wenn noch ein paar solche auftreten, dann gute Nacht, Volksbegehren!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächste Rednerin zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Achatz. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Wenn noch ein paar solche auftreten, dann gute Nacht, Volksbegehren!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das sind alles Kabas-Fans!
Abgeordnete Anna Elisabeth Achatz (Freiheitliche): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Hohes Haus! Herr Kollege Oberhaidinger, jetzt haben Sie sich aber ordentlich in das Knie geschossen! Sie haben sich darüber beschwert, dass das Volksbegehren von Achatz, Windholz und Kabas initiiert worden ist. Jetzt müssen Sie aber auch erklären, wie 30 Prozent der Unterzeichner des angeblich freiheitlichen Volksbegehrens SPÖ-Wähler sein können. Das müssen Sie jetzt erklären. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das sind alles Kabas-Fans!) Sind das alles Kabas- oder Achatz-Fans? Da haben Sie jetzt wirklich Erklärungsbedarf, Herr Kollege Oberhaidinger.
Abg. Ing. Westenthaler: Der ist abgefahren!
Das war ebenso blamabel wie die Kritik daran, dass die Regierungsparteien jetzt einen so genannten Sonderausschuss zu Temelín einrichten. – Herr Kollege Oberhaidinger! Sie hätten zehn Jahre lang Zeit gehabt, einen Sonderausschuss einzuberufen. Sie haben aber überhaupt nichts getan! (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig. ) – Frau Kollegin Glawischnig, die Grünen – das ist in Ihrer heutigen Rede ganz klar zum Ausdruck gekommen – möchten jetzt auf den erfolgreichen Volksbegehrens-Zug aufspringen. (Abg. Ing. Westenthaler: Der ist abgefahren!) Der ist abgefahren, erfolgreich abgefahren, Sie haben den richtigen Zeitpunkt verschlafen, Frau Kollegin Glawischnig – aus und vorbei! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig. ) Jetzt sind rund 900 000 Unterschriften da, und jetzt hätten Sie halt auch gerne etwas davon. Diese Sache haben Sie verschlafen.
Abg. Dr. Gusenbauer: Was sagt der Westenthaler dazu? – Abg. Ing. Westenthaler: Da sind wir anderer Meinung!
Mehr Sicherheit ist mit einem Veto in der EU nicht erreichbar – das als Antwort auf die Frage der Kollegin Glawischnig von den Grünen. Für meine Partei ist vollkommen klar, dass ein solches Veto Temelín um nichts sicherer machen würde. Ganz im Gegenteil! (Abg. Dr. Gusenbauer: Was sagt der Westenthaler dazu? – Abg. Ing. Westenthaler: Da sind wir anderer Meinung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie wollen doch nicht sagen, dass 900 000 Unterschriften "überflüssig" sind?
Noch ein Wort zu dem, was Sie von den Regierungsparteien uns immer wieder als Sicherheitspolitik vorzugaukeln versuchen. Dieses Volksbegehren, Herr Kollege Westenthaler, ist von Ihnen, und zwar völlig überflüssigerweise, nach der Unterzeichnung der Energieprotokolle vom Zaun gebrochen und durchgeführt worden – zu einem Zeitpunkt, als es schon längst zu spät war! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie wollen doch nicht sagen, dass 900 000 Unterschriften "überflüssig" sind?)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber das Volksbegehren ist ein halbes Jahr vorher eingeleitet worden! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Beteiligt waren die Frau Außenministerin, der Herr Bundeskanzler, ebenso Herr Bundesminister Molterer. Da war auch im "Dunstkreis" die Frau Vizekanzlerin informiert – ich sage bewusst: "im Dunstkreis". Damals hätten Sie wirklich Farbe bekennen können. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber das Volksbegehren ist ein halbes Jahr vorher eingeleitet worden! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Rauch-Kallat: Wir hören zu! – Abg. Ing. Westenthaler: Wenn Sie reden, schweigen bei Ihnen alle betreten! Bei Ihnen schweigen alle!
Es ist schon interessant, diese doch sehr eigenartige Diskussion hier mitzuverfolgen: Spricht hier jemand von der ÖVP, gibt es Schweigen bei den Freiheitlichen, und spricht ein Freiheitlicher, gibt es betretenes Schweigen bei der ÖVP. (Abg. Rauch-Kallat: Wir hören zu! – Abg. Ing. Westenthaler: Wenn Sie reden, schweigen bei Ihnen alle betreten! Bei Ihnen schweigen alle!) – Applaus wäre vielleicht doch manches Mal zwischen Regierungspartnern angesagt, zwischen Regierungspartnern, die ja angeblich so gut miteinander auskommen. (Rufe bei den Freiheitlichen: Betretenes Schweigen bei der SPÖ ...! – Heiterkeit bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das weiß sie nicht mehr!
Abgeordneter Dr. Martin Graf (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Herren Minister! Es ist immer wieder interessant, Kollegin Prammer zu hören – und es ist auch immer wieder interessant, Kollegin Prammer an ihre früheren Funktionen zu erinnern. Sie, Frau Kollegin Prammer, waren doch einmal Mitglied einer Bundesregierung, und da hatten Sie einen Chef, Kanzler Klima, der der Bevölkerung im Wahlkampf doch etwas versprochen hat (Abg. Ing. Westenthaler: Das weiß sie nicht mehr!): kein EU-Beitritt Tschechiens mit dem AKW Temelín!, so das Versprechen Klimas.
Abg. Ing. Westenthaler: Redezeit! Herr Präsident!
Ich glaube, wenn wir einmal so weit kommen, dass wir sagen: In Fragen, die innenpolitisch heftig umstritten sind, in Fragen, bei denen vielleicht auch die Regierungsparteien verschiedener Meinung sind, dort soll die Bevölkerung entscheiden können, aber (Abg. Ing. Westenthaler: Redezeit! Herr Präsident!) das letzte Wort hat das Parlament, indem es eben die Bevölkerung befragt!, dann, so glaube ich, würde die direkte Demokratie in Österreich wieder einen Aufwind erleben und dann könnten wir uns so peinliche Spektakel wie die Schubladisierung des Temelín-Volksbegehrens ersparen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Abwarten!
Das heißt, Sie machen diese Angelegenheit nicht sicherer. (Abg. Ing. Westenthaler: Abwarten!) Herr Bundesminister Molterer hat im Zuge dieser Auseinandersetzung gesagt, dieses Volksbegehren ist schädlich, und ich schließe mich dieser Meinung an. (Abg. Ing. Westenthaler: Und Sie wollen Ausschussvorsitzender sein? Das muss man ändern!) Sie haben dann Frau Rauch-Kallat ... (Abg. Ing. Westenthaler: Das muss man sich überlegen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Und Sie wollen Ausschussvorsitzender sein? Das muss man ändern!
Das heißt, Sie machen diese Angelegenheit nicht sicherer. (Abg. Ing. Westenthaler: Abwarten!) Herr Bundesminister Molterer hat im Zuge dieser Auseinandersetzung gesagt, dieses Volksbegehren ist schädlich, und ich schließe mich dieser Meinung an. (Abg. Ing. Westenthaler: Und Sie wollen Ausschussvorsitzender sein? Das muss man ändern!) Sie haben dann Frau Rauch-Kallat ... (Abg. Ing. Westenthaler: Das muss man sich überlegen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das muss man sich überlegen!
Das heißt, Sie machen diese Angelegenheit nicht sicherer. (Abg. Ing. Westenthaler: Abwarten!) Herr Bundesminister Molterer hat im Zuge dieser Auseinandersetzung gesagt, dieses Volksbegehren ist schädlich, und ich schließe mich dieser Meinung an. (Abg. Ing. Westenthaler: Und Sie wollen Ausschussvorsitzender sein? Das muss man ändern!) Sie haben dann Frau Rauch-Kallat ... (Abg. Ing. Westenthaler: Das muss man sich überlegen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Ausschussvorsitzende bezeichnet das Thema als "schädlich", das ist wirklich das Allerbeste! Den wählen wir nicht!
Sie führen jetzt einen Eiertanz auf, weil Sie nicht wissen, wie Sie aus diesem Volksbegehren herauskommen sollen, weil Sie sich darauf festgelegt haben (Abg. Ing. Westenthaler: Der Ausschussvorsitzende bezeichnet das Thema als "schädlich", das ist wirklich das Allerbeste! Den wählen wir nicht!), dass Sie nur dann einem EU-Beitritt der Tschechischen Republik zustimmen, wenn sie dieses Kraftwerk stilllegt. Aber Herr Khol hat Ihnen die Antwort gegeben. Er hat ganz eindeutig gesagt: Dieses Volksbegehren wird nicht verfassungsmäßig umgesetzt, weil das nicht unterschriebene Regierungspolitik ist.
Abg. Ing. Westenthaler: Seit wann ist das schädlich?
Die Problematik des Ausschusses ... (Abg. Ing. Westenthaler: Seit wann ist das schädlich?) – Lesen Sie dazu das "FORMAT" vom 21. Jänner 2002! Das ist Ihr Problem. Sie kommen innerhalb der Koalition auf keinen grünen Zweig. Wir von der Opposition sind bereit, hier mitzuwirken. Wir sind bereit, konstruktive Vorschläge aufzunehmen, aber ein Veto ist kein konstruktiver Vorschlag. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Hätte sein sollen!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Maximilian Hofmann (Freiheitliche): Herr Präsident! Sehr geehrte Herren Bundesminister! Meine geschätzten Damen und Herren! Es war schon bezeichnend, wie sich Herr Kollege Wittmann der Öffentlichkeit präsentiert hat – Herr Kollege Wittmann, der immerhin der Vorsitzende des Sonderausschusses, der das Thema Temelín zum Inhalt hat (Abg. Ing. Westenthaler: Hätte sein sollen!), hätte sein sollen.
Abg. Ing. Westenthaler: Das haben Sie gesagt!
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Herren Minister! Meine Damen und Herren! Mein Vorredner hat zweimal behauptet, ich hätte gesagt, die Unterschriften seien überflüssig. (Abg. Ing. Westenthaler: Das haben Sie gesagt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Gut, dass alle mitgehört haben!
Das entspricht nicht den Tatsachen, deshalb berichtige ich (Abg. Ing. Westenthaler: Gut, dass alle mitgehört haben!): Ich habe gesagt – Herr Kollege Westenthaler, bitte passen Sie auf! –: Die Durchführung des Volksbegehrens ist nach dem Abschluss des Energiekapitels, wo praktisch ... (Abg. Ing. Westenthaler: Die Einleitung, haben Sie gesagt!) – Nein, die Durchführung des Volksbegehrens! Das Volksbegehren, bitte, wenn Sie es ganz genau wissen wollen, ist nach Abschluss des Energiekapitels, zum Zeitpunkt, als praktisch die Beitrittserfordernisse bereits durchverhandelt sind, nach dieser Unterschriftenfrist im Dezember, im Jänner schon überflüssig. Das habe ich gesagt. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Einleitung, haben Sie gesagt!
Das entspricht nicht den Tatsachen, deshalb berichtige ich (Abg. Ing. Westenthaler: Gut, dass alle mitgehört haben!): Ich habe gesagt – Herr Kollege Westenthaler, bitte passen Sie auf! –: Die Durchführung des Volksbegehrens ist nach dem Abschluss des Energiekapitels, wo praktisch ... (Abg. Ing. Westenthaler: Die Einleitung, haben Sie gesagt!) – Nein, die Durchführung des Volksbegehrens! Das Volksbegehren, bitte, wenn Sie es ganz genau wissen wollen, ist nach Abschluss des Energiekapitels, zum Zeitpunkt, als praktisch die Beitrittserfordernisse bereits durchverhandelt sind, nach dieser Unterschriftenfrist im Dezember, im Jänner schon überflüssig. Das habe ich gesagt. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Grünen wollen ja die Polizei entwaffnen!
Doch für die Grünen gilt hier: Wenn jemand eine Uniform anhat, wenn jemand ein Polizist ist, dann gilt einmal die Schuldvermutung. Das ist eben so: Der Polizist und die Uniform sind Ausdruck eines obrigkeitlichen Verhaltens, und da gilt die Schuldvermutung. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Grünen wollen ja die Polizei entwaffnen!)
Abg. Dr. Khol: So, wie Sie das sagen, geht es nicht! – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat er nicht gesagt! Sie verfälschen!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine Damen und Herren! In seinem kurzen Bericht von Eindrücken vor Ort hat mein Vorredner den Tatbestand geschildert und ihn so umschrieben: Da sei einem Angehörigen der österreichischen Exekutive "die Hand ausgekommen". – Ich hoffe, dass nicht öfter in dieser Art und Weise "die Hand auskommt". (Abg. Dr. Ofner: Herr Kollege Pilz! Bei allem Respekt!) Herr Dr. Ofner, so geht es mit Sicherheit nicht! (Abg. Dr. Khol: So, wie Sie das sagen, geht es nicht! – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat er nicht gesagt! Sie verfälschen!)
Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Armes Österreich! – Abg. Schwarzenberger: Um Gottes willen!
Als ich Herrn Pilz hier stehen sah, kam es mir in den Sinn – es gibt ja, wie Sie alle wissen, in Deutschland eine rot-grüne Regierung –, mir vorzustellen – stellen auch Sie sich das vor! –, Herr Pilz wäre hier als Außenminister. (Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Armes Österreich! – Abg. Schwarzenberger: Um Gottes willen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wieso nur einsprachig heute? Dobar dan!
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Grüß Gott, Frau Bundesministerin! Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso nur einsprachig heute? Dobar dan!) Zuerst möchte ich ganz kurz etwas zu meinem burgenländischen Kollegen, Herrn Abgeordnetem Loos, sagen. Er ist es zwar nicht allein gewesen, aber in burgenländischer Verbundenheit fühle ich mich besonders dazu aufgefordert:
Abg. Ing. Westenthaler: Geschäftsordnung! – weitere Zwischenrufe – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen
Eine letzte und in dieser Causa Martin A. wesentliche Bemerkung (Abg. Ing. Westenthaler: Geschäftsordnung! – weitere Zwischenrufe – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen): Sehr geehrter Herr Klubobmann Westenthaler! Ich werde ein Auge ganz besonders darauf haben, was das Verfahren anlangt, das jetzt bei der Staatsanwaltschaft anhängig ist – ich habe von Vorerhebungen gelesen –, und wie dieses Verfahren in Österreich geführt wird.
Abg. Gradwohl: Kollege Hornegger! Was ist mit Mut? – Abg. Ing. Westenthaler: Wo sind Cap und Gusenbauer?
Ich bitte jene Damen und Herren, die für den Fristsetzungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Minderheit und damit abgelehnt . (Abg. Gradwohl: Kollege Hornegger! Was ist mit Mut? – Abg. Ing. Westenthaler: Wo sind Cap und Gusenbauer?)
Abg. Ing. Westenthaler: Runterlesen vom Papier! – Abg. Heinzl – auf dem Weg zum Rednerpult –: Dann passen Sie gut auf! Ihnen muss man es eh dreimal vorlesen, damit Sie es verstehen, Herr Westenthaler! – Abg. Ing. Westenthaler: Lesen aus dem Evangelium!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Heinzl. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Runterlesen vom Papier! – Abg. Heinzl – auf dem Weg zum Rednerpult –: Dann passen Sie gut auf! Ihnen muss man es eh dreimal vorlesen, damit Sie es verstehen, Herr Westenthaler! – Abg. Ing. Westenthaler: Lesen aus dem Evangelium!)
Abg. Ing. Westenthaler: "Meine sehr geehrten Damen und Herren!" hat er sogar am Zettel! "Hohes Haus!" aber auch!
Abgeordneter Anton Heinzl (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Hohes Haus! Bereits im März 1985, also genau vor 17 Jahren, wurde in Villach die erste Klimakonferenz abgehalten, deren Höhepunkt die Unterzeichnung des Wiener Übereinkommens (Abg. Ing. Westenthaler: "Meine sehr geehrten Damen und Herren!" hat er sogar am Zettel! "Hohes Haus!" aber auch!) zum Schutz der Ozonschicht war und im Rahmen der auch der Boden für die Klimarahmen-Konvention der Vereinten Nationen aufbereitet wurde. 1992 in Rio de Janeiro ist der Vertrag dann unterzeichnet worden.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Gut gelesen! Der Leser des Hauses ist das!
Sehr geehrte Damen und Herren! Viele Maßnahmen werden in Österreich notwendig sein, um die völkerrechtlichen Verpflichtungen, die wir in Kürze mit der Ratifizierung dieses Protokolls eingehen werden, zu erbringen. Der Verkehr ist nur ein Beispiel, wenn auch ein wichtiges. Es fehlt aber momentan an allen Ecken und Enden, weil diese Bundesregierung in den letzten zwei Jahren viel verabsäumt und nur die Erreichung des Nulldefizits im Kopf gehabt hat. In der Klimapolitik, Herr Westenthaler als Klubobmann einer Regierungspartei, haben Sie die Null schon erreicht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Gut gelesen! Der Leser des Hauses ist das!)
Sitzung Nr. 100
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist der Öllinger?
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Präsident! Wir haben die Aktuelle Stunde unter den Titel "Verhunzte Universitätsreform" gestellt. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Im Vorfeld wurde ich vom Präsidenten des Nationalrates, aber auch von Politikern der Regierungsparteien darauf aufmerksam gemacht (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist der Öllinger?), dass der Ausdruck "verhunzt" möglicherweise die Würde dieses Hohen Hauses verletze. (Abg. Ing. Westenthaler: Auch Ihre Würde!) Deshalb erlauben Sie mir, dass ich kurz darauf eingehe. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Kukacka: Ihr Auftritt ist schon verhunzt! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Auch Ihre Würde!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Präsident! Wir haben die Aktuelle Stunde unter den Titel "Verhunzte Universitätsreform" gestellt. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Im Vorfeld wurde ich vom Präsidenten des Nationalrates, aber auch von Politikern der Regierungsparteien darauf aufmerksam gemacht (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist der Öllinger?), dass der Ausdruck "verhunzt" möglicherweise die Würde dieses Hohen Hauses verletze. (Abg. Ing. Westenthaler: Auch Ihre Würde!) Deshalb erlauben Sie mir, dass ich kurz darauf eingehe. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Kukacka: Ihr Auftritt ist schon verhunzt! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist denn der Angezeigte!
Wenn Sie sich die Mühe machen – ich bedauere ja, dass wir keine Geschäftsordnungsdebatte über dieses Thema haben, aber bitte, auch ohne diese formale Provokation werde ich kurz auf diesen Punkt eingehen (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist denn der Angezeigte!) –: Im Österreichischen Wörterbuch steht unter "verhunzen": entstellen, verderben. Und in der Tat ... (Abg. Dr. Khol: Umgangssprachlich!) Nein, im Österreichischen Wörterbuch steht: derb – ein derber Ausdruck für entstellen oder verderben. Und in der Tat: Die guten Ideen, die guten Motive, die wir alle unterstützen, auch in diesem Hohen Haus, bezüglich der Zielsetzungen einer Universitätsreform sind durch diese konkreten Vorschläge bis zu einem gewissen Grad entstellt worden (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist der Mann, der angezeigt ist?) , sodass die Universitätsreform tatsächlich als verdorben angesehen werden muss, wenn sie so beschlossen wird wie im Gesetzentwurf. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist der Mann, der angezeigt ist?
Wenn Sie sich die Mühe machen – ich bedauere ja, dass wir keine Geschäftsordnungsdebatte über dieses Thema haben, aber bitte, auch ohne diese formale Provokation werde ich kurz auf diesen Punkt eingehen (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist denn der Angezeigte!) –: Im Österreichischen Wörterbuch steht unter "verhunzen": entstellen, verderben. Und in der Tat ... (Abg. Dr. Khol: Umgangssprachlich!) Nein, im Österreichischen Wörterbuch steht: derb – ein derber Ausdruck für entstellen oder verderben. Und in der Tat: Die guten Ideen, die guten Motive, die wir alle unterstützen, auch in diesem Hohen Haus, bezüglich der Zielsetzungen einer Universitätsreform sind durch diese konkreten Vorschläge bis zu einem gewissen Grad entstellt worden (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist der Mann, der angezeigt ist?) , sodass die Universitätsreform tatsächlich als verdorben angesehen werden muss, wenn sie so beschlossen wird wie im Gesetzentwurf. (Beifall bei den Grünen.)
die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Mag. Schweitzer: Wo ist der Öllinger?
Zum Beispiel – ich kann das in den 10 Minuten nur beispielhaft durchgehen –: Eine forschungsorientierte Organisation, meine Damen und Herren, muss dezentral geführt werden, sie basiert ja auf der Initiative der Menschen sozusagen unten an der Basis. Die Entscheidungskompetenzen müssen so weit wie möglich nach unten verlagert werden. Was macht dieser Gesetzentwurf? – Genau das Gegenteil! Die Entscheidungskompetenzen werden zur Gänze an der Spitze konzentriert, nämlich beim so genannten Universitätsrat und beim Rektorat. Und innerhalb der Universität darf es keine entscheidungsbefugten Gremien, Kollegialorgane, Kommissionen und so weiter mehr geben (die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Mag. Schweitzer: Wo ist der Öllinger?), insbesondere keine so genannten teilrechtsfähigen Einrichtungen.
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler
Sie sind als Abgeordneter und Sprecher der Materie, wenn Sie so wollen, noch nicht so lange im Geschäft. Ich bin Zeitzeugin des UOG 1993 (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler ) und habe auch die Debatte um das UOG 1975 nachgelesen. Sie sollten wissen, dass damals auch der Weltuntergang ausgerufen wurde. Rektoren haben ihren Rücktritt angekündigt; Professoren drohten, die Arbeit niederzulegen; der Mittelbau hat gesagt (Abg. Dr. Khol: Auswandern!): Wir wandern aus! – Und jetzt ist das UOG 1993 das Wunderbare, das man nicht verändern soll.
Abg. Ing. Westenthaler: Das war ziemlich verhunzt!
Meine Damen und Herren! In aller Form: Wir werfen den Debatten, der Art und Weise, wie sie im Vorfeld durchgeführt worden sind, und dem Ressort vor – sorry, das war wieder ein Fremdwort –, dass sie nur die Intention hatten, die zu Recht empörten Gemüter zu beschwichtigen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das war ziemlich verhunzt!) Ihnen, die Sie immer wieder auf die Meinung der Bevölkerung rekurrieren, immer wieder mit Umfragen kommen, stelle ich in aller Form die Frage, warum niemand in den Reaktionen, die wir bekommen, unsere Haltung kritisiert und sagt, eigentlich schießt eure Kritik über das Ziel hinaus, die Reform ist in gewissen Punkten durchaus brauchbar. – Ich habe tatsächlich nicht einen einzigen Brief, nicht ein einziges Mail bekommen, worin wir nicht in unserer Kritik bestärkt worden wären. Ich denke, das sollten Sie in der Tat berücksichtigen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist der Herr Abgeordnete Öllinger heute entschuldigt?
Ich frage daher: Gibt es Einwendungen gegen diesen Vorschlag? – Das ist nicht der Fall. Das heißt, es ist einstimmig so beschlossen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist der Herr Abgeordnete Öllinger heute entschuldigt?)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Herr Öllinger ist nicht zufälligerweise entschuldigt?
Herr Abgeordneter! Ich habe die Entschuldigungen zu Sitzungsbeginn vorgelesen. Es haben sich daran keine Veränderungen ergeben. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Herr Öllinger ist nicht zufälligerweise entschuldigt?)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist der Herr Öllinger schon verhindert? Muss er aussagen? Schon zurückgezogen das Mandat?
Erste Rednerin ist Frau Abgeordnete Dr. Mertel. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist der Herr Öllinger schon verhindert? Muss er aussagen? Schon zurückgezogen das Mandat?)
Abg. Mag. Schweitzer: Wir hören ja zu! – Abg. Ing. Westenthaler: Die Grünen haben schon wieder eine Demonstration im Haus!
Frau Dr. Mertel, bitte setzen Sie fort! (Abg. Mag. Schweitzer: Wir hören ja zu! – Abg. Ing. Westenthaler: Die Grünen haben schon wieder eine Demonstration im Haus!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Frau Kollegin Mertel! Haben Sie gehört, was der Herr Präsident gesagt hat?
Präsident Dr. Heinz Fischer: Regierungsvorlagen werden im Nationalrat eingebracht – und nicht ins Parlament "geschummelt". (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Frau Kollegin Mertel! Haben Sie gehört, was der Herr Präsident gesagt hat?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja peinlich!
Frau Kollegin Mertel, Folgendes finde ich sehr seltsam: Sie haben gerade als Erstrednerin der SPÖ lange über die Dienstrechtsreform geredet und nicht ein Wort zu den Vorfällen des 13. April dieses Jahres verloren. Nicht ein Wort! (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja peinlich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Linksextremen!
Meine Damen und Herren! Mir stellen sich einige Fragen. Wir diskutieren heute über subjektive Rechte der Exekutivbeamten. Ich rede jetzt auch von subjektiven Gefühlen der Exekutivbeamten, zum Beispiel von dem Gefühl eines Exekutivbeamten, der morgens um 8 Uhr aus dem Haus geht, seine Kinder möglicherweise in die Schule oder in den Kindergarten bringt und sich mittags einer Horde von Gewalttätigen gegenübersieht (Abg. Ing. Westenthaler: Linksextremen!), einer Horde von Leuten, die mit Eisenstangen, Pflastersteinen und Zaunlatten auf die Polizisten losgehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Und einem grünen Abgeordneten, der auch auf die Polizei losgeht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Und einem grünen Abgeordneten, der auch auf die Polizei losgeht!
Meine Damen und Herren! Mir stellen sich einige Fragen. Wir diskutieren heute über subjektive Rechte der Exekutivbeamten. Ich rede jetzt auch von subjektiven Gefühlen der Exekutivbeamten, zum Beispiel von dem Gefühl eines Exekutivbeamten, der morgens um 8 Uhr aus dem Haus geht, seine Kinder möglicherweise in die Schule oder in den Kindergarten bringt und sich mittags einer Horde von Gewalttätigen gegenübersieht (Abg. Ing. Westenthaler: Linksextremen!), einer Horde von Leuten, die mit Eisenstangen, Pflastersteinen und Zaunlatten auf die Polizisten losgehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Und einem grünen Abgeordneten, der auch auf die Polizei losgeht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Und einen grünen Abgeordneten auch noch!
Herr Kollege Van der Bellen, ich glaube, Sie haben die Realität nicht richtig gesehen. Da hat sich etwas abgespielt, und Sie haben für genau jene Partei ergriffen, die tagtäglich den Polizisten gegenüberstehen. Ich erwarte mir von Ihnen heute in dieser Frage eine Klarstellung und auch eine Entschuldigung. Ich rede vom Gefühl des Polizisten, der mit Rechts- und Linksextremen nichts am Hut hat, der sich plötzlich in der Mitte befindet und dessen Aufgabe es ist, beide Gruppen auseinander zu halten. (Abg. Ing. Westenthaler: Und einen grünen Abgeordneten auch noch!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Gewaltbereite Abgeordnete!
Herr Kollege Van der Bellen! Bleiben wir noch bei den Gefühlen. Das Gefühl dieses Polizisten ist Ohnmacht, Resignation und Zweifel am Rechtsstaat. Meine Damen und Herren von den Grünen! Ist es das, was Sie wollen? – Dann sagen Sie, wofür Sie stehen und hinter wem Sie stehen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Gewaltbereite Abgeordnete!)
Abg. Ing. Westenthaler: Nur für das Protokoll: Der SPÖ-Klubobmann geht während einer laufenden Parlamentsdebatte zu einer Demonstration am Heldenplatz! Das ist Parlamentarismus ...! – Abg. Mag. Schweitzer: Die Gage zurückzahlen für den heutigen Sitzungstag! – Abg. Ing. Westenthaler: Es ist unglaublich, dass man während einer laufenden Sitzung demonstrieren geht!
Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Dr. Pilz. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Nur für das Protokoll: Der SPÖ-Klubobmann geht während einer laufenden Parlamentsdebatte zu einer Demonstration am Heldenplatz! Das ist Parlamentarismus ...! – Abg. Mag. Schweitzer: Die Gage zurückzahlen für den heutigen Sitzungstag! – Abg. Ing. Westenthaler: Es ist unglaublich, dass man während einer laufenden Sitzung demonstrieren geht!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Öllinger! Öllinger!
Gleich zum 13. April: Die Empörung ist in viel höherem Maße gerechtfertigt, als das mein Vorredner, Kollege Miedl, zum Ausdruck gebracht hat. Ja, ich finde vieles an diesem 13. April in höchstem Maße empörend. Ich finde es empörend, dass gewaltbereite Demonstranten dann, wenn die Exekutive einfach nur ihrer Aufgabe nachkommt, nämlich jeden gewalttätigen Konflikt zwischen zwei politischen Gruppen, zwischen zwei Manifestationen zu verhindern, Beamte tätlich angreifen und verletzen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Öllinger! Öllinger!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie das Öllinger! – Abg. Achatz: Das ist ja unbeschreiblich! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Das sind ganz normale kriminelle Akte. Das hat nichts mit Demonstrationsrecht zu tun. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Das hat nichts mit Demonstrationsrecht zu tun! Das ist im Strafgesetzbuch und nicht im Parteistatut der Freiheitlichen Partei geregelt. (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie das Öllinger! – Abg. Achatz: Das ist ja unbeschreiblich! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Und gewaltbereite Abgeordnete wie Herr Öllinger! In Ihren eigenen Reihen sitzt die Gewalt! Das ist die Wahrheit! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Damit werden sich ordentliche österreichische Gerichte befassen – nicht weil es Zurufe von der Freiheitlichen Partei gegeben hat, sondern weil die Republik Österreich ein Rechtsstaat ist. Deshalb werden gewaltbereite Demonstranten, egal, was sie vorschützen und vorgeben, ordentlich gerichtlich verfolgt werden – zum Ersten. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Und gewaltbereite Abgeordnete wie Herr Öllinger! In Ihren eigenen Reihen sitzt die Gewalt! Das ist die Wahrheit! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der SPÖ.)
Abg. Dr. Petrovic: Bitte das geht nicht! Sitzungsunterbrechung! Das geht nicht! Sitzungsunterbrechung! – Rufe bei der SPÖ: Das ist unerhört! – Abg. Mag. Schweitzer: In Ihren Reihen sitzt die Gewalt! In den grünen Reihen sitzt die Gewalt! – Abg. Ing. Westenthaler: Wieso redet er nicht weiter? – Ruf bei der SPÖ: ... Neonazi ...! – Weitere heftige Zwischenrufe.
Zum Zweiten, meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Petrovic: Bitte das geht nicht! Sitzungsunterbrechung! Das geht nicht! Sitzungsunterbrechung! – Rufe bei der SPÖ: Das ist unerhört! – Abg. Mag. Schweitzer: In Ihren Reihen sitzt die Gewalt! In den grünen Reihen sitzt die Gewalt! – Abg. Ing. Westenthaler: Wieso redet er nicht weiter? – Ruf bei der SPÖ: ... Neonazi ...! – Weitere heftige Zwischenrufe.)
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist das Delikt? Sagen Sie das auch dazu?
Am 17. April, nämlich heute, langt im Laufe des Vormittags erstmals die Anzeige bei der Staatsanwaltschaft ein. (Ruf bei den Freiheitlichen: Wie war denn das bei EKIS?) Der Staatsanwalt hat über etwas berichtet und ein Verfahren für eingeleitet erklärt, von dem er offiziell noch nicht einmal etwas wissen konnte. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist das Delikt? Sagen Sie das auch dazu?) Da frage ich mich: Ist das eine weitere Neuerung der Justizpolitik unter Justizminister Böhmdorfer? Ist das eine neue Art und Weise des Umgangs mit dem Rechtsstaat? Wird jetzt auf Zuruf, auf politischen Zuruf ein Verfahren eingeleitet? Erfährt der Staatsanwalt vom Klubobmann der Österreichischen Volkspartei, was er öffentlich zu vertreten und was er ohnehin am nächsten Tag in der Post hat? Beginnt das Verfahren im Klub der ÖVP? Ist die Staatsanwaltschaft Wien die letzte, die davon erfährt, dass sie ein Verfahren zu führen hat?
Abg. Ing. Westenthaler: Der Einzige, der begleitet werden muss, ist Öllinger! Er muss in Zukunft begleitet werden!
Wir sind bereit, Ihnen Beweise vorzulegen (Abg. Jung: Wer ist wir? – Abg. Achatz: Wer ist wir?), dass die gewaltbereiten Neonazis geschlossen unter Aufsicht der Staatspolizei vom Heldenplatz abgezogen sind. Warum sind sie nicht begleitet worden? Warum sind sie in die Freiheit der Kärntner Straße entlassen worden? (Abg. Ing. Westenthaler: Der Einzige, der begleitet werden muss, ist Öllinger! Er muss in Zukunft begleitet werden!) Um deutschen, holländischen, amerikanischen Passanten und Touristen zu dokumentieren, dass man in Österreich ohne jedes Einschreiten der Behörde mit "Sieg Heil"-Rufen durch die Kärntner Straße ziehen kann? Ist das die neue Sicherheitspolitik? Ist das Gleichbehandlung? (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ungeheuerlich! – He-Rufe bei den Freiheitlichen.
Herr Abgeordneter Pilz hat heute auch noch gemeint, es müsse aufgeklärt werden, woher die Gewalt komme. (Zwischenruf des Abg. Edlinger. ) Ich trage etwas zu dieser Aufklärung bei, Herr Abgeordneter Pilz und meine sehr verehrten Damen und Herren von den Grünen: Wir haben hier ein Foto (die Rednerin zeigt ein Foto), auf dem Herr Öllinger gezeigt wird, wie er versucht, einem Polizisten den Schutzschild zu entreißen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ungeheuerlich! – He-Rufe bei den Freiheitlichen.) Herr Öllinger wird von einem daneben Stehenden – möglicherweise ist es auch ein Grüner – am Ärmel zurückgehalten. Das beweist, mit welcher Absicht Sie vom Herrn Inspektor Schnabl zu dieser Demonstration gerufen worden sind, Herr Abgeordneter! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Was hat sie eigentlich gesagt? Was ist der Ordnungsruf gewesen?
Präsident Dr. Heinz Fischer: Frau Abgeordnete! Für diese polemische Auseinandersetzung erteile ich Ihnen einen Ordnungsruf, und ich fordere Sie zum dritten Mal auf, Ihre Rede fortzusetzen. (Abg. Ing. Westenthaler: Was hat sie eigentlich gesagt? Was ist der Ordnungsruf gewesen?)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Edlinger: Sieg Heil! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Herr Präsident! Der Herr Edlinger hat "Sieg Heil" gesagt! – Abg. Ing. Westenthaler: Zur Geschäftsordnung!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sie von der Opposition sollten sich wirklich einmal überlegen, mit wem Sie hier gemeinsame Sache machen. Österreich dienen Sie damit jedenfalls nicht! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Edlinger: Sieg Heil! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Herr Präsident! Der Herr Edlinger hat "Sieg Heil" gesagt! – Abg. Ing. Westenthaler: Zur Geschäftsordnung!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Herr Edlinger, verlassen Sie den Sitzungssaal! – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Wir machen nicht weiter!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Herr Klubobmann! Ich werde mir das Protokoll kommen lassen. Ich habe diesen Zwischenruf nicht gehört. Wenn der Zwischenruf tatsächlich gefallen ist, werde ... (Abg. Dr. Partik-Pablé: Herr Edlinger, verlassen Sie den Sitzungssaal! – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Wir machen nicht weiter!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe eine Sitzungsunterbrechung verlangt! – Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Herr Klubobmann Westenthaler! Der Präsident ruft zur Geschäftsbehandlung Herrn Klubobmann Dr. Khol auf. – Herr Klubobmann Dr. Khol, Sie sind am Wort. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe eine Sitzungsunterbrechung verlangt! – Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja ungeheuerlich, so etwas! – Zwischenrufe des Abg. Mag. Schweitzer.
Abgeordneter Dr. Andreas Khol (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Auch meine Kollegen haben diesen inakzeptablen Zwischenruf gehört. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja ungeheuerlich, so etwas! – Zwischenrufe des Abg. Mag. Schweitzer. ) Ich glaube, dass wir die Sitzung nicht fortführen können. (Abg. Ing. Westenthaler: Das geht so nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das geht so nicht!
Abgeordneter Dr. Andreas Khol (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Auch meine Kollegen haben diesen inakzeptablen Zwischenruf gehört. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja ungeheuerlich, so etwas! – Zwischenrufe des Abg. Mag. Schweitzer. ) Ich glaube, dass wir die Sitzung nicht fortführen können. (Abg. Ing. Westenthaler: Das geht so nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Nein, wirklich nicht! Wir machen nicht weiter! – Seitens der Protokollführung wird dem den Vorsitz führenden Präsidenten Dipl.-Ing. Prinzhorn durch Nicken zu verstehen gegeben, dass der erwähnte Zwischenruf tatsächlich gefallen ist.
Ich verlange jetzt eine Sitzungsunterbrechung, die Einberufung einer Präsidiale bis zur Feststellung durch die Stenographen; vielleicht kann die Stenographin etwas sagen. Jedenfalls berate ich unter einem "Sieg Heil"-Ruf des Herrn Abgeordneten Edlinger nicht weiter. (Abg. Ing. Westenthaler: Nein, wirklich nicht! Wir machen nicht weiter! – Seitens der Protokollführung wird dem den Vorsitz führenden Präsidenten Dipl.-Ing. Prinzhorn durch Nicken zu verstehen gegeben, dass der erwähnte Zwischenruf tatsächlich gefallen ist.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Edlinger –: Treten Sie zurück!
An die Kollegen der SPÖ stelle ich nun die rhetorische Frage: Stellen Sie sich vor, es hätte ein freiheitlicher Abgeordneter im Zuge dieser heutigen parlamentarischen Debatte jenen unsäglichen Sager getätigt, den Rudolf Edlinger von sich gegeben hat, indem er in die Diskussion "Sieg Heil!" gerufen hat! Was hätten Sie dann getan? Stellen Sie sich vor, was da los gewesen wäre! Stellen Sie sich vor, wie Sie, meine Damen und Herren von der SPÖ und auch von den Grünen, darauf reagiert hätten! Das, Kollege Edlinger, ist nicht unser Stil! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Edlinger –: Treten Sie zurück!)
Abg. Mag. Stoisits: Das ist leider wahr! – Abg. Ing. Westenthaler: Ordnungsruf! – Abg. Mag. Posch: Es ist besser, Sie gehen in Frühpension, Herr Präsident!
Frau Abgeordnete Stoisits! Ihre Zurufe in Richtung Rednerpult: "Das sind alles Lügen!", die können Sie sich sparen! (Abg. Mag. Stoisits: Das ist leider wahr! – Abg. Ing. Westenthaler: Ordnungsruf! – Abg. Mag. Posch: Es ist besser, Sie gehen in Frühpension, Herr Präsident!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abgeordneten Dr. Van der Bellen –: Distanzieren Sie sich von Öllinger! Das kann doch nicht so schwer sein, zu sagen: Ich distanziere mich von Öllinger, von seiner Gewalt! – Das muss möglich sein, Herr Professor!
Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Professor Van der Bellen. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 4 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abgeordneten Dr. Van der Bellen –: Distanzieren Sie sich von Öllinger! Das kann doch nicht so schwer sein, zu sagen: Ich distanziere mich von Öllinger, von seiner Gewalt! – Das muss möglich sein, Herr Professor!)
Abg. Ing. Westenthaler – ein Foto vorzeigend –: Er hat es bewiesen!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Meine Damen und Herren! Ich werde jetzt versuchen, meinen Blutdruck ganz niedrig zu halten. Das ist nicht leicht. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ihr Blutdruck interessiert uns überhaupt nicht!) Es trat hier mein Vorredner von der Volkspartei an das Rednerpult und sagte nicht nur sinngemäß, sondern zum Teil wörtlich, die Grünen seien die Partei der Gewalt, hätten Kriminelle in ihren Reihen (demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen), der Rädelsführer von Gewalttaten sei bei den grünen Abgeordneten angesiedelt – doch das Präsidium schweigt. Sofern ich mich nicht ganz verhört habe – ich kann es ja immer noch nicht glauben –, sagt der Herr Präsident zur Rede des Herrn Kiss, der lauter strafbare Sachen, klagsfähige Dinge hier vom Rednerpult aus behauptet hat ... (Abg. Ing. Westenthaler – ein Foto vorzeigend –: Er hat es bewiesen!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Polizisten angreifen, das nennen Sie lächerlich?!
Ha! Das lächerliche Bildchen nennen Sie einen Beweis? Mein Gott! Geh, bitte! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Polizisten angreifen, das nennen Sie lächerlich?!) Das wird alles Sache der Gerichtsverhandlung sein. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein "lächerliches Bildchen", wo auf Polizisten eingedroschen wird!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein "lächerliches Bildchen", wo auf Polizisten eingedroschen wird!
Ha! Das lächerliche Bildchen nennen Sie einen Beweis? Mein Gott! Geh, bitte! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Polizisten angreifen, das nennen Sie lächerlich?!) Das wird alles Sache der Gerichtsverhandlung sein. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein "lächerliches Bildchen", wo auf Polizisten eingedroschen wird!)
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Nicht einmal dieses Versprechen können Sie einhalten!
Aber ich habe ja versprochen, mich nicht aufzuregen. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Nicht einmal dieses Versprechen können Sie einhalten!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Jung: Jetzt reicht es! – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! "Entblöden"! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Was heißt das, "entblöden"?
Herr Kollege Khol! Irgendwann einmal in der Vergangenheit hat es wahrscheinlich auch in der ÖVP – ich sage das jetzt, ohne auf einen konkreten Fall einzugehen – die Vorstellung gegeben, dass es in der Republik Österreich so etwas gibt, was man Unschuldsvermutung nennt, bevor ein Gerichtsverfahren nicht abgeschlossen ist. (Abg. Jung: Das sagen Sie, der Sie Pilz in Ihren Reihen haben!?) Nun gingen Sie da heraus und stellten Behauptungen auf, auch öffentlich in Aussendungen, vor laufenden Mikrophonen, diffamierten einen Abgeordneten dieses Hohen Hauses, ohne den geringsten Beweis, ohne dass ein allfälliges Gerichtsverfahren abgewartet wurde, und zeigten uns ... (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer, der dem Redner ein Foto entgegenhält.) – Sie entblöden sich nicht, diese Farbbildchen zu zeigen. Das ist ja wirklich das Letzte. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Jung: Jetzt reicht es! – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! "Entblöden"! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Was heißt das, "entblöden"?)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Distanzieren Sie sich von Öllinger!
Zu den Gewalttaten: Ich glaube nicht, dass man sich noch deutlicher ausdrücken kann als der Abgeordnete Pilz heute in diesem Hohen Haus. Ich kann das nur unterschreiben! (Abg. Dr. Partik-Pablé: "Filetieren" wird er die Freiheitlichen, hat er gesagt!) Das Entwenden von Pflastersteinen, Holzlatten, Eisenstangen, von egal was, von gefährlichen Dingen dieser Art, und deren Einsatz gegen Menschen sind kriminelle Akte. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Stellen Sie sich doch nicht vor gewalttätige Abgeordnete!) Ich habe dafür nicht das geringste Verständnis! Ich habe es nie gehabt, und ich habe auch heute nicht das geringste Verständnis dafür! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Distanzieren Sie sich von Öllinger!)
Abg. Ing. Westenthaler: Mit beiden Händen!
Ich verstehe – Herr Miedl, um darauf zurückzukommen, was Sie vor einer Stunde gesagt haben – durchaus die Gefühle der Polizisten, die da in der ersten Reihe stehen müssen. Es kommt irgendetwas geflogen, man weiß nicht, was. Aber die Unterstellung, dass ein anwesender Abgeordneter nicht vermittelt, zu reden versucht, beide Teile zu beschwichtigen versucht (Abg. Ing. Westenthaler: Mit beiden Händen!) und dass man von vornherein wissen müsste, dass das keinen Erfolg haben kann, das ist eine miese Unterstellung!
Abg. Ing. Westenthaler: Wirklich nicht!
Ich erinnere Sie, es hat Fälle gegeben, nicht zuletzt mit dem Kollegen Pilz, bei denen Kollege Pilz im Einvernehmen und sozusagen auf Abruf, auf speziellen Wunsch der Polizei in Wien gebeten worden ist zu vermitteln. (Abg. Ing. Westenthaler: Wirklich nicht!) Der zuständige Minister – das war Minister Schlögl – hat das hier von der Regierungsbank aus bestätigt. Das war nämlich die Besetzung der türkischen Botschaft durch Angehörige der Kurden. Wenn Sie sich nur erinnern, was das für eine ungemein heikle Situation war! Der zuständige Innenminister hat von hier aus bestätigt, wie positiv der Einsatz von Peter Pilz war. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Lenken Sie nicht ab! – Abg. Ing. Westenthaler: Warum geht dann Herr Öllinger auf die Polizei los? Das wissen wir noch immer nicht!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Lenken Sie nicht ab! – Abg. Ing. Westenthaler: Warum geht dann Herr Öllinger auf die Polizei los? Das wissen wir noch immer nicht!
Ich erinnere Sie, es hat Fälle gegeben, nicht zuletzt mit dem Kollegen Pilz, bei denen Kollege Pilz im Einvernehmen und sozusagen auf Abruf, auf speziellen Wunsch der Polizei in Wien gebeten worden ist zu vermitteln. (Abg. Ing. Westenthaler: Wirklich nicht!) Der zuständige Minister – das war Minister Schlögl – hat das hier von der Regierungsbank aus bestätigt. Das war nämlich die Besetzung der türkischen Botschaft durch Angehörige der Kurden. Wenn Sie sich nur erinnern, was das für eine ungemein heikle Situation war! Der zuständige Innenminister hat von hier aus bestätigt, wie positiv der Einsatz von Peter Pilz war. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Lenken Sie nicht ab! – Abg. Ing. Westenthaler: Warum geht dann Herr Öllinger auf die Polizei los? Das wissen wir noch immer nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Warum gibt es eine Anzeige?
Er ist nicht auf die Polizei losgegangen! Soll man das tausendmal wiederholen? Ihre Bilderln sind ein Schmarren! Machen Sie ein Feuerl draus! Zeigen Sie es der Staatsanwaltschaft, und dann werden wir schon sehen. Glauben Sie, wir haben keine Zeugen für den Vorfall? (Abg. Ing. Westenthaler: Warum gibt es eine Anzeige?) Das werden wir uns anschauen! Das ist eine miese Politik von Ihrer Seite, das ist alles! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie verteidigen einen gewaltsamen Abgeordneten in Ihren Reihen!
Seit Jahren versucht Klubobmann Khol, versuchen bestimmte Teile der ÖVP, zum Beispiel der Herr Kiss (Abg. Ing. Westenthaler: Sie verteidigen einen gewaltsamen Abgeordneten in Ihren Reihen!), und natürlich die gesamte FPÖ uns immer irgendwo hinzustellen, wo wir Ihren Spekulationen nach ein paar bürgerliche Wähler verschrecken könnten. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Der Herr Pilz bei den Opernballdemonstrationen!) Darauf hoffen Sie natürlich. Seit Jahren versuchen Sie erfolglos, mich, den Herrn Van der Bellen, als habilitierten Hooligan hinzustellen. (Heiterkeit. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie nicht, aber Sie dulden das alles!) Auch die nächsten Jahre werden Sie erfolglos sein. Ich weiß nicht, ob Sie wissen, was ein habilitierter Hooligan ist. (Abg. Dr. Martin Graf: Petrovic ist nach Berlin gefahren, um gewalttätig zu demonstrieren!) Ja, ja, ist alles erstunken und erlogen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: "Erstunken und erlogen", ja sagen Sie einmal! Das ist Ihre Methode, dass Sie Tatsachen verdrehen! – Abg. Dr. Martin Graf: Ins Ausland ist sie gefahren, um gewalttätig zu demonstrieren!) Ich lasse mich auf das nicht ein.
Abg. Ing. Westenthaler: Polizisten-Dreschen war angesagt!
Aber noch etwas zur Demonstrationsfreiheit. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist Ihre Methode, dass Sie Tatsachen verdrehen!) Die freiheitlichen und konservativen Redner heute haben es schon in einem bemerkenswerten Ausmaß geschafft, den eigentlichen Anlass der Demonstration der 4 000 (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie sind der größte Verdreher von Tatsachen!), davon viele Jugendliche, Mädchen, Burschen unter 18 Jahren, warum die überhaupt auf die Straße gegangen sind (Abg. Mag. Schweitzer: Weil Sie sie aufgerufen haben, dorthin zu gehen!), zu verschweigen. Weil es eine Neonazi-Demonstration gegeben hat, deswegen! Und dazu haben Sie sich alle verschwiegen. (Abg. Ing. Westenthaler: Polizisten-Dreschen war angesagt!)
Abg. Dr. Martin Graf: Was sagen Sie zum Edlinger? – Abg. Dr. Partik-Pablé: Der Edlinger hat "Sieg Heil!" gerufen und sitzt da im Parlament! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Edlinger hat in diesem Haus dasselbe gerufen wie die Neonazis! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich würde sogar sagen – und ich glaube, im Gegensatz zu Herrn Jarolim, wenn ich das richtig verstanden habe –: Es muss in der Republik Österreich möglich sein, friedlich zu demonstrieren, zum Beispiel gegen die Wehrmachtsausstellung. (Abg. Dr. Martin Graf: Es ist Wurscht, gegen was die Grünen demonstrieren, es ist immer Gewalt dabei!) Ich persönlich halte das für falsch, aber wenn jemand meint, gegen die Wehrmachtsausstellung demonstrieren zu müssen, bitte schön, dann soll er oder sie demonstrieren. (Abg. Dr. Martin Graf: Das ist doch ein willkommener Anlass für Anarchisten!) Aber nationalsozialistische Wiederbetätigung, das Absingen von Naziliedern in der Kärntner Straße, meine Damen und Herren (Abg. Dr. Martin Graf: Der Edlinger!), das gehört nicht dazu (Beifall bei den Grünen und der SPÖ), das fällt in Österreich unter das Verbotsgesetz. Das erwarte ich mir in dieser Eindeutigkeit auch von Ihnen festgestellt zu wissen. Das habe ich heute nicht gehört. (Abg. Dr. Martin Graf: Was sagen Sie zum Edlinger? – Abg. Dr. Partik-Pablé: Der Edlinger hat "Sieg Heil!" gerufen und sitzt da im Parlament! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Edlinger hat in diesem Haus dasselbe gerufen wie die Neonazis! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Als Polizist kann man auch verletzt werden!
Deswegen kann es nicht richtig sein, was ich heute von der Abgeordneten Partik-Pablé, aber leider auch von der Frau Vizekanzlerin gehört habe, nämlich sinngemäß: Wenn man zu so einer Demonstration nicht hingeht, kann man auch nicht irgendwie plötzlich am Ort von Gewalttaten sein. Man kann ja verletzt werden als Demonstrant (Abg. Ing. Westenthaler: Als Polizist kann man auch verletzt werden!), nicht nur als Polizist, auch als Demonstrant. (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn man dem Öllinger begegnet, läuft man Gefahr, verletzt zu werden!) Aber das kann ja wohl nicht die Antwort sein, Frau Vizekanzlerin, das meinen Sie wohl nicht im Ernst, dass wir jetzt alle aufrufen, egal, ob das jetzt die Bauern mit ihren Traktoren (Abg. Dr. Partik-Pablé: Die haben keine Pflastersteine in der Hand gehabt! – Abg. Ing. Westenthaler: Die Bauern werfen keine Pflastersteine!) oder die Studierenden sind, irgendwer, der zu Recht oder zu Unrecht demonstrieren will, nicht hinzugehen, denn es könnte ja etwas passieren. Das kann ja wohl nicht die Antwort sein, aber wirklich nicht! (Abg. Schwarzenberger: Das ist eines Professors unwürdig! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sagen Sie sich doch endlich los von diesen gewalttätigen Demonstrationen! Seit zwei Jahren gibt es diese gewalttätigen Demonstrationen! – Abg. Dr. Petrovic: Seit zwei Jahren gibt es diese Regierung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wenn man dem Öllinger begegnet, läuft man Gefahr, verletzt zu werden!
Deswegen kann es nicht richtig sein, was ich heute von der Abgeordneten Partik-Pablé, aber leider auch von der Frau Vizekanzlerin gehört habe, nämlich sinngemäß: Wenn man zu so einer Demonstration nicht hingeht, kann man auch nicht irgendwie plötzlich am Ort von Gewalttaten sein. Man kann ja verletzt werden als Demonstrant (Abg. Ing. Westenthaler: Als Polizist kann man auch verletzt werden!), nicht nur als Polizist, auch als Demonstrant. (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn man dem Öllinger begegnet, läuft man Gefahr, verletzt zu werden!) Aber das kann ja wohl nicht die Antwort sein, Frau Vizekanzlerin, das meinen Sie wohl nicht im Ernst, dass wir jetzt alle aufrufen, egal, ob das jetzt die Bauern mit ihren Traktoren (Abg. Dr. Partik-Pablé: Die haben keine Pflastersteine in der Hand gehabt! – Abg. Ing. Westenthaler: Die Bauern werfen keine Pflastersteine!) oder die Studierenden sind, irgendwer, der zu Recht oder zu Unrecht demonstrieren will, nicht hinzugehen, denn es könnte ja etwas passieren. Das kann ja wohl nicht die Antwort sein, aber wirklich nicht! (Abg. Schwarzenberger: Das ist eines Professors unwürdig! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sagen Sie sich doch endlich los von diesen gewalttätigen Demonstrationen! Seit zwei Jahren gibt es diese gewalttätigen Demonstrationen! – Abg. Dr. Petrovic: Seit zwei Jahren gibt es diese Regierung!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Die haben keine Pflastersteine in der Hand gehabt! – Abg. Ing. Westenthaler: Die Bauern werfen keine Pflastersteine!
Deswegen kann es nicht richtig sein, was ich heute von der Abgeordneten Partik-Pablé, aber leider auch von der Frau Vizekanzlerin gehört habe, nämlich sinngemäß: Wenn man zu so einer Demonstration nicht hingeht, kann man auch nicht irgendwie plötzlich am Ort von Gewalttaten sein. Man kann ja verletzt werden als Demonstrant (Abg. Ing. Westenthaler: Als Polizist kann man auch verletzt werden!), nicht nur als Polizist, auch als Demonstrant. (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn man dem Öllinger begegnet, läuft man Gefahr, verletzt zu werden!) Aber das kann ja wohl nicht die Antwort sein, Frau Vizekanzlerin, das meinen Sie wohl nicht im Ernst, dass wir jetzt alle aufrufen, egal, ob das jetzt die Bauern mit ihren Traktoren (Abg. Dr. Partik-Pablé: Die haben keine Pflastersteine in der Hand gehabt! – Abg. Ing. Westenthaler: Die Bauern werfen keine Pflastersteine!) oder die Studierenden sind, irgendwer, der zu Recht oder zu Unrecht demonstrieren will, nicht hinzugehen, denn es könnte ja etwas passieren. Das kann ja wohl nicht die Antwort sein, aber wirklich nicht! (Abg. Schwarzenberger: Das ist eines Professors unwürdig! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sagen Sie sich doch endlich los von diesen gewalttätigen Demonstrationen! Seit zwei Jahren gibt es diese gewalttätigen Demonstrationen! – Abg. Dr. Petrovic: Seit zwei Jahren gibt es diese Regierung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Weil es nicht wahr ist!
Für mich ist ja faszinierend, dass ein Artikel der "Salzburger Nachrichten", der offensichtlich das unterstützen sollte, was du dort getan hast, auch einen Widerspruch produziert. Es handelt sich hier nämlich um einen Artikel, dessen Autor deinem Verhalten wohlwollend gesonnen ist, in dem aber nicht steht, dass irgendjemand dich getreten hätte. Das steht da nicht. Dieser Redakteur, wer immer das geschrieben hat, hätte das natürlich mit solchen Schlagzeilen berichtet, hätte dich ein Polizist getreten, weil er so wohlwollend für dich geschrieben hat. Mich interessiert der Redakteur von den "Salzburger Nachrichten". Warum hat er nicht geschrieben, dass Öllinger getreten wurde? (Abg. Ing. Westenthaler: Weil es nicht wahr ist!) Öllinger wurde nicht getreten, er soll getreten haben, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!) Das ist der ganz kleine Unterschied, und deshalb ist die Sache jetzt aktenkundig. Es gibt eine Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft, und da mische ich mich nicht mehr ein. Die Gerichte werden alles aufklären. Ich glaube, die nächsten Wochen wirst du schlecht schlafen, Karl Öllinger, aber das ist nicht mein Problem.
Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!
Für mich ist ja faszinierend, dass ein Artikel der "Salzburger Nachrichten", der offensichtlich das unterstützen sollte, was du dort getan hast, auch einen Widerspruch produziert. Es handelt sich hier nämlich um einen Artikel, dessen Autor deinem Verhalten wohlwollend gesonnen ist, in dem aber nicht steht, dass irgendjemand dich getreten hätte. Das steht da nicht. Dieser Redakteur, wer immer das geschrieben hat, hätte das natürlich mit solchen Schlagzeilen berichtet, hätte dich ein Polizist getreten, weil er so wohlwollend für dich geschrieben hat. Mich interessiert der Redakteur von den "Salzburger Nachrichten". Warum hat er nicht geschrieben, dass Öllinger getreten wurde? (Abg. Ing. Westenthaler: Weil es nicht wahr ist!) Öllinger wurde nicht getreten, er soll getreten haben, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!) Das ist der ganz kleine Unterschied, und deshalb ist die Sache jetzt aktenkundig. Es gibt eine Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft, und da mische ich mich nicht mehr ein. Die Gerichte werden alles aufklären. Ich glaube, die nächsten Wochen wirst du schlecht schlafen, Karl Öllinger, aber das ist nicht mein Problem.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist interessant! – Rufe bei den Freiheitlichen: Hört! Hört!
Zum Zweiten: Nachdem ich gehört habe, dass eine Kontaktaufnahme mit Herrn Abgeordnetem Öllinger stattgefunden hat, habe ich den zuständigen Generalinspektor dazu natürlich befragt. – Ich muss sagen, ich stelle eine Differenz in den Aussagen fest, Herr Abgeordneter! Nach der Information, die ich vom Herrn Generalinspektor bekommen habe, haben entweder Sie hier im Parlament oder hat der Herr Generalinspektor mir nicht die Wahrheit gesagt. Ich denke, dieser Sache müssen wir auf den Grund gehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist interessant! – Rufe bei den Freiheitlichen: Hört! Hört!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Ein Eiertanz nach dem anderen! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Grüne –: Ihr solltet euch besser koordinieren mit dem Schnabl!
Weiters in Bezug auf Herrn Abgeordneten Öllinger (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ein Eiertanz nach dem anderen! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Grüne –: Ihr solltet euch besser koordinieren mit dem Schnabl!): Ja, es ist richtig, es wurde eine Sachverhaltsdarstellung übergeben.
Lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Herr Edlinger hat keine Glatze! Der Edlinger hat keine! – Abg. Gaugg: Der Edlinger hat verschiedene Krawatten, aber keine Glatze!
In einem Punkt, Herr Bundesminister, haben Sie vollkommen Recht: Es darf keine unzulässige Einschränkung des Demonstrationsrechtes geben. Aber warum gilt das nur für Neonazis? Warum gilt das nur für "Sieg Heil!" schreiende Glatzen, für die es eben nicht gelten dürfte? (Lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Herr Edlinger hat keine Glatze! Der Edlinger hat keine! – Abg. Gaugg: Der Edlinger hat verschiedene Krawatten, aber keine Glatze!)
Abg. Ing. Westenthaler: Erzählen Sie uns keine Schauermärchen!
Das hat nichts mit gewalttätigen Absichten zu tun, sondern das hat damit zu tun, dass jede Demonstrantin und jeder Demonstrant in Österreich, insbesondere in Wien, damit rechnen müssen, dass über sie Akten geführt werden und Aufzeichnungen gespeichert, aufbewahrt und mit anderen Daten verknüpft werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Erzählen Sie uns keine Schauermärchen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Friedliche Bürger? – Abg. Kiss: Aggressive Bürger! – Abg. Dr. Martin Graf: Wer war friedlich?
Meine Damen und Herren! Friedliche Demonstrantinnen und Demonstranten, Menschen, die Grundrechte wahrnehmen, brauchen auch die Sicherheit, dass die friedliche Ausübung eines Grundrechtes nicht zum Vorwand für polizeiliche Aufzeichnungen genommen wird. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Fink: Sie brauchen die Sicherheit vor Gewalttaten!) Die österreichische Polizei hat kein Recht, staatspolizeiliche Dokumentationen über friedliche und unbescholtene Bürgerinnen und Bürger anzulegen. (Abg. Ing. Westenthaler: Friedliche Bürger? – Abg. Kiss: Aggressive Bürger! – Abg. Dr. Martin Graf: Wer war friedlich?)
Abg. Ing. Westenthaler: Schön langsam glaube ich, der Pilz war vermummt bei dieser Demonstration! – Abg. Kiss: Wir werden ihn nicht erkennen, wenn er vermummt in den Ausschuss kommt!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Gaugg. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Schön langsam glaube ich, der Pilz war vermummt bei dieser Demonstration! – Abg. Kiss: Wir werden ihn nicht erkennen, wenn er vermummt in den Ausschuss kommt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Meinen Sie die Wortwahl vom Edlinger? Nicht über die Wortwahl heute reden!
Man muss sich die Wortwahl anhören, wenn der Abgeordnete Gaugg zum Abgeordneten Van der Bellen sagt, er habe kriminelle Elemente in seiner Fraktion. (Abg. Ing. Westenthaler: Meinen Sie die Wortwahl vom Edlinger? Nicht über die Wortwahl heute reden!) Was heißt das? Gibt es keine Unschuldsvermutung? Was heißt das? Woher weiß er das überhaupt? Wie kann er das überhaupt behaupten?
Abg. Mag. Schweitzer: Doch! Jarolim! – Abg. Ing. Westenthaler: Jarolim!
Zu Ihren Anträgen kann ich nur sagen: Niemand von uns hat gefordert, dass am Heldenplatz keine Demonstrationen stattfinden (Abg. Mag. Schweitzer: Doch! Jarolim! – Abg. Ing. Westenthaler: Jarolim!), wir fordern nur, dass es keine Demonstrationen gibt, die neonazistischer Art sind, die Wiederbetätigung sind. Die haben dort und nirgends in Österreich etwas verloren! Daher brauchen Sie den Entschließungsantrag gar nicht zu stellen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ach so?)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ach so?
Zu Ihren Anträgen kann ich nur sagen: Niemand von uns hat gefordert, dass am Heldenplatz keine Demonstrationen stattfinden (Abg. Mag. Schweitzer: Doch! Jarolim! – Abg. Ing. Westenthaler: Jarolim!), wir fordern nur, dass es keine Demonstrationen gibt, die neonazistischer Art sind, die Wiederbetätigung sind. Die haben dort und nirgends in Österreich etwas verloren! Daher brauchen Sie den Entschließungsantrag gar nicht zu stellen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ach so?)
Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung SPÖ –: Wieso hat aus Ihrer Fraktion jemand "Sieg Heil!" gerufen? – Abg. Ing. Westenthaler: Für den wollen Sie jetzt das Demonstrationsverbot! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Kukacka. – Bitte. (Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung SPÖ –: Wieso hat aus Ihrer Fraktion jemand "Sieg Heil!" gerufen? – Abg. Ing. Westenthaler: Für den wollen Sie jetzt das Demonstrationsverbot! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Kein guter Tag heute für die Grünen!
Meine Damen und Herren! Das sind die Leute, die Sie unterstützen und die sich hinter der Vermummung verstecken, um Gewalttaten zu begehen. Wer aber in einer Demokratie und in einem Rechtsstaat demonstriert, der braucht sich nicht zu vermummen, der nimmt ein Grundrecht für sich in Anspruch, das vom Staat geschützt wird, meine Damen und Herren. Es sei denn, er will unerkannt Gesetze verletzen und Gewalt ausüben. Das wollen wir nicht, und das werden wir auch in Zukunft zu verhindern wissen, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Kein guter Tag heute für die Grünen!)
Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen in Richtung der Abgeordneten der SPÖ, die sich nicht erheben: Na? Vermummung! Cap! – Abg. Ing. Westenthaler – sich das Sakko vor das Gesicht haltend –: Die SPÖ ist für die Vermummung! Tut’s euch vermummen!
Ich bitte jene Damen und Herren, die dafür eintreten, um ein Zeichen der Zustimmung. (Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen in Richtung der Abgeordneten der SPÖ, die sich nicht erheben: Na? Vermummung! Cap! – Abg. Ing. Westenthaler – sich das Sakko vor das Gesicht haltend –: Die SPÖ ist für die Vermummung! Tut’s euch vermummen!) – Der Antrag von ÖVP und FPÖ ist mit Stimmenmehrheit angenommen. (E 131.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein skandalöser Antrag! Linksextremismus!
Wir gelangen nunmehr zur Abstimmung über den Entschließungsantrag der Abgeordneten Dr. Cap, Kolleginnen und Kollegen betreffend das Verbot neonazistischer Demonstrationen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein skandalöser Antrag! Linksextremismus!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie: Ich distanziere mich!, und setzen Sie sich wieder nieder!
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie: Ich distanziere mich!, und setzen Sie sich wieder nieder!) Die EU verlangt und erwartet die mündige Konsumentin, den mündigen Konsumenten. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist viel zu lang und zu groß angesetzt! – Ruf bei den Freiheitlichen: Redezeit!) Wir brauchen Information. Ein Konsumentenbeirat kann einen Beitrag zur Schaffung eines mündigen Konsumenten leisten, und dann funktionieren auch die Wirtschaft und der Wettbewerb. (Abg. Ing. Westenthaler: Redezeit!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist viel zu lang und zu groß angesetzt! – Ruf bei den Freiheitlichen: Redezeit!
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie: Ich distanziere mich!, und setzen Sie sich wieder nieder!) Die EU verlangt und erwartet die mündige Konsumentin, den mündigen Konsumenten. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist viel zu lang und zu groß angesetzt! – Ruf bei den Freiheitlichen: Redezeit!) Wir brauchen Information. Ein Konsumentenbeirat kann einen Beitrag zur Schaffung eines mündigen Konsumenten leisten, und dann funktionieren auch die Wirtschaft und der Wettbewerb. (Abg. Ing. Westenthaler: Redezeit!)
Abg. Ing. Westenthaler: Redezeit!
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie: Ich distanziere mich!, und setzen Sie sich wieder nieder!) Die EU verlangt und erwartet die mündige Konsumentin, den mündigen Konsumenten. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist viel zu lang und zu groß angesetzt! – Ruf bei den Freiheitlichen: Redezeit!) Wir brauchen Information. Ein Konsumentenbeirat kann einen Beitrag zur Schaffung eines mündigen Konsumenten leisten, und dann funktionieren auch die Wirtschaft und der Wettbewerb. (Abg. Ing. Westenthaler: Redezeit!)
Sitzung Nr. 101
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Auch ich!
Herr Klubobmann Khol, Sie haben gesagt, Sie melden sich vor dem Redner. Wenn ein Redner einmal aufgerufen ist, dann habe ich ein Problem damit. Aber um nicht eine schwierige Situation weiter zu belasten, erteile ich Ihnen das Wort zur Geschäftsbehandlung. (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Auch ich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Zur Geschäftsbehandlung! – Ein Großteil der Abgeordneten der ÖVP verlässt den Sitzungssaal.
Ich bitte um Verständnis und bitte jeden, der so wie ich denkt, auch zu gehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Zur Geschäftsbehandlung! – Ein Großteil der Abgeordneten der ÖVP verlässt den Sitzungssaal.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja die nächste Ungeheuerlichkeit!
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Abgeordneter Edlinger hat hier als Begründung für sein gestriges unglaubliches Verhalten seine Emotion genannt und hat sie unter anderem damit begründet, die Bundesregierung hätte eine Neonazi-Demonstration am Heldenplatz zugelassen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja die nächste Ungeheuerlichkeit!)
Lebhafter Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Der hat sich überhaupt nicht mehr im Griff! Da musst du jedes Mal Angst haben, wenn der herausgeht! Der entgleist bei jeder Rede mittlerweile!
Das ist eine ungeheuerliche neuerliche Entgleisung! Wahr ist vielmehr, dass der Innenminister gestern nachgewiesen hat, dass er ein Gesetz, das Untersagungsmöglichkeiten vorsieht, korrekt vollzogen hat. Er hat Gesetze zu vollziehen – und nicht die Wünsche der SPÖ, meine Damen und Herren! Kommen Sie heraus und entschuldigen Sie sich neuerlich, Herr Kollege Edlinger! (Lebhafter Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Der hat sich überhaupt nicht mehr im Griff! Da musst du jedes Mal Angst haben, wenn der herausgeht! Der entgleist bei jeder Rede mittlerweile!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Grünen verteidigen einen "Sieg Heil!"-Ruf!
Ich möchte jetzt, da viele RednerInnen von den Regierungsparteien noch einmal auf den Kollegen Edlinger und seinen gestrigen Zwischenruf Bezug genommen haben, schon noch eines anmerken: Ich kenne den Kollegen Edlinger, seit ich hier im Haus bin (Abg. Dr. Martin Graf: Geben Sie es zu, das hätten Sie auch nicht gedacht!), auch noch in seiner Eigenschaft als Minister, und ich muss sagen: Ich habe ihn kennen gelernt als Demokraten, der dies ohne Zweifel ist, und sicherlich auch als Antifaschisten. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Grünen verteidigen einen "Sieg Heil!"-Ruf!) Was heißt verteidigen? Es geht darum, wie hier scheinheilige Gegenmaßnahmen getroffen werden. Das ist Ihr Problem! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Grünen verteidigen Naziparolen!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Grünen verteidigen Naziparolen!
Ich möchte jetzt, da viele RednerInnen von den Regierungsparteien noch einmal auf den Kollegen Edlinger und seinen gestrigen Zwischenruf Bezug genommen haben, schon noch eines anmerken: Ich kenne den Kollegen Edlinger, seit ich hier im Haus bin (Abg. Dr. Martin Graf: Geben Sie es zu, das hätten Sie auch nicht gedacht!), auch noch in seiner Eigenschaft als Minister, und ich muss sagen: Ich habe ihn kennen gelernt als Demokraten, der dies ohne Zweifel ist, und sicherlich auch als Antifaschisten. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Grünen verteidigen einen "Sieg Heil!"-Ruf!) Was heißt verteidigen? Es geht darum, wie hier scheinheilige Gegenmaßnahmen getroffen werden. Das ist Ihr Problem! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Grünen verteidigen Naziparolen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Freundschaft, Genossen!
Sehr geehrter Herr Abgeordneter! Ich habe den SPÖ-Entwurf zur Uni-Reform gelesen. Ich wollte Ihnen dazu gratulieren. Das ist ein sehr gutes Papier geworden, darauf ließe sich weiter aufbauen. – Zitatende. (Abg. Ing. Westenthaler: Freundschaft, Genossen!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Es wurde schon heftiger applaudiert, früher! War nicht überzeugend!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zur Beantwortung der Dringlichen Anfrage gelangt Frau Bundesministerin Gehrer zu Wort. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Es wurde schon heftiger applaudiert, früher! War nicht überzeugend!) Die Redezeit soll 20 Minuten nicht überschreiten. – Bitte, Frau Ministerin.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr macht Politik aus der Vergangenheit!
Enttäuscht bin ich auch über den Vorschlag, den Sie erstellt haben. Dieser Vorschlag ist zu 80 Prozent von unserem Vorschlag abgeschrieben und außerdem von dem Vorschlag, den Herr Kollege Einem am 22. März 1999 gemacht hat (die Rednerin hält ein Exemplar des erwähnten Vorschlags in die Höhe), und zu 20 Prozent stehen einfach Sachen darin, die einem alten Kuriendenken und dem Denken von vorgestern entsprechen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr macht Politik aus der Vergangenheit!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Zwischenrufe aus der Vergangenheit, Politik aus der Vergangenheit!
Ich denke, es ist wichtig, dass einige Vorwürfe und Behauptungen richtig gestellt werden. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Zwischenrufe aus der Vergangenheit, Politik aus der Vergangenheit!) Sie haben mit extremem Nachdruck in den Vordergrund gestellt, dass gerade im Bereich der Universitäten eine Einigung mit den Betroffenen erzielt werden muss. Ich frage mich, warum Sie eigentlich seinerzeit unter Ihrer Ministerin das Universitäts-Organisationsgesetz 1975 beschlossen haben, denn da gab es Demonstrationen, es wurde von der Zerstörung der Wissenschaft gesprochen, und es wurde mit Auswanderung gedroht.
Abg. Ing. Westenthaler: Das weiß er nicht mehr! Das hat er schon vergessen!
Es ist in einer Koalition üblich, dass Besetzungen gemeinsam erfolgen. – Das sollten Sie aus der Zeit unserer Koalition wissen. Wir haben auch immer gemeinsam besprochen, wer in welches Gremium entsandt wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Das weiß er nicht mehr! Das hat er schon vergessen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine schwache Dringliche!
Der Senat ist in Fragen der Organisations- und Entwicklungsplanung eingebunden. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine schwache Dringliche!)
Abg. Dr. Martin Graf: Das ist eine SPÖ-Dringliche! Passt ein bisschen auf von der SPÖ! – Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer wird bald allein in der ersten Reihe sitzen!
Derzeit gibt es 700 Darlehensfälle, wo praktisch ein zinsenfreies Darlehen gewährt wird. Der Bundeszuschuss pro Darlehen beträgt genau 7,27 €. (Abg. Dr. Martin Graf: Das ist eine SPÖ-Dringliche! Passt ein bisschen auf von der SPÖ! – Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer wird bald allein in der ersten Reihe sitzen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Eure Leute sollten da sein! Eure Mannschaft fehlt!
Abgeordneter DDr. Erwin Niederwieser (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Wenn Kollege Westenthaler meint, dass bei einer Dringlichen unbedingt geschrien werden muss, dann ist er auf der falschen Veranstaltung. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Eure Leute sollten da sein! Eure Mannschaft fehlt!) – Es kann auch einmal konstruktiv geredet werden. Oder ist Ihnen das so fremd? Aber beim konstruktiv Mitreden, da sind Sie wahrscheinlich nicht dabei, und daher gefällt Ihnen das Ganze nicht. (Abg. Ing. Westenthaler – auf die Galerie weisend –: Die wundern sich alle da oben, warum die SPÖ bei der eigenen Anfrage nicht da ist!)
Abg. Ing. Westenthaler – auf die Galerie weisend –: Die wundern sich alle da oben, warum die SPÖ bei der eigenen Anfrage nicht da ist!
Abgeordneter DDr. Erwin Niederwieser (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Wenn Kollege Westenthaler meint, dass bei einer Dringlichen unbedingt geschrien werden muss, dann ist er auf der falschen Veranstaltung. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Eure Leute sollten da sein! Eure Mannschaft fehlt!) – Es kann auch einmal konstruktiv geredet werden. Oder ist Ihnen das so fremd? Aber beim konstruktiv Mitreden, da sind Sie wahrscheinlich nicht dabei, und daher gefällt Ihnen das Ganze nicht. (Abg. Ing. Westenthaler – auf die Galerie weisend –: Die wundern sich alle da oben, warum die SPÖ bei der eigenen Anfrage nicht da ist!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht alle!
Kollege Graf, Sie schütteln den Kopf. Glauben Sie wirklich, dass diese 2 800 Betroffenen, die ja auch Ihnen stoßweise ihre Analysen und Bedenken zuschicken, diesen Gesetzentwurf nicht lesen können? Die sehen sehr wohl, was Sie mit ihnen vorhaben, und protestieren zu Recht dagegen, und bei diesem Protest wissen sie die SPÖ auf ihrer Seite. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht alle!)
Heiterkeit bei den Freiheitlichen – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ungefähr das, was Gusenbauer heute gesagt hat!
Das waren die Reaktionen laut "Presse" vom 10. April 1975 (Heiterkeit bei den Freiheitlichen – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ungefähr das, was Gusenbauer heute gesagt hat!), also zur Einführung des UOG 1975. Die gleichen Reaktionen gab es 1993 (Abg. Ing. Westenthaler: Hört, hört!), das war die Reform der SPÖ (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Er will es nicht hören!), die Firnberg’sche Universitätsreform, die ja zum Ziel hatte, dass Arbeiterkinder studieren können. Wie wir aus jeder sozialpolitischen Umfrage wissen, hat man damit arbeitende Studenten geschaffen, und nun überschwemmen arbeitslose Akademiker, die am Markt vorbei produziert wurden, das Land. – Das war Firnberg, Marke SPÖ. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Hört, hört!
Das waren die Reaktionen laut "Presse" vom 10. April 1975 (Heiterkeit bei den Freiheitlichen – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ungefähr das, was Gusenbauer heute gesagt hat!), also zur Einführung des UOG 1975. Die gleichen Reaktionen gab es 1993 (Abg. Ing. Westenthaler: Hört, hört!), das war die Reform der SPÖ (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Er will es nicht hören!), die Firnberg’sche Universitätsreform, die ja zum Ziel hatte, dass Arbeiterkinder studieren können. Wie wir aus jeder sozialpolitischen Umfrage wissen, hat man damit arbeitende Studenten geschaffen, und nun überschwemmen arbeitslose Akademiker, die am Markt vorbei produziert wurden, das Land. – Das war Firnberg, Marke SPÖ. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Er will es nicht hören!
Das waren die Reaktionen laut "Presse" vom 10. April 1975 (Heiterkeit bei den Freiheitlichen – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ungefähr das, was Gusenbauer heute gesagt hat!), also zur Einführung des UOG 1975. Die gleichen Reaktionen gab es 1993 (Abg. Ing. Westenthaler: Hört, hört!), das war die Reform der SPÖ (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Er will es nicht hören!), die Firnberg’sche Universitätsreform, die ja zum Ziel hatte, dass Arbeiterkinder studieren können. Wie wir aus jeder sozialpolitischen Umfrage wissen, hat man damit arbeitende Studenten geschaffen, und nun überschwemmen arbeitslose Akademiker, die am Markt vorbei produziert wurden, das Land. – Das war Firnberg, Marke SPÖ. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist unglaublich!
Sie sagen dann allerdings, Sie wollen Autonomie – das ist wirklich nur ein rudimentäres Fragment. Sie wollen das in ein Universitätsgesetz hineinschreiben, wie es hier in Ihrem Papier steht. Ich lese nur eine Passage vor: Jede Universität hat ein Mitteilungsblatt herauszugeben und im Internet, auf der Homepage der Universität öffentlich zugänglich zu machen. – Wenn das Ausdruck der Freiheit ist, die Sie den Universitäten gewähren wollen, dass Sie der Universität auch weiterhin vorschreiben wollen, ob diese ein Mitteilungsblatt herausgibt (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist unglaublich!), dann werden wir uns nicht treffen. So einfach ist das! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Schweitzer: Gusenbauer! Das haben Sie genau gesehen! Den Wischer haben Sie genau gesehen! Das gibt es nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Präsidenten Dr. Fischer –: Das war nicht so – der Zwischenrufer macht eine Handbewegung, als wolle er etwas trinken –, das war so – der Zwischenrufer macht eine Handbewegung vor seinem Kopf –!
Der Wissenschaftsminister Caspar Einem und auch der Wissenschaftssprecher der SPÖ, Niederwieser, haben 1999 erklärt, dass binnen fünf Jahren ein neues Universitätsgesetz umgesetzt sein muss. Meine Herren! Wir halten uns an den von Ihnen vorgegebenen Zeitplan aus 1999. Im Unterschied zu Ihnen sind wir allerdings universitätsfreundlicher. Wir wollen nämlich einen Universitätsrat, der aus zwei Mitgliedern von der Universität und zwei von der Bundesregierung besteht, und ein Fünfter ist zu wählen. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Präsidenten Dr. Fischer –: Das war nicht so – der Zwischenrufer macht eine Handbewegung, als wolle er etwas trinken –, das war so – der Zwischenrufer macht eine Handbewegung vor seinem Kopf –!)
Abg. Dr. Khol: Das ist eine politische Beurteilung! – Abg. Ing. Westenthaler: Keine tatsächliche Berichtigung! Keine tatsächliche Berichtigung! – Abg. Mag. Schweitzer: Er behauptet einfach etwas!
Wir sind dort nicht "abgeblitzt", sondern wir haben dort eine sehr konstruktive Diskussion auf Basis unseres Entwurfes geführt und sehr viel Applaus bekommen. Das ist Tatsache! (Abg. Dr. Khol: Das ist eine politische Beurteilung! – Abg. Ing. Westenthaler: Keine tatsächliche Berichtigung! Keine tatsächliche Berichtigung! – Abg. Mag. Schweitzer: Er behauptet einfach etwas!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war nichts! Das war nichts! Er hätte uns lieber erklären sollen, was mit der SPÖ heute los ist!
Tatsache ist, dass diese Passage im Begutachtungsentwurf Ihres Ministeriums steht. Es ist schon eine Premiere, dass ein Sprecher einer der Regierungsparteien dann herausgeht und sagt, das werde mit ihm nie und nimmer passieren. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war nichts! Das war nichts! Er hätte uns lieber erklären sollen, was mit der SPÖ heute los ist!)
Abg. Mag. Schweitzer: Fünf Jahre lang! – Abg. Ing. Westenthaler: Viel zu lang!
Herr Kollege Einem war Wissenschaftsminister dieser Republik – fünf Jahre lang. (Abg. Mag. Schweitzer: Fünf Jahre lang! – Abg. Ing. Westenthaler: Viel zu lang!) Er hat im Jahr 1999 einen Entwurf, eine Punktation für eine Universitätsreform vorgelegt – deckungsgleich mit unserem Entwurf. – Er hat es nur nicht durchgebracht. Das ist der große Unterschied zwischen einem sozialdemokratischen Wissenschaftsminister und unserer Liesl Gehrer. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Er hat geredet, diese Regierung, meine Damen und Herren, handelt!
Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung SPÖ –: 20 : 26! Wir sind 26! – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Drittel von der SPÖ ist noch da! Nur noch ein Drittel!
Das sind die Verfassungsfragen. Heute ist auch die Klarstellung erfolgt, was die Leistungsvereinbarungen bedeuten, nämlich öffentlich-rechtliche Vereinbarungen. Das ist sehr wichtig. Heute sind auch Klarstellungen erfolgt, wie der Zeitablauf sein wird. Meine Damen und Herren! Ich bin absolut davon überzeugt: Wir sind in einem guten und soliden Diskussionsprozess. (Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung SPÖ –: 20 : 26! Wir sind 26! – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Drittel von der SPÖ ist noch da! Nur noch ein Drittel!)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Ihr schaut traurig aus!
Hinter Ihnen, Herr Kollege Gusenbauer, sind die Reihen leer. Es geht Ihnen wie dem Erzherzog Karl auf dem Heldenplatz, der mit der Fahne in der Hand auf dem Pferd sitzt, in die Schlacht reitet, nach hinten schaut – und niemand ist mehr da. So geht es Ihnen. – Uns geht es nicht so, meine Damen und Herren! (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Ihr schaut traurig aus!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Nur fürs Protokoll: Ein Drittel der SPÖ-Abgeordneten ist noch da!
Wir werden diese Gesetzesänderung nach den Grundsätzen dieser Koalition ordentlich beraten, wir werden alle Beteiligten in den Diskussionsprozess einbeziehen, und dann werden wir die richtige Lösung im Interesse der Freiheit der Wissenschaft und ihrer Lehre, im Interesse der besten Ausbildung der Studenten und im Interesse der Zukunft unseres Landes treffen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Nur fürs Protokoll: Ein Drittel der SPÖ-Abgeordneten ist noch da!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich berichtige tatsächlich, ich war zu lange Wissenschaftsminister! Ich wollte gar nicht so lange Minister sein! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu einer tatsächlichen Berichtigung gelangt Herr Abgeordneter Dr. Einem zu Wort. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich berichtige tatsächlich, ich war zu lange Wissenschaftsminister! Ich wollte gar nicht so lange Minister sein! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Viel zu lang! – Abg. Dr. Khol: Auch das ist zu viel!
Abgeordneter Dr. Caspar Einem (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Herr Klubobmann Khol war sehr freundlich, mir eine lange Ministerzeit anzudienen. Er hätte wissen können, dass ich nur drei und nicht fünf Jahre Wissenschaftsminister war. (Abg. Ing. Westenthaler: Viel zu lang! – Abg. Dr. Khol: Auch das ist zu viel!) Das war die eine Falschbehauptung.
Abg. Ing. Westenthaler: Die Frage ist, wie lange Sie noch Bundesgeschäftsführerin sind!
Weil Sie sagen: Jetzt ist einmal die Begutachtungsfrist zu Ende, und wir werden dann schauen, was wir annehmen und ändern. Gestern haben Sie, Frau Minister – und das habe ich besonders bemerkenswert gefunden –, gesagt: Die vernünftigen Stellungnahmen werden eingearbeitet werden. Jetzt ist die Frage, Herr Professor Khol: Was werden Sie als vernünftig empfinden? (Abg. Ing. Westenthaler: Die Frage ist, wie lange Sie noch Bundesgeschäftsführerin sind!) Nach dem, was Sie in letzter Zeit alles schon nicht hineingenommen und nicht berücksichtigt haben, ist offensichtlich, dass Sie als vernünftig werten werden, was Ihre Meinung bestätigt. Alles, was Ihre Meinung nicht bestätigt, werden Sie als unvernünftig abqualifizieren und ausscheiden. Das ist der bedauerliche Prozess, den wir in nächster Zeit beobachten werden.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Die roten Pferdefuhrwerker!
Ich sage Ihnen nur, warum ich gerade dieses Beispiel zitiere. Ich habe verschiedenste Anrufe von jenen bekommen, die verstanden haben, worum es geht. Dieser eine hat mir gestern ein Beispiel genannt, nämlich: Wissen Sie, warum Steyr nicht an der Westbahn liegt? – Weil sich vor weit über 100 Jahren die Pferdefuhrwerker dagegen ausgesprochen haben, und Steyr leidet noch heute darunter! Dieser Vertreter des Mittelbaues fürchtet, dass sich in den Universitäten die "Pferdefuhrwerker" durchsetzen könnten und dann für die Unis der Zug abgefahren ist. Genau das wollen wir nicht! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Die roten Pferdefuhrwerker!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ziehen Sie die Debatte jetzt noch einmal hoch?
Abschließend möchte ich noch sagen, dass ich im Übrigen der Meinung bin, dass zwischen dem affirmativen, den Nationalsozialismus verharmlosenden "Nazi"-Buchstabieren des Abgeordneten Gaugg und dem zynisch-sarkastischen "Sieg Heil!"-Zwischenruf des Abgeordneten Edlinger, der eine klare Distanz zum Nationalsozialismus erkennen lässt, ein gewaltiger Unterschied besteht. Es erhebt sich daher die Frage, worauf sich Ihre moralische Empörung heute Vormittag eigentlich bezogen hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Ziehen Sie die Debatte jetzt noch einmal hoch?) Sie haben in Wahrheit mit Ihrem Verhalten heute Vormittag, mit dem Auszug aus dem Plenarsaal, die Antwort sich selbst eindrucksvoll gegeben. (Beifall bei der SPÖ.)
Sitzung Nr. 103
Abg. Ing. Westenthaler: Na bravo! Sehr gut!
Außerdem, Frau Kollegin Glawischnig, greift dieser Antrag wirklich zu kurz. Es gibt ja 20 Leitziele, aber Sie picken nur eines heraus. Ich weiß, Sie verbrämen das jetzt immer wieder – viel besser als in der Vergangenheit: 2,50 € für den Liter Benzin wollen Sie! Sie sind da nicht ganz allein, auch der Salzburger Umweltlandesrat Othmar Raus von den Sozialdemokraten hat vor kurzem eine Erhöhung der Mineralölsteuer für Dieselkraftstoff um 2 S gefordert. (Abg. Ing. Westenthaler: Na bravo! Sehr gut!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das nicht vorhandene!
Kollege Gusenbauer hat wieder sein Steuersenkungsprogramm vorgestellt. (Abg. Ing. Westenthaler: Das nicht vorhandene!) Das ist ja interessant: Nicht ein einziges Wort darüber, wie er diese 3 Milliarden € finanzieren will (Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer muss noch überlegen, ob er für das Nulldefizit ist oder dagegen): in der Verfassung oder außerhalb der Verfassung, mit einer Ausnahme für die Investitionsquote? – Das ist die so genannte Wendeopposition. Ingrid Wendl hätte eine Freude mit den Pirouetten, die Kollege Gusenbauer tagtäglich dreht. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer muss noch überlegen, ob er für das Nulldefizit ist oder dagegen
Kollege Gusenbauer hat wieder sein Steuersenkungsprogramm vorgestellt. (Abg. Ing. Westenthaler: Das nicht vorhandene!) Das ist ja interessant: Nicht ein einziges Wort darüber, wie er diese 3 Milliarden € finanzieren will (Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer muss noch überlegen, ob er für das Nulldefizit ist oder dagegen): in der Verfassung oder außerhalb der Verfassung, mit einer Ausnahme für die Investitionsquote? – Das ist die so genannte Wendeopposition. Ingrid Wendl hätte eine Freude mit den Pirouetten, die Kollege Gusenbauer tagtäglich dreht. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Gusenbauer –: Ich hätte noch ein paar Bücher! Die kann ich dir gern zum Lesen geben! Ein Autogramm kann ich dir auch besorgen!
Eines sage ich Ihnen, Herr Kollege Cap: Denken Sie an den Herrn Rechnungshofpräsidenten, der vor wenigen Tagen gesagt hat: 2,5 bis 3 Milliarden € für eine Steuerreform sind nicht vorhanden. – Die Aussage von Präsident Fiedler ist einerseits eine klare Absage an die Steuerreformpolitik der SPÖ; das sollten Sie zur Kenntnis nehmen! (Abg. Dr. Glawischnig: Super eingespart! Super Verwaltungsreform!) Und andererseits ist sie eine Bestätigung der Regierungspolitik, denn Präsident Fiedler hat dieses Stufenkonzept, die Steuer- und Abgabenquote bis 2010 auf 40 Prozent des BIP zu senken, ganz klar begrüßt und in Teilschritten von 1 bis 1,5 Milliarden ... (Abg. Dr. Gusenbauer: Haben Sie gelesen, was Ihr Parteiobmann, der Kärntner Landeshauptmann Haider, dazu sagt? Haben Sie das gelesen?) – Ach so! Wollen Sie vom Haider abkupfern? Da sind Sie auf einem guten Weg. Aber die Kopie ist immer schlechter als das Original, Herr Kollege Gusenbauer! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Gusenbauer –: Ich hätte noch ein paar Bücher! Die kann ich dir gern zum Lesen geben! Ein Autogramm kann ich dir auch besorgen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist das Problem?
Meine Damen und Herren! Dafür gibt es auch erprobte Beispiele aus dem Ausland. Im englischsprachigen Raum gibt es beispielsweise die so genannten Guardian Angels, die für den Schutz junger und älterer Menschen in den U-Bahnen und U-Bahnstationen sorgen. In Bayern und Sachsen gibt es etwa die Sicherheitswacht, aber auch im sozialdemokratisch regierten Brandenburg gibt es seit dem Jahre 1995 die so genannten Sicherheitspartner. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist das Problem?)
Abg. Ing. Westenthaler: Kräuter wird uns das jetzt erklären!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Kräuter. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Kräuter wird uns das jetzt erklären!)
die Abgeordneten Mag. Schweitzer und Ing. Westenthaler: Elsner! BAWAG!
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Herr Präsident! Herr Präsident des Rechnungshofes! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Von der BAWAG zurück zur Bundesregierung! Herr Kollege Schweitzer und Herr Kollege Westenthaler, machen wir eine kleine Milchmädchenrechnung (Abg. Mag. Schweitzer: BAWAG!): mehr als 300 Millionen Schilling für politische Säuberungsaktionen in staatsnahen Unternehmungen plus 320 Millionen Schilling für externe Berater für Ihre unfähigen Minister – das beginnt bei Krüger, wird fortgesetzt über Sickl und über Schmid und geht bis zu Forstinger (die Abgeordneten Mag. Schweitzer und Ing. Westenthaler: Elsner! BAWAG!) – und mehr als 300 Millionen Schilling für Werbemaßnahmen, für Inserate und TV-Spots!
Abg. Dr. Cap: Strutz hat sich mit Westenthaler abgesprochen!
Ich meine, in Summe gibt es nichts zu untersuchen, so wenig wie bei einem anderen völlig unnötigen Untersuchungsausschuss, der in einem südlichen Bundesland läuft. (Abg. Dr. Cap: Strutz hat sich mit Westenthaler abgesprochen!) Und auch darüber sollte man einmal nachdenken: Wo es nichts zu untersuchen gibt, da soll man gefälligst die Finger davon lassen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Sitzung Nr. 104
Abg. Ing. Westenthaler: So eine Überheblichkeit! So präpotent, wie Sie sich da geben!
Wenn dann die Frage kommt: Darf’s noch ein bisschen weniger sein?, dann muss ich schon sagen: Das ist ein trauriger Abschied von dieser Welt, wenn solche Fragen in den letzten Wochen und Monaten des Lebens im Zentrum stehen, wo doch ganz andere Fragen an Bedeutung gewinnen sollten. (Abg. Ing. Westenthaler: So eine Überheblichkeit! So präpotent, wie Sie sich da geben!)
Abg. Ing. Westenthaler: Da hat es einmal eine Garantie des Herrn Klima gegeben! Klimas "Lehrlingsgarantie" war das!
41 000 junge Menschen im Alter von 15 bis 25 Jahren sind in Österreich arbeitslos, das ist um ein Drittel mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Gleichzeitig suchen 3 400 junge Österreicherinnen und Österreicher eine Lehrstelle. Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich stelle Ihnen die Frage ... (Abg. Ing. Westenthaler: Da hat es einmal eine Garantie des Herrn Klima gegeben! Klimas "Lehrlingsgarantie" war das!) – Herr Westenthaler, dass Sie die Probleme der Menschen nicht interessieren, das ist in Österreich weithin bekannt! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Die "Lehrlingsgarantie" der SPÖ wird heute in Argentinien durchgeführt!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Die "Lehrlingsgarantie" der SPÖ wird heute in Argentinien durchgeführt!
41 000 junge Menschen im Alter von 15 bis 25 Jahren sind in Österreich arbeitslos, das ist um ein Drittel mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Gleichzeitig suchen 3 400 junge Österreicherinnen und Österreicher eine Lehrstelle. Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich stelle Ihnen die Frage ... (Abg. Ing. Westenthaler: Da hat es einmal eine Garantie des Herrn Klima gegeben! Klimas "Lehrlingsgarantie" war das!) – Herr Westenthaler, dass Sie die Probleme der Menschen nicht interessieren, das ist in Österreich weithin bekannt! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Die "Lehrlingsgarantie" der SPÖ wird heute in Argentinien durchgeführt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das kennen Sie vom Klima noch, gell? Das hat aber nicht gehalten!
Herr Arbeitsminister Bartenstein, da Sie dieser Debatte beiwohnen, muss ich gleich eine Frage an Sie richten. Mich würde interessieren, wie Sie Ihr Versprechen vom Beginn dieses Jahres, das ich für richtig halte, nämlich dass jeder Jugendliche, der keine Lehrstelle findet, zumindest einen Ausbildungsplatz bekommt (Abg. Ing. Westenthaler: Das kennen Sie vom Klima noch, gell? Das hat aber nicht gehalten!), in Bezug auf all die Lehrstellensuchenden in Österreich einlösen werden. Sie haben unsere Unterstützung, wenn Sie Konzepte dazu vorlegen. Für den Fall, dass Sie keine haben: In unserer Dringlichen Anfrage finden Sie ein 10-Punkte-Programm (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen), das zeigt, wie man die Situation auf dem österreichischen Arbeitsmarkt deutlich verbessern kann, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Khol: Die haben ja keines! – Abg. Ing. Westenthaler: Das Konzept gibt es nicht!
Sie sagen, ich solle aufhören, Horrorszenarien über den Generationenvertrag an die Wand zu malen. – Ich bin der Letzte, der Horrorszenarien an die Wand malt, aber ich spreche die Wahrheit aus, Herr Abgeordneter. Mich würde schon auch interessieren, wie eigentlich das Konzept der Sozialdemokraten oder der Opposition aussieht. (Abg. Dr. Khol: Die haben ja keines! – Abg. Ing. Westenthaler: Das Konzept gibt es nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber erst in der neuen Regierung!
Herr Bundeskanzler! Sie haben die Abfertigung angesprochen – sicherlich ein Jahrhundertprojekt. Ich bin froh, dass es hier wahrscheinlich gelingen wird, eine gemeinsame Lösung zu finden. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber erst in der neuen Regierung!) Einen Ansatz möchte ich aber gleich hinzufügen, da Sie von Verwaltungskostenreform gesprochen haben: Ich bin nur froh, dass nicht das gekommen ist, was in der Regierungserklärung steht, denn das wäre nicht die optimale Lösung gewesen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Jung: Wer hat denn das angefangen? – Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat denn Semperit verkauft?
Wir erleben Kündigungen und den Wegfall von Arbeitsplätzen. Denken Sie an Semperit! In wenigen Tagen werden sich mehr als 1 000 Beschäftigte von Semperit die Frage stellen: Wo ist mein zukünftiger Arbeitsplatz? (Abg. Jung: Wer hat denn das angefangen? – Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat denn Semperit verkauft?) Was tun Sie dagegen, außer Zahlen zu zitieren? – Schaffen Sie Arbeit in diesem Bereich, dann haben Sie das Recht, zu kritisieren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Industriellenvereinigung regiert zum Glück nicht in Österreich!
Sie operieren hier mit Schlagworten, wie zum Beispiel, dass wir 20 000 Fachkräfte aus dem Ausland mehr brauchen, während es gleichzeitig 231 000 Arbeitslose im Inland gibt. – Die Industriellenvereinigung hat das verlangt. Sie wissen das ganz genau. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Industriellenvereinigung regiert zum Glück nicht in Österreich!) Da muss man meiner Meinung nach eine andere Antwort geben: Ausbildung für die Jungen, Ausbildung, um jeden Arbeitsplatz auch zukunftsfähig zu machen, das heißt auch Weiterbildung für ältere Arbeitnehmer.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie können es schon vergessen!
Wir sollten meiner Meinung nach noch einen für die österreichische Wirtschaft ganz wesentlichen Punkt nicht vergessen, und das gilt im Übrigen für weite Teile Europas. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pumberger. ) Wirtschaftsforscher sagen unisono: Es geht um die Binnennachfrage. Da frage ich: Wie erhöht man die Binnennachfrage? – Erhöht man sie etwa dadurch, indem Sie zum Beispiel darangehen, jenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die unter erschwerten Bedingungen arbeiten, im Zuge der Steuerreform die Überstundenzuschläge und die Zulagen voll zu besteuern? Sie wollen jenen Arbeitnehmern, die unter erschwerten Bedingungen arbeiten, etwas wegnehmen, damit Sie die Lohnnebenkosten senken können! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie können es schon vergessen!) Das ist nicht unser Konzept, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ich weiß nicht, woher Sie das immer haben!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ich weiß nicht, woher Sie das immer haben!
Wir sollten meiner Meinung nach noch einen für die österreichische Wirtschaft ganz wesentlichen Punkt nicht vergessen, und das gilt im Übrigen für weite Teile Europas. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pumberger. ) Wirtschaftsforscher sagen unisono: Es geht um die Binnennachfrage. Da frage ich: Wie erhöht man die Binnennachfrage? – Erhöht man sie etwa dadurch, indem Sie zum Beispiel darangehen, jenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die unter erschwerten Bedingungen arbeiten, im Zuge der Steuerreform die Überstundenzuschläge und die Zulagen voll zu besteuern? Sie wollen jenen Arbeitnehmern, die unter erschwerten Bedingungen arbeiten, etwas wegnehmen, damit Sie die Lohnnebenkosten senken können! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie können es schon vergessen!) Das ist nicht unser Konzept, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ich weiß nicht, woher Sie das immer haben!)
Abg. Dr. Pumberger: Das ist aber kühn! – Abg. Ing. Westenthaler: Wieso haben Sie so viele Fehler in dieser Dringlichen?
Herr Bundeskanzler, erlauben Sie mir, dass ich Ihre 30-minütige Rede ein bisschen analysiere. Ich habe genau auf die Uhr geschaut: In den ersten zehn Minuten Ihrer Rede sind Sie in Eigenlob aufgegangen. Die Realität ist hingegen anders, das haben wir Ihnen eindrucksvoll bewiesen; sonst hätten wir diese Dringliche Anfrage nicht eingebracht, Herr Bundeskanzler. (Abg. Dr. Pumberger: Das ist aber kühn! – Abg. Ing. Westenthaler: Wieso haben Sie so viele Fehler in dieser Dringlichen?)
Die Abgeordneten Mag. Schweitzer und Ing. Westenthaler sprechen miteinander und lachen dabei.
Abgeordnete Mag. Ulrike Sima (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Gleich zu Beginn, Herr Bundesminister, möchte ich Ihnen sagen: Es freut mich, dass Sie heute bei dieser Debatte anwesend sind, zumal wir im Ausschuss nur sehr selten die Gelegenheit haben, mit Ihnen zum Thema Gentechnik zu diskutieren. Ich möchte sogleich auf den Vier-Parteien-Antrag eingehen, der heute noch eingebracht wird. Ich sehe das als einen ersten positiven Schritt, einen Schritt in die richtige Richtung im Gentechnikbereich, auch wenn es nur ein kleiner Schritt ist. Unsere Vorstellungen beinhalteten wesentlich mehr. (Die Abgeordneten Mag. Schweitzer und Ing. Westenthaler sprechen miteinander und lachen dabei.) – Es freut mich, dass sich die Herren von den Freiheitlichen in der ersten Reihe bei diesem Thema so erheitern können.
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Der vorliegende Antrag beschäftigt sich mit den gentechnikfreien Zonen in Österreich und auch mit der Gesetzeslücke im Gentechnikgesetz. Ich bin froh darüber, dass es nun einen klaren Handlungsauftrag an die Bundesregierung gibt, im Gentechnikbereich aktiv zu werden, eine Machbarkeitsstudie für den Gentechnikbereich zu erstellen und eine Gesetzeslücke im Gentechnikgesetz zu schließen. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. )
Abg. Ing. Westenthaler – Bezug nehmend auf die weiße Kleidung der Rednerin –: Sie haben wenigstens noch eine weiße Weste!
Herr Kollege Westenthaler! Wollen Sie beim Thema Gentechnik auch mitreden, oder was ist das Problem? (Abg. Ing. Westenthaler – Bezug nehmend auf die weiße Kleidung der Rednerin –: Sie haben wenigstens noch eine weiße Weste!) – Ich habe immer eine weiße Weste – im Gegensatz zu Ihnen! Sie habe ich noch nie mit einer weißen Weste gesehen! (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein Zeitpunkt ist immer sehr kurz!
Herr Minister Molterer sprach hier von Chancen, die die Gentechnik in Zukunft bringen kann. Dazu muss ich sagen: Diese Chancen sehe ich jetzt nicht am Horizont. Gehen wir einmal vom hypothetischen Fall aus, dass es so sein könnte, dann kann man sich nachher immer noch überlegen, wie man das einbaut. Aber jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, hier zu handeln, und der dauert nicht mehr lange, jetzt haben wir eine Chance und ... (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Zeitpunkt ist immer sehr kurz!) – Herr Kollege Westenthaler! Ich weiß nicht, aber offensichtlich erheitert Sie dieses Thema besonders; vielleicht sollten Sie dieses Thema ein bisschen ernster nehmen. Es gibt Gott sei Dank auch in Ihrer Fraktion ein paar Menschen, die in diese Richtung arbeiten wollen. Für Sie ist das offensichtlich nur eine lustige Unterhaltung nach 19.00 Uhr am Abend. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie müssen zugeben, dass ein Zeitpunkt nicht lange dauern kann!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie müssen zugeben, dass ein Zeitpunkt nicht lange dauern kann!
Herr Minister Molterer sprach hier von Chancen, die die Gentechnik in Zukunft bringen kann. Dazu muss ich sagen: Diese Chancen sehe ich jetzt nicht am Horizont. Gehen wir einmal vom hypothetischen Fall aus, dass es so sein könnte, dann kann man sich nachher immer noch überlegen, wie man das einbaut. Aber jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, hier zu handeln, und der dauert nicht mehr lange, jetzt haben wir eine Chance und ... (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Zeitpunkt ist immer sehr kurz!) – Herr Kollege Westenthaler! Ich weiß nicht, aber offensichtlich erheitert Sie dieses Thema besonders; vielleicht sollten Sie dieses Thema ein bisschen ernster nehmen. Es gibt Gott sei Dank auch in Ihrer Fraktion ein paar Menschen, die in diese Richtung arbeiten wollen. Für Sie ist das offensichtlich nur eine lustige Unterhaltung nach 19.00 Uhr am Abend. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie müssen zugeben, dass ein Zeitpunkt nicht lange dauern kann!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Glawischnig, die eine weiße Jacke anhat –: Sie hat auch eine weiße Weste! – Abg. Dr. Glawischnig – an das Rednerpult tretend, in Richtung der Abgeordneten Mag. Schweitzer und Ing. Westenthaler, die miteinander reden und dabei lachen –: Soll ich am Anfang meiner Rede eine kleine Pause machen, damit sich die zwei Buben hier in der ersten Reihe auslachen können, oder? – Abg. Achatz: Das war aber rassistisch, wie Sie sich da geäußert haben! – Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung der Abg. Achatz –: Alles okay! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der Rednerin –: Keine Unterbrechung! Fahren Sie fort!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Dr. Glawischnig. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Glawischnig, die eine weiße Jacke anhat –: Sie hat auch eine weiße Weste! – Abg. Dr. Glawischnig – an das Rednerpult tretend, in Richtung der Abgeordneten Mag. Schweitzer und Ing. Westenthaler, die miteinander reden und dabei lachen –: Soll ich am Anfang meiner Rede eine kleine Pause machen, damit sich die zwei Buben hier in der ersten Reihe auslachen können, oder? – Abg. Achatz: Das war aber rassistisch, wie Sie sich da geäußert haben! – Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung der Abg. Achatz –: Alles okay! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der Rednerin –: Keine Unterbrechung! Fahren Sie fort!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Ein bisschen Geduld müsst ihr jetzt schon noch haben! Es geht nämlich um die Probleme einer Region, die eine der ärmsten Österreichs wurde: Es geht um das Weinviertel. Die Bezirke Mistelbach, Hollabrunn, Korneuburg und Gänserndorf liegen im Ranking Niederösterreichs an letzter Stelle. Daher war es mehr als berechtigt, dass sich der Österreichische Gewerkschaftsbund, Herr Kollege Reindl, dieses Problems angenommen hat. Die dortige Bevölkerung, die Menschen, die dort wohnen, haben Sorge, was mit ihnen geschehen wird. Der Gewerkschaftsbund hat das Thema dankenswerterweise aktualisiert. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. )
Abg. Ing. Westenthaler: Dank dieser Regierung!
Sehr geehrte Damen und Herren! Ich wünsche allen Petitionen und Bürgerinitiativen, die in Zukunft in dieses Haus kommen, einen ähnlichen Erfolg wie der Abfertigung neu. (Abg. Ing. Westenthaler: Dank dieser Regierung!) – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.)
Sitzung Nr. 106
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Mir ist schon ganz kalt, weil der "Kühlschrank" vor mir steht! Der "Kühlschrank" ist im Raum!
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Der Postenschacher dieser schwarz-blauen Bundesregierung (ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen) ist das Hauptmerkmal dieser Regierung in den letzten zweieinhalb Jahren – das haben Sie in den letzten Tagen wieder ganz eindrucksvoll bestätigt. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Mir ist schon ganz kalt, weil der "Kühlschrank" vor mir steht! Der "Kühlschrank" ist im Raum!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie kennen das Gesetz nicht! – Gegenrufe bei der SPÖ.
Wie schaut dieser Postenschacher aus, der ständig damit gerechtfertigt wird, dass es um Kosteneinsparungen ginge, um Strukturreformen, um etwas effizienter zu gestalten? (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer. ) – Es wird in Zukunft zusätzlich zu den zwei Direktor-Stellvertretern in der Pensionsversicherungsanstalt einen dritten geben, nämlich Herrn Gaugg, und dieser ist ganz offensichtlich mit seiner Bezahlung nicht zufrieden, denn er will unbedingt 200 000 € Jahresgehalt haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie kennen das Gesetz nicht! – Gegenrufe bei der SPÖ.) Das will ein Herr Gaugg, der aus einer Partei kommt, die immer vorgibt, dass niemand mehr als 66 000 S pro Monat verdienen solle.
Abg. Ing. Westenthaler: Ist ja gar nicht wahr!
Wie wirkt sich das auf die Kosten aus? Wir wirkt sich das auf diejenigen aus, die es letztendlich mit ihren Beiträgen zu bezahlen haben? – Die "Säuberungen" im Hauptverband haben Sie damit erklärt, dass dort alles effizienter und kostengünstiger sein müsse. Der Effekt Ihrer Veränderungen im Hauptverband liegt heute auf dem Tisch: Die Ausgaben für die Leitungsorgane sind um 80 Prozent höher als zuvor. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist ja gar nicht wahr!) Es sind 80 Prozent mehr für die Bürokratie (Abg. Mag. Schweitzer: Darf der ungestraft die Unwahrheit sagen?), die von den Beitragszahlern zu bezahlen ist!
Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Phantasien! Aufwachen!
Wer glaubt, dass es mit dieser Geschichte zu Ende ist, dem kann man schon heute sagen, welcher Abgeordnete von der FPÖ als Nächster zu versorgen ist. Er sitzt heute zufälligerweise hier. Es weiß heute schon jeder, dass auf Grund der Eingliederung des Postbusses in den Bahnbus der designierte Bus-Chef Herr Abgeordneter Firlinger sein wird. (Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Phantasien! Aufwachen!) Er wird der Nächste sein, der versorgt werden wird, meine Damen und Herren!
Abg. Ing. Westenthaler: Fiebriger "Kühlschrank"! – Abg. Mag. Schweitzer: Alfred Gusenbauer, der "Kühlschrank"! – weitere Zwischenrufe – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen
Es stellt sich die Frage, wieso die ÖVP dazu so beredt schweigt. Wieso schweigt die ÖVP (Abg. Ing. Westenthaler: Fiebriger "Kühlschrank"! – Abg. Mag. Schweitzer: Alfred Gusenbauer, der "Kühlschrank"! – weitere Zwischenrufe – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen) so beredt zu diesem Postenschacher der Freiheitlichen Partei? – Man braucht nicht weit zu gehen (Abg. Ing. Westenthaler: Der "Kühlschrank" fiebert!), man braucht nur in die Herrengasse in das Innenministerium zu gehen. Dort findet man den Grund für das Schweigen der Österreichischen Volkspartei, dort sitzt nämlich der Obersäuberer der ÖVP, Innenminister Strasser, der jeden leitenden Beamten, der nicht seine Gesinnung teilt, knallhart und eiskalt eliminiert. Das ist keine demokratische Vorgangsweise, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Der "Kühlschrank" fiebert!
Es stellt sich die Frage, wieso die ÖVP dazu so beredt schweigt. Wieso schweigt die ÖVP (Abg. Ing. Westenthaler: Fiebriger "Kühlschrank"! – Abg. Mag. Schweitzer: Alfred Gusenbauer, der "Kühlschrank"! – weitere Zwischenrufe – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen) so beredt zu diesem Postenschacher der Freiheitlichen Partei? – Man braucht nicht weit zu gehen (Abg. Ing. Westenthaler: Der "Kühlschrank" fiebert!), man braucht nur in die Herrengasse in das Innenministerium zu gehen. Dort findet man den Grund für das Schweigen der Österreichischen Volkspartei, dort sitzt nämlich der Obersäuberer der ÖVP, Innenminister Strasser, der jeden leitenden Beamten, der nicht seine Gesinnung teilt, knallhart und eiskalt eliminiert. Das ist keine demokratische Vorgangsweise, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Frage ist, warum ist er das überhaupt geworden?
Der Herr Innenminister hat gestern gesagt, das wäre alles nur vorübergehend, die Strukturreformen müssten noch kommen, Herr Strohmeyer sei nur vorübergehend bei der Flugpolizei, und das sei mit allen anderen vereinbart. – Ich stelle mir daher die Frage, wieso denn der Gendarmeriegeneral Strohmeyer abgesetzt wurde. Hat es – falls es nicht die Frage der Gesinnung war, die den Innenminister gestört hat – irgendeine sachliche Kritik an seiner Arbeit gegeben? (Abg. Ing. Westenthaler: Die Frage ist, warum ist er das überhaupt geworden?) Ist es ein Zufall, dass all die Beamten, die vom Innenminister abgesetzt werden (Abg. Mag. Schweitzer: Deine Fragen setzen zu spät an! – weitere Zwischenrufe), Beamte sind, die nicht dem ÖAAB angehören?
Abg. Ing. Westenthaler: "Dein Gusi"!
"Ich möchte aber morgen Früh mein Spiegelbild ohne Grauen erblicken können und komme nicht mehr umhin, Euch, liebe Kollegen, meine Sicht nahe zu bringen!" (Abg. Ing. Westenthaler: "Dein Gusi"!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo gehört er denn hin, der Herr Strohmeyer? Warum wurde er denn das überhaupt, was er ist? – Weil er ein braver Roter ist!
Weiters: "Ein Mann, unser Gendarmeriegeneral Brigadier Oskar Strohmeyer, welcher politi-schen Gesinnung er auch angehören mag" (Abg. Dr. Khol: Welcher? – Rufe bei den Freiheitlichen: Welcher?), "wird aufgrund seiner richtigen und mutigen Aussagen ins ‚Exil‘ geschickt." (Abg. Ing. Westenthaler: Wo gehört er denn hin, der Herr Strohmeyer? Warum wurde er denn das überhaupt, was er ist? – Weil er ein braver Roter ist!)
Abg. Mag. Schweitzer: Ich habe nur erklärt, was ein Paradoxon ist! – Abg. Wochesländer: Der Parnigoni hat auch keine Ruhe gegeben! – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Es ging so ein Frösteln durch den Raum! – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Herr Kollege Schweitzer, ich bitte darum, es mir nicht schwer zu machen, wenn ich bemüht bin, dem Herrn Bundeskanzler das Wort zu erteilen. (Abg. Mag. Schweitzer: Ich habe nur erklärt, was ein Paradoxon ist! – Abg. Wochesländer: Der Parnigoni hat auch keine Ruhe gegeben! – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Es ging so ein Frösteln durch den Raum! – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Zeitrechnung!
Nehmen Sie das nächste Beispiel: den Hauptverband – der ist ja eines Ihrer Lieblingsbeispiele. Haben Sie völlig vergessen, dass Sie frühere Minister sofort nach deren Amtstätigkeit unter Nachsicht aller Dienstauflagen dorthin gebracht haben? Ist Ihr Gedächtnis wirklich so kurz? (Abg. Ing. Westenthaler: Zeitrechnung!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Cap –: Wie ist das mit dem "Kühlschrank"? Welche Marke?
Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Cap. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Cap –: Wie ist das mit dem "Kühlschrank"? Welche Marke?)
Abg. Dr. Khol: "Agenten"? – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident, was heißt "Agenten"?
Wie hat der ehemalige Arbeitgeber der Bank für Kärnten und Steiermark über den Abgeordneten Gaugg so schön gesagt? – Das sei ein Mitarbeiter, der sein Butterbrot von beiden Seiten beschmieren will, sagte er. Er sei für die Bank untragbar. Außerdem habe Gaugg den Ruf der Bank geschädigt. Man habe mit ihm schlechte Erfahrungen gemacht. Man wolle ihn weghaben, das sei das Wichtigste für die Bank. Das ist eine "super" Voraussetzung des Abgeordneten Gaugg für die Bewerbung! Das ist eine blaue, eine parteipolitische Besetzung! Sie wollen in der Pensionsversicherungsanstalt für Arbeitnehmer einen Agenten sitzen haben (Abg. Dr. Khol: "Agenten"? – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident, was heißt "Agenten"?), der Ihnen die Informationen zuträgt. Herr Gaugg, der nicht qualifiziert ist, will dort Pfründe und Privilegien realisieren. Das ist das, was die FPÖ will, und der Bundeskanzler unterstützt das! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Parnigoni: Herr Westenthaler! Sie sind ein Loser!
Daher haben Sie nicht das Recht, auf andere zu zeigen. Sie haben bezüglich Personalbesetzungen und Postenschacher der SPÖ sehr viel Butter auf dem Kopf! (Zwischenruf des Abg. Parnigoni. ) Ich bin froh, dass heute die Sonne scheint, denn damit passt das Sprichwort: Wer so viel Butter wie Sie auf dem Kopf hat, Herr Kollege Gusenbauer, der soll nicht in die Sonne gehen! Heute scheint die Sonne, und Ihnen rinnt die Butter des Postenschachers schon über beide Ohren herunter. Sie werden daher in dieser Frage nicht glaubwürdig werden, Herr Kollege! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Parnigoni: Herr Westenthaler! Sie sind ein Loser!)
Abg. Ing. Westenthaler: Pflichtverteidiger der SPÖ!
Nicht ohne eine gewisse Amüsiertheit verfolge ich auch die Erinnerungen an gewisse personalpolitische Maßnahmen der SPÖ. Da wird schon etwas dran sein, es wird die eine oder andere Personalentscheidung (Abg. Kiss: Die eine oder andere!) zu der Zeit, als die SPÖ das Sagen gehabt hat, genauso zu kritisieren gewesen sein. Aber was soll das in dieser Debatte? – Nehmen Sie die Fehler der Personalpolitik der SPÖ von damals jetzt als Begründung und zum Anlass, die gleichen Fehler, wenn nicht schlimmere, zu begehen? (Abg. Ing. Westenthaler: Pflichtverteidiger der SPÖ!) – Das kann doch kein Argument für diese Art von Personalpolitik sein! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: 2 069 €!
Das ist ein derart stümperhaftes Verfahren für die Besetzung eines solch verantwortungsvollen – nehme ich einmal an – Dienstpostens in einem solchen Betrieb, dass es sich da keineswegs um einen Skandal Gaugg allein handelt. Es ist schon bemerkenswert genug, dass sich ein Arbeitnehmervertreter der FPÖ, der er einmal war, so nehme ich an, nicht geniert, Privilegienwirtschaft dieser Art pur zu betreiben. (Abg. Ing. Westenthaler: 2 069 €!)
Abg. Ing. Westenthaler: 2 069 €!
Herr Westenthaler, Sie haben heute hier geschwindelt. (Abg. Ing. Westenthaler: 2 069 €!) Sie reden davon, was Herr Gaugg heute dort bekommt. Das ist gar nicht die Frage gewesen! (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist sein Gehalt! – Abg. Mag. Schweitzer: Das ist die Realität!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist sein Gehalt! – Abg. Mag. Schweitzer: Das ist die Realität!
Herr Westenthaler, Sie haben heute hier geschwindelt. (Abg. Ing. Westenthaler: 2 069 €!) Sie reden davon, was Herr Gaugg heute dort bekommt. Das ist gar nicht die Frage gewesen! (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist sein Gehalt! – Abg. Mag. Schweitzer: Das ist die Realität!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der "Kühlschrank"!
Meine Damen und Herren! Wer ist zuständig für ein derartiges Ausschreibungsverfahren? – Ist es Herr Gaugg? – Nein. (Abg. Böhacker: Schlusssatz!) Ist es der Herr Bundeskanzler? – Nein. (Abg. Ing. Westenthaler: Der "Kühlschrank"!) Es ist Sozialminister Haupt! Er ist oberste Aufsichtsbehörde.
Abg. Ing. Westenthaler: Haas-Rücktritt wird erklärt!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Nürnberger. Redezeit: 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Haas-Rücktritt wird erklärt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel?
Abgeordneter Rudolf Nürnberger (SPÖ): Herr Präsident! Die Vertreter auf der Regierungsbank! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Zu Ihnen, Herr Westenthaler: Es ist falsch, Generaldirektor-Stellvertreter Freitag verdient nicht 10 000 €. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel?) Ich bin gerne bereit, seinen Lohnzettel vorzulegen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel bekommt er?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel bekommt er?
Abgeordneter Rudolf Nürnberger (SPÖ): Herr Präsident! Die Vertreter auf der Regierungsbank! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Zu Ihnen, Herr Westenthaler: Es ist falsch, Generaldirektor-Stellvertreter Freitag verdient nicht 10 000 €. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel?) Ich bin gerne bereit, seinen Lohnzettel vorzulegen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel bekommt er?)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie trauen sich nicht!
Zu Herrn Haas – hören Sie zu! –: Ich mache Ihnen einen Vorschlag, Herr Westenthaler! Hören Sie zu! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie trauen sich nicht!) Sie haben ihn bezichtigt, die 200 000 € seien gelogen. Ich mache Ihnen einen Vorschlag, Herr Westenthaler (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel verdient er?): Klagen Sie Herrn Zentralsekretär Haas, dass die 200 000 € nicht stimmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist er nicht wert!) Ich mache Sie darauf aufmerksam, kollegialerweise! Er wird den Wahrheitsbeweis antreten, und Sie werden mit der Klage genauso ausrutschen wie damals, als Sie die Vorsitzenden der Gewerkschaften geklagt haben, als Sie mich persönlich geklagt haben, dass ich Zahlungen bar auf die Hand bekommen hätte. Dann sind Sie auf dem Boden kriechend dahergekommen mit der Bitte, dass wir uns mit einer Ehrenerklärung zufrieden geben sollen.
Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel verdient er?
Zu Herrn Haas – hören Sie zu! –: Ich mache Ihnen einen Vorschlag, Herr Westenthaler! Hören Sie zu! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie trauen sich nicht!) Sie haben ihn bezichtigt, die 200 000 € seien gelogen. Ich mache Ihnen einen Vorschlag, Herr Westenthaler (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel verdient er?): Klagen Sie Herrn Zentralsekretär Haas, dass die 200 000 € nicht stimmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist er nicht wert!) Ich mache Sie darauf aufmerksam, kollegialerweise! Er wird den Wahrheitsbeweis antreten, und Sie werden mit der Klage genauso ausrutschen wie damals, als Sie die Vorsitzenden der Gewerkschaften geklagt haben, als Sie mich persönlich geklagt haben, dass ich Zahlungen bar auf die Hand bekommen hätte. Dann sind Sie auf dem Boden kriechend dahergekommen mit der Bitte, dass wir uns mit einer Ehrenerklärung zufrieden geben sollen.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist er nicht wert!
Zu Herrn Haas – hören Sie zu! –: Ich mache Ihnen einen Vorschlag, Herr Westenthaler! Hören Sie zu! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie trauen sich nicht!) Sie haben ihn bezichtigt, die 200 000 € seien gelogen. Ich mache Ihnen einen Vorschlag, Herr Westenthaler (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel verdient er?): Klagen Sie Herrn Zentralsekretär Haas, dass die 200 000 € nicht stimmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist er nicht wert!) Ich mache Sie darauf aufmerksam, kollegialerweise! Er wird den Wahrheitsbeweis antreten, und Sie werden mit der Klage genauso ausrutschen wie damals, als Sie die Vorsitzenden der Gewerkschaften geklagt haben, als Sie mich persönlich geklagt haben, dass ich Zahlungen bar auf die Hand bekommen hätte. Dann sind Sie auf dem Boden kriechend dahergekommen mit der Bitte, dass wir uns mit einer Ehrenerklärung zufrieden geben sollen.
Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel bekommt Freitag?
Aber nun zu Herrn Gaugg: Auch diesbezüglich bin ich ganz wertfrei und solid und muss sagen – jetzt ist er nicht da, zumindest sehe ich ihn nicht –: Ich würde mir, wenn ich Gaugg wäre, all das nicht bieten lassen. Zuerst darf ich in Erinnerung rufen, dass er sich immer aufgeregt hat ... (Zwischenruf des Abg. Jung. ) – Ich habe mein ganzes Leben lang nie einen Posten angestrebt. Ich erinnere an Folgendes: Vor einigen Sitzungen hat er gesagt, all das stamme aus der "Prawda". (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel bekommt Freitag?) Nun gibt es Pressemeldungen von Herrn Gaugg, meine sehr geehrten Damen und Herren – ich zitiere –:
Abg. Ing. Westenthaler: Jenewein!
Nun gut, das stimmt. Jetzt frage ich Sie, Herr Gaugg: Was haben Sie gewonnen, was haben Sie bewiesen? Haben Sie einen Test gemacht, haben Sie eine Prüfung gemacht? – Nichts. (Abg. Ing. Westenthaler: Jenewein!) Es gibt ein Protokoll über eine Packelei, und mit einer knappen Stimmenmehrheit hat er gewonnen.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind nicht der Oberlehrer, der das bestimmt! Sie bestimmen das nicht!
Jetzt mache ich Herrn Abgeordneten Gaugg folgendes faire Angebot, zu dem ich auch stehe, wenn er das, wozu ich ihn danach auffordere, erfüllt: Ich stelle mich bei der nächstbesten Gelegenheit hier her, entschuldige mich bei ihm und leiste Abbitte. – Jetzt kommt meine Aufforderung: Wenn er qualifiziert ist, wenn er eine Ausschreibung gewonnen hat, dann soll er nächste Woche die B-Prüfung machen, soll sie bestehen, und dann bin ich bereit, mich zu entschuldigen, aber er soll nicht drei Jahre dafür lernen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind nicht der Oberlehrer, der das bestimmt! Sie bestimmen das nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie bestimmen das nicht!
Aber wissen Sie, Herr Abgeordneter Westenthaler (Abg. Ing. Westenthaler: Sie bestimmen das nicht!), die Gefahr, dass ich mich entschuldigen muss, ist äußerst gering (Abg. Ing. Westenthaler: Sie nicht!), weil Herr Gaugg nicht einmal in der Lage ist, sein Büro in der Pensionsversicherungsanstalt zu finden. Dass er dieses nicht gefunden hat, sehe ich noch ein, weil das ein großes Gebäude ist, aber dass er drei Kilometer Luftlinie entfernt in ein falsches Gebäude gegangen ist, das verstehe ich nicht. Der jüngste Lehrling in Österreich, der im September seinen Lehrplatz antritt, weiß, wo er sich melden muss, wo er "Guten Tag!" sagen muss, aber Herr Gaugg findet nicht einmal sein Büro, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Der letzte Abkassierer!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie nicht!
Aber wissen Sie, Herr Abgeordneter Westenthaler (Abg. Ing. Westenthaler: Sie bestimmen das nicht!), die Gefahr, dass ich mich entschuldigen muss, ist äußerst gering (Abg. Ing. Westenthaler: Sie nicht!), weil Herr Gaugg nicht einmal in der Lage ist, sein Büro in der Pensionsversicherungsanstalt zu finden. Dass er dieses nicht gefunden hat, sehe ich noch ein, weil das ein großes Gebäude ist, aber dass er drei Kilometer Luftlinie entfernt in ein falsches Gebäude gegangen ist, das verstehe ich nicht. Der jüngste Lehrling in Österreich, der im September seinen Lehrplatz antritt, weiß, wo er sich melden muss, wo er "Guten Tag!" sagen muss, aber Herr Gaugg findet nicht einmal sein Büro, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Der letzte Abkassierer!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Der letzte Abkassierer!
Aber wissen Sie, Herr Abgeordneter Westenthaler (Abg. Ing. Westenthaler: Sie bestimmen das nicht!), die Gefahr, dass ich mich entschuldigen muss, ist äußerst gering (Abg. Ing. Westenthaler: Sie nicht!), weil Herr Gaugg nicht einmal in der Lage ist, sein Büro in der Pensionsversicherungsanstalt zu finden. Dass er dieses nicht gefunden hat, sehe ich noch ein, weil das ein großes Gebäude ist, aber dass er drei Kilometer Luftlinie entfernt in ein falsches Gebäude gegangen ist, das verstehe ich nicht. Der jüngste Lehrling in Österreich, der im September seinen Lehrplatz antritt, weiß, wo er sich melden muss, wo er "Guten Tag!" sagen muss, aber Herr Gaugg findet nicht einmal sein Büro, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Der letzte Abkassierer!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Vater der Koalition!
Eine weitere Frage: Laut Gaugg wird derzeit noch über sein Leistungspaket verhandelt. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Vater der Koalition!) Was ist ein Leistungspaket? – In der Sozialversicherung, meine sehr geehrten Damen und Herren, gibt es Tausende von Beschäftigten, dort sind das Gehalt und das so genannte Leistungspaket klar und deutlich geregelt. Dort gibt es einen Kollektivvertrag, ein Dienstrecht und eine Dienstordnung. Laut Dienstordnung kann Herr Gaugg 5 087 € oder mit Sondervertrag 6 153 € verdienen. Da teile ich die Auffassung des Herrn Klubobmannes Van der Bellen, dass dieser Betrag für eine solche Leistung sicherlich zu wenig ist. (Abg. Mag. Schweitzer: Was verdienen Sie eigentlich?) Daher kann man ihm einen Sondervertrag geben; das steht auch in der Zeitung, das ist alles klar. (Abg. Mag. Schweitzer: Was verdienen Sie eigentlich?) Aber Voraussetzung für diesen Sondervertrag ist, dass er die B-Prüfung macht. Wir werden sehr genau aufpassen, dass ihm diese nicht erlassen wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie verdienen mehr als ein Generaldirektor!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie verdienen mehr als ein Generaldirektor!
Eine weitere Frage: Laut Gaugg wird derzeit noch über sein Leistungspaket verhandelt. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Vater der Koalition!) Was ist ein Leistungspaket? – In der Sozialversicherung, meine sehr geehrten Damen und Herren, gibt es Tausende von Beschäftigten, dort sind das Gehalt und das so genannte Leistungspaket klar und deutlich geregelt. Dort gibt es einen Kollektivvertrag, ein Dienstrecht und eine Dienstordnung. Laut Dienstordnung kann Herr Gaugg 5 087 € oder mit Sondervertrag 6 153 € verdienen. Da teile ich die Auffassung des Herrn Klubobmannes Van der Bellen, dass dieser Betrag für eine solche Leistung sicherlich zu wenig ist. (Abg. Mag. Schweitzer: Was verdienen Sie eigentlich?) Daher kann man ihm einen Sondervertrag geben; das steht auch in der Zeitung, das ist alles klar. (Abg. Mag. Schweitzer: Was verdienen Sie eigentlich?) Aber Voraussetzung für diesen Sondervertrag ist, dass er die B-Prüfung macht. Wir werden sehr genau aufpassen, dass ihm diese nicht erlassen wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie verdienen mehr als ein Generaldirektor!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das habe ich nicht gesagt!
Noch einmal zu Ihnen, Herr Westenthaler: Sie haben gesagt, es sei wie bei Frankreich 0 : 0. Ich lese Ihnen etwas vor. (Abg. Ing. Westenthaler: Das habe ich nicht gesagt!) Im heutigen "Kurier" – da werden Sie sagen, der stehe uns nicht nahe – steht:
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind der letzte Abkassierer!
(Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind der letzte Abkassierer!) Das ist ein 11 : 0 gegen Sie, Herr Westenthaler! Die Menschen werden Ihnen die Antwort geben. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Nürnberger hat das Plenum bereits fluchtartig verlassen! – Abg. Dr. Khol: Er holt den Gehaltszettel! – Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Schweitzer. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Nürnberger hat das Plenum bereits fluchtartig verlassen! – Abg. Dr. Khol: Er holt den Gehaltszettel! – Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt er wieder!
Abgeordneter Mag. Karl Schweitzer (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Bundesminister! Es dürfte kein Zufall sein, dass ÖGB-Vizepräsident Nürnberger nach seiner schwachen Rede den Saal verlassen hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt er wieder!) – Es freut mich, dass er wieder kommt.
Abg. Ing. Westenthaler: Abkassierer! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen.
Zwölf Jahre lang hat er Zeit gehabt – keine Dienstprüfung. Herr Kollege Nürnberger! Zwölf Jahre keine Dienstprüfung! (Abg. Ing. Westenthaler: Abkassierer! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger!
Höhepunkt des sozialdemokratischen Postenschachers im rot-schwarzen österreichischen System war die Versorgung des Ex-Ministers Rudolf Scholten. Darf ich Sie daran erinnern, womit das geendet hat, Herr Kollege Gusenbauer? (Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger!) Wissen Sie noch, womit das geendet hat, dass ein Brief hinterlassen wurde, der aufgezeigt hat, wie Sie in dieser Republik mit diesen vielen (der Redner hält eine Liste in die Höhe) rot-schwarzen Besetzungen "gefuhrwerkt" haben? – Ich kann sie nicht alle vorlesen, die Zeit reicht nicht aus, Kollege Gusenbauer! (Abg. Ing. Westenthaler: Postenschacher bis in den Tod!) Sie und Ihre Sozialdemokraten, Vranitzky, Klima, Verzetnitsch, Einem, und wie sie alle heißen, haben dabei die Finger im Spiel gehabt!
Abg. Ing. Westenthaler: Postenschacher bis in den Tod!
Höhepunkt des sozialdemokratischen Postenschachers im rot-schwarzen österreichischen System war die Versorgung des Ex-Ministers Rudolf Scholten. Darf ich Sie daran erinnern, womit das geendet hat, Herr Kollege Gusenbauer? (Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger!) Wissen Sie noch, womit das geendet hat, dass ein Brief hinterlassen wurde, der aufgezeigt hat, wie Sie in dieser Republik mit diesen vielen (der Redner hält eine Liste in die Höhe) rot-schwarzen Besetzungen "gefuhrwerkt" haben? – Ich kann sie nicht alle vorlesen, die Zeit reicht nicht aus, Kollege Gusenbauer! (Abg. Ing. Westenthaler: Postenschacher bis in den Tod!) Sie und Ihre Sozialdemokraten, Vranitzky, Klima, Verzetnitsch, Einem, und wie sie alle heißen, haben dabei die Finger im Spiel gehabt!
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Debakel! Letzter Debakelsprecher Pilz! – Abg. Dr. Khol: Pilz ist immer witzig!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu Wort gelangt als nächster und letzter Redner der Aktuellen Stunde Herr Abgeordneter Dr. Pilz. 5 Minuten, Herr Abgeordneter. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Debakel! Letzter Debakelsprecher Pilz! – Abg. Dr. Khol: Pilz ist immer witzig!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die schwarz angezogen sind!
Herr Abgeordneter Khol! Damit kommen wir zum Hauptproblem dieser Bundesregierung: akute spontane kollektive Farbenblindheit. Das Innenministerium hat neue Farben, es hat drei neue Farben, wenn wir alle Postenbesetzungen durchgehen: erstens schwarz, zweitens schwarz und drittens tiefschwarz. Jetzt gibt es Abgeordnete (Abg. Ing. Westenthaler: Die schwarz angezogen sind!) und Minister, die erklären, dass schwarz rot ist und dass schwarz weiß ist, und das kollektiv!
Abg. Ing. Westenthaler: Warum ist Pilz heute tiefschwarz? – Abg. Dr. Pumberger: Er ist schwarz angezogen, weil er auf einen Posten hofft!
Herr Bundeskanzler! Ich würde gerne an dieser Stelle den Herrn Innenminister fragen, was seine Beamten Führerscheinaspiranten raten würden, die nicht in der Lage sind, zwischen Farben zu unterscheiden. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum ist Pilz heute tiefschwarz? – Abg. Dr. Pumberger: Er ist schwarz angezogen, weil er auf einen Posten hofft!) Die Farbenblindheit in diesem Ressort – ich gehe auf die ersten Details ein – ist nicht etwas, das wir nur unter Postenschacher abtun sollten. Es ist schlimm genug, wenn Sie hier heraus gehen und sagen: Weil Sozialdemokraten in den letzten Jahrzehnten ihre Ämter oft parteipolitisch missbraucht haben, deshalb ergebe sich für Politiker der neuen Koalitionsparteien quasi ein Naturrecht, jetzt ihrerseits ihre Positionen zu missbrauchen! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das glauben Sie aber selbst nicht! – Abg. Böhacker: Das ist ja kindisch!
Ich behaupte – das sicher mit Fug und Recht; die Debatten waren ja nachvollziehbar, im Jahre 1999, im Jahre 2000 und auch im Jahre 2001 –: Erst die Urabstimmung des ÖGB mit über 807 000 Stimmen hat dazu geführt, dass die Wirtschaft und auch Sie als Koalition verhandlungsbereit wurden. (Abg. Ing. Westenthaler: Das glauben Sie aber selbst nicht! – Abg. Böhacker: Das ist ja kindisch!) Das war das Ergebnis der Meinungen jener Menschen, die für
Abg. Ing. Westenthaler: Das war schon alles fertig bei der Abstimmung!
Es war seltsam, dass unmittelbar nach der Urabstimmung und nach der Einigung auf die Abfertigung auf einmal ganzseitige Inserate von Firmen zu lesen waren, in denen stand: Wir sind die neue Abfertigungskasse. Jetzt ist es bei ihnen wieder ruhig geworden, weil sie in die Praxis gehen müssen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das war schon alles fertig bei der Abstimmung!)
Abg. Mag. Schweitzer: Aufwachen! – Abg. Ing. Westenthaler: Aufwachen!
Wir haben die Abfertigung für alle ArbeitnehmerInnen, auch die Lehrlinge, die Saisonkräfte, die kurzfristig Beschäftigten, die Vertragsbediensteten, erreicht. (Abg. Mag. Schweitzer: Aufwachen! – Abg. Ing. Westenthaler: Aufwachen!) Alle werden in diese neue Regelung einbezogen, ja sogar die parlamentarischen Mitarbeiter. Das sollten wir als Erfolg sehen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Ihr seid eine hinige Partie!)
Abg. Ing. Westenthaler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ich hoffe, Sie ziehen nicht mir den langen Schlusssatz von meinem Vorredner ab! Das wäre nicht ganz fair! – Heiterkeit.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Ing. Westenthaler. Gleiche Redezeit – minus den langen Schlusssatz. (Heiterkeit.) – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ich hoffe, Sie ziehen nicht mir den langen Schlusssatz von meinem Vorredner ab! Das wäre nicht ganz fair! – Heiterkeit.)
Abg. Ing. Westenthaler: Gute Reise!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Ich erkläre Ihnen schon noch, Herr Bundeskanzler, welche Bewandtnis es mit dem Koffer hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Gute Reise!)
Abg. Ing. Westenthaler – hinter der Regierungsbank stehend und winkend –: Oja, da schau, Herr Kollege!
Herr Abgeordneter Fasslabend! Herr Kollege Westenthaler ist ja nicht mehr da. (Abg. Ing. Westenthaler – hinter der Regierungsbank stehend und winkend –: Oja, da schau, Herr Kollege!) – Gut, wunderbar! Ich nenne Ihnen noch ein Beispiel. Sie haben das Schild "flexibel für die Karriere" aufgestellt. Das war eine Forderung der Grünen, aber ich verstehe Ihre Haltung in Bezug auf diesen Punkt nicht – sofern Sie mit Ihrer Konstruktion der Abfertigung nicht eine eindeutige Absicht hatten. Wir Grünen hätten gerne gehabt, dass die Abfertigung auch bei einer Bildungskarenz, bei einer Erziehungskarenz (Abg. Steibl: Ist es ja!), bei einer Hospizkarenz oder bei einer sonstigen Unterbrechung, zum Beispiel weil jemand ein Sabbatical macht, beansprucht werden kann.
Abg. Ing. Westenthaler : Sie sind fertig! Die 9 Minuten sind beendet! Das ist nicht sehr fair, was Sie da machen!
In Ziffer 3 lautet § 26 Ziffer 1 lit. d: Beiträge, die der Arbeitgeber für seine Arbeitnehmer an eine Mitarbeitervorsorgekasse leistet, im Ausmaß von höchstens 1,53 Prozent des monatlichen Entgelts einschließlich der Sonderzahlungen im Sinne arbeitsrechtlicher Bestimmungen und zuzüglicher etwaiger Verzugszinsen im Ausmaß des § 6 Abs. 6 beziehungsweise von höchstens 1,53 Prozent der Bemessungsgrundlage für entgeltfreie Zeiträume, weiters Beiträge, die im Zuge von Übertragungen von Altabfertigungsanwartschaften im Sinne des § 3 Ziffer 1 geleistet werden, sowie Beiträge, die auf Grund des BMVG oder gleichartiger österreichischer Rechtsvorschriften durch das Übertragen von Anwartschaften an eine andere Mitarbeitervorsorgekasse als Überweisung der Abfertigung ... (Abg. Ing. Westenthaler : Sie sind fertig! Die 9 Minuten sind beendet! Das ist nicht sehr fair, was Sie da machen!) – Wie viel Zeit ist eingestellt, Herr Präsident?
Abg. Ing. Westenthaler: Letztklassig, was Sie da machen! Entsetzlich!
In Südtirol sieht man, dass das für niemanden mehr ein Problem ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Letztklassig, was Sie da machen! Entsetzlich!) In Südtirol stehen überall zwei-, manchmal sogar dreisprachige Ortstafeln, Herr Kollege Schweitzer. Warum ist das in Kärnten nicht möglich? (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Grauenhaft,
Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Kogler –: Werner, sag die Wahrheit! – Abg. Ing. Westenthaler: Südafrika ist ausgeschieden!
Als erster Redner zu Wort gemeldet: Herr Abgeordneter Mag. Kogler. Maximale Redezeit: 10 Minuten. – Bitte. (Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Kogler –: Werner, sag die Wahrheit! – Abg. Ing. Westenthaler: Südafrika ist ausgeschieden!)
Abg. Dr. Martin Graf: Das ist wirklich unerhört! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist hier keine Wahlrede!
Folgender Umstand ist offen geblieben: Wenn Sie darauf rekurrieren, dass Sie quasi einer Verpflichtung nachgekommen seien – ich zitiere Sie wörtlich –, nämlich der Verpflichtung, sich schlau zu machen, rekurrieren Sie ganz offensichtlich auf den § 460 Abs. 4 ASVG, wonach tatsächlich der Bundesminister seine Zustimmung zu geben hat hinsichtlich dieser Bestellungen. Das ist richtig! Aber nach Vorschlag. Vorher sollte Ihnen in Ihrer ministeriellen Funktion maximal die Rolle des Kontrollors, die aber dafür anständig, zukommen, aber es ist sicherlich keine Rede davon, dass der Bundesminister für soziale Angelegenheiten in dieser Sache für diese Postenschacherei von Anfang weg Schmiere zu stehen hat. Davon ist keine Rede in diesem ASVG. (Abg. Dr. Martin Graf: Das ist wirklich unerhört! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist hier keine Wahlrede!)
Abg. Ing. Westenthaler: Nur, weil Südafrika ausgeschieden ist!
Präsident Dr. Heinz Fischer (das Glockenzeichen gebend): Kollege, wir finden sicher einen anderen Ton, um diese Sachverhalte auszudrücken! (Abg. Ing. Westenthaler: Nur, weil Südafrika ausgeschieden ist!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich wollte nur sagen, dass Südafrika ausgeschieden ist!
Herr Kollege Westenthaler! Bezeichnen Sie das weiterhin, wie Sie wollen. Sie sind sicher sehr erfinderisch. Ich bin für jeden weiteren Zuruf dankbar. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich wollte nur sagen, dass Südafrika ausgeschieden ist!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Der wird aber nicht durchgehen!
(Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Der wird aber nicht durchgehen!) Herr Kollege Westenthaler! Das werden auch Sie einmal zu verant-worten haben, warum der jetzt allenfalls nicht durchgeht, wie Sie hier ankündigen. Im Vorfeld haben Sie wieder davon gesprochen, dass es sich um eine Inflation von Misstrauensanträgen
Abg. Ing. Westenthaler: Das Lamperl leuchtet noch gar nicht!
Ich darf abschließend noch einmal festhalten ... (Abg. Ing. Westenthaler: Das Lamperl leuchtet noch gar nicht!) Kollege Westenthaler, manchmal kommt man auch mit weniger als 10 Minuten durch. Das ist auch für mich eine neue Erfahrung. Sie sollten sich aber nicht zu früh freuen. (Abg. Mag. Schweitzer: Zu wenig vorbereitet! – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt! – Abg. Mag. Schweitzer: Du kannst noch drei Minuten reden!) Sie sollten sich nicht zu früh freuen, denn in Wirklichkeit haben der Herr Bundesminister Strasser und der Herr Bundeskanzler mit ihrer Verteidigungsstrategie heute einen Anlass gegeben, einen Misstrauensantrag gegenüber der gesamten Bundesregierung vorzubereiten. (Abg. Ing. Westenthaler: Endlich!)
Abg. Mag. Schweitzer: Zu wenig vorbereitet! – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt! – Abg. Mag. Schweitzer: Du kannst noch drei Minuten reden!
Ich darf abschließend noch einmal festhalten ... (Abg. Ing. Westenthaler: Das Lamperl leuchtet noch gar nicht!) Kollege Westenthaler, manchmal kommt man auch mit weniger als 10 Minuten durch. Das ist auch für mich eine neue Erfahrung. Sie sollten sich aber nicht zu früh freuen. (Abg. Mag. Schweitzer: Zu wenig vorbereitet! – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt! – Abg. Mag. Schweitzer: Du kannst noch drei Minuten reden!) Sie sollten sich nicht zu früh freuen, denn in Wirklichkeit haben der Herr Bundesminister Strasser und der Herr Bundeskanzler mit ihrer Verteidigungsstrategie heute einen Anlass gegeben, einen Misstrauensantrag gegenüber der gesamten Bundesregierung vorzubereiten. (Abg. Ing. Westenthaler: Endlich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Endlich!
Ich darf abschließend noch einmal festhalten ... (Abg. Ing. Westenthaler: Das Lamperl leuchtet noch gar nicht!) Kollege Westenthaler, manchmal kommt man auch mit weniger als 10 Minuten durch. Das ist auch für mich eine neue Erfahrung. Sie sollten sich aber nicht zu früh freuen. (Abg. Mag. Schweitzer: Zu wenig vorbereitet! – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt! – Abg. Mag. Schweitzer: Du kannst noch drei Minuten reden!) Sie sollten sich nicht zu früh freuen, denn in Wirklichkeit haben der Herr Bundesminister Strasser und der Herr Bundeskanzler mit ihrer Verteidigungsstrategie heute einen Anlass gegeben, einen Misstrauensantrag gegenüber der gesamten Bundesregierung vorzubereiten. (Abg. Ing. Westenthaler: Endlich!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ich tät’ mir einmal überlegen, warum jeder Misstrauensantrag scheitert!
Diese Verteidigung war eigentlich eine Selbstanklage, und das sollten Sie mit sich selber ausmachen. Kollege Westenthaler, melden Sie sich zu Wort und stellen Sie die Dinge klar! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ich tät’ mir einmal überlegen, warum jeder Misstrauensantrag scheitert!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Öllinger, der sich zu Wort melden will –: Es kann keine persönliche Erwiderung geben laut Geschäftsordnung, Kollege Öllinger!
Die Unwahrheit besteht darin, dass Kollege Öllinger behauptet hat, Kollege Gaugg hätte auf eine sehr generöse Pensionsregelung deshalb verzichtet, weil er bereits Anspruch auf eine Politikerpension hätte. Wahr ist vielmehr, dass Kollege Gaugg – so wie auch ich und meine freiheitlichen Kollegen und auch die Grünen – ins neue System optiert hat und somit kein Anrecht auf eine Politikerpension hat. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Öllinger, der sich zu Wort melden will –: Es kann keine persönliche Erwiderung geben laut Geschäftsordnung, Kollege Öllinger!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das habe ich gemeint!
Präsident Dr. Heinz Fischer: So einfach ist die Sache nicht. Aber, Herr Kollege, es ist die ganze Fraktion angesprochen worden und nicht ein einzelner Abgeordneter. (Abg. Ing. Westenthaler: Das habe ich gemeint!) Daher kann ich das Wort zu einer persönlichen Erwiderung wirklich nicht erteilen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Martin Graf: Schon wieder ein Eigentor!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was heißt "Machtergreifung"? Das war ein Parteitag!
Nun, wer ist dieser Abgeordnete Gaugg eigentlich? – Das sollte man wissen, damit man einfach versteht, warum es diese Nibelungentreue gibt; die Nibelungentreue seitens des Sozialministers Haupt bis hin zum Misstrauensantrag, den er heute dafür abkassiert, und die Nibelungentreue des Jörg Haider gegenüber Gaugg. Ja, Gaugg ist ein Mann der ersten Stunde gewesen! Wir erinnern uns an die Machtergreifung Jörg Haiders in der FPÖ. (Abg. Ing. Westenthaler: Was heißt "Machtergreifung"? Das war ein Parteitag!) Das war dieser historische Parteitag, bei dem ein Delegierter damals gesagt hat: Mit dem Steger würde ich nicht auf Urlaub fahren, aber mit dem Haider ginge ich wieder nach Russland. (Abg. Mag. Schweitzer: Der Gusenbauer greift auch nach der Macht, aber er erwischt sie nicht!) Er hat damit ein bisschen was zur Geschichtsaufarbeitung des Zweiten Weltkrieges einbringen wollen, und er hat gesagt, er kann sich durchaus ein zweites Mal Stalingrad, aber unter der Führung Haiders vorstellen. – In der Literatur nachlesbar. (Abg. Mag. Schweitzer: Ist eine demokratische Wahl Machtergreifung?)
Abg. Ing. Westenthaler: Reihenweise fehlen die Abgeordneten bei Ihnen! Da gibt es keine Nibelungentreue!
Und jetzt ist die Stunde der Dankbarkeit. Jetzt müssen Sie alle, die Sie hier sitzen, diese Diskussion aushalten. Die müssen Sie aushalten. Sie werden sich alle fragen, wieso Sie den Kopf hinhalten müssen, damit der Herr Gaugg in diese Superposition kommt. Aus purer Liebe ma-chen Sie das, weil Sie da gerade so mit glitzernden Augen schauen? Aus purer Liebe? – Nein, es ist die Dankbarkeit und die Nibelungentreue! (Abg. Ing. Westenthaler: Reihenweise fehlen die Abgeordneten bei Ihnen! Da gibt es keine Nibelungentreue!)
in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler
Aber der Herr Strasser hat es zu bunt getrieben. Das ist nämlich der Zweite. Jetzt können Sie (in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler) stoisch da sitzen, und jetzt kann Herr Klubobmann Khol ein bisschen Nervosität spielen. Strasser hat es zu bunt getrieben. Der ist der Zweite, der heute drankommt, und mit Recht drankommt, denn er ist der Dreisteste von allen. Er ist zwar auch der Cleverste, aber zu dreist. Die Schlauheit kann auch übertrieben werden. Daher gibt es
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: "Machtergreifung" ist nicht okay!
Die Ausdrücke, die Sie, Herr Abgeordneter Cap, verwendet haben – zum Beispiel "Machtergreifung" –, gehören eigentlich nicht ins österreichische Parlament. Wir sollten niemandem vorwerfen, er ergreift die Macht. Wir sind Demokraten und sollten auch in diesem Sinne handeln, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: "Machtergreifung" ist nicht okay!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein tödlicher Postenschacher!
Sie waren ja einer der Oberpackler in der Praschak-Geschichte, habe ich in den Protokollen nachlesen können, Herr Kollege Edlinger! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein tödlicher Postenschacher!) In einem der größten Packler-Skandale, der schlussendlich auch zum Tod eines ganz wesentlichen Bankiers geführt hat, waren Sie einer der Oberverhandler, einer von jenen, die einen ehemaligen SPÖ-Minister zu Unrecht in eine Position gehievt haben, was letztlich zum Tod des Herrn Praschak geführt hat. (Ruf bei den Freiheitlichen: Jawohl!) Da waren Sie dabei, Herr Kollege Edlinger! (Abg. Edlinger: ... Wahnsinn ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger trägt Mitschuld!)
Abg. Edlinger: ... Wahnsinn ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger trägt Mitschuld!
Sie waren ja einer der Oberpackler in der Praschak-Geschichte, habe ich in den Protokollen nachlesen können, Herr Kollege Edlinger! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein tödlicher Postenschacher!) In einem der größten Packler-Skandale, der schlussendlich auch zum Tod eines ganz wesentlichen Bankiers geführt hat, waren Sie einer der Oberverhandler, einer von jenen, die einen ehemaligen SPÖ-Minister zu Unrecht in eine Position gehievt haben, was letztlich zum Tod des Herrn Praschak geführt hat. (Ruf bei den Freiheitlichen: Jawohl!) Da waren Sie dabei, Herr Kollege Edlinger! (Abg. Edlinger: ... Wahnsinn ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger trägt Mitschuld!)
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Blattschuss! Und Wittmann liegt schon wieder im Fettnäpfchen!
Ich erinnere an den ehemaligen Leiter der Geschäftsstelle des Arbeitsmarktservice Deutschlandsberg, das ist Herr Abgeordneter Staffaneller, seines Zeichens sicherlich kein Roter. (Abg. Gaugg: Der war auch ein Roter!) Er ist derzeit ein Mitglied Ihrer Partei. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Blattschuss! Und Wittmann liegt schon wieder im Fettnäpfchen!)
Abg. Gaugg: Das ist eine Bezichtigung, eine Selbstbezichtigung! – Abg. Ing. Westenthaler: Eine Selbstgeißelung war das! – Ruf bei den Freiheitlichen: Der klassische Bauchfleck!
Ich erinnere an den stellvertretenden Vorstand des Arbeitsmarktservice Österreich, Böhm, der ebenfalls nicht der SPÖ angehört, sondern der ÖVP. (Abg. Gaugg: Das ist eine Bezichtigung, eine Selbstbezichtigung! – Abg. Ing. Westenthaler: Eine Selbstgeißelung war das! – Ruf bei den Freiheitlichen: Der klassische Bauchfleck!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt gut zuhören, Herr Wittmann, gut zuhören! Jetzt macht es wieder "Platsch!" bei Herrn Wittmann!
Die persönliche Erwiderung hat sich auf eine kurze Sachverhaltsdarstellung zu beschränken. – Herr Abgeordneter Staffaneller, bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt gut zuhören, Herr Wittmann, gut zuhören! Jetzt macht es wieder "Platsch!" bei Herrn Wittmann!)
Abg. Mag. Schweitzer: Ein Blattschuss war das! – Abg. Ing. Westenthaler: Was war das jetzt für ein Postenschacher, ein roter oder ein blauer? – Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung SPÖ –: Was sagst du dazu? – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Nürnberger. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 7 Minuten. – Bitte. (Abg. Mag. Schweitzer: Ein Blattschuss war das! – Abg. Ing. Westenthaler: Was war das jetzt für ein Postenschacher, ein roter oder ein blauer? – Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung SPÖ –: Was sagst du dazu? – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber als was ist er es geworden? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Rudolf Nürnberger (SPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich verstehe die Lächerlichkeit, die Aufregung nicht. Herr Abgeordneter Wittmann hat behauptet, Herr Staffaneller sei heute als FPÖ-Abgeordneter beim AMS beschäftigt. Und das stimmt, meine sehr geehrten Damen und Herren, das ist er ja! (Abg. Ing. Westenthaler: Aber als was ist er es geworden? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein Blattschuss war das!
Herr Abgeordneter Schweitzer hat hier wirklich sehr offen sein inneres Wunschdenken dargelegt. Ich wundere mich nur, Herr Abgeordneter Schweitzer, warum du dir die Arbeit gemacht hast, hier alphabetisch zu reihen und rund ein Drittel der SPÖ-Abgeordneten herauszupicken. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Blattschuss war das!) Hättest du doch gleich klar und deutlich gesagt, was du dir wünschen würdest: dass es überhaupt keine Sozialdemokratie, keine Opposition mehr gäbe! (Abg. Ing. Westenthaler: Wegen der 188 000, die du abkassierst! – Abg. Mag. Schweitzer: Es geht eh in die richtige Richtung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wegen der 188 000, die du abkassierst! – Abg. Mag. Schweitzer: Es geht eh in die richtige Richtung!
Herr Abgeordneter Schweitzer hat hier wirklich sehr offen sein inneres Wunschdenken dargelegt. Ich wundere mich nur, Herr Abgeordneter Schweitzer, warum du dir die Arbeit gemacht hast, hier alphabetisch zu reihen und rund ein Drittel der SPÖ-Abgeordneten herauszupicken. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Blattschuss war das!) Hättest du doch gleich klar und deutlich gesagt, was du dir wünschen würdest: dass es überhaupt keine Sozialdemokratie, keine Opposition mehr gäbe! (Abg. Ing. Westenthaler: Wegen der 188 000, die du abkassierst! – Abg. Mag. Schweitzer: Es geht eh in die richtige Richtung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen seid ihr nur mehr so wenige! Ihr werdet immer weniger! Ihr kassiert immer mehr, werdet aber immer weniger! Abkassieren, aber immer weniger werden!
Herr Schweitzer, ob Sie nach der nächsten Wahl noch ein Mandat haben werden, das versehe ich mit einem Fragezeichen. (Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen seid ihr nur mehr so wenige! Ihr werdet immer weniger! Ihr kassiert immer mehr, werdet aber immer weniger! Abkassieren, aber immer weniger werden!)
Abg. Ing. Westenthaler: 2 Millionen Abfertigung! Ist das wahr?
Herr Abgeordneter Schweitzer hat sowohl in der tatsächlichen Berichtigung als auch während seiner Rede die Worte "unwissend" und "unwahr" geschrien. Jetzt werden wir nachweisen, in welchen Bereichen Herr Abgeordneter Schweitzer unwissend ist und die Unwahrheit gesagt hat. (Abg. Ing. Westenthaler: 2 Millionen Abfertigung! Ist das wahr?) – Ich arbeite ja noch immer. (Abg. Mag. Schweitzer: Das heißt überhaupt nichts!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe gesagt Euro, nicht Schilling!
Noch einmal zum Gehalt des Herrn Freitag. Herr Westenthaler hat behauptet: 10 000 S! Darauf habe ich gesagt, das stimmt nicht (Abg. Mag. Schweitzer: 9 099!), und dann haben Sie das sehr lächerlich gemacht, Herr Schweitzer! Hören Sie zu! Zuhören! (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe gesagt Euro, nicht Schilling!) – Euro, ja. – 9 999 (Abg. Mag. Schweitzer: Nein!), 99 999 (Abg. Mag. Schweitzer: Nein!), 9 999 € waren es am Vormittag! (Rufe bei den Freiheitlichen: Nein!) – Was denn? Wie viel? (Abg. Ing. Westenthaler: 9 099 €!)
Abg. Ing. Westenthaler: 9 099 €!
Noch einmal zum Gehalt des Herrn Freitag. Herr Westenthaler hat behauptet: 10 000 S! Darauf habe ich gesagt, das stimmt nicht (Abg. Mag. Schweitzer: 9 099!), und dann haben Sie das sehr lächerlich gemacht, Herr Schweitzer! Hören Sie zu! Zuhören! (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe gesagt Euro, nicht Schilling!) – Euro, ja. – 9 999 (Abg. Mag. Schweitzer: Nein!), 99 999 (Abg. Mag. Schweitzer: Nein!), 9 999 € waren es am Vormittag! (Rufe bei den Freiheitlichen: Nein!) – Was denn? Wie viel? (Abg. Ing. Westenthaler: 9 099 €!)
Abg. Mag. Schweitzer: Lies vor! – Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel verdient er jetzt?
Abgeordneter Rudolf Nürnberger (fortsetzend): Hör zu! Das war eine Dienstalterszulage, die war schon da. Jetzt habe ich den Gehaltszettel des Herrn Freitag vom Mai da, und die Differenz, die Sie so locker wegstecken, beträgt mehr als ein Monatsgehalt (Abg. Mag. Schweitzer: Was steht dort?), mehr als ein Monatsgehalt (Abg. Mag. Schweitzer: Lies vor! – Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel verdient er jetzt?), das etwa Beschäftigte im Tourismus oder im Handel verdienen. (Abg. Mag. Schweitzer: Was steht dort?) Er verdient 9 100 €, und die Differenz ... (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Schweitzer: Weil es einer zu wenig war!) – Nein, das war nicht zu wenig, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: 9 100 €, Gaugg 2 000 €!)
Abg. Ing. Westenthaler: 9 100 €, Gaugg 2 000 €!
Abgeordneter Rudolf Nürnberger (fortsetzend): Hör zu! Das war eine Dienstalterszulage, die war schon da. Jetzt habe ich den Gehaltszettel des Herrn Freitag vom Mai da, und die Differenz, die Sie so locker wegstecken, beträgt mehr als ein Monatsgehalt (Abg. Mag. Schweitzer: Was steht dort?), mehr als ein Monatsgehalt (Abg. Mag. Schweitzer: Lies vor! – Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel verdient er jetzt?), das etwa Beschäftigte im Tourismus oder im Handel verdienen. (Abg. Mag. Schweitzer: Was steht dort?) Er verdient 9 100 €, und die Differenz ... (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Schweitzer: Weil es einer zu wenig war!) – Nein, das war nicht zu wenig, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: 9 100 €, Gaugg 2 000 €!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Bestätigung! – Abg. Mag. Schweitzer: Das ist eine tatsächliche Bestätigung! – Abg. Ing. Westenthaler: 9 100 €!
Und nun zur B-Prüfung (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Bestätigung! – Abg. Mag. Schweitzer: Das ist eine tatsächliche Bestätigung! – Abg. Ing. Westenthaler: 9 100 €!): Die Grundsätze sind am 24.9.1996 geändert worden. Dazu gibt es ein Schreiben des Hauptverbandes, in dem es heißt: Eine Befreiung von der Verpflichtung zur Ablegung der B-Prüfung ist
Abg. Ing. Westenthaler: 1 € sind 13,76 S! Das ist die Umrechnungsformel für den Euro!
Herr Abgeordneter Gaugg ist jetzt leider nicht da. – Herr Freitag hat Vorbilder. (Abg. Ing. Westenthaler: 1 € sind 13,76 S! Das ist die Umrechnungsformel für den Euro!) Herr Freitag hat Vorbilder, und deswegen ist dann die Änderung gekommen per Anweisung. Da gab es einen Generaldirektor-Stellvertreter (Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht sagt er noch, was Elsner verdient! Wie viel Euro bekommt Elsner?), der auch einen Sondervertrag hatte. In seinem Dienstvertrag ist ein eigener Punkt sechs enthalten, laut dem er die B-Prüfung nicht machen muss. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht sagt er noch, was Elsner verdient! Wie viel Euro bekommt Elsner?
Herr Abgeordneter Gaugg ist jetzt leider nicht da. – Herr Freitag hat Vorbilder. (Abg. Ing. Westenthaler: 1 € sind 13,76 S! Das ist die Umrechnungsformel für den Euro!) Herr Freitag hat Vorbilder, und deswegen ist dann die Änderung gekommen per Anweisung. Da gab es einen Generaldirektor-Stellvertreter (Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht sagt er noch, was Elsner verdient! Wie viel Euro bekommt Elsner?), der auch einen Sondervertrag hatte. In seinem Dienstvertrag ist ein eigener Punkt sechs enthalten, laut dem er die B-Prüfung nicht machen muss. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ach so ist das!
Sie brauchen nicht zu lachen, ich habe den Vertrag da. Sie können sich die Frage bezüglich Datenschutz und wieso ich weiß, was in seinem Dienstvertrag steht, ersparen, weil ich Ihnen das sagen werde. Ich habe den Vertrag da, und ich war am 8. Mai 1979, als er im zuständigen Vorstand beschlossen worden ist, anwesend, daher weiß ich das. (Abg. Ing. Westenthaler: Ach so ist das!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel Euro bekommt Elsner ungefähr?
Herrn Gaugg kann ich nur empfehlen (Abg. Mag. Schweitzer: Weil er ein Roter ist, braucht er keine Dienstprüfung!), diesen Vertrag zur Kenntnis zu nehmen, sich ihn zum Vorbild zu nehmen. Dieser Vertrag gehört nämlich auch einem aktiven Politiker – ich gebe ihn dir dann –, er ist heute noch immer aktiver Politiker, allerdings nicht hier (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel Euro bekommt Elsner ungefähr?), sondern woanders. Es handelt sich um den Exabgeordneten Nationalrat Dr. Walter Schwimmer, Generaldirektor-Stellvertreter in der Wiener Gebietskrankenkasse. Seinetwegen ist das geändert worden. (Abg. Mag. Schweitzer: Wovon redet er?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel verdient Herr Elsner?
Nun zum Gehalt der 200 000 €: Das sind pro Monat 14 285 €, das wurde erstmals – es ist behauptet worden, das hätte Herr Haas genannt (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel verdient Herr Elsner?) – im "NEWS" und in den Tiroler Tageszeitungen genannt, und es wurde im "Kurier" erwähnt – von Daniela Kittner. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel verdient Elsner?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel verdient Elsner?
Nun zum Gehalt der 200 000 €: Das sind pro Monat 14 285 €, das wurde erstmals – es ist behauptet worden, das hätte Herr Haas genannt (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel verdient Herr Elsner?) – im "NEWS" und in den Tiroler Tageszeitungen genannt, und es wurde im "Kurier" erwähnt – von Daniela Kittner. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel verdient Elsner?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel bekommt Herr Elsner?
Jetzt ist es ganz einfach, das aufzuklären. (Abg. Gaugg: Für das gehst du nicht arbeiten, gelt?) Du sagst hier ja oder nein, und dann fragen wir Herrn Jenewein, was er dazu sagt. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel bekommt Herr Elsner?) Diesbezüglich würde ich aber vorsichtig sein (Abg. Ing. Westenthaler: 50 Millionen Schilling! Wie viel Euro sind das?), denn da kann man leicht den Wahrheitsbeweis antreten, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Eine einfache Rechnung! 13,76 S!)
Abg. Ing. Westenthaler: 50 Millionen Schilling! Wie viel Euro sind das?
Jetzt ist es ganz einfach, das aufzuklären. (Abg. Gaugg: Für das gehst du nicht arbeiten, gelt?) Du sagst hier ja oder nein, und dann fragen wir Herrn Jenewein, was er dazu sagt. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel bekommt Herr Elsner?) Diesbezüglich würde ich aber vorsichtig sein (Abg. Ing. Westenthaler: 50 Millionen Schilling! Wie viel Euro sind das?), denn da kann man leicht den Wahrheitsbeweis antreten, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Eine einfache Rechnung! 13,76 S!)
Abg. Ing. Westenthaler: Eine einfache Rechnung! 13,76 S!
Jetzt ist es ganz einfach, das aufzuklären. (Abg. Gaugg: Für das gehst du nicht arbeiten, gelt?) Du sagst hier ja oder nein, und dann fragen wir Herrn Jenewein, was er dazu sagt. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel bekommt Herr Elsner?) Diesbezüglich würde ich aber vorsichtig sein (Abg. Ing. Westenthaler: 50 Millionen Schilling! Wie viel Euro sind das?), denn da kann man leicht den Wahrheitsbeweis antreten, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Eine einfache Rechnung! 13,76 S!)
Abg. Ing. Westenthaler: Gewerkschaftsbanker Elsner!
Herr Westenthaler! Sie haben das Gespräch zwischen Graf und Haas angesprochen. Den Inhalt dieses Gespräches können Sie im Protokoll nachlesen (Abg. Ing. Westenthaler: Gewerkschaftsbanker Elsner!), da steht nämlich die ganze Packelei drinnen. Da heißt es: Zusage – Voraussetzung Konsens im Entscheidungsgremium und Zustimmung der Betroffenen, dass all das kommt.
Abg. Ing. Westenthaler: Waren Sie auch bei Elsner dabei?
Es ist auch auf Grund der Logik klar (Abg. Ing. Westenthaler: Waren Sie auch bei Elsner dabei?), und es ist auch im Plenarsaal während der letzten Sitzungen herumgegeistert, dass wir dort zustimmen werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie auch den von Verzetnitsch ausverhandelt?) Ich habe hier erklärt, dass kein Sozialdemokrat zustimmen wird. Das hätten Sie gerne gehabt, dass die SPÖ bei diesem Postenschacher mitspielt! Gott sei Dank gibt sich aber die SPÖ für diese Postenschacherei nicht her, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie auch den von Verzetnitsch ausverhandelt?
Es ist auch auf Grund der Logik klar (Abg. Ing. Westenthaler: Waren Sie auch bei Elsner dabei?), und es ist auch im Plenarsaal während der letzten Sitzungen herumgegeistert, dass wir dort zustimmen werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie auch den von Verzetnitsch ausverhandelt?) Ich habe hier erklärt, dass kein Sozialdemokrat zustimmen wird. Das hätten Sie gerne gehabt, dass die SPÖ bei diesem Postenschacher mitspielt! Gott sei Dank gibt sich aber die SPÖ für diese Postenschacherei nicht her, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich halte es nicht aus!
Jetzt noch ganz kurz zu Ihnen, Herr Minister. Herr Minister! Sie können sicher sein (Abg. Ing. Westenthaler: Ich halte es nicht aus!), aus dem Vier-Augen-Gespräch, das wir beide geführt haben, zitiere ich nicht. (Abg. Mag. Schweitzer: Sie sind ein Oberpackler, der an einer Aktion beteiligt war, die zum Tod eines Menschen geführt hat! – Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger hat sogar mit seinem Postenschacher einen Banker in den Tod getrieben!) Ich habe einen Ehrenkodex, wonach ein Vier-Augen-Gespräch ein Vier-Augen-Gespräch ist. (Abg. Edlinger – in Richtung Freiheitliche –: Haben Sie einen Vogel?) Aber, Herr Minister, ich kann Ihre Probleme verstehen. (Abg. Neudeck: Was heißt hier Vogel? – Abg. Edlinger: Das ist doch ungeheuerlich!)
Abg. Mag. Schweitzer: Sie sind ein Oberpackler, der an einer Aktion beteiligt war, die zum Tod eines Menschen geführt hat! – Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger hat sogar mit seinem Postenschacher einen Banker in den Tod getrieben!
Jetzt noch ganz kurz zu Ihnen, Herr Minister. Herr Minister! Sie können sicher sein (Abg. Ing. Westenthaler: Ich halte es nicht aus!), aus dem Vier-Augen-Gespräch, das wir beide geführt haben, zitiere ich nicht. (Abg. Mag. Schweitzer: Sie sind ein Oberpackler, der an einer Aktion beteiligt war, die zum Tod eines Menschen geführt hat! – Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger hat sogar mit seinem Postenschacher einen Banker in den Tod getrieben!) Ich habe einen Ehrenkodex, wonach ein Vier-Augen-Gespräch ein Vier-Augen-Gespräch ist. (Abg. Edlinger – in Richtung Freiheitliche –: Haben Sie einen Vogel?) Aber, Herr Minister, ich kann Ihre Probleme verstehen. (Abg. Neudeck: Was heißt hier Vogel? – Abg. Edlinger: Das ist doch ungeheuerlich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Zuerst schreit er "Sieg Heil!", und jetzt sagt er "Vogel"!
Sie haben eine einfache Frage gestellt bekommen: Waren Sie dabei, oder waren Sie nicht dabei? (Abg. Ing. Westenthaler: Zuerst schreit er "Sieg Heil!", und jetzt sagt er "Vogel"!) Eine einfache Frage kann man mit ja oder nein beantworten. (Zwischenruf des Abg. Neudeck. ) Aber Sie reden dauernd herum, sagen in der Sozialausschusssitzung dieses und jenes, aber ich kann das verstehen. (Abg. Neudeck: Geben Sie Edlinger ein Valium, wenn er es nicht aushält!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Zur Geschäftsordnung!
Herr Bundesminister! Wenn Sie einen Funken Anstand und politischer Kultur haben, dann ziehen Sie die politische Konsequenz und treten Sie zurück! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Zur Geschäftsordnung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Lesen Sie den Brief von Praschak! Wir werden den Brief zitieren! Da steht das drinnen! Praschak hat das selbst geschrieben, dass Edlinger dafür verantwortlich ist!
Meine Herren! Eine Handlung zu unterstellen, die zum Tod eines Menschen geführt hat, heißt, an einem ... (Abg. Ing. Westenthaler: Lesen Sie den Brief von Praschak! Wir werden den Brief zitieren! Da steht das drinnen! Praschak hat das selbst geschrieben, dass Edlinger dafür verantwortlich ist!) – Nein, nein, nein, so geht das nicht!
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Praschak hat sich umgebracht und Edlinger dafür ...!
Ich werde das Protokoll überprüfen, ich werde wie immer anhand des Protokolls vorgehen, und ich werde die Schwere eines Vorwurfes zu gewichten wissen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Praschak hat sich umgebracht und Edlinger dafür ...!)
Abg. Dr. Stummvoll: Versorgung! – Abg. Ing. Westenthaler: Versorgung!
Und abschließend heißt es: Der Herr Bundesminister betont, es gehe ihm darum, für die Versorgung des Dr. Scholten einen möglichst niedrigen politischen Preis zu bezahlen. Es gebe auch andere Alternativen, sonst würde er auch mit mir anders reden. – Gespräch 14. März 1997. (Abg. Dr. Stummvoll: Versorgung! – Abg. Ing. Westenthaler: Versorgung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Er ist gerade hereingekommen!
Ich will jetzt den vielzitierten "Kühlschrank" nicht noch einmal ansprechen (Abg. Ing. Westenthaler: Er ist gerade hereingekommen!), aber was mich auch interessiert, ist etwas, was noch nicht beantwortet wurde: Herr Keppelmüller hat nämlich noch eine ganz andere Frage gestellt, und zwar hat er gesagt, er möchte einmal hören, dass sich Doris Bures, ihres Zeichens Bundesgeschäftsführerin der SPÖ, zu Elsner äußert. (Abg. Silhavy: Das ist aber heute nicht Thema! Heute ist Gaugg Thema!)
Abg. Ing. Westenthaler: Hört, hört!
Helmut Elsner, BAWAG-Generaldirektor, ist unter Beschuss geraten, weil er sich nebenbei noch eine Vorstandsgage bei den Österreichischen Lotterien auszahlen lässt. – Oder – Herr Keppelmüller hatte noch eine Idee – man könnte sich einmal anschauen, ob es für die 100 Millionen Schilling, die beim letzten Wahlkampf von Viktor Klima und Andreas Rudas zusätzlich ausgegeben worden sind, Beschlüsse in den Gremien gegeben hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Hört, hört!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das hat sie überhaupt nicht gesagt!
Abgeordnete Ludmilla Parfuss (SPÖ): Frau Abgeordnete Zierler hat vorhin behauptet (Abg. Böhacker: Was hat sie behauptet?), dass Herr Staffaneller roter Gemeinderat war und dann AMS-Leiter geworden ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Das hat sie überhaupt nicht gesagt!) – Das stimmt nicht.
Abg. Ing. Westenthaler: Aber er war schon zuerst SPÖ-Mitglied?!
Herr Staffaneller wurde zuerst als AMS-Leiter von Graz nach Deutschlandsberg zugewiesen, hat sich dann in den Gemeinderat beworben (Abg. Ing. Westenthaler: Aber er war schon zuerst SPÖ-Mitglied?!) und wurde Gemeinderat, weil er eine politische Karriere angestrebt hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Bei welcher Partei? – Abg. Gaugg: Bei welcher Partei?) Das ist bei
Abg. Ing. Westenthaler: Bei welcher Partei? – Abg. Gaugg: Bei welcher Partei?
Herr Staffaneller wurde zuerst als AMS-Leiter von Graz nach Deutschlandsberg zugewiesen, hat sich dann in den Gemeinderat beworben (Abg. Ing. Westenthaler: Aber er war schon zuerst SPÖ-Mitglied?!) und wurde Gemeinderat, weil er eine politische Karriere angestrebt hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Bei welcher Partei? – Abg. Gaugg: Bei welcher Partei?) Das ist bei
Abg. Ing. Westenthaler: Man muss dankbar sein, dass Sie das noch einmal betonen, damit alle wissen, dass Staffaneller aus der SPÖ kommt!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächste Rednerin zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Bures. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Man muss dankbar sein, dass Sie das noch einmal betonen, damit alle wissen, dass Staffaneller aus der SPÖ kommt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben kein Problem!
Abgeordnete Doris Bures (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich denke mir, dass klar geworden ist, die FPÖ hat ein Problem. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben kein Problem!) Die FPÖ hat in ihren Kreisen einen skandalösen Abkassierer, einen Privilegienritter – in den Reihen der FPÖ! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Gaugg: Jetzt spricht der Eiswürfel vom Kühlschrank! Jetzt spricht der Eiswürfel vom Kühl-schrank!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Gaugg: Das Eiswürfele! – Abg. Ing. Westenthaler: Wieso zittern Sie schon wieder?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Nur weil sich Ihre Parteivorsitzende, weil sich Ihr Klubobmann Westenthaler, weil sich Ihr Generalsekretär nicht durchsetzen und dafür sorgen können, dass er aus diesen Reihen geht, nur weil Sie sich nicht durchsetzen können, kommen Sie mit einem Schein- und Ablenkungsmanöver von Unvereinbarkeit. Machen Sie in Ihren Reihen sauber! Sorgen Sie dafür, dass Abkassierer hier keinen Platz haben! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Gaugg: Das Eiswürfele! – Abg. Ing. Westenthaler: Wieso zittern Sie schon wieder?)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt der Unwahrheiten-Verbreiter!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Zu Wort gemeldet hat sich Herr Abgeordneter Öllinger. Restliche Redezeit: 7 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt der Unwahrheiten-Verbreiter!)
Abg. Ing. Westenthaler: Fettnäpfchen-König Wittmann! Der macht schon beim Anlauf einen Bauchfleck!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dr. Wittmann. Restliche Redezeit Ihrer Fraktion: 2 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Fettnäpfchen-König Wittmann! Der macht schon beim Anlauf einen Bauchfleck!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie müssen es nicht verstehen!
Abgeordneter Dr. Peter Wittmann (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich verstehe die Aufregung nicht (Abg. Ing. Westenthaler: Sie müssen es nicht verstehen!), aber ich weiß, dass die FPÖ ein bisschen nervös ist. Wenn ich mir nämlich diese Vereinbarung anschaue, die am 14. Mai getroffen wurde, eine Vereinbarung, die seinesgleichen sucht (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Wittmann, "ihres gleichen", nicht "seines gleichen"!), die skandalös ist, die unter der Schirmherrschaft eines Ministers stattfindet, der sich nicht zu gut dafür ist, in eine Vergabe einzugreifen, und dazu noch protokollieren läßt, wie man die Posten verteilt, und zwar bis hinunter, dann weiß ich, warum die FPÖ nervös ist.
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Wittmann, "ihres gleichen", nicht "seines gleichen"!
Abgeordneter Dr. Peter Wittmann (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich verstehe die Aufregung nicht (Abg. Ing. Westenthaler: Sie müssen es nicht verstehen!), aber ich weiß, dass die FPÖ ein bisschen nervös ist. Wenn ich mir nämlich diese Vereinbarung anschaue, die am 14. Mai getroffen wurde, eine Vereinbarung, die seinesgleichen sucht (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Wittmann, "ihres gleichen", nicht "seines gleichen"!), die skandalös ist, die unter der Schirmherrschaft eines Ministers stattfindet, der sich nicht zu gut dafür ist, in eine Vergabe einzugreifen, und dazu noch protokollieren läßt, wie man die Posten verteilt, und zwar bis hinunter, dann weiß ich, warum die FPÖ nervös ist.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Wieder zu wenig! – Die Abgeordneten Dr. Khol und Ing. Westenthaler begeben sich zu Bundesminister Mag. Haupt und gratulieren diesem. – Abg. Marizzi: Judas! – Weitere lebhafte Zwischenrufe.
Ich bitte jene Damen und Herren, die sich für den gegenständlichen Misstrauensantrag aussprechen, um ein Zeichen der Zustimmung. – Es ist das die Minderheit, und damit ist der Antrag abgelehnt . (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Wieder zu wenig! – Die Abgeordneten Dr. Khol und Ing. Westenthaler begeben sich zu Bundesminister Mag. Haupt und gratulieren diesem. – Abg. Marizzi: Judas! – Weitere lebhafte Zwischenrufe.)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt fällt Öllinger um!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Bundesminister! (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt fällt Öllinger um!) Zwei Vorbemerkungen. Es ist zwar gut, dass Herr Bundesminister Strasser an dieser Debatte teilnimmt, aber eigentlich, da es ein so "revolutionäres Projekt", ein "Meilenstein" ist, hätte ich mir schon gedacht, dass es auch die zuständigen Minister begleiten. (Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Mag. Schweitzer: Er war die ganze Zeit da! Zu 90 Prozent!) – Die ganze Zeit ist das eben nicht!
Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Mag. Schweitzer: Er war die ganze Zeit da! Zu 90 Prozent!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Bundesminister! (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt fällt Öllinger um!) Zwei Vorbemerkungen. Es ist zwar gut, dass Herr Bundesminister Strasser an dieser Debatte teilnimmt, aber eigentlich, da es ein so "revolutionäres Projekt", ein "Meilenstein" ist, hätte ich mir schon gedacht, dass es auch die zuständigen Minister begleiten. (Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Mag. Schweitzer: Er war die ganze Zeit da! Zu 90 Prozent!) – Die ganze Zeit ist das eben nicht!
Abg. Ing. Westenthaler: Er fällt jetzt nämlich um! Öllinger fällt um!
Zweite Vorbemerkung beziehungsweise Nachbemerkung. (Abg. Ing. Westenthaler: Er fällt jetzt nämlich um! Öllinger fällt um!) Herr Abgeordneter Graf! Es ist Ihnen in der vorhergegangenen
Abg. Ing. Westenthaler: Erklären Sie den Umfaller der Grünen!
Ich komme zur Debatte um die Abfertigung. (Abg. Ing. Westenthaler: Erklären Sie den Umfaller der Grünen!) – Kollege Westenthaler! Sie wissen immer alles besser. (Abg. Ing. Westenthaler: Zuerst dagegen, dann dafür!) Es ist Herrn Bundesminister Bartenstein in der Debatte vorbehalten geblieben, aus meiner Kritik an dem Gesetz darauf zu schließen, dass wir gegen dieses Gesetz sind. (Ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Khol. – Abg. Dr. Khol: Ihr seid Kontra-Redner gewesen!) Ich habe es aber anders begründet.
Abg. Ing. Westenthaler: Zuerst dagegen, dann dafür!
Ich komme zur Debatte um die Abfertigung. (Abg. Ing. Westenthaler: Erklären Sie den Umfaller der Grünen!) – Kollege Westenthaler! Sie wissen immer alles besser. (Abg. Ing. Westenthaler: Zuerst dagegen, dann dafür!) Es ist Herrn Bundesminister Bartenstein in der Debatte vorbehalten geblieben, aus meiner Kritik an dem Gesetz darauf zu schließen, dass wir gegen dieses Gesetz sind. (Ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Khol. – Abg. Dr. Khol: Ihr seid Kontra-Redner gewesen!) Ich habe es aber anders begründet.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol begibt sich zur Regierungsbank und reicht Bundesminister Dr. Strasser die Hand. – Abg. Ing. Westenthaler begibt sich ebenfalls zur Regierungsbank und gratuliert Bundesminister Dr. Strasser.
Ich bitte jene Damen und Herren, die sich für den gegenständlichen Misstrauensantrag aussprechen, um ein Zeichen der Zustimmung. (Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten von SPÖ, Freiheitlichen und ÖVP.) – Das ist die Minderheit und damit abgelehnt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol begibt sich zur Regierungsbank und reicht Bundesminister Dr. Strasser die Hand. – Abg. Ing. Westenthaler begibt sich ebenfalls zur Regierungsbank und gratuliert Bundesminister Dr. Strasser.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir sind ja nicht am Basar! Das Parlament ist ja kein orientalischer Basar!
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir hätten diesen Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses gerne zurückgezogen, aber da hätten Sie den Misstrauensanträgen gegen Strasser und Haupt zustimmen müssen, meine Damen und Herren. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir sind ja nicht am Basar! Das Parlament ist ja kein orientalischer Basar!) Aber da Sie das nicht getan haben, müssen wir untersuchen, nämlich Postenschacher und Geldverschwendung. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben einen Neidkomplex, das ist alles!
Kollege Westenthaler! Auf den ersten Blick wird man sagen können: Und was hat die ÖVP davon? – Die hat dafür die Ernst-Strasser-Schule bei der Exekutive. Und Sie werden jetzt gleich Ihren säuerlichen Gesichtsausdruck bekommen (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben einen Neidkomplex, das ist alles!), wenn wir über den ORF reden, Kollege Westenthaler, wo Sie immer vom schwarzen Einfärben sprechen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Nur ein Neidkomplex!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Nur ein Neidkomplex!
Kollege Westenthaler! Auf den ersten Blick wird man sagen können: Und was hat die ÖVP davon? – Die hat dafür die Ernst-Strasser-Schule bei der Exekutive. Und Sie werden jetzt gleich Ihren säuerlichen Gesichtsausdruck bekommen (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben einen Neidkomplex, das ist alles!), wenn wir über den ORF reden, Kollege Westenthaler, wo Sie immer vom schwarzen Einfärben sprechen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Nur ein Neidkomplex!)
Abg. Ing. Westenthaler: Und was ist mit dem FC Tirol? Wie geht das weiter?
Abgeordneter Gerhard Reheis (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Heute ist ausführlich über Postenschacher und über die Methoden dieser Bundesregierung, unliebsame Manager und Personal loszubekommen, diskutiert worden, aber was darüber hinaus nicht angesprochen wurde (Abg. Ing. Westenthaler: Und was ist mit dem FC Tirol? Wie geht das weiter?), sind die finanziellen Auswirkungen dieses Postenschachers der Bundesregierung im Bereich der verstaatlichten Unternehmungen und in anderen Bereichen, im Bereich der "Chance 55" sowie im Bereich von Frühpensionierungen im öffentlichen Sektor, was im Rahmen eines Untersuchungsausschusses überprüft werden soll. (Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie auch Funktionär im FC Tirol?)
Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie auch Funktionär im FC Tirol?
Abgeordneter Gerhard Reheis (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Heute ist ausführlich über Postenschacher und über die Methoden dieser Bundesregierung, unliebsame Manager und Personal loszubekommen, diskutiert worden, aber was darüber hinaus nicht angesprochen wurde (Abg. Ing. Westenthaler: Und was ist mit dem FC Tirol? Wie geht das weiter?), sind die finanziellen Auswirkungen dieses Postenschachers der Bundesregierung im Bereich der verstaatlichten Unternehmungen und in anderen Bereichen, im Bereich der "Chance 55" sowie im Bereich von Frühpensionierungen im öffentlichen Sektor, was im Rahmen eines Untersuchungsausschusses überprüft werden soll. (Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie auch Funktionär im FC Tirol?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das wird wieder ein Selbstfaller!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Öllinger. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Das wird wieder ein Selbstfaller!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der ganze Redebeitrag war so! – Abg. Dr. Khol: Redezeit! 5 Minuten!
Ich schließe ab mit einem humoristischen Beitrag. (Abg. Ing. Westenthaler: Der ganze Redebeitrag war so! – Abg. Dr. Khol: Redezeit! 5 Minuten!) Das Bundesministerium für Landesverteidigung, Stabstelle, hat ein Frage-Antwort-Spiel zur Vorruhestand-Karenzierungsregelung gemacht. (Lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Jung: Geh in den Ruhestand!)
Sitzung Nr. 107
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Frage!
Abgeordnete Astrid Stadler (ÖVP): Herr Bundesminister! Für welche besonderen Aufgaben sollen diese Transportflugzeuge herangezogen werden? (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Frage!)
Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: Herr Horky hat mich ermächtigt, das hier zu sagen! Es ist kein Original, es ist auch in der Zeitung gestanden! – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Kann man das Mikrofon aufdrehen?
Präsident Dr. Heinz Fischer: Frau Vizekanzlerin, darf ich nur die Frage stellen: Ist das ein Original? (Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: Herr Horky hat mich ermächtigt, das hier zu sagen! Es ist kein Original, es ist auch in der Zeitung gestanden! – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Kann man das Mikrofon aufdrehen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie so oft!
Herr Horky hat sich an die Gewerkschaft und an die Arbeiterkammer gewandt und hat von dort keine Hilfe bekommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie so oft!) Er hat sich dann an das Bürgerservice in meinem Büro gewandt. Wir haben ihm geraten, Einspruch gegen diesen Pensionsbescheid zu erheben. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist das eigentlich für eine Arbeitnehmervertretung?) Er hat dann wiederum die Gewerkschaft und die Arbeiterkammer ersucht, ihm bei der Erstellung dieses Einspruches behilflich zu sein. Die Gewerkschaft hat sich aber erst nach meiner Intervention bereit erklärt, das Gutachten zu bezahlen, das für den Einspruch notwendig war, hat aber gleichzeitig Herrn Horky dazugesagt, sie seien bereit, das Gutachten zu bezahlen, aber nur unter der Bedingung, dass er seinen Kontakt zum Büro der Vizekanzlerin einstellt. (Oh-Rufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ist ja eigentlich ein Skandal!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist das eigentlich für eine Arbeitnehmervertretung?
Herr Horky hat sich an die Gewerkschaft und an die Arbeiterkammer gewandt und hat von dort keine Hilfe bekommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie so oft!) Er hat sich dann an das Bürgerservice in meinem Büro gewandt. Wir haben ihm geraten, Einspruch gegen diesen Pensionsbescheid zu erheben. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist das eigentlich für eine Arbeitnehmervertretung?) Er hat dann wiederum die Gewerkschaft und die Arbeiterkammer ersucht, ihm bei der Erstellung dieses Einspruches behilflich zu sein. Die Gewerkschaft hat sich aber erst nach meiner Intervention bereit erklärt, das Gutachten zu bezahlen, das für den Einspruch notwendig war, hat aber gleichzeitig Herrn Horky dazugesagt, sie seien bereit, das Gutachten zu bezahlen, aber nur unter der Bedingung, dass er seinen Kontakt zum Büro der Vizekanzlerin einstellt. (Oh-Rufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ist ja eigentlich ein Skandal!)
Oh-Rufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ist ja eigentlich ein Skandal!
Herr Horky hat sich an die Gewerkschaft und an die Arbeiterkammer gewandt und hat von dort keine Hilfe bekommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie so oft!) Er hat sich dann an das Bürgerservice in meinem Büro gewandt. Wir haben ihm geraten, Einspruch gegen diesen Pensionsbescheid zu erheben. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist das eigentlich für eine Arbeitnehmervertretung?) Er hat dann wiederum die Gewerkschaft und die Arbeiterkammer ersucht, ihm bei der Erstellung dieses Einspruches behilflich zu sein. Die Gewerkschaft hat sich aber erst nach meiner Intervention bereit erklärt, das Gutachten zu bezahlen, das für den Einspruch notwendig war, hat aber gleichzeitig Herrn Horky dazugesagt, sie seien bereit, das Gutachten zu bezahlen, aber nur unter der Bedingung, dass er seinen Kontakt zum Büro der Vizekanzlerin einstellt. (Oh-Rufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ist ja eigentlich ein Skandal!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Marizzi, was sagst du dazu? Ein Skandal!
Einige Statistiken hat Herr Abgeordneter Kukacka schon genannt, und die Zahlen sprechen für sich, meine Damen und Herren! Die Österreichische Post AG hatte im Jahre 2001 ein Durchschnittspensionsalter von 53 Jahren. (Abg. Huber: Wer ist der zuständige Minister?) Im Jänner des heurigen Jahres ist es auf 51,9 Jahre gesunken, im Februar auf 51,7 und im März auf 48,2 Jahre (Abg. Huber: Wer ist verantwortlich?) – unter dem Management des Herrn Direktor Wais, der von Ihrer früheren Regierung eingesetzt wurde (Abg. Huber: Wer ist verantwortlich?), Frau Kollegin von den Sozialdemokraten! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Marizzi, was sagst du dazu? Ein Skandal!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Megaskandal ist das!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das ist der Skandal an dieser Geschichte, dass alles immer nach demselben Muster abläuft: Ein Arzt des Unternehmens erstellt ein Gutachten: "arbeitsunfähig", die Gewerkschaft schweigt dazu oder ist überhaupt aktiv beteiligt. (Abg. Eder: Wer ist der Minister ...?) Es ist eine Schande, Herr Kollege, dass diejenigen, die die Interessenvertretung der Mitarbeiter wahrzunehmen haben, diesen Mitarbeitern nicht beistehen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Megaskandal ist das!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Menschenverachtend ist das in Wirklichkeit! – Abg. Eder: Wer sitzt in der Regierung?
Dass die roten Personalvertreter in diesen drei Unternehmen nicht auf der Seite der Mitarbeiter (Zwischenrufe der Abgeordneten Huber und Eder ), sondern bei diesen schmutzigen Praktiken auf der Seite der Unternehmensführung stehen, Herr Kollege, das ist der eigentliche Skandal an dieser Geschichte! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Menschenverachtend ist das in Wirklichkeit! – Abg. Eder: Wer sitzt in der Regierung?)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein evidenter Gewerkschaftsskandal!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Skandal und der Fehler, den Sie in der früheren Regierung gemacht haben, ist der, dass Sie diese Unternehmen ausgegliedert und alle Mitwirkungsrechte aufgegeben haben, sodass Sie den Managern in diesen Unternehmen, die nicht auf das Wohl der Mitarbeiter und schon gar nicht auf das Wohl des Steuerzahlers achten, freie Hand gegeben haben. (Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Das ist der Fehler, der gemacht wurde! (Abg. Eder: Wer ist in der Regierung?) Entschuldigen Sie, das war Ihre Regierung! Ich weiß, dass Ihnen alles, was vor dem 4. Feber 2000 passiert ist, sehr unangenehm ist, es ist aber trotzdem die Wahrheit, Herr Kollege! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein evidenter Gewerkschaftsskandal!)
Abg. Ing. Westenthaler: Dringliche Anfragen müssen beantwortet werden! Laut Geschäftsordnung!
Zumindest in einem Teil dieser Fragen ist in meinen Augen ... (Abg. Dr. Khol: Das ist ein Redebeitrag, kein Beitrag zur Geschäftsbehandlung!) Das gehört zur Geschäftsbehandlung. Ganz sicher! (Abg. Ing. Westenthaler: Dringliche Anfragen müssen beantwortet werden! Laut Geschäftsordnung!) Es kann nicht, Herr Kollege Klubobmann Westenthaler, im Belieben von Regierungsparteien stehen, ihre Anfragen nach politischer Opportunität auszurichten, anstatt nach den Bestimmungen des Bundesministeriengesetzes. Eine großzügige Behandlung ist in Ordnung, aber dann muss es für alle gelten! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Bravo!
"Die Vizekanzlerin soll im Parlament ausführlich Stellung nehmen können, sei doch sie", und so weiter, "es gewesen, die diesen ‚Pensionsskandal‘ aufgedeckt habe." (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Bravo!)
Abg. Ing. Westenthaler: Hat das eigentlich noch etwas mit der Geschäftsordnung zu tun? Das ist ungeheuerlich!
Das mag schon sein, aber es ist völlig irrelevant, wer hier was aufgedeckt hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Hat das eigentlich noch etwas mit der Geschäftsordnung zu tun? Das ist ungeheuerlich!) Wenn die Frau Vizekanzlerin einen Skandal – ich weiß es ja nicht, nehmen wir es einmal an – im Ressortbereich des Finanzministers aufgedeckt hat, dann ist das in Ordnung. So eine großzügige Interpretation muss dann aber auch für alle Anfragen – schriftliche Anfragen und mündliche Anfragen der Oppositionsparteien – gelten. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Was will der Van der Bellen zudecken? – Abg. Dr. Martin Graf: Das ist Missbrauch der Geschäftsordnung! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zur Geschäftsbehandlung hat sich Herr Abgeordneter Dr. Cap zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Was will der Van der Bellen zudecken? – Abg. Dr. Martin Graf: Das ist Missbrauch der Geschäftsordnung! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie der Klubordner von den Grünen, der keine Ahnung hat von der Geschäftsordnung? – Weitere lebhafte Zwischenrufe und Gegenrufe.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Abgeordneter Van der Bellen, Sie wollten noch einmal das Wort haben (Abg. Dr. Khol: Das geht nicht!), aber das kann ich Ihnen nicht erteilen, außer für den einen Satz: Sie beantragen eine Debatte, weil ... (Abg. Mag. Schweitzer: Sie können ihm doch keine Vorschläge machen, was er tun soll!) – Wir haben die ständige Regelung, dass zu einem Geschäftsordnungsproblem jede Fraktion eine Wortmeldung macht. Darüber hinausgehende Wortmeldungen ... (Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie der Klubordner von den Grünen, der keine Ahnung hat von der Geschäftsordnung? – Weitere lebhafte Zwischenrufe und Gegenrufe.)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber Sie können vom Präsidium aus keine Ratschläge erteilen, was jemand tun soll!
Herr Abgeordneter Westenthaler, Sie haben nicht das Wort, und Sie kennen offensichtlich auch nicht die Geschäftsordnung, welche vorsieht, dass mehrere Wortmeldungen zur Geschäftsbehandlung nur im Falle eines Beschlusses des Nationalrates möglich sind! Auf diesen Sachverhalt weise ich hin! (Abg. Ing. Westenthaler: Aber Sie können vom Präsidium aus keine Ratschläge erteilen, was jemand tun soll!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Lebhafte Zwischenrufe und Gegenrufe. – Abg. Ing. Westenthaler: Das, was Sie da oben aufführen, sind die Worte eines stellvertretenden Parteivorsitzenden, aber nicht eines Präsidenten dieses Hauses!
Es ist auch richtig – egal, ob Sie das wissen oder nicht –, dass ich ein zweites Mal das Wort nur dann erteilen kann, wenn es sich nicht um eine Wortmeldung handelt, sondern um einen Antrag. Um dies klarzustellen, lasse ich mir vom Klubobmann der Freiheitlichen Partei bei der Führung der Aufgaben im Präsidium nicht das Wort verbieten! – Das zum Ersten. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Lebhafte Zwischenrufe und Gegenrufe. – Abg. Ing. Westenthaler: Das, was Sie da oben aufführen, sind die Worte eines stellvertretenden Parteivorsitzenden, aber nicht eines Präsidenten dieses Hauses!)
Abg. Ing. Westenthaler: War das jetzt eine Drohung?
Herr Abgeordneter Westenthaler! Wenn Sie jetzt weiter Kritik an der Vorsitzführung üben, dann wissen Sie, welchen Schritt ich setzen werde? (Abg. Ing. Westenthaler: War das jetzt eine Drohung?)
Abg. Ing. Westenthaler: Einen Ordnungsruf vom stellvertretenden Parteivorsitzenden nehme ich gerne zur Kenntnis!
Zu der Sache, die Herr Professor Van der Bellen angeschnitten hat, möchte ich Folgendes sagen: Nach ... (Abg. Ing. Westenthaler: Einen Ordnungsruf vom stellvertretenden Parteivorsitzenden nehme ich gerne zur Kenntnis!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der Öllinger, der kann sagen, was er will!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Abgeordneter Öllinger, ich bitte Sie dringend um eine andere Diktion! (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der Öllinger, der kann sagen, was er will!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Cap: Zur Geschäftsbehandlung! – Abg. Ing. Westenthaler: Nicht schon wieder!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Auch diese Daten liegen auf (Abg. Mag. Kogler: Woher kommt denn das?), wir werden das untersuchen und sehen, dass all das, was sich jetzt an solchen Fällen ereignet hat, das Ergebnis einer Saat von 30 Jahren uneingeschränkter sozialdemokratischer Herrschaft in diesem Lande ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Und das tut mir so weh, dass wir das alles auszubaden haben und alle mitzahlen müssen, weil Sie, meine Damen und Herren von der SPÖ, keine Ahnung vom Regieren und vom Wirtschaften haben. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Cap: Zur Geschäftsbehandlung! – Abg. Ing. Westenthaler: Nicht schon wieder!)
Abg. Ing. Westenthaler: Zur Geschäftsordnung!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung) : Herr Präsident! Ich fordere zum Schutz der österreichischen Wählerinnen und Wähler einen Ordnungsruf (Abg. Ing. Westenthaler: Zur Geschäftsordnung!), denn "Stimmenkauf" bedeutet, dass seitens der FPÖ und
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dietachmayr: Habt ihr gestern nicht aufgepasst? – Zwischenruf des Abg. Gradwohl. – Abg. Dietachmayr: Sie waren leider nicht da, Herr Westenthaler! Sie hätten aufpassen sollen!
Im Übrigen fordere ich auch einen Ordnungsruf, Herr Präsident Fischer! Ich habe diesen Ordnungsruf gestern schon einmal gefordert, und zwar für Herrn Abgeordneten Edlinger, der gestern hier herüber gerufen hat: Sie haben ja einen Vogel! – Ich erwarte von Ihnen, dass Sie jetzt endlich auch bei den Ordnungsrufen gleiches Maß anwenden, und fordere daher für Herrn Edlinger einen Ordnungsruf, auch wenn es schon gestern war. Ich lasse es nicht zu, dass bei Ordnungsrufen mit zweierlei Maß gemessen wird. (Zwischenruf des Abg. Dietachmayr. ) Sie wissen genau, dass die Äußerung des Herrn Edlinger ordnungsrufwürdig war. Ich ersuche Sie, Ihres Amtes zu walten, Herr Präsident. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dietachmayr: Habt ihr gestern nicht aufgepasst? – Zwischenruf des Abg. Gradwohl. – Abg. Dietachmayr: Sie waren leider nicht da, Herr Westenthaler! Sie hätten aufpassen sollen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Dann tun Sie das! – Abg. Mag. Kogler: Das ist ja schon vorbei!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Meine Damen und Herren! Ich darf Herrn Klubobmann Westenthaler auf die Paragraphen 102 bis 104 der Geschäftsordnung aufmerksam machen. Er wird dann feststellen, dass das Erteilen oder das Verlangen eines Ordnungsrufes nur während der Sitzung oder am Beginn der nächsten Sitzung möglich ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Dann tun Sie das! – Abg. Mag. Kogler: Das ist ja schon vorbei!)
Abg. Ing. Westenthaler: Deshalb gibt es keinen Ordnungsruf! Das ist ungeheuerlich! Das ist unglaublich!
Dieser Zeitpunkt ist verstrichen. Ihr Verlangen, Herr Abgeordneter, ist daher nicht erfüllbar. (Abg. Ing. Westenthaler: Deshalb gibt es keinen Ordnungsruf! Das ist ungeheuerlich! Das ist unglaublich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben aber keinen Ordnungsruf erteilt!
Ich möchte Ihnen aber Folgendes sagen, meine Damen und Herren: Herr Abgeordneter Westenthaler hat gestern von mir eine Entscheidung über einen Ordnungsruf verlangt, war aber dann am Beginn meiner Vorsitzübernahme, als ich frühestens zu diesem Verlangen Stellung nehmen konnte, nicht im Sitzungssaal. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben aber keinen Ordnungsruf erteilt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Lesen Sie das vor, die Passage!
"Meine Damen und Herren! Am Ende meines vorhergehenden Vorsitzes bin ich von Abgeordnetem Westenthaler gebeten worden, eine bestimmte Passage im Stenographischen Protokoll zu prüfen" – hinsichtlich eines Ordnungsrufes –, "und dann bin ich auch von Abgeordnetem Verzetnitsch ersucht worden, eine Passage zu prüfen." (Abg. Ing. Westenthaler: Lesen Sie das vor, die Passage!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das war der Postenschacher! Der rote Postenschacher hat zum Tod des Praschak geführt! – Abg. Dietachmayr: Passen Sie wenigstens jetzt auf!
Weiter habe ich gesagt: "Wahrscheinlich wird es unterschiedliche Meinungen darüber geben, wie der Ausdruck des Kollegen Schweitzer im Zusammenhang mit dem tragischen Tod, dem Selbstmord des Bankiers Praschak zu beurteilen ist. – Ich glaube aber, dass jedes Mitglied des Hohen Hauses, wenn man ihm den Vorwurf machen würde, eine Aktion gesetzt zu haben, die zum Tod eines Menschen geführt hat, sehr betroffen ... wäre." (Abg. Ing. Westenthaler: Das war der Postenschacher! Der rote Postenschacher hat zum Tod des Praschak geführt! – Abg. Dietachmayr: Passen Sie wenigstens jetzt auf!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber ich kriege einen Ordnungsruf!
Ich zitiere weiter aus dem Stenographischen Protokoll der gestrigen Sitzung: "Ich werde jetzt aber nicht den einfachen Weg gehen und Ordnungsrufe nach links und nach rechts erteilen und es dann Ihnen überlassen, ob Sie das für ausgewogen und gerecht finden. Ich möchte es anders versuchen. Ich würde Kollegen Schweitzer bitten, der in diesem Zusammenhang zwei Mal auffällt, sich in seiner Ausdrucksweise so zu verhalten, dass wir keine Probleme haben! – Kollegen Edlinger und jedes andere Mitglied des Hohen Hauses möchte ich bitten, selbst wenn Sie sich sehr tief verletzt oder ungerecht angegriffen fühlen, dennoch in der Wortwahl bestimmte Grenzen nicht zu überschreiten!" (Abg. Ing. Westenthaler: Aber ich kriege einen Ordnungsruf!)
Abg. Ing. Westenthaler: Da hat er den Klestil gemeint!
Herr Abgeordneter Auer hat dann folgenden Zwischenruf gemacht, für den ich mich bedanke: "Ein souveräner Präsident!" (Abg. Ing. Westenthaler: Da hat er den Klestil gemeint!)
Abg. Ing. Westenthaler: Weil es ein sozialistischer Abgeordneter ist, eh ganz klar! – Abg. Dietachmayr: Das ist unerträglich! Diese Zwischenrufe sind unerträglich! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung SPÖ –: Ihr seid eine hinige Partie, eine hinige Partei!
Damit war die Sache für mich entschieden. Ich habe Ihrem Wunsch und dem Wunsch des Kollegen Verzetnitsch entsprochen: Ich habe die Sache geprüft, ich habe innerhalb der geschäftsordnungsmäßigen Frist dazu Stellung genommen, ich habe diese Stellungnahme mit gutem Gewissen vor dem Hohen Hause abgegeben, und ich kann dem Verlangen, am nächsten Tag noch einmal auf die Sache zurückzukommen, unter Einhaltung der Geschäftsordnung nicht entsprechen. (Abg. Ing. Westenthaler: Weil es ein sozialistischer Abgeordneter ist, eh ganz klar! – Abg. Dietachmayr: Das ist unerträglich! Diese Zwischenrufe sind unerträglich! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung SPÖ –: Ihr seid eine hinige Partie, eine hinige Partei!)
Abg. Ing. Westenthaler: Dann stimmt es eigentlich!
Bezüglich des Verlangens des Kollegen Cap wegen des Wortes "Stimmenkauf" habe ich auch kurz überlegt, wie ich dazu Stellung nehmen soll. Ich habe mir aber dann gedacht, wenn ich es nicht streng auslege (Abg. Ing. Westenthaler: Dann stimmt es eigentlich!), dann war gemeint, dass hier politische Leistungen erbracht wurden, die eine positive Wählerentscheidung bewirken sollten. (Abg. Mag. Schweitzer: So elegant habe ich das nicht sagen können! – Ruf bei der SPÖ: Wann bist du jemals elegant?)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein Slalomweltmeister wäre neidig!
Ich wollte Herrn Kollegen Schweitzer nicht unterstellen, dass er finanzielle Zuwendungen als Gegenleistung für die Stimmabgabe gemeint hat. Aus diesem Grunde habe ich hier keinen Ordnungsruf erteilt und bleibe auch dabei. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Slalomweltmeister wäre neidig!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie auch unter Druck gesetzt worden?
Abgeordnete Mag. Andrea Kuntzl (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Bei dem Getöse der letzten Stunde verliert man fast aus den Augen, worum es eigentlich geht. Wenn man sich in Erinnerung ruft, dass es um Leute geht, die massiv unter Druck gesetzt und in die Frühpension geschickt werden (Abg. Böhacker: Unter Druck gesetzt?) – ja, offenbar, es besteht zumindest der Verdacht (Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie auch unter Druck gesetzt worden?) – oder ihren Job verlieren und nicht wissen, wie sie ihre Existenzsicherung weiter bestreiten sollen, dann muss man sagen: Es gibt in der Tat sehr viel, das aufklärungswürdig ist!
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt weiß ich, warum Sie zurückgezogen wurden von der Partei!
Auch Sie müssen erkennen ... (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt weiß ich, warum Sie zurückgezogen wurden von der Partei!) – Nein, die Freude, mich zurückzuziehen, macht Ihnen meine Partei nicht, Herr Klubobmann Westenthaler! (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wissen wir, warum Sie schon zurückgezogen wurden von der eigenen Partei! – Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: Das sollte Ihnen peinlich sein, dass Sie keine Ahnung von den österreichischen Gesetzen haben!) – Das alles habe ich mit "Getöse" gemeint, und Sie bestätigen das jetzt. (Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: Aber es sollte Ihnen peinlich sein, dass Sie die Gesetze nicht kennen!) Es geht Ihnen offensichtlich leider überhaupt nicht um die Sache.
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wissen wir, warum Sie schon zurückgezogen wurden von der eigenen Partei! – Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: Das sollte Ihnen peinlich sein, dass Sie keine Ahnung von den österreichischen Gesetzen haben!
Auch Sie müssen erkennen ... (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt weiß ich, warum Sie zurückgezogen wurden von der Partei!) – Nein, die Freude, mich zurückzuziehen, macht Ihnen meine Partei nicht, Herr Klubobmann Westenthaler! (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wissen wir, warum Sie schon zurückgezogen wurden von der eigenen Partei! – Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: Das sollte Ihnen peinlich sein, dass Sie keine Ahnung von den österreichischen Gesetzen haben!) – Das alles habe ich mit "Getöse" gemeint, und Sie bestätigen das jetzt. (Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: Aber es sollte Ihnen peinlich sein, dass Sie die Gesetze nicht kennen!) Es geht Ihnen offensichtlich leider überhaupt nicht um die Sache.
Abg. Ing. Westenthaler: Das wird noch viel länger dauern!
Sie müssen erkennen – auch Sie –, dass es endlich Zeit ist, einmal vor der eigenen Tür zu kehren, denn Sie sitzen nicht erst seit wenigen Tagen, wenigen Wochen auf der Regierungsbank, sondern mittlerweile seit zweieinhalb Jahren. (Abg. Böhacker: Gott sei Dank!) Und wenn wir uns ansehen, seit wann diese Vorgänge passieren (Abg. Ing. Westenthaler: Das wird noch viel länger dauern!), dann muss man sagen, das fällt ganz genau in Ihre Regierungsperiode. (Beifall bei der SPÖ.)
Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und Freiheitlichen. – Abg. Mag. Schweitzer: Jetzt hören Sie aber auf, sonst müssen wir wieder über die Kontrollbankchefs reden! – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Auch bei den Beamten zieht sich dieser blau-schwarze, brutale Faden durch, indem Sie Beamte, hoch qualifizierte, motivierte Beamte mit 55 Jahren in Pension schicken. Das ist Ihnen 80 Prozent des Bezugs wert, auch das ist teuer. Es geht dabei auch darum, unliebsame Leute los zu werden. Der blau-schwarze Faden, Leute unter Druck zu setzen und wegzubekommen, ist Ihnen sehr viel Geld wert. (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und Freiheitlichen. – Abg. Mag. Schweitzer: Jetzt hören Sie aber auf, sonst müssen wir wieder über die Kontrollbankchefs reden! – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. )
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das sagen gerade Sie ?!
Herr Kollege Schweitzer! Dieses durchschaubare, sehr bedauerliche Spektakel, das Sie heute hier abziehen, wird offensichtlich von Ihnen als Ablenkungsmanöver benötigt, um von den Führungsschwächen der Frau Vizekanzlerin in der eigenen Partei abzulenken. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das sagen gerade Sie ?!)
Zwischenbemerkung von Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Besser als ein "Kühlschrank"!
Offensichtlich soll davon abgelenkt werden, dass die Frau Vizekanzlerin es nicht schafft, den von ihr geforderten Mandatsverzicht des Kollegen Gaugg durchzusetzen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Hat Bures schon übernommen?) Sie wissen, Kollege Gaugg ist derjenige, der das Butterbrot auf beiden Seiten beschmiert und über 200 000 € Gehalt verhandelt. (Zwischenbemerkung von Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Besser als ein "Kühlschrank"!)
Abg. Ing. Westenthaler: Kampfmaßnahmen!
Vielleicht stellen Sie nach dem gleichen Muster die nächste Dringliche an Minister Strasser, um zu klären, warum im Innenministerium politisch gesäubert wurde und nur mehr Leute mit ÖAAB-Mitgliedschaft übrig geblieben sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Kampfmaßnahmen!) Dann werden Sie wieder schreien: Haltet den Dieb! – Und die Frage ist: Wer wird diesmal schuld sein? (Abg. Ing. Westenthaler: Frau Kuntzl ist schon abserviert vom "Kühlschrank"!) – Die Antwort liegt auf der Hand: Es wird wieder die Opposition schuld sein. Wie Sie das einfädeln, weiß ich noch nicht, aber dass Sie es machen werden, ist leicht vorhersehbar. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Frau Kuntzl ist vom "Kühlschrank" schon vereist!)
Abg. Ing. Westenthaler: Frau Kuntzl ist schon abserviert vom "Kühlschrank"!
Vielleicht stellen Sie nach dem gleichen Muster die nächste Dringliche an Minister Strasser, um zu klären, warum im Innenministerium politisch gesäubert wurde und nur mehr Leute mit ÖAAB-Mitgliedschaft übrig geblieben sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Kampfmaßnahmen!) Dann werden Sie wieder schreien: Haltet den Dieb! – Und die Frage ist: Wer wird diesmal schuld sein? (Abg. Ing. Westenthaler: Frau Kuntzl ist schon abserviert vom "Kühlschrank"!) – Die Antwort liegt auf der Hand: Es wird wieder die Opposition schuld sein. Wie Sie das einfädeln, weiß ich noch nicht, aber dass Sie es machen werden, ist leicht vorhersehbar. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Frau Kuntzl ist vom "Kühlschrank" schon vereist!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Frau Kuntzl ist vom "Kühlschrank" schon vereist!
Vielleicht stellen Sie nach dem gleichen Muster die nächste Dringliche an Minister Strasser, um zu klären, warum im Innenministerium politisch gesäubert wurde und nur mehr Leute mit ÖAAB-Mitgliedschaft übrig geblieben sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Kampfmaßnahmen!) Dann werden Sie wieder schreien: Haltet den Dieb! – Und die Frage ist: Wer wird diesmal schuld sein? (Abg. Ing. Westenthaler: Frau Kuntzl ist schon abserviert vom "Kühlschrank"!) – Die Antwort liegt auf der Hand: Es wird wieder die Opposition schuld sein. Wie Sie das einfädeln, weiß ich noch nicht, aber dass Sie es machen werden, ist leicht vorhersehbar. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Frau Kuntzl ist vom "Kühlschrank" schon vereist!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie können ruhig noch länger reden!
Sie werden wieder versuchen, sich in allen Bereichen vor der Verantwortung zu drücken und die Verantwortung für Ihre Politik anderen in die Schuhe zu schieben. (Abg. Zierler: Wer drückt sich wo vor der Verantwortung?) Dass dieses bedauerliche Spektakel nicht einmal die Kollegen der ÖVP interessiert, darauf möchte ich Sie nur hinweisen. (Abg. Zierler: So viele offene Fragen!) Ihre Dringliche interessiert nicht einmal Ihre Kollegen von der ÖVP, aber es ist ja wirklich ein bedauerliches, sehr durchschaubares Spektakel. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie können ruhig noch länger reden!)
Abg. Mag. Kogler: Von der ÖVP ist jeder Zweite oder Dritte weg, obwohl der Klubobmann ständig agitiert! – Ruf: Wo ist die ÖVP? – Rufe bei den Freiheitlichen: Wo ist Gusenbauer? – Abg. Ing. Westenthaler: Kollege Cap möchte sich gerne zur Geschäftsordnung melden! – Abg. Böhacker: Wo ist der "Kühlschrank"? – Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist der "Kühlschrank"?
Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Jakob Auer. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 7 Minuten. – Bitte. (Abg. Mag. Kogler: Von der ÖVP ist jeder Zweite oder Dritte weg, obwohl der Klubobmann ständig agitiert! – Ruf: Wo ist die ÖVP? – Rufe bei den Freiheitlichen: Wo ist Gusenbauer? – Abg. Ing. Westenthaler: Kollege Cap möchte sich gerne zur Geschäftsordnung melden! – Abg. Böhacker: Wo ist der "Kühlschrank"? – Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist der "Kühlschrank"?)
Abg. Bures: Westenthaler ist nicht einmal da!
Ich bitte jene Damen und Herren, die für den Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Es ist das die Minderheit, und damit ist der Antrag abgelehnt. (Abg. Bures: Westenthaler ist nicht einmal da!)
Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Er hat ja Recht! – Ruf bei der ÖVP – in Richtung des Abg. Dr. Pilz –: Er sagt Stasi! – Abg. Edlinger: Vertragen Sie die Wahrheit nicht? – Abg. Silhavy: Aber stimmen tut es!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Abgeordneter Kiss! (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Er hat ja Recht! – Ruf bei der ÖVP – in Richtung des Abg. Dr. Pilz –: Er sagt Stasi! – Abg. Edlinger: Vertragen Sie die Wahrheit nicht? – Abg. Silhavy: Aber stimmen tut es!) Ich bitte Sie, das Wort "paranoid" nicht zu verwenden! (Heftige Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Das müssen Sie politisch austragen, aber doch nicht mit solchen Worten! (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Khol: Das ist die DDR-Stasi! – Abg. Ing. Westenthaler: Ja, die DDR-Stasi!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (fortsetzend): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Herr Präsident! Der Ausdruck "Spitzel" stammt in diesem Zusammenhang nicht von mir. (Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen: Stasi! – Abg. Kiss: "Stasi" haben Sie gesagt, nicht "Spitzel"!) – Was haben Sie gegen Staatssicherheit? (Abg. Dr. Khol: Das ist die DDR-Stasi! – Abg. Ing. Westenthaler: Ja, die DDR-Stasi!) Was haben Sie gegen Vergleiche mit Spitzelsystemen, die Sie, Herr Abgeordneter Westenthaler, zu Recht autoritären Systemen zuordnen? (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Murauer: Sie haben nichts gegen einen Vergleich mit der Stasi! – Abg. Westenthaler: Dass Sie nichts gegen die DDR-Stasi haben, wissen wir! Da haben Sie die besten Kontakte!) – Ja, ich finde, dass Systeme, die an die Staatssicherheit der DDR erinnern, in einer Demokratie und in einem Rechtsstaat wie Österreich schlicht und einfach nichts verloren haben. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Murauer: Sie haben nichts gegen einen Vergleich mit der Stasi! – Abg. Westenthaler: Dass Sie nichts gegen die DDR-Stasi haben, wissen wir! Da haben Sie die besten Kontakte!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (fortsetzend): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Herr Präsident! Der Ausdruck "Spitzel" stammt in diesem Zusammenhang nicht von mir. (Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen: Stasi! – Abg. Kiss: "Stasi" haben Sie gesagt, nicht "Spitzel"!) – Was haben Sie gegen Staatssicherheit? (Abg. Dr. Khol: Das ist die DDR-Stasi! – Abg. Ing. Westenthaler: Ja, die DDR-Stasi!) Was haben Sie gegen Vergleiche mit Spitzelsystemen, die Sie, Herr Abgeordneter Westenthaler, zu Recht autoritären Systemen zuordnen? (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Murauer: Sie haben nichts gegen einen Vergleich mit der Stasi! – Abg. Westenthaler: Dass Sie nichts gegen die DDR-Stasi haben, wissen wir! Da haben Sie die besten Kontakte!) – Ja, ich finde, dass Systeme, die an die Staatssicherheit der DDR erinnern, in einer Demokratie und in einem Rechtsstaat wie Österreich schlicht und einfach nichts verloren haben. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Kiss: Man kann doch nicht die Republik Österreich mit der DDR vergleichen! Das ist kein Ordnungsruf? Das geht durch! – Abg. Ing. Westenthaler: Der lässt alles zu, der Präsident! Wenn der Linke redet, lässt er alles zu! Da darf man Österreich mit der DDR gleichsetzen!
Noch einmal kurz zur Vorgangsweise: Normale parlamentarische Vorgangsweise und normale Gepflogenheiten wären es, rechtzeitig – möglichst noch vor den Ausschussverhandlungen – Abänderungsanträge einzubringen und es möglich zu machen, dass sie auch von der Opposition behandelt und diskutiert werden. (Abg. Kiss: Man kann doch nicht die Republik Österreich mit der DDR vergleichen! Das ist kein Ordnungsruf? Das geht durch! – Abg. Ing. Westenthaler: Der lässt alles zu, der Präsident! Wenn der Linke redet, lässt er alles zu! Da darf man Österreich mit der DDR gleichsetzen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Einen Ordnungsruf kriegst du für "stellvertretender Parteivorsitzender"! Für "DDR-Stasi" kriegst du keinen!
Herr Präsident! Hier könnten Sie einmal prüfen, ob nicht für diese Ausdrucksweise ein Ordnungsruf gerechtfertigt wäre! (Abg. Ing. Westenthaler: Einen Ordnungsruf kriegst du für "stellvertretender Parteivorsitzender"! Für "DDR-Stasi" kriegst du keinen!) – Aha, da bekommt man keinen Ordnungsruf. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist das Maß des Präsidenten!) Es wäre wirklich zu überprüfen, ob hier nicht ein Ordnungsruf gerechtfertigt wäre.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist das Maß des Präsidenten!
Herr Präsident! Hier könnten Sie einmal prüfen, ob nicht für diese Ausdrucksweise ein Ordnungsruf gerechtfertigt wäre! (Abg. Ing. Westenthaler: Einen Ordnungsruf kriegst du für "stellvertretender Parteivorsitzender"! Für "DDR-Stasi" kriegst du keinen!) – Aha, da bekommt man keinen Ordnungsruf. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist das Maß des Präsidenten!) Es wäre wirklich zu überprüfen, ob hier nicht ein Ordnungsruf gerechtfertigt wäre.
Abg. Ing. Westenthaler: Aber 100 000 Arbeitslose weniger als bei euch!
Abgeordneter Rudolf Nürnberger (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Bundesminister, ich gratuliere Ihnen sehr herzlich! Als einziges Regierungsmitglied sind Sie draufgekommen, dass bei 30 000 Arbeitslosen mehr als vor einem Jahr Arbeitsplätze zu schaffen sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber 100 000 Arbeitslose weniger als bei euch!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber schlecht! Sehr inkonsequent!
Aber in dritter Lesung müssen wir, geschätzter Herr Bundesminister, auch wenn Sie Arbeitsplätze schaffen, leider ablehnen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber schlecht! Sehr inkonsequent!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Kommt drauf an, an welchem?
In diesem Sinne bitte ich Sie, konstruktive Beiträge bei der Behandlung des Antrages, der jetzt dem Verfassungsausschuss zugewiesen wird, zu leisten. Wir fordern Sie dazu auf, Herr Kollege Murauer! Es muss ja nicht immer konfrontativ sein (Abg. Murauer: Nein!), man kann ja wirklich einmal gemeinsam an einem Strick ziehen. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Kommt drauf an, an welchem?)
Abg. Ing. Westenthaler: Danke vielmals!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Ich entnehme der aktuellen Rednerliste, dass ohnehin niemand mehr zu Wort gemeldet ist. Ich darf daher die beiden Klubobmänner der nunmehrigen Regierungsparteien in Form von Zitaten mit in die Debatte einbringen. (Abg. Ing. Westenthaler: Danke vielmals!) – Bitte schön, Herr Kollege Westenthaler!
Abg. Ing. Westenthaler: Sie fahren aber ordentlich ab!
Es war zu einer Zeit, als Sie noch gesagt haben – ich zitiere den Titel einer OTS-Meldung der APA – "Westenthaler: ÖVP ist eine Destruktivpartei". – Darauf wollte ich jetzt nicht hinaus. Ich möchte nur, dass Sie sich an die Zeit erinnern. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie fahren aber ordentlich ab!) Damals haben Sie zum eigentlichen Thema gesagt, die Forderung der Freiheitlichen hinsichtlich des Ausbaus der Minderheitenrechte und insbesondere der Einführung der Untersuchungsausschüsse als Minderheitsrecht sei aufrechtzuerhalten. – Das war im Jahre 1997.
Abg. Ing. Westenthaler: Stimmt ja! Hat ja auch gestimmt!
Wir schreiten voran. Im November 1999 sagen Sie nach einer von Ihnen als besonders erfolgreich interpretierten Wahl in der Überschrift einer OTS-Aussendung wortwörtlich, die FPÖ stehe vor ihren größten Wahlerfolgen. (Abg. Ing. Westenthaler: Stimmt ja! Hat ja auch gestimmt!) – Da war die Wahl ja schon vorbei! Das war ja eigentlich der Gag. (Abg. Murauer: Herr Kollege Kogler, kann man es kurz und schmerzlos machen?) Aber Sie sagen im Untertitel der OTS-Meldung: Jahrelange zentrale Forderungen und Ideen kommen nun zum Durchbruch,
demonstratives Lächeln des Abg. Ing. Westenthaler
Das Ganze ist also eine runde Sache. Ich nehme an, Sie haben auch andere Gründe als die vorgeschrittene Zeit, sich hier nicht erklären zu wollen, und sehe wirklich nicht ein, warum Sie den Weg nicht freigeben (demonstratives Lächeln des Abg. Ing. Westenthaler ), auch wenn Sie hier noch ein bisschen schelmisch zu lächeln versuchen. Wenn Sie mich schon herausfordern (Abg. Dr. Partik-Pablé: Nein, wir fordern Sie nicht heraus, hören Sie lieber auf!): Als Sie und Ihre Fraktion das letzte Mal hier zum Lachen animieren wollten, war es ein großes Verlegenheitslachen. Es war ein großes Verlegenheitslachen, als Herr Kollege Cap den Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses begründet hat und es darum gegangen ist, bei der Schüssel/Schreiber-Affäre endlich einmal Nachschau zu halten, und Sie immer das Lied angestimmt haben, es gäbe nichts Neues.
Sitzung Nr. 109
Abg. Ing. Westenthaler: Es ist eiskalt! Herr Präsident, warum ist es so kalt im Raum?
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (SPÖ): Herr Präsident! Mitglieder der Bundesregierung! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Herr Kollege Westenthaler hat sich ja wirklich große Mühe gegeben, die sozialpolitische Bilanz der schwarz-blauen Bundesregierung in ein neues, in ein anderes Licht zu stellen. (Abg. Mag. Schweitzer: Da hat er sich nicht schwer getan!) Was ist die Realität, meine sehr verehrten Damen und Herren? – Diese Bundesregierung hat in den letzten zweieinhalb Jahren über 20 Mal Steuern und Abgaben in Österreich erhöht (Abg. Ing. Westenthaler: Es ist eiskalt! Herr Präsident, warum ist es so kalt im Raum?) und die massivste Belastungswelle über die österreichische Bevölkerung niedergehen lassen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: "Abzocker" ist ein strafbares De-likt!
Man muss sich Folgendes vorstellen: Während auf der einen Seite Unfallrentner besteuert werden (Abg. Mag. Schweitzer: Wie bitte? Das ist ja unglaublich! Wieso darf der von da lügen, Herr Präsident?), während Ambulanzgebühren eingeführt werden, soll es auf der anderen Seite für den Herrn Gaugg einen Sondervertrag geben, der unkündbar ist (Abg. Mag. Schweitzer: Wieso darf der die Unwahrheit sagen?), soll es für den Herrn Gaugg das höchste Gehalt in der Pensionsversicherung geben. Ich verstehe die Aufregung des Herrn Schweitzer, weil nämlich all die sozialpolitische Rhetorik seiner Partei entlarvt worden ist. Gaugg ist das wahre Symbol für diese Politik! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: "Abzocker" ist ein strafbares De-likt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie wieder eine Steuererhöhung gefordert? Möglicherweise steht da "Steuererhöhung" drinnen!
Wenn Sie nun über die Steuerreform reden, so sage ich Ihnen: Seit Monaten liegt ein sozialdemokratischer Entwurf für eine Steuerreform mit einer Entlastung der Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen und mit konjunkturbelebenden Maßnahmen im Parlament. (Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie wieder eine Steuererhöhung gefordert? Möglicherweise steht da "Steuererhöhung" drinnen!) Meine sehr verehrten Damen und Herren! Nicht einmal diskutieren wollten Sie darüber! Herr Westenthaler! Ich weiß, wenn man wie Sie die höchsten Steuern und Abgaben in Österreich zu verantworten hat, dann diskutiert man nicht gerne über eine Steuerreform, denn dann will man die Leute weiterhin hinters Licht führen. Das ist die Bilanz Ihrer Politik! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Alles falsch! Kindergeld! Abfertigung!
Die Bilanz ist klar: Sie sagen das eine und tun das andere. Sie haben niedrige Steuern versprochen – jetzt sind sie in Österreich am höchsten. Sie haben mehr Arbeitslos... (Ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP und den Freiheitlichen), mehr Arbeitsplätze versprochen. (Abg. Böhacker: Freudscher Versprecher!) Was haben Sie erreicht? – Eine höhere Arbeitslosigkeit und einen starken Anstieg der Zahl junger Arbeitsloser. Sie haben eine Sozialpolitik versprochen, die die Menschen aus der Armut führt. Das Ergebnis ist: Es gibt heute mehr Arme in Österreich als jemals zuvor. (Abg. Ing. Westenthaler: Alles falsch! Kindergeld! Abfertigung!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Ihr habt mich geklagt wegen "Abzocker"!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Bevor ich Frau Abgeordneter Rauch-Kallat das Wort erteile, möchte ich Folgendes sagen: Herr Abgeordneter Schweitzer hat gemeint, dass der Ausdruck "Abzocker" nicht tolerierbar sei. Ich halte das auch für einen sehr harten Ausdruck. Ich erinnere mich daran, dass einmal für diesen Ausdruck ein Ordnungsruf erteilt wurde, dass aber in mehreren Fällen das Wort "Abzocker" verwendet und kein Ordnungsruf erteilt wurde. Ich werde mir das anschauen, damit ich alle gleich behandeln kann. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Ihr habt mich geklagt wegen "Abzocker"!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das hat sehr viel mit dem Thema der Aktuellen Stunde zu tun!
Meine Damen und Herren! Das ist die Politik, die Sie in den letzten Wochen öffentlich demonstriert haben. Wir werden auch noch die Gelegenheit haben und nutzen, uns über Herrn Volksanwalt Stadler zu unterhalten. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das ist doch das, mit dem Sie in den letzten Tagen international Aufsehen erregt haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Das hat sehr viel mit dem Thema der Aktuellen Stunde zu tun!)
Abg. Ing. Westenthaler: 100 000 weniger als unter der SPÖ!
Was Sie demonstriert haben, war nicht Politik mit Herz und Verstand – was auch immer das in Ihren Augen sein soll. Nehmen Sie die Arbeitslosigkeit als Beispiel! Seit Monaten steigt sie! Was macht der Herr Wirtschaftsminister dagegen? – Er hat dazu nichts zu sagen. Er tut nichts in Bezug darauf, außer es zur Kenntnis zu nehmen. Er gibt nicht einmal die Milliarden, die dafür reserviert wären, um mit dieser schwierigen Situation zu Rande zu kommen, frei. (Abg. Ing. Westenthaler: 100 000 weniger als unter der SPÖ!) Nein! Der Herr Wirtschaftsminister spart die Milliarden im Bereich der Arbeitsmarktpolitik, um sie dann Herrn Grasser überantworten zu können. (Abg. Mag. Schweitzer: Wie war die Arbeitslosigkeit in den neunziger Jahren unter den "Freunden"?) Er will sich als Vorzugsschüler für das Nulldefizit präsentieren, aber die Arbeitslosen in dieser Republik sind ihm und der Bundesregierung egal. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Böhacker. – Abg. Ing. Westenthaler: Nehmen Sie das zurück!
Abgeordnete Doris Bures (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Herren Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wissen Sie, Herr Bundesminister Bartenstein, der Vorwurf, dass Sie das eine sagen und das andere tun, hat sich in diesen letzten Minuten bewahrheitet: Sie machen hier in diesem Haus eine Aktuelle Stunde zu einer Märchenstunde, denn anders ist diese Aktuelle Stunde nicht zu erklären, bei der Sie sich herstellen und von "Politik mit Herz und Verstand" sprechen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Böhacker. – Abg. Ing. Westenthaler: Nehmen Sie das zurück!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Schon längst repariert! – Abg. Mag. Schweitzer: Wie lange brauchen Sie, bis Sie die ... geistig ...?
Herr Bundesminister! Wie sieht denn Ihre Politik mit Herz aus? (Abg. Böhacker: Sie sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht!) Wie sieht denn Ihre sozialpolitische Bilanz in Wirklichkeit aus? – In Österreich leben 107 000 Menschen, die Opfer eines Arbeitsunfalls geworden sind, also Unfallrentner. 107 000 Menschen, die ein schweres Schicksal zu ertragen haben. Doch was haben Sie gemacht? – Von einem Tag auf den anderen haben Sie die Unfallrenten besteuert und den Menschen ein Drittel ihres Einkommens weggenommen! Das ist Ihre sozialpolitische Bilanz, Herr Bundesminister! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Schon längst repariert! – Abg. Mag. Schweitzer: Wie lange brauchen Sie, bis Sie die ... geistig ...?)
Abg. Ing. Westenthaler: Nehmen Sie das zurück!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Frau Abgeordnete Bures! Ich würde darum bitten, dass sich Damen untereinander anders ansprechen. (Abg. Ing. Westenthaler: Nehmen Sie das zurück!)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Die Bezeichnung "hirnlos" kümmert Sie nicht? Das ist erlaubt?
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Stummvoll. Redezeit: 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Die Bezeichnung "hirnlos" kümmert Sie nicht? Das ist erlaubt?)
Abg. Ing. Westenthaler: Fremdenpaket haben wir! Ich fürchte, Sie haben die falsche Rede mit!
Daher soll man aber auch bei der Betrachtung der Beschäftigung nicht verschweigen, dass wir uns seit dem Mai des Vorjahres (Abg. Ing. Westenthaler: Fremdenpaket haben wir! Ich fürchte, Sie haben die falsche Rede mit!) – es geht um Beschäftigung, Herr Kollege Westenthaler – von dem Ziel der Vollbeschäftigung immer mehr entfernen. Und das stammt nicht aus der Quelle des Gewerkschaftsbundes, sondern die Quelle ist der Wirtschaftsbericht der österreichischen Bundesregierung 2002. Wir entfernen uns vom Ziel der Vollbeschäftigung immer mehr.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind beim falschen Thema!
Dem Arbeitsmarktservice fehlen laut der letzten Vorstandsberatung 830 Millionen € für das Budget 2002. Sie werden das auch noch verfolgen können, Herr Abgeordneter Westenthaler, weil es vor allem aufzeigt, dass es eine andere Politik geben muss als die, mit der Sie immer wieder vermitteln wollen, Sie seien für den kleinen Mann da. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind beim falschen Thema!) Aber mit den Regelungen im Ausländerbeschäftigungsgesetz, in der Frage der Integration öffnen Sie in Wirklichkeit den Arbeitsmarkt. Das ist Ihre Politik, die genau dem
Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen machen wir das Gesetz!
Es sind laut Arbeitsmarktstatistik B 750 9 300 jeden Monat beschäftigt worden, statt der 8 000, die Sie immer wieder angeben. Wenn Sie 9 300 mal 12 rechnen, dann werden Sie draufkommen, dass das eben nicht passt. (Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen machen wir das Gesetz!)
Abg. Ing. Westenthaler: Weiterlesen! Nächsten Satz lesen! Das werde ich Ihnen erklären!
Wenn ich zuerst von kreativer Buchhaltung gesprochen habe, dann, muss ich sagen, schauen Sie sich bitte Ihren eigenen Entwurf an. Was heißt denn "gewichteter Durchschnitt"? (Abg. Ing. Westenthaler: Weiterlesen! Nächsten Satz lesen! Das werde ich Ihnen erklären!) Sagen Sie hier einmal klar, was das ist! Sie sind ja der nächste Redner. Sie werden uns nicht den Beweis liefern können, dass Sie geordnete Verhältnisse haben wollen, sondern mit dieser Novelle wollen Sie den Arbeitsmarkt nicht nur für die Landwirtschaft, für den Tourismus, sondern für alle Saisonniers öffnen und damit eine entsprechende Deregulierung der Arbeitsverhältnisse. (Abg. Ing. Westenthaler: Lesen Sie das Gesetz! Sie haben nicht einmal das Gesetz gelesen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Lesen Sie das Gesetz! Sie haben nicht einmal das Gesetz gelesen!
Wenn ich zuerst von kreativer Buchhaltung gesprochen habe, dann, muss ich sagen, schauen Sie sich bitte Ihren eigenen Entwurf an. Was heißt denn "gewichteter Durchschnitt"? (Abg. Ing. Westenthaler: Weiterlesen! Nächsten Satz lesen! Das werde ich Ihnen erklären!) Sagen Sie hier einmal klar, was das ist! Sie sind ja der nächste Redner. Sie werden uns nicht den Beweis liefern können, dass Sie geordnete Verhältnisse haben wollen, sondern mit dieser Novelle wollen Sie den Arbeitsmarkt nicht nur für die Landwirtschaft, für den Tourismus, sondern für alle Saisonniers öffnen und damit eine entsprechende Deregulierung der Arbeitsverhältnisse. (Abg. Ing. Westenthaler: Lesen Sie das Gesetz! Sie haben nicht einmal das Gesetz gelesen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Warum haben Sie es in den vergangenen Jahren zugelassen?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir wollen klare Verhältnisse, Herr Bundesminister, und nicht jene Regelungen, die Sie selbst hier ... (Abg. Ing. Westenthaler: Warum haben Sie es in den vergangenen Jahren zugelassen?) – Ändern wir das Gesetz in richtiger Weise (Abg. Ing. Westenthaler: Das machen wir heute!), aber nicht in der Richtung, dass Sie sagen, die Saisonarbeitslosigkeit steigt. Sie sagen, die Saisonarbeitslosigkeit steigt. Ihre Alternative ist: Saisonarbeitskräfte für alle Branchen und nicht Einschränkung. Sie erhöhen die Destabilisierung des Arbeitsmarktes und nicht die Sicherheit, Herr Abgeordneter Westenthaler! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das machen wir heute!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir wollen klare Verhältnisse, Herr Bundesminister, und nicht jene Regelungen, die Sie selbst hier ... (Abg. Ing. Westenthaler: Warum haben Sie es in den vergangenen Jahren zugelassen?) – Ändern wir das Gesetz in richtiger Weise (Abg. Ing. Westenthaler: Das machen wir heute!), aber nicht in der Richtung, dass Sie sagen, die Saisonarbeitslosigkeit steigt. Sie sagen, die Saisonarbeitslosigkeit steigt. Ihre Alternative ist: Saisonarbeitskräfte für alle Branchen und nicht Einschränkung. Sie erhöhen die Destabilisierung des Arbeitsmarktes und nicht die Sicherheit, Herr Abgeordneter Westenthaler! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Deutschkurse!
Ich wiederhole: Die Integration vor Neuzuzug ist in dieser Novelle überhaupt nicht angesprochen. Das sind keine Maßnahmen zur Integration ausländischer Arbeitskräfte. (Abg. Ing. Westenthaler: Deutschkurse!) Erinnern Sie sich daran, dass die Wirtschaft vor etwa zwei Jahren gesagt hat: Wir brauchen 50 000 neue Fachkräfte im IT-Bereich. Dort gibt es heute die höchste Arbeitslosigkeit. (Abg. Mag. Schweitzer: Die hat die SPÖ wollen, wir haben uns dagegen gewehrt!) Wären wir damals diesen Vorschlägen gefolgt, dann wäre das eindeutig ins Negative gegangen. Was wir wollen, sind faire Arbeits- und Lebensbedingungen für alle, die im Land sind.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler begibt sich zur Regierungsbank und schüttelt den Bundesministern Dr. Strasser und Dr. Bartenstein die Hand.
Ich bitte jene Damen und Herren, die dem vorliegenden Gesetzentwurf auch in dritter Lesung ihre Zustimmung geben, um ein entsprechendes Zeichen. – Das ist die Mehrheit. Der Gesetzentwurf ist somit auch in dritter Lesung angenommen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler begibt sich zur Regierungsbank und schüttelt den Bundesministern Dr. Strasser und Dr. Bartenstein die Hand.)
Abg. Ing. Westenthaler: Nein, wir haben zugestimmt!
Deshalb bedauere ich es, dass wir zu keinem Gespräch über eine gemeinsame Lösung kommen konnten. Ich habe bei der FPÖ eine klare Ablehnung im Ausschuss erlebt. (Abg. Ing. Westenthaler: Nein, wir haben zugestimmt!) Kollege Kiss hat irgendwie gemeint: Na ja, die Zeit ist zu knapp! – Ich nehme das als ein kleines positives Zeichen zur Kenntnis: Er hätte vielleicht gewollt, es ging eben nicht. Was Sie heute vorgelegt haben, war der kleinste gemeinsame Nenner zwischen den Koalitionsparteien – und das ist es bedauerlicherweise!
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt geht er wieder!
Wir kommen weiters zur Abstimmung über die dem Ausschussbericht 1210 der Beilagen beigedruckten Entschließung. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt geht er wieder!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das war woanders! Das war in Rotterdam!
Wahr ist vielmehr (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen) – hören Sie mir sehr aufmerksam zu, meine sehr geehrten Damen und Herren, denn das hat auch mit der jetzigen Debatte zu tun (Abg. Ing. Westenthaler: Das war woanders! Das war in Rotterdam!); dort kommen Sie vielleicht manchmal hin, aber Kurt Flecker nicht –, dass Herr Landesrat Kurt Flecker in einer Presseerklärung beziehungsweise bei einer Pressekonferenz gesagt hat (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Was soll das? Das ist keine tatsächliche Berichtigung!), dass er es für wichtig halten würde, wenn man in Österreich dieses Thema aufrichtig diskutierte und offen diskutierte. Das ist in APA-Meldungen nachzulesen, meine sehr geehrten Damen und Herren. Damit hat er genau das ausgeführt, was wir heute hier den ganzen Tag machen, nämlich über das Thema diskutieren, und das ist wichtig für Österreich. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Was soll das? Das ist keine tatsächliche Berichtigung!
Wahr ist vielmehr (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen) – hören Sie mir sehr aufmerksam zu, meine sehr geehrten Damen und Herren, denn das hat auch mit der jetzigen Debatte zu tun (Abg. Ing. Westenthaler: Das war woanders! Das war in Rotterdam!); dort kommen Sie vielleicht manchmal hin, aber Kurt Flecker nicht –, dass Herr Landesrat Kurt Flecker in einer Presseerklärung beziehungsweise bei einer Pressekonferenz gesagt hat (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Was soll das? Das ist keine tatsächliche Berichtigung!), dass er es für wichtig halten würde, wenn man in Österreich dieses Thema aufrichtig diskutierte und offen diskutierte. Das ist in APA-Meldungen nachzulesen, meine sehr geehrten Damen und Herren. Damit hat er genau das ausgeführt, was wir heute hier den ganzen Tag machen, nämlich über das Thema diskutieren, und das ist wichtig für Österreich. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt müssen wir nur noch Europameister werden! – Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Kopf. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt müssen wir nur noch Europameister werden! – Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer. )
Sitzung Nr. 110
Abg. Ing. Westenthaler: Dr. Bösch ist hier! – Abg. Dr. Khol: Seine Präsenz wird durch die physische Anwesenheit bewiesen!
Als verhindert gemeldet für die heutige Sitzung sind die Abgeordneten Dr. Antoni, Dr. Bösch, Dobnigg, Dr. Einem, Jäger und Dr. Spindelegger. (Abg. Ing. Westenthaler: Dr. Bösch ist hier! – Abg. Dr. Khol: Seine Präsenz wird durch die physische Anwesenheit bewiesen!) Die physische Anwesenheit korrigiert ein Blatt Papier. Kollege Bösch steht zwar auf der Liste, wovon sich der Ordner soeben überzeugt hat, aber er sitzt hier, und damit ist das Problem gelöst.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Rufe bei den Grünen: Was ist unwahr? – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der Grünen –: Geht wieder auf die Donauinsel, wo ihr hingehört! Niemand braucht euch da herinnen! – Zwischenruf der Abg. Mag. Stoisits. – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Bundesministerin für öffentliche Leistung und Sport Vizekanzler Dr. Susanne Riess-Passer: Frau Abgeordnete! Ich weise die von Ihnen hier getroffenen polemischen Unterstellungen, die unwahr sind, mit allem Nachdruck zurück, auch im Namen des Herrn Volksanwaltes Stadler. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Rufe bei den Grünen: Was ist unwahr? – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der Grünen –: Geht wieder auf die Donauinsel, wo ihr hingehört! Niemand braucht euch da herinnen! – Zwischenruf der Abg. Mag. Stoisits. – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Angeblich ist er gestern beim Schwimmkurs durchgefallen! Ich habe gehört, dass der Öllinger gestern Schwimmflügerl angehabt hat! Van der Bellen ist noch immer dort!
Was den Vorruhestand betrifft, Herr Kollege, darf ich sagen: Das ist ein Modell der Freiwilligkeit und nicht des Zwangs. (Abg. Dr. Petrovic: Ja, ja, wie wir alle wissen!) Das heißt, es wird da niemand zwangsweise irgendwohin geschickt, sondern das ist ein Modell, das auf reiner Freiwilligkeit beruht. – Das steht im Übrigen ganz im Gegensatz zu den Methoden, die im Bereich der ÖBB, der Telekom und der Post angewendet wurden, bei denen Leute nachweislich genötigt wurden, in den Ruhestand zu gehen. Diese Praxis haben wir gestern, wie Sie wissen, mit einem Gesetzesbeschluss in diesem Haus abgestellt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Angeblich ist er gestern beim Schwimmkurs durchgefallen! Ich habe gehört, dass der Öllinger gestern Schwimmflügerl angehabt hat! Van der Bellen ist noch immer dort!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das sollte eigentlich auch der Herr Präsident wissen!
Bundesministerin für öffentliche Leistung und Sport Vizekanzler Dr. Susanne Riess-Passer: Herr Abgeordneter! Das ist eine Frage, die nicht in meinen Zuständigkeitsbereich fällt, und das wissen Sie selbstverständlich auch. (Abg. Ing. Westenthaler: Das sollte eigentlich auch der Herr Präsident wissen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Auch der Herr Präsident sollte das wissen! Keine zulässige Frage!
Abgeordneter Hermann Reindl (Freiheitliche): Sehr geehrte Frau Vizekanzler! Es wurde von Verunsicherung im öffentlichen Dienst gesprochen. Der öffentliche Dienst umfasst sehr viele Bereiche, und ich frage Sie: In welchen Bereichen sehen Sie Probleme und Verunsicherungen? (Abg. Ing. Westenthaler: Auch der Herr Präsident sollte das wissen! Keine zulässige Frage!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wann fahren Sie wieder auf die Donauinsel?
Meine Frage lautet: Wann werden Sie Herrn Volksanwalt Stadler zum Rücktritt auffordern, da er diese Zeit als "Tyrannis" bezeichnet hat? (Abg. Ing. Westenthaler: Wann fahren Sie wieder auf die Donauinsel?)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ja, genau! Fahrt wieder auf die Donauinsel! Das ist gescheiter! Geht wieder schwimmen!
Bundesministerin für öffentliche Leistung und Sport Vizekanzler Dr. Susanne Riess-Passer: Frau Abgeordnete! Ich sage Ihnen das, was ich vorhin schon Herrn Öllinger und Ihren anderen Kollegen, auch Frau Petrovic, gesagt habe, denn offensichtlich wollen Sie es noch einmal hören: Die österreichische Volksanwaltschaft – und das gilt für alle drei Volksanwälte, also inklusive des Volksanwaltes Stadler – leistet hervorragende Arbeit. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ja, genau! Fahrt wieder auf die Donauinsel! Das ist gescheiter! Geht wieder schwimmen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wird Rapid heuer absteigen?
Präsident Dr. Heinz Fischer: Wir kommen jetzt zum Thema Sport. Die 5. Anfrage kommt von Frau Abgeordneter Schasching. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Wird Rapid heuer absteigen?)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Abgeblitzt! Auch Brosz geht wieder baden!
Bundesministerin für öffentliche Leistung und Sport Vizekanzler Dr. Susanne Riess-Passer: Herr Kollege! Es gibt gesetzliche Richtlinien für Förderungen. Diese werden auf Punkt und Beistrich in jedem Fall eingehalten. Wer diese gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt, wird die Förderungen auch in Zukunft bekommen, wer sie nicht erfüllt, hat sie auch in der Vergangenheit nicht bekommen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Abgeblitzt! Auch Brosz geht wieder baden!)
Abg. Ing. Westenthaler: Den haben Sie auch bekommen! Peinlich!
Bundesministerin für öffentliche Leistung und Sport Vizekanzler Dr. Susanne Riess-Passer: Frau Kollegin Petrovic! Diesen Bericht haben Sie alle bekommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Den haben Sie auch bekommen! Peinlich!) Er war auch in der Zeitung nachzulesen. Das, was ich hier gestern zitiert habe – das können Sie gerne nachprüfen –, war ein Artikel aus der Zeitung "Die Presse", aus dem ich wörtlich vorgelesen habe. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wären Sie auf der Donauinsel geblieben! Auch schon urlaubsreif, die Grünen!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wären Sie auf der Donauinsel geblieben! Auch schon urlaubsreif, die Grünen!
Bundesministerin für öffentliche Leistung und Sport Vizekanzler Dr. Susanne Riess-Passer: Frau Kollegin Petrovic! Diesen Bericht haben Sie alle bekommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Den haben Sie auch bekommen! Peinlich!) Er war auch in der Zeitung nachzulesen. Das, was ich hier gestern zitiert habe – das können Sie gerne nachprüfen –, war ein Artikel aus der Zeitung "Die Presse", aus dem ich wörtlich vorgelesen habe. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wären Sie auf der Donauinsel geblieben! Auch schon urlaubsreif, die Grünen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das glaubst du selber nicht!
Wir haben uns in diesem Sonderausschuss bemüht, vor allem von Seiten der Sozialdemokraten, so etwas wie einen rot-weiß-roten Konsens herbeizuführen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das glaubst du selber nicht!) Ich glaube, dass ein rot-weiß-roter Konsens die Voraussetzung dafür ist, dass man auch wirklich in dieser heiklen und sensiblen Frage versuchen kann, größtmögliche Durchsetzungsfähigkeit zu erreichen.
Abg. Ing. Westenthaler: Vor allem die sozialdemokratische!
Das Zweite, was auch besonders wichtig ist, weil man Temelín nicht mehr losgelöst von der Entwicklung in der Kommission der Europäischen Union behandeln und diskutieren kann, ist Folgendes: Eine Kommissarin, nämlich die für Energie zuständige Kommissarin Loyola de Palacio, hat eine Initiative gesetzt in der Kommission, ein Grünbuch, worin die Formulierung enthalten ist: Die atomare Option soll innerhalb der Europäischen Union für diejenigen Staaten bestehen bleiben, die das wünschen. Übersetzt heißt das: Renaissance der Atomenergie. Übersetzt heißt das: Die Atomlobby will wieder Geld machen auf Kosten unserer Sicherheit. (Abg. Ing. Westenthaler: Vor allem die sozialdemokratische!) Da hat es in der Kommission eine Kampfabstimmung gegeben, und Frau Palacio hat sich mit diesem atomfreundlichen Passus durchgesetzt.
Abg. Ing. Westenthaler: Kollege Cap! Es ist umgekehrt!
Ich komme zu einem weiteren wichtigen Punkt, das wäre der vierte Punkt gewesen. Ich finde es besonders unklug – und ich habe auch die bisherige Form der Behandlung dieser Frage als besonders unklug empfunden –, dass man immer geglaubt hat, man könne die tschechische Verhandlungsseite gewinnen, indem man sie permanent bedroht, nämlich in dem Fall mit der berühmten Veto-Keule, indem man sagt: Wenn ihr nicht brav seid, dann werden wir euch nicht in die EU lassen! (Abg. Ing. Westenthaler: Kollege Cap! Es ist umgekehrt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die reden gar nicht mit uns!
Wir haben im vierten Punkt gesagt: Wenn wir nach Prag fahren und mit dem tschechischen Parlament Gespräche führen wollen, dann hat es keinen Sinn, wenn die Gespräche durch permanente Veto-Drohungen aus der Heimat gestört werden, um das einmal in Ihrer Sprache zu formulieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Die reden gar nicht mit uns!) Das hat keinen Sinn! Daher sage ich Ihnen: Es wäre klug, wenn in diesem Entschließungsantrag auch jener Punkt enthalten wäre, wonach diejenigen (Abg. Ing. Fallent: Maulkorberlass der SPÖ!), die das zum Kernpunkt ihrer Politik gemacht haben, nämlich den tschechischen Verhandlungspartner immer wieder mit der Veto-Keule zu bedrohen, darauf verzichten sollen. Nicht mehr und nicht weniger haben wir gesagt.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Da seid ihr leider nicht dabei, beim Rot-Weiß-Rot!
Bevor wir überhaupt die Debatte beginnen (Abg. Dr. Gusenbauer: Das ist die Personalpolitik der ÖVP! Das ist die so genannte Strasser-Formel!), sagen Sie: Einen Konsens kann es nicht geben! (Abg. Parnigoni: Ein rot-weiß-roter Konsens, kein schwarzer!) Daher danke ich den Grünen, die bei allen parlamentarischen Schwierigkeiten, die wir haben, im Dienst der Sache angekündigt haben, sie werden den rot-weiß-roten Konsens wiederherstellen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Da seid ihr leider nicht dabei, beim Rot-Weiß-Rot!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das glaube ich nicht!
Das erste Element war: Österreich ist und bleibt AKW-frei. Wir wollen auf unserem Staatsgebiet keine Atomkraftwerke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Dem können Sie doch hoffentlich zustimmen?! (Abg. Ing. Westenthaler: Das glaube ich nicht!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das sieht die SPÖ anders!
Es muss Ihnen klar sein, meine Damen und Herren in der tschechischen Botschaft, dass es hier zwei Hindernisse gibt, die ich beide anspreche: Temelín ist ein Hindernis. Da verlangen wir offenen Herzens Verhandlungen. Zweitens sind die Beneš-Unrechtsdekrete ein Hindernis. (Abg. Mag. Posch: Die Beneš-Dekrete verhandelt Stadler!) Auch da erwarten wir Verhandlungen, damit dieses Unrecht an den vielen Sudetenösterreichern, die menschenrechtswidrig vertrieben wurden, zumindest bedauert, beendet und versöhnt wird. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das sieht die SPÖ anders!)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! – Abg. Böhacker: Herr Präsident! Das ist nicht zur Sache!
Die grüne Fraktion ist gestern aus diesem Haus ausgezogen, und zwar aus Protest gegen die Entscheidung, dass es in diesem Hause nicht möglich war, eine Diskussion über die umstrittenen Äußerungen des FPÖ-Volksanwaltes Stadler abzuführen. (Abg. Achatz: Das ist ungeheuerlich!) Die Grünen haben einen Dringlichen Antrag eingebracht, mit dem sie erreichen wollten (Abg. Böhacker: Zur Sache!), dass das Parlament diese Äußerungen (Abg. Achatz: Zur Sache!), nach denen Österreich 1945 nur angeblich befreit wurde ... (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! – Abg. Böhacker: Herr Präsident! Das ist nicht zur Sache!)
Abg. Ing. Westenthaler: Gehen Sie auf die Donauinsel baden! Das ist besser! Gehen Sie schwimmen!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Frau Kollegin Glawischnig! Ich bitte Sie, Folgendes zu beachten (Abg. Ing. Westenthaler: Gehen Sie auf die Donauinsel baden! Das ist besser! Gehen Sie schwimmen!): Immer wieder gibt es die Möglichkeit, bei einem Thema zu irgendeiner Frage Stellung zu nehmen. Wenn Sie in zwei, drei Sätzen Ihre Haltung darlegen, toleriere ich das, so wie bei anderen auch, aber ich kann es nicht zulassen, dass eine Debatte umfunktioniert wird (Abg. Achatz: Das hat sie schon!) und, obwohl Temelín auf der Tagesordnung steht, etwas behandelt wird, was gestern verhandelt wurde. Ich bitte Sie, das zu berücksichtigen. (Abg. Ing. Westenthaler: Peinlich, peinlich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Peinlich, peinlich!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Frau Kollegin Glawischnig! Ich bitte Sie, Folgendes zu beachten (Abg. Ing. Westenthaler: Gehen Sie auf die Donauinsel baden! Das ist besser! Gehen Sie schwimmen!): Immer wieder gibt es die Möglichkeit, bei einem Thema zu irgendeiner Frage Stellung zu nehmen. Wenn Sie in zwei, drei Sätzen Ihre Haltung darlegen, toleriere ich das, so wie bei anderen auch, aber ich kann es nicht zulassen, dass eine Debatte umfunktioniert wird (Abg. Achatz: Das hat sie schon!) und, obwohl Temelín auf der Tagesordnung steht, etwas behandelt wird, was gestern verhandelt wurde. Ich bitte Sie, das zu berücksichtigen. (Abg. Ing. Westenthaler: Peinlich, peinlich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind schwimmen gegangen auf die Donauinsel!
Sie haben gestern verhindert, Herr Klubobmann Westenthaler und Herr Klubobmann Khol, dass Aussagen, die eine Verharmlosung des NS-Regimes darstellen, dass Aussagen, die viele Opfer dieses Regimes in Österreich beleidigen (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind schwimmen gegangen auf die Donauinsel!) und die den Grundkonsens, auf dem die Zweite Republik aufbaut, in Frage stellen, hier im Haus diskutiert werden können. (Abg. Ing. Fallent: Das ist ungeheuerlich, Herr Präsident!) Wir können diese Entscheidung zwar nicht verhindern, wir können sie nur zur Kenntnis nehmen ... (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! So etwas geht nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! So etwas geht nicht!
Sie haben gestern verhindert, Herr Klubobmann Westenthaler und Herr Klubobmann Khol, dass Aussagen, die eine Verharmlosung des NS-Regimes darstellen, dass Aussagen, die viele Opfer dieses Regimes in Österreich beleidigen (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind schwimmen gegangen auf die Donauinsel!) und die den Grundkonsens, auf dem die Zweite Republik aufbaut, in Frage stellen, hier im Haus diskutiert werden können. (Abg. Ing. Fallent: Das ist ungeheuerlich, Herr Präsident!) Wir können diese Entscheidung zwar nicht verhindern, wir können sie nur zur Kenntnis nehmen ... (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! So etwas geht nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Drohen können Sie zu Hause, aber nicht im Parlament! Auf der Donauinsel können Sie auch drohen!
Ich komme jetzt zum Temelín-Bericht, zum Ausschussbericht. (Abg. Ing. Westenthaler: Drohen können Sie zu Hause, aber nicht im Parlament! Auf der Donauinsel können Sie auch drohen!) Meine Damen und Herren! Wir haben über 20 Stunden lang in diesem Ausschuss diskutiert, wir haben beraten, wir haben viele Punkte sehr ausführlich beraten und darüber gestritten, und ich muss Ihnen sagen, es fällt mir angesichts dessen, wie Sie sich in vielen anderen Fragen verhalten, nicht leicht, zu sagen, dass wir im Rahmen von Vier-Parteien-Verhandlungen zu einem Drei-Parteien-Konsens gefunden haben, der im Wesentlichen viele Punkte, die die Grünen seit Monaten fordern und für vernünftig halten, enthält. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Grünen sind abgetreten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Grünen sind abgetreten!
Ich komme jetzt zum Temelín-Bericht, zum Ausschussbericht. (Abg. Ing. Westenthaler: Drohen können Sie zu Hause, aber nicht im Parlament! Auf der Donauinsel können Sie auch drohen!) Meine Damen und Herren! Wir haben über 20 Stunden lang in diesem Ausschuss diskutiert, wir haben beraten, wir haben viele Punkte sehr ausführlich beraten und darüber gestritten, und ich muss Ihnen sagen, es fällt mir angesichts dessen, wie Sie sich in vielen anderen Fragen verhalten, nicht leicht, zu sagen, dass wir im Rahmen von Vier-Parteien-Verhandlungen zu einem Drei-Parteien-Konsens gefunden haben, der im Wesentlichen viele Punkte, die die Grünen seit Monaten fordern und für vernünftig halten, enthält. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Grünen sind abgetreten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie interessiert Temelín überhaupt nicht!
Das einzige Ergebnis nach vier Verhandlungstagen im Ausschuss, nach 20 Stunden Beratungen, nach stundenlangen Beratungen mit den Experten wäre eine Parlamentarier-Reise gewesen, was ohnehin selbstverständlich ist, weil es immer Kontakte zwischen dem österreichischen und dem tschechischen Parlament gibt. Ich selbst habe schon einige dieser Delegationen mitgemacht und auch eine geleitet. (Abg. Mag. Schweitzer: Wer hat das organisiert?) Aber, Herr Westenthaler, wenn Sie unbedingt zum ersten Mal in Ihrem Leben nach Prag fahren und mit tschechischen Parlamentariern über Temelín diskutieren wollen, dann machen wir Ihnen gerne den Gefallen (Abg. Ing. Westenthaler: Sie interessiert Temelín überhaupt nicht!), allerdings darf das kein Ersatz für ernsthafte Verhandlungen der österreichischen Bundesregierung mit der tschechischen Regierung sein, das kann ein Parlament nicht ersetzen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind auch nicht im letzten Ausschuss gewesen!) Ich mache Sie darauf aufmerksam, diese Reise und diese Bemühungen von österreichischen Parlamentariern dürfen nicht dazu missbraucht werden, dass die österreichische Regierung in dieser Frage weiter nichts tut. Das wäre fast das Ergebnis gewesen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben beim letzten Ausschuss gefehlt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind auch nicht im letzten Ausschuss gewesen!
Das einzige Ergebnis nach vier Verhandlungstagen im Ausschuss, nach 20 Stunden Beratungen, nach stundenlangen Beratungen mit den Experten wäre eine Parlamentarier-Reise gewesen, was ohnehin selbstverständlich ist, weil es immer Kontakte zwischen dem österreichischen und dem tschechischen Parlament gibt. Ich selbst habe schon einige dieser Delegationen mitgemacht und auch eine geleitet. (Abg. Mag. Schweitzer: Wer hat das organisiert?) Aber, Herr Westenthaler, wenn Sie unbedingt zum ersten Mal in Ihrem Leben nach Prag fahren und mit tschechischen Parlamentariern über Temelín diskutieren wollen, dann machen wir Ihnen gerne den Gefallen (Abg. Ing. Westenthaler: Sie interessiert Temelín überhaupt nicht!), allerdings darf das kein Ersatz für ernsthafte Verhandlungen der österreichischen Bundesregierung mit der tschechischen Regierung sein, das kann ein Parlament nicht ersetzen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind auch nicht im letzten Ausschuss gewesen!) Ich mache Sie darauf aufmerksam, diese Reise und diese Bemühungen von österreichischen Parlamentariern dürfen nicht dazu missbraucht werden, dass die österreichische Regierung in dieser Frage weiter nichts tut. Das wäre fast das Ergebnis gewesen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben beim letzten Ausschuss gefehlt!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben beim letzten Ausschuss gefehlt!
Das einzige Ergebnis nach vier Verhandlungstagen im Ausschuss, nach 20 Stunden Beratungen, nach stundenlangen Beratungen mit den Experten wäre eine Parlamentarier-Reise gewesen, was ohnehin selbstverständlich ist, weil es immer Kontakte zwischen dem österreichischen und dem tschechischen Parlament gibt. Ich selbst habe schon einige dieser Delegationen mitgemacht und auch eine geleitet. (Abg. Mag. Schweitzer: Wer hat das organisiert?) Aber, Herr Westenthaler, wenn Sie unbedingt zum ersten Mal in Ihrem Leben nach Prag fahren und mit tschechischen Parlamentariern über Temelín diskutieren wollen, dann machen wir Ihnen gerne den Gefallen (Abg. Ing. Westenthaler: Sie interessiert Temelín überhaupt nicht!), allerdings darf das kein Ersatz für ernsthafte Verhandlungen der österreichischen Bundesregierung mit der tschechischen Regierung sein, das kann ein Parlament nicht ersetzen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind auch nicht im letzten Ausschuss gewesen!) Ich mache Sie darauf aufmerksam, diese Reise und diese Bemühungen von österreichischen Parlamentariern dürfen nicht dazu missbraucht werden, dass die österreichische Regierung in dieser Frage weiter nichts tut. Das wäre fast das Ergebnis gewesen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben beim letzten Ausschuss gefehlt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sollten Sie nicht lieber auf die Donauinsel gehen?
Meine Damen und Herren! Die Verhandlungen sind für mich in diesen vier Ausschusssitzungen manchmal an dem Punkt angelangt, dass ich mich gefragt habe: Hat das überhaupt noch einen Sinn? Hat es überhaupt noch einen Sinn, mit zwei Parteien zu diskutieren, die sich bei Kernfragen nicht einig sind, die immer nur einen Konsens, einen Scheinkonsens herstellen wollen? (Abg. Ing. Westenthaler: Sollten Sie nicht lieber auf die Donauinsel gehen?) – Bezüglich des Themas Temelín, zu dem wir sagten, wir wollen Temelín abschalten, sind wir eigentlich keinen Schritt weitergekommen.
Abg. Ing. Westenthaler: Ge scheiter!
Ich gehe davon aus, dass mit diesem Antrag und auch mit der Diskussion, die wir jetzt geführt haben, eine gewisse Änderung in Ihrer Geisteshaltung und in Ihrem Begreifen dieses Themas und dieser Frage eingetreten ist und dass wir vielleicht auch in Zukunft bei energiepolitischen Fragen, bei Fragen betreffend die Förderung von Solarenergie, von Alternativenergien leichter zu einem Konsens kommen. Ich hoffe, dass wir kein Volksbegehren mehr brauchen, dass wir keine vier Ausschüsse brauchen, keine 20 Arbeitsstunden verbrauchen, keine Experten befragen und Tonnen von Papier verbrauchen müssen, bis wir zu einem Konsens kommen. Wir sind ohnehin alle gegen Atomenergie, aber jetzt machen wir es ein bisschen g’scheiter als in den Monaten vorher! (Abg. Ing. Westenthaler: Ge scheiter!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Und jetzt auf die Donauinsel! Ab auf die Donauinsel! Jetzt gehen wir wieder schwimmen! Jetzt gehen Sie wieder schwimmen!
Ich gehe davon aus, dass Sie diese Äußerungen in Zukunft massiv überdenken werden, dass Sie nicht gleich wieder das Verhandlungsklima zerstören und all das, auf das wir jetzt aufbauen wollen, dadurch vernichten, dass Sie Ihre Erweiterungspolitik, Ihre Parteipolitik und Ihre Wahlkämpfe auf dem Rücken der Bevölkerung austragen, die in Wirklichkeit eine offensive, ehrliche Anti-Atom-Politik will – und keine Panikmache und keinen Missbrauch von Umweltpolitik für Anti-Erweiterungs-Politik. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Und jetzt auf die Donauinsel! Ab auf die Donauinsel! Jetzt gehen wir wieder schwimmen! Jetzt gehen Sie wieder schwimmen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ach so?
"Prammer bekräftigt: ‚Kein EU-Beitritt mit unsicheren Kernkraftwerken‘". (Abg. Ing. Westenthaler: Ach so?) "Mit einem unsicheren AKW Temelin‚ wird es keinen EU-Beitritt geben‘." – So damals Kollegin Prammer. (Abg. Ing. Westenthaler: Prammer ist schon umgefallen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Prammer ist schon umgefallen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
"Prammer bekräftigt: ‚Kein EU-Beitritt mit unsicheren Kernkraftwerken‘". (Abg. Ing. Westenthaler: Ach so?) "Mit einem unsicheren AKW Temelin‚ wird es keinen EU-Beitritt geben‘." – So damals Kollegin Prammer. (Abg. Ing. Westenthaler: Prammer ist schon umgefallen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein Skandal ist das!
"Die Bundesregierung wird ersucht, in ihrem Verantwortungsbereich dafür zu sorgen, dass im Zeitraum bis zum Abschluss der Verhandlungen mit der Tschechischen Republik keinerlei die Verhandlungen belastende Äußerungen zur Verhinderung des Beitritts der Tschechischen Republik zur Europäischen Union mehr getätigt werden." (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Skandal ist das!) "Dieser Aufforderung schließen sich alle im Nationalrat und Bundesrat vertretenen Abgeordneten an."
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein totalitärer Antrag gewesen! Der Führer befiehlt, und die anderen folgen! So habt ihr euch das vorgestellt!
So weit der Passus in diesem Antrag, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein totalitärer Antrag gewesen! Der Führer befiehlt, und die anderen folgen! So habt ihr euch das vorgestellt!)
Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!
Meine Damen und Herren! Was will Kollege Cap mit diesem Antrag? – Er will nicht mehr und nicht weniger, als all jenen, die sich in dieser Frage für die österreichischen Interessen, für die 915 000 Unterzeichner des Volksbegehrens einsetzen, einen Maulkorb umhängen. (Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!) Meine sehr geehrten Damen und Herren! Er will, dass alle schweigen. Er macht in Österreich das Geschäft der Tschechen. – Dann sage es auch, Kollege Cap: Ich bin für das Geschäft der Tschechen.
Abg. Dr. Cap: Sie bleiben untätig! Werden Sie tätig! – Abg. Ing. Westenthaler – in Bezug auf den Abgeordneten Dr. Cap –: Er will nichts arbeiten!
Meine Damen und Herren! Ich verstehe eine Diskussion nicht, bei welcher danach gefragt wird, wer zuerst ist. Ich meine, dass alle ihre Arbeit tun müssen. Ich verstehe auch nicht, Herr Abgeordneter Cap, dass ein Parlamentarier die Rolle des österreichischen Parlaments letztendlich schwächer einschätzt, als die Rolle des österreichischen Parlaments ist und sein kann. (Abg. Dr. Cap: Sie bleiben untätig! Werden Sie tätig! – Abg. Ing. Westenthaler – in Bezug auf den Abgeordneten Dr. Cap –: Er will nichts arbeiten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Verheerend!
Ich appelliere daher auch in diesem Zusammenhang an Sie, Herr Abgeordneter Cap: Denken Sie als Abgeordneter, insbesondere als geschäftsführender Klubobmann darüber nach, welche Signale Sie damit setzen! Sie setzen doch damit das Signal, dass das österreichische Parlament nicht einheitlich und nicht geschlossen auftritt. (Abg. Ing. Westenthaler: Verheerend!) Das Gegenteil ist notwendig – in unserem und im europäischen Interesse! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie wollen eh nicht dabei sein!
Abgeordnete Mag. Ulrike Sima (SPÖ): Herr Präsident! Die Herren Bundesminister auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Herr Bundesminister Molterer! Ich habe Ihre Rede wirklich als geradezu resignativ empfunden. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Dr. Cap: Ein Zeichen der Hilflosigkeit! – Abg. Schwarzenberger – in Richtung des Abg. Dr. Cap –: Es wurde klar die Schwäche der Oppositionspartei SPÖ aufgezeigt!) Eines möchte ich Ihnen schon sagen, und das muss klar sein: Wir fahren gerne nach Prag – das ist überhaupt keine Frage, und das haben wir auch im Ausschuss immer betont –, aber angesichts der Tatsache, dass es keinerlei Aktivitäten von Seiten der Bundesregierung gibt, herzugehen und zu sagen: Der Ausschuss soll nach Prag fahren und verhandeln, weil wir, die Bundesregierung, leider nichts zusammenbringen!, das kann es, bitte, wirklich nicht sein! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie wollen eh nicht dabei sein!)
Heiterkeit bei der ÖVP – Abg. Ing. Westenthaler: Seit gestern gibt es eine tschechische Regierung?
Wir haben außer vagen Ankündigungen, dass es irgendwann einmal Verhandlungen mit der neuen tschechischen Regierung geben wird, nichts von Ihrer Seite gehört. Bitte, die tschechische Regierung steht seit gestern (Heiterkeit bei der ÖVP – Abg. Ing. Westenthaler: Seit gestern gibt es eine tschechische Regierung?), und ich möchte jetzt endlich konkrete Taten sehen. (Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP.) Seit gestern ist klar, wie die tschechische Regierung besetzt wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn es seit gestern eine tschechische Regierung gibt, warum ...?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wenn es seit gestern eine tschechische Regierung gibt, warum ...?
Wir haben außer vagen Ankündigungen, dass es irgendwann einmal Verhandlungen mit der neuen tschechischen Regierung geben wird, nichts von Ihrer Seite gehört. Bitte, die tschechische Regierung steht seit gestern (Heiterkeit bei der ÖVP – Abg. Ing. Westenthaler: Seit gestern gibt es eine tschechische Regierung?), und ich möchte jetzt endlich konkrete Taten sehen. (Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP.) Seit gestern ist klar, wie die tschechische Regierung besetzt wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn es seit gestern eine tschechische Regierung gibt, warum ...?)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie wollen nicht dabei sein!
Herr Kollege Schweitzer! Auf Ihre Rede möchte ich auch eingehen: Sie haben gefragt, warum wir uns dieser Linie nicht anschließen können. Ich werde Ihnen das jetzt noch einmal erklären, obwohl ich es Ihnen schon des Öfteren erklärt habe. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie wollen nicht dabei sein!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben es selber gefordert!
Wir glauben nicht, dass ein Veto ein geeignetes Mittel gegen Temelín ist, denn ein Veto bedeutet schlicht und ergreifend, dass Tschechien der EU nicht beitritt (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben es selber gefordert!), Temelín aber trotzdem am Netz sein wird. Genau das ist das Problem, vor dem wir stehen! Das habe ich Ihnen schon des Öfteren erklärt, aber ich erkläre es Ihnen gerne noch ein paar Mal.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Ihnen unangenehm!
Ein wichtiger Punkt war für uns also ein konkreter Verhandlungsfahrplan. (Abg. Mag. Schweitzer – abermals den erwähnten Zeitungsartikel vorzeigend –: Wer ist denn das?) – Schauen Sie, wenn ich auf einem Foto abgebildet bin, dann heißt das noch lange nicht, dass ich für ein Veto bin. Das werden sogar Sie verstehen, Herr Kollege Schweitzer! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Ihnen unangenehm!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Also Kreisky hat damit nichts zu tun gehabt! Das ist ein seltsames Geschichtsbild: Kreisky hat dafür nichts können!
Ich berichtige tatsächlich: Der Beschluss für den Bau von Zwentendorf ist in der Alleinregierung der ÖVP unter Bundeskanzler Klaus gefallen. Das damalige Regierungsmitglied Koren hat den so genannten Koren-Plan veröffentlicht. Die Überschrift lautete: Wasserkraft vorbei, die Zukunft ist das Atomkraftwerk. – Der Präsident des Aufsichtsrates der damaligen Errichtungsgesellschaft war der niederösterreichische Landeshauptmann Maurer, der, soweit mir bekannt ist, auch ein ÖVP-Funktionär war. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Also Kreisky hat damit nichts zu tun gehabt! Das ist ein seltsames Geschichtsbild: Kreisky hat dafür nichts können!)
Abg. Dr. Moser: Weil Sie nicht neben dem Westenthaler gesessen sind!
Abgeordnete Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer (ÖVP): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Herren Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich muss zu meiner Vorrednerin kurz etwas sagen, nämlich zur Wahrnehmung der Ausschusssitzungen. Ich war vom Anfang bis zum Ende immer in diesen Ausschusssitzungen dabei und habe eigentlich die Ausschussarbeit als außerordentlich positiv empfunden. (Abg. Dr. Moser: Weil Sie nicht neben dem Westenthaler gesessen sind!) Es wurden viele Aspekte angesprochen ... (Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel. ) – Sie waren nicht dabei, Frau Kollegin, Sie können eigentlich nicht mitreden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol: Die Mertel redet zu allem, immer von der gleichen Qualität! – Abg. Hornek: Und zu viel!) Es wurde gesprochen über die Aspekte Sicherheit, Wirtschaftlichkeit, Ausstiegsszenarien, Entwicklung in Europa, europäische Standards, Zielsetzung des EURATOM-Vertrages. Über all das haben wir im Ausschuss mit Experten in außerordentlich positiver Art und Weise gesprochen und diskutiert.
Abg. Dr. Khol: Natürlich! – Abg. Ing. Westenthaler: Genau das Gleiche!
Sie kritisieren den vorläufigen Abschluss des Energiekapitels durch die österreichische Bundesregierung (Abg. Dr. Khol: Den gibt es nicht!), den es nicht gibt. (Abg. Dr. Cap: Natürlich! Das war doch die Kapitulation der Regierung!) Sie sagen, das ist eine Kapitulation. Das heißt, Sie hätten das Energiekapitel auch nicht vorläufig beiseite legen oder abschließen wollen? (Abg. Dr. Cap: Das ist ein Beschwindeln der Bevölkerung!) Herr Abgeordneter Cap! Hätte man dadurch nicht auch den EU-Beitritt der Tschechischen Republik verhindert? Wäre das nicht auch ein Veto gewesen, gegen das Sie sich so vehement hier zur Wehr setzen? (Abg. Dr. Khol: Natürlich! – Abg. Ing. Westenthaler: Genau das Gleiche!)
Abg. Ing. Westenthaler: Nein, das glaube ich nicht!
Meine Damen und Herren! Im Vorgespräch am Abend vor dem Sonderausschuss habe ich Kollegen Schweitzer, bevor wir auseinander gegangen sind, gebeten, er und seinesgleichen mögen sich von der Veto-Keule verabschieden. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass ich mit den tschechischen Abgeordneten ein Thema verhandeln kann, von dem diese wissen, dass es junktimiert ist, klar junktimiert mit dem EU-Beitritt. Ich kann mir sogar vorstellen – so wie es derzeit in Tschechien ausschaut –, dass die Tschechen auf einen EU-Beitritt verzichten und Temelín in Betrieb halten. (Abg. Ing. Westenthaler: Nein, das glaube ich nicht!) Dass damit Temelín sicherer werden sollte, das wage ich zu bezweifeln, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Jetzt gebt euch einen Ruck! Klubobmann Cap! Jetzt gebt euch einen Ruck! – Unruhe im Saal.
Damit wird die Materie im Besonderen Ausschuss weiter beraten, und es erübrigt sich, wie ich bereits angekündigt habe, die Abstimmung über den Gegenstand selbst. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Jetzt gebt euch einen Ruck! Klubobmann Cap! Jetzt gebt euch einen Ruck! – Unruhe im Saal.)
Abg. Mag. Schweitzer: Das war die Linie der SPÖ! – Abg. Ing. Westenthaler: Eine Chaos-Truppe!
Meine Damen und Herren! Die Debatte ist schon länger geschlossen. Wir befinden uns bereits im Abstimmungsvorgang! (Abg. Mag. Schweitzer: Das war die Linie der SPÖ! – Abg. Ing. Westenthaler: Eine Chaos-Truppe!)
Abg. Ing. Westenthaler – auf die SPÖ weisend –: Chaos-Truppe! Stell dir vor, die würden regieren, was da los wäre!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Wir gelangen nun zu den Punkten 8 und 9 der Tagesordnung, über welche die Debatte unter einem durchgeführt wird. (Abg. Ing. Westenthaler – auf die SPÖ weisend –: Chaos-Truppe! Stell dir vor, die würden regieren, was da los wäre!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Sima –: Frau Sima, warum haben Sie gegen Ihren Antrag gestimmt, und die ganze Fraktion mit Ihnen? Können Sie uns das erklären?
Als Erste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Mag. Sima. Ich erteile es ihr hiemit. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Sima –: Frau Sima, warum haben Sie gegen Ihren Antrag gestimmt, und die ganze Fraktion mit Ihnen? Können Sie uns das erklären?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das wäre beim Keppelmüller nie passiert! Das war blamabel! – Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fasslabend gibt das Glockenzeichen.
Abgeordnete Mag. Ulrike Sima (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Wir beschäftigen uns jetzt mit dem Thema Luftreinhaltegesetz. Mit diesem Gesetz wird eine bundeseinheitliche Regelung für die Verpflichtung zur Reinhaltung der Luft und zum Verbot des Verbrennens von nicht biogenem Material geschaffen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das wäre beim Keppelmüller nie passiert! Das war blamabel! – Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fasslabend gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Stimmt gegen ihren eigenen Antrag! Eine Peinlichkeit! Sie sollten einmal hinterfragen, ob Sie sich überhaupt auskennen!
Herr Westenthaler! Blamabel sind Sie, vor allem mit Ihren ständigen unpassenden Zwischenbemerkungen! (Beifall bei der SPÖ.) Das haben wir heute bereits während der Fernsehübertragungszeit festgestellt, aber Sie hören einfach nicht auf damit! (Abg. Ing. Westenthaler: Stimmt gegen ihren eigenen Antrag! Eine Peinlichkeit! Sie sollten einmal hinterfragen, ob Sie sich überhaupt auskennen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Frau Kollegin Sima, warum hört Ihnen niemand zu? – Weitere Zwischenrufe. – Präsident Dr. Fasslabend gibt das Glockenzeichen.
Warum? – Ich kann das überhaupt nicht nachvollziehen, und das ist auch der Grund dafür, dass wir dagegen stimmen werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Frau Kollegin Sima, warum hört Ihnen niemand zu? – Weitere Zwischenrufe. – Präsident Dr. Fasslabend gibt das Glockenzeichen.) – Ich weiß schon, Herr Westenthaler, dass Sie die Luftreinhaltung überhaupt nicht interessiert!
Abg. Ing. Westenthaler – auf die Rednerin weisend –: Völlig von der Rolle!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Meine Damen und Herren! Das betrifft nicht nur einen einzelnen Abgeordneten, sondern es ist generell so viel Unruhe im Saal, dass es für die Rednerin wirklich schwierig ist, ihre Ausführungen verständlich darzubringen. Ich bitte, das zu berücksichtigen. (Abg. Ing. Westenthaler – auf die Rednerin weisend –: Völlig von der Rolle!)
Abg. Ing. Westenthaler: Naja, Sie haben gerade gegen Ihren eigenen Antrag gestimmt!
Abgeordnete Mag. Ulrike Sima (fortsetzend): Herr Kollege Westenthaler! Ich bin überhaupt nicht von der Rolle (Abg. Ing. Westenthaler: Naja, Sie haben gerade gegen Ihren eigenen Antrag gestimmt!), aber Sie sind es offensichtlich, mit Ihrer kindischen Freude, die Sie zum Ausdruck bringen! – Ich weiß nicht, das ist wirklich sehr eigenartig. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Abstimmung als Abgeordneter ist schon wichtig, oder?)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Abstimmung als Abgeordneter ist schon wichtig, oder?
Abgeordnete Mag. Ulrike Sima (fortsetzend): Herr Kollege Westenthaler! Ich bin überhaupt nicht von der Rolle (Abg. Ing. Westenthaler: Naja, Sie haben gerade gegen Ihren eigenen Antrag gestimmt!), aber Sie sind es offensichtlich, mit Ihrer kindischen Freude, die Sie zum Ausdruck bringen! – Ich weiß nicht, das ist wirklich sehr eigenartig. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Abstimmung als Abgeordneter ist schon wichtig, oder?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt einen Kurs: "Richtiges Abstimmen für Anfänger"!
Zurück zur Luftreinhaltung, die Sie offensichtlich nicht interessiert – ich nehme das zur Kenntnis. Ich halte das für ein wichtiges Thema, und deswegen versuche ich, hier meine Einwände vorzubringen, denn Sie haben offensichtlich vor, hier breite Ausnahmen für die Landwirtschaft zu schaffen, die durch absolut nichts gerechtfertigt sind. Ich würde mir gerne anhören, wie Sie das in irgendeiner Weise rechtfertigen wollen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt einen Kurs: "Richtiges Abstimmen für Anfänger"!)
Abg. Ing. Westenthaler: Auch um einiges komplexer!
Das österreichische Rechtsgefüge, insbesondere im Gewerberecht, ist dafür bestens ausgerüstet, und nach der Umsetzung des vorliegenden Gesetzentwurfes (Abg. Ing. Westenthaler: Auch um einiges komplexer!) auch um einiges komplexer. (Abg. Ing. Westenthaler: Richtig gelesen!) – Herr Abgeordneter Westenthaler, haben Sie das verstanden? (Abg. Ing. Westenthaler – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Ich habe mitgelesen!) – Dann darf ich fortsetzen.
Abg. Ing. Westenthaler: Richtig gelesen!
Das österreichische Rechtsgefüge, insbesondere im Gewerberecht, ist dafür bestens ausgerüstet, und nach der Umsetzung des vorliegenden Gesetzentwurfes (Abg. Ing. Westenthaler: Auch um einiges komplexer!) auch um einiges komplexer. (Abg. Ing. Westenthaler: Richtig gelesen!) – Herr Abgeordneter Westenthaler, haben Sie das verstanden? (Abg. Ing. Westenthaler – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Ich habe mitgelesen!) – Dann darf ich fortsetzen.
Abg. Ing. Westenthaler – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Ich habe mitgelesen!
Das österreichische Rechtsgefüge, insbesondere im Gewerberecht, ist dafür bestens ausgerüstet, und nach der Umsetzung des vorliegenden Gesetzentwurfes (Abg. Ing. Westenthaler: Auch um einiges komplexer!) auch um einiges komplexer. (Abg. Ing. Westenthaler: Richtig gelesen!) – Herr Abgeordneter Westenthaler, haben Sie das verstanden? (Abg. Ing. Westenthaler – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Ich habe mitgelesen!) – Dann darf ich fortsetzen.
Abg. Ing. Westenthaler: Auf Kosten anderer!
Auch gerade deshalb ist es wirklich ärgerlich, dass es sich Großbauern, Bauern und ihre Vertreter hier im Parlament wieder einmal (Abg. Ing. Westenthaler: Auf Kosten anderer!) auf Kosten anderer, und zwar auf Kosten der großen Mehrheit der österreichischen Bevölkerung richten können.
Abg. Ing. Westenthaler: Und die Bauernschaft ...!
Jeder Österreicher, jeder österreichische Gewerbe- und Industriebetrieb muss sich an die Vorschriften des Bundesluftreinhaltegesetzes oder der zum Teil noch viel schärferen gewerblichen Luftreinhalteregelungen halten. (Abg. Ing. Westenthaler: Und die Bauernschaft ...!) Nur Sie, Herr Westenthaler, und die Bauernschaft bekennen sich mit dem vorliegenden Abänderungsantrag der Abgeordneten Hornek und ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. )
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Jeder Österreicher, jeder österreichische Gewerbe- und Industriebetrieb muss sich an die Vorschriften des Bundesluftreinhaltegesetzes oder der zum Teil noch viel schärferen gewerblichen Luftreinhalteregelungen halten. (Abg. Ing. Westenthaler: Und die Bauernschaft ...!) Nur Sie, Herr Westenthaler, und die Bauernschaft bekennen sich mit dem vorliegenden Abänderungsantrag der Abgeordneten Hornek und ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. )
Rufe bei der SPÖ: Der Westenthaler ist unmöglich!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Herr Abgeordneter Westenthaler! (Rufe bei der SPÖ: Der Westenthaler ist unmöglich!) Am Wort ist jetzt Herr Abgeordneter Heinzl, und ich bitte, von Dauerzwischenrufen Abstand zu nehmen!
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Nein, ich lese es Ihnen vor!
Abgeordneter Anton Heinzl (fortsetzend): Herr Präsident! Ich fühle mich durch diese entbehrlichen Aussagen und Zwischenrufe des Herrn Westenthaler überhaupt nicht gestört, aber ich danke Ihnen dafür, dass Sie, Herr Präsident, versuchen, den Herrn Abgeordneten Westenthaler ruhig zu stellen (ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen), versucht er nämlich, das, was ich hier sage, laut zu wiederholen, damit er es auch versteht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Nein, ich lese es Ihnen vor!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt das mit dem Pizza-Bäcker vorlesen!
Sehr geehrte Damen und Herren! Alles, was der Bauernhof zu bieten hat, soll unkontrolliert und unreguliert in die Luft aller anderen Österreicher geblasen und diese Luft auch verpestet werden dürfen. Herr Abgeordneter Westenthaler, Sie sind mit dafür verantwortlich – das hat ja der Tierärzte-Skandal gezeigt –, dass gerade in der Landwirtschaft jene kontrollieren, die eigentlich kontrolliert werden sollten. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt das mit dem Pizza-Bäcker vorlesen!) – So ist es!
Abg. Ing. Westenthaler: Keine Belästigung für die Nachbarn!
Auch wenn Sie sich, Herr Abgeordneter Westenthaler, noch so sehr darüber lustig machen, so ist es dennoch so, dass jeder kleine Bäcker, jeder kleine Industriebetrieb nachweisen muss, wo er zum Beispiel die Küchenluft hinbläst, ob er diese filtert und ob diese (Abg. Ing. Westenthaler: Keine Belästigung für die Nachbarn!) keine Belästigung für die Nachbarn darstellt.
Abg. Ing. Westenthaler – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Bleiben Sie bei Ihrem Konzept hier!
Herr Abgeordneter Westenthaler! Ich weiß nicht, wo Sie zu Hause sind, das ist mir eigentlich auch egal, aber eines sage ich Ihnen (Abg. Ing. Westenthaler – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Bleiben Sie bei Ihrem Konzept hier!): Ich bin selbst jemand, der in den letzten Jahren durch die unkontrollierte Abluft von Schweinefabriken schon oft belästigt worden ist. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt haben Sie aber einiges ausgelassen!
Sehr geehrte Damen und Herren von der blau-schwarzen Koalition! Ich habe versucht, hier einige Gründe aufzuzählen, warum wir Sozialdemokraten dem ansonsten begrüßenswerten Gesetzesvorschlag nicht zustimmen können und diesen daher ablehnen werden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt haben Sie aber einiges ausgelassen!)
Abg. Hornegger: Haben Sie sich wieder auf den Westenthaler eingeschossen! Der ist aber jetzt nicht da!
Abgeordneter Ing. Erwin Kaipel (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Vielleicht kann man dem Herrn Westenthaler ausrichten, dass die Massentierhaltung für viele Menschen tatsächlich ein ernsthaftes Problem ist. (Abg. Hornegger: Haben Sie sich wieder auf den Westenthaler eingeschossen! Der ist aber jetzt nicht da!) Ich denke, es ist nicht angebracht, sich über diese betroffenen Menschen lustig zu machen. (Beifall bei der SPÖ.) Genauso wenig ist es angebracht, einen Kollegen so zu behandeln, wie er den Kollegen Heinzl behandelt hat. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt geht Ihnen schon der Stoff aus! Sie werden nicht über die Zeit kommen!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es stellt sich die Frage: Wie wird eine durchschnittliche österreichische Familie das nach mehr als zwanzig Steuer- und Abgabenerhöhungen, die diese schwarz-blaue Bundesregierung vorgenommen hat, verkraften können? Nachdem die FPÖ, die einmal als Vertretung der so genannten kleinen Leute angetreten ist, als die Partei der Vertretung des Herrn Gaugg geendet hat, nachdem Sie die Österreicherinnen und Österreicher ganz massiv belastet haben, sagen Sie jetzt: Wir wollen von jeder Familie noch einmal 1 000 € haben, um diese Kampfflugzeuge zu finanzieren! (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt geht Ihnen schon der Stoff aus! Sie werden nicht über die Zeit kommen!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das weiß der Gusenbauer alles nicht!
Wir sind in der Wettbewerbsfähigkeit unter 145 Ländern im Jahre 1998 noch die Nummer 24 gewesen, während wir jetzt die Nummer 13 in der Welt sind. Österreich ist das dreizehntbeste Land hinsichtlich der Wettbewerbsfähigkeit, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das weiß der Gusenbauer alles nicht!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zahlreiche Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wahrheit tut weh!
Meine Damen und Herren! Wenn Sie uns mangelnde soziale Solidarität vorwerfen, dann möch-te ich Ihnen schon sagen: Uns ist die Solidarität, uns ist die soziale Absicherung unserer Bevölkerung, und uns ist die soziale Gerechtigkeit ein wirklich großes Anliegen. (Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Dr. Mertel: Ambulanzgebühren!) Das war der Grund dafür, dass wir eine Erhöhung der Familienbeihilfe um 130 Millionen € für Kinder ab dem vierten Lebensjahr beschlossen haben, und zwar ab dem Jahr 2003. Das war der Grund dafür, dass wir das Kinderbetreuungsgeld in der Höhe von 436 € im Monat für drei Jahre Anspruch beschlossen haben, weil wir wissen, dass Kinder die Zukunft unseres Landes sind. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zahlreiche Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wahrheit tut weh!)
Abg. Ing. Westenthaler: Hört! Hört!
Dann wird erstens die Anschaffung der Hubschrauber angesprochen, die wir auch beschlossen und umgesetzt haben, weil uns ein zweites Galtür in unserer Verantwortung nicht passieren soll und wir das für die Sicherheit der Bevölkerung als wichtig erachten. (Abg. Dr. Gusenbauer: Haben Sie die Hubschrauber schon?) Als zweiter Punkt wird die Nachbeschaffung der Luftraumüberwachungsflugzeuge angesprochen, wobei der Bundesminister für Landesverteidigung und der Bundesminister für Finanzen ersucht werden – ich zitiere –, "gemeinsam die Voraussetzungen zu entwickeln, dass der Ankauf rechtzeitig in dieser Legislaturperiode erfolgen kann" (Abg. Ing. Westenthaler: Hört! Hört!), "im Rahmen der Möglichkeiten des Gesamtbudgets, aber ohne zusätzliche Belastung für das Budget des Bundesministeriums für Landesverteidigung".
Abg. Ing. Westenthaler: Schieder, Heinz Fischer!
Meine Damen und Herren! Das heißt, es hat in der Zeit, in der die Sozialdemokratie in Regie-rungsverantwortung war, offensichtlich eine Zeit gegeben, in der sich die Sozialdemokraten ganz konsequent immer, und zwar über fast 20 Jahre, für die Beschaffung von Abfangjägern eingesetzt haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Schieder, Heinz Fischer!) Ich nehme nun zur Kenntnis, dass Sie jetzt Regierungspolitik durch oppositionellen Untergriff ausgetauscht haben und dieser Bundesregierung das vorwerfen, was Sie selbst in Ihren Regierungsübereinkommen festgehalten haben, was Sie ausverhandelt haben, was Sie als Sozialdemokratie umsetzen wollten. Ich sage Ihnen dazu Folgendes: Das ist Kindesweglegung ersten Ranges! Sie sitzen im Glashaus, aber werfen mit Steinen! Sie werden die Scherben Ihrer Politik selbst wegzuräumen haben, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Da hat die SPÖ keine einzige Frage gestellt!
Auch hier muss ich darauf hinweisen, dass es sich um schützenswerte Angaben von Firmen handelt, die ja auch noch in anderen Staaten in laufenden Beschaffungsvorgängen anbieten. Das heißt, sie stehen in einem laufenden Wettbewerb, daher dürfen wir diese Zahlen auf Grund einer sonst möglichen Wettbewerbsverzerrung nicht nennen. (Abg. Schieder: Welche Wettbewerbsverzerrung?) Ich weise aber darauf hin, dass Sie selbstverständlich im Nationalen Sicherheitsrat, wo der Verteidigungsminister, der Wirtschaftsminister, mein Staatssekretär und der Bundeskanzler ja in aller Breite Auskunft gegeben haben, diese Fragen hätten stellen können. (Abg. Ing. Westenthaler: Da hat die SPÖ keine einzige Frage gestellt!)
Abg. Ing. Westenthaler: SP-Vizevorsitzender Fischer: Abfangjäger ja!
Oder Grasser in "NEWS", 7. Februar 2002: "Abfangjäger ... aus finanzieller Sicht nicht leistbar." (Abg. Ing. Westenthaler: SP-Vizevorsitzender Fischer: Abfangjäger ja!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ihm auch gelungen!
Herr Kollege Gusenbauer, Sie wollten die Regierung peinlichst befragen über die Abfangjägerbeschaffung. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ihm auch gelungen!) Wissen Sie, was peinlich ist? – Ihr Redebeitrag, in dem Sie sich auch von Ihren Vorgängern distanziert und die "SPÖ neu" eingeführt haben, die mit Kreisky, Vranitzky – bei Klima verstehe ich es ja besonders – nichts mehr zu tun hat. Aber so leicht werden wir es Ihnen nicht machen. Sie wollen die "SPÖ neu" einführen, ziehen den Trennstrich, und die Schulden, die 2 000 Milliarden Schilling, überlassen Sie uns, und wir müssen das jetzt sanieren. – So billig werden wir Sie nicht aus der Verantwortung entlassen, Herr Kollege! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Ein niedriges Niveau ist das! Das ist unerhört! – Abg. Dr. Gusenbauer begibt sich in Richtung Ausgang. – Rufe bei den Freiheitlichen: Auf Wiedersehen! – Abg. Ing. Westenthaler: Nur für das Protokoll: Der Anfragesteller verlässt den Saal! Jetzt wird es gleich wieder wärmer herinnen! – Weitere Zwischenrufe und Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Es ist im wesentlichen Sinn des ... (Abg. Dr. Gusenbauer: Ein niedriges Niveau ist das! Das ist unerhört! – Abg. Dr. Gusenbauer begibt sich in Richtung Ausgang. – Rufe bei den Freiheitlichen: Auf Wiedersehen! – Abg. Ing. Westenthaler: Nur für das Protokoll: Der Anfragesteller verlässt den Saal! Jetzt wird es gleich wieder wärmer herinnen! – Weitere Zwischenrufe und Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) – Kollege Gusenbauer! Wenn Sie jetzt gehen, möchte ich Ihnen alles Gute wünschen.
Ruf bei den Freiheitlichen: Jetzt kann die Klimaanlage wieder ausgeschaltet werden! – Abg. Dr. Gusenbauer: Das ist ja auch nicht zum Aushalten, das Geschwätz! – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident, haben Sie den Zwischenruf von Gusenbauer gehört? "Geschwätz"!
Ich begrüße Herrn Gusenbauer, der wieder zurück ist! (Ruf bei den Freiheitlichen: Jetzt kann die Klimaanlage wieder ausgeschaltet werden! – Abg. Dr. Gusenbauer: Das ist ja auch nicht zum Aushalten, das Geschwätz! – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident, haben Sie den Zwischenruf von Gusenbauer gehört? "Geschwätz"!)
Abg. Ing. Westenthaler: Er ist übrigens im Ranking fast Nummer eins, der Grasser!
Warum geht ein Finanzminister wie Mag. Grasser ein derart hohes öffentliches Risiko ein, ein doch relativ gutes Image so schwer zu beschädigen? Wenn man nämlich ganz offensichtlich sein zehnfach gegebenes Wort nicht hält und es in aller Öffentlichkeit während einer Ministerratssitzung und nach einer Ministerratssitzung bricht, dann werden die Leute das sanktionieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Er ist übrigens im Ranking fast Nummer eins, der Grasser!)
Abg. Ing. Westenthaler: Rudi "Sieg Heil!"-Edlinger!
Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Edlinger. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Rudi "Sieg Heil!"-Edlinger!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie lieber: "Mein Kampf"!
Abgeordneter Rudolf Edlinger (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Herren auf der Regierungsbank! Ich habe in den letzten Wochen die Debatte mit sehr großer Aufmerksamkeit verfolgt, und zwar unter dem Motto: der Kampf des Finanzministers (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie lieber: "Mein Kampf"!) gegen die Flugzeuglobby. (Abg. Ing. Westenthaler: Rudi Edlinger: "Mein Kampf"!) Fast emotionale Zuneigung hat mich erfasst, Herr Finanzminister Grasser (Abg. Ing. Westenthaler: "Sieg Heil!"-Edlinger!), weil ich mich in der Tat wie niemand in diesem Hause in Ihre Rolle hineinfühlen kann.
Abg. Ing. Westenthaler: Rudi Edlinger: "Mein Kampf"!
Abgeordneter Rudolf Edlinger (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Herren auf der Regierungsbank! Ich habe in den letzten Wochen die Debatte mit sehr großer Aufmerksamkeit verfolgt, und zwar unter dem Motto: der Kampf des Finanzministers (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie lieber: "Mein Kampf"!) gegen die Flugzeuglobby. (Abg. Ing. Westenthaler: Rudi Edlinger: "Mein Kampf"!) Fast emotionale Zuneigung hat mich erfasst, Herr Finanzminister Grasser (Abg. Ing. Westenthaler: "Sieg Heil!"-Edlinger!), weil ich mich in der Tat wie niemand in diesem Hause in Ihre Rolle hineinfühlen kann.
Abg. Ing. Westenthaler: "Sieg Heil!"-Edlinger!
Abgeordneter Rudolf Edlinger (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Herren auf der Regierungsbank! Ich habe in den letzten Wochen die Debatte mit sehr großer Aufmerksamkeit verfolgt, und zwar unter dem Motto: der Kampf des Finanzministers (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie lieber: "Mein Kampf"!) gegen die Flugzeuglobby. (Abg. Ing. Westenthaler: Rudi Edlinger: "Mein Kampf"!) Fast emotionale Zuneigung hat mich erfasst, Herr Finanzminister Grasser (Abg. Ing. Westenthaler: "Sieg Heil!"-Edlinger!), weil ich mich in der Tat wie niemand in diesem Hause in Ihre Rolle hineinfühlen kann.
Abg. Ing. Westenthaler: Du hast dich aber nie durchgesetzt!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Ich tue mich da besonders leicht, denn ich war immer gegen den Ankauf von Abfangjägern. Ich habe sie immer für unfinanzierbar und für militärisch unsinnig gehalten. (Abg. Ing. Westenthaler: Du hast dich aber nie durchgesetzt!) Aber eines ist heute zusammengebrochen: die Schuldenlüge der beiden Koalitionsparteien gegenüber den Sozialdemokraten. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Präsident Fischer war das!
Daher kann es nicht so sein, dass wir diese Schwellenverschiebung einfach hinnehmen. Darum habe ich auch nicht verstanden, wieso es gestern hier im Haus diese Auseinandersetzung gegeben hat, als es darum gegangen ist, dass ein Dringlicher Antrag gestellt werden kann, der auch die Bundesregierung dazu verpflichtet, dass sie zu diesen Äußerungen Ewald Stadlers Stellung bezieht und diese klar verurteilt. Die Bundesregierung wird Handlungsbedarf bekommen, denn sie wird, wie ich hier zitiert habe, von den Botschaftern wichtiger Länder, vor allem auch aus der EU, darauf angesprochen werden. Sie werden das nicht hinnehmen, und daher wird die Bundesregierung als Organ zu handeln haben. Und dann verschanzen sich die Klubobleute Khol und Westenthaler hinter einer Geschäftsordnungsdebatte! (Abg. Ing. Westenthaler: Präsident Fischer war das!) In Wahrheit haben sie gemeint, dass diese Frage hier im Haus nicht zu diskutieren ist. Wir aber meinen, dass das natürlich hier im Haus zu diskutieren und zu verurteilen ist! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Im Protokoll ist nichts dergleichen zu finden! Laut Protokoll sagte Edlinger: "Sieg Heil!"
Herr Klubobmann Westenthaler, Sie wissen ganz genau, dass in der damaligen Auseinandersetzung die Abgeordnete Partik-Pablé eine Tonlage gegenüber der Opposition gesucht und gefunden hat, die diesen Zwischenruf provoziert hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Im Protokoll ist nichts dergleichen zu finden! Laut Protokoll sagte Edlinger: "Sieg Heil!") Dieser Zwischenruf hat beschrieben, dass diese Methodik ähnlich ist wie die Methodik der Nazis von 1938 bis 1945. Deswegen kam es zu dem Zwischenruf – und nicht, weil hier Wiederbetätigung vorliegt! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war NS-Wiederbetätigung! "Sieg Heil!" rufen ist NS-Wiederbetätigung! Leugnen Sie das nicht!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war NS-Wiederbetätigung! "Sieg Heil!" rufen ist NS-Wiederbetätigung! Leugnen Sie das nicht!
Herr Klubobmann Westenthaler, Sie wissen ganz genau, dass in der damaligen Auseinandersetzung die Abgeordnete Partik-Pablé eine Tonlage gegenüber der Opposition gesucht und gefunden hat, die diesen Zwischenruf provoziert hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Im Protokoll ist nichts dergleichen zu finden! Laut Protokoll sagte Edlinger: "Sieg Heil!") Dieser Zwischenruf hat beschrieben, dass diese Methodik ähnlich ist wie die Methodik der Nazis von 1938 bis 1945. Deswegen kam es zu dem Zwischenruf – und nicht, weil hier Wiederbetätigung vorliegt! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war NS-Wiederbetätigung! "Sieg Heil!" rufen ist NS-Wiederbetätigung! Leugnen Sie das nicht!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein "Sieg-Heil!"-Ruf ist Wiederbetätigung! Das können Sie nicht leugnen!
Herr Klubobmann Westenthaler! Wenn es Wiederbetätigung gibt und wenn es berechtigt ist, dass die Staatsanwaltschaft prüft, ob es Wiederbetätigung gibt, dann betreffend Ewald Stadler und seine Umschreibung der Geschichte und Gleichstellung der Nazidiktatur mit der Be-satzungszeit. Das ist die Wahrheit! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein "Sieg-Heil!"-Ruf ist Wiederbetätigung! Das können Sie nicht leugnen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben in Ihren Reihen jemanden, der NS-Wiederbetätigung getan hat!
Es wäre an der Zeit, dass Sie sich entscheiden. Sie müssen sich langsam auch in diesem Punkt entscheiden, nicht bloß, ob Sie Oppositionspartei oder Regierungspartei sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben in Ihren Reihen jemanden, der NS-Wiederbetätigung getan hat!) Sie sollten sich auch entscheiden, ob Sie eine Partei sind, die auf dem Grundkonsens der Zweiten Republik stehen will, oder eine Partei der Ewiggestrigen, wie es ihre Gründer damals nach 1945 vorgehabt haben. Das ist die Wahrheit! Entscheiden Sie sich endlich! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Lassen Sie sich ausliefern, Herr Edlinger! ...)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Lassen Sie sich ausliefern, Herr Edlinger! ...
Es wäre an der Zeit, dass Sie sich entscheiden. Sie müssen sich langsam auch in diesem Punkt entscheiden, nicht bloß, ob Sie Oppositionspartei oder Regierungspartei sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben in Ihren Reihen jemanden, der NS-Wiederbetätigung getan hat!) Sie sollten sich auch entscheiden, ob Sie eine Partei sind, die auf dem Grundkonsens der Zweiten Republik stehen will, oder eine Partei der Ewiggestrigen, wie es ihre Gründer damals nach 1945 vorgehabt haben. Das ist die Wahrheit! Entscheiden Sie sich endlich! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Lassen Sie sich ausliefern, Herr Edlinger! ...)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sehr unglaubwürdig, solange Edlinger da sitzt!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (fortsetzend): Wenn die Zeit abgelaufen ist, dann jene des Ewald Stadler, und wir sollten alles dafür tun, dass es auch wirklich so ist! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sehr unglaubwürdig, solange Edlinger da sitzt!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Schauen Sie einmal, dass der Herr Edlinger aus dem Parlament verschwindet!
Ich möchte an Sie appellieren, noch einen Anlauf zu nehmen, zu einer vielleicht mutigeren, aber sehr angebrachten Aussage, nämlich dass jemand wie Ewald Stadler nicht mehr in dieser Funktion tragbar ist. Fordern Sie ihn doch bitte zum Rücktritt auf! Auf diese Stellungnahme warten wir jetzt. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Schauen Sie einmal, dass der Herr Edlinger aus dem Parlament verschwindet!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das sollte der Herr Cap auch wissen!
Figl hat gewusst, wo er redet, was er redet und wovon er redet! (Abg. Ing. Westenthaler: Das sollte der Herr Cap auch wissen!) Er war jahrelang im Konzentrationslager. Das ist Figl im O-Ton. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein echter "Extremist"!
"Ist es, Hohes Haus, nicht tragisch ..., daß wir noch immer nicht frei sind, keinen Staatsvertrag haben und wie ein Kolonialland besetzt und behandelt werden und dafür sogar noch gigantische Mittel aufwenden müssen!" – Nicht Stadler, auch nicht Ofner – ein ÖVP-Bundesrat damals. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein echter "Extremist"!)
Abg. Dr. Khol: Die Grünen brauchen endlich einmal Nachhilfe in der Geschäftsordnung! – Abg. Ing. Westenthaler: Ja, genau! – Abg. Dr. Khol: Keine Anträge können sie formulieren! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Dr. Jarolim: Viel wichtiger wäre Nachhilfe in Wahrhaftigkeit!
Ich erteile nun Frau Abgeordneter Dr. Papházy das Wort. – Bitte. (Abg. Dr. Khol: Die Grünen brauchen endlich einmal Nachhilfe in der Geschäftsordnung! – Abg. Ing. Westenthaler: Ja, genau! – Abg. Dr. Khol: Keine Anträge können sie formulieren! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Dr. Jarolim: Viel wichtiger wäre Nachhilfe in Wahrhaftigkeit!)
Abg. Ing. Westenthaler: Keine schnellen Denker, die Grünen!
Wenn Sie etwas gegen den Missbrauch hätten tun wollen, wenn Sie etwas gegen Zuhälterei von Jugendlichen hätten tun wollen, hätten wir darüber schon reden können. Diese Missbräuche gibt es tatsächlich! Aber so husch-pfusch drüberfahren? Wissen Sie, was das heißt? "Speed kills intelligence", "speed kills" intelligente Lösungen. (Abg. Ing. Westenthaler: Keine schnellen Denker, die Grünen!) Was es außerdem noch bedeutet: "speed kills safety". Sie sagen: Damit gibt es mehr Sicherheit für junge Leute. – Das stimmt nicht! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung leerer Bankreihen bei der SPÖ –: Das ist eine Auffassung von Parlamentarismus! – Ruf bei der ÖVP – in Richtung SPÖ –: Da ist wohl eine Seuche ausgebrochen!
Ich ersuche jene Damen und Herren, die sich hiefür aussprechen, um ein entsprechendes Zeichen. – Das ist ebenfalls einstimmig angenommen. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung leerer Bankreihen bei der SPÖ –: Das ist eine Auffassung von Parlamentarismus! – Ruf bei der ÖVP – in Richtung SPÖ –: Da ist wohl eine Seuche ausgebrochen!)
Neuerlicher Ruf bei der ÖVP – in Richtung SPÖ –: Da ist wohl eine Seuche ausgebrochen! – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Wahnsinn!
Ich bitte jene Damen und Herren, die auch in dritter Lesung dem vorliegenden Gesetzentwurf ihre Zustimmung erteilen, um ein Zeichen der Zustimmung. – Es ist dies ebenso einstimmig. Der Gesetzentwurf ist in dritter Lesung angenommen. (Neuerlicher Ruf bei der ÖVP – in Richtung SPÖ –: Da ist wohl eine Seuche ausgebrochen! – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Wahnsinn!)
Sitzung Nr. 111
Abg. Ing. Westenthaler: Dr. Michael Graff weilt nicht unter uns! Martin! – Abg. Dr. Martin Graf: Martin!
Ich habe deshalb in der letzten Dringlichen Anfrage schon eine Frage an Sie gestellt und wiederhole diese: Haben Sie die Versichertenvertreter-Eigenschaft des Dr. Michael Graf geprüft? (Abg. Ing. Westenthaler: Dr. Michael Graff weilt nicht unter uns! Martin! – Abg. Dr. Martin Graf: Martin!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Martin Graf – in Richtung des Abg. Öllinger –: Jetzt merken Sie sich endlich meinen Namen! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie bespitzeln den Graf! – Abg. Ing. Westenthaler: Der hat den Michael Graff gemeint!
Bundesminister für soziale Sicherheit und Generationen Mag. Herbert Haupt: Ich darf das wiederholen, was ich Ihnen auch das letzte Mal gesagt habe: Es ist Aufgabe der entsendenden Vertretung, die Versicherten-Eigenschaft des Kollegen Abgeordneten Dr. Graf zu überprüfen. Mir ist bis dato nichts Gegenteiliges bekannt, nämlich dass Kollege Graf die Bedingungen nicht erfülle. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Martin Graf – in Richtung des Abg. Öllinger –: Jetzt merken Sie sich endlich meinen Namen! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie bespitzeln den Graf! – Abg. Ing. Westenthaler: Der hat den Michael Graff gemeint!)
Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung der Abg. Bures –: Nicht einmal das wissen Sie! Es ist traurig, wie uninformiert Sie sind! – Abg. Ing. Westenthaler: Keine Ahnung!
Bundesminister für soziale Sicherheit und Generationen Mag. Herbert Haupt: Sehr geehrte Frau Abgeordnete! Das heißt es nicht, sondern es ist im Gesetz klar festgehalten, dass ein Enthebungsverfahren vorzusehen ist, wenn inkompatible Beschäftigungsverhältnisse und Vertretungen in der Versicherungsvertretung vorhanden sind. Die Paragraphen des ASVG sind eindeutig. (Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung der Abg. Bures –: Nicht einmal das wissen Sie! Es ist traurig, wie uninformiert Sie sind! – Abg. Ing. Westenthaler: Keine Ahnung!)
Heiterkeit. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war der beste Satz der ganzen Rede!
Ich komme zum Schluss – leider. (Heiterkeit. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war der beste Satz der ganzen Rede!) Der beste Satz der ganzen Rede wäre wahrscheinlich, wenn Sie keinen sprechen würden, aber das wäre dann keine logische Argumentation.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Grüne –: Peinlich! Peinlich!
Sie haben damals die gleiche Argumentation verwendet wie heute, und Sie haben damals geirrt, und Sie werden auch in Zukunft irren! – Und das werde ich Ihnen auch nachweisen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Grüne –: Peinlich! Peinlich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Politkommissar Häupl!
Sie wünschen sich dort andere Vertreter. Die Vertreter sollen nicht durch die Bundesregierung entsendet werden, weil diese derzeit blau-schwarz ist, sondern Sie wollen, dass Landesregierungen entsenden und Mehrheiten bilden. (Abg. Dr. Gusenbauer: Politkommissare sind das!) Sie wollen, dass Bürgermeister Häupl entsendet, an acht Universitäten, zukünftig an neun Universitäten am Standort Wien, um dort Mehrheiten und Landes- und Parteiinteressen alten Zuschnitts weiterhin zu fördern. (Abg. Ing. Westenthaler: Politkommissar Häupl!) Sie wollen Politkommissare des Bürgermeisters Häupl einsetzen. – Dafür sind wir nicht! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das geht bei Ihnen gar nicht!
Ich glaube, viele von Ihnen kennen Familien, die ihre Kinder mit extrem hohem organisatorischem Aufwand in Musikschulen bringen, von dort abholen, mit extrem hohem finanziellem Aufwand eine Begabung, die es zu entwickeln gilt, bis an eine Kunsthochschule heranführen. Und dann stoßen sie auf ein Gebilde, das Ihrer Meinung nach Leistungsvereinbarungen machen soll, das sich an wirtschaftlichen Kennzahlen orientieren, das Drittmittel auftreiben soll für die angewandte Kunst oder für Dirigentenausbildungen. (Abg. Böhacker: Das ist hervorragend! – Abg. Hornek: Was stört Sie daran?) Das ist eine dermaßen skurrile Vorstellung davon, was eine Universität sein soll und sein kann, dass mir teilweise die Haare zu Berge stehen (Abg. Ing. Westenthaler: Das geht bei Ihnen gar nicht!), wenn ich mir vorstelle, wie das bei den Kunstuniversitäten, am Mozarteum und so weiter in den nächsten Jahren auch nur ansatzweise funktionieren soll. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Was?
Erklären Sie mir das einmal, Herr Westenthaler: Wie stellen Sie sich denn das vor? – Wenn Sie als junge Geigerin zum Beispiel Einzelunterricht haben bei Ernst Kovacic (Abg. Ing. Westenthaler: Was?) – als junge Geigerin; Geige, ein Instrument, ja? (Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt auch Flöten!) –, und dann sollen Sie zum Beispiel Ihren Lehrer, der ein anerkannter Künstler ist, evaluieren? Was glauben Sie, was das in diesem Bereich bedeutet, wenn Sie im Mittelbau die Leute, die nicht habilitiert sind, aber den Kernbereich der Lehre in Meisterklassen und so weiter darstellen, degradieren? Das ist eine ungeheure Demotivation für so viele Ausbildende in diesem Bereich! Arnulf Rainer zum Beispiel wird nach Ihrem Modell degradiert. (Abg. Ing. Westenthaler: Nein, das stimmt nicht!) Ich verstehe das alles nicht, das passt überhaupt nicht zusammen mit dem Ansehen, das Österreich im Bereich Kunstuniversitäten, ästhetische Ausbildung weltweit genießt und für die Zukunft auch beibehalten sollte.
Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt auch Flöten!
Erklären Sie mir das einmal, Herr Westenthaler: Wie stellen Sie sich denn das vor? – Wenn Sie als junge Geigerin zum Beispiel Einzelunterricht haben bei Ernst Kovacic (Abg. Ing. Westenthaler: Was?) – als junge Geigerin; Geige, ein Instrument, ja? (Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt auch Flöten!) –, und dann sollen Sie zum Beispiel Ihren Lehrer, der ein anerkannter Künstler ist, evaluieren? Was glauben Sie, was das in diesem Bereich bedeutet, wenn Sie im Mittelbau die Leute, die nicht habilitiert sind, aber den Kernbereich der Lehre in Meisterklassen und so weiter darstellen, degradieren? Das ist eine ungeheure Demotivation für so viele Ausbildende in diesem Bereich! Arnulf Rainer zum Beispiel wird nach Ihrem Modell degradiert. (Abg. Ing. Westenthaler: Nein, das stimmt nicht!) Ich verstehe das alles nicht, das passt überhaupt nicht zusammen mit dem Ansehen, das Österreich im Bereich Kunstuniversitäten, ästhetische Ausbildung weltweit genießt und für die Zukunft auch beibehalten sollte.
Abg. Ing. Westenthaler: Nein, das stimmt nicht!
Erklären Sie mir das einmal, Herr Westenthaler: Wie stellen Sie sich denn das vor? – Wenn Sie als junge Geigerin zum Beispiel Einzelunterricht haben bei Ernst Kovacic (Abg. Ing. Westenthaler: Was?) – als junge Geigerin; Geige, ein Instrument, ja? (Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt auch Flöten!) –, und dann sollen Sie zum Beispiel Ihren Lehrer, der ein anerkannter Künstler ist, evaluieren? Was glauben Sie, was das in diesem Bereich bedeutet, wenn Sie im Mittelbau die Leute, die nicht habilitiert sind, aber den Kernbereich der Lehre in Meisterklassen und so weiter darstellen, degradieren? Das ist eine ungeheure Demotivation für so viele Ausbildende in diesem Bereich! Arnulf Rainer zum Beispiel wird nach Ihrem Modell degradiert. (Abg. Ing. Westenthaler: Nein, das stimmt nicht!) Ich verstehe das alles nicht, das passt überhaupt nicht zusammen mit dem Ansehen, das Österreich im Bereich Kunstuniversitäten, ästhetische Ausbildung weltweit genießt und für die Zukunft auch beibehalten sollte.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten besser lesen!
Noch ein Beispiel, Herr Westenthaler – Sie können sich das, glaube ich, nicht so gut vorstellen (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten besser lesen!) –, die Studienzeitverkürzung bei Konzertfachstudien. Glauben Sie, dass man das auf einmal beliebig beschleunigen kann? Feinmotorik etwa muss man sich in sehr langen Übungszeiten aneignen. Da üben die Leute bis zu acht Stunden am Tag. Das kann man nicht beliebig verkürzen und beschleunigen und marktkonform machen. Man kann nicht etwas, was man in 16 Semestern lernt – zum Beispiel Technik und Interpretationsgabe beim Konzertfachstudium Orgel –, auf einmal in zwölf Semestern lernen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Aber bei Geige schon!) Das ist Ihnen völlig fremd, weil Sie sich mit diesen Dingen, mit diesen ästhetischen, bildungspolitischen Fragen einer Kunstuniversität überhaupt nicht beschäftigen.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Aber bei Geige schon!
Noch ein Beispiel, Herr Westenthaler – Sie können sich das, glaube ich, nicht so gut vorstellen (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten besser lesen!) –, die Studienzeitverkürzung bei Konzertfachstudien. Glauben Sie, dass man das auf einmal beliebig beschleunigen kann? Feinmotorik etwa muss man sich in sehr langen Übungszeiten aneignen. Da üben die Leute bis zu acht Stunden am Tag. Das kann man nicht beliebig verkürzen und beschleunigen und marktkonform machen. Man kann nicht etwas, was man in 16 Semestern lernt – zum Beispiel Technik und Interpretationsgabe beim Konzertfachstudium Orgel –, auf einmal in zwölf Semestern lernen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Aber bei Geige schon!) Das ist Ihnen völlig fremd, weil Sie sich mit diesen Dingen, mit diesen ästhetischen, bildungspolitischen Fragen einer Kunstuniversität überhaupt nicht beschäftigen.
Abg. Dietachmayr begibt sich zu Präsidenten Dr. Fasslabend, um ihm etwas zu sagen. – Abg. Ing. Westenthaler: Stören Sie die Abstimmung nicht, Herr Abgeordneter, die Debatte ist geschlossen!
Ich mache darauf aufmerksam, dass wir einen sehr umfangreichen Abstimmungsvorgang vor uns haben und ersuche daher um entsprechende Aufmerksamkeit, damit bei der Abstimmung keine Fehler passieren. (Abg. Dietachmayr begibt sich zu Präsidenten Dr. Fasslabend, um ihm etwas zu sagen. – Abg. Ing. Westenthaler: Stören Sie die Abstimmung nicht, Herr Abgeordneter, die Debatte ist geschlossen!)
Unter lang anhaltendem Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP begeben sich die Abgeordneten Ing. Westenthaler, Dr. Khol, Dr. Graf und Dr. Brinek zur Regierungsbank und gratulieren Bundesministerin Gehrer.
Ich bitte jene Damen und Herren, die auch in dritter Lesung für den vorliegenden Gesetzentwurf sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Ich stelle die Mehrheit und damit die Annahme fest. (Unter lang anhaltendem Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP begeben sich die Abgeordneten Ing. Westenthaler, Dr. Khol, Dr. Graf und Dr. Brinek zur Regierungsbank und gratulieren Bundesministerin Gehrer.)
Abg. Dr. Mertel und Abg. Dietachmayr: Und der Westenthaler?
Wenn Herr Kollege Gusenbauer und Herr Kollege Cap – jetzt sind sie an der Debatte anscheinend nicht interessiert (Abg. Dr. Mertel und Abg. Dietachmayr: Und der Westenthaler?) – meinen, das wären Zentralismus oder UdSSR-Methoden, so frage ich schon, liebe Kollegen: Wissen Sie, was Ihr Genosse Häupl, Bürgermeister der Stadt Wien (Abg. Dietachmayr: Zu mir brauchen Sie nicht Genosse sagen!), am 26. Juni gesagt hat?
Abg. Ing. Westenthaler: Das glaube ich! Die interessiert euch gar nicht, eine historische Debatte!
Herr Bundeskanzler! Ich konnte über weite Strecken Ihre historischen Darstellungen durchaus teilen. Wir haben diese Sitzung aber nicht deshalb angeregt, um eine historische Debatte mit Ihnen zu führen, Herr Bundeskanzler; deshalb war es uns wichtig ... (Abg. Ing. Westenthaler: Das glaube ich! Die interessiert euch gar nicht, eine historische Debatte!) – Ich glaube, Herr Westenthaler, es wäre besser, wenn Sie jetzt ruhig wären! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Dr. Martin Graf: Die Petrovic freut sich schon auf ein Niederösterreich mit Ewald Stadler! – Abg. Ing. Westenthaler: Das Match hat schon begonnen! Es gibt schon Wahlkampf!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner gelangt Herr Abgeordneter Dr. Gusenbauer zu Wort. Die Redezeit beträgt 10 Minuten. – Bitte. (Abg. Dr. Martin Graf: Die Petrovic freut sich schon auf ein Niederösterreich mit Ewald Stadler! – Abg. Ing. Westenthaler: Das Match hat schon begonnen! Es gibt schon Wahlkampf!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wieso gehen beim Gusenbauer alle hinaus?
"Österreich stellt sich seiner Verantwortung aus der verhängnisvollen Geschichte des 20. Jahrhunderts und den ungeheuerlichen Verbrechen des nationalsozialistischen Regimes: ..." (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso gehen beim Gusenbauer alle hinaus?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wieso gehen die alle? – Abg. Dr. Martin Graf: Der Gusenbauer spricht, und die Parteifreunde gehen alle! – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Gusenbauer, warum gehen die alle?
Ich bin der Auffassung, dass dem an inhaltlichen Wertungen nichts hinzuzufügen ist, denn das sollte der wirkliche Konsens in unserem Land sein. (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso gehen die alle? – Abg. Dr. Martin Graf: Der Gusenbauer spricht, und die Parteifreunde gehen alle! – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Gusenbauer, warum gehen die alle?)
Abg. Öllinger: Nein, nein! Er ist nicht hier, weil der Westenthaler spricht!
Zweites Beispiel: Herr Kollege Gusenbauer, Sie haben vorhin von der Grenze zum Verbotsgesetz gesprochen. Wo ist der Abgeordnete Edlinger, wenn Sie von der Grenze zum Verbotsgesetz sprechen? (Rufe bei den Freiheitlichen: Wo ist er denn?) Sie wissen ganz genau, dass hier ein Abgeordneter in der zweiten Reihe sitzt, dessen Sessel heute leer ist, weil er genau weiß, was wir heute diskutieren (Abg. Öllinger: Nein, nein! Er ist nicht hier, weil der Westenthaler spricht!), der ohne Ansatz, ohne einen Vorbehalt, ohne einen Vorsatz, ohne Nachsatz – Sie können das Protokoll nachlesen –, einfach aus sich heraus "Sieg Heil!" in diesen Saal gebrüllt hat (Abg. Dr. Partik-Pablé: Bei meiner Rede war das!), was meiner Meinung nach – und nicht nur meiner Meinung nach – ein klarer Tatbestand der NS-Wiederbetätigung ist. Bis heute konsequenzlos! Keine Konsequenz! Dieser Abgeordnete sitzt noch immer in unseren Reihen. Er kann nicht einmal rechtlich verfolgt werden, weil er die absolute Immunität genießt. Aber er
Abg. Ing. Westenthaler: Den Nationalratspräsidenten auch gleich dazu!
Wenn wir aber das nächste Mal die Volksanwälte zu wählen haben, dann sollten sich alle vier Parteien zusammensetzen und überlegen, ob wir nicht das, was für den Rechnungshofpräsidenten in unserer Bundesverfassung vorgesehen ist, nämlich rechtliche Verantwortung vor dem Verfassungsgerichtshof und politische Verantwortung im Nationalrat, für die Zukunft in Bezug auf die Volksanwälte auf das gleiche Niveau heben sollten. (Abg. Ing. Westenthaler: Den Nationalratspräsidenten auch gleich dazu!) Ich denke, dass wir das überlegen sollten. Ich meine aber nicht, dass wir undifferenziert mit Totalverurteilungen operieren sollten, denn die Wahrheit hat oft Schattierungen.
Abg. Ing. Westenthaler: Schauen Sie einmal in die "ZiB 2", da hat er alles erklärt!
Herr Bundeskanzler! Das sagt Volksanwalt Mag. Stadler, und Ihnen fällt dazu nicht mehr ein, als uns an die Gesamtgeschichte Österreichs zu erinnern? Herr Dr. Khol! Es kann gar keine Rede davon sein, dass Herr Mag. Stadler nicht jede Menge Gelegenheit gehabt hätte, diese Äußerungen zu korrigieren oder zu relativieren. Im Gegenteil: Er legt noch nach! (Abg. Dr. Khol: Glaub ich nicht! Nein!) Haben Sie die APA-Meldung von heute gelesen? – Ich komme gleich darauf zurück. (Abg. Ing. Westenthaler: Schauen Sie einmal in die "ZiB 2", da hat er alles erklärt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Nehmen Sie einmal zum Pilz Stellung!
Dazu zählt der stellvertretende Parteiobmann Gorbach. Bundesminister Grasser war schockiert, entnehme ich der Presse. Generalsekretär Sichrovsky hat sich kein Blatt vor den Mund genommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Nehmen Sie einmal zum Pilz Stellung!) Frau Vizekanzlerin Riess-Passer hat im Gegensatz zu Herrn Westenthaler immerhin gesagt, dass die historischen Aussagen von Herrn Mag. Stadler falsch sind. – Immerhin! (Abg. Ing. Westenthaler: Was sagen Sie zu Herrn Pilz? "Staat abschaffen", verteidigen Sie das?) Sie hat allerdings hinzugefügt, dass die Reaktionen der Kritiker hysterisch seien.
Abg. Ing. Westenthaler: Was sagen Sie zu Herrn Pilz? "Staat abschaffen", verteidigen Sie das?
Dazu zählt der stellvertretende Parteiobmann Gorbach. Bundesminister Grasser war schockiert, entnehme ich der Presse. Generalsekretär Sichrovsky hat sich kein Blatt vor den Mund genommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Nehmen Sie einmal zum Pilz Stellung!) Frau Vizekanzlerin Riess-Passer hat im Gegensatz zu Herrn Westenthaler immerhin gesagt, dass die historischen Aussagen von Herrn Mag. Stadler falsch sind. – Immerhin! (Abg. Ing. Westenthaler: Was sagen Sie zu Herrn Pilz? "Staat abschaffen", verteidigen Sie das?) Sie hat allerdings hinzugefügt, dass die Reaktionen der Kritiker hysterisch seien.
Abg. Ing. Westenthaler: Ich warte, was Sie zu Herrn Pilz sagen! Darauf, was Sie zu Herrn Pilz sagen, bin ich gespannt!
Verehrte Kolleginnen und Kollegen hier im Hohen Haus! Ich denke, ich bin kein Hysteriker. Ich glaube sogar, der eine oder andere aus dem FPÖ-Klub – abgesehen von Herrn Westenthaler – würde mir das zubilligen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich warte, was Sie zu Herrn Pilz sagen! Darauf, was Sie zu Herrn Pilz sagen, bin ich gespannt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Unterstellung, die durch nichts begründet ist!
Zweitens hat Frau Riess-Passer, unsere Vizekanzlerin, in diesem Zusammenhang auf Anfrage nicht ausgeschlossen, dass Herr Mag. Stadler Spitzenkandidat der FPÖ bei den Landtagswahlen in Niederösterreich wird. – Ein Mann, der keinen Unterschied sehen kann zwischen der Besetzung durch das Terrorregime Hitlers von 1938 bis 1945, der GESTAPO, der SS, den Konzentrationslagern und so weiter, ganz zu schweigen von den Hunderttausenden von Toten, die der Krieg und die KZs Österreich gekostet haben, einerseits und der Nachkriegsregierung Österreichs unter Figl und Raab, unter ÖVP/SPÖ-Regierungen andererseits! Da kann Herr Mag. Stadler leider keinen Unterschied sehen! (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Unterstellung, die durch nichts begründet ist!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie manipulieren Äußerungen, wie es Ihnen passt!
Herr Dr. Khol! Da kommt Ihnen nicht irgendwie Ekel oder Grausen? Sind Sie nicht sprachlos angesichts solcher Dinge? (Abg. Ing. Westenthaler: Sie manipulieren Äußerungen, wie es Ihnen passt!) – Ich manipuliere hier nichts, Herr Kollege Westenthaler! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie biegen es sich hin, wie es Ihnen passt!) – In einer APA-Meldung von heute, dem 11. Juli 2002, Vorausmeldung "FORMAT", erklärt Stadler zur Frage, ob er die Besatzungszeit der NS-Zeit vorgezogen hätte – ich zitiere wörtlich –:
Abg. Ing. Westenthaler: Sie biegen es sich hin, wie es Ihnen passt!
Herr Dr. Khol! Da kommt Ihnen nicht irgendwie Ekel oder Grausen? Sind Sie nicht sprachlos angesichts solcher Dinge? (Abg. Ing. Westenthaler: Sie manipulieren Äußerungen, wie es Ihnen passt!) – Ich manipuliere hier nichts, Herr Kollege Westenthaler! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie biegen es sich hin, wie es Ihnen passt!) – In einer APA-Meldung von heute, dem 11. Juli 2002, Vorausmeldung "FORMAT", erklärt Stadler zur Frage, ob er die Besatzungszeit der NS-Zeit vorgezogen hätte – ich zitiere wörtlich –:
Empörter Widerspruch bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Besatzungsmacht, Herr Kollege! Vergewaltigungen, 200 000! Mord und Totschlag! Sie verdrehen alles!
"Wenn ich die Wahl habe zwischen Pest und Cholera ..." – Wie soll ich das verstehen? Pest steht für Hitler-Deutschland und Cholera für die Figl-Raab-Regierung? – Und dazu sagen Sie nichts? (Empörter Widerspruch bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Besatzungsmacht, Herr Kollege! Vergewaltigungen, 200 000! Mord und Totschlag! Sie verdrehen alles!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das sind Tatsachen!
Herr Westenthaler! Ich lese Ihnen einen Kommentar aus dem "Kurier" vor, der meines Erachtens fair ist und der auch auf den Punkt eingeht, den Sie hier gerade herausschreien. (Abg. Ing. Westenthaler: Das sind Tatsachen!) – Hören Sie einmal zu! Ich zitiere den "Kurier" vom 4. Juli 2002:
Abg. Ing. Westenthaler: Und was ist der Herr Pilz, der den Staat abschaffen will?
Herr Bundeskanzler Dr. Schüssel! Dazu sagen Sie nichts? (Abg. Ing. Westenthaler: Und was ist der Herr Pilz, der den Staat abschaffen will?) Selbst Herr Dr. Khol hat neulich gesagt, dem Dr. Stadler passieren solche Dinge nicht. (Abg. Dr. Khol: Magister! – Abg. Dr. Petrovic – in Richtung des Abg. Dr. Khol –: Das ist das Wichtigste!) – Das haben Sie gesagt, Herr Dr. Khol! Dem Herrn Mag. Stadler passieren solche Dinge nicht. Der provoziert mit Absicht. – Und angesichts dessen sagen Sie, Herr Dr. Khol und Herr Bundeskanzler Schüssel: Nun ja, aber ändern werden wir nichts; wir wollen jetzt keine Anlassgesetzgebung!
Abg. Ing. Westenthaler: Wer den Staat abschaffen will, ist ein Anarchist!
Einverstanden, Herr Dr. Khol (Abg. Ing. Westenthaler: Wer den Staat abschaffen will, ist ein Anarchist!): Auch ich will keine Anlassgesetzgebung! Wir wollten das nie – siehe § 209 StGB. Auch in diesem Fall wollen wir keine Anlassgesetzgebung. (Abg. Dr. Khol: Die Aufhebung durch den Verfassungsgerichtshof!) Nehmen wir uns Zeit! Aber dass jemand in einer hohen öffentlichen Funktion, bestellt von diesem Hause, dem Nationalrat, solche Äußerungen tätigt und vom Nationalrat nicht zur Verantwortung gezogen werden kann, Herr Dr. Khol, das belastet Sie keine Sekunde lang? Es lohnt sich also nicht, deshalb über die Abberufbarkeit auch von Volksanwälten nachzudenken – noch dazu, wo der Präsident des Rechnungshofes, der tatsächlich in einer sehr heiklen Situation ist, weil er zu prüfen, zu kontrollieren, aufzudecken und so weiter hat, sehr wohl jederzeit mit Mehrheit dieses Hauses abberufen werden kann?
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: "Rübe ab!" – Das ist Ihre Politik!
Aber dass wir einen Herrn Mag. Stadler, dessen Rücktritt wir mit aller Vehemenz nochmals und immer wieder verlangen, nicht abberufen können, Herr Dr. Khol, Herr Bundeskanzler Schüssel, darin sehe ich ein wirkliches demokratiepolitisches Problem! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: "Rübe ab!" – Das ist Ihre Politik!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie etwas zu Edlinger!
Nun komme ich zu einem Punkt, der mir ganz besonders wesentlich erscheint: Er wurde in der Rede von Klubobmann Khol angesprochen. Ich verstehe übrigens überhaupt nicht, dass er stehend der Rede von Klubobmann Westenthaler applaudiert hat, die in Wirklichkeit ein Skandal war. – Aber dazu später noch einige Worte. (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie etwas zu Edlinger!)
Abg. Ing. Westenthaler: Beim Herrn Edlinger wahrscheinlich! Wo ist der Edlinger?
Es stecken dahinter offensichtlich wirklich politisches System und politisches Kalkül! (Abg. Ing. Westenthaler: Beim Herrn Edlinger wahrscheinlich! Wo ist der Edlinger?) Es soll hier versucht werden, die Geschichte umzuinterpretieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist der Edlinger auf einem Seminar?) Es soll versucht werden, die Geschichte umzuschreiben.
Abg. Ing. Westenthaler: Ist der Edlinger auf einem Seminar?
Es stecken dahinter offensichtlich wirklich politisches System und politisches Kalkül! (Abg. Ing. Westenthaler: Beim Herrn Edlinger wahrscheinlich! Wo ist der Edlinger?) Es soll hier versucht werden, die Geschichte umzuinterpretieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist der Edlinger auf einem Seminar?) Es soll versucht werden, die Geschichte umzuschreiben.
Abg. Ing. Westenthaler: Hat der Edlinger Angst vor einem Zwischenruf?
Dass das Repräsentanten der FPÖ machen, ist eine Sache. Dass diese Partei sich in der Regierung befindet, das ist schon eine andere Sache. (Abg. Ing. Westenthaler: Hat der Edlinger Angst vor einem Zwischenruf?) Dass Herr Stadler, der ein erfahrener Klubobmann war und sehr genau weiß, wann er was sagt, wie es zu bewerten ist und welche Auswirkungen das hat (Abg. Ing. Westenthaler: Sie bewundern ihn ja direkt!), das demonstrativ bei dieser Veranstaltung sagt, soll ausdrücken: Jetzt sind wir an der Regierung, jetzt haben wir die Macht, jetzt schreiben wir die Geschichte um! – Das ist der Skandal, der hier in Wirklichkeit passiert! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie bewundern ihn ja direkt!
Dass das Repräsentanten der FPÖ machen, ist eine Sache. Dass diese Partei sich in der Regierung befindet, das ist schon eine andere Sache. (Abg. Ing. Westenthaler: Hat der Edlinger Angst vor einem Zwischenruf?) Dass Herr Stadler, der ein erfahrener Klubobmann war und sehr genau weiß, wann er was sagt, wie es zu bewerten ist und welche Auswirkungen das hat (Abg. Ing. Westenthaler: Sie bewundern ihn ja direkt!), das demonstrativ bei dieser Veranstaltung sagt, soll ausdrücken: Jetzt sind wir an der Regierung, jetzt haben wir die Macht, jetzt schreiben wir die Geschichte um! – Das ist der Skandal, der hier in Wirklichkeit passiert! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Von uns war niemand in Russland!
Nun komme ich aber zum wirklich entscheidenden Punkt (Abg. Ing. Westenthaler: Von uns war niemand in Russland!), nämlich zum Verhalten der ÖVP. – Das ist der wirklich entscheidende Punkt! Hätte sich nämlich die ÖVP nicht entschlossen, die Haider-FPÖ in die Regierung zu nehmen, dann wäre diese heute nicht in der Regierung. (Abg. Dr. Martin Graf: Wie der Schelm denkt, so ist er! – Abg. Ing. Westenthaler: Dann hätte der Edlinger auch nicht "Sieg heil!" gerufen!) Hätte die ÖVP das nicht beschlossen, dann könnten Sie von den Freiheitlichen heute nicht sagen: Jetzt sind wir mächtig genug, um die Geschichte umzuinterpretieren! (Abg. Ing. Westenthaler: Dann hätte der Edlinger den Zwischenruf auch nicht gemacht!)
Abg. Dr. Martin Graf: Wie der Schelm denkt, so ist er! – Abg. Ing. Westenthaler: Dann hätte der Edlinger auch nicht "Sieg heil!" gerufen!
Nun komme ich aber zum wirklich entscheidenden Punkt (Abg. Ing. Westenthaler: Von uns war niemand in Russland!), nämlich zum Verhalten der ÖVP. – Das ist der wirklich entscheidende Punkt! Hätte sich nämlich die ÖVP nicht entschlossen, die Haider-FPÖ in die Regierung zu nehmen, dann wäre diese heute nicht in der Regierung. (Abg. Dr. Martin Graf: Wie der Schelm denkt, so ist er! – Abg. Ing. Westenthaler: Dann hätte der Edlinger auch nicht "Sieg heil!" gerufen!) Hätte die ÖVP das nicht beschlossen, dann könnten Sie von den Freiheitlichen heute nicht sagen: Jetzt sind wir mächtig genug, um die Geschichte umzuinterpretieren! (Abg. Ing. Westenthaler: Dann hätte der Edlinger den Zwischenruf auch nicht gemacht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Dann hätte der Edlinger den Zwischenruf auch nicht gemacht!
Nun komme ich aber zum wirklich entscheidenden Punkt (Abg. Ing. Westenthaler: Von uns war niemand in Russland!), nämlich zum Verhalten der ÖVP. – Das ist der wirklich entscheidende Punkt! Hätte sich nämlich die ÖVP nicht entschlossen, die Haider-FPÖ in die Regierung zu nehmen, dann wäre diese heute nicht in der Regierung. (Abg. Dr. Martin Graf: Wie der Schelm denkt, so ist er! – Abg. Ing. Westenthaler: Dann hätte der Edlinger auch nicht "Sieg heil!" gerufen!) Hätte die ÖVP das nicht beschlossen, dann könnten Sie von den Freiheitlichen heute nicht sagen: Jetzt sind wir mächtig genug, um die Geschichte umzuinterpretieren! (Abg. Ing. Westenthaler: Dann hätte der Edlinger den Zwischenruf auch nicht gemacht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Keine NS-Wiederbetätigung im Parlament!
Aber das Entscheidende dabei ist die Grundsatzfrage bei der Geschichte dieser Partei. (Abg. Ing. Westenthaler: Keine NS-Wiederbetätigung im Parlament!) Dass viele aus der ÖVP mit vielen Sozialdemokraten, Christen und anderen in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten waren, das ist eine geschichtliche Tatsache (Abg. Ing. Westenthaler: Wer bestreitet das?), und ich bin neugierig, wann Sie die umschreiben wollen.
Abg. Ing. Westenthaler: Wer bestreitet das?
Aber das Entscheidende dabei ist die Grundsatzfrage bei der Geschichte dieser Partei. (Abg. Ing. Westenthaler: Keine NS-Wiederbetätigung im Parlament!) Dass viele aus der ÖVP mit vielen Sozialdemokraten, Christen und anderen in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten waren, das ist eine geschichtliche Tatsache (Abg. Ing. Westenthaler: Wer bestreitet das?), und ich bin neugierig, wann Sie die umschreiben wollen.
Abg. Ing. Westenthaler: Finden Sie deutlichere Worte zu Edlinger?
Wenn das Faktum ist, dann frage ich mich: Wieso konnte die ÖVP, der Parteiobmann der ÖVP, der Bundeskanzler, heute in einer Rede zu den konkreten Aussagen nicht deutlichere Worte finden? (Abg. Ing. Westenthaler: Finden Sie deutlichere Worte zu Edlinger?) – Nur deshalb, weil er sich mit Ihnen in einer Koalition befindet? Heißt das, dass die Koalitionsräson wichtiger ist als der Grundkonsens der Zweiten Republik? Heißt das, dass der Machterhalt wichtiger ist als dieser Grundkonsens? (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wieso distanzieren Sie sich nicht von Edlinger?)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wieso distanzieren Sie sich nicht von Edlinger?
Wenn das Faktum ist, dann frage ich mich: Wieso konnte die ÖVP, der Parteiobmann der ÖVP, der Bundeskanzler, heute in einer Rede zu den konkreten Aussagen nicht deutlichere Worte finden? (Abg. Ing. Westenthaler: Finden Sie deutlichere Worte zu Edlinger?) – Nur deshalb, weil er sich mit Ihnen in einer Koalition befindet? Heißt das, dass die Koalitionsräson wichtiger ist als der Grundkonsens der Zweiten Republik? Heißt das, dass der Machterhalt wichtiger ist als dieser Grundkonsens? (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wieso distanzieren Sie sich nicht von Edlinger?)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Edlinger schreit "Sieg heil!"
Herr Klubobmann Khol! Ich frage Sie jetzt ganz persönlich: Wie kann man zu der Rede von Klubobmann Westenthaler stehend applaudieren, der überhaupt nur über die Gräueltaten in der sowjetischen Besatzungszone gesprochen hat, der uns dauernd vorwerfen wollte, dass wir sie nicht verurteilen – was wir selbstverständlich tun (Abg. Ing. Westenthaler: Der Edlinger schreit "Sieg heil!") –, der kein Wort zum Wesen des nationalsozialistischen Unterdrückungsregimes gefunden hat (Abg. Ing. Westenthaler: Stimmt ja nicht!), der dauernd den Herrn Stadler verteidigt hat und überhaupt nicht auf die Aussagen Stadlers eingegangen ist? (Abg. Ing. Westenthaler: Ist ja gar nicht wahr!)
Abg. Ing. Westenthaler: Stimmt ja nicht!
Herr Klubobmann Khol! Ich frage Sie jetzt ganz persönlich: Wie kann man zu der Rede von Klubobmann Westenthaler stehend applaudieren, der überhaupt nur über die Gräueltaten in der sowjetischen Besatzungszone gesprochen hat, der uns dauernd vorwerfen wollte, dass wir sie nicht verurteilen – was wir selbstverständlich tun (Abg. Ing. Westenthaler: Der Edlinger schreit "Sieg heil!") –, der kein Wort zum Wesen des nationalsozialistischen Unterdrückungsregimes gefunden hat (Abg. Ing. Westenthaler: Stimmt ja nicht!), der dauernd den Herrn Stadler verteidigt hat und überhaupt nicht auf die Aussagen Stadlers eingegangen ist? (Abg. Ing. Westenthaler: Ist ja gar nicht wahr!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist ja gar nicht wahr!
Herr Klubobmann Khol! Ich frage Sie jetzt ganz persönlich: Wie kann man zu der Rede von Klubobmann Westenthaler stehend applaudieren, der überhaupt nur über die Gräueltaten in der sowjetischen Besatzungszone gesprochen hat, der uns dauernd vorwerfen wollte, dass wir sie nicht verurteilen – was wir selbstverständlich tun (Abg. Ing. Westenthaler: Der Edlinger schreit "Sieg heil!") –, der kein Wort zum Wesen des nationalsozialistischen Unterdrückungsregimes gefunden hat (Abg. Ing. Westenthaler: Stimmt ja nicht!), der dauernd den Herrn Stadler verteidigt hat und überhaupt nicht auf die Aussagen Stadlers eingegangen ist? (Abg. Ing. Westenthaler: Ist ja gar nicht wahr!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Eine miese Unterstellung war das!
Kollege Cap! Peter Westenthaler hat nicht einmal, sondern mehrfach die Zeit des Nationalsozialismus verurteilt! (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Eine miese Unterstellung war das!) Aber Sie wollen das nicht hören, weil Sie es einfach nicht hören wollen. (Widerspruch bei der SPÖ.) Traurig ist, dass Sie das nicht zur Kenntnis nehmen wollen, wenn das von jemandem gesagt wird, von dem Sie es nicht hören wollen. (Abg. Dr. Mertel: Herr Präsident! Das ist keine tatsächliche Berichtigung!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Gehen Sie wieder baden!
Herr Westenthaler! Ihre Äußerungen sind so unsäglich, Herr Westenthaler, es ist so unsäglich! Ich glaube, Ihre Äußerungen richten sich selbst. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Gehen Sie wieder baden!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber den Staat abschaffen darf man?
Das war doch der Grundkonsens von 1945 oder meinetwegen von 1955, das ist doch in unsere Verfassung eingeschrieben und eingebrannt! (Abg. Ing. Westenthaler: Aber den Staat abschaffen darf man?) Das macht doch den Unterschied aus zwischen den Herren, die diese Republik mitbegründet haben – egal, ob das jetzt Herr Körner, Herr Figl, Herr Renner oder Herr Raab sind! Das macht doch den Unterschied aus! (Abg. Dr. Martin Graf: Auch wenn Sie es sich wünschen, es verharmlost doch niemand!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Grünen kennen sich nicht so aus in der Geschäftsordnung!
Ich werde aber dem Hause eine weitere Diskussion über die Geschäftsordnung mit all den Unsicherheiten, die dazu bestehen und die in der Präsidiale auch noch nicht ausdiskutiert sind, ersparen (Abg. Ing. Westenthaler: Die Grünen kennen sich nicht so aus in der Geschäftsordnung!) und werde daher ohne Präzedenzwirkung diesen Antrag zulassen. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber auch bitte ein Seminar in Geschäftsordnung für die Grünen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber auch bitte ein Seminar in Geschäftsordnung für die Grünen!
Ich werde aber dem Hause eine weitere Diskussion über die Geschäftsordnung mit all den Unsicherheiten, die dazu bestehen und die in der Präsidiale auch noch nicht ausdiskutiert sind, ersparen (Abg. Ing. Westenthaler: Die Grünen kennen sich nicht so aus in der Geschäftsordnung!) und werde daher ohne Präzedenzwirkung diesen Antrag zulassen. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber auch bitte ein Seminar in Geschäftsordnung für die Grünen!)
Abg. Dr. Pilz – in Richtung Freiheitliche und ÖVP –: Feiglinge! – Anhaltende Gegenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Mag. Schweitzer: Wie ein Schwammerl aus dem Boden gewachsen! – Abg. Ing. Westenthaler: Meide den Alkohol, Pilz!
Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Minderheit und damit abgelehnt. (Abg. Dr. Pilz – in Richtung Freiheitliche und ÖVP –: Feiglinge! – Anhaltende Gegenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Mag. Schweitzer: Wie ein Schwammerl aus dem Boden gewachsen! – Abg. Ing. Westenthaler: Meide den Alkohol, Pilz!)
Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung Abg. Dr. Pilz –: ... gerade im Sessel sitzt! Beim Stehen hast Schwierigkeiten! – Abg. Ing. Westenthaler: Meide den Alkohol! – Abg. Dr. Mitterlehner begibt sich zum Rednerpult. – Abg. Dr. Mertel: Herr Präsident! Das stimmt nicht! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Karl Öllinger! Lass den Pilz herunter!
Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Mitterlehner. (Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung Abg. Dr. Pilz –: ... gerade im Sessel sitzt! Beim Stehen hast Schwierigkeiten! – Abg. Ing. Westenthaler: Meide den Alkohol! – Abg. Dr. Mitterlehner begibt sich zum Rednerpult. – Abg. Dr. Mertel: Herr Präsident! Das stimmt nicht! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Karl Öllinger! Lass den Pilz herunter!)
Sitzung Nr. 113
Abg. Dr. Khol: Mehr! – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat niemand gesagt!
Und nun hören die in ihrer Existenz schwerstbetroffenen Menschen, dass sie nur zwischen 20 und 50 Prozent bekommen werden. Das ist eine neue Katastrophe für diese Menschen! (Abg. Dr. Khol: Mehr! – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat niemand gesagt!) – Das hört man ständig, Herr Kollege Westenthaler, diese Zahlen schwirren herum. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer sagt das? Wesentlich mehr!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer sagt das? Wesentlich mehr!
Und nun hören die in ihrer Existenz schwerstbetroffenen Menschen, dass sie nur zwischen 20 und 50 Prozent bekommen werden. Das ist eine neue Katastrophe für diese Menschen! (Abg. Dr. Khol: Mehr! – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat niemand gesagt!) – Das hört man ständig, Herr Kollege Westenthaler, diese Zahlen schwirren herum. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer sagt das? Wesentlich mehr!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat die SPÖ nie gemacht in der Regierung!
Daher bitte ich Sie wirklich: Schadenssumme minus Versicherung, minus öffentliche Spenden und Spendenfonds – das ist die Summe, die dann ersetzt werden muss, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat die SPÖ nie gemacht in der Regierung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wär’s nur immer so gegangen!
Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Entschließungsantrag sind, ebenfalls um ein diesbezügliches Zeichen. – Ich stelle neuerlich die einstimmige Annahme fest. (E 155.) – (Abg. Ing. Westenthaler: Wär’s nur immer so gegangen!)
Rufe bei der SPÖ: "Rot-weiß-rot!" – Abg. Ing. Westenthaler: Keine Schulden!
Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist ebenfalls die Minderheit und damit abgelehnt. (Rufe bei der SPÖ: "Rot-weiß-rot!" – Abg. Ing. Westenthaler: Keine Schulden!)
Abg. Ing. Westenthaler: Waren Sie unterschreiben, Herr Kollege?
Es hat dazu ein unabhängiges Volksbegehren gegeben (ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP), das vom Innenminister in diesem Sommer gerade in der Hauptreisezeit zur Unterschriftsleistung aufgelegt wurde, weil er erwartet hat, dass es deshalb weniger Unterschriften geben werde. (Abg. Ing. Westenthaler: Waren Sie unterschreiben, Herr Kollege?) Es haben sich aber über 600 000 Österreicherinnen und Österreicher nicht davon abbringen lassen, dieses Volksbegehren gegen den Ankauf von Kampfflugzeugen zu unterschreiben, und das ist ein ganz, ganz deutliches Zeichen, meine sehr verehrten Damen und Herren, das wir ernst nehmen sollten. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Kollege Gusenbauer, haben Sie unterschrieben in Korsika? Außenstelle Korsika?
Daher ist es notwendig, dass wir uns heute mit dem Inhalt dieses Volksbegehrens beschäftigen, kann es doch nicht so sein, dass die Bundesregierung Verhandlungen über den Kaufabschluss führt – und der österreichische Nationalrat sich mit diesem Volksbegehren erst zu einem Zeitpunkt auseinander setzt, zu dem die Regierung bereits alle Entscheidungen getroffen hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Kollege Gusenbauer, haben Sie unterschrieben in Korsika? Außenstelle Korsika?) Das würde doch heißen, dass dieses direkt-demokratische Mittel, das von über 600 000 Österreicherinnen und Österreichern wahrgenommen wurde, nicht ernst genommen wird. Und genau das wollen wir nicht, meine Damen und Herren, daher diskutieren wir heute! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Korsika vielleicht!
Da Sie von "Gefahren" und "Herausforderungen" sprechen: Welches Land, welche Organisation bedroht denn den österreichischen Luftraum, weswegen man solche Kampfflugzeuge anschaffen muss? (Abg. Ing. Westenthaler: Korsika vielleicht!) Wo ist denn der von Ihnen identifizierte "Feind", gegen den wir uns in der Luft zur Wehr setzen sollten? – Die Wahrheit ist doch, dass die Sicherheitssituation Österreichs, eingebettet in die Europäische Union und – wenn die Erweiterung von der FPÖ nicht verhindert wird – umgeben von Mitgliedstaaten der Euro-päischen Union, eine bedeutend sicherere ist, als das jemals in der Vergangenheit der Fall war, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das glauben sie dir nicht einmal in Korsika!
Zu behaupten, in den nächsten vier Jahren werde kein einziger Euro für diese Kampfflugzeuge ausgegeben (Abg. Ing. Westenthaler: Das glauben sie dir nicht einmal in Korsika!), ist ja im Wesentlichen eine gefährliche Drohung, Herr Westenthaler, denn das heißt doch, dass mit den Finanzierungskosten der Ankauf dieser Kampfflugzeuge noch viel teurer wird. Zwar sind Sie nicht bereit, Kredite aufzunehmen, um die österreichischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler zu entlasten, sehr wohl aber sind Sie dazu bereit, neue Schulden für den Kauf von Kampfflugzeugen zu machen. Darin werden Ihre Prioritäten sichtbar, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Jung: Was ist denn mit den alten Schulden, Herr Kollege Gusenbauer, die Sie uns hinterlassen haben?)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wärst du doch in Korsika geblieben!
Das heißt, das Nulldefizit wurde von dieser Regierung bereits begraben, und zwar lange bevor das Hochwasser in Österreich aufgetreten ist, meine Damen und Herren! Und das zeigt, dass Sie versuchen, diese Situation, in der wir uns jetzt befinden, dafür zu missbrauchen, dass Sie das Nichterreichen Ihrer Regierungsziele eingestehen müssen. Das beginnt beim Nichterrei-chen des Nulldefizits und geht weiter mit der Nichtdurchführung der Steuerreform und der Nichterreichung der Vollbeschäftigung. Das ist die Bilanz Ihrer Regierungspolitik! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wärst du doch in Korsika geblieben!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wärst du doch in Korsika geblieben! Du wärst ein Philosoph!
Unsere Prioritäten sind klar: Hochwasserschutz und Wiederaufbau Österreichs und, wenn möglich, eine Steuerreform sind bedeutend wichtiger als der Ankauf dieser Kampfflugzeuge, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wärst du doch in Korsika geblieben! Du wärst ein Philosoph!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Gute Farbe, Herr Kollege Gusenbauer! Strahlende Sonne in Korsika! – Abg. Mag. Schweitzer: Da war viel Sonne, wo du warst!
Herr Westenthaler, diskutieren Sie diese Frage in Ihrer eigenen Partei! Ich kann Ihnen Hunderte Zitate liefern, mit denen Ihnen Ihre Parteifreunde ausrichten, dass Sie lieber auf diese sünd-teuren Kampfflugzeuge verzichten sollten, wenn Sie auf der Seite der Bevölkerung sein wollen, meine Damen und Herren von der FPÖ! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Gute Farbe, Herr Kollege Gusenbauer! Strahlende Sonne in Korsika! – Abg. Mag. Schweitzer: Da war viel Sonne, wo du warst!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wissen Sie, wie viele Flieger die Tschechen haben? Wissen Sie das?
Es ist doch so, dass andere Staaten solche Diskussionen genauso führen. Heute hören wir, dass sich die Regierung der Tschechischen Republik überlegt, ob der bereits beschlossene Ankauf von 24 "Gripen" durchgeführt werden soll. (Abg. Ing. Westenthaler: Wissen Sie, wie viele Flieger die Tschechen haben? Wissen Sie das?) Und es gibt den Vorschlag des dortigen Verteidigungsministers, der sagt: Angesichts dieser katastrophalen Situation unseres Landes, in der Hunderttausende Menschen obdachlos geworden sind, bin ich als tschechischer Verteidigungsminister der Auffassung, dass es andere Prioritäten gibt und dass Tschechien daher nach billigeren Varianten suchen muss! (Abg. Ing. Westenthaler: Wissen Sie, wie viele Flieger die Tschechen bereits haben? Das ist ja absurd! Tschechien hat schon 200 Flieger!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wissen Sie, wie viele Flieger die Tschechen bereits haben? Das ist ja absurd! Tschechien hat schon 200 Flieger!
Es ist doch so, dass andere Staaten solche Diskussionen genauso führen. Heute hören wir, dass sich die Regierung der Tschechischen Republik überlegt, ob der bereits beschlossene Ankauf von 24 "Gripen" durchgeführt werden soll. (Abg. Ing. Westenthaler: Wissen Sie, wie viele Flieger die Tschechen haben? Wissen Sie das?) Und es gibt den Vorschlag des dortigen Verteidigungsministers, der sagt: Angesichts dieser katastrophalen Situation unseres Landes, in der Hunderttausende Menschen obdachlos geworden sind, bin ich als tschechischer Verteidigungsminister der Auffassung, dass es andere Prioritäten gibt und dass Tschechien daher nach billigeren Varianten suchen muss! (Abg. Ing. Westenthaler: Wissen Sie, wie viele Flieger die Tschechen bereits haben? Das ist ja absurd! Tschechien hat schon 200 Flieger!)
Abg. Ing. Westenthaler: In Korsika hat der angerufen?
Ihre Argumentation stimmt doch vorne und hinten nicht mehr, und Sie spüren es ja selbst, meine Damen und Herren! Am Samstag, beim Spenden-Telefon, hat mich ein Mindestrentner angerufen (Abg. Ing. Westenthaler: In Korsika hat der angerufen?) und gesagt: Ich bin Mindestrentner und kann daher leider nur 100 € spenden, aber den "Rest", den wir für den Wiederauf-
Abg. Ing. Westenthaler: Neutralität – ja oder nein? Machen wir eine Neutralitätsabstimmung!
Herr Westenthaler, Sie selbst haben einmal gesagt: Es gibt keine Frage, die man der Bevölkerung nicht zur Abstimmung vorlegen kann! – Wieso sind Sie auf einmal so feige? Wieso trauen Sie sich nicht, vor die Bevölkerung zu treten? (Abg. Ing. Westenthaler: Neutralität – ja oder nein? Machen wir eine Neutralitätsabstimmung!) Wieso sind Sie nicht bereit, den Österreicherinnen und Österreichern zu sagen: Hier gibt es zwei Vorschläge: Die Regierung sagt nein zum Nulldefizit, nein zur Steuerreform, aber ja zu den Kampfflugzeugen! – Und dem gegenüber steht der sozialdemokratische Vorschlag, die Interessen Österreichs, der Menschen, der Wirtschaft in den Vordergrund zu stellen und auf die Kampfflugzeuge zu verzichten. – Lassen wir über diese Alternative abstimmen! (Lebhafter Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wo waren Sie vergangene Woche? In der heißen Sonne von Korsika haben Sie gebraten, während hier die Leute gescheppert haben! In Korsika waren Sie, während hier die Leute ertranken! In der Sonne von Korsika!)
Lebhafter Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wo waren Sie vergangene Woche? In der heißen Sonne von Korsika haben Sie gebraten, während hier die Leute gescheppert haben! In Korsika waren Sie, während hier die Leute ertranken! In der Sonne von Korsika!
Herr Westenthaler, Sie selbst haben einmal gesagt: Es gibt keine Frage, die man der Bevölkerung nicht zur Abstimmung vorlegen kann! – Wieso sind Sie auf einmal so feige? Wieso trauen Sie sich nicht, vor die Bevölkerung zu treten? (Abg. Ing. Westenthaler: Neutralität – ja oder nein? Machen wir eine Neutralitätsabstimmung!) Wieso sind Sie nicht bereit, den Österreicherinnen und Österreichern zu sagen: Hier gibt es zwei Vorschläge: Die Regierung sagt nein zum Nulldefizit, nein zur Steuerreform, aber ja zu den Kampfflugzeugen! – Und dem gegenüber steht der sozialdemokratische Vorschlag, die Interessen Österreichs, der Menschen, der Wirtschaft in den Vordergrund zu stellen und auf die Kampfflugzeuge zu verzichten. – Lassen wir über diese Alternative abstimmen! (Lebhafter Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wo waren Sie vergangene Woche? In der heißen Sonne von Korsika haben Sie gebraten, während hier die Leute gescheppert haben! In Korsika waren Sie, während hier die Leute ertranken! In der Sonne von Korsika!)
Abg. Ing. Westenthaler: Welche "Linie"?
Jetzt kritisieren Sie, dass der "Eurofighter" gewählt wurde. Dazu darf ich sagen: Sie ändern offensichtlich alle paar Monate Ihre Linie! (Abg. Ing. Westenthaler: Welche "Linie"?) Als wir die Hubschrauber gekauft haben, die notwendig gewesen sind, die übrigens auch mein Amtsvorgänger Viktor Klima seinerzeit nach der Lawinenkatastrophe in Galtür gemeinsam mit mir in der Bundesregierung außer Streit gestellt hat, hat der SPÖ-Wehrsprecher damals die Anschaffung der "Black Hawk", eines amerikanischen Produktes, kritisiert. Ich zitiere wörtlich:
Abg. Dr. Khol: Jetzt kommt der Fischer! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Fischer war der größte Fan davon, und der Schieder!
Mitte Oktober 1984 stand die Entscheidung über den Kauf der Luftraumüberwachungsflugzeuge bevor. (Abg. Dr. Khol: Jetzt kommt der Fischer! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Fischer war der größte Fan davon, und der Schieder!) In der SPÖ hat es eine dramatische Sitzung gegeben. Ich zitiere dazu einen Bericht aus der "Wochenpresse" von einem heute noch aktiven Journalisten. Der damals noch blutjunge Christoph Kotanko hat dazu eine brillante Analyse geschrieben:
Abg. Ing. Westenthaler: Josef Cap, wo warst du denn da?
Damals gab es eine stundenlange Debatte im SPÖ-Parteivorstand. Ein roter Kapazunder hat nachher erklärt: Das war die längste und kontroversiellste Diskussion, die ich je im Vorstand erlebt habe. Am Ende hat der damalige SPÖ-Kanzler, Fred Sinowatz, seinen Antrag, 24 Jets für das Bundesheer anzuschaffen, mit 50 Ja- gegen 4 Nein-Stimmen durchgebracht. (Abg. Ing. Westenthaler: Josef Cap, wo warst du denn da?)
Abg. Ing. Westenthaler: Sind wir jetzt für oder gegen die NATO?
Herr Bundeskanzler! Sie haben sich in etwas verrannt, und Sie kommen nicht mehr heraus. Wenn Sie hier den Schiedsrichter spielen und aus der Position des Kanzlers immer so belehrend mit dem Hohen Haus umgehen (Abg. Dr. Khol: So wehleidig?), möchte ich Ihnen schon Folgendes sagen: Sie sollten respektieren, dass es diese Stimmung in der Bevölkerung gibt, und diese hat einen Grund! (Abg. Ing. Westenthaler: Sind wir jetzt für oder gegen die NATO?)
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit den "Draken"? Ist das eine Friedensfliege, oder was?
Dieses Flugzeug ist ein hoch agiles Kampfflugzeug mit extrem hoher Waffenladungskapazität. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit den "Draken"? Ist das eine Friedensfliege, oder was?) Es wird mit schweren Waffensystemen für die Präzisionsbekämpfung eingesetzt – und da will uns jemand von der Regierungsbank aus einreden, es sei eine Luftpolizei, die ein bisschen überwacht, ein bisschen mit den Flügeln wackelt und dann wieder landet. – Absurd ist das!
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist, wenn der von woanders kommt?
Sie wissen ganz genau – und es gibt keine Expertenrunde, Herr Offizier; Sie müssen das gleich einmal bestätigen! –: Wenn in Preßburg jemand startet, der uns übel will und der in Wien einen Anschlag machen will – so wie am 11. September in New York –, dann ist er in zwei, drei Minuten hier! (Abg. Jung: Am 11. September welchen Jahres war das?) Den können Sie mit nichts aufhalten, und schon gar nicht mit diesen sündteuren Kampfflugzeugen! Die Anschaffung dieser Kampfflugzeuge ist absurd (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist, wenn der von woanders kommt?), und sie ist angesichts der Hochwasserkatastrophe purer Zynismus! – Das ist die Wahrheit, vor der Sie stehen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Jung: Herr Kollege Cap, ...! Sie sind der einzige Zyniker in diesem Haus!)
Abg. Ing. Westenthaler: In Korsika! – Rufe bei der ÖVP: In Korsika!
Aber Sie belehren ja nicht nur die Opposition, sondern Sie sagen – und das ist eine Geisteshaltung, die mich so sehr stört, abgesehen davon, dass es demokratiepolitisch ein Skandal ist (Abg. Jung: Sie sind eh unbelehrbar!) –, wohl wissend, wie die Stimmung in der Bevölkerung ist: Wir lassen dieses Volksbegehren Ende Juli/Anfang August durchführen, denn da sind alle am Gänsehäufel, in Caorle oder sonstwo, aber jedenfalls nicht in den Eintragungslokalen. (Abg. Ing. Westenthaler: In Korsika! – Rufe bei der ÖVP: In Korsika!)
Abg. Ing. Westenthaler: Damit kennen Sie sich ja gut aus!
Aber ich verstehe, warum Sie das machen: Drei Viertel der Österreicher wollen den Ankauf dieser Kampfflugzeuge nicht – das verstehe ich –, und es gibt irrsinnig viele Journalisten, die das auch nicht verstehen – es sitzen sicher einige von ihnen hier im Saal auf der Pressetribüne. Die verstehen das auch nicht! Daher lautet Ihr Motto: Gleichschaltung in den Medien! Dafür sorgen, dass dort, wo man Druck ausüben kann, einfach so berichtet wird, auch wenn das nicht die Wirklichkeit ist! (Abg. Ing. Westenthaler: Damit kennen Sie sich ja gut aus!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Kollege! Ich halte fürs Protokoll fest: Wie wichtig der SPÖ-Fraktion dieses Thema ist, sieht man daran, dass die halbe Fraktion nicht da ist!
Bereits im Jahre 1975 haben Sie beziehungsweise Ihre Vorgänger den Grundstein für die derzeitigen Pflichten, die aus der österreichischen Luftraumüberwachung resultieren, gelegt! Herr Kollege Schieder, ich empfinde es als etwas unfair, dass Sie heute zwar hier sitzen, aber jetzt nicht all das, was Sie seinerzeit hier von diesem Rednerpult aus mit vollster Überzeugung gesagt haben, weil Sie für die Neutralität eintreten, wiederholen! Und Kollege Fischer entzieht sich der Diskussion überhaupt. Dieser Kollege Fischer, heute Präsident des Nationalrates, damals Klubobmann, hat zu der Frage, ob die Anschaffung von Überwachungsflugzeugen notwendig ist oder nicht, gemeint, dass es hiebei um eine Frage der gesamtösterreichischen Landesverteidigung und der staatspolitischen Verantwortung gehe. – Davon, meine Damen und Herren von den Roten und Grünen, haben Sie sich allerdings seit langem verabschiedet! Und das ist traurig! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Kollege! Ich halte fürs Protokoll fest: Wie wichtig der SPÖ-Fraktion dieses Thema ist, sieht man daran, dass die halbe Fraktion nicht da ist!) Das ist ja üblich!
Abg. Ing. Westenthaler: Gott sei Dank ist es nicht in Kraft!
Herr Kollege Schieder! Offensichtlich – und das ist mir wichtig – haben Sie diese Verantwortung auch noch gekannt, als es darum ging, dieses Ihnen bekannte, in Rosa gehaltene Programm zu erarbeiten. Es ist dies der Text für ein Regierungsprogramm, akkordiert zwischen ÖVP und SPÖ! Nicht aus dem Jahre irgendwann, Kollege Cap, sondern vom 18. Jänner 2000. (Abg. Ing. Westenthaler: Gott sei Dank ist es nicht in Kraft!)
Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht kann Gusenbauer zaubern!
Herr Kollege Cap! Ich hätte gerne eine Stellungnahme von Ihnen! – Diese Bundesregierung hat mehr als 1 Milliarde € sofort zur Verfügung gestellt – das ist mehr als das Volumen einer halben Steuerreform –, um Soforthilfe leisten zu können. Sie sagen: Finanzieren wir das Ganze mit dem Geld für den Kauf der Abfangjäger! – Die erste Rate in der Höhe von genau 200 Millionen €, Herr Kollege Cap, wird im Jahre 2006 fällig. Ich bitte Sie, all den Leuten zu erklären, wie Sie heute, im Jahre 2002, mit dem Geld, das 2006 genau in der Höhe von 200 Millionen € fällig wird, die Hochwasseropfer entschädigen wollen! (Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht kann Gusenbauer zaubern!)
Abg. Ing. Westenthaler: Es handelt sich hiebei übrigens auch um "Kriegsgeräte" – und nicht um Friedensflieger!
Meine Damen und Herren! Glauben Sie wirklich, dass es für diese Bundesregierung eine Frage des psychischen und physischen Vergnügens ist, Abfangjäger kaufen zu müssen, um das Provisorium "Draken" zu ersetzen? (Abg. Gradwohl: Anscheinend schon!) Die "Draken" – heute kann man es sagen – können bei Nacht und bei Schlechtwetter nicht fliegen und waren immer als Provisorium gedacht. (Abg. Ing. Westenthaler: Es handelt sich hiebei übrigens auch um "Kriegsgeräte" – und nicht um Friedensflieger!) Seit dem Jahre 1984 wollen wir zeitgemäße Geräte für die österreichische Sicherheit anschaffen. Natürlich würden wir auch viel lieber, wenn der ewige Friede ausgebrochen wäre, die Al-Quaida nicht bestünde und es keinen Terror mehr gäbe, wie es in der Bibel heißt, die Schwerter zu Pflugscharen und zu Winzermessern umschmieden. Das würden auch wir lieber tun! Aber wir, Herr Kollege Gusenbauer und Herr Kollege Cap, können eine Politik der Gefühle und der Stimmung nicht vertreten, denn wir tragen, gemeinsam mit dieser Bundesregierung, Verantwortung für die Sicherheit unserer Landsleute! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Sitzung Nr. 115
Abg. Parnigoni: Jetzt weiß ich, warum Peter Westenthaler zurückgetreten ist!
Meine Damen und Herren! Ich gebe zu, dass wir im Sozial- und Gesundheitsbereich noch Reformbedarf haben. (Abg. Parnigoni: Jetzt weiß ich, warum Peter Westenthaler zurückgetreten ist!) Aber auch Sie von der Opposition müssen, wenn Sie sich auf den Oppositionsbänken einen Funken Objektivität bewahrt haben, zugeben, dass der Reformstau, der im Februar 2000 über diesem Land lag, von dieser Bundesregierung nachhaltig aufgearbeitet worden ist. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Da schau her! – Abg. Jung: Und den hat der Pilz!
Zum einen, Herr Abgeordneter Pilz, ist es interessant, dass Sie immer wieder aus heeresinternen Akten zitieren. Das haben wir hier auch schon einmal diskutiert. Jetzt, bei diesem Akt, ist es aber noch interessanter und vielleicht auch noch bedenklicher, Herr Abgeordneter Pilz. Sie haben den ehemaligen Leiter der Luftabteilung zitiert. Sie kennen ihn ja sehr gut, wie ich weiß. Als die ersten Meldungen gekommen sind, dass Sie wieder aus Akten zitieren werden, habe ich angeordnet, dass man mir den Originalakt vorlegt, denn ich möchte mich ja auch darüber informieren, welche Informationen Sie haben. Und man höre und staune: Dieser Originalakt ist verschwunden, Herr Abgeordneter Pilz! (Abg. Ing. Westenthaler: Da schau her! – Abg. Jung: Und den hat der Pilz!) Ein Akt des Verteidigungsministeriums ist im Ministerium nicht mehr auffindbar, verschwunden. (Abg. Parnigoni: Chaos! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler betritt den Sitzungssaal und nimmt Platz.
Herr Kollege, was haben Sie eigentlich gemacht – außer einem Veto-Volksbegehren, das völlig kontraproduktiv war?! Das möchte ich Sie schon fragen. Ich würde natürlich an Ihrer Stelle auch versuchen, die Verantwortung abzuschieben. (Abg. Ing. Westenthaler betritt den Sitzungssaal und nimmt Platz.) – Ja, Herr Kollege Westenthaler und seine Zwischenrufe werden mir fehlen, das sehe ich schon. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber lieb!) – Das ist nett, nicht wahr? (Abg. Dr. Mertel: Der ist nett!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber lieb!
Herr Kollege, was haben Sie eigentlich gemacht – außer einem Veto-Volksbegehren, das völlig kontraproduktiv war?! Das möchte ich Sie schon fragen. Ich würde natürlich an Ihrer Stelle auch versuchen, die Verantwortung abzuschieben. (Abg. Ing. Westenthaler betritt den Sitzungssaal und nimmt Platz.) – Ja, Herr Kollege Westenthaler und seine Zwischenrufe werden mir fehlen, das sehe ich schon. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber lieb!) – Das ist nett, nicht wahr? (Abg. Dr. Mertel: Der ist nett!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Freuen Sie sich nicht zu früh! – Abg. Dr. Pumberger: Da haben aber nicht viele geklatscht, Frau Sima!
Was mich ehrlich gesagt ein bissel erschreckt, ist die Ansage von Bundeskanzler Schüssel, dass er nach den Wahlen vorhat, genau dort weiterzumachen, wo er jetzt aufgehört hat. – Das kann doch hoffentlich nicht Ihr Ernst sein! (Zwischenruf des Abg. Donabauer. ) Wie Sie mit dieser fast schon umweltpolitischen Drohung Wähler gewinnen wollen, ist mir auch ein Rätsel, aber Sie werden die Antwort am Wahltag erhalten; dessen bin ich mir sicher. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Freuen Sie sich nicht zu früh! – Abg. Dr. Pumberger: Da haben aber nicht viele geklatscht, Frau Sima!)
Sitzung Nr. 117
Die Abgeordneten Mag. Schweitzer und Ing. Westenthaler: Wieso? Es geht ja! – Abg. Mag. Schweitzer: Es funktioniert schon! Er kann nur nicht!
Herr Abgeordneter Dr. Gusenbauer, bitte benutzen Sie das Berichterstattermikrophon. (Die Abgeordneten Mag. Schweitzer und Ing. Westenthaler: Wieso? Es geht ja! – Abg. Mag. Schweitzer: Es funktioniert schon! Er kann nur nicht!) – Herr Kollege Schweitzer, das finde ich unfair! (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Wurm: Westenthaler! Haider! Riess-Passer!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Herr Dr. Gusenbauer hat denselben Werdegang wie der Herr Dr. Cap. Er war sein Leben lang nur bei der Sozialistischen Partei beschäftigt und sonst nirgends! Er hat überhaupt keine Ahnung, was einem Maurer oder einem Elektriker oder einem Schreiner oder einem Tischler oder wem auch immer wirklich für Sorgen in diesem Land bereitet werden. (Abg. Mag. Wurm: Westenthaler! Haider! Riess-Passer!)
Gesetzgebungsperiode 23
Sitzung Nr. 1
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist schlechter Stil! – Abg. Strache: Eine gerechtfertigte Reaktion auf eine schlechte Vorgangsweise!
Herr Präsident Khol, wir wünschen Ihnen: Möge Ihr neuer Lebensabschnitt erfolgreich und glücklich sein! (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist schlechter Stil! – Abg. Strache: Eine gerechtfertigte Reaktion auf eine schlechte Vorgangsweise!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Schau an, schau an! – Abg. Ing. Westenthaler: Wer war das?
Meine Damen und Herren, ja, Sie haben sich gefunden: eine Achse von Rot, Grün und Blau in der Sache Eurofighter. Selbstverständlich fürchten wir uns nicht vor diesem Ausschuss. (Abg. Öllinger: Es schaut aber so aus!) Und selbstverständlich ist es legitim, alles zu untersuchen. Keine Frage, obwohl das auch Ihre Repräsentanten lange anders gesehen haben. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Schau an, schau an! – Abg. Ing. Westenthaler: Wer war das?)
Neuerlicher allgemeiner Beifall. – Abg. Dr. Gusenbauer gratuliert der neu gewählten Präsidentin und überreicht ihr einen Blumenstrauß mit roten Rosen. Die Abgeordneten Mag. Molterer, Dr. Van der Bellen, Strache, Ing. Westenthaler, Rauch-Kallat, Dr. Spindelegger, Mag. Stoisits und Dr. Glawischnig-Piesczek begeben sich zu Abg. Mag. Prammer und gratulieren dieser.
Abgeordnete Mag. Barbara Prammer: Herr Präsident, ich nehme die Wahl gerne an. (Neuerlicher allgemeiner Beifall. – Abg. Dr. Gusenbauer gratuliert der neu gewählten Präsidentin und überreicht ihr einen Blumenstrauß mit roten Rosen. Die Abgeordneten Mag. Molterer, Dr. Van der Bellen, Strache, Ing. Westenthaler, Rauch-Kallat, Dr. Spindelegger, Mag. Stoisits und Dr. Glawischnig-Piesczek begeben sich zu Abg. Mag. Prammer und gratulieren dieser.)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz. – Der scheidende Präsident Dr. Andreas Khol verlässt das Präsidium, verabschiedet sich mit einem Handschlag bei den Abgeordneten Dr. Schüssel, Mag. Molterer, Dr. Spindelegger, Dr. Gusenbauer, Dr. Cap, Dr. Van der Bellen, Strache, Ing. Westenthaler und Scheibner und verlässt den Sitzungssaal.
Ich bitte die neu gewählte Präsidentin, den Vorsitz zu übernehmen. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz. – Der scheidende Präsident Dr. Andreas Khol verlässt das Präsidium, verabschiedet sich mit einem Handschlag bei den Abgeordneten Dr. Schüssel, Mag. Molterer, Dr. Spindelegger, Dr. Gusenbauer, Dr. Cap, Dr. Van der Bellen, Strache, Ing. Westenthaler und Scheibner und verlässt den Sitzungssaal.)
Abg. Scheibner: Ja! – Abg. Ing. Westenthaler: Immer dasselbe!
Damit ich jetzt einmal variiere, denn ich habe dazu auch schon einige Male gesprochen ... (Abg. Scheibner: Ja! – Abg. Ing. Westenthaler: Immer dasselbe!) – Das ist für Ihre Lebensqualität, Herr Abgeordneter Scheibner. Sie sollen doch etwas davon haben, Sie sollen es spannend finden. Sie als ehemaliger Verteidigungsminister werden diese Causa, glaube ich, noch spannend finden; aber man wird sehen, ob dem so ist.
Abg. Ing. Westenthaler: Ist das eine Filibuster-Rede?
hochinteressant! – Folgendes: Die METEOR-Rakete soll gegnerische Flugzeuge in rund 100 Kilometer Entfernung bekämpfen können und ab 2012 verfügbar sein. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist das eine Filibuster-Rede?)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Soll das wirklich kommen? Bekommen sie eine METEOR-Rakete auch, wenn sie wirklich aufkreuzen sollten? (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) – Nein, nur aus dem Internet über den Eurofighter – so, wie es ist. Das ist einfach nur ein Tatsachenbericht.
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das hat er im Internet nachgeschaut! – Abg. Ing. Westenthaler: Da hat er die Homepage nicht gefunden!
Geschätzte Damen und Herren, nun zum Produkt Eurofighter. Das europäische Produkt Eurofighter zählt zu den besten der Welt. Herr Abgeordneter Cap! Glauben Sie, dass Saab Gripen nicht bewaffnet ist? Glauben Sie, dass man mit Saab Gripen keine effiziente Luftraumüberwachung oder auch Kriegseinsätze durchführen könnte? – Selbstverständlich, sonst hätte Saab Gripen im Wettbewerb null Chance! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das hat er im Internet nachgeschaut! – Abg. Ing. Westenthaler: Da hat er die Homepage nicht gefunden!) Das ist ja absurd, was da immer wieder diskutiert und behauptet wird. Es stimmt einfach nicht!
Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht alle!
Abgeordneter Anton Gaál (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Meine Damen und Herren der Bundesregierung! Werte Kolleginnen und Kollegen! Herr Bundesminister, wenn du sagst, ja zur Neutralität, ja zur Luftraumüberwachung, dann sind wir bei dir (Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht alle!), da haben wir etwas Gemeinsames, auf dem wir auch aufbauen können. Aber ich darf schon klar festhalten, dass der Kauf dieser Kampfflugzeuge mit Luftraumüberwachung, meine Damen und Herren, wirklich nichts zu tun hat! (Abg. Murauer: Sondern?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das Internet hat er entdeckt!
Mit welchen Argumenten hier vorgegangen wird! Kollege Cap, ich habe kurz einmal aufgehorcht, weil ich mir gedacht habe, jetzt kommt wirklich etwas Neues. Kollege Cap hat gesagt: Heute kommt etwas Neues, Sie werden sehen! (Abg. Ing. Westenthaler: Das Internet hat er entdeckt!) Was bringt er dann? Ins Internet ist er hineingegangen und sagt: Jetzt habe ich den Beweis, dass der Eurofighter Kriegsgerät ist! Was ist der Beweis gewesen? – Eine Bordkanone hat der Eurofighter. Also, wie schlimm, eine Bordkanone, Kollege Cap. Und Sidewinder-Lenkwaffen! Na Katastrophe! – Können Sie sich noch an den Draken erinnern? 1991 hat der nur eine Bordkanone gehabt. Ganz schlimm der Draken! Ein Kriegsgerät, das Sie da angeschafft haben!
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Bewerbungsrede für einen Ministerposten!
Oppositionsabgeordneter, aber sollte uns Abgeordnete, Herr Kollege Scheibner, nicht eines verbinden: dass nämlich unsere wichtigste Aufgabe ist, die Regierung zu kontrollieren, und zwar unabhängig von der Parteizugehörigkeit. Ist das nicht geradezu eine demokratische Verpflichtung und im Interesse des Steuerzahlers? (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Bewerbungsrede für einen Ministerposten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Eh klar!
Wie soll jetzt dieser Untersuchungsausschuss ausschauen? Wie soll er verlaufen? Auf jeden Fall ganz anders als der BAWAG-Ausschuss in den letzten Wochen und Monaten, denn dieser Ausschuss ist als Wahlkampfinstrument eingesetzt worden, was Termine, Zeugen und die Vorsitzführung betrifft. (Abg. Ing. Westenthaler: Eh klar!) Diese war zumindest einseitig, um das vorsichtig auszudrücken. Ich garantiere für die SPÖ, dass im Eurofighter-Untersuchungsausschuss mit Fairness, mit Ausgewogenheit und Respekt vor den Zeugen verhandelt, eine sachliche und professionelle parlamentarische Arbeit geleistet werden wird. (Abg. Murauer: Wer es glaubt, wird selig!)
Abg. Ing. Westenthaler: Nur fürs Protokoll: Die SPÖ ist bei der eigenen Dringlichen bereits abgetreten! Das ist auch ein Zeichen von Parlamentarismus!
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Als Nächste zu Wort gemeldet hat sich Frau Abgeordnete Mag. Lapp mit einer freiwilligen Redezeitbeschränkung von 7 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Nur fürs Protokoll: Die SPÖ ist bei der eigenen Dringlichen bereits abgetreten! Das ist auch ein Zeichen von Parlamentarismus!)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Scheibner.
sind jetzt mehr als 200 Firmen beteiligt. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Scheibner.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Ich kann es auch nicht mehr hören, wie Sie jetzt bei der BAWAG als Retter auftauchen wollen. Ich erinnere mich noch gut an damals, als die ersten Malversationen im Bereich der BAWAG ans Tageslicht gekommen sind, als Sie und die Ihren mit Kübeln voll Öl herbeigelaufen sind, es ins Feuer geschüttet haben und in einer sehr sensiblen Phase versucht haben, diese Bank schlechtzureden und kaputtzureden, nur weil die ÖVP dadurch geglaubt hat, einen kleinen politischen Vorteil gegenüber der SPÖ erreichen zu können. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler – auf die Reihen der SPÖ weisend –: Herr Genosse! Setzen Sie sich rüber!
Das Gleiche gilt auch für die Grünen. (Abg. Ing. Westenthaler – auf die Reihen der SPÖ weisend –: Herr Genosse! Setzen Sie sich rüber!) – Der Herr-1,8-Prozent-Westenthaler lacht wieder. Das ist schön. Über so ein Ergebnis kann man wirklich nur lachen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Passen Sie auf, was Sie sagen! – Ruf bei der SPÖ: Nicht drohen!
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Herr Abgeordneter Ing. Westenthaler! Ich tue mich ja leicht in der Frage: Sie sind ja bei der Gruppe dabei gewesen, wo, glaube ich, die Millionen für Gucci-Taschen und anderes verbraucht wurden. Sie sollten das mit den Spesen vielleicht in diesem Zusammenhang anders sehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Passen Sie auf, was Sie sagen! – Ruf bei der SPÖ: Nicht drohen!) Aber kommen wir zum Hauptthema: Der Herr Bundeskanzler hat sich vorhin zu beiden Untersuchungsausschüssen zu Wort gemeldet. (Ruf bei der SPÖ: Keine Bodyguards da!) – Seine Prügel und sonstigen Dinge sind heute, glaube ich, erledigt. Die brauchen wir heute nicht zu diskutieren. Bleiben wir bei dem, was auf dem Tisch liegt. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) – Ich bin gleich fertig, Herr Ing. Westenthaler!
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Herr Abgeordneter Ing. Westenthaler! Ich tue mich ja leicht in der Frage: Sie sind ja bei der Gruppe dabei gewesen, wo, glaube ich, die Millionen für Gucci-Taschen und anderes verbraucht wurden. Sie sollten das mit den Spesen vielleicht in diesem Zusammenhang anders sehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Passen Sie auf, was Sie sagen! – Ruf bei der SPÖ: Nicht drohen!) Aber kommen wir zum Hauptthema: Der Herr Bundeskanzler hat sich vorhin zu beiden Untersuchungsausschüssen zu Wort gemeldet. (Ruf bei der SPÖ: Keine Bodyguards da!) – Seine Prügel und sonstigen Dinge sind heute, glaube ich, erledigt. Die brauchen wir heute nicht zu diskutieren. Bleiben wir bei dem, was auf dem Tisch liegt. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) – Ich bin gleich fertig, Herr Ing. Westenthaler!
Abg. Ing. Westenthaler: Parteienfinanzierung haben Sie vergessen!
Sie schreiben hier in einem Antrag, die Sozialdemokraten haben zu verantworten, und dann kommt ein langer Sermon. Dann schreiben Sie aber eigentlich nur drei Punkte auf, die Sie untersuchen wollen, und zwar Gebarung des Finanzministeriums und der Aufsicht, die Prüfung des Verhaltens der Wirtschaftspolizei, die Prüfung des Verhaltens der Anklagebehörden und die Beurteilung der Anklagebehörden. (Abg. Ing. Westenthaler: Parteienfinanzierung haben Sie vergessen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Redezeit!
Ganz ehrlich, beide Untersuchungsausschüsse, wenn wir sie seriös abwickeln, sind ein Beitrag zur Entkrampfung, und wir können sie zusammen dazu nützen, die Aufsicht zu reformieren und das, was bei der Staatsanwaltschaft nicht funktioniert, zu reformieren. Ich erinnere daran, dass wir einen sehr guten Vorschlag eingebracht haben: die Einsetzung eines weisungsungebundenen Bundesstaatsanwalts. (Abg. Ing. Westenthaler: Redezeit!) Wir haben die Chance, festzustellen, wer wann bei diesen Dingen von der politischen Ebene, der Verwaltung aus tätig gewesen ist, und wir werden diese Verantwortung in diesen Untersuchungsausschüssen aufdecken.
in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Der Antrag, mit dem heute versucht wird, Licht ins Dunkel dieses ganzen Bankenfilzes zu bringen, ist jener, der von unserer Fraktion mitgetragen wird – und nicht Ihr Antrag (in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler), Herr Ingenieur. Ihr Antrag ist doch sehr einseitig, soll quasi nur der Retourball für den
Abg. Ing. Westenthaler: 3 Milliarden!
Untersuchungsausschuss betreffend Eurofighter sein! – Das ist zu wenig! (Abg. Ing. Westenthaler: 3 Milliarden!)
in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler
Wenn Ihnen aber, Herr Ingenieur (in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler), so viel daran liegt, die BAWAG-Sache aufklären zu lassen, dann bringen Sie doch Ihrer Frau Justizministerin bei, dass sie ein Rechtshilfeersuchen an das Fürstentum Liechtenstein stellen soll (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist nicht meine Justizministerin!) – ich weiß schon, die Frau Justizministerin Gastinger mag Sie nimmer, aber sie gehört immer noch irgendwie zu Ihrer Regierung, der Sie von den Orangen liebedienerisch die Mauer machen –, dass die Frau Justizministerin im Fürstentum Liechtenstein nachfragen soll, wer dieses Beziehungsgeflecht der Nehmer ist, jene 60, 70 Privatinstitutionen, Vereinigungen und Privatpersonen, die von Herrn Flöttl jeweils mit Millionenbeträgen bedient wurden.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist nicht meine Justizministerin!
Wenn Ihnen aber, Herr Ingenieur (in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler), so viel daran liegt, die BAWAG-Sache aufklären zu lassen, dann bringen Sie doch Ihrer Frau Justizministerin bei, dass sie ein Rechtshilfeersuchen an das Fürstentum Liechtenstein stellen soll (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist nicht meine Justizministerin!) – ich weiß schon, die Frau Justizministerin Gastinger mag Sie nimmer, aber sie gehört immer noch irgendwie zu Ihrer Regierung, der Sie von den Orangen liebedienerisch die Mauer machen –, dass die Frau Justizministerin im Fürstentum Liechtenstein nachfragen soll, wer dieses Beziehungsgeflecht der Nehmer ist, jene 60, 70 Privatinstitutionen, Vereinigungen und Privatpersonen, die von Herrn Flöttl jeweils mit Millionenbeträgen bedient wurden.
Sitzung Nr. 2
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Auffallend war zumindest für mich, dass weder Herr Gusenbauer noch Herr Molterer auf die aktuelle Situation betreffend die angeblichen Verhandlungen über eine anstehende Regierung zwischen SPÖ und ÖVP eingegangen sind! – Wie ich gerüchteweise höre, dürfen sich der Rest des Hohen Hauses und die Bevölkerung in Österreich im Allgemeinen auf eine Erklärung von Herrn Gusenbauer und Herrn Schüssel um 15.30 Uhr freuen, das wäre also in ungefähr 25 Minuten. Ich sehe dem nur mit gedämpftem Interesse entgegen, meine Damen und Herren von ÖVP und SPÖ, denn von diesen Erklärungen, die interpretierbar sind ... (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) – Das war meine freiwillige Redezeit, Herr Kollege Westenthaler! (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.)
Beifall bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist wirklich ein Skandal!
ja!) – Das ist ein Skandal allererster Güte! (Beifall bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist wirklich ein Skandal!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer sagt das?
Abgeordneter Mag. Norbert Darabos (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Auch ich möchte kurz auf Aussagen von Vorrednern eingehen. Herr Kollege Westenthaler, Sie haben den Beweis erbracht, warum Sie niemandem in diesem Haus abgegangen sind, denn Sie haben in Frage gestellt – und das ist eigentlich untergegangen in der Diskussion –, dass jemand, der, auf einem Vertrauensgrundsatz basierend, in Österreich Pensionsbeiträge einzahlen muss und einzahlt, dann Anrecht auf eine Pension hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer sagt das?) Nur weil Sie hier Ihren Bruderzwist mit der FPÖ austragen, ist das so. Man muss sich zu den Grundfesten der Pensionspolitik und der Pensionsgrundlagen in Österreich bekennen. Ihre Aussage war eigentlich ungeheuerlich, und wir Sozialdemokraten weisen derartige Aussagen zurück. Insofern frage ich mich, wie Sie so lange in der Regierung überleben konnten. – Punkt eins. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Lesen Sie das von 1997! Wie viel haben Sie erhöht? – Abg. Scheibner: Was war 1997?
Jahr 2000: Inflationsrate 2 Prozent, Pensionsanpassung 0,6 Prozent. Jahr 2001: Inflationsrate 2,3 Prozent, Pensionsanpassung 0,8 Prozent. Und das geht so weiter. Jahr 2003: Inflationsrate 1,3 Prozent, Pensionsanpassung 0,5 Prozent. (Abg. Ing. Westenthaler: Lesen Sie das von 1997! Wie viel haben Sie erhöht? – Abg. Scheibner: Was war 1997?) – Die sozialdemokratischen Regierungen haben für die Pensionistinnen und Pensionisten in Österreich genug getan, Herr Kollege Scheibner, davon kön-
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was war 1997? – Null!
nen Sie ausgehen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was war 1997? – Null!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel war es 1997 bei der SPÖ-Regierung?
Sie haben mit Ihrer Politik dafür gesorgt, dass es Pensionsverluste im Ausmaß von 8 Prozent gegeben hat und dass damit die Kaufkraft der Pensionistinnen und Pensionisten in Österreich geschwächt wurde. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel war es 1997 bei der SPÖ-Regierung?) Deswegen begrüße ich grundsätzlich die Diskussion, dass wir über diese 1,6 Prozent hinausgehen müssen.
Abg. Ing. Westenthaler: Gott sei Dank!
Abgeordneter Heinz-Christian Strache (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Regierungsmitglieder! Meine Damen und Herren! Eine tatsächliche Berichtigung meinerseits: Herr Abgeordneter Darabos hat behauptet, dass ich vom Jahr 2000 bis zum Jahr 2005 stellvertretender Bundesparteiobmann der FPÖ gewesen sei. – Diese Behauptung ist unrichtig! (Abg. Ing. Westenthaler: Gott sei Dank!)
Sitzung Nr. 4
Abg. Ing. Westenthaler: „Ein neuer Umgang!“
Das fängt schon bei Auskünften und Informationen an. (Abg. Scheibner: Und bei der Ladung von Zeugen!) Es müssen Vorlagen den Oppositionsparteien rechtzeitig bekannt sein, damit sie die Möglichkeit haben, sich, wenn die beiden Regierungsparteien Vorhaben umsetzen wollen, darauf vorzubereiten und kritisch damit auseinandersetzen zu können. Es muss ein neuer Umgang mit diesem Parlament auch seitens der Regierung gepflogen werden. Dafür werden wir uns einsetzen! (Abg. Ing. Westenthaler: „Ein neuer Umgang!“)
Abg. Ing. Westenthaler: Geht schon über 20 Jahre! Bin Ihrer Meinung!
Ich glaube, das ist auch etwas, was die parlamentarischen Debatten mittelfristig so unattraktiv macht, weil es so vorhersehbar ist und eben auch so langweilig geworden ist: Das ist gut und das ist schlecht. – Es kann ja nicht sein, dass über sieben Jahre hinweg von der Opposition keine einzige gute Idee gekommen ist, so wie es nachweislich auch die letzten sieben Jahre gehandhabt worden ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Geht schon über 20 Jahre! Bin Ihrer Meinung!) Jetzt sagt ein Kollege, der in der Regierung war oder immer noch ist, dass das auch in der Vergangenheit immer so war – und das ist richtig. Diejenigen, die die Macht haben, haben immer Probleme mit den guten Ideen derjenigen, die in Opposition sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Und umgekehrt!) Das kann man jedenfalls einmal angehen.
Abg. Ing. Westenthaler: Und umgekehrt!
Ich glaube, das ist auch etwas, was die parlamentarischen Debatten mittelfristig so unattraktiv macht, weil es so vorhersehbar ist und eben auch so langweilig geworden ist: Das ist gut und das ist schlecht. – Es kann ja nicht sein, dass über sieben Jahre hinweg von der Opposition keine einzige gute Idee gekommen ist, so wie es nachweislich auch die letzten sieben Jahre gehandhabt worden ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Geht schon über 20 Jahre! Bin Ihrer Meinung!) Jetzt sagt ein Kollege, der in der Regierung war oder immer noch ist, dass das auch in der Vergangenheit immer so war – und das ist richtig. Diejenigen, die die Macht haben, haben immer Probleme mit den guten Ideen derjenigen, die in Opposition sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Und umgekehrt!) Das kann man jedenfalls einmal angehen.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben einige Zeugen ausgespart, weil sie Ihnen nicht gepasst haben!
Wirklich sehr erfreulich ist, dass eigentlich alle Parteien, alle Fraktionen im Eurofighter-Untersuchungsausschuss sehr gut zusammenarbeiten. Herr Kollege Westenthaler, auch Sie müssen zur Kenntnis nehmen: Alle fünf Parlamentsfraktionen, alle Parteien haben hier einen gemeinsamen Weg gesucht. Wir haben gemeinsam einen Verfahrensanwalt beschlossen. Wir haben gemeinsam einen Arbeitsplan erarbeitet. Wir haben uns gemeinsam auf rund 70 Zeugen und Auskunftspersonen verständigt. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben einige Zeugen ausgespart, weil sie Ihnen nicht gepasst haben!) Es gibt hier wirklich eine Gemeinsamkeit, und das möchte ja letztlich auch die Bevölkerung. Die Bevölkerung, die Steuerzahlerin/der Steuerzahler haben ein Recht darauf, dass hier ordentlich kontrolliert wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Zeugen haben Sie verhindert!)
Abg. Ing. Westenthaler: Zeugen haben Sie verhindert!
Wirklich sehr erfreulich ist, dass eigentlich alle Parteien, alle Fraktionen im Eurofighter-Untersuchungsausschuss sehr gut zusammenarbeiten. Herr Kollege Westenthaler, auch Sie müssen zur Kenntnis nehmen: Alle fünf Parlamentsfraktionen, alle Parteien haben hier einen gemeinsamen Weg gesucht. Wir haben gemeinsam einen Verfahrensanwalt beschlossen. Wir haben gemeinsam einen Arbeitsplan erarbeitet. Wir haben uns gemeinsam auf rund 70 Zeugen und Auskunftspersonen verständigt. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben einige Zeugen ausgespart, weil sie Ihnen nicht gepasst haben!) Es gibt hier wirklich eine Gemeinsamkeit, und das möchte ja letztlich auch die Bevölkerung. Die Bevölkerung, die Steuerzahlerin/der Steuerzahler haben ein Recht darauf, dass hier ordentlich kontrolliert wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Zeugen haben Sie verhindert!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind gerade auf die Welt gekommen!
Herr Kollege Molterer, ich glaube, wir alle sind uns darin einig (Abg. Mag. Molterer: Mit Ihnen selten, Herr Kräuter!): Eine künftige Bundesregierung muss ganz anders mit dem Thema Kontrolle und Parlamentarismus umgehen, schriftliche Anfragen müssen ganz anders beantwortet werden, Dringliche Anfragen müssen ernst genommen werden, Berichte des Rechnungshofes müssen ernst genommen werden und nicht einfach uminterpretiert. Die Kontrollrechte der Abgeordneten, all das ist ja im Interesse der Bevölkerung und im Interesse der Demokratie. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind gerade auf die Welt gekommen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das habe ich nicht gesagt!
Herr Westenthaler sagt, der Standort- und Standpunktwechsel sei schädlich. (Abg. Ing. Westenthaler: Das habe ich nicht gesagt!) – Herr Westenthaler, für Sie ist das nie schädlich, denn Sie wechseln nie den Standort oder den Standpunkt – Hauptsache, Sie sitzen in der Regierung! (Zwischenruf beim BZÖ.) Das ist das Einzige, was Sie machen! (Beifall bei der FPÖ.)
Heiterkeit des Abg. Ing. Westenthaler.
†Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ)|: Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Meine Damen und Herren! Kollege Cap hat ganz am Anfang dieser Debatte eine ganz wichtige, ja fast epochale Frage gestellt. Er hat gesagt: Warum haben wir wohl dieses Thema gewählt? – Diese Frage ist wirklich epochal, denn diese Frage haben wir uns auch gestellt. (Heiterkeit des Abg. Ing. Westenthaler.) Es war uns schon klar ... (Abg. Dr. Cap: Eine philosophische Frage!) Der Philosoph Josef Cap wird mit dieser heutigen Aktuellen Stunde in die Geschichte eingehen! (Abg. Mag. Molterer: Als Philosoph nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Broukal!
Ja, genau das ist es, genau das ist eure Politik: Ihre Abgeordneten sind schon in den Ministerien vorstellig und setzen die Beamten unter Druck (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Riepl) und sagen: Wenn ihr nicht auch unter Missachtung der Amtverschwiegenheit Informationen herausgebt, dann werdet ihr schon sehen, denn wir sind jetzt bald in der Regierung, und dann wird es euch schlecht gehen. – Das ist Ihre Politik, Herr Kollege! Das kommt jetzt auf das Land zu! Da haben Sie schon Recht in Ihrer Offenheit, aber das hat nichts ... (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) – Das ist leider die Realität, Frau Kollegin Silhavy, und ich kann Ihnen sagen – er sitzt in Ihren Reihen –, wer da in einem Ministerium aufgetreten ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Broukal!) Das ist die Praxis. Das sollten Sie sich einmal vor Augen führen!
Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich!
Herr Cap hat schalmeienhaft gesagt, dass nicht die Mehrheit darüber entscheide, wo und wie kontrolliert wird. (Heiterkeit des Abg. Dr. Cap.) – Wir haben es ja im Eurofighter-Untersuchungsausschuss erlebt, welche Zeugen da geladen und nicht geladen wurden. Herr Rechnungshofpräsident Fiedler darf nicht geladen werden! (Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich!) Warum nicht? – Er habe nichts zu sagen. Der Rechnungshof, der drei – jetzt schon vier – Berichte gemacht hat, der überall hineingeschaut hat, der alles kontrolliert hat, ist für die Mehrheit in diesem Parlament nicht ausreichend legitimiert, um in einem Eurofighter-Ausschuss eine Aussage zu treffen!
Abg. Ing. Westenthaler: Wir behandeln jetzt eine Volksanwalt-Bestellung!
Auch die Zahl der betroffenen Kinder, die da genannt wurde, nämlich 7 000 bis 9 000 – das sind ja keine Einzelfälle, wie behauptet wurde –, halten wir, was sich beim Nachrecherchieren bestätigen wird, für eine durchaus realistische Zahl. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir behandeln jetzt eine Volksanwalt-Bestellung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Gibt es eine Tagesordnung, Frau Präsidentin? Was hat das mit der Volksanwaltschaft zu tun?
Diese APA-Meldung schließt mit dem Satz: „An Menschenverachtung und Zynismus sei diese Vorgangsweise kaum zu überbieten, so Bures abschließend.“ (Abg. Ing. Westenthaler: Gibt es eine Tagesordnung, Frau Präsidentin? Was hat das mit der Volksanwaltschaft zu tun?)
Abg. Ing. Westenthaler: Zur Sache!
Ich sage Ihnen und Ihren Kollegen und Kolleginnen von der SPÖ: Putzen Sie sich jetzt nicht ab an der Frau Haubner! Putzen Sie sich nicht ab an der Sozialministerin und ihrem Erlass! (Abg. Ing. Westenthaler: Zur Sache!) Sie waren nämlich damals bei dem Fremdenrechtspaket dabei, das im Übrigen – weil ich den Ruf zur Sache höre – ein Gesetz ist, bei dem Hilmar Kabas Pate gestanden ist und das er selbst hätte mitverfasst haben können.
Abg. Ing. Westenthaler: Ihre Pension! Was ist mit Ihrer Pension?
Oder: Dann hätte man fragen können, ob es nicht aus Gründen der Sparsamkeit günstiger gewesen wäre, Ihre Parteiabspaltung als illegitim und illegal zu bezeichnen – illegitim war sie sowieso (Beifall bei der FPÖ) –, denn damit würde sich zum Beispiel Ihr Klubobmanngehalt einsparen lassen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihre Pension! Was ist mit Ihrer Pension?)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihre Pension zum Beispiel!
Kollege Fasslabend hat Ihnen richtigerweise dargelegt, dass es hier einen gesetzlichen Imperativ der Verfassung gibt. – Wollen Sie den jetzt auf einmal außer Kraft setzen – aus Sparsamkeitsgründen?! Das ist billigste – billigste! – Polemik, weil Sie im Gegensatz zu Kollegem Scheibner keinen einzigen sachlichen Grund vorbringen konnten. Kollege Scheibner hat nämlich fairerweise Gründe für die Person Kabas gebracht; Sie hingegen haben versucht, für Ihren Vorschlag irgendwelche Gründe zu finden und sind nicht fündig geworden. Daher haben Sie am Schluss gesagt: Aus Sparsamkeitsgründen sparen wir es ein! (Abg. Ing. Westenthaler: Ihre Pension zum Beispiel!)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Stadler! Sagen Sie etwas zu Ihrer Pension! Stimmt es, dass Sie 6 000 € Pension haben?
Ich sage Ihnen: Die Volksanwaltschaft ist eine wichtige Einrichtung, die im Gegensatz etwa zum holländischen Modell – da hat Frau Kollegin Wurm Recht – sicherstellt, dass jeder Bürger einen Volksanwalt seines Vertrauens hat. Da braucht er sich nicht an Parteifarben zu halten, er kann sich jeden aussuchen; Beschwerde führend kann er sich an jeden Volksanwalt wenden, mit jedem Volksanwalt kann er persönlich in Kontakt treten. Das gibt es beispielsweise in anderen Ländern nicht: Es gibt Länder, die sich überlegen, das österreichische Modell zu übernehmen, meine Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Stadler! Sagen Sie etwas zu Ihrer Pension! Stimmt es, dass Sie 6 000 € Pension haben?)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben freiwillig optiert!
Schauen Sie, ich will Ihnen etwas sagen: Wenn Sie dauernd dieses Modell bemühen, dann fragen Sie doch nach, ob das nicht das gleiche Modell ist, das Ihr angebeteter Halbgott Jörg Haider auch genutzt hat oder Ihr jetzt soeben aus dem Amt gejagter Kollege Martin Strutz genutzt hat! – Geh, fragen Sie einmal nach! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben freiwillig optiert!) – In Absprache mit Jörg Haider übrigens! Ich wiederhole: In Absprache mit Jörg Haider! Fragen Sie nach! (Abg. Ing. Westenthaler: Ah so?!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ah so?!
Schauen Sie, ich will Ihnen etwas sagen: Wenn Sie dauernd dieses Modell bemühen, dann fragen Sie doch nach, ob das nicht das gleiche Modell ist, das Ihr angebeteter Halbgott Jörg Haider auch genutzt hat oder Ihr jetzt soeben aus dem Amt gejagter Kollege Martin Strutz genutzt hat! – Geh, fragen Sie einmal nach! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben freiwillig optiert!) – In Absprache mit Jörg Haider übrigens! Ich wiederhole: In Absprache mit Jörg Haider! Fragen Sie nach! (Abg. Ing. Westenthaler: Ah so?!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aus Steuerzahlerkosten freiwillig optiert! Die Steuerzahler zahlen Ihre Pension!
Schauen Sie, Herr Kollege Ing. Westenthaler: Wenn man im Glashaus sitzt, sollte man nicht mit Steinen werfen. Das müsste sogar einem Techniker – einem so versierten Techniker wie Herrn Ing. Westenthaler – geläufig sein, dieses bäuerliche Sprichwort, meine Damen und Herren, Hohes Haus. (Abg. Ing. Westenthaler: Aus Steuerzahlerkosten freiwillig optiert! Die Steuerzahler zahlen Ihre Pension!)
Beifall bei der FPÖ. –Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben freiwillig optiert! Sie kassieren eine Steuerzahlerpension!
Sie können mit Ihrer orangen Krawatte wacheln und brüllen dazu, es nützt Ihnen nichts! Es ist Ihr Chef gewesen, der das Ganze inszeniert hat. (Beifall bei der FPÖ. –Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben freiwillig optiert! Sie kassieren eine Steuerzahlerpension!) – Ja! Ja, Herr Westenthaler! Sie werden deswegen auch kein längeres politisches Überleben haben! Und Sie werden jedes Wortgefecht mit mir – das haben Sie schon in der Vergangenheit verloren – auch weiterhin verlieren!
Abg. Ing. Westenthaler: Ah so?!
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Lassen Sie mich zum Abschluss noch bei meinen Kollegen Dr. Peter Kostelka und Rosemarie Bauer Dank sagen für die gute Zusammenarbeit. Sie war weit besser, als es in der Öffentlichkeit mitunter erschien – sie war wirklich gut! (Abg. Ing. Westenthaler: Ah so?!) Wir haben eine sehr kameradschaftliche, kollegiale, zum Teil sogar schon freundschaftliche Zusammenarbeit gepflogen.
Demonstrativer Beifall der Abgeordneten Dr. Stummvoll und Ing. Westenthaler.
Aus Sicht der Österreichischen Volkspartei ist es so, dass wir mit dieser sozial gestaffelten Einmalzahlung die richtige Balance gefunden haben, und wir haben im Sinne der Armutsbekämpfung mit der besonderen Berücksichtigung der Ausgleichszulagenrichtsätze, nämlich mit deren überproportionalen Anhebung, richtig gehandelt. Immerhin, meine Damen und Herren, sind diese Einzelrichtsätze seit dem Jahr 1999 – und darauf können wir gemeinsam stolz sein – immerhin von 589 €, Herr Kollege Strache, auf jetzt 726 € ab dem 1. Jänner angehoben worden, eine Anhebung um 23 Prozent in diesen Jahren, weil es uns von der Österreichischen Volkspartei ein besonderes Anliegen ist, im Sinne der Armutsbekämpfung zu handeln. Das betrifft auch den Familienrichtsatz, der in dem Zeitraum um 30 Prozent angehoben wurde – um 30 Prozent, meine Damen und Herren! (Demonstrativer Beifall der Abgeordneten Dr. Stummvoll und Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Geh, hör auf!
Heute ist ein schwarzer Tag für den Parlamentarismus, ein schwarzer Tag für die Pensionistinnen und Pensionisten, da eben heute 32 Prozent der Gesamtbevölkerung über den Tisch gezogen werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Geh, hör auf!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das stimmt nicht! Das ist schon einmal falsch!
†Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ)|: Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Fangen wir vielleicht gleich mit dem BZÖ an, Herr Ing. Westenthaler! Sechs Jahre Regierung, zuerst ÖVP/FPÖ und mit den gleichen Akteuren ÖVP/BZÖ (Abg. Ing. Westenthaler: Das stimmt nicht! Das ist schon einmal falsch!): Sie haben in dieser Zeit nicht nur die bereits von meinen Vorrednern aufgezählten realen Kürzungen zu verantworten, Sie haben auch den schlimmsten Eingriff, nämlich die Pensionsreform 2003 – eine Pensionskürzungsreform – gemeinsam mit der ÖVP durchgeführt. – Also bei allem Lob für neue Schritte: Die Vergangenheit war keine im Interesse der Seniorinnen und Senioren.
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt aber auch Stimmen verloren!
An dieser Stelle möchte ich schon auch ein paar Dinge klarstellen. Was hat sich denn verändert? – Am 1. Oktober heurigen Jahres haben die Menschen jener Politik, die bisher dominierend war, keine Mehrheit mehr gegeben (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt aber auch Stimmen verloren!), und den ersten Effekt – den ersten Effekt! – können die Menschen bei dieser gemeinsamen Regelung sehen. Und ich möchte es in Ziffern erläutern, weil oft die Frage kommt: Gibt es die 1,9 Prozent, gibt es einen höheren Betrag?
Abg. Ing. Westenthaler – auf Bundesministerin Haubner weisend, die hinter ihm in den Bankreihen sitzt –: Die Sozialministerin ist da!
†Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne)|: Herr Präsident! Ich möchte mich auch noch bei der Frau Justizministerin dafür bedanken, dass sie immer an der Debatte teilgenommen hat, indem sie zugehört hat. Wir bemerken das sehr wohl, weil bei manchen ersten Lesungen, wie nun bei dieser zum Arbeitslosenversicherungsrecht, das Interesse der Mitglieder der Bundesregierung, sich mit dem Parlament auseinanderzusetzen, offensichtlich sehr gering ist. (Abg. Ing. Westenthaler – auf Bundesministerin Haubner weisend, die hinter ihm in den Bankreihen sitzt –: Die Sozialministerin ist da!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist nicht mein Problem!
Ja, aber jetzt sitzt sie als Abgeordnete da! Das ist Ihr Problem, dass Sie einmal hier sitzen und einmal da sitzen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist nicht mein Problem!) Das ist ein eher ungewöhnlicher Vorgang.
Abg. Brosz: Ist ja nicht wahr! – Abg. Ing. Westenthaler: Stimmt nicht!
Wenn wir uns zum Beispiel den ländlichen Raum anschauen, stellen wir fest, dort gibt es in Wirklichkeit dieses Problem überhaupt nicht. Die meisten Schulen, Volks- und Hauptschulen im ländlichen Raum haben doch wesentlich weniger als 25 Schüler. (Abg. Brosz: Ist ja nicht wahr! – Abg. Ing. Westenthaler: Stimmt nicht!) Wir haben in Tirol zum Beispiel Schulklassen mit 7 Schülern. Da stellt sich die Frage, wie wir mittelfristig überhaupt die Finanzierung vieler Klein- und Kleinstschulen sicherstellen. Sie ist derzeit zum Beispiel im Land Tirol nur deswegen sichergestellt, weil auch das Land Tirol Geld in die Hand nimmt. Das heißt, da geht es einfach darum, dass wir Strukturen im ländlichen Raum aufrechterhalten, und dazu gehört auch die Aufrechterhaltung von Klein- und Kleinstschulen.
Abg. Ing. Westenthaler: Er hat einen Namen!
†Abgeordnete Mag. Christine Lapp (SPÖ)|: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Hohes Haus! Sehr geehrter Herr Kollege, der vor mir gesprochen hat! (Abg. Ing. Westenthaler: Er hat einen Namen!) „Echte Integration“ ist es nicht, einzelne Kinder wegzusperren oder quer durch die Stadt zu schicken. Das sind keine Maßnahmen, die zu einer Integration und zu einem Miteinander führen! Da sind Sie wirklich auf dem Holzweg – und da sprechen Sie nicht für die Integration in unserem Land, sondern säen Zwietracht und Auseinandersetzung. Und so etwas lehnen wir von der SPÖ vehement ab. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das war vor der Wahl!
Aber FPÖ und BZÖ werfen alles in einen großen Topf, nennen diesen Einheitsschule, rühren mit ihren stereotypen Formulierungen herum – heraus kommen keine Neuigkeiten und nicht mehr Ressourcen, wie wir in den letzten Jahren, als das BZÖ noch in der Regierung war, gesehen haben, denn das BZÖ hat es zur Kunst erhoben, im Liegen noch umzufallen. Darin ist es wirklich wahrer Meister. Im Zuge des Wahlkampfes haben alle Parteien erkannt, dass den Menschen der Bildungsbereich ein sehr wichtiger Bereich, ein wichtiges Thema ist, ist Bildung doch eine enorm wichtige Voraussetzung für gute Zukunftschancen unserer Kinder. Das BZÖ ist erst nach der Wahl darauf gekommen und hat einen Antrag – den wir heute diskutieren – zur Senkung der KlassenschülerInnenhöchstzahlen eingebracht. (Abg. Ing. Westenthaler: Das war vor der Wahl!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Westenthaler!
†Präsidentin Dr. Eva Glawischnig-Piesczek|: Frau Kollegin, eine Sekunde, bleiben Sie noch kurz da! Nachfrage: Haben Sie Westenthaler oder Bestenthaler gesagt? (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Westenthaler!) – Westenthaler. Ganz normal. Danke sehr. (Zwischenrufe.)
Sitzung Nr. 6
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Klubobmann Molterer hat bereits darauf hingewiesen: Eine derartige Schlagzeile, einen derartigen Aufmacher habe ich in den vielen Jahren meiner politischen Tätigkeit noch nicht erlebt: „Ein kleines Wirtschaftswunder“! Mehr als 3 Prozent Wachstum, viele neue Jobs, Unternehmensgründungen, Bruttoinlandsprodukt pro Kopf höher als das der Schweiz! (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) – Es war nicht irgendwer, der uns das bestätigt, sondern, Herr Kollege Westenthaler, das war immerhin der Internationale Währungsfonds, der gesagt hat, Österreich liegt nicht nur vor Deutschland – da sind wir schon seit Jahren derartige Meldungen gewohnt –, sondern erstmals auch vor der Schweiz.
Abg. Ing. Westenthaler: Vor allem die Gewerkschaftsmitglieder! – Abg. Scheibner: Die Gewerkschaftsmitglieder sind sehr sensibel!
Abgeordnete Renate Csörgits (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Sehr geschätzte Damen und Herren! Gerade die Rede des Herrn Abgeordneten Westenthaler hat gezeigt, dass die Bevölkerung in Österreich, die Arbeiter, die Angestellten, die Beamten, wesentlich sensibler sind und sehen, was in den letzten Jahren nicht zu ihrem Vorteil geschehen ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Vor allem die Gewerkschaftsmitglieder! – Abg. Scheibner: Die Gewerkschaftsmitglieder sind sehr sensibel!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das meinen Sie aber nicht ernst, oder?
Noch eine Anmerkung zur Wirtschaftskompetenz des Herrn Ing. Westenthaler. Soviel ich weiß, war Heinz-Christian Strache Unternehmer, und Sie, Herr Westenthaler, waren Sekretär. Unternehmer treffen Entscheidungen, Sekretäre sind Zuträger und Informationsbringer und treffen keine Entscheidungen. (Abg. Großruck: Na!) So viel zur „Wirtschaftskompetenz“ eines Sekretärs gegenüber der eines Unternehmers. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das meinen Sie aber nicht ernst, oder?) Das sei auch einmal hier festgehalten.
Abg. Dr. Fasslabend: Das stimmt nicht! – Abg. Ing. Westenthaler: Falsch!
Zum Abschluss möchte ich Ihnen noch etwas sagen: Wir haben mehr Arbeitslose als jemals zuvor! Sie haben es geschafft, die Statistik so zu ... (Abg. Dr. Fasslabend: Das stimmt nicht! – Abg. Ing. Westenthaler: Falsch!) Es gibt inklusive der Personen, die beim AMS in den Umschulungskursen sind, die Sie übrigens in der Zwischenzeit mit der Zahl von 61 000 in eine exorbitante Höhe getrieben haben, mehr Arbeitslose als je zuvor (Abg. Dr. Fasslabend: Das ist falsch!), wenn man die Gesamtzahl der österreichischen Bevölkerung hernimmt. Was Sie vergessen: Die österreichische Bevölkerung ist ja auch gewachsen und nicht nur die Zahl der Arbeitslosen, wenn Sie es so sehen.
Abg. Ing. Westenthaler: Da habt Ihr Erfahrung!
und der Möglichkeit, die Parteien zu benennen. Das kommt nämlich da auch nicht vor. Die große Streitfrage war ja dann: Kann der Bundeswahlvorschlag sich von Landeswahlvorschlägen unterscheiden? (Abg. Ing. Westenthaler: Da habt Ihr Erfahrung!) Auch da wäre es wohl sinnvoll, Klarheit zu schaffen und das nicht im Nachhinein zu behandeln – bis zu der Frage, ob eine Partei, die dann 4,11 Prozent – glaube ich – gehabt hat, möglicherweise durch eine Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes auch aus dem Parlament fallen kann.
Abg. Ing. Westenthaler: Monatlich!
Abgeordnete Heidrun Silhavy (SPÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Herr Ing. Westenthaler, als Frau war ich, als ich Ihnen jetzt zugehört habe, zutiefst betroffen. Sie sprachen von den großartigen Leistungen, die diese Frauen erbracht haben – da gebe ich Ihnen Recht –, aber Sie wollen diese Frauen mit 150 € abspeisen (Abg. Ing. Westenthaler: Monatlich!), eine Zuwendung, auf die sie nicht einmal einen Rechtsanspruch haben! (Abg. Ing. Westenthaler: Zusätzlich monatlich!) Das ist eine typische Almosenpolitik, die Sie da betreiben, nach dem Motto: Wer brav ist und uns gefällt, der kriegt Almosen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Von Ihnen haben sie gar nichts bekommen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Zusätzlich monatlich!
Abgeordnete Heidrun Silhavy (SPÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Herr Ing. Westenthaler, als Frau war ich, als ich Ihnen jetzt zugehört habe, zutiefst betroffen. Sie sprachen von den großartigen Leistungen, die diese Frauen erbracht haben – da gebe ich Ihnen Recht –, aber Sie wollen diese Frauen mit 150 € abspeisen (Abg. Ing. Westenthaler: Monatlich!), eine Zuwendung, auf die sie nicht einmal einen Rechtsanspruch haben! (Abg. Ing. Westenthaler: Zusätzlich monatlich!) Das ist eine typische Almosenpolitik, die Sie da betreiben, nach dem Motto: Wer brav ist und uns gefällt, der kriegt Almosen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Von Ihnen haben sie gar nichts bekommen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Von Ihnen haben sie gar nichts bekommen!
Abgeordnete Heidrun Silhavy (SPÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Herr Ing. Westenthaler, als Frau war ich, als ich Ihnen jetzt zugehört habe, zutiefst betroffen. Sie sprachen von den großartigen Leistungen, die diese Frauen erbracht haben – da gebe ich Ihnen Recht –, aber Sie wollen diese Frauen mit 150 € abspeisen (Abg. Ing. Westenthaler: Monatlich!), eine Zuwendung, auf die sie nicht einmal einen Rechtsanspruch haben! (Abg. Ing. Westenthaler: Zusätzlich monatlich!) Das ist eine typische Almosenpolitik, die Sie da betreiben, nach dem Motto: Wer brav ist und uns gefällt, der kriegt Almosen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Von Ihnen haben sie gar nichts bekommen!)
Abg. Ing. Westenthaler spricht mit einem Mitarbeiter.
Ich würde mir sehr wünschen ... (Abg. Ing. Westenthaler spricht mit einem Mitarbeiter.) – Vielleicht könnten Sie mir zuhören, Herr Ing. Westenthaler, es ist nicht ganz „un-
Abg. Ing. Westenthaler spricht weiterhin mit einem Mitarbeiter.
geschickt“, was ich hier sage! (Abg. Ing. Westenthaler spricht weiterhin mit einem Mitarbeiter.) – Gut, okay, soll nicht sein, macht nichts; man kann es ja nachlesen, wenn es einen wirklich interessiert.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind peinlich!
Ich muss ehrlich sagen: Das ist empörend – und es tut mir Leid, dass auch Frauen diese Anschauung haben! Das verstehe ich, wenn man sagen will, man will einzelnen Personen helfen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind peinlich!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein peinlicher Auftritt ist das, bis zum Gehtnichtmehr!
Nein, peinlich sind Sie! Äußerst peinlich! Und gerne bringe ich das den Frauen zur Kenntnis, was Sie da gesagt haben, denn das ist peinlich, weil das sozialer Zynismus pur ist! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein peinlicher Auftritt ist das, bis zum Gehtnichtmehr!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben den Frauen überhaupt nichts gegeben! Jahrzehntelang nicht!
Da bin ich gerne peinlich, im Gegensatz zu Ihnen, denn mir ist es lieber, peinlich zu sein, als zynisch zu sein, und mir ist es lieber, die Menschen zu lieben, als sie zu verachten, Herr Kollege! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben den Frauen überhaupt nichts gegeben! Jahrzehntelang nicht!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Bei so viel Unsinn fällt es mir schwer, Ihnen zuzuhören! Bei so viel Unsinn, was da verzapft wird!
Sie sagen, die Grundsicherung sei etwas für die soziale Hängematte. Wir sagen, das ist das Mindeste, was wir diesen Menschen zugestehen. Und ich muss Ihnen ehrlich sagen: Wir sollten uns sogar gemeinsam bemühen, über diese Bedarfsorientierung drüberzukommen, um für das Alter zumindest eine Grundsicherung zu haben. Aber darüber kann man mit Ihnen nicht einmal reden, denn Sie sind nicht einmal in der Lage, zuzuhören. Das ist überhaupt das Peinlichste! Ich frage mich, wozu Sie überhaupt hier herinnen sitzen, wenn Sie nicht einmal zuhören können! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Bei so viel Unsinn fällt es mir schwer, Ihnen zuzuhören! Bei so viel Unsinn, was da verzapft wird!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie stehen seit 8 Minuten draußen und haben eigentlich noch nichts gesagt!
kann, dann ist er sowieso fehl am Platz. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie stehen seit 8 Minuten draußen und haben eigentlich noch nichts gesagt!) Aber die Wählerinnen und Wähler haben Ihnen ohnehin gesagt, wo Sie am Platz sind, nämlich nicht da im Haus, sondern in erster Linie woanders. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt weiß ich, warum Sie 8 Minuten Redezeit haben! Damit Sie nichts sagen in 8 Minuten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt weiß ich, warum Sie 8 Minuten Redezeit haben! Damit Sie nichts sagen in 8 Minuten!
kann, dann ist er sowieso fehl am Platz. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie stehen seit 8 Minuten draußen und haben eigentlich noch nichts gesagt!) Aber die Wählerinnen und Wähler haben Ihnen ohnehin gesagt, wo Sie am Platz sind, nämlich nicht da im Haus, sondern in erster Linie woanders. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt weiß ich, warum Sie 8 Minuten Redezeit haben! Damit Sie nichts sagen in 8 Minuten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Kein Geld für die Frauen wollen Sie!
Herr Ing. Westenthaler, ich habe Ihnen gesagt, was wir von Ihrem Antrag halten. Ich habe Ihnen gesagt, was das eigentlich sozialpolitisch bedeutet. (Abg. Ing. Westenthaler: Kein Geld für die Frauen wollen Sie!) Nein! Wir wollen mehr Geld für die Frauen. (Abg. Ing. Westenthaler: Bis jetzt haben sie keines gekriegt!) Wir wollen, dass die Frauen einen gerechten Anteil haben – und nicht, dass die Frauen mit Almosen abgespeist werden, wie Sie es machen, denn das ist zynisch. Das haben sich die Frauen nicht verdient! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Bis jetzt haben sie keines gekriegt!
Herr Ing. Westenthaler, ich habe Ihnen gesagt, was wir von Ihrem Antrag halten. Ich habe Ihnen gesagt, was das eigentlich sozialpolitisch bedeutet. (Abg. Ing. Westenthaler: Kein Geld für die Frauen wollen Sie!) Nein! Wir wollen mehr Geld für die Frauen. (Abg. Ing. Westenthaler: Bis jetzt haben sie keines gekriegt!) Wir wollen, dass die Frauen einen gerechten Anteil haben – und nicht, dass die Frauen mit Almosen abgespeist werden, wie Sie es machen, denn das ist zynisch. Das haben sich die Frauen nicht verdient! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das wäre ein Ehrentitel für die Frau!
Präsidentin Dr. Eva Glawischnig-Piesczek: Herr Kollege Westenthaler, ich verweise nur darauf, dass in der XVIII. GP für den Ausdruck „Unsinn“ ein Ordnungsruf erteilt worden ist. Ich verzichte heute noch darauf, aber ich würde Sie bitten, sich in Zukunft ein bisschen zu mäßigen. – Danke. (Abg. Ing. Westenthaler: Das wäre ein Ehrentitel für die Frau!)
Abg. Ing. Westenthaler: Nein!
Wenn Sie sagen: Es ist eine Verpflichtung!, dann machen Sie das Gesetz auch so, dass es verpflichtend ist. Sie tun genau das Gegenteil: Sie machen ein Almosen daraus! (Abg. Ing. Westenthaler: Nein!) Sie machen eine Kann-Bestimmung: Wenn wir genug Geld haben, dann bekommt ihr das Geld, wenn wir es nicht haben, gute Frauen, dann habt ihr Pech gehabt, dann schaut ihr durch die Finger! (Abg. Ing. Westenthaler: Bis jetzt haben sie es gar nicht gekriegt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Bis jetzt haben sie es gar nicht gekriegt!
Wenn Sie sagen: Es ist eine Verpflichtung!, dann machen Sie das Gesetz auch so, dass es verpflichtend ist. Sie tun genau das Gegenteil: Sie machen ein Almosen daraus! (Abg. Ing. Westenthaler: Nein!) Sie machen eine Kann-Bestimmung: Wenn wir genug Geld haben, dann bekommt ihr das Geld, wenn wir es nicht haben, gute Frauen, dann habt ihr Pech gehabt, dann schaut ihr durch die Finger! (Abg. Ing. Westenthaler: Bis jetzt haben sie es gar nicht gekriegt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Dafür gibt es einen Heizkostenzuschuss!
Ich sage Ihnen: Die Antwort auf dieses Problem – und dieses Problem haben wir; diese Menschen gibt es, und die wissen wirklich nicht, wie sie morgen heizen sollen (Abg. Ing. Westenthaler: Dafür gibt es einen Heizkostenzuschuss!) –, also die Antwort auf dieses Problem kann nur eine Grundpension für alle sein, so wie es ja unser grünes Pensionsmodell vorsieht, und zwar mit einem Rechtsanspruch für jede und jeden in Österreich – aber nicht ein Antrag wie Ihrer, der neues Unrecht schafft, neue Unklarheit im rechtlichen Bereich schafft. Das kann nicht die Lösung für dieses Problem sein, sondern die Lösung kann nur in einer klaren gesetzlichen Regelung bestehen. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sicher nicht! Aus Protest lese ich den Antrag nicht!
Schlussendlich möchte ich noch festhalten: Natürlich haben wir im Rahmen der begleitenden Veranstaltungen intensiv mitgearbeitet, wir haben unsere Themen eingebracht, aber letztendlich braucht es auch die gesetzliche Normierung. Daher ersuche ich Sie: Unterstützen Sie unseren Fristsetzungsantrag, damit im Landwirtschaftsausschuss endlich ein echtes Rahmengesetz beschlossen werden kann! – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sicher nicht! Aus Protest lese ich den Antrag nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das glaube ich nicht!
Jetzt gebe ich Ihnen schon zu, dass das im Präsidialprotokoll unscharf formuliert ist. Es gibt deshalb auch das Ersuchen um Korrektur. Ich möchte jetzt gar nicht so weit gehen, zu sagen, dass da irgendeine Absicht dahinter steht, dass Herr Pirklhuber irgendwie Einfluss genommen hat auf das Präsidialprotokoll. (Abg. Ing. Westenthaler: Das glaube ich nicht!) Nein, das glaube ich natürlich nicht. Aber wenn Sie sich erkundigt hätten, dann hätten Sie sicherlich gewusst, dass man selbstverständlich in der Präsidiale gesagt hat, für beide Tage keine Sonderaktionen, sonst wäre ja der Sozialausschuss nicht so dringlich gewesen, und da hätten wir eben diese Zeit nicht gehabt.
Abg. Scheibner: Das geht nicht! Man muss einen Antrag stellen! Das geht nicht! – Abg. Ing. Westenthaler: Das geht aber wirklich nicht, dass man sich jetzt aus der Bank meldet zur Geschäftsordnung als Replik auf einen Redebeitrag!
in dieser Debatte nicht melden kann. Deswegen gehe ich geschäftsordnungsmäßig auf die Aussage von Herrn Scheibner ein, der ja ... (Abg. Scheibner: Das geht nicht! Man muss einen Antrag stellen! Das geht nicht! – Abg. Ing. Westenthaler: Das geht aber wirklich nicht, dass man sich jetzt aus der Bank meldet zur Geschäftsordnung als Replik auf einen Redebeitrag!)
Abg. Ing. Westenthaler: Da hat er einen Antrag zu stellen!
Präsidentin Dr. Eva Glawischnig-Piesczek: Ich bitte um Ruhe! Eine Wortmeldung zur Geschäftsordnung ist immer möglich, sofern ein Antrag gestellt wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Da hat er einen Antrag zu stellen!) Das wurde aber in der Vergangenheit nicht so gehandhabt. Eine Runde zur Geschäftsordnung wurde immer zugelassen. Sie können sich gerne auch zur Geschäftsordnung zu Wort melden. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht als Antwort auf einen Redner! Der kann doch nicht aus der Bank auf einen Redner antworten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht als Antwort auf einen Redner! Der kann doch nicht aus der Bank auf einen Redner antworten!
Präsidentin Dr. Eva Glawischnig-Piesczek: Ich bitte um Ruhe! Eine Wortmeldung zur Geschäftsordnung ist immer möglich, sofern ein Antrag gestellt wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Da hat er einen Antrag zu stellen!) Das wurde aber in der Vergangenheit nicht so gehandhabt. Eine Runde zur Geschäftsordnung wurde immer zugelassen. Sie können sich gerne auch zur Geschäftsordnung zu Wort melden. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht als Antwort auf einen Redner! Der kann doch nicht aus der Bank auf einen Redner antworten!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Kein Antrag!
Und einmalig ist wirklich, während laufender Sitzung um 14 Uhr eine Veränderung des Präsidialprotokolls zu beantragen, wie das Herr Klubobmann Molterer gemacht hat. Das ist wirklich einmalig! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Kein Antrag!)
Abg. Ing. Westenthaler: Nein, im Jänner aber nicht, aber wirklich nicht! – Abg. Mag. Molterer: Jetzt melde ich mich auch!
Ich mache den Vorschlag, nachdem das in der Präsidiale eine sehr schwierige Plenarvorbereitung war, dass wir das noch nachbesprechen, selbstverständlich dann im Jänner. Und ich gehe davon aus, dass ... (Abg. Ing. Westenthaler: Nein, im Jänner aber nicht, aber wirklich nicht! – Abg. Mag. Molterer: Jetzt melde ich mich auch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ja, genau, jetzt!
Abgeordneter Mag. Wilhelm Molterer (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Frau Präsidentin, Sie haben das Jahr nicht dazu gesagt. Wenn wir ein Problem haben, dann werden wir das heute klären. (Abg. Ing. Westenthaler: Ja, genau, jetzt!) Und ich sage Ihnen: Es war so, und zwar in der vorigen Präsidiale und in jener dieser Woche, dass wir das für beide Tage vereinbart haben, so wie es Herr Kollege Van der Bellen mir auch bestätigt hat. Ich lege daher Wert darauf, dass es jetzt oder im Anschluss eine kurze Runde der Klubobmänner gibt, dass wir bestätigen, was wir ausgemacht haben.
Sitzung Nr. 8
Abg. Öllinger: Sie haben da gar nichts gemacht! – Abg. Broukal: 17 Prozent ist unter der Inflationsrate, Herr Westenthaler!
Es geht heute um die Erhöhung der Ausgleichszulage. Herr Kollege Öllinger, Sie haben Kritik an Frau Ministerin Haubner und an der Regierung geübt. Ich darf Ihnen schon sagen, dass wir vom Jahr 1999 bis zum Jahr 2006 die Ausgleichszulage in Österreich für Alleinstehende um 101 €, also um 17 Prozent (Abg. Öllinger: Hören Sie mir auf!), und für Verheiratete um 25 Prozent erhöht haben (Abg. Öllinger: Sie haben da gar nichts gemacht! – Abg. Broukal: 17 Prozent ist unter der Inflationsrate, Herr Westenthaler!), mit dem Ergebnis, dass es in Österreich schon vor dem heutigen Beschluss die dritthöchste Mindestpension in Europa gibt. Das lässt sich zeigen und ist ein Erfolg – und es ist auch gut so, dass wir das gemacht haben! (Beifall bei BZÖ und ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Es geht um die Mütter!
Abgeordnete Doris Bures (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Hohes Haus! Herr Abgeordneter Westenthaler, Ihre Krokodilstränen sind ja völlig unpassend. Mit der Politik in den letzten Jahren haben Sie tausende Menschen leider in die Armut getrieben. Sie reden jetzt so und haben in den letzten fünf Jahren gemeinsam mit der ÖVP eine Politik gemacht, wo zusätzlich 160 000 Menschen durch Ihre Belastungspolitik, die Sie betrieben haben, durch Ihre Politik, die nicht auf Beschäftigung und Wachstum gesetzt hat, akut arm geworden sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Es geht um die Mütter!) Es ist eigentlich ungeheuerlich, was Sie hier tun. Ich lade Sie ein: Wenn Sie tatsächlich bereit sind, Armut in diesem Land zu bekämpfen, dann unterstützen Sie die bedarfsorientierte Grundsicherung. (Abg. Dr. Stummvoll: Falsche Rede!) Dann können wir es von einem Tag auf den anderen schaffen, dass in einem so reichen Land wie Österreich tausende Menschen nicht mehr unter akuter Armut leben müssen, weil wir den Wohlstand gerechter verteilen. Das haben Sie in den letzten Jahren leider nicht gemacht, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Da ist es der Ministerin mit dem angeblich am rechten Fleck befindlichen Herzen nämlich völlig egal, ob diese Familien das Geld haben, ihre Kinder auch gut durchbringen zu können. Da ist es ihr nämlich völlig egal, ob sie Familienbeihilfe und damit Kinderbetreuungsgeld bekommen. – So schaut das in Wirklichkeit aus! Ein Ministerin, die solche Erlässe macht, ist es nicht wert, Familienministerin genannt zu werden. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie schaut denn das aus?
Herr Kollege Kickl von den Freiheitlichen, wenn Sie von der sozialen Gerechtigkeit reden, dann kriege ich einen Knopf im Bauch. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie schaut denn das aus?) Ihre soziale Gerechtigkeit endet nämlich genau dort, wo die Staatsbürgerschaft endet. (Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.) Ihre soziale Gerechtigkeit – oder das, was Sie dafür halten – gilt nur für die anständigen, aufrechten Österreicherinnen und Österreicher – möglichst im Trachtenanzug –, und alle anderen sollen schauen, wo sie bleiben in Österreich. So ist Ihre Gerechtigkeit definiert! (Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Bürgerinnen und Bürger sein, und genau aus dieser Richtung haben wir in den letzten Wochen, Monaten und Jahren immer wieder gehört – nicht nur ich, sicherlich auch Sie –, dass das Leben teurer geworden ist, aber die Pensionen immer weniger wert werden. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) – Das wird heute repariert, und nicht nur das, Herr Kollege Westenthaler. Wenn es Ihnen passt, sind Sie seit Mai dabei, wenn es Ihnen nicht passt, sind Sie länger dabei – je nach Belieben. Bleiben Sie glaubwürdig, denn Glaubwürdigkeit ist eines der wichtigsten Elemente, die wir Politikerinnen und Politiker vor den Bürgerinnen und Bürgern vorzuweisen haben! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit den Gewerkschaftspensionen, Herr Kollege? Müssen Sie die kürzen?
Ich darf eine Äußerung zu den Ausführungen des Herrn Dolinschek machen: So viel kann eine Gewerkschaft gar nicht erarbeiten und verhandeln, was dieser Bundesregierung in den letzten Jahren gelungen ist, den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern und PensionistInnen wegzunehmen. Das ist unmöglich für eine Gewerkschaftsbewegung! (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit den Gewerkschaftspensionen, Herr Kollege? Müssen Sie die kürzen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Zahlen die „Heuschrecken“ jetzt die Gewerkschaftspensionen?
Die unsozialsten Wesenszüge der Pensionsreform: doppelte Abschlagszahlungen bei Korridorpensionen, kein Pensionskorridor für Frauen, eine völlig unbefriedigende Hacklerregelung und eine noch viel schlimmere Schwerarbeiterregelung (Abg. Rädler: Eine alte Rede!), das war eine Politik nach dem Motto „länger arbeiten, weniger Pension“, und die Opfer dieser Art von Politik sind Frauen, Arbeitslose und nicht durchgängig Beschäftigte. (Abg. Ing. Westenthaler: Zahlen die „Heuschrecken“ jetzt die Gewerkschaftspensionen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Nennen Sie einen Fall! Einen Fall wollen wir wissen!
Die Grünen begrüßen daher ausdrücklich, dass ÖVP und SPÖ nunmehr über ihren Schatten gesprungen sind und mit der heutigen Novelle zum Familienbeihilfengesetz beziehungsweise Kinderbetreuungsgeldgesetz bestimmte so genannte Härtefälle korrigieren, beseitigen – nicht alle so genannten Härtefälle. Und „so genannt“ betone ich auch, denn es geht hier keineswegs um 150 Fälle, wie Ministerin Haubner einmal gesagt hat, mehrfach gesagt hat, unterstützt von Ministerin Prokop, wenigstens zu einem bestimmten Zeitpunkt, sondern es geht hier um Tausende von Kindern (Abg. Steibl: Das stimmt nicht!) und deren Mütter (Abg. Ing. Westenthaler: Nennen Sie einen Fall! Einen Fall wollen wir wissen!), die jetzt besser gestellt werden – im Wesentlichen dadurch, dass Familienbeihilfe und Kinderbetreuungsgeld grundsätzlich ab Geburt des Kindes zustehen, sofern natürlich Familienbeihilfe und Kinderbetreuungsgeld überhaupt zustehen.
Abg. Scheibner: Die keines erhalten haben, Herr Kollege! Nicht: „kein volles“! – Abg. Ing. Westenthaler: Die abgelehnt worden sind!
Die zweite wichtige Neuregelung – und hier geht es um sehr viele Fälle von Kindern und Müttern – ist, dass der Kreis der Anspruchsberechtigten erweitert wird, nämlich auf einen Teil – nicht auf alle, aber auf einen Teil – der so genannten subsidiär Schutzbedürftigen in Österreich. Das sind, kurz gesagt, Menschen, die kein volles Asyl erhalten haben (Abg. Scheibner: Die keines erhalten haben, Herr Kollege! Nicht: „kein volles“! – Abg. Ing. Westenthaler: Die abgelehnt worden sind!), aber auch in ihr Heimatland aus bestimmten Gründen nicht abgeschoben werden können, weil sie von
Abg. Ing. Westenthaler: Alle falsch! Alle falsch! Genau wie Ihr Fall!
Meine Damen und Herren, wird das heute beschlossen, weil Weihnachten vor der Tür steht? – Sicher nicht. Die Ironie der Geschichte will es, dass ausgerechnet Sozialministerin Haubner, die ja gegen die heutige Novellierung ist, mit ihrem berühmt-berüchtigten Erlass vom August dieses Jahres die Novellierung geradezu provoziert und erzwungen hat, wenn man so will, nämlich durch den Druck der Öffentlichkeit, der über die Wochen dann langsam entstanden ist. Mein ausdrücklicher Dank gilt hier den Medien, den Zeitungen und anderen Medien, die Woche für Woche Fälle berichtet haben, die auf Grund des Haubner-Erlasses und des Fremdenrechtspaketes in Österreich entstanden sind (Abg. Ing. Westenthaler: Alle falsch! Alle falsch! Genau wie Ihr Fall!) und existieren. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Nennen Sie einen Fall! – Abg. Ing. Westenthaler: Einen einzigen Fall!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Nennen Sie einen Fall! – Abg. Ing. Westenthaler: Einen einzigen Fall!
Meine Damen und Herren, wird das heute beschlossen, weil Weihnachten vor der Tür steht? – Sicher nicht. Die Ironie der Geschichte will es, dass ausgerechnet Sozialministerin Haubner, die ja gegen die heutige Novellierung ist, mit ihrem berühmt-berüchtigten Erlass vom August dieses Jahres die Novellierung geradezu provoziert und erzwungen hat, wenn man so will, nämlich durch den Druck der Öffentlichkeit, der über die Wochen dann langsam entstanden ist. Mein ausdrücklicher Dank gilt hier den Medien, den Zeitungen und anderen Medien, die Woche für Woche Fälle berichtet haben, die auf Grund des Haubner-Erlasses und des Fremdenrechtspaketes in Österreich entstanden sind (Abg. Ing. Westenthaler: Alle falsch! Alle falsch! Genau wie Ihr Fall!) und existieren. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Nennen Sie einen Fall! – Abg. Ing. Westenthaler: Einen einzigen Fall!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die ihr selber beschlossen habt!
Dieser Erlass hat mit Recht zu großer öffentlicher Empörung geführt, und man erwartet zu Recht von uns, dass wir dafür sorgen, dass diese unmenschliche Regelung zurückgenommen und repariert wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Die ihr selber beschlossen habt!) Dieser Erlass hat nichts anderes bedeutet, als dass Frauen, junge Frauen, die seit vielen Jahren ganz legal in unserem Land leben, hier arbeiten, ihre Steuern zahlen, ein Kind bekommen, auf einmal draufkommen, dass sie kein
Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich, was Sie da sagen!
Das kann nicht sein, Frau Bundesministerin, und ich habe mir während der ganzen öffentlichen Debatte immer gedacht: Was empfinden Sie dabei? Was empfinden Sie dabei, wenn Sie lesen, was die paar Seiten Papier, die Sie da herausgegeben haben, für das Leben von Menschen bedeuten? Was empfinden Sie, wenn Ihnen vor Augen geführt wird, dass eine Mutter ihr Kind nur mehr mit einem Brei aus Wasser und Mehl füttern kann, weil sie überhaupt kein Geld zum Leben hat? (Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich, was Sie da sagen!) Was empfinden Sie dabei, wenn Sie lesen, dass eine andere Mutter ihr Kind nur mehr mit Plastiksackerln wickeln kann, weil sie sich keine Windeln leisten kann? Was empfinden Sie dabei, wenn eine andere Mutter wiederum erzählt, sie ist nach ein paar Monaten draufgekommen: Um Gottes willen, ich habe ja gar keine Versicherung für mich und mein Baby gehabt!?
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!
Frau Abgeordnete Kuntzl, Sie haben schon einen richtigen Satz gesagt: Sie haben in Ihrer Rede gesagt ... (Abg. Riepl: Viele!) – Nein, einen, Kollege Riepl! Einer, der reicht, und das ist schlimm genug! Sie haben gesagt, man solle nicht solche Konflikte auf dem Rücken von Babys austragen, um politisches Kleingeld zu wechseln. – Richtig!, nur: Warum machen Sie das dann, Frau Kollegin Kuntzl? Warum machen Sie das? – Ich gebe Ihnen die Antwort: Sie und einige andere auch in Ihrer Fraktion und auch die vereinigte Linke außerhalb dieses Parlaments haben ja gewartet, haben ein Jahr gewartet seit Beschlussfassung des Fremdenrechts-Pakets, wo Sie damals ja große Konflikte in Ihrer Partei und in Ihrer Fraktion gehabt haben, bis man endlich wieder diese Problematik thematisieren kann, und möchten über diesen Umweg – Babys missbrauchen für eigene politische Ziele – dieses Fremdenrechts-Paket wieder aufschnüren. Das ist doch in Wahrheit der Hintergrund für diese Kampagne, meine Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!)
Abg. Ing. Westenthaler: Nicht ein einziger Fall! Stoisits hat keinen einzigen Fall anführen können!
Als Herr Kollege Van der Bellen hier gesprochen hat – er ist momentan nicht da; die Bänke der Grünen sind überhaupt ein bisschen schütter besetzt; dieses Thema ist also anscheinend doch nicht so gravierend und wichtig –, wenn darüber gesprochen wird, dann wird immer von tausenden Fällen gesprochen. Und ich sage Ihnen ganz ehrlich: Als ich gehört habe, tausende Fälle und Babys, die da jetzt betroffen sind, habe ich mir auch gesagt: Moment! Wenn das stimmt, dann ist Handlungsbedarf gegeben. Und wir haben da wirklich recherchiert: Wo sind die tausenden Fälle, meine Damen und Herren? Im Ausschuss ist das auch diskutiert worden, Frau Abgeordnete Stoisits. Wir haben gesagt: Bringen Sie die Fälle! Nicht ein einziger Fall, der das belegen könnte, was Sie sagen, ist aufgetreten, meine Damen und Herren! Das ist die Wahrheit! Wo sind die „tausenden Fälle“? (Abg. Ing. Westenthaler: Nicht ein einziger Fall! Stoisits hat keinen einzigen Fall anführen können!)
Abg. Öllinger: Was ist mit Westenthaler?
Ich bekenne mich zur Integration, keine Frage. Ich bekenne mich dazu, dass hier auch entsprechende Rechte gegeben werden müssen. (Abg. Öllinger: Was ist mit Westenthaler?) – Herr Kollege Öllinger! Diese Plattitüde können Sie sich sparen in Ihren Aussagen!
Abg. Ing. Westenthaler: Das passiert aber!
Meine Damen und Herren! Zur Polemik des BZÖ in der gestrigen Sitzung des Sozialausschusses: Dort hat Herr Staatssekretär Dolinschek wirklich allen Ernstes behauptet, gäbe es diesen Erlass nicht, würden Schlepper illegal Kinder über die Grenze bringen, damit sie das Kinderbetreuungsgeld kassieren können. (Abg. Ing. Westenthaler: Das passiert aber!) – Lieber Kollege Dolinschek, ich bin schon neugierig darauf, ob ab heute, wenn wir dieses Gesetz beschließen, Schlepper mit Hunderten Kinderwagen, denn da kann es sich nur um Neugeborene, um Babys handeln, über die Grenze kommen, um Kindergeld kassieren zu können. (Zwischenruf des Abg. Dolinschek.)
Abg. Ing. Westenthaler: Anscheinend nicht!
Natürlich ist die Valorisierung des Pflegegeldes nach wie vor auch ein wichtiger Punkt. Sie haben ja vorher zitiert, Frau Kollegin Haidlmayr, dass mir das ein sehr großes Anliegen ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Anscheinend nicht!) Und Sie können versichert sein, dass ich bei den Koalitionsverhandlungen diesen Weg weitergehe. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Warum hört Ihnen niemand in Ihrer eigenen Partei zu? Nur zwei Leute hören Ihnen zu!
Der Kollege Westenthaler ist viel, viel weniger Sozialrevolutionär als einer der Mitarchitekten einer Bilanz, die eine traurige ist. Da sind zu nennen: Rekordarbeitslosigkeit, Rekordzuwanderung, Rekordarmut. Und da fallen und sicherlich noch einige Dinge mehr ein. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum hört Ihnen niemand in Ihrer eigenen Partei zu? Nur zwei Leute hören Ihnen zu!)
Abg. Broukal: Wo sind Ihre Leute, Herr Westenthaler?
Uns geht es darum, dass wir die Pflegemisere, die im Wahlkampf diskutiert und danach vergessen worden ist (Abg. Broukal: Wo sind Ihre Leute, Herr Westenthaler?) – es ist das eine vergessene Materie von Ihnen von der Sozialdemokratie, aber auch von den anderen Parteien –, weiter diskutieren, denn es kann nicht sein, dass ein Antrag auf Legalisierung von illegalen Pflegern allein die Lösung ist für den Pflegenotstand und die Pflegemisere, die Sie ausgerufen haben. (Beifall beim BZÖ.) Das kann es nicht sein, das kann nicht die einzige Maßnahme sein, sondern es muss etwas passieren.
Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin hier!
Sie haben es selbst ausgeführt, Herr Ing. Westenthaler – jetzt geht er hinaus, weil er es nicht mehr hören kann (Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin hier!) –: Sie zahlen den Ländern nur dann einen Bundeszuschuss, wenn es auch einen Landesheizkosten-
Abg. Ing. Westenthaler: Die Behauptung stimmt nicht!
Frau Präsidentin! Meine Herren Staatssekretäre! Meine Damen und Herren! Herr Abgeordneter Westenthaler hat behauptet, es sei im Winter in Österreich überall gleich kalt und es müsse daher gleich viel geheizt werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Behauptung stimmt nicht!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Persönliche Erwiderung!
Ich berichtige tatsächlich: Die Maßzahl dafür nennt sich Heizgradtag. Im Heimatbezirk von Herrn Westenthaler, im 11. Bezirk in Wien, hat es 3 387 Heizgradtage, in Klagenfurt mit 4 000 schon um 20 Prozent mehr, und in Lunz am See gibt es mit 4 500 Heizgradtagen um 50 Prozent mehr Heizbedarf im Winter, Herr Ingenieur! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Persönliche Erwiderung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihres ist gar nicht vorhanden!
Abgeordnete Mag. Melitta Trunk (SPÖ): Geschätzte Frau Präsidentin! Geschätzte Kollegen und Kolleginnen! Das Erinnerungskapazitätsvermögen des Kollegen Westenthaler – das hat jetzt seine letzte Wortmeldung bewiesen – ist manchmal nicht sehr weitläufig. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihres ist gar nicht vorhanden!) Aber, Herr Kollege Westenthaler, Sie sind ein flotter Austeiler! Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass Sie Probleme mit dem Aussprechen von Namen – Trunk und Stunk und so – haben. Sie haben meinen Kollegen Erwin Spindelberger und dessen Namen massiv verunglimpft. (Abg. Eßl: Das war die Frau Präsidentin! – Abg. Ing. Westenthaler: Das war die Frau Präsidentin! Das ist ja unglaublich!)
Abg. Eßl: Das war die Frau Präsidentin! – Abg. Ing. Westenthaler: Das war die Frau Präsidentin! Das ist ja unglaublich!
Abgeordnete Mag. Melitta Trunk (SPÖ): Geschätzte Frau Präsidentin! Geschätzte Kollegen und Kolleginnen! Das Erinnerungskapazitätsvermögen des Kollegen Westenthaler – das hat jetzt seine letzte Wortmeldung bewiesen – ist manchmal nicht sehr weitläufig. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihres ist gar nicht vorhanden!) Aber, Herr Kollege Westenthaler, Sie sind ein flotter Austeiler! Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass Sie Probleme mit dem Aussprechen von Namen – Trunk und Stunk und so – haben. Sie haben meinen Kollegen Erwin Spindelberger und dessen Namen massiv verunglimpft. (Abg. Eßl: Das war die Frau Präsidentin! – Abg. Ing. Westenthaler: Das war die Frau Präsidentin! Das ist ja unglaublich!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Frau Trunk, sperren Sie einmal Ihre Ohren auf! Kürzen Sie Ihre Haare, damit Sie besser hören! Was Sie für einen Unsinn reden!
Ich erwarte mir von Ihnen, Herr Kollege Westenthaler – ich brauche keine Protokolle; Sie wissen, was Sie gesagt haben –, die Mindestanständigkeit, den Mut, sich bei Kollegen Erwin Spindelberger zu entschuldigen. Und wenn Ihnen der Mut fehlt, dann lassen Sie es bleiben! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Frau Trunk, sperren Sie einmal Ihre Ohren auf! Kürzen Sie Ihre Haare, damit Sie besser hören! Was Sie für einen Unsinn reden!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr wollt die Leute in den Wald schicken zum Holzsammeln!
Zu Ihren heutigen Aktivitäten, zu den Anträgen – auf gut Österreichisch, Herr Westenthaler und die anderen BZÖ-Kollegen, kann man dazu sagen: Am Abend werden die Faulen fleißig! – Das ist eine Scheinaktivität, die Sie da machen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr wollt die Leute in den Wald schicken zum Holzsammeln!)
Sitzung Nr. 9
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist doch lächerlich!
Aber ich möchte mich auch an dem beteiligen, was ich anderen empfehle und was ich durchaus als zumutbar empfinde. Also sollte unser Wissenschaftsminister mit seiner Arbeitsgruppe das Modell erstellt haben, durch welche Arten von gemeinnütziger Arbeit oder Tätigkeit man in Zukunft keine Studiengebühr mehr bezahlen soll, dann bin ich gerne bereit, dasselbe zu tun wie die Studentinnen und Studenten. Ich werde bereit sein, in einer Wiener Schule einmal pro Woche Nachhilfestunden zu geben (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist doch lächerlich!), weil ich glaube, dass ich das kann, und ich werde dabei auch viel lernen. Das ist mein Angebot an alle! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Verdienen die Studenten so viel wie Sie?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Verdienen die Studenten so viel wie Sie?
Aber ich möchte mich auch an dem beteiligen, was ich anderen empfehle und was ich durchaus als zumutbar empfinde. Also sollte unser Wissenschaftsminister mit seiner Arbeitsgruppe das Modell erstellt haben, durch welche Arten von gemeinnütziger Arbeit oder Tätigkeit man in Zukunft keine Studiengebühr mehr bezahlen soll, dann bin ich gerne bereit, dasselbe zu tun wie die Studentinnen und Studenten. Ich werde bereit sein, in einer Wiener Schule einmal pro Woche Nachhilfestunden zu geben (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist doch lächerlich!), weil ich glaube, dass ich das kann, und ich werde dabei auch viel lernen. Das ist mein Angebot an alle! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Verdienen die Studenten so viel wie Sie?)
Abg. Ing. Westenthaler: Schon wieder ein Versprechen!
Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit meinen Kolleginnen und Kollegen. Wir werden für dieses Land, unsere Heimat, alles tun, damit es in vier Jahren noch besser, noch solidarischer, noch chancen- und noch zukunftsreicher dasteht als heute. Davon werden wir uns nicht abbringen lassen. – Das ist mein Versprechen an Österreich! (Abg. Ing. Westenthaler: Schon wieder ein Versprechen!) Gehen wir also gemeinsam an die Arbeit – für unsere Republik, für die Österreicherinnen und Österreicher! (Anhaltender Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie trauen sich was! – Heiterkeit bei den Grünen.
Bei der Gelegenheit bringe ich einen Entschließungsantrag ein. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie trauen sich was! – Heiterkeit bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Was jetzt?
Es ist schon richtig: Sie wollten für die Orangen pragmatisierte Regierungssitze haben – einmal drinnen, immer drinnen. Das ist okay, dieses Ansinnen verstehe ich. (Abg. Ing. Westenthaler: Was jetzt?)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht 40!
Ich möchte etwas zur Sprache dieses Regierungsübereinkommens sagen. Ich habe ja mitverfolgen können, wie sich diese Sprache entwickelt. Es gibt vieles, was natürlich im Gestaltungsspielraum der einzelnen Ressorts anzusiedeln ist. Es gibt da Zielsetzungen, manches wird in den Budgetverhandlungen auszuverhandeln sein – ich finde an Arbeitsgruppen nichts Schlechtes (Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht 40!), das dient der Präzisierung und Konkretisierung – und ist dann umzusetzen. Ich finde das positiv!
Vizekanzler Mag. Molterer: Jetzt wird es gefährlich! – Abg. Ing. Westenthaler: Kanzler Josef Cap!
Klubobmann wird Bundeskanzler, Bundeskanzler wird Klubobmann. Ich finde das belebend! Wir werden in unseren Präsidialkonferenzen auch einen Belebungsfaktor haben. (Vizekanzler Mag. Molterer: Jetzt wird es gefährlich! – Abg. Ing. Westenthaler: Kanzler Josef Cap!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Herr Sozialminister sagt ganz etwas anderes!
Selbstverständlich haben wir als Politiker, hat diese Bundesregierung ein hohes Maß an Verantwortung, Wachstum zu unterstützen und den Wachstumspfad zu stärken. Investition ist eine der Schlüsselfragen in diesem Zusammenhang. Ich möchte Ihnen daher auch erläutern, meine Damen und Herren, dass wir sehr viel Geld – Geld des Steuerzahlers übrigens – in die Hand nehmen werden. In dieser Legislaturperiode von 2007 bis 2010 werden wir allein für Forschung und Entwicklung insgesamt 800 Millionen € zusätzlich zur Verfügung stellen, kumuliert – selbstverständlich –, kumuliert, daher sage ich ja: über die Periode. Sie können sich auf meine Zahlen verlassen, Herr Professor Van der Bellen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Herr Sozialminister sagt ganz etwas anderes!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ – Abg. Ing. Westenthaler: Ach so, der Sozialminister hat die Unwahrheit gesagt!
Wir investieren in den Bereich Bildung zusätzlich über die Periode 575 Millionen € – kumuliert! –, wir investieren in den Bereich soziale Sicherheit, meine Damen und Herren, kumuliert in dieser Legislaturperiode insgesamt einen Betrag von 1,2 Milliarden € (Beifall bei ÖVP und SPÖ – Abg. Ing. Westenthaler: Ach so, der Sozialminister hat die Unwahrheit gesagt!) – in die Armutsbekämpfung beispielsweise; das ist uns ein großes gemeinsames Anliegen.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das weiß auch die Familienministerin? Auch, wenn sie nach New York fliegt?
Uns ist daher die Familie ein besonderes Anliegen, und wir haben auch entscheidende Impulse gesetzt: Das Kinderbetreuungsgeld wird flexibler gestaltet und damit auch die Wahlfreiheit verbessert. Eltern – ich betone: Eltern! – haben in Zukunft die Möglichkeit, zwischen zwei Modellen bei der Kinderbetreuung zu wählen; das ist sinnhafte Wahlfreiheit, damit die bestmögliche Option gewählt werden kann. Und wir haben außer Streit gestellt, dass wir für Mehrkinderfamilien zusätzliches Geld in die Hand nehmen, denn Familien mit mehreren Kindern haben es wahrlich nicht leicht. Hier helfen wir. Das ist uns ein wichtiges, ein ganz zentrales Anliegen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das weiß auch die Familienministerin? Auch, wenn sie nach New York fliegt?)
Abg. Ing. Westenthaler: „Bundesminister für Zivildienst“, um korrekt zu sein!
Präsidentin Dr. Eva Glawischnig-Piesczek: Als Nächster zu Wort gelangt Herr Bundesminister für Landesverteidigung Mag. Darabos. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: „Bundesminister für Zivildienst“, um korrekt zu sein!)
Abg. Ing. Westenthaler – auf die Bänke der SPÖ weisend –: Wo? Wo? Wo ist die, bitte?
Bundesminister für Landesverteidigung Mag. Norbert Darabos: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Vorerst einmal danke für die verstärkte Aufmerksamkeit. (Abg. Ing. Westenthaler – auf die Bänke der SPÖ weisend –: Wo? Wo? Wo ist die, bitte?) Ich möchte ganz
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Ahnungsloser mehr auf der Regierungsbank!
Eine wichtige Maßnahme meiner ersten Tage in der Amtszeit als Minister wird eine Maßnahme zur Attraktivierung des Wehrdienstes sein. Sie wissen, dass wir im Regierungsübereinkommen vereinbart haben, gesetzlich die Verkürzung des Wehrdienstes auf sechs Monate festzulegen. (Abg. Scheibner: Das ist ja schon umgesetzt worden, Herr Minister! Das gilt ja schon! Lesen Sie das Gesetz!) Bislang lag es im Ermessen des Ministers, den Wehrdienst allenfalls auf diese Dauer zu verkürzen. (Abg. Scheibner: Mit 1.1.2008 ist das in Kraft!) Bisher war es auf Weisung des Ministers möglich, den Wehrdienst zu verkürzen. Wir werden eine gesetzliche Reduzierung der Dauer des Wehrdienstes auf sechs Monate durchsetzen. Das wird eine meiner ersten Amtshandlungen sein. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Ahnungsloser mehr auf der Regierungsbank!)
Abg. Ing. Westenthaler: Gezahlt wird schon!
Meine Damen und Herren! Ich verstehe es ja auch, wenn Sie großmundig versprochen haben, dass Sie den Eurofighter beseitigen werden, und jetzt kündigen Sie an, Sie werden mit EADS reden und haben noch nicht einmal – ORF-Interview mit Ihnen – den Vertrag gelesen. – Ja, wie stellen Sie sich überhaupt vor, wie Sie mit denen verhandeln wollen? (Abg. Ing. Westenthaler: Gezahlt wird schon!)
Abg. Strache: Das waren Äußerungen und Zitate, die ungeheuerlich sind! – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek gibt das Glockenzeichen.
Mit der Valorisierung der Pensionsbeiträge, der Erhöhung und Valorisierung der Zuverdienstgrenze und zusätzlichen Förderungen von Mehrkindfamilien wollen wir jene bei ihrem erhöhten finanziellen Aufwand unterstützen, deren Mut zum Kind nicht beim zweiten Kind endet. Aber, Frau Abgeordnete Rosenkranz, lassen Sie mich doch eines sagen: Hochachtung vor Müttern und Vätern mit Kindern, mit vielen Kindern – aber ich verwahre mich gegen eine Diskriminierung von Frauen und Männern ohne Kinder, egal, ob gewollt oder ungewollt! (Beifall bei der ÖVP.) Und wenn Sie aus dem Buch zitieren, Frau Abgeordnete Rosenkranz, dann sollten Sie auch wissen, wie tragisch es sein kann, keine Kinder bekommen zu können. (Abg. Strache: Das waren Äußerungen und Zitate, die ungeheuerlich sind! – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Öllinger: Beim Anpacken müssen Sie vorsichtig sein, Herr Westenthaler!
Es braucht für diese Umsetzung Sozialreformer – und nicht irgendwelche Schönredner oder Wortbrecher, sondern Politiker, die anpacken und auch umsetzen. (Abg. Öllinger: Beim Anpacken müssen Sie vorsichtig sein, Herr Westenthaler!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben „jährlich“ gesagt!
Ich beantworte die Frage 1 und sage Ihnen, dass ich die korrekten Zahlen genannt habe. Bis zum Jahr 2010 stehen zusätzliche Mittel für die Sozialpolitik bis zur Höhe von 400 Millionen € zur Verfügung. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben „jährlich“ gesagt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jährlich haben Sie gesagt!
Diese Mittel werden im Jahr 2007 185 Millionen € umfassen – ich komme damit zur Frage 2 –, im Jahr 2008 260 Millionen € (Abg. Ing. Westenthaler: Jährlich haben Sie gesagt!), im Jahr 2009 340 Millionen €, im Jahr 2010 400 Millionen €.
ironische Heiterkeit des Abg. Ing. Westenthaler
Die Frage 3 kann ich aus Respekt vor dem Hohen Haus, das da entsprechende Änderungen im Bundesministeriengesetz vornehmen wird – oder auch nicht (ironische Heiterkeit des Abg. Ing. Westenthaler) –, nicht beantworten. Das obliegt Ihrer Beschlussfassung.
Abg. Ing. Westenthaler: Das meinen Sie jetzt aber nicht ernst! Sie müssen doch wissen, wofür Sie ressortzuständig sind!
Die Frage 4 beantworte ich dahin gehend, dass tatsächlich im ... (Abg. Ing. Westenthaler: Das meinen Sie jetzt aber nicht ernst! Sie müssen doch wissen, wofür Sie ressortzuständig sind!) Wollen Sie Ihre Fragen komplettieren oder wollen Sie meine Antworten hören, Herr Klubobmann? Wenn Sie die Fragen komplettieren wollen, dann kommen Sie heraus oder machen Sie das schriftlich, dann kann ich sie auch gut beantworten. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Vor den Wahlen hat das anders geklungen!
Zur Frage 23 antworte ich, dass ich der Überzeugung bin, dass Österreich tatsächlich – jetzt kann ich sagen: immer noch – eines der besten Pensionsversicherungssysteme hat. Es haben die Interessenvertretungen der Arbeitnehmer, es haben ÖGB, Arbeiterkammer, es haben viele gesellschaftliche Einrichtungen in den letzten Jahren auch sehr dafür gekämpft, dass gegen Absichten, die es gegeben hat, diese Güte unseres Pensionssystems weiter erhalten werden konnte (Abg. Ing. Westenthaler: Vor den Wahlen hat das anders geklungen!) und wir darauf aufbauen können, um nach Milderung von einigen Härten – ich habe das genannt – auch das System insgesamt stabil zu halten und das Vertrauen – das ist so wichtig, ich konnte das auch in meiner Antrittsrede sagen – der Österreicher und Österreicherinnen in die soziale Sicherheit, insbesondere dort, wo sie langfristig angelegt ist – und das ist ein Element der Pensionsversicherung – aufrechtzuerhalten, denn soziale Systeme und das Vertrauen in diese Systeme sind, wie auch das Wifo schreibt, eine Produktivkraft. Das sichert unseren Wohlstand.
Abg. Ing. Westenthaler: Das wurde versprochen!
Zur Frage 26 antworte ich, dass es im Verantwortlichkeitsbereich des Bundeskanzlers liegt, diesen Punkt in die Diskussion zu bringen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das wurde versprochen!) Ich werde ihn selbstverständlich, so wie überall, bei diesen Initiativen mit voller Kraft unterstützen.
Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben das eingeführt, falls Sie das nicht wissen!
Zur Frage 27: Ich denke gar nicht daran, Herr Klubobmann – ich weiß nicht, wie Sie auf die Idee kommen –, die Schwerarbeitspension abzuschaffen. Ich hoffe, auch Sie im Hohen Haus denken nicht daran, denn in Ihren Händen würde das liegen. Ich denke, dass wir gemeinsam das nicht planen und nicht vorhaben, ich denke aber sehr wohl an Verbesserungen und Modernisierungen, die bisher unterlassen worden sind, deren Notwendigkeit aber alle Experten und Expertinnen sehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben das eingeführt, falls Sie das nicht wissen!) Auch Ihre Experten, sehr geschätzte Damen und Herren, sehen diese Notwendigkeiten (Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben das eingeführt, Herr Minister!), und wir haben beschlossen, eine gemeinsame Arbeitsgruppe von Experten und Sozialpartnern einzurichten, die genau diese Verbesserungen, die genau diese Änderungen erarbeiten und zur politischen Diskussion und Ihnen zur Beschlussfassung überreichen wird.
Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben das eingeführt, Herr Minister!
Zur Frage 27: Ich denke gar nicht daran, Herr Klubobmann – ich weiß nicht, wie Sie auf die Idee kommen –, die Schwerarbeitspension abzuschaffen. Ich hoffe, auch Sie im Hohen Haus denken nicht daran, denn in Ihren Händen würde das liegen. Ich denke, dass wir gemeinsam das nicht planen und nicht vorhaben, ich denke aber sehr wohl an Verbesserungen und Modernisierungen, die bisher unterlassen worden sind, deren Notwendigkeit aber alle Experten und Expertinnen sehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben das eingeführt, falls Sie das nicht wissen!) Auch Ihre Experten, sehr geschätzte Damen und Herren, sehen diese Notwendigkeiten (Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben das eingeführt, Herr Minister!), und wir haben beschlossen, eine gemeinsame Arbeitsgruppe von Experten und Sozialpartnern einzurichten, die genau diese Verbesserungen, die genau diese Änderungen erarbeiten und zur politischen Diskussion und Ihnen zur Beschlussfassung überreichen wird.
Abg. Ing. Westenthaler: Nein, Herr Minister, ich will nur wissen: Warum erhöhen Sie es nicht?
Derzeit – Stand November 2006 – beziehen 327 456 Personen ein Pflegegeld nach dem Bundespflegegeldgesetz, darunter in den Stufen 1 bis 6 Personen, die ich Ihnen gerne von der Zahl her vorlese, Herr Klubobmann, wenn Sie das detailliert wünschen. (Abg. Ing. Westenthaler: Nein, Herr Minister, ich will nur wissen: Warum erhöhen Sie es nicht?) Sie wünschen das nicht, danke, dann helfen Sie mir auch, die Redezeit, die bereits überzogen ist, einzuhalten. Und der Bund hat im Jahr 2005 1,566 Milliarden € für Leistungen nach dem Bundespflegegesetz ausgegeben. Die Finanzierung erfolgt aus dem Bundeshaushalt.
Abg. Ing. Westenthaler: So eine Überheblichkeit!
Auf Grund der bestehenden Vereinbarung gemäß Artikel 15a B-VG ist eine weitere Valorisierung des Pflegegeldes, die sich im Regierungsprogramm findet, mit den Ländern zu verhandeln und als Teil einer gesamten Neugestaltung zu sehen, die im Rahmen der Budgetverhandlungen im Detail auch erörtert werden kann und erörtert werden wird. (Abg. Ing. Westenthaler: So eine Überheblichkeit!) Sie wissen, dass im Regierungsprogramm vorgesehen ist, in dieser Gesetzgebungsperiode einmal selektiv nach Pflegestufen zu valorisieren. Das ist das Mindestprogramm, das wir uns vorgenommen haben. Wenn wir einen Spielraum sehen, dann können wir auch weitere Diskussionen, vielleicht auch Realisierungen einleiten. Verbindlich und vereinbart ist eine Valorisierung einmal selektiv nach Pflegestufen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist jämmerlich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist jämmerlich!
Auf Grund der bestehenden Vereinbarung gemäß Artikel 15a B-VG ist eine weitere Valorisierung des Pflegegeldes, die sich im Regierungsprogramm findet, mit den Ländern zu verhandeln und als Teil einer gesamten Neugestaltung zu sehen, die im Rahmen der Budgetverhandlungen im Detail auch erörtert werden kann und erörtert werden wird. (Abg. Ing. Westenthaler: So eine Überheblichkeit!) Sie wissen, dass im Regierungsprogramm vorgesehen ist, in dieser Gesetzgebungsperiode einmal selektiv nach Pflegestufen zu valorisieren. Das ist das Mindestprogramm, das wir uns vorgenommen haben. Wenn wir einen Spielraum sehen, dann können wir auch weitere Diskussionen, vielleicht auch Realisierungen einleiten. Verbindlich und vereinbart ist eine Valorisierung einmal selektiv nach Pflegestufen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist jämmerlich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir würden es gerne wissen!
Wenn Sie erlauben, Herr Klubobmann, komme ich zur letzten Frage, zur Frage 48. Sie lautet pikanterweise: „Übrigens: Was macht eigentlich Frau Silhavy?“ (Abg. Ing. Westenthaler: Wir würden es gerne wissen!) Ich wundere mich über das Wort „übrigens“ in einer Dringlichen Anfrage. „Übrigens“ heißt: so nebenbei und wenn sonst nichts ist. In einer Dringlichen Anfrage, hätte ich gemeint, beschäftigt man sich mit den dringlichen Problemen des Landes und der Menschen. Ob wirklich das, was die Frau Silhavy gerade macht, die dringlichste Frage der Menschen in Österreich ist, wage ich zu bezweifeln. Übrigens: Ich bin dafür auch nicht verantwortlich. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja die Staatssekretärin!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja die Staatssekretärin!
Wenn Sie erlauben, Herr Klubobmann, komme ich zur letzten Frage, zur Frage 48. Sie lautet pikanterweise: „Übrigens: Was macht eigentlich Frau Silhavy?“ (Abg. Ing. Westenthaler: Wir würden es gerne wissen!) Ich wundere mich über das Wort „übrigens“ in einer Dringlichen Anfrage. „Übrigens“ heißt: so nebenbei und wenn sonst nichts ist. In einer Dringlichen Anfrage, hätte ich gemeint, beschäftigt man sich mit den dringlichen Problemen des Landes und der Menschen. Ob wirklich das, was die Frau Silhavy gerade macht, die dringlichste Frage der Menschen in Österreich ist, wage ich zu bezweifeln. Übrigens: Ich bin dafür auch nicht verantwortlich. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja die Staatssekretärin!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Minister weiß nicht einmal, was er zu tun hat! Peinlich ist das!
Abgeordnete Ursula Haubner (BZÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Sehr verehrter Herr Sozialminister, Minister der neuen Regierung! Ich glaube, wir haben heute gesehen, dass in Zukunft auch bei den Anfragebeantwortungen ein neuer Stil einkehren wird (Zwischenrufe), dass ein Minister auf eine ganz einfache Frage, welche Aufgaben aus dem Sozialministerium in ein anderes Ministerium gebracht werden, keine Antwort gibt. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Minister weiß nicht einmal, was er zu tun hat! Peinlich ist das!) Und da kann man jetzt darüber streiten, welche Aufgaben Frau Staatssekretärin Silhavy hat. (Beifall bei BZÖ und FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Niederwieser.)
Abg. Ing. Westenthaler: Eine Frechheit, so etwas!
Ich denke, es ist auch ein neuer Stil, wenn ein Minister bei der Beantwortung einer Frage sagt: Das wissen die ehemalige Ministerin und der ehemalige Staatssekretär sicher auch. (Abg. Ing. Westenthaler: Eine Frechheit, so etwas!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Aber insgesamt, meine sehr geehrten Damen und Herren, sehr geehrter Herr Minister, muss ich sagen, im Sozialressort herrscht trotzdem Flaute, Flaute, was die Kompetenzen und die Aufgaben betrifft. (Abg. Dr. Jarolim: Das sagen gerade Sie ...!) Der wichtige Bereich der Generationen, der wichtige Bereich der Familien, der Jugend und der Senioren kommt zum Gesundheits- und Frauenressort. Das, glaube ich, ist ein Rückschritt, ein Rückschritt einer Politik, die in den letzten Jahren klare Ansagen in Richtung Generationenpolitik gemacht hat. Ich halte nichts davon, wenn die Senioren wieder in einem anderen Ressort sind als zum Beispiel die Jugend und wenn die Familien und die Jugend auch wieder in einem anderen Ressort sind. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Ganz eigenartig ist, dass die Männer bei Ihnen bleiben. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein völlig Ahnungsloser, der Minister! Der weiß gar nichts! Keine Ahnung!) Was haben die Männer letztendlich mit der sozialen Sicherheit zu tun? Ich glaube, die würden auch in dieses Paket gehören.
Abg. Ing. Westenthaler: Ein völlig Ahnungsloser, der Minister! Der weiß gar nichts! Keine Ahnung!
Aber insgesamt, meine sehr geehrten Damen und Herren, sehr geehrter Herr Minister, muss ich sagen, im Sozialressort herrscht trotzdem Flaute, Flaute, was die Kompetenzen und die Aufgaben betrifft. (Abg. Dr. Jarolim: Das sagen gerade Sie ...!) Der wichtige Bereich der Generationen, der wichtige Bereich der Familien, der Jugend und der Senioren kommt zum Gesundheits- und Frauenressort. Das, glaube ich, ist ein Rückschritt, ein Rückschritt einer Politik, die in den letzten Jahren klare Ansagen in Richtung Generationenpolitik gemacht hat. Ich halte nichts davon, wenn die Senioren wieder in einem anderen Ressort sind als zum Beispiel die Jugend und wenn die Familien und die Jugend auch wieder in einem anderen Ressort sind. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Ganz eigenartig ist, dass die Männer bei Ihnen bleiben. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein völlig Ahnungsloser, der Minister! Der weiß gar nichts! Keine Ahnung!) Was haben die Männer letztendlich mit der sozialen Sicherheit zu tun? Ich glaube, die würden auch in dieses Paket gehören.
Abg. Ing. Westenthaler: Habe ich!
Abgeordneter Wilhelm Haberzettl (SPÖ): Verehrte Frau Präsidentin! Geschätzter Herr Bundeskanzler! Sehr geehrte Regierungsmitglieder! Sehr geehrter Herr Klubobmann Ing. Westenthaler, ich werde Ihnen die Antwort auf Ihre Frage nicht verweigern, ich würde Sie aber ersuchen, wenn Sie das Regierungsübereinkommen lesen, es zur Gänze zu lesen. (Abg. Ing. Westenthaler: Habe ich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Bis jetzt war sie nicht vorgesehen!
Sehr wohl ist die Kündigungsmöglichkeit für Lehrlinge vorgesehen, aber unter bestimmten Bedingungen (Abg. Ing. Westenthaler: Bis jetzt war sie nicht vorgesehen!): Es muss ein Mediationsverfahren eingehalten werden, und – ein zweimaliger Hinweis im Regierungsübereinkommen – es muss ein Ersatzarbeitsplatz zur Verfügung gestellt sein.
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Ich darf Sie aber auch daran erinnern, dass im Jahr 2003 die größte Errungenschaft der BZÖ-Politik ein Pensionsreform-Entwurf war, der bis zu 60 Prozent Verschlechterungen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Pensionsbereich bedeutet hätte. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie wollten es nicht mehr zurück!
Hohes Haus! Sehr geschätzter Herr Klubobmann! Interessant wird es bei der Frage, warum das Thema Arbeit im Wirtschaftsministerium angesiedelt ist. Ich mache es mir sehr einfach: weil Sie es im Jahr 2000 dorthin gegeben haben, Herr Westenthaler! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie wollten es nicht mehr zurück!) Sie haben unter größtem Einsatz Ihrer Möglichkeiten zugestimmt, dass der Bereich Arbeit im Wirtschaftsministerium landet (Abg. Ing. Westenthaler: Na, gefällt Ihnen das? Sind Sie damit einverstanden?), und es ist sehr schwierig, es wieder dorthin zu bringen, wohin es gehören würde.
Abg. Ing. Westenthaler: Na, gefällt Ihnen das? Sind Sie damit einverstanden?
Hohes Haus! Sehr geschätzter Herr Klubobmann! Interessant wird es bei der Frage, warum das Thema Arbeit im Wirtschaftsministerium angesiedelt ist. Ich mache es mir sehr einfach: weil Sie es im Jahr 2000 dorthin gegeben haben, Herr Westenthaler! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie wollten es nicht mehr zurück!) Sie haben unter größtem Einsatz Ihrer Möglichkeiten zugestimmt, dass der Bereich Arbeit im Wirtschaftsministerium landet (Abg. Ing. Westenthaler: Na, gefällt Ihnen das? Sind Sie damit einverstanden?), und es ist sehr schwierig, es wieder dorthin zu bringen, wohin es gehören würde.
Abg. Ing. Westenthaler: Aber das stimmt ja nicht!
Und dann zum Thema Finanzierung, weil Sie auch das Thema LKW-Abgabe, Mineralölsteuer-Erhöhung auf den Tisch gebracht haben. Herr Klubobmann! Ich muss Ihnen leider vor Augen führen, dass in allen Bereichen, in denen Ihre Minister in der Vergangenheit tätig waren, katastrophale finanzielle Verhältnisse bestehen (Abg. Ing. Westenthaler: Aber das stimmt ja nicht!), etwa beim Familienlastenausgleich – der ist ja nicht nur ausgeräumt, sondern der ist mit über einer Milliarde € verschuldet (Abg. Ing. Westenthaler: Weil es den Familien besser geht!), und die Tendenz bis zum Jahr 2010 ist mit über 3 Milliarden festgelegt.
Abg. Ing. Westenthaler: Weil es den Familien besser geht!
Und dann zum Thema Finanzierung, weil Sie auch das Thema LKW-Abgabe, Mineralölsteuer-Erhöhung auf den Tisch gebracht haben. Herr Klubobmann! Ich muss Ihnen leider vor Augen führen, dass in allen Bereichen, in denen Ihre Minister in der Vergangenheit tätig waren, katastrophale finanzielle Verhältnisse bestehen (Abg. Ing. Westenthaler: Aber das stimmt ja nicht!), etwa beim Familienlastenausgleich – der ist ja nicht nur ausgeräumt, sondern der ist mit über einer Milliarde € verschuldet (Abg. Ing. Westenthaler: Weil es den Familien besser geht!), und die Tendenz bis zum Jahr 2010 ist mit über 3 Milliarden festgelegt.
Abg. Ing. Westenthaler: Wie hoch ist die Verschuldung der Gewerkschaft? Wie viele Schulden habt ihr?
Wenn man den Bereich Infrastruktur anschaut, kriegt man überhaupt das Augen- und Ohrensausen. Im Bereich der Infrastruktur der Eisenbahn hat Ihr Minister 7 Milliarden Verschuldung hinterlassen! (Abg. Ing. Westenthaler: Wie hoch ist die Verschuldung der Gewerkschaft? Wie viele Schulden habt ihr?) Bei der Asfinag eine noch höhere Verschuldung – die Asfinag steht eigentlich an der Grenze ihrer Existenz. (Abg. Ing. Westenthaler: Als Gewerkschafter von dem reden, ist kühn!) In Wirklichkeit, glaube ich, sollte man da nicht hinterfragen, warum Finanzierungsmaßnahmen notwendig sind.
Abg. Ing. Westenthaler: Als Gewerkschafter von dem reden, ist kühn!
Wenn man den Bereich Infrastruktur anschaut, kriegt man überhaupt das Augen- und Ohrensausen. Im Bereich der Infrastruktur der Eisenbahn hat Ihr Minister 7 Milliarden Verschuldung hinterlassen! (Abg. Ing. Westenthaler: Wie hoch ist die Verschuldung der Gewerkschaft? Wie viele Schulden habt ihr?) Bei der Asfinag eine noch höhere Verschuldung – die Asfinag steht eigentlich an der Grenze ihrer Existenz. (Abg. Ing. Westenthaler: Als Gewerkschafter von dem reden, ist kühn!) In Wirklichkeit, glaube ich, sollte man da nicht hinterfragen, warum Finanzierungsmaßnahmen notwendig sind.
Abg. Ing. Westenthaler: Kürzen?
Herr Klubobmann, eines ist evident – der Herr Sozialminister hat das gesagt, und ich möchte es betonen –: Es wird bis 1. Jänner 2008 zu einer Neuordnung im Bereich der Invaliditätspension kommen müssen, weil es dort auch sehr gravierende Ungerechtigkeiten gibt. (Abg. Ing. Westenthaler: Kürzen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Deshalb wird sie auch weitergeführt!
Die „Hacklerregelung“ oder eine ähnliche Lösung wird für länger als bis 2007 notwendig sein, dazu bekennen wir uns. Und die Schwerarbeiterregelung, Herr Klubobmann, würde ich sagen, ist so missglückt, dass sie fast lächerlich ist. Es gibt auch nur sieben Bewerbungen, weil die Verordnung einfach ein Murks ist! (Abg. Ing. Westenthaler: Deshalb wird sie auch weitergeführt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Nein, ich habe es ja gesagt!
Darum verstehe ich die heutige Dringliche nicht ganz (Abg. Ing. Westenthaler: Nein, ich habe es ja gesagt!), weil Sie damit ein wenig die eigene Sozialpolitik in Frage stellen, wozu Sie eigentlich überhaupt keinen Grund haben, meine Damen und Herren vom BZÖ! (Abg. Ing. Westenthaler: Habe ich am Anfang gesagt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Habe ich am Anfang gesagt!
Darum verstehe ich die heutige Dringliche nicht ganz (Abg. Ing. Westenthaler: Nein, ich habe es ja gesagt!), weil Sie damit ein wenig die eigene Sozialpolitik in Frage stellen, wozu Sie eigentlich überhaupt keinen Grund haben, meine Damen und Herren vom BZÖ! (Abg. Ing. Westenthaler: Habe ich am Anfang gesagt!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind offensichtlich der rote Pflichtverteidiger!
Wer war es denn, der uns 2003 als Sozialminister erklären wollte, dass das, was im Bereich Pensionen mit der ÖVP verhandelt wurde, ein toller Erfolg ist, obwohl Pensionskürzungen von 30 bis 50 Prozent beinhaltet waren? Ich habe es noch gut im Ohr: Es war Herr Kollege Haupt! Er hat sich hergestellt und hat gesagt: Das ist super! Das ist das Beste! – Und erst der breite Protest der Öffentlichkeit hat bewirkt, dass Sie und auch die ÖVP diese Pensionskürzungen – zumindest teilweise – zurücknehmen mussten. So schaut es aus, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind offensichtlich der rote Pflichtverteidiger!)
Abg. Ing. Westenthaler – demonstrativ Beifall spendend –: Dazu brauchen wir einen Staatssekretär!
Sie brauchen die Frage nicht an den Herrn Sozialminister zu stellen, Sie können sie an mich stellen. Ich bin ebenfalls gerne bereit, Ihnen die Fragen zu beantworten, und sage Ihnen, dass ich die Frau Staatssekretärin Silhavy neben der allgemeinen Vertretung des Bundeskanzlers im eigenen Wirkungsbereich mit den Angelegenheiten der Regionalpolitik, der Regionalförderung, mit den Angelegenheiten der Verwaltungsreform und den Angelegenheiten der Bioethikkommission betraut habe. (Abg. Ing. Westenthaler – demonstrativ Beifall spendend –: Dazu brauchen wir einen Staatssekretär!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat Ihnen das aufgeschrieben? – Gott sei Dank sehen das die Fernsehzuschauer nicht!
Beschimpfungen wenigstens frei vortragen und nicht herunterlesen?), das, denke ich mir, werden Ihnen die Menschen nicht abnehmen. Die Menschen vergessen es nicht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat Ihnen das aufgeschrieben? – Gott sei Dank sehen das die Fernsehzuschauer nicht!)
ironische Heiterkeit des Abg. Ing. Westenthaler
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Bei den früheren Regierungen wurden die Bundessozialämter immer in die Reform gestellt und abgeschafft. Jetzt haben wir festgeschrieben, dass die Bundessozialämter als Kompetenzzentren für behinderte Menschen gelten. Dieser Vergleich macht uns sicher! Wir machen Politik mit Köpfen (ironische Heiterkeit des Abg. Ing. Westenthaler), wir machen Politik mit Kopf!
Abg. Ing. Westenthaler: Bei Ihnen nicht mehr!
Sehr geehrter Herr Kollege Westenthaler! Es freut mich, dass Sie sich so gut unterhalten (Abg. Ing. Westenthaler: Bei Ihnen nicht mehr!), aber das zeigt ganz einfach Ihre Unernsthaftigkeit. Und ich muss Ihnen noch sagen: Das Wahlergebnis, das Sie im Regionalwahlkreis Wien-Süd mit 1,8 Prozent eingefahren haben, zeigt auch, dass uns der Vergleich sicher macht, wo die Sozialkompetenz liegt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein peinlicher Auftritt! – Eine Parlamentsrede soll frei gehalten sein!
Der Bereich der Pflege ist ein sehr essentieller. Wir wollen 24 Stunden Pflege und Betreuung initiieren, wir stehen für mehr mobile Dienste (Abg. Scheibner: Herr Bundeskanzler, habt ihr keine andere ...?), wir sind für eine bessere Abstimmung zwischen den Anbietern und den Verantwortlichen. – Ich weiß, dass Sie das nicht interessiert (Abg. Scheibner: Ja, schon, aber wenn es wenigstens frei vorgetragen ...!), das haben wir an der Regierungspolitik der vergangenen Jahre gesehen. Aber wir wollen wirklich mit Ernsthaftigkeit daran arbeiten! (Abg. Ing. Westenthaler: Ein peinlicher Auftritt! – Eine Parlamentsrede soll frei gehalten sein!) Es gibt zahlreiche konkrete Überlegungen. Sie hingegen haben in Kärnten und in der Steiermark nur Schecks verteilt, sich sonst aber keinen Deut um pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen Gedanken gemacht.
Abg. Ing. Westenthaler: Und die Lesekompetenz habt ihr auch! Lesen könnt ihr auch!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir haben die Sachkompetenz, die Innovation (Abg. Ing. Westenthaler: Und die Lesekompetenz habt ihr auch! Lesen könnt ihr auch!) und die sozialen Überlegungen im politischen Handeln. Bei uns ist
Abg. Ing. Westenthaler: Ja wieso nicht?
Aber von diesen 48 Fragen, muss ich schon sagen, bin ich einigermaßen enttäuscht, erstens einmal quantitativ, denn: Wie soll man einem neuen Minister zumuten, dass er innerhalb von 20 Minuten 48 Fragen beantwortet? (Abg. Ing. Westenthaler: Ja wieso nicht?) Da hat er für jede Frage eine halbe Minute Zeit! – Gebraucht hat er natürlich 45 oder 50 Minuten.
Abg. Ing. Westenthaler: Der Wirtschaftsbund als Verteidiger sozialistischer Politik!
Aber das Zweite, was ich eigentlich noch problematischer finde: Da waren Fragen dabei, bei denen sich Herr Westenthaler umgedreht und zu Frau Haubner gesagt hat: Stimmt das so?, denn diese Fragen konnte eigentlich Frau Haubner beantworten. – Und das sehe ich nicht ganz ein. Es ist vielleicht auch Sinn und Zweck, eine Dringliche Anfrage zu machen, um im Fernsehen zu sein – das mag sein, das ist ein Motiv –, aber inhaltlich wundert es mich. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Wirtschaftsbund als Verteidiger sozialistischer Politik!)
Lebhafte Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: ... habe es ja gemacht!
Und, Herr Westenthaler, am ärgsten habe ich schon den Antrag gefunden, dass man Wahlversprechen – weil Sie jetzt gerade hier herausschreien – gesetzlich sanktionieren muss. Ich meine, Wahlversprechen haben eine Qualität, aber politische Ansagen, die kennen Sie ja auch. Ich kenne jemanden, der dauernd gesagt hat: Bin weg – bin wieder da!, und ich kenne auch jemanden, der gesagt hat: Wir nehmen den Hut, wir sagen Adieu! (Lebhafte Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: ... habe es ja gemacht!)
Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit des Abg. Ing. Westenthaler.
Abgeordneter Franz Riepl (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Ich möchte vorerst einmal eine Gratulation an den Sozialminister aussprechen: Nach wenigen Tagen im Amt 48 Fragen korrekt, kompetent und in der verfügbaren Zeit inhaltsvoll zu beantworten, ist, glaube ich, eine gute Leistung. (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit des Abg. Ing. Westenthaler.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Ich denke, man soll bei so einer Diskussion, auch am heutigen Tag, klar und deutlich erwähnen, dass Herr Kollege Westenthaler, der gesagt hat, der Herr Klima sei damals mit der Lehrlingslüge gekommen: kein Lehrling ohne Lehrstelle! am 28. November 2000 anlässlich der Budgetdebatte zum Budget 2001 unter anderem gesagt hat: „Wir haben nahezu keine Jugendarbeitslosigkeit.“ (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Falsch zitiert!
Offensichtlicher ist das Scheitern der BZÖ-Politik in den letzten Regierungen nicht dokumentierbar. (Abg. Ing. Westenthaler: Falsch zitiert!) – Das ist nicht falsch zitiert, das kann ich Ihnen alles geben, das können Sie alles nachlesen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie mir die Quelle des Zitats! Wenn man zitiert, muss man die Quelle dazusagen!) Das Problem ist, dass Sie vergessen haben, was Sie gesagt haben, und darauf möchte ich eben hinweisen.
Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie mir die Quelle des Zitats! Wenn man zitiert, muss man die Quelle dazusagen!
Offensichtlicher ist das Scheitern der BZÖ-Politik in den letzten Regierungen nicht dokumentierbar. (Abg. Ing. Westenthaler: Falsch zitiert!) – Das ist nicht falsch zitiert, das kann ich Ihnen alles geben, das können Sie alles nachlesen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie mir die Quelle des Zitats! Wenn man zitiert, muss man die Quelle dazusagen!) Das Problem ist, dass Sie vergessen haben, was Sie gesagt haben, und darauf möchte ich eben hinweisen.
Abg. Ing. Westenthaler: Das hat sich alles bestätigt!
Was ist da passiert? – Es war immer der Wunsch das Gegenteil (Abg. Ing. Westenthaler: Das hat sich alles bestätigt!): Die Gewerkschaft ist schlecht, sie ist rot. Die Arbeiterkammer liefert falsche Zahlen. Eine eigene Gewerkschaft hat Ihr Freund, der Herr Gaugg, gegründet. Erinnern wir uns zurück! Die Abschaffung der Arbeiterkammer haben Sie sogar noch zuletzt verlangt (Abg. Ing. Westenthaler: Die Pflichtmitgliedschaft!), und zwar am 27. September 2006, und weniger Geld für die Arbeiterkammer durch Kürzung – so Ihre eigenen Anträge – der Arbeiterkammerumlage. – Das war Ihre Politik und Ihre Situation! Und ich denke, auf all das soll man jetzt hinweisen, denn Sie haben sichtlich vergessen, was Sie selber alles gesagt haben.
Abg. Ing. Westenthaler: Die Pflichtmitgliedschaft!
Was ist da passiert? – Es war immer der Wunsch das Gegenteil (Abg. Ing. Westenthaler: Das hat sich alles bestätigt!): Die Gewerkschaft ist schlecht, sie ist rot. Die Arbeiterkammer liefert falsche Zahlen. Eine eigene Gewerkschaft hat Ihr Freund, der Herr Gaugg, gegründet. Erinnern wir uns zurück! Die Abschaffung der Arbeiterkammer haben Sie sogar noch zuletzt verlangt (Abg. Ing. Westenthaler: Die Pflichtmitgliedschaft!), und zwar am 27. September 2006, und weniger Geld für die Arbeiterkammer durch Kürzung – so Ihre eigenen Anträge – der Arbeiterkammerumlage. – Das war Ihre Politik und Ihre Situation! Und ich denke, auf all das soll man jetzt hinweisen, denn Sie haben sichtlich vergessen, was Sie selber alles gesagt haben.
Abg. Ing. Westenthaler: Na bitte, da haben wir wenigstens etwas gemeinsam!
Zwei, drei Bemerkungen noch zu der Kündigungsschutz-Geschichte oder der Aufweichung des Kündigungsschutzes für Lehrlinge. Ich sage es ganz offen: Ich persönlich habe damit keine Freude, überhaupt keine Freude! (Abg. Ing. Westenthaler: Na bitte, da haben wir wenigstens etwas gemeinsam!) Aber wir werden uns einmal anschauen – und ich glaube, wir werden Zeit genug haben, dies zu diskutieren –: Wie kommt das, wie schauen die Rahmenbedingungen aus, und in welcher Art und Weise wird das tatsächlich umgesetzt?
Abg. Ing. Westenthaler: Die weiß nicht einmal, wie viele Seiten das hat!
Das haben wir ja heute wieder gesehen, dass man hier keine besonderen Antworten bekommt. Die Frau Abgeordnete Lapp hat in ihrer Lesung hier sehr putzig gemeint, Klubobmann Westenthaler hätte die 180 Seiten des Regierungsprogramms nicht gelesen. Wenn ich es mir anschaue: Inklusive des Deckblattes und des Inhaltsverzeichnisses sind es nicht 180 Seiten, sondern 167 Seiten. Das aber nur nebenbei. (Abg. Ing. Westenthaler: Die weiß nicht einmal, wie viele Seiten das hat!)
Abg. Kurt Eder: ... jetzt von Westenthaler!
Sie haben sich obendrein auf eine Ressortverteilung eingelassen, die für Sie noch ein sehr böses Ende nehmen wird. Ihre Wählerklientel ist da viel schneller munter geworden und hat bereits erkannt, dass Sie fast alle Wahlversprechen gebrochen haben. Das Regierungsprogramm war ja noch nicht einmal offiziell unterzeichnet (Abg. Kurt Eder: ... jetzt von Westenthaler!), da wurden schon die ersten Belastungen eröffnet: die Erhöhung der Mineralölsteuer (Abg. Kurt Eder: ... so reden, oder wie?), natürlich zu Lasten der Autofahrer und Pendler, und die Erhöhung der Krankenkassenbeiträge.
Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Eine Ungeheuerlichkeit!
Noch eines möchte ich hier sagen, weil ich gebürtiger Kärntner bin: Frau Justizminister Berger! Sie mögen zwar ein lang gedientes SPÖ-Mitglied sein, jedoch sollten Sie zuerst darüber nachdenken, wie Sie Herrn Elsner nach Österreich zurückbringen, bevor Sie über die Amtsenthebung eines verdienten Landeshauptmannes überhaupt nachdenken! (Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Eine Ungeheuerlichkeit!)
Abg. Ing. Westenthaler: ... für die Demokratie, Frau Justizministerin!
Bundesministerin für Justiz Dr. Maria Berger: Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete zu diesem Hohen Haus! (Abg. Ing. Westenthaler: ... für die Demokratie, Frau Justizministerin!) Einen ersten Schwerpunkt in meiner Tätigkeit wird die Reform des Strafverfahrenrechts bilden müssen. Dies folgt schon aus dem Umstand, dass mit 1. Jänner 2008 die im Herbst 2004 beschlossene, umfassende Neuordnung des Vorverfahrensrechts in Kraft treten wird. Damit dies reibungslos geschehen kann, sind noch umfangreiche organisatorische Maßnahmen – etwa zur präzisen Klärung der Arbeitsteilung und der Kooperation von Polizei und Staatsanwaltschaften, im Bereich der Personalentwicklung und der Schulung –, aber auch geringfügige legistische Anpassungen zur Harmonisierung des Ermittlungsverfahrens notwendig. Erst wenn dieser große Schritt genommen ist, werden wir mit der Neugestaltung des Haupt- und Rechtsmittelverfahrens beginnen können.
Abg. Ing. Westenthaler: So ist es! – Beifall bei ÖVP und BZÖ.
Denn wenn schon derartige Kritik geübt wird, dann sollten Sie zumindest wissen, dass das Ergebnis, wie Österreich heute dasteht, nicht etwas ist, was diese neue Regierung zu verantworten hat, sondern die bisherigen Regierungen. Und diese bisherigen Regierungen haben durchaus positiv gearbeitet. (Abg. Ing. Westenthaler: So ist es! – Beifall bei ÖVP und BZÖ.) Nehmen Sie das zur Kenntnis, meine Damen und Herren! Das gilt auch für jene, die sich heute besonders freuen, auf der Regierungsbank sitzen zu dürfen.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das glaube ich nicht!
Meine Damen und Herren! Drei Punkte: Budgetpolitik. Ich freue mich, dass klargestellt wurde, dass Österreich hinsichtlich Budget, in den Kennziffern, in den Exportziffern und so weiter positiv dasteht. Vergleichen wir ganz in Ruhe unser Land, unsere Ziffern mit jenen der Mitbewerber in Europa. Vergleichen wir dieses Land, meine Damen und Herren! Und eines darf auch festgehalten werden: Die Budgetergebnisse waren zumindest immer besser als prognostiziert, als veranschlagt, das sei einmal klar festgehalten. Ich freue mich daher auf die positive Zusammenarbeit mit dem neuen Staatssekretär Matznetter. Ich bin sicher, er wird in Hinkunft, wenn er die andere Seite zu beleuchten hat, durchaus auch in dieser kämpferischen Art und Weise wie bisher die neuen Ziffern und Fakten verteidigen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das glaube ich nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Einen guten Rutsch! Frohe Ostern und frohe Weihnachten!
Ich glaube, mit diesem Regierungsprogramm haben wir es geschafft, nicht nur politische Plattitüden oder keineswegs politische Plattitüden festzuschreiben, sondern konkrete Maßnahmen. (Abg. Mag. Stadler: „Nicht nur Plattitüden“!) Ich freue mich schon auf eine gute Zusammenarbeit, sehr geehrte Frau Minister, und wünsche Ihnen persönlich für den Start alles Liebe, alles Gute! Wir werden Sie auch unterstützen. (Abg. Ing. Westenthaler: Einen guten Rutsch! Frohe Ostern und frohe Weihnachten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Nun kommt der wirkliche Verteidigungsminister! – Abg. Gaál – auf dem Weg zum Rednerpult –: Selbstverteidigungsminister!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nun gelangt Herr Abgeordneter Gaál zu Wort. 3 Minuten Wunschredezeit. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Nun kommt der wirkliche Verteidigungsminister! – Abg. Gaál – auf dem Weg zum Rednerpult –: Selbstverteidigungsminister!)
Abg. Ing. Westenthaler: Warum er Zivildienst ...!
Daher steht im Vordergrund unserer Politik das Ziel, eine umfassende Lösung für die Sicherheit der Bürger zu finden. Im Kapitel „Äußere Sicherheit und Landesverteidigung“ sind ja alle diese Punkte und Absichten festgeschrieben, die wir brauchen, um gemeinsam, auch nach den Empfehlungen der Bundesheer-Reformkommission, diese eingeleitete Entwicklung dynamisch weiterzuführen, sodass wir hier das „Bundesheer 2010“, das wir gemeinsam mit Herbert Scheibner begonnen haben, jetzt mit Platter und Darabos fortsetzen werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum er Zivildienst ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Bravo! Das wäre ein Verteidigungsminister!
Meine Damen und Herren! Diesen Weg wollen wir gemeinsam gehen. Es geht um eine effiziente, glaubwürdige Sicherheitspolitik! (Abg. Ing. Westenthaler: Bravo! Das wäre ein Verteidigungsminister!) In den nächsten Jahren werden große Herausforderungen auf das österreichische Bundesheer zukommen, und die im Regierungsprogramm festgelegten Schritte bieten eine solide Grundlage dafür, dass wir die Herausforderungen im Interesse und zum Wohle der Sicherheit Österreichs auch bewältigen können. Gehen Sie mit uns diesen gemeinsamen Weg! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Scheibner. – Abg. Scheibner: Mit dir wären wir mitgegangen, Toni!)
Abg. Ing. Westenthaler: Langsam!
Es stimmt schon, die Konsumentenschutzinstitutionen leisten ausgezeichnete Arbeit. Das soll aber nicht bedeuten, dass sich die Politik ihrer Verantwortung entziehen kann. Ganz im Gegenteil! Die Politik hat die Aufgabe, durchaus auch anhand der Empfehlungen der Konsumentenschutzinstitutionen, die entsprechenden Rahmenbedingungen ... (Abg. Großruck: Nehmen Sie einen Schluck Wasser!) – danke! – (Abg. Ing. Westenthaler: Langsam!) – irgendwie habe ich einen Frosch im Hals – für einen effizienten Schutz der VerbraucherInnen zu gewährleisten. Ich erwarte mir vom jetzigen Bundesminister für Soziales und Konsumentenschutz mehr Engagement in diesem Bereich, aber, wie bereits meine Kollegin Sabine Mandak gesagt hat: Ohne Geld nützt das beste Engagement nichts. Im vorliegenden Regierungsübereinkommen findet sich der eine oder andere gute Ansatz, leider finden sich aber auch einige nichtssagende beziehungsweise kryptische Worthülsen. Was mir jedoch fehlt, ist die Neufassung des Konsumentenschutzrechtes, die Errichtung eines Konsumentenschutzrates, Verbesserungen bei den Rücktrittsrechten und vieles mehr. Die wenigen genannten Aufgaben sind aber, wie gesagt, ohne die entsprechende finanzielle Bedeckung nicht durchführbar. So, wie es zurzeit ausschaut, das heißt, wenn man sich den vorliegenden Budgetpfad im Anhang ansieht, ist auch keine Erhöhung der budgetären Mittel für den Konsumentenschutz in Sicht.
Abg. Ing. Westenthaler: „SPÖ“ steht bei Ihrem Namen!
Zu meiner generellen Linie: Wo ich in wichtigen Fragen als Liberaler anderer Meinung bin, werde ich das deutlich machen, und wo erforderlich, entsprechend abstimmen. (Abg. Ing. Westenthaler: „SPÖ“ steht bei Ihrem Namen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Und ein langes Leben!
Ich wünsche der Bundesregierung eine glückliche Hand bei ihrer Arbeit und viel Erfolg. (Abg. Ing. Westenthaler: Und ein langes Leben!) – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Graf: Ein bemerkenswertes rhetorisches Talent! – Abg. Ing. Westenthaler: Der unabhängige Herr Zach!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Graf: Ein bemerkenswertes rhetorisches Talent! – Abg. Ing. Westenthaler: Der unabhängige Herr Zach!
Ich wünsche der Bundesregierung eine glückliche Hand bei ihrer Arbeit und viel Erfolg. (Abg. Ing. Westenthaler: Und ein langes Leben!) – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Graf: Ein bemerkenswertes rhetorisches Talent! – Abg. Ing. Westenthaler: Der unabhängige Herr Zach!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das habe ich nie gesagt!
Da muss ich auch dem Herrn Abgeordneten Westenthaler gleich sagen: Der Blum-Bonus wird aliquot ausbezahlt. Es ist also nicht so, wie Sie das am Nachmittag gesagt haben, dass jemand, der ein Lehrverhältnis früher beendet, den gesamten Blum-Bonus bekommt. Das stimmt nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Das habe ich nie gesagt!) – Doch. Wenn ich mich richtig erinnere, schon. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe mich beschwert über ... des Kündigungsschutzes!) – Ja, aber der Kündigungsschutz ist gerade für die Lehrlinge wichtig, weil auch die dann schon rechtzeitig lernen müssen, dass es auch als Lehrling um Pflichten und nicht nur um Rechte geht. Im späteren Leben werden sie das einmal sehr brauchen.
Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe mich beschwert über ... des Kündigungsschutzes!
Da muss ich auch dem Herrn Abgeordneten Westenthaler gleich sagen: Der Blum-Bonus wird aliquot ausbezahlt. Es ist also nicht so, wie Sie das am Nachmittag gesagt haben, dass jemand, der ein Lehrverhältnis früher beendet, den gesamten Blum-Bonus bekommt. Das stimmt nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Das habe ich nie gesagt!) – Doch. Wenn ich mich richtig erinnere, schon. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe mich beschwert über ... des Kündigungsschutzes!) – Ja, aber der Kündigungsschutz ist gerade für die Lehrlinge wichtig, weil auch die dann schon rechtzeitig lernen müssen, dass es auch als Lehrling um Pflichten und nicht nur um Rechte geht. Im späteren Leben werden sie das einmal sehr brauchen.
Abg. Ing. Westenthaler: Über den Blum-Bonus habe ich nie etwas gesagt!
Ich bin sehr froh, dass es endlich zu dieser Regelung gekommen ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Über den Blum-Bonus habe ich nie etwas gesagt!) Für die Regierung wünsche ich mir, dass sie all ihre Vorhaben genauso erfolgreich umsetzen wird, wie das die letzte Regierung getan hat. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Danke, Frau Ministerin, danke! Und einen guten Rutsch!
Abgeordnete Mag. Melitta Trunk (SPÖ): Herr Präsident! Wirklich geschätzte Frau Ministerin! Herr Minister! Frau Staatssekretärin! Herr Staatssekretär! Übrigens: danke schön für Ihre vorbildliche Solidarität und Ihre Anwesenheit auch zu dieser frühen Morgenstunde. Danke schön! (Abg. Ing. Westenthaler: Danke, Frau Ministerin, danke! Und einen guten Rutsch!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein kometenhafter Aufstieg!
Als neue Tourismussprecherin meiner Fraktion biete ich diese Form der Qualität der Zusammenarbeit sowohl dem abwesenden Herrn Wirtschaftsminister Bartenstein als auch meinen Kollegen im Nationalrat und ganz besonders jenen im Tourismus Beschäftigten, selbstständig Erwerbstätigen und unselbstständig Erwerbstätigen an. – Ich danke für Ihre geteilte Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein kometenhafter Aufstieg!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Roten jetzt in der Regierung sind!
Abgeordneter Karl Dobnigg (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Werte Kolleginnen! Werte Kollegen! Nach über sechs mageren Jahren für Österreichs Pensionistinnen und Pensionisten wird es erfreulicherweise – und das haben wir gestern aus dem Munde unseres neuen Bundeskanzlers, Dr. Alfred Gusenbauer, erfahren; und es ist auch aus dem Regierungsprogramm ersichtlich – nun zu weitreichenden Verbesserungen bei den Pensionen kommen. Das ist ein sichtbares Zeichen der Wertschätzung für jene Menschen, für jene Generation, die Österreich unter schwierigsten Bedingungen nach dem Zweiten Weltkrieg aufgebaut und auch das Fundament für die weiteren Generationen errichtet hat. Der Erfolg des SPÖ-Verhandlungsteams besteht beim Kapitel Pensionen darin, dass die letzten Pensionsreformen, die von uns Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten immer zu Recht kritisiert wurden, entschärft werden konnten. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Roten jetzt in der Regierung sind!)
Ruf bei der SPÖ: Das hat er ja in seinem Statement gesagt! – Abg. Ing. Westenthaler: Er weiß immer noch nicht, welche Kompetenzen er hat!
stimmt. Was ich mitnehme von diesem heutigen Tag, ist, dass die Ressortaufteilung offensichtlich noch nicht endgültig fixiert ist. Wer die Forschungsagenden erhält, ist noch offen. Es ist offensichtlich noch offen – das ist die einzige nicht präzise beantwortete Frage durch den Sozialminister –, was mit dem Konsumentenschutz passiert. (Ruf bei der SPÖ: Das hat er ja in seinem Statement gesagt! – Abg. Ing. Westenthaler: Er weiß immer noch nicht, welche Kompetenzen er hat!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt weiß er es auch! –Abg. Mag. Stadler: Jetzt weiß er es wenigstens!
Ich stelle richtig: Es ist absolut klar, die Konsumentenschutzagenden gehören zum Sozialministerium. Das Bundesministerium heißt: Bundesministerium für Soziales und Konsumentenschutz, und dafür ist ausschließlich Bundesminister Dr. Erwin Buchinger verantwortlich. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt weiß er es auch! –Abg. Mag. Stadler: Jetzt weiß er es wenigstens!)
Sitzung Nr. 11
Abg. Ing. Westenthaler: Deshalb schickt man nur mehr den Staatssekretär!
Zugleich wollen wir auch dafür sorgen, dass hier die Rechte, die Möglichkeiten, aber auch der Umgang mit den Oppositionsparteien verbessert werden und dass vieles, was vielleicht in der Vergangenheit üblich war, hier nicht mehr stattfindet. (Abg. Ing. Westenthaler: Deshalb schickt man nur mehr den Staatssekretär!)
Abg. Ing. Westenthaler schüttelt verneinend den Kopf.
Herr Klubobmann Westenthaler, ich habe jetzt Ihren Antrag zu der Vertretungsgeschichte, den Sie freundlicherweise an die Klubs verteilt haben, studiert und darf Ihnen sagen: Ein bisschen sind Sie geistig noch in der Regierung! (Abg. Ing. Westenthaler schüttelt verneinend den Kopf.)
Abg. Ing. Westenthaler: Auch bei den Studiengebühren?
Was ich nicht verstehe, ist die Kritik des Herrn Abgeordneten Klubobmann Westenthaler an der Sozialpolitik. Wir können gerne eine ausführliche gemeinsame Lektüre des Regierungsprogramms durchführen, aber das, was hier im Sozialbereich formuliert ist, ist eine Verstärkung des sozialen Schutzes für die Österreicherinnen und Österreicher. (Abg. Ing. Westenthaler: Auch bei den Studiengebühren?) Wenn allein die Mindestpensionen auf 726 € angehoben wurden, mag das für Sie eine Bagatelle sein, aber für 222 000 Männer und Frauen in unserem Land bedeutet das pro Monat um 36 € mehr Pension (Ruf bei den Grünen: Das ist sehr wenig!) – und die haben sie sich wirklich verdient! Das ist ein Erfolg dieser Regierung! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine alte ...!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine alte ...!
Was ich nicht verstehe, ist die Kritik des Herrn Abgeordneten Klubobmann Westenthaler an der Sozialpolitik. Wir können gerne eine ausführliche gemeinsame Lektüre des Regierungsprogramms durchführen, aber das, was hier im Sozialbereich formuliert ist, ist eine Verstärkung des sozialen Schutzes für die Österreicherinnen und Österreicher. (Abg. Ing. Westenthaler: Auch bei den Studiengebühren?) Wenn allein die Mindestpensionen auf 726 € angehoben wurden, mag das für Sie eine Bagatelle sein, aber für 222 000 Männer und Frauen in unserem Land bedeutet das pro Monat um 36 € mehr Pension (Ruf bei den Grünen: Das ist sehr wenig!) – und die haben sie sich wirklich verdient! Das ist ein Erfolg dieser Regierung! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine alte ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: „Das beste System Europas“ ...!
Zum Zweiten: Wenn Minister Buchinger dafür zuständig sein wird, dass wir im Pensionsbereich einige der Giftzähne ziehen (Abg. Ing. Westenthaler: „Das beste System Europas“ ...!), indem zum Beispiel die lange Versicherungsregelung bis zum Ende der Legislaturperiode verlängert wird und die ungerechten Doppelabschläge bei der Korridor-Pension beseitigt werden, dann bedeutet das für 60 000 Menschen, die in den nächsten zwei Jahren in Pension gehen werden, eine Pensionserhöhung zwischen 50 € und 180 € pro Monat! – Das ist Sozialpolitik, von der die Menschen, die es brauchen, in Österreich etwas haben, und eine Verstärkung des sozialen Schutzes, auf den wir stolz sind! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Und wenn Sie es zweckwidmen?
Zu Ihrer dritten Bemerkung, Herr Klubobmann Westenthaler: Ihr Vorschlag, die Mehrwertsteuer auf die Medikamente zu verkürzen, führt zu keiner Verbilligung für einen Großteil der Patienten (Abg. Ing. Westenthaler: Und wenn Sie es zweckwidmen?), sondern ist ausschließlich eine Verrechnungsangelegenheit (Abg. Ing. Westenthaler: Zweckwidmung!) zwischen dem Finanzminister und den Sozialversicherungen, denn ein Großteil der Menschen in Österreich bezieht nämlich Medikamente auf Basis der Rezeptgebühr – völlig unabhängig, wie teuer das Medikament auch ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie können es ja zweckwidmen! – Niemand hält Sie ab, das zweckzuwidmen!) Das heißt, Ihr Vorschlag führt nicht zu einer Entlastung der Patientinnen und Patienten, sondern nur zu einem Umschaufeln der Mittel: weg vom Finanzminister, hin in die Krankenversicherung. – Das bringt wirklich nichts, Herr Klubobmann Westenthaler! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Zweckwidmung!
Zu Ihrer dritten Bemerkung, Herr Klubobmann Westenthaler: Ihr Vorschlag, die Mehrwertsteuer auf die Medikamente zu verkürzen, führt zu keiner Verbilligung für einen Großteil der Patienten (Abg. Ing. Westenthaler: Und wenn Sie es zweckwidmen?), sondern ist ausschließlich eine Verrechnungsangelegenheit (Abg. Ing. Westenthaler: Zweckwidmung!) zwischen dem Finanzminister und den Sozialversicherungen, denn ein Großteil der Menschen in Österreich bezieht nämlich Medikamente auf Basis der Rezeptgebühr – völlig unabhängig, wie teuer das Medikament auch ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie können es ja zweckwidmen! – Niemand hält Sie ab, das zweckzuwidmen!) Das heißt, Ihr Vorschlag führt nicht zu einer Entlastung der Patientinnen und Patienten, sondern nur zu einem Umschaufeln der Mittel: weg vom Finanzminister, hin in die Krankenversicherung. – Das bringt wirklich nichts, Herr Klubobmann Westenthaler! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie können es ja zweckwidmen! – Niemand hält Sie ab, das zweckzuwidmen!
Zu Ihrer dritten Bemerkung, Herr Klubobmann Westenthaler: Ihr Vorschlag, die Mehrwertsteuer auf die Medikamente zu verkürzen, führt zu keiner Verbilligung für einen Großteil der Patienten (Abg. Ing. Westenthaler: Und wenn Sie es zweckwidmen?), sondern ist ausschließlich eine Verrechnungsangelegenheit (Abg. Ing. Westenthaler: Zweckwidmung!) zwischen dem Finanzminister und den Sozialversicherungen, denn ein Großteil der Menschen in Österreich bezieht nämlich Medikamente auf Basis der Rezeptgebühr – völlig unabhängig, wie teuer das Medikament auch ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie können es ja zweckwidmen! – Niemand hält Sie ab, das zweckzuwidmen!) Das heißt, Ihr Vorschlag führt nicht zu einer Entlastung der Patientinnen und Patienten, sondern nur zu einem Umschaufeln der Mittel: weg vom Finanzminister, hin in die Krankenversicherung. – Das bringt wirklich nichts, Herr Klubobmann Westenthaler! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das stimmt, aber die schon!
beschließt, ein Verfassungsmissbrauch ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Das stimmt, aber die schon!) Mein Verständnis ist, dass Verfassungsrechte im Parlament auf Basis einer breiten Mehrheit, die dafür erforderlich ist, verändert werden können (Abg. Scheibner: Das kennen wir schon aus den neunziger Jahren!), und eine Verfassungsänderung (Abg. Ing. Westenthaler: Koalitionsmissbrauch!) als Verfassungsmissbrauch zu bezeichnen, halte ich einmal nicht a priori für angebracht.
Abg. Ing. Westenthaler: Koalitionsmissbrauch!
beschließt, ein Verfassungsmissbrauch ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Das stimmt, aber die schon!) Mein Verständnis ist, dass Verfassungsrechte im Parlament auf Basis einer breiten Mehrheit, die dafür erforderlich ist, verändert werden können (Abg. Scheibner: Das kennen wir schon aus den neunziger Jahren!), und eine Verfassungsänderung (Abg. Ing. Westenthaler: Koalitionsmissbrauch!) als Verfassungsmissbrauch zu bezeichnen, halte ich einmal nicht a priori für angebracht.
Abg. Ing. Westenthaler: Ein schlechtes Beispiel!
Wenn wir diese Vertretungsregel diskutieren, dann lassen Sie sich doch eine Sekunde auf die sachliche Argumentation ein. Es wurde bereits darauf hingewiesen, dass sich auf europäischer Ebene jeder Minister durch einen anderen Minister oder Staatssekretär vertreten lassen kann. Dort gilt die enge Bindung des Staatssekretärs an einen Minister nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein schlechtes Beispiel!) Viele Teile der Gesetzgebung werden auf europäischer Ebene gemeinsam erledigt. Und im österreichischen Parlament war es bisher nicht möglich, dass man sich hier wechselweise vertritt. Wir sind zur Auffassung gelangt, es wäre eigentlich am allerbesten, wenn sich alle Mitglieder der Bundesregierung wechselseitig vertreten könnten. Aber wieso bringen wir diesen Vorschlag hier nicht ein? – Das kann ich Ihnen sagen: weil es die Abgeordneten aus den Fraktionen waren, die gesagt haben, dann haben wir nur mehr Staatssekretäre auf der Regierungsbank sitzen, und daher möge man diese Regel nicht auf alle ausdehnen. Wenn es Ihr gemeinsamer Wunsch ist, dass sich alle wechselseitig vertreten lassen können, sind die Fraktionen des Hauses frei, bis zum Ende der Debatte einen Abänderungsantrag zu formulieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollen Ressortzuständige!) Sie können die Vorschläge, die auf dem Tisch liegen, noch verbessern. Wir haben nichts dagegen, denn wir sind der Meinung, die Regierung stellt sich gemeinsam dem Parlament, ist bereit, die Politik hier zu verteidigen und zu vertreten. (Abg. Ing. Westenthaler: Dann können Sie einen Pappkameraden auch hinaufsetzen! Der kann auch nichts sagen!) Und ich sage Ihnen ganz offen: Ich werde öfter kommen, als Ihnen recht ist, Herr Kollege Westenthaler, und Herr Vizekanzler Molterer auch, da brauchen Sie keine Angst zu haben! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollen Ressortzuständige!
Wenn wir diese Vertretungsregel diskutieren, dann lassen Sie sich doch eine Sekunde auf die sachliche Argumentation ein. Es wurde bereits darauf hingewiesen, dass sich auf europäischer Ebene jeder Minister durch einen anderen Minister oder Staatssekretär vertreten lassen kann. Dort gilt die enge Bindung des Staatssekretärs an einen Minister nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein schlechtes Beispiel!) Viele Teile der Gesetzgebung werden auf europäischer Ebene gemeinsam erledigt. Und im österreichischen Parlament war es bisher nicht möglich, dass man sich hier wechselweise vertritt. Wir sind zur Auffassung gelangt, es wäre eigentlich am allerbesten, wenn sich alle Mitglieder der Bundesregierung wechselseitig vertreten könnten. Aber wieso bringen wir diesen Vorschlag hier nicht ein? – Das kann ich Ihnen sagen: weil es die Abgeordneten aus den Fraktionen waren, die gesagt haben, dann haben wir nur mehr Staatssekretäre auf der Regierungsbank sitzen, und daher möge man diese Regel nicht auf alle ausdehnen. Wenn es Ihr gemeinsamer Wunsch ist, dass sich alle wechselseitig vertreten lassen können, sind die Fraktionen des Hauses frei, bis zum Ende der Debatte einen Abänderungsantrag zu formulieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollen Ressortzuständige!) Sie können die Vorschläge, die auf dem Tisch liegen, noch verbessern. Wir haben nichts dagegen, denn wir sind der Meinung, die Regierung stellt sich gemeinsam dem Parlament, ist bereit, die Politik hier zu verteidigen und zu vertreten. (Abg. Ing. Westenthaler: Dann können Sie einen Pappkameraden auch hinaufsetzen! Der kann auch nichts sagen!) Und ich sage Ihnen ganz offen: Ich werde öfter kommen, als Ihnen recht ist, Herr Kollege Westenthaler, und Herr Vizekanzler Molterer auch, da brauchen Sie keine Angst zu haben! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Dann können Sie einen Pappkameraden auch hinaufsetzen! Der kann auch nichts sagen!
Wenn wir diese Vertretungsregel diskutieren, dann lassen Sie sich doch eine Sekunde auf die sachliche Argumentation ein. Es wurde bereits darauf hingewiesen, dass sich auf europäischer Ebene jeder Minister durch einen anderen Minister oder Staatssekretär vertreten lassen kann. Dort gilt die enge Bindung des Staatssekretärs an einen Minister nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein schlechtes Beispiel!) Viele Teile der Gesetzgebung werden auf europäischer Ebene gemeinsam erledigt. Und im österreichischen Parlament war es bisher nicht möglich, dass man sich hier wechselweise vertritt. Wir sind zur Auffassung gelangt, es wäre eigentlich am allerbesten, wenn sich alle Mitglieder der Bundesregierung wechselseitig vertreten könnten. Aber wieso bringen wir diesen Vorschlag hier nicht ein? – Das kann ich Ihnen sagen: weil es die Abgeordneten aus den Fraktionen waren, die gesagt haben, dann haben wir nur mehr Staatssekretäre auf der Regierungsbank sitzen, und daher möge man diese Regel nicht auf alle ausdehnen. Wenn es Ihr gemeinsamer Wunsch ist, dass sich alle wechselseitig vertreten lassen können, sind die Fraktionen des Hauses frei, bis zum Ende der Debatte einen Abänderungsantrag zu formulieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollen Ressortzuständige!) Sie können die Vorschläge, die auf dem Tisch liegen, noch verbessern. Wir haben nichts dagegen, denn wir sind der Meinung, die Regierung stellt sich gemeinsam dem Parlament, ist bereit, die Politik hier zu verteidigen und zu vertreten. (Abg. Ing. Westenthaler: Dann können Sie einen Pappkameraden auch hinaufsetzen! Der kann auch nichts sagen!) Und ich sage Ihnen ganz offen: Ich werde öfter kommen, als Ihnen recht ist, Herr Kollege Westenthaler, und Herr Vizekanzler Molterer auch, da brauchen Sie keine Angst zu haben! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Strache! – Abg. Haidlmayr: Strache war es!
Abgeordnete Mag. Andrea Kuntzl (SPÖ): Sehr geehrte Damen und Herren! Ich kann mich vor allem dem zuletzt vom Herrn Bundeskanzler Gesagten vollinhaltlich anschließen. Herr Abgeordneter Stadler (Rufe: Strache! Strache!), ich denke, dass Ihre Erklärung gestern nicht mehr als ein Anfang gewesen sein kann, dem wiederum klärende Worte folgen müssen. (Abg. Ing. Westenthaler: Strache! – Abg. Haidlmayr: Strache war es!) – Strache. – Entschuldigung, da habe ich mich versprochen, ja: Herr Klubobmann Strache!
Abg. Ing. Westenthaler: Darum ist er jetzt auch weg!
re –, und ich denke, er wird sicher jede Gelegenheit wahrnehmen, Ihnen selbst Rede und Antwort zu stehen. (Abg. Haidlmayr: Warum geht er dann schon wieder? Warum ist er dann schon wieder weg?) Ich habe ihn in all diesen Jahren kennengelernt als einen Mann, der sich vor direkter Auseinandersetzung nicht ... (Abg. Ing. Westenthaler: Darum ist er jetzt auch weg!) – Nun, er kann davon ausgehen, dass von mir kein Angriff kommt, bei dem er Rede und Antwort stehen muss. – Also: Ich weiß, er ist ein Mann, der sich einer Debatte, einer konstruktiven Kritik, einer nicht konstruktiven Kritik nicht entzieht, und er wird Ihnen – wie er gesagt hat: mehr, als Ihnen lieb ist – in Hinkunft persönlich Rede und Antwort stehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Steuer über Steuer!
Oder sind dort die versteckten Belastungen, die Sie auf die Österreicher abwälzen wollen, noch zu finden? Was man jetzt wieder gehört hat: Vermögenssteuer will man einführen – vielleicht ist das da schon drinnen? (Abg. Ing. Westenthaler: Steuer über Steuer!) Abgabenerhöhungen? Was ist bei den Beamten mit den Dienstposten? Pensionsreform vielleicht? Was steckt denn dahinter, meine Damen und Herren von der Bundesregierung? – Wenn Sie einen Dialog mit dem Parlament machen wollen, dann legen Sie das entsprechend auf den Tisch!
Abg. Ing. Westenthaler: Das beste System in ganz Europa!
Da ist es im Sozialministerium so, dass drei große Zukunftsaufgaben zu bewältigen sind. Das eine ist die Milderung jener Versäumnisse, meine sehr geschätzten Damen und Herren vom BZÖ, die Sie in Ihrer Ägide als Sozialministerin und Sozialminister in den letzten sieben Jahren mitzuverantworten haben, nämlich Härten im Pensionsrecht, die Zehntausende Menschen in diesem Land ungebührlich belasten. (Abg. Ing. Westenthaler: Das beste System in ganz Europa!) Wir werden diese Härten in den nächsten Monaten sehr, sehr rasch korrigieren und werden Ihnen dann, sehr geschätzte Damen und Herren vom BZÖ, die Gelegenheit geben, bei den materiell-rechtlichen Änderungen im Pensionsgesetz 2003 und 2004 auch zu zeigen, dass Sie aus Ihren Fehlern der letzten sieben Jahre gelernt haben und bereit sind, mit der neuen Bundesregierung auch den Kurs für ein moderneres und soziales Österreich mitzugehen. (Beifall bei SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Nur habt ihr es verhindert voriges Jahr! Ihr habt die Einigung mutwillig zerstört! – Abg. Scheibner: Parteipolitik vor Staatspolitik, das ist bei euch die Devise!
Man sollte nicht immer so mit einem Augenzwinkern – man meint es ja nicht so – diese Formulierungen und diese Floskeln so dahinsagen. Ich glaube, das ist der falsche Weg. Wir haben da Vorbildwirkung, und wir sollten alle zu einer gemeinsamen Lösung beitragen und nicht die einen als Gäste bezeichnen, denen man jederzeit das Gastrecht entziehen kann. (Abg. Ing. Westenthaler: Nur habt ihr es verhindert voriges Jahr! Ihr habt die Einigung mutwillig zerstört! – Abg. Scheibner: Parteipolitik vor Staatspolitik, das ist bei euch die Devise!)
Abg. Ing. Westenthaler: Fragen Sie einmal Ihre Bürgermeister in Kärnten, was die dazu sagen! – Abg. Scheibner: Zweimal habt ihr die Einigung verhindert!
1955 haben unsere Vorgänger hier den Staatsvertrag verabschiedet, an den Sie noch immer gebunden sind, meine Damen und Herren, und auf den Sie angelobt wurden. Das, was Sie in Ihrer Diktion machen, ist, Öl ins Feuer zu gießen, ist, keine Lösung zuzulassen, damit Sie auch immer wieder einen Punkt haben, mit dem man in Kärnten auf Landesebene regional ein bisschen punkten kann. (Abg. Ing. Westenthaler: Fragen Sie einmal Ihre Bürgermeister in Kärnten, was die dazu sagen! – Abg. Scheibner: Zweimal habt ihr die Einigung verhindert!)
Abg. Ing. Westenthaler: Mit einem schönen Schleifchen drauf!
Ich finde es jenseitig, dass der Herr Westenthaler nach der Rede des Herrn Wittmann sagt, das werden wir euren sozialdemokratischen Bürgermeistern brühwarm eins zu eins mitteilen, was ihr da im Parlament sagt. (Abg. Ing. Westenthaler: Mit einem schönen Schleifchen drauf!) Damit wird versucht. wieder zu schüren. Für diese Politik des Schürens stehen Sie genauso wie der Herr Strache. Da können Sie sich an der Nase nehmen, da unterscheiden Sie sich überhaupt nicht: Haider, Westenthaler, Strache – ein und die dieselbe Mischpoche. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Na hallo, was ist denn das?! Das ist ja ungeheuerlich! – Weitere Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.)
Sitzung Nr. 13
Zwischenruf des Abg. Scheibner. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist auch in Österreich so!
Seit gestern liegen die neuen Ergebnisse des „Eurobarometer“ vor, das die Frage, wie denkt ... (Zwischenruf des Abg. Scheibner. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist auch in Österreich so!) – Nein! In Österreich sind 100 Prozent der österreichischen Bevölkerung und 100 Prozent der Mitglieder der Bundesregierung – und ich hoffe, auch des Parlaments – der Meinung, dass wir die friedliche Nutzung der Kernenergie in Österreich ablehnen, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat gegen Zwentendorf gekämpft?
Es bleibt nach wie vor das Argument richtig, das wir damals, 1978, als wir gegen das AKW Zwentendorf gekämpft haben, vorgebracht haben: Das ist eine riskante Technologie, die wir nicht wollen! (Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat gegen Zwentendorf gekämpft?) Dieses Argument bleibt, das ist auch die Basis der Argumentation dieser Bundesregierung auf europäischer Ebene, und hier ist Österreich mit Sicherheit ein Bollwerk gegen diesen Versuch, eine Renaissance der Atomenergie auf europäischer Ebene noch weiter voranzutreiben. Daher: Eine Revisionskonferenz Euratom wäre wichtig.
Abg. Ing. Westenthaler: Weltweit – aber nicht nur in Europa!
Herr Kollege Westenthaler! Genau vor diesem Hintergrund verstehe ich daher die geäußerte Kritik nicht. Ich habe hier einen Entschließungsantrag, der in der letzten Legislaturperiode einstimmig von allen Parteien – daher auch mit der Stimme des Peter Westenthaler – beschlossen wurde (Abg. Strache: „Soletti, immer dabei!“), in dem steht, dass die Bundesregierung ersucht wird, in Europa für eine Steuer im Bereich des Flugverkehrs und des Schiffverkehrs einzutreten (Abg. Ing. Westenthaler: Weltweit – aber nicht nur in Europa!), mit der Begründung, diese verpflichtend in den europäischen Mitgliedstaaten einzuführen. (Abg. Ing. Westenthaler: Weltweit!)
Abg. Ing. Westenthaler: Weltweit!
Herr Kollege Westenthaler! Genau vor diesem Hintergrund verstehe ich daher die geäußerte Kritik nicht. Ich habe hier einen Entschließungsantrag, der in der letzten Legislaturperiode einstimmig von allen Parteien – daher auch mit der Stimme des Peter Westenthaler – beschlossen wurde (Abg. Strache: „Soletti, immer dabei!“), in dem steht, dass die Bundesregierung ersucht wird, in Europa für eine Steuer im Bereich des Flugverkehrs und des Schiffverkehrs einzutreten (Abg. Ing. Westenthaler: Weltweit – aber nicht nur in Europa!), mit der Begründung, diese verpflichtend in den europäischen Mitgliedstaaten einzuführen. (Abg. Ing. Westenthaler: Weltweit!)
Abg. Ing. Westenthaler: Weltweit! Nicht nur in Europa!
Daher denke ich: Was im letzten Jahr richtig war, Herr Kollege Westenthaler, muss doch auch heuer (Abg. Ing. Westenthaler: Weltweit! Nicht nur in Europa!) in der Zielrichtung und in der Perspektive stimmen! – Dafür treten wir ein. (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Dr. Van der Bellen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Können wir das noch einmal sehen? – Abg. Dr. Stummvoll: Noch einmal!
Wir brauchen auf europäischer Ebene dringend Kostenwahrheit! (Abg. Ing. Westenthaler: Können wir das noch einmal sehen? – Abg. Dr. Stummvoll: Noch einmal!) Dann haben wir nämlich Geld für die Belange, Herr Sozialminister, für die Sie stehen, für die Belange Sicherheitspolitik, für die Sie stehen, und auch für Ihre ökologische Steuerpolitik, Herr Finanzminister, Herr Vizekanzler Molterer, die mich interessieren würde. Das ist nämlich eine europäische Frage, aber auch eine österreichische Frage.
Sitzung Nr. 14
Abg. Ing. Westenthaler: Frau Präsidentin! Das ist keine Geschäftsordnungswortmeldung! Das kann er bei der Debatte sagen! – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Jetzt denke ich, die Debatte ist kein Naturereignis ... (Abg. Ing. Westenthaler: Frau Präsidentin! Das ist keine Geschäftsordnungswortmeldung! Das kann er bei der Debatte sagen! – Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Ja, das ist eine andere Ministerin. Es ist eine andere Ministerin! Bei der Debatte über diesen Punkt: Änderung des Hochschülerschaftsgesetzes sollte eigentlich der zuständige Minister anwesend sein, nicht irgendein Minister.
Abg. Ing. Westenthaler: Er muss einen Antrag stellen! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Danke, Herr Präsident! – In der Debatte zu diesem Tagesordnungspunkt habe ich mich bereits einmal zur Geschäftsbehandlung zu Wort gemeldet und die Beiziehung des Ministers gefordert. Über diesen Antrag wurde abgestimmt, und er wurde verworfen. In der anschließenden Debatte hat sich dann Klubobmann Schüssel zu Wort gemeldet und hier erklärt, dass Minister Hahn sich zu Recht vertreten hat lassen und dies auch dem Parlament gemeldet habe. Das mag richtig sein, Herr Klubobmann, aber ... (Abg. Ing. Westenthaler: Er muss einen Antrag stellen! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Rufe bei der ÖVP: Antrag! Antrag! – Abg. Ing. Westenthaler: Wollen Sie nicht einmal einen Antrag stellen? Das ist ja keine Geschäftsordnungsdebatte! – Abg. Dr. Fekter: Das ist alles grüne Redezeit!
Ich halte fest, dass dem Haus die Anwesenheit der Frau Bundesministerin nicht evoziert wurde. – Frau Bundesministerin Kdolsky, es ehrt Sie, dass Sie hier sitzen, aber es wurde uns das nicht verkündet. Und daher haben wir als Abgeordnete selbstverständlich das Recht, anzunehmen, dass der zuständige Bundesminister hier sein sollte. (Rufe bei der ÖVP: Antrag! Antrag! – Abg. Ing. Westenthaler: Wollen Sie nicht einmal einen Antrag stellen? Das ist ja keine Geschäftsordnungsdebatte! – Abg. Dr. Fekter: Das ist alles grüne Redezeit!)
Sitzung Nr. 16
Abgeordnete der Grünen stehen in ihren Bankreihen und halten ein Transparent mit der Aufschrift „Wer schützt uns vor Westenthaler?“ in die Höhe. – Beifall bei der SPÖ.
Das Betteleiproblem in Wien und Graz ist ein evidentes Problem, wo es um organisierte Banden geht, sowohl in Graz, als auch in Wien, die die Menschen anpöbeln, um für ihre Organisation Geld einzutreiben. Ich glaube, dass es notwendig ist, dass man gegen diese Taten vorgeht. (Abgeordnete der Grünen stehen in ihren Bankreihen und halten ein Transparent mit der Aufschrift „Wer schützt uns vor Westenthaler?“ in die Höhe. – Beifall bei der SPÖ.) – Ich finde es sehr interessant, dass den Grünen Sexualstraftaten wurscht sind, sondern es ihnen wichtiger ist, hier Polemik gegen andere Parteien vom Zaum zu brechen.
Abg. Ing. Westenthaler: Ist am besten, wenn er in Haft bleibt!
Eines sage ich Ihnen ganz offen: Die entscheidende Frage bei den Menschen, die in Haft sind, ist nicht die Haftdauer. Entscheidend ist: Besteht die Gefahr der Rückfälligkeit? – Das Ziel des Strafvollzuges muss es ja sein, zu verhindern, dass Straftäter wieder rückfällig werden. Die Hauptzielsetzung unserer Justizpolitik in diesem Zusammenhang muss sein, dass, wann immer jemand eine Haftanstalt verlässt, die Gefahr, dass er rückfällig wird, möglichst eingeschränkt wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist am besten, wenn er in Haft bleibt!) Denn uns geht es nicht um Vergeltung, uns geht es um das Vermeiden von Verbrechen in unserem Land. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Schweigen! Schweigen!
Abgeordnete der Republik Österreich haben in einem Ausschuss gefragt, wie denn das mit dem Budget sein wird, ob es mehr Geld für die Sicherheit geben wird, ob es mehr Personal geben wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Schweigen! Schweigen!) – Darauf hat man gesagt: Wir haben vereinbart, hier darüber nichts zu sagen! Ein Schweigegelübde in der Bundesregierung gegenüber dem Nationalrat, da sagen wir nichts, ihr könnt euch ja die Zahlen in einer Woche oder in zwei Wochen holen! – Das macht uns ein bisschen stutzig, denn das ist verdächtig, Herr Bundeskanzler. (Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Dr. Gusenbauer.) – Sie werden schon nervös, Herr Bundeskanzler, sonst würden Sie nicht ständig dreinreden! Jetzt haben Sie eh 20 Minuten Zeit gehabt, hier Ihre Argumente darzulegen.
Abg. Ing. Westenthaler: Das BZÖ! Das Bündnis!
Aber was Sie heute hier suggerieren wollen, ist: Ab dem Moment, wo die BZÖ nicht mehr in der Regierung ist, geht es schon wieder aufwärts mit den Kriminalitätszahlen! – Das ist falsch, denn ab dem Moment, wie die BZÖ und die Vorläufer der BZÖ in der Regierung waren, ist die Kriminalität gestiegen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das BZÖ! Das Bündnis!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Blödsinn!
Da komme ich jetzt zur Seite 2 – ich habe mir das wirklich genau angeschaut, es lohnt sich ja, das durchzulesen. Unter „Drogen- und Ausländerkriminalität“– das ist fast schon wie eine neue Form von Patriotismus – kommen nur die Ausländer vor, und das ist verwerflich! Kein Einziger ist zu pardonieren, aber wenn man den Text durchliest, hat man fast den Eindruck: Bestraft werden sollen nur die ausländischen Drogendealer und nicht die inländischen! (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Blödsinn!) – Bitte, lesen Sie den Text durch! Ich war verblüfft, als ich das gelesen habe, und habe mich gefragt: Was heißt das jetzt? Der ausländische Drogendealer ist zu verhaften und zu bestrafen und dann dorthin zu schicken, woher er gekommen ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist schon wieder Kabarett! Das ist schon wieder überzogen!) – Das ist nicht
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist schon wieder Kabarett! Das ist schon wieder überzogen!
Da komme ich jetzt zur Seite 2 – ich habe mir das wirklich genau angeschaut, es lohnt sich ja, das durchzulesen. Unter „Drogen- und Ausländerkriminalität“– das ist fast schon wie eine neue Form von Patriotismus – kommen nur die Ausländer vor, und das ist verwerflich! Kein Einziger ist zu pardonieren, aber wenn man den Text durchliest, hat man fast den Eindruck: Bestraft werden sollen nur die ausländischen Drogendealer und nicht die inländischen! (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Blödsinn!) – Bitte, lesen Sie den Text durch! Ich war verblüfft, als ich das gelesen habe, und habe mich gefragt: Was heißt das jetzt? Der ausländische Drogendealer ist zu verhaften und zu bestrafen und dann dorthin zu schicken, woher er gekommen ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist schon wieder Kabarett! Das ist schon wieder überzogen!) – Das ist nicht
Abg. Ing. Westenthaler: Die Sicherheit ist kein Kabarett!
überzogen! Es fehlt hier. Ich würde die eigenen Dringlichen Anträge halt genauer durchlesen; das wäre vielleicht nicht so schlecht. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Sicherheit ist kein Kabarett!)
Abg. Ing. Westenthaler: „Das Boot ist voll!“ – Das Boot war schon voll!
Jedenfalls habe ich das mit Verwunderung festgestellt und mich gefragt: Was ist mit dem inländischen Drogendealer? – Diese Anmerkung erspare ich Ihnen nicht, weil Sie diesen Schwerpunkt in fünf, sechs, sieben Punkten hier geäußert haben. Mich stört das auch. (Abg. Ing. Westenthaler: „Das Boot ist voll!“ – Das Boot war schon voll!) Ich bin in Hernals politisch tätig, bin dort Abgeordneter. Wir haben dort Probleme gehabt mit Drogendealern, sehr richtig, in diesem Fall aus Nigeria. Und ich bin da sehr engagiert, dass da klare Verhältnisse herrschen, dass da wirklich etwas unternommen wird – keine Frage! –, aber nicht mit dieser Schwerpunktsetzung in dieser Form.
Abg. Ing. Westenthaler: 90 Prozent organisierte Kriminalität!
Letzter Punkt: Seite 8 des Antrages. Ganz verwundert stelle ich fest, wie in dem Antrag hier 13 Punkte angeführt werden, unter anderem auch, die Kräfte der Polizei mehr gegen organisierte Kriminalität, Drogenhandel, Menschenhandel und Schlepperwesen einzusetzen als gegen Einzeldelikte. – Ich lese wohl nicht richtig! Das muss heißen: sowohl als auch. Denn: Es hilft dem Zuschauer nichts, wenn gerade jetzt in seiner Wohnung eingebrochen wird, und es ist gerade kein organisierter Einbruch, sondern ein spontaner Einbruch, dass man da einen Unterschied vornimmt. (Abg. Ing. Westenthaler: 90 Prozent organisierte Kriminalität!) Ich möchte haben, dass alle Delikte bekämpft werden, und nicht so, wie Sie das gerade sehen: die organisierten ja, die nicht organisierten nein.
Abg. Ing. Westenthaler: Entschuldigen Sie: Das ist aber traurig, dass sie leer ist!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Hannes Missethon (ÖVP): Geschätzte Frau Präsidentin! – Die Regierungsbank ist leer. (Abg. Ing. Westenthaler: Entschuldigen Sie: Das ist aber traurig, dass sie leer ist!) Geschätzte Kolleginnen und Kollegen, das Thema Sicherheit – und ich bin sehr dankbar, dass es heute diesen „Sicherheitstag“ im Parlament gibt – ist für uns, für die ÖVP, ein ganz zentrales Thema. Dieses Thema findet sich im Speziellen wieder in der Regierungsvereinbarung, wo wir gesagt haben, Integration muss vor Zuwanderung behandelt werden.
Abg. Ing. Westenthaler: Was macht die Frau Justizminister dagegen?
Geschätzte Damen und Herren, ich habe kein Verständnis dafür, dass man sich aus einem solchen Delikt freikaufen kann! Dafür habe ich kein Verständnis. Hier sind wir für harte Strafen. (Abg. Ing. Westenthaler: Was macht die Frau Justizminister dagegen?) Wir sind auch dafür, dass wir in Bezug auf den Bereich des Berufsverbotes stärker nachdenken. Oder lehrt dieser Tennislehrer heute wieder Tennis – vielleicht mit kleinen Mädchen?
Abg. Ing. Westenthaler – bezugnehmend auf die gestikulierende Hand des Redners –: Was ist das für ein Gruß, den Sie da machen, mit den drei ausgestreckten Fingern? So schnell geht es! Drei Bier?
Ich erinnere daran, die Anzeige bei der Bundespolizeidirektion in Schwechat ist bereits vor Jahren erstattet worden und auf dem Tisch eines ÖVP-Innenministers gelandet, von wo sie den üblichen Weg in eine Schreibtischlade genommen hat. Über Horngacher und andere gibt es seit Jahren alle notwendigen Hinweise, und drei Innenminister – alle von derselben Partei! – haben alle notwendigen Schritte unterlassen (Abg. Ing. Westenthaler – bezugnehmend auf die gestikulierende Hand des Redners –: Was ist das für ein Gruß, den Sie da machen, mit den drei ausgestreckten Fingern? So schnell geht es! Drei Bier?), hier ordnungsgemäße und gesetzeskonforme Zustände an der Spitze der Wiener Kriminalpolizei herzustellen.
Abg. Ing. Westenthaler schüttelt verneinend den Kopf.
Erstens: Die Kriminalitätssteigerung ist massiv – und zwar, Herr Klubobmann Westenthaler, nicht seit zwei Monaten, sondern seit Jahren! (Abg. Ing. Westenthaler schüttelt verneinend den Kopf.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Da brauchen Sie aber einen neuen Präsidenten!
Da vorhin die Wiener Polizei angesprochen worden ist, auch dazu ein klares Wort: Wir haben tausende exzellente Polizistinnen und Polizisten, und ich bedanke mich bei ihnen! Die haben es momentan nicht leicht. Und wir haben Einzelne, wo es Problembereiche gibt, und da muss mit aller Schärfe im Rahmen des Dienstrechtes vorgegangen werden. Da müssen die Verantwortungsträger ihrer Verpflichtung nachkommen und mit aller Härte durchgreifen. Aber ich lasse mir nicht die gesamte Polizei in Wien madig machen! Das haben die Polizistinnen und Polizisten nicht verdient! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Da brauchen Sie aber einen neuen Präsidenten!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das können Sie ja nicht tun, die SPÖ ist ja dagegen!
Ich meine, dass es schon erlaubt ist beziehungsweise dass wir uns Gedanken machen müssen können, ob nicht auch in Österreich das möglich ist, was in Deutschland positiv über die Bühne gegangen ist. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das können Sie ja nicht tun, die SPÖ ist ja dagegen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das habe ich gewonnen, das Verfahren!
Meine Damen und Herren! Kollege Darmann hat gemeint, von der politischen Kultur sei er enttäuscht. Was halten Sie eigentlich von der Begegnungskultur Ihres Parteiobmannes, Kollege Darmann? Es stellt sich die Frage, ob Herr Westenthaler nicht ein bisserl ein gestörtes Verhältnis zur Polizei hat. Ich darf zum Beispiel an Folgendes erinnern: Westenthaler hat im Jahr 1994 als junger Abgeordneter, als ihn ein Polizist beim Schnellfahren gestoppt hat, gesagt – ich zitiere, das „profil“ hat das am 13.5.2002 geschrieben –: Wissen Sie denn nicht, wen Sie vor sich haben? Es ist eine Frechheit, dass Sie einen Abgeordneten bestrafen wollen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das habe ich gewonnen, das Verfahren!) Westenthaler: Das ist egal. Das ist das Faktum.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie zitieren einen falschen Sachverhalt! Das habe ich gewonnen!
Aber, Herr Westenthaler, im Jahr 1996 sind Sie verurteilt worden, und zwar wegen eines ganz lustigen Paragraphen, nämlich Verletzung des öffentlichen Anstands (Abg. Ing. Westenthaler: Sie zitieren einen falschen Sachverhalt! Das habe ich gewonnen!), weil wir von der politischen Kultur reden. (Oh-Rufe bei der SPÖ.) Wegen Verletzung des öffentlichen Anstands! Sie waren wieder beim Schnellfahren unterwegs. Der Kollege von der Polizei hat Sie aufgehalten, und dann sind Ihnen so kleine Bemerkungen herausgerutscht.
Abg. Ing. Westenthaler: Auch gewonnen!
Ich zitiere wieder, damit ich da keinen Fehler mache, aus „NEWS“ wörtlich: Sie sind ein Idiot, ein Vollkoffer, und Sie sind ein Trottel, haben Sie zu dem Kollegen gesagt. Das ist Ihnen anscheinend herausgerutscht – oder es ist Ihre Begegnungskultur. (Abg. Ing. Westenthaler: Auch gewonnen!) Von dieser Form der Begegnungskultur sind wir aber maßlos enttäuscht, Herr Westenthaler. Das können Sie zur Kenntnis nehmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Hauser: Besser, als vor Gericht zu sein, Herr Westenthaler!
Das muss man schon einmal sagen, weil die Menschen doch fragen, wie ernst man diese FPÖ heutzutage überhaupt noch nehmen soll. (Abg. Mag. Hauser: Besser, als vor Gericht zu sein, Herr Westenthaler!)
Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Die linke Allianz! Eine demokratisch gewählte Partei „belästigt“ das Parlament?! Nicht schlecht!
Ich habe die Rede vom Herrn Vilimsky im Zusammenhang mit Ihrer Partei, nämlich insbesondere den Hinweis, dass es nur mehr von vorübergehender Zeit sein wird, dass Sie uns hier – und ich muss sagen – belästigen, eigentlich wirklich mit sehr großer Freude aufgenommen. Das muss ich Ihnen schon sagen. (Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Die linke Allianz! Eine demokratisch gewählte Partei „belästigt“ das Parlament?! Nicht schlecht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Belästigung des Parlaments?!
Vielleicht nur ganz kurz, weil das hier eine extrem wichtige Situation ist und wir eigentlich auch sehen können, Herr Westenthaler, wie Sie in der Vergangenheit, nämlich während der letzten sechs Jahre, mit dieser Thematik umgegangen sind (Abg. Ing. Westenthaler: Belästigung des Parlaments?!): Wir haben vermehrt darauf hingewiesen, dass es im Bereich des Sexualstrafrechtes irrsinnig wichtig ist, effiziente Schritte zu setzen. Wir haben auch darauf hingewiesen, dass die Betreuung von Haftentlassenen – und das ist die internationale, wissenschaftlich einhellige Meinung – im Vordergrund steht. Es ist notwendig, kurz vor der Entlassung wirklich eine Untersuchung durchzuführen, auch eine Betreuung während des gesamten Strafvollzugs durchzuführen, damit man weiß, wer diejenigen sind, die entlassen werden.
Abg. Ing. Westenthaler hält eine Tafel in die Höhe, auf der in orangefarbener Schrift mehrmals das Wort „BZÖ“ steht und auf der zu lesen ist: „Kein Pardon für Kinderschänder!“
Herr Vilimsky hat das heute dargelegt, viele andere auch: Da gibt es jemanden, der neunmal vorbestraft ist, und zwar, weil er schwer kriminell ist, und der wird dann die Schutztruppe des Herrn Westenthaler! (Abg. Ing. Westenthaler hält eine Tafel in die Höhe, auf der in orangefarbener Schrift mehrmals das Wort „BZÖ“ steht und auf der zu lesen ist: „Kein Pardon für Kinderschänder!“) Und nicht nur das, sondern es kommt
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist nicht niveauvoll?
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (fortsetzend): Es ist weder niveauvoll, was Sie sagen, noch was Sie zeigen, aber das spricht für sich. Das ist wirklich eindeutig! (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist nicht niveauvoll?)
Abg. Ing. Westenthaler hält nochmals die bereits vorher gezeigte Tafel in die Höhe.
Dann kommt es dazu, dass er eine Beeinflussung der Justizministerin vorgenommen hat, für Flöttl interveniert hat. Ihr wird es zu viel, sie tritt sogar zurück, meine Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler hält nochmals die bereits vorher gezeigte Tafel in die Höhe.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was für einen Müll Sie daherreden! Das interessiert keinen Menschen! Da gibt es keinen Ordnungsruf?
Der wurde nicht zufällig niedergeschlagen, sondern wurde deshalb niedergeschlagen, weil der Herr Westenthaler das angeordnet hat, einem schwer Kriminellen den Befehl gegeben hat, jemanden niederzuschlagen. Ich frage mich wirklich, Herr Westenthaler, mit welchem Recht Sie sich überhaupt herausstellen und hier noch eine Frage stellen. Sie sind ja hier so überflüssig! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was für einen Müll Sie daherreden! Das interessiert keinen Menschen! Da gibt es keinen Ordnungsruf?)
Abg. Ing. Westenthaler: Auf dem See nicht! Neben dem See!
Sehr schön gelegen, am Attersee, wunderbar, dort bauen wir ein Erstaufnahmezentrum für Asylanten. (Abg. Ing. Westenthaler: Auf dem See nicht! Neben dem See!) Wir haben es nicht gebaut, Sie haben Recht, sondern dort war vorher schon eine Flüchtlingsunterkunft, ein Asylantenheim, und es wurde eben ein Erstaufnahmezentrum daraus.
Sitzung Nr. 17
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist sehr nett!
Bundesminister für Finanzen Vizekanzler Mag. Wilhelm Molterer: Grüß Gott, meine Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Bundespräsident! Herr Alt-Bundespräsident! Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen auf der Regierungsbank! Meine Damen und Herren Abgeordneten! Meine Damen und Herren! Liebes Hohes Haus! (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist sehr nett!) – Herr Kollege Westenthaler, „liebes Hohes Haus“, das meine ich auch so!
Abg. Ing. Westenthaler: Belastungs-fit!
selbstverständlich in allen Punkten – auch Europa-fit. (Abg. Ing. Westenthaler: Belastungs-fit!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das „freut“ aber alle!
Das betrifft selbstverständlich das Gesundheitssystem. Ja, wir verlangen von den Sozialpartnern Effizienzsteigerungen im Gesundheitssystem, sind aber bereit, gleichzeitig die politische Verantwortung für eine Anhebung der Krankenversicherungsbeiträge zu übernehmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das „freut“ aber alle!) Ehrlich gesagt, meine Damen und Herren, das sind – damit wir auch wissen, von welcher Dimension wir reden – 2 € pro Monat. Und ich denke, dass 2 € pro Monat Geld ist, das wir für ein gutes Gesundheitswesen gerne in die Hand nehmen. Das muss uns Gesundheit einfach wert sein, meine Damen und Herren! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das bricht ja alles in sich zusammen!
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Hohes Haus! Zum Bankenausschuss nur ein Satz von meiner Seite, und der ist: Der Prüfauftrag ist zu erledigen. Das zählt. Das Einzige, das für uns zählt, ist der Prüfauftrag, und der ist zu erledigen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das bricht ja alles in sich zusammen!)
Neuerlicher Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: ... Überheblichkeit!
Wenn eine Fachministerin hier steht, müssen Sie damit rechnen, dass sie Ihnen auch fachliche Auskünfte gibt. (Neuerlicher Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: ... Überheblichkeit!)
Abg. Ing. Westenthaler: Weniger Stimmen!
Erfreulich ist ja, dass die Bevölkerung richtig reagiert hat und hier bei der Nationalratswahl die Weichen entsprechend gestellt hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Weniger Stimmen!) Und mittlerweile sind die Orangen, Herr Westenthaler, ein verschwindend kleines Grüppchen. Und nicht zuletzt ist auch der Herr ehemalige Vizekanzler Gorbach dafür verantwortlich. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie müssen ihn nicht kennen!
Abgeordnete Barbara Zwerschitz (Grüne): Hohes Haus! Frau Präsidentin! Ich finde es äußerst interessant, wenn die ÖVP ausrückt, um den Herrn Gorbach zu verteidigen – nein, Herr Kapeller, Entschuldigung. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie müssen ihn nicht kennen!) Ja, doch, eben.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist gut so! – Ruf beim BZÖ: ... hat Schokolade in den Mund genommen! – Abg. Ing. Westenthaler: Aber sie hat eine orange Bluse an!
nicht in den Mund genommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist gut so! – Ruf beim BZÖ: ... hat Schokolade in den Mund genommen! – Abg. Ing. Westenthaler: Aber sie hat eine orange Bluse an!) Sie sollten zur Anfragebesprechung übergehen.
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr wollt es so lange besteuern, bis nichts mehr da ist, oder?
Zu einem der Argumente gegen die Erbschaftssteuer, nämlich das Geld wäre quasi schon versteuert worden, sei gesagt: Es ist jedes Geld, das wir eingesteckt haben, schon versteuert worden – und deswegen muss der Nächste, der es bekommt, trotzdem Steuer zahlen! (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr wollt es so lange besteuern, bis nichts mehr da ist, oder?) Und genauso ist es ja bei der Erbschaft: Der Erbe hat nie irgendetwas dafür bezahlt, irgendeine Steuer dafür bezahlt – denn das ist ja ein Einkommen, ein Vermögenszuwachs für ihn, und die betreffende Person hat das natürlich noch nie besteuert. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr wollt es so lange besteuern, bis nichts mehr da ist!) Das ist eben das System!
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr wollt es so lange besteuern, bis nichts mehr da ist!
Zu einem der Argumente gegen die Erbschaftssteuer, nämlich das Geld wäre quasi schon versteuert worden, sei gesagt: Es ist jedes Geld, das wir eingesteckt haben, schon versteuert worden – und deswegen muss der Nächste, der es bekommt, trotzdem Steuer zahlen! (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr wollt es so lange besteuern, bis nichts mehr da ist, oder?) Und genauso ist es ja bei der Erbschaft: Der Erbe hat nie irgendetwas dafür bezahlt, irgendeine Steuer dafür bezahlt – denn das ist ja ein Einkommen, ein Vermögenszuwachs für ihn, und die betreffende Person hat das natürlich noch nie besteuert. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr wollt es so lange besteuern, bis nichts mehr da ist!) Das ist eben das System!
Sitzung Nr. 18
Abg. Ing. Westenthaler: Steuererhöhungen!
Zum Bereich des Machbaren: Wir sitzen ja nicht alleine in dieser Regierung, wie Ihnen auch aufgefallen ist! Nicht immer haben wir uns durchgesetzt – das sage ich auch ganz offen und ehrlich, darauf sind manche von hier auch stolz! –, aber gemeinsam haben wir dann diese Erhöhung durchgezogen. Ich glaube, dass das sehr, sehr positiv ist und den Pensionisten wirklich etwas bringt. (Abg. Ing. Westenthaler: Steuererhöhungen!) Es war übrigens immer ein Kritikpunkt bei uns, das Schlechtbehandeln der Pensionisten in der Zeit, Kollege Westenthaler, als Sie in der Regierung waren und Sie, das BZÖ, dafür verantwortlich waren, dass den Pensionisten nicht das gegeben wurde, was ihnen zusteht.
Abg. Ing. Westenthaler: Roter „Schuldenrucksack“!
Vielleicht noch ein kleines Pünktchen, weil Sie gestern von „Schuldenrucksack“ (Abg. Ing. Westenthaler: Roter „Schuldenrucksack“!) und von Sanierung des Budgets vom Jahr 2000 bis 2006 gesprochen haben: Nicht vergessen, Herr Klubobmann Schüssel, vor 2000 waren wir gemeinsam in einer Regierung, und alles, was damals an Schulden aufgenommen wurde, fand immer mit Ihrer Zustimmung statt. (Abg. Ing. Westenthaler: Roter Kanzler! Roter Finanzminister!) Das blenden Sie immer aus! Sie sagen immer, da hat es einen roten Finanzminister gegeben, und den Rest hat es nicht gegeben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Das wart ihr schon gemeinsam!)
Abg. Ing. Westenthaler: Roter Kanzler! Roter Finanzminister!
Vielleicht noch ein kleines Pünktchen, weil Sie gestern von „Schuldenrucksack“ (Abg. Ing. Westenthaler: Roter „Schuldenrucksack“!) und von Sanierung des Budgets vom Jahr 2000 bis 2006 gesprochen haben: Nicht vergessen, Herr Klubobmann Schüssel, vor 2000 waren wir gemeinsam in einer Regierung, und alles, was damals an Schulden aufgenommen wurde, fand immer mit Ihrer Zustimmung statt. (Abg. Ing. Westenthaler: Roter Kanzler! Roter Finanzminister!) Das blenden Sie immer aus! Sie sagen immer, da hat es einen roten Finanzminister gegeben, und den Rest hat es nicht gegeben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Das wart ihr schon gemeinsam!)
Abg. Ing. Westenthaler: 2001!
Das ist ja nicht mein Mantra, das ist das Mantra der ÖVP, ich nehme an, auch der SPÖ, das wir seit Jahren hören, dass ein Budgetausgleich über den Konjunkturzyklus hergestellt werden soll. Jetzt nicken alle mit dem Haupt. Wie lange soll so ein Konjunkturzyklus Ihrer Meinung nach normalerweise dauern? – Drei Jahre? Fünf Jahre? 20 Jahre? 60 Jahre? Ich frage nicht ohne Grund. Wissen Sie, wann im Bundesbudget das letzte Mal ein Überschuss erzielt worden ist, ungeachtet der Konjunkturlage oder des Konjunkturzyklus? Wann? (Abg. Ing. Westenthaler: 2001!) – Nein, das war nicht im Bundesbudget, Herr Kollege Westenthaler! Der letzte Überschuss im Bundesbudget war 1953 und 1954. Das waren die einzigen Überschüsse im Bundesbudget.
Abg. Ing. Westenthaler: Die Schuldenbergpredigt!
Wichtig neben der Reduktion der Arbeitslosigkeit und damit mehr Chancen für mehr Menschen ist sicher die Stärkung der sozialen Fairness und des sozialen Ausgleichs. Klubobmann Westenthaler hat die Bergpredigt angesprochen. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Schuldenbergpredigt!) Ich finde, dieser Hinweis war gar nicht so schlecht, denn, Herr Klubobmann Westenthaler – Sie kennen das ja sicher im Detail –, die Bergpredigt ist jene Predigt, die vor allem die Nächstenliebe in der sozialen Dimension darstellt, wo nämlich ganz stark auf die soziale Fairness und den sozialen Ausgleich hingewiesen wird. Ich kann Ihnen sagen, wenn dieses Budget einen Beitrag darstellt, die
Abg. Ing. Westenthaler: Nachgelesen!
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren von der Bundesregierung! Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Herr Finanzminister Molterer, wenn wir über Wachstum und Bildung sprechen, möchte ich nur zu Ihrer Budgetrede von gestern sagen, im Sinne der Erwachsenenbildung: Die Donau fließt nicht vom Ursprung bis zur Mündung durch die Europäische Union, denn sie fließt durch Serbien, und Serbien ist nicht Mitglied der Europäischen Union. (Abg. Ing. Westenthaler: Nachgelesen!) Aber ich gehe davon aus, dass die Frau Außenministerin Sie schon gestern darüber aufgeklärt hat. (Vizekanzler Mag. Molterer: Sie sind schon dafür, dass Serbien Mitglied wird, oder?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das jetzt mit dem Frauenbudget wirklich?
Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung! (Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das jetzt mit dem Frauenbudget wirklich?) Heute sind inklusive der Mitglieder der Bundesregierung insgesamt 110 Kolleginnen und Kollegen zu Wort gemeldet, und die Zuseherinnen und Zuseher können sich zumindest bis 13 Uhr einen Überblick verschaffen, wie viel an Seriosität hier in den Wortmeldungen vorhanden ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Sehr enttäuschend!) Kollege Westenthaler, mit „Melkkühen“ wird es sicher nicht gelingen, Seriosität herzustellen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wetten, dass das gelingt?) – Es geht um Pro/Kontra, ja, aber mit Niveau, Herr Kollege. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ignoranz haben Sie vorgeworfen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sehr enttäuschend!
Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung! (Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das jetzt mit dem Frauenbudget wirklich?) Heute sind inklusive der Mitglieder der Bundesregierung insgesamt 110 Kolleginnen und Kollegen zu Wort gemeldet, und die Zuseherinnen und Zuseher können sich zumindest bis 13 Uhr einen Überblick verschaffen, wie viel an Seriosität hier in den Wortmeldungen vorhanden ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Sehr enttäuschend!) Kollege Westenthaler, mit „Melkkühen“ wird es sicher nicht gelingen, Seriosität herzustellen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wetten, dass das gelingt?) – Es geht um Pro/Kontra, ja, aber mit Niveau, Herr Kollege. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ignoranz haben Sie vorgeworfen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wetten, dass das gelingt?
Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung! (Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das jetzt mit dem Frauenbudget wirklich?) Heute sind inklusive der Mitglieder der Bundesregierung insgesamt 110 Kolleginnen und Kollegen zu Wort gemeldet, und die Zuseherinnen und Zuseher können sich zumindest bis 13 Uhr einen Überblick verschaffen, wie viel an Seriosität hier in den Wortmeldungen vorhanden ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Sehr enttäuschend!) Kollege Westenthaler, mit „Melkkühen“ wird es sicher nicht gelingen, Seriosität herzustellen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wetten, dass das gelingt?) – Es geht um Pro/Kontra, ja, aber mit Niveau, Herr Kollege. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ignoranz haben Sie vorgeworfen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ignoranz haben Sie vorgeworfen!
Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung! (Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das jetzt mit dem Frauenbudget wirklich?) Heute sind inklusive der Mitglieder der Bundesregierung insgesamt 110 Kolleginnen und Kollegen zu Wort gemeldet, und die Zuseherinnen und Zuseher können sich zumindest bis 13 Uhr einen Überblick verschaffen, wie viel an Seriosität hier in den Wortmeldungen vorhanden ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Sehr enttäuschend!) Kollege Westenthaler, mit „Melkkühen“ wird es sicher nicht gelingen, Seriosität herzustellen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wetten, dass das gelingt?) – Es geht um Pro/Kontra, ja, aber mit Niveau, Herr Kollege. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ignoranz haben Sie vorgeworfen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin neugierig, ob Sie sich jetzt auch zu sagen trauen, wie Sie das Frauenbudget beurteilen, ob Sie das Gleiche sagen wie im „Standard“!
Meine Damen und Herren, egal, ob in Österreich oder anderswo: Ein Budget vermittelt schon ein sehr konkretes Bild davon, was der Staat tut, wofür er sein Geld ausgibt und auch woher er es nimmt. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin neugierig, ob Sie sich jetzt auch zu sagen trauen, wie Sie das Frauenbudget beurteilen, ob Sie das Gleiche sagen wie im „Standard“!) Es geht nicht nur darum, Herr Kollege Westenthaler, wie viel in Zahlen für eine Maßnahme zur Verfügung steht, sondern es geht auch darum, wer davon profitiert: die Männer und die Frauen, die Frauen und die Männer, die Mädchen und die Burschen, die Burschen und die Mädchen eines Landes.
Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht die letzte!
Es ist wichtig, nicht nur zwischen den Zeilen, sondern auch zwischen den Zahlen zu lesen. Es ist natürlich meine Aufgabe – ich bin jetzt die erste Frau hier am RednerInnenpult (Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht die letzte!) –, auf den Frauenaspekt aufmerksam zu machen, Herr Kollege Westenthaler – seriös aufmerksam zu machen –, den Frauenblick zu schärfen und das Budget dahin gehend zu diskutieren, dass wir geschlechterblinde Flecken wegbekommen. Ich möchte aufzeigen, wo Frauen schon in diesem Doppelbudget profitieren, mehr profitieren als in vorigen Budgets, aber auch erwähnen, was noch getan werden muss, damit sich die Lebenssituation der Frauen verändert und verbessert.
Vizekanzler Mag. Molterer: Oder bei Westenthaler!
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Der Herr Vizekanzler fragt gerade, welchen Predigtteil ich nehme. – Die Predigten lassen wir in der Kirche (Vizekanzler Mag. Molterer: Oder bei Westenthaler!) oder vielleicht auch in Ihrer Fraktion, Herr Vizekanzler.
Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das mit der „Kino-Steuer“, die die jungen Menschen belastet?
Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur Dr. Claudia Schmied: Herr Präsident! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das mit der „Kino-Steuer“, die die jungen Menschen belastet?) Bildung ist das Zukunftsthema unserer Gesellschaft, Bildung ist die Grundlage von Wohlstand, Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit. (Abg. Dr. Moser: „Persönliche Erfüllung“ haben Sie vergessen! – Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das mit der „Kino-Steuer“?) Diese Bundesregierung investiert in den Bereich der Bildung, Kultur und Kunst im Jahr 2007 6,9 Milliarden €, im Jahr 2008 7 Milliarden €. Das ist deutlich mehr als in den Jahren zuvor. Wir starten 2007/2008 mit folgenden Projekten – ich greife vier Projekte heraus –:
Abg. Dr. Moser: „Persönliche Erfüllung“ haben Sie vergessen! – Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das mit der „Kino-Steuer“?
Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur Dr. Claudia Schmied: Herr Präsident! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das mit der „Kino-Steuer“, die die jungen Menschen belastet?) Bildung ist das Zukunftsthema unserer Gesellschaft, Bildung ist die Grundlage von Wohlstand, Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit. (Abg. Dr. Moser: „Persönliche Erfüllung“ haben Sie vergessen! – Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das mit der „Kino-Steuer“?) Diese Bundesregierung investiert in den Bereich der Bildung, Kultur und Kunst im Jahr 2007 6,9 Milliarden €, im Jahr 2008 7 Milliarden €. Das ist deutlich mehr als in den Jahren zuvor. Wir starten 2007/2008 mit folgenden Projekten – ich greife vier Projekte heraus –:
Sitzung Nr. 20
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist sehr viel! – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Frau Präsidentin! Kollege Gradauer, wie absurd dieser Vorwurf des Abkassierens in Richtung Stadt Wien oder SPÖ ist, lässt sich am besten an dem Beispiel, das Sie selbst gebracht haben, nämlich Parkgebühr, belegen. Stimmt, die wird um 50 Prozent erhöht – das erste Mal seit 20 Jahren, seit 20 Jahren! (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist sehr viel! – Zwischenrufe bei der FPÖ.) Wissen Sie, was in den 20 Jahren passiert ist? – Die Inflation beträgt über 70 Prozent, während die Parkgebühren in Wien in diesen 20 Jahren gesunken sind. Wissen Sie, wieso? – Weil die Stadt Wien, als der Euro eingeführt wurde, etwas ganz anderes gemacht hat als Sie, die Sie in der Bundesregierung gesessen sind. In Wien wurde die Euro-Einführung nicht dafür herangezogen, Gebühren zu erhöhen, sondern dort wurde abgerundet. In Wirklichkeit ist nämlich die Parkgebühr in den letzten 20 Jahren gesunken. Jetzt wird sie entsprechend der Hälfte der Inflationsrate angehoben. (Ruf: Abkassierer!) Wenn das soziale Kälte ist, dann kaufe ich mir gerne einen Anorak; da wird mir allerdings ziemlich heiß werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Zuverdienstgrenze!
Lieber Herr Westenthaler, wenn Sie meinen, dass Sie hier elf gute Gründe anführen, um das Misstrauen auszusprechen – ich würde meinen, es sind ziemlich dumme, aber um keinen Ordnungsruf zu riskieren, würde ich sagen, wenig intelligente Gründe –, dann werde ich versuchen, Ihnen zehn gute Gründe zu nennen, Frau Bundesministerin Kdolsky das volle Vertrauen auszusprechen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Zuverdienstgrenze!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie kassiert’s!
Bleiben wir gleich bei Ihrer Zuverdienstgrenze. Zuerst einmal: Die Zuverdienstgrenze ist nicht von Frau Bundesministerin Kdolsky eingeführt worden, sondern lag ursprünglich in der SPÖ-Zeit bei der Mindestgrenze von 4 000 € im Jahr. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie kassiert’s!) Wir sind jetzt bei 14 600 € im Jahr und werden diese Zuverdienstgrenze – und das wird Frau Bundesministerin Kdolsky tun! – auf über 16 000 € anheben und valorisieren. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Bei den Eltern ist das nicht so gut angekommen!
Die Frau Bundesministerin spricht Dinge offen an. Wenn Sie von den Kondomen reden, sage ich Ihnen: Es ging um AIDS-Vorsorge, nicht um Parteipolitik. Es geht darum, jungen Menschen klarzumachen, wie gefährlich es sein kann. Eine Sache, die vor 20 Jahren noch alle Menschen in der Öffentlichkeit bewegt hat, ist in Vergessenheit geraten. Sie ist deswegen aber leider nicht erledigt. Wir müssen junge Menschen auch darüber aufklären, welche Gefahren drohen. Das tut Frau Bundesministerin Kdolsky – und sie tut es in einer Art und Weise, wie es bei den jungen Menschen ankommt, und dann ist es auch richtig. Und daher sprechen wir ihr auch das Vertrauen aus. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Bei den Eltern ist das nicht so gut angekommen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jeden Tag etwas anderes!
Herr Abgeordneter Westenthaler, zum Rauchverbot: Ich verstehe ja nicht, warum das BZÖ die Nichtraucher nicht schützen will. Ich verstehe das schlicht und einfach nicht. Ich denke, es wäre dringend notwendig, auch hier festzuhalten, dass Frau Bundesministerin Kdolsky überhaupt nicht von einem generellen Rauchverbot gesprochen hat, ganz genauso wenig, wie ich das getan habe – ganz im Gegenteil! (Abg. Ing. Westenthaler: Jeden Tag etwas anderes!) Wir haben immer für die Wahlfreiheit gesprochen, aber für den größtmöglichen Schutz der Nichtraucherinnen und Nichtraucher. Dazu bekennen wir uns auch weiterhin – und das tut die Frau Bundesministerin ganz genauso. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Die sehen das aber so!
Es geht überhaupt nicht um die Bevormundung der Wirte. (Abg. Ing. Westenthaler: Die sehen das aber so!) Wir haben das gemeinsam mit den Wirten gemacht, und auch Frau Bundesministerin Kdolsky macht das gemeinsam mit der Gastronomie. Sie wird sicher einen Weg finden, mit dem alle Österreicher gut umgehen können.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Die teuersten Medikamente in der EU!
Der Beitrag, den wir in diesem Zusatzantrag haben, Herr Klubobmann Westenthaler, ist schlicht und einfach ein Beitrag, der sicherstellt, dass die Medikamente auch in Zukunft sicher sind. Darf ich Ihnen etwas sagen? – Als ich vor etwas mehr als vier Jahren Ministerin wurde, habe ich eine Situation vorgefunden, wo die Medikamente nicht ausreichend kontrolliert wurden. Es ist uns gelungen, mit der PharmMed Austria eine Institution zu schaffen, dass Zulassungen schneller bewerkstelligt werden und die Überprüfung der Medikamente auch entsprechend sichergestellt ist. Das wird jedem Österreicher und jeder Österreicherin sicher einen Cent wert sein, damit sie sichere Medikamente haben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Die teuersten Medikamente in der EU!)
Abg. Ing. Westenthaler: Oberlehrer auf der Regierungsbank!
Bundesminister für Finanzen Vizekanzler Mag. Wilhelm Molterer: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Bevor ich auf das Budgetbegleitgesetz eingehe, Herr Kollege Westenthaler, nur einige Sätze zu dem, was Sie hier von sich gegeben haben – denn eine „parlamentarische Rede“ würde ich das qua Definition noch nicht nennen –: Sie überschätzen sich etwas! (Abg. Ing. Westenthaler: Oberlehrer auf der Regierungsbank!) Herr Kollege Westenthaler, Sie überschätzen sich etwas – ich würde sagen, Sie überschätzen sich maßlos! (Abg. Ing. Westenthaler: Als Regierungsmitglied den Abgeordneten sagen, was eine Rede ist und was keine ist!) Wenn Sie hier hergehen und sagen, Sie reden für alle Kinder (Abg. Ing. Westenthaler: „Pater Willi“!), dann überschätzen Sie sich nicht nur, sondern Sie haben ein völlig falsches Politikverständnis: Die Kinder haben eine eigene Stimme – sie brauchen Westenthaler nicht. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt die Predigt des „Pater Willi“!)
Abg. Ing. Westenthaler: Als Regierungsmitglied den Abgeordneten sagen, was eine Rede ist und was keine ist!
Bundesminister für Finanzen Vizekanzler Mag. Wilhelm Molterer: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Bevor ich auf das Budgetbegleitgesetz eingehe, Herr Kollege Westenthaler, nur einige Sätze zu dem, was Sie hier von sich gegeben haben – denn eine „parlamentarische Rede“ würde ich das qua Definition noch nicht nennen –: Sie überschätzen sich etwas! (Abg. Ing. Westenthaler: Oberlehrer auf der Regierungsbank!) Herr Kollege Westenthaler, Sie überschätzen sich etwas – ich würde sagen, Sie überschätzen sich maßlos! (Abg. Ing. Westenthaler: Als Regierungsmitglied den Abgeordneten sagen, was eine Rede ist und was keine ist!) Wenn Sie hier hergehen und sagen, Sie reden für alle Kinder (Abg. Ing. Westenthaler: „Pater Willi“!), dann überschätzen Sie sich nicht nur, sondern Sie haben ein völlig falsches Politikverständnis: Die Kinder haben eine eigene Stimme – sie brauchen Westenthaler nicht. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt die Predigt des „Pater Willi“!)
Abg. Ing. Westenthaler: „Pater Willi“!
Bundesminister für Finanzen Vizekanzler Mag. Wilhelm Molterer: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Bevor ich auf das Budgetbegleitgesetz eingehe, Herr Kollege Westenthaler, nur einige Sätze zu dem, was Sie hier von sich gegeben haben – denn eine „parlamentarische Rede“ würde ich das qua Definition noch nicht nennen –: Sie überschätzen sich etwas! (Abg. Ing. Westenthaler: Oberlehrer auf der Regierungsbank!) Herr Kollege Westenthaler, Sie überschätzen sich etwas – ich würde sagen, Sie überschätzen sich maßlos! (Abg. Ing. Westenthaler: Als Regierungsmitglied den Abgeordneten sagen, was eine Rede ist und was keine ist!) Wenn Sie hier hergehen und sagen, Sie reden für alle Kinder (Abg. Ing. Westenthaler: „Pater Willi“!), dann überschätzen Sie sich nicht nur, sondern Sie haben ein völlig falsches Politikverständnis: Die Kinder haben eine eigene Stimme – sie brauchen Westenthaler nicht. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt die Predigt des „Pater Willi“!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt die Predigt des „Pater Willi“!
Bundesminister für Finanzen Vizekanzler Mag. Wilhelm Molterer: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Bevor ich auf das Budgetbegleitgesetz eingehe, Herr Kollege Westenthaler, nur einige Sätze zu dem, was Sie hier von sich gegeben haben – denn eine „parlamentarische Rede“ würde ich das qua Definition noch nicht nennen –: Sie überschätzen sich etwas! (Abg. Ing. Westenthaler: Oberlehrer auf der Regierungsbank!) Herr Kollege Westenthaler, Sie überschätzen sich etwas – ich würde sagen, Sie überschätzen sich maßlos! (Abg. Ing. Westenthaler: Als Regierungsmitglied den Abgeordneten sagen, was eine Rede ist und was keine ist!) Wenn Sie hier hergehen und sagen, Sie reden für alle Kinder (Abg. Ing. Westenthaler: „Pater Willi“!), dann überschätzen Sie sich nicht nur, sondern Sie haben ein völlig falsches Politikverständnis: Die Kinder haben eine eigene Stimme – sie brauchen Westenthaler nicht. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt die Predigt des „Pater Willi“!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie protestieren auch so! Das ist mir klar!
Herr Kollege Westenthaler, Sie gehen hier heraus und sagen, Sie reden für alle Eltern. – Ich sage Ihnen: Die Eltern brauchen Westenthaler nicht (Abg. Ing. Westenthaler: Sie protestieren auch so! Das ist mir klar!), denn sie haben eine eigene Stimme.
Abg. Ing. Westenthaler: Und die Frau Kdolsky brauchen sie gar nicht!
Und, Herr Kollege Westenthaler, Sie gehen her und sagen, Sie reden für alle Patienten. – Auch da sage ich Ihnen: Die Patienten brauchen Sie nicht, denn sie haben ihre eigene Stimme und brauchen Westenthaler nicht! – Erster Punkt. (Abg. Ing. Westenthaler: Und die Frau Kdolsky brauchen sie gar nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Bis auf euren Parteitag!
Zweiter Punkt: Ich glaube, dass Sie sich nicht nur überschätzen, sondern ich glaube, dass Sie sich verschätzen, und zwar ziemlich gewaltig. Es ist interessant, dass Sie Kollegin Kdolsky das Misstrauen aussprechen, aber interessanterweise zeigen alle Umfragen, dass die Österreicherinnen und Österreicher Andrea Kdolsky vertrauen! (Abg. Ing. Westenthaler: Bis auf euren Parteitag!) Sie liegen schlicht und einfach
Abg. Ing. Westenthaler: 85 Prozent der eigenen Leute, das ist nicht viel!
daneben, Herr Kollege Westenthaler! (Beifall bei der ÖVP.) – Aber damit habe ich kein Problem, wenn dieser Schuss nach hinten losgeht, Herr Kollege Westenthaler. (Abg. Ing. Westenthaler: 85 Prozent der eigenen Leute, das ist nicht viel!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo denn?
Dritter Punkt: Ich würde sagen, gehen Sie etwas in sich, denn Sie haben mit dieser Erklärung, die Sie hier abgegeben haben, eigentlich jeden Respekt im Umgang mit Menschen vermissen lassen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo denn?) Und ich erwarte auch im politischen Streit und in der politischen Auseinandersetzung ein Mindestmaß an Respekt im Umgang mit Menschen, Herr Kollege Westenthaler. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.) Darauf lege ich Wert. Das ist einfach ein notwendiges Element von demokratischer Kultur.
Abg. Ing. Westenthaler: Das sehen aber die Eltern ganz anders! Die beklagen sich!
Herr Kollege Westenthaler, Sie sprechen Misstrauen aus, wenn sich jemand um die gesundheitlichen Risken bei jungen Menschen kümmert? – Da sage ich Ihnen, das verdient Vertrauen und Unterstützung! Wenn jemand den Mut hat, auch diese Diskussion offen anzusprechen, dann bin ich dankbar dafür! (Abg. Ing. Westenthaler: Das sehen aber die Eltern ganz anders! Die beklagen sich!) Die jungen Menschen in diesem Land sind froh, dass jemand da ist, der sich auch um diese sensiblen und manchmal schwierigen Fragen kümmert. – Das verdient Vertrauen, Herr Kollege Westenthaler – und keineswegs Misstrauen! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Abkassieren, billiges Abkassieren ist das, sonst gar nichts!
Und, Herr Kollege Westenthaler, Sie sprechen jemandem das Misstrauen aus – oder wollen dies tun; es wird ja beim Wollen bleiben, wie oft bei Ihnen –, der sich um die Einhaltung der Gesetze kümmert? – Was ist denn das für eine Haltung eines Parlamentariers?! Eigentlich habe ich mir gedacht, das Parlament ist unter anderem dazu da, zu prüfen, ob die Minister sich in ihrer Tätigkeit an die Gesetze halten. – Nichts anderes macht Andrea Kdolsky: Sie hält sich an die Gesetze. (Abg. Ing. Westenthaler: Abkassieren, billiges Abkassieren ist das, sonst gar nichts!)
Abg. Ing. Westenthaler: Billiges Abkassieren bei den Familien!
Das verdient nach Ihrer Diktion Misstrauen?! (Abg. Ing. Westenthaler: Billiges Abkassieren bei den Familien!) Welches Signal geben Sie denn? (Abg. Ing. Westenthaler: Es lebe der Minister Haupt!) – Ein Minister, eine Ministerin, der/die sich an Gesetze hält, verdient Vertrauen, weil das das Selbstverständlichste der Welt ist, Herr Kollege Westenthaler! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Es lebe der Minister Haupt!
Das verdient nach Ihrer Diktion Misstrauen?! (Abg. Ing. Westenthaler: Billiges Abkassieren bei den Familien!) Welches Signal geben Sie denn? (Abg. Ing. Westenthaler: Es lebe der Minister Haupt!) – Ein Minister, eine Ministerin, der/die sich an Gesetze hält, verdient Vertrauen, weil das das Selbstverständlichste der Welt ist, Herr Kollege Westenthaler! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
schläge gegangen ist. (Abg. Steibl: Das ist schon lange her!) Heute, Herr Kollege Westenthaler, sprechen Sie einer Persönlichkeit, die diesen Mut aufbringt, das Misstrauen aus. Was ist denn mit Ihnen passiert? (Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Zwischenfrage: Kann sie selber auch sprechen, oder sind Sie jetzt der Anwalt von ihr?
Hat Sie plötzlich irgendwie die Feigheit erwischt? Da sage ich Ihnen: Nein, jemand, der den Mut hat, auch kritische Dinge anzusprechen, der verdient Vertrauen! (Abg. Ing. Westenthaler: Zwischenfrage: Kann sie selber auch sprechen, oder sind Sie jetzt der Anwalt von ihr?) Andrea Kdolsky hat dieses Vertrauen, sie macht tolle Arbeit!
Abg. Ing. Westenthaler: Kann sie selber auch sprechen?
Probieren Sie es öfter! (Abg. Ing. Westenthaler: Kann sie selber auch sprechen?) Herr Kollege Westenthaler, probieren Sie es öfter (Abg. Ing. Westenthaler: „Mund zu“ – sitzt daneben und schaut zu, anstatt sich zu Wort zu melden!) – ich würde sagen, es wird die Reputation und das Ansehen der Andrea Kdolsky erhöhen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie soll sich einmal zu Wort melden!) Jeder Misstrauensantrag, den Sie stellen, geht für Sie nach hinten los und hilft unserer Andrea Kdolsky in ihrer Arbeit. (Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie der Sprachlehrer?)
Abg. Ing. Westenthaler: „Mund zu“ – sitzt daneben und schaut zu, anstatt sich zu Wort zu melden!
Probieren Sie es öfter! (Abg. Ing. Westenthaler: Kann sie selber auch sprechen?) Herr Kollege Westenthaler, probieren Sie es öfter (Abg. Ing. Westenthaler: „Mund zu“ – sitzt daneben und schaut zu, anstatt sich zu Wort zu melden!) – ich würde sagen, es wird die Reputation und das Ansehen der Andrea Kdolsky erhöhen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie soll sich einmal zu Wort melden!) Jeder Misstrauensantrag, den Sie stellen, geht für Sie nach hinten los und hilft unserer Andrea Kdolsky in ihrer Arbeit. (Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie der Sprachlehrer?)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie soll sich einmal zu Wort melden!
Probieren Sie es öfter! (Abg. Ing. Westenthaler: Kann sie selber auch sprechen?) Herr Kollege Westenthaler, probieren Sie es öfter (Abg. Ing. Westenthaler: „Mund zu“ – sitzt daneben und schaut zu, anstatt sich zu Wort zu melden!) – ich würde sagen, es wird die Reputation und das Ansehen der Andrea Kdolsky erhöhen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie soll sich einmal zu Wort melden!) Jeder Misstrauensantrag, den Sie stellen, geht für Sie nach hinten los und hilft unserer Andrea Kdolsky in ihrer Arbeit. (Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie der Sprachlehrer?)
Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie der Sprachlehrer?
Probieren Sie es öfter! (Abg. Ing. Westenthaler: Kann sie selber auch sprechen?) Herr Kollege Westenthaler, probieren Sie es öfter (Abg. Ing. Westenthaler: „Mund zu“ – sitzt daneben und schaut zu, anstatt sich zu Wort zu melden!) – ich würde sagen, es wird die Reputation und das Ansehen der Andrea Kdolsky erhöhen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie soll sich einmal zu Wort melden!) Jeder Misstrauensantrag, den Sie stellen, geht für Sie nach hinten los und hilft unserer Andrea Kdolsky in ihrer Arbeit. (Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie der Sprachlehrer?)
Abg. Ing. Westenthaler: Rhetoriklehrer ist das!
Danke dafür, dass Sie auch mit diesem Antrag der Arbeit von Andrea Kdolsky wirklichen Rückenwind geben. (Abg. Ing. Westenthaler: Rhetoriklehrer ist das!) Sie hätte es nicht gebraucht, aber wir nehmen es durchaus, so wie wir es verstehen (Abg. Ing. Westenthaler: Kann sie selber auch sprechen? Sind Sie der Pressesprecher?), nämlich als Auftrag, in der Öffentlichkeit Vertrauen für Andrea Kdolsky auszusprechen. – Genau das tun wir, Herr Kollege Westenthaler! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Kann sie selber auch sprechen? Sind Sie der Pressesprecher?
Danke dafür, dass Sie auch mit diesem Antrag der Arbeit von Andrea Kdolsky wirklichen Rückenwind geben. (Abg. Ing. Westenthaler: Rhetoriklehrer ist das!) Sie hätte es nicht gebraucht, aber wir nehmen es durchaus, so wie wir es verstehen (Abg. Ing. Westenthaler: Kann sie selber auch sprechen? Sind Sie der Pressesprecher?), nämlich als Auftrag, in der Öffentlichkeit Vertrauen für Andrea Kdolsky auszusprechen. – Genau das tun wir, Herr Kollege Westenthaler! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Abzocke ist das!
Jetzt auch ein offenes Wort zur Frage Mineralölsteuer. – Ja, es stimmt, wir haben uns bei der Mineralölsteuer für eine Erhöhung entschieden, und zwar über das Ausmaß hinaus, das wir ursprünglich im Regierungsübereinkommen festgelegt haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Abzocke ist das!) Dazu bekennen wir uns, Herr Kollege Westenthaler, und wenn Ihnen dazu nicht mehr einfällt, dann sitzen Sie auf dem richtigen Platz. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Klima-Schmäh!
Bei der Frage der Mineralölsteuer, Herr Kollege Westenthaler, müssen Sie doch Folgendes sehen: Wir können nicht einerseits die Klimastrategie, die Herausforderungen aus der Klimapolitik diskutieren, aber dann, wenn es konkret wird, sagen: Aber das nicht! Ich frage Sie: Was sonst? Es gibt wenige Elemente wie die Mineralölsteuer, die so verbrauchsorientiert ist – jeder getankte Liter ist ein gefahrener Liter – und daher auch das richtige Signal in Richtung Klimaentwicklung gibt. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Klima-Schmäh!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was planen Sie als Nächstes mit der Mineralölsteuer?
Daher sage ich Ihnen sehr offen: Jawohl, wir bekennen uns zu dieser Erhöhung der Mineralölsteuer, weil sie einerseits ökologisch richtig wirkt (Abg. Ing. Westenthaler: Was planen Sie als Nächstes mit der Mineralölsteuer?) und weil wir mit dem Geld, Herr Kollege Westenthaler, sinnvolle Zukunftsinvestitionen unterstützen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Almosen!
Dass wir selbstverständlich auch die soziale Dimension hochhalten, zeigt sich darin, dass wir die Pendlerpauschale um 10 Prozent anheben (Abg. Ing. Westenthaler: Almosen!); das Pendlerpauschale, um grammatikalisch korrekt zu sein. Ich weiß nicht, wer von den Oppositionsrednern gemeint hat, das sei die einzige Anhebung, aber da ist offensichtlich vergessen worden: Wir haben in den letzten Jahren das Pendlerpauschale einmal um 10 Prozent, einmal um 15 Prozent angehoben – und jetzt wiederum um 10 Prozent. Und weil wir wissen, dass die, die keine Steuer bezahlen, durch das Pendlerpauschale nicht berücksichtigt würden, haben wir uns selbstverständlich im Sinne dieser sozialen Verantwortung dazu entschlossen, heute diesen Abänderungsantrag vorzulegen, dass auch jene, die keine Einkommen- respektive Lohnsteuer bezahlen, mit dem Pendlerzuschlag eine entsprechend notwendige und richtige Abfederung erhalten. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Genau umgekehrt!
In einem Statusbericht des Österreichischen Institutes für Familie 2003 wurde gesagt, dass die Einführung des Kinderbetreuungsgeldes den Anteil der über der Geringfügigkeitsgrenze Beschäftigten Bezieherinnen verdoppelt hat. Es wird aber auch gesagt – und da komme ich jetzt zur Abschaffung –, dass eine echte Väterbeteiligung an der Kinderbetreuung, die wir uns wünschen, nur durch eine Zuverdienstgrenze gewährleistet ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Genau umgekehrt!) Ohne Zuverdienstgrenze würden Väter weiter, trotz Vollbeschäftigung, eine Geldleistung ohne jegliche tatsächliche Betreuungsleistung erhalten, Mütter würden noch länger nicht auf den Arbeitsmarkt gehen können (Abg. Strache: Das sollen sich doch die Familien ausmachen!), und wir haben dementsprechend auch den Experten Rechnung getragen.
Abg. Ing. Westenthaler: Besonders bei den Vierzehnjährigen!
Bezug nehmend auf die mir gegenüber immer wieder gemachten Missbrauchsvorwürfe – die ich weit von mir weise, denn jeder, der sich in diesem Bereich ein bisschen beschäftigt, weiß, dass Missbrauch etwas anderes und etwas Schreckliches bedeu- tet –: Es handelte sich um keine parteipolitische Veranstaltung, ich habe in meiner Verantwortlichkeit als Ärztin und als Gesundheitsministerin erschreckende Zahlen über die Ausbreitung von durch Geschlechtsverkehr übertragbaren Erkrankungen in Österreich auf meinen Schreibtisch erhalten. Ich sage nur: Vor zwei Jahren hatten wir null Syphilis-Fälle in Österreich, wir haben heuer bereits über 600 – in Deutschland sind es 20 000 –, die Prognose liegt bei 2 500. (Abg. Ing. Westenthaler: Besonders bei den Vierzehnjährigen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Reaktionen der Eltern sollten Ihnen wichtig sein!
Es ist meine Aufgabe, entsprechend bei Fünfzehn- bis Sechzehnjährigen, die mit mir sehr gerne diskutiert haben, diese Aufklärung zu leisten. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Neugebauer: Verantwortung ist gefragt!) Und die Reaktionen hier im Hohen Hause zeigen mir, dass diese Aufklärung weiter notwendig ist, denn es muss jemanden geben, der fachpolitisch und sachpolitisch diese Themen anspricht. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Reaktionen der Eltern sollten Ihnen wichtig sein!)
Abg. Ing. Westenthaler: Es ist aber doch eine Erhöhung!
Wenn nun der KV-Beitragssatz um 0,15 Prozentpunkte angehoben wird, bedeutet das zum Beispiel bei einem Versicherten mit 1 000 € Bruttolohn eine monatliche Erhöhung um einen Euro und 50 Cent, wovon nur ein Teil vom Arbeitnehmer und der andere Teil vom Arbeitgeber zu zahlen ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Es ist aber doch eine Erhöhung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber doch nicht alles!
Für die Patientinnen und Patienten, auf die Sie, Herr Klubobmann, immer wieder hinweisen, die über die Sozialversicherung die Kosten für die Medikamente ersetzt bekommen (Abg. Ing. Westenthaler: Aber doch nicht alles!), ist die Höhe, vor allem bei den rezeptpflichtigen Medikamenten, nicht erheblich, da lediglich die Rezeptgebühr zu zahlen ist.
Abg. Ing. Westenthaler: Sollten Sie aber! Sie sind Familienministerin!
Herr Klubobmann Westenthaler, lassen Sie mich noch etwas Persönliches sagen: Ich werde mich hier nicht einer Diskussion stellen, ob ich kinderlieb bin oder nicht (Abg. Ing. Westenthaler: Sollten Sie aber! Sie sind Familienministerin!), weil ich nicht glaube, dass das in diesen Räumlichkeiten Platz hat. Aber etwas werde ich Ihnen sagen: Ich habe gerne mitgemacht bei einer Benefizveranstaltung für die CliniClowns, für kranke Kinder (Abg. Ing. Westenthaler: Da waren Sie nicht die Einzige, die mitgemacht hat!), damit sie lachen und damit wir ihnen die Möglichkeit geben, diesbezüglich weiterzumachen. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP sowie Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Da waren Sie nicht die Einzige, die mitgemacht hat!
Herr Klubobmann Westenthaler, lassen Sie mich noch etwas Persönliches sagen: Ich werde mich hier nicht einer Diskussion stellen, ob ich kinderlieb bin oder nicht (Abg. Ing. Westenthaler: Sollten Sie aber! Sie sind Familienministerin!), weil ich nicht glaube, dass das in diesen Räumlichkeiten Platz hat. Aber etwas werde ich Ihnen sagen: Ich habe gerne mitgemacht bei einer Benefizveranstaltung für die CliniClowns, für kranke Kinder (Abg. Ing. Westenthaler: Da waren Sie nicht die Einzige, die mitgemacht hat!), damit sie lachen und damit wir ihnen die Möglichkeit geben, diesbezüglich weiterzumachen. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP sowie Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Professor, bleiben Sie bei Ihren Leisten!
Ich fange jetzt vielleicht ein bisschen atypisch an und erinnere Sie an Folgendes (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Professor, bleiben Sie bei Ihren Leisten!): Wir alle haben hier, als wir ins Parlament gekommen sind, einmal Treue zur Republik, ihren Gesetzen und der Verfassung gelobt. (Abg. Ing. Westenthaler: ... heute noch bei der Dringlichen!) Treue zu Gesetzen setzt aber voraus, dass man Gesetze liest (Abg. Ing. Westenthaler: Dass Grüne ...!), sie lesen kann und sich mit ihnen vertraut macht.
Abg. Ing. Westenthaler: ... heute noch bei der Dringlichen!
Ich fange jetzt vielleicht ein bisschen atypisch an und erinnere Sie an Folgendes (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Professor, bleiben Sie bei Ihren Leisten!): Wir alle haben hier, als wir ins Parlament gekommen sind, einmal Treue zur Republik, ihren Gesetzen und der Verfassung gelobt. (Abg. Ing. Westenthaler: ... heute noch bei der Dringlichen!) Treue zu Gesetzen setzt aber voraus, dass man Gesetze liest (Abg. Ing. Westenthaler: Dass Grüne ...!), sie lesen kann und sich mit ihnen vertraut macht.
Abg. Ing. Westenthaler: Dass Grüne ...!
Ich fange jetzt vielleicht ein bisschen atypisch an und erinnere Sie an Folgendes (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Professor, bleiben Sie bei Ihren Leisten!): Wir alle haben hier, als wir ins Parlament gekommen sind, einmal Treue zur Republik, ihren Gesetzen und der Verfassung gelobt. (Abg. Ing. Westenthaler: ... heute noch bei der Dringlichen!) Treue zu Gesetzen setzt aber voraus, dass man Gesetze liest (Abg. Ing. Westenthaler: Dass Grüne ...!), sie lesen kann und sich mit ihnen vertraut macht.
Abg. Ing. Westenthaler: Zahlt sich nicht aus!
Da alle sitzen bleiben, frage ich ... (Abg. Scheibner: Wegen Ihnen stehen wir nicht auf, Herr Kollege!) Sie brauchen wegen mir nicht aufzustehen (Abg. Ing. Westenthaler: Zahlt sich nicht aus!), Sie brauchen sich aber auch nicht niederzulegen. – Daher frage ich mich: Wie sollen solche Debatten stattfinden?
Abg. Ing. Westenthaler: Bussi, Bussi!
Wenn aber Sie, Herr Klubobmann Westenthaler ... (Abg. Ing. Westenthaler: Bussi, Bussi!) – „Bussi, Bussi“ können Sie sich sparen! Wenn Sie davon sprechen, dass die Frau Bundesministerin oder diese Bundesregierung bei der Zuverdienstgrenze beim Kinderbetreuungsgeld abzockt, dann frage ich mich schon: Was haben denn Ihre Minister gemacht in den Jahren, wo Sie das Kinderbetreuungsgeld zur Administrierung gehabt haben? Wo waren denn Ihre Minister, die entsprechend tätig geworden wären? – Nichts haben Sie gemacht, also werfen Sie es bitte nicht anderen vor! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Heiterkeit und Zwischenrufe bei Abgeordneten der ÖVP und SPÖ, da sich Abg. Ing. Westenthaler bereits von seinem Sitzplatz erhoben hat
Wir gelangen nunmehr zur Abstimmung über den Entschließungsantrag der Abgeordneten Ing. Westenthaler, Kolleginnen und Kollegen (Heiterkeit und Zwischenrufe bei Abgeordneten der ÖVP und SPÖ, da sich Abg. Ing. Westenthaler bereits von seinem Sitzplatz erhoben hat) betreffend Versagen des Vertrauens gegenüber der Bundesministerin für Gesundheit, Familie und Jugend gemäß Artikel 74 Absatz 1 des Bundes-Verfassungsgesetzes.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wird es dann schon peinlich!
wichtig uns die Robben sein sollten. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wird es dann schon peinlich!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Pilz –: Eine Dringliche an sich selber ist ein bisschen schwer!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Ich erteile Herrn Abgeordnetem Dr. Pilz als erstem Fragesteller zur Begründung der Anfrage, die gemäß § 93 Abs. 5 der Geschäftsordnung 20 Minuten nicht überschreiten darf, das Wort. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Pilz –: Eine Dringliche an sich selber ist ein bisschen schwer!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Ing. Westenthaler. – Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.
Herr Kollege Pilz, ich lege Wert darauf, dass Sie den Beamtinnen und Beamten des Bundesministeriums für Finanzen und dessen Führung – das heißt, meiner Person – jedenfalls zugestehen, dass wir uns an die Gesetze halten, und ich weise daher Aussprüche – Frau Präsidentin, ich bitte, das zu prüfen – wie beispielsweise, Beamte seien verrückt, in aller Klarheit zurück. – Herr Dr. Pilz, so macht man das nicht! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Ing. Westenthaler. – Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Der gibt es auch nicht her!
Das Nächste wird sein, dass das Verteidigungsministerium genauso vorgeht. (Abg. Mag. Donnerbauer: Sagen Sie etwas zum Vertraulichkeitsbruch!) Der Untersuchungsausschuss fordert Akten vom Verteidigungsministerium an, der Verteidigungsminister gibt die Akten her (Abg. Ing. Westenthaler: Der gibt es auch nicht her!) – und schwärzt Seite für Seite.
Abg. Dr. Stummvoll: Da wollen die Grünen hineinschauen! – Abg. Ing. Westenthaler: Schnüffel, schnüffel!
Sie hätten wissen müssen, dass sich hinter den Kontonummern 600, 620 et cetera bis 690 die Dienstnehmerdaten verbergen, nämlich Löhne, Gehälter, Aufwendungen für Abfertigungen, lohnabhängige Abgaben (Abg. Dr. Stummvoll: Da wollen die Grünen hineinschauen! – Abg. Ing. Westenthaler: Schnüffel, schnüffel!), gehaltsabhängige Sozialabgaben, freiwillige Sozialabgaben, Krankenversicherungsbeiträge et cetera. Und genau das ist geschwärzt! (Abg. Ing. Westenthaler: Da soll geschnüffelt werden!) Und darin wollen Sie schnüffeln: bei Dienstnehmerdaten?! – Das halte ich für ungeheuerlich! (Beifall bei ÖVP und BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Da soll geschnüffelt werden!
Sie hätten wissen müssen, dass sich hinter den Kontonummern 600, 620 et cetera bis 690 die Dienstnehmerdaten verbergen, nämlich Löhne, Gehälter, Aufwendungen für Abfertigungen, lohnabhängige Abgaben (Abg. Dr. Stummvoll: Da wollen die Grünen hineinschauen! – Abg. Ing. Westenthaler: Schnüffel, schnüffel!), gehaltsabhängige Sozialabgaben, freiwillige Sozialabgaben, Krankenversicherungsbeiträge et cetera. Und genau das ist geschwärzt! (Abg. Ing. Westenthaler: Da soll geschnüffelt werden!) Und darin wollen Sie schnüffeln: bei Dienstnehmerdaten?! – Das halte ich für ungeheuerlich! (Beifall bei ÖVP und BZÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja die Wahrheit, was sie gesagt hat!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Frau Abgeordnete Dr. Fekter, ich habe nach der Rede des Herrn Abgeordneten Dr. Pilz gesagt, ich habe nichts gegen spitze Formulierungen, allerdings etwas dagegen, wenn Grenzen überschritten werden. So, wie ich vorhin den Ordnungsruf bezüglich „Verfassungsbruch“ erteilt habe, erteile ich Ihnen jetzt einen Ordnungsruf bezüglich der Unterstellung des Bruches der Rechtsordnung. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja die Wahrheit, was sie gesagt hat!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja die Wahrheit, was sie gesagt hat! Sie hat den Wahrheitsbeweis angetreten! Er ist ja wirklich verurteilt!
Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Haimbuchner. 10 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja die Wahrheit, was sie gesagt hat! Sie hat den Wahrheitsbeweis angetreten! Er ist ja wirklich verurteilt!)
Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Kogler! Wo ist der Antragsteller? Ist er schon wieder bei Gericht?
Darum geht es: Ein Untersuchungsausschuss und parteipolitisch motivierte Aktionen dürfen nicht den Rechtsstaat außer Kraft setzen. Untersuchung ja, Aufklärung ja, die Inquisition lassen wir aber in den Geschichtsbüchern! (Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Kogler! Wo ist der Antragsteller? Ist er schon wieder bei Gericht?)
Ruf bei der ÖVP: ... Androsch! – Abg. Scheibner: Ja, wirklich, aber wie oft der interveniert hat, möchten wir nicht wissen! – Abg. Ing. Westenthaler: Wissen Sie, wie oft der interveniert hat?
Das Paradegegengeschäft mit FACC, wo ja selbst EADS von Beginn an schon gesagt hat, das ist schon vierzig Tage vor dem Stichtag erledigt gewesen, ist ja inzwischen auch zerbröselt, denn niemand anderer als der Co-Eigentümer ... (Ruf bei der ÖVP: ... Androsch! – Abg. Scheibner: Ja, wirklich, aber wie oft der interveniert hat, möchten wir nicht wissen! – Abg. Ing. Westenthaler: Wissen Sie, wie oft der interveniert hat?)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Wenn Sie in einer Zeitung behaupten, Steininger sei später dazugekommen: Da ist der Gegenbeweis! (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist falsch! – Oh-Rufe bei der SPÖ.
Und weil Herr Westenthaler auch noch etwas zwischenruft: In der „Wiener Zeitung“ vom 31.5.2006 sagen Sie in einem Interview, natürlich hätten Sie Fehler gemacht. – Das ist im Jahr 2006! Wovon Sie derzeit leben, fragt die „Wiener Zeitung“. Westenthaler: „Ich werde sozialversichert sein, und zwar zu sehr geringfügigen Bezügen. Das wird über die Werbeagentur Rumpolds laufen.“ (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist falsch! – Oh-Rufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist leider falsch!
Also wenn die Rumpolds zu Ihnen, Herr Westenthaler, einigermaßen so großzügig waren, wie zu sich selbst, dann brauchen wir uns um Sie keine Sorgen zu machen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist leider falsch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sicher war es eine! Das war eine klassische sogar!
Abgeordneter Mag. Kurt Gaßner (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Staatssekretärin! Herr Vizekanzler! Ich wollte mich eigentlich nicht mehr mit der tatsächlichen Berichtigung des Herrn Ing. Westenthaler, die keine war, auseinandersetzen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sicher war es eine! Das war eine klassische sogar!) Ja, „klassisch“ in Ihrem Sinn. Ich möchte nur, damit es auch im Protokoll steht, sagen, was Sie tat-
Abg. Ing. Westenthaler: Ist es aber nicht!
Frage: Wovon leben Sie derzeit? – Westenthaler: „Ich werde sozialversichert sein, und zwar zu sehr geringfügigen Bezügen. Das wird über die Werbeagentur Rumpolds laufen.“ (Abg. Ing. Westenthaler: Ist es aber nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Weil es nicht gelaufen ist!
Also was soll dann Ihre tatsächliche Berichtigung? (Abg. Ing. Westenthaler: Weil es nicht gelaufen ist!) Dann müssen Sie sich mit der Zeitung auseinandersetzen und nicht mit dem Parlament hier! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das habe ich gemacht! – Abg. Ing. Westenthaler macht in Richtung des Redners die sogenannte Scheibenwischerbewegung.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das habe ich gemacht! – Abg. Ing. Westenthaler macht in Richtung des Redners die sogenannte Scheibenwischerbewegung.
Also was soll dann Ihre tatsächliche Berichtigung? (Abg. Ing. Westenthaler: Weil es nicht gelaufen ist!) Dann müssen Sie sich mit der Zeitung auseinandersetzen und nicht mit dem Parlament hier! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das habe ich gemacht! – Abg. Ing. Westenthaler macht in Richtung des Redners die sogenannte Scheibenwischerbewegung.)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Akte Edlinger!
Nichts davon! Das Einzige, was wir vom Finanzminister erwarten können, ist eine Extra-Zuteilung von schwarzen Filzstiften an seine Beamten. Das ist nach dieser Debatte klar. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Es kommen die Akte Wolf, es kommen zusätzliche Akte Rumpold (Abg. Ing. Westenthaler: Die Akte Edlinger!), es kommen Akte anderer Rüstungslobbyisten und ‑lobbyistinnen wie Plattner, wie Keglevich und, und, und, bis hin zur Schlüsselperson Bergner aus dem Bereich EADS selbst. (Ruf bei der ÖVP: Edlinger!) Diese Akte, so meint der Finanzminister, darf er auch seitenweise schwärzen lassen.
Abg. Ing. Westenthaler: Der Zivi-Minister!
Bundesminister für Landesverteidigung Mag. Norbert Darabos: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! (Abg. Ing. Westenthaler: Der Zivi-Minister!) Herr Kollege Westenthaler, ich werde versuchen, die Emotion herauszunehmen. Mein Vorvorgänger ist sehr emotional, das verstehe ich, da er dann in der letzten Regierung diese Funktion nicht mehr ausüben durfte, die er so gerne ausgeübt hat. Ich sage in aller Kürze ... (Abg. Scheibner: Im Gegensatz zu Ihnen! – Abg. Ing. Westenthaler: Er hat seinen Wehrdienst abgeleistet – im Gegensatz zu Ihnen!)
Abg. Scheibner: Im Gegensatz zu Ihnen! – Abg. Ing. Westenthaler: Er hat seinen Wehrdienst abgeleistet – im Gegensatz zu Ihnen!
Bundesminister für Landesverteidigung Mag. Norbert Darabos: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! (Abg. Ing. Westenthaler: Der Zivi-Minister!) Herr Kollege Westenthaler, ich werde versuchen, die Emotion herauszunehmen. Mein Vorvorgänger ist sehr emotional, das verstehe ich, da er dann in der letzten Regierung diese Funktion nicht mehr ausüben durfte, die er so gerne ausgeübt hat. Ich sage in aller Kürze ... (Abg. Scheibner: Im Gegensatz zu Ihnen! – Abg. Ing. Westenthaler: Er hat seinen Wehrdienst abgeleistet – im Gegensatz zu Ihnen!)
Abg. Scheibner: Das gibt es schon! – Abg. Ing. Westenthaler: Er hat einfach keine Ahnung!
Es gibt eine Menge anderer Initiativen meiner Amtsführung, beispielsweise: Sechs Monate Wehrdienst sind genug! (Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Murauer: Das haben wir schon!) Dazu stehen wir, auch wenn die ÖVP lacht. Ich hoffe, sie wird es hier im Parlament mitbeschließen. (Abg. Scheibner: Das gibt es schon! – Abg. Ing. Westenthaler: Er hat einfach keine Ahnung!) Das ist ebenfalls im Regierungsübereinkommen schriftlich festgelegt, und zwar so festgelegt, dass es eine gesetzliche Initiative gibt, Herr Kollege Murauer. Ich nehme an, Sie werden das auch mit beschließen.
Abg. Ing. Westenthaler: Der weiß nur nichts davon!
Ich habe daher sofort nach meinem Amtsantritt Gespräche und Verhandlungen mit EADS und Eurofighter aufgenommen, und diese Gespräche finden seither laufend, in unregelmäßigen Abständen statt. Mein Hauptansprechpartner dabei ist – auch das ist ja bekannt – Eurofighter-Chef Aloysius Rauen. Und das ist die Beantwortung der Frage 1. (Abg. Ing. Westenthaler: Der weiß nur nichts davon!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich! Eine parlamentarische Anfrage als Druckausübung!
Ich habe die Fragen nach bestem Wissen und Gewissen beantwortet, und zwar alle 28, wie sie von Ihnen gestellt worden sind. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich! Eine parlamentarische Anfrage als Druckausübung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir wären für dich als Minister gewesen!
Abgeordneter Anton Gaál (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Kollege Scheibner, sicher liegt uns die Sicherheit am Herzen, das haben wir in den vergangenen Jahren unserer Zusammenarbeit ja auch bestätigt und bewiesen, und auch in diesem Bereich stehen wir Sozialdemokraten für Kompetenz, Glaubwürdigkeit und Vertrauen; das möchte ich vorausschicken. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir wären für dich als Minister gewesen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sagen reicht nicht! Das muss man auch umsetzen!
Die Sozialdemokraten haben immer wieder darauf hingewiesen, dass sich Sicherheitspolitik nicht für Parteipolitik eignet. (Abg. Dr. Mitterlehner: Sehr positiv!) Das haben wir gesagt, auch in der Opposition, und daran halten wir auch heute hier als Regierungspartei fest. (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen reicht nicht! Das muss man auch umsetzen!)
Sitzung Nr. 21
Abg. Ing. Westenthaler: Gibt es eine Abschlussprüfung?
Jetzt meint ein Naivling wie ich, niedrigere Zinsausgaben heißt, dass die Ausgaben für Zinsen sinken. Weit gefehlt! Jetzt habe ich nachgerechnet, was da überhaupt behauptet wird. Kollege Stummvoll, Sie sind ja auch langjähriger Budgetpolitiker, vielleicht erklären Sie mir bei Gelegenheit, was die „implizite Verzinsung der Staatsschuld“ ist. Ich habe versucht, das nachzuvollziehen. Das ist nicht so schwierig, das ist ein Bruch, eine Quote, Zinsenausgaben dividiert durch Schuldenstand des Staates. (Abg. Ing. Westenthaler: Gibt es eine Abschlussprüfung?) Na beruhigen Sie sich nur, Herr Kollege! (Abg. Ing. Westenthaler: Ich frage, ob es eine Abschlussprüfung gibt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich frage, ob es eine Abschlussprüfung gibt!
Jetzt meint ein Naivling wie ich, niedrigere Zinsausgaben heißt, dass die Ausgaben für Zinsen sinken. Weit gefehlt! Jetzt habe ich nachgerechnet, was da überhaupt behauptet wird. Kollege Stummvoll, Sie sind ja auch langjähriger Budgetpolitiker, vielleicht erklären Sie mir bei Gelegenheit, was die „implizite Verzinsung der Staatsschuld“ ist. Ich habe versucht, das nachzuvollziehen. Das ist nicht so schwierig, das ist ein Bruch, eine Quote, Zinsenausgaben dividiert durch Schuldenstand des Staates. (Abg. Ing. Westenthaler: Gibt es eine Abschlussprüfung?) Na beruhigen Sie sich nur, Herr Kollege! (Abg. Ing. Westenthaler: Ich frage, ob es eine Abschlussprüfung gibt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was haben Sie uns jetzt eigentlich gesagt?
Daher ist das, glaube ich, am Beginn der Budgetdebatte eine gute Ausgangssituation; wir haben das ja in den Ausschüssen ausgiebig beraten und werden auch hier die Möglichkeit haben, uns dazu noch detaillierter zu den verschiedenen Bereichen zu äußern. (Abg. Ing. Westenthaler: Was haben Sie uns jetzt eigentlich gesagt?) – Herr Klubobmann Westenthaler, Sie sollten an Ihre misslungenen Budgets der Vergangenheit denken, wo wir oft die soziale Schieflage haben kritisieren müssen, wo vieles nicht gestimmt hat! (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie einmal etwas Inhaltliches!) Aber das habe ich schon in meiner Rede nach der Budgetrede des Finanzministers Molterer gesagt, ich will das heute nicht wiederholen.
Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie einmal etwas Inhaltliches!
Daher ist das, glaube ich, am Beginn der Budgetdebatte eine gute Ausgangssituation; wir haben das ja in den Ausschüssen ausgiebig beraten und werden auch hier die Möglichkeit haben, uns dazu noch detaillierter zu den verschiedenen Bereichen zu äußern. (Abg. Ing. Westenthaler: Was haben Sie uns jetzt eigentlich gesagt?) – Herr Klubobmann Westenthaler, Sie sollten an Ihre misslungenen Budgets der Vergangenheit denken, wo wir oft die soziale Schieflage haben kritisieren müssen, wo vieles nicht gestimmt hat! (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie einmal etwas Inhaltliches!) Aber das habe ich schon in meiner Rede nach der Budgetrede des Finanzministers Molterer gesagt, ich will das heute nicht wiederholen.
Abg. Ing. Westenthaler: ... Überheblichkeit! Das ist das Einzige, was Sie können, überheblich sein, Oberlehrer spielen! Oberlehrer von der Regierungsbank!
Meine sehr verehrten Damen und Herren, es ist wahr, dass wir in einer sehr (Abg. Ing. Westenthaler: ... Überheblichkeit! Das ist das Einzige, was Sie können, überheblich sein, Oberlehrer spielen! Oberlehrer von der Regierungsbank!) – Ich weiß, das verträgt er nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Hochmut kommt vor dem Fall!)
Abg. Ing. Westenthaler: Hochmut kommt vor dem Fall!
Meine sehr verehrten Damen und Herren, es ist wahr, dass wir in einer sehr (Abg. Ing. Westenthaler: ... Überheblichkeit! Das ist das Einzige, was Sie können, überheblich sein, Oberlehrer spielen! Oberlehrer von der Regierungsbank!) – Ich weiß, das verträgt er nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Hochmut kommt vor dem Fall!)
Abg. Ing. Westenthaler: 850!
Wir haben daher in einem Gesamtmaßnahmenpaket mit den Sozialpartnern vereinbart, dass es in Österreich einen generalkollektivvertraglichen Mindestlohn von 1 000 € pro Monat für Vollzeitarbeit gibt (Abg. Ing. Westenthaler: 850!), weil wir uns davon erwarten – und das ist der wesentliche Punkt! –, dass die Deregulierung der Löhne nach unten begrenzt wird. Das ist ein ganz wichtiger Punkt! Der Zusammenhang zwischen diesem Mindestlohn in Österreich und einer gesteigerten Nachfrage nach Arbeit hat den Vorteil, dass das auch wieder zu einem höheren Anteil an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer am wirtschaftlichen Reichtum führen wird. Das ist eine Art von Gerechtigkeitspolitik, wie wir sie verstehen: dass nämlich die über 3,3 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Österreich, die jeden Tag in der Wirtschaft, mit der Wirtschaft zur Wertschöpfung beitragen, auch ihren gerechten Anteil davon bekommen. Genau das verstehen wir unter Gerechtigkeitspolitik, Herr Westenthaler! (Beifall bei der SPÖ sowie Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie selber haben das gesagt!
Ich weiß, dass es so manche gibt, die der Auffassung sind: Könnten wir nicht jetzt bereits eine Steuerreform machen, wo doch die wirtschaftliche Entwicklung ohnehin so gut ist? (Abg. Ing. Westenthaler: Sie selber haben das gesagt!) Also, wenn wir diese Frage analysieren, dann müssen wir sagen: Derzeit ist das Wirtschaftswachstum gut. Wahrscheinlich werden die Lohnerhöhungen, die bei der Herbstlohnrunde erzielt werden, angesichts der guten wirtschaftlichen Situation auch sehr gut sein. Also, zu welchem Zeitpunkt sollten wir einen Beitrag dazu leisten, dass über eine Steigerung der Binnennachfrage und über eine Steigerung der Kaufkraft nicht nur für jeden Einzelnen etwas dabei herauskommt, sondern damit auch ein volkswirtschaftlicher Beitrag geleistet wird? Ich glaube, das ist am sinnvollsten dann, wenn die Wirtschaftskonjunktur etwas flacher ist, das heißt, unter Umständen im Jahr 2010 in etwa.
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt erzählt er uns wieder, dass es in Wien eh nicht so teuer ist! – Abg. Krainer – auf dem Weg zum Rednerpult –: Das wissen Sie selber, Herr Kollege, denn Sie wohnen ja in Wien! – Abg. Ing. Westenthaler: Anorak schon ausgezogen?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Krainer. Wunschredezeit: 5 Minuten. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt erzählt er uns wieder, dass es in Wien eh nicht so teuer ist! – Abg. Krainer – auf dem Weg zum Rednerpult –: Das wissen Sie selber, Herr Kollege, denn Sie wohnen ja in Wien! – Abg. Ing. Westenthaler: Anorak schon ausgezogen?)
Abg. Ing. Westenthaler: ... klein anfangen!
Wir reden über den Bereich Soziales. Herr Klubobmann Westenthaler, immer, wenn Sie hier reden und uns hier zur Verfügung stehen, verstehe ich, wieso Sie in Wien bei der Nationalratwahl an siebenter Stelle – nach der Liste Martin, nach der KPÖ! – waren. (Abg. Ing. Westenthaler: ... klein anfangen!) Das zeigt sich von selbst. Sie spielen sich hier als ein Vertreter auf und fordern soziale Wärme ein, kritisieren die Regierung für Maßnahmen, die sie im sozialen Bereich setzt, die Sie sieben Jahre lang nicht gesetzt haben. Sie sagen: Die tun das nur einmal!
Abg. Ing. Westenthaler: Der spricht genauso „engagiert“, wie das Budget ist! Dem ist alles völlig wurscht!
Ich glaube, dass alle diese Ansätze im Budget des Bundeskanzleramts zweckdienlich sind, sparsam sind und dass auch dieses Budget unter der Prämisse der Zukunftsorientierung ausgelegt wurde. (Abg. Ing. Westenthaler: Der spricht genauso „engagiert“, wie das Budget ist! Dem ist alles völlig wurscht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der „glüht vor Begeisterung“, der Kollege Wittmann!
Ein besonderes Anliegen ist mir auch, auf die Vermehrung der Mittel im Bereich des Verwaltungsgerichtshofes hinzuweisen, weil man hier natürlich einen Aufholbedarf hat, um letztendlich dem Verwaltungsgerichtshof die Möglichkeit zu geben, als eines der obersten Gerichte seine Arbeit zu erledigen. (Abg. Ing. Westenthaler: Der „glüht vor Begeisterung“, der Kollege Wittmann!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber wie fad Ihnen bei der Rede ist, das hab’ ich auch noch nie gesehen!
Herr Westenthaler! Es kommt nicht darauf an, dass man hier ein Kasperltheater macht, sondern es geht um eine sachliche Diskussion. Nicht so, wie Sie aufgetreten sind – das war ja mehr ein Kaspertheater. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber wie fad Ihnen bei der Rede ist, das hab’ ich auch noch nie gesehen!) Sie wollten hier Witze reißen, die nicht witzig waren, und Sie haben von etwas gesprochen, von dem Sie nichts verstanden haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Der „glüht vor Begeisterung“!
Das heißt also, im Wesentlichen sollte man hier eine sachliche Diskussion dieser (Abg. Ing. Westenthaler: Der „glüht vor Begeisterung“!) gespielten Emotion, die Sie da an den Tag gelegt haben, vorziehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Und „gut vorbereitet“!) Da geht es um das Budget und nicht um irgendwelche Showeinlagen, die Sie da von sich geben wollen.
Abg. Ing. Westenthaler: Und „gut vorbereitet“!
Das heißt also, im Wesentlichen sollte man hier eine sachliche Diskussion dieser (Abg. Ing. Westenthaler: Der „glüht vor Begeisterung“!) gespielten Emotion, die Sie da an den Tag gelegt haben, vorziehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Und „gut vorbereitet“!) Da geht es um das Budget und nicht um irgendwelche Showeinlagen, die Sie da von sich geben wollen.
Abg. Ing. Westenthaler: Er kommt! Er ist schon fertig!
Wir haben darauf gewartet, welche großartigen Initiativen von dieser Bundesregierung gesetzt werden – haben aber wenig gehört. Der Herr Bundeskanzler telefoniert noch immer, daher werde ich mit den Dingen, die ich ihm sagen möchte, noch warten. Es war schon interessant, als er gemeint hat, etwa im Gesundheitsbereich gibt es ... (Abg. Ing. Westenthaler: Er kommt! Er ist schon fertig!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Jarolim –: Eurolimchen!
Jetzt plötzlich ist wieder alles gut. Jetzt plötzlich sagen Sie, die Opposition soll sich konstruktiv einbringen. – Ja, Herr Bundeskanzler, wir wollen uns konstruktiv einbringen, die Frage ist nur: Zu welchem Zeitpunkt nennen Sie Ihre Dinge, auf die wir konstruktiv eingehen können? (Abg. Dr. Jarolim: Sie sollten sich informieren!) – Haben Sie gestern noch gelernt, wie man tatsächliche Berichtigungen macht? (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Jarolim –: Eurolimchen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aha!
Wenn es zum Beispiel heißt, und zwar am 26. Dezember 2006, mitten in den Regierungsverhandlungen – ich zitiere die APA –: „Der SPÖ-Vorsitzende und künftige Bundeskanzler Alfred Gusenbauer will am Beginn der Regierungsarbeit“ – am Beginn der Regierungsarbeit – „eine Steuerreform umsetzen,“ (Abg. Ing. Westenthaler: Aha!), „mit der Wachstum und Beschäftigung in Österreich angekurbelt und der Mittelstand entlastet werden soll.“
Abg. Ing. Westenthaler: Also, wie ist das jetzt mit der Zuverdienstgrenze? Vielleicht hören wir das jetzt einmal! – Abg. Amon – auf dem Weg zum Rednerpult –: Das Thema diskutieren wir morgen! – Abg. Ing. Westenthaler: Heute wäre es besser!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Amon zu Wort. Wunschredezeit: 5 Minuten. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Ing. Westenthaler: Also, wie ist das jetzt mit der Zuverdienstgrenze? Vielleicht hören wir das jetzt einmal! – Abg. Amon – auf dem Weg zum Rednerpult –: Das Thema diskutieren wir morgen! – Abg. Ing. Westenthaler: Heute wäre es besser!)
Abg. Ing. Westenthaler: ... Pflegestufe 5!
Ich glaube, dass damit künftig ein sehr wichtiger Punkt im Zusammenhang mit dem Thema Pflege, Betreuung zu Hause bis zu 24 Stunden gewährleistet werden kann, nämlich Rechtssicherheit, auch im arbeitsrechtlichen Sinn. Das ist ein schöner, ein guter Erfolg. (Abg. Ing. Westenthaler: ... Pflegestufe 5!) Wir wünschen Herrn Bundesminister Buchinger bei der Finanzierung ebenso alles Gute, dass das gelingen möge in den Verhandlungen mit den Bundesländern. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Beim Asyl zahlen die Bundesländer sofort, bei der Altenpflege sind die Bundesländer nicht bereit, zu zahlen!)
Abg. Steibl: Da gibt es ohnehin schon Westenthaler!
Frau Minister Kdolsky, Sie laufen wirklich Gefahr, dass Sie sich zu einer politischen Plaudertasche entwickeln. (Abg. Steibl: Da gibt es ohnehin schon Westenthaler!) Sie kündigen große Reformen an. An und für sich haben wir wirklich große Hoffnungen in Sie gesetzt, und wenn Sie jetzt Maßnahmen ankündigen, wie etwa 24 Stunden Bereitschaft für Ärzte, Zusammenlegung der Krankenkassen, Harmonisierung der Ärztehonorare, dann sind wir da mit Ihnen ganz einer Meinung, denn das sind an und für sich alles gute Vorschläge, Frau Minister, aber leider Gottes relativieren Sie das kaum 24 Stunden später, und weitere 24 Stunden später ist das alles in der ministeriellen Schublade verschwunden.
Abg. Ing. Westenthaler: Aufpassen!
Jetzt lesen wir in den Zeitungen, dass ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, wo das BZÖ diese Kampagne öffentlich dargestellt hat, das BZÖ eine Person als Moderator – noch dazu in einer Jugendtour! – beschäftigt hat, die offensichtlich wegen mehrerer Sexualdelikte untersucht wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Aufpassen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Welches?
Wir lösen damit eines unserer Versprechen ein, das Alfred Gusenbauer immer wieder gegeben hat (Abg. Ing. Westenthaler: Welches?): Wir werden den Rückgang bei der Zahl der Schülerinnen und Schüler dazu nützen, die Qualität in den Schulen zu steigern. (Abg. Ing. Westenthaler: Das gibt es gar nicht!) – Ich betone: Um die Qualität in den Schulen zu steigern! (Abg. Neugebauer: Die ist schon so hoch! Eine Steigerung ist nicht möglich!) Ja, wenn ich Sie anschaue, Kollege Westenthaler, dann würde ich beinahe der Meinung zuneigen, dass Sie recht haben, aber es gibt auch hoffnungsvollere Fälle. (Beifall bei der SPÖ sowie Beifall des Abg. Neugebauer.) – Ganz deutlich wurde diese Steigerung bei den Schülerbeihilfen, wo erstmals seit 1999 eine deutliche Anhebung erfolgt.
Abg. Ing. Westenthaler: Das gibt es gar nicht!
Wir lösen damit eines unserer Versprechen ein, das Alfred Gusenbauer immer wieder gegeben hat (Abg. Ing. Westenthaler: Welches?): Wir werden den Rückgang bei der Zahl der Schülerinnen und Schüler dazu nützen, die Qualität in den Schulen zu steigern. (Abg. Ing. Westenthaler: Das gibt es gar nicht!) – Ich betone: Um die Qualität in den Schulen zu steigern! (Abg. Neugebauer: Die ist schon so hoch! Eine Steigerung ist nicht möglich!) Ja, wenn ich Sie anschaue, Kollege Westenthaler, dann würde ich beinahe der Meinung zuneigen, dass Sie recht haben, aber es gibt auch hoffnungsvollere Fälle. (Beifall bei der SPÖ sowie Beifall des Abg. Neugebauer.) – Ganz deutlich wurde diese Steigerung bei den Schülerbeihilfen, wo erstmals seit 1999 eine deutliche Anhebung erfolgt.
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Abgeordneter Christian Faul (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin, leider gehst du hinaus, ich wollte dir den hochachtungsvollen Dank der Pflichtschullehrer aus der Steiermark überbringen, weil die sich das erste Mal auch mit angesprochen gefühlt haben, wenn eine Bundesministerin von Schule gesprochen hat. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Es ist so!
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was auch nicht immer was nützt!
Herr Sozialminister, Sie hätten im Grunde genommen im Pflegebereich etwa durch eine jährliche Wertanpassung oder durch eine Bindung des Pflegeaufwandes an einen bestimmten Prozentsatz des Bruttoinlandsproduktes, mit einer Verankerung des Rechtes auf Pflege in der Verfassung, wie wir Freiheitlichen das vorgeschlagen haben, regelrecht berühmt werden können! Das wäre ein Meilenstein gewesen, ein großer Wurf! (Abg. Parnigoni: Er ist schon berühmt!) – Das aber nicht wegen seiner sozialpolitischen Maßnahmen, sondern wegen seiner Friseurbesuche. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was auch nicht immer was nützt!) – Ja, genau so ist es.
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
haben! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt auch Abgeordnete, die vom „Saustall Österreich“ sprechen – so wie Sie! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Außerdem sind wir hier nicht im steirischen Landtag, sondern im Parlament, und ich meine, wir sollten uns mit unseren Themen, die hier auf der Tagesordnung sind, befassen. (Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt auch Abgeordnete, die vom „Saustall Österreich“ sprechen – so wie Sie! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Neugebauer: Das ist ja die nächste Frechheit! – Abg. Ing. Westenthaler: Die Grünen sind schon alle im Wochenende!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (fortsetzend): Mir ist klar, dass die Nerven schon blank liegen, alle vielleicht schon mit der halben Hälfte des Kopfes im Wochenende sind. (Abg. Neugebauer: Das ist ja die nächste Frechheit! – Abg. Ing. Westenthaler: Die Grünen sind schon alle im Wochenende!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der ist schon weg!
Mit „Umsonst gibt’s nix!“, der Initiative gegen unlautere Geschäftspraktiken wie Versprechungen, Verlockungen oder bewusste Täuschung, wird ein Zeichen gesetzt, dass in die Sicherheit der Konsumentinnen und Konsumenten investiert wird – durch Sie, sehr geehrter Herr Bundesminister. (Abg. Ing. Westenthaler: Der ist schon weg!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Ehmann –: Jetzt liegt die Latte hoch!
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Ehmann. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 3 Minuten. – Bitte, Sie sind am Wort. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Ehmann –: Jetzt liegt die Latte hoch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich würde es Ihnen vergönnen, wenn es so wäre!
Die Österreicher haben ein Recht auf Sicherheit, auf (Abg. Ing. Westenthaler: Ich würde es Ihnen vergönnen, wenn es so wäre!) – Ich kann Ihnen die Statistik zukommen lassen! Die haben wir vom Zivilschutzverband gemacht, und nicht das Innenministerium. Da ist sehr objektiv und sachlich vorgegangen worden. Und das ist ein erfreuliches Ergebnis. Denn: Die Österreicher haben ein Recht auf umfassende Sicherheit – und dazu zählt auch, Herr Bundesminister, der Katastrophen- und der Zivilschutz.
Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie des Abg. Ing. Westenthaler.
Aber nochmals: Jeder Verkehrstote ist einer zu viel. Deshalb ist es natürlich Aufgabe unserer Exekutive, präventiv tätig zu sein, und anhand dieser Statistik sehen Sie, wie gut hier gearbeitet wird. – Eine gute Bilanz für das Jahr 2006, was die Verkehrssicherheit betrifft. (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Gibt es auch ein Beitrittsformular?
Der Unterschied zu früher überzeugt. Wir beschließen jetzt gemeinsam ein Budget, das konsequent umgesetzt wurde. (Abg. Ing. Westenthaler: Gibt es auch ein Beitrittsformular?) – Herr Kollege Westenthaler! Sie werden es auch noch einmal erleben, dass Sie wieder wo dazugehören. Das wird schon passen.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Lutz Weinzinger: Danke, Herr „Finanzminister“! – Abg. Ing. Westenthaler: Freundschaft!
Ich bin daher sehr froh darüber, dass wir dieses Budget so vorgelegt bekommen haben und so diskutiert haben und werde es gerne mit Ihnen beschließen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Lutz Weinzinger: Danke, Herr „Finanzminister“! – Abg. Ing. Westenthaler: Freundschaft!)
Abg. Mag. Schieder: Zahlen ist noch unangenehmer! – Abg. Ing. Westenthaler: Unangenehmer ist, sie zu zahlen!
Anmerken möchte ich an dieser Stelle meinen Dank für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Finanzressort. Es ist keine angenehme Tätigkeit, Steuern einzuheben. (Abg. Mag. Schieder: Zahlen ist noch unangenehmer! – Abg. Ing. Westenthaler: Unangenehmer ist, sie zu zahlen!) Es ist nicht die angenehmste Tätigkeit, im Bereich Budget verantwortlich zu sein.
Abg. Ing. Westenthaler: Es ist schon ein Urteil ergangen! Das wissen Sie! Wenn auch noch nicht rechtskräftig!
Ich berichtige tatsächlich: Das ist die Unwahrheit, Herr Abgeordneter Westenthaler, und zwar mehrfach. Herr Abgeordneter Peter Pilz ist in keinem Fall verurteilt worden! Es gibt daher auch keine „mehrfache Verurteilung“, und es hat in keinem einzigen Fall bisher eine Hauptverhandlung gegeben, aber in Österreich und in einem Rechtsstaat ist es üblich, dass in einer Hauptverhandlung ein Urteil ergeht. (Abg. Ing. Westenthaler: Es ist schon ein Urteil ergangen! Das wissen Sie! Wenn auch noch nicht rechtskräftig!) Bei Ihnen ist das vielleicht auch so möglich, nämlich durch Sprechen. Aber Gott sei Dank haben wir einen Rechtsstaat, Herr Westenthaler – und nicht nur Sie! (Beifall bei den Grünen.)
Lebhafte Heiterkeit bei der ÖVP und beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Aber wirklich nur Spuren!
Als Letztes noch zum Budget selbst: Mit Stolz können wir vermerken, dass wir darin wirklich sozialdemokratische Spuren erkennen können, und nicht nur Spuren. (Lebhafte Heiterkeit bei der ÖVP und beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Aber wirklich nur Spuren!) Ja, Spuren von beiden. Die ÖVP hat Spuren drinnen, wir haben Spuren drinnen (Abg. Dr. Graf: Die Breite Ihrer Spuren ist sehr gering!), und wir sind beide darauf erpicht gewesen, dass das größtmöglich ausgewichtet und balanciert ist, so, wie es in einer Regierungskoalition halt ist, beide gleichgewichtig und balanciert.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Ing. Westenthaler.
Wenn das unsere Verpflichtung ist, Herr Professor Van der Bellen, dann können Sie nicht mit einem Filz, welcher Farbe auch immer, einfach mit einem Federstrich die Luftraumüberwachung streichen, einsparen und Österreich, das Land, seine Bürger und den Luftraum schutzlos stehen lassen. Dann sind wir alle verpflichtet, dies einzuhalten. Da gibt es nichts einzusparen. Da muss man klug im Rahmen der Gesetze, im Rahmen von Ausschreibungen agieren. Und das haben wir gemacht. Nichts anderes! Und dazu stehe ich auch hundertprozentig. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Ing. Westenthaler.)
Sitzung Nr. 24
Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie den Herrn Bartenstein gefragt, ob Sie das machen dürfen? Dürfen Sie das überhaupt? Das dürfen Sie überhaupt nicht!
Fehlerhaft und einseitig wäre es (Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie den Herrn Bartenstein gefragt, ob Sie das machen dürfen? Dürfen Sie das überhaupt? Das dürfen Sie überhaupt nicht!), Fragen der Sozialpolitik so einseitig mit Ausländerbeschäftigung und Integration in Zusammenhang zu bringen, wie das jetzt hier von Herrn Klubobmann Strache gemacht wurde. Das ist inhaltlich nicht richtig, das ist auch durch entsprechende Studien, die es in Österreich ja bereits gibt (Abg. Strache: Die Studie, die
Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht sollte der Professor Sozialminister werden! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
„Wenn wir uns die Struktur der Zuwanderung nach Österreich vor Augen führen, zahlen MigrantInnen derzeit im Schnitt etwa gleich viel in die Sozialbudgets ein, als sie herausnehmen. Das sollte angesichts der vergleichsweise geringen Umverteilungswirkung des österreichischen Sozialversicherungssystems nicht sonderlich überraschen.“ (Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht sollte der Professor Sozialminister werden! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Irgendwie sind Sie nicht dabei!
Also: Die Frage der Zukunftssicherung des Sozialstaates in Österreich ist eine wesentliche Frage, ist eine Frage, die die beiden großen Parteien in dieser neuen österreichischen Bundesregierung auch sehr, sehr ernst nehmen, die im Regierungsübereinkommen zu einer Reihe von sozialpolitischen Vorhaben geführt hat (Abg. Ing. Westenthaler: Irgendwie sind Sie nicht dabei!), die Sie heute und morgen auch hier im Hohen Haus diskutieren.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Graf: Die Schachtelsätze könnten vom Haupt sein! – Abg. Ing. Westenthaler: Das war alles? – Wenn das alles ist, was einem Sozialminister dazu einfällt: jämmerlich, jämmerlich!
Das Wichtigste davon ist eine engagierte Vollbeschäftigungspolitik. Dazu gehört auch, dass für mehr Beschäftigungsverhältnisse auch die Einkommenssicherung und die Höhe der Einkommen – etwa auch über Mindestlohn – eine größere Bedeutung erfahren, als das bisher der Fall war – abgesichert durch eine bedarfsorientierte Mindestsicherung, um auch Transferleistungen nach unten zu begrenzen. – Das ist unsere Antwort! Das ist eine moderne, fortschrittliche und humane Antwort auf die Ausbaunotwendigkeit des Sozialstaates. Ihre Fragestellung leistet keinen Beitrag zu einer Antwort, sondern könnte nur dazu führen, dass Gruppen in Österreich untereinander ausgespielt werden, was gegen die Grundsätze eines Sozialstaates ist. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Graf: Die Schachtelsätze könnten vom Haupt sein! – Abg. Ing. Westenthaler: Das war alles? – Wenn das alles ist, was einem Sozialminister dazu einfällt: jämmerlich, jämmerlich!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie bloß, das ist Ihr Verdienst! – Abg. Strache: Das ist der Sommerkurs!
Erster Punkt: Unser Credo war immer: Sozial ist, was Arbeit schafft. – Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Wir haben jetzt seit 15 Monaten eine rückläufige Arbeitslosigkeit. Der Kurs, den wir eingeschlagen haben, ist seit 15 Monaten erfolgreich. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie bloß, das ist Ihr Verdienst! – Abg. Strache: Das ist der Sommerkurs!) Im Mai haben wir einen Rückgang von
Abg. Ing. Westenthaler: Na, na, na! Das geht ja wirklich nicht! Was ist das für ein Stil?
Herr Kollege Kickl, es ist Ihre Aussendung, in der Sie sagen, diese Studie beziehe sich auf Österreich. Sie sollten ganz den Mund halten in dieser Frage (Abg. Ing. Westenthaler: Na, na, na! Das geht ja wirklich nicht! Was ist das für ein Stil?), weil es wirklich vermessen ist zu sagen, eine Studie bestätigt das für Österreich. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist letztklassig, was Sie da machen!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist letztklassig, was Sie da machen!
Herr Kollege Kickl, es ist Ihre Aussendung, in der Sie sagen, diese Studie beziehe sich auf Österreich. Sie sollten ganz den Mund halten in dieser Frage (Abg. Ing. Westenthaler: Na, na, na! Das geht ja wirklich nicht! Was ist das für ein Stil?), weil es wirklich vermessen ist zu sagen, eine Studie bestätigt das für Österreich. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist letztklassig, was Sie da machen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Abgang! Mund halten!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer (neuerlich das Glockenzeichen gebend): Herr Abgeordneter, Ihre Redezeit ist zu Ende, Sie müssen Schluss machen! (Abg. Öllinger: Einen Schlusssatz!) Das wäre aber schon der zweite Schlusssatz. (Abg. Ing. Westenthaler: Abgang! Mund halten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Stimmt nicht! Falsch!
Was ich immer wieder in Debatten um Zuwanderung hier im Hohen Haus sehr, sehr interessant finde, ist die ganz, ganz, ganz scharfe Rhetorik, die Blau-Orange gegen Zuwanderung haben. Und wenn man sich dann die Politik anschaut, die Sie in den letzten Jahren gemacht haben, so muss man sagen, dass es noch nie so viel Zuwanderung gegeben hat wie in den Jahren der blau-orange-schwarzen Bundesregierung (Abg. Ing. Westenthaler: Stimmt nicht! Falsch!), und zwar ungeregelten Zugang und unter schlechten Bedingungen erfolgten Zugang. Das ist in Wirklichkeit Ihre Politik! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt weiß ich, warum Sie von Ihrer Partei abgesetzt worden sind!
Aus der Studie, die Sie immer zitieren, zitieren Sie bewusst immer nur den einen Teil, wo steht, kurzfristig gibt es da ein Ungleichgewicht. Aber in dieser Studie wird auch gesagt, dass sich Migration langfristig für eine Volkswirtschaft rechnet. Das ist die Schlussfolgerung der Studie, die Sie zitieren! Und das beweist wieder einmal, dass Ihre Politik in den letzten Jahren völlig verfehlt war, nämlich kurzfristig die Leute ins Land zu holen und sie wieder wegzuschicken. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt weiß ich, warum Sie von Ihrer Partei abgesetzt worden sind!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Die machen Sie jahrzehntelang! – Abg. Ing. Westenthaler: Warum wurden Sie von Ihrer Partei abgesetzt? Sagen Sie uns das einmal!
Eine geordnete Zuwanderung, geregelt und unter guten Bedingungen durchgeführt, nützt der Volkswirtschaft. – Ihre wirtschaftlich verfehlte und unmenschliche Politik lehnen wir zutiefst ab, sehr geehrte Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Die machen Sie jahrzehntelang! – Abg. Ing. Westenthaler: Warum wurden Sie von Ihrer Partei abgesetzt? Sagen Sie uns das einmal!)
Abg. Ing. Westenthaler: Alles super!
In Wien wachsen Kinder, die Probleme haben, in Klassen mit deutschsprachigen Kindern auf, denn dort können sie etwas lernen, dort profitieren beide Teile voneinander. (Abg. Ing. Westenthaler: Alles super!) Sie werden besonders betreut, werden herausgenommen und in Kleingruppen zusätzlich gefördert, bekommen zusätzliche Unterstützung. (Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.) Ich glaube, unsere Kinder haben es sich verdient, dass wir mit ihnen entsprechend verantwortungsvoll umgehen, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Das zweite Thema, nämlich das Thema „Zuwanderung“ wäre durchaus auch ein spannendes Thema gewesen. Ein bisschen bin ich doch überrascht über den Klubobmann Westenthaler, der heute hier gesagt hat, dass die Familienministerin den Familien das Kindergeld wegnimmt. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Ja, das ist richtig, ich habe die Zuverdienstgrenze immer kritisch gesehen, aber ich bin auch ein Anhänger des Rechtsstaates, und wenn es eine Zuverdienstgrenze gibt, dann ist sie auch zu exekutieren, dann hat man sich auch daran zu halten. Das sollten gerade Sie als Parlamentarier genau wissen, Herr Kollege Westenthaler (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Davon spricht ja niemand! Das ist doch Unsinn!
Haben Sie sich eigentlich schon einmal überlegt, Herr Klubobmann Strache oder Herr Klubobmann Westenthaler, wie Österreich aussehen würde, wenn es jene, von denen Sie hier behaupten, dass wir sie nicht brauchen, wenn es jene, von denen Sie meinen, sie seien eine „Belastung“ für den Sozialstaat, in Österreich nicht gäbe? Wer würde denn die vielen Kranken, die vielen Bettlägrigen, die vielen Pflegefälle zu Hause in Österreich pflegen? (Abg. Ing. Westenthaler: Davon spricht ja niemand! Das ist doch Unsinn!) Sind das großteils Inländer – oder sind das Ausländerinnen und Ausländer, Zuwanderer und Zuwanderinnen?
Abg. Ing. Westenthaler: Wollten Sie nicht den Stadler einmal absetzen?
Worum es hier geht, das ist, dass hier eine Einrichtung neu bestellt wird, die für die Bürgerinnen und Bürger in ihrer Vertretung gegenüber der Verwaltung von größtem Interesse ist. Gott sei Dank wird das auch immer wieder im Fernsehen gebracht, wenn es um ganz spezielle Fälle geht. Ich glaube, dass die Volksanwälte, die bislang ihre Tätigkeit verrichtet haben, sehr, sehr gut gearbeitet haben, und wir hätten durchaus auch einen Vertreter der FPÖ gewählt. Es haben halt einfach die Stimmen dazu gefehlt! (Abg. Ing. Westenthaler: Wollten Sie nicht den Stadler einmal absetzen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber erst seitdem ihr drinnen seid! Vorher war das nicht so! – Abg. Dr. Schüssel: Eine neue Erkenntnis!
Diese Art von „Basar-Methode“ bei der Ausverhandlung der Personen für die Volksanwaltschaft wird durch dieses eindeutig formulierte Nominierungsrecht der drei stärksten Fraktionen im Nationalrat verhindert, und ich finde das gut. Das ist eine Art Minderheitsschutz, weil jede der fünf Fraktionen hier im Haus eine Minderheit ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber erst seitdem ihr drinnen seid! Vorher war das nicht so! – Abg. Dr. Schüssel: Eine neue Erkenntnis!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht täglich, Herr Professor!
Das Vorgehen der Präsidentin Prammer – das ist mir noch wichtig zu betonen – ist absolut korrekt, ist absolut korrekt! Präsident Fischer hat in der Vergangenheit in verwandten Fällen ähnlich entschieden, gegen unseren Widerspruch – und dieser Widerspruch war falsch! Das sage ich heute. (Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Schüssel. – Heiterkeit bei SPÖ, ÖVP und BZÖ.) Ja, man kann auch klüger werden, hat Adenauer schon gesagt. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht täglich, Herr Professor!)
Abg. Ing. Westenthaler: ... viel früher! Es gibt einen Antrag von 1989! Zehn Jahre früher!
Damals haben die Vertreter der Sozialdemokratie, aber auch der Österreichischen Volkspartei, nicht zugestimmt. (Abg. Ing. Westenthaler: ... viel früher! Es gibt einen Antrag von 1989! Zehn Jahre früher!) – Die Freiheitliche Partei hat diesen Antrag in diversen Bundesländern eingebracht: Da ist er angenommen worden, wie in Wien und in Kärnten, wo man ja mit 16 auf regionaler Ebene wählen darf – und das ist auch gut so. Diesen Punkt unterstützen wir. Das ist aber auch schon der einzige unterstützenswerte Punkt, und dieser Punkt wiegt vor allen Dingen die Demokratiegefährdung der weiteren Passagen dieser Wahlrechtsreform nicht auf.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Nach 145 Tagen!
Für den Fall, dass Sie sich Sorgen machen über die Zahl der Regierungsvorlagen (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen), weise ich nur darauf hin: Die heutige Tagesordnung beschäftigt sich mit einer Reihe von Regierungsvorlagen, die von der Regierung kommen – und mit keinem einzigen Initiativantrag des BZÖ. Also, wer hier arbeitet, das scheint klargestellt. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Nach 145 Tagen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine falsche Behauptung!
Der zweite Punkt, ein entscheidender Punkt, ist die Einführung der Briefwahl. Der Briefkasten wird zur Wahlurne, unabhängig vom Wahllokal und von Öffnungszeiten. Damit ist das Wählen noch einfacher, noch flexibler und noch schneller. Die Wahlen können nun im In- und Ausland per Post durchgeführt werden, überall, wo man will, darüber hinaus natürlich in der eigenen Gemeinde wie bisher oder in jeder Gemeinde in Österreich. Darüber hinaus gibt es auch weiterhin noch die Möglichkeit mit der fliegenden Kommission. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine falsche Behauptung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das werden Sie auch brauchen!
Abgeordnete Barbara Zwerschitz (Grüne): Herr Präsident! Werte Abgeordnete! Damen und Herren auf der Regierungsbank! Ich freue mich irrsinnig, weil wir es geschafft haben, die Wahlaltersenkung auf 16 durchzusetzen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das werden Sie auch brauchen!) Vor allem freue ich mich auch darüber, wie viele Menschen jetzt plötzlich dazu beigetragen haben und immer schon dafür waren, dass die Jugendlichen wahlberechtigt sind.
Abg. Ing. Westenthaler: Weiß das auch Frau Kdolsky?
Sehr geehrter Herr Scheibner, Wahlkampf in den Schulen – noch ein paar Sätze dazu – ist natürlich verboten. Und das ist auch richtig so, dass es verboten ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Weiß das auch Frau Kdolsky?) Ich würde aber davor warnen, Jugendliche zu unterschätzen. Ich selber habe einen Wahlkampf miterlebt, wo 16-Jährige wählen durften, nämlich in Wien, und die sind sehr robust. Auch wenn wir schon mit Schaum vorm Mund in den Büschen auf Jugendliche lauern, um sie dann zu überfallen und mit Kugelschreibern zu beschießen, Jugendliche sind sehr, sehr kritisch und halten auch einen Wahlkampf ganz tapfer aus. (Abg. Strache: Richtig!) Ich denke, wir werden alle unsere Wahlkämpfe machen, und solange wir authentisch bleiben und in Ordnung, werden das auch die Jugendliche überleben.
Abg. Krist geht auf Krücken zum Rednerpult. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster kommt Herr Abgeordneter Krist zu Wort. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 3 Minuten. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Krist geht auf Krücken zum Rednerpult. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Der „FC-Nationalrat“ hinterlässt seine Spuren. – Bitte.
Abg. Ing. Westenthaler: Wer ist das?
Wir haben ein Präsidium bestehend aus vier Ressorts, die auch federführend verantwortlich sind in der Steuerung dieser 500 Millionen € – das ist ja kein Pappenstiel an Geld, das hier vergeben wird –, einen Expertenbeirat, eng gehalten, mit den wichtigsten Experten von außerhalb, um uns zu beraten, wie wir das Geld platzieren sollten, und zwei Geschäftsführer. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer ist das?) – Herr Abgeordneter Westenthaler, vielleicht werden Sie eine große Überraschung erleben, ich weiß es nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich befürchte, es wird eine Überraschung!) Wir werden diese zwei Geschäftsführer auf dem freien Markt suchen. Die Bestqualifizierten werden diesen Job einnehmen. (Ironische Heiterkeit beim BZÖ.) – Nicht mehr und nicht weniger! (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn das so läuft wie bei ...! Ihre Partei war in der Regierung die letzten sieben Jahre!) Führen Sie nicht Ihre Logik der letzten sieben Jahre weiter! Wir werden die Besten für diese Jobs aussuchen, damit das Geld bestmöglich platziert werden kann. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich befürchte, es wird eine Überraschung!
Wir haben ein Präsidium bestehend aus vier Ressorts, die auch federführend verantwortlich sind in der Steuerung dieser 500 Millionen € – das ist ja kein Pappenstiel an Geld, das hier vergeben wird –, einen Expertenbeirat, eng gehalten, mit den wichtigsten Experten von außerhalb, um uns zu beraten, wie wir das Geld platzieren sollten, und zwei Geschäftsführer. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer ist das?) – Herr Abgeordneter Westenthaler, vielleicht werden Sie eine große Überraschung erleben, ich weiß es nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich befürchte, es wird eine Überraschung!) Wir werden diese zwei Geschäftsführer auf dem freien Markt suchen. Die Bestqualifizierten werden diesen Job einnehmen. (Ironische Heiterkeit beim BZÖ.) – Nicht mehr und nicht weniger! (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn das so läuft wie bei ...! Ihre Partei war in der Regierung die letzten sieben Jahre!) Führen Sie nicht Ihre Logik der letzten sieben Jahre weiter! Wir werden die Besten für diese Jobs aussuchen, damit das Geld bestmöglich platziert werden kann. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wenn das so läuft wie bei ...! Ihre Partei war in der Regierung die letzten sieben Jahre!
Wir haben ein Präsidium bestehend aus vier Ressorts, die auch federführend verantwortlich sind in der Steuerung dieser 500 Millionen € – das ist ja kein Pappenstiel an Geld, das hier vergeben wird –, einen Expertenbeirat, eng gehalten, mit den wichtigsten Experten von außerhalb, um uns zu beraten, wie wir das Geld platzieren sollten, und zwei Geschäftsführer. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer ist das?) – Herr Abgeordneter Westenthaler, vielleicht werden Sie eine große Überraschung erleben, ich weiß es nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich befürchte, es wird eine Überraschung!) Wir werden diese zwei Geschäftsführer auf dem freien Markt suchen. Die Bestqualifizierten werden diesen Job einnehmen. (Ironische Heiterkeit beim BZÖ.) – Nicht mehr und nicht weniger! (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn das so läuft wie bei ...! Ihre Partei war in der Regierung die letzten sieben Jahre!) Führen Sie nicht Ihre Logik der letzten sieben Jahre weiter! Wir werden die Besten für diese Jobs aussuchen, damit das Geld bestmöglich platziert werden kann. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Spricht gegen den grünen Klub, eindeutig!
Ich kenne die Qualität der Arbeit der Volksanwaltschaft jetzt seit einigen Jahren, und ich muss sagen, ich habe hohen Respekt davor, so wie ich auch alljährlich der Volksanwaltschaft meinen Respekt zolle für die Bemühungen um wirkliche – wie soll ich sagen? – Volksverbundenheit. Es gibt in dieser Republik ganz bestimmt keine Institution, die so sparsam ist, die mit so wenigen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen einen so hohen Output hat! Also ich kann Ihnen nur sagen, meine Damen und Herren Kolleginnen und Kollegen und auch liebe Volksanwälte, die Telefonliste des Grünen Klubs im Parlament ist länger als die Telefonliste der Volksanwaltschaft, und das spricht für die Qualität des grünen Klubs (Abg. Ing. Westenthaler: Spricht gegen den grünen Klub, eindeutig!), aber das spricht vor allem auch für die Qualität der Volksanwaltschaft!
Sitzung Nr. 25
Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie überrascht über diese Frage? – Abg. Scheibner: Tun Sie nicht so überrascht!
Bundeskanzler Dr. Alfred Gusenbauer: Das ist eine gar nicht so einfach zu beantwortende Frage. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Bitte? (Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie überrascht über diese Frage? – Abg. Scheibner: Tun Sie nicht so überrascht!) – Nein, ich bin nicht überrascht über die Frage (allgemeine Heiterkeit), das ist auch nicht das Problem, um es ganz offen zu sagen, das Problem besteht eher darin, dass es schwierig ist, eine Prognose zu treffen. Ich kann mich daher darauf beziehen, wovon ich glaube, dass es derzeit absehbar ist.
Abg. Ing. Westenthaler: Das war eine Zwischenfrage!
Das heißt, Sie sehen, dass die Kapazitäten außerordentlich begrenzt sind – schon theoretisch, nämlich auch aufgrund der Kleinheit ... (Abg. Brosz: Wo können wir die Sonne anpflanzen?) – Bitte? (Abg. Brosz: Wo können wir die Sonne anpflanzen?) Bei der Sonne ist das Problem, sehr geehrter Herr Abgeordneter: Photovoltaik ist eine gute Entwicklung. Sie müssen sich nur die Kostensituation anschauen (Abg. Dr. Bösch: War das eine Zusatzfrage? – Frau Präsidentin!), dass nämlich bei einer Situation – nein, ich akzeptiere das gerne (Abg. Ing. Westenthaler: Das war eine Zwischenfrage!) – von Preisen, die wir derzeit haben, letztendlich der Vergleichswert im Bereich der thermischen Gebäudesanierung zwischen 6 und 8 € liegt und bei der Photovoltaik zwischen 40 und 50 €. Also man muss schon auch sehen, wie die Kostenstruktur aussieht, damit sich das die Menschen auch leisten können.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie weiß nicht einmal, wo ihr Platz ist!
Mir tut es ja in Wahrheit leid, dass der Herr Bundeskanzler nicht mehr da ist, sondern dass er schon das Weite gesucht hat, denn ich hätte ihn schon ganz gerne etwas gefragt. (Abg. Dr. Graf: Aber die Frau Kdolsky sitzt schon auf dem Bundeskanzlerplatz!) Ja, sie sitzt schon auf dem Bundeskanzlersessel. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie weiß nicht einmal, wo ihr Platz ist!)
Abg. Ing. Westenthaler: Für das Protokoll: Kdolsky vom Kanzlersessel aus!
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Von der Regierungsbank aus hat sich Frau Bundesministerin Dr. Kdolsky zu Wort gemeldet. – Bitte, Frau Bundesministerin. (Abg. Ing. Westenthaler: Für das Protokoll: Kdolsky vom Kanzlersessel aus!)
Abg. Ing. Westenthaler: Da ist aber auch eine Grenze!
Ein kurzer Satz noch zum Antrag des BZÖ auf eine monatliche Unterstützung für die Kindererziehungszeiten für Frauen über 60, die kein Einkommen haben beziehungsweise unter dem Ausgleichsrichtsatz liegen: Der Antrag hat seinen Ausgangspunkt beim Kärntner BZÖ, das wurde dort als zusätzliche Familienleistung im Land eingeführt. Ich kenne mich ein bisschen aus, weil wir ja in der Steiermark auch zusätzliche Familienleistungen haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Da ist aber auch eine Grenze!) Ich sage dazu jetzt nur sehr locker: Man möchte das dem Bund überstülpen, dass der Bund es weiterzahlt und dass man in Kärnten wieder wahlgerecht etwas Neues erfinden könnte.
Abg. Ing. Westenthaler: Wer zahlt das?
Der große Fortschritt, den die Regierung mit dem Ministerratsbeschluss im April, mit der Beschlussfassung hier im Hohen Haus im Sozialausschuss und, wie ich hoffe, auch heute hier in diesem Plenum leistet (Zwischenruf des Abg. Amon), ist, dass es ab 1. Juli die legale Möglichkeit der Anstellung zu Hause oder der selbständigen Tätigkeit in der 24-Stunden-Betreuung geben wird (Abg. Ing. Westenthaler: Wer zahlt das?) und zusätzlich nach dem Bundespflegegeldgesetz auch die Möglichkeit geschaffen wird (Abg. Ing. Westenthaler: Wer zahlt das?), zum Pflegegeld dazu bis zu 750 € im Monat an Förderung zu leisten. Damit gibt es eine legale Möglichkeit, auch qualitätsgesichert, auch leistbar (Abg. Kickl: Nur rein formal!), und damit braucht es diese Amnestie nicht mehr (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Minister! Wer zahlt das? Sagen Sie uns doch, wer das zahlt!), weil wir und weil Sie, wovon ich ausgehe, diese Regelung heute schaffen.
Abg. Ing. Westenthaler: Wer zahlt das?
Der große Fortschritt, den die Regierung mit dem Ministerratsbeschluss im April, mit der Beschlussfassung hier im Hohen Haus im Sozialausschuss und, wie ich hoffe, auch heute hier in diesem Plenum leistet (Zwischenruf des Abg. Amon), ist, dass es ab 1. Juli die legale Möglichkeit der Anstellung zu Hause oder der selbständigen Tätigkeit in der 24-Stunden-Betreuung geben wird (Abg. Ing. Westenthaler: Wer zahlt das?) und zusätzlich nach dem Bundespflegegeldgesetz auch die Möglichkeit geschaffen wird (Abg. Ing. Westenthaler: Wer zahlt das?), zum Pflegegeld dazu bis zu 750 € im Monat an Förderung zu leisten. Damit gibt es eine legale Möglichkeit, auch qualitätsgesichert, auch leistbar (Abg. Kickl: Nur rein formal!), und damit braucht es diese Amnestie nicht mehr (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Minister! Wer zahlt das? Sagen Sie uns doch, wer das zahlt!), weil wir und weil Sie, wovon ich ausgehe, diese Regelung heute schaffen.
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Minister! Wer zahlt das? Sagen Sie uns doch, wer das zahlt!
Der große Fortschritt, den die Regierung mit dem Ministerratsbeschluss im April, mit der Beschlussfassung hier im Hohen Haus im Sozialausschuss und, wie ich hoffe, auch heute hier in diesem Plenum leistet (Zwischenruf des Abg. Amon), ist, dass es ab 1. Juli die legale Möglichkeit der Anstellung zu Hause oder der selbständigen Tätigkeit in der 24-Stunden-Betreuung geben wird (Abg. Ing. Westenthaler: Wer zahlt das?) und zusätzlich nach dem Bundespflegegeldgesetz auch die Möglichkeit geschaffen wird (Abg. Ing. Westenthaler: Wer zahlt das?), zum Pflegegeld dazu bis zu 750 € im Monat an Förderung zu leisten. Damit gibt es eine legale Möglichkeit, auch qualitätsgesichert, auch leistbar (Abg. Kickl: Nur rein formal!), und damit braucht es diese Amnestie nicht mehr (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Minister! Wer zahlt das? Sagen Sie uns doch, wer das zahlt!), weil wir und weil Sie, wovon ich ausgehe, diese Regelung heute schaffen.
Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie einmal dazu, wie wir das finanzieren!
Zu Recht warnen Sie, Kollege Amon, davor, dass die betroffenen Personen verunsichert werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie einmal dazu, wie wir das finanzieren!) Ich finde das auch sehr wichtig.
Abg. Ing. Westenthaler: Wer zahlt es?
Mir ist es wichtig, Folgendes zu sagen, Herr Klubobmann: Ich habe vor 10 Minuten darum ersucht, die Verunsicherung der zu pflegenden Personen und ihrer Angehörigen in dieser Pflegedebatte zu beenden, und gemeint, dass jeder einen Beitrag leisten sollte. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer zahlt es?) Sie haben diesen Beitrag bedauerlicherweise nicht geleistet. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer zahlt es?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer zahlt es?
Mir ist es wichtig, Folgendes zu sagen, Herr Klubobmann: Ich habe vor 10 Minuten darum ersucht, die Verunsicherung der zu pflegenden Personen und ihrer Angehörigen in dieser Pflegedebatte zu beenden, und gemeint, dass jeder einen Beitrag leisten sollte. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer zahlt es?) Sie haben diesen Beitrag bedauerlicherweise nicht geleistet. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer zahlt es?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer zahlt es?
Sie haben gesagt, dass der Sozialminister durchs Land zieht und sagt, ab 1. Juli gibt es die entsprechenden Mittel. Sie hätten aus der Lektüre der heute zur Beschlussfassung anstehenden Gesetzesmaterien (Abg. Ing. Westenthaler: Wer zahlt es?) – die
Abg. Ing. Westenthaler: Und wer zahlt es dann?
Beschlussfassung vorausgesetzt – erkennen können, dass im ersten Halbjahr des Wirksamwerdens des § 21b Bundespflegegesetz, also vom 1. Juli 2007 – ich rechne das gerne vor – bis zum 31. Dezember 2007, der Bund allein die Kosten der Förderung übernehmen kann. Im Bundesfinanzgesetz (Abg. Ing. Westenthaler: Und wer zahlt es dann?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja nicht lang!
Herr Klubobmann, das haben Sie bereits beschlossen, das haben Sie vielleicht vergessen. Im Bundesfinanzgesetz steht drin, dass im heurigen Jahr dafür 18,5 Millionen € zur Verfügung stehen. Wer zahlt dann, ab 1. Jänner 2008? – Die Länder haben den Bund aufgefordert, Eckpunkte des Finanzausgleichs im Zusammenhang mit einer Artikel-15a-Vereinbarung mit ihnen zu erörtern. Der Herr Finanzminister wird das tun, er hat meine volle Unterstützung dabei. Es ist dann sechs Monate Zeit, vom 1. Juni 2007 – eigentlich von heute schon, wo man beginnen könnte – bis 31. Dezember 2007, gemeinsam – Finanzminister, Sozialminister mit Unterstützung – eine Lösung zu finden. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja nicht lang!)
Abg. Ing. Westenthaler: Habe ich nicht vorgeworfen!
Einerseits werfen Sie Frau Bundesministerin Kdolsky vor, dass sie am Life-Ball – einer Veranstaltung, bei der es, wie wir wissen, auch um AIDS-Bekämpfung geht – teilnimmt (Abg. Ing. Westenthaler: Habe ich nicht vorgeworfen!), und im nächsten Augenblick sagen Sie, dass sie das macht, was Sie gemacht haben, nämlich Ihre Gesetze nachvollzieht. Das Kindergeld und die Zuverdienstgrenze wurden in der vorigen Legislaturperiode beschlossen (Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt eine rechtsgültige Weisung des Herrn Haupt!) – und der Frau Minister bleibt jetzt nichts anderes übrig, als diese Ihre Gesetze, die Sie beschlossen haben, nachzuvollziehen! Also zuerst einmal überlegen: Wollen Sie, dass sie etwas tut, oder wollen Sie, dass sie nichts tut?, denn ihr das vorzuwerfen, ist wirklich nicht in Ordnung. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt eine rechtsgültige Weisung des Herrn Haupt!
Einerseits werfen Sie Frau Bundesministerin Kdolsky vor, dass sie am Life-Ball – einer Veranstaltung, bei der es, wie wir wissen, auch um AIDS-Bekämpfung geht – teilnimmt (Abg. Ing. Westenthaler: Habe ich nicht vorgeworfen!), und im nächsten Augenblick sagen Sie, dass sie das macht, was Sie gemacht haben, nämlich Ihre Gesetze nachvollzieht. Das Kindergeld und die Zuverdienstgrenze wurden in der vorigen Legislaturperiode beschlossen (Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt eine rechtsgültige Weisung des Herrn Haupt!) – und der Frau Minister bleibt jetzt nichts anderes übrig, als diese Ihre Gesetze, die Sie beschlossen haben, nachzuvollziehen! Also zuerst einmal überlegen: Wollen Sie, dass sie etwas tut, oder wollen Sie, dass sie nichts tut?, denn ihr das vorzuwerfen, ist wirklich nicht in Ordnung. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie können das nicht so durchführen! Da müssen Sie eine Feststellung machen!
Herr Klubobmann Westenthaler, nach kurzer Beratung mit den Beamten der Parlamentsdirektion kann ich Ihnen sagen: Wir sehen das nicht so! Die Abstimmung ist durchaus gültig durchgeführt worden. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie können das nicht so durchführen! Da müssen Sie eine Feststellung machen!) Sie können das gerne noch in der Präsidiale nachbesprechen.
Sitzung Nr. 27
Abg. Ing. Westenthaler begibt sich zum Rednerpult und stellt dort ein Taferl auf mit der Aufschrift „Mit einem Kanzler Gusenbauer Wird es die Eurofighter mit Sicherheit nicht geben“ „Alfred Gusenbauer im ‚Journal zu Gast‘ 26.09.2006“.
Als Erster zu Wort gemeldet hat sich Herr Abgeordneter Klubobmann Ing. Westenthaler. Ich erteile es ihm und mache darauf aufmerksam, dass die Redezeit 10 Minuten beträgt. – Bitte, Herr Klubobmann. (Abg. Ing. Westenthaler begibt sich zum Rednerpult und stellt dort ein Taferl auf mit der Aufschrift „Mit einem Kanzler Gusenbauer Wird es die Eurofighter mit Sicherheit nicht geben“ „Alfred Gusenbauer im ‚Journal zu Gast‘ 26.09.2006“.)
Abg. Faul: Westenthaler macht ...!
Das Hauptversprechen Ihres Herrn Bundeskanzlers war die soziale Wärme. (Abg. Faul: Westenthaler macht ...!) – Ich frage mich: Wo ist diese versprochene soziale Wärme? Wo ist denn die soziale Wärme für die Pendler und für die Hunderttausenden österreichischen Autofahrer, die seit Sonntag die teuersten Benzinpreise in der Republik Österreich zu zahlen haben? In alter Währung kostet der Liter Benzin über 20 S. Das ist doch moderne Wegelagerei, was Sie da betreiben! Sie belasten die Menschen, gerade jene, die das Auto brauchen. Die Pendler müssen tief in die Tasche greifen – Sie nicht! Das weiß ich schon. Die Regierung nicht. Die Regierung lässt sich auf der Tankstelle nicht blicken. Da fahren die Chauffeure hin tanken, denn würden Sie selbst zur Tankstelle hinfahren, könnten Sie sich von den Menschen etwas anhören, die dort schimpfend – und zwar zu Recht – tanken, weil sie auf das Auto angewiesen sind.
Beifall beim BZÖ. – Der Redner lässt beim Verlassen des Rednerpults das Taferl stehen. – Rufe bei der ÖVP: Das Taferl! – Abg. Riepl: Auf dem Taferl ist ein Fehler auch noch drinnen! – Abg. Öllinger bringt Abg. Ing. Westenthaler das Taferl.
Sie von der Regierung hatten Ihre Chance. Sie haben sie vertan. Erlösen Sie das Land vom Stillstand, vom rot-schwarzen Postenschacher und auch von den Streitereien! Da wird auch das Kuscheln jetzt bei den Ausschüssen nichts nützen. Geben Sie den Österreichern die Möglichkeit, eine neue Regierung zu wählen und Sie in die Wüste zu schicken! Ich denke, das wäre der richtige und der faire Weg im Sinne der Demokratie in Österreich. (Beifall beim BZÖ. – Der Redner lässt beim Verlassen des Rednerpults das Taferl stehen. – Rufe bei der ÖVP: Das Taferl! – Abg. Riepl: Auf dem Taferl ist ein Fehler auch noch drinnen! – Abg. Öllinger bringt Abg. Ing. Westenthaler das Taferl.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir werden ja sehen heute am Abend!
Feststellung Nummer eins: Als in Turin der Skandal mit den gefundenen Blutkonserven aufgetaucht ist, hat ein BZÖ-Staatssekretär genau nichts unternommen. Damit sind die Chancen Salzburgs, die Chancen Österreichs sehr gering geworden. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir werden ja sehen heute am Abend!) Was macht die neue Bundesregierung? – Sie beschließt hier – und da gilt auch der Dank den Damen und Herren im Haus – eine scharfe Anti-Dopinggesetzgebung. Damit sind die Chancen Salzburgs wieder aufrecht. Danke in diesem Fall diesem Hohen Haus! Wir folgen dem Gebot: Handeln statt zuwarten! (Abg. Ing. Westenthaler: Warum sind Sie nicht dort?)
Abg. Ing. Westenthaler: Warum sind Sie nicht dort?
Feststellung Nummer eins: Als in Turin der Skandal mit den gefundenen Blutkonserven aufgetaucht ist, hat ein BZÖ-Staatssekretär genau nichts unternommen. Damit sind die Chancen Salzburgs, die Chancen Österreichs sehr gering geworden. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir werden ja sehen heute am Abend!) Was macht die neue Bundesregierung? – Sie beschließt hier – und da gilt auch der Dank den Damen und Herren im Haus – eine scharfe Anti-Dopinggesetzgebung. Damit sind die Chancen Salzburgs wieder aufrecht. Danke in diesem Fall diesem Hohen Haus! Wir folgen dem Gebot: Handeln statt zuwarten! (Abg. Ing. Westenthaler: Warum sind Sie nicht dort?)
Abg. Ing. Westenthaler: Er soll lieber arbeiten!
Der Bundeskanzler bemüht sich höchstpersönlich, aus diesem Nachteil, der entstanden ist, wieder die Chancen bis zur letzten Minute zu wahren. (Abg. Ing. Westenthaler: Er soll lieber arbeiten!) Für die Russische Föderation ist Präsident Putin selbst nach Guatemala gegangen, um für diese Bewerbung zu kämpfen. (Abg. Ing. Westenthaler: Der hat auch nicht so eine Regierung wie der Gusenbauer!) Wir wollen, dass die Winterspiele 2014 von Österreich ausgerichtet werden. Wir sind das Land, das die besten Voraussetzungen dafür hat. Salzburg ist die Stadt und das Land, das die besten Voraussetzungen für die Winterspiele 2014 hat. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Der hat auch nicht so eine Regierung wie der Gusenbauer!
Der Bundeskanzler bemüht sich höchstpersönlich, aus diesem Nachteil, der entstanden ist, wieder die Chancen bis zur letzten Minute zu wahren. (Abg. Ing. Westenthaler: Er soll lieber arbeiten!) Für die Russische Föderation ist Präsident Putin selbst nach Guatemala gegangen, um für diese Bewerbung zu kämpfen. (Abg. Ing. Westenthaler: Der hat auch nicht so eine Regierung wie der Gusenbauer!) Wir wollen, dass die Winterspiele 2014 von Österreich ausgerichtet werden. Wir sind das Land, das die besten Voraussetzungen dafür hat. Salzburg ist die Stadt und das Land, das die besten Voraussetzungen für die Winterspiele 2014 hat. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Und jetzt gibt es sie noch immer! Ihr wolltet sie doch abschaffen!
Es war eine Regierung unter Mitwirkung des BZÖ, die die Studiengebühren eingeführt hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Und jetzt gibt es sie noch immer! Ihr wolltet sie doch abschaffen!) Wir haben in den Regierungsverhandlungen gekämpft darum, dass die Studiengebühren abgeschafft werden. Und diese Bundesregierung hat einen Kompromiss in ihrem Regierungsprogramm, der lautet: Erleichterungen für Studenten – ich erinnere an die bereits beschlossenen Verbesserungen im Bereich der Studienförderung –, zweitens, die Möglichkeit im Falle ehrenamtlichen Engagements im Bildungsbereich, dass die Studiengebühren entfallen können. Bundesminister Hahn wird diesbezügliche gesetzliche Vorhaben in Kürze diesem Haus zuleiten.
Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele Punkte?
Ich möchte an dieser Stelle gleich darauf verweisen, dass das Handeln dieser Regierung ja an der Fülle der erledigten Punkte deutlich sichtbar ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele Punkte?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das war aber noch die alte Regierung!
Wir haben die Mindestpensionen auf 726 € angehoben. Das ist ein aktiver Beitrag zur Armutsbekämpfung. (Abg. Ing. Westenthaler: Das war aber noch die alte Regierung!) Nein, ich kann da wiederum dem Abgeordneten Westenthaler helfen: Sehen Sie in das Stenographische Protokoll dieses Hauses! Es ist die XXIII. Gesetzgebungsperiode und nicht die XXII. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Aber noch die alte Regierung hat das vorbereitet!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Aber noch die alte Regierung hat das vorbereitet!
Wir haben die Mindestpensionen auf 726 € angehoben. Das ist ein aktiver Beitrag zur Armutsbekämpfung. (Abg. Ing. Westenthaler: Das war aber noch die alte Regierung!) Nein, ich kann da wiederum dem Abgeordneten Westenthaler helfen: Sehen Sie in das Stenographische Protokoll dieses Hauses! Es ist die XXIII. Gesetzgebungsperiode und nicht die XXII. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Aber noch die alte Regierung hat das vorbereitet!)
Abg. Ing. Westenthaler: Da könnten Sie sich ein Beispiel nehmen!
Abgeordnete Renate Csörgits (SPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geschätzte Damen und Herren! Diese Aktuelle Stunde ist eine gute Gelegenheit, sich in Erinnerung zu rufen, was das BZÖ gemacht hat, als es in Regierungsverantwortung war und den Sozialminister und den Finanzminister gestellt hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Da könnten Sie sich ein Beispiel nehmen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie war das in der BAWAG?
Zwischen 2000 und 2005 stieg die Arbeitslosigkeit in Österreich um 35 Prozent, die Jugendarbeitslosigkeit ist sogar um 70 Prozent gestiegen. Die Zahl der Vollzeitbeschäftigungsplätze ist gesunken, und immer mehr Menschen waren in der Situation, mit einer atypischen Beschäftigung ihr Auslangen finden zu müssen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie war das in der BAWAG?)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wissen wir, warum Sie abgewählt worden sind bei der Gewerkschaft: Weil Sie so einen Unsinn verzapfen!
Was macht die neue Bundesregierung? – Wir haben unter anderem zusätzlich 285 Millionen € für eine aktive Arbeitsmarktpolitik zur Verfügung gestellt. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wissen wir, warum Sie abgewählt worden sind bei der Gewerkschaft: Weil Sie so einen Unsinn verzapfen!) Wir haben mehr Geld für Forschung, Bildung und Infrastruktur zur Verfügung gestellt. Diese große Koalition hat der Jugendarbeitslosigkeit den Kampf angesagt. Wir wollen gemeinsam die Jugendarbeitslosigkeit halbieren, denn jungen Menschen in Österreich brauchen eine Zukunft, und wir haben dazu unter anderem die Ausbildungsgarantie geschaffen, sehr geschätzte Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Krainer, am besten hinlegen! Am besten im Liegen reden! – Abg. Krainer – auf dem Weg zum Rednerpult –: Natürlich, Kollege Westenthaler!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Krainer zu Wort. Redezeit: 5 Minuten. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Ing. Westenthaler: Krainer, am besten hinlegen! Am besten im Liegen reden! – Abg. Krainer – auf dem Weg zum Rednerpult –: Natürlich, Kollege Westenthaler!)
Abg. Ing. Westenthaler: Kann es sein, dass es Lire sind? – Anhaltende Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.
dieser Situation? (Abg. Dr. Graf: Zudecken! Zudrehen!) Und das, was er gemacht hat, mit dem Verteidigungsminister gemeinsam, ist, dass wir 5,5 Milliarden € einsparen (Abg. Dr. Schüssel: 5,5 Milliarden Euro?!) – 5,5 Milliarden Schilling, also 400 Millionen €! (Abg. Ing. Westenthaler: Kann es sein, dass es Lire sind? – Anhaltende Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.) Wissen Sie, wie viel das ist? – Das ist genauso viel, wie die alten 24 Draken gekostet haben. Das ist genau derselbe Betrag, und den konnten wir jetzt wenigstens noch einsparen. Dieses Geld kann man wesentlich sinnvoller ausgeben als für unnötige Kampfbomber! (Abg. Strache: Jetzt landen die Kampfbomber! Die SPÖ-Kampfbomber landen!)
Abg. Strache: Da geht es um einen Prüfauftrag, Herr Westenthaler! Dass Sie von Kontrolle nichts wissen wollen, wissen wir eh!
Zuerst werden mit Bomben und Granaten und Trara zwei Untersuchungsausschüsse eingesetzt, und dann würgen Sie sie persönlich mit Ihren beiden Händen ab. So, abgewürgt, alle zwei! Und Ihre Partner sind plötzlich böse und wollen Sie nicht mehr. (Abg. Strache: Da geht es um einen Prüfauftrag, Herr Westenthaler! Dass Sie von Kontrolle nichts wissen wollen, wissen wir eh!) Aber das müsst ihr euch, die ihr da so schön sitzt, die Ausschusskoalition, selbst ausmachen. Ihr habt es geschafft, dass bei diesem Ausschuss nichts herauskommt, dass acht Monate lang Geld ausgegeben worden ist, aber kein Ergebnis da ist. Und jetzt seid ihr böse, weil ihr keinen gemeinsamen Antrag zusammengebracht habt. (Abg. Strache: Zudeckpartei! Kassiererpartei und Zudeckpartei!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sehr zögerlich!
Ich ersuche jene Damen und Herren, die den Einwendungen Rechnung tragen wollen, das heißt, die Punkte 6, 7 und 8 von der Tagesordnung abzusetzen, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Minderheit. (Abg. Ing. Westenthaler: Sehr zögerlich!) Somit bleibt es bei der schriftlich mitgeteilten Tagesordnung für die heutige Sitzung.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kickl: Richten Sie den Appell auch an die Landeshauptleute! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein ziemliches Dahinwurschteln!
Warum? – Ein Beispiel: Zwei Ehepaare. Eines davon macht ständig Urlaub, gibt das ganze Geld aus, muss sich später die Pflege nicht bezahlen. Das andere Ehepaar spart ein Leben lang, muss sich aber die Pflege dann doch mit dem eigenen Geld bezahlen. Herr Minister, ist das gerecht? (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kickl: Richten Sie den Appell auch an die Landeshauptleute! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein ziemliches Dahinwurschteln!)
Abg. Ing. Westenthaler: Selten genug!
ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Selten genug!) Vielleicht können wir das demgemäß noch einmal gemeinsam angehen und überdenken.
Abg. Strache: Aber der Westenthaler sagt etwas anderes!
Da haben wir gesagt, das machen wir nicht, das ist nicht gescheit. Wenn Sie die Presseaussendungen der letzten vier Monate von mir lesen, dann sehen Sie, dass ich gesagt habe: Unterbrechen wir den Ausschuss. (Abg. Strache: Der ist immer nur unterbrochen worden! Der ist auch heute unterbrochen!) Das wäre die vernünftigste, die intelligenteste Lösung gewesen. Vor drei, vier Monaten habe ich das vorgeschlagen. (Abg. Strache: Aber der Westenthaler sagt etwas anderes!) Das wäre gescheit gewesen!
Beifall beim BZÖ. – Abg. Öllinger: Jetzt hat sich Westenthaler doch wieder durchgesetzt! – Abg. Dr. Graf: Ich gelobe, dass ich die Akten so vertraulich behandeln werde wie der Westenthaler! – Abg. Ing. Westenthaler: Da musst du dich aber anstrengen!
Wir werden diesem Dringlichen Antrag der Grünen deshalb auch nicht zustimmen, obwohl wir die größte Sympathie dafür haben, Kollege Kogler! Wir haben im Ausschuss auch zugestimmt, dass wir diese Beweismittel beschaffen und erhalten, aber auch, dass wir sie vertraulich behandeln, wenn wir sie im Hohen Haus haben. Das sollte unsere Aufgabe und Pflicht sein (Beifall beim BZÖ) – nicht, dass wir Abgeordnete und womöglich auch die Parlamentsmitarbeiter damit an die Öffentlichkeit gehen. Damit erweisen wir der Republik keinen guten Dienst. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Öllinger: Jetzt hat sich Westenthaler doch wieder durchgesetzt! – Abg. Dr. Graf: Ich gelobe, dass ich die Akten so vertraulich behandeln werde wie der Westenthaler! – Abg. Ing. Westenthaler: Da musst du dich aber anstrengen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Man hört überhaupt nichts!
Denn eines ist völlig klar: Wenn ich in unser Nachbarland Deutschland schaue – dort hat die WM 2006 einen ganz enormen Aufschwung mit sich gebracht (Ruf bei der ÖVP: Man hört nichts mehr! – Abg. Steibl: Man hört nichts! Tun S’ die anderen Mikros auch noch runter! – weitere Zwischenrufe) –, dann denke ich mir, allein die Aussage der Deutschen Zentrale für Tourismus berichtet über die Erfahrungen mit der Fußball-WM 2006 (Abg. Ing. Westenthaler: Man hört überhaupt nichts!): Neben dem Tourismus profitierten auch Verkehrsunternehmen, und die Marke Deutschland gewann enorm an Sympathie.
Abg. Ing. Westenthaler: Von der Geschäftsordnung hat er auch keine Ahnung!
Aber die Zwischenrufe haben wir zu jedem Tagesordnungspunkt, das kennen wir auch schon. (Abg. Ing. Westenthaler: Von der Geschäftsordnung hat er auch keine Ahnung!) – Ja, das sowieso nicht. Und tatsächliche Berichtigungen kennen wir auch. Aber Hauptsache, er setzt sich in Szene! Das ist auch eine Funktion für einen Abgeordneten: gut bezahlt als Zwischenrufer – auch nicht schlecht.
Abg. Ing. Westenthaler: Falsche Rede!
Abgeordneter Anton Heinzl (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Die Energiegemeinschaft ist eine internationale Organisation, deren Ziel es ist, erstens in Südeuropa einen verbindlichen Rechtsrahmen für stabile Regulierungsbedingungen für einen integrierten Energiemarkt für Gas und Strom zu schaffen, zweitens die Versorgungssicherheit zu stärken, drittens Umweltstandards und Energieeffizienz zu verbessern und viertens den Energieaustausch zu fördern. (Abg. Ing. Westenthaler: Falsche Rede!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Diese Ziele stehen im Einklang mit den Maßnahmen der EU zum Klimaschutz. Gerade in Ländern, die ein starkes Wachstumspotential haben, ist die Entkoppelung des Wirtschaftswachstums vom Energieverbrauch und von den Emissionen von Treibhausgasen wichtig. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) – Hören Sie zu, Herr Westenthaler, vielleicht kapieren Sie es auch! Ich komme schon noch drauf. Hören Sie einfach zu! Herr Ingenieur, Sie werden es schon noch kapieren!
Sitzung Nr. 28
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Arbeitslosigkeit sinkt trotz Ihnen!
Aber das beste Instrument zur Bekämpfung der Armut ist, für Beschäftigung zu sorgen und nicht wegzusehen, wenn die Arbeitslosigkeit steigt, sondern Maßnahmen zu treffen. (Abg. Steibl: Aber momentan sinkt die Arbeitslosigkeit! Sie sind am falschen !) Auch da haben wir eine positive Entwicklung: Die Arbeitslosigkeit sinkt, die Frauenarbeitslosigkeit sinkt und wir investieren wieder. (Abg. Scheibner: Sie sinkt aber nicht wegen Ihnen! Das ist nicht Ihr Erfolg!) Wir investieren in die Wirtschaft, wir investieren in die Infrastruktur. Ich glaube, es zeigt sich an den Parametern, dass das der richtige Weg ist, den die neue Bundesregierung eingeschlagen hat. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Arbeitslosigkeit sinkt trotz Ihnen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Frage war eigentlich ganz einfach!
Es geht nicht nur um die Frage, hat man einen Job, wo man ein Einkommen hat, von dem man leben kann – das ist die wichtigste Frage. Aber uns geht es auch darum, dass Menschen in dieser Gesellschaft auch eine Aufgabe haben. Aus vielen Gesprächen mit Frauen, die arbeitslos sind und die keine Chance auf einen Beruf haben, weiß ich, es ist für die nicht nur finanziell, sondern oft auch seelisch ganz schwierig, keine Funktion, keine Rolle zu haben. Daher stehen für die neue Regierung der Mindestlohn und die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit im Mittelpunkt. Das ist das Neue. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Frage war eigentlich ganz einfach!)
Abg. Ing. Westenthaler: Nicht einmal eine Spritzpistole haben Sie gefunden, geschweige denn einen rauchenden Colt!
Wir sind oft nach der „rauchenden Pistole“ gefragt worden. Ja, der Untersuchungsausschuss – und das bestätigen die drei Gutachter des Ausschusses – hat die sogenannte „rauchende Pistole“ gefunden. (Abg. Hornek: Wo? – Abg. Murauer: Die „rauchende Pistole“ ist in Ihrer Phantasie entstanden! Viel Rauch und kein Feuer!) Alle Merkmale der Antikorruptionsbestimmungen sind nach Angaben und Bestätigung und genauer Untersuchung der Gutachter erfüllt. (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.) Die Gutachter sagen dem österreichischen Nationalrat, der sie beauftragt hat: Der Rücktritt vom Vertrag ist gerechtfertigt! Alle Voraussetzungen dafür sind erfüllt! Die Vorteile überwiegen bei weitem die Risken des Ausstiegs! Und es besteht sogar eine verfassungsmäßige Verpflichtung für den Minister! (Abg. Ing. Westenthaler: Nicht einmal eine Spritzpistole haben Sie gefunden, geschweige denn einen rauchenden Colt!)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Gib mir meine Sandkiste zurück!
Nie war dieser Vorschlag so berechtigt wie heute. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ.) Nie war es so klar, dass es wichtig ist, zu untersuchen, warum aus der SPÖ innerhalb kürzester Zeit eine Partei geworden ist, die bis zu dreimal pro Tag umfällt! (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Gib mir meine Sandkiste zurück!)
Abg. Ing. Westenthaler: Eine „erfolgreiche“ Allianz! Ich gratuliere!
Jetzt frage ich Sie: Was ist denn das für eine Allianz: einerseits sollen wir einen Bericht unterstützen, und andererseits wird das schwerste parlamentarische Geschütz in Stellung gebracht? (Abg. Strache: Weil der Minister Parlamentsbeschlüsse nicht ernst nimmt!) Wie stellen Sie sich das vor, Herr Strache: eine gemeinsame Abstimmung und als Krönung dann noch ein Misstrauensantrag im Parlament?! (Abg. Ing. Westenthaler: Eine „erfolgreiche“ Allianz! Ich gratuliere!)
Abg. Ing. Westenthaler: Nein, wir haben uns verabschiedet! Das ist die historische Wahrheit! Es ist umgekehrt!
Das Ehepaar Rumpold hat durchaus für Heiterkeit in der Öffentlichkeit gesorgt. (Abg. Faul: Das sind eure Leute!) Da haben wir eruieren können: 7,8 Millionen € brutto, 3,2 Millionen € Verdienst ... (Abg. Faul: Das sind eure Leute!) – Na ja, das gehört schon zur BZÖ-Partie, nicht zur Freiheitlichen Partei! Da müssen wir schon klar beleuchten, warum wir mit diesen Herrschaften nichts zu tun haben (Beifall bei Abgeordneten der FPÖ) und uns zu Recht von diesen Herrschaften verabschiedet haben, weil das ja einen Hintergrund hat! (Abg. Ing. Westenthaler: Nein, wir haben uns verabschiedet! Das ist die historische Wahrheit! Es ist umgekehrt!)
Abg. Ing. Westenthaler: „Entsetzlich“! – Ruf bei der SPÖ: Er war nie im Ausschuss, aber ...!
Herbert Scheibner, bis hin zum Herrn Westenthaler, der ja auch einen Mitarbeiter gehabt hat, der in diesem Zusammenhang aufgefallen ist, nämlich Herrn Lukasek, der ja da offenbar auch kassiert hat, wie wir auf Grund der Ergebnisse des Eurofighter-Untersuchungsausschusses wissen. (Abg. Ing. Westenthaler: „Entsetzlich“! – Ruf bei der SPÖ: Er war nie im Ausschuss, aber ...!)
Rufe bei ÖVP und BZÖ: Wo ist der Minister? – Abg. Mag. Kukacka: Das ist ein Skandal! – Abg. Ing. Westenthaler: Zur Geschäftsordnung!
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Scheibner. 10 Minuten Redezeit. – Bitte, Herr Kollege. (Rufe bei ÖVP und BZÖ: Wo ist der Minister? – Abg. Mag. Kukacka: Das ist ein Skandal! – Abg. Ing. Westenthaler: Zur Geschäftsordnung!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ist das ein Wahlversprechen?
Herr Klubobmann Schüssel, bitte bei der Wahrheit zu bleiben! Ich sage Ihnen jetzt ganz offen, was wir eingespart haben: 370 Millionen € netto, und die werden cash auf das Konto der Republik Österreich kommen, frühestens im September des Jahres 2008 oder spätestens im März 2009. Sie können mich an diesen Taten messen, denn es sind um drei Flugzeuge weniger. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ist das ein Wahlversprechen?) – Ich muss schnell reden, weil ich nicht so viel Zeit habe.
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei ÖVP und BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Zerstörer des Bundesheeres soll abtreten!
Viertens: Wir haben tatsächlich bei den Betriebskosten 120 Millionen € eingespart. Darauf bin ich stolz. Mein Vorgänger, Amtskollege Platter, hat es nicht geschafft, diesen Betrag so zu deckeln (Präsident Dr. Spindelegger gibt neuerlich das Glockenzeichen), wie er zu deckeln ist. Wir werden weiters einen Besserungsschein unterschreiben, das heißt 400 Millionen € netto weniger für Österreich, cash auf dem Konto für die Republik Österreich. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei ÖVP und BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Zerstörer des Bundesheeres soll abtreten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Er war eh nicht da!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Bundesminister! Ich weiß nicht, wie man sich fühlt, wenn man drei Stunden lang fast durchgehend allein auf der Regierungsbank gesessen ist (Abg. Ing. Westenthaler: Er war eh nicht da!) und zur Kenntnis nehmen muss (Abg. Strache: Er hat eh eine Pause gemacht! Es ist ihm schlecht geworden! Er ist ja ganz bleich!), dass sich in der Stunde einer wahrscheinlich bitteren politischen Niederlage niemand von Ihren Kolleginnen und Kollegen dazusetzen will. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist gut!
Meine Damen und Herren, was heißt das im Klartext, bei neun Jahren, 18 Halbjahresraten? – Pro Jahr 25 bis 40 Millionen Zinsen sinnlos verschleudert! Und das hat dieser Finanzminister zu verantworten. Meine Damen und Herren, wäre diese Regierung am 1. Oktober nicht abgewählt worden, müsste sie heute zum Rücktritt aufgefordert werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist gut!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Leseübung!
Allein die Arbeit des Untersuchungsausschusses hat dazu geführt, dass Minister Darabos einen sehr hervorragenden Vergleich für die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler in Österreich erzielen konnte. Ein herzliches Dankeschön dafür! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Leseübung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Noch! Noch!
Abgeordneter Christian Faul (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Meine Kolleginnen und Kollegen! Lieber Kollege Pilz, mach dir keine Sorgen um unseren Minister, wenn er alleine auf der Regierungsbank sitzt. Wir wissen, dass er ganz, ganz stark ist, dass er es alleine auch da ganz leicht aushält. Und: Er hat immerhin noch uns hinter sich. (Abg. Ing. Westenthaler: Noch! Noch!) Das ist eine ganz wichtige Sache. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das setzt eine intelligente Rede voraus!
Liebe Kollegen von der ÖVP, darf ich euch an den Ausspruch eures ehemaligen Nationalratspräsidenten Khol erinnern, der immer gesagt hat: Wenn Zwischenrufe, dann erstens vom eigenen Platz aus und zweitens sollten sie intelligent sein. – Eure Zwischenrufe gehören nicht dazu! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das setzt eine intelligente Rede voraus!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist Amon? Ist der Herr Amon im Haus?
Da zu einem solchen Beschluss des Nationalrates gemäß Abs. 2 der zitierten Verfassungsbestimmung die Anwesenheit der Hälfte der Abgeordneten erforderlich ist (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist Amon? Ist der Herr Amon im Haus?) – ich bitte um Ruhe! –, stelle ich diese ausdrücklich fest.
Abg. Ing. Westenthaler: Die morgige Fragestunde ist abgewürgt!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Klubobmann! Zu den Vorwürfen, die Sie gegen mich gerichtet haben, erlaube ich mir, auch an dieser Stelle das zu sagen, was ich in der Präsidiale gesagt habe: Ich verweise auf § 94 Abs. 5, wonach der Nationalrat die Möglichkeit hat, eigene Plenarsitzungen durchzuführen, wenn mehrere Anfragen oder Fragestunden unbearbeitet sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Die morgige Fragestunde ist abgewürgt!) Das sollten wir im Herbst in Angriff nehmen, und Sie werden auf alle Fälle von mir diesen Vorschlag weiterhin hören.
Abg. Ing. Westenthaler: Wahlbetrug in der Klagenfurter SPÖ!
Das Beste ist ja, wenn jetzt wieder die Platte kommt: Sie sind der Vertreter des „kleinen Mannes“ und der „kleinen Frau“. Das ist ein müder Aufguss eines Erfolgsrezepts, das schon – ich weiß nicht wie lange – zurückliegt und dessen Reste sich gerade in Kärnten noch festklammern, aber realen Hintergrund sehe ich dafür keinen mehr. Das ist ja einfach lächerlich! Sie haben ja so etwas von keiner Glaubwürdigkeit! (Abg. Ing. Westenthaler: Wahlbetrug in der Klagenfurter SPÖ!) Sich hier herzustellen und diese Rede zu halten – Sie können sich x-mal hier herstellen, aber Glaubwürdigkeit haben Sie keine!
Abg. Ing. Westenthaler: Wer denn?
Und das Allersüßeste ist, wenn Sie über Postenschacher zu reden beginnen. Das ist ja wirklich reizend! Wenn ich mir anschaue, welche Leute unter Ihrer Ministerschaft im ÖBB- und ASFINAG-Bereich von Ihnen eingelagert, ausgelagert wurden! (Abg. Ing. Westenthaler: Wer denn?) Wer? – Bitte, Dutzende könnte man da aufzählen (Abg. Ing. Westenthaler: Aufzählen, bitte!), die man nur unter größten Mühen, mit Opfern für den Steuerzahler verbunden dort wieder wegbekommen würde. Sie haben überhaupt nur Postenbesetzungen im Kopf gehabt – Postenbesetzungen rauf, Postenbesetzungen runter. Das war das, wie Sie das Infrastrukturministerium – als ein Beispiel – besetzt haben. (Der Redner trinkt einen Schluck Wasser. – Abg. Ing. Westenthaler: Da muss er sogar trinken!) Da muss ich wirklich trinken, denn wenn ich daran denke, verstaubt mir alles. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo sind denn die Listen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Aufzählen, bitte!
Und das Allersüßeste ist, wenn Sie über Postenschacher zu reden beginnen. Das ist ja wirklich reizend! Wenn ich mir anschaue, welche Leute unter Ihrer Ministerschaft im ÖBB- und ASFINAG-Bereich von Ihnen eingelagert, ausgelagert wurden! (Abg. Ing. Westenthaler: Wer denn?) Wer? – Bitte, Dutzende könnte man da aufzählen (Abg. Ing. Westenthaler: Aufzählen, bitte!), die man nur unter größten Mühen, mit Opfern für den Steuerzahler verbunden dort wieder wegbekommen würde. Sie haben überhaupt nur Postenbesetzungen im Kopf gehabt – Postenbesetzungen rauf, Postenbesetzungen runter. Das war das, wie Sie das Infrastrukturministerium – als ein Beispiel – besetzt haben. (Der Redner trinkt einen Schluck Wasser. – Abg. Ing. Westenthaler: Da muss er sogar trinken!) Da muss ich wirklich trinken, denn wenn ich daran denke, verstaubt mir alles. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo sind denn die Listen?)
Der Redner trinkt einen Schluck Wasser. – Abg. Ing. Westenthaler: Da muss er sogar trinken!
Und das Allersüßeste ist, wenn Sie über Postenschacher zu reden beginnen. Das ist ja wirklich reizend! Wenn ich mir anschaue, welche Leute unter Ihrer Ministerschaft im ÖBB- und ASFINAG-Bereich von Ihnen eingelagert, ausgelagert wurden! (Abg. Ing. Westenthaler: Wer denn?) Wer? – Bitte, Dutzende könnte man da aufzählen (Abg. Ing. Westenthaler: Aufzählen, bitte!), die man nur unter größten Mühen, mit Opfern für den Steuerzahler verbunden dort wieder wegbekommen würde. Sie haben überhaupt nur Postenbesetzungen im Kopf gehabt – Postenbesetzungen rauf, Postenbesetzungen runter. Das war das, wie Sie das Infrastrukturministerium – als ein Beispiel – besetzt haben. (Der Redner trinkt einen Schluck Wasser. – Abg. Ing. Westenthaler: Da muss er sogar trinken!) Da muss ich wirklich trinken, denn wenn ich daran denke, verstaubt mir alles. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo sind denn die Listen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo sind denn die Listen?
Und das Allersüßeste ist, wenn Sie über Postenschacher zu reden beginnen. Das ist ja wirklich reizend! Wenn ich mir anschaue, welche Leute unter Ihrer Ministerschaft im ÖBB- und ASFINAG-Bereich von Ihnen eingelagert, ausgelagert wurden! (Abg. Ing. Westenthaler: Wer denn?) Wer? – Bitte, Dutzende könnte man da aufzählen (Abg. Ing. Westenthaler: Aufzählen, bitte!), die man nur unter größten Mühen, mit Opfern für den Steuerzahler verbunden dort wieder wegbekommen würde. Sie haben überhaupt nur Postenbesetzungen im Kopf gehabt – Postenbesetzungen rauf, Postenbesetzungen runter. Das war das, wie Sie das Infrastrukturministerium – als ein Beispiel – besetzt haben. (Der Redner trinkt einen Schluck Wasser. – Abg. Ing. Westenthaler: Da muss er sogar trinken!) Da muss ich wirklich trinken, denn wenn ich daran denke, verstaubt mir alles. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo sind denn die Listen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Fragestunde abgewürgt!
Und weil wir gerade so beieinander sind, vielleicht auch noch eine zusätzliche Frage, was die Demokratieentwicklung und den Demokratieausbau betrifft. (Abg. Ing. Westenthaler: Fragestunde abgewürgt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Minderheitsrechte!
Herr Kollege Westenthaler, kommen Sie heraus, sagen Sie, was Sie wollen (Abg. Ing. Westenthaler: Minderheitsrechte!), aber versuchen Sie, glaubwürdig zu sein. Das war es heute nicht – daher keine Zustimmung zu Ihrem Antrag. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Besser in der Sommerpause als in geistiger Umnachtung!
geehrten Damen und Herren. (Abg. Ing. Westenthaler: Besser in der Sommerpause als in geistiger Umnachtung!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen kann man sie abwürgen?! Warum nehmen Sie denn dann teil an der Fragestunde?
Ich bin nicht froh darüber, Herr Abgeordneter Westenthaler, denn eines ist so auffällig wie nur etwas: Mit Oppositionsarbeit im klassischen Sinn hat das, was Sie hier als Fraktion produzieren und als Fraktionsobmann produzieren, leider, leider sehr wenig zu tun! Wenn Sie als Vertreter einer Oppositionspartei dem Instrument der Fragestunde nachweinen, wenn Sie dem nachweinen, einem Instrument, das in seiner derzeitigen Form von jeder Oppositionspartei sinnvollerweise nur angegriffen werden kann, weil es ein Verlautbarungsorgan ist für Minister, wenn Sie offensichtlich noch in den alten Zeiten leben, in denen Sie das produzieren konnten oder selbst machen konnten, ist das Ihre Sache. Aber ein sinnvolles Instrument für den Parlamentarismus, für Opposition ist die Fragestunde in ihrer jetzigen Verfassung mit Sicherheit nicht. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen kann man sie abwürgen?! Warum nehmen Sie denn dann teil an der Fragestunde?)
Abg. Ing. Westenthaler: Und sofort alles abgewürgt!
Ich habe ganz genau zugehört, als Sie am Beginn dieser Regierung zur Opposition gerichtet gesagt haben: Nehmen Sie mich beim Wort, Sie werden sehen, es hat noch keine Opposition gegeben, die so gut behandelt worden ist! – Wo ist denn das? (Abg. Ing. Westenthaler: Und sofort alles abgewürgt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Es wurde noch nie eine Fragestunde abgewürgt! Sieben Jahre!
Ich war sieben Jahre lang in einer Regierungspartei, und wir haben – außer es war etwas unbedingt notwendig und es wirklich nicht anders gegangen ist – Ausschusstermine dann angesetzt, wenn alle Zeit gehabt haben. Wir haben, soweit es gegangen ist, die Fristen für Anträge eingehalten. (Abg. Ing. Westenthaler: Es wurde noch nie eine Fragestunde abgewürgt! Sieben Jahre!) Wir haben immer versucht, in der Präsidiale Einvernehmen herzustellen; das wissen Sie ganz genau.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind ein „echter“ Tierschützer, gell?
Wie gut der vorliegende Entwurf ist, zeigt ja, dass die EU Grenzen von zwölf Stunden ermöglichen würde, wir aber wirklich nur in Ausnahmefällen genehmigen, dass es achteinhalb Stunden sind. – Die Anträge der Opposition sind da wirklich weit weg von der Realität. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind ein „echter“ Tierschützer, gell?)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Landwirtschaftsminister, sind Sie dafür auch verantwortlich?
(Abg. Ing. Westenthaler: Herr Landwirtschaftsminister, sind Sie dafür auch verantwortlich?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist unglaublich!
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Das Zusammenzucken des Herrn Landwirtschaftsministers hat gezeigt, dass auch er überrascht gewesen ist, dass jetzt der Abgeordnete Reheis einen Entschließungsantrag zum Koma-Trinken hier in einer Debatte zur Marktordnung eingebracht hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist unglaublich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Völlig unzulässig!
Sie wissen, dass laut § 54 Geschäftsordnungsgesetz ein Entschließungsantrag in einem sachlichen Zusammenhang mit der eigentlichen Materie stehen muss. (Abg. Ing. Westenthaler: Völlig unzulässig!)
Abg. Ing. Westenthaler: Koma-Saufen der Tiere! – Abg. Dr. Haimbuchner: Koma-Trinken der Kühe!
Es geht jetzt um den Tierschutz, und ich glaube, dass das Koma-Trinken nichts mit Verbraucherschutz- und Konsumentenschutzinteressen im Hinblick auf den Tierschutz zu tun hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Koma-Saufen der Tiere! – Abg. Dr. Haimbuchner: Koma-Trinken der Kühe!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ist der Minister fürs Weintrinken zuständig! – Abg. Dr. Haimbuchner: Koma-Trinken und Weingesetz!
Daher ist dieser Entschließungsantrag auch ordnungsgemäß eingebracht. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ist der Minister fürs Weintrinken zuständig! – Abg. Dr. Haimbuchner: Koma-Trinken und Weingesetz!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die werden sich freuen über das Koma-Trinken!
Ich möchte noch einmal darauf eingehen, dass das Weingesetz durchaus auch rechtfertigt, dass hier dieser Entschließungsantrag eingebracht wurde, weil Wein wirklich ein Kulturgut ist, weil es den Winzern wirklich darum geht, dass Qualitätsweinproduktion im Vordergrund steht (Abg. Ing. Westenthaler: Die werden sich freuen über das Koma-Trinken!), und weil es ihnen darum geht, dass Jugendliche und Kinder vom Weingenuss ferngehalten werden.
Abg. Ing. Westenthaler: Können Sie das begründen?
Zur Frage des inhaltlichen Zusammenhanges im Sinne des § 55 der Geschäftsordnung ist dieses ein sehr weiter Zusammenhang, aber er steht in einem gewissen Zusammenhang. (Ironische Heiterkeit beim BZÖ.) Ich habe mich erkundigt und darf sagen: Die bisherige Praxis war die, dass man hier sehr großzügig vorgegangen ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Können Sie das begründen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Für die Winzer wären wir Ihnen für eine Begründung dankbar, damit wir sie ihnen sagen können!
Darum lasse ich diesen Antrag zu; er steht daher mit in Verhandlung. (Abg. Ing. Westenthaler: Für die Winzer wären wir Ihnen für eine Begründung dankbar, damit wir sie ihnen sagen können!)
Sitzung Nr. 30
Abg. Ing. Westenthaler: Alles Tatsachen!
Da gibt es einen Fragebogen – Kollege Graf hat das vorher eingeleitet – zum Unterausschuss des Rechnungshofausschusses, wo zunächst einmal Ziele vorangestellt sind, nämlich: Erstens: keine Verfehlungen der Behörden, zweitens: Netzwerk der SPÖ verantwortlich für den Schaden in der BAWAG und im ÖGB, keine Wirtschaftskompetenz, und drittens: ÖVP/BZÖ-Regierung rettet die BAWAG und 1,3 Millionen Menschen vor der Pleite. – Alle möglichen Maßnahmen, wie SPÖ-Netzwerke herausstreichen, alle SPÖler anführen, die irgendwie böse etwas damit zu tun gehabt haben können (Abg. Ing. Westenthaler: Alles Tatsachen!), und dann Fragen dazu.
Abg. Ing. Westenthaler: Die Österreicher haben nichts davon!
Wir haben eine Entwicklung in den Exportmärkten, meine Damen und Herren, die ist sensationell: Österreichische Arbeitnehmer erwirtschaften die Hälfte des Ertrages durch Exporte, meine Damen und Herren. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Österreicher haben nichts davon!) Unter anderem hat das damit zu tun, dass wir eine ganz exzellente und hervorragende Entwicklung des Finanzplatzes Österreich haben. (Abg. Mag. Kogler: Ja eh!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das mit den Machenschaften der Klagenfurter SPÖ?
Abgeordnete Mag. Melitta Trunk (SPÖ): Geschätzte Frau Präsidentin! Herr Minister! Ich habe sehr viel Verständnis dafür, dass viele Abgeordnete und die österreichische Bevölkerung Interesse daran haben, dass rund um die Geldwäsche und um Machenschaften in anderen Banken Aufklärung und Klärung erfolgt. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das mit den Machenschaften der Klagenfurter SPÖ?)
Abg. Mag. Kogler: Die ganze Jacht-Partie! – Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin gerne bei Meinl am Graben!
Insbesondere im Zusammenhang mit Julius Meinl. (Zwischenruf bei der ÖVP.) – Entschuldigen Sie ... (Abg. Mag. Kogler: Die ganze Jacht-Partie! – Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin gerne bei Meinl am Graben!) – Genau. Sie sagen es! Julius Meinl war jener, der nicht nur den Finanzminister auf seine Jacht eingeladen hat, zufällig ist es heute auch jener Julius Meinl, der dem Herrn Finanzminister außer Dienst eine neue Existenz zu schaffen verhilft – gerade in diesem Moment! (Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Dr. Schüssel: Aber was hat er angestellt, bitte?) Das muss wohl der
Abg. Brosz: Nur beim Westenthaler klatscht überhaupt niemand!
Abgeordneter Ing. Peter Westenthaler (BZÖ): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Zweiter Tag, zweiter Ausschuss, selbes Bild – es ist schön langsam auffallend, ich bin ja froh, dass es im Fernsehen übertragen wird –: Freiheitlicher euphorischer Applaus für die Grünen, grüner euphorischer Applaus für die Freiheitlichen. (Abg. Brosz: Nur beim Westenthaler klatscht überhaupt niemand!) Seid Ihr eigentlich schon eins? Grüne und freiheitliche Vereinigung – die Vereinheitlichung zweier Parteien spielt sich seit den letzten Tagen hier ab! (Abg. Strache: Das sind wenigstens Herrschaften mit Rückgrat! – Abg. Mag. Kogler: Irgendjemand muss sich ja ums Parlament kümmern!) Das finde ich hochinteressant, und ich bin froh, dass man das auch im Fernsehen sehen kann, wie sich hier zwei Parteien finden. Ich wünsche euch alles Gute auf eurem gemeinsamen Weg in den nächsten Wochen und Monaten. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt der nächste Misstrauensantrag!
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt der nächste Misstrauensantrag!) Die Debatte und auch die Ergebnisse des Untersuchungsausschusses zeigen, dass die Position der Volkspartei von Anfang an richtig war, nämlich dass es sinnvoller wäre, zunächst die Gerichte untersuchen und urteilen zu lassen und erst danach die politische Verantwortung zu klären. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Genau!
Die BAWAG wurde nicht angesprochen. Warum? – Weil das ein Netzwerk der politischen Verantwortung war, die im linken Bereich gelegen ist, und das sollte verschwiegen werden nach diesem Untersuchungsausschuss. Doch das gehört, glaube ich, auch angesprochen (Abg. Ing. Westenthaler: Genau!), und wir alle sollten das auch den Fernsehzusehern mitteilen. Das ist heute fast untergegangen.
Allgemeiner Beifall. – Abg. Ing. Westenthaler: Großkreuzverleihung!
Ich danke auch Jan Krainer und seiner Crew, die, genauso wie Günther Kräuter im Eurofighter-Ausschuss, fleißigst mitgearbeitet haben. Respekt und Anerkennung für Martin Graf von der FPÖ für die Führung des Ausschusses, ähnlich wie für Peter Pilz für die Führung des Eurofighter-Untersuchungsausschusses! (Allgemeiner Beifall. – Abg. Ing. Westenthaler: Großkreuzverleihung!)
Beifall bei Grünen und FPÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ – Abg. Ing. Westenthaler: Grün-Blau, die neue Partei!
Nächster Punkt: Ich bedanke mich auch beim Vorsitzenden Dr. Graf – er hat es nicht leicht gehabt (Beifall bei Grünen und FPÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ – Abg. Ing. Westenthaler: Grün-Blau, die neue Partei!), und zwar deshalb nicht, weil die SPÖ auf offener Strecke dem Druck des Raiffeisen-Konzerns nachgegeben hat und einfach ihre parlamentarischen Pflichten nicht nur vernachlässigt, sondern in den Keller gesperrt hat – und dort sind sie jetzt in einer einzigen Allianz mit den finsteren Kräften dieses Hauses. Wir werden sie wieder hervorholen und ihr Rückgrat stärken!
Abg. Ing. Westenthaler: „My name is Gusenbauer, Alfred Gusenbauer!“
Bundeskanzler Dr. Alfred Gusenbauer: Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: „My name is Gusenbauer, Alfred Gusenbauer!“) Der Europäische Rat hat sich am 21. und 22. Juni im Wesentlichen mit der Frage der Zukunft des europäischen Verfassungsvertrages beschäftigt. Sie wissen ja, dass es auf Basis der Vorarbeiten des Konvents und einer Regierungskonferenz ein Vertragswerk gegeben hat, das die Unterschriften aller Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union trägt. Dieses Vertragswerk wurde in 18 Mitgliedstaaten ratifiziert. In einer Reihe von Mitgliedstaaten wurde es leider nicht ratifiziert, und in zwei Mitgliedstaaten, nämlich in den Niederlanden und in Frankreich, hat es ein Referendum mit einem negativen Ausgang gegeben.
Abg. Ing. Westenthaler: Wohin?
ren! Europa segelt auf Kurs. (Abg. Ing. Westenthaler: Wohin?) – Wir haben einen konkreten Fahrplan, wir haben einen klaren Arbeitsauftrag, und das ist zu einem großen Teil auch ein Verdienst der deutschen Präsidentschaft, des deutschen EU-Vorsitzes, dem ich an dieser Stelle wirklich unsere Anerkennung aussprechen möchte. (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie des Abg. Dr. Van der Bellen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Weil es den Menschen nicht gut geht!
Bundeskanzler Dr. Alfred Gusenbauer: Frau Präsidentin! Mitglieder der Bundesregierung! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich bedanke mich ganz herzlich bei Herrn Ing. Westenthaler für diese Dringliche Anfrage. Aber auch nach dieser 20-minütigen Suada ist mir nicht klar geworden, worin die Dringlichkeit liegen sollte (Abg. Ing. Westenthaler: Weil es den Menschen nicht gut geht!), aber sie gibt mir zumindest die Möglichkeit, darauf hinzuweisen, wo die Unterschiede liegen zwischen der Arbeit der Bundesregierung und den Haltungen des Herrn Westenthaler und seiner Partei.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben diese Geschichte vergeigt!
Meine sehr verehrten Damen und Herren, eingangs, bevor wir auf die Details eingehen, noch zur einleitenden Polemik des Herrn Ingenieur: Wenn Sie die Bewerbung Salzburgs für die Olympischen Spiele kritisieren, dann treffen Sie dabei nicht in erster Linie mich (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben diese Geschichte vergeigt!), sondern die vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die wirklich sehr engagiert sich mit voller Kraft für diese Bewerbung eingesetzt haben. Ich muss sagen, es war ein Vergnügen, mit diesen Leuten zusammenzuarbeiten, die Außerordentliches geleistet haben – nicht nur die politisch Verantwortlichen in Salzburg, von der Landeshauptfrau, dem stellvertretenden Landeshauptmann bis zu den Vertretern der Stadt Salzburg, sondern vor allem auch die Sportlerinnen und Sportler, die sich mit Franz Klammer an der Spitze eingesetzt haben und, so meine ich, von Österreich ein sehr, sehr gutes Bild präsentiert haben.
Abg. Ing. Westenthaler: Das war nicht die Frage!
betreffend die Olympia-Bewerbung möchte ich noch einmal darauf hinweisen, dass mir dies die Gelegenheit gibt, mich bei dem großartigen Bewerbungsteam mit Bürgermeister Heinz Schaden, Landeshauptfrau Burgstaller, ÖOC-Präsident Leo Wallner (Abg. Ing. Westenthaler: Das war nicht die Frage!), Landeshauptmann-Stellvertreter Haslauer, Staatssekretär Lopatka und Franz Klammer und all den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern herzlich zu bedanken. Ich glaube, sie haben einen guten Beitrag für Österreich geleistet. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben nicht einmal von allen EU-Staaten die Stimme bekommen!
Im Übrigen wurden nicht nur in den letzten Tagen, sondern in den letzten Monaten Maßnahmen gesetzt, die, so glaube ich, unsere Chancen verbessert haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben nicht einmal von allen EU-Staaten die Stimme bekommen!) Dabei war besonders wichtig, dass die Antidopinggesetzgebung durch das österreichische Parlament gegangen ist, dass wir der UNESCO-Antidopingkonvention beigetreten sind. Ich glaube, es war auch wichtig für das Ansehen Österreichs in der internationalen Sportwelt, dass diese Maßnahmen so einheitlich gesetzt wurden. (Abg. Ing. Westenthaler: Beantworten Sie die Frage!) Ich bedanke mich beim Parlament für die Kooperation in diesem Zusammenhang.
Abg. Ing. Westenthaler: Beantworten Sie die Frage!
Im Übrigen wurden nicht nur in den letzten Tagen, sondern in den letzten Monaten Maßnahmen gesetzt, die, so glaube ich, unsere Chancen verbessert haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben nicht einmal von allen EU-Staaten die Stimme bekommen!) Dabei war besonders wichtig, dass die Antidopinggesetzgebung durch das österreichische Parlament gegangen ist, dass wir der UNESCO-Antidopingkonvention beigetreten sind. Ich glaube, es war auch wichtig für das Ansehen Österreichs in der internationalen Sportwelt, dass diese Maßnahmen so einheitlich gesetzt wurden. (Abg. Ing. Westenthaler: Beantworten Sie die Frage!) Ich bedanke mich beim Parlament für die Kooperation in diesem Zusammenhang.
Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele Stimmen haben Sie bekommen?
Bewerbung. Sie hat Gutes für Österreich geleistet (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele Stimmen haben Sie bekommen?), und wir sind im Wesentlichen, wenn man so will, als der Olympiaaustragungsort der Herzen von Guatemala wieder weggefahren. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war nicht die Antwort auf unsere Frage! Frage 1 nicht beantwortet!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war nicht die Antwort auf unsere Frage! Frage 1 nicht beantwortet!
Bewerbung. Sie hat Gutes für Österreich geleistet (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele Stimmen haben Sie bekommen?), und wir sind im Wesentlichen, wenn man so will, als der Olympiaaustragungsort der Herzen von Guatemala wieder weggefahren. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war nicht die Antwort auf unsere Frage! Frage 1 nicht beantwortet!)
Abg. Ing. Westenthaler: Frage 2 nicht beantwortet!
betreffend zwei Punkte in meinem Teil der Präsentation des Salzburger Olympiaprojekts. (Abg. Ing. Westenthaler: Frage 2 nicht beantwortet!) Ich weiß nicht, wie Sie sich normalerweise vorstellen, Herr Abgeordneter, ich verwende dafür meinen Namen.
Abg. Ing. Westenthaler: Na wirklich nicht!
Ich halte diese Politik für eine richtige, und wenn Sie ehrlich sind, Herr Westenthaler, und sich nicht nur herstellen und polemisieren, dann müssten Sie einer solchen Politik eigentlich zustimmen (Abg. Ing. Westenthaler: Na wirklich nicht!), weil sie sozial und
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wirklich nicht!
ökologisch vernünftig ist. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wirklich nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Verhöhnung der Pflegenden! Eine Verhöhnung ist das!
Die Bundesregierung hat sich, zum Unterschied von Ihnen, sehr schnell und prioritär mit den Pflegeproblemen in Österreich auseinandergesetzt. (Abg. Rosenkranz: Überhaupt nicht!) Was ist bisher geschehen? – Die Förderung der 24-Stunden-Betreuung zu Hause erfolgt seit 1. Juli 2007 ab der Pflegestufe 3. Das hat es bisher alles nicht gegeben. Nur damit wir wissen, worüber wir reden. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Verhöhnung der Pflegenden! Eine Verhöhnung ist das!) Je nach gewähltem Beschäftigungstypus beträgt die Förderung maximal 800 € beziehungsweise 225 € monatlich.
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten besser das Pflegegeld erhöhen!
Im Übrigen bedeutet dies, dass pflegende Angehörige sozialversicherungsrechtlich deutlich bessergestellt werden als bisher und damit Pensionszeiten beitragsfrei erhalten. Wir erachten das als einen Akt der Solidarität in unserer Gesellschaft. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten besser das Pflegegeld erhöhen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wann kommt sie?
Was die Valorisierung des Pflegegeldes betrifft, so haben wir diese Valorisierung im Regierungsprogramm vorgesehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wann kommt sie?) Ich verweise darauf, Herr Westenthaler, solange Sie Verantwortung getragen haben, hat es die Valorisierung nie gegeben. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist falsch! Schon wieder eine Unwahrheit, die Sie verbreiten! Sie schwindeln sogar im Parlament herinnen! Das ist falsch, was Sie hier sagen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist falsch! Schon wieder eine Unwahrheit, die Sie verbreiten! Sie schwindeln sogar im Parlament herinnen! Das ist falsch, was Sie hier sagen!
Was die Valorisierung des Pflegegeldes betrifft, so haben wir diese Valorisierung im Regierungsprogramm vorgesehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wann kommt sie?) Ich verweise darauf, Herr Westenthaler, solange Sie Verantwortung getragen haben, hat es die Valorisierung nie gegeben. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist falsch! Schon wieder eine Unwahrheit, die Sie verbreiten! Sie schwindeln sogar im Parlament herinnen! Das ist falsch, was Sie hier sagen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Lauter Unwahrheit!
Zur Vermögensgrenze von 5 000 € bei der Betreuung zu Hause – nur damit Menschen durch ihre gezielte Desinformation nicht weiter verunsichert werden: Diese Vermögensgrenze bezieht sich auf Barvermögen und bewegt sich an der Obergrenze dessen, was die Länder hinsichtlich der Pflege in den Heimen geregelt haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Lauter Unwahrheit!) Es wird natürlich niemand dazu gezwungen, seine Wohnung oder sein Haus zu veräußern (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist das zweite Mal, dass er von der Regierungsbank die Unwahrheit sagt!), nur damit er dann eine Betreuung gefördert bekommt – das mag Ihre Propaganda sein –, sondern ganz im Gegen-
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist das zweite Mal, dass er von der Regierungsbank die Unwahrheit sagt!
Zur Vermögensgrenze von 5 000 € bei der Betreuung zu Hause – nur damit Menschen durch ihre gezielte Desinformation nicht weiter verunsichert werden: Diese Vermögensgrenze bezieht sich auf Barvermögen und bewegt sich an der Obergrenze dessen, was die Länder hinsichtlich der Pflege in den Heimen geregelt haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Lauter Unwahrheit!) Es wird natürlich niemand dazu gezwungen, seine Wohnung oder sein Haus zu veräußern (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist das zweite Mal, dass er von der Regierungsbank die Unwahrheit sagt!), nur damit er dann eine Betreuung gefördert bekommt – das mag Ihre Propaganda sein –, sondern ganz im Gegen-
Abg. Ing. Westenthaler: Heute aktuell, wurscht, wann das entstanden ist!
weise ich darauf hin, wenn Sie über 113 000 Kinder sprechen, die in Armut leben, dann sind die nicht erst in den letzten sechs Monaten entstanden (Abg. Ing. Westenthaler: Heute aktuell, wurscht, wann das entstanden ist!), aber was man wissen muss, ist: In welchen Familien leben die? Die leben nämlich größtenteils genau in jenen Familien, die das Problem haben, dass sie Sozialhilfebezieher sind, Menschen, die oft keine Arbeit haben, das heißt in vor allem jenen Familien, die davon profitieren werden, wenn es in Österreich die soziale Mindestsicherung gibt.
Abg. Ing. Westenthaler: 818 €! – Abg. Steibl: Und was ist mit den Freiberuflichen?
Im Übrigen weise ich darauf hin, dass ich sehr froh bin darüber, dass die österreichische Bundesregierung mit den Sozialpartnern eine sehr gute Kooperationsbasis hat, weil die Sozialpartner viele der Dinge, die wir im Regierungsabkommen vereinbart haben, in den letzten Monaten auch umgesetzt haben. Und wenn Sie sich nun gegen den Mindestlohn aussprechen und so tun, als wenn das eine Verschlechterung wäre, dann weise ich darauf hin, es wird die Einführung des Mindestlohnes von 1 000 € (Abg. Ing. Westenthaler: 818 €! – Abg. Steibl: Und was ist mit den Freiberuflichen?), auf den sich die Sozialpartner geeinigt haben, einen wesentlichen Fortschritt für die Menschen bedeuten, die bisher unter diesen 1 000 € gewesen sind. (Abg. Steibl: Alle bekommen das nicht! – Abg. Ing. Westenthaler: Es sind 818 €! Sie schwindeln schon wieder!)
Abg. Steibl: Alle bekommen das nicht! – Abg. Ing. Westenthaler: Es sind 818 €! Sie schwindeln schon wieder!
Im Übrigen weise ich darauf hin, dass ich sehr froh bin darüber, dass die österreichische Bundesregierung mit den Sozialpartnern eine sehr gute Kooperationsbasis hat, weil die Sozialpartner viele der Dinge, die wir im Regierungsabkommen vereinbart haben, in den letzten Monaten auch umgesetzt haben. Und wenn Sie sich nun gegen den Mindestlohn aussprechen und so tun, als wenn das eine Verschlechterung wäre, dann weise ich darauf hin, es wird die Einführung des Mindestlohnes von 1 000 € (Abg. Ing. Westenthaler: 818 €! – Abg. Steibl: Und was ist mit den Freiberuflichen?), auf den sich die Sozialpartner geeinigt haben, einen wesentlichen Fortschritt für die Menschen bedeuten, die bisher unter diesen 1 000 € gewesen sind. (Abg. Steibl: Alle bekommen das nicht! – Abg. Ing. Westenthaler: Es sind 818 €! Sie schwindeln schon wieder!)
Abg. Ing. Westenthaler: Da sind Sie längst abgewählt!
Meine sehr verehrten Damen und Herren, Sie wissen, dass für das Jahr 2010 eine große Steuerreform in Österreich geplant ist (Abg. Ing. Westenthaler: Da sind Sie längst abgewählt!), die daher im Jahr 2009 entsprechend diskutiert und erarbeitet werden muss, und es gibt natürlich eine Reihe von Wortmeldungen, in welche Richtung eine solche Steuerreform gehen soll.
Abg. Ing. Westenthaler: Daher werden Sie das anheben?
Auf der anderen Seite ist es so, dass in Österreich die Besteuerung von Vermögen außerordentlich gering ist. Wir liegen an viertletzter Stelle in der Rangliste der OECD-Staaten, in etwa gleichauf mit Mexiko. Während der Anteil der Vermögensteuern am Bruttosozialprodukt selbst in Ländern wie Großbritannien oder den USA oder der Schweiz, die als sehr liberale Volkswirtschaften gelten, zwischen 2,5 und 4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes liegt, beträgt in Österreich dieser Anteil nur 0,5 Prozent. (Abg. Ing. Westenthaler: Daher werden Sie das anheben?) Nein, Sie dürfen keine Kurzschlüsse machen, denn sonst enden Sie so wie immer, Herr Westenthaler. (Abg. Ing. Westenthaler: Polemik von der Regierungsbank!)
Abg. Ing. Westenthaler: Polemik von der Regierungsbank!
Auf der anderen Seite ist es so, dass in Österreich die Besteuerung von Vermögen außerordentlich gering ist. Wir liegen an viertletzter Stelle in der Rangliste der OECD-Staaten, in etwa gleichauf mit Mexiko. Während der Anteil der Vermögensteuern am Bruttosozialprodukt selbst in Ländern wie Großbritannien oder den USA oder der Schweiz, die als sehr liberale Volkswirtschaften gelten, zwischen 2,5 und 4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes liegt, beträgt in Österreich dieser Anteil nur 0,5 Prozent. (Abg. Ing. Westenthaler: Daher werden Sie das anheben?) Nein, Sie dürfen keine Kurzschlüsse machen, denn sonst enden Sie so wie immer, Herr Westenthaler. (Abg. Ing. Westenthaler: Polemik von der Regierungsbank!)
Abg. Ing. Westenthaler: Spenden ist erlaubt!
weise ich darauf hin, dass es für alle Politiker in Österreich ein eigenes Bezügesystem gibt, das der gesetzlichen Grundlage entspricht, die hier im Hohen Haus beschlossen wurde. Es gibt keine individuellen Anpassungsfaktoren, sondern nur allgemeine. (Abg. Ing. Westenthaler: Spenden ist erlaubt!) Daher haben ja Sie, Herr Ing. Westenthaler, auch eine beträchtliche Gehaltserhöhung bekommen, so wie alle anderen auch. Aber ich sage Ihnen ganz offen, es steht Ihnen ja frei, gesetzliche Initiativen zu setzen. Das können Sie gerne tun. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir spenden!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir spenden!
weise ich darauf hin, dass es für alle Politiker in Österreich ein eigenes Bezügesystem gibt, das der gesetzlichen Grundlage entspricht, die hier im Hohen Haus beschlossen wurde. Es gibt keine individuellen Anpassungsfaktoren, sondern nur allgemeine. (Abg. Ing. Westenthaler: Spenden ist erlaubt!) Daher haben ja Sie, Herr Ing. Westenthaler, auch eine beträchtliche Gehaltserhöhung bekommen, so wie alle anderen auch. Aber ich sage Ihnen ganz offen, es steht Ihnen ja frei, gesetzliche Initiativen zu setzen. Das können Sie gerne tun. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir spenden!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die stärkste Partei! Zur Information!
Ich sage Ihnen aber ganz offen, wo das Problem liegt: Es gibt in Kärnten eine Partei, das BZÖ, an der Spitze Landeshauptmann Haider (Abg. Ing. Westenthaler: Die stärkste Partei! Zur Information!), der keine Lösung in dieser Frage will, weil er ganz offensichtlich die Ortstafelfrage als politischen Spielball verwenden möchte (Abg. Dolinschek: Hätten Sie im vorigen Jahr zugestimmt!) und daher auf dem Rücken der Kärntner Bevölkerung Politik macht, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Van der Bellen. – Abg. Strache: Die SPÖ-Bürgermeister sind anderer Meinung! – Abg. Ing. Westenthaler: ... die Kärntner SPÖ in Auflösung begriffen ist!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Van der Bellen. – Abg. Strache: Die SPÖ-Bürgermeister sind anderer Meinung! – Abg. Ing. Westenthaler: ... die Kärntner SPÖ in Auflösung begriffen ist!
Ich sage Ihnen aber ganz offen, wo das Problem liegt: Es gibt in Kärnten eine Partei, das BZÖ, an der Spitze Landeshauptmann Haider (Abg. Ing. Westenthaler: Die stärkste Partei! Zur Information!), der keine Lösung in dieser Frage will, weil er ganz offensichtlich die Ortstafelfrage als politischen Spielball verwenden möchte (Abg. Dolinschek: Hätten Sie im vorigen Jahr zugestimmt!) und daher auf dem Rücken der Kärntner Bevölkerung Politik macht, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Van der Bellen. – Abg. Strache: Die SPÖ-Bürgermeister sind anderer Meinung! – Abg. Ing. Westenthaler: ... die Kärntner SPÖ in Auflösung begriffen ist!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Die stärkste Partei in Kärnten!
Ich bin der Meinung, eine Lösung wird es dann geben, wenn es im Parlament dazu eine Zweidrittelmehrheit gibt. Ich bin der Meinung, dass die große Mehrheit der Kärntner Bevölkerung heute bereit ist, eine gemeinsame Lösung zu tragen, und die Menschen sich wieder neuen Herausforderungen zuwenden wollen. (Abg. Dolinschek: Selbstverständlich! Aber nicht so willkürlich, wie Sie es vorschlagen!) Diejenigen, die es bisher behindern – dort, wo sie einen Beitrag leisten können –, sind das BZÖ und Landeshauptmann Haider. (Abg. Scheibner: Ein bisschen Realitätsverlust!) Daran sieht man auch, wie es aussieht, wenn das BZÖ irgendwo Verantwortung trägt! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Die stärkste Partei in Kärnten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die erste klare Antwort! Bei der Frage 17 gibt es zum ersten Mal eine klare Antwort!
Wie Sie, Herr Ingenieur, vielleicht nicht wissen, gibt es ... (Abg. Ing. Westenthaler: Die erste klare Antwort! Bei der Frage 17 gibt es zum ersten Mal eine klare Antwort!) Ganz klar, glasklar! (Abg. Ing. Westenthaler: Die erste allerdings!) Ich gehe davon aus, dass sie auch linguistisch für Sie nachvollziehbar ist, daher ist sie so deutlich und zweifelsfrei formuliert. (Abg. Ing. Westenthaler: Alles andere ist Blabla!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die erste allerdings!
Wie Sie, Herr Ingenieur, vielleicht nicht wissen, gibt es ... (Abg. Ing. Westenthaler: Die erste klare Antwort! Bei der Frage 17 gibt es zum ersten Mal eine klare Antwort!) Ganz klar, glasklar! (Abg. Ing. Westenthaler: Die erste allerdings!) Ich gehe davon aus, dass sie auch linguistisch für Sie nachvollziehbar ist, daher ist sie so deutlich und zweifelsfrei formuliert. (Abg. Ing. Westenthaler: Alles andere ist Blabla!)
Abg. Ing. Westenthaler: Alles andere ist Blabla!
Wie Sie, Herr Ingenieur, vielleicht nicht wissen, gibt es ... (Abg. Ing. Westenthaler: Die erste klare Antwort! Bei der Frage 17 gibt es zum ersten Mal eine klare Antwort!) Ganz klar, glasklar! (Abg. Ing. Westenthaler: Die erste allerdings!) Ich gehe davon aus, dass sie auch linguistisch für Sie nachvollziehbar ist, daher ist sie so deutlich und zweifelsfrei formuliert. (Abg. Ing. Westenthaler: Alles andere ist Blabla!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist auch das Einzige, was ihr in dem Verein dort macht!
Ich weiß nicht, wie Ihr Umgang mit ausländischen Regierungsmitgliedern ist. Ich kann Ihnen sagen, dass es zum Glück ein sehr gutes Verhältnis mit sehr vielen unserer Kolleginnen und Kollegen gibt. Es wird zum Beispiel auch immer positiv aufgenommen, wenn die Frau Außenministerin zum Europäischen Rat einzelnen unserer Kollegen die weithin bekannten Wiener Süßigkeiten mitbringt. Das sind Gesten, die immer wieder sehr geschätzt sind und (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist auch das Einzige, was ihr in dem Verein dort macht!), finde ich, die wesentliche Grundlage dafür darstellen (Abg. Ing. Westenthaler: Manner-Schnitten essen ... und Barolo trinken!), dass man sich mit den Menschen auch vernünftig unterhalten kann. Denn Sie werden es vielleicht nicht glauben, Herr Westenthaler: Es gibt auch Menschen in Europa, die sich normal unterhalten – auch wenn das für Sie vielleicht nicht vorstellbar ist. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Manner-Schnitten essen ... und Barolo trinken!
Ich weiß nicht, wie Ihr Umgang mit ausländischen Regierungsmitgliedern ist. Ich kann Ihnen sagen, dass es zum Glück ein sehr gutes Verhältnis mit sehr vielen unserer Kolleginnen und Kollegen gibt. Es wird zum Beispiel auch immer positiv aufgenommen, wenn die Frau Außenministerin zum Europäischen Rat einzelnen unserer Kollegen die weithin bekannten Wiener Süßigkeiten mitbringt. Das sind Gesten, die immer wieder sehr geschätzt sind und (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist auch das Einzige, was ihr in dem Verein dort macht!), finde ich, die wesentliche Grundlage dafür darstellen (Abg. Ing. Westenthaler: Manner-Schnitten essen ... und Barolo trinken!), dass man sich mit den Menschen auch vernünftig unterhalten kann. Denn Sie werden es vielleicht nicht glauben, Herr Westenthaler: Es gibt auch Menschen in Europa, die sich normal unterhalten – auch wenn das für Sie vielleicht nicht vorstellbar ist. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben gelacht wie ein Hutschpferd!
Es stimmt, und ich kann Ihnen sagen, dass der deutsche Außenminister, mein Freund Frank-Walter Steinmeier, mir diese EU-Manschettenknöpfe geschenkt hat (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben gelacht wie ein Hutschpferd!), weil das Manschettenknöpfe sind, die im Zuge der deutschen Präsidentschaft für europäische Regierungschefs vorgesehen sind. Aber in der Zwischenzeit bemerke ich ja eine Verbesserung Ihres Verhaltens: Sie nehmen sich offensichtlich bei Steinmeier eine Anleihe und schenken mir heute auch Manschettenknöpfe. Ich bedanke mich dafür ganz herzlich bei Ihnen, Herr Klubobmann! (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Warum haben wir dann nicht mehr Mitsprache?
Meine Damen und Herren! Österreich ist Nettozahler in der Europäischen Union, weil wir das viertreichste Land der Europäischen Union sind. Wir haben in der Zwischenzeit wieder ein Land überholt (Abg. Ing. Westenthaler: Warum haben wir dann nicht mehr Mitsprache?); vor uns liegen nur noch Luxemburg, Irland und die Niederlande – die Niederlande nur mehr ganz knapp –, Österreich ist bereits an vierter Stelle. Das heißt, wir sind ein reiches Land, und die Verpflichtungen, die wir gegenüber der Europäischen Union haben, wurden bei den Verhandlungen über den künftigen Finanzrahmen formuliert.
Abg. Ing. Westenthaler: Also doch! – Abg. Scheibner: Also doch!
Die beiden neuen Aufsichtsräte, Dr. Bohmann und Christian Pöttler, führen seit Jahren erfolgreich Zeitungs- und Zeitschriftenverlage und wurden aufgrund ihres Know-hows ausgesucht. Andere Gründe – insbesondere der von Ihnen unterstellte Nepotismus – waren nicht Basis der von mir getroffenen Entscheidung. Die beiden neu bestellten Aufsichtsräte ersetzen im Aufsichtsrat der „Wiener Zeitung“ übrigens zwei Pressesprecher der früheren Regierung – nur damit wir wissen, was die Frage der Qualifikation und der Parteinähe betrifft. (Abg. Ing. Westenthaler: Also doch! – Abg. Scheibner: Also doch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie geben es also zu!
Im Gegensatz zu dieser Personalbesetzungspolitik (Abg. Ing. Westenthaler: Sie geben es also zu!) à la Westenthaler der Vergangenheit hat die SPÖ am Beginn der Regierungstätigkeit bereits festgehalten, dass Mitarbeiter der politischen Kabinette in erster Linie nicht in Aufsichtsräten sitzen sollen. Das ist auch eine grundsätzliche Vereinbarung (Abg. Ing. Westenthaler: Also erst in zweiter Linie! Nicht in erster Linie!), die wir in der Regierung getroffen haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Eine sehr gute Formulierung!) In diesem Sinne sehe ich die Bestellung der beiden neuen Aufsichtsräte daher auch als einen Akt der Zurücknahme politischer Einflussnahme an. (Abg. Ing. Westenthaler: In zweiter Linie!)
Abg. Ing. Westenthaler: Also erst in zweiter Linie! Nicht in erster Linie!
Im Gegensatz zu dieser Personalbesetzungspolitik (Abg. Ing. Westenthaler: Sie geben es also zu!) à la Westenthaler der Vergangenheit hat die SPÖ am Beginn der Regierungstätigkeit bereits festgehalten, dass Mitarbeiter der politischen Kabinette in erster Linie nicht in Aufsichtsräten sitzen sollen. Das ist auch eine grundsätzliche Vereinbarung (Abg. Ing. Westenthaler: Also erst in zweiter Linie! Nicht in erster Linie!), die wir in der Regierung getroffen haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Eine sehr gute Formulierung!) In diesem Sinne sehe ich die Bestellung der beiden neuen Aufsichtsräte daher auch als einen Akt der Zurücknahme politischer Einflussnahme an. (Abg. Ing. Westenthaler: In zweiter Linie!)
Abg. Ing. Westenthaler: Eine sehr gute Formulierung!
Im Gegensatz zu dieser Personalbesetzungspolitik (Abg. Ing. Westenthaler: Sie geben es also zu!) à la Westenthaler der Vergangenheit hat die SPÖ am Beginn der Regierungstätigkeit bereits festgehalten, dass Mitarbeiter der politischen Kabinette in erster Linie nicht in Aufsichtsräten sitzen sollen. Das ist auch eine grundsätzliche Vereinbarung (Abg. Ing. Westenthaler: Also erst in zweiter Linie! Nicht in erster Linie!), die wir in der Regierung getroffen haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Eine sehr gute Formulierung!) In diesem Sinne sehe ich die Bestellung der beiden neuen Aufsichtsräte daher auch als einen Akt der Zurücknahme politischer Einflussnahme an. (Abg. Ing. Westenthaler: In zweiter Linie!)
Abg. Ing. Westenthaler: In zweiter Linie!
Im Gegensatz zu dieser Personalbesetzungspolitik (Abg. Ing. Westenthaler: Sie geben es also zu!) à la Westenthaler der Vergangenheit hat die SPÖ am Beginn der Regierungstätigkeit bereits festgehalten, dass Mitarbeiter der politischen Kabinette in erster Linie nicht in Aufsichtsräten sitzen sollen. Das ist auch eine grundsätzliche Vereinbarung (Abg. Ing. Westenthaler: Also erst in zweiter Linie! Nicht in erster Linie!), die wir in der Regierung getroffen haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Eine sehr gute Formulierung!) In diesem Sinne sehe ich die Bestellung der beiden neuen Aufsichtsräte daher auch als einen Akt der Zurücknahme politischer Einflussnahme an. (Abg. Ing. Westenthaler: In zweiter Linie!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihrer Minister!
Ich akzeptiere, dass es Ihre Aufgabe ist, die Arbeit meiner Bundesregierung konstruktiv zu kritisieren. Was ich aber nicht akzeptieren kann (Abg. Ing. Westenthaler: Ihrer Minister!), ist, dass Sie immer wieder versuchen, die Arbeit einzelner Regierungsmitglieder sowie die Arbeit der gesamten Bundesregierung wider besseres Wissen falsch darzustellen und schlechtzumachen.
Abg. Ing. Westenthaler: Eingebracht!
Wir haben ein Opferschutzpaket eingebracht. (Abg. Ing. Westenthaler: Eingebracht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Mineralölsteuer erhöht!
Wir haben die Klimaschutzprojekte erarbeitet und präsentiert, den Klimafonds geschaffen (Abg. Ing. Westenthaler: Mineralölsteuer erhöht!), und in einer sehr aktiven Diskussion mit allen Beteiligten (Abg. Parnigoni: Unglaublich!) wird die Klimaschutzstrategie der Bundesregierung laufend überarbeitet. (Abg. Parnigoni: Unglaublich, wie aktiv die Bundesregierung ist!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist die?
Es gibt eine Senkung der Klassenschülerhöchstzahlen auf 25, wie versprochen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist die?) Es gibt in Summe 1 500 neue LehrerInnen, eine Erhöhung der SchülerInnenbeihilfe um 15 Prozent, den Start der Pädagogischen Hochschulen. Für die Ausweitung der Tagesbetreuungsplätze um 40 Prozent ab dem Schuljahr 2007/2008 stehen 95 000 Plätze zur Verfügung.
Abg. Ing. Westenthaler: Eine neue Staatsopernführung gibt es auch!
Es gibt eine gute Entwicklung, was den Hochschulzugang bei der Medizin betrifft, eine Erhöhung der Studienbeihilfe um 12 Prozent. (Abg. Ing. Westenthaler: Eine neue Staatsopernführung gibt es auch!) Es gibt – worauf schon hingewiesen wurde – das Modell zur Refundierung der Studienbeiträge. (Abg. Ing. Westenthaler: Die neue Staatsopernführung gibt es!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die neue Staatsopernführung gibt es!
Es gibt eine gute Entwicklung, was den Hochschulzugang bei der Medizin betrifft, eine Erhöhung der Studienbeihilfe um 12 Prozent. (Abg. Ing. Westenthaler: Eine neue Staatsopernführung gibt es auch!) Es gibt – worauf schon hingewiesen wurde – das Modell zur Refundierung der Studienbeiträge. (Abg. Ing. Westenthaler: Die neue Staatsopernführung gibt es!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich freue mich sehr!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das war ein kurzer Auszug. Aber ich bin bei Gelegenheit gern wieder bereit, Dringlichen Anfragen, vor allem des Herrn Ingenieurs (Abg. Ing. Westenthaler: Ich freue mich sehr!), hierher ins Parlament zu folgen und Ihnen umfassend Auskunft zu geben. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Die SPÖ flüchtet aus dem Saal!
Ich mache darauf aufmerksam, dass gemäß der Geschäftsordnung kein Redner und keine Rednerin länger als 10 Minuten sprechen darf (Abg. Ing. Westenthaler: Die SPÖ flüchtet aus dem Saal!), wobei jedem Klub eine Gesamtredezeit von 25 Minuten zukommt.
Abg. Ing. Westenthaler: Zieht die SPÖ jetzt aus dem Saal aus?
Zu Wort gemeldet hat sich Herr Abgeordneter Scheibner. (Abg. Ing. Westenthaler: Zieht die SPÖ jetzt aus dem Saal aus?) 10 Minuten Redezeit. – Bitte, Herr Abgeordneter.
Abg. Ing. Westenthaler: 500 €!
Herr Bundeskanzler Gusenbauer, wenn Sie jetzt sagen: Steuerreform, sage ich: Selbstverständlich, im Jahr 2009 wird das diskutiert für das Jahr 2010. Noch einmal: Haben Sie nicht nur Ihre Oppositionspolitik vergessen, sondern auch schon Ihre Ansagen im Wahlkampf? Sie haben eine sofortige Steuerreform, eine sofortige Steuersenkung versprochen – nicht im Jahr 2009, in dem es die Regierung wahrscheinlich gar nicht mehr geben wird, sondern sofort. (Abg. Ing. Westenthaler: 500 €!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das habe ich noch nie gesehen, dass ein Bundeskanzler pausenlos reinbrabbelt! Das tut man nicht!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Dr. Cap. 7 Minuten Wunschredezeit. – Bitte, Herr Klubobmann. (Abg. Ing. Westenthaler: Das habe ich noch nie gesehen, dass ein Bundeskanzler pausenlos reinbrabbelt! Das tut man nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: An wen sonst? – Der Chef der Bundesregierung!
Das Zweite, was mich irgendwie doch beschäftigt, ist: Wieso eigentlich nur an den Herrn Bundeskanzler? (Abg. Ing. Westenthaler: An wen sonst? – Der Chef der Bundesregierung!) Entweder gibt es noch die alte Beißhemmung, weil Sie noch immer geistig in der Koalition mit der ÖVP sind. – Okay, da kann man aber behilflich sein. Da gibt es Therapiesitzungen, man kann sich treffen, kann das aufarbeiten: Mach dich frei, sprich dich aus, lass los, lockere dich! Das können wir alles machen. Das ist durchaus einmal eine Möglichkeit für die sieben Mandatare. Bei meinem Sommerkurs kann ich das als Ergänzungskurs anbieten. Also nicht nur „Opposition richtig“, sondern „Wie kann ich loslassen von der Regierungsbeteiligung vor sechs Monaten?“
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Kasperliade!
Oder – das ist die weit sympathischere Interpretation – Sie sind der Meinung, die ÖVP spielt gar nicht so eine große Rolle in der Regierung, wie das hinlänglich von den Medien oft behauptet wird. Mit dem kann ich mich anfreunden. Und wenn ich ehrlich bin, dann finde ich, wir sollten vielleicht künftig die Dringlichen überhaupt immer nur mehr an den Herrn Bundeskanzler stellen, denn der hat in einer exzellenten Weise dann dargestellt, was eigentlich in den letzten sechs Monaten alles beschlossen wurde. Damit sind Sie informiert, können ein bisschen mitschreiben, wir können es auch mailen, wie Sie wollen, wir können das auch ein bisschen mit Bildern versehen. Es ist also kein Problem, wir können das kulinarisch aufbereiten – nur damit Sie Freude und Lust haben, sich einmal mit diesen Errungenschaften der letzten sechs Monate auch wirklich auseinanderzusetzen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Kasperliade!)
Abg. Ing. Westenthaler: Kabarett!
Kasperliade ist, wenn ich an Ihren Entschließungsantrag von gestern denke. (Abg. Ing. Westenthaler: Kabarett!) Nicht Kabarett! Sie hätten gerne ein Kabarett, selbst dafür reicht’s nicht. (Beifall bei der SPÖ.) Machen Sie einmal ein Kabarett, aber das muss dann gefördert werden, denn da geht kein Mensch rein! Das ist wie die eine Geschichte von Otto Schenk, wo drei Hunde in der ersten Reihe sitzen – und das war’s dann. Sie kennen ja diese Anekdote? Trotzdem hat er weiterspielen müssen, weil der Vertrag halt so war.
Abg. Ing. Westenthaler: Schon das zweite Mal, dass Sie mir Mut vorwerfen!
Also nur damit wir uns einmal im Klaren sind. Aber ich finde den Mut, den Sie haben, sich nach sechs Monaten herzustellen (Abg. Ing. Westenthaler: Schon das zweite Mal, dass Sie mir Mut vorwerfen!), schon das zweite Mal, also doppelt mutig, und hier ein Resümee über die letzten sechs Monate zu bringen, wo doch eigentlich das BZÖ verantwortlich ist für ... – direkt ab Knittelfeld, indirekt ab dem Jahr 2000. Da muss ich sagen, das war die Zeit, in der die Österreicherinnen und Österreicher nicht einmal gerade auf der Straße gehen haben können, weil der Finanzminister dauernd die Hände in der Hosentasche des Österreichers gehabt hat und ihm die letzten Euros rausgekletzelt hat. Für die Zeit sind Sie gestanden, die Zeit der Belastungen, für die Zeit der höchsten Steuer- und Abgabenquote, für die Zeit der stagnierenden Löhne, für die Zeit, in der man die Pensionisten ausgeräumt hat, eine Pensionsschröpfungsreform gemacht hat.
Abg. Ing. Westenthaler: Der Herr Bundeskanzler hat uns gelobt dafür! Beeindruckendes Lob!
Da stellen Sie sich her, nachdem es jetzt endlich seit sechs Monaten einen Kurswechsel in dieser Regierung gegeben hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Herr Bundeskanzler hat uns gelobt dafür! Beeindruckendes Lob!) Der Herr Bundeskanzler hat beeindruckend dargestellt, dass jetzt wirklich eine ganz andere Gewichtung in dieser Regierung vorherrscht, dass das Soziale eine wichtige Rolle spielt. Wachstum, Beschäftigung, sinkende Arbeitslosenzahlen – von dem können Sie nur träumen! Sie werden heute in der Nacht schreien im Schlaf, nachdem ich da gesprochen habe, und zu Recht! Sie sollen den unruhigsten Schlaf Ihrer letzten Monate haben. (Beifall bei der SPÖ.) Sie sollen von mir träumen, Herr Kollege Westenthaler! Von mir sollen Sie träumen!
Abg. Ing. Westenthaler: Was tut die SPÖ Kärnten?
Bis dieses Lichterl da endgültig aufhört zu blinken, noch ein Letztes. Es hat vor nicht einmal einem Jahr diesen Ortstafelkompromiss gegeben, weil Haider „obegsprungen“ ist, weil er Ihnen den Auftrag gegeben hat, bei der Eröffnungsklausel noch Änderungen vorzunehmen, weil der breite Konsens damals dadurch zerbrochen ist, weil er eine Pressekonferenz gemacht hat, wo er auf die Slowenen losgegangen ist. Er will dieses Thema haben, er braucht das Thema, er hat ja nichts mehr zu sagen außer dieses Single-issue-Thema, wo er dauernd mit einer Ortstafel unterm Arm in der Gegend herumrennt. Er schadet Kärnten, dem Tourismus, den Investoren. Aber so weit denken Sie gar nicht. Sie denken ganz kurz, und das habe ich heute wieder sehen können bei dieser Dringlichen. (Abg. Ing. Westenthaler: Was tut die SPÖ Kärnten?)
Abg. Ing. Westenthaler befindet sich in den hinteren Bankreihen des BZÖ.
Jetzt ein Wort zum BZÖ und zum Herrn Westenthaler, der da oben steht. (Abg. Ing. Westenthaler befindet sich in den hinteren Bankreihen des BZÖ.) Vielleicht kann man sich einmal überlegen, warum das BZÖ in der Wählergunst derart unterhalb jeglicher Wahrnehmungsgrenze liegt. Vielleicht kann man die Frage beantworten, warum etwa in Wien das BZÖ, wo das BZÖ mit dem Kandidaten Westenthaler kandidiert hat, nur 1,2 Prozent der Stimmen – und das sind weniger als die Kommunisten – erreicht hat. (Abg. Strache: Mister 1 Prozent!) Und bei der Nationalratswahl waren es trotz eines Einsatzes von vielen Millionen Euro, von denen übrigens heute kein Mensch
Abg. Ing. Westenthaler – die Handbewegungen des Redners nachahmend –: Der sollte Dirigent werden!
Da wird heute von einer Belastung geredet. Schauen wir uns einmal an, was da tatsächlich der Fall war! (Abg. Ing. Westenthaler – die Handbewegungen des Redners nachahmend –: Der sollte Dirigent werden!) Pensionskürzungen, Unfallrentenbesteuerung, Ambulanzgebühren, Kürzungen beim Arbeitslosengeld, bei der Notstandshilfe, Halbierung des steuerlichen Arbeitnehmerabsetzbetrages, höhere Besteuerung der Urlaubs- und Kündigungsentschädigungen, Erhöhung der Kfz-Steuer, Energieabgabe und so weiter und so fort. Im Jahr 2001 war die summarische Belastung 34 Milliarden Schilling. Im Jahr 2003, kurz danach, als Herr Westenthaler den Hut genommen und sich irgendwo an den warmen Ofen des Herrn Stronach geflüchtet hat, war die Belastung bereits in einem Ausmaß von 43 Milliarden Schilling. (Abg. Strache: Scheibner, Westenthaler und Co!)
Abg. Strache: Scheibner, Westenthaler und Co!
Da wird heute von einer Belastung geredet. Schauen wir uns einmal an, was da tatsächlich der Fall war! (Abg. Ing. Westenthaler – die Handbewegungen des Redners nachahmend –: Der sollte Dirigent werden!) Pensionskürzungen, Unfallrentenbesteuerung, Ambulanzgebühren, Kürzungen beim Arbeitslosengeld, bei der Notstandshilfe, Halbierung des steuerlichen Arbeitnehmerabsetzbetrages, höhere Besteuerung der Urlaubs- und Kündigungsentschädigungen, Erhöhung der Kfz-Steuer, Energieabgabe und so weiter und so fort. Im Jahr 2001 war die summarische Belastung 34 Milliarden Schilling. Im Jahr 2003, kurz danach, als Herr Westenthaler den Hut genommen und sich irgendwo an den warmen Ofen des Herrn Stronach geflüchtet hat, war die Belastung bereits in einem Ausmaß von 43 Milliarden Schilling. (Abg. Strache: Scheibner, Westenthaler und Co!)
Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht hören Sie einmal zu, wenn einer redet im Parlament! Präpotent, wie der Vizekanzler! – Abg. Heinisch-Hosek: Was meinen Sie?
Frau Präsidentin! Werte Mitglieder der Regierung! Hohes Haus! Zu Beginn möchte ich schon meinem äußersten Befremden Ausdruck verleihen, dass sich der Herr Bundeskanzler, der in dieser Republik normalerweise doch auch politisch eine gewisse Vorbildfunktion haben sollte, so weit herunterlässt – Herr Bundeskanzler! Bitte hören Sie einmal zu! (Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht hören Sie einmal zu, wenn einer redet im Parlament! Präpotent, wie der Vizekanzler! – Abg. Heinisch-Hosek: Was meinen Sie?) – und eine ganze Bevölkerungsgruppe, die einen Berufsweg eingeschlagen hat, durch so erniedrigende Formulierungen oder Bewertungen in der Wortwahl niedermacht, indem er den Titel Ingenieur so abwertend verwendet. (Bundeskanzler Dr. Gusenbauer: Wieso?) – Na ja, bitte, das hat ja wohl jeder von Ihnen gehört.
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt Tausende Ingenieure! Mach dich nur lustig!
Deshalb gebe ich Ihnen etwas zum Überlegen mit nach Hause. Es gibt eine alte Weisheit, die besagt: Nicht der Titel macht den Mann, sondern der Mann den Titel. – Das schreiben Sie sich bitte hinter die Ohren, Herr Bundeskanzler! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt Tausende Ingenieure! Mach dich nur lustig!)
Abg. Ing. Westenthaler: San Se wo ang’rennt?
Sie hatten heute wirklich tiefe Sorgenfalten, als Sie hier gestanden sind. Die Augenringe sind auch ziemlich dunkel. Ich glaube, es ist wirklich der Versuch, gegen Ihre chronische Erfolglosigkeit ... (Abg. Ing. Westenthaler: San Se wo ang’rennt?) – Haben Sie das gehört, Frau Präsidentin? Der Herr Ing. Westenthaler hat soeben zu mir gesagt: San Se wo ang’rennt? (Abg. Ing. Westenthaler: Ich frage mich das wirklich!) – Ich bitte wirklich, dass er einen Ordnungsruf dafür erhält. Das ist ja eine Frechheit von Ihnen, Herr Kollege! (Abg. Ing. Westenthaler: Die Augenringe sind eine Frechheit!) Sie sitzen in diesem Abgeordnetenhaus, in diesem Hohen Haus, Sie sind ein Kollege von uns (Abg. Ing. Westenthaler: ... dunkle Augenringe vorwerfen, was gar nicht wahr ist!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich frage mich das wirklich!
Sie hatten heute wirklich tiefe Sorgenfalten, als Sie hier gestanden sind. Die Augenringe sind auch ziemlich dunkel. Ich glaube, es ist wirklich der Versuch, gegen Ihre chronische Erfolglosigkeit ... (Abg. Ing. Westenthaler: San Se wo ang’rennt?) – Haben Sie das gehört, Frau Präsidentin? Der Herr Ing. Westenthaler hat soeben zu mir gesagt: San Se wo ang’rennt? (Abg. Ing. Westenthaler: Ich frage mich das wirklich!) – Ich bitte wirklich, dass er einen Ordnungsruf dafür erhält. Das ist ja eine Frechheit von Ihnen, Herr Kollege! (Abg. Ing. Westenthaler: Die Augenringe sind eine Frechheit!) Sie sitzen in diesem Abgeordnetenhaus, in diesem Hohen Haus, Sie sind ein Kollege von uns (Abg. Ing. Westenthaler: ... dunkle Augenringe vorwerfen, was gar nicht wahr ist!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Augenringe sind eine Frechheit!
Sie hatten heute wirklich tiefe Sorgenfalten, als Sie hier gestanden sind. Die Augenringe sind auch ziemlich dunkel. Ich glaube, es ist wirklich der Versuch, gegen Ihre chronische Erfolglosigkeit ... (Abg. Ing. Westenthaler: San Se wo ang’rennt?) – Haben Sie das gehört, Frau Präsidentin? Der Herr Ing. Westenthaler hat soeben zu mir gesagt: San Se wo ang’rennt? (Abg. Ing. Westenthaler: Ich frage mich das wirklich!) – Ich bitte wirklich, dass er einen Ordnungsruf dafür erhält. Das ist ja eine Frechheit von Ihnen, Herr Kollege! (Abg. Ing. Westenthaler: Die Augenringe sind eine Frechheit!) Sie sitzen in diesem Abgeordnetenhaus, in diesem Hohen Haus, Sie sind ein Kollege von uns (Abg. Ing. Westenthaler: ... dunkle Augenringe vorwerfen, was gar nicht wahr ist!)
Abg. Ing. Westenthaler: ... dunkle Augenringe vorwerfen, was gar nicht wahr ist!
Sie hatten heute wirklich tiefe Sorgenfalten, als Sie hier gestanden sind. Die Augenringe sind auch ziemlich dunkel. Ich glaube, es ist wirklich der Versuch, gegen Ihre chronische Erfolglosigkeit ... (Abg. Ing. Westenthaler: San Se wo ang’rennt?) – Haben Sie das gehört, Frau Präsidentin? Der Herr Ing. Westenthaler hat soeben zu mir gesagt: San Se wo ang’rennt? (Abg. Ing. Westenthaler: Ich frage mich das wirklich!) – Ich bitte wirklich, dass er einen Ordnungsruf dafür erhält. Das ist ja eine Frechheit von Ihnen, Herr Kollege! (Abg. Ing. Westenthaler: Die Augenringe sind eine Frechheit!) Sie sitzen in diesem Abgeordnetenhaus, in diesem Hohen Haus, Sie sind ein Kollege von uns (Abg. Ing. Westenthaler: ... dunkle Augenringe vorwerfen, was gar nicht wahr ist!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind ja keine Ärztin, die die Diagnose stellen kann!
Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek (fortsetzend): Diese Dringliche Anfrage ist weiterhin der Versuch, chronisch unangenehm aufzufallen wie gerade eben, und es ist der Versuch, Ihren chronischen Mangel an Sachinhalten zu kompensieren, Herr Kollege Westenthaler! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind ja keine Ärztin, die die Diagnose stellen kann!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was Sie machen, ist beschämend! Beschämend fürs Parlament!
scher-Bewegung.) – Er hat mir gegenüber soeben den Wischer gemacht! Ich bitte nur, zu bemerken, auf welchem Niveau sich der Herr Kollege Westenthaler gerade befindet; das ist im Keller! – Und das alles trotz des „Westis“ – das war dieser kleine weiße Stoffhund mit dem orangen Halsband –, trotz des Ziels des BZÖ, 7 Prozent erreichen zu wollen, und trotz der „Mut gewinnt“-Plakate. Trotzdem haben Sie eigentlich ein beschämendes Wahlergebnis eingefahren! (Abg. Ing. Westenthaler: Was Sie machen, ist beschämend! Beschämend fürs Parlament!)
Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie was Schlechtes gegessen? Oder was getrunken? Schauen Sie sich einmal in den Spiegel – und dann reden Sie weiter!
Der diplomierte Frisurendeuter sagt: „Ich schwanke“ – das ist die Politik von früher, die er meint, Herr Kollege Westenthaler – „zwischen vorzeitigem Interventionserguss-Schnitt und Sag-Adieu-Toupet. Jedenfalls ist ein Drittel Ihrer Haare illegal und gehört abgeschoben.“ (Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie was Schlechtes gegessen? Oder was getrunken? Schauen Sie sich einmal in den Spiegel – und dann reden Sie weiter!) Das zeigt nur wieder, welche Inhalte Sie vertreten haben – kabarettistisch ausgedrückt.
Abg. Ing. Westenthaler: Aber normal kann die nicht sein!
Ich zitiere die „Salzburger Nachrichten“ vom 25. August 2006, wo ein Kommentar diesen Inhalt hatte. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber normal kann die nicht sein!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das wird ja immer besser! Können Sie sich ein bisschen zurücknehmen?
Aber nebenbei gilt es auch, menschliche Qualitäten von Politikerinnen und Politikern anzuschauen, und auch da vertreten Sie einen Typ Politiker, der wirklich Aussagen getätigt hat, wo man sich schämen muss, dass solche Leute hier im Hohen Haus sitzen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das wird ja immer besser! Können Sie sich ein bisschen zurücknehmen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie eine Dreckschleuder reden Sie da!
Vielleicht können Sie sich nicht mehr erinnern: Sie haben einmal zu einer Polizistin gesagt – und ich glaube, es ist sehr unangenehm, wenn ich das jetzt bringe –: „Schauen Sie nicht so blöd.“ „Wissen Sie denn nicht, wen Sie vor sich haben?“ „Für Sie als Polizistin wäre es besser, wenn Sie einige Kilo abnehmen würden.“ – Das steht im „profil“ vom 24. Oktober 1994. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie eine Dreckschleuder reden Sie da!) – Das ist wieder einen Ordnungsruf wert! (Abg. Ing. Westenthaler: Das nehme ich mit Ehre zur Kenntnis! Gegen Ihr Niveau nehme ich jeden Ordnungsruf zur Kenntnis!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das nehme ich mit Ehre zur Kenntnis! Gegen Ihr Niveau nehme ich jeden Ordnungsruf zur Kenntnis!
Vielleicht können Sie sich nicht mehr erinnern: Sie haben einmal zu einer Polizistin gesagt – und ich glaube, es ist sehr unangenehm, wenn ich das jetzt bringe –: „Schauen Sie nicht so blöd.“ „Wissen Sie denn nicht, wen Sie vor sich haben?“ „Für Sie als Polizistin wäre es besser, wenn Sie einige Kilo abnehmen würden.“ – Das steht im „profil“ vom 24. Oktober 1994. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie eine Dreckschleuder reden Sie da!) – Das ist wieder einen Ordnungsruf wert! (Abg. Ing. Westenthaler: Das nehme ich mit Ehre zur Kenntnis! Gegen Ihr Niveau nehme ich jeden Ordnungsruf zur Kenntnis!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist unglaublich! Sie sind es ja nicht wert, eine Abgeordnete zu sein! So etwas Letztklassiges!
Allein diese Ihre Aussage dieser Polizistin gegenüber ist es wirklich wert – und es hat sich gelohnt –, dass Sie nicht mehr in dieser Regierung sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist unglaublich! Sie sind es ja nicht wert, eine Abgeordnete zu sein! So etwas Letztklassiges!) Sie haben sieben Jahre lang nur politische Ankündigungen vom Stapel gelassen und haben eigentlich nichts geleistet.
in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler
Wir sind jetzt den dritten Tag da, wir haben natürlich alle so etwas wie einen Lagerkoller, das ist alles richtig, aber ein gewisses Niveau, Herr Sitznachbar (in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler), sollte nicht unterschritten werden. Das stört mich als Frau schon auch sehr. (Beifall bei FPÖ und SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) – Was soll man als Frau da machen, außer es zu ignorieren, und das ist schon nicht möglich. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) – Nein, das ist keine Frauensolidarität, es geht hier auch – und jetzt sage ich es einmal – um die Würde des Hauses. Wenn uns der Bürger hier sieht, der die Sache nicht wie wir doch mit
Beifall bei FPÖ und SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Wir sind jetzt den dritten Tag da, wir haben natürlich alle so etwas wie einen Lagerkoller, das ist alles richtig, aber ein gewisses Niveau, Herr Sitznachbar (in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler), sollte nicht unterschritten werden. Das stört mich als Frau schon auch sehr. (Beifall bei FPÖ und SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) – Was soll man als Frau da machen, außer es zu ignorieren, und das ist schon nicht möglich. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) – Nein, das ist keine Frauensolidarität, es geht hier auch – und jetzt sage ich es einmal – um die Würde des Hauses. Wenn uns der Bürger hier sieht, der die Sache nicht wie wir doch mit
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Wir sind jetzt den dritten Tag da, wir haben natürlich alle so etwas wie einen Lagerkoller, das ist alles richtig, aber ein gewisses Niveau, Herr Sitznachbar (in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler), sollte nicht unterschritten werden. Das stört mich als Frau schon auch sehr. (Beifall bei FPÖ und SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) – Was soll man als Frau da machen, außer es zu ignorieren, und das ist schon nicht möglich. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) – Nein, das ist keine Frauensolidarität, es geht hier auch – und jetzt sage ich es einmal – um die Würde des Hauses. Wenn uns der Bürger hier sieht, der die Sache nicht wie wir doch mit
Abg. Brosz: Westenthaler zum Beispiel!
Diese klaren Worte, denke ich, sind wichtig, vor allem deshalb, weil einige Vorrednerinnen und Vorredner jetzt ein bisschen tief in die Schublade gegriffen (Abg. Brosz: Westenthaler zum Beispiel!) und unterstellt haben, dass wir einen Psychostress haben. – Ich sage, wir haben überhaupt keinen Psychostress, sondern wir nehmen nur das wahr, was uns als Opposition auch zusteht, nämlich: Dringliche Anfragen zu stellen. (Beifall beim BZÖ.) Die SPÖ hat das auch jahrelang gemacht.
Abg. Ing. Westenthaler: Falsch zitiert, Sie können nicht einmal zitieren!
Oder: Wie ist denn eigentlich Ihr Verhältnis zur Würde ganz generell? Das kommt auch zum Ausdruck, wenn man in der APA vom 30. Oktober 2006 nachliest, wo in der sogenannten Prügelaffäre festgestellt wird – ich zitiere –: „Es konnte nicht nachgewiesen werden, dass ,Westenthaler mehr als unbedachte milieu- und alkoholbedingte Unmutsäußerungen getätigt hat‘.“ (Abg. Ing. Westenthaler: Falsch zitiert, Sie können nicht einmal zitieren!)
Abg. Ing. Westenthaler: Zitieren Sie einmal, was sie gesagt hat!
Ich darf noch hinzufügen – Kollegin Heinisch-Hosek hat ja nur einen Teil daraus zitiert (Abg. Ing. Westenthaler: Zitieren Sie einmal, was sie gesagt hat!), ich darf vollständig zitieren, was im „profil“ vom 24. Oktober 1994 gestanden ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Wann war das?) Sie haben einer Polizistin entgegengeschleudert (Abg. Ing. Westenthaler: Welches Jahr war das?):
Abg. Ing. Westenthaler: Wann war das?
Ich darf noch hinzufügen – Kollegin Heinisch-Hosek hat ja nur einen Teil daraus zitiert (Abg. Ing. Westenthaler: Zitieren Sie einmal, was sie gesagt hat!), ich darf vollständig zitieren, was im „profil“ vom 24. Oktober 1994 gestanden ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Wann war das?) Sie haben einer Polizistin entgegengeschleudert (Abg. Ing. Westenthaler: Welches Jahr war das?):
Abg. Ing. Westenthaler: Welches Jahr war das?
Ich darf noch hinzufügen – Kollegin Heinisch-Hosek hat ja nur einen Teil daraus zitiert (Abg. Ing. Westenthaler: Zitieren Sie einmal, was sie gesagt hat!), ich darf vollständig zitieren, was im „profil“ vom 24. Oktober 1994 gestanden ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Wann war das?) Sie haben einer Polizistin entgegengeschleudert (Abg. Ing. Westenthaler: Welches Jahr war das?):
Abg. Ing. Westenthaler: Alles entgegnet! Stimmt alles nicht!
Und dann haben Sie zu der Polizistin gesagt: „Schauen Sie nicht so blöd, für Sie als Polizistin wäre es besser, wenn Sie einige Kilo abnehmen würden.“ (Abg. Ing. Westenthaler: Alles entgegnet! Stimmt alles nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer?
Wenn in dieser Anfrage ein wenig von Freunderlwirtschaft gesprochen wird und dieser Regierung Postenschacher unterstellt wird, darf ich Ihnen schon sagen, Herr Abgeordneter Westenthaler: Dass Josef Christl, Mitglied des Kabinetts von Finanzminister Karl-Heinz Grasser, auf einmal im Direktorium der Oesterreichischen Nationalbank gelandet ist, das ist, mit Verlaub gesagt, Freunderlwirtschaft. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer?) Wenn sich der ehemalige Sozialminister Herbert Haupt im Sozialministerium sozusagen einen Job als Behindertenanwalt mit einem kolportierten Gehalt von etwa 12 000 € im Monat kreiert hat, dann ist das eine Sache, wenn dann aber die Sozialministerin, die ihm nachfolgt, Frau Haubner, diesen Job sozusagen ohne Hearing an ihn vergibt, dann ist das nicht nur Freunderlwirtschaft, sondern eindeutig Postenschacher. Und dafür, Frau Haubner, tragen Sie die Verantwortung, das steht fest! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie sich schon vorgestellt?
Abgeordneter Mag. Albert Steinhauser (Grüne): Sehr geehrte Damen und Herren! Es ist schon bezeichnend, dass gerade das BZÖ eine Dringliche Anfrage zum Thema „Chronisches Versagen der Regierung“ stellt, aber es ist irgendwie auch kein Wunder, denn das sind ja die eigentlichen Experten zu diesem Thema: Sie haben ja eine siebenjährige Erfahrung damit, und das ist wahrscheinlich auch jenes Thema, wo Sie die beste Expertise mitbringen können. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie sich schon vorgestellt?)
demonstrativer Beifall des Abg. Ing. Westenthaler
Kollege Westenthaler hat angekündigt, dass die Mitglieder-Vollversammlung des BZÖ endet. Ich will diese Gelegenheit nützen und meine Rede beenden (demonstrativer Beifall des Abg. Ing. Westenthaler) – wir sprechen nachher weiter. – Danke.
Abg. Ing. Westenthaler: Ein alter Gag – und nicht gut!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Ich weiß nicht, ist die Mitglieder-Versammlung des BZÖ jetzt wieder in der Telefonzelle, oder wo? (Abg. Ing. Westenthaler: Ein alter Gag – und nicht gut!) Mir ist der Zusammenhang nicht klar.
Sitzung Nr. 31
Abg. Ing. Westenthaler: Ist da Ihr Einkommen auch eingerechnet?
Die ÖGB-Frauen haben diese Statistik zum Anlass genommen, um erneut auf diesen diskriminierenden Umstand aufmerksam zu machen, und wir haben diesen Prozentsatz der Einkommensunterschiede auf Tage umgerechnet und dabei folgendes Ergebnis erzielt (Abg. Ing. Westenthaler: Ist da Ihr Einkommen auch eingerechnet?):
Beifall bei der ÖVP. – He-Rufe bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Hoch dem Koalitionsklima!
Aber es gibt immer noch erhebliche Unterschiede. Am höchsten sind die Unterschiede bei den Arbeiterinnen und Arbeitern, am geringsten im öffentlichen Dienst. Herr Abgeordneter Haberzettl, vielleicht sollten sich die Gewerkschafter und Gewerkschafterinnen der Privatangestellten mit den Gewerkschaftern und Gewerkschafterinnen im öffentlichen Dienst zusammensetzen, offensichtlich sind die etwas erfolgreicher. Und wie ich gerade von einem Vertreter der freien Berufe gehört habe, hat die Anwaltskammer seit acht Jahren keinen Besuch von der Gewerkschaft wegen der Erhöhung der Gehälter der Angestellten in den Anwaltskanzleien gehabt. Vielleicht ist da wirklich einiges an Aktivität ausgeblieben – und Sie waren zu sehr in den Karibik-Geschäften verankert. (Beifall bei der ÖVP. – He-Rufe bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Hoch dem Koalitionsklima!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Lassen wir nur Rot und Schwarz reden, das ist gescheiter!
Abgeordnete Mag. Brigid Weinzinger (Grüne): Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! Die Kraftakte beschränken sich ja im Wesentlichen auf das Rhetorische – und selbst das kommt ein wenig müde daher, kommt mir vor. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Lassen wir nur Rot und Schwarz reden, das ist gescheiter!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Zuverdienstgrenze! Sie können sie abschaffen!
Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit Christine Marek: Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Meine Damen und Herren des Hohen Hauses! Herr Abgeordneter Westenthaler, nur zu Ihrer Information: Regierungsmitglieder, Ministerinnen und Minister sind dazu verpflichtet, Gesetze entsprechend zu exekutieren, und die Familienministerin kann das Gesetz nicht ignorieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Zuverdienstgrenze! Sie können sie abschaffen!) Aber ich kann Ihnen versichern – und Sie wissen das, und ich würde Sie bitten, hier keine Angst zu verbreiten –, dass natürlich soziale Härtefälle entsprechend beachtet werden und die Ministerin hier auch ihren vollen Ermessensspielraum nutzt, um diesen Familien zu helfen. Ich glaube, das festzuhalten ist auch wichtig. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollen die Zuverdienstgrenze abschaffen!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollen die Zuverdienstgrenze abschaffen!
Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit Christine Marek: Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Meine Damen und Herren des Hohen Hauses! Herr Abgeordneter Westenthaler, nur zu Ihrer Information: Regierungsmitglieder, Ministerinnen und Minister sind dazu verpflichtet, Gesetze entsprechend zu exekutieren, und die Familienministerin kann das Gesetz nicht ignorieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Zuverdienstgrenze! Sie können sie abschaffen!) Aber ich kann Ihnen versichern – und Sie wissen das, und ich würde Sie bitten, hier keine Angst zu verbreiten –, dass natürlich soziale Härtefälle entsprechend beachtet werden und die Ministerin hier auch ihren vollen Ermessensspielraum nutzt, um diesen Familien zu helfen. Ich glaube, das festzuhalten ist auch wichtig. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollen die Zuverdienstgrenze abschaffen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben den Bundeskanzler!
Sie wissen genau, dass die SPÖ-Position dazu ist, dass man nur das Darüberliegende zurückzahlen soll, wenn Rückforderungen beim Kindergeld anstehen. Aber da wird es noch Debatten geben, und ich hoffe, im Sinne der österreichischen Frauen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben den Bundeskanzler!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Bundesminister Dr. Buchinger –: Da sind noch ein paar Abgeordnete! Die können Sie auch noch abbusseln!
Daher sage ich: Außer schönen Worten, außer schönen Absichtserklärungen, außer einem fehlenden Konzept ist bisher nicht viel geschehen. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Bundesminister Dr. Buchinger –: Da sind noch ein paar Abgeordnete! Die können Sie auch noch abbusseln!) Und Sie haben in diesem einen Jahr die Chancen nicht genützt, konkret etwas für die Frauen zu tun.
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie kennen sich nicht so gut aus, die Grünen!
internationaler Standard. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie kennen sich nicht so gut aus, die Grünen!)
Abg. Ing. Westenthaler: ... Umweltminister, der fliegt lieber!
Sie wollen das Mitspracherecht des Verkehrsministers bei verkehrsbeschränkenden Maßnahmen, die vom Land erlassen werden können, ganz abschaffen. Das hätte wiederum zur Folge, dass es in Österreich durch eine uneingeschränkte Länderverordnung einen reinen Fleckerlteppich an Erlässen hinsichtlich der Autobahnen geben würde – siehe Graz, siehe Oberösterreich. (Abg. Ing. Westenthaler: ... Umweltminister, der fliegt lieber!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!
Ich darf Ihnen schon sagen, dass das nicht nur eine Rede ist, sondern dass es wirklich auch umgesetzt ist. Herr Minister, ich darf Ihnen da ... (Abg. Eder: Ein Bilderl mit?) Na sicher habe ich das mit! (Beifall beim BZÖ.) Ich wünschte mir, dass das auch alle anderen Bundesländer so schnell umsetzen würden. – Danke. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!)
Abg. Dr. Jarolim: Ist der Westenthaler nicht da? Wo ist der Westenthaler heute?
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Darmann. 3 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Bitte. (Abg. Dr. Jarolim: Ist der Westenthaler nicht da? Wo ist der Westenthaler heute?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Deshalb haben wir uns vom Herrn Haider und von diesen Herrschaften getrennt, weil sie diese falsche Politik betrieben haben! Das war der Grund, warum wir uns von Haider und Westenthaler getrennt haben!
Meine Damen und Herren von der FPÖ, weil Sie in Ihrem Dringlichen Antrag schreiben, es hätte in den letzten Jahren eine falsch betriebene Zuwanderungspolitik gegeben, möchte ich Sie erinnern: Sie haben ja zugestimmt! (Zwischenruf des Abg. Strache.) Die FPÖ hat da zugestimmt! Und ich kann Ihnen sagen: Gut so, dass Sie zugestimmt haben, denn es ist ein gutes und ein ausgezeichnetes Gesetz, das uns in die richtige Richtung bringt. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Deshalb haben wir uns vom Herrn Haider und von diesen Herrschaften getrennt, weil sie diese falsche Politik betrieben haben! Das war der Grund, warum wir uns von Haider und Westenthaler getrennt haben!) Betreiben Sie keine Kindesweglegung!
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sieht das der Abgeordnete Al-Rawi auch so?
Wenn wir keine Hassprediger aus dem Ausland wollen, die nicht Deutsch sprechen können, dann schauen wir, dass in Österreich Prediger und Imame ausgebildet werden, die Deutsch sprechen. (Abg. Strache: Ja!) Das ist doch kein Problem, das kann man doch versuchen, das sollte man doch machen, damit hier letztendlich auch ein Bezug zu unserem Wertesystem und zu unserem Rechtssystem garantiert ist. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sieht das der Abgeordnete Al-Rawi auch so?)
Abg. Ing. Westenthaler: Was sagt da der Einem dazu? Haben Sie das dem Einem schon erklärt?
Ich bin der Auffassung, das in einer vernünftigen Tonlage zu diskutieren. Der Ton macht die Musik. (Beifall bei der SPÖ.) Ich begrüße es, dass es hier viele, viele gibt – beispielsweise im Sozial- und Gesundheitswesen –, die in der Türkei geboren sind und die hier arbeiten, die ihre Steuern zahlen. Deswegen muss ich noch lange nicht für den Beitritt der Türkei zur Europäischen Union sein. (Abg. Strache: Genau! – Zwischenruf des Abg. Dolinschek.) Ich kann das normal politisch begründen. (Abg. Ing. Westenthaler: Was sagt da der Einem dazu? Haben Sie das dem Einem schon erklärt?) Deswegen ist man nicht antitürkisch, deswegen ist man nicht gegen diejenigen, die hier ihren Beitrag leisten. Es soll eine ganz normale Diskussion sein. Genau so sollte man auch diese Frage hier diskutieren.
Abg. Ing. Westenthaler: Bravo! Jetzt kommt’s!
Jetzt sage ich noch etwas, weil Sie vorhin Moscheen und Minarette auch noch angesprochen haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Bravo! Jetzt kommt’s!) Es gibt in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vom 5. September einen Beitrag mit dem Titel „Das Minarett ist ein Herrschaftssymbol“ von dieser Sozialwissenschafterin Necla Kelek, die heute schon zitiert wurde. Da wird dann unter anderem gesagt, Moscheen sind selbst nach muslimischer Lesart keine Sakralbauten wie Kirchen und Synagogen. Es wird mehr oder minder gesagt, das ist das Zentrum einer Gegengesellschaft. – Wenn es ein Sakralbau ist, wenn es ein Gebetshaus ist, ist es Gegenstand der selbstverständlichen Freiheit einer Religionsgemeinschaft – mit Kuppel, mit Minarett –, eine solche hier zu errichten. Wenn es das Zentrum einer Gegengesellschaft ist, dann bin ich dagegen. Es ist ganz einfach, man muss hier differenzieren. Da gibt es keine Automatik. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie stellen Sie das vorher fest? Fragen Sie die Leute vorher beim Reingehen: Sind Sie Extremist oder nicht?) – Nein, nein, Ihre Automatik ist auch die Ihres Kollegen Westenthaler. Sie stellen sich her und sagen, das ist automatisch eine Gegengesellschaft. (Abg. Strache: Nicht in dem Bereich, da bin ich ausnahmsweise der Meinung der Grünen!) Das ist automatisch der Boden für Terrorismus, das ist automatisch mit Hasspredigern, das ist automatisch mit Islamismus verbunden. Wozu ich appelliere, ist, es muss eine differenzierte Diskussion dazu stattfinden. Das ist ganz, ganz wesentlich. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie stellen Sie das vorher fest? Fragen Sie die Leute vorher beim Reingehen: Sind Sie Extremist oder nicht?
Jetzt sage ich noch etwas, weil Sie vorhin Moscheen und Minarette auch noch angesprochen haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Bravo! Jetzt kommt’s!) Es gibt in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vom 5. September einen Beitrag mit dem Titel „Das Minarett ist ein Herrschaftssymbol“ von dieser Sozialwissenschafterin Necla Kelek, die heute schon zitiert wurde. Da wird dann unter anderem gesagt, Moscheen sind selbst nach muslimischer Lesart keine Sakralbauten wie Kirchen und Synagogen. Es wird mehr oder minder gesagt, das ist das Zentrum einer Gegengesellschaft. – Wenn es ein Sakralbau ist, wenn es ein Gebetshaus ist, ist es Gegenstand der selbstverständlichen Freiheit einer Religionsgemeinschaft – mit Kuppel, mit Minarett –, eine solche hier zu errichten. Wenn es das Zentrum einer Gegengesellschaft ist, dann bin ich dagegen. Es ist ganz einfach, man muss hier differenzieren. Da gibt es keine Automatik. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie stellen Sie das vorher fest? Fragen Sie die Leute vorher beim Reingehen: Sind Sie Extremist oder nicht?) – Nein, nein, Ihre Automatik ist auch die Ihres Kollegen Westenthaler. Sie stellen sich her und sagen, das ist automatisch eine Gegengesellschaft. (Abg. Strache: Nicht in dem Bereich, da bin ich ausnahmsweise der Meinung der Grünen!) Das ist automatisch der Boden für Terrorismus, das ist automatisch mit Hasspredigern, das ist automatisch mit Islamismus verbunden. Wozu ich appelliere, ist, es muss eine differenzierte Diskussion dazu stattfinden. Das ist ganz, ganz wesentlich. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Der Stammtisch ist eröffnet! – Gegenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Missethon. 8 Minuten Wunschredezeit. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Öllinger: Der Stammtisch ist eröffnet! – Gegenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Die haben dafür einen linken Hintergrund !
In aller Kürze sind es doch ein paar Themen, über die es sich zu philosophieren lohnt. Zunächst zum Thema Terror und Religion. Ich habe den Eindruck, dass wir uns ein bisschen daran gewöhnt haben, hier einen automatischen Zusammenhang herzustellen. Ich möchte nur daran erinnern, dass ja die El Kaida nicht die erste terroristische Organisation ist. Das hatten wir in der Geschichte schon oftmals. Die meisten dieser Organisationen – soweit ich das so aus dem Handgelenk sagen kann – haben keinen religiösen Hintergrund. Die RAF in Deutschland hatte mit Sicherheit keinen religiösen Hintergrund. (Abg. Ing. Westenthaler: Die haben dafür einen linken Hintergrund !) Die ETA im Baskenland hat sicher keinen religiösen Hintergrund. Die IRA in Irland: Ja, sie ist katholisch, aber niemand würde das wohl als Glaubenskrieg zwischen Protestanten und Katholiken interpretieren.
Abg. Ing. Westenthaler: Lassen Sie den armen Mann in Ruhe!
Beispiel –, worüber soll ich dann mit ihm diskutieren? – Dieses Problem haben wir nicht mit irgendeinem Imam gehabt, sondern dieses Problem hatten wir, finde ich, sehr häufig mit Herrn Bischof Krenn aus Niederösterreich, der, finde ich, in sehr erfrischender Weise – ich meine, ich muss mich ja nicht persönlich mit ihm auseinandersetzen – diesen absoluten Wahrheitsanspruch seiner Religion formuliert hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Lassen Sie den armen Mann in Ruhe!) Darüber braucht man nicht viel zu reden. (Abg. Strache: Ich hoffe, dass der jetzt nicht mit Terroristen gleichgesetzt wird!)
Abg. Dr. Graf: Lieber Peter Westenthaler, da warst du noch nicht in der Parteiführung! Mit 20 Jahren warst du noch ein kleiner Referent, da war die Welt noch in Ordnung!
gerührt – gesagt haben, die Parteiführung der FPÖ vor 20 Jahren war ordentlich unterwegs, die hat das schon damals aufgezeigt. (Abg. Dr. Graf: Lieber Peter Westenthaler, da warst du noch nicht in der Parteiführung! Mit 20 Jahren warst du noch ein kleiner Referent, da war die Welt noch in Ordnung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist die Kärntner Sonne!
Zu Herrn Westenthaler, wobei ich es mir verkneifen möchte, inhaltlich auf diese ganzen Geschichten einzugehen, will ich nur sagen: Es ist gut, dass er nach einer Abschaffung der Parlamentsferien ruft. Er ist dem Augenschein nach von allen Mandataren derjenige mit der meisten Sonnenbräune im Gesicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist die Kärntner Sonne!) Politik besteht nicht nur darin, hier Sitzungen abzuhalten, man könnte auch zu Bürgern gehen, man könnte auf die Straße gehen, man könnte sich der Probleme annehmen. Das täte Ihnen nicht einmal schlecht, vielleicht kommen Sie auf 2,5 Prozent. Das wäre vielleicht ein bisschen Motivation für Ihre Reihen.
die Abgeordneten Dr. Graf und Ing. Westenthaler: „Das Boot ist voll!“
Das verstehe ich nicht: Sie sitzen hier im Parlament und sollten die Anliegen der Menschen hier entsprechend berücksichtigen – und nicht nach wie vor Ihre multikulturellen Phantasien umsetzen. Diesen hat wenigstens Kollege Cap abgeschworen, wenn ich das heute richtig verstanden habe – leider ein bisschen spät. Außer in Wahlkämpfen, ich kann mich noch gut erinnern: „Hernals den Hernalsern!“, in den neunziger Jahren (die Abgeordneten Dr. Graf und Ing. Westenthaler: „Das Boot ist voll!“), „Das Boot ist voll!“, an den Grenzen und so; das waren in den Wahlkämpfen kurze Schlenker des Kollegen Cap in die Realität.
Abg. Ing. Westenthaler: Bei der Regierung ist das kein Wunder!
Ganz kurz noch: Heute hat es Schlagzeilen gegeben, die uns nicht freuen: Österreich hat ein Korruptionsproblem. Worum geht es da? Es gibt einen Länderreport von Transparency International, und da ist Österreich geradezu abgestürzt. Es geht um einen Korruptionsindex, in dem Österreich vom elften auf den 15. Platz zurückgefallen ist. Da geht es um die Einschätzung von internationalen Topmanagern, und das ist schon sehr bedenklich. (Abg. Ing. Westenthaler: Bei der Regierung ist das kein Wunder!)
Sitzung Nr. 33
Abg. Ing. Westenthaler: Schlimm genug, dass der Verteidigungsminister da ist!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Frau Präsidentin! Darf ich fragen, ob wir die „Gnade“ der Anwesenheit des Innenministers auch haben werden? (Abg. Ing. Westenthaler: Schlimm genug, dass der Verteidigungsminister da ist!) Kann ich dazu eine Auskunft haben? – Gut, niemand ist dazu bereit, eine Auskunft zu erteilen. Die beiden Regierungsparteien sind offenbar nicht in der Lage, zu sagen, wo sich der Innenminister aufhält (Abg. Dr. Stummvoll: Im Hause!), ob er zu feig ist, hier auf der Regierungsbank zu sitzen – oder ob er gerade mit dringenden Abschiebefällen befasst ist. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Bundesminister Platter betritt soeben den Sitzungssaal. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Minister ist schon da!) – Sehr schön! Spät, aber doch!
Zwischenrufe bei der ÖVP. – Bundesminister Platter betritt soeben den Sitzungssaal. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Minister ist schon da!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Frau Präsidentin! Darf ich fragen, ob wir die „Gnade“ der Anwesenheit des Innenministers auch haben werden? (Abg. Ing. Westenthaler: Schlimm genug, dass der Verteidigungsminister da ist!) Kann ich dazu eine Auskunft haben? – Gut, niemand ist dazu bereit, eine Auskunft zu erteilen. Die beiden Regierungsparteien sind offenbar nicht in der Lage, zu sagen, wo sich der Innenminister aufhält (Abg. Dr. Stummvoll: Im Hause!), ob er zu feig ist, hier auf der Regierungsbank zu sitzen – oder ob er gerade mit dringenden Abschiebefällen befasst ist. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Bundesminister Platter betritt soeben den Sitzungssaal. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Minister ist schon da!) – Sehr schön! Spät, aber doch!
Abg. Ing. Westenthaler: Da wird es erst spannend werden!
entscheidung etwas leichter folgen können und nicht dem Druck Ihres Klubobmannes ausgesetzt sind, werden wir in diesem Zusammenhang eine geheime Abstimmung beantragen (Abg. Ing. Westenthaler: Da wird es erst spannend werden!) – und wir werden dann ja sehen, ob SPÖ und ÖVP diesem Antrag zustimmen oder ob sie ihn aus Angst vor der Zivilcourage ihrer eigenen Abgeordneten ablehnen.
Abg. Mag. Kukacka: Jetzt wird ihm die Redezeit zu lang! – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Professor, wie kommen Sie über die 20 Minuten?
Sie, sehr geschätzte Kolleginnen und Kollegen von der SPÖ, tragen, wenn Sie heute wieder nichts tun, die Verantwortung für diese skandalöse Politik mit! (Abg. Mag. Kukacka: Jetzt wird ihm die Redezeit zu lang! – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Professor, wie kommen Sie über die 20 Minuten?)
Abg. Ing. Westenthaler: Nur für das Protokoll: Kein einziger Klatscher der SPÖ während der gesamten Rede des Innenministers!
Zu Wort gelangt Frau Abgeordnete Mag. Weinzinger. Ich stelle die Uhr auf die von ihr gewünschten 9 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Nur für das Protokoll: Kein einziger Klatscher der SPÖ während der gesamten Rede des Innenministers!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sind wir empfindlich auf einmal?!
Wirklich befremdlich finde ich, wenn ein Innenminister sich dann hier herstellt und sagt, die Presse, die offenbar zu viel oder auch sogar kritisch über ihn Bericht erstattet hat, würde ihn erpressen. (Abg. Mag. Kukacka: Sicher! Das stimmt!) – Das ist ein strafrechtlich relevanter Vorwurf, Herr Innenminister, das sollten gerade Sie wissen und anders damit umgehen. Nehmen Sie diesen Vorwurf zurück! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sind wir empfindlich auf einmal?!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das macht es auch nicht besser!
nere zum Beispiel daran, dass sich die oberösterreichische Landesregierung geschlossen – mit den Stimmen der ÖVP, mit den Stimmen der SPÖ – auf Initiative der Grünen dafür ausgesprochen hat (Abg. Ing. Westenthaler: Das macht es auch nicht besser!), die gesamte Familie Zogaj in Österreich aus humanitären Gründen aufzunehmen, weil ihr Menschenrecht auf Familienleben natürlich gilt.
Abg. Ing. Westenthaler: Drittens: den ganzen Kosovo nach Österreich ...!
(Abg. Ing. Westenthaler: Drittens: den ganzen Kosovo nach Österreich ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Welche der acht Linien der SPÖ vertritt er jetzt?!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Dr. Cap. 10 Minuten Redezeit, das geht sich auch ganz genau bis zur Sitzungsunterbrechung aus. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Welche der acht Linien der SPÖ vertritt er jetzt?!)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Dr. Moser. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Damit wir uns gleich eingangs richtig verstehen: Wir Sozialdemokraten sind natürlich gegen jede Art der illegalen Zuwanderung, wir Sozialdemokraten sind selbstverständlich dafür, dass jemand, wenn er straffällig geworden ist, abzuschieben ist (Abg. Strache: Aber?), und wir Sozialdemokraten sind selbstverständlich der Auffassung, dass die organisierte Kriminalität, die sich über die Grenzen bewegt, natürlich mit aller Härte des Rechtsstaates zu bekämpfen ist. Das sei hier einmal in aller Deutlichkeit festgestellt! (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Dr. Moser. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer war vor zehn Jahren in der Regierung?
Ich habe mir im „Kurier“ sehr genau angesehen, wie sich die Lage hier entwickelt hat. Ich darf die offiziellen Zahlen hier noch einmal zitieren: 77 Personen warten seit zehn Jahren, 87 seit neun Jahren, 206 seit acht Jahren (Abg. Strache: Wer war damals Innenminister?), 402 seit sieben Jahren (Abg. Ing. Westenthaler: Wer war vor zehn Jahren in der Regierung?), 629 seit sechs Jahren. – Herr Klubobmann Westenthaler, Sie haben das mitzuverantworten, denn Ihre Partei, die ja jetzt nur mehr aus ein paar Persönchen besteht, hat daran mitgewirkt! Sie tragen Mitverantwortung! – Also wirklich, das ist ja völlig lächerlich, wenn Sie hier auch noch Zwischenrufe machen. Unglaublich! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wer war Innenminister vor zehn Jahren?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wer war Innenminister vor zehn Jahren?
Ich habe mir im „Kurier“ sehr genau angesehen, wie sich die Lage hier entwickelt hat. Ich darf die offiziellen Zahlen hier noch einmal zitieren: 77 Personen warten seit zehn Jahren, 87 seit neun Jahren, 206 seit acht Jahren (Abg. Strache: Wer war damals Innenminister?), 402 seit sieben Jahren (Abg. Ing. Westenthaler: Wer war vor zehn Jahren in der Regierung?), 629 seit sechs Jahren. – Herr Klubobmann Westenthaler, Sie haben das mitzuverantworten, denn Ihre Partei, die ja jetzt nur mehr aus ein paar Persönchen besteht, hat daran mitgewirkt! Sie tragen Mitverantwortung! – Also wirklich, das ist ja völlig lächerlich, wenn Sie hier auch noch Zwischenrufe machen. Unglaublich! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wer war Innenminister vor zehn Jahren?)
Abg. Ing. Westenthaler: Weiß das auch der ... ?
Gleich prophylaktisch für die nach mir sprechenden Redner rechts der Mitte sage ich, das hat mit offenen Türen nichts zu tun, das hat mit ungeregelter Zuwanderung nichts zu tun. (Abg. Ing. Westenthaler: Weiß das auch der ... ?) Wir wollen uns auch weiterhin aussuchen können, wer am Arbeitsmarkt was macht, wir wollen weiter dort geregelte Zuwanderung haben, wo das Land und die Gesellschaft es wollen, aber wir wollen, dass dort, wo es um Asyl geht, dort, wo es auch um das Hierbleiben-Dürfen geht, menschliche Kriterien eine Rolle spielen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Das heißt, ... kann in Zukunft nicht mehr herein, damit man keine Familien zerreißt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wird Ihnen nicht schwindlig da draußen? Das ist ein Slalom der Sonderklasse! Unglaublich!
Ich weiß, wenn Verfahren lange dauern, spielt oft Rechtsschutz eine Rolle, das Ausschöpfen wirklich aller rechtsstaatlichen Möglichkeiten, vielleicht sogar der Missbrauch – vielleicht sogar der Missbrauch! (Abg. Strache: Nicht „vielleicht“! Mit Sicherheit sogar Missbrauch!) Es ist unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, dass es keinen Missbrauch gibt – wir werden ja gewählt, dafür zu sorgen, dass wir eine Rechtsordnung haben, die das verhindert, es ist aber auch die Aufgabe der vollziehenden Organe, dafür zu sorgen, dass es keinen Missbrauch gibt –, aber es ist trotzdem so, dass das Menschliche ein ganz wesentliches Element der gesamten Politik und hier auch im Speziellen in diesem Bereich der Politik sein soll. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Was soll dieses Gefasel?) Und die Stimmung in der Bevölkerung, glaube ich, gibt uns dabei recht. (Abg. Ing. Westenthaler: Wird Ihnen nicht schwindlig da draußen? Das ist ein Slalom der Sonderklasse! Unglaublich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Kriegst du nicht ein Schleudertrauma?!
Die Menschen wollen, dass Gesetze eingehalten werden – selbstverständlich! –, sie wollen, dass der Rechtsstaat respektiert wird – selbstverständlich! –, aber sie wollen auch, dass dort, wo Menschlichkeit möglich und notwendig ist (Abg. Ing. Westenthaler: Kriegst du nicht ein Schleudertrauma?!), diese bei Entscheidungen im Vollzug eine
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Einmal so, einmal so!
wichtige Rolle spielt. Das, glaube ich, ist hier ein wesentliches Element. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Einmal so, einmal so!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein Entschließungsantrag von euch selbst! Das ist ein komischer Antrag!
Wir werden daher hier im Hohen Haus natürlich einen gemeinsamen Entschließungsantrag einbringen mit einer Auflistung eines Kriterienkataloges, der wichtig ist bei der Beurteilung humanitärer Entscheidungen und in dem auch angeführt wird, dass es jetzt endlich zur Einrichtung des Asylgerichtshofes kommen soll, bei dem die Landeshauptleute miteinbezogen werden sollen, wir werden aber auch zwei Selbständige Entschließungsanträge zur Zuweisung an den Innenausschuss hier deponieren (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Entschließungsantrag von euch selbst! Das ist ein komischer Antrag!): Einen, der sich mit all diesen genannten Familien, unter anderem mit der Familie Zogaj, auseinandersetzt (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Die sind schon im Kosovo!), ihr Anliegen versteht, gegen die Familienzerreißung eintritt und die besondere Berücksichtigung des Artikels 8 der Menschenrechtskonvention im Vollzug einfordert. – Dieser soll hier im Haus Eingang finden, und er wird ein längeres Leben haben als der Antrag, sehr geehrte Grüne, den Sie heute dazu einbringen werden.
Abg. Ing. Westenthaler: Pfui! Widerwärtig!
Abgeordneter Dr. Wolfgang Schüssel (ÖVP): Herr Präsident! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Professor Van der Bellen hat vorige Woche anlässlich einer Demonstration – ich habe es jedenfalls im „Kurier“ so gelesen – wörtlich erklärt: „Ich schäme mich an dieser Stelle, Österreicher zu sein.“ (Abg. Ing. Westenthaler: Pfui! Widerwärtig!) – Herr Professor, ich sage Ihnen offen: Ich bin stolz, Österreicher zu sein – und das aus guten Gründen! (Beifall bei ÖVP und BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: „Daumen rauf, Daumen runter!“ – Abg. Mag. Kukacka: Entschuldigung! Entschuldigen Sie sich!
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne): Herr Präsident! Geschätzte Damen und Herren im Nationalrat! Ich möchte zuerst einen Satz zur Sicherheitssituation im Kosovo sagen. (Abg. Ing. Westenthaler: „Daumen rauf, Daumen runter!“ – Abg. Mag. Kukacka: Entschuldigung! Entschuldigen Sie sich!) Es gab im Juni eine geplante Reise des Landesverteidigungsausschusses, in dem alle Parteien vertreten sind, denke ich. Diese Reise wurde aus Sicherheitsgründen im Juni 2007 abgesagt. Das heißt, für österreichische Parlamentarier zu unsicher, für Volksschulkinder im Alter von acht und neun Jahren absolut sicher! Bravo! Bravo, Kollegen vom BZÖ und von der FPÖ! (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Frau Präsidentin! Der Antrag ist falsch eingebracht!
Wissen Sie, was ich geschmacklos finde? – Dass Sie Details aus dem Familienleben der betroffenen Familien auf der Homepage des Innenministeriums veröffentlichen. (Abg. Strache: Illegale! Straftäter!) Wissen Sie, wie Sie das veröffentlichen? – Ich bitte Sie alle einmal, sich das anzuschauen! Ich meine, da kann man gleich Urlaubsprospekte anschauen. Da sieht man: Falldarstellung der gesamten Familie, ohne Einverständnis dargestellt, dahinter wunderschöne Villen. Wie ein Urlaubsprospekt sieht das aus! Und das hat angeblich der österreichische Verbindungsbeamte im Kosovo gemacht. Wofür wird der bezahlt? – Für Fotosafaris im Kosovo! Herr Innenminister, das ist wirklich geschmacklos. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Frau Präsidentin! Der Antrag ist falsch eingebracht!)
Rufe bei BZÖ, FPÖ und ÖVP: Oje, oje! – Abg. Ing. Westenthaler: Man muss schon wissen, wie man einen Antrag einbringt!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Frau Kollegin Glawischnig-Piesczek, Sie haben den Entschließungsantrag nicht ordnungsgemäß eingebracht. (Rufe bei BZÖ, FPÖ und ÖVP: Oje, oje! – Abg. Ing. Westenthaler: Man muss schon wissen, wie man einen Antrag einbringt!) Ich ersuche Sie, ihn auch im Wortlaut genau einzubringen.
Abg. Ing. Westenthaler: Das sind keine Kriminellen!
In der Steiermark hatten wir in den letzten Monaten genau drei Fälle, die durch die Medien gegangen sind. Das war einerseits die Familie Sharifi – interessanterweise hat sich gerade das BZÖ dann auch für erfolgreich erklärt, obwohl Sie nie etwas dafür getan haben, aber Fadenscheinigkeit hat ja in Österreich Hochkultur (Abg. Ing. Westenthaler: Das sind keine Kriminellen!) –, der Fall Milici und der Fall Morina. Sharifi hat das Verfahren geschafft, Morina hat das humanitäre Bleiberecht bekommen, Milici wurde abgeschoben. Alles Familien mit Kindern, alles Familien, wo Kinder, die hier leben, die hier integriert sind, die hier viele Freunde gefunden haben, die hier in die Schule gehen, die hier in die Kindergärten gehen, einfach bedroht werden. (Abg. Strache: Die Eltern haben Verantwortung für ihre Kinder, nicht der Staat ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Völliger Schwachsinn!
Wenn ich schon bei den leeren Worthülsen der Grünen bin: Im Antrag der Grünen heißt es wie folgt: „Der Bundesminister für Inneres wird aufgefordert, dem Nationalrat eine Novelle zum Fremdenrechtspaket zuzuleiten, mit der“ – und jetzt kommt Punkt 2 Ihres Antrages – „... LangzeitasylwerberInnen ab einer Verfahrensdauer von 3–5 Jahren einmalig der Umstieg auf ein Bleiberecht ermöglicht wird.“ Und jetzt kommt es: „Diese Regelung soll nach einmaliger Anwendung außer Kraft treten.“ (Abg. Ing. Westenthaler: Völliger Schwachsinn!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Jarolim –: Also wie ist das jetzt mit der Generalamnestie?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Dr. Jarolim. 4 Minuten gewünschte Redezeit; Restredezeit der Fraktion: 6 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Jarolim –: Also wie ist das jetzt mit der Generalamnestie?)
Abg. Ing. Westenthaler: In der SPÖ ist!
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Frau Staatssekretärin! Geschätzte Minister! Ich glaube, wenn man die beiden letzten Debattenbeiträge gehört hat, wird erkennbar, wie bedauerlich eigentlich die gegenständliche Situation (Abg. Ing. Westenthaler: In der SPÖ ist!) nicht nur in der Sache selbst ist, sondern auch, welche klimatische Änderung sich dadurch im Land ergibt. Ich bedauere das sehr, Herr Bundesminister, und ich denke, dass wir hier wirklich aufgefordert sind, rasch eine Lösung dieses, wie Sie heute selbst sagten, humanitären Falles zu finden. Ich glaube – und das sei uns wirklich allen ins Stammbuch geschrieben –, mit demonstrativer Herzlosigkeit kann man keine Politik machen, das ist, meine Damen und Herren, so denke ich, offenkundig. (Abg. Strache: Ein Herz für Gesetzesbrecher, die SPÖ! Das war schon unter Broda so!)
Abg. Ing. Westenthaler: Frau Präsidentin, es liegt eine Wortmeldung vor!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Bevor ich die Sitzung zur Auszählung der Stimmen unterbreche ... (Abg. Ing. Westenthaler: Frau Präsidentin, es liegt eine Wortmeldung vor!)
Sitzung Nr. 35
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben Steuerreformen gemacht!
Abgeordneter Mag. Kurt Gaßner (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Finanzminister! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn man den beiden Vorrednern jetzt zugehört hat, dann kann man sagen, jetzt wissen sie plötzlich – die Blauen und Orangen –, wie es eigentlich ginge. – Sieben Jahre lang haben sie es nicht gewusst. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben Steuerreformen gemacht!)
Bravorufe bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wieso ist die Frau Brinek nicht auf der Rednerliste?
Werte Kolleginnen und Kollegen! Ein Mal Rahmenbedingungen zu schaffen, die allen Familienformen eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglichen, reicht aber nicht aus. Es muss laufend positive Weiterentwicklungen geben. Einen wichtigen Schritt in diese Richtung beschließen wir heute. Das Kinderbetreuungsgeld für alle wird nunmehr auf Basis der Regierungsverhandlungen und dank der exzellenten Verhandlungen von Familienministerin Dr. Andrea Kdolsky um wichtige Wahlmöglichkeiten erweitert. (Bravorufe bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wieso ist die Frau Brinek nicht auf der Rednerliste?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Je kürzer sie gehen, desto weniger kriegen sie!
chen Varianten des Kindergeldbezuges dargestellt ist. – Abg. Parnigoni – in Richtung der Tafeln blickend –: Herr Klubobmann, wir hätten gern ein Fernglas! – Weitere Zwischenrufe.) – Ich weiß nicht, warum es da Aufregung gibt? Ich glaube, dass sich jede Familie selbst entscheiden kann. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Je kürzer sie gehen, desto weniger kriegen sie!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Kuntzl –: Die Familiengeldkürzerin ist jetzt am Wort!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächste gelangt Frau Abgeordnete Mag. Kuntzl zu Wort. 6 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Kuntzl –: Die Familiengeldkürzerin ist jetzt am Wort!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie rechnen Sie das? Rechnen Sie mir das einmal im Detail vor, bitte!
Die Wahlmöglichkeit, Frau Kollegin Glawischnig, zwischen den drei Varianten, die zur Auswahl stehen werden, ist aus meiner Sicht kein kleiner Schritt und keine kleine Reform – auch wenn mir hier Punkte fehlen, die Sie mit Recht angesprochen haben. Aber diese Wahlmöglichkeit zwischen drei Varianten bedeutet, dass künftighin diejenigen, die kürzer eine Babypause machen, die kürzer Kindergeld beziehen, nicht mehr zu den Verlierern, zu den Verliererinnen zählen wie bisher, denn im Unterschied zu jetzt werden diejenigen, die 18 Monate lang Kindergeld beziehen, um 6 500 € mehr Geld bekommen als bisher, und das ist eine wesentliche Verbesserung, Frau Kollegin Glawischnig. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie rechnen Sie das? Rechnen Sie mir das einmal im Detail vor, bitte!) 6 500 € sind für die meisten österreichischen Familien sehr, sehr viel Geld! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Graf: Ist das monatlich? – Abg. Strache: Das ist der „Gitti-Ederer-Tausender“! Der „Gitti-Ederer-Tausender“ ist das wieder, der nachher jeder Familie fehlt!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Parnigoni: Sie haben es beschlossen, Herr Westenthaler!
Aber warum? – Weil wir diesen Fall in die Öffentlichkeit gebracht haben und weil wir als Anwalt der Familien und Frauen hier für Gerechtigkeit sorgen und uns auch durchsetzen, meine sehr geehrten Damen und Herren – nicht die Ministerin! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Parnigoni: Sie haben es beschlossen, Herr Westenthaler!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber Sie können es auch abschaffen!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Eines möchte ich hier schon außer Streit stellen: Wir leben in einem Rechtsstaat, und wir haben österreichische Gesetze. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber Sie können es auch abschaffen!) Als Bundesministerin dieses Landes habe ich österreichische Gesetze nicht nur zu leben, sondern entsprechend umzusetzen. Die Vorwürfe, die hier mancherorts fallen, beziehen sich auf ein gültiges österreichisches Bundesgesetz (Abg. Ing. Westenthaler: Legen Sie einen Vorschlag vor, wie man das abschafft!), das einzuhalten Aufgabe österreichischer Staatsbürgerinnen und Staatsbürger ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Legen Sie einen Vorschlag vor, wie man das abschafft!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Eines möchte ich hier schon außer Streit stellen: Wir leben in einem Rechtsstaat, und wir haben österreichische Gesetze. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber Sie können es auch abschaffen!) Als Bundesministerin dieses Landes habe ich österreichische Gesetze nicht nur zu leben, sondern entsprechend umzusetzen. Die Vorwürfe, die hier mancherorts fallen, beziehen sich auf ein gültiges österreichisches Bundesgesetz (Abg. Ing. Westenthaler: Legen Sie einen Vorschlag vor, wie man das abschafft!), das einzuhalten Aufgabe österreichischer Staatsbürgerinnen und Staatsbürger ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben es nicht exekutiert!
Was uns ganz besonders an dieser Novelle ärgert, ist, dass Sie diese leidige Zuverdienstgrenze beibehalten haben. Ich muss Ihnen ehrlich sagen, was der Gipfel des Ganzen ist: wenn Klubobmann Westenthaler am Rednerpult steht und eine Brandrede über die Zuverdienstgrenze hält! Ihre Kolleginnen und Kollegen – schauen Sie einmal herum! – haben dieses Kinderbetreuungsgeld beschlossen! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben es nicht exekutiert!) Die Frau Kollegin Haubner war damals Staatssekretärin! (Abg. Scheibner: Sie waren dagegen!) – Und der Kollege Scheibner genauso, Herr Kollege Scheibner! Sie haben es selbst beschlossen, und heute stehen Sie so da! Und so machen Sie Politik! Das kennen wir. (Beifall bei Grünen und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wenn es nach Ihnen geht, gibt es überhaupt kein Kindergeld! Asylanten-Kindergeld gäbe es dann!)
Beifall bei Grünen und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wenn es nach Ihnen geht, gibt es überhaupt kein Kindergeld! Asylanten-Kindergeld gäbe es dann!
Was uns ganz besonders an dieser Novelle ärgert, ist, dass Sie diese leidige Zuverdienstgrenze beibehalten haben. Ich muss Ihnen ehrlich sagen, was der Gipfel des Ganzen ist: wenn Klubobmann Westenthaler am Rednerpult steht und eine Brandrede über die Zuverdienstgrenze hält! Ihre Kolleginnen und Kollegen – schauen Sie einmal herum! – haben dieses Kinderbetreuungsgeld beschlossen! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben es nicht exekutiert!) Die Frau Kollegin Haubner war damals Staatssekretärin! (Abg. Scheibner: Sie waren dagegen!) – Und der Kollege Scheibner genauso, Herr Kollege Scheibner! Sie haben es selbst beschlossen, und heute stehen Sie so da! Und so machen Sie Politik! Das kennen wir. (Beifall bei Grünen und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wenn es nach Ihnen geht, gibt es überhaupt kein Kindergeld! Asylanten-Kindergeld gäbe es dann!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wo?
Wir reden nicht alles schlecht. Und, Kollege Westenthaler, wir haben ein soziales Gewissen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wo?)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie brauchen nur mit der Dame neben Ihnen auf der Regierungsbank sprechen! Kein Problem! Macht euch das einmal aus! Streit auf der Regierungsbank!
Es stimmt, ich habe mich da nicht zu 100 Prozent durchgesetzt, aber ich denke, in einer Demokratie sind Mehrheiten zur Kenntnis zu nehmen. Wie gesagt, das letzte Wort in dieser Frage ist noch nicht gesprochen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie brauchen nur mit der Dame neben Ihnen auf der Regierungsbank sprechen! Kein Problem! Macht euch das einmal aus! Streit auf der Regierungsbank!)
Abg. Ing. Westenthaler: Dann flüstern Sie der Frau Kdolsky einmal etwas ins Ohr! Vielleicht versteht sie es!
flexible Kindergeld gehört dazu. (Abg. Ing. Westenthaler: Dann flüstern Sie der Frau Kdolsky einmal etwas ins Ohr! Vielleicht versteht sie es!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben zweimal das Wort „Sauerei“ verwendet! Das ist ein Ordnungsruf! Das ist ein Doppelordnungsruf!
Ganz egal, ob Frauen aus Österreich kommen oder aus anderen Ländern, Herr Abgeordneter Graf: So kann man nicht handeln! So kann in Österreich weder das Asylrecht noch die Ausländerbeschäftigung funktionieren. Und das ist das eigentliche Problem. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben zweimal das Wort „Sauerei“ verwendet! Das ist ein Ordnungsruf! Das ist ein Doppelordnungsruf!) – Herr Abgeordneter Westenthaler, an Ihrer Stelle würde ich ganz ruhig sein. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: So etwas Primitives!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: So etwas Primitives!
Ganz egal, ob Frauen aus Österreich kommen oder aus anderen Ländern, Herr Abgeordneter Graf: So kann man nicht handeln! So kann in Österreich weder das Asylrecht noch die Ausländerbeschäftigung funktionieren. Und das ist das eigentliche Problem. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben zweimal das Wort „Sauerei“ verwendet! Das ist ein Ordnungsruf! Das ist ein Doppelordnungsruf!) – Herr Abgeordneter Westenthaler, an Ihrer Stelle würde ich ganz ruhig sein. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: So etwas Primitives!)
Abg. Ing. Westenthaler: So ist es! Bravo! So etwas Primitives!
Präsidentin Dr. Eva Glawischnig-Piesczek: Herr Abgeordneter Öllinger! Weder das Wort „Schweinerei“ noch das Wort „Sauerei“ ist leider in diesem Hause zulässig. Ich muss Sie daher ermahnen und erteile Ihnen auch einen Ordnungsruf. (Abg. Ing. Westenthaler: So ist es! Bravo! So etwas Primitives!)
Abg. Ing. Westenthaler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Können wir warten, bis die Frau Ministerin kommt? Wo ist sie? Ich warte auf die Ministerin! – Rufe: Unterbrechen! – Weitere Zwischenrufe.
Präsidentin Dr. Eva Glawischnig-Piesczek: Ich erteile Herrn Abgeordnetem Ing. Westenthaler als erstem Fragesteller zur Begründung der Anfrage, die gemäß § 93 Abs. 5 der Geschäftsordnung 20 Minuten nicht überschreiten darf, das Wort. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Können wir warten, bis die Frau Ministerin kommt? Wo ist sie? Ich warte auf die Ministerin! – Rufe: Unterbrechen! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Ing. Westenthaler: Bauen wir ein neues!
Übervolle Gefängnisse sind an sich ein Sicherheitsrisiko. (Abg. Ing. Westenthaler: Bauen wir ein neues!) Je weniger intensiv sich der Strafvollzug mit dem einzelnen Häftling auseinandersetzen kann, umso ungünstiger ist die Rückfallprognose und damit auch die Sicherheitsentwicklung im Großen.
Abg. Ing. Westenthaler: Da müssen Sie investieren!
Zur immer wieder kommenden Kasernen-Idee darf ich sagen, dass diese Idee unter Bundesminister Böhmdorfer verworfen worden ist, weil die Kasernen in dem baulichen Zustand, in dem sie damals schon waren, nicht den Sicherheitsanforderungen an Justizanstalten entsprochen hätten. (Abg. Ing. Westenthaler: Da müssen Sie investieren!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer beurteilt das?
Mein Reformwille im Bereich des Strafrechts ist von dem Grundgedanken geprägt, mehr Sicherheit in der Gesellschaft durch bessere Gestaltung des Strafvollzugs zu erreichen. Der zur allgemeinen Begutachtung versandte Ministerialentwurf – die Begutachtungsfrist endet erst am 22. Oktober – sieht in diesem Zusammenhang ein Bündel von Maßnahmen vor, die sich dem Ziel mehr Sicherheit nach der Haftentlassung unterordnen. Grundsätzlich sollen daher bei der bedingten Entlassung Strafzumessungserwägungen in den Hintergrund treten und durch Überlegungen ersetzt werden, die sich an den Auswirkungen des Vollzugs und von begleitenden Maßnahmen zur Sicherung des Lebens in Freiheit orientieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer beurteilt das?) Schon das Regierungsprogramm spricht davon, dass „im Bereich des materiellen Strafrechts die Möglichkeiten der bedingten Entlassung unter gleichzeitiger Stärkung der Rückfallsprävention für aufenthaltsverfestigte Personen, insbesondere durch Ermöglichung von Auflagen verbessert werden“ sollen. Diesem Auftrag kommt mein Entwurf nach.
Abg. Ing. Westenthaler: Steht aber drin!
Ich betone, dass die Gefahr jedweden Rückfalls zu berücksichtigen ist und nicht bloß, wie Sie gemeint haben, eine Gefahr der Tatbegehung mit schweren Folgen. (Abg. Ing. Westenthaler: Steht aber drin!) Sie sitzen hier einem falschen Text auf. Bitte schauen Sie den Text, der in Begutachtung gegangen ist, an.
Abg. Ing. Westenthaler: Wer sagt das?
die bedingte Entlassung bei Verbleib eines sehr viel kürzeren Strafrests den Verurteilten während der Bewährungszeit nicht genügend unter Druck setzt. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer sagt das?)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist das jetzt ein Zitat, oder ist das Ihre Meinung?
Ich widme mich auch mit besonderem Nachdruck einer verbesserten Beurteilung von Sexualstraftätern. Die bereits etablierte und wissenschaftlich anerkannte Begutachtungsstelle für Sexualstraftäter soll zu einer Begutachtungs- und Evaluationsstelle für Gewalt- und Sexualstraftäter ausgebaut werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist das jetzt ein Zitat, oder ist das Ihre Meinung?) Wichtig ist hier die Wahrnehmung, dass bei Verurteilten, die von dieser Stelle im Vollzug beobachtet und behandelt wurden, der Rückfall auf eine Marge von unter 5 Prozent gesenkt werden konnte.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist in Wirklichkeit eine Verhöhnung des Parlaments!
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Meine Damen und Herren! Ich hab’ mir jetzt, während ich diese Vorlesung in Beantwortung unserer Dringlichen Anfrage gehört habe, gedacht: Was hätte da bei einer anderen Regierung ein Klubobmann Cap oder ein Klubobmann Gusenbauer, Kollege Parnigoni oder andere hier am Rednerpult gesagt, wenn wir solch eine Anfragebeantwortung hier im Hohen Haus gehört hätten, wie wir sie jetzt gehört haben? (Abg. Parnigoni: Sachlich!) – Sachlich vorgelesen, Herr Kollege Parnigoni (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist in Wirklichkeit eine Verhöhnung des Parlaments!) – Ja, so ist es.
Abg. Ing. Westenthaler: Auch ein Broda-Schüler!
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesminister! Meine Damen und Herren! Ich möchte eigentlich auf die Ausführungen meiner beiden Vorredner nicht maßgeblich eingehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Auch ein Broda-Schüler!) Herr Kollege Westenthaler, es sind Fragen in den Raum gestellt worden, wie man zu etwas wird. Ich denke, dass Sie vielleicht noch einen ergänzenden Debattenbeitrag liefern könnten, weil Sie ja auch nicht, glaube ich, völlig unbetroffen sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der Justizsprecher der SPÖ!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der Justizsprecher der SPÖ!
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesminister! Meine Damen und Herren! Ich möchte eigentlich auf die Ausführungen meiner beiden Vorredner nicht maßgeblich eingehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Auch ein Broda-Schüler!) Herr Kollege Westenthaler, es sind Fragen in den Raum gestellt worden, wie man zu etwas wird. Ich denke, dass Sie vielleicht noch einen ergänzenden Debattenbeitrag liefern könnten, weil Sie ja auch nicht, glaube ich, völlig unbetroffen sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der Justizsprecher der SPÖ!)
Abg. Ing. Westenthaler: Da seid Ihr auch noch stolz drauf!
Da Sie jetzt versucht haben, mehr oder weniger Desinformation unter die Leute zu bringen: Es gibt eine Statistik über die Entwicklung der gerichtlich strafbaren Handlungen. Wir haben vom Jahr 1992 bis zum Jahr 1999 eine sinkende Anzahl von strafbaren Handlungen von 500 092 auf 490 000 insgesamt; also alle Delikte, Verbrechen als auch Vergehen. Wir haben dann ab dem Jahr 2000 von 516 000 bis auf 605 000 eine sprunghafte Entwicklung, meine Damen und Herren. (Abg. Ing. Westenthaler: Da seid Ihr auch noch stolz drauf!)
Abg. Parnigoni: Da war aber er auch dabei, der Westenthaler!
Wenn wir heute über die Vorgängerin der nunmehrigen Justizministerin reden und über die Sinnhaftigkeit von Maßnahmen, so, glaube ich, muss man auch erwähnen, was da stattgefunden hat; etwas, das jedenfalls alles andere als sinnvoll war. Die Frau Minister hat es ja erwähnt. Die Sperre des Jugendgerichtshofes, nämlich jener Einrichtung, die europaweit das Vorzeigemodell einer Integration jugendlicher Straftäter mit der geringsten Rückfallsquote in ganz Europa war, zeigt ja, dass hier an Sachlichkeit überhaupt kein Interesse bestanden hat. (Abg. Parnigoni: Da war aber er auch dabei, der Westenthaler!) Der Herr Westenthaler war mit dabei. Ich weiß nicht, ob er verstanden hat, worum es geht, ich glaube nicht. Das muss man ihm zurechnen. Insofern muss man einerseits der Frau Minister danken, andererseits auch dem Koalitionspartner, dass wir mit diesem neuen Modell diese europäische Einrichtung wieder entstehen lassen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das werden Sie richtigstellen müssen, weil das falsch ist!
Ihnen, Herr Westenthaler, ist es vorbehalten geblieben, einen neunfach Vorbestraften zu Ihrem Bodyguard zu machen (Abg. Ing. Westenthaler: Das werden Sie richtigstellen müssen, weil das falsch ist!) – und dadurch, dass Sie von dessen Gewaltneigung wussten, dadurch, dass Sie wussten, dass die Gefahr eines Rückfalles sehr groß ist, haben Sie das ja geradezu herbeigeführt.
Abg. Ing. Westenthaler: Für das Opfer macht das auch keinen Unterschied, Herr Kollege! Für das Opfer ist das völlig wurscht, was das war!
Da Sie die Freigänge angesprochen haben: Dazu gibt es auch noch eine sehr interessante Zahl. – Der von Ihnen zitierte Fall war übrigens kein Freigang, das war ein Ausgang; aber das macht für Sie offensichtlich keinen Unterschied. (Abg. Ing. Westenthaler: Für das Opfer macht das auch keinen Unterschied, Herr Kollege! Für das Opfer ist das völlig wurscht, was das war!)
Beifall bei Abgeordneten von Grünen und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sehr überheblich! – Sie waren auch einmal ...! Sie waren viele Jahre bei 4 Prozent!
Zu den Sexualstrafdelikten: Man diskutiert ja immer wieder mit dem BZÖ. Das BZÖ sagt dann: Wir vertreten die Opfer, weil wir von den Opfern gewählt werden! – Da muss man dazusagen: Außerhalb von Kärnten vertreten Sie gar niemanden, weil Sie außerhalb von Kärnten nicht gewählt werden. (Beifall bei Abgeordneten von Grünen und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sehr überheblich! – Sie waren auch einmal ...! Sie waren viele Jahre bei 4 Prozent!) Aber wenn man von dieser Kleinigkeit absieht, dann muss man sich das genau anschauen:
Abg. Ing. Westenthaler: Wenn es nach uns geht, nicht!
Zum anderen: Sie können längere Haftstrafen fordern, aber irgendwann wird der Straftäter wieder in Freiheit kommen – außer Sie wollen für alle lebenslänglich; das gibt es bisher nur bei Völkermord. Ich weiß nicht, vielleicht ist das der nächste Schritt, um sich mit noch lauterem Geschrei die mediale Aufmerksamkeit zu erarbeiten. Aber irgendwann kommt ein Sexualstraftäter in Freiheit (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn es nach uns geht, nicht!), und dann ist die entscheidende Frage: Was passiert dann?
Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe geglaubt, nur einer von hundert! – Heiterkeit des Abg. Scheibner.
Ich glaube, dass wir drei Maßnahmen brauchen: Wir brauchen eine umfassende Tätertherapie. Das hat nichts mit Gnade zu tun, sondern das ist aktiver Schutz für potenzielle künftige Opfer. Und auch hier muss man festhalten: Die Rückfallquote ist bei therapierten Sexualstraftätern deutlich geringer. Ohne Therapie haben wir eine Rückfallquote von 10 bis 25 Prozent, mit Therapie unter 10 Prozent. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe geglaubt, nur einer von hundert! – Heiterkeit des Abg. Scheibner.)
Abg. Dr. Jarolim: „Mehr Sicherheit und weniger Westenthaler!“, könnte man auch sagen!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Dr. Fichtenbauer zu Wort. Gewünschte Redezeit: 7 Minuten. – Bitte. (Abg. Dr. Jarolim: „Mehr Sicherheit und weniger Westenthaler!“, könnte man auch sagen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind Experten! – Abg. Scheibner: Aber Sie unterscheiden ja auch zwischen Ersttätern ...!
Ich denke, da sind jetzt die Experten dran. (Abg. Scheibner: Das sind Sie!) Die Frage ist ja: Wer unterscheidet dann zwischen schwarz und weiß, zwischen den guten Straftätern – ich nehme an, das sind die gestrauchelten Bürger – und den schlechten Straftätern? Ich nehme an, Sie bezeichnen die Berufskriminellen so. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind Experten! – Abg. Scheibner: Aber Sie unterscheiden ja auch zwischen Ersttätern ...!) Sie vielleicht? Sie vom BZÖ? (Abg. Scheibner: Das Strafrecht, Frau Kollegin!) Ich denke, das wäre ein ziemlich gefährlicher Weg.
Abg. Ing. Westenthaler: Was nützt dem Opfer dann?
Es nützt vor allem den Opfern nichts, wenn die Straftäter noch länger und noch länger und immer länger weggesperrt werden, denn Strafen und immer härtere Strafen alleine zu fordern, packt das Übel nicht an der Wurzel. (Abg. Ing. Westenthaler: Was nützt dem Opfer dann?) Das ist das Unseriöse bei Ihren Aussagen.
Abg. Ing. Westenthaler: Wenn Ihnen eine Familie zuhört, deren Kind geschändet worden ist!
Eine geringere Rückfallquote erreichen wir nur mit flankierenden Maßnahmen. – Das Schlimme ist nur, dass Sie jetzt wieder so viel dazwischenrufen und wieder nicht mitbekommen, was wirklich zu geringen Rückfallquoten führen würde. Aber ich sage es trotzdem noch einmal: Während der Haft muss es Therapien geben und nach der Haftentlassung muss es eine Betreuung oder eine Art gerichtliche Aufsicht für Sexualstraftäter geben, was ja wieder für eine vorzeitige Entlassung sprechen würde, weil da die Betreuung auf alle Fälle gewährleistet ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn Ihnen eine Familie zuhört, deren Kind geschändet worden ist!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist nicht meine Ministerin!
Im Übrigen verweise ich noch auf den Entschließungsantrag vom März 2007 von ÖVP und SPÖ, wo unter anderem gefordert wurde, dass man sich einmal ansieht, wie denn die Strafen für Delikte gegen Leib und Leben und andere Vermögensdelikte ausgesprochen werden. Daran kann ich mich auch erinnern. Das weiß ich auch noch aus eigener Erfahrung, dass Ihre Frau Ministerin Gastinger auf diesem Ohr aber mehr als taub war. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist nicht meine Ministerin!) – Gut. Ich glaube aber eher, dass sich die Ministerin Gastinger von Ihnen absentiert hat und nicht umgekehrt. Jetzt machen Sie es wieder umgekehrt. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja wurscht, aber es war nicht meine Ministerin!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja wurscht, aber es war nicht meine Ministerin!
Im Übrigen verweise ich noch auf den Entschließungsantrag vom März 2007 von ÖVP und SPÖ, wo unter anderem gefordert wurde, dass man sich einmal ansieht, wie denn die Strafen für Delikte gegen Leib und Leben und andere Vermögensdelikte ausgesprochen werden. Daran kann ich mich auch erinnern. Das weiß ich auch noch aus eigener Erfahrung, dass Ihre Frau Ministerin Gastinger auf diesem Ohr aber mehr als taub war. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist nicht meine Ministerin!) – Gut. Ich glaube aber eher, dass sich die Ministerin Gastinger von Ihnen absentiert hat und nicht umgekehrt. Jetzt machen Sie es wieder umgekehrt. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja wurscht, aber es war nicht meine Ministerin!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie wissen schon, wer das Kindergeld eingeführt hat!
Ich möchte in diesem Zusammenhang auch an die heutige Kindergelddiskussion erinnern. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie wissen schon, wer das Kindergeld eingeführt hat!) Sie sollten also ganz leise auf Ihren Oppositionsbänken sitzen und kleinlaut darüber
Abg. Ing. Westenthaler: Steht aber drinnen bei uns! Das wollen wir haben!
Da in dieser Dringlichen Anfrage auch der Fall Kampusch erwähnt wird, so ist es dringend notwendig, eine Strafverschärfung für lang anhaltende und qualvolle Freiheitsbeschränkung, aber auch für schwere Gewaltausübung rasch umzusetzen. (Abg. Ing. Westenthaler: Steht aber drinnen bei uns! Das wollen wir haben!) Bereits in der Sondersitzung vom 22. März dieses Jahres wurde ein Entschließungsantrag der Kollegen Fekter und Jarolim mit diesen wichtigen Forderungen beschlossen, nämlich Sexualdelikte einer eingehenden Evaluierung zu unterziehen, eine im Regierungsprogramm vorgesehene Einstellungsstatistik und eine Rückfallstatistik zu verwirklichen und auch Strafverschärfungen festzuschreiben.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist doch völlig egal!
Ich bitte euch – wir sind im Hohen Haus! (Ruf: Geh?!) Der Fall, den ihr da dauernd schildert, das, was da in der Schule passiert ist: Das war keine bedingte Entlassung, sondern das war ein Ausgang – Altrechtsbestand bei uns, bitte! (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist doch völlig egal!) Das ist aber so! Und das schaue ich mir an, Herr Kollege, wenn Sie ... (Abg. Ing. Westenthaler: Was kann das Kind dafür?! Ausgang oder bedingte Entlassung, das ist doch egal! Ein Skandal, diese Argumentation! Das ist doch für das Kind wurscht, ob Ausgang oder bedingte Entlassung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was kann das Kind dafür?! Ausgang oder bedingte Entlassung, das ist doch egal! Ein Skandal, diese Argumentation! Das ist doch für das Kind wurscht, ob Ausgang oder bedingte Entlassung!
Ich bitte euch – wir sind im Hohen Haus! (Ruf: Geh?!) Der Fall, den ihr da dauernd schildert, das, was da in der Schule passiert ist: Das war keine bedingte Entlassung, sondern das war ein Ausgang – Altrechtsbestand bei uns, bitte! (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist doch völlig egal!) Das ist aber so! Und das schaue ich mir an, Herr Kollege, wenn Sie ... (Abg. Ing. Westenthaler: Was kann das Kind dafür?! Ausgang oder bedingte Entlassung, das ist doch egal! Ein Skandal, diese Argumentation! Das ist doch für das Kind wurscht, ob Ausgang oder bedingte Entlassung!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Ich höre auch nichts von Strafverschärfungen für Parlamentarier, die falsche Zeugenaussagen tätigen. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Herr Kollege, meinen Sie nicht, dass solche Volksvertreter ein bisschen genauer unter die Lupe genommen werden und nicht besondere Vorteilsregeln genießen sollten?
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Wenn Sie schon immer von der Bevölkerung reden: Ich glaube, dass ein großer Anteil der Bevölkerung dem zustimmen würde, und ich hoffe, dass auch Sie dem zustimmen! – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel waren denn gar nicht angezeigt? Wissen Sie, wie viele gar nicht angezeigt werden? 10 000!
Die Zahl der Verurteilungen ist leicht rückläufig: Wir hatten, alle Sexualstraftaten gesehen, im Jahr 2005 679 Verurteilungen und im Jahr 2006 570 Verurteilungen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel waren denn gar nicht angezeigt? Wissen Sie, wie viele gar nicht angezeigt werden? 10 000!) Wir wissen, dass die Dunkelziffer sehr hoch ist, und werden uns natürlich weiter bemühen, gerade auch durch die Stärkung der Opfer die Anzeigebereitschaft zu steigern. Das ist ja für die Familien nicht lustig – ich bitte Sie wirklich, das zu berücksichtigen –, wenn ein Mädchen den eigenen Vater bei der Polizei anzeigt. Das ist die wahrscheinlichste und die häufigste Konstellation, dass der Täter der eigene Vater, der Stiefvater et cetera ist, und ich bitte Sie, diesen Umstand mit zu berücksichtigen, wenn wir über geeignete Maßnahmen nachdenken.
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Das ist das, was ich den heutigen Antragstellern dieser Dringlichen Anfrage unterstelle: dass sie nicht wirklich im Zentrum eine seriöse Debatte haben wollen, wo am Ende des Tages herauskommt, dass wir gemeinsam Lösungen für mehr Sicherheit und für mehr Schutz für die Bevölkerung finden, sondern dass dieses Thema dazu ausgenützt wird, um hier ein Süppchen zu kochen, das uns allen miteinander nicht weiterhilft. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Haben wir nicht gesagt!
Wir lassen es uns auch nicht gefallen, dass in so manchen Aussagen, die hier gemacht wurden, quasi uns und der Frau Justizministerin unterstellt wird, es seien die Kumpanen potentieller Straftäter. Das ist nicht in Ordnung! So kann man eine Diskussion, wenn man sie ernsthaft führen will, nicht führen – und mit uns schon gar nicht! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Haben wir nicht gesagt!)
Abg. Dr. Pilz: Beim Westenthaler? Geh, bitte!
Auch da mein Appell: Wenn man ernsthaft diskutieren will, dann sollte man wirklich auf den Kern der Sache gehen (Abg. Dr. Pilz: Beim Westenthaler? Geh, bitte!), auf Ursachenforschung, auf sozialpsychologische Ursachen, auf soziale Ursachen, auf die Frage, wie ein Vollzug ist, wie eine Resozialisierung zu führen ist – all das, was dann der oft sehr demagogisch begabte Peter Pilz zwar in seiner Wortmeldung drinnen gehabt hat, es aber vermischt hat mit diesen Punkten, die meiner Meinung nach nicht seriös sind.
Abg. Dr. Schüssel: Aber Westenthaler ist in der Minderheit!
Ferner unterscheide ich schon zwischen den Deliktstypen, vielleicht anders als alle anderen. Wenn man sagt – so, wie es Kollege Schüssel gesagt hat –, die Immunität ist uns heilig, dann brauchen wir eigentlich nur mehr die Definition des politischen Zusammenhangs ein bisschen weiter zu fassen, und es ist alles erfasst, was an Delikten denkmöglich nur passieren kann, oder wenn die Mehrheit dieses Hauses meint, es besteht ein politischer Zusammenhang, wobei ja der politische Zusammenhang keine Tatsachensubstratfeststellung ist (Abg. Dr. Schüssel: Da gibt es eine Spruchpraxis!), sondern es den Mehrheiten in diesem Haus obliegt, festzustellen, was ein politischer Zusammenhang ist; da werden Sie mir ja recht geben. (Abg. Dr. Schüssel: Ja, es gibt eine Praxis! Eine Spruchpraxis!) Und wenn man eben in der Minderheit ist, und man stellt den politischen Zusammenhang nicht fest, wird schon verfolgt. (Abg. Dr. Schüssel: Aber Westenthaler ist in der Minderheit!)
Abg. Strache: Herr Westenthaler hat die Aufhebung ...!
Es ist für mich schon etwas befremdend, wenn genau diese Fraktionen, Grün und durchaus auch Blau, die damals eigentlich immer für eine Ausweitung der Immunität eingetreten sind, wobei auch erst im vorletzten Immunitätsausschuss Kollege Graf selbst wieder eine Praxis eingefordert hat, die wir sogar schon geübt haben, nämlich in Richtung Ausdehnung der Immunität, wenn es ein Mitglied seiner Fraktion betroffen hat, jetzt plötzlich zur Begleichung persönlicher oder politischer Rechnungen oder wovon auch immer in einem anderen Fall verlangen, dass Immunität nicht zugestanden werden soll. (Abg. Strache: Herr Westenthaler hat die Aufhebung ...!)
Abg. Dr. Graf: War das jetzt eine Empfehlung an Westenthaler?
Das muss für alle gleich gelten (Abg. Dr. Graf: War das jetzt eine Empfehlung an Westenthaler?) – das ist für uns die Prämisse – und kann nicht abhängig von persönlichen Animositäten oder politischen Rechnungen sein. – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Es gibt einen Ausschussbeschluss!)
Sitzung Nr. 37
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Zu diesem Fremdenrechtspaket gab es einen prominenten Gast in der Fernseh-„Pressestunde“ vergangenen Sonntag: Univ.-Prof. Karl Korinek, den Präsidenten des Verfassungsgerichtshofes. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Ich lese Ihnen das vor; auch der Text ist über das Internet abrufbar, Herr Westenthaler! Professor Korinek ist ungewohnt heftig in diesem Zusammenhang, was das Fremdenrecht betrifft. (Abg. Strache: Der sieht ja auch keine Neutralität mehr gegeben!)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen. – Zwischenruf der Abgeordneten Mag. Hauser und Ing. Westenthaler.
Das betrifft eine genauere Formulierung des sogenannten Bleiberechts. Das heißt nicht, dass jeder Ausländer jetzt in Österreich bleiben kann, wann er will. Korinek nennt zum Beispiel drei wichtige Kriterien: Länge der Dauer des schon Hierseins – drei Jahre, fünf Jahre, darüber kann man debattieren –, strafrechtliche Unbescholtenheit – jawohl, auch wir teilen diese Meinung! – und Integration in die Bevölkerung hier. Da kann man darüber debattieren, was das nun heißt, woran man das festmacht. Aber ich denke, wenn die Kinder hier in die Schule gegangen sind, besser Deutsch können als ihre Muttersprache wie im Falle Arigona Zogaj zum Beispiel, die Eltern Arbeit gefunden haben und hier integriert sind, dann wird es das sein. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen. – Zwischenruf der Abgeordneten Mag. Hauser und Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Der traut sich was, der Parnigoni!
Ich möchte auch festhalten, dass in diesem Zusammenhang die Ausführungen des Präsidenten des Verfassungsgerichtshofes in der „Pressestunde“ aufs Schärfste zurückzuweisen sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Der traut sich was, der Parnigoni!) Ich würde nie den Präsidenten des Verfassungsgerichtshofes für Entscheidungen des Ver-
Abg. Ing. Westenthaler: Wow! Der greift eine heut’, der Parnigoni!
fassungsgerichtshofes rügen, aber er hat in dieser „Pressestunde“ einen Auftritt als Politiker hingelegt, und dazu kann ich nur sagen: Seine Aussagen waren inkompetent und unkorrekt und waren eher eine Wirtshausdiskussion als eine Äußerung des Präsidenten zu einer öffentlichen Angelegenheit. (Abg. Ing. Westenthaler: Wow! Der greift eine heut’, der Parnigoni!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir sind eh für die Zusammenführung – im Kosovo!
Im Übrigen sollte das eigentlich gerade einer ÖVP ein Anliegen sein, die sich doch auf die Fahnen heften will, Familienpartei zu sein! Das, was das jetzige Fremdengesetz – auf das Sie so stolz sind – macht, ist, Familien auseinanderzureißen, Familien abzuschieben und das Zusammenleben von Familien zu erschweren. Genau das bringt das neue Fremdenrechtsgesetz! Und da rede ich jetzt noch nicht einmal von der Familie Zogaj, die Sie auseinandergerissen haben (Abg. Dr. Brinek: Die war nie beisammen!) und wo ich, Herr Abgeordneter Parnigoni, nicht sehe, wo denn Ihre „großartige“ Lösung, die Sie heute beschlossen haben, tatsächlich zu einer Lösung für diese Familie führen wird. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir sind eh für die Zusammenführung – im Kosovo!)
Abg. Ing. Westenthaler: Demonstrationen verbieten!
Abgeordnete Marianne Hagenhofer (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Herr Kollege Westenthaler, Österreich ist ein Rechtsstaat, und Österreich entscheidet auf Grundlage der Gesetze und nicht auf der Grundlage von Mutmaßungen, die Sie über ganze Gesellschaftsgruppen drüberstreuen, so, wie Sie jetzt gerade wieder versucht haben, alle Menschen in Österreich sozusagen als kriminell, als Tatverdächtige hinzustellen. (Abg. Ing. Westenthaler: Demonstrationen verbieten!) Mit dieser Polemik, Herr Westenthaler, können Sie jetzt endlich einmal aufhören. Österreich ist ein Rechtsstaat, und es bleibt dabei. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – von ihm zitierte Zeitungsartikel vorweisend –: Haben Sie das gelesen?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – von ihm zitierte Zeitungsartikel vorweisend –: Haben Sie das gelesen?
Abgeordnete Marianne Hagenhofer (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Herr Kollege Westenthaler, Österreich ist ein Rechtsstaat, und Österreich entscheidet auf Grundlage der Gesetze und nicht auf der Grundlage von Mutmaßungen, die Sie über ganze Gesellschaftsgruppen drüberstreuen, so, wie Sie jetzt gerade wieder versucht haben, alle Menschen in Österreich sozusagen als kriminell, als Tatverdächtige hinzustellen. (Abg. Ing. Westenthaler: Demonstrationen verbieten!) Mit dieser Polemik, Herr Westenthaler, können Sie jetzt endlich einmal aufhören. Österreich ist ein Rechtsstaat, und es bleibt dabei. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – von ihm zitierte Zeitungsartikel vorweisend –: Haben Sie das gelesen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie gelesen, dass es bei uns türkische Krawalle gibt? Wollen Sie das? – Abg. Strache: Das ist eine Parallelgesellschaft, die Sie wollen! – Ruf: Brauchen Sie einen Arzt? – Abg. Ing. Westenthaler: Eine Gefährdung des Landes ist das!
Alles habe ich gelesen, aber Vorverurteilungen, Herr Kollege Westenthaler, in einem Rechtsstaat gibt es nicht! Und trotz aller Beschwichtigungen im Laufe der letzten Zeit darf eines nicht vergessen werden: Mit der Art und Weise, wie seit 2001 im Asylbereich gearbeitet wird, wird das Leben von Menschen völlig auf den Kopf gestellt, um nicht zu sagen, auch kaputt gemacht. (Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie gelesen, dass es bei uns türkische Krawalle gibt? Wollen Sie das? – Abg. Strache: Das ist eine Parallelgesellschaft, die Sie wollen! – Ruf: Brauchen Sie einen Arzt? – Abg. Ing. Westenthaler: Eine Gefährdung des Landes ist das!)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Grüne –: Das ist euer Rechtsstaat!
Gleichzeitig möchte ich aber sagen, dass es sowohl von der Kollegin Weinzinger als auch von der Dritten Präsidentin Glawischnig wieder einmal äußerst mutig, im negativen Sinn, ja fast kühn war, hier herauszugehen und die Rechtsstaatlichkeit in Österreich zu kritisieren beziehungsweise zu sagen, dass diese nicht gegeben sei. Was die Grünen in den letzten Wochen hier aufführen, das sucht wirklich seinesgleichen, und wir haben das auch schon am 10. Oktober bei der Debatte über das Fremdenrecht hier gehört: Wenn die Vizeparteichefin der Grünen bei einer öffentlichen Veranstaltung vor qualifizierter Öffentlichkeit sich dazu bekennt, illegal aufhältige Personen in Österreich zu verstecken, ja sogar noch dazu aufruft, diese zu verstecken, wenn das Rechtsstaatlichkeit ist und keine Konsequenzen bei den Grünen darauf folgen, dann muss ich mich schon wundern. Das ist unglaublich und ungeheuerlich! (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Grüne –: Das ist euer Rechtsstaat!)
Abg. Dr. Graf: Die Jahre davor war es genauso! – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
ren war 15 Prozent Steigerung, Verbraucherpreisindex. Die Pensionen wurden um 8,3 Prozent erhöht. Das heißt, es gibt einen Nettoverlust bei den Pensionen von fast 7 Prozent, den auch Sie in Ihrer Regierungsbeteiligung mit zu verantworten haben. (Abg. Dr. Graf: Die Jahre davor war es genauso! – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Donabauer steht an der Regierungsbank und spricht mit Bundesminister Dr. Buchinger. – Abg. Ing. Westenthaler, darauf Bezug nehmend: Aber er könnte zumindest einmal zuhören! – Zwischenruf bei der ÖVP.
Herr Minister Buchinger, jetzt verlange ich von Ihnen nicht – ich weiß, das wäre etwas zu viel verlangt –, dass Sie Einfluss auf die Weltwirtschaft nehmen; auch wenn Sie sich selbst das offensichtlich schon zutrauen. Und ich verlange von Ihnen auch nicht, dass Sie Spekulationsgeschäfte unterbinden, Spekulationsgeschäfte, die dazu führen, dass wir es in Bezug auf Erdöl mit einer Preisentwicklung zu tun haben, die sich wahrlich gewaschen hat – und wovon wiederum diejenigen, die es sowieso schon hart trifft, überproportional hart getroffen sind. (Abg. Donabauer steht an der Regierungsbank und spricht mit Bundesminister Dr. Buchinger. – Abg. Ing. Westenthaler, darauf Bezug nehmend: Aber er könnte zumindest einmal zuhören! – Zwischenruf bei der ÖVP.) – Frau Abgeordnete Aubauer gehört da nicht dazu; das wissen wir eh alle.
Abg. Ing. Westenthaler: Da sollte er aber zuhören! Das ist eine Präpotenz sondergleichen! – Bundesminister Buchinger spricht noch immer mit dem an der Regierungsbank stehenden Abg. Donabauer.
Was wir, Herr Bundesminister Buchinger, aber von Ihnen verlangen, ist die Erledigung Ihrer Hausaufgaben! Das ist der Begriff, der hier passt. (Abg. Ing. Westenthaler: Da sollte er aber zuhören! Das ist eine Präpotenz sondergleichen! – Bundesminister Buchinger spricht noch immer mit dem an der Regierungsbank stehenden Abg. Donabauer.) – Der Herr Bundesminister hört nicht zu. Er hat das nicht notwendig, glaubt er, wie so viele hier herinnen offenbar. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Frau Rudas, die Eier sind auch teurer geworden übrigens!
Präsidentin Dr. Eva Glawischnig-Piesczek: Als nächste Rednerin zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Rudas. 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Frau Rudas, die Eier sind auch teurer geworden übrigens!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich war damals nicht dabei!
Interessant war natürlich all das, was rundherum war. Da hat es geheißen vonseiten der zuständigen Bundesministerin: Da geht es nicht um die Versorgung von BZÖ-Menschen, Herr Klubobmann Westenthaler! (Abg. Ing. Westenthaler: Ich war damals nicht dabei!) – Sie waren damals nicht dabei, ja. Sie waren fern von Gut und Böse. Aber, Herr Kollege Westenthaler, diese Sachen, die sind schon auch noch während Ihrer Zeit gelaufen, denn die Personen sind nicht alle gleichzeitig aufgenommen worden, und auch die am spätesten Aufgenommenen waren eigenartigerweise alle aus dem Umfeld des BZÖ. Soweit müsste mich das auch nicht stören, denn warum soll es nicht auch im BZÖ Menschen geben – auch wenn man es nicht für möglich halten würde –, die die Familienpolitik sozusagen fähig und kompetent betreiben.
Sitzung Nr. 38
Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen. – Abg. Strache: Die Schönfärberstunde! – Abg. Ing. Westenthaler: Warum wissen das die Menschen nicht, was Sie da sagen?
Zum Zweiten ist festzuhalten, dass unsere günstige Wirtschaftsentwicklung – und wir werden im heurigen Jahr wieder über 3 Prozent Wirtschaftswachstum haben – natürlich in erster Linie der Erfolg unserer österreichischen Unternehmungen, der Arbeitnehmer und der Initiativen vieler in unserem Land ist. Die Verwertungsmöglichkeiten für die Unternehmungen und für die Arbeitnehmer werden aber ganz entscheidend durch die Bedingungen geprägt, die wir in Europa vorfinden. Und wenn es ein Land gibt, das die Öffnung des früheren kommunistischen Ostens nach 1989 in einer ökonomisch exzellenten Art und Weise bewältigt hat – nämlich zum Nutzen vor allem für seine Bürgerinnen und Bürger –, dann ist das Österreich; und das sollen wir mit aller Deutlichkeit einmal festhalten! Österreich ist der Gewinner der Erweiterung der Europäischen Union – auch wirtschaftlich. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen. – Abg. Strache: Die Schönfärberstunde! – Abg. Ing. Westenthaler: Warum wissen das die Menschen nicht, was Sie da sagen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wieso haben Sie eigentlich nichts erreicht? Wieso kommen Sie mit leeren Händen?
Meine sehr verehrten Damen und Herren, man soll dabei nicht verschweigen, dass es natürlich Wermutstropfen gibt, wie zum Beispiel den Wermutstropfen, dass Großbritannien sich ein Opt-out genommen hat – ob es Polen letztendlich auch noch sein wird oder nicht, wird sich noch herausstellen (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso haben Sie eigentlich nichts erreicht? Wieso kommen Sie mit leeren Händen?) –, weil das natürlich für die Bürgerinnen und Bürger in Großbritannien, so finde ich, keine gute Sache ist und weil man sich auch die Frage stellen muss, wie die weitere Entwicklung Europas aussieht, wenn einzelne Staaten sich von der gemeinsamen europäischen Politik immer wieder ein Opt-out nehmen. Das führt nämlich zu einer gewissen Unübersichtlichkeit in Europa und erreicht nicht das, was eigentlich das Ziel des europäischen Projekts ist.
Abg. Vilimsky: Das haben Sie falsch verstanden! – Abg. Ing. Westenthaler: Zurück zum Start!, haben sie gesagt!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die österreichische Bundesregierung, die Frau Außenministerin und ich haben natürlich den Auftrag des Parlaments so verstanden, dass wir versuchen, ein Maximum dieses Verfassungsvertrags, den Sie hier im Hohen Haus mit einer großen Mehrheit ratifiziert haben, auch im neuen Reformvertrag zu erhalten. (Abg. Vilimsky: Das haben Sie falsch verstanden! – Abg. Ing. Westenthaler: Zurück zum Start!, haben sie gesagt!) Denn klarerweise ist es so, dass die österreichische Bundesregierung zu handeln hat auf Basis der Gesetze und auf Basis der Beschlüsse des österreichischen Nationalrates; und wenn 182 von 183 Abgeordneten ja zu diesem Verfassungsvertrag gesagt haben (Zwischenruf des Abg. Mag. Hauser), dann war es unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, dass möglichst viel
Abg. Ing. Westenthaler: Die ist meistens wirkungslos, die gelbe Karte!
Wie sieht die Stärkung der parlamentarischen Komponente im Übrigen genau aus? – Die klare Betonung des Subsidiaritätsprinzips, denn bisher ist es ja immer ausschließlich um das Europäische Parlament, um seine Kompetenzen gegangen. Sie, meine Damen und Herren, die gewählten Volksvertreter, werden in Hinkunft direkt von der Kommission über Rechtssetzungsvorhaben informiert. Sie haben die Möglichkeit, Einspruch zu erheben, wenn Sie der Ansicht sind, dass ein Kommissionsvorschlag eine Materie regeln will, für die die Zuständigkeit bei den Mitgliedstaaten liegt. In der Sprache des Fußballs: Sie können der Kommission notfalls die gelbe Karte zeigen. (Abg. Ing. Westenthaler: Die ist meistens wirkungslos, die gelbe Karte!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das glaube ich nicht! Ich glaube, dass die meisten einer Meinung sind!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Es werden viele Menschen, die heute zusehen, bei diesem Thema sehr unterschiedlicher Meinung sein. (Abg. Ing. Westenthaler: Das glaube ich nicht! Ich glaube, dass die meisten einer Meinung sind!) Es gibt welche, die diesem Prozess in der Europäischen Union vorbehaltlos zustimmen, und es gibt manche, die da sehr skeptisch bis ablehnend sind.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kickl: Ha! – Abg. Ing. Westenthaler: Weiß das der Herr Bush auch, dass ihr Weltpolitik macht?
Ich möchte das erweitern: Nicht nur wir Österreicherinnen und Österreicher sollen uns mehr zutrauen, nein, wir Europäerinnen und Europäer sollen uns mehr zutrauen. Wir sind nicht der Gegenstand der Weltpolitik, wir machen Weltpolitik, wir wollen gestalten, und wir haben einen Anspruch darauf! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kickl: Ha! – Abg. Ing. Westenthaler: Weiß das der Herr Bush auch, dass ihr Weltpolitik macht?)
Abg. Ing. Westenthaler: „Österreich ist frei!“
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster gelangt nun Herr Klubobmann Dr. Schüssel zu Wort. Redezeit: 9 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: „Österreich ist frei!“)
Abg. Ing. Westenthaler: George Bush und Josef Cap!
Abgeordneter Dr. Wolfgang Schüssel (ÖVP): Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Wer, wie Josef Cap, Weltpolitik machen möchte (Abg. Ing. Westenthaler: George Bush und Josef Cap!), der sollte gleich einmal damit beginnen, dass er die Erweiterung der Union um unsere Nachbarländer auch als eine wirklich historische Chance für uns begreift. Da hat mir eigentlich der Ansatz von Gusenbauer und Plassnik sehr viel besser gefallen, dass wir ja sagen zu diesem europäischen und österreichischen Traum, dass die Grenzen fallen, unsere Nachbarn dabei sind. (Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Ing. Westenthaler: Friedensprojekt!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Präsident! Wenn man über die Europäische Union redet, fallen einem natürlich zuerst einmal die Dinge ein, die einem nicht passen, aus der Sicht der Grünen Reizthemen über Jahre, Jahrzehnte, muss man bald sagen: Transitverkehr, Euratom-Vertrag und, und, und. Das liegt auf der Hand. Aber bei Gelegenheiten wie diesen soll man sich auch daran erinnern, dass bei allem gebührenden Pathos die Europäische Union außerdem wahrscheinlich das größte, umfassendste, ehrgeizigste (Abg. Ing. Westenthaler: Friedensprojekt!) Friedensprojekt aller Zeiten ist. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ja, immer dieselbe Leier!)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ja, immer dieselbe Leier!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Präsident! Wenn man über die Europäische Union redet, fallen einem natürlich zuerst einmal die Dinge ein, die einem nicht passen, aus der Sicht der Grünen Reizthemen über Jahre, Jahrzehnte, muss man bald sagen: Transitverkehr, Euratom-Vertrag und, und, und. Das liegt auf der Hand. Aber bei Gelegenheiten wie diesen soll man sich auch daran erinnern, dass bei allem gebührenden Pathos die Europäische Union außerdem wahrscheinlich das größte, umfassendste, ehrgeizigste (Abg. Ing. Westenthaler: Friedensprojekt!) Friedensprojekt aller Zeiten ist. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ja, immer dieselbe Leier!)
Abg. Ing. Westenthaler: Völliger Schwachsinn! Ich habe nicht vom „Misthaufen EU“ gesprochen, das war Ihr Voggenhuber!
Es ist nicht alles perfekt. No na, wenn sich 27 Mitgliedsländer auf ein Kompromisspapier einigen sollen, wird nicht alles perfekt sein. Wenn wir, die Grünen, eine europäische Verfassung, einen Reformvertrag geschrieben hätten, würde er naturgemäß anders ausschauen. Und ich nehme an, das gilt auch für die Fraktion der SPÖ und der ÖVP, nicht für die FPÖ und Westenthaler, weil diese ja eine europäische Einigung ablehnen. Das glaube ich schon, dass Sie gegen den Reformvertrag sind, weil Sie gegen jede Form von europäischer Integration sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Völliger Schwachsinn! Ich habe nicht vom „Misthaufen EU“ gesprochen, das war Ihr Voggenhuber!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Graf: Für das Protokoll: Kein Applaus von den Grünen! – Abg. Ing. Westenthaler: Frau Kollegin Lunacek, wo ist eigentlich Ihre Fraktion geblieben? Nur für die ORF-Kamera: Die Grünen sind gar nicht mehr da!
In Artikel 4 Abs. 2 des Reformvertrages steht ganz klar, dass die nationale Sicherheit weiterhin in die alleinige Zuständigkeit der einzelnen Mitgliedstaaten fällt und dass jedes Land für sich entscheidet, welche Form des Beistands und der Solidarität es auf der Grundlage der eigenen verfassungsrechtlichen Struktur ausübt – und verfassungsrechtliche Struktur bedeutet in Österreich Neutralität. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Graf: Für das Protokoll: Kein Applaus von den Grünen! – Abg. Ing. Westenthaler: Frau Kollegin Lunacek, wo ist eigentlich Ihre Fraktion geblieben? Nur für die ORF-Kamera: Die Grünen sind gar nicht mehr da!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Da ist ja unser Applaus noch lauter!
Unsere Initiativen sind diejenigen, die dazu beitragen, dass die Bevölkerung mitdiskutiert, und das ist auch in Zukunft gefordert. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Da ist ja unser Applaus noch lauter!)
Abg. Ing. Westenthaler: Freiwillige Feuerwehr von Purkersdorf!
Welcher österreichische Parlamentarier, sagen Sie mir das, war jetzt eingebunden in die Verhandlungen rund um den Reformvertrag? – Nennen Sie mir einen! Gab es einen? (Bundeskanzler Dr. Gusenbauer: Das gesamte Feuerwehr-Komitee des Hauses!) – Ja, das gesamte Feuerwehr-Komitee. (Abg. Ing. Westenthaler: Freiwillige Feuerwehr von Purkersdorf!) – Da kann ich Ihnen schon Folgendes sagen, denn ich war auch Mitglied im Feuerwehr-Komitee: Um 2.15 Uhr hat mich ein Anruf ereilt, es sei alles wunderbar, und wir sind davon informiert worden, dass es eine Einigung gibt. – Großartig, das ist die „Einbindung“! In Verhandlungen hätten die Abgeordneten, die nationalen Parlamente, eingebunden werden können, aber das hat man verpasst, Herr Bundeskanzler!
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Neugebauer –: Gibt es eigentlich eine europäische Gesamtschule?! – Abg. Neugebauer: Nein, gibt es nicht! Wir sind für Regionen!
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Neugebauer. Seine Redezeit beträgt ebenfalls 6 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Neugebauer –: Gibt es eigentlich eine europäische Gesamtschule?! – Abg. Neugebauer: Nein, gibt es nicht! Wir sind für Regionen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht zum Schädeleinschlagen!
Wesentlich ist aus unserer Sicht: Das Recht auf Versammlungsfreiheit, das Sie eigentlich im Kern hinterfragt haben, ist ein wichtiges demokratisches Grundrecht, das in der Verfassung verankert ist: Artikel 12 Staatsgrundgesetz, Artikel 11 der Europäischen Menschenrechtskonvention. Das ist ein Grundpfeiler unserer demokratischen Ordnung. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht zum Schädeleinschlagen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt Untersagungsrechte!
Es geht nicht um die Frage, ob einzelne Demonstrationen bei uns große Freude auslösen oder nicht, aber es geht sehr wohl darum, dass man Grundrechte nicht nach Lust und Laune in Geltung oder außer Geltung setzen kann. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Das ist ein wichtiger Punkt, meine sehr geehrten Damen und Herren, an dem wir uns orientieren sollten. (Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt Untersagungsrechte!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich werde Sie am Montag daran erinnern, Herr Minister!
Eine willkürliche Untersagung, die nicht tatsächlich begründet ist, wäre ein rechtswidriger Eingriff in das verfassungsgesetzlich gewährleistete Grundrecht. Willkür erzeugt keine Sicherheit, und Willkür hat sicher in einem Rechtsstaat nichts verloren. Daher ist klar: Um eine Demonstration zu untersagen, müssen auch tatsächlich konkrete Umstände vorliegen, die eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit befürchten lassen. Schwammige und diffuse Aussagen und Argumentationen können jedenfalls kein Grund dafür sein. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich werde Sie am Montag daran erinnern, Herr Minister!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die war aber schon genehmigt! – Abg. Öllinger: Wenn er das Fähnchen nicht kriegt, dann bleibt ihm ja überhaupt nichts! – Ein Fähnchen für das BZÖ, bitte!
Es ist ein Gerücht, dass Sie mit Interventionen die Marschroute geändert und für die Neufestlegung derselben gesorgt hätten, sondern: In den Gesprächen mit den Veranstaltern der Demonstration wurde eine neue Demonstrationsmarschroute in Wien festgelegt. Sie sollten sich dieses Fähnchen nicht auf Ihren Hut stecken. (Abg. Ing. Westenthaler: Die war aber schon genehmigt! – Abg. Öllinger: Wenn er das Fähnchen nicht kriegt, dann bleibt ihm ja überhaupt nichts! – Ein Fähnchen für das BZÖ, bitte!) Da sehen Sie, wie die Behörden tatsächlich handeln, um mit den verfassungsrechtlichen Gegebenheiten das Beste zur Sicherstellung der Ordnung zu organisieren, meine sehr geehrten Damen und Herren.
Abg. Ing. Westenthaler: Da hat sich einer eine Zigarette angezündet, oder was? Es ist so ein Brandloch in der Auslage!
Die Bundespolizeidirektion Wien war mit dem betreffenden Verein in Verbindung, es wurden adäquate Präventivmaßnahmen gesetzt. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand kann nicht eindeutig auf einen Brandanschlag geschlossen werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Da hat sich einer eine Zigarette angezündet, oder was? Es ist so ein Brandloch in der Auslage!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber sie könnten eine haben!
Meinungen und Ansichten sind nicht Gegenstand des parlamentarischen Interpellationsrechtes. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber sie könnten eine haben!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich schicke sie Ihnen dann!
Die Sicherheitsbehörden reagieren entsprechend den Erfahrungen und Vorkommnissen der letzten Wochen. Grundsätzlich liegen derzeit keine Hinweise auf geplante gewalttätige Auseinandersetzungen vor. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich schicke sie Ihnen dann!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt geht es doch!
Die zuständigen Behörden werden im Rahmen einer Gefährdungseinschätzung angemeldete Kundgebungen innerhalb der verfassungsrechtlichen und einfachgesetzlichen Rahmenbedingungen bewerten, an andere Orte verlegen, aber auch gegebenenfalls untersagen. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt geht es doch!)
Abg. Ing. Westenthaler: So ein Format haben Sie schon, dass Sie auch Meinungen sagen!
Meinungen sind nicht Gegenstand des Interpellationsrechtes. (Abg. Ing. Westenthaler: So ein Format haben Sie schon, dass Sie auch Meinungen sagen!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Dass du dich keine Meinung sagen traust, das hätte ich mir nicht gedacht! – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Frag mich etwas über den Klimaschutz!
Soviel zur Beantwortung der Fragen. (Abg. Öllinger: Sie machen das besser als der Platter!) Sie sehen, die Exekutive ist bestens gerüstet für die kommenden Ereignisse und Demonstrationen und wird mit großer Nachsicht zwischen den rechtlichen Rahmenbedingungen und den Notwendigkeiten wie immer hervorragend und präzise agieren. Sie können sich auf die Polizistinnen und Polizisten in unserem Land verlassen, Herr Abgeordneter! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Dass du dich keine Meinung sagen traust, das hätte ich mir nicht gedacht! – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Frag mich etwas über den Klimaschutz!)
Abg. Ing. Westenthaler: Da wird es tuschen! Die Verantwortung dafür tragen ab sofort Sie, Herr Bundesminister! – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Ich nehme sie gerne wahr!
Als Oberösterreicherin möchte ich sagen: Glauben Sie mir, Herr Bundesminister, wenn kommenden Sonntag in Linz eine Demonstration von 8 000 türkischen Teilnehmern und Teilnehmerinnen erwartet wird (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: 4 000!), dann ist das keine Kleinigkeit. Sie werden Linz kennen. Linz ist zwar eine sehr schöne Stadt, aber wenn ich daran denke, dass der Demonstrationszug, der um 13 Uhr beginnt und vom Blumauer Platz über die Landstraße zum Hauptplatz geht ... (Abg. Ing. Westenthaler: Da wird es tuschen! Die Verantwortung dafür tragen ab sofort Sie, Herr Bundesminister! – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Ich nehme sie gerne wahr!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die roten Polizeioffiziere?
Was ist in Favoriten wirklich geschehen? Was ist dort wirklich passiert? – Wenn das BZÖ besser recherchiert hätte, dann hätte es das auch gewusst, denn einfache Anrufe bei Polizeioffizieren genügen, die geben sehr bereitwillig Auskunft darüber, was dort wirklich geschehen ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Die roten Polizeioffiziere?) – Nicht die roten Polizeioffiziere! Da gibt es zu wenig rote Polizeioffiziere, leider. (Abg. Ing. Westenthaler: In Wien gibt es genug!) Dafür haben ja Sie, Herr Westenthaler, unter anderen auch gesorgt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: In Wien gibt es genug!
Was ist in Favoriten wirklich geschehen? Was ist dort wirklich passiert? – Wenn das BZÖ besser recherchiert hätte, dann hätte es das auch gewusst, denn einfache Anrufe bei Polizeioffizieren genügen, die geben sehr bereitwillig Auskunft darüber, was dort wirklich geschehen ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Die roten Polizeioffiziere?) – Nicht die roten Polizeioffiziere! Da gibt es zu wenig rote Polizeioffiziere, leider. (Abg. Ing. Westenthaler: In Wien gibt es genug!) Dafür haben ja Sie, Herr Westenthaler, unter anderen auch gesorgt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das glauben Sie wirklich? Wegen eines Fußballmatches?! – Abg. Dr. Haimbuchner: Geh, bitte!
Also was ist tatsächlich in Favoriten passiert? – Jugendliche haben im Fernsehen ein Fußballmatch geschaut, und dann haben zwei Personen einander ein SMS mit beleidigenden Aussagen geschickt. Daraufhin haben sich beide schlicht und einfach jeweils ihre Anhängerschaft organisiert, und die haben dann auf offener Straße Auseinandersetzungen gehabt. (Abg. Ing. Westenthaler: Das glauben Sie wirklich? Wegen eines Fußballmatches?! – Abg. Dr. Haimbuchner: Geh, bitte!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Glauben Sie wirklich, was Sie da sagen?
Das, was dann dabei passiert ist, Herr Westenthaler, war schlicht und einfach so, dass auf beiden Seiten Türken und Kurden waren. Das ist so, wie wenn Klagenfurter und Villacher miteinander gegen Klagenfurter und Villacher eine Rauferei machen. So war das! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Glauben Sie wirklich, was Sie da sagen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Glauben Sie das, was Sie da sagen?! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Herr Kollege Westenthaler, solche Auseinandersetzungen hat es schon vor 50 Jahren gegeben! (Abg. Ing. Westenthaler: Glauben Sie das, was Sie da sagen?! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) Sie als Simmeringer – er ist ja kein Simmeringer, ist wahr, er kommt ja von woanders – müssten das in Wahrheit ja ganz genau aus den Erzählungen der Älteren kennen, die heute im Alter meines Vaters sind, irgendwo so zwischen 66 und 70, wie sich das früher abgespielt hat. Da gab es das ganz genauso, nur dass man vielleicht keine SMS gehabt hat! Da sind die Auseinandersetzungen auch so gewesen, dass die Laaerberger zur Hasenleiten hinuntermarschiert sind oder dass die Wienerberger nach Meidling marschiert sind und dass es dort Auseinandersetzungen gegeben hat. Das war es schlicht und einfach! (Abg. Ing. Westenthaler – dem Redner die Kopie einer Zeitungsseite mit der Schlagzeile „Türkenkrieg in Österreich“ zeigend –: Schauen Sie einmal!) – Ja, wenn Sie alles glauben, was in der
Abg. Ing. Westenthaler – dem Redner die Kopie einer Zeitungsseite mit der Schlagzeile „Türkenkrieg in Österreich“ zeigend –: Schauen Sie einmal!
Herr Kollege Westenthaler, solche Auseinandersetzungen hat es schon vor 50 Jahren gegeben! (Abg. Ing. Westenthaler: Glauben Sie das, was Sie da sagen?! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) Sie als Simmeringer – er ist ja kein Simmeringer, ist wahr, er kommt ja von woanders – müssten das in Wahrheit ja ganz genau aus den Erzählungen der Älteren kennen, die heute im Alter meines Vaters sind, irgendwo so zwischen 66 und 70, wie sich das früher abgespielt hat. Da gab es das ganz genauso, nur dass man vielleicht keine SMS gehabt hat! Da sind die Auseinandersetzungen auch so gewesen, dass die Laaerberger zur Hasenleiten hinuntermarschiert sind oder dass die Wienerberger nach Meidling marschiert sind und dass es dort Auseinandersetzungen gegeben hat. Das war es schlicht und einfach! (Abg. Ing. Westenthaler – dem Redner die Kopie einer Zeitungsseite mit der Schlagzeile „Türkenkrieg in Österreich“ zeigend –: Schauen Sie einmal!) – Ja, wenn Sie alles glauben, was in der
Abg. Ing. Westenthaler: Wo kommt denn der her? Ist das die Jungfernrede?
Der Ort der Auseinandersetzung ist seit 100 Jahren bekannt dafür, dass es dort leider immer wieder Schwierigkeiten gibt. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo kommt denn der her? Ist das die Jungfernrede?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber der Häupl! Der Häupl ist Bürgermeister in Wien, oder?!
Aber wo liegen die wirklichen oder eigentlichen Probleme? – Da gebe ich Ihnen schon durchaus recht, wenn Sie heute sagen, das ist ein Sicherheitspolizei-Problem. In Favoriten arbeiten fleißige, engagierte Polizisten, die sehr mannigfaltig tätig sind, die auch bei Charity-Aktionen dabei sind, die wirklich eine sehr gute Arbeit leisten, aber – als Sechzehnjähriger, als ich mit dem Moped gefahren bin, hätte ich mir nicht gedacht, dass ich das jemals sagen muss – es gibt einfach zu wenige Polizisten! (Oh-Rufe bei BZÖ und FPÖ.) – Heute wird in Wahrheit keiner mehr erwischt, das ist es. Es gibt zu wenige Polizisten für präventive Einsätze. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber der Häupl! Der Häupl ist Bürgermeister in Wien, oder?!)
Abg. Ing. Westenthaler: Er sitzt eh da!
Das sind die wahren Probleme, und, Herr Minister, da bitte ich Sie, das Ihrem Kollegen Platter mitzugeben, der in der Asylrechtsdebatte hier gestanden ist und gesagt hat: Ich, Platter, stehe für Recht und Ordnung! (Abg. Ing. Westenthaler: Er sitzt eh da!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist völlig richtig!
Abgeordnete Gabriele Tamandl (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Minister! Herr Kollege Hursky, ich glaube, es wäre gescheiter gewesen, Sie wären im Wiener Landtag geblieben, denn die Rede, die Sie hier gehalten haben, glauben Sie wohl selbst nicht! Da haben Sie jetzt wirklich das Thema verfehlt. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist völlig richtig!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wissen Sie, dass drei Menschen auf der Intensivstation liegen? Drei Schwerverletzte auf der Intensivstation! Ist Ihnen das wurscht?
Herr Kollege Westenthaler, ich weiß, Sie sind ein Favoritner, das ist Ihnen ein Herzensanliegen, aber wenn Sie sich hier herausstellen und hier ... (Abg. Parnigoni: Er ist Simmeringer!) – Ja, aus Simmering, macht ja nichts. – Nein, er ist Favoritner, bitte! Er ist Favoritner! (Abg. Ing. Westenthaler: Wissen Sie, dass drei Menschen auf der Intensivstation liegen? Drei Schwerverletzte auf der Intensivstation! Ist Ihnen das wurscht?)
Abg. Ing. Westenthaler: ... öffentliche Sicherheit gefährden!
Wir haben in der Verfassung viele Rechte verankert, wie beispielsweise das Wahlrecht, die Pressefreiheit oder die Demonstrations- und Versammlungsfreiheit. (Anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ.) – Ich glaube, Sie können mir zuhören, Herr Kollege Westenthaler, ich habe Ihnen auch zugehört. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) – Wir wollen nicht, dass das demokratische Recht der Versammlungs- und Demonstrationsfreiheit aufgeweicht wird! (Abg. Ing. Westenthaler: ... öffentliche Sicherheit gefährden!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das tut mir leid! Das habe ich nicht gewusst, dass sie erst nach der Demonstration ...!
Man sieht an der jetzigen Lösung und auch an den Initiatoren, dass sich diese sehr wohl eine friedliche Demonstration wünschen. (Beifall des Abg. Dr. Stummvoll.) Die Ausschreitungen finden ja immer erst nach Auflösung der Demonstration statt, deswegen kann man doch jetzt nicht das Recht auf Demonstration in den Schmutz ziehen! (Abg. Ing. Westenthaler: Das tut mir leid! Das habe ich nicht gewusst, dass sie erst nach der Demonstration ...!) Nein, das kann man nicht, und darum sage ich Ihnen: Wenn Sie sich hier herstellen und das fordern, dann ist das der falsche Weg!
Abg. Ing. Westenthaler: Drei im Spital!
keine Demonstration verbieten, und deswegen ist auch die Demonstrationsfreiheit nicht in Frage zu stellen. Das ist mit uns nicht möglich! (Abg. Ing. Westenthaler: Drei im Spital!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Ich rufe Sie am Montag an!
Wir vertrauen den Sicherheitswachebeamten, wir vertrauen unserem Innenminister und wir vertrauen ganz einfach den verantwortlichen Beamten, die schon bei vielen Demonstrationen gezeigt haben, dass sie es können. Das ist unsere Politik, und die werden wir auch weiter machen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Ich rufe Sie am Montag an!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das hättet ihr gerne!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine Damen und Herren! Aus Sicht des grünen Klubs ist zur dringlichen Blamage des BZÖ Folgendes festzustellen (Abg. Ing. Westenthaler: Das hättet ihr gerne!):
Abg. Ing. Westenthaler: Euch ist das alles wurscht!
Erstens: Herr Abgeordneter Westenthaler hat in diesem Haus einen sachdienlichen Hinweis geliefert – und das war vielleicht das einzig Substanzielle am Beitrag des BZÖ –, und ich ersuche die Organe der Sicherheitsexekutive und des Innenministeriums, diesem Hinweis des Abgeordneten Westenthaler nachzugehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Euch ist das alles wurscht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das steht alles in der Zeitung! Das kann man alles nachlesen!
Um das zu begründen: In der Antwort des Innenministers beziehungsweise seiner Vertretung hat es wörtlich geheißen, es gebe derzeit keine Hinweise auf geplante Gewalttätigkeiten. – Herr Abgeordneter Westenthaler hat aber erklärt: Auch hier hören wir, dass ein Teil der Schläger von den Favoritner Straßenschlachten bei den nächsten Demonstrationen teilnehmen wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Das steht alles in der Zeitung! Das kann man alles nachlesen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen habe ich es heute gesagt!
Das heißt, Herr Abgeordneter Westenthaler hat Informationen über geplante Gewalttaten, über die das Bundesministerium für Inneres nicht verfügt. (Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen habe ich es heute gesagt!) Es muss also direkte Informationen des Abgeordneten Westenthaler durch gewaltbereite Demonstranten, durch Personen, die das Demonstrationsrecht für möglicherweise kriminelle Akte missbrauchen wollen, geben, und es ist durchaus im Sinne von Rechtsstaatlichkeit und Sicherheit, dass diese Angaben des Abgeordneten Westenthaler überprüft werden, und auch festgestellt wird, welcher Art seine Kontakte zu den Gewalttätern sind. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Cap. – Abg. Ing. Westenthaler: Ja! Sehr konstruktiv!)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Cap. – Abg. Ing. Westenthaler: Ja! Sehr konstruktiv!
Das heißt, Herr Abgeordneter Westenthaler hat Informationen über geplante Gewalttaten, über die das Bundesministerium für Inneres nicht verfügt. (Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen habe ich es heute gesagt!) Es muss also direkte Informationen des Abgeordneten Westenthaler durch gewaltbereite Demonstranten, durch Personen, die das Demonstrationsrecht für möglicherweise kriminelle Akte missbrauchen wollen, geben, und es ist durchaus im Sinne von Rechtsstaatlichkeit und Sicherheit, dass diese Angaben des Abgeordneten Westenthaler überprüft werden, und auch festgestellt wird, welcher Art seine Kontakte zu den Gewalttätern sind. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Cap. – Abg. Ing. Westenthaler: Ja! Sehr konstruktiv!)
Abg. Ing. Westenthaler: 31. Jänner!
Sie müssen sich nur vorstellen, was passieren würde, wenn der BZÖ-Vorschlag, ein generelles Versammlungsverbot bis zum 1. Jänner 2008 zu verhängen (Abg. Ing. Westenthaler: 31. Jänner!), vom Innenministerium ernsthaft geprüft würde. Das wäre erstens ein glatter Bruch der österreichischen Bundesverfassung durch den Innenminister – ich gehe fest davon aus, dass es nicht dazu kommen wird – und zweitens auch sicherheitspolizeilich etwas sehr Gefährliches. (Abg. Ing. Westenthaler: Wissen Sie, wie viele Demonstranten ... in Österreich?) – Stellen Sie sich vor, wenn die große Mehrheit der friedlichen Kurdinnen und Kurden und Türkinnen und Türken in Österreich nicht mehr die Möglichkeit zu friedlichen Versammlungen und Kundgebungen hat, wie die sicherheitspolizeilichen Auswirkungen dieser verfassungswidrigen Maßnahme aussehen würden. – So viel zur Selbstdarstellung von sieben Abgeordneten als Sicherheitspartei.
Abg. Ing. Westenthaler: Wissen Sie, wie viele Demonstranten ... in Österreich?
Sie müssen sich nur vorstellen, was passieren würde, wenn der BZÖ-Vorschlag, ein generelles Versammlungsverbot bis zum 1. Jänner 2008 zu verhängen (Abg. Ing. Westenthaler: 31. Jänner!), vom Innenministerium ernsthaft geprüft würde. Das wäre erstens ein glatter Bruch der österreichischen Bundesverfassung durch den Innenminister – ich gehe fest davon aus, dass es nicht dazu kommen wird – und zweitens auch sicherheitspolizeilich etwas sehr Gefährliches. (Abg. Ing. Westenthaler: Wissen Sie, wie viele Demonstranten ... in Österreich?) – Stellen Sie sich vor, wenn die große Mehrheit der friedlichen Kurdinnen und Kurden und Türkinnen und Türken in Österreich nicht mehr die Möglichkeit zu friedlichen Versammlungen und Kundgebungen hat, wie die sicherheitspolizeilichen Auswirkungen dieser verfassungswidrigen Maßnahme aussehen würden. – So viel zur Selbstdarstellung von sieben Abgeordneten als Sicherheitspartei.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das habt ihr das letzte Mal auch schon geglaubt!
mehr beschäftigen müssen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das habt ihr das letzte Mal auch schon geglaubt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Eine folkloristische Geschichte!
Das ist ja nicht lustig, wie Sie da versuchen, diesen Vorfall verharmlosend und belustigend herunterzuspielen, da geht es um eine importierte Problematik, die wir heute in Österreich wahrnehmen müssen (Abg. Ing. Westenthaler: Eine folkloristische Geschichte!), ein Problem – wie auch Herr Abgeordneter Pilz zu Recht festgehalten hat, und da sind wir ausnahmsweise einmal in einem Punkt einer Meinung –, das sich eben im Bereich der Türkei, des Nordiraks und auch umliegender Länder im Nahen Osten entfaltet, weil es in der Region ein 30-Millionen-Volk gibt, das bis heute kein Recht auf Selbstbestimmung, kein Recht auf einen Staat hat und dieses Recht für sich natürlich einfordert, bisher allerdings vergeblich.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist alles kein Problem!
Wir haben mehrere Orte in Österreich gesehen, wo Gewalt gelebt wurde: In Innsbruck gab es eine Massenschlägerei mit Schwerverletzten, in Favoriten in Wien gab es Schwerverletzte – sechs Personen, die mit Messern verletzt worden sind –, in Graz wurde unsere Spitzenkandidatin, Frau Dr. Susanne Winter, attackiert, als der Demonstrationszug dort vorbeimarschiert ist. Dann ist man mit 20 Demonstranten auf sie losgegangen und hat sie samt ihren Begleitern attackiert, geschlagen, getreten. Es kam zu Verletzungen, wo es auch Anzeigen gegeben hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist alles kein Problem!) – Das alles nehmen Sie nicht zur Kenntnis oder wollen es nicht zur Kenntnis nehmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist alles kein Problem! Das war nur ein Fußballmatch!) – Das dann auf ein Fußballmatch herunterzuspielen ist wirklich unglaublich, und das kann man so einfach nicht stehen lassen.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist alles kein Problem! Das war nur ein Fußballmatch!
Wir haben mehrere Orte in Österreich gesehen, wo Gewalt gelebt wurde: In Innsbruck gab es eine Massenschlägerei mit Schwerverletzten, in Favoriten in Wien gab es Schwerverletzte – sechs Personen, die mit Messern verletzt worden sind –, in Graz wurde unsere Spitzenkandidatin, Frau Dr. Susanne Winter, attackiert, als der Demonstrationszug dort vorbeimarschiert ist. Dann ist man mit 20 Demonstranten auf sie losgegangen und hat sie samt ihren Begleitern attackiert, geschlagen, getreten. Es kam zu Verletzungen, wo es auch Anzeigen gegeben hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist alles kein Problem!) – Das alles nehmen Sie nicht zur Kenntnis oder wollen es nicht zur Kenntnis nehmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist alles kein Problem! Das war nur ein Fußballmatch!) – Das dann auf ein Fußballmatch herunterzuspielen ist wirklich unglaublich, und das kann man so einfach nicht stehen lassen.
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist das dann?
Ich glaube, dass jetzt Handlungsbedarf gegeben ist – und es gibt Gesetze. Das muss ich auch festhalten: Versammlungsverbote brauchen wir nicht in Österreich, das ist einmal klar. Es gibt eine Versammlungsfreiheit, und die ist ein Grundrecht, und das haben wir sicherzustellen. Aber die bestehenden Gesetze anzuwenden wäre notwendig. § 6: Versammlungen, deren Zweck den Strafgesetzen zuwiderläuft oder deren Abhaltung die öffentliche Sicherheit oder das öffentliche Wohl gefährdet, sind von der Behörde zu untersagen. (Zwischenruf der Abg. Tamandl.) Das ist aber kein Versammlungsverbot. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist das dann?)
Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll. – Abg. Ing. Westenthaler: Ohne Meinung sitzt es sich leicht auf der Regierungsbank!
Abgeordneter Mag. Gernot Darmann (BZÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Werte Zuseher und Zuseherinnen! Mir ist durchaus bewusst, Herr Bundesminister Pröll, dass Sie heute hier einiges auszustehen haben, was natürlich nicht in Ihren Verantwortungsbereich fällt. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll. – Abg. Ing. Westenthaler: Ohne Meinung sitzt es sich leicht auf der Regierungsbank!)
Abg. Dr. Cap – auf das Sakko des Redners weisend –: Was ist das? – Abg. Heinisch-Hosek: Das ist der Lindwurm! – Abg. Krainer: Aber die Krawatte passt farblich nicht dazu! Das sieht so nach Uniform aus! – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Es ist auch so – und das stimmt natürlich auch –, dass es das verfassungsgesetzlich gewährleistete Grundrecht der Versammlungsfreiheit, der Demonstrationsfreiheit gibt, keine Frage. Aber wenn man sich die niedergeschriebenen Vorschriften diesbezüglich anschaut, wird man sehen, dass es wortwörtlich formuliert ist, dass dieses Versammlungsrecht auch eingeengt werden kann, nämlich nach Erfüllung gewisser Voraussetzungen, und das wurde heute schon mehrfach angeführt, dass diese Voraussetzung ... (Abg. Dr. Cap – auf das Sakko des Redners weisend –: Was ist das? – Abg. Heinisch-Hosek: Das ist der Lindwurm! – Abg. Krainer: Aber die Krawatte passt farblich nicht dazu! Das sieht so nach Uniform aus! – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) – Ich weiß, Sie sind immer mein Modeberater, Herr Kollege Cap; das schauen wir uns nachher an, ich werde Ihnen das dann sagen, auch den Laden.
Abg. Öllinger: Jede BZÖ-Veranstaltung im Wirtshaus ist gefährlicher! – Gegenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Ing. Kapeller. 6 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Öllinger: Jede BZÖ-Veranstaltung im Wirtshaus ist gefährlicher! – Gegenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Strache: Steckt kein ausländischer Verein dahinter? Das sind alles österreichische Staatsbürger? – Abg. Ing. Westenthaler: Ich rufe Sie dann am Montag an! Geben Sie mir Ihre Telefonnummer!
Ich möchte zu den Ausführungen des Kollegen Darmann Folgendes sagen: Wenn Sie meinen, dass eine Gefahrenprognose gegeben ist, die das Untersagen dieser Demonstration zulässt, so kann ich nur antworten, dass es derzeit aus Sicht der oberösterreichischen Polizei keine Hinweise darauf gibt, die das Untersagen rechtfertigen würden. Daher, denke ich, steht das demokratische Recht auf Demonstration über der Einschränkung. (Abg. Strache: Steckt kein ausländischer Verein dahinter? Das sind alles österreichische Staatsbürger? – Abg. Ing. Westenthaler: Ich rufe Sie dann am Montag an! Geben Sie mir Ihre Telefonnummer!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein völlig neuer Begriff: „im Windschatten einer Demonstration“! Was ist das?
Das Problempotenzial besteht bei Demonstrationen meist dann, wenn es zur Auflösung der Demonstration kommt, also zur rechtmäßigen Auflösung am Ende der Demonstration. Dann gehen zehn Personen dahin, fünf dorthin, manche steigen in die Straßenbahn ein, manche fahren mit Fahrzeugen, Autos weg. Diese Kleingruppen sind dann nicht mehr überwachbar, auch nicht mehr kontrollierbar, und dann kommt es oft dazu – auch im Windschatten solcher Demonstrationen –, dass Familienfehden, persönliche Konflikte von Türkischstämmigen, von Kurden, ganz egal, von wem, dann dort, im Windschatten dieser Demonstration, gewalttätig ausgetragen werden. (Zwischenruf des Abg. Mag. Darmann.) Aber das sind kleine Gruppierungen und daher für die Polizei kalkulierbar. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein völlig neuer Begriff: „im Windschatten einer Demonstration“! Was ist das?)
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist der „Windschatten einer Demonstration“? – Gegenruf des Abg. Öllinger.
Herr Westenthaler, die Problemstellung ist nicht die angemeldete Demonstration, sondern die spontanen Gewalttaten, die nie kalkulierbar sind. Die Polizei, meine Kollegen, auch Polizeiführer haben nie eine Hundertschaft irgendwo in Städten zusammengezogen, um dann plötzlich reagieren zu können, wenn spontan Gewalttaten auftreten, so wie eben auch in Wien. Und ich glaube, das darf nicht aufgewogen werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist der „Windschatten einer Demonstration“? – Gegenruf des Abg. Öllinger.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Strache und Ing. Westenthaler.
Und wenn Frau Kollegin Haubner sagt, dass die Straßenbahnen nicht fahren können und die Querverbindungen der Landstraße gesperrt werden müssen, dann sage ich ihr, das wäre auch bei jeder anderen Demonstration so. (Abg. Murauer: Das war bei den Donnerstagsdemonstrationen auch so!) – Es ist immer und überall so. (Zwischenrufe der Abgeordneten Strache und Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Da haben Sie irgendetwas falsch gemacht!
Es war auch ganz spannend – auch das habe ich wohlwollend vermerkt –, dass es auch von ÖVP-Seite hieß, für jene Erscheinungen, die so im Nachspann einer angemeldeten Demonstration auftreten, kann man dann nicht die Demonstration haftbar machen und in Zukunft verbieten. Darauf werde ich gerne noch zurückkommen, aber ich teile hier Ihre Meinung ausnahmsweise voll und ganz. (Abg. Ing. Westenthaler: Da haben Sie irgendetwas falsch gemacht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber das ist ja etwas ganz anderes! Schottland und Spanien, sind die im Krieg? Marschieren die Spanier in Schottland ein?
Wollen Sie jetzt, weil es da in einem Fall Randale gab, hergehen und sagen, in Zukunft müssen Spiele dieser beiden Fußballmannschaften ohne Publikum stattfinden (Abg. Ing. Westenthaler: Aber das ist ja etwas ganz anderes! Schottland und Spanien, sind die im Krieg? Marschieren die Spanier in Schottland ein?) und alle Fußballfans sind potenzielle Randalierer? Ist es das, was Sie machen wollen? (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Darmann: Das ist ein schwindliger Vergleich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja nicht vergleichbar! Sind die Spanier vor dem Einmarsch nach Schottland, oder was?
Ich weiß schon, das ist unangenehm, Herr Klubobmann Westenthaler, aber Sie werden es aushalten. – Ich habe Ihnen auch zuhören müssen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja nicht vergleichbar! Sind die Spanier vor dem Einmarsch nach Schottland, oder was?)
Abg. Scheibner: Das kennen wir jetzt schon! – Abg. Ing. Westenthaler: Die alte Leier!
Sie tragen dazu bei, durchaus vernünftig regelbare ... (Abg. Scheibner: Das kennen wir jetzt schon! – Abg. Ing. Westenthaler: Die alte Leier!) – Ja, Herr Ex-Minister Scheibner, Sie kennen das schon. (Abg. Scheibner: Das kennen wir jetzt schon seit 15 Jahren!) – Ich warte trotzdem noch auf Ihre Einsicht. Und da warte ich vermutlich noch lange. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Es wird eh verboten! Es werden ja Demonstrationen verboten!
Ich werde es mir nicht so leichtmachen wie die Grünen – auf die werde ich noch eingehen. Fordern kann man alles – jeder kann fordern –, aber umsetzen muss es ja letztendlich die Behörde, und die muss sich nach dem Gesetz richten, das wiederum – da sind wir uns alle einig – vom Verfassungsgerichtshof interpretiert wird. Dieser setzt sehr strenge Maßstäbe, denn sonst würden nach Willkür sehr viele Demonstrationen – viel mehr als jetzt – verboten, wahrscheinlich sogar rund um Fußball-Matches. (Abg. Ing. Westenthaler: Es wird eh verboten! Es werden ja Demonstrationen verboten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Minister sagt, es ist alles in Ordnung!
Der Verfassungsrichter fordert schlicht und einfach konkrete, objektiv festgestellte Umstände, weshalb die öffentliche Sicherheit und das Wohl gefährdet seien. Ich bin kein Jurist, aber dieser Bereich ist relativ eng. Ich möchte nur Folgendes sagen: Die Situation ist heikel. – Das ist keine Frage. Ich glaube, da muss man blind sein oder absichtlich wegschauen wie die SPÖ oder die Frau Stadträtin Frauenberger, die sagt: Alles leiwand, das gibt es nicht!, und so weiter. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Minister sagt, es ist alles in Ordnung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Kapeller hat aber von „Windschatten“ gesprochen!
Kollegin Weinzinger, Sie haben gemeint, Sie werden die ÖVP und die anderen Parteien darauf aufmerksam machen, dass es dann auch unter dem Titel Versammlungsfreiheit stehen wird, wenn am Rande einer Demo etwas passiert. – Na das wollen wir nicht, dass von eins bis drei eine Versammlung stattfindet, und dann nach drei gibt es den Wickel! (Abg. Mag. Brigid Weinzinger: Ihr Kollege Kapeller!) Also so geht es nicht! (Abg. Ing. Westenthaler: Der Kapeller hat aber von „Windschatten“ gesprochen!) – Im Windschatten einer Demo. Das können wir sicher nicht akzeptieren, dass es dann zu Gewalt kommt, und alle schauen weg. (Abg. Ing. Westenthaler: Das war der Kollege!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das war der Kollege!
Kollegin Weinzinger, Sie haben gemeint, Sie werden die ÖVP und die anderen Parteien darauf aufmerksam machen, dass es dann auch unter dem Titel Versammlungsfreiheit stehen wird, wenn am Rande einer Demo etwas passiert. – Na das wollen wir nicht, dass von eins bis drei eine Versammlung stattfindet, und dann nach drei gibt es den Wickel! (Abg. Mag. Brigid Weinzinger: Ihr Kollege Kapeller!) Also so geht es nicht! (Abg. Ing. Westenthaler: Der Kapeller hat aber von „Windschatten“ gesprochen!) – Im Windschatten einer Demo. Das können wir sicher nicht akzeptieren, dass es dann zu Gewalt kommt, und alle schauen weg. (Abg. Ing. Westenthaler: Das war der Kollege!)
Abg. Ing. Westenthaler: Alles super!
Meine Damen und Herren, nach diesen Diskussionen, die ich heute miterlebt habe, nehme ich zur Kenntnis: Es gibt bei uns offensichtlich kein Problem zwischen Türken und Kurden. (Abg. Ing. Westenthaler: Alles super!) Was heißt denn da überhaupt „Kurden“? – Das sind die „Bergtürken“, wie uns die Türken immer weismachen wollen! Nur: Wer Karl May gelesen hat, weiß, dass das etwas anderes ist.
Abg. Öllinger: Muss das sein?! – Abg. Ing. Westenthaler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Auch wenn es wehtut, Herr Öllinger, das muss sein! Muss ich mich öfters melden, wenn Ihnen das wehtut, das wäre das Gescheiteste!
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Als Nächster gelangt Herr Klubobmann Ing. Westenthaler zu Wort. 5 Minuten Redezeit. – Bitte, Herr Klubobmann. (Abg. Öllinger: Muss das sein?! – Abg. Ing. Westenthaler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Auch wenn es wehtut, Herr Öllinger, das muss sein! Muss ich mich öfters melden, wenn Ihnen das wehtut, das wäre das Gescheiteste!)
Sitzung Nr. 40
Abg. Ing. Westenthaler: Der Herr Bundeskanzler, das stimmt!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Ich glaube, Sie übertreiben einfach. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Herr Bundeskanzler, das stimmt!) Sie übertreiben – bei allem Respekt gegenüber der Tageszeitung „Kronen Zeitung“, die mit Recht viele kritische Artikel bringt, bei allem Respekt gegenüber jenen, die eine Volksabstimmung fordern oder viel Kritik an der Europäischen Union zu äußern haben. Man soll sich mit diesen Dingen ganz seriös auseinandersetzen, man soll da nicht einfach drüberfahren, das sage ich ganz offen. Auch ich übe sehr viel Kritik an der Politik, die von der EU-Kommission kommt, die aus Brüssel kommt, aber ich weiß sehr wohl, da abzuwägen und die Alternativen abzuschätzen. Und das, was Sie nicht sagen, ist: Was ist eigentlich die Alternative zur Mitgliedschaft in der Europäischen Union, und was ist die Alternative zur EU? (Abg. Strache: Schweizer Modell!)
Abg. Ing. Westenthaler: Nein, das ist falsch!
ben da ja zugestimmt (Abg. Ing. Westenthaler: Nein, das ist falsch!) –, unterstützen das Papier, das vorliegt. Herr Klubobmann Schüssel, natürlich ist es dasselbe! Es ist eine Verfassung, es ist der alte Brief im neuen Umschlag, wie Giscard d’Estaing gesagt hat. Wir unterstützen das nicht! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Das ist ein Verfassungsrecht, Herr Westenthaler!
Es war 1956 im Geist unserer Vorväter; übrigens auch der Vorväter der jetzigen FPÖ, nur damals war keine zentralistische EU-Diktatur gemeint, sondern ein Zusammenschluss von Staaten, die im Wesentlichen selbstbestimmt bleiben und hohe Mitbestimmungsrechte haben. Daher treten wir heute dafür auch ein. Das Prinzip „Mund halten“ für die Bevölkerung kann nicht das Primat sein, das jetzt ausgerufen wird. Mann soll aber auch nicht mit falschen Hoffnungen hausieren gehen. (Abg. Strache: Das ist ein Verfassungsrecht, Herr Westenthaler!)
Abg. Strache: Herr Westenthaler, wenn wir austreten würden, hätten wir das Geld gleich zur Verfügung!
Daher sagen wir, es sollte einmal ein Warnschuss in Richtung der Europäischen Union erfolgen. – Jawohl, Herr Bundeskanzler, frieren Sie die Nettobeiträge für das nächste Jahr ein! Zahlen wir dort nicht mehr so viel Geld ein! Wir zahlen nämlich 1,7 Milliarden € an die Europäische Union; wir sind der drittgrößte Nettozahler, der größte pro Kopf der Bevölkerung. Wir verlangen, dass Sie das Geld in die Hand nehmen und es den Menschen geben, die es wirklich brauchen. Wir wollen einen Teuerungsausgleich haben. Alles wird teurer in diesem Land: die Lebensmittel, die Mieten, die Energiekosten. Dafür können wir jedem Haushalt, dessen Einkommen unter 3 000 € liegt, 200 € als Teuerungsausgleich zur Verfügung stellen. (Abg. Strache: Herr Westenthaler, wenn wir austreten würden, hätten wir das Geld gleich zur Verfügung!)
Abg. Ing. Westenthaler, der seinen Sitzplatz wieder eingenommen hat – in Richtung SPÖ und ÖVP –: Ein echter Putsch ist das! Das Kammersystem wollt ihr hineinschreiben in die Verfassung, euer abgewirtschaftetes Kammersystem! Das ist ein echter Putsch, ein Skandal sondergleichen!
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Dr. Glawischnig-Piesczek. 4 Minuten Redezeit. – Bitte, Frau Abgeordnete. (Abg. Ing. Westenthaler, der seinen Sitzplatz wieder eingenommen hat – in Richtung SPÖ und ÖVP –: Ein echter Putsch ist das! Das Kammersystem wollt ihr hineinschreiben in die Verfassung, euer abgewirtschaftetes Kammersystem! Das ist ein echter Putsch, ein Skandal sondergleichen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich! Unfassbar ist das! – Zwischenruf des Abg. Parnigoni.
Doch es kommt noch ärger, Sie haben heute noch Weiteres vor: Sie wollen jetzt überhaupt ohne Ausschüsse Gesetze beschließen. Sie wollen heute einen Fristsetzungsantrag zum Sicherheitspolizeigesetz, auch eine sehr sensible Materie, einbringen – ohne Ausschuss, weil es Max und Moritz, die beiden, die sich über die Bundesverfassung hermachen, seit Jänner nicht geschafft haben, einen Ausschusstermin zustande zu bringen. (Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich! Unfassbar ist das! – Zwischenruf des Abg. Parnigoni.) Es gab einen Ausschusstermin, dann haben Sie sich wieder so gestritten, und der Termin wurde wieder gecancelt (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Parnigoni), und jetzt wollen Sie ohne Befassung im Ausschuss ein Gesetz einfach durch diesen Nationalrat peitschen.
Abg. Ing. Westenthaler: Das glauben wir!
Abgeordnete Mag. Dr. Beatrix Karl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Regierungsmitglieder! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich muss sagen, dieser Antrag des BZÖ verwundert mich. (Abg. Ing. Westenthaler: Das glauben wir!) Ich weiß nicht, wie Sie sich das konkret vorstellen! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie wollten ja die Opposition überhaupt gleich abschaffen! Sie wollten ja die Opposition abschaffen, das wissen wir eh!) Nein, ich will die Opposition nicht abschaffen. Nur: Erklären Sie mir, wie Sie sich diese ausführliche Beratung im Verfassungsausschuss vorstellen! Wir haben heute eine Sitzung, die wahrscheinlich bis Mitternacht dauern wird, und morgen haben wir auch wieder eine Sitzung von 9 Uhr in der Früh bis Mitternacht. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Einigen Sie sich halt ein bisschen schneller!) Man kann dann natürlich von Mitternacht bis 2 Uhr in der Früh oder bis 4 Uhr in der Früh noch „ausführlich im Verfassungsausschuss darüber diskutieren“ (Abg. Dr. Graf: Da müssen Sie halt ein bisschen was arbeiten! – Abg. Ing. Westenthaler: Da müsst ihr halt ein bisschen was tun für das Geld, das ihr bekommt!) – wie ausführlich diese Diskussion sein wird, sei dahingestellt. Vor allem bin ich eigentlich immer davon ausgegangen, dass das BZÖ sehr wohl für die Einrichtung eines Asylgerichtshofes ist! Ich weiß also nicht, wie ich diesen Schwenk deuten soll. Soll das heißen, dass das BZÖ jetzt plötzlich keinen Asylgerichtshof mehr will? (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie wollten ja die Opposition überhaupt gleich abschaffen! Sie wollten ja die Opposition abschaffen, das wissen wir eh!
Abgeordnete Mag. Dr. Beatrix Karl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Regierungsmitglieder! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich muss sagen, dieser Antrag des BZÖ verwundert mich. (Abg. Ing. Westenthaler: Das glauben wir!) Ich weiß nicht, wie Sie sich das konkret vorstellen! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie wollten ja die Opposition überhaupt gleich abschaffen! Sie wollten ja die Opposition abschaffen, das wissen wir eh!) Nein, ich will die Opposition nicht abschaffen. Nur: Erklären Sie mir, wie Sie sich diese ausführliche Beratung im Verfassungsausschuss vorstellen! Wir haben heute eine Sitzung, die wahrscheinlich bis Mitternacht dauern wird, und morgen haben wir auch wieder eine Sitzung von 9 Uhr in der Früh bis Mitternacht. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Einigen Sie sich halt ein bisschen schneller!) Man kann dann natürlich von Mitternacht bis 2 Uhr in der Früh oder bis 4 Uhr in der Früh noch „ausführlich im Verfassungsausschuss darüber diskutieren“ (Abg. Dr. Graf: Da müssen Sie halt ein bisschen was arbeiten! – Abg. Ing. Westenthaler: Da müsst ihr halt ein bisschen was tun für das Geld, das ihr bekommt!) – wie ausführlich diese Diskussion sein wird, sei dahingestellt. Vor allem bin ich eigentlich immer davon ausgegangen, dass das BZÖ sehr wohl für die Einrichtung eines Asylgerichtshofes ist! Ich weiß also nicht, wie ich diesen Schwenk deuten soll. Soll das heißen, dass das BZÖ jetzt plötzlich keinen Asylgerichtshof mehr will? (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Graf: Da müssen Sie halt ein bisschen was arbeiten! – Abg. Ing. Westenthaler: Da müsst ihr halt ein bisschen was tun für das Geld, das ihr bekommt!
Abgeordnete Mag. Dr. Beatrix Karl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Regierungsmitglieder! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich muss sagen, dieser Antrag des BZÖ verwundert mich. (Abg. Ing. Westenthaler: Das glauben wir!) Ich weiß nicht, wie Sie sich das konkret vorstellen! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie wollten ja die Opposition überhaupt gleich abschaffen! Sie wollten ja die Opposition abschaffen, das wissen wir eh!) Nein, ich will die Opposition nicht abschaffen. Nur: Erklären Sie mir, wie Sie sich diese ausführliche Beratung im Verfassungsausschuss vorstellen! Wir haben heute eine Sitzung, die wahrscheinlich bis Mitternacht dauern wird, und morgen haben wir auch wieder eine Sitzung von 9 Uhr in der Früh bis Mitternacht. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Einigen Sie sich halt ein bisschen schneller!) Man kann dann natürlich von Mitternacht bis 2 Uhr in der Früh oder bis 4 Uhr in der Früh noch „ausführlich im Verfassungsausschuss darüber diskutieren“ (Abg. Dr. Graf: Da müssen Sie halt ein bisschen was arbeiten! – Abg. Ing. Westenthaler: Da müsst ihr halt ein bisschen was tun für das Geld, das ihr bekommt!) – wie ausführlich diese Diskussion sein wird, sei dahingestellt. Vor allem bin ich eigentlich immer davon ausgegangen, dass das BZÖ sehr wohl für die Einrichtung eines Asylgerichtshofes ist! Ich weiß also nicht, wie ich diesen Schwenk deuten soll. Soll das heißen, dass das BZÖ jetzt plötzlich keinen Asylgerichtshof mehr will? (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wenn es nach Ihnen ginge, dürfte die Opposition gar nichts mehr sagen im Hohen Haus! Dann schaffen wir die Minderheitsrechte ganz ab!
Worum geht es heute? – Es geht um nichts weniger als um zentrale gesundheits- und sozialpolitische Fragen! Oder wollen Sie behaupten, dass die Organisation und Finanzierung des Gesundheitssystems oder die Pensionserhöhung nicht wichtig genug sind, um heute als erster Tagesordnungspunkt debattiert und beschlossen zu werden? Anschließend wollen wir Anliegen des Konsumentenschutzausschusses und des Ausschusses für Arbeit und Soziales behandeln. Ist das plötzlich auch nicht wichtig? (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn es nach Ihnen ginge, dürfte die Opposition gar nichts mehr sagen im Hohen Haus! Dann schaffen wir die Minderheitsrechte ganz ab!) Sollen wir das auch nicht am ersten Tag debattieren, sondern erst morgen, weil wir es nach hinten schieben? – Mich wundert, ehrlich gesagt, schon, dass dem BZÖ gesundheits- und sozialpolitische Anliegen anscheinend nicht wichtig genug sind, um sie am ersten Tag zu debattieren.
Abg. Ing. Westenthaler: Die stehen ja gar nicht auf der Tagesordnung!
Ich kann Ihnen sagen: Ich bin gerne dazu bereit, diese sozialpolitischen und gesundheitspolitischen Anliegen heute, und damit vor der Bundesverfassung, zu diskutieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Die stehen ja gar nicht auf der Tagesordnung!) – Sicher steht das heute auf der Tagesordnung! – Dann haben Sie es nicht richtig gelesen. (Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie sich gemeldet? Sie stehen ja gar nicht auf der Rednerliste!) – Aber beschließen werde ich darüber! Oder glauben Sie, dass ich nicht beschließen werde? (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind gar nicht auf der Rednerliste!) – Oja: Ich rede zum Bericht des Ausschusses für Arbeit und Soziales betreffend die Änderung der Arbeitslosenversicherung. (Abg. Ing. Westenthaler: ... ist später!)
Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie sich gemeldet? Sie stehen ja gar nicht auf der Rednerliste!
Ich kann Ihnen sagen: Ich bin gerne dazu bereit, diese sozialpolitischen und gesundheitspolitischen Anliegen heute, und damit vor der Bundesverfassung, zu diskutieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Die stehen ja gar nicht auf der Tagesordnung!) – Sicher steht das heute auf der Tagesordnung! – Dann haben Sie es nicht richtig gelesen. (Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie sich gemeldet? Sie stehen ja gar nicht auf der Rednerliste!) – Aber beschließen werde ich darüber! Oder glauben Sie, dass ich nicht beschließen werde? (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind gar nicht auf der Rednerliste!) – Oja: Ich rede zum Bericht des Ausschusses für Arbeit und Soziales betreffend die Änderung der Arbeitslosenversicherung. (Abg. Ing. Westenthaler: ... ist später!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind gar nicht auf der Rednerliste!
Ich kann Ihnen sagen: Ich bin gerne dazu bereit, diese sozialpolitischen und gesundheitspolitischen Anliegen heute, und damit vor der Bundesverfassung, zu diskutieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Die stehen ja gar nicht auf der Tagesordnung!) – Sicher steht das heute auf der Tagesordnung! – Dann haben Sie es nicht richtig gelesen. (Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie sich gemeldet? Sie stehen ja gar nicht auf der Rednerliste!) – Aber beschließen werde ich darüber! Oder glauben Sie, dass ich nicht beschließen werde? (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind gar nicht auf der Rednerliste!) – Oja: Ich rede zum Bericht des Ausschusses für Arbeit und Soziales betreffend die Änderung der Arbeitslosenversicherung. (Abg. Ing. Westenthaler: ... ist später!)
Abg. Ing. Westenthaler: ... ist später!
Ich kann Ihnen sagen: Ich bin gerne dazu bereit, diese sozialpolitischen und gesundheitspolitischen Anliegen heute, und damit vor der Bundesverfassung, zu diskutieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Die stehen ja gar nicht auf der Tagesordnung!) – Sicher steht das heute auf der Tagesordnung! – Dann haben Sie es nicht richtig gelesen. (Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie sich gemeldet? Sie stehen ja gar nicht auf der Rednerliste!) – Aber beschließen werde ich darüber! Oder glauben Sie, dass ich nicht beschließen werde? (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind gar nicht auf der Rednerliste!) – Oja: Ich rede zum Bericht des Ausschusses für Arbeit und Soziales betreffend die Änderung der Arbeitslosenversicherung. (Abg. Ing. Westenthaler: ... ist später!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Schaffen wir die Minderheitsrechte auch gleich ab! – Minderheitsrechte abschaffen ist das!
Abgeordnete Mag. Dr. Beatrix Karl (fortsetzend): Mein Schlusssatz lautet: Aus den dargestellten Gründen halten wir die Tagesordnung so, wie sie vorgesehen ist, für sehr zielführend und effektiv, wollen dabei bleiben und wollen daher keine Änderung der Tagesordnung. – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Schaffen wir die Minderheitsrechte auch gleich ab! – Minderheitsrechte abschaffen ist das!)
Abg. Ing. Westenthaler: Asche! Asche auf das Haupt!
Ja, ja, ich habe da kein Problem, und es gibt auch kein Aber. Ich sehe das auch so, und ich glaube, dass die Vorgangsweise der Regierung, was die Terminplanung und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Arbeit des Parlaments betrifft, sich ändern muss und dass das verbesserungsfähig ist, denn wir wollen hier in aller Ruhe diese Themen diskutieren. Ich bin auch dafür, dass in Zukunft Verfassungsmaterien in die Begutachtung gehen sollen, dass das nicht über Tischvorlagen laufen soll. – Wir werden uns da also in vielen Punkten sowieso verständigen. Ich sage das hier ganz offen, und ich habe das auch schon deponiert und werde das auch wieder tun. (Abg. Ing. Westenthaler: Asche! Asche auf das Haupt!)
Ironische Heiterkeit des Abg. Ing. Westenthaler.
Zum Zweiten: Für diejenigen, die die große Koalition nicht leiden können, möchte ich nur eines sagen: Kein Mensch denkt daran, das in die Verfassung zu geben! Ich bin der Allerletzte, der das will. – Sie hätten übrigens aber die Chance gehabt, in den letzten Monaten, als darüber diskutiert wurde, eine Minderheitsregierung einzurichten, bei einem entsprechendem Entgegenkommen, eine Minderheitsregierung zu unterstützen. (Ironische Heiterkeit des Abg. Ing. Westenthaler.) – Sie wollten das nicht! Vor allem die Grünen wollten das damals nicht. Damit hätten Sie verhindern können, dass es eine große Koalition gibt! (Abg. Scheibner: Aha! – Abg. Ing. Westenthaler: Josef, reden wir noch einmal darüber! Reden wir noch einmal darüber!)
Abg. Scheibner: Aha! – Abg. Ing. Westenthaler: Josef, reden wir noch einmal darüber! Reden wir noch einmal darüber!
Zum Zweiten: Für diejenigen, die die große Koalition nicht leiden können, möchte ich nur eines sagen: Kein Mensch denkt daran, das in die Verfassung zu geben! Ich bin der Allerletzte, der das will. – Sie hätten übrigens aber die Chance gehabt, in den letzten Monaten, als darüber diskutiert wurde, eine Minderheitsregierung einzurichten, bei einem entsprechendem Entgegenkommen, eine Minderheitsregierung zu unterstützen. (Ironische Heiterkeit des Abg. Ing. Westenthaler.) – Sie wollten das nicht! Vor allem die Grünen wollten das damals nicht. Damit hätten Sie verhindern können, dass es eine große Koalition gibt! (Abg. Scheibner: Aha! – Abg. Ing. Westenthaler: Josef, reden wir noch einmal darüber! Reden wir noch einmal darüber!)
Abg. Scheibner schüttelt den Kopf. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollten die große Koalition verhindern!
Aber die Verantwortung nicht anzunehmen, zu sagen: Ich ziehe mich zurück, ich trage keine Verantwortung!, und dann zu sagen: Oje, jetzt gibt es die große Koalition!? – Das muss man einmal der österreichischen Bevölkerung mitteilen, dass Sie das mit befördert haben! Sie haben gesagt: Ich fühle mich wohler in der Opposition, da brauche ich keine Verantwortung zu tragen, und die zwei Großen sollen die Koalition machen! – Das ist das, was Sie damals gesagt haben. (Abg. Scheibner schüttelt den Kopf. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollten die große Koalition verhindern!) Das haben wir dann auch gemacht. Und jetzt müssen Sie damit leben! Also nicht, dass Sie jetzt aus dieser Verantwortung flüchten.
Abg. Ing. Westenthaler: Die Zwangsmitgliedschaft haben Sie hineingeschrieben!
Das, was Sie uns da erzählen, steht alles nicht drinnen! Manchmal glaube ich, das ist eine Vereinigung von Dichtern, ein Dichter-Olymp, wenn hier einer ans Rednerpult tritt, weil der Dinge behauptet, die überhaupt nicht mit der Realität übereinstimmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Zwangsmitgliedschaft haben Sie hineingeschrieben!)
Abg. Ing. Westenthaler: Im Ausschuss habt ihr es ...geschummelt!
Redefreiheit gilt, selbstverständlich Meinungsfreiheit gilt! (Abg. Ing. Westenthaler: Im Ausschuss habt ihr es ...geschummelt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Auch bei den Minderheitsrechten? Was ist bei den Minderheitsrechten?
Sie können mich weiter beim Wort nehmen: Dort, wo es mir möglich ist (Abg. Scheibner: Das nützt aber sehr wenig!), dort, wo ich mich durchsetze, dort, wo sich die sozialdemokratische Parlamentsfraktion durchsetzt, wird es diese Form des Parlamentarismus geben, wo die Oppositionsparteien selbstverständlich die Möglichkeit haben, sich hier ausgiebig und ausführlich zu äußern. (Abg. Ing. Westenthaler: Auch bei den Minderheitsrechten? Was ist bei den Minderheitsrechten?)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht wegen Ihnen!
In den ersten Monaten unserer Regierungstätigkeit konnten diese Ziele in hervorragender Art und Weise erreicht werden. Das Wirtschaftswachstum wird im heurigen Jahr bei etwa 3,4 Prozent liegen. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht wegen Ihnen!) Die Arbeitslosigkeit geht zurück, die Jugendarbeitslosigkeit geht besonders stark zurück (Abg. Scheibner: Da können Sie nichts dafür! – weitere Zwischenrufe beim BZÖ), und die Löhne und Gehälter steigen erstmals seit Jahren wieder in einem angemessenen Ausmaß, und zwar zwischen 3 und 4 Prozent. (Abg. Steibl: Das ist die Arbeit von Bundesminister Bartenstein ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie meinen die ÖVP? Wir haben nicht gewusst, dass Sie die ÖVP meinen!
Es gibt das Gerücht, dass es eine Gruppe innerhalb der ÖVP gibt (Abg. Ing. Westenthaler: Sie meinen die ÖVP? Wir haben nicht gewusst, dass Sie die ÖVP meinen!), welche die Selbstverwaltung an die Wand fahren möchte. Ich begrüße es, dass es innerhalb der ÖVP Kräfte gibt, die sich durchaus zu unserer medizinischen Versorgung bekennen und dies auch niederschreiben. Es freut mich, dass das auch auf der ÖVP-Homepage so niedergeschrieben ist.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das in der Steiermark eigentlich?
In diesem Sinne hoffe ich wirklich, dass es gemeinsam gelingt, unser bewährtes System aufrechtzuerhalten und zu finanzieren. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das in der Steiermark eigentlich?)
Abg. Ing. Westenthaler: Einmal nur?
Das sind Ihre Maßnahmen, und mit diesen Maßnahmen geht es sich bis zum 1. Jänner 2008 definitiv nicht aus. Und es geht sich auch bis zum 1. Jänner 2009 nicht aus. Sie müssen damit rechnen, Herr Bundeskanzler Gusenbauer, nachdem Sie schon einmal ein Wahlversprechen gebrochen haben, nämlich hinsichtlich der Eurofighter-Beschaffung (Abg. Ing. Westenthaler: Einmal nur?) – wahrscheinlich schon viele Male, aber darum geht es jetzt einmal, denn das ist ungefähr dasselbe Finanzvolumen, von dem wir sprechen –, dass Sie diese Eurofighter, die eine unsinnige Anschaffung darstellen, ein zweites Mal bezahlen müssen. Nur werden Sie das zweite Mal dafür keine Eurofighter mehr bekommen, sondern Sie werden dafür einfach nur Papiere bekommen, nämlich Zertifikate auf dem internationalen Markt, weil Sie es nicht geschafft haben, in Österreich so viel in erneuerbare Energien und in ein alternatives Verkehrssystem zu investieren, dass wir diese 1,5 Milliarden – und das ist das Mindeste, von dem Sie ausgehen müssen – nicht bezahlen müssen.
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Zufälligerweise ist der Hubschrauber von Wien nach Klagenfurt zum Match geflogen! Der Gusenbauer ist nur mitgeflogen!
Was die Hubschrauberflüge betrifft, so habe ich aus Gründen der Zeitersparnis vier Flüge unternommen. Dadurch kam es zu keinem zusätzlichen CO2-Ausstoß, da es sich um ohnehin notwendige Flüge zur Erhaltung der Lizenzen der Piloten gehandelt hat. (Heiterkeit bei ÖVP und BZÖ.) – Herzlichen Dank. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Zufälligerweise ist der Hubschrauber von Wien nach Klagenfurt zum Match geflogen! Der Gusenbauer ist nur mitgeflogen!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll –: Sie haben doch selbst gesagt: keine Flugreisen! Sie wollen den Österreichern das Fliegen verbieten! Sie fliegen ja selber jede Woche!
Diese Bundesregierung beschränkt sich derzeit auf die Abhaltung von Konferenzen und Tagungen; ich meine insbesondere jene in Bali. Ich stelle mir schon die Frage: Würden wirklich 10 000 Politiker nach Bali fliegen, wenn die Strände dort nicht so schön wären? Was allein das an CO2-Ausstoß bedeutet, wenn all jene First Class nach Bali fliegen ... (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Sollen wir daheim bleiben?) – Nein, aber es gibt ja Videokonferenzen. Man kann das schon viel einfacher lösen. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll –: Sie haben doch selbst gesagt: keine Flugreisen! Sie wollen den Österreichern das Fliegen verbieten! Sie fliegen ja selber jede Woche!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele Stunden arbeitet er? Bekommt er für das auch bezahlt, dass er hier sitzt?
Darüber hinaus muss die SPÖ in Ermangelung eines Experten in Sachen Klimaschutz auf einen grünen Altfunktionär in der Person des Herrn Andreas Wabl zurückgreifen, von dem man bisher nur gehört hat, dass er 70 € die Stunde kostet. – Ah, da ist er eh, grüß Gott! (Der Redner hebt grüßend die Hand in Richtung Besuchergalerie.) Sonst habe ich einstweilen noch nichts gehört. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele Stunden arbeitet er? Bekommt er für das auch bezahlt, dass er hier sitzt?)
Abg. Ing. Westenthaler: Bekommt er bezahlt dafür, dass er da sitzt, der Wabl?
Dieser Stillstand ist weiter nicht verwunderlich, hatten doch bereits im letzten Nationalratswahlkampf die roten Umweltpolitiker Sima und Krainer in ihrem Umweltprogramm Folgendes festgeschrieben (Abg. Ing. Westenthaler: Bekommt er bezahlt dafür, dass er da sitzt, der Wabl?):
Abg. Ing. Westenthaler: War er dort mit dem Flugzeug?
China selbst investiert in diesem Jahr oder im kommenden Jahr – Herr Bundesminister Pröll müsste das eigentlich wissen, denn er war soeben dort – 10 Milliarden US-Dollar in erneuerbare Energie und liegt damit an zweiter Stelle hinter Deutschland. (Abg. Ing. Westenthaler: War er dort mit dem Flugzeug?) China hat sich darüber hinaus mittlerweile zur führenden Nation in Sachen Sonnen- und Windenergie entwickelt.
Abg. Ing. Westenthaler: Wo fliegen Sie hin über Weihnachten, Herr Minister?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Es hat sich nun Herr Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll zu Wort gemeldet. Auch für Sie, Herr Bundesminister: 10 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo fliegen Sie hin über Weihnachten, Herr Minister?)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Josef Pröll: Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Frau Staatssekretärin! Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Klimawandel ist wohl die größte globale Herausforderung, vor der wir stehen, nicht nur in der Umweltpolitik, sondern insgesamt. Die UNO hat einmal mehr die Umweltminister und über 10 000 Delegierte zu einer Konferenz nach Bali eingeladen, um darüber zu verhandeln und nachzudenken, wie es nach der Kyoto-Phase 2012 weitergeht. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wieso fahren Sie nicht mit dem Zug? Zug und Schiff?
Ja, Herr Abgeordneter Westenthaler, ich werde nächste Woche nach Bali fliegen, um dort zu verhandeln, um Klimaschutz zu verhandeln, um etwas zu investieren, damit auch die nächsten Generationen auf dieser Welt eine Zukunft haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso fahren Sie nicht mit dem Zug? Zug und Schiff?) Ich frage Sie: Was wäre, wenn ich absagen würde? – Interessante Diskussion! (Abg. Ing. Westenthaler: Das muss aber ein Elektroboot sein!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das muss aber ein Elektroboot sein!
Ja, Herr Abgeordneter Westenthaler, ich werde nächste Woche nach Bali fliegen, um dort zu verhandeln, um Klimaschutz zu verhandeln, um etwas zu investieren, damit auch die nächsten Generationen auf dieser Welt eine Zukunft haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso fahren Sie nicht mit dem Zug? Zug und Schiff?) Ich frage Sie: Was wäre, wenn ich absagen würde? – Interessante Diskussion! (Abg. Ing. Westenthaler: Das muss aber ein Elektroboot sein!)
Abg. Ing. Westenthaler: Mit dem Ruderboot!
Deswegen werde ich einen guten Mittelweg wählen: Ich werde mit meiner Delegation nach Bali gehen (Abg. Ing. Westenthaler: Mit dem Ruderboot!), wir werden die Tonnen CO2, die wir dabei verbrauchen, zurückkaufen, und wir werden mit diesem Geld drei Projekte in Österreich substituieren, diese Tonnen in Alternativprojekte stecken.
Abg. Ing. Westenthaler: Urlaubskleidung in Bali!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, zur Zielsetzung, die wir in Bali verfolgen: Wir vertreten dort, gemeinsam mit den Kollegen in der Europäischen Union, die europäischen Vorgaben. Wieder einmal ist Europa federführend und Spitzenreiter, was die Ambition betrifft: minus 20 Prozent CO2 bis ins Jahr 2020. (Abg. Ing. Westenthaler: Urlaubskleidung in Bali!) Wir bieten an, sogar weiter zu gehen, wenn andere Industriestaaten mitmachen, und zwar auf minus 30 Prozent.
Abg. Ing. Westenthaler: Es heißt ja Dringliche Anfrage, nicht Dringliche Antwort!
Das Zweite, was Sie auch immer vergessen, ist, das zu zitieren, was die Europäische Union in unserer Bewertung vorgenommen hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Es heißt ja Dringliche Anfrage, nicht Dringliche Antwort!) Einen Teil hat der Herr Bundeskanzler schon gesagt: Wir liegen sehr, sehr erfolgreich, was die Entkoppelung des CO2-Ausstoßes im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung betrifft. Wir sind federführend in Europa. Wir liegen im guten Mittelfeld beim CO2-Ausstoß pro Kopf.
Sitzung Nr. 41
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist nicht die Frage!
Bundesministerin für Frauen, Medien und öffentlichen Dienst Doris Bures: Ich bin für einen starken Österreichischen Rundfunk. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist nicht die Frage!) Ich bin für eine starke eigenständige, österreichische kulturelle Identität,
Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie für die Gebührenerhöhung, ja oder nein? Eine ganz einfache Frage!
Sportberichterstattung, Nachrichtenberichterstattung (Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie für die Gebührenerhöhung, ja oder nein? Eine ganz einfache Frage!) und dagegen, dass man den öffentlich-rechtlichen Rundfunk finanziell aushungert (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe eine Frage gestellt!), weil das dazu führt, dass es in Zukunft dieses eigenständige österreichische Fernsehen nicht mehr gibt, und das will ich nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Das heißt, Sie sind für die Gebührenerhöhung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe eine Frage gestellt!
Sportberichterstattung, Nachrichtenberichterstattung (Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie für die Gebührenerhöhung, ja oder nein? Eine ganz einfache Frage!) und dagegen, dass man den öffentlich-rechtlichen Rundfunk finanziell aushungert (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe eine Frage gestellt!), weil das dazu führt, dass es in Zukunft dieses eigenständige österreichische Fernsehen nicht mehr gibt, und das will ich nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Das heißt, Sie sind für die Gebührenerhöhung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das heißt, Sie sind für die Gebührenerhöhung!
Sportberichterstattung, Nachrichtenberichterstattung (Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie für die Gebührenerhöhung, ja oder nein? Eine ganz einfache Frage!) und dagegen, dass man den öffentlich-rechtlichen Rundfunk finanziell aushungert (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe eine Frage gestellt!), weil das dazu führt, dass es in Zukunft dieses eigenständige österreichische Fernsehen nicht mehr gibt, und das will ich nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Das heißt, Sie sind für die Gebührenerhöhung!)
Abg. Ing. Westenthaler: 10 Prozent Erhöhung!
Daher ist es ganz einfach: Die Frage der Finanzierung dieses Unternehmens obliegt nicht der Medienministerin, aber meine persönliche Meinung, die Sie auch in Presseaussendungen nachlesen können, ist, dass es – wie bei vielen anderen Gebühren auch – nicht gut ist, wenn es große Sprünge bei Gebührenerhöhungen gibt. (Abg. Ing. Westenthaler: 10 Prozent Erhöhung!) Ich war immer der Auffassung, dass wir die ORF-Gebühren der Inflationsrate anpassen sollten. Das wäre eine faire Regelung – anstatt wie im Jahr 2004, als die Gebühren um 8 Prozent erhöht wurden, wieder hohe Sprünge zu machen, um das österreichische Fernsehen finanziell abzusichern.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Also dafür?
Ich bin also dafür, ORF-Gebühren jährlich der Inflationsrate anzupassen. Ich glaube, dann trifft das die kleinen Einkommensbezieher nicht in diesem Ausmaß, wobei gleichzeitig sichergestellt wäre, dass wir in Österreich einen starken ORF haben und kein deutsches Einheitsfernsehen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Also dafür?)
Abg. Ing. Westenthaler: Empfehlen Sie uns als Regierungsmitglied nicht, was das Parlament zu tun hat!
ORF zu Überfinanzierungen, Ungereimtheiten oder Regelungen kommt, die zu Recht zu beanstanden wären, dann würde ich Ihnen empfehlen, von einem Instrument, das das Parlament hat, Gebrauch zu machen. (Abg. Ing. Westenthaler: Empfehlen Sie uns als Regierungsmitglied nicht, was das Parlament zu tun hat!) Wenn es den Vorwurf gibt, dass es bei den Finanzströmen zu Ungereimtheiten kommt – die Kontrolle der Gebarung des ORF unterliegt dem Rechnungshof.
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr wollt alle Gebührenzahler belasten! – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und BZÖ.
Was die Frage der Finanzierung des ORF betrifft, ist der Vorschlag offensichtlich, der, während ich in der Fragestunde war, gekommen ist, ... (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr wollt alle Gebührenzahler belasten! – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und BZÖ.) – Ich würde gerne Ihre Frage beantworten, Herr Abgeordneter. Aber wenn Sie tratschen, ist das sehr schwierig.
Abg. Ing. Westenthaler: Am besten jeden Monat!
(Abg. Ing. Westenthaler: Am besten jeden Monat!), sondern alle Jahre die Inflationsrate abzugelten; das wären jährlich ein paar Cent.
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Ich würde Sie daher ersuchen, diese Angstargumente, die völlig jeder Basis und Grundlage entbehren, hier im Hohen Haus nicht mehr vorzubringen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Und dafür noch die Gebühren erhöht!
Ich möchte Sie fragen: Sind Sie auch der Meinung der ÖVP, dass der ORF verpflichtet ist, Regierungspropaganda, wenn sie von einer Partei eingefordert wird, automatisch betreiben zu müssen? (Abg. Ing. Westenthaler: Und dafür noch die Gebühren erhöht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir auch!
Bundesministerin für Frauen, Medien und öffentlichen Dienst Doris Bures: Herr Klubobmann Cap, es stimmt schon, dass ich diese Diskussion als sehr eigenartig empfinde (Abg. Ing. Westenthaler: Wir auch!), wenn man nämlich auf der einen Seite permanent Maßnahmen setzt, die einem Unternehmen die wirtschaftliche Basis entziehen, und dann, wenn es darum geht, Maßnahmen zu setzen, um sicherzustellen, dass das Unternehmen ORF den Auftrag, den wir an ihn haben, auch erfüllen kann, sagt: Nein, das kommt nicht in Frage! – Zuerst die wirtschaftliche Grundlage zu entziehen und dann zu allen Maßnahmen, um diese wieder sicherzustellen, Nein zu sagen, das ist eine Zerstörungsstrategie für den ORF, die, wie ich glaube, die Mehrheit der Österreicherinnen und Österreicher wirklich nicht haben möchte.
Abg. Ing. Westenthaler: „Bravo“!
Zum zweiten Punkt – wir reden heute ja nicht nur über den Asylgerichtshof –: Es wird ja heute beschlossen, dass die Sozialpartnerschaft in die Verfassung kommen soll. (Abg. Ing. Westenthaler: „Bravo“!) Ich möchte dazu nur ganz kurz etwas sagen: Seit über 50 Jahren gibt es diese Sozialpartnerschaft. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht in der Verfassung!) Seit über 50 Jahren gibt es die Kritik – bei allen Erfolgen der Sozialpartnerschaft –: Wir haben in der Verfassung das Parlament geregelt, die Regierung, den Bundespräsidenten, all diese Institutionen. Warum bewegt sich die Sozialpartnerschaft außerhalb der Verfassung? – Immer wieder haben wir das gehört.
Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht in der Verfassung!
Zum zweiten Punkt – wir reden heute ja nicht nur über den Asylgerichtshof –: Es wird ja heute beschlossen, dass die Sozialpartnerschaft in die Verfassung kommen soll. (Abg. Ing. Westenthaler: „Bravo“!) Ich möchte dazu nur ganz kurz etwas sagen: Seit über 50 Jahren gibt es diese Sozialpartnerschaft. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht in der Verfassung!) Seit über 50 Jahren gibt es die Kritik – bei allen Erfolgen der Sozialpartnerschaft –: Wir haben in der Verfassung das Parlament geregelt, die Regierung, den Bundespräsidenten, all diese Institutionen. Warum bewegt sich die Sozialpartnerschaft außerhalb der Verfassung? – Immer wieder haben wir das gehört.
Abg. Ing. Westenthaler: Kammerzwang in der Verfassung!
Jetzt gibt es das Bemühen – und das werden wir heute zu einem Abschluss bringen –, dass die Sozialpartnerschaft, die so viel Gutes für Österreich getan hat, ebenfalls Eingang in die Verfassung findet. (Abg. Ing. Westenthaler: Kammerzwang in der Verfassung!) Damit ist es geregelt, das ist ein sauberer Vorgang. Ich denke, dass das sicherlich ein Beitrag ist, um diese Kritik, die immer wieder geäußert wurde, zum Verstummen zu bringen. Es ist auch demokratisch: Es wird hier diskutiert, es wird hier beschlossen. Es ist nicht eine neue Einrichtung, die Gesetze beschließt – um da gleich Irrtümer vorwegzunehmen –, aber die Sozialpartner haben immer sehr viel Einfluss und Macht in Österreich gehabt, und ich finde schon, dass auch sie einer gewissen Regelung bedürfen, so wie wir alle geregelt sind und so wie hier die Demokratie in Österreich im Endeffekt geregelt ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Verfassungsknebelung! Unfreiheit der Menschen ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Verfassungsknebelung! Unfreiheit der Menschen ...!
Jetzt gibt es das Bemühen – und das werden wir heute zu einem Abschluss bringen –, dass die Sozialpartnerschaft, die so viel Gutes für Österreich getan hat, ebenfalls Eingang in die Verfassung findet. (Abg. Ing. Westenthaler: Kammerzwang in der Verfassung!) Damit ist es geregelt, das ist ein sauberer Vorgang. Ich denke, dass das sicherlich ein Beitrag ist, um diese Kritik, die immer wieder geäußert wurde, zum Verstummen zu bringen. Es ist auch demokratisch: Es wird hier diskutiert, es wird hier beschlossen. Es ist nicht eine neue Einrichtung, die Gesetze beschließt – um da gleich Irrtümer vorwegzunehmen –, aber die Sozialpartner haben immer sehr viel Einfluss und Macht in Österreich gehabt, und ich finde schon, dass auch sie einer gewissen Regelung bedürfen, so wie wir alle geregelt sind und so wie hier die Demokratie in Österreich im Endeffekt geregelt ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Verfassungsknebelung! Unfreiheit der Menschen ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie die „Presse“ heute gelesen?
Da soll niemand unter Zwang gesetzt werden, da soll niemand irgendwie unter Druck gesetzt werden, sondern es ist eine Realverfassung, die Eingang in die Formalverfassung findet. (Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie die „Presse“ heute gelesen?) Das, so denke ich, ist ein Vorgang, der ebenfalls berechtigt ist und wo wir auch im Zuge dieser vielen Erfolge, die diese Sozialpartnerschaft in den letzten 50 Jahren zu verzeichnen hatte, hier damit einen Abschluss finden.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja auch unglaublich, eigentlich!
Es ist überfallsartig, wenn sogar die Justizministerin sagen muss: Ich hatte keine Zeit mehr, die Vorlage zu lesen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja auch unglaublich, eigentlich!) – Das ist eine unglaubliche Aussage einer Justizministerin, die sagt: Ich bekam es 24 Stunden vor der Ministerratssitzung in Form einer Tischvorlage. –Mittlerweile werden also rechtsstaatliche Prinzipien in Form einer Tischvorlage abgeschafft! Ich weiß nicht, was man noch schlimmer machen kann in diesem Bereich. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten des BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Klubobmann Cap müsste eigentlich jetzt rot werden, wenn er es nicht schon ist!
Ist das nicht ein wirkliches Treten der Bundesverfassung mit Füßen, meine Kollegen auf der Regierungsbank, wenn man das so macht? (Abg. Ing. Westenthaler: Der Klubobmann Cap müsste eigentlich jetzt rot werden, wenn er es nicht schon ist!) – Und es geht noch weiter: Die Richter müssen offene Briefe schreiben. Betroffene müssen offene Briefe schreiben.
Abg. Ing. Westenthaler: Da fahren wir drüber!
Aber eines fehlt wieder einmal, nämlich dass es auch für die Zukunft ausgeschlossen ist, dass, so wie wir es jetzt wieder haben, eine Regierung mit Zweidrittelmehrheit Einfachgesetze in den Verfassungsrang hebt, damit der Verfassungsgerichtshof nicht prüfen kann. (Abg. Parnigoni: Mehrheit ist Mehrheit!) – Herr Kollege, wunderbar, danke für diese Offenheit! Für die Fernsehzuschauer zu Hause: Herr Abgeordneter Parnigoni von der SPÖ sagt: „Mehrheit ist Mehrheit!“ – Aha. Also wenn wir hier eine Zweidrittelmehrheit haben, dann interessiert uns keine Kontrolle mehr, dann interessiert uns kein Verfassungsgerichtshof. (Abg. Ing. Westenthaler: Da fahren wir drüber!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das jetzt mit der Justizministerin? Hat sie es schon verstanden oder nicht?
Von der Regierungsbank aus hat sich Herr Bundesminister Platter zu Wort gemeldet. Seine Redezeit beträgt 10 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das jetzt mit der Justizministerin? Hat sie es schon verstanden oder nicht?)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Parnigoni –: „Mehrheit ist Mehrheit!“ „Mehrheit ist Mehrheit!“
Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Parnigoni. Redezeit: 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Parnigoni –: „Mehrheit ist Mehrheit!“ „Mehrheit ist Mehrheit!“)
Abg. Ing. Westenthaler: Seid ihr nervös?!
Meine Damen und Herren, ich möchte noch auf einen zweiten Punkt eingehen. Es ist bereits gesagt worden, dass mit dieser Novelle die Sozialpartner in den Verfassungsrang gehoben werden beziehungsweise Berücksichtigung finden. Hier möchte ich Kollegem Scheibner, der jetzt nicht anwesend ist ... (Abg. Scheibner – in den Reihen der ÖVP sitzend –: Oja!) – Entschuldigung! Ich konnte ja nicht wissen, dass sich hier eine neue Koalition bildet (Abg. Scheibner: Das ist die alte!), oder die alte, ja. (Abg. Ing. Westenthaler: Seid ihr nervös?!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Dann streichen wir das doch!
gesenkt. Wir haben bei den Mitgliedern eine Zustimmung mit besonders positiven Werten von 70 Prozent. Wir brauchen also eigentlich keine besondere verfassungsrechtliche Erwähnung. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Dann streichen wir das doch!) – Herr Westenthaler, passen Sie auf, bis ich fertig bin, und lachen Sie dann!
Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen ist es ja auch nicht besser!
Jetzt sage ich Ihnen auch noch etwas zu Ihrer Aufregung: Das ist bereits im Regierungsprogramm drinnen gestanden. Wahrscheinlich haben Sie es nicht gelesen. Wenn man nicht mehr dabei ist, liest man nicht alles so genau. (Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen ist es ja auch nicht besser!) Das ist also im Regierungsprogramm gestanden und war ein Vorschlag des Konvents.
Abg. Ing. Westenthaler: Claus Raidl!
Ich denke, dass ich die Angst durchaus entsprechend einordnen kann. Es gibt immer noch bestimmte Herren (Abg. Ing. Westenthaler: Claus Raidl!) – auf diesen Herrn werde ich noch zu sprechen kommen –, die heute noch meinen, dass die Pflichtmitgliedschaft eigentlich nicht in unser Land gehört.
Abg. Ing. Westenthaler: Zu Raidl wollten Sie noch etwas sagen!
So, und damit zum Schluss, meine Damen und Herren. (Abg. Ing. Westenthaler: Zu Raidl wollten Sie noch etwas sagen!) Der Raidl sagt zu allem etwas. (Abg. Ing. Westenthaler: Er war aber immerhin Berater des Bundeskanzlers!)
Abg. Ing. Westenthaler: Er war aber immerhin Berater des Bundeskanzlers!
So, und damit zum Schluss, meine Damen und Herren. (Abg. Ing. Westenthaler: Zu Raidl wollten Sie noch etwas sagen!) Der Raidl sagt zu allem etwas. (Abg. Ing. Westenthaler: Er war aber immerhin Berater des Bundeskanzlers!)
Abg. Ing. Westenthaler: Na bitte, um was geht es mir?
Ich möchte schon sagen, dass das heute ein vorgeschobenes Argument war und dass Sie ehrlicher sein sollten, Herr Klubobmann Westenthaler. Ihnen geht es ja in Wahrheit um etwas ganz anderes. (Abg. Ing. Westenthaler: Na bitte, um was geht es mir?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wenn sie es nicht liest! Sie liest es nicht! – Sie soll es lesen!
Allein im Strafrechtspaket ... (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn sie es nicht liest! Sie liest es nicht! – Sie soll es lesen!) Ich muss Ihnen das deswegen erzählen, weil Sie sich damit gar nicht auseinandersetzen. (Abg. Öllinger: Das BZÖ hat ein ganz anderes Problem mit der Justiz!) Sie sollen hier ja inhaltlich argumentieren. – Damit verbunden ist ein Mehr an Sicherheit für die Bevölkerung, ein Weniger an Kriminalität, eine niedrigere Anzahl an Opfern. Das ist die Intention, die dahintersteht.
Beifall der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Dr. Spindelegger.
Mir ist nur wichtig, dass diese Gremien, vor allem auch der Nationale Sicherheitsrat, dann auch wirklich ernst genommen werden von den Regierungsparteien und auch von der Regierung, als Beratungsorgan, aber auch de facto als Mitentscheidungsorgan in wichtigen Angelegenheiten. Gerade beim Nationalen Sicherheitsrat geht es ja – und das war ja ursprünglich, bei der Einrichtung, auch die Intention – nicht so wie beim Landesverteidigungsrat eben wirklich nur um ein Diskussionsgremium, sondern um ein Mitentscheidungsgremium in wichtigen Belangen der nationalen Sicherheit – denn die geht uns alle an, nicht nur die Bundesregierung, sondern auch uns Parlamentarier, aber natürlich auch die gesamte Bevölkerung. Und deshalb ist es wichtig, dass die Beschlüsse dann auch entsprechend ernst genommen werden und dass dann aber natürlich auch – es gibt ja hier in weiten Bereichen Geheimhaltung – offen und umfassend über die wichtigen Materien informiert wird. (Beifall der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Dr. Spindelegger.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt auf einmal! Vor drei Wochen war das noch ganz anders! Bei der Dringlichen, da war alles noch in Ordnung: Da brauchen wir nichts tun! – Gegenrufe bei der SPÖ.
Die Bilder in den eigenen Köpfen, als wir diese Berichte gelesen haben, waren völlig hinreichend. Wenn man sich nur das Martyrium vor Augen führt, dem so ein kleines, wehrloses Kind über Wochen und Monate ausgesetzt war! Uns allen war und ist klar: Wir wollen nicht länger zuschauen, sondern wollen handeln und Maßnahmen setzen. Da kann ich Ihnen nur recht geben, Herr Kollege Strache: Dieses Anliegen teilen wir, denke ich, alle hier im Hohen Haus. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt auf einmal! Vor drei Wochen war das noch ganz anders! Bei der Dringlichen, da war alles noch in Ordnung: Da brauchen wir nichts tun! – Gegenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Strache. – Abg. Ing. Westenthaler: ... minderbemittelt!
Herr Kollege Westenthaler, ich war sehr froh darüber, dass Herr Kollege Strache dieses Thema in einem sehr moderaten Ton hier behandelt hat, und ich meine auch, man sollte da wirklich ohne Polemik auskommen, aber, Herr Kollege Westenthaler, Sie machen mir das nicht leicht, denn auf Ihren Zwischenruf hin muss ich schon darauf aufmerksam machen, dass Ihre Partei sieben Jahre lang in der Bundesregierung gesessen ist, Sie aber diesbezüglich keine Initiativen gesetzt haben. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Strache. – Abg. Ing. Westenthaler: ... minderbemittelt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Es muss immer erst etwas passieren, bevor Sie reagieren!
Unsere Justizministerin Berger hat heute einen Maßnahmenkatalog vorgelegt, hat in sehr verantwortungsvoller Art und Weise die Initiative ergriffen, einerseits im eigenen Hause Maßnahmen zu konzipieren und zu ergreifen – und andererseits auch einen Anstoß zu setzen, eine Initiative zu ergreifen, um da einen sehr notwendigen und umfassenden Prozess, der weit über das Justizressort hinausgehen muss, in Gang zu setzen. Und das alles geschah, Herr Kollege Westenthaler, nicht erst – das muss man auch dazusagen – aus Anlass der jüngsten Fälle (Abg. Ing. Westenthaler: Es muss immer erst etwas passieren, bevor Sie reagieren!), sondern es hat im Rahmen der Vorbereitung zur Familienrechtsreform Arbeitskreise im Justizministerium gegeben, gemeinsam mit dem Familienministerium, wobei sich eine dieser Gruppen mit der Frage beschäftigt hat, wie wir Kinder effizient vor Gewalt schützen können.
Abg. Mag. Darmann: Das habe ich nicht gesagt! Das stimmt nicht! Falscher Vorhalt! – Abg. Ing. Westenthaler: Falscher Vorhalt! Er hat gesagt „die Grünen“, er hat keinen Namen genannt!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Abgeordneter Darmann hat in seinem Redebeitrag behauptet, dass Herr Abgeordneter Steinhauser in einer Sitzung des Ausschusses vom Mai die Vorschläge des BZÖ abgeschmettert hätte. (Abg. Mag. Darmann: Das habe ich nicht gesagt! Das stimmt nicht! Falscher Vorhalt! – Abg. Ing. Westenthaler: Falscher Vorhalt! Er hat gesagt „die Grünen“, er hat keinen Namen genannt!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat er nie gesagt! Das ist schäbig, was Sie da machen! Das ist eine schäbige Vorgangsweise dem Herrn Darmann gegenüber! Aber das ist der Herr Öllinger, der ist halt schäbig! Das ist ein schäbiger Abgeordneter!
Das ist unrichtig und kann nur unrichtig sein, weil Herr Abgeordneter Steinhauser zu diesem Zeitpunkt noch nicht Abgeordneter im Parlament war. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat er nie gesagt! Das ist schäbig, was Sie da machen! Das ist eine schäbige Vorgangsweise dem Herrn Darmann gegenüber! Aber das ist der Herr Öllinger, der ist halt schäbig! Das ist ein schäbiger Abgeordneter!)
ironische Heiterkeit des Abg. Ing. Westenthaler
Wir wissen, dass wir mit dem österreichischen Strafvollzug im internationalen Kontext teilweise nachhängen. Wir haben die bedingte Entlassung in Österreich in einem wesentlich geringeren Ausmaß als in Deutschland und in der Schweiz derzeit durchgeführt, und es bedarf daher legistischer Überlegungen, legistischer Schritte, um hier eine Verbesserung herbeizuführen. Nicht umsonst wird das Paket auch als Sicherheitspaket bezeichnet (ironische Heiterkeit des Abg. Ing. Westenthaler) und wird in Zukunft zu einer weiteren Verbesserung in Richtung geringere Rückfallsquoten führen.
Abg. Ing. Westenthaler: Und das ist Sicherheit, oder was?
Wie wir schon gehört haben, geht es bei dieser Vorlage darum, letztlich mehr Sicherheit für die Österreicherinnen und Österreicher zu bieten. Mir hat es persönlich leidgetan, dass dieses Paket von Beginn an mit dem verunglückten Namen „Haftentlastungspaket“ in der Öffentlichkeit diskutiert worden ist, denn uns geht es sicherlich nicht darum, einfach aus finanziellen Gründen beziehungsweise aufgrund von zu wenig Haftraum mehr Leute auf die Straße zu bringen, sondern es geht um die Sicherheit. Und wenn man die Sicherheit im Auge hat, dann muss man sich schon auch eingestehen, dass es natürlich sinnvoller ist, jemanden, der eine ihm zu Recht zuerkannte Strafe verbüßt, nicht bis zum letzten Tag, bis zur letzten Sekunde im Gefängnis zu halten und ihn dann auf die Straße zu stellen und zu sagen: Mach, was du willst!, sondern am Ende der Strafe dann durch eine bedingte Entlassung (Abg. Ing. Westenthaler: Und das ist Sicherheit, oder was?) mit Bewährungshilfe, mit Auflagen – und da wird es auch darum gehen, dass das von den Gerichten auch umgesetzt wird (Abg. Strache: Das führt dann zu den Fällen in der Justizanstalt ...!) – die Überwachung zu verlängern, mit der Bewährungshilfe auf dem Weg zurück, bei der Resozialisierung zu unterstützen und dann letztlich auch weniger Rückfälle zu verzeichnen. (Abg. Strache: So wie jetzt bei dem Freigänger aus der Justizanstalt ..., der jetzt überführt wurde,
Abg. Ing. Westenthaler: Das glauben aber auch nur Sie!
Wir tun noch mehr: Wir ermöglichen, dass gerade ausländische Straftäter einerseits natürlich ihre Strafe zu verbüßen haben, auf der anderen Seite aber, weil dort eine bedingte Entlassung klarerweise nicht in Frage kommt, bewahren wir die Österreicherinnen und Österreicher davor, dass diese Straftäter nach kurzer Zeit wieder nach Österreich zurückkehren, weil der Druck, weil die Abschreckung durch das Instrument, das hier enthalten ist, entsprechend erhöht wird: Wenn ein solcher Straftäter, der bei einem Strafrest gegen Rückführung in sein Heimatland entlassen wird, wieder einmal seinen Fuß auf österreichisches Territorium setzt, dann sitzt er in der nächsten Sekunde im Gefängnis. (Abg. Ing. Westenthaler: Das glauben aber auch nur Sie!) Und das wird ihn davon abhalten – davon bin ich überzeugt –, dass er nach Österreich kommt. Wo immer er sich sonst herumtreiben mag – nicht hier, nicht in unserem Land.
Abg. Ing. Westenthaler: Na, was ist richtig? War es ein Freigänger oder nicht?
Abgeordneter Otto Pendl (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine geschätzten Damen und Herren! Hohes Haus! Eine lange Tradition hat die Zusammenarbeit im Justizausschuss, die – und ich bedanke mich bei allen – sehr sachlich ist. Das war jetzt hingegen Polemik – das ist schon ein vornehmer Ausdruck dafür –, und es wird nicht besser. Wir haben das letzte Mal über diesen Fall diskutiert: So traurig er war – ich habe Ihre Darstellung schon damals richtig gestellt, aber Sie wollen das nicht zur Kenntnis nehmen. Sie haben es wiederholt und wieder falsch erzählt. Aber es hört sich für die Bürgerinnen und Bürger eben gut an. (Abg. Ing. Westenthaler: Na, was ist richtig? War es ein Freigänger oder nicht?) Nein, er war auf Ausgang und nicht verurteilt wegen des Delikts, im Gegensatz zu dem, was Sie immer behaupten. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber angezeigt!) Das war damals falsch und ist immer noch falsch! (Abg. Ing. Westenthaler: Aber bei der Exekutive angezeigt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber angezeigt!
Abgeordneter Otto Pendl (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine geschätzten Damen und Herren! Hohes Haus! Eine lange Tradition hat die Zusammenarbeit im Justizausschuss, die – und ich bedanke mich bei allen – sehr sachlich ist. Das war jetzt hingegen Polemik – das ist schon ein vornehmer Ausdruck dafür –, und es wird nicht besser. Wir haben das letzte Mal über diesen Fall diskutiert: So traurig er war – ich habe Ihre Darstellung schon damals richtig gestellt, aber Sie wollen das nicht zur Kenntnis nehmen. Sie haben es wiederholt und wieder falsch erzählt. Aber es hört sich für die Bürgerinnen und Bürger eben gut an. (Abg. Ing. Westenthaler: Na, was ist richtig? War es ein Freigänger oder nicht?) Nein, er war auf Ausgang und nicht verurteilt wegen des Delikts, im Gegensatz zu dem, was Sie immer behaupten. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber angezeigt!) Das war damals falsch und ist immer noch falsch! (Abg. Ing. Westenthaler: Aber bei der Exekutive angezeigt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber bei der Exekutive angezeigt!
Abgeordneter Otto Pendl (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine geschätzten Damen und Herren! Hohes Haus! Eine lange Tradition hat die Zusammenarbeit im Justizausschuss, die – und ich bedanke mich bei allen – sehr sachlich ist. Das war jetzt hingegen Polemik – das ist schon ein vornehmer Ausdruck dafür –, und es wird nicht besser. Wir haben das letzte Mal über diesen Fall diskutiert: So traurig er war – ich habe Ihre Darstellung schon damals richtig gestellt, aber Sie wollen das nicht zur Kenntnis nehmen. Sie haben es wiederholt und wieder falsch erzählt. Aber es hört sich für die Bürgerinnen und Bürger eben gut an. (Abg. Ing. Westenthaler: Na, was ist richtig? War es ein Freigänger oder nicht?) Nein, er war auf Ausgang und nicht verurteilt wegen des Delikts, im Gegensatz zu dem, was Sie immer behaupten. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber angezeigt!) Das war damals falsch und ist immer noch falsch! (Abg. Ing. Westenthaler: Aber bei der Exekutive angezeigt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer?
Ich habe es euch vom BZÖ schon ein paar Mal gesagt: Ihr habt eure eigene Ministerin, die vorige Ministerin, im Regen stehen lassen und habt sie abgeschirrt beim Personal und beim Geld. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer?) – Die Vorgängerin der jetzigen Frau Justizministerin. (Abg. Ing. Westenthaler: Na, wie hat die geheißen? Wer war das? – Der weiß nicht einmal, wie die heißt!) – Machen wir uns nicht lustig, sondern halten wir ganz einfach fest: Ihr habt sie im Regen stehen lassen!
Abg. Ing. Westenthaler: Na, wie hat die geheißen? Wer war das? – Der weiß nicht einmal, wie die heißt!
Ich habe es euch vom BZÖ schon ein paar Mal gesagt: Ihr habt eure eigene Ministerin, die vorige Ministerin, im Regen stehen lassen und habt sie abgeschirrt beim Personal und beim Geld. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer?) – Die Vorgängerin der jetzigen Frau Justizministerin. (Abg. Ing. Westenthaler: Na, wie hat die geheißen? Wer war das? – Der weiß nicht einmal, wie die heißt!) – Machen wir uns nicht lustig, sondern halten wir ganz einfach fest: Ihr habt sie im Regen stehen lassen!
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Frau Bundesministerin! Ich möchte mich nur, weil mir die Anliegen des Strafvollzuges zu wichtig sind, ganz einfach herzlich für das Engagement bedanken, dafür, dass Sie die richtige Richtung einschlagen und die Motivation dafür erkennen. Ich bin froh, dass der Vorsitzende des Justizausschusses das auch zum Ausdruck gebracht hat. Ich glaube, das Paket ist ein richtiges, es geht in die richtige Richtung, indem man auf der einen Seite klar sagt, wer in unseren Anstalten zu verbleiben hat, und auf der anderen Seite, wer für die Zukunft in einem freien Leben vorbereitet wird und wie er vorbereitet wird, denn wir reden ja von Menschen – ich glaube, da sind wir alle einer Meinung. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Es geht nicht um Polemik, es geht um Menschen.
Abg. Ing. Westenthaler: Das glaube ich!
Abgeordneter Dr. Kurt Grünewald (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzte Frau Bundesministerin! Liebe Kollegin Hakl, ich finde dieses Gesetz auch problematisch, aber aus ganz anderen Gründen als Sie. (Abg. Ing. Westenthaler: Das glaube ich!) Jeder redet mit dem, den er gerne als Kronzeugen anführt. Wir haben einen Arbeitskreis gehabt, wo sich monatlich SuchtgiftexpertInnen getroffen haben. Wir haben eine kleine Enquete gemacht mit Leuten aus Frankfurt und Zürich, und zwar mit höchstrangigen Leuten, auch von den Behörden, und die sagen an und für sich etwas anderes.
Sitzung Nr. 42
Abg. Ing. Westenthaler: Die „Neutralität des Wassers“! – Heiterkeit beim BZÖ.
Bundesministerin für europäische und internationale Angelegenheiten Dr. Ursula Plassnik: Auch hier ist keine Veränderung. (Abg. Ing. Westenthaler: Die „Neutralität des Wassers“! – Heiterkeit beim BZÖ.) Hohes Haus! Frau Präsidentin! Es ist mir ein ernstes Anliegen, den massiven Gerüchten, die hier verbreitet werden, entschieden entgegenzutreten. Es ist das ganz einfach unrichtig! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Können Sie ja da im Haus auch sagen!
Bundesministerin für europäische und internationale Angelegenheiten Dr. Ursula Plassnik: Die Kärntner und Kärntnerinnen werden, wenn ihnen diese Frage überhaupt vorgelegt werden sollte, darüber zu entscheiden haben. Ich werde meine Meinung den Kärntnerinnen und Kärntnern sagen. Ich werde sie aus meiner Sicht über die Vorteile informieren (Abg. Ing. Westenthaler: Können Sie ja da im Haus auch sagen!), die der Reformvertrag für die Kärntner und Kärntnerinnen bereithält. Ich bin überzeugt davon, dass das auch entsprechend wahrgenommen werden wird.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Graf. – Abg. Ing. Westenthaler: Amen, Herr Finanzminister!
Ich weiß, dass die Länder diesem guten Beispiel des Bundes folgen werden, dieser positiven Perspektive der wirtschaftlichen Stärke des Landes, die auch soziale Zukunft und ökologische Verantwortung bietet. (Abg. Strache: Na, leider nicht! Das Gegenteil leider!) Das ist unser Konzept: Positiv für das Land, Herr Kollege Strache! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Graf. – Abg. Ing. Westenthaler: Amen, Herr Finanzminister!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das wird spätestens jetzt passieren! Das wird jetzt passieren!
Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Finanzminister! Herr Staatssekretär! Da ich nicht möchte, dass in den Wohnzimmern der Österreicherinnen und Österreicher die Fernsehapparate eventuell abgeschaltet werden (Abg. Ing. Westenthaler: Das wird spätestens jetzt passieren! Das wird jetzt passieren!), weil heute schon so viele pessimistische Aussagen zur Finanzsituation in unserem Land gemacht wurden, möchte ich mich in die Reihe der OptimistInnen einreihen und zum Finanzausgleich sehr positiv Stellung nehmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Spätestens jetzt haben alle abgedreht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Spätestens jetzt haben alle abgedreht!
Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Finanzminister! Herr Staatssekretär! Da ich nicht möchte, dass in den Wohnzimmern der Österreicherinnen und Österreicher die Fernsehapparate eventuell abgeschaltet werden (Abg. Ing. Westenthaler: Das wird spätestens jetzt passieren! Das wird jetzt passieren!), weil heute schon so viele pessimistische Aussagen zur Finanzsituation in unserem Land gemacht wurden, möchte ich mich in die Reihe der OptimistInnen einreihen und zum Finanzausgleich sehr positiv Stellung nehmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Spätestens jetzt haben alle abgedreht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Oder fünf Jahre?
Das sind Projekte vor allem im Bereich der Bildung – ich hoffe, die Bildung ist Ihnen auch so ein Anliegen wie uns, Herr Kollege Scheibner (Abg. Scheibner: Sind es jetzt vier Jahre oder sechs Jahre?) – und der Betreuung unserer Kleinsten und der Schulkinder und Jugendlichen. (Abg. Ing. Westenthaler: Oder fünf Jahre?) Es sind wichtige Projekte im Bereich der Gesundheit (Abg. Scheibner: Wie lange dauert jetzt der Finanzausgleich? – Abg. Ing. Westenthaler: Vier Jahre oder sechs Jahre?), im Bereich des Sozialwesens, im Bereich der Pflege, im Bereich der Verwaltung, des Klimaschutzes, aber auch der Stärkung des ländlichen Raumes.
Abg. Scheibner: Wie lange dauert jetzt der Finanzausgleich? – Abg. Ing. Westenthaler: Vier Jahre oder sechs Jahre?
Das sind Projekte vor allem im Bereich der Bildung – ich hoffe, die Bildung ist Ihnen auch so ein Anliegen wie uns, Herr Kollege Scheibner (Abg. Scheibner: Sind es jetzt vier Jahre oder sechs Jahre?) – und der Betreuung unserer Kleinsten und der Schulkinder und Jugendlichen. (Abg. Ing. Westenthaler: Oder fünf Jahre?) Es sind wichtige Projekte im Bereich der Gesundheit (Abg. Scheibner: Wie lange dauert jetzt der Finanzausgleich? – Abg. Ing. Westenthaler: Vier Jahre oder sechs Jahre?), im Bereich des Sozialwesens, im Bereich der Pflege, im Bereich der Verwaltung, des Klimaschutzes, aber auch der Stärkung des ländlichen Raumes.
Abg. Ing. Westenthaler: Könnt ihr euch das nicht draußen ausmachen? Muss das unbedingt vom Rednerpult aus sein?
Da können Sie noch lange Bürgermeister bleiben, Herr Kollege Auer! Aber wenn Sie so lange Bürgermeister sind (Abg. Ing. Westenthaler: Könnt ihr euch das nicht draußen ausmachen? Muss das unbedingt vom Rednerpult aus sein?), dann kennen Sie doch die Diskussion im Rahmen des Finanzausgleichs über den vertikalen Finanzausgleich, über den horizontalen Finanzausgleich, das heißt, wie innerhalb der Gemeinden der Finanzausgleich ausschauen soll. Ich weiß nicht, warum Sie sich über den Kollegen Rossmann so echauffieren. Sie kennen doch die Diskussion um die Frage: Nach welchen Kriterien sollen welcher Gemeinde – ob klein, ob groß, ob mittelgroß – die Mittel zugeteilt werden? – Gibt es da zum Beispiel eine Bezirksverwaltungsbehörde, in den Statutarstädten? Gibt es ein Theater, ja oder nein? (Abg. Dr. Graf: Das geht jetzt nach der Zwei-Säulen-Theorie! – Ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Graf. – Ruf bei der FPÖ: Die fällt leicht um!) Gibt es übergeordnete Aufgaben für die Region, die speziell abgegolten werden müssen?
Abg. Lutz Weinzinger – auf den zwischen Rednerpult und Regierungsbank stehenden Abg. Van der Bellen, der mit Vizekanzler Mag. Molterer spricht, weisend –: Noch geht es nicht, Frau Präsidentin! – Abg. Ing. Westenthaler: Eine Kollision!
Präsidentin Dr. Eva Glawischnig-Piesczek: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Weinzinger zu Wort. Wiederum 7 Minuten Redezeit. – Sie haben das Wort, Herr Abgeordneter. (Abg. Lutz Weinzinger – auf den zwischen Rednerpult und Regierungsbank stehenden Abg. Van der Bellen, der mit Vizekanzler Mag. Molterer spricht, weisend –: Noch geht es nicht, Frau Präsidentin! – Abg. Ing. Westenthaler: Eine Kollision!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: 1,7 Prozent!
richtige Politik für die Menschen in diesem Bereich. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: 1,7 Prozent!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: 800 € Mindestlohn!
Wir haben mit diesem Finanzausgleich, und zwar als integraler Bestandteil dieses von allen – übrigens auch von Jörg Haider, Herr Abgeordneter Westenthaler – unterschriebenen Paktums, klar ausgemacht: Ab dem Jahr 2009 und 2010 im Vollausbau gibt es eine Mindestsicherung im gesamten Lande mit, jetzt nach Erhöhung der Ausgleichsrate, 747 € 14 Mal. Wir benehmen uns anständig auch den Ärmsten gegenüber. Und wer Zweifel gehabt hat, ob die Länder und die Gemeinden mitmachen: Wir haben dies vereinbart. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: 800 € Mindestlohn!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Mindestlohn ist nur 50 € darüber!
Gut, dass Sie den Mindestlohn ansprechen. Hier haben wir 1 000 € mal 14 als Mindestlohn durch die Sozialpartner vereinbart. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Mindestlohn ist nur 50 € darüber!) Danke übrigens an dieser Stelle den Sozialpartnern, danke, dass sie diesen Schritt vernünftig gesetzt haben! (Abg. Ing. Westenthaler: Wer hackelt, bekommt 50 € mehr!) Es ist ein guter Schritt und einer, der dazu führt, dass Menschen, die voll arbeiten, nicht unter der Armutsgrenze verdienen sollen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer hackelt, bekommt 50 € mehr!
Gut, dass Sie den Mindestlohn ansprechen. Hier haben wir 1 000 € mal 14 als Mindestlohn durch die Sozialpartner vereinbart. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Mindestlohn ist nur 50 € darüber!) Danke übrigens an dieser Stelle den Sozialpartnern, danke, dass sie diesen Schritt vernünftig gesetzt haben! (Abg. Ing. Westenthaler: Wer hackelt, bekommt 50 € mehr!) Es ist ein guter Schritt und einer, der dazu führt, dass Menschen, die voll arbeiten, nicht unter der Armutsgrenze verdienen sollen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall des Abg. Ing. Westenthaler. – Abg. Krainer: Sie hatten sieben Jahre Zeit! Die Kranken haben Sie belastet! – Abg. Dr. Cap: Sieben magere Jahre! – Abg. Krainer: 2,5 erhöht, zweimal erhöht!
Herr Staatssekretär Matznetter, wenn wir schon beim Gesundheitssystem sind: Sie gehen ja leider wieder zurück – Kollege Cap fürchtet sich schon vor all den Dingen, die der Staatssekretär Matznetter hier bringt. (Abg. Dr. Cap: Ich freue mich!) – Sie freuen sich. Na ja, wenn ich Sie so sehe, würde ich es nicht als Zeichen der Freude bringen, sondern Sie fürchten sich genauso wie wir, dass weitere Beiträge erhöht werden, um das Gesundheitssystem, das jetzt schon ein bisschen Probleme bekommt, zu sanieren. (Beifall des Abg. Ing. Westenthaler. – Abg. Krainer: Sie hatten sieben Jahre Zeit! Die Kranken haben Sie belastet! – Abg. Dr. Cap: Sieben magere Jahre! – Abg. Krainer: 2,5 erhöht, zweimal erhöht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das geht nicht! Das ist alles geschäftsordnungswidrig, was Sie hier machen! Spätestens um 15 Uhr muss die Dringliche Anfrage beginnen!
Herr Klubobmann Dr. Cap hat sich zur Geschäftsbehandlung zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Das geht nicht! Das ist alles geschäftsordnungswidrig, was Sie hier machen! Spätestens um 15 Uhr muss die Dringliche Anfrage beginnen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt gibt es Dankeskundgebungen auch noch! Was ist das für eine Auslegung der Geschäftsordnung?
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Frau Präsidentin! Ich möchte mich für Ihre Stellungnahme beziehungsweise für die Ermahnung ausdrücklich bedanken. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt gibt es Dankeskundgebungen auch noch! Was ist das für eine Auslegung der Geschäftsordnung?) Ich ersuche ebenfalls Kollegen Klement beziehungsweise den Klubobmann der FPÖ, im Interesse seiner Person beziehungsweise des Klubs, an anderer Stelle diese Äußerungen
Abg. Dr. Haimbuchner: Herr Westenthaler schreit ...!
Wir haben ein ganzes Bouquet an Lösungen vorgeschlagen, beispielsweise mit dem Initiativantrag 413/A. – Das ist auch der Unterschied zur FPÖ; auch wenn Sie jetzt gleich wieder schreien werden. (Abg. Dr. Haimbuchner: Herr Westenthaler schreit ...!) Es nützt nichts, irgendeinen Entschließungsantrag als dringlich zu bezeichnen, der dann Allgemeinformulierungen enthält, die leicht abgelehnt werden können – auch von den anderen Fraktionen. Sie müssen sich einmal die Mühe machen – Sie sind ja dreimal so stark wie wir, wir schaffen das mit unseren Abgeordneten und mit unserem kleinen Apparat –, einen umfassenden Initiativantrag einzubringen. (Abg. Öllinger: Sind Sie so schwach?) Wir haben einen Initiativantrag eingebracht, mit dem wir die Verdoppelung aller Strafen von Verbrechen an Kindern festsetzen wollen – die Strafrahmen müssen verdoppelt werden! (Beifall beim BZÖ) – und § 92 und § 207 reparieren wollen. (Abg. Strache: Und was haben wir gestern gemacht?) Machen Sie einen Initiativantrag, und dann werden Sie sehen, dass das gescheiter ist. (Abg. Strache: Sie sind eine billige Kopie, Herr Westenthaler!)
Abg. Strache: Sie sind eine billige Kopie, Herr Westenthaler!
Wir haben ein ganzes Bouquet an Lösungen vorgeschlagen, beispielsweise mit dem Initiativantrag 413/A. – Das ist auch der Unterschied zur FPÖ; auch wenn Sie jetzt gleich wieder schreien werden. (Abg. Dr. Haimbuchner: Herr Westenthaler schreit ...!) Es nützt nichts, irgendeinen Entschließungsantrag als dringlich zu bezeichnen, der dann Allgemeinformulierungen enthält, die leicht abgelehnt werden können – auch von den anderen Fraktionen. Sie müssen sich einmal die Mühe machen – Sie sind ja dreimal so stark wie wir, wir schaffen das mit unseren Abgeordneten und mit unserem kleinen Apparat –, einen umfassenden Initiativantrag einzubringen. (Abg. Öllinger: Sind Sie so schwach?) Wir haben einen Initiativantrag eingebracht, mit dem wir die Verdoppelung aller Strafen von Verbrechen an Kindern festsetzen wollen – die Strafrahmen müssen verdoppelt werden! (Beifall beim BZÖ) – und § 92 und § 207 reparieren wollen. (Abg. Strache: Und was haben wir gestern gemacht?) Machen Sie einen Initiativantrag, und dann werden Sie sehen, dass das gescheiter ist. (Abg. Strache: Sie sind eine billige Kopie, Herr Westenthaler!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ordnungsruf-Kaiser Jarolim! – Abg. Sburny: „Erbärmlicher Zyniker“ darf ...!
Herr Abgeordneter Jarolim, ich erteile Ihnen dafür jetzt einen Ordnungsruf. (Abg. Ing. Westenthaler: Ordnungsruf-Kaiser Jarolim! – Abg. Sburny: „Erbärmlicher Zyniker“ darf ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Warum machen Sie das nicht jetzt?... Sie können es umsetzen!
Und wir fordern natürlich Ärztinnen und Ärzte auf, das Netzwerk auszubauen. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum machen Sie das nicht jetzt?... Sie können es umsetzen!) – Sie waren sieben Jahre lang in einer Regierung. Auch Sie hätten einige Dinge umsetzen können. Die derzeit geltende Rechtslage, die Sie jetzt ganz lautstark kritisieren, geht auf sieben Jahre Regierungszeit, in denen Sie stiller Teilhaber waren, zurück. (Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Scheibner: Nehmen Sie einmal Ihre parteipolitische Brille ab!)
Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen: Untersuchungspflicht! Zweiter Schritt ...!
Mir haben Vertreter der Kinderschutzgruppen Folgendes gesagt – und wir haben den Fall ja schon 2001 durchgespielt –: Wenn man eine strikte Anzeigepflicht vorsieht, passiert Folgendes: Es kommen die Kinder gar nicht mehr. Das heißt, sie brauchen gar nicht mehr anzuzeigen, denn es ist niemand da. (Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen: Untersuchungspflicht! Zweiter Schritt ...!)
Abg. Scheibner: Nicht Sie als Person! Ihre Kollegin macht nur Polemik! – Abg. Ing. Westenthaler: Er hat die Fraktion gemeint! – Abg. Dr. Graf: Er meint die Rede von gestern!
Abgeordnete Sabine Mandak (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Minister! Hohes Haus! Herr Kollege Scheibner, Sie haben vorher gesagt, man kann nicht oft genug über Kinderrechte und den Schutz von Kindern reden. Gut, reden wir darüber. (Abg. Scheibner: Das ist Polemik, hat Ihre Kollegin gesagt!) – Also ich habe jetzt einen Satz gesagt, und Sie werfen mir vor, polemisch zu sein? Das halte ich für eine ziemliche Unterstellung. (Abg. Scheibner: Nicht Sie als Person! Ihre Kollegin macht nur Polemik! – Abg. Ing. Westenthaler: Er hat die Fraktion gemeint! – Abg. Dr. Graf: Er meint die Rede von gestern!) Wenn Sie mich bitte reden lassen würden, Sie können es ja zum Schluss dann vielleicht sagen.
Abg. Dr. Haimbuchner: Ihnen glaubt ja keiner irgendetwas, Herr Westenthaler, nicht einmal ein Lob!
sehr interessante Neuigkeiten gebracht. Ich werde mich jetzt mit dem generellen Lob für die Beamten des Justizministeriums zurückhalten, obwohl ich es auch gerne machen würde, aber ich will niemandem schaden, deswegen mache ich es nicht. (Abg. Dr. Haimbuchner: Ihnen glaubt ja keiner irgendetwas, Herr Westenthaler, nicht einmal ein Lob!) Aber es war eine gute Arbeit, eine gute Beantwortung, eine ausführliche Beantwortung und auch eine Bestätigung für die Richtigkeit dieser Dringlichen Anfrage.
Abg. Ing. Westenthaler: Was hat das mit den Heizkosten zu tun?!
Gerade vor zwei Tagen – jetzt komme ich wirklich dazu, jetzt passt es ja – wurde eine sehr erfreuliche und großzügige Pensionserhöhung für unsere ältere Generation beschlossen. (Abg. Scheibner: ... das ist weniger!) Damit wird die Kaufkraft nicht nur gesichert, sondern sie wird steigen. Und was mir besonders wichtig ist, ist, dass damit auch Nachhaltigkeit erreicht wird, was bei den Einmalzahlungen zu Ihrer Zeit nicht der Fall war. (Abg. Ing. Westenthaler: Was hat das mit den Heizkosten zu tun?!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber die Leute können sich das Heizen nicht leisten! Das hat ja nichts mit den Pensionen zu tun!
Es muss auch sehr deutlich gesagt werden, dass, seit es die SPÖ in dieser Regierung gibt, die österreichischen Pensionistinnen und Pensionisten zweimal doch recht erfreuliche Pensionserhöhungen bekommen haben. (Ruf: Weil wir den Finanzminister ...!) – Daran sieht man auch sehr deutlich, dass uns vor allem die ältere Generation wirklich sehr am Herzen liegt. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber die Leute können sich das Heizen nicht leisten! Das hat ja nichts mit den Pensionen zu tun!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist weniger!
Aber leider gibt es hier große Unterschiede: In meinem Bezirk Leoben zum Beispiel gibt es erfreulicherweise vonseiten des Sozialhilfeverbandes eine Unterstützung von 75 € für sozial Bedürftige (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist weniger!), und dazu kommen noch zusätzlich 120 € vonseiten des Landes bei Ölheizungen und 60 € bei anderen Formen von Heizungen. Daran kann man wirklich deutlich sehen, dass unter
Abg. Haubner: Ja! Wir sind Top 3! – Abg. Ing. Westenthaler: Top 3, vor der Steiermark!
An dieser Stelle möchte ich doch eine sehr interessante Frage an Sie, Herr Westenthaler, und an das BZÖ richten: Wissen Sie, wie es mit dem Heizkostenzuschuss in Kärnten aussieht? (Abg. Haubner: Ja! Wir sind Top 3! – Abg. Ing. Westenthaler: Top 3, vor der Steiermark!) – Das wissen Sie? Ja, vielleicht ist Ihnen bekannt, dass es diesen gibt, das ist auch gut. (Abg. Ing. Westenthaler: Top 3! Das ist eine der höchsten ...!) – Ja, das Interessante dabei ist nur, dass kürzlich Landeshauptmann-Stellvertreterin Gaby Schaunig namens der SPÖ einen Antrag auf Erhöhung dieses Heizkostenzuschusses eingebracht hat. Und wissen Sie auch, dass Ihr BZÖ-Landeshauptmann und das BZÖ Kärnten diesen Antrag abgelehnt haben? (Abg. Ing. Westenthaler: Weil wir mehr wollten!) – Das ist soziale Wärme? (Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollten einen höheren Zuschuss, nur haben sie das verhindert!) – Dieser Antrag wurde nur durchgebracht, weil sich auch die ÖVP hier zu sozialer Wärme bekannt hat.
Abg. Ing. Westenthaler: Top 3! Das ist eine der höchsten ...!
An dieser Stelle möchte ich doch eine sehr interessante Frage an Sie, Herr Westenthaler, und an das BZÖ richten: Wissen Sie, wie es mit dem Heizkostenzuschuss in Kärnten aussieht? (Abg. Haubner: Ja! Wir sind Top 3! – Abg. Ing. Westenthaler: Top 3, vor der Steiermark!) – Das wissen Sie? Ja, vielleicht ist Ihnen bekannt, dass es diesen gibt, das ist auch gut. (Abg. Ing. Westenthaler: Top 3! Das ist eine der höchsten ...!) – Ja, das Interessante dabei ist nur, dass kürzlich Landeshauptmann-Stellvertreterin Gaby Schaunig namens der SPÖ einen Antrag auf Erhöhung dieses Heizkostenzuschusses eingebracht hat. Und wissen Sie auch, dass Ihr BZÖ-Landeshauptmann und das BZÖ Kärnten diesen Antrag abgelehnt haben? (Abg. Ing. Westenthaler: Weil wir mehr wollten!) – Das ist soziale Wärme? (Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollten einen höheren Zuschuss, nur haben sie das verhindert!) – Dieser Antrag wurde nur durchgebracht, weil sich auch die ÖVP hier zu sozialer Wärme bekannt hat.
Abg. Ing. Westenthaler: Weil wir mehr wollten!
An dieser Stelle möchte ich doch eine sehr interessante Frage an Sie, Herr Westenthaler, und an das BZÖ richten: Wissen Sie, wie es mit dem Heizkostenzuschuss in Kärnten aussieht? (Abg. Haubner: Ja! Wir sind Top 3! – Abg. Ing. Westenthaler: Top 3, vor der Steiermark!) – Das wissen Sie? Ja, vielleicht ist Ihnen bekannt, dass es diesen gibt, das ist auch gut. (Abg. Ing. Westenthaler: Top 3! Das ist eine der höchsten ...!) – Ja, das Interessante dabei ist nur, dass kürzlich Landeshauptmann-Stellvertreterin Gaby Schaunig namens der SPÖ einen Antrag auf Erhöhung dieses Heizkostenzuschusses eingebracht hat. Und wissen Sie auch, dass Ihr BZÖ-Landeshauptmann und das BZÖ Kärnten diesen Antrag abgelehnt haben? (Abg. Ing. Westenthaler: Weil wir mehr wollten!) – Das ist soziale Wärme? (Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollten einen höheren Zuschuss, nur haben sie das verhindert!) – Dieser Antrag wurde nur durchgebracht, weil sich auch die ÖVP hier zu sozialer Wärme bekannt hat.
Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollten einen höheren Zuschuss, nur haben sie das verhindert!
An dieser Stelle möchte ich doch eine sehr interessante Frage an Sie, Herr Westenthaler, und an das BZÖ richten: Wissen Sie, wie es mit dem Heizkostenzuschuss in Kärnten aussieht? (Abg. Haubner: Ja! Wir sind Top 3! – Abg. Ing. Westenthaler: Top 3, vor der Steiermark!) – Das wissen Sie? Ja, vielleicht ist Ihnen bekannt, dass es diesen gibt, das ist auch gut. (Abg. Ing. Westenthaler: Top 3! Das ist eine der höchsten ...!) – Ja, das Interessante dabei ist nur, dass kürzlich Landeshauptmann-Stellvertreterin Gaby Schaunig namens der SPÖ einen Antrag auf Erhöhung dieses Heizkostenzuschusses eingebracht hat. Und wissen Sie auch, dass Ihr BZÖ-Landeshauptmann und das BZÖ Kärnten diesen Antrag abgelehnt haben? (Abg. Ing. Westenthaler: Weil wir mehr wollten!) – Das ist soziale Wärme? (Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollten einen höheren Zuschuss, nur haben sie das verhindert!) – Dieser Antrag wurde nur durchgebracht, weil sich auch die ÖVP hier zu sozialer Wärme bekannt hat.
Abg. Ing. Westenthaler: 250 000 Menschen können sich das nicht leisten!
Herr Westenthaler, Ihre Doppelzüngigkeit ist, wie man sieht, wirklich nicht mehr zu überbieten. Dies zeigt auch sehr deutlich, wer hier Wärme sowohl in die Wohnungen als auch in die Herzen der Menschen bringt. (Abg. Ing. Westenthaler: 250 000 Menschen können sich das nicht leisten!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist soziale Kälte! Die rote soziale Kälte!
Werte Kolleginnen und werte Kollegen, aufgrund des Umstandes, dass für den Heizkostenzuschuss die Länder zuständig sind, ist aus Sicht der SPÖ dieser Fristsetzungsantrag abzulehnen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist soziale Kälte! Die rote soziale Kälte!)
Abg. Mandak: Aber ..., das ist das Problem! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist zu wenig!
Vor allem aber ist es die Seniorenvertretung – denn oft sind es Senioren, die in diesem Zusammenhang Unterstützung brauchen –, die da Forderungen an uns stellt. So entnehme ich einer Aussendung von Andreas Khol namens des ÖVP-Seniorenbundes, dass er ganz klar fordert, als Richtlinie bei den Heizkostenzuschüssen das Land Vorarlberg mit einem Heizkostenzuschuss von 208 € pro Jahr heranzuziehen. (Abg. Mandak: Aber ..., das ist das Problem! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist zu wenig!) – Andreas Khol fordert ganz klar, dass sich alle Bundesländer diesen Heizkostenzuschuss als Vorbild nehmen sollen – und ich unterstütze Andreas Khol in diesem seinem Ansinnen, denn es gibt gewaltige Unterschiede bei den Heizkostenzuschüssen der Länder.
Heiterkeit bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das kommt alles noch!
Hier werden sicherlich die BZÖ-Abgeordneten im Landtag einen Antrag einbringen. – Doch halt! – Herr Westenthaler, in Salzburg gibt es ja kein BZÖ. Das ist wirklich sehr bedauerlich. (Heiterkeit bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das kommt alles noch!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Jarolim –: Der Weltmeister in Ordnungsrufen!
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Vorläufig letzter Redner in dieser Debatte ist Herr Abgeordneter Dr. Jarolim. 2 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Bitte, Sie sind am Wort. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Jarolim –: Der Weltmeister in Ordnungsrufen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist das erste Mal!
Daher, meine Damen und Herren, werde ich dafür eintreten, dass wir in Zukunft derartige Fragen natürlich in einem Ausschuss behandeln. Und ich darf Ihnen ankündigen: Wir haben uns jetzt schon bemüht, für 16. Jänner den nächsten Ausschusstermin zustande zu bringen. Leider hat uns heute wieder eine Absage, diesmal vom BZÖ, erreicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist das erste Mal!) Okay. Aber so ist das Leben. Okay, es ist das erste Mal; ist in Ordnung. Aber jetzt sind Sie es das erste Mal, das letzte Mal der Pilz.
Abg. Strache: Bitte nicht, Westenthaler, bitte hören Sie auf mit solchen Geschichten, mit solchen sexistischen Geschichten!
Die fürchten sich nicht so wie Sie! – Vielleicht werden Sie auch nur zu Hause vor dem Fernseher sitzen, weil Sie sich nicht ins Stadion trauen und nicht zu den Free-TV-Plätzen schauen. All das ist Ihr Problem, aber das, was ich überhaupt nicht verstehe bei Ihrer Politik, ist Folgendes (Abg. Dr. Haimbuchner: Wenn Sie nichts verstehen, sagt das gar nichts aus!): Sie wollen immer der Kämpfer gegen Terrorismus, gegen Gewalt, für mehr Sicherheit in diesem Land sein, aber wenn es darauf ankommt, dass man unserer Exekutive die Instrumente dafür in die Hand gibt, dass sie besser ermitteln kann, dass sie für mehr Sicherheit sorgen kann, ziehen Sie den Schwanz ein, im wahrsten Sinne des Wortes, Herr Kollege Strache! (Abg. Strache: Bitte nicht, Westenthaler, bitte hören Sie auf mit solchen Geschichten, mit solchen sexistischen Geschichten!) Und das ist das eigentliche Problem. (Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Nein! Hier! Ich bin eh da!
Herr Klubobmann Westenthaler – jetzt ist der husch weg (Abg. Ing. Westenthaler: Nein! Hier! Ich bin eh da!) –, genau das ist immer schon das Problem gewesen, als Sie auch noch in unserer Partei waren (Abg. Öllinger: Also doch eine gemeinsame Partei!): Sie haben keine Ahnung davon, wie man in unserem Lager denkt!
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Strache –: Nicht Luft holen!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Neuerlich zu Wort gemeldet hat sich Herr Klubobmann Strache. Herr Klubobmann, Sie haben 1 Minute Restredezeit. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Strache –: Nicht Luft holen!)
Sitzung Nr. 44
Abg. Parnigoni: Sieben unglückliche Jahre haben andere regiert, Herr Westenthaler!
Herr Dr. Gusenbauer! Wir wollen eine Entlastung, jetzt und sofort! Wir wollen einen Pakt für ein soziales Österreich, und daher bringen wir heute einen zehn Punkte umfassenden Antrag ein – einen Pakt für ein soziales Österreich, wofür Sie jetzt über ein Jahr lang Zeit gehabt haben. (Abg. Parnigoni: Sieben unglückliche Jahre haben andere regiert, Herr Westenthaler!) Was wollen wir letztlich für die Österreicher erreichen? Im Kern eine Steuersenkung, damit der Mittelstand endlich entlastet wird. Herr Dr. Gusenbauer, runter mit der Lohn- und Einkommensteuer, die zu hoch ist, die auch schon kritisiert wurde und die die Menschen am meisten belastet! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Parnigoni.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: ... Überheblichkeit! Hochmut ...! – Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
klar, wieso mir Herr Klubobmann Westenthaler am Beginn seines bemerkenswerten Vortrages ein Kinderbuch überreicht hat: Nach kurzer Lektüre dieses Buches habe ich feststellen müssen, dass es bedeutend besser ist als die Rede, die Herr Westenthaler hier im Hohen Haus gehalten hat. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: ... Überheblichkeit! Hochmut ...! – Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie kürzen sie ja auch! Na, Sie auch!
Herr Westenthaler, Sie haben sich der Situation der Pensionistinnen und Pensionisten gewidmet. – Ich glaube, es ist bemerkenswert, dass heute in vielen Ländern Europas über Pensionskürzungen geredet wird, dass in vielen Ländern die Pensionserhöhungen ganz minimal waren (Abg. Ing. Westenthaler: Sie kürzen sie ja auch! Na, Sie auch!) und deutlich unterhalb der Inflationsraten lagen.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie liegt aber unter der Teuerungsrate!
In Österreich gibt es eine klare gesetzliche Grundlage, die verpflichtend vorschreibt, nach welchem Teuerungsindex die Pensionen jedes Jahr angehoben werden müssen. Die österreichische Bundesregierung hat sich dazu entschlossen, eine über das gesetzliche Maß hinausgehende Pensionserhöhung zu veranschlagen, weil wir gesehen haben, dass sich die Teuerungsrate im Jahr 2007 eben stärker entwickelt hat, als dies vorher angenommen werden konnte. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie liegt aber unter der Teuerungsrate!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das stimmt nur nicht!
Damit hat die österreichische Bundesregierung über das gesetzliche Erfordernis hinaus ein klares Zeichen dafür gesetzt, dass ihr die Pensionistinnen und Pensionisten und deren Einkommen ein Anliegen sind, und daher hat es im Jahr 2007 eine höhere Pensionserhöhung gegeben, als sie das Gesetz vorsieht. – Auch das ist Politik mit sozialer Handschrift, Herr Westenthaler, die diese neue österreichische Bundesregierung macht. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das stimmt nur nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Brutto! Herr Bundeskanzler, es gibt brutto und netto! Die Menschen bekommen noch immer keine ...!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! In diesem Jahr haben wir den vollen Sozialversicherungsschutz für die Freien Dienstnehmer eingeführt, es gibt zum ersten Mal Überstundenzuschläge auch für Teilzeitbeschäftigte, und auf Sozialpartnerbasis wurde ein Mindestlohn von 1000 € vereinbart (Abg. Ing. Westenthaler: Brutto! Herr Bundeskanzler, es gibt brutto und netto! Die Menschen bekommen noch immer keine ...!) – im Übrigen ein Projekt, worum in anderen Ländern nach wie vor erfolglos gestritten wird. In Deutschland gibt es noch immer keine Einigung zu den Mindestlöhnen, in Österreich ist das Realität geworden.
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt sie erhöht! Ihr habt sie angehoben! – Abg. Parnigoni: Wir haben nichts erhöht!
Herr Westenthaler, da Sie hier eine Mehrwertsteuersenkung im Bereich Medikamente angesprochen haben: Das ist ein interessanter Vorschlag, aber er ist viel, viel weniger als das, was das Hohe Haus bereits beschlossen hat! Worum geht es denn da wirklich? – Es geht um die Betroffenheit jedes einzelnen Patienten! Wenn das Hohe Haus – auf Vorschlag der Bundesregierung – beschlossen hat, dass die Rezeptgebühren auf 2 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens begrenzt werden (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt sie erhöht! Ihr habt sie angehoben! – Abg. Parnigoni: Wir haben nichts erhöht!), dann heißt das, dass eine Pensionistin, die zum Beispiel eine Pension von 900 € netto hat, in Zukunft nicht mehr als 18 € pro Monat an Rezeptgebühren wird aufbringen müssen! (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt sie ...! Natürlich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt sie ...! Natürlich!
Herr Westenthaler, da Sie hier eine Mehrwertsteuersenkung im Bereich Medikamente angesprochen haben: Das ist ein interessanter Vorschlag, aber er ist viel, viel weniger als das, was das Hohe Haus bereits beschlossen hat! Worum geht es denn da wirklich? – Es geht um die Betroffenheit jedes einzelnen Patienten! Wenn das Hohe Haus – auf Vorschlag der Bundesregierung – beschlossen hat, dass die Rezeptgebühren auf 2 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens begrenzt werden (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt sie erhöht! Ihr habt sie angehoben! – Abg. Parnigoni: Wir haben nichts erhöht!), dann heißt das, dass eine Pensionistin, die zum Beispiel eine Pension von 900 € netto hat, in Zukunft nicht mehr als 18 € pro Monat an Rezeptgebühren wird aufbringen müssen! (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt sie ...! Natürlich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer fällt um! – Abg. Haubner: Das war die soziale ...!
Wissen Sie, Herr Westenthaler, wichtig ist, dass die Menschen, die sich jetzt zur legalen Pflege entschließen, nicht die Angst haben müssen, dass sie für die Zeit, in der Pflege illegal betrieben wurde, irgendwelche Nachteile erleiden oder Strafen, Steuern oder Sozialversicherungsbeiträge zahlen müssen. (Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer fällt um! – Abg. Haubner: Das war die soziale ...!) – Anders gesagt, Herr Westenthaler: Die Illegalität, die Sie, und zwar völlig blind, ohne hinzuschauen, über Jahre zugelassen haben, pardonieren wir jetzt insgesamt und sagen: Schwamm drüber; über diese Zeit wollen wir nicht mehr reden! – Wir wollen legale Pflege und legale Betreuung in Österreich; dafür werden die geeigneten Gesetze geschaffen. (Abg. Ing. Westenthaler: Buchinger, umgefallen! Wie ein ... seid ihr umgefallen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Buchinger, umgefallen! Wie ein ... seid ihr umgefallen!
Wissen Sie, Herr Westenthaler, wichtig ist, dass die Menschen, die sich jetzt zur legalen Pflege entschließen, nicht die Angst haben müssen, dass sie für die Zeit, in der Pflege illegal betrieben wurde, irgendwelche Nachteile erleiden oder Strafen, Steuern oder Sozialversicherungsbeiträge zahlen müssen. (Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer fällt um! – Abg. Haubner: Das war die soziale ...!) – Anders gesagt, Herr Westenthaler: Die Illegalität, die Sie, und zwar völlig blind, ohne hinzuschauen, über Jahre zugelassen haben, pardonieren wir jetzt insgesamt und sagen: Schwamm drüber; über diese Zeit wollen wir nicht mehr reden! – Wir wollen legale Pflege und legale Betreuung in Österreich; dafür werden die geeigneten Gesetze geschaffen. (Abg. Ing. Westenthaler: Buchinger, umgefallen! Wie ein ... seid ihr umgefallen!)
Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Scheibner: Fragen nicht vergessen!
Einige Bemerkungen nun zur Entwicklung auf dem österreichischen Arbeitsmarkt, weil ich der Meinung bin, dass das von ganz zentraler Bedeutung ist. (Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Scheibner: Fragen nicht vergessen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben nämlich zehn Fragen gestellt! – Abg. Scheibner: 20 Minuten sind gleich um!
keit hingewiesen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben nämlich zehn Fragen gestellt! – Abg. Scheibner: 20 Minuten sind gleich um!) – Eines soll dabei auch nicht unter den Teppich gekehrt werden: Wir werden im heurigen Jahr mit der Einlösung der Ausbildungsgarantie eine ganz wichtige Situation neu regeln.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie wissen es nicht einmal!
Wie hoch die Mehreinnahmen sind, lässt sich erst Anfang März sagen. Ich spekuliere nicht über Beträge. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie wissen es nicht einmal!)
Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht kann uns das der Herr Finanzminister sagen?!
Das Jahr 2007 war, wie ich bereits gesagt habe, sehr erfolgreich; ein Wachstum von 3,4 Prozent. Ich mache nur darauf aufmerksam, dass da der Unterschied zur Eurozone im Durchschnitt 0,7 Prozent beträgt. (Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht kann uns das der Herr Finanzminister sagen?!) – Der Finanzminister wird auf diese Fragen selbstverständlich noch viel detaillierter eingehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Gott sei Dank!)
Abg. Ing. Westenthaler: Gott sei Dank!
Das Jahr 2007 war, wie ich bereits gesagt habe, sehr erfolgreich; ein Wachstum von 3,4 Prozent. Ich mache nur darauf aufmerksam, dass da der Unterschied zur Eurozone im Durchschnitt 0,7 Prozent beträgt. (Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht kann uns das der Herr Finanzminister sagen?!) – Der Finanzminister wird auf diese Fragen selbstverständlich noch viel detaillierter eingehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Gott sei Dank!)
Abg. Ing. Westenthaler: Habt ihr das gehört in der ersten Reihe? Erhöht!
Die Rezeptgebühren wurden von 4,7 € auf 4,8 €, also moderat, angehoben. (Abg. Ing. Westenthaler: Habt ihr das gehört in der ersten Reihe? Erhöht!) – Ich weise darauf hin, dass das die von Ihnen angeführten „Betroffenen“ nicht treffen wird, weil das natürlich in die Rezeptgebührendeckelung der 2 Prozent-Nettobegrenzung hineinfallen wird.
Abg. Ing. Westenthaler: Ein Sparbuch! Eines!
Der Vorschlag des BZÖ würde ermöglichen, dass durch das Splitten großer Beträ- ge auf viele einzelne Sparbücher die Kapitalertragsteuer umgangen werden kann, sodass auch sehr Wohlhabende überhaupt keine KESt mehr bezahlen müssten. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Sparbuch! Eines!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die kennen sich auch nicht aus!
Die Teuerungsrate hat im Jahresschnitt 2007 2,2 Prozent ausgemacht, und wir haben die Mindestpension um 2,9 Prozent erhöht, was deutlich über dieser Teuerungsrate liegt. Im Übrigen sind die überproportionalen Erhöhungen der Pensionen von verschiedensten Pensionsexperten in Österreich kritisiert worden. (Abg. Ing. Westenthaler: Die kennen sich auch nicht aus!) – Wir als österreichische Bundesregierung stehen aber zu dieser kräftigeren Erhöhung der Pensionen, weil wir der Meinung sind, dass auch die ältere Generation am gestiegenen Wohlstand teilhaben soll.
Abg. Ing. Westenthaler: Da wäre ich mir nicht so sicher!
Das sollte Sie eigentlich glücklich machen, Herr Westenthaler, wenn Ihnen die Menschen wirklich ein Anliegen sind. Geht es Ihnen allerdings nur darum, die Menschen zu verunsichern, ihnen Angst zu machen, dann können Sie so weitermachen wie bisher. – Ich gehe davon aus, dass Ihnen neuerlich, wie bei der letzten Wahl, die Rechnung von den Wählerinnen und Wählern präsentiert wird (Abg. Ing. Westenthaler: Da wäre ich mir nicht so sicher!), denn denen geht es darum, dass für Österreich gearbeitet und nicht gegen Österreich polemisiert wird.
Abg. Ing. Westenthaler: Die passen gar nicht auf!
Unsere Sorge ist jetzt, dass Sie mit dieser riesigen Bundesregierung (Abg. Ing. Westenthaler: Die passen gar nicht auf!), mit den Streitereien, mit dem „Schwamm-drüber“ und mit der ganzen Geschichte alles das verspielen, Herr Bundeskanzler.
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist sie?! – Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Parnigoni.
Herr Finanzminister, Sie haben einmal gesagt, die Flat-Tax ist interessant. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist sie?! – Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Parnigoni.) – Wunderbar, dann machen wir Sie, Herr Finanzminister! Ja, das ist ein sinnvolles, ein einfaches Steuersystem mit einem Steuersatz, mit dem wir die Kaufkraft wirklich stärken, Herr Kollege Parnigoni.
Abg. Ing. Westenthaler: Aber so geht es vielen!
Wenn ich mir jetzt die Rede des Klubobmannes Westenthaler anhöre und sie noch einmal Revue passieren lasse: Er hat hier gesprochen, als würde er gerade über den Winter 1918/1919 in Österreich referieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber so geht es vielen!) Nachdem das BZÖ den Sozialminister gestellt hat, das BZÖ den Infrastrukturminister gestellt hat, stellt er sich nach zwölf Monaten dieser neuen Bundesregierung
Abg. Ing. Westenthaler: Es geht schon wieder los!
Das ist ja fast so depressiv wie die heutige Stellungnahme von Minister Bartenstein im „Kurier“. Er denkt mit einem ganz traurigen Gesichtsausdruck über ein neues Wahlsystem nach (Abg. Ing. Westenthaler: Es geht schon wieder los!), weil am 1. Oktober 2006 die ÖVP nicht Erster geworden ist. All das hat doch keinen Sinn!
Abg. Ing. Westenthaler: ... aber teuer!
Das ist genau die Linie, die bei der Opposition hier herinnen teilweise herauskommt. (Zwischenrufe beim BZÖ.) Schade um die Zeit! Das bringt Österreich nichts, was Sie da aufführen, das sage ich Ihnen wirklich ganz ehrlich. Opposition-neu wäre auch gewesen, wenn Sie sich heute herstellen und sagen: Okay, wir haben etwas zu kritisieren, die Kritikpunkte bringen wir gerne ein; aber zugleich sind wir der Meinung, es gibt auch sehr viel Positives, was diese Regierung gebracht hat, objektiv Positives. (Abg. Ing. Westenthaler: ... aber teuer!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist mehr Personal? – weitere Zwischenrufe
Ich sage Ihnen ganz ehrlich, was uns hier gemeinsam gelungen ist (Zwischenrufe beim BZÖ): der Kampf gegen die Schwarzarbeit, die Senkung der Klassenschülerzahlen, die Erhöhung der Schülerbeihilfen, die Erhöhung der Studienbeihilfen, die Rezeptgebührendeckelung, die Rekord-Investitionen im Bereich der Infrastruktur, Klimaschutz, Wählen mit 16, Opferschutzausbau, mehr Personal für die Justiz, Flexibilisierung des Kindergeldes (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist mehr Personal? – weitere Zwischenrufe), Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen, Reduzierung beim Eurofighter-Kauf, Tierschutz, Tiertransport, neue Mittelschule.
Abg. Ing. Westenthaler: Warum wissen die Menschen das nicht? – Abg. Dr. Graf: Die Leute sind nur zu blöd, dass sie es nicht ...?
Nein, Sie wollen das nicht hören, aber Sie müssen es einfach hören, weil das nämlich die positiven Punkte sind. Ich könnte noch länger weiterreden und diese positiven Punkte aufzählen. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum wissen die Menschen das nicht? – Abg. Dr. Graf: Die Leute sind nur zu blöd, dass sie es nicht ...?)
Abg. Ing. Westenthaler: Die glauben das nicht, was du da sagst!
Aber wie war es denn bei Ihnen? – Klösterliche Stille hat in der Regierung geherrscht, weil Sie Regierungsministranten waren. Nach diesem Motto sind wir eben nicht drinnen, sondern wir wollen einfach im konstruktiven Disput gemeinsam unsere Positionen erarbeiten. – Nicht lachen auf der Regierungsbank! Ich bemühe mich gerade, das positiv darzustellen, und Sie lachen hinter mir. (Heiterkeit.) Das geht natürlich nicht. Da muss ich jetzt eingreifen und muss sagen, dass das etwas anderes ist als das, was Klubobmann Westenthaler hier dargestellt hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Die glauben das nicht, was du da sagst!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie gehören ins Kabarettprogramm! Weiß nicht einmal, wie er abgestimmt hat! – Weitere Zwischenrufe.
Ich bin froh darüber, dass es abgeschafft worden ist, und daher sage ich Ihnen: Seien wir froh, dass das kein Punkt mehr ist, der uns hier zu beschäftigen hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie gehören ins Kabarettprogramm! Weiß nicht einmal, wie er abgestimmt hat! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Cap liest hier aus der Sektionspost vor!
Wo sind daher die Gegensatzpaare? – Ganz einfach: Wir stehen für mehr Bildung; Sie sind für die Kürzung von Unterrichtsstunden und Lehrerposten gestanden. Wir stehen für die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems; Sie sind für Leistungskürzungen. Ich muss Ihre Rede ergänzen, Herr Klubobmann Westenthaler! (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Cap liest hier aus der Sektionspost vor!) Sie sind für den Ausverkauf der österreichischen Betriebe gestanden; wir sind dafür, die Wirtschaft anzukurbeln. Danke, Erich Haider, dafür, dass er den Anschlag auf die oberösterreichische Energie abgewehrt hat! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Dann schlafen Sie weiter! Gehen Sie wieder schlafen!
Vorweg zum heutigen Thema: Ich muss ja sagen, es fällt mir nicht leicht, zu entscheiden, was jetzt schwerer zu akzeptieren ist: dieses Marktgeschrei von Herrn Westenthaler, es sei alles furchtbar und grauenhaft (Abg. Ing. Westenthaler: Dann schlafen Sie weiter! Gehen Sie wieder schlafen!), die soziale Kälte in ganz Österreich nehme arktische Ausmaße an – und liest man das durch, auch Ihre zehn Punkte, dann weiß man nicht, was Ihnen von diesen zehn Punkten wirklich wichtig ist (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind der Garfield des Hohen Hauses!) –, oder das super Kabarett vom Kollegen Cap, der, wie wir alle wissen, schon ein vorbildlicher, ausgezeichneter Oppositionspolitiker war – das hast du uns heute wieder eindrücklich in Erinnerung gerufen (Abg. Ing. Westenthaler: Das hat Sie aufgeweckt!) –, ein noch vorbildlicherer Regierungspolitiker, kurzum vorbildlich in jeder Hinsicht.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind der Garfield des Hohen Hauses!
Vorweg zum heutigen Thema: Ich muss ja sagen, es fällt mir nicht leicht, zu entscheiden, was jetzt schwerer zu akzeptieren ist: dieses Marktgeschrei von Herrn Westenthaler, es sei alles furchtbar und grauenhaft (Abg. Ing. Westenthaler: Dann schlafen Sie weiter! Gehen Sie wieder schlafen!), die soziale Kälte in ganz Österreich nehme arktische Ausmaße an – und liest man das durch, auch Ihre zehn Punkte, dann weiß man nicht, was Ihnen von diesen zehn Punkten wirklich wichtig ist (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind der Garfield des Hohen Hauses!) –, oder das super Kabarett vom Kollegen Cap, der, wie wir alle wissen, schon ein vorbildlicher, ausgezeichneter Oppositionspolitiker war – das hast du uns heute wieder eindrücklich in Erinnerung gerufen (Abg. Ing. Westenthaler: Das hat Sie aufgeweckt!) –, ein noch vorbildlicherer Regierungspolitiker, kurzum vorbildlich in jeder Hinsicht.
Abg. Ing. Westenthaler: Das hat Sie aufgeweckt!
Vorweg zum heutigen Thema: Ich muss ja sagen, es fällt mir nicht leicht, zu entscheiden, was jetzt schwerer zu akzeptieren ist: dieses Marktgeschrei von Herrn Westenthaler, es sei alles furchtbar und grauenhaft (Abg. Ing. Westenthaler: Dann schlafen Sie weiter! Gehen Sie wieder schlafen!), die soziale Kälte in ganz Österreich nehme arktische Ausmaße an – und liest man das durch, auch Ihre zehn Punkte, dann weiß man nicht, was Ihnen von diesen zehn Punkten wirklich wichtig ist (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind der Garfield des Hohen Hauses!) –, oder das super Kabarett vom Kollegen Cap, der, wie wir alle wissen, schon ein vorbildlicher, ausgezeichneter Oppositionspolitiker war – das hast du uns heute wieder eindrücklich in Erinnerung gerufen (Abg. Ing. Westenthaler: Das hat Sie aufgeweckt!) –, ein noch vorbildlicherer Regierungspolitiker, kurzum vorbildlich in jeder Hinsicht.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie wollen sie erhöhen!
Herr Westenthaler, zu Ihrer Anfrage: Es ist ja nicht so, dass Sie nicht wichtige Punkte anschneiden. Aber ich finde, Sie verbleiben dann immer in einer Art von Oberflächlichkeit, gerade so über drüber, und übrig bleibt: Es muss alles billiger werden, der Staat muss alles zahlen, Steuern dürfen wir natürlich keine einheben. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie wollen sie erhöhen!) Darf ich Sie fragen: Und wie soll das funktionieren?
Abg. Ing. Westenthaler: Es schließt ja das eine das andere nicht aus!
Hunderttausende von Haushalten müssen heutzutage mit Öl und Gas heizen. Wir müssen diesen Haushalten unter die Arme greifen, ihnen helfen mit Information, Finanzierungsmitteln und so weiter, dass diese Situation in angemessener Zeit beendet wird: Raus aus Öl und Gas (Abg. Ing. Westenthaler: Es schließt ja das eine das andere nicht aus!) angesichts der Preisentwicklung in diesem Sektor! (Beifall bei den Grünen.) Dafür werden wir aber auch auf Staatsebene die entsprechenden Steuermittel brauchen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist der Antrag?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist der Antrag?
Hunderttausende von Haushalten müssen heutzutage mit Öl und Gas heizen. Wir müssen diesen Haushalten unter die Arme greifen, ihnen helfen mit Information, Finanzierungsmitteln und so weiter, dass diese Situation in angemessener Zeit beendet wird: Raus aus Öl und Gas (Abg. Ing. Westenthaler: Es schließt ja das eine das andere nicht aus!) angesichts der Preisentwicklung in diesem Sektor! (Beifall bei den Grünen.) Dafür werden wir aber auch auf Staatsebene die entsprechenden Steuermittel brauchen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist der Antrag?)
Abg. Ing. Westenthaler: Gibt es eh nicht mehr!
Sie wollen eine KESt-Befreiung von Ersparnissen bis 15 000 € pro Person. Aber dann würde ich Sie schon bitten, auch dazuzusagen, dass natürlich das Bankgeheimnis damit nicht vereinbar ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Gibt es eh nicht mehr!) Man kann durchaus über Ihren Vorschlag reden, aber dann muss man über das Verhältnis zwischen Finanzamt und Bank auch reden. Das müssen Sie dazusagen.
Abg. Ing. Westenthaler: 15 000!
Last but not least in diesem Zusammenhang: Pflege und Betreuung. Herr Westenthaler, Sie reden in Ihrer Anfrage immer nur von der Pflege in privaten Haushalten, Sie meinen aber offensichtlich die Betreuung, nicht die medizinische Pflege. Sie reden von der 24-Stunden-Betreuung, und Sie reden hier von einem ganz schmalen – einem wichtigen, aber schmalen – Segment der Pflege- und Betreuungsfälle. Wir schätzen, es sind ungefähr 5 Prozent der Betroffenen, über die wir uns hier ständig echauffieren (Abg. Ing. Westenthaler: 15 000!) – wichtig, sehr wichtig, aber nur ein ganz kleiner Ausschnitt der Betroffenen in der medizinischen Pflege und der Betreuung zu Hause.
Abg. Ing. Westenthaler: Nur nicht zu dick auftragen!
Zu diesem Punkt, Herr Westenthaler: Eines hat mich ja schon mit Zufriedenheit erfüllt, mit Einschränkung, aber immerhin. (Abg. Ing. Westenthaler: Nur nicht zu dick auftragen!) In Ihrer Anfrage kommt mit keinem Wort vor, dass wir es bei diesen sogenannten Amnestieregelungen, oder wie sie alle heißen mögen, mit ausländischen Pflegekräften, Betreuungskräften zu tun haben, im Wesentlichen slowakische, tschechische, rumänische und ungarische. (Abg. Scheibner: Wo haben Sie das denn wieder her?) Ich erinnere nur daran, dass Sie noch im Wahlkampf 2006 300 000 Ausländer aus Österreich ausweisen wollten. (Abg. Ing. Westenthaler: Natürlich! Wenn sie sich hier illegal aufhalten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Natürlich! Wenn sie sich hier illegal aufhalten!
Zu diesem Punkt, Herr Westenthaler: Eines hat mich ja schon mit Zufriedenheit erfüllt, mit Einschränkung, aber immerhin. (Abg. Ing. Westenthaler: Nur nicht zu dick auftragen!) In Ihrer Anfrage kommt mit keinem Wort vor, dass wir es bei diesen sogenannten Amnestieregelungen, oder wie sie alle heißen mögen, mit ausländischen Pflegekräften, Betreuungskräften zu tun haben, im Wesentlichen slowakische, tschechische, rumänische und ungarische. (Abg. Scheibner: Wo haben Sie das denn wieder her?) Ich erinnere nur daran, dass Sie noch im Wahlkampf 2006 300 000 Ausländer aus Österreich ausweisen wollten. (Abg. Ing. Westenthaler: Natürlich! Wenn sie sich hier illegal aufhalten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Viele erinnern sich zurück!
großartige Leistungen die Bundesregierung im letzten Jahr gebracht hat. – Das ist genau der Punkt! Und natürlich wird die Bevölkerung auch nicht jenen auf den Leim gehen, die schon einmal die Chance gehabt haben, es in der Regierungsverantwortung besser zu machen, die schon einmal die Chance gehabt haben, das, was heute von Seiten des BZÖ alles an Forderungen eingebracht worden ist, umzusetzen. (Abg. Scheibner: Und ihr wart da nicht dabei?) Da fragt man sich schon, warum die Herrschaften des BZÖ das in dieser Phase denn dann nicht umgesetzt haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Viele erinnern sich zurück!) Deswegen gab es dann auch die Enttäuschung. Warum wurde diese Regierung dann auch am 1. Oktober 2006 abgewählt? – Weil man mit Kanzler Schüssel und der Regierung damals unzufrieden war, weil es soziale Kälte gegeben hat.
Abg. Ing. Westenthaler: Schwarz-Rot! – Abg. Dr. Graf: Es gibt auch Schwarz-Rot!
Was ich bedauere – das sage ich Ihnen ganz offen –, ist, dass manchmal der Eindruck entsteht, es gäbe in der Politik nur Schwarz-Weiß. Oder es entsteht der Eindruck, dass es das einzige Mittel ist, sozusagen mit Untergriffen oder auch weit über die übliche Emotion hinausgehend zu argumentieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Schwarz-Rot! – Abg. Dr. Graf: Es gibt auch Schwarz-Rot!) Das will ich nicht, sondern ich will, dass wir den Menschen in Österreich eine solide, positive Perspektive geben. Dazu sind wir da: die Regierungsparteien ganz genauso wie die Opposition. Und die Opposition darf sich aus der Verantwortung für das Land nicht davonstehlen. Das ist meine felsenfeste Überzeugung, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer war denn das?!
Es gab einen SPÖ-Nationalratsabgeordneten, der einmal zu Ihnen, Herr Bundeskanzler, gesagt hat, Sie sind ein wandelnder Kühlschrank. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer war denn das?!) So weit gehe ich nicht, Herr Bundeskanzler, aber ich sage Ihnen schon: Ihre sozialpolitischen Maßnahmen kommen aus der Tiefkühltruhe. Die Menschen spüren, dass es ihnen um einiges schlechter geht, sie ergreifen jede Möglichkeit, um irgendwie über die Runden zu kommen.
Abg. Ing. Westenthaler: Gerne! – Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Ich schließe mich jenen Vorrednern an, die sich beim BZÖ für diese Sondersitzung bedankt haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Gerne! – Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.) Ich bedanke mich auch beim ORF für die Direktübertragung, da sich so die Damen und Herren Fernsehzuschauer ein schönes Bild über den Unterschied zwischen Regierungs- und Oppositionspolitik machen können.
Abg. Ing. Westenthaler: Nein, auch Ihre nicht!
Herr Kollege Westenthaler, ich habe Ihren Entschließungsantrag sehr genau durchgeschaut. Da steht zehnmal, Sie wissen alles besser, Sie haben die Lösung. – So einfach ist aber Politik nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Nein, auch Ihre nicht!) Ich sage ganz offen, das sieht man auch sehr schön am Schlagwort „soziale Kälte“, das heute wieder so oft gefallen ist.
Abg. Ing. Westenthaler – am Rednerpult vorbeigehend –: Sie haben ein bezauberndes Lächeln!
Verteilungsfragen sind bei Ihnen offensichtlich nicht gern angesprochene Fragen. Ich musste ab und zu lächeln, als ich heute hier den Rednern vom BZÖ zuhörte, aber auch manchen von der FPÖ, die ja ab dem Jahr 2000 teilweise in der Regierung waren und vorgezeigt haben, wie man umverteilen kann, und zwar umverteilen von unten nach oben. Das ist seit dem Jahr 2000 extrem evident gewesen: Sie haben eine Steuerreform durchgeführt, und zwar eine erhebliche Steuerentlastung für große Aktiengesellschaften. (Abg. Ing. Westenthaler – am Rednerpult vorbeigehend –: Sie haben ein bezauberndes Lächeln!)
Abg. Scheibner: ... werden Sie abgewählt! – Abg. Ing. Westenthaler: Das kommt schon noch!
Tatsächlich ist es nämlich so, dass, wenn es richtig ist, dass die letzte Regierung unter anderem wegen mangelnder Erfolge in der Sozialpolitik Schwierigkeiten hatte, dann vor allem Sie, meine Damen und Herren vom BZÖ, abgewählt worden sind, denn Sie haben das Sozialministerium in diesen letzten Jahren ja geleitet. (Abg. Scheibner: ... werden Sie abgewählt! – Abg. Ing. Westenthaler: Das kommt schon noch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das geht sich aber nicht aus!
Es lässt sich in diese Richtung enorm vieles aufzählen: dass etwa mit der Ökologisierung der Mineralölsteuer gleichzeitig auch die Pendlerpauschale erhöht wurde (Abg. Ing. Westenthaler: Das geht sich aber nicht aus!) und erstmals auch derartig gestaltet wurde, dass auch die kleinen Einkommensbezieher – zum ersten Mal! – eine Pendlerpauschale bekommen, indem die Negativsteuer fast verdoppelt wurde. – Daran sieht man einfach, der Reihe nach, Monat für Monat, Woche für Woche, wie Politik mit einer sozialen Handschrift ausschaut – und nicht, wie eine Politik der sozialen Kälte ausschaut, wie sie nämlich die vorhergehende Bundesregierung gemacht hat. (Abg. Murauer: Na, na, na!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Murauer: Dass die unteren Einkommen ..., das verschweigen Sie! – Abg. Ing. Westenthaler: 2,5 Millionen zahlen überhaupt keine Steuer!
Deswegen sagen wir, die Steuerreform muss in erster Linie und im Schwerpunkt jenen zugute kommen, die kleine Einkommen haben, die von der letzten Steuerreform nämlich nichts hatten – die nur alle Erhöhungen schlucken mussten, die nur die Preissteigerung schlucken mussten und von der letzten Steuerreform nichts hatten, nämlich genau null –, und auch den Beziehern mittlerer Einkommen, dem Mittelstand, den Leistungsträgern in dieser Gesellschaft, aber sicher nicht den obersten 5 Prozent! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Murauer: Dass die unteren Einkommen ..., das verschweigen Sie! – Abg. Ing. Westenthaler: 2,5 Millionen zahlen überhaupt keine Steuer!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die ÖVP inseriert gegen Ihre Regierung, gegen den Kanzler!
Abgeordnete Renate Csörgits (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Ich denke, diese Bundesregierung hat vom ersten Tag an gezeigt, dass ihr die Menschen ganz einfach wichtig sind, denn diese Bundesregierung hat alles getan, damit es wieder mehr Arbeitsplätze in diesem Land gibt. (Abg. Ing. Westenthaler: Die ÖVP inseriert gegen Ihre Regierung, gegen den Kanzler!) – Herr Kollege Westenthaler, was ist denn passiert, als Sie in der Bundesregierung waren? Sie waren ja nicht in der Bundesregierung, aber Ihre Partei.
Abg. Ing. Westenthaler: Wer ist der Hofnarr?
So werden Sie sich nicht verteidigen können und die Sachen lösen können. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer ist der Hofnarr?) Na ja, die kabarettistischen Beiträge hier sind bekannt. Das rettet aber in Wahrheit niemanden.
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
glaubt, sie mit einer Handbewegung herstellen oder abstellen zu können. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben die ORF-Gebühren erhöht, auch für die Kleinen!
Das ist eine komplexe Sache, Herr Abgeordneter Westenthaler, und dass das für Sie daher schwer zu handhaben ist, ist mir schon verständlich, aber man sollte es zumindest andenken. Das ist der erste Punkt. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben die ORF-Gebühren erhöht, auch für die Kleinen!)
Sitzung Nr. 46
Abg. Ing. Westenthaler: Und nie wurde eine Fernsehübertragung untersagt! Sie haben sie untersagt!
In diesem Haus hat es noch nie eine Fernsehübertragung ohne zwischen allen fünf Fraktionen vereinbarte Redeordnung gegeben. (Abg. Ing. Westenthaler: Und nie wurde eine Fernsehübertragung untersagt! Sie haben sie untersagt!) Darüber herrscht auch Konsens, dass wir das auch in Zukunft nicht tun wollen (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben die Fernsehübertragung untersagt!), solange es nicht andere Regelungen gibt, und dabei bleibe ich auch, so, wie das meine Vorgänger gemacht haben.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben die Fernsehübertragung untersagt!
In diesem Haus hat es noch nie eine Fernsehübertragung ohne zwischen allen fünf Fraktionen vereinbarte Redeordnung gegeben. (Abg. Ing. Westenthaler: Und nie wurde eine Fernsehübertragung untersagt! Sie haben sie untersagt!) Darüber herrscht auch Konsens, dass wir das auch in Zukunft nicht tun wollen (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben die Fernsehübertragung untersagt!), solange es nicht andere Regelungen gibt, und dabei bleibe ich auch, so, wie das meine Vorgänger gemacht haben.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben die Medien zensuriert!
Für den Vorwurf der Erpressung, den Sie mir zugeworfen haben (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben die Medien zensuriert!), erteile ich Ihnen, Herr Klubobmann Ing. Westenthaler, einen Ordnungsruf. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Medienzensur haben Sie gemacht!)
Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Medienzensur haben Sie gemacht!
Für den Vorwurf der Erpressung, den Sie mir zugeworfen haben (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben die Medien zensuriert!), erteile ich Ihnen, Herr Klubobmann Ing. Westenthaler, einen Ordnungsruf. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Medienzensur haben Sie gemacht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das Parlament als Zensur...! Medienzensur ist das!
Zu einer einleitenden Stellungnahme zu Wort gemeldet hat sich nun Herr Bundeskanzler Dr. Gusenbauer. Die Redezeit soll 10 Minuten nicht übersteigen. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Das Parlament als Zensur...! Medienzensur ist das!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was machen Sie dagegen? Geben Sie den Menschen Geld!
Ich halte es für sinnvoll, sich anzuschauen, ob es in Folge dieser internationalen Preiserhöhungen in Österreich nicht die einen oder anderen Trittbrettfahrer gibt, die versuchen, ihren eigenen Beitrag dazu zu leisten, dass die Teuerung noch verstärkt wird. Sie ist mit 3,6 Prozent eindeutig zu hoch. (Abg. Ing. Westenthaler: Was machen Sie dagegen? Geben Sie den Menschen Geld!) Diese Teuerungsrate frisst einen Großteil nicht nur der Pensionserhöhungen, sondern auch der Lohnerhöhungen, die im vergangenen Herbst ausverhandelt wurden, auf. Ich verstehe es daher, wenn viele Menschen der Meinung sind, dass sie aufgrund dieser Teuerung keinen wirklichen Zuwachs an Lebensqualität und an Einkommen haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Was tun Sie dagegen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Was tun Sie dagegen?
Ich halte es für sinnvoll, sich anzuschauen, ob es in Folge dieser internationalen Preiserhöhungen in Österreich nicht die einen oder anderen Trittbrettfahrer gibt, die versuchen, ihren eigenen Beitrag dazu zu leisten, dass die Teuerung noch verstärkt wird. Sie ist mit 3,6 Prozent eindeutig zu hoch. (Abg. Ing. Westenthaler: Was machen Sie dagegen? Geben Sie den Menschen Geld!) Diese Teuerungsrate frisst einen Großteil nicht nur der Pensionserhöhungen, sondern auch der Lohnerhöhungen, die im vergangenen Herbst ausverhandelt wurden, auf. Ich verstehe es daher, wenn viele Menschen der Meinung sind, dass sie aufgrund dieser Teuerung keinen wirklichen Zuwachs an Lebensqualität und an Einkommen haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Was tun Sie dagegen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das nächste gebrochene Versprechen!
Das waren die Kommentare. Das Einzige, was ich in diesem Zusammenhang verstehe, sind die Betroffenen, die im Dezember mit einer Inflationsrate von 3,6 Prozent konfrontiert waren, die jetzt ihre Pensionsbescheide bekommen und sehen, dass die Pensionserhöhung zwar höher ist als gesetzlich vorgesehen, aber nicht dem entspricht, was sie an Teuerungserfahrung haben. Ich weiß, dass für manche der Trost ein schwacher ist. Nur, der Punkt ist der: Die nächste Pensionserhöhung wird auf Basis der dann geltenden Teuerungsrate durchgeführt werden. Das heißt, Teuerungsraten werden im österreichischen Pensionssystem nicht im Vorhinein, sondern im Nachhinein abgegolten, also: Wenn die Inflationsrate so hoch bleibt, wie sie derzeit ist, wird die nächste Pensionsanpassung auf Basis der Gesetze, die in Österreich gelten, doch eine ziemlich beträchtliche sein müssen (Abg. Ing. Westenthaler: Das nächste gebrochene Versprechen!) und daher auch entsprechende budgetäre Kosten verursachen. Das muss dem Hohen Haus bereits heute bekannt sein.
Abg. Ing. Westenthaler: Was tun Sie dagegen?
die viele Menschen unangenehm trifft, eine neue Herausforderung für diese Bundesregierung darstellt (Abg. Ing. Westenthaler: Was tun Sie dagegen?), die wir sozial gerecht durch entsprechende Maßnahmen, durch Pensionserhöhungen und durch eine sozial gerechte Steuerreform beantworten werden, denn das haben sich die Menschen verdient. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben schon das Jahr 2008!
Wir haben aber, sehr geehrter Herr Kollege, noch drei Jahre in dieser Legislaturperiode vor uns (Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben schon das Jahr 2008!), um weitere Veränderungen und Verbesserungen für die Menschen zustande zu bringen – und das werden wir auch tun!
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist es also, was Sie unter sozialer Wärme verstehen!
In unserem Land müssen wir uns unter anderem folgende Fragen stellen: Was brauchen Singles, was brauchen alleinerziehende Mütter mit Kindern? Was braucht ein Lehrling, was braucht eine Studentin beispielsweise aus dem Burgenland, die in Wien lebt und studiert? Was braucht eine Mehrkindfamilie, was brauchen Familien mit behinderten Kindern? Was brauchen beispielsweise homosexuelle Paare? (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist es also, was Sie unter sozialer Wärme verstehen!) Was brauchen Zuwanderinnen und Zuwanderer, was brauchen Asylwerberinnen und Asylwerber, damit sie hier Hoffnung haben und in Würde leben können? Was brauchen
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Dem Vorwurf der „sozialen Kälte“ stelle ich mich gerne. Da kann man sich gerne anschauen, was unter Ihrer Regierung passiert ist. Das kann man wunderbar vergleichen mit dem, was diese Regierung macht. (Abg. Strache: Das neue BZÖ in der Bundesregierung: die SPÖ!) Und da brauche ich mir nur zum Beispiel anzuschauen ... (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) – Ich verdiene die Hälfte von Ihnen, das stimmt, und ich verdiene sehr gut. Ja, die Hälfte von Ihnen.
Abg. Ing. Westenthaler: VIP-Loge beim Opernball auf Steuerzahlerkosten! 17 000 €!
Aber die Frage ist: Was haben Sie in Ihrer Regierungszeit mit den Pensionen gemacht? – Jetzt rede ich noch gar nicht von Ihrer Pensionskürzungsreform (Abg. Ing. Westenthaler: VIP-Loge beim Opernball auf Steuerzahlerkosten! 17 000 €!), der wir die Giftzähne gezogen haben und 40 Prozent der Menschen wieder mehr Pension erhalten als das, was Sie beschlossen haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich werde das überleben!
Abgeordnete Mag. Birgit Schatz (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Herr Abgeordneter Westenthaler, es tut mir echt leid: Sosehr ich mich bemühe, Sie als Person mit dem Kampf für soziale Gerechtigkeit in Verbindung zu bringen, bringe ich das nicht zusammen. (Beifall bei den Grünen.) Das passt einfach nicht zusammen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich werde das überleben!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten Märchenvorleserin werden!
Wir alle kennen die ÖVP, und Sie kannten die ÖVP. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten Märchenvorleserin werden!) Sie haben die Verantwortung in dieser Koalition! So weiterzumachen ist peinlich. Oder sagen Sie: Wir kriegen das nicht hin! Wenn selbst das BZÖ auf Sozialpolitik setzt, so muss Ihnen das schon zu denken geben, oder? (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr seid umgefallen!
Abgeordnete Barbara Rosenkranz (FPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Hohes Haus! Eines der markanten Kennzeichen der letzten Jahrzehnte ist eigentlich, dass sich die Anschauung der Politiker immer mehr von der Lebenswirklichkeit der Bürger entfernt. Schlimm ist es, Herr Klubobmann Westenthaler, wenn ein Teil der Opposition da auch gleich mitläuft und die Wahrnehmung etwas verschoben wird. Wenn Sie sich hier als der Retter vor einer Neuauflage der EU-Verfassung präsentieren wollen, dann sage ich: Würden Sie sich vielleicht einmal umdrehen und Ihre Fraktion anschauen? Soweit ich mich erinnern kann, haben Sie alle damals zugestimmt. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr seid umgefallen!) Ich wollte damals auch einen Antrag auf Volksabstimmung einbringen. Dazu braucht man bekanntlich fünf Unterschriften. (Abg. Ing. Westenthaler: Das müssen Sie dem Herrn Bösch auch mitteilen!) Die haben Sie mir – wo Sie jetzt so darauf Wert legen, dass Sie diejenigen sind, die die Bevölkerung beteiligen wollen! – damals nicht gegeben. Sie hätten es doch machen können! (Beifall bei der FPÖ.) Wenn ich es richtig im Kopf habe, war ich damals da hinten die Einzige, die sitzen geblieben ist! So kann ich mich erinnern. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Scheibner: Aber Sie haben mit verhandelt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das müssen Sie dem Herrn Bösch auch mitteilen!
Abgeordnete Barbara Rosenkranz (FPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Hohes Haus! Eines der markanten Kennzeichen der letzten Jahrzehnte ist eigentlich, dass sich die Anschauung der Politiker immer mehr von der Lebenswirklichkeit der Bürger entfernt. Schlimm ist es, Herr Klubobmann Westenthaler, wenn ein Teil der Opposition da auch gleich mitläuft und die Wahrnehmung etwas verschoben wird. Wenn Sie sich hier als der Retter vor einer Neuauflage der EU-Verfassung präsentieren wollen, dann sage ich: Würden Sie sich vielleicht einmal umdrehen und Ihre Fraktion anschauen? Soweit ich mich erinnern kann, haben Sie alle damals zugestimmt. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr seid umgefallen!) Ich wollte damals auch einen Antrag auf Volksabstimmung einbringen. Dazu braucht man bekanntlich fünf Unterschriften. (Abg. Ing. Westenthaler: Das müssen Sie dem Herrn Bösch auch mitteilen!) Die haben Sie mir – wo Sie jetzt so darauf Wert legen, dass Sie diejenigen sind, die die Bevölkerung beteiligen wollen! – damals nicht gegeben. Sie hätten es doch machen können! (Beifall bei der FPÖ.) Wenn ich es richtig im Kopf habe, war ich damals da hinten die Einzige, die sitzen geblieben ist! So kann ich mich erinnern. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Scheibner: Aber Sie haben mit verhandelt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Besser als keine Fernsehübertragung!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Klubobmann, ich nehme zur Kenntnis, dass Sie Fernsehübertragungen ohne Redeordnungen wollen. Ich würde aber dann auch vorschlagen, zur Kenntnis zu nehmen, dass es keine Einschränkungen bei der Redezeit für die Regierungsmitglieder während dieser Zeit gibt. (Abg. Ing. Westenthaler: Besser als keine Fernsehübertragung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein Skandal ist das!
Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Klubobmann Dr. Cap. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Skandal ist das!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein Durchpeitschen wollt ihr! In acht Wochen wollt ihr es durchpeitschen! In acht Wochen!
Apropos arbeiten: Sie, Herr Klubobmann Westenthaler, waren derjenige, der dauernd in die Öffentlichkeit gegangen ist und gesagt hat: Das Parlament arbeitet nicht! Es arbeitet im Sommer nicht, es arbeitet zu Ostern nicht, es arbeitet überhaupt nie! – Dann sitzen wir in der Präsidiale und machen einen Arbeitsplan – keinen Ratifizierungsverpflichtungsplan, wie Sie das jetzt darstellen, sondern einen Arbeitsplan –, damit die Verfassungsausschüsse tagen können, damit Hearings abgehalten werden können, das dicke Konvolut des Reformvertrages durchgearbeitet werden kann. Doch was sagt Klubobmann Westenthaler? Njet!, sagt er dazu. Im selben Atemzug aber sagt er, er will haben, dass das Parlament arbeitet. Das kann so nicht funktionieren! (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Durchpeitschen wollt ihr! In acht Wochen wollt ihr es durchpeitschen! In acht Wochen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das letzte Mal habt ihr vertagt!
Was haben Sie zu der Volksbefragung gesagt? – Es müssen zuerst die Ausschüsse arbeiten, das Thema Volksbefragung enderledigt werden. – Sicher! Es wird darüber abgestimmt. Das haben wir in der Präsidiale auch gesagt: Jeder Antrag im Verfassungsausschuss soll dort enderledigt werden, damit er hier im Plenum behandelt werden kann. Selbstverständlich! (Abg. Ing. Westenthaler: Das letzte Mal habt ihr vertagt!) Ihre Abstimmung über die Volksbefragung werden Sie hier im Plenum selbstverständlich haben. Also wie begründet sich Ihre Beschwerde? Was ist undemokratisch?
Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie das der Präsidentin! Die Präsidentin untersagt das!
Ich sage Ihnen noch etwas: Am liebsten wäre mir, das Fernsehen überträgt jede einzelne Minute, die wir hier in diesem Haus für Beratungen zusammensitzen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie das der Präsidentin! Die Präsidentin untersagt das!) Ich bin dafür. Aber es braucht trotzdem Regeln. Das ganze Leben braucht irgendwo eine Ordnung oder eine Regel, sonst können Sie sich die Krawatte nicht nach vorne, sondern nach hinten binden, wenn Sie regellos leben wollen. Das ist doch sinnlos! Also muss es auch hier ein Grundprinzip der Regel geben. (Abg. Ing. Westenthaler: Medienzensur hat es überhaupt noch nie gegeben in diesem Haus!) Regellosigkeit als Stilmittel der Oppositionspolitik, um damit Inhalte zu transportieren, das geht nicht. Auch ein Peter Westenthaler muss anerkennen, dass es hier einen Grundkonsens gibt.
Abg. Ing. Westenthaler: Medienzensur hat es überhaupt noch nie gegeben in diesem Haus!
Ich sage Ihnen noch etwas: Am liebsten wäre mir, das Fernsehen überträgt jede einzelne Minute, die wir hier in diesem Haus für Beratungen zusammensitzen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie das der Präsidentin! Die Präsidentin untersagt das!) Ich bin dafür. Aber es braucht trotzdem Regeln. Das ganze Leben braucht irgendwo eine Ordnung oder eine Regel, sonst können Sie sich die Krawatte nicht nach vorne, sondern nach hinten binden, wenn Sie regellos leben wollen. Das ist doch sinnlos! Also muss es auch hier ein Grundprinzip der Regel geben. (Abg. Ing. Westenthaler: Medienzensur hat es überhaupt noch nie gegeben in diesem Haus!) Regellosigkeit als Stilmittel der Oppositionspolitik, um damit Inhalte zu transportieren, das geht nicht. Auch ein Peter Westenthaler muss anerkennen, dass es hier einen Grundkonsens gibt.
Abg. Ing. Westenthaler: Und wer ist schuld?
Sie sollten auch nicht alles vermischen. Für den Nationalen Sicherheitsrat wird jetzt ein neuer Termin gesucht, der natürlich Akzeptanz finden soll. Die Tagesordnung soll so gestaltet sein, dass die Regierungsmitglieder, die jeweils anwesend sein sollen, auch tatsächlich anwesend sein können. Also es ist ohnehin eine große Kooperationsbereitschaft da. Überhaupt muss ich sagen, dass die Präsidiale hier im Haus bisher auf Basis der Kooperation sehr gut funktioniert hat – auch von Ihrer Seite, Herr Klubobmann, hat das in Wirklichkeit gut funktioniert. Und seit zwei, drei Tagen ist es plötzlich aus. (Abg. Ing. Westenthaler: Und wer ist schuld?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das wird es in Zukunft auch nicht mehr geben!
Über die heutige Tagesordnung hat es eine Einigung aller fünf Klubdirektoren gegeben. (Abg. Ing. Westenthaler: Das wird es in Zukunft auch nicht mehr geben!) Das war so, wir haben das akzeptiert. Aber dann kommt Klubobmann Westenthaler und sagt – nicht daran interessiert, was sein eigener Klubdirektor sagt, nicht daran interessiert, was die anderen Klubdirektoren sagen –: Was interessiert es mich, was in diesem Haus stattfindet, ich will, dass hier das geschieht, was ich will! So funktioniert Demokratie nicht! Es muss ein Mindestmaß an ... (Zwischenrufe beim BZÖ.) Ich bin auch für den Ausbau der Minderheitsrechte, trotzdem muss es Spielregeln geben, auch für Minderheiten.
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Skandal! Rechtsbruch ist das!
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Cap, Spielregeln, die wir uns setzen und die eingehalten werden müssen – selbstverständlich! Aber ich gehe noch weiter: Über die Spielregeln können wir noch reden, aber in erster Linie müssen die Gesetze eingehalten werden. Sie wissen ganz genau, Herr Kollege Cap, dass der Nationale Sicherheitsrat aufgrund eines Gesetzes einzuberufen ist. Er ist einzuberufen, wenn das zwei Abgeordnete, zwei Mitglieder des Sicherheitsrates, verlangen. Und Sie wissen ganz genau, dass, obwohl dieses Verlangen rechtskonform gestellt worden ist, der Bundeskanzler diesen Nationalen Sicherheitsrat nicht einberufen wollte, sondern an Peter Westenthaler und an mich ein lapidares Schreiben gerichtet hat, in dem er mitgeteilt hat, dass er das eigentlich gar nicht für notwendig erachte, und gemeint hat, dass vielleicht eine Auskunft des Innenministers ausreichend sei. – Er hat den Sicherheitsrat nicht einberufen! Das ist einzigartig, Herr Kollege Cap! So etwas hat es noch nicht gegeben. Das ist gesetzwidrig! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Skandal! Rechtsbruch ist das!)
Neuerlicher Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Rechtsbruch sondergleichen!
Da kann man jetzt doch nicht sagen, die Spielregeln müssen von uns eingehalten werden. Soll einmal der Bundeskanzler die Gesetze einhalten, dann können wir über die Spielregeln weiter diskutieren! (Neuerlicher Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Rechtsbruch sondergleichen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das wird man ja noch dürfen! Das darf man aber schon noch als Klubobmann in der Präsidiale?
Natürlich wollen wir, dass über die Pflege diskutiert werden kann, und es war nicht die Rede von einer Einwendungsdebatte. Plötzlich, in der Präsidiale, wird dieser Konsens der Klubdirektoren aufgemacht, und es soll eine Einwendungsdebatte stattfinden. (Abg. Ing. Westenthaler: Das wird man ja noch dürfen! Das darf man aber schon noch als Klubobmann in der Präsidiale?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollten es nach der Pflege!
Natürlich, lieber Herr Klubobmann Westenthaler, alles darf man, nur: Das Problem ist, dass damit nicht mehr über die Pflege diskutiert worden wäre (Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollten es nach der Pflege!), sondern dass eine ganze Runde von Wortmeldungen aller Fraktionen zur Pflegediskussion weggefallen wäre. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie oft war das schon? Wie oft war das schon im Hohen Haus?) Und da muss ich ganz ehrlich sagen: Das kann man im Konsens machen (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele Einwendungsdebatten hat es schon gegeben?), aber es gab diesen Konsens nicht. Wir wollten über die Pflege diskutieren, und es hat eine Einigung aller Klubdirektoren gegeben, dass wir das so machen wollen. Das ist aufgemacht worden. Daher habt ihr den Konsens aufgekündigt, nicht wir! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Cap.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie oft war das schon? Wie oft war das schon im Hohen Haus?
Natürlich, lieber Herr Klubobmann Westenthaler, alles darf man, nur: Das Problem ist, dass damit nicht mehr über die Pflege diskutiert worden wäre (Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollten es nach der Pflege!), sondern dass eine ganze Runde von Wortmeldungen aller Fraktionen zur Pflegediskussion weggefallen wäre. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie oft war das schon? Wie oft war das schon im Hohen Haus?) Und da muss ich ganz ehrlich sagen: Das kann man im Konsens machen (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele Einwendungsdebatten hat es schon gegeben?), aber es gab diesen Konsens nicht. Wir wollten über die Pflege diskutieren, und es hat eine Einigung aller Klubdirektoren gegeben, dass wir das so machen wollen. Das ist aufgemacht worden. Daher habt ihr den Konsens aufgekündigt, nicht wir! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Cap.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele Einwendungsdebatten hat es schon gegeben?
Natürlich, lieber Herr Klubobmann Westenthaler, alles darf man, nur: Das Problem ist, dass damit nicht mehr über die Pflege diskutiert worden wäre (Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollten es nach der Pflege!), sondern dass eine ganze Runde von Wortmeldungen aller Fraktionen zur Pflegediskussion weggefallen wäre. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie oft war das schon? Wie oft war das schon im Hohen Haus?) Und da muss ich ganz ehrlich sagen: Das kann man im Konsens machen (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele Einwendungsdebatten hat es schon gegeben?), aber es gab diesen Konsens nicht. Wir wollten über die Pflege diskutieren, und es hat eine Einigung aller Klubdirektoren gegeben, dass wir das so machen wollen. Das ist aufgemacht worden. Daher habt ihr den Konsens aufgekündigt, nicht wir! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Cap.)
Abg. Ing. Westenthaler: 7 Uhr! 7 Uhr war ein Vorschlag! – Absurd!
Das Zweite war: Dann hat Josef Cap einen Vorschlag gemacht, um euch entgegenzukommen: Versuchen wir, eine andere Art und Weise zu finden! – Ich habe sogar noch vorgeschlagen: Versuchen wir halt, um 8.30 Uhr, also eine halbe Stunde früher zu beginnen! (Abg. Ing. Westenthaler: 7 Uhr! 7 Uhr war ein Vorschlag! – Absurd!) Das war ein Scherz – damit Sie also unterscheiden können, was ein Scherz und was Ernst ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Es ist bei Ihnen oft schwierig, das zu unterscheiden!) Im Ernst habe ich vorgeschlagen, um halb neun zu beginnen. – Das wurde von euch ebenfalls abgelehnt. (Abg. Ing. Westenthaler: Das weiß die SPÖ, dass es schwierig ist, zu unterscheiden, was Scherz und was Ernst ist!)
Abg. Ing. Westenthaler: Es ist bei Ihnen oft schwierig, das zu unterscheiden!
Das Zweite war: Dann hat Josef Cap einen Vorschlag gemacht, um euch entgegenzukommen: Versuchen wir, eine andere Art und Weise zu finden! – Ich habe sogar noch vorgeschlagen: Versuchen wir halt, um 8.30 Uhr, also eine halbe Stunde früher zu beginnen! (Abg. Ing. Westenthaler: 7 Uhr! 7 Uhr war ein Vorschlag! – Absurd!) Das war ein Scherz – damit Sie also unterscheiden können, was ein Scherz und was Ernst ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Es ist bei Ihnen oft schwierig, das zu unterscheiden!) Im Ernst habe ich vorgeschlagen, um halb neun zu beginnen. – Das wurde von euch ebenfalls abgelehnt. (Abg. Ing. Westenthaler: Das weiß die SPÖ, dass es schwierig ist, zu unterscheiden, was Scherz und was Ernst ist!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das weiß die SPÖ, dass es schwierig ist, zu unterscheiden, was Scherz und was Ernst ist!
Das Zweite war: Dann hat Josef Cap einen Vorschlag gemacht, um euch entgegenzukommen: Versuchen wir, eine andere Art und Weise zu finden! – Ich habe sogar noch vorgeschlagen: Versuchen wir halt, um 8.30 Uhr, also eine halbe Stunde früher zu beginnen! (Abg. Ing. Westenthaler: 7 Uhr! 7 Uhr war ein Vorschlag! – Absurd!) Das war ein Scherz – damit Sie also unterscheiden können, was ein Scherz und was Ernst ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Es ist bei Ihnen oft schwierig, das zu unterscheiden!) Im Ernst habe ich vorgeschlagen, um halb neun zu beginnen. – Das wurde von euch ebenfalls abgelehnt. (Abg. Ing. Westenthaler: Das weiß die SPÖ, dass es schwierig ist, zu unterscheiden, was Scherz und was Ernst ist!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja etwas anderes! Das ist völlig etwas anderes!
Jetzt kommt der zweite Punkt, und der ist schon interessant – und der ist meiner Meinung nach auch der eigentliche Kernpunkt –: Wir haben bisher einen Konsens gehabt, dass die Ausschussdebatte, also die Aufnahme der Beratungen im Parlament, gemeinsam außer Streit gestellt wird. Im Gegenteil: Wir haben sogar gesagt, wir wollen, dass jeder Ausschuss mindestens einmal im Quartal tagen soll. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja etwas anderes! Das ist völlig etwas anderes!) Es ist ja kritisiert worden – zu Recht, übrigens –, dass das früher nicht der Fall gewesen ist. Und der Sinn war wiederum: Es haben vier Fraktionen einen Arbeitsplan für vier Ausschussberatungen vorgelegt, wo stundenlange Debatten, Expertenhearings zum EU-Vertrag abgewickelt werden konnten.
Abg. Ing. Westenthaler: Ja, Ungarn!
Es ist einfach nicht wahr, wie hier behauptet wurde, dass jetzt noch niemand mit den Beratungen begonnen hat! Ich darf hier den letzten Stand der Ratifizierung mitteilen: Zwei EU-Mitgliedstaaten haben bereits abgeschlossen (Abg. Ing. Westenthaler: Ja, Ungarn!), sie haben dem Reformvertrag zugestimmt. Neun Länder – Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Slowakei, Rumänien, Luxemburg, Italien, Dänemark und Niederlande – haben bereits mit den Beratungen begonnen. (Abg. Ing. Westenthaler: Und wann schließen sie sie ab?) Wir sind also ganz sicher nicht die Ersten, uns ist auch gar nichts versprochen worden, aber wir sind der Auffassung, wir wollen seriös jetzt mit den Beratungen beginnen und diskutieren, weil ja kein „Überfall“ geplant ist,
Abg. Ing. Westenthaler: Und wann schließen sie sie ab?
Es ist einfach nicht wahr, wie hier behauptet wurde, dass jetzt noch niemand mit den Beratungen begonnen hat! Ich darf hier den letzten Stand der Ratifizierung mitteilen: Zwei EU-Mitgliedstaaten haben bereits abgeschlossen (Abg. Ing. Westenthaler: Ja, Ungarn!), sie haben dem Reformvertrag zugestimmt. Neun Länder – Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Slowakei, Rumänien, Luxemburg, Italien, Dänemark und Niederlande – haben bereits mit den Beratungen begonnen. (Abg. Ing. Westenthaler: Und wann schließen sie sie ab?) Wir sind also ganz sicher nicht die Ersten, uns ist auch gar nichts versprochen worden, aber wir sind der Auffassung, wir wollen seriös jetzt mit den Beratungen beginnen und diskutieren, weil ja kein „Überfall“ geplant ist,
Abg. Ing. Westenthaler: Stimmt ja nicht!
Aber dass jetzt zum ersten Mal – und das halte ich für sehr bedenklich – versucht wurde, überhaupt den Beginn von Beratungen zu blockieren (Abg. Ing. Westenthaler: Stimmt ja nicht!), jetzt quasi – und das sage ich jetzt wirklich bewusst im Jahr 2008 – eine Art Selbstausschaltung, eine Art Blockade der parlamentarischen Beratungen in den Raum zu stellen (Ruf beim BZÖ: Das ist aber unter Ihrer Würde!) – nein, nein! –, das halte ich persönlich für höchst bedenklich, und das nehmen wir auch nicht zur Kenntnis! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Da seid ihr auch falsch informiert!
Ich sage Ihnen auch ganz offen: Ich bin daher sehr dankbar dafür, dass der Obmann des Verfassungsausschusses Wittmann auf Grundlage der gemeinsamen Vorgangsweise der anderen vier Fraktionen – und ich weiß, dass auch bei euch, beim BZÖ, einige Abgeordnete in Wahrheit durchaus inhaltlich bei dieser Linie mitgehen (Abg. Ing. Westenthaler: Da seid ihr auch falsch informiert!) – so verfährt, dass wir jetzt die Aufnahme der Beratungen in einem Verfassungsausschuss genau so vornehmen, wie es geplant ist, damit die Öffentlichkeit auch die Sicherheit hat, dass hier eine seriöse Debatte stattfindet. (Abg. Ing. Westenthaler: Zieht das durch! Zieht das durch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Zieht das durch! Zieht das durch!
Ich sage Ihnen auch ganz offen: Ich bin daher sehr dankbar dafür, dass der Obmann des Verfassungsausschusses Wittmann auf Grundlage der gemeinsamen Vorgangsweise der anderen vier Fraktionen – und ich weiß, dass auch bei euch, beim BZÖ, einige Abgeordnete in Wahrheit durchaus inhaltlich bei dieser Linie mitgehen (Abg. Ing. Westenthaler: Da seid ihr auch falsch informiert!) – so verfährt, dass wir jetzt die Aufnahme der Beratungen in einem Verfassungsausschuss genau so vornehmen, wie es geplant ist, damit die Öffentlichkeit auch die Sicherheit hat, dass hier eine seriöse Debatte stattfindet. (Abg. Ing. Westenthaler: Zieht das durch! Zieht das durch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber das wird sie auch noch verbieten!
Abgeordneter Mag. Gernot Darmann (BZÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Werte Zuseher auf der Galerie und zu Hause! (Zwischenrufe.) Ich möchte jetzt wieder auf das Thema der Einwendungsdebatte, nämlich den Petitionsausschuss (Neuerliche Zwischenrufe.) – Im Internet wird es noch übertragen! Das sei hier für diejenigen Kollegen angemerkt, die das noch nicht wissen. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber das wird sie auch noch verbieten!) Aber wir werden ja sehen, wie lange das noch hält. (Abg. Ing. Westenthaler: Es wird schon verboten werden, wenn es ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Es wird schon verboten werden, wenn es ...!
Abgeordneter Mag. Gernot Darmann (BZÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Werte Zuseher auf der Galerie und zu Hause! (Zwischenrufe.) Ich möchte jetzt wieder auf das Thema der Einwendungsdebatte, nämlich den Petitionsausschuss (Neuerliche Zwischenrufe.) – Im Internet wird es noch übertragen! Das sei hier für diejenigen Kollegen angemerkt, die das noch nicht wissen. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber das wird sie auch noch verbieten!) Aber wir werden ja sehen, wie lange das noch hält. (Abg. Ing. Westenthaler: Es wird schon verboten werden, wenn es ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja legitim! Das ist okay!
Ich versuche, die Debatte zu teilen in jene zwei Punkte, auf die es ankommt. Im einen Fall bin ich ja bei Herrn Westenthaler, im anderen bin ich sein massiver Gegner. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja legitim! Das ist okay!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das war schon öfters!
Herr Westenthaler! Sie können natürlich Ihre Meinung ändern. Sie können die Unterschrift Ihres Klubdirektors und eine vereinbarte Redezeit und Tagesordnung zurücknehmen. Das ist Ihr gutes Recht. (Abg. Ing. Westenthaler: Das war schon öfters!) Das passiert uns auch – sehr selten (Abg. Ing. Westenthaler: Aber es passiert!), aber doch. Das ist unangenehm. Aber wenn es selten vorkommt, ist es in Ordnung. (Abg. Ing. Westenthaler: Es wird künftig keine Einigungen mehr geben!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber es passiert!
Herr Westenthaler! Sie können natürlich Ihre Meinung ändern. Sie können die Unterschrift Ihres Klubdirektors und eine vereinbarte Redezeit und Tagesordnung zurücknehmen. Das ist Ihr gutes Recht. (Abg. Ing. Westenthaler: Das war schon öfters!) Das passiert uns auch – sehr selten (Abg. Ing. Westenthaler: Aber es passiert!), aber doch. Das ist unangenehm. Aber wenn es selten vorkommt, ist es in Ordnung. (Abg. Ing. Westenthaler: Es wird künftig keine Einigungen mehr geben!)
Abg. Ing. Westenthaler: Es wird künftig keine Einigungen mehr geben!
Herr Westenthaler! Sie können natürlich Ihre Meinung ändern. Sie können die Unterschrift Ihres Klubdirektors und eine vereinbarte Redezeit und Tagesordnung zurücknehmen. Das ist Ihr gutes Recht. (Abg. Ing. Westenthaler: Das war schon öfters!) Das passiert uns auch – sehr selten (Abg. Ing. Westenthaler: Aber es passiert!), aber doch. Das ist unangenehm. Aber wenn es selten vorkommt, ist es in Ordnung. (Abg. Ing. Westenthaler: Es wird künftig keine Einigungen mehr geben!)
Abg. Ing. Westenthaler: Zieht es durch!
Aber was nicht geht und was ich mir sicher nicht gefallen lasse, ist, dass die Fraktion des BZÖ im Falle des Verfassungsausschusses eine schlichte Obstruktionspolitik betreibt (Abg. Ing. Westenthaler: Zieht es durch!), eine Blockadepolitik betreibt, die letzten Endes darauf hinausläuft, dass sieben Abgeordnete des BZÖ den 176 anderen
Abg. Ing. Westenthaler: Zieht es durch!
Abgeordneten dieses Hauses vorschreiben wollen, wann sie in einem Ausschuss debattieren dürfen und wann nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Zieht es durch!) Denken Sie einmal zu Ende, was Sie hier machen! Denken Sie das bitte einmal zu Ende! (Beifall bei Grünen und SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Zieht es durch!)
Beifall bei Grünen und SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Zieht es durch!
Abgeordneten dieses Hauses vorschreiben wollen, wann sie in einem Ausschuss debattieren dürfen und wann nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Zieht es durch!) Denken Sie einmal zu Ende, was Sie hier machen! Denken Sie das bitte einmal zu Ende! (Beifall bei Grünen und SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Zieht es durch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt schon Sitzungen lahmgelegt! Erinnert euch!
Sie, Herr Klubobmann Westenthaler, berufen sich implizit darauf, dass es bisher Usus war – und es war ein guter Usus, und auch diese Konvention setzen Sie jetzt aufs Spiel, Sie! (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt schon Sitzungen lahmgelegt! Erinnert euch!) –, dass ein Ausschuss nur dann einberufen wird, wenn es Konsens zwischen den Regierungsfraktionen und den Oppositionsparteien gibt (Abg. Scheibner: Ihre Ausschussvorsitzenden haben die Sitzung unterbrochen, wenn ... nicht gepasst hat!), dass der Vorsitzende des Ausschusses das nicht willkürlich macht. Sie zwingen uns, von dieser Konvention abzugehen, denn das, was Sie machen, heißt: Solange das BZÖ mit der Einberufung des Verfassungsausschusses zur Aufnahme der Diskussion des Reformvertrages nicht einverstanden ist, findet eben kein Ausschuss statt! – Und wenn Sie in drei Jahren immer noch der Meinung sind, dass darüber nicht diskutiert wird, dann sitzen wir in drei Jahren immer noch da und dürfen immer noch nicht diskutieren!
Abg. Ing. Westenthaler: Da muss ich etwas falsch gemacht haben!
Ich bin nicht dieser Meinung. Mir ist der Peter Westenthaler persönlich nicht unsympathisch. (Abg. Ing. Westenthaler: Da muss ich etwas falsch gemacht haben!) Aber er hat die politische Unredlichkeit zum Prinzip erhoben. Das ist der große Fehler des Peter Westenthaler! (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Bei mir werden Sie keine solche Aussage finden!
Da ist er einmal dafür, dass die Türkei der Europäischen Union beitritt, dann wieder dagegen; einmal für die EU-Verfassung (Abg. Ing. Westenthaler: Bei mir werden Sie keine solche Aussage finden!), dann wieder dagegen (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist unredlich, was Sie ...!); einmal für die Abfangjäger, dann wieder wird plakatiert: „Wir haben die Abfangjäger verhindert!“ – Einmal ist er weg, einmal ist er da. Einmal sagt er: Adieu, ich nehme den Hut! (Abg. Riepl: Er hat gar keinen Hut!) – er hat ihn aber nicht genommen, denn er hat zu dieser Zeit die Gage als Klubobmann weiterkassiert –, dann war er wieder da. Diese Unverlässlichkeit ist es, die ihm zum Vorwurf zu machen ist (Abg. Ing. Westenthaler: Ich glaub’, Sie waren auch einmal weg! Waren Sie nicht auch einmal weg?), und diese Unverlässlichkeit ist es auch, die ihm dieses Wahlergebnis von, ich glaube, 1,2 Prozent in Wien beschert hat. Das ist, glaube ich, der Hintergrund.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist unredlich, was Sie ...!
Da ist er einmal dafür, dass die Türkei der Europäischen Union beitritt, dann wieder dagegen; einmal für die EU-Verfassung (Abg. Ing. Westenthaler: Bei mir werden Sie keine solche Aussage finden!), dann wieder dagegen (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist unredlich, was Sie ...!); einmal für die Abfangjäger, dann wieder wird plakatiert: „Wir haben die Abfangjäger verhindert!“ – Einmal ist er weg, einmal ist er da. Einmal sagt er: Adieu, ich nehme den Hut! (Abg. Riepl: Er hat gar keinen Hut!) – er hat ihn aber nicht genommen, denn er hat zu dieser Zeit die Gage als Klubobmann weiterkassiert –, dann war er wieder da. Diese Unverlässlichkeit ist es, die ihm zum Vorwurf zu machen ist (Abg. Ing. Westenthaler: Ich glaub’, Sie waren auch einmal weg! Waren Sie nicht auch einmal weg?), und diese Unverlässlichkeit ist es auch, die ihm dieses Wahlergebnis von, ich glaube, 1,2 Prozent in Wien beschert hat. Das ist, glaube ich, der Hintergrund.
Abg. Ing. Westenthaler: Ich glaub’, Sie waren auch einmal weg! Waren Sie nicht auch einmal weg?
Da ist er einmal dafür, dass die Türkei der Europäischen Union beitritt, dann wieder dagegen; einmal für die EU-Verfassung (Abg. Ing. Westenthaler: Bei mir werden Sie keine solche Aussage finden!), dann wieder dagegen (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist unredlich, was Sie ...!); einmal für die Abfangjäger, dann wieder wird plakatiert: „Wir haben die Abfangjäger verhindert!“ – Einmal ist er weg, einmal ist er da. Einmal sagt er: Adieu, ich nehme den Hut! (Abg. Riepl: Er hat gar keinen Hut!) – er hat ihn aber nicht genommen, denn er hat zu dieser Zeit die Gage als Klubobmann weiterkassiert –, dann war er wieder da. Diese Unverlässlichkeit ist es, die ihm zum Vorwurf zu machen ist (Abg. Ing. Westenthaler: Ich glaub’, Sie waren auch einmal weg! Waren Sie nicht auch einmal weg?), und diese Unverlässlichkeit ist es auch, die ihm dieses Wahlergebnis von, ich glaube, 1,2 Prozent in Wien beschert hat. Das ist, glaube ich, der Hintergrund.
Abg. Ing. Westenthaler: ...! Sie sind ein richtiges Naiverl!
Herr Klubobmann Westenthaler, Sie haben viele ... (Abg. Ing. Westenthaler: ...! Sie sind ein richtiges Naiverl!) – Wissen Sie, Herr Westenthaler, das ist Ihr Niveau: Wirtshausraufereien – das ist Ihr Niveau, ja. Bei einer Polizeikontrolle die Polizei beschimpfen, das ist Ihr Niveau. (Beifall bei der FPÖ.) Kollegen als „Naiverl“ bezeichnen, das ist Ihr Niveau.
Heiterkeit. – Abg. Ing. Westenthaler: So weit muss es kommen! Irgendetwas mache ich falsch!
Ja, Herr Westenthaler, das sind Sie. Und ich weiß ja, dass Sie ein bisschen Schwierigkeiten haben wegen Ihres großen Mentors in Kärnten, der Sie als „Struwwelpeter“ beschimpft und so weiter. Auch das tut weh. – Ich tue das nicht. Sie sind mir trotzdem noch immer sympathisch, Herr Westenthaler. Wirklich! (Heiterkeit. – Abg. Ing. Westenthaler: So weit muss es kommen! Irgendetwas mache ich falsch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Hab’ ich ja nicht! Ich hab’ nicht zugestimmt!
Herr Westenthaler, Sie haben auch viele gute Gründe angeführt, die gegen diese Tagesordnung sprechen – durchaus. Es gibt viele gute Gründe, die Petitionen vorher zu behandeln. Nur: Warum haben Sie dann dieser Tagesordnung zugestimmt? – Das verstehe ich nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Hab’ ich ja nicht! Ich hab’ nicht zugestimmt!) Oder hat das die Klubdirektorin ganz alleine gemacht? Hat Sie nicht gefragt? (Abg. Ing. Westenthaler: Es wird auch künftig keinen Konsens mehr geben bei den Klubdirektoren!) – Na ja, da müssen Sie mit Ihrer Klubdirektorin sprechen, wenn die ganz selbständig arbeitet und den großen Chef gar nicht fragt, ob sie da zustimmen darf.
Abg. Ing. Westenthaler: Es wird auch künftig keinen Konsens mehr geben bei den Klubdirektoren!
Herr Westenthaler, Sie haben auch viele gute Gründe angeführt, die gegen diese Tagesordnung sprechen – durchaus. Es gibt viele gute Gründe, die Petitionen vorher zu behandeln. Nur: Warum haben Sie dann dieser Tagesordnung zugestimmt? – Das verstehe ich nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Hab’ ich ja nicht! Ich hab’ nicht zugestimmt!) Oder hat das die Klubdirektorin ganz alleine gemacht? Hat Sie nicht gefragt? (Abg. Ing. Westenthaler: Es wird auch künftig keinen Konsens mehr geben bei den Klubdirektoren!) – Na ja, da müssen Sie mit Ihrer Klubdirektorin sprechen, wenn die ganz selbständig arbeitet und den großen Chef gar nicht fragt, ob sie da zustimmen darf.
Abg. Ing. Westenthaler: Von Ihnen brauche ich keinen Respekt! Sie dürfen alles tun! Sie dürfen schimpfen, Sie dürfen alles tun!
Wenn Sie selbst einmal so stark werden, einen Präsidenten stellen zu können, dann gebührt auch Ihnen Respekt. (Abg. Ing. Westenthaler: Von Ihnen brauche ich keinen Respekt! Sie dürfen alles tun! Sie dürfen schimpfen, Sie dürfen alles tun!) Wenn Sie es vielleicht einmal werden, Herr Westenthaler, dann werden wir auch Ihnen das Prädikat „Präsident“ verleihen. Aber das ist eine hohe Staatsfunktion, die diesen Respekt verdient, meine Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von SPÖ, ÖVP und Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ah so? Das ist euch völlig wurscht, was die Menschen sagen!? Das ist euch egal!? – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Sie können selbstverständlich Ihren Antrag auf Volksbefragung einbringen. Man wird auch darüber abstimmen, man wir auch darüber diskutieren. Aber es hat doch keinen Sinn, die Arbeit des Ausschusses zu behindern, nur deshalb, weil Sie mit Ihrer Forderung wahrscheinlich bei der Mehrheit der Ausschussmitglieder nicht durchkommen werden – oder die Arbeit hier zu behindern, weil Sie abwarten wollen, was in Kärnten passiert. Das geht nicht! Wir können hier nicht Rücksicht nehmen auf eine Kärntner Volksbefragung. (Abg. Ing. Westenthaler: Ah so? Das ist euch völlig wurscht, was die Menschen sagen!? Das ist euch egal!? – Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Das
Abg. Ing. Westenthaler: Zensurpräsidentin!
Abschließend möchte ich Ihnen noch sagen: Bitte, beleidigen Sie nicht die Präsidentin! (Abg. Ing. Westenthaler: Zensurpräsidentin!) Wenn Sie die gewählten Funktionsträger dieses Hauses beleidigen, beleidigen Sie das Hohe Haus und damit uns selbst und auch mich, und das will ich nicht. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Es ist eine Beleidigung, dass die Medien ausgesperrt werden!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Es ist eine Beleidigung, dass die Medien ausgesperrt werden!
Abschließend möchte ich Ihnen noch sagen: Bitte, beleidigen Sie nicht die Präsidentin! (Abg. Ing. Westenthaler: Zensurpräsidentin!) Wenn Sie die gewählten Funktionsträger dieses Hauses beleidigen, beleidigen Sie das Hohe Haus und damit uns selbst und auch mich, und das will ich nicht. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Es ist eine Beleidigung, dass die Medien ausgesperrt werden!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das wird es nicht mehr geben! Keine Sorge! Keine Unterschrift mehr!
Ich habe auch Verständnis dafür, dass eine kleine Fraktion, mit dieser Sorge beladen, sagt: Ich nehme auch die Gestaltung der Tagesordnung zum Anlass, für ein Spektakel zu sorgen! Für all das habe ich Verständnis, meine Damen und Herren, wobei sich schon die Frage stellt, was die Unterschriften von Klubdirektoren in Zukunft wert sein sollen, Herr Kollege Klubobmann Westenthaler. (Abg. Ing. Westenthaler: Das wird es nicht mehr geben! Keine Sorge! Keine Unterschrift mehr!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was hat denn Ihr Generalsekretär schon alles gesagt!
sekretärs! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was hat denn Ihr Generalsekretär schon alles gesagt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Dann entschuldigen Sie sich für die Erpressung!
Ich appelliere an meine Kollegen, und ich darf zu manchen sagen, Freunde vom BZÖ, wenn Ihr Klubobmann dazu nicht in der Lage ist und diesen letzten Rest von Anstand nicht besitzt: Es kann Herbert Scheibner machen, es kann Uschi Haubner machen, es kann Sepp Buchner machen, es kann Veit Schalle machen, aber einer soll herauskommen und sich für dieses empörende Verhalten des BZÖ-Generalsekretärs entschuldigen. Da fehlt mir wirklich das Verständnis, Herr Kollege Westenthaler! Wenn Sie das Klima hier total vergiften wollen, dann setzen Sie diesen Weg fort! (Abg. Ing. Westenthaler: Dann entschuldigen Sie sich für die Erpressung!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Dann hören Sie auf, zu erpressen!
Ich gebe gerne zu, ich habe bisher zu vielen Kollegen in der BZÖ-Fraktion ein sachlich-konstruktives, ich muss sagen, zu manchen auch ein menschlich-sympathisches Verhältnis gehabt, aber mit dieser Art, mit diesem Stil ist das zu Ende. So kann man miteinander im Parlament nicht umgehen, meine Damen und Herren! Kommen Sie heraus und entschuldigen Sie sich! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Dann hören Sie auf, zu erpressen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie wollen uns das Wort verbieten, das ist die Wahrheit! Zuerst erpressen, dann das Wort verbieten – und dann mit dem Mehrheitswahlrecht drüberfahren!
Wir haben ohnehin eine sehr minderheitsfreundliche Geschäftsordnung hier. Die Tatsache, dass wir hier eine vom BZÖ initiierte Einwendungsdebatte haben gegen ihre eigene Unterschrift, ist an sich schon eine sehr großzügige Auslegung der Geschäftsordnung, meine Damen und Herren! (Abg. Öllinger: Dass wir überhaupt reden dürfen, ist sehr großzügig!) Einwendungen gegen die eigene Unterschrift, das ist ein gewisses Kuriosum, aber ich gebe zu, es ist formal in Ordnung, und wir sind auch in der Auslegung sehr großzügig, wenn es um Minderheitsrechte geht. Das gebe ich gerne zu. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie wollen uns das Wort verbieten, das ist die Wahrheit! Zuerst erpressen, dann das Wort verbieten – und dann mit dem Mehrheitswahlrecht drüberfahren!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wann habt ihr eine Regierung gehabt? – Das ist der Treppenwitz der Geschichte!
Die Idee zur Ökologisierung der Normverbrauchsabgabe, die Gegenstand des Ökologisierungsgesetzes ist, ist prinzipiell eine gute Idee. Sie wurde ja von den Grünen bereits in den Regierungsverhandlungen 2003 eingebracht. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Immerhin hat es jetzt, Herr Kollege Scheibner, fünf Jahre gedauert, bis die Regierung diese Idee aufgegriffen hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Wann habt ihr eine Regierung gehabt? – Das ist der Treppenwitz der Geschichte!) Aber schauen wir uns einmal an, Herr Kollege Westenthaler, was die Bundesregierung aus dieser Idee der Ökologisierung der NoVA gemacht hat!
Beifall bei den Grünen. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: So viel zur Einhaltung der Spielregeln im Parlament!
Wir sind deswegen ausgetreten, weil die völkerrechtliche Verbindlichkeit seitens des Ministers Svoboda angezweifelt wurde. (Beifall bei den Grünen. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: So viel zur Einhaltung der Spielregeln im Parlament!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Bundeskanzler Dr. Gusenbauer –: Das täten wir gern genauer wissen! Könntest du uns da etwas Genaueres sagen?
Sie, sehr geehrter Herr Bundeskanzler, haben erst heute im „NEWS“ gesagt, mehr oder weniger: Die ÖVP liegt in der Hängematte und tut nichts. – Das müssen Sie uns später noch näher erklären! (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Bundeskanzler Dr. Gusenbauer –: Das täten wir gern genauer wissen! Könntest du uns da etwas Genaueres sagen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das glauben Sie ja selbst nicht!
Im Vorwort des Berichtes waren schon sehr verheißungsvolle Ziele für die Ratspräsidentschaft damals genannt worden: mehr Arbeitsplätze, Wachstum, Energiesicherheit, Sicherung und Weiterentwicklung des europäischen Lebensmodells, wenngleich das noch näher definiert werden müsste. Wir können in Österreich nach einem Jahr Regierung Gusenbauer sehr stolz darauf zurückblicken, dass viele dieser Ziele wirklich mehr als erfüllt wurden. (Abg. Ing. Westenthaler: Das glauben Sie ja selbst nicht!) Wir können darauf stolz sein, dass wir gemeinsam die Arbeitslosigkeit, im Besonderen die Jugendarbeitslosigkeit, drastisch reduzieren konnten. Darauf können wir gemeinsam stolz sein. (Zwischenrufe bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Frau Bayr ist schon schlafen gegangen, vielleicht solltet ihr sie wecken! – Abg. Heinisch-Hosek: Wo waren denn Sie den ganzen Tag?
Staatssekretär im Bundeskanzleramt Dr. Reinhold Lopatka: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich hätte gerne nach der Frau Abgeordneten Bayr gesprochen, weil sie an diesem Antrag ja auch maßgeblich beteiligt ist. Leider ist das nicht möglich. Daher darf ich nur mit wenigen Sätzen direkt auf die Abgeordnete Lunacek (Abg. Ing. Westenthaler: Frau Bayr ist schon schlafen gegangen, vielleicht solltet ihr sie wecken! – Abg. Heinisch-Hosek: Wo waren denn Sie den ganzen Tag?)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Ing. Westenthaler.
Meine Damen und Herren! In diesem Zusammenhang ein herzliches Danke den Verantwortungsträgern in der Bundesregierung, besonders Dr. Reinhold Lopatka, dem ich besonders zum goldenen UEFA-Abzeichen herzlich gratuliere, das er vor wenigen Tagen bekommen hat. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Ing. Westenthaler.) Das hängt nicht mit seinem Geburtstag zusammen, sondern vor allem mit seinen wertvollen Verdiensten um den Sport. – Es lebe der Sport! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das geht aber nicht!
Abgeordnete Petra Bayr (SPÖ): Herr Präsident! (Abg. Ing. Westenthaler: Das geht aber nicht!) – Und ob! Man kann sich einfach melden. So geht das. – Sehr geehrte Damen und Herren, ich habe vor einigen Jahren die Gelegenheit gehabt, mir bei einer Reise der Frauensolidarität unter anderem gemeinsam mit Christine Marek anzuschauen, wie die Situation von Frauen in der Textilbranche in Indien ist, die dort nähen, wo von einem geregelten Arbeitstag keine Rede sein kann, wo Kinderarbeit an der Tagesordnung steht, wo es unbezahlte Überstunden en masse gibt, wo es überhaupt keinen Arbeitnehmerschutz gibt – zum Beispiel beim Färben der Textilien – und wo von adäquater Bezahlung auch keine Rede sein kann.
Abg. Ing. Westenthaler: Pro Jahr 50 000, das ist einfacher! – Eigentlich wurscht!
Herr Kollege Strache hat heute, glaube ich, mit Recht darauf hingewiesen, dass es in der Zeit von 2000 bis 2006 50 000 Zuwanderer in Österreich gegeben hat. Ich glaube, es bietet sich hier eine ganz gute Möglichkeit ... (Abg. Rosenkranz: Wann, bitte?) –Herr Kollege Strache hat das heute in der Früh gesagt: 50 000 Nettozuwanderung. Gleich beim ersten Tagesordnungspunkt, zu dem er gesprochen hat. (Abg. Rosenkranz: Von wann bis wann?) Ich glaube, 2000 oder was bis 2007 oder so. (Abg. Dr. Haimbuchner: Nein, nein, das muss ganz genau sein!) Ist wurscht. Um diese Zeit streite ich nicht mit Ihnen herum, sonst muss ich meine rare Redezeit auch noch dafür verwenden. (Abg. Ing. Westenthaler: Pro Jahr 50 000, das ist einfacher! – Eigentlich wurscht!)
Abg. Strache: Voves lässt grüßen! – Abg. Ing. Westenthaler: „Schwarze Hängematte“!
Bundesminister für Soziales und Konsumentenschutz Dr. Erwin Buchinger: Herr Präsident! Meine sehr geschätzten Damen und Herren des Hohen Hauses! Kollege Vilimsky, ja, Sie haben mit Ihrem Appell offene Türen eingerannt. Selbstverständlich, die große Koalition hat heute schon den ganzen Tag über, 20 Stunden lang, unter Beweis gestellt, wie geschlossen sie etwa im Bereich der Pflegedebatte jetzt einen Abschluss gefunden hat und eine gute Lösung auch gemeinsam vertritt. (Demonstrativer Beifall und Bravoruf des Abg. Vilimsky.) Das wird auch in den anderen Bereichen, die heute und morgen noch zu beschließen sein werden, der Fall sein. (Abg. Strache: Voves lässt grüßen! – Abg. Ing. Westenthaler: „Schwarze Hängematte“!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das hätten wir gerne gewusst!
Abgeordneter Sigisbert Dolinschek (BZÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Bundesminister, Sie haben recht, es ist heute schon viel über den Zustand der Koalition diskutiert worden. Aber eines haben Sie uns bisher immer noch nicht verraten, nämlich wie es mit der „schwarzen Hängematte“ tatsächlich aussieht. (Abg. Ing. Westenthaler: Das hätten wir gerne gewusst!) – Das hätten wir gerne gewusst. (Abg. Dr. Stummvoll: Keine neuen Reden provozieren!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Ing. Westenthaler.
Zum Schluss muss ich das noch sagen, an den Kollegen von der ÖVP: Ich glaube, wir bekommen alle genug Gage, dass auch Sie hier einfach geduldig einer jungen Frau zuhören können. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Könnt ihr euch das nicht vorher ausmachen?
Meine Damen und Herren, da müssen wir zu einer Regelung kommen! Meine Rede jetzt ist nichts anderes als ein Aufruf, sich zu überlegen, wie man das wirklich besser behandeln könnte. Bei Bürgerinitiativen sollte man nicht all jene, die nicht an Ausschüsse verwiesen werden, hier eingraben (hält den Sammelbericht in die Höhe), sondern da müsste man eben einmal tatsächlich einen Nachmittag dafür einplanen, einen Nachmittag, an dem die Initiatoren die Möglichkeit haben zuzuhören, an dem (Abg. Strache: Vielleicht sogar hier reden könnten!) – wir sollten das parlamentarische Prinzip nicht allzu sehr aufweichen (Abg. Ing. Westenthaler: Könnt ihr euch das nicht vorher ausmachen?) – zumindest einer der Parlamentarier aus diesem Ausschuss verpflichtet ist, über diese Initiative zu sprechen, zu berichten, wozu es dann nur jeweils eine Stellungnahme pro Fraktion gibt. Dann würden unsere Bürger merken, dass wir ihnen Beachtung schenken, dass wir ihre Initiativen, die oft 5 000, 6 000 oder noch mehr Leute unterschrieben haben, ernst nehmen.
Abg. Ing. Westenthaler: Wurm selbst ist eine Initiative!
Abgeordnete Mag. Gisela Wurm (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Wurm selbst ist eine Initiative!) Herr Kollege Westenthaler! Jetzt sage ich Ihnen einmal eines: Heute ist dieser Sammelbericht der letzte Tagesordnungspunkt. Ich hoffe, dass Sie dann auch zustimmen, Sie alle hier, dass beim nächsten Sammelbericht der Bürgerinitiativen und Petitionen das dann der Tagesordnungspunkt 1 ist, das erhoffe ich von Ihnen. (Abg. Ing. Westenthaler: Hätten Sie der Änderung der Tagesordnung zugestimmt!) Das hoffe ich, sehr geehrte Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Das wollten wir heute, aber Sie haben dagegen gestimmt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Hätten Sie der Änderung der Tagesordnung zugestimmt!
Abgeordnete Mag. Gisela Wurm (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Wurm selbst ist eine Initiative!) Herr Kollege Westenthaler! Jetzt sage ich Ihnen einmal eines: Heute ist dieser Sammelbericht der letzte Tagesordnungspunkt. Ich hoffe, dass Sie dann auch zustimmen, Sie alle hier, dass beim nächsten Sammelbericht der Bürgerinitiativen und Petitionen das dann der Tagesordnungspunkt 1 ist, das erhoffe ich von Ihnen. (Abg. Ing. Westenthaler: Hätten Sie der Änderung der Tagesordnung zugestimmt!) Das hoffe ich, sehr geehrte Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Das wollten wir heute, aber Sie haben dagegen gestimmt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das wollten wir heute, aber Sie haben dagegen gestimmt!
Abgeordnete Mag. Gisela Wurm (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Wurm selbst ist eine Initiative!) Herr Kollege Westenthaler! Jetzt sage ich Ihnen einmal eines: Heute ist dieser Sammelbericht der letzte Tagesordnungspunkt. Ich hoffe, dass Sie dann auch zustimmen, Sie alle hier, dass beim nächsten Sammelbericht der Bürgerinitiativen und Petitionen das dann der Tagesordnungspunkt 1 ist, das erhoffe ich von Ihnen. (Abg. Ing. Westenthaler: Hätten Sie der Änderung der Tagesordnung zugestimmt!) Das hoffe ich, sehr geehrte Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Das wollten wir heute, aber Sie haben dagegen gestimmt!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben dagegen gestimmt, das vorzureihen!
Wir haben vier Sitzungen abgehalten, und es gibt einen Sammelbericht. Ich hoffe weiters – und das ist jetzt mein letzter Satz zu diesem Sammelbericht – und glaube, dass es gut wäre, dass wir mehrere Sammelberichte machen, wenn so viele Initiativen gestartet werden. Dann haben wir auch öfters die Möglichkeit, darüber zu diskutieren. Ich habe ja heute Vormittag schon gemerkt: Es ist Ihnen allen ein Anliegen. An mir wird es nicht scheitern, an uns wird es nicht scheitern. Ich hoffe, Sie unterstützen uns dabei im Sinne der Bürger und Bürgerinnen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben dagegen gestimmt, das vorzureihen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das BZÖ war anwesend! – Weitere Zwischenrufe.
Drittens: Sie sind der Verteidiger der Bürgerrechte? – So stellen Sie sich hier dar. Sie haben in Ihrer politischen Laufbahn viele Möglichkeiten gehabt, Bürgerrechte zu verteidigen. In dem Ausschuss haben Sie es auf jeden Fall nicht gemacht, weil Sie nicht einmal anwesend waren! (Oh-Rufe und Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ.) Da lese ich die Namen einer ganze Reihe von Abgeordneten, die daran interessiert waren, diese Angelegenheit im Ausschuss zu diskutieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Das BZÖ war anwesend! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie in jedem Ausschuss drinnen? Da gibt es ja eine Einteilung, oder?
Das BZÖ war anwesend: Kollege Darmann ist ja ein fleißiger Abgeordneter, er ist überall dort. Aber Sie sind nirgends dort, wo es Ihnen wichtig ist! Wissen Sie überhaupt, was dort behandelt worden ist? – Relativ wenig. (Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie in jedem Ausschuss drinnen? Da gibt es ja eine Einteilung, oder?) – Nein, ich war nicht im Bürgerinitiativenausschuss. Aber ich sage Ihnen jetzt, wie Sie die Bürger oder die, die Sie gewählt haben, besser hätten vertreten können.
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt der Familienstreit ...!
nehme meinen Hut und sage adieu! (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt der Familienstreit ...!) Da hätten Sie noch zwei Jahre wirken können. Sie haben den Klub nie gefragt! Ihnen sind die Bürger wurst, und Ihnen waren damals die Abgeordneten wurst, das ist die Wahrheit. Da gehen Sie; und heute reden Sie von Bürgerrechten. (Beifall und Bravorufe bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ist das jetzt eine Therapiesitzung?)
Beifall und Bravorufe bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ist das jetzt eine Therapiesitzung?
nehme meinen Hut und sage adieu! (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt der Familienstreit ...!) Da hätten Sie noch zwei Jahre wirken können. Sie haben den Klub nie gefragt! Ihnen sind die Bürger wurst, und Ihnen waren damals die Abgeordneten wurst, das ist die Wahrheit. Da gehen Sie; und heute reden Sie von Bürgerrechten. (Beifall und Bravorufe bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ist das jetzt eine Therapiesitzung?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das stört Sie wohl sehr!
Ihnen, Herr Abgeordneter Westenthaler, ist es in Wirklichkeit doch völlig egal, welche Rechte Sie haben. Sie glauben, mit einem Anruf bei der „Kronen-Zeitung“ können Sie etwas ausrichten. Da sind Sie ohnehin überproportional vertreten trotz der angeblich nicht vorhandenen Pressefreiheit. Machen wir uns doch nichts vor! (Abg. Ing. Westenthaler: Das stört Sie wohl sehr!) – Stört mich überhaupt nicht; das schätze ich sogar, dass Sie das können!
Abg. Ing. Westenthaler: Gebt euren Oppositionsausweis doch ab!
Ich verstehe nur nicht, Herr Abgeordneter Westenthaler, dass Sie jammern. Wenn Sie nicht vorkommen würden, könnten Sie jammern. Aber Sie haben hier im Haus etwas aufs Spiel gesetzt, was in Wirklichkeit wert ist, verteidigt zu werden, nämlich den Schutz der Minderheiten, den Konsens, dass man Sitzungstermine einvernehmlich festsetzt, Tagesordnungen einvernehmlich festsetzt und Ähnliches mehr. (Abg. Ing. Westenthaler: Gebt euren Oppositionsausweis doch ab!) Und dann schieben Sie den armen Petitionsausschuss und Bürgerbeteiligungsausschuss vor. Das verstehe ich überhaupt nicht!
Abg. Ing. Westenthaler: Nicht drüberfahren! Wir lassen uns nicht erpressen!
So kann hier nicht gearbeitet werden! (Abg. Ing. Westenthaler: Nicht drüberfahren! Wir lassen uns nicht erpressen!) Sie, Herr Westenthaler, positionieren sich hier eindeutig außerhalb der demokratischen Kultur dieses Hauses, das muss man doch einfach einmal feststellen, wenn Sie diesen Weg weitergehen. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und FPÖ.)
Sitzung Nr. 47
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Ing. Westenthaler. – Ruf bei der ÖVP: Das ist ja unglaublich!
Ich nehme heute diese Gelegenheit wahr, eine Aussage aus der SPÖ hier anzusprechen, weil es die Bauern nicht verdient haben, in ein Eck gestellt zu werden in Zusammenhang mit einer Zeit, wo Bürgerkrieg in diesem Lande vorgeherrscht hat. Herr Dr. Cap, leider ist der Bundeskanzler nicht hier (Abg. Scheibner: Den interessieren die Bauern nicht!), aber Sie können es ihm ausrichten: Ich vermisse auch den politischen und persönlichen Anstand von ihm, nämlich sich bei den Bauern zu entschuldigen für die Aussage des Bundesgeschäftsführers Kalina, die Bauernvertreter wären Ständestaatsvertreter. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Ing. Westenthaler. – Ruf bei der ÖVP: Das ist ja unglaublich!)
Abg. Scheibner: Was sagen Sie zu dem Vorwurf von Herrn Grillitsch? – Abg. Ing. Westenthaler: Entschuldigen Sie sich bei den Bauern!
Bei den öffentlichen Geldern wirkte sich laut Bericht besonders die Bioförderung des ÖPUL positiv aus. (Abg. Scheibner: Was sagen Sie zu dem Vorwurf von Herrn Grillitsch? – Abg. Ing. Westenthaler: Entschuldigen Sie sich bei den Bauern!) Erstmals seit langem nahm der Anteil der öffentlichen Gelder am Einkommen im Durchschnitt aller Betriebe geringfügig von 81 Prozent auf 78 Prozent ab. Der Anteil der öffentlichen Gelder am Ertrag beträgt 24 Prozent. Grund dafür ist die gute Einkommenssituation.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist doch ein Angebot!
Herr Kollege Cap, hören Sie zu: Wenn Sie wollen, dann streichen wir den Namen Westenthaler durch und schreiben „Cap“ drauf und machen das als Cap-Antrag! (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist doch ein Angebot!) Wir werden diesem Antrag auch zustimmen, wenn Sie ihn einbringen.
Abg. Ing. Westenthaler: Das geht nicht!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zu einer persönlichen Erwiderung hat sich Frau Abgeordnete Mag. Wurm zu Wort gemeldet. (Abg. Ing. Westenthaler: Das geht nicht!) Natürlich geht es! (Abg. Ing. Westenthaler: Es geht nur dann, wenn sie persönlich betroffen ist! Wodurch ist sie persönlich betroffen? – Abg. Mag. Wurm – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Meine persönliche Betroffenheit werde ich Ihnen gleich erklären!)
Abg. Ing. Westenthaler: Es geht nur dann, wenn sie persönlich betroffen ist! Wodurch ist sie persönlich betroffen? – Abg. Mag. Wurm – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Meine persönliche Betroffenheit werde ich Ihnen gleich erklären!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zu einer persönlichen Erwiderung hat sich Frau Abgeordnete Mag. Wurm zu Wort gemeldet. (Abg. Ing. Westenthaler: Das geht nicht!) Natürlich geht es! (Abg. Ing. Westenthaler: Es geht nur dann, wenn sie persönlich betroffen ist! Wodurch ist sie persönlich betroffen? – Abg. Mag. Wurm – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Meine persönliche Betroffenheit werde ich Ihnen gleich erklären!)
Abg. Ing. Westenthaler: Frau Präsidentin! Wir sind immer zur Stelle, wenn Sie etwas brauchen!
Frau Abgeordnete Wurm, Sie sind definitiv – da hat Herr Klubobmann Westenthaler recht – nicht persönlich angesprochen worden, und daher kann es auch keine persönliche Erwiderung geben. Da ist gut aufgepasst worden. Vielen Dank! (Abg. Ing. Westenthaler: Frau Präsidentin! Wir sind immer zur Stelle, wenn Sie etwas brauchen!) Danke schön.
Abg. Ing. Westenthaler: Ausgezeichnete Sicherheitssprecherin!
waren mit dabei – ich kann mich noch genau erinnern –, als Frau Partik-Pablé als Sicherheitssprecherin der FPÖ hier den Maßnahmen zugestimmt hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Ausgezeichnete Sicherheitssprecherin!) Sie sind mit dabei gewesen, als wir hier diese Maßnahmen beschlossen haben. Ich denke da etwa an das Asylgesetz 2003. Dem haben Sie ebenfalls zugestimmt.
Abg. Ing. Westenthaler: AusländerInnen, heißt das korrekt!
Sie machen hier in dieser Debatte und auch bei diesem Antrag etwas, was nicht seriös ist: Sie tun verschiedene Themen und Problemfelder zusammen, Sie mixen da etwas, um Ängste zu schüren. Ängste vor wem? – Vor den Ausländern, obwohl es die Ausländer gar nicht gibt. (Abg. Ing. Westenthaler: AusländerInnen, heißt das korrekt!) Es sind verschiedene Gruppen, die Sie hier ansprechen, und auch hier wird generalisiert in einer Weise, die nicht zulässig ist.
Abg. Ing. Westenthaler: Der tut wenigstens was!
Meine Herren vom BZÖ, sagt mir einmal, auf welcher Rechtsgrundlage euer Landeshauptmann die Leute, noch dazu die „Verkehrten“, nach Traiskirchen schickt! Dem sind die niederösterreichischen Bürger egal, dem sind die Traiskirchner Bürger egal, die Bürger unseres Bezirkes egal, Kollege Kainz, und anscheinend ist ihm auch der Rechtsstaat egal. Auf irgendeiner Rechtsgrundlage muss er ja handeln, oder? (Abg. Ing. Westenthaler: Der tut wenigstens was!)
Ruf: Immer schön gendern! – Abg. Heinisch-Hosek: Hören Sie auf mit diesen Gender-G’schichterln! – Abg. Ing. Westenthaler: Wir dürfen aber schon noch was sagen?!
Aber jetzt zu dem Thema des Dringlichen Antrages. – Glauben Sie mir oder uns, oder glauben Sie es auch nicht: Jedenfalls ist es sicher so, dass wir die Probleme, die es im Zusammenleben zwischen In- und Ausländern gibt, auch weiblich: Ausländerinnen, nicht leugnen wollen. (Ruf: Immer schön gendern! – Abg. Heinisch-Hosek: Hören Sie auf mit diesen Gender-G’schichterln! – Abg. Ing. Westenthaler: Wir dürfen aber schon noch was sagen?!)
Abg. Ing. Westenthaler: ... sind es 90!
Ich nenne Ihnen zwei Beispiele, meine sehr geehrten Damen und Herren. Das eine: das Schulproblem. Sie sagen, mehr als 30 Prozent AusländerInnen in Schulen sollten nicht sein. (Abg. Ing. Westenthaler: ... sind es 90!) – Herr Kollege, Sie brauchen mich nicht zu belehren mit den 90! Ich habe auch das gehört, und das ist mein nächstes Beispiel.
Abg. Ing. Westenthaler: Die StützlehrerInnen haben zehn Sprachen können?
Ich sage Ihnen: Am schulischen Erfolg meiner Tochter könnten Sie ermessen, dass ihr das mit Sicherheit nicht geschadet hat! Nur, der Unterschied von damals zu jetzt (Abg. Strache: Deshalb haben Sie sie nachher in die Privatschule gegeben!) – hören Sie mir zu! – ist, es gab damals eine Stütz- oder Integrationslehrerin für diese Schüler mit Migrationshintergrund, und wie es so üblich war und ist im 2. Bezirk, kamen die Kinder nicht nur aus einer Ethnie oder aus einem Herkunftsland, sondern aus 10, 15 verschiedenen Ländern, und trotzdem war es möglich! Das war eine phantastische Leistung natürlich auch von den LehrerInnen, überhaupt keine Frage, aber auch von den Eltern, die die Kinder begleitet haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Die StützlehrerInnen haben zehn Sprachen können?) Trotzdem war es möglich, dass sich die österreichischen Kinder genauso gut entwickeln konnten wie ein Gutteil der Kinder mit Migrationshintergrund, weil es damals im schulischen Bereich – Kollege Neugebauer hört jetzt weg, aber er sollte genau da zuhören! – noch Integrations- und Stützlehrer für Integration gegeben hat, die es jetzt nicht mehr gibt. Reden wir auf dieser Ebene, aber reden wir nicht auf der Ebene 30 Prozent oder 90 Prozent! Das bringt überhaupt nichts, Herr Kollege Westenthaler!
Abg. Ing. Westenthaler: Das wird eine ganz liebe Geschichte!
Jetzt erzähle ich Ihnen noch eine Geschichte, weil ja schon mehrmals das Thema Kriminalität und Jugendkriminalität angesprochen wurde, aus meinem persönlichen Hintergrund. (Abg. Ing. Westenthaler: Das wird eine ganz liebe Geschichte!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das wird eine ganz liebe Geschichte!
Mein Großvater war – ich komme aus einer Landgemeinde – Gendarm, Gendarmerierevierinspektor in dieser Landgemeinde. Ich komme aus dem Innviertel, aus einer Gegend (Abg. Ing. Westenthaler: Das wird eine ganz liebe Geschichte!) – Herr Westenthaler, passen Sie lieber auf! –, wo es bis in die Zwischenkriegszeit sogenannte Zechen gegeben hat.
Abg. Ing. Westenthaler: Ich glaube nicht!
Abgeordneter Josef Bucher (BZÖ): Frau Präsident! Hohes Haus! Zum ersten Wunsch des Kollegen Hauser, dem Wunsch nämlich, dass der Rechnungshof sozusagen in Regierungsrang gestellt wird – das müssten Sie dann beantworten, Herr Präsident Dr. Moser, ob Sie das wollen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich glaube nicht!) Das übernehme ich nicht für Sie.
Rufe bei der SPÖ: Ministerin! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Ministerin!
Abgeordnete Dorothea Schittenhelm (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! (Rufe bei der SPÖ: Ministerin! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Ministerin!) – Frau Bundesminister, Entschuldigung! Die Frau Bundesminister weiß, dass sie meine größte Wertschätzung hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Strache: Der Herr Westenthaler ist beim Opernball!
Abgeordneter Mag. Gernot Darmann (BZÖ): Frau Präsidentin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Ich verstehe zwar jetzt die Aufregung, bitte aber darum, doch noch kurz durchzuhalten und Ruhe zu bewahren, mir zuzuhören und mir die Möglichkeit zu geben, zu diesem Thema Stellung zu beziehen. (Abg. Strache: Der Herr Westenthaler ist beim Opernball!) – Stimmt nicht!
Sitzung Nr. 49
Abg. Dr. Stummvoll: Welche Krone? – Abg. Ing. Westenthaler: Beleidigen Sie nicht Ihren zukünftigen Koalitionspartner!
Jetzt verhandeln wir eine Dringliche Anfrage an Innenminister Platter mit 28 Fragen der Grünen, und anschließend kommt die Debatte über die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses, der hoffentlich die Zustimmung der Mehrheit der Mitglieder dieses Hauses finden wird. Aber noch einmal, meine Damen und Herren von der ÖVP: Es würde Ihnen nicht nur kein Stein aus der Krone fallen, sondern es würde Ihnen sehr gut tun, diesem Untersuchungsausschuss zuzustimmen. (Abg. Dr. Stummvoll: Welche Krone? – Abg. Ing. Westenthaler: Beleidigen Sie nicht Ihren zukünftigen Koalitionspartner!)
Zwischenruf des – den Kommentar zur Geschäftsordnung in die Höhe haltenden – Abg. Scheibner. – Abg. Ing. Westenthaler: Da müssen Sie die Geschäftsordnung noch lernen! Das ist das Entscheidende!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Klubobmann, ich werde Ihnen heute keinen Ordnungsruf bezüglich des Angriffes gegen mich erteilen. Sie haben meine Ausführungen gehört. Ich entscheide hier sehr ruhig und besonnen, unter Einbindung der Mitglieder der Präsidialkonferenz. Breiter kann man das nicht machen. (Zwischenruf des – den Kommentar zur Geschäftsordnung in die Höhe haltenden – Abg. Scheibner. – Abg. Ing. Westenthaler: Da müssen Sie die Geschäftsordnung noch lernen! Das ist das Entscheidende!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt ja selber einen angekündigt! – Abg. Scheibner: Eine schöne Opposition seid ihr!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Frau Präsidentin! Es ist Ihre Sache, in diesem Punkt die Geschäftsordnung zu interpretieren. (Abg. Scheibner – in Richtung Präsidentin Mag. Prammer –: Eben! Entscheiden Sie sich!) Aus meiner Sicht spricht viel dafür, diese Anträge nicht zuzulassen (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt ja selber einen angekündigt! – Abg. Scheibner: Eine schöne Opposition seid ihr!), denn die Geschäftsordnung sieht nun einmal vor, dass ein Zusammenhang mit dem jeweiligen Tagesordnungspunkt gegeben sein muss. (Abg. Scheibner: Eine schöne Opposition ist das!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Herr Öllinger hat selbst einen Teuerungsausgleich für heute angekündigt! Wo ist der?
Beim besten Willen, Herr Kollege Westenthaler: Zwischen dem Thema „Innenministerium – möglicher Machtmissbrauch“ (Abg. Ing. Westenthaler: Der Herr Öllinger hat selbst einen Teuerungsausgleich für heute angekündigt! Wo ist der?) und der Steuersenkung, ob am 1. Jänner 2009 oder 2010, vermag ich nun wirklich keinen Zusammenhang herzustellen – auch wenn ich gerne zugebe, dass das aus Sicht einer Oppositionspartei immer eine heikle Frage ist und Regierungsparteien in ihren Interpretationen oft auch schon sehr großzügig waren.
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr seid eine schöne Opposition! Da wird es auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben, wenn es heute nicht abgestimmt wird! Das wisst ihr ganz genau!
Aber in diesem Fall würde ich eine Entscheidung von Ihnen, Frau Präsidentin, dass das keinen Zusammenhang mit der Tagesordnung hat und daher zurückzuweisen ist, akzeptieren. Es steht Herrn Westenthaler ja frei, das als Selbständigen Antrag einzubringen, der dem Ausschuss zuzuweisen ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr seid eine schöne Opposition! Da wird es auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben, wenn es heute nicht abgestimmt wird! Das wisst ihr ganz genau!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ah? Vorher nicht?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Ich entnehme den Wortmeldungen der fünf Klubobleute, dass sie sich in der Zwischenzeit den Antrag auch angesehen haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Ah? Vorher nicht?) – Nun, es ist hier gesagt worden, dass sich die Klubobleute die Anträge vorher nicht angesehen haben, sich daher auch keine
Abg. Ing. Westenthaler: Dann treffen Sie einfach eine Entscheidung, Frau Präsidentin!
Meinung gebildet haben (Abg. Ing. Westenthaler: Dann treffen Sie einfach eine Entscheidung, Frau Präsidentin!) und mir auch keine Rückmeldung gegeben haben. – Daher entscheide ich auf Nichtzulassung des eingebrachten Antrages. (Abg. Ing. Westenthaler: Skandalös, wirklich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Skandalös, wirklich!
Meinung gebildet haben (Abg. Ing. Westenthaler: Dann treffen Sie einfach eine Entscheidung, Frau Präsidentin!) und mir auch keine Rückmeldung gegeben haben. – Daher entscheide ich auf Nichtzulassung des eingebrachten Antrages. (Abg. Ing. Westenthaler: Skandalös, wirklich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich! Das ist eine parteipolitische Vorsitzführung der Präsidentin! Eine rein parteipolitische Vorsitzführung! Sie nützt ihrer eigenen Fraktion! – Der nächste Skandal im Parlament!
Als Nächster gelangt Herr Vizekanzler Mag. Molterer zu Wort. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich! Das ist eine parteipolitische Vorsitzführung der Präsidentin! Eine rein parteipolitische Vorsitzführung! Sie nützt ihrer eigenen Fraktion! – Der nächste Skandal im Parlament!)
Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht könnte der Sozialminister zur Steuersenkung etwas sagen! Oder zum Heizkostenzuschuss!
Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Darmann. 6 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Bitte, Sie sind am Wort. (Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht könnte der Sozialminister zur Steuersenkung etwas sagen! Oder zum Heizkostenzuschuss!)
Abg. Ing. Westenthaler: Spindelegger macht das! – Abg. Parnigoni: Mit Ihnen? – Weitere Zwischenrufe.
Vielleicht sollte man diese Vorgangsweise auch zum Anlass nehmen – jetzt ist die Präsidentin ohnehin wieder hier (Abg. Mag. Gaßner: Sie war immer hier!) –, zu überdenken, ob man in Zukunft nicht auch das Präsidium mit parteiunabhängigen Personen besetzt. (Abg. Ing. Westenthaler: Spindelegger macht das! – Abg. Parnigoni: Mit Ihnen? – Weitere Zwischenrufe.) Herr Kollege, ich habe nicht vor, parteiunabhängig zu sein; ich stehe zu meiner Partei. Aber das ist sicher ein konstruktiver Vorschlag, damit so etwas in Zukunft nicht mehr passiert.
Abg. Ing. Westenthaler: Dieser Präsident lässt Anträge zu! Das finde ich in Ordnung!
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Vilimsky. 5 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung; die Restredezeit seiner Fraktion beträgt 6 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Dieser Präsident lässt Anträge zu! Das finde ich in Ordnung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist auch der Fall! Das ist sogar schriftlich begründet!
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Meine Damen und Herren, Herr Abgeordneter Scheibner hat zwei Entschließungsanträge vorgebracht, die natürlich den Anforderungen des § 55 Abs. 1 der Geschäftsordnung zu entsprechen haben. Dort wird festgelegt, dass jeder Entschließungsantrag in einem inhaltlichen Zusammenhang mit dem Verhandlungsgegenstand stehen muss. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist auch der Fall! Das ist sogar schriftlich begründet!)
Abg. Ing. Westenthaler: Es ist aber so!
Nur, lieber Peter Westenthaler, das Argument halte ich für höchst bedenklich, dass man quasi jetzt einer Vielzahl von Exekutivbeamten unterstellt: Weil sie zu wenig verdienen, sind sie korruptionsgefährdet. (Abg. Ing. Westenthaler: Es ist aber so!) Das weise ich mit aller Entschiedenheit zurück, meine Damen und Herren! (Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir machen ohnehin einen Fristsetzungsantrag!
befassen und ihn behandeln kann. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir machen ohnehin einen Fristsetzungsantrag!)
Abg. Ing. Westenthaler: Da geht’s!
An diesem Tag haben Sie – ich erinnere daran – vergessen, diesen Antrag bei der Dringlichen Anfrage zum Komatrinken einzubringen, und hatten dann mit einem Umkehrschluss diesen Antrag bei der Agrarrechtsdebatte eingebracht und zugelassen – um 21.03 Uhr. (Abg. Ing. Westenthaler: Da geht’s!)
Abg. Ing. Westenthaler: Heute ist es unangenehm! Ein BZÖ-Antrag ist unangenehm, bei einem ÖVP-Antrag geht es!
Eine Behandlung Ihrer Anträge abzulehnen heißt nicht, dass man ihnen nicht inhaltlich beitreten würde. Nur, heute steht es nicht auf der Tagesordnung (Abg. Ing. Westenthaler: Heute ist es unangenehm! Ein BZÖ-Antrag ist unangenehm, bei einem ÖVP-Antrag geht es!), und gewisse Spielregeln, Herr Kollege Westenthaler, braucht das Parlament. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht drehen Sie uns das Reden auch bald ab!
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Herr Kollege Dr. Graf, ich habe meine Entscheidung bereits bekannt gegeben – da waren Sie offenbar nicht im Saal – und habe das auch begründet. Es bleibt dabei: Beide Anträge stehen nicht mit in Verhandlung. Es steht dem BZÖ frei, daraus Selbständige Anträge zu machen und diese einzubringen. (Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht drehen Sie uns das Reden auch bald ab!)
Abg. Ing. Westenthaler: Genau!
Abgeordnete Mag. Brigid Weinzinger (Grüne): Herr Präsident! Geschätzte Damen und Herren! Das BZÖ hat also das Rezept gegen Korruption im Staat gefunden: Heizkostenzuschuss. (Abg. Ing. Westenthaler: Genau!) Was kann man dazu noch sagen? (Beifall bei den Grünen.) Vielleicht nur, dass man schon ein Insert braucht, damit man beim Abgeordneten Scheibner weiß, ob er schon zur ÖVP gehört oder doch noch nicht.
Abg. Ing. Westenthaler: Er hätte auch früher etwas sagen können!
Einer Person möchte ich noch Aufmerksamkeit widmen, und das ist die Person Dr. Haidinger. Er hätte einen leichteren Weg gehen können. Er hätte sich trotz seiner Nichtbestellung in das Kartell des Schweigens und Vertuschens einreihen können (Abg. Ing. Westenthaler: Er hätte auch früher etwas sagen können!) und so wahrscheinlich noch ein paar angenehme Jahre im Innenministerium verlebt. Er hat einen anderen Weg gewählt: Er ist an die Öffentlichkeit gegangen. Und das ist couragiert. Er ist den schwierigen Weg gegangen. Genau solche Leute braucht die Demokratie, die ohne Rücksicht auf eigene Verluste an die Öffentlichkeit gehen und derartige Dinge auch beim Namen nennen, damit parlamentarische Kontrollrechte ausgeübt werden können. (Beifall bei den Grünen.)
Sitzung Nr. 51
Abg. Ing. Westenthaler: Am Donnerstag ist es nicht anders!
cherungsfondsgesetz und das Bauträgervertragsgesetz. (Abg. Ing. Westenthaler: Am Donnerstag ist es nicht anders!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Freundschaft!
Zum Schluss: Ich glaube, dass trotz allem im Innenressort gute Arbeit geleistet wird, die wir aber dennoch Stück für Stück gemeinsam verbessern wollen und können. Herr Minister Platter, ich lade Sie ein: Reden wir miteinander! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Freundschaft!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Diese parteiübergreifende Zusammenarbeit im Sport ist eine Tradition, die wir hier im Hohen Haus seit Jahrzehnten pflegen. Deswegen wundert es mich ein bisschen, dass der Neuwahltermin gerade vom Sportstaatssekretär auf das Eröffnungsmatch der Europameisterschaft festgelegt wurde. Ich hätte gerne gewusst, wo der Herr Sportstaatssekretär gewesen wäre, im Parteilokal oder am Sportplatz. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun! Das hat damit nichts zu tun!
Mein Kollege Peter Wittmann hat es bereits angesprochen, die Sportförderung ist so hoch wie noch nie und es ist wirklich sehr erfreulich, dass die Entwicklung in den letzten Jahren – aufgrund der Ergebnisse aus den österreichischen Lotterien – stets bergauf gegangen ist. Deshalb ist es auch wichtig, dass wir uns gemeinsam für dieses Glücksspielmonopol in Österreich einsetzen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun! Das hat damit nichts zu tun!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Ing. Westenthaler.
Ich hoffe sehr, dass es hier im Nationalrat vor dem Sommer gelingt, die strafrechtlichen Bestimmungen zu verschärfen, damit dann die NADA Austria – die Nationale Anti-Doping Agentur Austria – gut starten kann. Als unabhängige Einrichtung vom Bund finanziell viel stärker ausgestattet als in der Vergangenheit, soll sie rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen vorfinden, dass sie diesen Kampf so führen kann, dass man bemerkt, dass wir diesen Kampf ernsthaft führen. Es ist ein Kampf, der hier zu führen ist. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Krainer hat heute eine Aussendung gemacht: So rasch wie möglich Steuersenkung!
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Der Krainer hat heute eine Aussendung gemacht: So rasch wie möglich Steuersenkung!) – Ja, Kollege Westenthaler, ich kenne meine Aussendungen. (Abg. Ing. Westenthaler: Na bitte!) Sie haben auch den Antrag hier in den Eckpunkten eingebracht, den ich unter anderem eingebracht habe. Und na-
Abg. Ing. Westenthaler: Na bitte!
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Der Krainer hat heute eine Aussendung gemacht: So rasch wie möglich Steuersenkung!) – Ja, Kollege Westenthaler, ich kenne meine Aussendungen. (Abg. Ing. Westenthaler: Na bitte!) Sie haben auch den Antrag hier in den Eckpunkten eingebracht, den ich unter anderem eingebracht habe. Und na-
Abg. Ing. Westenthaler: Dann behandeln wir ihn!
türlich stehen wir zu diesem Antrag (Abg. Ing. Westenthaler: Dann behandeln wir ihn!) – das aus mehreren Gründen. Die Fragen, die dahinter stehen, sind ja mehrere und deswegen gibt es auch mehrere Lösungsmöglichkeiten dazu.
Abg. Ing. Westenthaler: Dann beschließen wir ...!
Die Situation, die wir jetzt haben, ist, dass bei einem Wachstum von deutlich über 3 Prozent, was man in den letzten zehn Jahren als absolute Hochkonjunktur sehen muss, jetzt breite Teile der Bevölkerung einen realen Kaufkraftverlust haben. Das ist das, was wir alle sehen. Und das ist auch ein Punkt, wo eine Sozialdemokratische Partei niemals die Hände in die Taschen stecken und sagen kann, das interessiert mich nicht, dagegen tue ich nichts. (Abg. Ing. Westenthaler: Dann beschließen wir ...!) – Die SPÖ wird sich immer, in jeder Situation, in der breite Teile der Bevölkerung einen Kaufkraftverlust erleiden – und das noch dazu in einer Hochkonjunktur –, natürlich Maßnahmen überlegen und Vorschläge einbringen, wie man diese Situation bekämpfen kann. (Abg. Ing. Westenthaler: Bravo!)
Abg. Ing. Westenthaler: Bravo!
Die Situation, die wir jetzt haben, ist, dass bei einem Wachstum von deutlich über 3 Prozent, was man in den letzten zehn Jahren als absolute Hochkonjunktur sehen muss, jetzt breite Teile der Bevölkerung einen realen Kaufkraftverlust haben. Das ist das, was wir alle sehen. Und das ist auch ein Punkt, wo eine Sozialdemokratische Partei niemals die Hände in die Taschen stecken und sagen kann, das interessiert mich nicht, dagegen tue ich nichts. (Abg. Ing. Westenthaler: Dann beschließen wir ...!) – Die SPÖ wird sich immer, in jeder Situation, in der breite Teile der Bevölkerung einen Kaufkraftverlust erleiden – und das noch dazu in einer Hochkonjunktur –, natürlich Maßnahmen überlegen und Vorschläge einbringen, wie man diese Situation bekämpfen kann. (Abg. Ing. Westenthaler: Bravo!)
Abg. Ing. Westenthaler: Dann stimmen Sie heute zu!
Das wäre genau so, als ob die SPÖ in einer Dürreperiode auf die Idee käme, die Landwirtschaftsförderungen zu streichen. Das wäre natürlich eine absolute Überforderung der ÖVP. Und das macht man in einer Partnerschaft nicht. Das machen wir auch nicht. Deswegen sollte sich jeder zu jedem Zeitpunkt überlegen und sollte jedem auch klar sein, dass die SPÖ in so einer Situation nicht zuschauen, sondern darauf beharren wird, dass es geeignete Maßnahmen gegen diese Situation gibt (Abg. Ing. Westenthaler: Dann stimmen Sie heute zu!), dass weite Teile der Bevölkerung real weniger Geld haben – und das zu Zeiten einer Hochkonjunktur und zu Zeiten sprudelnder Steuereinnahmen! Das wird nie der Fall sein. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ sowie des BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wieso klatschen Ihre eigenen Abgeordneten nicht?)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ sowie des BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wieso klatschen Ihre eigenen Abgeordneten nicht?
Das wäre genau so, als ob die SPÖ in einer Dürreperiode auf die Idee käme, die Landwirtschaftsförderungen zu streichen. Das wäre natürlich eine absolute Überforderung der ÖVP. Und das macht man in einer Partnerschaft nicht. Das machen wir auch nicht. Deswegen sollte sich jeder zu jedem Zeitpunkt überlegen und sollte jedem auch klar sein, dass die SPÖ in so einer Situation nicht zuschauen, sondern darauf beharren wird, dass es geeignete Maßnahmen gegen diese Situation gibt (Abg. Ing. Westenthaler: Dann stimmen Sie heute zu!), dass weite Teile der Bevölkerung real weniger Geld haben – und das zu Zeiten einer Hochkonjunktur und zu Zeiten sprudelnder Steuereinnahmen! Das wird nie der Fall sein. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ sowie des BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wieso klatschen Ihre eigenen Abgeordneten nicht?)
Abg. Ing. Westenthaler: Viel länger als Sie!
Bitte, entschuldigen Sie! Wie lange sind Sie im Parlament? (Abg. Scheibner: Länger als Sie!) Wie lange sind Sie im Parlament? (Abg. Ing. Westenthaler: Viel länger als Sie!) – Na eben! Dann werden Sie wohl genau wissen, dass man das spätestens im Herbst beschließen muss, und dann können Sie rückrechnen, wann es dafür fertig sein muss. Und das ist relativ einfach.
Sitzung Nr. 53
Abg. Ing. Westenthaler: Da ist ein guter Artikel drinnen!
Es wurde heute schon gesagt, dass wir Österreicherinnen und Österreicher Mut zur erneuerbaren Energie und zur Wasserkraft haben sollten. Aber, meine sehr geehrten Damen und Herren, in der heutigen Ausgabe der „Kleinen Zeitung“ (Abg. Ing. Westenthaler: Da ist ein guter Artikel drinnen!) – ich habe jetzt nicht die Zeit, das zu kommentieren – wird der Stopp der Wasserkraft, vor allem von Kleinkraftwerken, und von alternativen Kraftwerken gefordert. Da denke ich mir schon, dass die Diskussion falsch geführt wird.
Sitzung Nr. 55
Die Abgeordneten der FPÖ stellen eine rot-weiß-rote Tafel mit der Aufschrift „,Österreich ist eine demokratische Republik. Ihr Recht geht vom Volk aus.‘ Artikel 1 der Bundesverfassung.“ vor sich auf den Tisch. Zu Beginn seiner Rede stellt auch Abg. Ing. Westenthaler eine solche Tafel vor sich auf das Rednerpult.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster zu Wort gelangt Herr Klubobmann Ing. Westenthaler. 5 Minuten Redezeit. – Bitte. (Die Abgeordneten der FPÖ stellen eine rot-weiß-rote Tafel mit der Aufschrift „,Österreich ist eine demokratische Republik. Ihr Recht geht vom Volk aus.‘ Artikel 1 der Bundesverfassung.“ vor sich auf den Tisch. Zu Beginn seiner Rede stellt auch Abg. Ing. Westenthaler eine solche Tafel vor sich auf das Rednerpult.)
Abg. Ing. Westenthaler: Aus Protest!
Abgeordneter Mag. Andreas Schieder (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Sehr geehrte Bundesregierung! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir haben uns sehr ausführlich und gewissenhaft mit dem EU-Vertrag und seiner Bedeutung für Österreich beschäftigt, sowohl innerhalb der Fraktionen als auch innerhalb des Hohen Hauses, und zwar in mehreren Sitzungen im EU-Hauptausschuss und auch im Verfassungsausschuss. Es gab viele intensive Sitzungen, aber leider, muss man sagen, ist der Herr Westenthaler mit seinem BZÖ zu diesen Sitzungen nie gekommen (Abg. Ing. Westenthaler: Aus Protest!), er ist die- sen immer aus Protest ferngeblieben. Diskussionsverweigerung, Herr Westenthaler, ist kein demokratischer Stil! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Abgeordneter Mag. Andreas Schieder (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Sehr geehrte Bundesregierung! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir haben uns sehr ausführlich und gewissenhaft mit dem EU-Vertrag und seiner Bedeutung für Österreich beschäftigt, sowohl innerhalb der Fraktionen als auch innerhalb des Hohen Hauses, und zwar in mehreren Sitzungen im EU-Hauptausschuss und auch im Verfassungsausschuss. Es gab viele intensive Sitzungen, aber leider, muss man sagen, ist der Herr Westenthaler mit seinem BZÖ zu diesen Sitzungen nie gekommen (Abg. Ing. Westenthaler: Aus Protest!), er ist die- sen immer aus Protest ferngeblieben. Diskussionsverweigerung, Herr Westenthaler, ist kein demokratischer Stil! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler begibt sich zum Rednerpult und stellt dort eine rot-weiß-rote Tafel mit der Aufschrift auf: „,Österreich ist eine demokratische Republik. Ihr Recht geht vom Volk aus.‘ Artikel 1 der Bundesverfassung“.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster zu Wort gelangt Herr Klubobmann Ing. Westenthaler. 15 Minuten Redezeit. – Bitte, Herr Klubobmann. (Abg. Ing. Westenthaler begibt sich zum Rednerpult und stellt dort eine rot-weiß-rote Tafel mit der Aufschrift auf: „,Österreich ist eine demokratische Republik. Ihr Recht geht vom Volk aus.‘ Artikel 1 der Bundesverfassung“.)
Abg. Dr. Graf: Dürfen wir noch eine eigene Meinung haben oder müssen wir die SPÖ vorher fragen? – Abg. Ing. Westenthaler: Weiß Herr Haider von der SPÖ Oberösterreich das auch?
Abgeordneter Dr. Peter Wittmann (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Sehr geehrte Mitglieder auf der Regierungsbank! Hohes Haus! (Abg. Dr. Graf: Dürfen wir noch eine eigene Meinung haben oder müssen wir die SPÖ vorher fragen? – Abg. Ing. Westenthaler: Weiß Herr Haider von der SPÖ Oberösterreich das auch?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das wäre gar nicht so schlecht!
Wenn man das nicht mehr will, sondern ein anderes System in den Vordergrund rückt, ist das legitim, aber das ist eine andere Debatte. Das ist eine Debatte, dass wir unser System etwa dem System der Schweiz angleichen, wo man als Bürger alle paar Wochen aufgerufen ist, über eine Frage zu entscheiden. (Abg. Ing. Westenthaler: Das wäre gar nicht so schlecht!) Ich glaube, dass der österreichische Weg durchaus der bessere ist, denn, meine Damen und Herren – da darf ich wieder zum ersten Punkt zurückkommen –, wenn all diese Behauptungen – Verlust der nationalen Souveränität, Todesstrafe einführen und so weiter – gar nicht Gegenstand der Abstimmung sind,
Abg. Ing. Westenthaler: Lernen Sie Geschichte, Frau Präsidentin! Wir sitzen hier im Parlament!
Dasselbe trifft den Kollegen Westenthaler und die Kollegen vom BZÖ. Sie sind jahrelang in der Regierung gesessen, sind einen proeuropäischen Kurs mit der ÖVP mitgefahren, haben die Erweiterung mitgetragen – gut, dass Sie das gemacht haben –, und heute stellen Sie sich her und sagen, wir waren nicht dabei. Kollege Westenthaler war nie dabei. Das ist unglaubwürdig, und das zeigt auch den Hintergrund dieser ganzen Kampagne, die Sie hier fahren. (Abg. Ing. Westenthaler: Lernen Sie Geschichte, Frau Präsidentin! Wir sitzen hier im Parlament!) Es geht Ihnen weder darum, was ist in Österreich falsch, was soll in Österreich verbessert werden, wo schaffen wir in Österreich sozialen Ausgleich, wo schaffen wir eine bessere, vernünftige Sozialpolitik, noch um die europäische Ebene.
Abg. Ing. Westenthaler: In die „Seitenblicke“-Gesellschaft, da gehören Sie hin! In die abgehobene „Seitenblicke“-Gesellschaft!
Und wenn ich die Denkmodelle, die Sie heute so angeboten haben, zu Ende denke, dann gehen Sie jetzt geistig einmal kurz mit mir mit, Herr Kollege Westenthaler, wenn Sie das schaffen. (Abg. Ing. Westenthaler: In die „Seitenblicke“-Gesellschaft, da gehören Sie hin! In die abgehobene „Seitenblicke“-Gesellschaft!)
Abg. Ing. Westenthaler: Abgehobenheit, das ist Ihre Welt!
Sie sagen, Sie möchten Einstimmigkeit im Umweltrecht haben. Was glauben Sie, wie Sie dann einen internationalen Vertrag wie Kyoto oder solche Probleme wie Luftschadstoffe lösen? Schauen Sie jetzt einmal nach Tschechien, nach Ungarn, in die Slowakei: Wissen Sie, wie es dort vor 20 Jahren ausgesehen hat? Und wissen Sie, was maßgeblich dafür verantwortlich war, dass wir hier keine toten Wälder mehr haben und keine sterbenden Kinder mit Krankheiten? (Abg. Ing. Westenthaler: Abgehobenheit, das ist Ihre Welt!) Das war das europäische Umweltrecht.
Abg. Ing. Westenthaler: Champagner, das ist Ihre Welt!
Wenn ich das andere Modell zu Ende denke, nämlich einfach nur raus aus der EU – ich glaube, dazu ist schon genug gesagt worden –, das ist kein Zukunftsmodell. (Abg. Ing. Westenthaler: Champagner, das ist Ihre Welt!) Ich glaube, das, was vor allem die jungen Menschen in Österreich mittlerweile seit 1994 als Selbstverständlichkeit erachten, nämlich dass sie sich in Europa frei bewegen dürfen, dass sie sich gleichgestellt fühlen, das gilt auch für polnische, rumänische und bulgarische Jugendliche, und das ist auch sehr, sehr wichtig meiner Meinung nach. Wenn Sie Letztere immer heruntermachen als diejenigen, die nur hierherkommen und sozusagen von unserem Wohlstand profitieren, dann machen Sie eine Teilung, die es in Europa genau durch diese Europäische Union nicht mehr geben darf und auch nicht mehr gegeben hat in den letzten Jahren, sondern wo vielmehr Mensch und Mensch, sei es Pole, Rumäne, Bulgare, Spanier, Österreicher oder Holländer, gleich viel wert sind.
Abg. Ing. Westenthaler: Danke, Frau Oberlehrerin! Jetzt kommt gleich das Rohrstaberl!
sofern Sie das überhaupt möchten. (Abg. Ing. Westenthaler: Danke, Frau Oberlehrerin! Jetzt kommt gleich das Rohrstaberl!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Das ist so überheblich! – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Champagnerglaserl fehlt noch!
Sie sitzen da in so netter Weise jetzt mit den ÖFB-Schals, weil Sie das schon irgendwie mit der EURO verwechseln. Herr Kollege Strache, es ist Ihnen vielleicht noch nicht aufgefallen (Abg. Strache: Rotweißrot ist uns wichtig!) – Sie können sich dann später zu Wort melden –, aber bei der EM spielt auch die Türkei mit. Ich finde es schön, dass Sie das auch akzeptieren und zumindest versuchen, einen europäischen Gedanken mit zu fassen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Das ist so überheblich! – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Champagnerglaserl fehlt noch!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Grossmann –: Wie ist das mit der Inflation von Volksabstimmungen in Österreich?
Präsidentin Dr. Eva Glawischnig-Piesczek: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Mag. Grossmann. 7 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Grossmann –: Wie ist das mit der Inflation von Volksabstimmungen in Österreich?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist die inflationäre Volksabstimmung!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, es wurde von vielen inner- und außerhalb dieses Hauses alles Mögliche – auch alles Unmögliche – in diesen Vertrag hineininterpretiert. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist die inflationäre Volksabstimmung!) Ich möchte daher einmal mehr klarstellen, dass es bei der heutigen Abstimmung um nicht mehr und nicht weniger geht als um die Frage, ob man mit den bestehenden unzureichenden und daher schlechten Verträgen weiterarbeiten muss oder ob wir uns gemeinsam eine neue und bessere Vertragsgrundlage geben, die eben besser geeignet ist, den Herausforderungen der Gegenwart und vor allem der Zukunft zu begegnen. Klimawandel, grenzüberschreitende Kriminalität, die Herausforderung der internationalen Globalisierung, all das macht natürlich vor den Staatsgrenzen nicht halt; das kann nur in einem größeren Rahmen gelöst werden.
Abg. Ing. Westenthaler: Der Abgeordnete Dolinschek auch nicht mehr! Ich halte das fest! Man sollte ein technisches Gerät ...!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Meine Damen und Herren, bei der Aufteilung der Redezeit der letzten beiden Runden dürfte sich ein größerer Rechenfehler eingeschlichen haben, weil die Frau Bundesministerin jetzt nicht mehr in der Fernsehzeit ist. Wir werden in Zukunft darauf achten, dass das nicht der Fall sein wird. Nichtsdestotrotz gelangt sie jetzt zu Wort. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Abgeordnete Dolinschek auch nicht mehr! Ich halte das fest! Man sollte ein technisches Gerät ...!) – Herr Klubobmann, wir werden einen Taschenrechner hierher legen. Danke schön.
Abg. Ing. Westenthaler: Ich war sogar dort!
Und noch eines, Herr Kollege Scheibner: 1995 gab es eine Verfassungsänderung. Sie hätten sich nur die Sendung am Sonntagabend mit Professor Mayer und die Diskussion der Klubobleute anschauen müssen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich war sogar dort!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler
Herr Professor Mayer hat ganz klar gesagt: Ja, Volksabstimmung beim EU-Beitritt. Und auch 2005 wäre eine Volksabstimmung notwendig gewesen – da war Herr Kollege Westenthaler in der Regierung (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler); ja, aber Ihre Partei war in der Regierung. Da ist trotzdem hier abgestimmt worden. – Und Kollege Mayer hat als Verfassungsrechtler gesagt, 2008 ist keine Volksabstimmung notwendig.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Hast du das dem oberösterreichischen Haider schon erklärt?
Und worauf wir noch stolz sind, meine sehr geehrten Damen und Herren, das wurde heute schon von der Regierungsbank aus öfters gesagt und auch hier an diesem Rednerpult gesagt: Seit fast sechs Jahrzehnten gab es keinen Krieg auf diesem Kontinent. Und wenn dieser Traum aufgeht – wo 50 Millionen Menschen im Zweiten Weltkrieg und, ich weiß es jetzt nicht, vielleicht 25 Millionen im Ersten Weltkrieg ihr Leben lassen mussten –, dann ist dieser eine Punkt der wesentlichste Punkt, durch den bewiesen ist, dass diese EU und dieser Reformvertrag ihre Berechtigung haben! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Hast du das dem oberösterreichischen Haider schon erklärt?)
Abg. Scheibner: Das ist ein 27-er-Antrag! Da geht es um ganz etwas anderes! – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat mit Entschließungen nichts zu tun!
Dazu kommt, dass auch der zweite Kommentar von Czerny/Fischer darauf verweist, eine enge Auslegung nahezulegen, und zwar, um den Ausschussberatungen sozusagen nicht die Möglichkeit zu entziehen. (Abg. Scheibner: Das ist ein 27-er-Antrag! Da geht es um ganz etwas anderes! – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat mit Entschließungen nichts zu tun!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Skandal! Ein Riesenskandal!
Ich hielte es angesichts der katastrophalen Zustände in Tibet, wo Menschen nur deshalb umgebracht werden, weil sie für die Freiheit des eigenen Volkes und für Menschenrechte eintreten, für wirklich blamabel, wenn der österreichische Nationalrat in einer zweitägigen Debatte nicht nur keinen eigenen Tagesordnungspunkt dazu hat, sondern wenn ein Antrag, der eingebracht wird, um zumindest einen symbolischen Akt des Protests zu setzen, nicht einmal zur Debatte und zur Abstimmung zugelassen wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Skandal! Ein Riesenskandal!)
Abg. Ing. Westenthaler: Frau Präsidentin! Schicken Sie die Nationalrats-Geschäftsordnung den Tibetern, die freuen sich! Das ist ja unglaublich!
Dann heißt es weiter: Den inhaltlichen Zusammenhang „entscheidet nicht der Nationalrat, sondern der Präsident“. – Frau Präsidentin! Wir haben Ihre Position gehört. Unsere Meinung deckt sich mit dieser Position. Die Entscheidung liegt bei Ihnen, aber wir unterstützen Sie. (Abg. Ing. Westenthaler: Frau Präsidentin! Schicken Sie die Nationalrats-Geschäftsordnung den Tibetern, die freuen sich! Das ist ja unglaublich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Es ist ein Antrag gestellt worden, Frau Präsidentin!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Ich unterbreche die Sitzung und ersuche die Klubobleute, zu einer kurzen Stehpräsidiale zu mir zu kommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Es ist ein Antrag gestellt worden, Frau Präsidentin!) – Ich kann trotzdem jederzeit die Sitzung unterbrechen, Herr Klubobmann.
Abg. Ing. Westenthaler: Bitte!
Darf ich noch einen Satz in Richtung BZÖ und FPÖ sagen? (Abg. Ing. Westenthaler: Bitte!) – Wir sind gewählt, um zu entscheiden, und man darf dafür auch die Verantwortung tragen.
Sitzung Nr. 58
Abg. Ing. Westenthaler: Eine Fünf, die Sie der Justizministerin ausstellen! Alles versäumt!
Meine Damen und Herren! Zum Vergleich Vermögensdelikte und Sexualdelikte möchte ich zwei Beispiele nennen. Bei einer Vergewaltigung droht das gleiche Strafausmaß wie bei einem Diebstahl von einem Wert über 50 000 €. Darüber hinaus wird sexueller Missbrauch von Unmündigen mit einer geringeren Strafe bedroht als schwerer Diebstahl. (Abg. Ing. Westenthaler: Eine Fünf, die Sie der Justizministerin ausstellen! Alles versäumt!) Deswegen müssen wir unbedingt schauen, dass wir hier entsprechende Maßnahmen setzen. Prävention ist das eine, Strafe das andere. (Beifall bei ÖVP, SPÖ, FPÖ und BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Frau Justizministerin ist eine Broda-Schülerin!
realistischerweise nichts abgewinnen kann und den ich nicht träume. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Frau Justizministerin ist eine Broda-Schülerin!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Vorlesung! Haben Sie auch eine Meinung, oder muss man Ihnen alles aufschreiben?
Ein besonderer Anlass für diese Erklärung ist auch die Tatsache, dass ich nach längeren Vorbereitungen in dieser Woche das Zweite Gewaltschutzgesetz zur Begutachtung ausgesendet habe. Dieser Vorschlag für ein Zweites Gewaltschutzgesetz soll eine Verbesserung des Schutzes vor Gewalt und eine Verbesserung der Rechtsstellung der Opfer bringen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Vorlesung! Haben Sie auch eine Meinung, oder muss man Ihnen alles aufschreiben?) Ich glaube, dass mit diesem Gesetzentwurf die richtigen Antworten auf viele Fragen, die in den letzten Wochen diskutiert wurden, gegeben werden.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein „echtes“ Herzensanliegen, wie man sieht, bei Ihnen!
Dieses Zweite Gewaltschutzgesetz versteht sich als größte Reform auf dem Gebiet des Gewaltschutzes seit dem Gewaltschutzgesetz 1997. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen.) Es soll mehr Sicherheit vor Gewalt – insbesondere vor sexueller Gewalt gegen Kinder – bringen, und ich freue mich sehr, dass ich in den vorbereitenden Debatten, jetzt auch für die Sitzung der Bundesregierung, dafür volle Unterstützung bekommen habe. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein „echtes“ Herzensanliegen, wie man sieht, bei Ihnen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein „großes“ Herzensanliegen ist Ihnen das! Das sieht man! Ein kalter Kühlschrank ist wärmer als Sie!
Einige Punkte daraus darf ich hier erwähnen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein „großes“ Herzensanliegen ist Ihnen das! Das sieht man! Ein kalter Kühlschrank ist wärmer als Sie!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das nächste Mal geben Sie die Rede ab, und wir lesen uns das durch! In der Einlaufstelle des Parlaments können Sie das abgeben!
Wir schaffen mit diesem Gewaltschutzgesetz einen neuen Gewalttatbestand: Kommt es in einer Familie regelmäßig zu Gewalttaten, so waren die Gerichte bislang gezwungen, diese länger andauernden Gewaltbeziehungen in die Bestandteile der einzelnen Gewaltakte zu zerlegen. Damit geht ein wichtiger Gesichtspunkt verloren, nämlich der, dass die Opfer auch in den zwischen den einzelnen Gewaltakten liegenden Zeiträumen in Angst vor dieser Gewalt leben. Anstelle der einzelnen Momentaufnahme können die Gerichte in Zukunft mit dem neuen § 107b das gesamte Unrecht einer solchen Gewaltbeziehung werten. (Abg. Ing. Westenthaler: Das nächste Mal geben Sie die Rede ab, und wir lesen uns das durch! In der Einlaufstelle des Parlaments können Sie das abgeben!) Der neue Tatbestand bedeutet eine deutliche Verschärfung der Strafdrohungen gegen fortgesetzte Gewalt, wie sie gerade für Gewalt in der Familie – Gewalt an Frauen, Gewalt an Kindern – typisch ist.
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das verstehen Sie aber selbst nicht, Frau Minister! Die Mutter, die davon weiß, darf nicht anzeigen – oder wie ist das?
Ausnahme für diese Anzeigepflicht soll nur dann bestehen, wenn sich die Anzeige gegen nahe Angehörige richten würde. Wenn der Vater das Kind schlägt, dann ist die mit dem Vater zusammenlebende Mutter nicht anzeigepflichtig, wohl aber dann, wenn sich die Anzeige zum Beispiel gegen einen Erzieher des Kindes richten würde. Das Signal ist also: Wer Gewalt verhindern will und soll, muss hinschauen, er darf nicht wegschauen und soll anzeigen! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das verstehen Sie aber selbst nicht, Frau Minister! Die Mutter, die davon weiß, darf nicht anzeigen – oder wie ist das?)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Mutter, die davon weiß, soll nicht anzeigen? Das ist ja „großartig“!
Ebenfalls in Umsetzung der gemeinsamen Beschlüsse des Ministerrates richten wir neu eine gerichtliche Aufsicht über Sexualstraftäter ein. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Mutter, die davon weiß, soll nicht anzeigen? Das ist ja „großartig“!) Es handelt sich dabei um besonders strenge gerichtliche Kontrollen, wie sie das Strafgesetzbuch bisher nicht gekannt hat. Eine Kombination von Weisungen, Therapien und Bewährungshilfe soll im Interesse der Allgemeinheit für eine bessere Sicherung gegenüber Sexualstraftätern sorgen. (Abg. Ing. Westenthaler: Können Sie das wiederholen: Die Mutter, die davon weiß, soll nicht anzeigen!?) Gleichzeitig werden die Probezeiten für diese Sexualstraftäter verlängert.
Abg. Ing. Westenthaler: Können Sie das wiederholen: Die Mutter, die davon weiß, soll nicht anzeigen!?
Ebenfalls in Umsetzung der gemeinsamen Beschlüsse des Ministerrates richten wir neu eine gerichtliche Aufsicht über Sexualstraftäter ein. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Mutter, die davon weiß, soll nicht anzeigen? Das ist ja „großartig“!) Es handelt sich dabei um besonders strenge gerichtliche Kontrollen, wie sie das Strafgesetzbuch bisher nicht gekannt hat. Eine Kombination von Weisungen, Therapien und Bewährungshilfe soll im Interesse der Allgemeinheit für eine bessere Sicherung gegenüber Sexualstraftätern sorgen. (Abg. Ing. Westenthaler: Können Sie das wiederholen: Die Mutter, die davon weiß, soll nicht anzeigen!?) Gleichzeitig werden die Probezeiten für diese Sexualstraftäter verlängert.
Abg. Ing. Westenthaler: Das kündigen Sie jetzt zum dritten Mal an!
Ebenfalls in Umsetzung einer Entschließung des Nationalrates hat das Justizministerium Auftrag gegeben, dass die derzeit bestehenden Strafrahmen, die wir im Bereich der Sexualstraftaten haben, einer Untersuchung zugeführt werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Das kündigen Sie jetzt zum dritten Mal an!) Wir sind hier genau im Zeitplan: Wir werden noch vor dem Sommer die Ergebnisse hier vorlegen können. Ich selbst habe schon einige Male darauf hingewiesen, dass durch das Strafrechtsänderungsgesetz 2004 einige Unstimmigkeiten aufgetreten sind. Ich verstehe zum Beispiel bis heute nicht, weshalb es keine Mindestfreiheitsstrafe gibt bei den Grundtatbeständen der geschlechtlichen Nötigung oder des sexuellen Missbrauchs einer wehrlosen und psychisch beeinträchtigten Person. (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso verstehen Sie das nicht? Wir haben Ihnen das schon vor längerer Zeit mitgeteilt! Sie verstehen das nicht! Dann machen Sie es!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wieso verstehen Sie das nicht? Wir haben Ihnen das schon vor längerer Zeit mitgeteilt! Sie verstehen das nicht! Dann machen Sie es!
Ebenfalls in Umsetzung einer Entschließung des Nationalrates hat das Justizministerium Auftrag gegeben, dass die derzeit bestehenden Strafrahmen, die wir im Bereich der Sexualstraftaten haben, einer Untersuchung zugeführt werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Das kündigen Sie jetzt zum dritten Mal an!) Wir sind hier genau im Zeitplan: Wir werden noch vor dem Sommer die Ergebnisse hier vorlegen können. Ich selbst habe schon einige Male darauf hingewiesen, dass durch das Strafrechtsänderungsgesetz 2004 einige Unstimmigkeiten aufgetreten sind. Ich verstehe zum Beispiel bis heute nicht, weshalb es keine Mindestfreiheitsstrafe gibt bei den Grundtatbeständen der geschlechtlichen Nötigung oder des sexuellen Missbrauchs einer wehrlosen und psychisch beeinträchtigten Person. (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso verstehen Sie das nicht? Wir haben Ihnen das schon vor längerer Zeit mitgeteilt! Sie verstehen das nicht! Dann machen Sie es!)
Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt haben Sie zwar nichts gesagt, aber Ihre Redezeit ist aus!
Wir haben mit diesem Zweiten Gewaltschutzgesetz auch dafür Vorsorge getroffen, dass es möglich ist, im Innenministerium die Sexualstraftäterdatei einzurichten, sodass alle Meldungen, die für diese Datei notwendig sind, dem Innenministerium für die Sexualstraftäterdatei auch zur Verfügung stehen. Es wird notwendig sein, dafür die Tilgungsfristen zu verlängern. Ich habe dazu selbst Vorschläge eingebracht; in der Bundesregierung werden weitere Vorschläge beraten, und wir werden nach dem Begutachtungsverfahren diese auch in das Gesetz einfügen. (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt haben Sie zwar nichts gesagt, aber Ihre Redezeit ist aus!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihre Zeit ist um, Frau Ministerin!
Ich darf auch darauf hinweisen, dass wir mit dem Gewaltschutzgesetz auch Maßnahmen setzen (Abg. Ing. Westenthaler: Ihre Zeit ist um, Frau Ministerin!), die unmittelbar noch der Familie in Amstetten zugute kommen können, nämlich indem wir die juristische Prozessbegleitung und andere Maßnahmen auch im Zivilverfahren einführen. Das ist, denke ich, etwas, was unmittelbar jetzt auch noch bei dieser Familie wirksam werden kann. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihre Zeit ist um, Frau Ministerin! Es gibt eine Vereinbarung! Da müssen Sie das nächste Mal etwas schneller lesen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihre Zeit ist um, Frau Ministerin! Es gibt eine Vereinbarung! Da müssen Sie das nächste Mal etwas schneller lesen!
Ich darf auch darauf hinweisen, dass wir mit dem Gewaltschutzgesetz auch Maßnahmen setzen (Abg. Ing. Westenthaler: Ihre Zeit ist um, Frau Ministerin!), die unmittelbar noch der Familie in Amstetten zugute kommen können, nämlich indem wir die juristische Prozessbegleitung und andere Maßnahmen auch im Zivilverfahren einführen. Das ist, denke ich, etwas, was unmittelbar jetzt auch noch bei dieser Familie wirksam werden kann. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihre Zeit ist um, Frau Ministerin! Es gibt eine Vereinbarung! Da müssen Sie das nächste Mal etwas schneller lesen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben eine Vereinbarung! Was ist das für eine Vereinbarung?!
Mit einem weiteren Schritt – das darf ich abschließend noch erwähnen (Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben eine Vereinbarung! Was ist das für eine Vereinbarung?!) – werden wir im Rahmen des Familienrechtsänderungsgesetzes auch im Adoptionsrecht dafür Vorsorge treffen, dass ins Strafregister nicht nur eingeschaut werden kann, sondern eingeschaut werden muss.
Abg. Ing. Westenthaler: Aber die Rede von der Ministerin auch nicht!
Ich glaube, genau das sollte unsere heutige Debatte leiten! – Die Zwischenrufe von Klubobmann Westenthaler sind kein Beitrag dazu. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber die Rede von der Ministerin auch nicht!) Und wenn Sie über Versäumnisse reden, dann sollten Sie sich daran erinnern, dass von Kollegin Gastinger abwärts Sie dieses Ressort innehatten (Abg. Ing. Westenthaler: Das stimmt nicht!) und Sie daher die Versäumnisse bestenfalls in einer selbstkritischen Rede hier aufarbeiten können und sonst nichts. Das möchte ich Ihnen hier mitteilen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das stimmt nicht!
Ich glaube, genau das sollte unsere heutige Debatte leiten! – Die Zwischenrufe von Klubobmann Westenthaler sind kein Beitrag dazu. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber die Rede von der Ministerin auch nicht!) Und wenn Sie über Versäumnisse reden, dann sollten Sie sich daran erinnern, dass von Kollegin Gastinger abwärts Sie dieses Ressort innehatten (Abg. Ing. Westenthaler: Das stimmt nicht!) und Sie daher die Versäumnisse bestenfalls in einer selbstkritischen Rede hier aufarbeiten können und sonst nichts. Das möchte ich Ihnen hier mitteilen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das geht gar nicht anders, das muss einstimmig sein!
Im Übrigen möchte ich darauf hinweisen, dass heute der Ministerrat einen Vortrag einstimmig beschlossen hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Das geht gar nicht anders, das muss einstimmig sein!) Die beiden Mitglieder der Bundesregierung, der Herr Innenminister und die Frau Justizministerin, haben das hier inhaltlich auch als Basis ihrer Referate eingebracht. Wir werden auch einen Entschließungsantrag hier einbringen. Ich glaube, dass die im Vortrag angesprochenen Lücken, die sich durch die Ereignisse in Amstetten dargestellt haben, damit in der Umsetzung, in der Präzisierung, die wir hier im Haus zu beschließen haben, geschlossen werden.
Abg. Ing. Westenthaler: Gewalt und Missbrauch!
Was ganz sicher nicht geht, Herr Kollege Westentaler: Vorschulkinder jedes Quartal auf Anzeichen sexuellen Missbrauchs zu überprüfen. Vorschulkinder jedes Quartal ...? (Abg. Ing. Westenthaler: Gewalt und Missbrauch!) – Ich meine, sind Sie wirklich ...? (Abg. Ing. Westenthaler: Das gibt es schon! In Deutschland gibt es das schon! In Hessen! Ich erkläre es Ihnen nachher!) Sie erklären mir das nachher. – Ich fürchte mich bereits davor, denn das, was Sie hier wollen, bedeutet, Generationen von gestörten Kindern heranzuziehen, von verstörten Eltern zu haben! Das ist doch Irrsinn, was Sie hier vorschlagen! (Beifall bei Grünen, SPÖ und ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das gibt es schon! In Deutschland gibt es das schon! In Hessen! Ich erkläre es Ihnen nachher!
Was ganz sicher nicht geht, Herr Kollege Westentaler: Vorschulkinder jedes Quartal auf Anzeichen sexuellen Missbrauchs zu überprüfen. Vorschulkinder jedes Quartal ...? (Abg. Ing. Westenthaler: Gewalt und Missbrauch!) – Ich meine, sind Sie wirklich ...? (Abg. Ing. Westenthaler: Das gibt es schon! In Deutschland gibt es das schon! In Hessen! Ich erkläre es Ihnen nachher!) Sie erklären mir das nachher. – Ich fürchte mich bereits davor, denn das, was Sie hier wollen, bedeutet, Generationen von gestörten Kindern heranzuziehen, von verstörten Eltern zu haben! Das ist doch Irrsinn, was Sie hier vorschlagen! (Beifall bei Grünen, SPÖ und ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das gibt es schon! Das existiert in Deutschland! Schauen Sie einmal nach Hessen, dort wird es vollzogen! Mutter-Kind-Pass!
Der Ruf nach einer vierteljährlichen Untersuchung von Kindern ist für mich geradezu grotesk. (Abg. Ing. Westenthaler: Das gibt es schon! Das existiert in Deutschland! Schauen Sie einmal nach Hessen, dort wird es vollzogen! Mutter-Kind-Pass!) Ich bin wirklich überzeugt, dass ein ganz wichtiger Punkt im Kampf gegen Gewalt in der Familie und im Kampf gegen die sexuelle Gewalt außer den Punkten, die heute schon genannt wurden, vor allem auch die Stärkung von Kindern und Frauen ist. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen sowie des Abg. Strache.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Der Vorsitzende handhabt die Geschäftsordnung, heißt es weiters in Ihrem Antrag. – Na bravo! Dazu braucht man „natürlich“ einen Richter, denn wer sonst sollte das können?! Ihrer Ansicht nach nur ein Richter; möglicherweise sogar ein ÖVP-naher Richter. Der ist doch viel besser als irgendein anderer Richter? (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Braucht man dafür nicht eine Mehrheit?!
Einer solchen Strategie entgegenwirken würde, wenn man sich – eben mit der vorgeschlagenen Vorgangsweise – vor laufender Kamera verantworten müsste, vor laufenden Aufnahmegeräten, und zwar in Ton und Bild. Da kann sich dann ein jeder ein Bild darüber machen. (Abg. Ing. Westenthaler: Braucht man dafür nicht eine Mehrheit?!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie schon!
Abgeordneter Mag. Dr. Martin Graf (FPÖ): Herr Präsident! Herr Abgeordneter Westenthaler hat hier behauptet, dass ich ein Buch geschrieben habe, das niemand kauft und niemand liest. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie schon!)
Abg. Ing. Westenthaler: 20 Abgeordnete!
Ich berichtige tatsächlich: Das Buch wird sehr gut verkauft, es lesen irrsinnig viele Leute. (Abg. Ing. Westenthaler: 20 Abgeordnete!) Allerdings. Der Kollege Westenthaler wollte keines kaufen, er wollte eines von mir geschenkt haben. Und das habe ich nicht gemacht. – Danke. (Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Persönliche Erwiderung!
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Zu Wort ist dazu niemand mehr gemeldet. Die Debatte ist geschlossen. (Abg. Ing. Westenthaler: Persönliche Erwiderung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sagt aber der Haider in Oberösterreich auch!
Abgeordneter Dr. Peter Wittmann (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich halte das für einen gefährlichen Weg, immer zu sagen, dass die Politik nicht fähig ist, die Ämter, die sie zu bekleiden hat, zu bekleiden. (Abg. Ing. Westenthaler: Sagt aber der Haider in Oberösterreich auch!) Es wird dadurch meiner Ansicht nach nicht richtiger. (Abg. Ing. Westenthaler: Gut, dass Sie das sagen! Wir werden ihm das Protokoll schicken!) Zu sagen, dass die Politiker nicht in der Lage sind, die politischen Aufgaben zu erfüllen, ist ein ganz gefährlicher Weg. Wieso sind Sie dann Abgeordneter einer Partei? Vielleicht wäre es besser, lauter Unabhängige von der Straße zu holen.
Abg. Ing. Westenthaler: Gut, dass Sie das sagen! Wir werden ihm das Protokoll schicken!
Abgeordneter Dr. Peter Wittmann (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich halte das für einen gefährlichen Weg, immer zu sagen, dass die Politik nicht fähig ist, die Ämter, die sie zu bekleiden hat, zu bekleiden. (Abg. Ing. Westenthaler: Sagt aber der Haider in Oberösterreich auch!) Es wird dadurch meiner Ansicht nach nicht richtiger. (Abg. Ing. Westenthaler: Gut, dass Sie das sagen! Wir werden ihm das Protokoll schicken!) Zu sagen, dass die Politiker nicht in der Lage sind, die politischen Aufgaben zu erfüllen, ist ein ganz gefährlicher Weg. Wieso sind Sie dann Abgeordneter einer Partei? Vielleicht wäre es besser, lauter Unabhängige von der Straße zu holen.
Abg. Ing. Westenthaler: Ex-orange!
Es stellt sich nach wie vor die Frage, woher die Informationen gekommen sind, und es ist nach wie vor, wenn man die Wissenslücken der Auskunftspersonen bedenkt, die Annahme naheliegend, dass das aus dem Umfeld der Ministerien kommt, nämlich aus den Ministerkabinetten. Insofern ist die Analyse des Kollegen Westenthaler noch richtig. Wir müssen nach dem Machtmissbrauch im Justizministerium durch eine orange Ministerin (Abg. Ing. Westenthaler: Ex-orange!) und dem Machtmissbrauch im Innenministerium durch einen schwarzen Minister sehr wohl darüber nachdenken, was wir tun können.
Abg. Ing. Westenthaler: Meinen Sie jetzt den Herrn Strache?
Abgeordneter Dr. Robert Aspöck (FPÖ): Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Wir Freiheitlichen sehen diesen Antrag als einen der vielen populistischen Schnellschüsse. (Abg. Ing. Westenthaler: Meinen Sie jetzt den Herrn Strache?) Und solche Schnellschüsse haben oft im Hintergrund, dass zu wenig darüber nachgedacht wurde, was man hier eigentlich verlangt. Und da kann Herr Ing. Westenthaler jetzt dazwischenreden, wie immer er will, da wurde nicht nachgedacht, meine Damen und Herren! Denn: Wenn ich das genau analysiere, von unserer Verfassung her, von der Verfassungswirklichkeit, dann lässt sich der einen Anschlag auf die in Österreich
Abg. Ing. Westenthaler: Schnellschüsse!
gelebte Verfassungsrealität einfallen. (Abg. Ing. Westenthaler: Schnellschüsse!) Denn – ganz einfach, Herr Ing. Westenthaler – bei der Wahl werden Parteien gewählt. (Beifall des Abg. Mayerhofer.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Erklären Sie das dem Herrn Strache, weil der hat das gefordert! – Abg. Dr. Jarolim: Da hat der Kollege völlig recht!
Worauf Sie hinauswollen, wenn ich das weiterentwickle, Herr Kollege: Dann haben wir die Oligarchie! Am besten ist, Sie pragmatisieren diesen Innenminister und diesen Justizminister gleich auf Lebenszeit. – So viel zu dieser Idee und zu den Hintergründen, die offensichtlich nicht durchdacht wurden. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Erklären Sie das dem Herrn Strache, weil der hat das gefordert! – Abg. Dr. Jarolim: Da hat der Kollege völlig recht!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der Präsidentin –: Sind das nicht Sie?
Das Wort erhält zunächst der Antragsteller, Herr Abgeordneter Dr. Zinggl (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der Präsidentin –: Sind das nicht Sie?) mit 4 Minuten freiwilliger Redezeitbeschränkung. – Bitte.
Sitzung Nr. 59
Abg. Ing. Westenthaler: Da ist übrigens die Frau Schaunig zuständig! Nur zur Information!
diese Diskussion jetzt im Gange ist, aber nach meinem Grundverständnis der Demokratie kann der Bund diese Entscheidung den Ländern und Gemeinden nicht abnehmen, sondern das liegt in deren politischer Verantwortung. (Abg. Dolinschek: Finanzausgleich!) Kärnten beispielsweise ist leider eines der Bundesländer, das die Frage der gebührenfreien Geburten noch nicht umgesetzt hat, zwar jetzt im Landtag hat, aber andere Länder haben das schon gemacht. (Abg. Ing. Westenthaler: Da ist übrigens die Frau Schaunig zuständig! Nur zur Information!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Frau Präsidentin weiß das nicht! Das ist eine unzulässige Frage!
festgestellt wurde, dass hier eigentlich andere Zuständigkeiten gegeben sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Frau Präsidentin weiß das nicht! Das ist eine unzulässige Frage!) Aber es ist unsere Verantwortung auch im Finanzministerium, Herr Kollege Westenthaler, dass wir einerseits gemeinsam mit den Verantwortungsträgern der Selbstverwaltung, und zwar mit allen Verantwortungsträgern der Selbstverwaltung, eine möglichst effiziente Verwaltung sicherstellen, dass wir zweitens Gesundheitsleistungen nach wie vor frei, unabhängig von Alter oder Region, anbieten und dass wir drittens selbstverständlich auch eine Beitragserhöhung vermeiden, weil diese ja lohnnebenkostenerhöhend wirken würde.
Abg. Ing. Westenthaler: Eigentlich ist das die Aufgabe der Präsidentin! Bei den Grünen drehen wir gleich ab, aber ...!
Bundesminister für Finanzen Vizekanzler Mag. Wilhelm Molterer: Herr Abgeordneter, jetzt sage ich es wirklich: Das ist nicht nur nicht in meiner Verantwortung, auch nicht in der Verantwortung der Gesundheitsministerin, sondern es liegt tatsächlich in der Verantwortung der Selbstverwaltung, wie sie mit Kostenersätzen in den einzelnen Bereichen umgeht. (Abg. Ing. Westenthaler: Eigentlich ist das die Aufgabe der Präsidentin! Bei den Grünen drehen wir gleich ab, aber ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Und sonst gefällt Ihnen alles bei uns?
Ein Steuervorschlag der FPÖ ist mir nicht bekannt. (Abg. Ing. Westenthaler: Und sonst gefällt Ihnen alles bei uns?)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Da schau her!
Abgeordneter Gerhard Reheis (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Präsident! Zunächst zu meinem Vorredner: Ich meine, man kann schon sagen, dass quer durch alle Fraktionen gute Frauen und Männer in qualifizierten Positionen ihren Mann und ihre Frau stellen. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Da schau her!)
Beifall bei ÖVP und BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war eine gute Regierung!
Im Gegensatz zu Kreisky hat Schüssel auf Reformen gesetzt (Abg. Reheis: Das ist aber ein Scherz?), im Gegensatz zu Kreisky hat Schüssel auf den Markt statt permanent auf Subventionen gesetzt, und am Ende dieser Politik stand ein ganz anderes Ergebnis als zu Kreiskys Zeit. (Abg. Reheis: Das war eine Persönlichkeit, der Herr Bundeskanzler Kreisky!) Die Schulden waren 2006 getilgt, die Betriebe waren mehr wert als vorher, und es gab auch wieder gesicherte Jobs in diesen Betrieben! (Beifall bei ÖVP und BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war eine gute Regierung!)
Heiterkeit bei der SPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Strafweise wieder setzen!
Abgeordneter Hermann Krist (SPÖ): Geschätzte Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Herr Präsident des Rechnungshofes! Kollege Neubauer hat anscheinend in einer verzweifelten Anhäufung von unglaublichem Blödsinn Dinge ... (Heiterkeit bei der SPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Strafweise wieder setzen!)
Abg. Strache: Ist das die neue Linie, Van der Bellen und Westenthaler?
Visafreiheit für die Staaten und die Bürger und Bürgerinnen des Westbalkan zugestimmt hat. (Abg. Scheibner: Das erste Mal, dass Sie sich freuen!) – Hin und wieder kann ich mich auch darüber freuen, stellen Sie sich vor! (Abg. Strache: Ist das die neue Linie, Van der Bellen und Westenthaler?)
Sitzung Nr. 61
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie glauben wirklich, die Fanmeile ist für Sie ...!
Sie reden diese 60 Millionen so gering, Herr Klubobmann Strache. (Abg. Strache: 760 Millionen Mehreinnahmen!) In Wirklichkeit sind es ja 360 Millionen €, mit denen wir in den letzten Wochen die Bezieher niedriger Einkommen in diesem Land entlastet haben. Eine Entlastung von 300 Millionen € bei den Arbeitslosenversicherungsbeiträgen für Bezieher niedriger Einkommen, also bis zu 1 350 € pro Monat, das lässt sich schon sehen. (Abg. Strache: Aber 760 Millionen Mehreinnahmen nur über den Spritpreis!) Eine Entlastung von 300 bis teilweise 400 € pro Jahr für Bezieher niedriger Einkommen, die von der Inflation, die tatsächlich besorgniserregend hoch ist, besonders stark betroffen werden – das ist treffsichere Politik für Menschen, die mit ihrem Einkommen nicht so leicht das Auskommen haben, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie glauben wirklich, die Fanmeile ist für Sie ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Davon kann sich niemand etwas kaufen!
Faktum Nummer zwei: Wir sind in Österreich im Gegensatz zu den Jahren davor in Sachen Nettotankstellenpreis im europäischen Vergleich besser als der Schnitt – das wird übersehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Davon kann sich niemand etwas kaufen!) Wir waren über Jahre und Jahrzehnte über dem Europaschnitt, 40 Groschen hieß es damals, ein Gentlemen’s Agreement. Die Nettotankstellenpreise, also das, was die Ölfirmen an den Tankstellen verlangen und verdienen, liegen – je Liter – bei Eurosuper um 1,5 Cent und bei Diesel um 1,6 Cent unter dem europäischen Durchschnitt.
Zwischenrufe der Abgeordneten Strache und Ing. Westenthaler.
Was die Preise anlangt, die die Autofahrer tatsächlich zu bezahlen haben, meine sehr verehrten Damen und Herren: Sie sind hoch, sie sind zu hoch! Wir freuen uns nicht darüber. Aber ziehen wir Zeitungen von gestern heran, zum Beispiel den „Kurier“ vom 4. Juni, in dem es heißt: „Tanken ist in vielen Ländern der EU teurer als in Österreich“. Österreich liegt unter dem europäischen Schnitt, im unteren Mittelfeld. (Zwischenrufe der Abgeordneten Strache und Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo denn, bitte?
Was die Mineralölsteuer anlangt: Meine Damen und Herren von der Opposition und vor allem von der FPÖ, Sie müssen mir nicht glauben, Sie werden mir auch nicht glauben, aber glauben Sie Frau Dr. Schratzenstaller vom Wifo, die am Sonntag im ORF richtigerweise gesagt hat, dass der Finanzminister über Jahre eher mit einer sinkenden Mineralölsteuer zu rechnen hatte. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo denn, bitte?) Mit einer sinkenden Mineralölsteuer, nicht etwa mit einer steigenden!
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Ich glaube, es ist relativ unbestritten, dass die Treibstoffpreissituation in Österreich völlig unbefriedigend ist. Es leiden ja nicht nur die einzelnen Menschen, die einzelnen Haushalte darunter, sondern auch die Industrie und damit auch das Wirtschaftswachstum. Ich denke, dass wir hier wirklich aufgefordert sind – das kann durchaus ein gemeinsames Projekt sein, meine Damen und Herren –, dagegen anzutreten. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Frau Präsidentin, vielleicht könnte ich einmal sprechen, ich glaube nicht, dass die Zuseher das vom Herrn Westenthaler interessiert. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein abruptes Ende!
Aber zum Abschluss (Rufe: Aus!) – Okay. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein abruptes Ende!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist das jetzt eine Vorlesung?
Was passiert, wenn Sie bei unelastischem Angebot die Nachfrage stimulieren? – Der Preis steigt! (Abg. Ing. Westenthaler: Ist das jetzt eine Vorlesung?) Sie ermöglichen es mit einer Senkung der Mineralölsteuer den Scheichs – und von mir aus auch noch einigen Ölkonzernen –, noch höhere Preise zu verlangen. Das werden Sie ja nicht im Ernst wollen. (Abg. Strache: Das wird doch in Österreich nicht der Fall sein! Das ist doch Unsinn!) Wir geben derzeit in Österreich rund 6 Milliarden € pro Jahr allein für den Import von Öl aus; für die Fossilen insgesamt – insbesondere inklusive Gas – rund 12 Milliarden €. Diese Rechnung würde noch teurer werden mit der von Ihnen vorgeschlagenen Vorgangsweise, insbesondere dann, wenn das auf europäischer Ebene Schule macht (Abg. Strache: Deshalb verlangen Sie 2 € pro Liter!) und die EU insgesamt solche Maßnahmen ergreift. Das geht nach hinten los!
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt ist der Minister auch schon weg!
Aber ich bin auch überzeugt davon, dass es mit dieser Maßnahme allein nicht getan ist. Der Herr Bundeskanzler, die Bundesregierung hat es bereits angekündigt (Abg. Scheibner: Die sind eh alle weg!): Auch auf EU-Ebene muss gehandelt werden! (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt ist der Minister auch schon weg!) Eine Steuer auf Spekulation mit Rohstoffen ist dazu ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Wenn Sie ein bisschen weniger dazwischenrufen würden, Herr Ingenieur, dann hätten Sie vielleicht auch die letzten eineinhalb Jahre nicht verschlafen und wüssten, dass schon drei Mal für die Pendlerinnen und Pendler gehandelt wurde. (Beifall bei der SPÖ. – Ruf: Das sind lauter Plattitüden, lauter Wortschalen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das sagt eigentlich die Frau Burgstaller!
Jetzt kann man sich natürlich zurücklehnen und kritisieren um des Kritisierens willen (Abg. Strache: Forderungen umsetzen, nicht herumreden!) – einerseits weil Wahlkampf ist, andererseits weil man einfach Opposition ist, oder vielleicht aus einem wieder anderen Grund: weil man einfach der Meinung ist, dass, egal, was diese Bundesregierung macht, alles zu wenig ist. Das kann man tun. (Abg. Ing. Westenthaler: Das sagt eigentlich die Frau Burgstaller!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten einmal lernen, was eine Wurstsemmel kostet!
Abgeordnete Silvia Fuhrmann (ÖVP): Herr Klubobmann Westenthaler, Sie haben vorhin gemeint, man soll sich an Kärnten ein Beispiel nehmen, weil da jetzt Tankgutscheine verteilt werden. – Ich meine, das ist schon eine ziemliche Pflanzerei: Gerade Ihr Landeshauptmann hat im letzten Jahr sämtliche Landesabgaben erhöht, Strompreise erhöht – um sich jetzt hinzustellen und Tankgutscheine zu verteilen. Das ist moralisch abzulehnen! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten einmal lernen, was eine Wurstsemmel kostet!) Und die Bürger lassen sich auch nicht pflanzen; das werden selbst die in Kärnten erkennen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Bevor Sie nicht wissen, was Wurstsemmeln kosten, müssen Sie sich nicht aufregen! 10 Deka Extrawurst – was kostet das?
Ich möchte hier aber auch ein anderes Vorurteil entkräften und richtigstellen, weil oft kolportiert wird, dass der Finanzminister und die Bundesregierung von steigenden Spritpreisen profitieren würden. (Abg. Ing. Westenthaler: Bevor Sie nicht wissen, was Wurstsemmeln kosten, müssen Sie sich nicht aufregen! 10 Deka Extrawurst – was kostet das?) Auch das ist völliger Unsinn, und das muss richtiggestellt werden.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das sieht die ÖVP Kärnten völlig anders!
Schauen Sie sich einmal die Preise an den verschiedenen Tankstellen an! Da gibt es bis zu 20 Cent Preisunterschiede; das gilt es in den Vordergrund zu stellen, auch Werbung dafür zu machen, wo man wirklich günstig tanken kann. Denn nur Wettbewerb kurbelt die Wirtschaft an, und nicht staatliche Preisregulierung. Gerade Sie sollten das eigentlich wissen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das sieht die ÖVP Kärnten völlig anders!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie heute schon mit dem Rad gefahren?
Bitte, das ist eine Distanz – 50 Prozent der Wege sind unter fünf Kilometern –, wo ich jede Person einlade, entweder auf die öffentlichen Verkehrsmittel oder auf das Fahrrad umzusteigen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie heute schon mit dem Rad gefahren?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer zahlt das?
Aber in dieser glücklichen Situation ist die Masse der Österreicher nicht, denn wer hybrid fahren will, muss liquid sein. Ich habe mir das einmal angesehen: Das Auto, um das es in diesem konkreten Fall bei Ihnen geht, kostet in der Neuanschaffung 29 000 €. Das ist schon ein recht stolzer Preis. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer zahlt das?) Das ist aber noch die billigste Ausstattung dieses Autos. Ich sage Ihnen: Die Österreicherinnen und Österreicher haben keine so lange Decke wie jene, nach der Sie sich strecken können, sondern da ist die Decke weit kürzer. Da geht es dann darum, dass man sich auf dem Gebrauchtwagenmarkt orientiert und zu irgendwelchen Autos greifen muss, die man sich leisten kann, die natürlich einen größeren CO2-Ausstoß haben und dafür auch entsprechend belastet werden. Die Leute werden zur Kasse gebeten, sie sind nicht in einer so privilegierten Position, wie Sie es sind. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Erklären Sie uns das auch noch!
Es ist ein Punkt inhaltlich drinnen, der eine echte Verbesserung darstellt (Abg. Ing. Westenthaler: Erklären Sie uns das auch noch!), nämlich dass die Befreiung von der Zählpunktpauschale eben nicht nur die Ausgleichszulagenbezieher trifft, sondern der Bezieherkreis ausgeweitet wurde. Das ist sehr vernünftig. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir stimmen zu – jetzt kennen wir uns aus!) – Okay. Das finde ich auch in Ordnung, dass Sie dem zustimmen wollen.
Abg. Ing. Westenthaler: Wir stimmen zu – jetzt kennen wir uns aus!
Es ist ein Punkt inhaltlich drinnen, der eine echte Verbesserung darstellt (Abg. Ing. Westenthaler: Erklären Sie uns das auch noch!), nämlich dass die Befreiung von der Zählpunktpauschale eben nicht nur die Ausgleichszulagenbezieher trifft, sondern der Bezieherkreis ausgeweitet wurde. Das ist sehr vernünftig. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir stimmen zu – jetzt kennen wir uns aus!) – Okay. Das finde ich auch in Ordnung, dass Sie dem zustimmen wollen.
Ruf bei der SPÖ: Eine Viertelstunde! – Abg. Ing. Westenthaler: Eine halbe Stunde!
Wenn Sie dem Rückverweisungsantrag an den Ausschuss zustimmen, dann ist auch unser Antrag quasi erledigt – denn dann kommt es ja heute nicht zu einer Abstimmung, auch nicht zu einer namentlichen. Aber inzwischen können Sie sich vielleicht überlegen, wie lange das dauert. Wie lange dauert eine namentliche Abstimmung, Frau Kollegin von der SPÖ? (Ruf bei der SPÖ: Eine Viertelstunde! – Abg. Ing. Westenthaler: Eine halbe Stunde!) Eine Viertelstunde, eine halbe Stunde, machen wir einen Kompromiss, sagen wir, es dauert 20 Minuten. Das mal 40 sind 800 Minuten – das sind 12 oder 13 Stunden, die hier mit namentlicher Abstimmung vergehen.
Abg. Ing. Westenthaler: Das liegt bei Ihnen!
Abgeordneter Franz Glaser (ÖVP): Herr Präsident! Herr Minister! Frau Staatssekretärin! Ich hoffe in unser aller Interesse, dass es nicht zu diesem angedrohten drakonischen Abstimmungsvorgang kommt. Ich gehe davon aus, dass es eine Lösung geben wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Das liegt bei Ihnen!) Ich gehe davon aus, dass das formal geklärt werden kann.
Abg. Ing. Westenthaler: Mit euren Stimmen!
Gerade heute wurde sehr viel über die Belastung, über die Energie geredet. Ich möchte darauf eingehen – es ist mir noch im Ohr –, was Herr Klubobmann Westenthaler gesagt hat: Kärnten ist ein Beispiel dafür, wie man den Leuten unter die Arme greift. Dazu muss ich sagen: Es stimmt, es gibt den Hunderter Teuerungs-Ausgleich, es soll jetzt einen 50-€-Benzinscheck geben. (Abg. Ing. Westenthaler: Mit euren Stimmen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber ihr regiert doch mit in Kärnten!
Wenn wir aber in Summe die Belastungen für das Land und die Bevölkerung anschauen, so möchte ich eine Studie zitieren, die nicht von mir ist, sondern eine offizielle Studie, die sich auf die Zeit vom Jahr 1985 bis zum Jahr 2005 bezieht. Es gibt in Kärnten den Landeshauptmann Haider seit dem Jahr 1995, also seit zirka zehn Jahren. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber ihr regiert doch mit in Kärnten!) Ich möchte sagen, dass die Belastung der Landesabgaben österreichweit in dieser Zeit um zirka 90 Prozent gestiegen ist. (Ruf bei der ÖVP: Aha!) Herr Westenthaler, Herr Klubobmann! Wissen Sie, wie hoch die Belastung in Kärnten im gleichen Zeitraum unter einem Landeshauptmann Haider gestiegen ist? – Um 202 Prozent! (Oh-Rufe bei der ÖVP.) Ich möchte Ihnen diese Grafik, die nicht von mir stammt, wo Kärnten eindeutig bei den Landesabgaben an der Spitze ist, präsentieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr wart nicht dabei?)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr wart nicht dabei?
Wenn wir aber in Summe die Belastungen für das Land und die Bevölkerung anschauen, so möchte ich eine Studie zitieren, die nicht von mir ist, sondern eine offizielle Studie, die sich auf die Zeit vom Jahr 1985 bis zum Jahr 2005 bezieht. Es gibt in Kärnten den Landeshauptmann Haider seit dem Jahr 1995, also seit zirka zehn Jahren. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber ihr regiert doch mit in Kärnten!) Ich möchte sagen, dass die Belastung der Landesabgaben österreichweit in dieser Zeit um zirka 90 Prozent gestiegen ist. (Ruf bei der ÖVP: Aha!) Herr Westenthaler, Herr Klubobmann! Wissen Sie, wie hoch die Belastung in Kärnten im gleichen Zeitraum unter einem Landeshauptmann Haider gestiegen ist? – Um 202 Prozent! (Oh-Rufe bei der ÖVP.) Ich möchte Ihnen diese Grafik, die nicht von mir stammt, wo Kärnten eindeutig bei den Landesabgaben an der Spitze ist, präsentieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr wart nicht dabei?)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Februar 2009, Kärnten-Landtagswahl!
Und ich sage hier ganz klar, ich gratuliere der Regierung zu ihren Maßnahmen. Wir wissen eines: Es ist nie genug. Etwas möchte ich aber auch klar sagen: Ich hoffe, diese Republik wird von der Steuerpolitik in Kärnten nicht angesteckt. – Danke schön. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Februar 2009, Kärnten-Landtagswahl!)
Abg. Ing. Westenthaler: Damit ihm seine eigenen Genossen nicht die Scheiben einhauen!
Und nicht zuletzt: Auch der Herr Bundeskanzler Gusenbauer hat auf Empfehlung des Innenministeriums seine Fenster am Ballhausplatz mit Panzerglas ausgestattet und abgesichert. Über die Kosten hüllt man sich in Schweigen. Wahrscheinlich sind sie so hoch, dass man sich dafür ebenfalls schämen müsste. (Abg. Ing. Westenthaler: Damit ihm seine eigenen Genossen nicht die Scheiben einhauen!)
Sitzung Nr. 63
Abg. Ing. Westenthaler: Das sind drei Fragen!
Und ein letzter Punkt, der mich persönlich sehr interessiert: Wird auch das Parlament aktiv in diese Überlegungen und in diese Arbeitsschwerpunkte einbezogen? (Abg. Ing. Westenthaler: Das sind drei Fragen!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wo war das? Wo war dieser Sozialsupermarkt?
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Josef Pröll: Zum Ersten: Ich kann mich an meine Zeit als Minister 2003, 2004 erinnern, da haben Sie noch regiert, da habe ich schon einen Sozialsupermarkt besuchen können. Nur um das auch in Balance zu bringen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wo war das? Wo war dieser Sozialsupermarkt?)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist das jetzt ein Redebeitrag, oder was?
Ich möchte mich aber auch dagegen verwahren, dass hier steht, wir überlassen quasi alles nur der Regierung. Es hat in den letzten Jahren nie eine parlamentarische Tätigkeit gegeben, wo das Parlament so viel noch mitgewirkt, geändert, verbessert hat an den konkreten Vorlagen, selbst Initiativen gesetzt hat und, so wie der gestrige Tag gezeigt hat, auch Vorschläge der Opposition übernommen hat und gemeinsam abgestimmt hat, weil wir der Meinung waren, dass gewisse Vorgangsweisen zu schnell waren. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist das jetzt ein Redebeitrag, oder was?)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Krainer –: Herr Abgeordneter Krainer, wo ist denn Ihre Fraktion derzeit? Die ist nicht da! Wo sind denn die alle? Eine Krisensitzung vielleicht? Kann das sein?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Krainer zum Wort. Ebenfalls 10 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Krainer –: Herr Abgeordneter Krainer, wo ist denn Ihre Fraktion derzeit? Die ist nicht da! Wo sind denn die alle? Eine Krisensitzung vielleicht? Kann das sein?)
Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Strache: Ein Herz braucht es!
Bundesminister für Finanzen Vizekanzler Mag. Wilhelm Molterer: Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren auf den Zuschauerbänken und vor den Fernsehschirmen! Hohes Haus! Wir haben – ja, das stimmt – tatsächlich eine sensible wirtschaftliche Situation, und in einer sensiblen wirtschaftlichen Situation braucht es einerseits Sachverstand und andererseits eine sichere Hand. (Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Strache: Ein Herz braucht es!)
Abg. Strache: Eine Frotzelei und Pflanzerei ist das! – Abg. Ing. Westenthaler: 40 €!
Wir haben erstens ab Mitte des Jahres mit der Senkung der Arbeitslosenversicherungsbeiträge für Einkommen bis 1 350 € ganz konkret 300 Millionen € von den Schultern der Menschen weggenommen (Abg. Strache: Eine Frotzelei und Pflanzerei ist das! – Abg. Ing. Westenthaler: 40 €!) und de facto aus dem Budget die Verantwortung dafür übernommen. 300 Millionen Entlastung aus der Arbeitslosenversicherungsbeitragssenkung! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: 40 €!
Wir werden zweitens ab 1. Juli – und ich danke dafür, dass das so schnell gegangen ist; es ist eine der schnellsten Beschlussfassungen, an die ich mich erinnern kann: vor 14 Tagen im Ministerrat, heute hier im Plenum – die Pendlerpauschale um 15 Prozent erhöhen und das Kilometergeld um rund 12 Prozent erhöhen. (Abg. Ing. Westenthaler: 40 €!) Das sind weitere Entlastungen für die Menschen im Ausmaß von 60 Millionen €. (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie einmal die Zahlen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie einmal die Zahlen!
Wir werden zweitens ab 1. Juli – und ich danke dafür, dass das so schnell gegangen ist; es ist eine der schnellsten Beschlussfassungen, an die ich mich erinnern kann: vor 14 Tagen im Ministerrat, heute hier im Plenum – die Pendlerpauschale um 15 Prozent erhöhen und das Kilometergeld um rund 12 Prozent erhöhen. (Abg. Ing. Westenthaler: 40 €!) Das sind weitere Entlastungen für die Menschen im Ausmaß von 60 Millionen €. (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie einmal die Zahlen!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – auf Staatssekretär Dr. Matznetter weisend –: Der Matznetter freut sich auch „total“! Der Matznetter ist „begeistert“!
Darum bin ich stolz – ich sage Ihnen das auch –, dass es uns gelungen ist, dass das, was wir vor der Wahl versprochen haben – die Erbschafts- und Schenkungssteuer wird abgeschafft! –, auch in die politische Praxis und Realität umgesetzt wird: Ab 1. August gibt es diese Steuer nicht mehr. – Wir halten Wort! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – auf Staatssekretär Dr. Matznetter weisend –: Der Matznetter freut sich auch „total“! Der Matznetter ist „begeistert“!)
Abg. Strache: Ihr Experte Staatssekretär Matznetter und Herr Krainer haben von 400 Millionen gesprochen! – Abg. Ing. Westenthaler: ... für die Superreichen! Ich gratuliere!
Die Menschen müssen auch wissen, was das tatsächlich kostet: nicht 400 Millio- nen, Herr Kollege Strache, sondern sage und schreibe 5 Millionen! Nicht 400, sondern 5! (Abg. Strache: Ihr Experte Staatssekretär Matznetter und Herr Krainer haben von 400 Millionen gesprochen! – Abg. Ing. Westenthaler: ... für die Superreichen! Ich gratuliere!)
Abg. Ing. Westenthaler: Bravo, SPÖ! Bravo, Matznetter!
So, und jetzt war die Frage: Natürlich hätten wir es uns leicht machen können nach dem Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes, dann hätte es überhaupt keine Stiftungseingangssteuer mehr gegeben. (Staatssekretär Dr. Matznetter: So ist es!) Wir aber haben wiederum wirtschaftspolitisch vernünftig und sozial verantwortlich Folgendes gemacht: Wir haben die Stiftungseingangssteuer halbiert (Abg. Ing. Westenthaler: Bravo, SPÖ! Bravo, Matznetter!), wir haben die Substiftungen rechtlich klargestellt, damit es wirtschaftspolitisch auch tatsächlich eingesetzt werden kann, und wir haben damit den Stiftungsstandort Österreich weiter attraktiv gehalten. Das ist das Modell, und das ist unsere politische Konzeption – nicht Ideologie, sondern Sachverstand! (ironische Heiterkeit des Abg. Ing. Westenthaler) –, die dem Standort hilft. (Abg. Ing. Westenthaler: Die SPÖ ist unter die Stifter gegangen! Die SPÖ geht stiften!)
ironische Heiterkeit des Abg. Ing. Westenthaler
So, und jetzt war die Frage: Natürlich hätten wir es uns leicht machen können nach dem Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes, dann hätte es überhaupt keine Stiftungseingangssteuer mehr gegeben. (Staatssekretär Dr. Matznetter: So ist es!) Wir aber haben wiederum wirtschaftspolitisch vernünftig und sozial verantwortlich Folgendes gemacht: Wir haben die Stiftungseingangssteuer halbiert (Abg. Ing. Westenthaler: Bravo, SPÖ! Bravo, Matznetter!), wir haben die Substiftungen rechtlich klargestellt, damit es wirtschaftspolitisch auch tatsächlich eingesetzt werden kann, und wir haben damit den Stiftungsstandort Österreich weiter attraktiv gehalten. Das ist das Modell, und das ist unsere politische Konzeption – nicht Ideologie, sondern Sachverstand! (ironische Heiterkeit des Abg. Ing. Westenthaler) –, die dem Standort hilft. (Abg. Ing. Westenthaler: Die SPÖ ist unter die Stifter gegangen! Die SPÖ geht stiften!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die SPÖ ist unter die Stifter gegangen! Die SPÖ geht stiften!
So, und jetzt war die Frage: Natürlich hätten wir es uns leicht machen können nach dem Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes, dann hätte es überhaupt keine Stiftungseingangssteuer mehr gegeben. (Staatssekretär Dr. Matznetter: So ist es!) Wir aber haben wiederum wirtschaftspolitisch vernünftig und sozial verantwortlich Folgendes gemacht: Wir haben die Stiftungseingangssteuer halbiert (Abg. Ing. Westenthaler: Bravo, SPÖ! Bravo, Matznetter!), wir haben die Substiftungen rechtlich klargestellt, damit es wirtschaftspolitisch auch tatsächlich eingesetzt werden kann, und wir haben damit den Stiftungsstandort Österreich weiter attraktiv gehalten. Das ist das Modell, und das ist unsere politische Konzeption – nicht Ideologie, sondern Sachverstand! (ironische Heiterkeit des Abg. Ing. Westenthaler) –, die dem Standort hilft. (Abg. Ing. Westenthaler: Die SPÖ ist unter die Stifter gegangen! Die SPÖ geht stiften!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Die Fanzonen sind wirklich für Sie errichtet! Das ist wirklich wahr! – Abg. Ing. Westenthaler: Statt roter Turnerklub jetzt roter Jachtklub und roter Zigarrenklub!
Österreich bleibt daher auf wirtschaftlichem Erfolgskurs und ist sich der sozialpolitischen Verantwortung bewusst. Das ist die Politik, die wir durch diese und in dieser Bundesregierung für richtig halten. Schließen Sie sich dem an! Es gibt keine Alternative dazu. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Die Fanzonen sind wirklich für Sie errichtet! Das ist wirklich wahr! – Abg. Ing. Westenthaler: Statt roter Turnerklub jetzt roter Jachtklub und roter Zigarrenklub!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie auch bei einer Stiftung?
Die Regierung hat das in ihrer Sitzung beschlossen, und kurz hat es so ausgesehen, als ob wir das heute hier im Parlament nicht beschließen können. (Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie auch bei einer Stiftung?) Das lag daran, Herr Klubobmann Westenthaler (Abg. Ing. Westenthaler: Oder beim Zigarrenklub?), dass die Frage der Änderungen für Privatstiftungen mit der Erhöhung der Pendlerpauschale und des Kilometergeldes verknüpft werden musste. Und jetzt hat sich die Frage gestellt: Wer gibt wem wie viel? (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr könnt einen Arbeiter-Jachtklub gründen!) – Und jetzt möchte ich aufklären, was es mit diesen ominösen 400 Millionen € auf sich hat.
Abg. Ing. Westenthaler: Oder beim Zigarrenklub?
Die Regierung hat das in ihrer Sitzung beschlossen, und kurz hat es so ausgesehen, als ob wir das heute hier im Parlament nicht beschließen können. (Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie auch bei einer Stiftung?) Das lag daran, Herr Klubobmann Westenthaler (Abg. Ing. Westenthaler: Oder beim Zigarrenklub?), dass die Frage der Änderungen für Privatstiftungen mit der Erhöhung der Pendlerpauschale und des Kilometergeldes verknüpft werden musste. Und jetzt hat sich die Frage gestellt: Wer gibt wem wie viel? (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr könnt einen Arbeiter-Jachtklub gründen!) – Und jetzt möchte ich aufklären, was es mit diesen ominösen 400 Millionen € auf sich hat.
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr könnt einen Arbeiter-Jachtklub gründen!
Die Regierung hat das in ihrer Sitzung beschlossen, und kurz hat es so ausgesehen, als ob wir das heute hier im Parlament nicht beschließen können. (Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie auch bei einer Stiftung?) Das lag daran, Herr Klubobmann Westenthaler (Abg. Ing. Westenthaler: Oder beim Zigarrenklub?), dass die Frage der Änderungen für Privatstiftungen mit der Erhöhung der Pendlerpauschale und des Kilometergeldes verknüpft werden musste. Und jetzt hat sich die Frage gestellt: Wer gibt wem wie viel? (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr könnt einen Arbeiter-Jachtklub gründen!) – Und jetzt möchte ich aufklären, was es mit diesen ominösen 400 Millionen € auf sich hat.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie auch beim Jachtklub?
Ich sehe ja eigentlich diese Diskussion darüber, die im Vorfeld stattgefunden hat, sehr positiv, weil dadurch wieder sonnenklar wird, welche Partei für wen Politik macht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie auch beim Jachtklub?)
lebhafte Heiterkeit des Abg. Ing. Westenthaler sowie Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP
So, wie schaut jetzt das Verhandlungsergebnis aus? – Das möchte ich auch in Richtung von Herrn Klubobmann Strache sagen, der das anscheinend verschlafen hat. – Das Verhandlungsergebnis hier im Parlament schaut so aus, dass die 400 Millionen nicht an die Privatstiftungen zurückbezahlt werden – aber die Pendler und Pendlerinnen erhalten die Erhöhung! Das beweist, dass sich die SPÖ durchgesetzt hat (lebhafte Heiterkeit des Abg. Ing. Westenthaler sowie Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP) – für die Pendler und Pendlerinnen, für einen Großteil der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in diesem Land, und das ist gut so. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Mittlerweile ist das eine Drohung, wenn ihr euch durchsetzt!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Mittlerweile ist das eine Drohung, wenn ihr euch durchsetzt!
So, wie schaut jetzt das Verhandlungsergebnis aus? – Das möchte ich auch in Richtung von Herrn Klubobmann Strache sagen, der das anscheinend verschlafen hat. – Das Verhandlungsergebnis hier im Parlament schaut so aus, dass die 400 Millionen nicht an die Privatstiftungen zurückbezahlt werden – aber die Pendler und Pendlerinnen erhalten die Erhöhung! Das beweist, dass sich die SPÖ durchgesetzt hat (lebhafte Heiterkeit des Abg. Ing. Westenthaler sowie Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP) – für die Pendler und Pendlerinnen, für einen Großteil der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in diesem Land, und das ist gut so. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Mittlerweile ist das eine Drohung, wenn ihr euch durchsetzt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wegen Ihrer Politik!
Meine Damen und Herren! Bereits zum zweiten Mal ist in der Zeit, in der die SPÖ wieder den Bundeskanzler stellt und Regierungsverantwortung trägt, die Pendlerpauschale erhöht worden. Wir alle sind damit konfrontiert, dass die Preise von Benzin, Diesel und Heizöl steigen und steigen. Mittlerweile kosten notwendige Fahrten zwischen Arbeitsplatz und Wohnort teilweise bis zu einem Drittel des Nettoeinkommens. Mehr als die Hälfte der Pendler und Pendlerinnen denkt, laut einer Umfrage eines Automobilklubs, bereits darüber nach, den Job oder den Wohnort zu wechseln, weil die Fahrtkosten einfach zu hoch werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Wegen Ihrer Politik!) Wir sind alle tief besorgt, und alle gemeinsam stellen wir Überlegungen an, wie wir den Menschen diese Sorgen abnehmen können. Aber es ist wichtig, dass alle die gleichen Chancen haben, die Mobilität und somit den Lebensstandard und die Lebensqualität erhalten zu können. Wir schauen dabei auf die, die es am nötigsten brauchen.
Abg. Ing. Westenthaler: Wer? Die Frau Burgstaller?
in Salzburg. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer? Die Frau Burgstaller?) Sie fährt täglich 120 Kilometer zur Arbeit und zurück und bezahlt mittlerweile pro Monat fast 200 € für Diesel. Durch diese Reform, durch dieses Gesetz werden zwei Drittel dieser ihrer Kosten nun abgefangen. – Oder: Herr Andreas Z. aus Rohrbach in Oberösterreich arbeitet im Süden von Linz. Durch die hohen Preise zahlt er an der Zapfsäule 50 € im Monat mehr, und mehr als die Hälfte davon erhält er nun durch die Erhöhung der Pendlerpauschale 2007 und 2008. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Haimbuchner und Zanger.)
Abg. Ing. Westenthaler: Dass sie mitgemacht haben!
Aber ich möchte auch nicht anstehen, mich bei den Kollegen von der ÖVP dafür zu bedanken (Abg. Ing. Westenthaler: Dass sie mitgemacht haben!), dass sie die Situation rechtzeitig erkannt haben und dieses Gesetz auch mitbeschließen. Das beharrliche Verhandeln mit der ÖVP hat sich gelohnt (ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP), und schon bald werden die Pendler und Pendlerinnen auch spürbar entlastet werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja absolut lächerlich! – Niedersetzen! Aufhören! Setzen Sie sich nieder!) Und darüber freue ich mich wirklich sehr! – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja absolut lächerlich! – Niedersetzen! Aufhören! Setzen Sie sich nieder!
Aber ich möchte auch nicht anstehen, mich bei den Kollegen von der ÖVP dafür zu bedanken (Abg. Ing. Westenthaler: Dass sie mitgemacht haben!), dass sie die Situation rechtzeitig erkannt haben und dieses Gesetz auch mitbeschließen. Das beharrliche Verhandeln mit der ÖVP hat sich gelohnt (ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP), und schon bald werden die Pendler und Pendlerinnen auch spürbar entlastet werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja absolut lächerlich! – Niedersetzen! Aufhören! Setzen Sie sich nieder!) Und darüber freue ich mich wirklich sehr! – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Für die Stifter!
Meine Damen und Herren! Weil wir heute dieses Schenkungsmeldegesetz – hoffentlich mit breiter Mehrheit – beschließen, lassen Sie mich sagen: Ein guter Tag für die Steuerzahler! (Abg. Ing. Westenthaler: Für die Stifter!) Die Steuerzahler werden von zwei Steuern befreit, von der Erbschafts- und von der Schenkungssteuer (Abg. Öllinger: Oje! Das hat schon der Grasser gesagt!), von zwei Steuern, Herr Kollege Öllinger, die extrem eigentumsfeindlich waren, die extrem familienfeindlich waren, die extrem mittelstandsfeindlich waren und die extrem arbeitsplatzfeindlich waren.
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt liegt die Latte hoch!
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Von der Regierungsbank aus hat sich Herr Staatssekretär Dr. Matznetter gemeldet. Ihre Redezeit darf 8 Minuten nicht übersteigen. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt liegt die Latte hoch!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Schauen Sie sich einmal die Kaufkraft an! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Benzinpreis war vor zwei Jahren noch ganz woanders! – Abg. Scheibner: Ich werde Ihnen dann schon eine Antwort geben! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.
Wenn ich eine Nebenbemerkung machen darf: Aus den Rängen von FPÖ und BZÖ, die sieben Jahre in der Regierung waren, wobei in den sieben Jahren die Erhöhung der Pendlerpauschale nicht einmal die Hälfte dessen war, was bei uns in 14 Monaten der Fall ist (Abg. Mag. Hauser: Sie sind ja in der Regierung!), brauchen Sie in diesem Fall keine Zwischenrufe zu machen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Schauen Sie sich einmal die Kaufkraft an! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Benzinpreis war vor zwei Jahren noch ganz woanders! – Abg. Scheibner: Ich werde Ihnen dann schon eine Antwort geben! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie waren gegen jede Steuersenkung!
Herr Abgeordneter Westenthaler! Sie selbst haben vorhin die Pensionserhöhungen kritisiert, die die mangelnde Kaufkraft der Pensionisten für den Einkauf von Benzin darstellen. (Abg. Scheibner: Dort drüben sind Sie gestanden, als Sie die Steuersenkung abgelehnt haben!) Darf ich an der Stelle darauf verweisen: In diesem Jahrzehnt gab es nur zwei Mal eine Erhöhung über der Inflationsrate, und dies war in den letzten beiden Jahren. In diesem Sinne brauchen Sie dieser Regierung, diesem Bundeskanzler und diesem Finanzminister keinen Vorwurf zu machen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie waren gegen jede Steuersenkung!) Im Gegenteil, applaudieren Sie Bundeskanzler Gusenbauer und Vizekanzler Molterer in dieser Frage! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein Ritter von der traurigen Gestalt sind Sie, muss ich wirklich sagen!
Um zum zweiten großen Vorwurf zu kommen (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Ritter von der traurigen Gestalt sind Sie, muss ich wirklich sagen!): Dieser lautet, dass innerhalb der Regierungskoalition die Sozialdemokratie einer Abschaffung der Erbschaftssteuer zugestimmt hat. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Um zum zweiten großen Vorwurf zu kommen (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Ritter von der traurigen Gestalt sind Sie, muss ich wirklich sagen!): Dieser lautet, dass innerhalb der Regierungskoalition die Sozialdemokratie einer Abschaffung der Erbschaftssteuer zugestimmt hat. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Mehrheitswillen?
Rundum betrachtet, kann ich nicht sagen, dass es für mich ein Vergnügen ist, dass es diese Reform des Gesetzes nicht gibt. Ich hätte mir vorgestellt – und ich behaupte, dass das hier sehr viele betrifft, auch in anderen Fraktionen –, eine gute Reform der Erbschafts- und Schenkungssteuer wäre eine gute Alternative gewesen. Wir ha- ben aber jetzt eine Lösung gefunden, die dem Mehrheitswillen hier entspricht. (Abg. Ing. Westenthaler: Mehrheitswillen?)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Dr. Van der Bellen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war jetzt nicht schlecht!
Aber eines, bitte, nicht mehr in dem Zusammenhang: aus den Rängen jener, die den Entfall der Steuer für Millionenerben begrüßen und gleichzeitig von sozialer Kälte reden! (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.) Freuen Sie sich für die Pendler über die Verbesserungen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Dr. Van der Bellen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war jetzt nicht schlecht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist jetzt ein Abgeordneter des Mehrheitswillens!
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Jakob Auer. Maximale Redezeit: 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist jetzt ein Abgeordneter des Mehrheitswillens!)
Abg. Ing. Westenthaler: War eine sehr gute Maßnahme!
Die Körperschaftsteuerreform wurde mit Hilfe der damaligen FPÖ – oder BZÖ – umgesetzt, trotz massiver Kritik damals noch von dieser Seite (Abg. Scheibner: Matznetter war dagegen!), vor allem auch von der SPÖ Oberösterreich. (Abg. Ing. Westenthaler: War eine sehr gute Maßnahme!) Man lag damals falsch, so wie heute diese Seite zu dem Stiftungsrecht falsch liegt. Die Wahrheit wird sich zeigen: dass es richtig war, das umzusetzen, so wie damals bei der Voest-Debatte und der Privatisierung die Vorgangsweise notwendig war und richtig war. (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das müssen Sie Ihrem Parteivorsitzenden sagen! – Abg. Scheibner: Was sagt der Bundeskanzler dazu?
Zu unseren Laptops, als Ordner: Wir arbeiten hier, wir recherchieren, wir beantworten Interventionen und Ähnliches mehr. (Abg. Ing. Westenthaler: Das müssen Sie Ihrem Parteivorsitzenden sagen! – Abg. Scheibner: Was sagt der Bundeskanzler dazu?) Das ist unsere Aufgabe, das tun wir, beziehungsweise wir bearbeiten hier auch die Rednerliste in diesem Haus. Dass Sie sich damit profilieren, das ist Ihre Schande, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ. – „Gusenbauer!“-Rufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Scheibner.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ. – „Gusenbauer!“-Rufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Scheibner.
Zu unseren Laptops, als Ordner: Wir arbeiten hier, wir recherchieren, wir beantworten Interventionen und Ähnliches mehr. (Abg. Ing. Westenthaler: Das müssen Sie Ihrem Parteivorsitzenden sagen! – Abg. Scheibner: Was sagt der Bundeskanzler dazu?) Das ist unsere Aufgabe, das tun wir, beziehungsweise wir bearbeiten hier auch die Rednerliste in diesem Haus. Dass Sie sich damit profilieren, das ist Ihre Schande, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ. – „Gusenbauer!“-Rufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Scheibner.)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Kollege, darf ich das noch einmal sehen?
Hohes Haus! Diese Bundesregierung tut etwas gegen die Teuerungen. Wenn man sich das anschaut: Ja, es ist richtig: „Es wird noch teurer“ – das schreibt auch „NEWS“ –, und man rechnet damit, dass zum Beispiel der Preis von Diesel auf 1,60 € klettern wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Kollege, darf ich das noch einmal sehen?) Diese Bundesregierung reagiert und tut etwas mit dieser Pendlerpauschale.
Die Rednerin stellt eine Österreich-Karte vor sich auf das Rednerpult. – Abg. Ing. Westenthaler: Eine Wetterkarte! Eine Regenkarte! – Zwischenruf des Abg. Mag. Hauser.
Und was passiert damit in Richtung öffentlicher Verkehr? – Gar nichts! Und das Resultat darf ich Ihnen, Herr Vizekanzler, darf ich Ihnen hier im Plenum und darf ich Ihnen vor der Bildschirmen heute mittels einer Karte zeigen. (Die Rednerin stellt eine Österreich-Karte vor sich auf das Rednerpult. – Abg. Ing. Westenthaler: Eine Wetterkarte! Eine Regenkarte! – Zwischenruf des Abg. Mag. Hauser.) – Sie sehen hier die roten Zonen – die roten Zonen sind gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen – und Sie sehen die gelben und die blauen Zonen: Dort ist die Erreichbarkeit durch öffentliche Verkehrsmittel überhaupt nicht mehr oder sehr schlecht gegeben.
Abg. Dr. Rada steht direkt hinter dem Rednerpult an der Regierungsbank. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist auch nicht schlecht! Rücken an Rücken!
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Weinzinger. Seine maximale Redezeit beträgt ebenfalls 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Dr. Rada steht direkt hinter dem Rednerpult an der Regierungsbank. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist auch nicht schlecht! Rücken an Rücken!) – Kollege Rada, darf ich Sie bitten, dem Redner Platz zu machen! (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen. – Abg. Lutz Weinzinger – auf dem Weg zum Rednerpult –: Es war nur eine kleine Blockade!)
Beifall beim BZÖ. – Heiterkeit des Abg. Ing. Westenthaler.
Eines fehlt noch, meine Damen und Herren von der SPÖ – Herr Kollege Cap, Sie kommen sowieso nachher dran, vielleicht können Sie noch darauf reagieren –: Ein Körpersprache-Seminar wäre noch angebracht, denn wenn der Herr Staatssekretär, und das war wirklich spannend, heute seine eigenen und die Erfolge der SPÖ im harten Kampf gegen die ÖVP herausstreicht, dann aber sagt: Na ja, wir sind der Mehrheitsmeinung gefolgt, und er zeigt wieder auf die ÖVP, von der ich geglaubt habe, sie sei in der Bundesregierung noch in der Minderheit, dann ist das auch ein bisschen entlarvend. Aber man kann noch daran arbeiten. (Beifall beim BZÖ. – Heiterkeit des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: ... die Allerersten!
Übrigens war auch die ÖVP ursprünglich gegen die Streichung der Erbschafts- und der Schenkungssteuer, muss ich zugeben; damals konnten wir uns da auch nicht durchsetzen. Wir wollten sie nämlich schon vor einigen Jahren abschaffen, aber das ist am Widerstand der ÖVP gescheitert. (Abg. Ing. Westenthaler: ... die Allerersten!) Gott sei Dank! Jetzt loben sich alle als die Erfinder dieser Abschaffung: Hurra, endlich ist das weg!
Abg. Ing. Westenthaler: Stiftungsexperten! – Zwischenruf des Abg. Mag. Rossmann.
Es ist schon interessant, dass sich gerade auch die Grünen hier als Steuerexperten präsentieren, nämlich als Steuererhöhungsexperten. (Abg. Ing. Westenthaler: Stiftungsexperten! – Zwischenruf des Abg. Mag. Rossmann.) – Denn was hier an, ich will nicht sagen: Marxismus stattfindet – genau Sie meine ich auch, Herr Kollege –, wo jeder, der ein bisschen mehr als nichts hat, schon ein Kapitalist und einer ist, den man sofort enteignen muss, das ist ja auch eine interessante Geschichte bei den Grünen. Na, deuten Sie nicht so, Frau Kollegin Moser! Sie haben gestern eine so schöne Bastelei mitgebracht und heute nur eine Kopie einer Landkarte. Vielleicht betätigen Sie sich ja wieder beim Basteln?! – Das ist gescheiter! Behalten Sie Ihre linken Theorien bei sich zu Hause. (Abg. Dr. Moser: Herr Scheibner! Gehen Sie heim mit so einem Schmarrn! – Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Stiftungsvorsitzende!
Nächster Redner ist Herr Klubobmann Dr. Cap. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Stiftungsvorsitzende!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Stiftungsvorsitzender!
Jetzt kommt er her und erzählt uns die Geschichte, in der schwarz-blauen Zeit seien sozusagen Milch und Honig geflossen: Alle wurden entlastet, alle sind glücklich herumgehüpft! – Also Sie haben sich eine eigene Welt zurechtgezimmert. Dösen Sie weiter, das ist in Ordnung, aber das ist nicht die Wirklichkeit und nicht die Wahrheit! – Das zum einen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Stiftungsvorsitzender!)
Abg. Ing. Westenthaler: Bei den Benzinpreisen haben sie es gemacht!
Zum anderen: Ich finde es auch beeindruckend, wie sich die Grünen bereits jetzt mit der Verewigung ihrer Oppositionsrolle abzufinden beginnen, indem sie die Theorie entwickeln, Opposition ist gleich regieren: Wir setzen permanent Sachen gegen den Willen der Regierung durch. (Abg. Ing. Westenthaler: Bei den Benzinpreisen haben sie es gemacht!) Das finde ich schon sehr attraktiv. Sie müssen nur aufpassen, dass die Wählerinnen und Wähler dann sagen: Na dann ist es eh gut! Bleibt weiter in der Opposition und belassen wir es so!
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Aber die Stiftungssteuer habt ihr gesenkt! Gesenkt? Halbiert!
Das könnte natürlich der Effekt sein, denn dass die berühmten 400 Millionen €, die unserer Meinung nach ein ungerechtfertiges Geschenk an die Reichen gewesen wären, nicht mehr enthalten sind, ist an uns gescheitert, das müssen Sie zur Kenntnis nehmen. Wir wollten das einfach nicht, und es ist nicht gekommen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Aber die Stiftungssteuer habt ihr gesenkt! Gesenkt? Halbiert!) – So war es und dabei sollte man bleiben.
Abg. Ing. Westenthaler: Ja! Wozu noch arbeiten?
Wenn Sie richtigerweise sagen, Herr Finanzminister, dass es positiv ist, dass viele Menschen in Arbeit sind, das unterstütze ich, aber ich glaube, irgendwann wird sich arbeiten bald nicht mehr lohnen. Denn wenn jene, die um einen Mindestlohn arbeiten sollen und arbeiten müssen, netto in etwa 818 € herausbekommen, es aber in Zukunft eine Mindestsicherung mit 724 € gibt, dann wird sich jeder überlegen, wenn er die Fahrtkosten dann noch dazurechnet, dass er eigentlich mit der Mindestsicherung auf der besseren Seite ist und sich das Arbeiten sparen. Also, man fragt sich, wozu noch arbeiten? (Abg. Ing. Westenthaler: Ja! Wozu noch arbeiten?)
Abg. Kopf: Aha! – Abg. Ing. Westenthaler: Eine gewisse Unschärfe, eine kleine Unschärfe! – Abg. Reheis: Schon vergessen?
Eines muss, glaube ich, heute auch noch einmal gesagt werden, denn wir haben hier ja gehört, dass der Stiftungsgedanke Ferdinand Lacinas im Jahr 1994 so toll gewesen sei und die letzten Regierungen das entschärft hätten. – Also, bitte, eines zu bedenken: Ferdinand Lacina, SPÖ-Finanzminister 1994. Schenkungssteuer für Stiftungen, wenn ein Stifter einer Stiftung Kapital oder eben Vermögen zuwendet, 2,5 Prozent, bitte. 2,5 Prozent! Von der Regierung Schüssel I wurden diese 2,5 Prozent auf 5 Prozent erhöht, und ebenfalls von der Regierung Schüssel unter Finanzminister Grasser wurde die Zwischensteuer, die Körperschaftsteuer in Höhe von 12,5 Prozent, eingeführt. Das heißt, wir haben das verschärft und nicht verwässert und haben dies auch mit einem Klubobmann Westenthaler, der das heute als Begünstigung der Superreichen kritisiert hat, beschlossen. (Abg. Kopf: Aha! – Abg. Ing. Westenthaler: Eine gewisse Unschärfe, eine kleine Unschärfe! – Abg. Reheis: Schon vergessen?)
Abg. Tamandl: Wollen Sie uns ein Angebot machen? – Abg. Ing. Westenthaler: Ist das jetzt ein Angebot?
Frau Kollegin Tamandl! Glauben Sie, dass sich nach der nächsten Wahl Rot-Grün ausgeht? Glauben Sie, dass sich Schwarz-Orange ausgeht? (Abg. Tamandl: Wollen Sie uns ein Angebot machen? – Abg. Ing. Westenthaler: Ist das jetzt ein Angebot?) Oder wird es nach der nächsten Wahl wieder so sein, dass die ÖVP kommt und sagt: Du, bitte, wir haben wieder eine bürgerliche Mehrheit! Das müssen wir jetzt für Österreich nutzen in Verantwortung für unser Heimatland! Ihr könnt euch dieser Verantwortung nicht entziehen! (Abg. Tamandl: Dann schicken Sie den Herrn Strache heim!) – Nein. – Wir sollen Herrn Strache heimschicken, dann könnten wir darüber reden.
Abg. Kopf: Ist dieses Wort auch auf der Liste? – Abg. Ing. Westenthaler: Dreifach! Triple-Ordnungsruf!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Kopf, Sie haben drei Mal den Vorwurf der Scheinheiligkeit ausgesprochen. (Abg. Kopf: Ist dieses Wort auch auf der Liste? – Abg. Ing. Westenthaler: Dreifach! Triple-Ordnungsruf!) Es besteht in diesem Haus Konsens und auch für mich als Vorsitz führende Präsidentin ist klar, dass das Wort „Scheinheiligkeit“ mit einem Ordnungsruf geahndet wird.
Abg. Ing. Westenthaler: Das findet der Mitterlehner lustig!
Ich kann Ihnen nur aus meiner damaligen Funktion als Generaldirektor des Billa-Konzerns Folgendes erzählen (Abg. Dr. Ferdinand Maier: Keine Geheimnisse!): Die Bevölkerung hat nicht mehr gewusst, was sie kaufen darf. Und was das für die ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.) – Ich will Ihnen nur sagen, Herr Mitterlehner, was das für die Versorgung der Bevölkerung bedeutet, wenn man nicht mehr weiß: Welche Lebensmittel können Sie noch kaufen? Welche Lebensmittel sind nicht verstrahlt? (Abg. Ing. Westenthaler: Das findet der Mitterlehner lustig!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung ÖVP –: ... sagt dann: Hände falten, Goschen halten!
Ich möchte Ihnen nur die Extrembeispiele nennen. Sogar Kunden, die Mineralwasser eingekauft haben, haben nachgesehen, was für ein Abfülldatum auf den Flaschen steht: Wann ist es abgefüllt worden? (Zwischenruf des Abg. Hornek.) – Es traute sich keiner mehr, Wasser zu trinken, das aus neuester Zeit kam. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung ÖVP –: ... sagt dann: Hände falten, Goschen halten!) Es gab auch keine Strahlenmessgeräte, um überprüfen zu können, ob die Ware, die ins Haus kommt, strahlenfrei ist. Es gab einen Run auf Konserven.
Abg. Ing. Westenthaler: Blödsinn! – Rufe bei der FPÖ: Zuhören! – Abg. Dr. Haimbuchner: Ich habe über Gender Mainstreaming gesprochen!
Ganz ist es Ihnen nicht gelungen, muss ich sagen, denn mich können Sie mit solchen Meldungen nicht provozieren. (Abg. Dr. Graf: Befehlsausgabe in der FPÖ hat es nur unter Haider gegeben!) Es zeigt mir ganz einfach, dass Sie ein Gesetz – ein Gleichbehandlungsgesetz, das es seit 1979 gibt, das ist nichts Neues – nicht angeschaut haben, dass Sie sich nicht auskennen, wenn Sie zum Beispiel sagen, die Geschlechter werden abgeschafft. Also das ist ja wohl das Ärgste! (Abg. Ing. Westenthaler: Blödsinn! – Rufe bei der FPÖ: Zuhören! – Abg. Dr. Haimbuchner: Ich habe über Gender Mainstreaming gesprochen!) – „Geschlechter abgeschafft“!
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist richtig!
Abgeordneter Mag. Dr. Martin Graf (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Leider laufen wir Gefahr, dass das Rechtsinstitut der Immunität hier im Hohen Hause beliebig und immer beliebiger wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist richtig!) Denn wir stellen fest, dass es keine Richtschnur mehr gibt (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber schon lange so!), die an sich parlamentarische Praxis gewesen ist, in welchen Fällen man ausliefert.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber schon lange so!
Abgeordneter Mag. Dr. Martin Graf (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Leider laufen wir Gefahr, dass das Rechtsinstitut der Immunität hier im Hohen Hause beliebig und immer beliebiger wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist richtig!) Denn wir stellen fest, dass es keine Richtschnur mehr gibt (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber schon lange so!), die an sich parlamentarische Praxis gewesen ist, in welchen Fällen man ausliefert.
Abg. Ing. Westenthaler: Die Staatsanwaltschaft Wien ist rot, Herr Kollege!
Wenn die ÖVP einen Sachverhalt bei der Staatsanwaltschaft zur Anzeige bringt, dann wird ermittelt! Und zwar schnell, das geht innerhalb von Wochen; man könnte vor Neid erblassen. Denn wir haben mit drei Fraktionen eine Strafanzeige und Sachverhaltsdarstellungen gemacht (Abg. Ing. Westenthaler: Die Staatsanwaltschaft Wien ist rot, Herr Kollege!), die bis heute noch nicht einmal veraktet sind! Aber nicht, weil nichts dran ist.
Abg. Ing. Westenthaler: Abschaffen!
Abgeordneter Mag. Dr. Martin Graf (fortsetzend): Mein Schlusssatz, und aus diesem Grunde: Setzen wir uns endlich zusammen! Überarbeiten wir bitte die Immunitätsbestimmung und die Auslieferungspraxis! (Abg. Ing. Westenthaler: Abschaffen!) Machen wir sie modern und adäquat, aber nicht beliebig und beliebiger, so wie es derzeit, nur nach rein parteipolitischen Überlegungen, immer passiert. (Beifall bei FPÖ und Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Kein Bürger ist immun!
Herr Klubobmann! Seien wir froh, dass es jetzt null Uhr ist und wir zur Geisterstunde hier dieses erbärmliche Schauspiel abführen, bei dem uns die Bevölkerung zum Glück nicht zuschaut: wie hier der Großteil der Abgeordneten sich mit Zähnen und Klauen verbeißt und verkrallt in dieser Immunität, in diesem historischen Institut, in diesem historischen parlamentarischen Institut, das heutzutage durch nichts mehr begründet ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Kein Bürger ist immun!)
Sitzung Nr. 65
Abg. Ing. Westenthaler: Frau Präsidentin, zur Geschäftsordnung!
Wir gelangen nunmehr zur Aktuellen Stunde mit dem Thema ... (Abg. Ing. Westenthaler: Frau Präsidentin, zur Geschäftsordnung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Europaweit oder nur in Österreich?
Ich spreche mich ganz klar dafür aus, zukünftige Vertragsänderungen einer Volksabstimmung zu unterziehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Europaweit oder nur in Österreich?) Das gilt sowohl für einen neuen Reformvertrag als auch für wesentliche Änderungen des Vertrags von Lissabon, die auch wiederum einer Ratifizierung bedürfen würden. Weiters bin ich übrigens auch davon überzeugt, dass die Aufnahme von Kroatien und die Perspektive eines Beitritts auch anderer Staaten des Balkans eben einen wichtigen Beitrag zu Prosperität und Stabilität in unserer unmittelbaren Nachbarschaft leisten werden.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ist das eine Parteitagsrede gewesen?
heißt nicht, gegen die EU zu sein. Wir sagen: Ja, aber. Aber die SPÖ tritt für ein friedlicheres, demokratischeres, sozialeres und bürgernäheres Europa ein. Wir treten für Reformprojekte ein und für die Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger. Auf Basis dieser Grundsätze wird die EU auch das Vertrauen und die Zustimmung der Europäerinnen und Europäer zurückgewinnen können. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ist das eine Parteitagsrede gewesen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt liegt die Latte hoch!
Als Nächster zu Wort gelangt Herr Klubobmann Dr. Cap. 5 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt liegt die Latte hoch!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das haben Sie vor der letzten Wahl auch gesagt, und es ist nicht eingetroffen!
Abgeordneter Harald Vilimsky (FPÖ): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren der demissionierten Bundesregierung! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ein Satz vorab zum BZÖ, weil es ja dort immer heißt, es gäbe mittlerweile 6 bis 8 Prozent an Zustimmung für das BZÖ. Faktum ist, Sie verwechseln da etwas: Es sind nicht 6 bis 8 Prozent, sondern sechs bis acht Wochen, die Sie noch hier im Hohen Haus verbringen werden! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das haben Sie vor der letzten Wahl auch gesagt, und es ist nicht eingetroffen!)
Abg. Strache: Für den Sommerurlaub! – Abg. Ing. Westenthaler: Und Silhavy?
Gleichzeitig möchte ich den beiden neuen Mitgliedern der Bundesregierung, Frau Dr. Maria Fekter und Herrn Mag. Andreas Schieder, alles Gute für ihre zumindest in dieser Legislaturperiode nur mehr kurz dauernde Tätigkeit wünschen. (Abg. Strache: Für den Sommerurlaub! – Abg. Ing. Westenthaler: Und Silhavy?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das stimmt nicht! Sie war Staatssekretärin und nicht Mitglied der Bundesregierung!
Frau Silhavy war schon bisher Mitglied der Bundesregierung (Abg. Ing. Westenthaler: Das stimmt nicht! Sie war Staatssekretärin und nicht Mitglied der Bundesregierung!) und wird jetzt nicht mehr als Staatssekretärin, sondern als Bundesministerin tätig sein. Ich gehe davon aus, dass sie das mit ähnlichem Bravour erledigen wird wie ihre Tätigkeit davor: sorgfältig, aufmerksam und dem Wohle der Menschen in diesem Land dienend! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: „Es reicht!“
Bundesminister für Finanzen Vizekanzler Mag. Wilhelm Molterer: Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen auf der Regierungsbank! (Abg. Ing. Westenthaler: „Es reicht!“) Österreich ist eines der sichersten Länder der Welt. Wir haben gerade in den letzten Wochen einen Beweis geliefert, wir haben den Nachweis geliefert: Die Fußball-Europameisterschaft, meine Damen und Herren, war ein sportlicher Erfolg, sie war ein Erfolg für Österreich. Und es war vor allem ein wirkliches Erlebnis, eine sichere Fußball-Europameisterschaft in Österreich beheimaten zu dürfen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Weil es reicht!
Wir begrüßen heute die neue Bundesministerin für Inneres, Frau Dr. Maria Theresia Fekter. Ich habe für Maria Theresia Fekter als Innenministerin deswegen votiert und sie vorgeschlagen, weil (Abg. Ing. Westenthaler: Weil es reicht!) sie eine ausgewiesene Expertin in diesem Feld ist – Sie kennen sie. Sie war Ihre langjährige Kollegin in diesem Haus als Justizsprecherin. Maria Theresia Fekter hat Erfahrung in der Bundesregierung, in der Arbeit der Bundesregierung, und bei Maria Theresia Fekter ist die Sicherheit in guten Händen, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Warum verheizen Sie sie dann?
Wer Maria Theresia Fekter kennt, weiß: Sie ist konsequent. Sie ist, wenn notwendig, auch mit der notwendigen Härte ausgestattet. Sie hat Durchsetzungsfähigkeit, und sie hat das notwendige menschliche Maß für faire Lösungen. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum verheizen Sie sie dann?) Konsequent und fair – das sind Maria Fekter und die Sicherheitspolitik. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: „Es reicht!“
Meine Damen und Herren! Ja, wir haben seit gestern eine neue Situation. (Abg. Ing. Westenthaler: „Es reicht!“) Und ich möchte auch ganz offen und ehrlich Sie, meine Damen und Herren hier im Hohen Haus, darüber informieren, warum ich diese Entscheidung gestern getroffen habe, warum ich für Neuwahlen eintrete, warum ich
Ironische Heiterkeit des Abg. Strache. – Abg. Ing. Westenthaler: Wann war das?
Und, meine Damen und Herren, es hat eine Entwicklung gegeben, dass der Weg der Gemeinsamkeit in einer ganz entscheidenden Fragestellung nicht mehr sichtbar gewesen ist, nämlich in der Fragestellung der rot-weiß-roten Politik der Gemeinsamkeit, Österreich gemeinsam stark nach außen zu vertreten. (Ironische Heiterkeit des Abg. Strache. – Abg. Ing. Westenthaler: Wann war das?) Wenn in der Politik eine Situation entsteht, dass nichts mehr geht – ich sage das sehr offen – und dass der Weg der Gemeinsamkeit verlassen wird, dann muss in der Demokratie eine Entscheidung getroffen werden, und die Entscheidung heißt Neuwahl. Ich trete für diese Entscheidung ein, sie ist jetzt richtig und notwendig, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Warum haben Sie das nicht alles gemacht?
Die zweite große Herausforderung, die vor uns steht: Wir müssen um jeden Arbeitsplatz in Österreich kämpfen. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum haben Sie das nicht alles gemacht?) Die Wirtschaft, meine Damen und Herren, hat eine, würde ich sagen, schwierige Situation vor sich. Wir wissen, dass die Wachstumsraten schon einmal besser gewesen sind. Und da braucht es jemanden, der in der Wirtschaftspolitik Erfahrung hat, der in der Wirtschaftspolitik weiß, wie Wachstum sichergestellt werden kann, und der auch weiß: Wirtschaft ist kein Selbstzweck, sondern es geht um die Arbeitsplätze in diesem Land. Der Kampf um jeden Arbeitsplatz, meine Damen und Herren, ist äußerst entscheidend. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Parnigoni: Die gibt es auch? Die können Sie uns einzeln vorstellen, Herr Kollege Westenthaler! – Abg. Dr. Wittmann: Ist das die Vollversammlung? – Weitere Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.
Abgeordneter Ing. Peter Westenthaler (BZÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren auf der Regierungsbank! Lieben Gruß auch an unsere steirischen Freunde vom steirischen BZÖ auf der Galerie, die ich herzlich willkommen heiße! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Parnigoni: Die gibt es auch? Die können Sie uns einzeln vorstellen, Herr Kollege Westenthaler! – Abg. Dr. Wittmann: Ist das die Vollversammlung? – Weitere Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.) – Was gibt es da für eine Aufregung? Ich bin nur freundlich.
Abg. Ing. Westenthaler: „Präpotent“ darf man aber schon sagen!
Ich bitte aber Herrn Abgeordneten Westenthaler sowie alle anderen Redner, in ihrer Wortwahl sorgsamer zu sein, insbesondere, was Ausdrücke wie „präpotent“ betrifft. (Abg. Ing. Westenthaler: „Präpotent“ darf man aber schon sagen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir lösen es gerade auf!
Meine sehr verehrten Damen und Herren, lassen Sie mich zum Schluss im Hinblick auf die Zusammenarbeit des Innenressorts mit dem Hohen Haus noch einen Satz sagen. Ich habe Erfahrung als Justizausschussvorsitzende gesammelt, und diese Erfahrung hat mir beigebracht, großen Respekt vor diesem Hohen Haus zu haben. Daher habe ich bereits Weisung erteilt, dass das Innenministerium mit dem Hohen Haus kooperieren und eine gute Zusammenarbeit pflegen muss (Abg. Ing. Westenthaler: Wir lösen es gerade auf!) und dass wir im Hinblick auf den Innenausschuss jene Gepflogenheiten, die wir gewohnt sind (Zwischenrufe beim BZÖ), auch mit der Opposition und auch im Innenausschuss (Präsident Dr. Spindelegger gibt neuerlich das Glockenzeichen) weiter pflegen werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo war das?
Auch wenn Sie in inhaltlichen Fragen vielleicht Diskussionsbedarf haben, so sollte es bei einem Punkt keinen Diskussionsbedarf geben. Die Bevölkerung sagt zu Recht: Wir haben eineinhalb, zwei Jahre zugesehen. Wir haben wenige Lösungen geboten bekommen, und jetzt wird neu gewählt. Das kostet auch einiges. Wir haben auch über die letzten Wahlkämpfe hinweg beobachtet – Sie sicherlich auch –, wie die Spirale der Wahlkampfkosten sich nach oben geschraubt hat. Zuletzt kostete in Niederösterreich eine einzige Wahlkampfveranstaltung 1 Million €. Ich kann mich auch an Wahlkampfveranstaltungen in Kärnten erinnern, bei denen Autos verschenkt wurden und de facto jeder Misthaufen und jede Stalltür mit Plakaten bestückt wurde. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo war das?) Wochenzeitungen mussten zweimal erscheinen, um alle Inserate unterzubringen.
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Abgeordneter Gerhard Köfer (SPÖ): Geschätzte Frau Präsidentin! Hohes Haus! Klubobmann Westenthaler hat in seiner Abrechnung mit der rot-schwarzen Regie- rung Kärnten als Musterbeispiel eines BZÖ-geführten Bundeslandes erwähnt. Ich lade Sie ein, Herr Klubobmann, öfter nach Kärnten zu kommen. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) – Ja, das ist schon richtig.
Abg. Ing. Westenthaler: Er ist schon gesperrt worden! – Staatssekretär Dr. Lopatka: Sicherlich!
Jetzt haben wir das nächste Problem, weil dieser Walter Mayer de facto wieder aufgetreten ist im Rahmen von Olympischen Spielen. Mayer ist gesperrt bis zum Jahre 2010. Eigentlich ein Wahnsinn, was da vorgeht! Und es ist offenbar nicht möglich, Leuten, die explizit mit Doping zu tun hatten und haben, auch im Sinne von Trainertätigkeit, diese Arbeit zu verunmöglichen. Und soweit ich das mitverfolgt habe, ist Herr Mayer auch vom ÖSV nie wirklich gesperrt worden. (Abg. Ing. Westenthaler: Er ist schon gesperrt worden! – Staatssekretär Dr. Lopatka: Sicherlich!) – Meine Information ist, dass er nicht gesperrt worden ist und dass das auch einer der Gründe dafür ist, warum überhaupt diese Möglichkeit besteht, den Verband zu wechseln. (Abg. Ing. Westenthaler: Der ist gesperrt worden!) – Lassen wir das so stehen! Vielleicht gibt es unterschiedliche Informationen; es kann daher auch sein, dass meine nicht korrekt ist. (Abg. Mag. Donnerbauer: Da kann man davon ausgehen!) – Ja, Herr Donnerbauer, Ihre qualifizierten Beiträge hier im Haus sind ja bekannt. Das war halt wieder einmal eine; vielleicht Ihre letzte in dieser Legislaturperiode.
Abg. Ing. Westenthaler: Der ist gesperrt worden!
Jetzt haben wir das nächste Problem, weil dieser Walter Mayer de facto wieder aufgetreten ist im Rahmen von Olympischen Spielen. Mayer ist gesperrt bis zum Jahre 2010. Eigentlich ein Wahnsinn, was da vorgeht! Und es ist offenbar nicht möglich, Leuten, die explizit mit Doping zu tun hatten und haben, auch im Sinne von Trainertätigkeit, diese Arbeit zu verunmöglichen. Und soweit ich das mitverfolgt habe, ist Herr Mayer auch vom ÖSV nie wirklich gesperrt worden. (Abg. Ing. Westenthaler: Er ist schon gesperrt worden! – Staatssekretär Dr. Lopatka: Sicherlich!) – Meine Information ist, dass er nicht gesperrt worden ist und dass das auch einer der Gründe dafür ist, warum überhaupt diese Möglichkeit besteht, den Verband zu wechseln. (Abg. Ing. Westenthaler: Der ist gesperrt worden!) – Lassen wir das so stehen! Vielleicht gibt es unterschiedliche Informationen; es kann daher auch sein, dass meine nicht korrekt ist. (Abg. Mag. Donnerbauer: Da kann man davon ausgehen!) – Ja, Herr Donnerbauer, Ihre qualifizierten Beiträge hier im Haus sind ja bekannt. Das war halt wieder einmal eine; vielleicht Ihre letzte in dieser Legislaturperiode.
Demonstrativer Beifall der Abgeordneten Brosz und Ing. Westenthaler sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Heute hat die Bundesliga begonnen. – Sturm Graz führt 3 : 1 gegen Rapid, vor 15 000 Zuschauern. (Demonstrativer Beifall der Abgeordneten Brosz und Ing. Westenthaler sowie bei Abgeordneten der ÖVP.) Daran sieht man die Begeisterung und auch die Nachhaltigkeit, denn wenn Mitten im Sommer 15 000 Zuseher kommen – 15 300 sind es genau –, zeigt das, dass Sport Begeisterung auslösen kann – und umso besser, wenn dabei Doping nicht im Spiel ist.
Sitzung Nr. 67
Abg. Ing. Westenthaler: Warum habt ihr das bis jetzt nicht getan?
Es gibt ein wirklich herzeigbares Ergebnis, aber vieles könnte besser sein, und vieles wurde auch nicht gelöst. Schwerpunkte müssen der Kampf gegen die Teuerung und der Kampf gegen die Inflation sein. Es muss dort angesetzt werden, wo es um das unmittelbare Lebensgefühl und die Lebenssituation der Menschen geht. Lohnerhöhungen und Pensionsanhebungen dürfen nicht quasi weggefressen werden, sondern es müssen in der nächsten Periode diesbezüglich entsprechende Schritte gesetzt werden. Gut, dass es die Pendlerpauschaleerhöhung und die Kilometergelderhöhung gegeben hat, gut, dass die Pensionsanpassung zwei Monate vorverlegt wird, gut, dass es Lohnerhöhungen gegeben hat. All das ist gut. Noch wichtiger wird es aber sein, in der nächsten Periode betreffend die unmittelbare Lebenssituation der Menschen, die die hohen Preise überall spüren, etwa im Zusammenhang mit den Nahrungsmittelpreisen oder den Mieten, wirklich Schritte zu setzen, und diese Regierung wird gefordert sein, das wirklich einmütig und gemeinsam zu tun. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum habt ihr das bis jetzt nicht getan?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat 25 Wochen Urlaub?
Angesichts dessen sprechen Sie von Familienentlastung und davon, dass Ihnen die Familien wirklich wichtig sind. Das sind tatsächlich echte Probleme und Sorgen! (Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat 25 Wochen Urlaub?) 25 Urlaubstage! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben Wochen gesagt! Das ist ein Unterschied!) – Danke für die Korrektur! Ich bleibe präzise.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben Wochen gesagt! Das ist ein Unterschied!
Angesichts dessen sprechen Sie von Familienentlastung und davon, dass Ihnen die Familien wirklich wichtig sind. Das sind tatsächlich echte Probleme und Sorgen! (Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat 25 Wochen Urlaub?) 25 Urlaubstage! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben Wochen gesagt! Das ist ein Unterschied!) – Danke für die Korrektur! Ich bleibe präzise.
Abg. Ing. Westenthaler: Dann haben wir eine Mehrheit!
Abgeordneter Lutz Weinzinger (FPÖ): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Präsident! Wir haben heute kurz nach dieser interessanten Diskussion und Debatte vor dem Auflösungsbeschluss dieses Nationalrates und dieser Regierung eine „Abstimmung mit den Füßen“ miterlebt: Es sind alle gegangen. Sie wussten genau, dass es um dieses Problem geht. Es interessiert niemanden. Sie sind gegangen. Das heißt, wenn wir jetzt abstimmen, hier auf der Stelle, kriegen wir nicht einmal das Quorum zusammen. (Abg. Ing. Westenthaler: Dann haben wir eine Mehrheit!) Dann haben wir eine Mehrheit, wir, die wir rauchen!
Sitzung Nr. 68
Abg. Ing. Westenthaler: So ein Unsinn! Sie fangen schon wieder an, die Leute für dumm zu verkaufen! Gott sei Dank treten Sie ab!
Und ich sage Ihnen noch ein drittes Beispiel: Es wird über die europäische Einheitswährung und über ihre Auswirkungen und Effekte viel geredet. Sie könnten sich nun der Mühe unterziehen, unter Anwendung der Grundrechnungsarten eine kleine Rechnung durchzuführen und sich die Frage zu stellen: Was würde heute ein Liter Diesel in Österreich kosten, wenn der Wechselkurs zwischen dem Euro und dem Dollar nach wie vor der Wechselkurs zum Zeitpunkt der Einführung wäre?, aber ich kann Ihnen das Ergebnis vorweg sagen. Es würde der Liter Diesel nicht zwischen 1,40 € und 1,50 € kosten, sondern es würde der Liter Diesel zwischen 2,30 € und 2,40 € kosten. (Abg. Dolinschek: Das glaubst du ja selber nicht!) Es wäre fast 1 € Unterschied, wenn der Wechselkurs nach wie vor derselbe wäre! (Abg. Ing. Westenthaler: So ein Unsinn! Sie fangen schon wieder an, die Leute für dumm zu verkaufen! Gott sei Dank treten Sie ab!)
Abg. Ing. Westenthaler: Bei Ihnen ist eine Zeitenwende!
Das eine Problem ist, dass viele Menschen spüren, dass wir am Beginn einer Zeitenwende stehen (Abg. Ing. Westenthaler: Bei Ihnen ist eine Zeitenwende!), und die heutigen Erdölkurse, die Preise für Nahrungsmittel, die Preise für Rohstoffe sind der Beginn sehr großer Umwälzungen, die weltweit stattfinden werden – mit einer Neuverteilung von Reichtum, mit einer Neuverteilung von Einfluss (Abg. Strache: Der Armut!) und auch mit einer Neuverteilung der Macht auf der Welt. (Abg. Strache: Und der Armut!)
Abg. Ing. Westenthaler: Oberlehrerin!
Man kann Verantwortung abgeben. Man kann sie abgeben auch an Zeitungsherausgeber (Abg. Parnigoni: An das Volk!), wie mächtig sie auch immer sein mögen oder nicht. (Abg. Parnigoni: An das Volk, Frau Außenministerin!) Besser ist es, Verantwortung wahrzunehmen, Verantwortung auch persönlich und in erster Linie persönlich wahrzunehmen! Denn, meine Damen und Herren, eines darf man in der Politik nicht (Abg. Ing. Westenthaler: Oberlehrerin!) – und das ist meine feste Überzeugung (Abg. Ing. Westenthaler: Die Oberlehrerin kommt jetzt!) –: Man darf nicht die Bevölkerung für dumm verkaufen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Und was machen Sie denn? Was machen Sie denn? – Das ist ja unglaublich! – Abg. Parnigoni: Ich bin fassungslos! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ, BZÖ und SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Oberlehrerin kommt jetzt!
Man kann Verantwortung abgeben. Man kann sie abgeben auch an Zeitungsherausgeber (Abg. Parnigoni: An das Volk!), wie mächtig sie auch immer sein mögen oder nicht. (Abg. Parnigoni: An das Volk, Frau Außenministerin!) Besser ist es, Verantwortung wahrzunehmen, Verantwortung auch persönlich und in erster Linie persönlich wahrzunehmen! Denn, meine Damen und Herren, eines darf man in der Politik nicht (Abg. Ing. Westenthaler: Oberlehrerin!) – und das ist meine feste Überzeugung (Abg. Ing. Westenthaler: Die Oberlehrerin kommt jetzt!) –: Man darf nicht die Bevölkerung für dumm verkaufen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Und was machen Sie denn? Was machen Sie denn? – Das ist ja unglaublich! – Abg. Parnigoni: Ich bin fassungslos! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ, BZÖ und SPÖ.)
Abg. Kickl: Die Bevölkerung auseinanderdividieren! – Abg. Ing. Westenthaler: „Auf der Seite der Haberer“ ist besser! „Auf der Seite der EU-Haberer“, auf gut Wienerisch!
Ich bin also dafür, dass wir uns nicht auf die Seite der Angstmacher und nicht auf die Seite derer, die Angst haben, stellen, sondern dass wir auf der Seite der Mitmacher und der Mutmacher sind. (Abg. Kickl: Die Bevölkerung auseinanderdividieren! – Abg. Ing. Westenthaler: „Auf der Seite der Haberer“ ist besser! „Auf der Seite der EU-Haberer“, auf gut Wienerisch!) Wir sollten in der Politik, Sie, meine Damen und Herren in der Volksvertretung, auch den Mut haben und den Gestaltungswillen, um uns diesen Fragen, diesen Aufgaben auch wirklich zu stellen.
Sitzung Nr. 70
Abg. Ing. Westenthaler: Frau Präsidentin, sind die Abgeordneten „Faulpelze“?
Ich wünsche Ihnen auch alles Gute! Gehen Sie hinaus zu den Menschen und sagen Sie ihnen: Na ja, sich in 48 Stunden hier zu versammeln – viel zu früh! Die werden sagen: Die Faulpelze sollen da herkommen! Diese Rufschädigung müssen wir bekämpfen, aber Sie leisten jetzt keinen Beitrag dazu, dass diese Rufschädigung bekämpft wird, indem Sie hier einen wahlkampftaktisch motivierten Streit, ein an den Haaren herbeigezogenes Koalitionsgeplänkel zu entwickeln versuchen, an einer Frage, zu der wir heute genauso wie nächste Woche das Gleiche zu diskutieren und zu beschließen haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Frau Präsidentin, sind die Abgeordneten „Faulpelze“?)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber die Mehrheit hat es gegeben! Es gab eine Mehrheit!
Drittens: In der Präsidialkonferenz von vergangenem Mittwoch konnte bedauerlicherweise – ich betone dieses „bedauerlicherweise“ – über den Termin der Durchführung dieser Sondersitzung kein Konsens gefunden werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber die Mehrheit hat es gegeben! Es gab eine Mehrheit!) Die bilateralen Gespräche, die ich danach geführt habe, haben leider auch keine Änderung in den Positionen der einzelnen Fraktionen bewirkt, sodass ich die Entscheidung über den Termin der Durchführung der Sondersitzung, wie die Geschäftsordnung es vorsieht, alleine treffen musste. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Präsidentin Mag. Prammer weisend –: Im Sinne meiner Parteigenossen!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Präsidentin Mag. Prammer weisend –: Im Sinne meiner Parteigenossen!
Drittens: In der Präsidialkonferenz von vergangenem Mittwoch konnte bedauerlicherweise – ich betone dieses „bedauerlicherweise“ – über den Termin der Durchführung dieser Sondersitzung kein Konsens gefunden werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber die Mehrheit hat es gegeben! Es gab eine Mehrheit!) Die bilateralen Gespräche, die ich danach geführt habe, haben leider auch keine Änderung in den Positionen der einzelnen Fraktionen bewirkt, sodass ich die Entscheidung über den Termin der Durchführung der Sondersitzung, wie die Geschäftsordnung es vorsieht, alleine treffen musste. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Präsidentin Mag. Prammer weisend –: Im Sinne meiner Parteigenossen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Gegen die Mehrheit!
kein Einvernehmen für einen anderen Termin gefunden werden. Daher war von mir eine Entscheidung zu treffen (Abg. Ing. Westenthaler: Gegen die Mehrheit!), und ich habe sie aus rechts- und demokratiepolitischen Gründen getroffen und wie im Jahr 2000 dem Vorschlag der antragstellenden Partei Rechnung getragen. (Abg. Dr. Stummvoll: Zugunsten Ihrer Partei!)
Abg. Dr. Stummvoll: Regierungspartei ist Minderheit? – Abg. Ing. Westenthaler: Na bravo! Das werden wir jetzt oft zitieren!
Zu berücksichtigen ist und war auch – darauf hat auch schon Herr Abgeordneter Hofer hingewiesen, und ich ersuche Sie alle, das auch immer mit zu bedenken –, dass es sich beim vorliegenden Verlangen auf Einberufung einer Sondersitzung um ein Minderheitsrecht handelt. (Abg. Mag. Donnerbauer: Sie sind der SPÖ zugehörig! Das ist auch zu berücksichtigen!) Die Durchführung einer Sondersitzung an einem von der Mehrheit bestimmten Termin, der von der Minderheit nicht gewünscht ist, könnte als Eingriff in das Minderheitsrecht betrachtet werden. (Abg. Dr. Stummvoll: Regierungspartei ist Minderheit? – Abg. Ing. Westenthaler: Na bravo! Das werden wir jetzt oft zitieren!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist Herr Faymann?
Meine Damen und Herren von der ÖVP, die Sie ja ein wenig nervös wirken – was aber nach der gestrigen Fernsehdebatte vielleicht nicht ganz unberechtigt ist (ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP) –, Ihnen möchte ich schon noch einiges hier sagen, weil ich immer wieder höre, dass mehr oder weniger ohne Ihre Zustimmung – unter Berufung auf den Regierungspakt – dieses Thema diskutiert wird und hier heute sozusagen die freien Kräfte des Parlaments zum Einsatz kommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist Herr Faymann?) Es ist schon sehr eigenartig, dass gerade Sie, meine Damen und Herren von der ÖVP, das sagen, denn haben Sie vergessen: Neuwahlen haben Sie von der ÖVP ausgerufen!? (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Kann man in einem machen! Können Sie zusammenfassen!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Klubobmann, ich fasse dies als zwei Anträge auf und lasse dann auch über beide abstimmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Kann man in einem machen! Können Sie zusammenfassen!) – Ich kann ja nicht über zwei verschiedene Anträge zugleich abstimmen lassen. Das heißt, ich werde zwei Mal abstimmen lassen.
Zwischenrufe des Abg. Ing. Westenthaler
Bundesminister für Finanzen Vizekanzler Mag. Wilhelm Molterer: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist heute in dieser Sondersitzung das Wort „Sternstunde“ gefallen, und ich frage Sie (Zwischenrufe des Abg. Ing. Westenthaler) – ich habe mich gemeldet –: Ist es wirklich eine „Sternstunde“ des Parlaments, Herr Kollege Cap, wenn zu Beginn der Sitzung jene Regierungsmitglieder nicht hier sind, die für wichtige Fragen Verantwortung tragen?
Abg. Mag. Trunk: Früher haben Sie ihn auch sehr gern gehabt! – Abg. Dr. Graf: Khol und Westenthaler waren auch sehr gut!
Ich habe es selten erlebt, dass ein Klubobmann einen anderen Parteivorsitzenden dermaßen liebgewonnen hat, wie du Exzellenz Strache liebgewonnen hast. Meine Damen und Herren, er will ja nicht mehr geduzt werden, das sollten Sie sich alle merken. (Abg. Mag. Trunk: Früher haben Sie ihn auch sehr gern gehabt! – Abg. Dr. Graf: Khol und Westenthaler waren auch sehr gut!)
Oh-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Josef, sag was dazu!
Erinnern Sie sich an die Bestellung des Eurofighter-Untersuchungsausschusses, Kollege Kogler! Ich war der Einzige in meiner Fraktion, der gegen den Kollegen Pilz gestimmt hat – stimmt es, Peter? Er war froh darüber, hat er zu mir gesagt. Das Hauptargument von Strache, warum ich dich zu wählen hätte, war, weil es der Josef Cap so will. Meine Damen und Herren! So war es! Das hat er mir ausgerichtet. (Oh-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Josef, sag was dazu!)
Sitzung Nr. 71
Abg. Ing. Westenthaler: Wie kann das eine Mehrheit sein?
men seitens der Schriftführung. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie kann das eine Mehrheit sein?) – Das ist die Minderheit. Der Antrag ist abgelehnt.
Sitzung Nr. 72
Abg. Ing. Westenthaler: Vier Tage vor der Wahl eine neue Angelobung! Peinlicher geht es gar nicht mehr!
Ich bitte nun die Schriftführerin, Frau Abgeordnete Binder-Maier, um Verlesung der Gelöbnisformel. (Abg. Ing. Westenthaler: Vier Tage vor der Wahl eine neue Angelobung! Peinlicher geht es gar nicht mehr!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Abg. Scheibner: Sie haben jetzt Ihre eigene Fraktion geweckt!
senherausforderung sein, durch gezielte Infrastrukturinvestitionen einen erschwinglichen öffentlichen Verkehr zu schaffen. Sie haben schon recht, Herr Abgeordneter Scheibner, Sie sind mitverantwortlich dafür, dass der Wohlstand des Mittelstandes enorm geringer wird. Sie haben vollkommen recht. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Abg. Scheibner: Sie haben jetzt Ihre eigene Fraktion geweckt!)
Ruf bei der ÖVP: Lesestunde! – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt sind die Leute erst aufgestanden, jetzt schlafen sie gleich wieder ein! – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Für diesen zweiten Effekt entscheidend ist aber, wohin diese Investitionen fließen. Die kostensparenden Effekte treten nur dann ein, wenn tatsächlich relevante Transportmöglichkeiten geschaffen werden, wenn die Transportzeiten durch Infrastrukturinvestitionen entsprechend verkürzt werden und dadurch eine Produktivitätssteigerung eintritt oder wenn mit der errichteten Infrastruktur die Wettbewerbsfähigkeit sonst erhöht wird beziehungsweise wenn mit der errichteten Infrastruktur neue Standorte erschlossen werden. (Ruf bei der ÖVP: Lesestunde! – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt sind die Leute erst aufgestanden, jetzt schlafen sie gleich wieder ein! – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Frau Präsidentin, die rote Lampe leuchtet!
Forschung hat in der Umwelttechnologie und Energieeffizienz auch den Vorteil, dass immer dann, wenn es darum geht, umweltpolitische Ziele zu erreichen (Abg. Ing. Westenthaler: Frau Präsidentin, die rote Lampe leuchtet!), auch technischer, wissenschaftlicher Fortschritt dazu gehört, genauso wie Bildungspolitik, die Claudia Schmied in den letzten Monaten massiv betrieben hat, genauso wie verstärkte Humanressourcen – gemeint sind auch mehr Akademikerinnen und Akademiker, was man auch dadurch erreicht, dass man etwa die Barriere der Studiengebühren streicht. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Der hat sich in New York versteckt! Der ist in New York joggen!
Sie von der SPÖ haben damals auch gegen eine Pensionsreform gestimmt, und Ihr Bundeskanzler Gusenbauer – Ihr Noch-Bundeskanzler –, meine sehr geehrten Damen und Herren von der SPÖ, den Sie ja bereits in die Wüste geschickt haben, sodass er heute gar nicht mehr auffindbar ist und auch hier nicht mehr auf der Regierungsbank Platz nimmt, wo niemand weiß, wo er sich überhaupt aufhält (Abg. Ing. Westenthaler: Der hat sich in New York versteckt! Der ist in New York joggen!), dieser Bundeskanzler Gusenbauer hat die Wirtschaftspolitik und Finanzpolitik Österreichs im Ausland stets gelobt. Ja, gelobt hat er sie; also muss doch etwas Gutes daran gewesen sein, meine Damen und Herren von der SPÖ. Das war übrigens das Einzige, was Gusenbauer loben konnte, weil das nämlich in unserer Regierungszeit zustande gekommen ist. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Seit wann ist Joggen im Central Park eine Entschuldigung?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Bucher, da Sie die Abwesenheit des Herrn Bundeskanzlers Gusenbauer hier angesprochen haben: Es dürfte Ihrer Aufmerksamkeit am Beginn dieser Sitzung entgangen sein, dass Herr Bundeskanzler Gusenbauer, ebenso wie Frau Außenministerin Plassnik, entschuldigt ist, da beide mit dem Herrn Bundespräsidenten in New York bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Seit wann ist Joggen im Central Park eine Entschuldigung?)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein sozialdemokratischer!
Mag sein, dass die Halbierung der Mehrwertsteuer auf Nahrungsmittel heute keine Mehrheit findet, aber dass man ein Intrigenspiel in Brüssel macht, dass hier plötzlich ein Kommissar eingespannt wird (Abg. Ing. Westenthaler: Ein sozialdemokratischer!) mit einem rechtlich völlig irrelevanten Brief, der sich politisch in den Wahlkampf einmischt, dass sich das BZÖ vor das Wagerl vom Herrn Molterer und vom Herrn Schüssel spannen lässt, dass Sie anscheinend täglich in Brüssel interveniert haben müssen, dass Finanzminister Molterer in Nizza versucht hat, gegen die österreichischen Konsumentinnen und Konsumenten eine Front zu organisieren, damit die EU einwirkt, dass die Nahrungsmittelpreise für die Konsumenten nicht billiger werden – das nennen Sie hier wirklich eintreten für Österreich und für die österreichischen Konsumenten? Das ist ein Skandal in Wirklichkeit! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Ing. Hofer.)
Abg. Ing. Westenthaler: Hören Sie auf mit ...!
Nur mit einer Stimme für die FPÖ am 28. September kann man auch soziale Verantwortung und Gerechtigkeit sicherstellen. Nur mit einer Stimme für die FPÖ kann man gegen die Präpotenz von SPÖ und ÖVP stimmen und diese beiden Parteien endlich einmal vom hohen Ross herunterholen. Das ist notwendig! Es ist notwendig, diese Präpotenz einmal abzuwählen und dieses Verhalten abzustrafen. Das kann man mit der Freiheitlichen Partei, das wissen die Österreicher heute, denn jede Stimme für eine Kleinst- oder Splitterpartei wird eine verschenkte oder auch verlorene Stimme sein. (Abg. Ing. Westenthaler: Hören Sie auf mit ...!) Wer Herrn Haider wählt, der weiß, dass Haider wieder weg ist, in Kärnten bleibt und dafür dann Petzner, Westenthaler und Stadler kommen – und das ist ja wirklich keine Alternative!
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist er denn? Wo ist denn der Herr Faymann? Der ist ja nie da!
Von wegen „mehr privat, weniger Staat“. Herr Klubobmann Schüssel, ich bin sehr froh, dass wir Ihren Rezepten nicht gefolgt sind. Ich bin sehr froh, dass sich Werner Faymann dazu bekennt (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist er denn? Wo ist denn der Herr Faymann? Der ist ja nie da!), dass die Altersvorsorge und das Gesundheitssystem wichtige staatliche Aufgaben sind und nicht nur die Grundsicherung.
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist er denn?
Wenn ich mir Herrn Faymann anhöre ... (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist er denn?) – Herr Faymann ist wieder weggegangen, das interessiert ihn nicht; sobald er seine Wahlkampfrede abgegeben hat, ist er weg. Das, was hier stattfindet, interessiert ihn ja in Wirklichkeit gar nicht. Er war ja nur an der Sendezeit interessiert, Hohes Haus.
Abg. Ing. Westenthaler: Das wird sich nicht ausgehen!
darf sie bestenfalls dulden –, aber es ist eine echte Kuschelkoalition. (Abg. Ing. Westenthaler: Das wird sich nicht ausgehen!) Wie fühlt es sich? Josef Cap, wie fühlt es sich in dieser Kuschelei mit Herrn Strache? Wie fühlt es sich in dieser Kuschelei?
Abg. Ing. Westenthaler: EU-Ausländer, habe ich gesagt!
Abgeordneter Mag. Dr. Martin Graf (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Herr Abgeordneter Peter Westenthaler hat hier in seiner Rede gesagt, dass die Freiheitliche Partei die Studiengebühren für Flüchtlinge und Asylanten abgeschafft hat. – Das ist unrichtig! (Abg. Ing. Westenthaler: EU-Ausländer, habe ich gesagt!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber ein Redebeitrag!
Tatsächlich war es bislang gemäß § 92 Abs. 1 des derzeit geltenden Gesetzes, das ja noch in Kraft ist, so, dass der Erlass und die Rückerstattung des Studienbeitrages geregelt wurden. (Der Redner hält ein Exemplar des erwähnten Gesetzestextes in die Höhe.) Hier ist eindeutig in Punkt 4 geregelt, dass Konventionsflüchtlinge bis dato von Studienbeiträgen befreit gewesen sind. – Bis dato! Jetzt werden die Österreicher diesen gleichgestellt; und das ist der Unterschied. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber ein Redebeitrag!)
Beifall bei Abgeordneten von FPÖ und BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein richtiger Satz! Einer der weisesten Sätze des heutigen Tages!
Abgeordneter Stefan Prähauser (SPÖ): Frau Präsidentin! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Kollege Amon, man möchte nicht glauben, dass wir in einer Koalition waren. Wenn man die Vergangenheit kennt, versteht man die jetzige Situation. (Beifall bei Abgeordneten von FPÖ und BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein richtiger Satz! Einer der weisesten Sätze des heutigen Tages!) Was Sie heute von sich gegeben haben, widerspricht eigentlich dem politischen Grundkonsens des Willens zur Zusammenarbeit und der Akzeptanz von Koalitionen, die vom Wähler gewünscht waren.
Abg. Ing. Westenthaler: Geh, hör auf! So ein Blödsinn!
Schwarz das Bundesheer in einer Form ausgedünnt wurde, wie es in der Geschichte vorher nicht der Fall war. (Abg. Ing. Westenthaler: Geh, hör auf! So ein Blödsinn!) Gleichzeitig hat man Ihnen Flieger aufs Auge gedrückt, Herr Bundesminister a. D. Scheibner, Sie wissen das ja genau. Sie wollten andere Flieger, wie wir wissen, Sie haben sich aber nicht durchgesetzt. Das Bundesheer ist der Leidtragende, weil jetzt die Mittel für ein weiteres Ausbauen fehlen.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der Wetterkanal!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Meine Damen und Herren, ich gebe zu Ihrer Orientierung kurz Folgendes bekannt: Ich habe dem Ersuchen des ORF Rechnung getragen, dass nach der Live-Übertragung auf ORF 2 die gesamte Sitzung bis zum Ende live auf TW1 übertragen wird. – Dies zu Ihrer Information. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der Wetterkanal!)
Abg. Ing. Westenthaler: Hört! Hört!
Herr Kollege Fichtenbauer, vielleicht erklären Sie uns das heute noch. So geht zum Beispiel am 25. August ein Mafia-Boss bei Herrn Strache aus und ein, ein Mann, der in seinem Heimatland Georgien steckbrieflich gesucht wird, weil sein Bodyguard dort einen jungen Mann erschossen hat und weil er selbst dabei war, als man dann einen Vertrauten des Präsidenten angeschossen hat, der das nur knapp überlebt hat. Dieser Vertraute gehört nämlich zu der Antikorruptionsgruppe, die der georgische Präsident eingesetzt hat. Und der Mörder, der diesen jungen Mann erschossen hat, ist unter eigentümlichen Umständen in einem georgischen Gefängnis ums Leben gekommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Hört! Hört!)
Abg. Ing. Westenthaler: Hört! Hört!
Lauter Tote begleiten diesen feinen Herrn, und dieser geht bei Herrn Strache im Klub aus und ein, meine Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Hört! Hört!) Herr Kollege Cap, Sie sollten sich die Saubermänner vielleicht anschauen, die heute dazu gesprochen haben!
Abg. Ing. Westenthaler: Die Wirtschaftskammer hat schon gesenkt!
Aber jetzt sage ich Ihnen schon etwas, nämlich allen Abgeordneten im Hohen Haus: Wenn ich mir das ansehe, dann beweisen Sie heute mit Ihrem Antrag genau, dass Sie ein Schoßhunderl des Herrn Schüssel oder auch des Neoliberalismus sind, weil Sie, Herr Klubobmann Westenthaler, ganz einseitig (Abg. Ing. Westenthaler: Die Wirtschaftskammer hat schon gesenkt!) im Grunde genommen von jedem freiheitlichen Grundsatz abgehen und sagen, Sie wollen nur der Arbeiterkammer etwas streichen beziehungsweise bei ihr eine Reduktion vornehmen. Von Zwangsmitgliedschaft reden Sie gar nicht mehr! Sie reden gar nicht mehr von den anderen Kammern, die es gibt. Das ist eine ganz einseitige Maßnahme, die natürlich durchschaubar ist und aufzeigt, welcher Gedanke dahinter steht: dass man halt als Beiwagerl der ÖVP versucht, einseitig in einem Bereich tätig zu werden, aber die Wirtschaftskammer vergisst. (Abg. Ing. Westenthaler: Das hat er jetzt vom Cap!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das hat er jetzt vom Cap!
Aber jetzt sage ich Ihnen schon etwas, nämlich allen Abgeordneten im Hohen Haus: Wenn ich mir das ansehe, dann beweisen Sie heute mit Ihrem Antrag genau, dass Sie ein Schoßhunderl des Herrn Schüssel oder auch des Neoliberalismus sind, weil Sie, Herr Klubobmann Westenthaler, ganz einseitig (Abg. Ing. Westenthaler: Die Wirtschaftskammer hat schon gesenkt!) im Grunde genommen von jedem freiheitlichen Grundsatz abgehen und sagen, Sie wollen nur der Arbeiterkammer etwas streichen beziehungsweise bei ihr eine Reduktion vornehmen. Von Zwangsmitgliedschaft reden Sie gar nicht mehr! Sie reden gar nicht mehr von den anderen Kammern, die es gibt. Das ist eine ganz einseitige Maßnahme, die natürlich durchschaubar ist und aufzeigt, welcher Gedanke dahinter steht: dass man halt als Beiwagerl der ÖVP versucht, einseitig in einem Bereich tätig zu werden, aber die Wirtschaftskammer vergisst. (Abg. Ing. Westenthaler: Das hat er jetzt vom Cap!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben es gesehen!
Jetzt sage ich schon Folgendes: Wenn man heute mehrere Gewerbescheine hat, dann muss man leider Gottes bei der Wirtschaftskammer nach wie vor sehr ungerechte Zahlungen leisten (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben es gesehen!) – und das gehört abgestellt. Da gibt es vieles, was wir abstellen sollten!
Abg. Ing. Westenthaler – auf die SPÖ weisend –: Das sind eure Partner!
Da muss man über der Parteipolitik stehen und Arbeitnehmerinteressen vertreten, und das vermisse ich in vielen Bereichen. Gerade in Zeiten, in denen es schwieriger wird, in denen wir eine amerikanische Finanzkrise erleben, in denen wir leider erleben müssen, dass Arbeitnehmerinteressen in vielen Bereichen immer stärker durch den Rost fallen, ist es wichtig, dass es eine starke Arbeitnehmervertretung gibt. Und das ist eine Nagelprobe heute, ja. Mit dem „kleinen Mann“ wollen Sie nichts zu tun haben. Das verstehe ich. (Abg. Ing. Westenthaler – auf die SPÖ weisend –: Das sind eure Partner!)
Abg. Ing. Westenthaler: ... Privilegien abgebaut! Rechberger!
Abgeordneter Josef Muchitsch (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Ministerin! Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung! Dass das BZÖ und Jörg Haider schon mehrfach versucht haben, die Arbeiterkammer zu schwächen, das ist uns bekannt. (Abg. Ing. Westenthaler: ... Privilegien abgebaut! Rechberger!) Enttäuscht bin ich aber darüber, dass hier die ÖVP mitmacht. Enttäuscht bin ich darüber, dass Abgeordnete der ÖVP, Vertreter des ÖAAB und der FCG hier mittun und versuchen, die Interessenvertretung der 3,3 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu schwächen.
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist das für eine Formulierung, bitte? „Schwachsinnige Anträge“? – Reiß dich ein bisschen zusammen!
Wenn eine Umfrage der Firma SORA sagt, dass 76 Prozent der AK-Mitglieder eindeutig Ja zur derzeit bestehenden AK-Umlage sagen – 76 Prozent! –, dann nehmen Sie das bitte zur Kenntnis! Akzeptieren Sie die Meinung der Mitglieder der Arbeiterkammer, dass sie das so beibehalten wollen, und beantragen Sie nicht solche schwachsinnigen Anträge! (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist das für eine Formulierung, bitte? „Schwachsinnige Anträge“? – Reiß dich ein bisschen zusammen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie wissen ja noch nicht einmal, welche Mehrheiten es gibt!
Ich ersuche um Klärung der folgenden Frage: Wenn wir über beide Anträge abstimmen, dann erhalten möglicherweise beide Anträge eine Mehrheit. Wie soll § 638 in Zukunft dann aussehen? Wird das ein „Zwitterparagraph“, der aus zwei Paragraphen 638 besteht? Wird so entschieden, wie in der Präsidiale vorbesprochen wurde, dass in der Reihenfolge des Abstimmens jener Antrag dann als angenommen gilt, der als der zweite eingebracht wurde? Oder wie ... (Abg. Ing. Westenthaler: Sie wissen ja noch nicht einmal, welche Mehrheiten es gibt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Frau Präsidentin! Es gibt aber eigentlich nur eine Wortmeldung pro Fraktion zur Geschäftsordnung!
Präsidentin Dr. Eva Glawischnig-Piesczek: Weitere Wortmeldung zur Geschäftsbehandlung: Herr Klubobmann Van der Bellen, bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Frau Präsidentin! Es gibt aber eigentlich nur eine Wortmeldung pro Fraktion zur Geschäftsordnung!)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Dr. Van der Bellen und Scheibner. – Abg. Ing. Westenthaler: Zur Geschäftsordnung!
Daher bitte ich wirklich um eine ordnungsgemäße Einbringung. Das wird mit einer Umnummerierung durchaus machbar sein. Aber jedenfalls hat Öllinger vollkommen recht, das aufzuzeigen, und darüber braucht man nicht zu lachen. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Dr. Van der Bellen und Scheibner. – Abg. Ing. Westenthaler: Zur Geschäftsordnung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wenn sie beschlossen werden!
den, dann gelten beide. (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn sie beschlossen werden!) Dann wandern sie so wie jedes andere Gesetz in den Bundesrat. Dort wird auch wieder zu prüfen beziehungsweise zu entscheiden sein, ob eine dieser Gesetzesinitiativen oder beide beschlossen werden – es könnten auch wieder beide beschlossen werden –, und dann geht es wie jedes andere Gesetz zur Ratifizierung zur Unterschrift zum Bundespräsidenten und dann zur Kundmachung.
Abg. Ing. Westenthaler: Woher wissen Sie, dass wir dagegen stimmen?
Was ich jetzt nur schwer verstehe, ist, dass das BZÖ gegen diese Maßnahme stimmen wird, obwohl das BZÖ in Kärnten für genau diese Maßnahme Unterschriften sammelt. (Abg. Ing. Westenthaler: Woher wissen Sie, dass wir dagegen stimmen?) Ich gehe davon aus; wir werden es dann sehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir stimmen nicht dagegen!) Das würde mich sehr freuen. Sie sammeln also Unterschriften in Kärnten und werden auch hier im Parlament für diese Maßnahme stimmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das werden Sie noch sehen!) Das wäre sehr schön, denn dann ist es auch möglich, diese Maßnahme für die Bürger in Österreich umzusetzen.
Abg. Ing. Westenthaler: Wir stimmen nicht dagegen!
Was ich jetzt nur schwer verstehe, ist, dass das BZÖ gegen diese Maßnahme stimmen wird, obwohl das BZÖ in Kärnten für genau diese Maßnahme Unterschriften sammelt. (Abg. Ing. Westenthaler: Woher wissen Sie, dass wir dagegen stimmen?) Ich gehe davon aus; wir werden es dann sehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir stimmen nicht dagegen!) Das würde mich sehr freuen. Sie sammeln also Unterschriften in Kärnten und werden auch hier im Parlament für diese Maßnahme stimmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das werden Sie noch sehen!) Das wäre sehr schön, denn dann ist es auch möglich, diese Maßnahme für die Bürger in Österreich umzusetzen.
Abg. Ing. Westenthaler: Das werden Sie noch sehen!
Was ich jetzt nur schwer verstehe, ist, dass das BZÖ gegen diese Maßnahme stimmen wird, obwohl das BZÖ in Kärnten für genau diese Maßnahme Unterschriften sammelt. (Abg. Ing. Westenthaler: Woher wissen Sie, dass wir dagegen stimmen?) Ich gehe davon aus; wir werden es dann sehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir stimmen nicht dagegen!) Das würde mich sehr freuen. Sie sammeln also Unterschriften in Kärnten und werden auch hier im Parlament für diese Maßnahme stimmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das werden Sie noch sehen!) Das wäre sehr schön, denn dann ist es auch möglich, diese Maßnahme für die Bürger in Österreich umzusetzen.
Abg. Ing. Westenthaler: Was hat das mit der Mehrwertsteuer zu tun?
Sie erinnern sich, meine Damen und Herren – Herbert Scheibner, du weißt das auch –: Für Knittelfeld, die Abspaltung BZÖ – FPÖ, war Ewald Stadler einer der Verantwortlichen. Es wird für Sie im Klub in der nächsten Legislaturperiode nicht lustig werden, denn ich sage Ihnen, dass dieser Judas Sie verraten wird, ehe der Hahn gekräht hat, meine Damen und Herren! Sie werden das noch am eigenen Leib verspüren. (Abg. Ing. Westenthaler: Was hat das mit der Mehrwertsteuer zu tun?)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Gaßner: Wir stehen dazu! Wir sind ja pakttreu, Herr Westenthaler!
Das heißt, wir vom BZÖ freuen uns, dass wir heute mit Ihnen die Senkung der Mehrwertsteuer auf Medikamente, haben wir doch die drittteuersten Medikamente in der Europäischen Union, beschließen können. Ich finde das in Ordnung. Es ist eine gute Initiative des BZÖ für die Kranken, für die Krankenversicherten in unserem Land. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Gaßner: Wir stehen dazu! Wir sind ja pakttreu, Herr Westenthaler!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was hat das mit der Mehrwertsteuersenkung zu tun? Was hat der Eurofighter damit zu tun?
Abgeordneter Heinz-Christian Strache (FPÖ): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich habe es heute als äußerst belustigend empfunden, dass sich der Klubobmann des BZÖ jetzt von einem EU-Kommissar leiten lässt, der offenbar die Linie des BZÖ bestimmt. Das zeigt ja auch die Konsequenz des BZÖ, denn das kennen wir ja auch schon aus anderen Bereichen, dass Herrschaften und Vertreter, die heute beim BZÖ diese Fraktion in der Öffentlichkeit vertreten, schon in der Vergangenheit gesagt haben, sie seien gegen eine EU-Verfassung, aber dann im Parlament dafür gestimmt haben, oder gesagt haben, sie seien für eine Volksabstimmung, aber hier im Parlament siebenmal dagegen gestimmt haben, oder gesagt haben, sie seien gegen eine frühzeitige EU-Osterweiterung, aber dann hier im Parlament dafür gestimmt haben, oder gesagt haben, man sei für einen Türkei-Beitritt zur Europäischen Union und vieles andere mehr, bis hin, dass man den Eurofighter verhindern möchte, aber hier dann fröhlich zugestimmt hat. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was hat das mit der Mehrwertsteuersenkung zu tun? Was hat der Eurofighter damit zu tun?)
Abg. Ing. Westenthaler: Alles falsch!
Das haben Sie auch bei diesem Beispiel sehr, sehr deutlich belegt. Sie haben ein Volksbegehren gestartet in Österreich, das schon Tausende Menschen unterschrieben haben, in dem Sie die Halbierung der Mehrwertsteuer bei Grundnahrungsmitteln und Lebensmitteln fordern. (Abg. Ing. Westenthaler: Alles falsch!) Sie sammeln für ein Volksbegehren, bei dem Tausende Menschen unterschreiben, die Sie heute wieder einmal vor den Kopf gestoßen haben, weil Sie sich jetzt von der Kommission der Europäischen Union leiten lassen.
Abg. Dr. Graf: Jetzt werden wir sehen, ob der Bär mit dem Stadler zufrieden ist! – Abg. Ing. Westenthaler: Immer wenn der Stadler kommt, läuft der Strache davon! – Heiterkeit bei BZÖ und ÖVP. – Weitere Rufe und Gegenrufe von Abgeordneten von FPÖ und BZÖ.
Nun gelangt Herr Abgeordneter Mag. Stadler zu Wort. 10 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Dr. Graf: Jetzt werden wir sehen, ob der Bär mit dem Stadler zufrieden ist! – Abg. Ing. Westenthaler: Immer wenn der Stadler kommt, läuft der Strache davon! – Heiterkeit bei BZÖ und ÖVP. – Weitere Rufe und Gegenrufe von Abgeordneten von FPÖ und BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Nein, das machen wir nicht!
Zweitens: Wir erwarten selbstverständlich, dass jetzt das BZÖ mit der ÖVP und mit den Grünen gegen die Halbierung der Mehrwertsteuer stimmen wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Nein, das machen wir nicht!) Wir werden es ja sehen. Wir erwarten es jedenfalls, Ihr Redebeitrag und eine Äußerung Haiders in Kärnten haben das angedeutet. (Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie nicht zugehört? Rückverweisung! Waren Sie nicht da?)
Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie nicht zugehört? Rückverweisung! Waren Sie nicht da?
Zweitens: Wir erwarten selbstverständlich, dass jetzt das BZÖ mit der ÖVP und mit den Grünen gegen die Halbierung der Mehrwertsteuer stimmen wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Nein, das machen wir nicht!) Wir werden es ja sehen. Wir erwarten es jedenfalls, Ihr Redebeitrag und eine Äußerung Haiders in Kärnten haben das angedeutet. (Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie nicht zugehört? Rückverweisung! Waren Sie nicht da?)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie waren gar nicht da!
Sollte das so sein, werden wir dann beobachten, was die Absprachen sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie waren gar nicht da!) Wenn dann die notorisch erfolglose ÖVP Kärnten vielleicht bei Gelegenheit wieder Haider zum Landeshauptmann wählen sollte oder wenn vielleicht nach dem 28. September die zwei Parteien ÖVP und BZÖ kuschelig nebeneinander vielleicht einen Dritten suchen sollten, wird man das genau beobachten. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein Sozialdemokrat!
Aber irgendetwas muss sein, denn Jörg Haider allein genügt nicht, dass Herr Kommissar Kovács auf seinen Brief mit dieser Art von Brief antwortet. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Sozialdemokrat!) Als Unterstützung im Wahlkampf ist es irrelevant, nur eine Einzelmeinung eines Kommissars, und es geht juristisch auf nichts ein; das ist völlig klar (Zwischenruf des Abg. Dr. Haimbuchner) – das werde ich gleich noch sagen –, und es widerspricht in Wirklichkeit auch den Richtlinien. (In Richtung Ministerbank:) Weil Sie da hinten mit der Hand auf den Tisch klopfen: Mit der Hand haben Sie wahrscheinlich x-mal mit Kommissar Kovács telefoniert, damit dieser Brief kommt. (Heiterkeit bei SPÖ und FPÖ.) Das soll man auch einmal in aller Deutlichkeit feststellen. (Beifall bei SPÖ und FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Gesamtpaket!
Für diejenigen, die überhaupt noch Lust haben, Prospekte des BZÖ zu lesen – es soll ja einige geben –, empfehle ich Folgendes. (Der Redner hält ein Schriftstück in die Höhe.) Es steht hier unter „Deinetwegen Österreich“ – eigentlich sollte schon das gleichgültige „Meinetwegen“ draufstehen, aber gut (Heiterkeit bei SPÖ und FPÖ) – unter Punkt 2: „Kampf gegen die Teuerung“ durch „eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel“. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Gesamtpaket!) Und in der Resolution steht – das habe ich auch mit –: Kärntner Landesregierung beschloss mit den Stimmen von BZÖ und SPÖ, wo die Halbierung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel gefordert wird. (Oh-Rufe bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wenn Sie es nicht wollen ... rückverweisen!
Meine Frage an das BZÖ ist daher folgende: Was machen Sie, wenn Sie solche Prospekte schreiben oder solche Beschlüsse fassen? (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn Sie es nicht wollen ... rückverweisen!) Erkundigen Sie sich nicht vorher? Rufen Sie nicht vorher schon bei der EU an? Rufen Sie erst bei der EU an, wenn Herr Molterer und Herr Schüssel sagen: Rufen Sie bei der EU an!? Ist dann der Zeitpunkt gegeben? Sind Sie wirklich nur ein Vorhof, ein Teppichvorleger der ÖVP? Ist das wirklich so? (Heiterkeit bei SPÖ und FPÖ.) – Dann sollten Sie das aber gleich bekennen! Dann sollten Sie hier herauskommen und es auch deutlich sagen. (Abg. Scheibner: Auf Ihrem Teppich ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Auf einmal!
Aber doch nicht, wenn man einen Studienbeitrag abschafft. Da werden wir nicht mitgehen, denn das packe ich nicht mehr. Es gibt viele Dinge, die man mit einer Volksabstimmung hätte machen können. Und wenn der Untergang der Demokratie oder des Parlamentarismus jetzt von Ihnen beschworen wird, dann ist das durchschaut. (Abg. Ing. Westenthaler: Auf einmal!)
Abg. Ing. Westenthaler: In diese Verlegenheit werden Sie nicht kommen!
Ich weiß, und ich wurde natürlich auch mehrfach darauf angesprochen, dass es hier insbesondere im Kulturbereich, aber auch im Sportbereich einiges an Verunsicherungen gegeben hat. Wir sind laufend in Gesprächen mit Institutionen, die sich auch direkt an uns wenden. Diese Gespräche gehen auch weiter. Wir können in diesen direkten Gesprächen praktisch 90 Prozent der Fallkonstellationen aufklären, nämlich dass diese in der Regel nicht unter diese Bestimmungen fallen. Es gibt einen Restbestand, der wahrscheinlich nur durch eine neue gesetzliche Regelung zu klären ist, und ich habe auch angeboten, nach den Wahlen in Ruhe und mit Augenmaß diese Überarbeitung vorzunehmen. (Abg. Ing. Westenthaler: In diese Verlegenheit werden Sie nicht kommen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir wünschen Ihnen persönlich auch alles Gute!
Nur: Der gegenständliche Initiativantrag, das muss ich schon sagen, geht auch weit hinter die bis 2008 geltende Rechtslage zurück und legalisiert Verhaltensweisen, von denen ich glaube, dass das eigentlich auch die Antragsteller nicht wirklich so wollen können. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir wünschen Ihnen persönlich auch alles Gute!) Wenn es legal sein soll, dass ein Pharmakonzern einen Sektionschef aus dem Gesundheitsministerium mit Gattin 14 Tage in die Karibik einlädt, zwei Tage Kongress, Rest Rahmenprogramm, dann denke ich nicht, dass das wirklich im Sinne einer Stärkung des Ansehens der öffentlichen Institutionen wäre.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir wünschen Ihnen alles Gute! Auf Wiederschauen!
Ich gebe zu, wir haben hier einen Regelungsbedarf. Das sollten wir mit Augenmaß und unter Wahrung auch unserer international eingegangenen Verpflichtungen tun. Ich bitte, diesen Initiativantrag nicht zu unterstützen, sondern vernünftige Neuregelungen zu machen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir wünschen Ihnen alles Gute! Auf Wiederschauen!)
Sitzung Nr. 75
Abg. Ing. Westenthaler: Das hat er nicht gesagt!
Abgeordnete Marianne Hagenhofer (SPÖ): Herr Präsident! Geschätzte Mitglieder auf der Regierungsbank! Werte Kolleginnen und Kollegen! Herr Kollege Strasser ... – Herr Kollege Scheibner, bitte um Entschuldigung! (Heiterkeit bei der ÖVP.) Freiheit ohne Grenzen führt uns gerade dorthin, wo wir jetzt stehen, nämlich zur Sanierung des Finanzsystems. (Abg. Ing. Westenthaler: Das hat er nicht gesagt!) Und wenn unser Klubobmann Cap heute gemeint hat, dass wir die Pensionen und vor allen Dingen auch die Betriebspensionen, etwas, wo ja Geld der Arbeitgeber und Arbeitnehmer hineinfließt, sozusagen absichern müssen, staatlich absichern müssen, dann ist das noch lange keine sozialpolitische – wie haben Sie gesagt: Retro-Perspektive?; nein, das hat der Herr Kollege Stummvoll gesagt, aber Sie erzählen auch das Gleiche, nur mit anderen Worten (Abg. Strache: Nein, Schüssel war das!) –, also, dann ist das keine sozialpolitische Retro-Perspektive, sondern es ist ganz genau das, was sich die Menschen von uns erwarten, nämlich Existenzsicherung.
Gesetzgebungsperiode 24
Sitzung Nr. 1
Abg. Ing. Westenthaler: Kann er schon auswendig!
Herr Kollege Cap, Sie verfügen offenbar über ein ausgezeichnetes Redemanuskript-Archiv in Ihrem Büro, weil Sie zu jedem Zeitpunkt die Rede der letzten Jahre herausholen und diese hier halten können. (Abg. Ing. Westenthaler: Kann er schon auswendig!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich kann noch einmal sagen: Wir haben kein Problem mit Frau Präsidentin Prammer gehabt, kein Problem mit dem Herrn Präsidenten Spindelegger gehabt, natürlich auch nicht mit unserer Präsidentin Glawischnig. Wir werden der Wahl der Kollegin Prammer beziehungsweise des Kollegen Spindelegger selbstverständlich zustimmen. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Sie erwarten wahrscheinlich auch nicht, dass ich jetzt darüber spreche.
Sitzung Nr. 3
Abg. Ing. Westenthaler: Wie lange noch?!
Wir haben in der Vergangenheit die Chancen in Europa sehr gut genützt – das ist die Überleitung zu dem, was wir heute hier debattieren und, wie ich hoffe, auch beschließen, nämlich dass wir als Österreicher unsere Chancen im Wirtschaftsraum Europa hervorragend genutzt haben: Wir haben Vollbeschäftigung mit 3,9 Prozent, einen hohen Lebensstandard wie in wenigen anderen Ländern weltweit (Abg. Ing. Westenthaler: Wie lange noch?!), und wir haben das vierthöchste Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in der Europäischen Union. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie lange noch?!) – Wir haben hervorragende Arbeit in Österreich und mit einem starken Österreich in Europa geleistet! Das ist eine gute Ausgangsposition zur Bekämpfung dessen, was im Bereich der Realwirtschaft auf uns zukommt.
Abg. Ing. Westenthaler: Wie lange noch?!
Wir haben in der Vergangenheit die Chancen in Europa sehr gut genützt – das ist die Überleitung zu dem, was wir heute hier debattieren und, wie ich hoffe, auch beschließen, nämlich dass wir als Österreicher unsere Chancen im Wirtschaftsraum Europa hervorragend genutzt haben: Wir haben Vollbeschäftigung mit 3,9 Prozent, einen hohen Lebensstandard wie in wenigen anderen Ländern weltweit (Abg. Ing. Westenthaler: Wie lange noch?!), und wir haben das vierthöchste Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in der Europäischen Union. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie lange noch?!) – Wir haben hervorragende Arbeit in Österreich und mit einem starken Österreich in Europa geleistet! Das ist eine gute Ausgangsposition zur Bekämpfung dessen, was im Bereich der Realwirtschaft auf uns zukommt.
Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das jetzt mit der AUA? Das möchten wir gerne wissen!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nun gelangt Herr Bundesminister Faymann zu Wort. 8 Minuten Redezeit. – Bitte, Herr Bundesminister. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das jetzt mit der AUA? Das möchten wir gerne wissen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Es ist aber nichts drin im Paket!
Die Kaufkraft der Bevölkerung zu stärken ist eine wichtige Maßnahme. Die Maßnahme, die öffentliche Nachfrage zu steigern, ist ... – (Abg. Ing. Westenthaler: Es ist aber nichts drin im Paket!) – Da haben wir schon einiges gemeinsam beschlossen, und daran zu erinnern habe ich bereits versucht: an die Familienbeihilfe, an das Pflegegeld, an die Bereiche der Senioren, der Einmalzuschüsse et cetera. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Steuern müssen Sie endlich senken!) – Sehr richtig, Herr Kollege.
Abg. Ing. Westenthaler: Die Steuern müssen Sie endlich senken!
Die Kaufkraft der Bevölkerung zu stärken ist eine wichtige Maßnahme. Die Maßnahme, die öffentliche Nachfrage zu steigern, ist ... – (Abg. Ing. Westenthaler: Es ist aber nichts drin im Paket!) – Da haben wir schon einiges gemeinsam beschlossen, und daran zu erinnern habe ich bereits versucht: an die Familienbeihilfe, an das Pflegegeld, an die Bereiche der Senioren, der Einmalzuschüsse et cetera. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Steuern müssen Sie endlich senken!) – Sehr richtig, Herr Kollege.
Abg. Ing. Westenthaler: Aber die Leute warten auf eine Steuersenkung!
Die Frage muss auch sein: Wie schauen die nächsten Maßnahmen aus? Der erste Schritt hat ja zum Ziel, dass es noch einen zweiten und einen dritten Schritt gibt, sonst bräuchte man ihn ja nicht zu nummerieren, wenn es ohnehin der einzige Schritt wäre. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber die Leute warten auf eine Steuersenkung!) Daher wird natürlich die Frage, wann und in welchem Ausmaß es uns gelingt, auch weiterhin die Kaufkraft der Bevölkerung zu stärken, ein Hauptanliegen im Kampf gegen Arbeitslosig-
Abg. Ing. Westenthaler: In welchem Büro?
Abgeordneter Wolfgang Katzian (SPÖ): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren von der Bundesregierung! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich war heute vor Beginn dieser dritten Sitzung im Büro und habe dort wieder – zum wiederholten Male in den letzten Tagen – Kurzarbeitsvereinbarungen unterzeichnet. (Abg. Ing. Westenthaler: In welchem Büro?) – In meinem Büro in der Gewerkschaftsorganisation, lieber Abgeordneter Westenthaler, habe ich Kurzarbeitsvereinbarungen unterzeichnet. Ich erwähne das deshalb, weil ich glaube, dass es wichtig ist zu wissen, dass wir sehr viel spekulieren können, ob die Krise auf die Realwirtschaft überschwappen wird oder nicht, aber Fakt ist, die Krise ist in der Realwirtschaft angekommen. Die Kurzarbeitsvereinbarungen der letzten Tage sind ein Zeichen dafür.
Abg. Ing. Westenthaler: Aber nur die Hälfte!
Weil das so ist, meine Damen und Herren, denke ich, dass das vorliegende Konjunkturpaket ein richtiger und wichtiger Schritt ist (Abg. Ing. Westenthaler: Aber nur die Hälfte!), aber nur ein erster Schritt sein kann. Es geht darum, weitere Schritte zu setzen, die auch im Sinne der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind.
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Skandal!
Und was wird das Nächste sein? Dass man vielleicht noch zusätzliche Sicherheiten von den Kreditnehmern verlangt, von den kleinen Häuselbauern?! Das ist die Reaktion: Auf der einen Seite 100 Milliarden € an Steuergeldern nehmen, und es sich auf der anderen Seite bei denen, die das zahlen, nämlich bei den Steuerzahlern, noch einmal hereinholen! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Skandal!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der kommt trotzdem!
Was den Antrag des BZÖ betrifft, so halte ich das für keine gute Idee. Warum? (Abg. Ing. Westenthaler: Der kommt trotzdem!) – In den nächsten Wochen, Kollege Westenthaler, sind alle Akteure voll gefordert, müssen sich voll einsetzen, um das Bestmögliche noch zu erringen – und da ist es, glaube ich, nicht wirklich sehr sinnvoll, wenn parlamentarische Beratungen und Befragungen stattfinden. Ich weiß schon, das ist ein Minderheitsrecht, das kann man auch mit 46 Unterschriften einsetzen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) – Ja, das ist Ihr gutes Recht, aber Sie haben dann natürlich auch die Verantwortung.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Was den Antrag des BZÖ betrifft, so halte ich das für keine gute Idee. Warum? (Abg. Ing. Westenthaler: Der kommt trotzdem!) – In den nächsten Wochen, Kollege Westenthaler, sind alle Akteure voll gefordert, müssen sich voll einsetzen, um das Bestmögliche noch zu erringen – und da ist es, glaube ich, nicht wirklich sehr sinnvoll, wenn parlamentarische Beratungen und Befragungen stattfinden. Ich weiß schon, das ist ein Minderheitsrecht, das kann man auch mit 46 Unterschriften einsetzen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) – Ja, das ist Ihr gutes Recht, aber Sie haben dann natürlich auch die Verantwortung.
Sitzung Nr. 4
Abg. Ing. Westenthaler: Und jetzt wird gelesen!
Mehr Aufträge für Österreichs Wirtschaft und mehr Kaufkraft für Österreichs Konsumenten: Das zeichnet unser Regierungsprogramm aus (Abg. Ing. Westenthaler: Und jetzt wird gelesen!), ganz im Unterschied zu dem von Ihnen behaupteten – wie Sie es in Ihrer Frage nennen – „Hintergrund eines untauglichen Regierungsprogramms“. (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso lesen Sie jetzt eigentlich?) – Man sagt ja eigentlich, eine Frage kann nicht falsch sein, sondern nur eine Antwort. Aber in dieser Frage, in der Sie von einem „untauglichen Regierungsprogramm“ sprechen, ist es Ihnen gelungen, schon falsch zu beginnen. (Abg. Ing. Westenthaler: Nein, die Antwort ist falsch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wieso lesen Sie jetzt eigentlich?
Mehr Aufträge für Österreichs Wirtschaft und mehr Kaufkraft für Österreichs Konsumenten: Das zeichnet unser Regierungsprogramm aus (Abg. Ing. Westenthaler: Und jetzt wird gelesen!), ganz im Unterschied zu dem von Ihnen behaupteten – wie Sie es in Ihrer Frage nennen – „Hintergrund eines untauglichen Regierungsprogramms“. (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso lesen Sie jetzt eigentlich?) – Man sagt ja eigentlich, eine Frage kann nicht falsch sein, sondern nur eine Antwort. Aber in dieser Frage, in der Sie von einem „untauglichen Regierungsprogramm“ sprechen, ist es Ihnen gelungen, schon falsch zu beginnen. (Abg. Ing. Westenthaler: Nein, die Antwort ist falsch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Nein, die Antwort ist falsch!
Mehr Aufträge für Österreichs Wirtschaft und mehr Kaufkraft für Österreichs Konsumenten: Das zeichnet unser Regierungsprogramm aus (Abg. Ing. Westenthaler: Und jetzt wird gelesen!), ganz im Unterschied zu dem von Ihnen behaupteten – wie Sie es in Ihrer Frage nennen – „Hintergrund eines untauglichen Regierungsprogramms“. (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso lesen Sie jetzt eigentlich?) – Man sagt ja eigentlich, eine Frage kann nicht falsch sein, sondern nur eine Antwort. Aber in dieser Frage, in der Sie von einem „untauglichen Regierungsprogramm“ sprechen, ist es Ihnen gelungen, schon falsch zu beginnen. (Abg. Ing. Westenthaler: Nein, die Antwort ist falsch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Im Parlament gilt die freie Rede!
Ein taugliches Regierungsprogramm entsteht dadurch, dass man nicht nur Ziele formuliert (Abg. Ing. Westenthaler: Im Parlament gilt die freie Rede!), sondern – wie das in unserem Regierungsprogramm der Fall sein wird – dass man auch Maßnahmen mit mehr als 5 Milliarden € für das kommende Jahr und dann in der Folge für das Jahr 2010 ganz konkret, Maßnahme für Maßnahme, beziffert: etwa bei der Steuersenkung für jene Menschen, die in unserem Land zur Mittelschicht gehören, und für jene Menschen, die Bezieher kleiner Einkommen sind, ebenso für Familien und für Familien mit Kindern.
Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Wittmann: Der Scheibner wäre der bessere Klubobmann! Ich glaube, der Scheibner wäre auch der bessere Redner! Sogar der Westenthaler war besser!
Dieser Sozialkapitalismus ist es ja, der uns so viele Sorgen bereitet, meine Damen und Herren, denn er bedeutet auch einen riesigen Rucksack an Schulden, der uns umgehängt wurde noch in jener Zeit, als Sie maßgeblich Verantwortung getragen haben in diesem Land. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Wittmann: Der Scheibner wäre der bessere Klubobmann! Ich glaube, der Scheibner wäre auch der bessere Redner! Sogar der Westenthaler war besser!)
Sitzung Nr. 6
Abg. Ing. Westenthaler: Sonst gibt es eine Neuwahl!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Wir werden diesem Vorschlag der ÖVP zustimmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sonst gibt es eine Neuwahl!) Kollege Neugebauer ist ja kein unbeschriebenes
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Blatt. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Wir erwarten uns, dass sich Fritz Neugebauer mit seinem Gewicht für das Parlament, für die Interessen dieses Hauses sowie für den Ausbau der Demokratie einsetzen wird. Wir glauben, dass das sicherlich ein gutes Team sein wird in der Präsidiale und hoffen auf eine gute Zusammenarbeit. Unsere Unterstützung haben Sie! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Großruck: Mein erster Applaus für Cap! – Abg. Ing. Westenthaler: Das war wieder eine Rede voller Engagement!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Großruck: Mein erster Applaus für Cap! – Abg. Ing. Westenthaler: Das war wieder eine Rede voller Engagement!
Blatt. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Wir erwarten uns, dass sich Fritz Neugebauer mit seinem Gewicht für das Parlament, für die Interessen dieses Hauses sowie für den Ausbau der Demokratie einsetzen wird. Wir glauben, dass das sicherlich ein gutes Team sein wird in der Präsidiale und hoffen auf eine gute Zusammenarbeit. Unsere Unterstützung haben Sie! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Großruck: Mein erster Applaus für Cap! – Abg. Ing. Westenthaler: Das war wieder eine Rede voller Engagement!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht nur dort! Auch am Ballhausplatz!
„An der Wall Street herrscht ein Defizit an Durchblick, aber es herrscht auch ein moralisches Defizit.“ (Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht nur dort! Auch am Ballhausplatz!) – Sie, Herr Westenthaler, hat er, glaube ich, nie kennengelernt! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Behauptet ja niemand! – Abg. Ing. Westenthaler: Behauptet ja keiner! Wer hat das behauptet?
Eines liegt mir dabei besonders am Herzen: Unsere Reaktion auf die Krise muss auch sein, billige Schuldzuweisungen abzuwehren. Ich warne davor, jenen, die diese Krise am heftigsten trifft, die Schuld daran in die Schuhe zu schieben. Kein Arbeitnehmer dieses Landes – gleichgültig, ob dieser einen österreichischen Pass besitzt oder nicht – hat Schuld an der Krise der Finanzmärkte! Kein Arbeitnehmer hat Schuld an der Rezession! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Behauptet ja niemand! – Abg. Ing. Westenthaler: Behauptet ja keiner! Wer hat das behauptet?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das Wort „Volksabstimmung“ kommt gar nicht mehr vor!
Umfragen zeigen immer wieder, dass die Österreicherinnen und Österreicher dem europäischen Integrationsprojekt und der europäischen Politikgestaltung zunehmend skeptisch bis kritisch gegenüberstehen. Diese Sorgen und diese Kritik müssen wir ernst nehmen. Wir müssen uns verstärkt in jenen Politikbereichen auf europäischer Ebene engagieren, die den Menschen spürbare Verbesserungen bringen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das Wort „Volksabstimmung“ kommt gar nicht mehr vor!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist denn die Volksabstimmung? – Abg. Strache: Volksabstimmung? – Ein Bauchfleck!
Die österreichische Bundesregierung wird sich daher dafür einsetzen, gemeinsam mit den Partnern in der Europäischen Union eine europäische Zukunftsoffensive zu entwickeln. Dies bedeutet vor allem ein stärkeres Engagement Österreichs in den Bereichen Wachstum, Beschäftigung und Soziales. Die Menschen in Europa erwarten ein deutliches Signal für die reale Wirtschaft, die Unternehmen und die Beschäftigten. Die sozialen Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise müssen nachhaltig abgefedert werden. Sozialer Zusammenhalt, Verteilungsgerechtigkeit, Vollbeschäftigung und Geschlechtergleichstellung müssen mit nachhaltiger Entwicklung und Wettbewerbsfähigkeit Hand in Hand gehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist denn die Volksabstimmung? – Abg. Strache: Volksabstimmung? – Ein Bauchfleck!)
Abg. Mag. Stadler: Die Türkei haben Sie jetzt ausgelassen! – Abg. Ing. Westenthaler: Im Text steht „Türkei“!
Es geht aber nicht nur um die internen Politikfelder der Europäischen Union, sondern auch um unser Engagement im Bereich der Außenbeziehungen und der künftigen Erweiterung der Europäischen Union. Die Bundesregierung unterstützt das Ziel der EU-Erweiterung durch Kroatien, wo wir für eine zielstrebige Fortsetzung und für einen raschen Abschluss der Verhandlungen eintreten. (Abg. Strache: Mit Volksabstimmung, oder?) Die Bundesregierung wird darauf achten, dass der Erweiterungsprozess unter voller Berücksichtigung der Aufnahmefähigkeit der EU sorgfältig und umsichtig gestaltet wird. (Abg. Mag. Stadler: Die Türkei haben Sie jetzt ausgelassen! – Abg. Ing. Westenthaler: Im Text steht „Türkei“!) – Schön, dass Sie lesen können, das freut mich.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten eigentlich nicht lesen! Eigentlich sollten Sie frei sprechen, nicht herunterlesen! Das ist zum Genieren, was Sie da machen! Das ist eine Riesenschande!
Bedeutung, dass es der Europäischen Union gelingt ... (Abg. Strache: Sie lesen uns jetzt schon die ganze Zeit völlig emotionslos und ohne Herz was vor! Sie lesen!) – Sie werden mir verzeihen, dass ich mich, wenn ich meinen Text vorlese, freue, dass er immer wieder mitliest und schaut, ob es übereinstimmt. Nachdem wir es ja allen Parteien zur Verfügung gestellt haben, bin ich davon ausgegangen, dass auch jeder die Möglichkeit hat, das zu lesen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten eigentlich nicht lesen! Eigentlich sollten Sie frei sprechen, nicht herunterlesen! Das ist zum Genieren, was Sie da machen! Das ist eine Riesenschande!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das können Sie sich gar nicht vorstellen! – Rufe beim BZÖ: Abwarten!
Abschließend möchte ich Ihnen daher sagen: Ich kann mir natürlich vorstellen, dass die Debattenredner jetzt bezüglich vieler Bereiche das wiederholen werden, was sie längst öffentlich gesagt haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Das können Sie sich gar nicht vorstellen! – Rufe beim BZÖ: Abwarten!) Ich möchte Sie aber bitten, messen Sie diese neue Bundesregierung in einer Zeit großer Herausforderungen an ihren Anstrengungen. (Abg. Mag. Stefan: Der Wille zählt fürs Werk! – Abg. Mag. Stadler: Das sieht man!) Messen Sie uns an den Bemühungen, Verbesserungen für jene zu erreichen, die dem Wettbewerb in einer globalisierten Wirtschaft am schutzlosesten ausgeliefert sind. (Abg. Mag. Stadler: Man sieht, dass Sie bemüht sind, aber das genügt nicht!)
Anhaltender Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Gott schütze Österreich! Der Klima war ein Intellektueller dagegen! Das Schwächste, was ich jemals gehört habe! Durchgefallen, Herr Bundeskanzler!
Für alle Mitglieder unserer Bundesregierung gilt, dass wir alle Chancen für unser Land im europäischen und internationalen Zusammenhang ergreifen wollen, dass wir in Österreich und in Europa dafür sorgen wollen, dass Regeln für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Zukunft erstellt werden, die die Menschen und die Arbeitnehmer zum Zentrum haben, und dass der unserer Übereinkunft zugrunde liegende Gedanke das gemeinsame Handeln zum Besten Österreichs ist. (Anhaltender Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Gott schütze Österreich! Der Klima war ein Intellektueller dagegen! Das Schwächste, was ich jemals gehört habe! Durchgefallen, Herr Bundeskanzler!)
Abg. Strache – auf das rot leuchtende Lämpchen am Rednerpult deutend –: Ihre Rede ist schon zu Ende! Herr Präsident, das Licht brennt noch! – Abg. Ing. Westenthaler: Die Zeit ist schon wieder um!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Ich habe mir im Laufe der Rede des Kollegen Strache – beim Kollegen Bucher und bei den anderen Oppositionsrednern wird es aber sicher nicht anders sein – gedacht, es wäre gut, wenn es einmal eine Reform der Oppositionsreden gäbe. (Abg. Strache – auf das rot leuchtende Lämpchen am Rednerpult deutend –: Ihre Rede ist schon zu Ende! Herr Präsident, das Licht brennt noch! – Abg. Ing. Westenthaler: Die Zeit ist schon wieder um!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das sagen gerade Sie! – Abg. Strache: Das beleuchten wir ja gerade! – Abg. Dr. Haimbuchner: Kein Applaus bei der ÖVP!
Wie wollen Sie eigentlich Ihre Wählerinnen und Wähler behalten, wenn Sie in der Konfrontation um die Regierungserklärung nichts anzubieten haben? Wie wollen Sie das eigentlich machen? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das sagen gerade Sie! – Abg. Strache: Das beleuchten wir ja gerade! – Abg. Dr. Haimbuchner: Kein Applaus bei der ÖVP!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben die ... verloren in der Geschichte!
Herr Kollege Bucher, bei Ihnen hat die Abwanderung ohnehin schon angefangen. Mit jeder Rede, die Sie halten, wird das noch mehr verstärkt werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben die ... verloren in der Geschichte!) Aber ich würde vorschlagen, damit wir auch über Ideen von Ihnen diskutieren können, wenn Sie Ideen haben, wollen wir sie mit einfließen lassen. Aber dann dürfen Sie sie nicht verschweigen, sondern stellen Sie sich hier her und haben Sie den Mut zu konkreten Vorstellungen! Dann können wir konkret darüber diskutieren (Zwischenrufe der Abgeordneten Strache und Bucher) – und bringen Sie nicht einen depressiven Vortrag: Das wird alles nichts, ich bin so depressiv und ich will nicht mehr. – Das hat einfach keinen Sinn! (Abg. Strache: Wir haben keine 50 Minuten Zeit wie der Herr Faymann!)
Abg. Ing. Westenthaler: Im Parlament gibt es die freie Rede!
Jetzt möchte ich Ihnen noch etwas sagen: Die Regierungserklärung muss nicht schriftlich an Sie versandt werden. (Abg. Strache: Sie soll nicht vorgelesen werden! Und: mit mehr Emotion!) Das ist in Wirklichkeit ein Beitrag für ein lebendigeres Parlament. Sie haben gestern um 18.23 Uhr die Regierungserklärung bekommen. „Pudeln“ Sie sich nicht auf, wenn sie hier, sich an den Text haltend, so vorgetragen wird. Das ist nichts anderes als ein Zugehen auf die Oppositionsparteien, aber es muss auch nicht sein. (Abg. Ing. Westenthaler: Im Parlament gibt es die freie Rede!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Chef des Knebelparlaments!
wenn der Heizkostenzuschuss des Bundes kommt. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Chef des Knebelparlaments!) Also nicht mit Halbwahrheiten arbeiten, sondern auch dazusagen, dass das in Wien beschlossen wurde und dass das auch vom Bund hinzukommt! – Nur damit wir uns einmal darüber im Klaren sind.
Abg. Ing. Westenthaler: Knebelparlament!
Mein Appell ist, dass wir dieses gute Spannungsverhältnis zwischen einer Regierung und den Oppositionsparteien, das in einer Demokratie vorhanden sein muss, qualitativ auf eine höhere Ebene stellen, dass diejenigen, die heute im Fernsehen zusehen (Abg. Ing. Westenthaler: Knebelparlament!), nicht immer die Zwischenrufe des Herrn Kollegen Westenthaler ertragen müssen, und vor allem, dass diejenigen, die im Fernsehen zusehen, erkennen, hier sind fünf Parteien im Hohen Haus, die sich bemühen, gemeinsam für Österreich das Beste herauszuholen. Das werden Sie nur dann glaubwürdig transportieren, wenn Sie nicht hier herauskommen, mit uns nur sinnlos formal streiten oder irgendwelche Beleidigungen anbringen, sondern wenn Sie sich inhaltlich der Herausforderung für die Zukunft Österreichs stellen und konkrete Vorstellungen haben. Das wäre viel besser, als auf dem Klavier von Emotionen, von Vorurteilen, von Missverständnissen, von ich weiß nicht was noch alles zu spielen, wo am Ende des Tages nichts herauskommt.
Abg. Ing. Westenthaler: Kein Wort dazu!
Jawohl, dass die Bürger mehr einbezogen werden! Richtig, die Partizipation der Bürger – dazu haben wir uns immer bekannt, dazu werden wir uns auch in Zukunft bekennen (Abg. Ing. Westenthaler: Kein Wort dazu!) –, was bedeutet, dass diese Entfremdung abgebaut wird, die da und dort empfunden wird.
Abg. Bucher: In den Ausschüssen vertagt! – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr knebelt das Parlament!
Alle offenen Fragen werden angesprochen, werden mit Vorschlägen versehen (Abg. Bucher: Konkret?) – mag sein, dass das da und dort noch zu präzisieren ist, und das ist auch gut so. Es gibt Dinge, wo man sich noch zusammensetzen muss und das noch präziser machen muss. In allen Punkten hat die Opposition die Möglichkeit, Vorstellungen einzubringen, Ideen einzubringen. Und das Versprechen gilt, dass diese Ideen, wenn sie gut sind, auch aufgegriffen werden. (Abg. Bucher: In den Ausschüssen vertagt! – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr knebelt das Parlament!)
Abg. Ing. Westenthaler: Steht da drinnen: „Milliarden“!
Das ist doch ein Hohn und ein Spott! Aber den Herrn Finanzminister möchte ich in Anbetracht dieser Budgetzahlen und in Anbetracht der einen oder anderen Maßnahme warnen. Ich hoffe, das war ein Fehler, dass Sie 850 Milliarden € in die Bauten investieren wollen, denn das ist ja mehr, als die USA und China zusammen investieren und zusammenbringen. (Abg. Mag. Stadler: Das ist ihm nicht einmal aufgefallen!) Aber das allein zeigt ja schon den linkspopulistischen Ansatz des Bundeskanzlers. (Abg. Ing. Westenthaler: Steht da drinnen: „Milliarden“!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist peinlich!
Da muss man sich wirklich fragen: Hat das in einem Regierungsprogramm zu stehen, meine sehr geehrten Damen und Herren? (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist peinlich!) – Ja, es ist wirklich peinlich, wie Kollege Peter Westenthaler sagt.
Abg. Ing. Westenthaler: Wer sagt das?
Meine Damen und Herren, diese Koalition ist eine Koalition der praktischen Vernunft. Es gibt in beiden Parteien – zugegeben! – Kritiker, es gibt in beiden Parteien nicht wenige, die sich eine andere Regierungskonstellation gewünscht hätten, aber eine überwältigende Mehrheit der Politiker beider Parteien ist sich mit der Mehrheit der Bevölkerung einig über diese Koalition, und die Bevölkerung vertraut in diesen Tagen der Zusammenarbeit von ÖVP und SPÖ. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer sagt das?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wer’s glaubt, wird selig!
Ein erster Schritt wird sein, dass wir unverzüglich mit Ihnen die Gespräche über die Minderheitsrechte hier im Hohen Haus – über Ihre Rechte, die Sie hier wahrnehmen sollen und wollen (Abg. Bucher: Sie werden sie selber bald brauchen!) – aufnehmen und offen mit Ihnen darüber reden. Das wird die erste Geste der Zusammenarbeit aller hier in diesem Haus sein. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wer’s glaubt, wird selig!)
Heiterkeit des Abg. Strache. – Abg. Ing. Westenthaler: Die „Kronen Zeitung“!
Herr Kollege Faymann, eines möchte ich Sie aber schon fragen: Was haben Sie, was Gusenbauer nicht hatte? (Heiterkeit des Abg. Strache. – Abg. Ing. Westenthaler: Die „Kronen Zeitung“!) Wo ist die Sozialpolitik geblieben? Wo ist das soziale Gewissen?
Abg. Ing. Westenthaler: Falsch! Weniger Ressorts, das wäre es gewesen!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, es ist tatsächlich so, dass ich schon von Regierungsseite und auch von vielen anderen, deren Wünsche im Regierungspaket festgemacht worden sind, vernommen habe: Es muss mehr Geld her für Ressorts (Abg. Ing. Westenthaler: Falsch! Weniger Ressorts, das wäre es gewesen!), es muss mehr Geld her für verschiedene politische Ziele, die notwendig und richtig sind! Ich appelliere daher von dieser Stelle aus als neuer Finanzminister – und ich darf an meiner Seite die Herren Reinhold Lopatka und Andreas Schieder ausdrücklich erwähnen –: Wir dürfen trotz Krisen, Herausforderungen, der Notwendigkeit von Investitionen für unsere Wirtschaft, um den Kreislauf aufrechtzuerhalten, eines niemals aus der Hand geben und ein Prinzip niemals vergessen: Die Schulden von heute sind die Sparpakete von morgen! Wir zahlen heute noch an jenen Schulden, die vor Jahren und Jahrzehnten (Abg. Vilimsky: Rot und Schwarz gemacht haben! Sagen Sie es nur!) in Österreich gemacht wurden.
Abg. Ing. Westenthaler: Wir können uns das gut vorstellen! Das können wir uns gut vorstellen! So geht es uns auch!
Bundesminister für Soziales und Konsumentenschutz Rudolf Hundstorfer: Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sie können sich sicher vorstellen, dass es in 4 Minuten nicht möglich ist, Ihnen einen Überblick über das gesamte Ressort zu geben. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir können uns das gut vorstellen! Das können wir uns gut vorstellen! So geht es uns auch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das versprecht ihr ja schon so lange!
Das Wichtigste dabei wird sein, dass Jugendliche und junge Menschen trotz Wirtschaftskrise den Einstieg in den Arbeitsmarkt schaffen. Der Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit um 6,9 Prozent im November zeigt, dass Jugendliche bereits jetzt von den Vorboten der Krise sehr stark betroffen sind. Meine Vision ist, dass kein Jugendlicher auf der Straße steht, dass alle jungen Menschen einen Ausbildungsplatz bekommen, dass dieser bereitgestellt wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Das versprecht ihr ja schon so lange!) – Auch wenn Sie es schon kennen, Herr Westenthaler, es schadet nicht, wenn diejenigen, die uns via Medien zuhören, dies auch noch einmal hören. – Und es muss auch ganz klar sein, dass die Ausbildung in überbetrieblichen Ausbildungseinrichtungen stattfinden soll, wenn keine betriebliche Lehrwerkstätte gefunden werden kann.
Abg. Ing. Westenthaler: Ist das der mit der Kurzarbeit, der „Kurzarbeitsminister“?
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Zu Wort gelangt jetzt Herr Bundesminister Dr. Mitterlehner. 4 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist das der mit der Kurzarbeit, der „Kurzarbeitsminister“?)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe genau zugehört!
Herr Kollege Westenthaler, da haben Sie mir gestern nicht zugehört. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe genau zugehört!) Ich habe nicht mit der Kurzarbeit begonnen, sondern das, was ich vorangestellt habe, war der offensive Teil. Das Konjunkturpaket I ist beschlossen und wird jetzt auch umgesetzt. Sie sollten es einmal anschauen und lesen. Und da Sie das immer einfordern und meinen, es sei alles zu spät und viel zu wenig: Wissen Sie, was Sie am 24. September hier gemacht haben? (Abg. Ing. Westenthaler: Nehmen Sie das mit der Kurzarbeit zurück!) Sie haben – wie alle anderen auch – über die Inflation geredet und niemand über die Wirtschaftskrise. Jetzt haben Sie es noch eingefordert.
Abg. Ing. Westenthaler: Nehmen Sie das mit der Kurzarbeit zurück!
Herr Kollege Westenthaler, da haben Sie mir gestern nicht zugehört. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe genau zugehört!) Ich habe nicht mit der Kurzarbeit begonnen, sondern das, was ich vorangestellt habe, war der offensive Teil. Das Konjunkturpaket I ist beschlossen und wird jetzt auch umgesetzt. Sie sollten es einmal anschauen und lesen. Und da Sie das immer einfordern und meinen, es sei alles zu spät und viel zu wenig: Wissen Sie, was Sie am 24. September hier gemacht haben? (Abg. Ing. Westenthaler: Nehmen Sie das mit der Kurzarbeit zurück!) Sie haben – wie alle anderen auch – über die Inflation geredet und niemand über die Wirtschaftskrise. Jetzt haben Sie es noch eingefordert.
Abg. Ing. Westenthaler: Da haben Sie mich falsch verstanden!
Daher verstehe ich nicht, warum Sie solche Angst vor der Sozialpartnerschaft haben. Sozialpartnerschaft ist nicht dann gegeben, wenn ich als ehemaliger Interessenvertreter mache, was die Wirtschaftskammer wünscht, sondern wenn ich das mache, was der Standort braucht. (Abg. Ing. Westenthaler: Da haben Sie mich falsch verstanden!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Schlechte Zeiten für Arbeitnehmer, meine Damen und Herren!
Gemeinsam mit Christine Marek werden wir dieses integrative Leben umsetzen. Ich glaube, das ist ein durchaus vernünftiger Ansatz, um die Krise bewältigen zu helfen. Alleine werden wir das nicht schaffen, ich ersuche Sie daher um Zusammenarbeit! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Schlechte Zeiten für Arbeitnehmer, meine Damen und Herren!)
Abg. Ing. Westenthaler: Welche?
Teil II: Natürlich werden wir im Bereich des Konjunkturpaketes, den diese Bundesregierung als Konjunkturpaket II umsetzt, weitere Maßnahmen setzen, die über die vorzeitige Abschreibung hinausgehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Welche?) – Denken Sie an die thermische Sanierung! Die Umrüstung der Thermen alleine ist ein Beschäftigungsprogramm für Tausende in den Bereichen der Gas-, Wasser- und Elektroinstallation.
Abg. Ing. Westenthaler: Welches Einkommen?
Zur steuerlichen Entlastung darf ich sagen, ich bin sehr froh darüber, dass dieses Kapitel sehr, sehr konkret ausformuliert ist, und ich muss weiters sagen: Für eine Familie mit zwei Verdienern und zwei Kindern bedeutet diese steuerliche Entlastung eine Ersparnis von 2 500 €; in Schilling: 35 000 S pro Jahr – und das spüren die Menschen, das spüren junge Ehepaare mit zwei Kindern! (Abg. Ing. Westenthaler: Welches Einkommen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie dazu, welche Bundesländer! – Abg. Strache: Das Innenministerium hat sich nicht an die gesetzlichen Vorgaben gehalten, Frau Bundesminister!
Daher gehören zuerst die Quoten eingehalten, und zwar von allen Bundesländern gleichermaßen. Dazu haben sich die Bundesländer ja freiwillig bereiterklärt (Zwischenruf des Abg. Petzner, der auf ein von ihm in die Höhe gehaltenes Dokument verweist) – und jetzt halten manche diese Quoten nicht ein! (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie dazu, welche Bundesländer! – Abg. Strache: Das Innenministerium hat sich nicht an die gesetzlichen Vorgaben gehalten, Frau Bundesminister!)
Abg. Ing. Westenthaler: Frau Csörgits hat 1:12 Minuten darüber geredet!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Frau Abgeordnete, Sie sind bereits eine halbe Minute über der Zeit. Bitte den Schlusssatz! (Abg. Ing. Westenthaler: Frau Csörgits hat 1:12 Minuten darüber geredet!)
Abg. Ing. Westenthaler: Dann schauen Sie sich die Redezeit der Frau Csörgits an!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Ich mache noch einmal darauf aufmerksam: Ich muss auf die Zeit achten – 3 Minuten sind kurz –, andernfalls werden sich die letzten Runden nicht mehr ausgehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Dann schauen Sie sich die Redezeit der Frau Csörgits an!) – Ich werde meinem Kollegen Dr. Graf sagen, in Zukunft genau auf die Uhrzeit zu schauen.
Abg. Ing. Westenthaler: Lassen Sie den Jörg Haider in Ruhe!
Abgeordnete Mag. Alev Korun (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Galerie und vor den Bildschirmen! Was unterscheidet eigentlich diese Bundesregierung von Jörg Haider in puncto Umgang mit höchstgerichtlichen Entscheidungen? (Abg. Ing. Westenthaler: Lassen Sie den Jörg Haider in Ruhe!) Ich würde sagen: nichts. (Zwischenrufe beim BZÖ.) Jörg Haider hat höchstgerichtliche Entscheidungen – in Sachen zweisprachige Ortstafeln – ignoriert. (Abg. Strache: Lassen Sie den Herrn Dr. Haider in Ruhe, Frau Korun!) Und diese neue Bundesregierung ignoriert höchstgerichtliche Entscheidungen beim Bleiberecht.
Abg. Ing. Westenthaler: Hätten Sie geschwiegen!
Was ist aus dem Prozess geworden (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), den der vorherige Integrationsminister (Abg. Ing. Westenthaler: Hätten Sie geschwiegen!), der sogenannte Integrationsminister, der Innenminister eingeleitet hat? – Offensichtlich nichts. (Ruf: Die Redezeit ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das Fernsehparlament!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Ich mache nochmals darauf aufmerksam: Ich werde bei den nächsten Rednern etwas früher abläuten. Wenn die Redezeit jetzt nicht punktgenau eingehalten wird, wird auch die Runde Landwirtschaft außerhalb der Fernsehübertragungszeit liegen, weil wir sehr knapp mit der Zeit sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Das Fernsehparlament!) Ich bitte Sie daher dringend, die Zeit einzuhalten.
Ruf beim BZÖ: Wie ist das jetzt mit der Haftstrafe? – Abg. Ing. Westenthaler: Sportler tun wir nicht kriminalisieren!
Wir werden natürlich alle Anstrengungen intensivieren, was den Behindertensport betrifft. Wir werden einen Modernisierungsschub bei den Sportstätten vornehmen, und wir werden uns auch des ganz heiklen Themas Doping annehmen. Ich werde mich hier auch nicht beirren lassen von Drohungen, die vor allem aus diesem Bereich kommen. Offensichtlich gibt es hier einiges aufzuarbeiten. Österreich hat mit dem Anti-Doping-Gesetz einen ersten Schritt gesetzt, aber es ist noch nicht alles getan, wie wir auch an den letzten Wortmeldungen gesehen haben. (Ruf beim BZÖ: Wie ist das jetzt mit der Haftstrafe? – Abg. Ing. Westenthaler: Sportler tun wir nicht kriminalisieren!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind ein ziemlich überheblicher Pimpf! – Abg. Mag. Stadler: Und ziemlich daneben!
Herr Kollege Westenthaler, Sie haben als Vorstand einer gewissen Organisation schon bewiesen, dass Sie im Sportbereich nicht besonders kompetent sind. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Kollege Wittmann hat ...!) Ich würde Sie daher bitten, diese Wortmeldungen einzustellen! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind ein ziemlich überheblicher Pimpf! – Abg. Mag. Stadler: Und ziemlich daneben!)
Abg. Ing. Westenthaler: ... werden wir uns wiedersehen, Herr Kollege!
Ich werde mich dafür einsetzen, dass Doping in Österreich nicht als Kavaliersdelikt, sondern als Delikt angesehen wird, wie es auch die große Mehrheit der österreichischen Bevölkerung sieht. (Abg. Ing. Westenthaler: ... werden wir uns wiedersehen, Herr Kollege!) – Wir werden uns wiedersehen, ja! Ich freue mich schon auf die Auseinandersetzungen. (Abg. Mag. Stadler: Haftstrafen für Doping! Wo sind wir denn?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Gott sei Dank gibt es den Kollegen Wittmann, der eine Ahnung hat! – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Minister, Sie sind ein Feind der Sportler!
Insgesamt glaube ich, dass wir in diesem Bereich sehr viel aufzuarbeiten haben, es ist ein rundes Programm. Ich freue mich auf die Herausforderungen. Ich freue mich auch auf die Auseinandersetzungen mit Ihnen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Gott sei Dank gibt es den Kollegen Wittmann, der eine Ahnung hat! – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Minister, Sie sind ein Feind der Sportler!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Haubner –: Peter, jetzt sag ihm einmal die Linie! Er kennt sich nicht so aus!
Präsident Fritz Neugebauer: Als Nächster spricht Herr Abgeordneter Haubner. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Haubner –: Peter, jetzt sag ihm einmal die Linie! Er kennt sich nicht so aus!)
Abg. Ing. Westenthaler: Genauso ist es! Das weiß der da hinten nicht!
Ich komme nun zum Bereich Sport. Da möchte ich grundsätzlich festhalten: Im Sport war es bisher Usus, dass ein breiter Konsens zwischen allen Parteien gerade bei den heiklen Themen im Sport gepflegt wurde. (Abg. Ing. Westenthaler: Genauso ist es! Das weiß der da hinten nicht!) Es war auch das Erfolgsgeheimnis des österreichischen Sports, dass wir gemeinsam im Sport über Parteigrenzen hinweg an Lösungen für die Sportlerinnen und Sportler gearbeitet haben.
Beifall der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Petzner.
Wenn wir heute einen Grundkonsens, nämlich den, dass Sportler nicht kriminalisiert werden, verlassen, dann, muss ich sagen, kann ich als Sportvertreter hier nicht zustimmen. (Beifall der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Petzner.) Denn ich bin grundsätzlich der Überzeugung, dass wir eine klare Festlegung haben: Diejenigen, die Doping organisieren, gehören strafrechtlich verfolgt, aber diejenigen, die sportlich eine Leistung erbringen, aber diese nicht mehr erbringen können, sind im Sport schon damit bestraft, dass sie von ihrem Verband für die Ausübung der Tätigkeit gesperrt werden. (Beifall bei ÖVP und BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: ... fehlen bereits am ersten Tag!
Abgeordneter Gerald Grosz (BZÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Mitglieder oder zumindest Restbestände der künftigen Bundesregierung, die zu dieser Zeit noch ihrer Aufgabe im Parlament nachkommen! (Abg. Ing. Westenthaler: ... fehlen bereits am ersten Tag!) Hohes Haus! Es ist schon eigenartig, dass sich eine Regierung dem Parlament erklärt oder verklärt oder was auch immer, und jetzt ist es 17.45 Uhr, und die
Abg. Ing. Westenthaler: Die lachen auch noch darüber!
Hinter diesen Buchstabenfolgen – MAGNA, Thyssen, AT & S (Ruf bei der SPÖ: BZÖ! – Heiterkeit bei der SPÖ) – stehen nicht nur Betriebe, sondern da stehen in Zukunft Arbeitsplätze ... (Abg. Ing. Westenthaler: Die lachen auch noch darüber!) Das mag für Sie witzig sein: arbeitslose Menschen. Bei Ihrem Gehalt müssen Sie sich ja über Ar-
Abg. Ing. Westenthaler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Wie viel? 4 Minuten?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nun gelangt Herr Abgeordneter Ing. Westenthaler zu Wort. 3 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. Gesamtrestredezeit der Fraktion: 4 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Wie viel? 4 Minuten?) – 4 Minuten gesamt.
Sitzung Nr. 8
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich in Richtung Ausgang begebenden Bundesministers Hundstorfer –: Herr Minister, es ist noch nicht aus! Es geht noch weiter! – Abg. Grosz: Wir sind kein Durchhaus!
Nun wurden durch verschiedene Maßnahmen des Staates deutliche Schlechterstellungen verursacht, insbesondere deswegen, weil die Mindestertragsgarantie weggefallen ist und weil die Altersversorgung von einem Veranlagungsertrag von rund 7,5 Prozent pro Jahr abhängig gemacht wurde; die tatsächlich erwirtschafteten Erträge der Pensionskassen in den letzten sieben Jahren betrugen gerade einmal 1 Prozent. Die dadurch bis dato entstandenen Pensionsverluste der jeweiligen Zusatzpensionen, also dieser zweiten Säule, betragen heute 20 und, so sich jetzt die Finanzkrise, die Entwicklung der Märkte et cetera auswirken, in Zukunft bis über 30 Prozent. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich in Richtung Ausgang begebenden Bundesministers Hundstorfer –: Herr Minister, es ist noch nicht aus! Es geht noch weiter! – Abg. Grosz: Wir sind kein Durchhaus!)
Abg. Scheibner: Erklären Sie bitte vorher die Abstimmung, ja? – Abg. Mag. Stadler: Immer dazusagen: „Aufstehen!“ oder „Setzen!“! – Abg. Ing. Westenthaler: Immer dazusagen: „Rot und Schwarz aufstehen!“ oder „setzen!“!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, damit kommen wir sogleich wieder zu Abstimmungen. (Abg. Scheibner: Erklären Sie bitte vorher die Abstimmung, ja? – Abg. Mag. Stadler: Immer dazusagen: „Aufstehen!“ oder „Setzen!“! – Abg. Ing. Westenthaler: Immer dazusagen: „Rot und Schwarz aufstehen!“ oder „setzen!“!)
Abg. Ing. Westenthaler: Einwand! Einwand! Da fehlt ein Mitglied! Unseres! Genau unseres! – Abg. Bucher: Mitterer fehlt! – Abg. Mag. Wurm: Der ist im Bundesrat!
Wird dagegen ein Einwand erhoben? (Abg. Ing. Westenthaler: Einwand! Einwand! Da fehlt ein Mitglied! Unseres! Genau unseres! – Abg. Bucher: Mitterer fehlt! – Abg. Mag. Wurm: Der ist im Bundesrat!) – Ich unterbreche kurz die Sitzung, weil wir prüfen müssen, ob die Zusammensetzung im Croquis richtig dargelegt wurde.
Abg. Ing. Westenthaler steht in den hinteren Bankreihen der BZÖ-Fraktion.
Und siehe da: Plötzlich wachen einige auf! Einer von denen war der Kollege Westenthaler, der sich das offensichtlich gar nicht anhören kann. (Abg. Ing. Westenthaler steht in den hinteren Bankreihen der BZÖ-Fraktion.) In der „Kronen Zeitung“ stellt ein Herr Karl Ulrich die Frage: Warum soll ein strenges Anti-Korruptionsgesetz nicht für Abgeordnete gelten?
Abg. Ing. Westenthaler – auf seinen Platz zurückkehrend –: Jetzt bleibe ich gleich wieder da!
Reden und Handeln ist bei Ihnen halt offensichtlich nicht das Gleiche. Handeln: Milde für straffällige Abgeordnete, reden: in der „Kronen Zeitung“ aber ganz anders. Die „Kronen Zeitung“ und die Medien haben sich von diesem Thema wieder entfernt, und damit war das Thema wieder erledigt. (Abg. Ing. Westenthaler – auf seinen Platz zurückkehrend –: Jetzt bleibe ich gleich wieder da!) – Bleiben Sie ruhig da, das ist gut, denn Sie haben heute die Chance, Ihren Fehler von 2007 zu korrigieren beziehungsweise dies im Justizausschuss zu tun. – Das Thema war aus den Medien weg, und die Abgeordneten wollten davon nichts mehr wissen. (Abg. Ing. Westenthaler: Noch ein paar Zitate von Ihnen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Noch ein paar Zitate von Ihnen!
Reden und Handeln ist bei Ihnen halt offensichtlich nicht das Gleiche. Handeln: Milde für straffällige Abgeordnete, reden: in der „Kronen Zeitung“ aber ganz anders. Die „Kronen Zeitung“ und die Medien haben sich von diesem Thema wieder entfernt, und damit war das Thema wieder erledigt. (Abg. Ing. Westenthaler – auf seinen Platz zurückkehrend –: Jetzt bleibe ich gleich wieder da!) – Bleiben Sie ruhig da, das ist gut, denn Sie haben heute die Chance, Ihren Fehler von 2007 zu korrigieren beziehungsweise dies im Justizausschuss zu tun. – Das Thema war aus den Medien weg, und die Abgeordneten wollten davon nichts mehr wissen. (Abg. Ing. Westenthaler: Noch ein paar Zitate von Ihnen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir danken und danken! – Abg. Pendl – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ja, wir sind freundliche Leute!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster gelangt nun Herr Abgeordneter Pendl zu Wort. Gewünschte Redezeit: 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir danken und danken! – Abg. Pendl – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ja, wir sind freundliche Leute!)
Abg. Ing. Westenthaler – auf die Abgeordneten Dr. Graf, Dr. Fichtenbauer und Neubauer zeigend –: Alle drei!
Das ist eine Geschmacksfrage! Also ich würde mich dagegen verwahren, dass bei uns Mafiapaten aus- und eingehen. (Abg. Ing. Westenthaler – auf die Abgeordneten Dr. Graf, Dr. Fichtenbauer und Neubauer zeigend –: Alle drei!) Ich weiß es eh, ich habe es schon gesehen, ich habe ihn deswegen auch namentlich genannt, damit er dementieren und sagen kann, dass der Mafiapate damals noch kein Mafiapate war, als er ihn gekannt hat, sondern schlicht und einfach nur jemand war, der mit ihm zusammen eine Bank zum Zusammenbruch gebracht hat. Ich habe auch das entsprechende Gutachten des Finanzministeriums hier. Ich freue mich schon auf die Debatte darüber.
Abg. Ing. Westenthaler: Die ihre Rede versäumt hat!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nun gelangt Frau Abgeordnete Bayr zu Wort. (Abg. Ing. Westenthaler: Die ihre Rede versäumt hat!) 5 Minuten gewünschte Redezeit. – Bitte.
Abg. Ing. Westenthaler: Falsch! Lüge!
Jeder andere Staatsanwalt hätte sofort den Aktendeckel zugemacht und gesagt: Da ist wirklich nichts dahinter, da ist kein Fleisch dran! – Die Staatsanwaltschaft geht aber noch weiter: Am Tag nach der Diskussion dieses Falles im Immunitätsausschuss, Kollege Kopf, geht Staatsanwalt Gerhard Jarosch her und sagt: Natürlich war der Polizist beim Amtsarzt. (Abg. Ing. Westenthaler: Falsch! Lüge!) Eine glatte Unwahrheit! Entweder kennt er den Akt nicht, das wollen wir doch einmal (Abg. Kopf: Das ist doch nicht unsere Aufgabe, das zu überprüfen!) – Nein, das ist es nicht. Unsere Aufgabe ist es, den politischen Zusammenhang zu sehen. (Abg. Dr. Jarolim: Verschwörungstheorien!) Wir sollten den politischen Zusammenhang sehen und dann die Entscheidung danach richten. Hier ist eindeutig das Bemühen der Staatsanwaltschaft da, dem Kollegen Westenthaler mit einem Strafverfahren am Zeug zu flicken. Das ist unübersehbar, meine Damen und Herren, unübersehbar! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Verschwörungstheorien!)
Abg. Mag. Darmann: Dann schafft es ab! – Abg. Ing. Westenthaler: Für alle abschaffen!
Wenn wir die Wünsche des BZÖ umgesetzt hätten, dann gäbe es gar keine außerparlamentarische Immunität mehr. Kollege Darmann, wenn wir darüber diskutiert haben, war es immer ein Vorschlag von Ihnen, die außerparlamentarische Immunität abzuschaffen. (Abg. Mag. Darmann: Dann schafft es ab! – Abg. Ing. Westenthaler: Für alle abschaffen!) Wir wollten das nie. Die einzige Aufgabe, die wir zu treffen haben, ist eine sachliche Beurteilung, ist ein politischer Zusammenhang festzustellen oder ist er nicht festzustellen.
Abg. Ing. Westenthaler: Hat er sich bei Ihnen auch gemeldet in der Löwelstraße?
Kollege Stadler, weil Sie das angesprochen haben: Der Polizist hat nach Einrücken auf seiner Dienststelle in der Nacht korrekt seine Meldung gemacht. (Abg. Grosz: Das müssen Sie doch wissen!) Und wie bei jedem einzelnen betroffenen Politiker ist die Meldung an das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung erfolgt. (Abg. Ing. Westenthaler: Hat er sich bei Ihnen auch gemeldet in der Löwelstraße?) – Dieser Zwischenruf hat nicht wirklich eine Relevanz, denn Sie werden ja nicht glauben, dass alle betroffenen Zeugen und das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung hier alle unbedingt in der ... (Abg. Ing. Westenthaler: Vernaderung! – Weiterer Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Abg. Ing. Westenthaler: Vernaderung! – Weiterer Zwischenruf des Abg. Grosz.
Kollege Stadler, weil Sie das angesprochen haben: Der Polizist hat nach Einrücken auf seiner Dienststelle in der Nacht korrekt seine Meldung gemacht. (Abg. Grosz: Das müssen Sie doch wissen!) Und wie bei jedem einzelnen betroffenen Politiker ist die Meldung an das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung erfolgt. (Abg. Ing. Westenthaler: Hat er sich bei Ihnen auch gemeldet in der Löwelstraße?) – Dieser Zwischenruf hat nicht wirklich eine Relevanz, denn Sie werden ja nicht glauben, dass alle betroffenen Zeugen und das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung hier alle unbedingt in der ... (Abg. Ing. Westenthaler: Vernaderung! – Weiterer Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Abg. Ing. Westenthaler: Die machen sich noch lustig!
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Na es ist ja sehr „lustig“. (Abg. Ing. Westenthaler: Die machen sich noch lustig!) Da sieht man ja schon, was da in der SPÖ-Fraktion los ist, Kollege Krainer! Natürlich, Sie sind jetzt schadenfroh! Das kann ich mir parteipolitisch schon vorstellen, da macht man jetzt so Witzchen. (Abg. Krainer: Das ist kein Witz! Das war eine Frage!) – Ja, aber, lieber Herr Kollege Krainer, ich kenne viele altgediente Funktionäre Ihrer Partei. Und manche von Ihnen wissen sogar, dass ich zumindest von meiner Familie her auch aus Ihrem Lager stamme. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Krainer.) Die politische Immunität, die Geschichte der Immunität von Abgeordneten hat einen historischen Hintergrund gehabt. Auch Ihre Abgeordneten waren in einer anderen Zeit, schon vor 1938, oftmals Opfer von politischer Willkür.
Abg. Mag. Stadler: Schaffen wir sie ab! – Abg. Ing. Westenthaler: Für alle!
Abgeordneter Mag. Heribert Donnerbauer (ÖVP): Werte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Lieber Herr Kollege Scheibner, diese zuletzt gestellte Frage kann ich für meine Fraktion und für mich ganz klar beantworten: Natürlich hätten wir genauso entschieden, egal, wie der Name des betroffenen Abgeordneten gewesen wäre. Ich plädiere dafür, dass Immunitätsfragen, weil sie auch besonders sensibel sind, weil sie in den Augen der Bevölkerung als Politikerprivileg gesehen werden – auch das sollten wir nicht ganz vergessen! –, mit besonderer Sensibilität behandelt werden. (Abg. Mag. Stadler: Schaffen wir sie ab! – Abg. Ing. Westenthaler: Für alle!) Da muss eine klare und konsistente Linie sein, und die wurde auch in diesen zwei Fällen, um die es heute hier geht, eingehalten.
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ich wünsche euch, dass das von euch keinem passiert!
Ganz anders ist das natürlich – entschuldige! – im Fall Peter Westenthaler. Da besteht ja nicht in Ansätzen ein politischer Zusammenhang, abgesehen davon, was Kollege Stadler und Kollege Scheibner hier immer zu konstruieren versuchen. Analog zur Geschichte mit der Mafiaverschwörung in der FPÖ, die die 5 Millionen aufstellt, ist jetzt die SPÖ-Verschwörung in der Polizei – in der Staatsanwaltschaft möglicherweise auch –, die aus politischen Gründen Herrn Westenthaler eintunken möchte, im Gange? Aber das ist kein Argument, das uns jetzt das Recht gibt, jemanden hinter der Immunität zu verstecken, nur weil irgendjemand behauptet, dass das eine politische Verschwörung der Polizei ist. Also so weit sollen wir schon an unseren Rechtsstaat und an die Polizei glauben, dass wir sie nicht als politische Verschwörergruppe analog zur georgischen Mafia, die immer wieder zitiert wird, ansehen. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ich wünsche euch, dass das von euch keinem passiert!)
Abg. Ing. Westenthaler: Waren Sie auch dabei?
Der Akt beschreibt folgenden Vorgang – ob der jetzt so korrekt ist oder nicht, ist ein anderes Kapitel; es ist aber auch nicht unsere Aufgabe, es zu überprüfen. (Abg. Ing. Westenthaler: Waren Sie auch dabei?) Ich versuche gerade, zu beschreiben, dass das nicht unsere Aufgabe ist. Was heißt: Waren Sie auch dabei? – Ich unterstelle weder Ihnen, dass in dem Fall Klarheit herrscht, noch unterstelle ich irgendeinem Po-
Abg. Ing. Westenthaler: Wo steht im Akt drin ...?
Zurück zum Vorfall: Sie seien mehrfach aufgefordert worden, nicht nach links abzubiegen, Sie hätten diese Aufforderung ignoriert (Abg. Ing. Westenthaler: Wo steht im Akt drin ...?) Ich weiß nicht, vielleicht können wir zumindest einmal hinsichtlich des Vorwurfs im Akt ein Einvernehmen erzielen!
Abg. Ing. Westenthaler: Zwei!
Dieser Vorwurf wird bezeugt von drei Polizisten, die an dieser Amtshandlung (Abg. Ing. Westenthaler: Zwei!) – der Polizist selbst und zwei weitere, also sind es drei, die gleich ausgesagt haben – teilgenommen haben. Berufen wird im Akt auf einen Ordner, der diesen Vorwurf auch bestätigt. Es gibt noch eine fünfte Zeugenaussage von einem Chauffeur, der dabei war, und es wird im Prinzip ein sehr einheitliches Bild von dem Vorfall geschildert. (Abg. Ing. Westenthaler: Der hat etwas anderes gesagt!) Nein, der hat nichts anderes gesagt, und das ist auch gleich die nächste Zitierung von Herrn Stadler, die nicht stimmt. Wer sich den Akt anschaut, kann sehen, dass diese Zeugenaussagen alle ziemlich ähnlich sind.
Abg. Ing. Westenthaler: Der hat etwas anderes gesagt!
Dieser Vorwurf wird bezeugt von drei Polizisten, die an dieser Amtshandlung (Abg. Ing. Westenthaler: Zwei!) – der Polizist selbst und zwei weitere, also sind es drei, die gleich ausgesagt haben – teilgenommen haben. Berufen wird im Akt auf einen Ordner, der diesen Vorwurf auch bestätigt. Es gibt noch eine fünfte Zeugenaussage von einem Chauffeur, der dabei war, und es wird im Prinzip ein sehr einheitliches Bild von dem Vorfall geschildert. (Abg. Ing. Westenthaler: Der hat etwas anderes gesagt!) Nein, der hat nichts anderes gesagt, und das ist auch gleich die nächste Zitierung von Herrn Stadler, die nicht stimmt. Wer sich den Akt anschaut, kann sehen, dass diese Zeugenaussagen alle ziemlich ähnlich sind.
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Jetzt frage ich Sie einmal umgekehrt: Würde in dem Fall, dass jemand anderem in dieser Republik dieser Vorwurf gemacht werden würde, irgendjemand auf die Idee kommen, zu sagen, dass dieser nicht verfolgt werden darf, weil ein politischer Zusammenhang besteht? – Worin bestehen denn die Möglichkeiten von Abgeordneten, Sportsprechern oder anderen? Dass sie mit dem Auto herumfahren können und wissen, wenn sie irgendeinen SPÖ-Polizisten sehen, dass ihnen nichts geschehen kann, weil sie immun sind? Das ist ja absurd! So kann man doch nicht argumentieren! (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das hat auch niemand behauptet!
Diesfalls besteht der Vorwurf des Widerstands gegen die Staatsgewalt. Herr Stadler hat kritisiert, dass auch der Vorwurf der schweren Körperverletzung bestehe: Dazu muss man klar sagen, dass der Polizist von Anfang an gesagt hat, dass er nicht schwer verletzt ist, sondern dass diese Anzeige automatisch erfolgen muss, wenn es sich um einen Polizisten handelt. (Abg. Ing. Westenthaler: Das hat auch niemand behauptet!) Doch, das ist mehrfach gefallen! Es wurde die Frage in den Raum gestellt, warum er nicht monatelang in den Krankenstand gegangen ist. – Der Polizist hat gesagt, dass er einen leichten stechenden Schmerz verspürt hat, dass es nicht so arg gewesen sei, dass er zum Amtsarzt gehen musste, und dass er deshalb auch nicht in Krankenstand gegangen ist. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Und weswegen darf er die Zeugenaussage nicht so machen, wenn es doch so gewesen ist?
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Diesfalls besteht der Vorwurf des Widerstands gegen die Staatsgewalt. Herr Stadler hat kritisiert, dass auch der Vorwurf der schweren Körperverletzung bestehe: Dazu muss man klar sagen, dass der Polizist von Anfang an gesagt hat, dass er nicht schwer verletzt ist, sondern dass diese Anzeige automatisch erfolgen muss, wenn es sich um einen Polizisten handelt. (Abg. Ing. Westenthaler: Das hat auch niemand behauptet!) Doch, das ist mehrfach gefallen! Es wurde die Frage in den Raum gestellt, warum er nicht monatelang in den Krankenstand gegangen ist. – Der Polizist hat gesagt, dass er einen leichten stechenden Schmerz verspürt hat, dass es nicht so arg gewesen sei, dass er zum Amtsarzt gehen musste, und dass er deshalb auch nicht in Krankenstand gegangen ist. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Und weswegen darf er die Zeugenaussage nicht so machen, wenn es doch so gewesen ist?
Abg. Ing. Westenthaler: Da hast du ja beste Erfahrungen! Da bist du ja Experte! – Abg. Dr. Haimbuchner: Sie sind da nicht der Richter!
nicht, dann gilt der „Widerstand gegen die Staatsgewalt“ nicht, dann ist plötzlich das Strafrecht schuld und nicht der Abgeordnete des BZÖ oder der Freiheitlichen Partei. (Abg. Ing. Westenthaler: Da hast du ja beste Erfahrungen! Da bist du ja Experte! – Abg. Dr. Haimbuchner: Sie sind da nicht der Richter!)
Sitzung Nr. 10
Abg. Ing. Westenthaler: Außer dann, wenn es stimmt! Wenn es stimmt, kann man es sagen! Die Wahrheit ist zumutbar!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Widmann, das Wort „Blödsinn“, vor allem als Vorwurf, haben wir im Konsens hier herinnen aus dem Wortschatz, dessen man sich hier bedient, gestrichen. Ich glaube, dabei soll es auch bleiben. (Abg. Ing. Westenthaler: Außer dann, wenn es stimmt! Wenn es stimmt, kann man es sagen! Die Wahrheit ist zumutbar!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wie war das? Können Sie uns das genau erklären!
Abgeordnete Mag. Christiane Brunner (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Minister! Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich möchte zunächst einmal auf den Kommentar der FPÖ zur Sondersitzung eingehen. Die Sondersitzung wurde so spät beantragt, dass sie erst nach diesen Plenartagen stattgefunden hätte. Wir Grüne wollten dieses Thema der Energiekrise vorantreiben und stellen daher heute eine Dringliche Anfrage an Minister Mitterlehner, in der wir ihn ganz genau fragen werden, wie mit der Energiekrise umgegangen wurde und wie sich die Bundesregierung die Zukunft der österreichischen Energieversorgung vorstellt. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wie war das? Können Sie uns das genau erklären!)
Abg. Ing. Westenthaler: Blau, Rot, Grün marschieren jetzt gemeinsam! – Abg. Strache: Linkischer als Orange, das geht nicht mehr!
Wenn die Antworten nicht entsprechend ausfallen, dann werden wir selbstverständlich auch die Möglichkeit einer Sondersitzung in Betracht ziehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Blau, Rot, Grün marschieren jetzt gemeinsam! – Abg. Strache: Linkischer als Orange, das geht nicht mehr!)
Abg. Mag. Lunacek: Warum wollen Sie dann die Ortstafeln nicht? – Gegenrufe beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat der Josef Cap verhindert! Persönlich!
Das BZÖ ist ein Garant dafür, dass das auch nicht eintreten wird. Zum Verständnis liefere ich nach, dass wir die slowenische Volksgruppe, die slowenischen Kärntner besonders schätzen, auch stolz darauf sind, was das freundschaftliche Zusammenleben dieser beiden Volksgruppen anlangt, und dass dafür sehr viel – beispiellos viel! – getan wird in Kärnten. (Abg. Mag. Lunacek: Warum wollen Sie dann die Ortstafeln nicht? – Gegenrufe beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat der Josef Cap verhindert! Persönlich!)
Abg. Ing. Westenthaler – auf Abg. Dr. Cap deutend, der an der Regierungsbank mit Bundesministerin Mag. Bandion-Ortner spricht –: Josef Cap beeinflusst die Justizministerin! Das ist nicht mehr die Frau Berger, Herr Cap!
Aber Österreich steht ja angesichts der Wirtschaftskrise, angesichts der Finanzmarktkrise vor viel größeren Problemen, und diese großen Herausforderungen, vor allem die Spielregeln, werden auch für die Justizministerin – für Sie, Frau Magister – eine große Herausforderung darstellen. (Abg. Ing. Westenthaler – auf Abg. Dr. Cap deutend, der an der Regierungsbank mit Bundesministerin Mag. Bandion-Ortner spricht –: Josef Cap beeinflusst die Justizministerin! Das ist nicht mehr die Frau Berger, Herr Cap!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Lei lei! – Beifall beim BZÖ.
Präsident Fritz Neugebauer: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich nutze diese Gelegenheit, um Ihnen allen und allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die uns über die Medien verbunden sind, ein gutes Neues Jahr zu wünschen und uns allen kluge Entscheidungen für die Menschen in diesem Lande. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Lei lei! – Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Petzner: BAWAG! – Abg. Ing. Westenthaler: Bis zum Hals im BAWAG-Sumpf!
Ihren Redebeitrag hätte ich mir gewünscht, als es um die Hypo Alpe-Adria in Kärnten gegangen ist. (Abg. Bucher: Die stellt das Geld der Wirtschaft bereits zur Verfügung! Sie waren dagegen!) Da hätten Sie sich vom BZÖ wirklich massiv einbringen können. Aber hier herkommen und den „Mister Klug“ spielen ist ein bisschen spät. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Petzner: BAWAG! – Abg. Ing. Westenthaler: Bis zum Hals im BAWAG-Sumpf!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr seid schuld, dass es keine Ortstafel-Lösung in Kärnten gibt!
Weil die Vorredner gesagt haben, unabhängige Justiz, keine parteipolitische Einflussnahme. – Ich gehe davon aus, dass die Frau Ministerin genau diesem Anforderungsprofil entsprechen wird. Was ich seltsam in der Rede des Kollegen Bucher gefunden habe, war, dass er gleich Drohungen von sich gegeben hat, dass da jetzt ja keine Anklage aus dem Justizministerium kommt. (Abg. Bucher: Das habe ich nicht gesagt!) – Na ja, schon! – Also wenn die Justiz unabhängig ist, dann kann sich hier nicht jemand seitens der Politik herstellen und kurz einmal Vorschriften machen und drohen, dass da ja in der einen Causa, die Kärnten betrifft, keine Anklage erhoben wird! Das ist Sache der Justiz. Und es ist hier einmal ein ganz unabhängiger Prozess im Gange. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr seid schuld, dass es keine Ortstafel-Lösung in Kärnten gibt!) Da müssen nicht Drohungen vom Rednerpult hier im Hohen Haus ausgesprochen werden. Das sei einmal hier deutlich gesagt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt es verhindert! Unglaublich!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt es verhindert! Unglaublich!
Weil die Vorredner gesagt haben, unabhängige Justiz, keine parteipolitische Einflussnahme. – Ich gehe davon aus, dass die Frau Ministerin genau diesem Anforderungsprofil entsprechen wird. Was ich seltsam in der Rede des Kollegen Bucher gefunden habe, war, dass er gleich Drohungen von sich gegeben hat, dass da jetzt ja keine Anklage aus dem Justizministerium kommt. (Abg. Bucher: Das habe ich nicht gesagt!) – Na ja, schon! – Also wenn die Justiz unabhängig ist, dann kann sich hier nicht jemand seitens der Politik herstellen und kurz einmal Vorschriften machen und drohen, dass da ja in der einen Causa, die Kärnten betrifft, keine Anklage erhoben wird! Das ist Sache der Justiz. Und es ist hier einmal ein ganz unabhängiger Prozess im Gange. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr seid schuld, dass es keine Ortstafel-Lösung in Kärnten gibt!) Da müssen nicht Drohungen vom Rednerpult hier im Hohen Haus ausgesprochen werden. Das sei einmal hier deutlich gesagt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt es verhindert! Unglaublich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist wirklich ein Skandal! Das ist unglaublich, was sich dort abspielt!
Mir liegt ein Schreiben der Staatsanwaltschaft Wien an das Büro für Interne Angelegenheiten vom 6. Oktober 2008 vor, in welchem Staatsanwalt Christian Walzi anregt, auf Grund einer Strafanzeige des ehemaligen Innenministers Ernst Strasser in der Affäre um die sogenannten Strasser-E-Mails meinen Computer beschlagnahmen zu lassen. Das kommt aus der Staatsanwaltschaft Wien! (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist wirklich ein Skandal! Das ist unglaublich, was sich dort abspielt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Cap soll doch gleich ein Dauervisum für die USA beantragen!
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (BZÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Tempora mutantur, Kollege Cap, was? Ich habe noch in Erinnerung, wie ich als ganz junger, frischer Staatsbürger Josef Cap bei seiner Wahlbewegung beobachtet habe. Da hat er noch einen Vorzugsstimmen-Wahlkampf geführt, ein Palästinensertuch um den Hals getragen und fleißig auf Amerika geschimpft. Auf das andere Land will ich gar nicht eingehen. – Heute ist Cap geradezu euphorisch von einer „Droge“ namens Obama erfasst, und er kann sich vor lauter Amerikanophilie und Begeisterung für Amerika kaum mehr halten. (Abg. Ing. Westenthaler: Cap soll doch gleich ein Dauervisum für die USA beantragen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Bitte keinen Wahlkampf! – Abg. Scheibner: Unterlassen Sie bitte Drohungen!
Meine Damen und Herren im Hohen Haus! Meine Damen und Herren auf der Galerie und vor den Fernsehschirmen! Die meisten von Ihnen werden es wohl mitverfolgt haben und wissen daher, dass ich seit wenigen Tagen eine neue Rolle im Rahmen der Politik habe. Als Spitzenkandidatin für die Europawahl werde ich mich in den nächsten Monaten noch mehr als bisher mit dem Thema der heutigen Erklärung des Herrn Außenministers und des Bundeskanzlers beschäftigen, noch mehr mit europäischen Fragen. (Abg. Ing. Westenthaler: Bitte keinen Wahlkampf! – Abg. Scheibner: Unterlassen Sie bitte Drohungen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das hat der Voggenhuber auch gesagt!
Gerade jetzt, in dieser Finanzkrise, sehen wir ja, dass zum Teil wieder mehr Zustimmung gegeben ist, da die Leute merken, dass wir Europa brauchen. (Abg. Scheibner: Das hat der Voggenhuber auch gesagt!) Aber wir brauchen ein Europa (Abg. Ing. Westenthaler: Das hat der Voggenhuber auch gesagt!), das in dieser Finanz- und Wirtschaftskrise tatsächlich Maßnahmen setzt, Nägel mit Köpfen macht, so etwas wie eine europäische Finanzmarktaufsicht einführt, den viel zu freien Finanzmärkten Regeln setzt und Riegel vorschiebt und klar sagt, dass wir so etwas wie eine Finanztransaktionssteuer brauchen, das klarmacht, dass Spekulationen Grenzen haben müssen. Es geht nicht an, dass damit einige Personen Millionen verdienen, reich werden und andere immer weniger haben. Das darf in diesem Europa nicht sein. Und dazu braucht es zum Beispiel eine Finanztransaktionssteuer, eine gemeinsame europäische Finanzmarktaufsicht, dazu braucht es vor allem aber auch ein Trockenlegen der Steueroasen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Kreisky wird schon eifersüchtig!
Ich setze auch – jetzt unternehme ich wiederum einen Ausflug in die Vereinigten Staaten von Amerika (Abg. Scheibner: Passen Sie auf, dass Sie nicht dort bleiben – bei den Visabestimmungen!) – große, wenn auch keine übertriebenen Hoffnungen in den neuen Präsidenten, Barack Obama, dass sich auch im sogenannten Mekka des freien Marktes ein Umdenkprozess einstellt und auch dort der Staat verstärkt seine Verantwortung wahrnimmt und verstärkt regulierend eingreift (Abg. Ing. Westenthaler: Der Kreisky wird schon eifersüchtig!), damit es nicht noch einmal passiert, dass das System in solch eklatanter Weise aus den Angeln gehoben wird.
Abg. Dr. Hübner sucht in seinen Unterlagen. – Abg. Ing. Westenthaler: Da muss man ihn zuerst finden, nicht wahr? – Rufe: Schneller! Die Zeit! Die Redezeit ist bald um!
Ich darf daher abschließend unseren Antrag verlesen ... (Abg. Dr. Hübner sucht in seinen Unterlagen. – Abg. Ing. Westenthaler: Da muss man ihn zuerst finden, nicht wahr? – Rufe: Schneller! Die Zeit! Die Redezeit ist bald um!)
Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht haben sie es nicht gebraucht? – Abg. Strache: Das ist der richtige Einwand! Das hat die Schweiz gar nicht notwendig gehabt!
Zum Beispiel Schweiz, das Kollege Hübner und auch Kollege Stadler gebracht haben: Niemals in dieser Situation möchte ich ein Schweizer Politiker sein, denn als es jetzt diese Schwierigkeiten mit den Banken gab, war die Schweiz nicht in der Lage, ein Bankensicherungspaket größeren Umfangs zu machen; lediglich mit kriegswirtschaftlicher Notverordnung war ein kleiner Teil an Sicherung möglich. (Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht haben sie es nicht gebraucht? – Abg. Strache: Das ist der richtige Einwand! Das hat die Schweiz gar nicht notwendig gehabt!) – Nein! Was sozusagen den Rest anlangt, mussten die Schweizer die Amerikaner bitten, die Großbanken zu retten!
Abg. Ing. Westenthaler: War das ein Treffen des BZÖ?
Wir haben im November eine Tagung der Europarlamentarier gehabt in Brüssel, in Straßburg draußen gemeinsam mit den nationalen Parlamenten. Wer durch Abwesenheit geglänzt hat, das wart ihr von der FPÖ; und auch die ÖVP war verhindert. (Abg. Ing. Westenthaler: War das ein Treffen des BZÖ?)
Abg. Ing. Westenthaler: Es ist nicht das erste Mal!
Das war, glaube ich, gerade zu der Zeit, als Sie – darüber haben wir heute schon gesprochen – den Palästinenserschal getragen haben und auf der Seite des Anstands, behaupte ich, gegen die Amerikaner eingetreten sind. Heute gilt für Sie das Prinzip Change. Sie haben sich gewandelt. Sie sind Teil des Systems. Und da, wo noch Ungerechtigkeit ist, höre ich nichts von Ihnen. (Abg. Ing. Westenthaler: Es ist nicht das erste Mal!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein schönes neues Jahr! – Ruf bei der SPÖ: Das war eine brillante Rede!
Präsident Fritz Neugebauer: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! (Abg. Ing. Westenthaler: Ein schönes neues Jahr! – Ruf bei der SPÖ: Das war eine brillante Rede!) Ich glaube, in einem sind wir uns einig: dass es sich hier um eine sehr sensible Materie handelt (Abg. Dr. Kurzmann: Das sagen Sie aber Ihrer Kollegin!), dass da wie dort Emotionen hochgehen. Ich bitte daher alle Beteiligten, auch im Sinne des einander Verstehens und Verstehen-Wollens – das setze ich bei jedem/jeder voraus –, bei der Wortwahl besonders Bedacht zu nehmen.
Abg. Neubauer: Der Westenthaler hat ...!
Und im Übrigen, eines sage ich zu den Freiheitlichen, aber auch zu den Grünen: Ihre Frau Winter aus Graz, die heute nicht da ist, weil sie morgen Madame Justitia vorgeführt wird, hat unseren Rechtsstaat 200 000 € gekostet. Das waren nämlich die Kosten der Bewachung durch die Polizei (Abg. Neubauer: Der Westenthaler hat ...!), nachdem Sie gemeint haben, ihr einen dummen Gag einzureden für eine Wahlkampfveranstaltung, die uns eigentlich nichts gebracht hat und Graz nur in den Dreck gezogen hat. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: Als der Haider geschützt worden ist, war das eine Selbstverständlichkeit! Eine Selbstverständlichkeit war das!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wieso seid ihr kontra gemeldet? Ist das auch der Taser?
Jetzt wollen aber nicht wir diejenigen sein, die die Österreicher die Zeche bezahlen lassen, sondern wir werden dieser Novelle, dass es dieses zusätzliche Identifikationsmerkmal gibt, zustimmen (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso seid ihr kontra gemeldet? Ist das auch der Taser?), und wir werden auch zustimmen – und da gibt es einen gemeinsamen Antrag –, dass es für Kinder bis 12 Jahre, von denen diese Fingerprints nicht abgenommen und digitalisiert werden, so sein wird, dass hier eine Verbilligung stattfindet.
Abg. Ing. Westenthaler: Wie gibt es das? Als Kontraredner wieder?
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Windbüchler-Souschill. – Entschuldigen Sie bitte, nein, Sie sind nicht als Nächste zu Wort gemeldet, sondern Herr Abgeordneter Dr. Fichtenbauer. Gewünschte Redezeit: 6 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie gibt es das? Als Kontraredner wieder?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist doch ein bewusster Missbrauch!
Abgeordneter Dr. Peter Fichtenbauer (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Sehr geehrte Frau Bundesminister! Man sieht, wo Menschen arbeiten, können Fehler auftreten: Es war ein Fehler, dass Kollege Vilimsky und ich als Kontraredner eingetragen sind. Wir sind Proredner, obwohl wir kritische Punkte anzumerken haben. Genauso beim Kollegen Hofer beim nächsten Punkt und genauso jetzt bei dem kleinen Fehler im Aufruf der Rednerliste. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist doch ein bewusster Missbrauch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist bewusster Missbrauch der Geschäftsordnung!
Der Grund, hierüber zu sprechen, liegt in Folgendem: Wir stimmen zu. – Gut. Es geht um die Umsetzung einer EU-Verordnung, einer Richtlinie. – Ja, auch gut. Wozu dient ein Reisepass? – Zur Feststellung der Identität einer Person. Daher ist die Anreicherung eines Fotos durch ein biometrisches Element ... (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist bewusster Missbrauch der Geschäftsordnung!) – Das ist schon korrigiert. Das lohnt sich nicht; das ist am Präsidium korrigiert. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist doch kein Fehler! Ein ganz bewusster Missbrauch der Geschäftsordnung! – Abg. Strache: Er hat gerade gesagt, dass es sich um einen Fehler handelt! – Ruf beim BZÖ: Dann korrigiert es! – Abg. Strache: Er hat es jetzt korrigiert! – Ruf beim BZÖ: Wenn es korrigiert wäre, würde er jetzt nicht reden! – Abg. Mag. Stadler: Das ist Geschäftsordnungs-Missbrauch!) Die biometrischen Daten weiter festzuhalten ist daher vom ersten Ansehen her unbedenklich, weil es die Verdichtung der Identität der Person betrifft.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist doch kein Fehler! Ein ganz bewusster Missbrauch der Geschäftsordnung! – Abg. Strache: Er hat gerade gesagt, dass es sich um einen Fehler handelt! – Ruf beim BZÖ: Dann korrigiert es! – Abg. Strache: Er hat es jetzt korrigiert! – Ruf beim BZÖ: Wenn es korrigiert wäre, würde er jetzt nicht reden! – Abg. Mag. Stadler: Das ist Geschäftsordnungs-Missbrauch!
Der Grund, hierüber zu sprechen, liegt in Folgendem: Wir stimmen zu. – Gut. Es geht um die Umsetzung einer EU-Verordnung, einer Richtlinie. – Ja, auch gut. Wozu dient ein Reisepass? – Zur Feststellung der Identität einer Person. Daher ist die Anreicherung eines Fotos durch ein biometrisches Element ... (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist bewusster Missbrauch der Geschäftsordnung!) – Das ist schon korrigiert. Das lohnt sich nicht; das ist am Präsidium korrigiert. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist doch kein Fehler! Ein ganz bewusster Missbrauch der Geschäftsordnung! – Abg. Strache: Er hat gerade gesagt, dass es sich um einen Fehler handelt! – Ruf beim BZÖ: Dann korrigiert es! – Abg. Strache: Er hat es jetzt korrigiert! – Ruf beim BZÖ: Wenn es korrigiert wäre, würde er jetzt nicht reden! – Abg. Mag. Stadler: Das ist Geschäftsordnungs-Missbrauch!) Die biometrischen Daten weiter festzuhalten ist daher vom ersten Ansehen her unbedenklich, weil es die Verdichtung der Identität der Person betrifft.
Abg. Ing. Westenthaler: Das beschließen wir ja heute!
Zweitens: Zum Entschließungsantrag möchte ich sagen, dass wir diesem prinzipiell zustimmen werden. Dieser geht uns aber nicht weit genug. Vielleicht könnte das nächste Mal bei beratenden Gesprächen auch darüber nachgedacht werden, allen Minderjährigen kostengünstigere Pässe zur Verfügung zu stellen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das beschließen wir ja heute!)
Abg. Ing. Westenthaler: Bei euch!
Dass Kollege Westenthaler die siebeneinhalb Jahre in den Mittelpunkt stellt, das verstehe ich. Vielleicht kann man es so erklären, gute Dinge brauchen länger, oder? (Abg. Mag. Stadler: Bei der ÖVP!) – Bitte? (Abg. Ing. Westenthaler: Bei euch!) Es hat sich in siebeneinhalb Jahren auch technisch einiges verbessert und verändert. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Finger ist immer der Gleiche! Sieben Jahre lang! – Abg. Mag. Stadler: Wir wollen ja nur einen Finger, ihr wollt zwei haben!) – Ja, da haben wir halt die doppelte Sicherheit, wenn wir es mit zwei Fingern machen.
Abg. Ing. Westenthaler: Der Finger ist immer der Gleiche! Sieben Jahre lang! – Abg. Mag. Stadler: Wir wollen ja nur einen Finger, ihr wollt zwei haben!
Dass Kollege Westenthaler die siebeneinhalb Jahre in den Mittelpunkt stellt, das verstehe ich. Vielleicht kann man es so erklären, gute Dinge brauchen länger, oder? (Abg. Mag. Stadler: Bei der ÖVP!) – Bitte? (Abg. Ing. Westenthaler: Bei euch!) Es hat sich in siebeneinhalb Jahren auch technisch einiges verbessert und verändert. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Finger ist immer der Gleiche! Sieben Jahre lang! – Abg. Mag. Stadler: Wir wollen ja nur einen Finger, ihr wollt zwei haben!) – Ja, da haben wir halt die doppelte Sicherheit, wenn wir es mit zwei Fingern machen.
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Wurm –: Wie ist das jetzt mit der menschenverachtenden Fingerabdruck-Kartei?
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Mag. Wurm. Gewünschte Redezeit: 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Wurm –: Wie ist das jetzt mit der menschenverachtenden Fingerabdruck-Kartei?)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe nichts von speichern gesagt!
Abgeordnete Mag. Gisela Wurm (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Speicherfunktionen haben Sie kurz angesprochen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe nichts von speichern gesagt!) Sie haben auch die Frage der Fingerprints angesprochen und dass Sie ja schon so lange dafür kämpfen. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber nur für einen Finger!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber nur für einen Finger!
Abgeordnete Mag. Gisela Wurm (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Speicherfunktionen haben Sie kurz angesprochen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe nichts von speichern gesagt!) Sie haben auch die Frage der Fingerprints angesprochen und dass Sie ja schon so lange dafür kämpfen. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber nur für einen Finger!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollen gar nichts speichern!
Nicht dazugesagt haben Sie, dass die Fristen für die Speicherung zum Beispiel heruntergesetzt wurden, dass genau diese Fristen auch dankenswerterweise auf Anregung des Datenschutzrates von vier auf zwei Monate heruntergesetzt wurden, und so weiter. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollen gar nichts speichern!) – Ich sage es Ihnen nur. Und wir setzen hier, wie Sie wissen, eine EU-Verordnung um.
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt es nicht kapiert!
Abgeordnete Adelheid Irina Fürntrath-Moretti (ÖVP): Herr Präsident! Ich werde mich kurz halten. Herr Abgeordneter Grosz, ich war in den letzten Tagen wirklich sehr positiv von Ihnen überrascht und meine Sympathie für Sie ist immens gestiegen. Aber mit Ihrer schnoddrigen Wortmeldung heute, ich muss Ihnen ehrlich sagen, diese Sympathie ist wieder komplett weg, denn so geht es auch nicht, was Sie hier loslassen über ehemalige Regierungspartner. Wahrscheinlich wart ihr dann zu schwach dafür, dass ihr euch nicht durchgesetzt habt. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt es nicht kapiert!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt auf einmal!
Aber nun zum Inhalt dieses Passgesetzes. – Aus meiner Sicht wichtig sind die schon erwähnten Sicherheitsstandards und der Umstand, dass Missbrauch praktisch hintangehalten werden kann. Das ist ein ganz wichtiger Schutz, und ich bin sicher, dass Frau Bundesministerin Fekter auch alles daransetzen wird, dass die Zertifikate nur für jene Behörden ausgestellt werden, die sie auch wirklich brauchen, nämlich die Grenzkontrollstellen. Ich glaube, dass durch dieses neue Passgesetz nicht nur Österreich, sondern auch Europa sicherer werden wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt auf einmal!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was hat sich geändert?
Abgeordneter Hannes Fazekas (SPÖ): Geschätzter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Herr Westenthaler, ich bitte ganz kurz um Ihre Aufmerksamkeit! Sie zitieren so gerne, was Abgeordnete vor sieben Jahren gesagt haben – in der Zwischenzeit hat sich da ein wenig geändert. (Abg. Ing. Westenthaler: Was hat sich geändert?) Sie haben es gehört, es haben sich die Rahmenbedingungen geändert. (Abg. Ing. Westenthaler: Gar nichts hat sich geändert!)
Abg. Ing. Westenthaler: Gar nichts hat sich geändert!
Abgeordneter Hannes Fazekas (SPÖ): Geschätzter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Herr Westenthaler, ich bitte ganz kurz um Ihre Aufmerksamkeit! Sie zitieren so gerne, was Abgeordnete vor sieben Jahren gesagt haben – in der Zwischenzeit hat sich da ein wenig geändert. (Abg. Ing. Westenthaler: Was hat sich geändert?) Sie haben es gehört, es haben sich die Rahmenbedingungen geändert. (Abg. Ing. Westenthaler: Gar nichts hat sich geändert!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das macht aber normalerweise der Pendl! Bedanken tut sich der Pendl!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich möchte diese Gelegenheit auch dazu nützen, mich bei all jenen zu bedanken (Abg. Ing. Westenthaler: Das macht aber normalerweise der Pendl! Bedanken tut sich der Pendl!), nämlich bei den Passbehörden, die
Sitzung Nr. 11
Abg. Ing. Westenthaler: Hoffentlich kommt es bald!
Ob und wann diese Organisationsänderungen notwendig sind, das zeigt sich, wenn man weiß, wohin man will und wie man dorthin will. Das heißt, das Strategie- und Strukturkonzept ist der erste Schritt. (Abg. Ing. Westenthaler: Hoffentlich kommt es bald!) Alle weiteren Schritte würden aber ohnehin in diesem Hohen Haus zu beraten und zu beschließen sein.
Allgemeiner Beifall. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Frau Präsidentin hat das blockiert!
Abgeordneter Dieter Brosz (Grüne): Zunächst freut es mich, dass es für den ORF möglich ist, diese Fragestunde zu übertragen, obwohl es mittlerweile in den Plenarsaal hineinregnet. Geruchsfernsehen gibt es Gott sei Dank noch nicht, weil der durchnässte Teppich ja heute für eine besondere Atmosphäre sorgt. Aber das wäre vielleicht ein guter Wink dahin gehend, dass man den Umbau, die Verzögerung beim Umbau des Plenarsaals doch überdenkt, denn es gibt offenbar doch Notwendigkeiten. (Allgemeiner Beifall. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Frau Präsidentin hat das blockiert!)
Abg. Ing. Westenthaler: Und das Management auswechselt! Das ist wichtig!
Bundeskanzler Werner Faymann: Ich würde sowohl die Unabhängigkeit als auch die Objektivität, die natürlich eine eigene Diskussion in der Beurteilung benötigt, die sicher länger als eine Minute dauert, als Prinzip voll unterschreiben, glaube aber, dass die Sicherung des ORF damit zusammenhängt, dass man vor der jetzigen Situation nicht die Augen verschließt und darauf wartet, dass eine Katastrophe eintritt, sondern dass man die Augen öffnet und diesen vereinbarten Zeitplan mit dem vereinbarten Inhalt vorlegt. (Abg. Ing. Westenthaler: Und das Management auswechselt! Das ist wichtig!)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: Eine wirkliche Blamage! – Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat Sie da beraten, Frau Präsidentin?
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (BZÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Bevor ich zur Sache selbst komme, mein Appell an Sie, Frau Präsidentin: Ziehen Sie das Bauprogramm durch, sonst läuft das Parlament wirklich Gefahr, dauerhaft als nicht mehr ganz dicht zu gelten. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: Eine wirkliche Blamage! – Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat Sie da beraten, Frau Präsidentin?)
Beifall bei Abgeordneten von SPÖ, ÖVP, BZÖ und Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Aber bevor das Dach herunterfällt!
Fünftens: Ich erwarte mir breiteste Unterstützung der Abgeordneten auch in Zukunft, um den Umbau des Nationalratssitzungssaales auch wirklich realisieren zu können, denn das geht nur im großen Einvernehmen mit den Fraktionen in diesem Haus. (Beifall bei Abgeordneten von SPÖ, ÖVP, BZÖ und Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Aber bevor das Dach herunterfällt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das haben wir der Regierung gemeinsam vorgelegt!
Abgeordneter Mag. Harald Stefan (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Zum Privatfernsehgesetz: Eine alte freiheitliche Forderung, dass das duale Rundfunksystem installiert werden kann. (Abg. Ing. Westenthaler: Das haben wir der Regierung gemeinsam vorgelegt!) Keine Frage, eine alte freiheitliche Forderung. Genau das habe ich gesagt, ich habe ja nichts anderes gesagt. Das ist vielleicht eine Übersetzungsfrage. Damit werden jetzt die Werbeeinschränkungen für Privatsender erleichtert.
Abg. Ing. Westenthaler: Neu ausschreiben!
Ebene des Stufenbaus Veränderungen verlangen, dann geht das ein bisschen am Strukturaufbau vorbei. Wir sind letzten Endes dazu aufgerufen, mit den Entsendungsrechten, die wir haben (Abg. Ing. Westenthaler: Neu ausschreiben!) – auch die politischen Parteien oder die Regierung –, das zuständige Organ, den Stiftungsrat, durch Entsendungen zu besetzen, und dieser wiederum ist dann dazu aufgerufen, die Geschäftsführung zu bestellen, aber nicht umgekehrt!
Abg. Ing. Westenthaler – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Aber Pröll sagt das!
Das heißt, unser Auftrag lautet nicht, eine Geschäftsführung zu bestellen. Es ist uns natürlich unbenommen, die Tätigkeit der Geschäftsführung zu bewerten. (Abg. Ing. Westenthaler – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Aber Pröll sagt das!) Es ist uns ja unbenommen, die Tätigkeit der Geschäftsführung zu bewerten und zu beurteilen, denn was haben wir letzten Endes auf dem Tisch? – Einen Rechnungshofbericht, der mit Sicherheit unbefriedigend, was heißt unbefriedigend, der vernichtend ist! (Abg. Ing. Westenthaler: Verheerend!) Er ist vernichtend, das ist überhaupt keine Frage. Auch wenn der eine oder andere Punkt aus diesem Rechnungshofbericht in der Zwischenzeit in Umsetzung ist, sind ganz substanzielle Punkte und Kritikpunkte dieses Berichtes nach wie vor nicht erledigt.
Abg. Ing. Westenthaler: Verheerend!
Das heißt, unser Auftrag lautet nicht, eine Geschäftsführung zu bestellen. Es ist uns natürlich unbenommen, die Tätigkeit der Geschäftsführung zu bewerten. (Abg. Ing. Westenthaler – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Aber Pröll sagt das!) Es ist uns ja unbenommen, die Tätigkeit der Geschäftsführung zu bewerten und zu beurteilen, denn was haben wir letzten Endes auf dem Tisch? – Einen Rechnungshofbericht, der mit Sicherheit unbefriedigend, was heißt unbefriedigend, der vernichtend ist! (Abg. Ing. Westenthaler: Verheerend!) Er ist vernichtend, das ist überhaupt keine Frage. Auch wenn der eine oder andere Punkt aus diesem Rechnungshofbericht in der Zwischenzeit in Umsetzung ist, sind ganz substanzielle Punkte und Kritikpunkte dieses Berichtes nach wie vor nicht erledigt.
Abg. Brosz: Freiheitliche? – Abg. Ing. Westenthaler: So viele Freiheitliche?
Abgeordneter Dr. Johannes Hübner (FPÖ): Grüß Gott! Entschuldigen Sie den etwas verzögerten Auftritt, aber ich habe nicht gewusst, dass sich so viele von der Rednerliste haben streichen lassen. (Abg. Brosz: Freiheitliche? – Abg. Ing. Westenthaler: So viele Freiheitliche?) Na, es ist mir nicht aufgefallen, dass jetzt Freiheitliche vor mir fehlen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist Vilimsky?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist Vilimsky?
Abgeordneter Dr. Johannes Hübner (FPÖ): Grüß Gott! Entschuldigen Sie den etwas verzögerten Auftritt, aber ich habe nicht gewusst, dass sich so viele von der Rednerliste haben streichen lassen. (Abg. Brosz: Freiheitliche? – Abg. Ing. Westenthaler: So viele Freiheitliche?) Na, es ist mir nicht aufgefallen, dass jetzt Freiheitliche vor mir fehlen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist Vilimsky?)
Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich!
Allein für die Einladung, die an amtsfremde Personen durch die österreichische Bundesregierung ausgesprochen wurde, wurde Steuergeld in der Höhe von 721 411 € aufgewendet. Aber es ist kein einziger Rückzahlungsbeleg zu finden. Es gab keine einzige Rückforderung an einen Unternehmer oder an einen Journalisten. (Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich!) Es gab keine einzige Privatbeteiligung einer Lebenspartnerin/eines Lebenspartners. Es gab auch keine einzige Rückzahlung eines Freundes, der im argentinischen Parlament, offensichtlich vom Rotwein „geschwängert“, über die österreichische Innenpolitik philosophiert hat. (Abg. Großruck: Wer war das?)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Zur Geschäftsordnung! Ein Antrag!
amten dieses Landes auch? – Danke. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Zur Geschäftsordnung! Ein Antrag!)
Abg. Ing. Westenthaler: Es war halt die Gewohnheit!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Es gibt einen Antrag zur Geschäftsordnung. –Bitte, Herr Klubobmann. – Nicht „Herr Klubobmann“, sondern: Herr Abgeordneter. (Abg. Ing. Westenthaler: Es war halt die Gewohnheit!)
Abg. Ing. Westenthaler: Man kann ihn jederzeit herbeischaffen! Ich habe den Antrag dazu gestellt!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Ich sehe das durch die Geschäftsordnung nicht gedeckt. Der Herr Bundeskanzler ist ja vertreten durch den Herrn Staatssekretär. (Abg. Ing. Westenthaler: Man kann ihn jederzeit herbeischaffen! Ich habe den Antrag dazu gestellt!) Daher ist diese Abstimmung meiner Auffassung nach nicht zulässig. – Punkt eins. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Antrag ist selbstverständlich zulässig! § 18 Abs. 3 GOG!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Antrag ist selbstverständlich zulässig! § 18 Abs. 3 GOG!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Ich sehe das durch die Geschäftsordnung nicht gedeckt. Der Herr Bundeskanzler ist ja vertreten durch den Herrn Staatssekretär. (Abg. Ing. Westenthaler: Man kann ihn jederzeit herbeischaffen! Ich habe den Antrag dazu gestellt!) Daher ist diese Abstimmung meiner Auffassung nach nicht zulässig. – Punkt eins. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Antrag ist selbstverständlich zulässig! § 18 Abs. 3 GOG!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten einmal die Geschäftsordnung lernen, Herr Abgeordneter Cap! Unser Antrag ist selbstverständlich zulässig!
Ansonsten ist zu sagen: Es ist dieses Parlament selbstverständlich verpflichtet, ordnungsgemäß diese Kurzdebatte wie geplant hier durchzuführen (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten einmal die Geschäftsordnung lernen, Herr Abgeordneter Cap! Unser Antrag ist selbstverständlich zulässig!), wo wir uns mit den einzelnen Punkten, die Sie
Abg. Ing. Westenthaler: Aber das weiß der Klubobmann Cap nicht!
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Frau Präsidentin! Geschätzte Damen und Herren! Kollege Westenthaler, selbstverständlich ist Ihr Antrag nach der Geschäftsordnung zulässig. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber das weiß der Klubobmann Cap nicht!) Ich nehme auch nicht an, dass das formal bestritten wird. (Abg. Ing. Westenthaler: O ja, Klubobmann Cap hat das gerade formal bestritten! Er hat noch nicht die Geschäftsordnung gelernt!)
Abg. Ing. Westenthaler: O ja, Klubobmann Cap hat das gerade formal bestritten! Er hat noch nicht die Geschäftsordnung gelernt!
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Frau Präsidentin! Geschätzte Damen und Herren! Kollege Westenthaler, selbstverständlich ist Ihr Antrag nach der Geschäftsordnung zulässig. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber das weiß der Klubobmann Cap nicht!) Ich nehme auch nicht an, dass das formal bestritten wird. (Abg. Ing. Westenthaler: O ja, Klubobmann Cap hat das gerade formal bestritten! Er hat noch nicht die Geschäftsordnung gelernt!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Anbetracht dessen, dass immer mehr Abgeordnete wegen der anstehenden Abstimmung in den Sitzungssaal kommen –: Holt die Leute herein! Schnell, schnell!
Tatsache ist, dass der Staatssekretär des Bundeskanzleramtes in Vertretung des Herrn Bundeskanzlers hier anwesend ist. Das ist eine Usance. Diese Möglichkeit der Vertretung des Herrn Bundeskanzlers gibt es. (Abg. Ing. Westenthaler – in Anbetracht dessen, dass immer mehr Abgeordnete wegen der anstehenden Abstimmung in den Sitzungssaal kommen –: Holt die Leute herein! Schnell, schnell!) – Durch Ihre Zwischenrufe dauert es nur noch länger.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Der sitzt bestens!
Wir haben heute als ersten Tagesordnungspunkt das Bundesministeriengesetz behandelt und wissen, dass an dieser Vertretung nichts auszusetzen ist. Aber dieser Antrag ist ein Gag, eine Aktion von dir, Herr Kollege Westenthaler, wie wir sie ja schon in vielfacher Form kennen. Selbstverständlich werden wir diesen Antrag ablehnen, denn der Herr Staatssekretär vertritt das Bundeskanzleramt hier bestens und wird das, nehme ich an, auch weiterhin tun. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Der sitzt bestens!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Stimmen zählen!
Wer diesem Geschäftsordnungsantrag zustimmt, den ersuche ich um ein entsprechendes Zeichen. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Stimmen zählen!) – Dieser Antrag ist abgelehnt. Es sind 53 Pro-Stimmen und bedeutend mehr Contra-Stimmen.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie müssen einmal die Geschäftsordnung lernen, bevor Sie da reden! Seminar! – Abg. Grosz: Ich war fünf Jahre Mitarbeiter einer Bundesregierung!
Ich werde jetzt ein bisschen Nachhilfeunterricht geben, denn der Grazer Gemeinderat mit seiner verantwortungsvollen Tätigkeit ist eine Sache, hier im Nationalrat werden jedoch die Tätigkeiten der Bundesregierung diskutiert. Ich möchte Ihnen das doch nicht verheimlichen – offensichtlich war ja die Einschulung im BZÖ-Klub nicht ausreichend, um mit dieser Sache umgehen zu können. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie müssen einmal die Geschäftsordnung lernen, bevor Sie da reden! Seminar! – Abg. Grosz: Ich war fünf Jahre Mitarbeiter einer Bundesregierung!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein bisschen kräftiger! Ein paar Kraftausdrücke brauchen wir! Ein bisschen tiefer!
Weiters ist ganz entscheidend: Es gibt die OSZE – O, S, Z, E, wieder mitschrei- ben, das ist wichtig, denn Sie haben ja keine Unterlagen, Sie verhungern ja geistig in der BZÖ-Fraktion, daher brauchen Sie jetzt Unterricht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein bisschen kräftiger! Ein paar Kraftausdrücke brauchen wir! Ein bisschen tiefer!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Staatssekretär Dr. Ostermayer –: Welche Freundinnen sind denn da ...?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zu Wort gemeldet ist nun Herr Staatssekretär Dr. Ostermayer. Ich mache darauf aufmerksam: Die Redezeit soll 10 Minuten nicht überschreiten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Staatssekretär Dr. Ostermayer –: Welche Freundinnen sind denn da ...?)
Abg. Ing. Westenthaler: Welche Lebensgefährtinnen waren denn das, die 78, die da mitgefahren sind?
Staatssekretär im Bundeskanzleramt Dr. Josef Ostermayer: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! (Abg. Ing. Westenthaler: Welche Lebensgefährtinnen waren denn das, die 78, die da mitgefahren sind?) Ich möchte überhaupt nicht auf die Polemik eingehen, sondern nur ein paar Anmerkungen zur Sache selbst machen. (Abg. Ing. Westenthaler: Da muss ja einer drei haben!)
Abg. Ing. Westenthaler: Da muss ja einer drei haben!
Staatssekretär im Bundeskanzleramt Dr. Josef Ostermayer: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! (Abg. Ing. Westenthaler: Welche Lebensgefährtinnen waren denn das, die 78, die da mitgefahren sind?) Ich möchte überhaupt nicht auf die Polemik eingehen, sondern nur ein paar Anmerkungen zur Sache selbst machen. (Abg. Ing. Westenthaler: Da muss ja einer drei haben!)
Abg. Mag. Stadler: Der hat doch keine 78 Lebensgefährtinnen gehabt! – Abg. Ing. Westenthaler: Der ist glücklich verheiratet!
Als der jetzige Bundeskanzler Faymann Verkehrsminister wurde, hatten wir ebenfalls Anfragen zu beantworten, die den Vorgänger betroffen haben – das war der schon erwähnte Vizekanzler und Verkehrsminister Hubert Gorbach (Abg. Mag. Stadler: Der hat doch keine 78 Lebensgefährtinnen gehabt! – Abg. Ing. Westenthaler: Der ist glücklich verheiratet!) –, und ich kann Ihnen sagen, dass er natürlich nicht die Reisen selbst bezahlt hat, sondern dass die Anfrage korrekt so beantwortet wurde, dass alle Reisen angegeben wurden, die Vizekanzler und Verkehrsminister Gorbach in seiner Funktion gemacht hat.
Abg. Ing. Westenthaler: Wir reden aber von Ihrer Beantwortung! – Abg. Grosz: Wie viel der gesamten?
Ich kann noch eine Anmerkung dazu machen (Abg. Grosz: Es geht aber um Ihre!) – ja, ja, ich komme schon dazu –: Die Reisekosten, die Verkehrsminister Gorbach hatte, betrugen ein Vielfaches – ein Vielfaches! – der Reisekosten, die Verkehrsminister Faymann in seiner Amtszeit hatte. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir reden aber von Ihrer Beantwortung! – Abg. Grosz: Wie viel der gesamten?)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht mit Freundinnen! Sollen sie die Freundinnen zu Hause lassen!
dern natürlich auch der Bundeskanzler und die anderen Regierungsmitglieder Verpflichtungen haben (Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht mit Freundinnen! Sollen sie die Freundinnen zu Hause lassen!), bei denen sie Termine im Ausland wahrnehmen.
Abg. Ing. Westenthaler: Warum mit so vielen Freundinnen?
Das sind einerseits die Ministerräte, die Fachministerräte bei den einzelnen Ministern und Ministerinnen, es sind die Europäischen Räte, bei denen der Bundeskanzler und die Außenministerin oder der Außenminister Österreich vertreten. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum mit so vielen Freundinnen?) Und ich glaube nicht, dass Sie ernsthaft empfehlen würden, dass man diese Veranstaltungen, bei denen die Interessen der Österreicherinnen und Österreicher wahrgenommen werden, nicht besucht und dort nicht das Wort und die Stimme erhebt und die Position Österreichs vertritt.
Abg. Ing. Westenthaler: Wer war denn da Staatssekretär? – Zwischenruf des Abg. Grosz.
Die große Reiselust Gorbachs. – Es heißt in dem Artikel weiter: Die Reiselust war demnach im Infrastrukturministerium von Hubert Gorbach stark ausgeprägt. Der für den Verkehr zuständige Ressortchef und Vizekanzler brachte es laut Anfragebeantwortung auf 58 Auslandsbesuche. Zusammen mit den beiden Staatssekretären auf über 60. Das Gorbach-Ressort ließ auch das Bundeskanzleramt hinter sich. Regierungschef Wolfgang Schüssel, Staatssekretär Morak und Staatssekretär Schweitzer brachten es insgesamt nur auf 49. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer war denn da Staatssekretär? – Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Abg. Dr. Jarolim: Diese Aktion ist ein ordentlicher Rohrkrepierer, Westenthaler!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nun gelangt Herr Abgeordneter Dr. Haimbuchner zum Wort. Redezeit: 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Dr. Jarolim: Diese Aktion ist ein ordentlicher Rohrkrepierer, Westenthaler!)
Abg. Ing. Westenthaler – auf Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich weisend –: Bitte! Da ist der Minister da! – Sehr löblich! Sehr löblich!
Ich ersuche nun Herrn Abgeordneten Dr. Van der Bellen als Antragsteller, die Debatte zu eröffnen. Die Redezeit beträgt 10 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – auf Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich weisend –: Bitte! Da ist der Minister da! – Sehr löblich! Sehr löblich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das sagt er schon seit zehn Jahren! – Abg. Grosz: Seit 40 Jahren sagt er das schon!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Ich danke meinem Vorredner, der im Wesentlichen die einzelnen Problemfelder sehr deutlich angeführt hat. Morgen wird diese Komiteesitzung stattfinden, und wir müssen natürlich schauen, dass bei all diesen Debatten über den Untersuchungsausschuss als Minderheitsrecht jetzt endlich einmal ein Ergebnis herauskommt, weil wir das alles schon sehr lange diskutieren. Wir sollten uns jetzt bemühen, dass das wirklich zu einem Ergebnis führt. (Abg. Ing. Westenthaler: Das sagt er schon seit zehn Jahren! – Abg. Grosz: Seit 40 Jahren sagt er das schon!)
Abg. Ing. Westenthaler: Immer dieselbe Rede!
Ich denke also, dass da eine wirklich fein ziselierte Arbeit erforderlich sein wird, die diese Balance schafft, damit – und das sollte das gemeinsame Ziel sein – die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses hier, aber auch außerhalb des Hauses ein Höchstmaß an Glaubwürdigkeit genießt. (Abg. Ing. Westenthaler: Immer dieselbe Rede!) – Nein! „Dieselbe Rede“, das ist deswegen nicht wahr, weil es in drei Punkten eine
Abg. Ing. Westenthaler: Seit 40 Jahren dieselbe Rede mit der Samtpfote!
Weiterentwicklung der Debatte ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Seit 40 Jahren dieselbe Rede mit der Samtpfote!) – Nein, das stimmt nicht!
Abg. Ing. Westenthaler: Dann sind Sie aber gescheitert, wenn das nie umgesetzt wurde!
Es muss jedoch eine Balance da sein, die die größtmögliche Glaubwürdigkeit garantiert. (Abg. Grosz: Cap, der ungekrönte König der Schmähtandler!) Und wenn ich das schon öfters gesagt haben sollte, so werde ich das immer und immer wieder sagen, weil ich denke, dass es wichtig ist, das so oft wie möglich zu kommunizieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Dann sind Sie aber gescheitert, wenn das nie umgesetzt wurde!) – Nein, gescheitert kann man nicht sagen. Das ist nicht einseitig zu adressieren. Gescheitert ist dann das Parlament, das Hohe Haus, wenn wir nichts zusammenbringen. Und das wäre schade. (Abg. Grosz: Und das liegt aber in Ihrer Verantwortung!) – Nein, es ist auch nicht Aufgabe der Regierung, den Untersuchungsausschuss als Minderheitsrecht zu etablieren, sondern dass müssen wir gemeinsam tun. Wir müssen schauen, dass alle fünf Parteien auf einen gemeinsamen Nenner kommen. (Abg. Grosz: Seit 40 Jahren ist es dasselbe!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist schon etwas anderes!
Ich frage Sie: Schauen Sie sich die Pflichtschulen in Wien an – heißt das jetzt, dass der Bund auch ausgerechnet für Wien die Pflichtschulen sanieren soll, nur weil Wien glaubt, kein Geld dafür zu haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist schon etwas anderes!) Soll das Gratis-Kindergartenjahr jetzt ausschließlich in Wien durch den Bund gezahlt werden? Sollen die Kindergärten jetzt dadurch erhalten werden? – Das heißt, wir kommen nicht darum herum, dass eine Verfassung die Kompetenzen regelt und Verlässlichkeit in der Zuständigkeit sein muss.
Sitzung Nr. 13
Abg. Ing. Westenthaler: Sie können ihn noch einmal vorlesen!
Bundeskanzler Werner Faymann: Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Als ich den Dringlichen Antrag gelesen habe, war ich schon neugierig, wie die Stellungnahme ausfallen wird. Ich muss sagen, Kollege Bucher hat sich bemüht, wenigstens die Highlights an Polemik in diesem Dringlichen Antrag wegzulassen, denn wenn man ihn liest, von der Wortwahl beginnend bis zu den Behauptungen, dann, muss ich sagen, verstehe ich Kollegen Bucher, dass er versucht hat, seine Rede möglichst abseits des Inhalts ... (Abg. Ing. Westenthaler: Sie können ihn noch einmal vorlesen!) – Wahrscheinlich haben Sie ihn geschrieben, Herr Westenthaler; ich habe Sie schwer in Verdacht gehabt. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Lesen Sie ihn ruhig vor!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Lesen Sie ihn ruhig vor!
Bundeskanzler Werner Faymann: Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Als ich den Dringlichen Antrag gelesen habe, war ich schon neugierig, wie die Stellungnahme ausfallen wird. Ich muss sagen, Kollege Bucher hat sich bemüht, wenigstens die Highlights an Polemik in diesem Dringlichen Antrag wegzulassen, denn wenn man ihn liest, von der Wortwahl beginnend bis zu den Behauptungen, dann, muss ich sagen, verstehe ich Kollegen Bucher, dass er versucht hat, seine Rede möglichst abseits des Inhalts ... (Abg. Ing. Westenthaler: Sie können ihn noch einmal vorlesen!) – Wahrscheinlich haben Sie ihn geschrieben, Herr Westenthaler; ich habe Sie schwer in Verdacht gehabt. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Lesen Sie ihn ruhig vor!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein guter Anfang!
Ich möchte zum Wesentlichen kommen, weil ich es für richtig halte, in diesen Tagen intensiv zu überprüfen, ob die Maßnahmen, die wir als Bundesregierung setzen, wirken, wie sie wirken und ob weitere Maßnahmen notwendig sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein guter Anfang!) Das lässt sich dann am besten feststellen, wenn man die Maßnahmen kennt, Herr Kollege Westenthaler, wenn die Maßnahmen bereits wirken und man die Wirkung überprüfen kann.
Abg. Dr. Cap ist ebenso wie Abg. Scheibner unterwegs zum Rednerpult. – Abg. Ing. Westenthaler: Das kann nicht stimmen!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Wir gehen nun in die Debatte ein. (Abg. Dr. Cap ist ebenso wie Abg. Scheibner unterwegs zum Rednerpult. – Abg. Ing. Westenthaler: Das kann nicht stimmen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das kann nicht stimmen! Es gibt einen Dringlichen Antrag, es ist immer dieselbe Rednerreihenfolge: Begründer, Minister, und dann wieder jemand von der Fraktion! – Cap, setz dich nieder!
Mir ist nicht bekannt, dass es eine andere Reihenfolge gibt, und daher steht bei mir auf der Rednerliste als Nächster Klubobmann Dr. Cap. Ich stelle die Uhr für die nächste Runde. (Abg. Ing. Westenthaler: Das kann nicht stimmen! Es gibt einen Dringlichen Antrag, es ist immer dieselbe Rednerreihenfolge: Begründer, Minister, und dann wieder jemand von der Fraktion! – Cap, setz dich nieder!) – Einen Moment! (Präsidentin Mag. Prammer spricht mit Bediensteten der Parlamentsdirektion.) – Herr Abgeordneter, das war ein Irrtum der Parlamentsdirektion. Natürlich gelangt Herr Abgeordneter Scheibner zu Wort. (Beifall und Bravorufe beim BZÖ.)
Ruf bei der SPÖ: Der Cap wäre besser gewesen! – Abg. Ing. Westenthaler: Die Präsidentin sollte auch langsam wissen, wie die Rednerordnung ist!
Ich stelle die Uhr auf jeweils 8 Minuten. Die nicht verbrauchte Zeit wird dem oder der zweiten Redner/in Ihrer Fraktion dann zu den 12 Minuten zugerechnet. – Bitte. (Ruf bei der SPÖ: Der Cap wäre besser gewesen! – Abg. Ing. Westenthaler: Die Präsidentin sollte auch langsam wissen, wie die Rednerordnung ist!)
Neuerliche Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist die Rede aus den neunziger Jahren!
Wobei der Gastredner dann der Herr „Professor“ Hubert Gorbach gewesen wäre, der als ehemaliger Vizekanzler Beiträge dazu hätte leisten können, wie man aus dem orangen Talentschuppen dort lauter Supertypen hineinsetzt. Da fällt uns eine ganze Liste von Namen dafür ein. (Neuerliche Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist die Rede aus den neunziger Jahren!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind am falschen Dampfer!
Ich verstehe das ja, wenn ich mir das alles durchlese, dass die Arbeitslosigkeit dort im Schnitt deutlich schneller steigt als in den anderen Bundesländern und Kärnten das am höchsten verschuldete Bundesland ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind am falschen Dampfer!) – Ja, ja, das hören Sie ungern, aber Sie müssen jetzt einfach dafür einstehen.
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat den Jet bezahlt?
Das soll Ihre seriöse Antwort sein auf die größte Wirtschaftskrise, mit der dieses Land zu kämpfen hat? (Ruf: Das ist eine glatte Lüge!) Das ist keine glatte Lüge! Sie haben sogar im Wirtschaftsausschuss des Hauses gefehlt! Das ganze Haus hat gerätselt, wo Sie sind. Da hat es geheißen, Sie fliegen im Privat-Jet des Raiffeisenverbandes durch die Gegend. Nicht mit einer AUA-Maschine, sondern mit einem Privat-Jet! Eine Abfuhr nach der anderen haben Sie sich im Osten geholt. So schaut es aus! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat den Jet bezahlt?)
Abg. Ing. Westenthaler: Nein, Privat-Jet hat er gesagt!
Abgeordneter Fritz Grillitsch (ÖVP): Frau Präsidentin! Meine Herren auf der Regierungsbank! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Erlauben Sie mir, dass ich feststelle, dass ich bitter enttäuscht bin über die Diskussion, wie sie hier vom Antragsteller des BZÖ geführt wird. (Abg. Scheibner: Na klar!) Und wenn Herr Mag. Stadler hier behauptet, unser Vizekanzler und Finanzminister Josef Pröll wäre mit einem Flieger des Raiffeisenverbandes unterwegs gewesen (Abg. Ing. Westenthaler: Nein, Privat-Jet hat er gesagt!), dann muss ich sagen: Das ist eine glatte Lüge, das ist eine Falschmeldung, meine Damen und Herren (Beifall bei der ÖVP), denn das alles ist über das Finanzministerium bezahlt worden. – Herr Abgeordneter Stadler, entschuldigen Sie sich dafür und nehmen Sie diese Lüge zurück! (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP. – Abg. Bucher: Der Steuerzahler hat es bezahlt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat den Flieger bezahlt? Wer hat den Privat-Jet bezahlt?
Meine lieben Kolleginnen und Kollegen, eigentlich ist es unsere Aufgabe, sich nicht darin zu ergehen, den politischen Gegner anzuschütten (Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat den Flieger bezahlt? Wer hat den Privat-Jet bezahlt?), sondern die Sorgen der Menschen zu diskutieren und ernst zu nehmen und Maßnahmen vorzuschlagen und Ideen zu liefern. Ich hätte mir von Ihnen einen Ideenwettbewerb erwartet, wie wir das Ziel erreichen können – das oberste Ziel! –, das wir in diesen Stunden und Tagen haben müssen, nämlich Arbeitsplätze zu sichern, Arbeitsplätze zu schaffen, Einkommen zu sichern, damit den Menschen die Kaufkraft erhalten bleibt. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: „Glatte Lüge“ ist ein Fall für einen Ordnungsruf, Frau Präsidentin! Für den Ausdruck „Lüge“ bekam man bisher immer einen Ordnungsruf!
Nehmen wir unseren parlamentarischen Auftrag wahr, für die Menschen da zu sein, und verzichten wir darauf, aus Krisen politisches Kleingeld zu schlagen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: „Glatte Lüge“ ist ein Fall für einen Ordnungsruf, Frau Präsidentin! Für den Ausdruck „Lüge“ bekam man bisher immer einen Ordnungsruf!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist auch notwendig!
Herr Klubobmann, Sie haben sich offensichtlich zur Geschäftsbehandlung zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist auch notwendig!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der ist dafür!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Gibt es dazu weitere Wortmeldungen? – Herr Klubobmann Kopf, bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Der ist dafür!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Privatjet-Vizekanzler!
Ich denke, dass der Antrag selbstverständlich abzustimmen ist. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Privatjet-Vizekanzler!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist jetzt der Privatjet-Vizekanzler?
Herr Abgeordneter Mag. Darmann ist der Erste. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist jetzt der Privatjet-Vizekanzler?)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Dieser Kleingeist wird aber auch im Zugang zur Kultur spürbar, und das bringt eine weitere Lähmung des Landes mit sich. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Es gilt nämlich nach wie vor der legendäre Ausspruch des früheren Landeshauptmannes Haider: Die Hand, die einen füttert, beißt man nicht! Und Kritisches wird gar nicht erst gefördert, sondern ausgehungert. Das geht so weit, dass Sie die Freiheit der Kunst in Frage stellen. Das geht aber auch noch weiter, indem Landeshauptmann Dörfler sogar die Menschenrechtskonvention in Frage stellt. – Das Rechtsverständnis und das demokratiepolitische Verständnis des BZÖ scheinen tatsächlich im Mittelalter steckenge-
Sitzung Nr. 14
Abg. Ing. Westenthaler: Das sage ich schon das dritte Mal! – Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist keine objektive Vorsitzführung! Für „Lüge“ gibt es keinen Ordnungsruf, aber für die Wahrheit!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Westenthaler, für den Vorwurf „parlamentarische Schlepperbande“ erteile ich Ihnen einen Ordnungsruf. (Abg. Ing. Westenthaler: Das sage ich schon das dritte Mal! – Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist keine objektive Vorsitzführung! Für „Lüge“ gibt es keinen Ordnungsruf, aber für die Wahrheit!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist kein Ordnungsruf, oder?!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Einen Moment, Herr Abgeordneter! – Ich ersuche darum, diese Tafel zu entfernen! (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist kein Ordnungsruf, oder?!) Auch diese Formulierung hat nichts im Plenum zu suchen und auch dafür einen Ordnungsruf.
Abg. Ing. Westenthaler: Das erklären Sie uns am besten! Wir sind schon sehr gespannt!
Aber am Beispiel Wien möchte ich eines gleich zitieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Das erklären Sie uns am besten! Wir sind schon sehr gespannt!) – So ist es. – Wenn wir von konfessionellen Lehrern reden, reden wir am Beispiel Wien von 1 161 Lehrern. Da sind aber griechisch-orthodoxe, buddhistische, alt-katholische, koptische, mosaische, serbisch-orthodoxe, evangelische, islamische und römisch-katholische Lehrer mit dabei. Es gibt 774 römisch-katholische Religionslehrer, 169 islamische und 141 evangelische. (Abg. Ing. Westenthaler: Themaverfehlung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Themaverfehlung!
Aber am Beispiel Wien möchte ich eines gleich zitieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Das erklären Sie uns am besten! Wir sind schon sehr gespannt!) – So ist es. – Wenn wir von konfessionellen Lehrern reden, reden wir am Beispiel Wien von 1 161 Lehrern. Da sind aber griechisch-orthodoxe, buddhistische, alt-katholische, koptische, mosaische, serbisch-orthodoxe, evangelische, islamische und römisch-katholische Lehrer mit dabei. Es gibt 774 römisch-katholische Religionslehrer, 169 islamische und 141 evangelische. (Abg. Ing. Westenthaler: Themaverfehlung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Themaverfehlung! Wir sind bei einem anderen Tagesordnungspunkt!
Die islamische Glaubensgemeinschaft hat sich dazu verpflichtet, fünf Punkte einzuführen und diese bei Zuwiderhandlung auch zu ahnden. Es werden für das neue Schuljahr neue Dienstverträge ausgegeben, wo die Werte der Demokratie, der Menschenrechte und vor allen Dingen das Bekenntnis zu unserer Verfassung festgeschrieben sind. Lehrer, die sich davon distanzieren, denen ist die Unterrichtserlaubnis zu entziehen. Im April soll ein neuer Lehrplan nach modernen Qualitätskriterien entstehen, Schulbücher und Lehrmaterialien sollen von einem unabhängigen wissenschaftlichen Beirat überprüft werden. Die Fachinspektoren sollen in Zukunft jedes Semester einen Tätigkeitsbericht direkt an das Unterrichtsministerium verfassen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Themaverfehlung! Wir sind bei einem anderen Tagesordnungspunkt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die kriegt wieder aufgedreht! Wir werden abgedreht!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Frau Abgeordnete, Sie haben Ihre Redezeit aufgebraucht. Einen Schlusssatz noch. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Die kriegt wieder aufgedreht! Wir werden abgedreht!)
Beifall für die das Rednerpult verlassende Abg. Lueger. – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist das für eine Vorsitzführung?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Frau Abgeordnete, das war mehr als ein Satz. (Beifall für die das Rednerpult verlassende Abg. Lueger. – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist das für eine Vorsitzführung?)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Tasche ist weg!
Etwas möchte ich hier aber auch noch dazusagen, ohne jetzt groß die Statistik zu bemühen: Die Frage dabei ist immer: Was kommt unterm Strich heraus? (Abg. Ing. Westenthaler: Die Tasche ist weg!) Unterm Strich kommt heraus, dass Österreich und Bayern zu den sichersten Staaten auf dieser Welt gehören. Seien wir doch stolz darauf, was Österreich beim Thema Sicherheit unter allen Ministern der Nachkriegszeit und unserer jetzigen Frau Minister zuwege gebracht hat! Seien wir stolz darauf, dass Österreich für den Tourismus als sicheres Land gilt und Österreich generell ein sicheres Land ist! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das war im Vorjahr, Herr Kollege!
Wenn heute Zeitungsberichte zitiert werden, dann möchte ich einmal einen anderen Zeitungsbericht zitieren: „Österreich geizte im Vorjahr mit Asyl-Zuerkennung. Nur halb so viele Menschen bekamen in zweiter Instanz Asyl – starker Rückgang bei Asyl für Tschetschenen.“ (Abg. Ing. Westenthaler: Das war im Vorjahr, Herr Kollege!)
Abg. Ing. Westenthaler – auf die ORF-Koje weisend –: Es ist schon aus! Die Übertragung ist schon aus!
Zur Kriminalität noch ein letzter Satz: Sie wenden einen sehr üblichen Trick an, der uns von Ihnen schon sattsam bekannt ist, Sie setzen nämlich die Zahl der Anzeigen mit der Zahl der Verurteilungen gleich. Eine Information an alle, die hier zuschauen und zuhören (Abg. Ing. Westenthaler – auf die ORF-Koje weisend –: Es ist schon aus! Die Übertragung ist schon aus!): Ungefähr jede sechste Anzeige führt zu einer Verurteilung, sowohl bei Inländern als auch bei Ausländern. (Abg. Mag. Stefan: Weil sie zuerst einmal den Täter fassen müssen!) Hören Sie bitte mit Ihren Märchen auf, und halten Sie sich sowohl an die Zahlen als auch an den Rechtsstaat! (Beifall bei den Grünen.) Dann könnten wir Kriminalitätsprobleme in Österreich gut und rechtsstaatlich lösen. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Cap –: Die Ötsch-Verteidigungsrede ist das jetzt!
Präsident Fritz Neugebauer: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Klubobmann Dr. Cap. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Cap –: Die Ötsch-Verteidigungsrede ist das jetzt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der Gegensatz zu Ihnen! ...!
Da vorhin davon die Rede war, wer die Verantwortung trägt: Entschuldigung, Herr Klubobmann Bucher, Sie sind ja Unternehmer (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der Gegensatz zu Ihnen! ...!), Sie denken ja über den Tellerrand, nehme ich einmal an, hinaus; denn würden Sie das nicht tun, könnten Sie Ihr Unternehmen nicht führen. Es ist ein erfolgreiches Unternehmen, das Sie führen, daher nehme ich an, dass Sie über den Tellerrand hinaus denken. Sie wissen doch ganz genau, wodurch unter anderem die Situation bei Fluglinien – global, aber auch bei den Austrian Airlines – entstanden ist (Abg. Dr. Moser – einen Rechnungshofbericht in die Höhe haltend –: Das steht genau drinnen!): jahrelang hohe Kerosinpreise, die natürlich ihre Auswirkungen haben! Das kann man doch nicht einfach wegeskamotieren! Oder: eine Konkurrenzsituation, eine Wettbewerbssituation, die ebenfalls ihre Auswirkungen gehabt hat. (Abg. Scheibner: ... in der Mitte der Tagesordnung?)
Abg. Ing. Westenthaler: Es geht um die Tagesordnung, Herr Klubobmann Cap!
Ich leugne nicht, dass es auch Managementfehler gegeben hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Es geht um die Tagesordnung, Herr Klubobmann Cap!) Ich leugne nicht, dass die Verantwortung natürlich auch dort anzusiedeln ist. Aber ich weigere mich, dabei nicht auch die objektiven Faktoren zu berücksichtigen, die auch eine Rolle spielen. (Abg. Bucher: Auch! Auch!) Ja, aber das muss man dazusagen (Abg. Bucher: Und der Herr Faymann ist nicht schuld?!), denn, Herr Klubobmann Bucher, als Sie hier am Rednerpult gestanden sind, haben Sie immer nur gesagt: Die Politik ist schuld, die Politik ist schuld! – und im Hinterkopf haben Sie kurz wieder an die zwei Landtagswahlen am Sonntag, den 1. März gedacht –, aber Sie haben nicht darauf Bezug genommen, dass man, wenn man darüber seriös eine Debatte führen will, auch darüber nachdenken muss, was die Faktoren sind.
Abg. Ing. Westenthaler: Wo es um die Arbeitslosigkeit geht! ... alle arbeitslos!
Wogegen ich mich besonders wehre, ist, dass Sie gegen den ersten Tagesordnungspunkt so sehr wettern, bei dem es um die Kurzarbeit geht (Abg. Ing. Westenthaler: Wo es um die Arbeitslosigkeit geht! ... alle arbeitslos!), bei dem es unter anderem auch um öffentliche Gelder geht, bei dem es um die Wirtschaft geht, um die Beschäftigten geht, um tragische Schicksale geht, weil plötzlich Kurzarbeit stattfindet, eine Verringerung der Einkommen erfolgt und manche dann ihren Arbeitsplatz verlieren. – Das ist für Sie nichts wert? (Abg. Bucher: Natürlich! Aber Ihnen ist die AUA unangenehm! – Ruf beim BZÖ: Arbeitsplätze gibt’s bei der AUA!) Das hat keine Bedeutung? Dass das an einer prominenten Stelle der Tagesordnung aufscheint, das wollen Sie nicht?!
Abg. Ing. Westenthaler: Mitternachtseinlage!
Meine Damen und Herren, überhaupt keine Frage, das Thema Existenzsicherung der AUA ist wichtig, ist verdammt wichtig. (Abg. Ing. Westenthaler: Mitternachtseinlage!) Darum steht es ja heute auch auf der Tagesordnung. Aber ist das Thema Kurzarbeit, Flexibilisierung der Kurzarbeit, um Kündigungen vermeiden zu können, nicht auch wichtig? Ist das Thema Korrektur beim Schutzbetrag für die Witwenpensionen nicht wichtig? Ist das Thema Kinderbetreuungsgeld, Erleichterungen und Verbesserungen bei der Rückforderung, Erleichterungen für die Mütter nicht auch wichtig? (Abg. Ing. Westenthaler: Auch das Uruguay-Abkommen ist wichtig!) Viele Themen, aber gerade diese sind besonders wichtig. Und ich denke, insbesondere, meine Damen und Herren, das Thema Sicherung der Beschäftigung, Vermeidung von Kündigungen ist gerade in der jetzigen so schwierigen Zeit doch wohl das allerwichtigste und alles überlagernde Thema. Und darum steht es auf der Tagesordnung an erster Stelle. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Auch das Uruguay-Abkommen ist wichtig!
Meine Damen und Herren, überhaupt keine Frage, das Thema Existenzsicherung der AUA ist wichtig, ist verdammt wichtig. (Abg. Ing. Westenthaler: Mitternachtseinlage!) Darum steht es ja heute auch auf der Tagesordnung. Aber ist das Thema Kurzarbeit, Flexibilisierung der Kurzarbeit, um Kündigungen vermeiden zu können, nicht auch wichtig? Ist das Thema Korrektur beim Schutzbetrag für die Witwenpensionen nicht wichtig? Ist das Thema Kinderbetreuungsgeld, Erleichterungen und Verbesserungen bei der Rückforderung, Erleichterungen für die Mütter nicht auch wichtig? (Abg. Ing. Westenthaler: Auch das Uruguay-Abkommen ist wichtig!) Viele Themen, aber gerade diese sind besonders wichtig. Und ich denke, insbesondere, meine Damen und Herren, das Thema Sicherung der Beschäftigung, Vermeidung von Kündigungen ist gerade in der jetzigen so schwierigen Zeit doch wohl das allerwichtigste und alles überlagernde Thema. Und darum steht es auf der Tagesordnung an erster Stelle. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Eine Million Abfertigung bekommen! Ihr schmeißt einem Pleitemanager 1 Million € nach!
Rückbetrachtung ein schwerer Fehler, und dieser Fehler hat im Übrigen dem Herrn Ötsch auch den Job gekostet. Das ist ... (Abg. Ing. Westenthaler: Eine Million Abfertigung bekommen! Ihr schmeißt einem Pleitemanager 1 Million € nach!)
Abg. Ing. Westenthaler: ... einfach immer am besten! Am besten immer!
Handeln heißt, man muss ein Modell finden, mit dem man die Beschäftigten in Beschäftigung halten kann – und das ist eben das Kurzarbeitsmodell, das von der Regierung eingeführt wird. Und es ist dringend notwendig, dass es dazu gekommen ist, damit man länger planen, den Beschäftigten länger Hoffnung geben und ihnen sagen kann: Du bist in Beschäftigung, du verlierst deine Arbeit nicht, lieber Kollege! (Abg. Ing. Westenthaler: ... einfach immer am besten! Am besten immer!)
Abg. Ing. Westenthaler – auf Bundesminister Mag. Darabos weisend –: Der Minister ist eh schon da! Stellen Sie einen Antrag!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Meine Damen und Herren, ich muss Ihnen Folgendes mitteilen: Mir wurde gerade von der Parlamentsdirektion mitgeteilt, dass wir erst um 12.24 Uhr in die Tagesordnung eingegangen sind. Da § 74a der Geschäftsordnung einzuhalten ist: spätestens 15 Uhr, frühestens aber nach 3 Stunden – also die 3 Stunden sind stärker als 15 Uhr –, können wir erst um 15.24 Uhr den Dringlichen Antrag aufrufen. (Abg. Ing. Westenthaler – auf Bundesminister Mag. Darabos weisend –: Der Minister ist eh schon da! Stellen Sie einen Antrag!)
Abg. Dr. Jarolim: Aber der Scheibner ist sicher besser als der Westenthaler! – Abg. Grosz: Dem Herrn Minister Darabos seine Bilder hängen sie in den Kasernen mittlerweile schon ab, weil sie sich so ...!
Präsident Fritz Neugebauer: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Windbüchler-Souschill. 7 Minuten gewünschte Redezeit. – Bitte, Frau Kollegin. (Abg. Dr. Jarolim: Aber der Scheibner ist sicher besser als der Westenthaler! – Abg. Grosz: Dem Herrn Minister Darabos seine Bilder hängen sie in den Kasernen mittlerweile schon ab, weil sie sich so ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Vorgänger von Haupt!
Abgeordneter Gerhard Köfer (SPÖ): Geschätzter Herr Präsident! Werter Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Der Vorgänger von Haupt!) Kurz zu den Ausführungen des Kollegen List. Wenn Herr Bundesminister Darabos bei Franz Posch in der Fernsehsendung ist, dann heißt das noch lange nicht, dass das auch eine Live-Schaltung ist, sondern diese Aufzeichnungen wurden bereits vor Wochen gemacht. (Abg. Mag. Darmann: Umso schlimmer!) Zum fraglichen Zeitpunkt – das kann ich bestätigen – war Herr Bundesminister Darabos in Kärnten auf Truppenbesuch und auch in Tirol. (Abg. Scheibner: Wieso können Sie das bestätigen?) Dieser Truppenbesuch ist nicht nur bei der Bevölkerung sehr gut angekommen, sondern auch bei den Soldaten. (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Es spricht der Noch-Bürgermeister!)
Beifall und Bravorufe bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Es spricht der Noch-Bürgermeister!
Abgeordneter Gerhard Köfer (SPÖ): Geschätzter Herr Präsident! Werter Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Der Vorgänger von Haupt!) Kurz zu den Ausführungen des Kollegen List. Wenn Herr Bundesminister Darabos bei Franz Posch in der Fernsehsendung ist, dann heißt das noch lange nicht, dass das auch eine Live-Schaltung ist, sondern diese Aufzeichnungen wurden bereits vor Wochen gemacht. (Abg. Mag. Darmann: Umso schlimmer!) Zum fraglichen Zeitpunkt – das kann ich bestätigen – war Herr Bundesminister Darabos in Kärnten auf Truppenbesuch und auch in Tirol. (Abg. Scheibner: Wieso können Sie das bestätigen?) Dieser Truppenbesuch ist nicht nur bei der Bevölkerung sehr gut angekommen, sondern auch bei den Soldaten. (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Es spricht der Noch-Bürgermeister!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Vorgänger von Haupt!
Als Bürgermeister (Abg. Petzner: Noch!) und auch als nächster Bürgermeister der Bezirksstadt Spittal an der Drau, die ja auch ein Kasernenstandort ist, und als Sohn eines österreichischen Soldaten weiß ich natürlich sehr genau über die Probleme und Sorgen des österreichischen Bundesheeres Bescheid. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Vorgänger von Haupt!) Das Jägerbataillon 26 ist natürlich auch unmittelbar mit Einsparungen und Umstrukturierungsmaßnahmen konfrontiert. Wir kennen die Sorgen der Kom-
Abg. Ing. Westenthaler: Da hat es einen entscheidenden Wendepunkt gegeben!
Beschlossen – das ist nicht ganz uninteressant, meine Damen und Herren – wurde diese Verlegung im Rahmen der Heeresreform zur Zeit der schwarz-blau-orangen Regierung. (Abg. Ing. Westenthaler: Da hat es einen entscheidenden Wendepunkt gegeben!) Da geht es mir nicht um eine Schuldzuweisung, aber das zeigt, welch doppelbödige und durchsichtige Rolle in dieser Frage die damalige Kärntner Landeshauptmann-Partei spielte, und wir konnten erst ... (Abg. Petzner: Pass auf, Herr Noch-Bürgermeister!) – Wart ein bisserl! – Wir konnten erst durch eine parlamentarische Anfrage diese Geschichte etwas näher beleuchten.
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Bürgermeister! Weiter im Text!
Ihr Entschließungsantragseifer in der Causa Tragtierstaffel in Ehren, aber das soll wohl das schlechte Gewissen über die seinerzeit mitgetragene Entscheidung zum Abzug der Tragtiere aus Spittal übertünchen. (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Bürgermeister! Weiter im Text!) So weit, so gut.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Der nächste Bürgermeister von Spittal heißt Herbert Haupt!
Ein Bekenntnis zum österreichischen Bundesheer und zur Katastrophenhilfe heißt – das ist der beste Beweis für eine Anerkennung –, dem Heer ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen, um unsere Republik und ihre Menschen bestmöglich vor Schäden jeglicher Art bewahren zu können. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Der nächste Bürgermeister von Spittal heißt Herbert Haupt!)
Abg. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Pendl –: Wir bedanken uns herzlich! – Abg. Pendl – auf dem Weg zum Rednerpult –: Tut es wenigstens wirklich! Ihr vergesst ja immer darauf!
Nächster Redner: Herr Abgeordneter Pendl. (Abg. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Pendl –: Wir bedanken uns herzlich! – Abg. Pendl – auf dem Weg zum Rednerpult –: Tut es wenigstens wirklich! Ihr vergesst ja immer darauf!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Mit Kriminalität beleben! – Abg. Petzner: Das ist ja nicht ernst zu nehmen!
Meine sehr verehrten Damen und Herren, wirtschaftlich sehr, sehr schwache Regionen gibt es im Süden einige. Vielleicht können wir helfen, die wirtschaftlich schwachen Regionen, die es im Süden gibt, dadurch mit Infrastruktur zu beleben. – Danke. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Mit Kriminalität beleben! – Abg. Petzner: Das ist ja nicht ernst zu nehmen!)
Abg. Mag. Molterer: Das ist die Rede von mir, Herr Westenthaler, wo Sie applaudiert haben!
In vielen, vielen Bereichen der verstaatlichten und halbverstaatlichten Industrie war man immer dann, wenn es eine Zeitlang irgendwo gut gegangen ist, dort dabei. – Übrigens auch bei der AUA, das ist noch nicht so lange her, Herr Kollege Molterer. 50 Jahre AUA war erst vor Kurzem im Vergleich zu den 50 Jahren. (Abg. Mag. Molterer: Das ist die Rede von mir, Herr Westenthaler, wo Sie applaudiert haben!) Damals waren alle dort und haben sich gesonnt, alles super, und Herr Ötsch hat damals, gerade zu diesem Zeitpunkt, gesagt: Die AUA ist saniert! Holodaro! Alle haben geklatscht.
Abg. Bucher: Keiner verniedlicht mehr als Krainer! – Abg. Ing. Westenthaler: Hat es gestimmt oder hat es nicht gestimmt? Er hat gesagt, Schwechat wird so bleiben!
hat. (Abg. Bucher: Keiner verniedlicht mehr als Krainer! – Abg. Ing. Westenthaler: Hat es gestimmt oder hat es nicht gestimmt? Er hat gesagt, Schwechat wird so bleiben! )
Abg. Ing. Westenthaler: Wir nicht!
Zu dem Zeitpunkt sind all diese Verträge abgeschlossen worden, über die heute gejammert wird, dass Ötsch 1,1 Millionen € an Abfertigung bekommt. Aber wer hat denn Herrn Ötsch bestellt? Wer hat denn Herrn Michaelis bestellt? (Abg. Ing. Westenthaler: Wir nicht!) Wann sind diese Verträge gegeben worden? (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe beim BZÖ.) – Kollege Westenthaler, zu einem Zeitpunkt, als Sie hier noch in der ersten Reihe gesessen sind, nämlich als Klubobmann der damaligen FPÖ, zu diesem Zeitpunkt sind diese Verträge gemacht worden! (Abg. Ing. Westenthaler: Ötsch haben nicht wir bestellt! Das ist schon ein Schwarzer!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ötsch haben nicht wir bestellt! Das ist schon ein Schwarzer!
Zu dem Zeitpunkt sind all diese Verträge abgeschlossen worden, über die heute gejammert wird, dass Ötsch 1,1 Millionen € an Abfertigung bekommt. Aber wer hat denn Herrn Ötsch bestellt? Wer hat denn Herrn Michaelis bestellt? (Abg. Ing. Westenthaler: Wir nicht!) Wann sind diese Verträge gegeben worden? (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe beim BZÖ.) – Kollege Westenthaler, zu einem Zeitpunkt, als Sie hier noch in der ersten Reihe gesessen sind, nämlich als Klubobmann der damaligen FPÖ, zu diesem Zeitpunkt sind diese Verträge gemacht worden! (Abg. Ing. Westenthaler: Ötsch haben nicht wir bestellt! Das ist schon ein Schwarzer!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was stimmt denn jetzt? Das ist aber eine scharfe Kritik an der ÖVP! – Abg. Grosz: Eine scharfe Kritik! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Ja, es stimmt, die AUA liegt quasi in Trümmern da. Ja, das stimmt, und wir nehmen auch die Verantwortung wahr: Wir räumen die Trümmer weg, die ihr hinterlassen habt. (Beifall bei der SPÖ.) Aber zuerst die AUA zu Trümmern fliegen zu lassen und sich dann über diejenigen aufzuregen, die diese Trümmer kitten, ist ja wirklich lächerlich! (Abg. Ing. Westenthaler: Was stimmt denn jetzt? Das ist aber eine scharfe Kritik an der ÖVP! – Abg. Grosz: Eine scharfe Kritik! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Matznetter garantiert es! – Gegenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Wir stehen dazu, dass wir hier die Verantwortung wahrzunehmen haben. Es geht um 8 000 Arbeitsplätze direkt und um 30 000 indirekt, mit dem Flughafen dabei. Ja, es kann keiner sagen, ob es in zwei Jahren genauso viele Starts und Landungen in Schwechat geben wird wie heute. Das kann Ihnen keiner garantieren, ich garantiere das auch nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Matznetter garantiert es! – Gegenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Abg. Ing. Westenthaler: Vertraglich vereinbart, hat Herr Matznetter gesagt! Die pfeifen Ihnen was!
Bitte, hören Sie mit Ihren G’schichterln auf, Herr Westenthaler! Man kann alles, was Sie in den letzten Jahren gesagt haben, hier nachlesen. (Abg. Ing. Westenthaler: Vertraglich vereinbart, hat Herr Matznetter gesagt! Die pfeifen Ihnen was!) Da kann sich ja nur jeder wundern über die Schizophrenie: Bei jenen Sachen, die Sie hier vertreten haben, die Sie hier eingebracht haben, kritisieren Sie jetzt die Ergebnisse Ihrer eigenen Politik! Das ist ja alles lächerlich. Es mögen viele der Freiheitlichen persönlich nicht hier gewesen sein, aber es war Ihre Partei, die hier genauso diesen Kurs mitgetragen hat und die uns dort hingeführt hat, wo wir heute sind.
Abg. Ing. Westenthaler: Ein Albert Fortell für Arme!
Ja, ich habe kein gutes Gefühl dabei, 500 Millionen € zu beschließen, die die AUA bekommt. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Albert Fortell für Arme!) Aber es gibt keine Alternative dazu, weil ich die AUA nicht einfach in Trümmern liegen lassen will, sondern wir sagen hier: Ja, wir wollen, dass die AUA weiterbesteht! Das kostet etwas, und dazu stehen wir. Mit einem guten Gefühl macht es niemand hier in diesem Haus, aber es ist eben auch ein Zeichen für Verantwortung. Ja, wir stehen zu unserer Verantwortung – das sollten Sie auch tun! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer ist denn das? Das ist der Albert Fortell für Arme, hat gerade die ÖVP gesagt!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Mag. Kogler. Gewünschte Redezeit: 7 Minuten. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer ist denn das? Das ist der Albert Fortell für Arme, hat gerade die ÖVP gesagt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das war nur ein Versuch!
Jetzt stehen wir mit den 500 Millionen € da. Ich hätte mir sogar vorstellen können, meiner Fraktion zu empfehlen zuzustimmen, weil wir immer auch versuchen, einen seriösen Kern herauszuarbeiten. (Abg. Dr. Stummvoll: Das wäre sehr gescheit gewesen!) Das kann man aber unter diesen Voraussetzungen nicht! (Abg. Ing. Westenthaler: Das war nur ein Versuch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Oje!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dr. Bartenstein. (Abg. Ing. Westenthaler: Oje!) Gewünschte Redezeit: 3 Minuten. – Bitte.
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr gebt ihnen die Millionen!
Das ist hier das Falsche an dieser Diskussion. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr gebt ihnen die Millionen!) Stellen Sie sich vor, welche Tragödien auf dem Flughafen durch Ihr Verhalten mitprovoziert werden! (Abg. Ing. Westenthaler: 1,1 Millionen für Herrn Ötsch!) – Ötsch wird das Problem nicht mehr lösen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: 1,1 Millionen für Herrn Ötsch!
Das ist hier das Falsche an dieser Diskussion. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr gebt ihnen die Millionen!) Stellen Sie sich vor, welche Tragödien auf dem Flughafen durch Ihr Verhalten mitprovoziert werden! (Abg. Ing. Westenthaler: 1,1 Millionen für Herrn Ötsch!) – Ötsch wird das Problem nicht mehr lösen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Matznetter hängt auch drinnen!
Was werden Sie dann sagen? Wollen Sie uns dann auch noch mit dem Aktiengesetz niederhalten? Glauben Sie nicht, dass dann der Zeitpunkt gekommen ist, zu dem wir einen Untersuchungsausschuss brauchen werden? Meine Damen und Herren von der SPÖ, dann hängen Sie aber auch mit drinnen, nur damit wir uns nichts vormachen! (Abg. Ing. Westenthaler: Matznetter hängt auch drinnen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die SPÖ geht dann zum Androsch!
Meine Damen und Herren, das sollen Sie dann einmal erklären, wenn Sie in Zukunft Sozialleistungen beschließen wollen und sagen: Wir haben leider kein Geld mehr, das haben wir leider bei der AUA verbraten! (Abg. Ing. Westenthaler: Die SPÖ geht dann zum Androsch!) Das ist uns schon einmal bei der verstaatlichten Industrie passiert. Heute weiß man, dass es gescheiter gewesen wäre, wir hätten allen Mitarbeitern eine Million in die Hand gedrückt – damals noch Schilling – und hätten sie heimgeschickt. Das wäre uns günstiger gekommen.
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr werdet den heutigen Tag noch verfluchen!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Ing. Kaipel. Gewünschte Redezeit: 2 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr werdet den heutigen Tag noch verfluchen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wirklich?
Dritter Punkt – zweifelsohne schwierig –: Es kann hier keine Garantien geben. Wie heißt es im Privatisierungsauftrag? – Aufrechterhaltung eines für den Standort angemessenen Streckennetzes. – Das halte ich für realistisch! (Abg. Ing. Westenthaler: Wirklich?)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt meldet sich der wirklich noch!
Präsident Fritz Neugebauer: Herr Bundesminister Dr. Hahn ist der nächste Redner. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt meldet sich der wirklich noch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie können auch aufstehen, Herr Präsident!
Wer diesem Entschließungsantrag beitritt, den bitte ich um ein Zeichen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie können auch aufstehen, Herr Präsident!) – Das ist die Minderheit und abgelehnt.
Abg. Ing. Westenthaler: Ja, sind wir dabei!
Das ist jetzt überhaupt kein Vorwurf! Ich habe ja selbst in der Früh der Tagesordnung zugestimmt, aber ich sage Ihnen ganz ehrlich – egal ob meine Fraktion zustimmt oder nicht –, ich werde sicher nicht mehr einer Begrenzung auf zehn, acht oder neun Stunden zustimmen, wenn 40 Punkte auf der Tagesordnung stehen. Das ist unmöglich, das geht nicht! (Abg. Ing. Westenthaler: Ja, sind wir dabei!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer ist denn dort Bürgermeister?
Jawohl, wir wollen eine Überprüfung der Gemeinden, weil gerade – ich habe es heute schon erwähnt – Trieben oder Liezen Beispiele dafür waren, wie es ist, wenn Bürgermeister außer Rand und Band das Gemeindevermögen in den Sand setzen. Auch die Stadt Graz ist mit immerhin 1,1 Milliarden € an Schulden ein Beispiel dafür. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer ist denn dort Bürgermeister?) Diese sind selbst nicht mehr in der Lage, budgetgemäß, effizient und sparsam zu arbeiten.
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Entschuldigung, wer ist denn in Graz Bürgermeister? – Abg. Grosz – auf dem Weg zu seinem Sitzplatz –: Nagl, ÖVP!
Daher sagen wir: Ja, der Bundesrechnungshof soll einheitlich effiziente Strukturen haben; ja, er soll prüfen können; ja, er soll diese Möglichkeit haben. Denn: Der Bundesrechnungshof ist ja nicht nur ein Kontrollorgan, sondern für manche auch ein Beratungsorgan, was gerade in einer Zeit, in der die Finanzmittel immer knapper werden, eigentlich recht gut ist. – Ich danke Ihnen. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Entschuldigung, wer ist denn in Graz Bürgermeister? – Abg. Grosz – auf dem Weg zu seinem Sitzplatz –: Nagl, ÖVP!)
Demonstrativer Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir klatschen einmal, bei dir klatscht keiner mehr!
Der eigentliche Punkt ist ja der, dass es hier ein Kontrollversagen auf allen Ebenen gibt. Es ist in jedem Bundesland anders organisiert. Wir haben zum Teil die gemeindeeigenen Kontrollausschüsse. Wir haben in manchen Bundesländern Zuständigkeiten der Bezirksverwaltungsbehörden – ein Unglück der Sonderklasse! Die Gemeindeaufsichten sind dann die nächste Ebene. Ich kann Ihnen sagen, was das in der Steiermark für eine Institution ist: völlig überfordert, inkompetent, und dort, wo Kompetenz ist, ist man vielleicht auch willfährig gegenüber den roten und schwarzen Mächtigen. (Demonstrativer Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir klatschen einmal, bei dir klatscht keiner mehr!)
Abg. Scheibner: Wenn Sie schlafen gehen wollen, wir halten Sie nicht auf! – Abg. Ing. Westenthaler: Normalerweise stellt man sich vor!
Denn: Sie schreiben allen Ernstes, dass Ihr Modell dazu dienen soll, die Konjunktur zu retten, weil Sie ihr mit diesem Modell bis zu 180 Millionen € zuführen, haben aber nicht gesehen, dass Sie dieselben 180 Millionen € zuerst woanders wegnehmen. – Also, wenn das die Wirtschaftskompetenz des BZÖ ist, dann Gute Nacht! (Abg. Scheibner: Wenn Sie schlafen gehen wollen, wir halten Sie nicht auf! – Abg. Ing. Westenthaler: Normalerweise stellt man sich vor!)
Abg. Mag. Stadler: Roter Gemeinderat! – Abg. Ing. Westenthaler: Ist das ein Roter?
Da hat die Steuerfahndung natürlich zu Recht nachgefragt – daran kann man sehen, dass sie arbeitet, Herr Molterer –: Warum zahlt das AMS diesem Herrn Sowieso 500 000 €? – Das AMS hat in seinen Unterlagen nachgesehen und hat festgestellt, dass es nichts gezahlt hat. Daraufhin ist man auf die Buchhaltungsagentur verfallen, und dort hat Herr W. eine unglaubliche Geschichte erzählt (Abg. Mag. Stadler: Roter Gemeinderat! – Abg. Ing. Westenthaler: Ist das ein Roter?), die in etwa darin bestanden hat, dass der Betrag von 450 000 € von einer Schweizer Firma hereingekommen und 500 000 € an einen Dritten überwiesen worden sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Sozialdemokrat! Ein Roter!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein Sozialdemokrat! Ein Roter!
Da hat die Steuerfahndung natürlich zu Recht nachgefragt – daran kann man sehen, dass sie arbeitet, Herr Molterer –: Warum zahlt das AMS diesem Herrn Sowieso 500 000 €? – Das AMS hat in seinen Unterlagen nachgesehen und hat festgestellt, dass es nichts gezahlt hat. Daraufhin ist man auf die Buchhaltungsagentur verfallen, und dort hat Herr W. eine unglaubliche Geschichte erzählt (Abg. Mag. Stadler: Roter Gemeinderat! – Abg. Ing. Westenthaler: Ist das ein Roter?), die in etwa darin bestanden hat, dass der Betrag von 450 000 € von einer Schweizer Firma hereingekommen und 500 000 € an einen Dritten überwiesen worden sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Sozialdemokrat! Ein Roter!)
Abg. Grillitsch: Das tun Sie bereits! – Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie, der Herr W., ist das der Herr Wiplinger?
Was macht das Wirtschaftsministerium, und das ist jetzt, Herr Bartenstein, wie ich vermute, nicht Ihre persönliche Schuld? – Im Wirtschaftsministerium hat man mit der Buchhaltungsagentur telefoniert, mit Herrn W., und hat sich dort bestätigen lassen, dass alles in Ordnung ist. – Auf diese Art und Weise sind der Republik 16,5 Millionen € verloren gegangen! (Abg. Grillitsch: Viertelstunde!) – Wenn es Ihnen zu lange dauert, kann ich es gerne noch länger machen! Ich kann meine 10 Minuten ausschöpfen, kein Problem. (Abg. Grillitsch: Das tun Sie bereits! – Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie, der Herr W., ist das der Herr Wiplinger?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer ist das, der Herr W.?
Dieser neue Geschäftsführer hat im November – Herr Brandl, der Name sagt Ihnen etwas –, als er das Amt angetreten hat, davon erfahren, dass Herr W. Bestätigungen ausstellt (Abg. Ing. Westenthaler: Wer ist das, der Herr W.?) und er hat ihm offensichtlich per Weisung verboten, weiter Bestätigungen auszustellen – Forderungsbestätigungen, zu denen Herr W. nicht berechtigt war und auch Herr Brandl nicht berechtigt gewesen wäre. Herr Brandl hat das ja nicht gemacht, aber Herr W. (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie, wer ist der Herr W.?), Herr Wiplinger, um den Namen zu sagen (Abg. Ing. Westenthaler: Ja!), hat das gemacht.
Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie, wer ist der Herr W.?
Dieser neue Geschäftsführer hat im November – Herr Brandl, der Name sagt Ihnen etwas –, als er das Amt angetreten hat, davon erfahren, dass Herr W. Bestätigungen ausstellt (Abg. Ing. Westenthaler: Wer ist das, der Herr W.?) und er hat ihm offensichtlich per Weisung verboten, weiter Bestätigungen auszustellen – Forderungsbestätigungen, zu denen Herr W. nicht berechtigt war und auch Herr Brandl nicht berechtigt gewesen wäre. Herr Brandl hat das ja nicht gemacht, aber Herr W. (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie, wer ist der Herr W.?), Herr Wiplinger, um den Namen zu sagen (Abg. Ing. Westenthaler: Ja!), hat das gemacht.
Abg. Ing. Westenthaler: Ja!
Dieser neue Geschäftsführer hat im November – Herr Brandl, der Name sagt Ihnen etwas –, als er das Amt angetreten hat, davon erfahren, dass Herr W. Bestätigungen ausstellt (Abg. Ing. Westenthaler: Wer ist das, der Herr W.?) und er hat ihm offensichtlich per Weisung verboten, weiter Bestätigungen auszustellen – Forderungsbestätigungen, zu denen Herr W. nicht berechtigt war und auch Herr Brandl nicht berechtigt gewesen wäre. Herr Brandl hat das ja nicht gemacht, aber Herr W. (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie, wer ist der Herr W.?), Herr Wiplinger, um den Namen zu sagen (Abg. Ing. Westenthaler: Ja!), hat das gemacht.
Abg. Mag. Stadler: Wenn du jetzt noch roter Wiplinger sagst, dann passt die Rede! – Abg. Ing. Westenthaler: Von welcher Partei ist denn der W.?
Herr Wiplinger hat sich nicht daran gehalten, er hat weiter Forderungsbestätigungen ausgestellt und weiter Gelder abgebucht, und so sind bis zum Jänner diese insgesamt 16,5 Millionen € Schaden für die Republik entstanden. (Abg. Mag. Stadler: Wenn du jetzt noch roter Wiplinger sagst, dann passt die Rede! – Abg. Ing. Westenthaler: Von welcher Partei ist denn der W.?)
Abg. Ing. Westenthaler: Es regt sich gar keiner auf!
Abschließend – damit Sie sich beruhigen (Abg. Ing. Westenthaler: Es regt sich gar keiner auf!) –: Ein Punkt sollte bei der ganzen Sache diskutiert werden (Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen), nämlich wie es zur Buchhaltungsagentur gekommen ist. Das würde auch einen Kern des ganzen Problems treffen, nämlich eine völlig überhastete Ausgliederung, die in keiner Weise, wie es auch der Rechnungshofbericht belegt (Präsident Dr. Graf gibt neuerlich das Glockenzeichen), durchdacht wurde und die jetzt mit heftigen Problemen bei den Nachwirkungen verbunden ist. Ja, es ist so, Herr Molterer! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Das ist völlig daneben! Der Wiplinger ist ein Roter!)
Abg. Ing. Westenthaler: Hinter Wiplinger!
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Herr Präsident! Meine Fraktion steht (Abg. Ing. Westenthaler: Hinter Wiplinger!) dem Instrument des Untersuchungsausschusses an und für sich sehr positiv gegenüber, wir haben in den letzten Jahren auch drei Untersuchungsausschüssen zugestimmt – ich glaube, alle waren berechtigt.
Abg. Ing. Westenthaler: Genau! Wiplinger!
Hier kann ich allerdings die politische Verantwortung nicht sehen und auch nicht genau den Auftrag (Abg. Ing. Westenthaler: Genau! Wiplinger!), was dieser Untersuchungsausschuss machen soll, deswegen werden wir diesem Antrag hier heute jedenfalls nicht zustimmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Sozi war’s!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein Sozi war’s!
Hier kann ich allerdings die politische Verantwortung nicht sehen und auch nicht genau den Auftrag (Abg. Ing. Westenthaler: Genau! Wiplinger!), was dieser Untersuchungsausschuss machen soll, deswegen werden wir diesem Antrag hier heute jedenfalls nicht zustimmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Sozi war’s!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Sonnberger –: Sag endlich einmal, wer Wiplinger ist!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Sonnberger. 5 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Sonnberger –: Sag endlich einmal, wer Wiplinger ist!)
erstaunte Zwischenrufe beim BZÖ – Abg. Ing. Westenthaler: Ach so?! Von wem ein guter Freund? Vom Cap?
In diese zweite Lücke ist jetzt der Sozialist Wiplinger, angeblich ein guter Freund von Ihnen, Herr Cap, gestoßen (erstaunte Zwischenrufe beim BZÖ – Abg. Ing. Westenthaler: Ach so?! Von wem ein guter Freund? Vom Cap?) und hat das System dahin gehend ausgenützt, dass er genau das gemacht hat, was der Rechnungshof angeprangert hat, nämlich dass es möglich ist, mit einem Zweiten mittels einer Tarnliste hier illegal Überweisungen zu machen, ohne dass es jemand mitbekommt. Das hat der Rechnungshof damals schon bekrittelt.
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Dem Cap seine Freunderlwirtschaft aufdecken!
Wir werden diesem Antrag zustimmen, und wir hoffen, dass wir nicht wieder niedergestimmt werden, wie so oft in diesem Hause, und dass wir endlich die politische Verantwortung hier klären. – Danke. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Dem Cap seine Freunderlwirtschaft aufdecken!)
Sitzung Nr. 15
Abg. Ing. Westenthaler: Ah, interessant! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Ferner hat der Klub der ÖVP gemäß § 93 Abs. 2 der Geschäftsordnung das Verlangen gestellt, die vor Eingang in die Tagesordnung eingebrachte schriftliche Anfrage 1092/J der Abgeordneten Karlheinz Kopf, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Wirtschaft, Familie und Jugend betreffend „konjunkturelle Auswirkungen der Konjunkturpakete der Bundesregierung“ dringlich zu behandeln. (Abg. Ing. Westenthaler: Ah, interessant! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Präsidiums, vor dem sich ÖVP-Klubdirektor Dr. Zögernitz eingefunden hat –: „Bravo“, Zögernitz!
Abgeordneter Dr. Peter Fichtenbauer (FPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Es ist das eine Einvernehmensmaterie, die begrüßenswert ist (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Präsidiums, vor dem sich ÖVP-Klubdirektor Dr. Zögernitz eingefunden hat –: „Bravo“, Zögernitz!): Durchbrechung des Diskontinuitätsprinzips in Bezug auf
Abg. Ing. Westenthaler: Eine Pirouette des Präsidenten Graf!
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Herr Präsident Graf hat vollkommen zu Recht und richtig festgestellt, dass diese Einbringung der Dringlichen Anfrage und dann auch deren Priorisierung für die ÖVP rechtens war – und dass natürlich auch die Zurückziehung dieser Anfrage absolut geschäftsordnungskonform stattgefunden hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Eine Pirouette des Präsidenten Graf!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja ungeheuerlich! Und dein „lieber Freund“ bin ich auch nicht! Und ich bin stolz, dass ich das nicht bin!
Da rede ich jetzt gar nicht von den wirklich unflätigen Zwischenrufen, die Sie vorhin hier gemacht haben, Vergleiche mit den dreißiger Jahren und ähnliches, die Sie hier gezogen haben! Sie beschädigen den Parlamentarismus – und sonst niemand hier in diesem Haus! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja ungeheuerlich! Und dein „lieber Freund“ bin ich auch nicht! Und ich bin stolz, dass ich das nicht bin!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Oh, jetzt wird gedroht!
Zweiter Punkt: Dieses Haus lebt davon, dass wir so etwas wie eine politische Kultur und so etwas wie ein Konsensprinzip hier haben, also die Besetzung der Ausschüsse, viele der Beschlüsse in der Präsidialkonferenz und so weiter. Wir bemühen uns in der GO-Reform gerade, dass es zu einer Ausweitung der Minderheitsrechte hier kommt. – So aber, wie Sie vom BZÖ sich verhalten, provozieren Sie förmlich, dass sich natürlich der eine oder andere die Frage stellt, wozu es diese Ausweitung der Minderheitsrechte geben soll, wenn Sie damit hier nur Blockadepolitik machen wollen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Oh, jetzt wird gedroht!)
Sitzung Nr. 16
Heiterkeit beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ostern steht vor der Tür!
(Heiterkeit beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ostern steht vor der Tür!) Herr Staatssekretär, ich hoffe, Sie haben heute für Ihren Chef und für Ihre Frau Bundesminister schon Teletext gelesen. Ich empfehle allen, die jetzt zuschauen, Teletext Seite 134 – ich hoffe, es ist noch drinnen –, denn da heißt es:
Abg. Ing. Westenthaler: Das können sie am Wochenende machen, nicht in der Schulzeit!
Die Lehrergewerkschaft muss derzeit Informationsveranstaltungen zu diesem Thema für das Lehrerkollegium abhalten. (Abg. Ing. Westenthaler: Das können sie am Wochenende machen, nicht in der Schulzeit!) Wir haben einige Mitteilungen erhalten, die an die Eltern ergangen sind: eine aus einem Gymnasium in Wien, eine aus einer Volksschule in Niederösterreich, eine weitere aus einer Volksschule in Niederösterreich. Ich könnte Ihnen weitere solche Elaborate bringen.
Abg. Ing. Westenthaler: Wann fängt das an?
Ich möchte dazu beitragen, dass Österreich den Anschluss an internationale Entwicklungen schafft. (Abg. Ing. Westenthaler: Wann fängt das an?) 30 Prozent Risikoschüler, schlechte PISA-Ergebnisse, Klagen der Wirtschaft, dass die jungen Menschen in den Grundkompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen zu wenig gut sind, steigende Arbeitslosigkeit vor allem bei jungen Menschen mit geringer Ausbildung, Klagen der Lehrer über Arbeitsüberlastung, Überforderung. Das alles sind Fakten und Tatsachen. Wir müssen handeln, davon bin ich überzeugt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Dann ziehen Sie es durch!
Bei knappen Budgetvorgaben – und es ist mir nicht gelungen, in zwei Verhandlungsrunden das Budget im Verhandlungswege noch zu erhöhen – sehe ich in der Erhöhung der Lehrverpflichtung um zwei Stunden, die im Übrigen eine Annäherung an internationale Entwicklungen bedeutet, jene Maßnahme, die uns die Basis dafür gibt, die Bildungsreform entschlossen fortzusetzen. (Abg. Ing. Westenthaler: Dann ziehen Sie es durch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die haben aber morgen keine Schule!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Ich glaube, im Zentrum stehen die Kinder. Es geht um die Zukunft unserer Kinder. (Abg. Ing. Westenthaler: Die haben aber morgen keine Schule!) In dieser Debatte fehlt mir diese Schwerpunktsetzung aber oft. Da wird über alles Mögliche diskutiert. Die Kinder sind das Wichtigste! Und für sie ist dieses Ausbildungssystem, und für sie sind unsere Schulen. Und daher setzen wir uns dafür so vehement ein! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Ich bin ehrlich und sage, nicht alles, was aus dem 18. Jahrhundert ist, ist schlecht, nein. Selbst die alten Römer haben viele gute Sachen gemacht. So ist es ja auch wieder nicht. Man muss aber, wenn ein paar Jahrhunderte vergangen sind, einmal darüber nachdenken, wie zeitgemäß das eine oder andere noch ist. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Na ja, bitte schön, Maria Theresia und die Schule sind an sich ein positives Beispiel. Sie müssen sich nur herausarbeiten aus dem 18. Jahrhundert; ich bin bereits im 21. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Drei Jahre gibt es das in Kärnten schon! – Weitere Zwischenrufe bei ÖVP und BZÖ.
Weil aus meiner Sicht der frühkindliche Bereich manchmal unterschätzt wird, der aber so wichtig ist, bin ich besonders froh und halte das für einen politischen Meilenstein, dass der Wiener Bürgermeister jetzt bekanntgegeben hat, dass künftig in Wien alle Kinder den kostenlosen Zugang zum Kindergarten haben werden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Drei Jahre gibt es das in Kärnten schon! – Weitere Zwischenrufe bei ÖVP und BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
81,5 Prozent der Bevölkerung haben einen Sekundarabschluss II. Das ist einer der höchsten Werte in ganz Europa! Und da reden Sie von Chaos!? Ich nenne das Spitzenqualität, die wir weiter stärken und ausbauen müssen! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Für die Wahrheit nehme ich gerne einen Ordnungsruf entgegen! – Abg. Grosz – in Richtung Präsidium –: Das bleibt trotzdem die Wahrheit!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Westenthaler, für den Ausdruck „Betonschädel“ erteile ich Ihnen einen Ordnungsruf. (Abg. Ing. Westenthaler: Für die Wahrheit nehme ich gerne einen Ordnungsruf entgegen! – Abg. Grosz – in Richtung Präsidium –: Das bleibt trotzdem die Wahrheit!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Gewerkschaft!
Abgeordnete Mag. Ulrike Lunacek (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Frau Ministerin! Herr Bundeskanzler! Zuerst kurz zum Kollegen Westenthaler. – Herr Kollege Westenthaler, was Sie hier aufführen, entbehrt wirklich jeglichen Sinnes. Sie gehen her und machen die Lehrerinnen und Lehrer zu Sündenböcken für etwas, was hier passiert. Das ist wohl wirklich der falsche Weg! (Abg. Ing. Westenthaler: Die Gewerkschaft!) Es geht um Qualitätsverbesserung, und da geht es um strukturelle Verbesserung und nicht darum, zu sagen, die Lehrer und die Lehrerinnen sind faul. Das ist wirklich das Letzte! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Grosz: Zuhören!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie müssen aufpassen, wenn einer drüberredet!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Ich darf die Damen und Herren Abgeordneten einladen und auffordern, die Zeit einzuhalten – das war jetzt fast 1 Minute drüber (Abg. Ing. Westenthaler: Sie müssen aufpassen, wenn einer drüberredet!) –, sonst geht sich das mit der Redezeit nicht aus. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben nicht aufgepasst! Sie haben weggeschaut!) – Wir haben das Licht dazu. (Abg. Ing. Westenthaler – neuerlich in Richtung Präsidium –: Sie haben weggeschaut und nicht aufgepasst! Ein bisschen mehr Aufmerksamkeit!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben nicht aufgepasst! Sie haben weggeschaut!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Ich darf die Damen und Herren Abgeordneten einladen und auffordern, die Zeit einzuhalten – das war jetzt fast 1 Minute drüber (Abg. Ing. Westenthaler: Sie müssen aufpassen, wenn einer drüberredet!) –, sonst geht sich das mit der Redezeit nicht aus. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben nicht aufgepasst! Sie haben weggeschaut!) – Wir haben das Licht dazu. (Abg. Ing. Westenthaler – neuerlich in Richtung Präsidium –: Sie haben weggeschaut und nicht aufgepasst! Ein bisschen mehr Aufmerksamkeit!)
Abg. Ing. Westenthaler – neuerlich in Richtung Präsidium –: Sie haben weggeschaut und nicht aufgepasst! Ein bisschen mehr Aufmerksamkeit!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Ich darf die Damen und Herren Abgeordneten einladen und auffordern, die Zeit einzuhalten – das war jetzt fast 1 Minute drüber (Abg. Ing. Westenthaler: Sie müssen aufpassen, wenn einer drüberredet!) –, sonst geht sich das mit der Redezeit nicht aus. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben nicht aufgepasst! Sie haben weggeschaut!) – Wir haben das Licht dazu. (Abg. Ing. Westenthaler – neuerlich in Richtung Präsidium –: Sie haben weggeschaut und nicht aufgepasst! Ein bisschen mehr Aufmerksamkeit!)
Abg. Ing. Westenthaler: In Wien fängt es schon an!
Wissen Sie, was der Umkehrschluss sein wird? – Das ist ganz logisch. Die Gemeinden werden die Gebühren wieder anheben: die Müllgebühr, die Kanalisationsgebühr, die Wasserabgabe. (Abg. Ing. Westenthaler: In Wien fängt es schon an!) All das wird wieder angehoben werden und die 49 €, die Sie in die eine Tasche hineinstecken, werden wieder aus der anderen Tasche herausgezogen. Das ist Ihre Umverteilungspolitik, die Sie betreiben. Das ist Täuschung des Steuerzahlers, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt liegt die Latte hoch! Jetzt wird es schwierig! Da kann man nur noch unten durchlaufen!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nun gelangt Herr Klubobmann Dr. Cap zu Wort. 10 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt liegt die Latte hoch! Jetzt wird es schwierig! Da kann man nur noch unten durchlaufen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele Arbeitslose gibt es in dieser Zeit?
Das ist ja absurd! Das ist eine Argumentation, die in Wirklichkeit die Menschen nur verunsichern soll und die der Wahrheit nicht entspricht. Daher ist ganz wichtig: Mittelstandsmilliarde zur Unterstützung der Klein- und Mittelbetriebe; 2. Konjunkturpaket im Ausmaß von 1,9 Milliarden €; Vorziehen von Bauprojekten des Bundes in der Höhe von 850 Millionen €, wie eben erwähnt: Universitäten und Schulen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele Arbeitslose gibt es in dieser Zeit?)
Lang anhaltender Beifall bei der ÖVP sowie Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Fürs Protokoll: Die Begeisterung der SPÖ hält sich in Grenzen!
Wir können daher mit Optimismus in die Zukunft blicken – Pessimismus war gestern! Wir müssen die Realität anerkennen, sie auch offen ansprechen, aber wir müssen alles tun und gemeinsam, klar und effizient an die Bekämpfung dieser Krise gehen. Österreich hat schon ganz andere Zeiten gemeistert, etwa die Generation nach 1945. (Abg. Strache: Das waren andere Persönlichkeiten als heute! Das ist das Problem! Das waren noch Persönlichkeiten, Herr Pröll!) Natürlich ist das jetzt eine schwierige Situation, aber wir sollten uns ein Beispiel an jenen nehmen, die diese Republik aufgebaut haben. Gemeinsam, mit all dem, was wir heute auf den Weg bringen, können wir erfolgreich sein und es schaffen. Lassen wir uns von niemandem diesen Mut zur Zukunft verbauen! – Das ist ein wichtiger Auftrag in sehr schwierigen Zeiten. (Lang anhaltender Beifall bei der ÖVP sowie Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Fürs Protokoll: Die Begeisterung der SPÖ hält sich in Grenzen!)
Ruf bei der FPÖ: Der Westenthaler hat keine Freunde! – Heiterkeit bei der FPÖ.
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der ehemals väterliche Freund meines Vorredners hat gesagt, die Wahrheit ist eine Tochter der Zeit. (Ruf bei der FPÖ: Der Westenthaler hat keine Freunde! – Heiterkeit bei der FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Warum werden Sie dann nicht gewählt?
Was ist 2008, 2009? – Arbeitslosenversicherungsbeiträge gesenkt, eine Ersparnis von durchschnittlich 25 € im Monat, entspricht 350 € im Jahr. Das ist der Durchschnitt. Der Vergleich macht Sie sicher: Was ist, wenn die SPÖ in der Regierung ist? (Abg. Ing. Westenthaler: Warum werden Sie dann nicht gewählt?) Und was ist, wenn Blau oder Orange in der Regierung sind? – Für die kleinen Einkommen ein Riesenunterschied! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Komisch, dass euch dann keiner wählt! – Abg. Mag. Stadler: dass euch das der Wähler glaubt!
Sie – auch Kollege Westentaler heute – werden nicht müde, sich über das neue Feindbild zu mokieren, die Manager, die so viel verdienen. (Abg. Ing. Westenthaler: Komisch, dass euch dann keiner wählt! – Abg. Mag. Stadler: dass euch das der Wähler glaubt!) Herr Kollege Strache, fragen Sie den Kollegen Graf, der neben Ihnen sitzt: Der hat damals dafür gestimmt! Und der Kollege Westenthaler ist noch eine Reihe weiter vorne gesessen und hat als Klubobmann dafür gestimmt. Was ist denn 2001 mit Wirksamkeit 2002 passiert? – Die Stock Options wurden als Vergütung für Manager eingeführt! Das hat bedeutet, dass Manager durch dieses Gesetz bis zu 35 000 € weniger an Steuern bezahlt haben. Das ist das, was Sie beschlossen haben. – Was passiert heute? Wir schaffen es ab! Keine Steuerprivilegien für Manager, das ist der Unterschied! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Das ist ja wieder aufgehoben worden! Gilt das noch?)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber Sie liegen!
Wir haben damit im konjunkturellen Bereich das zweitgrößte Paket innerhalb der Europäischen Union geschnürt. Wir liegen, wenn wir noch unsere Sozialleistungen dazunehmen, im absoluten Spitzenfeld innerhalb Europas, was die Bekämpfung der Wirtschaftskrise betrifft. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber Sie liegen!) Steuern senken, kleinere und mittlere Einkommen entlasten, Familien und kleinere und mittlere Unternehmen entlasten, das stärkt den Konsum, und das gibt Sicherheit.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Ich würde den Redenschreiber in Frage stellen! – Abg. Strache: Das war nicht der Ostermayer!
Daher ist es richtig und notwendig, dass wir mit dem heutigen Beschluss diese Menschen entlasten, und besonders richtig und notwendig, dass wir das schon rückwirkend mit 1. Jänner 2009 tun werden. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Ich würde den Redenschreiber in Frage stellen! – Abg. Strache: Das war nicht der Ostermayer!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie verantwortlich für die Landtagswahlen?
Unser aller Ziel heute muss es sein, Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Alles, was wir tun, alles, woran wir denken, und alles, an dem wir arbeiten, muss ein gemeinsames Ziel haben: den Kampf gegen Arbeitslosigkeit und den Schutz jedes einzelnen Arbeitsplatzes! (Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie verantwortlich für die Landtagswahlen?) Sehr geehrter Herr Westenthaler, das muss man treffsicher und schnell machen. Und: Ja, wir, die Sozialdemokratische Partei, sind die Partei, die dann eben auch draußen bei den Menschen ist und schaut, ob das, was wir hier beschließen, auch treffsicher ankommt. Ja, auch heute waren wir um halb acht Uhr in der Früh bei den ÖBB in Simmering und haben geschaut, ob die Maßnahmen, die wir hier setzen, auch wirklich ankommen. (Abg. Dr. Graf: Arbeiterkammer-Wahlkampf!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Leute wollen das ja gern!
Irgendwie lässt mich das mit dem „Klinkenputzen“ nicht in Ruhe. Natürlich – als Vorwarnung –, auch morgen gehe ich „Klinken putzen“, auch übermorgen gehe ich „Klinken putzen“, und ich weiß, die sozialdemokratische Fraktion und die sozialdemokratischen Mitglieder gehen mit „Klinken putzen“, denn die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Österreichs sind nicht irgendwelche Wählerinnen und Wähler. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Leute wollen das ja gern!) Es sind unsere Wähler, es sind die Wähler der Sozialdemokratie, und die holen wir uns einen nach dem anderen zurück! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Also, was bewegt jetzt Österreich?
Ganz verstehe ich ja nicht, dass die Damen und Herren von der Opposition heute dagegen stimmen, weil sie, als Werner Faymann im Sommer gesagt hat, wie wichtig es ist, die Steuerreform 2009 vorzuziehen, das ja noch unterstützt haben. Da haben sie gesagt: Ja, das muss man! (Abg. Ing. Westenthaler: Also, was bewegt jetzt Österreich?) Mein Vorredner Weinzinger hat noch irgendwie gemeint: Nein, Entschuldigung, das wird sich nicht ausgehen!
Abg. Ing. Westenthaler: Und wem noch?
Werner Faymann hat bewiesen: Natürlich geht es sich aus, wenn man will! – Genau heute, genau jetzt ist der richtige Zeitpunkt für eine Steuerreform. (Abg. Mag. Darmann: ... auch Neuwahlen geben!) Ich freue mich darüber, dass das nicht nur von der Regierung und von der Mehrheit des Hohen Hauses so gesehen wird, sondern auch von Experten wie zum Beispiel Otto Farny oder Herrn Felderer. (Abg. Ing. Westenthaler: Und wem noch?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das glaube ich: auf die SPÖ nicht!
Sehr geehrte Damen und Herren! Es kommt keine leichte Zeit auf uns zu. (Abg. Ing. Westenthaler: Das glaube ich: auf die SPÖ nicht!) Wer sagt, er weiß hundertprozentig, was alles zu tun ist und was nicht alles noch besser ginge, der sagt nicht ganz die Wahrheit, denn wir wissen in Wirklichkeit nur, dass es sinnvoll ist, wenn wir alle gemeinsam gegen Arbeitslosigkeit und für ein sicheres Österreich kämpfen. Wichtig ist, dass wir nicht nur predigen, dass die Menschen in unserem Land zusammenhalten, sondern es auch vorleben, dass wir hier im Haus zusammenhalten, wenn es darum geht, Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, die Kaufkraft zu stärken und Menschen, insbesondere auch Familien, zu entlasten.
Abg. Ing. Westenthaler: Lobpreiset den Herrn! – Abg. Dr. Graf: Jetzt wird es wieder fachlich!
Präsident Fritz Neugebauer: Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Dr. Van der Bellen. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Lobpreiset den Herrn! – Abg. Dr. Graf: Jetzt wird es wieder fachlich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das stimmt!
Das ist keine Spekulation, das sind simple Fakten, verehrte Kollegen und Kolleginnen von SPÖ und ÖVP! Ich weiß nicht, bei welchem Hearing Sie waren, Herr Finanzminister Pröll; ich hätte gedacht, wir waren gemeinsam beim selben Hearing. Jedenfalls habe ich dort von allen anwesenden Experten – egal, von welcher Fraktion nominiert – etwas anderes als Sie gehört. (Abg. Ing. Westenthaler: Das stimmt!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ja! Bravo!
Dieser Antrag hat zum Ziel – und da werden Sie, Herr Staatssekretär Lopatka, als studierter Theologe mir sicherlich recht geben –, dass der Kirchenbeitrag nicht mehr steuerlich abgesetzt werden soll. Wir vom BZÖ sind der Meinung – wie übrigens auch der frühere Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Ratzinger –, dass der Kirchenbeitrag eine freiwillige Leistung werden soll und dass dieser unselige und aus der NS-Zeit stammende Zwangskirchenbeitrag endlich weggehört. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ja! Bravo!)
Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was, ein Konkursant?
Meine Damen und Herren, ich bin ja froh, dass Kollege Roman Haider wieder da ist. (Abg. Großruck: Wo ist er? Wo ist er?) Wissen Sie, meine Kollegen aus der FPÖ-Fraktion: Ein bisschen sensibler solltet ihr schon sein, wenn ihr die Rednerliste macht!, denn wenn ein Konkursant hier herausgeht und der Regierung vorhält, was sie alles falsch macht, ist das schlichtweg peinlich! (Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was, ein Konkursant?) – Schlichtweg peinlich ist das!
Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was, einen Konkurs hat er gebaut? – Abg. Grosz: Er ist pleite!
Dass sich die FPÖ-Oberösterreich als Landesfinanzreferenten einen Konkursanten leistet, das ist deren Sache. (Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was, einen Konkurs hat er gebaut? – Abg. Grosz: Er ist pleite!) – Ist das noch nicht bekannt, dass Roman Haider Konkurs gemacht hat? Das ist doch allgemein im Konkursedikt nachzulesen. Kollege Roman Haider von der FPÖ hat einen Patzen Konkurs hingelegt; ja, das ist seine Sache – und es ist natürlich auch die Sache seiner Fraktion, wenn sie hier im Nationalrat einen Konkursanten zum Hauptredner gegen die Regierung macht! (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Überhaupt absagen! – Abg. Grosz: Oder wir unterbrechen die Sitzung für eine Stunde!
über diesen Tagesordnungspunkt hinter den nächsten Punkt zu verlegen, um eine Prüfung zu ermöglichen. (Abg. Ing. Westenthaler: Überhaupt absagen! – Abg. Grosz: Oder wir unterbrechen die Sitzung für eine Stunde!)
Abg. Ing. Westenthaler: Alles, nur keine Schärfung! Schärfen schaut anders aus!
Es gibt Herausforderungen und unterschiedliche Interessen zwischen unseren Kleinbauern und Massentierproduktionsstätten – Herausforderungen, die ich als neues Mitglied im Landwirtschaftsausschuss gerne diskutieren möchte. (Abg. Ing. Westenthaler: Alles, nur keine Schärfung! Schärfen schaut anders aus!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das war in Niederösterreich!
Ich habe noch eine Debatte in Erinnerung, die zu den dramatischsten Dingen gehört, die wir hier im Hohen Haus überhaupt diskutiert haben. Jene von Ihnen, die schon länger im Haus sind, werden sich noch daran erinnern: Ein rechtskräftig verurteilter, schwerer Sexualstraftäter – ich glaube, es war in der Steiermark – hat ein Verhältnis mit seiner psychotherapeutischen Betreuerin angefangen hat und hat diese Frau und deren Kind schließlich umgebracht. (Abg. Ing. Westenthaler: Das war in Niederösterreich!) – Oder war es in Niederösterreich, ich bin mir nicht mehr ganz sicher, in welchem Bundesland es war.
Abg. Petzner: Sind Ihre Mitarbeiter wieder auf der Jagd? – Abg. Ing. Westenthaler: Eine Schieß- und Jagdgesellschaft ist das! – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Bundesministerin für Inneres Mag. Dr. Maria Theresia Fekter: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! 1997 habe ich als Justizausschussvorsitzende das damalige Erste Gewaltschutzgesetz entscheidend mitgestaltet. (Abg. Petzner: Skandalministerin!) Es hat damals zu einem großen Paradigmenwechsel in der Polizeiarbeit geführt ... (Abg. Petzner: Sind Ihre Mitarbeiter wieder auf der Jagd? – Abg. Ing. Westenthaler: Eine Schieß- und Jagdgesellschaft ist das! – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das gibt es nicht einmal in Amerika!
Herr Kollege Stadler, ich kenne den Wunsch des BZÖ, dass jedermann hier Auskunft erhalten können soll. (Abg. Mag. Stadler: Sonst macht es keinen Sinn!) Das führt natürlich zu einer Art öffentlichem Pranger. (Abg. Mag. Stadler: Ach ja, die armen Täter!) Dafür hat sich diese Bundesregierung nicht entschieden, weil wir nicht jene Fälle von Selbstjustiz provozieren wollen, die dann auch zu Übergriffen auf Personen geführt haben, die ihre Strafe abgesessen haben und sich nichts mehr zuschulden kommen haben lassen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das gibt es nicht einmal in Amerika!)
Abg. Ing. Westenthaler: Dann setz dich wieder nieder!
Ich glaube, den Ausführungen der Ministerinnen ist nicht viel hinzuzufügen. (Abg. Ing. Westenthaler: Dann setz dich wieder nieder!) Ihr könnt noch so schreien, euer Argument wird nicht besser. Ich glaube, dass diese Gesetzwerdung hier erstens einmal das Recht dieses Hauses und der Abgeordneten ist – da brauchen wir nicht darüber zu debattieren, ob wir eine Vorlage oder einen Initiativantrag haben –, die Zusammenarbeit aber zwischen den beiden Ressorts und die Zusammenarbeit auch zwischen Justizausschuss und Innenausschuss in der Materie war eine ausgezeichnete. Und dafür – euch schmeckt es nicht, aber das ist eine andere Geschichte – meinen Dank,
Abg. Ing. Westenthaler: Kein Mensch schert sich darum!
Es wird halt nicht richtiger, denn den 27er-Antrag haben wir ja nur deswegen eingebracht, weil wir zwei unterschiedliche Inkrafttretenstermine haben. Unser Gesetz, das wir morgen debattieren werden, wird am 1. April in Kraft treten und dieses Gesetz am 1. Juni. Und weil wir ganz einfach inhaltlich bereits vorsorglich auf die neue Gesetzesmaterie Rücksicht nehmen wollten, haben wir genau mit dem 27er-Antrag und mit dem Abänderungsantrag auf diese Termine Rücksicht genommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Kein Mensch schert sich darum!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was heißt „verdächtige Wortmeldungen“?
Schutz durch Recht, hat die Frau Ministerin gesagt, ist eines der Leitmotive für das Justizministerium unter ihrer Ägide. Und trotz der üblichen verdächtigen Wortmeldungen finde ich es ermutigend (Abg. Ing. Westenthaler: Was heißt „verdächtige Wortmeldungen“?), dass wir heute in diesem Bereich konsensual, in guter Tradition, dieses Gewaltschutzpaket, das Gewaltschutzgesetz hier beschließen werden. Das Leitmotto „Schutz durch Recht“ wird somit in Wirklichkeit für alle Bürgerinnen und Bürger tatsächlich erlebbar. Und das ist auch gut so. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Sitzung Nr. 17
Abg. Strache – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Pendl –: „Danke!“ – Abg. Öllinger: „Wir beginnen mit einem Dank!“ – Abg. Ing. Westenthaler: „An die Justizwachebeamten!“ – Und vergessen nicht den Handshake am Ende!
Präsident Fritz Neugebauer: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Pendl. (Abg. Strache – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Pendl –: „Danke!“ – Abg. Öllinger: „Wir beginnen mit einem Dank!“ – Abg. Ing. Westenthaler: „An die Justizwachebeamten!“ – Und vergessen nicht den Handshake am Ende!)
Abg. Ing. Westenthaler: „Wir beginnen mit dem Dank ...!“
Lassen Sie mich aber in der Sache auf einige mir wichtig erscheinenden Punkte eingehen. (Abg. Ing. Westenthaler: „Wir beginnen mit dem Dank ...!“)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt der Dank! Jetzt geht’s los! – Gegenruf der Abg. Mag. Wurm.
Als die Frau Bundesministerin vor Weihnachten den Gesetzentwurf in Begutachtung geschickt hat, wurden von den unterschiedlichsten Institutionen Vorschläge gemacht, und wir hatten gemeinsam in vielen Stunden mit vielen weit außerhalb unserer Regierungsfraktion angesiedelten Einrichtungen – ich denke da an die NGOs, an kirchliche Stellen und dergleichen mehr – versucht, hier eine Lösung zu erarbeiten, durch die wir eine rechtsstaatliche, aber auch eine menschliche Lösung, wie wir es glauben, auch ganz einfach umsetzen können. (Heiterkeit der Abgeordneten Dr. Belakowitsch-Jenewein und Vilimsky.) – Und weil Sie immer lachen: Sie brauchen sich bei niemandem zu bedanken. Vielleicht werden Sie von den Menschen auch einmal dementsprechend gesehen werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt der Dank! Jetzt geht’s los! – Gegenruf der Abg. Mag. Wurm.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sind sie jetzt illegal da oder nicht?
Meine sehr geehrten Damen und Herren, Sie halten ja nicht einmal die Altfälle und die Neufälle auseinander. Nicht einmal das tun Sie! Sie vermischen verschiedene Gesetzesmaterien. Und jetzt sage ich ganz bewusst: Sie vermischen sogar die Altfälle und die Neufälle! Und Sie vermischen hier auch, und das ist wahrscheinlich auch Ihr Interesse an diesem Gesetz ... (Abg. Mag. Stefan: ... legal ...!) – Und wenn man schon immer etwas von „Legalität“ hier hereinschreit: ... (Abg. Ing. Westenthaler: Sind sie jetzt illegal da oder nicht?)
Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner, Ing. Westenthaler und Grosz.
Nun, dann sagt doch mit anderen Worten, ihr wollt den Verfassungsgerichtshof kritisieren, oder ihr kritisiert den Artikel 8 EMRK! Sagt es doch! (Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner, Ing. Westenthaler und Grosz.)
Neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner, Ing. Westenthaler und Grosz.
Wir versuchen, auf dem Boden der Verfassung und ganz einfach auf dem Boden der Rechtsstaatlichkeit eine Lösung herbeizuführen. Und das wollt ihr nicht! (Neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner, Ing. Westenthaler und Grosz.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat das gesagt?
auftritt, sonst gar nichts!) Wir haben genauso jede Wortmeldung im Hearing mitverfolgt wie Sie. Wenn aber ein Universitätsprofessor einleitend sagt, dieser Entwurf sei verfassungsrechtlich in Ordnung (Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat das gesagt?) –, Herr Professor Funk –, und dann sagt: Wenn die Vollziehung in Ordnung ist!, dann sage ich Ihnen: Das gilt für alle Vollziehungsbereiche, wo wir uns im Bereich der Grundrechte bewegen. Für alle!
Abg. Ing. Westenthaler – auf die SPÖ-Fraktion weisend –: Cap flüchtet schon ...!
Meine geschätzten Damen und Herren, was ich überhaupt nicht verstehen kann: Ich kenne alle kritischen Stimmen hier in Bezug auf das Fremdenrechtspaket, das wir gemeinsam beschlossen haben. Wir machen kein neues Gesetz, wir ändern das Gesetz nicht! Ich kenne alle Unkenrufer von damals. Die Einführung des Asylgerichtshofs, eine bessere Personalausstattung: Das alles ist kritisiert worden (Abg. Ing. Westenthaler – auf die SPÖ-Fraktion weisend –: Cap flüchtet schon ...!), aber es hat sich alles als gut bewährt! Wir machen eine einzige Korrektur in einem Bereich im Auftrag des Verfassungsgerichtshofes (Abg. Strache: Der Verfassungsgerichtshof hat doch nicht gesagt, wir sollen Illegale belohnen! Das ist doch ein Unsinn!) – und ihr zeichnet ein Szenario, als würden wir ein neues Gesetz machen!
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Handi-Patschi!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich glaube, wenn acht Experten im Hearing (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen) eindeutig alle den Standpunkt vertreten, der auch in der Aussage zum Ausdruck kommt – ich zitiere –: Das ist kein großer Wurf! (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Handi-Patschi!), dann sage ich dazu, was ich bereits im Ausschuss gesagt habe: Das ist auch eine Verwechslung des Themas (Präsident Neugebauer gibt neuerlich das Glockenzeichen), denn es hätte jeder Experte wissen müssen, dass wir kein neues Gesetz machen! (Ruf beim BZÖ: Redezeit!) Es ist hier ganz einfach darum gegangen ... (Abg. Strache: Sie schaffen es, in 10 Minuten nichts zu sagen!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt Handi-Patschi! – Ruf beim BZÖ: Bussi! – Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin dafür, dass der Abgeordnete Pendl eine Redezeit von 1 Stunde bekommt! – Abg. Grosz: Und Klubobmann wird! – Jedes Mal um 10 000 Stimmen weniger!
Abgeordneter Otto Pendl (fortsetzend): Ich glaube, dass die Regierungsfraktionen in guter Zusammenarbeit mit der Bundesregierung im rechtsstaatlichen Sinne, aber auch im humanitären Sinne hier eine ausgezeichnete Arbeit geleistet haben. Ich lade Sie ein, im Interesse der Menschlichkeit dazu Ihre Zustimmung zu geben. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt Handi-Patschi! – Ruf beim BZÖ: Bussi! – Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin dafür, dass der Abgeordnete Pendl eine Redezeit von 1 Stunde bekommt! – Abg. Grosz: Und Klubobmann wird! – Jedes Mal um 10 000 Stimmen weniger!)
Abg. Ing. Westenthaler: Warum sind die noch da, Frau Ministerin?
Und weil Sie schon selber den „Fall Arigona“ erwähnt haben: Alles geht jetzt nach Arigona. Das ist ja der klassische Fall des Missbrauchs des Asylrechts! (Abg. Ing. Westenthaler: Warum sind die noch da, Frau Ministerin?) Drei Jahre nach Ende des Kosovo-Krieges illegal eingereist – statt das Geld dafür zu verwenden, um dort das Land aufzubauen, werden hier die Schlepper organisiert und die Schlepper bezahlt –, straffällig geworden, Asylverfahren abgelehnt – und trotzdem bleiben die hier! Und der Bruder kommt noch mit einem Schlagring, denn das gehört alles dazu.
Abg. Ing. Westenthaler: Frau Minister, warum sind die Zogajs überhaupt noch da? Warum sind sie nicht abgeschoben worden? – Bundesministerin Dr. Fekter: Weil sie ein Verfahren laufen haben! – Abg. Strache: Das wie vielte? – Bundesministerin Dr. Fekter: Das 113.!
Präsident Fritz Neugebauer: Zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Lueger. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Frau Minister, warum sind die Zogajs überhaupt noch da? Warum sind sie nicht abgeschoben worden? – Bundesministerin Dr. Fekter: Weil sie ein Verfahren laufen haben! – Abg. Strache: Das wie vielte? – Bundesministerin Dr. Fekter: Das 113.!)
Abg. Ing. Westenthaler: Setzen Sie sich besser wieder nieder! – Abg. Scheibner: Das mit dem Namen war doch völlig unmöglich!
Österreich auch sehr, sehr viel Arbeit, haben viele Betriebe, die Fachkräfte suchen. Es gibt eine Vorschau auf das Jahr 2020: Österreich braucht bis dahin 600 000 Fachkräfte. (Abg. Ing. Westenthaler: Setzen Sie sich besser wieder nieder! – Abg. Scheibner: Das mit dem Namen war doch völlig unmöglich!)
Abg. Krainer: Ich glaube, der Westenthaler kann das auch erklären!
Wenn Sie nicht wissen, was ein Verbrechen ist, gehen Sie bei Ihrem Abgeordnetenkollegen Stadler, der so gerne belehrt, in den Unterricht! Er wird Ihnen das erklären. (Abg. Krainer: Ich glaube, der Westenthaler kann das auch erklären!)
Abg. Ing. Westenthaler: Kommen wir vom Ei zu den Fetten! Kulinarisch heute!
Als Erster zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Mag. Maier mit 3-minütiger Redezeit. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Kommen wir vom Ei zu den Fetten! Kulinarisch heute!)
Sitzung Nr. 18
Abg. Ing. Westenthaler: Hört! Hört!
Die interessierte Öffentlichkeit liest von personellen Vorstellungen der großen Koalition, eine neue parteiengenehme Führung zu installieren, deren fachliche Qualifikation keinesfalls den notwendigen Anforderungen entspricht.“ (Abg. Ing. Westenthaler: Hört! Hört!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Es genügt Ihnen aber nicht, meine Damen und Herren von SPÖ und ÖVP, dass Sie überproportional im Staatsrundfunk vorkommen, nein, denn Sie wollen auch noch bestimmen, wie Sie vorkommen! Das ist Ihr Anliegen. Sie wollen auch noch bestim- men können, was im ORF berichtet wird! Sie wollen bestimmen können, dass dort gejubelt werden muss, wenn Faymann und Josef Pröll etwas sagen! (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Faul: Westenthaler!
Das alles ist jedoch – das konzediere ich – nicht neu. Ich erinnere mich daran – und Ältere hier im Hause werden sich sicherlich auch noch daran erinnern –, dass auch früher schon Interventionen aus Kanzlerkabinetten kamen, Berichterstattungen „abzudrehen“. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich habe das selbst einmal erlebt (Abg. Faul: Westenthaler!), damals haben sich sogar sozialdemokratische Redakteure bei mir gemeldet und gesagt: Das ist eine Schweinerei, was der Herr Kalina bei uns aufführt! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Faul.)
Abg. Faul: Aber der Westenthaler öfter!
Ich selbst habe noch nie im ORF interveniert; Sie können jeden Redakteur fragen, Sie werden keinen finden, der anderes sagt. Ich habe noch nie interveniert! (Abg. Faul: Aber der Westenthaler öfter!) Dort, wo ich mit dem ORF zusammengearbeitet habe, etwa im Bereich der Sendung der Volksanwaltschaft, habe ich über jede weltanschauliche Grenze hinweg mit dem Team unter Dr. Peter Resetarits hervorragend zusammengearbeitet. Der ORF hat – Weltanschauung hin oder her – hervorragende Leute, die in der Lage sind, ein gutes Leitmedium dieses Landes zu führen.
Abg. Ing. Westenthaler: ... Hauptabendprogramm!
Sie von SPÖ und ÖVP wollen die Krise des ORF dazu nützen, Ihre Macht dort auszuüben, und Sie wollen das zum Teil anerkannt schlechte Hauptabendprogramm dazu nützen, den Programmauftrag zu ändern – wiederum in Ihrem Sinne, um Ihre Machtspielchen dabei treiben zu können. (Abg. Ing. Westenthaler: ... Hauptabendprogramm!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja nicht die „Millionenshow“ da!
Wir haben im Ministerrat keine Vorlage beschlossen (Ruf beim BZÖ: ... vorgehabt!), auch nicht vorgehabt, eine Vorlage zu beschließen. (Abg. Grosz: Dann hat sie der Osterhase wahrscheinlich versteckt!) Wir haben vor, aus der Kritik des Rechnungshofs, aus der wirtschaftlichen Situation des ORF, Konsequenzen zu ziehen dort, wo wir für Rahmenbedingungen verantwortlich sind (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja nicht die „Millionenshow“ da!) – zur Sicherung eines objektiven ORF, zur Sicherung eines ORF, der nicht in die Lage gerät, einen oder beide Sender zu verkaufen, zur Sicherung und zur Unterstützung der Leistung jener Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort, die engagiert und – ich sage das bewusst: auch im Informationsbereich – sehr fair ihre Arbeit machen.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben den Herrn Ostermayer! Er sitzt ja da!
Ich gehöre nicht zu jenen, die sich über die Berichterstattung beklagen – und Sie werden auch keine Passage finden, wo ich mich, seit ich Verantwortung in dieser Regierung und für diese Regierung trage, als Bundeskanzler je über die Berichterstattung beklagt hätte. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben den Herrn Ostermayer! Er sitzt ja da!) Es ist dies daher ein Unterschied zu der Zeit, als Sie in der Regierung waren (Abg. Ing. Westenthaler: Aber der Ostermayer nicht!) – da waren noch andere Verhältnisse, und Sie werden kaum eine Redakteurin oder einen Redakteur finden, die/der sich die Zeit, als Sie in der Regierung waren, wieder herbeiwünscht. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber der Ostermayer nicht!
Ich gehöre nicht zu jenen, die sich über die Berichterstattung beklagen – und Sie werden auch keine Passage finden, wo ich mich, seit ich Verantwortung in dieser Regierung und für diese Regierung trage, als Bundeskanzler je über die Berichterstattung beklagt hätte. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben den Herrn Ostermayer! Er sitzt ja da!) Es ist dies daher ein Unterschied zu der Zeit, als Sie in der Regierung waren (Abg. Ing. Westenthaler: Aber der Ostermayer nicht!) – da waren noch andere Verhältnisse, und Sie werden kaum eine Redakteurin oder einen Redakteur finden, die/der sich die Zeit, als Sie in der Regierung waren, wieder herbeiwünscht. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Herr Krammer zum Beispiel!
Die ehemalige Generaldirektorin Lindner hat kürzlich bei einer öffentlichen Diskussion – sonst würde ich es nicht erwähnen – erzählt, dass das dann so abläuft, dass man ja mit 35 Aufsichtsräten gar nicht in der Lage ist, ein Unternehmen zu führen, sondern es entwickeln sich dann jeweilige Sprecher einzelner Gruppen dieser 35 (Abg. Ing. Westenthaler: Der Herr Krammer zum Beispiel!), mit denen man dann zu verhandeln hat. – Ja, meine sehr geehrten Damen und Herren, Sie haben recht: Für diese Art der Führung des ORF – und da teile ich die Bedenken des Rechnungshofes – bin auch ich nicht.
Abg. Ing. Westenthaler: Der lobt ihn noch!
Apropos Köpfe: Der Klubobmann der ÖVP Kopf sieht all dem tatenlos zu. (Abg. Ing. Westenthaler: Der lobt ihn noch!) In Wirklichkeit hat er ja nicht gesehen, welche rote Dampfwalze über ihn drüberfährt. (Abg. Ing. Westenthaler: Der applaudiert noch!) Hätte er den Beitrag im „Jahrbuch für Politik“ seines Parteikollegen Morak gelesen, dann wüsste er, was ihm blüht, wenn dieser rot-schwarze Pakt umgesetzt wird: Die ÖVP versorgt ihre Günstlinge auf der europäischen Ebene, die SPÖ bekommt den Ein-
Abg. Ing. Westenthaler: Der applaudiert noch!
Apropos Köpfe: Der Klubobmann der ÖVP Kopf sieht all dem tatenlos zu. (Abg. Ing. Westenthaler: Der lobt ihn noch!) In Wirklichkeit hat er ja nicht gesehen, welche rote Dampfwalze über ihn drüberfährt. (Abg. Ing. Westenthaler: Der applaudiert noch!) Hätte er den Beitrag im „Jahrbuch für Politik“ seines Parteikollegen Morak gelesen, dann wüsste er, was ihm blüht, wenn dieser rot-schwarze Pakt umgesetzt wird: Die ÖVP versorgt ihre Günstlinge auf der europäischen Ebene, die SPÖ bekommt den Ein-
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt wieder eine Rede aus den siebziger Jahren!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster gelangt Herr Klubobmann Dr. Cap zu Wort. 10 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt wieder eine Rede aus den siebziger Jahren!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie das den Regierungsabgeordneten auch?!
Ich möchte auf noch etwas aufmerksam machen. Es hat jetzt mehrere Wortmeldungen gegeben, in denen Namen von Ministern beziehungsweise Abgeordneten und anderen Personen verunglimpft wurden. Wir haben diese Debatte schon öfter in der Vergangenheit geführt und haben uns im Konsens in der Präsidiale darauf geeinigt, das zu unterlassen. Daran möchte ich Sie alle an dieser Stelle auch erinnern. (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie das den Regierungsabgeordneten auch?!)
Abg. Ing. Westenthaler: Keine Polemik von der Regierungsbank!
Bundesminister für Wissenschaft und Forschung Dr. Johannes Hahn: Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Es ist unbestreitbar, dass der ORF einer schwierigen wirtschaftlichen und strukturellen Herausforderung gegenübersteht. Daher ist es angemessen, darüber zu diskutieren. Weil das so ein ernsthaftes Thema ist, verkneife ich mir ein Schmunzeln angesichts der Krokodilstränen, die hier von einigen Abgeordneten der Opposition in den letzten zwei Stunden vergossen wurden. (Abg. Ing. Westenthaler: Keine Polemik von der Regierungsbank!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Lernen Sie Parlamentarismus, Herr Minister!
Darum möchte und muss ich Sie ersuchen, nämlich dass wir eine ORF-Debatte mit dieser Qualität, mit diesem Anspruch, mit dieser Seriosität und mit dieser Ernsthaftigkeit führen, denn damit sind wir dem wichtigsten Medium dieses Landes mit seinen tollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verpflichtet. (Abg. Strache: Dann beginnen Sie damit!) Und diese Verantwortung haben wir hier gemeinsam – ob Regierung oder Opposition! – Vielen herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Lernen Sie Parlamentarismus, Herr Minister!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: ... „Tick, Trick und Track“ auch sagen! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
rausstellt und Herrn Bundeskanzler Faymann und Herrn Staatssekretär Ostermayer mit „Pat & Patachon“ vergleicht, so ist das wirklich respektlos und ungebührlich, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: ... „Tick, Trick und Track“ auch sagen! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Du weißt ja gar nicht, was ein Skirennen ist, das ist dein Problem!
Mir persönlich ist es ein Anliegen, hier auch Folgendes zu sagen. Ich ärgere mich bei jeder größeren Sportveranstaltung, etwa bei einem Abfahrtslauf am Hahnenkamm, darüber, dass bereits eine Stunde vorher mit der „Übertragung“ begonnen wird – und dann wird oft eine Stunde lang nur geredet, bevor das Rennen beginnt. (Abg. Ing. Westenthaler: Du weißt ja gar nicht, was ein Skirennen ist, das ist dein Problem!) Ob man in der Stunde nicht etwas anderes machen könnte, frage ich da schon. Das ist zwar nicht wirklich meine Angelegenheit; jedenfalls sollte man seitens des ORF schon darüber nachdenken.
Abg. Ing. Westenthaler: Nehmen Sie das zurück!
Der Rechnungshof hat ganz klar aufgelistet, welche Maßnahmen gesetzt werden sollten. Wir alle sollten gemeinsam dafür sorgen, dass auch im ORF einmal darüber nachgedacht wird. Dann können wir dem ORF helfen. (Abg. Ing. Westenthaler: Nehmen Sie das zurück!)
Sitzung Nr. 19
Ironische Heiterkeit der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Mag. Stadler. – Abg. Ing. Westenthaler: Aber Ihnen, Herr Finanzminister!
Bundesminister für Finanzen Vizekanzler Dipl.-Ing. Josef Pröll: Sehr geehrter Herr Bundespräsident! Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen auf der Regierungsbank! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Mit der Präsentation dieses Budgets schlägt jetzt die Stunde der Wahrheit. (Ironische Heiterkeit der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Mag. Stadler. – Abg. Ing. Westenthaler: Aber Ihnen, Herr Finanzminister!) Es ist ein Budget in Zeiten einer weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise, es ist ein Budget in dieser Krise, und dieses Budget ist auch eine klare Kampfansage (Abg. Ing. Westenthaler: Ja, an die Bevölkerung!) an die Krise.
Abg. Ing. Westenthaler: Ja, an die Bevölkerung!
Bundesminister für Finanzen Vizekanzler Dipl.-Ing. Josef Pröll: Sehr geehrter Herr Bundespräsident! Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen auf der Regierungsbank! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Mit der Präsentation dieses Budgets schlägt jetzt die Stunde der Wahrheit. (Ironische Heiterkeit der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Mag. Stadler. – Abg. Ing. Westenthaler: Aber Ihnen, Herr Finanzminister!) Es ist ein Budget in Zeiten einer weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise, es ist ein Budget in dieser Krise, und dieses Budget ist auch eine klare Kampfansage (Abg. Ing. Westenthaler: Ja, an die Bevölkerung!) an die Krise.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Generalanwalt der Raiffeisenkassen! – Abg. Strache: Raiffeisen-Shareholder!
Was die Regulierung der Finanzmärkte betrifft, auch dazu ein klares Wort: Nicht die Deregulierung war das Problem, wie das manche fanatischen Gegner der Marktwirtschaft behaupten, sondern das Problem war (Abg. Dr. Pirklhuber: Die Banken ...!), dass für manche Bereiche und Akteure schlicht niemals irgendwelche Regeln überhaupt existiert haben – zum Teil auch deshalb, weil es gewisse Bereiche und Akteure, die in der Krise entstanden sind und die sich ausgebreitet haben, früher gar nicht gegeben hat. Die Krise ist nicht entstanden, weil es Aktien gibt, weil Manager wirtschaften oder weil es weltweite Kapitalflüsse gibt, sondern die Krise ist entstanden, weil plötzlich Bereiche auf den Finanzmärkten systemrelevant geworden sind, ohne dass es jemand bemerkt hat (Zwischenruf der Abg. Dr. Moser) – weder die Banken noch die Aufsichtsbehörden, noch die Politik. Und diese Lücken im Regulierungssystem müssen geschlossen werden. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Generalanwalt der Raiffeisenkassen! – Abg. Strache: Raiffeisen-Shareholder!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das Bankgeheimnis aufgeben!
Ich werde als Finanzminister aktiv dafür sorgen, dass unsere Positionen zur Regulierung der Finanzmärkte einfließen und auch verwirklicht werden können. (Abg. Ing. Westenthaler: Das Bankgeheimnis aufgeben!) Aber in diesem Zusammenhang möchte ich schon auch eines klarstellen: Die Mängel bei der Regulierung lagen nicht in Österreich. Die Fehler sind vor allem in den USA passiert. Es ist schon bezeichnend, dass in diesen Tagen, in den letzten Wochen ausgerechnet jene, die die Krise verursacht haben, nun konzertierte Kritik an Österreich und an unseren Zukunftsinvestitionen in Osteuropa üben. (Abg. Öllinger: Krugman!)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP sowie Beifall bei der SPÖ und des Abg. Dr. Fichtenbauer. – Abg. Ing. Westenthaler: Meinen Sie den Landeshauptmann Voves?
Sehr geehrter Herr Bundespräsident! Herr Bundeskanzler! Liebe Kolleginnen und Kollegen auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Ich rechne fest damit, dass wir uns gemeinsam im Interesse unserer Heimat gegen derartige unqualifizierte Angriffe wehren! (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP sowie Beifall bei der SPÖ und des Abg. Dr. Fichtenbauer. – Abg. Ing. Westenthaler: Meinen Sie den Landeshauptmann Voves?)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Voves und Herr Faymann!
Hohes Haus! In den vergangenen Tagen ist ja in der politischen Diskussion die Forderung immer mehr aufgetaucht, „die Reichen“, „die Verursacher“ der Krise sollen für die Kosten aufkommen, zum Beispiel mit einer Vermögenssteuer oder – wie ich sage – Eigentumssteuer, mit dem Ziel einer angeblich höheren Verteilungsgerechtigkeit in Österreich. (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Voves und Herr Faymann!)
Abg. Ing. Westenthaler: Von wem?
Ich komme zurück auf die Debatte der letzten Tage, die unter dem Begriff „Gerechtigkeit“ begonnen wurde, aber nun mit Begriffen wie „Gier“ und „Rache“ geführt wird und mit der Zwietracht gesät wird. Da wird eine Diskussion losgetreten, die im Inhalt bedenklich, in der Wortwahl teilweise lächerlich, aber in der Auswirkung für Österreich höchst gefährlich ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Von wem?) Wer jetzt eine Neiddebatte beginnt, der muss sich genau überlegen und muss wissen, wo sie enden kann.
Heiterkeit. – Abg. Ing. Westenthaler: Ministrantenministerium!
Dieses Budget erhöht die Freiheit der Minister, indem es ein sparsames Wirtschaften am Ende des Jahres auch belohnt. Die Mittel, die sich eine Ministerin/ein Minister im Ressort erspart, bleiben ihr/ihm und müssen nicht, wie vorher, an das Ministant ..., Finanzministerium abgeliefert werden. (Heiterkeit. – Abg. Ing. Westenthaler: Ministrantenministerium!) Das gibt jedem Regierungsmitglied größeren Gestaltungsspielraum und erlaubt es, politische Schwerpunkte zu setzen. (Abg. Ing. Westenthaler: Mit dem Klingelbeutel!)
Abg. Ing. Westenthaler: Mit dem Klingelbeutel!
Dieses Budget erhöht die Freiheit der Minister, indem es ein sparsames Wirtschaften am Ende des Jahres auch belohnt. Die Mittel, die sich eine Ministerin/ein Minister im Ressort erspart, bleiben ihr/ihm und müssen nicht, wie vorher, an das Ministant ..., Finanzministerium abgeliefert werden. (Heiterkeit. – Abg. Ing. Westenthaler: Ministrantenministerium!) Das gibt jedem Regierungsmitglied größeren Gestaltungsspielraum und erlaubt es, politische Schwerpunkte zu setzen. (Abg. Ing. Westenthaler: Mit dem Klingelbeutel!)
Abg. Ing. Westenthaler: Schon wieder eine Plattitüde!
Wie Sie sehen werden, nehmen wir deutlich mehr Geld in die Hand, um unser Land gut durch die Krise zu steuern, damit wir beim Aufschwung auch wieder ganz vorne mit dabei sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Schon wieder eine Plattitüde!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die nächste Plattitüde!
Der Preis zur Erreichung dieses Ziels ist kein geringer. Denn auch Österreich kann sich nur äußerst schwer dem globalen Umfeld entziehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Die nächste Plattitüde!) Der Wachstumsrückgang wird für 2009 vom Wifo mit 2,2 Prozent, vom Institut für Höhere Studien mit 2,7 Prozent real prognostiziert. Und manche Prognostiker glauben sogar an ein noch stärkeres Schrumpfen der Wirtschaft.
Abg. Ing. Westenthaler: Also doch Schulden!
Diese dramatische Entwicklung und unsere massiven Gegenmaßnahmen zur Krisenbekämpfung führen dazu, dass es in den Jahren 2009 und 2010 zu einer Erhöhung des nominalen wie des strukturellen Maastricht-Defizits kommen wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Also doch Schulden!)
Abg. Ing. Westenthaler: Schaut nicht gut aus!
Wo sich externe Rahmenbedingungen verändern, müssen wir den eigenen Handlungsrahmen vergrößern, und damit auch den Finanzrahmen. Wir müssen zusätzliches Geld in die Hand nehmen, weil wir in der Krise kraftvoll helfen wollen. Das Maastricht-Defizit des Bundes wird in den kommenden beiden Jahren deutlich steigen: auf 3,2 Prozent im Jahr 2009, weiter auf 4,1 Prozent in den Jahren 2010 und 2011, weiter auf 4,2 Prozent im Jahr 2012. Und stimmen die Prognosen, so wird es erst im Jahr 2013 einen leichten Rückgang des Defizits des Bundes auf 3,7 Prozent geben. (Abg. Ing. Westenthaler: Schaut nicht gut aus!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! In den vergangenen Wochen und Tagen wurde bis zuletzt über Finanzierungsmaßnahmen im Bereich der Bildungspolitik debattiert. Claudia Schmied und wir alle wissen, dass die richtige Bildungspolitik über die Chancen entscheidet, die wir unseren Kindern und Jugendlichen für die Zukunft eröffnen. Ich gratuliere auch zu dem Ergebnis von gestern! Es ist dies ein Kompromiss. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Dieser Kompromiss zwingt uns aber zu keiner Änderung der Budgetplanung. Er stellt innerhalb des Unterrichtsbudgets eine Neuverteilung der Geldmittel zwischen den Jahren sicher.
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Hohes Haus! Doris Bures ist dafür verantwortlich, dass Österreich auf die Überholspur kommt, was die bestmögliche Infrastruktur betrifft. An Investitionen in die Infrastruktur führt kein Weg vorbei. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) In den Ausbau und die Modernisierung von Schiene und Straße wird daher mehr als jemals zuvor investiert. Baureife Projekte werden vorgezogen. Allein die ÖBB planen 2009 und 2010 Investitionen in die Schieneninfrastruktur von 2,2 Milliarden €. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Kickl.)
Abg. Ing. Westenthaler: „Ministrantenministerium“!
Bevor ich zu meinem Ressort komme (Abg. Ing. Westenthaler: „Ministrantenministerium“!), noch ein Wort zu den Pensionistinnen und Pensionisten.
Abg. Ing. Westenthaler: Unter der Inflationsrate, Herr Minister!
Einen Großteil unseres heutigen Wohlstandes haben wir ihrem unermüdlichen Einsatz für unser Land zu verdanken. Daher wurden die Pensionen bereits per 1. November 2008 überproportional erhöht. Um Kaufkraft und Lebensstandard der Pensionistinnen und Pensionisten in Österreich zu erhalten und zu stärken, wurden die Pensionsanpassung für 2009 und die Erhöhung der Ausgleichszulagenrichtsätze auf den 1. November 2008 vorgezogen. (Abg. Ing. Westenthaler: Unter der Inflationsrate, Herr Minister!) Für diese Maßnahmen hat die Regierung rund 1,14 Milliarden € aufgewendet, und für das Jahr 2009 stehen insgesamt 8,4 Milliarden € an budgetären Mitteln zur Verfügung und 8,8 Milliarden € für das Jahr 2010.
Abg. Ing. Westenthaler: Das „Ministrantenministerium“!
Damit komme ich nun zu den Bereichen, die meine Ressortzuständigkeit betreffen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das „Ministrantenministerium“!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit den ÖBB?
Die Auflagen für die Banken sind hart und eindeutig: Keine Bonuszahlungen für Manager für das Geschäftsjahr 2008 und keinesfalls Bonuszahlungen, wenn sie die Dividende für das geliehene Geld nicht leisten können. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit den ÖBB?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wissen Sie, worum es heute geht?
Eines der ehrgeizigen Projekte, das da auf Schiene gestellt wurde, ist der Schulversuch „neue Mittelschule“. Ich kann Ihnen aus persönlicher Erfahrung sagen, wie wichtig es ist, das unselige frühzeitige Ausleseverfahren am Ende der Volksschulzeit zu beseitigen (Beifall der Abg. Mag. Muttonen), da neu die Weichen zu stellen und zu schauen, wie wir die Mittelstufe neu organisieren können. (Abg. Ing. Westenthaler: Wissen Sie, worum es heute geht?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit den zwei Stunden?
Das Ziel heißt verstärkte und verbesserte individuelle Förderung, und es freut mich, dass mit dem heutigen Beschluss nach dieser Debatte der Weg dahin geöffnet wird, dass auch kleinere Bundesländer, wie etwa Vorarlberg, über ihr Kontingent hinaus die Möglichkeit haben, von diesem wichtigen Projekt Gebrauch zu machen. Ich bin überzeugt davon, dass wir dann, wenn die Zeit dafür reif ist, dieses neue System auch flächendeckend einführen können, dass dann auch unsere Mittelstufe so weit entwickelt sein wird. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit den zwei Stunden?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie schaut es aus mit den zwei Stunden mehr!
Meine Damen und Herren, das Konzept einer neuen, sozial gerechteren und leistungsstarken Schule ist in der ersten Phase mit vielen weiteren Projekten bestückt. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie schaut es aus mit den zwei Stunden mehr!) Einer der wichtigsten Schritte ist der, dass wir endlich Maßnahmen setzen hin zu einer neuen, modernen Frühpädagogik, die jahrelang, ja jahrzehntelang sträflich vernachlässigt wurde. Das kostenlose verpflichtende Kindergartenjahr, die Sprachstandsfeststellung und damit verbunden eine verbesserte Sprachförderung sind da ganz entscheidende wichtige Verbesserungen und Voraussetzungen.
Abg. Ing. Westenthaler: Wo sind die zwei Stunden jetzt hingekommen? Wir wollen das wissen! Darum geht es heute eigentlich! – Abg. Dr. Strutz: Thema verfehlt!
Ein entscheidender Bereich wird auch die Verbesserung der ganztägigen Betreuungsformen sein. Derjenige, der will, dass sich die Schule der Zukunft nicht nur in der Schule und zu Hause bei den Schülern oder bei den Lehrern oder in den Nachhilfeorganisationen abspielt, sondern dass sie in den Schulen selbst zur Gänze stattfinden kann, muss alle Maßnahmen dieser Bundesregierung, die in Richtung verstärkte Ganztagsförderung gehen, mit unterstützen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo sind die zwei Stunden jetzt hingekommen? Wir wollen das wissen! Darum geht es heute eigentlich! – Abg. Dr. Strutz: Thema verfehlt!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Er bringt es zusammen, dass er keinen einzigen Satz ...! Keinen einzigen Satz!
Die Schule der Zukunft hat das verdient und die Schule der Zukunft, meine Damen und Herren, verdient Ihre und unsere volle Unterstützung. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Er bringt es zusammen, dass er keinen einzigen Satz ...! Keinen einzigen Satz!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Werner Amon sagt sicher etwas zur aktuellen Geschichte, denn das wäre ja sonst ein Trauerspiel!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Amon zu Wort. Redezeit: 10 Minuten, wie vereinbart. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Werner Amon sagt sicher etwas zur aktuellen Geschichte, denn das wäre ja sonst ein Trauerspiel!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Ministerin ist eingeknickt!
Zunächst einmal die gute Nachricht: Es wird in dieser Woche keinen Streik der Lehrerinnen und Lehrer geben, weil Gott sei Dank in der Nacht ein Kompromiss zustande gekommen ist. – Das ist, so denke ich, die gute Nachricht des heutigen Tages. (Abg. Jury: Ein fauler Kompromiss! Ein fauler Kompromiss!) Damit haben auch alle Eltern die Sicherheit, dass ihre Kinder und Jugendlichen entsprechend versorgt sind. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Ministerin ist eingeknickt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ja, wieso sitzt sie noch dort?
Frau Bundesministerin Schmied, ich muss Sie an Ihre Rücktrittsdrohung erinnern. (Abg. Ing. Westenthaler: Ja, wieso sitzt sie noch dort?) Ich habe das nicht verstanden.
Abg. Ing. Westenthaler: Wann war das?
„Mein Rücktritt wäre die Konsequenz“. Mit diesen Worten droht Bildungsministerin Claudia Schmied, SPÖ, im „Standard“-Interview ihren politischen Rückzug an, falls die von ihr geforderten Strukturmaßnahmen – das ist etwas anderes als das, was gestern am Abend herausgekommen ist –, konkret die Verlängerung der Unterrichtspflicht für Lehrer um zwei Stunden, bei dem zur Verfügung stehenden Budget nicht kommen sollten. – Zitatende. (Abg. Ing. Westenthaler: Wann war das?) – 5. März 2009, das ist noch gar nicht so lange her.
Abg. Ing. Westenthaler: Er hat sie hängen lassen!
Der große Schweiger dieser Regierung war niemand Geringerer als Bundeskanzler Faymann, denn im Gegensatz zu dem, was du gesagt hast, Kollege Elmar Mayer, hat der Bundeskanzler überhaupt keine klaren Worte gefunden. (Abg. Ing. Westenthaler: Er hat sie hängen lassen!) Ja, Faymann hat Sie, Frau Minister Schmied, hängen lassen! Der Herr Bundeskanzler hat überhaupt keine klaren Worte gefunden, er hat von seiner Richtlinienkompetenz überhaupt keinen Gebrauch gemacht. Er hat nur darauf geschaut, dass die Harmonie mit der ÖVP nicht gestört wird, das war das ganze Anliegen dieses Bundeskanzlers. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Der große Schweiger dieser Regierung war niemand Geringerer als Bundeskanzler Faymann, denn im Gegensatz zu dem, was du gesagt hast, Kollege Elmar Mayer, hat der Bundeskanzler überhaupt keine klaren Worte gefunden. (Abg. Ing. Westenthaler: Er hat sie hängen lassen!) Ja, Faymann hat Sie, Frau Minister Schmied, hängen lassen! Der Herr Bundeskanzler hat überhaupt keine klaren Worte gefunden, er hat von seiner Richtlinienkompetenz überhaupt keinen Gebrauch gemacht. Er hat nur darauf geschaut, dass die Harmonie mit der ÖVP nicht gestört wird, das war das ganze Anliegen dieses Bundeskanzlers. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Meine Damen und Herren von der Schülerunion, wenn Sie wieder einmal demonstrieren gehen, überlegen Sie sich vorher, für wen Sie demonstrieren. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Sie demonstrieren draußen nur für die Lobby der Lehrer, und zum Schluss sind die Dummen die Schüler und der Steuerzahler, denn, und da hat Kollege Rosenkranz weiß Gott recht, der Steuerzahler muss die ganze Zeche wieder einmal zahlen. Zum Schluss bleibt nur der Steuerzahler übrig. Das geht dann über die Bundesimmobiliengesellschaft, man schichtet das Ganze von der einen Hosentasche in die andere um – und zum Schluss muss es der Steuerzahler zahlen. Das ist alles, was herausgekommen ist, Frau Bundesministerin – voll vorgeführt von der Österreichischen Volkspartei –, zulasten der Schüler, zulasten der Eltern, zulasten der Steuerzahler! Das ist das Resümee dieser acht Wochen Streit. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben auch Ihre Pfründe gesichert!
Lehrer sollten gefälligst mehr arbeiten. (Abg. Scheibner: Wo waren Sie die letzten acht Wochen? Er ist ja auch einer! Sie sind ja auch so ein Lehrer!) Das ist typisch für das, was im BZÖ – mit einer Ausnahme – an Bildungskompetenz vorhanden ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben auch Ihre Pfründe gesichert!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir würden es noch immer tun!
Sie haben heute gesagt, Frau Ministerin, Sie hätten einen anderen Zugang gehabt. Das empfinde ich auch als sehr ehrlich, dass Sie sich das hier zu sagen trauen – wir hätten Sie dabei unterstützt, das hat mein Vorredner Ewald Stadler auch schon gesagt! (Abg. Ing. Westenthaler: Wir würden es noch immer tun!) Wir haben Sie immer unterstützt, wenn es um die „Lehre mit Matura“ gegangen ist, die in Kärnten erprobt und umgesetzt wurde. Wir haben Sie immer unterstützt bei der Senkung der Klassenschülerhöchstzahl. Wir haben Sie unterstützt beim verpflichtenden Kindergartenjahr. – Nun aber, kann man sagen, sind viele Reformen, die Sie noch vorhaben, Geschichte.
Abg. Ing. Westenthaler: Vor jeder Reform!
Besonders zwiespältig, muss ich ehrlich sagen, in diesen letzten acht Wochen war wirklich die Haltung der FPÖ – der ÖVP, Entschuldigung. (Abg. Dr. Walser: Der FPÖ auch, das passt schon!) Ich sage es noch einmal: die Haltung der ÖVP, einer ÖVP, die wirklich die Augen verschließt vor einer Bildungsreform (Abg. Ing. Westenthaler: Vor jeder Reform!), einer ÖVP, die gar kein Interesse hat an einer echten bildungspolitischen Diskussion, die ausschließlich auf der Seite der Blockierer und Gewerkschafter gestanden ist und die Ministerin einschließlich ihres Bundeskanzlers hat auflaufen lassen, die bis zum letzten Zeitpunkt abgewartet hat: Wie geht sich das aus, geht sich das überhaupt noch aus? (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ist jetzt Generaldebatte auch schon?! Ist keine Schuldebatte?! Muss man nur wissen! – Abg. Grosz: Nur zur Sicherheit! Ist ja auch schon wurscht!
Man kann Ihre Politik einfach zusammenfassen: Alle verlieren in dieser Republik. Nur einer kassiert, und das ist der Bankensektor. (Abg. Grosz: Und der Herr Neugebauer!) Und wenn Sie dieses Bankenpaket nicht aufschnüren und anderen Bevölkerungsgruppen zuleiten, wird es noch viel mehr Probleme geben. Das muss der Zukunftsansatz sein. – Danke. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ist jetzt Generaldebatte auch schon?! Ist keine Schuldebatte?! Muss man nur wissen! – Abg. Grosz: Nur zur Sicherheit! Ist ja auch schon wurscht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Rede ist aus! – Abg. Mag. Gaßner: Abmarsch!
Zuerst hat der ÖVP-Obmann mit seinen Sparvorgaben die Debatte angeheizt. Dann kommt sie mit einem vernünftigen Vorschlag. Ihr wird von der Opposition der Rücken gestärkt, und jetzt ist sie in allen Punkten umgefallen. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Rede ist aus! – Abg. Mag. Gaßner: Abmarsch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Stimmt ja! – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Er hat gesagt: Frauen in der Landesregierung senken das Niveau! – Abg. Grosz: Ist das schlecht? Was haben Sie gegen eine Brennnesselsuppe? Ich mache mir heute am Abend auch eine Brennnesselsuppe! Das ist gesund! Entschlackend!
Abgeordnete Sonja Ablinger (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Herr Abgeordneter Strutz – er kommt gerade wieder in den Saal –, dass Sie das Frauenthema bei dieser Diskussion bedienen, ist, finde ich, Chuzpe – eine Partei, die gerade einmal zwei Frauen in der Fraktion hat und die einen Landeshauptmann Dörfler hat, der, wenn ich mich richtig erinnere, gesagt hat, er ist so froh, dass seine Frau zu Hause ist und ihm die „Brennnesselsuppe“ in der Nacht kocht. (Abg. Ing. Westenthaler: Stimmt ja! – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Er hat gesagt: Frauen in der Landesregierung senken das Niveau! – Abg. Grosz: Ist das schlecht? Was haben Sie gegen eine Brennnesselsuppe? Ich mache mir heute am Abend auch eine Brennnesselsuppe! Das ist gesund! Entschlackend!) – Wenn Sie sie selber machen, finde ich das gut. Damit könnten Sie die Zeit vielleicht sinnvoller verbringen. – (Abg. Grosz: Brennnesselsuppe ist entschlackend!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir sind auch noch ganz begeistert!
Ich darf bei dieser Gelegenheit Herrn Finanzminister Pröll dazu gratulieren, dass es ihm gelungen ist, in solch schwierigen Zeiten ein zukunftsfähiges Budget mit den richtigen Schwerpunkten zu erstellen. Herzlichen Dank! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir sind auch noch ganz begeistert!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das gibt es ja nicht! Es gibt ja noch eine Wortmeldung, Herr Präsident! – Abg. Scheibner: Zur Geschäftsordnung!
Präsident Fritz Neugebauer: Ich schließe die Debatte. (Abg. Ing. Westenthaler: Das gibt es ja nicht! Es gibt ja noch eine Wortmeldung, Herr Präsident! – Abg. Scheibner: Zur Geschäftsordnung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt eine Geschäftsordnung!
Präsident Fritz Neugebauer: Kollege Scheibner, wir haben eingangs der Tagesordnung eine Redeordnung beschlossen. (Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt eine Geschäftsordnung!) – Es gibt eine Wortmeldung zur Geschäftsordnung. Ich frage, ob es weitere Wortmeldungen ... (Abg. Ing. Westenthaler: Nein, es gibt eine Wortmeldung zur Rednerliste!)
Abg. Ing. Westenthaler: Nein, es gibt eine Wortmeldung zur Rednerliste!
Präsident Fritz Neugebauer: Kollege Scheibner, wir haben eingangs der Tagesordnung eine Redeordnung beschlossen. (Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt eine Geschäftsordnung!) – Es gibt eine Wortmeldung zur Geschäftsordnung. Ich frage, ob es weitere Wortmeldungen ... (Abg. Ing. Westenthaler: Nein, es gibt eine Wortmeldung zur Rednerliste!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das gibt es nicht!
Wir haben eine Redezeitvereinbarung getroffen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das gibt es nicht!) Natürlich haben wir eine Redezeitvereinbarung getroffen! Sie haben uns das dargestellt. (Widerspruch beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie können den Abgeordneten nicht das Wort entziehen!
Die Wortmeldung des Kollegen Scheibner ist eine Wortmeldung zur Geschäftsordnung. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie können den Abgeordneten nicht das Wort entziehen!) Gibt es weitere Wortmeldungen zur Geschäftsordnung? – Bitte, Frau Abgeordnete Dr. Glawischnig-Piesczek.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unwahrscheinlich, was Sie da aufführen! – Weitere lebhafte Zwischenrufe beim BZÖ.
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ich bin absolut überrascht. Es ist noch nie vorgekommen, dass Sie als Präsident in das freie Rederecht der Abgeordneten eingreifen. Selbstverständlich kann sich jeder Abgeordnete auch bei einer Fernsehübertragung ... (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unwahrscheinlich, was Sie da aufführen! – Weitere lebhafte Zwischenrufe beim BZÖ.) – Entschuldigung, darf ich weiterreden? – Selbstverständlich können sich die Abgeordneten jederzeit zu Wort melden. Eine Fernsehzeitvereinbarung betrifft ausschließlich, wie viele Minuten in einer Fernsehübertragung gesendet werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Skandal, was Sie da machen!) Aber das freie Rederecht der Abgeordneten zu beschränken, dazu haben Sie nicht das geringste Recht. (Beifall bei Grünen, FPÖ und BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein Skandal, was Sie da machen!
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ich bin absolut überrascht. Es ist noch nie vorgekommen, dass Sie als Präsident in das freie Rederecht der Abgeordneten eingreifen. Selbstverständlich kann sich jeder Abgeordnete auch bei einer Fernsehübertragung ... (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unwahrscheinlich, was Sie da aufführen! – Weitere lebhafte Zwischenrufe beim BZÖ.) – Entschuldigung, darf ich weiterreden? – Selbstverständlich können sich die Abgeordneten jederzeit zu Wort melden. Eine Fernsehzeitvereinbarung betrifft ausschließlich, wie viele Minuten in einer Fernsehübertragung gesendet werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Skandal, was Sie da machen!) Aber das freie Rederecht der Abgeordneten zu beschränken, dazu haben Sie nicht das geringste Recht. (Beifall bei Grünen, FPÖ und BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Es liegt eine Wortmeldung zur Debatte vor, Herr Präsident! Erteilen Sie dem Kollegen das Wort!
Präsident Fritz Neugebauer: Gibt es eine weitere Wortmeldung zur Geschäftsordnung? – Es gibt keine Wortmeldung. (Abg. Ing. Westenthaler: Es liegt eine Wortmeldung zur Debatte vor, Herr Präsident! Erteilen Sie dem Kollegen das Wort!)
Widerspruch beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie wurde nicht angenommen!
Ich darf darauf hinweisen, Herr Kollege Westenthaler, dass beim Büro keine Wortmeldung eingegangen ist. (Widerspruch beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie wurde nicht angenommen!) Es ist beim Büro keine Wortmeldung eingegangen, sonst wäre sie auch auf dem Bildschirm aufgetaucht.
Abg. Ing. Westenthaler: Das war eine andere Regierung!
Ein ganz wichtiger Aspekt ist – und das möchte ich natürlich auch hervorheben –, dass die rückläufigen Kriminalitätszahlen vom Jahr 2005 bis zum Spätherbst 2008 stattgefunden haben (Abg. Ing. Westenthaler: Das war eine andere Regierung!), was natürlich auch darauf zurückzuführen ist, dass wir eine sehr enge Kooperation mit ausländischen Polizeiorganisationen geführt haben und dass wir Maßnahmen in der internationalen Zusammenarbeit im Polizeibereich gesetzt haben.
Abg. Ing. Westenthaler: In den neunziger Jahren!
Und, Herr Kollege Westenthaler, lest’s nach in Stenographischen Protokollen, lest’s nach in allen Unterlagen! Wisst’s, wann wir die größte Zuwanderung gehabt haben? Wisst’s, wann wir die meisten Asylanträge gehabt haben? Wisst’s ... (Abg. Ing. Westenthaler: In den neunziger Jahren!) – Nein! Als „es“ in der Regierung wart. (Rufe beim BZÖ: „Es“! „Es“!) Nur vergessen habt’s das, meine geschätzten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Wer ist „es“?) Lassen wir die Kirche im Dorf, wie man so schön sagt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer ist „es“?
Und, Herr Kollege Westenthaler, lest’s nach in Stenographischen Protokollen, lest’s nach in allen Unterlagen! Wisst’s, wann wir die größte Zuwanderung gehabt haben? Wisst’s, wann wir die meisten Asylanträge gehabt haben? Wisst’s ... (Abg. Ing. Westenthaler: In den neunziger Jahren!) – Nein! Als „es“ in der Regierung wart. (Rufe beim BZÖ: „Es“! „Es“!) Nur vergessen habt’s das, meine geschätzten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Wer ist „es“?) Lassen wir die Kirche im Dorf, wie man so schön sagt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: „Es“! – Der Sicherheitssprecher der SPÖ!
Ich glaube, dass diese Bundesregierung wirklich hervorragende Arbeit leistet. Und jetzt sage ich euch noch etwas: Hat sich heute einer aufgeregt über den Kulturbericht 2007? (Abg. Mag. Stadler: „Es“ hat sich aufgeregt!) Hat das einer? „Es“ hättet’s schon längst, wenn ’s so feinfühlig seid’s, als „es“ in der Regierung wart’s, etwas tun können. Wir wissen, dass daran gearbeitet wird. Wir wissen es. (Abg. Ing. Westenthaler: „Es“! – Der Sicherheitssprecher der SPÖ!) – Ja, ja, ist schon recht. Erzählt’s das in der Steiermark, aber nicht hier!
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist die Zeit der großen SPÖ-Sicherheitssprecher?
Ich meine, dass diese Bundesregierung ausgezeichnet aufgestellt ist, und ich finde, dass wir in Österreich ein gutes Ausbildungssystem und eine gute Planstelleneinteilung für die Zukunft haben. Arbeitet’s ganz einfach mit, dann werden wir für die Österreicherinnen und Österreicher beziehungsweise für unsere Heimat eine ausgezeichnete Arbeit leisten! Alles Gute! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist die Zeit der großen SPÖ-Sicherheitssprecher?)
Abg. Ing. Westenthaler: Auf mehrfaches Nachfragen!
Es hat auch eine Verschiebung innerhalb des Wohnungseinbruchsdiebstahls von den Bundesländern nach Wien gegeben. Die 2 812 Einbrüche in den ersten drei Monaten dieses Jahres in Wien waren nur eine der Zahlen, die die Innenministerin auch zu meiner persönlichen Überraschung im Innenausschuss auf unsere Fragen genannt hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Auf mehrfaches Nachfragen!) 3,2 Prozent Aufklärungsquote – eine Aufklärungsquote, die erstmals gegen Null geht – heißt, dass nur noch 90 Wohnungseinbrüche von 2 812 aufgeklärt werden. 2 722 – und darauf können sich die Wienerinnen und Wiener verlassen! – bleiben unaufgeklärt und folgenlos. Dafür muss es doch Gründe geben!
Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe nicht von 2007 geredet!
Bundesministerin für Inneres Mag. Dr. Maria Theresia Fekter: Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Werte Gäste! Wir diskutieren heute den Sicherheitsbericht 2007. Dieser Bericht enthält noch sehr erfreuliche Zahlen, er bescheinigt nämlich eine rückläufige Kriminalität. Im Jahr 2007 wurden 594 240 strafbare Handlungen begangen, davon sind – man sollte, Herr Kollege Westenthaler, Verbrechen und Vergehen schon unterscheiden können, wenn man hier im Hohen Haus sitzt (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe nicht von 2007 geredet!) – 133 546 Verbrechen und 460 694 Vergehen. Im Jahr 2007 betrug die Aufklärungsquote 39,4 Prozent.
Abg. Ing. Westenthaler: Wie kommt denn das?
Bedauerlicherweise ist die Aufklärungsquote bei den Wohnungseinbrüchen und bei den Firmeneinbrüchen sehr, sehr niedrig (Abg. Ing. Westenthaler: Wie kommt denn das?), und daher setzen wir da ganz gezielt Schwerpunkte. Ich habe die Einbruchskriminalität zu meinem Schwerpunkt erklärt. (Ironische Heiterkeit und Ruf beim BZÖ: Das sieht man eh!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie uns die Zahlen!
Im Hinblick auf die Auswertung der Ergebnisse werden die Zahlen selbstverständlich öffentlich gemacht werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie uns die Zahlen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Meinen Sie das ernst, was Sie da sagen? Die Einbrecher werden gefragt, warum sie einbrechen? Das glaubt Ihnen niemand!
Wir werden weiters eine Kriminalstatistik-neu bekommen, damit wir unter wissenschaftlicher Begleitung externer Experten neue Erkenntnisse erhalten, insbesondere im Hinblick auf die Täterstrukturen, die Tatzeiten, den Modus operandi, die Opfersicht, das Opferumfeld und das Täterumfeld. Nur anhand solcher Erkenntnisse ist es möglich, erfolgreiche präventive Maßnahmen zu setzen. Hiezu sollen auch Tatverdächtige im Nachhinein in die Forschungsarbeit einbezogen werden. Sie sollen nach ihren Beweggründen gefragt werden, und sie sollen gefragt werden, nach welchen Kriterien sie bestimmte Wohnungen oder Häuser ausgewählt haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Meinen Sie das ernst, was Sie da sagen? Die Einbrecher werden gefragt, warum sie einbrechen? Das glaubt Ihnen niemand!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler
Wir wollen daher jene Grundsatzdiskussion, die völlig unabhängig von den Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit zu führen sein wird, in einer Strukturreformkommission führen, die ein anderes Ziel hat, schon gar nicht, Mittelschichten zusätzlich zu belasten, schon gar nicht, Menschen, die auf ihrem Grundstück ein kleines Häuschen bewohnen, zu treffen oder Mieter oder Wohnungseigentümer. Wir wollen in einer Grundsatzdiskussion über Steuergerechtigkeit die Frage stellen – und diesbezüglich sind alle in diesem Haus, glaube ich, vom Prinzip her einer Meinung; zumindest nach Ihren Reden hier –: Wie können wir im Zusammenhang mit der Lohn- und Einkommensteuer – bei der Belastung aus Lohn- und Einkommensteuer liegen wir in der Statistik der Europäischen Union ja weit oben; wir haben eine der höchsten Belastungen (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler); das werden Sie heute nicht das erste Mal hören, Herr Kollege (Abg. Ing. Westenthaler: Aber von Ihnen hören wir das das erste Mal!) –, wie können wir aufgrund dieser relativ hohen Belastung auch für jene Menschen, die zur Mittelschicht unseres Landes gehören, die 2 000, 3 000 € brutto verdienen und relativ rasch von der Steuerprogression betroffen sind – diese Personen profitieren natürlich auch von dieser Tarifsenkung, aber das macht ja das System noch nicht gerecht; die Tarifsenkung ist eine Maßnahme, von der sie jetzt profitieren, aber das System bleibt ja dasselbe –, etwas ändern.
Abg. Ing. Westenthaler: Aber von Ihnen hören wir das das erste Mal!
Wir wollen daher jene Grundsatzdiskussion, die völlig unabhängig von den Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit zu führen sein wird, in einer Strukturreformkommission führen, die ein anderes Ziel hat, schon gar nicht, Mittelschichten zusätzlich zu belasten, schon gar nicht, Menschen, die auf ihrem Grundstück ein kleines Häuschen bewohnen, zu treffen oder Mieter oder Wohnungseigentümer. Wir wollen in einer Grundsatzdiskussion über Steuergerechtigkeit die Frage stellen – und diesbezüglich sind alle in diesem Haus, glaube ich, vom Prinzip her einer Meinung; zumindest nach Ihren Reden hier –: Wie können wir im Zusammenhang mit der Lohn- und Einkommensteuer – bei der Belastung aus Lohn- und Einkommensteuer liegen wir in der Statistik der Europäischen Union ja weit oben; wir haben eine der höchsten Belastungen (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler); das werden Sie heute nicht das erste Mal hören, Herr Kollege (Abg. Ing. Westenthaler: Aber von Ihnen hören wir das das erste Mal!) –, wie können wir aufgrund dieser relativ hohen Belastung auch für jene Menschen, die zur Mittelschicht unseres Landes gehören, die 2 000, 3 000 € brutto verdienen und relativ rasch von der Steuerprogression betroffen sind – diese Personen profitieren natürlich auch von dieser Tarifsenkung, aber das macht ja das System noch nicht gerecht; die Tarifsenkung ist eine Maßnahme, von der sie jetzt profitieren, aber das System bleibt ja dasselbe –, etwas ändern.
Abg. Ing. Westenthaler: Das wird lustig! – Bundesministerin Dr. Fekter: Forschungsarbeit!
Abgeordneter Gerald Grosz (BZÖ): Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesminister Fekter, es war vor zirka zweieinhalb Stunden, da haben Sie dem Hohen Haus erklärt, dass Sie jetzt quasi Befragungen, ein sogenanntes Quiz bei den Straftätern durchführen werden (Abg. Ing. Westenthaler: Das wird lustig! – Bundesministerin Dr. Fekter: Forschungsarbeit!): die Befragung der Straftäter über ihre Motive, gemäß dem Forschungsmotto „Mitzis Einbrecherquiz“.
Abg. Ing. Westenthaler: ... gefälschte Statistiken!
Bei Ihren Rechenkünsten ist daher festzustellen, dass es sich um keine Tatenstatistiken (Abg. Ing. Westenthaler: ... gefälschte Statistiken!), sondern um Täterstatistiken handelt – und das auch nur im Mindestausmaß.
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Da ist noch ein Problem: Die Frau Minister hört überhaupt nicht zu!
Daher rufe ich Ihnen zu, Frau Minister: Bleiben Sie bei Ihren Zählungen von Kieselsteinen, aber bitte belästigen Sie in Zukunft nicht mehr die Sicherheit der Österreicherinnen und Österreicher! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Da ist noch ein Problem: Die Frau Minister hört überhaupt nicht zu!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das BIA nehmen Sie gleich mit!
Daher nenne ich Ihnen, Frau Bundesminister Fekter, drei Maßnahmen. Erstens: Treten Sie endlich zurück! Sie sind nicht in der Lage, dieses Ressort zu führen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das BIA nehmen Sie gleich mit!) Wir brauchen – zweitens – eine Aufstockung der Exekutivkräfte. Und drittens: Berufen Sie oder Ihr Nachfolger einen Sicherheitsgipfel ein, zu dem wir endlich Experten hinzulassen, die Ihren „Goldfasanen“ im Ministerium erklären, wie man Österreich tatsächlich schützt. – Ich danke Ihnen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Haimbuchner und Ing. Westenthaler.
Auf diese Integrationstätigkeit der FPÖ verlassen Sie sich nicht, Frau Bundesministerin! Ich ersuche Sie daher, auf das Ansteigen der Anzeigen mit rechtsextremem Hintergrund adäquat zu reagieren. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Haimbuchner und Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist richtig!
Nicht nachvollziehbar sind auch jene Zahlen, die Kollege Westenthaler genannt hat. (Abg. Grosz: Nehmen Sie das zurück!) Er hat einfach die Behauptung in den Raum gestellt, dass jeder zweite Asylwerber kriminell wäre. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist richtig!) – Es ist nicht nachvollziehbar, was Sie da in den Raum stellen! Im Sicherheitsbericht stehen Zahlen, die das widerlegen! Und Sie werden jenen, die ihn erstellt haben, sicherlich nicht vorwerfen, dass sie diese Zahlen manipuliert hätten!
Abg. Ing. Westenthaler: Frau Minister, was steht im Horoskop?! Es ist super, dass Minister Zeit haben, Zeitung zu lesen! – Heiterkeit beim BZÖ.
Präsident Fritz Neugebauer: Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Herbert. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Frau Minister, was steht im Horoskop?! Es ist super, dass Minister Zeit haben, Zeitung zu lesen! – Heiterkeit beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist, freundlich gesagt, die Unwahrheit!
„Wir haben 1 000 Ausbildungsplätze pro Jahr, () Bei einem natürlichen Abgang von 800 Polizeikräften gebe es damit ein Plus von 200 ().“ (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist, freundlich gesagt, die Unwahrheit!)
Abg. Ing. Westenthaler: Bravo!
Sie wissen – davon gehe ich aus –, dass die Ausbildung eines Polizeibeamten 24 Monate, sprich zwei Jahre dauert. Pro Jahr könnten wir hochgerechnet bei 5 000 Ausbildungsplätzen 2 500 Exekutivbeamte ausbilden. Auf eine parlamentarische Anfrage vom 2. Februar dieses Jahres haben Sie mir mitgeteilt, dass bis zum Jahr 2013 2 226 Exekutivbeamte in Pension gehen werden. Das ergibt innerhalb eines Durchrechnungszeitraums von 5 Jahren ein Plus von lediglich 274 Beamten – und keinesfalls von 200 pro Jahr! Aber offensichtlich ist das die gleiche Diskrepanz, die wir schon im Ausschuss erleben durften; das Innenministerium nimmt es wohl nicht so genau mit den Zahlen! (Abg. Ing. Westenthaler: Bravo!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sehr!
Aber ich glaube, unsere Frau Bundesministerin ist mutig unterwegs, Sie verändert Strukturen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sehr!) – Ja, Gott sei Dank gibt es eine Frau Bundesministerin, die Strukturen verändert und dort nachbessert, wo es Probleme gibt. (Abg. Grosz: Wer so einen Verteidiger hat, der braucht keine Feinde!) Dieser Sicherheitsbericht ist, meine ich, eine wichtige Grundlage, um in diesem Bereich Vergleiche anzustellen und Optimierungspotenzial hervorzustreichen.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist gescheit!
Eine kurze Replik zeigt, dass wir bei der Aufklärungsquote 2007 gut gelegen sind, 2008 aber leider ein wenig zurückgefallen sind. Aber auch im Bereich der Strafgelder – da gibt es auch positive Dinge für den Staat – gibt es Einnahmenzuwächse von 36,3 Millionen €, also 28 Prozent. Ich glaube, es hat auch bei den Radarstrafen in diesem Bereich Verbesserungen gegeben. Das zeigt aber auch, dass unsere Exekutive vor Ort ist. Ja, und da Sie davon reden: Nachher geht es, glaube ich, um die Sicherheit und darum, dass wir unser System optimieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist gescheit!)
Abg. Ing. Westenthaler: 67!
Zum Sicherheitssprecher des BZÖ auch eine Bemerkung. – Herr Kollege Westenthaler, Sie haben in Ihren Ausführungen zum Sicherheitsbericht wohl die vorliegenden Zahlen etwas zu Ihren Gunsten – ich sage einmal – „verwischt“. Sie sprachen in der Debatte im Innenausschuss – das möchte ich hier natürlich ansprechen – von 65 Verbrechen pro Stunde. (Abg. Ing. Westenthaler: 67!) – 65, haben Sie gesagt! Sie haben diese Zahl sehr schnell in den Raum gestellt, aber hat diese Zahl auch einen realen Hintergrund?
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja die Zahl!
Ein kleines Rechenbeispiel hiezu: 65 Verbrechen pro Stunde, mal 24, mal 365 ergibt 569 400 Verbrechen im Jahr. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja die Zahl!) Tatsache ist, der Sicherheitsbericht 2007 sagt aus, dass nicht einmal ein Viertel der Verbrechen vorliegt. – Noch immer zu viel, aber Ihre Zahl stimmt nicht, die Sie in den Raum gestellt haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Strafzahl, nicht Verbrechen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Strafzahl, nicht Verbrechen!
Ein kleines Rechenbeispiel hiezu: 65 Verbrechen pro Stunde, mal 24, mal 365 ergibt 569 400 Verbrechen im Jahr. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja die Zahl!) Tatsache ist, der Sicherheitsbericht 2007 sagt aus, dass nicht einmal ein Viertel der Verbrechen vorliegt. – Noch immer zu viel, aber Ihre Zahl stimmt nicht, die Sie in den Raum gestellt haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Strafzahl, nicht Verbrechen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ja, ich zitierte eine Zeitung!
Abgeordneter Oswald Klikovits (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesminister! Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Hohes Haus! Aussagen wie: Wir haben einen Sicherheitsnotstand! oder: Wien ist ein Eldorado für Kriminelle und Strizzis! wurden hier heute gemacht. (Abg. Ing. Westenthaler: Ja, ich zitierte eine Zeitung!) – Sie werden es ja wissen!
Abg. Ing. Westenthaler: Ostgrenze!
Lieber Herr Kollege Westenthaler, ganz besonders hat mich wirklich bestürzt, dass Sie sagen, Sie seien für die Errichtung von Grenzen. Es jährt sich heuer zum zwanzigsten Mal der Fall des Eisernen Vorhangs, als Alois Mock gemeinsam mit Gyula Horn bei uns in St. Margarethen diese Grenze niedergerissen hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Ostgrenze!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein unbegrenzter Abgeordneter!
Sie wollen Grenzen errichten – wir wollen Grenzen abbauen! Beginnen Sie, Ihre Grenzen in den Köpfen abzubauen, dann wird auch eine Kriminalitätsstatistik so interpretiert werden, wie sie entsprechend zu interpretieren ist! (Abg. Ing. Westenthaler: Ein unbegrenzter Abgeordneter!) Das müssen Sie halt auch zur Kenntnis nehmen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Sitzung Nr. 20
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist heute eine ziemliche Plagerei! Heute plagst du dich ganz schön! – Abg. Strache: Eine Schwerarbeitszulage braucht er!
Die andere Seite betrifft die Bildung. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist heute eine ziemliche Plagerei! Heute plagst du dich ganz schön! – Abg. Strache: Eine Schwerarbeitszulage braucht er!) Die Bildung ist ein ganz entscheidender Aspekt, denn trotz der Wirtschaftskrise geht es natürlich darum, dass wir europaweit und global mit unseren ausgebildeten Arbeitskräften konkurrenzfähig sind. Bildung ist die Zukunft. Da geht es um unsere Kinder. Es geht darum, dass wir wirklich alles unternehmen, um diese Qualifizierung zu garantieren.
Abg. Ing. Westenthaler: „Es reicht!“
Wenn Sie sich brüsten, jetzt so glorreich endlich eine Steuerreform umgesetzt zu haben in diesem Land – worauf Sie auch so stolz sind –, dann muss ich mich schon wundern. Im Jahr 2002 haben Sie Neuwahlen ausgerufen, im Jahr 2008 (Abg. Ing. Westenthaler: „Es reicht!“) haben Sie Neuwahlen ausgerufen, nur weil Sie sich immer gegen eine Steuerreform in diesem Land gewehrt haben, meine sehr geehrten Damen und Herren von der ÖVP! (Beifall beim BZÖ.) Das ist die Wahrheit, so schaut’s aus.
Abg. Ing. Westenthaler: Die von ihnen bezahlt werden!
Weder der Bundeskanzler noch der Finanzminister, noch die beiden Staatssekretäre haben auch nur eine Minute ihres Lebens in der privaten Wirtschaft verbracht. Ansonsten hätten sie nicht den Fehler begangen, sich – was die Kennzahlen für die Erstellung ihres Budgets betrifft – nur auf das IHS und das Wifo zu stützen – zwei Wirtschaftsforschungsinstitute, die ausschließlich unter dem Joch der ÖVP und der SPÖ stehen, die ihnen zuarbeiten, die ein Vehikel ihrer Finanzpolitik sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Die von ihnen bezahlt werden!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wahnsinn!
Wir haben – und das ist auch das Schmerzliche – eines zu erwarten, nämlich dass diese Budgetzahlen, die Sie vorgelegt haben, nicht stimmen werden und nicht stimmen können. Sie gehen davon aus, dass wir im heurigen Jahr 3,5 Prozent und im nächsten Jahr 4,7 Prozent Defizit machen werden – in dem Wissen, dass die OECD, die ja nicht irgendeine Organisation in Paris ist, sondern eine, die Sie ernst nehmen müssen, Ihnen sagt, Sie werden im nächsten Jahr ein Defizit von 7,7 Prozent machen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wahnsinn!) Sie werden ein Defizitverfahren von der EU aufgebrummt bekommen, Herr Finanzminister. Sie werden für die nächsten Jahre unter Kuratel gestellt. Das einzig Hoffnungsvolle – muss ich heute schon sagen – für uns ist, dass die EU Ihnen das nicht einfach durchgehen lassen wird, dass die EU Ihnen Auflagen machen wird, dass die EU Ihnen sagen wird, wo Sie Reformen anzustrengen haben. Das wird das einzig Positive werden.
Abg. Ing. Westenthaler: Klassenkampf! – Abg. Petzner: Nicht mit uns!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, das ist ja der Hintergedanke, auf den wir uns allmählich vorzubereiten haben. Ein neues Belastungspaket kommt in den nächsten Jahren auf die Bürgerinnen und Bürger zu. (Abg. Ing. Westenthaler: Klassenkampf! – Abg. Petzner: Nicht mit uns!) Das ist das, was Sie im stillen Kämmerchen mit dieser Steuerreform jetzt vorhaben: nicht Reformen, keine Einsparungen, die der Rechnungshof Ihnen in den letzten Jahren vorgerechnet hat, nein, Sie wollen die Bürger weiter belasten.
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eigentlich unfassbar!
Täglich hören wir in den Medien Horrorziffern und Horrormeldungen aus der Wirtschaft, die uns nicht ermutigen können. Wir brauchen Investitionsanreize und Förderungen, die bei den Menschen und in der Wirtschaft ankommen, Investitionsimpulse. Wenn Sie jetzt beispielsweise der BIG das Geld wegnehmen und gleichzeitig davon sprechen, dass sie 870 Millionen € investieren soll, ja, wie soll denn das zusammengehen? Jetzt muss die BIG Geld aufnehmen – 250 Millionen € von den Banken, von der Raiffeisenbank – und gleichzeitig wieder 10 Millionen € Zinsen zahlen. Das ist doch der völlig verkehrte Weg! Sie sollen in die Wirtschaft investieren und nicht die Banken bevorteilen. Das ist keine Politik der Zuversicht und keine Politik der Hoffnung. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eigentlich unfassbar!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Überheblichkeit! – Abg. Strache: Sie stimmen sogar dagegen, auf 4 Prozent zu verzichten! Sogar dagegen stimmen Sie! Selber jeden Cent der Gage einstecken und einstreifen! Keine soziale Verantwortung hat dieser Bundeskanzler!
Da kommt dann Herr Professor Van der Bellen heraus und rechnet Ihnen vor – peinlich für Sie! –, Sie wollen mit 8 Millionen € die Wirtschaft dieses Landes sanieren! Herr Strache, da haben wir gesehen, was wirklich dran ist an Ihren Wirtschaftskonzepten. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Überheblichkeit! – Abg. Strache: Sie stimmen sogar dagegen, auf 4 Prozent zu verzichten! Sogar dagegen stimmen Sie! Selber jeden Cent der Gage einstecken und einstreifen! Keine soziale Verantwortung hat dieser Bundeskanzler!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben jetzt April!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Abgeordnete Glawischnig hat gefragt: Warum ein Doppelbudget? Die Zahlen ändern sich doch dauernd! – Auch hiezu ein offenes Wort. Sie wissen ganz genau, dass wir, wenn wir heute nur das Budget 2009 beschließen würden, unverzüglich in Verhandlungen eintreten müssten, weil wir im Oktober schon das Budget für 2010 zu beschließen haben. Das hat das Hohe Haus auch in der Haushaltsgesetzgebung so festgelegt. Jetzt erklären Sie mir, warum wir noch ein paar Wochen warten sollten, um dann gleich wieder in Verhandlungen für 2010 zu gehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben jetzt April!) Es wird sich nicht viel verändert haben, und deswegen macht es Sinn, für diese zwei Jahre jetzt die Perspektive auf den Tisch zu legen. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Es wird sich nicht viel verändert haben?!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: 1 000 € mehr pro Schüler?!
Wir steigern das Bildungsbudget gegenüber 2008 um 378 Millionen € . Das heißt: 1 Milliarde mehr für die Bildung in Österreich bis 2013. Aufgrund sinkender Schülerzahlen und der Steigerung des Budgets sind das 1 000 € mehr pro Schüler im Jahr 2013. Das kann sich sehen lassen, auch in der klaren politischen Schwerpunktsetzung, die wir ganz bewusst entsprechend vornehmen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: 1 000 € mehr pro Schüler?!)
Abg. Ing. Westenthaler: Und viertens Wahlen verlieren!
Zum Inhalt selbst: Das Budget ist ein Krisenbudget, das haben wir gestern gehört, gar keine Frage. Die Zeit einer Krise ist nicht die Zeit einer Budgetkonsolidierung, gar keine Frage. Ich glaube, die Devise des Herrn Vizekanzlers und Finanzministers ist richtig, wenn er sagt, die Herausforderung lautet: erstens Krise meistern, zweitens Wirtschaft stärken, drittens den Menschen helfen. (Abg. Ing. Westenthaler: Und viertens Wahlen verlieren!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist der Stummvoll, der immer gegen die Schulden gesprochen hat? Wo ist der wirkliche Stummvoll?
Die drei großen Zielsetzungen – Herr Kollege Westenthaler, das ist kein Spaß, das sind ernsthafte Arbeiten der Regierung und auch dieses Hauses – lauten: erstens die Finanzmärkte zu stabilisieren, zweitens Strategien für Wachstum und Beschäftigung zu erarbeiten und drittens – Cap hat es in seiner Rede auch genannt – die Balance zu finden zwischen Stabilität im Staatshaushalt einerseits und den notwendigen Wachstums- und Kaufkraftimpulsen andererseits, die gesetzt werden müssen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist der Stummvoll, der immer gegen die Schulden gesprochen hat? Wo ist der wirkliche Stummvoll?)
Abg. Scheibner: Der ist schon weg! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Faymann ist schon weg!
Ich bedanke mich sehr herzlich. Dieses Budget zeigt ganz einfach die sozialpolitische Handschrift dieser Bundesregierung unter Herrn Bundeskanzler Faymann (Abg. Scheibner: Der ist schon weg! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Faymann ist schon weg!) und Herrn Sozialminister Hundstorfer. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sehr überheblich!
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Herr Präsident! Werte dezimierte Regierungsbank! Meine Damen und Herren! (Abg. Grosz: Aber die, die oben sitzen, sind Schwergewichte!) – Sie sind Schwergewichte? – Mag sein! Allerdings, meine Damen und Herren von der Bundesregierung, diese hier an den Tag gelegte Überheblichkeit gegenüber dem Parlament ist völlig unangebracht (Ruf bei der ÖVP: Das war jetzt überheblich!), lieber Kollege, denn wir sollten heute – es heißt immer, das Budget sei die in Zahlen gegossene Politik, wie auch immer; dieses, Sie haben es so umschrieben, ist jetzt, Herr Finanzminister, Ihre Antwort, Ihre „Kampfansage an die Krise und ein Fahrplan für die Zukunft“ (Abg. Ing. Westenthaler: Sehr überheblich!) – sehr offensiv Ihre Maßnahmen zur Bewältigung dieser größten Wirtschaftskrise in der Geschichte der Zweiten Republik und auch die Maßnahmen dieser Bundesregierung für die Zukunft, für die nächsten zwei Jahre, diskutieren. (Abg. Dr. Cap: Und, habt ihr Alternativen? Wo sind die?!) – Unsere Alternativen? – Sehr richtig, Herr Kollege Cap! Warten Sie ab! Das war ja Ihre Budgetrede, Herr Kollege Cap, jene dieser Bundesregierung!
Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das jetzt mit der Vermögenssteuer?
Diese Krise ist eine Krise jener, die geglaubt haben: Mehr privat, weniger Staat, die Politik soll sich aus allem heraushalten, weil sich der Markt selbst reguliert. Diese Krise beweist auch, dass die Damen und Herren, die das geglaubt haben, falsch liegen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das jetzt mit der Vermögenssteuer?)
Abg. Ing. Westenthaler: Sehr schlechte Redezeit!
Abgeordneter Mag. Kurt Gaßner (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Werte Kolleginnen und Kollegen! (Abg. Ing. Westenthaler: Sehr schlechte Redezeit!) Es ist eine sehr schlechte Redezeit, da die Fernsehübertragung aus ist, Herr Westenthaler. Ich bin aber nicht Parlamentarier, um im Fernsehen groß auftreten zu können, sondern um mich wirklich um die Probleme dieser Republik zu kümmern. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Nur fürs Protokoll: Das Finanzministerium ist nicht vertreten!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Neubauer. 4 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Nur fürs Protokoll: Das Finanzministerium ist nicht vertreten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Klubobmann Kopf, Sie sind am Wort! Aber schnell, das ist ...! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Zu Wort gemeldet hat sich der Herr Klubobmann der ÖVP. Ich erteile es ihm. (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Klubobmann Kopf, Sie sind am Wort! Aber schnell, das ist ...! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Rufe beim BZÖ: Abstimmung! Abstimmung! – Abg. Ing. Westenthaler: Wenn er nicht redet, stimmen wir ab! – Ruf bei der ÖVP: Darf sich der Herr Klubobmann äußern?
Herr Präsident! Hohes Haus! Üblicherweise ... (Rufe beim BZÖ: Abstimmung! Abstimmung! – Abg. Ing. Westenthaler: Wenn er nicht redet, stimmen wir ab! – Ruf bei der ÖVP: Darf sich der Herr Klubobmann äußern?)
Abg. Ing. Westenthaler: Nein! Ich habe gesagt, den Herrn Finanzminister!
Herrn Kollegen Peter Westenthaler ersuche ich, seinen Antrag im Anschluss an die Ausführungen zur Geschäftsordnung des Herrn Kollegen Kopf geschäftsordnungsmäßig zu begründen, denn er hat gesagt, er beantragt einen Vertreter des Finanzministeriums. (Abg. Ing. Westenthaler: Nein! Ich habe gesagt, den Herrn Finanzminister!) – So ist das bei mir angekommen. Wir können ja nachher im Protokoll nachschauen. (Abg. Ing. Westenthaler: Den Finanzminister!) Vielleicht sagt er mir dann, wen er hierher zitiert haben möchte gemäß der Geschäftsordnung. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe gesagt, den Finanzminister!)
Abg. Ing. Westenthaler: Den Finanzminister!
Herrn Kollegen Peter Westenthaler ersuche ich, seinen Antrag im Anschluss an die Ausführungen zur Geschäftsordnung des Herrn Kollegen Kopf geschäftsordnungsmäßig zu begründen, denn er hat gesagt, er beantragt einen Vertreter des Finanzministeriums. (Abg. Ing. Westenthaler: Nein! Ich habe gesagt, den Herrn Finanzminister!) – So ist das bei mir angekommen. Wir können ja nachher im Protokoll nachschauen. (Abg. Ing. Westenthaler: Den Finanzminister!) Vielleicht sagt er mir dann, wen er hierher zitiert haben möchte gemäß der Geschäftsordnung. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe gesagt, den Finanzminister!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe gesagt, den Finanzminister!
Herrn Kollegen Peter Westenthaler ersuche ich, seinen Antrag im Anschluss an die Ausführungen zur Geschäftsordnung des Herrn Kollegen Kopf geschäftsordnungsmäßig zu begründen, denn er hat gesagt, er beantragt einen Vertreter des Finanzministeriums. (Abg. Ing. Westenthaler: Nein! Ich habe gesagt, den Herrn Finanzminister!) – So ist das bei mir angekommen. Wir können ja nachher im Protokoll nachschauen. (Abg. Ing. Westenthaler: Den Finanzminister!) Vielleicht sagt er mir dann, wen er hierher zitiert haben möchte gemäß der Geschäftsordnung. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe gesagt, den Finanzminister!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja gar nicht wahr! Beim Budget ist der Finanzminister immer da!
Abgeordneter Karlheinz Kopf (fortsetzend): Herr Präsident, auch wenn sich die Herrschaften hinter mir so echauffieren – Herr Präsident, üblicherweise ist bei ersten Lesungen die Anwesenheit von Regierungsmitgliedern nicht erforderlich. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja gar nicht wahr! Beim Budget ist der Finanzminister immer da!) Aber selbstverständlich war der Herr Finanzminister die ganze Zeit über anwesend. Im Übrigen sind derzeit fünf Regierungsmitglieder auf der Regierungsbank.
Abg. Ing. Westenthaler: Das habe ich gesagt!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Gemäß § 18 Abs. 3 der Geschäftsordnung interpretiere ich den Antrag des Herrn Ing. Westenthaler so, dass er den Herrn Finanzminister laden möchte (Abg. Ing. Westenthaler: Das habe ich gesagt!), und würde diesen Antrag auch so zur Abstimmung bringen. (Abg. Ing. Westenthaler: Bitte!)
Abg. Ing. Westenthaler: Bitte!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Gemäß § 18 Abs. 3 der Geschäftsordnung interpretiere ich den Antrag des Herrn Ing. Westenthaler so, dass er den Herrn Finanzminister laden möchte (Abg. Ing. Westenthaler: Das habe ich gesagt!), und würde diesen Antrag auch so zur Abstimmung bringen. (Abg. Ing. Westenthaler: Bitte!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Der zuständige Minister muss da sein oder sein Staatssekretär! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Riepl: Das ist ein Kasperltheater vom Westenthaler!
Ich meine daher, das ist mehr als ausreichend. – Ich begrüße auch Herrn Staatssekretär Ostermayer, der jetzt, wie geplant, eintrifft. Was soll das also? Wer sollte noch hier sein? Ich finde, es ist ausreichend Präsenz gegeben. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Der zuständige Minister muss da sein oder sein Staatssekretär! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Riepl: Das ist ein Kasperltheater vom Westenthaler!)
Rufe beim BZÖ: Auszählen! – Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollen das gerne genau ausgezählt haben! – Abg. Mag. Kogler: Das ist die gleiche Badehosen-Politik wie beim Grasser!
Wer dem Antrag des Herrn Klubobmann-Stellvertreters Westenthaler nähertreten möchte, den ersuche ich um ein Zeichen durch Aufstehen. (Rufe beim BZÖ: Auszählen! – Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollen das gerne genau ausgezählt haben! – Abg. Mag. Kogler: Das ist die gleiche Badehosen-Politik wie beim Grasser!) – Das ist die Minderheit.
Abg. Ing. Westenthaler: Die gehen alle schon wieder!
Abgeordneter Gerald Grosz (BZÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Die Abgeordneten der SPÖ könnten durchaus im Saal bleiben (Abg. Ing. Westenthaler: Die gehen alle schon wieder!), denn hier geht es um das Bundesfinanzgesetz dieses Landes, hier geht es um die Zukunft – das wurde uns ja die letzten 48 Stunden gepredigt!
Abg. Ing. Westenthaler: Er hat da zu sein!
merkung 4) auch dann, wenn dies der Nationalrat nicht ausdrücklich verlangt, entspricht den Grundsätzen der parlamentarischen Demokratie. (Abg. Ing. Westenthaler: Er hat da zu sein!)
Abg. Ing. Westenthaler: Und jetzt gleich abstimmen, bitte! – Abg. Grosz: Gleich abstimmen, sonst machen wir das heute den ganzen Tag!
In diesem Zusammenhang möchte ich noch einmal, nachdem Sie die Möglichkeit haben, das auch nachzulesen, gemäß § 18 Abs. 3 den Antrag auf Beiziehung des zuständigen Regierungsmitgliedes, in diesem Fall des Bundesministers Pröll, stellen. (Abg. Ing. Westenthaler: Und jetzt gleich abstimmen, bitte! – Abg. Grosz: Gleich abstimmen, sonst machen wir das heute den ganzen Tag!) Die Beiziehung von Staatssekretären kann demnach nämlich nicht beantragt werden. – Danke. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten des BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Abstimmung! Keine Wortmeldung mehr! – Rufe beim BZÖ: Abstimmen!)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten des BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Abstimmung! Keine Wortmeldung mehr! – Rufe beim BZÖ: Abstimmen!
In diesem Zusammenhang möchte ich noch einmal, nachdem Sie die Möglichkeit haben, das auch nachzulesen, gemäß § 18 Abs. 3 den Antrag auf Beiziehung des zuständigen Regierungsmitgliedes, in diesem Fall des Bundesministers Pröll, stellen. (Abg. Ing. Westenthaler: Und jetzt gleich abstimmen, bitte! – Abg. Grosz: Gleich abstimmen, sonst machen wir das heute den ganzen Tag!) Die Beiziehung von Staatssekretären kann demnach nämlich nicht beantragt werden. – Danke. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten des BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Abstimmung! Keine Wortmeldung mehr! – Rufe beim BZÖ: Abstimmen!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir können den Antrag noch zehnmal stellen!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Ich möchte jetzt auf noch einen Aspekt hinweisen, abgesehen davon, dass ich mir eigentlich einen Ordnungsruf für den Vorredner erwarte, denn hier von Schweinerei und Sauerei zu reden, ist eigentlich unerhört. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir können den Antrag noch zehnmal stellen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer?
Ich möchte noch etwas hinzufügen: Mit Staatssekretär Ostermayer ist jetzt außerdem auch ein direkter Vertreter des Vizekanzlers und Finanzministers anwesend. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer?) So gesehen ist auch diese Seite dieser Diskussion ... (Rufe beim BZÖ: Wer?) Ostermayer. Zuhören, bitte! (Abg. Ing. Westenthaler: Der Ostermayer ist ...!) – Nein, dann sind Sie nicht auf dem letzten Stand der Informationen. Es ist hiermit auch ein Vertreter anwesend, damit ist jetzt auch diese Vertretung abgesichert, und ich finde, das ist ausreichend. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollen aber den Finanzminister!) Wenn Sie sonst noch jemanden wollen, dann machen Sie sich einen Termin aus mit demjenigen, aber ich glaube, dass das hiermit abgeklärt ist. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Grosz: Auch wieder falsch, denn ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist nicht der Vertreter des Finanzministers! – Anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Ostermayer ist ...!
Ich möchte noch etwas hinzufügen: Mit Staatssekretär Ostermayer ist jetzt außerdem auch ein direkter Vertreter des Vizekanzlers und Finanzministers anwesend. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer?) So gesehen ist auch diese Seite dieser Diskussion ... (Rufe beim BZÖ: Wer?) Ostermayer. Zuhören, bitte! (Abg. Ing. Westenthaler: Der Ostermayer ist ...!) – Nein, dann sind Sie nicht auf dem letzten Stand der Informationen. Es ist hiermit auch ein Vertreter anwesend, damit ist jetzt auch diese Vertretung abgesichert, und ich finde, das ist ausreichend. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollen aber den Finanzminister!) Wenn Sie sonst noch jemanden wollen, dann machen Sie sich einen Termin aus mit demjenigen, aber ich glaube, dass das hiermit abgeklärt ist. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Grosz: Auch wieder falsch, denn ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist nicht der Vertreter des Finanzministers! – Anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollen aber den Finanzminister!
Ich möchte noch etwas hinzufügen: Mit Staatssekretär Ostermayer ist jetzt außerdem auch ein direkter Vertreter des Vizekanzlers und Finanzministers anwesend. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer?) So gesehen ist auch diese Seite dieser Diskussion ... (Rufe beim BZÖ: Wer?) Ostermayer. Zuhören, bitte! (Abg. Ing. Westenthaler: Der Ostermayer ist ...!) – Nein, dann sind Sie nicht auf dem letzten Stand der Informationen. Es ist hiermit auch ein Vertreter anwesend, damit ist jetzt auch diese Vertretung abgesichert, und ich finde, das ist ausreichend. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollen aber den Finanzminister!) Wenn Sie sonst noch jemanden wollen, dann machen Sie sich einen Termin aus mit demjenigen, aber ich glaube, dass das hiermit abgeklärt ist. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Grosz: Auch wieder falsch, denn ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist nicht der Vertreter des Finanzministers! – Anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Grosz: Auch wieder falsch, denn ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist nicht der Vertreter des Finanzministers! – Anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ.
Ich möchte noch etwas hinzufügen: Mit Staatssekretär Ostermayer ist jetzt außerdem auch ein direkter Vertreter des Vizekanzlers und Finanzministers anwesend. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer?) So gesehen ist auch diese Seite dieser Diskussion ... (Rufe beim BZÖ: Wer?) Ostermayer. Zuhören, bitte! (Abg. Ing. Westenthaler: Der Ostermayer ist ...!) – Nein, dann sind Sie nicht auf dem letzten Stand der Informationen. Es ist hiermit auch ein Vertreter anwesend, damit ist jetzt auch diese Vertretung abgesichert, und ich finde, das ist ausreichend. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollen aber den Finanzminister!) Wenn Sie sonst noch jemanden wollen, dann machen Sie sich einen Termin aus mit demjenigen, aber ich glaube, dass das hiermit abgeklärt ist. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Grosz: Auch wieder falsch, denn ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist nicht der Vertreter des Finanzministers! – Anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Grosz: Was sind Sie für ein Präsident?! – Anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ. – Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Präsidium –: Die liefern dich trotzdem aus, du brauchst dich nicht einzuhauen!
Es ist selbstverständlich auch möglich ... (Abg. Grosz: Was sind Sie für ein Präsident?! – Anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ. – Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Präsidium –: Die liefern dich trotzdem aus, du brauchst dich nicht einzuhauen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Du hast nichts zu werten! Der Präsident hat keine Wertung! – Abg. Grosz: Prinzhorn war ein exzellenter Präsident!
Selbstverständlich werde ich jetzt über den Antrag abstimmen lassen. Ich bitte um etwas mehr Ruhe. Es ist natürlich auch der politischen Wertung zu unterwerfen. (Abg. Ing. Westenthaler: Du hast nichts zu werten! Der Präsident hat keine Wertung! – Abg. Grosz: Prinzhorn war ein exzellenter Präsident!)
Abg. Ing. Westenthaler: Bleibt’s ruhig sitzen, wir stellen ihn gleich noch einmal! Das können wir jetzt so weiterspielen! Wo sind die Staatssekretäre? – Anhaltende Zwischenrufe bei Grünen und BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wenn der Herr Finanzminister eine Pause braucht, weil er zu schwach ist, hätten wir zumindest gerne die Staatssekretäre! – Ruf: Es werden immer weniger!
Alle, die diesem Antrag nähertreten, ersuche ich um ein Zeichen durch Aufstehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Bleibt’s ruhig sitzen, wir stellen ihn gleich noch einmal! Das können wir jetzt so weiterspielen! Wo sind die Staatssekretäre? – Anhaltende Zwischenrufe bei Grünen und BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wenn der Herr Finanzminister eine Pause braucht, weil er zu schwach ist, hätten wir zumindest gerne die Staatssekretäre! – Ruf: Es werden immer weniger!) – Der Antrag hat nicht die Mehrheit. Es sind 80 zu 52 Stimmen. Der Antrag ist damit gefallen. (Abg. Scheibner: Zur Geschäftsordnung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sitzungsunterbrechung!
Aber Sie sind auch nicht auf den Antrag des Abgeordneten Brosz eingegangen. Er hat den Antrag auf Herbeiholung gestellt, aber unabhängig davon hat er Sie, Herr Präsident, ersucht, geschäftsordnungsmäßig dafür zu sorgen, dass das Finanzministerium hier durch ein Regierungsmitglied, entweder durch den Minister oder den Staatssekretär vertreten ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Sitzungsunterbrechung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist Ihre Meinung zur Ortstafelfrage? Es ist eh nicht wichtig, aber ...!
Stadler sitzt in euren Reihen! Ich wundere mich, dass Stadler heute nicht hier ist, dass er in diesem Verein – er schwingt ja offenbar bei euch im Klub die Weihrauchkessel – heute nicht anwesend ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist Ihre Meinung zur Ortstafelfrage? Es ist eh nicht wichtig, aber ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist es nicht wert, lassen Sie ihn! – Abg. Grosz: Selig die Armen im Geiste!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Jannach, es gefällt mir absolut nicht, wenn man bei Reden durch eine Fülle von Zitaten – und es lassen sich immer Extremzitate finden (Abg. Dr. Cap: War aber gut!) – zwar einem Ordnungsruf entgehen mag, aber eigentlich die Rede dadurch der Würde des Hauses nicht mehr entspricht. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist es nicht wert, lassen Sie ihn! – Abg. Grosz: Selig die Armen im Geiste!)
Abg. Riepl: Ist der Westenthaler mit dem Auto gefahren? – Abg. Dr. Cap: Steht er in der VIP-Zone?
Zurück zur Generaldebatte! Die soziale Sicherheit war heute schon oft Thema, wenngleich auch die Frau „Sicherheitsministerin“ jetzt gerade nicht anwesend ist. Arbeitslosigkeit tut der Gesellschaft nicht gut, Jugendarbeitslosigkeit schon gar nicht, und deshalb hat auch das Sozialministerium an Zahlen das meiste Geld bekommen, um gegen die Jugendarbeitslosigkeit vorzugehen. (Abg. Riepl: Ist der Westenthaler mit dem Auto gefahren? – Abg. Dr. Cap: Steht er in der VIP-Zone?) – Ich bin froh, dass ich Sie erheitern konnte.
Sitzung Nr. 21
Abg. Ing. Westenthaler: Nein! Die niedrigsten Löhne aller Zeiten!
Bleiben wir bei den Fakten! Wenn man die Stiftungen heute hier anspricht, kann man viel Emotion erzeugen. Ich weiß das schon. Bleiben wir aber bei den Fakten! Nach der Steuerreform, die wir jüngst umgesetzt haben, die bei den Bürgerinnen und den Bürgern gut ankommt, werden Sie viele Kontakte haben und auf das angesprochen werden, was auch im Geldbörsel in diesen Tagen und Wochen erstmals deutlich spürbar wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Nein! Die niedrigsten Löhne aller Zeiten!) Es kommt dann auch noch mehr zur Entlastung der Kinder.
Abg. Ing. Westenthaler: Meinen Sie auch die SPÖ-Stiftungen?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ja, ich habe Interesse als Finanzminister, dass das Kapital, das Vermögen, das von Stiftungen verwaltet wird – die übrigens transparent sind, wie wenige andere Einrichtungen international (Abg. Ing. Westenthaler: Meinen Sie auch die SPÖ-Stiftungen?) –, und zwar im Ausmaß von zirka 60 Milliarden €, in Österreich gehalten wird!
Die Abgeordneten Bucher und Ing. Westenthaler zeigen mit der Hand in Richtung SPÖ.
Jetzt frage ich alle, die hier sitzen: Ist die Grundsteuer eine Reichensteuer oder zahlt die jeder Österreicher, egal ob als Mieter, als Eigenheimbesitzer, als Eigentumswohnungsbesitzer? Und ich frage noch einmal: Wer von den hier Sitzenden – sie sollen die Hand erheben – will die Grundsteuer in Österreich erhöhen? (Die Abgeordneten Bucher und Ing. Westenthaler zeigen mit der Hand in Richtung SPÖ.) Zeigen Sie auf! – Offensichtlich niemand. Also hören Sie auf mit dieser Neiddebatte: Wir brauchen mehr Vermögensbesteuerung! Vermögen heißt Eigentum, Herr Kollege Pirklhuber! Sie wollen Eigentum besteuern. – Das ist mittelstandsfeindlich, das ist eigentumsfeindlich und letztlich auch familienfeindlich, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das jetzt mit den Roten Falken? – Ruf beim BZÖ: Das Bollwerk der Sozialdemokratie!
Abgeordnete Mag. Laura Rudas (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Finanzminister! Herr Staatssekretär! (Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das jetzt mit den Roten Falken? – Ruf beim BZÖ: Das Bollwerk der Sozialdemokratie!) Herr Kollege Pilz hat den Retro-Stil mancher Diskussionsteilnehmer mit seiner Rede ein bisschen unterstrichen. Es gibt nämlich zwei Varianten: die einen, die sagen, es darf sich ja nichts ändern – die darf ich daran erinnern, die Welt verändert sich, also wird sich auch etwas im System verändern müssen –, und die anderen, die in alten Dogmen leben
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr regiert’s doch! Ihr habt den Bundeskanzler! Ist das eine Oppositionsrede?
Wenn ein Banker in 5 Minuten 100 Millionen € bei der Hand hat, dann muss uns ja auffallen, dass etwas falsch läuft. Wenn wir in einem der reichsten Länder Europas, nämlich in Österreich, auch nur einen einzigen Menschen haben, der arm ist, dann kann man nicht sagen: Es ist alles in Ordnung, wir haben ohnehin eine gerechte Verteilung. Nein, wir haben keine gerechte Verteilung, aber wir brauchen eine gerechte Verteilung! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr regiert’s doch! Ihr habt den Bundeskanzler! Ist das eine Oppositionsrede?)
Abg. Grosz: Kräuter hat schon recht! – Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollen Kräuter! – Abg. Strache: ... SPÖ-Regierung! ... Kanzler!
Das heißt, die Debatte hier und heute ist nicht das Entscheidende, sondern der 7. Juni ist entscheidend. Da sind Hannes Swoboda und sein Team Garanten dafür (ironische Heiterkeit und Zwischenrufe beim BZÖ), dass in Europa, im Europäischen Parlament für eine gerechte Verteilung und unter anderem auch für eine von uns allen geforderte Finanztransaktionssteuer gekämpft wird und diese Vorhaben auch wirklich umgesetzt werden! (Abg. Grosz: Kräuter hat schon recht! – Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollen Kräuter! – Abg. Strache: ... SPÖ-Regierung! ... Kanzler!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist die gerechte Löwelstraße? – Abg. Dr. Graf: SPÖ endlich in die Regierung! Das neue Motto der SPÖ!
Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ein gerechtes Österreich braucht ein gerechtes Europa. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist die gerechte Löwelstraße? – Abg. Dr. Graf: SPÖ endlich in die Regierung! Das neue Motto der SPÖ!) Wir sollten mit vereinter Kraft für eine hohe Wahlbeteiligung am 7. Juni kämpfen, und niemand darf in der Diskussion vergessen, dass es um österreichische Arbeitsplätze geht. – Danke vielmals. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: „CERN-Minister“!
Abgeordnete Mag. Ulrike Lunacek (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Finanzminister! Herr Wissenschaftsminister! (Abg. Ing. Westenthaler: „CERN-Minister“!) Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Es ist schon sehr interessant, wie stark heute von Seiten des Herrn Finanzministers, von Seiten des früheren Finanzstaatssekretärs Stummvoll betont wurde, dass wir hier Neid schüren wollen. Schröpfen wollen wir die Bevölkerung, hat es geheißen.
Abg. Ing. Westenthaler: Ah, „weiterdrehen“!
Robert Wiesner/Report plant für nächsten Dienstag einen Beitrag“ – mit „nächster Dienstag“ ist der heutige Tag gemeint – „zu Ebensee, SORA-Studie, Rechtsruck et cetera und hätte Dich gerne dabei. Er möchte die Debatte klarerweise weiterdrehen“ (Abg. Ing. Westenthaler: Ah, „weiterdrehen“!), „sprich: Du solltest etwas sagen, was über das Bisherige hinausgeht, etwas ,Überraschendes‘. Dass Du Kritik übst, Besorgnis äußerst, mehr politische Bildung forderst, sei ok und mache Dich in dieser Frage kompetent.
Abg. Ing. Westenthaler: Nicht schlecht!
(Abg. Ing. Westenthaler: Nicht schlecht!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist doch euer Lieblings-Koalitionspartner, Herr Cap!
Dazu kann ich Ihnen nur sagen: Das passt aber in dieses Bild hinein! Und daher sage ich: Es ist nicht modern! Es ist rückwärtsgewandt! Und wer sagt: „Abendland in Christenhand!“, der will die Rechtlosigkeit des Mittelalters wieder. Und, ehrlich gesagt, für diesen Weg ins Mittelalter kann Österreich doch wohl nicht bereit sein und willens sein. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist doch euer Lieblings-Koalitionspartner, Herr Cap!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht über die Vergangenheit!
Das erwarten sich die Menschen zu Hause an den Fernsehgeräten: dass wir uns hier in einem sehr konstruktiven Dialog und in einer Professionalität austauschen, Argumente vorbringen, wie wir dieser Krise begegnen wollen (Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht über die Vergangenheit!) – und nicht, ob es verwerfliche Inserate gibt, ob es irgendwelche Aktionen gibt. Darüber sollten Sie sich irgendwo austauschen, aber nicht hier im Hohen Haus, wo es darum geht, eine seriöse und ernsthafte Debatte abzuführen, meine Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ.)
Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Ursula Haubner: Hat eh nichts genützt! – Abg. Ing. Westenthaler: Minus 10 Prozent!
Es wäre jetzt angebracht, der Krise wirklich offensiv zu begegnen – und nicht, mit einem Klassenkampf dieses Spiel zu betreiben, das da von der roten Reichshälfte schon wieder betrieben wird, indem man die Gewerkschaft auf die Straße bringt, vorschützend, irgendwelche Lohnverhandlungen zu führen. Schauen Sie, es ist doch durchsichtig gewesen, dass Sie ausgerechnet ein paar Tage vor Beendigung des Arbeiterkammer-Wahlkampfes Ihre Funktionäre auf die Straße holen. (Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Ursula Haubner: Hat eh nichts genützt! – Abg. Ing. Westenthaler: Minus 10 Prozent!)
Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht kann man dem Herrn Klubobmann Cap noch ein Packerl Schnitten bringen! Weil das schmeckt ihm nämlich! – Abg. Dr. Cap: Aber nur Manner! Nur Manner! – Abg. Krainer: Nicht einmal das eine Packerl hat er gegessen!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächster Redner: Herr Klubobmann Kopf. 10 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht kann man dem Herrn Klubobmann Cap noch ein Packerl Schnitten bringen! Weil das schmeckt ihm nämlich! – Abg. Dr. Cap: Aber nur Manner! Nur Manner! – Abg. Krainer: Nicht einmal das eine Packerl hat er gegessen!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: „Jugendsünden“ laut Gusenbauer!
Sie wissen, worauf ich anspiele: auf die völlige Perspektivenlosigkeit von Millionen Menschen in Europa, aber auch anderswo, in den dreißiger Jahren, was den ohnehin schon vorhandenen Nährboden noch ausreichend aufgefüttert hat für – damals – faschistische, nationalsozialistische Umtriebe. Und ich komme, weil in der Debatte heute in diesem Zusammenhang, aus welchen Motiven immer, der Klubobmann der sogenannten Freiheitlichen Partei das hier wieder mit der ihm wirklich auf den Leib geschneiderten Perfidie gemacht hat (Beifall bei den Grünen – Widerspruch bei der FPÖ), zur schlichten Feststellung, dass sich das ins Bild fügt: Wer neonazistische Umtriebe wie in Ebensee – und nichts anderes war das – als „Lausbubenstreiche“ bezeichnet (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler), der macht sich in Wirklichkeit zum Ziehvater eben dieser Geisteshaltung. Genau das ist es! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: „Jugendsünden“ laut Gusenbauer!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wahrscheinlich ist sie in der Schottergrube!
Die Frau Bundesminister für Inneres ist abgetaucht, meine Damen und Herren. Ich weiß gar nicht, wo sie umgeht. Ist sie heute da? – Nein, sie ist immer noch nicht da. (Abg. Ing. Westenthaler: Wahrscheinlich ist sie in der Schottergrube!) Ah, die Schottergrube. Ja, das kann sein, dass sie dort ist. Wie auch immer. Dann soll sie in der Schottergrube bleiben. Wir werden ihr sogar helfen, dass sie da verbleiben kann.
Abg. Ing. Westenthaler: Aber euer Koalitionspartner!
Schauen wir uns vielmehr an: Was ist denn in den Jahren zwischen 2000 und 2006 mit der Polizei passiert? – Es sind ganz, ganz viele Polizisten abgebaut worden, allein in Wien über 1 000 Polizisten in diesen Jahren weniger geworden. Auch ich glaube nicht, dass die Polizei allein in der Lage ist, die Kriminalität zu bekämpfen (Abg. Ing. Westenthaler: Aber euer Koalitionspartner!), aber zu glauben, dass man mit weniger Polizei für mehr Sicherheit sorgen kann, ist sicher falsch. Deswegen ist es richtig, wenn wir heute hier beschließen, dass wir tausend zusätzliche Polizisten ausbilden. (Abg. Petzner: Das ist ein alter Schmäh!) Polizisten abzubauen, das geht leicht, sie auszubilden, das dauert lang und ist schwierig. (Beifall bei der SPÖ. – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wo sind die Stellenpläne?
Ich verstehe nicht, weshalb Sie das nicht gemacht haben? Sie sind doch sechs Jahre in der Regierung gesessen und haben dafür gesorgt, dass es weniger Polizisten geworden sind. Wir sorgen jetzt dafür, dass zusätzliche Polizisten ausgebildet werden, dass es wieder mehr Polizei gibt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wo sind die Stellenpläne?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ganze Budget stimmt nicht mehr!
Bundesminister für Finanzen Vizekanzler Dipl.-Ing. Josef Pröll: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Die Verhandlungen um das Budget und auch die Präsentation des Budgets hier im Hohen Haus standen unter dem Titel „Kampfansage an die Krise“, und wir sehen schon in diesen Tagen und Wochen nach der Umsetzung der Maßnahmen, die wir hier im Hohen Haus zum Teil gemeinsam beschlossen haben, wie etwa das Bankenpaket mit Einstimmigkeit, die Konjunkturpakete und die Steuerreform, die ersten zarten grünen Pflänzchen einer positiven Konjunkturentwicklung, und dies nicht nur in Österreich, sondern in ganz Europa, weil wir gemeinsam vorgegangen sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ganze Budget stimmt nicht mehr!)
Abg. Ing. Westenthaler: Es stimmt ja alles nicht mehr!
Das ist nicht von ungefähr gekommen, sondern das ist vor allem deswegen passiert, weil wir zeitgerecht im Zentrum der Krisenbewältigung die Stabilisierung der Finanzmärkte organisiert haben. Aufgrund der Stabilisierung der Finanzmärkte durch Bankenpakete, die natürlich für Diskussionen gesorgt haben, die aber unverzichtbar und notwendig waren, um den Kreditkreislauf wieder in Gang zu bringen, kommt jetzt auch in der Realwirtschaft so etwas wie eine erste kleine Hoffnung auf, dass wir gegen Ende dieses Jahres oder in den ersten Monaten des nächsten Jahres wieder positive finanz- und wirtschaftspolitische Daten aufweisen können. Aber die dafür notwendigen Maßnahmen müssen, Herr Professor Van der Bellen, zum richtigen Zeitpunkt gesetzt werden. Und das war mein Appell von allem Anfang an. (Abg. Ing. Westenthaler: Es stimmt ja alles nicht mehr!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie verdienen ja auch ganz gut!
Abgeordnete Renate Csörgits (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geschätzte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Werte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geschätzter Herr Kollege Kopf, Sie haben in Ihrer Rede auch die Sozialpartnerschaft angesprochen. Ich möchte gleich einmal vorausschicken, dass ich eine glühende Anhängerin der Sozialpartnerschaft bin – ja, Sie auch, Herr Kollege Kopf – (Abg. Ing. Westenthaler: Sie verdienen ja auch ganz gut!), möchte aber auch dazusagen (Abg. Ing. Westenthaler: Sie verdienen ja ganz gut in der Sozialpartnerschaft, auch wenn Sie nicht immer wissen, wie viel ...!), dass für mich Sozialpartnerschaft keine Einbahnstraße ist, sondern dass es für mich wichtig ist, dass diese Sozialpartnerschaft auch in einer Krisensituation etwas weiterbringt – und das hat sie ja bis jetzt. (Abg. Kopf: ... in der Wirtschaftskammer!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie verdienen ja ganz gut in der Sozialpartnerschaft, auch wenn Sie nicht immer wissen, wie viel ...!
Abgeordnete Renate Csörgits (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geschätzte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Werte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geschätzter Herr Kollege Kopf, Sie haben in Ihrer Rede auch die Sozialpartnerschaft angesprochen. Ich möchte gleich einmal vorausschicken, dass ich eine glühende Anhängerin der Sozialpartnerschaft bin – ja, Sie auch, Herr Kollege Kopf – (Abg. Ing. Westenthaler: Sie verdienen ja auch ganz gut!), möchte aber auch dazusagen (Abg. Ing. Westenthaler: Sie verdienen ja ganz gut in der Sozialpartnerschaft, auch wenn Sie nicht immer wissen, wie viel ...!), dass für mich Sozialpartnerschaft keine Einbahnstraße ist, sondern dass es für mich wichtig ist, dass diese Sozialpartnerschaft auch in einer Krisensituation etwas weiterbringt – und das hat sie ja bis jetzt. (Abg. Kopf: ... in der Wirtschaftskammer!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Abgeordneter Mag. Kurt Gaßner (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren auf der Regierungsbank! (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) – Sehr geehrter Herr Abgeordneter Westenthaler, horchen Sie einmal zu! Sie sollten besser zuhören, denn Herr Klubobmann Cap hat nicht gemeint, er sei vorbehaltlos für die EU, sondern er hat gesagt, er sei vorbehaltlos für die Mitgliedschaft in der EU. Genau das! (Abg. Ing. Westenthaler: Schauen Sie einmal im Protokoll nach!) Sie sollten besser zuhören und sich auch einmal überlegen, was Sie da sagen. Denn wenn wir heute noch unter ungerechten Managerfinanzierungen leiden, dann sollten Sie Ihre Minister fragen, warum solche Verträge abgeschlossen worden sind. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Schauen Sie einmal im Protokoll nach!
Abgeordneter Mag. Kurt Gaßner (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren auf der Regierungsbank! (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) – Sehr geehrter Herr Abgeordneter Westenthaler, horchen Sie einmal zu! Sie sollten besser zuhören, denn Herr Klubobmann Cap hat nicht gemeint, er sei vorbehaltlos für die EU, sondern er hat gesagt, er sei vorbehaltlos für die Mitgliedschaft in der EU. Genau das! (Abg. Ing. Westenthaler: Schauen Sie einmal im Protokoll nach!) Sie sollten besser zuhören und sich auch einmal überlegen, was Sie da sagen. Denn wenn wir heute noch unter ungerechten Managerfinanzierungen leiden, dann sollten Sie Ihre Minister fragen, warum solche Verträge abgeschlossen worden sind. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Verloren!
Das, was Sie selber machen, Herr Kollege Kickl, sollte man allerdings auch einmal ein wenig stärker betonen. Sie haben jahrelang auch hier Politikverdrossenheit gepredigt und von den Privilegien der Politiker gesprochen. Kaum waren Ihre Vordermänner und ‑frauen aus dem Amt, haben Sie prozessiert. Mit wem haben Sie denn prozessiert? – Mit Riess-Passer, weil sie verschiedene Rechnungen aus der Parteikasse beglichen und andere Dinge gemacht hat. Meine Damen und Herren, es ist daher wesentlich besser, Sie sagen nichts darüber! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Verloren!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Johann Maier: Wo ist der Kollege Westenthaler? – Weitere Zwischenrufe.
Abgeordneter Maximilian Linder (BZÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Herren auf der Regierungsbank! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Bei dieser Anwesenheit wäre es fast einfacher, jedem persönlich die Hand zu geben, das ginge schneller. Aber so es ist eben. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Johann Maier: Wo ist der Kollege Westenthaler? – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Mag. Johann Maier: Kollege Westenthaler ...!
Wir sind gerade dabei, ein Budget zu diskutieren ... (Abg. Mag. Johann Maier: Kollege Westenthaler ...!) Herr Kollege, wir sind gerade dabei, ein Budget zu diskutieren – wir wissen nicht, ob ein Krisenbudget, ob ein Krisenrettungsbudget. Auf alle Fälle wurde im Vorfeld dieses Budgets auch ein Konjunkturpaket beschlossen, und darin sind verschiedenste Maßnahmen enthalten, die wir jetzt bereinigen sollen, die wir jetzt ausfinanzieren müssen.
Abg. Ing. Westenthaler: Dank-Sprecher!
Ich möchte aber ausdrücklich noch einmal darauf hinweisen, dass es nicht so sein kann, dass unsere Polizistinnen und Polizisten – egal, von welcher Seite – attackiert und verletzt werden! Der Dienst, den unsere Exekutivbeamten verrichten, ist schwierig genug – die Belastung ist oft schon jenseits der Grenze des Erträglichen, des psychisch und physisch Erträglichen. Daher mein Appell: Setzen wir uns nicht solchen Situationen aus! Unser gemeinsamer Dank gilt der österreichischen Exekutive, unseren Kolleginnen und Kollegen. (Abg. Ing. Westenthaler: Dank-Sprecher!) Machen wir ihnen, Herr Kollege Westenthaler, nicht nur bei Sonntagsreden eine Freude, sondern benehmen wir uns auch gegenüber den Kolleginnen und Kollegen menschlich und fair. Dazu lade ich Sie alle ein. (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ebergassing!
Dieser linke Mob ist zum Teil aus Ihren Reihen finanziert worden. Erinnern Sie sich noch, als unter Bundeskanzler Schüssel in diesem Land eine Regierung aus Schwarz und Blau gebildet worden ist, die Ihnen nicht gepasst hat: Da hat der ÖGB die Donnerstagsdemonstrationen genau jener Leute finanziert, die jetzt bei jeder Gelegenheit als linker Mob gewaltbereit auftreten! (Abg. Silhavy: Das ist ja unglaublich!) Die waren mit dabei, selbstverständlich! Und die Grünen waren es seinerzeit, bis Thaler und Konicek im Acker im Burgenland gelegen sind – oder nicht im Burgenland, bei der 380 KV-Leitung irgendwo südlich von ... (Abg. Ing. Westenthaler: Ebergassing!) – In Ebergassing, danke sehr! – Da hat sich herausgestellt, dass die Grüne Bildungswerkstatt die ganze Zeit diesen linken Mob finanziert hat (Ruf bei den Grünen: Unsinn!) – es ist dann ein bisschen besser geworden. Selbstverständlich war das so – wir haben es Ihnen bewiesen! Ihre Grüne Bildungswerkstatt hat Steuergelder für den linken Mob verwendet, meine Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Graf.)
Ruf bei der FPÖ: Unerhört! – Abg. Ing. Westenthaler: Politpolizei ist das!
Daraufhin hat es eine Anzeige gegeben, und in der Folge sagt die Polizei diesem meinem jungen Fahrer – der mich angerufen und gefragt hat: Was soll ich tun?, und ich habe gesagt: Bitte sofort zur Polizei, Anzeige machen! –: Na endlich kommt einmal jemand anzeigen! Ihr müsst euch entschiedener wehren, weil wir haben Weisung, nichts zu tun. (Ruf bei der FPÖ: Unerhört! – Abg. Ing. Westenthaler: Politpolizei ist das!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ui, scharfe Kritik am Koalitionspartner! Kuschelkurs ist in Gefahr!
Meine Damen und Herren! Die Kolleginnen und Kollegen der Polizei tragen nicht die Schuld an der rasant steigenden Kriminalität. Sie sind die Leidtragenden, und sie müssen mit enormen Überstundenleistungen den Personalmangel ausgleichen. Sie leisten unter diesen schwierigen Bedingungen hervorragende Arbeit. Daher kann ich solche Aussagen, Frau Ministerin, dass die Reform noch nicht in den Köpfen der Polizistinnen und Polizisten angekommen ist, so nicht zur Kenntnis nehmen und möchte diese Aussage auch noch einmal auf das Schärfste zurückweisen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ui, scharfe Kritik am Koalitionspartner! Kuschelkurs ist in Gefahr!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Riepl: Mindestens! – Abg. Ing. Westenthaler: Seid ihr in der Regierung oder seid ihr in der Opposition?
Ein Schritt in die richtige Richtung ist im Regierungsprogramm festgeschrieben: dass wir neue Kolleginnen und Kollegen aufnehmen. Wir wissen, dass zwar in den nächsten Jahren die zusätzlichen Schulungsmaßnahmen nicht ausreichen, um den Ausgleich zu schaffen, aber, Frau Ministerin, dazu würde ich mir noch wünschen, dass Sie Verbesserungsvorschläge der Kollegen und Kolleginnen aufnehmen und dass es zu einer besseren Gesprächsbasis mit den PersonalvertreterInnen kommt. Um diese Forderung weiter zu unterstützen, bleibe ich bei der Forderung: 1 000 PolizistInnen mehr für Wien! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Riepl: Mindestens! – Abg. Ing. Westenthaler: Seid ihr in der Regierung oder seid ihr in der Opposition?)
Abg. Ing. Westenthaler: Was denn? Was hat sie gemacht? Was ist gemacht worden?
Sehen wir uns auch die Situation gerade hier in Wien an: Es gibt in Wien 6 100 Planstellen, und man muss das natürlich im Gesamten sehen. Wir wissen ganz genau, dass all jene, die in der Ausbildung stehen, mit zum Personalstand der Polizei zählen. Und natürlich zählen auch die Cobrabeamten, die Leute des Bundeskriminalamtes, die dort zugeteilt sind, zum Personalstand der Wiener Polizei. Wenn man sich die Maßnahmen anschaut, die von der Frau Bundesministerin in den letzten Wochen gesetzt worden sind – verstärkte Kontrolltätigkeiten, Aktionen, ... (Abg. Ing. Westenthaler: Was denn? Was hat sie gemacht? Was ist gemacht worden?) – Ich bitte dich, Kollege Westenthaler, ein bisserl mit offenen Augen durch das Land zu gehen. (Abg. Grosz: Was sind die Aktionen? – Nur eine! – Abg. Ing. Westenthaler: Schottergrube ausgeräumt, aber sonst nichts!)
Abg. Grosz: Was sind die Aktionen? – Nur eine! – Abg. Ing. Westenthaler: Schottergrube ausgeräumt, aber sonst nichts!
Sehen wir uns auch die Situation gerade hier in Wien an: Es gibt in Wien 6 100 Planstellen, und man muss das natürlich im Gesamten sehen. Wir wissen ganz genau, dass all jene, die in der Ausbildung stehen, mit zum Personalstand der Polizei zählen. Und natürlich zählen auch die Cobrabeamten, die Leute des Bundeskriminalamtes, die dort zugeteilt sind, zum Personalstand der Wiener Polizei. Wenn man sich die Maßnahmen anschaut, die von der Frau Bundesministerin in den letzten Wochen gesetzt worden sind – verstärkte Kontrolltätigkeiten, Aktionen, ... (Abg. Ing. Westenthaler: Was denn? Was hat sie gemacht? Was ist gemacht worden?) – Ich bitte dich, Kollege Westenthaler, ein bisserl mit offenen Augen durch das Land zu gehen. (Abg. Grosz: Was sind die Aktionen? – Nur eine! – Abg. Ing. Westenthaler: Schottergrube ausgeräumt, aber sonst nichts!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – auf die Galerie weisend –: Alles ist weg! Alle sind gegangen! – Abg. Grosz: Alle sind weg! Das war der Exodus!
Ganz wichtig ist aber, dass wir neben der Erhöhung des Personalstandes auch alle anderen Möglichkeiten, die es im technischen Bereich gibt, und natürlich auch Videoüberwachung und Maßnahmen, die nicht immer wieder von verschiedenen Seiten wegen des Datenschutzes abgewiesen werden, der Polizei an die Hand geben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – auf die Galerie weisend –: Alles ist weg! Alle sind gegangen! – Abg. Grosz: Alle sind weg! Das war der Exodus!)
Abg. Ing. Westenthaler: Okay, es wird gekreischt!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Grosz, die Unterstellung gegenüber Abgeordneten, dass hier „krakeelt“ wird, weise ich auf das Schärfste zurück (Abg. Ing. Westenthaler: Okay, es wird gekreischt!) und erteile Ihnen einen Ordnungsruf.
Beifall des Abg. Ing. Westenthaler.
Die Aufklärungsquote bei Einbruchsdelikten liegt überhaupt nur mehr bei 3 Prozent, und eigentlich ist es mittlerweile schon gewinnbringender, der Einbruchskriminalität als Berufung nachzugehen, als in diesem Land einen anständigen Beruf auszu- üben. – Das ist eine Schande für die Sicherheitspolitik in diesem Land. (Beifall des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Oppositionsverfolger!
Was halten Sie sich noch für einen Hofstaat in Ihrem Ministerium? – Ein sogenanntes BIA, eine Geheim-Securitate (Abg. Ing. Westenthaler: Oppositionsverfolger!), politisch missbraucht, die personell aufgebläht ist, um eben die politische Situation und die parteipolitische Situation in diesem Land zu prüfen – anstatt dass Sie endlich danach trachten, dass in Hinkunft wieder mehr Beamtinnen und Beamte in Österreich, in der Bundeshauptstadt und in den Landeshauptstädten, ihren Dienst versehen. Das fordern wir von Ihnen! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Eine ausgezeichnete Rede! – Abg. Dr. Jarolim: Man kann Komplexe auch anders abarbeiten! – Abg. Mag. Gaßner: Es muss nicht da herinnen sein!
Wenn das Ihre Art der Sicherheitspolitik ist, dann Gute Nacht! Ziehen Sie die Konsequenzen: Treten Sie endlich zurück (Abg. Mag. Gaßner: Und Sie sollen aufhören!) und befreien Sie Österreich von Ihrer Politik! – Ich danke Ihnen. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Eine ausgezeichnete Rede! – Abg. Dr. Jarolim: Man kann Komplexe auch anders abarbeiten! – Abg. Mag. Gaßner: Es muss nicht da herinnen sein!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist die Geheimpolizei der Frau Fekter, die sie auf Oppositionspolitiker loslässt!
Der Umstand allein, dass das Büro für Interne Angelegenheiten, das der Kern einer Korruptionsbekämpfungs-Polizeieinheit im Innenministerium sein soll, erfolgreiche Arbeit bei Korruptionsvorwürfen im Umfeld der Kärntner Landesregierung und des BZÖ geleistet hat (Ruf beim BZÖ: Geh! Wo sind die Ergebnisse, bitte?), ist kein ausreichender Grund, es hier als Ersatz-Securitate zu diffamieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist die Geheimpolizei der Frau Fekter, die sie auf Oppositionspolitiker loslässt!) Herr Kollege Grosz, Sie werden sich daran gewöhnen müssen: Wir brauchen Polizeieinheiten, die möglichst weisungsfrei oder möglichst nur einem Staatsanwalt und einem Richter verantwortlich sind (Abg. Grosz: Gegen mich hat die BIA noch nicht ermittelt, aber ich halte trotzdem nichts davon!) und die ohne Ansehen der Partei in Korruptionsfällen ermitteln. Und dass das in Zukunft auch in Kärnten und in Klagenfurt möglich ist, das könnte eine neue Qualität der österreichischen Sicherheits- und Justizpolitik sein. – Das ist das eine.
Abg. Ing. Westenthaler: Wann wird das BIA abgeschafft?
Es ist so, dass die Polizeischüler, die ihre Praxis absolvieren müssen, diese auch in Wien absolvieren. Das heißt, 48 Polizeischüler unterstützen die Polizeiinspektionen und 98 junge Polizistinnen und Polizisten werden ab Juni auch die Dienststellen unterstützen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wann wird das BIA abgeschafft?) Daher ist das sicher eine Erhöhung der Präsenz der Polizei auf den Straßen.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Einbrecher bedanken sich bei der Polizei! – Abg. Grosz: Die Einbrecher, die sich bei der Innenministerin bedanken! – Jetzt sind wir schon so weit!
bruchsopfer angesprochen worden, das sich für die gute Arbeit der Polizei nicht nur zum Zeitpunkt, als die Tat aufgenommen wurde, sondern auch für die Nachbearbeitung – weil mit den Opfern auch im Nachhinein noch einmal Kontakt aufgenommen wird – bedankt hat. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Einbrecher bedanken sich bei der Polizei! – Abg. Grosz: Die Einbrecher, die sich bei der Innenministerin bedanken! – Jetzt sind wir schon so weit!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele Einbrecher?
Nur als Beispiel kann ich Ihnen sagen: Es hat 58 Verhaftungen gegeben, 24 Sicherstellungen gestohlener Fahrzeuge. Wir haben Suchtmittel in größerem Ausmaß festgestellt. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele Einbrecher?) Wir haben eine terrorverdächtige Person festnehmen können. Es gab die Anhaltung von 29 illegal Eingereisten. Daraus ist erkennbar, dass die Schwerpunktaktionen sehr erfolgreich sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Waren das ganze 29 oder 28,5?!)
Abg. Ing. Westenthaler: Waren das ganze 29 oder 28,5?!
Nur als Beispiel kann ich Ihnen sagen: Es hat 58 Verhaftungen gegeben, 24 Sicherstellungen gestohlener Fahrzeuge. Wir haben Suchtmittel in größerem Ausmaß festgestellt. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele Einbrecher?) Wir haben eine terrorverdächtige Person festnehmen können. Es gab die Anhaltung von 29 illegal Eingereisten. Daraus ist erkennbar, dass die Schwerpunktaktionen sehr erfolgreich sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Waren das ganze 29 oder 28,5?!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir warten immer noch darauf!
Wir haben den Kriminaldienst in Wien besonders gestärkt, weil wir die Täter überführen wollen. Es gibt die Zuweisung von 50 zivilen Streifenwägen zur Stärkung des operativen Kriminaldienstes in Wien. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir warten immer noch darauf!) Die Auslieferung läuft ab dieser Woche und wird Ende Mai abgeschlossen sein.
Abg. Ing. Westenthaler: Super! Spitze!
Wir haben weiters das DNA-Projekt auf Wien ausgedehnt, mit dem Schwerpunkt Einbruchskriminalität. Hier unterstützen uns die Universität Innsbruck und die Gerichtsmedizin Innsbruck im Hinblick auf die Kriminalitätsbekämpfung durch die Auswertung der DNA. (Abg. Ing. Westenthaler: Super! Spitze!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Ist Ihre Handtasche schon aufgetaucht? – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit Mitzis Einbrecherquiz? Millionenshow! Was ist mit der BIA-Abschaffung?
Herr Kollege Grosz, Sie können sehen, das Innenministerium arbeitet mit Hochdruck – und das bereits seit Spätherbst vorigen Jahres. (Abg. Grosz: Das Ministerium eh, aber Sie nicht!) Und weil wir so mit Hochdruck gearbeitet haben, nämlich sofort, als wir erkannt haben, dass die Kriminalität im Steigen ist, konnten wir im April bereits Erfolge einfahren (Abg. Petzner: Wo denn? – Abg. Grosz: ... kein Mensch!), nämlich dass die Zahlen wieder rückläufig sein werden. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Ist Ihre Handtasche schon aufgetaucht? – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit Mitzis Einbrecherquiz? Millionenshow! Was ist mit der BIA-Abschaffung?)
Heiterkeit. – Abg. Ing. Westenthaler: Da geht es nicht um den Geräuschpegel, sondern um den Alkoholpegel! – Abg. Grosz – in Richtung des Abg. Faul –: Was hat denn der zu sich genommen? Was haben Sie getrunken?
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Geräuschpegel war derart hoch, dass weder der Herr Bundesminister noch die Beamten von der Parlamentsdirektion noch ich selber exakt oder auch nur annähernd gehört haben, was vom Rednerpult aus gesagt wurde. (Heiterkeit. – Abg. Ing. Westenthaler: Da geht es nicht um den Geräuschpegel, sondern um den Alkoholpegel! – Abg. Grosz – in Richtung des Abg. Faul –: Was hat denn der zu sich genommen? Was haben Sie getrunken?) Bitte um etwas Ruhe! Ich habe veranlasst, dass das Protokoll beigeschafft wird, und wir werden uns ansehen, ob etwas Ordnungsrufverdächtiges gesagt wurde. (Abg. Ing. Westenthaler: Was hat denn der in der Cafeteria alles getrunken? Der kann doch nicht nüchtern sein, der Mensch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was hat denn der in der Cafeteria alles getrunken? Der kann doch nicht nüchtern sein, der Mensch!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Geräuschpegel war derart hoch, dass weder der Herr Bundesminister noch die Beamten von der Parlamentsdirektion noch ich selber exakt oder auch nur annähernd gehört haben, was vom Rednerpult aus gesagt wurde. (Heiterkeit. – Abg. Ing. Westenthaler: Da geht es nicht um den Geräuschpegel, sondern um den Alkoholpegel! – Abg. Grosz – in Richtung des Abg. Faul –: Was hat denn der zu sich genommen? Was haben Sie getrunken?) Bitte um etwas Ruhe! Ich habe veranlasst, dass das Protokoll beigeschafft wird, und wir werden uns ansehen, ob etwas Ordnungsrufverdächtiges gesagt wurde. (Abg. Ing. Westenthaler: Was hat denn der in der Cafeteria alles getrunken? Der kann doch nicht nüchtern sein, der Mensch!)
Abg. Ing. Westenthaler – auf Abg. Faul deutend –: Der ist ja nicht nüchtern!
Als Nächster zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Zanger. Eingestellte Redezeit: 3 Minuten. (Abg. Ing. Westenthaler – auf Abg. Faul deutend –: Der ist ja nicht nüchtern!) Ich darf bitten, den Geräuschpegel wieder etwas zu senken, damit wir dem Redner entsprechend lauschen können!
Zwischenrufe beim BZÖ. – Gegenrufe bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Herr Präsident! – Abg. Ing. Westenthaler: Das sind drei Ordnungsrufe gewesen vorhin!
Denn hier könnte man einhaken, hier könnte man etwas machen, und das Erste, was man hier machen kann, ist, eine Kennzeichnungspflicht einzuführen, und auf diese, Herr Bundesminister, wurden Sie angesprochen. (Zwischenrufe beim BZÖ. – Gegenrufe bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Herr Präsident! – Abg. Ing. Westenthaler: Das sind drei Ordnungsrufe gewesen vorhin!)
Abg. Grosz: Weil Sie selber gelacht haben! – Abg. Ing. Westenthaler: Da müssen Sie sich die Ohren reinigen!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf (das Glockenzeichen gebend): Darf ich um Aufmerksamkeit ersuchen! Ich habe schon gesagt, dass ich trotz Erkundigung nicht vernehmen konnte, was der Redner gesagt hat (Abg. Grosz: Weil Sie selber gelacht haben! – Abg. Ing. Westenthaler: Da müssen Sie sich die Ohren reinigen!) – es ist so! –, dass ich veranlasst habe, dass das Protokoll beigeschafft wird, und dass man anhand des Protokolls dann nachprüfen wird, ob etwas Ordnungsrufverdächtiges gesagt wurde.
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat der Präsident wieder nicht gehört!
Herr Bundesminister und Herr Bauernbundpräsident, ich möchte Sie darauf aufmerksam machen, dass der Bauer schon noch fragen darf und dass er auch das Recht hat, auf seine Frage eine Antwort zu erhalten. Sie agieren hier nach dem Motto: Bauernflasch’n, halt die Gosch’n! Das kann und darf sich der Bauer nicht mehr länger gefallen lassen. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat der Präsident wieder nicht gehört!)
Abg. Ing. Westenthaler: Auf einmal hört er wieder!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Herr Kollege Zanger, für den Ausdruck „Bauernflasch’n, halt die Gosch’n!“ erteile ich einen Ordnungsruf. (Abg. Ing. Westenthaler: Auf einmal hört er wieder!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Aber mit der flachen Hand auf das Rednerpult gehaut hat noch niemand von uns!
Abgeordnete Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Herr Kollege Westenthaler, man mag über die Rede des Kollegen Faul denken, wie man will, aber ich habe mir auch schon oft bei Ihren Reden oder bei Reden Ihrer Kollegen des BZÖ gedacht, dass Sie geradezu ein Meister der Provokation sind. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Aber mit der flachen Hand auf das Rednerpult gehaut hat noch niemand von uns!) Und die, die am meisten austeilen, können dann am wenigsten einstecken. Das möchte ich Ihnen hier schon auch von dieser Stelle aus sagen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Aber wir sind wenigstens nüchtern, wenn wir reden! Das ist ja pathologisch, was da pas-
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eigentlich ein Skandal, dass die Präsidentin das lustig findet! – Abg. Scheibner: Ist das die Würde des Parlaments?
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Nach Einsicht in das Protokoll betreffend die Rede des Herrn Abgeordneten Faul (Ruf beim BZÖ: Wo ist er denn?) erteile ich ihm für die Anwürfe in Richtung des Herrn Abgeordneten Grosz – ich zitiere –: „Du bist genau um den Schädel zu klein, wo das Hirn drinnen sein müsste,“ (lebhafte Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP – Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen) – ich bitte um etwas Ruhe – „und darum sollst du still sein“, sowie: „Sie sind für mich im Sternzeichen ein Krokodil: eine große ,Papp’n‘ und ein kleines Hirn“ (neuerliche Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP), sowie zuletzt auch: „Mit Ihrem Intelligenzgrad haben Sie ja gar keine Berechtigung, dass Sie da auftreten“ (die Abgeordneten Petzner und Scheibner – auf Abg. Mag. Prammer weisend –: Die Präsidentin findet das lustig!) einen Ordnungsruf. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eigentlich ein Skandal, dass die Präsidentin das lustig findet! – Abg. Scheibner: Ist das die Würde des Parlaments?)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der Abg. Mag. Prammer –: ... die Würde des Hauses verletzt! – Abg. Mag. Prammer: Ich habe nicht gehört, was er gesagt hat! – Ruf beim BZÖ: Sie haben gelacht dazu!
den Unterschied aufgezeigt, wer für welche Politik für die Bäuerinnen und Bauern in diesem Lande steht. (Abg. Mag. Gaßner: Das hast du schon dreimal gesagt!) Und ich sage euch: Wir stehen nicht für eine Politik, bei der wir den Bauern Preise versprechen, die wir nicht halten können – denn die Preise werden am Markt gemacht, bestimmt durch Angebot und Nachfrage. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der Abg. Mag. Prammer –: ... die Würde des Hauses verletzt! – Abg. Mag. Prammer: Ich habe nicht gehört, was er gesagt hat! – Ruf beim BZÖ: Sie haben gelacht dazu!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung FPÖ –: Da klagt er ihn selber und jetzt stimmt ihr zu! – Weitere Zwischenrufe.
Ich bitte jene Damen und Herren, die sich diesem Antrag anschließen, um ein Zeichen der Zustimmung. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung FPÖ –: Da klagt er ihn selber und jetzt stimmt ihr zu! – Weitere Zwischenrufe.) – Dieser Antrag ist einstimmig angenommen.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Selig die Armut im Geiste! – Abg. Ing. Westenthaler: Alles falsch, was er gesagt hat!
Kollege Stadler, ich hätte mir zumindest erwartet, dass ein Antrag, den Sie einbringen, wenigstens rechtlich hält und nicht nur politischen Schaumschlägereien dient. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Selig die Armut im Geiste! – Abg. Ing. Westenthaler: Alles falsch, was er gesagt hat!)
Sitzung Nr. 23
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Weg mit dem Mogelbudget!
Daher stellen wir gemäß § 53 Abs. 6 Z 2 der Geschäftsordnung den Antrag, den Bericht des Budgetausschusses über die Regierungsvorlage (112 d.B.): Bundesgesetz über die Bewilligung des Bundesvoranschlages für das Jahr 2010 (Bundesfinanzgesetz 2010 – BFG 2010), samt Anlagen (201 d.B.), an den Budgetausschuss zu verweisen, um dort die Beratungen fortzusetzen, um dort anhand verlässlicher Zahlen und Daten ein Budget für das Jahr 2010 zu erstellen, das einigermaßen den Realitäten entspricht. – Danke. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Weg mit dem Mogelbudget!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist da positiv?
Wichtig ist, nach bestem Wissen und Gewissen die Zahlen und Fakten darzulegen. Das hat der Herr Bundesminister getan. Diese Regierung hat sich bemüht, ein positives Doppelbudget auf den Weg zu bringen (Abg. Bucher: Positiv? Ein positives Budget?) und die Antworten für die schwierige Zeit, die vor uns liegt, dementsprechend zu geben. Meine Damen und Herrn! (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist da positiv?) – Ja, Herr Kollege Westenthaler: Was ist positiv? Das könnte man sich auch fragen, was Ihre Redebeiträge betrifft! (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Der hängt am Tropf!
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (BZÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Guten Morgen, Herr Kollege Faul – wo ist er denn? (Abg. Ing. Westenthaler: Der hängt am Tropf!) Oje, bitte schaut nach, was er macht! Nicht, dass er dann wieder an der Rostra durchdreht. (Abg. Ing. Westenthaler: Der hängt am Tropf! – Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.) – Nein, ich mache mir Sorgen um ihn, wirklich. Wenn ich mir ansehe, was er gestern Abend hier aufgeführt hat: Bitte, ihr müsst ein bisschen kollegialer mit eurem Kollegen Faul umgehen. Ich habe ihn heute in der Früh schon gesehen, da hat er schon wieder so geschwitzt und das Sakko ausgezogen. Ich weiß nicht, was mit ihm los ist. Ich habe die Hoffnung gehabt, dass er heute seine sieben Sinne wieder beieinander hat. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Matznetter: Sieben Sinne?! sind nur fünf!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der hängt am Tropf! – Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (BZÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Guten Morgen, Herr Kollege Faul – wo ist er denn? (Abg. Ing. Westenthaler: Der hängt am Tropf!) Oje, bitte schaut nach, was er macht! Nicht, dass er dann wieder an der Rostra durchdreht. (Abg. Ing. Westenthaler: Der hängt am Tropf! – Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.) – Nein, ich mache mir Sorgen um ihn, wirklich. Wenn ich mir ansehe, was er gestern Abend hier aufgeführt hat: Bitte, ihr müsst ein bisschen kollegialer mit eurem Kollegen Faul umgehen. Ich habe ihn heute in der Früh schon gesehen, da hat er schon wieder so geschwitzt und das Sakko ausgezogen. Ich weiß nicht, was mit ihm los ist. Ich habe die Hoffnung gehabt, dass er heute seine sieben Sinne wieder beieinander hat. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Matznetter: Sieben Sinne?! sind nur fünf!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist der Faul auch drauf?
Schauen Sie, ich möchte mich auf einen Sektor konzentrieren, der dem Bürger derzeit wichtig ist: auf die Sicherheit. Die Österreicher wollen Sicherheit haben! (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Alle Meinungsumfragen zeigen: Sie wollen soziale Sicherheit haben, sie wollen öffentliche Sicherheit haben, und sie wollen Arbeitsplatzsicherheit haben. Wie schaut die Arbeitsplatzsicherheit dieser Bundesregierung aus? Arbeitsplatzsicherheit schaut so aus, dass die sozialdemokratische Fraktion derzeit mit ihrem A-Team – ich weiß gar nicht, was das sein soll, ein A-Team; ich glaube, das ist der Herr Swoboda; und ich habe immer gedacht, das ist der Mister Bean da hinten auf dem Plakat, aber ich habe dann festgestellt, dass es der Kollege Leichtfried ist (Heiterkeit beim BZÖ); den kannte ich nicht, den kennt niemand in Österreich (Beifall beim BZÖ) – Folgendes inseriert: Wer schaut in der EU darauf, dass unser Arbeitsmarkt Schutz bekommt? – Das A-Team! (Abg. Ing. Westenthaler: Ist der Faul auch drauf?) – Ich sage Ihnen jetzt, wie das ausschaut! (Demonstrativer Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Mölzer war nicht da!
Dieses A-Team – gut, dass Sie schon applaudiert haben, aber es war zu früh – beschließt im Haus eine schwammige Stellungnahme zu einer Asylrichtlinie, durch die in Zukunft jedem Asylanten spätestens sechs Monate nach Asylantragstellung voller Zutritt zum Arbeitsmarkt gewährt wird, und das, wo wir zum Ende des Jahres bis zu 500 000 – hat Ihr Kollege da hinten gesagt – Arbeitslose befürchten müssen, meine Damen und Herrn! Das ist der Schutz des A-Teams für den Arbeitsmarkt in Österreich! Sicherheit des Arbeitsplatzes? – Weit gefehlt, meine Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Mölzer war nicht da!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer weiß, wofür das „A“ steht?!
Sie von der Österreichischen Volkspartei können sich hier auch nicht davonstehlen. Jetzt inseriert die ÖVP, dass sie die Einzigen waren, die immer schon dagegen waren, diese Asylrichtlinie zu beschließen. (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: War so!) – Einen Schmarr’n war das so! (Abg. Ing. Westenthaler: Wer weiß, wofür das „A“ steht?!) Ich sage Ihnen, Ihre eigene Fraktion draußen – die EVP – hat nämlich mehrheitlich dafür gestimmt. Ihre Abgeordneten haben im letzen Moment noch die Kurve gekratzt. (Zwischenruf des Abg. Kopf.)
Abg. Ing. Westenthaler – auf Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll deutend –: Er schaut schon wieder kritisch drein!
Ihre Innenministerin hat im Rat dafür gestimmt. Ich bin überzeugt, dass sie heftig kritisch dreingeschaut hat, aber leider hat es niemand bemerkt, meine Damen und Herren, denn bei der Abstimmung war sie dafür! (Abg. Ing. Westenthaler – auf Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll deutend –: Er schaut schon wieder kritisch drein!) Im EU-Parlament hat Herr Karas, der stellvertretende Fraktionschef, der zweitgereihte Spitzenkandidat – es ist ja nicht so ganz sicher, wer dort Spitzenkandidat ist – mit vier Fünfteln seiner Fraktion für diese Richtlinie gestimmt, meine Damen und Herren. So sieht in Wirklichkeit Ihre Politik aus! Das ist Arbeitsmarktsicherheit à la ÖVP, à la SPÖ und Ihres A-Teams. (Abg. Ing. Westenthaler: Wofür steht dieses „A“?!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wofür steht dieses „A“?!
Ihre Innenministerin hat im Rat dafür gestimmt. Ich bin überzeugt, dass sie heftig kritisch dreingeschaut hat, aber leider hat es niemand bemerkt, meine Damen und Herren, denn bei der Abstimmung war sie dafür! (Abg. Ing. Westenthaler – auf Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll deutend –: Er schaut schon wieder kritisch drein!) Im EU-Parlament hat Herr Karas, der stellvertretende Fraktionschef, der zweitgereihte Spitzenkandidat – es ist ja nicht so ganz sicher, wer dort Spitzenkandidat ist – mit vier Fünfteln seiner Fraktion für diese Richtlinie gestimmt, meine Damen und Herren. So sieht in Wirklichkeit Ihre Politik aus! Das ist Arbeitsmarktsicherheit à la ÖVP, à la SPÖ und Ihres A-Teams. (Abg. Ing. Westenthaler: Wofür steht dieses „A“?!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Ewald Stadler wird dem Haus fehlen! – Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Geht er nach Vorarlberg zurück, oder was?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Krainer zu Wort. 5 Minuten. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Ewald Stadler wird dem Haus fehlen! – Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Geht er nach Vorarlberg zurück, oder was?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wo sind eure Polizisten? – Abg. Strache: So wenige Polizisten wie heute hat es überhaupt noch nie gegeben! Rekordminus zurzeit! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Faul allein braucht schon drei Polizisten!
Das ist halt der Unterschied, ob Schwarz/Blau in einer Regierung ist oder Rot: Die einen schaffen die Polizei ab, die anderen, nämlich die Roten, sorgen dafür, dass es wieder mehr Polizei gibt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wo sind eure Polizisten? – Abg. Strache: So wenige Polizisten wie heute hat es überhaupt noch nie gegeben! Rekordminus zurzeit! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Faul allein braucht schon drei Polizisten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Mein Gott, ist der langweilig!
Eine Kritik gab es, und zwar daran, dass noch nicht klar ist, wie man das Defizit wieder abbaut, dass es noch kein Programm dazu gibt. Was die Experten dazu gesagt haben, ist, dass es notwendig ist, die Zeit zu nützen, das nächste Jahr das Programm zu entwickeln, wie man das Defizit wieder zurückfährt. Und da sage ich auch als Vertreter der Sozialdemokratie hier im Haus: Das ist relativ einfach. Ja, natürlich wird man sich das ausgabenseitig anschauen, anschauen müssen, wo man den Staat effizienter machen kann (Abg. Ing. Westenthaler: Mein Gott, ist der langweilig!), wo wir auch bei den Ausgaben noch sparen können, aber wir müssen uns auch die Einnahmenstruktur anschauen.
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Vizekanzler, war das jetzt euer Koalitionspartner, der da gesprochen hat? Der hat euch durch Sonne und Mond geschossen!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nun gelangt Frau Abgeordnete Klubobfrau Dr. Glawischnig-Pieszcek zu Wort. Ich stelle die Uhr wunschgemäß auf 10 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Vizekanzler, war das jetzt euer Koalitionspartner, der da gesprochen hat? Der hat euch durch Sonne und Mond geschossen!)
Demonstrativer Beifall des Abg. Ing. Westenthaler.
Wer hat das gesagt? (Abg. Bucher: Ich war das!) Josef Bucher, gestern. (Demonstrativer Beifall des Abg. Ing. Westenthaler.) Heute geht er her und sagt: Weg mit dem Budget, wir brauchen keines! (Abg. Bucher: 2010! 2010!) Was ist mit Ihnen über Nacht passiert, Herr Kollege Bucher? Das frage ich jetzt Sie. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Bucher: Weiterlesen! – Abg. Ing. Westenthaler: Lesen Sie die ganze Rede vor!) Bleiben Sie bei aller Seriosität dabei! Gestern hat Ihnen das Budget noch zu lange gedauert – und heute wollen Sie gar keines mehr. Das ist ein spannender Rückschluss für das, was in den Oppositionsreihen derzeit passiert.
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Bucher: Weiterlesen! – Abg. Ing. Westenthaler: Lesen Sie die ganze Rede vor!
Wer hat das gesagt? (Abg. Bucher: Ich war das!) Josef Bucher, gestern. (Demonstrativer Beifall des Abg. Ing. Westenthaler.) Heute geht er her und sagt: Weg mit dem Budget, wir brauchen keines! (Abg. Bucher: 2010! 2010!) Was ist mit Ihnen über Nacht passiert, Herr Kollege Bucher? Das frage ich jetzt Sie. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Bucher: Weiterlesen! – Abg. Ing. Westenthaler: Lesen Sie die ganze Rede vor!) Bleiben Sie bei aller Seriosität dabei! Gestern hat Ihnen das Budget noch zu lange gedauert – und heute wollen Sie gar keines mehr. Das ist ein spannender Rückschluss für das, was in den Oppositionsreihen derzeit passiert.
Abg. Ing. Westenthaler: Im Herbst!
Auch hier sei eines klar und deutlich gesagt: 2009 budgetiert, 2010 jetzt ebenfalls dem Parlament vorgelegt. Und sagen Sie auch dazu: Wann müssten wir denn das Budget für 2010 laut Gesetz verhandeln? Jetzt! (Abg. Ing. Westenthaler: Im Herbst!) Nein, jetzt verhandeln und im Herbst vorlegen! Welchen Unterschied macht das, meine sehr geehrten Damen und Herren? Befassen Sie sich mit der Realität und mit dem, was ist! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sagen ja, im Herbst ist die Krise aus!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sagen ja, im Herbst ist die Krise aus!
Auch hier sei eines klar und deutlich gesagt: 2009 budgetiert, 2010 jetzt ebenfalls dem Parlament vorgelegt. Und sagen Sie auch dazu: Wann müssten wir denn das Budget für 2010 laut Gesetz verhandeln? Jetzt! (Abg. Ing. Westenthaler: Im Herbst!) Nein, jetzt verhandeln und im Herbst vorlegen! Welchen Unterschied macht das, meine sehr geehrten Damen und Herren? Befassen Sie sich mit der Realität und mit dem, was ist! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sagen ja, im Herbst ist die Krise aus!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was nützt das einem Arbeitslosen!?
Wir liegen bei der Inflation im Durchschnitt. Wir haben bei den Budgetdefiziten, die wir geplant haben, eine bessere und noch dazu eine aktuellere Situation, weil kein anderes Land der Europäischen Union derzeit aktuell budgetiert, sondern die Budgets der Vergangenheit hochgerechnet werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Was nützt das einem Arbeitslosen!?) Wir sind aktueller als alle anderen europäischen Länder und im Vergleich auch besser, was die Defizit- und auch die Schuldenentwicklung betrifft. Auch bei den Reallöhnen pro Kopf haben wir eine bessere Entwicklung als Gesamteuropa.
Abg. Ing. Westenthaler: Abschaffung des Bankgeheimnisses!
Europa wird uns insgesamt helfen, die Krise zu bewältigen, mit verschiedenen Parametern, mit der Stabilität des Euros. (Abg. Ing. Westenthaler: Abschaffung des Bankgeheimnisses!) Wir werden dafür Sorge tragen, dass das Begehren von Einzelnen, jetzt überhastet in die Eurozone hineinzudrängen, nicht Realität werden kann. Ich höre schon von manchen Parteien, man könnte hier auch überlegen, einen Konsens einzugehen. Nein, wir werden nicht zulassen, dass die Stabilität des Euroraums durch überhastete Beitritte gefährdet wird!
Abg. Ing. Westenthaler: Das Bankgeheimnis über Bord geworfen!
Zweitens: Wir werden eine europäische Finanzmarktaufsicht organisieren, um Lehren aus der Krise zu ziehen und auch zukünftig eine besser vernetzte Finanzmarktaufsicht für alle Finanzprodukte zu ermöglichen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das Bankgeheimnis über Bord geworfen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das Bankgeheimnis habt ihr abgeschafft! Verschachert habt ihr es!
Wir haben den Internationalen Währungsfonds kritisiert, haben in Washington intensiv darüber diskutiert – und der Währungsfonds hat seine Daten korrigiert! Er ist nicht Ihnen mit Ihren Katastrophenmeinungen gefolgt, sondern hat letztendlich die realen Daten auf den Tisch gelegt. (Abg. Ing. Westenthaler: Das Bankgeheimnis habt ihr abgeschafft! Verschachert habt ihr es!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wo steht das? Auf welcher Seite steht das im Budget?
Frau Abgeordnete Glawischnig, wenn Sie fragen: Wo sind denn die Milliarden für die Bildung?, dann sage ich Ihnen: Wir erhöhen das Budget für die Bildung gegenüber dem BVA 2008 um knapp 1 Milliarde €. Wir erhöhen die Budgets für die innere Sicherheit gegenüber 2008 so deutlich wie selten zuvor, nämlich um mehr als 5,7 Prozent, und wir investieren in tausend neue Polizisten für Österreich. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wo steht das? Auf welcher Seite steht das im Budget?)
Abg. Ing. Westenthaler: Skandalös!
Machen Sie das alles nicht schlecht und madig! Das sind Investitionen zur richtigen Zeit in die richtige politische Schwerpunktsetzung. (Abg. Ing. Westenthaler: Skandalös!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie das dem Herrn Faul! – Abg. Grosz: Haben Sie das dem Herrn Abgeordneten Faul auch gesagt?
Wir sind am Anfang dieser langen Budgetdebatten; ich beobachte schon den gesamten Vormittag gewisse Dinge hier. Ich darf Sie wirklich herzlich einladen, Disziplin an den Tag zu legen, die Rednerinnen und Redner einigermaßen zu Wort kommen zu lassen und die Zwischenrufe, die natürlich dazugehören, auf ein Maß zu reduzieren, dass sich eine Diskussion hier herinnen dementsprechend abwickeln lässt. Das ist ein Appell an alle. (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie das dem Herrn Faul! – Abg. Grosz: Haben Sie das dem Herrn Abgeordneten Faul auch gesagt?) An alle!
Abg. Ing. Westenthaler: Dass Sie sehr gelacht haben gestern!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Scheibner, ich halte nur fest, dass ich gestern schon mit Ihrem Klubobmann Bucher über die gestrige Situation gesprochen habe. (Abg. Ing. Westenthaler: Dass Sie sehr gelacht haben gestern!) – Dass ich geschmunzelt habe, gebe ich zu, und ich brauche mich diesbezüglich auch nicht zu rechtfertigen.
Abg. Ing. Westenthaler: Wie war dann das gestern bei der Abstimmung? Du hast ja gegen das Begleitgesetz gestimmt!
Der Standort bestimmt den Standpunkt – das kennen wir auch aus euren Redebeiträgen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie war dann das gestern bei der Abstimmung? Du hast ja gegen das Begleitgesetz gestimmt!) Es ist auch durchaus verständlich, dass eine Opposition ein Budget der Bundesregierung kritisiert, aber es gilt immer: Der Standort bestimmt den Standpunkt. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Matznetter. – Rufe beim BZÖ: Wie war denn das gestern bei der Abstimmung? – Abg. Ing. Westenthaler: Gegen den eigenen Finanzminister habt ihr gestimmt!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Matznetter. – Rufe beim BZÖ: Wie war denn das gestern bei der Abstimmung? – Abg. Ing. Westenthaler: Gegen den eigenen Finanzminister habt ihr gestimmt!
Der Standort bestimmt den Standpunkt – das kennen wir auch aus euren Redebeiträgen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie war dann das gestern bei der Abstimmung? Du hast ja gegen das Begleitgesetz gestimmt!) Es ist auch durchaus verständlich, dass eine Opposition ein Budget der Bundesregierung kritisiert, aber es gilt immer: Der Standort bestimmt den Standpunkt. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Matznetter. – Rufe beim BZÖ: Wie war denn das gestern bei der Abstimmung? – Abg. Ing. Westenthaler: Gegen den eigenen Finanzminister habt ihr gestimmt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Koseform: Sepp!
Recht hat er, der Finanzminister Sepp Pröll, wenn er dann in der Zeitung sagt, dass das jetzt die richtige Maßnahme zum richtigen Zeitpunkt ist. Eine richtige Entscheidung dieser Regierung, eine richtige Entscheidung des Vizekanzlers und kein Anlass ... (Demonstrativer Beifall der Abgeordneten Rädler und Wöginger.) – Genau, Applaus für den Vizekanzler wegen dieser Politik! (Abg. Ing. Westenthaler: Koseform: Sepp!)
Ruf bei der ÖVP: Und was war mit Westenthaler?!
Da läuft garantiert etwas falsch. Wenn ich mir anschaue, dass es letztes Jahr 54 tätliche Angriffe auf Justizwachebeamte gab, dann finde ich das erschreckend! Ich denke, da ist Not am Manne, da darf man das Personal nicht reduzieren, sondern man muss es verstärken, meine Damen und Herren! (Ruf bei der ÖVP: Und was war mit Westenthaler?!) – Steht hier nicht zur Debatte. (Abg. Mag. Gaßner: Ja, ja!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der nächste Risikoredner ist am Rednerpult! – Abg. Grosz: ... Gefahr der Entgleisung!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als Nächster zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Heinzl. Eingestellte Redezeit: 3 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Der nächste Risikoredner ist am Rednerpult! – Abg. Grosz: ... Gefahr der Entgleisung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit Faul? Entschuldigt er sich oder nicht?
Abgeordneter Anton Heinzl (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Liebe Kolleginnen und Kollegen! (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit Faul? Entschuldigt er sich oder nicht?) Das Budget des BMVIT steht im Zeichen des Kampfes gegen die Wirtschaftskrise und gegen die Arbeitslosigkeit. 2009 bis 2014 werden jährlich 3,7 Milliarden € in den Ausbau der Infrastruktur fließen. 60 Prozent davon – und das ist besonders erfreulich, das sind 2,3 Milliarden € im Jahr –, werden in die Bahn investiert. Damit leistet das Verkehrsministerium einen wichtigen Beitrag, um in der gegenwärtigen Krise Wirtschaft und Beschäftigung zu stützen. Sehr geehrte Damen und Herren, gerade jetzt, wo die Bauwirtschaft massiv unter der Wirtschaftskrise leidet (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit dem Faul?), gilt eben: Die Betriebe brauchen Aufträge, und die Menschen brauchen Arbeit. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist eigentlich mit dem freien Wort? Wissen Sie, was das ist?)
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit dem Faul?
Abgeordneter Anton Heinzl (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Liebe Kolleginnen und Kollegen! (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit Faul? Entschuldigt er sich oder nicht?) Das Budget des BMVIT steht im Zeichen des Kampfes gegen die Wirtschaftskrise und gegen die Arbeitslosigkeit. 2009 bis 2014 werden jährlich 3,7 Milliarden € in den Ausbau der Infrastruktur fließen. 60 Prozent davon – und das ist besonders erfreulich, das sind 2,3 Milliarden € im Jahr –, werden in die Bahn investiert. Damit leistet das Verkehrsministerium einen wichtigen Beitrag, um in der gegenwärtigen Krise Wirtschaft und Beschäftigung zu stützen. Sehr geehrte Damen und Herren, gerade jetzt, wo die Bauwirtschaft massiv unter der Wirtschaftskrise leidet (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit dem Faul?), gilt eben: Die Betriebe brauchen Aufträge, und die Menschen brauchen Arbeit. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist eigentlich mit dem freien Wort? Wissen Sie, was das ist?)
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist eigentlich mit dem freien Wort? Wissen Sie, was das ist?
Abgeordneter Anton Heinzl (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Liebe Kolleginnen und Kollegen! (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit Faul? Entschuldigt er sich oder nicht?) Das Budget des BMVIT steht im Zeichen des Kampfes gegen die Wirtschaftskrise und gegen die Arbeitslosigkeit. 2009 bis 2014 werden jährlich 3,7 Milliarden € in den Ausbau der Infrastruktur fließen. 60 Prozent davon – und das ist besonders erfreulich, das sind 2,3 Milliarden € im Jahr –, werden in die Bahn investiert. Damit leistet das Verkehrsministerium einen wichtigen Beitrag, um in der gegenwärtigen Krise Wirtschaft und Beschäftigung zu stützen. Sehr geehrte Damen und Herren, gerade jetzt, wo die Bauwirtschaft massiv unter der Wirtschaftskrise leidet (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit dem Faul?), gilt eben: Die Betriebe brauchen Aufträge, und die Menschen brauchen Arbeit. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist eigentlich mit dem freien Wort? Wissen Sie, was das ist?)
Abg. Ing. Westenthaler: Scharfe Attacke! Scharfe Attacke von der SPÖ!
Bedenken wegen der Finanzierbarkeit der Investitionen vorweggenommen – jedes einzelne Großprojekt aus dem ÖBB-Rahmenplan hat eine positive, gemeinwirtschaftliche Bewertung. Das ist das, was Herrn Abgeordneten Westenthaler nicht interessiert. Ich nehme an, dass er es nicht versteht. (Abg. Ing. Westenthaler: Scharfe Attacke! Scharfe Attacke von der SPÖ!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit dem Faul? Sagen Sie uns etwas über den Faul! – Abg. Grosz: Steht da nichts drinnen über den Faul?
Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit dem Faul? Sagen Sie uns etwas über den Faul! – Abg. Grosz: Steht da nichts drinnen über den Faul?) Österreich hat im Bereich der Schienentrassen großen Aufholbedarf. 70 Prozent der österreichischen Schienenstrecken stammen noch aus der Zeit der Monarchie.
Abg. Ing. Westenthaler: Der Herr Faul sollte sich einmal bei der entschuldigen! – Weiterer Ruf beim BZÖ: Er ist aber nicht da! – Abg. Binder-Maier: Es wird ja nicht wahrer, wenn Sie es immer wieder wiederholen! Was soll denn das?
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als Nächste zu Wort gelangt Frau Abgeordnete Mag. Korun. Eingestellte Redezeit: 4 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Herr Faul sollte sich einmal bei der entschuldigen! – Weiterer Ruf beim BZÖ: Er ist aber nicht da! – Abg. Binder-Maier: Es wird ja nicht wahrer, wenn Sie es immer wieder wiederholen! Was soll denn das?)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! „Sie lügen!“ Abgeordneter Gaßner, Zwischenruf: „Sie lügen!“
Das, was ich aber besonders kurios finde, ist, dass der Abgeordnete Faul – abgesehen davon, dass er sich heute nicht einmal mehr im Hohen Haus befindet, weil er ja für sein Gehalt von 8 400 € stundenweise hier im Plenarsaal fehlt (Abg. Mag. Gaßner: Sie lügen schon wieder!) – nicht Manns genug ist, hier an dieses Rednerpult der Republik Österreich herauszutreten und sich auch zu entschuldigen. (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! „Sie lügen!“ Abgeordneter Gaßner, Zwischenruf: „Sie lügen!“) Ich glaube, das gebietet der Anstand auch dieses Hauses. (Abg. Riepl: Polizei umführt mit dem Auto! wie der Herr Westenthaler!)
Abg. Riepl: Polizei umführt mit dem Auto! wie der Herr Westenthaler!
Das, was ich aber besonders kurios finde, ist, dass der Abgeordnete Faul – abgesehen davon, dass er sich heute nicht einmal mehr im Hohen Haus befindet, weil er ja für sein Gehalt von 8 400 € stundenweise hier im Plenarsaal fehlt (Abg. Mag. Gaßner: Sie lügen schon wieder!) – nicht Manns genug ist, hier an dieses Rednerpult der Republik Österreich herauszutreten und sich auch zu entschuldigen. (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! „Sie lügen!“ Abgeordneter Gaßner, Zwischenruf: „Sie lügen!“) Ich glaube, das gebietet der Anstand auch dieses Hauses. (Abg. Riepl: Polizei umführt mit dem Auto! wie der Herr Westenthaler!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr geht bald in Führung! – Abg. Mag. Gaßner: Der Herr Westenthaler hat mich verpetzt! – Abg. Ing. Westenthaler: Immer, wenn der Grosz am Rednerpult ist, bekommt die SPÖ einen Ordnungsruf!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Für den Zwischenruf des Abgeordneten Gaßner in Richtung des Abgeordneten Grosz: „Sie lügen!“, erteile ich ihm einen Ordnungsruf. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr geht bald in Führung! – Abg. Mag. Gaßner: Der Herr Westenthaler hat mich verpetzt! – Abg. Ing. Westenthaler: Immer, wenn der Grosz am Rednerpult ist, bekommt die SPÖ einen Ordnungsruf!)
Abg. Dr. Matznetter: Kann der Herr Westenthaler !
Ich bitte zu bedenken, dass wir noch gezählte drei Zuseher haben, und da wir diese ja nicht auch noch vertreiben wollen, bitte ich Sie, sich am Rednerpult und auch sonst überall entsprechend zurückzuhalten. (Abg. Dr. Matznetter: Kann der Herr Westenthaler !)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Ordnungsruf-Gaßner! Der Weltrekordhalter in Ordnungsrufen!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Mag. Gaßner zu Wort. Eingestellte Redezeit: 3 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Ordnungsruf-Gaßner! Der Weltrekordhalter in Ordnungsrufen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist er? In der Kantine? – Abg. Grosz: Am Kühlschrank!
Abgeordneter Mag. Kurt Gaßner (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Meine Herren Minister! Herr Präsident, ich nehme in aller Demut den Ordnungsruf zur Kenntnis. Ich möchte aber feststellen, dass der Herr Grosz gemeint hat, dass der Abgeordnete Faul nicht im Haus sei. – Das ist die Unwahrheit. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist er? In der Kantine? – Abg. Grosz: Am Kühlschrank!) Herr
Abg. Grosz: Hat er nicht! – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat er nicht getan!
Einen zweiten Satz noch dazu. (Abg. Mag. Stadler sitzt auf seinem Platz und schreibt.) – Oh, jetzt ist der Dritte auch da: Quack, quack, quack! (Abg. Mag. Stadler: Waren Sie auch am Kühlschrank? Wenn man Ihnen so zuhört ...!) Ich möchte noch darauf hinweisen, dass Herr Abgeordneter Faul die Größe hatte, sich sogar öffentlich – im ORF nachzulesen – für seinen Ausritt zu entschuldigen. (Abg. Grosz: Hat er nicht! – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat er nicht getan!) Das habe ich bei diesen beiden Herren noch nicht bemerkt. Ich verstehe es aber: Sie hätten sonst keine Zeit mehr für inhaltliche Reden. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Moser: Die Ministerin ist nicht da! – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident, die Innenministerin ist noch nicht da!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Ich erteile Frau Abgeordneter Dr. Glawischnig-Piesczek als erster Fragestellerin zur Begründung der Anfrage, die gemäß § 93 Abs. 5 der Geschäftsordnung 20 Minuten nicht überschreiten darf, das Wort. (Abg. Dr. Moser: Die Ministerin ist nicht da! – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident, die Innenministerin ist noch nicht da!) – Einen Moment, bitte.
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt das Pflichtdementi!
Abgeordnete Mag. Laura Rudas (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Regierungsmitglieder auf der Regierungsbank! Liebe Kolleginnen und Kollegen! (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt das Pflichtdementi!) Ich kann Ihnen gerne sagen, warum erfreulicherweise die Berichterstattung der letzten Tage so massiv war, weil es nämlich eine Zivilgesellschaft gibt, weil es eine Mehrheit, eine überwiegende Mehrheit in diesem Land gibt, die antisemitische Anspielungen nicht zulässt, die Hetze nicht zulässt und die von Ihrem verkehrten Geschichtsbild genug hat. Gott sei Dank ist die Mehrheit in Österreich gegen Radikalisierungen und schreit da auch auf! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr werdet euch schön anschauen am 7. Juni!
liebe Kolleginnen und Kollegen, lieber Kollege Strache, sind wir auch Vorbilder. Wir sind Vorbilder! Wir sind Politikerinnen und Politiker im Hohen Haus, und wir sind Vorbilder. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr werdet euch schön anschauen am 7. Juni!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sehr interessant!
Dann wird noch weiter ausgeführt, dass Herr Faymann Frau Ministerin Heinisch-Hosek für dieses Amt vorsieht und dass das im Geheimen auch schon vorbereitet wird. Vielleicht kann heute im Laufe der Debatte noch jemand von der Sozialdemokratie dazu Stellung beziehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sehr interessant!) – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. (Beifall beim BZÖ.)
Rufe bei der SPÖ: Wo ist denn der Strache? – Abg. Grosz: Der Herr Faul ist noch immer nicht da, wohlgemerkt! Wo ist denn der Herr Faul? – Ruf bei der SPÖ: Westenthaler?
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Es liegt nun keine Wortmeldung mehr vor. (Rufe bei der SPÖ: Wo ist denn der Strache? – Abg. Grosz: Der Herr Faul ist noch immer nicht da, wohlgemerkt! Wo ist denn der Herr Faul? – Ruf bei der SPÖ: Westenthaler?)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Wo ist der Faul?
Ich stelle also fest: Dieses Budget hat leider überhaupt keine Vorschläge zu einer Reform der Verwaltung allein in diesen Bereichen gemacht. Es wurde überhaupt nichts vorgesehen, um diese Kompetenzerweiterungen in den nächsten beiden Jahren durchzuführen. Es ist daher eine große Enttäuschung für uns als Opposition und gerade als FPÖ. Wir werden das mit unserem Abstimmungsverhalten zum Ausdruck bringen. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Wo ist der Faul?)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Trotzdem wird so viel verspekuliert!
Man übersieht bei dieser Forderung ganz gerne, dass die Gemeinden dieser Größenordnung bereits von drei Instanzen – zumindest in manchen Bundesländern – geprüft werden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Trotzdem wird so viel verspekuliert!)
Abg. Ing. Westenthaler: Otto „Dank“ Pendl!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, in vielen Bereichen unseres Staates wird Hervorragendes geleistet. Lassen Sie mich auch im Rahmen dieser Budgetdebatte, weil das sozusagen seit ewigen Zeiten ein Kostenfaktor ist, persönlich, aber auch namens meiner Fraktion den öffentlichen Bediensteten dieser Republik und aller Gebietskörperschaften hier ein herzliches Danke sagen (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP), weil diese für die Menschen in unserer Heimat, aber auch für den Wirtschaftsstandort Hervorragendes leisten. Rechtssicherheit ist wichtig ... (Abg. Ing. Westenthaler: Otto „Dank“ Pendl!) – Ich vergesse nicht darauf – wenn ihr immer vergesst, euch zu bedanken, ist es euer Problem.
Abg. Ing. Westenthaler: Danke!
Ich möchte mich aber explizit bei der Frau Präsidentin und bei der Parlamentsdirektion, aber auch bei allen Klubs bedanken (Abg. Ing. Westenthaler: Danke!), denn es ist auch keine Selbstverständlichkeit, dass wir unser eigenes Budget – und ich glaube, so viel Selbstvertrauen haben wir ja alle hier im Hohen Haus –, das Budget für das Parlament selbst gestalten. (Abg. Grosz: Wir danken!) Ich glaube, dass es eine gute Usance ist, dass es hier sehr sachbezogene Gespräche gegeben hat, und, Frau Präsidentin, danke auch dafür, dass wir der schwierigen Zeit entsprechend ein Budget haben, das es ermöglicht, dass der Hort der Demokratie doch so modern und arbeitsfähig ist. Der Ausbau des Rechts- und Legislativdienstes ist ein wichtiger Bestandteil dieses Gefüges. (Abg. Ing. Westenthaler: Danke! – Heiterkeit beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Danke! – Heiterkeit beim BZÖ.
Ich möchte mich aber explizit bei der Frau Präsidentin und bei der Parlamentsdirektion, aber auch bei allen Klubs bedanken (Abg. Ing. Westenthaler: Danke!), denn es ist auch keine Selbstverständlichkeit, dass wir unser eigenes Budget – und ich glaube, so viel Selbstvertrauen haben wir ja alle hier im Hohen Haus –, das Budget für das Parlament selbst gestalten. (Abg. Grosz: Wir danken!) Ich glaube, dass es eine gute Usance ist, dass es hier sehr sachbezogene Gespräche gegeben hat, und, Frau Präsidentin, danke auch dafür, dass wir der schwierigen Zeit entsprechend ein Budget haben, das es ermöglicht, dass der Hort der Demokratie doch so modern und arbeitsfähig ist. Der Ausbau des Rechts- und Legislativdienstes ist ein wichtiger Bestandteil dieses Gefüges. (Abg. Ing. Westenthaler: Danke! – Heiterkeit beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Danke! – Abg. Grosz: Es heißt „Herzlichen Dank!“?
Abgeordneter Dr. Peter Fichtenbauer (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohe Vertreter der Obersten Organe! Was Kollege Pendl gesagt hat, ist richtig, aber nicht vollständig richtig. (Abg. Ing. Westenthaler: Danke! – Abg. Grosz: Es heißt „Herzlichen Dank!“?) Erstens bin ich sehr dafür, dass wir hier insofern Neuigkeiten baulicher Art im Parlament implementieren, vor allem weil ich mich durch die katastrophalen Luftverhältnisse und die Klimaanlage da herinnen fast regelmäßig verkühle. (Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr seid ja dagegen! – Abg. Strache: Gegen Adaptierungen nicht, aber wir brauchen keinen Luxuspalast! Da sparen wir am richtigen Platz!)
Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr seid ja dagegen! – Abg. Strache: Gegen Adaptierungen nicht, aber wir brauchen keinen Luxuspalast! Da sparen wir am richtigen Platz!
Abgeordneter Dr. Peter Fichtenbauer (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohe Vertreter der Obersten Organe! Was Kollege Pendl gesagt hat, ist richtig, aber nicht vollständig richtig. (Abg. Ing. Westenthaler: Danke! – Abg. Grosz: Es heißt „Herzlichen Dank!“?) Erstens bin ich sehr dafür, dass wir hier insofern Neuigkeiten baulicher Art im Parlament implementieren, vor allem weil ich mich durch die katastrophalen Luftverhältnisse und die Klimaanlage da herinnen fast regelmäßig verkühle. (Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr seid ja dagegen! – Abg. Strache: Gegen Adaptierungen nicht, aber wir brauchen keinen Luxuspalast! Da sparen wir am richtigen Platz!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Grosz: Faul-Pelz! – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Abgeordneter Gerhard Huber (BZÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Geschätzte Zuschauer auf den Rängen! Ich frage mich – da er auch nicht entschuldigt ist – schon den ganzen Tag, wo der Kollege Abgeordnete Faul ist. (Abg. Grosz: Er schwänzt!) Er fehlt anscheinend nicht nur in der Schule, er fehlt auch im Hohen Haus und kassiert zwei Gagen. Das ist unglaublich. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Grosz: Faul-Pelz! – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: 920 000 €!
Allein die Gesamtkosten der Ministerbüros und der Ministersekretäre haben sich im Jahr 2008 auf 23 600 000 € belaufen, die Repräsentationskosten dieser rot-schwarzen Regierung im Jahr 2008 auf 5 900 000 €. Die Taxikosten der Regierungsmitglieder allein im Jahr 2008 betrugen 920 000 €. (Abg. Ing. Westenthaler: 920 000 €!) Diese Zahlen sind recherchiert und jeder kann sie haben. Für die Flugkosten der einzelnen Ressorts – jetzt kommt es! – wurden vom 1. Jänner 2007 bis zum 31. März 2009 18 Millionen € ausgegeben. (Abg. Krist: Unglaublich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Gemeinsam mit Faul!
Abgeordnete Dr. Susanne Winter (FPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Werte Kollegen! Herr Bundeskanzler Faymann glänzt wie bereits in der vergangenen Woche bei der Generaldebatte mit beständiger Abwesenheit. Wahrscheinlich ist er wieder auf einer seiner Reisen, um die Zukunft Europas zu beschließen (Abg. Ing. Westenthaler: Gemeinsam mit Faul!); aber bitte, wie auch immer.
Abg. Grosz: Keiner sagt uns, wo der Herr Faul ist! – Abg. Ing. Westenthaler: Ist er entschuldigt, der Herr Faul? Er ist schon den ganzen Tag nicht da!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Mag. Unterreiner. – Bitte. (Abg. Grosz: Keiner sagt uns, wo der Herr Faul ist! – Abg. Ing. Westenthaler: Ist er entschuldigt, der Herr Faul? Er ist schon den ganzen Tag nicht da!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Herr Stadler steht auf der Rednerliste! Schauen Sie einmal drauf! – Abg. Grosz: Aber wo ist Faul?
Abgeordnete Mag. Elisabeth Grossmann (SPÖ): Herr Präsident! Herr Außenminister! Herr Staatsekretär! (Abg. Grosz: Wo ist Faul?) – Ja, es geht mir auch jemand ab, ein anderer Kollege, nämlich der Herr Kollege Stadler. (Rufe beim BZÖ: Ist eh da!) – Ich sehe ihn nicht, wo ist er? Er ist nämlich „schon“ um 12 Uhr eingetroffen, deshalb ist er jetzt um 14 Uhr wieder weg. (Abg. Grosz: Der Herr Faul war heute seit 9 Uhr nicht da!) Ja, schauen wir einmal. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Herr Stadler steht auf der Rednerliste! Schauen Sie einmal drauf! – Abg. Grosz: Aber wo ist Faul?)
Abg. Ing. Westenthaler: Die SPÖ ist auch im Umbruch!
Die europäische Außenpolitik ist im Umbruch (Abg. Ing. Westenthaler: Die SPÖ ist auch im Umbruch!) – das heißt, die Außenpolitik der europäischen Staaten. Auch an dieser Neugestaltung müssen wir aktiv mitwirken, wenn es um die Schaffung effizienterer und zeitgemäßerer Strukturen geht. Der Aufbau eines europäischen diplomatischen Dienstes bietet da in Zukunft sicher einige Chancen für einen wirksameren Ressourceneinsatz.
Oh-Rufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Scheibner. – Abg. Scheibner: keine Volksanwältin? – Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie keine Anwältin des Volkes?
Abgeordnete Mag. Ulrike Lunacek (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Herren auf der Regierungsbank! Meine Damen und Herren! Ich muss zuerst noch etwas zum Ende der Debatte über den letzten Tagesordnungspunkt hinzufügen. Ich finde es schon sehr erstaunlich, dass das BZÖ, das früher sehr oft kritisiert hat, in welchem Ausmaß SPÖ und ÖVP öffentliche Ämter, die sie innegehabt haben, für Parteizwecke instrumentalisiert haben – diese Kritik hat es von den Grünen auch gegeben –, und jetzt genau dasselbe macht – noch dazu, wo Herr Stadler dieses Amt nicht einmal mehr innehat. – Das ist wohl ein Wandel gewesen, den das BZÖ da durchlaufen hat. Da hat man Ämter, und nachher hat man sie einfach nicht mehr, und man missbraucht sie nachher auch noch für die Partei und nicht für das Interesse des Volkes. (Oh-Rufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Scheibner. – Abg. Scheibner: keine Volksanwältin? – Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie keine Anwältin des Volkes?)
Abg. Ing. Westenthaler: Den Vorwurf stecken wir ein!
Dafür gibt es von uns eine Ablehnung, denn so einen Umgang mit öffentlichen Ämtern – noch dazu, wenn jemand nicht mehr im Amt ist, so wie der Herr Stadler, der nicht mehr Volksanwalt ist – hätte ich mir eigentlich vom BZÖ – Na ja, wie soll ich sagen, wahrscheinlich war es falsch von mir, zu erwarten, dass Sie das nicht tun, was Sie vorher an anderen ständig kritisiert haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Den Vorwurf stecken wir ein!) – So korrumpiert auch Macht. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das stecken wir alles ein!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das stecken wir alles ein!
Dafür gibt es von uns eine Ablehnung, denn so einen Umgang mit öffentlichen Ämtern – noch dazu, wenn jemand nicht mehr im Amt ist, so wie der Herr Stadler, der nicht mehr Volksanwalt ist – hätte ich mir eigentlich vom BZÖ – Na ja, wie soll ich sagen, wahrscheinlich war es falsch von mir, zu erwarten, dass Sie das nicht tun, was Sie vorher an anderen ständig kritisiert haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Den Vorwurf stecken wir ein!) – So korrumpiert auch Macht. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das stecken wir alles ein!)
Abg. Ing. Westenthaler: ... den Stadler! – Abg. Grosz: Wir haben eh den Stadler!
Folgendes ist in diesem Zusammenhang eine ganz wichtige Sache: Es wird immer von den European Values gesprochen, und hier hat der Europarat, hat die Konvention für Menschenrechte eine ganz große Rolle gespielt, Herr Abgeordneter Grosz, und es ist eine ganz wichtige Institution für die Bürgerinnen und Bürger. Wir haben heute schon über die Volksanwaltschaft gesprochen, und es ist für sehr viele überall dort, wo der eigene, wo der inländische Instanzenzug ausgeschöpft wurde, oft der letzte Rettungsanker, sich an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu wenden. (Abg. Ing. Westenthaler: ... den Stadler! – Abg. Grosz: Wir haben eh den Stadler!) Und daher: 50 Jahre Europäischer Menschenrechtsgerichtshof – eine wichtige Errungenschaft hier in Europa zur Durchsetzung von Menschenrechtsstandards auf unserem Kontinent!
Abg. Ing. Westenthaler: Das glaube ich nicht!
Ja, es bedarf auch eines Bekenntnisses zum österreichischen Milizsystem, zur Wehrpflicht. Ich verstehe es nicht, Herr Kollege List, wenn Sie davon sprechen, dass Sie gegen die Abschaffung des österreichischen Bundesheers seien. – Wir alle sind gegen die Abschaffung des österreichischen Bundesheeres (Abg. Ing. Westenthaler: Das glaube ich nicht!), das wurde doch noch nie irgendwo angedacht oder angesprochen, auch nicht von der Ressortleitung nur irgendwo erwähnt. (Zwischenruf des Abg. List.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das interessiert uns nicht!
Ich sage Ihnen auch, Herr Kollege vom BZÖ, was ein „echter Hammer“ ist, wie Sie gesagt haben. Ein echter Hammer ist: Spanien minus 5 Prozent, Irland minus 8 Prozent, Italien minus 8 Prozent (Abg. Ing. Westenthaler: Das interessiert uns nicht!) – das interessiert Sie möglicherweise nicht, ich sage es Ihnen aber trotzdem –, Polen minus 10 Prozent, Ungarn minus 10 Prozent, Estland minus 14 Prozent, Lettland minus 25 Prozent. (Abg. List: Die haben ja ganz andere Voraussetzungen!) Sie können sich vorstellen, was ich meine: Das ist die Budgetentwicklung von 2008 auf 2009 in vergleichbaren europäischen Staaten – in großen Staaten wie Italien und Spanien, in kleinen Staaten wie Ungarn, in neuen Staaten wie Estland und Lettland. In Österreich gibt es übrigens – ich werde noch darauf zurückkommen – ein Plus von 3,5 Prozent.
Abg. Ing. Westenthaler: Selbst Ihre eigenen Offiziere sagen, dass das Bundesheer nicht einsatzfähig ist!
Gerade Sie von der BZÖ-Fraktion haben doch im Vorfeld dieser Budgetdebatte immer wieder gesagt, man müsse das Budget nach unten nivellieren, denn die Zahlen, die der Herr Finanzminister genannt hat, würden nicht mehr stimmen. Daher verstehe ich Ihre Prioritäten jetzt nicht ganz, denn einerseits wollen Sie von mir mehr Geld dafür haben, obwohl ich 3,5 Prozent mehr für das Bundesheer herausverhandelt habe, aber auf der anderen Seite sagen Sie ganz allgemein, das Budget müsse nach unten nivelliert werden. – Aber das ist Ihre Aussage, mit der müssen Sie dann leben. Ich möchte das hier nur ganz kurz angesprochen haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Selbst Ihre eigenen Offiziere sagen, dass das Bundesheer nicht einsatzfähig ist!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jugendsprecherin!
230 Lehrlinge in rund 30 Berufen gibt es zurzeit beim österreichischen Bundesheer, 62 dieser Lehrlinge sind im Augenblick Frauen. Pro Jahr machen 50 bis 80 Lehrlinge ihren Abschluss beim Bundesheer und suchen dann meistens einen Job in der Privatwirtschaft. (Abg. Ing. Westenthaler: Jugendsprecherin!)
Abg. Riepl: Da können Sie etwas lernen! – Abg. Ing. Westenthaler: Aufpassen!
Abgeordneter Mag. Rainer Widmann (BZÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Hohes Haus! Es ist immer interessant, den Ausführungen der Vertreter der Regierungsparteien zu lauschen (Abg. Riepl: Da können Sie etwas lernen! – Abg. Ing. Westenthaler: Aufpassen!), wie toll doch dieses Budget wäre und das Verteidigungsbudget wäre das Größte und Beste überhaupt. – Im Wesentlichen bleibt bei diesem Budget für die Landesverteidigung doch fast nichts übrig!
Das Mikrophon des Redners fällt neuerlich aus. – Abg. Grosz: Ins Mikrophon reden! – Abg. Kopf macht die sogenannte Scheibenwischerbewegung. – Abg. Silhavy: Der Herr Grosz ist wieder besonders lustig! – Abg. Grosz: Ins andere Mikro! – Abg. Ing. Westenthaler: Frau Präsidentin, haben Sie den Wischer gesehen? – Abg. Silhavy: Dann soll er sich einmal benehmen! Was soll denn das?! – Der Redner begibt sich zu einem anderen Mikrophon.
Ich hatte vor, das in der nächsten Präsidiale ... (Das Mikrophon des Redners fällt aus.) Frau Präsidentin, ich hatte ohnedies vor, diese Sache bei der nächsten Präsidiale zur Sprache zu bringen. (Das Mikrophon des Redners fällt neuerlich aus. – Abg. Grosz: Ins Mikrophon reden! – Abg. Kopf macht die sogenannte Scheibenwischerbewegung. – Abg. Silhavy: Der Herr Grosz ist wieder besonders lustig! – Abg. Grosz: Ins andere Mikro! – Abg. Ing. Westenthaler: Frau Präsidentin, haben Sie den Wischer gesehen? – Abg. Silhavy: Dann soll er sich einmal benehmen! Was soll denn das?! – Der Redner begibt sich zu einem anderen Mikrophon.)
Abg. Ing. Westenthaler: Weil der Herr Grosz gesagt hat, Kopf soll ins Mikrophon reden?! – Abg. Scheibner: Vergeben Sie Ordnungsrufe!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter, es steht Ihnen natürlich gemäß § 103 GOG frei, einen derartigen Wunsch zu äußern. Ich werde dem jedoch nicht nachkommen, denn ich müsste beiden einen Ordnungsruf erteilen (Abg. Ing. Westenthaler: Weil der Herr Grosz gesagt hat, Kopf soll ins Mikrophon reden?! – Abg. Scheibner: Vergeben Sie Ordnungsrufe!), weil ich natürlich auch Zwischenrufe wahrnehme. Daher unterlasse ich beide Ordnungsrufe. (Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) Es ist letztendlich meine Entscheidung, wie ich hier vorgehe. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – die Scheibenwischerbewegung machend –: Das ist erlaubt? Das ist erlaubt künftig? Das ist ein Präjudiz!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – die Scheibenwischerbewegung machend –: Das ist erlaubt? Das ist erlaubt künftig? Das ist ein Präjudiz!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter, es steht Ihnen natürlich gemäß § 103 GOG frei, einen derartigen Wunsch zu äußern. Ich werde dem jedoch nicht nachkommen, denn ich müsste beiden einen Ordnungsruf erteilen (Abg. Ing. Westenthaler: Weil der Herr Grosz gesagt hat, Kopf soll ins Mikrophon reden?! – Abg. Scheibner: Vergeben Sie Ordnungsrufe!), weil ich natürlich auch Zwischenrufe wahrnehme. Daher unterlasse ich beide Ordnungsrufe. (Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) Es ist letztendlich meine Entscheidung, wie ich hier vorgehe. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – die Scheibenwischerbewegung machend –: Das ist erlaubt? Das ist erlaubt künftig? Das ist ein Präjudiz!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt lachen Sie wieder darüber!
Meine Damen und Herren, ich darf Sie bitten, auch mit Ihren Zwischenrufen etwas sorgfältiger umzugehen (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt lachen Sie wieder darüber!) und der Würde des Hauses gerade auch, was die Zwischenrufe betrifft, Rechnung zu tragen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Da brauchen wir Ihre oberlehrerhafte !)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Da brauchen wir Ihre oberlehrerhafte !
Meine Damen und Herren, ich darf Sie bitten, auch mit Ihren Zwischenrufen etwas sorgfältiger umzugehen (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt lachen Sie wieder darüber!) und der Würde des Hauses gerade auch, was die Zwischenrufe betrifft, Rechnung zu tragen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Da brauchen wir Ihre oberlehrerhafte !)
Abg. Ing. Westenthaler – die Scheibenwischerbewegung machend –: Wahrscheinlich lachen Sie auch noch darüber!
Meine Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler – die Scheibenwischerbewegung machend –: Wahrscheinlich lachen Sie auch noch darüber!) Ich verstehe den Appell, den die Frau (Abg. Ing. Westenthaler – die Scheibenwischerbewegung machend –: Sie lachen auch noch darüber, wenn man so macht, oder?) – Herr Abgeordneter Westenthaler, wenn Sie diese Gestik jetzt nicht unterlassen, werde ich Ihnen einen Ordnungsruf erteilen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler – die Scheibenwischerbewegung machend –: Sie lachen auch noch darüber, wenn man so macht, oder?
Meine Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler – die Scheibenwischerbewegung machend –: Wahrscheinlich lachen Sie auch noch darüber!) Ich verstehe den Appell, den die Frau (Abg. Ing. Westenthaler – die Scheibenwischerbewegung machend –: Sie lachen auch noch darüber, wenn man so macht, oder?) – Herr Abgeordneter Westenthaler, wenn Sie diese Gestik jetzt nicht unterlassen, werde ich Ihnen einen Ordnungsruf erteilen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine ungeheuerliche Vorsitzführung!
Meine Damen und Herren, ich verstehe den Appell der Frau Klubvorsitzenden Dr. Glawischnig, den Appell an die anderen Klubvorsitzenden. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine ungeheuerliche Vorsitzführung!)
Abg. Ing. Westenthaler macht die Scheibenwischerbewegung.
Herr Klubobmann Kopf hat ja einen Vorschlag gemacht. (Abg. Ing. Westenthaler macht die Scheibenwischerbewegung.) Es steht Ihnen natürlich frei, so vorzugehen. Ansonsten werde ich diese Aufforderung natürlich aufgreifen und das Thema in der Präsidiale zur Sprache bringen. (Abg. Ing. Westenthaler: Skandalöse Vorsitzführung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Skandalöse Vorsitzführung!
Herr Klubobmann Kopf hat ja einen Vorschlag gemacht. (Abg. Ing. Westenthaler macht die Scheibenwischerbewegung.) Es steht Ihnen natürlich frei, so vorzugehen. Ansonsten werde ich diese Aufforderung natürlich aufgreifen und das Thema in der Präsidiale zur Sprache bringen. (Abg. Ing. Westenthaler: Skandalöse Vorsitzführung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Danke! Das ist ein Orden!
Herr Abgeordneter Westenthaler, ich erteile Ihnen einen Ordnungsruf. (Abg. Ing. Westenthaler: Danke! Das ist ein Orden!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Aber es ist ja eine sozialistische Präsidentin!
Was Herrn Grosz betrifft: Herr Grosz hat gesagt, Kopf soll ins Mikrophon sprechen – das steht übrigens auch im Protokoll: Er soll ins Mikrophon sprechen – und er hat das andere Mikrophon gemeint. (Abg. Amon: Ja, ja, ja!) Ob das jetzt so schlimm ist, was Herr Kollege Grosz gesagt hat, das will ich nicht beurteilen. Ich kann Ihnen nur eines sagen: Wenn Herr Grosz etwas sagt, was nicht passend ist in diesem Hause, dann müssen Sie das auch ahnden, denn letztlich geht es um gleiches Recht für alle. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Aber es ist ja eine sozialistische Präsidentin!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Auch von der Präsidentin!
Fall sein sollte, hat die Würde etwas gelitten. Deshalb bitte ich Sie, hier strenger vorzugehen: im Sinne aller, auch im Sinne der Zuschauer, die sich von diesem Haus wirklich mehr Würde erwarten, zu Recht erwarten. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Auch von der Präsidentin!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt der nächste Ordnungsruf, weil er etwas gesagt hat, was Ihnen vielleicht nicht gefallen hat!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Lugar, zu Ihrer Wortmeldung. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt der nächste Ordnungsruf, weil er etwas gesagt hat, was Ihnen vielleicht nicht gefallen hat!)
Abg. Ing. Westenthaler: Auch die Präsidentin! Die lacht über Ordnungsrufe!
Herr Abgeordneter Lugar, ich teile Ihre Einschätzung und Auffassung, dass wir alle alles daranzusetzen haben, in jeder Minute, die wir uns hier befinden, die Würde des Hauses in den Mittelpunkt zu stellen. (Abg. Ing. Westenthaler: Auch die Präsidentin! Die lacht über Ordnungsrufe!) Ich halte es aber auch für unerträglich – und hier hat natürlich die Präsidentin durchzugreifen –, wenn einzelne Abgeordnete in Permanenz versuchen, das Haus, die Abgeordneten ins Lächerliche zu ziehen (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen – Abg. Ing. Westenthaler: Aber den „Wischer“ darf man zeigen, nicht?), und das, Herr Abgeordneter Westenthaler, gilt auch für Sie! Das gilt auch für Sie!
Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen – Abg. Ing. Westenthaler: Aber den „Wischer“ darf man zeigen, nicht?
Herr Abgeordneter Lugar, ich teile Ihre Einschätzung und Auffassung, dass wir alle alles daranzusetzen haben, in jeder Minute, die wir uns hier befinden, die Würde des Hauses in den Mittelpunkt zu stellen. (Abg. Ing. Westenthaler: Auch die Präsidentin! Die lacht über Ordnungsrufe!) Ich halte es aber auch für unerträglich – und hier hat natürlich die Präsidentin durchzugreifen –, wenn einzelne Abgeordnete in Permanenz versuchen, das Haus, die Abgeordneten ins Lächerliche zu ziehen (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen – Abg. Ing. Westenthaler: Aber den „Wischer“ darf man zeigen, nicht?), und das, Herr Abgeordneter Westenthaler, gilt auch für Sie! Das gilt auch für Sie!
Abg. Ing. Westenthaler: Den „Wischer“ darf man zeigen, oder? – Sie lachen ja selber über Ordnungsrufe, Frau Präsidentin!
Daher kann ich nur an Sie alle appellieren, doch nicht ständig die Ernsthaftigkeit in diesem Haus vermissen zu lassen. (Abg. Ing. Westenthaler: Den „Wischer“ darf man zeigen, oder? – Sie lachen ja selber über Ordnungsrufe, Frau Präsidentin!) Herr Abgeordneter Westenthaler, Sie können noch stundenlang provozieren – wir werden uns hier in diesem Haus von Ihnen nicht provozieren lassen! (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Frau Präsidentin, Sie grinsen selber über Ordnungsrufe und setzen damit die Würde des Hauses herab! – Zwischenrufe bei der SPÖ in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler.
Als Nächster zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Dr. Matznetter. 3 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Frau Präsidentin, Sie grinsen selber über Ordnungsrufe und setzen damit die Würde des Hauses herab! – Zwischenrufe bei der SPÖ in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Noch ein Ordnungsruf!
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Frau Staatssekretärin! Herr Staatssekretär! Die ständigen Versuche des Abgeordneten Westenthaler (Abg. Ing. Westenthaler: Noch ein Ordnungsruf!), während hier wichtige Themen der Wirtschaft angesprochen werden, durch permanente Zwischenrufe die Diskussion zu stören, sind entbehrlich, würde ich meinen. Kommen Sie einmal zur Sache! Sie können sich ja nachher zu Wort melden, dann können Sie alles hier ausführen.
Abg. Ing. Westenthaler: Warum sind Sie nicht mehr Staatssekretär?
Kommen wir einmal zum entscheidenden Thema: Reicht das, was die Bundesregierung macht oder nicht macht? – Ich sage Ihnen: Wir haben sehr, sehr schnell genau das Richtige gemacht! (Abg. Ing. Westenthaler: Warum sind Sie nicht mehr Staatssekretär?) Ich erinnere daran: Wir haben bereits im Oktober die notwendigen Weichenstellungen vorgenommen, um die österreichischen Spareinlagen zu schützen. Wir haben bereits im November, als andere Regierungen noch überlegt haben, was sie im Lichte der Krise tun, das erste Konjunkturpaket beschlossen, wo wir mit einem Volumen von 1 Milliarde € für die ganz kleinen bis großen Betriebe ein Paket geschnürt haben, wo sich heute bereits hunderte Kleinstbetriebe, die früher niemals Mittel aus
Abg. Ing. Westenthaler: Und der Herr Faul!
Man muss umstrukturieren und gegensteuern, die richtige Balance finden. – Okay, aber bisher vermisse ich jede Kampfansage an diese Krise. Wir brauchen uns ja nur die Situation im halbstaatlichen Bereich in Österreich anzusehen. Bei der AUA weiß keiner, wohin die Reise geht, das ist ein Flug ins Ungewisse. Bei den Österreichischen Bundesbahnen hat man 900 Millionen € Defizit im Jahr 2008 geschrieben, aber Bonifikationen von 4 Millionen € sollen dort an die Manager ausbezahlt werden. Der ÖIAG-Chef Michaelis ist meiner Meinung nach der teuerste, auch laut Zeitung „Österreich“. Er tut überhaupt nichts in diesem Bereich (Abg. Ing. Westenthaler: Und der Herr Faul!) – auch nichts! –, außer dass Bonifikationen für Manager ausbezahlt werden, die Verluste schreiben. Gewinne werden sozusagen privatisiert, und Verluste werden verstaatlicht.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Grosz: Wie der Herr Faul! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Faul war den ganzen Tag nicht da!
Eine Aussage kann ich mir nicht verkneifen, wenn ich hier in die Richtung schaue, wo normalerweise der HC Strache sitzt: Ich würde ihn als parlamentarischen Touristen bezeichnen, denn gestern war er maximal eine halbe Stunde hier im Haus, obwohl die Freiheitlichen immer wettern, wenn jemand nicht da ist, und heute ist er hier noch überhaupt nicht angekommen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Grosz: Wie der Herr Faul! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Faul war den ganzen Tag nicht da!)
Abg. Ing. Westenthaler: Da tragen Sie aber auch dazu bei!
Wenn Sie das wirklich weiterhin fortsetzen wollen, dann, sage ich Ihnen, brauchen Sie sich nicht zu wundern, wenn irgendwann einmal die Menschen außerhalb dieses Hauses, die Wählerinnen und Wähler nur mehr von einer Quasselbude oder sonst etwas reden. (Abg. Ing. Westenthaler: Da tragen Sie aber auch dazu bei!) Das wollen wir ja vermeiden. (Abg. Ing. Westenthaler: Da tragen Sie aber auch Ihren Teil dazu bei!)
Abg. Ing. Westenthaler: Da tragen Sie aber auch Ihren Teil dazu bei!
Wenn Sie das wirklich weiterhin fortsetzen wollen, dann, sage ich Ihnen, brauchen Sie sich nicht zu wundern, wenn irgendwann einmal die Menschen außerhalb dieses Hauses, die Wählerinnen und Wähler nur mehr von einer Quasselbude oder sonst etwas reden. (Abg. Ing. Westenthaler: Da tragen Sie aber auch dazu bei!) Das wollen wir ja vermeiden. (Abg. Ing. Westenthaler: Da tragen Sie aber auch Ihren Teil dazu bei!)
Abg. Ing. Westenthaler: Werden wir eh machen!
Wenn Sie da so flapsig herauskommen und sagen: Na ja, Anlassgesetzgebung, da sind wir nicht dafür, aber vielleicht wäre das gar nicht so schlecht, da könnten wir nämlich die Präsidentin Prammer abwählen, weil deren Vorsitzführung gefällt mir nicht!, dann sage ich Ihnen Folgendes: Gehen Sie zu Ihrem Klubobmann Bucher, der sitzt in der Präsidiale, der soll dort Kritik üben, wenn es Kritik zu üben gibt! (Abg. Ing. Westenthaler: Werden wir eh machen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der fürchtet sich eh schon!
Zugleich werden wir aber auch einmal Sie zum Gegenstand in der Präsidiale machen (Abg. Ing. Westenthaler: Der fürchtet sich eh schon!) und die Art und Weise behandeln, wie Sie hier mit einzelnen Abgeordneten umgehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir fürchten uns eh schon!) Es ist nämlich in Wirklichkeit nicht in Ordnung, wenn Sie auf die Person in zerstörerischer Weise eingehen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir fürchten uns eh schon!
Zugleich werden wir aber auch einmal Sie zum Gegenstand in der Präsidiale machen (Abg. Ing. Westenthaler: Der fürchtet sich eh schon!) und die Art und Weise behandeln, wie Sie hier mit einzelnen Abgeordneten umgehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir fürchten uns eh schon!) Es ist nämlich in Wirklichkeit nicht in Ordnung, wenn Sie auf die Person in zerstörerischer Weise eingehen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir fürchten uns schon!
Wissen Sie, ich habe mir diese Aussprüche angeschaut, die Sie hier im Haus schon getätigt haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir fürchten uns schon!) – Sie brauchen sich gar nicht zu fürchten. (Abg. Ing. Westenthaler: Immer, wenn Sie mit dem Zeigefin-
Abg. Ing. Westenthaler: Wieso lacht dann die Präsidentin bei Ordnungsrufen?
ger drohen !) Sie sollen nur versuchen, konstruktiv mitzudenken, wenn Sie daran interessiert sind, dass wir miteinander ein besseres Image, einen besseren Ruf und eine bessere politische Kultur haben. Das wäre nämlich nicht schlecht. (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso lacht dann die Präsidentin bei Ordnungsrufen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wieso hat er dann einen Alkotest gemacht?
Aber wenn hier Herr Abgeordneter Faul spricht, und Ihnen fällt nichts anderes ein, als ihm vorzuwerfen, dass er entweder besoffen ist oder unter Drogen steht, dann ist das eine Art und Weise der Auseinandersetzung, die absolut inakzeptabel ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso hat er dann einen Alkotest gemacht?)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir fürchten uns schon!
Man kann bei jedem einzelnen Abgeordneten unterschiedlicher Meinung darüber sein, wie er denkt, was er tut, was er sagt, aber das, was Sie hier machen, das ist absolut zu verurteilen. (Zwischenruf des Abg. Petzner.) – Ja, Sie gehören da gleich dazu, Herr Petzner. Sie brauchen sich gar nicht zu verabschieden. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir fürchten uns schon!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wehleidig! – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wissen Sie, ich will das ja gar nicht aufzählen. Sie kennen das selbst, Sie kennen das Datum. Einmal sagen Sie: „Das Problem dabei ist: In der Regierung haben sie nur Ochsen!“ Oder, zu Herrn Abgeordnetem Prähauser: „Sie sind ein Nullum ...!“, und: „Sie sind die fleischgewordene unterste Schublade!“, und so weiter, und so weiter. Das sind lauter mehr als unter der Gürtellinie angesiedelte Formulierungen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wehleidig! – Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Nein, wehleidig ist der, der da unten steht, halb in Tränen ausbrechend, und nachher gibt es eine Kampagne gegen Herrn Abgeordneten Faul, gerade, dass man nicht schaut, was er nach 23 Uhr in seiner Freizeit macht. (Abg. Ing. Westenthaler: Cap wird wehleidig!) Das ist nicht in Ordnung! Das ist nicht in Ordnung, das müssen Sie einmal zur Kenntnis nehmen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Cap wird wehleidig!
Wissen Sie, ich will das ja gar nicht aufzählen. Sie kennen das selbst, Sie kennen das Datum. Einmal sagen Sie: „Das Problem dabei ist: In der Regierung haben sie nur Ochsen!“ Oder, zu Herrn Abgeordnetem Prähauser: „Sie sind ein Nullum ...!“, und: „Sie sind die fleischgewordene unterste Schublade!“, und so weiter, und so weiter. Das sind lauter mehr als unter der Gürtellinie angesiedelte Formulierungen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wehleidig! – Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Nein, wehleidig ist der, der da unten steht, halb in Tränen ausbrechend, und nachher gibt es eine Kampagne gegen Herrn Abgeordneten Faul, gerade, dass man nicht schaut, was er nach 23 Uhr in seiner Freizeit macht. (Abg. Ing. Westenthaler: Cap wird wehleidig!) Das ist nicht in Ordnung! Das ist nicht in Ordnung, das müssen Sie einmal zur Kenntnis nehmen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist das ein Verzweiflungsakt? – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Grillitsch.
Wissen Sie (Zwischenruf des Abg. Grillitsch.) – Nein, das gehört einmal dazu, das soll auch einmal hier im Plenum ausgesprochen werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist das ein Verzweiflungsakt? – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Grillitsch.) – Herr Abgeordneter Grillitsch, auch Sie kann es einmal treffen, wacheln Sie nicht so mit der Hand herum! Auch Sie kann es einmal treffen, auch Sie können einmal Gegenstand von solchen Attacken werden, und dann bin ich gespannt, was Sie im Endeffekt dazu sagen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele Ordnungsrufe haben Sie schon bekommen? Haben Sie nicht einen Ordnungsruf bekommen letztes Mal?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele Ordnungsrufe haben Sie schon bekommen? Haben Sie nicht einen Ordnungsruf bekommen letztes Mal?
Wissen Sie (Zwischenruf des Abg. Grillitsch.) – Nein, das gehört einmal dazu, das soll auch einmal hier im Plenum ausgesprochen werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist das ein Verzweiflungsakt? – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Grillitsch.) – Herr Abgeordneter Grillitsch, auch Sie kann es einmal treffen, wacheln Sie nicht so mit der Hand herum! Auch Sie kann es einmal treffen, auch Sie können einmal Gegenstand von solchen Attacken werden, und dann bin ich gespannt, was Sie im Endeffekt dazu sagen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele Ordnungsrufe haben Sie schon bekommen? Haben Sie nicht einen Ordnungsruf bekommen letztes Mal?)
Abg. Ing. Westenthaler: Heiliger Josef Cap!
Daher sage ich noch einmal zum Abschluss: Mir hat die Rede von Herrn Abgeordnetem Schüssel sehr gut gefallen, die er hier vor ein paar Tagen gehalten hat, in der er genau diese Kritik – jetzt müssen Sie nämlich nicken – geäußert hat. (Beifall bei der SPÖ.) Ich glaube, dass das berechtigt ist und dass man das aufgreifen soll, und zwar letztlich zum Nutzen von uns allen, die wir hier herinnen sitzen (Abg. Ing. Westenthaler: Heiliger Josef Cap!), wenn wir nämlich daran interessiert sind, dass uns, wenn wir das Haus dann verlassen, Respekt entgegengebracht wird, dass wir dort gehört werden und dass wir dort akzeptiert werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Seit wann bist du ein Heiliger?) Herr Abgeordneter Westenthaler, Ihr Zynismus ist hier nicht angebracht! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Seit wann bist du ein Heiliger?
Daher sage ich noch einmal zum Abschluss: Mir hat die Rede von Herrn Abgeordnetem Schüssel sehr gut gefallen, die er hier vor ein paar Tagen gehalten hat, in der er genau diese Kritik – jetzt müssen Sie nämlich nicken – geäußert hat. (Beifall bei der SPÖ.) Ich glaube, dass das berechtigt ist und dass man das aufgreifen soll, und zwar letztlich zum Nutzen von uns allen, die wir hier herinnen sitzen (Abg. Ing. Westenthaler: Heiliger Josef Cap!), wenn wir nämlich daran interessiert sind, dass uns, wenn wir das Haus dann verlassen, Respekt entgegengebracht wird, dass wir dort gehört werden und dass wir dort akzeptiert werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Seit wann bist du ein Heiliger?) Herr Abgeordneter Westenthaler, Ihr Zynismus ist hier nicht angebracht! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Er hat einen Ordnungsruf bekommen!
Ich wehre mich dagegen, wenn man dauernd versucht, in die Debatten im Parlament eine Stimmung hereinzubringen, die vielleicht da und dort möglich ist, hier aber nicht sein sollte. (Abg. Ing. Westenthaler: Er hat einen Ordnungsruf bekommen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Heilige Cap!
Noch einmal: Ja zur Kontroverse, ja zu harten Auseinandersetzungen, aber nein zu Beleidigungen, zu Zerstörungsstrategien gegenüber einzelnen Personen. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Heilige Cap!) Schreiben Sie sich das hinter die Ohren, Herr
Abg. Ing. Westenthaler: Das war eine Lachnummer jetzt! Der, der andere Pharisäer schimpft! Das ist ja unglaublich! Der Ordnungsrufkaiser des Hohen Hauses! Das ist ja unglaublich!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Öllinger. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Das war eine Lachnummer jetzt! Der, der andere Pharisäer schimpft! Das ist ja unglaublich! Der Ordnungsrufkaiser des Hohen Hauses! Das ist ja unglaublich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wenn sie lacht bei einem Ordnungsruf!
Der Punkt ist nicht die Vorsitzführung, werte Kollegen vom BZÖ, die sich da besonders angesprochen fühlen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn sie lacht bei einem Ordnungsruf!) Der Punkt sind politische Haltungen, die Präsidenten in der Öffentlichkeit vertreten. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Und wenn es antisemitische Haltungen gibt, dann ist kein Platz für derartige Präsidenten. Ich finde, das muss vonseiten des Parlaments ... (Abg. Strache: Der Herr Graf hat in seinen Reden niemals antisemitische Äußerungen getätigt!) – Bitte? (Abg. Strache: Das sind genau diese Unterstellungen und Diffamierungen, die Sie immer betreiben!) – Ja, ja, Herr Kollege Strache, Sie können es immer probieren. Sie können sich immer wieder als Opfer stilisieren. (Abg. Strache: Das ist genau die Sauerei, die Sie reden! Das ist die tiefste Schublade, die Sie ! Das ist die tiefste Schublade! legen Sie es Woche für Woche darauf an, parteipolitisch ! )
Abg. Ing. Westenthaler: Über Siemens auch in aller Sachlichkeit!
Man kann über alle Fördermodelle diskutieren – in aller Sachlichkeit. (Abg. Ing. Westenthaler: Über Siemens auch in aller Sachlichkeit!) – Zu Siemens komme ich gleich. – Man kann über alle Fördermodelle diskutieren, nur: Nach dem alten Blum-System haben wir 150 Millionen € ausgegeben, nach dem neuen Fördersystem geben wir heuer 155 Millionen € aus. Wir geben also um 5 Millionen € mehr für betriebliche Lehrstellenförderung aus. Da sind die überbetrieblichen Werkstätten nicht mitgerechnet, die sind draußen. Und ich würde auch da darum bitten: Bleiben wir sachlich!
Abg. Ing. Westenthaler: Siemens nicht vergessen!
Es sei mir gestattet, noch auf ein paar Punkte einzugehen, Pflege und Pflegegeld betreffend. (Abg. Ing. Westenthaler: Siemens nicht vergessen!) – Siemens kommt schon! Herr Westenthaler, ich glaube, Sie wissen ganz genau, dass ich einem Thema nicht ausweiche. Dazu kennen wir einander schon zu lange. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben das Thema gewechselt! Ich wollte es nur in Erinnerung rufen! – Abg. Hagenhofer: Ihr seid Flegel!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben das Thema gewechselt! Ich wollte es nur in Erinnerung rufen! – Abg. Hagenhofer: Ihr seid Flegel!
Es sei mir gestattet, noch auf ein paar Punkte einzugehen, Pflege und Pflegegeld betreffend. (Abg. Ing. Westenthaler: Siemens nicht vergessen!) – Siemens kommt schon! Herr Westenthaler, ich glaube, Sie wissen ganz genau, dass ich einem Thema nicht ausweiche. Dazu kennen wir einander schon zu lange. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben das Thema gewechselt! Ich wollte es nur in Erinnerung rufen! – Abg. Hagenhofer: Ihr seid Flegel!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber eine Parteigenossin ist dort, die Genossin Ederer!
Ich weiche dem Thema Siemens überhaupt nicht aus, weil wir natürlich auch da einen Dialog beginnen. Ich verteidige die Firma Siemens überhaupt nicht, ich bin nicht ihr Anwalt, das ist nicht mein Thema. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber eine Parteigenossin ist dort, die Genossin Ederer!) Meine Sorge gilt den 893 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern; das ist meine Sorge.
Abg. Ing. Westenthaler: Wie? Können Sie uns das nicht sagen?
Da geht es um hoch qualifiziertes Personal – das ist vollkommen korrekt: hoch qualifiziertes Personal –, das in einem Spezialsegment der IT-Branche hoch qualifiziert und auch wahrscheinlich hoch gesucht ist, und die Frage ist: Was kann man mit diesen Menschen tun? Wie kann man ihnen helfen? Und das werden wir tun. Ich schaue nicht weg. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie? Können Sie uns das nicht sagen?) – Lassen Sie sich überraschen, Herr Westenthaler! Im Gegensatz zu Ihnen bin ich kein Ankündigungspolitiker, sondern bemühe mich, Dinge sehr sachlich umzusetzen. Das mache ich sachlich – Sie werden es sehen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: So viel zur sachlichen Diskussion! Ihre Genossin schmeißt 900 Leute hinaus – und Sie verteidigen das hier auch noch!) – Nein, ich verteidige das überhaupt nicht! – Punkt eins. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Sozialminister weiß gar nicht, was er tun soll! Sagen Sie uns, was Sie tun wollen! Genossin Ederer ist die Chefin!) – Herr Westenthaler, Sie wissen ganz genau, wo Unternehmensentscheidungen bei der Firma Siemens getroffen werden und wo nicht. Sie werden doch nicht glauben, dass die Unternehmensentscheidung, dass Siemens weltweit die Mobilfunksparte verkauft, in Wien getroffen worden ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie wissen nicht, was Sie mit den Leuten machen!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: So viel zur sachlichen Diskussion! Ihre Genossin schmeißt 900 Leute hinaus – und Sie verteidigen das hier auch noch!
Da geht es um hoch qualifiziertes Personal – das ist vollkommen korrekt: hoch qualifiziertes Personal –, das in einem Spezialsegment der IT-Branche hoch qualifiziert und auch wahrscheinlich hoch gesucht ist, und die Frage ist: Was kann man mit diesen Menschen tun? Wie kann man ihnen helfen? Und das werden wir tun. Ich schaue nicht weg. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie? Können Sie uns das nicht sagen?) – Lassen Sie sich überraschen, Herr Westenthaler! Im Gegensatz zu Ihnen bin ich kein Ankündigungspolitiker, sondern bemühe mich, Dinge sehr sachlich umzusetzen. Das mache ich sachlich – Sie werden es sehen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: So viel zur sachlichen Diskussion! Ihre Genossin schmeißt 900 Leute hinaus – und Sie verteidigen das hier auch noch!) – Nein, ich verteidige das überhaupt nicht! – Punkt eins. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Sozialminister weiß gar nicht, was er tun soll! Sagen Sie uns, was Sie tun wollen! Genossin Ederer ist die Chefin!) – Herr Westenthaler, Sie wissen ganz genau, wo Unternehmensentscheidungen bei der Firma Siemens getroffen werden und wo nicht. Sie werden doch nicht glauben, dass die Unternehmensentscheidung, dass Siemens weltweit die Mobilfunksparte verkauft, in Wien getroffen worden ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie wissen nicht, was Sie mit den Leuten machen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Sozialminister weiß gar nicht, was er tun soll! Sagen Sie uns, was Sie tun wollen! Genossin Ederer ist die Chefin!
Da geht es um hoch qualifiziertes Personal – das ist vollkommen korrekt: hoch qualifiziertes Personal –, das in einem Spezialsegment der IT-Branche hoch qualifiziert und auch wahrscheinlich hoch gesucht ist, und die Frage ist: Was kann man mit diesen Menschen tun? Wie kann man ihnen helfen? Und das werden wir tun. Ich schaue nicht weg. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie? Können Sie uns das nicht sagen?) – Lassen Sie sich überraschen, Herr Westenthaler! Im Gegensatz zu Ihnen bin ich kein Ankündigungspolitiker, sondern bemühe mich, Dinge sehr sachlich umzusetzen. Das mache ich sachlich – Sie werden es sehen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: So viel zur sachlichen Diskussion! Ihre Genossin schmeißt 900 Leute hinaus – und Sie verteidigen das hier auch noch!) – Nein, ich verteidige das überhaupt nicht! – Punkt eins. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Sozialminister weiß gar nicht, was er tun soll! Sagen Sie uns, was Sie tun wollen! Genossin Ederer ist die Chefin!) – Herr Westenthaler, Sie wissen ganz genau, wo Unternehmensentscheidungen bei der Firma Siemens getroffen werden und wo nicht. Sie werden doch nicht glauben, dass die Unternehmensentscheidung, dass Siemens weltweit die Mobilfunksparte verkauft, in Wien getroffen worden ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie wissen nicht, was Sie mit den Leuten machen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie wissen nicht, was Sie mit den Leuten machen!
Da geht es um hoch qualifiziertes Personal – das ist vollkommen korrekt: hoch qualifiziertes Personal –, das in einem Spezialsegment der IT-Branche hoch qualifiziert und auch wahrscheinlich hoch gesucht ist, und die Frage ist: Was kann man mit diesen Menschen tun? Wie kann man ihnen helfen? Und das werden wir tun. Ich schaue nicht weg. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie? Können Sie uns das nicht sagen?) – Lassen Sie sich überraschen, Herr Westenthaler! Im Gegensatz zu Ihnen bin ich kein Ankündigungspolitiker, sondern bemühe mich, Dinge sehr sachlich umzusetzen. Das mache ich sachlich – Sie werden es sehen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: So viel zur sachlichen Diskussion! Ihre Genossin schmeißt 900 Leute hinaus – und Sie verteidigen das hier auch noch!) – Nein, ich verteidige das überhaupt nicht! – Punkt eins. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Sozialminister weiß gar nicht, was er tun soll! Sagen Sie uns, was Sie tun wollen! Genossin Ederer ist die Chefin!) – Herr Westenthaler, Sie wissen ganz genau, wo Unternehmensentscheidungen bei der Firma Siemens getroffen werden und wo nicht. Sie werden doch nicht glauben, dass die Unternehmensentscheidung, dass Siemens weltweit die Mobilfunksparte verkauft, in Wien getroffen worden ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie wissen nicht, was Sie mit den Leuten machen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident, „Kasperl“ zu einem Abgeordneten zu sagen, macht auch nichts, oder? – Abg. Mag. Gaßner: Na ja, wenn’s stimmt? – Heiterkeit.
Ich möchte auch hier klarstellen, dass ich zum Behindertenbuffet (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident, „Kasperl“ zu einem Abgeordneten zu sagen, macht auch nichts, oder? – Abg. Mag. Gaßner: Na ja, wenn’s stimmt? – Heiterkeit.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Für uns ist es aber besonders kurios, wenn Abgeordneter Grosz herausgeht und das kritisiert – zu Recht kritisiert, das muss ich wirklich sagen, weil auch wir das verurteilen – und ich dann heute in einer Zeitung so einen Artikel sehe. (Der Redner hält eine Zeitschrift in die Höhe.) Da steht: Möchtegern-Spesenritter. Das ist aber niemand von der Bundesregierung, das ist ein Abgeordneter Huber, der heute nicht da ist. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Frag einmal die Präsidentin, ob das stimmt! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Man muss in dieser Sache fair bleiben. Man kann das der Bundesregierung vorwerfen, aber man muss auch vor der eigenen Türe kehren. (Abg. Ing. Westenthaler: Frag einmal die Präsidentin, ob das stimmt! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) Dieser Abgeordnete Huber war in Italien und hat von der Parlamentsdirektion ein Schreiben vorgelegt, dass ihn diese Italiener eingeladen hätten, um über Fragen des gegenseitigen Interesses zwischen Italien und Österreich zu sprechen, mit dem Ziel, die Beziehung zwischen den beiden Nationen und der Parlamentarischen Gesellschaft der Freunde Österreichs zu verbessern.
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Jetzt aber zum Thema. – Wir haben zum Konsumentenschutz eine Anregung, die budgetpolitisch nicht sehr viel kostet. Wir haben (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von FPÖ und BZÖ.) – Jetzt beruhigt euch doch wieder; die Wahrheit werdet ihr doch wohl vertragen, bitte! Das ist doch keine Notwendigkeit, sich aufzuregen. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Bitte, Herr Westenthaler! Wie viel Prozent hast du in Wien gemacht bei der letzten Gemeinderatswahl? – Wir reden nachher weiter.
Abg. Dolinschek – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Faul –: Was ist jetzt mit der Entschuldigung? – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt hast du die Chance dafür!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Faul. Eingestellte Redezeit: 2 Minuten. – Bitte. (Abg. Dolinschek – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Faul –: Was ist jetzt mit der Entschuldigung? – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt hast du die Chance dafür!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Eine vertane Chance! – Abg. Grosz: Er hätte sich entschuldigen können!
Herr Bundesminister, die Pensionistinnen und Pensionisten sind deshalb so dankbar, weil Sie ihnen wirklich das Gefühl geben, dass durch diese altbewährte Form der Pensionssicherung durch den Generationenvertrag für sie mehr Garantie besteht und sie damit größeres Vertrauen in die Zukunft haben können. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Eine vertane Chance! – Abg. Grosz: Er hätte sich entschuldigen können!)
Abg. Grosz: Und auch danken! – Abg. Ing. Westenthaler: Und Bussi geben!
Abgeordneter Anton Heinzl (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Ich möchte vorweg einmal der Frau Ministerin Bures wirklich aufrichtig und herzlich gratulieren (Abg. Grosz: Und danken!) zu diesem Budgetansatz Verkehr. (Abg. Grosz: Und auch danken! – Abg. Ing. Westenthaler: Und Bussi geben!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!
Aber lieber Kollege Cap, deine Heuchelnummer heute war auch vom Allerbesten! Man hat dir ja buchstäblich angesehen, wie schwer es dir fällt, gegen deine Freunde argumentieren zu müssen. Und wenn die Kameras weg sind, bist du der Erste, der sofort eingehängt wieder draußen in der Café-Bar mit ihnen zusammen ist und Couleur-Schmuserei betreibt. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!)
Lebhafter lang anhaltender Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: So deutliche Worte hat der Herr Cap nicht gefunden! – Gegenruf der Abg. Silhavy. – Abg. Ing. Westenthaler, replizierend: Euer Klubobmann findet solche Worte nicht!
Meine Damen und Herren, wir dürfen es nicht zulassen, dass eine wild gewordene Horde dieses Land in Geiselhaft nimmt. Und, Josef Cap, mein Appell geht an dich: Bitte sorgt dafür, dass Klarheit herrscht: Klarheit herrscht im Umgang mit der Provokation, die an die Stelle von politischen Inhalten tritt, Klarheit herrscht im Umgang mit einer Fraktion, die glaubt, dieses Land in Geiselhaft nehmen zu können! (Lebhafter lang anhaltender Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: So deutliche Worte hat der Herr Cap nicht gefunden! – Gegenruf der Abg. Silhavy. – Abg. Ing. Westenthaler, replizierend: Euer Klubobmann findet solche Worte nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist der Sinn und Zweck? Dass 118 Sexualstraftäter ...?
Zum Thema Bewährungshilfe. Das ist ein Spezialthema von mir, weil ich in diesem Bereich besonders enttäuscht bin von Ihnen, weil Sie immer versprochen haben, dass die Bewährungshilfe mehr Geld bekommen wird. Man muss sich einmal die Ausgangsposition anschauen: Wir haben 2007 ein Haftentlastungspaket beschlossen. Im Unterschied zum BZÖ, das den Sinn und Zweck des Haftentlastungspaketes offensichtlich nach zwei Jahren Diskussion immer noch nicht verstanden hat, halten wir das Haftentlastungspaket für richtig. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist der Sinn und Zweck? Dass 118 Sexualstraftäter ...?) Warum? – Sie sehen das ähnlich: Es kommt zu vermehrten bedingten Entlassungen mit der Auflage der Bewährungshilfe, mit dem Ziel – und das wird auch erreicht –, dass es zu einer geringeren Rückfallsquote kommt. Also eine gute Initiative!
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommen einige Dankesworte! – Beifall bei Abgeordneten des BZÖ.
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Pendl. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommen einige Dankesworte! – Beifall bei Abgeordneten des BZÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Pendl lädt uns alle immer ein, er soll auch einmal für uns zahlen!
Frau Ministerin, alles Gute! Wir werden Ihnen im Justizausschuss gemeinsam helfen und versuchen, zum Positiven zu kommen! Alles Gute! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Pendl lädt uns alle immer ein, er soll auch einmal für uns zahlen!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Scheibner.
50 Millionen € mehr im Justizbudget 2009 – und das in Zeiten von Sparbudgets; das muss man auch sagen – stehen für Leistungen wie Sachwalterschaft, Opferschutzhilfe (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner – Abg. Ursula Haubner: Nicht so bösartig!), Opferschutzeinrichtungen oder Sachverständigengutachten sowie Erhöhungen für BIG-Mieten zur Verfügung. (Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Scheibner.) – Jetzt werden Sie nervös, Herr Klubobmann Scheibner! – pardon: sind Sie ja gar nicht mehr. (Abg. Scheibner: Ich bin nicht nervös! Ich hätte Ihnen eine bessere Rede geschrieben!)
Neuerlicher Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Ich denke mir, das ist eine Wortwahl, wie sie genau von dieser Gruppe, die heute den Misstrauensantrag stellen wird, verwendet wird, wo man der Frau Bundesminister zuruft, sie möge in die Schottergrube verschwinden, eine Wortwahl, die unflätig ist. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Hörl.) Und ich glaube, ohne die Worte des Herrn Faul verwenden zu wollen, dass er das sagt, was sich die schweigende Mehrheit dieses Hauses schon lange denkt. (Neuerlicher Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Bussi, Bussi, Bussi!
Frau Minister Fekter, Sie haben nicht unser uneingeschränktes Vertrauen, daran können Sie noch arbeiten, aber Sie haben auch nicht unser Misstrauen. (Abg. Ing. Westenthaler: Bussi, Bussi, Bussi!)
Abg. Ing. Westenthaler: Na wart einmal ab! Abwarten!
In diesem Sinne – Herr Westenthaler, Sie sind ja selbst einer dieser Fälle, die für ein Hinaufschrauben der Kriminalstatistik sorgen (Abg. Ing. Westenthaler: Na wart einmal ab! Abwarten!) – darf ich mir wünschen – ich darf es mir wirklich eindringlich wünschen! –, dass dieser unheilvolle grün-rote Einfluss auf die Sicherheitspolitik schwindet und durch nicht-sozialistische Modelle ersetzt wird.
Beifall beim BZÖ. – Bundesministerin Dr. Fekter befindet sich – neben der Regierungsbank stehend – in einem Gespräch. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie hört ja nicht einmal zu!
hat bis heute keine einzige Idee entwickelt, meine Damen und Herren! Das ist das Problem! (Beifall beim BZÖ. – Bundesministerin Dr. Fekter befindet sich – neben der Regierungsbank stehend – in einem Gespräch. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie hört ja nicht einmal zu!)
Abg. Ing. Westenthaler – eine Tageszeitung in die Höhe haltend –: Frau Ministerin, haben Sie schon gelesen?
Es gibt immer wieder den Versuch (Abg. Ing. Westenthaler – eine Tageszeitung in die Höhe haltend –: Frau Ministerin, haben Sie schon gelesen?), die soziale Welt in zwei Teile zu spalten – in das „wir“ und „die anderen“. „Den anderen“ werden wegen ihrer Vorgangsweise immer schlechte Motive unterstellt, während die „wir“, die immer wieder die Guten sind, ständig von „den anderen“ bedroht werden.
Abg. Ing. Westenthaler: Otto „Dank“ Pendl!
Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Pendl. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Otto „Dank“ Pendl!)
Abg. Ing. Westenthaler: Welche Wahl?
Ich würde Sie aber alle, meine geschätzten Damen und Herren, eingangs einmal einladen – ich meine, es ist keine Ausrede wert, zu sagen, es ist Wahlkampf! (Abg. Ing. Westenthaler: Welche Wahl?) –, zu überlegen, wie wir gewisse Wortwahlen treffen. Es wurde heute bereits angesprochen: Ob es hier im Plenum oder in einem Ausschuss ist, wir sollten uns immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass es auch an uns liegt, wie wir formulieren, wie wir miteinander umgehen! Ich meine, es ist entbehrlich,
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: In den neunziger Jahren!
Wir reden immer von Altfällen. Vergesst nicht, wer mit in der Regierung war! Und vergesst nicht, in welchen Jahren die größten Zuwanderungen stattfanden! Ich habe es nicht vergessen, ich erspare mir nur, das aufzuzählen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: In den neunziger Jahren!)
ironische Heiterkeit beim BZÖ – Abg. Ing. Westenthaler: Na bitte, 195 000!
Richtig ist vielmehr, dass es im ersten Quartal 195 000 angezeigte Delikte gegeben hat (ironische Heiterkeit beim BZÖ – Abg. Ing. Westenthaler: Na bitte, 195 000! ); sowohl Verkehrsunfälle als auch Fälle, in denen jemand beispielsweise einen Polizisten nötigt, scheinen in diesen Statistiken ebenso auf (Bundesministerin Dr. Fekter: Diebstahl genauso!) wie diverse Einbruchsdiebstähle. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Setzen, nicht genügend!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Bundesministerin Dr. Fekter: Wegen Missbrauchs! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist keine tatsächliche Berichtigung, das ist eine politische Wertung!
Kollege Westenthaler hat weiters behauptet, dass die Regierung und die Frau Bundesministerin versuchen, Asylgesetze zu erleichtern. – Ich berichtige: Laut Regierungsübereinkommen ist an keine Erleichterung gedacht. Im Gegenteil! Die Bundesregierung strebt eine Verschärfung der diesbezüglichen Bestimmungen an! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Bundesministerin Dr. Fekter: Wegen Missbrauchs! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist keine tatsächliche Berichtigung, das ist eine politische Wertung!)
Abg. Mag. Stadler: Das war eine tatsächliche Ignoranz! – Abg. Ing. Westenthaler: Eine tatsächliche Bestätigung war das!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Hornek. 3 Minuten. (Abg. Mag. Stadler: Das war eine tatsächliche Ignoranz! – Abg. Ing. Westenthaler: Eine tatsächliche Bestätigung war das!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wart es ab!
Verwundert bin ich über den Antrag des BZÖ mit heutigem Tag. BZÖ und Sicherheit und Polizei, was bedeutet das? – Wenn ich die Medien des letzten Tages durchblättere, dann finde ich: Prozess. – Tritt Westenthaler bald zurück? (Abg. Ing. Westenthaler: Wart es ab!) Politisch gefärbte Justiz? (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist euer Rechtsverständnis!) Stilisiert sich der ehemalige BZÖ-Chef Peter Westenthaler? Das lässt das Wiener Oberlandesgericht unbeeindruckt? – Ist freilich unwahrscheinlich. Am 4. Juni entscheidet sich dort, ob Westenthaler seine Politlaufbahn fortsetzen darf.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist euer Rechtsverständnis!
Verwundert bin ich über den Antrag des BZÖ mit heutigem Tag. BZÖ und Sicherheit und Polizei, was bedeutet das? – Wenn ich die Medien des letzten Tages durchblättere, dann finde ich: Prozess. – Tritt Westenthaler bald zurück? (Abg. Ing. Westenthaler: Wart es ab!) Politisch gefärbte Justiz? (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist euer Rechtsverständnis!) Stilisiert sich der ehemalige BZÖ-Chef Peter Westenthaler? Das lässt das Wiener Oberlandesgericht unbeeindruckt? – Ist freilich unwahrscheinlich. Am 4. Juni entscheidet sich dort, ob Westenthaler seine Politlaufbahn fortsetzen darf.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Schopf. – Abg. Ing. Westenthaler: Ich werde länger hier herinnen sitzen als Sie, keine Sorge!
Herr Westenthaler, Sie werden dafür keine Blumen bekommen, sondern vielleicht das Lied: Sag zum Abschied leise Servus! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Schopf. – Abg. Ing. Westenthaler: Ich werde länger hier herinnen sitzen als Sie, keine Sorge!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich werde noch länger da sitzen als Sie, keine Sorge!
Nur eines, meine sehr geehrten Damen und Herren, kann nicht sein: dass man, wenn man als Abgeordneter Probleme hat, in der Folge Misstrauensanträge stellt, damit man es dann bequemer hat! Das wird es in diesem Hohen Haus nicht geben, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Ich werde noch länger da sitzen als Sie, keine Sorge!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eigentlich ein Ordnungsruf „Das ist eine Lüge!“!
Frau Ministerin Fekter versucht auch, durch inzwischen belegten, zum Beispiel durch Berichte von Amnesty International belegten und vorgelegten strukturellen Rassismus in den Polizeistrukturen in ihrem Amt ... (Bundesministerin Dr. Fekter: Das ist eine Lüge!) – Sie weigert sich nicht nur, diese Probleme zu benennen, sondern in weiterer Folge verweigert sie auch die Problemlösung in diesen Bereichen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eigentlich ein Ordnungsruf „Das ist eine Lüge!“!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir sind ein Parlament, kein Lesement!
Zum ersten Mal ermöglicht ein Globalbudget eine mittelfristige Planung der finanziellen Ressourcen. Das bedeutet, dass wir im Ressort Prioritäten setzen können, dass wir das Geld, das uns zur Verfügung steht, dort einsetzen können, wo es für die Kriminalitätsbekämpfung notwendig ist. Wir können auch Rücklagen bilden und somit unsere Strategien mittelfristig ausrichten. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir sind ein Parlament, kein Lesement!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Das Gesamtbudget verzeichnet im Jahr 2009 ein Plus von 200,6 Millionen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) – Herr Kollege Westenthaler, hören Sie zu, denn Sie haben das Budget sicherlich nicht gelesen! (Abg. Ing. Westenthaler: Reden Sie einmal frei!) Das Gesamtbudget 2010 hat ein Plus von 219,3 Millionen. Das erlaubt uns, unsere Strategien zu verfolgen.
Abg. Ing. Westenthaler: Reden Sie einmal frei!
Das Gesamtbudget verzeichnet im Jahr 2009 ein Plus von 200,6 Millionen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) – Herr Kollege Westenthaler, hören Sie zu, denn Sie haben das Budget sicherlich nicht gelesen! (Abg. Ing. Westenthaler: Reden Sie einmal frei!) Das Gesamtbudget 2010 hat ein Plus von 219,3 Millionen. Das erlaubt uns, unsere Strategien zu verfolgen.
Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat Ihnen das aufgeschrieben?
In absoluten Zahlen sind das 2,343 Milliarden €, die der Sicherheit zur Verfügung stehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat Ihnen das aufgeschrieben?) Für das Jahr 2010 sind es 2,362 Milliarden €.
Abg. Ing. Westenthaler: Umblättern!
Dazu müssen wir die Mannschaft auch flexibel im Einsatz haben. Ich bedanke mich beim Hohen Haus dafür, dass das Gesetz, das den Flexipool ermöglicht, bereits verabschiedet ist. Mit 1. Juni 2009 wird es einen Flexipool geben, das heißt, nach der Ausbildung in der Polizeischule kommen die jungen Inspektorinnen und Inspektoren in den Flexipool (Abg. Ing. Westenthaler: Umblättern!) und sind dann dort flexibel einsetzbar, wo wir sie brauchen.
Abg. Ing. Westenthaler: So ein Schmäh!
Ich bedanke mich noch einmal beim Herrn Finanzminister dafür, dass er auch diesem Bereich sehr hohes Augenmerk geschenkt und die Mittel für den Sachaufwand aufgestockt hat. (Abg. Ing. Westenthaler: So ein Schmäh!) Damit können wir der Polizei die nötige Infrastruktur und das entsprechende Werkzeug zur Verfügung stellen. (Abg. Ing. Westenthaler: Eine echte Mogelpackung!) Moderne Infrastruktur und gute Arbeitsbedingungen sind einerseits ein wichtiger Motivationsfaktor, andererseits ein effizientes Instrumentarium, um gesicherte Polizeiarbeit leisten zu können.
Abg. Ing. Westenthaler: Eine echte Mogelpackung!
Ich bedanke mich noch einmal beim Herrn Finanzminister dafür, dass er auch diesem Bereich sehr hohes Augenmerk geschenkt und die Mittel für den Sachaufwand aufgestockt hat. (Abg. Ing. Westenthaler: So ein Schmäh!) Damit können wir der Polizei die nötige Infrastruktur und das entsprechende Werkzeug zur Verfügung stellen. (Abg. Ing. Westenthaler: Eine echte Mogelpackung!) Moderne Infrastruktur und gute Arbeitsbedingungen sind einerseits ein wichtiger Motivationsfaktor, andererseits ein effizientes Instrumentarium, um gesicherte Polizeiarbeit leisten zu können.
Beifall bei ÖVP und FPÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen machen wir ein Bleiberecht?!
(Beifall bei ÖVP und FPÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen machen wir ein Bleiberecht?!)
Eine Reihe von Personen verlässt die Besuchergalerie. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt gehen die Leute schon heim! Die gehen alle heim! – Abg. Grosz: Jetzt gehen die Leute heim!
Das heißt, es gibt nun ein dichtmaschiges, kilometertiefes Netz von Polizeikontrollen auf beiden Seiten der Grenze. In diesen grenznahen Regionen patrouillieren rund um die Uhr gemischte Polizeistreifen, die es vorher nicht gab, die wir mit den Nachbarstaaten durchführen. (Abg. Mag. Wurm: Ausgleichsmaßnahmen!) Unsere Polizisten können zudem Kriminelle auch alleine auf benachbartes Gebiet verfolgen, was umgekehrt vorher auch nicht möglich war, was aber jetzt durch moderne Staatsverträge möglich ist. (Eine Reihe von Personen verlässt die Besuchergalerie. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt gehen die Leute schon heim! Die gehen alle heim! – Abg. Grosz: Jetzt gehen die Leute heim!)
Abg. Ing. Westenthaler – auf die Besuchergalerie weisend –: Sie vertreiben die Leute!
Früher war das nicht möglich. Da musste man bürokratisch vorgehen, es gab einen langwierigen Schriftverkehr über Interpol – jetzt geht das mit Knopfdruck. Dadurch kann unsere Polizei bei Kontrolle verdächtiger Personen aus dem Schengen-Raum sofort Fahndungsmaßnahmen einleiten. (Abg. Ing. Westenthaler – auf die Besuchergalerie weisend –: Sie vertreiben die Leute!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Und die Balken im Auge!
Abgeordnete Mag. Gisela Wurm (SPÖ): Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Frauen Ministerinnen! Herr Staatssekretär! Die Frau Innenministerin hat davon gesprochen, dass nicht jeder Grenzbalken mehr Sicherheit bedeutet, und ich möchte sie darin unterstützen. Es gibt viele Maßnahmen, die gesetzt wurden, die sogenannten Ausgleichsmaßnahmen, aber das Gefährlichste, sehr geehrte Damen und Herren, sind die Grenzen im Kopf, die auch oft vorhanden sind. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Und die Balken im Auge!)
Abg. Ing. Westenthaler: 3 Prozent Aufklärungsquote!
(Abg. Ing. Westenthaler: 3 Prozent Aufklärungsquote!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo denn? Wo? Na, wo denn?
Jetzt zum eigentlichen Thema und auch zu Ihnen, Herr Kollege Westenthaler, wenn Sie diesen Misstrauensantrag auch Ihrer Partei gegen die Frau Bundesministerin noch unterstützen: Auch Sie leisten Ihren Beitrag dazu, dass die Kriminalstatistik erfüllt wird! (Abg. Ing. Westenthaler: Wo denn? Wo? Na, wo denn?) Ich möchte Sie, lieber Kollege, als Beispiel nennen. Sie sind in einem Fall statisiert, aber Sie sind sicher keine Bedrohung für diese Republik, das weiß ich. (Abg. Grosz: Aber die Bedrohung für die Republik sitzt auf der Regierungsbank!) Daher müssen Sie die kriminalstatistischen Zahlen und die Zahlen des Monitors so lesen, wie sie auch zu lesen sind.
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP. – Abg. Strache: Die österreichischen Polizisten werden sich bei Ihnen bedanken! – Abg. Grosz: ... wählt keiner mehr die ÖVP! – Abg. Ing. Westenthaler: Er zeigt seine Fieberkurve her!
Ich weiß nur eines: Die Polizei ist mit Maria Fekter auf dem richtigen Weg. (Abg. Grosz: Auf dem Holzweg! Gott schütze Österreich!) Die Zahlen der Kriminalitätsbelastung sind sinkend, und Sie verwenden hinkünftig die Zahlen, die richtig sind, und nicht nur polemisch! (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP. – Abg. Strache: Die österreichischen Polizisten werden sich bei Ihnen bedanken! – Abg. Grosz: ... wählt keiner mehr die ÖVP! – Abg. Ing. Westenthaler: Er zeigt seine Fieberkurve her!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Grosz: Gott schütze Österreich! – Ruf bei der SPÖ: Gott schütze Österreich vor Grosz und Westenthaler!
nen und Österreicher und auch im Sinne der Polizei, die dringend die Hilfe der Politik braucht und das wiedergutmachen muss, was Sie und Ihr Vorgänger, Minister Ernst Strasser, angerichtet haben! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Grosz: Gott schütze Österreich! – Ruf bei der SPÖ: Gott schütze Österreich vor Grosz und Westenthaler!)
Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Ing. Westenthaler.
auf, worauf wir auch sehr stolz sind. (Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Die kennt er nicht, weil er hat es heute schon einmal nicht zusammengebracht!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Mag. Maier zu Wort gemeldet. Herr Abgeordneter, Sie kennen die GO-Bestimmungen. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Die kennt er nicht, weil er hat es heute schon einmal nicht zusammengebracht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist keine tatsächliche Berichtigung, das ist ein Redebeitrag! – Weitere Zwischenrufe bei ÖVP und BZÖ.
Die Preissteigerungen bei Lebensmitteln allein waren ... (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist keine tatsächliche Berichtigung, das ist ein Redebeitrag! – Weitere Zwischenrufe bei ÖVP und BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Kann man dem Maier nicht lernen, wie eine tatsächliche Berichtigung geht? – Abg. Mag. Gaßner: Na von euch kann er es nicht lernen!
Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Mag. Gaßner zu Wort. 2 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Kann man dem Maier nicht lernen, wie eine tatsächliche Berichtigung geht? – Abg. Mag. Gaßner: Na von euch kann er es nicht lernen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Oh! Die hat das wenigstens erkannt!
Das war niemand anderer als die Frauenministerin Heinisch-Hosek. (Abg. Ing. Westenthaler: Oh! Die hat das wenigstens erkannt!) Ich glaube, wenn sogar die Ministerin erkannt hat, dass man auf falschen Zahlen aufgebaut hat, so sollten wir mit dem Budget 2010 noch einmal zurück an den Start gehen und es auf richtigen Zahlen aufbauen. (Beifall beim BZÖ.)
Neuerlicher Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Heinisch-Hosek for Finanzminister!
Ich hoffe, Herr Minister und Vizekanzler, dass Sie sich das zu Herzen nehmen und darüber nachdenken, dass unser Budget auf falschen Zahlen aufgebaut ist. (Neuerlicher Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Heinisch-Hosek for Finanzminister!)
Abg. Ing. Westenthaler: Kann die Präsidentin bitte eine kurze Zusammenfassung und eine Erklärung dazu geben?!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Ich habe sehr sorgfältig beobachtet, ob diese umfangreichen Anträge auch in den Kernpunkten erläutert wurden. Das ist geschehen. Sie sind bereits verteilt und stehen daher mit in Behandlung. (Abg. Ing. Westenthaler: Kann die Präsidentin bitte eine kurze Zusammenfassung und eine Erklärung dazu geben?!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das sage ich gerne!
Ich möchte wissen, was Sie zu tun gedenken. Welche andere Abstimmung ist davon betroffen? Oder waren es gar nicht zwei Abstimmungen? Sagen Sie, welche es war, dann wiederholen wir auch diese! (Abg. Ing. Westenthaler: Das sage ich gerne!) Ich finde, das ist unmöglich, so kann das nicht ablaufen! Wenn Sie es nicht genau sagen können, dann bin ich dafür, dass wir alle fünf namentlichen Abstimmungen wiederholen, damit das eine saubere Angelegenheit ist.
Abg. Ing. Westenthaler: Die linke Zehe!
Ich möchte aber Folgendes klarstellen: Ich darf mich beim Präsidium, bei den Mitarbeitern, bei allen Mandataren entschuldigen. Hintergrund ist keine böse Absicht gewesen. Mir tut einfach die linke Zehe sehr, sehr weh, und ich war heute sehr viel (Ironische Heiterkeit bei Abgeordneten von SPÖ, ÖVP, BZÖ und Grünen. – Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Das ist nur peinlich! – Abg. Scheibner: Das ist ja keine Parteisitzung in Simmering oder was! Wir sind hier im Parlament!) – Ihr könnt lachen, was ihr wollt! Ich habe (Abg. Ing. Westenthaler: Die linke Zehe!)
Sitzung Nr. 24
Abg. Ing. Westenthaler: Das tät’ euch so passen!
Abgeordneter Dr. Peter Fichtenbauer (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Hohes Haus! Die große Aufregung könnte in eine gewisse amikale Phase übergeleitet werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Das tät’ euch so passen!) Es gibt eine Einvernehmensmaterie, und diese Einvernehmensmaterie besteht in dem zur Beschlussfassung anstehenden Gesetz. Damit ist eigentlich alles gesagt.
Sitzung Nr. 26
Abg. Scheibner: Was ist übrig geblieben von Ihrer Reform? – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit den zwei Stunden mehr?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Für eine einleitende Stellungnahme hat sich nun die Frau Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur zu Wort gemeldet. Ich erteile ihr das Wort. – Frau Ministerin, die Redezeit soll 10 Minuten nicht übersteigen. Bitte sehr. (Abg. Scheibner: Was ist übrig geblieben von Ihrer Reform? – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit den zwei Stunden mehr?)
Abg. Ing. Westenthaler: Gratis!
Sehr geehrte Frau Bundesministerin, da besteht akuter Handlungsbedarf! Seit 2007 liegt ein Antrag des BZÖ im Parlament vor, um Nachhilfe im Rahmen des Unterrichtes zu gewähren (Abg. Ing. Westenthaler: Gratis!), Nachhilfe in den letzen Ferienwochen zu geben – ähnlich wie es in Finnland in den letzen Jahren gut funktioniert. (Beifall beim BZÖ.) Man könnte ja auch die schulautonomen Tage heranziehen, um den jungen Menschen dementsprechend zu helfen und sie zu unterstützen.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist keine Geschäftsordnungswortmeldung! Er muss einen Antrag stellen!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Frau Präsidentin! Am Samstag, dem 13. dieses Monats, hat es in der Josefstadt von der Sozialistischen Jugend ausgehend einen Spaziergang – wie es genannt wurde –, einen Antifaschistischen Spaziergang durch den 8. Bezirk gegeben (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist keine Geschäftsordnungswortmeldung! Er muss einen Antrag stellen!), der zu Beginn gestört wurde von Menschen, die vermummt, schwarz vermummt waren, mit Smiley-Masken adjustiert waren. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist keine Geschäftsordnungsdebatte! – Abg. Mag. Stadler: Das ist ein Missbrauch der Geschäftsordnung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist keine Geschäftsordnungsdebatte! – Abg. Mag. Stadler: Das ist ein Missbrauch der Geschäftsordnung!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Frau Präsidentin! Am Samstag, dem 13. dieses Monats, hat es in der Josefstadt von der Sozialistischen Jugend ausgehend einen Spaziergang – wie es genannt wurde –, einen Antifaschistischen Spaziergang durch den 8. Bezirk gegeben (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist keine Geschäftsordnungswortmeldung! Er muss einen Antrag stellen!), der zu Beginn gestört wurde von Menschen, die vermummt, schwarz vermummt waren, mit Smiley-Masken adjustiert waren. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist keine Geschäftsordnungsdebatte! – Abg. Mag. Stadler: Das ist ein Missbrauch der Geschäftsordnung!)
Abg. Mag. Stadler: Das ist ein Missbrauch der Geschäftsordnung! – Abg. Ing. Westenthaler: Er muss einen Antrag stellen!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer (das Glockenzeichen gebend): Herr Abgeordneter, die Einwendungen, die hier als Zwischenrufe kommen, sind berechtigt. (Abg. Mag. Stadler: Das ist ein Missbrauch der Geschäftsordnung! – Abg. Ing. Westenthaler: Er muss einen Antrag stellen!) Sie haben sich zur Geschäftsbehandlung zu Wort gemeldet, also kommen Sie bitte zur Sache in Sachen Geschäftsordnung oder unterlassen Sie diese Wortmeldung!
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein klassischer Missbrauch!
Heute lesen wir in der Zeitung: Graf verteidigt Mitarbeiter. – Frau Präsidentin, ich fordere Sie deshalb auf (Abg. Strache: Das ist unglaublich!), in der Präsidiale diese Äußerung des Herrn Graf beziehungsweise das Verhalten des Herrn „N.N.“, der in einer Nazi-Versammlung aufgetreten ist, entsprechend zu erörtern. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein klassischer Missbrauch!) Ich ersuche Sie, die Präsidenten – ausgenommen Präsidenten Graf, der ja schon eine Stellungnahme abgegeben hat –, um eine Stellungnahme und um eine Erörterung in der Präsidiale des Parlaments. (Abg. Strache: Das ist unfassbar!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich glaube, es ist doch besser, wenn wir die Präsidenten abwählen können!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Stadler, Ihr Antrag ist kein Antrag, dass wissen Sie auch, denn es kann keinen Antrag auf Abhaltung einer Sonderpräsidiale geben. Aber Sie können versichert sein, dass das Thema, das heute hier stattgefunden hat ... (Abg. Mag. Stadler: Wollen Sie eine Sitzungsunterbrechung haben?) Das ist meine Entscheidung! Aber Sie können versichert sein, dieses Thema wird in der Präsidiale behandelt werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich glaube, es ist doch besser, wenn wir die Präsidenten abwählen können!)
Abg. Ing. Westenthaler: Darf er das überhaupt? Ein zweites Mal?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zu Wort gemeldet hat sich noch einmal Herr Bundesminister Dr. Mitterlehner. – Bitte, Herr Bundesminister. (Abg. Ing. Westenthaler: Darf er das überhaupt? Ein zweites Mal?)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein freundschaftlicher Rat!
Nur darum bemühe ich mich hier, und dazu stehe ich auch. Daher ist das hier keine Attacke, kein Angriff, gar nichts. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein freundschaftlicher Rat!) Ich möchte nur anregen, dass wir darüber einmal diskutieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein freundschaftlicher Rat ist das, sagen Sie es gleich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein freundschaftlicher Rat ist das, sagen Sie es gleich!
Nur darum bemühe ich mich hier, und dazu stehe ich auch. Daher ist das hier keine Attacke, kein Angriff, gar nichts. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein freundschaftlicher Rat!) Ich möchte nur anregen, dass wir darüber einmal diskutieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein freundschaftlicher Rat ist das, sagen Sie es gleich!)
Abg. Ing. Westenthaler: „Mister minus 10 Prozent“!
Ich möchte nur eine Debatte haben, die uns weiterbringt und weiterhilft, die uns hilft, nach außen, hin zur Bevölkerung, zu den vielen Jugendlichen das Signal zu senden, dass das Bemühen besteht, die Geschichte im richtigen Licht zu zeigen, das aufzuarbeiten, dass da nicht mit Vorurteilen und Klischees gearbeitet wird und dass wir uns zum demokratischen Grundkonsens, zur Verfassung bekennen. (Abg. Ing. Westenthaler: „Mister minus 10 Prozent“!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler
Wenn wir hier in diesem Haus dieses Signal aussenden (Zwischenrufe beim BZÖ), dann leisten wir damit, meine ich, einen Beitrag, der dem entgegenwirkt, was in dieser Studie über die ÖsterreicherInnen, die jetzt gerade in einem Buch veröffentlicht wurde, aufgezeigt wird, wonach nämlich wachsendes Misstrauen gegenüber der Demokratie besteht, sich 20 Prozent plötzlich wieder Führerpersönlichkeiten vorstellen können (Zwischenruf des Abg. Petzner), wachsendes Misstrauen gegenüber dem Parlament festzustellen ist – nur noch 28 Prozent haben gegenüber dem Parlament eine positive Einstellung (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler) und 14 Prozent gegenüber den Parteien! (Abg. Ing. Westenthaler: Arbeitet einmal eure Geschichte auf!) – Nein, das trifft alle Parteien. Sicherlich, auch uns. Aber das trifft alle Parteien hier. Wir haben aufgearbeitet, wir haben ein ganzes Buch dazu veröffentlicht. Wir haben das aufgearbeitet! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Arbeitet einmal eure Geschichte auf!
Wenn wir hier in diesem Haus dieses Signal aussenden (Zwischenrufe beim BZÖ), dann leisten wir damit, meine ich, einen Beitrag, der dem entgegenwirkt, was in dieser Studie über die ÖsterreicherInnen, die jetzt gerade in einem Buch veröffentlicht wurde, aufgezeigt wird, wonach nämlich wachsendes Misstrauen gegenüber der Demokratie besteht, sich 20 Prozent plötzlich wieder Führerpersönlichkeiten vorstellen können (Zwischenruf des Abg. Petzner), wachsendes Misstrauen gegenüber dem Parlament festzustellen ist – nur noch 28 Prozent haben gegenüber dem Parlament eine positive Einstellung (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler) und 14 Prozent gegenüber den Parteien! (Abg. Ing. Westenthaler: Arbeitet einmal eure Geschichte auf!) – Nein, das trifft alle Parteien. Sicherlich, auch uns. Aber das trifft alle Parteien hier. Wir haben aufgearbeitet, wir haben ein ganzes Buch dazu veröffentlicht. Wir haben das aufgearbeitet! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Heinrich Gross, was ist mit dem? Mit der Victor-Adler-Plakette ausgezeichnet!
Ich sage Ihnen, nur 14 Prozent beträgt die Zustimmung zu den Parteien. Und jetzt möchte ich wissen, ob wir es heute hier schaffen ... (Abg. Ing. Westenthaler: Heinrich Gross, was ist mit dem? Mit der Victor-Adler-Plakette ausgezeichnet!) – Arbeiten wir nicht mit Zwischenrufen, Zuordnungen, Klischees, Punzierungen, sondern versuchen wir offenen Herzens, heute das einmal zu diskutieren, denn ich glaube, dieses Thema verdient es, hier in dieser Gründlichkeit behandelt zu werden (Abg. Ing. Westenthaler: „Mister minus 10 Prozent“!), und zwar aus Verantwortung gegenüber den Österreicherinnen und Österreichern, gegenüber den älteren Generationen, gegenüber den künftigen Generationen. Für mich und für uns alle ist das ein sehr, sehr ernstes Thema.
Abg. Ing. Westenthaler: „Mister minus 10 Prozent“!
Ich sage Ihnen, nur 14 Prozent beträgt die Zustimmung zu den Parteien. Und jetzt möchte ich wissen, ob wir es heute hier schaffen ... (Abg. Ing. Westenthaler: Heinrich Gross, was ist mit dem? Mit der Victor-Adler-Plakette ausgezeichnet!) – Arbeiten wir nicht mit Zwischenrufen, Zuordnungen, Klischees, Punzierungen, sondern versuchen wir offenen Herzens, heute das einmal zu diskutieren, denn ich glaube, dieses Thema verdient es, hier in dieser Gründlichkeit behandelt zu werden (Abg. Ing. Westenthaler: „Mister minus 10 Prozent“!), und zwar aus Verantwortung gegenüber den Österreicherinnen und Österreichern, gegenüber den älteren Generationen, gegenüber den künftigen Generationen. Für mich und für uns alle ist das ein sehr, sehr ernstes Thema.
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt weißt du, warum die 10 Prozent verloren haben! So eine Heuchelei!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Klubobmann Kopf. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt weißt du, warum die 10 Prozent verloren haben! So eine Heuchelei!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das weiß der Herr Cap nicht!
Aber es ist ebenso wahr, dass nach 1945 die Sozialdemokratie wie keine andere Partei in diesem Haus – und ich betone, wirklich keine andere Partei! – dafür gesorgt hat, dass ein Haufen Nazis hochrangig entnazifiziert wurden! (Abg. Ing. Westenthaler: Das weiß der Herr Cap nicht!) Das wissen Sie ganz genau! Das ist mit diesem einen Büchlein nicht abgetan; dieses eine Büchlein behandelt die Sonderproblematik der Verantwortung des BSA. (Abg. Ing. Westenthaler: Auf dem linken Auge blind! – Abg. Dr. Cap: Nein!) Aber natürlich, ich habe es mir angeschaut. (Abg. Dr. Cap: ... zwei Bücher!)
Abg. Ing. Westenthaler: Auf dem linken Auge blind! – Abg. Dr. Cap: Nein!
Aber es ist ebenso wahr, dass nach 1945 die Sozialdemokratie wie keine andere Partei in diesem Haus – und ich betone, wirklich keine andere Partei! – dafür gesorgt hat, dass ein Haufen Nazis hochrangig entnazifiziert wurden! (Abg. Ing. Westenthaler: Das weiß der Herr Cap nicht!) Das wissen Sie ganz genau! Das ist mit diesem einen Büchlein nicht abgetan; dieses eine Büchlein behandelt die Sonderproblematik der Verantwortung des BSA. (Abg. Ing. Westenthaler: Auf dem linken Auge blind! – Abg. Dr. Cap: Nein!) Aber natürlich, ich habe es mir angeschaut. (Abg. Dr. Cap: ... zwei Bücher!)
Abg. Ing. Westenthaler: Hört, hört!
Außerdem gibt es keine andere Partei in diesem Haus, Herr Kollege Cap, die mit einem eindeutigeren Slogan, der an Eindeutigkeit selbst von der FPÖ noch nie übertroffen wurde, wahlkämpfen gegangen ist. Ich darf daran erinnern: „Wer einmal schon für Adolf war, wählt Adolf auch in diesem Jahr“. – Adolf Schärf, Sozialdemokrat (Abg. Ing. Westenthaler: Hört, hört!), kein Freiheitlicher, kein Schwarzer, kein BZÖler!
Sitzung Nr. 27
Die Abgeordneten Dr. Cap und Mag. Gaßner stehen, mit dem Rücken zum Redner, vor den ÖVP-Bänken und sprechen mit Abg. Kopf. – Abg. Ing. Westenthaler – auf diesen Umstand hinweisend –: Frau Präsidentin, bitte!
Es geht Ihnen von der ÖVP also nur um Personalfragen und Postenfragen, detto den Damen und Herren der anderen Parteien, und damit ist auch die erschreckend niedrige Wahlbeteiligung bei diesen Wahlen zu begründen. (Die Abgeordneten Dr. Cap und Mag. Gaßner stehen, mit dem Rücken zum Redner, vor den ÖVP-Bänken und sprechen mit Abg. Kopf. – Abg. Ing. Westenthaler – auf diesen Umstand hinweisend –: Frau Präsidentin, bitte!)
Abg. Ing. Westenthaler: Parlamentarischer Usus!
Meine Damen und Herren, das stimmt mich bedenklich – und dann keine Frau Innenminister, die das hören möchte oder die das interessiert. (Abg. Grosz: Wo ist die Innenministerin?) Es ist wirklich beschämend für dieses Haus, dass hier ein Antrag besprochen wird, die Sicherheitspolitik im Argen liegt und die Frau Innenminister nicht auftaucht. Das ist es ihr nicht wert. (Abg. Ing. Westenthaler: Parlamentarischer Usus!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das stimmt aber!
nicht da, Folgendes (Abg. Ing. Westenthaler: Das stimmt aber!) – ich habe auch noch in aller Eile versucht, mich kundig zu machen –: Bei Fristsetzungsanträgen war es bisher nicht üblich, dass die Minister und Ministerinnen anwesend sind. Das wäre eine vollkommen neue Praxis, die bislang nicht eingeführt ist, und daher, so glaube ich, erübrigt sich das Ganze.
Abg. Ing. Westenthaler: Aber die Feststellung war richtig!
Es ist dies eine Debatte über eine innere Angelegenheit des Nationalrates, wie wir uns organisieren, und keine Debatte über Inhalte betreffend die Ministerin. Das wollte ich an dieser Stelle nur klargestellt haben. – Wenn es andere Auffassungen gibt, steht es den Klubvorsitzenden natürlich frei, das auch in der nächsten Präsidiale zu thematisieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber die Feststellung war richtig!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Feststellung war richtig!
Ich mache darauf aufmerksam, dass die Redezeit der nunmehr zu Wort gemeldeten Abgeordneten 5 Minuten beträgt. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Feststellung war richtig!)
Abg. Ing. Westenthaler – auf ein Exemplar besagter „Kronen Zeitung“ zeigend –: Herr Kollege Pendl!
Und Sie stellen sich hierher – im Wissen, dass wir bereits einen Sitzungstermin mit diesem Thema haben – und fangen an, alles, was wir hier vor 14 Tagen, glaube ich, gemeinsam diskutiert haben, zu wiederholen. (Abg. Ing. Westenthaler – auf ein Exemplar besagter „Kronen Zeitung“ zeigend –: Herr Kollege Pendl!)
Abg. Ing. Westenthaler – neuerlich auf ein Exemplar der „Kronen Zeitung“ zeigend –: Herr Kollege Pendl! Otto!
Ich sage – und das in aller Deutlichkeit –, dieser Bundesregierung und uns ist die öffentliche Sicherheit in diesem Land ein großes Anliegen! Wir wissen, was die Österreicherinnen und Österreicher von uns erwarten. (Beifall bei der SPÖ.) Aber mit Polemik, meine geschätzten Damen und Herren, erreichen wir nichts, und die Sicherheit erhöhen wir schon gar nicht damit! (Abg. Ing. Westenthaler – neuerlich auf ein Exemplar der „Kronen Zeitung“ zeigend –: Herr Kollege Pendl! Otto!)
Abg. Ing. Westenthaler: Bis zum 2. Juli sind schon wieder 10 000 ...!
Abgeordneter Günter Kößl (ÖVP): Frau Präsidentin! Geschätzte Damen und Herren! Ja, es ist tatsächlich so, dass wir am 2. Juli eine Sitzung des Innenausschusses haben und diesen Fristsetzungsantrag am 2. Juli natürlich dort auch behandeln werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Bis zum 2. Juli sind schon wieder 10 000 ...!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Dann bin ich auch dafür, dass das Innenministerium von einem Schutzhund geleitet wird! – Abg. Ing. Westenthaler – neuerlich auf ein Exemplar der „Kronen Zeitung“ mit der Schlagzeile „Jeder Zweite schon Opfer einer Straftat“ zeigend –: Mehr Schutzhunde für das Innenministerium!
Alles andere werden wir natürlich am 2. Juli diskutieren. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Dann bin ich auch dafür, dass das Innenministerium von einem Schutzhund geleitet wird! – Abg. Ing. Westenthaler – neuerlich auf ein Exemplar der „Kronen Zeitung“ mit der Schlagzeile „Jeder Zweite schon Opfer einer Straftat“ zeigend –: Mehr Schutzhunde für das Innenministerium!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ja, ja!
Abgeordnete Gabriele Binder-Maier (SPÖ): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Meine Damen und Herren! Ein paar Bemerkungen zu meinen Vorrednerinnen: Zum einen werde ich mich nicht auf einen Urheberstreit darüber einlassen, wer die Idee des Gratis-Kindergartens geboren hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Ja, ja!) Zum anderen, Frau Kollegin Gartelgruber, finde ich es schamlos, schon bei den Kindern Ausgrenzungspolitik zu betreiben! Und zum dritten: Frau Kollegin Musiol, Sie waren sehr kritisch, aber ich erinnere Sie daran, dass die Grünen in Oberösterreich daran beteiligt waren, als das Gratismittagessen in Kindergärten abgelehnt wurde! (Oh-Rufe bei der SPÖ.) Also lassen wir die Kirche im Dorf!
Sitzung Nr. 29
Beifall bei der ÖVP. – Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: So ist es! – Abg. Mag. Kogler: Seit Jahren verweigert die ÖVP eine Lösung, und jetzt kommen Sie mit einem Husch-Pfusch-Gesetz! Es ist das falsche Gesetz! – Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Er deckt Steuerhinterzieher! – Abg. Mag. Kogler: Ihr kennt euch ja nicht einmal aus! – Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Er will Steuerhinterzieher decken! – Abg. Ing. Westenthaler: Vor was fürchtest du dich?
Ich möchte Sie wirklich dazu einladen, sicherzustellen, dass wir diesbezüglich nicht von wirtschaftlichen Maßnahmen betroffen werden. (Abg. Mag. Kogler: Sie sagen ja die Unwahrheit! – Zwischenruf des Abg. Grosz.) Sie wissen genau, dass der nächste G 20-Gipfel Anfang September stattfindet. Die anderen Industriestaaten erwarten sich da Fortschritte, wie sie die Schweiz, Luxemburg und Liechtenstein vorweisen können. (Abg. Bucher: Überhaupt nichts wird passieren, Herr Kollege!) Gefährden Sie durch Ihre Blockade nicht Unternehmen, Arbeitsplätze und das wirtschaftliche Fortkommen Österreichs! (Beifall bei der ÖVP. – Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: So ist es! – Abg. Mag. Kogler: Seit Jahren verweigert die ÖVP eine Lösung, und jetzt kommen Sie mit einem Husch-Pfusch-Gesetz! Es ist das falsche Gesetz! – Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Er deckt Steuerhinterzieher! – Abg. Mag. Kogler: Ihr kennt euch ja nicht einmal aus! – Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Er will Steuerhinterzieher decken! – Abg. Ing. Westenthaler: Vor was fürchtest du dich?)
Zwischenruf des Abg. Grosz. – Abg. Ing. Westenthaler: Raiffeisen ...!
Und weil wir es für richtig halten, höre ich gerade von der Regierungsbank. Nicht, weil es die EU fordert, sondern weil es so richtig und wichtig ist. Tatsächlich hat das mit unserem Thema heute eigentlich gar nichts zu tun (Abg. Mag. Kogler: Richtig, das ist ein Missbrauch des Themas!), sondern in diesen Zusammenhang wird die ganze Sache deswegen gebracht – es ist ein Missbrauch des Themas, das glaube ich auch fast! –, weil Sie die Zweidrittelmehrheit haben wollen. (Zwischenruf des Abg. Grosz. – Abg. Ing. Westenthaler: Raiffeisen ...!) Sie haben es offensichtlich schon irgendjemandem versprochen, und vielleicht tun Sie sich schwer damit – und zu Recht tun Sie sich schwer damit!
Abg. Scheibner: Das war ja noch ein anderer Finanzminister! – Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollen den Finanzminister Molterer zurück!
Die Banken fordern, und kein Mensch weiß, wie viel sie an ihre Manager zahlen, wie viel sie für ihr Missmanagement für Bonuszahlungen ausgeben und Ähnliches mehr. (Abg. Scheibner: Das war ja noch ein anderer Finanzminister! – Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollen den Finanzminister Molterer zurück!)
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Geh, bitte! – Abg. Amon: Die sehr erfolgreich war! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Konrad-Privatjet war das! – Abg. Strache: ... Raiffeisenjet!
Herr Finanzminister, Sie haben vom Österreich-Bonus gesprochen. – Was ist denn dieser Österreich-Bonus? Ich sage Ihnen etwas anderes, nämlich wo ich einen Österreich-Malus sehe, leider. Sie können uns natürlich alles Mögliche über die positive Einschätzung Österreichs erzählen, und es ist ja nicht alles falsch. Ich bin ja auch stolz auf die Erfolge der Vergangenheit, na sicher. Aber was ist jetzt? Der Spread, die Differenz der Verzinsung zu deutschen Bundesanleihen, liegt nach wie vor bei 60 bis 80 Basispunkten. (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Er war bei 130!) Er war im Herbst bei 130, er war im Frühjahr bei 140 (Abg. Dr. Stummvoll: Das heißt, abgebaut! Das heißt, verbessert!), nicht zuletzt ausgelöst durch die stümperhafte Umgangsweise der Bundesregierung mit den Osteuropafragen. (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll – den Kopf schüttelnd –: Na geh! – Abg. Kopf: Fragen Sie einmal den IWF, wann er rechnen lernt!) Na sicher, insbesondere der Herr Finanzminister hat durch diese unüberlegte spontane Reise in die osteuropäischen Hauptstädte auf den Finanzmärkten Panik ausgelöst. (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Geh, bitte! – Abg. Amon: Die sehr erfolgreich war! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Konrad-Privatjet war das! – Abg. Strache: ... Raiffeisenjet!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo dann?
In der Zeitung lese ich allerdings auch nach – das ist die heutige „Presse“ –, dass Sie zum deutschen Finanzminister gesagt haben: Bei uns gibt es keine Kreditklemme, die Kreditklemme hat sich entschärft, sagt Finanzminister Pröll. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Ach so? Vor wenigen Wochen – ich kann mich noch gut erinnern – haben Sie gesagt, es gibt in Österreich gar keine Kreditklemme. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo dann?) Jetzt auf einmal hat sie sich entschärft!
Abg. Ing. Westenthaler: Aber geh, hör auf!
Auch wenn jeder Vergleich hinkt (Abg. Ing. Westenthaler: Aber geh, hör auf!), Peter Westenthaler: Es ist schon einmal in diesem Land Politikern nicht gut bekommen, Sanktionen gegen Österreich gutzuheißen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sind gescheitert!) Du erinnerst dich daran! (Abg. Mag. Kogler: Wer sagt denn das? Das wird immer absurder!) Daher bin ich durchaus optimistisch, dass es uns gelingen wird, bis Anfang September, wenn die G 20 wieder tagen, hier noch zu einem Konsens zu kommen. Ich bin optimistisch. Ich bin zwar heute enttäuscht, bin aber optimistisch, was die Gesprächsbasis der nächsten Wochen und Monate betrifft.
Abg. Ing. Westenthaler: Sind gescheitert!
Auch wenn jeder Vergleich hinkt (Abg. Ing. Westenthaler: Aber geh, hör auf!), Peter Westenthaler: Es ist schon einmal in diesem Land Politikern nicht gut bekommen, Sanktionen gegen Österreich gutzuheißen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sind gescheitert!) Du erinnerst dich daran! (Abg. Mag. Kogler: Wer sagt denn das? Das wird immer absurder!) Daher bin ich durchaus optimistisch, dass es uns gelingen wird, bis Anfang September, wenn die G 20 wieder tagen, hier noch zu einem Konsens zu kommen. Ich bin optimistisch. Ich bin zwar heute enttäuscht, bin aber optimistisch, was die Gesprächsbasis der nächsten Wochen und Monate betrifft.
Abg. Ing. Westenthaler: Wo hört das auf?
Es muss ein ganz konkreter Fall sein. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo hört das auf?)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben gesagt, Sie haben eh nicht zugehört!
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Zum Vorwurf, dass ich im Ausschuss jemanden beschimpft hätte: Kollege Stummvoll hat gesagt, es gibt Kollegen, die für ihre Sachkenntnis bekannt sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben gesagt, Sie haben eh nicht zugehört!) Und es gibt Kolleginnen und Kollegen, die sind für ihre Ehrlichkeit bekannt, und es gibt andere, die sind auch amtsbekannt, weil sie halt unehrlich sind. Kollege Westenthaler fällt für mich in diese zweite Kategorie, und so ernst zu nehmen
Abg. Ing. Westenthaler: Der nächste Baustein für die Zweidrittelmehrheit! – Abg. Ursula Haubner: Diese Überheblichkeit!
ist das, was er von sich gibt. (Abg. Ing. Westenthaler: Der nächste Baustein für die Zweidrittelmehrheit! – Abg. Ursula Haubner: Diese Überheblichkeit!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Das war unter der Regierung Schwarz – Blau/Orange. Der Klubobmann und andere Vertreter aus dieser Zeit, die das heute kritisieren, sitzen da. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Die Freiheitlichen haben einen einzigen Finanzminister in der Geschichte der Zweiten Republik gestellt, das war Karl-Heinz Grasser. Grasser war jener Finanzminister, der im Europäischen Rat zugestimmt hat, dass sich Österreich verpflichtet, am automatischen Informationsaustausch teilzunehmen, ohne irgendein Bankgeheimnis. (Abg. Ing. Westenthaler: Im Rahmen des Bankgeheimnisses!)
Abg. Ing. Westenthaler: Im Rahmen des Bankgeheimnisses!
Das war unter der Regierung Schwarz – Blau/Orange. Der Klubobmann und andere Vertreter aus dieser Zeit, die das heute kritisieren, sitzen da. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Die Freiheitlichen haben einen einzigen Finanzminister in der Geschichte der Zweiten Republik gestellt, das war Karl-Heinz Grasser. Grasser war jener Finanzminister, der im Europäischen Rat zugestimmt hat, dass sich Österreich verpflichtet, am automatischen Informationsaustausch teilzunehmen, ohne irgendein Bankgeheimnis. (Abg. Ing. Westenthaler: Im Rahmen des Bankgeheimnisses!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wenn Sie so weitermachen, bekommen Sie es nicht mehr!
Offen und ehrlich diskutieren. Das heißt, es muss uns klar sein, nicht Österreich entscheidet, wie lange wir noch das Bankgeheimnis haben, sondern es entscheiden Andorra, die Schweiz, Liechtenstein. Sobald die nämlich den Informationsaustausch auf Anfrage machen, wie wir das jetzt machen wollen oder heute auch noch nicht, aber wie wir es früher oder später machen werden müssen, hat sich Österreich bereits verpflichtet, am automatischen Informationsaustausch teilzunehmen. – Das ist das Erste, das man klar sagen muss. (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn Sie so weitermachen, bekommen Sie es nicht mehr!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sagen, Österreicher sind nicht betroffen! – Zwischenruf des Abg. Neubauer.
Jedes Jahr wird auch das Bankgeheimnis für Menschen, die in Österreich steuerpflichtig sind, aufgehoben. Genauso soll das in Zukunft auch sein, wenn jemand nicht in Österreich steuerpflichtig ist, weil es nämlich darum geht, dass das Bankgeheimnis auch heute kein Schutz bei Steuerhinterziehung in Österreich ist. Das kann einfach auf Antrag der Finanzbehörden mit einem ordentlichen rechtsstaatlichen Verfahren aufgehoben werden. Jetzt erklären Sie mir, wieso jemand, der in Deutschland steuerpflichtig ist, rechtlich besser gestellt sein soll als jemand, der in Österreich steuerpflichtig ist. Dafür gibt es überhaupt keinen Grund. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sagen, Österreicher sind nicht betroffen! – Zwischenruf des Abg. Neubauer.)
Abg. Ing. Westenthaler: Da fürchten wir uns jetzt!
Auf der Ebene der Staatengemeinschaften ist der Druck auf jene Staaten, die sich auf „schwarzen“ oder „grauen Listen“ befinden, enorm erhöht worden, weltweit zu einheitlichen Standards zu kommen, und ich halte das auch für richtig. Unser Problem, wo Sie jetzt sagen, das sei quasi eine Missachtung des Parlaments, ist, dass wir parallel im Parlament die notwendige Zweidrittelmehrheit finden und diese Doppelbesteuerungsabkommen möglichst rasch auf den Tisch legen müssen (Abg. Mag. Kogler: Her damit!), denn am 20. September kommen die Finanzminister der G 20 zusammen (Abg. Ing. Westenthaler: Da fürchten wir uns jetzt!), um dann beim nächsten G-20-Gipfel auch diese Frage zu behandeln, die ein Teil des umfassenden Pakets ist, um gegen diese Finanz- und Wirtschaftskrise mit nachhaltigen Maßnahmen vorzugehen.
Abg. Mag. Kogler: Nein, das haben sie sogar schon beschlossen! – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Ich werde Ihnen noch im Detail sagen, wie diese Sanktionen aussehen könnten, denn das ist ohnehin international auch schon festgelegt worden. Im Deutschen Bundestag liegt bereits ein diesbezügliches Gesetz in der Schublade. (Abg. Mag. Kogler: Das haben sie sogar schon beschlossen!) Ich werde Ihnen, weil Sie das immer beiseite wischen ... (Abg. Mag. Kogler: Nein, das haben sie sogar schon beschlossen! – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Wovor fürchten wir uns? – Nein, wir haben nichts zu befürchten. Von Herrn Kollegen Weinzinger ist das in seiner Rede direkt angesprochen worden, daher werde ich es Ihnen sagen und bitte auch um Verständnis dafür, dass ich schon die notwendige Aufmerksamkeit von Ihrer Seite haben möchte, damit nachher niemand sagt, das sei ihm nicht bekannt gewesen. (Abg. Brosz: Und warum verhandeln Sie das nicht endlich ernsthaft?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele Österreicher sind betroffen?
Daher erster Punkt: Alle in Österreich ansässigen Steuerzahler sind von diesem Gesetz nicht berührt, um das deutlich zu sagen. (Abg. Mag. Kogler: Nein, das ist wahr!) – Das ist wahr. (Abg. Mag. Kogler: Richtig, das ist einmal wahr!) Das ist aber die ganz, ganz große Zahl derjenigen, die in Österreich Konten haben, um das einmal ganz deutlich zu sagen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele Österreicher sind betroffen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Sportler habe ich gar nicht gesagt! Gewerbetreibende!
Ich verstehe es also, ehrlich gesagt, nicht, warum Herr Abgeordneter Westenthaler – ich weiß, er hat ein Herz für den Sport – hier auftritt, um zum Beispiel für Sportler einzutreten, die in Monaco ihren Wohnsitz haben, aber aus irgendeinem Grund, vielleicht weil es der Sponsor will, auch in Österreich ein Konto haben. Da möchte ich hineinschauen können und überprüfen können, ob er ordnungsgemäß seine Steuern zahlt. Da habe ich nichts dagegen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sportler habe ich gar nicht gesagt! Gewerbetreibende!) – Es sind vor allem auch Sportler, die im Ausland, zum Beispiel in Monaco, ihren Wohnsitz haben. Genau um diese Österreicher geht es dann auch, die eben schauen, dass sie nicht in Österreich steuerpflichtig werden, sondern aus welchen Gründen auch immer ihren Wohnsitz ins Ausland verlegen. Das ist eine ganz kleine Minderheit, aber genau um diese Fälle geht es. Herr Kollege Westenthaler, ich bin gerne bereit, Ihnen das im Nachhinein näher zu erläutern.
Abg. Ing. Westenthaler: Buh!
Daher möchte ich Ihnen schon sagen, was es bedeutet, wenn wir von der internationalen Staatengemeinschaft isoliert stehen bleiben. Das bedeutet, dass wir auf eine „schwarze Liste“ gesetzt werden können, und zwar schon im Herbst dieses Jahres. (Abg. Ing. Westenthaler: Buh!) Jetzt könnte man sagen, mein Gott, auf irgendeiner Liste ist man immer. (Abg. Dr. Moser: Seit 25 Jahren ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Fahren Sie einmal rein bei dem Verein!
Zweiter Punkt: die Verweigerung des Abzuges von Betriebsausgaben, wenn der Empfänger in einem solchen Land ansässig ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Fahren Sie einmal rein bei dem Verein!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Gott schütze Österreich! – Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe gehört, dass der Steinbrück seine Kavallerie schon gesattelt hat!
Daher bitte ich Sie im Interesse des Wirtschaftsstandortes, im Interesse der Arbeitsplätze diesem Gesetz Ihre Zustimmung zu geben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Gott schütze Österreich! – Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe gehört, dass der Steinbrück seine Kavallerie schon gesattelt hat!)
Abg. Mag. Kogler: Bitte! – Abg. Dr. Moser – den Kopf schüttelnd –: Das ist ja ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie machen’s ja eh nicht! – Abg. Mag. Kogler: Das sind nicht die Deutschen, die ...!
An die Adresse der Freiheitlichen gerichtet, möchte ich Folgendes anmerken: Das Bankgeheimnis, das ein hohes Rechtsgut darstellt, ähnlich wie das Briefgeheimnis und das Telefongeheimnis den einzelnen Bürger davor schützt, dass der Staat willkürlich in seine Privatsphäre eindringt, haben wir konsequent abgesichert. Das ist etwas, was wir alle wollen. Ich habe das früher noch drastischer formuliert und möchte es hier wiederholen: Es gibt in unserer Rechtsordnung und Rechtstradition eben keinen Raum dafür, dass beamtete Voyeure willkürlich und beliebig in den monetären Schlafzimmern unserer Bürger ein- und ausgehen (Abg. Mag. Kogler: Was heißt „willkürlich“?!), und den wird es auch künftig nicht geben, weil wir den § 38 nicht anrühren. (Abg. Mag. Kogler: Bitte! – Abg. Dr. Moser – den Kopf schüttelnd –: Das ist ja ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie machen’s ja eh nicht! – Abg. Mag. Kogler: Das sind nicht die Deutschen, die ...!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Ob das die Kunden im Sparkassenverein auch so sehen?
Es geht ausschließlich um die Frage, ob wir in der Lage sind, mit dem Amtshilfe-Durchführungsgesetz den Artikel 26 der OECD zu erfüllen und seine rechtliche Umsetzung sicherzustellen oder nicht. Diese Verantwortung des Hohen Hauses hiefür, aber auch für alle möglichen Folgen, ist unteilbar. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Ob das die Kunden im Sparkassenverein auch so sehen?)
Abg. Ursula Haubner: Was hat das mit der Stiftung zu tun? – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!
wissen Sie ganz genau, denn es waren auch Vorgänger Ihrer Partei mit dabei. (Abg. Ursula Haubner: Was hat das mit der Stiftung zu tun? – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!) Die Stiftung „L 36“ ist die Landstraße 36, das ist die Adresse der Parteizentrale.
Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich!
Ich darf Ihnen auch mitteilen, dass das sicher ein Vorwurf war, der nicht der Würde des Hauses entspricht, wenn Sie in Richtung der Frau Abgeordneten Haubner behaupten, dass ihre Partei daran beteiligt gewesen sei, dass der SPÖ Vermögen enteignet wurde. (Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich!) Das wissen Sie selbst auch.
Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht einmal eine moderne Abstimmungsanlage anschaffen! Das wäre eine Möglichkeit!
Nein, das war die eine Sache, Herr Abgeordneter Grosz. Es gab eine zweite Angelegenheit. Ich rede jetzt nicht über die Vorgangsweise des Herrn Abgeordneten Vilimsky, sondern ich möchte sagen, wir zählen ja mit, wie viele hier abstimmen. Wenn dann drei gleichzeitig ihre Stimmzettel reinwerfen, können wir das nicht entsprechend zählen. Das heißt, ich ersuchen Sie wirklich, einzeln und nacheinander die Stimmzettel in die Urne zu werfen, damit das Zählergebnis und das Stimmergebnis zusammenpassen. (Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht einmal eine moderne Abstimmungsanlage anschaffen! Das wäre eine Möglichkeit!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Petzner und Ing. Westenthaler.
Wenn Kollege Steinhauser glaubt, dass es in diesem Haus korrupte Abgeordnete gibt, dann soll er sie anzeigen. (Zwischenrufe des Abg. Mag. Steinhauser.) Nur eines verstehen wir nicht: dass er auf diese Art und Weise Abgeordnete denunziert. Kollege Steinhauser, Sie denunzieren Abgeordnete dieses Hauses, Sie betreiben Täuschung und Irreführung, weil Sie Dinge behaupten, die nicht im Gesetz stehen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Petzner und Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Maier –: Jacky, nimm das mit Jörg Haider zurück! Das würde dir gut anstehen! – Abg. Öllinger: Kollege Maier, das erklärst du jetzt!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Mag. Maier. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Maier –: Jacky, nimm das mit Jörg Haider zurück! Das würde dir gut anstehen! – Abg. Öllinger: Kollege Maier, das erklärst du jetzt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was war deine Pauschalrede von Jörg Haider?
Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die Art und Weise, wie hier Probleme sehr unsensibel angesprochen und pauschale Verdächtigungen ausgesprochen werden, ist aus unserer Sicht zurückzuweisen. (Abg. Ing. Westenthaler: Was war deine Pauschalrede von Jörg Haider?)
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit deiner Pauschalrede?
Zur Frage Sponsoring ebenfalls noch eine klare Feststellung: Worum es geht, werte Kolleginnen, werte Kollegen, ist, dass ganze Aufführungen von Kleinbühnen, von Kabaretts (Abg. Öllinger: Grasser! – Zwischenruf des Abg. Dr. Zinggl) aufgekauft werden. Kollege Zinggl, das ist das Problem der kleinen Kulturveranstalter. Dabei geht es nicht um das „Anfüttern“, sondern es geht um die Tatsache, dass Künstler die Möglichkeit bekommen, aufzutreten. (Abg. Öllinger: Sag etwas zum Grasser!) Das, Hohes Haus, meine sehr verehrten Damen und Herren, wird nach Meinung der Grünen, aber auch nach Meinung des BZÖ – oder sollte nach deren Meinung – ausgeschlossen werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit deiner Pauschalrede?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer denn?
Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Eine Klarstellung für den Fall, dass ich eventuell missverstanden worden bin. Ich wollte nur auf eines hinweisen: Hätten diese Bestimmungen im Korruptionsstrafrecht bereits damals gegolten, als Jörg Haider den 50. Geburtstag gefeiert hat, dann hätte die Korruptionsstaatsanwaltschaft gegen ihn und auch gegen die Geschenkgeber ein Verfahren einleiten müssen. (Abg. Grosz: Gegen die eigene Partei!) Nicht nur die eigene Partei, das waren auch andere, das wissen Sie ganz genau. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer denn?) Sie können es in einer parlamentarischen Anfrage, die ich damals gestellt habe, nachlesen. (Anhaltende Zwischenrufe bei BZÖ und Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Was sagen Sie zu den Bespitzelungen?
Meine Damen und Herren! Bei der letzten Fünf-Parteien-Besprechung haben wir immer noch Wünsche aufgenommen, die eigentlich auch von uns positiv beurteilt worden sind. Also sich jetzt hierher zu stellen und dieses neue Bundesamt so zu kritisieren, das ist nicht fair, Herr Kollege Westenthaler, das sage ich Ihnen, denn entweder wollen Sie es nicht oder Sie haben es sich nicht angeschaut. (Abg. Ing. Westenthaler: Was sagen Sie zu den Bespitzelungen?) Dieses Amt hat gemäß der neuen Organisationsstruktur eine ordentliche Rechtsgrundlage.
Abg. Ing. Westenthaler: Da kommt ihr auch noch drauf!
Es gibt einen weit verbesserten Rechtsschutz, der das ganze Verfahren begleitet. Das haben wir noch nie gehabt. (Abg. Ing. Westenthaler: Da kommt ihr auch noch drauf!) Wir müssen aufpassen, wir können nicht den ganzen öffentlichen Dienst nur schlechtreden, Herr Kollege. Es ist nun einmal so, dass es klare Gesetzesvorgaben gibt. Das ist überhaupt kein Thema, das sage ich in aller Öffentlichkeit, wir können nicht lauter Sonderregelungen für jede einzelne Dienststelle oder Behörde haben.
Abg. Ing. Westenthaler: Pilz! In deine Computer hat auch schon wer hineingeschaut! Erinnere dich!
Jetzt bekommen wir das Bundesamt, und dahinter sitzt eine ÖVP-Ministerin, die bis jetzt schon gezeigt hat, dass sie bereit ist, sehr viel zu tun, damit Korruptionsbekämpfung nur dann funktioniert, wenn es entweder gegen die SPÖ oder gegen die FPÖ oder gegen das BZÖ geht. Wir scheiden da zumindest bis jetzt aus, weil es bei uns als einziger Partei bis jetzt keinen Anlassfall gegeben hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Pilz! In deine Computer hat auch schon wer hineingeschaut! Erinnere dich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Liegt schon auf dem Tisch!
Vom Kollegen Westenthaler erwarte ich schon seit vielen Monaten, dass er endlich die Beweise für sogenannte gezielte illegale Telefonüberwachungen auf den Tisch legt. (Abg. Ing. Westenthaler: Liegt schon auf dem Tisch!) Wenn diese auf dem Tisch liegen, bin ich selbstverständlich bereit, dass wir hier im Parlament darüber reden und auch über Konsequenzen reden.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Habe ich auch der Frau Ministerin mitgeteilt!
Aber Beamte zuerst zu verurteilen und dann zu sagen, wir liefern die Beweise nach, Kollege Westenthaler, das hat ebenso wenig mit rechtsstaatlicher Kultur zu tun wie die Korruptionsbekämpfung vonseiten der Österreichischen Volkspartei. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Habe ich auch der Frau Ministerin mitgeteilt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wetten? Wollen wir wetten?
Ich weiß nicht ganz genau, warum sich bei diesem Thema alle auf den jetzigen Leiter des BIA einschießen. Es weiß keiner, ob er zum neuen Chef des Amtes bestellt wird oder nicht (Abg. Ing. Westenthaler: Wetten? Wollen wir wetten?), aber eines möchte ich Ihnen jetzt schon sagen, Herr Kollege Westenthaler: Dass Sie als rechtskräftig verurteilter Abgeordneter in diesem Haus ein Problem mit polizeilichen Ermittlungen, mit der Justiz und somit mit dem Rechtsstaat haben, das verstehe ich persönlich. (Abg. Ing. Westenthaler: Sehr billig! – Abg. Bucher: Hast du nichts anderes?)
Abg. Ing. Westenthaler: Sehr billig! – Abg. Bucher: Hast du nichts anderes?
Ich weiß nicht ganz genau, warum sich bei diesem Thema alle auf den jetzigen Leiter des BIA einschießen. Es weiß keiner, ob er zum neuen Chef des Amtes bestellt wird oder nicht (Abg. Ing. Westenthaler: Wetten? Wollen wir wetten?), aber eines möchte ich Ihnen jetzt schon sagen, Herr Kollege Westenthaler: Dass Sie als rechtskräftig verurteilter Abgeordneter in diesem Haus ein Problem mit polizeilichen Ermittlungen, mit der Justiz und somit mit dem Rechtsstaat haben, das verstehe ich persönlich. (Abg. Ing. Westenthaler: Sehr billig! – Abg. Bucher: Hast du nichts anderes?)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das entscheidet der Wähler!
Ich will Ihnen nicht den Rücktritt nahelegen, da gibt es andere, aber ich verstehe Ihre Intention, dass die Polizei, die Justiz, die Staatsanwälte, auch das BIA, auch der Kreutner alle nicht Ihre Freunde sind. Ich verstehe Sie, aber ob Sie dann wirklich hier richtig sind, der richtige Repräsentant sind, um Gesetze für diesen Rechtsstaat zu beschließen, das möchte ich schon in Frage stellen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das entscheidet der Wähler!)
Abg. Ing. Westenthaler: Als Zeuge! – Rufe bei der FPÖ: Skandal!
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (BZÖ): Frau Präsidentin! Ich spreche in erster Linie Sie an. Wir haben heute durch die Rede des Kollegen Westenthaler erfahren – mir war der Sachverhalt ebenfalls neu –, dass die Staatsanwaltschaft Wien am 14. August 2008 illegalerweise die Rufdaten des Kollegen Westenthaler überwacht hat, und zwar hinsichtlich aller SMS, aller Telefonate, Ein- und Ausgänge. (Abg. Ing. Westenthaler: Als Zeuge! – Rufe bei der FPÖ: Skandal!)
Abg. Ing. Westenthaler: Nicht eine Antwort!
Herr Kollege Westenthaler erfährt das amtlich – nicht irgendwo zwischen Tür und Angel, sondern amtlich! – im Zuge einer Einvernahme (Abg. Strache: Das ist ein Skandal!) und schreibt am 9. Februar 2009 dem Leitenden Staatsanwalt Dr. Schneider einen Brief. – Herr Dr. Schneider hat sich bis heute nicht bemüht, überhaupt zu antworten. (Abg. Ing. Westenthaler: Nicht eine Antwort!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wissen Sie es! – Abg. Mag. Stadler: Ich werfe es auch nicht Ihnen vor! – Abg. Grosz – in Richtung Bundesministerin Dr. Fekter –: Da sitzt das Versäumnis!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Stadler, ich möchte an dieser Stelle nur festhalten, dass ich mich immer für Sie erreichbar halte – wie auch für alle anderen 181 Abgeordneten –, alles zu unternehmen, damit die Gesetze eingehalten werden. Ich kann nur nichts unternehmen, wenn ich es nicht weiß. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wissen Sie es! – Abg. Mag. Stadler: Ich werfe es auch nicht Ihnen vor! – Abg. Grosz – in Richtung Bundesministerin Dr. Fekter –: Da sitzt das Versäumnis!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe nur ein Handy!
reits!), in dem die Staatsanwaltschaft eine Rufdatenerfassung angeblich gegen ein Handy (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe nur ein Handy!), das ihm zuzuordnen ist, angeordnet hat. Ich kann das jetzt, da ich das erst heute in dieser Deutlichkeit so erfahren habe, nicht verifizieren, ich kann Ihnen aber versichern, dass die Immunität des Hauses auch von meinen Ermittlungsbeamten hochzuschätzen ist, und ich kann Ihnen auch versichern, dass ich als ehemalige Abgeordnete weiß, was damit verbunden ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Rechtswidrig!
Bundesministerin für Inneres Mag. Dr. Maria Theresia Fekter: Mir liegt jetzt eine kurze Information darüber vor, dass es eine Rufdatenrückerfassung gegeben hat. Westenthaler meint, im August 2008. Sie ist von der Staatsanwaltschaft angeordnet worden (Abg. Ing. Westenthaler: Rechtswidrig!), und Kollege Westenthaler war Zeuge und nicht Beschuldigter. Der Beschuldigte war ein Polizist. – Ich werde mit der Frau Justizministerin umgehend ein Gespräch darüber führen, ob man denn das Immunitätsgesetz im Hinblick auf diese Situation unter Umständen nachjustieren müsste. (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Mag. Donnerbauer –: Sie würden bei einem Zeugen Rufdatenerfassung machen? Ist das richtig, Herr Justizsprecher?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zu Wort ist dazu niemand mehr gemeldet. Die Debatte ist geschlossen. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Mag. Donnerbauer –: Sie würden bei einem Zeugen Rufdatenerfassung machen? Ist das richtig, Herr Justizsprecher?) – Herr Abgeordneter Westenthaler, bitte, wir kommen zur Abstimmung.
Sitzung Nr. 31
Allgemeiner Beifall. – Abg. Grosz: Westenthaler ist ja kein Beschuldigter, sondern ein Zeuge gewesen!
Als Mitglied einer Bewegung, die aus dem Freiheitskampf 1848 entstanden ist und sich gegen einen Überwachungsstaat äußerst wehrt, weise ich darauf hin, dass eine Überwachung unter dem Deckmantel einer Zeugen-Tätigkeit massiv abzulehnen ist und einen massiven Eingriff in die Freiheitsrechte darstellt. (Allgemeiner Beifall. – Abg. Grosz: Westenthaler ist ja kein Beschuldigter, sondern ein Zeuge gewesen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist das Ergebnis Ihrer Prüfung, Frau Präsidentin?
Herr Abgeordneter Petzner, wir haben zu Recht ... (Abg. Petzner: Das ist wirklich unglaublich!) – Herr Abgeordneter, ich fordere Sie jetzt auf, mir zuzuhören! Wir haben gestern ausführlich, wir haben heute in einer Geschäftsordnungsdebatte diskutiert, und wir werden in Zukunft noch des Öfteren über diesen Umstand, den Vorfall, wie immer Sie es bezeichnen wollen, zu diskutieren haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist das Ergebnis Ihrer Prüfung, Frau Präsidentin?)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber das Ergebnis ist noch nicht da!
Herr Abgeordneter Westenthaler, man kann natürlich alles sehr, sehr locker sehen – fragen Sie Ihren Herrn Klubobmann Bucher, der hat schon lange meinen Brief! (Abg. Ing. Westenthaler: Aber das Ergebnis ist noch nicht da!) Herr Abgeordneter Westenthaler, wir wollen doch seriös mit dem Thema umgehen und nicht oberflächlich (Abg. Ing. Westenthaler: Genau so ist es!), und daher erwarte ich mir, dass dieses Spiel jetzt zu Ende ist und wir wieder sachlich diskutieren können. – Danke schön.
Abg. Ing. Westenthaler: Genau so ist es!
Herr Abgeordneter Westenthaler, man kann natürlich alles sehr, sehr locker sehen – fragen Sie Ihren Herrn Klubobmann Bucher, der hat schon lange meinen Brief! (Abg. Ing. Westenthaler: Aber das Ergebnis ist noch nicht da!) Herr Abgeordneter Westenthaler, wir wollen doch seriös mit dem Thema umgehen und nicht oberflächlich (Abg. Ing. Westenthaler: Genau so ist es!), und daher erwarte ich mir, dass dieses Spiel jetzt zu Ende ist und wir wieder sachlich diskutieren können. – Danke schön.
Sitzung Nr. 32
Abg. Ing. Westenthaler: Nach der Fernsehzeit! Klar, damit es die Menschen nicht mehr mitkriegen!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Strache, ich hatte ohnedies vor, heute eine Sonderpräsidiale zu machen. Bei dieser Gelegenheit gebe ich auch gleich die Uhrzeit dafür bekannt, nämlich 13 Uhr. (Abg. Ing. Westenthaler: Nach der Fernsehzeit! Klar, damit es die Menschen nicht mehr mitkriegen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sommerpause ...! – Abg. Grosz: Sommerpause abschaffen!
Ich darf gleich ein Zweites ankündigen: Meine Damen und Herren, wir werden im Laufe der Debatte auch den Antrag stellen, den Finanzausschuss für permanent zu erklären, weil wir auch über den Sommer alles versuchen müssen, um die Blockade der Oppositionsparteien, insbesondere der Grünen, aufzuheben (Abg. Ing. Westenthaler: Sommerpause ...! – Abg. Grosz: Sommerpause abschaffen!) im Zusammenhang mit dem dringend zu lösenden Problem beim Bankgeheimnis. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Sommerpause abschaffen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Es fällt uns noch etwas ein!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Ich lasse jetzt klarerweise noch eine Runde an Rednern zu, denn das ist eine wichtige Debatte (Abg. Ing. Westenthaler: Es fällt uns noch etwas ein!), daher weiche ich auch vom Grundsatz ab.
Abg. Ing. Westenthaler: Neun Wochen keine Sitzung, das ist ja ein Wahnsinn!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Frau Präsidentin! (Abg. Ing. Westenthaler: Neun Wochen keine Sitzung, das ist ja ein Wahnsinn!) Es ist schon richtig, die Arbeit der Abgeordneten findet nicht nur hier im Plenum und in den Ausschüssen statt, sondern auch sonst natürlich.
Abg. Ing. Westenthaler: Das sollte er zurücknehmen! – Abg. Grosz: Das war genauso wie bei mir!
Wo bitte ist der inhaltliche Zusammenhang, dass der Antrag vom Ausschuss gestellt werden kann und in einem anderen Ausschuss in Verhandlung genommen wird? Durch die Formulierung „im inhaltlichen Zusammenhang“ in der Geschäftsordnung hat der Gesetzgeber zum Ausdruck gebracht, dass ein bloß loser Zusammenhang mit dem auf der Tagesordnung stehenden Verhandlungsgegenstand als Voraussetzung für einen solchen Ausschussantrag gemäß § 27 Abs. 1 der Geschäftsordnung nicht genügt, Herr Hörl. (Abg. Hörl: Beleidigte Leberwurst! – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.) Na heute will er nicht! (Abg. Ing. Westenthaler: Das sollte er zurücknehmen! – Abg. Grosz: Das war genauso wie bei mir!)
Ruf bei der ÖVP: „Ingenieur“?! – Abg. Ing. Westenthaler: Hat er von mir geerbt! – Heiterkeit.
Das Wort erhält zunächst der Antragsteller, Herr Abgeordneter Ing. Bucher. – Ich erteile es ihm. (Ruf bei der ÖVP: „Ingenieur“?! – Abg. Ing. Westenthaler: Hat er von mir geerbt! – Heiterkeit.)
Sitzung Nr. 33
Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich!
Abgeordneter Gerald Grosz (BZÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Eingangs zum Kollegen Cap: Kollege Cap, Sie haben heute hier in Ihrer Rede zum Bankgeheimnis vom sozialen Wohlfahrtsstaat gesprochen. Ich bitte Sie, in Zukunft den Ausdruck „sozialer Wohlfahrtsstaat“ zu vermeiden. Angesichts der Tatsache, dass Ihr Bundesgeschäftsführer Kräuter vor wenigen Tagen vorgeschlagen hat, trotz der dramatischen Zahl von 300 000 Arbeitslosen in Österreich auch Asylwerber dem Arbeitsmarkt zuzuführen (Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich!), sind Ihre Ausführungen zum „sozialen Wohlfahrtsstaat“ aus der Sicht der Sozialdemokratie eine Verhöhnung jedes Menschen, der in Österreich unter Arbeitslosigkeit leidet. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Unterschied!
Was die Prüfungskompetenzen des Rechnungshofes betrifft, steht nirgendwo geschrieben, dass der Rechnungshof Gemeinden unter 20 000 € prüfen darf. Das wollen Sie jetzt, aber Sie wissen nicht ... (Abg. Grosz: Nein, Einwohner, nicht Euro!) Einwohner (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Unterschied!) – Sie wissen aber nicht, in welcher Höhe das erfolgen wird. Wenn dann da steht: unter 19 990 Einwohner, ist das wahrscheinlich das Gleiche, aber offensichtlich ein Verhandlungserfolg für Sie. (Abg. Grosz: Du solltest bei den Autobahnen bleiben, das ist vielleicht gescheiter!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die lebende Kreditklemme Ikrath!
Abgeordneter Mag. Peter Michael Ikrath (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! (Abg. Ing. Westenthaler: Die lebende Kreditklemme Ikrath!) Es ist sicher gut, dass wir heute mit dem Amtshilfe-Durchführungsgesetz endgültig jeden Vorwand beseitigen, Österreichs Bankgeheimnis als ein Versteck für Steuerhinterzieher denunzieren zu können, und es ist allen bewusst – auch den Kollegen von der Freiheitlichen Partei, davon gehe ich aus, ist es bewusst, es sollte ihnen jedenfalls bewusst sein –, dass es auch notwendig ist, dieses Gesetz heute zu beschließen. Denn die angedachten Sanktionen hätten für unsere Unternehmen, vor allem für die exportorientierten Unternehmen, die jetzt aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ohnehin massiv unter Druck stehen (Abg. Weinzinger: Das ist eine Drohung!), für unsere Arbeitsplätze und für den Wirtschaftsstandort schlicht und einfach verheerende Folgen. (Abg. Weinzinger: Wir werden bedroht von etwas! Das kann doch nicht sein!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Kredite sollte man auch vergeben!
Da stellt sich uns eine Aufgabe! Ich meine, dass es auch ein Anliegen der Freiheitlichen Partei sein sollte, statt ausländische Steuerhinterzieher zu schützen, mit uns dieses Gesetz zu beschließen und ab sofort die wahren Steueroasen gemeinsam aufzuzeigen und zu bekämpfen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Kredite sollte man auch vergeben!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Bucher. – Abg. Ing. Westenthaler: Mach dir über unseren Klub keine Sorgen! Mach dir lieber Sorgen um das ÖOC, 3,6 Millionen habt ihr verschustert!
Abgeordneter Konrad Steindl (ÖVP): Herr Präsident! Meine Herren Staatssekretäre! Meine Damen und Herren im Hohen Haus! Lieber Sepp Bucher, ganz einfach hast du es nicht in deiner Fraktion, konstruktive Politik zu machen. Die Störfeuer aus Kärnten sind wirklich alles andere als wünschenswert! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Bucher. – Abg. Ing. Westenthaler: Mach dir über unseren Klub keine Sorgen! Mach dir lieber Sorgen um das ÖOC, 3,6 Millionen habt ihr verschustert!) – Zu Hause sind die Themen offensichtlich wieder ganz anders besetzt, als sie hier in Wien besetzt sind.
Sitzung Nr. 35
Abg. Ing. Westenthaler: Bei einem Glas Wein! Bei einem Glas „Barroso“!
Ich möchte damit beginnen, dass ich den gestrigen Abend im Kreis der Regierungschefs verbracht habe, und zwar bei einem Treffen in Brüssel, um den G-20-Gipfel vorzubereiten. (Abg. Ing. Westenthaler: Bei einem Glas Wein! Bei einem Glas „Barroso“!) Es hat in der Vorbereitung des G-20-Gipfels auch eine Rolle gespielt, darüber zu reden, wie denn Kopenhagen und die umweltpolitischen Ziele der Europäischen Union international durchgesetzt werden.
Abg. Ing. Westenthaler: Das kann man aber so nicht sagen!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (fortsetzend): Herr Präsident! Erinnern wir uns gemeinsam daran, dass demnächst die Grünen sehr erfolgreich sein werden, und schon gestern Abend Grüne sehr erfolgreich einen 3 : 0-Sieg gefeiert haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Das kann man aber so nicht sagen!) Auf das können wir uns noch gemeinsam verständigen. Ansonsten wenden wir uns dem Ernst der Sache zu, der ist uns ja durch die letzten Redner tatsächlich ein bisschen abhanden gekommen. (Abg. Neubauer: Wenn die das nächste Mal in roten Dressen gewinnen, gewinnt dann die SPÖ?)
Sitzung Nr. 37
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Da müssen Sie aber noch ein paar SOKOs einsetzen! „SOKO Fekter“!
Bundesministerin für Inneres Mag. Dr. Maria Theresia Fekter: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Hohes Haus! Sehr geehrte Zuseherinnen und Zuseher vor den Fernsehschirmen! Herr Kollege Haimbuchner hat zu Beginn seiner Ausführungen gesagt, Österreich ist ein sicheres Land. – Ja, Österreich liegt von 133 Ländern an sechster Stelle, was eben Sicherheit sowie Schutz von Eigentum anlangt. (Beifall bei der ÖVP.) Daraus können Sie erkennen, dass Österreich tatsächlich ein sicheres Land ist. Es ist aber mein engagiertes Ziel, Österreich zum sichersten Land zu machen, und zwar zu einem mit der höchsten Lebensqualität. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Da müssen Sie aber noch ein paar SOKOs einsetzen! „SOKO Fekter“!)
Abg. Ing. Westenthaler: Für das riesige Land?!
400 neue Polizistinnen und Polizisten. (Beifall bei der ÖVP.) Bis 2011 werden in etwa 200 in Pension gehen; das ist ein Nettozuwachs von 200 Polizisten. (Abg. Ing. Westenthaler: Für das riesige Land?!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja alles unglaublich!
Nun zur Kriminalitätsentwicklung in Oberösterreich: Wer von einem Anstieg der Kriminalität in Oberösterreich in der jüngsten Vergangenheit spricht, sagt die Unwahrheit. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja alles unglaublich!) In Oberösterreich ist die Kriminalität in den ersten Monaten dieses Jahres nämlich rückläufig. (Abg. Strache: Schauen Sie auf den Sicherheitsmonitor!) Ich ersuche schon, nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen! (Abg. Dr. Haimbuchner: Sicherheitsmonitor!) Wir müssen uns anschauen, was jetzt passiert! Innerhalb der letzten neun Monate ist die Zahl der Einbrüche in
Abg. Ing. Westenthaler: Also ist sie doch gestiegen! – Abg. Strache: Jetzt ist sie doch gestiegen!
Eines muss man auch sagen: Die Kriminalität ist nicht nur in Österreich gestiegen, sondern sie ist europaweit gestiegen. (Abg. Ing. Westenthaler: Also ist sie doch gestiegen! – Abg. Strache: Jetzt ist sie doch gestiegen!) Die Frau Bundesminister hat es ja schon gesagt, wir zählen nach wie vor zu den sichersten Ländern der Welt.
Abg. Ing. Westenthaler: Nein! Nein!
Herr Kollege Westenthaler, Sie haben 50 000 Opfer genannt. Die Zahl 50 000 ist wirklich erschreckend. Das macht Angst. Aber ich möchte Sie auch einmal darauf hinweisen, dass bei diesen 50 000 Opfern auch Tausende Beteiligte an Verkehrsunfällen mitgezählt sind. Das muss man zur Kenntnis nehmen (Abg. Ing. Westenthaler: Nein! Nein!) Ja, doch! Das sind Vergehen! Ein Verletzter bei einem Verkehrsunfall mit Fremdverschulden, das ist ein Vergehen (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter) und wird da mit eingerechnet.
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Die ÖVP-Fraktion glaubt, sie ist auf dem Oktoberfest!
werden sollen, dass die Kriminalität mit modernen und adäquaten Mitteln bekämpft werden kann. – Danke. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Die ÖVP-Fraktion glaubt, sie ist auf dem Oktoberfest!)
Abg. Ing. Westenthaler: Spitzelpolizei!
Ich kann Ihnen nur eines sagen: Ich werde mit diesen parlamentarischen Anfragen nicht aufhören! (Beifall bei der FPÖ.) Ich werde mich auch nicht davon abhalten lassen, wenn Sie mir das BVT, das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung, nachschicken, um zu erfahren, wie meine parlamentarischen Anfragen zustande kommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Spitzelpolizei!) Es ist ein heiliges Recht dieses Hohen Hauses, Anfragen zu stellen! Nur, weil es Ihnen unangenehm ist (Zwischenruf des Abg. Großruck) und Ihnen die Kriminalität und deren Bekämpfung an allen Ecken und Enden aus den Händen rutscht, lasse ich mir das mit Sicherheit nicht verbieten! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Warum haben Sie ihn dann abgelehnt? – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr wart ja gegen ihn!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Ich möchte gleich eingangs meinen Respekt und meine Anerkennung gegenüber der Arbeit des Rechnungshofes zum Ausdruck bringen. Es ist eine Institution des Parlamentes, und ich muss sagen, dass vor allem auch unter der Leitung des Präsidenten Moser auch in der Öffentlichkeit die Arbeit des Rechnungshofes sehr, sehr geschätzt wird. (Abg. Mag. Molterer: Warum haben Sie ihn dann abgelehnt? – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr wart ja gegen ihn!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist das die Klubspaltung?
Das heißt, dass wir auch da jetzt noch besser aufpassen auf das Geld des Steuerzahlers, als das bisher der Fall war. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Strache.) Das ist daher eine, wie ich meine, ganz, ganz wichtige Botschaft, die wir hier aussenden, wo wir froh sind, dass es hiefür hier im Parlament die notwendige Mehrheit gibt. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist das die Klubspaltung?) – Das ist purer Neid. Das hätten Sie gerne, aber da bekommen Sie von uns die Zwischenrufe und nicht aus der eigenen Fraktion.
Abg. Ing. Westenthaler: War das Interview wahrscheinlich eine Fata Morgana! Am besten gar nichts mehr sagen!
Es gibt keine Überlegungen, die Bevölkerung mit neuen Massensteuern zu belasten, auch nicht zur Finanzierung des Gesundheitssystems. (Abg. Ing. Westenthaler: War das Interview wahrscheinlich eine Fata Morgana! Am besten gar nichts mehr sagen!) Ich habe deutlich gesagt und sage es immer wieder, dass ich keine neuen Steuern will und auch keine Steuerdiskussion führen will. Eine solche fällt ja in die Zuständigkeit des Bundesministers für Finanzen.
Abg. Ing. Westenthaler: Der beste Minister der Freiheitlichen: Stöger! – Heiterkeit beim BZÖ.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nun gelangt Herr Abgeordneter Dr. Grünewald mit gewünschten 9 Minuten zu Wort. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Der beste Minister der Freiheitlichen: Stöger! – Heiterkeit beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Skandalös! Ein echter Skandal! Pfui! – Abg. Mag. Stadler: Eine Schande!
Allein die Steirische Gebietskrankenkasse: 1 220 Mitarbeiter, 50,4 Millionen € Gehaltskosten, 74 Dienstkraftwagen, zwei Audi A 6, ein Defizit, das die nächsten Jahre die 100-Millionen-€-Grenze überspringen wird, 612 Dienstreisen im Jahr 2007 – Ihre parlamentarische Anfragebeantwortung. Sie wissen also Bescheid. 482 Dienstfahrten im Jahr 2008. Kosten insgesamt in der Höhe von 187 000 €. PR-Texte und Inserate in der Höhe von 565 000 € (Abg. Dolinschek: Das ist ja unglaublich!), Buffets für den Herrn Obmann und seine Gefährten, mit denen er fröhliche Urstände in der Gebietskrankenkasse feiert, in der Höhe von 34 000 €. (Abg. Ing. Westenthaler: Skandalös! Ein echter Skandal! Pfui! – Abg. Mag. Stadler: Eine Schande!) Herr Maier! Das multiplizieren Sie, berühmter Herr Maier, mit 22, mit allen Sozialversicherungsanstalten. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Stadler: Reinste „Bonzokratie“!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Grosz und Ing. Westenthaler.
Abgeordneter Ing. Norbert Hofer (FPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Wenn wir heute das Ökostromgesetz behandeln, dann erlauben Sie mir, aus meinem Herzen keine Mördergrube zu machen. Ich habe mit dem Beschluss, den wir heute fassen, nicht uneingeschränkt Freude, weil Sie ja wissen, dass wir uns sehr für ein Erneuerbare-Energien-Gesetz in Österreich einsetzen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Grosz und Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Strompreistreiber!
Hören Sie einmal ein bisschen zu, denn Tatsache ist, dass Sie bei Podiumsdiskussionen immer wieder behaupten, Sie setzen sich für Ökostrom ein, aber dann genau das Gegenteil tun. (Abg. Ing. Westenthaler: Strompreistreiber!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt liegt die Latte hoch!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als nächster Redner zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Wöginger. Eingestellte Redezeit: 8 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt liegt die Latte hoch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist das bei Siemens gewesen?
Punkt eins: Wir haben seit Ende August bis heute um 8 000 Arbeitslose weniger. Warum haben wir um 8 000 Arbeitslose weniger? – Weil wir uns ganz einfach uns bemühen, tagtäglich die Zahl der Arbeitslosen zu reduzieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist das bei Siemens gewesen?) – Wo ist bei Siemens einer gekündigt worden, Herr Westenthaler? Lesen Sie die Aussendungen von Siemens, und dann wissen Sie, was die Realität ist!
Abg. Dolinschek: Ganz Europa hat uns beneidet! Geringste ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Deutschland!
Sehr geehrter Herr Dolinschek, ja, zu Ihrer Zeit war Vollbeschäftigung, aber erklären Sie mir, in welchem Land Europas damals nicht Vollbeschäftigung war! (Abg. Dolinschek: Ganz Europa hat uns beneidet! Geringste ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Deutschland!)
Abg. Ing. Westenthaler: Weil ihr schon so hoch oben seid! Ihr könnt ja gar nicht mehr steigen! Wie willst du noch steigen, wenn ihr eine Rekordarbeitslosigkeit habt?!
Wenn Sie glauben, jetzt hier mit Polemik eine Weltwirtschaftskrise wegreden zu können (Abg. Dr. Jarolim: Das kapiert er nicht! Das ist ja das Problem!), wenn Sie glauben, Sie können sich hier herstellen, in einem Land, das im Vergleich zum Vorjahr, lieber Herr Westenthaler, nehmen Sie das bitte zur Kenntnis, den niedrigsten Anstieg an Arbeitslosigkeit von allen europäischen Ländern hat (Abg. Ing. Westenthaler: Weil ihr schon so hoch oben seid! Ihr könnt ja gar nicht mehr steigen! Wie willst du noch steigen, wenn ihr eine Rekordarbeitslosigkeit habt?!), während der Herr Dolinschek hinten behauptet hat, es hat Vollbeschäftigung gegeben (Abg. Ing. Westenthaler: In unserer Zeit! Vollbeschäftigung!) – bitte, stimmen Sie sich klubintern ein bisschen ab, wenn Sie hier Zwischenrufe tätigen –, dann sage ich Ihnen: Nehmen Sie ganz einfach zur Kenntnis, wir haben eine enorm exportorientierte Industrie, und in dieser enorm exportorientierten Industrie gibt es ganz einfach Mechanismen, die wir nationalstaatlich nicht lösen können.
Abg. Ing. Westenthaler: In unserer Zeit! Vollbeschäftigung!
Wenn Sie glauben, jetzt hier mit Polemik eine Weltwirtschaftskrise wegreden zu können (Abg. Dr. Jarolim: Das kapiert er nicht! Das ist ja das Problem!), wenn Sie glauben, Sie können sich hier herstellen, in einem Land, das im Vergleich zum Vorjahr, lieber Herr Westenthaler, nehmen Sie das bitte zur Kenntnis, den niedrigsten Anstieg an Arbeitslosigkeit von allen europäischen Ländern hat (Abg. Ing. Westenthaler: Weil ihr schon so hoch oben seid! Ihr könnt ja gar nicht mehr steigen! Wie willst du noch steigen, wenn ihr eine Rekordarbeitslosigkeit habt?!), während der Herr Dolinschek hinten behauptet hat, es hat Vollbeschäftigung gegeben (Abg. Ing. Westenthaler: In unserer Zeit! Vollbeschäftigung!) – bitte, stimmen Sie sich klubintern ein bisschen ab, wenn Sie hier Zwischenrufe tätigen –, dann sage ich Ihnen: Nehmen Sie ganz einfach zur Kenntnis, wir haben eine enorm exportorientierte Industrie, und in dieser enorm exportorientierten Industrie gibt es ganz einfach Mechanismen, die wir nationalstaatlich nicht lösen können.
Abg. Ing. Westenthaler: Brutto! Was bleibt ihm netto? 800 € bleiben ihm!
Punkt eins: Über 80 Prozent der Kollektivverträge haben als Mindestentlohnung 1 200 €. (Abg. Ing. Westenthaler: Brutto! Was bleibt ihm netto? 800 € bleiben ihm!)
Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt keine 1 000 €!
Punkt zwei: Wenn Sie hier meinen, die Rechtsanwälte zahlen das nicht, dann lade ich Sie gerne ein: Reden Sie mit der Kärntner Ärztekammer – Sie kommen von dort! –, dass die überall die 1 000 € bezahlen! (Abg. Riepl: Wer zahlt?) Reden Sie mit der Kärntner Rechtsanwaltskammer, dass die überall die 1 000 € bezahlen! Wir machen etwas anderes: Wir machen hier keine Polemik, sondern wir arbeiten daran, dass die Kollektivverträge unterschrieben werden, und sie sind auch unterschrieben und sie sind auch da. (Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt keine 1 000 €!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel ist das netto?
Wir sind auf dem Weg zu 1 200 € Mindestlohn in diesem Land, denn über 80 Prozent der KVs haben das bereits, und die restlichen 20 Prozent werden wir auch noch schaffen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel ist das netto?) Es wird noch ein langer Weg, aber wir werden es schaffen. – Das auch nur zur Darstellung. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Was machert’s ihr, wenn die Krise nicht wäre?!
Da das heute auch so ein bisschen angesprochen wurde, möchte ich zu den Pensionen Folgendes ganz klar feststellen: Wenn wir all das betrachten, was wir derzeit in dieser Weltwirtschaft an Krise erlebt haben (Abg. Ing. Westenthaler: Was machert’s ihr, wenn die Krise nicht wäre?!), dann hat sich erwiesen: Das umlagefinanzierte Alterssicherungssystem ist das stabilste, das es gibt. Ich glaube, das ist eine ganz klare Antwort an all diejenigen, die meinen, nur Kapitaldeckungsverfahren sind das Positive. (Abg. Kickl: Da braucht’s ihr eine gescheite Familienpolitik!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Backhendeln fliegen auch gleich!
Was wir erreichen wollen, und das ist genau das Ziel, das Sie bitte einmal verinnerlichen mögen: Wir sind wahrscheinlich das einzige Land der Welt, das es sich mitten in einer der schwierigsten Wirtschaftskrisen erlaubt, es sich leistet, über eine Verbesserung der Sozialhilfe nicht nur zu diskutieren, sondern sie auch zu beschließen. Wir sind mit hoher Wahrscheinlichkeit das einzige Land dieser Welt – von Europa weiß ich es hundertprozentig –, in dem nicht von einer Kürzung von Sozialsystemen geredet wird, sondern von einer Verbesserung. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Backhendeln fliegen auch gleich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Zurück zur Wahrheit!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als nächster Redner zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Grosz. Eingestellte Redezeit: 3 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Zurück zur Wahrheit!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aha!
„Nach der Neuwahl zählte sie nicht mehr zu Faymanns erster Wahl, sitzt derzeit aber als Abgeordnete und Tourismussprecherin der SPÖ im Nationalrat. Mit einer Gage von brutto 8 160 Euro pro Monat plus Nebengebühren. Als sie in die Regierung gewechselt war, war Silhavy von ihrem Job als Landes-Frauensekretärin des ÖGB karenziert worden, jetzt will sie diesen Job zurück. (Abg. Ing. Westenthaler: Aha!) Ab September soll es so weit sein. ‚Pech‘ für Gerrit Taucar, die inzwischen engagiert das Geschäft als Landessekretärin übernommen hat. Sie hat immer nur befristete Verträge bekommen, ab September steht die Mutter von zwei Kindern nun auf der Straße. (Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich! Das ist ja unglaublich!) Jetzt ist sie auf Jobsuche. (...) Vom ÖGB gab es bisher keine Hilfe für Taucar.“ – Norbert Swoboda, Claus Albertani, „Steiermark intern“, „Kleine Zeitung“ vom 18. März 2009. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Sozialpolitik! Eine Mutter auf die Straße setzen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich! Das ist ja unglaublich!
„Nach der Neuwahl zählte sie nicht mehr zu Faymanns erster Wahl, sitzt derzeit aber als Abgeordnete und Tourismussprecherin der SPÖ im Nationalrat. Mit einer Gage von brutto 8 160 Euro pro Monat plus Nebengebühren. Als sie in die Regierung gewechselt war, war Silhavy von ihrem Job als Landes-Frauensekretärin des ÖGB karenziert worden, jetzt will sie diesen Job zurück. (Abg. Ing. Westenthaler: Aha!) Ab September soll es so weit sein. ‚Pech‘ für Gerrit Taucar, die inzwischen engagiert das Geschäft als Landessekretärin übernommen hat. Sie hat immer nur befristete Verträge bekommen, ab September steht die Mutter von zwei Kindern nun auf der Straße. (Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich! Das ist ja unglaublich!) Jetzt ist sie auf Jobsuche. (...) Vom ÖGB gab es bisher keine Hilfe für Taucar.“ – Norbert Swoboda, Claus Albertani, „Steiermark intern“, „Kleine Zeitung“ vom 18. März 2009. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Sozialpolitik! Eine Mutter auf die Straße setzen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Sozialpolitik! Eine Mutter auf die Straße setzen!
„Nach der Neuwahl zählte sie nicht mehr zu Faymanns erster Wahl, sitzt derzeit aber als Abgeordnete und Tourismussprecherin der SPÖ im Nationalrat. Mit einer Gage von brutto 8 160 Euro pro Monat plus Nebengebühren. Als sie in die Regierung gewechselt war, war Silhavy von ihrem Job als Landes-Frauensekretärin des ÖGB karenziert worden, jetzt will sie diesen Job zurück. (Abg. Ing. Westenthaler: Aha!) Ab September soll es so weit sein. ‚Pech‘ für Gerrit Taucar, die inzwischen engagiert das Geschäft als Landessekretärin übernommen hat. Sie hat immer nur befristete Verträge bekommen, ab September steht die Mutter von zwei Kindern nun auf der Straße. (Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich! Das ist ja unglaublich!) Jetzt ist sie auf Jobsuche. (...) Vom ÖGB gab es bisher keine Hilfe für Taucar.“ – Norbert Swoboda, Claus Albertani, „Steiermark intern“, „Kleine Zeitung“ vom 18. März 2009. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Sozialpolitik! Eine Mutter auf die Straße setzen!)
Abg. Dr. Jarolim: Das Vorstrafenregister vom Herrn Westenthaler ...!
Frau Csörgits, und Ihr soziales Gewissen? Ich zitiere das „FORMAT“ vom 9. Februar 2001 (Abg. Dr. Jarolim: Das Vorstrafenregister vom Herrn Westenthaler ...!): „Die Aussage seiner ÖGB-Kollegin Renate Csörgits, die Ihr Netto-Gehalt um 17 000 Schilling (in etwa) zu gering“ – monatlich – „angeben hatte, kommentiert Nürnberger so: ‚Vielleicht haben Sie mitbekommen, daß ich während dieser Pressekonferenz am liebsten unter den Tisch gekrochen wäre. Meine Körpersprache kann ich leider nicht zurückhalten. Ich vertrete viele Fabriksarbeiterinnen, die 17 000 Schilling nicht einmal
Abg. Ing. Westenthaler: Das sind soziale ...!
brutto verdienen.‘“ (Abg. Ing. Westenthaler: Das sind soziale ...!) – Das zu Ihrem sozialen Gewissen, Sie „Boulevard of Social Dreams“ der zweiten Reihe der Sozialdemokratie. (Heiterkeit und Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Da atmet sogar der Herr Minister schwer!
Sehr geehrte Damen und Herren, nunmehr zum Sozialbericht. Ich gratuliere Ihnen, Herr Sozialminister, dass Sie solche Pfeiler Ihrer Sozialdemokratie haben, die vom sozialen Gewissen, von den Gehältern einer Fabriksarbeiterin, von „In-etwa-Löhnen“ und von Kündigungen – sozialrechtswidrigen Kündigungen! – so viel Bescheid wissen wie Ihre sozial engagierten Damen mit den fetten Gehältern und mit den Doppelbezügen. (Abg. Ing. Westenthaler: Da atmet sogar der Herr Minister schwer!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ob das nicht zu schwierig ist für sie?
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Frau Abgeordnete Silhavy zu Wort gemeldet. Ich verweise auf die Bestimmungen der Geschäftsordnung und erteile Ihnen das Wort. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Ob das nicht zu schwierig ist für sie?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war viel, aber keine tatsächliche Berichtigung! – Anhaltende Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von BZÖ und SPÖ.
Und im Gegensatz zum Herrn Westenthaler habe ich mich dem Arbeits- und Sozialgericht gestellt und bin von dort auch in allen Punkten freigesprochen und reingewaschen worden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war viel, aber keine tatsächliche Berichtigung! – Anhaltende Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von BZÖ und SPÖ.)
Abg. Dr. Jarolim: Die Grosz-Rede war fünf, setzen! Man sollte das Vorstrafenregister von Herrn Westenthaler ...!
Abgeordneter Franz Riepl (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Kollege Grosz, Kollege Dolinschek, Kollege Westenthaler! Insbesondere möchte ich mich an den Kollegen Grosz wenden: Wenn Sie sachlich Sozialpolitik mit der Sozialdemokratie dieses Hauses diskutieren wollen, dann stehen wir Ihnen zur Verfügung. (Abg. Dr. Jarolim: Die Grosz-Rede war fünf, setzen! Man sollte das Vorstrafenregister von Herrn Westenthaler ...!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Gehen Sie halt nach Hause, wenn Sie nicht diskutieren wollen!
Wenn Sie diffamieren, dann stehen wir Ihnen nicht zur Verfügung. Wenn Sie so tief argumentieren wie hier, dann müssen Sie zur Kenntnis nehmen, dass wir Sie nicht respektieren. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Gehen Sie halt nach Hause, wenn Sie nicht diskutieren wollen!)
Abg. Kickl: Dass Sie das Wort in den Munde nehmen! – Abg. Ing. Westenthaler: Die Pensionen zurückzahlen ...!
Die hohen Standards sind trotz der Politik der letzten Jahre so geblieben, insbesondere der Jahre ab 2000, die ja begleitet waren von Massendemonstrationen, von einem Sozialstaats-Volksbegehren, von Sozialabbau und Pensionsraub, wie damals die Schlagzeilen in den Zeitungen gelautet haben. (Abg. Kickl: Dass Sie das Wort in den Munde nehmen! – Abg. Ing. Westenthaler: Die Pensionen zurückzahlen ...!)
Sitzung Nr. 39
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kickl: Woher haben Sie diesen Unsinn? – Abg. Ing. Westenthaler: Machen wir Pause!
Jetzt sage ich Ihnen noch etwas: Der Herr Minister hat genau vorgerechnet, was die Einzahlungen der vom Arbeitsmarkt geforderten ausländischen Arbeitskräfte bei den Kassen und im Sozialversicherungssystem bedeuten. 1,5 Milliarden € müssten die Österreicher mehr zahlen, wenn wir diese ausländischen Arbeitskräfte nicht hätten, die in das Kassensystem bei den Sozialversicherungen einzahlen. Wissen Sie, was das ist? – Inländerfeindlich sind Sie! Inländerfeindlich! Ich muss umdenken. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kickl: Woher haben Sie diesen Unsinn? – Abg. Ing. Westenthaler: Machen wir Pause!)
Abg. Ing. Westenthaler: Genau!
Herr Sozialminister, nun möchte ich schon eine Bemerkung machen, um der Wahrheit die Ehre zu geben: Beim Ausscheiden der Sozialdemokratie aus der Bundesregierung im Jahre 2000 haben wir – da haben Sie völlig recht – eine hohe Arbeitslosigkeit übernommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Genau!) Aber Faktum ist: Vor dem Wiedereintritt der Sozialdemokratie in die Regierung war sie auf Rekordtiefstniveau. Das muss man
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wieder einmal etwas gelernt, Herr Sozialminister! – Gegenrufe bei der SPÖ.
der Fairness halber schon auch sagen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wieder einmal etwas gelernt, Herr Sozialminister! – Gegenrufe bei der SPÖ.)
Sitzung Nr. 40
Oh-Rufe beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Da sind die Abkassierer unterwegs!
Wenn man sich dann anschaut, wer denn aller diese Dienstverträge in Anspruch genommen hat, Herr Kollege Haberzettl, dann kommt einem wirklich etwas hoch! Betriebsräte nehmen dieses moderne Dienstrecht gerne in Kauf, beispielsweise der stellvertretende Konzernbetriebsratsvorsitzende der ÖBB – Ihr Stellvertreter, Herr Kollege Haberzettl! –, Herr Gottfried Winkler. Dieser hat das gerne in Kauf genommen. Warum? – Weil er 1 000 € im Monat mehr erhält. (Oh-Rufe beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Da sind die Abkassierer unterwegs!)
Oh-Rufe beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein bisschen Körberlgeld!
Herr Werner Harrer, Zentralbetriebsratsvorsitzender der Rail Cargo Austria AG – auch kein Unbekannter! –, bekommt 500 € mehr im Monat. (Oh-Rufe beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein bisschen Körberlgeld!) Er hat bei diesem Angebot gerne zugegriffen.
Abg. Ing. Westenthaler: Hauptsache, in der ersten Reihe!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Bei all diesen Spatenstichen, die wir da vornehmen (Abg. Bucher: Was ist jetzt mit der Koralmbahn, Frau Bundesminister?), bei den Eröffnungsfeiern, bei den Dachgleichenfeiern bei Bahnhöfen stehen neben mir – und ich freue mich darüber, ich freue mich wirklich, es ist schön – in der ersten Reihe (Abg. Mag. Stadler: Wir sind gerührt! Wir sind alle gerührt!) Politikerinnen und Politiker dieses Hauses, und zwar von allen Parteien. Sie stehen neben mir in der ersten Reihe. (Abg. Ing. Westenthaler: Hauptsache, in der ersten Reihe!) Aber wissen Sie, was nicht geht? – Was nicht geht, ist, dass dann, wenn es dann darum geht, auch zu diesen Investitionen, zu den Investitionen in ein modernes Schienennetz zu stehen, niemand mehr neben mir in der ersten Reihe steht, dass dann – ganz im Gegenteil – wie von Heckenschützen aus vollen Rohren gegen das Unternehmen gefeuert wird. Das ist unredlich, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Bucher: Was ist jetzt mit der Koralmbahn? – Abg. Mag. Stadler: Sagen Sie doch glatt, wenn Sie die ÖVP meinen!)
Abg. Mag. Stadler: Jetzt kommt die „schärfste Waffe“: der Erstredner der SPÖ! – Abg. Ing. Westenthaler: Die „Wunderwaffe“ der SPÖ!
Zu Wort gelangt nun Herr Abgeordneter Heinzl. (Abg. Mag. Stadler: Jetzt kommt die „schärfste Waffe“: der Erstredner der SPÖ! – Abg. Ing. Westenthaler: Die „Wunderwaffe“ der SPÖ!)
Abg. Ing. Westenthaler: Raus aus der Regierung mit den Sandlern! – Weitere Zwischenrufe.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nun ist Herr Abgeordneter Dr. Fichtenbauer am Wort. 5 Minuten. (Abg. Ing. Westenthaler: Raus aus der Regierung mit den Sandlern! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Ing. Westenthaler: In Moskau haben sie auch die KPdSU gewählt!
Ich sage Ihnen, Sie haben Gewerkschaft und Belegschaftsvertretung verwechselt. Die Belegschaftsvertretung ist ein demokratisch gewähltes Organ. Und jetzt horchen Sie genau zu: 92,2 Prozent der Kolleginnen und Kollegen haben vor einigen Monaten sozialdemokratisch gewählt. Die wissen, wo die Feinde sitzen. Die sitzen da! (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ. – Zwischenrufe beim BZÖ.) Das ist ein Wahlergebnis, das Sie sich wünschen würden, Herr Bucher. (Abg. Ing. Westenthaler: In Moskau haben sie auch die KPdSU gewählt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Graz wird von der Umwelt abgeschnitten!
Der dritte Punkt, etwas, was auch uns Steirer so ärgert, ist, dass Sie, Frau Minister, ausgerechnet in einer Zeit, in der sich die Politik, in der sich Experten Gedanken über eine Ökologisierung machen, Gedanken darüber machen, wie man mehr Menschen mit öffentlichen Verkehrsmitteln transportieren kann, sozusagen mit einem Federstrich die Bahnverbindungen Graz–Linz, Graz–Innsbruck und Graz–Marburg ersatzlos streichen! Sie schädigen damit nachhaltig den Wirtschaftsstandort im Süden Österreichs, indem Sie wichtige Bahnverbindungen streichen! (Abg. Ing. Westenthaler: Graz wird von der Umwelt abgeschnitten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Warum pardonieren Sie es?
Da sage ich Ihnen: Sie werden, auch in Übereinstimmung mit dem Verfassungsrecht, zur Kenntnis nehmen müssen: Keine Gnade mit Kriminellen! (Abg. Ing. Westenthaler: Warum pardonieren Sie es?) Aber ich sage auch: Wenn bei jemandem eingebrochen worden ist, ob das im Auto, in der Wohnung oder im Einfamilienhaus ist – und ich sage gleich: Jeder Einbruch ist zu viel, und es muss darum gekämpft werden, dass es mehr Sicherheit und mehr Polizei gibt; in Wien läuft eine Unterschriftenkampagne, auf der schon 70 000 Unterschriften sind, wo es heißt: 1 000 Polizisten mehr für Wien –, dann ist es nicht so, dass derjenige, bei dem eingebrochen worden ist, dann sagt: Bei mir ist eingebrochen worden!, sondern dann ist die Frage die: War es ein Inländer oder ein Ausländer? Bei einem Inländer heißt es dann: Schwamm drüber, da gehen wir nicht zur Polizei!, aber bei einem Ausländer heißt es: Da gehe ich zur Polizei! – Das ist doch absurd!
Abg. Ing. Westenthaler: Morgen wollen wir es haben!
Daher finde ich: Heute Tagesordnungspunkt 1: Unterricht, Matura, wo es um die Zukunft unserer Kinder geht. Mit Recht ist das der erste Punkt auf der Tagesordnung! (Abg. Ing. Westenthaler: Morgen wollen wir es haben!) Und morgen Tagesordnungspunkt 1: Kindergeld. Mit Recht ist das der erste Punkt! – Spielen Sie bitte die Themen nicht gegeneinander aus! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber sie halten sich nicht daran! Sie gehen eher zur Industriellenvereinigung als ins Parlament!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter! Alles, was in der Präsidialsitzung vereinbart wird, ist für mich verbindlich, und daher werden natürlich die Mitglieder der Bundesregierung ein weiteres Mal von mir davon in Kenntnis gesetzt. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber sie halten sich nicht daran! Sie gehen eher zur Industriellenvereinigung als ins Parlament!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist doch immer so! Das ist immer so!
Es macht keinen Sinn, die Bedeutung von Tagesordnungspunkten gegeneinander auszuspielen! Wir müssen eine Tagesordnung haben, und da ist es naturgemäß nun einmal so, dass ein Punkt nach dem anderen abgehandelt wird. (Zwischenruf des Abg. Mayerhofer.) Da soll man dann nicht ständig hineininterpretieren: Das ist jetzt als bedeutsamer gewertet worden, weil es an erster Stelle ist, und das Zweite ist vielleicht nicht so bedeutsam. Das ist doch Unsinn, das bringt uns doch nicht weiter! (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist doch immer so! Das ist immer so!)
Abg. Ing. Westenthaler: ... „verramts“ das an das ...!
Parteien, aber doch über eine große Mehrheit hinweg, finden, die Tagesordnung heute und morgen so zu machen, wie sie ist. (Abg. Ing. Westenthaler: ... „verramts“ das an das ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: So etwas von Überheblichkeit! – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Jetzt ist es auch so, da es immer davon abhängt, wann das Fernsehen dabei ist, dass wir so fair sind und während der Fernsehzeit sogar alle fünf Parteien dieselbe Redezeit bekommen. Das ist abweichend von der Geschäftsordnung ein Entgegenkommen der größeren Parteien gegenüber den kleineren. (Abg. Ing. Westenthaler: So etwas von Überheblichkeit! – Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Das muss man schon einmal festhalten! (Abg. Dr. Graf: Das ist ein Gesetz! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Überheblichkeit ...!)
Abg. Dr. Graf: Das ist ein Gesetz! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Überheblichkeit ...!
Jetzt ist es auch so, da es immer davon abhängt, wann das Fernsehen dabei ist, dass wir so fair sind und während der Fernsehzeit sogar alle fünf Parteien dieselbe Redezeit bekommen. Das ist abweichend von der Geschäftsordnung ein Entgegenkommen der größeren Parteien gegenüber den kleineren. (Abg. Ing. Westenthaler: So etwas von Überheblichkeit! – Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Das muss man schon einmal festhalten! (Abg. Dr. Graf: Das ist ein Gesetz! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Überheblichkeit ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Weil wir das diskutieren wollen!
Meine Damen und Herren, was aber jetzt passiert, ist Folgendes: Wir haben hier eine unterschriebene Vereinbarung – von allen fünf Klubdirektoren unterschrieben – über die Verteilung der Redezeit während der Fernsehübertragung. Und jetzt geht das BZÖ, Herr Klubobmann-Stellvertreter Westenthaler, vorhin in der kurzen Präsidialbesprechung her (Abg. Ing. Westenthaler: Weil wir das diskutieren wollen!) und sagt: Dieses Papier ist nichts wert! (Abg. Ing. Westenthaler: Das wollen wir diskutieren! Ihr wollt das nicht diskutieren!) Die Unterschrift der Klubdirektorin des BZÖ ist nichts wert, die interessiert uns nicht. Wir halten uns nicht an getroffene – sogar mit Unterschrift festgehaltene – Vereinbarungen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir halten uns an die Geschäftsordnung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das wollen wir diskutieren! Ihr wollt das nicht diskutieren!
Meine Damen und Herren, was aber jetzt passiert, ist Folgendes: Wir haben hier eine unterschriebene Vereinbarung – von allen fünf Klubdirektoren unterschrieben – über die Verteilung der Redezeit während der Fernsehübertragung. Und jetzt geht das BZÖ, Herr Klubobmann-Stellvertreter Westenthaler, vorhin in der kurzen Präsidialbesprechung her (Abg. Ing. Westenthaler: Weil wir das diskutieren wollen!) und sagt: Dieses Papier ist nichts wert! (Abg. Ing. Westenthaler: Das wollen wir diskutieren! Ihr wollt das nicht diskutieren!) Die Unterschrift der Klubdirektorin des BZÖ ist nichts wert, die interessiert uns nicht. Wir halten uns nicht an getroffene – sogar mit Unterschrift festgehaltene – Vereinbarungen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir halten uns an die Geschäftsordnung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir halten uns an die Geschäftsordnung!
Meine Damen und Herren, was aber jetzt passiert, ist Folgendes: Wir haben hier eine unterschriebene Vereinbarung – von allen fünf Klubdirektoren unterschrieben – über die Verteilung der Redezeit während der Fernsehübertragung. Und jetzt geht das BZÖ, Herr Klubobmann-Stellvertreter Westenthaler, vorhin in der kurzen Präsidialbesprechung her (Abg. Ing. Westenthaler: Weil wir das diskutieren wollen!) und sagt: Dieses Papier ist nichts wert! (Abg. Ing. Westenthaler: Das wollen wir diskutieren! Ihr wollt das nicht diskutieren!) Die Unterschrift der Klubdirektorin des BZÖ ist nichts wert, die interessiert uns nicht. Wir halten uns nicht an getroffene – sogar mit Unterschrift festgehaltene – Vereinbarungen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir halten uns an die Geschäftsordnung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir halten uns an die Geschäftsordnung!
Herr Westenthaler! Wenn wir in diese Form der formalen Zusammenarbeit einbiegen, dann – wir brauchen nicht inhaltlich einer Meinung zu sein, aber über die Spielregeln dieses Hauses sollte wenigstens Einigkeit herrschen (Abg. Ing. Westenthaler: Wir halten uns an die Geschäftsordnung!) – gefährden Sie die parlamentarische Debatte in diesem Haus, und das ist verwerflich. (Abg. Ing. Westenthaler – die Titelseite der „Kronen Zeitung“ mit der Schlagzeile „An der Ostgrenze regiert die Angst“ in die Höhe haltend –: Die Menschen haben Angst! Dann sagen Sie einmal etwas dazu! Das ist Fremdenrecht! Sagen Sie einmal etwas dazu!) Halten Sie sich an die Vereinbarungen und zeigen Sie Charakter! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist unglaublich! So etwas Arrogantes gegenüber ...!)
Abg. Ing. Westenthaler – die Titelseite der „Kronen Zeitung“ mit der Schlagzeile „An der Ostgrenze regiert die Angst“ in die Höhe haltend –: Die Menschen haben Angst! Dann sagen Sie einmal etwas dazu! Das ist Fremdenrecht! Sagen Sie einmal etwas dazu!
Herr Westenthaler! Wenn wir in diese Form der formalen Zusammenarbeit einbiegen, dann – wir brauchen nicht inhaltlich einer Meinung zu sein, aber über die Spielregeln dieses Hauses sollte wenigstens Einigkeit herrschen (Abg. Ing. Westenthaler: Wir halten uns an die Geschäftsordnung!) – gefährden Sie die parlamentarische Debatte in diesem Haus, und das ist verwerflich. (Abg. Ing. Westenthaler – die Titelseite der „Kronen Zeitung“ mit der Schlagzeile „An der Ostgrenze regiert die Angst“ in die Höhe haltend –: Die Menschen haben Angst! Dann sagen Sie einmal etwas dazu! Das ist Fremdenrecht! Sagen Sie einmal etwas dazu!) Halten Sie sich an die Vereinbarungen und zeigen Sie Charakter! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist unglaublich! So etwas Arrogantes gegenüber ...!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist unglaublich! So etwas Arrogantes gegenüber ...!
Herr Westenthaler! Wenn wir in diese Form der formalen Zusammenarbeit einbiegen, dann – wir brauchen nicht inhaltlich einer Meinung zu sein, aber über die Spielregeln dieses Hauses sollte wenigstens Einigkeit herrschen (Abg. Ing. Westenthaler: Wir halten uns an die Geschäftsordnung!) – gefährden Sie die parlamentarische Debatte in diesem Haus, und das ist verwerflich. (Abg. Ing. Westenthaler – die Titelseite der „Kronen Zeitung“ mit der Schlagzeile „An der Ostgrenze regiert die Angst“ in die Höhe haltend –: Die Menschen haben Angst! Dann sagen Sie einmal etwas dazu! Das ist Fremdenrecht! Sagen Sie einmal etwas dazu!) Halten Sie sich an die Vereinbarungen und zeigen Sie Charakter! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist unglaublich! So etwas Arrogantes gegenüber ...!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek begibt sich zum Rednerpult. – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist jetzt? Und ihr sagt, wir sind Chaoten?!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächste gelangt zu Wort: Frau Abgeordnete ... (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek begibt sich zum Rednerpult. – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist jetzt? Und ihr sagt, wir sind Chaoten?!) – Zur Geschäftsordnung: Frau Abgeordnete Dr. Glawischnig-Piesczek. – Bitte.
Abg. Ing. Westenthaler: Niemand hat das gesagt!
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Na selbstverständlich muss man darüber diskutieren, wie Tagesordnungen zustande kommen, aber über etwas anderes muss man auch diskutieren, nämlich darüber, welche Handschlagqualität es überhaupt noch in diesem Haus gibt, wenn ein Teil des BZÖ sagt: Okay, wir sind einverstanden (Abg. Ing. Westenthaler: Niemand hat das gesagt!), wir regeln gemeinsam die Zeit, die wir im Fernsehen diskutieren können, damit diese auch für die Zuseher möglichst attraktiv ist!, dieser Teil des BZÖ das sogar unterschreibt, und dann ein anderer Teil des BZÖ sich unglaublich darüber aufregt, dass es diese Vereinbarung gibt.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie müssen aber einen Antrag stellen, wegen der Geschäftsordnung!
Heute in der Früh war der Titel der Aktuellen Stunde „Das Chaos fährt Bahn“. Ich kann nur sagen: Das Chaos fährt BZÖ, und ich würde mir wünschen, dass wir das in der Präsidiale auch nachbesprechen, und zwar in dem Sinne, dass wir uns zumindest an das halten, wozu wir uns gemeinsam in irgendeiner Form schriftlich verpflichtet haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie müssen aber einen Antrag stellen, wegen der Geschäftsordnung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Weil Sie Angst haben vor ...!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Ich möchte nur eines feststellen: Wenn sich der Zuseher und die Zuseherin ihren Teil denken (Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll), dann den, dass wir uns auf die Tagesordnungen gefälligst dort einigen sollten, wo das vorgesehen ist, nämlich in der Präsidiale (Abg. Ing. Westenthaler: Weil Sie Angst haben vor ...!), und dass die Klubdirektoren das ausgemacht haben – alle fünf haben das unterzeichnet. (Zwischenrufe beim BZÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Setz dich!
Halten Sie sich an die Vereinbarungen, so wie das jeder andere Bürger und jede andere Bürgerin auch tut! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Setz dich!)
Abg. Ing. Westenthaler: ... das alles „verramt“ ...!
Abgeordneter Heinz-Christian Strache (FPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Prinzipiell ist festzuhalten, dass die Bevölkerung sicherlich Interesse daran gehabt hätte, dass die Diskussion über das wirklich brennende Thema des Asylrechts (Abg. Ing. Westenthaler: ... das alles „verramt“ ...!) zur Fernsehzeit stattfindet und man hätte zuhören und zusehen können, deshalb haben wir auch diese Einwendungsdebatte heute einberufen, um darüber zu debattieren, aber natürlich gibt es Vereinbarungen, die getroffen worden sind, und daran sollte man sich halten.
Abg. Ing. Westenthaler: Die sind auch wurscht!
Dass Vereinbarungen nicht eingehalten werden, ist leider Gottes in diesem Haus immer wieder der Fall, beispielsweise wenn es darum geht, dass Vereinbarungen getroffen worden sind, dass Minister im Untersuchungsausschuss selbstverständlich vorzuladen sind (Abg. Ing. Westenthaler: Die sind auch wurscht!), und man diese Vereinbarungen vonseiten der Regierungsparteien nicht einzuhalten bereit ist, aber auch, wenn es um Vereinbarungen geht, die getroffen werden, in denen Klubdirektoren Zusagen gegeben haben, dass wir bei der Einwendungsdebatte die Zeit so einteilen, dass wir zwei Redner festlegen, und deshalb auch die Zeitordnung, die wir festgelegt haben, dann eingehalten werden kann – das ist leider Gottes vonseiten des BZÖ heute nicht eingehalten worden.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Ja, bitte!
Zum Ersten: Was müssen sich die Zuseherinnen und Zuseher zu Hause an den Fernsehschirmen von uns denken, wenn wir statt über die Sache zu debattieren solche Debatten in die Wohnzimmer liefern? – Wir sollten uns wirklich schämen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Ja, bitte!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: ... dass Sie sich schämen sollen! Für den Auftritt sollten Sie sich wirklich schämen!
Liebe Freunde vom BZÖ! Meine Damen und Herren vom BZÖ! Die Nichteinhaltung dieser Vereinbarung zeigt mir zwei Dinge: zum Ersten, wie Sie mit Ihren Mitarbeitern im Klub umgehen (Beifall bei ÖVP und SPÖ) – das ist wirklich unglaublich! –, und zum Zweiten generell, dass man mit Ihnen keine Vereinbarungen schließen kann, weil Sie nicht bereit sind, sie einzuhalten. (Zwischenrufe beim BZÖ.) – Schämen Sie sich! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: ... dass Sie sich schämen sollen! Für den Auftritt sollten Sie sich wirklich schämen!)
Anhaltende Rufe des Abg. Ing. Westenthaler.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Bevor ich nun der nächsten Rednerin, Frau Abgeordneter Mag. Korun, das Wort erteile, halte ich Folgendes fest ... (Anhaltende Rufe des Abg. Ing. Westenthaler.) – Vielleicht kann auch der Herr Abgeordnete Westenthaler einmal kurz zuhören! (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Nein, das kann er nicht!) Ich halte fest, dass ich noch für heute eine Sonderpräsidiale einberufe, da es ja auch morgen Sitzungen gibt und ich als Präsidentin des Nationalrates gerne wissen möchte, woran ich und woran Sie alle morgen sein werden.
Abg. Ing. Westenthaler: Wir auch!
Unsere Forderungen sind ganz klar: Wir müssen die Grenzen wieder mehr kontrollieren. Wir müssen Schengen aussetzen. Und wenn ich gelesen habe, der erste Politiker verlangt Grenzkontrollen beziehungsweise eine Sperre der Grenzen, nämlich der burgenländische Landeshauptmann, dann frage ich mich, ob die Journalisten geschlafen haben, denn wir freiheitlichen Politiker fordern das im Hohen Haus seit Monaten. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir auch!) – Auch das BZÖ, aber ich nehme an, Sie werden das noch erwähnen können, Sie haben es ja bereits in einem früheren Beitrag einmal angeschnitten.
Abg. Ing. Westenthaler: Aber sie gibt es!
Dass wir Missbrauch abstellen müssen, da sind wir uns alle hier im Hause einig; und das bedeutet, dass es Folgeanträge bei negativem Asylbescheid nur mehr eingeschränkt geben kann. 80 Prozent aller Asylanträge sind Folgeanträge. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber sie gibt es!) – Ja, ja, darum müssen wir das dementsprechend behandeln und, wenn möglich, solche Folgeanträge abstellen.
Abg. Ing. Westenthaler – ein Exemplar der „Kronen Zeitung“ mit der Schlagzeile „An der Ostgrenze regiert die Angst“ in die Höhe haltend –: Ist das Verunsicherung?
Generell zu kriminalisieren, Herr Kollege ... (Abg. Ing. Westenthaler – ein Exemplar der „Kronen Zeitung“ mit der Schlagzeile „An der Ostgrenze regiert die Angst“ in die Höhe haltend –: Ist das Verunsicherung?) – Jede Straftat ist eine zu viel! Aber das alles hat nichts damit zu tun, dass man ununterbrochen mehrere Gesetzesmaterien miteinander vermischt. (Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr würdet mich gleich abschieben!
Ich möchte, dass wir uns jetzt die Haltung derer anschauen, die in dieser Sache am lautesten schreien, so beispielsweise auch das BZÖ. Wie geht das BZÖ, wie gehen einzelne Abgeordnete des BZÖ mit rechtsstaatlichen Entscheidungen, mit Gerichtsentscheidungen um, wenn es sie selber betrifft? (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr würdet mich gleich abschieben!)
Abg. Ing. Westenthaler: Am liebsten würdet ihr mich abschieben!
Dazu ein konkretes Beispiel: Herr Abgeordneter Ing. Westenthaler, der wegen falscher Zeugenaussage angeklagt wurde (Abg. Ing. Westenthaler: Am liebsten würdet ihr mich abschieben!) und nach der ersten Entscheidung – das war eine gerichtliche Entscheidung – der unabhängigen österreichischen Justiz gesagt hat, das sei ein politisches Urteil und er, Westenthaler, weigere sich, die Verurteilung anzuerkennen.
Abg. Ing. Westenthaler: Der Herr Pilz sagt das auch!
Zitat Westenthaler: Es gibt kein Urteil, es gibt einen Richterspruch, der nicht halten wird! – Er sei Opfer einer politisch gefärbten Justiz geworden. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Herr Pilz sagt das auch!)
Beifall bei den Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
So reden, sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Zuschauerinnen und Zuschauer auf der Galerie, jene Leute, die am lautesten schreien und sagen: Wenn jemand den Asylantrag abgelehnt bekommt, so hat er das zu akzeptieren, denn das ist ein rechtsstaatliches Urteil gewesen! – Wenn Sie aber selber betroffen sind, dann gilt das offensichtlich schon viel weniger, Herr Kollege Westenthaler! (Beifall bei den Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Nein, gesenkt!
Herr Kollege Westenthaler hat, wie ihm das in einem Rechtsstaat zusteht – und das ist gut so! –,von seinem Recht Gebrauch gemacht und ist in Berufung gegangen. Ing. Westenthaler hat diese Berufung nicht gewonnen, sondern das Urteil wurde im Großen und Ganzen bestätigt (Abg. Ing. Westenthaler: Nein, gesenkt!); das Strafausmaß aber wurde von neun auf sechs Monate reduziert, aber die Verurteilung wurde aufrechterhalten.
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist die Konsequenz: Westenthaler abschieben!?
Nun, meine sehr geehrten Damen und Herren, reden wir über die echten Probleme von Schutzsuchenden, die es beim Asylrecht gibt! (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist die Konsequenz: Westenthaler abschieben!?)
Abg. Ing. Westenthaler: War der nicht bei euch einmal ...?
Jetzt taucht der Name Hochegger auf, aber nicht, weil er Berater war (Abg. Ing. Westenthaler: War der nicht bei euch einmal ...?), sondern weil er ein Nebenprodukt eines anderen Finanzskandals ist (Abg. Grosz: Einer, der einmal bei der SPÖ ...! – weitere Zwischenrufe), nämlich des Finanzskandals der Immofinanz. Aufgrund der Hausdurch-
Abg. Ing. Westenthaler: Hochegger war einmal SPÖ-Berater!
Jetzt frage ich mich: Warum muss ich das Honorar, das ich beim Verkauf der BUWOG erhalte, in Provisionszahlungen der Immoeast verstecken? – Das ist meiner Meinung nach allein schon Grund genug, die Staatsanwaltschaft ermitteln zu lassen (Abg. Ing. Westenthaler: Hochegger war einmal SPÖ-Berater!) und letztendlich den Justizapparat in Bewegung zu setzen, weil da irgendetwas nicht stimmen muss. Sonst hätte ich ja diese Vermittlungsprovision offenlegen können.
Abg. Ing. Westenthaler: Da kennt ihr euch gut aus, wie man das Geld verschiebt, bei der BAWAG!
Tatsache ist, dass dieses Geld auf ein Konto in Zypern überwiesen wurde, das einer Firma, die Hochegger nahesteht, gehört hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Da kennt ihr euch gut aus, wie man das Geld verschiebt, bei der BAWAG!) Jetzt frage ich mich: Warum überweise ich das wieder zurück nach Liechtenstein, wenn ich Meischberger bin, und lasse es nicht in Zypern? (Abg. Grosz: Da habt ihr aber bei der BAWAG ...!) – Das muss auch einen Grund haben. Einen Grund muss das ja haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht hat die BAWAG beraten?)
Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht hat die BAWAG beraten?
Tatsache ist, dass dieses Geld auf ein Konto in Zypern überwiesen wurde, das einer Firma, die Hochegger nahesteht, gehört hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Da kennt ihr euch gut aus, wie man das Geld verschiebt, bei der BAWAG!) Jetzt frage ich mich: Warum überweise ich das wieder zurück nach Liechtenstein, wenn ich Meischberger bin, und lasse es nicht in Zypern? (Abg. Grosz: Da habt ihr aber bei der BAWAG ...!) – Das muss auch einen Grund haben. Einen Grund muss das ja haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht hat die BAWAG beraten?)
Abg. Ing. Westenthaler: Nehmen Sie das zurück mit den Bargeldkoffern!
erlernt hat in dieser Buberlpartie. (Oho-Rufe bei der ÖVP.) Wem hat denn zum Beispiel die IMMOFINANZ und die Constantia gehört? Das war doch am Ende die Turnauer-Gruppe. Erinnern wir uns doch, wie damals die Bargeldkoffer abgeholt worden sind vom Klubdirektor. (Abg. Ing. Westenthaler: Nehmen Sie das zurück mit den Bargeldkoffern!) Das System wurde ja gelernt. Man hat ja gesehen, wie das System funktioniert. Damals wurde das Geld im Koffer noch bar abgeholt, heute machen sie es schon geschickter über Delaware und Liechtenstein. (Abg. Ing. Westenthaler: Meinen Sie da den Rechnungshofpräsidenten, oder?)
Abg. Ing. Westenthaler: Meinen Sie da den Rechnungshofpräsidenten, oder?
erlernt hat in dieser Buberlpartie. (Oho-Rufe bei der ÖVP.) Wem hat denn zum Beispiel die IMMOFINANZ und die Constantia gehört? Das war doch am Ende die Turnauer-Gruppe. Erinnern wir uns doch, wie damals die Bargeldkoffer abgeholt worden sind vom Klubdirektor. (Abg. Ing. Westenthaler: Nehmen Sie das zurück mit den Bargeldkoffern!) Das System wurde ja gelernt. Man hat ja gesehen, wie das System funktioniert. Damals wurde das Geld im Koffer noch bar abgeholt, heute machen sie es schon geschickter über Delaware und Liechtenstein. (Abg. Ing. Westenthaler: Meinen Sie da den Rechnungshofpräsidenten, oder?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Hochegger gehört aber euch! – Abg. Ing. Westenthaler: Ist das nicht ein Riesenproblem, Matznetter, dass ihr den Rechnungshofpräsidenten gewählt habt? – Abg. Grosz: Das ist ein SPÖ-Problem, das Ganze!
Mir können Sie nicht vorwerfen, dass ich ein großer Freund Karl-Heinz Grassers gewesen bin oder gar noch bin. – Danke, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Hochegger gehört aber euch! – Abg. Ing. Westenthaler: Ist das nicht ein Riesenproblem, Matznetter, dass ihr den Rechnungshofpräsidenten gewählt habt? – Abg. Grosz: Das ist ein SPÖ-Problem, das Ganze!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein legendäres Ereignis!
Im Herbst 2002 hat Herr Grasser die FPÖ verlassen. Es kann sich noch jeder an dieses berühmte Fernsehinterview erinnern, wo die drei Minister und Klubobmann Westenthaler gesessen sind und gesagt haben, sie sagen der FPÖ adieu, sie gehen, sie sprengen diese Regierung. Mit ihr kann man keinen Staat mehr machen, haben sie gesagt, sie nehmen den Hut, sie gehen, sie legen alle Ämter zurück. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein legendäres Ereignis!)
Abg. Ing. Westenthaler: Waren Sie auch dabei?
Das geschah, weil der Druck der Basis, der Druck der FPÖ, der Funktionäre, die heute großteils hier im Nationalrat vertreten sind, einfach zu groß war. Das heißt, wir haben gesagt: Wer in der Regierung sitzt, egal, welche Person es ist, der muss freiheitliche Grundgedanken auch in der Regierung vertreten. Und weil das nicht geschehen ist, haben wir auf diese Regierung von der Basis her Druck gemacht. Der Druck war so groß, dass er dann 2002, für uns sehr schmerzhaft, in Knittelfeld zwischengelandet ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Waren Sie auch dabei?) – Nein, da war ich nicht dabei.
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt „reicht es“ schon wieder!
Daher ist es nicht so angenehm, wenn man einen Wahlkampf machen muss und gleichzeitig einen Untersuchungsausschuss mit dem Karl-Heinz Grasser. Das ist für die ÖVP nicht angenehm. Die SPÖ sagt daher, „derzeit noch nicht“. (Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll.) Ich höre, dass ihr schon wieder am Wahlkampfvorbereiten seid. Euch sticht ja schon wieder der Hafer. Ihr von der ÖVP habt ein paar Wahlerfolge – und schon denkt ihr darüber nach, wie man die Koalition platzen lassen könnte. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt „reicht es“ schon wieder!) Deswegen darf zum Beispiel (Neuerliche Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll.)
Abg. Ing. Westenthaler: Na, bitte!
Zur Kritik der Gebietsbeschränkung, Frau Kollegin Korun: Ich glaube schon, dass wir anhand der neuesten Schleppergeschichte – wenn wir 64 geschleppte Türken, Kurden bei uns aufgreifen und 58 Asyl fordern und dann alle 58 innerhalb von 24 Stunden im Untergrund versinken (Abg. Ing. Westenthaler: Na, bitte!) – erkennen können, dass es ganz einfach notwendig ist, dass es eine Gebietsbeschränkung gibt und dass es auch verschärfte Meldepflichten gibt. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer sagt das?
Das zweite Ziel, das wir verfolgt und auch erreicht haben, ist, die Asylverfahren dauern wesentlich kürzer als bisher. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer sagt das?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Falsche Rede! Das haben Sie das letzte Mal schon gesagt!
weiß ich, wir sind auf dem richtigen Weg: Es ist ausgewogen, rechtsstaatlich und im Sinne der Sicherheit in Österreich. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Falsche Rede! Das haben Sie das letzte Mal schon gesagt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Machen Sie in Ihrer Schottergrube Ihr Aufnahmezentrum!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Seit Jänner haben die österreichischen Asylbehörden 16 Prozent der Asylverfahren positiv erledigt. (Abg. Ing. Westenthaler: Machen Sie in Ihrer Schottergrube Ihr Aufnahmezentrum!) Beim Rest – und das sind immerhin über 12 100 Fälle – lagen gar keine Asylgründe vor.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Fürs Protokoll: Mäßiger Applaus! Schütterer Applaus!
Genauso sind abzustellen mutwillige Folgeanträge, um die Abschiebung zu verhindern, nachdem man bereits sein Asylverfahren rechtskräftig durch alle Instanzen beschieden bekommen hat. Solche Folgeanträge sollen in Zukunft nicht mehr die Abschiebung verhindern. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Fürs Protokoll: Mäßiger Applaus! Schütterer Applaus!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist genau dieselbe Rede wie letztes Mal! Haben Sie nicht einmal eine neue Rede für uns? Sie sagen immer das Gleiche!
Politischer Populismus, sehr geehrter Herr Westenthaler, auf dem Rücken der Verfolgten ist verwerflich! (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist genau dieselbe Rede wie letztes Mal! Haben Sie nicht einmal eine neue Rede für uns? Sie sagen immer das Gleiche!)
Abg. Ing. Westenthaler: Schaut nicht so aus!
Meine Eckpunkte in diesem Gesetz, das Sie, meine sehr verehrten Damen und Herren, hoffentlich heute mit sehr großer Mehrheit beschließen werden (Abg. Ing. Westenthaler: Schaut nicht so aus!): Wer bei uns Schutz sucht und nachweislich verfolgt ist, erhält diesen Schutz. Wer bei uns arbeiten will, muss sich aber um eine Arbeitserlaubnis nach dem Ausländerbeschäftigungsgesetz kümmern. Das hat mit Asyl rein gar nichts zu tun. Alle jene, die nur aus wirtschaftlichen Motiven Asyl sagen, werden keinen positiven Asylbescheid bekommen.
Abg. Ing. Westenthaler: Was sind das für Gutachter?
Für minderjährige Flüchtlinge braucht es besonderen Schutz. Es ist aber nicht gerechtfertigt, dass immer mehr Personen uns falsche Angaben über ihr Alter machen. Gerade der Fall des Inders, der in der Schubhaft verstorben ist, hat gezeigt: Er hat Asyl beantragt und behauptet, er wäre 17 Jahre alt. Die Gutachter haben ihm das auch bescheinigt. – Bei der Obduktion hat sich herausgestellt, er war 33 Jahre alt. (Abg. Ing. Westenthaler: Was sind das für Gutachter?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Im Wiederholungsfall!
Weiters wird vorgegangen gegen die Kriminellen, die sich unter den Schutz des Asylrechts stellen. Wer unter unserer Rechtsordnung Schutz sucht, muss diese Rechtsordnung auch einhalten! Daher werden wir bei jenen, die bereits Asyl bekommen haben, aber ihre kriminelle Energie bei uns ausleben, die Asylgründe neuerlich hinterfragen – und, wenn sie nicht mehr gegeben sind, ihnen diese aberkennen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Im Wiederholungsfall!)
Abg. Ing. Westenthaler: Na was denn?
Abgeordnete Adelheid Irina Fürntrath-Moretti (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Ich muss wirklich sagen, was sich einige Abgeordnete hier gegenüber unserer Ministerin erlauben (Abg. Ing. Westenthaler: Na was denn?), ist ein Skandal! (Beifall bei der ÖVP.) Und das nicht nur hier, sondern auch im Ausschuss. Das grenzt nahezu an persönliche Verfolgung. (Abg. Ing. Westenthaler: Was denn?) Nein, das ist so, das ist wirklich so! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind auch nicht von diesem Planeten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was denn?
Abgeordnete Adelheid Irina Fürntrath-Moretti (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Ich muss wirklich sagen, was sich einige Abgeordnete hier gegenüber unserer Ministerin erlauben (Abg. Ing. Westenthaler: Na was denn?), ist ein Skandal! (Beifall bei der ÖVP.) Und das nicht nur hier, sondern auch im Ausschuss. Das grenzt nahezu an persönliche Verfolgung. (Abg. Ing. Westenthaler: Was denn?) Nein, das ist so, das ist wirklich so! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind auch nicht von diesem Planeten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind auch nicht von diesem Planeten!
Abgeordnete Adelheid Irina Fürntrath-Moretti (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Ich muss wirklich sagen, was sich einige Abgeordnete hier gegenüber unserer Ministerin erlauben (Abg. Ing. Westenthaler: Na was denn?), ist ein Skandal! (Beifall bei der ÖVP.) Und das nicht nur hier, sondern auch im Ausschuss. Das grenzt nahezu an persönliche Verfolgung. (Abg. Ing. Westenthaler: Was denn?) Nein, das ist so, das ist wirklich so! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind auch nicht von diesem Planeten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind letztklassig, das Unterste vom Letzten!
Jetzt noch ein Wort zu Herrn Abgeordnetem Grosz, der jetzt auch nicht mehr da ist – oder soll ich Mini sagen?; ich weiß es nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind letztklassig, das Unterste vom Letzten!) Was Herr Abgeordneter Grosz in der Steiermark macht, ist Folgendes: Herr Abgeordneter Grosz verunsichert die Bevölkerung, er informiert die Bevölkerung falsch. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie regen sich auf wegen persönlicher Verunglimpfung – und verunglimpfen selber!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie regen sich auf wegen persönlicher Verunglimpfung – und verunglimpfen selber!
Jetzt noch ein Wort zu Herrn Abgeordnetem Grosz, der jetzt auch nicht mehr da ist – oder soll ich Mini sagen?; ich weiß es nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind letztklassig, das Unterste vom Letzten!) Was Herr Abgeordneter Grosz in der Steiermark macht, ist Folgendes: Herr Abgeordneter Grosz verunsichert die Bevölkerung, er informiert die Bevölkerung falsch. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie regen sich auf wegen persönlicher Verunglimpfung – und verunglimpfen selber!)
Abg. Ing. Westenthaler: Stimmt ja nicht!
Gerade in Leoben haben wir eine der modernsten Haftanstalten, und daneben käme dann das Schubhaftzentrum. (Abg. Ing. Westenthaler: Stimmt ja nicht!) Und die Asylanten können sich nicht frei bewegen! (Abg. Zanger: Selbstverständlich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aufhören! Niedersetzen! Die Abgeordnete würde uns am liebsten alle einsperren! Das ist skandalös! – Weitere anhaltende heftige Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.
Noch einmal: Ich bin sehr froh, dass wir diese Gesetzesnovelle heute beschließen. (Abg. Ing. Westenthaler: Aufhören! Niedersetzen! Die Abgeordnete würde uns am liebsten alle einsperren! Das ist skandalös! – Weitere anhaltende heftige Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.) Wichtig ist für mich der Identitätsnachweis, wichtig ist für mich der Altersnachweis, und wesentlich ist für mich, dass es dann nicht mehr so einfach ist, Folgeanträge zu stellen, wie es zurzeit sehr viele Asylwerber machen. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Neubauer: Zur Geschäftsordnung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Diese Abgeordnete würde uns am liebsten alle einsperren! Das ist die Wahrheit! Und aufhängen auch noch! Das ist ja unglaublich!
Präsident Fritz Neugebauer: Zur Geschäftsordnung: Herr Kollege Neubauer. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Diese Abgeordnete würde uns am liebsten alle einsperren! Das ist die Wahrheit! Und aufhängen auch noch! Das ist ja unglaublich!)
Beifall bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie verunglimpft Namen, sie verunglimpft Abgeordnete – und selbst hat sie ein Glaskinn!
Herr Präsident, seien Sie mir nicht böse, aber ich erwarte mir von Ihrer Vorsitzführung, dass Sie hier entschiedener einschreiten. (Beifall bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie verunglimpft Namen, sie verunglimpft Abgeordnete – und selbst hat sie ein Glaskinn!)
Ironische Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP. – Ruf beim BZÖ: Das ist nicht lustig! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ und ÖVP –: Ihr findet das auch noch lustig! Die will alle anderen einsperren, und ihr findet das noch lustig!
Abgeordneter Gerald Grosz (BZÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ich stelle namens meiner Fraktion fest, dass hier soeben eine Grenzüberschreitung passiert ist. (Ironische Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP. – Ruf beim BZÖ: Das ist nicht lustig! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ und ÖVP –: Ihr findet das auch noch lustig! Die will alle anderen einsperren, und ihr findet das noch lustig!) Man kann in diesem Haus kontroversiell diskutieren, Schimpfworte finden, die dann die Würdigung des Präsidiums finden, aber in diesem Haus darf es nicht vorkommen, dass Mandatare am Rednerpult der Republik stehen und de facto verlangen, dass Abgeordnete der Republik in Schubhaft genommen werden. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung ÖVP –: Das ist unglaublich: Sie verunglimpft Namen und Körperstatur von Abgeordneten! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Präsident Fritz Neugebauer: Ich darf nochmals die Kollegen des Stenographenbüros bitten ... (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung ÖVP –: Das ist unglaublich: Sie verunglimpft Namen und Körperstatur von Abgeordneten! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Kriminelle!
Abgeordneter Mag. Albert Steinhauser (Grüne): Sehr geehrte Damen und Herren! Ich bin überrascht, wie sensibel Herr Kollege Grosz reagiert, wenn ihm jemand – ob es nun gesagt wurde oder nicht – Schubhaft wünscht. Sie stehen ständig draußen und wünschen irgendwelchen Menschen Schubhaft, die sich nichts zuschulden kommen haben lassen! (Abg. Ing. Westenthaler: Kriminelle!) Nein, nicht nur Kriminelle, sondern generell. Sie wollen die Ausweitung der Schubhaftgründe für Unbescholtene. Da sind Sie vollkommen unsensibel. Aber wenn es Sie trifft, dann werden Sie sensibel, denn Sie sind Abgeordneter dieser Republik. (Abg. Scheibner: Oberlehrer!)
Abg. Grosz: Ich auch nicht! Seien Sie froh! – Abg. Ing. Westenthaler: Seit wann denken Sie?
Abgeordneter Anton Heinzl (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Ministerinnen! Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Toleranz und gegenseitiger Respekt – und deshalb, Herr Grosz, sage ich Ihnen nicht das, was ich mir jetzt gerade denke, was Sie betrifft (Abg. Grosz: Ich auch nicht! Seien Sie froh! – Abg. Ing. Westenthaler: Seit wann denken Sie?), weil wir gerade von gegenseitigem Respekt und von Toleranz sprechen – sind die Basis für ein gutes Zusammenleben. Dazu bedarf es aber für alle – auch für Sie, Herr Grosz – verbindlicher Spielregeln.
Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat das in Frage gestellt? – Abg. Ursula Haubner: Wer stellt das in Frage?
Wir sind uns bei unseren Reden und bei unserem Zugang zu der Problematik auch unserer Verantwortung bewusst, Kollege Kickl. Polemik nützt nichts und niemandem, pauschale Kriminalisierung nützt nichts und niemandem. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat das in Frage gestellt? – Abg. Ursula Haubner: Wer stellt das in Frage?) Schreien, Herr Kollege Grosz – ich meine nicht jetzt, sondern vorher mit der Frau Ministerin –, nützt schon überhaupt nichts, denn wer schreit, ist im Unrecht. Das ist ein geflügeltes Wort. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Mayerhofer: Wer schürt Ängste? – Abg. Ing. Westenthaler: Es werden nur Tatsachen dargestellt!
Das Schüren von Ängsten, geschätzte Kolleginnen und Kollegen der Freiheitlichen und des BZÖ (Abg. Mayerhofer: Wer schürt Ängste? – Abg. Ing. Westenthaler: Es werden nur Tatsachen dargestellt!), führt meiner Meinung nach nur dazu, dass der soziale Friede in unserem Land wirklich gefährdet wird, und auch dazu, dass das Asylrecht nur oder nur mehr unter den Aspekten Missbrauch, Kriminalität, Asylbetrug und Missstand diskutiert wird. Das, geschätzte Damen und Herren, ist nicht der einzige Weg, denn ich bin überzeugt davon, dass viele Österreicherinnen und Österreicher durchaus bereit sind, Menschen, die in ihren Heimatländern verfolgt werden, in Österreich Schutz zu gewähren, sie erwarten sich aber – und das auch zu Recht –, dass das Asylrecht nicht unrechtmäßig beansprucht wird.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Viel Spaß bei der Wiener Wahl!
Ich denke, wir sind auch da gefordert, denn „Klare Regeln, faire Chancen!“, das gilt auch in diese Richtung. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Viel Spaß bei der Wiener Wahl!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler
Jeder/jede Abgeordnete, der/die diesem Gesetzesvorschlag zustimmt, muss sich einer Sache bewusst sein: Sie übernehmen hiermit Verantwortung für das Vermischen politischer Einzelbereiche, das Vermischen der Asylpolitik, der Integrationspolitik, der Sicherheitspolitik und der Kriminalitätspolitik. Das hat sich hier heute schon ganz klar herausgestellt. (Zwischenruf des Abg. Kößl.) Sie übernehmen Verantwortung dafür, dass Beschwerdefristen verkürzt werden, dass die Schubhaft ausgeweitet wird, für längere Verfahren, für höhere Kosten (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler), für mehr Rechtsunsicherheit, dafür, dass Rechtsberatung gestrichen wird (Abg. Kößl: Das stimmt ja nicht! Das machen andere!) – sei es von der Diakonie, von der Caritas, von der Volkshilfe; nicht von diesen „linkspolitischen Organisationen“, nein, von den christlichen Organisationen kommt diese Kritik! –, und Sie übernehmen Verantwortung dafür, dass es eigentlich zur legalen Verletzung der körperlichen Integrität minderjähriger Schutzsuchender kommt. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Kößl: Was ist richtig? Definieren Sie, was richtig ist!)
Abg. Ing. Westenthaler: Zwei! Zwei Überfälle! Zweimal darf er!
Wird ein Handy geklaut, dann werden die Straftäter gefasst, unsere Polizei hat das super im Griff. Sie werden auf freiem Fuß angezeigt. Dann kommt irgendwann einmal das Verfahren – und vielleicht findet man den Täter. Denjenigen, der mich überfallen hat, habe ich auf der Straße selbst gestellt: Er hat vier Jahre bekommen. Mein Verfahren ist ausgeschieden worden, weil es nur unter „ferner liefen“ war, denn der Betreffende ist wegen Drogenhandels und keine Ahnung, was alles, vier Jahre hinter Gitter gekommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Zwei! Zwei Überfälle! Zweimal darf er!)
Sitzung Nr. 41
Abg. Jury: Ist das eine Frage oder eine Rede? – Abg. Ing. Westenthaler: Heute dürfen wir lange begründen!
Die SPÖ hat vorgeschlagen, die Spekulationsfrist zu streichen (Abg. Jury: Ist das eine Frage oder eine Rede? – Abg. Ing. Westenthaler: Heute dürfen wir lange begründen!) und damit Arbeitseinkommen gleich wie Spekulationseinkommen zu besteuern. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Das haben Sie bisher abgelehnt, deswegen meine Frage an Sie:
Abg. Ing. Westenthaler: Keine weiteren Fragen!
Wer liefert die Grunddaten zur Erstellung des Budgets, bitte? (Abg. Ing. Westenthaler: Keine weiteren Fragen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der erste Rückzug!
Das ist ein ganz wichtiger Punkt, dass Sie unsere Ideen aufgreifen. Wir werden uns heute am Nachmittag auch damit auseinandersetzen, welchen Vorlauf und welche Detaildebatte wir dazu brauchen. Ho-ruck-Aktionen aus politischen Gründen haben da nichts verloren (Abg. Ing. Westenthaler: Der erste Rückzug!), sondern wir müssen, ordentlich vorbereitet im Finanzministerium, gemeinsam mit dem Koalitionspartner daran arbeiten, die Details herauszuschälen. Da geht es um viele Fragen.
Beifall bei Grünen, FPÖ und BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben bis jetzt keine Frage beantwortet, und die Frau Präsidentin schaut zu!
Missbrauch der Fragestunde, und wir werden das in der Präsidiale zur Sprache bringen. (Beifall bei Grünen, FPÖ und BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben bis jetzt keine Frage beantwortet, und die Frau Präsidentin schaut zu!)
Abg. Mag. Stadler: Wenn das so weitergeht, gibt es eine Reihe von Geschäftsordnungswortmeldungen! – Abg. Ing. Westenthaler: Die Selbstdarstellung hat eh schon im Finanzministerium stattgefunden!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Wir gelangen zur Anfrage 37/M der Frau Abgeordneten Tamandl. – Bitte. (Abg. Mag. Stadler: Wenn das so weitergeht, gibt es eine Reihe von Geschäftsordnungswortmeldungen! – Abg. Ing. Westenthaler: Die Selbstdarstellung hat eh schon im Finanzministerium stattgefunden!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie wissen das ganz genau, dass ein Regierungsmitglied keine Polemik gegen Abgeordnete, auch nicht in der Fragestunde ...! – Abg. Mag. Stadler: Frau Präsidentin, drehen Sie doch das Mikrophon ab! Sie haben das Mikrophon dort oben!
Abgeordnete Gabriele Tamandl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Finanzminister! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie wissen das ganz genau, dass ein Regierungsmitglied keine Polemik gegen Abgeordnete, auch nicht in der Fragestunde ...! – Abg. Mag. Stadler: Frau Präsidentin, drehen Sie doch das Mikrophon ab! Sie haben das Mikrophon dort oben!)
Abg. Ing. Westenthaler: Nicht gilt, Herr Kollege Matznetter!
Es wurde dann beschlossen, dass die im Artikel 10 geregelte Frage hinsichtlich des automatischen Informationsaustausches für Luxemburg, Österreich und Belgien nicht gilt (Abg. Ing. Westenthaler: Nicht gilt, Herr Kollege Matznetter!), solange Länder wie Liechtenstein, die Schweiz, Andorra, Monaco und auch die USA keine entsprechenden Verträge mit der Europäischen Union haben – ansonsten würde das auch für Österreich gelten. (Abg. Ing. Westenthaler: Na bitte! Na schau!)
Abg. Ing. Westenthaler: Na bitte! Na schau!
Es wurde dann beschlossen, dass die im Artikel 10 geregelte Frage hinsichtlich des automatischen Informationsaustausches für Luxemburg, Österreich und Belgien nicht gilt (Abg. Ing. Westenthaler: Nicht gilt, Herr Kollege Matznetter!), solange Länder wie Liechtenstein, die Schweiz, Andorra, Monaco und auch die USA keine entsprechenden Verträge mit der Europäischen Union haben – ansonsten würde das auch für Österreich gelten. (Abg. Ing. Westenthaler: Na bitte! Na schau!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben eine Ausnahmeregelung verhandelt! Abgeblitzt, Matznetter! Eigentor!
Es ist also eine Beschlussfassung, die in der Amtszeit von Karl-Heinz Grasser einstimmig in der Europäischen Union zu treffen war. Allerdings ist es ihm zu verdanken, dass diese Ausnahmeregelung überhaupt Eingang in die Beschlussfassung gefunden hat – das muss man auch dazusagen –, und zweitens, dass wir jetzt darum kämpfen, damit ordentlich umzugehen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben eine Ausnahmeregelung verhandelt! Abgeblitzt, Matznetter! Eigentor!)
Abg. Jannach: Das ist Parteiwerbung! – Abg. Ing. Westenthaler: Das kann ja keiner lesen, das ist ja viel zu klein!
Ich möchte Ihnen, Herr Abgeordneter Strache, auch noch Folgendes sagen: Schauen Sie auf diese Tafel! (Die Rednerin stellt eine Tafel auf das Rednerpult, auf der die Überschrift „Kinderbetreuungsgeld ‚Neu‘“ neben einem ÖVP-Logo sowie darunter ein Balkendiagramm zu sehen sind.) Wenn Sie behaupten, dass der Bezug von 30 plus sechs Monaten ungerecht ist, so muss ich Ihnen sagen, dass das eine demagogische Aussage ist. (Abg. Jannach: Das ist Parteiwerbung! – Abg. Ing. Westenthaler: Das kann ja keiner lesen, das ist ja viel zu klein!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das hat er schon gemacht!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Sehr geehrter Herr Kollege Linder, Sie haben zwar angekündigt, dass ein Antrag eingebracht wird, Sie müssen den Antrag, der ja verteilt wurde, aber im wesentlichen Kern erläutern. (Abg. Ing. Westenthaler: Das hat er schon gemacht!) Sie haben hier viele Punkte stehen, ich habe mir das genau angesehen. Tut mir leid, Sie haben weder die Österreich Werbung noch die Mitgliedsbeiträge erwähnt. Sie haben auch nichts zu Basel II gesagt und vieles andere mehr.
ironische Heiterkeit bei BZÖ und FPÖ – Abg. Ing. Westenthaler: Die eigene Fraktion lacht da!
Bundeskanzler Werner Faymann: Sehr verehrte Frau Präsidentin! Verehrte Mitglieder der Bundesregierung! Sehr verehrte Damen und Herren! Wie man so lange reden kann, ohne zum Kern zu kommen, nämlich wie dieses Konto ausschauen soll, ist auch eine Kunst. (Abg. Kickl: Sie können uns das jetzt zeigen, gerade Sie!) Ich möchte Ihnen auch sagen, warum Sie so lange um den heißen Brei reden. Wenn man Transferleistungen als Sachleistungen der öffentlichen Hand definiert, die einzelnen Personen zugute kommen, dann muss man sich, wenn man das verlangt, zuerst einmal ans Rednerpult stellen – so wie ich Politik verstehe, nämlich konkret zu werden (ironische Heiterkeit bei BZÖ und FPÖ – Abg. Ing. Westenthaler: Die eigene Fraktion lacht da!) – und sagen, welche Leistungen da gemeint sind.
Sitzung Nr. 43
Abg. Ing. Westenthaler – auf den sich zur Regierungsbank begebenden Bundesminister Mag. Darabos weisend –: Jetzt kommt schon der Verteidigungsminister!
Was tut die Justizministerin, die vom Parlament darauf aufmerksam gemacht wird? – Sie sagt: Das ist ein Tribunal! – Ein Tribunal, das die ressortinternen Vorwürfe aufgreift und sagt: Jetzt möchten wir gern einmal im Ausschuss die Justizministerin befragen, warum sie nichts getan hat und warum sie der Nationalratspräsidentin erklärt, es ist alles in Ordnung in der politischen Abteilung der Staatsanwaltschaft Wien! (Abg. Ing. Westenthaler – auf den sich zur Regierungsbank begebenden Bundesminister Mag. Darabos weisend –: Jetzt kommt schon der Verteidigungsminister!)
Abg. Ing. Westenthaler: Tatsache!
Das Thema dieser Sondersitzung ist der Verdacht der Regierungsjustiz, der Politjustiz. (Abg. Ing. Westenthaler: Tatsache!) Meine Damen und Herren, ich weise diesen Vorwurf einer Politjustiz vehement zurück! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Weninger.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist nicht passiert!
Die Rechtslage ist eindeutig: Nach Beendigung der Auskunft über Daten einer Nachrichtenübermittlung hat die Staatsanwaltschaft ihre Anordnung und die gerichtliche Bewilligung dem Beschuldigten und den von der Durchführung der Ermittlungsmaßnahmen Betroffenen unverzüglich zuzustellen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist nicht passiert!) Betroffene sind natürlich jene Personen, deren Kommunikationsdaten erhoben wurden.
Abg. Ursula Haubner: ... Westenthaler!
Auf Basis der mir vorgelegten Unterlagen waren keinerlei Anhaltspunkte ersichtlich, die ein bewusstes beziehungsweise ein vorsätzliches Übersehen der Anzeige indiziert hätten. – Es geht hier um die berühmten Strasser-Mails, um diese vergessene Anzeige. – Das Strafverfahren selbst hat im Übrigen ergeben, dass sich der Verdacht des Amtsmissbrauches nicht erhärtet hat. (Abg. Mag. Stadler: Das ist falsch!) Dessen ungeachtet wurde von dritter Seite Strafanzeige gegen den Staatsanwalt erstattet (Abg. Ursula Haubner: ... Westenthaler!), sodass nunmehr zunächst die Beurteilung der Verdachtslage durch die Anklagebehörden abzuwarten sein wird. (Abg. Mag. Stadler: Wer hat Ihnen diesen Schmarrn zusammengeschrieben?) Ich jedenfalls habe umgehend eine dienstaufsichtsbehördliche Überprüfung veranlasst, die im Übrigen noch im Gange ist. (Ruf beim BZÖ: Jetzt wissen wir wenigstens, warum Sie nicht in den U-Ausschuss gehen: weil Sie keine Ahnung haben!)
Abg. Ing. Westenthaler: Glauben Sie uns!
Aber was jetzt noch einmal die Verteidigung der Staatsanwaltschaften betrifft, so wird mir ja, wie gesagt, zum Vorwurf gemacht, ich verteidige sie zu sehr. Die Staatsanwälte sagen, ich verteidige sie zu wenig. (Abg. Ing. Westenthaler: Glauben Sie uns!) Wie gesagt, die Beeinflussung der Staatsanwaltschaften ist stark zurückzuweisen. Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich zu behandeln, dafür stehe ich. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Strache: Aber manche sind schon gleicher als gleich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der neue Parlamentarismus kommt jetzt!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächster Redner ist Herr Klubobmann Dr. Cap. Ich stelle die Uhr wunschgemäß auf 7 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Der neue Parlamentarismus kommt jetzt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Den Untersuchungsausschuss werten Sie ab, nicht die Sondersitzung!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Ja, Herr Kollege, in einem gewissen Sinn ist das wirklich der neue Parlamentarismus. Ich sehe nicht ein, warum eine Sondersitzung beziehungsweise eine Dringliche Anfrage mit, glaube ich, 47 Fragen hier so abgewertet wird, warum man sagt, das ist ja nichts! (Abg. Ing. Westenthaler: Den Untersuchungsausschuss werten Sie ab, nicht die Sondersitzung!) Wir kommen extra hier zusammen, machen eine Sondersitzung, es werden 47 sehr interessante Fragen an die Frau Ministerin gestellt (Abg. Grosz: Aber keine Antworten! Das ist das Problem!), und diese 47 Fragen hat sie jetzt beantwortet. Das verstehe ich unter parlamentarischer Tätigkeit.
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Da liegt eine 150-Seiten-Anzeige gegen Minister Strasser vor, und der Staatsanwalt sagt, er hat sie übersehen oder vergessen. Abgesehen davon, wie man 150 Seiten übersehen kann? Allein das ist schon ein Kunststück. Da muss ich sagen, das ist eine etwas seltsame Angelegenheit. Ich meine, das ist ein Kritikpunkt, der zu Recht in die Öffentlichkeit gekommen ist. Ähnlich ist es bei der Causa Grasser, aber zu der komme ich noch gesondert. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) – Wir können uns nachher unterhalten, ich habe nur ein paar Minuten, und die möchte ich nutzen!
Abg. Ing. Westenthaler hebt die Hand.
Es wurde hier ein bisschen wehleidig dargestellt, dass manche Abgeordnete von den Staatsanwälten anders behandelt werden als die übrigen. Ich habe dafür mittlerweile durchaus Verständnis, aber bitte, nicht böse sein, ich habe mir die Immunitätsfälle seit der XXI. Gesetzgebungsperiode angeschaut und fand es interessant, dass es seit damals 56 Immunitätsfälle gegeben hat, aber wissen Sie, wer dabei Spitzenreiter ist? Dreimal dürfen Sie raten! (Abg. Ing. Westenthaler hebt die Hand.) Da zeigt schon einer auf, das ist ja fast wie in der Schule. – Der Herr Ing. Westenthaler ist es mit 15 Immunitätsfällen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Der muss herhalten, jawohl!
Herr Kloibmüller ist im Zentrum dieses Machtmissbrauchs. Ab heute, meine Damen und Herren Zuseherinnen und Zuseher an den Fernsehschirmen, sollen Sie wissen: Dank des Machtmissbrauchs der Österreichischen Volkspartei gibt es zwei Kategorien von Zeugen im Untersuchungsausschuss und des österreichischen Parlamentarismus: den normalen Zeugen – das ist der Beamte, das ist der normale Bürger –, der muss kommen (Abg. Ing. Westenthaler: Der muss herhalten, jawohl!), aber wenn man Minister der Österreichischen Volkspartei ist oder war, dann hat man nicht zu kommen (Zwischenrufe beim BZÖ), meine Damen und Herren, dann gehört man zur neuen Aristokratie der Schwarzen, des schwarzen Machtmissbrauchs. Das ist der Unterschied, um den es geht! (Beifall bei BZÖ, FPÖ und Grünen. – Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ja, die Schuld drückt! – Abg. Petzner: Das schlechte Gewissen!
Zur Geschäftsbehandlung hat sich Herr Klubobmann Kopf zu Wort gemeldet. (Abg. Ing. Westenthaler: Ja, die Schuld drückt! – Abg. Petzner: Das schlechte Gewissen!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine politische Wertung!
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Kollege Stadler hat sich hier jetzt sehr echauffiert und versucht, fehlende Argumente mit Lautstärke zu kompensieren oder zu ersetzen. Aber um eines, Frau Präsidentin, muss ich Sie dringend ersuchen: Sie haben ihm jetzt einen Ordnungsruf für zwei konkrete Aussagen erteilt, aber noch viel schlimmer erscheint mir, dass Herr Abgeordneter Stadler dem BIA Stasi-Methoden vorwirft und es mit der Stasi vergleicht. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine politische Wertung!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wenn politische Wertungen mit Ordnungsrufen ...!
Ich bitte Sie dringend, das genauso mit einem Ordnungsruf zu ahnden. Dieser Vorwurf an das BIA ist ungeheuerlich! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wenn politische Wertungen mit Ordnungsrufen ...!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung ÖVP –: ... eure ... Spitzel-Stasi! ... mit eurem Ober-Stasi ...! – Zwischenruf des Abg. Strache.
Nun hat sich Frau Bundesministerin Dr. Fekter zu Wort gemeldet. Ich mache darauf aufmerksam, dass die Redezeit 10 Minuten nicht überschreiten soll. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung ÖVP –: ... eure ... Spitzel-Stasi! ... mit eurem Ober-Stasi ...! – Zwischenruf des Abg. Strache.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung ÖVP –: Ich sage es auch vom Rednerpult: Eure Stasi-Methoden werden wir abdrehen! – Abg. Strache: Deshalb wollen wir ja auch, ...!
Bundesministerin für Inneres Mag. Dr. Maria Theresia Fekter: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Ministerin! Hohes Haus! Herr Kollege Stadler, wenn Sie es auch noch so echauffiert und laut vortragen, es wird nicht wahrer: Machtmissbrauch findet sich nicht in den Akten! Es konnte kein Beweis dafür gefunden werden, das hat Kollege Amon auch deutlich ausgeführt. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung ÖVP –: Ich sage es auch vom Rednerpult: Eure Stasi-Methoden werden wir abdrehen! – Abg. Strache: Deshalb wollen wir ja auch, ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Kommen Sie lieber in den Untersuchungsausschuss, bevor Sie hier schwadronieren!
lungsbehörde keinen Hinweis auf Amtsmissbrauch, auf Machtmissbrauch bei der Postenbesetzung gefunden hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Kommen Sie lieber in den Untersuchungsausschuss, bevor Sie hier schwadronieren!) Alle untersuchten Dienstpostenbesetzungen wurden aufgrund der geeigneten Qualifikation der jeweiligen Bewerber getätigt, und daher wurde dieses Verfahren auch eingestellt.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Petzner: Sie sind selber der lebendige Amtsmissbrauch! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind der fleischgewordene Amtsmissbrauch!
Sprechen Sie nicht von Machtmissbrauch, wo keiner stattgefunden hat! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Petzner: Sie sind selber der lebendige Amtsmissbrauch! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind der fleischgewordene Amtsmissbrauch!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung ÖVP –: Eure Spitzel gegen die Opposition loslassen, das könnt ihr!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir haben im Februar 2004 hier im Hohen Haus die Strafprozessordnung beschlossen, und mit 1. Jänner 2008 ist sie in Kraft getreten und hat eine neue Zusammenarbeit zwischen Justiz und Polizei gebracht. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung ÖVP –: Eure Spitzel gegen die Opposition loslassen, das könnt ihr!) Heute, ungefähr zwei Jahre danach, wissen wir, wo dieses neue System gut funktioniert, wir wissen aber auch, dass wir noch die Kommunikation zwischen Staatsanwaltschaft und Ermittlungsbehörden weiter intensivieren müssen.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Ich begrüße daher den Entschließungsantrag, der im Hinblick auf die neue Strafprozessreform eine Evaluierung vorsieht und dass man sich anschaut, wo wir Verbesserungsbedarf haben. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Mag. Kogler: Missbrauch des Parlaments! – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Frau Bundesministerin! Herr Abgeordneter Pilz! (Abg. Mag. Kogler: Missbrauch des Parlaments! – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) – Herr Abgeordneter Kogler! Erstens: Zwischenrufe, diese Vereinbarung gilt bis heute, werden nicht toleriert, wenn sie nicht vom Platz aus vorgenommen werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt keine Vereinbarungen mehr! – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.) – Nein, Sie stehen und sind nicht auf Ihrem Platz.
Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt keine Vereinbarungen mehr! – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Frau Bundesministerin! Herr Abgeordneter Pilz! (Abg. Mag. Kogler: Missbrauch des Parlaments! – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) – Herr Abgeordneter Kogler! Erstens: Zwischenrufe, diese Vereinbarung gilt bis heute, werden nicht toleriert, wenn sie nicht vom Platz aus vorgenommen werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt keine Vereinbarungen mehr! – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.) – Nein, Sie stehen und sind nicht auf Ihrem Platz.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: ... Untersuchungsausschuss! Sie trauen sich nicht!
Aber hören Sie zu, dann werden Sie erkennen, wie die Zusammenarbeit zwischen Justiz und Innenministerium erfolgt, denn gerade diese Zusammenarbeit ist Gegenstand der Dringlichen Anfrage gewesen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: ... Untersuchungsausschuss! Sie trauen sich nicht!)
Abg. Mag. Stadler: Kommen Sie in den Ausschuss und verweigern Sie sich nicht! Kommen Sie in den Ausschuss und verweigern Sie sich nicht! – Abg. Ing. Westenthaler: Kommen Sie in den Ausschuss! – Weitere heftige Zwischenrufe bei FPÖ, BZÖ und Grünen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Der Wirbel, der hier entsteht, hängt damit zusammen, dass ich meine Rede während der Fernsehzeit halte, und man will mich von hier, vom Mikrofon, verdrängen, weil noch das Fernsehen überträgt. (Beifall bei der ÖVP.) Aber, meine sehr verehrten Damen und Herren, als Ministerin habe ich das Recht – speziell dann, wenn ich angegriffen werde –, mich hier von der Regierungsbank zu verteidigen. (Abg. Mag. Stadler: Kommen Sie in den Ausschuss und verweigern Sie sich nicht! Kommen Sie in den Ausschuss und verweigern Sie sich nicht! – Abg. Ing. Westenthaler: Kommen Sie in den Ausschuss! – Weitere heftige Zwischenrufe bei FPÖ, BZÖ und Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe gar nichts gesagt!
Und ich sage Ihnen noch etwas: Es ist alles bekannt. Herr Kollege Westenthaler, die Strasser-E-Mails – und ich bin ja unverdächtig, jetzt den Ernstl zu verteidigen – haben wir schon im letzten Untersuchungsausschuss gehabt. Das habt ihr alles gewusst! (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe gar nichts gesagt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Begleit-Partei SPÖ! – Abg. Grosz: Das Beiwagerl! Stützlehrer SPÖ!
Ich gebe es zu, es ist nicht immer so, dass ich einer Meinung mit Klubobmann Cap bin, aber das, was er heute gesagt hat, kann ich nur bekräftigen, insbesondere wenn es um die mögliche Gefahr für das Ansehen dieses Hohen Hauses, aber auch des Instrumentes Untersuchungsausschuss geht. (Abg. Ing. Westenthaler: Begleit-Partei SPÖ! – Abg. Grosz: Das Beiwagerl! Stützlehrer SPÖ!) Dieser Gefahr und dieses Risikos sollten wir uns sehr wohl bewusst sein. Ich darf Sie wirklich inständig darum ersuchen, dieses Risiko zu sehen.
Abg. Mag. Stadler: So ist es! Genau! Abschaffen! Bravo! – Abg. Ing. Westenthaler: Gleich einen Antrag einbringen!
Die Immunität soll – und unter diesem Aspekt ist sie eingeführt worden – die Arbeitsweise, soll die Arbeit des Parlaments absichern und nicht die persönliche Sicherheit eines Abgeordneten bedeuten. (Abg. Mag. Stadler: So ist es! Genau! Abschaffen! Bravo! – Abg. Ing. Westenthaler: Gleich einen Antrag einbringen!) Auch darauf müssen wir aufpassen: dass das am Schluss herauskommt und nicht das, was hier manche wollen, nämlich dass sie sozusagen ihr Leben lang unter einer Schutzglocke stehen, aber der Bürger verfolgt werden kann, wenn er straffällig wird. Das wollen wir nicht, und dem werden wir auch nicht zustimmen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Nein, bitte nicht noch einmal! Am besten wäre, die Ministerin meldet sich nie mehr wieder zu Wort! Das wäre mir am liebsten!
Dr. Fekter: Das ist mein geschäftsordnungsmäßiges Recht! Ich stehle niemandem die Zeit! – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.) – Sie können sich dann gerne zu Wort melden, so wie Sie das heute Vormittag getan haben. Sie stehlen mir schon wieder die Zeit! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Nein, bitte nicht noch einmal! Am besten wäre, die Ministerin meldet sich nie mehr wieder zu Wort! Das wäre mir am liebsten!) Wenn die Äußerungen dann noch dazu nicht zum Thema gehören, dann, muss ich ganz offen sagen, ist das eine Vorgehensweise, die sich für den Parlamentarismus einfach nicht gehört.
Abg. Ing. Westenthaler: Genau, das stimmt!
Was aber noch viel beschämender ist, ist das Verhalten der SPÖ. (Abg. Ing. Westenthaler: Genau, das stimmt!) Es ist beschämend, wie die SPÖ in einer Art Selbstaufgabe zum Erfüllungsgehilfen der ÖVP wird. Der Herr Cap als Klubobmann ist ja geradezu der Schoßhund der ÖVP, der sich gerne streicheln lässt und apportiert. (Abg. Grosz: Ja!) Zum Beispiel die aktuelle Universitätsdebatte: Bruno Kreisky war es, der den freien Zugang zur Universität erkämpft und eingeleitet hat. Heute verlangt euer Parteivorsitzender Aufnahmebeschränkungen an den Universitäten! (Abg. Prähauser: Zugangsregelungen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der nächste Unsinn!
Herr Kollege Westenthaler, ich habe Ihnen vorgehalten, dass Sie im Februar über diese Rufdatenerfassung informiert worden sind, Sie aber dann im Juli hier im Hohen Haus Wirbel geschlagen haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der nächste Unsinn!) Dafür sind Sie zurechtzuweisen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Sitzung Nr. 44
Demonstrativer Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung ÖVP deutend –: Aber ihr seid schon in einer Koalition mit ihnen?!
Daher bin ich sehr froh darüber, stehe auch heute zu diesem Beschluss und kann auch mit jenem Punkt leben, den Sie gesagt haben: Versprechen sind einzuhalten. (Demonstrativer Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung ÖVP deutend –: Aber ihr seid schon in einer Koalition mit ihnen?!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Und nun zu den Studierenden: Sie waren seit langem die Einzigen und Ersten, die Grundsatzfragen gestellt, den Finger auf eine Wunde gelegt haben und unbequem geworden sind. Wir brauchen diese unbequemen Studierenden: Sie zeigen Courage, Leidenschaft, Empathie und Engagement! (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) – Ein Bruchteil davon im Ministerium, ein Bruchteil davon beim Minister, damit wäre uns gedient und es wäre mehr weitergegangen. (Beifall bei den Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Beifall bei den Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Und nun zu den Studierenden: Sie waren seit langem die Einzigen und Ersten, die Grundsatzfragen gestellt, den Finger auf eine Wunde gelegt haben und unbequem geworden sind. Wir brauchen diese unbequemen Studierenden: Sie zeigen Courage, Leidenschaft, Empathie und Engagement! (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) – Ein Bruchteil davon im Ministerium, ein Bruchteil davon beim Minister, damit wäre uns gedient und es wäre mehr weitergegangen. (Beifall bei den Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Frau „Fast-Minister“ oder „Lieber-nicht-Minister“! Auf-und-davon-Minister!
Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Dr. Karl. Ich stelle die Uhr wunschgemäß auf 8 Minuten. (Abg. Ing. Westenthaler: Frau „Fast-Minister“ oder „Lieber-nicht-Minister“! Auf-und-davon-Minister!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Präsidentin hat keine Linie!
Im Zusammenhang mit diesen Sondersitzungen, meine Damen und Herren, haben wir jetzt die Situation, dass es zwischen 13 Uhr und 13.15 Uhr nicht möglich ist, die Sitzung im Fernsehen zu übertragen. Wir hatten dazu bereits einmal eine Debatte in der Präsidialsitzung geführt. Es kam damals zu keiner Einigung, weswegen die Frau Präsidentin entschieden hat, einmal eine Sondersitzung um 8 Uhr zu eröffnen und um 11 Uhr zu starten, dann um 9 Uhr zu eröffnen und um 12 Uhr zu starten. Das geschah heute. Das nächste Mal wird um 10 Uhr eröffnet werden, die Sitzung wird dann eigentlich um 13 Uhr fortgesetzt. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Präsidentin hat keine Linie!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das haben Sie im Untersuchungsausschuss beendet!
Ich mache an dieser Stelle auf eines aufmerksam: Mir wäre nichts lieber, als – so wie bisher – zum Weg zurückzufinden, im Konsens Sitzungen vorzubereiten. (Abg. Ing. Westenthaler: Das haben Sie im Untersuchungsausschuss beendet!) Wenn Sitzungen im Konsens nicht möglich sind, wenn es immer wieder Fraktionen gibt, egal, von welcher Seite, die einen Konsens blockieren, dann muss ich zu Entscheidungen greifen. Und ich habe meine Entscheidungen so getroffen, dass ich der Meinung war, jedem ein Mal recht zu geben und damit anderen unrecht zu geben. Das ist das Schlechteste, das wir hier tun können, aber die einzige Möglichkeit, die ich gesehen habe.
Abg. Ing. Westenthaler: Das kann Ihnen nicht gefallen!
Die Österreichische Volkspartei will mittels Beschluss etwa die Hälfte des beschlossenen Untersuchungsgegenstandes außer Kraft setzen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das kann Ihnen nicht gefallen!) Die Österreichische Volkspartei maßt sich an, einen Untersuchungsausschuss aufzulösen, ohne dass er die Chance erhält, den Auftrag, den das Plenum des Nationalrates ihm einstimmig erteilt hat, überhaupt zu beginnen, geschweige denn abzuschließen.
Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Grosz.
Der ganze zweite Punkt, den ich Ihnen vorlesen wollte und der noch wesentlich länger ist – und ich appelliere an Sie, Frau Präsidentin, das nicht nur in der Präsidiale genau zu verfolgen und die ÖVP an dieser gesetzeswidrigen Vorgangsweise im Nationalrat und im Untersuchungsausschuss zu hindern –, betrifft die sogenannte Kasachstan-Affäre. (Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Grosz.) Der Herr Alijew darf nicht geladen werden, der ehemalige Abgeordnete Gaál darf nicht geladen werden, der ehemalige Minister Blecha darf nicht geladen werden, der Ex-Journalist Ender darf nicht geladen werden, die befassten und inzwischen gerichtskundigen Polizeibeamten, die die Daten des Innenministeriums weitergegeben haben, dürfen nicht befragt werden. Nicht einmal der Abgeordnete Vilimsky, der darauf gedrängt hat, im Untersuchungsausschuss befragt zu werden, darf befragt werden! (Zwischenruf des Abg. Kopf. – Abg. Dr. Pirklhuber: Unglaublich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Gefällt Ihnen das? Ich frage nur!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter, ich glaube nicht, dass ich an dieser Stelle besonders erläutern muss – weil ich davon überzeugt bin, dass Sie die Geschäftsordnung kennen –, dass die Präsidentin zwar vieles, aber nicht alles in diesem Haus kann (Abg. Ing. Westenthaler: Gefällt Ihnen das? Ich frage nur!), und dass Entscheidungen, auch in Ausschüssen, nicht durch die Präsidentin zu revidieren sind – ich stelle nur klar. (Abg. Ing. Westenthaler: Er hat Sie ja etwas gefragt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Er hat Sie ja etwas gefragt!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter, ich glaube nicht, dass ich an dieser Stelle besonders erläutern muss – weil ich davon überzeugt bin, dass Sie die Geschäftsordnung kennen –, dass die Präsidentin zwar vieles, aber nicht alles in diesem Haus kann (Abg. Ing. Westenthaler: Gefällt Ihnen das? Ich frage nur!), und dass Entscheidungen, auch in Ausschüssen, nicht durch die Präsidentin zu revidieren sind – ich stelle nur klar. (Abg. Ing. Westenthaler: Er hat Sie ja etwas gefragt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Na eben! Dann sagen Sie etwas dazu, inhaltlich, dass das Parlament abgedreht wird! – Heiterkeit.
Natürlich bin ich aufgefordert worden durch den Herrn Pilz. (Abg. Ing. Westenthaler: Na eben! Dann sagen Sie etwas dazu, inhaltlich, dass das Parlament abgedreht wird! – Heiterkeit.) – Ich habe es gerade gesagt, Sie haben mir offensichtlich nicht zugehört.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie müssen dazu sagen, dass das Parlament ... abgedreht wird!
Herr Abgeordneter Amon hat sich zur Geschäftsbehandlung zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie müssen dazu sagen, dass das Parlament ... abgedreht wird!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Bucher.
Ich möchte in aller Deutlichkeit sagen: Der Untersuchungsgegenstand ist die Einflussnahme ausländischer Dienste auf das österreichische Parlament. (Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Bucher.) Da geht es nicht um die Frage irgendeiner berechtigten oder unberechtigten Aufenthaltsgenehmigung eines Staatsbürgers eines anderen Landes. Es geht auch nicht um die Frage, ob oder ob es keine Entführungsversuche im Land gegeben hat – das ist Sache der Gerichte und der Staatsanwaltschaft. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Pendl.)
Abg. Ing. Westenthaler: Bitte etwas zur neuen Demokratie und zum neuen Parlamentarismus sagen!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Frau Präsidentin! Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass wir natürlich seitens meiner Fraktion, der Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten, für die präzise Umsetzung des Untersuchungsgegenstandes sind (Abg. Ing. Westenthaler: Bitte etwas zur neuen Demokratie und zum neuen Parlamentarismus sagen!), und zwar keinen Millimeter mehr und keinen Millimeter weniger.
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Bucher: „Sehr ernst“! – Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Grosz: Neuer Parlamentarismus! – Abg. Neugebauer: Fernsehzeit!
Das andere ist, dass ich aber die Einwendungen sehr, sehr ernst nehme und es daher unterstütze, dass wir das auch in der Präsidiale diskutieren. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Bucher: „Sehr ernst“! – Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Grosz: Neuer Parlamentarismus! – Abg. Neugebauer: Fernsehzeit!)
Abg. Grosz: Der Herr Kommissar spricht! – Abg. Ing. Westenthaler: Drah’ di net um, der Kommissar geht um!
Bundesminister für Wissenschaft und Forschung Dr. Johannes Hahn: Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Frau Kollegin! Herr Kollege! Meine Damen und Herren! (Abg. Grosz: Der Herr Kommissar spricht! – Abg. Ing. Westenthaler: Drah’ di net um, der Kommissar geht um!) Am Beginn ist es mir wichtig, festzuhalten, dass jemand, der sich mit Universitäten, mit dem tertiären Sektor beschäftigt, die Herausforderungen kennt.
Abg. Petzner: Super! – Abg. Ing. Westenthaler: Perfekt!
Wenn ich mir dann angehört habe, was Frau Abgeordnete Karl, Wissenschaftssprecherin der ÖVP, in ihrer Rede gesagt hat, so ist eines übrig geblieben – es ist auch der Titel der Presseaussendung –: Karl fordert die Wiedereinführung der Studiengebühren. (Abg. Petzner: Super! – Abg. Ing. Westenthaler: Perfekt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Gehen Sie einmal ins Audimax!
Was das BZÖ zur Bildungsdiskussion zu sagen hat, haben wir erlebt. Herr Abgeordneter Stadler hat seine Redezeit statt für das Thema Bildung dafür verwendet, über Wurstsemmeln und Untersuchungsausschüsse zu reden, und Herr Abgeordneter Bucher hat versucht, die Studierenden, die Protestierenden an der Universität als linkslinke Anarchisten abzustempeln (Abg. Grosz: Sie nennen sich „Audi-Marxisten“!), und hat noch den Untertitel hineingenommen, dass sich Leistung wieder lohnen muss. (Abg. Ing. Westenthaler: Gehen Sie einmal ins Audimax!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Fünf Demonstranten waren es gestern!
Ich war im Audimax! – Da könnten wir im Hohen Haus uns von der Rededisziplin, die im Plenum im Audimax herrscht, einiges abschauen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Fünf Demonstranten waren es gestern!)
Abg. Ing. Westenthaler: Fünf Demonstranten waren gestern dort!
Auch an die Herren vom BZÖ (Abg. Ing. Westenthaler: Fünf Demonstranten waren gestern dort!): Gestatten Sie mir einen Vergleich, einen medizinischen Vergleich (Abg. Ing. Westenthaler: Nein! Bitte nicht!): Die Menschen, die sich heute gegen die Neue Grippe impfen lassen, schützen jene Menschen, die nicht geimpft sind. Und die Studierenden, die heute auf der Universität sitzen und dafür kämpfen, dass es faire Studienbedingungen gibt, dass es mehr Geld für die Universitäten gibt, und die letztendlich dafür verantwortlich sind, dass ganz Österreich plötzlich über Bildung redet, sind diejenigen, von denen dann – wenn man die einen „linkslinke Chaoten“ nennt – vielleicht die rechtsrechten Studierenden profitieren werden! (Abg. Grosz: Der Vergleich mit der Schweinegrippe-Impfung ist ein gewagter! – Sind Sie jetzt schon Lobbyistin für die Pharmaindustrie? Kriegen Sie von Baxter was bezahlt? Haben Sie von Baxter was bezahlt gekriegt?)
Abg. Ing. Westenthaler: Nein! Bitte nicht!
Auch an die Herren vom BZÖ (Abg. Ing. Westenthaler: Fünf Demonstranten waren gestern dort!): Gestatten Sie mir einen Vergleich, einen medizinischen Vergleich (Abg. Ing. Westenthaler: Nein! Bitte nicht!): Die Menschen, die sich heute gegen die Neue Grippe impfen lassen, schützen jene Menschen, die nicht geimpft sind. Und die Studierenden, die heute auf der Universität sitzen und dafür kämpfen, dass es faire Studienbedingungen gibt, dass es mehr Geld für die Universitäten gibt, und die letztendlich dafür verantwortlich sind, dass ganz Österreich plötzlich über Bildung redet, sind diejenigen, von denen dann – wenn man die einen „linkslinke Chaoten“ nennt – vielleicht die rechtsrechten Studierenden profitieren werden! (Abg. Grosz: Der Vergleich mit der Schweinegrippe-Impfung ist ein gewagter! – Sind Sie jetzt schon Lobbyistin für die Pharmaindustrie? Kriegen Sie von Baxter was bezahlt? Haben Sie von Baxter was bezahlt gekriegt?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Bucher: Aber Sie sind in der Regierung! – Abg. Ing. Westenthaler: Ihnen fällt aber schon auf, dass die gegen Sie demonstrieren? – Abg. Bucher: Wer ist denn in der Regierung? Sind Sie in der Regierung oder in der Opposition?
Es hat sich der Österreichische Gewerkschaftsbund solidarisiert, es haben sich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer solidarisiert. (Abg. Petzner: Rekordarbeitslosigkeit – darum sollten sie sich ...!) Es haben sich Pensionistinnen und Pensionisten solidarisiert. Es hat sich die „linkslinke“ Gewerkschaft Öffentlicher Dienst/Hochschullehrer solidarisiert. (Ruf beim BZÖ: Die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst droht Ihnen!) Es haben sich Rektoren mit den Forderungen solidarisiert. – Was dort gelungen ist, parteipolitisch unabhängig, sachlich verifiziert, ist mit Respekt und mit Hochachtung zu behandeln! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Bucher: Aber Sie sind in der Regierung! – Abg. Ing. Westenthaler: Ihnen fällt aber schon auf, dass die gegen Sie demonstrieren? – Abg. Bucher: Wer ist denn in der Regierung? Sind Sie in der Regierung oder in der Opposition?)
Abg. Ing. Westenthaler: Völlig richtig!
Das ist in den Fraktionsführerbesprechungen so ausgemacht worden. (Abg. Amon: Glatte Unwahrheit!) Das ist nicht die Unwahrheit, speziell dann nicht, wenn dieser Vorwurf aus dem Mund der Österreichischen Volkspartei kommt; da bin ich besonders empfindlich. (Hallo-Rufe bei der ÖVP.) Das ist die Wahrheit, das kann jede Fraktion dieses Hauses bestätigen (Abg. Ing. Westenthaler: Völlig richtig!) – außer der Österreichischen Volkspartei, weil die das natürlich nicht wahrhaben will.
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! „Schelm“ ist normalerweise ein Ordnungsruf!
Wir sind noch mit keinem, wirklich keinem einzigen Untersuchungsgegenstand auch nur in die Nähe der SPÖ gekommen. Deswegen verstehe ich Ihr Verhalten nicht! Die Österreichische Volkspartei hat offensichtlich Informationen über die SPÖ ... (Ruf bei der ÖVP: Wie der Schelm denkt!) „Wie der Schelm denkt“, wer sagt das? (Abg. Amon: Wie der Schelm denkt, so redet er! – Abg. Hornek: Wie der Schelm denkt, so redet er!) Herr Präsident, muss ich mich von Herrn Kollegen Amon nicht nur in meinen demokratischen Rechten beschneiden lassen, sondern auch noch als „Schelm“ beschimpfen lassen? (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Meine Damen und Herren, wenn jemand in diesem Haus Grund hätte, ausgerechnet den Begriff „Schelm“ nicht in den Mund zu nehmen, dann seid ihr es! (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! „Schelm“ ist normalerweise ein Ordnungsruf!)
Abg. Ing. Westenthaler: Er kann gut drohen!
Herr Schüssel hat ja heute gezeigt, wie nervös er in diesem Zusammenhang ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Er kann gut drohen!) Meine Damen und Herren, mich kann der Herr Schüssel mit Drohungen nicht einschüchtern! Da müssen andere daherkommen als ein Herr Schüssel, um mich einzuschüchtern, um mich mundtot zu machen, meine Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.) Mich kann man nicht mit einer Klage niederdrohen, Herr Kollege Schüssel, das geht nicht!
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist die Wurstsemmel? – Abg. Kopf: Jetzt wird es wieder sachlich!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Pendl. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist die Wurstsemmel? – Abg. Kopf: Jetzt wird es wieder sachlich!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Ich lade auch dazu ein, einmal darüber nachzudenken, wie manche eingeladene Auskunftspersonen von so manchen Kollegen befragt und behandelt worden sind. (Abg. Hornek: Genau so ist es!) Na, da schaue ich mir an, wenn es umgekehrt ist, meine geschätzten Damen und Herren! Das haben wir ja nicht notwendig. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer trägt denn die politische Verantwortung für die Staatsanwaltschaft?
Folgen haben, meine Damen und Herren. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer trägt denn die politische Verantwortung für die Staatsanwaltschaft?)
Sitzung Nr. 45
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten des BZÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Es ist ja heute Phototermin!
Und so gibt es eben viele tolle Positionen, die von den Ihrigen, von Ihren Parteigängern eingenommen werden, und genau das ist der Grund, warum im Klimaschutz nichts weitergeht. Fragen Sie den Herrn Ruttenstorfer! (Abg. Bayr: Reden Sie doch einmal über Inhalte!) – Frau Kollegin Bayr, da hilft das ganze modische Outfit nichts, man kann nicht überdecken, dass man von der Sache einfach keine Ahnung hat, und das ist bei Ihnen einfach so. Das ist einfach so! (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten des BZÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Es ist ja heute Phototermin!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Arnie wird schon helfen! – Zwischenruf des Abg. Hörl.
Herr Minister, wenn Sie sich hierherstellen und behaupten, die Chinesen seien schuld, weil die Chinesen nicht so einsichtig seien, dann kann ich Ihnen nur sagen: Herr Minister, die Chinesen emittieren 3,5 Tonnen pro Kopf an CO2. Wir emittieren das Dreifache, Herr Minister! Jetzt stellen Sie sich vor die Chinesen hin uns sagen: Ihr müsst eure Hausaufgaben machen! – Und ich sage Ihnen: Nein, Herr Minister, wir müssen unsere Hausaufgaben machen, wir müssen runter mit dieser CO2-Emission! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Arnie wird schon helfen! – Zwischenruf des Abg. Hörl.)
Abg. Ing. Westenthaler: Könnte ein Redner von uns sein!
Natürlich gibt es, und es wurde schon darauf hingewiesen, das eine oder andere an Bedenken in Richtung des EU-Rechts beziehungsweise auch verfassungsrechtliche Bedenken. Ich habe im Ausschuss darauf hingewiesen. Sollte es dazu kommen, liegt das in der alleinigen Verantwortung der Frau Bundesministerin. Wir haben versucht, in den Beratungen ein wenig auf sie einzuwirken, dass es zu einer Änderung kommt – es ist uns leider nicht gelungen. (Abg. Ing. Westenthaler: Könnte ein Redner von uns sein!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das sieht man nicht! Zu klein!
Ich möchte Ihnen noch einmal die Vergangenheit zeigen. (Die Rednerin stellt eine Schautafel, auf der Österreich dargestellt ist und in verschiedenen Farben bereits aufgelassene beziehungsweise noch bestehende Postämter eingezeichnet sind, vor sich auf das Rednerpult.) Es ist ja heute schon davon gesprochen worden: Wir haben in der Zeit von Schwarz-Blau eine völlige Ausdünnung der Versorgung in der Fläche gehabt. (Abg. Ing. Westenthaler: Das sieht man nicht! Zu klein!) Schauen Sie sich die weißen Flecken an: Die weißen Flecken zeigen die nicht mehr versorgten Gebiete. Schauen Sie sich die hellbraunen Flecken an: Dort gibt es nur eine einzige Postdienststelle. Und schauen Sie sich die roten und grünen Punkte an: Die bedeuten, dass es hier Postersatzstellen, dass es hier Postgeschäftsstellen gibt, Servicepartner et cetera.
Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht kann ihn jemand herzitieren!
Abgeordneter Heinz-Christian Strache (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Leere Regierungsbank! Ich frage mich, wo der Herr Bundeskanzler heute ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht kann ihn jemand herzitieren!) Wahrscheinlich hat er verschlafen, wie das auch in EU-Fragen schon öfters vorgekommen ist. Aber wenn man sich die ... (Bundeskanzler Faymann – den Sitzungssaal betretend –: Hier!) Ah, Sie sind da! Sie haben es doch noch geschafft. Na, ich freue mich. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist das schon?!
dig den österreichischen Zahlerbetrag. Schauen Sie einmal den Saldo Österreichs an! Das sind unterm Strich gerade einmal 356 Millionen €. Deutschland hat einen negativen Saldo in Höhe des 25-Fachen Österreichs. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist das schon?!) Also da brauchen wir uns wirklich nicht zu verstecken.
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler
Meine Damen und Herren, in diesem Zusammenhang zu den Beneš-Dekreten. Diese Ausnahme, die mit Tschechien, was die Grundrechte-Charta betrifft, vereinbart wurde, wirkt nicht jetzt (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler), ändert den Vertrag in keiner Weise. Es ist deswegen im Prinzip wirklich zum Greifen, was Sie hier beabsichtigen. Es ist weder dem Herrn Bundeskanzler, noch dem Herrn Außenminister vorzuwerfen, dass sie hier wortbrüchig geworden wären.
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung von Bundeskanzler Faymann –: Sonst wird der „Onkel Hans“ böse, wenn Sie das nicht machen!
Deswegen fordere ich Sie auf, Herr Bundeskanzler, in Zukunft mehr Selbstbewusstsein an den Tag zu legen und ganz klar in Brüssel zu sagen, was Sache ist, was die österreichische Haltung ist! Sie brauchen sich nicht zu verstecken. Österreich ist Nettozahler, Österreich kann ruhig etwas dafür verlangen. Die Polen führen uns jedes Mal vor, sie sind Nettoempfänger, stellen jedes Mal eine Latte an Forderungen auf und sind auch im eigenen Land geachtet. Sie sind jetzt gefordert, endlich einmal die österreichischen Positionen in Brüssel zu vertreten. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung von Bundeskanzler Faymann –: Sonst wird der „Onkel Hans“ böse, wenn Sie das nicht machen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo nichts ist, da ist nichts!
Und unser Bundeskanzler Faymann – was hat der gewonnen? Hat der bei irgendjemandem zusätzlichen Respekt durch diese Blockade von Molterer und anderen Personen gewonnen? Bei irgendjemandem? (Abg. Kickl: Was heißt „zusätzlich“?) – Ich kann natürlich nicht ausschließen, dass es Hinterwäldler in der SPÖ gibt, die sagen: Super, jetzt hat er es denen wieder einmal gezeigt! (Abg. Ing. Westenthaler: Wo nichts ist, da ist nichts!)
Abg. Ing. Westenthaler: Cohn-Bendit als Pressesprecher, oder was?
Also mir persönlich hätte zum Beispiel gefallen ein Gespann von, wenn es zum Beispiel zwei Männer wären, das würde mich noch nicht so stören, aber ich komme dann gleich auf zwei Frauen zu sprechen, Tony Blair und Joschka Fischer. Das wäre ein tolles Gespann gewesen, hätte mir gefallen. (Ironische Heiterkeit. – Abg. Mag. Ikrath: Um Gottes willen!) Oder umgekehrt: Christine Lagarde, die französische Finanzministerin, die gerade in der „Financial Times“ eine seitenlange Würdigung erfahren hat, und Ursula Plassnik. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.) Die eine als Präsidentin, die andere als Außenministerin der Europäischen Union. (Abg. Ing. Westenthaler: Cohn-Bendit als Pressesprecher, oder was?)
Abg. Ing. Westenthaler: Welchen Teil der ÖVP meinst du jetzt?
Meine Damen und Herren von der ÖVP, ich habe das Gefühl, dass das auch bei Ihnen, in Ihrer Führung ein ähnliches Kalkül gewesen ist, dass man sagt: Willi Molterer ist einer von der anderen Gruppe, genauso wie Wolfgang Schüssel oder Ursula Plassnik, für die setzen wir uns auch nicht so hundertprozentig ein! (Abg. Ing. Westenthaler: Welchen Teil der ÖVP meinst du jetzt?) Das ist es uns auch nicht wert, dass wir da hart bleiben, da geben wir dem Bundeskanzler schon nach mit seiner Parteipolitik und nominieren eben den Herrn Wissenschaftsminister.
Abg. Ing. Westenthaler: Welcher Volkspartei?
Eines nämlich, meine Damen und Herren, kann man dem Herrn Bundeskanzler nicht vorwerfen: dass er nämlich eine Frau für den Kommissionsposten vorgeschlagen hat! – Frau Kollegin, das hätten Sie erwähnen sollen: Ihr Bundeskanzler hat tatsächlich eine Frau vorgeschlagen – Frau Dr. Ferrero-Waldner, ja, das ist objektivierbar – und hat damit natürlich genüsslich an der Schraube der Bruchlinien innerhalb der Österreichischen Volkspartei herumgedreht. (Abg. Ing. Westenthaler: Welcher Volkspartei?) Das ist die berechtigte Frage: Welcher Volkspartei? – Das ist völlig richtig, man muss zunächst klären, welcher Volkspartei: War es die Schüssel-Volkspartei? War es die Josef-Pröll-Volkspartei? War es die Christian-Konrad-Volkspartei? Oder war es die Rest-Volkspartei?
Abg. Bucher: Schlüsseldienst! – Abg. Ing. Westenthaler: Portier ...!
Nun bekommen wir in Wirklichkeit das Unwichtigste vom Unwichtigen, und es ist noch gar nicht sicher, ob das überhaupt das ist, was wir bekommen – denn niemand weiß, wofür Johannes Hahn überhaupt geeignet ist. Ich sage: Für alles Mögliche, aber am meisten für nichts! (Abg. Bucher: Schlüsseldienst! – Abg. Ing. Westenthaler: Portier ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Er ist ein bisschen ein Schlitzohr, der Herr Bundeskanzler!
Ich habe nur den Verdacht, Herr Bundeskanzler, dass Sie das schon gewusst haben. Sie haben nur geglaubt, Sie müssen Ihren eigenen Genossen eine plausible Ausrede dafür liefern (Abg. Ing. Westenthaler: Er ist ein bisschen ein Schlitzohr, der Herr Bundeskanzler!), dass Sie es einfach nicht übers Herz gebracht haben, Ihren Parteigenossen Alfred Gusenbauer doch noch in eine wichtige Position zu hieven.
Abg. Ing. Westenthaler: Eigentlich war das seine Idee!
Bei uns brauchen Sie nicht mehr anzuklopfen. Wissen Sie, wir sind nicht dazu da, für Sie (in Richtung Grüne) oder für Sie (in Richtung FPÖ) das politische Rückgrat zu erzeugen. Das machen Sie gefälligst selber! Wir vom BZÖ haben eines, wir halten uns an diese Vereinbarung. Wir halten uns an das, was auch Kollege Pilz vor laufender Kamera erklärt hat, nämlich: ab sofort keine Zustimmung mehr! (Abg. Ing. Westenthaler: Eigentlich war das seine Idee!) – Es war seine Idee im Ausschuss, das ist protokolliert. Pilz selber hat den Umweltsenat wortwörtlich genannt, das ist im Protokoll nachlesbar, meine Damen und Herren von den Grünen. Nachlesbar!
Abg. Dr. Matznetter: Wo ist denn der Westenthaler schon wieder? Fußball schauen? – Abg. Riepl: Westenthaler fehlt! Schon wieder am Fußballplatz? – Ruf bei der SPÖ: ... U-Bahn fahren! – Abg. Krainer: Ist er mit dem Auto unterwegs? Oje! – Abg. Ursula Haubner: Und wo ist der Herr Pendl?
Ich werde daher zunächst – dem Verlangen auf getrennte Abstimmung entsprechend – über den Abänderungsantrag und schließlich über die restlichen, noch nicht abgestimmten Teile des Gesetzentwurfes abstimmen lassen. (Abg. Dr. Matznetter: Wo ist denn der Westenthaler schon wieder? Fußball schauen? – Abg. Riepl: Westenthaler fehlt! Schon wieder am Fußballplatz? – Ruf bei der SPÖ: ... U-Bahn fahren! – Abg. Krainer: Ist er mit dem Auto unterwegs? Oje! – Abg. Ursula Haubner: Und wo ist der Herr Pendl?)
Abg. Riepl: Wo ist Westenthaler?
Abgeordnete Martina Schenk (BZÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrtes Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! Wir haben heute schon viel über diesen gemeinsamen Antrag gehört, den wir auch mittragen. (Abg. Riepl: Wo ist Westenthaler?) Wir werden ihn deshalb mittragen, weil er Jugendliche schützt, weil er Kinder und Jugendliche schützt und es eben einschlägige Studien gibt, wonach es zu gesundheitlichen Problemen kommen kann. Länder wie Deutschland, Frankreich, Spanien, Portugal und Teile von Italien haben schon ähnliche Maßnahmen umgesetzt und sind Vorreiter. Österreich zieht mit diesem Antrag nach.
Abg. Riepl: Westenthaler ist nicht da!
Ich glaube, dass es einerseits wichtig ist, zu sagen, warum auch das BZÖ diesem Antrag zustimmt. (Abg. Riepl: Westenthaler ist nicht da!) Das liegt daran, dass wir vor allem die Jugend schützen wollen, aber zugleich ist uns das Prinzip der Verantwortung des Einzelnen, der Freiheit des Einzelnen sehr, sehr wichtig – lesen Sie unsere Grundsatzpositionen! –, und wir wollen beides in Einklang bringen.
Abg. Riepl: Der Westenthaler war im Stadion! – Abg. Petzner: Abgeordnete aller Fraktionen!
Ich darf aber auch anmerken: Es hat heute ein Fußballspiel stattgefunden. Österreich hat es klar 5 : 1 verloren. Das einzig Gute ist, dass einige Herren hier in der ersten Reihe und auch andere heute kein gutes Fußballspiel gesehen haben. Ich finde es eigentlich eine Frechheit gegenüber dem Parlament, dass man sich stundenlang absentiert (Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ), es nicht der Mühe wert findet, dass man sich vielleicht auch nicht so dringenden oder nur in ersten Lesungen behandelten Punkten widmet. Man lässt sich lieber im VIP-Bereich abphotographieren. (Abg. Riepl: Der Westenthaler war im Stadion! – Abg. Petzner: Abgeordnete aller Fraktionen!) Die Herren sollen vielleicht einmal ein bisschen von ihrem Geld zurückgeben! – Danke. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Sitzung Nr. 46
Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen kommen Sie nicht in den Untersuchungsausschuss!
Bundesministerin für Inneres Mag. Dr. Maria Theresia Fekter: Herr Kollege Pendl, sehr, sehr kritisch, denn es kann nicht sein, dass sich jemand bei der Polizei freinimmt, damit er dann im privaten Sicherheitsgewerbe Sicherheitsaufgaben übernimmt. Ich hoffe doch, dass als Ergebnis des Untersuchungsausschusses ein Auftrag an mich als Ministerin ergeht, da klarere Abgrenzungen zu treffen. (Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen kommen Sie nicht in den Untersuchungsausschuss!)
Abg. Mag. Stadler: „Pro futuro!“ – Abg. Ing. Westenthaler: Das war aber nicht die Frage! Die Frage war, was das BIA für eine Grundlage hat!
Bundesministerin für Inneres Mag. Dr. Maria Theresia Fekter: Herr Kollege Stadler, dieses Hohe Haus hat erst unlängst für das Bundesamt zur Korruptionsbekämpfung eine gesetzliche Grundlage beschlossen, und diese wird – pro futuro – die Aufgabenbereiche der Antikorruptionsarbeit umfassen. (Abg. Mag. Stadler: „Pro futuro!“ – Abg. Ing. Westenthaler: Das war aber nicht die Frage! Die Frage war, was das BIA für eine Grundlage hat!) Das BIA wird diesbezüglich in das Bundesamt für Korruptionsbekämpfung überführt. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das heißt, es gibt keine gesetzliche Grundlage des BIA! ... luftleerer Raum! – Rufe und Gegenrufe zwischen BZÖ und ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das heißt, es gibt keine gesetzliche Grundlage des BIA! ... luftleerer Raum! – Rufe und Gegenrufe zwischen BZÖ und ÖVP.
Bundesministerin für Inneres Mag. Dr. Maria Theresia Fekter: Herr Kollege Stadler, dieses Hohe Haus hat erst unlängst für das Bundesamt zur Korruptionsbekämpfung eine gesetzliche Grundlage beschlossen, und diese wird – pro futuro – die Aufgabenbereiche der Antikorruptionsarbeit umfassen. (Abg. Mag. Stadler: „Pro futuro!“ – Abg. Ing. Westenthaler: Das war aber nicht die Frage! Die Frage war, was das BIA für eine Grundlage hat!) Das BIA wird diesbezüglich in das Bundesamt für Korruptionsbekämpfung überführt. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das heißt, es gibt keine gesetzliche Grundlage des BIA! ... luftleerer Raum! – Rufe und Gegenrufe zwischen BZÖ und ÖVP.)
Abg. Amon – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Wir wollen keinen Eisernen Vorhang!
Bundesministerin für Inneres Mag. Dr. Maria Theresia Fekter: Der Wegfall der Grenzen bringt Lebensqualität für die Menschen, Freiheit und Freundschaften, ist aber im Hinblick auf die Sicherheit eine Herausforderung, und dieser Herausforderung stellen wir uns. Es gibt die Möglichkeit, befristet für gewisse Anlässe die Grenzkontrollen zu verstärken, wie wir das beispielsweise während der EURO gemacht haben. Ich halte aber nichts davon, an der Ostgrenze die Grenzen dichtzumachen, Herr Kollege Westenthaler (Abg. Amon – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Wir wollen keinen Eisernen Vorhang!), denn dann kommen diese Menschen halt über den Süden oder über den Brenner oder über den Walserberg. (Abg. Ing. Westenthaler: Über den Berg?! Klettern auf den Berg hinauf?!)
Abg. Ing. Westenthaler: Über den Berg?! Klettern auf den Berg hinauf?!
Bundesministerin für Inneres Mag. Dr. Maria Theresia Fekter: Der Wegfall der Grenzen bringt Lebensqualität für die Menschen, Freiheit und Freundschaften, ist aber im Hinblick auf die Sicherheit eine Herausforderung, und dieser Herausforderung stellen wir uns. Es gibt die Möglichkeit, befristet für gewisse Anlässe die Grenzkontrollen zu verstärken, wie wir das beispielsweise während der EURO gemacht haben. Ich halte aber nichts davon, an der Ostgrenze die Grenzen dichtzumachen, Herr Kollege Westenthaler (Abg. Amon – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Wir wollen keinen Eisernen Vorhang!), denn dann kommen diese Menschen halt über den Süden oder über den Brenner oder über den Walserberg. (Abg. Ing. Westenthaler: Über den Berg?! Klettern auf den Berg hinauf?!)
Abg. Ing. Westenthaler: Danke, dass Sie es noch einmal sagen!
Abgeordnete Gabriele Tamandl (ÖVP): Frau Bundesministerin! Herr Kollege Westenthaler versucht ja ständig, die Grenzen wieder dichtzumachen. Das hören wir immer wieder von ihm, das zieht sich sozusagen wie ein oranger Faden durch seine Ausführungen. (Abg. Ing. Westenthaler: Danke, dass Sie es noch einmal sagen!)
Abg. Dr. Bartenstein: ... mehr Höflichkeit am Beginn eines Plenartages, Herr Westenthaler! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Ing. Peter Westenthaler (BZÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Auch die Fragestunde hat uns das offenbart, was wir seit Monaten der Amtsführung der Frau Innenministerin Fekter sehen: Frau Innenministerin, Sie sind mit einer ausgeprägten Ahnungslosigkeit und Naivität gesegnet, um im Fachjargon Ihrer Fraktion zu bleiben, die wirklich atemberaubend ist – die wirklich atemberaubend ist! (Abg. Dr. Bartenstein: ... mehr Höflichkeit am Beginn eines Plenartages, Herr Westenthaler! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Kößl, lern einmal die Geschäftsordnung!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter, ich muss Sie kurz unterbrechen. Sie brauchen nur, aber das dafür zur Gänze, den Abänderungsantrag zu verlesen. (Abg. Ing. Westenthaler: Kößl, lern einmal die Geschäftsordnung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Den Antrag verlesen, dann brauchen wir den Rest deiner Rede nicht hören! Das ist eh sinnlos!
Abgeordneter Günter Kößl (fortsetzend): Es soll möglich sein, unter den im Gesetz genannten Voraussetzungen bei sportlichen Wettbewerben, die von regionaler, nationaler und internationaler Bedeutung sind, den Besitz und die Verwendung pyrotechnischer Gegenstände oder Sätze durch den Veranstalter beziehungsweise die beauftragten Verantwortlichen zu erlauben. (Abg. Ing. Westenthaler: Den Antrag verlesen, dann brauchen wir den Rest deiner Rede nicht hören! Das ist eh sinnlos!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist ja gar nicht wahr! Nur eine Verletzung hat es gegeben! Das ist alles ein Schmäh!
Es gab in der letzten Saison über 300 Übertretungen und Verstöße in diesem Bereich; es hat auch Verletzungen gegeben. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist ja gar nicht wahr! Nur eine Verletzung hat es gegeben! Das ist alles ein Schmäh!) Wir wissen ganz genau, dass die Anwendung von pyrotechnischen Gegenständen bei Massenansammlungen von Menschen immer eine besondere Gefahr darstellt, und deshalb ist es auch erforderlich, dass die Sicherheit in den Vordergrund gestellt wird und nicht Spektakel und Action im Vordergrund stehen. Es soll ermöglicht werden, dass auch Familien zu Sportveranstaltungen gehen und dann auch wieder sicher nach Hause kommen.
Heiterkeit und Beifall beim BZÖ. – Abg. Grosz: Es ist gut, dass der ORF überträgt! – Abg. Ing. Westenthaler: Die ÖVP ist nur mehr eine Lachnummer!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter, der Antrag wurde nicht ordnungsgemäß eingebracht und steht daher auch nicht zur Verhandlung. (Heiterkeit und Beifall beim BZÖ. – Abg. Grosz: Es ist gut, dass der ORF überträgt! – Abg. Ing. Westenthaler: Die ÖVP ist nur mehr eine Lachnummer!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Und was wollen Sie? – Abg. Ing. Westenthaler: Danke für die Werbung!
Nun zum Antrag des BZÖ betreffend Abstandnahme vom Projekt eines Schubhaftzentrums in Leoben. Diesen Antrag haben wir dreimal im Innenausschuss behandelt. In einem Punkt schließe ich mich der Rede des Kollegen Kößl an, und zwar, dass es eigentlich sehr widersprüchlich ist, auf der einen Seite Massenabschiebungen zu fordern, und dann, wenn von der Innenministerin ein Schubhaftzentrum in Angriff genommen wird – dazu mag man stehen, wie man will –, zu sagen: Hier nicht und dort nicht, und hier nicht und dort nicht, und es darf nicht sein. Sie sind diejenigen, sehr geehrte Damen und Herren vom BZÖ und auch von der FPÖ, die Massenabschiebungen fordern! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Und was wollen Sie? – Abg. Ing. Westenthaler: Danke für die Werbung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Herr „Pauschalito“! Wer ist der Herr „Pauschalito“?
Herr Kollege Westenthaler, wenn Sie hier pauschalito Abgeordnete des Hauses an den Pranger stellen (Abg. Ing. Westenthaler: Der Herr „Pauschalito“! Wer ist der Herr „Pauschalito“?), ist zu sagen: Diese Abgeordneten haben gestern hier gearbeitet, Sie waren trotz des 5 : 1 auf dem Fußballplatz – nur, damit wir das klarstellen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.) Es wäre vielleicht angebracht, wenn Sie sich Ihrer Aufgabe auch bewusst werden, Herr Kollege. (Abg. Grosz: Wer ist der „Pauschalito“? Ist das ein neuer Mafioso? Carlito „Pauschalito“!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist peinlich! Das ist das Niveau!
Der zweite Punkt, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist folgender: Das Pyrogesetz ist aus dem Jahre 1974. Schauen wir uns an, wie die Welt 1974 ausgeschaut hat! (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist peinlich! Das ist das Niveau!) – Wissen Sie, was peinlich ist, Herr Kollege Westenthaler? Wenn Ihnen die Sicherheit der Menschen, die Sicherheit der Kinder wurscht ist. Die Vereine sind gekommen und haben gesagt, wir brauchen eine zeitgemäße Regelung. – So schaut es aus, Herr Kollege! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Alles nicht wahr!
Wir haben versucht, in diesem Gesetz eine zeitgemäße, ordentliche Regelung herbeizuführen. (Abg. Mag. Stadler: Jedem seine Sicherheits-Wurstsemmel! Aber sicher!) Und jeder kann Veranstaltungen ohne Probleme, aber in gesitteter Form abhalten. Bei allem Verständnis: Ich bin froh, dass wir viele Diskussionen mit den Verbänden, mit der Bundesliga geführt haben – alle sind dabei gewesen –, alle wollten, bitte schön, hier eine Regelung. (Abg. Ing. Westenthaler: Alles nicht wahr!) Wir schauen, diese Koalition schaut auf die Sicherheit der Menschen und ist auch dafür zuständig (Abg. Ing. Westenthaler: Die Wurstsemmelsicherheit!), dass auch Familien mit Kindern wieder in unsere Stadien gehen können und dass ihnen nichts passiert. Das hat für uns Priorität, meine geschätzten Damen und Herren. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Wurstsemmelsicherheit!
Wir haben versucht, in diesem Gesetz eine zeitgemäße, ordentliche Regelung herbeizuführen. (Abg. Mag. Stadler: Jedem seine Sicherheits-Wurstsemmel! Aber sicher!) Und jeder kann Veranstaltungen ohne Probleme, aber in gesitteter Form abhalten. Bei allem Verständnis: Ich bin froh, dass wir viele Diskussionen mit den Verbänden, mit der Bundesliga geführt haben – alle sind dabei gewesen –, alle wollten, bitte schön, hier eine Regelung. (Abg. Ing. Westenthaler: Alles nicht wahr!) Wir schauen, diese Koalition schaut auf die Sicherheit der Menschen und ist auch dafür zuständig (Abg. Ing. Westenthaler: Die Wurstsemmelsicherheit!), dass auch Familien mit Kindern wieder in unsere Stadien gehen können und dass ihnen nichts passiert. Das hat für uns Priorität, meine geschätzten Damen und Herren. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihnen ist die Wurstsemmel auch nicht wurscht!
Ihr schürt Ängste und ihr interessiert euch überhaupt nicht dafür, dass wir eine faire, gerechte Lastenverteilung in diesem Land herbeiführen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.) Ihnen ist die Bevölkerung von Niederösterreich wurscht, Ihnen ist die Bevölkerung von Wien wurscht. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihnen ist die Wurstsemmel auch nicht wurscht!) Das werden wir den Menschen sagen, Herr Kollege Westenthaler! Und Ihnen ist die Bevölkerung von Oberösterreich wurscht.
Abg. Ing. Westenthaler: Gar nicht wahr! So ein Blödsinn! Unwahrscheinlich! – Jedem seine Wurstsemmel!
Diese drei Bundesländer haben beispielhaft in den letzten Jahrzehnten die Lasten getragen dafür, dass sich die anderen Bundesländer zurückgelehnt haben. Das ist die Wahrheit! Auch hier sollten wir bei der Wahrheit bleiben, meine geschätzten Damen und Herren. (Abg. Ing. Westenthaler: Gar nicht wahr! So ein Blödsinn! Unwahrscheinlich! – Jedem seine Wurstsemmel!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: „Pauschalito“!
Ich glaube, dass wir gemeinsam versuchen sollten, der Bevölkerung Sicherheit zu vermitteln. Ich möchte auch der Kollegenschaft der Exekutive für ihren Einsatz herzlich danken. Ich tue es! Ihr tut das nicht. Es gehört ihr gedankt, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: „Pauschalito“!)
Beifall und Bravorufe bei der SPÖ sowie Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Auf zur nächsten Wurstsemmel!
Ich lade Sie alle ein, mit uns gemeinsam, mit der Frau Innenministerin und mit der gesamten Bundesregierung an diese so wichtige Arbeit im Interesse der Österreicherinnen und Österreicher zu gehen und ihnen nicht immer etwas Falsches zu erzählen. Bleibt einmal, sage ich wirklich, bei den Fakten! Bleibt einmal genau bei den Zahlen, um die es geht! Die Menschen haben es sich verdient. Dazu lade ich Sie sehr herzlich ein. (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ sowie Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Auf zur nächsten Wurstsemmel!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das werden Sie aber nicht abdrehen können!
Die andere Sache aber ist das 286. Wiener Derby. Tormann Georg Koch wird durch einen Knallkörper so schwer verletzt, dass er seine Karriere in der Bundesliga beenden muss. Im Mai 2008 beim Ligaspiel LASK Wels gegen Rohrbach wird der Schiedsrichter-Assistent von einem Feuerwerkskörper getroffen, Verbrennungen am Oberschenkel, Knalltrauma. (Abg. Ing. Westenthaler: Das werden Sie aber nicht abdrehen können!) In Kärnten muss 2006 ein 15-jähriges Mädchen am Auge notoperiert werden. Ein Unbekannter hat das Kind mit einem Böller im Gesicht getroffen. 2008 in Salzburg: Ein Kracher explodiert in der Kapuze einer jungen Frau. Ich könnte diese Liste noch weiter fortsetzen.
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Grosz: Die Wahrheit kann nie durch einen Ordnungsruf ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Das sind alles Verräter!
Präsident Fritz Neugebauer: Herr Kollege Grosz, Emotion in der Debatte ist gut, aber Ihre Wortwahl ist nicht zu dulden. Sie können sich jetzt gerade noch schnell entschuldigen. (Abg. Grosz: Nein!) – Dann erteile ich Ihnen einen Ordnungsruf. Und wenn Sie wieder herauskommen, treffen Sie eine bessere Wortwahl! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Grosz: Die Wahrheit kann nie durch einen Ordnungsruf ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Das sind alles Verräter!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist eh jetzt auch schon verboten!
Ich verstehe nicht, warum Herr Kollege Westenthaler in der Ausschusssitzung mit den klaren Regelungen für den Fußballbereich Probleme hatte. Mit dem heute von mir eingebrachten Abänderungsantrag haben wir wirklich eine praxistaugliche Regelung gefunden. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist eh jetzt auch schon verboten!) Und als Mitglieder dieses Hauses sollten wir uns nicht für Minderheiten einsetzen, die den Fußballplatz zum Aggressionsabbau verwenden und mit ihrem Verhalten Menschen gefährden und bedrohen. Vielmehr sollten wir uns für Bedingungen einsetzen, unter denen es auch für Familien mit Kindern möglich ist, Sportveranstaltungen zu besuchen, ohne dabei Angst vor einigen – um es höflich zu formulieren – Unruhestiftern haben zu müssen.
Abg. Ing. Westenthaler: Frag einmal deinen Kollegen Haubner! Wo war denn der Haubner?
Apropos Fußball, meine Damen und Herren: Im gestrigen Fußballländerspiel Österreich gegen Spanien wurden uns unsere fußballerischen Fähigkeiten und Grenzen leider schmerzhaft aufgezeigt. Für viele Mitglieder des Hohen Hauses war es ein langer Abend hier im Plenarsaal des Nationalrates. Nicht so für Herrn Kollegen Westenthaler, der seine Arbeit im Hohen Haus offensichtlich vergessen hat (Abg. Ing. Westenthaler: Frag einmal deinen Kollegen Haubner! Wo war denn der Haubner?) und dafür den Abend im Fußballstadion genoss. (Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung ÖVP –: Die eigenen Leute von euch sind beim Match, und er geht heraus und ...!)
Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung ÖVP –: Die eigenen Leute von euch sind beim Match, und er geht heraus und ...!
Apropos Fußball, meine Damen und Herren: Im gestrigen Fußballländerspiel Österreich gegen Spanien wurden uns unsere fußballerischen Fähigkeiten und Grenzen leider schmerzhaft aufgezeigt. Für viele Mitglieder des Hohen Hauses war es ein langer Abend hier im Plenarsaal des Nationalrates. Nicht so für Herrn Kollegen Westenthaler, der seine Arbeit im Hohen Haus offensichtlich vergessen hat (Abg. Ing. Westenthaler: Frag einmal deinen Kollegen Haubner! Wo war denn der Haubner?) und dafür den Abend im Fußballstadion genoss. (Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung ÖVP –: Die eigenen Leute von euch sind beim Match, und er geht heraus und ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Euer Sportsprecher ist neben mir gesessen im Stadion!
Ich hätte dafür ja Verständnis, wenn Sie eine repräsentative Aufgabe hätten wie zum Beispiel als Regierungsmitglied oder Parlamentspräsident. Nichts. (Abg. Ing. Westenthaler: Euer Sportsprecher ist neben mir gesessen im Stadion!) Herr Kollege Westenthaler, nicht, dass Sie gestern wirklich gefehlt hätten, Sie haben nicht wirklich gefehlt (Abg. Ing. Westenthaler: Vernaderer!), aber, Herr Kollege, Sie wissen nur allzu oft hier in diesem Hause und in den Ausschusssitzungen, was die anderen zu tun haben und hätten. Sie sind jedoch nicht dazu fähig, auch nur einen Funken an Selbstkritik zu üben. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung ÖVP –: Euer Haubner ist genauso dort gesessen und andere auch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Vernaderer!
Ich hätte dafür ja Verständnis, wenn Sie eine repräsentative Aufgabe hätten wie zum Beispiel als Regierungsmitglied oder Parlamentspräsident. Nichts. (Abg. Ing. Westenthaler: Euer Sportsprecher ist neben mir gesessen im Stadion!) Herr Kollege Westenthaler, nicht, dass Sie gestern wirklich gefehlt hätten, Sie haben nicht wirklich gefehlt (Abg. Ing. Westenthaler: Vernaderer!), aber, Herr Kollege, Sie wissen nur allzu oft hier in diesem Hause und in den Ausschusssitzungen, was die anderen zu tun haben und hätten. Sie sind jedoch nicht dazu fähig, auch nur einen Funken an Selbstkritik zu üben. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung ÖVP –: Euer Haubner ist genauso dort gesessen und andere auch!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung ÖVP –: Euer Haubner ist genauso dort gesessen und andere auch!
Ich hätte dafür ja Verständnis, wenn Sie eine repräsentative Aufgabe hätten wie zum Beispiel als Regierungsmitglied oder Parlamentspräsident. Nichts. (Abg. Ing. Westenthaler: Euer Sportsprecher ist neben mir gesessen im Stadion!) Herr Kollege Westenthaler, nicht, dass Sie gestern wirklich gefehlt hätten, Sie haben nicht wirklich gefehlt (Abg. Ing. Westenthaler: Vernaderer!), aber, Herr Kollege, Sie wissen nur allzu oft hier in diesem Hause und in den Ausschusssitzungen, was die anderen zu tun haben und hätten. Sie sind jedoch nicht dazu fähig, auch nur einen Funken an Selbstkritik zu üben. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung ÖVP –: Euer Haubner ist genauso dort gesessen und andere auch!)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung ÖVP –: Eine Schande ist das, was ihr aufführt!
Meine Damen und Herren! Wer selbst im Glashaus sitzt wie Herr Kollege Westenthaler, der sollte beim Werfen mit Steinen ein bisschen vorsichtiger sein. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung ÖVP –: Eine Schande ist das, was ihr aufführt!) Harte Diskussionen in der Sache – ja, aber persönliche Angriffe sollten wir möglichst unterlassen. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung ÖVP –: Wir haben uns ausgemacht, dass von jeder Fraktion einer geht! Ihr seid eine verlogene Partie!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung ÖVP –: Wir haben uns ausgemacht, dass von jeder Fraktion einer geht! Ihr seid eine verlogene Partie!
Meine Damen und Herren! Wer selbst im Glashaus sitzt wie Herr Kollege Westenthaler, der sollte beim Werfen mit Steinen ein bisschen vorsichtiger sein. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung ÖVP –: Eine Schande ist das, was ihr aufführt!) Harte Diskussionen in der Sache – ja, aber persönliche Angriffe sollten wir möglichst unterlassen. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung ÖVP –: Wir haben uns ausgemacht, dass von jeder Fraktion einer geht! Ihr seid eine verlogene Partie!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung ÖVP –: Ihr seid eine verlogene Partie! – Weitere Zwischenrufe bei BZÖ und ÖVP. – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Herr Kollege Westenthaler, Vernunft und Hausverstand sind bei der Wortwahl in Ausschüssen und im Plenum genauso gefragt wie beim Einsatz von pyrotechnischen Gegenständen und Feuerwerkskörpern, denn Feuerwerkskörper sind wahrlich kein Spielzeug. Das beweisen leider rund 45 000 Unfälle pro Jahr damit. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung ÖVP –: Ihr seid eine verlogene Partie! – Weitere Zwischenrufe bei BZÖ und ÖVP. – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung ÖVP –: Und eine verlogene Truppe da drüben!
Ich könnte Ihnen jetzt noch mehrere statistische Zahlen aufzählen, aber fest steht: Die Unfälle, die es in diesem Zusammenhang immer wieder gibt, sind nicht zu unterschätzen! (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung ÖVP –: Und eine verlogene Truppe da drüben!) Das Gesetz wird zwar erst mit 4. Jänner 2010 in Kraft treten (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und BZÖ – Präsident Neugebauer gibt neuerlich das Glockenzeichen), ich hoffe aber, dass die Diskussion darüber bei den Silvesterfeiern und zum Jahreswechsel einen entsprechend vorsichtigen Umgang mit Feuerwerkskörpern bewirkt. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber die regen sich auf! – Abg. Dr. Bartenstein: Entschuldigen Sie sich lieber für Frau Korun!
und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Aber die regen sich auf! – Abg. Dr. Bartenstein: Entschuldigen Sie sich lieber für Frau Korun!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist Ihre Klubobfrau?
Meine Damen und Herren, wir haben in diesem Monat vier Sitzungen gehabt. Vier Sitzungen! Und Kollege Westenthaler und Kollege Haubner schaffen es nicht einmal, an allen diesen vier Sitzungen teilzunehmen! (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist Ihre Klubobfrau?)
Beifall bei Grünen und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist die Klubobfrau? – Ruf bei den Grünen: Wo ist denn der Bucher?
Kollege Westenthaler, ich sage Ihnen etwas: Sie sind mir nicht abgegangen, aber Ihr Verhalten hier ist eine Frechheit gegenüber den WählerInnen und Steuerzahlern! (Beifall bei Grünen und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist die Klubobfrau? – Ruf bei den Grünen: Wo ist denn der Bucher?)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Anhaltende Zwischenrufe.
Kein Wähler, kein Bürger versteht (Abg. Scheibner: So eine Scheinheiligkeit! So etwas Scheinheiliges!), dass Sie den Fußball Ihrer politischen Arbeit vorziehen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Anhaltende Zwischenrufe.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ungeheuerlich! Weil er die Wahrheit sagt!
Und wenn der Abgeordnete Grosz, Herr Präsident, von Ihnen einen Ordnungsruf bekommt (Abg. Ing. Westenthaler: Ungeheuerlich! Weil er die Wahrheit sagt!), weil er die doppelbödige Politik von manchen Abgeordneten hier anprangert, dann möchte ich Ihnen jetzt zwei Dinge vorlesen, und Sie selbst, Herr Präsident, können dann beurteilen, was man von so einer Politik zu halten hat. (Abg. Grosz: Vielleicht nehmen Sie dann den Ordnungsruf wieder zurück! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie können sich für den Ordnungsruf entschuldigen!)
Abg. Grosz: Vielleicht nehmen Sie dann den Ordnungsruf wieder zurück! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie können sich für den Ordnungsruf entschuldigen!
Und wenn der Abgeordnete Grosz, Herr Präsident, von Ihnen einen Ordnungsruf bekommt (Abg. Ing. Westenthaler: Ungeheuerlich! Weil er die Wahrheit sagt!), weil er die doppelbödige Politik von manchen Abgeordneten hier anprangert, dann möchte ich Ihnen jetzt zwei Dinge vorlesen, und Sie selbst, Herr Präsident, können dann beurteilen, was man von so einer Politik zu halten hat. (Abg. Grosz: Vielleicht nehmen Sie dann den Ordnungsruf wieder zurück! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie können sich für den Ordnungsruf entschuldigen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Verrat, Herr Präsident!
Der Bevölkerung zu sagen, man kämpft für ihre Anliegen, hier aber gegen die Anliegen der Bevölkerung zu arbeiten und zu stimmen (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Verrat, Herr Präsident!), Herr Präsident, was ist das? (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Verrat! – Abg. Grosz: Das ist Wortbruch!) Ist das eine ehrliche Politik oder ist das, die Unwahrheit zu sagen?
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Verrat! – Abg. Grosz: Das ist Wortbruch!
Der Bevölkerung zu sagen, man kämpft für ihre Anliegen, hier aber gegen die Anliegen der Bevölkerung zu arbeiten und zu stimmen (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Verrat, Herr Präsident!), Herr Präsident, was ist das? (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Verrat! – Abg. Grosz: Das ist Wortbruch!) Ist das eine ehrliche Politik oder ist das, die Unwahrheit zu sagen?
Die Abgeordneten Grosz und Ing. Westenthaler: Jö! Na, schau!
Zweiter Punkt: Mein Freund – wirklich, ich schätze ihn grundsätzlich –, der Abgeordnete Grillitsch von der ÖVP, sagt in Radio Steiermark – damals ging die Diskussion um Judenburg –: Wer immer solche Pläne hegt, mitten in Judenburg, mitten in meiner Heimatstadt ein Asylheim zu bauen, wird mit massivem Widerstand zu rechnen haben. (Die Abgeordneten Grosz und Ing. Westenthaler: Jö! Na, schau!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was hätten wir mit dem zerrissen? – Abg. Grosz: Sie tun Abgeordnete zerreißen?
Ich finde es wirklich schlimm und unerträglich, dass Frau Korun, die nicht einmal weiß, wie es bei uns war, vor dem Zweiten Weltkrieg, nach dem Zweiten Weltkrieg, die überhaupt nicht weiß, wie es unseren Österreicherinnen und Österreichern gegangen ist, solche Aussagen tätigt. Mein Großvater war in zwei Kriegen. Ich weiß das aus persönlichen Erfahrungen und Berichten. Die weiß nicht, wie das war – und die stellt sich hier her und vergleicht unsere Innenministerin mit Hitler?! – Das finde ich einfach unerträglich! (Beifall bei der ÖVP.) Jeden anderen Abgeordneten in diesem Haus, der das gemacht hätte, den hätten wir wahrscheinlich – ich weiß nicht – zerrissen! (Abg. Ing. Westenthaler: Was hätten wir mit dem zerrissen? – Abg. Grosz: Sie tun Abgeordnete zerreißen?) Da hätten wir mindestens eine Geschäftsordnungsdebatte vom Zaun gebrochen.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Mit Ihnen möchte ich nicht einmal im Glashaus sitzen!
Aber bei Herrn Westenthaler muss ich eh sagen: Jeder, der im Glashaus sitzt, sollte ein bisschen vorsichtig sein, wenn er mit Steinen wirft. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Mit Ihnen möchte ich nicht einmal im Glashaus sitzen!) Aber ich vermisse wirklich, dass Sie konstruktiv, vernünftig mit uns arbeiten! (Abg. Ing. Westenthaler: Mit Ihnen möchte ich nirgends sitzen, nicht einmal im Glashaus! Namensverdreherin!)
Abg. Ing. Westenthaler: Mit Ihnen möchte ich nirgends sitzen, nicht einmal im Glashaus! Namensverdreherin!
Aber bei Herrn Westenthaler muss ich eh sagen: Jeder, der im Glashaus sitzt, sollte ein bisschen vorsichtig sein, wenn er mit Steinen wirft. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Mit Ihnen möchte ich nicht einmal im Glashaus sitzen!) Aber ich vermisse wirklich, dass Sie konstruktiv, vernünftig mit uns arbeiten! (Abg. Ing. Westenthaler: Mit Ihnen möchte ich nirgends sitzen, nicht einmal im Glashaus! Namensverdreherin!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist ein Wort des Friedens und der Freude!
Und jetzt zum Schubhaftzentrum. Ich möchte hier schon eines klarstellen: Was ist ein Schubhaftzentrum? Es wird von den orangen Abgeordneten immer so transportiert, als wäre ein Schubhaftzentrum ein Erstaufnahmezentrum. Bitte, sehr geehrte Damen und Herren, das ist es nicht! (Abg. Grosz: Um das geht es ja auch! Es geht ja auch um ein Asyl-Erstaufnahmezentrum!) Ein Schubhaftzentrum, das sagt schon der Name (Abg. Ing. Westenthaler: Ist ein Wort des Friedens und der Freude!), ist ein Schubhaftzentrum.
Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Grosz: Wo ist die Frau Glawischnig?
Abgeordnete Tanja Windbüchler-Souschill (Grüne): Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Welche Funktion hat denn ein Sportsprecher im Stadion, während der Nationalrat tagt? – Das ist hier die große Frage. (Abg. Grosz: Was macht denn die Frau Glawischnig?) Bereitet er die Dressen vor? Ist er der Wasserträger? (Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Grosz: Wo ist die Frau Glawischnig?) Sitzt er vielleicht auf der Trainerbank? – Es geht darum, dass das Plenum tagt und Freizeitaktivitäten während des Plenums einfach nicht zu gestatten sind. Und ich finde, dass Sie das wirklich unterlassen sollten. (Abg. Ing. Westenthaler: Das mache ich aber nicht! Ich werde wieder ins Stadion gehen, auch wenn Sie es nicht wollen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das mache ich aber nicht! Ich werde wieder ins Stadion gehen, auch wenn Sie es nicht wollen!
Abgeordnete Tanja Windbüchler-Souschill (Grüne): Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Welche Funktion hat denn ein Sportsprecher im Stadion, während der Nationalrat tagt? – Das ist hier die große Frage. (Abg. Grosz: Was macht denn die Frau Glawischnig?) Bereitet er die Dressen vor? Ist er der Wasserträger? (Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Grosz: Wo ist die Frau Glawischnig?) Sitzt er vielleicht auf der Trainerbank? – Es geht darum, dass das Plenum tagt und Freizeitaktivitäten während des Plenums einfach nicht zu gestatten sind. Und ich finde, dass Sie das wirklich unterlassen sollten. (Abg. Ing. Westenthaler: Das mache ich aber nicht! Ich werde wieder ins Stadion gehen, auch wenn Sie es nicht wollen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Den ganzen Tag ist sie schon nicht da!
Somit komme ich gleich zur nächsten Berichtigung. Damit ich überhaupt zum Thema kommen kann, ist es einmal notwendig, einige Dinge klarzustellen. Es wurde von RednerInnen, wenn ich mich recht erinnere – ich möchte niemandem unrecht tun –, des BZÖ beziehungsweise der FPÖ und möglicherweise auch der ÖVP – das weiß ich nicht mehr so genau – der Umstand, die Tatsache kritisiert, dass unsere Klubobfrau jetzt nicht hier ist. – Wissen Sie, wie ungeheuerlich ich das finde? (Abg. Ing. Westenthaler: Den ganzen Tag ist sie schon nicht da!) Wissen Sie, wie ungeheuerlich das ist angesichts des Umstandes, den Sie alle genau kennen, dass Frau Glawischnig ein Kleinstkind zu versorgen hat (Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht den ganzen Tag!) – Punkt a –, Punkt b, dass genau jetzt, zu dieser Zeit, und das wussten die Fraktionen, die das kritisiert haben, eine Besprechung zwischen den Oppositionsfraktionen stattfindet! Das wussten alle, die jetzt gemeint haben: Ja, wo ist sie denn? Gegenfrage: Wo ist denn der Herr Bucher? – Natürlich auch bei der Besprechung. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist der Van der Bellen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht den ganzen Tag!
Somit komme ich gleich zur nächsten Berichtigung. Damit ich überhaupt zum Thema kommen kann, ist es einmal notwendig, einige Dinge klarzustellen. Es wurde von RednerInnen, wenn ich mich recht erinnere – ich möchte niemandem unrecht tun –, des BZÖ beziehungsweise der FPÖ und möglicherweise auch der ÖVP – das weiß ich nicht mehr so genau – der Umstand, die Tatsache kritisiert, dass unsere Klubobfrau jetzt nicht hier ist. – Wissen Sie, wie ungeheuerlich ich das finde? (Abg. Ing. Westenthaler: Den ganzen Tag ist sie schon nicht da!) Wissen Sie, wie ungeheuerlich das ist angesichts des Umstandes, den Sie alle genau kennen, dass Frau Glawischnig ein Kleinstkind zu versorgen hat (Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht den ganzen Tag!) – Punkt a –, Punkt b, dass genau jetzt, zu dieser Zeit, und das wussten die Fraktionen, die das kritisiert haben, eine Besprechung zwischen den Oppositionsfraktionen stattfindet! Das wussten alle, die jetzt gemeint haben: Ja, wo ist sie denn? Gegenfrage: Wo ist denn der Herr Bucher? – Natürlich auch bei der Besprechung. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist der Van der Bellen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist der Van der Bellen?
Somit komme ich gleich zur nächsten Berichtigung. Damit ich überhaupt zum Thema kommen kann, ist es einmal notwendig, einige Dinge klarzustellen. Es wurde von RednerInnen, wenn ich mich recht erinnere – ich möchte niemandem unrecht tun –, des BZÖ beziehungsweise der FPÖ und möglicherweise auch der ÖVP – das weiß ich nicht mehr so genau – der Umstand, die Tatsache kritisiert, dass unsere Klubobfrau jetzt nicht hier ist. – Wissen Sie, wie ungeheuerlich ich das finde? (Abg. Ing. Westenthaler: Den ganzen Tag ist sie schon nicht da!) Wissen Sie, wie ungeheuerlich das ist angesichts des Umstandes, den Sie alle genau kennen, dass Frau Glawischnig ein Kleinstkind zu versorgen hat (Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht den ganzen Tag!) – Punkt a –, Punkt b, dass genau jetzt, zu dieser Zeit, und das wussten die Fraktionen, die das kritisiert haben, eine Besprechung zwischen den Oppositionsfraktionen stattfindet! Das wussten alle, die jetzt gemeint haben: Ja, wo ist sie denn? Gegenfrage: Wo ist denn der Herr Bucher? – Natürlich auch bei der Besprechung. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist der Van der Bellen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Van der Bellen stillt nicht, oder?
Ich sage Ihnen das so klar und deutlich, wie es gesagt gehört. Das ist fies, das ist wirklich fies! Sie können die Nicht-Anwesenheit von Abgeordneten der Grünen kritisieren, wie Sie wollen, wir machen das auch. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Van der Bellen stillt nicht, oder?) Das ist Ihr gutes Recht, unser gutes Recht. Aber den Umstand, dass eine Frau ein Kind zu betreuen hat (Abg. Grosz: Was macht der Van der Bellen? Hilft er beim Stillen? Hält er das Kind und hilft er beim Stillen?), zu vermengen mit Dingen, die so nicht stattfinden oder nicht stattgefunden haben, das ist jenseitig und fies. Wenn Sie, Herr Molterer, dazu noch lächeln können, dann ist das natürlich Ihr gutes Recht, aber das spricht nicht für Sie, Herr Molterer. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Nein, das können sie jetzt nicht machen! Das verbieten Sie ja!
Abgeordneter Mag. Johann Maier (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Mit aller Deutlichkeit gegenüber Peter Westenthaler eines: Was hier passiert ist, Peter Westenthaler, mit deiner Rede, das war eine plumpe Demagogie! Ich möchte das hier mit aller Deutlichkeit festhalten. Wir haben nämlich in einem Abänderungsantrag klargestellt, dass genau derartige Choreographien möglich sind. Genau das wird möglich sein! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Nein, das können sie jetzt nicht machen! Das verbieten Sie ja!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das habe ich gesagt! Genau das habe ich gesagt!
Generell werden wir das Pyrotechnikgesetz aber dennoch ablehnen, weil wir der Meinung sind, dass die Befugnisse, Hausdurchsuchungen ohne richterliche Anordnung durchzuführen, zu weit gehen, dass hier bei der berechtigten Zielsetzung einer Einschränkung übers Ziel geschossen wird. Aber zumindest dieser Bereich, der in der Fankultur deutlich für Aufregung gesorgt hat, sollte jetzt so weit formuliert worden sein, dass es die Möglichkeit gibt, vernünftige, nicht auf den Tribünen stattfindende, Herr Kollege Westenthaler, sondern akkordierte Aktionen der Fanklubs zu machen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das habe ich gesagt! Genau das habe ich gesagt!) Das sollte jetzt aber möglich sein. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber nicht möglich!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber nicht möglich!
Generell werden wir das Pyrotechnikgesetz aber dennoch ablehnen, weil wir der Meinung sind, dass die Befugnisse, Hausdurchsuchungen ohne richterliche Anordnung durchzuführen, zu weit gehen, dass hier bei der berechtigten Zielsetzung einer Einschränkung übers Ziel geschossen wird. Aber zumindest dieser Bereich, der in der Fankultur deutlich für Aufregung gesorgt hat, sollte jetzt so weit formuliert worden sein, dass es die Möglichkeit gibt, vernünftige, nicht auf den Tribünen stattfindende, Herr Kollege Westenthaler, sondern akkordierte Aktionen der Fanklubs zu machen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das habe ich gesagt! Genau das habe ich gesagt!) Das sollte jetzt aber möglich sein. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber nicht möglich!)
demonstrativer Beifall des Abg. Ing. Westenthaler
Abgeordneter Gerald Grosz (BZÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Ich darf zunächst eine Gruppe von Gemeindevertretern aus dem Bezirk Villach recht herzlich unter uns begrüßen (demonstrativer Beifall des Abg. Ing. Westenthaler), und auch einen Apothekervertreter aus der Südsteiermark, aus Deutschlandsberg.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja gar nicht wahr! – Abg. Kickl: Nein, nein, nein! Das stimmt nicht!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Stadler, Sie haben in einem Atemzug, auf einer Ebene Juden, Moslems, Esoteriker mit Verrückten genannt (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja gar nicht wahr! – Abg. Kickl: Nein, nein, nein! Das stimmt nicht!), und dafür erteile ich Ihnen einen Ordnungsruf. (Abg. Ing. Westenthaler: Das war ja gar nicht ...! ... einen Zusammenhang hergestellt! Das war niemals ein Vergleich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das war ja gar nicht ...! ... einen Zusammenhang hergestellt! Das war niemals ein Vergleich!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Stadler, Sie haben in einem Atemzug, auf einer Ebene Juden, Moslems, Esoteriker mit Verrückten genannt (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja gar nicht wahr! – Abg. Kickl: Nein, nein, nein! Das stimmt nicht!), und dafür erteile ich Ihnen einen Ordnungsruf. (Abg. Ing. Westenthaler: Das war ja gar nicht ...! ... einen Zusammenhang hergestellt! Das war niemals ein Vergleich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber eh das Gleiche! – Abg. Rädler: Und was bringt das?
Abgeordnete Dr. Ruperta Lichtenecker (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Herr Rechnungshofpräsident! Hohes Haus! Wenn Herr Grasser diese Rede jetzt gehört hätte, würde er sich, denke ich, darüber freuen, dass er nicht immer nur in „NEWS“ und „Heute“ vorkommt, sondern auch immer wieder bei Kai Jan Krainer. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber eh das Gleiche! – Abg. Rädler: Und was bringt das?)
Abg. Ing. Westenthaler: Der erste Jungpolitiker mit weißen Haaren!
Unser Kernproblem ist nur ein anderes, wenn er das ernst meint, was er sagt, und diese Diskussion hat Kollege Lopatka auch angefangen: Wir wollen eingreifen in private Pensionsverhältnisse, weil dort so hohe Pensionen gezahlt werden. Ich sage allen Kolleginnen und Kollegen, die das machen wollen, gleich eines dazu – ich bin ja ein Jungpolitiker, nach 1997 gekommen, wir haben bereits ASVG (Abg. Ing. Westenthaler: Der erste Jungpolitiker mit weißen Haaren!) –: Das fängt bei den Altpolitikerpensionen an, da gibt es eine Fülle von Sonderrechten in diesem Land, und wenn da angefangen wird einzugreifen, ist es nicht mehr weit, dass wir bei privaten Zusatzpensionen, bei den Lebensversicherungen sind.
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Es wird sich nicht mehr vermeiden lassen, dass auch Minister in den Untersuchungsausschuss kommen! Ich wette schon darauf!
Genauso ist es, Herr Bundesgeschäftsführer! Das heißt noch einmal, meine Damen und Herren von SPÖ und ÖVP: Heben Sie die Blockade im Untersuchungsausschuss auf und lassen Sie parlamentarische Kontrolle zu! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Es wird sich nicht mehr vermeiden lassen, dass auch Minister in den Untersuchungsausschuss kommen! Ich wette schon darauf!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Ing. Westenthaler.
Ich verlange, dass die Verantwortlichen und die zuständigen Stellen dieses Treiben sofort abstellen und auch künftig unterbinden! Mir wäre die tägliche Bewegungseinheit, mehr Sport, mehr Dopingprävention und aktive körperliche Betätigung in den Schulen lieber als das verpflichtende Zuhören bei Vortragenden, für die Fitness und Ehrlichkeit ein Fremdwort ist. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Ing. Westenthaler.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Ing. Westenthaler.
Abschließend bedanke ich mich recht herzlich bei Sportminister Darabos, bei allen Sportsprechern, bei den Mitgliedern des Sportausschusses, aber auch bei den Mitarbeitern in den Klubs und im Ministerium für die gute Zusammenarbeit in den vergangenen Wochen. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Ing. Westenthaler.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Hagen.
Ich denke, dass wir mit diesem Gesetz einen weiteren wichtigen Schritt im österreichischen Sport gesetzt haben. – Danke. (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Hagen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Da müssen Sie einen Bereicherungsvorsatz nachweisen!
Wenn wir schon in der Detaildebatte sind: Ich weiß nicht, ob ein Sportler nach meinem ursprünglichen Vorschlag schlechter bedient gewesen wäre als jetzt mit diesem Vorschlag, wo es einen Strafrahmen gibt, der wesentlich höher ausgeformt ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Da müssen Sie einen Bereicherungsvorsatz nachweisen!) Ja, der Bereicherungsvorsatz wird relativ leicht nachzuweisen sein, Herr Abgeordneter Westenthaler. Wenn ich sehe, dass sich jemand mit Doping sozusagen einen Wettbewerbsvorteil verschafft, dann ist dieser Bereicherungsvorsatz relativ leicht nachzuweisen, wie auch die Frau Justizministerin in einer Pressekonferenz sehr offen dargestellt hat.
Abg. Ing. Westenthaler: Da hätten Sie lieber im Ausschuss sein sollen!
worden; und das war der einzige Ausschuss, an dem ich nicht teilgenommen habe. (Abg. Ing. Westenthaler: Da hätten Sie lieber im Ausschuss sein sollen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber kein Strafrechtsexperte!
Ich möchte zum Ausschuss noch ganz kurz sagen: Ganz so war es nicht. Es hat Experten gegeben wie etwa den Herrn Michlmayr, immerhin Trainer von Markus Rogan, der ganz klar gesagt hat, er ist für die strafrechtliche Verfolgung von gedopten Sportlern. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber kein Strafrechtsexperte!) – Nein, aber es ist hier im Haus so dargestellt worden, als ob alle Experten sozusagen in eine Richtung argumentiert hätten. Das war nicht so.
Abg. Ing. Westenthaler: Passiert aber pausenlos, dauernd!
Kollege Stadler, ich stehe dazu – ich habe das nicht nur einmal gesagt –: In dieser unserer Republik hat gegen niemanden ohne ordentliche Rechtsgrundlage ermittelt zu werden! – Punkt! (Abg. Ing. Westenthaler: Passiert aber pausenlos, dauernd!)
Abg. Ing. Westenthaler: Er verteidigt das noch!
In der Arbeitsgruppe Immunität wissen wir aber auch – das sind genau jene Fälle, bezüglich derer wir auch Konsens haben ... (Abg. Ing. Westenthaler: Er verteidigt das noch!) – Nein, der verteidigt das nicht, Kollege Westenthaler.
Abg. Ing. Westenthaler: Missbrauch!
Das Problem ist nur, wir diskutieren da über etwas anderes. Wenn wir das bewerten würden, würden wir sagen, das, was die Staatsanwaltschaft vorlegt, reicht inhaltlich nicht aus. Und das kann das Immunitätsgesetz aus meiner Sicht nicht hergeben. Bei diesem Akt waren wir uns übrigens auch einig. (Abg. Ing. Westenthaler: Missbrauch!) Darüber kann man jetzt sicher diskutieren. Die Frage beim ersten Verfahren war ja vor allem, warum das überhaupt hierher kommt, weil ein Zusammenhang mit der politischen Tätigkeit im Akt ja nicht einmal ansatzweise Erwähnung gefunden hat.
Sitzung Nr. 48
Abg. Ing. Westenthaler: Die sind gar nicht in der Regierung!
„Red Carpet“ hat mit der ÖVP nichts zu tun, die ÖVP hat mit der ÖVP nichts zu tun, wenn es um Skandale geht, meine Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Die sind gar nicht in der Regierung!) – Die sind gar nicht da, die gibt es gar nicht! In dem Moment, in dem man Ihnen Ihre Skandale öffentlich vorrechnet, sagt der Kollege Amon: Hat mit uns nichts zu tun, daher haben wir keine Verantwortlichkeit!
Abg. Ing. Westenthaler: Das „Gleichgewicht des Schreckens“!
Daher hat die ÖVP sich darauf verlassen können, dass auch die Roten ein Interesse daran haben, dass dieser Ausschuss abgedreht wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Das „Gleichgewicht des Schreckens“!) – Na selbstverständlich.
Abg. Ing. Westenthaler: Ja! Ja, so ist es!
Wir sind Ohrenzeugen geworden, wie der Kollege Amon den Kollegen Pendl – du verzeihst mir jetzt den Begriff (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen) – wie einen Rotzbuben abgekanzelt und gesagt hat (Abg. Ing. Westenthaler: Ja! Ja, so ist es!): Wenn Ihr die Minister ladet, dann werden wir eure Minister laden!
Abg. Ing. Westenthaler: Die „Badehosen-Vertreterin“! Badeschluss!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zur Beantwortung der Dringlichen Anfrage hat sich Frau Bundesministerin Dr. Fekter zu Wort gemeldet. (Abg. Ing. Westenthaler: Die „Badehosen-Vertreterin“! Badeschluss!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ober-Bademeister!
schirmen! Bevor ich zur Beantwortung der Dringlichen Anfrage, die an den Herrn Finanzminister gerichtet ist (Abg. Ing. Westenthaler: Ober-Bademeister!), komme, möchte ich einleitend auf Folgendes hinweisen:
Abg. Ing. Westenthaler: Schwarze Muscheln suchen! Schöner blauer Himmel, Sandstrand, mit einem Cocktail ...! Bunte Muscheln!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Mit Schreiben vom 23. November wurde dieser Bestimmung entsprochen und Frau Präsidentin Prammer über den Ministerratsdienst des Bundeskanzlers informiert, dass sich der Bundesminister für Finanzen Vizekanzler Dipl.-Ing. Josef Pröll (Zwischenrufe bei den Grünen) innerhalb des Zeitraumes vom 28. November bis 8. Dezember in Mauritius aufhalten wird (Oh-Rufe beim BZÖ) und von 2. bis 8. Dezember die Bundesministerin für Inneres Dr. Maria Fekter mit seiner Vertretung beauftragt hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Schwarze Muscheln suchen! Schöner blauer Himmel, Sandstrand, mit einem Cocktail ...! Bunte Muscheln!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie werden auch nicht mehr ...!
Selbstverständlich, meine sehr verehrten Damen und Herren, halte ich mich an die Geschäftsordnung des Nationalrates und die darin vorgegebenen Spielregeln. (Abg. Mag. Stadler: Noch einmal vorlesen!) Wie Sie ja alle wissen, war ich über eine sehr, sehr lange Strecke eine begeisterte Abgeordnete dieses Hauses. Die Regeln sind mir vertraut, und ich halte mich auch daran. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie werden auch nicht mehr ...!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler
Sie schreiben in Ihrer Anfrage, die Regierungsparteien im Parlament würden bewusst einen Schaden für die Republik in Kauf nehmen, weil Sie von der Opposition, meine sehr verehrten Damen und Herren – nämlich Sie von der Opposition! –, nicht die Zweidrittelmehrheit für Beschlüsse hergeben. – Ich habe kein Verständnis dafür, dass Sie hier mit dem Finger auf die Regierungsparteien zeigen (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler), obwohl es in Ihrer Hand läge, die Verantwortung wahrzunehmen.
Abg. Öllinger: Reden Sie jetzt als ... oder Fekter? – Abg. Ing. Westenthaler: Ist das Pröll oder Fekter?
Zu all diesen Fragen ist festzuhalten, dass ich selbstverständlich, das habe ich schon ausgeführt, das Parlament und seine demokratischen Einrichtungen bei ihrer Arbeit voll und ganz unterstütze und die gesetzlichen Bestimmungen der Nationalratsgeschäftsordnung gewissenhaft einhalte. (Abg. Öllinger: Reden Sie jetzt als ... oder Fekter? – Abg. Ing. Westenthaler: Ist das Pröll oder Fekter?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer ist denn der Chef dort?
Mit der Errichtung eines Bundesamtes zur Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung am 1. Jänner 2010 als spezialisierter Fachdienststelle des Bundesministeriums für Inneres sollen die nachweislich erfolgreiche und international hoch angesehene Arbeit des Büros für Interne Angelegenheiten aufgewertet und die betreffenden Aufgabeninhalte weiter präzisiert werden. Das Bundesministerium für Inneres folgt diesbezüglich den Empfehlungen der Staatengruppe gegen Korruption des Europarates (Abg. Ing. Westenthaler: Wer ist denn der Chef dort?), der GRECO-Gruppe, welche bereits die bisherige Tätigkeit des BIA begrüßte, dessen zentrale Rolle betonte sowie eine weitere Stärkung empfahl. Dadurch kann eine Verpflichtung, welche Österreich durch die Unterzeichnung der wichtigsten internationalen Konventionen gegen Korruption eingegangen ist, erfüllt werden.
Abg. Ing. Westenthaler: Und „Lügner“!
Sie haben aber keinen Ordnungsruf erteilt, Frau Präsidentin, als ein Sprecher der Regierungsparteien den Oppositionsparteien Erpressung vorgeworfen hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Und „Lügner“!) – „Erpressung“ und „Lügner“, das ist richtig. Und ich erwarte mir, dass es für diesen Vorwurf ebenfalls einen Ordnungsruf gibt. (Beifall bei FPÖ, BZÖ und Grünen. – Abg. Strache: Das war der Herr Klubobmann Kopf!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Lassen Sie mich eines sagen: Ich wäre der Glücklichste, wenn diese Phase des Untersuchungsausschusses ... (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) – Herr Kollege Westenthaler, die Wurschtsemmel is’ wurscht, wann euch die Bananen links und rechts „aussakumman“ – Sache ist angesagt! (Heiterkeit. – Ruf beim BZÖ: Das ist peinlich! – Abg. Strache: Das gibt es ja nicht! – Abg. Bucher: Wovon sprechen Sie?)
Abg. Ing. Westenthaler: Also illegal!
Selbst du, Kollege Scheibner, als besonnener und konstruktiver Kollege allemal bekannt, hast von einem illegalen Abhören von Abgeordneten gesprochen. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Hör noch kurz zu! Wir wissen, und das ist eine der Erkenntnisse dieses Untersuchungsausschusses – und diesbezüglich habe ich Konsens aller Fraktionen geortet –, Peter Westenthaler, dass es überschießend war, dich, bevor du überhaupt nur als Zeuge einvernommen wurdest, in Sachen Rufdatenrückerfassung in die Ziehung zu nehmen. Man hätte dich jedenfalls vorher als Zeuge einvernehmen sollen. (Abg. Ing. Westenthaler: Also illegal!)
Abg. Ing. Westenthaler: Freilich war es illegal!
Konsens im Untersuchungsausschuss unter allen Fraktionen. Aber es war eben nicht illegal (Abg. Ing. Westenthaler: Freilich war es illegal!), sondern nur überschießend,
Abg. Ing. Westenthaler: Überschießend!
Wenn Scheibner sagt, geheime Daten sollten im Interesse der Zeugen auch geheim bleiben, meine sehr verehrten Damen und Herren, dann könnte ich das vom Vorsitz des Untersuchungsausschusses aus gesagt haben. Aber wenn insbesondere vom Kollegen Pilz minutenlang, 10 Minuten lang, 20 Minuten lang, aus geheimen und vertraulichen Akten, Verschlussakten im Untersuchungsausschuss in öffentlicher Sitzung deswegen zitiert wird, damit diese geheimen Akten auf diesem Wege – nicht illegal im Übrigen (Abg. Ing. Westenthaler: Überschießend!), aber wahrscheinlich doch unter weitgehender Ausnützung der Geschäftsordnung – das Licht der Öffentlichkeit und auch das Bewusstsein der Journalisten erblicken, dann sehen Sie, vor welchen Problemen wir stehen.
Abg. Ing. Westenthaler: Bei welcher Veranstaltung warst du?
Herr Abgeordneter Pilz hat mit seinen Fällen abgerechnet und war natürlich unzufrieden, nachdem er nicht mehr weitermachen konnte. Für ihn war es wichtig, sein Ego zu befriedigen, hier einfach seine Show abzuziehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Bei welcher Veranstaltung warst du?)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Wurstsemmel war wichtig!
Die SPÖ hat dadurch „geglänzt“, keinen einzigen Akt auch nur angeschaut zu haben! Erstens. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Wurstsemmel war wichtig!) – Die Wurstsemmeln waren wichtig; das war das wichtigste Anliegen.
Abg. Ing. Westenthaler: So wie die SPÖ!
Zweitens: Es ist also jetzt klar, dass der Ausschuss abgedreht werden muss, weil Peter Pilz und Ewald Stadler so präzise in der Befragung sind. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Meine Damen und Herren, da schwingt die Vorstellung mit, ein guter Abgeordneter ist ein Abgeordneter, der streichfähig ist – ein dressierter Abgeordneter! (Abg. Ing. Westenthaler: So wie die SPÖ!)
Sitzung Nr. 49
Ruf – in Richtung ÖVP –: Pfui! Ihr seid die „Christlichsozialen“?! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Kopf: Seid ihr nervös? Seid ihr so nervös? – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Kopf –: Ich würde mich gleich einmal entschuldigen dafür!
Nun noch kurz Herr Klubobmann Kopf. – Bitte. (Ruf – in Richtung ÖVP –: Pfui! Ihr seid die „Christlichsozialen“?! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Kopf: Seid ihr nervös? Seid ihr so nervös? – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Kopf –: Ich würde mich gleich einmal entschuldigen dafür!)
Abg. Haberzettl: Das ist so was Dummes, was Sie da erzählen! – Abg. Ing. Westenthaler: Ob das die Frau Präsidentin auch gehört hat?
Sehr geehrte Damen und Herren! Die ÖBB haben 42 000 Mitarbeiter. Von den 42 000 Mitarbeitern sind 830 Betriebsräte, 160 davon sind dienstfrei gestellt. 160 Betriebsräte der ÖBB sind dienstfrei gestellt! Wenn wir das Arbeitsverfassungsgesetz heranziehen würden, das alle in der Privatwirtschaft zu befolgen haben, dann würden den ÖBB gerade einmal 14 Betriebsräte zustehen. 14 Betriebsräte nach dem geltenden Arbeitsverfassungsgesetz! (Abg. Haberzettl: Das ist so was Dummes, was Sie da erzählen! – Abg. Ing. Westenthaler: Ob das die Frau Präsidentin auch gehört hat?)
Abg. Grillitsch: Wer? – Abg. Ing. Westenthaler: Na wer?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zu Wort gemeldet ist nun ... (Abg. Grillitsch: Wer? – Abg. Ing. Westenthaler: Na wer?) – Eine Sekunde! (Abg. Bucher: Der Haberzettl, hoffentlich!) – Herr Abgeordneter Keck, bitte. (Abg. Bucher: Doch nicht der Haberzettl! – Abg. Ing. Westenthaler: Eine kurze Entgleisung von der ...! – Abg. Grillitsch: Willst du vielleicht nicht reden?!)
Abg. Bucher: Doch nicht der Haberzettl! – Abg. Ing. Westenthaler: Eine kurze Entgleisung von der ...! – Abg. Grillitsch: Willst du vielleicht nicht reden?!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zu Wort gemeldet ist nun ... (Abg. Grillitsch: Wer? – Abg. Ing. Westenthaler: Na wer?) – Eine Sekunde! (Abg. Bucher: Der Haberzettl, hoffentlich!) – Herr Abgeordneter Keck, bitte. (Abg. Bucher: Doch nicht der Haberzettl! – Abg. Ing. Westenthaler: Eine kurze Entgleisung von der ...! – Abg. Grillitsch: Willst du vielleicht nicht reden?!)
Abg. Ing. Westenthaler: Eine Null-Vision! – Abg. Scheibner: Sie haben aber eine Null-Vision!
Abgeordneter Dietmar Keck (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Minister! Meine Damen und Herren! Kollege Bucher, „Vision Zero – zentrales Konzept der Verkehrspolitik für weniger Unfälle, weniger Tote und Verletzte im Straßenverkehr“ heißt nicht, keine Vision zu haben, sondern das heißt, die „Vision null“ zu haben (Abg. Ing. Westenthaler: Eine Null-Vision! – Abg. Scheibner: Sie haben aber eine Null-Vision!): null Unfälle, null Verletzte und null Tote im Straßenverkehr. Ich denke, das ist eine wirklich gute Vision, die sich diese Regierung als Aufgabe gestellt hat (Beifall bei der SPÖ), und mithilfe aller hier im Parlament vertretenen Parteien wäre das möglich.
Beifall beim BZÖ. – Abg. Großruck: „Hintertriebenheit“ – das ist ordnungsrufverdächtig! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Großruck –: Man könnte auch „Niedertracht“ sagen!
Der Hintergrund ist ja klar ersichtlich, nämlich: dass es Ihnen gar nicht darum geht, die Minderheitsrechte zu stärken. (Abg. Kopf: Welche Minderheitsrechte?) Ihnen geht es ja in Wirklichkeit gar nicht darum, obwohl wir einen Fünf-Parteien-Entschließungsantrag verabschiedet haben, der zum Inhalt hat, im nächsten Jahr weitere Minderheitsrechte in der Geschäftsordnung vorzusehen. Aber Sie wollen das jetzt unterlaufen, Sie wollen das unterbinden. In Wahrheit wollen Sie mit dieser Maßnahme erreichen, dass es gar nicht erst kommt zu der Festlegung des Minderheitsrechtes auf Einsetzung von Untersuchungsausschüssen! Das ist der eigentliche Hintergrund dieser Hintertriebenheit, die Sie an den Tag legen. Und das lehnen wir strikt ab! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Großruck: „Hintertriebenheit“ – das ist ordnungsrufverdächtig! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Großruck –: Man könnte auch „Niedertracht“ sagen!)
Beifall bei BZÖ und FPÖ sowie des Abg. Dr. Pilz. – Abg. Steibl: Das gilt da auch! – Abg. Krainer: Zu wie viel ist er jetzt eigentlich verurteilt worden, der Herr Westenthaler? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Seid Ihr jetzt aufgewacht? Wurstsemmel ...!
Kehren Sie endlich zur Vernunft zurück! Schieben Sie nicht irgendwelche Scheingesetze vor, wenn es um Kinderrechte geht. Das Thema ist viel zu ernst, um von Ihnen als Instrument gegen Parlamentarismus und Kontrolle missbraucht zu werden. (Beifall bei BZÖ und FPÖ sowie des Abg. Dr. Pilz. – Abg. Steibl: Das gilt da auch! – Abg. Krainer: Zu wie viel ist er jetzt eigentlich verurteilt worden, der Herr Westenthaler? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Seid Ihr jetzt aufgewacht? Wurstsemmel ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Gar nichts ist das wert! – Abg. Kopf: Keine Sorge!
Wir werden sehen, was Ihre Unterschriften wert sind, Kollege Kopf, Kollege Cap, dass der Untersuchungsausschuss zum Minderheitenrecht wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Gar nichts ist das wert! – Abg. Kopf: Keine Sorge!) – In drei Monaten werden wir es wissen. (Beifall bei Grünen, BZÖ und FPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Die vereinigte Opposition!)
Abg. Scheibner: Aber der Pendl wird es ihm ausrichten! – Abg. Ing. Westenthaler: Klubobmann Pendl wird das alles ...!
Kollege Cap ist jetzt leider nicht hier – er predigt ja immer diesen neuen Parlamentarismus, und dass wir herzlich eingeladen seien, mitzuarbeiten. (Abg. Scheibner: Aber der Pendl wird es ihm ausrichten! – Abg. Ing. Westenthaler: Klubobmann Pendl wird das alles ...!) Wir wollen mitarbeiten, nur im Verkehrsausschuss zumindest lassen uns das die Regierungsfraktionen nicht tun! (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist gut!
Ich möchte allen gratulieren, die jetzt nach der e-card mit Lichtbild schreien. Ich glaube, Sie alle haben keine Ahnung von Mathematik. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist gut!) In einem durchschnittlichen Leben würde man in etwa neun bis zehn Ausgaben der e-card mit Lichtbild brauchen. Wir alle haben das Problem mit unserem Führerschein. Viele haben ihren Führerschein mit 17, 18, 19 gemacht. (Abg. Grosz: Und wie ist das dann mit dem Reisepass, der zehn Jahre lang gültig ist? – Abg. Ing. Westenthaler: Reisepässe! Identitätsausweise!)
Abg. Grosz: Und wie ist das dann mit dem Reisepass, der zehn Jahre lang gültig ist? – Abg. Ing. Westenthaler: Reisepässe! Identitätsausweise!
Ich möchte allen gratulieren, die jetzt nach der e-card mit Lichtbild schreien. Ich glaube, Sie alle haben keine Ahnung von Mathematik. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist gut!) In einem durchschnittlichen Leben würde man in etwa neun bis zehn Ausgaben der e-card mit Lichtbild brauchen. Wir alle haben das Problem mit unserem Führerschein. Viele haben ihren Führerschein mit 17, 18, 19 gemacht. (Abg. Grosz: Und wie ist das dann mit dem Reisepass, der zehn Jahre lang gültig ist? – Abg. Ing. Westenthaler: Reisepässe! Identitätsausweise!)
Abg. Grosz: Wie beim Reisepass! – Abg. Ing. Westenthaler: Lassen Sie die Mathematik in Ruhe!
Es gibt immer wieder Dinge, wo den Menschen irgendetwas ins Auge gestreut wird. Halten Sie sich einmal den administrativen Ablauf vor Augen: 8 Millionen Menschen müssen ihr Lichtbild zur Verfügung stellen. (Abg. Grosz: Wie beim Reisepass! – Abg. Ing. Westenthaler: Lassen Sie die Mathematik in Ruhe!) 8 Millionen Menschen! Das ist einmal Punkt eins. (Abg. Ursula Haubner: Beim Pass gilt das doch auch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der große Mathematik-Oberlehrer auf der Regierungsbank!
Ich darf das noch einmal klarstellen: Herr Abgeordneter Neubauer! Sie gestatten mir einen saloppen Sager? (Abg. Neubauer: Nein!) Ich würde gerne einmal mit Ihnen eine mathematische Gleichung durchrechnen. (Abg. Ing. Westenthaler: Der große Mathematik-Oberlehrer auf der Regierungsbank!) Sie stellen sich hier heraus und sagen, dass 164 Millionen € das Plus bei der Pensionsanpassung gewesen wäre. (Abg. Neubauer: Ja!) Das ist nur leider falsch! Es ist falsch, denn ein Zehntel Prozentpunkt ASVG-Pensionsanpassung kostet 28 Millionen €. Rechnen Sie das bitte nach, dann werden Sie draufkommen, dass auch hier Dinge verwechselt, vermischt werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind wohl ein Genie, was?)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind wohl ein Genie, was?
Ich darf das noch einmal klarstellen: Herr Abgeordneter Neubauer! Sie gestatten mir einen saloppen Sager? (Abg. Neubauer: Nein!) Ich würde gerne einmal mit Ihnen eine mathematische Gleichung durchrechnen. (Abg. Ing. Westenthaler: Der große Mathematik-Oberlehrer auf der Regierungsbank!) Sie stellen sich hier heraus und sagen, dass 164 Millionen € das Plus bei der Pensionsanpassung gewesen wäre. (Abg. Neubauer: Ja!) Das ist nur leider falsch! Es ist falsch, denn ein Zehntel Prozentpunkt ASVG-Pensionsanpassung kostet 28 Millionen €. Rechnen Sie das bitte nach, dann werden Sie draufkommen, dass auch hier Dinge verwechselt, vermischt werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind wohl ein Genie, was?)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Also berichten kann er auch nicht den Tatsachen entsprechend! Rechnen kann er auch nicht! Was kann er eigentlich?
Meine sehr geehrten Damen und Herren, die Aussage des Herrn Bundesministers ist deshalb falsch. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Also berichten kann er auch nicht den Tatsachen entsprechend! Rechnen kann er auch nicht! Was kann er eigentlich?)
Beifall bei Abgeordneten der Grünen und beim BZÖ – Abg. Ing. Westenthaler: Da müsste man ihn eigentlich wiederbestellen!
Ich möchte mich bei Herrn Mag. Haupt wirklich aufs Innigste bedanken, bedanken für seine gute Arbeit (Beifall bei Abgeordneten der Grünen und beim BZÖ – Abg. Ing. Westenthaler: Da müsste man ihn eigentlich wiederbestellen!), und ich hoffe, dass die Person, die in Zukunft dieses Amt übernehmen wird, die Anliegen von Menschen mit Behinderungen wirklich gut überlegt und auch entsprechend umsetzt. Ein Appell an Sie, Herr Minister! – Danke. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von BZÖ und ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Zum Beispiel die Armut von Kindern – das könnte in der Verfassung stehen!
Und jetzt, weil man sich in eine Situation hineingeritten hat, von der man nicht weiß, wie man aus ihr wieder herauskommt, versucht man, eine neue Argumentation aufzubauen, die nicht mehr stimmt. Es kann schon sein, dass es eine neue Jugendsprecherin gibt, die halt keine Ahnung von diesen alten Vereinbarungen hat (Hallo-Rufe der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek), aber ich glaube schon, dass man der Frau Dr. Glawischnig hier auch ehrenvoll unterstellen muss, dass sie den Unterschied zwischen Verfassungsregelung und Ausführungsgesetzgebung kennt und weiß, dass in einer Verfassungsregelung immer nur übergeordnete Prinzipien zu stehen haben (Abg. Ing. Westenthaler: Zum Beispiel die Armut von Kindern – das könnte in der Verfassung stehen!) und nicht die Ausführungsgesetzgebungs-Anleitungen beziehungsweise die wortreichen Ausführungen, die man mit mehreren Gesetzen machen muss. Das Recht auf Bildung ist von unserem Entwurf ebenso umfasst wie das Recht auf Gesundheit oder auf andere verfassungsrechtlich zu gewährleistende Rechte.
Abg. Ing. Westenthaler: Komm wieder herunter!
Aber ich finde es wirklich beschämend, insbesondere von den Grünen, dass man aus einer Situation heraus, in die man sich selbst hineingeritten hat, die Kinder jetzt nicht zu dem kommen lässt, worauf man sich schon geeinigt hatte. (Abg. Ing. Westenthaler: Komm wieder herunter!)
Abg. Ing. Westenthaler: Komm wieder herunter!
Ich halte es wirklich für verwerflich, aus Prinzipien, die bei den Kinderrechten wirklich nichts verloren haben, die möglicherweise schon bei den Kontrollrechten zu kritisieren sind – soll alles sein! –, das dann so weit zu treiben, dass man hier Verfassungsregelungen nicht beschließt (Abg. Ing. Westenthaler: Komm wieder herunter!), die ausschließlich zum Wohl der Kinder sind und auf die man sich schon geeinigt hat. Das halte ich für verwerflich, für moralisch verwerflich (ironische Oh-Rufe bei FPÖ, BZÖ und Grünen), für einen Schaden an der Demokratie und für einen Schaden an den Kindern. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wiener Neustadt hat ... schon durchschaut!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wiener Neustadt hat ... schon durchschaut!
Ich halte es wirklich für verwerflich, aus Prinzipien, die bei den Kinderrechten wirklich nichts verloren haben, die möglicherweise schon bei den Kontrollrechten zu kritisieren sind – soll alles sein! –, das dann so weit zu treiben, dass man hier Verfassungsregelungen nicht beschließt (Abg. Ing. Westenthaler: Komm wieder herunter!), die ausschließlich zum Wohl der Kinder sind und auf die man sich schon geeinigt hat. Das halte ich für verwerflich, für moralisch verwerflich (ironische Oh-Rufe bei FPÖ, BZÖ und Grünen), für einen Schaden an der Demokratie und für einen Schaden an den Kindern. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wiener Neustadt hat ... schon durchschaut!)
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler – Abg. Ing. Westenthaler: Ein leerer Sektor!
Ich denke, gerade das, was wir heute mit der Verankerung der Kinderrechte in der Verfassung beschließen sollten, und das, was wir seitens der ÖVP und seitens der SPÖ wollen und wozu Sie immer eingeladen waren ... (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.) – Herr Kollege, ich bin schon lange genug im Parlament, und es tut mir nicht leid, hier im Parlament zu sein (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler – Abg. Ing. Westenthaler: Ein leerer Sektor!), nur: Die jetzige Diskussion tut mir leid, denn es geht Ihnen nicht um die Sache! Es ist reiner Populismus, wie Sie sich positionieren können, wie Sie Ihre „Spompanadeln“ durchbringen können, die nichts wert sind! Aber Kinderrechte haben einen hohen Stellenwert.
Abg. Grosz: Wenn es Ihnen so wichtig wäre ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist eigentlich die ÖVP derzeit?
Ich möchte bei dem, was Herr Kollege Wittmann gesagt hat, fortsetzen und vielleicht noch einmal in Erinnerung rufen (Abg. Grosz: Wenn es Ihnen so wichtig wäre ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist eigentlich die ÖVP derzeit?): Ausgangspunkt für das jetzige Bundesverfassungsgesetz der Kinderrechte war der „Fiedler-Entwurf“ aus dem Österreich-Konvent. (Abg. Mag. Stadler: Wo sind die Kinder der ÖVP?) Damals wurde mit allen Konsens gefunden und erzielt, dass Kinderrechte verfassungsrechtlich eigenständig gestaltet und formuliert werden sollten.
Oje-Rufe beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wiener Neustadt, schau owa!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Dr. Wittmann zu Wort gemeldet. Ich erinnere an die einschlägigen Bestimmungen der Geschäftsordnung und erteile ihm das Wort. (Oje-Rufe beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wiener Neustadt, schau owa!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist keine tatsächliche Berichtigung, das ist eine tatsächliche Bestätigung! Jetzt wird es peinlich auch noch! – Abg. Scheibner: Verhindert habt ihr es! – Abg. Dr. Rosenkranz: ... tatsächliche Peinlichkeit in der Geschäftsordnung! – Weitere Zwischenrufe bei BZÖ, FPÖ und Grünen.
Dazu gehört auch der Beschluss des Präsidiums, dem Sie angehört haben. Sie haben das genauso beschlossen wie Frau Mag. Glawischnig, inhaltlich und tatsächlich! Die Protokolle lügen nicht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist keine tatsächliche Berichtigung, das ist eine tatsächliche Bestätigung! Jetzt wird es peinlich auch noch! – Abg. Scheibner: Verhindert habt ihr es! – Abg. Dr. Rosenkranz: ... tatsächliche Peinlichkeit in der Geschäftsordnung! – Weitere Zwischenrufe bei BZÖ, FPÖ und Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ja, er geht auch darin ein: drei Abstimmungsniederlagen!
Abgeordnete Mag. Sonja Steßl-Mühlbacher (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Ja, eine unendliche Geschichte könnte heute womöglich zu einem Abschluss gebracht werden. Eigentlich müsste dieser heutige Tag in die Geschichte eingehen (Abg. Ing. Westenthaler: Ja, er geht auch darin ein: drei Abstimmungsniederlagen!): Endlich könnten die Kinderrechte in die Verfassung aufgenommen werden. – Dies wäre ein erster, aber wichtiger Schritt.
Die Abgeordneten Mag. Stadler und Ing. Westenthaler: Der Fiedler war schuld!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Herzlichen Dank für die freundliche Begrüßung! Ich glaube, wir brauchen einen neuen Untersuchungsausschuss, um herauszufinden, warum, nachdem alle Parteien erklärt haben, sie wollten den Ergebnissen des Konvents zustimmen, die Resultate dieses Konvents nicht beschlossen werden konnten und seine Ergebnisse nicht Gesetze geworden sind. (Abg. Scheibner: Der Fiedler war schuld!) Die ÖVP war dafür, die SPÖ macht sogar eine tatsächliche Berichtigung und war auch dafür – alle waren dafür! Es hat eine 100-Prozent-Mehrheit gegeben, und irgendeine geheimnisvolle Macht in diesem Hause hat ein 100-Prozent-Verfassungsunternehmen zu Fall gebracht. (Die Abgeordneten Mag. Stadler und Ing. Westenthaler: Der Fiedler war schuld!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sankt-Nimmerleins-Tag!
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Meine Damen und Herren! Lieber Abgeordneter Pendl, um mit deinen Worten zu sprechen: „Was hält uns auf, dass wir weitergehen?“ – Ich muss leider sagen: Unter anderem hältst du uns auf! (Heiterkeit und Beifall beim BZÖ.) Wir können es nicht angehen, weil – du weißt es, und leider musstest du diese traurige Botschaft überbringen – die Arbeit im Geschäftsordnungskomitee unterbrochen oder abgebrochen wurde, und du weißt es. (Abg. Ing. Westenthaler: Sankt-Nimmerleins-Tag!)
Sitzung Nr. 50
Die Abgeordneten des BZÖ halten jeweils eine Tafel in die Höhe, auf der ein Foto des Abg. Dr. Bartenstein in kasachischer Tracht, und darunter die Aufschrift „Abgedreht!“, zu sehen ist. – Abg. Ing. Westenthaler: Was vertuschen Sie, Herr Bartenstein? Warum drehen Sie den Ausschuss ab? – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Berichterstatter Dr. Martin Bartenstein: Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren des Hohen Hauses! Fünf Monate ist es her, dass fünf Parteien die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zur Untersuchung von Abhör- und Beeinflussungsmaßnahmen im Bereich des Parlaments beschlossen haben. Eine Fünf-Parteien-Einigung, die erstmals erzielt werden konnte, meine sehr verehrten Damen und Herren, ... (Die Abgeordneten des BZÖ halten jeweils eine Tafel in die Höhe, auf der ein Foto des Abg. Dr. Bartenstein in kasachischer Tracht, und darunter die Aufschrift „Abgedreht!“, zu sehen ist. – Abg. Ing. Westenthaler: Was vertuschen Sie, Herr Bartenstein? Warum drehen Sie den Ausschuss ab? – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Abgedreht! – Vertuscht! – Abgedreht! – Kasachstan! – Weitere anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Bartenstein, einen Moment, bitte. – Meine Damen und Herren, Sie haben Ihre Schilder hergezeigt. Ich ersuche Sie, diese wieder einzustecken! Solange das nicht der Fall ist, werde ich die Sitzung nicht fortsetzen. (Abg. Ing. Westenthaler: Abgedreht! – Vertuscht! – Abgedreht! – Kasachstan! – Weitere anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Das ist ein Foto! Ein Ministerfoto! – Die Abgeordneten des BZÖ entfernen die Tafeln von den Bänken. –Abg. Ing. Westenthaler: Sehr unangenehm, Frau Präsidentin, denn Sie machen selber mit beim Abdrehen des Ausschusses!
Meine Damen und Herren, wenn Sie nicht wollen, dass ich die Sitzung gleich am Anfang wieder unterbreche, dann ersuche ich Sie jetzt, die Tafeln wieder wegzunehmen! – Danke schön. (Abg. Mag. Stadler: Das ist ein Foto! Ein Ministerfoto! – Die Abgeordneten des BZÖ entfernen die Tafeln von den Bänken. –Abg. Ing. Westenthaler: Sehr unangenehm, Frau Präsidentin, denn Sie machen selber mit beim Abdrehen des Ausschusses!)
Abg. Ing. Westenthaler: Auch die Präsidentin dreht den Ausschuss ab! So eine Präsidentin kann man brauchen, wirklich wahr!
Herr Abgeordneter Bartenstein, Sie sind am Wort. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Auch die Präsidentin dreht den Ausschuss ab! So eine Präsidentin kann man brauchen, wirklich wahr!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber nur am Anfang! – Abg. Dr. Strutz: Jetzt ist nur die ÖVP betroffen!
Meine Damen und Herren, Sie sehen und hören gerade auch an den Fernsehschirmen zu Hause, was aus dieser Fünf-Parteien-Einigung leider in den letzen Monaten geworden ist. Ich zitiere hier Sie, Herr Klubobmann Cap, weil Sie der Debatte beiwohnen. Nicht nur Sie, aber eben auch Sie waren zutiefst betroffen und schockiert, als es darum ging, zum Beispiel die Ereignisse zu untersuchen, die als „Causa Westenthaler“ Gegenstand des Untersuchungsausschusses geworden sind. – Also am Anfang gab es eine Fünf-Parteien-Einigung, am Anfang stand Betroffenheit (Abg. Ing. Westenthaler: Aber nur am Anfang! – Abg. Dr. Strutz: Jetzt ist nur die ÖVP betroffen!), am Anfang stand das gemeinsame Bestreben, aufzuklären, was in den Causen Westenthaler, Öllinger und auch in der Causa Kasachstan denn aufzuklären wäre.
Abg. Ing. Westenthaler: „Allenfalls“?!
Causa Westenthaler. – Dahinter verbirgt sich, meine Damen und Herren, die gesetzwidrige, allenfalls gesetzwidrige Überwachung von Abgeordneten (Abg. Ing. Westenthaler: „Allenfalls“?!) Es ging um eine Rufdatenrückerfassung – genau zu unterscheiden von einer Telefonüberwachung. Das eine ist das Eruieren: Mit wem hat er/sie telefoniert, von wem wurde er/sie angerufen?, bei einer Telefonüberwachung hingegen geht es auch um Inhalte. – Da ging es also um Rufdatenrückerfassung.
Abg. Ing. Westenthaler: Es ist nur „überschießend“! Aber Amtsmissbrauch ist „rechtskonform“, illegale Überwachung ist „rechtskonform“! – Gegenruf bei der ÖVP. – Abg. Kopf, in Richtung eines Fraktionskollegen: Ignorieren! Die größte Strafe ist Ignorieren!
Zusammenfassend: Diese Rufdatenrückerfassung in der Sache Westenthaler, meine Damen und Herren, war wohl rechtskonform, es gab eine richterliche Bewilligung, aber der Ausschuss und wir sind wohl zur Auffassung gelangt, dass die Vorgangsweise der Staatsanwaltschaft da überschießend war (Abg. Grosz: Amtsmissbrauch ist jetzt „rechtskonform“!) – überschießend, weil natürlich ein Prinzip sein muss, dass gerade bei so schwerwiegenden Schritten, bei einem derart schwerwiegenden Eingriff in die Privatsphäre zu prüfen ist, ob nicht das gelindere Mittel zur Anwendung kommen sollte und zur Anwendung kommen muss. (Abg. Ing. Westenthaler: Es ist nur „überschießend“! Aber Amtsmissbrauch ist „rechtskonform“, illegale Überwachung ist „rechtskonform“! – Gegenruf bei der ÖVP. – Abg. Kopf, in Richtung eines Fraktionskollegen: Ignorieren! Die größte Strafe ist Ignorieren!) Und, meine sehr geehrten Damen und Herren, insbesondere die Tatsache, dass Herr Abgeordneter Westenthaler erst danach, nach der Rufdatenrückerfassung, als Zeuge befragt wurde, schien uns überschießend. Soll heißen: Wenn schon, dann vorher als Zeuge zu befragen und dann Rufdatenrückerfassung – wenn schon unbedingt notwendig.
Abg. Ing. Westenthaler: Ein bisschen „nachlässig“, ein bisschen „überschießend“! – Abg. Grosz: Alles „kein Problem“! – Abg. Ing. Westenthaler: Alles „kein Problem“! Das „kann ja passieren“! – Die Präsidentin will uns auch hinausschmeißen! Das ist alles „kein Problem“! – Abg. Großruck: Hört einmal zu! Vielleicht werdet ihr gescheiter! – Nicht lernfähig!
Natürlich war auch die Frage zu klären: Gab es da einen Vorsatz oder nicht? – Diesen Vorsatz sehe ich nicht; allenfalls Nachlässigkeit – das kann man und muss man wohl zuschreiben, aber Vorsatz nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein bisschen „nachlässig“, ein bisschen „überschießend“! – Abg. Grosz: Alles „kein Problem“! – Abg. Ing. Westenthaler: Alles „kein Problem“! Das „kann ja passieren“! – Die Präsidentin will uns auch hinausschmeißen! Das ist alles „kein Problem“! – Abg. Großruck: Hört einmal zu! Vielleicht werdet ihr gescheiter! – Nicht lernfähig!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein liebloser Bericht, muss ich sagen! Ein Bericht ohne Engagement! – Abg. Neugebauer: Ein sachlicher!
Hier war die Feststellung des Untersuchungsausschusses, denke ich, auch wiederum sehr konsensual (Abg. Ing. Westenthaler: Ein liebloser Bericht, muss ich sagen! Ein Bericht ohne Engagement! – Abg. Neugebauer: Ein sachlicher!): Es muss auch in Zukunft möglich sein, über Nationalratssitzungen wahrheitsgetreu zu berichten, welcher Inhalt auch immer hier gegeben ist. Und eine Verfolgung, gerade auch von Pressereferenten von Parlamentsklubs, kann nicht toleriert werden, das ist offensichtlich ungesetzlich.
Abg. Ing. Westenthaler: ... auch nur „überschießend“!
In diesem Zusammenhang meine ich auch, dass das, was Herr Kollege Pilz heute in einer Zeitung sagt, nämlich: Braucht es da nicht so etwas wie ein Parlamentsgeheimnis, in Anlehnung an ein Redaktionsgeheimnis?, absolut überlegenswert ist, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Abg. Ing. Westenthaler: ... auch nur „überschießend“!)
Abg. Mag. Stadler: Ja, ja, Kasachstan! – Abg. Ing. Westenthaler: Kasachstan!
Aber auf eines, meine sehr verehrten Damen und Herren, mache ich schon aufmerksam: dass in anderen Ländern, die uns ja gerade in Sachen Untersuchungsausschuss auch als Vorbild dienen sollen und werden (Abg. Mag. Stadler: Ja, ja, Kasachstan! – Abg. Ing. Westenthaler: Kasachstan!), nämlich in Deutschland, ... (Abg. Mag. Stadler: „Vorbild Kasachstan“!) – Ihre Polemik ist auch heute einmal mehr nicht zu überbieten, Herr Kollege Stadler. Und für Sie gilt das auch in gewissem Maße, Herr Kollege Westenthaler. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – eine der Tafeln mit der Abbildung des Abg. Dr. Bartenstein in kasachischer Tracht in die Höhe haltend –: „Ohne Worte“! „Ohne Worte“!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – eine der Tafeln mit der Abbildung des Abg. Dr. Bartenstein in kasachischer Tracht in die Höhe haltend –: „Ohne Worte“! „Ohne Worte“!
Aber auf eines, meine sehr verehrten Damen und Herren, mache ich schon aufmerksam: dass in anderen Ländern, die uns ja gerade in Sachen Untersuchungsausschuss auch als Vorbild dienen sollen und werden (Abg. Mag. Stadler: Ja, ja, Kasachstan! – Abg. Ing. Westenthaler: Kasachstan!), nämlich in Deutschland, ... (Abg. Mag. Stadler: „Vorbild Kasachstan“!) – Ihre Polemik ist auch heute einmal mehr nicht zu überbieten, Herr Kollege Stadler. Und für Sie gilt das auch in gewissem Maße, Herr Kollege Westenthaler. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – eine der Tafeln mit der Abbildung des Abg. Dr. Bartenstein in kasachischer Tracht in die Höhe haltend –: „Ohne Worte“! „Ohne Worte“!)
Abg. Ing. Westenthaler: Es ist gegen Mitarbeiter ermittelt worden!
Auf ein weiteres Thema in Sachen Immunität, das Gegenstand unserer Arbeit geworden ist, möchte ich aufmerksam machen, nämlich dass die Nichtauslieferung eines Abgeordneten – das kann auch vorkommen und das wird auch weiterhin vorkommen können – unter Umständen zu einer Verzögerung oder überhaupt zum Stopp eines Strafverfahrens gegen andere Beteiligte führen kann. Wenn gegen den Abgeordneten nicht ermittelt werden kann, kann gegen andere Beteiligte auch nicht ermittelt werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Es ist gegen Mitarbeiter ermittelt worden!) Das ist eine offene Frage, die letztlich ein Ergebnis des Untersuchungsausschusses ist und im Interesse des Rechtsstaates beantwortet werden sollte.
Abg. Ing. Westenthaler: Zu Recht!
Meine sehr verehrten Damen und Herren, von manchen Seiten, auch in den Medien ist ja im Zusammenhang mit der Arbeit des Untersuchungsausschusses in Richtung der Staatsanwaltschaft der Vorwurf der „Politjustiz“ erhoben worden. (Abg. Ing. Westenthaler: Zu Recht!) Diese Bezeichnung beachte ich als ungerechtfertigt, als deutlich überschießend. (Abg. Ing. Westenthaler: Was da geschossen wird!) Es gab exzellente Auftritte von Staatsanwälten, insbesondere von Staatsanwältinnen. Ich habe Oberstaatsanwältin Habicher schon erwähnt. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Was da geschossen wird!
Meine sehr verehrten Damen und Herren, von manchen Seiten, auch in den Medien ist ja im Zusammenhang mit der Arbeit des Untersuchungsausschusses in Richtung der Staatsanwaltschaft der Vorwurf der „Politjustiz“ erhoben worden. (Abg. Ing. Westenthaler: Zu Recht!) Diese Bezeichnung beachte ich als ungerechtfertigt, als deutlich überschießend. (Abg. Ing. Westenthaler: Was da geschossen wird!) Es gab exzellente Auftritte von Staatsanwälten, insbesondere von Staatsanwältinnen. Ich habe Oberstaatsanwältin Habicher schon erwähnt. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Die sich reihenweise entschuldigen mussten!
Es gab auch solche Befragungen, bei denen uns Staatsanwälte erklären mussten (Abg. Ing. Westenthaler: Die sich reihenweise entschuldigen mussten!), dass sie ein Konvolut von Unterlagen, hundert Mails oder mehr übersehen hätten und nicht zum Gegenstand ihrer Arbeiten gemacht haben.
Abg. Ing. Westenthaler: „Gab“ es?
Nach der Causa Westenthaler, die wir besonders extensiv erörtert haben – und Hand aufs Herz: manches habe nicht nur ich als Vorsitzender drei, vier, fünf oder auch sechs Mal gehört; ich komme dann am Schluss meiner Ausführungen noch auf das Thema Effizienz zu sprechen –, zur sogenannten Causa Öllinger: Da ging es um Folgendes – und da kann ich mich deutlich kürzer fassen. Gab es eine Bespitzelung von Mandataren „auf Grund von Ersuchen von Mandataren“ „durch Organe der Republik“? (Abg. Ing. Westenthaler: „Gab“ es?) – Meine sehr verehrten Damen und Herren und meine Damen und Herren an den Fernsehschirmen, bitte entschuldigen Sie dieses Amtsdeutsch! Es ging um die Frage, ob namentlich der Herr Abgeordnete Öllinger Einfluss auf einen Polizeibeamten genommen hat, Bespitzelungen von Mandataren vorzunehmen.
Abg. Ing. Westenthaler: Wir hätten noch „lei-lei“ drunterschreiben können!
Zum Dritten, zur Causa Kasachstan: Das BZÖ war schon so freundlich, mich auf diese Causa durch dieses wunderbare Foto aufmerksam zu machen. (Abg. Mag. Stadler: Ja, ja! Nicht abgearbeitet! – Die Abgeordneten des BZÖ halten neuerlich die Tafeln in die Höhe, auf denen ein Foto des Abg. Dr. Bartenstein in kasachischer Tracht, und darunter die Aufschrift „Abgedreht!“, zu sehen ist.) – Herr Kollege Stadler, es frisst Sie ja bloß der Neid, dass Sie noch nie Gegenstand eines Foto des Jahres geworden sind! (Abg. Mag. Stadler: Ja, das wird es sein!) Dieses Foto wurde einmal von Journalisten dazu gewählt. Lange ist es her. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe beim BZÖ.) Im Übrigen: Es war nicht dieses Foto mit einem leicht verbissenen Gesichtsausdruck, es gibt auch deutlich schönere Fotos von damals. (Abg. Neugebauer: Das ist unverkrampft!) Es wäre nett gewesen, wenn Sie das genommen hätten. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir hätten noch „lei-lei“ drunterschreiben können!)
Rufe beim BZÖ: Oje! – Abg. Ing. Westenthaler: Ist nicht durchgegangen! Schade!
Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich gestehe aber auch, dass ich mir insbesondere in Sachen Kasachstan die eine oder andere weitere Ladung gut hätte vorstellen können, mir gewünscht hätte. (Rufe beim BZÖ: Oje! – Abg. Ing. Westenthaler: Ist nicht durchgegangen! Schade!) Das war vielleicht auch aus Zeitgründen nicht mehr möglich.
Abg. Ing. Westenthaler: Das fragen Sie Ihre Fraktion! Fragen Sie nach, warum die blockiert haben!
Wenn Verantwortliche des BVT, also der Stapo-neu – wenn man so will –, des Bundesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung einen Staatsbürger, der als ORF-Journalist auch hier im Hohen Hause tätig war, als „Einflussagenten“ bezeichnet haben, dann verstehe ich nicht ganz, warum wir ihn nicht laden konnten. (Abg. Ing. Westenthaler: Das fragen Sie Ihre Fraktion! Fragen Sie nach, warum die blockiert haben!) Das Gleiche gilt auch für frühere Abgeordnete (Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ – Abg. Ing. Westenthaler: Schwere Kritik ...!), für die öffentlich dokumentiert ist, meine sehr verehrten Damen und Herren, dass sie gezählte 95 Mal innerhalb von drei Monaten mit kasachischen Agenten telefoniert haben.
Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ – Abg. Ing. Westenthaler: Schwere Kritik ...!
Wenn Verantwortliche des BVT, also der Stapo-neu – wenn man so will –, des Bundesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung einen Staatsbürger, der als ORF-Journalist auch hier im Hohen Hause tätig war, als „Einflussagenten“ bezeichnet haben, dann verstehe ich nicht ganz, warum wir ihn nicht laden konnten. (Abg. Ing. Westenthaler: Das fragen Sie Ihre Fraktion! Fragen Sie nach, warum die blockiert haben!) Das Gleiche gilt auch für frühere Abgeordnete (Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ – Abg. Ing. Westenthaler: Schwere Kritik ...!), für die öffentlich dokumentiert ist, meine sehr verehrten Damen und Herren, dass sie gezählte 95 Mal innerhalb von drei Monaten mit kasachischen Agenten telefoniert haben.
Abg. Ing. Westenthaler: Die SPÖ hat keine Meinung mehr!
Aber Hand aufs Herz – da haben die Klubobleute Kopf und Cap schon einen Punkt getroffen –: Es war – und das wissen auch die Herrn Pilz und Stadler und auch der Kollege Westenthaler – in diesem Untersuchungsausschuss anders als zum Beispiel im Eurofighter-Untersuchungsausschuss: Dort haben unter anderem Herr Bartenstein und die Herren Bundeskanzler außer Dienst, Verteidigungsminister, Finanzminister und der Ministerrat die politische Entscheidung auf Ankauf der Jets getroffen. Ich bin der Meinung, das war eine gute Entscheidung. Man kann auch anderer Meinung darüber sein. Herr Cap ist nach wie vor offensichtlich gegenteiliger Meinung. (Abg. Ing. Westenthaler: Die SPÖ hat keine Meinung mehr!) Aber in diesem Fall waren wir nie, auch nur ansatzweise bei einem Punkt, wo es um die Weisung eines Ministers gegangen wäre, wo es um die Einbindung eines Ministers gegangen wäre, wo Minister A oder Ministerin B irgendwo vorgekommen wären. So gesehen ist es von der Sache her natürlich gerechtfertigt, zu sagen: Nur weil die Opposition das will, lassen wir uns die Minister hier nicht vorführen! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: ... ganz anders gesehen!
Es war da und dort die Rede von einer „menschenverachtenden“ Befragungstechnik mancher Abgeordneter. – Meine sehr verehrten Damen und Herren, etwas mehr Respekt füreinander, auch gegenüber Auskunftspersonen da und dort hätte ich mir schon gewünscht! (Abg. Ing. Westenthaler: ... ganz anders gesehen!) Als Vorsitzender kann ich dann, wenn eine Beleidigung ausgesprochen ist, wenn eine Befragung überschießend ist, nur mehr nachträglich eingreifen.
Abg. Ing. Westenthaler: Wieder „überschießend“! Was da drübergeschossen wird!
Ein konkretes Problem, das evident geworden ist und für das ich keine abschließende Antwort oder Empfehlung habe, ist, dass durch überschießendes Zitieren (Abg. Ing. Westenthaler: Wieder „überschießend“! Was da drübergeschossen wird!) und auch Verlesen aus den geheimen und vertraulichen Akten in einer öffentlichen Sitzung des Untersuchungsausschusses diese Akteninhalte öffentlich werden. Das ist nicht im Sinne des Erfinders. Da braucht es eine Regelung und – wenn ich doch den Ansatz einer Empfehlung abgeben darf – eine Geschäftsordnung, die dem Vorsitzenden ermöglicht, sehr rasch einzugreifen (Abg. Dr. Pilz: Das täte so passen!), wenn dieses Zitieren aus Akten überschießend ist, und diese Befragung, de facto diese Veröffentlichung von vertraulichem Akteninhalt auch abzustellen, auch wenn es dem befragenden Abgeordneten dann nicht ganz recht ist. (Abg. Mag. Stadler: Damit man leichter vertuschen kann! Ganz klar!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das war alles?
So gesehen: Wir haben diese Chance, die in den letzten Monaten gegeben war, nicht genützt. Da haben viele ihren Anteil daran; ich will mich da gar nicht ausnehmen. Diese Chance ist vertan. Das war kein Renommierstück für den Parlamentarismus. Meine sehr verehrten Damen und Herren, die nächsten drei Monate sind eine neue Chance, das heißt, nicht nur die Hoffnung, sondern die konkrete Chance lebt. Und wir werden Ende März sehen, ob wir diese Chance gemeinsam auf Basis dann hoffentlich wieder einer Fünf-Parteien-Einigung genutzt haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Das war alles?)
Abg. Mag. Stadler: Ja, gerne! – Abg. Ing. Westenthaler: Alle! – Die Abgeordneten des BZÖ halten neuerlich die Tafeln in die Höhe, auf denen ein Foto des Abg. Dr. Bartenstein in kasachischer Tracht, und darunter die Aufschrift „Abgedreht!“, zu sehen ist.
Herzlichen Dank an Sie alle für die gute Zusammenarbeit! Vor allem herzlichen Dank auch an die Fraktionsführer! Das war nicht immer einfach. Aber am Ende ist es gut zusammen gegangen. Herzlichen Dank auch an die Abgeordneten, an die Mitarbeiter der Klubs, die unendlich viel Arbeit geleistet haben! Bitte, meine Herren vom BZÖ, Kollege Stadler, Kollege Westenthaler, wenn Sie mir eines dieser Fotos mitgeben; ich würde es ganz gerne in meine Galerie mit aufnehmen! (Abg. Mag. Stadler: Ja, gerne! – Abg. Ing. Westenthaler: Alle! – Die Abgeordneten des BZÖ halten neuerlich die Tafeln in die Höhe, auf denen ein Foto des Abg. Dr. Bartenstein in kasachischer Tracht, und darunter die Aufschrift „Abgedreht!“, zu sehen ist.) – Alles Gute! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Mag. Stadler – in Richtung des das Rednerpult verlassenden Abg. Dr. Bartenstein –: Kannst du mir das signieren, bitte! Ich hätte gerne eine Signatur! – Abg. Dr. Bartenstein signiert eine der Tafeln und überreicht sie Abg. Mag. Stadler. – Heiterkeit beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: ... prominentester Besuch? – Ruf beim BZÖ: ... Klubobmann?
Als Nächste gelangt Frau Abgeordnete Mag. Lapp zu Wort. Ich stelle die Uhr auf 8 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: ... prominentester Besuch? – Ruf beim BZÖ: ... Klubobmann?)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich glaube, Sie hat ... nicht gewählt! – Abg. Scheibner: Wer hat Sie gewählt?
Wir sind gewählt, werte Kolleginnen und Kollegen, um Verbesserungen für die Bürgerinnen und Bürger in unserem Land weiterzubringen (Abg. Ing. Westenthaler: Ich glaube, Sie hat ... nicht gewählt! – Abg. Scheibner: Wer hat Sie gewählt?), und uns nicht damit zu beschäftigen, wer mit wem wann wie viel geredet hat. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das stimmt überhaupt nicht! Sie stellen da falsche Behauptungen auf!
Beim Kollegen Westenthaler war es so, dass er in einer Parteisitzung gemeint hat, er habe eine SMS von einem Kriminalbeamten bekommen, woraufhin er dann einen Parteifreund sozusagen in die Richtung gebracht hat, dass gegen diesen ermittelt wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Das stimmt überhaupt nicht! Sie stellen da falsche Behauptungen auf!) – Daraufhin wurde eine Rufdatenrückerfassung gemacht, ohne dass Kollege Westenthaler ausgeliefert wurde.
Abg. Ing. Westenthaler: Waren Sie im Ausschuss?
Beim Kollegen Öllinger war es so, dass vonseiten der Freiheitlichen und der Grünen E-Mails hin- und hergeschickt, an die Öffentlichkeit gebracht und dargestellt wurden. (Abg. Ing. Westenthaler: Waren Sie im Ausschuss?) – Dabei ging es um den Kampf gegen den Rechtsextremismus.
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Setz dich nieder, das ist gescheiter! Abgang! Abgang!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, das Ergebnis des Untersuchungsausschusses ... (Neuerliche Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Sehr geehrte Damen und Herren, Sie sehen, man kann mit Ihnen keine vernünftige Auseinandersetzung führen (neuerliche Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ), und da erkennt man auch die undemokratische Haltung, die Sie an den Tag legen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Setz dich nieder, das ist gescheiter! Abgang! Abgang!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Vilimsky: Genieren Sie sich! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Ein Ergebnis des Untersuchungsausschusses war, dass man genau darauf achten muss, dass die Verquickung eigener Interessen von betroffenen Abgeordneten ein Hindernis für die Arbeit eines Untersuchungsausschusses sind. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Vilimsky: Genieren Sie sich! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Sie nie gelesen haben! ... nicht einmal eine Seite gelesen!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, wir haben 21 000 Seiten an Akten und Dokumenten bekommen. Diese kamen ohne Schwärzungen und ohne Weisungen – auch da gab es einen Fortschritt zu früheren Untersuchungsausschüssen. Ich möchte mich auf diesem Wege bei allen Beschäftigten in der Parlamentsdirektion und bei den Klubs bedanken für die intensive Arbeit, die bei diesen 2 000 Seiten Protokollen und 21 000 Seiten Akten und Dokumenten (Abg. Ing. Westenthaler: Die Sie nie gelesen haben! ... nicht einmal eine Seite gelesen!) dahinter steht. Danke schön! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ach so?
Es muss zu einer Gerechtigkeit bei der Gerichtsbarkeit kommen und es muss eine neue Form der parlamentarischen Kontrolle für die Staatsanwaltschaft kommen, denn es darf nicht vorkommen, dass ganze Aktenteile vergessen werden. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Es darf nicht vorkommen, dass Strafverfolgungsbehörden willkürlich zwischen dem Status Zeuge oder Beschuldigter wählen können. – Das darf nicht vorkommen, denn all diese Sachen treffen Österreicherinnen und Österreicher (Abg. Ing. Westenthaler: Ach so?), und deswegen sind wir aufgefordert, Veränderungen durchzusetzen! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Zögerlicher Applaus bei der SPÖ! – Abg. Ing. Westenthaler: Lapp-Fanklub in der ersten Reihe! Darf Pendl gar nicht mehr als Erster reden?
Auch der Entschließungsantrag bezüglich Evaluierung der Strafprozessordnung mit einem Bericht an das Parlament, den die Parteien eingebracht haben, ist eine wesentliche Umsetzungsmaßnahme, die wir eingeleitet haben, damit es so ist, dass es für die Bürgerinnen und Bürger Gerechtigkeit in der Gerichtsbarkeit gibt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Zögerlicher Applaus bei der SPÖ! – Abg. Ing. Westenthaler: Lapp-Fanklub in der ersten Reihe! Darf Pendl gar nicht mehr als Erster reden?)
Abg. Ing. Westenthaler: Die „Armen“!
Ich sage Ihnen auch, warum, meine Damen und Herren: Weil es larmoyantes Gejammere gab – vor allem von Staatsanwälten –, wie fürchterlich es sei, vor einem Untersuchungsausschuss, in dem der Pilz und der Stadler sitzen, aussagen zu müssen. (Abg. Ing. Westenthaler: Die „Armen“!)
Abg. Ing. Westenthaler: Abgesetzt! Pendl abgesetzt!
Nun aber zur SPÖ. Abgesehen davon, dass Otto Pendl als Fraktionsführer nicht mehr als Erster reden darf – das ist bemerkenswert! (Abg. Ing. Westenthaler: Abgesetzt! Pendl abgesetzt!) –, schicken Sie die mit Sicherheit informierteste Abgeordnete der SPÖ – und das meine ich wirklich ernst –, die im Untersuchungsausschuss war, nämlich Frau Kollegin Lapp, als Erstrednerin hier heraus, auch wenn sie keine Unterlagen studiert hat. Sie, meine Damen und Herren an den Fernsehgeräten, können das selbst im Internet nachprüfen: Die SPÖ hat nie Dokumente vorgehalten! (Abg. Ing. Westenthaler: Keine einzige Seite!) Warum? – Weil sie kein einziges Dokument studiert haben! (Abg. Mag. Lapp: Stimmt nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Keine einzige Seite!
Nun aber zur SPÖ. Abgesehen davon, dass Otto Pendl als Fraktionsführer nicht mehr als Erster reden darf – das ist bemerkenswert! (Abg. Ing. Westenthaler: Abgesetzt! Pendl abgesetzt!) –, schicken Sie die mit Sicherheit informierteste Abgeordnete der SPÖ – und das meine ich wirklich ernst –, die im Untersuchungsausschuss war, nämlich Frau Kollegin Lapp, als Erstrednerin hier heraus, auch wenn sie keine Unterlagen studiert hat. Sie, meine Damen und Herren an den Fernsehgeräten, können das selbst im Internet nachprüfen: Die SPÖ hat nie Dokumente vorgehalten! (Abg. Ing. Westenthaler: Keine einzige Seite!) Warum? – Weil sie kein einziges Dokument studiert haben! (Abg. Mag. Lapp: Stimmt nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Riesenunterschied! – Ironische Heiterkeit der Abg. Mag. Lapp.
Der sozialdemokratische Pressedienst hat ausgesendet, dass du, lieber Kollege Westenthaler, in einer Sitzung angeblich eine Behauptung aufgestellt hättest. Frau Kollegin Lapp hat allerdings dem Ausschussgeschehen nicht folgen können, denn dort hat sich herausgestellt, dass nicht du diese Behauptung aufgestellt hast, sondern dass diese von einem zweifelhaften Informanten, der bei einer Listenreihung zu kurz kam, stammte. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Riesenunterschied! – Ironische Heiterkeit der Abg. Mag. Lapp.)
Abg. Ing. Westenthaler: Willkür!
Meine Damen und Herren, dass in diesem Land mit Rufdatenerfassungen nur mehr Arbeitshypothesen von Polizeibeamten gestützt werden sollen, hat sich im Ausschuss ziemlich eindeutig ergeben. Das ist ein Problem, das jeden Bürger treffen kann – nicht nur Peter Pilz oder Peter Westenthaler, sondern jeden Bürger! (Abg. Ing. Westenthaler: Willkür!)
Abg. Ing. Westenthaler: Donnerwetter!
Das ist ein rechtsstaatliches Problem, das jeden Bürger jeden Tag betreffen kann. Daher muss mit einer Ministerin darüber diskutiert werden, und zwar unter Wahrheitszwang und unter Vorhalt von Dokumenten, denn manches ist im Ausschuss nur deswegen aufgeklärt worden, weil man die Dinge schwarz auf weiß vorlegen konnte. Manche Aussage musste nur deshalb korrigiert werden, weil die Dokumente eine andere Sprache gesprochen haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Donnerwetter!) Der Zuseher soll auch wissen, dass das in einem gewöhnlichen Ausschuss so nicht möglich ist. Genau das ist der Unterschied!
Abg. Ing. Westenthaler: Verjährt!
Meine Damen und Herren, es war der ÖVP anzusehen, wie peinlich es war, als der Staatsanwalt zugeben musste, dass er ein so dickes (das Ausmaß zeigend) Aktenkonvolut über Ex-Minister Strasser im Akt einfach übersehen hat. Er hat es vergessen. (Abg. Ing. Westenthaler: Verjährt!) Es ist dann verjährt.
Abg. Ing. Westenthaler – auf Abg. Dr. Bartenstein zeigend, der soeben den Sitzungssaal betritt –: Da kommt er schon!
Herr Kollege Bartenstein, Sie können es ... – Wo ist er denn jetzt? (Abg. Ing. Westenthaler – auf Abg. Dr. Bartenstein zeigend, der soeben den Sitzungssaal betritt –: Da kommt er schon!) Herr Kollege Bartenstein, Sie können es drehen und wenden, wie Sie wollen, der Hauptinhalt dieses Ministerporträts (das oberwähnte Foto in die Höhe haltend), nämlich die kasachische Nationaltracht, sagt mir und ruft mir in Erinnerung, dass wir den Hauptteil des Auftrags dieses Plenums nicht abgearbeitet haben. Der Kasachstan-Fall ist nicht abgearbeitet worden. Das hat der Herr Ausschussvorsitzende sogar noch indirekt zugegeben. Klubobmann Kopf hat ja das Gesicht dabei verzogen, als er das gesagt hat. (Abg. Kopf: Hast du von hinten mein Gesicht gesehen?) Dieser Teil wurde nicht abgearbeitet!
Abg. Ing. Westenthaler: Wer war denn der „Charly“?
Nicht aufgeklärt wurde, dass seitenweise in den Dokumenten, die die SPÖ gar nicht studiert hat, weil sie das nicht interessiert, und wo die ÖVP vertuschen möchte, über Geldflüsse die Rede ist, und zwar bei einer Telefonüberwachung. Ich betone: Seitenweise ist über Geldflüsse an Parteien in Millionenhöhe die Rede, meine Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Wer war denn der „Charly“?)
Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Grosz: SPÖ! Aufwachen! – Abg. Dr. Schüssel: Ein Schwachsinn, wirklich!
Nur einige wenige Bemerkungen dazu, weil sie Bedeutung für die Zukunft haben sollten – insbesondere an die Damen und Herren von der ÖVP, denn bei der SPÖ sind sowohl Hopfen als auch Malz in jeder politischer Hinsicht verloren. (Abg. Dr. Schüssel: Geh bitte, hört’s auf!) Deswegen richte ich mich nur an die Adresse der Partei, die für beide Regierungsparteien denkt und die Entscheidungen trifft. (Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Grosz: SPÖ! Aufwachen! – Abg. Dr. Schüssel: Ein Schwachsinn, wirklich!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Pendl –: Der Vorsitzende der Begleitfraktion! – Abg. Grosz: Das Beiwagerl der ÖVP!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nun gelangt Herr Abgeordneter Pendl zu Wort. Eingestellte Redezeit: 8 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Pendl –: Der Vorsitzende der Begleitfraktion! – Abg. Grosz: Das Beiwagerl der ÖVP!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wach zu sein und aufzupassen!
Meine geschätzten Damen und Herren, wir waren von der ersten Sekunde an um Aufklärung bemüht, wir wurden darum ersucht und versuchten (Abg. Ing. Westenthaler: Wach zu sein und aufzupassen!), Transparenz in jedem einzelnen Bereich herzustellen und das Miteinander auch im Ausschuss zu leben. (Abg. Grosz: Warum haben Sie es dann nicht getan, wenn Sie es eh versucht haben? – Zwischenruf des Abg. Brosz.) Interessanterweise hat das ungefähr zwei Monate lang funktioniert.
Abg. Ing. Westenthaler: Die Fraktion ist nutzlos! – Abg. Grosz: Die Partei ist sinnlos! Sinnlos, nutzlos, visionslos, die ist bald alles los! – Ruf beim BZÖ: Mission Zero!
Präsident Fritz Neugebauer: Herr Abgeordneter Westenthaler, auch wenn Sie es nicht so gemeint haben: Ich möchte schon klargestellt haben, dass kein Mensch auf dieser Welt „nutzlos“ ist. Sie haben allerdings die Arbeit gemeint. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Fraktion ist nutzlos! – Abg. Grosz: Die Partei ist sinnlos! Sinnlos, nutzlos, visionslos, die ist bald alles los! – Ruf beim BZÖ: Mission Zero!) Es ist mir wichtig, das festzuhalten: Kein Mensch auf dieser Welt ist nutzlos.
Abg. Ing. Westenthaler: Vergleiche aus dem Tierreich! – Abg. Mag. Stadler: Was haben Sie gefrühstückt? Wer hat Ihr Frühstück manipuliert?
Wir haben heute gehört – und auf Ihren Taferln war das ja auch zu sehen –, dass wir den Untersuchungsausschuss abdrehen. – Wir drehen den Untersuchungsausschuss überhaupt nicht ab! (Abg. Ing. Westenthaler: Vergleiche aus dem Tierreich! – Abg. Mag. Stadler: Was haben Sie gefrühstückt? Wer hat Ihr Frühstück manipuliert?) Der Ausschussobmann, Kollege Bartenstein, hat berichtet: Wir haben uns ursprünglich vorgenommen, den Untersuchungsausschuss innerhalb von sechs Monaten abzuarbeiten. Bei entsprechender Zeiteffizienz ist es auch möglich, innerhalb von sechs Monaten entsprechende Aufklärung zu schaffen. Jetzt ist es eben so weit, dass diese Aufklärung erledigt ist, und wir haben heute einen Entschließungsantrag eingebracht.
Abg. Ing. Westenthaler: Zum Einheizen ist der Antrag! – Abg. Mag. Stadler: Ihre Polit-Show macht ...!
Man merkt ganz genau, was Sie mit dem Ganzen vorhaben: Sie wollen eine Polit-Show veranstalten. (Abg. Öllinger: Was tun denn Sie?) Sie haben sich bisher zu einer Oppositionskoalition zusammengetan, die, wie man heute Ihren Redebeiträgen entnehmen konnte, ganz schön zu bröckeln beginnt. (Abg. Ing. Westenthaler: Zum Einheizen ist der Antrag! – Abg. Mag. Stadler: Ihre Polit-Show macht ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Mit unserer mächtigen Mehrheit!
Und Sie können über die Art und Weise der Regierungsparteien noch so wettern: Die Blockadepolitik in diesem Haus machen Sie, und die Bevölkerung wird das auch merken. (Abg. Ing. Westenthaler: Mit unserer mächtigen Mehrheit!) Wir werden viele Gesetze, die im Dienste der Bürgerinnen und Bürger stehen, nicht beschließen können – dank Ihrer Blockadepolitik, meine Herren und Damen der Opposition! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Abgeordneter Hannes Fazekas (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Ich möchte hier auch ein wenig die Sachlichkeit hervorheben, denn wir sehen bei den Vorrednerinnen und Vorrednern, dass vieles ganz persönlich motiviert ist. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie wo „ang’rennt“? Sind Sie über die Stiegen heruntergefallen, oder was? – Abg. Scheibner: Was reden Sie denn da? Das ist ja ungeheuerlich, Herr Präsident! Gehen Sie wieder hinein auf Ihren Platz! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Da mir Herr Kollege Westenthaler gerade einen Ruf zukommen lässt: Dass eine politische Partei, das BZÖ, offenbar so ein Rekrutierungsproblem hat, dass sie an wählbarer Stelle für die Nationalratswahlen Leute setzen muss, die mit Drogendelikten in Zusammenhang stehen, und es dann zu Ermittlungen der Staatsanwaltschaft kommt, ist das eine Problem. (Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie wo „ang’rennt“? Sind Sie über die Stiegen heruntergefallen, oder was? – Abg. Scheibner: Was reden Sie denn da? Das ist ja ungeheuerlich, Herr Präsident! Gehen Sie wieder hinein auf Ihren Platz! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Scheibner: So die Unwahrheit hier zu sagen, das ist ungeheuerlich! Schämen Sie sich dafür! – Abg. Ing. Westenthaler: Nehmen Sie das zurück! Das ist ja unglaublich!
Das zweite Problem ist, dass die Staatsanwaltschaft ermitteln muss (Abg. Scheibner: So die Unwahrheit hier zu sagen, das ist ungeheuerlich! Schämen Sie sich dafür! – Abg. Ing. Westenthaler: Nehmen Sie das zurück! Das ist ja unglaublich!) – ja, ich verstehe schon Ihre Unruhe –, dass die Staatsanwaltschaft ermitteln muss und man sich letztendlich schon die Frage stellen muss, meine sehr geehrten Damen und Herren, welches Instrument die Staatsanwaltschaft nach der Strafprozessreform zur Verfügung hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja ungeheurlich, was Sie sich da erlauben! – Abg. Grosz: So die Unwahrheit zu sagen, ist ja unglaublich! Jetzt muss man schon die dritte Liga der SPÖ da dulden! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja ungeheurlich, was Sie sich da erlauben! – Abg. Grosz: So die Unwahrheit zu sagen, ist ja unglaublich! Jetzt muss man schon die dritte Liga der SPÖ da dulden! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Das zweite Problem ist, dass die Staatsanwaltschaft ermitteln muss (Abg. Scheibner: So die Unwahrheit hier zu sagen, das ist ungeheuerlich! Schämen Sie sich dafür! – Abg. Ing. Westenthaler: Nehmen Sie das zurück! Das ist ja unglaublich!) – ja, ich verstehe schon Ihre Unruhe –, dass die Staatsanwaltschaft ermitteln muss und man sich letztendlich schon die Frage stellen muss, meine sehr geehrten Damen und Herren, welches Instrument die Staatsanwaltschaft nach der Strafprozessreform zur Verfügung hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja ungeheurlich, was Sie sich da erlauben! – Abg. Grosz: So die Unwahrheit zu sagen, ist ja unglaublich! Jetzt muss man schon die dritte Liga der SPÖ da dulden! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Fazekas –: Das ist ja unglaublich! Und so etwas ist Polizist! Schäm dich!
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (BZÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Der Abgeordnete Fazekas von der SPÖ hat soeben tatsachenwidrig behauptet, der Untersuchungsausschuss hätte ergeben, dass das BZÖ Kandidaten mit Drogendelikten auf Kandidatenlisten hätte setzen müssen. – Das ist unwahr! (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Fazekas –: Das ist ja unglaublich! Und so etwas ist Polizist! Schäm dich!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Und so etwas ist Polizist – Abg. Grosz: Und so etwas sitzt im Parlament! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Diese Aussage des Abgeordneten Fazekas zeigt, dass die SPÖ das Aktenstudium ignoriert und ihren eigenen Pressediensten glaubt. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Und so etwas ist Polizist – Abg. Grosz: Und so etwas sitzt im Parlament! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Selten so gelacht! – Abg. Grosz: Wochenlang hat er diesen einen Satz auswendig gelernt!
Abgeordneter Erwin Hornek (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Damen und Herren! (Abg. Mag. Stadler: Was kostet ein Mähdrescher?) – Herr Kollege Stadler, der Unterschied zwischen Ihnen und mir ist ein einfach zu erklärender: Ich bin ein Experte für Mähdrescher, und Sie sind ein Schmähdrescher! (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Selten so gelacht! – Abg. Grosz: Wochenlang hat er diesen einen Satz auswendig gelernt!)
Abg. Grosz: Ich bin auch für den Klimawandel verantwortlich! – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident, waren das „dämliche Zwischenrufe“? Darf man das auch schon sagen?
Ich sage Ihnen etwas: Sie sollten jetzt überhaupt in „Österreich“ eine Titelgeschichte bekommen, denn Sie sind das Problem. Ständig kassieren wir ein schlechtes Image, aber einer der Hauptverantwortlichen dafür sind Sie mit Ihren dämlichen Zwischenrufen und der Art und Weise, wie Sie hier herinnen umgehen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Grosz.) Ich sage Ihnen, es wäre gescheit, hier konstruktiv zusammenzuarbeiten. (Abg. Grosz: Ich bin auch für den Klimawandel verantwortlich! – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident, waren das „dämliche Zwischenrufe“? Darf man das auch schon sagen?)
Sitzung Nr. 51
Abg. Ing. Westenthaler: Bist du narrisch, 5,5 Tonnen CO2!
gen, vielleicht für die Bevölkerung kein Anliegen – oder vielleicht für Herrn Minister Pröll kein Anliegen? Anderenfalls könnte ich mir nämlich nicht erklären, warum Sie, Herr Minister Pröll, vor etwa zwei Jahren als Umweltminister gesagt haben, man sollte immer dann, wenn es nicht notwendig ist, auf Flugreisen verzichten, und dann selbst nach Mauritius fliegen! Ich habe nachgerechnet: Das sind 17 000 Kilometer, dabei werden 5,5 Tonnen CO2 emittiert. (Abg. Ing. Westenthaler: Bist du narrisch, 5,5 Tonnen CO2!) Das ist genauso viel, als würden Sie mit einem Pkw einmal um die Erde fahren; also im Schnitt der Ausstoß eines Pkw von drei Jahren, und da habe ich Ihren Partner noch gar nicht dazugerechnet. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Grosz: Da ist aber noch gar nicht der biologische Ausstoß dabei!)
Beifall beim BZÖ – Abg. Ing. Westenthaler: Minister für Urlaub, Freizeit und ...!
Also, Berlakovich ist ein Motivator, hat er in der „Pressestunde“ gesagt. Na, sehr gut. Ich würde eher sagen, er ist ein Entertainer (Beifall beim BZÖ – Abg. Ing. Westenthaler: Minister für Urlaub, Freizeit und ...!): Er zieht sich immer dann, wenn er in der Öffentlichkeit ist, das grüne Mäntelchen an, dann nimmt er die Wasserpfeife, macht grüne Rauchsignale und versucht, uns alle von der Katastrophe, auf die wir zusteuern, abzulenken. Mir kommt das so vor wie das Orchester auf der Titanic: Sie wissen, beim Untergang der Titanic hat das Orchester bis zum Schluss gespielt. Genauso kommt mir der Herr Minister vor: Er versüßt uns den Untergang, indem er bis zum Schluss auf seiner Geige spielt und uns Sand in die Augen streut, bis wir mit den CO2-Problemen tatsächlich untergehen. (Abg. Dr. Cap: Was wollen Sie uns sagen? Was ist die Botschaft?) Das ist dem Herrn Minister offensichtlich egal. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist doch nicht Ihre Sendung! – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das ist eine Sendung des ORF! – Abg. Mag. Kogler: So redet ein Inseratenkaiser!
Herr Kollege Lugar, Sie haben bei der „Pressestunde“ nicht zugehört – ich freue mich, dass Sie meine Sendungen ansehen (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist doch nicht Ihre Sendung! – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das ist eine Sendung des ORF! – Abg. Mag. Kogler: So redet ein Inseratenkaiser!) –, denn ich habe genau davon gesprochen, dass wir beim Klimaschutz einen nationalen Schulterschluss brauchen, weil wir anders nichts erreichen werden. Es geht um die Zukunft der jungen Menschen – zum Beispiel jener, die hier auf der Galerie sitzen – und um die Absicherung ihrer Zukunft. (Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Nächste Woche ist eh wieder Urlaub!
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin und werte Minister auf der Regierungsbank! Es ist ja wirklich erfreulich, dass, zumindest was die Anwesenheit anlangt, die Bundesregierung das Thema ernst zu nehmen scheint, sage ich. (Abg. Ing. Westenthaler: Nächste Woche ist eh wieder Urlaub!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein Leibhaftiger!
Zweites Beispiel: Wir werden heute noch, Sie als Finanzminister – ich komme dann ohnehin noch zum Umweltminister –, über die PendlerInnenpauschale sprechen. (Abg. Kopf: Keine Drohungen, bitte!) Diese wurde erhöht, weil der Benzinpreis, der Treibstoffpreis gestiegen ist – eine Maßnahme für sich. Herr Staatssekretär Lopatka, der ja selbst leibhaftig hier oben sitzt (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Leibhaftiger!), hat hier ar
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Deshalb steht die SPÖ so schlecht da! – Abg. Mag. Jarolim: Ich würde das schon als richtungsweisend bezeichnen! – Abg. Ing. Westenthaler: Erziehungsberechtigter! Da spricht der Vormund!
Daher: Ich hoffe, die FPÖ ist geläutert, nachdem sie Grasser abgeworfen hat, und stimmt heute zu. – Danke vielmals. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Deshalb steht die SPÖ so schlecht da! – Abg. Mag. Jarolim: Ich würde das schon als richtungsweisend bezeichnen! – Abg. Ing. Westenthaler: Erziehungsberechtigter! Da spricht der Vormund!)
Abg. Ing. Westenthaler: Nasivin!
Lassen Sie mich mit einem weiteren vielleicht ein bisschen außergewöhnlichen Beispiel, was alles auf der Dopingliste ist, schließen! Ich habe mir die Mühe gemacht und bin die Dopingliste, zumindest nach einigen Stichworten, durchgegangen und habe mir angeschaut, was dort steht. (Abg. Ing. Westenthaler: Nasivin!)
Sitzung Nr. 53
Abg. Ing. Westenthaler: Und wann gibt es das Budget?
Meine sehr geehrten Damen und Herren, wenn man sich diese Dimension ansieht, die notwendig ist, um Zukunft zu gestalten, dann wissen wir, dass wir vor einer Mammutaufgabe stehen. Und wenn ich sage „wir“, dann betrifft das mehrere hier im Saal, nicht nur die Regierungsfraktionen und die Regierungsmitglieder. Deswegen ist der Zeitplan auch klar: Wir werden diesen Konsolidierungspfad jetzt nach Brüssel schicken. Wir werden auf Punkt und Beistrich das, was notwendig ist, im Bundesfinanzrahmengesetz im April/Mai in diesem Hohen Haus beschließen. Daran führt kein Weg vorbei! Der Ausgabenrahmen ist zu definieren, hier zu diskutieren und zu beschließen. Und wir werden unverzüglich – um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen – mit dieser Mammutaufgabe der Budgetierung für 2011 beginnen. (Abg. Ing. Westenthaler: Und wann gibt es das Budget?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben jetzt Jänner! Ein Jahr lang brauchen Sie für das Budget?!
Das Ziel ist, meine sehr geehrten Damen und Herren, dass wir natürlich im Herbst in die Endphase, so wie das im Parlament auch gewünscht ist, der Diskussion kommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben jetzt Jänner! Ein Jahr lang brauchen Sie für das Budget?!) Aber ich bin fair genug, hier klar die Punkte auf den Tisch zu legen, muss man sich doch vor Augen führen, vor welcher Aufgabe wir stehen.
Abg. Ing. Westenthaler: Ein bisschen weniger „Seitenblicke“ und mehr arbeiten! Das wäre besser!
(Abg. Ing. Westenthaler: Ein bisschen weniger „Seitenblicke“ und mehr arbeiten! Das wäre besser!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein Jahr lang!
Diese Mammutaufgabe braucht Zeit und braucht Qualität. Deswegen werden wir unverzüglich in die Debatte einsteigen. Ziel ist, im Herbst in das Finale zu kommen, aber ich kündige hier an, dass das ein extrem ambitionierter Zeitplan ist, und ich möchte keine Vorwürfe haben, wenn wir ihn auf ein paar Wochen auf oder ab nicht erfüllen können. Das ist die Zielrichtung, die ich klar habe, entlang der wir verhandeln werden, um den Konsolidierungspfad und die Budgets der Zukunft für Österreich zu entwickeln. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Jahr lang!) Das ist die Aufgabe, und ich lade Sie ein zu Gesprächen, zur Mitdiskussion, das ist eine Aufgabe, die über die Regierung hinausgeht. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Alles Walzer, Herr Bundesminister!
Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Krainer. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Alles Walzer, Herr Bundesminister!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein Bauchfleck!
des letzten Jahres. Es ist nämlich eine Punktlandung und an Genauigkeit nicht zu übertreffen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Bauchfleck!) Einen Bauchfleck, Herr Kollege Westenthaler, haben Sie gemacht, ich könnte Ihnen Ihre damaligen Aussagen zu diesem Budget zitieren. (Beifall bei der ÖVP.) Aber das ist ja beim BZÖ nichts Neues: Sie liegen am Bauch, da haben Sie vollkommen recht. (Ironische Heiterkeit beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das wissen wir schon! 75 Prozent arbeitsloses Einkommen!
Ich brauche Ihnen den Lebenslauf von Frau Dr. Beatrix Karl, die sich in diesem Haus oft zu Wort gemeldet hat, nicht lange vorzustellen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das wissen wir schon! 75 Prozent arbeitsloses Einkommen!) Dass diese Aufgabe, nämlich für einen wesentlichen Teil der Bildung in diesem Land zuständig zu sein, für uns einen der Schlüsselfaktoren in der Bewältigung der Probleme Österreichs in der Zukunft darstellt, haben wir oftmals gemeinsam diskutiert.
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Wir wollen den Stil des Dialogs in diesem sensiblen Bereich, auf der universitären Ebene haben. Aber wir brauchen Mut zu Wahrheit und Offenheit. Und wenn es bei manchen Fakultäten und Studienrichtungen Probleme gibt, dann müssen wir diese offen ansprechen. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie wollen die Drogenfreigabe! – Abg. Großruck: Cannabis!
Ich möchte noch auf einen letzten Punkt zu sprechen kommen, der nicht zur Universitätspolitik direkt gehört, aber, wie ich meine, viele Menschen in Österreich auch sehr betroffen gemacht hat: Sie alle haben gestern, glaube ich, die besorgniserregenden Studien über die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen in Österreich mitbekommen. Wir sind offensichtlich ein Paradies für Raucher und trinkende Jugendliche geworden. Und mir tut es in der Seele weh, dass wir einen Gesundheitsminister haben, der sich nicht dazu durchringen kann, ordentlichen Gesundheitsschutz für Kinder und Jugendliche in Österreich zu machen. (Abg. Großruck: Vorsicht!) Ich finde, es ist ein Skandal, dass Elfjährige ohne Probleme zu rauchen beginnen können, dass fast jeder dritte Fünfzehnjährige regelmäßig raucht, und ich finde, es ist ein Skandal, dass die Gesundheitspolitik in Österreich nicht fähig ist, darauf zu reagieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie wollen die Drogenfreigabe! – Abg. Großruck: Cannabis!) Dies gehört auch zur Zukunft von Menschen in Österreich, die jung sind, zu Kindern und Jugendlichen in Österreich, dazu. Und ich wünsche mir auch einmal eine Stellungnahme von der Bundesregierung, von den Spitzen, wie sie mit diesem Problem umzugehen gedenken. – Danke sehr. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber sehr lang her! Im vorigen Jahrhundert!
Das ist etwas, was wir immer kritisiert haben, und weswegen wir immer gesagt haben, die Direktwahl hat natürlich einen Sinn. Ich selbst war in der Hochschülerschaft Mandatar im Zentralausschuss und im Hauptausschuss der Uni Wien. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber sehr lang her! Im vorigen Jahrhundert!) Damals hat es die Direktwahl gegeben. Damals war die ÖH immer im Zentrum, und wenn Verhandlungen zu führen waren, war die Hochschülerschaft auch Verhandlungspartner. (Abg. Ing. Westenthaler: Im vorigen Jahrtausend war das!)
Abg. Ing. Westenthaler: Im vorigen Jahrtausend war das!
Das ist etwas, was wir immer kritisiert haben, und weswegen wir immer gesagt haben, die Direktwahl hat natürlich einen Sinn. Ich selbst war in der Hochschülerschaft Mandatar im Zentralausschuss und im Hauptausschuss der Uni Wien. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber sehr lang her! Im vorigen Jahrhundert!) Damals hat es die Direktwahl gegeben. Damals war die ÖH immer im Zentrum, und wenn Verhandlungen zu führen waren, war die Hochschülerschaft auch Verhandlungspartner. (Abg. Ing. Westenthaler: Im vorigen Jahrtausend war das!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: „Asylanten-Mitzi“!
fung sind Sie säumig, haben Sie keine Konzepte, haben Sie keine Lösungen und sind Sie nicht in der Lage, dieses Land sicherer zu machen. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: „Asylanten-Mitzi“!)
Abg. Grosz: Mauritius! Skifahren! – Abg. Ing. Westenthaler: Jägerball, Kitzbühel, Schladming ...!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Was wir in der Wirtschaftskrise nicht brauchen, sind Verwirrungen, sind falsche Darstellungen, ist Arbeitsverweigerung. Man muss sich wirklich fragen: Was tun Sie nun ein ganzes Jahr? Fahren Sie jetzt auf Urlaub, bis Sie das nächste Budget beschließen im kommenden Frühjahr? (Abg. Grosz: Mauritius! Skifahren! – Abg. Ing. Westenthaler: Jägerball, Kitzbühel, Schladming ...!) Das sind genau zwölf Monate, meine sehr geehrten Damen und Herren, die Sie da verstreichen lassen. Die Wirtschaft braucht gerade jetzt wichtige Signale, wichtige Impulse, sie braucht Zuversicht, Hoffnung und Optimismus, damit es wieder nach oben geht, damit wir Arbeitsplätze schaffen und damit die Menschen in Österreich ruhig schlafen können und die Gewissheit haben, dass die Politik für sie da ist, wenn sie sie brauchen. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Eine Katastrophe!
Wir erleben in diesen Monaten die größte Kriminalität in der Geschichte der Zweiten Republik. (Bundesministerin Dr. Fekter: Ein so ein Blödsinn!) Einbrecherbanden fegen über unser Land hinweg, wir haben eine Steigerung der Kriminalitätsrate um 70 Prozent und ein Absinken der Aufklärungsrate bei Wohnungseinbrüchen auf nur mehr 3 Prozent zu verzeichnen, sehr geehrte Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Eine Katastrophe!)
Abg. Ing. Westenthaler: „Seitenblicke“!
Was macht diese Bundesregierung? Was machen Bundeskanzler Faymann und sein Vizekanzler Pröll? (Abg. Ing. Westenthaler: „Seitenblicke“!) Man sieht sie bei der „Weißwurstparty“ in Kitzbühel, man sieht sie im VIP-Zelt in Schladming herumhüpfen (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Geh, hör auf!), man sieht sie am Philharmonikerball, sie machen sich über die Buffets sonstiger Bälle – etwas des Jägerballes – und VIP-Zelte dieses Landes her (Abg. Riepl: Der Westenthaler ist dafür am Fußballplatz!), während auf der anderen Seite die Arbeit dieser Bundesregierung komplett zum Stillstand kommt – die Arbeit, für die Sie eigentlich gewählt worden sind, sehr geehrte Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Riepl: Der Westenthaler ist dafür am Fußballplatz!
Was macht diese Bundesregierung? Was machen Bundeskanzler Faymann und sein Vizekanzler Pröll? (Abg. Ing. Westenthaler: „Seitenblicke“!) Man sieht sie bei der „Weißwurstparty“ in Kitzbühel, man sieht sie im VIP-Zelt in Schladming herumhüpfen (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Geh, hör auf!), man sieht sie am Philharmonikerball, sie machen sich über die Buffets sonstiger Bälle – etwas des Jägerballes – und VIP-Zelte dieses Landes her (Abg. Riepl: Der Westenthaler ist dafür am Fußballplatz!), während auf der anderen Seite die Arbeit dieser Bundesregierung komplett zum Stillstand kommt – die Arbeit, für die Sie eigentlich gewählt worden sind, sehr geehrte Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Rufe beim BZÖ: Hört, hört! – Abg. Ing. Westenthaler: Skandalös!
Frau Bundesministerin Dr. Karl ist ja in einem Kapitel bereits „Weltmeisterin“: Als Abgeordnete dieses Hauses zu 100 Prozent hat sie es geschafft, an der Uni Graz eine Gage für 75 Prozent einzukassieren, ohne jemals einen Arbeitsnachweis zu bringen (Rufe beim BZÖ: Hört, hört! – Abg. Ing. Westenthaler: Skandalös!), und daneben betätigte sie sich noch bei einer Lobbying-Firma hier in Wien. – Drei Jobs, also da ist sie jetzt schon Weltmeisterin in der Wissenschaft der Gageneinkassiererei! (Abg. Ing. Westenthaler: Voll abkassiert! Abzockerin!) Da ist ja diese Frau Bundesministerin nicht weit von den Fauls – und wie sie sonst noch heißen – dieser Republik entfernt. (Abg. Mag. Stadler – in Richtung Bundesministerin Dr. Karl, die mit Staatssekretär Dr. Ostermayer spricht –: Sie bemüht sich, wegzuhören!)
Abg. Ing. Westenthaler: Voll abkassiert! Abzockerin!
Frau Bundesministerin Dr. Karl ist ja in einem Kapitel bereits „Weltmeisterin“: Als Abgeordnete dieses Hauses zu 100 Prozent hat sie es geschafft, an der Uni Graz eine Gage für 75 Prozent einzukassieren, ohne jemals einen Arbeitsnachweis zu bringen (Rufe beim BZÖ: Hört, hört! – Abg. Ing. Westenthaler: Skandalös!), und daneben betätigte sie sich noch bei einer Lobbying-Firma hier in Wien. – Drei Jobs, also da ist sie jetzt schon Weltmeisterin in der Wissenschaft der Gageneinkassiererei! (Abg. Ing. Westenthaler: Voll abkassiert! Abzockerin!) Da ist ja diese Frau Bundesministerin nicht weit von den Fauls – und wie sie sonst noch heißen – dieser Republik entfernt. (Abg. Mag. Stadler – in Richtung Bundesministerin Dr. Karl, die mit Staatssekretär Dr. Ostermayer spricht –: Sie bemüht sich, wegzuhören!)
Abg. Ing. Westenthaler – auf Bundesministerin Dr. Karl deutend –: Sie hört ja nicht einmal zu! Sie ist den ersten Tag da und hört nicht zu! Das erste Gebot auf der Uni: zuhören!
Sehr geehrte Damen und Herren! Was wir von dieser Bundesregierung wollen, was wir auch von dieser Bundesministerin wollen, ist, dass sie sich in dieser Situation im Wissenschafts- und Forschungsbereich endlich hinter die anständigen und leistungsbereiten Studentinnen und Studenten dieses Landes stellen – jugendliche Menschen, die die Zukunft unseres Landes sind, junge Studentinnen und Studenten, die während der letzten drei Monate durch die Studentenproteste daran gehindert worden sind, ihr Studium in einer ordentlichen Zeit abzuschließen (Beifall beim BZÖ), jugendliche Menschen, die die Herausforderung annehmen, für dieses Land zu arbeiten, die sich als intellektuelle Oberschicht unseres Landes einbringen wollen, um dieses Land in Sachen Wirtschaft und Gesellschaft, in Forschung und im Sozialen vorwärtszubringen. (Abg. Ing. Westenthaler – auf Bundesministerin Dr. Karl deutend –: Sie hört ja nicht einmal zu! Sie ist den ersten Tag da und hört nicht zu! Das erste Gebot auf der Uni: zuhören!)
Abg. Ing. Westenthaler: Liebe Eberauerinnen und Eberauer!
Bundesministerin für Inneres Mag. Dr. Maria Theresia Fekter: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Vizekanzler! Werte Kolleginnen und Kollegen auf der Regierungsbank! Hohes Haus! (Abg. Ing. Westenthaler: Liebe Eberauerinnen und Eberauer!) Sehr geehrte Damen und Herren auf den Zuseherrängen! In den letzten 30 Jahren haben über eine halbe Million Menschen in Österreich um Asyl angesucht, die Hälfte davon allein in den letzten 10 Jahren. Das heißt, wir haben in Österreich in den letzten 10 Jahren einen sehr, sehr starken Asylandrang gehabt.
Abg. Mag. Stadler: Wie bitte?! – Abg. Ing. Westenthaler: Ein transparenter Weg war das in Eberau?
Ich habe zur Umsetzung dieser Bundesinvestitionen einen transparenten Weg gewählt (Abg. Mag. Stadler: Wie bitte?! – Abg. Ing. Westenthaler: Ein transparenter Weg war das in Eberau?), sowohl für das Schubhaftzentrum als auch für das Erstaufnahmezentrum. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein transparenter Weg, das soll wohl ein Witz sein! Was ist dann nicht transparent bei Ihnen, wenn das transparent ist? – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein transparenter Weg, das soll wohl ein Witz sein! Was ist dann nicht transparent bei Ihnen, wenn das transparent ist? – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Ich habe zur Umsetzung dieser Bundesinvestitionen einen transparenten Weg gewählt (Abg. Mag. Stadler: Wie bitte?! – Abg. Ing. Westenthaler: Ein transparenter Weg war das in Eberau?), sowohl für das Schubhaftzentrum als auch für das Erstaufnahmezentrum. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein transparenter Weg, das soll wohl ein Witz sein! Was ist dann nicht transparent bei Ihnen, wenn das transparent ist? – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir wissen es eh!
Meine sehr verehrten Herren, würden Sie mir zuhören, dann wüssten Sie, wie die Vorgangsweise war! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir wissen es eh!) Ich habe nämlich eine Ausschreibung für Bundesinvestitionen gestartet, bei der sich Bürgermeister sehr strukturschwacher Regionen gemeldet haben, und zwar freiwillig gemeldet haben (Abg. Petzner: Wer hat sich denn aller gemeldet?), weil sie diesen Betrieb mit in etwa 130 Arbeitsplätzen und einer Wertschöpfung von über 5,7 Millionen pro Jahr haben wollten. (Abg. Ing. Westenthaler: Bis heute haben Sie es nicht bekannt gegeben! Überhaupt niemand hat sich gemeldet, das ist die Wahrheit!) Ich persönlich habe weder Vordernberg noch Eberau vorher gekannt. (Abg. Ing. Westenthaler: Im Ausschuss konnten Sie nicht einen nennen, der sich gemeldet hat!) Die Bürgermeister haben sich freiwillig an uns gewandt (Abg. Ing. Westenthaler: Welche Gemeinde? Wer? Nicht eine Gemeinde hat sich gemeldet!), weil sie diese Betriebe haben wollten. (Abg. Petzner: Welche Gemeinden haben sich gemeldet? – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) – Freiwillig! Hört zu, ihr könnt etwas dazulernen! Bitte! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist die Überheblichkeit einer abgetretenen Ministerin!)
Abg. Ing. Westenthaler: Bis heute haben Sie es nicht bekannt gegeben! Überhaupt niemand hat sich gemeldet, das ist die Wahrheit!
Meine sehr verehrten Herren, würden Sie mir zuhören, dann wüssten Sie, wie die Vorgangsweise war! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir wissen es eh!) Ich habe nämlich eine Ausschreibung für Bundesinvestitionen gestartet, bei der sich Bürgermeister sehr strukturschwacher Regionen gemeldet haben, und zwar freiwillig gemeldet haben (Abg. Petzner: Wer hat sich denn aller gemeldet?), weil sie diesen Betrieb mit in etwa 130 Arbeitsplätzen und einer Wertschöpfung von über 5,7 Millionen pro Jahr haben wollten. (Abg. Ing. Westenthaler: Bis heute haben Sie es nicht bekannt gegeben! Überhaupt niemand hat sich gemeldet, das ist die Wahrheit!) Ich persönlich habe weder Vordernberg noch Eberau vorher gekannt. (Abg. Ing. Westenthaler: Im Ausschuss konnten Sie nicht einen nennen, der sich gemeldet hat!) Die Bürgermeister haben sich freiwillig an uns gewandt (Abg. Ing. Westenthaler: Welche Gemeinde? Wer? Nicht eine Gemeinde hat sich gemeldet!), weil sie diese Betriebe haben wollten. (Abg. Petzner: Welche Gemeinden haben sich gemeldet? – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) – Freiwillig! Hört zu, ihr könnt etwas dazulernen! Bitte! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist die Überheblichkeit einer abgetretenen Ministerin!)
Abg. Ing. Westenthaler: Im Ausschuss konnten Sie nicht einen nennen, der sich gemeldet hat!
Meine sehr verehrten Herren, würden Sie mir zuhören, dann wüssten Sie, wie die Vorgangsweise war! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir wissen es eh!) Ich habe nämlich eine Ausschreibung für Bundesinvestitionen gestartet, bei der sich Bürgermeister sehr strukturschwacher Regionen gemeldet haben, und zwar freiwillig gemeldet haben (Abg. Petzner: Wer hat sich denn aller gemeldet?), weil sie diesen Betrieb mit in etwa 130 Arbeitsplätzen und einer Wertschöpfung von über 5,7 Millionen pro Jahr haben wollten. (Abg. Ing. Westenthaler: Bis heute haben Sie es nicht bekannt gegeben! Überhaupt niemand hat sich gemeldet, das ist die Wahrheit!) Ich persönlich habe weder Vordernberg noch Eberau vorher gekannt. (Abg. Ing. Westenthaler: Im Ausschuss konnten Sie nicht einen nennen, der sich gemeldet hat!) Die Bürgermeister haben sich freiwillig an uns gewandt (Abg. Ing. Westenthaler: Welche Gemeinde? Wer? Nicht eine Gemeinde hat sich gemeldet!), weil sie diese Betriebe haben wollten. (Abg. Petzner: Welche Gemeinden haben sich gemeldet? – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) – Freiwillig! Hört zu, ihr könnt etwas dazulernen! Bitte! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist die Überheblichkeit einer abgetretenen Ministerin!)
Abg. Ing. Westenthaler: Welche Gemeinde? Wer? Nicht eine Gemeinde hat sich gemeldet!
Meine sehr verehrten Herren, würden Sie mir zuhören, dann wüssten Sie, wie die Vorgangsweise war! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir wissen es eh!) Ich habe nämlich eine Ausschreibung für Bundesinvestitionen gestartet, bei der sich Bürgermeister sehr strukturschwacher Regionen gemeldet haben, und zwar freiwillig gemeldet haben (Abg. Petzner: Wer hat sich denn aller gemeldet?), weil sie diesen Betrieb mit in etwa 130 Arbeitsplätzen und einer Wertschöpfung von über 5,7 Millionen pro Jahr haben wollten. (Abg. Ing. Westenthaler: Bis heute haben Sie es nicht bekannt gegeben! Überhaupt niemand hat sich gemeldet, das ist die Wahrheit!) Ich persönlich habe weder Vordernberg noch Eberau vorher gekannt. (Abg. Ing. Westenthaler: Im Ausschuss konnten Sie nicht einen nennen, der sich gemeldet hat!) Die Bürgermeister haben sich freiwillig an uns gewandt (Abg. Ing. Westenthaler: Welche Gemeinde? Wer? Nicht eine Gemeinde hat sich gemeldet!), weil sie diese Betriebe haben wollten. (Abg. Petzner: Welche Gemeinden haben sich gemeldet? – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) – Freiwillig! Hört zu, ihr könnt etwas dazulernen! Bitte! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist die Überheblichkeit einer abgetretenen Ministerin!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist die Überheblichkeit einer abgetretenen Ministerin!
Meine sehr verehrten Herren, würden Sie mir zuhören, dann wüssten Sie, wie die Vorgangsweise war! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir wissen es eh!) Ich habe nämlich eine Ausschreibung für Bundesinvestitionen gestartet, bei der sich Bürgermeister sehr strukturschwacher Regionen gemeldet haben, und zwar freiwillig gemeldet haben (Abg. Petzner: Wer hat sich denn aller gemeldet?), weil sie diesen Betrieb mit in etwa 130 Arbeitsplätzen und einer Wertschöpfung von über 5,7 Millionen pro Jahr haben wollten. (Abg. Ing. Westenthaler: Bis heute haben Sie es nicht bekannt gegeben! Überhaupt niemand hat sich gemeldet, das ist die Wahrheit!) Ich persönlich habe weder Vordernberg noch Eberau vorher gekannt. (Abg. Ing. Westenthaler: Im Ausschuss konnten Sie nicht einen nennen, der sich gemeldet hat!) Die Bürgermeister haben sich freiwillig an uns gewandt (Abg. Ing. Westenthaler: Welche Gemeinde? Wer? Nicht eine Gemeinde hat sich gemeldet!), weil sie diese Betriebe haben wollten. (Abg. Petzner: Welche Gemeinden haben sich gemeldet? – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) – Freiwillig! Hört zu, ihr könnt etwas dazulernen! Bitte! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist die Überheblichkeit einer abgetretenen Ministerin!)
Abg. Ing. Westenthaler: Welche Gemeinde? Wo? Welcher Bürgermeister?
Dann haben wir mit den betreffenden Bürgermeistern Kontakt aufgenommen, haben sie im Hinblick auf den Bedarf für diese Infrastrukturen informiert, und die Bürgermeister haben uns entsprechende Standorte, Grundstücke angeboten, die dann angekauft wurden. (Abg. Ing. Westenthaler: Welche Gemeinde? Wo? Welcher Bürgermeister?)
Abg. Ing. Westenthaler: Da werden wir den Voves einmal fragen!
Daher hat der Bürgermeister in der Steiermark eine Volksbefragung initiiert. (Abg. Ing. Westenthaler: Da werden wir den Voves einmal fragen!) Wir haben die Bevölkerung drei Monate lang sachlich und fachlich informiert, sie im Hinblick auf die Umsetzung des Projektes mit Sachinformationen versorgt. (Abg. Dr. Kurzmann: Bürgertäuschung war das, erster Qualität! Das ist ja unglaublich! – Abg. Strache: Bürgertäuschung, die als Transparenz dargestellt wird, ist das!) Die Volksabstimmung in Vordernberg ist zugunsten dieses Projektes ausgegangen. Bei einer Bürgerbeteiligung von über 80 Prozent haben sich 70 Prozent dafür entschieden. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Zanger.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ach so?
Genau denselben Weg hätten wir auch im Burgenland gehen können. (Abg. Ing. Westenthaler: Ach so?) Bedauerlicherweise war dort die Landesebene nicht
Abg. Ing. Westenthaler: Gescheitert sind Sie, das ist geschehen! Sie sind gescheitert!
Nachdem sich bei dieser Informationsveranstaltung der Gemeinderäte über die Errichtung eines Erstaufnahmezentrums mit einer Polizeidienststelle und einem Ärztezentrum, das auch der Bevölkerung zur Verfügung steht, kein Widerstand geregt hat und wir ein baureifes Projekt hatten, habe ich dann die Medien in Wien informiert, und zeitgleich hat der Herr Bürgermeister auch die Bevölkerung informiert. Und das, was dann geschehen ist, ist hinlänglich bekannt. (Abg. Ing. Westenthaler: Gescheitert sind Sie, das ist geschehen! Sie sind gescheitert!)
Abg. Strache: Warum machen Sie es dann nicht? – Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll – in Richtung des Abg. Strache –: Weil Sie es verhindern! – Abg. Vilimsky: Genau das machen Sie! – Abg. Ing. Westenthaler: Schlepper bringen Flüchtlinge her! – Abg. Strache: Schlepper bringen Flüchtlinge direkt nach Traiskirchen!
Ich möchte jenen Hilfe gewähren, die wirklich Hilfe brauchen, aber ich möchte nicht dem Menschenhandel Vorschub leisten. (Abg. Strache: Warum machen Sie es dann nicht? – Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll – in Richtung des Abg. Strache –: Weil Sie es verhindern! – Abg. Vilimsky: Genau das machen Sie! – Abg. Ing. Westenthaler: Schlepper bringen Flüchtlinge her! – Abg. Strache: Schlepper bringen Flüchtlinge direkt nach Traiskirchen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Mit dem Flugzeug werden Sie gekommen sein!
Daher: Wenn man die Nöte und Sorgen der Menschen wirklich ernst nimmt, dann löst man die Probleme! Wir können beweisen, dass wir problemlösungsorientiert sind. Wir können es beweisen mit unserem Vorgehen in Thalham, und ich kann es beweisen mit meinem Vorschlag, einen verfassungskonformen Gesetzentwurf hier im Parlament vorzulegen und beschließen zu lassen über eine Anwesenheitspflicht für jene, die zu uns kommen, „Asyl“ sagen, von denen wir aber überhaupt nicht wissen, wer sie sind, woher sie sind, wie sie zu uns gekommen sind (Abg. Ing. Westenthaler: Mit dem Flugzeug werden Sie gekommen sein!) und ob wir überhaupt zuständig sind. Um Verfahren rasch abwickeln zu können, ist das unerlässlich.
Abg. Ing. Westenthaler: Aus der Steiermark!
Als Bundesministerin für das gesamte Bundesgebiet habe ich die Wünsche der Bevölkerung ernst zu nehmen, und zwar gleichermaßen, egal, von wo sie kommen. Es liegen derzeit 1 309 Unterschriften für die rasche Errichtung eines dritten Erstaufnahmezentrums hier im Parlament, eingebracht durch Bürgermeister Knotzer, Abgeordneten Pendl, Abgeordneten Wittmann und Abgeordneten Weninger, nämlich im Hinblick auf eine Entlastung von Traiskirchen. (Abg. Ing. Westenthaler: Aus der Steiermark!) Dieses Begehren an mich wird demnächst im Innenausschuss zu beraten sein. Somit werde ich durch 1 309 Unterschriften bei der sofortigen Errichtung einer derartigen Infrastruktur unterstützt. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das geht aber schon ans Parlament, nicht an Sie!) Andererseits wird die Abstimmung in Eberau oder im südlichen Burgenland wahrscheinlich nicht im gleichen Ausmaß unterstützend sein für die Errichtung des Projektes. Für mich als Bundesministerin sind aber alle Bürger gleich viel wert. Daher haben wir diesbezüglich einen Konsens zu finden.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das geht aber schon ans Parlament, nicht an Sie!
Als Bundesministerin für das gesamte Bundesgebiet habe ich die Wünsche der Bevölkerung ernst zu nehmen, und zwar gleichermaßen, egal, von wo sie kommen. Es liegen derzeit 1 309 Unterschriften für die rasche Errichtung eines dritten Erstaufnahmezentrums hier im Parlament, eingebracht durch Bürgermeister Knotzer, Abgeordneten Pendl, Abgeordneten Wittmann und Abgeordneten Weninger, nämlich im Hinblick auf eine Entlastung von Traiskirchen. (Abg. Ing. Westenthaler: Aus der Steiermark!) Dieses Begehren an mich wird demnächst im Innenausschuss zu beraten sein. Somit werde ich durch 1 309 Unterschriften bei der sofortigen Errichtung einer derartigen Infrastruktur unterstützt. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das geht aber schon ans Parlament, nicht an Sie!) Andererseits wird die Abstimmung in Eberau oder im südlichen Burgenland wahrscheinlich nicht im gleichen Ausmaß unterstützend sein für die Errichtung des Projektes. Für mich als Bundesministerin sind aber alle Bürger gleich viel wert. Daher haben wir diesbezüglich einen Konsens zu finden.
Abg. Ing. Westenthaler: So ein Blödsinn! Alles nicht wahr!
Wenn wir ein bisschen zurückschauen auf die Zeit ab dem Jahr 2000, als – und ich sage jetzt lieber den Oberbegriff – das Dritte Lager an der Regierung war: die Kriminalitätsaufklärungsrate so niedrig wie nie, die Zuwanderungsrate so hoch wie noch nie. (Abg. Grosz: Welches Lager meinen Sie? Das dritte Asyllager?) Wenn ich mir anschaue, wann etwa der „Rucksack“ bei den Asylverfahren entstanden ist: Das war alles in dieser Zeit! (Abg. Ing. Westenthaler: So ein Blödsinn! Alles nicht wahr!) – Und jetzt kommen Sie heraus und halten uns hier Vorträge über die ineffiziente Verwaltung und über politische Versäumnisse!
Ruf beim BZÖ: Höchste Zeit! – Abg. Ing. Westenthaler: Das sind ja schon zwölf Minuten!
Ich möchte noch ein paar Sätze zu Eberau sagen, bevor ich schließe. (Ruf beim BZÖ: Höchste Zeit! – Abg. Ing. Westenthaler: Das sind ja schon zwölf Minuten!) Die Frau Ministerin hat – und das weiß sie auch –, seit sie im Amt ist die Möglichkeit, Asylwerber fair auf alle Bundesländer zu verteilen. In der heutigen Ausgabe einer Tageszeitung hat sie interessanterweise auch, nachdem wir Grünen ihr das seit Monaten sagen, bekannt gegeben, dass sie die Möglichkeit hätte, Asylwerber in den Bundesländern in bundeseigenen Gebäuden unterzubringen. Ich frage mich: Warum hat sie das nicht getan? Warum ist nur im niederösterreichischen Wahlkampf die Entlastung von Traiskirchen plötzlich so wichtig geworden? Warum hat sie bis jetzt nichts unternommen, um Traiskirchen zu entlasten? Und warum konfrontiert sie uns jetzt mit einer brachialen Vorgehensweise, die nicht nur keine Probleme löst, sondern zusätzliche Probleme macht?
Abg. Ing. Westenthaler: Als Ministerin! Na freilich! Selbstverständlich!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Meine Damen und Herren! Ich habe die Debatte bislang klarerweise sehr aufmerksam verfolgt und habe mir auch zum Ziel gesetzt, nicht jedes Wort auf die Waagschale zu legen. Ich hätte in der bisherigen Debatte schon viele Worte auf die Waagschale legen können, aber der Satz, Herr Abgeordneter Westenthaler: „Sie sind ... sinnlos“, ... (Abg. Ing. Westenthaler: Als Ministerin! Na freilich! Selbstverständlich!) – Sie nehmen das nicht zurück? – Dann bekommen Sie dafür auch einen Ordnungsruf. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich hab’ gesagt: Sie sind als Ministerin sinnlos! – Sie ist wirklich sinnlos! – Wenn man sagt, Sie sind sinnlos als Ministerin, dann ist das ein Ordnungsruf? – Da sind Sie als Präsidentin ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich hab’ gesagt: Sie sind als Ministerin sinnlos! – Sie ist wirklich sinnlos! – Wenn man sagt, Sie sind sinnlos als Ministerin, dann ist das ein Ordnungsruf? – Da sind Sie als Präsidentin ...!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Meine Damen und Herren! Ich habe die Debatte bislang klarerweise sehr aufmerksam verfolgt und habe mir auch zum Ziel gesetzt, nicht jedes Wort auf die Waagschale zu legen. Ich hätte in der bisherigen Debatte schon viele Worte auf die Waagschale legen können, aber der Satz, Herr Abgeordneter Westenthaler: „Sie sind ... sinnlos“, ... (Abg. Ing. Westenthaler: Als Ministerin! Na freilich! Selbstverständlich!) – Sie nehmen das nicht zurück? – Dann bekommen Sie dafür auch einen Ordnungsruf. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich hab’ gesagt: Sie sind als Ministerin sinnlos! – Sie ist wirklich sinnlos! – Wenn man sagt, Sie sind sinnlos als Ministerin, dann ist das ein Ordnungsruf? – Da sind Sie als Präsidentin ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: So eine sinnlose Ministerin!
Abgeordneter Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ): Frau Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Kolleginnen und Kollegen! Die Bilanz dieser Innenministerin lässt sich in drei Worten leicht zusammenfassen (Abg. Ing. Westenthaler: So eine sinnlose Ministerin!): Pleiten, Pech und Pannen.
Abg. Ing. Westenthaler: Wieso kommt überhaupt wer her? Das versteh’ ich nicht! – Auf Wiederschau’n! Wiederseh’n!
Zuerst erklären Sie wochenlang, ein Erstaufnahmezentrum sei im Süden von Österreich unverzichtbar, obwohl angeblich immer wieder die Zahlen der Asylwerber sinken. Wir Freiheitlichen haben von Anfang an auf diesen offensichtlichen Widerspruch hingewiesen. Wenn Österreich – und das hat Westenthaler bereits ausgeführt – von lauter sicheren Drittstaaten umgeben ist, dann können nicht diese Massen von Ausländern legal in unser Land kommen (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso kommt überhaupt wer her? Das versteh’ ich nicht! – Auf Wiederschau’n! Wiederseh’n!), wie Sie das immer behaupten, und dann dürfte es überhaupt keine Notwendigkeit für ein solches weiteres Asylantenlager im Süden von Österreich geben. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Jetzt kann man über eine Vorgangsweise unterschiedlicher Ansicht sein, überhaupt keine Frage, und man kann auch politisch diskutieren: Hätten wir es so gemacht, hätten wir es so gemacht, hätten wir es so gemacht. – Aber wer, frage ich, erzählt uns hier, und das in Wirklichkeit schon all die letzten Jahre, immer dasselbe? Ihr könnt euch wirklich darüber lustig machen oder nicht, irgendwann aber werden auch die Menschen erkennen (Abg. Grosz: Was die Sozialdemokraten ... haben!), dass hier unnötigerweise mit den Emotionen der Bürgerinnen und Bürger gespielt wird. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Es wird nicht besser, und da ist es völlig egal, ob das Blau oder Orange oder gleichgültig, wie sie jetzt heißen, ist (Abg. Mag. Korun: ... im Burgenland?!), ich sage euch nur Folgendes – da kann der Herr Klubobmann sagen: Ich war es nicht!; da hat er persönlich zwar recht, aber trotzdem –: Schaut euch einmal die Zahlen an, wann wir die höchste Zahl an Asylanträgen gehabt haben! Egal, wie die bunte Geschichte gerade geheißen hat, wir waren damals in Opposition. Wann sind 3 200 Exekutivplanstellen eingespart worden? Wer war da in der Regierung? – Nicht telefonieren, Herr Kollege Westenthaler! Ihr wart in der Regierung. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Und so geht die Geschichte weiter. Aber davon will ich gar nicht reden, mir geht es um die Menschenwürde.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: ... Ordnungsruf erteilen? Wir sind da ja nicht in einem Kloster! – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Die halbe Landesregierung ist unter Korruptionsverdacht, und da kann man nicht ...?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Dr. Pilz, es ist vollkommen legitim, dass man, wenn hier im Haus diskutiert wird, natürlich auch hart mit politischen Parteien ins Gericht geht, denen man nicht angehört. Trotzdem ist es nicht legitim, in diesem Saal Parteien als „Banden“ zu bezeichnen, und daher erteile ich Ihnen auch einen Ordnungsruf. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: ... Ordnungsruf erteilen? Wir sind da ja nicht in einem Kloster! – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Die halbe Landesregierung ist unter Korruptionsverdacht, und da kann man nicht ...?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer war das? Wir wollen das wissen!
Frau Innenministerin, es hat sich niemand bei Ihnen gemeldet. Daher ersuche ich Sie, mit ein wenig mehr Ehrlichkeit hier in diesem Haus vorzugehen und uns einmal zu erklären, wer überhaupt diese zehn Orte sind, die Sie da großspurig von der Regierungsbank aus vor einem halben Jahr angeführt haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer war das? Wir wollen das wissen!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Um die Schottergrube!
Sehr geehrte Frau Bundesministerin, machen Sie den Weg frei für eine ordentliche Sicherheitspolitik! Zeigen Sie Anstand und Charakter, treten Sie zurück und kümmern Sie sich in Zukunft um andere Dinge, wo Sie keine Gefahr für die Österreicherinnen und Österreicher darstellen! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Um die Schottergrube!)
Abg. Ing. Westenthaler: Da gehe ich schon lange nicht mehr hin!
Das hat seitens der Frau Innenminister Fekter nicht stattgefunden. Dafür hat sie dann zwei Tage vor einem Ausschuss in das Innenressort eingeladen. Dort hat es einen Filterkaffe des Ressorts gegeben, ein paar Beamte sind dagesessen, und man hat von oben dekretiert, was man im Ausschuss zwei Tage später durchzupeitschen gedenkt. (Abg. Ing. Westenthaler: Da gehe ich schon lange nicht mehr hin!) Da haben wir nicht mitgemacht! Verhandelt wird hier im Parlament, denn noch sind wir die Gesetzgebung und nicht Sie, Frau Minister! (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten ohne Fraktionszugehörigkeit.)
Abg. Mag. Stadler: „Ein bisschen“?! – Abg. Grosz: Sehr! – Abg. Ing. Westenthaler: Ein bisschen tut sie kritisieren! Ganz wenig!
Ich bin überzeugt davon, dass die Vorgehensweise für die Errichtung dieses Erstaufnahmezentrums in der burgenländischen Gemeinde Eberau nicht gerade geschickt war, um nicht gar zu sagen, ein bisschen fragwürdig war. (Abg. Mag. Stadler: „Ein bisschen“?! – Abg. Grosz: Sehr! – Abg. Ing. Westenthaler: Ein bisschen tut sie kritisieren! Ganz wenig!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber das ist ganz etwas anderes!
Eine Anmerkung noch zur Frage Wien: Wenn man in den Raum stellt, dass Wien zu wenig getan hat, dann muss ich schlicht und einfach in Erinnerung rufen, welche Projekte – und ich kenne das auch aus meiner früheren Tätigkeit – Wien im Zusammenhang mit der Kultusgemeinde gefördert und unterstützt hat. (Abg. Scheibner: Das kann man ja jetzt nicht aufrechnen!) Da gehört einerseits dazu, dass Wohnheime und ähnliche Projekte finanziert wurden, bis hin zu HAKOAH. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber das ist ganz etwas anderes!) – Es ist etwas anderes, aber es ist eine Leistung, die die Stadt Wien erbracht hat. (Abg. Scheibner: Wie viel hat der Bund für die Entschuldung beigetragen? – Das kann man jetzt nicht umdrehen!) Und gleichzeitig haben wir jetzt eine Lösung gefunden, wo alle, inklusive der Kultusgemeinde, einverstanden sind.
Abg. Scheibner: Das ist aber auch eine Aufrechnung, die nicht in Ordnung ist! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine völlig undifferenzierte Verallgemeinerung! – Abg. Scheibner: Wenn Freiwillige sammeln, Herr Kollege, damit das finanziert wird!
(Abg. Scheibner: Das ist aber auch eine Aufrechnung, die nicht in Ordnung ist! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine völlig undifferenzierte Verallgemeinerung! – Abg. Scheibner: Wenn Freiwillige sammeln, Herr Kollege, damit das finanziert wird!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die kommen aber auch alle vors Jüngste Gericht! Die werden alle beim Jüngsten Gericht verurteilt!
Wir müssen aber daran denken, dass in diesen Gräbern nicht nur Soldaten liegen, die ihre „Pflicht getan haben“, wie das ein ehemaliger Bundespräsident einmal etwas unglücklich ausgedrückt hat (Abg. Scheibner: Hören Sie doch endlich auf, das auseinanderzudividieren!), sondern dass in diesen Gräbern auch Verbrecher liegen, Mitglieder der SS, Männer, die Kriegsverbrechen begangen haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Die kommen aber auch alle vors Jüngste Gericht! Die werden alle beim Jüngsten Gericht verurteilt!)
Sitzung Nr. 55
Abg. Ing. Westenthaler: Sehr interessant! Was sagt Herr Cap dazu? Deswegen ist Herr Faymann nicht da!
Was heißt das aber, meine Damen und Herren, meine lieben Freunde von der SPÖ? – Das heißt, es wird keine Bankensteuer à la Faymann geben, auf Basis der Bilanzsumme. (Abg. Ing. Westenthaler: Sehr interessant! Was sagt Herr Cap dazu? Deswegen ist Herr Faymann nicht da!) Ich weiß nicht, wer sich von Ihnen schon eine Bankbilanz angeschaut hat – da stecken in hohem Ausmaß die Spareinlagen und natürlich die Kredite drinnen. Das heißt, eine Bankensteuer auf Basis der Bilanzsumme besteuert die Spareinlagen und besteuert die Kredite, meine Damen und Herren. Wir hätten damit eine zweite Sparbuchsteuer – die KESt haben wir schon – und eine zweite Kreditsteuer, weil wir die Kreditabgabe schon haben. Das muss etwas ganz anderes sein. Es muss das sein, was der Finanzminister angekündigt hat, nämlich eine Stabilitätsabgabe, die dort zuschlägt, wo Spekulationsgeschäfte stattfinden. Das war ja letztlich der Anlass für die Krise – eine weltweite Spekulationsblase. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Kickl: Der macht sich über sich selbst lustig! – Abg. Ing. Westenthaler: Gibt’s die Grünen in Kärnten überhaupt?
Wenn Sie versuchen, sich über den grünen Kärntner Landesparteichef lustig zu machen (Abg. Kickl: Der macht sich über sich selbst lustig! – Abg. Ing. Westenthaler: Gibt’s die Grünen in Kärnten überhaupt?) – das ist zumindest der Einzige, der in diesem Land etwas zur Aufklärung beträgt, weil alle anderen Parteien in diesem Sumpf stecken. Es ist tatsächlich ein Sumpf. Ich erinnere an ein mündliches Gutachten, das der ÖVP-Par
Abg. Ing. Westenthaler: Ein Skandal ist das!
Wenn Sie jetzt die Banken zur Kasse bitten, dann werden auch die einzelnen Bearbeitungsgebühren, Kontoführungsspesen et cetera erhöht. Diese aber haben in Österreich bereits eine Höhe erreicht, die nicht mehr zu überbieten ist (Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll): Kontoführungskosten von 165 € pro Jahr – in alter Währung sind das 2 500 Schilling an Kontoführungskosten bei einer Bank (Zwischenruf des Abg. Kickl) – oder Zahlscheinspesen von 7 €. Können Sie sich vorstellen, in alter Währung 100 Schilling für Zahlscheinspesen zu bezahlen, meine sehr geehrten Damen und Herren?! (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Skandal ist das!) Das wird gegenwärtig von den Banken verlangt. (Abg. Ing. Westenthaler: Die modernen Straßenräuber sind das!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die modernen Straßenräuber sind das!
Wenn Sie jetzt die Banken zur Kasse bitten, dann werden auch die einzelnen Bearbeitungsgebühren, Kontoführungsspesen et cetera erhöht. Diese aber haben in Österreich bereits eine Höhe erreicht, die nicht mehr zu überbieten ist (Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll): Kontoführungskosten von 165 € pro Jahr – in alter Währung sind das 2 500 Schilling an Kontoführungskosten bei einer Bank (Zwischenruf des Abg. Kickl) – oder Zahlscheinspesen von 7 €. Können Sie sich vorstellen, in alter Währung 100 Schilling für Zahlscheinspesen zu bezahlen, meine sehr geehrten Damen und Herren?! (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Skandal ist das!) Das wird gegenwärtig von den Banken verlangt. (Abg. Ing. Westenthaler: Die modernen Straßenräuber sind das!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war einmal eine Wirtschaftspartei, die ÖVP!
Gehen Sie den Weg über Reformen, kündigen Sie nicht wieder Steuern an! Sie wollen hier den Damm öffnen für eine neue Belastungswelle, die auf Österreich in den nächsten Monaten zukommen wird. Die Bankensteuer ist der erste Schritt. Als nächstes wird der Mittelstand drankommen; es kommt eine Mittelstandssteuer. Vergessen Sie nicht, was Sie von der Regierungsbank aus gesagt haben. Sie haben das Versprechen abgegeben: Mit mir als Finanzminister gibt es in dieser Legislaturperiode keine neuen Steuern! – Werden Sie nicht unglaubwürdig, halten Sie sich daran und belasten Sie sich nicht mit irgendwelchen neuen Steuerideen! – Danke schön. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war einmal eine Wirtschaftspartei, die ÖVP!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Als Letztes: Eine intelligente Bankenabgabe ist die Lösung. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Der richtige Zeitpunkt ist dann gegeben, wenn die Banken endlich einmal das zurückgezahlt haben, was sie vom Steuerzahler bekommen haben, und dann können wir einander dort treffen, wo wir vernünftige Dinge verhandeln. Dafür stehen wir zur Verfügung, wie Sie wissen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Grosz: Weil es deine Parteifreunde sind! – Abg. Ing. Westenthaler: Weil es Schwarze sind!
Denn eines ist ganz klar: Man kann niemandem erklären, warum die Nationalbankmitarbeiter mit 35 Dienstjahren in Pension gehen können, wahrscheinlich mit einer noch höheren Pension als dem Letztbezug. (Abg. Grosz: Weil es deine Parteifreunde sind! – Abg. Ing. Westenthaler: Weil es Schwarze sind!) Es ist auch niemandem zu erklären – das ist ja auch schon in Angriff genommen worden –, warum man bei den ÖBB so früh in Pension gehen kann. Es ist niemandem zu erklären, warum gerade diejenigen Manager von denjenigen Firmen, die in den letzten Jahren finanziell die größten Probleme gehabt haben, wie ORF, ÖBB oder AUA, am meisten verdienen.
Abg. Ing. Westenthaler: Welcher Huber? Sie kennen sich überhaupt nicht aus!
Ich nenne nur drei Namen: Huber, Ötsch und Reichhold. Das sind alles Manager, die von der FPÖ bestellt wurden, und jetzt, da sie in der Opposition ist, möchte sie dies nicht mehr wahrhaben. (Abg. Ing. Westenthaler: Welcher Huber? Sie kennen sich überhaupt nicht aus!) – Herr Kollege Westenthaler, hören Sie zu, sagen Sie später Ihre Meinung!
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Meine Damen und Herren, es ist leicht, Missstände aufzuzeigen, wenn man weiß, wer sie verursacht hat und sie auch kennt. Sie haben sie verursacht! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Sie kennen das sehr wohl und versuchen, durch lautes Diskutieren davon abzulenken und wollen es anderen in die Schuhe schieben. Das lassen wir nicht zu!
Abg. Ing. Westenthaler: Wo gehört der Huber hin?
Herr Kollege Westenthaler (Abg. Ing. Westenthaler: Wo gehört der Huber hin?), Ihre Partei war der Steigbügelhalter dieser Politik. Vergessen Sie das nicht! Auch Sie haben kein Recht, hier darüber in der Form zu diskutieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben überhaupt keine Ahnung!) Streuen Sie Asche auf Ihr Haupt, und denken Sie in Zukunft etwas besser im Interesse Österreichs nach! Wir helfen Ihnen dabei. Wir werden Sie unterstützen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie wissen nicht einmal, zu welcher Partei die Leute gehören!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben überhaupt keine Ahnung!
Herr Kollege Westenthaler (Abg. Ing. Westenthaler: Wo gehört der Huber hin?), Ihre Partei war der Steigbügelhalter dieser Politik. Vergessen Sie das nicht! Auch Sie haben kein Recht, hier darüber in der Form zu diskutieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben überhaupt keine Ahnung!) Streuen Sie Asche auf Ihr Haupt, und denken Sie in Zukunft etwas besser im Interesse Österreichs nach! Wir helfen Ihnen dabei. Wir werden Sie unterstützen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie wissen nicht einmal, zu welcher Partei die Leute gehören!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie wissen nicht einmal, zu welcher Partei die Leute gehören!
Herr Kollege Westenthaler (Abg. Ing. Westenthaler: Wo gehört der Huber hin?), Ihre Partei war der Steigbügelhalter dieser Politik. Vergessen Sie das nicht! Auch Sie haben kein Recht, hier darüber in der Form zu diskutieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben überhaupt keine Ahnung!) Streuen Sie Asche auf Ihr Haupt, und denken Sie in Zukunft etwas besser im Interesse Österreichs nach! Wir helfen Ihnen dabei. Wir werden Sie unterstützen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie wissen nicht einmal, zu welcher Partei die Leute gehören!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich!
Wir fragen uns jetzt, nach eineinhalb Jahren Tätigkeit dieser Bundesregierung, was denn diese vielen Arbeitsgruppen, diese Komitees und Experten an Ergebnissen ans Tageslicht gefördert haben. Eineinhalb Jahre sind in der Zwischenzeit vergangen, aber offenbar gibt es dort noch immer Untätigkeit, gibt es noch keine wirklichen Resultate, mit denen sich der Ministerrat beschäftigen kann, denn anders ist es ja nicht zu erklären, meine sehr geehrten Damen und Herren, dass letzte Woche ein Ministerrat stattgefunden hat, bei dem erst einmal dafür gesorgt werden musste, überhaupt eine Beschlussfähigkeit zustande zu bringen, weil die Hälfte der Regierungsmannschaft sozusagen ausgeflogen war in die unterschiedlichsten Länder und Reisen gemacht hat, für die es überhaupt keine Rechtfertigung gab und gibt! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen haben Sie es ja schriftlich! – Abg. Bucher: Ich habe es ja begründet!
Bundeskanzler Werner Faymann: Sehr verehrte Frau Präsidentin! Mitglieder der Regierung! Hohes Haus! Verehrte Abgeordnete! Ich möchte die Anfrage, die 36 Fragen beinhaltet, von denen interessanterweise der Herr Klubobmann Bucher keine jetzt richtig erwähnt hat in seiner Rede, aber ... (Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen haben Sie es ja schriftlich! – Abg. Bucher: Ich habe es ja begründet!) Ja, genau. Aber Klubobmann Bucher hat keine erwähnt, und ich sage Ihnen, warum er keine erwähnt hat: Weil er sich gedacht hat, es schaut ein bisschen komisch aus, wenn er das, was er da fragt,
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Pröll hat es am Vormittag gemacht! Österreich darf nicht Griechenland werden, sagt der Herr Pröll!
Eine Bitte habe ich noch, wenn Sie schon versuchen, die Regierung schlecht zu machen, weil Sie glauben, das gehört irgendwie zu Ihrem Geschäft: Machen Sie, wenn Sie sagen, wir sind nicht weit entfernt von Griechenland, nicht unser Land schlecht! Griechenland hat Unterlagen abgegeben – nicht die jetzige Regierung, aber die vorherige –, die falsch waren. Die Situation in Österreich ist in keiner Weise vergleichbar mit der Situation in Griechenland! Eine derartige Behauptung haben sich die Österreicherinnen und Österreicher daher nicht verdient. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Pröll hat es am Vormittag gemacht! Österreich darf nicht Griechenland werden, sagt der Herr Pröll!)
Abg. Ing. Westenthaler: Kommen wir zu den Fragen! – Abg. Bucher: 36 Fragen!
Das ist eine heftige Diskussion. Das wird eine konfliktreiche Diskussion. Ich mache mir auch keine Illusionen: Das wird eine harte Diskussion, denn das sind Fragen von Eigenkapitalvorschriften, von Spekulationsverboten, von Einschränkungen, von Finanzmarktarchitektur, von europäischen Ratingagenturen, die – etwas losgekoppelt von den jetzigen Ratingagenturen in Europa – so etwas wie eine europäische Kontrolle sind. Überwachung, Beeinflussung – ich will ja noch gar nicht das Wort „europäische Gestaltbarkeit“ sagen, da sind wir ja noch weit davon entfernt. (Abg. Ing. Westenthaler: Kommen wir zu den Fragen! – Abg. Bucher: 36 Fragen!) Das wird eine harte Auseinandersetzung, die auch nicht immer angenehm für uns sein wird.
Abg. Ing. Westenthaler: Antwort zur Frage 1!
Die Steuersenkungen, die Konjunkturpakete, die Arbeitsmarktpakete, kleinere Schulklassen, Schulausbauprogramme gehören nur stichwortartig zu dem, was Sie in den letzten Monaten zum Teil mit beschlossen haben. Ich erinnere auch daran, dass die Haftungen für den Bankensektor weitgehend gemeinsame Beschlüsse waren und gemeinsam von diesem Haus getragen worden sind. Also ein dauernder Stillstand kann das ja nicht sein. Wenigstens dort, wo Sie mitgestimmt haben (Abg. Bucher: Fangen wir bei der Frage 1 an!), werden Sie ja erkennen, wo in unserem Land tatsächlich richtige und wichtige gemeinsame Entscheidungen gefallen sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Antwort zur Frage 1!) Dass wir darüber hinaus auch als Regierung weit mehr zu verantworten haben, ist mir klar, und ich gehe auch Punkt für Punkt darauf ein.
Abg. Ing. Westenthaler: Wenn du nicht mehr weiter weißt!
Die Auseinandersetzung damit, wie wir in Bildungsfragen und in Fragen der Spitalsreform mit Bundesländerkompetenzen und mit Verantwortungen, die in unserem Land sehr aufgesplittet sind, vorankommen können, steht uns also erst bevor. (Zwischenruf des Abg. Grosz.) Dazu haben wir eine Arbeitsgruppe nicht nach dem Motto eingerichtet: Wenn du etwas nicht willst, bilde einen Arbeitskreis! (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn du nicht mehr weiter weißt!), sondern wir haben im engeren Sinn des Wortes eine Arbeitsgruppe mit voller Einbindung des Rechnungshofes, von dem ja viele dieser richtigen Vorschläge stammen. (Abg. Bucher: Frage 1! – Abg. Ing. Westenthaler: Kommen Sie zur Beantwortung!)
Abg. Bucher: Frage 1! – Abg. Ing. Westenthaler: Kommen Sie zur Beantwortung!
Die Auseinandersetzung damit, wie wir in Bildungsfragen und in Fragen der Spitalsreform mit Bundesländerkompetenzen und mit Verantwortungen, die in unserem Land sehr aufgesplittet sind, vorankommen können, steht uns also erst bevor. (Zwischenruf des Abg. Grosz.) Dazu haben wir eine Arbeitsgruppe nicht nach dem Motto eingerichtet: Wenn du etwas nicht willst, bilde einen Arbeitskreis! (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn du nicht mehr weiter weißt!), sondern wir haben im engeren Sinn des Wortes eine Arbeitsgruppe mit voller Einbindung des Rechnungshofes, von dem ja viele dieser richtigen Vorschläge stammen. (Abg. Bucher: Frage 1! – Abg. Ing. Westenthaler: Kommen Sie zur Beantwortung!)
Abg. Ing. Westenthaler: 19 Arbeitsgruppen!
Nun ist unsere Strategie sehr einfach, und ich gehöre nicht zu jenen, die schon jetzt sagen, wir werden das alles so einfach durchsetzen. Ich beantworte immer sehr konkret Ihre Fragen, und die Fragen 1, 2 und 3, die Prüfungen, Maßnahmen und so weiter, die die Struktur- und Verwaltungsreformen betreffen, bedeuten, dass wir den Bundesländern sehr genaue Analysen hinlegen, um ihnen zu beweisen, dass Doppelgleisigkeiten in unserem Land in Sparprogrammen ... (Abg. Ing. Westenthaler: 19 Arbeitsgruppen!)
Abg. Bucher: Gibt’s schon was? – Abg. Ing. Westenthaler: Wo sind die Ergebnisse? – Abg. Grosz: Und das glauben Sie?
Ja, aber wenn 19 oder 25 oder 30 Arbeitsgruppen einen Sinn haben. Ich messe das an den Ergebnissen und weiß, wie hart die Ergebnisse in einem Land mit aufgesplitterten Kompetenzen zu erarbeiten sind. (Abg. Bucher: Gibt’s schon was? – Abg. Ing. Westenthaler: Wo sind die Ergebnisse? – Abg. Grosz: Und das glauben Sie?)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Gesundheitsminister gefährdet Ihre Gesundheit!
Dort, wo bereits Verhandlungen stattgefunden haben, unter der Führung des Gesundheitsministers, etwa bei den Krankenkassen (Abg. Ursula Haubner: Maria! – Abg. Bucher: Schlechtes Beispiel! Das schlechteste Beispiel!), könnte ich mir alte Redeausschnitte von Ihnen heraussuchen, wo Sie uns erklärt haben, die Krankenkassen seien praktisch in Konkurs, der Patient müsse sich schon fürchten, es sei dort überhaupt keine Chance mehr (Abg. Petzner: Der Gesundheitsminister ist lebensgefährlich!), es gebe dort eigentlich nicht einmal mehr Licht am Ende des Tunnels, keine Hoffnung bestehe – ich kenne nicht alle, aber viele Ihrer Redebeiträge dazu. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Gesundheitsminister gefährdet Ihre Gesundheit!)
Abg. Ing. Westenthaler: Gestrichen! – Abg. Bucher: Die Kassen sind saniert? Stimmt das?
Wie ist die Wirklichkeit? – Die Ergebnisse in den Verhandlungen mit den Kassen können sich schon sehen lassen. Die Einsparungen beginnen, die Reduktion bei Medikamenten hat begonnen. (Abg. Ing. Westenthaler: Gestrichen! – Abg. Bucher: Die Kassen sind saniert? Stimmt das?) – Der Herr Gesundheitsminister hat sich ja zu Wort gemeldet, er kann Ihnen das auch, wenn Sie wirklich an einer detaillierteren Diskussion interessiert sind, in allen Details auflisten.
Abg. Ing. Westenthaler: Also irgendetwas?!
Ich weiß heute schon – ohne dass Sie unsere Unterlagen kennen –, dass Sie sagen werden, das ist alles zu wenig, zu wenig detailreich, zu wenig gut für Sie. Das liegt in der Natur Ihres Selbstverständnisses als Opposition. Aber Sie können sich darauf verlassen, dass wir etwas in dem vorgesehenen und vom Parlament beschlossenen Rahmen der Haushaltsordnung vorlegen werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Also irgendetwas?!) Darin werden Sie noch nicht alle Details erkennen, diese kommen dann im Rahmen der Budgetrede und der Budgetbeschlüsse – natürlich dieses Jahr –, aber auch nächstes Jahr für das Doppelbudget 2012/2013, wo der Konsolidierungsbedarf natürlich viel höher ist. Die Zahlen sind dann in einem Detailgrad sozusagen schrittweise von uns vorzulegen. Aber Sie können sich darauf verlassen, dass Sie im April das Geforderte bekommen, denn daran arbeiten wir. Genau so, wie Sie das zu Recht im Parlament beschlossen haben, haben wir da die Verantwortung für die Umsetzung.
Abg. Strache: Das ist keine Beantwortung! Sie gehen einfach über die Fragen hinweg! So kann man nicht Fragen beantworten! Das gibt es ja nicht! – Abg. Ing. Westenthaler: Nur weil Ihnen die Fragen nicht passen ...! – Staatssekretär Mag. Schieder: Frage 12! – Abg. Grosz: Eine Spurensuche! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Dazu gehört die Transaktionssteuer, dazu gehört die Bankenabgabe. Dazu gehören die Punkte, die Sie bei der Frage der Regulierung von Finanzmärkten ansprechen, dazu gehören die Punkte, die Sie im Zusammenhang mit der Konsolidierung verlangen. (Abg. Strache: Bei welcher Frage sind Sie? – Staatssekretär Dr. Ostermayer: 11! – Abg. Bucher: Wo sind Sie?) – Da müssen Sie zuhören und Ihre Fragen lesen, damit Sie Ihre Fragen nicht überschätzen, sondern lesen Sie es sich noch einmal durch! (Abg. Strache: Das ist keine Beantwortung! Sie gehen einfach über die Fragen hinweg! So kann man nicht Fragen beantworten! Das gibt es ja nicht! – Abg. Ing. Westenthaler: Nur weil Ihnen die Fragen nicht passen ...! – Staatssekretär Mag. Schieder: Frage 12! – Abg. Grosz: Eine Spurensuche! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo denn? – Abg. Strache: In Simmering ist eines geplant!
Rückgang zum Anlass nehmen, die Lage in den nächsten Monaten zu beobachten. Dann werden wir sehen, ob ein neues Erstaufnahmezentrum oder mehrere kleine notwendig sind oder nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo denn? – Abg. Strache: In Simmering ist eines geplant!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer weiß, was noch alles kommt!
Das tragischste und das dramatischste Versagen ist der Fall um die sieben Todesopfer seit Oktober 2009, vorläufig endend mit dem heutigen Bekanntwerden eines Todesfalles, der aber bereits im Februar eingetreten ist (Abg. Krainer: Jänner! Anfang Jänner!) – oder im Jänner – und der erst jetzt, einen Monat später, bekannt gegeben wurde. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer weiß, was noch alles kommt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Skandal! Er sagt, er weiß nichts! Er sagt allen Ernstes, er hat nichts gewusst, und schreibt am 14. August schon einen Brief! Unfassbar! Unglaublich!
Sie berichten, dass bereits am 14. August 2009 der Ausbruch dieser Erkrankung – und zwar nicht eine einzelne Erkrankung, sondern drei Erkrankungen! – zu melden war. (Abg. Ing. Westenthaler: Skandal! Er sagt, er weiß nichts! Er sagt allen Ernstes, er hat nichts gewusst, und schreibt am 14. August schon einen Brief! Unfassbar! Unglaublich!) Am 14. August berichten Sie in einem Schreiben an die Europäische Union, dass es Erkrankungen in Österreich gegeben hat.
Abg. Petzner: Er sagt, er weiß nichts! – Abg. Ing. Westenthaler: Oktober!
Im September – 2009, nur damit wir uns nicht falsch verstehen; Sie dürften von Ihrem eigenen Gesundheitsminister falsch informiert worden sein – vermeldet Ihr Ressort und bekommt auch der Generaldirektor für öffentliche Gesundheit in Österreich, Dr. Hrabcik von der AGES die Meldung, dass zwei weitere Erkrankungen zu verzeichnen waren; im Oktober fünf weitere Erkrankungen, im November eine, im Dezember drei, und im Jahr 2009 – nicht 2010! – sechs Todesfälle, sehr geehrte Damen und Herren! (Abg. Petzner: Er sagt, er weiß nichts! – Abg. Ing. Westenthaler: Oktober!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das hat es noch nie gegeben! Ein unglaublicher Skandal!
Zu einem Zeitpunkt, wo in Österreich schon sechs Menschen sterben mussten, zu einem Zeitpunkt, wo elf Erkrankungen vorgelegen sind, zu einem Zeitpunkt, wo Ihre Gesundheitsagentur seit 14. August weiß, dass die Bakterienstämme zusammenhängend sind, vermelden Sie im Tagebuch Ihrer AGES und Ihres Gesundheitsministeriums, die ersten Kassabons von zwei Patienten seien eingetroffen! (Abg. Ing. Westenthaler: Das hat es noch nie gegeben! Ein unglaublicher Skandal!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das haben Sie nicht geglaubt, dass wir das alles ...!
Am 21. Jänner 2010, einen Monat bevor Sie öffentlich zugegeben haben, dass wir in Österreich dieses Problem haben, beauftragen Sie die steirische Lebensmittelaufsicht mit weiteren Erhebungen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das haben Sie nicht geglaubt, dass wir das alles ...!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Abtreten! – Abg. Petzner: Rücktritt!
Lieber Bauernbundpräsident Grillitsch, ein „Hartberger Bauernquargel“, der Bestandteile von holländischer Milch und deutschem Topfen enthält und dann in Hartberg, obwohl er niemals einen Bauern gesehen hat, die wunderbare Metamorphose zu einem bäuerlichen Produkt aus der Steiermark macht, ist ja ein Skandal unserer österreichischen Lebensmittelkennzeichnung. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Abtreten! – Abg. Petzner: Rücktritt!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung von Bundesminister Stöger –: Er ist schuld!
Ich ersuche um Ihre Zustimmung. – Danke. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung von Bundesminister Stöger –: Er ist schuld!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt liegt die Latte hoch für den Cap!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächster Redner: Herr Klubobmann Dr. Cap. Ich stelle die Uhr wunschgemäß auf 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt liegt die Latte hoch für den Cap!)
Abg. Ing. Westenthaler: Hilf ihm aus dem ...!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! (Abg. Ing. Westenthaler: Hilf ihm aus dem ...!) Ich bin eigentlich verwundert, dass das BZÖ, das da eher in den Tälern, Wiesen und Wäldern in Kärnten herumgeirrt ist, um seinen Konflikt dort auszutragen, nach monatelanger Abstinenz letztendlich wieder einmal imstande ist, sich zu einer politischen Aktion und Aktivität aufzuraffen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sieben Tote ...! – Abg. Bucher: Die Situation ist ernst! Sieben Tote!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sieben Tote ...! – Abg. Bucher: Die Situation ist ernst! Sieben Tote!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! (Abg. Ing. Westenthaler: Hilf ihm aus dem ...!) Ich bin eigentlich verwundert, dass das BZÖ, das da eher in den Tälern, Wiesen und Wäldern in Kärnten herumgeirrt ist, um seinen Konflikt dort auszutragen, nach monatelanger Abstinenz letztendlich wieder einmal imstande ist, sich zu einer politischen Aktion und Aktivität aufzuraffen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sieben Tote ...! – Abg. Bucher: Die Situation ist ernst! Sieben Tote!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was sagen Sie zum Gesundheitsminister?
Sie können es nicht weg-scheuchen. Da waren Sie dabei! (Abg. Ing. Westenthaler: Was sagen Sie zum Gesundheitsminister?) – Ja, vielleicht haben Sie es vergessen, als
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit dem Gesundheitsminister?
Sie in den Wäldern und Wiesen herumgeirrt sind, auf der Suche nach den Delegiertenstimmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit dem Gesundheitsminister?)
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit dem Gesundheitsminister?
Ich sage Ihnen nur, wenn Sie darüber reden, wer für Österreich gearbeitet hat: Na, die Bundesregierung hat für Österreich gearbeitet! (Abg. Bucher: Das sehen wir eh! Fünf Tote in Österreich!) – Sie haben inzwischen ganz etwas anderes gemacht. Sie haben eine Auseinandersetzung geführt, einen Konflikt, einen Streit. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit dem Gesundheitsminister?) Für Österreich haben Sie jedenfalls nicht gearbeitet. Das, glaube ich, kann man eindeutig feststellen, und das muss man in dem Zusammenhang, glaube ich, auch einmal deutlich sagen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Also was ist jetzt mit den sieben Toten und mit dem Gesundheitsminister?
Aber ich finde das so mutig, da rauszugehen und diese Philippika zu halten als jemand, der mitgewirkt hat! – Und Sie geben es ja sogar zu! Wenn Sie darlegen, wie mies die ganze Bildungspolitik sei, sagen Sie: „,Land der zukunftsarmen Bildungspolitik – Heimat, bist du dummer SöhnInnen?‘“ – allein dieser Schlenker gegen das Gendern, auch noch dieses Lächerlichmachen (Abg. Bucher: Das ist ein Zitat!) dessen, dass man Frauen und Männer auch in der Schrift und Sprache gemeinsam gescheit behandeln soll –, und dann zitieren Sie die PISA-Studie 2006, die eindrucksvoll belegt, dass Sie in der Regierung, in der Sie mitgewirkt haben, in diesem Bereich nichts zusammengebracht haben! (Abg. Ing. Westenthaler: Also was ist jetzt mit den sieben Toten und mit dem Gesundheitsminister?)
Abg. Ing. Westenthaler: Sieben Tote!
Ja wenn diese Dringliche als Selbstkritik zu verstehen ist, als Kritik an Ihrer Arbeit in der Zeit Ihrer Regierungsbeteiligung, dann sehe ich das ganz anders. (Abg. Ing. Westenthaler: Sieben Tote!) Das ist ein gutes Bemühen, aber dann hätten Sie alle Kapitel durcharbeiten sollen. Da hätten wir uns treffen können, ich hätte ja einen Beitrag leisten können (Abg. Bucher: Auf Ihren Beitrag wartet das Parlament schon seit 40 Jahren! – Ruf: ... seit 27 Jahren hier!) – wir alle hier, unsere Bereichssprecher – über das, was Sie damals mitzuverantworten hatten, als Sie an der Regierung waren. (Abg. Bucher: Seit 27 Jahren warten wir auf Ihren Beitrag!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit dem Gesundheitsminister?
Und ich finde, das ist mutig, dass Sie dieses Zitat aus der PISA-Studie gebracht haben (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit dem Gesundheitsminister?) – währenddessen jetzt, und das wissen Sie ganz genau, Bildungsinvestitionen laufen, die Neue Mittelschule läuft und hier wirklich Initiativen gesetzt werden, trotz der krisenhaften Entwicklung alles unternommen wird. Sie wollen es nicht hören, aber es ist im Endeffekt so. (Abg. Bucher: Was ist mit dem Minister Stöger?)
Abg. Ing. Westenthaler: Sieben Tote!
Und dann kommt der tolle Satz auf Seite 20 (Abg. Ing. Westenthaler: Sieben Tote!):
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sieben Tote!
Unter dem Motto: 70 Millionen € machen das Kraut auch nicht fett. – Na, Sie sind am Sand, das kann ich Ihnen sagen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sieben Tote!) Wenn Sie das so beurteilen, wenn für Sie 70 Millionen € auch nur Luftgepäck sind, dann, kann ich nur sagen, wundert mich gar nichts mehr.
Abg. Ursula Haubner: Sieben Tote! – Abg. Ing. Westenthaler: Was sagen Sie zum Gesundheitsminister?
Sie haben die hohen Kosten durch die Eurofighter-Anschaffung zu verantworten. (Abg. Ursula Haubner: Sieben Tote! – Abg. Ing. Westenthaler: Was sagen Sie zum Gesundheitsminister?) Und, na ja, die Kasernen hätten Sie auch damals schon mehr sanieren können. Der Minister Scheibner sitzt ja da. Erkundigen Sie sich! Der hat das alles zu verantworten. Und Sie waren damals jedenfalls dabei.
Abg. Ing. Westenthaler: Sieben Tote, und Sie sagen kein Wort! Kein Wort sagen Sie zum Gesundheitsminister!
Also, bitte, nicht solche Dringliche – außer Sie kommen einmal heraus und räumen mit Ihrer gesamten Politik der Jahre, als Sie in der Regierung waren, einmal gründlich auf. (Abg. Ing. Westenthaler: Sieben Tote, und Sie sagen kein Wort! Kein Wort sagen Sie zum Gesundheitsminister!) Das wäre einmal interessant. Das wäre ein Beitrag zur demokratischen Hygiene. Bitte machen Sie das endlich! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Kein Wort zur Verteidigung! – Sie sind schon weg, Herr Minister! Herr Minister, auf Wiederschau’n! – Abg. Bucher: Die eigenen Abgeordneten stehen nicht mehr hinter Ihnen! – Das ist ja unfassbar: Ein Misstrauensantrag, und der Klubobmann sagt kein Wort! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Cap findet kein Wort! Nicht ein Wort! Das ist dem Cap egal! Nicht ein Wort! Der Klubobmann der Regierungspartei!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Kein Wort zur Verteidigung! – Sie sind schon weg, Herr Minister! Herr Minister, auf Wiederschau’n! – Abg. Bucher: Die eigenen Abgeordneten stehen nicht mehr hinter Ihnen! – Das ist ja unfassbar: Ein Misstrauensantrag, und der Klubobmann sagt kein Wort! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Cap findet kein Wort! Nicht ein Wort! Das ist dem Cap egal! Nicht ein Wort! Der Klubobmann der Regierungspartei!
Also, bitte, nicht solche Dringliche – außer Sie kommen einmal heraus und räumen mit Ihrer gesamten Politik der Jahre, als Sie in der Regierung waren, einmal gründlich auf. (Abg. Ing. Westenthaler: Sieben Tote, und Sie sagen kein Wort! Kein Wort sagen Sie zum Gesundheitsminister!) Das wäre einmal interessant. Das wäre ein Beitrag zur demokratischen Hygiene. Bitte machen Sie das endlich! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Kein Wort zur Verteidigung! – Sie sind schon weg, Herr Minister! Herr Minister, auf Wiederschau’n! – Abg. Bucher: Die eigenen Abgeordneten stehen nicht mehr hinter Ihnen! – Das ist ja unfassbar: Ein Misstrauensantrag, und der Klubobmann sagt kein Wort! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Cap findet kein Wort! Nicht ein Wort! Das ist dem Cap egal! Nicht ein Wort! Der Klubobmann der Regierungspartei!)
Abg. Ing. Westenthaler: Steuererhöhungen sind „Kraut und Rüben“?
Und auch zur Frage der Ernsthaftigkeit, meine Damen und Herren vom BZÖ: Eine Dringliche einzubringen, mit Kraut und Rüben durcheinander, in einer Unernsthaftigkeit, auch der Sprache (Abg. Ing. Westenthaler: Steuererhöhungen sind „Kraut und Rüben“?), und damit dann die Debatte über diese tragischen Ereignisse zu verbinden (Abg. Bucher: So viele Dringliche haben wir ja nicht! – Wir könnten ja jeden Tag eine machen!), das zeigt eigentlich schon, wie unernsthaft Sie diese sehr ernste Angelegenheit angehen. Das ist wirklich nicht die Art und Weise, wie man so etwas behandelt. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Prinz: Wenn sie es nicht besser können!)
Abg. Ing. Westenthaler: Im Jänner hat es auch nur einen gegeben! – Abg. Ursula Haubner: Es gibt nicht einmal einen!
Nächster Punkt: Sie kritisieren, dass es im Februar nur einen Plenartag gibt. – Es hat die letzten zehn Jahre, außer es war einmal aufgrund von Wahlen im Herbst des Vorjahres das Budget fällig, im Februar entweder null Plenartage oder einen Plenartag, so wie in diesem Februar, gegeben. Was gibt es daran zu kritisieren? (Abg. Ing. Westenthaler: Im Jänner hat es auch nur einen gegeben! – Abg. Ursula Haubner: Es gibt nicht einmal einen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir!
Meine Damen und Herren! Als Überschrift dieser Dringlichen Anfrage steht: Österreich unregiert? – Ja wer hat denn ein Bankenpaket beschlossen (Abg. Ing. Westenthaler: Wir!), das sichergestellt hat, dass die Sparer ihre Einlagen nicht verlieren, dass die klein- und mittelständische Wirtschaft weiterhin ihre Kredite bekommt? Wer hat denn zwei Konjunkturpakete beschlossen und ein Beschäftigungsförderungspaket, das dazu beigetragen hat, dass wir die zweitniedrigste Arbeitslosenrate aller Länder haben? (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Sondersitzungen ...! – Abg. Bucher: Erste Lesungen!
Nächster Punkt, meine Damen und Herren: Sie kritisieren, dass dieses Parlament nicht arbeite? Womit wollen Sie das belegen? – 32 Sitzungen im letzten Jahr, ohne die Zuweisungssitzungen, mehr als im Jahr 2008! (Abg. Ing. Westenthaler: Die Sondersitzungen ...! – Abg. Bucher: Erste Lesungen!) 152 Gesetze, die beschlossen wurden! Das ist durchaus vergleichbar mit allen anderen Jahren zuvor. Und ich meine, ich bin nicht sehr erpicht darauf, den Durchschnitt der letzten Jahre an Gesetzesbeschlüssen zu übertreffen, denn es gibt genug Bürokratie, die aus Gesetzesbeschlüssen entsteht. Also wir sollten uns ohnehin jeden Gesetzesbeschluss gut überlegen, bevor wir ihn hier fassen. (Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ sowie Bravoruf bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler – auf Bundesminister Stöger weisend, in Richtung dessen Kollegen auf der Regierungsbank –: Nicht zu nahe setzen! Er hält nicht mehr lange!
Das, was hier passiert ist, ist ein informationspolitischer Skandal, und den haben Sie, Herr Minister, zu verantworten! Da können Sie sich jetzt nicht mehr herausreden und sagen, Sie haben es nicht gewusst. (Abg. Ing. Westenthaler – auf Bundesminister Stöger weisend, in Richtung dessen Kollegen auf der Regierungsbank –: Nicht zu nahe setzen! Er hält nicht mehr lange!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das hätten Sie aber ohne Misstrauensantrag auch machen können!
Bundesminister für Gesundheit Alois Stöger, diplômé: Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Meine Kollegen auf der Regierungsbank! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich bin sehr froh, dass ich durch den Misstrauensantrag des BZÖ die Gelegenheit habe, dem Parlament zu berichten, wie das mit dem Listerien-Ausbruch vonstattenging. (Abg. Ing. Westenthaler: Das hätten Sie aber ohne Misstrauensantrag auch machen können!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der beschimpft Abgeordnete von der Regierungsbank aus!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Der Listerien-Ausbruch wurde geklärt. (Abg. Mag. Stadler: ... Toten, Herr Minister!) Ich sage es noch einmal – hören Sie zu, Herr Abgeordneter (Abg. Mag. Stadler: Sie sollten zuhören, Herr Minister! – weitere Zwischenrufe beim BZÖ); hören Sie zu, dann verstehen Sie das auch –: Der Listerien-Ausbruch wurde geklärt, der betroffene Betrieb relativ schnell gesperrt und die Lebensmittel vom Markt genommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Der beschimpft Abgeordnete von der Regierungsbank aus!)
Abg. Mag. Stadler: Es wäre gescheiter gewesen, wenn Sie sich ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Schlechtester Minister aller Zeiten! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Silhavy: ... das ist unglaublich! – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Sofort wurde auch erhoben, ob solche Produkte in andere Länder gebracht wurden. (Abg. Mag. Stadler: Es wäre gescheiter gewesen, wenn Sie sich ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Schlechtester Minister aller Zeiten! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Silhavy: ... das ist unglaublich! – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Ich erinnere daran, dass Deutschland, Polen, Tschechien und die Slowakei ebenfalls betroffen waren, und diese Länder wurden durch das Schnellwarnsystem von österreichischer Seite gewarnt. (Abg. Ing. Westenthaler: Dieser Minister ist eine Zumutung! Eine Fleisch gewordene Zumutung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Dieser Minister ist eine Zumutung! Eine Fleisch gewordene Zumutung!
Sofort wurde auch erhoben, ob solche Produkte in andere Länder gebracht wurden. (Abg. Mag. Stadler: Es wäre gescheiter gewesen, wenn Sie sich ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Schlechtester Minister aller Zeiten! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Silhavy: ... das ist unglaublich! – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Ich erinnere daran, dass Deutschland, Polen, Tschechien und die Slowakei ebenfalls betroffen waren, und diese Länder wurden durch das Schnellwarnsystem von österreichischer Seite gewarnt. (Abg. Ing. Westenthaler: Dieser Minister ist eine Zumutung! Eine Fleisch gewordene Zumutung!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie rattern sich immer weiter hinein und wissen es gar nicht!
Meine sehr verehrten Damen und Herren, durch entsprechende Maßnahmen und verstärkte Überwachung konnte die Salmonellose stark zurückgedrängt werden. Die Zahl an Erkrankten ist auf ein Drittel des Wertes von 2002 gesunken: 2009 hatten wir 2 500 Erkrankte; Todesfälle wegen Salmonellen sind heutzutage nicht mehr zu verzeichnen. (Abg. Mag. Stadler: Das ist eine zynische Argumentation: Weil es keine Salmonellen mehr gibt, brauchen wir ...!) – Von einer „Chronologie des Versagens und des Vertuschens“ zu sprechen, zeugt von Unwissen über das System der Lebensmittelkontrolle in Österreich. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie rattern sich immer weiter hinein und wissen es gar nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie sich das auf einen Zettel geschrieben?
Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich bedauere den Tod von fünf Menschen auf das Allertiefste. (Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie sich das auf einen Zettel geschrieben?) Mein Mitgefühl gehört den Hinterbliebenen. Ich sage ganz klar: Wenn Menschen sterben, weil sie Lebensmittel gegessen haben, die schädliche Bakterien enthalten, dann ist das ein Auftrag für den Gesundheitsminister, und ich halte gemeinsam mit den Lebensmittelbehörden, mit den Überwachungsbehörden daran fest, dass wir auch ein gutes, funktionierendes System brauchen.
Abg. Ing. Westenthaler: Alles „bestens“!
Erkrankungen zu verzeichnen. 2009 waren es zirka 8 400, wobei die überwiegende Mehrzahl immer noch auf Salmonelleninfektionen entfällt, die sich überwiegend nur als Brechdurchfall äußern und selten zu Erkrankungen oder zum Tod führen. (Abg. Ing. Westenthaler: Alles „bestens“!) Leider ist das bei der Listeriose nicht so: Hier liegt die Sterblichkeit auffallend höher. (Abg. Mag. Stadler: Das ist ja unglaublich! – Ruf beim BZÖ: Verharmloser!)
Abg. Ing. Westenthaler: Selbst das haben Sie auch aufgeschrieben?!
tionalrates, um die österreichischen Konsumentinnen und Konsumenten zu verunsichern! (Abg. Ing. Westenthaler: Selbst das haben Sie auch aufgeschrieben?!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Minister, der im Parlament auch die Unwahrheit sagt!
Im Jahr 2002 und in den darauffolgenden Jahren gab es die höchste Anzahl an Lebensmittelkontrollen und auch -einziehungen und eine lückenlose Überprüfung auch der Lebensmittelsicherheit, auch in Bezug auf Ausbringung von Genmais et cetera, wie ich mich erinnern kann. – Danke. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Minister, der im Parlament auch die Unwahrheit sagt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unglaublich! Das ist eine Frechheit! – Abg. Grosz: Menschenverachtend ist das!
Wenn Sie jetzt hier noch sagen, dass wir froh sein sollen, dass derartige Infektionen nur selten zum Tod führen und dass es sich beim letzten Todesfall um jemanden gehandelt hat, der schon alt und in einem schlechten Allgemeinzustand war, dann muss ich Sie fragen: Ja, sollen wir darüber noch glücklich sein?! (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unglaublich! Das ist eine Frechheit! – Abg. Grosz: Menschenverachtend ist das!)
Abg. Dr. Jarolim – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Krainer –: Kannst du die Person Westenthaler ein bisschen beleuchten?
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Krainer. – Bitte. (Abg. Dr. Jarolim – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Krainer –: Kannst du die Person Westenthaler ein bisschen beleuchten?)
Sitzung Nr. 57
Abg. Ing. Westenthaler: Was heißt das jetzt?
Im September haben Sie, Herr Finanzminister Pröll, auch noch gesagt, mehr Steuern werde es mit diesem Finanzminister, also mit Ihnen, nicht geben. – Na wunderbar, Herr Finanzminister! Wir haben das zur Kenntnis genommen, dass Sie betont haben: Mit einem Finanzminister Pröll wird es keine Steuererhöhungen geben! – Das waren Ihre Aussagen noch bis Ende Februar dieses Jahres. (Abg. Ing. Westenthaler: Was heißt das jetzt?)
Abg. Ing. Westenthaler: Für einseitige Maßnahmen? – Abg. Grosz: Jenseitige Maßnahmen?
Ja, wir sind für einnahmenseitige Maßnahmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Für einseitige Maßnahmen? – Abg. Grosz: Jenseitige Maßnahmen?) Das haben wir immer gesagt. Das sagen wir nicht erst seit 14 Tagen, sondern das haben wir immer klar gesagt. Und es wundert mich, dass einige hier nicht für einnahmenseitige Maßnahmen sind, wenn wir uns ansehen, wie unser Steuersystem heute funktioniert. Unser System funktioniert nämlich so, dass die Einkommensteuer umso geringer ist, je weniger persönliche Leistung erbracht wird, um das Einkommen zu erzielen. Und je mehr man persönlich für sein Einkommen leistet, desto höher ist die Steuer. Das sieht man bei den Kapitaleinkommen, bei denen die persönliche Leistung deutlich geringer ist. So fallen etwa bei Aktienspekulation null Prozent Einkommensteuer an. Bei Zinserträgen und Dividendenerträgen beträgt sie 25 Prozent, für Verpachtung und Vermietung beträgt die Steuer unter 40 Prozent. Hingegen beträgt die Steuer für Arbeits- und Leistungseinkommen, wenn jemand persönlich eine Leistung bringt, etwa 50 bis 60 Prozent vom Bruttoeinkommen.
Abg. Ing. Westenthaler: Nein, bitte nicht!
Noch ein Satz zur ÖVP, die sich immer wieder zurücklehnt, wenn es um Angriffe auf Herrn Bundesminister Darabos geht: In Wirklichkeit, meine sehr geehrten Damen und Herren, machen auch Sie bei diesem Spiel mit. Ihr ehemaliger Verteidigungsminister Lichal sagt, der Herr Bundesminister ist überflüssig, er sollte sich mehr um den Sport kümmern und sollte den Weg frei machen. (Abg. Ing. Westenthaler: Nein, bitte nicht!) Sie machen da mit und unterstützen in Wirklichkeit einen überforderten Bundesminister. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Solange es den Strobl gibt, kann das nicht passieren! Aber den gibt’s nicht mehr lange!
Das, was sich der ORF in dieser Angelegenheit geleistet hat – und das sind Fakten, untermauert durch Zeugeneinvernahmen, untermauert durch ein Polizeiprotokoll –, ist ein einmaliger Skandal! Heute trifft es die Freiheitliche Partei, morgen trifft es die Sozialdemokraten und bei irgendeiner Tierschutzdemo wird es vielleicht auch einmal die Grünen treffen. (Abg. Ing. Westenthaler: Solange es den Strobl gibt, kann das nicht passieren! Aber den gibt’s nicht mehr lange!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Roten verteidigen ...! Unglaublich, jetzt habt ihr die Wahlen in der Steiermark verloren! Macht nur weiter so!
Für meine Rede hat sich nachweislich weder das Kamerateam interessiert, noch die vom ORF mitgebrachten Nazi-Statisten, denn die sind vom ORF-Mann unter Regieanleitung in ein Fachgeschäft geführt worden, damit sie dort Plakate kaufen, die vom ORF bezahlt wurden, damit sie dort Stifte kaufen, die vom ORF-Mann bezahlt wurden (Abg. Dr. Jarolim: Das stimmt angeblich alles nicht, was Sie da reden!) – ich werde es Ihnen dann aus dem Protokoll vorlesen –, dann unter Anweisung von Herrn Moschitz gewisse Sachen draufgeschrieben haben, unter Anweisung von Herrn Moschitz – einem ORF-Redakteur! – zu den linken Gegendemonstranten geschickt wurden, um diese zu provozieren, und vieles mehr. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Roten verteidigen ...! Unglaublich, jetzt habt ihr die Wahlen in der Steiermark verloren! Macht nur weiter so!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der nächste Fehler!
Das hat in unserer Gesellschaft nichts verloren, und wir werden daher die Bevölkerung informieren. Ich bin entsetzt darüber, dass der ORF diese Debatte heute nicht live übertragen hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der nächste Fehler!) Ich bin auch entsetzt darüber, dass der ORF vor ausgewählten Journalisten ein Band vorgespielt hat, das auch auf „derstandard.at“ veröffentlicht wurde, mittels dessen man im Nachhinein dokumentieren kann, wie plump manipuliert wurde. (Ruf bei der FPÖ: Au weh!)
Abg. Ing. Westenthaler: Keine leichte Aufgabe! So etwas kann man gar nicht verteidigen!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zur Abgabe einer Stellungnahme hat sich Herr Staatssekretär Dr. Ostermayer zu Wort gemeldet. Die Redezeit soll 20 Minuten nicht überschreiten. – Bitte, Herr Staatssekretär. (Abg. Ing. Westenthaler: Keine leichte Aufgabe! So etwas kann man gar nicht verteidigen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt ja keine Ordnungsrufe mehr! Es sind alle Ordnungsrufe abgeschafft seit heute!
einmal fallen, würde ich einen Ordnungsruf dafür erteilen. (Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt ja keine Ordnungsrufe mehr! Es sind alle Ordnungsrufe abgeschafft seit heute!)
Abg. Ing. Westenthaler: Zum Beispiel einen neuen Generaldirektor wählen!
Punkt zwei: Wir alle kennen die Verfassungslage. Die Verfassungslage ist so, dass der ORF verpflichtet ist, dem Objektivitätsgebot, der Unabhängigkeit zu entsprechen. Es gibt dafür die Möglichkeit, Beschwerden einzubringen, etwa beim Bundeskommunikationssenat, beim Publikumsrat, und es gibt diverse Initiativen im Stiftungsrat. Das soll man nützen. Und ich bin auch dafür, dass man das tut. (Abg. Ing. Westenthaler: Zum Beispiel einen neuen Generaldirektor wählen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Bist mir noch heute neidig!
Nicht immer wurde das erfüllt. Das gebe ich auch offen zu. Es ist bis jetzt nur einem Einzigen gelungen, eine Intervention in Bild und Ton im ORF durchzusetzen, und das war Abgeordneter Peter Westenthaler. Er hat einmal angerufen, und es ist ihm gelungen, in der laufenden Sendung in Bild und Ton vorzukommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Bist mir noch heute neidig!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Bist mir noch heute neidig! – Abg. Grosz: Vor Neid erblasst!
Daher würde ich für die heutige Debatte die Zwischenrufe feierlich einstellen, denn Sie sind das beste Beispiel dafür, was Intervention ist. Und das ist beweisbar, denn man hat Ihre Stimme gehört und Ihr Bild gesehen. – Das zu dem. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Bist mir noch heute neidig! – Abg. Grosz: Vor Neid erblasst!)
Abg. Ing. Westenthaler: Auch der Justiz!
Das Gebot auch und insbesondere eines öffentlich-rechtlichen Senders ist es, dass er Unabhängigkeit und Objektivität wahrt. (Abg. Ing. Westenthaler: Auch der Justiz!) Auch der Justiz. Herr Kollege Westenthaler, da gebe ich Ihnen recht: auch der Justiz. Das ist völlig klar. Und hier ist der Ort, wo dann darüber zu diskutieren ist, wenn es nicht so ist.
Abg. Ing. Westenthaler: Aber das hältst du aus!
Nicht nur deshalb, aber auch deshalb, weil Sie, Herr Staatssekretär, hier eine Äußerung des Redakteursrates wertfrei zur Untermauerung Ihrer eigenen Argumentation heranziehen. Abgesehen davon, dass diese Aussendung des Redakteursrates vor Untergriffigkeiten gegen meine Person strotzt und der Redakteursrat mir den Unterschied zwischen Reportage und Bericht erklären möchte (Abg. Ing. Westenthaler: Aber das hältst du aus!) – den kenne ich selbst –, eines ist bei beiden, einem Bericht und einer
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unglaublich, so etwas!
Es liegt mir fern, den ORF hier irgendwie pauschal zu verurteilen. Ich teile das, was vorhin gesagt wurde: Es wird dort an vielen Stellen sehr gute Arbeit geleistet, und es sollen nicht alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ORF unter dem, was da möglicherweise passiert ist, leiden müssen. (Abg. Strache: Das ist richtig! Genau!) Aber wenn es tatsächlich stimmt, dass ein ORF-Redakteur rechtsextreme Skinheads gegen Bezahlung und Verköstigung für eine Reportage angeheuert hat (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unglaublich, so etwas!), wenn es tatsächlich stimmt, dass dieser ORF-Redakteur diese Skinheads mit einem ORF-Fahrzeug zu einer Parteiveranstaltung hat bringen lassen, um sie dort auftreten zu lassen und somit dort ein dem Redakteur genehmes Bild herzustellen – einer dieser Skinheads sagte in der „Kronen Zeitung“, Zitat: „Ohne ORF wären wir nie zu Strache gefahren.“ –, und wenn es wirklich stimmt – wenn es stimmt! –, dass dieser Redakteur diesen Skinheads auch noch die Anschaffung von einschlägigen Utensilien für diesen Auftritt finanziert hat, ja dann, meine Damen und Herren, ist das ein grober Verstoß gegen das ORF-Gesetz, dann ist das ein grober Verstoß gegen die internen Programmrichtlinien des ORF, und dann ist das ein handfester Medienskandal und ein Anschlag auf unsere Demokratie. (Beifall bei ÖVP, FPÖ und BZÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ und des Abg. Tadler.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Strache: Das ist ja wie in der DDR! Das gibt es ja nicht! Wie in der DDR! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der beiden Kameraleute –: Wieso sitzen die zwei überhaupt da? – Abg. Strache: Und das wird verteidigt vom Staatssekretär!
Abgeordneter Ing. Norbert Hofer (FPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Frau Präsidentin! Ich möchte bekannt geben, dass der ORF, der die Sendung nicht überträgt, sich offenbar entschieden hat, auch den Livestream nicht zu übertragen. Das ist unterbrochen bis 17 Uhr, so steht es auf der Seite des ORF. (Abg. Strache: Das ist unfassbar!) Ich ersuche, das dringend in der Präsidiale zu behandeln. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Strache: Das ist ja wie in der DDR! Das gibt es ja nicht! Wie in der DDR! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der beiden Kameraleute –: Wieso sitzen die zwei überhaupt da? – Abg. Strache: Und das wird verteidigt vom Staatssekretär!)
Abg. Ing. Westenthaler: Eigentlich wäre die Präsidentin dafür zuständig, aber sie verteilt lieber Ordnungsrufe!
Abgeordneter Dieter Brosz (Grüne): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Der letzte Hinweis ist etwas, das überprüft werden sollte. Ich nehme an, dass die Präsidentin das auch machen wird, denn – unabhängig von der Schärfe der Debatte – die Form einer Übertragung vom Inhalt abhängig zu machen ist grundsätzlich unzulässig. Sollte es wirklich so sein, dass da bewusst zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht übertragen wird, dann wird es, glaube ich, auch eine klare Aussage der Präsidiale geben, dass es nicht so sein sollte. (Abg. Ing. Westenthaler: Eigentlich wäre die Präsidentin dafür zuständig, aber sie verteilt lieber Ordnungsrufe!) Ich gehe davon aus, dass dieser Vorwurf überprüft wird.
Abg. Ing. Westenthaler: ... der Alt-Stalinist!
Ich habe mir das auf dem Band angeschaut und kann auch nachvollziehen, dass das, was dort abgelaufen ist, auf Sie den Eindruck gemacht hat, den Sie artikuliert haben. Dieser Eindruck kann durchaus entstehen, wenn man nicht den Zusammenhang sieht, dass es da offenbar um eine Reportage gegangen ist – ich beziehe mich übrigens zum Teil auf die andere Seite, nämlich auf den Redakteursrat; das ist ja auch ein Gremium, das im ORF nicht ganz unbedeutend ist. (Abg. Ing. Westenthaler: ... der Alt-Stalinist!) Das ist für den Herrn Westenthaler irrelevant, ist schon klar. Nehmen wir nicht ernst. Vielleicht sollten wir einmal versuchen, die Faktenlage auseinanderzuhalten.
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist denn der heute? Gibt es den heute auch noch?
So, das ist meine subjektive Erfahrung. Ich habe gewusst, wie man in Teufels Küche kommt mit so einer gefakten Geschichte. Die war dann aber nur zu Ende, weil es einen anständigen Sozialdemokraten gegeben hat. Das war der einzige Anständige in diesem ganzen Spiel. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist denn der heute? Gibt es den heute auch noch?) Die habe ich heute vermisst, meine Damen und Herren! Ich habe das heute vermisst.
Abg. Ing. Westenthaler: Aber es nutzt nichts!
Ich erinnere auch an den Auftritt in „Wir sind Kaiser“ vor zwei Jahren, als „Wir sind Kaiser“, dieses Sendeformat, noch vollkommen politfrei war. Erster Auftritt: Eva Glawischnig. Was geschieht, wenn der Letzte in der Reihe dieser Grünen irgendeine OTS-Meldung hinausschickt, die keine Redaktion interessiert? – Die Grünen werden durchgeschaltet. Bis hin zu „im Zentrum“: Seit Monaten lesen wir es in der Programmvorschau in den Tageszeitungen: der gesamte Parlamentsklub der Grünen darf dort auftreten, jeden Sonntag ein anderer. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber es nutzt nichts!) – Das, sehr geehrte Damen und Herren, hat doch nichts mehr mit Demokratie zu tun, das hat doch nichts mehr mit einem öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu tun.
Abg. Ing. Westenthaler: Der sitzt ja selbst drin!
Abgeordneter Hermann Krist (SPÖ): Geschätzter Herr Präsident! Hohes Haus! (Abg. Dr. Graf: Ist eh alles in Ordnung, oder?) Ich möchte in Erinnerung rufen, dass der Sportminister, seit er als Sportminister in Funktion ist, auch mit beratender Stimme in diesem Gremium gesessen ist und bereits damals evident aufgezeigt hat, dass da verschiedene Dinge ... (Abg. Ing. Westenthaler: Der sitzt ja selbst drin!) – Mit beratender Stimme, das müssten Sie wissen, Kollege Westenthaler! Er hat seit diesem Zeitpunkt begonnen, verschiedene Dinge aufzuzeigen, und er hat auch von Anbeginn an die Offenlegung der Finanzierung gefordert, das wissen Sie ganz genau. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Es geht um öffentliche Gelder!
Bitte nicht zu vergessen, meine Herren, die Sie sich jetzt so lautstark zu Wort melden, das ÖOC ist ein privater Verein. Ich meine, wir haben hier im Hohen Haus Wichtigeres im Sinne der BürgerInnen zu beschließen, zu diskutieren und umzusetzen, als einen privaten Verein durch einen Untersuchungsausschuss zu überprüfen. (Abg. Ing. Westenthaler: Es geht um öffentliche Gelder!) – Ja, es ist alles in Ordnung, die Staatsanwaltschaft ermittelt, die Gerichte beziehungsweise die Behörden ermitteln. Wir haben Vertrauen zu den Behörden. Sie offensichtlich nicht, aber Sie hatten schon relativ oft Berührungsprobleme mit den Behörden. Wir haben keinerlei Probleme damit. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Abgeordneter Peter Haubner (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Ja, es ist sehr bedauerlich und bedarf wirklich der Aufklärung, was im Österreichischen Olympischen Comité passiert ist. Das ist keine Frage. Ich glaube, es ist für alle – und vor allem für den Sport, für die Sportlerinnen und Sportler – keine Freude, dass das Flagschiff des österreichischen Sports, das Österreichische Olympische Comité, eine derartige Schieflage erlitten hat. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wallner hat alles unterschrieben!
Nachdem die Neuaufstellung des Österreichischen Olympischen Comités Platz gegriffen hat, hat Karl Stoss unseren Weg fortgesetzt – denn wir waren es ja, die die Prüfungen beantragt haben. Er hat den Weg fortgesetzt, weitere Prüfungen veranlasst, und erst durch die Staatsanwaltschaft sind dann diese geheimen Konten aufgetaucht. Man konnte diese Konten ja nicht kennen, denn ein geheimes Konto hat ja den Sinn, geheim zu sein, und so werden es die Leute auch angelegt haben, dass es geheim bleibt. (Abg. Ing. Westenthaler: Wallner hat alles unterschrieben!)
Sitzung Nr. 59
Abg. Ing. Westenthaler: Aber dann nicht mehr!
Bundesministerin für Justiz Mag. Claudia Bandion-Ortner: Herr Abgeordneter Bucher, ich glaube, Sie haben letzten Februar im Parlament nicht gut aufgepasst. (Zwischenrufe beim BZÖ.) Da haben wir das 2. Gewaltschutzpaket beschlossen, und darin wurde Folgendes festgelegt: Der Beginn der Verjährungsfrist wurde vom 18. auf das 28. Lebensjahr verlegt. Jetzt ist es möglich, dass das Opfer noch im 48. Lebensjahr eine Anzeige erstatten kann. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber dann nicht mehr!) Also: 38 war die alte Rechtslage, 48 ist die aktuelle Rechtslage.
Beifall bei ÖVP und BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Seit 40 Jahren diskutieren die Experten und bringen nichts zusammen!
Bundesministerin für Justiz Mag. Claudia Bandion-Ortner: Bei diesem runden Tisch, der am 13. April im Familienministerium stattfinden wird, geht es vor allem um drei Themen: Es geht um Prävention, es geht um Reaktion, es geht um Sensibilisierung, um bessere Vernetzung und bessere Kommunikation. Es wurden hier Leute von Opferschutzeinrichtungen, von Polizei und vom Innenressort eingeladen, also Leute, die wirklich mit diesen Fällen zu tun haben. Wir wollen gemeinsam beraten, wie wir eine bessere Vernetzung und eine bessere Kommunikation herstellen können. Das ist keine politische Veranstaltung, sondern es geht hier wirklich um das Know-how von Experten. (Beifall bei ÖVP und BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Seit 40 Jahren diskutieren die Experten und bringen nichts zusammen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Geh!
Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz Rudolf Hundstorfer: Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir haben heute den 25. März (Abg. Ing. Westenthaler: Geh!), und ich darf heute, am 25. März, hier feststellen, dass zwischen 1. März, 0 Uhr früh, und 24. März, 17 Uhr, die Zahl der arbeitslosen Menschen um 41 000 gesunken ist. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele sind es ...? Wie viele werden es bei Siemens sein? Androsch! Ederer! Die roten Bosse, die die Leute rausschmeißen ...! – Abg. Strache: Die Schulungsumschichtung!) – Das werden Sie gleich hören, Herr Westenthaler, Sie müssen nur zuhören! Und, Herr Strache: Würden Sie meine Aussendungen lesen, wüssten Sie, dass die Schulungsteilnehmer natürlich sehr wohl immer mit kundgetan werden.
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele sind es ...? Wie viele werden es bei Siemens sein? Androsch! Ederer! Die roten Bosse, die die Leute rausschmeißen ...! – Abg. Strache: Die Schulungsumschichtung!
Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz Rudolf Hundstorfer: Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir haben heute den 25. März (Abg. Ing. Westenthaler: Geh!), und ich darf heute, am 25. März, hier feststellen, dass zwischen 1. März, 0 Uhr früh, und 24. März, 17 Uhr, die Zahl der arbeitslosen Menschen um 41 000 gesunken ist. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele sind es ...? Wie viele werden es bei Siemens sein? Androsch! Ederer! Die roten Bosse, die die Leute rausschmeißen ...! – Abg. Strache: Die Schulungsumschichtung!) – Das werden Sie gleich hören, Herr Westenthaler, Sie müssen nur zuhören! Und, Herr Strache: Würden Sie meine Aussendungen lesen, wüssten Sie, dass die Schulungsteilnehmer natürlich sehr wohl immer mit kundgetan werden.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist denen, die arbeitslos sind, relativ wurscht!
Zur Stunde – die Zahlen sind von gestern Abend – sind 270 117 Menschen arbeitslos gemeldet, und 85 296 sind in Schulungen. (Abg. Kickl: Wie viele sind arbeitslos, die nicht gemeldet sind?) In Summe gesehen sind das um 41 000 Menschen weniger als am 1. März, 0 Uhr. – Das ist einmal die Faktenlage. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist denen, die arbeitslos sind, relativ wurscht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie brauchen ja nicht die Abgeordneten zu verschaukeln mit diesen Zahlen! Die höchste Arbeitslosigkeit in der Geschichte!
Die Arbeitsmarktpolitik hat die größte Wirtschaftskrise seit Bestehen der Zweiten Republik zu bewältigen. (Abg. Grosz: Gibt es einen ... für 23.10 Uhr auch?) – Ja, das gibt es auch, Herr Grosz. Ich würde Sie ersuchen, einmal zuzuhören, dann werden wir ein paar Fakten wissen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie brauchen ja nicht die Abgeordneten zu verschaukeln mit diesen Zahlen! Die höchste Arbeitslosigkeit in der Geschichte!)
Abg. Ing. Westenthaler: Alles super ...! Alles perfekt! Bei Siemens passt auch alles!
Es ist dank unserem Gegensteuern Folgendes geglückt: Die Arbeitslosigkeit ist bereits in vier Bundesländern unter dem Niveau von 2009. Diese Bundesländer sind – wie ja öffentlich bekannt ist – das Burgenland, die Steiermark, Salzburg und Tirol. Die Jugendarbeitslosigkeit ist seit fünf Monaten im Sinken. (Abg. Ing. Westenthaler: Alles super ...! Alles perfekt! Bei Siemens passt auch alles!) Die Frauenbeschäftigung steigt wieder an, und die Industriearbeitslosigkeit geht zurück. Im vierten Quartal 2009, wie vor einer Stunde ... (Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Silhavy: Seid einmal ruhig! – Ironische Heiterkeit bei BZÖ und FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler, in Richtung der Abg. Silhavy: ... Oberlehrerin ...!)
Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Silhavy: Seid einmal ruhig! – Ironische Heiterkeit bei BZÖ und FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler, in Richtung der Abg. Silhavy: ... Oberlehrerin ...!
Es ist dank unserem Gegensteuern Folgendes geglückt: Die Arbeitslosigkeit ist bereits in vier Bundesländern unter dem Niveau von 2009. Diese Bundesländer sind – wie ja öffentlich bekannt ist – das Burgenland, die Steiermark, Salzburg und Tirol. Die Jugendarbeitslosigkeit ist seit fünf Monaten im Sinken. (Abg. Ing. Westenthaler: Alles super ...! Alles perfekt! Bei Siemens passt auch alles!) Die Frauenbeschäftigung steigt wieder an, und die Industriearbeitslosigkeit geht zurück. Im vierten Quartal 2009, wie vor einer Stunde ... (Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Silhavy: Seid einmal ruhig! – Ironische Heiterkeit bei BZÖ und FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler, in Richtung der Abg. Silhavy: ... Oberlehrerin ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: „Sehr erfreulich“, wenn die Arbeitslosigkeit stabil bleibt! „Sehr erfreulich“, Herr Minister! Stabil bleiben, da freuen sich alle! Na, das ist eine Argumentation!
Es ist gar keine Frage, die Männerarbeitslosigkeit ist höher als im Vorjahr. Es ist aber auch sehr erfreulich, dass die Frauenarbeitslosigkeit stabil geblieben ist und dass die Jugendarbeitslosigkeit ... (Abg. Ing. Westenthaler: „Sehr erfreulich“, wenn die Arbeitslosigkeit stabil bleibt! „Sehr erfreulich“, Herr Minister! Stabil bleiben, da freuen sich alle! Na, das ist eine Argumentation!) – Ja, weil das zeigt, dass Gegensteuerungsmaßnahmen wirken. Herr Westenthaler, ich bin sehr froh, dass ich in Österreich Minister bin und nicht zum Beispiel in Spanien, wo die Jugendarbeitslosigkeit 40 Prozent beträgt. Unsere Jugendarbeitslosigkeit bewegt sich im einstelligen Bereich. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: So ein Märchenerzähler! Ihr werdet euch anschauen bei den Wahlen!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: So ein Märchenerzähler! Ihr werdet euch anschauen bei den Wahlen!
Es ist gar keine Frage, die Männerarbeitslosigkeit ist höher als im Vorjahr. Es ist aber auch sehr erfreulich, dass die Frauenarbeitslosigkeit stabil geblieben ist und dass die Jugendarbeitslosigkeit ... (Abg. Ing. Westenthaler: „Sehr erfreulich“, wenn die Arbeitslosigkeit stabil bleibt! „Sehr erfreulich“, Herr Minister! Stabil bleiben, da freuen sich alle! Na, das ist eine Argumentation!) – Ja, weil das zeigt, dass Gegensteuerungsmaßnahmen wirken. Herr Westenthaler, ich bin sehr froh, dass ich in Österreich Minister bin und nicht zum Beispiel in Spanien, wo die Jugendarbeitslosigkeit 40 Prozent beträgt. Unsere Jugendarbeitslosigkeit bewegt sich im einstelligen Bereich. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: So ein Märchenerzähler! Ihr werdet euch anschauen bei den Wahlen!)
Abg. Ing. Westenthaler: So ein Märchenerzähler! Die Ederer haut gerade hunderte Leute raus!
Es ist an und für sich auch sehr erfreulich, dass es uns vor allem bei der Jugend – das ist die wichtigste aller Gruppen – geglückt ist, dass die Maßnahmen, etwa die Ausbildungsgarantie, gegriffen haben – und sie werden auch weiterhin greifen. (Abg. Ing. Westenthaler: So ein Märchenerzähler! Die Ederer haut gerade hunderte Leute raus!) Die Verweildauer in der Arbeitslosigkeit von Jugendlichen liegt in Österreich bei 73 Tagen. Im Gesamtdurchschnitt sind es 96 Tage. Es ist auch keine Frage, dass es sehr erfreulich ist, dass wir genauso viele Lehrverträge haben wie 2008, nämlich 131 000 Lehrverträge. (Abg. Kickl: Das wird all jene freuen, die über die Grenzen hineinkommen und dann bei uns auf dem Arbeitsmarkt ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Zur Faulenförderung!
Ich bin gerne bereit, über AMS-Aktivitäten jederzeit zu reden, gar kein Problem, aber ich ersuche die Kritiker, auch jene Zahlen zur Kenntnis zu nehmen, die nicht vom AMS stammen, sondern von den Betroffenen, die anonymisiert Fragebögen ausfüllen und da ihre Meinung kundtun. (Abg. Kickl: Kein Wort zur Mindestsicherung!) Zur Mindestsicherung komme ich schon noch, Herr Kickl. (Abg. Ing. Westenthaler: Zur Faulenförderung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie das jemandem, der ein Mindestgehalt bekommt! Sagen Sie das einer Verkäuferin im Supermarkt! Sagen Sie das einer Bezieherin eines Mindesteinkommens!
Wer immer behauptet, die Mindestsicherung sei eine Faulenförderung, wer immer behauptet, das sei etwas, wo Menschen sich in die Hängematte legen, den möchte ich auffordern: Sagen Sie das den 270 000 Menschen, die von Armut betroffen sind, die von der Notstandshilfe und von der Sozialhilfe leben müssen! – Punkt eins. (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie das jemandem, der ein Mindestgehalt bekommt! Sagen Sie das einer Verkäuferin im Supermarkt! Sagen Sie das einer Bezieherin eines Mindesteinkommens!)
Abg. Ing. Westenthaler: Genau vor zehn Jahren!
Ich erinnere mich noch daran, dass vor zehn Jahren Sozialminister hier gesagt haben: Wir sind stolz darauf, dass wir die niedrigste Arbeitslosigkeit in ganz Europa haben! (Abg. Mag. Molterer: Eine gute Regierung!) – Vor zehn Jahren, Herr Molterer! (Demonstrativer Beifall bei ÖVP und BZÖ.) Sie kommen schon noch mit Ihrer schwarz-blau/orangen Regierung dran. (Abg. Ing. Westenthaler: Genau vor zehn Jahren!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo denn? – Zwischenruf des Abg. Grosz.
Aber diese Bundesregierung hat einen Schwerpunkt auf Maßnahmen in diesem Bereich gelegt, und diese haben gegriffen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo denn? – Zwischenruf des Abg. Grosz.) Natürlich werden wir in Zukunft noch mehr Maßnahmen setzen, um sicherzustellen, dass die Arbeitslosigkeit in Österreich weiter sinkt. Und dafür möchte ich mich bei dir, Herr Bundesminister, sehr herzlich für deine engagierte Arbeit bedanken. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: So schafft man Arbeitsplätze, Herr Minister!
in unserem Land – es gibt genug davon, es sind insgesamt 200 000, 300 000 – einen Mitarbeiter einstellen und würden Sie die Lohnnebenkosten für diese Mitarbeiter um 50 Prozent senken, so wäre das unterm Strich für den Staat immer noch ein Gewinn, immer noch ein Erfolg. Es wäre vor allem aber ein arbeitsmarktpolitischer Erfolg in unserem Land. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Hundstorfer.) Das wäre zum Beispiel eine Vorgehensweise, die Sie wählen könnten. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: So schafft man Arbeitsplätze, Herr Minister!)
Bundesminister Hundstorfer befindet sich in einem Gespräch – Abg. Ing. Westenthaler: Er hört gerade nicht zu!
Weil Sie auch immer wieder beklagen, Herr Bundesminister, dass es so viele Teilzeitjobs in unserer Republik gibt (Bundesminister Hundstorfer befindet sich in einem Gespräch – Abg. Ing. Westenthaler: Er hört gerade nicht zu!): Das suchen sich sehr viele in unserem Land nicht freiwillig aus.
Zwischenruf der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Grosz
Was Sie und auch andere, die immer so tun, als wäre die Mindestsicherung eine soziale Hängematte, verschweigen, sind die Fakten. Sie tun so, als könnte sich jeder aussuchen, ob er arbeitet oder nicht arbeitet und dafür eine Mindestsicherung bekommt. Das stimmt ja nicht! Es gibt eine ganze Menge an Zugangshürden, um diese 744 € zu bekommen. Die Personen müssen für das AMS verfügbar sein, und ehe der Staat zahlt, muss auch sichergestellt sein, dass ein Vermögen über einer Freigrenze von 3 720 € abgebaut wurde. Lebensversicherungen müssen aufgelöst werden, Autos müssen verkauft werden, und wenn jemand ein Eigenheim hat, dann kann er dort bleiben, aber nach sechs Monaten lässt sich das Amt als Besitzer des Eigenheimes eintragen. Sagen Sie diese Dinge auch dazu! Lügen Sie die Menschen nicht an (Zwischenruf der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Grosz) und tun Sie nicht so, als würden die Leute in Wirklichkeit nur kassieren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ordnungsruf! Herr Präsident, schreiten Sie ein! – Abg. Grosz: Herr Präsident, ein Ordnungsruf!) – Ja, ist in Ordnung.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ordnungsruf! Herr Präsident, schreiten Sie ein! – Abg. Grosz: Herr Präsident, ein Ordnungsruf!
Was Sie und auch andere, die immer so tun, als wäre die Mindestsicherung eine soziale Hängematte, verschweigen, sind die Fakten. Sie tun so, als könnte sich jeder aussuchen, ob er arbeitet oder nicht arbeitet und dafür eine Mindestsicherung bekommt. Das stimmt ja nicht! Es gibt eine ganze Menge an Zugangshürden, um diese 744 € zu bekommen. Die Personen müssen für das AMS verfügbar sein, und ehe der Staat zahlt, muss auch sichergestellt sein, dass ein Vermögen über einer Freigrenze von 3 720 € abgebaut wurde. Lebensversicherungen müssen aufgelöst werden, Autos müssen verkauft werden, und wenn jemand ein Eigenheim hat, dann kann er dort bleiben, aber nach sechs Monaten lässt sich das Amt als Besitzer des Eigenheimes eintragen. Sagen Sie diese Dinge auch dazu! Lügen Sie die Menschen nicht an (Zwischenruf der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Grosz) und tun Sie nicht so, als würden die Leute in Wirklichkeit nur kassieren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ordnungsruf! Herr Präsident, schreiten Sie ein! – Abg. Grosz: Herr Präsident, ein Ordnungsruf!) – Ja, ist in Ordnung.
Abg. Ing. Westenthaler: Weil die Bauwirtschaft wieder da ist, das ist ja keine Frage!
Meine Damen und Herren, es wurde in den Raum gestellt, dass die Zahlen, die uns der Sozialminister heute präsentiert hat, eine Momentaufnahme sind, und das ist von einigen kritisiert worden. Lieber Herr Sozialminister, eine Momentaufnahme, aus der hervorgeht, dass sich die Situation im Vergleich zu den Zahlen, die wir aus den letzten Monaten kannten, derart verbessert hat (Abg. Ing. Westenthaler: Weil die Bauwirtschaft wieder da ist, das ist ja keine Frage!), bleibt natürlich eine Momentaufnahme, aber die Tatsache, über die wir uns alle gemeinsam freuen sollten, ist, dass die Arbeitslosigkeit zurückgegangen ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Im März beginnt der Bau!) Das ist etwas Positives, und das brauchen wir uns auch von niemandem zusammenschießen und schlechtreden zu lassen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Im März beginnt der Bau!
Meine Damen und Herren, es wurde in den Raum gestellt, dass die Zahlen, die uns der Sozialminister heute präsentiert hat, eine Momentaufnahme sind, und das ist von einigen kritisiert worden. Lieber Herr Sozialminister, eine Momentaufnahme, aus der hervorgeht, dass sich die Situation im Vergleich zu den Zahlen, die wir aus den letzten Monaten kannten, derart verbessert hat (Abg. Ing. Westenthaler: Weil die Bauwirtschaft wieder da ist, das ist ja keine Frage!), bleibt natürlich eine Momentaufnahme, aber die Tatsache, über die wir uns alle gemeinsam freuen sollten, ist, dass die Arbeitslosigkeit zurückgegangen ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Im März beginnt der Bau!) Das ist etwas Positives, und das brauchen wir uns auch von niemandem zusammenschießen und schlechtreden zu lassen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Weil im März der Bau beginnt!
Wir können uns darüber freuen, dass die Arbeitslosigkeit zurückgegangen ist (Abg. Ing. Westenthaler: Weil im März der Bau beginnt!), andererseits können wir uns aber nicht darüber freuen, dass sie nach wie vor hoch ist. Daher ist es klar, dass auch weitere Maßnahmen gesetzt werden müssen.
Abg. Ing. Westenthaler: Reg dich nicht so auf! – Abg. Grosz: Das ist nicht gut für das Herz!
Schauen wir uns die Entwicklung in anderen Ländern an, und wenn etwas gut funktioniert hat, dann sagen wir dazu auch: Ja, das hat gut funktioniert!, und loben wir doch auch diejenigen, die das gemacht haben! Das heißt ohnehin nicht automatisch, dass alles andere damit vom Tisch ist. Und natürlich müssen wir auch in Zukunft Maßnahmen setzen. (Abg. Ing. Westenthaler: Reg dich nicht so auf! – Abg. Grosz: Das ist nicht gut für das Herz!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Frau Ederer! – Abg. Grosz: Ederer und Androsch!
Ich möchte zum Abschluss noch Folgendes erwähnen, weil es mir wirklich sehr wichtig ist: Wenn hier Willi Haberzettl im Zusammenhang mit Frühpensionistinnen und Frühpensionisten angegriffen wird, dann kann ich das alles gut nachvollziehen. Aber meine Bitte an all jene, die mit dieser Argumentation hausieren gehen, ist: Sagen Sie auch Ihren Freunden in den eigenen Reihen, nämlich den Personalchefs in den großen Unternehmen, die alle eine Liste im Schreibtisch liegen haben, wer vielleicht schnell und bald in Pension gehen könnte (Abg. Ing. Westenthaler: Die Frau Ederer! – Abg. Grosz: Ederer und Androsch!): Machen Sie eine andere Politik! Helfen Sie mit, die Beschäftigungsquote der über 50-Jährigen in diesem Land entsprechend zu erhalten, und treiben Sie die Leute nicht in die Frühpension hinein! – Auf der einen Seite treiben Sie sie hinein, und nachher regen Sie sich auf, dass so viele Leute in Frühpension sind. Das kann es nicht sein, und so wird es auch nicht funktionieren. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Grosz: Herr Präsident! Ordnungsruf?! – Abg. Ing. Westenthaler: Ordnungsruf, Herr Präsident! Gibt’s da keinen Ordnungsruf, keine Rüge mehr? Ist der auch schon abgesagt? – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Präsident Fritz Neugebauer: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Steibl. – Bitte. (Abg. Ing. Grosz: Herr Präsident! Ordnungsruf?! – Abg. Ing. Westenthaler: Ordnungsruf, Herr Präsident! Gibt’s da keinen Ordnungsruf, keine Rüge mehr? Ist der auch schon abgesagt? – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Er gibt es doch selber zu! Er gibt es doch selber zu! Das ist ja unglaublich! – Abg. Grosz: Das ist ja unglaublich! Das ist eine Vorsitzführung! – Abg. Ing. Westenthaler: Er hat es selber zugegeben, aber Sie wollen über die Fernsehzeit drüberkommen, das ist der Skandal!
Am Wort ist Frau Abgeordnete Steibl. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Er gibt es doch selber zu! Er gibt es doch selber zu! Das ist ja unglaublich! – Abg. Grosz: Das ist ja unglaublich! Das ist eine Vorsitzführung! – Abg. Ing. Westenthaler: Er hat es selber zugegeben, aber Sie wollen über die Fernsehzeit drüberkommen, das ist der Skandal!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Bundesminister Hundstorfer –: Jahresfrist, nicht ... Monate!
Ja, Herr Kollege Hundstorfer, ich bin schon bei Ihnen, wenn Sie gewisse Lichtstreifen am Horizont sehen: Der Anstieg der Beschäftigung in den letzten Wochen ist ein solcher Lichtstreifen. Dass es im Bereich der Industrie und dort wiederum im Bereich der Leiharbeiter ein Stück weit besser geht als vor Jahresfrist, ist vielleicht ein solcher Licht- oder Silberstreifen am Horizont, weil es in der Industrie, weil es in der exportorientierten Industrie ein wenig besser geht. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Bundesminister Hundstorfer –: Jahresfrist, nicht ... Monate!) Aber, Hand aufs Herz, wir wissen, egal ob das Wirtschaftswachstum bei 1,5, 1,2 oder 1,8 Prozent liegt – in den nächsten Tagen erwarten wir wiederum eher etwas dämpfende Prognosedaten denn optimistische Prognosedaten –, solange wir unter 2 Prozent liegen, wird sich die Situation am Arbeitsmarkt wahrscheinlich nicht nachhaltig verbessern.
Abg. Bucher: Ja! Nicht die, die alles haben wollen! – Abg. Ing. Westenthaler: Was zu bezweifeln ist!
Sehr geehrter Herr Minister Hundstorfer, noch einen Satz oder zwei zum Thema Mindestsicherung: Solange die Mindestsicherung eine Vereinheitlichung der Sozialhilfen in Österreich auf einem fairen und transparenten Niveau darstellt, ist sie okay. Aber das ganz Entscheidende an der Umsetzung der Mindestsicherung wird die Frage sein: Wie schaut es in der Praxis aus? Gelingt es da, tatsächlich nur denjenigen Menschen die Mindestsicherung zugute kommen zu lassen, die eben Sozialhilfe benötigen, die – sagen wir es offen – Sozialfälle sind? (Abg. Bucher: Ja! Nicht die, die alles haben wollen! – Abg. Ing. Westenthaler: Was zu bezweifeln ist!) Gelingt es, so wie es das AMS immer vorgeschrieben hat – im Übrigen auch der frühere Vorsitzende des AMS-Verwaltungsrates, der leider diese Funktion nicht mehr ausüben darf, Professor Steinbach –, dass diese Mindestsicherung nur denjenigen zugute kommt, die tatsächlich an sich arbeitswillig sind, aber eben aufgrund ihrer Lebensumstände keine Arbeit ausführen können, oder wird sie zur sozialen Hängematte?
Abg. Ing. Westenthaler: Das war das einzige Richtige!
Abgeordnete Dr. Dagmar Belakowitsch-Jenewein (FPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Herr Bundesminister, Sie haben glücklicherweise Ihre Rede damit begonnen, zu sagen, heute ist der 25. März. (Abg. Ing. Westenthaler: Das war das einzige Richtige!) Wenn man die Rede gehört hat, hätte man auch glauben können, es ist der 1. April: Das war eine Scherzrede von oben bis unten!
Abg. Ing. Westenthaler: Das stimmt ja!
Abgeordnete der Oppositionsparteien posaunen hier vom Rednerpult hinaus, dass es 400 000 Arbeitslose wären. (Abg. Ing. Westenthaler: Das stimmt ja!) Bitte verwenden
Abg. Öllinger: Plus Pensionszuschuss-Bezieher! – Abg. Ing. Westenthaler: Sind 400 000!
wir doch alle gemeinsam hier in diesem Plenum die richtigen Zahlen! Es sind 355 413 Arbeitslose, und jeder Einzelne ist einer zu viel. Das haben wir heute schon gehört. (Abg. Öllinger: Plus Pensionszuschuss-Bezieher! – Abg. Ing. Westenthaler: Sind 400 000!) Glauben Sie mir eines: Ich weiß, was es heißt, Arbeitslosengeld zu beziehen, denn ich habe es leider schon machen müssen, weil ich saisonbedingt am Bau beschäftigt war.
Sitzung Nr. 60
Abg. Ing. Westenthaler: Wer das erfunden hat! Unfassbar!
Es kann nicht sein, meine sehr geehrten Damen und Herren, dass es immer noch einen § 207 im Strafgesetzbuch – normaler Missbrauch – gibt. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer das erfunden hat! Unfassbar!) Meine sehr geehrten Damen und Herren, was ist denn an einem Missbrauch normal? Überlegen wir uns doch einmal die Wortgebung dieses Gesetzes: „normaler Missbrauch“! Kann es ein Nationalrat in der heutigen Zeit überhaupt verantworten, dass wir „normalen Missbrauch“ überhaupt dulden? Meine sehr geehrten Damen und Herren, das darf es nicht geben. Dieser Gesetzespassus ist zu streichen! „Normale Missbräuche“ sind zu beseitigen, soll es nicht mehr geben! (Beifall beim BZÖ. – Ing. Westenthaler: Jeder Missbrauch ist schwer!)
Beifall beim BZÖ. – Ing. Westenthaler: Jeder Missbrauch ist schwer!
Es kann nicht sein, meine sehr geehrten Damen und Herren, dass es immer noch einen § 207 im Strafgesetzbuch – normaler Missbrauch – gibt. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer das erfunden hat! Unfassbar!) Meine sehr geehrten Damen und Herren, was ist denn an einem Missbrauch normal? Überlegen wir uns doch einmal die Wortgebung dieses Gesetzes: „normaler Missbrauch“! Kann es ein Nationalrat in der heutigen Zeit überhaupt verantworten, dass wir „normalen Missbrauch“ überhaupt dulden? Meine sehr geehrten Damen und Herren, das darf es nicht geben. Dieser Gesetzespassus ist zu streichen! „Normale Missbräuche“ sind zu beseitigen, soll es nicht mehr geben! (Beifall beim BZÖ. – Ing. Westenthaler: Jeder Missbrauch ist schwer!)
Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Graf. – Abg. Ing. Westenthaler: § 92, lebenslänglich ist gefordert!
Wir sollen uns dem Missbrauch der Kinder widmen, beispielsweise § 92 des Strafgesetzbuches, wenn ich diesen noch erwähnen darf. Wer Kinder zu Tode quält, bekommt maximal 10 Jahre Freiheitsentzug. Wer Kinder zu Tode quält, bekommt maximal 10 Jahre! – Meine Damen und Herren, wer Kinder zu Tode quält, muss sein ganzes Leben lang hinter Tür und Gitter verbringen. Das ist mein fester Grundsatz. – Danke. (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Graf. – Abg. Ing. Westenthaler: § 92, lebenslänglich ist gefordert!)
Abg. Mag. Stadler – auf einen auf der Galerie stehenden, filmenden Mann deutend –: Frau Präsidentin, ... Berechtigung? – Abg. Ing. Westenthaler: Hat er eine Filmberechtigung?
So denke auch ich, dass keinesfalls die Bundesregierung verharmlost, was an Verbrechen an diesen Menschen begangen wurde, sondern sehr wohl Maßnahmen setzt, wie die Einrichtung dieser einen Kommission. (Abg. Mag. Stadler – auf einen auf der Galerie stehenden, filmenden Mann deutend –: Frau Präsidentin, ... Berechtigung? – Abg. Ing. Westenthaler: Hat er eine Filmberechtigung?) Auch ich bin der Meinung, dass wir gespannt sein sollen, welche unabhängigen Experten/Expertinnen dort zusammenkommen werden. Nächste Woche wird präsentiert werden, wer daran arbeitet.
Abg. Kopf: Jetzt haben wir Aktuelle Stunde! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist beim nächsten Punkt!
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (BZÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Präsident, Sie haben die Uhr auf 7 Minuten eingestellt, nehme ich an. (Abg. Kopf: Jetzt haben wir Aktuelle Stunde! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist beim nächsten Punkt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jeden Tag etwas Neues!
Sagen Sie uns, was Sie tatsächlich vorhaben! Wollen Sie Massensteuern? Wollen Sie eine Erhöhung der Mehrwertsteuer? Herr Finanzminister! Wollen Sie tatsächlich von 20 Prozent auf 22 Prozent gehen? Sagen Sie uns das heute, so wie man Ihnen das auch von der SPÖ vorhält! Das sagen ja einige in Ihren Reihen (in Richtung SPÖ blickend), das kommt nicht von mir. Das richten Sie sich gegenseitig über die Medien aus. (Abg. Ing. Westenthaler: Jeden Tag etwas Neues!) Da muss man sich ganz offen fragen, ob das eine verantwortungsvolle Regierungspolitik ist oder reine Kampfrhetorik im Vorfeld wichtiger Landtagswahlen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Schwarzen machen das pausenlos!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Meine Damen und Herren! Herr Klubobmann Bucher, ich rufe dringend die Vereinbarungen, die wir in früheren Präsidialsitzungen getroffen haben, in Erinnerung! Vereinbarungen in Präsidialsitzungen gelten, auch wenn einzelne Mitglieder damals noch nicht dabei waren. Dort wurden schon mehrfach Übereinkommen getroffen, dass Namen von Politikerinnen und Politikern, aber auch von Menschen im öffentlichen Leben nicht verunglimpft werden. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Schwarzen machen das pausenlos!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja bewiesen! Das ist eine Tatsache!
Zum Zweiten: Wir sind auch übereingekommen – und dazu gibt es auch einen Vermerk in der kommentierten Fassung der Geschäftsordnung –, dass die Unterstellung oder das Wort „Lüge“ hier in diesem Saal nicht vorkommt. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja bewiesen! Das ist eine Tatsache!)
Abg. Grosz: Schon wieder eine Verunglimpfung des Namens! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist genau dasselbe!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Abgeordneter Buchner, eingangs, bevor ich auf die Fragen zu sprechen komme, noch ein paar Themen, die Sie angesprochen haben. (Rufe beim BZÖ: Bucher!) – Bucher, sorry! (Abg. Grosz: Schon wieder eine Verunglimpfung des Namens! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist genau dasselbe!)
Abg. Ing. Westenthaler: ... Gewichtsverlagerung, sonst reißt die zweite Achillessehne auch noch!
Das ist das Thema! Wir haben jahrelang daran zu kiefeln, was Sie als Kärntner in Kärnten mitverantwortlich verursacht haben. Das ist die Wahrheit. Nehmen Sie den Mund nicht zu voll! Ich sage Ihnen das. Sie haben bewiesen, dass Sie nicht wirtschaften können, Sie, wie Sie hier sitzen, in Ihrer politischen Verantwortung in Kärnten. Und wir werden das Gegenteil gemeinsam machen. – So viel zur Realität. So viel zur Perspektive für die Zukunft. (Abg. Ing. Westenthaler: ... Gewichtsverlagerung, sonst reißt die zweite Achillessehne auch noch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer war denn da in der Regierung? Nur die ÖVP! ÖVP-Alleinregierung!
Österreich hat einen riesigen Vorteil – auch das möchte ich hier sagen –: Aufgrund der guten wirtschaftlichen Daten, die in den letzten Jahren von den Vorgängerregierungen erkämpft wurden, vor allem ab dem Jahr 2000 (Abg. Ing. Westenthaler: Wer war denn da in der Regierung? Nur die ÖVP! ÖVP-Alleinregierung!), haben wir den Österreichvorsprung auch in der Krise ins Ziel gebracht.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Kommen Sie auch zu den Fragen?
Wer mehr spart, braucht weniger Steuern. Das ist unser Grundsatz, den wir in den nächsten Monaten verfolgen werden. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Kommen Sie auch zu den Fragen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Die ÖVP im Ausschuss abgelehnt! Stummvoll und Co im Ausschuss verhindert!
Was ich anrege und was wir in der Regierung tun sollten, ist im Gegenzug zur Abgabe bei den Banken die Abschaffung der Kreditvertragsgebühr. Das würde den Unternehmen und auch den privaten Kreditnehmern helfen. (Abg. Ing. Westenthaler: Die ÖVP im Ausschuss abgelehnt! Stummvoll und Co im Ausschuss verhindert!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das Problem ist nur, am Ende muss es stimmen!
Mir kommt vor, dass es in der Debatte oft untergeht, was hier im Parlament gemeinsam geschaffen wurde. Diese Rechtsqualität hat kein anderes europäisches Land in der Budgetplanung über vier Jahre hinweg. Und das ist für die Konsolidierung und für die Perspektive ein tatsächlich sehr entscheidender Punkt. (Abg. Ing. Westenthaler: Das Problem ist nur, am Ende muss es stimmen!) Es ist dies eine ganz entscheidende und auch hier im Parlament ja einstimmig beschlossene Unterstützung einer nachhaltigen und vorausschauenden Politik.
Abg. Ing. Westenthaler: Da sind Sie genau mit dem linken Fuß aufgekommen! Punktlandung! Bleiben Sie lieber am Boden!
Eine Abänderung der Ausgabenobergrenze ist nur mehr mit Mehrheitsentscheid hier im Hause möglich. Und die entsprechenden Strukturreformen zur Einhaltung der Ausgabenobergrenzen werden jetzt – das ist ein wichtiger Hinweis für Ihre Frage – in den Ministerien entsprechend ausgearbeitet. (Abg. Ing. Westenthaler: Da sind Sie genau mit dem linken Fuß aufgekommen! Punktlandung! Bleiben Sie lieber am Boden!)
Abg. Scheibner: Da steht ja, ob Sie dafür sind! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie werden ja eine Meinung auch noch haben!
Das derzeitige Gehaltsabkommen läuft bis 31. Dezember 2010. In der Vergangenheit wurde in der Regel im Oktober von der zuständigen Bundesministerin für öffentlichen Dienst über Aufforderung der Gewerkschaft öffentlicher Dienst zu Verhandlungen eingeladen. Ich kann daher zum gegenwärtigen Zeitpunkt nur auf die bisher geübte Vorgangsweise und die Zuständigkeiten verweisen. (Abg. Scheibner: Da steht ja, ob Sie dafür sind! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie werden ja eine Meinung auch noch haben!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das kann er ja gar nicht, gegen den Onkel!
Herr Finanzminister, wer verhandelt denn das? Wann wird denn das umgesetzt? Sie selbst haben gesagt, man muss die Ausgabendynamik der Länder brechen. Wo ist denn die Initiative, das auch wirklich umzusetzen? Das würden wir von Ihnen verlangen (Abg. Ing. Westenthaler: Das kann er ja gar nicht, gegen den Onkel!) – nicht hier
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Wahnsinn!
Schauen wir uns doch zum Beispiel nur Folgendes an: 100 Landtagsabgeordnete in Wien. Wenn ich das auf den Nationalrat, gemessen an der Bevölkerungsanzahl, umlege, dann würden hier über 900 Abgeordnete sitzen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Wahnsinn!) Sehr „sinnvoll“, meine Damen und Herren! Aber an dieser „heiligen Kuh“ wollen Sie nichts ändern. Und das ist nicht nur in Wien so, sondern auch in den anderen Bundesländern. (Zwischenbemerkung von der Regierungsbank.) – Na selbstverständlich, das ist die Realität, meine Damen und Herren! (Staatssekretär Mag. Schieder: 400, nicht 900!)
Abg. Ing. Westenthaler: Keine bösen Steuern!
Sehr geehrter Herr Westenthaler, was ist Ihr Vorschlag? Was ist Ihr Vorschlag, um das Budget zu konsolidieren? (Abg. Ing. Westenthaler: Keine bösen Steuern!) Nur Sparen ist unmöglich, es sei denn, Sie stellen sich hierher und sagen: Wir streichen die Familienbeihilfe, wir sperren Schulen und Spitäler, wir streichen verschiedene Sozialtransfers. Dann seien Sie aber so ehrlich und sagen Sie, dass das Ihr Plan ist! – Plötzlich kein Zwischenruf? Also ist das nicht Ihr Plan. Erfreulich. Wir sind uns also einig: Nur Sparen allein ist zwar ein guter Spruch, ein guter Slogan, aber unrealistisch.
Abg. Ing. Westenthaler: Das zahlen die Bankkunden! „Böse Steuern“, weil das die Kunden zahlen!
Was ist ... (Abg. Ing. Westenthaler: Das zahlen die Bankkunden! „Böse Steuern“, weil das die Kunden zahlen!) – Moment! Ruhe, es kommt schon der nächste Vorschlag! Wie lautet Ihr Einwand dagegen, dass Managergehälter ab 500 000 € zumindest nicht mehr von den Steuerzahlern bezahlt werden, daher nicht steuerlich absetzbar sind? – Kein Einwand! Also haben wir uns darauf geeinigt: Es gibt auch – wie ich es vor Kurzem genannt habe – gute, sprich gerechte Einnahmen und Steuern.
Abg. Ing. Westenthaler: Im Finanzausschuss ist er auch nicht oft!
Wenn Sie einmal bereit wären, auch in den Budgetausschuss zu kommen – ich habe Sie heuer noch kein einziges Mal im Budgetausschuss gesehen! (Abg. Ing. Westenthaler: Im Finanzausschuss ist er auch nicht oft!) – Im Finanzausschuss ist er auch
Abg. Ing. Westenthaler: Er ist auf Mauritius, in den USA ...!
nicht. Also ich weiß nicht, wo Sie sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Er ist auf Mauritius, in den USA ...!) Aber ich bitte Sie, Herr Finanzminister, kommen Sie in die Ausschüsse! Reden Sie mit uns! Reden Sie mit der Opposition! Diskutieren Sie unsere Vorschläge, anstatt immer abwesend zu sein! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit der Stiftung in der Steiermark?
Ich glaube, selten hat dieser Spruch so gegolten wie jetzt, dass letztlich das Budget eine in Zahlen gegossene Politik ist. Für die SPÖ, meine Damen und Herren, geht es natürlich auch um Gerechtigkeitsfragen und um Werte in der Gesellschaft, wie Solidarität oder wie der Generationenvertrag beispielsweise. Und es ist ja klar, dass in Krisenzeiten, in Zeiten einer Finanz- und Wirtschaftskrise eine ganz besondere Verantwortung auf den Schultern der zuständigen politischen Verantwortlichen ruht. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit der Stiftung in der Steiermark?) – Ich komme gleich dazu, Herr Kollege Westenthaler.
Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt auch „gute“ und „böse“ Stiftungen!
Selbstverständlich, meine Damen und Herren, sind die Vermögenden und die Privilegierten auch im Visier. (Abg. Grosz: Hat das die Frau Rudas genehmigt?) Der effektive Spitzensteuersatz ist bei uns ja nicht 50 Prozent, sondern – wenn man das 13. und 14. Gehalt berücksichtigt – 43,71 Prozent. (Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt auch „gute“ und „böse“ Stiftungen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wenn eine Verschuldung einmal eine Chance ist!
Ich bin sehr froh darüber, dass es diese Transparenzdiskussion jetzt wirklich gibt. Man muss mit den Ländern entsprechende Verhandlungen führen. Wer den Leitartikel im morgigen „Kurier“ liest, wird sehen, dass dort – das finde ich sehr interessant – die Verschuldung durchaus auch als Chance begriffen wird, was die Verwaltungsreform anbelangt. (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn eine Verschuldung einmal eine Chance ist!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wenn die Verschuldung einmal eine Chance ist!
Also insgesamt wird es einen Kraftakt brauchen. Es wird nicht leicht. Es ist keine einfache Zeit. Leicht macht es sich die Opposition, und zur Dringlichen Anfrage der Restbestände der Orangen: Na ja, ob das sinnvoll war, wo wir doch morgen wieder über dieses Thema reden, das sei dahingestellt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wenn die Verschuldung einmal eine Chance ist!)
Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt gute und böse Stiftungen!
Herr Kollege Kräuter, wenn man die Tendenz hat, dass man Stiftungen per se immer so ein bisschen schief anschaut, und den Eindruck vermitteln möchte, dass das fast etwas Unanständiges ist (Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt gute und böse Stiftungen!), und gleichzeitig einen Landeshauptmann in der Steiermark hat, dessen persönliches Modell eine solche Stiftung war, dann geht das nicht zusammen. (Abg. Binder-Maier: Oi, oi, oi!) Das muss ich Ihnen schon ins Stammbuch schreiben. (Beifall bei ÖVP und BZÖ.) So einfach kann man es sich nicht machen. (Abg. Ing. Westenthaler: Da sollte der Finanzminister ein bisschen hinschauen bei der Stiftung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Da sollte der Finanzminister ein bisschen hinschauen bei der Stiftung!
Herr Kollege Kräuter, wenn man die Tendenz hat, dass man Stiftungen per se immer so ein bisschen schief anschaut, und den Eindruck vermitteln möchte, dass das fast etwas Unanständiges ist (Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt gute und böse Stiftungen!), und gleichzeitig einen Landeshauptmann in der Steiermark hat, dessen persönliches Modell eine solche Stiftung war, dann geht das nicht zusammen. (Abg. Binder-Maier: Oi, oi, oi!) Das muss ich Ihnen schon ins Stammbuch schreiben. (Beifall bei ÖVP und BZÖ.) So einfach kann man es sich nicht machen. (Abg. Ing. Westenthaler: Da sollte der Finanzminister ein bisschen hinschauen bei der Stiftung!)
Abg. Binder-Maier: Oi, oi, oi! – Abg. Ing. Westenthaler: Er hat gesagt: Neue Steuern – nicht mit mir! – Abg. Grosz: Das Problem ist, dass er sich heute nicht mehr erinnern kann, was er gestern gesagt hat! – Abg. Mag. Stadler: So schießt man sich ins Knie!
Zur Dringlichen Anfrage, in der Herr Klubobmann Bucher am Beginn unseren Herrn Finanzminister mit den Worten „Keine neuen Steuern! Das war mein Ziel, und dazu stehe ich auch.“, zitiert (Abg. Binder-Maier: Oi, oi, oi! – Abg. Ing. Westenthaler: Er hat gesagt: Neue Steuern – nicht mit mir! – Abg. Grosz: Das Problem ist, dass er sich heute nicht mehr erinnern kann, was er gestern gesagt hat! – Abg. Mag. Stadler: So schießt man sich ins Knie!): Da weiß ich nicht, was daran zu kritisieren ist, meine Damen und Herren!
Abg. Ing. Westenthaler: Was macht ihr, wenn es die Krise nicht mehr gibt? Auf was redet ihr euch dann aus?
„Das war mein Ziel, und dazu stehe ich auch.“ – Das bringt, glaube ich, in sehr klarer und deutlicher Weise zum Ausdruck (Abg. Ing. Westenthaler: Was macht ihr, wenn es die Krise nicht mehr gibt? Auf was redet ihr euch dann aus?), dass es uns von der ÖVP in erster Linie darum geht, ausgabenseitig das Budget wieder in Ordnung zu bringen, ausgabenseitig das Budget zu sanieren. (Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Abg. Ing. Westenthaler: Der eigentliche Kanzler! – Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Das stimmt ja nicht!
Meine Damen und Herren von der ÖVP, die Lehrerproblematik war der Sündenfall. Dort hätten Sie Ihre parteipolitische Brille ablegen müssen und nicht sagen dürfen: Es trifft nur eine rote Ministerin, also lassen wir sie ausrutschen und Fritz Neugebauer und seine Lehrer machen! (Abg. Ing. Westenthaler: Der eigentliche Kanzler! – Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Das stimmt ja nicht!) – Aber natürlich war es so! Sie haben Frau Bundesminister Schmied ausrutschen lassen. Das hat Ihnen Ihr eigener Kanzler, Ihr Regierungschef, gesagt. Die Frau Minister hat Ihnen das gesagt. (Abg. Ing. Westenthaler: Der eigentliche Kanzler sitzt da oben!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der eigentliche Kanzler sitzt da oben!
Meine Damen und Herren von der ÖVP, die Lehrerproblematik war der Sündenfall. Dort hätten Sie Ihre parteipolitische Brille ablegen müssen und nicht sagen dürfen: Es trifft nur eine rote Ministerin, also lassen wir sie ausrutschen und Fritz Neugebauer und seine Lehrer machen! (Abg. Ing. Westenthaler: Der eigentliche Kanzler! – Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Das stimmt ja nicht!) – Aber natürlich war es so! Sie haben Frau Bundesminister Schmied ausrutschen lassen. Das hat Ihnen Ihr eigener Kanzler, Ihr Regierungschef, gesagt. Die Frau Minister hat Ihnen das gesagt. (Abg. Ing. Westenthaler: Der eigentliche Kanzler sitzt da oben!)
Sitzung Nr. 62
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja einzigartig, was Sie da machen! Stellt sich der Bundeskanzler her und sagt, er weiß gar nicht, ob das so kommt!
Eine Vorschau hat einen Vor- und einen Nachteil: Sie hat den Vorteil, dass man unter gewissen Annahmen so etwas wie eine mittelfristige Politik vorbereitet, sie hat aber auch den Nachteil, dass man von Annahmen bis zum Jahr 2014 ausgeht, von denen man zur Stunde nicht sagen kann, ob sie so eintreten werden. Niemand wäre vor fünf Jahren in der Lage gewesen, das heurige Jahr richtig zu prognostizieren, die Annahmen so zu treffen, dass sie mit den heutigen Gegebenheiten übereinstimmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja einzigartig, was Sie da machen! Stellt sich der Bundeskanzler her und sagt, er weiß gar nicht, ob das so kommt!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler
Wir dürfen dort, wo wir Investitionen bei Konjunkturprogrammen beschlossen haben, nicht zur Tagesordnung übergehen (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler), sondern müssen sehr genau nachrechnen, schauen, ob die Investitionen durchgeführt wurden, da ein Teil dieser Konjunkturprogramme die Investitionen und damit auch die Beschäftigung stärken soll.
Abg. Ing. Westenthaler: Nach der Wiener Wahl!
Wir haben also vor den Augen der Öffentlichkeit vieles vorzubereiten, das in Zahlen gegossen, in allen Details festgelegt beim jeweiligen Budget diesem Haus vorzulegen und dann hier zu beschließen sein wird. Es wird also Ende dieses Jahres für das nächste Jahr ein Budget geben, das sich in diesem Rahmen zu halten hat, das aber in den Details natürlich dann feststeht, wenn es für Ende dieses Jahres vorbereitet wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Nach der Wiener Wahl!)
Abg. Ing. Westenthaler: Danke, Herr Finanzminister!
Bundesminister für Finanzen Vizekanzler Dipl.-Ing. Josef Pröll: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Meine lieben Kolleginnen und Kollegen auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Wenn heute irgendwo in Österreich ein Kind geboren wird, dann hat es bereits 23 942 € Schulden. (Abg. Ing. Westenthaler: Danke, Herr Finanzminister!) Ein Schuldenrucksack, der unverantwortlich groß ist und der, wie der Herr Bundeskanzler angesprochen hat, wenn wir nichts tun, im Jahr 2014 pro Kind bereits auf 31 500 € angewachsen sein wird!
Abg. Ing. Westenthaler: Wer soll Ihnen das glauben?
Es gibt aber auch gute Nachrichten – und da bin ich bei dem Thema, das uns ab heute beschäftigen wird –: Mit dem heutigen Tag sagen wir dieser unfairen Zukunftsbelastung gemeinsam den Kampf an: das Bundesfinanzrahmengesetz als erster wichtiger Meilenstein zur Bekämpfung der Schulden, zur Bekämpfung der Zinszahlungen (Abg. Ing. Westenthaler: Wer soll Ihnen das glauben?) und für die Zukunft der nächsten Generationen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Beim Grasser hat es auch so angefangen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Cap sagt 50 : 50!
Zur Formel: 60 Prozent durch Einsparungen, 40 Prozent durch Mehreinnahmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Cap sagt 50 : 50!) Herr Klubobmann Cap, also da muss man schon sehr Acht geben. Zwischen 60 zu 40 und 50 zu 50 ist schon ein gewaltiger Unterschied. (Abg. Strache: Leicht auf- und abgerundet!) Ich halte mich an das, was vereinbart ist: 60 Prozent durch Einsparungen, 40 Prozent durch entsprechende steuerliche Einnahmen. (Beifall bei der ÖVP.) Das ist schon ein wesentlicher Punkt, Herr Kollege Cap.
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Und warum? – Abg. Ing. Westenthaler: Das hält nicht einmal die Achillessehne aus!
Sie haben ja ehrlicherweise zugegeben, dass Sie der Schulden-Vize der Republik sind. Noch niemals in der Geschichte der Zweiten Republik hat jemals ein Finanzminister 200 Milliarden € an Schulden zu verantworten gehabt. (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Und warum? – Abg. Ing. Westenthaler: Das hält nicht einmal die Achillessehne aus!) Das haben Sie heute zugegeben. Aber dann seien Sie auch ehrlich, Herr Finanzminister! Wir haben vor einem Jahr ein Bankenrettungspaket hier beschlossen. 100 Milliarden € zur Abfederung der Bankenkrise, 100 Milliarden €! (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Kärntner Hypo! Ihre Hypo!) Was haben Sie damals gesagt? Sie haben damals gesagt: Das wird ein Geschäft für die Republik! Das wird ein Geschäft für den Steuerzahler! – Das ist nachweisbar in Ihrer Rede. Am Ende zahlt die Rechnung der Steuerzahler, zahlt die Rechnung der Bankkunde. Das ist die Realität. Und das ist
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt liegt die Latte hoch!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Krainer. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt liegt die Latte hoch!)
Abg. Riepl: Er ist auch vorbestraft! – Abg. Ing. Westenthaler: Ich hab noch keine Bank an die Wand gefahren, wie ihr die BAWAG! Ihr fahrt die Banken an die Wand!
Die Politik beschäftigt sich seit nunmehr fast zwei Jahren schwerpunktmäßig mit der Finanz- und Wirtschafskrise. – Ich weiß, Kollege Westenthaler beschäftigt sich nicht mit diesen wichtigen Fragen. Der ist zu viel bei Gericht. (Abg. Riepl: Er ist auch vorbestraft! – Abg. Ing. Westenthaler: Ich hab noch keine Bank an die Wand gefahren, wie ihr die BAWAG! Ihr fahrt die Banken an die Wand!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wann fängt denn der endlich mit seiner Rede an?
Heute geht es um die Rahmenbedingungen für die Frage: Wie finanzieren wir jetzt diese Krise in Österreich? (Abg. Ing. Westenthaler: Wann fängt denn der endlich mit seiner Rede an?) Die Regierung hat das Bundesfinanzrahmengesetz vorgelegt, in dem sie sagt, 60 Prozent wollen wir ausgabenseitig einsparen und zu 40 Prozent das Budgetdefizit einnahmenseitig reduzieren. Ich halte dies für sehr ausgewogen.
Abg. Bucher: Ja, 200 Milliarden Schulden! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine „Punktlandung“!
Wenn Sie ein bisschen vergleichen, welche Prognosen es seitens der Opposition zum Budgetsaldo, zum Budgetergebnis des letzten Jahres gab und welche Debattenbeiträge hier dazu geliefert wurden, dann frage ich mich ganz einfach: Welche Prognosen haben gestimmt? Jene des Bundesfinanzministers oder Ihre Prognosen? – Tatsache ist, die Zahlen waren fast noch besser als die Punktlandung, die vom zuständigen Bundesminister prognostiziert wurde. Sie waren fast noch besser! (Abg. Bucher: Ja, 200 Milliarden Schulden! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine „Punktlandung“!) – Da können Sie sich etwas abpausen! (Ruf: Jetzt wird es peinlich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein Wahnsinn!
Es ist nun einmal Tatsache – viele reden von Griechenland, manche wollen uns sozusagen in seine Nähe rücken. Tatsache ist aber auch: Österreich hat ein Budgetdefizit von unter Umständen rund 70 Prozent des BIP, knapp darüber. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Wahnsinn!) – Das ist relativ hoch, unbestritten. Aber – ohne uns damit zu trösten –: Haben Sie schon einmal gesehen, dass Großbritannien 92 Prozent hat? (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel hat die Schweiz? – Abg. Bucher: „Mit der wollen wir uns nicht vergleichen!“) Haben Sie schon einmal gesehen, Herr Kollege, wie viel Amerika hat? Die kommen knapp an die 100 Prozent! Ganz zu schweigen von den Japanern, die bei 186 Prozent liegen und Schwierigkeiten haben. (Abg. Strache: Wie schaut es in Marokko aus? Das wäre doch ein Vergleichsland für Sie! – Abg. Bucher: Bangladesch? – Das wären vielleicht unsere Vorbilder!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel hat die Schweiz? – Abg. Bucher: „Mit der wollen wir uns nicht vergleichen!“
Es ist nun einmal Tatsache – viele reden von Griechenland, manche wollen uns sozusagen in seine Nähe rücken. Tatsache ist aber auch: Österreich hat ein Budgetdefizit von unter Umständen rund 70 Prozent des BIP, knapp darüber. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Wahnsinn!) – Das ist relativ hoch, unbestritten. Aber – ohne uns damit zu trösten –: Haben Sie schon einmal gesehen, dass Großbritannien 92 Prozent hat? (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel hat die Schweiz? – Abg. Bucher: „Mit der wollen wir uns nicht vergleichen!“) Haben Sie schon einmal gesehen, Herr Kollege, wie viel Amerika hat? Die kommen knapp an die 100 Prozent! Ganz zu schweigen von den Japanern, die bei 186 Prozent liegen und Schwierigkeiten haben. (Abg. Strache: Wie schaut es in Marokko aus? Das wäre doch ein Vergleichsland für Sie! – Abg. Bucher: Bangladesch? – Das wären vielleicht unsere Vorbilder!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie kommt er überhaupt dazu? – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Na ja, aber der Klubobmann der sozialdemokratischen Fraktion sagt: Sie wissen eh, das wird einmal 50 : 50 werden! – Schwamm drüber, ist ja nicht so tragisch. Herr Kollege Cap! 1,2 Milliarden € macht das aus, Ihr Fifty-fifty-Unterschied. – Also 1,2 Milliarden €, so flapsig, noch zusätzlich an höheren Steuern. Das ist mehr als das Doppelte des Familienpakets, das ist das gesamte Justizbudget, das ist das Dreifache des Budgets des Außenministeriums, dieses Fifty-fifty! (Abg. Ing. Westenthaler: Wie kommt er überhaupt dazu? – Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Ja, schmecks!
Abg. Ing. Westenthaler: Weil der Herr Cap 50 : 50 gesagt hat!
Und dann haben wir gefragt, wie wir es umsetzen, und wir haben gesagt: Gehen wir daran, das gemeinsam umzusetzen! – Daraufhin sagt dieselbe Frau Ministerin, die gute Ideen hat, sie habe kein Pouvoir, also keine Kompetenz, um das zu verhandeln (Abg. Ing. Westenthaler: Weil der Herr Cap 50 : 50 gesagt hat!), das müsste man mit den Ländern verhandeln. Das ist die jetzige Situation, Herr Kollege Cap.
Abg. Ing. Westenthaler: Na bravo! Perfekt!
Immer wenn wir über die Kompetenzen auch der Länder diskutieren, kommt sofort das „Njet!“ aus den Landesbüros, und der Herr Vizekanzler und auch der Herr Bundeskanzler sagen: Na ja, da können wir dann leider nichts machen! Das wäre einmal eine interessante Sache, anstatt ein Strategiepapier vorzulegen, aus dem wir eines konkret erfahren – wirklich wahr; dabei ging es um die Strategie für die Zukunft –: dass in der Präsidentschaftskanzlei eine neue Telefonanlage installiert wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Na bravo! Perfekt!) Das lesen wir in diesem Strategiepapier der österreichischen Bundesregierung; leider wirklich ein bisschen wenig.
Abg. Ing. Westenthaler: ... Unterbrechungen hinter dem Rednerpult! – weitere Zwischenrufe beim BZÖ
(Der Redner deutet auf die Rechnungshofberichte.) Hier stehen sie drin, unsere Ideen! (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Ihre Ideen?) Ja, unsere Ideen stehen hier genauso drin, weil eines sicher ist (Abg. Ing. Westenthaler: ... Unterbrechungen hinter dem Rednerpult! – weitere Zwischenrufe beim BZÖ): Niemand hat ein Monopol auf die Wahrheit (Abg. Ing. Westenthaler: Unerträglich ist so etwas!), und die Wahrheit ist, dass Österreich massiv reformbedürftig ist. Das ist die Wahrheit. Wenn der Rechnungshof diese Wahrheit erkennt und wir von der Opposition das auch so erkennen, dann
Abg. Ing. Westenthaler: Unerträglich ist so etwas!
(Der Redner deutet auf die Rechnungshofberichte.) Hier stehen sie drin, unsere Ideen! (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Ihre Ideen?) Ja, unsere Ideen stehen hier genauso drin, weil eines sicher ist (Abg. Ing. Westenthaler: ... Unterbrechungen hinter dem Rednerpult! – weitere Zwischenrufe beim BZÖ): Niemand hat ein Monopol auf die Wahrheit (Abg. Ing. Westenthaler: Unerträglich ist so etwas!), und die Wahrheit ist, dass Österreich massiv reformbedürftig ist. Das ist die Wahrheit. Wenn der Rechnungshof diese Wahrheit erkennt und wir von der Opposition das auch so erkennen, dann
Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Cap: Das war jetzt ein Trauerspiel! – Abg. Ing. Westenthaler: Er hat nur 3 Minuten Zeit! Und einer redet dauernd hinein!
Das Einzige, was ich Ihnen vorwerfen muss, ist, dass Sie das einfach ignorieren. Sie ignorieren, dass wir 200 Milliarden € an Staatsschulden haben (Abg. Bucher: Mehr!), plus die ausgelagerten Staatsschulden. Sie ignorieren, dass wir bald 15 Prozent unseres Gesamtbudgets nur für Zinsen ausgeben müssen, Tendenz stark steigend! All das ignorieren Sie. Und deshalb, Herr Finanzminister: Wir brauchen Reformen, wir brauchen sie schnell, und was wir vor allem brauchen, ist, dass Sie endlich, endlich die Empfehlungen des Rechnungshofs umsetzen. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.) – Danke schön. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Cap: Das war jetzt ein Trauerspiel! – Abg. Ing. Westenthaler: Er hat nur 3 Minuten Zeit! Und einer redet dauernd hinein!)
Abg. Ing. Westenthaler: „Herr Bürgermeister Windholz“ heißt das! – Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Ernest Windholz (BZÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! (Abg. Ing. Westenthaler: „Herr Bürgermeister Windholz“ heißt das! – Beifall beim BZÖ.) Das vorgelegte Bundesfinanzrahmengesetz ist eigentlich nichts anderes als ein massives Steuererhöhungsprogramm, da wird einiges niederprasseln. Jetzt gibt es eben Wahltermine, und es wird noch hinausgezögert.
Sitzung Nr. 64
Abg. Ing. Westenthaler: Der sogenannte Onkel Hypo!
Und wenn Sie das Wort „Hypo“ schon gut und gerne in den Mund nehmen, dann sagen Sie auch „Hypo Niederösterreich“. Sprechen Sie auch einmal von „Hypo Niederösterreich“! (Beifall bei BZÖ und FPÖ.) Sprechen Sie davon, dass Ihr Landeshauptmann Pröll in Niederösterreich 1 Milliarde € an Wohnbauförderung verspekuliert hat (Abg. Ing. Westenthaler: Der sogenannte Onkel Hypo!), dass auch da die Verantwortung für ein Riesendesaster zu suchen ist! Und geben Sie die Schuld für ein Debakel nicht immer anderen! (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Strache: Und jetzt zahlen wir 6,3 Milliarden mit der Nationalbank! – Abg. Ing. Westenthaler: Die Raiffeisen-Partie hätte zahlen müssen, die schwarze Raiffeisen! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, die Frage der Zahlungsunfähigkeit und der Alternativen ist zu stellen. Viele sagen, lassen wir Griechenland den Bach hinuntergehen, als Alternative. Wir haben heute Konsens – ich habe schon auf die Anfrage verwiesen –, dass Griechenland gerettet werden soll. Was wäre die Alternative? Und die muss man diskutieren in Zeiten wie diesen. Da sieht man die Alternativlosigkeit der Vorgangsweise der Euro-Zone. Eine Zahlungsunfähigkeit Griechenlands hätte alleine Österreich auf einen Schlag, bei Insolvenz, 5 Milliarden € gekostet. (Abg. Strache: Und jetzt zahlen wir 6,3 Milliarden mit der Nationalbank! – Abg. Ing. Westenthaler: Die Raiffeisen-Partie hätte zahlen müssen, die schwarze Raiffeisen! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Ahnungslos, „griechenlos“, hoffnungslos!
Wenn Griechenland in weiterer Folge – und das wäre anzunehmen – die Euro-Zone destabilisiert hätte, den Euro an den Rand der gemeinsamen Währungsunion gebracht hätte, würde ein Auseinanderbrechen bedeuten, dass wir einen volkswirtschaftlichen Verlust zwischen 20 und 40 Milliarden € und damit Tausende und Hunderttausende Arbeitsplätze gefährdet hätten, dass wir einen Wirtschaftseinbruch von 0,3 bis 0,4 Prozent zu verzeichnen hätten. Das ist nicht zu verkraften für Europa, und es ist auch nicht zu verkraften für Österreich. Und deswegen sind die Rettung und die Unterstützung für Griechenlos (Abg. Kickl: Genau! – ironische Heiterkeit bei FPÖ und BZÖ), Griechenland alternativlos, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Ahnungslos, „griechenlos“, hoffnungslos!)
Abg. Ing. Westenthaler: Und was, wenn nicht?
Deswegen werden wir ganz genau hinschauen, ob sie das alles wahrmachen: Kürzungen beim 13. und 14. Gehalt im öffentlichen Dienst und bei den Pensionen (Abg. Mag. Stefan: Und wenn nicht?), Streichung von Zulagen, Einführung einer Solidaritätsabgabe (Abg. Kickl: Und was ist der Plan B?), Erhöhung der Mehrwertsteuer, Erhöhung der Abgaben auf Treibstoffe, Zigaretten, Alkohol (Abg. Ing. Westenthaler: Und was, wenn nicht?), Sondersteuer für gewinnbringende Unternehmen, Steuer auf Glücksspiel und so weiter. Wir werden darauf schauen, dass diese Liste von Maßnahmen, die in Griechenland weh tun wie nie zuvor, von den Griechen abgearbeitet und umgesetzt wird, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Und was ist, wenn das nicht geschieht?)
Abg. Ing. Westenthaler: Und was ist, wenn das nicht geschieht?
Deswegen werden wir ganz genau hinschauen, ob sie das alles wahrmachen: Kürzungen beim 13. und 14. Gehalt im öffentlichen Dienst und bei den Pensionen (Abg. Mag. Stefan: Und wenn nicht?), Streichung von Zulagen, Einführung einer Solidaritätsabgabe (Abg. Kickl: Und was ist der Plan B?), Erhöhung der Mehrwertsteuer, Erhöhung der Abgaben auf Treibstoffe, Zigaretten, Alkohol (Abg. Ing. Westenthaler: Und was, wenn nicht?), Sondersteuer für gewinnbringende Unternehmen, Steuer auf Glücksspiel und so weiter. Wir werden darauf schauen, dass diese Liste von Maßnahmen, die in Griechenland weh tun wie nie zuvor, von den Griechen abgearbeitet und umgesetzt wird, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Und was ist, wenn das nicht geschieht?)
Abg. Ing. Westenthaler: Der nächste Mauritius-Urlaub ist gesichert!
Wir gehen von einer vollständigen Rückzahlung des Kredits samt Zinsen aus. (Ironische Heiterkeit bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Mag. Stadler: Es darf gelacht werden!) – Griechenland ist kein Entwicklungsland, sondern hat bereits einen relativ hohen Lebensstandard. 94 Prozent von EU-27 im Schnitt. Griechenland stehen bis zum Jahr 2013 EU-Strukturfonds-Mittel (Abg. Kickl: Also auf gut Deutsch: Das wird ein Riesengeschäft!) – meine sehr geehrten Damen und Herren, hören Sie sich auch den zweiten Teil der Antwort an! – in Höhe von 16 Milliarden € zur Verfügung. Diese Mittel können gestoppt und umgeleitet werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Der nächste Mauritius-Urlaub ist gesichert!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sauer sind sie auf den Finanzminister! – Abg. Bucher: Inserate auf Pump!
Meine Damen und Herren! In Griechenland sind schwere Fehler passiert, überhaupt keine Frage. Die Situation dort ist größtenteils selbst verschuldet, und die Menschen in Österreich sind zu Recht verunsichert, verärgert (Abg. Ing. Westenthaler: Sauer sind sie auf den Finanzminister! – Abg. Bucher: Inserate auf Pump!), auch zornig, zu Recht, denn die Ursachen für die Misere in Griechenland liegen im eigenen Land.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist peinlich, was Sie da aufführen! Setzen!
Abgeordneter Gabriel Obernosterer (ÖVP): Herr Klubobmann Bucher und Herr Klubobmann Strache haben in ihren Ausführungen behauptet, dass Landesrat Martinz Aufsichtsrat in der Kärntner Hypo war. (Abg. Dr. Graf: In der Holding!) Herr Klubobmann Strache hat gesagt, dass er Aufsichtsratsvorsitzender war. – Das ist nicht richtig! (Abg. Strache: In der Holding!) Landesrat Martinz war nie Aufsichtsrat in der Hypo (Abg. Strache: Er war Vorsitzender!), sondern der Vertreter der Kärntner Landesregierung in der Hypo war immer der Finanzreferent (Zwischenrufe und Beifall bei der FPÖ), und zwar war das der Herr Pfeifenberger, dann der Herr Landeshauptmann Haider, und jetzt ist es der Herr Dobernig. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist peinlich, was Sie da aufführen! Setzen!)
Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!
Und diese 2,3 Milliarden € nehmen Sie auch noch in Ihrer wirtschaftspolitischen Weitsichtigkeit, um – und die „Krone“ schreibt das heute richtig – mit Ihrer EU-Hilfe auch noch Super-Reiche, Banken und jene, die bereits jetzt schon die Steuern hinterzogen haben, in Griechenland zu finanzieren. Das mit dem Steuergeld der Österreicherinnen und Österreicher, mit dem Steuergeld von Menschen in einem Land, das derzeit eine Million Menschen in Armut zu verzeichnen hat und 400 000 Arbeitslose! (Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!) Ja, es gibt Familien in diesem Land – Herr Finanzminister, Ihre Familie nicht! –, die nicht wissen, wie sie sich das tägliche Leben noch in irgendeiner Form leisten sollen. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Er lacht auch noch darüber!
Sehr geehrter Herr Bundesminister, mit Ihrer Vorgangsweise brechen Sie – das muss man sich einmal vergegenwärtigen – das Stabilitätsgesetz, indem Sie die 2 Milliarden auf 2,3 Milliarden im Alleingang erhöhen. Nur auf Initiative des BZÖ und Klubobmannes Bucher können wir aufgrund einer Bringschuld, wo Sie eigentlich eine Holschuld hier dem Parlament gegenüber hätten, heute mit Seiner Majestät, dem Herrn Finanzminister, einmal darüber diskutieren, wie er mit dem Steuergeld der Österreicherinnen und Österreicher umgeht. Sehr huldvoll! (Abg. Ing. Westenthaler: Er lacht auch noch darüber!) Wir sind Ihnen dankbar, dass Sie persönlich erschienen sind.
Abg. Ing. Westenthaler: Weißt du, was ich am 9. Mai mach’? – Muttertag!
Wir sollten auch daran denken, dass wir jetzt vor dem Europatag stehen. Am Sonntag, dem 9. Mai, ist Europatag. Da werden wir die Stärken Europas herausstreichen! (Abg. Ing. Westenthaler: Weißt du, was ich am 9. Mai mach’? – Muttertag!) Vor 60 Jahren hat Robert Schuman – auch das möchte ich ins Gedächtnis rufen – seine Erklärung abgegeben, die eine Gründungserklärung für Europa war. Und ich möchte auch darauf hinweisen – und das ist nicht sehr lange her, Kolleginnen und Kollegen! –, dass, als am Höhepunkt der Finanzkrise, gerade Österreich als eine kleine Volkswirtschaft enorm davon profitiert hat, dass damals die Stabilität der Euro-Zone verhindert hat, dass man gegen unsere Volkswirtschaft erfolgreich spekulieren konnte, wie das etwa gegen Ungarn der Fall war. Da waren wir sehr, sehr dankbar. Und daher ist es jetzt sinnvoll und richtig, Griechenland im Sinne von Solidarität und europäischer Verantwortung beizustehen, aus wohlverstandenem europäischem und daher auch österreichischem Interesse.
Sitzung Nr. 66
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Bundeskanzler, das müssen Sie dem Mann neben Ihnen sagen, nicht uns! Der sitzt neben Ihnen, der die Steuern erhöht!
Der gleiche Einsatz ist aber notwendig, um die Lektionen aus der Krise zu lernen und dafür zu sorgen, Einnahmen zu erzielen, die nichts mit Massensteuern zu tun haben, und ich erwähne da als eine dieser Maßnahmen die Finanztransaktionssteuer. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Bundeskanzler, das müssen Sie dem Mann neben Ihnen sagen, nicht uns! Der sitzt neben Ihnen, der die Steuern erhöht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Papandreou zuerst! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Ich sage Ihnen etwas: Mir ist es völlig egal, von welcher Partei, es müssen diejenigen, die ... – (Abg. Ing. Westenthaler: Papandreou zuerst! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) Den Namen Karamanlis sollte man dabei nie vergessen. Er war zumindest mit seiner Untätigkeit nicht ganz unbeteiligt. (Abg. Ing. Westenthaler: Papandreou ist Erster!) Ich sage nur, auch das ist ein Aspekt, der dazugehört.
Abg. Ing. Westenthaler: Papandreou ist Erster!
Ich sage Ihnen etwas: Mir ist es völlig egal, von welcher Partei, es müssen diejenigen, die ... – (Abg. Ing. Westenthaler: Papandreou zuerst! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) Den Namen Karamanlis sollte man dabei nie vergessen. Er war zumindest mit seiner Untätigkeit nicht ganz unbeteiligt. (Abg. Ing. Westenthaler: Papandreou ist Erster!) Ich sage nur, auch das ist ein Aspekt, der dazugehört.
Beifall bei ÖVP und FPÖ sowie des Abg. Ing. Westenthaler. – Abg. Strache: Das ist richtig!
Herr Kollege Cap, es hat mich nicht überrascht, aber doch ein bisschen enttäuscht, dass du die Ursachen eigentlich nur bei den Spekulanten und beim Finanzmarkt und sogar noch bei der Schweiz und bei Steueroasen suchen willst. Zur Schweiz nur ein Wort: Führen wir eine seriöse Debatte über unseren Nachbarstaat! (Abg. Weinzinger: Haben wir heute eine Schweiz-Debatte?) Die Schweiz zahlt zwei Mal so viel wie wir in den IWF. Die Schweiz hat inzwischen zwei Drittel ihrer Devisenreserven in Euro, trägt also auch massiv zur Stabilisierung des Euro bei. Sie hat es nicht verdient, auf diese undifferenzierte Art und Weise behandelt zu werden. (Beifall bei ÖVP und FPÖ sowie des Abg. Ing. Westenthaler. – Abg. Strache: Das ist richtig!) Aber natürlich sind auch die Spekulanten mit schuld. Sie sind zwar nicht die Ursache – das sind die Schulden –, aber sie sind als Verstärker dieser Krise aufgetreten und haben das Problem natürlich noch vergrößert.
Abg. Ing. Westenthaler: Das war ein Regiefehler!
Das heißt, meine Damen und Herren, wir kommen gar nicht darum herum, jene strukturellen Probleme, die wir auch in Österreich haben und die auch vor der Krise schon da waren – im Gesundheitswesen, im Pensionssystem, in der Verwaltung, auch im Förderungswesen –, zu beheben und zu verbessern. (Abg. Mag. Stadler: Das hat man bei den Lehrern gesehen!) Professor Aiginger, der Parteipolitik wirklich unverdächtig, hat bei der SPÖ-Klubklausur ein paar gute Anleitungen gegeben. Es hat vielleicht in der SPÖ nicht allen gefallen (Abg. Ing. Westenthaler: Das war ein Regiefehler!), aber er hat dafür plädiert, keinen Alleingang bei der Finanztransaktionssteuer zu machen, eine ausgabenseitige Sanierung des Budgets vorzunehmen, intelligente Privatisierungen durchzuführen.
Abg. Ing. Westenthaler: Sind nur 50 Milliarden weniger!
Ja, wenn Sie uns schon informieren, dann informieren Sie uns richtig, (Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll) sprechen Sie nicht von 700 Milliarden €, sondern sprechen Sie vom tatsächlichen Betrag, der geschnürt wurde, nämlich 750 Milliarden €. (Abg. Ing. Westenthaler: Sind nur 50 Milliarden weniger!) Wenn Sie 50 Milliarden € so einfach unter den Tisch fallen lassen (Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Grosz), meine sehr geehrten Damen und Herren, dann denken Sie daran, dass das österreichische Budget fast genauso hoch ist. (Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Grosz
Ja, wenn Sie uns schon informieren, dann informieren Sie uns richtig, (Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll) sprechen Sie nicht von 700 Milliarden €, sondern sprechen Sie vom tatsächlichen Betrag, der geschnürt wurde, nämlich 750 Milliarden €. (Abg. Ing. Westenthaler: Sind nur 50 Milliarden weniger!) Wenn Sie 50 Milliarden € so einfach unter den Tisch fallen lassen (Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Grosz), meine sehr geehrten Damen und Herren, dann denken Sie daran, dass das österreichische Budget fast genauso hoch ist. (Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll.)
Zwischenruf des Abg. Grosz. – Abg. Ing. Westenthaler: Auch beim Staatssekretär! Frühpensionist!
Wir brauchen endlich Mut zur Wahrheit, Herr Vizekanzler und Finanzminister. Sprechen Sie die Probleme wirklich an und lösen Sie sie auch! Zum Beispiel dann, wenn Sie heute davon sprechen, dass wir im Bereich der Pensionen Reformen brauchen. Die Pensionen sind nicht sicher. Wir haben bei den Pensionen einen Privilegienstadel, der nicht mehr haltbar ist; der ist nicht mehr finanzierbar. (Zwischenruf des Abg. Grosz. – Abg. Ing. Westenthaler: Auch beim Staatssekretär! Frühpensionist!)
Abg. Ing. Westenthaler: Schweiz-Lehrgang für Cap!
Das Gleiche gilt auch, was die Schweiz betrifft. Ich sage ganz offen, die Schweiz ist genauso wie Österreich dem OECD-Kontext unterworfen; sie bekämpft genau wie wir Steuersünder und Steuerhinterzieher. (Abg. Kickl: Cap, aufpassen!) Die Schweiz hat in den letzten 18 Monaten Euro für 60 Milliarden Schweizer Franken gekauft, hat damit einen Buchverlust von mittlerweile 5 Milliarden Schweizer Franken – das ist nicht gerade wenig –, hält zwei Drittel, wie bereits Klubobmann Kopf gesagt hat, ihrer Währungsreserven in Euro. (Abg. Ing. Westenthaler: Schweiz-Lehrgang für Cap!) Das ist doch ein beachtliches Signal. Das ist jedenfalls beachtlicher als das, was die Briten tun, die sich als EU-Mitglied nicht einmal am Euro-Rettungsschirm beteiligen. Das Nicht-EU-Mitglied Schweiz kann nicht zu mehr verpflichtet werden als etwa die EU-Mitglieder selber. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Petzner. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist in Österreich auch so, die fürchten sich auch vor den Wahlen!
Aber abgesehen davon: Bundeskanzlerin Merkel – ich meine, bringen wir doch die Sache schonungslos auf den Punkt – hat innenpolitisch und vor allem europapolitisch in den letzten vier Monaten an Reputation, an Statur verloren, und zwar in einem atemberaubenden Tempo. Das kommt eben davon, wenn man vier Monate lang Europa hinhält, mit Rücksicht auf die Wahlen in Nordrhein-Westfalen. Dann bekommt man die Rechnung in doppelter Hinsicht dafür präsentiert. (Beifall bei den Grünen, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Petzner. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist in Österreich auch so, die fürchten sich auch vor den Wahlen!) Man verliert die Reputation auf europapolitischer Ebene und man verliert die Wahlen in Nordrhein-Westfalen. Die hätte sie sonst auch verlieren können, aber wenigstens mit fliegenden Fahnen. Da hätte sie nicht an Ehre verloren, und das hat sie. Also damit kann ich überhaupt nichts anfangen.
Abg. Ing. Westenthaler: Der Euro fällt weiter!
(Abg. Ing. Westenthaler: Der Euro fällt weiter!) Die Prämien für CDS sind, wie ich annehme, zurückgegangen, falls überhaupt noch jemand einen Kredit versichert. Das sind alles gute Anzeichen. Aber wie es nun einmal in der Ökonomie so geht: Man löst ein Problem, und andere tun sich auf. Das muss man auch dazusagen. Sie haben ein neues Moral Hazard Problem sozusagen erster Güte aufgemacht. Kreditgeber aller Art, von den Banken angefangen bis zu den Pensionsfonds, glauben jetzt zu wissen, dass ein Staat nicht bankrottgehen kann. Das wird ein Irrtum sein, aber momentan ist es das, worin man sich in Sicherheit wiegt.
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Herr Finanzminister Pröll, sind Sie so säumig? – Das war eine Kritik Ihres Parteifreundes Schüssel an Ihnen. Zwei Jahre lang haben Sie das alles nicht gemacht, was Herr Schüssel jetzt gescheit dahergeredet hat. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Eine Aufforderung Ihres eigenen Parteivorsitzenden. Nicht die Hände zusammenklappen! Sie sollten endlich handeln statt Hände falten, meine Damen und Herren, das wäre viel gescheiter! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Macht es! – Abg. Ing. Westenthaler: Machen! – Abg. Mag. Stefan: Wer macht es denn?
Erster Punkt: Es muss die Politik des Augenzwinkerns und des Leserbriefschreibens in der Frage der europäischen Integration zu Ende sein. (Beifall bei der ÖVP.) Nur ein starkes Europa wird einen starken Euro bringen und wird Österreich entsprechend unterstützen, meine Damen und Herren! (Abg. Mag. Stefan: Wo ist das?) Es muss doch klar sein, dass beispielsweise eine Hedgefonds-Regelung nur auf europäischer Ebene möglich ist. Es muss doch klar sein, dass eine Finanztransaktionssteuer nur auf europäischer Ebene möglich ist, meine Damen und Herren! (Abg. Mag. Stadler: Macht es! – Abg. Ing. Westenthaler: Machen! – Abg. Mag. Stefan: Wer macht es denn?)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Steuerzahler haftet!
ren! Von der Tagesordnung her könnte der heutige Parlamentstag ein wirklich großer Tag sein. Wir beschließen den Schutzschirm für den Euro. (Abg. Strache: Großer Tag für Österreich!) Der Euro ist kein abstraktes Gebilde. Er ist unser Geld, unsere Löhne und Gehälter, unsere Pensionen, unsere Spareinlagen – alles in Euro. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Steuerzahler haftet!) Und im nächsten Tagesordnungspunkt beschließen wir das Bundesfinanzrahmengesetz, die Schuldenbremse für die nächsten vier Jahre. (Die Abgeordneten Mag. Stefan und Strache: Schuldenbremse!) Also: Da Schutzschirm für den Euro, da Schuldenbremse für die nächsten vier Jahre – das wäre ein wirklich großer Tag.
Abg. Ing. Westenthaler: Gott sei Dank!
Warum es kein großer Tag ist, sagen wir ganz offen, liebe Freunde von der Opposition – ich sage bewusst Freunde, weil ich viele von Ihnen sehr schätze als Mitglieder des Finanzausschusses. Ich bin heute wirklich enttäuscht vom Verhalten der Opposition. Gar keine Frage, in jedem Land der Welt ist die Opposition in aller Regel anderer Meinung als die Regierung. (Abg. Ing. Westenthaler: Gott sei Dank!) Aber das sind heute keine gewöhnlichen Punkte, Routinepunkte. Heute geht es um etwas, was die Menschen in unserem Land unglaublich berührt. (Ruf beim BZÖ: Konkret die Brieftaschen der Menschen berührt das, die Bankkonten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Großer Tag!
Abgeordneter Gerald Grosz (BZÖ): Herr Präsident! Verehrte Regierungsmitglieder! Hohes Haus! Kollege Stummvoll! Langsam habe ich geglaubt, dass ich heute, am 19. Mai, im falschen Haus im falschen Film bin. Sie treten heute hier heraus – an einem Tag, an dem 15 Milliarden €, die unvorstellbare Summe von 15 Milliarden €, für ein Euro-Rettungspaket, für einen Spekulationssumpf, nach Brüssel geschickt werden (Abg. Ing. Westenthaler: Großer Tag!), an einem Tag, an dem 2,3 Milliarden €, die unvorstellbare Summe von 2,3 Milliarden € (Zwischenruf des Abg. Strache. – Ruf bei der ÖVP: Bei der Haftung wird nicht ...!), in den Schuldenturm Griechenland geschickt werden, zur Finanzierung der dortigen Korruption, zur Finanzierung der dortigen Straßenkämpfe, zur Finanzierung des dortigen Bankenpaketes, an dem österreichische Banken beteiligt sind – und Sie gehen heute hier heraus und sprechen von einem großen Tag für Österreich! Vielleicht hätten Sie sich gleich heraus stellen und einen Antrag einbringen sollen, dass der 19. Mai in Zukunft der neue österreichische Nationalfeier-
Abg. Ing. Westenthaler: Mit Steuergeldern!
Bundesminister für Finanzen Vizekanzler Dipl.-Ing. Josef Pröll: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir diskutieren seit der Früh, seit den beiden Berichten von Kanzler und Vizekanzler zu Europa, ein sehr wichtiges Thema, und ich muss ganz ehrlich sagen: Jetzt bin ich natürlich auch dabei gewesen, im Zentrum der Lösungsnotwendigkeit in Brüssel, über Tage, Wochen in der letzten Zeit, und ich frage mich: Glaubt irgendjemand in diesem Hohen Haus, dass 16 Finanzminister der Eurozone, 27 Finanzminister im ECOFIN aus Jux und Tollerei Rettungspakete schnüren in einer Dimension, wie das in Europa noch nie gesehen wurde (Abg. Ing. Westenthaler: Mit Steuergeldern!), weil es halt so lustig ist – oder weil es unabdingbar notwendig ist? (Abg. Kickl: Weil Sie nicht bereit sind, in Alternativen zu denken!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt tun wir wieder ein bisschen Panik machen!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich bitte wirklich auch, trotz aller Regierungs- und oppositionellen Emotionen, einmal zu durchleuchten: Was steht denn da dahinter, wenn derartige Rettungsmaßnahmen auf Schiene gebracht werden müssen? Was steht da dahinter? (Abg. Kickl: Russisches Roulette!) – Und wenn die Experten heute zitiert werden und hinterfragt werden, meine sehr geehrten Damen und Herren, dann wissen Sie, dass selbst Ihre Experten beim Hearing hier im Parlament hinsichtlich der Umsetzung für Griechenland, aber vor allem hinsichtlich des Euro-Rettungspakets gesagt haben, es hat etwas gedroht, das in der Dimension vergleichbar ist – so etwa Trichet, EZB, Nowotny, Nationalbank – mit den dreißiger Jahren (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt tun wir wieder ein bisschen Panik machen!), aber jedenfalls die schwerste Krise nach 1945. (Abg. Ing. Westenthaler: Zuerst Menschen einschüchtern und ihnen dann das Geld wegnehmen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Zuerst Menschen einschüchtern und ihnen dann das Geld wegnehmen!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich bitte wirklich auch, trotz aller Regierungs- und oppositionellen Emotionen, einmal zu durchleuchten: Was steht denn da dahinter, wenn derartige Rettungsmaßnahmen auf Schiene gebracht werden müssen? Was steht da dahinter? (Abg. Kickl: Russisches Roulette!) – Und wenn die Experten heute zitiert werden und hinterfragt werden, meine sehr geehrten Damen und Herren, dann wissen Sie, dass selbst Ihre Experten beim Hearing hier im Parlament hinsichtlich der Umsetzung für Griechenland, aber vor allem hinsichtlich des Euro-Rettungspakets gesagt haben, es hat etwas gedroht, das in der Dimension vergleichbar ist – so etwa Trichet, EZB, Nowotny, Nationalbank – mit den dreißiger Jahren (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt tun wir wieder ein bisschen Panik machen!), aber jedenfalls die schwerste Krise nach 1945. (Abg. Ing. Westenthaler: Zuerst Menschen einschüchtern und ihnen dann das Geld wegnehmen!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie dazu: aus Steuergeldern! – Seien Sie einmal ehrlich, Herr Finanzminister!
Als österreichischer Finanzminister ist es meine zentrale Aufgabe, in Brüssel dafür zu kämpfen, die bestmögliche Lösung auch für Österreich zu erzielen. Im Gegensatz zu Ihnen haben viele, auch internationale, Medien gemerkt, dass die Hauptauseinandersetzung um den Rettungsschirm war, ob wir in bilaterale Kredite – sofort schuldenwirksam für Österreich und für die anderen – gehen oder in ein Haftungssystem. Das hat uns lange getrennt von einer Lösung in Europa. Es war meine Verantwortung, für Österreich zu kämpfen, dass wir mit Haftungen durchkommen und nicht schuldenerhöhend Direktkredite geben. – Die zweite Verantwortung, die zu erfüllen war. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie dazu: aus Steuergeldern! – Seien Sie einmal ehrlich, Herr Finanzminister!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Mit voller Hose ist leicht ...!
Deswegen lade ich Sie ein, die Dinge, die von Ihnen da sehr populistisch und lautstark vorgebracht werden, zu überdenken und sich der Verantwortung für Österreich zu stellen. Das ist der Auftrag, den wir heute zu organisieren haben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Mit voller Hose ist leicht ...!)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wenigstens einer lobt den Finanzminister! Der Erste! Der Erste aus der eigenen Partei!
Übrigen, da kommt bei mir Optimismus auf, denn: Das, was nach der Rezessionskrise, nach der Krise der Banken lange Zeit nicht wirklich vorangegangen ist, das scheint sich jetzt zu bewegen. Und da gratuliere ich dem Finanzminister und auch den Regierungschefs, denn das, was jetzt an Regulierungsmaßnahmen konkret beschlossen ist in Sachen Finanzmarkt, in Sachen Hedgefonds, in Sachen dieser berüchtigten Credit Default Swaps, in Sachen Staatsanleihen und was man denn alles nicht tun kann in deren Umfeld – zum Beispiel Leerverkäufe –, geht in die richtige Richtung, da werden jetzt endlich Nägel mit Köpfen gemacht. Das ist eine absolut positive Entwicklung, gewissermaßen ein positiver Nebeneffekt der schädlichen Entwicklung der letzten Tage rund um den Euro. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wenigstens einer lobt den Finanzminister! Der Erste! Der Erste aus der eigenen Partei!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie jetzt!
Denn: Stellen wir uns doch einmal vor und überlegen wir einmal, wie Österreich strukturiert wäre, wenn wir die „Verfassungsstruktur“ – unter Anführungszeichen – der Europäischen Union hätten! Dann hätten wir einen Nationalrat, der ungefähr so aussehen würde wie jetzt, nur hätten die Abgeordneten weniger Rechte. (Abg. Kopf: Es ist jetzt schon schwierig genug!) Dann gäbe es eine österreichische Kommission aus neun Mitgliedern. Jedes Bundesland schickt ein Mitglied in die österreichische Kommission – vorzugsweise die, die man im Land nicht mehr braucht (Abg. Ing. Westenthaler: Wie jetzt!), so wie es Österreich zuletzt gemacht hat. (Abg. Kopf: Das war jetzt nicht fair! – Abg. Bucher: Die gescheiterten Politiker!) Hin und wieder schickt man auch einen guten Kommissar, wie zum Beispiel Herrn Fischler. – Aber das wäre das Modell auf österreichischer Ebene.
Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das mit den guten und den bösen Steuern?!
Sehr geehrter Herr Vizekanzler, ich empfehle Ihnen, Ihren Vorgänger öfters ans Podium zu lassen (Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das mit den guten und den bösen Steuern?!), denn alle Auseinandersetzungen und Meinungsverschiedenheiten, die wir haben, verblassen neben der sichtlich ernsthaft gemeinten Analyse Ihres Vorgängers, dass der Sozialstaat und die Ausgaben für den Sozialstaat jetzt schuld an der Krise sind (Abg. Kickl: Das hat kein Mensch gesagt! Sie haben nicht aufgepasst! – weitere Zwischenrufe bei FPÖ und ÖVP) – ich führe weiter aus, was mein Kollege Krainer gesagt hat –, dass die Ausgaben für den Kindergarten, Ausgaben für die Schulen der Kinder, Ausgaben für die Spitäler schuld an der Krise sind. Mit Verwunderung habe ich das gehört. (Abg. Kopf: Wer hat das gesagt? Welcher Sozialdemokrat hat das gesagt?!)
Beifall beim BZÖ. – Heiterkeit auf der Regierungsbank. – Abg. Dr. Jarolim: Wo ist der Herr Westenthaler? – Abg. Mag. Molterer: Da geben Sie auch etwas ... von sich! Das stimmt!
Herr Finanzminister, wenn Sie am Wort sind, dann können Sie alles Mögliche von sich geben, aber wenn ich am Wort bin, würde ich Sie bitten, dass Sie mir das auch zugestehen! (Beifall beim BZÖ. – Heiterkeit auf der Regierungsbank. – Abg. Dr. Jarolim: Wo ist der Herr Westenthaler? – Abg. Mag. Molterer: Da geben Sie auch etwas ... von sich! Das stimmt!)
Sitzung Nr. 67
Oh-Rufe bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Habt acht!
Abgeordneter Mag. Peter Michael Ikrath (ÖVP): Herr Bundesminister! Wie Sie wissen, bin ich selbst begeisterter Milizoffizier. (Oh-Rufe bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Habt acht!) Es gibt nun seitens der Milizverbände, aber auch der Offiziersgesellschaft doch sehr massive Kritik dahin gehend, dass unter Ihrer Ressortführung die Miliz systematisch ausgehungert werden würde. Ich gestehe, auch ich mache mir hinsichtlich der Einsatzfähigkeit der Miliz die eine oder andere Sorge. Daher möchte ich gerne folgende Fragen an Sie richten:
Abg. Ing. Westenthaler: Die BSO sitzt im ÖOC!
Bundesminister für Landesverteidigung und Sport Mag. Norbert Darabos: Ich habe Ihnen schon in der ersten Anfragebeantwortung gesagt, dass wir diese Kontrollkommission reformieren werden. Sie vermischen hier etwas, Sie arbeiten mit Äpfeln und Birnen: Die BSO hat nichts zu tun mit dem ÖOC. Im ÖOC – das ist ein eigener Verein – gibt es eigene Kontrollgremien, möglicherweise haben diese versagt. (Abg. Ing. Westenthaler: Die BSO sitzt im ÖOC!) Die BSO sitzt meines Wissens nicht mehr im ÖOC. (Abg. Ing. Westenthaler: Bis jetzt!) Das ist sozusagen nicht ein Versagen der Kontrolle der Bundes-Sportorganisation, sondern möglicherweise ein Versagen der Kontrolle im ÖOC.
Abg. Ing. Westenthaler: Bis jetzt!
Bundesminister für Landesverteidigung und Sport Mag. Norbert Darabos: Ich habe Ihnen schon in der ersten Anfragebeantwortung gesagt, dass wir diese Kontrollkommission reformieren werden. Sie vermischen hier etwas, Sie arbeiten mit Äpfeln und Birnen: Die BSO hat nichts zu tun mit dem ÖOC. Im ÖOC – das ist ein eigener Verein – gibt es eigene Kontrollgremien, möglicherweise haben diese versagt. (Abg. Ing. Westenthaler: Die BSO sitzt im ÖOC!) Die BSO sitzt meines Wissens nicht mehr im ÖOC. (Abg. Ing. Westenthaler: Bis jetzt!) Das ist sozusagen nicht ein Versagen der Kontrolle der Bundes-Sportorganisation, sondern möglicherweise ein Versagen der Kontrolle im ÖOC.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Da sind Sie aber der Einzige in der ganzen Republik!
Bundesminister für Landesverteidigung und Sport Mag. Norbert Darabos: Diese Frage kann ich nicht beantworten, weil ich diese politische Vereinnahmung nicht sehe. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Da sind Sie aber der Einzige in der ganzen Republik!)
Abg. Mag. Stadler: Die Geschäftsordnung einhalten, bitte! – Abg. Ing. Westenthaler: Na, na! Es gibt eine Geschäftsordnung! Sie sitzen nicht über der Geschäftsordnung! Normalerweise sollten Sie sich entschuldigen!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Kollege Stadler, trotzdem lasse ich mir das Recht nicht nehmen, von Personen meines Vertrauens meine Grußadressen persönlich verlesen zu lassen. Und Frau Dr. Janistyn hat eine Begrüßung verlesen. (Abg. Mag. Stadler: Die Geschäftsordnung einhalten, bitte! – Abg. Ing. Westenthaler: Na, na! Es gibt eine Geschäftsordnung! Sie sitzen nicht über der Geschäftsordnung! Normalerweise sollten Sie sich entschuldigen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine schlechte Kurve! Die Kurve kriegen Sie nicht mehr! Da sind Sie schon längst ...!
Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Frau Abgeordnete Silhavy zu Wort gemeldet. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine schlechte Kurve! Die Kurve kriegen Sie nicht mehr! Da sind Sie schon längst ...!) – Frau Abgeordnete Silhavy, tatsächliche Berichtigung. (Anhaltende Zwischenrufe.)
Abg. Ing. Westenthaler: „Grußworte“ hat sie nicht gesagt!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Scheibner. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: „Grußworte“ hat sie nicht gesagt!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Und es wundert mich, dass das gerade von der Sozialdemokratie plötzlich so flapsig behandelt wird. Sie wissen ganz genau, warum es – historisch begründet – diese klaren Vertretungsrechte im Präsidium des österreichischen Nationalrats gibt. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) – Wegen sehr, sehr schlechter Erfahrungen in der Vergangenheit, als aus taktischen Gründen das Amt des Präsidenten missbraucht worden ist (Abg. Ing. Westenthaler: Dreißiger Jahre!), was letztlich zu einer Verfassungskrise und zu einem Bürgerkrieg geführt hat. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) – Naja, das ist alles nicht so.
Abg. Ing. Westenthaler: Dreißiger Jahre!
Und es wundert mich, dass das gerade von der Sozialdemokratie plötzlich so flapsig behandelt wird. Sie wissen ganz genau, warum es – historisch begründet – diese klaren Vertretungsrechte im Präsidium des österreichischen Nationalrats gibt. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) – Wegen sehr, sehr schlechter Erfahrungen in der Vergangenheit, als aus taktischen Gründen das Amt des Präsidenten missbraucht worden ist (Abg. Ing. Westenthaler: Dreißiger Jahre!), was letztlich zu einer Verfassungskrise und zu einem Bürgerkrieg geführt hat. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) – Naja, das ist alles nicht so.
Abg. Strache: Es hat keine Begrüßungsverlesung gegeben! – Abg. Ing. Westenthaler: Habt ihr Schwimmflügerl ...?
Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Krist zu Wort gemeldet. (Abg. Strache: Es hat keine Begrüßungsverlesung gegeben! – Abg. Ing. Westenthaler: Habt ihr Schwimmflügerl ...?)
Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Mag. Stadler.
Abgeordneter Dr. Peter Fichtenbauer (FPÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Diese Debatte ist ein interessantes Beispiel, wie aus der Lust, jemanden ein bisschen an die Kniescheiben zu stoßen, plötzlich etwas ganz anderes entstehen kann, und zwar eine nicht uninteressante Debatte. (Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Mag. Stadler.) – Hör mir doch zu! – Man hat da doch ernsthaft etwas erfahren, was ich beispielsweise nicht gewusst habe (Ruf beim BZÖ: Das glaub ich nicht!), und zwar mangels meiner Teilhabe an fußballerischen Aktivitäten meines Hauses – und ich gestehe, dass ich diesbezüglich keine Ambitionen habe.
Abg. Ing. Westenthaler: Was macht eigentlich die Silhavy? Was macht die Silhavy?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zu Wort gemeldet hat sich Frau Abgeordnete Silhavy. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Was macht eigentlich die Silhavy? Was macht die Silhavy?)
Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht drohen Sie uns noch! Wollen Sie uns auch drohen? – Abg. Petzner: Wir fürchten uns aber nicht!
Zum Dritten würde ich Sie warnen – ich würde Sie nicht „warnen“, sondern ich würde Sie ersuchen (Abg. Mag. Stadler: „Warnen“?!); ich habe es zurückgenommen (Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht drohen Sie uns noch! Wollen Sie uns auch drohen? – Abg. Petzner: Wir fürchten uns aber nicht!) –, ich würde Sie also ersuchen, auch darauf Rücksicht zu nehmen, wie Sie selbst mit dieser Funktion gerade umgehen, indem Sie versuchen, den Spieß umzudrehen (Abg. Mag. Stefan: Ein „Spieß“ war das? Wer sollte denn aufgespießt werden? – Die Abgeordneten Strache und Mag. Stefan: Die sogenannten Spießgesellen!), indem Sie nun eine weibliche Inhaberin dieser Funktion, eine Präsidentin, anhand eines an den Haaren herbeigezogenen Themas schuldig zu machen versuchen. Das ist der wahre Skandal in dieser Diskussion! (Beifall bei SPÖ und Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das heißt, der Krist hat sie vertreten? – Abg. Mag. Stadler: Der Vierte Präsident Krist! – Vierter Präsident, oder?
Und das Nächste ist – um das auch klar darzustellen –: Es waren bei der Begrüßung keine Grußworte, die verlesen wurden, und nichts, sondern der Kapitän und Organisator Krist (Abg. Mag. Stadler: Wer ist das?), ein Abgeordnetenkollege, hat dort vor versammelter aufgestellter Mannschaft nach Abspielen der Hymnen, der Europahymne und der vier Hymnen der teilnehmenden Mannschaften (Abg. Mag. Stadler: Also das war noch nicht privat?), die Ehrengäste begrüßt und hat dort in Vertretung der Frau Präsidentin Prammer (Ah-Rufe beim BZÖ) die Vizedirektorin Dr. Janistyn begrüßt. Das ist Faktum, und das wird er nicht in Abrede stellen können. – Das war das Thema. (Abg. Ing. Westenthaler: Das heißt, der Krist hat sie vertreten? – Abg. Mag. Stadler: Der Vierte Präsident Krist! – Vierter Präsident, oder?)
Abg. Mag. Stadler: Oh! – Abg. Ing. Westenthaler: Fünfter Präsident! – Abg. Mag. Stadler: Die glorreichen Fünf!
Es hat keine Sitzung des Vorstands gegeben. Es ist eine Delegationsleitung von der Frau Präsidentin festgelegt worden, die da lautete: Heidrun Silhavy, Abgeordnetenkollegin (Abg. Mag. Stadler: Oh! – Abg. Ing. Westenthaler: Fünfter Präsident! – Abg. Mag. Stadler: Die glorreichen Fünf!), obwohl ich zum Beispiel auch Teilnehmer der Delegation war. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Parteibuchwirtschaft, mein Lieber! Präsidiale Parteibuchwirtschaft ist das!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Parteibuchwirtschaft, mein Lieber! Präsidiale Parteibuchwirtschaft ist das!
Es hat keine Sitzung des Vorstands gegeben. Es ist eine Delegationsleitung von der Frau Präsidentin festgelegt worden, die da lautete: Heidrun Silhavy, Abgeordnetenkollegin (Abg. Mag. Stadler: Oh! – Abg. Ing. Westenthaler: Fünfter Präsident! – Abg. Mag. Stadler: Die glorreichen Fünf!), obwohl ich zum Beispiel auch Teilnehmer der Delegation war. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Parteibuchwirtschaft, mein Lieber! Präsidiale Parteibuchwirtschaft ist das!)
Abg. Scheibner: Wo steht das in der Geschäftsordnung? – Abg. Strache: Wo ist das gedeckt? – Abg. Ing. Westenthaler: Steht das bei euch im Parteibuch? Steht das im sozialistischen Parteibuch? – Abg. Strache: Das ist von keiner Rechtsgrundlage gedeckt!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Da Herr Dr. Graf mich das, was er hier jetzt vorgebracht hat, auch in einer schriftlichen Anfrage bereits gefragt hat, wird das gesamte Plenum nachlesen können, dass es bisher immer Usance war, dass, wenn der amtierende Präsident nicht zu einer IPU-Versammlung fahren kann, aus derselben Fraktion der Delegationschef rekrutiert wird. (Abg. Scheibner: Wo steht das in der Geschäftsordnung? – Abg. Strache: Wo ist das gedeckt? – Abg. Ing. Westenthaler: Steht das bei euch im Parteibuch? Steht das im sozialistischen Parteibuch? – Abg. Strache: Das ist von keiner Rechtsgrundlage gedeckt!) Das ist noch nie anders entschieden worden, auch nicht in der Vergangenheit. Ich habe die Usancen dieses Hauses fortgesetzt. (Abg. Ing. Westenthaler: Steht das im SPÖ-Statut?)
Abg. Ing. Westenthaler: Steht das im SPÖ-Statut?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Da Herr Dr. Graf mich das, was er hier jetzt vorgebracht hat, auch in einer schriftlichen Anfrage bereits gefragt hat, wird das gesamte Plenum nachlesen können, dass es bisher immer Usance war, dass, wenn der amtierende Präsident nicht zu einer IPU-Versammlung fahren kann, aus derselben Fraktion der Delegationschef rekrutiert wird. (Abg. Scheibner: Wo steht das in der Geschäftsordnung? – Abg. Strache: Wo ist das gedeckt? – Abg. Ing. Westenthaler: Steht das bei euch im Parteibuch? Steht das im sozialistischen Parteibuch? – Abg. Strache: Das ist von keiner Rechtsgrundlage gedeckt!) Das ist noch nie anders entschieden worden, auch nicht in der Vergangenheit. Ich habe die Usancen dieses Hauses fortgesetzt. (Abg. Ing. Westenthaler: Steht das im SPÖ-Statut?)
Abg. Ing. Westenthaler: Hast du zwei Schwimmflügerl für die Frau Präsidentin?
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Ich würde dafür plädieren, dass die Hauptakteure der jetzigen Diskussion (Abg. Ing. Westenthaler: Hast du zwei Schwimmflügerl für die Frau Präsidentin?), die bisher in der Präsidiale zusammengearbeitet haben, auch in Zukunft in der Präsidiale vernünftig zusammenarbeiten können, denn das ist ja die Voraussetzung dafür, dass wir hier herinnen vernünftige Tagesordnungen, ein vernünftiges Arbeitsklima und vernünftige Abläufe haben. – Das möchte ich jetzt nur vorausschicken, denn das halte ich für ganz wichtig.
Abg. Ing. Westenthaler: Ja, das tät’ mich jetzt interessieren!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Ing. Westenthaler hat ersucht, das Stenographische Protokoll betreffend meine Aussage herbeischaffen zu lassen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ja, das tät’ mich jetzt interessieren!) Dieses liegt vor – und ich zitiere nun daraus –:
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Das ist ja keine Privatangelegenheit! – Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Petzner: Wir werden uns das Video anschauen! – Abg. Ing. Westenthaler: Wir werden das Video auch noch anschauen, Frau Präsidentin! Das gibt’s nämlich auch noch!
(Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Das ist ja keine Privatangelegenheit! – Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Petzner: Wir werden uns das Video anschauen! – Abg. Ing. Westenthaler: Wir werden das Video auch noch anschauen, Frau Präsidentin! Das gibt’s nämlich auch noch!)
Sitzung Nr. 69
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja ein Debattenbeitrag!
Und zum Zweiten, zum Glücksspielgesetz ... (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja ein Debattenbeitrag!) Einen Satz zum Glücksspielgesetz: Es ist ausführlich in den parlamentarischen Gremien im Ausschuss besprochen worden. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Antrag! – Abg. Mag. Karin Hakl: Ja, zum Glücksspielgesetz!) Es gibt einen Vier-Parteien-Beschluss. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das können Sie vom Rednerpult einwenden!)
Abg. Ing. Westenthaler: Null Spielerschutz stimmt nicht!
her und sagen: Ja, wenn diese Firmen das wollen, dann legalisieren wir alles, was illegal ist, dann schreiben wir in das Gesetz hinein: 10 € Höchsteinsatz, ein Spiel pro Sekunde und null Spielerschutz, und wer es schafft, in ein Automatencasino hineinzukommen, darf unbeschränkt spielen! (Abg. Ing. Westenthaler: Null Spielerschutz stimmt nicht!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Frau Präsidentin, dass österreichische Unternehmen als Mafiaorganisationen bezeichnet werden, zieht keinen Ordnungsruf nach sich!? 2 700 Mitarbeiter!
Die Glücksspielmafia darf sich nicht Gesetze des österreichischen Nationalrates kaufen können. Sie sind den Menschen dieser Republik verpflichtet – und nicht Mafiaorganisationen wie Novomatic! – Danke schön. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Frau Präsidentin, dass österreichische Unternehmen als Mafiaorganisationen bezeichnet werden, zieht keinen Ordnungsruf nach sich!? 2 700 Mitarbeiter!)
Abg. Ing. Westenthaler – auf einen Fotografen in der Presseloge weisend –: Kriegt der eigentlich was gezahlt? – „Die Grünen reden und wir fotografieren“!
Bitte, Frau Bundesministerin. (Abg. Ing. Westenthaler – auf einen Fotografen in der Presseloge weisend –: Kriegt der eigentlich was gezahlt? – „Die Grünen reden und wir fotografieren“!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ah, Sie sind die Heiratsberatung? Die Heiratsvermittlerin! – Abg. Grosz: Frau Ministerin, Kuppelei ist eine Straftat!
Ich bin auch nicht die Rechtsberatung der Familie Zogaj. Ich bin nur gestern vor dem Ministerrat von den Medien gefragt worden, welche legalen Einreisemöglichkeiten es gibt, und ich habe dann alle Tatbestände, alle legalen Einreisemöglichkeiten aufgezählt. Auf die Frage der Journalistin: Ja und was raten Sie jetzt der Familie Zogaj?, habe ich geantwortet: Ich rate gar nichts, weil ich nicht die Rechtsberatung der Familie bin. (Abg. Ing. Westenthaler: Ah, Sie sind die Heiratsberatung? Die Heiratsvermittlerin! – Abg. Grosz: Frau Ministerin, Kuppelei ist eine Straftat!) Die ist rechtlich vertreten, und es gibt auch Unterstützer, die ihr dann die entsprechenden Ratschläge geben können. Ich rate nichts! – Bedauerlicherweise ist das alles von den Medien weggeschnipselt worden, und übrig geblieben ist nur die Heirat. (Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie schon einen Bräutigam? – Abg. Grosz: Gewerbsmäßige Kuppelei ... Staatsanwaltschaft!)
Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie schon einen Bräutigam? – Abg. Grosz: Gewerbsmäßige Kuppelei ... Staatsanwaltschaft!
Ich bin auch nicht die Rechtsberatung der Familie Zogaj. Ich bin nur gestern vor dem Ministerrat von den Medien gefragt worden, welche legalen Einreisemöglichkeiten es gibt, und ich habe dann alle Tatbestände, alle legalen Einreisemöglichkeiten aufgezählt. Auf die Frage der Journalistin: Ja und was raten Sie jetzt der Familie Zogaj?, habe ich geantwortet: Ich rate gar nichts, weil ich nicht die Rechtsberatung der Familie bin. (Abg. Ing. Westenthaler: Ah, Sie sind die Heiratsberatung? Die Heiratsvermittlerin! – Abg. Grosz: Frau Ministerin, Kuppelei ist eine Straftat!) Die ist rechtlich vertreten, und es gibt auch Unterstützer, die ihr dann die entsprechenden Ratschläge geben können. Ich rate nichts! – Bedauerlicherweise ist das alles von den Medien weggeschnipselt worden, und übrig geblieben ist nur die Heirat. (Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie schon einen Bräutigam? – Abg. Grosz: Gewerbsmäßige Kuppelei ... Staatsanwaltschaft!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat denn die gefälscht, die Statistik?
Das ist nicht ein bisschen etwas, sondern das erkennt man auch, wenn man sich die Balken in der Statistik anschaut, allein was die Situation in Wien betrifft. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat denn die gefälscht, die Statistik?) Herr Westenthaler, nehmen Sie die Fakten zur Kenntnis! (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Weil die schönsten schon weg sind! Die schönsten Autos sind schon gestohlen!
Noch deutlicher ist der Rückgang beim Kfz-Diebstahl. Meine sehr verehrten Damen und Herren, in den ersten Monaten des Jahres 2009 wurden über 2 000 Kfz gestohlen, im Vergleichszeitraum von heuer waren es um 1 073 weniger! (Abg. Weinzinger: Weil die anderen schon früher gestohlen worden sind!) Das ist ein Rückgang um 53,3 Prozent. (Abg. Ing. Westenthaler: Weil die schönsten schon weg sind! Die schönsten Autos sind schon gestohlen!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wer’s glaubt ...!
Und, Herr Kollege Westenthaler, wir haben eine ausgesprochen große Rückkehrrate. (Abg. Dr. Rosenkranz: Eine hohe Rückkehrrate an Einbrechern!) Mehr als 60 Prozent der gestohlenen Kfz können wir wieder an die Besitzer zurückbringen – trotz offener Grenzen, weil wir hier eben eine gute Polizeikooperation mit unseren Nachbarländern haben, weil wir eine eigene Sonderkommission Kfz haben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wer’s glaubt ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wann kriegen wir den Sicherheitsbericht 2009 eigentlich?
Neben der Arbeit der Polizistinnen und Polizisten ist es aber auch wichtig, dass man angesichts der Phänomene, die uns in der Kriminalität begegnen und die auch immer wieder neue Facetten aufweisen, ganz klare Strategien entwickelt. (Abg. Ing. Westenthaler: Wann kriegen wir den Sicherheitsbericht 2009 eigentlich?)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Frau Ministerin, wann kommt der Sicherheitsbericht 2009? Wo ist der? Es ist schon wieder ein Jahr!
Die modernen Strategien des Bundeskriminalamtes werden weiter angewandt, in die aktive Polizeiarbeit eingebracht. Sie führen zum Erfolg. Denn das ist meine Aufgabe: Sicherheit so zu gestalten, dass sich die Österreicher auch sicher fühlen können und der soziale Friede in diesem Land bewahrt bleibt. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Frau Ministerin, wann kommt der Sicherheitsbericht 2009? Wo ist der? Es ist schon wieder ein Jahr!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das habe ich nicht gesagt! Direkt oder indirekt! Hören Sie einmal zu!
Die Aufgaben können nur erfüllt werden, wenn die Rahmenbedingungen stimmen, und da gehört dazu, dass man auch mit seriösen Daten operiert. Diese Umfrage, die Kollege Westenthaler präsentiert hat, ist mir nicht ganz klar: Bei 8 Millionen Einwohnern und 570 000 Straftaten, wie funktioniert das, dass jeder Zweite direkt von einer Straftat betroffen ist? (Abg. Ing. Westenthaler: Das habe ich nicht gesagt! Direkt oder indirekt! Hören Sie einmal zu!) Das wird so nicht funktionieren können. (Abg. Dr. Rosenkranz: In einer Wohnung, in der vier Leute wohnen, wie geht das denn dann?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das soll ein Polizist sein?
Daher: Geschätzte Frau Bundesministerin, arbeiten wir gemeinsam daran! – Wir sind bereit. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das soll ein Polizist sein?)
Abg. Ing. Westenthaler: „Partnervermittlungsagentur Mizzi“!
Herr Kollege Grosz, seien wir doch gemeinsam darauf stolz, dass wir im Welt-Ranking das viertsicherste Land sind, dass wir im EU-Vergleich gar das sicherste Land sind! (Abg. Ing. Westenthaler: „Partnervermittlungsagentur Mizzi“!) Helfen wir gemeinsam mit einer guten und verantwortungsvollen Politik dahin gehend zusammen, dass wir das Ziel, das die Frau Bundesministerin ins Auge fasst, nämlich wieder das sicherste Land der Welt zu werden, auch erreichen!
Abg. Ing. Westenthaler: Das habe ich nicht gesagt! – Vertagt!
Warum Sie sagen, dass ich jetzt so tue, als wären wir dagegen gewesen, dass wir das diskutieren, kann ich nicht nachvollziehen, weil das ja nicht wirklich eine Auseinandersetzung war, auch nicht im Innenausschuss. (Abg. Ing. Westenthaler: Das habe ich nicht gesagt! – Vertagt!) Wir haben nur gemeinsam beschlossen, dass wir das auf breiter Basis diskutieren sollen. Zwei gleichlautende Anträge in zwei verschiedenen Ausschüssen – ich glaube, das brauche ich nicht zu kommentieren, wir sind alle Profis. Soviel zu dem von Ihnen zitierten Punkt des Burka-Verbotes.
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Wir stehen für eine Integrations- und AusländerInnenpolitik mit kühlem Kopf und menschlichem Antlitz. Wir holen jene AusländerInnen nach Österreich, die wir brauchen, behandeln diese dann aber auch wertschätzend. Die Sozialdemokratie steht für eine Lebensstandardsicherung in der Pension durch ein sicheres, gutes, staatliches Pensionssystem und für Armutsbekämpfung durch aktive Arbeitsmarktpolitik. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Schengen, Herr Kollege! Es geht um Schengen!
Betreffend Wiedereinführung der Grenzkontrollen, Herr Kollege Westenthaler: Sie haben dieses Thema schon angesprochen. Die Länder, die Sie hier gemeint haben, haben Sie aber nicht angeführt. Vielleicht will Kollege Grosz in der Steiermark etwas einführen, denn dort finden ja bald Wahlen statt? Oder vielleicht wollen Sie gar die Grenze zu Deutschland dichtmachen, weil von dort die größte Zuwanderung stattfindet? (Abg. Ing. Westenthaler: Schengen, Herr Kollege! Es geht um Schengen!)
Abg. Ing. Westenthaler: ... die Spielerkarte!
Wenn ich die ganzen Diskussionen Revue passieren lasse, hat es eigentlich einen einzigen Abgeordneten gegeben, der gesagt hat, das ist ein Supergesetz. – Das war Abgeordneter Westenthaler, der uns auch zu Recht darauf hingewiesen hat, dass er im Gegensatz zu vielen von uns die Szene kennt (Abg. Ing. Westenthaler: ... die Spielerkarte!) und über eine bestimmte Beurteilungsperspektive verfügt. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe die Spielerkarte!) Das muss ich vom Rednerpult aus zugestehen: Diese Erfahrungen fehlen mir ebenso wie Kollegem Stummvoll, Kollegem Krainer und vielen anderen Mitgliedern des Finanzausschusses. Ich gehe aber nicht davon aus, dass die Diskussionen im Finanzausschuss jetzt zur Folge haben, dass wir diese Erfahrungen gemeinsam nachholen. (Abg. Mag. Gaßner: Bringen Sie einen Antrag ein!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe die Spielerkarte!
Wenn ich die ganzen Diskussionen Revue passieren lasse, hat es eigentlich einen einzigen Abgeordneten gegeben, der gesagt hat, das ist ein Supergesetz. – Das war Abgeordneter Westenthaler, der uns auch zu Recht darauf hingewiesen hat, dass er im Gegensatz zu vielen von uns die Szene kennt (Abg. Ing. Westenthaler: ... die Spielerkarte!) und über eine bestimmte Beurteilungsperspektive verfügt. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe die Spielerkarte!) Das muss ich vom Rednerpult aus zugestehen: Diese Erfahrungen fehlen mir ebenso wie Kollegem Stummvoll, Kollegem Krainer und vielen anderen Mitgliedern des Finanzausschusses. Ich gehe aber nicht davon aus, dass die Diskussionen im Finanzausschuss jetzt zur Folge haben, dass wir diese Erfahrungen gemeinsam nachholen. (Abg. Mag. Gaßner: Bringen Sie einen Antrag ein!)
Abg. Ing. Westenthaler: Na schau!
Ich bringe einen gemeinsamen Entschließungsantrag ein, und dieser gemeinsame Entschließungsantrag war heute in der Früh noch keine Selbstverständlichkeit. Ich bringe jetzt für die Kollegen Stummvoll, Krainer, Weinzinger und Westenthaler (Abg. Ing. Westenthaler: Na schau!) – ich wiederhole: und Westenthaler (Abg. Ing. Westenthaler: Die Sonne geht auf! Auf einmal geht es!) – den Entschließungsantrag ein, der wie folgt lautet:
Abg. Ing. Westenthaler: Die Sonne geht auf! Auf einmal geht es!
Ich bringe einen gemeinsamen Entschließungsantrag ein, und dieser gemeinsame Entschließungsantrag war heute in der Früh noch keine Selbstverständlichkeit. Ich bringe jetzt für die Kollegen Stummvoll, Krainer, Weinzinger und Westenthaler (Abg. Ing. Westenthaler: Na schau!) – ich wiederhole: und Westenthaler (Abg. Ing. Westenthaler: Die Sonne geht auf! Auf einmal geht es!) – den Entschließungsantrag ein, der wie folgt lautet:
Abg. Ing. Westenthaler: Und wer hat die Idee gehabt, Herr Dr. Pilz?
Jetzt haben wir gesagt: Machen wir doch – und da gibt es überhaupt kein Datenschutzproblem – eine persönliche Spielerkarte für alle Casinos (Abg. Ing. Westenthaler: Und wer hat die Idee gehabt, Herr Dr. Pilz?): eine persönliche Spielerkarte für alle Casinos nicht nur für Ing. Westenthaler (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie ehrlich, wer als Erster die Idee gehabt hat!), sondern für alle, die in ein Casino gehen wollen, und machen wir sie betriebsübergreifend. Das heißt, wenn jemand nach zwei Stunden mit dieser Spielerkarte bei Novomatic nicht mehr spielen kann und zu den
Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie ehrlich, wer als Erster die Idee gehabt hat!
Jetzt haben wir gesagt: Machen wir doch – und da gibt es überhaupt kein Datenschutzproblem – eine persönliche Spielerkarte für alle Casinos (Abg. Ing. Westenthaler: Und wer hat die Idee gehabt, Herr Dr. Pilz?): eine persönliche Spielerkarte für alle Casinos nicht nur für Ing. Westenthaler (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie ehrlich, wer als Erster die Idee gehabt hat!), sondern für alle, die in ein Casino gehen wollen, und machen wir sie betriebsübergreifend. Das heißt, wenn jemand nach zwei Stunden mit dieser Spielerkarte bei Novomatic nicht mehr spielen kann und zu den
Abg. Ing. Westenthaler: ... hätte ja nicht einmal deine eigene Fraktion ...!
In diesem Antrag sind alle von uns angekündigten 35 Abänderungsanträge zu den Novellen zum Glücksspielgesetz zusammengefasst. Wir werden das deshalb in einem Abstimmungsvorgang gemeinsam beurteilen können, und ich danke den Abgeordneten der Regierungsparteien, dass sie es uns nicht notwendig machen, dass die Kolleginnen und Kollegen der grünen Fraktion an 35 namentlichen Abstimmungen teilnehmen – herzlichen Dank! (Abg. Ing. Westenthaler: ... hätte ja nicht einmal deine eigene Fraktion ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir nehmen dich beim Wort! – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: AWD!
Als Obmann des Finanzausschusses bin ich seit Jahren immer wieder bestrebt, einen breiten Konsens herbeizuführen. Ich scheue mich nie, wenn gute Vorschläge von der Opposition kommen, diese auch in die Beratungen mit einzubeziehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir nehmen dich beim Wort! – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: AWD!) Und wenn wir hier eine Gesetzesnovelle haben, der vier Parteien zustimmen, wobei die fünfte Partei einen umfangreichen Abänderungsantrag mitgetragen hat, jetzt auch einen umfangreichen Entschließungsantrag mitträgt, dann, muss ich sagen, ist das letztlich das Ergebnis dieses unglaublich konstruktiven Klimas im Finanzausschuss. Ich bedanke mich bei allen Fraktionen für diese Zusammenarbeit. (Beifall bei ÖVP, SPÖ und BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber geh! Hören S’ auf!
strafbar gemacht haben und deshalb Beschaffungskriminalität machen mussten. Dieses Gesetz ist auch nicht aus der Sorge entstanden, Familien, Kinder und Jugendliche zu schützen. Und dieses Gesetz ist auch nicht aus der Sorge entstanden, Spielerschutz zu gewährleisten und den Wildwuchs in diesem Bereich, gerade in den Gemeinden aufzuheben, sondern dieses Gesetz ist eigentlich durch die Lobbyarbeit eines privaten Unternehmers entstanden, durch Lobbyarbeit für das sogenannte kleine Glücksspiel in Niederösterreich. Und es kommt aus der Lobbyarbeit aus „mafiösen“ – unter Anführungszeichen – Tendenzen der Spielerindustrie, der Glücksspielindustrie. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber geh! Hören S’ auf!) So ist es, und das müssen Sie auch irgendwann einmal zur Kenntnis nehmen.
Abg. Ing. Westenthaler: Sportförderungsverbot!
Die Automatencasinobetreiber stehen im Mittelpunkt dieses Gesetzes. Ich verstehe einfach nicht, warum ÖVP und SPÖ, oder gerade die Sozialdemokratie den Spielerschutz nicht an erster Stelle stehen lässt (Abg. Dr. Stummvoll: Das steht an erster Stelle!), von Anfang an nämlich, sondern in manchen Bereichen herumlaviert, dass man einfach sagt: Nein, das kann es nicht sein! An erster Stelle steht (Abg. Dr. Stummvoll: Der Spielerschutz!): Ich habe jetzt keinen 50-Cent-Einsatz mehr, ich habe einen 10-€-Einsatz. Das steht an erster Stelle. Es steht nicht an erster Stelle, dass Familien armutsgefährdet sind und geschützt werden sollen. Es steht nicht an erster Stelle, dass Jugendliche geschützt werden sollen, denn sonst hätten wir in diesem Gesetz ein Werbeverbot, sonst hätten wir in diesem Gesetz von Anfang an umfassende Spielerschutzbestimmungen gehabt. (Abg. Ing. Westenthaler: Sportförderungsverbot!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das sind Millionen!
Jetzt kommt schon wieder dieses Argument mit dem Sportförderungsverbot. (Abg. Ing. Westenthaler: Das sind Millionen!) Ich habe Ihnen schon im Ausschuss gesagt, dass auch das Tabakwerbeverbot langfristig keine Einbußen in der Sportförderung gebracht hat – und alle sind glücklich darüber. Es wäre kein Problem, es gesetzlich zu regeln, wenn Sie es wollen würden. Aber das zielt weniger auf das BZÖ hin, sondern mehr in Richtung SPÖ und ÖVP.
Sitzung Nr. 70
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Und der Wiener Gemeindebau jubelt!
Es ist natürlich so, dass ich mich über kulturelle Belange, die als zentraler Tatbestand, so wie wir es sehen, vom ORF zu tragen und zu finanzieren sind, erhaben dünken kann, mich auch lächerlich machen kann – man kann verschiedene Zugänge zur Kultur haben –, aber den Zugang, den das BZÖ hat, den kann man sicher nicht haben (Beifall bei der FPÖ – Abg. Scheibner: Das ist unglaublich!), sondern es ist ab und zu das historische Erfordernis gegeben, eigene und subjektiv empfundene Interessenbestände zurückzureihen und dem allgemein Besten den Vorzug zu geben. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Und der Wiener Gemeindebau jubelt!)
Weitere Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Mehrheitsbeschaffer! Umfaller!
Ihre einzige Dimension ist es, wenn Sie hier ins Mikrofon grölen dürfen. Zum allgemeinen Besten der Republik kommt von Ihnen nichts, gar nichts. Die Wähler haben es Ihnen bisher gezeigt, und sie werden es Ihnen weiter zeigen. Es ist nicht wert, sich mit Ihren Argumenten auseinanderzusetzen. Der einzige Grund, warum Sie hier nicht zustimmen, ist: Sie wollten sich das Federl der Regionalförderung für das Kärntner Landesstudio sichern, aber den anderen Anteil am Kuchen, den wollten Sie in Form der heißen Kartoffel anderen überlassen. (Weitere Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Mehrheitsbeschaffer! Umfaller!) Wir bekennen uns zu einer gesamthaften, alle Aspekte, auch wenn sie politisch belastend sein mögen, umfassenden Gesetzesprozedur.
Abg. Ing. Westenthaler: Mit 160 Millionen €!
Es gibt ein Land, wo Sie besser aufgehoben wären, das ist dort in Tibet, wo man Om Mani Padme Hum beim Schwingen einer Gebetstrommel ruft. Da weiß man nicht, was es bedeutet, aber es wird das, was gesagt werden soll, in die Luft geblasen. (Anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ.) Genauso wie Sie Om Mani Padme Hum rufen und Ihr Gerede jetzt in die Luft blasen, würde das zumindest mit einer spirituellen Unterstützung in Tibet Wohlgefallen auslösen. Hier ist es völlig uninteressant, was Sie zum Ausdruck bringen. (Abg. Scheibner: Aber bei den Wählern nicht!) Die Wähler lassen Sie unsere Sorge sein. Ihre Wähler sind Ihre Sorge, unsere Wähler sind unsere Sorge. Unsere Sorge werden wir selber bewirtschaften. (Abg. Ing. Westenthaler: Mit 160 Millionen €!) Da brauchen wir Ihre Gedankengänge nicht; sie sind schädlich. (Abg. Ing. Westenthaler: Die FPÖ ist umgefallen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die FPÖ ist umgefallen!
Es gibt ein Land, wo Sie besser aufgehoben wären, das ist dort in Tibet, wo man Om Mani Padme Hum beim Schwingen einer Gebetstrommel ruft. Da weiß man nicht, was es bedeutet, aber es wird das, was gesagt werden soll, in die Luft geblasen. (Anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ.) Genauso wie Sie Om Mani Padme Hum rufen und Ihr Gerede jetzt in die Luft blasen, würde das zumindest mit einer spirituellen Unterstützung in Tibet Wohlgefallen auslösen. Hier ist es völlig uninteressant, was Sie zum Ausdruck bringen. (Abg. Scheibner: Aber bei den Wählern nicht!) Die Wähler lassen Sie unsere Sorge sein. Ihre Wähler sind Ihre Sorge, unsere Wähler sind unsere Sorge. Unsere Sorge werden wir selber bewirtschaften. (Abg. Ing. Westenthaler: Mit 160 Millionen €!) Da brauchen wir Ihre Gedankengänge nicht; sie sind schädlich. (Abg. Ing. Westenthaler: Die FPÖ ist umgefallen!)
Beifall bei FPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Für’s Protokoll vermerkt: Großkoalitionärer Applaus für die FPÖ! – Abg. Mag. Stadler: Für’s Protokoll: Entsetzliche Sicht der Partei FPÖ!
Abschließend noch einmal – ich kann mich da den Vorrednern, insbesondere Kollegem Kopf, anschließen –: Es ist eine Neuregelung, der zuzustimmen uns nicht leichtgefallen ist, der ein Abwägungsprozess vorausgegangen ist, und es ist eine Chance und eine Herausforderung, die der ORF zu bewältigen hat. – Danke vielmals. (Beifall bei FPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Für’s Protokoll vermerkt: Großkoalitionärer Applaus für die FPÖ! – Abg. Mag. Stadler: Für’s Protokoll: Entsetzliche Sicht der Partei FPÖ!)
Abg. Ing. Westenthaler: Steuergeldverschleuderer!
Staatssekretär im Bundeskanzleramt Dr. Josef Ostermayer: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrtes Hohes Haus! (Abg. Ing. Westenthaler: Steuergeldverschleuderer!) Sehr geehrte Gäste, Schülerinnen und Schüler auf der Galerie! Sehr geehrte Zuseherinnen und Zuseher vor den Fernsehschirmen zu Hause! Man könnte glauben, man ist in einem falschen Film, wenn man die letzten Wochen und die Gespräche miterlebt hat. Diese sind nämlich Anlass dafür, dass ich allen Klubs für die konstruktive Zusammenarbeit danken will. Es hat wirklich sehr konstruktive, sehr intensive Gespräche gegeben, die letztendlich dazu geführt haben, dass wir zu der umfangreichsten Reform der Mediengesetze der letzten neun Jahre kommen.
Abg. Ing. Westenthaler: Da sollten Sie einmal anrufen, bei „Rat auf Draht“! Rufen Sie bei „Rat auf Draht“ an!
Zwei andere wichtige Punkte sind die österreichische Musikcharta, wo es zu einer Vereinbarung gekommen ist, um die österreichischen Interpreten mehr teilhaben zu lassen, und „Rat auf Draht“, das stabilisiert wurde und auch ausgebaut wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Da sollten Sie einmal anrufen, bei „Rat auf Draht“! Rufen Sie bei „Rat auf Draht“ an!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein Busserl auf die Wange!
Abgeordnete Mag. Heidemarie Unterreiner (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr General...! (Die Rednerin dreht sich zu Staatssekretär Dr. Ostermayer um.) – Entschuldigung, jetzt wollte ich schon „Generalintendant“ sagen! Das ist es nicht. (Heiterkeit der Rednerin. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Staatssekretär, nicht General! Staatssekretär!) – Ist schon klar. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Busserl auf die Wange!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ah!
Meine Damen und Herren! 7. April 2010, Kickl, wieder ein Generalsekretär der FPÖ: „ORF entwickelt sich immer mehr zu ,Quiquita-TV‘“ (Abg. Ing. Westenthaler: Ah!), also nicht ein öffentlich-rechtlicher Sender, sondern der Sender einer Bananenrepublik. – 160 Millionen bekommt das „Quiquita-TV“ heute von der FPÖ. (Zwischenruf des Abg. Kickl.) – Du kannst jetzt aufstehen – man sieht dich, wenn du aufstehst – und erklären, wieso du 160 Millionen für „Quiquita-TV“ hergibst. (Beifall beim BZÖ.) Würdest du das viel
Abg. Ing. Westenthaler: Wer war das?
Herr Abgeordneter Maier – in der letzten Reihe der Österreichischen Volkspartei – hat uns die Fertigstellung des Tunnels für in einem halben Jahrhundert – also in zirka 50 Jahren – in Aussicht gestellt. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer war das?)
Abg. Ing. Westenthaler: Haberzettl berichtigt Voves!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Haberzettl zu Wort gemeldet. – Herr Abgeordneter, Sie kennen die GO-Bestimmungen. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Haberzettl berichtigt Voves!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die rote Laterne!
Abgeordneter Anton Heinzl (SPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Herr Abgeordneter Grosz hat an unsere sozialdemokratische Fraktion die Frage gestellt, was uns näher ist: der Rock oder das Hemd. (Abg. Ing. Westenthaler: Die rote Laterne!) – Herr Abgeordneter Grosz, uns Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten ist noch immer das Hirn das Wichtigste, das darf ich Ihnen sagen.
Abg. Ing. Westenthaler: Steht das so auf dem Zettel?
Weil wir gerade beim Thema sind: Herr Grosz mit dem kleinen Erinnerungsvermögen! (Abg. Ing. Westenthaler: Steht das so auf dem Zettel?) Ich glaube, Sie haben vergessen, und ich möchte Ihnen da ein bisschen nachhelfen in Ihren Erinnerungen, was Ihre Parteifreundin und –freunde als Verkehrsminister so alles angestellt haben in Österreich oder was ihre Leistungsbilanz ist.
Abg. Ing. Westenthaler: Die Fleisch gewordene rote Laterne!
Da hat es einmal Ihren Parteifreund aus der Steiermark, den Herrn Minister Schmid, gegeben, wenn Sie den noch kennen. Der war Kurzzeitminister. Er hat dann sein Amt zurückgelegt, weil er ja als Minister so wenig verdient hat und seine Alimente nicht mehr begleichen konnte. Das ist eine private Sache. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Fleisch gewordene rote Laterne!) Aber was uns als Niederösterreicher besonders getroffen hat: Herr Minister Schmid hat auch die schon im Bau befindliche Güterzugumfahrung St. Pölten von heute auf morgen eingestellt und damit Hunderte Millionen Euro in den sprichwörtlichen Traisensand bei St. Pölten gesetzt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das weiß der Heinzl nicht, weil der kommt aus St. Pölten!
Und, was wenige im Hohen Haus wissen – ich komme aus dieser Region –: Da ist schon viel verbaut! Nicht nur mehr als 1 Milliarde €, sondern: Die Koralmtrasse, die gibt es! Da fahren bald Züge darauf (Abg. Ing. Westenthaler: Das weiß der Heinzl nicht, weil der kommt aus St. Pölten!), jedenfalls zwischen Graz und Deutschlandsberg im Nahverkehr.
Sitzung Nr. 72
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist das Budget? Wo ist das Budget, Herr Bundeskanzler?
Das sind nur zwei Personengruppen, die ich stellvertretend für viele andere genannt habe, die darauf angewiesen sind, dass unser Budget eine faire und gerechte Handschrift zeigen wird, dass die Maßnahmen, die wir hier im Haus zu besprechen, zu diskutieren und zu beschließen haben, Maßnahmen sein müssen, die den Ausdruck gerechtes Budget rechtfertigen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist das Budget? Wo ist das Budget, Herr Bundeskanzler?) Das sind Maßnahmen, die zeigen sollen, dass die, die mehr haben, mehr leisten, und die, die weniger haben, auch weniger beitragen. Das sind
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Das scheint mir deshalb eine besonders wichtige Aufgabe zu sein, weil Sparen ja nichts ist, womit man sich brüsten kann, sondern Sparen ist etwas, das notwendig ist, um andere Leistungen, die man dringend finanzieren muss, auch finanzieren zu können. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Sparen ist also kein Selbstzweck, sondern ein Zweck, um die Effizienz in einem Land zu erhöhen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Bucher: Warum sind ...?)
Abg. Ing. Westenthaler: Erklärung zur Verschiebung des Budgets! – Abg. Bucher: Ihnen läuft die Zeit davon!
Nun sind wir aber durch das Defizit mit einem Minus von 4,7 Prozent im Jahre 2010 besser als viele andere. (Abg. Ing. Westenthaler: Erklärung zur Verschiebung des Budgets! – Abg. Bucher: Ihnen läuft die Zeit davon!) Herr Westenthaler, ich sage Ihnen, warum wir mehr Zeit haben als andere. Die Frage wird oft öffentlich erörtert: Was ist mit Frankreich, was ist mit anderen Ländern, mit Griechenland, mit Spanien? Die reden schon über ihre Maßnahmen, wo sind Ihre Maßnahmen? – Da kann ich nur sagen: Ich bin froh, dass wir nicht in der Situation dieser Länder sind, denn die sind mit einem prognostizierten Defizit im Jahre 2010 – etwa Frankreich in der Höhe von minus 8 Prozent, UK minus 12 Prozent, Griechenland minus 9,3 Prozent – auch nicht in unserer Situation!
Lang anhaltender Beifall bei der SPÖ sowie Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das Protokoll versucht verzweifelt, Applaus bei der ÖVP zu finden!
Wir haben bisher in dieser Krise verantwortungsbewusst agiert, und wir werden auch mit dieser Diskussion im Haus daran gemessen werden, ob wir mit den Maßnahmen, die notwendig sind – nicht die von einigen herbeigeredet werden –, einnahmen- und ausgabenseitig genauso für Stabilität in unserem Lande sorgen, wie wir das bisher getan haben, wobei wir stolz darauf sein können (Zwischenruf des Abg. Weinzinger), Österreicherinnen und Österreicher zu sein, mit politischen Rahmenbedingungen, die fair und gerecht sind. (Lang anhaltender Beifall bei der SPÖ sowie Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das Protokoll versucht verzweifelt, Applaus bei der ÖVP zu finden!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist doch nicht wahr! Der Steger hat ...! Sie halten uns für dumm! – Abg. Bucher: Das ist doch ein Unsinn!
Zum Zweiten: Wir müssen, was den Umfang betrifft, das größte ausgaben- und einnahmenseitig orientierte Paket der Zweiten Republik, 60 : 40, für mehrere Jahre im Herbst vorlegen, nämlich bis zu vier Jahre in der Perspektive. Noch nie zuvor hat eine Regierung eine derartige Aufgabe vor sich gehabt (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist doch nicht wahr! Der Steger hat ...! Sie halten uns für dumm! – Abg. Bucher: Das ist doch ein Unsinn!), noch dazu in einer auslaufenden Krisensituation, die sehr labil ist, meine sehr geehrten Damen und Herren.
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist das für ein Versprechen?
Dieses Versprechen steht, dieses Versprechen halten wir ein (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist das für ein Versprechen?), auch mit dem neuen vorgeschlagenen Budgetfahrplan. Es ändert sich nichts für die Menschen in Österreich, nichts für die Perspektive der Wirtschaft und nichts für die Klarheit, wann die Maßnahmen ihre Umsetzung finden. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr seid Verfassungsbrecher!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich möchte noch auf einen zweiten Punkt eingehen (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr seid Verfassungsbrecher!), den der Bundeskanzler als Vorredner schon angesprochen hat, der mir wichtig ist, weil unter den Finanzminister-Kollegen durchaus Kopfschütteln über die Debatte in Österreich herrscht. Warum? – Es werden oft das deutsche Beispiel, das französische Beispiel, das Beispiel UK genannt. Außer politischen Zielen, die dort in den Raum gestellt wurden, gibt es zum Beispiel in Deutschland zum jetzigen Zeitpunkt keine Beschlussfassung über die Sanierung des Landes – und wird es vor Herbst auch nicht geben. Es wird dort heftig über die politischen Zielsetzungen und über die Summe von 80 Milliarden € diskutiert.
Abg. Ing. Westenthaler: Eine ganz üble Rolle spielt die Präsidentin!
Da muss ich auch die Frau Präsidentin des Nationalrates ansprechen. (Abg. Ing. Westenthaler: Eine ganz üble Rolle spielt die Präsidentin!) Warum, sehr geehrte Frau Präsidentin, gehen Sie nicht mit Selbstbewusstsein in diese Debatte und sagen: Das lassen wir uns nicht gefallen!? Neben Ihnen sitzt ein Beschwörer des österreichischen Parlamentarismus, der seit 25 Jahren hier herinnen sitzt, der Kollege Cap (Abg. Grosz: Seit 40 Jahren!), der immer sagt: Wir dürfen uns das nicht gefallen lassen! Wir sind doch Volksvertreter, wir sind doch eigenständig denkende Menschen hier im Hohen Haus und können auch stolz darauf sein! Das lassen wir uns nicht bieten, wenn die Regierung uns vorschreibt, wann wir hier ein Budget zu verabschieden haben!
Abg. Ing. Westenthaler: Wozu brauchen wir eine Präsidentin?
Ich muss Sie fragen, Frau Kollegin Prammer: Wozu brauchen wir 183 Abgeordnete? (Abg. Ing. Westenthaler: Wozu brauchen wir eine Präsidentin?) Wozu brauchen wir sie, wenn sie ohnehin nur als Stimmvieh hier sitzen und nur das durchwinken, was die Bundesregierung vorschreibt? – Das ist doch viel zu aufwendig! Diese Strukturen brauchen wir nicht, sie sind längst überholt und reformbedürftig. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Tatsache!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, vor allem Herr Vizekanzler Pröll! Es ist so zynisch – zynischer geht es schon nicht mehr –, dass Sie monatelang die Menschen belügen (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Was?), dass Sie monatelang nicht die Wahrheit sagen (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Geh!) und dann im nächsten Jahr jedem Bürger, jedem Steuerzahler und vor allem dem Mittelstand mit der Steuerkeule eine über den Kopf geben. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Tatsache!) Das, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist blanker Zynismus, der jetzt von der Bundesregierung vom Zaun gebrochen wird. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Frechheit! 74 €!
Ich darf Ihnen die Beispiele bringen, um die es geht: Eine Alleinstehende oder ein Alleinstehender, die oder der die Mindestsicherung in Österreich in Anspruch nimmt, weil sie oder er keine Arbeit hat, bekommt 744 € netto pro Monat. (Abg. Mag. Schatz: Das muss nicht sein!) Schauen Sie jemandem, der einen Mindestlohn erhält – das sind Supermarktangestellte, die an der Kassa sitzen, denen wir auch immer wieder begegnen – in Zukunft in die Augen. Schauen Sie diesen Menschen, die 40 Stunden in der Woche arbeiten, in die Augen. Sie bekommen 818 € netto. Die Differenz zur Mindestsicherung beträgt 74 €. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Frechheit! 74 €!) Das heißt, 40 Stunden Arbeit pro Woche sind monatlich 74 € wert. Das muss man sich vor Augen halten.
Abg. Schönpass: Schämen Sie sich! – Abg. Ing. Westenthaler: Was heißt da „Schämen Sie sich!“?
Meine sehr geehrten Damen und Herren, das ist die Realität, und daher führt diese Maßnahme geradeaus in die Schwarzwirtschaft. (Abg. Schönpass: Schämen Sie sich! – Abg. Ing. Westenthaler: Was heißt da „Schämen Sie sich!“?) Das führt gerade-
Abg. Ing. Westenthaler: Aber ganz anders!
Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz Rudolf Hundstorfer: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Werter Herr Präsident! Ich darf ganz kurz ein bisschen Geschichtsunterricht geben. (Abg. Strache: Danke, Herr Oberlehrer!) Die Idee zu diesem Gesetz, nämlich zur Vereinheitlichung der Mindestsicherung, wurde vor vielen Jahren geboren. Es gab ein Bundesland, das diese Idee vor vielen Jahren umgesetzt hat, nämlich das Bundesland Kärnten. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber ganz anders!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ja, ganz anders!
Ja, Herr Westenthaler, ganz anders (Abg. Ing. Westenthaler: Ja, ganz anders!), nämlich erstens um Etliches höher als die heutige Mindestsicherung, und zweitens zum Beispiel um Eckhäuser ausländerfreundlicher, als wir das jetzt umsetzen. Vergessen Sie Ihre Geschichte nicht! Auch wenn es Ihnen peinlich ist, vergessen Sie Ihre Geschichte nicht! – Das ist einmal Punkt eins. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Kärnten hat das immer abgelehnt! Haider hat das immer abgelehnt, was Sie ihm aufoktroyieren wollten!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Kärnten hat das immer abgelehnt! Haider hat das immer abgelehnt, was Sie ihm aufoktroyieren wollten!
Ja, Herr Westenthaler, ganz anders (Abg. Ing. Westenthaler: Ja, ganz anders!), nämlich erstens um Etliches höher als die heutige Mindestsicherung, und zweitens zum Beispiel um Eckhäuser ausländerfreundlicher, als wir das jetzt umsetzen. Vergessen Sie Ihre Geschichte nicht! Auch wenn es Ihnen peinlich ist, vergessen Sie Ihre Geschichte nicht! – Das ist einmal Punkt eins. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Kärnten hat das immer abgelehnt! Haider hat das immer abgelehnt, was Sie ihm aufoktroyieren wollten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein soziales Netz der Abhängigkeit! Leibeigene!
Worum geht es in Wirklichkeit? – Es geht darum, ein soziales Auffangnetz in diesem Land zu stricken, vom Bodensee bis zum Neusiedlersee – das hat nichts mit Hartz IV zu tun, das ist Ihr Hauptproblem –, ein soziales Netz, das missbrauchssicherer ist als das heutige (Abg. Ing. Westenthaler: Ein soziales Netz der Abhängigkeit! Leibeigene!), das zum Beispiel um ein Eckhaus missbrauchssicherer ist als die heutigen Sozialhilfegesetze.
Abg. Ing. Westenthaler: Aber das ist ein anderer Landeshauptmann!
Die Kärntner Landesregierung hat zum Beispiel gestern in aller Einstimmigkeit beschlossen, der Aritkel-15a-Vereinbarung beizutreten (Abg. Ing. Westenthaler: Aber das ist ein anderer Landeshauptmann!) und natürlich dann auch das entsprechende Landesgesetz zu adaptieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Jörg Haider hätte das nie so gemacht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jörg Haider hätte das nie so gemacht!
Die Kärntner Landesregierung hat zum Beispiel gestern in aller Einstimmigkeit beschlossen, der Aritkel-15a-Vereinbarung beizutreten (Abg. Ing. Westenthaler: Aber das ist ein anderer Landeshauptmann!) und natürlich dann auch das entsprechende Landesgesetz zu adaptieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Jörg Haider hätte das nie so gemacht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das bringt aber nichts!
Was beschließen wir heute noch? – Wir erhöhen die Notstandshilfe, wir regeln die Anrechnung beim Partnereinkommen neu, wir passen die Kinderbeträge an, wir führen für die Dauersozialhilfebezieher – das sind diese 17 000 Menschen – die e-card ein, und es gelingt uns erstmalig, etwas zu machen, wofür viele Menschen viele Jahre lang Vorbereitungen getroffen haben, wofür viele Menschen ihr Know-how eingesetzt haben (Abg. Ing. Westenthaler: Das bringt aber nichts!), nämlich vom Bodensee bis zum Neusiedlersee eine Vereinheitlichung der Sozialhilfe. (Abg. Ing. Westenthaler: Es wird nicht vereinheitlicht!) Das ist vereinheitlicht, das wird vereinheitlicht, und das wird mit 1. September dieses Jahres wirksam.
Abg. Ing. Westenthaler: Es wird nicht vereinheitlicht!
Was beschließen wir heute noch? – Wir erhöhen die Notstandshilfe, wir regeln die Anrechnung beim Partnereinkommen neu, wir passen die Kinderbeträge an, wir führen für die Dauersozialhilfebezieher – das sind diese 17 000 Menschen – die e-card ein, und es gelingt uns erstmalig, etwas zu machen, wofür viele Menschen viele Jahre lang Vorbereitungen getroffen haben, wofür viele Menschen ihr Know-how eingesetzt haben (Abg. Ing. Westenthaler: Das bringt aber nichts!), nämlich vom Bodensee bis zum Neusiedlersee eine Vereinheitlichung der Sozialhilfe. (Abg. Ing. Westenthaler: Es wird nicht vereinheitlicht!) Das ist vereinheitlicht, das wird vereinheitlicht, und das wird mit 1. September dieses Jahres wirksam.
Abg. Ing. Westenthaler: Wie wird denn das umgesetzt?
Wenn nämlich keine Arbeit angenommen wird, meine Damen und Herren, dann ist es auch in Zukunft so, dass das Geld weg ist. Das muss man schon ganz deutlich sagen. Daher ist das eine richtige Weiterentwicklung. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie wird denn das umgesetzt?) Ich halte aber die zwölfmalige Auszahlung für genauso richtig, weil eben dieser Unterschied – Sozialminister Hundstorfer hat es schon angesprochen – zwischen jenen, die ihr Einkommen durch Arbeit erhalten, und jenen, die auf Transferleistungen angewiesen sind, gewahrt bleiben muss. – Und das ist gegeben. Diese Sozialleistungen werden zwölf Mal ausbezahlt, und es wäre unseres Erachtens nicht in die richtige Richtung gegangen, wäre die Auszahlung der Mindestsicherung vierzehn Mal erfolgt.
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Ing. Westenthaler
Sehr geehrte Kollegen von der ÖVP, dass Sie dem zustimmen, ist mir völlig unklar, denn man bestraft Menschen auch noch dafür, dass sie gearbeitet haben (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Ing. Westenthaler), während man solchen, die ihr ganzes Leben lang nichts geleistet haben, sich nichts angespart haben, sich immer nur in die Hängematte gelegt haben, in Wirklichkeit denselben Betrag ausbezahlt. Diese lassen sich weiter irgendwo vom Staat erhalten, und andere werden dafür bestraft. (Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Grosz
Dann haben wir im Jahr 2008 den Entwurf ausgesandt, er wurde heiß diskutiert, ein Bundesland hat blockiert. – Kärnten, glaube ich, hat blockiert (Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Grosz) und die Blockade bis 2009 – also noch nach dem Satz: Es reicht!, und nachdem wir es jetzt wieder im Regierungsprogramm haben – aufrechterhalten. Es ist unserem Minister zu verdanken, dass wir jetzt dieses Gesetz auf Schiene bringen.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist kein Rechenfehler!
Es ist also kein „Bauchfleck“, wie von den Freiheitlichen gesagt wurde, es ist kein „Pfuschwerk“, wie von den Freiheitlichen gesagt wurde, es ist keine Einladung zu Missbrauch und es ist auch keine „Liegeprämie“. Was die Rechnung des Herrn Abgeordneten Westenthaler und die Differenz von 74 € betrifft, bin ich der Ansicht – das hat der Herr Bundesminister vorher schon klar und deutlich gesagt –, dass das nur ein Rechenfehler sein kann (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist kein Rechenfehler!), denn man muss den Unterschied zwischen 12-maliger und 14-maliger Auszahlung auch mit berücksichtigen. Und dass es niemanden mehr gibt, der 1 000 € Mindestlohn hat, jedenfalls von den Kollektivverträgen her, glaube ich, kann man auch sagen. Daher ist das also nicht so. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr liegt sehr gut: auf der Erde!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr liegt sehr gut: auf der Erde!
Es ist also kein „Bauchfleck“, wie von den Freiheitlichen gesagt wurde, es ist kein „Pfuschwerk“, wie von den Freiheitlichen gesagt wurde, es ist keine Einladung zu Missbrauch und es ist auch keine „Liegeprämie“. Was die Rechnung des Herrn Abgeordneten Westenthaler und die Differenz von 74 € betrifft, bin ich der Ansicht – das hat der Herr Bundesminister vorher schon klar und deutlich gesagt –, dass das nur ein Rechenfehler sein kann (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist kein Rechenfehler!), denn man muss den Unterschied zwischen 12-maliger und 14-maliger Auszahlung auch mit berücksichtigen. Und dass es niemanden mehr gibt, der 1 000 € Mindestlohn hat, jedenfalls von den Kollektivverträgen her, glaube ich, kann man auch sagen. Daher ist das also nicht so. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr liegt sehr gut: auf der Erde!)
Die Abgeordneten Grosz und Ing. Westenthaler begeben sich in die Nähe des Rednerpultes.
Es sind heute schon die unterschiedlichen Richtsätze der Bundesländer angesprochen worden. 558 € sind zweifelsfrei kein Betrag, der zu hoch ist. Sie werden nicht dazu beitragen ... (Die Abgeordneten Grosz und Ing. Westenthaler begeben sich in die Nähe des Rednerpultes.) – Für die beiden Herren da vorne zum Mitgeben. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir nehmen es mit! – Abg. Grosz: Wir schauen es uns an!) Ja, ja, ihr dürft es euch anschauen. Eine Parlamentssitzung soll ja auch lehrreich sein, wobei ich bei euch beiden nicht so viel Hoffnung habe. (Heiterkeit und Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir nehmen es mit! – Abg. Grosz: Wir schauen es uns an!
Es sind heute schon die unterschiedlichen Richtsätze der Bundesländer angesprochen worden. 558 € sind zweifelsfrei kein Betrag, der zu hoch ist. Sie werden nicht dazu beitragen ... (Die Abgeordneten Grosz und Ing. Westenthaler begeben sich in die Nähe des Rednerpultes.) – Für die beiden Herren da vorne zum Mitgeben. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir nehmen es mit! – Abg. Grosz: Wir schauen es uns an!) Ja, ja, ihr dürft es euch anschauen. Eine Parlamentssitzung soll ja auch lehrreich sein, wobei ich bei euch beiden nicht so viel Hoffnung habe. (Heiterkeit und Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war sehr, sehr gut, das Taferl! Jetzt sehen wir, wie viel den Kärntnern gestrichen wird! – Abg. Grosz: Und den Oberösterreichern auch!
Herr Kollege Grosz, nachdem Sie jetzt ein bisschen etwas dazugelernt haben, werden auch Sie, so hoffe ich, die Zustimmung erteilen können. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war sehr, sehr gut, das Taferl! Jetzt sehen wir, wie viel den Kärntnern gestrichen wird! – Abg. Grosz: Und den Oberösterreichern auch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Hundstorfer I!
Jetzt aber zurück zu dem Punkt, weshalb ich mich ein zweites Mal zu Wort gemeldet habe. Nein, vorher schon noch eine zusätzliche Ergänzung: Es wird immer gesagt, dass das, was jetzt kommt, Hartz IV ist. Ich muss all jenen, die das behaupten, sagen: Das kann gar nicht Hartz IV sein (Abg. Ing. Westenthaler: Hundstorfer I!) – oder Hundstorfer I, das klingt ja irrsinnig witzig! In der Bundesrepublik wurde die Notstandshilfe, die dort Arbeitslosenhilfe geheißen hat, abgeschafft und genau durch diese neue Leistung ersetzt. Hartz IV ist aber viel mehr.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP und Bravoruf bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Da kann sich jeder einzelne Arbeitslose was ...!
Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz Rudolf Hundstorfer: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Bevor wir zur Abstimmung kommen, möchte ich noch ein paar Punkte richtigstellen. Ich möchte aber, bevor ich das tue, hier noch einmal über Folgendes informieren: Wir sind bei der Arbeitslosenquote im Juni Europameister. Wir haben die niedrigste Arbeitslosenquote von allen Mitgliedsländern der Europäischen Union! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP und Bravoruf bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Da kann sich jeder einzelne Arbeitslose was ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber ...tausend in Kursen!
Das ist dank einer gut gehenden Wirtschaft, einer prosperierenden Industrie, einer hervorragenden Arbeit des AMS möglich geworden. Und all denjenigen, die daran beteiligt sind, ist es zu verdanken, dass wir eine Arbeitslosenquote von 4,0 Prozent haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber ...tausend in Kursen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie verstecken die Leute in den Kursen! 80 000 Kurse!
Ich möchte an dieser Stelle auch sagen – damit Sie nicht bei Ihren eigenen Debattenbeiträgen falsch informiert sind –: Wir haben einen Rückgang der Langzeitarbeitslosigkeit (Abg. Ing. Westenthaler: Sie verstecken die Leute in den Kursen! 80 000 Kurse!) – einen minimalistischen Rückgang der Langzeitarbeitslosigkeit, aber einen Rückgang der Langzeitarbeitslosigkeit.
Abg. Ing. Westenthaler: Schimpfen Sie nur weiter auf Kärnten!
Meine Damen und Herren, ich kann Sie nur bitten und ersuchen – etwas anderes kann ich nicht tun –: Lesen Sie die heutigen Sozialhilfegesetze der Länder und lesen Sie das, was in der Artikel-15a-Vereinbarung drinnensteht! Heute nämlich sind in allen Bundesländern die Ersparnisse weg! Ab die Reise! Da gibt es überhaupt keinen Freibetrag, sondern alles ist weg! Auch im – angeblich – sehr progressiven Kärnten: Es ist weg! (Abg. Ing. Westenthaler: Schimpfen Sie nur weiter auf Kärnten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das werden wir erst sehen!
Jetzt kommt eben leider das große Aber, und dieses große Aber ist so groß, dass wir dem nach eingehender Prüfung nicht zustimmen können (Abg. Ing. Westenthaler: Das werden wir erst sehen!), das betrifft die Frage der Änderung der Anwartschaften für den Erwerb von Urlaubszeiten. Ich gestehe insbesondere Kollegem Muchitsch zu, dass er sich da sehr bemüht hat, aber wir haben gesagt, wir verlassen uns natürlich nicht auf das, was uns vonseiten der roten Gewerkschafter und vonseiten der Sozialpartner erzählt wird, sondern wir sehen uns vor Ort um und schauen uns das einmal bei den Bauarbeitern selbst an – und dort ist die Zufriedenheit über diese angeblich große Errungenschaft schon sehr, sehr gedämpft.
Abg. Dr. Jarolim: Ist der Herr Westenthaler schon gemeldet, Herr Präsident? – Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Wo sind denn die Euromillionen?
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Tadler. 2 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Dr. Jarolim: Ist der Herr Westenthaler schon gemeldet, Herr Präsident? – Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Wo sind denn die Euromillionen?)
Sitzung Nr. 73
Abg. Ing. Westenthaler: Die die SPÖ verhindert hat!
Der Bundespräsident weiß natürlich, dass für die Topographieverordnung die österreichische Bundesregierung zuständig ist. (Beifall des Abg. Huber.) Das hat er niemals in Abrede gestellt. (Abg. Mag. Stadler: Aber auch nicht gesagt!) Es geht sogar darüber hinaus: Würde man eine Verfassungsbestimmung machen, würde man das verfassungsrechtlich regeln wollen, wäre – das weiß er natürlich – das Parlament zuständig und eine Zweidrittelmehrheit notwendig. (Abg. Ing. Westenthaler: Die die SPÖ verhindert hat!)
Abg. Ing. Westenthaler: Eine Appellzuständigkeit!
eine gesetzgebende, aber eine exekutive Zuständigkeit – des Landes Kärnten gibt. (Abg. Ing. Westenthaler: Eine Appellzuständigkeit!) – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Ich glaube, dass die Bewertung dessen, was Politiker wert sind, erst einmal mit der Frage beginnen muss, welche Arbeitsfelder und Arbeitsbereiche sie eigentlich haben. Das lässt sich nicht nur quantifizieren, das ist auch eine Frage dessen ... (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) – Na ja, schauen Sie, es kommt einmal auf Folgendes an: Vor ein paar Tagen habe ich in der Zeitschrift „Österreich“ ein Ranking mit einem von Ihnen erfundenen Bewertungssystem gefunden, in dem Ausschussmitgliedschaften, die Anzahl der Reden und die Anzahl der parlamentarischen Anfragen kombiniert werden. – Das blendet die Arbeit, die eben viele Abgeordnete in ihrem Wahlkreis haben, völlig aus. Diese umfasst aber wahnsinnig vieles, weil ja heute erwartet wird, dass man für Informationen, vielleicht Interventionen da ist, bei Veranstaltungen, Feuerwehrfesten und Ähnlichem präsent ist und dort auch kommuniziert. Im Übrigen ist das auch mit Kosten verbunden.
Abg. Ing. Westenthaler: Wenn die Regierung das Parlament niedermacht! – Abg. Petzner: Verfassungsbruch!
Ich habe jetzt deshalb das Interview zitiert, das Peter Pilz im „Standard“ gegeben hat, weil er nämlich im „Kurier“ von heute sagt: „Wir müssen aufpassen, dass wir das Mandat nicht noch weiter abwerten.“ (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn die Regierung das Parlament niedermacht! – Abg. Petzner: Verfassungsbruch!) Das sagt er im heutigen „Kurier“, und vorher im „Standard“ wertet er mit Aussagen wie jener, die auch als Titel des Interviews herangezogen wurde, in Wirklichkeit das Mandat der Nationalräte ab. (Ruf bei der ÖVP: So ist er!) – Nein, nicht „So ist er!“. Wir sollten versuchen, in der Diskussion gemeinsam zu Sprachregelungen zu kommen, um so etwas in Zukunft zu vermeiden.
Abg. Ing. Westenthaler: Euch ist doch das Parlament völlig wurscht!
Schauen wir uns die E-Mails an, schauen wir uns die Briefe an, die wir kriegen, in denen oft Kritik an der Art und Weise geübt wird, wie wir in den Debatten miteinander umgehen. Jetzt sage ich noch einmal: Ich plädiere nicht dafür, dass es da Harmonie gibt, dass man sich gegenseitig um den Hals fällt. – Das sagt kein Mensch. (Abg. Ing. Westenthaler: Euch ist doch das Parlament völlig wurscht!) Man soll die politischen Differenz hier auch ordentlich austragen, aber wenn wir zugleich wollen, dass es diese Anerkennung gibt, dann müssen wir dafür sorgen ... (Abg. Ing. Westenthaler: Euch ist doch samt der Präsidentin das Parlament völlig wurscht! – Abg. Silhavy: Sagt gerade der Westenthaler, der ...!) Nein, okay, das ist dein politischer Standpunkt, aber trotzdem sollten wir versuchen, dass das vernünftig abläuft. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr seid Verfassungsbrecher, das ist die Wahrheit!)
Abg. Ing. Westenthaler: Euch ist doch samt der Präsidentin das Parlament völlig wurscht! – Abg. Silhavy: Sagt gerade der Westenthaler, der ...!
Schauen wir uns die E-Mails an, schauen wir uns die Briefe an, die wir kriegen, in denen oft Kritik an der Art und Weise geübt wird, wie wir in den Debatten miteinander umgehen. Jetzt sage ich noch einmal: Ich plädiere nicht dafür, dass es da Harmonie gibt, dass man sich gegenseitig um den Hals fällt. – Das sagt kein Mensch. (Abg. Ing. Westenthaler: Euch ist doch das Parlament völlig wurscht!) Man soll die politischen Differenz hier auch ordentlich austragen, aber wenn wir zugleich wollen, dass es diese Anerkennung gibt, dann müssen wir dafür sorgen ... (Abg. Ing. Westenthaler: Euch ist doch samt der Präsidentin das Parlament völlig wurscht! – Abg. Silhavy: Sagt gerade der Westenthaler, der ...!) Nein, okay, das ist dein politischer Standpunkt, aber trotzdem sollten wir versuchen, dass das vernünftig abläuft. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr seid Verfassungsbrecher, das ist die Wahrheit!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr seid Verfassungsbrecher, das ist die Wahrheit!
Schauen wir uns die E-Mails an, schauen wir uns die Briefe an, die wir kriegen, in denen oft Kritik an der Art und Weise geübt wird, wie wir in den Debatten miteinander umgehen. Jetzt sage ich noch einmal: Ich plädiere nicht dafür, dass es da Harmonie gibt, dass man sich gegenseitig um den Hals fällt. – Das sagt kein Mensch. (Abg. Ing. Westenthaler: Euch ist doch das Parlament völlig wurscht!) Man soll die politischen Differenz hier auch ordentlich austragen, aber wenn wir zugleich wollen, dass es diese Anerkennung gibt, dann müssen wir dafür sorgen ... (Abg. Ing. Westenthaler: Euch ist doch samt der Präsidentin das Parlament völlig wurscht! – Abg. Silhavy: Sagt gerade der Westenthaler, der ...!) Nein, okay, das ist dein politischer Standpunkt, aber trotzdem sollten wir versuchen, dass das vernünftig abläuft. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr seid Verfassungsbrecher, das ist die Wahrheit!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist euch doch völlig egal!
Daher: Nullrunde bedeutet nur, dass wir der Meinung sind, diese symbolische Geste macht jetzt in der Krisenzeit Sinn, aber zugleich bedeutet es nicht, dass wir der Meinung sind, wir sind unser Geld nicht wert oder wir sind überbezahlt. Das ist es nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist euch doch völlig egal!) Das war ein Versuch, aber wir können auch sagen, lassen wir das Ganze. – Ich bin der Meinung, wir sollten das nicht dabei belassen. (Abg. Grosz: Auch seit 50 Jahren dieselbe Rede!) Daher mein Ersuchen, dass wir vernünftig über unsere Rolle, unsere Aufgabe und darüber, was wir für die österreichische Öffentlichkeit und für unsere Wählerinnen und Wähler darstellen, reden und das auch erfüllen. – Das war heute mein Versuch. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Seit 50 Jahren dasselbe! – Abg. Ing. Westenthaler: Nicht einmal eure Präsidentin verteidigt das Parlament, und ihr beschwört den Parlamentarismus!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Seit 50 Jahren dasselbe! – Abg. Ing. Westenthaler: Nicht einmal eure Präsidentin verteidigt das Parlament, und ihr beschwört den Parlamentarismus!
Daher: Nullrunde bedeutet nur, dass wir der Meinung sind, diese symbolische Geste macht jetzt in der Krisenzeit Sinn, aber zugleich bedeutet es nicht, dass wir der Meinung sind, wir sind unser Geld nicht wert oder wir sind überbezahlt. Das ist es nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist euch doch völlig egal!) Das war ein Versuch, aber wir können auch sagen, lassen wir das Ganze. – Ich bin der Meinung, wir sollten das nicht dabei belassen. (Abg. Grosz: Auch seit 50 Jahren dieselbe Rede!) Daher mein Ersuchen, dass wir vernünftig über unsere Rolle, unsere Aufgabe und darüber, was wir für die österreichische Öffentlichkeit und für unsere Wählerinnen und Wähler darstellen, reden und das auch erfüllen. – Das war heute mein Versuch. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Seit 50 Jahren dasselbe! – Abg. Ing. Westenthaler: Nicht einmal eure Präsidentin verteidigt das Parlament, und ihr beschwört den Parlamentarismus!)
Sitzung Nr. 74
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Eine „überraschende“ Antwort!
Bundesministerin für Verkehr, Innovation und Technologie Doris Bures: Es gibt ein klares Nein dazu – aus vielen guten Gründen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Eine „überraschende“ Antwort!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Grüne, da das Transparent der Grünen von der ORF-Kamera groß aufgenommen wurde –: Bravo, ORF! Pius Strobl ...! Applaus!
Ich würde auch die um Unterstützung bitten, die immer – zu Recht – sagen, die Leistungen sollen ausgebaut werden. Wenn man sagt, das muss finanziert werden, da muss das Unternehmen ÖBB am Finanzmarkt die Investitionsmittel aufnehmen, kann man nicht sagen: Investieren ja, zahlen nein. – Das funktioniert nicht. Wenn man etwas baut, muss man dafür auch zahlen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Grüne, da das Transparent der Grünen von der ORF-Kamera groß aufgenommen wurde –: Bravo, ORF! Pius Strobl ...! Applaus!)
Abg. Ing. Westenthaler: Skandalös!
Abgeordneter Josef Bucher (BZÖ): Frau Bundesministerin, Sie sind seit zwei Jahren für die Österreichischen Bundesbahnen zuständig. Wie kann es dann sein, dass trotz Weisung im letzten Jahr, also 2009, 1 000 Frühpensionierungen noch im Dezember erfolgt sind und gleichzeitig 1 000 neue Mitarbeiter bei den ÖBB eingestellt wurden? Die sind auch frühzeitig in Pension gegangen. (Abg. Ing. Westenthaler: Skandalös!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler
Was die Frage der Pensionen, Herr Abgeordneter, und den Personalstand bei den Österreichischen Bundesbahnen betrifft, muss ich darauf hinweisen, dass wir in den letzten 20 Jahren um 50 Prozent mehr Güter und um 25 Prozent mehr Menschen im Unternehmen transportiert haben. Aber wir haben in den letzten 20 Jahren, vor allem in den letzten Jahren (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler) – hören Sie mir kurz zu! –, den Personalstand von 65 000 auf 42 000 abgebaut.
Abg. Ing. Westenthaler: Fernsehparlament!
Ich beabsichtige, nach der Anfrage 80/M die Fragestunde zu beenden, weil um 10.25 Uhr die Fernsehübertragung enden wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Fernsehparlament!) – Bitte kurz fassen, Herr Abgeordneter.
Sitzung Nr. 75
Abg. Ing. Westenthaler: Ah? Offen und ehrlich? – Im Briefeschreiben sind Sie ..., einmal an die „Kronen Zeitung“, einmal ans Parlament!
Bundesminister für Finanzen Vizekanzler Dipl.-Ing. Josef Pröll: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Nachdem die Bundesregierung, der Herr Bundeskanzler und ich, das Hohe Haus Ende Juni bereits in einem Brief sehr offen und ehrlich informiert haben (Abg. Ing. Westenthaler: Ah? Offen und ehrlich? – Im Briefeschreiben sind Sie ..., einmal an die „Kronen Zeitung“, einmal ans Parlament!), dass, was die Budgetplanung für 2011, was das Sanierungspaket für Österreich und auf der dritten Seite auch die Maßnahmen, die in der Diskussion mit den Bundesländern notwendig sind, betrifft, aus damaliger Sicht im Juni der Budgetplan für heuer nicht gehalten werden kann, freut es mich, dass wir zwei Monate später – mitten im Sommer für die Abgeordneten der Republik – hier zusammenkommen, um zu diskutieren, wo wir stehen und was die Perspektiven sind und warum die Gründe zu diskutieren sind, dass hinsichtlich des 22. Oktober und der Vorlage des Budgets in einer außergewöhnlichen Situation für die Republik nach dem größten Krisenjahr 2009 ganz besondere Umstände gegeben sind.
Abg. Ing. Westenthaler: Was tätet ihr ohne Griechenland?!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Liebe Zuseher vor den Fernsehgeräten! Vergessen wir nicht, wo wir herkommen: 2008, ein erfolgreiches Jahr für Österreich, Europa und die ganze Welt – 2009, ein Desaster, was die Wirtschaftsentwicklung betrifft, mit Einbrüchen von 3, 4, 5, 6 Prozent im Wirtschaftswachstum. (Abg. Ing. Westenthaler: Was tätet ihr ohne Griechenland?!)
Abg. Ing. Westenthaler: Bei „XXL“ kennen Sie sich aus! Da sind Sie Experte!
Das hat alles sehr viel Geld gekostet und, meine sehr geehrten Damen und Herren, es geht jetzt darum, Österreich offensiv aus der Krise heraus zu entwickeln, nachhaltiges, selbsttragendes Wachstum zu generieren. Wir haben es zu tun mit einer Situation, die sehr fragil ist. Die einen sprechen von einem „Aufschwung XXL“ – so der deutsche Wirtschaftsminister –, der bereits eingesetzt hat und der zu erwarten ist für jetzt und für das nächste und übernächste Jahr. (Abg. Ing. Westenthaler: Bei „XXL“ kennen Sie sich aus! Da sind Sie Experte!) Andere, Wirtschaftsforscher nämlich, warnen auch in Amerika und China vor einem weiteren Rückgang der Konjunktur in den nächsten Monaten. So groß ist das Spannungsfeld, das derzeit in der internationalen Wirtschaftsforschung besteht.
Abg. Ing. Westenthaler: Bei den Lehrern zum Beispiel!
Und es ist unsere Aufgabe, jetzt sehr behutsam und mit bestmöglicher Informationslage das Budget für 2011, das Sanierungspaket für Österreich zu organisieren. Deswegen führen wir seit Wochen eine sehr intensive Debatte auf technischer Ebene. Wir bereiten uns im Detail darauf vor, wie das Budget 2011, wie das Sanierungspaket für Österreich aussehen soll. Wir haben – das entnehmen Sie auch den Zeitungen und Meldungen – durchaus auch mit den Ländern Vorgespräche und Gespräche geführt, in welche Richtung es gehen kann. (Abg. Ing. Westenthaler: Bei den Lehrern zum Beispiel!) Aber ich bitte Sie, auch zu sehen, dass wir in dieser außergewöhnlichen Situation das Bundesfinanzgesetz 2011 und alles, was es zu entwickeln gilt, mit bestmöglicher Datenlage der Wirtschaftsforschung im Herbst entsprechend vorlegen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist eigentlich die Frau Unterrichtsministerin? Ist die nicht mehr da?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist eigentlich die Frau Unterrichtsministerin? Ist die nicht mehr da?
Und es ist unsere Aufgabe, jetzt sehr behutsam und mit bestmöglicher Informationslage das Budget für 2011, das Sanierungspaket für Österreich zu organisieren. Deswegen führen wir seit Wochen eine sehr intensive Debatte auf technischer Ebene. Wir bereiten uns im Detail darauf vor, wie das Budget 2011, wie das Sanierungspaket für Österreich aussehen soll. Wir haben – das entnehmen Sie auch den Zeitungen und Meldungen – durchaus auch mit den Ländern Vorgespräche und Gespräche geführt, in welche Richtung es gehen kann. (Abg. Ing. Westenthaler: Bei den Lehrern zum Beispiel!) Aber ich bitte Sie, auch zu sehen, dass wir in dieser außergewöhnlichen Situation das Bundesfinanzgesetz 2011 und alles, was es zu entwickeln gilt, mit bestmöglicher Datenlage der Wirtschaftsforschung im Herbst entsprechend vorlegen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist eigentlich die Frau Unterrichtsministerin? Ist die nicht mehr da?)
Abg. Ing. Westenthaler: Es wird jeder drankommen!
Es wird jeder, meine sehr geehrten Damen und Herren, nach seiner Leistungsfähigkeit (Abg. Ing. Westenthaler: Es wird jeder drankommen!) mit dabei sein, wenn es um die Balance und um die Zukunft für Österreich geht. (Abg. Strache: Es wird jeder drankommen!) Es ist überhaupt keine Frage, dass wir auf der Sparseite der Republik den Schwerpunkt legen müssen und nicht im Vordergrund über Steuererhöhungen und neue Steuern nachzudenken haben. Aber es ist klar, dass alle Gesellschaftsschichten, dass alle Wirtschaftsbereiche am Ende des Tages für die Balance und die Zukunft des Landes (Abg. Vilimsky: Für die Banken!) und der nächsten Generation ihren Anteil entsprechend zu liefern haben. (Abg. Strache: Für die Spekulanten! Die Bürger zahlen dann für die Spekulanten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das sind Taschenspielertricks, die Sie da machen!
Angeschlossen hat sich Herr Abgeordneter Hofer. Er war der Meinung, es seien neue Zahlen heranzuziehen, man müsse warten auf die nächsten Monate, damit die Budgetzahlen gelten und halten können. (Abg. Ing. Westenthaler: Das sind Taschenspielertricks, die Sie da machen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist letztklassig, was Sie da machen!
Und Herr Abgeordneter Kogler ging sogar noch einen Schritt weiter und hielt im Mai 2009 selbst die Zahlen für das Jahr 2009 für sehr wackelig. Und ich zitiere jetzt den Abgeordneten Kogler (Abg. Bucher: Sie sollen unsere Fragen beantworten!), der ja bekannt dafür ist, in den Ausschüssen und auch im Plenum, sehr realistische (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist letztklassig, was Sie da machen!) und auf guter Ebene zu diskutierende Beiträge zu liefern:
Abg. Ing. Westenthaler: Wisst ihr überhaupt, was die Verfassung ist? Verfassungsbrecher ...!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das Interpellationsrecht ist ein verfassungsmäßig verankertes Recht – und es ist schon wichtig, dieses Thema hier am heutigen Tag zu diskutieren (Abg. Scheibner: Na Gott sei Dank!) – der Abgeordneten, der Bundesregierung Fragen zur Vollziehung durch die Bundesregierung zu stellen. Meiner Meinung nach ist dieses Interpellationsrecht natürlich auch im Zentrum der Politik als sehr wertvolles Gut zu sehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wisst ihr überhaupt, was die Verfassung ist? Verfassungsbrecher ...!)
Abg. Ing. Westenthaler – auf die Regierungsbank deutend –: Lauter Verfassungsbrecher sitzen da!
Aber ich frage Sie (Abg. Ing. Westenthaler – auf die Regierungsbank deutend –: Lauter Verfassungsbrecher sitzen da!): Glaubt irgendjemand in diesem Raum, dass ich 190 Detailfragen beantworten kann, wenn ich dafür in der Vorbereitung maximal drei Stunden und hier am Pult 20 Minuten Zeit habe? (Abg. Bucher: Fangen Sie einmal an mit der ersten!) Ich frage Sie, meine sehr geehrten Damen und Herren: Wie ernst nehmen Sie denn das Interpellationsrecht? (Abg. Bucher: Sie haben ja noch nicht einmal angefangen!) Kehren wir zurück vom Aktionismus hin zu den Notwendigkeiten, die es gemeinsam zu erledigen gilt! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Bucher: Fangen Sie einfach einmal von vorne an! – Abg. Strache: Da hätten Sie mindestens schon 15 beantwortet!)
Abg. Ing. Westenthaler: Nur Schaumschlägerei ...! Der größte Schaumschläger der Republik!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Nur Schaumschlägerei ...! Der größte Schaumschläger der Republik!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja ein Wahnsinn! Das ist ja eine Verarschung des Parlaments!
Zu den Fragen 24 bis 28, 31 bis 151 und 153 bis 190 (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja ein Wahnsinn! Das ist ja eine Verarschung des Parlaments!):
Abg. Ing. Westenthaler: Tarnen und Täuschen!
Weiters weise ich darauf hin, dass viele der von Ihnen gestellten Fragen zu einzelnen Maßnahmen nicht in den Kompetenzbereich des Bundesministers für Finanzen, sondern in jenen der Ministerien, der Ministerinnen und Minister fallen. Das betrifft beispielsweise die Fragen 32, 33, 36, 38 und so weiter. (Abg. Ing. Westenthaler: Tarnen und Täuschen!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – auf Abg. Bucher deutend –: Zur Geschäftsbehandlung!
Der Bund setzt sich selbstverständlich dafür ein, dass entsprechende moderne betriebswirtschaftliche Steuerungsmethoden und Steuerungsinstrumente auch bei den anderen Gebietskörperschaften Anwendung finden können, soweit das nicht im konkreten Fall schon erfolgt. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – auf Abg. Bucher deutend –: Zur Geschäftsbehandlung!)
Beifall bei BZÖ und FPÖ sowie bei Abgeordneten ohne Klubzugehörigkeit. – Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich! Unglaublicher Skandal! Das ist wirklich einzigartig!
Abgeordneter Josef Bucher (BZÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! So etwas hat die Republik noch nie erlebt. (Beifall bei BZÖ und FPÖ sowie bei Abgeordneten ohne Klubzugehörigkeit. – Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich! Unglaublicher Skandal! Das ist wirklich einzigartig!)
Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich! – Zwischenrufe bei der ÖVP
Es ist einzigartig in der Geschichte des österreichischen Parlamentarismus, dass ein Vizekanzler, ein Regierungsmitglied eine Verhöhnung des Parlaments inszeniert (Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich! – Zwischenrufe bei der ÖVP), auf keine einzige Frage antwortet (ironische Heiterkeit bei der SPÖ), es nicht der Mühe wert findet, zu berücksichtigen, dass wir uns seit vielen Wochen mit diesen Fragen auseinandergesetzt und beschäftigt haben, und sich dann hier herstellt und in einer verhöhnenden Art und Weise diese Fragen beiseiteschiebt. (Beifall bei BZÖ und FPÖ sowie bei Abgeordneten ohne Klubzugehörigkeit. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich! Noch niemals hat ein Finanzminister das Parlament so verhöhnt wie dieser!
Abgeordneter Ing. Norbert Hofer (FPÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Wir haben Ihnen sehr ernsthaft sehr wichtige Fragen gestellt, und Sie stellen sich hier her und sagen dann: Ich beantworte Frage X bis Y nicht, weil ich nicht will, dass die Bevölkerung verunsichert wird. – Ich habe so etwas noch nicht erlebt, Herr Finanzminister! (Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich! Noch niemals hat ein Finanzminister das Parlament so verhöhnt wie dieser!)
Abg. Ing. Westenthaler: Abtritt! – Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Sie stellen sich hin, veräppeln das Hohe Haus und der Kanzler sitzt daneben und grinst permanent. (Abg. Ing. Westenthaler: Abtritt! – Zwischenruf der Abg. Silhavy.) Ich bin wirklich enttäuscht, und ich unterstütze den Antrag, eine Sonderpräsidiale einzuberufen. (Beifall bei FPÖ und BZÖ sowie bei Abgeordneten ohne Klubzugehörigkeit.)
Abg. Ing. Westenthaler: Skandalös, eine Regierung, die ...!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zur Geschäftsbehandlung gelangt Frau Abgeordnete Klubobfrau Dr. Glawischnig-Piesczek zu Wort. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Skandalös, eine Regierung, die ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Dem ist alles wurscht, Hauptsache Urlaub!
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne): Frau Präsidentin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Wir haben es hier mit einem Finanzminister zu tun, der sich offensichtlich an keinerlei Gesetze gebunden fühlt – weder an die Bundesverfassung noch an die Geschäftsordnung des Nationalrates noch an irgendein Gesetz in dieser Republik. (Abg. Ing. Westenthaler: Dem ist alles wurscht, Hauptsache Urlaub!)
Beifall bei Grünen, FPÖ und BZÖ sowie bei Abgeordneten ohne Klubzugehörigkeit. – Abg. Ing. Westenthaler: Und einen Ordnungsruf gleich erteilt!
Ich stelle den Antrag, dass die Frau Präsidentin den Finanzminister anweist, die Fragen alle schriftlich ordnungsgemäß zu beantworten. (Beifall bei Grünen, FPÖ und BZÖ sowie bei Abgeordneten ohne Klubzugehörigkeit. – Abg. Ing. Westenthaler: Und einen Ordnungsruf gleich erteilt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie können wenigstens eine Präsidiale einberufen! – Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Gleich einmal zur Klarstellung: Die Geschäftsordnung stellt mir dieses Instrument nicht zur Verfügung. Das wird zwar im Geschäftsordnungskomitee diskutiert, ist aber derzeit nicht vorhanden. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie können wenigstens eine Präsidiale einberufen! – Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.)
Abg. Bucher: 20 Minuten hat er jetzt ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Er hat 20 Minuten Schaumschlägerei betrieben! – Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Ich frage mich wirklich, ob sich diese Opposition selbst noch ernst nimmt. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ, darunter: Eine Frechheit! Ungeheuerlich!) Zuerst wird eine Dringliche Anfrage eingebracht, mit sage und schreibe 190 Fragen, für die der Minister gerade einmal 180 Minuten Zeit zur Vorbereitung hat. Das zeigt schon die Absurdität dessen, was wir hier diskutieren. (Abg. Bucher: 20 Minuten hat er jetzt ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Er hat 20 Minuten Schaumschlägerei betrieben! – Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Lies weiter!
Zum Zweiten: Der Herr Finanzminister hat sehr deutlich gemacht, in welchem Stadium sich die Bundesregierung derzeit bei der Erarbeitung des Budgets für das Jahr 2011 befindet (Abg. Bucher: Tarnen und täuschen!), und dieses Stadium der Behandlung und der Vorbereitungen lässt die Beantwortung von Fragen zu Dutzenden mit Floskeln wie „können Sie ausschließen, dass“ nicht zu. (Abg. Ing. Westenthaler: Lies weiter!) – Wie soll er es denn zu einem Zeitpunkt ausschließen, meine Damen und Herren, zu dem die Bundesregierung und die einzelnen Ministerien gerade dabei sind, ihr Programm, das sie dem Parlament vorlegen sollen, zu erarbeiten? (Abg. Strache: Dann soll er beantworten, dass er es nicht ausschließen kann!) Was Sie hier aufführen, ist so eine peinliche Vorführung (Abg. Ing. Westenthaler: So eine Peinlichkeit!), ist so eine peinliche Aufführung! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: So eine Peinlichkeit!
Zum Zweiten: Der Herr Finanzminister hat sehr deutlich gemacht, in welchem Stadium sich die Bundesregierung derzeit bei der Erarbeitung des Budgets für das Jahr 2011 befindet (Abg. Bucher: Tarnen und täuschen!), und dieses Stadium der Behandlung und der Vorbereitungen lässt die Beantwortung von Fragen zu Dutzenden mit Floskeln wie „können Sie ausschließen, dass“ nicht zu. (Abg. Ing. Westenthaler: Lies weiter!) – Wie soll er es denn zu einem Zeitpunkt ausschließen, meine Damen und Herren, zu dem die Bundesregierung und die einzelnen Ministerien gerade dabei sind, ihr Programm, das sie dem Parlament vorlegen sollen, zu erarbeiten? (Abg. Strache: Dann soll er beantworten, dass er es nicht ausschließen kann!) Was Sie hier aufführen, ist so eine peinliche Vorführung (Abg. Ing. Westenthaler: So eine Peinlichkeit!), ist so eine peinliche Aufführung! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer, Gartlehner, Metelko ...! – weitere Zwischenrufe
Schweiz (Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer, Gartlehner, Metelko ...! – weitere Zwischenrufe), Hussein, Gaddafi, Hypo Alpe Adria, Styrian Spirit, Kärntner Tourismus-Holding, was wussten die Scheuch-Brüder, was weiß Westenthaler? (Abg. Strache: Kommunalkredit Schmied!) Alle diese Dinge sind da gekommen. (Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wird es wieder ernst!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Klubobmann Kopf. Ich stelle die Uhr wunschgemäß auf 9 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wird es wieder ernst!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Bundesregierung ist in anderen Umständen!
Meine Damen und Herren! Nur zwei Zahlen zur Verdeutlichung dieser Situation (Abg. Ing. Westenthaler: Die Bundesregierung ist in anderen Umständen!): Das Bundesfinanzrahmengesetz, das wir hier im Frühjahr bereits beschlossen haben, sieht vor, dass wir schon nächstes Jahr einen Konsolidierungsbedarf von 4 Milliarden € zu erledigen haben, steigend bis zum Jahre 2014 auf 10 Milliarden €. Das tun wir nicht aus Jux und Tollerei, sondern das tun wir, damit wir unseren Kindern einen ordentlichen Haushalt überlassen können, das Ganze jetzt in Ordnung bringen und sie nicht in den nächsten Generationen mit Schulden und Zinsen belasten! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Die meisten Schulden sind in den letzten Jahren aufgebaut worden! In den letzten drei Jahren: die höchste Schuldenbelastung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Darum lasset uns beten!
Das heißt, alle von uns tragen entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit zur Finanzierung unseres Staates bei. Alle, entsprechend ihrer Bedürftigkeit und des Bedarfes, profitieren auch von unserem Staat. (Abg. Ing. Westenthaler: Darum lasset uns beten!) Also sind es doch wohl auch alle, die dazu aufgerufen sind, entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit zur Sanierung des Staatshaushaltes beizutragen! (Abg. Strache: ... arbeiten ohnehin sieben Monate im Jahr, um die Steuern zahlen zu können!) So einfach ist die Logik, und ich denke, so komplex ist natürlich letzten Endes dann auch die Aufgabe, die vor uns liegt.
Zwischenrufe der Abgeordneten Grosz und Ing. Westenthaler – Abg. Bucher: ... vier Monate untätig!
Vor der letzten Frage, meine Damen und Herren, bringe ich noch einen Vorschlag: Praktisch jedes Jahr im Sommer haben wir mindestens eine Sondersitzung. Jedes Jahr führen wir eine Debatte über die Dauer der sogenannten Sommerferien. Okay, beenden wir die tagungsfreie Zeit von mir aus schon mit Beginn der letzten Augustwoche, dann hört sich diese Diskussion über Sondersitzungen und darüber auf (Zwischenrufe der Abgeordneten Grosz und Ing. Westenthaler – Abg. Bucher: ... vier Monate untätig!), ob man jetzt eine Woche mehr oder weniger da ist. Machen wir es doch jedes Jahr so wie diese Woche, beenden wir die Sommerpause wirklich schon mit der ersten Woche!
Abg. Ing. Westenthaler: Viel zu lang! Viel zu lang!
Herr Finanzminister! Egal, wie das Wirtschaftswachstum ausschaut, egal, wie die Inflation ausschaut, egal, wie die Arbeitslosigkeit sich entwickelt, um Reformen werden Sie nicht herumkommen. Sie müssen in der Verwaltung, in der Schulverwaltung, bei der Bürokratie den Hebel ansetzen, ansonsten wird es nicht gehen. Wenn Sie, Herr Finanzminister, den hohen Schuldenberg beklagen und wenn Sie sagen, es sei eine Katastrophe, wir hätten Ende des Jahres 200 Milliarden € Schulden (Abg. Mag. Johann Maier: Hypo Alpe-Adria!), dann sage ich Ihnen: Seit 24 Jahren ist die ÖVP in dieser Bundesregierung. Sie können es sich nicht so einfach machen und sich davon stehlen und sagen, um Gottes willen, wir haben so viele Schulden von den Vorgängerregierungen geerbt. Sie waren ununterbrochen in der Verantwortung. (Abg. Ing. Westenthaler: Viel zu lang! Viel zu lang!) Es ist die ÖVP, die für diesen Schuldenberg verantwortlich ist. Es ist alleinig die ÖVP, der wir das zu verdanken haben, was die nächsten Generationen zu bezahlen haben werden. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Kann man dem Herrn Finanzminister sagen, dass Rufe von der Regierungsbank in den Rücken eines Redners eine Unart sind? Pausenlos!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nun gelangt Herr Abgeordneter Dr. Kurzmann zu Wort. Ich stelle die Uhr auf 6 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Kann man dem Herrn Finanzminister sagen, dass Rufe von der Regierungsbank in den Rücken eines Redners eine Unart sind? Pausenlos!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das könnte missinterpretiert werden ...!
Ändern Sie diese Gesinnung! Folgen Sie dem Beispiel der Freiheitlichen! Wir sagen ganz deutlich: „Unser Geld für unsere Leut!“ (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das könnte missinterpretiert werden ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Da sitzt er!
Oder: Wo sitzen denn die ganzen Hochegger-Lobbyisten? Wo sitzen sie? (Abg. Ing. Westenthaler: Da sitzt er!) Die sitzen doch bei Ihnen, bei uns sitzt kein einziger! Sie sind bei Ihnen weit besser aufgehoben als anderswo! (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Glauben Sie ernsthaft, Herr Klubobmann Strache, dass, wenn die Zeitungen voll sind mit irgendwelchen Erzählungen wie zum Beispiel, 13., 14. Gehalt wird besteuert, es wird den Leuten das Pflegegeld weggenommen, und was da alles für Märchen kursieren, glauben Sie, dass uns das nützt? (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Da würde es den Regierungsparteien mehr nützen, wenn es fertig wäre. Der Grund ist nicht der Wahlkampf. (Zwischenrufe der Abgeordneten Brosz, Vilimsky und Dr. Hübner.) Aber natürlich ist der Wahlkampf immer gut fürs Theater.
Abg. Ing. Westenthaler: Weil Wahlen waren!
Meine Damen und Herren! Zum Vorwurf des Verfassungsbruches: Ich bin seit 1983 im Parlament. (Abg. Mag. Gaßner: So lange schon!) Ich kann mich erinnern, dass am Ende des Jahres 1986 das Budget nicht fixiert war. Ich kann mich erinnern, dass am Ende des Jahres 1990 das Budget nicht fixiert war, ebenso 1994, 1995, 1999, 2002, 2006 und 2008. (Abg. Ing. Westenthaler: Weil Wahlen waren!) Ja, völlig richtig! Gott sei Dank, Sie haben es überzogen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das heißt, es gibt Neuwahlen!) Das ist aber blitzartig gegangen, während Sie jetzt zwei Monate gebraucht haben, draufzukommen, dass man endlich einmal vielleicht auch eine Sondersitzung beantragen könnte.
Abg. Ing. Westenthaler: Das heißt, es gibt Neuwahlen!
Meine Damen und Herren! Zum Vorwurf des Verfassungsbruches: Ich bin seit 1983 im Parlament. (Abg. Mag. Gaßner: So lange schon!) Ich kann mich erinnern, dass am Ende des Jahres 1986 das Budget nicht fixiert war. Ich kann mich erinnern, dass am Ende des Jahres 1990 das Budget nicht fixiert war, ebenso 1994, 1995, 1999, 2002, 2006 und 2008. (Abg. Ing. Westenthaler: Weil Wahlen waren!) Ja, völlig richtig! Gott sei Dank, Sie haben es überzogen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das heißt, es gibt Neuwahlen!) Das ist aber blitzartig gegangen, während Sie jetzt zwei Monate gebraucht haben, draufzukommen, dass man endlich einmal vielleicht auch eine Sondersitzung beantragen könnte.
Abg. Ing. Westenthaler: Das sind lauter Märchen!
Wissen Sie, was am Anfang gestanden ist? – Die Zusammenarbeit zwischen Hypo Alpe-Adria mit Wissen von Jörg Haider mit kroatischen Waffenhändlern, um die kroatische Armee im Bürgerkrieg mit Waffen zu versorgen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das sind lauter Märchen!) Dazu sind die ersten Konten der Hypo Alpe-Adria in Liechtenstein eingerichtet worden. Und diese Liechtenstein-Konten sind verwendet worden, um dann wieder Kick-backs nach Kärnten zu organisieren. (Abg. Bucher: Wo sind die Beweise?)
Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Grosz: Das ist behandelbar! – Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt auch in Kalksburg eine Anstalt! – Abg. Grosz: ... Burnout, Herr Pilz?
Der Financier im Hintergrund, Herr Plech, die BUWOG-Schlüsselperson, der große freiheitliche Financier; Detlef Neudeck, der Organisator der Gelder von der kroatischen Mafia nach Österreich und der Grundstücksspekulationen auch für die FPÖ Kärnten, der Finanzreferent der Freiheitlichen Partei Österreichs. – Und das müssen wir untersuchen, das muss geklärt werden, auch aus dem Grund, weil sich so etwas nie mehr wiederholen darf. (Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Grosz: Das ist behandelbar! – Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt auch in Kalksburg eine Anstalt! – Abg. Grosz: ... Burnout, Herr Pilz?)
Abg. Ing. Westenthaler: Kalksburg!
Die Republik Österreich wird ihre wertvollen Immobilien nicht mehr zurückbekommen. Wir wissen, dass diese Immobilien mindestens 3 Milliarden € wert waren. Das ist an freiheitliche Freunde verschenkt worden. Das Geld ist weg, das Eigentum ist weg. Die Voest konnte nur knapp vor einer ähnlichen Spekulation im Grasser-Freundeskreis gerettet und geschützt werden. Andere Betriebe, das gesamte Tafelsilber dieser Republik ist unwiderruflich weg! (Abg. Ing. Westenthaler: Kalksburg!)
Abg. Ing. Westenthaler: Trinkerheilanstalt!
Aber damit können wir uns nicht zufrieden geben. Wir müssen die politische Verantwortung klären, damit wir sicherstellen können, dass sich Ähnliches nicht wiederholt. Deswegen appelliere ich an die Abgeordneten (Abg. Ing. Westenthaler: Trinkerheilanstalt!) von ÖVP und SPÖ (Abg. Petzner: Verfolgungswahn!): Überlegen Sie sich gut, ob Sie Grasser, Meischberger, Petzner, Westenthaler und Strache schützen! Überlegen Sie sich das gut! (Abg. Grosz: Da gibt’s Tabletten! – Wir haben gute Ärzte in Graz!) Überlegen Sie sich das gut, ob Sie wirklich einen ausreichenden politischen Grund haben, diese nicht nur für die SPÖ, nicht nur für die Grünen, sondern für alle Menschen in dieser Republik wichtige Untersuchung zu verhindern!
Abg. Grosz: Tabletten! Ärzte! – Abg. Ing. Westenthaler: Kalksburg!
Sie wissen ganz genauso gut wie wir, dass wir diesen Untersuchungsausschuss im Vorfeld der Landtagswahlen bekommen werden. (Abg. Grosz: Tabletten! Ärzte! – Abg. Ing. Westenthaler: Kalksburg!) – Ja, ja, Herr Kollege Grosz vom BZÖ (Abg. Grosz: Gehen Sie zu einer Energetikerin! Die hilft Ihnen auch!), Sie waren einer derer, die für die Österreichische Lotterien AG in zirka einer Stunde Arbeit ein Gutachten geschrieben haben, das dann mit 300 000 € bezahlt worden ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist überhaupt nicht wahr!) Ein Stundenlohn von etwa 300 000 € für eine BZÖ-Agentur! (Abg. Petzner: ... Peek & Cloppenburg!) Erklären Sie das den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern auch im steirischen Landtagswahlkampf! (Abg. Grosz: Herr Präsident! Tatsächliche Berichtigung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist überhaupt nicht wahr!
Sie wissen ganz genauso gut wie wir, dass wir diesen Untersuchungsausschuss im Vorfeld der Landtagswahlen bekommen werden. (Abg. Grosz: Tabletten! Ärzte! – Abg. Ing. Westenthaler: Kalksburg!) – Ja, ja, Herr Kollege Grosz vom BZÖ (Abg. Grosz: Gehen Sie zu einer Energetikerin! Die hilft Ihnen auch!), Sie waren einer derer, die für die Österreichische Lotterien AG in zirka einer Stunde Arbeit ein Gutachten geschrieben haben, das dann mit 300 000 € bezahlt worden ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist überhaupt nicht wahr!) Ein Stundenlohn von etwa 300 000 € für eine BZÖ-Agentur! (Abg. Petzner: ... Peek & Cloppenburg!) Erklären Sie das den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern auch im steirischen Landtagswahlkampf! (Abg. Grosz: Herr Präsident! Tatsächliche Berichtigung!)
Abg. Ing. Westenthaler: So ist das?
Nun müssen Sie wissen, dass die ÖVP ein eigenes Büro für Dirty Campaigning unterhält, ganz offiziell. (Abg. Ing. Westenthaler: So ist das?) Sie haben keinen Genierer gehabt, das offiziell auszusenden, Sie haben ein Büro für Dirty Campaigning angeführt (Abg. Grillitsch: Wo sitzt das?), das heißt: für Schmutzkübelkampagnen gegen andere Parteien. – So weit immer noch im schwarzen Ressortbereich.
Abg. Ing. Westenthaler: Die Konrad-Medien!
Aber schauen Sie, ich will Ihnen einen nächsten Punkt bringen, an dem man gesehen hat, was die ganzen Kampagnen wert sind. Ich zeige Ihnen ein Beispiel dafür, weil es mich selber betrifft: Da hat man wochenlang behauptet, ich hätte Millionen von Saddam Hussein bekommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Konrad-Medien!) – Ich sage gleich dazu: Leider nein. Ich könnte es wirklich gut brauchen für mich, meine sechs Kinderlein und meine liebe Frau. Aber wir haben es leider nicht bekommen, ich habe leider nichts davon.
Abg. Ing. Westenthaler: Und vorher dem Konrad vorgelegt!
Eine Woche später hat man das richtige Dokument gebracht, meine Damen und Herren. Und jetzt zeigt sich, wie der schwarze Ressortbereich funktioniert. (Ruf beim BZÖ: Das richtige Dokument, aber den falschen Saddam! – Heiterkeit beim BZÖ.) – Das wissen wir nicht so ganz, ob es der richtige ist. – Dieses soll das Originaldokument sein. Dieses Dokument wurde über das Heeresnachrichtenamt – unter schwarzer Führung – nach Damaskus zur Übersetzung geschickt. Hier ist die Übersetzung. Es kam zurück, daraufhin wurde die FPÖ aufmerksam gemacht, dass es sich um eine Fälschung handelt, und die FPÖ hat daraufhin auch nichts mehr damit gemacht. Aber zwei Jahre später taucht es plötzlich im Raiffeisen-„Aufdeckermagazin“ „profil“ auf. Und weil man gemerkt hat, man kann nichts damit anfangen, hat man es einfach selber verändert und hat sozusagen selber ein Dokument produziert. (Abg. Ing. Westenthaler: Und vorher dem Konrad vorgelegt!) – Das ist die Qualität der Kampagne, die zur Gänze im Dirty-Campaigning-Büro der ÖVP ihre Quelle hat, meine Damen und Herren – alles finanziert mit Raiffeisen-Medien und kampagnisiert mit Raiffeisen-Medien.
Abg. Ing. Westenthaler: Da wär’ es uns gut gegangen!
nungshofpräsident Dr. Moser ist der Zeichnungsberechtigte. 45 Millionen – so, als ob dieses Geld nie eine Spur hinterlassen hätte. Wissen Sie, was wir gemacht hätten, wenn wir 45 Millionen im BZÖ zur Verfügung gehabt hätten? (Abg. Ing. Westenthaler: Da wär’ es uns gut gegangen!) Wir hätten keine einzige Klinke geputzt, um um Geld zu betteln, um Kleinspenden von unseren Leuten zu erbetteln. Wir wären wirklich mit anderen Wahlkampfmechanismen, auch im letzten EU-Wahlkampf, aufgefahren. Wenn wir nur die Zinsen von 45 Millionen hätten, meine Damen und Herren!
Abg. Ing. Westenthaler: Erzählen Sie uns lieber was über den Herrn Gusenbauer und seine Beratungsverträge!
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich beginne einmal gleich bei den Orangen. Herr Klubobmann Bucher, ich weiß nicht, wie Sie sich das vorstellen, wie das sein soll in den letzten drei Jahren, in denen es das BZÖ hier im Parlament noch geben wird (Abg. Ing. Westenthaler: Erzählen Sie uns lieber was über den Herrn Gusenbauer und seine Beratungsverträge!): Sie stellen hier einen Antrag und werben um Zustimmung, und einer Ihrer Abgeordneten sagte vorgestern gegenüber einer Zeitung, die Hälfte der Nationalräte sei Überzahl an Stimmvieh.
Abg. Ing. Westenthaler – auf die Journalistenloge weisend –: Der Faul geht auffi und verdrischt die Journalisten!
Meine Damen und Herren vom BZÖ, nun auf kurzem Weg gleich zu den Skandalen und zu den Korruptionsfällen. (Abg. Ing. Westenthaler – auf die Journalistenloge weisend –: Der Faul geht auffi und verdrischt die Journalisten!) Wie kommen wir eigentlich in Österreich dazu, dass wir von der OECD als Oase der Korruption bezeichnet werden? Wie kommen wir in Österreich dazu, dass wir im Ranking von Transparency International von Rang 12 auf Rang 16 zurückfallen? – Na selbstverständlich spielen da der BUWOG-Fall und der Kriminalfall Hypo die zentrale Rolle. (Abg. Ing. Westenthaler: Habt ihr den Faul schon blasen lassen? ... Alko-Test?)
Abg. Ing. Westenthaler: Habt ihr den Faul schon blasen lassen? ... Alko-Test?
Meine Damen und Herren vom BZÖ, nun auf kurzem Weg gleich zu den Skandalen und zu den Korruptionsfällen. (Abg. Ing. Westenthaler – auf die Journalistenloge weisend –: Der Faul geht auffi und verdrischt die Journalisten!) Wie kommen wir eigentlich in Österreich dazu, dass wir von der OECD als Oase der Korruption bezeichnet werden? Wie kommen wir in Österreich dazu, dass wir im Ranking von Transparency International von Rang 12 auf Rang 16 zurückfallen? – Na selbstverständlich spielen da der BUWOG-Fall und der Kriminalfall Hypo die zentrale Rolle. (Abg. Ing. Westenthaler: Habt ihr den Faul schon blasen lassen? ... Alko-Test?)
Abg. Ing. Westenthaler: Saddam Hussein!
Wir brauchen eine Parallelaktion, und da können wir sehr wohl Menschen laden, wir müssen gar nicht Grasser laden, der sich der Aussage entschlägt, den brauchen wir gar nicht (Abg. Ing. Westenthaler: Saddam Hussein!), er kann ja extra einmal kommen, nachdem die gerichtlichen Erhebungen abgeschlossen sind. (Abg. Mag. Rudas: Wen wollen Sie denn laden?)
Sitzung Nr. 77
Abg. Ing. Westenthaler: Oje! Großer Verlust!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Von der Bundeswahlbehörde ist die Mitteilung eingelangt, dass Herr Abgeordneter Christian Faul auf sein Mandat verzichtet hat (Abg. Ing. Westenthaler: Oje! Großer Verlust!) und an seiner Stelle Herr Abgeordneter Mag. Michael Schickhofer in den Nationalrat berufen wurde.
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Ich lese heute, dass Ihr Herr Altkanzler Schüssel schon genügend Phantasie besessen hat, um sich seinen Lebensstandard zu richten (der Redner hält einen Zeitungsartikel mit der Überschrift „Atom: Schüssel casht voll ab“ in die Höhe): Schüssel casht bei der Atom-Lobby ab. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Heute haben wir Herrn Abgeordneten Faul politisch zu Grabe getragen – seinen Nachfolger begrüße ich! –, der drei Gehälter mit 14 000 € bekommen und null Arbeitsleistung gebracht hat. Sie haben viel Fantasie, wenn es darum geht, die Lebensstandards Ihrer eigenen Funktionäre zu verbessern, sind aber fantasielos und greifen in die Taschen, wenn es um die Österreicherinnen und Österreicher geht.
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Zögernder Applaus!
Abgeordnete Gabriele Tamandl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Innenministerin! Österreich hat eine lange Tradition, schutzsuchenden Menschen Asyl zu gewähren, und dazu bekennen wir uns. Die Frau Innenministerin bekennt sich dazu nicht nur vor Wahlen, wie ihr vorgeworfen wird, sondern die Frau Innenministerin fährt da einen Kurs, der Schutzsuchenden Asyl gewährt, aber solchen, die Asylmissbrauch betreiben, oder solchen, die über Schlepperbanden zu uns kommen, ganz einfach die Rote Karte zeigt. Diese Menschen müssen abgeschoben werden, und Asylanträge müssen schneller bearbeitet werden. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Zögernder Applaus!)
Abg. Ing. Westenthaler: Weil nichts mehr da ist, es ist schon alles ausgeräumt!
Die Frau Innenministerin hat die SOKO-Ost eingerichtet, und Sie haben das kritisiert. Die SOKO-Ost ist höchst erfolgreich! (Beifall bei der ÖVP.) Es ist die Kriminalität in Wien deutlich zurückgegangen, es sind die Einbrüche deutlich zurückgegangen, um 19,2 Prozent (Abg. Ing. Westenthaler: Weil nichts mehr da ist, es ist schon alles ausgeräumt!), es sind die Einbrüche in Kfz deutlich zurückgegangen, nämlich um 25,7 Prozent. (Abg. Ing. Westenthaler: Weil die Autos schon alle in Polen sind!) – Herr Kollege Westenthaler, Sie können immer nur herausschreien, aber Sie haben sich noch nie mit Zahlen und Fakten beschäftigt! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Weil die Autos schon alle in Polen sind!
Die Frau Innenministerin hat die SOKO-Ost eingerichtet, und Sie haben das kritisiert. Die SOKO-Ost ist höchst erfolgreich! (Beifall bei der ÖVP.) Es ist die Kriminalität in Wien deutlich zurückgegangen, es sind die Einbrüche deutlich zurückgegangen, um 19,2 Prozent (Abg. Ing. Westenthaler: Weil nichts mehr da ist, es ist schon alles ausgeräumt!), es sind die Einbrüche in Kfz deutlich zurückgegangen, nämlich um 25,7 Prozent. (Abg. Ing. Westenthaler: Weil die Autos schon alle in Polen sind!) – Herr Kollege Westenthaler, Sie können immer nur herausschreien, aber Sie haben sich noch nie mit Zahlen und Fakten beschäftigt! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Autos sind alle in Polen und die Handtaschen in Ungarn!
Auch die Kfz-Diebstähle sind zurückgegangen, und die Aufklärungsrate steigt. Das ist nur der Frau Innenministerin und ihren trefflichen Maßnahmen zu verdanken! (Abg. Ing. Westenthaler: Die Autos sind alle in Polen und die Handtaschen in Ungarn!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Abg. Grosz: Umfrage Steiermark!
Ich würde mir wünschen: Reden wir über Bildung, aber am besten im Klartext, offen und ehrlich, – egal in welcher Sprache, aber im Klartext! Was Sie im Bereich Bildung vorhaben, bedeutet bis 2014, dass gerade bei der jungen Generation massiv gekürzt wird. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Abg. Grosz: Umfrage Steiermark!) Gerade im Jahr 2011 wollen Sie insgesamt über 160 Millionen € einsparen.
Zwischenruf des Abg. Grosz. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Grünen feiern mit euch schon die Feste!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, zu Ihren Fragen. Ich möchte hier auch sagen, ich bedanke mich sehr dafür, dass die Fragen schon gestern vorgelegt wurden. Im Vergleich zum letzten Mal: 190 Fragen, zwei Stunden (Abg. Krainer: Drei!), drei Stunden Vorbereitungszeit. Jetzt knapp 30 Fragen am Tag davor, deswegen ist es mir auch möglich, detaillierter auf die einzelnen Fragen einzugehen. (Zwischenruf des Abg. Grosz. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Grünen feiern mit euch schon die Feste!)
Abg. Neubauer: Der Haus- und Hofjurist ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein toller Experte! Gratuliere! – Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.
Ich bin mir natürlich auch dessen bewusst, dass manche Verfassungsjuristen der Ansicht sind, wir würden nicht den verfassungsrechtlichen Vorgaben entsprechend handeln, aber – und das ist wichtig – es gibt auch gewichtige andere Stimmen. Professor Hengstschläger bemerkt nämlich zu dieser Frage im Standardwerk des österreichischen Verfassungsrechts, dem Verfassungskommentar von Karl Korinek und Michael Holoubek – ich darf noch einmal zitieren ... (Abg. Neubauer: Der Haus- und Hofjurist ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein toller Experte! Gratuliere! – Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.)
Abg. Ing. Westenthaler: Als Parteiobmann nennen Sie ...?! ... ein Parteisoldat sondergleichen! Das ist unter Ihrem Niveau! – Unruhe in Saal. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Den Äußerungen in der Literatur, dass die Bundesregierung dann, wenn sie dieser Verpflichtung ... (Abg. Ing. Westenthaler: Als Parteiobmann nennen Sie ...?! ... ein Parteisoldat sondergleichen! Das ist unter Ihrem Niveau! – Unruhe in Saal. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Nennen Sie das Experten?! Das hat es auf der ganzen Welt noch nicht gegeben! Gehen Sie wieder Geburtstag feiern!
Bundesminister für Finanzen Vizekanzler Dipl.-Ing. Josef Pröll (fortsetzend): Herr Abgeordneter Westenthaler, zurück zur Verfassung und zu den Tatsachen! (Abg. Ing. Westenthaler: Nennen Sie das Experten?! Das hat es auf der ganzen Welt noch nicht gegeben! Gehen Sie wieder Geburtstag feiern!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Neugebauer: Sehr vernünftig! – Abg. Ing. Westenthaler: Eine Expertise von Hengstschläger!
Darüber hinaus bin ich natürlich dazu bereit, in der Plenarwoche im Oktober einen Zwischenbericht über den aktuellen Stand der Arbeiten zum Budget 2011 und zum Konsolidierungsprogramm hier abzugeben. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Neugebauer: Sehr vernünftig! – Abg. Ing. Westenthaler: Eine Expertise von Hengstschläger!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Das ist der beste Beweis dafür, dass Sie selbst ganz genau wissen, dass es wieder genauso sein wird, wie sonst auch immer: dass Sie in Wahrheit nicht wirklich darum kämpfen, wofür Sie jetzt in den Wahlkämpfen herumrennen, nämlich endlich ein gerechteres Steuersystem erkämpfen zu wollen. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Das tun Sie einfach nicht! (Abg. Grosz: ... feige, mutlose Regierung! – Zwischenruf des Abg. Krainer.)
Abg. Ing. Westenthaler: Verdoppeln! Verdoppeln!
Wenn man sich die Infrastruktur des Hauses ansieht – wir haben keinen Legislativdienst; der Deutsche Bundestag hat eine viel bessere Infrastruktur als das österreichische Parlament – und wenn man will, dass es wirklich ein Arbeitsparlament ist, weil man erkennt, dass aufgrund der Mitgliedschaft in der Europäischen Union die Aufgaben hier gewachsen sind, wenn man das alles sieht und weiß, dann muss man eigentlich in die umgekehrte Richtung gehen. Dann ist nämlich in Wirklichkeit der Service, die Kommunikation ... (Abg. Ing. Westenthaler: Verdoppeln! Verdoppeln!) – Man kann sich auch ins Bett legen, nichts tun und warten, bis der Wahltag kommt. Mag sein, dass das dort die Prämisse ist. (Abg. Strache: Auf 300 Abgeordnete aufstocken!) Jedenfalls sage ich, es ist ein Diskurs gegen die Demokratie.
Abg. Ing. Westenthaler: 500 Abgeordnete!
Das betrifft auch andere Ebenen, nicht nur die Ebene hier im Haus. (Abg. Ing. Westenthaler: 500 Abgeordnete!) Sie können das heruntermachen, Sie können auch sagen, der Populismus soll keine Grenzen kennen, er soll von mir aus auch die Demokratie in Fragen stellen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Dann stellen Sie sich hier her und stellen Sie sich wenigstens der Diskussion und gehen Sie nicht beim nächstbesten Zuruf, der hier getätigt wird, darauf in dieser Form ein, weil ich glaube, dass Demokratie natürlich auch ihren Preis hat.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Das betrifft auch andere Ebenen, nicht nur die Ebene hier im Haus. (Abg. Ing. Westenthaler: 500 Abgeordnete!) Sie können das heruntermachen, Sie können auch sagen, der Populismus soll keine Grenzen kennen, er soll von mir aus auch die Demokratie in Fragen stellen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Dann stellen Sie sich hier her und stellen Sie sich wenigstens der Diskussion und gehen Sie nicht beim nächstbesten Zuruf, der hier getätigt wird, darauf in dieser Form ein, weil ich glaube, dass Demokratie natürlich auch ihren Preis hat.
Abg. Ing. Westenthaler: Ist das eigentlich die Abschiedsrede?
Ich sage Ihnen Folgendes: Ich bin dafür, dass man hier über Effizienzen, über Doppelgleisigkeiten nachdenkt, wie überall sonst auch. (Abg. Bucher: Budgetverschiebung! Budgetverschiebung ist das Thema! Budgetverschiebung!) Wenn einem all das wurscht ist, wenn es Ihnen nur um die kurzfristige APA-Meldung geht, dann machen Sie weiter so, aber halten Sie uns hier keinen Vortrag mehr über demokratische Qualität, über demokratische Kultur, über Parlamentarismus, über Selbstwert des Parlaments (Abg. Bucher: Budgetverschiebung!), sonst werden Sie der Stimmung, die teilweise in der Bevölkerung herrscht und die manchmal zu Recht mit viel Kritik verbunden ist, nicht wirklich entgegentreten können. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist das eigentlich die Abschiedsrede?) Das kann ich Ihnen heute schon prophezeien.
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Trotzdem aber: Gratulation an die grüne Fraktion, Gratulation zum Zeitpunkt der Dringlichen Anfrage! (Zwischenruf des Abg. Neubauer.) Das Timing muss einem gelingen: Sie an jenem Tag einzubringen, an dem alle Zeitungen den Aufmacher haben, dass das Wirtschaftswachstum im nächsten Jahr voraussichtlich nicht 1,2, sondern 2 Prozent betragen wird. Eine Bestätigung unserer Vorgangsweise. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Es ist gescheit, die letzten Prognosen abzuwarten, denn ob ein Budget auf 1,2 Prozent Wirtschaftswachstum aufbaut oder auf 2 Prozent, die Differenz möchte ich Klavier spielen können, Herr Kollege! Also insofern: Gratulation! Ein hervorragendes Timing, besser hätte es nicht sein können! (Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Trotzdem aber: Gratulation an die grüne Fraktion, Gratulation zum Zeitpunkt der Dringlichen Anfrage! (Zwischenruf des Abg. Neubauer.) Das Timing muss einem gelingen: Sie an jenem Tag einzubringen, an dem alle Zeitungen den Aufmacher haben, dass das Wirtschaftswachstum im nächsten Jahr voraussichtlich nicht 1,2, sondern 2 Prozent betragen wird. Eine Bestätigung unserer Vorgangsweise. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Es ist gescheit, die letzten Prognosen abzuwarten, denn ob ein Budget auf 1,2 Prozent Wirtschaftswachstum aufbaut oder auf 2 Prozent, die Differenz möchte ich Klavier spielen können, Herr Kollege! Also insofern: Gratulation! Ein hervorragendes Timing, besser hätte es nicht sein können! (Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Kopf –: Wie ist das mit der deutschen Atomlobby? Wo kommt das Atomkraftwerk hin?
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Klubobmann Kopf. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Kopf –: Wie ist das mit der deutschen Atomlobby? Wo kommt das Atomkraftwerk hin?)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Vizekanzler hat Abgeordnete als Bagage beschimpft!
Präsident Fritz Neugebauer: Liebe Kolleginnen und Kollegen! Fairness für die Kollegin! (Abg. Ing. Westenthaler: Der Vizekanzler hat Abgeordnete als Bagage beschimpft!) – Ich nehme das einmal so zur Kenntnis. Wir sind aber beim nächsten Tagesordnungspunkt. Wenn Sie der Kollegin die Chance geben wollen, sich zu artikulieren. (Neuerliche Zwischenrufe beim BZÖ.) Na gar nichts ist das.
Sitzung Nr. 79
Abg. Tamandl begibt sich zum Rednerpult und stellt dort eine Tafel auf mit der Aufschrift „Frischer Wind für Wien“. – Abg. Petzner: Das ist ja unglaublich! – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Wahlplakat ist ...! – Allgemeine Unruhe im Saal. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächste zu Wort gelangt Frau Abgeordnete Tamandl. Ich stelle die Uhr ... (Abg. Tamandl begibt sich zum Rednerpult und stellt dort eine Tafel auf mit der Aufschrift „Frischer Wind für Wien“. – Abg. Petzner: Das ist ja unglaublich! – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Wahlplakat ist ...! – Allgemeine Unruhe im Saal. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Meine Damen und Herren, zu Wort gelangt Frau Abgeordnete Tamandl. Ich stelle die Uhr auf 7 Minuten. – Bitte.
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Präsidium –: Das ist ein Wahlplakat!
Nur leider Gottes ist es eben so, dass gerade Wien als Bundesland, als Stadt und als Gemeinde am allerwenigsten von Reformen wissen möchte, aber gerade was den Verwaltungsbereich und dort vorhandene Einsparungspotenziale betrifft, will Wien überhaupt nichts wissen. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Präsidium –: Das ist ein Wahlplakat!) Doch Möglichkeiten gibt es genug, und die gehören ganz einfach einmal aufgezählt.
Abg. Ing. Westenthaler: ... einpacken!
Bitte, Sie sind am Wort. (Abg. Ing. Westenthaler: ... einpacken!)
Abg. Ing. Westenthaler: Vorsichtig sein! Bei Raiffeisen gibt es das auch noch!
Wenn eine Stadtpartei wie die Wiener Sozialdemokraten im Präsidium der Wiener Stadtpartei beschließt, wie der Vorstand einer börsennotierten AG auszusehen hat und wie lange dieser im Amt sein sollte, dann sage ich Ihnen: Das gibt es nicht einmal mehr in Nordkorea! Da wird mir der Herr Staatssekretär wahrscheinlich auch recht geben, dass das natürlich unglaublich ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Vorsichtig sein! Bei Raiffeisen gibt es das auch noch!) Es wäre auch nachzufragen, ob der Herr Bürgermeister und auch Landeshauptmann, wenn er Flughafen hört, nicht Bahnhof versteht.
Abg. Dr. Graf: Nordkorea hat auch keine Börse! – Abg. Ing. Westenthaler: Nordkorea hat auch kein Raiffeisen!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zu Wort gelangt nun Herr Abgeordneter Dr. Pilz. Ich stelle die Uhr wunschgemäß auf 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Dr. Graf: Nordkorea hat auch keine Börse! – Abg. Ing. Westenthaler: Nordkorea hat auch kein Raiffeisen!)
Abg. Dr. Graf: Herr Bezirksrat Pilz! – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Ex-Gemeinderat Pilz!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Sehr geehrter Herr Landtagsabgeordneter Maier! Sehr geehrter Herr Landtagsabgeordneter Cap! Sehr geehrter Herr Landtagsabgeordneter Strache! Sehr geehrter Herr Gemeinderat Vilimsky! – und wie alle Lokal- und Bezirkspolitiker, die nicht wissen, was ein Nationalratsmandat ist, in diesem Hause heißen. (Abg. Dr. Graf: Herr Bezirksrat Pilz! – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Ex-Gemeinderat Pilz!) Ich kann mir nur vorstellen, dass es ein unglaubliches Desinteresse an den großen Fragen der Bundespolitik geben muss, weshalb Sie dieses Haus und eine Fernsehübertragung derartig schamlos für den Wiener Wahlkampf missbrauchen. Das steht diesem Haus nicht gut an, und das steht auch Ihnen als Abgeordneten nicht gut an! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Kopf: Was glauben Sie, warum es diese Sitzung heute gibt?!)
Sitzung Nr. 80
Abg. Ing. Westenthaler: Ziemlich verdutzt, die SPÖ!
Hand aufs Herz: Warum lassen wir es zu, dass über zwei Millionen Pensionisten wegen einer ungerechten Ausnahmeregelung jedes Jahr um ihren Teuerungsausgleich zittern müssen? (Beifall bei der ÖVP.) Wir können beides vereinbaren und beides auf den Weg bringen. Das ist eine Herausforderung, die wir in den nächsten Tagen zu meistern haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Ziemlich verdutzt, die SPÖ!)
Abg. Ing. Westenthaler: Bei den Inseraten! Millionen für Inserate!
Der Griff in die Staatskasse, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist immer ein Griff in die Geldbörsen der Österreicherinnen und Österreicher. (Abg. Ing. Westenthaler: Bei den Inseraten! Millionen für Inserate!) Und die Schulden, die gemacht werden, sind Schulden, die wir dann alle wieder gemeinsam zurückzuzahlen haben. Das ist der Kreislauf, den wir ein für alle Mal auch angehen und unterbrechen müssen. (Beifall bei der ÖVP.)
Demonstrativer Beifall von Abg. Ing. Westenthaler. – Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Seit Jahrzehnten verteilen wir mehr Geld, als wir einnehmen. Wir leben über unsere Verhältnisse, und wir wirtschaften unter unseren Möglichkeiten. (Demonstrativer Beifall von Abg. Ing. Westenthaler. – Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.) Der Schuldenberg wächst, und wir schieben ihn weiter vor uns her, immer wieder in die nächste Generation. (Abg. Strache: War das die ÖVP?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer war am längsten in der Regierung?!
Kurz gesagt: In den letzten 30 Jahren bis zu Beginn der Krise hat sich der Schuldenstand Österreichs versechsfacht. Und das war die Entwicklung noch vor der weltweiten Wirtschaftskrise. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer war am längsten in der Regierung?!) Und infolge dieser Krise ist der Schuldenstand von 161 Milliarden € im Jahr 2007 auf 190 Milliarden € im heurigen Jahr gewachsen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist das eine
Abg. Ing. Westenthaler: Eigentlich aussichtslos!
Wir in der Regierung haben die Aufgabe, diese Spirale zu beenden, die immer dramatischer wird, weil wir immer mehr Zinsen für immer höhere Schulden zahlen, sodass wir immer höhere Schulden machen müssen, um die Zinsen dafür zu bestreiten. (Abg. Ing. Westenthaler: Eigentlich aussichtslos!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja kein Witzparlament, das ist ein ...! – Abg. Mag. Wurm: Ameisenfrage!
Meine Frage: Haben Sie ein Rücktrittsgesuch bekommen oder ist es noch auf dem Postweg? (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja kein Witzparlament, das ist ein ...! – Abg. Mag. Wurm: Ameisenfrage!)
Abg. Ing. Westenthaler: Riesenskandal!
dass der Steuerzahler dem Verbund neuerlich 500 Millionen € zur Verfügung stellt. (Abg. Ing. Westenthaler: Riesenskandal!) Es sieht doch niemand ein, dass der Steuerzahler in die Tasche greifen muss, damit sich beim Verbund Rot und Schwarz die Posten aufteilen und dort satte Gewinne gemacht werden, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Die Strompreise ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Strompreise ...!
dass der Steuerzahler dem Verbund neuerlich 500 Millionen € zur Verfügung stellt. (Abg. Ing. Westenthaler: Riesenskandal!) Es sieht doch niemand ein, dass der Steuerzahler in die Tasche greifen muss, damit sich beim Verbund Rot und Schwarz die Posten aufteilen und dort satte Gewinne gemacht werden, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Die Strompreise ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Streitets draußen! Gehts in den Hof streiten!
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP): Herr Kollege Krainer, ja, wie man in den Wald hineinruft. – Ich möchte daher meine Rede mit einer Bitte an Sie und an die Kollegen von der Sozialdemokratie beginnen (Abg. Ing. Westenthaler: Streitets draußen! Gehts in den Hof streiten!), mit einer Bitte, weil ich weiß, dass Ihnen Arbeitsplätze am Herzen liegen.
Abg. Hörl: Vom Westenthaler!
Abgeordneter Ing. Peter Westenthaler (BZÖ): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Klubobmann Cap, „schleich dich“, „Vollkoffer“, „sei nicht so deppert da draußen“, „du Flegel, du“! – Keine Sorge Frau Präsidentin, Sie müssen mir keinen Ordnungsruf geben. Das sind alles Zitate (Abg. Hörl: Vom Westenthaler!), die aus der ÖVP in Richtung Ihres Redners Krainer herausgerufen worden sind. Sie sind sicher auch im Protokoll dann nachzulesen.
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Bei diesem Teil machen wir mit, weil wir es als richtig empfinden, dass die Republik Österreich zu mehr als 50 Prozent am Verbund beteiligt ist. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Wir müssen das auch tun, weil wir uns auch verfassungsrechtlich gebun- den haben, das zu tun. Full stop. Das hat mit den Strompreisen gar nichts zu tun. Das ist nämlich nicht einmal eine Ausgabe. Wenn Sie Ihr Geld nehmen und auf ein Sparbuch legen, haben Sie in der Brieftasche vielleicht auch 100 € weniger, aber auf dem Sparbuch wird plus 100 vermerkt. Sie sind nicht ärmer geworden, Herr Abgeordneter Westenthaler. Genauso wenig ist das Zeichnen von Aktien eine Ausgabe. Und daher ist es als solches eine Investition, und zwar eine vernünftige.
Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen stimmt ihr dagegen!
Ich möchte noch zu dem anderen Punkt kommen, der hier mit behandelt wird, zum Antrag des BZÖ betreffend Bündnis für mehr Kinderschutz gegen sexuelle Übergriffe. Dafür sind auch wir, für Kinderschutz gegen sexuelle Übergriffe, wir beweisen das auch in unserer täglichen Arbeit (Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen stimmt ihr dagegen!) und nicht nur durch Entschließungsanträge.
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler
Ich darf in diesem Zusammenhang zum Beispiel auf das Gewaltschutzgesetz verweisen (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler), das von Kollegem Jarolim und von mir eingebracht und vom Justizministerium ausgearbeitet wurde und seit etwas mehr als einem Jahr gilt. Es beinhaltet beispielsweise, meine sehr geehrten Damen und Herren, sehr wohl auch die Ausdehnung des Strafrahmens, aber darüber hinaus auch andere wichtige Maßnahmen, nämlich eine Sexualstraftäterdatei, Auskünfte, ein Berufsverbot, die Ausdehnung von Verjährungs- und von Tilgungsfristen. All das ist in diesem Gewaltschutzpaket beinhaltet.
Abg. Ing. Westenthaler: Den Schutz des Täters!
Gerade bei Delikten wie den Missbrauchsdelikten, wo wir bereits extrem lange Verjährungsfristen haben, zu Recht lange Verjährungsfristen haben, wo die Verjährung in der Regel überhaupt erst mit der Volljährigkeit beginnt, eine völlige Abschaffung der Fristen zu verlangen, ist grotesk, denn bei allem Schutz der Opfer müssen wir natürlich auch den Schutz des unschuldig Beschuldigten im Kopf haben (Abg. Ing. Westenthaler: Den Schutz des Täters!), denn ein wesentlicher Teil unserer Rechtsordnung ist der Schutz des unschuldig Beschuldigten – und das ist nicht der Täter! (Abg. Ing. Westenthaler: Des Täters!) Der unschuldig Beschuldigte ist kein Täter, sondern ist einer, der in die Mühlen des Gesetzes kommt. Und gerade bei diesem Kreis an Delikten gibt es eine enorm hohe Zahl von Fehlurteilen beziehungsweise von Verfahren (Abg. Ing. Westenthaler: Gut, dass wir uns da unterscheiden!), die lange geführt werden, oft sogar mit Verurteilungen, mit langen Freiheitsstrafen enden, und die dann wieder aufgerollt werden.
Abg. Ing. Westenthaler: Des Täters!
Gerade bei Delikten wie den Missbrauchsdelikten, wo wir bereits extrem lange Verjährungsfristen haben, zu Recht lange Verjährungsfristen haben, wo die Verjährung in der Regel überhaupt erst mit der Volljährigkeit beginnt, eine völlige Abschaffung der Fristen zu verlangen, ist grotesk, denn bei allem Schutz der Opfer müssen wir natürlich auch den Schutz des unschuldig Beschuldigten im Kopf haben (Abg. Ing. Westenthaler: Den Schutz des Täters!), denn ein wesentlicher Teil unserer Rechtsordnung ist der Schutz des unschuldig Beschuldigten – und das ist nicht der Täter! (Abg. Ing. Westenthaler: Des Täters!) Der unschuldig Beschuldigte ist kein Täter, sondern ist einer, der in die Mühlen des Gesetzes kommt. Und gerade bei diesem Kreis an Delikten gibt es eine enorm hohe Zahl von Fehlurteilen beziehungsweise von Verfahren (Abg. Ing. Westenthaler: Gut, dass wir uns da unterscheiden!), die lange geführt werden, oft sogar mit Verurteilungen, mit langen Freiheitsstrafen enden, und die dann wieder aufgerollt werden.
Abg. Ing. Westenthaler: Gut, dass wir uns da unterscheiden!
Gerade bei Delikten wie den Missbrauchsdelikten, wo wir bereits extrem lange Verjährungsfristen haben, zu Recht lange Verjährungsfristen haben, wo die Verjährung in der Regel überhaupt erst mit der Volljährigkeit beginnt, eine völlige Abschaffung der Fristen zu verlangen, ist grotesk, denn bei allem Schutz der Opfer müssen wir natürlich auch den Schutz des unschuldig Beschuldigten im Kopf haben (Abg. Ing. Westenthaler: Den Schutz des Täters!), denn ein wesentlicher Teil unserer Rechtsordnung ist der Schutz des unschuldig Beschuldigten – und das ist nicht der Täter! (Abg. Ing. Westenthaler: Des Täters!) Der unschuldig Beschuldigte ist kein Täter, sondern ist einer, der in die Mühlen des Gesetzes kommt. Und gerade bei diesem Kreis an Delikten gibt es eine enorm hohe Zahl von Fehlurteilen beziehungsweise von Verfahren (Abg. Ing. Westenthaler: Gut, dass wir uns da unterscheiden!), die lange geführt werden, oft sogar mit Verurteilungen, mit langen Freiheitsstrafen enden, und die dann wieder aufgerollt werden.
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Hannes, das ist ein alter FPÖ-Antrag! – Abg. Ing. Westenthaler: Den Antrag hat die FPÖ eingebracht!
Deshalb ist dieser Antrag völlig unverständlich und fast ein Schlag ins Gesicht mei- ner tiefsten Überzeugungen des Rechtsstaates. – Danke. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Hannes, das ist ein alter FPÖ-Antrag! – Abg. Ing. Westenthaler: Den Antrag hat die FPÖ eingebracht!)
Abg. Ing. Westenthaler: ... die EU ...!
Vielleicht meinen Sie es gut und es ist nicht nur blanker Populismus, aber in einem Punkt kann man es ablesen: Sie haben schon vor ein oder zwei Jahren die Verdoppelung der Strafrahmen bei Sexualdelikten gefordert; die Frau Justizministerin weiß es. Wir haben das dann reformiert, in manchen Bereichen wurden die Strafrahmen angehoben. – Das ist dem BZÖ egal, es wird wieder die Verdoppelung gefordert. (Abg. Ing. Westenthaler: ... die EU ...!) Wie hoch die Strafrahmen sind, ist wurscht, Hauptsache, sie werden verdoppelt. – Das ist Ihre Politik: Das ist halt der Populismus jenseits der Frage, was tatsächlich hilft!
Abg. Ing. Westenthaler: Das sollte man sofort ändern!
Wir werden früher oder später darüber diskutieren müssen. Und hier, in diesen Fällen, ist es besonders dramatisch, wenn es um Kinderschutz geht. Wir werden darüber diskutieren müssen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Johann Maier.) – Vollkommen richtig, Kollege Maier! Vollkommen richtig! Ich war immer deiner Meinung. Ich habe deswegen eine harte Auseinandersetzung mit Kollegem Böhmdorfer gehabt. Und ich bin heute mehr denn je der Meinung, dass es ein schwerer Fehler war, die begleitende richterliche Kontrolle aus dem Vorverfahren herauszunehmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das sollte man sofort ändern!) Staatsanwälte können heute im Vorverfahren nahezu machen, was sie wollen, insbesondere wenn es um Einstellungen geht.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist unglaublich!
Ich habe selber meine Erfahrungen gemacht mit politischen Agitationen. Kollege Westenthaler hat selber seine Erfahrungen gemacht mit politischen Agitationen. Ich habe heute Ihrem Kabinettschef ein weiteres Beispiel dafür gegeben, wie Staatsanwälte glauben, in dem Haus politisch agitieren zu müssen. Ich bin selber jetzt Teil dieses Versuchs geworden. Ich „dawehr“ mich schon, meine Damen und Herren. Nur, Herr Präsident – die Frau Präsidentin ist, glaube ich, nicht da, aber ich möchte es von dieser Rostra aus sagen –, wenn ich dann bei dieser Gelegenheit sehe, dass der Verfassungsschutz, das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung, hier im Parlament ein Büro hat, von dem aus gegen Abgeordnete ermittelt wird, dann hört sich der Spaß auf, meine Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist unglaublich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Spitzel raus aus dem Parlament! Keine Fekter-Spitzel im Parlament! Die brauchen wir nicht!
Präsident Fritz Neugebauer: Kolleginnen und Kollegen! Ich gehe davon aus, dass es in unser aller Interesse ist, wenn ich sage, dass der Sachverhalt, den Herr Mag. Stadler jetzt referiert hat, einer Aufklärung bedarf. Es ist für morgen Abend eine Sitzung der Präsidiale angesetzt, um die Termine für die kommenden Monate zu fixieren. Ich werde bei der Frau Präsidentin anregen, dass wir auch dieses Thema in der Präsidiale behandeln. (Abg. Ing. Westenthaler: Spitzel raus aus dem Parlament! Keine Fekter-Spitzel im Parlament! Die brauchen wir nicht!)
Sitzung Nr. 81
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine sehr gute Frage!
Sehen Sie nicht auch die Wirtschaft auf tönernen Füßen? Ist es nicht richtig, dass in so einer Situation neue Steuern genau der falsche Weg sind, weil wir damit die Wirtschaft wieder extra belasten und diesen zarten Aufschwung abwürgen könnten? Also, Herr Minister: Können Sie ausschließen, dass die Mineralölsteuer erhöht wird und damit die Wirtschaft und die Menschen zusätzlich belastet werden? (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine sehr gute Frage!)
Abg. Ing. Westenthaler: Mineralölsteuer! Was ist mit der Mineralölsteuer?
meines Erachtens natürlich nicht vorbei, aber ich höre gerne, wenn hier schon wieder diese und jene Katastrophe befürchtet wird, denn diese finden erfreulicherweise nicht statt. (Abg. Ing. Westenthaler: Mineralölsteuer! Was ist mit der Mineralölsteuer?)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Frage war eine andere! Mineralölsteuer war die Frage!
Und die dritte ... (Abg. Ing. Westenthaler: Die Frage war eine andere! Mineralölsteuer war die Frage!) – Herr Kollege Westenthaler, ich vergesse nicht so schnell etwas wie Sie! (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: 250 €! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Ich darf zu dem kommen, was die Frage war: Mineralölsteuer. – Es könnte sein, dass eine moderate Anhebung diskutiert wird oder umgesetzt wird. Moderat! Da muss man sich überlegen: Wie ist die Situation in anderen Ländern? Da muss man sich ... (Abg. Ing. Westenthaler: 250 €! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) – Könnt ihr ein bisschen leiser schreien? (Abg. Neugebauer – in Richtung BZÖ –: Lasst ihn einmal ausreden! Man versteht ihn ja gar nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Abgezockt!
Schauen Sie, es ist nichts Neues, dass im Bereich der ökologischen Steuerreform hier einige Überlegungen stattfinden. (Abg. Ing. Westenthaler: Abgezockt!) Wir werden sehen, ob wir hier zu einem Gesamtkontext kommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Die größte Abzocke aller Zeiten!) Damit Sie es auch nicht falsch interpretieren: Ich als Wirtschaftsvertreter stehe dafür, dass wir die Ausgabenseite in Ordnung bringen sollen. Wir haben eine ohnehin hohe Steuer- und Abgabenquote. (Abg. Grosz: Warum erhöhen Sie dann die Mineralölsteuer? – Ruf beim BZÖ: Dann dürfen Sie die Mineralölsteuer nicht erhöhen!) Wir haben erfreulicherweise höhere Steuereinnahmen – und dann werden wir sehen, was uns abgeht, und das werden wir lösen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Die größte Abzocke aller Zeiten!
Schauen Sie, es ist nichts Neues, dass im Bereich der ökologischen Steuerreform hier einige Überlegungen stattfinden. (Abg. Ing. Westenthaler: Abgezockt!) Wir werden sehen, ob wir hier zu einem Gesamtkontext kommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Die größte Abzocke aller Zeiten!) Damit Sie es auch nicht falsch interpretieren: Ich als Wirtschaftsvertreter stehe dafür, dass wir die Ausgabenseite in Ordnung bringen sollen. Wir haben eine ohnehin hohe Steuer- und Abgabenquote. (Abg. Grosz: Warum erhöhen Sie dann die Mineralölsteuer? – Ruf beim BZÖ: Dann dürfen Sie die Mineralölsteuer nicht erhöhen!) Wir haben erfreulicherweise höhere Steuereinnahmen – und dann werden wir sehen, was uns abgeht, und das werden wir lösen. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner, Petzner und Ing. Westenthaler.
Bundesminister für Wirtschaft, Familie und Jugend Dr. Reinhold Mitterlehner: Herr Kollege Bucher, diese Frage ist in ihrer Pauschalität so, dass man dafür längere Zeit benötigen würde. Um einmal darauf hinzuweisen: Das Bankenpaket haben alle gemeinsam hier herinnen beschlossen. (Abg. Scheibner: Aber unter anderen Voraussetzungen!) Niemandem ist Geld nachgeworfen worden, sondern es wird klar verzinst und muss auch zurückgezahlt werden. (Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner, Petzner und Ing. Westenthaler.) Wollten Sie irgendeine Bank in Kärnten ansprechen? Nicht? (Abg. Petzner: Nein! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Scheibner: Hypo Niederösterreich! – Abg. Petzner: Raiffeisen! – Abg. Ing. Westenthaler: Eine Pröll-Bank! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Zum Banken-Bereich: Bitte schauen Sie sich die Zahlen an, was bis jetzt herein- und hinausgegangen ist! Aber ein Bankenproblem ist da. Ich möchte Sie jetzt nicht in dieser Weise strapazieren. Sie kennen die Bank. (Abg. Scheibner: Hypo Niederösterreich! – Abg. Petzner: Raiffeisen! – Abg. Ing. Westenthaler: Eine Pröll-Bank! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Scheibner: Das ist völlig unangebracht! – Abg. Ing. Westenthaler: Die Hausbank des Herrn Pröll! – Anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zusatzfrage? – Bitte, Frau Abgeordnete Dr. Lichtenecker. (Abg. Scheibner: Das ist völlig unangebracht! – Abg. Ing. Westenthaler: Die Hausbank des Herrn Pröll! – Anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Grosz und Ing. Westenthaler.
Zu meiner großen Überraschung hat heute Kollegin Haubner als ehemalige Sozialministerin durch ständiges Verbreiten von Unwahrheiten Neid geschürt, indem sie gesagt hat, die Eisenbahnerpensionen seien ein Privileg. (Zwischenrufe der Abgeordneten Grosz und Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir nicht!
Oder, meine Damen und Herren, der Herr Vizekanzler wollte so eine Ministerin. Ich habe anhand der Zwischenrufe von der Regierungsbank mittlerweile den Eindruck, Herr Vizekanzler, dass Sie genau so eine Ministerin wollten. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir nicht!) Ich sage Ihnen in aller Form: Wir wollen so eine Ministerin nicht, und daher gibt es heute einen Misstrauensantrag. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Oh-Rufe beim BZÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Mag. Stadler.
Ich sehe mich derzeit einigen Kommentaren, Artikeln und Diskussionsbeiträgen gegenüber, die meine Bestellung als Ministerin in Zweifel ziehen. Nun, zur Beantwortung der Frage, warum ich eingeladen wurde, das Amt der Justizministerin zu übernehmen, fühle ich mich wenig berufen. Ich verweise dazu auf die öffentlichen Begründungen meines verehrten Vizekanzlers, Dipl.-Ing. Josef Pröll. (Beifall bei der ÖVP. – Oh-Rufe beim BZÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Mag. Stadler.) – Na, hören Sie mir zu! (Abg. Ing. Westenthaler: Ich glaube, sie meint den Onkel Pröll! – Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich glaube, sie meint den Onkel Pröll! – Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll.
Ich sehe mich derzeit einigen Kommentaren, Artikeln und Diskussionsbeiträgen gegenüber, die meine Bestellung als Ministerin in Zweifel ziehen. Nun, zur Beantwortung der Frage, warum ich eingeladen wurde, das Amt der Justizministerin zu übernehmen, fühle ich mich wenig berufen. Ich verweise dazu auf die öffentlichen Begründungen meines verehrten Vizekanzlers, Dipl.-Ing. Josef Pröll. (Beifall bei der ÖVP. – Oh-Rufe beim BZÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Mag. Stadler.) – Na, hören Sie mir zu! (Abg. Ing. Westenthaler: Ich glaube, sie meint den Onkel Pröll! – Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Abg. Petzner: Sie haben gesagt, es gibt diese Konten! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Wie wir alle habe ich durch die Berichte eines Wochenmagazins über angebliche Konten erfahren, und genau das habe ich auch erklärt. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Abg. Petzner: Sie haben gesagt, es gibt diese Konten! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) Auch Sie haben zu dieser Zeit durch diesen oder durch nachfolgende Berichte von diesen Konten erfahren. Darauf habe ich mich bezogen.
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt der Pflichtverteidiger! – Zwischenruf des Abg. Bucher.
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (SPÖ): Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Meine Damen und Herren MinisterInnen! Meine Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt der Pflichtverteidiger! – Zwischenruf des Abg. Bucher.) Ich glaube, man muss unterscheiden – es ist ja auch Gegenstand der heutigen Diskussion – zwischen einerseits dem Amt der Ministerin und andererseits der Tätigkeit eines Richters/einer Richterin. (Abg. Grosz: Knittelfeld!)
Abg. Mag. Stadler: Oder verteilt! – Abg. Ing. Westenthaler: Oder verteilt und vergraben!
Reden wir jetzt noch einmal über die BAWAG! Mir ist es nicht ganz verständlich – das muss ich auch gleich einräumen –, dass der Herr Flöttl sage und schreibe 637 Millionen € zur Gänze verzockt hat. Also einer, der im Kapitalmarkt tätig ist, der sehr erfolgreich war in der Zeit davor, der 637 Millionen € weggespielt hat (Abg. Mag. Stadler: Oder verteilt! – Abg. Ing. Westenthaler: Oder verteilt und vergraben!), der uns erklärt hat, dass der Laptop, auf dem das alles war, leider verschwunden ist, einen Datenabsturz hatte und die Unterlagen, die sonst auch vorhanden sein müssten, auch nicht da sind, dass der nicht verfolgt wird! Ich höre jetzt von einer Verjährung.
Abg. Mag. Stadler: Das ist ein beliebtes Spielchen! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist nichts Neues!
Das heißt, es geht so weit, dass die Staatsanwaltschaft Dinge anordnet, die dazu führen, dass ein Opfer prinzipiell gleichzeitig mit dem Beschuldigten als Beschuldigter zu führen ist, denn wenn das Opfer nicht recht gehabt haben sollte, wenn der Beschuldigte freigesprochen wird, dann müsste ja das Opfer gleich als Verleumder oder zumindest als falscher Zeuge behandelt werden. (Abg. Mag. Stadler: Das ist ein beliebtes Spielchen! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist nichts Neues!) Also man muss sicherheitshalber immer gleich die Opfer auf die Beschuldigtenbank setzen, damit man das gleich mit verhandelt.
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Bei Westenthaler!
Das ist etwas, was in der österreichischen Justiz bisher nicht vorgefallen ist! Ich zumindest kenne – und ich bin auch schon eine Weile Rechtsanwalt – kein Beispiel, wo das passiert ist. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Bei Westenthaler!)
Neuerlicher Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Genau das ist bei mir passiert!
Vielleicht das Beispiel Westenthaler, aber den Akt habe ich nicht verfolgt. Ich kenne kein Beispiel, wo passiert ist, dass man den Anzeigenden, das Opfer mit auf die Anklagebank gesetzt hat. (Neuerlicher Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Genau das ist bei mir passiert!) – Da könnte ich noch vieles sagen, aber jetzt muss ich ein bisschen die Seiten wechseln.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war der Nachruf des Herrn Donnerbauer!
Daher: Kein Misstrauen gegenüber der Justizministerin, sondern gemeinsame Arbeit für volles Vertrauen in unser Justizsystem und für das Funktionieren dieses Systems! – Danke sehr. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war der Nachruf des Herrn Donnerbauer!)
Sitzung Nr. 83
überreicht von den Abgeordneten Sonja Ablinger, Dr. Franz-Joseph Huainigg, Tanja Windbüchler-Souschill und Ing. Peter Westenthaler
Petition betreffend „Kinder gehören nicht ins Gefängnis“ (Ordnungsnummer 64) (überreicht von den Abgeordneten Sonja Ablinger, Dr. Franz-Joseph Huainigg, Tanja Windbüchler-Souschill und Ing. Peter Westenthaler)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt der Anti-Familienminister!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zu einer einleitenden Stellungnahme hat sich Herr Bundesminister Dr. Mitterlehner gemeldet. Herr Bundesminister, auch Ihre Redezeit soll 10 Minuten nicht überschreiten. – Bitte, Sie sind am Wort. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt der Anti-Familienminister!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Zusammenfassend und zurückkommend auf diese Aktuelle Stunde: Meine Damen und Herren, die Budgetvorschläge und die begleitenden Gesetze befinden sich derzeit in Begutachtung, Stellungnahmen, Lösungen und Alternativvorschläge werden auf parlamentarischer Ebene diskutiert, und ich bin guter Dinge, dass Korrekturen und Verbesserungen möglich sein werden. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
He-Rufe bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: 15 Milliarden €?!
beantwortet hat, und die besagt, dass 2008 15 813 Millionen € in die Türkei gegangen sind. – So viel zu dieser Antwort. (He-Rufe bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: 15 Milliarden €?!)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Ing. Westenthaler.
Diese Leute werden jetzt von Ihnen im Stich gelassen, weil Sie mit dieser Gesetzesänderung einfach die notwendige Betriebsvereinbarung außer Kraft setzen und statt der zwingenden eine fakultative Regelung machen. Das heißt nichts anderes, als dass im Unternehmen jetzt nicht mehr eine Regelung für alle Mitarbeiter gesucht wird, sondern man macht es sich jetzt einfach und schnapst sich das persönlich mit dem einzelnen Arbeitnehmer aus. Dabei besteht natürlich eine große Gefahr dahin gehend, dass der eine gegen den anderen ausgespielt wird, und unterm Strich kommt Sozialabbau heraus. – Deshalb können wir dieser Sache nicht zustimmen. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Dr. Cap: Das war der Westenthaler! – Ruf beim BZÖ: Das war Notwehr!
Daher appelliere ich an sämtliche Fraktionen und insbesondere an die Fraktionen BZÖ, Grüne und FPÖ, in Zukunft bei der Zusammenstellung der Tagesordnung im Einvernehmen mit der Präsidentin dafür Sorge zu tragen, dass die Rechnungshofberichte nicht ans Ende der Tagesordnung verschoben werden und vielleicht noch der Präsident genötigt wird, bitte schön, ja nicht zu lange reden, denn es ist irgendwo ein Fußballspiel, weil das ist eh alles kein Problem. (Abg. Dr. Cap: Das war der Westenthaler! – Ruf beim BZÖ: Das war Notwehr!)
Sitzung Nr. 85
Abg. Grosz: Wrabetz und Rudas machen das auch bei den Medien! – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler
Er hätte lieber darüber sprechen sollen, wie das Ergebnis des Fortschrittsberichts der Kommission über die Türkei aussieht, nämlich dass es in der Türkei im Endeffekt noch immer an den Grundrechten hapert, dass dort Journalisten strafrechtlich verfolgt werden, dass Druck auf die Medien ausgeübt wird, dass Pressefreiheit in einem gewissen Sinn nach wie vor ein Fremdwort ist, dass es, wie ich glaube, auch in der Frage – darauf hat ja mein Vorredner hingewiesen – der Religionsfreiheit natürlich keine Fortschritte gegeben hat (Abg. Grosz: Wrabetz und Rudas machen das auch bei den Medien! – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler) und dass sich die Türkei auch was das Ankara-Protokoll betrifft nicht bewegt hat, was die Zypern-Frage anlangt.
Abg. Ing. Westenthaler: Nicht-Exzellenz! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Danke, Herr Präsident! – Eigentlich ist der Tagesordnungspunkt der Außenpolitische Bericht 2009, auf den ich kurz eingehen möchte, aber wirklich nur ganz kurz, um mich dann dem vermutlichen Außenpolitischen Bericht 2010 zu widmen und da auch ein bisschen auf Seine Exzellenz, den Herrn Botschafter, zu sprechen zu kommen, wenn alle anderen das auch machen. (Abg. Ing. Westenthaler: Nicht-Exzellenz! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Das ist ein Titel, tut mir leid, der heißt so.
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Raus mit ihm!
Ich sage Ihnen: Dem türkischen Botschafter fehlt es an dem nötigen Respekt und der Achtung gegenüber den Menschen in unserem Land. Das ist nicht tolerierbar! Er hat das Gastrecht unseres Landes missbraucht – und das ist dem diplomatischen Dienst der Türkei auch so mitzuteilen. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Raus mit ihm!)
Beifall bei ÖVP, FPÖ und BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist die Konsequenz?!
Weil einige Redner das Thema Türkei angesprochen haben, darf ich auch darauf eingehen. Selbstverständlich sind die Äußerungen des türkischen Botschafters in Österreich zu verurteilen – nicht wegen Fragen der Integration, sondern weil der türkische Botschafter in diesem Interview alle Österreicherinnen und Österreicher beleidigt hat. (Beifall bei ÖVP, FPÖ und BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist die Konsequenz?!)
Abg. Ing. Westenthaler: ... Vorsitzführung! Bei den eigenen Leuten ...! Bei der ÖVP unterbricht er nicht!
Meine Damen und Herren! Wir sind in der Marschtabelle leider etwas in Verzug. Ich wen- de mich an die Fraktionsverantwortlichen und schlage entsprechend unserem Beschluss vor (Abg. Ing. Westenthaler: ... Vorsitzführung! Bei den eigenen Leuten ...! Bei der ÖVP unterbricht er nicht!), dass die beiden letzten Rednerrunden, sofern zwei Redner pro Fraktion genannt worden sind, mit je 4 Minuten festgesetzt werden. Wenn nur ein Redner gemeldet ist, dann hat Herr Kollege Stadler daher 8 Minuten zur Verfügung.
Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Mag. Stadler: 10!
Wird dagegen ein Einwand erhoben? (Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Mag. Stadler: 10!)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident, wie viel für ÖVP-Redner?
Kein Einwand? – Wir gehen daher so vor. (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident, wie viel für ÖVP-Redner?)
Abg. Grosz: Also ÖVP-Bonus! – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Skandal, der Vorsitz!
Zu Wort gelangt nun Frau Abgeordnete Mag. Hakl. – Bitte. (Abg. Grosz: Also ÖVP-Bonus! – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Skandal, der Vorsitz!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Präsident Neugebauer –: Da schauen wir jetzt ganz genau, wann die aufhört! Da stoppen wir mit! Wach bleiben!
Abgeordnete Mag. Karin Hakl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Außenminister! Ich bin ganz dankbar, dass die kurze Aussage über die Redezeit wieder etwas Ruhe in die Debatte gebracht hat, denn, Herr Kollege Scheibner, brüllende, zum Teil künstliche Aufregung hilft uns in dieser Sache nicht weiter. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Präsident Neugebauer –: Da schauen wir jetzt ganz genau, wann die aufhört! Da stoppen wir mit! Wach bleiben!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Witz, dass er nicht einmal seinen Antrag verlesen darf!
In diesem Zusammenhang, Herr Bundesminister, danke ich Ihnen einerseits dafür, gegenüber dem Botschafter der Türkei klare Worte gesprochen zu haben, zum anderen aber auch für eine Außenpolitik mit Augenmaß. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Witz, dass er nicht einmal seinen Antrag verlesen darf!)
Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist da jetzt?
Zum Menschenhandel: Die Konvention gegen Menschenhandel ist seit dem Jahr 2008 in Gültigkeit, sie ist in Österreich in Gültigkeit, in anderen Ländern in Gültigkeit. Am Freitag dieser Woche kommt eine Kommission und schaut (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen), ob wir diese Konvention, die Österreich im Jahr 2005 schon unter Ministerin Gastinger (Präsident Neugebauer gibt neuerlich das Glockenzeichen) zur Ratifizierung vorgelegt und auch beschlossen hat, entsprechend umgesetzt haben, und, und, und. (Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist da jetzt?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Eine Regierungsabgeordnete darf immer drüberreden!
Eine wichtige Organisation, eine Organisation, für die wir arbeiten und für die wir uns weiterhin einsetzen werden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Eine Regierungsabgeordnete darf immer drüberreden!)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Mag. Prammer. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Rede wird morgen in den Schlagzeilen stehen! – Abg. Mag. Stadler: Als Christ soll man nicht naiv sein!
Zum Schluss kommend darf ich sagen, dass der Bericht auch zeigt, dass Österreich in die internationale Gemeinschaft ganz gut eingebettet ist, dass Österreich als kleines Land gute Beiträge und Mittlerdienste leistet, dass das auch anerkannt wird. Ich glaube, dass ein Großteil der Österreicherinnen und Österreicher das Gefühl hat, dass unser Außenminister Österreich und die Außenpolitik großartig repräsentiert und vertritt. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Mag. Prammer. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Rede wird morgen in den Schlagzeilen stehen! – Abg. Mag. Stadler: Als Christ soll man nicht naiv sein!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sehr beliebt ist er nicht, der Finanzminister, in der eigenen Koalition!
Abgeordnete Mag. Andrea Kuntzl (SPÖ): Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Vizekanzler, die Art und Weise, in der Sie diese Dringliche beantwortet haben, hat mich doch ein wenig überrascht und enttäuscht. Nicht, dass ich mir erwartet hätte, dass sich der Herr Finanzminister heute herstellt und sagt: Alles ganz anders! Wir schnüren das Sparpaket auf, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich völlig geändert! (Ruf beim BZÖ: ... Kontraredner?) – Das habe ich mir nicht erwartet. Aber was ich mir schon erwartet hätte, ist, dass Sie andere Signale geben (Abg. Ing. Westenthaler: Sehr beliebt ist er nicht, der Finanzminister, in der eigenen Koalition!), nämlich an die jungen
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung ÖVP –: Das ist euer Koalitionspartner! Hat die die Partei gewechselt, oder was? – „Schön“ ist das, in einer Koalition zu sein!
Dieses Signal, den grundsätzlichen Willen dazu, das, Herr Vizekanzler, hätte ich mir in einer politischen Erklärung von Ihnen schon erwartet. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung ÖVP –: Das ist euer Koalitionspartner! Hat die die Partei gewechselt, oder was? – „Schön“ ist das, in einer Koalition zu sein!)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ sowie bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wieso klatscht die ÖVP nicht mit? Eine Frage ans Protokoll!
Also in Summe: Es sind Zeiten, in denen Einsparungsmaßnahmen leider getroffen werden. Aber welche Signale wir an junge Menschen geben sollten, darüber sollten wir mehr Einigkeit haben. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ sowie bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wieso klatscht die ÖVP nicht mit? Eine Frage ans Protokoll!)
Abg. Ing. Westenthaler: Hallo!
Den Koralmtunnel stelle ich zugunsten des tertiären Bereichs in Frage, Herr Kollege. (Abg. Ing. Westenthaler: Hallo!) Aber ich möchte jetzt gerne auf einige Punkte, die heute in der Diskussion gekommen sind, eingehen. (Anhaltende Zwischenrufe.) – Ich weiß, die Aufregung ist groß, ich möchte jetzt aber gerne zum Hochschulbereich zurückkommen und zuerst einmal einige Dinge zurechtrücken. (Abg. Grosz: ... Koralmtunnel in Frage! Blasphemie! – Abg. Petzner: Ihr seid ein chaotischer Haufen!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Petzner: ... im Vorstand beschlossen, aber dann ...! – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Sie haben schon tolle Vorschläge gebracht. Vor einem Jahr haben Sie bei dem Wort zum Sonntag, das Sie so groß im Finanzministerium zelebriert haben (Abg. Petzner: Der weiße Rauch!), gesagt, wir brauchen eine Verwaltungsreform, wir brauchen eine Gesundheitsreform, wir brauchen eine Bildungsreform, wir brauchen all die Reformen, die wir immer schon von Ihnen verlangt haben. – Das haben Sie selbst gesagt, nur: Sie haben sich nicht daran gehalten, das war das Problem. Sie haben es zwar damals versprochen, aber es ist nichts gekommen. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Petzner: ... im Vorstand beschlossen, aber dann ...! – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Heiterkeit und Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Links hinein und rechts hinaus! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ. – Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Was ist denn das für eine Feuerwehr? – Heiterkeit des Vizekanzlers Dipl.-Ing. Pröll.
Auch mit Herrn Neugebauer wollen Sie sich nicht anlegen, ich sage Ihnen das immer wieder. Ich werde Ihnen das auch noch öfter sagen, denn genau das sind die Probleme. Die Probleme sind, dass Sie ... (Abg. Dr. Cap: Ich höre Sie nicht!) – Herr Cap, wenn Sie nichts hören, dann sollten Sie einmal zur Feuerwehr gehen und sich die Ohren ausspritzen lassen, vielleicht wird es dann besser. (Heiterkeit und Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Links hinein und rechts hinaus! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ. – Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Was ist denn das für eine Feuerwehr? – Heiterkeit des Vizekanzlers Dipl.-Ing. Pröll.)
Abg. Ing. Westenthaler: Frau Präsidentin! Wir sollten etwas dagegen tun, dass es bei Klubobmann Cap hallt! – Abg. Grosz: Kollege Cap hört Stimmen!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nun gelangt Frau Abgeordnete Dr. Lichtenecker zu Wort. Ich stelle die Uhr wunschgemäß auf 5 Minuten; Gesamtrestredezeit Ihrer Fraktion: 8 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Frau Präsidentin! Wir sollten etwas dagegen tun, dass es bei Klubobmann Cap hallt! – Abg. Grosz: Kollege Cap hört Stimmen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Gehen S’ in den Hof streiten!
Lassen Sie mich zu guter Letzt noch eine Anmerkung in Richtung der Kollegin Kuntzl, aber auch interessierter Kolleginnen und Kollegen in der SPÖ richten. Glauben Sie, dass es sinnvoll ist, wenn gerade in Zeiten wie diesen, in denen Kanzler und Vizekanzler gemeinsam versuchen, schwierige budgetäre Fragen zu klären und den Österreicherinnen und Österreichern mitzuteilen (Abg. Ing. Westenthaler: Gehen S’ in den Hof streiten!), wovon viele Berufsgruppen betroffen sein werden, wofür wir gemeinsam geradezustehen haben, Ministerin Bures gleichzeitig Inserate auf Doppelseiten quer durch ganz Österreich mit null Inhalt, dafür mit einem Passfoto, das man in jedem Passfotoautoma
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Gehen Sie in Therapie! Der Cap hört Stimmen, ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Zurück nach Loipersdorf!
ten billiger bekommt, um – ich schätze einmal – zirka 180 000 € schaltet? (Abg. Dr. Lichtenecker: Brauchen Sie einen Eheberater?) – Ich glaube, das ist nicht sinnvoll, und ich gehe davon aus, Sie empfinden das auch so. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Gehen Sie in Therapie! Der Cap hört Stimmen, ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Zurück nach Loipersdorf!)
Sitzung Nr. 86
Abg. Ing. Westenthaler: Ein schwerer Job!
Von Freitag auf Samstag haben wir in der Regierung mit dem Koalitionspartner die letzten Details abgeschliffen und das Budget finalisiert. Am Sonntag musste ich nach Brüssel zum Treffen der Finanzminister, um dort das zu tun, was notwendig ist, um Europa und den Euro zu stabilisieren, nämlich ein Paket für Irland zu schnüren. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein schwerer Job!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Banken werden geschützt, die Menschen werden geschröpft!
liarden € wurde ein einzigartiger Schutzschirm über die Euroländer gespannt (Abg. Ing. Westenthaler: Die Banken werden geschützt, die Menschen werden geschröpft!), und man sieht gerade in diesen Tagen und Wochen, wie wichtig dieses Signal war.
Abg. Scheibner: Mir kommen gleich die Tränen! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine einzige Jammerei, was Sie da machen!
Der Weg zum Budget war nicht einfach, die Wochen danach erst recht nicht. Seit die Bundesregierung in Loipersdorf ihren Budgetentwurf vorgelegt hat, hat es von vielen Seiten Kritik gegeben, Kritik, die in einzelnen Punkten durchaus nachvollziehbar war. (Abg. Scheibner: Mir kommen gleich die Tränen! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine einzige Jammerei, was Sie da machen!) Deswegen haben wir in einigen Punkten auch Anpassungen vorgenommen. Und es galt und gilt einmal mehr der Grundsatz: Es gibt einzelne Punkte, über die man diskutieren kann, aber es gibt keine Alternative zum Gesamtpaket!
Abg. Ing. Westenthaler: Ist das Selbsthypnose, was ihr da macht?
selbst habe vielleicht noch nicht alle Hoffnungen erfüllen können, aber – und das sagt auch die Erfahrung der letzten acht Jahre in der Bundesregierung – wir werden die richtigen Lehren daraus ziehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist das Selbsthypnose, was ihr da macht?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer war denn Finanzminister? Schüssel, Molterer! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Allein die Zinszahlungen, die die Steuerzahler bereits jetzt jährlich zu leisten haben, sind etwa gleich hoch wie jene Summe, die wir für unsere Schulen, für die Bildung unserer Kinder ausgeben. Sie übersteigen das Umweltbudget um das Zehnfache oder die Ausgaben für Sicherheit um das 3,5-fache. Jeder Steuerzahler bringt im Schnitt pro Jahr 1 100 € nur für die Zinsen unserer Staatsschuld auf – und damit ist noch kein Euro an Schulden getilgt. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer war denn Finanzminister? Schüssel, Molterer! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Stan Laurel und Oliver Hardy!
Zum Bundesministerium für Inneres. Die innere Sicherheit hat für die Menschen besonderen Stellenwert und daher für die Regierung besondere Priorität. (Abg. Ing. Westenthaler: Stan Laurel und Oliver Hardy!) Die Menschen erwarten sich Sicherheit, und sie haben auch ein Recht darauf. Wir bekämpfen effizient Kriminalität, die seit letztem Jahr um 10 Prozent zurückgegangen ist. Wir geben für Sicherheit etwa 2,35 Milliarden € aus.
Abg. Ing. Westenthaler: Das glauben aber nur Sie! Sie glauben ja auch an das Christkind!
dukte. (Abg. Ing. Westenthaler: Das glauben aber nur Sie! Sie glauben ja auch an das Christkind!)
Abg. Kickl: Das ist ja kein Wunder! – Abg. Ing. Westenthaler: Wenn so viel Unsinn verzapft wird!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Meine Damen und Herren, ich muss kurz unterbrechen! Es ist ein unglaublich hoher Geräuschpegel hier. (Abg. Kickl: Das ist ja kein Wunder! – Abg. Ing. Westenthaler: Wenn so viel Unsinn verzapft wird!) Wenn die Zuschauer zu Hause den Herrn Finanzminister, aber auch einzelne Zwischenrufe verstehen sollen, brauchen wir auch höhere Disziplin im Saal.
Abg. Ing. Westenthaler: Wieso wissen Sie das?
Natürlich: Mit der Erhöhung von Steuern hat niemand Freude (Abg. Mag. Stadler: Geh, wirklich?) – und man macht sich auch keine Freunde, wie man hört! (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso wissen Sie das?) Aber schauen wir uns an, was in diesem Jahr an neuen und höheren Steuern alles vorgeschlagen und gefordert wurde – und was davon übrig geblieben ist! Deutlich weniger. (Abg. Ing. Westenthaler: Und wer hat versprochen, es gibt keine neuen Steuern? Sie!)
Abg. Ing. Westenthaler: Und wer hat versprochen, es gibt keine neuen Steuern? Sie!
Natürlich: Mit der Erhöhung von Steuern hat niemand Freude (Abg. Mag. Stadler: Geh, wirklich?) – und man macht sich auch keine Freunde, wie man hört! (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso wissen Sie das?) Aber schauen wir uns an, was in diesem Jahr an neuen und höheren Steuern alles vorgeschlagen und gefordert wurde – und was davon übrig geblieben ist! Deutlich weniger. (Abg. Ing. Westenthaler: Und wer hat versprochen, es gibt keine neuen Steuern? Sie!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das nächste Mal vergleichen Sie uns mit Dschibuti!
Dann sehen wir: Wir sind gut dran, wenn wir uns mit den meisten europäischen Ländern vergleichen. Wir sind auf dem richtigen Weg, und wir können uns mit den stärksten Volkswirtschaften messen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das nächste Mal vergleichen Sie uns mit Dschibuti!)
Beifall bei der ÖVP – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Zynismus!
Sorgen wir – viertens – dafür, dass wir weiterhin zu den familienfreundlichsten Ländern Europas gehören (Beifall bei der ÖVP – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Zynismus!), auch wenn wir in diesem Jahr schmerzhafte Entscheidungen treffen mussten! Österreich leistet mehr für seine Familien als jedes andere Land! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Bucher: Mit der höchsten Steuer, das muss man dazusagen!) Jetzt geht es darum, dass wir nicht nur bei den Geldleistungen vorne sind, sondern auch bei den Strukturen, die wir für die Familie des 21. Jahrhunderts bieten. Wahlfreiheit und Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind da zentrale Themen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das waren Schüttelreime!
Wir dürfen nicht dauerhaft über unsere Verhältnisse leben und unter unseren Möglichkeiten wirtschaften. Am Sparen führt kein Weg vorbei. Schulden machen ist unsozial. (Abg. Bucher: Sie sind unsozial! Sie machen Schulden!) Es sind die sozial Schwächsten, und das sehen wir landauf, landab in Europa, die dann am meisten leiden, wenn Länder in Schuldenkrisen stürzen. Schulden machen ist ungerecht im Sinne der Generationengerechtigkeit, weil es auch die Lasten von einer Generation auf die nächste verschiebt. (Abg. Ing. Westenthaler: Das waren Schüttelreime!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollen Molterer zurück!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Ich danke dem Herrn Vizekanzler für die Abgabe der Erklärung. Das Budget wird ja morgen in erster Lesung diskutiert werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollen Molterer zurück!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der ORF ...!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Meine Damen und Herren! Ich darf, bevor Frau Abgeordnete Tamandl zu sprechen beginnt, noch einmal darauf aufmerksam machen: Der Geräuschpegel ist wirklich unglaublich hoch und die Zuseherinnen und Zuseher zu Hause haben gar nichts von dieser Übertragung, wenn hier nicht eine höhere Disziplin herrscht. (Abg. Ing. Westenthaler: Der ORF ...!)
Heiterkeit bei FPÖ und Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja ein Nestroy-Quiz!
Wenn heute ein Bürger zu einer Förderung kommen möchte oder wenn er um eine zusätzliche Transferleistung ansuchen möchte, dann ist es jetzt so, dass er oft überhaupt nicht weiß, welche er schon hat, ob er jetzt überhaupt noch irgendwelche bekommt. (Heiterkeit bei FPÖ und Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja ein Nestroy-Quiz!) In Zukunft kann er einen Auszug machen, kann zur auszahlenden Stelle hinge
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind ahnungslos!
Was die Opposition betrifft, muss ich sagen, das BZÖ hat im Ausschuss überhaupt den Bock abgeschossen. Das BZÖ hat sich fürchterlich darüber aufgeregt, dass ein Abänderungsantrag, der nicht einmal eine Seite lang war, plötzlich gelesen werden musste. Dann sind sie aus dem Finanzausschuss ausgezogen, haben sich kein bisschen mit der Gesetzesmaterie beschäftigt. Heute haben wir es auch bei Ihnen gesehen, Herr Kollege Strache (Abg. Mag. Stadler: Nicht vom BZÖ!), Sie haben in Ihrer Rede nicht einmal über die Transparenzdatenbank gesprochen, weil Sie sich nicht auskennen und weil Sie sich mit der Materie nicht beschäftigen wollen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind ahnungslos!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Das ist richtig! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine gute Stimmung in der Koalition! Das ist Ihr Partner, der Krainer!
Es ist sicher ein Fehler, dass es nach wie vor dieses Steuerdumping machen kann. Es ist daher sehr schade, dass es bei den Verhandlungen nicht gelungen ist, zu schauen, dass Irland mit diesem Steuerdumping bei den Unternehmen aufhört, wodurch es uns und vielen anderen schadet und wir dafür diesen Schaden jetzt mitfinanzieren dürfen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Das ist richtig! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine gute Stimmung in der Koalition! Das ist Ihr Partner, der Krainer!)
Abg. Ing. Westenthaler: Fahrlässige Krida!
Wenn Sie mit ihrem privaten Geld so umgingen wie mit dem Geld der Steuerzahler, meine sehr geehrten Damen und Herren, Herr Finanzminister, dann müssten Sie in Insolvenz und in den Privatkonkurs gehen. Denn niemand, keine Bank, würde Ihnen Geld geben, weil Sie sich jährlich immer weiter verschulden. Sie müssten in den Privatkonkurs gehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Fahrlässige Krida!) Das ist die Realität, und das ist das Ungleichgewicht, das hier zum Ausdruck kommt. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wo haben die anderen zur Transparenzdatenbank Stellung genommen? Was hat der Krainer dazu gesagt? Was ist das für eine Vorsitzführung?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Klubobmann, Sie haben noch eineinhalb Minuten und haben noch keinen Satz zur Transparenzdatenbank gesagt. (Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wo haben die anderen zur Transparenzdatenbank Stellung genommen? Was hat der Krainer dazu gesagt? Was ist das für eine Vorsitzführung?)
Abg. Ing. Westenthaler: Es ist ja davon nichts mehr übriggeblieben! Es ist ja nichts mehr da!
Ich erinnere: Ich habe im Oktober des letzten Jahres diese Idee in Österreich ventiliert. (Abg. Ing. Westenthaler: Es ist ja davon nichts mehr übriggeblieben! Es ist ja nichts mehr da!) Ich habe auch viele zustimmende Wortmeldungen dazu bekommen, auch aus Oppositionsparteien, wo man meinte, dass wir uns überlegen sollten, diese Idee der Einrichtung einer Transparenzdatenbank im Sinne der Leistungsgerechtigkeit, im Sinne der Transparenz und auch im Sinne der Vermeidung von Doppelgleisigkeiten voranzutreiben. (Abg. Öllinger: Wo? – Abg. Ing. Westenthaler: Wieder die Unwahrheit!)
Abg. Öllinger: Wo? – Abg. Ing. Westenthaler: Wieder die Unwahrheit!
Ich erinnere: Ich habe im Oktober des letzten Jahres diese Idee in Österreich ventiliert. (Abg. Ing. Westenthaler: Es ist ja davon nichts mehr übriggeblieben! Es ist ja nichts mehr da!) Ich habe auch viele zustimmende Wortmeldungen dazu bekommen, auch aus Oppositionsparteien, wo man meinte, dass wir uns überlegen sollten, diese Idee der Einrichtung einer Transparenzdatenbank im Sinne der Leistungsgerechtigkeit, im Sinne der Transparenz und auch im Sinne der Vermeidung von Doppelgleisigkeiten voranzutreiben. (Abg. Öllinger: Wo? – Abg. Ing. Westenthaler: Wieder die Unwahrheit!)
Abg. Öllinger: Rohrkrepierer! – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Fiasko!
Ich bin sehr froh darüber, dass wir jetzt zur Beschlussfassung kommen, und hoffe, dass diese Idee, die ich beziehungsweise die wir in der Österreichischen Volkspartei gemeinsam geboren haben, in der Koalition eine Mehrheit findet, weil es der Einstieg in das richtige System ist (Abg. Öllinger: Rohrkrepierer! – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Fiasko!), und zwar gemeinsam mit den Bundesländern, die wir natürlich auch bitten werden, mit an Bord zu kommen, um das zu tun, was Österreichs Bürger erwarten, nämlich für einen sorgsamen, fairen Umgang mit den Transferleistungen dieses Landes zu sorgen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Wer zahlt bei den Bundesländern?)
Abg. Ing. Westenthaler: „Transferkonto“?!
Doch lassen Sie mich jetzt zum Thema Transferkonto kommen. (Abg. Ing. Westenthaler: „Transferkonto“?!) Der Finanzminister hat es gesagt, es hieß vor einem Jahr noch „Transferkonto“ und heißt jetzt „Transparenzdatenbank“. Und nein, es ist nicht dasselbe. (Abg. Kickl: Es ist schlechter geworden! Das ist richtig: Es ist schlechter geworden!) Und deswegen, Herr Kickl: Die Stellungnahme von Josef Cap, die Sie vorgelesen haben, betraf damals die Frage des Transferkontos, das es in dieser Form – bei der nämlich die Transparenz in einem „Striptease“ der einzelnen Menschen bestanden hätte, wobei es sich nicht um ein Transferkonto, sondern um ein „Neidkonto“ gehandelt hätte, so wie es dann in den Medien auch sehr bald geheißen hat (Abg. Ing. Westenthaler: Kein Kontroll- und Steuerungsinstrument! Leider!) – mit der SPÖ nicht gegeben hätte. Diesen „Striptease“ hätte es mit der SPÖ nicht gegeben!
Abg. Ing. Westenthaler: Kein Kontroll- und Steuerungsinstrument! Leider!
Doch lassen Sie mich jetzt zum Thema Transferkonto kommen. (Abg. Ing. Westenthaler: „Transferkonto“?!) Der Finanzminister hat es gesagt, es hieß vor einem Jahr noch „Transferkonto“ und heißt jetzt „Transparenzdatenbank“. Und nein, es ist nicht dasselbe. (Abg. Kickl: Es ist schlechter geworden! Das ist richtig: Es ist schlechter geworden!) Und deswegen, Herr Kickl: Die Stellungnahme von Josef Cap, die Sie vorgelesen haben, betraf damals die Frage des Transferkontos, das es in dieser Form – bei der nämlich die Transparenz in einem „Striptease“ der einzelnen Menschen bestanden hätte, wobei es sich nicht um ein Transferkonto, sondern um ein „Neidkonto“ gehandelt hätte, so wie es dann in den Medien auch sehr bald geheißen hat (Abg. Ing. Westenthaler: Kein Kontroll- und Steuerungsinstrument! Leider!) – mit der SPÖ nicht gegeben hätte. Diesen „Striptease“ hätte es mit der SPÖ nicht gegeben!
Abg. Ing. Westenthaler: Das wissen Sie jetzt aber auch nicht!
Bundesminister Hundstorfer hat es in der Enquete gesagt: 94 Prozent der Transferleistungen an die Menschen sind Bundesleistungen. Und er hat gesagt, und da zitiere ich ihn: Wenn der Bund nicht weiß, was er an die Menschen ausbezahlt, was wir hier beschließen, na dann gute Nacht! (Abg. Ing. Westenthaler: Das wissen Sie jetzt aber auch nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht durch die Transferdatenbank!
Genau so ist es: Wir wissen, was an Bundesleistungen an die Menschen ausbezahlt wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht durch die Transferdatenbank!) Was wir nicht in dieser Form wissen, ist, was von Ländern und Gemeinden ausbezahlt wird. Genau diese Leistungen sollen zusammengeführt werden. Allerdings, noch einmal: Es ist keine Datenbank, die den Kleinen betreffen soll. Und auch der Präsident des Österreichischen Gewerkschaftsbundes hat zu Beginn der Diskussion gesagt: Wer glaubt, Transferleistungen für die Ärmsten am Mindestniveau erheben zu können, und das alleine, der irrt. – Und genau so ist es. Genau das machen wir heute nicht mehr.
Abg. Ing. Westenthaler: Nein, Sie sind dauernd Nehmer! Der Finanzminister ist Nehmer!
Ich erinnere an die im Zusammenhang mit dem Transferkonto vor allem von der Industriellenvereinigung damals geprägte Frage der Unterscheidung zwischen Nehmern und Gebern im System. Wenn man dieses System betrachtet, dann muss man dieses System über das ganze Leben betrachten. Wir alle sind irgendwann einmal Nehmer (Abg. Ing. Westenthaler: Nein, Sie sind dauernd Nehmer! Der Finanzminister ist Nehmer!), nämlich am Anfang unseres Lebens, wir sind Geber während unseres Erwerbslebens, und wir sind wieder Nehmer, wenn wir in Pension gehen.
Abg. Scheibner: Von wem war die Idee? – Abg. Ing. Westenthaler: Von wem war denn die Idee? War die nicht von der ÖVP?
Natürlich stand am Anfang die populistische Idee: Ich könnte am Stammtisch Punkte sammeln, wenn ich die sogenannten Sozialschmarotzer sozusagen an den Pranger stelle! (Abg. Scheibner: Von wem war die Idee? – Abg. Ing. Westenthaler: Von wem war denn die Idee? War die nicht von der ÖVP?) Faktisch ist es so, dass hier in Österreich manche Punkte weiter reformbedürftig, verbesserungsfähig sind. Ich glaube, die Sorgfalt jener öffentlichen Stellen, die heute darüber entscheiden, ob eine Sozialleistung ausbezahlt wird oder nicht, ist eher überbordend. Dass wir in Österreich einen Mangel an Bürokratie hätten, dass sich die öffentliche Verwaltung das zu wenig genau anschaut, bevor sie einen Bescheid ausstellt, diesen Vorwurf kann man nicht machen. Das funktioniert im Regelfall in unserem Land sehr gut. Daher war dieser Ansatz nicht der, aufgrund dessen sich dann die Bundesregierung zu diesem Projekt entschlossen hat und den wir heute hier im Parlament der Beschlussfassung zugrunde liegen haben.
Abg. Ing. Westenthaler: Der Betroffenen!
ruf des Abg. Ing. Westenthaler.) – Ja, das steht in dem Gesetz drinnen. Kein Problem, Herr Kollege, jetzt können Sie zustimmen. Ich sage Ihnen, es steht drinnen: Die Bundesregierung kann mit Verordnung ... (Abg. Ing. Westenthaler: Der Betroffenen!) Die Bundesregierung kann die notwendigen statistischen Daten aus der Datenbank holen und daraus Erkenntnisse gewinnen.
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt weiß ich, warum Sie nicht mehr Staatssekretär sind: wegen Rechenfehler abgesetzt!
Die 1 300 € Mindestlohn sind annähernd 20 000 S, und das ist jener Teil, der durch das heutige Wirtschaftswachstum möglich ist. (Zwischenruf des Abg. Brosz.) Wir sind stolz, dass beides in diesem Land möglich ist, und mein Dank gilt dem Sozial- und dem Finanzminister, dass wir diese Situation inklusive Mindestsicherung haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt weiß ich, warum Sie nicht mehr Staatssekretär sind: wegen Rechenfehler abgesetzt!)
Abg. Ing. Westenthaler – auf die Bankreihen der ÖVP zeigend –: Die ÖVP hat Krisensitzung übrigens! Für das Protokoll: Die ÖVP hat Krisensitzung! Die Abgeordneten ...!
Diese Motivationsrede hat er heute wieder gehalten, und da frage ich mich, wen er überzeugen will: Wir sind überzeugt, die Menschen vor den Fernsehschirmen sind auch überzeugt (Abg. Ing. Westenthaler – auf die Bankreihen der ÖVP zeigend –: Die ÖVP hat Krisensitzung übrigens! Für das Protokoll: Die ÖVP hat Krisensitzung! Die Abgeordneten ...!), also wen will er überzeugen? Warum bringt er seit Jahren immer wieder die gleiche Rede? Immer wieder spricht er die Versäumnisse an, spricht das Thema an, dass man nicht auf Schulden leben kann.
Abg. Ing. Westenthaler: Lauter Blabla!
Fünf Punkte hat die Sozialdemokratie umgesetzt – Banken, Aktien, Stiftungen unter anderem –, drei Punkte sind noch offen: die Vermögensbesteuerung für Vermögen über 1 Million €, Managergehälter, Finanztransaktionssteuer. Die erste Etappe ist gelungen, die zweite Etappe muss im nächsten Jahr folgen. (Abg. Ing. Westenthaler: Lauter Blabla!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo wächst all das Geld?
Er kann auch nicht Nein sagen, wenn es um die Türkei geht. Die Heranführungshilfe beträgt für die Türkei immerhin 4,8 Milliarden €. Im Jahre 2012 bekommt die Türkei, die angeblich nie EU-Mitglied werden soll, 900 Millionen € Heranführungshilfe. Hat jemand hier in diesem Haus jemals den Herrn Bankenminister Pröll Nein sagen gehört? – Ich nicht! (Abg. Ing. Westenthaler: Wo wächst all das Geld?)
Abg. Ing. Westenthaler: „Part of the game“!
Scheuch, der offensichtlich ein notleidender Landwirt ist und nur über einige Hektar Grund gemeinsam mit seinem Bruder verfügt, auf denen er sich abrackern muss, ein Einkommen als Klubobmann im Kärntner Landtag für seine Fraktion beantragt hat, indem er sagt: Ich habe kein sonstiges Einkommen, daher möchte ich das höhere Einkommen als Klubobmann. (Abg. Ing. Westenthaler: „Part of the game“!)
Ruf beim BZÖ: 40. Budgetrede! – Abg. Ing. Westenthaler: Hornberger Cap!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Klubobmann Dr. Cap. – Bitte. (Ruf beim BZÖ: 40. Budgetrede! – Abg. Ing. Westenthaler: Hornberger Cap!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine glatte Lüge, Herr Cap!
Warum? – Beim 100-Milliarden-Paket waren Sie alle dabei, weil Sie begriffen haben, dass es mit kaputten Banken nicht weitergeht. Das ist es! Und das sollten Sie sich wirklich zu Herzen nehmen, bevor Sie hier herauskommen und kritisieren. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine glatte Lüge, Herr Cap!)
Abg. Ing. Westenthaler: „Danke“! – Abg. Pendl – auf dem Weg zum Rednerpult –: Wenn es notwendig ist!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Pendl. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: „Danke“! – Abg. Pendl – auf dem Weg zum Rednerpult –: Wenn es notwendig ist!)
Die Rednerin holt die Unterlage. – Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Falsche Rede!
Kurz zu einem zweiten Punkt. Wir beschließen heute die Strafbarkeit von Terrorcamps. Sie sehen mich nachhaltig erschüttert darüber, dass zum einen die Grünen nicht zustimmen, dass aber zum anderen bereits im Ausschuss eine Ausschussfeststellung getroffen wurde mit einem Inhalt, den ich wirklich nicht teilen konnte und kann. Ich habe die Unterlage jetzt oben auf meinem Tisch vergessen und nehme mir die Zeit, sie noch kurz zu holen. (Die Rednerin holt die Unterlage. – Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Falsche Rede!)
Sitzung Nr. 88
Abg. Ing. Westenthaler: Ersparen Sie sich das!
Jetzt sage ich Ihnen noch etwas. Ich habe ja die Zeiten erlebt, wie Jörg Haider hier aufgetreten ist. Wissen Sie, was die Spezialität des Jörg Haider war? Der hat Vorschläge gemacht, und über die Vorschläge wurde hier diskutiert. Das stimmt schon. (Abg. Ing. Westenthaler: Ersparen Sie sich das!) – Sie tun das nicht mehr. Sie sind die Epigonen ohne Vorschläge. Aber wir reden ja jetzt von dem, was damals war. Da hat man darüber reden können. Einen Teil hat man kritisiert, einen Teil hat man vielleicht sogar übernommen, aber es hat manchmal zumindest Vorschläge gegeben. Von da (in Richtung FPÖ deutend) kommt nichts. Das müssen Sie (in Richtung BZÖ) jetzt aber auch zugeben. Sie sind ja eh in Konkurrenz mittlerweile. Ich weiß nicht, wie die politische Seelenwanderung zwischen Ihnen jetzt gerade ist, ob Sie gerade wieder drüben sind oder wieder da sind, ob Sie oben oder unten sitzen oder gar bald draußen sitzen. Ich weiß es ja nicht. Aber jedenfalls ist das die Herangehensweise, die uns nicht weiterbringt.
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Da muss ich jetzt an diejenigen denken, die gerade vor den Fernsehapparaten sitzen. Die wollen sich ja ein Bild machen. Die wollen ja Unterschiede erkennen. Die wollen ja Vorschläge haben. Die wollen ja darüber diskutieren und nachdenken. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Das alles fehlt – außer den Zwischenrufen vom Kollegen Westenthaler, die fehlen mir nicht. Aber jedenfalls: das alles fehlt! (Neuerliche Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein schwarzer Tag!
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne): Frau Präsidentin! Meine geschätzten Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Morgen jährt sich zum zweiten Mal der Jahrestag der Angelobung dieser Bundesregierung (Abg. Ing. Westenthaler: Ein schwarzer Tag!), und ich hätte eigentlich erwartet, dass diese Regierungsumbildung auch zum Anlass genommen wird, einen Vorausblick auf die Reformen zu geben, die noch vor dieser Bundesregierung liegen, diesem Hause eine gewisse Bilanz zu liefern, was bis jetzt erreicht wurde und was bis jetzt nicht erreicht wurde.
Abg. Ing. Westenthaler: Deshalb habt ihr sie nach Wien abgeschoben, weil sie so „toll“ war!
Liebe Christine Marek, du hast einen tollen Job gemacht. (Ruf bei der FPÖ: Darum ist sie jetzt in Wien, weil sie so „toll“ war!) Du hast tolle Dinge auf den Weg gebracht und auch abgeschlossen. (Abg. Ing. Westenthaler: Deshalb habt ihr sie nach Wien abgeschoben, weil sie so „toll“ war!) Die Familien in Österreich profitieren in vielfältiger Weise davon. Und ich möchte dir im Namen unseres Klubs noch einmal ganz, ganz
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll –: Er sagt ihr auch immer ein!
Da drängt sich natürlich schon die Frage auf: Wozu brauchen wir dann überhaupt eine Staatssekretärin? Das hat nichts mit Ihnen persönlich zu tun, aber wenn der zuständige Ressortminister sagt: Wir wollen sie nicht belasten!, dann heißt das, er wird Sie auch in Zukunft nicht mit politischer Tätigkeit belasten wollen. Da muss man fairerweise schon sagen: Ein Staatssekretariat ist das nicht, das ist so etwas wie eine Superpraktikantin, die Sie in Zukunft abgeben werden (Beifall beim BZÖ), und das zu Lasten der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll –: Er sagt ihr auch immer ein!)
Beifall bei BZÖ und FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Weniger Steuern!
Mit einem möchte ich gleich aufräumen, Herr Klubobmann Kopf: Es ist nicht richtig, dass wir die höchsten Familienförderungen in Österreich ausbezahlen. Vergleichen Sie Österreich dann bitte auch mit jenen Ländern, die die gleiche Abgaben- und Steuerquote haben wie wir! Denn in allen Ländern, die Sie in den Vergleich ziehen, wo wir bezüglich der Familienförderungen günstig abschneiden, werden viel, viel weniger Steuern und Abgaben gezahlt. Das ist die Realität. (Beifall bei BZÖ und FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Weniger Steuern!) Wir zahlen 43 Prozent Steuern und Abgaben. Nehmen Sie das auch einmal zur Kenntnis, meine sehr geehrten Damen und Herren!
Abg. Mag. Stadler: Bankenminister! – Abg. Ing. Westenthaler: Minister 15 Prozent!
Finanzminister Pröll! (Abg. Mag. Stadler: Bankenminister! – Abg. Ing. Westenthaler: Minister 15 Prozent!) Sie wollten für Österreich immer nur das Beste haben. Sie wollten für Österreich etwas schaffen. Sie haben auch etwas geschafft: Sie haben neue Steuern geschafft, Sie haben Kürzungen und Belastungen geschafft, meine sehr geehrten Damen und Herren! Das ist nicht das Österreich, das sich unsere Familien verdient haben. – Danke schön. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: „Ich distanziere mich!“ Das wäre ein guter Anfang! – Abg. Neubauer: ... einsagen!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nun gelangt Frau Staatssekretärin Mag. Remler zu Wort. Ich mache darauf aufmerksam: Die Redezeit soll 5 Minuten nicht überschreiten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: „Ich distanziere mich!“ Das wäre ein guter Anfang! – Abg. Neubauer: ... einsagen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Oje! Nicht gut eingesagt, Herr Pröll! – Abg. Mag. Stadler: Schlecht eingesagt!
Ich trete dieses Amt zu einem Zeitpunkt an, an dem Familien in Österreich einige Einschnitte hinnehmen müssen. Sie können mir glauben, ich bin nicht glücklich damit, aber die Einsparungsmaßnahmen sind verantwortbar. Es gibt keine Alternative dazu (Abg. Ing. Westenthaler: Oje! Nicht gut eingesagt, Herr Pröll! – Abg. Mag. Stadler: Schlecht eingesagt!), wenn wir die nachhaltige Finanzierbarkeit der hohen Familienleistungen in Österreich sicherstellen (Abg. Ing. Westenthaler: Falsch eingesagt!) und unserer Jugend, für die ich jetzt auch politisch mitverantwortlich bin, nicht einen unfinanzierbaren Schuldenberg hinterlassen wollen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Falsch eingesagt!
Ich trete dieses Amt zu einem Zeitpunkt an, an dem Familien in Österreich einige Einschnitte hinnehmen müssen. Sie können mir glauben, ich bin nicht glücklich damit, aber die Einsparungsmaßnahmen sind verantwortbar. Es gibt keine Alternative dazu (Abg. Ing. Westenthaler: Oje! Nicht gut eingesagt, Herr Pröll! – Abg. Mag. Stadler: Schlecht eingesagt!), wenn wir die nachhaltige Finanzierbarkeit der hohen Familienleistungen in Österreich sicherstellen (Abg. Ing. Westenthaler: Falsch eingesagt!) und unserer Jugend, für die ich jetzt auch politisch mitverantwortlich bin, nicht einen unfinanzierbaren Schuldenberg hinterlassen wollen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Die schwimmen im Geld, die Familien!
Es freut mich auch sehr, dass Abmilderungen bei den Familienmaßnahmen noch gelungen sind – besonders die Erhaltung des Mehrkindzuschlages –, ohne dass der Gesamtkonsolidierungsrahmen aufgegeben werden musste. Nach den aktuellen Verhandlungsergebnissen haben die Familien für die kommenden vier Jahre um 300 Millionen € mehr zur Verfügung, als ursprünglich vorgesehen waren. (Abg. Ing. Westenthaler: Die schwimmen im Geld, die Familien!) Die Familien bekommen pro Jahr mehr Geld als im Hochkonjunkturjahr 2008. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Lauter reiche Familien haben wir in Österreich!
Diese Tatsache sollte auch von Kritikern dieses Budgets anerkannt werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Lauter reiche Familien haben wir in Österreich!) Österreich gibt mit mehr als 8 Milliarden € mehr Geld für Familien aus als vergleichbare Länder. (Abg. Ing. Westenthaler: Die können sich gar nicht wehren, die Familien, vor dem vielen
Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich! So viel Naivität auf einmal!
Sehr geehrte Damen und Herren, alle Umfragen zeigen: Die Familie bleibt die ideale Lebensform – auch der jungen Menschen. (Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich! So viel Naivität auf einmal!) Sie ist aber natürlich gesellschaftlichen Veränderungen unterworfen: Es gibt weniger Geburten, es gibt mehr Scheidungen, eine nicht immer kinderfreundliche Gesellschaft und ein Auseinanderdriften der Generationen. Diese Entwicklungen stellen Fragen, auf die wir Antworten finden müssen.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Zwischenrufe bei der ÖVP in Richtung BZÖ. – Abg. Mag. Stadler: Sie kriegt ein zünftiges Schmerzensgeld! Machen Sie sich keine Sorgen!
Ein Schlüsselfaktor für die Zukunftssicherheit der Familie und auch für die Gleichberechtigung der Frau ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Zwischenrufe bei der ÖVP in Richtung BZÖ. – Abg. Mag. Stadler: Sie kriegt ein zünftiges Schmerzensgeld! Machen Sie sich keine Sorgen!) Diese Vereinbarkeit zu gestalten ist eine gesellschafts-, aber auch wirtschaftspolitische Aufgabe. Es ist unsere Aufgabe, das Leben mit Kindern zu erleichtern und neue Anreize zu schaffen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich! Eine Verhöhnung! – Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP in Richtung BZÖ. – Abg. Mag. Stadler: Sie kriegt ein Schmerzensgeld dafür!
Mir geht es nicht um entweder Sachleistungen oder Geldleistungen, sondern um das Sowohl-als-auch. Es geht immer um Wahlfreiheit. (Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich! Eine Verhöhnung! – Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP in Richtung BZÖ. – Abg. Mag. Stadler: Sie kriegt ein Schmerzensgeld dafür!) Nur wenn den Familien beides zur Verfügung steht, die Infrastruktur in Form eines qualitätsvollen, flexiblen und leistbaren Kinderbetreuungsangebotes und finanzielle Sicherheit, können sie frei entscheiden (Abg. Silhavy – in Richtung BZÖ –: ... Benehmen! – Abg. Mag. Stadler: Verhöhnt ...!) und jenes Lebensmodell wählen, das ihren Wünschen und Vorstellungen am besten entspricht. Schon jetzt sind viele Rahmenbedingungen geschaffen. Damit es noch besser funktioniert, muss auch die Wirtschafts- und Arbeitswelt kinderfreundlicher gestaltet werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Eine Million Menschen leben in Armut, Frau Staatssekretärin!)
Abg. Ing. Westenthaler: Eine Million Menschen leben in Armut, Frau Staatssekretärin!
Mir geht es nicht um entweder Sachleistungen oder Geldleistungen, sondern um das Sowohl-als-auch. Es geht immer um Wahlfreiheit. (Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich! Eine Verhöhnung! – Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP in Richtung BZÖ. – Abg. Mag. Stadler: Sie kriegt ein Schmerzensgeld dafür!) Nur wenn den Familien beides zur Verfügung steht, die Infrastruktur in Form eines qualitätsvollen, flexiblen und leistbaren Kinderbetreuungsangebotes und finanzielle Sicherheit, können sie frei entscheiden (Abg. Silhavy – in Richtung BZÖ –: ... Benehmen! – Abg. Mag. Stadler: Verhöhnt ...!) und jenes Lebensmodell wählen, das ihren Wünschen und Vorstellungen am besten entspricht. Schon jetzt sind viele Rahmenbedingungen geschaffen. Damit es noch besser funktioniert, muss auch die Wirtschafts- und Arbeitswelt kinderfreundlicher gestaltet werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Eine Million Menschen leben in Armut, Frau Staatssekretärin!)
Abg. Ing. Westenthaler: Stellt sich heraus und sagt, alles ist in Ordnung!
Meine Damen und Herren! Meiner neuen politischen Aufgabe stelle ich mich gerne, und ich möchte als die für Familie und Jugend zuständige Staatssekretärin dazu beitragen, dass Familie in all ihren unterschiedlichen Formen gut gelebt und realisiert werden kann. (Abg. Ing. Westenthaler: Stellt sich heraus und sagt, alles ist in Ordnung!) Ich lade Sie ein, mich bei dieser Aufgabe im Interesse der österreichischen Familien zu unterstützen. Nicht ideologische Grenzen, sondern das gemeinsame Interesse, moderne Familienpolitik zu machen, sollte unser gemeinsames Ziel sein. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das kann nur der Herr Pröll aufgeschrieben haben!
In diesem Sinne freue ich mich auf eine konstruktive Zusammenarbeit. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das kann nur der Herr Pröll aufgeschrieben haben!)
Anhaltender Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Skandal, wie sich die Dame benimmt! Sie kommt daher ...! – Weitere Zwischenrufe bei ÖVP und BZÖ.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Bevor ich Herrn Abgeordnetem Ing. Hofer das Wort erteile, halte ich fest, dass Herr Abgeordneter Westenthaler und Herr Abgeordneter Stadler eine gute Tradition in diesem Haus jetzt massiv durchbrochen haben (Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Mag. Stadler: Wenn ich so etwas schon höre ...!), nämlich bei einer Antrittsrede eines Regierungsmitgliedes doch einigermaßen zurückhaltend mit Zwischenrufen zu sein. (Anhaltender Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Skandal, wie sich die Dame benimmt! Sie kommt daher ...! – Weitere Zwischenrufe bei ÖVP und BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie kennen sich nicht aus! Sie haben keine Ahnung!
Ich halte nur noch einmal fest: Wir brauchen hier nicht die Geschäftsordnung zu strapazieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie kennen sich nicht aus! Sie haben keine Ahnung!) Ich mache nur darauf aufmerksam, dass es gute Gepflogenheiten in diesem Haus gibt und wir sehr sorgfältig mit dem Durchbrechen dieser Gepflogenheiten umgehen sollten – für alle Zukunft. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber bei Regierungsmitgliedern?!
Abgeordneter Ing. Norbert Hofer (FPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Staatssekretärin! Meine Damen und Herren! Natürlich ist es so, dass auch wir uns jetzt dann vom Rednerpult aus mit der Frau Staatssekretärin auseinandersetzen werden – durchaus auch sehr kritisch. Es ist aber üblich – es steht nicht in der Geschäftsordnung! –, dass man sich die erste Rede wirklich in Ruhe anhört. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber bei Regierungsmitgliedern?!) Daher ist das Verhalten des Herrn Stadler auch von uns nicht positiv zu bewerten. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Die nun folgenden Redner haben 5 Minuten Redezeit. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
gekommen. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Da hat die Frau Prammer reingerufen! Der Herr Cap hat reingerufen!
gewütet wurde. (Abg. Ing. Westenthaler: Da hat die Frau Prammer reingerufen! Der Herr Cap hat reingerufen!) Das nur noch einmal, damit wir die Kirche im Dorf lassen. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.) Ich sage: Lassen wir die Kirche im Dorf!
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Familienstaatssekretärin haut ab!
Es war jedenfalls damals das Ergebnis Ihrer Regierungsbeteiligung das, dass 2006 eine andere Regierung gebildet wurde. Das ist das Ergebnis! Wenn Sie hier larmoyant herauskommen und an diese Zeit nostalgisch denken, dann ist das Ihr Problem. Aber diese Regierung ist jedenfalls darum bemüht, dass hier andere Zeichen gesetzt werden und dass die Bewältigung der Krise auch wirklich sozial gerecht stattfindet. Das ist ganz entscheidend. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Familienstaatssekretärin haut ab!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Frau Staatssekretärin ist abgehaut!
Da möchte ich etwas sagen, was mir in diesem Zusammenhang ein Bedürfnis wäre, der Herr Vizekanzler hat einmal von dem großen Wurf gesprochen. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Frau Staatssekretärin ist abgehaut!) – Herr Abgeordneter Westenthaler, nur weil Sie darunter leiden, dass Sie nicht mehr Erstredner sind, brauchen Sie sich da herinnen nicht dauernd in Szene zu setzen! Das ist ja langsam unerträglich. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wegen deiner Rede ist die Staatssekretärin gegangen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wegen deiner Rede ist die Staatssekretärin gegangen!
Da möchte ich etwas sagen, was mir in diesem Zusammenhang ein Bedürfnis wäre, der Herr Vizekanzler hat einmal von dem großen Wurf gesprochen. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Frau Staatssekretärin ist abgehaut!) – Herr Abgeordneter Westenthaler, nur weil Sie darunter leiden, dass Sie nicht mehr Erstredner sind, brauchen Sie sich da herinnen nicht dauernd in Szene zu setzen! Das ist ja langsam unerträglich. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wegen deiner Rede ist die Staatssekretärin gegangen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Staatssekretärin ist schon weg!
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Geschätzte Frau Bundesministerin! Herr Bundesminister! Geschätzte Herren Staatssekretäre! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! (Abg. Ing. Westenthaler: Die Staatssekretärin ist schon weg!) Wir müssen in diesen Tagen erleben, wie es Ländern geht, die jahrelang über ihre Verhältnisse gelebt, hohe Defizite angehäuft und hohe Schulden gemacht haben, und wie es diesen Ländern dann in der dadurch geschwächten Budgetsituation geht. Wenn dann noch eine Finanz- und Wirtschaftskrise dazukommt, dann geht es sehr schnell, dass man seine Kreditwürdigkeit verliert, dann geht es sehr schnell, dass man zum Spielball von Spekulanten wird (Abg. Hagen: Wir zahlen dann die Schulden!), dann geht es sehr schnell, dass man horrende Zinsen zahlen muss für das Geldausleihen, sofern man überhaupt noch Geld geliehen bekommt, und dann kann es sehr schnell gehen, dass man sogar an den Rand der Zahlungsfähigkeit als Nationalstaat kommt. (Abg. Kickl: Da springen eh Sie ein!)
Abg. Ing. Westenthaler: Von welcher Partei ist der?
Es ist ja völlig skurril, dass wir dann von der Wirtschaftskammer, vom Wirtschaftskammerpräsidenten Leitl, Briefe bekommen, in denen er uns auffordert, das zu bekämpfen, was der Finanzminister macht. (Abg. Ing. Westenthaler: Von welcher Partei ist der?) Er schreibt, wir sollen uns für Erneuerung, für strukturelle Reformen einsetzen und dafür Politik machen. (Zwischenruf des Abg. Petzner.) – Und das mit den Pflichtmitgliedschaftsbeiträgen der Unternehmerinnen und Unternehmer in unserem Land, die sie auch zum Schalten von Inseraten und Werbespots unter dem Titel „Jetzt gegensteuern“ – gegen diese Bundesregierung – heranziehen.
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Es gibt auch eine Richtungsänderung beim Thema Vermögensteuern. Die OECD hat oft darauf hingewiesen, dass wir die Arbeit sehr hoch besteuern, während wir im vermögensbezogenen Bereich weniger Steuern als andere in Europa haben. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das zahlen die Bankkunden!
Wir haben eine Richtungsänderung vorgenommen und haben 3,7 Milliarden € bis 2014 vorgesehen, aus Bankensteuern (Abg. Ing. Westenthaler: Das zahlen die Bankkunden!), Stiftungssteuern, Konzernbesteuerungen und Besteuerungen von Wertpapieren und Aktien. Das ist eine notwendige Richtungsänderung, die wir vorgenommen haben und zu der wir stehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Bankenminister! Raiffeisenminister!
Zweiter Punkt: Ich musste heute in der Diskussion wieder mehrmals Klischees und Zuordnungen hören wie Bankenretter, Bankenunterstützer und Sonstiges. (Abg. Ing. Westenthaler: Bankenminister! Raiffeisenminister!) Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich spreche Sie, wenn Sie wollen, auch persönlich an: Haben Sie dem Bankenpaket zugestimmt, Herr Abgeordneter Strache? (Abg. Strache: Griechenland nicht! Griechenland und Irland nicht!) Haben Sie, Herr Abgeordneter Westenthaler, dem Bankenpaket zugestimmt? (Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Strache: Griechenland haben wir nicht zugestimmt!) Ich frage Sie: ja oder nein? – Ja! Einstimmiger Beschluss in diesem Haus. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.) Eine einfache Frage, eine einfache Antwort: Ja, Sie haben zugestimmt! (Abg. Strache: Das Griechenlandpaket ist ein Bankenpaket!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Abg. Strache: Die Kommunalkredit von der Frau Schmied?
Zweiter Punkt: Herr Abgeordneter Strache, Herr Abgeordneter Bucher! Es gibt tatsächlich eine Bank, die mir große Sorgen bereitet. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Abg. Strache: Die Kommunalkredit von der Frau Schmied?) Diese Bank hat ihren Ursprung dort, wo Sie politische Verantwortung tragen. (Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.) Vergessen Sie nicht so schnell die jüngere Geschichte! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.) Wir haben mit der Hypo Alpe-Adria (Abg. Strache: Mit Herrn Martinz im Aufsichtsrat!), für die wir als Eigentümer die Verantwortung übernehmen, alle Hände voll zu tun, um die Bank zu stabilisieren (Abg. Dr. Strutz: Wo war denn die Finanzmarktaufsicht?), damit Kärnten und damit Österreich keinen Schaden nimmt, und wir wollen diese Bank auch in eine gute Zukunft führen. (Abg. Strache: Finanzmarktaufsicht!) Den Schaden haben Sie angerichtet, und wir sanieren. Das ist die Wahrheit bei diesen Themen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Strache: Der Herr Martinz im Aufsichtsrat! – Abg. Dr. Strutz: Lacina, Gusenbauer, wo waren denn die?)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie übernehmen die Verantwortung für das Geld der anderen!
Spielen Sie nicht österreichische gegen europäische Interessen aus, dafür ist die Situation deutlich zu ernst! Ich übernehme die Verantwortung, ich stehe zu diesem Sparkurs in Österreich (Abg. Ing. Westenthaler: Sie übernehmen die Verantwortung für das Geld der anderen!) – ausgabenseitig, aber auch einnahmenseitig: 60 : 40, wobei der Schwerpunkt beim Sparen liegt. Ich übernehme die Verantwortung für die Erreichung unseres Sparzieles, ich übernehme auch die Verantwortung für die Ziele, die wir uns bei den Offensivmaßnahmen vorgegeben haben (Abg. Strache: Haften Sie auch privat für die Griechenland... ?), aber ich bekenne mich auch dazu, dass Österreich Gott sei Dank Teil dieser Europäischen Union ist, treibende Kraft in der Euro-Zone ist. (Abg. Mag. Stefan: Treibende Kraft? – Zahlende Kraft!)
Abg. Ing. Westenthaler: Da spricht der Raiffeisen-Lobbyist! – Abg. Strache: Bevor die Menschen in Privatkonkurs geschickt werden!
Allein in Amerika sind heuer nochmals 146 Banken in Konkurs geschickt worden. Wollen Sie das in Österreich? (Abg. Ing. Westenthaler: Da spricht der Raiffeisen-Lobbyist! – Abg. Strache: Bevor die Menschen in Privatkonkurs geschickt werden!) Ich nicht! Ich möchte haben, dass die Sparguthaben gesichert sind, und ich möchte auch haben, meine Damen und Herren, dass in Österreich der Wirtschaftskreislauf weiterhin funktioniert.
Abg. Ing. Westenthaler: Nein!
Das hat mich für einen Moment verblüfft, ich habe gedacht, Josef Pröll wird selbstkritisch. Dann habe ich gedacht, „Länder“, vielleicht meint er auch Erwin Pröll in Niederösterreich. (Abg. Ing. Westenthaler: Nein!) Dann bin ich endlich draufgekommen, er meint natürlich weder das eine noch das andere, sondern er sitzt im Glashaus und wirft die Steine auf die anderen, auf Irland, zum Beispiel, auf Griechenland, auf unsere europäischen Partner. – Herr Finanzminister, das ist riskant!
Abg. Ing. Westenthaler: Ja, das geht oft schnell!
Im Gegensatz dazu ist in Griechenland die Verschuldung des Staates die Ursache der Krise gewesen, aber nicht in Irland und Spanien, das macht das auch so kompliziert. (Die Lampe am Rednerpult beginnt, rot zu blinken.) – Geht meine Redezeit wirklich schon zu Ende? (Abg. Ing. Westenthaler: Ja, das geht oft schnell!) Das sollen 6 Minuten gewesen sein? (Abg. Grosz: Ist es wirklich schon so spät? Wer hat an der Uhr gedreht?) Na gut.
Abg. Ing. Westenthaler: Da hat Kopf geklatscht!
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP): Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Ich muss zunächst, nachdem ich den Debattenbeitrag des Herrn Bundeskanzlers gehört habe, in dem er wieder für Vermögensbesteuerung und Reichensteuer plädiert hat, Folgendes gestehen (Abg. Ing. Westenthaler: Da hat Kopf geklatscht!): Ich bin auch Anhänger einer Reichensteuer. Wenn sich jetzt einige wundern, muss ich das erklären. Ich bin Anhänger einer
Abg. Ing. Westenthaler: Es ist so! Er kann sich’s leisten!
Kronzeugen liefern: Ich liefere Ihnen den Kronzeugen Herbert Sausgruber. Herbert Sausgruber ist kein Hitzkopf, einer, der alle heiligen Zeiten einmal eine Verfassungsbeschwerde beim Verfassungsgerichtshof einreicht, beispielsweise wenn er weiß, im Gegensatz zu denen und Ihren Reihen hier – einer hat zur Rede des Kollegen Westenthaler gesagt, das sei totaler Unsinn, totaler Blödsinn –, dass sich die Familien die Kinder nicht mehr leisten können. (Abg. Ing. Westenthaler: Es ist so! Er kann sich’s leisten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Warum sind Sie rausgeschmissen worden?
Ich möchte trotzdem zu den Punkten kommen (Unruhe im Saal), die heute Gegenstand der Debatte sind (Abg. Ing. Westenthaler: Warum sind Sie rausgeschmissen worden?), aber er schreit schon wieder. Lassen Sie sich dadurch nicht irritieren! Wir haben ein ernsthaftes Thema hier vor uns, nämlich die Frage, ob dieses Budget, so wie es heute vorgelegt worden ist (Unruhe im Saal – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen), einerseits jenen Ansprüchen gerecht wird (Abg. Strache: ... Sie sich das leisten können! – Abg. Mag. Stadler: Wie viel sind 2 000 €? – Abg. Ing. Westenthaler: Was kostet ein Rasierapparat?), die ein Mehr an gerechter Form der Einnahmen fordern (Abg. Dolinschek – am Rednerpult vorbeigehend –: Die orange Krawatte hat er schon!) – da hat der Herr Bundeskanzler sehr klar ausgeführt, dass nach vielen Jahren erstmals eine gerechtere Form des Budgets kommt –, auf der anderen Seite wird dieses Parlament darüber zu befinden haben, ob jene Maßnahmen, die auf der Ausgabenseite getroffen werden und die zumutbar sind, denen keine hohe Ungerechtigkeit innewohnt, die richtigen Maßnahmen sind.
Abg. Strache: ... Sie sich das leisten können! – Abg. Mag. Stadler: Wie viel sind 2 000 €? – Abg. Ing. Westenthaler: Was kostet ein Rasierapparat?
Ich möchte trotzdem zu den Punkten kommen (Unruhe im Saal), die heute Gegenstand der Debatte sind (Abg. Ing. Westenthaler: Warum sind Sie rausgeschmissen worden?), aber er schreit schon wieder. Lassen Sie sich dadurch nicht irritieren! Wir haben ein ernsthaftes Thema hier vor uns, nämlich die Frage, ob dieses Budget, so wie es heute vorgelegt worden ist (Unruhe im Saal – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen), einerseits jenen Ansprüchen gerecht wird (Abg. Strache: ... Sie sich das leisten können! – Abg. Mag. Stadler: Wie viel sind 2 000 €? – Abg. Ing. Westenthaler: Was kostet ein Rasierapparat?), die ein Mehr an gerechter Form der Einnahmen fordern (Abg. Dolinschek – am Rednerpult vorbeigehend –: Die orange Krawatte hat er schon!) – da hat der Herr Bundeskanzler sehr klar ausgeführt, dass nach vielen Jahren erstmals eine gerechtere Form des Budgets kommt –, auf der anderen Seite wird dieses Parlament darüber zu befinden haben, ob jene Maßnahmen, die auf der Ausgabenseite getroffen werden und die zumutbar sind, denen keine hohe Ungerechtigkeit innewohnt, die richtigen Maßnahmen sind.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir wissen, warum der Schieder Staatssekretär ist und nicht der Matznetter!
Ändern Sie mit uns die Struktur, wie gestern angekündigt, Herr Vizekanzler! Wir werden als Regierung gemeinsam Erfolg haben. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir wissen, warum der Schieder Staatssekretär ist und nicht der Matznetter!)
Ruf beim BZÖ: Die sind beide nicht da! – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Abg. Grosz: Das ist auch ein Vogelhaus ...!
(Ruf beim BZÖ: Die sind beide nicht da! – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Abg. Grosz: Das ist auch ein Vogelhaus ...!)
Abg. Grosz: Unglaublich! – Abg. Ing. Westenthaler: Das sind Methoden!
Ich finde, das Stärkste überhaupt ist Folgendes: Er teilt bei der Beerdigung seines Bruders einem Polizeibeamten des Innenministeriums, der offensichtlich auf ihn angesetzt war, mit, dass er die Absicht hat, dem Abgeordneten Pilz die Unterlagen zu übergeben. Daraufhin hat sofort eine Hausdurchsuchung bei ihm stattgefunden, und er ist sofort für eineinhalb Tage verhaftet worden, meine Damen und Herren! (Abg. Grosz: Unglaublich! – Abg. Ing. Westenthaler: Das sind Methoden!)
Beifall bei Grünen, FPÖ und BZÖ.– Abg. Ing. Westenthaler: Wir schließen uns dem an!
Ich würde ersuchen, dass wir nicht in der Art und Weise, dass wir das Problem wieder vertagen, damit umgehen, sondern ich würde dringend um eine Sitzungsunterbrechung bitten, Frau Präsidentin, damit die weitere Vorgangsweise geklärt werden kann. (Beifall bei Grünen, FPÖ und BZÖ.– Abg. Ing. Westenthaler: Wir schließen uns dem an!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was macht eigentlich Silhavy? – Abg. Grosz: Was macht eigentlich Frau Silhavy?
Herr Sozialminister, die UN-Welttourismusorganisation betonte, dass der Tourismus ein enormes Wachstum haben und daher auch in den nächsten Jahren der Jobmotor schlechthin sein wird. In diesem Zusammenhang werden wir auch genau verfolgen – das ist teilweise schon angesprochen worden –, ob die Ticket Tax, auch wenn sie mit Augenmaß festgelegt worden ist, auch keine unerwünschten Auswirkungen auf den Tourismus, vor allem auf den Städtetourismus hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Was macht eigentlich Silhavy? – Abg. Grosz: Was macht eigentlich Frau Silhavy?)
Sitzung Nr. 90
Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Drohung!
Es muss der Weg der Gerechtigkeit fortgesetzt werden, es muss der Weg der sozialen Gerechtigkeit fortgesetzt werden. (Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Drohung!) Ich sage das nicht nur in Richtung der drei Oppositionsparteien, ich sage das auch in Richtung Koalitionspartner.
Abg. Ing. Westenthaler – auf die Galerie deutend, auf der einige Besucher gerade ihre Plätze verlassen –: Da rennen sogar die Leute auf der Galerie weg! – Abg. Kickl: Die Leute verlassen fluchtartig die Galerie!
Darum kämpfen wir auch weiterhin, und daher ist es auch zumutbar, dass die Banken ihren Beitrag bezahlen, denn sie haben auch unsere Hilfe in Anspruch genommen. Daher ist es auch zumutbar, dass wir uns um die Konzernbesteuerung kümmern, dass wir in die Betrugsbekämpfung investieren, dass wir die Stiftungen unter die Lupe genommen haben – und das ist eine Richtungsänderung im Vergleich zu jenen Budgets, in denen einnahmenseitig bei der Vermögensbesteuerung immer irgendetwas weggefallen ist. (Abg. Ing. Westenthaler – auf die Galerie deutend, auf der einige Besucher gerade ihre Plätze verlassen –: Da rennen sogar die Leute auf der Galerie weg! – Abg. Kickl: Die Leute verlassen fluchtartig die Galerie!)
Abg. Ing. Westenthaler: Fahren Sie nach Kitzbühel oder nicht? – Abg. Grosz: Sie greifen den Leuten persönlich in die Tasche!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Da Herr Abgeordneter Westenthaler die Weihnachtsfeiertage angesprochen hat, und das in einer sehr polemischen und sehr privaten und persönlichen Weise, sage ich Ihnen klipp und klar: Ja, wir machen diesen Budgetvorschlag ... (Abg. Ing. Westenthaler: Fahren Sie nach Kitzbühel oder nicht? – Abg. Grosz: Sie greifen den Leuten persönlich in die Tasche!) – Kein Grund zur Aufregung, meine sehr geehrten Damen und Herren! – Wir machen diesen Budgetvorschlag für das Jahr 2011 und die Perspektive bis 2014, und das ist auch eine weihnachtliche Botschaft, um vor allem den Kindern und unseren Enkelkindern in Zukunft Sicherheit und Perspektive zu geben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das glaubt Ihnen kein Mensch!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das glaubt Ihnen kein Mensch!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Da Herr Abgeordneter Westenthaler die Weihnachtsfeiertage angesprochen hat, und das in einer sehr polemischen und sehr privaten und persönlichen Weise, sage ich Ihnen klipp und klar: Ja, wir machen diesen Budgetvorschlag ... (Abg. Ing. Westenthaler: Fahren Sie nach Kitzbühel oder nicht? – Abg. Grosz: Sie greifen den Leuten persönlich in die Tasche!) – Kein Grund zur Aufregung, meine sehr geehrten Damen und Herren! – Wir machen diesen Budgetvorschlag für das Jahr 2011 und die Perspektive bis 2014, und das ist auch eine weihnachtliche Botschaft, um vor allem den Kindern und unseren Enkelkindern in Zukunft Sicherheit und Perspektive zu geben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das glaubt Ihnen kein Mensch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Auf nach Kitzbühel!
Es geht in diesen Tagen viel um Verlässlichkeit und um Verantwortung. Manche Abgeordnete spielen hier dieses Spiel: Dort in Brüssel wird Geld ausgegeben, und in Österreich wird gespart. – Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir haben eine österreichische Verantwortung – und zu der bekenne ich mich absolut –, aber auch eine europäische. Beides kann man lösen, für beides kann man Lösungen finden und Politik machen. Wir in der Bundesregierung versuchen das tagtäglich und haben mit diesem Budget, denke ich, die richtige Perspektive für Österreich vorgegeben. (Abg. Ing. Westenthaler: Auf nach Kitzbühel!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir stimmen aber trotzdem nicht zu!
Zu Herrn Abgeordnetem Westenthaler und seinem sehr, sehr billigen Populismus auf Kosten der parlamentarischen MitarbeiterInnen: Sehr geehrter Herr Abgeordneter Westenthaler, im Ausschuss wurde dieser Beschluss betreffend parlamentarische Mitarbeiter von allen Parteien mitgetragen; das wurde einstimmig am 9. Dezember im Budgetausschuss von allen Parteien beschlossen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir stimmen aber trotzdem nicht zu!) Sie haben gesagt, Sie sind diejenigen, die sich für die Kleinen einsetzen. – Auf dem Rücken unserer kleinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hier billig Populismus zu betreiben, das ist die Art und Weise, wie Sie mit Politik umgehen. Und das wird von uns zutiefst verachtet! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: ... Finanzminister prüft die Schneelage in Kitzbühel!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Mag. Kuntzl. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: ... Finanzminister prüft die Schneelage in Kitzbühel!)
Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei der ÖVP: Jawohl! – Abg. Ing. Westenthaler: Ich nehme den Leuten auch nicht das Geld weg!
Apropos Opposition: Da haben wir ein Schauspiel erlebt, nämlich was es heißt, Opposition zu sein und nicht Verantwortung zu tragen. Jemand, der selbst Stammgast beim „Stanglwirt“ in Going ist, attackiert Regierungsvertreter, weil sie angeblich nach Kitzbühel fahren. (Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei der ÖVP: Jawohl! – Abg. Ing. Westenthaler: Ich nehme den Leuten auch nicht das Geld weg!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr seid aber in der Regierung!
Vertreter des Koalitionspartners inklusive des Herrn Bundeskanzlers finden unser Steuersystem jetzt verdammt ungerecht. Was ich kritisch finde, ist die mittlerweile sehr hohe Abgaben- und Steuerquote von 44,1 Prozent in diesem Land. Da sind wir Europaspitze. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr seid aber in der Regierung!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Grosz: Schönen Urlaub in Lech! – Abg. Ing. Westenthaler: Treffen wir uns in Kitzbühel?!
Sachlichkeit aufzubringen – die Menschen in unserer Heimat und schließlich wir alle haben uns das verdient. Zu diesem Schritt lade ich Sie sehr herzlich ein. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Grosz: Schönen Urlaub in Lech! – Abg. Ing. Westenthaler: Treffen wir uns in Kitzbühel?!)
Abg. Ing. Westenthaler – auf die Regierungsbank weisend –: Der da hinten! Der hinter Ihnen!
Abgeordnete Adelheid Irina Fürntrath-Moretti (ÖVP): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Ich kann Sie beruhigen, Herr Abgeordneter: Ich fahre nicht nach Kitzbühel, ich fahre nicht mehr Schi, ich arbeite um die Weihnachtszeit. (Abg. Ing. Westenthaler – auf die Regierungsbank weisend –: Der da hinten! Der hinter Ihnen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Frau Präsidentin, was sagen Sie dazu?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Wir gelangen jetzt zur getrennten Abstimmung (Abg. Ing. Westenthaler: Frau Präsidentin, was sagen Sie dazu?) über die Streichung des Artikels 34, beantragt von den Abgeordneten Bucher, Kolleginnen und Kollegen.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Dann soll er ins Krankenhaus gehen!
Meine Damen und Herren (Abg. Mag. Stadler: Dann kann der Zinggl auch abstimmen, wie er will!), wir brauchen ein bejahendes Zeichen. Das würde ja auch für andere gelten (Abg. Mag. Stadler: § 66 Absatz 1!), die nicht aufstehen können. Herr Abgeordneter Prähauser hat, wie ich weiß, ein schweres Kreuzleiden und dürfte eigentlich gar nicht hier sein. (Abg. Mag. Stadler: Dann soll er gehen!) Und ich glaube, man kann es zur Kenntnis nehmen, wenn er die Hand hebt. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Dann soll er ins Krankenhaus gehen!)
Die Abgeordneten Mag. Stadler und Ing. Westenthaler: „Danke“! „Danke“!
Hinsichtlich des Aufstehens und Sitzenbleibens heißt es: „in der Regel“, und nicht: „verpflichtend“. (Die Abgeordneten Mag. Stadler und Ing. Westenthaler: „Danke“! „Danke“!) Sonst wären wir in diesem Saal ja überhaupt nicht barrierefrei. (Abg. Grosz: Das machen wir jetzt auch!) – Ich weiß aber nicht, ob es in diesem Haus noch andere Abgeordnete mit Bandscheibenvorfall gibt. Das müssen Sie mir dann eben rechtzeitig melden. (Abg. Kopf: Mit Rückgratproblemen schon!)
Beifall beim BZÖ. – Die Abgeordneten Grosz und Ing. Westenthaler: Der ist durch!
Wenn Sie dem Ihre Zustimmung geben, bitte ich Sie um ein entsprechendes Zeichen. – Das ist einstimmig beschlossen. (Beifall beim BZÖ. – Die Abgeordneten Grosz und Ing. Westenthaler: Der ist durch!)
Abg. Krainer: Das BZÖ war dabei am Anfang! – Zwischenruf der Abg. Mag. Rudas in Richtung BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Abkassierer! – Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen.
Wir kommen sogleich zur dritten Lesung. (Abg. Krainer: Das BZÖ war dabei am Anfang! – Zwischenruf der Abg. Mag. Rudas in Richtung BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Abkassierer! – Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen.)
Sitzung Nr. 91
Abg. Ing. Westenthaler: Kriegen wir alle eine Kartei angehängt?
Abgeordneter Dieter Brosz (Grüne): Frau Präsidentin! Ich hoffe, dass die Abgeordneten, die hier fotografiert werden, auch in Zukunft im Nationalrat verbleiben dürfen und nicht möglicherweise von Abschiebungen bedroht sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Kriegen wir alle eine Kartei angehängt?) Schauen wir also einmal, was die Frau Bundesministerin hier fotografiert! Aber eigentlich wollte ich zur Presseförderung sprechen. (Bundesministerin Dr. Fekter: Nein, Herr Brosz, Sie hätte ich nicht fotografiert!) – Mich nicht, immerhin; es sind ja noch andere zum Fotografieren da. (Abg. Dr. Graf: ... im EKIS drinnen! – Abg. Ing. Westenthaler: Wer weiß, was sie damit macht!)
Abg. Dr. Graf: ... im EKIS drinnen! – Abg. Ing. Westenthaler: Wer weiß, was sie damit macht!
Abgeordneter Dieter Brosz (Grüne): Frau Präsidentin! Ich hoffe, dass die Abgeordneten, die hier fotografiert werden, auch in Zukunft im Nationalrat verbleiben dürfen und nicht möglicherweise von Abschiebungen bedroht sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Kriegen wir alle eine Kartei angehängt?) Schauen wir also einmal, was die Frau Bundesministerin hier fotografiert! Aber eigentlich wollte ich zur Presseförderung sprechen. (Bundesministerin Dr. Fekter: Nein, Herr Brosz, Sie hätte ich nicht fotografiert!) – Mich nicht, immerhin; es sind ja noch andere zum Fotografieren da. (Abg. Dr. Graf: ... im EKIS drinnen! – Abg. Ing. Westenthaler: Wer weiß, was sie damit macht!)
Zwischenruf der Abg. Mag. Korun. – Abg. Ing. Westenthaler: Das steht noch nirgends im Budget!
Generell wird es im Asyl- und Fremdenbereich sicherlich so sein, dass es durch das neue Bundesamt für Asyl und Migration eine raschere Abwicklung der Verfahren geben wird. Wir haben jetzt schon gesehen, dass wir sehr gut unterwegs sind, denn wir haben gerade in diesem Bereich eine Einsparung von 18 Millionen € erreichen können. Dieses Geld, diese Einsparung ist ganz wichtig gewesen, weil wir es nun anders einsetzen können. (Zwischenruf der Abg. Mag. Korun. – Abg. Ing. Westenthaler: Das steht noch nirgends im Budget!)
Abg. Ing. Westenthaler: ... ist aber der Finanzausschuss zuständig!
Was macht die Bundesregierung? – Sie legt diesem Nationalrat einen Gesetzentwurf vor, der beinhaltet, dass die Einsätze in Automaten-Casinos verzehnfacht werden und ein Spiel pro Sekunde möglich ist. Das heißt, erstmals ... (Abg. Ing. Westenthaler: ... ist aber der Finanzausschuss zuständig!) – Sie haben recht, Herr Kollege Westenthaler. Wir haben es im Finanzausschuss verhandelt. (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter.) – Ich rede vom Parlament in seiner Gesamtverantwortung.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Mitzis Phantasieland! Mitzi Sackbauer!
Es ist nämlich die Kriminalität nicht gestiegen, sondern ganz im Gegenteil im Jahr 2010 wirklich signifikant gesunken. Die Gesamtkriminalität ist um 10 Prozent gesunken, die Zahl der Einbrüche in Einfamilienhäuser ist um 40,9 Prozent gesunken, die Zahl der Diebstähle von Kraftfahrzeugen ist um 51,9 Prozent gesunken, die Zahl der Lkw-Diebstähle ist um 72,53 Prozent gesunken. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Mitzis Phantasieland! Mitzi Sackbauer!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Fragen Sie mal die Menschen!
Wenn Sie sich hier herausstellen und sagen, die Kriminalität steigt, dann muss ich sagen, da haben Sie etwas verschlafen, Herr Westenthaler, denn die Kriminalität ist wirklich rückläufig! Das ist uns mit den Maßnahmen der Polizei gelungen, und darauf bin ich stolz! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Fragen Sie mal die Menschen!)
Abg. Dr. Kräuter: Abwarten! – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Nun, wo sind denn die Abhörprotokolle? (Abg. Dr. Kräuter: Abwarten!) – Sie kommen noch. Heute noch? (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.) Morgen kommen sie. Wann? Können wir erfahren, wann? (Abg. Dr. Kräuter: Abwarten! – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) – Er weiß es noch nicht. Haben Sie die Abhörprotokolle schon? Wann wollen Sie die Telefonabhörprotokolle bringen? Beim Landwirtschaftsbudget, oder wann wollen Sie sie bringen? (Abg. Dr. Kräuter: Nein, ...!) – Nein. Wann dann? Beim Verkehrskapitel? Das könnte sein, das Telefon hat etwas mit dem Verkehr zu tun. Auch eine Möglichkeit. Also wann kommt das morgen, Herr Kollege Kräuter? (Abg. Dr. Kräuter: Abwarten!) – Abwarten müssen wir.
Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler, Dolinschek und Grosz.
Herr Abgeordneter Haberzettl ist der Nächste, der zu Wort gelangt. Ich stelle die Uhr auf 5 Minuten. – Bitte. (Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler, Dolinschek und Grosz.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Privilegiensprecher!
Abgeordneter Wilhelm Haberzettl (SPÖ): Geschätzte Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Verehrte Damen und Herren! Herr Bucher, Sie können schon mit Zwischenrufen beginnen! Ich sage Ihnen, was mir einfällt, wenn ich Ihnen ins Gesicht schaue: Da fällt mir Unfallrentenbesteuerung ein, da fallen mir Ambulanzgebühren ein. Und wenn Sie wollen, kann ich noch eine Stunde weitererzählen, welche Grausamkeiten Ihnen, Herr Westenthaler, eingefallen sind. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Privilegiensprecher!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr Zug ist bereits abgefahren!
ne Verlängerung der sogenannten Hacklerregelung bis zum Jahr 2013 vorzunehmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr Zug ist bereits abgefahren!) Es war natürlich zum damaligen Zeitpunkt bekannt, dass im Jahr 2013 mit dieser Ausnahmeregelung oder mit dieser Sonderregelung für lange Versicherungszeiten Schluss sein wird.
Abg. Ing. Westenthaler: Leider keine Änderungen bei den ÖBB!
Zum Abschluss einige Bemerkungen: Ich glaube, Österreich hat den Weg aus der Wirtschaftskrise geschafft. Es ist aber nicht so, dass die Wirtschaftskrise selbst schon zur Gänze vorbei ist. Ich denke, es ist unumstritten, dass das Bankenpaket notwendig war, es ist aber auch unumstritten, dass das Konjunkturpaket notwendig war. Wir alle wussten bei Beschlussfassung dieser Pakete aber auch, dass, wenn sich die Wirtschaft wieder stabilisiert, zu sparen ist. Und es ist dieser Bundesregierung erstmals gelungen, unter der Führung von Bundeskanzler Faymann den ersten Schritt im Bereich der Vermögenszuwachsbesteuerung zu setzen, den ersten Schritt im Bereich einer Bankenabgabe zu setzen. Es gab Änderungen bei der Stiftungsbesteuerung, und es gab Änderungen bei der Konzernbesteuerung bei Zukäufen. (Abg. Ing. Westenthaler: Leider keine Änderungen bei den ÖBB!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Ich glaube, im Zuge der Diskussion darüber, wie wir die Belastungen aufteilen, ist auch klar und deutlich zutage getreten, dass das ein ungemein schwieriger Spagat ist – ich denke, wir haben ihn geschafft. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ja, ja!
Ins Budgetdefizit müsste eigentlich das mit einbezogen werden, so wie es die EU jetzt in Zukunft vorhat. Dann schaut das wieder ganz anders aus. Dann steigt dieses Budgetdefizit, und beim Finanzstabilitätspakt (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter) ist die Pflegefinanzierung noch ausständig, Herr Kollege Matznetter. Ich erinnere mich noch sehr gut an das Jahr 2006, kurz vor der Nationalratswahl. Da hat die SPÖ sogar den Pflegenotstand ausgerufen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ja, ja!) Passiert ist bis heute gar nichts. (Beifall beim BZÖ.) Jetzt kürzt man noch in der Pflege. Man erschwert den Zugang zur Pflegestufe 1 und Pflegestufe 2.
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: „Das Pflegegeld wird erhöht! Muss man nur lesen!“ – Die Arroganz der Macht!
Es ist zum Beispiel drinnen gestanden, lieber Herr Abgeordneter, dass es beim Pflegegeld sehr wohl bei den Befristungen eine Übergangsbestimmung gibt. (Ruf beim BZÖ: Wann wurde da evaluiert?) Man muss es nur lesen. Es ist sehr wohl klargestellt, dass die Einstufungen, die jetzt unbefristet bestehen, auch weiter auf der Basis der jetzigen Einstufungsverordnung weitergehen und so weiter. Das ist alles geschehen. Man muss es nur zur Kenntnis nehmen, was wirklich dort steht. – Das ist einmal Punkt 1. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: „Das Pflegegeld wird erhöht! Muss man nur lesen!“ – Die Arroganz der Macht!)
Abg. Kickl: Erklären Sie uns einmal, was Sie für die eigenen Leute tun! – Ruf bei der SPÖ: Mehr als ... die anderen! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Grosz: ... dass der Matznetter ...! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Matznetter –: Warum wurden Sie hinausgeschmissen? – Abg. Grosz: Das ist schon traurig!
Es gibt mit der Rot-Weiß-Rot-Card, so wie es heute bei den Mangelberufen keinen ungeordneten Zugang gibt, auch morgen keinen ungeordneten Zugang (Abg. Kickl: Ich sehe Sie schon auf Werbetour in Afrika!), denn wir haben heute bei den Mangelberufen ein sehr geordnetes System mit sehr vielen Prüfverfahren und werden morgen ein ebensolches haben. Dazwischen haben wir nur eine Überschrift geändert: Es gibt eine Rot-Weiß-Rot-Card. (Abg. Kickl: Erklären Sie uns einmal, was Sie für die eigenen Leute tun! – Ruf bei der SPÖ: Mehr als ... die anderen! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Grosz: ... dass der Matznetter ...! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Matznetter –: Warum wurden Sie hinausgeschmissen? – Abg. Grosz: Das ist schon traurig!)
Abg. Ing. Westenthaler: Davon kann sich kein einziger Pflegebedürftiger etwas kaufen, von dem, was Sie da erzählen!
Sehr geehrte Damen und Herren, es sei mir gestattet, Ihnen hier zum Pflegegeld ein paar Dinge noch einmal etwas vertieft näherzubringen. Österreich ist beim Pflegegeld Weltmeister. (Beifall bei der SPÖ.) Sie werden kein Land der Welt finden, wo, in der Relation zur Gesamtbevölkerung, so viele Menschen Pflegegeld beziehen wie in Österreich. (Abg. Kickl: Sie werden aber auch andere Länder finden, ...!) In der Relation zur Gesamtbevölkerung beziehen 5,1 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher Pflegegeld: Der weltweite Schnitt derjenigen Länder, die sich in der OECD vereinigt fühlen, ist 2,3 Prozent; wir haben 5,1 Prozent Pflegegeldbezug. (Abg. Ing. Westenthaler: Davon kann sich kein einziger Pflegebedürftiger etwas kaufen, von dem, was Sie da erzählen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Hauptsache, wir zahlen Sozialhilfe für ...!
Was sagt diese Zahl? – Diese Zahl sagt, dass wir ein zugängliches System haben, und wir werden auch in Zukunft dieses zugängliche System haben (Abg. Ing. Westenthaler: Hauptsache, wir zahlen Sozialhilfe für ...!), weil alle diejenigen, die in Zukunft nicht – so wie heute – glatt die Pflegestufe 2 erreichen, automatisch in die Pflegestufe 1 eingereiht werden. Dadurch stimmt diese Zahl 24 000 nicht, denn 24 000 ist die Gesamtzahl. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und die, die schon einzahlen?)
Abg. Kickl: Was bremsen Sie denn bei den Managergehältern? – Abg. Strache: Dort, wo öffentliche Gelder ..., kann man nichts bremsen! – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler
In Wahrheit bremsen wir den Zugang für 10 000 Menschen: Wir haben derzeit einen jährlichen Zugang von 60 000, und dieser jährliche Zugang von 60 000 wird auf 50 000 gebremst. Das ist die Reform, die gestern mit dem Budgetbegleitgesetz hier beschlossen wurde. Diese Bremse ist verträglich, ist nachvollziehbar (Abg. Kickl: Was bremsen Sie denn bei den Managergehältern? – Abg. Strache: Dort, wo öffentliche Gelder ..., kann man nichts bremsen! – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler), denn wir haben in Wahrheit ganz einfach auch weiterhin das bestausgeprägte System, das es beim Pflegegeld gibt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Die jubeln schon alle, die Pflegebedürftigen! – Abg. Strache: Freudentänze auf den Straßen! – Abg. Ing. Westenthaler: Huldigungen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Die jubeln schon alle, die Pflegebedürftigen! – Abg. Strache: Freudentänze auf den Straßen! – Abg. Ing. Westenthaler: Huldigungen!
In Wahrheit bremsen wir den Zugang für 10 000 Menschen: Wir haben derzeit einen jährlichen Zugang von 60 000, und dieser jährliche Zugang von 60 000 wird auf 50 000 gebremst. Das ist die Reform, die gestern mit dem Budgetbegleitgesetz hier beschlossen wurde. Diese Bremse ist verträglich, ist nachvollziehbar (Abg. Kickl: Was bremsen Sie denn bei den Managergehältern? – Abg. Strache: Dort, wo öffentliche Gelder ..., kann man nichts bremsen! – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler), denn wir haben in Wahrheit ganz einfach auch weiterhin das bestausgeprägte System, das es beim Pflegegeld gibt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Die jubeln schon alle, die Pflegebedürftigen! – Abg. Strache: Freudentänze auf den Straßen! – Abg. Ing. Westenthaler: Huldigungen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber Sozialhilfe für Terroristen!
Das wahre Problem beim Pflegegeld ist etwas ganz anderes. Das wahre Problem beim Pflegegeld entsteht doch in Wahrheit überall dort, wo Menschen, die Sozialhilfe brauchen, Leistungen einkaufen. Dieser Anstieg bei der Sozialhilfe ist in vielen Gemeinden nicht mehr finanzierbar. Das ist unser wahres Problem, weil 42 Prozent (Abg. Ing. Westenthaler: Aber Sozialhilfe für Terroristen!)
Abg. Strache: Na, die McJobs tun den Österreichern weh! Wo ist denn die Vollzeitbeschäftigung? Lauter McJobs! – Abg. Ing. Westenthaler: Und was sind das für Jobs?
Ich weiß, dass es Ihnen wehtut, dass Sie hier keine Angriffsfläche mehr haben (Abg. Strache: Na, die McJobs tun den Österreichern weh! Wo ist denn die Vollzeitbeschäftigung? Lauter McJobs! – Abg. Ing. Westenthaler: Und was sind das für Jobs?), aber seien wir doch endlich einmal froh, dass wir in Österreich den Menschen sagen können: Bist du 15, 16 Jahre alt, dann hast du eine Ausbildungsgarantie. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat schon der Klima gesagt! Daran ist schon der Klima gescheitert! – Abg. Strache: Aber warum scheitern Sie dann daran?
Seien wir doch froh, dass wir den jungen Menschen Perspektive bieten, seien wir doch froh, dass den jungen Menschen Ausbildung geboten wird! Was ich von Ihnen erwartet hätte, ist eine Forderung, die ich Ihnen jetzt sage: Wir müssen es zusammenbringen, dass jeder 15-, 16-Jährige in diesem Land nach seiner Pflichtschulzeit eine Ausbildung machen muss – eine Ausbildung machen muss! Das ist unser Prinzip. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat schon der Klima gesagt! Daran ist schon der Klima gescheitert! – Abg. Strache: Aber warum scheitern Sie dann daran?)
Abg. Ing. Westenthaler: Den Kalauer versprechen Sie schon seit 20 Jahren!
Es scheitert überhaupt nichts an dieser Bundesregierung, denn wir alle sind eingeladen, die Ausbildungsgarantie der österreichischen Bundesregierung (Abg. Ing. Westenthaler: Den Kalauer versprechen Sie schon seit 20 Jahren!), die weltweit anerkannt ist, wegen der ganze Delegationen von Arbeitsmarktverwaltungen zu uns kommen, um sich das anzuschauen, weiterzuentwickeln. Dazu sind alle herzlichst eingeladen. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Strache: 70 000 ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Seit 20 Jahren versprechen Sie ..., die war noch nie da!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Strache: 70 000 ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Seit 20 Jahren versprechen Sie ..., die war noch nie da!
Es scheitert überhaupt nichts an dieser Bundesregierung, denn wir alle sind eingeladen, die Ausbildungsgarantie der österreichischen Bundesregierung (Abg. Ing. Westenthaler: Den Kalauer versprechen Sie schon seit 20 Jahren!), die weltweit anerkannt ist, wegen der ganze Delegationen von Arbeitsmarktverwaltungen zu uns kommen, um sich das anzuschauen, weiterzuentwickeln. Dazu sind alle herzlichst eingeladen. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Strache: 70 000 ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Seit 20 Jahren versprechen Sie ..., die war noch nie da!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ja, danke, danke!
Beispielsweise wurde der Bereich der bäuerlichen Sozialversicherung, die sparsam und effizient arbeitet, vom Rechnungshof geprüft. Aber wir haben auch ein demographisches Problem, das wir lösen müssen, und das werden wir nur gemeinsam lösen können. Deswegen danke ich auch dem Herrn Sozialminister recht herzlich für seine Handschlagqualität (Abg. Ing. Westenthaler: Ja, danke, danke!), dafür, dass es gelungen ist, auch das fiktive Ausgedinge abzusenken.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Das ist eine Qualität, die mich auch ermutigt, zu sagen: Wir brauchen diese Reformpartnerschaft! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Ich bitte Sie, Herr Minister, aber auch um Folgendes: Nehmen Sie Kollegen in Ihrem Regierungskreis zur Seite, wie beispielsweise Ihren Kollegen Stöger, der die Bäuerinnen und Bauern nur einseitig belasten will mit AGES-Beiträgen und der Erhöhung der Unfallversicherungs- und Krankenkassenbeiträgen! Reden Sie mit ihm!
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Herr Kräuter wurde zurückgepfiffen! Er darf nicht mehr lesen!
Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Genau für derartige Fälle sind der Verein für Konsumenteninformation und die Arbeiterkammer zuständig, um die entsprechenden Klagen durchzuführen. – Herzlichen Dank, Herr Bundesminister! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Herr Kräuter wurde zurückgepfiffen! Er darf nicht mehr lesen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Brosz?
Ich möchte auch noch auf einige Zwischenrufe eingehen. Ich habe das schwierige Vergnügen, neben dem BZÖ zu sitzen, heute neben Herrn Abgeordnetem Brosz (Rufe beim BZÖ: Brosz? Grosz?), der wiederholt geäußert hat, dass Herr Minister Hundstorfer ... (Abg. Ing. Westenthaler: Brosz?) – Grosz. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben gesagt, Brosz!) Grosz! – Fakt ist, er hat zum wiederholten Male auch in Form eines Zwischenrufes geäußert, Herr Minister Hundstorfer hätte das intellektuelle Niveau einer Suppenschüssel. (Abg. Grosz: Den intellektuellen Radius einer Suppenschüssel!) Herr Abgeordneter, es sind vielmehr Aussagen wie diese, die das intellektuelle Niveau unserer Debatten extrem hinunterdrücken und zu einer einzigen Peinlichkeit verkommen lassen. (Beifall bei Grünen, SPÖ, ÖVP und FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben gesagt, Brosz!
Ich möchte auch noch auf einige Zwischenrufe eingehen. Ich habe das schwierige Vergnügen, neben dem BZÖ zu sitzen, heute neben Herrn Abgeordnetem Brosz (Rufe beim BZÖ: Brosz? Grosz?), der wiederholt geäußert hat, dass Herr Minister Hundstorfer ... (Abg. Ing. Westenthaler: Brosz?) – Grosz. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben gesagt, Brosz!) Grosz! – Fakt ist, er hat zum wiederholten Male auch in Form eines Zwischenrufes geäußert, Herr Minister Hundstorfer hätte das intellektuelle Niveau einer Suppenschüssel. (Abg. Grosz: Den intellektuellen Radius einer Suppenschüssel!) Herr Abgeordneter, es sind vielmehr Aussagen wie diese, die das intellektuelle Niveau unserer Debatten extrem hinunterdrücken und zu einer einzigen Peinlichkeit verkommen lassen. (Beifall bei Grünen, SPÖ, ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP – Abg. Ing. Westenthaler: Setz dich wieder nieder!
Ich darf Ihnen im Gegensatz dazu natürlich auch das andere Paket, gefüllt mit 70 Milliarden 126 Millionen, zeigen. (Der Redner öffnet den rot-schwarzen Karton; er ist gefüllt mit Naschwerk. – Zahlreiche Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.) Das ist das Budget, das wir den Österreicherinnen und Österreichern vorlegen (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP – Abg. Ing. Westenthaler: Setz dich wieder nieder!), das in jedem Fall Inhalte hat und das dafür sorgt (Abg. Ing. Westenthaler: Niedersetzen! – Abg. Ing. Höbart: Da sollten Glasperlen drin sein!), dass Österreich auf einen guten Weg weiterkommt. (Weitere zahlreiche Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ. – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Niedersetzen! – Abg. Ing. Höbart: Da sollten Glasperlen drin sein!
Ich darf Ihnen im Gegensatz dazu natürlich auch das andere Paket, gefüllt mit 70 Milliarden 126 Millionen, zeigen. (Der Redner öffnet den rot-schwarzen Karton; er ist gefüllt mit Naschwerk. – Zahlreiche Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.) Das ist das Budget, das wir den Österreicherinnen und Österreichern vorlegen (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP – Abg. Ing. Westenthaler: Setz dich wieder nieder!), das in jedem Fall Inhalte hat und das dafür sorgt (Abg. Ing. Westenthaler: Niedersetzen! – Abg. Ing. Höbart: Da sollten Glasperlen drin sein!), dass Österreich auf einen guten Weg weiterkommt. (Weitere zahlreiche Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ. – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: So ein Kasperl! So ein Abgeordnetenkasperl!
Präsident Fritz Neugebauer: Ich danke für das freundliche Angebot. Ich gehe davon aus, dass der nächste Redner mir sagen wird, ob er sich dadurch gestört fühlt. – Herr Kollege Grosz, Sie sind der nächste Redner. Fühlen Sie sich gestört? (Abg. Grosz: Er soll das bitte wegnehmen!) Ich darf Kollegen Klikovits bitten, seine Päckchen zu entfernen. (Abg. Ing. Westenthaler: So ein Kasperl! So ein Abgeordnetenkasperl!)
Abg. Ing. Westenthaler: Eine Blamage sondergleichen! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Sie haben jetzt am Freitag über die Parlamentsdirektion noch versucht, die Beilagen als PDF-Dokumente auf die Parlamentshomepage zu stellen. Im Amtsblatt der „Wiener Zeitung“ wurden diese Beilagen nicht kundgemacht. Daher ist Ihr Mindestsicherungsgesetz nicht ordnungsgemäß kundgemacht. (Abg. Petzner: Na servus, das ist eine Blamage!) Und Sie haben damit Tür und Tor geöffnet, dass wir diesem Schandgesetz endlich auch über den Verfassungsgerichtshof begegnen können. (Abg. Ing. Westenthaler: Eine Blamage sondergleichen! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist zum Genieren!
Wir haben es gelesen, wir haben es gespürt und wir sehen, wie viele Hunderttausende Österreicherinnen und Österreicher unter diesem Budget, unter Ihrer Verwaltung des politischen Elends in Österreich tagtäglich leiden. Jawohl, Sie und Ihre Politik sind das Synonym dafür, dass in Österreich politisches Elend verwaltet wird. Die Erfüllung der Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes wird auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben: keinerlei Barrierefreiheit für die Behinderten. Das wird auf die lange Bank geschoben, weil man es sich ja mit der Wirtschaft in irgendeiner Form verscherzen könnte. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist zum Genieren!) Man könnte doch wenigstens die eigenen Behörden dazu zwingen, die Behindertengleichstellung endlich durchzuführen. (Abg. Krist: Absurd! Falsch!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – auf dem Weg zurück zu seinem Sitzplatz in Richtung Bundesminister Hundstorfer –: Das ist Ihnen egal, dass die Leute in kalten Wohnungen sitzen! Alles super! Aber Hauptsache, Sie beißen in die Weihnachtsgans, eine wirklich fette! – Zwischenbemerkung von Bundesminister Hundstorfer.
Sie werden wunderbare Weihnachten am Freitag feiern, mit einem reichen Gabentisch, Sie werden vielleicht noch einen schönen Urlaub machen, aber Ihr soziales Gewissen, Herr Sozialminister, haben Sie längst abgegeben. Sie sind unglaubwürdig, Sie sind kein Sozialminister, Sie sind ein Antisozialminister und sollten eigentlich zurücktreten! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – auf dem Weg zurück zu seinem Sitzplatz in Richtung Bundesminister Hundstorfer –: Das ist Ihnen egal, dass die Leute in kalten Wohnungen sitzen! Alles super! Aber Hauptsache, Sie beißen in die Weihnachtsgans, eine wirklich fette! – Zwischenbemerkung von Bundesminister Hundstorfer.)
Abg. Ing. Westenthaler: Lieber nicht!
Herr Abgeordneter Grillitsch hat hier von der unsolidarischen Leistung des Gesundheitsministers gesprochen, er solle sich ein Beispiel an Rudi Hundstorfer nehmen in der Frage, wie man mit Bauern umgeht. (Abg. Ing. Westenthaler: Lieber nicht!) Also es ist ganz klar, dass die Krankenkasse, auch die bäuerliche, kein Sparverein ist. Das heißt, wir werden jetzt einmal schauen, wie es in den nächsten Jahren weitergeht – Kollege Donabauer lacht –, weil wir auch für die nächsten Jahre ganz klar gesagt haben, dass so weiter ein Projekt und eine Struktur geschaffen werden müssen, dass auch die bäuerliche Unfallversicherung in den nächsten Jahren für ihre Mitglieder da sein kann.
Abg. Ing. Westenthaler: Nicht nur dort!
Wenn wir diesen Schritt nicht schaffen im kommenden Jahr, dann ist jede Bildungsreform zum Scheitern verurteilt. (Abg. Dr. Rosenkranz: Aber geh!) Wir müssen diesen Schritt gemeinsam schaffen, sonst wird man zu Recht sagen, diese große Koalition ist in der Bildungspolitik gescheitert. (Abg. Ing. Westenthaler: Nicht nur dort!) Und das wollen wir nicht. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Der nächste Teil der SPÖ-Stricherlliste!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Königsberger-Ludwig. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Der nächste Teil der SPÖ-Stricherlliste!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – zwei Tafeln hochhaltend –: Ein paar gute Ideen haben wir da!
Meine Damen und Herren! (Die Abgeordneten des BZÖ halten Tafeln mit verschiedenen Aufschriften hoch.) – Ja, es ist schön, Herr Kollege Bucher, dass Sie und Ihre Truppe den PISA-Test verstanden haben. Sie können offensichtlich lesen – aber ob Sie sinnerfassend argumentieren können, weiß ich nicht. Das ist noch des Beweises würdig. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – zwei Tafeln hochhaltend –: Ein paar gute Ideen haben wir da!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel kosten zwei Wurstsemmeln?
Sie stellen sich hier her und sagen: Der Wähler, die Wählerin müssen bluten. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel kosten zwei Wurstsemmeln?) Oder ein anderer Sager, den ich gehört habe: Die Regierungsparteien würden sich an den Weihnachtstisch setzen und bei der Weihnachtsgans mitschneiden. – Ich weiß nicht, wer Ihnen solche Sager entwirft und aufschreibt. (Abg. Scheibner: Und was war mit eurer Zuckerl-Aktion?)
Abg. Ing. Westenthaler: Machen Sie weiter, es hält Sie niemand auf! – Abg. Scheibner: Wir sind im Parlament, Frau Präsidentin! Da werden wir nicht wie die Kaninchen warten, bis Sie wieder jemanden aufrufen!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Wenn sich die Damen und Herren wieder etwas beruhigt haben, werden wir mit der Sitzung fortsetzen. (Abg. Ing. Westenthaler: Machen Sie weiter, es hält Sie niemand auf! – Abg. Scheibner: Wir sind im Parlament, Frau Präsidentin! Da werden wir nicht wie die Kaninchen warten, bis Sie wieder jemanden aufrufen!) Trotzdem gebührt diesem Haus eine gewisse Ordnung. Ich werde Ihnen gerne die E-Mails auch nach diesen Sitzungen wieder zukommen lassen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihre selber geschriebenen E-Mails können Sie sich behalten, Frau Präsidentin! Ihre Mails interessieren uns nicht! Die interessieren keinen Menschen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihre selber geschriebenen E-Mails können Sie sich behalten, Frau Präsidentin! Ihre Mails interessieren uns nicht! Die interessieren keinen Menschen!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Wenn sich die Damen und Herren wieder etwas beruhigt haben, werden wir mit der Sitzung fortsetzen. (Abg. Ing. Westenthaler: Machen Sie weiter, es hält Sie niemand auf! – Abg. Scheibner: Wir sind im Parlament, Frau Präsidentin! Da werden wir nicht wie die Kaninchen warten, bis Sie wieder jemanden aufrufen!) Trotzdem gebührt diesem Haus eine gewisse Ordnung. Ich werde Ihnen gerne die E-Mails auch nach diesen Sitzungen wieder zukommen lassen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihre selber geschriebenen E-Mails können Sie sich behalten, Frau Präsidentin! Ihre Mails interessieren uns nicht! Die interessieren keinen Menschen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Er soll nicht vorlesen! – Abg. Grosz: Er soll nicht lesen!
Ich wollte nur darauf hinweisen, dass der lebendige Diskurs ... (Neuerliche Zwischenrufe beim BZÖ.) Herr Kollege Scheibner! (Abg. Scheibner spricht, nach hinten gewandt, mit Abg. Grosz.) Herr Kollege Scheibner, Sie wissen als langjähriger Parlamentarier, dass der Diskurs im Parlament auch von Zwischenrufen lebt, aber wenn sie nur dazu dienen, dass sie nicht einen Beitrag zur Rede, zum Inhalt leisten, sondern dass sie nur stören, dann goutiere ich das nicht! (Abg. Ing. Westenthaler: Er soll nicht vorlesen! – Abg. Grosz: Er soll nicht lesen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Freie Rede!
Abgeordneter Franz Hörl (fortsetzend): Schauen wir uns allein die Energieabgabenrückvergütung an, gewiss ein schmerzlicher Punkt für die Wirtschaft: Hotels, Seilbahnen werden einiges zu zahlen haben, auch Bäder wird es treffen (Abg. Ing. Westenthaler: Freie Rede!), aber der Herr Bundesminister und wir haben geschaut, dass wir die kleinen Betriebe, die Metzger, die Bäcker, die Greißler, die Pensionen und die Gasthöfe nicht damit belasten. (Rufe beim BZÖ: Freie Rede!) Und von den 100 Millionen €, die hier einzusparen sind, bezahlen die Österreichischen Bundesbahnen, Sozialversicherungen und öffentliche Gebäude die Hälfte.
Abg. Ing. Westenthaler: Entschuldigung, dürften wir wissen: Gibt es eigentlich eine Staatssekretärin für Familie, oder sitzen Sie nur auf der Regierungsbank? Kriegt sie nur das Gehalt, oder spricht sie auch im Parlament? Ich wollte es nur wissen! Dolce&Gabbana-Einkauf!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Mühlberghuber. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Entschuldigung, dürften wir wissen: Gibt es eigentlich eine Staatssekretärin für Familie, oder sitzen Sie nur auf der Regierungsbank? Kriegt sie nur das Gehalt, oder spricht sie auch im Parlament? Ich wollte es nur wissen! Dolce&Gabbana-Einkauf!)
Abg. Grosz – in Richtung Staatssekretärin Mag. Remler –: Gibt es Sie nur auf der Gehaltsliste? – Abg. Ing. Westenthaler: 15 000 €!
Und wo ist die soziale Gerechtigkeit beim Pflegegeld? (Abg. Weninger: Hier!) – 80 Prozent der pflegebedürftigen Personen werden von Familienangehörigen gepflegt. Gerade in den ersten beiden Pflegestufen ist der Anteil der pflegenden Familienangehörigen am höchsten. (Abg. Grosz – in Richtung Staatssekretärin Mag. Remler –: Gibt es Sie nur auf der Gehaltsliste? – Abg. Ing. Westenthaler: 15 000 €!) Diese Leistungen werden vor allem von Töchtern, von Schwiegertöchtern erbracht, die dann meistens auch noch die eigenen Kinder zu betreuen und zu erziehen haben.
Abg. Ing. Westenthaler: Waren Sie schon einkaufen bei Dolce & Gabbana, Frau Staatssekretärin? Hatten Sie keine Zeit, Ihre Rede vorzubereiten, weil Sie einkaufen mussten?
Präsident Fritz Neugebauer: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Fürntrath-Moretti. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Waren Sie schon einkaufen bei Dolce & Gabbana, Frau Staatssekretärin? Hatten Sie keine Zeit, Ihre Rede vorzubereiten, weil Sie einkaufen mussten?)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie soll sagen, was sie geleistet hat bisher!
Abgeordnete Adelheid Irina Fürntrath-Moretti (ÖVP): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Frau Staatssekretärin! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie soll sagen, was sie geleistet hat bisher!) – Herr Abgeordneter Westenthaler, ich glaube, jetzt bin ich am Wort, sonst müssten Sie herauskommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich komme eh schon!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich komme eh schon!
Abgeordnete Adelheid Irina Fürntrath-Moretti (ÖVP): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Frau Staatssekretärin! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie soll sagen, was sie geleistet hat bisher!) – Herr Abgeordneter Westenthaler, ich glaube, jetzt bin ich am Wort, sonst müssten Sie herauskommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich komme eh schon!)
Abg. Ing. Westenthaler: Nur kassieren und nicht reden!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Frau Staatssekretärin, vielleicht werden Sie sich ja heute hier noch erklären aufgrund vielfach geäußerter Wünsche der Abgeordneten. Das wäre wahrscheinlich nicht so schlecht, um nicht wieder den Eindruck zu erwecken, dass einzelne Regierungsmitglieder eigentlich nur (Abg. Ing. Westenthaler: Nur kassieren und nicht reden!) – nein, das will ich nicht sagen – in der Form existieren, dass man mehr über das Inserat und das Plakat erfährt als über das, was wirklich passiert. (Abg. Grosz: Und Dolce&Gabbana-Brillen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist erst die Einleitung, Herr Präsident!
Präsident Fritz Neugebauer: Herr Kollege! Ich finde es schon eigenartig, dem Kollegen Cap vorzuwerfen, dass er nicht zur Geschäftsbehandlung gesprochen hat, und Sie tun das Gleiche. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist erst die Einleitung, Herr Präsident!) Das ist erst die Einleitung? – Bitte. (Abg. Dr. Cap: Was war das mit der Brille? Das ist ja unfassbar!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr solltet euch schämen, dass ihr den Familien das Geld wegnehmt!
Meine Damen und Herren vom BZÖ, ihr solltet euch wirklich schämen! (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr solltet euch schämen, dass ihr den Familien das Geld wegnehmt!) Ihr
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung ÖVP –: Raubritter der Familien!
Präsident Fritz Neugebauer: Herr Abgeordneter Kickl, bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung ÖVP –: Raubritter der Familien!)
Abg. Ing. Westenthaler: Bussi, Bussi! – Abg. Petzner: Geh bitte!
Aber ich sage einmal so: Das eine ist die inhaltliche Debatte, die wir führen – auch in aller Härte und in aller Konsequenz –, das andere ist das, was das BZÖ hier in einer unglaublich peinlichen Art und Weise aufzuführen versucht (Abg. Ing. Westenthaler: Bussi, Bussi! – Abg. Petzner: Geh bitte!), wo sich jemand, der selbst in Designer-Klamotten gehüllt ist, da herstellt und irgendeine Brille kritisiert. (Beifall bei FPÖ, SPÖ und ÖVP.) Das hat mit einer Budgetkritik überhaupt gar nichts zu tun.
Abg. Ing. Westenthaler: Schoßhund der Regierung!
Ich schau mir nur den Fuhrpark der BZÖ-Abgeordneten da vorm Haus an (Abg. Ing. Westenthaler: Schoßhund der Regierung!) und dann weiß ich: Da ist kein einziger Mittelklassewagen dabei, sondern da stehen nur Luxuslimousinen. Fangt einmal bei euch selber an! Das hat nichts mit einer Budgetkritik zu tun. (Beifall bei FPÖ, SPÖ und ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Frau Oberlehrerin!
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Liebe Kollegen vom BZÖ, könnt ihr einmal zuhören? Das wäre wirklich hilfreich, wenn ihr einfach einmal zuhört und nicht dreinredet! (Abg. Ing. Westenthaler: Frau Oberlehrerin!)
Beifall bei Grünen, SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: ...15 000 € Schmerzensgeld!
Allerdings: Die Kritik und die Art, wie sie hier vorgetragen wird, zielt sehr stark auf die Tatsache, dass Sie offensichtlich als Frau dieses Amt antreten. Das finde ich dermaßen niederschmetternd, dass Sie (in Richtung BZÖ) nicht fähig sind, Ihre Kritik sachlich vorzutragen, sondern ausschließlich ins Aggressive verfallen, wenn es um Frauen geht. Arbeiten Sie bitte ein bisschen an Ihrem Stil! – Danke. (Beifall bei Grünen, SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: ...15 000 € Schmerzensgeld!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Pflichtverteidiger! – Abg. Grosz: Die Frau Staatssekretärin!
Zu Wort gelangt Herr Bundesminister Dr. Mitterlehner. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Pflichtverteidiger! – Abg. Grosz: Die Frau Staatssekretärin!)
Beifall bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: So wie Sie das Parlament ...!
Bundesminister für Wirtschaft, Familie und Jugend Dr. Reinhold Mitterlehner: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist eigentlich, was das Auftreten anbelangt, schon alles gesagt worden. Ich finde es auch disqualifizierend, wenn man da mit dem iPad herausgeht und vorher schon diese Zwischenrufe mit der Brille macht. (Beifall bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: So wie Sie das Parlament ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wann denn? Sie traut sich ja gar nicht!
Wir haben gemeinsam vereinbart, dass das Budget, das ich im Wesentlichen mit Christine Marek verhandelt habe, auch von uns vertreten wird. Die Frau Staatssekretärin wird genügend Zeit haben, ihre Positionen – es gibt viel zu tun in diesem Bereich – auch entsprechend im Parlament darzustellen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wann denn? Sie traut sich ja gar nicht!) Jetzt, wo die Redezeit noch 2 Minuten beträgt, zu sagen, sie soll eine inhaltliche Stellungnahme grundsätzlicher Natur einbringen, finde ich einigermaßen befremdlich. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Sie kann es auch außerhalb der Fernsehzeit machen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich glaube, jetzt kommt gleich die Rede der Frau Staatssekretärin!
Abgeordneter Johann Singer (ÖVP): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Herr Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Ich glaube, jetzt kommt gleich die Rede der Frau Staatssekretärin!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Nur Mut, Frau Staatssekretärin!
Kollege Linder, ich bin sehr überrascht und finde es sehr gewagt, dass Sie Oberösterreich mit Kärnten vergleichen. Ich darf daran erinnern: Oberösterreich hat bis zum Jahr 2010 ausgeglichene Budgets erstellt und hat keine Schulden. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Nur Mut, Frau Staatssekretärin!)
Abg. Ing. Westenthaler: Weg! Nicht da! Schon nach Hause gegangen!
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (BZÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Zunächst einmal: Wo ist die Frau Kollegin Glawischnig? (Abg. Ing. Westenthaler: Weg! Nicht da! Schon nach Hause gegangen!) Ich sage Ihnen in aller Form – und jeder, der mich kennt, weiß es –, dass ich Frauen und Männer gleich behandle, und zwar auch dann, wenn ich mit ihnen politisch debattiere. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Regierungsmannequin!
Mir geht es jedoch nicht um die Würde des Hauses! Das hält ein jeder aus! Dafür bekommen Sie genug Schmerzensgeld. Sie übrigens auch, Frau Staatssekretärin! 15 000 € sind genug Schmerzensgeld für Sie. (Abg. Ing. Westenthaler: Regierungsmannequin!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das Regierungsmannequin!
Die ÖVP ist eine Bankenpartei geworden, ist eine Lobbyistenpartei geworden, ist eine Funktionärskasten-Partei geworden, und Ihre Staatssekretärin Remler ist das beste Beispiel dafür! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das Regierungsmannequin!)
Abg. Ing. Westenthaler: 15 000 € für Schweigen auf der Regierungsbank sind schon recht üppig! – Abg. Mag. Kogler: Schreien ist auch nicht das Wahre!
Abgeordneter Franz Glaser (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Frau Staatssekretärin! Herr Staatssekretär! Ich habe das zweifelhafte Glück, wieder einmal nach Kollegen Ewald Stadler reden zu dürfen. (Abg. Dr. Matznetter: Sie haben eine angenehmere Stimme!) Die Klubobmänner der anderen Parteien haben ihr Urteil zum Verhalten der Abgeordneten des BZÖ sehr treffend ausgedrückt, geholfen hat es nichts. (Abg. Ing. Westenthaler: 15 000 € für Schweigen auf der Regierungsbank sind schon recht üppig! – Abg. Mag. Kogler: Schreien ist auch nicht das Wahre!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie ist einfach zu feig, um etwas zu sagen!
Ich möchte nun aber zum Thema kommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie ist einfach zu feig, um etwas zu sagen!) Ein Problem, das wir eigentlich weltweit und auch in Österreich haben, ist, dass die städtischen Räume immer mehr boomen, immer mehr wachsen, die ländlichen Räume dagegen eher an Wachstum und Bevölkerung verlieren. Das gibt es in Österreich zwar in abgeschwächter Form, aber eben doch auch. Wir verlieren Arbeitsplätze, Wertschöpfung im ländlichen Raum. In der Folge – wir haben das in den letzten Tagen in den Medien öfters präsentiert bekommen – können die Gemeinden ihre Infrastruktur nicht mehr wirklich aufrechterhalten.
Abg. Ing. Westenthaler: Wir schenken es der Staatssekretärin! – Abg. Grosz: Wir sind ja nicht mehr in der Fernsehübertragung! – Abg. Mag. Stadler: Es zählt die Geschäftsordnung, Herr Präsident!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir haben jetzt noch zwei Redner der Fraktion des BZÖ, die sich zu Wort gemeldet haben, aber Ihre gesamte Redezeit für diesen Tagesordnungspunkt – die in der Präsidiale vereinbart wurde – ist zur Gänze konsumiert, sodass keine Restredezeit mehr übrig ist, und daher kann ich Sie gemäß allen Vereinbarungen nicht aufrufen. Es tut mir leid, aber das ist die Vereinbarung. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir schenken es der Staatssekretärin! – Abg. Grosz: Wir sind ja nicht mehr in der Fernsehübertragung! – Abg. Mag. Stadler: Es zählt die Geschäftsordnung, Herr Präsident!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!
Abgeordneter Sigisbert Dolinschek (BZÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Es ist für den ganzen Tag für unsere Fraktion eine Redezeit von 84 Minuten vereinbart: in der Fernsehzeit 41 Minuten, und jetzt haben wir noch 43 Minuten zur Verfügung. Genau um das geht es: Wenn man jetzt außerhalb der Fernsehzeit, zu welchem Kapitel auch immer, spricht, so ist das in die Gesamtredezeit einzurechnen. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!)
Abg. Ing. Westenthaler: Seit sie 15 000 € kriegt!
Sie können jetzt 20, 30, 40 Minuten reden! – Und, Frau Staatssekretärin, das wollen wir auch von Ihnen, denn wie lange sind Sie jetzt Staatssekretärin? Eineinhalb, zwei Monate? (Staatssekretärin Mag. Remler: Nein!) Wenn Sie nicht einmal das wissen, dann wird es sehr gefährlich. (Abg. Ing. Westenthaler: Seit sie 15 000 € kriegt!) Sie sind
Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Ing. Westenthaler.
Ich nehme an, Sie haben sich schon in einigen sündteuren Broschüren Ihres Ministeriums verewigt. Ich gehe auch davon aus, dass Sie sich schon einen Dienstwagen angeschafft haben und dass bei den sieben, acht Mitarbeitern auch der Chauffeur mit eingerechnet ist. (Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Ing. Westenthaler.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Finden Sie das lustig auch noch? – Ruf bei der SPÖ: Wer ist eigentlich der Sachwalter des Herrn Grosz?
Frau Staatssekretärin, ich ersuche Sie jetzt wirklich eindringlich – Sie haben jetzt freie Redezeit –, sich endlich zum Familienkapitel, zum Jugendkapitel, zu diesem Budgetkapitel zu äußern. – Ich danke Ihnen. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Finden Sie das lustig auch noch? – Ruf bei der SPÖ: Wer ist eigentlich der Sachwalter des Herrn Grosz?)
Ruf beim BZÖ: Jetzt kommt die Frau Staatssekretärin, oder? – Abg. Ing. Westenthaler: Treten Sie gleich wieder zurück! – Weitere Rufe beim BZÖ: Werden Sie Geschäftsführerin bei Dolce & Gabbana! – Das für 15 000 €! Unfassbar!
Die Beratungen zu diesem Themenbereich sind somit erledigt. (Ruf beim BZÖ: Jetzt kommt die Frau Staatssekretärin, oder? – Abg. Ing. Westenthaler: Treten Sie gleich wieder zurück! – Weitere Rufe beim BZÖ: Werden Sie Geschäftsführerin bei Dolce & Gabbana! – Das für 15 000 €! Unfassbar!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Klatscht nur zu den Belastungen! Da wird noch applaudiert zu den Familienbelastungen!
Damit ist das Budget für das Jahr 2011 verabschiedet. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Klatscht nur zu den Belastungen! Da wird noch applaudiert zu den Familienbelastungen!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Der Entschließungsantrag Beilage 1/1 EA wird abgelehnt.“ (Unruhe im Saal.) – Jetzt geht es wieder von vorne los, ich muss noch um etwas Geduld bitten. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Der Entschließungsantrag Beilage 1/30 EA wird abgelehnt.“ (Unruhe im Saal.) – Es hilft nichts. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Der Entschließungsantrag Beilage 1/33 EA wird abgelehnt.“ (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Sitzung Nr. 93
Abg. Ing. Westenthaler: Der letzte gute Bürgermeister von Wiener Neustadt!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Dr. Wittmann. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Der letzte gute Bürgermeister von Wiener Neustadt!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Sehr viele Unterschriften!
Abgeordnete Dr. Ursula Plassnik (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine Herren Staatssekretäre! Lernfähigkeit ist im 21 Jahrhundert eine sehr praktische Eigenschaft. Ich warne die Kolleginnen und Kollegen von der FPÖ vor einer Rolle rückwärts in die neunziger Jahre. Sie haben es schon einmal besser gewusst. Denn das, worum es Ihnen heute geht, ist ja nicht die Frage einer Volksabstimmung, sondern es geht Ihnen darum, gegen den Euro zu mobilisieren, die Europäische Union letzten Endes schlechtzumachen, Ihre alten Ideen wieder auszupacken, die Sie schon im Rahmen des Schilling-Volksbegehrens in den neunziger Jahren propagiert haben. Das hat nicht funktioniert, Kollege Westenthaler weiß das. Er ist damit gescheitert, und zwar ist er mit einem sehr mageren Ergebnis gescheitert. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Sehr viele Unterschriften!)
Abg. Ing. Westenthaler – auf Staatssekretär Dr. Ostermayer und Staatssekretärin Mag. Remler weisend –: Jetzt sieht man, wie wichtig der Regierung die Kinderrechte sind! Zwei arbeitslose Staatssekretäre!
Zur Geschäftsbehandlung hat sich Herr Abgeordneter Scheibner zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – auf Staatssekretär Dr. Ostermayer und Staatssekretärin Mag. Remler weisend –: Jetzt sieht man, wie wichtig der Regierung die Kinderrechte sind! Zwei arbeitslose Staatssekretäre!)
Abg. Ing. Westenthaler: Zwei Ahnungslose!
Ich halte es angesichts der Wichtigkeit dieser Materie für unzulässig und für eine Geringschätzung, dass zwei Staatssekretäre die zuständigen Minister vertreten. (Abg. Ing. Westenthaler: Zwei Ahnungslose!)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ und ÖVP –: So viel sind euch die Kinderrechte wert! Super!
Ich stelle den Antrag, den Bundeskanzler und den Familienminister hier herzuzitieren. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ und ÖVP –: So viel sind euch die Kinderrechte wert! Super!)
die Abgeordneten Mag. Stadler und Ing. Westenthaler: Eben!
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Vor allem: Meine Damen und Herren vom BZÖ! Sie kennen die Geschäftsordnung (die Abgeordneten Mag. Stadler und Ing. Westenthaler: Eben!), und Sie wissen, dass es selbstverständlich der Geschäftsordnung und den Usancen entspricht, dass Staatssekretäre die Regierungsmitglieder im Parlament vertreten können. (Abg. Ing. Westenthaler: Das hat keiner bestritten! – Ruf bei der SPÖ: Das ist ihr Job!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das hat keiner bestritten! – Ruf bei der SPÖ: Das ist ihr Job!
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Vor allem: Meine Damen und Herren vom BZÖ! Sie kennen die Geschäftsordnung (die Abgeordneten Mag. Stadler und Ing. Westenthaler: Eben!), und Sie wissen, dass es selbstverständlich der Geschäftsordnung und den Usancen entspricht, dass Staatssekretäre die Regierungsmitglieder im Parlament vertreten können. (Abg. Ing. Westenthaler: Das hat keiner bestritten! – Ruf bei der SPÖ: Das ist ihr Job!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das müssen wir stark bezweifeln!
Herr Staatssekretär Ostermayer hat bereits im zuständigen Verfassungsausschuss zu dieser Gesetzesmaterie in sehr profunder Art und Weise Stellung genommen, diese Materie sehr ausführlich dargelegt, auf die gestellten Fragen geantwortet, also man konnte sich bereits im Ausschuss ein Bild davon machen, dass er sich mit dieser Materie sehr eingehend befasst hat, und wir werden im Verlauf der Debatte feststellen können, dass die für Familienfragen zuständige Staatssekretärin, Frau Verena Remler, unsere Fragen ebenso beantworten kann und dazu sehr ausführlich Stellung nehmen wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Das müssen wir stark bezweifeln!)
Beifall bei der ÖVP. – Oh-Rufe beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Oh, super! Das ist eine Gnade!
Ich würde Sie dringend ersuchen, diese Usancen und auch die Geschäftsordnung zu respektieren und zu akzeptieren. Im Übrigen waren ja gerade Sie es, die vor nicht allzu langer Zeit die Frau Staatssekretärin auf der Regierungsbank sehen und von ihr eine Stellungnahme haben wollten. – Sie werden heute von ihr eine solche bekommen. (Beifall bei der ÖVP. – Oh-Rufe beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Oh, super! Das ist eine Gnade!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ach so! Gerade der Herr Cap, der sich ... am meisten aufgeregt hat, sagt das! Das ist eine Heuchelei bis zum Gehtnichtmehr! – Abg. Scheibner: Bei Blau-Schwarz und Blau-Orange haben Sie aber ...!
Ich möchte aber noch etwas Grundsätzliches sagen, und zwar, dass ich es nicht für in Ordnung empfinde, dass hier immer so die Geringschätzung der Funktion der Staatssekretäre mitschwingt. Das finde ich nicht in Ordnung! (Abg. Ing. Westenthaler: Ach so! Gerade der Herr Cap, der sich ... am meisten aufgeregt hat, sagt das! Das ist eine Heuchelei bis zum Gehtnichtmehr! – Abg. Scheibner: Bei Blau-Schwarz und Blau-Orange haben Sie aber ...!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – auf Staatssekretär Dr. Ostermayer und Staatssekretärin Mag. Remler weisend –: Das Trachtenpärchen da vorne!
Die Staatssekretäre sind Teil dieser Regierungsarbeit und leisten oft sehr viel an Regierungsarbeit, und das oft unbedankt. Ich finde, dass es rechtlich natürlich richtig und auch begründet ist, wenn sie diese Stellvertretung übernehmen. Ich glaube, dass es im Sinne des Respektes sowohl gegenüber uns hier im Parlament als auch gegenüber den Staatssekretären der Regierung total in Ordnung ist, dass das heute in dieser Form abläuft, verstehe diese Initiative, die Sie hier setzen, überhaupt nicht und bin der Meinung, dass das genau die richtige Zusammensetzung ist. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – auf Staatssekretär Dr. Ostermayer und Staatssekretärin Mag. Remler weisend –: Das Trachtenpärchen da vorne!)
Abg. Rädler: Ein Sturm im Wasserglas! – Abg. Ing. Westenthaler: Der nächste Champagnerempfang wird vorbereitet! – Abg. Grosz: Morgen ist der nächste Schampusempfang ...!
Wer für diesen Antrag ist, den bitte ich um ein Zeichen. – Das ist die Minderheit. Der Antrag ist abgelehnt. (Abg. Rädler: Ein Sturm im Wasserglas! – Abg. Ing. Westenthaler: Der nächste Champagnerempfang wird vorbereitet! – Abg. Grosz: Morgen ist der nächste Schampusempfang ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Anzeigepflicht, Herr Staatssekretär! Da haben Sie gleich etwas zu tun!
Präsident Fritz Neugebauer: Nun erteile ich Herrn Staatssekretär Dr. Ostermayer das Wort. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Anzeigepflicht, Herr Staatssekretär! Da haben Sie gleich etwas zu tun!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das war in der Geschäftsordnungsdebatte! – Abg. Mag. Stadler: Wir sollten doch den Bundeskanzler ...!
Ich glaube, wir müssen immer überlegen, wenn wir Forderungen aufstellen, wie zum Beispiel, die gesamte Kinderrechtekonvention in die österreichische Bundesverfassung zu übernehmen ... (Abg. Ing. Westenthaler: Das war in der Geschäftsordnungsdebatte! – Abg. Mag. Stadler: Wir sollten doch den Bundeskanzler ...!) – Ich kann unterscheiden zwischen dem Herrn Klubobmann Kopf ... (Abg. Ing. Westenthaler: Das war in der GO-Debatte!) Nein, ganz am Beginn hat der Herr Klubobmann Kopf gesprochen in der Debatte, die die Einleitung zu dem war.
Abg. Ing. Westenthaler: Das war in der GO-Debatte!
Ich glaube, wir müssen immer überlegen, wenn wir Forderungen aufstellen, wie zum Beispiel, die gesamte Kinderrechtekonvention in die österreichische Bundesverfassung zu übernehmen ... (Abg. Ing. Westenthaler: Das war in der Geschäftsordnungsdebatte! – Abg. Mag. Stadler: Wir sollten doch den Bundeskanzler ...!) – Ich kann unterscheiden zwischen dem Herrn Klubobmann Kopf ... (Abg. Ing. Westenthaler: Das war in der GO-Debatte!) Nein, ganz am Beginn hat der Herr Klubobmann Kopf gesprochen in der Debatte, die die Einleitung zu dem war.
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Anzeigepflicht!
Ich möchte noch kurz auf die Position von Frau Haubner eingehen. Frau Haubner, ich stimme Ihnen absolut zu. Fälle wie der von Cain haben auch mich tief erschüttert und machen mich auch zutiefst betroffen. Aber ich glaube, es ist zuerst auch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, unsere Kinder bestmöglich vor Gewalt zu schützen. Wir müssen die Menschen dahin gehend sensibilisieren, dass es besser ist, einmal mehr hinzuschauen als wegzuschauen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Anzeigepflicht!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: ... dass der Scheibner nicht mehr Minister ist! Da wäre etwas los!
Dafür muss man auch das notwendige Geld zur Verfügung stellen (Abg. Strache: Also Panzer in die Garage, bis wir die Wehrpflicht wieder einführen!), aber eine parteipolitisch motivierte Diskussion von allen Fraktionen – denn die ÖVP, liebe Freunde, hat auch die Reduzierung des Grundwehrdienstes auf sechs Monate aus rein wahltaktischen Gründen gemacht, ohne jede sachliche Grundlage (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen – Zwischenruf des Abg. Amon) – gefährdet die Sicherheit Österreichs und ist abzulehnen. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: ... dass der Scheibner nicht mehr Minister ist! Da wäre etwas los!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Wir wollen die Fähigkeiten, die wir durch die Wehrpflicht in die Miliz einbringen ... (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Herr Ingenieur, die Wehrpflicht bringt die Fähigkeiten in die Miliz ein, und das wollen wir Freiheitlichen auch weiterhin sichergestellt wissen.
Abg. Ing. Westenthaler: Ist nicht da! Ist schon nach Hause gegangen!
Frau Abgeordnete Mag. Schwentner gelangt wieder zu Wort. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist nicht da! Ist schon nach Hause gegangen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Spät, aber doch!
Abgeordnete Mag. Judith Schwentner (Grüne): Herr Präsident! Frau Ministerin! (Abg. Ing. Westenthaler: Spät, aber doch!) – Spät, aber doch! Die eine Minute hole ich jetzt noch nach und bringe den angekündigten Abänderungsantrag ein. Wir geben Ihnen noch einmal die Chance, die Strafbestimmung hinauszureklamieren.
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: So ein Schwachsinn!
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (BZÖ): Herr Präsident! Der Herr Vorredner sagte, man kann deswegen nicht über DDR-Akten reden, weil dann angeblich das Ministerium zusammenbricht und etwas anderes nicht mehr ermitteln kann. Das ist blanker Unsinn gewesen – bei allem Respekt –, blanker Unsinn! (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: So ein Schwachsinn!)
Sitzung Nr. 95
Abg. Ing. Westenthaler: Wieso hat der Prähauser nicht geklatscht?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Wir gehen in die Debatte ein. (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso hat der Prähauser nicht geklatscht?)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Abgeordnete Prähauser und der Anton Gaál!
Dann schreit alles auf (Abg. Ing. Westenthaler: Der Abgeordnete Prähauser und der Anton Gaál!) und drischt auf den Minister ein in einer Art und Weise, dass ich mich frage: Wo ist da eigentlich die Glaubwürdigkeit, wenn man wirklich Reformen haben will? Das ist ja inakzeptabel, was sich da abspielt! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Was sagt Prähauser oder Gaál?
Und ich sage Ihnen: Da tragen Sie von der Opposition mit die Verantwortung, dass dem so ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Was sagt Prähauser oder Gaál?) Der Abgeordnete Pilz, mit dem ich wahrlich nicht immer einer Meinung bin, hat hier heute in einem Situationsbericht ein bisschen geschildert, wie es zurzeit im Bundesheer ausschaut. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Herr Bundesminister, Ihre Berufsarmee kann in Wahrheit auch zivile Katastrophen nicht bewältigen. Beschönigen Sie das doch nicht! 2002 waren 13 000 Grundwehrdiener bei der Bewältigung dieses Jahrhunderthochwassers im Einsatz. (Abg. Strache: 16 000 Soldaten!) Wer soll diese 13 000 Grundwehrdiener, wenn es nach Ihnen geht, bei einer zivilen Katastrophe ab 1. Jänner nächsten Jahres ersetzen? Sagen Sie das der Bevölkerung, wer in Zukunft retten, helfen und schützen wird, wenn Sie Ihre Reform, so wie Sie sie planen, durchführen! (Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Oje!
Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Pilz zu Wort gemeldet, der nicht im Saal ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Oje!)
Der Beifall der FPÖ hält nach wie vor an, als Abg. Scheibner ans Rednerpult tritt. – Abg. Ing. Westenthaler: Antrittsapplaus! – Beifall und Bravorufe beim BZÖ. – Ruf beim BZÖ: Auftrittsapplaus!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Scheibner zu Wort. (Der Beifall der FPÖ hält nach wie vor an, als Abg. Scheibner ans Rednerpult tritt. – Abg. Ing. Westenthaler: Antrittsapplaus! – Beifall und Bravorufe beim BZÖ. – Ruf beim BZÖ: Auftrittsapplaus!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Die bringen gar nichts mehr zusammen!
Man braucht die Sicherheits- und Verteidigungsdoktrin nicht neu zu schreiben, aber man muss sie natürlich adaptieren angesichts der Dinge, die seit damals passiert sind. (Abg. Kickl: Über die notwendige Abschaffung der Wehrpflicht steht da gar nichts drinnen!) Das ist aber gar nicht so dramatisch, wie man glauben möchte. Und das würde ich Ihnen empfehlen, meine Damen und Herren, denn Sie bringen nie – wenn ich mir allein das hier jetzt anschaue – in Ihrer Konstitution eine wirklich fundierte neue Sicherheits- und Verteidigungsdoktrin zusammen. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Die bringen gar nichts mehr zusammen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wahnsinn! 3 000!
Deshalb sagen wir: Wenn wir diese Aufgaben ernst nehmen, dann ist es notwendig, im Bundesheer einmal vom Beamtendienstrecht, Kollege Neugebauer, abzugehen. 3 000 Soldaten, Heeresbedienstete sind derzeit im Ministerium, ohne einen Job zu haben – man bekommt sie aber nicht weg, man kann sie nicht einmal versetzen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wahnsinn! 3 000!) Das ist unmöglich, das ist Geldverschwendung! (Abg. Markowitz: Genug gezahlt, Herr Minister!)
Abg. Amon: Der Kniefall vor den Medien ist unerhört! – Abg. Ing. Westenthaler: Die nächste eingesprungene Sitzpirouette!
Als Nächster zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Prähauser. – Bitte. (Abg. Amon: Der Kniefall vor den Medien ist unerhört! – Abg. Ing. Westenthaler: Die nächste eingesprungene Sitzpirouette!)
Ironische Heiterkeit beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: So kann man es auch sagen!
Heute werden wir das mit Sicherheit ablehnen, weil eine Regierung, bei der der Dialog großgeschrieben wird ... (Ironische Heiterkeit beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: So kann man es auch sagen!) – Ich kann mir schon vorstellen, dass das lustig klingt, aber wenn man nicht in der Lage wäre, miteinander zu reden, dann wäre es bindend, sich an festgeschriebene Vereinbarungen zu halten, und wir würden erstarren. (Abg. Ing. Westenthaler – auf leere Sessel auf der Regierungsbank zeigend –: Schaut so der Dialog aus? Acht Stühle Dialog!) Wir sind in der Lage, während der Arbeit zu erkennen, dass sich die Rahmenbedingungen in manchen Bereichen ändern, so auch im Bereich des Bundesheers. Daher haben wir den Auftrag, beizeiten darüber nachzudenken, ob das Übereinkommen, das man geschlossen hat, auch richtig ist. Darüber zu reden darf man wohl keinem Minister zum Vorwurf machen.
Abg. Ing. Westenthaler – auf leere Sessel auf der Regierungsbank zeigend –: Schaut so der Dialog aus? Acht Stühle Dialog!
Heute werden wir das mit Sicherheit ablehnen, weil eine Regierung, bei der der Dialog großgeschrieben wird ... (Ironische Heiterkeit beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: So kann man es auch sagen!) – Ich kann mir schon vorstellen, dass das lustig klingt, aber wenn man nicht in der Lage wäre, miteinander zu reden, dann wäre es bindend, sich an festgeschriebene Vereinbarungen zu halten, und wir würden erstarren. (Abg. Ing. Westenthaler – auf leere Sessel auf der Regierungsbank zeigend –: Schaut so der Dialog aus? Acht Stühle Dialog!) Wir sind in der Lage, während der Arbeit zu erkennen, dass sich die Rahmenbedingungen in manchen Bereichen ändern, so auch im Bereich des Bundesheers. Daher haben wir den Auftrag, beizeiten darüber nachzudenken, ob das Übereinkommen, das man geschlossen hat, auch richtig ist. Darüber zu reden darf man wohl keinem Minister zum Vorwurf machen.
Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das jetzt mit der Wehrpflicht bei der SPÖ? Können Sie uns das erklären?!
Wir haben heute gehört, die Bundesheer-Reform 2010 war ein großer Erfolg. Der größte Erfolg der Reform war in der Tat, dass fünf Parteien – alle Parteien! – dieses Programm beschlossen haben. Wir wissen aber auch, meine Damen und Herren, dass es eine Evaluierung zu dieser Reform gab, und da waren zwei Parteien, nämlich die grüne Fraktion und das BZÖ, schon gar nicht mehr dabei. Also so zu tun, als wäre alles Liebe und Grießschmarren, ist nicht ehrlich, das sollte auch bei der Diskussion nicht vergessen werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das jetzt mit der Wehrpflicht bei der SPÖ? Können Sie uns das erklären?!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unfassbar!
Meine Damen und Herren! Da haben wir unserer Sorgfaltspflicht im Hinblick auf die Sicherheit des österreichischen Staates zu entsprechen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unfassbar!) Kehren wir zum Dialog zurück! Ich verlange von der Opposition nicht, dass sie Vorschläge macht (Abg. Ing. Westenthaler: Du solltest Eisläufer werden! – Zwischenruf des Abg. Strache), aber die Bereitschaft, unsere Vorschläge mit zu diskutieren und zu einem gemeinsamen Ergebnis zu kommen, dies im Sinne Österreichs. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: So etwas hat die Welt noch nicht gesehen! Es wäre gescheiter, du wirst Eisläufer und machst eine Sitzpirouette! Das ist unfassbar! So ein rückgratloser Abgeordneter, das ist ja ...! – Abg. Mag. Stadler: Jetzt weiß ich, warum der nicht aufstehen konnte: Der hat kein Rückgrat! – Abg. Ing. Westenthaler: Der hat einen Gartenschlauch da drinnen! Rückgratlosigkeit zum Prinzip erhoben!)
Abg. Ing. Westenthaler: Du solltest Eisläufer werden! – Zwischenruf des Abg. Strache
Meine Damen und Herren! Da haben wir unserer Sorgfaltspflicht im Hinblick auf die Sicherheit des österreichischen Staates zu entsprechen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unfassbar!) Kehren wir zum Dialog zurück! Ich verlange von der Opposition nicht, dass sie Vorschläge macht (Abg. Ing. Westenthaler: Du solltest Eisläufer werden! – Zwischenruf des Abg. Strache), aber die Bereitschaft, unsere Vorschläge mit zu diskutieren und zu einem gemeinsamen Ergebnis zu kommen, dies im Sinne Österreichs. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: So etwas hat die Welt noch nicht gesehen! Es wäre gescheiter, du wirst Eisläufer und machst eine Sitzpirouette! Das ist unfassbar! So ein rückgratloser Abgeordneter, das ist ja ...! – Abg. Mag. Stadler: Jetzt weiß ich, warum der nicht aufstehen konnte: Der hat kein Rückgrat! – Abg. Ing. Westenthaler: Der hat einen Gartenschlauch da drinnen! Rückgratlosigkeit zum Prinzip erhoben!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: So etwas hat die Welt noch nicht gesehen! Es wäre gescheiter, du wirst Eisläufer und machst eine Sitzpirouette! Das ist unfassbar! So ein rückgratloser Abgeordneter, das ist ja ...! – Abg. Mag. Stadler: Jetzt weiß ich, warum der nicht aufstehen konnte: Der hat kein Rückgrat! – Abg. Ing. Westenthaler: Der hat einen Gartenschlauch da drinnen! Rückgratlosigkeit zum Prinzip erhoben!
Meine Damen und Herren! Da haben wir unserer Sorgfaltspflicht im Hinblick auf die Sicherheit des österreichischen Staates zu entsprechen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unfassbar!) Kehren wir zum Dialog zurück! Ich verlange von der Opposition nicht, dass sie Vorschläge macht (Abg. Ing. Westenthaler: Du solltest Eisläufer werden! – Zwischenruf des Abg. Strache), aber die Bereitschaft, unsere Vorschläge mit zu diskutieren und zu einem gemeinsamen Ergebnis zu kommen, dies im Sinne Österreichs. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: So etwas hat die Welt noch nicht gesehen! Es wäre gescheiter, du wirst Eisläufer und machst eine Sitzpirouette! Das ist unfassbar! So ein rückgratloser Abgeordneter, das ist ja ...! – Abg. Mag. Stadler: Jetzt weiß ich, warum der nicht aufstehen konnte: Der hat kein Rückgrat! – Abg. Ing. Westenthaler: Der hat einen Gartenschlauch da drinnen! Rückgratlosigkeit zum Prinzip erhoben!)
Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Abgeordneter Stefan Petzner (BZÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ich habe von mehreren Abgeordnetenkollegen die Information bekommen, dass im Rahmen meiner Rede auf mein Argument hin, dass ich den Zivildienst abgeleistet habe, vom Abgeordneten Mag. Harald Stefan der Zwischenruf gekommen ist – wörtliches Zitat –: „Hoffentlich hast du nichts mit Kindern zu tun gehabt!“ (Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Er hat das gerade bestätigt! – Weitere Zwischenrufe.
Abgeordneter Herbert Kickl (FPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ich meine, ich weiß nicht, welches Problem jetzt Kollege Petzner mit dieser Meldung hat. Das verstehe ich nicht, denn angesichts der politischen Verantwortungslosigkeit, wie sie Stefan Petzner und viele andere im BZÖ an den Tag legen, und zwar in permanentem Handeln, ist es, ehrlich gesagt, kein Wunder, dass mancher sagt: Ich möchte meine Kinder nicht von diesem Herrn betreut wissen. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Er hat das gerade bestätigt! – Weitere Zwischenrufe.)
Sitzung Nr. 96
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Übrigens, wenn wir bei dieser Gelegenheit schon bei psychischer Gewalt sind: Kollege Westenthaler wird Ihnen ein paar Anfragen liefern. Es gibt Frauenhäuser, in denen Frauen Unterschlupf finden, die in Wirklichkeit den Vätern die Kinder entziehen, und dort sieht man das Stellen eines Obsorgeantrages durch den Kindesvater als psychische Gewalt! Was das Kind dabei mitmacht, das sieht man hingegen nicht als psychische Gewalt, meine Damen und Herren! Und diese Vereinigungen sind hoch subventioniert, prominent mit SPÖ-Damen besetzt, und wir werden uns anschauen, wie viel dieser Subventionen dort überhaupt noch richtig eingesetzt ist. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Chaos-Truppe! – Abg. Binder-Maier – in Richtung FPÖ und BZÖ –: Sie hören nicht einmal mehr zu! Das ist ja unglaublich!
Vor diesem Hintergrund, Frau Ministerin, hoffe ich, dass die Gespräche mit der Frauenministerin, die diesbezüglich ja einer ähnlichen Ansicht ist, Früchte tragen und dass diese Gespräche Sie dazu bringen, nicht nur die eine Perspektive wahrzunehmen, sondern durchaus auch noch einmal die andere Perspektive. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Chaos-Truppe! – Abg. Binder-Maier – in Richtung FPÖ und BZÖ –: Sie hören nicht einmal mehr zu! Das ist ja unglaublich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie war das jetzt mit Kreisky und Gaddafi?
Präsident Fritz Neugebauer: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Mag. Muttonen. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie war das jetzt mit Kreisky und Gaddafi?)
Abg. Ing. Westenthaler: Internationaler Terrorismus!
Zunächst ein paar Worte zu Österreich und zum UNO-Sicherheitsrat (Abg. Ing. Westenthaler: Internationaler Terrorismus!): Wenn man als nichtständiges Mitglied und kleines Land im Sicherheitsrat Dinge positiv voranbringen möchte, dann benötigt man viel Geschick, viel Verhandlungsgeschick, große Ausdauer und eine überzeugende Agenda. Die durchaus positive Bilanz – wie das auch schon erwähnt wurde – nach zwei Jahren zeigt, dass Themen wie Rechtsstaatlichkeit, Schutz der Zivilbevölkerung, Stärkung der Rolle der Frau und internationale Abrüstung richtig gewählt waren und letztendlich konsequent verfolgt wurden.
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Hört! Hört! – Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.
dafi eigentlich nichts einzuwenden haben.“ – Zitatende. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Hört! Hört! – Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.) – Das dient doch wohl zur Schärfung Ihres Verständnisses, oder?
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Haben Sie eigentlich schon überrissen, Frau Kollegin Wurm, Kolleginnen und Kollegen von den Sozialdemokraten, dass 20 Prozent des in Schwechat raffinierten Rohöls aus Libyen stammen? (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Damit haben Sie natürlich nichts zu tun. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer ist denn der Vorsitzende dort?) – Und Herr Ruttenstorfer ist nie – nie! – ein Sozialdemokrat gewesen; das ist natürlich lediglich ein Gerücht. (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer ist denn der Vorsitzende dort?
Haben Sie eigentlich schon überrissen, Frau Kollegin Wurm, Kolleginnen und Kollegen von den Sozialdemokraten, dass 20 Prozent des in Schwechat raffinierten Rohöls aus Libyen stammen? (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Damit haben Sie natürlich nichts zu tun. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer ist denn der Vorsitzende dort?) – Und Herr Ruttenstorfer ist nie – nie! – ein Sozialdemokrat gewesen; das ist natürlich lediglich ein Gerücht. (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber die Frau Wurm glaubt, der Sprit kommt aus der Zapfsäule! – Abg. Grosz: Sie glaubt, dass für Diesel die Basis das steirische Kernöl ist!
Zum Dritten wurde von vielen Rednern die Frage geäußert, ob man mit Regimen, wie sie in Libyen, wie sie in vielen anderen Ländern herrschen, in Kontakt treten soll. – Antwort: Selbstverständlich, meine Damen und Herren, denn es wäre doch an Naivität nicht zu übertreffen, würde man meinen, dass man mit diesen Ländern keinen Kontakt herstellen darf. (Beifall und Bravorufe beim BZÖ.) An österreichischen Tankstellen würde es kein Benzin geben, würde es mit diesen Ländern keinen Kontakt geben. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber die Frau Wurm glaubt, der Sprit kommt aus der Zapfsäule! – Abg. Grosz: Sie glaubt, dass für Diesel die Basis das steirische Kernöl ist!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aha, SPÖ! SPÖ! – weitere Zwischenrufe beim BZÖ
Ich gebe Ihnen die Antwort: Weder von Hussein noch von Gaddafi sind 45 Millionen € irgendwohin geflossen, sondern – und das werden wir noch aufdecken – die einzige Person, die nachweislich persönlich Geld von Gaddafi bekommen hat – über 50 000 €, meine Damen und Herren – ist Herr Edlinger aus dem SPÖ-Umfeld (Abg. Ing. Westenthaler: Aha, SPÖ! SPÖ! – weitere Zwischenrufe beim BZÖ), der Bruder des ehemaligen Finanzministers Rudolf Edlinger von der SPÖ, meine Damen und Herren. Er hat Geld von Gaddafi bekommen und niemand anderer. Das gilt es aufzuklären – ich leiste dazu gerne meinen Beitrag. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler – auf einen Aufkleber auf dem Sakko des Redners mit der Aufschrift „NEIN zu Atomenergie – Das unterschreiben wir! 28. Februar–7. März 2011“ weisend –: Oder was er sich auf die Jacke pickt!
Abgeordneter Ing. Norbert Hofer (FPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Herr Staatssekretär! Herr Bundesminister! Jeder von uns überlegt sich, bevor er ans Rednerpult tritt, was er sagen wird (Abg. Ing. Westenthaler – auf einen Aufkleber auf dem Sakko des Redners mit der Aufschrift „NEIN zu Atomenergie – Das unterschreiben wir! 28. Februar–7. März 2011“ weisend –: Oder was er sich auf die Jacke pickt!), macht ein Redekonzept, manche lesen herunter, manche sprechen frei. Ich habe beschlossen, mein Redekonzept liegen zu lassen und – Frau Bayr ist jetzt leider nicht da, aber trotzdem –, da Frau Bayr eine so hervorragende Rede gehalten hat, einfach statt einer Rede einen Beitrag des Pressedienstes der SPÖ aus dem Burgenland vorzulesen. Das ist sicherlich auch für Sie interessant.
Abg. Ing. Westenthaler: Fenster? Welches Fenster?
Jetzt muss ich dieses Fenster, das sich hier geöffnet hat (der Redner liest das Zitat von seinem Laptop ab), schließen, sonst kann ich die Meldung des Pressedienstes nicht weiterlesen. (Abg. Ing. Westenthaler: Fenster? Welches Fenster?)
Sitzung Nr. 98
Abg. Ing. Westenthaler: Das sagt der Koalitionspartner?!
Dazu möchte ich jetzt ergänzend noch einen Appell hinzufügen: Ich glaube, dass sich alle hier im Raum einig darüber sind, dass es Alternativen zur Atomenergie gibt und dass es zu einem Ausstieg in Europa kommen muss. Ich glaube auch, dass jeder – und das gestehe ich jedem und jeder zu – auf seine Art und Weise für einen europäischen Ausstieg kämpft. (Ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der FPÖ.) Sehr geehrter Herr Dr. Schüssel! Ich appelliere an Sie ganz persönlich: Steigen Sie aus dem RWE-Aufsichtsrat aus! Setzen Sie damit auch ein Zeichen! Stellen Sie sich auf unsere Seite, auf die Seite des österreichischen Parlaments (Abg. Ing. Westenthaler: Das sagt der Koalitionspartner?!), auf die Seite der europäischen Bevölkerung! Entscheiden Sie sich dafür, Ihren Kindern moralische Werte mitzugeben, und nicht ein fettes Bankkonto!
Sitzung Nr. 99
Abgeordnete des BZÖ halten orange Tafeln mit der Aufschrift „Genug gezahlt“ in die Höhe. – Abg. Ing. Westenthaler: Genug gezahlt, Herr Bundeskanzler!
Daher ist zuerst eine gemeinsame Währung in einem großen Teil der Europäischen Union einzuführen und dann Konvergenz, Koordination, Wirtschaftsregierung, wie immer die Begriffe lauten, herbeizuführen – ein mühsamer Weg über viele Jahre. Ich bin aber nicht so vermessen zu sagen: Na gut, dann hätten wir halt damals alles gleichzeitig machen sollen!, weil ich weiß, dass schon bei der Einführung einer gemeinsamen Währung natürlich auch zum damaligen Zeitpunkt – es haben ja einige aus diesem Kreis hier sehr aktiv daran mitgewirkt – vieles dafür gesprochen hat, das Projekt erst einmal zu starten. Es ist jetzt unsere Aufgabe, das zu tun, was damals bei der Einführung der gemeinsamen Währung eine zu geringe Rolle gespielt hat, nämlich die Angleichung der unterschiedlichen Bedingungen jener Länder vorzunehmen, die dann auch von einer gemeinsamen Währung in eine gewisse Abhängigkeit voneinander geraten. Diese Koordination, dieses Zusammenführen, dieses Zusammenschließen ist eine Aufgabe der nächsten Monate, ich hoffe nicht Jahre, weil ich natürlich weiß, dass hier viel an Angleichungen zu erfolgen hat. (Abgeordnete des BZÖ halten orange Tafeln mit der Aufschrift „Genug gezahlt“ in die Höhe. – Abg. Ing. Westenthaler: Genug gezahlt, Herr Bundeskanzler!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Albert Fortell für Arme!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Krainer. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Albert Fortell für Arme!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was?! Nehmen Sie das zurück!
Man hat sich dann bei der Firma Munido erkundigt, warum sie das macht, und die Antwort war relativ unverfroren: Es ist erlaubt, es ist nicht ungesetzlich, und daher machen wir es. Das heißt, es ist erlaubt, den Bürgern das Geld aus der Tasche zu ziehen, Bauernfängerei (Abg. Ing. Westenthaler: Was?! Nehmen Sie das zurück!) zu betreiben und sie einfach abzuzocken. Geldgier, Verdienen bis zum Umfallen ist bei diesen Firmen angesagt, egal, wer davon betroffen ist, und seien es die sozial am schlechtesten Gestellten. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Frau Präsidentin! Telefonverbot!
Abgeordneter Mag. Johann Maier (SPÖ): Maier, hallo. (Der Redner lässt sein Mobiltelefon klingeln und tut so, als würde er telefonieren.) Was wollen Sie? Nein, nein, ich will keinen Vertrag abschließen. (Abg. Ing. Westenthaler: Frau Präsidentin! Telefonverbot!) Von der Süddeutschen Klassenlotterie? Nein, das wollen wir nicht. Woher haben Sie meine Telefonnummer? (Abg. Grosz: Das ist ja wie bei der Löwinger-Bühne!) Ich mache Sie darauf aufmerksam, dass das ein unzulässiger Telefonanruf ist.
Abg. Ing. Westenthaler: Ab sofort ist Telefonieren am Rednerpult erlaubt!
Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Tausende Menschen in Österreich werden von einem Telefonterror heimgesucht, und zwar insbesondere aus dem Glücksspiel-/Wettbereich und bei Gewinnspielversprechen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ab sofort ist Telefonieren am Rednerpult erlaubt!) Wir haben insgesamt hier in Österreich das wirkliche Problem, aber nicht nur in Österreich, sondern in ganz Europa. Nach einer Studie der deutschen Verbraucherzentralen betrafen 66,7 Prozent aller Beschwerden derartige Angebote aus dem Gewinnspielbereich und aus dem Glücksspielbereich. In Österreich lag die Zahl laut der durch das Konsumentenschutzministerium in Auftrag gegebenen Studie noch höher.
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr stimmt ja zu allem zu! Vorratsdatenspeicherung!
Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Daher haben wir auch im Konsumentenschutzausschuss eine Ausschussfeststellung zur Abstimmung gebracht. Die Opposition hat bedauerlicherweise nicht mitgestimmt. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr stimmt ja zu allem zu! Vorratsdatenspeicherung!) Wir haben darin für alle klar festgehalten, dass eben, sollte es neue Problemstellungen geben, sollte es zu einer Regelung auf europäischer Ebene kommen, das Justizministerium einen Bericht für allfällige Änderungen vorzulegen hat.
Abg. Ing. Westenthaler: Warum haben Sie der Vorratsdatenspeicherung zugestimmt?
Derzeit müssen wir die europäische Dimension und die europäische Diskussion abwarten (Abg. Öllinger: Nein, müssen wir nicht! Müssen wir nicht abwarten!), aber einen Bereich können und müssen wir regeln: den Bereich der Gewinnspiele, den Bereich der Lotteriedienste und Wettdienste. (Abg. Zanger: Das geht schon, und das andere geht nicht?!) Warum? (Abg. Ing. Westenthaler: Warum haben Sie der Vorratsdatenspeicherung zugestimmt?) – Weil auf der europäischen Ebene bei den Verhandlungen der Verbraucherrechterichtlinie genau dieser Bereich ausgeklammert worden ist. (Abg. Mag. Schatz: Und wann kommt die?)
Abg. Mag. Schatz: Was ist mit den anderen Geschäften? – Abg. Ing. Westenthaler: Bei der Vorratsdatenspeicherung habt ihr zugestimmt!
Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir werden heute beschließen, dass Verträge, die im Zusammenhang mit Gewinnzusagen oder Gewinnversprechen abgeschlossen werden, aber auch mit Lotteriediensten, wie zum Beispiel der Süddeutschen Klassenlotterie, dass all das nichtig ist und derartige Verträge eben keine Wirkung entfalten. (Abg. Mag. Schatz: Was ist mit den anderen Geschäften? – Abg. Ing. Westenthaler: Bei der Vorratsdatenspeicherung habt ihr zugestimmt!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des zu seinem Sitzplatz zurückkehrenden Abg. Mag. Johann Maier –: Warum habt denn ihr der Vorratsdatenspeicherung zugestimmt, Herr Datenschutzratsvorsitzender?
Abschließend darf ich Sie, die Oppositionsparteien, einladen, unseren Vorstellungen zu folgen und beiden Novellen, sowohl der Novelle zum Telekommunikationsgesetz als auch der Novelle zum Konsumentenschutzgesetz, zuzustimmen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des zu seinem Sitzplatz zurückkehrenden Abg. Mag. Johann Maier –: Warum habt denn ihr der Vorratsdatenspeicherung zugestimmt, Herr Datenschutzratsvorsitzender?)
Pfui-Rufe beim BZÖ. – Abg. Grosz: Heuchlerei! – Abg. Ing. Westenthaler: Treten Sie zurück, Herr Abgeordneter Maier!
Und da gab es dann einen Beschluss im Ausschuss, obwohl die SPÖ-Fraktion dagegen opponiert hat, wie wir gesehen haben; das war ja schon körperlich spürbar. Es ist kritisiert worden, dass es keine Begutachtung gegeben hat, dass der Datenschutzrat nicht eingebunden worden ist. Dagegen ist einhellig opponiert worden, und trotzdem ist diese Vorlage im Justizausschuss mit den Stimmen von SPÖ und ÖVP beschlossen worden, meine Damen und Herren! (Pfui-Rufe beim BZÖ. – Abg. Grosz: Heuchlerei! – Abg. Ing. Westenthaler: Treten Sie zurück, Herr Abgeordneter Maier!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ohne richterliche Genehmigung!
Das ist unglaublich und unverständlich: dass man auf der einen Seite im Telekommunikationsgesetz sagt: Ja, auf richterliche Anordnung können diese Rufdaten erfasst und auch ausgewertet werden!, aber dann in der Strafprozessordnung und im Sicherheitspolizeigesetz nicht mehr auf die richterliche Anordnung abgestellt wird, sondern jede Behörde in Zukunft diese Rufdaten anfragen kann. (Abg. Ing. Westenthaler: Ohne richterliche Genehmigung!) Nicht einmal schriftlich muss das geschehen – wir haben das im Ausschuss gehört –, sondern es genügt telefonisch. Ein Beamter ruft an bei dem Telekommunikationsunternehmen und sagt: Geh, geben Sie mir einmal die Rufdaten von dem Herrn X und von der Frau Y, weil es mich interessiert, mit wem die telefoniert haben und was da gewesen ist! (Abg. Ing. Westenthaler: Meistens von den Oppositionsabgeordneten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Meistens von den Oppositionsabgeordneten!
Das ist unglaublich und unverständlich: dass man auf der einen Seite im Telekommunikationsgesetz sagt: Ja, auf richterliche Anordnung können diese Rufdaten erfasst und auch ausgewertet werden!, aber dann in der Strafprozessordnung und im Sicherheitspolizeigesetz nicht mehr auf die richterliche Anordnung abgestellt wird, sondern jede Behörde in Zukunft diese Rufdaten anfragen kann. (Abg. Ing. Westenthaler: Ohne richterliche Genehmigung!) Nicht einmal schriftlich muss das geschehen – wir haben das im Ausschuss gehört –, sondern es genügt telefonisch. Ein Beamter ruft an bei dem Telekommunikationsunternehmen und sagt: Geh, geben Sie mir einmal die Rufdaten von dem Herrn X und von der Frau Y, weil es mich interessiert, mit wem die telefoniert haben und was da gewesen ist! (Abg. Ing. Westenthaler: Meistens von den Oppositionsabgeordneten!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Spitzelgesetz ist das!
Meine Damen und Herren, lieber Kollege Maier von der SPÖ, wir hoffen, dass ihr hier dann bei der Abstimmung nicht dem Druck anderer nachgeben werdet und dieses wirklich unmögliche Gesetz hier beschließt. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Spitzelgesetz ist das!)
Abg. Ing. Westenthaler: Um das geht es nicht, es geht um die Methoden! – Abg. Grosz: ... gegen Tote, Frau Bundesministerin!
Wie gesagt, sonst will ich zu diesem anhängigen Verfahren nichts sagen, das ist nicht meine Aufgabe. Ich ersuche auch darum, Herr Abgeordneter Westenthaler, dass wir den Plenarsaal nicht in einen Verhandlungssaal umwandeln. Anhängige Strafverfahren sind hier bitte nicht zu diskutieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Um das geht es nicht, es geht um die Methoden! – Abg. Grosz: ... gegen Tote, Frau Bundesministerin!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist die? Wenn entlastende Dokumente ... !
Das Zauberwort, sehr geehrte Damen und Herren, bei all diesen Maßnahmen und Ermittlungsmaßnahmen ist Verhältnismäßigkeit. Und dass diese Verhältnismäßigkeit gewahrt wird, dafür sorgen unsere Richter und Staatsanwälte. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist die? Wenn entlastende Dokumente ... !) Wenn Sie es mir nicht glauben, Herr Abgeordneter Westenthaler, dann glauben Sie es bitte dem Rechtsschutzbeauftragten oder dem Rechnungshof. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und bei
Abg. Grosz: Seit einem halben Jahr ... ! – Abg. Ing. Westenthaler: Jahrelang wird rufgeschädigt!
Abgeordneter Mag. Bernd Schönegger (ÖVP): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Hohes Haus! (Abg. Grosz: Seit einem halben Jahr ... ! – Abg. Ing. Westenthaler: Jahrelang wird rufgeschädigt!) Kollegen Grosz und Westenthaler, darf ich einen Vorschlag machen: Ganz leise bis zehn zählen, überlegen, ob der Zwischenruf wichtig und angebracht ist, und ihn erst dann machen. Wenn man bis zehn zählt, vielleicht ist es dann wieder erledigt. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Das ist bei euch die Methode: „Hände falten ...!“, eh schon wissen!)
Abg. Ing. Westenthaler: ... österreichische Justiz! Sondersitzung ...!
Ich glaube, der viel kritisierte große Lausch- und Spähangriff zahlt sich aus. (Abg. Ing. Westenthaler: ... österreichische Justiz! Sondersitzung ...!) Da geht es darum, die Verbrechungsbekämpfung zu stärken. Es müssen die Methoden der Verbrechensbekämpfung zumindest auf Augenhöhe – wenn nicht sogar besser – mit den Methoden der Verbrecher sein. Es geht darum, Opfer zu schützen und nicht die Verbrecher. Ich glaube, das ist das Wesentliche. Geklärt ist mit diesem Bericht auch hinlänglich, dass
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Grosz.
maßhaltend und verhältnismäßig damit umgegangen wurde. Ich glaube, hiermit ist alles gesagt. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Grosz.)
Abg. Ing. Westenthaler: Warum beschließt ihr es dann?
Dann wird der Gesetzgeber nachdenken, ob das richtig war oder ob wir das umformulieren müssen. Ich bin schon bei dir, Kollege Westenthaler: Es muss herauskommen – und das ist der zweite Punkt, der mich stört –, was die Straftat ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum beschließt ihr es dann?) Also das müssen wir entweder in die Paragraphen hineinschreiben oder wir müssen es so einengen, dass gewisse Geschichten erst gar nicht möglich sind. Aber trotzdem reden wir jetzt – und ihr wisst das alle ganz genau – in Wirklichkeit von den harmlosen Daten, die man jetzt alle über die Abrechnungen anschauen kann. (Zwischenrufe des Abg. Mag. Stefan.)
Abg. Grosz: Bei Pilz, Stadler und Westenthaler!
Das Zweite, das wir hinterfragen müssen, ist: Wer wird denn hier überwacht? Und: Wo ortet die Staatsanwaltschaft und damit auch die Ministerin als ihre oberste Chefin das Böse in dieser Republik? (Abg. Grosz: Bei Pilz, Stadler und Westenthaler!) Sie haben die Antwort darauf gegeben: Das Böseste in dieser Republik sind Menschen, die Tiere schützen. Vollkommen klar: Das ist das Hauptproblem der organisierten Kriminalität, deswegen wird mit allen Kanonen der Justiz auf Tierschützer und Tierschützerinnen geschossen! – So schaut’s aus! (Beifall bei Grünen und BZÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ganz wichtig!
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (BZÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Eines werden wir sicher nicht machen, Frau Bundesminister: dass wir die Staatsanwaltschaft von der parlamentarischen Kontrolle ausnehmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ganz wichtig!) Das hätten die gerne, das geht sogar aus einer Tagung hervor, die sie Ende Juni in Kössen anberaumt haben. Das ist ihnen furchtbar unangenehm. Sie haben den Wunsch, frei von jeder Kontrolle agieren zu können, und zwar dann auch noch politisch.
Abg. Ing. Westenthaler: Ein Verdächtiger, der gestorben ist!
Meine Damen und Herren! Kokainhandel aus der Asservatenkammer – Ihr Ministerium! Ein Richter, der nie da ist und stattdessen seine Mitarbeiter und seine Sekretärin Beschlüsse unterschreiben lässt – Ihr Ministerium! (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Verdächtiger, der gestorben ist!) Ein Verdächtiger, den es gar nicht mehr gibt. (Abg. Grosz: Das ist Ihr Ministerium!)
Abg. Ing. Westenthaler: Fragen Sie Jarolim! Der sagt dasselbe nur mit weniger Emotion!
Abgeordneter Hannes Fazekas (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Stadler, wenn Sie das als Betroffener in dieser Emotionalität, was durchaus verständlich ist, vortragen, dann muss ich sagen: Das zeigt uns wieder einmal, wie dringend die Evaluierung der Strafprozessreform ist, auf die wir warten. (Abg. Ing. Westenthaler: Fragen Sie Jarolim! Der sagt dasselbe nur mit weniger Emotion!) Dr. Pilz hat es auch erwähnt.
Abg. Ing. Westenthaler: Unter Kontrolle!
Wir werden einfach nicht darum herumkommen, über die Notwendigkeit zu diskutieren, die Staatsanwaltschaft unabhängig zu stellen (Abg. Ing. Westenthaler: Unter Kontrolle!), damit die Intention, die damals, Ende der neunziger Jahre, unter dem damaligen Innenminister und Justizminister, dafür bestimmend war, nämlich Ermittlungsmethoden einzuführen, die der Bekämpfung der schweren und der Schwerstkriminalität dienen sollten, zum Tragen kommt und das nicht in andere Richtungen ausartet. Es
Beifall beim BZÖ. – Abg. Grosz stellt seine Tafel auf das Rednerpult. – Abg. Ing. Westenthaler: 1,6 Millionen € Defizit allein im ersten Jahr! Das ist das neue Management! – Abg. Dr. Strutz: Das wird noch teuer werden!
Bundeskanzler Werner Faymann: Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Verehrte Staatssekretäre! Verehrte Abgeordnete! (Abg. Dolinschek entfernt die Tafel mit der Aufschrift „Genug gezahlt!“ vom Rednerpult.) Sie hätten das Taferl „Genug gezahlt!“ ruhig noch ein bisschen da lassen können, denn vielleicht reden wir über die Hypo auch noch. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Grosz stellt seine Tafel auf das Rednerpult. – Abg. Ing. Westenthaler: 1,6 Millionen € Defizit allein im ersten Jahr! Das ist das neue Management! – Abg. Dr. Strutz: Das wird noch teuer werden!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
gebracht hat, im Unterschied zu so manchem Dringlichen Antrag (Beifall bei der SPÖ): nämlich den sozialen Frieden, die Sozialpartnerschaft und die Zusammenarbeit zwischen den Interessenvertretern. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel? – Ruf bei der ÖVP: Altlasten!
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (BZÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Herr Bundeskanzler! (Der Redner stellt eine Tafel mit der Aufschrift „Genug gezahlt!“ auf das Rednerpult. – Abg. Silhavy: Das ist ein bisschen eine Überproduktion! – Rufe beim BZÖ: Das ist für die ÖVP!) Ich verspreche Ihnen, wir werden über die Hypo Kärnten schon noch diskutieren – angesichts der heute bekannt gewordenen Bilanzverluste von 1,6 Milliarden € unter rot-schwarzer Führung. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel? – Ruf bei der ÖVP: Altlasten!) – Altlasten, Jessas! (Ruf: Das ist euer Erbe! – Abg. Strache: Josef und Werner!) Im Jahr 2009: 1,5 Milliarden €! Mittlerweile sind es mehr als 3 Milliarden € in zwei Jahren. (Abg. Ing. Westenthaler: Wem gehört die Bank? Schaut nicht gut aus!) Darüber werden wir zu gegebener Zeit noch reden. Der Zeitpunkt kommt, da bin ich ganz sicher.
Abg. Ing. Westenthaler: Wem gehört die Bank? Schaut nicht gut aus!
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (BZÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Herr Bundeskanzler! (Der Redner stellt eine Tafel mit der Aufschrift „Genug gezahlt!“ auf das Rednerpult. – Abg. Silhavy: Das ist ein bisschen eine Überproduktion! – Rufe beim BZÖ: Das ist für die ÖVP!) Ich verspreche Ihnen, wir werden über die Hypo Kärnten schon noch diskutieren – angesichts der heute bekannt gewordenen Bilanzverluste von 1,6 Milliarden € unter rot-schwarzer Führung. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel? – Ruf bei der ÖVP: Altlasten!) – Altlasten, Jessas! (Ruf: Das ist euer Erbe! – Abg. Strache: Josef und Werner!) Im Jahr 2009: 1,5 Milliarden €! Mittlerweile sind es mehr als 3 Milliarden € in zwei Jahren. (Abg. Ing. Westenthaler: Wem gehört die Bank? Schaut nicht gut aus!) Darüber werden wir zu gegebener Zeit noch reden. Der Zeitpunkt kommt, da bin ich ganz sicher.
Abg. Ing. Westenthaler: Wer sitzt denn dort im Aufsichtsrat in der Hypo?
Wissen Sie, Kollege Schüssel hat ja recht. (Abg. Strache: Aber die Kommunalkredit dürfen wir nicht vergessen!) – Auch über diese werden wir noch extra reden! (Abg. Ing. Westenthaler: Wer sitzt denn dort im Aufsichtsrat in der Hypo?) Kollege Schüssel hat ja recht: Erstens hat er recht, wenn er heute kritisiert, dass kein einziger ÖVP-Vertreter auf der Regierungsbank sitzt. Auch der Staatssekretär aus dem Finanzministerium ist nicht hier. Die ÖVP tut so, als ob sie mit diesem Rettungsschirm nichts zu tun hätte, sie versucht, das zu einem SPÖ-Thema zu machen. In Wirklichkeit ist aber der Finanzminister und ÖVP-Obmann der Hauptverantwortliche, der uns diese Malaise mit eingebrockt hat. (Abg. Bucher: Das ist ein unfairer Partner!)
Abg. Ing. Westenthaler: Über Steuern können Sie eine Spanne ...!
What’s next? What’s next? Wir schalten die Kostenentwicklung aus, dekretieren Preise wie seinerzeit in der Sowjetunion? – Na bitte, das ist ja lächerlich! (Abg. Ing. Westenthaler: Über Steuern können Sie eine Spanne ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Umsatzsteuer beim Kauf, Herr Kollege, hab ich gesagt! – Das ist ein Wahnsinn! Das ist eine Null da draußen!
könnte, dass Mehrwertsteuer und Umsatzsteuer keine unterschiedlichen Steuern sind, sondern nur unterschiedliche Namen für dieselbe Steuer. (Abg. Ing. Westenthaler: Umsatzsteuer beim Kauf, Herr Kollege, hab ich gesagt! – Das ist ein Wahnsinn! Das ist eine Null da draußen!)
Abg. Ing. Westenthaler – auf den Redner weisend –: Der Albert Fortell für Arme!
Und witzig war auch, wie er begonnen hat – abgesehen davon, dass er ein bisserl randaliert hat, aber das kennen wir ja schon –, nämlich (Abg. Markowitz: Schau her da! Da schau her! – Der schaut da ummi! – Abg. Mag. Stadler: Der Matznetter verdreht schon die Augen, wenn er dir zuhört!): Eine Bürgerin hat ihn irgendwo angeredet und hat ihm eine Geschichte erzählt, und die Geschichte war aber dann die eigene Geschichte. Also in Wahrheit hat er die Bürgerin erfunden und hat nur seine eigene Geschichte erzählt. (Abg. Ing. Westenthaler – auf den Redner weisend –: Der Albert Fortell für Arme!) Aber wir sind das ja vom Kollegen Westenthaler durchaus gewöhnt, wie er agiert. Er ist ja auch ein gerichtsbekannter Lügner. Insofern sind natürlich auch die Fakten, die er darbringt, immer dementsprechend zu werten. Aber das ist halt der Kollege Westenthaler. (Abg. Bucher: Fällt Ihnen sonst nichts ein? – Das ist ein Armutszeugnis! – Das ist euer Finanzsprecher? – Abg. Ing. Westenthaler: Matznetter soll wieder Finanzsprecher werden!)
Abg. Bucher: Fällt Ihnen sonst nichts ein? – Das ist ein Armutszeugnis! – Das ist euer Finanzsprecher? – Abg. Ing. Westenthaler: Matznetter soll wieder Finanzsprecher werden!
Und witzig war auch, wie er begonnen hat – abgesehen davon, dass er ein bisserl randaliert hat, aber das kennen wir ja schon –, nämlich (Abg. Markowitz: Schau her da! Da schau her! – Der schaut da ummi! – Abg. Mag. Stadler: Der Matznetter verdreht schon die Augen, wenn er dir zuhört!): Eine Bürgerin hat ihn irgendwo angeredet und hat ihm eine Geschichte erzählt, und die Geschichte war aber dann die eigene Geschichte. Also in Wahrheit hat er die Bürgerin erfunden und hat nur seine eigene Geschichte erzählt. (Abg. Ing. Westenthaler – auf den Redner weisend –: Der Albert Fortell für Arme!) Aber wir sind das ja vom Kollegen Westenthaler durchaus gewöhnt, wie er agiert. Er ist ja auch ein gerichtsbekannter Lügner. Insofern sind natürlich auch die Fakten, die er darbringt, immer dementsprechend zu werten. Aber das ist halt der Kollege Westenthaler. (Abg. Bucher: Fällt Ihnen sonst nichts ein? – Das ist ein Armutszeugnis! – Das ist euer Finanzsprecher? – Abg. Ing. Westenthaler: Matznetter soll wieder Finanzsprecher werden!)
Abg. Ing. Westenthaler: Hoffentlich macht ihr nicht unbewusst auch Schulden! Das wäre ganz schlecht, wenn ihr unbewusste Schulden macht!
Und was bei einer Wirtschaftskrise und in krisenhaften Situationen klar ist, ist, dass ich jedenfalls zu besseren Ergebnissen komme, wenn der Staat eingreift und der Staat auch bewusst Akzente setzt und mitunter auch bewusst Schulden macht, um krisenhafte Entwicklungen zu verhindern oder deren Auswirkung zu minimieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Hoffentlich macht ihr nicht unbewusst auch Schulden! Das wäre ganz schlecht, wenn ihr unbewusste Schulden macht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Gibt es auch eine unbewusste Rede?
Denn: Sehen wir uns die letzte große Wirtschaftskrise in den Dreißigerjahren an! Da ist das passiert, was das BZÖ heute fordert, nämlich: Zuzuschauen, was passiert, und zu sagen, die Märkte machen das alles (Abg. Mag. Stadler: Das ist ja nicht vergleichbar! – Da kennst du dich nicht aus!), niemals auf die Idee zu kommen, eine Bank zu retten, weil Banken böse sind. Damals sind hunderte Banken den Bach hinuntergegangen. Was war realwirtschaftlich das Ergebnis? (Abg. Ing. Westenthaler: Gibt es auch eine unbewusste Rede?) – Jetzt rede ich noch gar nicht davon, was die Auswirkungen politisch waren, was sie gesellschaftlich waren, sondern nur, was sie für die Wirtschaft bedeutet haben. – Wir hatten in Österreich 500 000 Arbeitslose, und das bei einer deutlich geringeren Bevölkerung, bei deutlich weniger Arbeitsplätzen. Wir hatten eine Massenarmut wie schon lange nicht.
Abg. Ing. Westenthaler: Das steht ja in der Dringlichen Anfrage drinnen! Haben Sie das nicht gelesen?
Abgeordnete Gabriele Tamandl (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Werte Regierungsmitglieder! Werte Kolleginnen und Kollegen! Herr Westenthaler, in einem gebe ich Ihnen ja recht: Sie haben gesagt, die Treibstoffpreise sind zu hoch. – Das ist keine Frage. Und: Bei der Pendlerpauschale könnte man eine Systemveränderung vornehmen. – Auch mir wäre das recht. Aber eines muss man schon sagen: Die Treibstoffkonzerne haben die Preise aber um ein Vielfaches angehoben, was mit der Mineralölsteuererhöhung in Wahrheit überhaupt nichts zu tun hat. (Ruf beim BZÖ: Das hat er ja gesagt! – Abg. Mag. Stadler: Das hat er gesagt!) – Das ist aber heute nicht Thema. Und das ist genau Ihr System: dass Sie die Menschen so was von verunsichern und dass Sie bei einem Thema, wo Sie einerseits über den Euro-Schutzschirm wettern, dann andere Themen mit hereinbringen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das steht ja in der Dringlichen Anfrage drinnen! Haben Sie das nicht gelesen?) – Ich weiß es. Aber das passt nicht hinein. Das können wir bei einer anderen Gelegenheit einmal diskutieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie einmal, was ist denn mit Ihnen heute los? – Zuerst beginnt sie die Debatte mit euren EU-Abgeordneten, und dann ...! – Abg. Mag. Stefan: ... zündet selbst ihr Haus an!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie einmal, was ist denn mit Ihnen heute los? – Zuerst beginnt sie die Debatte mit euren EU-Abgeordneten, und dann ...! – Abg. Mag. Stefan: ... zündet selbst ihr Haus an!
Abgeordnete Gabriele Tamandl (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Werte Regierungsmitglieder! Werte Kolleginnen und Kollegen! Herr Westenthaler, in einem gebe ich Ihnen ja recht: Sie haben gesagt, die Treibstoffpreise sind zu hoch. – Das ist keine Frage. Und: Bei der Pendlerpauschale könnte man eine Systemveränderung vornehmen. – Auch mir wäre das recht. Aber eines muss man schon sagen: Die Treibstoffkonzerne haben die Preise aber um ein Vielfaches angehoben, was mit der Mineralölsteuererhöhung in Wahrheit überhaupt nichts zu tun hat. (Ruf beim BZÖ: Das hat er ja gesagt! – Abg. Mag. Stadler: Das hat er gesagt!) – Das ist aber heute nicht Thema. Und das ist genau Ihr System: dass Sie die Menschen so was von verunsichern und dass Sie bei einem Thema, wo Sie einerseits über den Euro-Schutzschirm wettern, dann andere Themen mit hereinbringen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das steht ja in der Dringlichen Anfrage drinnen! Haben Sie das nicht gelesen?) – Ich weiß es. Aber das passt nicht hinein. Das können wir bei einer anderen Gelegenheit einmal diskutieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie einmal, was ist denn mit Ihnen heute los? – Zuerst beginnt sie die Debatte mit euren EU-Abgeordneten, und dann ...! – Abg. Mag. Stefan: ... zündet selbst ihr Haus an!)
Abg. Mag. Stadler: Wer war denn dort Eigentümer? – Eure ... aus der CSU waren Eigentümer! – Abg. Ing. Westenthaler: Hat Ihnen das der Martinz nicht gesagt?
Aber eines ist ja auch interessant: Sie haben zum Beispiel nicht angesprochen, dass im Jahr 2008 ein Bilanzgewinn von 2007 ausgeschüttet worden ist, der in Wahrheit nicht das operative Geschäft betroffen hat und gar nicht ausgeschüttet werden hätte sollen (Abg. Mag. Stadler: Wer war denn dort Eigentümer? – Eure ... aus der CSU waren Eigentümer! – Abg. Ing. Westenthaler: Hat Ihnen das der Martinz nicht gesagt?), und dass einen Löwenanteil dieser 50 Millionen € jetzt das Land Kärnten mit Zinsen zurückzahlen soll – vielleicht, das wird man sehen. Aber nur: Das ist überhaupt kein Ruhmesblatt, dass man sich da in Wahrheit mit gefälschten Bilanzen bedient hat an einer Bank (Abg. Dr. Strutz: Wer ist denn der Vorsitzende von der Landes-Holding? – Der Herr Martinz! – Tun Sie nicht so falsch! Der Martinz von der ÖVP ...!), die die Republik Österreich und die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler mit ihrem Steuergeld retten mussten. (Abg. Dr. Strutz: So ein Schwachsinn!)
Sitzung Nr. 100
Abg. Ing. Westenthaler: Schmeißen Sie einmal selber eine Runde!
Bundeskanzler Werner Faymann: Herr Abgeordneter! Auf der Suche, zu einer Wirtschaftspartei zu werden, stehen Ihnen ja sicher auch Vergleiche aus der Privatwirtschaft (Abg. Ing. Westenthaler: Schmeißen Sie einmal selber eine Runde!), was Reisen, Büros, Empfänge und so weiter betrifft, zur Verfügung. Ich bin trotzdem davon überzeugt, dass man als öffentliche Verwaltung noch sparsamer agieren kann. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Grosz: Frau Präsidentin?! ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie hätte die Pflicht, einmal darauf aufmerksam zu machen, dass geantwortet werden soll! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Grosz: Zur Geschäftsordnung!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zusatzfrage? – Herr Abgeordneter Brosz, bitte. (Abg. Grosz: Frau Präsidentin?! ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie hätte die Pflicht, einmal darauf aufmerksam zu machen, dass geantwortet werden soll! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Grosz: Zur Geschäftsordnung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind nicht die Gouvernante der Regierung, sondern des Parlaments!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Bevor ich dem Herrn Klubobmann Cap das Wort gebe, stelle ich fest, Herr Abgeordneter Grosz, Sie brauchen nur die Geschäftsordnung aufzuschlagen, und Sie werden dort finden, was ich hier am Vorsitz zu tun habe, tun kann beziehungsweise nicht tun kann. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind nicht die Gouvernante der Regierung, sondern des Parlaments!) Ich würde Ihnen empfehlen, sich das einmal genauer anzuschauen. Wirklich! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Heinzl: Der Faul hat recht gehabt, Herr Grosz! Der Faul hat recht gehabt! – Abg. Ing. Westenthaler: Können einmal die Kameras auf den Herrn „Heinzlmann“ gehen, damit ihn alle sehen!?
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Frau Präsidentin! – Sie haben ja ohnehin darauf hingewiesen, dass Sie in der ... (Abg. Heinzl: Der Faul hat recht gehabt, Herr Grosz! Der Faul hat recht gehabt! – Abg. Ing. Westenthaler: Können einmal die Kameras auf den Herrn „Heinzlmann“ gehen, damit ihn alle sehen!?)
Abg. Ing. Westenthaler: Muss auch nicht sein!
Ich stelle zwei Dinge fest, ohne einen salomonischen Anspruch erheben zu wollen: Es war aus unserer Wahrnehmung tatsächlich so, dass einmal die Frage nicht entsprechend der Vorlage vorgebracht wurde. Das ist immerhin so vorgesehen. Das haben Sie festgestellt. (Abg. Ing. Westenthaler: Muss auch nicht sein!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Herr Klubobmann fragt seinen Parteiobmann! Könnt ihr euch das nicht in der Parteisitzung ausmachen?
Ich frage den Herrn Bundeskanzler: Was waren die Beweggründe für diese Vorlage? (Abg. Ing. Westenthaler: Der Herr Klubobmann fragt seinen Parteiobmann! Könnt ihr euch das nicht in der Parteisitzung ausmachen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Es ist ein Geschäftsordnungsmissbrauch, was Sie hier machen!
Bundeskanzler Werner Faymann: Herr Klubobmann, wo Sie völlig recht haben und was ich unterstützen, voll unterschreiben möchte, ist, dass natürlich auch dieses Gesetz, wenn es auf parlamentarischer Ebene verhandelt wird, Möglichkeiten beinhaltet, es noch zu verbessern. (Abg. Ing. Westenthaler: Es ist ein Geschäftsordnungsmissbrauch, was Sie hier machen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Und jetzt noch ein Bussi zum Abschluss! So eine Schmierenkomödie!
Mir war einmal wichtig, eine Diskussion durchaus auch öffentlich zu führen: Wer inseriert wie viel? Ist das richtig, ist das falsch? Ist das ausgewogen, und was versteht man unter dieser Ausgewogenheit? Wer so wie wir nichts zu verheimlichen hat, ist auch ein Freund der Transparenz. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Und jetzt noch ein Bussi zum Abschluss! So eine Schmierenkomödie!)
Abg. Strache: Wovon reden Sie? – Abg. Ing. Westenthaler: Was haben Sie heute gefrühstückt? – Abg. Mag. Stefan: Die billigen Österreicher ... in der Slowakei ...!
Wenn Sie sich heute hier herstellen und sagen, es sei alles so schlimm, meine Damen und Herren (Zwischenrufe bei der FPÖ), wenn Sie heute sagen: „Closed shop“ und zumachen, zumachen!, dann gehen Sie auch hinaus und haben Sie die Größe, den 400 000 Österreicherinnen und Österreichern, die zur Stunde im Ausland arbeiten, als Wochenpendler, als Monatspendler, als Tagespendler, zu sagen: Return, denn wir wollen die auch nicht!, und dann werden wir doch nicht glauben, dass die anderen sagen: Die behalten wir uns?! (Abg. Bucher: Wovon reden Sie?) Wo ist denn da Ihre Gedankenwelt, und wo ist denn auch Ihre Gedankenwelt, dass Sie der gesamten ... (Abg. Strache: Wovon reden Sie? – Abg. Ing. Westenthaler: Was haben Sie heute gefrühstückt? – Abg. Mag. Stefan: Die billigen Österreicher ... in der Slowakei ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein Prophet ist er auch noch!
Ich möchte zum Schluss kommen. Das ist ein Schutz des österreichischen Arbeitsmarktes. Mit diesem heutigen Gesetz wurde wiederum eine Lücke geschlossen, damit unsere arbeitsrechtlichen, unsere kollektivvertraglichen Bestimmungen eingehalten werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Prophet ist er auch noch!) Und wir werden weiter daran arbeiten – so wie ich das heute schon tue –, mit Ungarn vor allem, wo wir heute schon mit der Budapester Steuerbehörde verhandeln, dass auch der Vollzug von Strafen entsprechend umgesetzt werden kann. Auch das tun wir. (Zwischenruf des Abg. Dr. Karlsböck.)
Abg. Ing. Westenthaler: Da werden die Arbeitnehmer verraten!
Anstatt dass Sie jetzt hergehen und sich endlich auch in Brüssel auf die Hinterfüße stellen und die Übergangsfristen verlängern, verhindern Sie es! (Abg. Ing. Westenthaler: Da werden die Arbeitnehmer verraten!) Wenn es darum geht, Abermilliarden nach Europa zu liefern, kann es dem Herrn Hundstorfer und seinen Genossen gar nicht schnell genug gehen. Innerhalb von wenigen Tagen ist der EU-Haftungsschirm für straffällige ÖVP-ler (Abg. Klikovits: Aufpassen!) und für Pleiteländer in diesem Land beschlossen. Wenn es aber darum geht, Übergangsfristen mit anderen Ländern konsequent zu verhandeln, dann sind Sie stumm, dann beschränken Sie sich aufs Taschentüchelwinken, nach dem Motto: Sag zum Abschied leise Servus! (Anhaltende Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.) Das wird Ihnen nämlich nach den nächsten Wahlen seitens der österreichischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer passieren!
Beifall bei BZÖ und FPÖ. – Abg. Mag. Gaßner: Und tschüss! – Abg. Grosz dreht sich nach Schluss seiner Rede um und legt Bundesminister Hundstorfer ein rotes Anstecktuch auf die Regierungsbank, das dieser daraufhin mit einer Wischbewegung zu Boden befördert. – Oh-Rufe beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war jetzt nicht gescheit! Das war ein schwerer Fehler! – Abg. Mag. Stadler: Schmeißen Sie Ihre rote Krawatte auch gleich auf den Boden! – Weitere anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ.
Jawohl, Herr Muchitsch, setzen Sie sich endlich in Ihrer eigenen Fraktion durch (Abg. Mag. Gaßner: ... und setzen Sie sich endlich nieder!), dass das österreichische Steuergeld, wo man sagen muss, dass die Steuerzahler genug gezahlt haben, auch in Zukunft bei den österreichischen Firmen bleibt! Das wäre wirtschaftspolitisch intelligent, sozialpolitisch intelligent, solidarisch und sozial verträglich. (Beifall bei BZÖ und FPÖ. – Abg. Mag. Gaßner: Und tschüss! – Abg. Grosz dreht sich nach Schluss seiner Rede um und legt Bundesminister Hundstorfer ein rotes Anstecktuch auf die Regierungsbank, das dieser daraufhin mit einer Wischbewegung zu Boden befördert. – Oh-Rufe beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war jetzt nicht gescheit! Das war ein schwerer Fehler! – Abg. Mag. Stadler: Schmeißen Sie Ihre rote Krawatte auch gleich auf den Boden! – Weitere anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Die brauchen nicht Ihre Kampagne, Frau Ministerin Karl, die haben das auch so gewusst. Das Problem ist nur, dass diese Leute im Regelfall von der Staatsanwaltschaft nichts zu befürchten haben. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Frau Justizministerin, das ist ein prominenter Akt. Dieser Akt geht natürlich seinen Weg hinauf ins Ministerium, und ich glaube, dass man da sehr wohl die Staatsanwälte beraten muss, damit es zu keiner Einstellung in der Form – noch dazu mit diesen Erklärungen! – kommt, wie sie gekommen ist. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber Missstände gehören aufgezeigt!
Die Frau Bundesministerin hat vorhin aber zu Recht darauf hingewiesen, dass das hier nicht der Ort ist, sich mit Sachverhalten inhaltlicher Art auseinanderzusetzen, die bei der Staatsanwaltschaft anhängig sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber Missstände gehören aufgezeigt!) Das ist Sache der Staatsanwaltschaft. Wir sollen für sie die Rahmenbedingungen schaffen, keine Frage, aber uns nicht in staatsanwaltschaftliche Untersuchungen einmischen. Das ist nicht unsere Aufgabe. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel?
Ich bin ein Weinviertler Mandatar (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das haben wir schon gehört!), und ich habe 9 433 Vorzugsstimmen gekriegt, persönliche Vorzugsstimmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel?) 9 433. Ich kann daher sagen, dass ich ungefähr weiß, was ein Wahlkampf ist, und weiß, was mich motiviert. Ich möchte das da ganz offen aussprechen. Ich bin viel unter den Leuten, und wo ich bin, ist fast immer einer dabei, der mir mit Sicherheit eine Vorzugsstimme gegeben hat. Und vor diesen Leuten will ich mich nicht genieren. Das ist mein wirklicher moralischer Maßstab in der politischen Arbeit. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Grosz: Ich bin ordnungsrufbefreit, durch Sie! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben versprochen, ihm keinen Ordnungsruf zu geben!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Grosz, ich habe es bereits nach der Rede des Herrn Abgeordneten Pilz angekündigt: Wenn es gegenseitige Vorwürfe der Korruption gibt, gibt es einen Ordnungsruf. – Somit erteile ich Ihnen einen Ordnungsruf. (Abg. Grosz: Ich bin ordnungsrufbefreit, durch Sie! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben versprochen, ihm keinen Ordnungsruf zu geben!)
Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie gehört, was der Kollege Jarolim gesagt hat?! „Verhaltensgestört“ ist kein Wort, das ...! – Abg. Amon: Er ist verhaltensoriginell! – Abg. Mag. Stefan: Zur Geschäftsordnung!
Als Nächste zu Wort gelangt Frau Bundesministerin Mag. Bandion-Ortner. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie gehört, was der Kollege Jarolim gesagt hat?! „Verhaltensgestört“ ist kein Wort, das ...! – Abg. Amon: Er ist verhaltensoriginell! – Abg. Mag. Stefan: Zur Geschäftsordnung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Er ist „verhaltensgestört“, hat er gesagt! – Abg. Dr. Jarolim: Ich habe gesagt, er ist verhaltensgestört! – Abg. Ing. Westenthaler: Da, schon wieder!
Zweitens habe ich das nicht gehört und werde mir sofort das Stenographische Protokoll kommen lassen. (Abg. Ing. Westenthaler: Er ist „verhaltensgestört“, hat er gesagt! – Abg. Dr. Jarolim: Ich habe gesagt, er ist verhaltensgestört! – Abg. Ing. Westenthaler: Da, schon wieder!)
Abg. Ing. Westenthaler: Schmeißen Sie die anderen endlich auße! – Abg. Mag. Stadler: Das sind ja Inquisitoren! Das ist ja Inquisition!
Ich kann nur eines sagen: Ein Wahnsinn, wie viele Staatsanwälte hier sitzen! Wirklich, toll, bewerben Sie sich doch bei uns! (Abg. Ing. Westenthaler: Schmeißen Sie die anderen endlich auße! – Abg. Mag. Stadler: Das sind ja Inquisitoren! Das ist ja Inquisition!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Die haben so viel Zeit! Die machen Hausdurchsuchungen!
Da immer gejammert wird, in der Korruptionsstaatsanwaltschaft säßen noch zu wenig Staatsanwälte: Wir alle wollen wirklich gute Leute dort haben – ich glaube, darüber sind wir uns einig! Derzeit werden Leute ausgebildet, in Linz und in Wien, und wir werden dort im September 21 und dann in weiterer Folge 40 Staatsanwälte haben. Das geht nicht von heute auf morgen. Wir brauchen wirklich die besten Leute, eine schlagkräftige Einheit gegen Korruption und Wirtschaftskriminalität. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Die haben so viel Zeit! Die machen Hausdurchsuchungen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie heißt denn der?
Dieser Staatsanwalt hat nicht nur kein Disziplinarverfahren bekommen (Abg. Ing. Westenthaler: Wie heißt denn der?), sondern er entscheidet heute, der Herr Kronawetter,
Abg. Ing. Westenthaler: Ein besonderes „Würstel“!
Ich hätte zum Beispiel gerne gewusst, ob es richtig ist, dass ausgerechnet jener Staatsanwalt Kronawetter, über den wir heute hier schon gesprochen haben, den Akt Eurofighter eingestellt hat. Ich frage Sie, ob es richtig ist, dass jener Staatsanwalt Kronawetter, der schon damals den Akt vergessen hat und jetzt offensichtlich für Personalpolitik zuständig ist, auch jetzt den Akt Eurofighter eingestellt hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein besonderes „Würstel“!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Kampusch-Staatsanwalt!
Es kann ja wohl nicht sein, dass ausgerechnet jener Staatsanwalt, der schon einmal einen Akt zufällig vergessen hat, auch der Staatsanwalt sein soll, der jetzt diesen Akt eingestellt hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Kampusch-Staatsanwalt!)
Sitzung Nr. 102
Abg. Ing. Westenthaler: Die Richtlinie ist obsolet!
Wir haben hier eine EU-Richtlinie, und wenn diese nicht umgesetzt wird – das wissen Sie ganz genau, Herr Kollege Westenthaler (Abg. Ing. Westenthaler: Die Richtlinie ist obsolet!), und ich finde es beschämend, dass Sie das hier nicht sagen, sondern die Diskussion auf den Kopf stellen –, muss Österreich eine Strafzahlung von 30 Millionen € leisten! (Abg. Ing. Westenthaler: Die Richtlinie gibt es schon gar nicht mehr, die ist längst obsolet!) Das ist europäisches Recht und bei uns umzusetzen! Das ist einmal Faktum.
Abg. Ing. Westenthaler: Die Richtlinie gibt es schon gar nicht mehr, die ist längst obsolet!
Wir haben hier eine EU-Richtlinie, und wenn diese nicht umgesetzt wird – das wissen Sie ganz genau, Herr Kollege Westenthaler (Abg. Ing. Westenthaler: Die Richtlinie ist obsolet!), und ich finde es beschämend, dass Sie das hier nicht sagen, sondern die Diskussion auf den Kopf stellen –, muss Österreich eine Strafzahlung von 30 Millionen € leisten! (Abg. Ing. Westenthaler: Die Richtlinie gibt es schon gar nicht mehr, die ist längst obsolet!) Das ist europäisches Recht und bei uns umzusetzen! Das ist einmal Faktum.
Abg. Ing. Westenthaler: Das war vernichtend!
Daher haben wir ein Gesetz hier ausgearbeitet, das aus meiner Sicht absolut keinen Einwand mehr zulässt. Wir haben das richterliche Genehmigungsrecht. Wir haben dort, wo Staatsanwälte genehmigen müssen, zwei Staatsanwälte vorgesehen. Wir haben ein umfassendes Hearing gemacht, meine Damen und Herren (Abg. Ing. Westenthaler: Das war vernichtend!), und wir haben die Ergebnisse dieses Hearings in entsprechende Regelungen und Vorschläge eingearbeitet. Warum Sie die Debatte hier führen, ist, um zu verhindern, dass vor der Einbringung dieser Anträge über ebendiese Anträge informiert werden kann, weil die Anträge geschäftsordnungsmäßig erst in der folgenden Debatte eingebracht werden können. Daher tun Sie hier so, als würde es diese
Abg. Ing. Westenthaler: Das stimmt nicht! Ohne richterliche Genehmigung!
Anträge nicht geben, meine Damen und Herren, wo alle diese Verbesserungen enthalten sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Das stimmt nicht! Ohne richterliche Genehmigung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ohne richterliche Genehmigung!
Meine Damen und Herren, es geht hier nicht darum, dass man etwas herunterspielt, sondern es geht darum, die Bevölkerung darüber zu informieren, was tatsächlich Sache ist, und das ist das genaue Gegenteil von dem, was Sie gesagt haben, Herr Kollege Westenthaler. Ich freue mich daher auf die Debatte heute am frühen Nachmittag, wo Informationen, Aufklärung darüber von uns gegeben werden können. (Abg. Ing. Westenthaler: Ohne richterliche Genehmigung!) Aber das, was Sie hier heute getan haben, meine Damen und Herren vom BZÖ, hat jedenfalls nicht gepasst.
Abg. Ing. Westenthaler: Warten, so wie die Schweden!
Sie wissen auch ganz genau, die EU-Kommission evaluiert nunmehr die derzeit geltende Richtlinie. Mit dem ersten Bericht ist Dezember dieses Jahres zu rechnen. Wie soll Österreich, das der Richtlinie unterliegt, die Ergebnisse dieser Debatte, die erst im Dezember endet, vorwegnehmen und diesen schon heute in diesem Gesetz entsprechen, Herr Kollege? (Abg. Ing. Westenthaler: Warten, so wie die Schweden!) Das geht schlicht und einfach nicht. (Abg. Dr. Moser: Warten! – Zwischenrufe beim BZÖ.) Nein, das stimmt einfach nicht, meine Damen und Herren! Wir haben das europäische Recht umzusetzen, und mein Wunsch ist es, dass sich all jene in die europäische Debatte einbringen, die heute hier großmundig so tun, als hätten sie das gemacht. Die Kollegin Gastinger war es jedenfalls nicht.
Beifall bei FPÖ, Grünen und BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Auch euer Experte!
Abgeordneter Dr. Peter Fichtenbauer (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Kollege Jarolim, wir hatten im Justizausschuss tatsächlich ein Hearing von Experten. Es waren fünf Experten – und von fünf Experten haben vier diesen Gesetzesvorschlag vernichtend qualifiziert. (Beifall bei FPÖ, Grünen und BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Auch euer Experte!)
Abg. Ing. Westenthaler: Habt ihr keine inhaltlichen Debatten heute vor?
Was Sie hier tun, ist nicht, Einwendungen gegen die Geschäftsordnung vorzubringen – Sie haben im Übrigen alle zugestimmt; die heutige Tagesordnung wurde einvernehmlich festgelegt, von allen fünf Fraktionen dieses Hauses gemeinsam festgelegt –, sondern Sie versuchen jetzt, eine inhaltliche Debatte, die wir heute noch zu führen haben, vorzuziehen. (Abg. Kickl: Sie haben nicht zugehört!) Die Punkte stehen auf der Tagesordnung – Sie wollen sie von der Tagesordnung absetzen, wir wollen sie heute diskutieren, und zwar zu dem Zeitpunkt, den wir gemeinsam festgelegt haben. Wir lehnen dieses Manöver, inhaltliche Debatten sozusagen zu beginnen (Abg. Ing. Westenthaler: Habt ihr keine inhaltlichen Debatten heute vor?), während der Fernsehzeit zu führen und damit die Geschäftsordnung zu missbrauchen, eindeutig ab. (Abg. Strache: Es ist ja unangenehm, wenn die Bürger draufkommen, was ihr macht! – Anhaltende Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Da waren alle dagegen – bis auf euren Experten! 4 : 1!
worden. Man hat es sich nicht leicht gemacht, man ist vielen Einwendungen entgegengekommen, hat sie berücksichtigt. Man hat im Justizausschuss ein Hearing durchgeführt, wie wir schon gehört haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Da waren alle dagegen – bis auf euren Experten! 4 : 1!) Es waren nicht alle dagegen. Wir haben seit diesem Hearing – und das ist schon länger als ein Monat her – weitere intensive Diskussionen geführt und als Ergebnis für heute einen Abänderungsantrag und etliche flankierende Maßnahmen vorbereitet, die wir einbringen wollen.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine gefährliche Drohung!
Um auch eines klar zu sagen: Es ist hier eine sonderbare Allianz gegen dieses Gesetz entstanden. Es zeigt sich jetzt, wer für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger eintritt und wer nicht. (Ironische Heiterkeit bei FPÖ und BZÖ.) Was Sie wollen, ist, dass Delikte in der Kinderpornographie, Terrorgefahr, aber auch Stalking zum Beispiel einfach nicht mehr verfolgt werden können, dass es keine Chance mehr gibt, in diesen Bereichen zu ermitteln, dass es keine Chance mehr gibt, die Täter auszuforschen und auch präventiv tätig zu werden. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Das lehnen wir ab! Wir wollen klare Rahmenbedingungen, gesetzliche Rahmenbedingungen. Wir wollen eine klare Kontrolle. Wir wollen die Kontrolle durch die Justiz, durch die unabhängige Justiz, und das wird mit diesem Gesetz gewährleistet. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine gefährliche Drohung!) Das ist keine gefährliche Drohung, sondern das ist selbstverständlich im Sinne der Sicherheit der Menschen, der Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger.
Abg. Ing. Westenthaler: Die Peitschenknaller sind gekommen!
Ich bin jetzt seit einigen Jahren hier im Parlament und habe nun ein Schauspiel erlebt, das ich bis jetzt noch nie gesehen habe. Während der Ausschusssitzung sind plötzlich die Klubobleute Kopf und Cap gekommen (Abg. Ing. Westenthaler: Die Peitschenknaller sind gekommen!) und haben sich hinter den Vertretern ihrer Fraktionen aufgereiht, um für Disziplin in ihren eigenen Reihen zu sorgen, weil offensichtlich die Gefahr gegeben war, dass dieses Anliegen im Ausschuss nicht durchgeht. – Ich sage: zu Recht!, denn man muss zunächst vielleicht einmal erklären, was die Vorratsdatenspeicherung ist.
Oh-Rufe bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt sind wir aber gespannt, was der große Vorsitzende des Datenschutzrates sagt!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Mag. Maier gelangt nun zu Wort. – Bitte. (Oh-Rufe bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt sind wir aber gespannt, was der große Vorsitzende des Datenschutzrates sagt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind Vorsitzender des Datenschutzrates! Sie sind Vorsitzender des Datenschutzrates, also ziehen Sie das zurück!
Dieser Richtlinie hat das BZÖ, Kollege Scheibner, im Jahr 2005 zugestimmt, und ich kann mich auch nicht erinnern, dass die Freiheitliche Partei die Vorratsdatenspeicherung jemals abgelehnt hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind Vorsitzender des Datenschutzrates! Sie sind Vorsitzender des Datenschutzrates, also ziehen Sie das zurück!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich beschäftige mich seit dem Jahre 2001 mit Fragen der Vorratsdatenspeicherung. Ich habe nie einen Abgeordneten des BZÖ erlebt, der in den Jahren 2005, 2006 gegen die Vorratsdatenspeicherung aufgetreten ist. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Kollege Westenthaler, Kollege Stadler, wo waren Sie? Haben Sie geschlafen? Ich kenne keine Positionierung von Ihnen!
Abg. Ing. Westenthaler: Dann lehnen Sie sie ab!
Ähnlich die Position auch von der Freiheitlichen Partei. Ich teile teilweise Ihre grundrechtliche Kritik an dieser europäischen Richtlinie (Abg. Ing. Westenthaler: Dann lehnen Sie sie ab!), nur, Hohes Haus, meine sehr verehrten Damen und Herren: Österreich hat im Ministerrat im Jahr 2006 zugestimmt, und nun stehen wir vor dem Problem, dass sie geltendes europäisches Recht ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Völliger Schwachsinn!) Und die Kommission verlangt, dass europäisches Recht auch umgesetzt wird.
Abg. Ing. Westenthaler: Völliger Schwachsinn!
Ähnlich die Position auch von der Freiheitlichen Partei. Ich teile teilweise Ihre grundrechtliche Kritik an dieser europäischen Richtlinie (Abg. Ing. Westenthaler: Dann lehnen Sie sie ab!), nur, Hohes Haus, meine sehr verehrten Damen und Herren: Österreich hat im Ministerrat im Jahr 2006 zugestimmt, und nun stehen wir vor dem Problem, dass sie geltendes europäisches Recht ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Völliger Schwachsinn!) Und die Kommission verlangt, dass europäisches Recht auch umgesetzt wird.
Abg. Ing. Westenthaler: Ach so?!
Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich bin mir der Problematik voll bewusst (Abg. Ing. Westenthaler: Ach so?!) und möchte nochmals ganz klar und deutlich festhalten: All Ihre Kritik, Kollege Westenthaler, gleicht einer Luftblase, weil Sie sich in den letzten Jahren nie dazu geäußert haben! Ihre Ministerin Karin Gastinger (Abg. Ing. Westenthaler: Meine Ministerin? Ist sie Mitglied beim BZÖ? Seit wann?) ist nicht den Vorschlägen des Datenschutzrates gefolgt, sondern hat im Ministerrat der Europäischen Union zugestimmt. Sie hätte das verhindern können, aber sie hat es bedauerlicherweise nicht gemacht. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Moser: Und jetzt können Sie es verhindern!)
Abg. Ing. Westenthaler: Meine Ministerin? Ist sie Mitglied beim BZÖ? Seit wann?
Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich bin mir der Problematik voll bewusst (Abg. Ing. Westenthaler: Ach so?!) und möchte nochmals ganz klar und deutlich festhalten: All Ihre Kritik, Kollege Westenthaler, gleicht einer Luftblase, weil Sie sich in den letzten Jahren nie dazu geäußert haben! Ihre Ministerin Karin Gastinger (Abg. Ing. Westenthaler: Meine Ministerin? Ist sie Mitglied beim BZÖ? Seit wann?) ist nicht den Vorschlägen des Datenschutzrates gefolgt, sondern hat im Ministerrat der Europäischen Union zugestimmt. Sie hätte das verhindern können, aber sie hat es bedauerlicherweise nicht gemacht. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Moser: Und jetzt können Sie es verhindern!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie in Italien!
Ich sage Ihnen: Nicht einmal die Richter haben da bei jeder Entscheidung mitzuwirken. Das ist ja überhaupt das Größte, wo man doch als Rechtsstaat sagt, dass im Rechtsstaat wenigstens ein Richter mitwirken muss, wenn in ein Grundrecht eingegriffen wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie in Italien!) In Italien und ab heute auch in Österreich nicht mehr. Warum? – Weil sich das die schwarzen Minister so wünschen und die Roten brav apportieren, obwohl sie im Ausschuss ganz andere Ansichten geäußert haben. Das nenne ich olympiaverdächtige Verbiegungen der Sozialdemokratie, meine Damen und Herren!
Abg. Ing. Westenthaler: Auch du, Martin!
Abgeordneter Dr. Martin Bartenstein (ÖVP): Frau Präsidentin! Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! (Abg. Ing. Westenthaler: Auch du, Martin!) „Auch du, Martin!“ – Ich habe mich etwas gewundert, dass ausgerechnet Kollege Westenthaler hier heraus gekommen ist und diese Debatte „hochgezogen“ hat (Abg. Ing. Westenthaler: Aus eigener Erfahrung! Mein Handy!), war es doch die Causa Westenthaler, die ein Anlassfall oder drei Anlassfälle war, um den sogenannten Spitzel-Untersuchungsausschuss ins Leben zu rufen (Abg. Ing. Westenthaler: Als Betroffener!), und waren es dann doch gespeicherte Vorratsdaten, die letztlich aufgeklärt haben: Gab es diesen ominösen Anruf, von dem Kollege Westenthaler behauptet hat, er habe ihn von einem Polizeibeamten bekommen, oder gab es ihn nicht? (Abg. Ing. Westenthaler: Das hat nie gestimmt! Das weißt du ganz genau, dass das nie gestimmt hat!) Es gab ihn offensichtlich nicht. Jedenfalls gab es dazu keine Daten, obwohl Westenthaler in einer Parteiversammlung anderes behauptet hatte. Also manchmal kann es schon Sinn machen, auf solch gespeicherte Daten zurückgreifen zu können, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Also wenn es Oppositionelle betrifft?! – Das ist unglaublich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aus eigener Erfahrung! Mein Handy!
Abgeordneter Dr. Martin Bartenstein (ÖVP): Frau Präsidentin! Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! (Abg. Ing. Westenthaler: Auch du, Martin!) „Auch du, Martin!“ – Ich habe mich etwas gewundert, dass ausgerechnet Kollege Westenthaler hier heraus gekommen ist und diese Debatte „hochgezogen“ hat (Abg. Ing. Westenthaler: Aus eigener Erfahrung! Mein Handy!), war es doch die Causa Westenthaler, die ein Anlassfall oder drei Anlassfälle war, um den sogenannten Spitzel-Untersuchungsausschuss ins Leben zu rufen (Abg. Ing. Westenthaler: Als Betroffener!), und waren es dann doch gespeicherte Vorratsdaten, die letztlich aufgeklärt haben: Gab es diesen ominösen Anruf, von dem Kollege Westenthaler behauptet hat, er habe ihn von einem Polizeibeamten bekommen, oder gab es ihn nicht? (Abg. Ing. Westenthaler: Das hat nie gestimmt! Das weißt du ganz genau, dass das nie gestimmt hat!) Es gab ihn offensichtlich nicht. Jedenfalls gab es dazu keine Daten, obwohl Westenthaler in einer Parteiversammlung anderes behauptet hatte. Also manchmal kann es schon Sinn machen, auf solch gespeicherte Daten zurückgreifen zu können, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Also wenn es Oppositionelle betrifft?! – Das ist unglaublich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Als Betroffener!
Abgeordneter Dr. Martin Bartenstein (ÖVP): Frau Präsidentin! Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! (Abg. Ing. Westenthaler: Auch du, Martin!) „Auch du, Martin!“ – Ich habe mich etwas gewundert, dass ausgerechnet Kollege Westenthaler hier heraus gekommen ist und diese Debatte „hochgezogen“ hat (Abg. Ing. Westenthaler: Aus eigener Erfahrung! Mein Handy!), war es doch die Causa Westenthaler, die ein Anlassfall oder drei Anlassfälle war, um den sogenannten Spitzel-Untersuchungsausschuss ins Leben zu rufen (Abg. Ing. Westenthaler: Als Betroffener!), und waren es dann doch gespeicherte Vorratsdaten, die letztlich aufgeklärt haben: Gab es diesen ominösen Anruf, von dem Kollege Westenthaler behauptet hat, er habe ihn von einem Polizeibeamten bekommen, oder gab es ihn nicht? (Abg. Ing. Westenthaler: Das hat nie gestimmt! Das weißt du ganz genau, dass das nie gestimmt hat!) Es gab ihn offensichtlich nicht. Jedenfalls gab es dazu keine Daten, obwohl Westenthaler in einer Parteiversammlung anderes behauptet hatte. Also manchmal kann es schon Sinn machen, auf solch gespeicherte Daten zurückgreifen zu können, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Also wenn es Oppositionelle betrifft?! – Das ist unglaublich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das hat nie gestimmt! Das weißt du ganz genau, dass das nie gestimmt hat!
Abgeordneter Dr. Martin Bartenstein (ÖVP): Frau Präsidentin! Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! (Abg. Ing. Westenthaler: Auch du, Martin!) „Auch du, Martin!“ – Ich habe mich etwas gewundert, dass ausgerechnet Kollege Westenthaler hier heraus gekommen ist und diese Debatte „hochgezogen“ hat (Abg. Ing. Westenthaler: Aus eigener Erfahrung! Mein Handy!), war es doch die Causa Westenthaler, die ein Anlassfall oder drei Anlassfälle war, um den sogenannten Spitzel-Untersuchungsausschuss ins Leben zu rufen (Abg. Ing. Westenthaler: Als Betroffener!), und waren es dann doch gespeicherte Vorratsdaten, die letztlich aufgeklärt haben: Gab es diesen ominösen Anruf, von dem Kollege Westenthaler behauptet hat, er habe ihn von einem Polizeibeamten bekommen, oder gab es ihn nicht? (Abg. Ing. Westenthaler: Das hat nie gestimmt! Das weißt du ganz genau, dass das nie gestimmt hat!) Es gab ihn offensichtlich nicht. Jedenfalls gab es dazu keine Daten, obwohl Westenthaler in einer Parteiversammlung anderes behauptet hatte. Also manchmal kann es schon Sinn machen, auf solch gespeicherte Daten zurückgreifen zu können, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Also wenn es Oppositionelle betrifft?! – Das ist unglaublich!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Also wenn es Oppositionelle betrifft?! – Das ist unglaublich!
Abgeordneter Dr. Martin Bartenstein (ÖVP): Frau Präsidentin! Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! (Abg. Ing. Westenthaler: Auch du, Martin!) „Auch du, Martin!“ – Ich habe mich etwas gewundert, dass ausgerechnet Kollege Westenthaler hier heraus gekommen ist und diese Debatte „hochgezogen“ hat (Abg. Ing. Westenthaler: Aus eigener Erfahrung! Mein Handy!), war es doch die Causa Westenthaler, die ein Anlassfall oder drei Anlassfälle war, um den sogenannten Spitzel-Untersuchungsausschuss ins Leben zu rufen (Abg. Ing. Westenthaler: Als Betroffener!), und waren es dann doch gespeicherte Vorratsdaten, die letztlich aufgeklärt haben: Gab es diesen ominösen Anruf, von dem Kollege Westenthaler behauptet hat, er habe ihn von einem Polizeibeamten bekommen, oder gab es ihn nicht? (Abg. Ing. Westenthaler: Das hat nie gestimmt! Das weißt du ganz genau, dass das nie gestimmt hat!) Es gab ihn offensichtlich nicht. Jedenfalls gab es dazu keine Daten, obwohl Westenthaler in einer Parteiversammlung anderes behauptet hatte. Also manchmal kann es schon Sinn machen, auf solch gespeicherte Daten zurückgreifen zu können, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Also wenn es Oppositionelle betrifft?! – Das ist unglaublich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wenn es oppositionelle Politiker betrifft, dann ...!
Ins Unpolitische übersetzt: Es verwundert manchmal schon (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn es oppositionelle Politiker betrifft, dann ...!), wenn jemand, der so viel Butter auf dem Kopf hat, in die Sonne einer Einwendungsdebatte tritt (Zwischenrufe beim BZÖ – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen) und dann auch die Folgen zur Kenntnis zu nehmen hat. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Der gibt das offen zu! Bravo! Sehr gut!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Der gibt das offen zu! Bravo! Sehr gut!
Ins Unpolitische übersetzt: Es verwundert manchmal schon (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn es oppositionelle Politiker betrifft, dann ...!), wenn jemand, der so viel Butter auf dem Kopf hat, in die Sonne einer Einwendungsdebatte tritt (Zwischenrufe beim BZÖ – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen) und dann auch die Folgen zur Kenntnis zu nehmen hat. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Der gibt das offen zu! Bravo! Sehr gut!)
Ruf beim BZÖ: Sollen sie doch! – Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie Angst vor der Kommission?
Weil Kollege Westenthaler auch den Evaluierungsbericht der EU-Kommission, der vorliegt und den wir kennen, hier vorgetragen hat: Es geht halt immer darum, das Glas halb voll oder halb leer zu sehen. Dieser Evaluierungsbericht kündigt in der Tat an, dass die Kommission Änderungen dieser Richtlinie vorschlagen wird, aber, Kollege Westenthaler, es wäre doch fair gewesen, auch die Passagen zu zitieren, die sich direkt an Österreich wenden, nämlich Umsetzung der Richtlinie, sagt die Kommission in diesem Evaluierungsbericht. Die Kommission verfolgt die Lage in Österreich aufmerksam. Die Kommission erwartet, dass diese Richtlinie sobald wie möglich umgesetzt wird, anderenfalls behält sich die Kommission das Recht vor, und, und, und. (Ruf beim BZÖ: Sollen sie doch! – Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie Angst vor der Kommission?) Also es ist nicht so, dass wir sagen können: Deutschland Höchstgericht, Schweden auch noch nicht umgesetzt, warten wir einmal zu, setzen wir ab und schauen wir, was die Kommission dann tut, und setzen wir dann eine allfällige geänderte Richtlinie um.
Abg. Ing. Westenthaler: Ist die Mitglied bei uns? Parteifreunde?
auch von Jarolim schon angesprochen worden –, ist, dass ausgerechnet das BZÖ diesen Vorstoß hier macht, denn das war eine ÖVP/BZÖ-Regierung; das ist schon richtig. Es war unsere Karin Gastinger, das war aber auch Ihre Karin Gastinger, lieber Herr Kollege Westenthaler, Ihre Karin Gastinger (Abg. Ing. Westenthaler: Ist die Mitglied bei uns? Parteifreunde?), die diese Richtlinie in Brüssel mit beschlossen hat. Es war also nicht eine anonyme Europäische Union, wie sie von der Opposition gerne an die Wand gemalt wird, sondern das waren wir Österreicher selbst, die BZÖ-Ministerin Karin Gastinger, die diese Richtlinie mit beschlossen, mitgetragen hat, und deswegen ist es europäisches Recht geworden. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja gar nicht wahr! Seit gestern!
Aber gerade der Abänderungsantrag, der nicht erst seit einigen Stunden, sondern schon seit einigen Tagen vorliegt (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja gar nicht wahr! Seit gestern!), führt das Vieraugenprinzip in weiten Bereichen ein. Polizei, Staatsanwälte können da nicht einfach ohne Zutun eines Kollegen vorgehen, sondern haben das Vieraugenprinzip anzuwenden. Das ist ein deutlicher Fortschritt. So gesehen, glaube ich, ja, es ist eine Gratwanderung (Zwischenruf des Abg. Dr. Rosenkranz), aber eine Gratwanderung, die Bürgerrechte und Grundrechte wahrt, und letztlich auch eine Gratwanderung, die eigentlich insbesondere vom BZÖ mitzutragen gewesen wäre, weil die BZÖ-Ministerin Gastinger diese Richtlinie vorgetragen und beschlossen hat und weil Herr Westenthaler im Mittelpunkt eines Untersuchungsausschussthemas gestanden hat (Abg. Ing. Westenthaler: Als Betroffener!), wo die Vorratsdatenspeicherung das Einzige war, um die Behauptungen des Kollegen Westenthaler im Übrigen nicht bestätigen, sondern eigentlich widerlegen zu können. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Neubauer: Schlechte Rede!)
Abg. Ing. Westenthaler: Als Betroffener!
Aber gerade der Abänderungsantrag, der nicht erst seit einigen Stunden, sondern schon seit einigen Tagen vorliegt (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja gar nicht wahr! Seit gestern!), führt das Vieraugenprinzip in weiten Bereichen ein. Polizei, Staatsanwälte können da nicht einfach ohne Zutun eines Kollegen vorgehen, sondern haben das Vieraugenprinzip anzuwenden. Das ist ein deutlicher Fortschritt. So gesehen, glaube ich, ja, es ist eine Gratwanderung (Zwischenruf des Abg. Dr. Rosenkranz), aber eine Gratwanderung, die Bürgerrechte und Grundrechte wahrt, und letztlich auch eine Gratwanderung, die eigentlich insbesondere vom BZÖ mitzutragen gewesen wäre, weil die BZÖ-Ministerin Gastinger diese Richtlinie vorgetragen und beschlossen hat und weil Herr Westenthaler im Mittelpunkt eines Untersuchungsausschussthemas gestanden hat (Abg. Ing. Westenthaler: Als Betroffener!), wo die Vorratsdatenspeicherung das Einzige war, um die Behauptungen des Kollegen Westenthaler im Übrigen nicht bestätigen, sondern eigentlich widerlegen zu können. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Neubauer: Schlechte Rede!)
Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!
Meine Damen und Herren, deshalb sind wir nicht nur für den Rückverweisungsantrag (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), sondern für einen Absetzungsantrag! Das Gesetz als solches gehört einfach weg (Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!), der Abänderungsantrag ist sowieso indiskutabel. Wir wollen haben, dass wir in Österreich unseren Grundrechtestatus, der jetzt auch europäisch gesichert ist, auf neuem Niveau, durch den Lissabon-Vertrag, behalten, bewahren und ausbauen. – Danke. (Beifall bei Grünen, FPÖ und BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Pfui Teufel!
Dass man Anwälte bespitzeln kann, dass man Journalisten bespitzeln kann, dass man Ärzte bespitzeln kann: Das ist der wahre Hintergrund dieser Gesetzesvorlage, die Sie auf die heutige Tagesordnung gesetzt haben, meine Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Pfui Teufel!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Vorsitzende ist Kollege Maier!
Herr Kollege Maier, Sie kennen doch sicher auch die Stellungnahme des Datenschutzrates. Der Datenschutzrat hat die Kritik aller bestätigt, hat das als vernichtend beurteilt, hat es bedauert, dass man vorher gar nicht eingebunden worden ist. Wer ist der Vorsitzende, Kollege Maier? (Abg. Ing. Westenthaler: Der Vorsitzende ist Kollege Maier!) Ja, der Vorsitzende ist Abgeordneter Maier. Als Vorsitzender des Datenschutzrates – wichtige Institution! – ist er dagegen, aber als Abgeordneter der SPÖ ist er dafür, meine Damen und Herren! Das ist die Realität der Interessenvertretung hier im Hohen Haus!
Die Bundesministerinnen Dr. Karl, Mag. Mikl-Leitner und Bures sprechen miteinander. – Abg. Ing. Westenthaler: Frau Ministerin, hören Sie einmal zu!
Was ist los, Frau Justizministerin? Was ist los, Frau Innenministerin? (Die Bundesministerinnen Dr. Karl, Mag. Mikl-Leitner und Bures sprechen miteinander. – Abg. Ing. Westenthaler: Frau Ministerin, hören Sie einmal zu!) Was ist da los? Der Herr Bundeskanzler plaudert mit seinen Parteifreunden, statt sich hier an dieser Debatte zu beteiligen. (Abg. Mag. Kogler geht zur Regierungsbank und reicht Bundesminister Dr. Töchterle die Hand. – Zwischenrufe und ironische Heiterkeit bei FPÖ und BZÖ.) Das gilt auch für meinen Parteikollegen Werner Kogler. – So.
Abg. Ing. Westenthaler: Danke für das Gesetz! – Abg. Strache: Danke!
Abgeordneter Otto Pendl (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! (Abg. Ing. Westenthaler: Danke für das Gesetz! – Abg. Strache: Danke!) Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren auf der Galerie und vor den Fernsehschirmen! Geschäftsordnungsmäßig: Parlamentarismus in Ordnung! (Abg. Bucher: Danke vielmals! – Abg. Ing. Westenthaler: Danke!)
Abg. Bucher: Danke vielmals! – Abg. Ing. Westenthaler: Danke!
Abgeordneter Otto Pendl (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! (Abg. Ing. Westenthaler: Danke für das Gesetz! – Abg. Strache: Danke!) Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren auf der Galerie und vor den Fernsehschirmen! Geschäftsordnungsmäßig: Parlamentarismus in Ordnung! (Abg. Bucher: Danke vielmals! – Abg. Ing. Westenthaler: Danke!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Maier stimmt heute zu!
Erstens: Lieber Kollege Scheibner, der Datenschutzrat hat die damals in Diskussion befindlichen Richtlinien als Ganzes abgelehnt und kritisiert. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Maier stimmt heute zu!) Ich will es nicht wiederholen. Eines steht jedoch fest: Ihr wart glühend dafür. Aber lassen wir das, bleiben wir bei den Fakten! (Abg. Scheibner: Wer war glühend dafür? Bleiben wir bei den Fakten!) Ich selbst habe in der Sache das eine oder andere als verbesserungswürdig erachtet.
Abg. Scheibner: Wo ist der Richter? – Abg. Ing. Westenthaler: Bravo!
Wir werden ein Vier-Augen-Prinzip bei der Staatsanwaltschaft einführen, und wir werden ein Vier-Augen-Prinzip auch bei den Polizeiorganen einführen. (Abg. Scheibner: Wo ist der Richter? – Abg. Ing. Westenthaler: Bravo!) Also wenn Sie in Anbetracht dessen sagen, das sei keine qualitative Verbesserung in Bezug auf die Grundrechte, dann muss ich daraus den Schluss ziehen, dass wir hier von grundverschiedenen Dingen reden, meine Damen und Herren von der Opposition. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist keine qualitative Verbesserung der Grundrechte!)
Abg. Ing. Westenthaler: „En passant“! – Ironische Heiterkeit beim BZÖ.
Meine Damen und Herren, einige Vorredner haben sich heute hergestellt und haben in Ihren Ausführungen die Justiz en passant und die Polizei en passant beschuldigt. (Abg. Ing. Westenthaler: „En passant“! – Ironische Heiterkeit beim BZÖ.) Das ist mit Nachdruck abzulehnen, meine sehr geehrten Damen und Herren, denn die Exekutive Österreichs arbeitet wirklich mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln für unsere Bürgerinnen und Bürger und erbringt dabei eine tadellose Leistung. Ich glaube, wir alle sind aufgefordert, für die notwendigen Rahmenbedingungen im Exekutivbereich zu sorgen. (Abg. Mag. Stadler: Otto, Danksagung! – Abg. Ing. Westenthaler: Danksagung!)
Abg. Mag. Stadler: Otto, Danksagung! – Abg. Ing. Westenthaler: Danksagung!
Meine Damen und Herren, einige Vorredner haben sich heute hergestellt und haben in Ihren Ausführungen die Justiz en passant und die Polizei en passant beschuldigt. (Abg. Ing. Westenthaler: „En passant“! – Ironische Heiterkeit beim BZÖ.) Das ist mit Nachdruck abzulehnen, meine sehr geehrten Damen und Herren, denn die Exekutive Österreichs arbeitet wirklich mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln für unsere Bürgerinnen und Bürger und erbringt dabei eine tadellose Leistung. Ich glaube, wir alle sind aufgefordert, für die notwendigen Rahmenbedingungen im Exekutivbereich zu sorgen. (Abg. Mag. Stadler: Otto, Danksagung! – Abg. Ing. Westenthaler: Danksagung!)
Abg. Ing. Westenthaler – die Hände faltend –: Gott schütze das Parlament!
Andererseits müssen wir darauf schauen, dass auch im Bereich der Justiz die notwendigen Rahmenbedingungen auch in Zukunft vorhanden sind. (Abg. Ing. Westenthaler – die Hände faltend –: Gott schütze das Parlament!)
Abg. Ing. Westenthaler: Prost!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, abschließend: Wir haben hier vor einigen Wochen den Bericht über die besonderen Ermittlungsmethoden diskutiert, wo es um Gesprächsinhalte ging. Kein Problem: permanenter super Rechtsschutz! (Abg. Ing. Westenthaler: Prost!) Alle waren zufrieden, alle waren glücklich, könnte ich fast sagen, und haben applaudiert. Aber jetzt reden wir nicht über Gesprächsinhalte, sondern ausschließlich über Rufdaten, also über nichts Inhaltliches, und auf einmal stürzt die Welt ein. (Abg. Öllinger – die Hände zusammenschlagend –: Nein, „nichts Inhaltliches“! Bitte!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Bundeskanzler Werner Faymann (fortsetzend): Wenn man also den Wohlstand etwa eines Landes auch dadurch ausdrücken kann, dass man das BIP pro Kopf ausrechnet, wobei man auf 30 000 € pro Kopf kommt, und weiß, dass wir da bereits an der dritten Stelle Europas liegen, dann können wir alle diese Faktoren bis hin zu unserem Gesundheitssystem, zu den sozialen Systemen aneinanderreihen und zeigen: Wir haben das Land besser durch die Krise geführt als viele vorhergesagt haben. Den Vergleich haben wir nicht zu scheuen, im Gegenteil, es wird uns von allen konstatiert, dass wir das Land in einer sehr schwierigen Zeit durch die Krise geführt haben mit all den Möglichkeiten, die unser Land, die die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die die Wirtschaft bieten. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Bundeskanzler! Die Justizministerin haben Sie vergessen!
Ich wünsche aber natürlich genauso herzlich allen alles Gute, die neu zu uns gekommen sind, sowie jenen, die bisher der Regierung angehört haben und nun in einem anderen Ressort tätig sind, ebenfalls besonders wichtige Agenden zu betreuen haben, ganz an der Spitze natürlich der Finanzministerin Maria Fekter, der Innenministerin Johanna Mikl-Leitner, dem Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle und den beiden Staatssekretären Sebastian Kurz und Wolfgang Waldner. Alles erdenklich Gute für die Arbeit im Team! Wir brauchen das Team, wir brauchen diese gute Zusammenarbeit. Wir wünschen allen das Beste. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Bundeskanzler! Die Justizministerin haben Sie vergessen!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Gibt es auch Inhalte?
Wir wissen also, dass alle neuen Regierungsmitglieder so wie all jene, die schon bisher der Regierung angehört haben, sich der Aufgabe: Stabilität auf der einen Seite, Zeit der Reformen auf der anderen Seite in der bald beginnenden zweiten Halbzeit dieser Regierungsperiode mit vollem Einsatz widmen werden. Das verspreche ich und das weiß ich auch von den Mitgliedern dieser Regierung. Es handelt sich um ein Team, das das Gemeinsame vor das Trennende stellt. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Gibt es auch Inhalte?)
Zwischenrufe bei FPÖ und Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen die Vorratsdatenspeicherung!
Ich habe Johanna Mikl-Leitner gebeten, dass sie in das Regierungsteam kommt, um als Innenministerin tätig zu sein. Sie verfügt über eine achtjährige Regierungserfahrung in einer Landesregierung. Sie weiß daher, wie man mit einem Ressort umgeht und was man zu tun hat. Sie wird sich um einen Schwerpunkt besonders bemühen, meine Damen und Herren, das ist der Schwerpunkt Sicherheit auch im Internet. (Zwischenrufe bei FPÖ und Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen die Vorratsdatenspeicherung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist das Justizministerium noch unabhängig?
her enormes Fachwissen in der Juristerei mit. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist das Justizministerium noch unabhängig?) Ihre Schwerpunkttätigkeit wird sein, dass wir auch in der Vergangenheit Geschehenes aufarbeiten. Notwendig ist ein Lobbyistengesetz, wir brauchen dazu ein Register, das sie vorbereiten, rasch in Begutachtung schicken und dann dem Hohen Haus vorlegen wird, damit wir diesbezüglich auch neue Bestimmungen in Kraft setzen können. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Cap –: Dass der Cap die Schwarzen lobt, das tut weh!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster gelangt Herr Klubobmann Dr. Cap zu Wort. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Cap –: Dass der Cap die Schwarzen lobt, das tut weh!)
Abg. Dr. Rosenkranz: H.-C. Strache! – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Es kommen viele und sagen: Ja, die Länder, die Sozialpartner und so weiter. – Man kann immer kritisch sein zu der Art und Weise des Föderalismus, man kann immer kritisch sein zu der Art und Weise, wie die Sozialpartnerschaft funktioniert. Das ist kein Totschlagsargument, aber es soll dann einer hier herauskommen und sagen, was die Alternative dazu ist. Manche sagen überhaupt, das ganze politische System ist für die Fische – und überhaupt die Repräsentanten und alle –, aber sie sagen nicht dazu, wer es dann machen soll. Wer soll dann die Aufgaben des Staates erfüllen? Den sozialen Ausgleich, das Eintreten für soziale Gerechtigkeit, die Chancengleichheit, dass es im Bildungsbereich, im Kulturbereich funktioniert, im Arbeitsmarktbereich: Wer macht das dann? (Abg. Dr. Rosenkranz: H.-C. Strache! – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Das ist einer der wichtigen Punkte, die wir dabei berücksichtigen sollten, und da, finde ich, gehört das natürlich auch in dem Zusammenhang dazu. (Abg. Ing. Westenthaler: Selbsthypnose! Der Cap ist Esoteriker geworden!
Abg. Ing. Westenthaler: Alles super!
Wissen Sie, wenn man dann auf so manchen Autobahnen fährt und in so manchen Eisenbahnen sitzt in Europa, dann kriegt man Sehnsucht nach der österreichischen Infrastruktur im Verkehrsbereich. Wenn Sie einmal ein bisschen einen Schnupfen haben und Sie müssen in ein italienisches Krankenhaus gehen und Sie wollen dort versorgt werden, dann sagen Sie: Um Gottes willen, wann bin ich endlich wieder in Österreich!? (Ruf: Verkrampfen Sie sich nicht!) Wissen Sie, das erlebt man, und das wird gesagt in vielen, vielen Lebensbereichen – und dafür gibt es Verantwortlichkeiten: gut verwaltete Gemeinden, gut verwaltete Länder (Abg. Bucher: Aber teuer! Das zahlt alles der Steuerzahler!) und eine Regierung, die auf die Herausforderungen der Zeit wirklich reagiert. (Abg. Ing. Westenthaler: Alles super!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das hören wir seit 40 Jahren!
Wissen Sie, was wichtig wäre – und ich nehme das ganz ernst –: Ich glaube, dass in den Stellungnahmen, die wir heute vom Bundeskanzler und vom Vizekanzler gehört haben, auch Angebote hier an das Haus darunter waren, dass man diesen Diskussionsprozess auch hier führt, dass man vieles gemeinsam beschließt. Wissen Sie, es geht um ... (Abg. Ing. Westenthaler: Das hören wir seit 40 Jahren!) – Nein, es geht jetzt nicht um Peter Westenthaler, es geht um Österreich. Es geht um die Österreicherinnen und Österreicher und um unsere Zukunft. Und wir sind in einem harten Wettbewerb in der Europäischen Union. Da gibt es vieles zu kritisieren, viele Regeln, die nicht
Abg. Ing. Westenthaler: Cap, der Heinz Conrads der Innenpolitik!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächste gelangt Frau Klubobfrau Dr. Glawischnig-Piesczek zu Wort. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Cap, der Heinz Conrads der Innenpolitik!)
Heiterkeit beim BZÖ – Abg. Ing. Westenthaler: Bravo!
Abgeordneter Josef Bucher (BZÖ): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Gratulation! Herr Kollege Kopf hat soeben auch wahrgenommen, dass die Frau Ministerin Karl auch auf der Regierungsbank Platz genommen hat (Heiterkeit beim BZÖ – Abg. Ing. Westenthaler: Bravo!) – bravo! –, schon seit einiger Zeit zwar, aber heute zum ersten Mal willkommen geheißen. (Abg. Ing. Westenthaler: Die kriegen jetzt jede Woche Blumen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die kriegen jetzt jede Woche Blumen!
Abgeordneter Josef Bucher (BZÖ): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Gratulation! Herr Kollege Kopf hat soeben auch wahrgenommen, dass die Frau Ministerin Karl auch auf der Regierungsbank Platz genommen hat (Heiterkeit beim BZÖ – Abg. Ing. Westenthaler: Bravo!) – bravo! –, schon seit einiger Zeit zwar, aber heute zum ersten Mal willkommen geheißen. (Abg. Ing. Westenthaler: Die kriegen jetzt jede Woche Blumen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ja, so ist es!
Und fürwahr feiert diese Bundesregierung heute neuerlich einen Neustart. Im Grunde genommen hat sich ja nur das Personenkarussell gedreht. (Abg. Ing. Westenthaler: Ja, so ist es!) Die Macht ist ja innerhalb der ÖVP die gleiche geblieben, meine sehr geehrten Damen und Herren. Denn, Herr Kollege Spindelegger: Sie haben zwar eine Vollmacht erhalten, aber die volle Macht, die ist nach wie vor in St. Pölten angesiedelt, denn dort sitzt der eigentliche Machthaber, der diese Bundesregierung bestimmt und der sagt, wer auf der Regierungsbank Platz zu nehmen hat. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: „Finance“! Jetzt kommt die „Finance“! – Abg. Mag. Stadler: „Minister of Finance“ – vormals Kieberei!
Präsident Fritz Neugebauer: Zu Wort gelangt nun Frau Bundesministerin Dr. Fekter. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: „Finance“! Jetzt kommt die „Finance“! – Abg. Mag. Stadler: „Minister of Finance“ – vormals Kieberei!)
Rufe beim BZÖ: „Finance“! „Finance-Ministerin“! – Abg. Ing. Westenthaler: Vormals Kieberei!
Bundesministerin für Finanzen Mag. Dr. Maria Theresia Fekter: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Werte Kolleginnen und Kollegen auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Sehr geehrte Zuhörerinnen und Zuhörer! Als Finanzministerin (Rufe beim BZÖ: „Finance“! „Finance-Ministerin“! – Abg. Ing. Westenthaler: Vormals Kieberei!) fühle ich mich als die Anwältin der Steuerzahler, als eine Anwältin der Leistungsträger, denn die Leistungsträger sind jene, die diesen Staat finanzieren, die auch Ihr Gehalt finanzieren. Daher ist es mir ein großes Anliegen, dass wir ganz sorgsam darauf achten, wie das Steuergeld verwaltet wird und dass es sparsam und sorgsam ausgegeben wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: More finance!
Anhand dieser Prinzipien werde ich die Steuergesetzgebung in Zukunft mitgestalten helfen. (Abg. Ing. Westenthaler: More finance!)
Abg. Ing. Westenthaler: Eine Million Menschen in Armut!
Meine sehr verehrten Damen und Herren, im Finanzministerium wird der Staat gemanagt. Man kann den Wohlstand vermehren, man kann den Staat aber auch abwirtschaften. Diese Bundesregierung unter Sepp Pröll hat den Wohlstand in diesem Land vermehrt (Abg. Strache: Eine Rekord-Steuerbelastung war das Ergebnis bei der letzten – verfassungswidrigen – Budgeterstellung!) – und nicht, wie viele andere rundherum, den Staat abgewirtschaftet. (Abg. Ing. Westenthaler: Eine Million Menschen in Armut!) Und das ist mein Vorbild: Auch ich will den Wohlstand in diesem Land vermehren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Eine Million Menschen in Armut – das ist der „Wohlstand“ in Österreich!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Eine Million Menschen in Armut – das ist der „Wohlstand“ in Österreich!
Meine sehr verehrten Damen und Herren, im Finanzministerium wird der Staat gemanagt. Man kann den Wohlstand vermehren, man kann den Staat aber auch abwirtschaften. Diese Bundesregierung unter Sepp Pröll hat den Wohlstand in diesem Land vermehrt (Abg. Strache: Eine Rekord-Steuerbelastung war das Ergebnis bei der letzten – verfassungswidrigen – Budgeterstellung!) – und nicht, wie viele andere rundherum, den Staat abgewirtschaftet. (Abg. Ing. Westenthaler: Eine Million Menschen in Armut!) Und das ist mein Vorbild: Auch ich will den Wohlstand in diesem Land vermehren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Eine Million Menschen in Armut – das ist der „Wohlstand“ in Österreich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Den Gastarbeitern!
Das ist der heurige Erste Mai: Ein ehemaliger hoher Feiertag der Sozialdemokratie wird entwürdigt und entweiht. Ich weiß gar nicht, wem Sie da am Wiener Rathausplatz von der Tribüne aus zuwacheln werden (Abg. Ing. Westenthaler: Den Gastarbeitern!) – wahrscheinlich den Tausenden Arbeitern, die schon an der Grenze warten, um hier in Österreich Beschäftigung zu finden, die dafür sorgen, dass die Österreicher ihre Arbeitsplätze verlieren werden, dass das Lohnniveau nach unten geht und dass die kleinen und mittleren Betriebe in Wirklichkeit einen Überlebenskampf führen werden müssen. Denen können Sie zuwacheln, aber nicht mehr den österreichischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Jedes Jahr eigentlich!
Abgeordneter Jakob Auer (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Als jemand, der schon einige Regierungsumbildungen und -neubildungen hier erlebt hat (Abg. Ing. Westenthaler: Jedes Jahr eigentlich!), wundere ich mich heute schon über einige Aussagen.
Abg. Ing. Westenthaler: Ist das gut oder schlecht?
Meine besondere Freude – das verhehle ich nicht – ist, dass Frau Dr. Maria Fekter die Frau Bundesminister für Finanzen geworden ist. Ich kenne sie. Sie ist aus unserem Bundesland, aus meinem Wahlkreis. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist das gut oder schlecht?) Sie hat in all ihren Tätigkeiten, da können Sie noch so viel reden und behaupten, Kompetenz bewiesen, daran kann niemand zweifeln. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Strasser, oder?!
Wer mich kennt, weiß, dass ich lange Jahre in Niederösterreich gearbeitet habe, dass ich fast acht Jahre lang im Team der niederösterreichischen Landesregierung sein durfte, dass ich dort sehr viel gelernt und gearbeitet habe und dass ich dort für den Bereich soziale Sicherheit Verantwortung tragen durfte. (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Strasser, oder?!) Jetzt, in meiner neuen Aufgabe, darf ich Verantwortung für den gesamten Bereich der Sicherheit tragen.
Abg. Ing. Westenthaler: Wer pfeift? – Abg. Strache: Das pfeift aus dem letzten Loch!
Ich möchte die Chance und die Gelegenheit heute nutzen, auch danke sagen zu dürfen, danke meinem Parteiobmann Michael Spindelegger, der mir hier sein Vertrauen ausspricht. (Abg. Dr. Moser: Danke an Erwin Pröll! – Abg. Kickl: Sie haben den Landeshauptmann vergessen!) Ich darf meiner Vorgängerin als Innenministerin, Maria Fekter, danke sagen, die mir im wahrsten Sinne des Wortes eine gute Basis übergibt (Abg. Grosz: Den Strasser nicht vergessen!), ein Innenministerium, das im wahrsten Sinne des Wortes pfeift – wenn ich das so salopp sagen darf –, das mich in die Lage versetzt, Kontinuität weiterzuführen (Abg. Ing. Westenthaler: Wer pfeift? – Abg. Strache: Das pfeift aus dem letzten Loch!), und das es auch möglich macht, dass wir uns sofort mit unseren 31 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weiterhin für die Sicherheit dieses Landes und für die mehr als 8 Millionen Menschen in diesem Land einsetzen und stark machen. (Beifall bei der ÖVP. – Heiterkeit des Abg. Petzner. – Abg. Ing. Westenthaler: Laut Fekter pfeift es aus dem letzten Loch!)
Beifall bei der ÖVP. – Heiterkeit des Abg. Petzner. – Abg. Ing. Westenthaler: Laut Fekter pfeift es aus dem letzten Loch!
Ich möchte die Chance und die Gelegenheit heute nutzen, auch danke sagen zu dürfen, danke meinem Parteiobmann Michael Spindelegger, der mir hier sein Vertrauen ausspricht. (Abg. Dr. Moser: Danke an Erwin Pröll! – Abg. Kickl: Sie haben den Landeshauptmann vergessen!) Ich darf meiner Vorgängerin als Innenministerin, Maria Fekter, danke sagen, die mir im wahrsten Sinne des Wortes eine gute Basis übergibt (Abg. Grosz: Den Strasser nicht vergessen!), ein Innenministerium, das im wahrsten Sinne des Wortes pfeift – wenn ich das so salopp sagen darf –, das mich in die Lage versetzt, Kontinuität weiterzuführen (Abg. Ing. Westenthaler: Wer pfeift? – Abg. Strache: Das pfeift aus dem letzten Loch!), und das es auch möglich macht, dass wir uns sofort mit unseren 31 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weiterhin für die Sicherheit dieses Landes und für die mehr als 8 Millionen Menschen in diesem Land einsetzen und stark machen. (Beifall bei der ÖVP. – Heiterkeit des Abg. Petzner. – Abg. Ing. Westenthaler: Laut Fekter pfeift es aus dem letzten Loch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Pfeift er auch?
Worauf ich mich besonders freue, ist die Zusammenarbeit mit meinem Staatssekretär Sebastian Kurz. (Abg. Ing. Westenthaler: Pfeift er auch?) Es wurde heute schon angesprochen: Die Aufgabenteilung, die Kompetenzverteilung liegt ganz klar auf der Hand: Wenn es sich um die Frage handelt, wer im Land bleiben darf oder wer dieses Land verlassen muss, so fällt das in meinen ureigensten Kompetenzbereich. Sobald feststeht, dass jemand legal im Land ist und im Land bleiben darf, muss und soll Integration stattfinden. (Abg. Grosz: Das Innenministerium pfeift! – Abg. Ing. Westenthaler: Müssen die dann auch pfeifen?) Und das fällt in den Kompetenzbereich des Staatssekretärs Sebastian Kurz. Das heißt, es gibt ganz klare Kompetenzen.
Abg. Grosz: Das Innenministerium pfeift! – Abg. Ing. Westenthaler: Müssen die dann auch pfeifen?
Worauf ich mich besonders freue, ist die Zusammenarbeit mit meinem Staatssekretär Sebastian Kurz. (Abg. Ing. Westenthaler: Pfeift er auch?) Es wurde heute schon angesprochen: Die Aufgabenteilung, die Kompetenzverteilung liegt ganz klar auf der Hand: Wenn es sich um die Frage handelt, wer im Land bleiben darf oder wer dieses Land verlassen muss, so fällt das in meinen ureigensten Kompetenzbereich. Sobald feststeht, dass jemand legal im Land ist und im Land bleiben darf, muss und soll Integration stattfinden. (Abg. Grosz: Das Innenministerium pfeift! – Abg. Ing. Westenthaler: Müssen die dann auch pfeifen?) Und das fällt in den Kompetenzbereich des Staatssekretärs Sebastian Kurz. Das heißt, es gibt ganz klare Kompetenzen.
Abg. Ing. Westenthaler: Wie stark kann er pfeifen?! – Abg Kickl: ... volljährig!
Ich sage Ihnen auch ganz offen und ehrlich: Wenn man eine Aufgabe übernimmt, so wie Sebastian Kurz, dann geht es nicht um die Frage, wie alt jemand ist (Abg. Ing. Westenthaler: Wie stark kann er pfeifen?! – Abg Kickl: ... volljährig!), sondern es geht um die Frage, wie viel Mut er hat. Und Mut kann man nicht kaufen. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit meinem Staatssekretär Sebastian Kurz. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Tanzt Kurz nach Ihrer Pfeife?)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Tanzt Kurz nach Ihrer Pfeife?
Ich sage Ihnen auch ganz offen und ehrlich: Wenn man eine Aufgabe übernimmt, so wie Sebastian Kurz, dann geht es nicht um die Frage, wie alt jemand ist (Abg. Ing. Westenthaler: Wie stark kann er pfeifen?! – Abg Kickl: ... volljährig!), sondern es geht um die Frage, wie viel Mut er hat. Und Mut kann man nicht kaufen. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit meinem Staatssekretär Sebastian Kurz. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Tanzt Kurz nach Ihrer Pfeife?)
Abg. Ing. Westenthaler: Dann wird gepfiffen!
Ich sage Ihnen: Wenn es um die Frage der Sicherheit geht (Abg. Ing. Westenthaler: Dann wird gepfiffen!), geht es hier weder um links noch um rechts, sondern einfach um Recht oder Unrecht. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Mag. Stadler: Herr Präsident, Sie dürfen nicht klingeln, Sie müssen pfeifen! – Abg. Grosz: Sie können auch Klopfzeichen geben!) Das ist meine oberste Maxime: Recht muss Recht bleiben. Maxime Rechtsstaatlichkeit – dafür stehe ich und dafür werde ich mich auch einsetzen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Müssen wir auch pfeifen? – Abg. Grosz: Schlusspfiff!
Und wenn ich mir hier etwas wünschen, ja fordern darf (Abg. Ing. Westenthaler: Müssen wir auch pfeifen? – Abg. Grosz: Schlusspfiff!), dann fordere ich, dass wir uns mit Respekt und Anerkennung begegnen; das vermisse ich bei dem einen oder anderen. – Danke. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Pfeifst du auch?
Abgeordneter Otto Pendl (SPÖ): Herr Präsident! (Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ. – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen) Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Meine geschätzten Damen und Herren auf der Regierungsbank! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! (Abg. Ing. Westenthaler: Pfeifst du auch?) Wir haben ja schon zahlreiche Vorstellungen von Regierungsmitgliedern erlebt. Meine Damen und Herren, eines hat sich aber dieses Haus nicht verdient und eines haben sich die Damen und Herren, die neu in die Bundesregierung gekommen sind, nicht verdient: dass sie von manchen hier so behandelt werden. Die Öffentlichkeit wird sich selbst ein Bild davon machen, denn nicht einmal mehr einen Tag jemandem irgendeine Chance zu geben – am ersten Tag im Hohen Haus –, da sind wir eigentlich etwas anderes gewohnt.
Abg. Ing. Westenthaler: Hier!
Herr Kollege Westenthaler! (Abg. Ing. Westenthaler: Hier!) Ich bin nicht gerade derjenige, der die ÖVP-Regierungsmitglieder verteidigen soll. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr seid eine Einheitspartei!) Aber wenn du schon glaubst, du musst darüber reden, wie rasch Mitglieder der Bundesregierung ausgetauscht werden, so sage ich, wenn du heute hier herinnen nach den Namen eurer Ministerinnen und Minister fragst – die Bevölkerung brauchst du gar nicht zu fragen –, die so rasch ausgetauscht worden sind, dann werden sie euch selbst nicht mehr einfallen. (Heiterkeit bei der ÖVP.) Daher qualifiziert sich diese Aussage, wie ich meine, in Wirklichkeit von selbst. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Rädler: Krüger!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr seid eine Einheitspartei!
Herr Kollege Westenthaler! (Abg. Ing. Westenthaler: Hier!) Ich bin nicht gerade derjenige, der die ÖVP-Regierungsmitglieder verteidigen soll. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr seid eine Einheitspartei!) Aber wenn du schon glaubst, du musst darüber reden, wie rasch Mitglieder der Bundesregierung ausgetauscht werden, so sage ich, wenn du heute hier herinnen nach den Namen eurer Ministerinnen und Minister fragst – die Bevölkerung brauchst du gar nicht zu fragen –, die so rasch ausgetauscht worden sind, dann werden sie euch selbst nicht mehr einfallen. (Heiterkeit bei der ÖVP.) Daher qualifiziert sich diese Aussage, wie ich meine, in Wirklichkeit von selbst. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Rädler: Krüger!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Strache: Danke! – Abg. Ing. Westenthaler: Das gehört alles ins Hauptabendprogramm! Die „Donnerstag Nacht“ wird arbeitslos, wenn wir das übertragen!
Bei ihnen sollten wir uns auch bedanken. Ich tue das, so hoffe ich, namens vieler Kolleginnen und Kollegen, und ich lade Sie alle ein, diesen Weg auch in Zukunft weiterzugehen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Strache: Danke! – Abg. Ing. Westenthaler: Das gehört alles ins Hauptabendprogramm! Die „Donnerstag Nacht“ wird arbeitslos, wenn wir das übertragen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist das Pfeifen!
Abgeordneter Harald Vilimsky (FPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich war bis vor zehn, fünfzehn Minuten geneigt, der neuen Frau Innenminister das zuzugestehen, was in Österreich ein bisschen Tradition hat, nämlich 100 Tage Schonzeit. Aber nach dem, was ich von der Frau Innenminister gehört habe, das einzig Inhaltliche (Abg. Ing. Westenthaler: Ist das Pfeifen!), was heute über die Rampe gekommen ist, nämlich dass es im Ministerium pfeift, kann ich nur sagen: Schluss mit der Schonzeit und dem, was vielleicht in Ihren weidmännischen Sprachgebräuchen von Konrad bis Treichl und Pröll üblich ist! Die Schonzeit ist vorbei! Ab heute ist die politische Jagdsaison eröffnet, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Oh, oh! – Abg. Mag. Stadler: ... Polizeiapparat für politische Zwecke missbrauchen!
Dann kommt: „Schlagi/Günther/Klaudia“ – „Schlagi“ ist der Herr Schlagenhaufen aus der Landespartei Niederösterreich – „dirty-campaigning Gendarmen“. (Abg. Ing. Westenthaler: Oh, oh! – Abg. Mag. Stadler: ... Polizeiapparat für politische Zwecke missbrauchen!)
Abg. Dr. Strutz: Was hat es gekostet? – Abg. Ing. Westenthaler: Sehr interessant! – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Das ist Integrationspolitik? (Abg. Dr. Strutz: Was hat es gekostet? – Abg. Ing. Westenthaler: Sehr interessant! – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: „Idealbesetzung“, wurde gesagt! – Weitere Zwischenrufe bei BZÖ und Grünen.
Es wurde ja heute schon gesagt: Bandion-Ortner ist als parteiunabhängige Ministerin angetreten, als Ministerin aus der Innensicht der Justiz, als Richterin, und hat dadurch natürlich auch sehr hohe Erwartungen geweckt. (Abg. Ing. Westenthaler: „Idealbesetzung“, wurde gesagt! – Weitere Zwischenrufe bei BZÖ und Grünen.) Sie hat viele dieser Erwartungen in der kurzen Zeit, in den wenigen Jahren durchaus auch erfüllt, es waren sehr produktive Jahre. Alle, die im Justizausschuss mit dabei sind, wissen das: Es sind viele wichtige Justizprojekte und Justizgesetze in den letzten Jahren gemeinsam mit Justizministerin Bandion-Ortner umgesetzt worden; auch das soll heute nicht unerwähnt bleiben. Ich bedanke mich bei Claudia Bandion-Ortner ausdrücklich für ihren Einsatz und für die gute Zusammenarbeit hier im Hohen Haus. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Abgeordnete Mag. Andrea Kuntzl (SPÖ): Sehr geehrte Damen und Herren! Ich darf zuerst einmal der scheidenden Wissenschaftsministerin Dr. Karl alles Gute für ihre neue Aufgabe wünschen, und ich darf auch den neuen Herrn Bundesminister Dr. Töchterle herzlich willkommen heißen. Wir werden ja gemeinsam viele wichtige Weichenstellungen in den nächsten Monaten vorzunehmen haben – mit vereinten Kräften, wie ich hoffe. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: ... Vizekanzler wieder da! – Abg. Ing. Westenthaler: Der schert sich einen feuchten Kehricht ums Parlament! – Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen.
Abgeordnete Mag. Katharina Cortolezis-Schlager (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! (Unruhe im Saal.) Die Aufregung ist so groß, dass das Zuhören manchen schwerfällt. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Nein! Ich höre zu!) Leichter ist es zu zitieren, als zuzuhören. Ich darf daher zuerst einmal um Aufmerksamkeit bitten, wie es diesem Hohen Haus gebührt. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: ... Vizekanzler wieder da! – Abg. Ing. Westenthaler: Der schert sich einen feuchten Kehricht ums Parlament! – Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Euch hätte ich mir angeschaut in der Opposition!
Zur Frage der Anwesenheit: Wir hatten heute die Möglichkeit, uns seit der Früh mit den einzelnen Erklärungen von Regierungsmitgliedern auseinanderzusetzen, und haben auch in der Folge noch die Möglichkeit, einzelne Erklärungen von Regierungsmitgliedern hier zu hören, und wir haben die Möglichkeit, dass wir darüber dann auch bei den Rednereinteilungen eine entsprechende Wortmeldungsrunde haben (Abg. Scheibner: Die kommen nicht! Hauen einfach ab!), wo wir uns dann auch mit den Inhalten dazu auseinandersetzen. (Abg. Ing. Westenthaler: Euch hätte ich mir angeschaut in der Opposition!)
Abg. Ing. Westenthaler: Habe ich nicht gewusst! – Abg. Grosz: Sie sind schon alle da, kannst aufhören!
Es hat ausgiebige Ausführungen des Vizekanzlers, des Bundeskanzlers gegeben, also ich verstehe nicht, was jetzt das neue Insistieren hier bedeutet, denn es geht ja darum, dass in der ... (Abg. Ing. Westenthaler: Habe ich nicht gewusst! – Abg. Grosz: Sie sind schon alle da, kannst aufhören!) – Sie müssen mich jetzt ausreden lassen.
Abg. Dr. Cap: Das schaue ich mir an! – Abg. Ing. Westenthaler: Josef Cap bricht die Geschäftsordnung! – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Mit Verlaub halte ich fest, dass die letzte Wortmeldung zur Geschäftsordnung nicht im Sinne der Geschäftsordnung war, und es bleibt mir, das auch so festzuhalten. (Abg. Dr. Cap: Das schaue ich mir an! – Abg. Ing. Westenthaler: Josef Cap bricht die Geschäftsordnung! – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Stellt er auch einen Antrag?
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Zur Geschäftsbehandlung hat sich Herr Klubobmann Kopf zu Wort gemeldet. Ich erteile ihm das Wort und rufe den § 59 der Geschäftsordnung in Erinnerung. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Stellt er auch einen Antrag?)
Abg. Grosz: ... die eigenen Abgeordneten aus der Cafeteria kommen! – Abg. Ing. Westenthaler: Die Suppe wird kalt!
Der Herr Vizekanzler hat sich vorher ausführlich zu Wort gemeldet und seine Mannschaft vorgestellt. Jetzt sind entsprechend einer Vereinbarung alle anderen, insbesondere die neuen Regierungsmitglieder, an der Reihe. Hier hat der Herr Vizekanzler keine weitere Wortmeldung nach der vorgesehenen, zwischen uns vereinbarten Redeordnung. Daher kann ich den Sinn Ihres Antrages beim besten Willen nicht erkennen – auch wenn er natürlich formal zulässig ist. (Abg. Grosz: ... die eigenen Abgeordneten aus der Cafeteria kommen! – Abg. Ing. Westenthaler: Die Suppe wird kalt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Allein gelassen vom eigenen Parteichef!
Staatssekretär im Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten Dr. Wolfgang Waldner: Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich bin stolz darauf und freue mich, dass ich in dieser meiner neuen Funktion weiter für die Republik Österreich und für die Österreicherinnen und Österreicher arbeiten darf, und darf mich heute hier kurz vorstellen. (Abg. Ing. Westenthaler: Allein gelassen vom eigenen Parteichef!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Kein Parteiobmann!
Ich komme aus Kärnten, bin in Kärnten aufgewachsen, in Tirol in die Schule gegangen, habe in Wien und im Ausland studiert und bin seit 30 Jahren im Außenministerium tätig. Ich habe zwei Töchter, eine studiert an der WU, die zweite macht morgen Matura, auch darauf bin ich stolz. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Kein Parteiobmann!)
Abg. Ing. Westenthaler: Heute schon das erste Mal!
Meine Aufgaben in dieser meiner neuen Funktion sind die Unterstützung und die Vertretung des Außenministers der Republik im Außenministerium in allen Geschäftsbereichen und auch hier im Parlament. (Abg. Ing. Westenthaler: Heute schon das erste Mal!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Sie jahrelang verhindert haben!
Aber nicht nur auf globaler Ebene können wir eine gute Arbeit vorweisen, einen ganz neuen Erfolg auf regionaler Ebene möchte ich hier unbedingt zur Sprache bringen. Ich bin Kärntnerin wie Sie, deshalb bin ich auch sehr glücklich über die erfolgreiche Einigung, die in der Ortstafelfrage gefunden worden ist. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Sie jahrelang verhindert haben!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen wird wohl die Hälfte der Regierungsmitglieder ausgetauscht! Logisch!
Meine Damen und Herren, ich glaube, die erste Halbzeit der Regierungsperiode haben wir mit Erfolg gemeistert. Wir werden auch die zweite Hälfte gut zuwege bringen. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen wird wohl die Hälfte der Regierungsmitglieder ausgetauscht! Logisch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Schade, dass er nicht mehr da ist!
Abgeordneter Dr. Wolfgang Schüssel (ÖVP): Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Ich finde es gut, dass der frühere Minister für europäische und internationale Angelegenheiten Michael Spindelegger jetzt auch den Vizekanzler macht und den Parteichef. (Abg. Ing. Westenthaler: Schade, dass er nicht mehr da ist!) Das bedeutet eine Aufwertung für dieses Schlüsselressort. Es ist ja eines der wenigen Staatsressorts, dem es letztlich darum geht, österreichische Bürger zu schützen, aber vor allem auch eine Stimme Österreichs in der Welt darzustellen.
Abg. Ing. Westenthaler: Spindelegger speist im „Steirereck“!
Abgeordnete Mag. Judith Schwentner (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Liebe Besucherinnen und Besucher! So war das hoffentlich nicht gemeint mit der Vertretung des Herrn Vizekanzlers und Außenministers, dass er sich dann in seinem Ressort nicht mehr blicken lässt. Ich hoffe, das war nur diesmal so und wird künftig nicht so sein, dass Sie als Staatssekretär jetzt insgesamt die Vertretung übernehmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Spindelegger speist im „Steirereck“!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was? Drei Minuten redet er nur? Hat er nicht mehr zu sagen?
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Zu Wort gelangt Herr Staatssekretär Kurz. 3 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Was? Drei Minuten redet er nur? Hat er nicht mehr zu sagen?)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Ing. Westenthaler.
Der konkrete Vorschlag von uns lautet: Zurück an den Start! Zurück in die Debatte des Justizausschusses! Nehmen Sie die Chance wahr, im Einklang mit den unbestrittenen Inhalten der Grund- und Freiheitsrechte zu handeln und nicht dagegen zu verstoßen! – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Glauben Sie das, was Sie da sagen? – Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Fichtenbauer und Kickl.
Ja, das ist die Umsetzung einer Richtlinie. Wir setzen diese Richtlinie aber so um, dass sie nicht nur mit der österreichischen Rechtsordnung, sondern auch mit den Grund- und Freiheitsrechten, mit der österreichischen Bundesverfassung in Einklang steht. Darauf können Sie sich verlassen. (Abg. Ing. Westenthaler: Glauben Sie das, was Sie da sagen? – Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Fichtenbauer und Kickl.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Meine sehr verehrten Damen und Herren, auch hier möchte ich mit einem Gerücht aufräumen, das immer wieder gestreut wird. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Nein, es geht nicht um Inhaltsdaten. Es werden keine Inhalte von E-Mails, keine Inhalte von Telefonaten aufgezeichnet und gespeichert, sondern einzig und allein Stammdaten, also Daten, die den Anschlussteilnehmer kennzeichnen – ein Telefonbuch, in Kurzform gesagt –, und Verbindungsdaten – Name, Adresse, E-Mail-Adresse, Teilnehmernummer – zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt. (Abg. Dr. Moser: Das reicht ja wohl!) Das sind die Daten, die gespeichert werden – keine generelle Überwachung aller Inhalte.
Abg. Ing. Westenthaler: Völlig daneben! Völlig von der Rolle! Justizsprecher der ÖVP!
Ja, wir treffen mit diesem Gesetz ganz klar Vorsorge, um Missbrauch zu verhindern. (Abg. Ing. Westenthaler: Völlig daneben! Völlig von der Rolle! Justizsprecher der ÖVP!) Bis zum Inkrafttreten des Gesetzes wird eine Verordnung die technischen Voraussetzungen und Bedingungen vorschreiben, die Missbrauch bei der Speicherung dieser Daten auf jeden Fall verhindern. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.)
Abg. Ing. Westenthaler: Warum sagen alle außer Ihnen was anderes? Warum sagen alle Verfassungsexperten was anderes?
Es waren lange Diskussionen, es wurden viele Einwände und Meinungen berücksichtigt, und letztlich wurde eine Regelung geschaffen, die einerseits dem Grundrecht auf Privatleben und auf Datenschutz nachkommt (Abg. Ing. Westenthaler: Warum sagen alle außer Ihnen was anderes? Warum sagen alle Verfassungsexperten was anderes?) und andererseits – auch das, bitte, muss man sagen – den Grundrechten – auch diese Rechte gibt es! – der Menschen in Österreich auf Sicherheit, auf effiziente Verbrechensbekämpfung, auf Opferschutz zum Durchbruch verhilft. (Neuerliche Zwischenrufe der Abg. Dr. Moser.) Es geht um eine ausgewogene und angemessene Lösung, die wir heute damit schaffen. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Es waren lange Diskussionen, es wurden viele Einwände und Meinungen berücksichtigt, und letztlich wurde eine Regelung geschaffen, die einerseits dem Grundrecht auf Privatleben und auf Datenschutz nachkommt (Abg. Ing. Westenthaler: Warum sagen alle außer Ihnen was anderes? Warum sagen alle Verfassungsexperten was anderes?) und andererseits – auch das, bitte, muss man sagen – den Grundrechten – auch diese Rechte gibt es! – der Menschen in Österreich auf Sicherheit, auf effiziente Verbrechensbekämpfung, auf Opferschutz zum Durchbruch verhilft. (Neuerliche Zwischenrufe der Abg. Dr. Moser.) Es geht um eine ausgewogene und angemessene Lösung, die wir heute damit schaffen. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Selten so einen Schwachsinn gehört! Wie man so einen Unsinn verbreiten kann?!
Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich kann Ihnen mit ruhigem Gewissen empfehlen: Stimmen Sie diesem Gesetz heute zu! Es ist eine ausgewogene Lösung. – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Selten so einen Schwachsinn gehört! Wie man so einen Unsinn verbreiten kann?!)
Beifall bei den Grünen, bei Abgeordneten der FPÖ sowie des Abg. Ing. Westenthaler.
Ich habe schon zahlreiche Beispiele gebracht. Ich nehme nicht an, dass Sie – Sie erinnern sich an mein Beispiel vom Vormittag – dafür sind, dass die Post künftig jeden Brief, den Sie verschicken, dahingehend dokumentiert, dass Sie einen Brief verschicken, an wen Sie den Brief verschicken und wann Sie ihn verschicken. (Zwischenruf bei der ÖVP.) Das ist kein schlechter Vergleich! (Neuerlicher Zwischenruf bei der ÖVP.) – Wenn man die Vorratsdatenspeicherung verstanden hat, dann ist es der passende Vergleich, weil es genau darum geht! (Beifall bei den Grünen, bei Abgeordneten der FPÖ sowie des Abg. Ing. Westenthaler.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Ing. Westenthaler. – Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Donnerbauer und Ing. Westenthaler.
Ich sage es ganz ehrlich: Ganz besonders interessiert mich natürlich die Sozialdemokratische Partei. Warum? – Die SPÖ hat sich in der Diskussionsphase immer sehr kritisch eingebracht, und umso schwerer wiegt es, wenn Ihr heute umfallt! – Danke schön. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Ing. Westenthaler. – Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Donnerbauer und Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Es wird auch verändert!
Klarerweise ist es eine Gratwanderung an der Grenze der Grundrechte. Das war uns ja an sich immer schon bekannt. Es ist ja auch bei der Erstellung der EU-Richtlinie eine Gratwanderung gewesen. Im Grunde genommen hätte man natürlich die EU-Richtlinie auch anders gestalten können, worauf Otto Pendl und auch Jacky Maier bei verschiedenen Anlässen schon hingewiesen haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Es wird auch verändert!) Aber es ist halt leider Gottes nicht so gewesen.
Abg. Ing. Westenthaler: Die Schweden warten auch!
Was ist jetzt das Thema? – Das Thema ist, dass wir bereits vor zwei Jahren die EU-Richtlinie hätten umsetzen müssen und dass wir es schlicht und einfach nicht zulassen können, noch länger mit der Umsetzung zu warten. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Schweden warten auch!) Ich gebe schon zu: Die Evaluierung der EU-Richtlinie hat ergeben, dass es einen Änderungsbedarf gibt. Der Änderungsbedarf an sich – also in welche Richtung er geht – wurde derzeit nicht festgelegt.
Abg. Ing. Westenthaler: ... sofort dafür!
werden. Das ist in Zukunft ein Vier-Augen-Prinzip, meine Damen und Herren. Ich kann nur sagen, dass die StPO-Reform – und die geht ja auf den Minister Böhmdorfer zurück – halt einfach vorsieht, dass der Staatsanwalt eine andere Funktion hat als in der Vergangenheit und dass es den Untersuchungsrichter nicht mehr gibt. (Abg. Ing. Westenthaler: ... sofort dafür!)
Abg. Mag. Stefan: Wie denn? – Abg. Ing. Westenthaler: Wie wollen Sie das sicherstellen?
Das Telekommunikationsgesetz war zweimal in Begutachtung. Da ich Begutachtungen immer sehr ernst nehme, haben wir aufgrund von Erkenntnissen aus der Begutachtung noch zusätzliche Maßnahmen, die zu mehr Datenschutz führen, in das Gesetz eingebaut. Um ein Beispiel zu nennen: Wir haben sichergestellt, dass Berufsgeheimnisträger, ob das Richter, Ärzte, Journalisten sind, einem besonderen Schutz vor Zugriff unterliegen. (Abg. Mag. Stefan: Wie denn? – Abg. Ing. Westenthaler: Wie wollen Sie das sicherstellen?) Das war auch ein Ergebnis der Begutachtung, und ich halte es für richtig, dass im Zuge des parlamentarischen Prozesses – es ist ja auch noch ein Abänderungsantrag eingebracht worden – noch zusätzliche Instrumente, nämlich das Vieraugenprinzip, eingezogen wurden und so noch mehr Rechtsschutz ermöglicht wurde.
Abg. Ing. Westenthaler: Frau Minister! In der StPO steht genau das Gegenteil drinnen! – Abg. Mag. Stefan: Im Sicherheitspolizeigesetz!
Es gibt eine Transparenz, es gibt die Verpflichtung der Provider, diese Abfragen zu dokumentieren und die Betreffenden darüber auch zu informieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Frau Minister! In der StPO steht genau das Gegenteil drinnen! – Abg. Mag. Stefan: Im Sicherheitspolizeigesetz!) Weiters gibt es eine strenge Verwendungskontrolle der Daten, eben eine Protokollierung dieser Zugriffe.
Abg. Ing. Westenthaler: Ihre Vorrednerin hat das auch gesagt!
Abgeordneter Mag. Harald Stefan (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsident! Sehr geehrte Frauen Ministerinnen! Hohes Haus! Ich habe sehr genau zugehört, was insbesondere Justizministerin Karl gesagt hat. Wir müssen das umsetzen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihre Vorrednerin hat das auch gesagt!) – Sie hat kein einziges Mal gesagt, wir wollen das umsetzen. Es würde mich wirklich interessieren, warum wir hier im Parlament sitzen und etwas beschließen, ohne überhaupt den Willen dazu zu haben, sondern nach einem reinen Müssen vorgehen. Das ist die große entscheidende Frage, und das ist auch die Grundproblematik, die hier vorliegt. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Ing. Westenthaler.
Genau diese Dinge stellen die Problematik dar, deswegen sind wir so massiv dagegen, weil damit in die Grundrechte der Bürger eingegriffen wird. Das kann man jetzt natürlich alles wegdiskutieren und wegreden, es kann aber jeden treffen. Und wir wissen genau, wie Medien mit Menschen und natürlich auch mit Politikern umgehen, die damit überhaupt nichts zu tun haben, sondern zufällig irgendwie hineingeraten. Daher: Bitte größte Vorsicht! (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Pendl, ist die von deiner Partei?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Pendl gelangt nun zu Wort. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Pendl, ist die von deiner Partei?)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Ich lese Ihnen jetzt etwas vor, das ich gerade bekommen habe. Mir ist vor 5 Minuten das Rechtsgutachten des Deutschen Bundestages gemailt worden. Dieses Rechtsgutachten des Deutschen Bundestages stellt eindeutig die Verfassungswidrigkeit und die Grundrechtswidrigkeit fest. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: So wie in Schweden!
Auf der anderen Seite stellt sich natürlich die Frage: Kann man jetzt jenen Stimmen folgen, die auch heute gesagt haben: Dann warten wir eben ab und schauen wir, was passiert (Abg. Ing. Westenthaler: So wie in Schweden!), tun wir einmal nichts!?
Abg. Ing. Westenthaler: Der stimmt sicher nicht mit, geht wieder raus!
sitzt er; du wirst dann mitstimmen, da bin ich schon gespannt darauf (Abg. Ing. Westenthaler: Der stimmt sicher nicht mit, geht wieder raus!) –, hat darauf hingewiesen.
Abg. Ing. Westenthaler: Sprich nie mehr zum Datenschutz oder Konsumentenschutz!
Abgeordneter Mag. Johann Maier (SPÖ): Frau Präsidentin! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Sprich nie mehr zum Datenschutz oder Konsumentenschutz!) Die Frage der Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung und deren Umsetzung wird europaweit diskutiert, und zwar äußerst unterschiedlich – das hat der Evaluierungsbericht der Kommission ergeben. Dieser Bericht ist teilweise widersprüchlich, wie man am Beispiel von Tschechien sieht. Tschechien selbst, die tschechische Regierung hat die Vorratsdatenspeicherung für absolut notwendig und unverzichtbar erachtet – nachzulesen im Evaluierungsbericht –, kurze Zeit später hat der tschechische Verfassungsgerichtshof die Umsetzung dieser Richtlinie als nichtig erklärt.
Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen beschließen wir es heute! – Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.
Ich wiederhole mich und sage das hier sehr deutlich: Diese Frage kann derzeit nur der Europäische Gerichtshof klären! Derzeit ist ein Verfahren anhängig, und Ende dieses Jahres wird mit einem Urteil zu rechnen sein. (Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen beschließen wir es heute! – Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie glauben immer, Sie sind der gute Datenschützer, aber ...!
Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Bedauerlicherweise – und das ist europäisches Recht; ich kann keine Lehrstunde über europäisches Recht geben, auch nicht dem Kollegen Westenthaler (Abg. Ing. Westenthaler: Sie glauben immer, Sie sind der gute Datenschützer, aber ...!), ich ersuche aber, ein bisschen nachzulesen –, bedauerlicherweise beseitigt der Evaluierungsbericht – und das hat die Frau Justizministerin dargestellt – nicht die Umsetzungsverpflichtung Österreichs. (Abg. Ing. Westenthaler: Datenschutzversager!) Wir können natürlich das Risiko eingehen, nicht umzusetzen, mit dem Ergebnis, dass es zu Strafzahlungen zwischen 10 Millionen € und 20 Millionen € kommt. (Abg. Ing. Westenthaler: Datenschutzversager!)
Abg. Ing. Westenthaler: Datenschutzversager!
Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Bedauerlicherweise – und das ist europäisches Recht; ich kann keine Lehrstunde über europäisches Recht geben, auch nicht dem Kollegen Westenthaler (Abg. Ing. Westenthaler: Sie glauben immer, Sie sind der gute Datenschützer, aber ...!), ich ersuche aber, ein bisschen nachzulesen –, bedauerlicherweise beseitigt der Evaluierungsbericht – und das hat die Frau Justizministerin dargestellt – nicht die Umsetzungsverpflichtung Österreichs. (Abg. Ing. Westenthaler: Datenschutzversager!) Wir können natürlich das Risiko eingehen, nicht umzusetzen, mit dem Ergebnis, dass es zu Strafzahlungen zwischen 10 Millionen € und 20 Millionen € kommt. (Abg. Ing. Westenthaler: Datenschutzversager!)
Abg. Ing. Westenthaler: Datenschutzversager!
Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Bedauerlicherweise – und das ist europäisches Recht; ich kann keine Lehrstunde über europäisches Recht geben, auch nicht dem Kollegen Westenthaler (Abg. Ing. Westenthaler: Sie glauben immer, Sie sind der gute Datenschützer, aber ...!), ich ersuche aber, ein bisschen nachzulesen –, bedauerlicherweise beseitigt der Evaluierungsbericht – und das hat die Frau Justizministerin dargestellt – nicht die Umsetzungsverpflichtung Österreichs. (Abg. Ing. Westenthaler: Datenschutzversager!) Wir können natürlich das Risiko eingehen, nicht umzusetzen, mit dem Ergebnis, dass es zu Strafzahlungen zwischen 10 Millionen € und 20 Millionen € kommt. (Abg. Ing. Westenthaler: Datenschutzversager!)
Abg. Ing. Westenthaler: O ja!
Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Der österreichische Datenschutzrat hat sich seit dem Jahre 2001 mit der Frage der Vorratsdatenspeicherung auseinandergesetzt, zu einer Zeit, zu der viele von Ihnen das Wort „Vorratsdatenspeicherung“ anscheinend noch nie gehört hatten. Mir ist keine Presseaussendung von den Kritikern, vom Kollegen Westenthaler beispielsweise, bekannt (Abg. Ing. Westenthaler: O ja!) aus den Jahren 2005/2006 (Abg. Ing. Westenthaler: Wissen Sie, warum? Weil ich da nicht in der Politik war! Das ist der Unterschied!), in denen diese Vorratsdatenspeicherung bekämpft wurde. Ihre Argumentation ist daher absolut durchsichtig. (Abg. Ing. Westenthaler: Lernen Sie einmal Geschichte!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wissen Sie, warum? Weil ich da nicht in der Politik war! Das ist der Unterschied!
Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Der österreichische Datenschutzrat hat sich seit dem Jahre 2001 mit der Frage der Vorratsdatenspeicherung auseinandergesetzt, zu einer Zeit, zu der viele von Ihnen das Wort „Vorratsdatenspeicherung“ anscheinend noch nie gehört hatten. Mir ist keine Presseaussendung von den Kritikern, vom Kollegen Westenthaler beispielsweise, bekannt (Abg. Ing. Westenthaler: O ja!) aus den Jahren 2005/2006 (Abg. Ing. Westenthaler: Wissen Sie, warum? Weil ich da nicht in der Politik war! Das ist der Unterschied!), in denen diese Vorratsdatenspeicherung bekämpft wurde. Ihre Argumentation ist daher absolut durchsichtig. (Abg. Ing. Westenthaler: Lernen Sie einmal Geschichte!)
Abg. Ing. Westenthaler: Lernen Sie einmal Geschichte!
Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Der österreichische Datenschutzrat hat sich seit dem Jahre 2001 mit der Frage der Vorratsdatenspeicherung auseinandergesetzt, zu einer Zeit, zu der viele von Ihnen das Wort „Vorratsdatenspeicherung“ anscheinend noch nie gehört hatten. Mir ist keine Presseaussendung von den Kritikern, vom Kollegen Westenthaler beispielsweise, bekannt (Abg. Ing. Westenthaler: O ja!) aus den Jahren 2005/2006 (Abg. Ing. Westenthaler: Wissen Sie, warum? Weil ich da nicht in der Politik war! Das ist der Unterschied!), in denen diese Vorratsdatenspeicherung bekämpft wurde. Ihre Argumentation ist daher absolut durchsichtig. (Abg. Ing. Westenthaler: Lernen Sie einmal Geschichte!)
Abg. Dr. Moser: Warum nicht gleich? – Abg. Ing. Westenthaler: Warum nicht heute?
Daher sollten auch wir uns überlegen, Hohes Haus, im Zuge einer Novelle, einer neuen Richtlinie auf europäischer Ebene (Abg. Dr. Moser: Warum nicht gleich? – Abg. Ing. Westenthaler: Warum nicht heute?) für ein Quick-Freeze-Verfahren einzutreten. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Der ehemalige Datenschützer Maier! Herr Kollege Maier, Sie sind kein Datenschützer, sondern ein Datenverräter! Wenn Sie heute zustimmen, können Sie das Amt als Datenschützer gleich zurücklegen! Datenverräter!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Der ehemalige Datenschützer Maier! Herr Kollege Maier, Sie sind kein Datenschützer, sondern ein Datenverräter! Wenn Sie heute zustimmen, können Sie das Amt als Datenschützer gleich zurücklegen! Datenverräter!
Daher sollten auch wir uns überlegen, Hohes Haus, im Zuge einer Novelle, einer neuen Richtlinie auf europäischer Ebene (Abg. Dr. Moser: Warum nicht gleich? – Abg. Ing. Westenthaler: Warum nicht heute?) für ein Quick-Freeze-Verfahren einzutreten. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Der ehemalige Datenschützer Maier! Herr Kollege Maier, Sie sind kein Datenschützer, sondern ein Datenverräter! Wenn Sie heute zustimmen, können Sie das Amt als Datenschützer gleich zurücklegen! Datenverräter!)
Abg. Ing. Westenthaler: 0,006 Prozent! Drei Nullen!
Auch wenn hier immer wieder von meinen Vorrednern belustigend dargestellt wurde, es hätte eh nur 0,06 Prozent dazu beigetragen (Abg. Ing. Westenthaler: 0,006 Prozent! Drei Nullen!), dass mehr Verbrechen verhindert oder aufgeklärt worden sind, dann sage ich Ihnen trotzdem: Jedes Verbrechen, das verhindert werden konnte, ist eines weniger, und das ist wichtig.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger – die Hände zusammenschlagend –: Geh, bitte! – Abg. Ing. Westenthaler: Es ist nicht einmal ein Achtel davon! – Abg. Mag. Stefan: Ständig mit Wasser anspritzen, damit es nicht brennt!
Da ist es genauso wie in der Praxis: Wenn in der Gemeinde einmal kein Haus abbrennt, dann geht auch nicht der Gemeinderat her und sagt: Na ja, heuer ist kein Haus abgebrannt, daher brauchen wir keine Feuerwehr mehr! Ein Jahr darauf wären nämlich die Folgen fatal. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger – die Hände zusammenschlagend –: Geh, bitte! – Abg. Ing. Westenthaler: Es ist nicht einmal ein Achtel davon! – Abg. Mag. Stefan: Ständig mit Wasser anspritzen, damit es nicht brennt!)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des zu seinem Sitzplatz zurückgekehrten Abg. Mayer –: Herr Kollege, für dich ist die letzte Reihe noch immer zu weit vorne! Solch ein Schwachsinn!
Ich ersuche Sie um Zustimmung zu diesem Gesetz. – Danke. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des zu seinem Sitzplatz zurückgekehrten Abg. Mayer –: Herr Kollege, für dich ist die letzte Reihe noch immer zu weit vorne! Solch ein Schwachsinn!)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Ing. Westenthaler.
Sie haben in Wirklichkeit nicht nur das Recht, die Österreicherinnen und Österreicher in ihrer Privatsphäre und im Bereich des Datenschutzes zu schützen und zu verteidigen, Sie haben als Regierungsmitglied auch die verdammte Pflicht, das zu tun. Aber mit diesem Gesetz laufen Sie in Wirklichkeit genau in die andere Richtung: Sie ermöglichen damit die totale Überwachung und die Bespitzelung unbescholtener und freier Staatsbürger! Der Bürger wird damit total kontrolliert und total bespitzelt. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Einzige, der in die Bredouille gekommen ist, warst du mit deiner Lobbyingtätigkeit! Vielleicht war es auch der Hochegger!
Abgeordneter Ing. Kurt Gartlehner (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzte Kolleginnen auf der Regierungsbank! Liebe Abgeordnete! Ich möchte auch noch einmal daran erinnern, dass Österreich 2006 aufgrund einer Verpflichtung einer blau/orangen Ministerin überhaupt erst in die Bredouille gekommen ist, hier heute eine Maßnahmen zu beschließen, die aufgrund ... (Abg. Ing. Westenthaler: Der Einzige, der in die Bredouille gekommen ist, warst du mit deiner Lobbyingtätigkeit! Vielleicht war es auch der Hochegger!) – Ich bin überhaupt in keiner Bredouille.
Abg. Ing. Westenthaler: Der Datenschutzvorsitzende ist nicht da! Eigentlich ist er rücktrittsreif, der Herr Maier!
Wir kommen zu den Abstimmungen. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Datenschutzvorsitzende ist nicht da! Eigentlich ist er rücktrittsreif, der Herr Maier!)
Sitzung Nr. 103
Abg. Ing. Höbart: Ach du meine Güte! – Abg. Ing. Westenthaler: Gefährliche Drohung!
Ich verstehe mich als Anwältin der Steuerzahler. (Abg. Ing. Höbart: Ach du meine Güte! – Abg. Ing. Westenthaler: Gefährliche Drohung!) Ich fühle mich als Anwältin der Leistungsträger und des Mittelstandes. Das sind jene Menschen, die fleißig arbeiten, pünktlich ihre Steuern zahlen, häufig für Familien sorgen und oft auch mehr in das System einzahlen, als sie herausbekommen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Er hat wenigstens vor dem Kanzler reden dürfen!
Nachbarländer rund um uns herum. (Abg. Ing. Westenthaler: Er hat wenigstens vor dem Kanzler reden dürfen!) Und dass wir heute für unseren Stabilitätspfad von einer internationalen Agentur gelobt werden, verdanken wir auch der Politik meines Vorgängers. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was habt denn ihr für Bremsen?!
Die Staatsschuldenquote – und das schmerzt mich sehr – steigt leider noch an, und zwar bis ins Jahr 2013. Erst im Jahr 2014 haben wir die Vollbremsung erreicht, das heißt, ab dann geht es wieder zurück. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was habt denn ihr für Bremsen?!)
Abg. Ing. Westenthaler: Warum hört Ihnen der eigene Kanzler nicht zu?
Daher werde ich auf europäischer Ebene mit all meiner Leidenschaft für einen stabilen Euro, für diese Währung kämpfen, denn nur gemeinsam nützt uns das. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum hört Ihnen der eigene Kanzler nicht zu?) Der Kantönligeist, den ich da gelegentlich höre, ist zum Schaden unserer Wirtschaft, zum Schaden unserer Exportwirtschaft, und dem werde ich nicht folgen können! (Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Daher werde ich auf europäischer Ebene mit all meiner Leidenschaft für einen stabilen Euro, für diese Währung kämpfen, denn nur gemeinsam nützt uns das. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum hört Ihnen der eigene Kanzler nicht zu?) Der Kantönligeist, den ich da gelegentlich höre, ist zum Schaden unserer Wirtschaft, zum Schaden unserer Exportwirtschaft, und dem werde ich nicht folgen können! (Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Heinz Conrads!
Daher müssen wir jetzt ein bisschen in die Materie eingehen, uns einmal vertiefen, worum es bei dieser Angelegenheit geht. (Abg. Ing. Westenthaler: Heinz Conrads!)
Abg. Ing. Westenthaler: Schuldenmacher!
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Meine sehr geehrten Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Frau Finanzministerin, es ist natürlich schon ein toller Einstieg (Abg. Ing. Westenthaler: Schuldenmacher!), die erste Vorlage eines neuen Finanzministers im Parlament: eine Strategie für die nächsten vier Jahre (Abg. Ing. Westenthaler: Die höchsten Schulden aller Zeiten!), eine Strategie Finanzpolitik, Budgetpolitik für die nächsten vier Jahre. Ein toller Einstieg, Frau Finanzministerin!
Abg. Ing. Westenthaler: Die höchsten Schulden aller Zeiten!
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Meine sehr geehrten Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Frau Finanzministerin, es ist natürlich schon ein toller Einstieg (Abg. Ing. Westenthaler: Schuldenmacher!), die erste Vorlage eines neuen Finanzministers im Parlament: eine Strategie für die nächsten vier Jahre (Abg. Ing. Westenthaler: Die höchsten Schulden aller Zeiten!), eine Strategie Finanzpolitik, Budgetpolitik für die nächsten vier Jahre. Ein toller Einstieg, Frau Finanzministerin!
Abg. Ing. Westenthaler: Na dann! – weitere Zwischenrufe beim BZÖ
Die Strukturreformen stehen daher im Vordergrund (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP), sind die große Herausforderung. Und wenn sich sogar – nicht nur der Rechnungshofpräsident, bei dem ist es ja selbstverständlich – wie unlängst der Herr Kardinal zu Wort gemeldet hat aus Sorge um die Finanzierung der Pensionen (Abg. Ing. Westenthaler: Na dann! – weitere Zwischenrufe beim BZÖ), meine Damen und Herren, dann ist das an sich beachtlich.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wenn Ihre Argumente schwach werden, müssen wir laut werden!
Aber wir laden Sie ein, arbeiten Sie mit konstruktiven Vorschlägen mit, arbeiten Sie mit an der Gestaltung einer lebenswerten Zukunft! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wenn Ihre Argumente schwach werden, müssen wir laut werden!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung ÖVP –: Sie hören auf den Kardinal!
Also ich erwarte auch jetzt nichts anderes von Ihnen, und Sie haben das heute leider Gottes wieder bestätigt. Denn ich frage mich verwundert: Haben Sie gestern den Rechnungshofpräsidenten Moser nicht gehört? (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung ÖVP –: Sie hören auf den Kardinal!) Haben Sie den neuen Bericht des Rechnungshofes nicht gelesen und studiert, den Bundesrechnungsabschluss für das Jahr 2010? Dort sind nämlich ganz andere Realitäten schwarz auf weiß nachzulesen. Ich kann mich darüber nur wundern. Ich werde später darauf eingehen, weil das einfach notwendig ist.
Abg. Ing. Westenthaler: Unfassbar!
Zweites großes Thema: Pensionen. Sie wissen, dass Sie in Zukunft mit enormen Pensionszahlungen zu kämpfen haben werden. Warum schaffen Sie denn nicht endlich einmal die Privilegien ab, die wir in Österreich bei der Notenbank, bei den ÖBB haben? Das sind nach wie vor Leute, die im Durchschnitt mit 52 Jahren in Pension gehen, im Durchschnitt! Das heißt, da gehen welche unter 40 in Pension, damit man auf einen Durchschnitt von 52 Jahren kommt. (Abg. Ing. Westenthaler: Unfassbar!) Das ist ja unerträglich! Das ist ein Hohn den rechtschaffenen und arbeitenden Menschen in unserem Land gegenüber, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Grosz: Ja, ja!
Abgeordneter Günter Kößl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Geschätzte Damen und Herren! Hohes Haus! Mit dem vorliegenden Fremdenrechtsgesetz sind wir wieder auf dem richtigen Weg in die richtige Richtung. (Beifall bei der ÖVP. – Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Grosz: Ja, ja!)
Abg. Ing. Westenthaler: Spricht die Frau Ablinger auch heute? – Rufe und Gegenrufe zwischen BZÖ und SPÖ.
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als nächste Rednerin zu Wort gelangt Frau Abgeordnete Mag. Korun. 7 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Spricht die Frau Ablinger auch heute? – Rufe und Gegenrufe zwischen BZÖ und SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: ... Staatssekretärin kassiert 15 000 €!
Es wird immer wieder, wenn es um Migranten und Asylsuchende geht, gesagt: Recht muss Recht bleiben! Schauen wir uns das Rechtsverständnis und die Situation in unserem schönen Land an: Wir haben in Österreich Lobbyisten, die 800 000 € für einen Job kassieren, um im Nachhinein sich und andere zu fragen: „Wo woar mei Leistung?“, die nicht einmal wissen, was sie für diese 800 000 € getan haben sollen. (Abg. Ing. Westenthaler: ... Staatssekretärin kassiert 15 000 €!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie stimmt denn Ablinger heute ab? Wie ist das bei euch im Klub?
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als nächster Redner zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Pendl. 5 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie stimmt denn Ablinger heute ab? Wie ist das bei euch im Klub?)
Abg. Ing. Westenthaler: Oder unbewusst!
Abgeordneter Otto Pendl (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Wie bei vielen Themen werden viele sehr sensible Bereiche entweder bewusst (Abg. Ing. Westenthaler: Oder unbewusst!) oder eben unbewusst – es ist so, lieber Peter Westenthaler – vermischt. (Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!)
Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!
Abgeordneter Otto Pendl (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Wie bei vielen Themen werden viele sehr sensible Bereiche entweder bewusst (Abg. Ing. Westenthaler: Oder unbewusst!) oder eben unbewusst – es ist so, lieber Peter Westenthaler – vermischt. (Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!)
Abg. Ing. Westenthaler: Eure Abgeordneten haben noch ganz andere Wörter für das Fremdengesetz!
Frau Kollegin Korun, bei allem Verständnis: Ich meine, dass man sich hierher stellt und Wörter wie etwa „Lagerhaft“ in den Mund nimmt (Zwischenrufe bei den Grünen), haben wir nicht nötig! Das brauche ich weder zu zitieren noch sonst etwas. (Abg. Ing. Westenthaler: Eure Abgeordneten haben noch ganz andere Wörter für das Fremdengesetz!)
Abg. Ing. Westenthaler: Endlich integriert!
Ich kann mich gut daran erinnern, welche Diskussion es hier bei der Einführung des Asylgerichtshofes gegeben hat – in der Zwischenzeit, meine Damen und Herren, übrigens eine Erfolgsgeschichte, und man kann nur gratulieren! (Abg. Ing. Westenthaler: Endlich integriert!) 70 Prozent abgearbeitet – ich gehe nach neuesten Informationen davon aus, dass man im Frühjahr des nächsten Jahres alles abgearbeitet haben wird. Das zeigt also, dass es diese Frage rechtsstaatlich sauber, korrekt und auch mit der notwendigen Sensibilität zu behandeln gilt.
Abg. Ing. Westenthaler: Bedanken!
In diesem Sinne darf ich mich bei allen, die einen konstruktiven Beitrag zu diesem Paket geleistet haben (Abg. Ing. Westenthaler: Bedanken!), bedanken – lieber Kollege Westenthaler, ich tue es lieber einmal mehr als einmal zu wenig –, und ich lade Sie ein, dieser Gesetzesvorlage Ihre Zustimmung zu geben. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ohne Deutsch?! Sie müssen nicht Deutsch können!
Zum zweiten Punkt, zur Rot-Weiß-Rot-Karte: Mit dieser Rot-Weiß-Rot-Karte schaffen wir ein neues Zuwanderungsmodell mit ganz klaren Regeln, wie Zuwanderung stattzufinden hat. Das heißt ein ganz klares Ja zu einer geregelten Zuwanderung – unter bestimmten Voraussetzungen und Kriterien. (Abg. Ing. Westenthaler: Ohne Deutsch?! Sie müssen nicht Deutsch können!)
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler
Ich glaube, jeder, der sich in Österreich umschaut, weiß, dass wir gerade qualifizierte Kräfte brauchen, von Wissenschaftlern, Forschern bis hin zu qualifizierten Fachkräften. Wir brauchen dieses qualifizierte Personal für die Wirtschaft (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler), und zwar deswegen, damit die Unternehmungen nicht den Standort Österreich verlassen, sondern hier bei uns in Österreich bleiben. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mayerhofer: Frau Minister, Sie wohnen nicht im 15. Bezirk ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Warum muss man nicht Deutsch können, um nach Österreich zu kommen? – Abg. Mayerhofer: In Kanada muss man zwei Sprachen können!
Wichtig ist mir natürlich auch, dass damit auch eine gewisse Wertevermittlung einhergeht (Abg. Mag. Korun: Was sind Ihre Werte?), weil man sich nur in einem Land wohlfühlen kann, wo man sich mit den Werten auseinandergesetzt hat und diese Werte auch akzeptiert. Denn: Nur unter der Akzeptanz unserer Werte ist letztendlich ein Miteinander möglich. (Abg. Mayerhofer: Frau Minister, Sie wohnen nicht im 15. Bezirk ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Warum muss man nicht Deutsch können, um nach Österreich zu kommen? – Abg. Mayerhofer: In Kanada muss man zwei Sprachen können!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner. – Ruf bei der FPÖ: Das können Sie ja nicht mehr ! – Abg. Ing. Westenthaler: Es spricht ja keiner mehr Deutsch!
Die Kriminalität wird mehr; Kollege Westenthaler hat das ganz richtig gesagt. Da Sie nicht im 15. Bezirk wohnen, wo ich seit 30 Jahren als Polizist Dienst mache, lade ich Sie ein, einmal in meine Dienststelle zu kommen. Ich melde Sie bei unserem Oberst an, und dann fahren wir einmal eine Runde, und dann werden Sie sehen, was sich dort abspielt. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. – Ruf bei der FPÖ: Das können Sie ja nicht mehr ! – Abg. Ing. Westenthaler: Es spricht ja keiner mehr Deutsch!) Sie haben keine Ahnung! Viele hier wissen es, nur sagen es nicht. Das ist das Problem! Deshalb wird seit Jahren eine Politik am Volk vorbei entwickelt! (Beifall bei FPÖ und BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie stimmt denn Frau Ablinger ab? Können Sie uns das sagen?
Ich möchte jetzt noch zwei Dinge hervorheben, die mir besonders wichtig sind und wo ich dann den Kollegen Westenthaler frage, ob er die Ausschüsse verschlafen hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie stimmt denn Frau Ablinger ab? Können Sie uns das sagen?) Das ist Sache der Frau Ablinger. (Abg. Ing. Westenthaler: Cap kann seinen Hühnerhaufen ja kaum zusammenhalten! Am besten es erklärt ein jeder, wie er abstimmen wird!)
Abg. Ing. Westenthaler: Cap kann seinen Hühnerhaufen ja kaum zusammenhalten! Am besten es erklärt ein jeder, wie er abstimmen wird!
Ich möchte jetzt noch zwei Dinge hervorheben, die mir besonders wichtig sind und wo ich dann den Kollegen Westenthaler frage, ob er die Ausschüsse verschlafen hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie stimmt denn Frau Ablinger ab? Können Sie uns das sagen?) Das ist Sache der Frau Ablinger. (Abg. Ing. Westenthaler: Cap kann seinen Hühnerhaufen ja kaum zusammenhalten! Am besten es erklärt ein jeder, wie er abstimmen wird!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wie werden die anderen abstimmen? Werden sie dafür stimmen, dagegen stimmen oder abwesend sein?
Aus den genannten Gründen, wegen der Änderungen, die ich Ihnen kurz zitieren durfte, werde ich – ich kann für meine Person sprechen – diesem Gesetz zustimmen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wie werden die anderen abstimmen? Werden sie dafür stimmen, dagegen stimmen oder abwesend sein?)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ablinger würde gerne etwas sagen!
Meine Damen und Herren, dieses Gesetz ist zynisch, es ist menschenrechtswidrig. Weisen wir es zurück an den Ausschuss. Das eröffnet zwei Möglichkeiten: Manche Abgeordnete könnten in dieser Zeit ihre Deutschkenntnisse verbessern, und die SPÖ könnte die eine oder andere Maßnahme überdenken. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ablinger würde gerne etwas sagen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das reimt sich!
Jetzt noch kurz zu Herrn Kurz betreffend Integration und deutsche Sprache. (Abg. Ing. Westenthaler: Das reimt sich!) Sie haben immer vollmundig von der deutschen Sprache gesprochen, wie wichtig sie ist für die Zuwanderung und die Integration.
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Fazekas –: Wie werden Sie abstimmen?
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Fazekas. 3 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Fazekas –: Wie werden Sie abstimmen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Warum lasst ihr dann Leute rein, die nicht Deutsch können?
Ich glaube, dass es mittlerweile auch in diesem Haus unumstritten ist, dass Deutschkenntnisse der Schlüssel für eine gelungene Integration sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum lasst ihr dann Leute rein, die nicht Deutsch können?) In diesem Gesetz, vor allem mit der Regelung Deutsch vor Zuzug, wird, glaube ich, ein wichtiger Meilenstein dafür gelegt. (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso kommen Leute rein, die nicht Deutsch sprechen?) Wenn Menschen nach Österreich kommen und ein A1-Niveau an Deutschkenntnissen ... (Abg. Ing. Westenthaler: Die Rot-Weiß-Rot-Card sieht das nicht vor!) – Herr Westenthaler, wenn Menschen nach Österreich kommen und bereits ein A1-Level an Deutschkenntnissen haben (Abg. Ing. Westenthaler: Die Rot-Weiß-Rot-Card umgeht das, Herr Kollege! Sie müssen nicht Deutsch können, um einzuwandern!), dann fällt es wesentlich leichter, in Österreich die deutsche Sprache zu lernen, dann fällt es wesentlich leichter, in Österreich am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, und dann fällt es auch wesentlich leichter, sich mittelfristig zu integrieren.
Abg. Ing. Westenthaler: Wieso kommen Leute rein, die nicht Deutsch sprechen?
Ich glaube, dass es mittlerweile auch in diesem Haus unumstritten ist, dass Deutschkenntnisse der Schlüssel für eine gelungene Integration sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum lasst ihr dann Leute rein, die nicht Deutsch können?) In diesem Gesetz, vor allem mit der Regelung Deutsch vor Zuzug, wird, glaube ich, ein wichtiger Meilenstein dafür gelegt. (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso kommen Leute rein, die nicht Deutsch sprechen?) Wenn Menschen nach Österreich kommen und ein A1-Niveau an Deutschkenntnissen ... (Abg. Ing. Westenthaler: Die Rot-Weiß-Rot-Card sieht das nicht vor!) – Herr Westenthaler, wenn Menschen nach Österreich kommen und bereits ein A1-Level an Deutschkenntnissen haben (Abg. Ing. Westenthaler: Die Rot-Weiß-Rot-Card umgeht das, Herr Kollege! Sie müssen nicht Deutsch können, um einzuwandern!), dann fällt es wesentlich leichter, in Österreich die deutsche Sprache zu lernen, dann fällt es wesentlich leichter, in Österreich am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, und dann fällt es auch wesentlich leichter, sich mittelfristig zu integrieren.
Abg. Ing. Westenthaler: Die Rot-Weiß-Rot-Card sieht das nicht vor!
Ich glaube, dass es mittlerweile auch in diesem Haus unumstritten ist, dass Deutschkenntnisse der Schlüssel für eine gelungene Integration sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum lasst ihr dann Leute rein, die nicht Deutsch können?) In diesem Gesetz, vor allem mit der Regelung Deutsch vor Zuzug, wird, glaube ich, ein wichtiger Meilenstein dafür gelegt. (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso kommen Leute rein, die nicht Deutsch sprechen?) Wenn Menschen nach Österreich kommen und ein A1-Niveau an Deutschkenntnissen ... (Abg. Ing. Westenthaler: Die Rot-Weiß-Rot-Card sieht das nicht vor!) – Herr Westenthaler, wenn Menschen nach Österreich kommen und bereits ein A1-Level an Deutschkenntnissen haben (Abg. Ing. Westenthaler: Die Rot-Weiß-Rot-Card umgeht das, Herr Kollege! Sie müssen nicht Deutsch können, um einzuwandern!), dann fällt es wesentlich leichter, in Österreich die deutsche Sprache zu lernen, dann fällt es wesentlich leichter, in Österreich am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, und dann fällt es auch wesentlich leichter, sich mittelfristig zu integrieren.
Abg. Ing. Westenthaler: Die Rot-Weiß-Rot-Card umgeht das, Herr Kollege! Sie müssen nicht Deutsch können, um einzuwandern!
Ich glaube, dass es mittlerweile auch in diesem Haus unumstritten ist, dass Deutschkenntnisse der Schlüssel für eine gelungene Integration sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum lasst ihr dann Leute rein, die nicht Deutsch können?) In diesem Gesetz, vor allem mit der Regelung Deutsch vor Zuzug, wird, glaube ich, ein wichtiger Meilenstein dafür gelegt. (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso kommen Leute rein, die nicht Deutsch sprechen?) Wenn Menschen nach Österreich kommen und ein A1-Niveau an Deutschkenntnissen ... (Abg. Ing. Westenthaler: Die Rot-Weiß-Rot-Card sieht das nicht vor!) – Herr Westenthaler, wenn Menschen nach Österreich kommen und bereits ein A1-Level an Deutschkenntnissen haben (Abg. Ing. Westenthaler: Die Rot-Weiß-Rot-Card umgeht das, Herr Kollege! Sie müssen nicht Deutsch können, um einzuwandern!), dann fällt es wesentlich leichter, in Österreich die deutsche Sprache zu lernen, dann fällt es wesentlich leichter, in Österreich am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, und dann fällt es auch wesentlich leichter, sich mittelfristig zu integrieren.
Abg. Mag. Stadler: Ist das ein Titel? – Abg. Ing. Westenthaler: Ist das ein Titel, „Staatspraktikant“?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Westenthaler, nur zur Erinnerung: Es gab vor ein paar Jahren auch die Debatte hier im Haus und anschließend in der Präsidiale, dass weder Namen noch Titel hier in diesem Haus verunglimpft zu haben werden. (Abg. Mag. Stadler: Ist das ein Titel? – Abg. Ing. Westenthaler: Ist das ein Titel, „Staatspraktikant“?) Ich erinnere an diese Entscheidung und würde in Zukunft, sollte das nicht befolgt werden, Ordnungsrufe erteilen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein freundschaftlicher Tipp war das, Herr Kollege! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Ing. Westenthaler: Sie müssen das Rednerpult ein bisschen höher hinauf geben, dann hört man Sie!) Mit der Maßnahme „Deutsch vor Zuzug“ werden wir das entsprechend regeln und gut lösen. (Der Redner stellt das Rednerpult höher. – Heiterkeit und Beifall beim BZÖ.) – Herr Westenthaler, ich kann Ihnen gratulieren, Sie haben einen guten Beitrag geleistet, danke für den Hinweis. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein freundschaftlicher Tipp war das, Herr Kollege! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung FPÖ –: Was ist bei der Rückverweisung, da könntet ihr ja dabei sein? – Abg. Strache: Mit der Begründung nicht!
Über diesen Rückverweisungsantrag ist zuerst abzustimmen, und daher ersuche ich jene Mitglieder des Hohen Hauses, die sich dafür aussprechen, den Gesetzentwurf betreffend Fremdenrechtsänderungsgesetz 2011 in 1160 der Beilagen nochmals an den Ausschuss für innere Angelegenheiten zu verweisen, um ein Zeichen. – Das ist die Minderheit. Der Antrag ist somit abgelehnt. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung FPÖ –: Was ist bei der Rückverweisung, da könntet ihr ja dabei sein? – Abg. Strache: Mit der Begründung nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Frau Präsidentin! Frau Ablinger ist nicht hier! Können wir noch auf Frau Ablinger warten?
Ich ersuche jene Damen und Herren, die für diesen Gesetzentwurf sind, um ein Zeichen der Zustimmung. (Abg. Ing. Westenthaler: Frau Präsidentin! Frau Ablinger ist nicht hier! Können wir noch auf Frau Ablinger warten?) – Das ist die Mehrheit. Der Antrag ist somit angenommen.
Abg. Ing. Westenthaler: Ablinger ist die Erste! – Abg. Grosz: Jetzt warten wir alle, bis die Ablinger als Erste hinausgeht! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Ich ersuche jene Abgeordneten, die für den Gesetzentwurf betreffend Fremdenrechtsänderungsgesetz 2011 (Abg. Ing. Westenthaler: Ablinger ist die Erste! – Abg. Grosz: Jetzt warten wir alle, bis die Ablinger als Erste hinausgeht! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) – Meine Damen und Herren, ich werde jetzt nicht fortsetzen, bevor nicht etwas mehr Ruhe im Saal ist.
Abg. Riepl: Da ist einer gesessen! – Gegenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Wenn Sie für diesen Entwurf sind, bitte ich um ein Zeichen. Das ist einstimmig angenommen. (Abg. Riepl: Da ist einer gesessen! – Gegenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Dr. Matznetter: Ist nicht da, nächster Redner! – Abg. Ing. Westenthaler: Die Wortmeldung wird ausfallen!
Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Dr. Fichtenbauer. – Bitte. (Abg. Dr. Matznetter: Ist nicht da, nächster Redner! – Abg. Ing. Westenthaler: Die Wortmeldung wird ausfallen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Tja, eine gewisse Unschärfe! – Abg. Kopf: Jetzt sei nicht so! – Heiterkeit im Saal.
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Kolleginnen und Kollegen! Es gibt eine sozialdemokratische Logik, die so kompliziert ist, dass es einige Zeit braucht, das nachzuzeichnen. Versuchen wir es an diesem Beispiel, Herr Kollege Gaßner! Ich habe den Antrag gestellt, der Assistenzeinsatz möge beendet werden. Sie sagen jetzt, der Assistenzeinsatz wird beendet – und nehmen das als Begründung, den Antrag auf Beendigung des Assistenzeinsatzes abzulehnen! Ist das logisch? (Abg. Ing. Westenthaler: Tja, eine gewisse Unschärfe! – Abg. Kopf: Jetzt sei nicht so! – Heiterkeit im Saal.) – Sagen wir, es gibt eine gewisse Logikunschärfe bei der Sozialdemokratie. (Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.) – Kollege Gaßner, reden wir doch über den Kern dieser ganzen Geschichte!
Abg. Ing. Westenthaler: Es spricht der künftige Finanzminister! – Abg. Grosz: Der Minister of Finance!
Grundsätzlich werden diese Alarmstarts, sogenannte COMMLOSS-Flüge oder, wie vorhin erwähnt, „No Radio Contact“-Flüge, durch nicht registrierte Luftfahrzeuge ausgelöst (Abg. Ing. Westenthaler: Es spricht der künftige Finanzminister! – Abg. Grosz: Der Minister of Finance!), mit denen die zuständigen Flugsicherungsdienststellen über einen längeren Zeitraum hinweg keinen Funkkontakt herstellen können. In einem solchen Fall wird ein Flugzeug als Sicherheitsproblem angesehen, und durch den Einsatz von Luftraumüberwachungsflugzeugen soll die Ursache für den Kontaktverlust festgestellt und geklärt werden. Die zur Identitätsfeststellung dieser nicht registrierten Flugzeuge eingesetzten Flugzeuge des österreichischen Bundesheeres fangen die unbekannten Maschinen ab und geleiten sie zur österreichischen Grenze.
Abg. Ing. Westenthaler: Ungeheuerlich!
Letztlich sage ich Ihnen jetzt einmal, mit wem Sie es zu tun haben. Ich bin am 5. April aufgrund meiner Rede bei einer Einvernahme gewesen, und man wollte wissen, wer der Kinderschänderring ist. Ich habe dort Angaben gemacht. Am nächsten Tag ruft der feine Herr Pleischl – das muss man euch zugutehalten, gegen den wart ihr damals; der ist damals noch über Druck Böhmdorfers überhaupt das geworden, was er heute ist – bei der Staatsanwältin an und will wissen, was der Stadler ausgesagt hat. Er hat dann – und jetzt müssen Sie sich anschnallen – dieser Staatsanwältin die Weisung erteilt, sie solle meine Aussage in Kopie dem Herrn Staatsanwalt Kronawetter geben – das ist zufällig jener, der seinerzeit die Strasser-Akten im Akt übersehen hat, bis sie verjährt waren, meine Damen und Herren. (Abg. Ing. Westenthaler: Ungeheuerlich!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung ÖVP –: Die Staatsanwaltschaft Wien, das ist eine Verbrecherpartie in Wahrheit, und ihr wisst das ganz genau!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als nächster Redner zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Dr. Pilz. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung ÖVP –: Die Staatsanwaltschaft Wien, das ist eine Verbrecherpartie in Wahrheit, und ihr wisst das ganz genau!)
Abg. Mag. Stadler: Das kennen wir! – Abg. Ing. Westenthaler: Das kennen wir alles!
Und wie soll ein Abgeordneter, auf den es keinen Hinweis gibt, einen völlig unbekannten Beamten angestiftet haben? Das heißt, ohne jeden konkreten Verdacht wurde ein Verfahren gegen einen Abgeordneten eingeleitet. (Abg. Mag. Stadler: Das kennen wir! – Abg. Ing. Westenthaler: Das kennen wir alles!)
Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich! Das ist ja DDR, Moskau ...!
Dann ist der Herr Kröll verhaftet worden. Und im Haftbefehl steht, der Grund dafür ist, weil er sich mit mir treffen wollte. (Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich! Das ist ja DDR, Moskau ...!) Das ist ja schon einmal in diesem Haus kurz verlesen worden.
Sitzung Nr. 105
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Völliges Versagen! Lauter Blabla, aber nichts dahinter! – Ruf bei der ÖVP: Ah, der Westenthaler ist da!
(Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Völliges Versagen! Lauter Blabla, aber nichts dahinter! – Ruf bei der ÖVP: Ah, der Westenthaler ist da!)
Abg. Steibl: Aber es muss auch eine Antwort geben! – Ruf bei der SPÖ: Aber bei Bandion-Ortner ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten eigentlich die Abgeordneten verteidigen, nicht die Minister!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Wir gelangen zur Anfrage 110/M. (Abg. Rädler: Warum haben Sie das Mikrophon abgedreht?) – Weil es keine Zusatzfrage zur Zusatzfrage gibt, Herr Abgeordneter – ganz einfach. (Abg. Steibl: Aber es muss auch eine Antwort geben! – Ruf bei der SPÖ: Aber bei Bandion-Ortner ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten eigentlich die Abgeordneten verteidigen, nicht die Minister!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind die Pflichtverteidigerin der Minister? – Abg. Steibl: Nicht wie zu antworten, aber zu antworten! – Abg. Rädler: ... zu Hause bleiben?
Was die Antwort betrifft: Meine Damen und Herren, wir haben diese Debatte über die Antwortgestaltung auch in einer der letzten Präsidialen besprochen, und ich habe dort ebenfalls wiederholt dargestellt, dass ich es nicht in der Hand habe, den Damen und Herren Ministerinnen und Ministern vorzuschreiben, wie sie zu antworten haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind die Pflichtverteidigerin der Minister? – Abg. Steibl: Nicht wie zu antworten, aber zu antworten! – Abg. Rädler: ... zu Hause bleiben?)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind aber auch nicht die Pflichtverteidigerin der Regierungsmitglieder! Eigentlich sind Sie Abgeordnete! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Die Abgeordneten haben das Instrument, in der Fragestunde Fragen zu stellen, sie haben die Möglichkeit, schriftliche Anfragen zu stellen, und vieles andere mehr. – So besagt es die Geschäftsordnung, meine Damen und Herren. Es ist nicht mehr und nicht weniger. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind aber auch nicht die Pflichtverteidigerin der Regierungsmitglieder! Eigentlich sind Sie Abgeordnete! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Nicht nur über Kärnten!
Herr Bundeskanzler, wenn jemand so wie Ihr Kollege Jan Krainer hier herinnen permanent Blödsinn über Kärnten vom Rednerpult aus von sich gibt, so ist das seine Sache. (Abg. Ing. Westenthaler: Nicht nur über Kärnten!) Gefährlich wird es nur dann, wenn er diesen Blödsinn selber zu glauben anfängt, denn dann muss man sich um seine Gesundheit ernsthaft Sorgen machen. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Krainer.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist beim Klatschen immer so! Was ist heute los mit Ihnen, Frau Präsidentin?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer (das Glockenzeichen gebend): Meine Damen und Herren! Wenn die Geräuschkulisse in diesem Saal so enorm zunimmt, ist es hier am Präsidium nicht mehr möglich (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist beim Klatschen immer so! Was ist heute los mit Ihnen, Frau Präsidentin?) – nein, während der Wortmeldung –, alles nachzuvollziehen, was gesagt wurde. Es hat am Anfang sehr laute Zwischenrufe gegeben. Ich werde mir deswegen auch die Rede des Herrn Abgeordneten Linder noch in schriftlicher Form anschauen und mir das Protokoll kommen lassen. (Abg. Krainer: 500 € pro Familie ...! ... für Kärnten zahlen! – Abg. Strache – in Richtung SPÖ –: Die Bayern habt ihr entschuldet mit österreichischem Steuergeld!)
Zwischenruf des Abg. Obernosterer. – Abg. Ing. Westenthaler: Der kennt sich auch aus!
Das geht uns alles nichts an, meine Herren aus der drittletzten Reihe der Österreichischen Volkspartei. Das ist alles so lustig. (Zwischenruf des Abg. Obernosterer. – Abg. Ing. Westenthaler: Der kennt sich auch aus!) Auch aus der vorletzten Reihe der Österreichischen Volkspartei. Es ist auch lustig, dass wir Zwischenrufe machen, aber vielleicht wäre es interessant, auch eine österreichische Position zu diesem Problem in der Außenpolitik zu entwickeln und das hier im österreichischen Nationalrat zu entwickeln. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall der Abg. Dr. Plassnik. – Abg. Grosz: Einsamer Beifall! – Abg. Ing. Westenthaler: Noch einmal, bitte!
Aus diesem Grund bin ich sehr dankbar dafür, dass unser Außenministerium neben den großen Herausforderungen, die sich jeden Tag stellen und zu denen das Außenministerium die österreichische Position auf europäischer Ebene und der Außenminister und die anderen Minister gegenüber der Bevölkerung jeden Tag vertreten müssen, auch noch Zeit hat, langfristige und schwierige Projekte, heute vielleicht nicht die allerallerschwierigsten, sondern erfreulichere und ein wenig einfachere, auch zu Ende zu führen. Ich danke auch den Mitarbeitern im Außenamt, dass sie nicht so wie die Opposition nur auf die schnelle Schlagzeile des Tages schauen, sondern eine wichtige und langfristige Beziehungsarbeit mit unseren Freunden in aller Welt leisten. Das ist nämlich genau das, worauf ein kleines Land wie Österreich bauen muss. (Beifall der Abg. Dr. Plassnik. – Abg. Grosz: Einsamer Beifall! – Abg. Ing. Westenthaler: Noch einmal, bitte!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wo bleiben die Blumen? – Abg. Grosz: Gibt es da vielleicht auch noch einen Kuss?
Herr Staatssekretär Dr. Waldner, ich freue mich ganz besonders, und ich habe zum ersten Mal die Gelegenheit, Ihnen das auch offiziell zu sagen, dass Sie diese Aufgabe jetzt wahrnehmen. (Abg. Grosz: Jetzt wird es aber innig!) Ich freue mich auch auf die Zusammenarbeit mit Ihnen, und ich wünsche Ihnen im Besonderen die notwendige, ruhige Hand in schwierigen Zeiten. Ich bin sicher, dass Sie sie haben, und froh, dass das Geschick des Außenamts und Österreichs in Ihren und den Händen des Außenministers liegt, und nicht in den maximal amüsierten Händen unserer Opposition, die auch über wichtige Dinge meistens nur lachen kann. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wo bleiben die Blumen? – Abg. Grosz: Gibt es da vielleicht auch noch einen Kuss?)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sitzen ganz links außen!
Daher, sehr geehrte Damen und Herren, finde ich, dass es nicht nur ein Wohlfühlpunkt oder Wohlfühlprogramm ist, so wie das Kollege Scheibner aus der dritten Reihe immer wieder bezeichnet hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sitzen ganz links außen!) Morgen haben wir ja die Gelegenheit, dass wir Europa in der Aktuellen Stunde debattieren. Wir haben im Außenpolitischen Ausschuss die aktuelle Aussprache gehabt, wir haben den Südtirol-Ausschuss gehabt. Morgen werden wir Europa diskutieren. (Abg. Scheibner: Sie brauchen aber auch die Opposition dazu!)
Abg. Ing. Westenthaler: Schüttelreim!
Meine Damen und Herren, ich komme schon zum Schluss. (Abg. Ing. Westenthaler: Schüttelreim!) – Der Schüttelreim kommt noch. Die Zeitungen sind heute voll von einem Ereignis in New York drüben. Was war? Dazu ist mir nur ein Zweizeiler eingefallen, den ich sagen möchte:
Abg. Ing. Westenthaler: ... Geschäftsordnung!
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ich bin jetzt in zweifacher Weise schockiert: einerseits über den Zweizeiler (Abg. Ing. Westenthaler: ... Geschäftsordnung!) beziehungsweise Zweireiher des Kollegen Großruck, der offensichtlich vollkommen unüberlegt eine versuchte Vergewaltigung als Leistung für einen älteren Mann dargestellt hat, und das noch dazu weiterausbaut in der Form, dass er sagt: sollte sich hier jemand verletzt fühlen. – Ich
Abg. Ing. Westenthaler: ... kein objektiver Präsident mehr! – Weitere Zwischenrufe bei BZÖ und Grünen.
Zweitens bin ich sehr erstaunt über Ihre Vorgangsweise, Herr Präsident, dass wir jetzt einfach die RednerInnenordnung über den Haufen schmeißen. (Abg. Ing. Westenthaler: ... kein objektiver Präsident mehr! – Weitere Zwischenrufe bei BZÖ und Grünen.) – Ich weiß nicht, welche Vorleistungen da sind, aber hier eine ordentliche Debatte zur Entgleisung von vorhin einzuleiten, das wäre eigentlich Ihre Aufgabe als Präsident gewesen.
Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident, Sie kritisieren den von der ÖVP für das Kuscheln, dass ...!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Klubobmann Kopf, ebenfalls zur Geschäftsordnung, zu Wort. – Bitte. (Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident, Sie kritisieren den von der ÖVP für das Kuscheln, dass ...!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Zweizeiler! – Abg. Ing. Westenthaler: Einen Vierzeiler aus zwei Zeilen!
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Hohes Haus! Der Abgeordnete Großruck hat vorhin einen Vierzeiler, wie er es des Öfteren macht (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Zweizeiler! – Abg. Ing. Westenthaler: Einen Vierzeiler aus zwei Zeilen!) – oder einen Zweizeiler, okay, ist das jetzt wichtig? –, zum Besten gegeben, der zutiefst unangebracht, unangemessen und verletzend war. Er hat sich dafür entschuldigt.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben die Geschäftsordnung nicht befolgt!
Manchmal passiert es, dass sich jemand, der einen Fehler ausbessern möchte, sozusagen noch weiter hineinreitet. Das ist meines Erachtens hier passiert. Am Ende bitte ich aber, zur Kenntnis zu nehmen, dass nicht ich den Fehler gemacht habe in der inhaltlichen Natur, sondern nach meinem Dafürhalten ein Abgeordneter dieses Hauses. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben die Geschäftsordnung nicht befolgt!) – Man kann die Geschichte jetzt natürlich auch in Richtung Vorsitzführung hindrehen, wenn man es so will. Das nehme ich zur Kenntnis.
Abg. Ing. Westenthaler: So schnell geht das!
Bitte zur Kenntnis zu nehmen, dass der Nächste auf der Rednerliste Herr Abgeordneter Gahr gewesen wäre – und es hat der Herr Großruck mit Herrn Gahr getauscht. Das muss man zur Kenntnis nehmen. (Abg. Ing. Westenthaler: So schnell geht das!) Das habe ich über die Intervention meinerseits, die ich veranlasst habe, letztlich so durchgeführt. (Abg. Ing. Westenthaler: Eine Geschäftsordnungsmeldung ist sofort anzumelden!)
Abg. Ing. Westenthaler: Eine Geschäftsordnungsmeldung ist sofort anzumelden!
Bitte zur Kenntnis zu nehmen, dass der Nächste auf der Rednerliste Herr Abgeordneter Gahr gewesen wäre – und es hat der Herr Großruck mit Herrn Gahr getauscht. Das muss man zur Kenntnis nehmen. (Abg. Ing. Westenthaler: So schnell geht das!) Das habe ich über die Intervention meinerseits, die ich veranlasst habe, letztlich so durchgeführt. (Abg. Ing. Westenthaler: Eine Geschäftsordnungsmeldung ist sofort anzumelden!)
Sitzung Nr. 107
Abg. Ing. Westenthaler: Sehr schmallippig, die Frau Finanzministerin!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zu einer einleitenden Stellungnahme hat sich Frau Bundesministerin Dr. Fekter zu Wort gemeldet. Die Redezeit soll 10 Minuten nicht übersteigen. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Sehr schmallippig, die Frau Finanzministerin!)
Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie auch einen Reim für uns?
Bundesministerin für Finanzen Mag. Dr. Maria Theresia Fekter: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Hohes Haus! Werte Zuseherinnen und Zuseher! (Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie auch einen Reim für uns?) Herr Bucher, Sie haben es nicht verstanden! (Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit beim BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Bucher.) Das ist ein Sanierungsplan, der schlussendlich zu dem Ergebnis führen soll (Abg. Bucher: ... Beamten-Regierung, ihr solltet einmal in die Privatwirtschaft gehen! Geldvernichtungsregierung!), dass Griechenland und dass Portugal die Hausaufgaben machen, sprich Reformen umsetzen. Dafür leihen wir ihnen Geld, und Griechenland zahlt Zinsen dafür. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wann denn? – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.) Österreich hat bisher 19,5 Millionen € an Zinsen bekommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Kein Mensch glaubt Ihnen das!)
Abg. Ing. Westenthaler: Kein Mensch glaubt Ihnen das!
Bundesministerin für Finanzen Mag. Dr. Maria Theresia Fekter: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Hohes Haus! Werte Zuseherinnen und Zuseher! (Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie auch einen Reim für uns?) Herr Bucher, Sie haben es nicht verstanden! (Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit beim BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Bucher.) Das ist ein Sanierungsplan, der schlussendlich zu dem Ergebnis führen soll (Abg. Bucher: ... Beamten-Regierung, ihr solltet einmal in die Privatwirtschaft gehen! Geldvernichtungsregierung!), dass Griechenland und dass Portugal die Hausaufgaben machen, sprich Reformen umsetzen. Dafür leihen wir ihnen Geld, und Griechenland zahlt Zinsen dafür. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wann denn? – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.) Österreich hat bisher 19,5 Millionen € an Zinsen bekommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Kein Mensch glaubt Ihnen das!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das führt Österreich in die Pleite! Das ist die Wahrheit!
Und ich sage Ihnen Folgendes: Sanieren ist allemal gescheiter, als in die Pleite zu schicken, so wie Sie das wollen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das führt Österreich in die Pleite! Das ist die Wahrheit!)
Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich! Wieder 2 Prozent weniger!
Der Euro ist eine Erfolgsgeschichte (Abg. Vilimsky: Geh bitte!), und zwar seit seiner Einführung. (Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich! Wieder 2 Prozent weniger!) Er hat uns mehr Preisstabilität gebracht, weniger Inflation und international große Chancen und Erfolge. (Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.) Er hat allen Sparern ihr Sparguthaben gesichert. Seit wir den Euro haben, war die Inflation immer niedriger als davor. (Abg. Mag. Stefan: Der Schilling wäre natürlich schon längst untergegangen!) Derzeit steuern wir einem Inflationsanstieg entgegen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: „Zu blöd, zu feig“!
Wir haben daher auch keine Euro-Krise. Der Euro ist eine starke Währung, ist eine stabile Währung. (Abg. Ing. Westenthaler: „Zu blöd, zu feig“!) Das zeigt das Verhältnis zum Dollar, das zeigt, wie der Euro in der Welt gehandelt wird. Aber wir haben eine Schuldenkrise von manchen Euro-Ländern, und daher müssen wir diesen Ländern sagen, dass es so nicht geht. (Abg. Vilimsky: Und zahlen tun wir!) Wenn diese Länder ihre Staatsfinanzen nicht in Ordnung bringen, dann bekommen alle ein Problem, und daher üben wir Druck auf Griechenland aus, daher üben wir Druck auf Portugal aus, indem wir ihnen Geld borgen (Abg. Grosz: Das wir nie zurückbekommen!), aber gleichzeitig Reformen einfordern. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Grosz: Das ist Schenken, nicht Borgen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Bravo! – Abg. Scheibner: Gott sei Dank wissen wir, warum!
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (BZÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Ich habe heute im „Kurier“ gelesen, dass der Herr Bundeskanzler und der neue Vizekanzler ein Sprechverbot für Fachminister bei Regierungssitzungen ausgegeben haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Bravo! – Abg. Scheibner: Gott sei Dank wissen wir, warum!) Jetzt wissen wir, warum. Wenn man der Frau Finanzminister zuhört, dann kommt man schon wirklich in Versuchung, dem Herrn Treichl mit seiner Kritik an der Regierung und an der Regierungspolitik recht zu geben (Abg. Hornek: Ha, ha, ha!), wenn er sagt: zu blöd, ahnungslos in Wirtschaftsfragen. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Hornek: Stadler!)
Abg. Ing. Westenthaler: Rekordverluste!
Das ist doch Faktum. Das ist es doch, was wir heute erleben. Bruno Kreisky rotiert doch in seiner Urne, wenn er von so einer Finanzministerin hört. (Abg. Mag. Molterer schüttelt den Kopf.) – Du brauchst den Kopf nicht zu schütteln! Der Molterer Wilhelm tritt hier als ehemaliger Finanzminister ans Rednerpult und erklärt uns, dass es uns deswegen so schlecht geht, weil es die Hypo Alpe-Adria gibt. Seit zwei Jahren gibt es dort eine rote und schwarze Führung – und Sensationsverluste (Abg. Ing. Westenthaler: Rekordverluste!), Rekordverluste, meine Damen und Herren! So schaut’s aus mit Ihrer Kuchlkastl-Finance-Politik.
Abg. Ing. Westenthaler – eine Seite des „Kurier“ in die Höhe haltend –: Frau Minister!
Die Österreichische Volkspartei hat als Wirtschaftspartei abgedankt. Das ist doch ein Faktum. Es ist auch nicht anders zu erwarten von einer Beamtenpartei, die heute am Gängelband der Banken geführt wird. (Abg. Ing. Westenthaler – eine Seite des „Kurier“ in die Höhe haltend –: Frau Minister!) Es ist nicht anders zu erwarten von einer Bankenpartei.
Abg. Ing. Westenthaler: „Danke“ Euro!
Ja, wollen Sie jetzt dem österreichischen Steuerzahler sagen, dass wir das alles abdecken sollen, weil das europäische Gesinnung Marke Glawischnig sei? Wenn es den Griechen schlecht geht, soll es den Österreichern auch schlecht gehen? Meine Damen und Herren, den Österreichern geht es schlecht! Hätte man im Jahre 1994 geglaubt, dass in diesem Land ein Schnitzel einmal 206 Schilling kosten wird? – Das ist die Umrechnung vom heutigen Eurowert. – „Erfolgsgeschichte“ Euro! (Abg. Ing. Westenthaler: „Danke“ Euro!) – Hätte man geglaubt, dass 150 Schilling für ein Rindsgulasch gezahlt werden sollen? Hätten Sie das den Österreichern im Jahre 1994 gesagt, dann hätten Sie die Volksabstimmung haushoch verloren, meine Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das jetzt mit den siebziger Jahren? Sind Sie auch der Meinung, dass Österreich in den siebziger Jahren dort war, wo Griechenland jetzt ist?
Staatssekretär im Bundesministerium für Finanzen Mag. Andreas Schieder: Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Sehr geehrte Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das jetzt mit den siebziger Jahren? Sind Sie auch der Meinung, dass Österreich in den siebziger Jahren dort war, wo Griechenland jetzt ist?) Es ist in dieser heutigen Debatte zu diesen schwierigen Themen schon viel Richtiges gesagt worden, aber auch viel Falsches. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das mit den siebziger Jahren, Herr Staatssekretär? Sind wir dort angelangt?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das mit den siebziger Jahren, Herr Staatssekretär? Sind wir dort angelangt?
Staatssekretär im Bundesministerium für Finanzen Mag. Andreas Schieder: Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Sehr geehrte Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das jetzt mit den siebziger Jahren? Sind Sie auch der Meinung, dass Österreich in den siebziger Jahren dort war, wo Griechenland jetzt ist?) Es ist in dieser heutigen Debatte zu diesen schwierigen Themen schon viel Richtiges gesagt worden, aber auch viel Falsches. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das mit den siebziger Jahren, Herr Staatssekretär? Sind wir dort angelangt?)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber wie ist das mit den siebziger Jahren?
Lassen Sie mich zusammenfassen: Erstens halte ich die Beschlüsse der Europäischen Union, der europäischen Finanzminister, des Währungsfonds und aller, die beteiligt sind, für richtig und wichtig – auch wenn es schwere Beschlüsse sind, die man nicht leichtfertig trifft. Es ist politische Verantwortung, die richtigen Entscheidungen manchmal auch dann zu treffen, wenn sie schwer zu erklären sind. Auch wenn sie schwer zu fällen sind, sind sie trotzdem im Interesse aller die richtigen. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber wie ist das mit den siebziger Jahren?) Das müssen auch die Herren Westenthaler und Strache hier einmal zur Kenntnis nehmen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Staatssekretär, was ist mit den siebziger Jahren? Wie ist das mit Kreisky gewesen? – Warum sagt er nichts dazu?
Es ist entscheidend zur Stabilisierung der betroffenen Länder, aber auch in unserem eigenen Interesse. (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Staatssekretär, was ist mit den siebziger Jahren? Wie ist das mit Kreisky gewesen? – Warum sagt er nichts dazu?) Die Mitgliedschaft in der Europäischen Union und auch in der Währungsunion hat Österreich den Wohlstand gebracht beziehungsweise vermehrt. (Abg. Mag. Stadler: Reden wir in einem Jahr wieder!) Wenn wir nur daran denken, dass die Inflationsrate – auch für den Herrn Stadler – zu Zeiten des Schillings wesentlich höher war als die Inflationsrate des Euro-Jahrzehnts, dann sehen wir, dass der Euro auch in dieser Hinsicht, in Sachen Preisstabilität erfolgreich war – vor allem für die starken Länder in der Eurozone. (Abg. Mag. Stadler: Oder reden wir im Herbst wieder!)
Abg. Mag. Stadler: Das nächste Fettnäpfchen! – Abg. Ing. Westenthaler: Siebziger Jahre!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Frau Bundesministerin Dr. Fekter hat sich noch einmal zu Wort gemeldet. Die Redezeit darf 5 Minuten nicht übersteigen. – Bitte. (Abg. Mag. Stadler: Das nächste Fettnäpfchen! – Abg. Ing. Westenthaler: Siebziger Jahre!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Von einem Fettnäpfchen ins nächste! – Abg. Petzner: Der Schieder fällt ...! – Abg. Kickl: Mit jeder Wortmeldung wird es noch ärger! – Abg. Ing. Westenthaler: Wären Sie bei der Kieberei geblieben!
Ich kann mich noch erinnern an die Krise – ich bin halt ein bisschen älter als die meisten hier – der Verstaatlichten, an die Krise der AMAG, an die Krise der Voest, an die Krise in Steyr, an die Krise in der Steiermark. (Anhaltende Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.) Erst seitdem wir privatisiert haben, sind das blühende Erfolgsunternehmen geworden. Das war mein Vergleich mit der Verstaatlichten. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Von einem Fettnäpfchen ins nächste! – Abg. Petzner: Der Schieder fällt ...! – Abg. Kickl: Mit jeder Wortmeldung wird es noch ärger! – Abg. Ing. Westenthaler: Wären Sie bei der Kieberei geblieben!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sitzt am Schoß vom Häupl! ... !
Ich meine, da braucht dann nur mehr der Herr Strutz herauszukommen, der zwischen einer Investmentbank und einer Investitionsbank nicht unterscheiden kann. (Heiterkeit bei der ÖVP.) Aber das ist ja nur die Spitze, darunter spielt sich sowieso nichts anderes ab. (Abg. Ing. Westenthaler: Sitzt am Schoß vom Häupl! ... !)
Abg. Ing. Westenthaler: Pass auf, dass du nicht ausrutscht auf der Schleimspur!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Scheibner. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Pass auf, dass du nicht ausrutscht auf der Schleimspur!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie glaubt das!
Frau Finanzministerin! Sie sagen, das ist ein Finanzierungsplan für Griechenland zur Sanierung, und die zahlen Zinsen. – Großartig! Na, dann bitte noch 10 Milliarden, nein 50 Milliarden, wenn das ein Geschäft ist! Dann Geld hineinpumpen, weil wir damit unsere ganzen Defizite sanieren! – Das kann doch nicht wirklich Ihr Ernst sein. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie glaubt das!)
Sitzung Nr. 109
Abg. Ing. Westenthaler: Warum werden Sie nicht Finanzministerin von Griechenland? Das wäre für alle besser!
Griechenland wird noch längere Zeit brauchen, um wirtschaftliches Wachstum zu kreieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum werden Sie nicht Finanzministerin von Griechenland? Das wäre für alle besser!) Auch dafür hat der Internationale Währungsfonds eigene Projekte aufgestellt, damit dort die Wirtschaft wieder von selber auf die Beine kommt. Es sind daher Maßnahmen notwendig, die einerseits einen Sparkurs in Griechenland, Privatisierungen und ein ordentliches Steuersystem gewährleisten, aber auch Wirtschaftswachstum in Griechenland generieren. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Deimek: So stelle ich mir das vor!)
Abg. Ing. Westenthaler: Mehr Geld für Österreich!
Und wenn Sie sagen, die Griechen sind pleite, kein Geld mehr nach Griechenland, dann müssen Sie den österreichischen Steuerzahlern aber auch sagen, was das heißt: Ein Zahlungsstopp und eine Pleite würden bedeuten, dass das, was wir ihnen geborgt haben (Abg. Vilimsky: Nicht wir! Sie! – Rufe bei FPÖ und BZÖ: Sie!), als Kredit gegeben haben (Abg. Ing. Westenthaler: Mehr Geld für Österreich!), schlagartig bei den Steuerzahlen schlagend werden würde. (Abg. Strache: Sie haben das gegen unsere Stimmen und Interessen getan! – Abg. Mag. Stadler: Das haben wir vor einem Jahr vorausgesagt! Das ist unglaublich! Vor zehn Minuten haben Sie gesagt, ...! – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist furchtbar, was Sie ...!
Daher möchte ich die Griechen nicht in die Pleite schicken. (Abg. Strache: Sie treiben Österreich in die Pleite!) Griechenland in die Pleite zu schicken ist engstirnig und kurzsichtig (Beifall bei ÖVP und SPÖ), und zwar deshalb, weil wir all jene, die griechische Staatsanleihen gekauft haben – und das sind auch die Pensionskassen, das sind die Pensionisten in Europa –, nicht im Stich lassen werden (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist furchtbar, was Sie ...!), sondern wir werden dafür sorgen, dass es hier zu einem geordneten Schuldenabbau kommt. (Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Kickl: Das ist der totale Zusammenbruch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Zurück in die Schottergrube! – Abg. Strache: Das Motto ist: Unser Schotter nach Griechenland!
schwierigen Problems mitarbeiten. (Abg. Ing. Westenthaler: Zurück in die Schottergrube! – Abg. Strache: Das Motto ist: Unser Schotter nach Griechenland!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Die Hilflosigkeit kommt schon aus dem Fernseher! – Abg. Ing. Westenthaler: Das Beste an der Rede war, dass Sie sich jetzt niedergesetzt haben!
Wir sichern die Finanzierung bis 2014, was aus einer Mischung von mehreren Komponenten besteht: eine freiwillige Beteiligung des Privatsektors durch Laufzeitverlängerung bestehender Anleihen; ein neues Programm des Internationalen Währungsfonds, auch mit längeren Laufzeiten und allenfalls einem höheren Volumen, wozu sich der Internationale Währungsfonds auch bekennt; die Ausnutzung der bestehenden EU-Instrumente, die dazu da sind, dass man den Schwächeren in der Eurozone hilft, um unser System zu stabilisieren. – Danke. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Die Hilflosigkeit kommt schon aus dem Fernseher! – Abg. Ing. Westenthaler: Das Beste an der Rede war, dass Sie sich jetzt niedergesetzt haben!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt die Rede aus den siebziger Jahren! Der Heinz Conrads aus dem Parlament!
Als nächster Redner zu Wort gelangt Herr Klubvorsitzender Dr. Cap. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt die Rede aus den siebziger Jahren! Der Heinz Conrads aus dem Parlament!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das wäre aber gut!
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP): Frau Präsidentin! Frau Bundesminister! Herr Staatssekretär! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich glaube, ich stehe nicht im Verdacht, auf die Argumentationslinie der FPÖ oder des BZÖ einschwenken zu wollen (Abg. Ing. Westenthaler: Das wäre aber gut!), aber ich möchte ausnahmsweise meinen Debattenbeitrag mit einer Kritik an der Europäischen Union und damit an uns selbst beginnen, denn wir sind ja Mitglied dieser Europäischen Union.
Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!
dieses Griechenlandpaket politisch nicht überleben. Es wird ein Desaster, und dieses Desaster haben Pröll und Fekter zu verantworten und sonst niemand. (Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!)
Abg. Ing. Westenthaler: Er weiß schon, warum!
Ich sage dir, lieber Kollege Cap, häng dich ja nicht zu weit hinein. Du bist eh hier herausgekommen und hast gesagt, die bösen Neoliberalen, aber du hast mit keinem Wort deine Ministerin verteidigt. (Abg. Ing. Westenthaler: Er weiß schon, warum!) Das war bezeichnend, denn die SPÖ ist jetzt schon dabei, sich zu verabschieden. Ich bin nur gespannt, wie lange sich der Herr Staatssekretär Schieder noch da hinausschicken lässt, denn den versucht ja die ÖVP mit hineinzuziehen.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist das neue Leistungsprinzip! Mit drei Fünfern aufsteigen! Das VP-Leistungsprinzip!
merzen versuchen, dass Schülerinnen und Schüler mit einer optimalen Ausbildung auf dem Arbeitsmarkt von Morgen eine gute Zukunft vorfinden. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist das neue Leistungsprinzip! Mit drei Fünfern aufsteigen! Das VP-Leistungsprinzip!) Meine Damen und Herren, diese Maßnahmen werden Österreich verändern, gar keine Frage. Sie werden jungen Leuten in Zukunft bessere Chancen bieten. Das war gut und richtig so. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: ... die Regierungserklärung ist das Thema, sonst gar nichts! Ihr seid Thema!
Wir schauen uns alle Ihre ... (Abg. Ing. Westenthaler: ... die Regierungserklärung ist das Thema, sonst gar nichts! Ihr seid Thema!) – Seit wann verteidigen Sie die Blauen, Herr Kollege Westenthaler? Wechseln Sie wieder die Seiten?
Ruf beim BZÖ: Genau! – Abg. Ing. Westenthaler: Er hat die Oppositions-Platte aufgelegt!
Haben Sie das nicht bei den Reden von Herrn Cap gemerkt? – Da spricht die Opposition! (Ruf beim BZÖ: Genau! – Abg. Ing. Westenthaler: Er hat die Oppositions-Platte aufgelegt!) Der hat ja mit keinem Wort die Regierung verteidigt! Der hat ja mit keinem Wort das gelobt, was die Regierung ... (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Nun, ich habe ja volles Verständnis für Ihre Aussagen, Herr Klubobmann, denn es gibt ja auch nichts zu loben. Es ist reiner Stillstand! (Abg. Kopf: Ständige Wiederholung macht es nicht wahrer!) Es ist die Verlängerung des Stillstandes pur! Das Einzige, was sich geändert hat: Man ist von einem Schlafwagenabteil in das nächste Schlafwagenabteil gegangen. Das ist die Veränderung, die man am Semmering vorgenommen hat! (Beifall beim BZÖ.)
Ruf beim BZÖ: Was ist mit der Bildungsreform? – Abg. Ing. Westenthaler: Die Ministerin erklärt uns jetzt das neue ÖVP-Leistungsprinzip: Mit drei Fünfern darf man aufsteigen!
Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur Dr. Claudia Schmied: Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Liebe Regierungsmitglieder! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Hohes Haus! (Ruf beim BZÖ: Was ist mit der Bildungsreform? – Abg. Ing. Westenthaler: Die Ministerin erklärt uns jetzt das neue ÖVP-Leistungsprinzip: Mit drei Fünfern darf man aufsteigen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wo ist das, dass die Beamten jetzt auch 45 Dienstjahre brauchen? – Abg. Ing. Westenthaler: Die ältesten Studenten und die jüngsten Pensionisten!
Und die Langzeitversicherung für das, was Sie hier verlangen, ist bereits Geschichte! Lesen Sie doch wenigstens die Protokolle dieses Hauses, bevor Sie sich hier herstellen! Lesen Sie doch bitte einmal etwas! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wo ist das, dass die Beamten jetzt auch 45 Dienstjahre brauchen? – Abg. Ing. Westenthaler: Die ältesten Studenten und die jüngsten Pensionisten!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. – Abg. Ing. Westenthaler: Der „Leider-Nein“-Parteiobmann!
Vorstellungen, was du ablieferst. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.) Es fehlen nur noch die Couplets. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. – Abg. Ing. Westenthaler: Der „Leider-Nein“-Parteiobmann!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was? – Abg. Neugebauer: Das kommt aus der Musik!
Also ein klassischer Vorgang eines Diminuendo, der allerdings mit Crescendo-Begleitmusik nicht schön anzuhören ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Was? – Abg. Neugebauer: Das kommt aus der Musik!) Es ist keine ästhetische politische Musik, die uns hier vorgetragen wird, und ich setze dem Folgendes entgegen:
Sitzung Nr. 110
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Bundesminister für europäische und internationale Angelegenheiten Vizekanzler Dr. Michael Spindelegger: Sehr geehrter Herr Abgeordneter! Es tut mir außerordentlich leid, dass Sie so schlecht informiert sind, obwohl Sie sich normalerweise eigentlich sehr eingehend mit diesen Fragen auseinandersetzen! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) Darum darf ich Ihnen gerne einige Fakten auf den Tisch legen.
Abg. Ing. Westenthaler: Das gilt auch für Doppelantworten!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Meine Damen und Herren! Bevor ich die nächste Frage aufrufe, möchte ich festhalten: Sie wissen, dass die Geschäftsordnung Doppelfragen nicht vorsieht. (Abg. Ing. Westenthaler: Das gilt auch für Doppelantworten!) Wenn die eine oder andere Doppelfrage von meiner Seite zugelassen wird, dann sollte es nicht zu einem Bündel an Fragen im Rahmen einer Fragestellung kommen, weil wir sonst die Zeit nicht einhalten können.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Grosz: 100 €! – Abg. Ing. Westenthaler: Greifen Sie in die Brieftasche rein! – Abg. Grosz: Spenden Sie!
Bundesminister für europäische und internationale Angelegenheiten Vizekanzler Dr. Michael Spindelegger: Sehr geehrter Herr Abgeordneter, ich werde mir gerne ansehen, welche Initiative Sie meinen. (Abg. Grosz: Unterstützen Sie es?) Es gibt aber viele Initiativen in Österreich, wie wir den Schutz der Kinder, auch in diesem Land, zukünftig anders gestalten wollen. Ganz besonders möchte ich darauf verweisen, dass wir in nächster Zeit von der Justizministerin ein Schutzpaket erwarten, auch was die strafrechtliche Konsequenz für Personen betrifft, die diesen Schutz von Kindern nicht einhalten. Das halte ich für wesentlich in dieser Republik, dass sich alle darauf verlassen können: Wir stehen für den Schutz von Kindern in diesem Land. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Grosz: 100 €! – Abg. Ing. Westenthaler: Greifen Sie in die Brieftasche rein! – Abg. Grosz: Spenden Sie!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ständige Übung?
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Sehr geehrter Herr Kollege Grosz, Sie wissen, es gibt eine ständige Übung, und es ist auch oftmals (Abg. Ing. Westenthaler: Ständige Übung?) schon entsprechend geahndet worden, dass die Verwendung des Begriffes „Präpotenz“ für eine Gesinnung in diesem Hause mit einem Ordnungsruf bedacht wird. (Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Abgeordnete Mag. Sonja Steßl-Mühlbacher (SPÖ): Herr Präsident! Frau Innenministerin! Herr Kollege Grosz, Sie sind wirklich unglaublich! (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Ich glaube, beim nächsten Jahresplan für die Sitzungen sollten wir uns wirklich überlegen, von den Vollmondphasen abzuweichen. Ich habe das schon bei der letzten Sitzung gesagt, und ich sage das heute wieder. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Vollmond? Kollegin, es ist Mondfinsternis! – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Vollmond? Kollegin, es ist Mondfinsternis! – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Abgeordnete Mag. Sonja Steßl-Mühlbacher (SPÖ): Herr Präsident! Frau Innenministerin! Herr Kollege Grosz, Sie sind wirklich unglaublich! (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Ich glaube, beim nächsten Jahresplan für die Sitzungen sollten wir uns wirklich überlegen, von den Vollmondphasen abzuweichen. Ich habe das schon bei der letzten Sitzung gesagt, und ich sage das heute wieder. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Vollmond? Kollegin, es ist Mondfinsternis! – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Ich begrüße das Wahlrechtsänderungsgesetz. (Abg. Grosz: Es ist kein Vollmond! Es war Mondfinsternis! Lernen Sie einmal Astronomie!) Herr Grosz, wenn Sie noch weiter schreien ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Es geht darum, dass man nicht ein verklärtes Bild zur Geschichte hat, sondern auch einen kritischen Standpunkt beweist. Den hat meine Fraktion heute bewiesen, und dazu stehen wir auch. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Mondfinsternis!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Abg. Grosz: Frohe Ostern! Vollmond und Mondfinsternis, das zu unterscheiden, ist ...!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als nächster Redner zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Höfinger. 4 Minuten Redezeit. – Bitte. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Abg. Grosz: Frohe Ostern! Vollmond und Mondfinsternis, das zu unterscheiden, ist ...!)
Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie der Abgeordneten Mag. Stadler und Ing. Westenthaler.
Abschließend möchte ich mich von meinem Kollegen Wilhelm Molterer verabschieden und ihm auch für seine Offenheit, seine Menschlichkeit und seine Tatkraft, die er in dieses Parlament eingebracht hat, danken. Mit seiner Hilfe ist vieles gelungen, zum Beispiel das Behindertengleichstellungsgesetz oder auch die Anerkennung der Gebärdensprache, die er als Klubobmann sehr tatkräftig unterstützt hat. Vielen Dank und alles Gute für die Zukunft! (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie der Abgeordneten Mag. Stadler und Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele waren es bis jetzt?
dass es hier einzig und allein um eine Meinungserhebung geht, um den Kärntnern und Kärntnerinnen die Möglichkeit zu geben, ihre Meinung dazu zu äußern und dem zuzustimmen oder dagegen zu sein, um wirklich bei dieser Lösung mit dabei zu sein. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele waren es bis jetzt?) Der Rücklauf ist sehr, sehr gut, und ich glaube, es wird noch vielen Leuten leidtun, dass sie nicht dabei waren und nicht mitgestimmt haben, und es wird vielen Parteien noch leidtun, dass sie es nicht mittragen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Da gehört unsere Finanzministerin nicht dazu!
Frau Finanzministerin Fekter, 327 Volksökonomen, Professoren, Universitätsprofessoren in Deutschland haben eine Petition unterschrieben! Das ist das Who is Who der Volksökonomen Deutschlands. Die wollen das verhindern! Die wollen genau das, was wir schon seit vielen Monaten fordern: einen Zahlungsstopp gegenüber Griechenland, einen Zahlungsstopp betreffend den Euro-Rettungsschirm. Sie wollen verhindern, dass da weitere Milliarden verpulvert und nur den Banken hinterhergeworfen werden, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Da gehört unsere Finanzministerin nicht dazu!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wenn man nicht mehr weiterweiß, dann gründet man einen Arbeitskreis!
Wir vom BZÖ haben seit geraumer Zeit ein Steuerreform-Konzept erstellt. Das kann jeder haben – ich werde es Ihnen heute auch zukommen lassen, Frau Finanzministerin, als Anregung, weil Sie gesagt haben, Sie werden jetzt eine Arbeitsgruppe beziehungsweise einen Arbeitskreis installieren. Das kennen wir (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn man nicht mehr weiterweiß, dann gründet man einen Arbeitskreis!), es gibt ja 70 Arbeitskreise, das geht aus dem Regierungsprogramm hervor. Als Grundlage für Ihren Arbeitskreis gibt es von uns die Studie „Faire Steuern braucht das Land“. (Der Redner hält ein Exemplar davon in die Höhe.) Damit haben Sie schon einmal eine gute Grundlage, auf der Sie Ihre Beratungen aufsetzen können. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Bucher überreicht Bundesministerin Dr. Fekter die erwähnte Studie. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt hat sie das erste Mal ein vernünftiges Papier, seit sie Ministerin ist!
Wir wollen die Steuern senken. Dann geht es wieder rauf mit Beschäftigung und Wohlstand in unserem Land! – Danke schön. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Bucher überreicht Bundesministerin Dr. Fekter die erwähnte Studie. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt hat sie das erste Mal ein vernünftiges Papier, seit sie Ministerin ist!)
Heiterkeit und Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie geben sie wieder aus! – Ein richtiger Satz!
Bereits bei meinem Amtsantritt als Finanzministerin habe ich klargestellt, wo meine Ziele sind, auch hier im Hohen Haus. Gemeinsam mit den Österreicherinnen und Österreichern, die ja einerseits die Steuern bezahlen, die wir dann wieder ausgeben, möchte ich diese Zielsetzungen ... (Heiterkeit und Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie geben sie wieder aus! – Ein richtiger Satz!) – So, wie Sie das hier im Hohen Haus mit dem Budget beschließen, werden die Steuern ausgegeben. Das ist Gesetzgebung in diesem Haus, Herr Westenthaler! Sollten Sie das nicht wissen? (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: ... blechen, und ihr haut sie zum Fenster hinaus!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: ... blechen, und ihr haut sie zum Fenster hinaus!
Bereits bei meinem Amtsantritt als Finanzministerin habe ich klargestellt, wo meine Ziele sind, auch hier im Hohen Haus. Gemeinsam mit den Österreicherinnen und Österreichern, die ja einerseits die Steuern bezahlen, die wir dann wieder ausgeben, möchte ich diese Zielsetzungen ... (Heiterkeit und Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie geben sie wieder aus! – Ein richtiger Satz!) – So, wie Sie das hier im Hohen Haus mit dem Budget beschließen, werden die Steuern ausgegeben. Das ist Gesetzgebung in diesem Haus, Herr Westenthaler! Sollten Sie das nicht wissen? (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: ... blechen, und ihr haut sie zum Fenster hinaus!)
Abg. Ing. Westenthaler: Warum sagen Sie nicht gleich: Ich will nicht antworten!? – Das wäre doch viel ehrlicher, viel gescheiter!
Zu den Fragen 1 bis 3, 7 und 8, 12 und 15 (Abg. Ing. Westenthaler: Warum sagen Sie nicht gleich: Ich will nicht antworten!? – Das wäre doch viel ehrlicher, viel gescheiter!):
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Ist das akkordiert mit der SPÖ?
Das heißt, bei der Progression, bei dem Ausfall an Transferleistungen und bei den vermögensbezogenen Steuern, die wir in Österreich in erheblichem Ausmaß haben, trifft es den Mittelstand dreimal. – Das, meine sehr verehrten Damen und Herren, ist nicht leistungsgerecht! Das habe ich im Auge, und ich ersuche Sie, mich dabei zu unterstützen (Abg. Petzner: Was sagt da Klubobmann Cap dazu?), dass wir das ändern können. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Ist das akkordiert mit der SPÖ?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Da schauen Sie aber nicht glücklich drein!
Zur Frage 14: Eine Vermögensteuer nach dem Modell, das wir bereits einmal hatten, schließe ich kategorisch aus. Wir haben bereits sehr hohe vermögenbezogene Steuern, die im Hinblick auf die Leistungsgerechtigkeit ihren Beitrag einbringen. Die jüngste, die wir eingeführt haben, ist die Wertpapier-KESt. Das heißt, wir schöpfen ohnehin 25 Prozent der Wertpapiererträge, nämlich der Kursgewinne mit ab. Im Hinblick auf die Dividenden und Zinsen haben wir schon eine 25-prozentige Steuer. Daher schließe ich weitere zusätzliche Vermögensteuern aus. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Da schauen Sie aber nicht glücklich drein!)
Abg. Ing. Westenthaler: Als was? Was war das?
Das, was Sepp Pröll gemeinsam mit Minister Hundstorfer und den Ländern damit erreicht hat, dient jetzt als Role Model, als Best-Practice-Beispiel (Abg. Ing. Westenthaler: Als was? Was war das?), als Vorbildfunktion (demonstrativer Beifall und Bravorufe beim BZÖ), sollten im BZÖ der englischen Sprache nicht sehr mächtige Kollegen vertreten sein. (Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Bucher: BAWAG! – Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie die BAWAG schon vergessen?
Wenn der Bund da nicht eingesprungen wäre, dann hätte jetzt Kärnten 20 Milliarden € Schulden. Es war einer der Vertreter des BZÖ, der für diese „hervorragende“, „weitsichtige“ Politik stand, nämlich die Finanzpolitik des BZÖ. Und Gott oder sonstwer, vor allem der Wähler, bewahre Österreich vor einer Wiederholung dessen, was in Kärnten passiert ist, davor, dass das sonstwo in Österreich auch passiert. (Abg. Bucher: BAWAG! – Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie die BAWAG schon vergessen?)
Ruf bei der ÖVP – in Richtung des leise sprechenden Redners –: Ich höre nichts! – Abg. Ing. Westenthaler: Sprechen Sie schon?
Jetzt schauen wir uns an: Was zahlen diese zwei Gruppen an Steuern? – Die Arbeitnehmer zahlen von den 180 Milliarden €, die sie verdienen, zirka die Hälfte – 95 Milliarden € – an Steuern und Abgaben und finanzieren damit den Staat. Und von den zirka 120 Milliarden €, die Unternehmensgewinne, Vermögensgewinne und so weiter, also Kapitalerträge im weitesten Sinne sind (Ruf bei der ÖVP – in Richtung des leise sprechenden Redners –: Ich höre nichts! – Abg. Ing. Westenthaler: Sprechen Sie schon?), werden wie viel bezahlt? – Zirka 15 Milliarden €, etwas mehr als 10 Prozent. (Abg. Ing. Westenthaler: Also sind Sie auch für die Flat-Tax?)
Abg. Ing. Westenthaler: Also sind Sie auch für die Flat-Tax?
Jetzt schauen wir uns an: Was zahlen diese zwei Gruppen an Steuern? – Die Arbeitnehmer zahlen von den 180 Milliarden €, die sie verdienen, zirka die Hälfte – 95 Milliarden € – an Steuern und Abgaben und finanzieren damit den Staat. Und von den zirka 120 Milliarden €, die Unternehmensgewinne, Vermögensgewinne und so weiter, also Kapitalerträge im weitesten Sinne sind (Ruf bei der ÖVP – in Richtung des leise sprechenden Redners –: Ich höre nichts! – Abg. Ing. Westenthaler: Sprechen Sie schon?), werden wie viel bezahlt? – Zirka 15 Milliarden €, etwas mehr als 10 Prozent. (Abg. Ing. Westenthaler: Also sind Sie auch für die Flat-Tax?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: „Volle Deckung“, Frau Ministerin! – Abg. Bucher: Ab in den Schützengraben!
In diesem Sinne, liebe Frau Finanzministerin: Volle Deckung für dein Konzept! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: „Volle Deckung“, Frau Ministerin! – Abg. Bucher: Ab in den Schützengraben!)
Abg. Ing. Westenthaler: BAWAG, Gewerkschaft, „Konsum“!
Abgeordneter Bernhard Themessl (FPÖ): Frau Präsidentin! Frau Finanzministerin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Herr Kollege Krainer, hat das eigentlich einen bestimmten Grund, dass Ihnen bei österreichischen Bankenpleiten immer nur die Hypo Alpe-Adria einfällt? Die Kommunalkredit ist ja auch mit 15 Milliarden € pleite gegangen. (Beifall bei der FPÖ.) Ist das vielleicht damit begründet, dass die damals verantwortliche Vorstandsvorsitzende heute als Ihre ... (Abg. Krainer: Die Volksbank!) – Die Kommunalkredit! Ja, okay. Es fällt Ihnen ja immer nur eine ein. Das hat ja einen Grund – und Sie wissen warum –: Weil die damals Verantwortliche jetzt als Ihre Ministerin in der Regierung sitzt. Aus diesem Grund fällt Ihnen das nicht ein. (Abg. Ing. Westenthaler: BAWAG, Gewerkschaft, „Konsum“!)
Abg. Ing. Westenthaler: Da geht es dem Krainer nicht gut!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Dr. Matznetter. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Da geht es dem Krainer nicht gut!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja ein „Geschäft“, was wir machen!
Ich habe heute den zypriotischen Handelsminister getroffen, der mir erzählt hat, wie es bei ihnen beim Krieg mit den Türken war; das ist 35 Jahre her. Er hat gesagt: Natürlich haben uns alle geholfen und wir haben das Land restrukturiert. Und genau dasselbe muss man in Griechenland machen. Dann können sie auch wieder zahlen. (Abg. Mag. Stadler: Die Ministerin sagt, es ist alles paletti dort!) – Die zypriotischen Griechen haben trotz des geteilten Landes alle Schulden zurückgezahlt, sind heute in der Europäischen Union, sind Nettozahler, unterstützen mit uns die Vorgangsweise. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja ein „Geschäft“, was wir machen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Keinen Klassenkampf!
Ich verstehe nicht, wieso das BZÖ und andere sich da querlegen. Wer will mit den 37 000 Millionären hier Abgeordnete gewählt bekommen? Das gilt auch für unseren Koalitionspartner. Freunde, bitte, die können einmal was zahlen! (Abg. Ing. Westenthaler: Keinen Klassenkampf!) Die sollen sich ein Beispiel an Bill Gates und Co nehmen und fragen: Was können wir freiwillig leisten? Das wäre einmal ein gescheiter Beitrag. Alle, die immer herumgranteln: Steuerbelastung, das trifft den Mittelstand!, ich kenne sie ja alle miteinander, wir verkehren ja mit denen. Von den 37 000 kennen wir ja die Hälfte. Und die können einmal was zahlen.
Abg. Ing. Westenthaler: Da schau her!
„Im Streit über das zweite Hilfspaket für Griechenland will Deutschland mehr Zeit gewinnen. Kanzlerin Merkel will angesichts der ungelösten Fragen zur Beteiligung privater Gläubiger eine Entscheidung erst im September treffen.“ (Abg. Ing. Westenthaler: Da schau her!) Sarkozy will „mit Blick auf ,seine‘ Banken eine rasche Lösung“. – Zitatende. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Bundesministerin Dr. Fekter –: Sie hätten schon längst eingezahlt!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Bundesministerin Dr. Fekter –: Sie hätten schon längst eingezahlt!
„Im Streit über das zweite Hilfspaket für Griechenland will Deutschland mehr Zeit gewinnen. Kanzlerin Merkel will angesichts der ungelösten Fragen zur Beteiligung privater Gläubiger eine Entscheidung erst im September treffen.“ (Abg. Ing. Westenthaler: Da schau her!) Sarkozy will „mit Blick auf ,seine‘ Banken eine rasche Lösung“. – Zitatende. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Bundesministerin Dr. Fekter –: Sie hätten schon längst eingezahlt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Perfektes Chaos!
Wie machen Sie das? Haben Sie eine Idee? – Sie haben keine einzige Idee, niemand! Nicht einmal Frau Merkel weiß, wie sie es machen soll. (Abg. Ing. Westenthaler: Perfektes Chaos!) Sie arbeitet nur mehr auf Zeitgewinn. Das ist alles, was Sie anzubieten haben? Wobei, noch einmal, aus dem Finanzministerium: kein Kommentar. Ministerin vor dem Parlament: keine Aussage. In der Öffentlichkeit wird behauptet, man beteiligt jetzt die Privaten. Gestern hat der Bundeskanzler gesagt, jetzt werden die Privaten an der Griechenland-Hilfe beteiligt. Niemand ... (Abg. Ing. Westenthaler: Der Vizekanzler weiß auch nichts!) Der Vizekanzler heute in der Früh: keine Idee, Antwortverweigerung. Sie wissen es nicht!
Abg. Ing. Westenthaler: Der Vizekanzler weiß auch nichts!
Wie machen Sie das? Haben Sie eine Idee? – Sie haben keine einzige Idee, niemand! Nicht einmal Frau Merkel weiß, wie sie es machen soll. (Abg. Ing. Westenthaler: Perfektes Chaos!) Sie arbeitet nur mehr auf Zeitgewinn. Das ist alles, was Sie anzubieten haben? Wobei, noch einmal, aus dem Finanzministerium: kein Kommentar. Ministerin vor dem Parlament: keine Aussage. In der Öffentlichkeit wird behauptet, man beteiligt jetzt die Privaten. Gestern hat der Bundeskanzler gesagt, jetzt werden die Privaten an der Griechenland-Hilfe beteiligt. Niemand ... (Abg. Ing. Westenthaler: Der Vizekanzler weiß auch nichts!) Der Vizekanzler heute in der Früh: keine Idee, Antwortverweigerung. Sie wissen es nicht!
Abg. Ing. Westenthaler: Und zahlt!
Meine Damen und Herren! Sagen Sie doch, wie Sie sich wehren wollen! Nicht herausgehen und sagen: Wir müssen uns wehren! – Ja, da ist er gescheit, der Herr Matznetter, dafür ist er nicht mehr Staatssekretär. Aber sein Nachfolger, der Herr Schieder, fährt hinaus und schweigt. Die Frau Ministerin kommt vor das Parlament und schweigt. (Abg. Ing. Westenthaler: Und zahlt!) Der Vizekanzler kommt vor das Parlament und schweigt. Und der Pressesprecher wird gefragt, und er schweigt. (Abg. Jakob Auer: Und der Stadler schreit!) Das ist die Abwehr, meine Damen und Herren? (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das glaube ich auch!
Deswegen habe ich Ihnen vorausgesagt, Frau Bundesminister: Sie werden über die Griechenland-Milliarden stürzen (Abg. Ing. Westenthaler: Das glaube ich auch!) – da braucht man kein Prophet zu sein –, weil Sie x-fach darauf aufmerksam gemacht worden sind, was auf Österreich zukommt. Sie sind x-fach darauf aufmerksam gemacht worden, was das für Österreich am Schluss bedeuten wird! Sie verspielen jetzt die großen Steuereinnahmen, die Sie derzeit haben – unverdientermaßen. Diese gehen zurück auf andere Maßnahmen, die der Grund sind, warum die Steuereinnahmen derzeit höher sind als erwartet. Das ist nicht Ihr Verdienst.
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt liegt die Latte hoch!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Silhavy. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt liegt die Latte hoch!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Die war einmal Staatssekretärin!
Ich erinnere daran, dass der größte Teil der Kolleginnen und Kollegen im BZÖ früher ja auch einmal bei der FPÖ war. Für Sie gilt natürlich dasselbe. Ich glaube, das relativiert Ihre Dringliche Anfrage. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Die war einmal Staatssekretärin!)
Abg. Ing. Westenthaler: Na komm, reiß dich zusammen!
Zweiter Punkt: Ich hätte mir heute betreffend das BZÖ erwartet, wenn diese Dringliche Anfrage kommt, dass sich wenigstens das BZÖ mit dem Thema auseinandersetzt (Abg. Ing. Westenthaler: Na komm, reiß dich zusammen!), nämlich: „Genug gezahlt – Steuern senken jetzt!“
Abg. Scheibner: Das stimmt ja nicht! – Abg. Ing. Westenthaler: Hast du mir zugehört?
Was haben Sie wieder gemacht? Sie haben wieder eine Griechenlanddebatte geführt! (Abg. Scheibner: Das stimmt ja nicht! – Abg. Ing. Westenthaler: Hast du mir zugehört?) – Schon!
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Dritter Punkt: Niemand von uns sagt, dass Griechenland das große Geschäft ist. Das, was die Frau Bundesministerin dargestellt hat, ist der jetzige Stand der Dinge, und das ist richtig. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Am Ende des Tages, und das ist absehbar, wird das kein Positivgeschäft sein, aber der Euro ist für Österreich ein Positivgeschäft, das müssen wir auch dazusagen. (Beifall bei der ÖVP.) Und das, was Österreich seit 1995 vom Euro profitiert hat, geht weit, weit über das hinaus, was bei Griechenland – jawohl! – auf uns zukommen kann.
Abg. Ing. Westenthaler: Er ist mit eurem Klubobmann Cap zusammen! Ich sage es nur: Er ist gerade bei Cap!
Ich denke, Herr Bucher – er ist leider nicht mehr bei uns –, Sie sollten sich bei denen entschuldigen, bei diesen Leuten entschuldigen, bei den Beamten entschuldigen, die in Österreich sehr wertvolle Dienste leisten. (Abg. Ing. Westenthaler: Er ist mit eurem Klubobmann Cap zusammen! Ich sage es nur: Er ist gerade bei Cap!) Die Parlamentsbeamten, das Bundesheer, die Polizei, die Lehrerinnen und Lehrer, das sind keine „Kostenstellen, die da herumlaufen“! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war ein echter Sager!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war ein echter Sager!
Ich denke, Herr Bucher – er ist leider nicht mehr bei uns –, Sie sollten sich bei denen entschuldigen, bei diesen Leuten entschuldigen, bei den Beamten entschuldigen, die in Österreich sehr wertvolle Dienste leisten. (Abg. Ing. Westenthaler: Er ist mit eurem Klubobmann Cap zusammen! Ich sage es nur: Er ist gerade bei Cap!) Die Parlamentsbeamten, das Bundesheer, die Polizei, die Lehrerinnen und Lehrer, das sind keine „Kostenstellen, die da herumlaufen“! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war ein echter Sager!)
Abg. Ing. Westenthaler: Du kriegst auch unser Konzept!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich habe diese hochintelligente Diskussion wirklich sehr aufmerksam verfolgt, mir fehlt allerdings eine einzige Erklärung. Vielleicht werde ich das noch erfahren, oder wo kann ich es nachlesen? – Es wird hier immer von „Steuersenkung jetzt“ gesprochen. (Abg. Ing. Westenthaler: Du kriegst auch unser Konzept!) Ich habe es genau studiert. Es steht aber nirgends drin, wie ich, wenn ich auf der einen Seite Steuern senke, diese Steuersenkung finanziere! (Abg. Ing. Westenthaler: Steht auch drin! Steht alles drin!) Nein, das steht nicht drin! Das steht eben nicht drin. (Abg. Ing. Westenthaler: Dann hast du es nicht gelesen!) Es kann nicht sein, dass ich auf der einen Seite Steuern senke; auf der anderen Seite: Woher?
Abg. Ing. Westenthaler: Steht auch drin! Steht alles drin!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich habe diese hochintelligente Diskussion wirklich sehr aufmerksam verfolgt, mir fehlt allerdings eine einzige Erklärung. Vielleicht werde ich das noch erfahren, oder wo kann ich es nachlesen? – Es wird hier immer von „Steuersenkung jetzt“ gesprochen. (Abg. Ing. Westenthaler: Du kriegst auch unser Konzept!) Ich habe es genau studiert. Es steht aber nirgends drin, wie ich, wenn ich auf der einen Seite Steuern senke, diese Steuersenkung finanziere! (Abg. Ing. Westenthaler: Steht auch drin! Steht alles drin!) Nein, das steht nicht drin! Das steht eben nicht drin. (Abg. Ing. Westenthaler: Dann hast du es nicht gelesen!) Es kann nicht sein, dass ich auf der einen Seite Steuern senke; auf der anderen Seite: Woher?
Abg. Ing. Westenthaler: Dann hast du es nicht gelesen!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich habe diese hochintelligente Diskussion wirklich sehr aufmerksam verfolgt, mir fehlt allerdings eine einzige Erklärung. Vielleicht werde ich das noch erfahren, oder wo kann ich es nachlesen? – Es wird hier immer von „Steuersenkung jetzt“ gesprochen. (Abg. Ing. Westenthaler: Du kriegst auch unser Konzept!) Ich habe es genau studiert. Es steht aber nirgends drin, wie ich, wenn ich auf der einen Seite Steuern senke, diese Steuersenkung finanziere! (Abg. Ing. Westenthaler: Steht auch drin! Steht alles drin!) Nein, das steht nicht drin! Das steht eben nicht drin. (Abg. Ing. Westenthaler: Dann hast du es nicht gelesen!) Es kann nicht sein, dass ich auf der einen Seite Steuern senke; auf der anderen Seite: Woher?
Abg. Ing. Westenthaler: Wollen wir aufwerten!
Vorige Woche war der Österreichische Gemeindetag. (Abg. Ing. Westenthaler: Wollen wir aufwerten!) Dort wurde festgestellt, dass sieben von zehn Gemeinden ihre Haushalte nicht mehr ausgleichen können. Das lässt uns völlig kalt! Wir unterhalten uns über alles Mögliche, nur nicht über die Gemeindefinanzen. (Zwischenruf des Abg. Hagen.) Die Frau Ministerin hat gemeint, dass ihr Landeshauptmann gesagt hat – er ist auch meiner –, es sollten mehr Pauschalierungen bei den kleinen und mittleren Unternehmen kommen. (Abg. Hagen: Die Gemeinden werden ausgehungert!) Na ja, vielleicht so wie bei der Landwirtschaft? – Das werden wir uns nicht leisten können! (Bundesministerin Dr. Fekter: Warum nicht?)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Meine Damen und Herren, wir wollen aber auch keine Steuerreform wie unter Finanzminister Grasser – ich erinnere an die Homepage/Industriellenvereinigung –, das war nämlich eine reine Lobbyisten-Steuerreform. Was war das Ergebnis? – Geldverschwendung, es floss sinnlos Geld Richtung Industrie, eine hohe Arbeitslosigkeit trotz allerbester Konjunktur. Das war das Einzige, was Grasser erreicht hat: eine Homepage um 270 000 €, wo sich alle in der Branche vor Lachen gebogen haben. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das kann man behandeln lassen! Da gibt es Therapeuten dafür!
Herr Westenthaler, eines sage ich Ihnen jetzt (Abg. Ing. Westenthaler: Das kann man behandeln lassen! Da gibt es Therapeuten dafür!): Eine sorgfältig vorbereitete und kompetente Steuerreform haben wir im Jahr 2009 erlebt. Die ÖVP – das sei jetzt nicht verschwiegen – war anfangs ja dagegen, hat sie später dann in Inseraten abgefeiert. Auch die Frau Finanzministerin hat diese Steuerreform heute zu Recht gelobt, denn wir zehren heute noch von den Ergebnissen – von der damaligen Konsumbelebung, von den Impulsen für die Beschäftigung –, und nicht zuletzt deshalb sind wir auch die Nummer eins in Europa, was Beschäftigung und Sozialpolitik betrifft.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von FPÖ und BZÖ. – Ruf: Aus der Heimat Westenthalers! Wo ist denn der Herr Westenthaler?
Abgeordnete Mag. Christine Lapp (SPÖ): Werte Präsidenten! Hohes Haus! Recht herzlich begrüßen möchte ich eine Delegation der MA 48 aus Simmering. Schön, dass Sie da sind und bei einer sehr wichtigen Diskussion zuschauen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von FPÖ und BZÖ. – Ruf: Aus der Heimat Westenthalers! Wo ist denn der Herr Westenthaler?) – Nein, das ist Favoriten, Herr Kollege, aber als Niederösterreicher müssen Sie da nicht so bewandert sein. (Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Sitzung Nr. 112
Abg. Ing. Westenthaler: Da schauen Sie aber nicht gut aus dabei, dass Sie das nicht zulassen! Wollen Sie auch zwei Monate auf Urlaub gehen? – Abg. Kopf: Sie hält sich an die Geschäftsordnung!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter, Sie haben bereits vorweggenommen, was meine Entscheidung sein wird. Entsprechend § 46 in Verbindung mit § 59 GOG lasse ich diesen Antrag jetzt nicht zu, weil er erst zu stellen wäre im Zusammenhang mit dem Beschluss auf Beendigung der Tagung. (Abg. Ing. Westenthaler: Da schauen Sie aber nicht gut aus dabei, dass Sie das nicht zulassen! Wollen Sie auch zwei Monate auf Urlaub gehen? – Abg. Kopf: Sie hält sich an die Geschäftsordnung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was haben Sie gegen den Herrn Zögernitz?
Weiters stelle ich fest, dass der Zögernitz-Kommentar da am Thema vorbeigeht beziehungsweise fast ein wenig oberflächlich formuliert ist; das sage ich ganz offen. Daher meine diesbezügliche Entscheidung. (Abg. Ing. Westenthaler: Was haben Sie gegen den Herrn Zögernitz?)
Abg. Ing. Westenthaler: Nach der Geschäftsordnung ...!
Abgeordneter Oswald Klikovits (ÖVP): Herr Präsident! Meine Herren von der Bundesregierung! Geschätzte Damen und Herren! Poštovani gledatelji na galeriji i pred televizija. Pozdravljam vas kod sjednice nationalnog austrijanskog odbora. Najsrdacnije pozdravljan i moje prijatelje iz gradišća s kimi sam jur duga ljeta u jako dobrom kontaktu! (Abg. Ing. Westenthaler: Nach der Geschäftsordnung ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie müssen einen Antrag zur Geschäftsordnung stellen!
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Also ich muss jetzt ehrlich sagen, dass es mir jetzt irgendwann einmal reicht. Ich möchte etwas zum Ausdruck bringen, das mittlerweile viele in diesem Haus bewegt. Darf es sein, dass Abgeordnete dieser Fraktion (in Richtung BZÖ) einer Abgeordneten dieses Hauses dauernd unterstellen, dass sie keine Heimat habe, nur weil sie vielleicht nicht in Österreich geboren ist, die jedoch als österreichische Parlamentarierin hier in Österreich Politik macht. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie müssen einen Antrag zur Geschäftsordnung stellen!) Ich verlange einen Ordnungsruf, insbesondere auch gegenüber Kollegen Petzner, der immer wieder sagt: Kehren Sie vor der eigenen Tür!
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Abgeblitzt!
Präsident Fritz Neugebauer: Frau Kollegin, Sie wissen auch als ehemalige Präsidentin hier oben, dass das kein geschäftsordnungsmäßiger Beitrag war, und das Verlangen nach einem Ordnungsruf nehme ich wohl zur Kenntnis, aber die Entscheidung liegt bei mir. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Abgeblitzt!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war das Ende des Regenbogens!
Die Parteisekretariate und einen Kandidaten Wrabetz, von dem die Zeitungen sagen, diese Wahl wird nichts anderes als ein sozialistischer Parteitag – das will ich nicht haben! Und ich hoffe, dass die ÖVP ihrem Wort treu bleibt und auch entsprechend positiv willensbildend auf ihre Stiftungsräte wirkt! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war das Ende des Regenbogens!)
Abg. Ing. Westenthaler: Verdoppeln?
Ich bin der Meinung, man sollte diese Refundierung der aus Zahlengründen entgangenen Gebühreneinnahmen natürlich in Zukunft weiter refundieren (Abg. Ing. Westenthaler: Verdoppeln?), weil das ja nur der Programmqualität dienen kann, und es sogar mit dieser Bestimmung verbinden. Ich hoffe, dass Sie seitens der Freiheitlichen dann ein geneigteres Ohr haben, um diese Perspektive auch wirklich zu unterstützen.
Abg. Ing. Westenthaler: Vor allem in der Direktion!
Es ist also ein absolut positives Ergebnis gegenüber 2009, ein Plus von 69,2 Millionen €. (Abg. Grosz: Nur weil Sie 160 Millionen € Steuergeld eingepumpt haben!) Es hat auch diese Strukturveränderungen gegeben, die der Zentralbetriebsratsobmann Moser in einer Aussendung beschreibt, wobei man auch der Belegschaft, die oft unter widrigen Bedingungen arbeitet, größtes Lob aussprechen muss, wobei die Belegschaft in den vergangenen drei Jahren um 14 Prozent kleiner wurde – durch Pensionierung, Handshake-Modelle et cetera. (Abg. Ing. Westenthaler: Vor allem in der Direktion!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Au weh! Die Kombination „ORF“ und „unabhängig“, das tut weh!
Der ORF als Einrichtung nationaler Kulturidentität Österreichs, mit der Vielfalt und der Berücksichtigung all der Kulturen und Minderheiten, die es gibt, ist ein ganz, ganz wichtiges Leitmedium. Aus einem Verantwortungsgefühl gegenüber dem ORF sollten wir alles dafür tun, dass er seine unabhängige, objektive Arbeit im Interesse der Österreicherinnen und Österreicher fortsetzen kann! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Au weh! Die Kombination „ORF“ und „unabhängig“, das tut weh!)
Abg. Ing. Westenthaler: Eh, aber nicht so viel! – Abg. Scheibner: Aber nicht zu uns ... !
Abgeordneter Otto Pendl (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! (Abg. Grosz: Danke!) – Bitte, Herr Kollege! Man darf ja noch freundlich sein, oder nicht? (Abg. Ing. Westenthaler: Eh, aber nicht so viel! – Abg. Scheibner: Aber nicht zu uns ... !) Wenn man sich die Diskussion anhört, dann gibt es, so meine ich, sicherlich in jedem Redebeitrag ein Segment, von dem man sagen kann, das ist richtig. Aber ich bitte, einmal darüber nachzudenken. Niemand hat etwas dagegen, Kollege Scheibner, wenn wir das freiwillig gemeinsam im politischen Bereich, gemeinsam im wirtschaftlichen Bereich und gemeinsam im hoheitlichen Bereich machen. Da wird jeder sagen: Das passt!
Beifall bei BZÖ, FPÖ und Grünen. – Zwischenrufe des Abg. Ing. Westenthaler.
Frau Präsidentin, können Sie uns das auch einmal erklären, dass hier eine Ministerin auftritt und den Lobbyisten, dessentwegen wir überhaupt über ein Lobbyistengesetz diskutieren müssen, deckt – mit einem Wortschwall, der zum Teil nicht einmal Deutsch war, aber das lassen wir einmal beiseite, und der nichts beinhaltet hat, der dieses Parlament verhöhnt, meine Damen und Herren! Erklären Sie uns das einmal! (Beifall bei BZÖ, FPÖ und Grünen. – Zwischenrufe des Abg. Ing. Westenthaler.)
Beifall bei BZÖ, FPÖ und Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sehr gut, Jarolim!
Andere Minister können diese Ziffern nennen, Sie könnten es auch, Sie tun es nur nicht, weil Sie es nicht wollen. Und warum? – Weil das ein unglaublicher Sumpf der Abcasherei ist. (Beifall bei BZÖ, FPÖ und Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sehr gut, Jarolim!)
Abg. Ing. Westenthaler: Da schau her!
den, wie man die Aliyev-Leute verschwinden lässt, ohne dass Österreich Ermittlungen anstellen muss. (Abg. Ing. Westenthaler: Da schau her!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist der Kollege Jarolim?
Wir gelangen zur Abstimmung über den Antrag der Abgeordneten Dr. Rosenkranz, Kolleginnen und Kollegen, die Anfragebeantwortung nicht zur Kenntnis zu nehmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist der Kollege Jarolim?)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Wurm –: Bitte nicht zu laut!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als nächste Rednerin gelangt Frau Abgeordnete Mag. Wurm zu Wort. 3 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Wurm –: Bitte nicht zu laut!)
Sitzung Nr. 113
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist alles ein Geschäft, haben wir gehört! – Also machen wir doch kein Geschäft?
Man sieht also, meine sehr verehrten Damen und Herren, dass der damals eingeschlagene Weg, nämlich zu helfen und über Reformen zu sanieren, der wesentlich günstigere und auch der mit dem geringeren Risiko war. Natürlich ist dieser eingeschlagene Weg schmerzhaft und birgt immer noch Risiken in sich (Abg. Bucher: Sie sagen, es ist ein Geschäft!), aber es ist unbestritten, dass es unklug gewesen wäre, gleich den teuren Weg zu beschreiten und nicht den Sanierungsweg, der wesentlich günstiger gewesen ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist alles ein Geschäft, haben wir gehört! – Also machen wir doch kein Geschäft?) Klar war für uns auch von Anfang an ... (Abg. Ing. Westenthaler: Ist es jetzt ein Geschäft oder nicht?) – Herr Kollege Westenthaler, ich habe niemals – niemals! – behauptet, dass es ein Geschäft ist! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ. – Abg. Mag. Stadler: ... Alzheimer? – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Geschäft, haben Sie gesagt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist es jetzt ein Geschäft oder nicht?
Man sieht also, meine sehr verehrten Damen und Herren, dass der damals eingeschlagene Weg, nämlich zu helfen und über Reformen zu sanieren, der wesentlich günstigere und auch der mit dem geringeren Risiko war. Natürlich ist dieser eingeschlagene Weg schmerzhaft und birgt immer noch Risiken in sich (Abg. Bucher: Sie sagen, es ist ein Geschäft!), aber es ist unbestritten, dass es unklug gewesen wäre, gleich den teuren Weg zu beschreiten und nicht den Sanierungsweg, der wesentlich günstiger gewesen ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist alles ein Geschäft, haben wir gehört! – Also machen wir doch kein Geschäft?) Klar war für uns auch von Anfang an ... (Abg. Ing. Westenthaler: Ist es jetzt ein Geschäft oder nicht?) – Herr Kollege Westenthaler, ich habe niemals – niemals! – behauptet, dass es ein Geschäft ist! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ. – Abg. Mag. Stadler: ... Alzheimer? – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Geschäft, haben Sie gesagt!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ. – Abg. Mag. Stadler: ... Alzheimer? – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Geschäft, haben Sie gesagt!
Man sieht also, meine sehr verehrten Damen und Herren, dass der damals eingeschlagene Weg, nämlich zu helfen und über Reformen zu sanieren, der wesentlich günstigere und auch der mit dem geringeren Risiko war. Natürlich ist dieser eingeschlagene Weg schmerzhaft und birgt immer noch Risiken in sich (Abg. Bucher: Sie sagen, es ist ein Geschäft!), aber es ist unbestritten, dass es unklug gewesen wäre, gleich den teuren Weg zu beschreiten und nicht den Sanierungsweg, der wesentlich günstiger gewesen ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist alles ein Geschäft, haben wir gehört! – Also machen wir doch kein Geschäft?) Klar war für uns auch von Anfang an ... (Abg. Ing. Westenthaler: Ist es jetzt ein Geschäft oder nicht?) – Herr Kollege Westenthaler, ich habe niemals – niemals! – behauptet, dass es ein Geschäft ist! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ. – Abg. Mag. Stadler: ... Alzheimer? – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Geschäft, haben Sie gesagt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer schreibt denn Ihre Reden?
Der eingeschlagene Weg für Griechenland hat auch umfasst, dass der Internationale Währungsfonds sich an dieser Sanierung beteiligt. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer schreibt denn Ihre Reden?) Der Internationale Währungsfonds hat jahrzehntelange Expertise im Sanieren von maroden Staaten, darin, sie wieder auf Wachstumskurs zu bringen. Daher habe ich auch hier im Hohen Haus gesagt, Österreich ist mit seiner
Abg. Ing. Westenthaler: Zocken!
Seit vorigem Jahr hat Österreich den Griechen einen Kredit von über 2 Milliarden € zugesichert. Davon haben die Griechen bisher 1,2 Milliarden bekommen. Die derzeit aktuelle Tranche, die wir auszahlen sollen, umfasst 156 Millionen. (Abg. Ing. Westenthaler: Zocken!) Es wurde daher in Griechenland eine beispiellose Anstrengung unternommen – und da bedanken wir uns auch beim griechischen Volk und bei der griechischen Regierung, dass sie selber so intensiv mit beitragen. (Abg. Mag. Stadler: Wir bedanken uns bei den Griechen, dass sie unser Geld nehmen?! – Das ist ja nicht zu fassen!) Wie schmerzhaft das ist, sehen Sie daran, dass auch in Griechenland intensiv darüber diskutiert wird und von einigen Teilen der Bevölkerung dieser Sparkurs auch abgelehnt wird. (Abg. Ing. Westenthaler: „Danke, Griechen!“ – Heiterkeit beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: „Danke, Griechen!“ – Heiterkeit beim BZÖ.
Seit vorigem Jahr hat Österreich den Griechen einen Kredit von über 2 Milliarden € zugesichert. Davon haben die Griechen bisher 1,2 Milliarden bekommen. Die derzeit aktuelle Tranche, die wir auszahlen sollen, umfasst 156 Millionen. (Abg. Ing. Westenthaler: Zocken!) Es wurde daher in Griechenland eine beispiellose Anstrengung unternommen – und da bedanken wir uns auch beim griechischen Volk und bei der griechischen Regierung, dass sie selber so intensiv mit beitragen. (Abg. Mag. Stadler: Wir bedanken uns bei den Griechen, dass sie unser Geld nehmen?! – Das ist ja nicht zu fassen!) Wie schmerzhaft das ist, sehen Sie daran, dass auch in Griechenland intensiv darüber diskutiert wird und von einigen Teilen der Bevölkerung dieser Sparkurs auch abgelehnt wird. (Abg. Ing. Westenthaler: „Danke, Griechen!“ – Heiterkeit beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Cap, der Griechenland-Fan!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster gelangt Herr Klubobmann Dr. Cap zu Wort. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Cap, der Griechenland-Fan!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein Gartenschlauch!
Wir müssen da mitwirken. Wir müssen der Stachel im Fleisch sein, damit diese Veränderung vor sich geht. (Ironische Heiterkeit bei FPÖ und BZÖ.) – Ja, genau, schreiben Sie sich das auf! (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Gartenschlauch!) Endlich einmal ein stärkerer Spruch als die jämmerlichen Sprüche auf Ihren Plakaten, weil wir diese Veränderungen wollen – in unserem Interesse, im Interesse Österreichs, im Interesse der österreichischen Bevölkerung, weil wir aber diesen Weg dorthin am besten finden, indem alle Parteien zusammenarbeiten. Lassen wir uns nicht auseinan
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kickl: Fragen Sie einmal die eigene Bevölkerung! – Abg. Mag. Stadler: „Begeisterung“ von der ÖVP! – Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben gelernt, Cap ist ein großer Grieche!
derdividieren! Nationale Einigkeit für die Interessen Österreichs im Kampf für ein funktionierendes Europa und eine stabile Eurowährung, das ist das Gebot des Tages! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kickl: Fragen Sie einmal die eigene Bevölkerung! – Abg. Mag. Stadler: „Begeisterung“ von der ÖVP! – Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben gelernt, Cap ist ein großer Grieche!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Es lebe die Koalition!
Meine Damen und Herren, Kollege Cap, es sind auch nicht die bösen Spekulanten, die an der jetzigen Krise schuld sind. Sie verdienen daran, aber die Ursache dieser Krise sind wiederum die Schulden, die Staaten gemacht haben; Staaten, die sich in einem Maße verschuldet haben, dass sie erst zum Spielball der Finanzmärkte werden konnten. Die Finanzmärkte profitieren davon, Spekulanten profitieren davon, aber schuld daran oder Verursacher sind jene, die die übertriebenen Schulden gemacht haben, und nicht die Spekulanten. Diesen Kreislauf muss man den Menschen schon erklären, denn sonst streut man ihnen Sand in die Augen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Es lebe die Koalition!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: So ein Blödsinn!
Wir reden von 1,2 Milliarden €, die wir bisher den Griechen geliehen haben. Im Falle Kärntens haften wir mit bis zu 20 Milliarden €, also ein Vielfaches davon. (Abg. Bucher: Stimmt ja nicht!) Das haben Sie in Kärnten durch Ihre frühere Politik zu verantworten. Das ist die Wahrheit, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: So ein Blödsinn!)
Abg. Ing. Westenthaler: Als Klubobmann solch einen Schwachsinn verzapfen!
Meine Damen und Herren, die Hilfe, die wir Griechenland gewähren, ist ohne jede Alternative. (Abg. Ing. Westenthaler: Als Klubobmann solch einen Schwachsinn verzapfen!) Das Haus des Nachbarn, in diesem Fall das Haus Griechenlands, brennt lichterloh. Nur: Das Haus steht unserem Haus sehr nahe – wenn auch nicht geographisch. Und alle, die jetzt sagen: Lasst es doch abbrennen!, wissen nicht, was sie sagen, denn das würde bedeuten, dass unser Haus bald Feuer fängt (Abg. Bucher: Weltwirtschaftskrise auslöst!) – durch einen Dominoeffekt, wodurch das Feuer zunächst auf andere Länder, etwa Portugal, übergreift, aber letzten Endes auch unsere Wirtschaft, unsere Banken mit hineinziehen würde. Und wer hätte das am Schluss wieder zu bezahlen? – Die österreichische Volkswirtschaft und damit auch die österreichische Bevölkerung und die österreichischen Steuerzahler. Das ist Voodoo-Ökonomie, die Sie uns hier erzählen! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist das Kurzzeitgedächtnis der Frau Ministerin! – Abg. Strache: Das steht sogar im Protokoll!
Sie sagen heute von der Regierungsbank aus, Sie haben niemals von einem Geschäft gesprochen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist das Kurzzeitgedächtnis der Frau Ministerin! – Abg. Strache: Das steht sogar im Protokoll!) – Ich beziehe mich auf das „Mittagsjournal“ vom 15. Juni 2011, also vor wenigen Wochen (Abg. Ing. Westenthaler: Gut zuhören! Hören Sie zu!): „[...] laut Finanzministerin Maria Fekter von der ÖVP ist diese Hilfe sogar ein gutes Geschäft für Österreich.“ – Das kann jeder im Internet finden. (Abg. Strache: Das steht sogar im Protokoll!) Das ist ein gutes Geschäft für Österreich, haben Sie gesagt. (Abg. Strache: Das ist sogar im Protokoll nachzulesen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Gut zuhören! Hören Sie zu!
Sie sagen heute von der Regierungsbank aus, Sie haben niemals von einem Geschäft gesprochen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist das Kurzzeitgedächtnis der Frau Ministerin! – Abg. Strache: Das steht sogar im Protokoll!) – Ich beziehe mich auf das „Mittagsjournal“ vom 15. Juni 2011, also vor wenigen Wochen (Abg. Ing. Westenthaler: Gut zuhören! Hören Sie zu!): „[...] laut Finanzministerin Maria Fekter von der ÖVP ist diese Hilfe sogar ein gutes Geschäft für Österreich.“ – Das kann jeder im Internet finden. (Abg. Strache: Das steht sogar im Protokoll!) Das ist ein gutes Geschäft für Österreich, haben Sie gesagt. (Abg. Strache: Das ist sogar im Protokoll nachzulesen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber mit Schottergruben!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, Frau Bundesministerin, Sie waren selber einmal Geschäftsfrau. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber mit Schottergruben!) Ich hoffe, Sie haben in Ihrem Unternehmen nichts mehr zu sagen und nichts mehr zu bewirken, denn: Wo sind denn die Garantien für dieses „gute Geschäft“? Jeder Bürger unseres Landes muss, wenn er zu einer Bank geht und einen Kredit haben will, eine Garantie abgeben, muss eine Haftung unterzeichnen. Jedes Land muss auch Garantien und Haftungen unterzeichnen. Wo sind denn unsere Garantien für diese Kredite, die Sie vergeben? Gibt es eine Garantieerklärung von Griechenland für die vielen Milliarden, die da fließen?
Abg. Ing. Westenthaler: Bravo! Bravo! Staatsexperten!
Da werden Ihnen auch die Experten nichts anderes sagen. – Ich weiß nicht, was Ihnen die Experten gesagt haben, Frau Bundesminister. Die Bundesregierung hat ja Experten geladen – sogenannte Experten, muss ich dazusagen –, das sind lauter Experten, die im halböffentlichen Dienst tätig sind, also bei staatsnahen Unternehmen: OMV, ÖIAG, Wiener Stadtwerke, Verbund, ÖBB, Finanzmarktaufsicht, Wirtschaftskammer, Oesterreichische Nationalbank. Das sind Ihre Experten! (Abg. Ing. Westenthaler: Bravo! Bravo! Staatsexperten!) – Die echten Experten sind nicht erschienen. Die richtigen, die sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten in der freien Wildbahn der Privatwirtschaft bewährt haben, die sind nicht gekommen!
Abg. Ing. Westenthaler: Frau Präsidentin! Kann man verhindern, dass die Ministerin von hinten Abgeordnete attackiert?! – Bundesministerin Dr. Fekter: Er hat mich gefragt, und ich wollte ihm die Antwort geben! Aber er ist nicht interessiert gewesen! – Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht während der Rede! Sie wollten ihm eins drüberhauen! Das habe ich genau gesehen!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nun gelangt Herr Abgeordneter Dr. Matznetter zu Wort. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Frau Präsidentin! Kann man verhindern, dass die Ministerin von hinten Abgeordnete attackiert?! – Bundesministerin Dr. Fekter: Er hat mich gefragt, und ich wollte ihm die Antwort geben! Aber er ist nicht interessiert gewesen! – Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht während der Rede! Sie wollten ihm eins drüberhauen! Das habe ich genau gesehen!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Gute Idee! Sehr gute Idee!
Jetzt sage ich euch etwas, was euch wahrscheinlich sehr gut gefallen wird: Wir werden über den Sommer ein Konzept erarbeiten, wie man das Volkskundemuseum umbenennen kann in Österreich-Museum. Und ich sage euch ganz klar, warum: damit die Menschen mehr Bezug dazu haben und diese Verwechslungen in Zukunft einfach nicht mehr stattfinden. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Gute Idee! Sehr gute Idee!) Wir wollen das deswegen machen – ich besuchte das Museum schon, du anscheinend auch, viele von unseren Kollegen leider nicht –, damit in Zukunft weitere Verwechslungen vermieden werden können. Das geschieht ja auch hier im Hohen Haus – gerade vorher haben wir es ja erlebt.
Abg. Scheibner: Ja, eh! – Abg. Ing. Westenthaler: Das trägt zur Volkskunde bei!
Präsident Fritz Neugebauer: Herr Kollege! Im Tagesordnungspunkt heißt es sehr konkret, dass wir über das Volkskunde- und Völkerkundemuseum reden. Sie beziehen sich auf Stübing, das ist ein völlig anderer Standort. (Abg. Scheibner: Ja, eh! – Abg. Ing. Westenthaler: Das trägt zur Volkskunde bei!) Nur bei großzügiger Auslegung, wenn wir über Museen insgesamt debattieren, würde ich diesen Antrag ausnahmsweise zulassen. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist schon perfekt?
Abgeordnete Mag. Alev Korun (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrte Gäste auf der Galerie! Das Kriegsmaterialgesetz ist schon ziemlich lange renovierungsbedürftig. Es ist erfreulich, dass endlich eine Novelle angedacht und angegangen wurde. Das hat aber hauptsächlich den Grund, dass der gemeinsame Standpunkt der EU betreffend gemeinsame Regeln für die Kontrolle der Ausfuhr von Militärtechnologie umgesetzt werden musste. In der Vorlage, die heute zum Beschluss ansteht, sehen wir allerdings keine vollkommene und schon gar keine perfekte Anwendung dieser gemeinsamen Regeln für die Kontrolle der Ausfuhr von Militärtechnologie. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist schon perfekt?)
Abg. Ing. Westenthaler: Weil es nicht dazupasst!
Das ist eine Forderung, die jetzt auch die SPÖ erhoben hat, sogar mit Unterschriften. Dem Vernehmen nach sei sie daran interessiert, diesen Antrag nicht zur Abstimmung zu bringen – was ich an sich überhaupt nicht verstehen kann, da dies das eigene Anliegen ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Weil es nicht dazupasst!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Er hat Mozart aufgestellt! Furchtbar!
Allerdings müssen wir uns mit dem Thema Migration nicht nur national, sondern auch international, auf europäischer Ebene beschäftigen. Meine Damen und Herren, weder Überreaktion noch Hysterie, sondern wohlüberlegtes, vorausschauendes und verantwortungsvolles Handeln sind in einer sensiblen Materie wie dieser gefragt. Die Experten des Innenministeriums und unsere Frau Bundesministerin Mag. Mikl-Leitner werden dieser Aufgabe wirklich hervorragend gerecht, sie wird von ihnen bestens wahrgenommen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Er hat Mozart aufgestellt! Furchtbar!)
Abg. Ing. Westenthaler: Unterstellen Sie mir nicht ...!
Sehr geehrte Damen und Herren von den Fraktionen SPÖ, ÖVP und BZÖ, wenn Sie das mit der Unterzeichnung der Petition „Kinder gehören nicht ins Gefängnis“ ernst gemeint haben (Abg. Ing. Westenthaler: Unterstellen Sie mir nicht ...!), dann sollten Sie konsequenterweise den Inhalt dieser Petition auch hier mit beschließen, damit das umgesetzt werden kann. Sollte Ihre Unterschrift etwas wert sein, gehen wir davon aus, dass vor allem der zweite Entschließungsantrag heute im Nationalrat die Mehrheit finden wird. – Danke vielmals für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Weil Sie es nicht umsetzen!
Warum wir immer dieselben Fragen diskutieren, kann ich eigentlich nicht nachvollziehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Weil Sie es nicht umsetzen!) Ich sage ganz offen, wenn wir uns gemeinsam – und das haben wir ja alles schon diskutiert – jene Einrichtungen anschauen, die für die Familien errichtet worden sind, dann erkennt man, dass die weder mit einem Gefängnis noch mit sonst was zu tun haben. Aber ich glaube, dass wir uns bei diesem Thema, das so ernst ist, das so wichtig ist, gemeinsam bemühen sollten, wirklich die Inhalte korrekt zu diskutieren, denn niemand will, dass Kinder im Gefängnis sind.
Abg. Ing. Westenthaler: Entschuldigung, sie hört nur leider nicht zu! ... eigentlich ein Problem! Sie sollte eigentlich zuhören!
Frau Bundesminister! Weil das so ist, nehme ich heute die vorliegende Materie zum Anlass, Sie auf einen Fall von Wirtschaftskriminalität hinzuweisen, der offensichtlich von Ihrem Kabinett noch gedeckt werden soll. Ich verweise darauf, dass am 26. Juni dieses Jahres – also vor einigen Tagen – im „Kurier“ – das ist eine Zeitung, die der ÖVP durchaus nicht ferne steht – im Wirtschaftsteil ein ganzseitiger Artikel erschienen ist, in dem unter Nennung auch der Namen der Verdächtigen berichtet wird, dass im Rettberg-1-Prozess, also im Libro-1-Prozess ... (Abg. Ing. Westenthaler: Entschuldigung, sie hört nur leider nicht zu! ... eigentlich ein Problem! Sie sollte eigentlich zuhören!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ja, Ikrath, was sagst jetzt dazu? Jetzt wird’s spannend!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Mag. Ikrath. 4 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Ja, Ikrath, was sagst jetzt dazu? Jetzt wird’s spannend!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Abgeordneter Mag. Peter Michael Ikrath (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Geschätzte Kollegen! Geschätzter Kollege Westenthaler, ich glaube, wir sollten jetzt wieder zur Sache zurückkehren, nämlich zum Gesellschaftsrechts-Änderungsgesetz. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ach so?! Interessant!
Übrigens habe ich gerade erfahren, dass Kollege Böhmdorfer, der ehemalige Justizminister, auch schon der Anwalt des Herrn Lind in diesem ersten Verfahren war, das ich schon genannt habe. (Abg. Ing. Westenthaler: Ach so?! Interessant!) Das passt ja alles zusammen. Wenn man die ganzen Seilschaften kennt, dann rundet sich das Bild ja schön ab. Frau Bundesminister! Darüber werden wir ohnehin noch extra reden, das sage ich Ihnen heute schon. Dass ich da zur Tagesordnung übergehe, ist sicher nicht zu erwarten. (Heiterkeit bei Bundesministerin Dr. Karl.) – Ja, da wird Ihnen das Lachen noch vergehen. Wenn Sie nicht anders handeln, wenn Sie den Leuten auf den Leim gehen, dann werden Sie noch sehr viel Ungemach ernten. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Karussell!
des Endergebnisses suspendieren. Ich verlange von Ihnen ferner, dass Sie dafür sorgen, dass nicht die gleichen Leute in Ihrem Ministerium jetzt darüber entscheiden, ob Anklage erhoben wird oder nicht, denn es ist ja ein Vorhabensbericht an Sie unterwegs, die vorher schon bei der Entscheidung mitgewirkt haben, die heute Untersuchungsgegenstand in Innsbruck ist. Nicht dass die darüber entscheiden, ob sie damals richtig entschieden haben oder nicht (Abg. Ing. Westenthaler: Karussell!), ob sie dem Herrn Pleischl und dem Mühlbacher zu Recht auf den Leim gegangen sind oder nicht.
Abg. Ing. Westenthaler: Kontrolle!
Ich habe im Untersuchungsausschuss genug erlebt, meine Damen und Herren, und gesehen, was dort aufgeführt wurde, trotz Verfassungslage, trotz eindeutiger Gesetzeslage, trotz eindeutiger Bestimmungen, und was sie in einem anderen Zusammenhang mit einem Minister nicht aufgeführt haben. Ich bin heute überzeugt, dass die ÖVP froh gewesen wäre, wenn man ihn damals schon erwischt hätte und ihn nicht erst noch in der Europäischen Union werken hätte lassen, um sich dann öffentlich von britischen Medien vorführen zu lassen, meine Damen und Herren. (Abg. Ing. Westenthaler: Kontrolle!) Deswegen ist das Lobbyistengesetz in der politischen Diskussion.
Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe gar nichts gesagt!
Bundesministerin für Justiz Mag. Dr. Beatrix Karl: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Abgeordnete! Herr Abgeordneter Westenthaler hat vom Vertrauen in die Justiz gesprochen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe gar nichts gesagt!) – Bitte um Entschuldigung: Herr Abgeordneter Scheibner hat vom Vertrauen in die Justiz gesprochen; es war zumindest jemand von derselben Partei.
Abg. Ing. Westenthaler: Parlamentsmitarbeiter!
machen, indem man gegen die Mitarbeiter dieser Oppositionspartei Ermittlungen einleitet, obwohl eine Verfassungsbestimmung dagegensteht? Sind Sie der Meinung, dass das korrekt ist, ja oder nein? – Auch nicht von mir erfunden. (Abg. Ing. Westenthaler: Parlamentsmitarbeiter!) Parlamentsmitarbeiter, kleine aus einer Presseabteilung, die es gewagt haben, eine Rede des Kollegen Westenthaler als Presseaussendung hinauszulassen. Sind Sie der Meinung, dass das korrekt ist, ja oder nein?
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Aber mir ist es recht: Wer hinaus will, soll hinaus. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Ja, wer hinaus will, soll hinaus. Das ist mir nicht wirklich wichtig, dass die Schwarzen da herinnen sitzen. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Strache.
muss man eben durchzählen, und wie viele wieder hereinkommen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Strache.)
Beifall beim BZÖ für den das Rednerpult verlassenden Abg. Mag. Stadler. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Regierungspartei – das nur für das Protokoll!
(Beifall beim BZÖ für den das Rednerpult verlassenden Abg. Mag. Stadler. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Regierungspartei – das nur für das Protokoll!)
Sitzung Nr. 116
Abg. Ing. Westenthaler: Richtig zitiert!
Aber einer, der sich vielleicht heute am liebsten die Zunge abbeißen würde, ist der Peter Westenthaler. Er hat nämlich am 5. Juli 1998 gesagt, wieder einmal habe die FPÖ die Nase vor den Altparteien, wenn es um Verantwortung, Sauberkeit und Anständigkeit in der Politik geht. (Abg. Ing. Westenthaler: Richtig zitiert!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was haben wir bei euch aufgearbeitet?
Also das gehört ins Kabarett, das ist ein Ausspruch der Sonderklasse! Und noch besser ... (Abg Grosz: Er kann fehlerfrei lesen!) – Ja, das ist richtig. Richtig. – Wenn ich mir das heute alles anschaue, was wir aufzuarbeiten haben (Abg. Ing. Westenthaler: Was haben wir bei euch aufgearbeitet?), dann kann ich nur sagen: Da kann ich gleich einsteigen bei der Kärntner Landeshypo Alpe-Adria Bank, der Hausbank des Ziehvaters der beiden Parteien hier herinnen. Das ist ein Milliardengrab der Sonderklasse dort. Ein Milliardengrab! (Abg. Petzner: Deutsche Bank!) Endlich gibt es im Kärntner Landtag auch dazu einen Untersuchungsausschuss.
Abg. Ing. Westenthaler: Länderbank!
Aber ich möchte Ihnen ... (Abg. Ing. Westenthaler: Länderbank!) – Nein.
Abg. Ing. Westenthaler: Der hat ein Trauma!
Und noch eines, meine Damen und Herren: Ich wehre mich entschieden dagegen, dass Sie die erfolgreiche Kanzlerschaft von Wolfgang Schüssel moralisch und politisch in dieser Art und Weise denunzieren, wie Sie es gerade getan haben – ein bisschen assistiert vom Herrn Cap (Abg. Ing. Westenthaler: Der hat ein Trauma!), aber dosiert, aber ich weise das wirklich auf das Entschiedenste zurück. Wolfgang Schüssel ist ein Ehrenmann, der ein sehr erfolgreicher Bundeskanzler war! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe des Abg. Ing. Westenthaler.
Vielleicht braucht es auch einen Stasi-Untersuchungsausschuss, damit wir einmal wissen, wer alles in dieser Republik für die Stasi tätig gewesen ist. (Zwischenrufe des Abg. Ing. Westenthaler.) Auch das wäre durchaus einmal eine Überlegung wert.
Zwischenrufe des Abg. Ing. Westenthaler.
Genauso sollte man auch die Herkunft des Herrn Hochegger und der Agentur Hochegger sich anschauen, der natürlich aus der roten Ecke kommt und mit seinem sozialistischen Agenturpartner immer tätig gewesen ist – nämlich lange bevor es eine sogenannte schwarz-blaue und in der Folge schwarz-orange Regierung gegeben hat. (Zwischenrufe des Abg. Ing. Westenthaler.) Ja, welche Agentur Hochegger hat denn im Jahr 1999 einen 1,8 Millionen € Auftrag des Sozialministeriums unter der Lore Hostasch bekommen? Wer war das bitte?
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Wer wird uns endlich erklären, dass Grasser, Strasser und die ganze Ahnengalerie der Österreichischen Volkspartei nichts mit der ÖVP zu tun haben? (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Ich wäre auf diese Erklärung neugierig. (Abg. Grosz: ... Kollege Großruck einen Vierzeiler!) – Ja, ein Vierzeiler zu Grasser, Herr Kollege Großruck, das wäre einmal etwas. Das würde ihn endlich einmal würdigen. Das würde seiner wahren Qualität endlich gerecht werden.
Abg. Ing. Westenthaler: Was war seine Leistung? – Abg. Strache: Was war seine Leistung?
Nun bin ich nicht so vermessen, dass ich sage, alle Parteien seien sozusagen Mani pulite – auch bei den Grünen würde mir manches einfallen, aber ich verzichte heute darauf. Seit die Grünen in der Wiener Landesregierung sitzen, tun sich ja auch eigenartige Dinge – nicht wahr, Herr Van der Bellen? Das muss man dann auch ein bisschen anschauen, aber ich will das heute nicht thematisieren. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Reden Sie darüber! Machen Sie ...!) – Nein, nein, zu anderer Zeit werden wir einmal eine Debatte führen, wie viele Universitäten die Stadt Wien schon eingerichtet hat, seit Herr Van der Bellen dafür Honorare kassiert, aber das ist ein anderes Thema. (Abg. Ing. Westenthaler: Was war seine Leistung? – Abg. Strache: Was war seine Leistung?)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt einen besonderen Hirschen da drinnen sitzen!
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (BZÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Auch ich möchte verhindern, dass dieses Angebot (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt einen besonderen Hirschen da drinnen sitzen!) – na, ich will ihn ausdrücklich loben! –, ich möchte verhindern, dass dieses Angebot verschütt geht, es ist derzeit brandheiß, es ist frisch. Daher: Greifen wir es auf, unterbrechen wir die Sitzung, und machen wir das, was Herr Kollege Krainer vorgeschlagen hat!
Beifall bei BZÖ und FPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt einen besonderen Hirschen da drinnen sitzen in der fünften Reihe! Unfassbar! So ein Hirsch!
Ich unterstütze daher den Antrag, die Sitzung zu unterbrechen und eine entsprechende Arbeitsgruppe zu bilden und ad hoc diese drei Anträge zusammenzufassen, damit auch die SPÖ zustimmen kann. (Beifall bei BZÖ und FPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt einen besonderen Hirschen da drinnen sitzen in der fünften Reihe! Unfassbar! So ein Hirsch!)
Sitzung Nr. 118
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist das?
Der Kollege von den Grünen hat die Leistung und auch die Gehälter der Rektoren angesprochen, und auch die FPÖ hat das angesprochen. Herr Kollege Van der Bellen! Soweit ich informiert bin, sind Sie Unibeauftragter der Stadt Wien. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist das?) Und soweit ich informiert bin, bekommen Sie für diese Tätigkeit oder Nichttätigkeit 220 000 € pro Jahr von der Stadt Wien, von Herrn Häupl beziehungsweise von der SPÖ. Was ist Ihre Leistung dabei, Herr Kollege Van der Bellen? Was ist Ihre Leistung? – Wir wissen es nicht! Wir wissen es nicht. Ist das Parteienfinanzierung? Ist das Korruption? (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Korruption!) Ist das der nächste Skandal, den es hier in Österreich aufzudecken gilt, meine sehr geehrten Damen und Herren? (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Korruption!
Der Kollege von den Grünen hat die Leistung und auch die Gehälter der Rektoren angesprochen, und auch die FPÖ hat das angesprochen. Herr Kollege Van der Bellen! Soweit ich informiert bin, sind Sie Unibeauftragter der Stadt Wien. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist das?) Und soweit ich informiert bin, bekommen Sie für diese Tätigkeit oder Nichttätigkeit 220 000 € pro Jahr von der Stadt Wien, von Herrn Häupl beziehungsweise von der SPÖ. Was ist Ihre Leistung dabei, Herr Kollege Van der Bellen? Was ist Ihre Leistung? – Wir wissen es nicht! Wir wissen es nicht. Ist das Parteienfinanzierung? Ist das Korruption? (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Korruption!) Ist das der nächste Skandal, den es hier in Österreich aufzudecken gilt, meine sehr geehrten Damen und Herren? (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo? – Abg. Scheibner: Wer? – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren, ich möchte Sie – auch die Kollegen und Kolleginnen von der ÖVP – um noch etwas bitten: Wir müssen aufpassen, dass wir nicht eine echt zornige Generation bekommen. (Abg. Dr. Bartenstein: Wir lassen uns doch nicht für dumm verkaufen!) Wir verwehren nämlich jungen Menschen die Rechte, die die ältere Generation hatte. Ich glaube, hier sitzen einige Kreisky-Kinder, also einige Personen, die wegen Kreisky studieren konnten. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo? – Abg. Scheibner: Wer? – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Kreisky-Tochter! – Abg. Mag. Stadler: Kreisky-Enkelin!
Ich bringe ein weiteres Zitat von Frau Abgeordneter Rudas, auch sie war heute schon sehr amüsant. (Abg. Ing. Westenthaler: Kreisky-Tochter! – Abg. Mag. Stadler: Kreisky-Enkelin!) Kreisky-Kinder haben sich bisher noch nicht gemeldet, ich bin jedenfalls keines, dafür bin ich zu jung, aber Frau Abgeordnete Rudas hat ebenfalls am 24. September 2008 etwas Spannendes gesagt.
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Und bei jeder Bankendiskussion, wo es um inhaltliche Dinge geht, hört man dann, mittlerweile immer offizieller (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), die Bankenregelungen in Österreich schauen deshalb so aus, weil auch die Banken an die Parteien spenden. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das Ende Europas! Sie lassen jedes Thema zu!
Meine Damen und Herren, es ist Zeit, die Dinge offenzulegen. Diese Unglaubwürdigkeit sollte sich der Nationalrat, sollten sich aber speziell die ÖVP und die SPÖ nicht mehr leisten. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das Ende Europas! Sie lassen jedes Thema zu!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Macht doch eine Dringliche Anfrage!
Abgeordneter Harald Vilimsky (FPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Sehr geehrte Frau Präsident! Wenn Sie heute die internationale Medienberichterstattung verfolgen, etwa in der Zeitung „Die Welt“ oder in der „Süddeutschen Zeitung“, dann sehen Sie, dass das, was wir hier in Österreich unter dem Titel „Inseratenkorruption“ diskutieren, mittlerweile breitestes Thema in der Europäischen Union ist. Ich ersuche Sie wirklich, auch im Sinne der Geschäftsordnung das freie Wort der Mandatare nicht zu blockieren und den Skandal, der gerade aus Österreich weit über die Grenzen hinausschwappt, hier auch in einer Offenheit diskutieren zu lassen, und das nicht mit parteipolitischer Mitüberlegung zu reglementieren. – Danke. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Macht doch eine Dringliche Anfrage!)
Zwischenrufe bei FPÖ, ÖVP und BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Es geht um Veruntreuung!
Da möchte ich aber in diesem Zusammenhang schon eines sagen: Man diskutiert gerade darüber, dass jetzt die halbe Regierung der schwarz-blauen oder schwarz-orangen Zeit der Jahre 2000 bis 2007 im Fokus der öffentlichen Diskussion und Betrachtung steht (Abg. Vilimsky hält demonstrativ eine Zeitung mit der Überschrift „Rot in Not“ in die Höhe), und man redet über diese gigantischen Korruptionsvorwürfe gegen diese halbe Regierung (Zwischenrufe bei FPÖ, ÖVP und BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Es geht um Veruntreuung!), und jetzt wird zur Entlastung – Korruptionsvorwürfe Gorbach, Reichhold, Scheibner, Strasser, das ist alles ein Punkt, da können Sie noch so viel schreien, das war so – versucht, das Inserieren in Zeitungen wie „Krone“, „Heute“ oder „Österreich“ zu kriminalisieren. Dazu kann ich Ihnen nur sagen: Das ist sehr durchschaubar und eigentlich ohne jeden Hintergrund. Das wissen Sie ganz genau. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Steibl und Hornek.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler, Strache und Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Wenn sich gerade derjenige, nämlich der Herr Huber, in die Öffentlichkeit stellt – aus welchen Motiven auch immer –, unter dessen Verantwortung 600 Millionen € damals, in der schwarz-blauen Zeit, in den ÖBB verspekuliert wurden, wenn sich gerade er heute herstellt und groß über Inseratenaufträge philosophiert, die ein weisungsungebundenes Organ der ÖBB zu vergeben hatte, dann verstehe ich, was der Hintergrund ist. (Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler, Strache und Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: „Sieben Millionen für den Werner!“
wirtschaftliche Konkurrenzsituation zwischen den Gratiszeitungen auf der einen Seite, die von Inseraten abhängig sind, und auf der anderen Seite sind die anderen Zeitungen, die natürlich um Marktanteile, um Anteile bei den Inseraten, um Anteile bei den Lesern kämpfen. Das ist ja selbstverständlich! (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: „Sieben Millionen für den Werner!“)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein paar Millionen für den Werner!
Oder laden Sie den Herrn Dörfler ein und hören Sie, was er dazu sagt. Der wird sich ja noch erinnern können, dass das BZÖ damals bei den öffentlichen Inseraten seiner Ministerien gleich das BZÖ-Sujet verwendet hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein paar Millionen für den Werner!) Das haben wir ja hier alles diskutiert, und zig Millionen sind damals ausgegeben worden. Das ist nicht unter dem Titel „Inseratenkorruption“ abgehandelt worden. (Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Steibl.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das war ein Geständnis! – Abg. Strache: Das war ja peinlich!
Das zeigt schon ein Verständnis, ein Amtsverständnis, das nicht meines ist und bei dem ich klar sagen muss: Das geht so nicht! Die Aussagen des Herrn Staatssekretär Ostermayer in der „Zeit im Bild 2“, die waren eine Offenbarung. (Abg. Ing. Westenthaler: Das war ein Geständnis! – Abg. Strache: Das war ja peinlich!) Darum habe ich gestern auch gesagt, eigentlich ist in dieser Frage nichts mehr zu untersuchen, weil es ja ein Geständnis gibt. Es gibt ein klares Eingeständnis dessen, dass diese Einflussnahme stattgefunden hat. (Beifall bei ÖVP, FPÖ und BZÖ. – Zwischenrufe der Abg. Dr. Moser.)
Ruf bei der SPÖ: Van der Bellen haben Sie vergessen! – Abg. Ing. Westenthaler: Faymann haben Sie auch vergessen!
Das ist der Kern der Ermittlungen – aber es geht nichts weiter! (Ruf bei der SPÖ: Van der Bellen haben Sie vergessen! – Abg. Ing. Westenthaler: Faymann haben Sie auch vergessen!) Nein, ich rede von Ministern! Und da geht nichts weiter: bei der Telekom-Angelegenheit zum Beispiel. Die BUWOG-Angelegenheit wollen Sie jetzt wieder im Kuhhandel abtauschen gegen Behördenfunk „Tetron“ oder gegen die Inseratenfrage.
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sofort alle Konten auflösen!
Ich warne ausdrücklich vor einer Kontoinhabung bei Raiffeisen. Wir werden das heute noch mehrfach diskutieren, verlassen Sie sich darauf! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sofort alle Konten auflösen!)
Bundesministerin Dr. Fekter steht neben der Regierungsbank und spricht mit den Volksanwältinnen Dr. Brinek und Mag. Stoisits. – Abg. Ing. Westenthaler: Da musst du ein bisschen warten, die müssen sich noch abbusseln und umarmen!
dung der Zweiten Republik zu thematisieren und im Hohen Haus zu behandeln? (Bundesministerin Dr. Fekter steht neben der Regierungsbank und spricht mit den Volksanwältinnen Dr. Brinek und Mag. Stoisits. – Abg. Ing. Westenthaler: Da musst du ein bisschen warten, die müssen sich noch abbusseln und umarmen!) Ich begrüße auch ganz herzlich die Frau Finanzministerin, die gerade eingetroffen ist. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das sollten wir machen!
Sie bräuchten nur diesen EFSF- und ESM-Vertrag in ein Verfassungsgesetz zu kleiden, und dann könnten Sie, Rot, Schwarz und Grün, mit einer Zweidrittelmehrheit dieses Verfassungsgesetz im Hohen Haus beschließen. Anschließend könnten wir von der Opposition, BZÖ, FPÖ und Grüne, eine Volksabstimmung erwirken. Ein Drittel der Abgeordneten des Hohen Hauses kann eine Volksabstimmung erwirken, meine sehr geehrten Damen und Herren. Das ist der Weg hin zu einer aktiven Mitentscheidung, zu einer aktiven Mitsprache der Bevölkerung. Jeder, der eine demokratische Gesinnung hat, muss diesen Weg unterstützen. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das sollten wir machen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Na geh! Wirklich? Überraschung!
Bundesministerin für Finanzen Mag. Dr. Maria Theresia Fekter: Frau Präsidentin! Hohes Haus! In den vergangenen Wochen hat sich die Lage auf den Finanzmärkten erneut zugespitzt, und das Thema Griechenland beherrscht die Medien. (Abg. Ing. Westenthaler: Na geh! Wirklich? Überraschung!) Dies zeigt, dass wir eine systemische Krise haben, welche wir nur dann bewältigen werden, wenn wir in der Euro-Zone zusammenstehen.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist alles ein Geschäft! Wie viel haben Sie schon überwiesen?
Wir haben Griechenland mit Liquidität durch ein Kreditprogramm geholfen, und gleichzeitig haben wir von den Griechen auch Reformen eingefordert. (Ruf: Deswegen war es ein Geschäft!) Es geht darum, dass Griechenland wieder auf Wachstumskurs gebracht und wettbewerbsfähig wird. Dies geht jedoch nur, wenn die Griechen selbst einen strikten Sparkurs einhalten und Strukturreformen einleiten. Dazu zählen Einsparungen bei den Ausgaben, Steuereintreibungen aufgrund der Steuergesetze, die sie schon haben, eine Privatisierungs- und Liberalisierungsoffensive sowie ein Wachstumsprogramm, zum Beispiel durch Öffnen von Monopolen und Stimulieren derer, die wirtschaften wollen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist alles ein Geschäft! Wie viel haben Sie schon überwiesen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das Einzige, was schnell geht bei der Parlamentsdirektion, sind Auslieferungsbegehren ...!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Wurde gestern schon zugeleitet, Frau Bundesministerin! (Abg. Ing. Westenthaler: Das Einzige, was schnell geht bei der Parlamentsdirektion, sind Auslieferungsbegehren ...!)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP – Abg. Ing. Westenthaler: Warum findet es dann statt? Warum gibt’s dann Leerverkäufe, Kollegen von der ÖVP? – Abg. Kopf: Warum gibt’s Diebstähle, obwohl sie verboten sind?
Das Finanzministerium braucht keinen Gesetzentwurf vorzulegen, mit dem Spekulationsgeschäfte eingedämmt beziehungsweise mit dem Hochrisikogeschäfte wie Leerverkäufe verboten werden, weil dies mit § 48d Abs. 12 Börsegesetz bereits Gegenstand der österreichischen Rechtsordnung ist und dieses Hohe Haus das bereits beschlossen hat – also brauchen wir das nicht noch einmal zu machen (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP – Abg. Ing. Westenthaler: Warum findet es dann statt? Warum gibt’s dann Leerverkäufe, Kollegen von der ÖVP? – Abg. Kopf: Warum gibt’s Diebstähle, obwohl sie verboten sind?) –, und zweitens wird ein derartiges Projekt, besonders Sonderregelungen für Short Sellings, Credit Default Swaps et cetera, auch auf EU-Ebene in Form einer Richtlinie verhandelt.
Abg. Ing. Westenthaler: „... lustig! Alles noch gar nicht so ernst“!
Sie haben es in den Medien ein Geschäft genannt! (Bundesministerin Dr. Fekter: Nein, das hab ich nie gesagt! – Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Da gibt’s aber ein Protokoll!) Ah, jetzt haben Sie es nicht mehr gesagt? Okay. Gut: Wenn es ernst wird, dann muss man lügen. – Jetzt ist es ernst, Frau Minister! (Abg. Ing. Schultes: Stadler, so ernst ist es noch nicht! Du brauchst noch nicht lügen!) – Aha, ein ganz Gescheiter aus der Raiffeisen-Fraktion: Es ist überhaupt noch nicht ernst, es ist alles noch lustig! (Abg. Ing. Westenthaler: „... lustig! Alles noch gar nicht so ernst“!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der darf heute eh nicht reden!
Meine Damen und Herren von der Koalition und insbesondere Sie, Frau Bundesminister! Nichts von dem, was Sie prognostiziert haben, oder auch Sie, Herr „Professor“ Krainer (Abg. Ing. Westenthaler: Der darf heute eh nicht reden!), oder auch der „Universitätsprofessor“ Matznetter, ist eingetreten. – Der Herr „Professor“ Krainer darf heute nicht einmal reden, das ist eh bemerkenswert. Nach seiner Ankündigung eines Untersuchungsausschusses hat er Redeverbot bekommen. (Heiterkeit des Abg. Petzner.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wahnsinn!
Es „ist keine parlamentarische Kontrolle“ dieses ESM „vorgesehen“. „Seine Tätigkeit ist nicht öffentlich und nicht transparent. Eine Prüfung durch den EU-Rechnungshof ist nicht vorgesehen.“ (Abg. Ing. Westenthaler: Wahnsinn!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Wiener ÖVP !
Lieber Kollege Petzner, eure Stimmungslage in der Fraktion, nachdem ihr von Sitzung zu Sitzung Abgeordnete verliert, verstehe ich, dass bei euch Endzeitstimmung herrscht. Aber diese apokalyptischen Reiter, die ihr da immer ausschickt, das sind genau die Vertreter, die eine negative Stimmung verbreiten. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Wiener ÖVP !) – Schaut, das ist ja eure Stimmung, die ihr aus dem Klub mitnehmt, aber mit dieser Stimmung werdet ihr hier das Hohe Haus nicht anstecken können, das sage ich euch! (Beifall bei der ÖVP. – Anhaltende Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Grosz.)
Beifall bei der ÖVP. – Anhaltende Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Grosz.
Lieber Kollege Petzner, eure Stimmungslage in der Fraktion, nachdem ihr von Sitzung zu Sitzung Abgeordnete verliert, verstehe ich, dass bei euch Endzeitstimmung herrscht. Aber diese apokalyptischen Reiter, die ihr da immer ausschickt, das sind genau die Vertreter, die eine negative Stimmung verbreiten. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Wiener ÖVP !) – Schaut, das ist ja eure Stimmung, die ihr aus dem Klub mitnehmt, aber mit dieser Stimmung werdet ihr hier das Hohe Haus nicht anstecken können, das sage ich euch! (Beifall bei der ÖVP. – Anhaltende Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Grosz.)
Abg. Ing. Westenthaler: Verratet nur eure Wähler!
Und im Übrigen, meine Damen und Herren von BZÖ und FPÖ: Wie wir uns verhalten werden, werden wir uns von Ihnen nicht vorschreiben lassen! (Abg. Ing. Westenthaler: Verratet nur eure Wähler!) Aber einer Sache können Sie gewiss sein: So zu agieren wie Sie, nämlich, zu allem nein zu sagen und die politische Potenz, die Sie eigentlich haben sollten, beim Fenster hinauszuschmeißen und sich von vornherein nur zu verweigern, so dumm werden wir nicht sein, das sage ich Ihnen gleich! (Demonstrativer Beifall bei den Grünen sowie Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr opfert eure Politik!)
Demonstrativer Beifall bei den Grünen sowie Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr opfert eure Politik!
Und im Übrigen, meine Damen und Herren von BZÖ und FPÖ: Wie wir uns verhalten werden, werden wir uns von Ihnen nicht vorschreiben lassen! (Abg. Ing. Westenthaler: Verratet nur eure Wähler!) Aber einer Sache können Sie gewiss sein: So zu agieren wie Sie, nämlich, zu allem nein zu sagen und die politische Potenz, die Sie eigentlich haben sollten, beim Fenster hinauszuschmeißen und sich von vornherein nur zu verweigern, so dumm werden wir nicht sein, das sage ich Ihnen gleich! (Demonstrativer Beifall bei den Grünen sowie Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr opfert eure Politik!)
Abg. Ing. Westenthaler: Es klatscht eh schon die ÖVP mit!
Wir werden zumindest versuchen – und wir haben das schon oft genug bewiesen ... (Abg. Ing. Westenthaler: Es klatscht eh schon die ÖVP mit!) Das darf ja möglich sein in diesem Haus. (Abg. Ing. Westenthaler: Setzt euch hinüber zur ÖVP, um am Futtertrog ein bisschen mitzunaschen!) Wir werden zumindest versuchen, hier Verhandlungslösungen anzustreben. Das ist dann auch eine andere Debatte. Dort sind wir ja noch gar nicht.
Abg. Ing. Westenthaler: Setzt euch hinüber zur ÖVP, um am Futtertrog ein bisschen mitzunaschen!
Wir werden zumindest versuchen – und wir haben das schon oft genug bewiesen ... (Abg. Ing. Westenthaler: Es klatscht eh schon die ÖVP mit!) Das darf ja möglich sein in diesem Haus. (Abg. Ing. Westenthaler: Setzt euch hinüber zur ÖVP, um am Futtertrog ein bisschen mitzunaschen!) Wir werden zumindest versuchen, hier Verhandlungslösungen anzustreben. Das ist dann auch eine andere Debatte. Dort sind wir ja noch gar nicht.
Abg. Petzner: Ha, ha, ha! – Abg. Ing. Westenthaler: Und mit wie viel ... hat die ÖVP angefangen? Mit wie viel? – Abg. Petzner: Von 42 auf 20 Prozent!
Abgeordneter Ing. Hermann Schultes (ÖVP): Sehr geehrte Frau Bundesminister! Geschätzter Herr Präsident! Meine geschätzten Kolleginnen und Kollegen im Hohen Haus! Wir verdanken heute ausgerechnet dem BZÖ diese interessante Diskussionsrunde, und ich glaube auch zu verstehen, warum gerade das BZÖ intern mit diesem Thema ganz besonders intensiv ringt. Schließlich und endlich können Sie das griechische Dilemma nachempfinden: Sie haben einmal mit 21 Abgeordneten angefangen, dann sind drei unter einen anderen Rettungsschirm geflüchtet (Abg. Petzner: Ha, ha, ha! – Abg. Ing. Westenthaler: Und mit wie viel ... hat die ÖVP angefangen? Mit wie viel? – Abg. Petzner: Von 42 auf 20 Prozent!), bei zwei anderen ist derzeit die Frage noch offen, in welches System sie einsteigen werden. Auf jeden Fall aber sehe ich, dass das BZÖ ganz genau weiß, wie es ist, wenn es einem schlecht geht. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was macht eigentlich die Frau Silhavy? – Abg. Silhavy – das Rednerpult verlassend –: Nicht blöd daherreden wie andere!
Meine Damen und Herren! Eine Politik der Panikmache hilft weder der Demokratie noch den Österreicherinnen und Österreichern. Konstruktive Vorschläge von Ihnen fehlen. Der Euroschutzschirm ist nicht nur im Interesse der Griechen, sondern auch im Interesse der Österreicherinnen und Österreicher. Das sollten Sie endlich so auch akzeptieren und zur Kenntnis nehmen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was macht eigentlich die Frau Silhavy? – Abg. Silhavy – das Rednerpult verlassend –: Nicht blöd daherreden wie andere!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Der könnte vielleicht Wiener Obmann werden!
Ich weiß nicht, was der Herr Strasser da jetzt wieder zu suchen hat, Herr Kollege Kickl! Bitte, beschäftigen Sie sich einmal mit der Materie, und sprechen Sie einmal zur Sache! Gehen Sie heraus, und sprechen Sie zur Sache! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Der könnte vielleicht Wiener Obmann werden!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das haben wir vorgeschlagen! Vor zwei Jahren hat das BZÖ das vorgeschlagen!
Wir haben eine Schuldenkrise in der Europäischen Union. Die Frau Finanzministerin hat es gesagt. Wir selber haben Schulden von über 70 Prozent. Und ich denke, wenn wir Verantwortung übernehmen, dann müssen wir auch Visionen entwickeln: Wie können wir diese Verantwortung in dieser Schuldenkrise tragen? – Die Frau Finanzministerin und unser Herr Vizekanzler haben vorgeschlagen, eine Schuldenbremse in der Verfassung zu verankern, mit einer 60-Prozent-Höchstobergrenze bis zum Jahr 2020. (Abg. Ing. Westenthaler: Das haben wir vorgeschlagen! Vor zwei Jahren hat das BZÖ das vorgeschlagen!)
Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war ein ziemliches Käsekrainer!
wurde, zweifellos nobelpreisverdächtig ist. Ich gratuliere. (Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war ein ziemliches Käsekrainer!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind in einer Zwickmühle!
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (BZÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Lieber Kollege Kogler, so leicht geht das nicht! Nein, nein, ihr seid jetzt am Zug. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind in einer Zwickmühle!) Ihr seid jetzt in einer echten Zwickmühle. (Abg. Mag. Steinhauser: Nein!)
Abg. Ing. Westenthaler: Also mitzocken!
Die Grünen haben als Einzige gesagt: Ja, wir wollen vielleicht doch noch mitmachen! (Abg. Ing. Westenthaler: Also mitzocken!) Daher versucht jetzt Kollege Kogler, herauszuarbeiten, was die großen Erfolge inhaltlicher Natur und die Verbesserungen sind, die mit dieser Vorlage beschlossen werden sollen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir reden da von Fristsetzung!) Ja, ja, es geht bei diesem Problem darum (Abg.
Abg. Ing. Westenthaler: Wir reden da von Fristsetzung!
Die Grünen haben als Einzige gesagt: Ja, wir wollen vielleicht doch noch mitmachen! (Abg. Ing. Westenthaler: Also mitzocken!) Daher versucht jetzt Kollege Kogler, herauszuarbeiten, was die großen Erfolge inhaltlicher Natur und die Verbesserungen sind, die mit dieser Vorlage beschlossen werden sollen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir reden da von Fristsetzung!) Ja, ja, es geht bei diesem Problem darum (Abg.
Abg. Ing. Westenthaler: Das sieht mehr nach Nervosität aus!
Das wird eine interessante Frage sein, und aus dieser Ziehung lassen wir euch nicht heraus. (Abg. Ing. Westenthaler: Das sieht mehr nach Nervosität aus!) Aus dieser Ziehung lassen wir euch nicht heraus – die Schalmeientöne waren ja heute unüberhörbar, auch der Applaus für die Grünen: für Kollegen Van der Bellen höflicher Applaus von ÖVP und SPÖ, weil man es sich in dieser Frage mit den Grünen nicht verscherzen möchte – auch die entsprechenden Avancen im Hauptausschuss durch den Bundeskanzler waren eindeutig –, weil man hofft, mit eurer Unterstützung dieses Zwei-Drittel-Erfordernis nehmen zu können. (Abg. Mag. Kogler: Die Einzigen ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sehr gut!
Es ist hiezu namentliche Abstimmung verlangt worden. (Abg. Ing. Westenthaler: Sehr gut!) Zur Vorbereitung dieser Abstimmung unterbreche ich kurz die Sitzung. Ich bitte, auf den Plätzen zu bleiben.
Sitzung Nr. 120
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Sie sagen zum Beispiel, das europäische Friedensprojekt sei in Gefahr, wenn wir jetzt nicht Griechenland retten. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) – Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Wirtschaftsleistung Griechenlands macht etwas mehr als 2 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung der Europäischen Union aus. Ja glauben Sie wirklich, Herr Kollege Kopf, dass Griechenland angesichts dessen in der Lage ist, eine Weltwirtschaftskrise auszulösen? (Abg. Kopf: Sie haben nicht zugehört!) – Völlig absurd, wie Sie hier argumentieren! Völlig absurd! (Beifall bei BZÖ und FPÖ. – Abg. Kopf: Sie haben nicht zugehört!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein Verbrechen!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, das sollten Sie einmal auf der Zunge zergehen lassen: 29 Milliarden € Zahlungsverpflichtungen beschließen Sie heute – SPÖ, ÖVP und Grüne gemeinsam. 29 Milliarden €! Das ist fast die Hälfte unseres österreichischen Staatshaushaltes! 29 Milliarden € an Steuergeld – Geld, das wir nicht haben, Geld, das wir in Österreich nicht erwirtschaften (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Verbrechen!), Geld, das wir in Form von Krediten aufnehmen müssen, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein Verbrechen!
Sie betreiben da pure Steuergeldveruntreuung, Frau Finanzministerin. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Verbrechen!) Sie betreiben Steuergeldveruntreuung, denn Sie befragen ja die Bevölkerung nicht einmal mehr, ob sie willens ist, diesen Irrweg weiter zu unterstützen. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Perfekt! Gut gemacht, gratuliere!
Das ist der absolute Untergang (Zwischenruf des Abg. Strache) und, um in der Diktion der Frau Finanzministerin zu sprechen, eine Neverending Story, die hier beginnt, Frau Finanzministerin. Es gibt keine Haftungsobergrenzen für diesen Rettungsfonds. Ja wissen Sie, was das heißt? – Nachschusspflicht bei jeder Gelegenheit und bei jedem weiteren Fall einer Bank oder eines Landes in Südeuropa! – Ich gratuliere zu dem, was Sie hier beschließen, eine Nachschusspflicht! (Abg. Ing. Westenthaler: Perfekt! Gut gemacht, gratuliere!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der nasse Fetzen ist schon bereit ...!
Die Konsequenz – das ist heute schon gesagt worden – wird eine Bonitätsverschlechterung Österreichs sein, selbstverständlich. Wenn weitere 40 Milliarden € dazukommen, wird die Bonität abgestuft werden (Abg. Ing. Westenthaler: Der nasse Fetzen ist schon bereit ...!), die wir jetzt noch genießen. Wissen Sie, was das heißt?
Abg. Ing. Westenthaler: Der Schilling bleibt erhalten!
Seit dem Jahr 1994 ist das Volk nicht mehr befragt worden, es ist immer nur betrogen worden, meine sehr geehrten Damen und Herren. Was hat man denn im Jahr 1994 den Menschen versprochen? (Abg. Ing. Westenthaler: Der Schilling bleibt erhalten!) – Freien Dienstleistungs-, Zahlungs- und Personenverkehr. Das hat man ihnen schmackhaft gemacht. Herausgekommen ist eine Knechtschaft, eine Knebelung, eine Auslieferung an die Bürokraten Brüssels, die mit Österreich tun und lassen können, was sie wollen, und das wollen die Menschen in Österreich nicht mehr. Sie haben die Nase voll! Die Menschen wollen mitentscheiden. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Die machen sich selber lächerlich, die Grünen!
Wissen Sie, wie demokratische Mitbestimmung funktioniert? (Abg. Ing. Westenthaler: Die machen sich selber lächerlich, die Grünen!) – Indem man das Volk einbindet, indem man die Bevölkerung befragt, ob sie willens und bereit ist, die Verantwortung, die diese Bundesregierung verschleudert, mit zu übernehmen. Das ist Demokratie.
Abg. Krainer begibt sich zum Rednerpult und trinkt dort, bevor er zu sprechen beginnt, einen Schluck Wasser. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eh das Beste, was Sie jetzt tun können: Trinken! – Weitere Zwischenrufe.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Krainer zu Wort. – Bitte. (Abg. Krainer begibt sich zum Rednerpult und trinkt dort, bevor er zu sprechen beginnt, einen Schluck Wasser. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eh das Beste, was Sie jetzt tun können: Trinken! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Ing. Westenthaler: Da wird sogar die Regierungsbank leer, wenn Sie reden! Da geht einer nach dem anderen! – Abg. Silhavy: Wir sind nicht am Fußballplatz, Herr Kollege!
Wir sollten uns wirklich die Fakten anschauen, wenn es um die Frage geht, was zu dieser Krise geführt hat. Wir hören, zu dieser Krise sei es gekommen, weil wir, weil die Staaten über ihre Verhältnisse gelebt haben. (Ruf bei der FPÖ: Der Herr Kopf sagt das!) Schauen wir uns doch die Fakten an! (Abg. Ing. Westenthaler: Da wird sogar die Regierungsbank leer, wenn Sie reden! Da geht einer nach dem anderen! – Abg. Silhavy: Wir sind nicht am Fußballplatz, Herr Kollege!)
Abg. Ing. Westenthaler: „Professor Krainer“!
Und natürlich sind Krisenzeiten eine Zeit für Spekulanten. Es ist nicht nur für politische Kleingeldwechsler Hoch-Zeit (Abg. Ing. Westenthaler: „Professor Krainer“!), wie wir es heute gesehen haben, sondern auch für Finanzspekulanten. Und schauen wir uns doch an: Wer war in Gefahr, das erste Opfer von Spekulation zu werden? Erinnern wir uns zurück – es ist noch nicht sehr lange her. Im Feber 2009 kamen die ersten Zeitungsberichte: Osteuropa steht vor der Pleite – und damit Österreich, weil die österreichischen Banken so erfolgreich in Osteuropa expandiert haben und dort viele Kredite vergeben haben. Die können das nicht mehr zurückzahlen, und Österreich steht vor der Pleite.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Vilimsky: Der ist gescheit, der Krainer! – Abg. Ing. Westenthaler: Welcher Partei gehört der an? Der SPÖ? – Abg. Mag. Stadler: 10 Minuten reden – 50 000 Wähler weniger!
Wir machen das nicht nur, weil es moralisch richtig ist, sondern weil es auch ökonomisch und für Österreich richtig ist und das Bessere ist. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Vilimsky: Der ist gescheit, der Krainer! – Abg. Ing. Westenthaler: Welcher Partei gehört der an? Der SPÖ? – Abg. Mag. Stadler: 10 Minuten reden – 50 000 Wähler weniger!)
Abg. Ing. Westenthaler: Bitte noch ein paar Zahlen! Ein paar Prozentsätze!
Kennzahlen, wie zum Beispiel die Arbeitslosigkeit, haben nicht den Stellenwert, den sie haben sollten. Wir sagen: Wieso haben wir nicht bei Arbeitslosigkeit genauso eine Grenze von 3 Prozent wie bei der Neuverschuldung? (Abg. Ing. Westenthaler: Bitte noch ein paar Zahlen! Ein paar Prozentsätze!) Arbeitslosigkeit ist ja, wie wir wissen, die teuerste Form, aber nicht nur, weil sie Lebenszeit kostet, weil sie den Menschen Lebensqualität nimmt, sondern Sie müssen diese Arbeitslosigkeit auch finanzieren und machen damit erst recht Schulden.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen schicken wir über 30 Milliarden nach Griechenland! – Abg. Strache: Sie werfen den Millionären Milliarden nach!
Und das, was wir dann als fünften Schritt brauchen, ist, dass auch jene, die heute die Last tragen, nämlich die, die arbeiten für ihr Geld, eine Entlastung erfahren. Und deswegen sehen wir es als wesentlichen Punkt, die Steuern auf Arbeit zu senken und Steuern auf Vermögen und Kapitaleinkommen einzuheben. Da stimmen Sie immer dagegen, weil Sie die Millionäre in Wahrheit beschützen, aber diese sollen auch einen gerechten Beitrag zahlen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen schicken wir über 30 Milliarden nach Griechenland! – Abg. Strache: Sie werfen den Millionären Milliarden nach!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek –: Die Umfallerin kommt jetzt!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Frau Klubvorsitzende Dr. Glawischnig-Piesczek gelangt nun zu Wort. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek –: Die Umfallerin kommt jetzt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Umfallerin! Der Kotau folgt jetzt!
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! (Abg. Ing. Westenthaler: Die Umfallerin! Der Kotau folgt jetzt!) Herr Kollege Strache, Herr Kollege Bucher, Herr Kollege Kickl, wissen Sie, was wirklich Volksvermögensvernichtung in Österreich in der Vergangenheit war? – Das war die blau-orange Regierungsbeteiligung. (Beifall bei Grünen und SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Die sind alle in Griechenland jetzt, oder was?
Milliarden vernichtet, Milliarden eingesteckt! Dass Sie sich überhaupt trauen, das Wort in den Mund zu nehmen! Grasser, Meischberger & Co, Rumpold ... (Abg. Ing. Westenthaler: Die sind alle in Griechenland jetzt, oder was?) Nein, aber Sie müssen sich einmal vor Augen führen, dass es auch einen berechtigten Ärger darüber gibt, dass man Volksvermögen verscherbelt (Abg. Ing. Westenthaler: So ein Unsinn, was Sie da verzapfen! Erklären Sie Ihr Umfallen heute!), und noch dazu 400 000 € dort, 800 000 € da in die Taschen spielt. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind ein Schoßkätzchen von Rot und Schwarz!)
Abg. Ing. Westenthaler: So ein Unsinn, was Sie da verzapfen! Erklären Sie Ihr Umfallen heute!
Milliarden vernichtet, Milliarden eingesteckt! Dass Sie sich überhaupt trauen, das Wort in den Mund zu nehmen! Grasser, Meischberger & Co, Rumpold ... (Abg. Ing. Westenthaler: Die sind alle in Griechenland jetzt, oder was?) Nein, aber Sie müssen sich einmal vor Augen führen, dass es auch einen berechtigten Ärger darüber gibt, dass man Volksvermögen verscherbelt (Abg. Ing. Westenthaler: So ein Unsinn, was Sie da verzapfen! Erklären Sie Ihr Umfallen heute!), und noch dazu 400 000 € dort, 800 000 € da in die Taschen spielt. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind ein Schoßkätzchen von Rot und Schwarz!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind ein Schoßkätzchen von Rot und Schwarz!
Milliarden vernichtet, Milliarden eingesteckt! Dass Sie sich überhaupt trauen, das Wort in den Mund zu nehmen! Grasser, Meischberger & Co, Rumpold ... (Abg. Ing. Westenthaler: Die sind alle in Griechenland jetzt, oder was?) Nein, aber Sie müssen sich einmal vor Augen führen, dass es auch einen berechtigten Ärger darüber gibt, dass man Volksvermögen verscherbelt (Abg. Ing. Westenthaler: So ein Unsinn, was Sie da verzapfen! Erklären Sie Ihr Umfallen heute!), und noch dazu 400 000 € dort, 800 000 € da in die Taschen spielt. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind ein Schoßkätzchen von Rot und Schwarz!)
Oh-Rufe bei FPÖ und BZÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das Schoßkätzchen von Rot und Schwarz!
Aber ich möchte gerne einen sachlichen Beitrag zu dieser Debatte leisten. (Oh-Rufe bei FPÖ und BZÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das Schoßkätzchen von Rot und Schwarz!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr seid Umfaller! Das ist die Wahrheit!
Der Kollege Westenthaler hat seltsame Träume: Er redet vom Schoßkätzchen. – Würden Sie das zurücknehmen? (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr seid Umfaller! Das ist die Wahrheit!) Können Sie sich einmal in ernsthafter Weise mit europäischen Fragen auseinandersetzen, ohne ausschließlich Unsinn zu reden? (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr stimmt zu! Sie sind das Schoßkätzchen von Rot und Schwarz! ) Ja ja, regen Sie sich nur weiter auf! Ich bin der Meinung, rechtskräftig verurteilte Politiker haben in diesem Parlament nichts verloren! Aber das machen wir uns nach der Debatte aus. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt die Volksabstimmung verhindert!) Rechtskräftig verurteilte Politiker haben in diesem Haus nichts verloren. (Abg. Ing. Westenthaler: Verräter haben auch nichts verloren hier im Haus! Volksabstimmungsverräter! – Abg. Neugebauer: Also, schön langsam ...!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr stimmt zu! Sie sind das Schoßkätzchen von Rot und Schwarz!
Der Kollege Westenthaler hat seltsame Träume: Er redet vom Schoßkätzchen. – Würden Sie das zurücknehmen? (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr seid Umfaller! Das ist die Wahrheit!) Können Sie sich einmal in ernsthafter Weise mit europäischen Fragen auseinandersetzen, ohne ausschließlich Unsinn zu reden? (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr stimmt zu! Sie sind das Schoßkätzchen von Rot und Schwarz! ) Ja ja, regen Sie sich nur weiter auf! Ich bin der Meinung, rechtskräftig verurteilte Politiker haben in diesem Parlament nichts verloren! Aber das machen wir uns nach der Debatte aus. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt die Volksabstimmung verhindert!) Rechtskräftig verurteilte Politiker haben in diesem Haus nichts verloren. (Abg. Ing. Westenthaler: Verräter haben auch nichts verloren hier im Haus! Volksabstimmungsverräter! – Abg. Neugebauer: Also, schön langsam ...!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt die Volksabstimmung verhindert!
Der Kollege Westenthaler hat seltsame Träume: Er redet vom Schoßkätzchen. – Würden Sie das zurücknehmen? (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr seid Umfaller! Das ist die Wahrheit!) Können Sie sich einmal in ernsthafter Weise mit europäischen Fragen auseinandersetzen, ohne ausschließlich Unsinn zu reden? (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr stimmt zu! Sie sind das Schoßkätzchen von Rot und Schwarz! ) Ja ja, regen Sie sich nur weiter auf! Ich bin der Meinung, rechtskräftig verurteilte Politiker haben in diesem Parlament nichts verloren! Aber das machen wir uns nach der Debatte aus. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt die Volksabstimmung verhindert!) Rechtskräftig verurteilte Politiker haben in diesem Haus nichts verloren. (Abg. Ing. Westenthaler: Verräter haben auch nichts verloren hier im Haus! Volksabstimmungsverräter! – Abg. Neugebauer: Also, schön langsam ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Verräter haben auch nichts verloren hier im Haus! Volksabstimmungsverräter! – Abg. Neugebauer: Also, schön langsam ...!
Der Kollege Westenthaler hat seltsame Träume: Er redet vom Schoßkätzchen. – Würden Sie das zurücknehmen? (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr seid Umfaller! Das ist die Wahrheit!) Können Sie sich einmal in ernsthafter Weise mit europäischen Fragen auseinandersetzen, ohne ausschließlich Unsinn zu reden? (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr stimmt zu! Sie sind das Schoßkätzchen von Rot und Schwarz! ) Ja ja, regen Sie sich nur weiter auf! Ich bin der Meinung, rechtskräftig verurteilte Politiker haben in diesem Parlament nichts verloren! Aber das machen wir uns nach der Debatte aus. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt die Volksabstimmung verhindert!) Rechtskräftig verurteilte Politiker haben in diesem Haus nichts verloren. (Abg. Ing. Westenthaler: Verräter haben auch nichts verloren hier im Haus! Volksabstimmungsverräter! – Abg. Neugebauer: Also, schön langsam ...!)
Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Ing. Westenthaler.
Jetzt reden wir einmal über europäische Themen und europäische Fragen. (Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Ing. Westenthaler.) Sie können sich ja gerne später zu Wort melden. Es wird nicht besser, wenn Sie
Beifall und Bravorufe beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ich werde gerade bedroht!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Meine Damen und Herren, wenn nicht etwas mehr Ruhe einkehrt (Ruf beim BZÖ: ..., dann unterbrechen wir!), sehe ich mich veranlasst, die Sitzung zu unterbrechen. (Beifall und Bravorufe beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ich werde gerade bedroht!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Verräter der direkten Demokratie!
(Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Verräter der direkten Demokratie!) Können Sie aufhören zu schreien? Wir sind das österreichische Parlament – wir können ganz normal miteinander reden. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.) Ich bin fassungslos.
Abg. Ing. Westenthaler: Jawohl, Frau Oberlehrerin!
EFSF. – Wenn man EHEC und europäische Institutionen nicht auseinanderhalten kann, sollte man auch ein bisschen vorsichtiger sein. (Abg. Ing. Westenthaler: Jawohl, Frau Oberlehrerin!) Es geht hier um sehr ernste Fragen. Es geht um Probleme in der Vergangenheit, wo wir als österreichische Parlamentarier jetzt die Verantwortung haben, diese Probleme auch zu lösen. Glauben Sie ernsthaft, dass Harakiri-Politik – zurück zum Schilling, zurück zur Drachme und die Mauern wieder aufziehen! – das Richtige ist und dass das das österreichische Sparbuch, den europäischen sozialen Frieden nachhaltig sichern kann? (Beifall bei den Grünen.) Glauben Sie das ernsthaft?
Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen. – Abg. Kopf: Nicht persönlich verunglimpfen! – Abg. Ing. Westenthaler: Aber wenn ein Abgeordneter von einem „Hooligan-Sektor“ spricht, dagegen haben Sie nichts? Diese Denunzierung ist erlaubt?!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Anstand und Sitte gebieten es in diesem Haus, doch mit einigermaßen Aufmerksamkeit den Rednerinnen und Rednern zuzuhören und nicht permanent durch Zwischenrufe das Reden am Rednerpult nahezu unmöglich zu machen. Darum geht es! Das ist zu unterscheiden. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen. – Abg. Kopf: Nicht persönlich verunglimpfen! – Abg. Ing. Westenthaler: Aber wenn ein Abgeordneter von einem „Hooligan-Sektor“ spricht, dagegen haben Sie nichts? Diese Denunzierung ist erlaubt?!)
Abg. Ing. Westenthaler: Da haben Sie recht, Frau Präsidentin: aussichtslos! Endlich ein wahres Wort!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Frau Bundesministerin, ich darf Sie bitten, fortzusetzen. Ich wiederhole eine Aussage, die ich schon einmal hier von diesem Pult aus getroffen habe. Meine Damen und Herren des BZÖ, ich sage jetzt gar nichts mehr, und zwar wegen Aussichtslosigkeit. (Abg. Ing. Westenthaler: Da haben Sie recht, Frau Präsidentin: aussichtslos! Endlich ein wahres Wort!)
Abg. Ing. Westenthaler: „Bravo“!
Und die zentrale Globalunterlage – das wird dann nach Befragen der Staatsanwaltschaft geklärt – war das Pricewaterhouse-Gutachten, das deutsche übrigens. Da geben die bereits im Jänner zu, dass das falsch war, dass hier sogar Kredite, die überhaupt kein Risiko hatten, als Risikokredite ausgewiesen wurden. (Abg. Ing. Westenthaler: „Bravo“!)
Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!
Wenn es darum geht, Milliarden auf den österreichischen Steuerzahler abzuladen für andere, dann sind Sie großzügig! Wenn es darum geht, für die österreichischen Familien etwas zu tun, dann haben Sie überhaupt kein Geld mehr, meine Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!) Das ist Ihre Politik, und die wird heute zur Debatte stehen! (Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sagt der Lopatka! Bravo!
Der Herr Lopatka – er war ja immerhin einmal Staatssekretär im Finanzministerium – ist ja schon selber der Meinung – das können Sie heute im „Standard“ nachlesen –, nur mehr der Druck von der Straße kann die Politik der Regierung ändern, meine Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Sagt der Lopatka! Bravo!) Lopatka, nicht irgendein böser Hooligan aus der Opposition, meine Damen und Herren!
Abg. Ing. Westenthaler: Seid eh ihr da!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Verbliebener Teil auf der Regierungsbank! (Abg. Mag. Stadler: Du bist auch so schwarz angezogen!) Also eines dürfen wir schon festhalten: Man hat schon fast den Eindruck, als ob die Regierung in dieser Frage abgedankt hätte. (Abg. Ing. Westenthaler: Seid eh ihr da!) – Ja, wir sind auch deshalb da, weil wir eine Überzeugung haben und weil wir dafür kämpfen. Ich werde es Ihnen nach Ihrem Auftritt eher nicht mehr erklären. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Rufe beim BZÖ: Billions! – Abg. Grosz: Das stimmt aber nicht!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Mag. Schickhofer. – Bitte. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Rufe beim BZÖ: Billions! – Abg. Grosz: Das stimmt aber nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: ... Sparkasse! Wie viel stürzt heute der ATX ab?
Abgeordneter Mag. Peter Michael Ikrath (ÖVP): Herr Präsident! Regierungsbank! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! (Abg. Ing. Westenthaler: ... Sparkasse! Wie viel stürzt heute der ATX ab?) – Kollege Westenthaler, ich habe noch nicht einmal angefangen, aber meine Wortmeldung wird für sie schon so unbequem wie die aktuellen Kurse werden, insofern ist das richtig antizipiert.
Ruf beim BZÖ: Wir kriegen eine Piratenpartei! – Abg. Ing. Westenthaler: ... Grüne! Es gibt doch noch anständige Grüne!
Ich ersuche jene Damen und Herren, die dies unterstützen, um ein Zeichen. – Das ist angenommen. (Ruf beim BZÖ: Wir kriegen eine Piratenpartei! – Abg. Ing. Westenthaler: ... Grüne! Es gibt doch noch anständige Grüne!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist das Inhaltsreichste, was wir jetzt gehört haben!
Da frage ich Sie jetzt: Kürbiskochtipps, was soll das? (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist das Inhaltsreichste, was wir jetzt gehört haben!) Welchen Nutzen hat irgendein Bürger davon, dass ihm Herr Gesundheitsminister Stöger Kürbiskochtipps gibt? Können Sie mir das jetzt bitte kurz erklären? (Abg. Dr. Cap: Ich habe es nicht gewusst, ...! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Er hat es nicht gewusst, er wird jetzt Kürbis essen. Okay.
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt ballen ein paar die Faust in der Hosentasche!
Da zu einem solchen Beschluss des Nationalrates gemäß Abs. 2 der zitierten Verfassungsbestimmung die Anwesenheit der Hälfte der Abgeordneten erforderlich ist, stelle ich diese ausdrücklich fest. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt ballen ein paar die Faust in der Hosentasche!)
Sitzung Nr. 122
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist das für eine tatsächliche Berichtigung? – Abg. Mag. Stadler: Das hab ich nicht gesagt! – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat er nicht gesagt! Er hat gesagt, dass das im Antrag drinnen steht! Er hat aus dem Antrag zitiert!
Ich korrigiere ihn tatsächlich (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist das für eine tatsächliche Berichtigung? – Abg. Mag. Stadler: Das hab ich nicht gesagt! – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat er nicht gesagt! Er hat gesagt, dass das im Antrag drinnen steht! Er hat aus dem Antrag zitiert!): Es ist bereits jetzt in der Bundesverfassung verankert, nämlich
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Bruch der Geschäftsordnung!
unter Artikel 141 Abs. 3 (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Bruch der Geschäftsordnung!) – ich lese es Ihnen noch einmal vor (Abg. Mag. Stadler: Das ist eindeutig ein Bruch der Geschäftsordnung!) –:
Abg. Ing. Westenthaler: Nicht einmal die Klubobfrau weiß, was eine tatsächliche Berichtigung ist!
Und das ist auch geregelt. (Abg. Ing. Westenthaler: Nicht einmal die Klubobfrau weiß, was eine tatsächliche Berichtigung ist!) Und im Übrigen ist das auch sehr wichtig so. Ich glaube, dass Sie auch bei Wahlanfechtungen sehr genau überlegen sollten, ob Sie diese abschaffen wollen oder nicht. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Stadler: Sie distanzieren sich von Ihrem eigenen Anliegen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Er hat zitiert aus dem Antrag!
Der Abgeordnete Stadler hat hier festgestellt (Abg. Ing. Westenthaler: Er hat zitiert aus dem Antrag!), ...
Heiterkeit und Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Strache. – Abg. Grosz: Der Antrag ist falsch! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Blamage!
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (BZÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ich rege eine kurze Sitzungsunterbrechung an, damit geklärt werden kann, was mit dem Entschließungsantrag der Abgeordneten Daniela Musiol, Pirklhuber, Kolleginnen und Kollegen betreffend Direkte Demokratie los ist, denn dieser wurde „im Zuge der Debatte zum Dringlichen Antrag in der Sondersitzung am 13.10.2011“ eingebracht – das ist morgen. Die morgige Sondersitzung ist aber heute noch nicht Gegenstand. Vielleicht kann man das auf kurzem Weg klären. (Heiterkeit und Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Strache. – Abg. Grosz: Der Antrag ist falsch! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Blamage!)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident, welches Datum haben Sie? Was ist bei Ihnen heute: der 12. oder der 13.? – Das können Sie ja nicht ernst nehmen! Das ist ja ein Kasperltheater, was die Grünen da machen!
Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dr. Kräuter. 5 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident, welches Datum haben Sie? Was ist bei Ihnen heute: der 12. oder der 13.? – Das können Sie ja nicht ernst nehmen! Das ist ja ein Kasperltheater, was die Grünen da machen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt es notwendig!
Zunächst zu Ihren Ausführungen, Herr Strache. Herr Strache, Sie reden hier von mehr Demokratie, davon, dass man in diesem Land mehr Demokratie leben muss. Ich gebe Ihnen einen guten Rat: Fangen Sie einmal selbst damit an! Wie ist denn das mit einem wegen Korruption gerichtlich zu 18 Monaten Verurteilten in Ihren Reihen, der in öffentlichen Ämtern ist? – Das ist Demokratie, da können Sie etwas beweisen! Oder Frau Abgeordnete Winter, die, obwohl rechtskräftig wegen Hetze verurteilt, hier in einem demokratischen Parlament sitzt. (Abg. Strache: Das war ein Schauprozess wie bei der Timoschenko!) Oder: Wäre es nicht auch eine Voraussetzung für Demokratie der FPÖ (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt es notwendig!), dass Sie einmal mit den braunen Flecken in Ihrer Partei aufräumen? Wäre es nicht geboten, zur Causa Kurzmann, was Hetze und Auftreten gegen Religionsfreiheit betrifft, einmal klare Worte zu finden? (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: ..., Androsch!
Und, Herr Strache, würden Sie nicht der Demokratie dienen, wenn Sie einmal, was die Skandale BUWOG, Hypo, Eurofighter und Telekom betrifft (Abg. Ing. Westenthaler: ..., Androsch!), ein Bekenntnis der FPÖ zu Ihrer Mitverantwortung ablegen würden? Und wäre es nicht demokratisch, wenn Sie einmal dem Kärntner Landeshauptmann entgegentreten würden, der den ÖGB abschaffen will, wo die Gewerkschafter darum ringen, dass die Arbeitnehmer gerechte Löhne bekommen? (Abg. Strache: Wo nicht einmal die eigenen Pensionen gezahlt werden und die Gewerkschaftsgelder gekürzt werden!) Dazu sollten Sie einmal Stellung nehmen, Herr Strache! (Beifall bei der SPÖ.)
Die Abgeordneten Mag. Stadler und Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Öllinger –: Halten Sie die Rede heute oder morgen?
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Öllinger. Die Restredezeit Ihrer Fraktion beträgt 3 Minuten. – Bitte. (Die Abgeordneten Mag. Stadler und Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Öllinger –: Halten Sie die Rede heute oder morgen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Bring halt morgen einen neuen Antrag ein!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf (das Glockenzeichen gebend): Herr Kollege Öllinger, die Redezeit für die gesamte Fraktion ist bereits überschritten. (Abg. Ing. Westenthaler: Bring halt morgen einen neuen Antrag ein!) Daher ist es jetzt nicht mehr möglich, dass Sie den Antrag einbringen. Aber es gibt noch ausreichend Gelegenheit hier im Haus, derartige Themen zu behandeln, nämlich schon beim nächsten Verhandlungspunkt.
Abg. Strache: Was ist mit der SPÖ? – Abg. Ing. Westenthaler: Aus Solidarität stehen Sie auf, Herr Bundeskanzler!
Ich ersuche jene Damen und Herren, die für diesen Antrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. (Abg. Strache: Was ist mit der SPÖ? – Abg. Ing. Westenthaler: Aus Solidarität stehen Sie auf, Herr Bundeskanzler!) – Auch das ist die Minderheit. Der Antrag ist abgelehnt.
Sitzung Nr. 124
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Neben Griechenland haben inzwischen auch Portugal und Irland europäische Hilfsmaßnahmen in Anspruch nehmen müssen. Österreich hat bislang rund 1,4 Milliarden an bilateralen Krediten für Griechenland aufgewendet (Abg. Grosz: Das ist alles ein Geschäft!) und Haftungen im Wege der Europäischen Stabilitätsfazilität in Höhe von bis zu knapp 22 Milliarden bereitgestellt. Von diesen ist bisher nur ein kleiner Teil in Anspruch genommen worden, und derzeit diskutieren wir auf EU-Minister-Ebene darüber, dass die Infrastruktur EFSF flexibler und effizienter aufgestellt werden soll. Österreich hat all diese Herausforderungen durch eine umsichtige Budgetpolitik und eine gesunde wirtschaftliche Basis gemeistert. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Abg. Mag. Stadler: Was sagt die SPÖ dazu? Cap, der linke Populist!
Diese Maßnahmen werden linke wie rechte Populisten auf den Plan rufen. (Abg. Mag. Stadler: Das ist ja wohl die Höhe! – Zwischenruf des Abg. Strache.) Es werden die Reichen und die Banken schuld sein. Es wird Europa schuld sein. Mir genügt es aber nicht, einfach nur Schuldige zu suchen oder nur gegen etwas zu sein. Ich werde stattdessen für etwas kämpfen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Abg. Mag. Stadler: Was sagt die SPÖ dazu? Cap, der linke Populist!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Kogler und Ing. Westenthaler.
reich. (Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Kogler und Ing. Westenthaler.) Wir müssen die Zukunft aktiv gestalten und damit den Wohlstand vermehren. Ein erfolgreicher, wettbewerbsfähiger und lebenswerter Wirtschafts- und Arbeitsstandort stützt sich daher auf vier Säulen. (Abg. Dr. Strutz: Phrasen! – Abg. Mag. Kogler: Zur Sache!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kickl: Die schießen schon in die Höhe! – Abg. Ing. Westenthaler: Die Menschen jubeln Ihnen schon zu auf den Straßen!
Er stützt sich auf stabile Finanzen und einen funktionierenden Kapitalmarkt mit verlässlichen Rahmenbedingungen, damit eine hochwertige und effiziente Versorgung der gesamten Wirtschaft und der privaten Haushalte mit Finanzdienstleistungen sichergestellt ist, und auf eine innovative und eigenverantwortliche Gesellschaft, die auf Leistungsbereitschaft, Eigeninitiative, Freiheit und Generationengerechtigkeit fußt. Mit dem erwirtschafteten Geld und der Leistungsbereitschaft der Österreicherinnen und Österreicher können wir dann unseren Wohlstand und den Sozialstaat finanzieren. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kickl: Die schießen schon in die Höhe! – Abg. Ing. Westenthaler: Die Menschen jubeln Ihnen schon zu auf den Straßen!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Damit all dies möglich ist, braucht es aber Stabilität und Verlässlichkeit. (Abg. Mag. Kogler: Das dauert bis 11 Uhr, wenn Sie nicht schneller lesen!) Das neue Haushaltsrecht hilft uns dabei entscheidend. Von Ihnen hier einstimmig beschlossen, verfolgt dieses neue Haushaltsrecht einen ganz praktischen Zweck. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Es ist das Rückgrat der Budgetpolitik und dient als stabiler und verlässlicher Pfeiler, gerade in Zeiten wie diesen.
Abg. Ing. Westenthaler: Dafür streichen wir das Pflegegeld zusammen! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Uni-Milliarde!
Kein Sparen bei den Zukunftsinvestitionen in Bildung, Forschung und Wissenschaft, die weiterhin mit hoher Priorität versehen sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Dafür streichen wir das Pflegegeld zusammen! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Uni-Milliarde!) Mit dem Beschluss des Bundesfinanzrahmens im Frühjahr hier im Parlament bedeutet dies in Fakten und Zahlen ausgedrückt: Die Ausgaben der Republik steigen zwischen 2011 und 2015 im jährlichen Schnitt um 1,8 Prozent, also deutlich schwächer als das nominale Bruttoinlandsprodukt.
Abg. Ing. Westenthaler: Der Bundespräsident ist schon nach Hause gegangen!
Budget: Das ist die in Zahlen gegossene Politik. (Wow-Rufe bei FPÖ, Grünen und BZÖ.) Vorrang haben dabei die Konsolidierung (Beifall bei der ÖVP), das Vorantreiben von Reformen und das Schaffen von Anreizen für Wachstum. Dabei darf neben der Sicherstellung der Leistungsfähigkeit des Staates, der Sicherung der Attraktivität des Wirtschaftsstandortes und der Sicherung der Finanzierung der sozialen Aufgaben nie der Mensch vergessen werden, denn die Politik hat für den Bürger zu arbeiten. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Bundespräsident ist schon nach Hause gegangen!) Gleichzeitig bedeutet eine verantwortungsvolle Budgetpolitik aber vor allem auch, den Blick nach vorne zu richten, in die Zukunft, um für zukünftige Herausforderungen die dafür notwendigen finanziellen Handlungsspielräume zu erhalten. (Abg. Mag. Stadler: Das hätte der Karl-Heinz Grasser nicht besser gekonnt! – Abg. Dr. Pirklhuber: Ein bisschen mehr Tiefgang, Frau Ministerin!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist die „hohe See“? – Abg. Mag. Stadler: Das kann nur der Schotter-See sein!
Österreich ist gut und solide ausgestattet. Es ist gerüstet für den rauen Wind. Die Republik ist auf sicherem Kurs, auch wenn die Zeiten etwas härter werden sollten. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist die „hohe See“? – Abg. Mag. Stadler: Das kann nur der Schotter-See sein!) Dies deshalb, weil das Ihnen vorliegende Budget abgesichert ist durch den Konsolidierungspfad, die Eckwerte des Bundesfinanzrahmens, durch den innerösterreichischen Stabilitätspakt und durch die Fortführung der mit Loipersdorf eingeschlagenen Strukturreformen. Ein stabiles Budget für eine sichere Zukunft! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: Sie wiederholen sich! – Abg. Ing. Westenthaler: Die Frau Minister von Loipersdorf!
Der Rechnungsabschluss 2010 war besser als erwartet, auch heuer werden wir die prognostizierten Daten übertreffen. (Abg. Mag. Stadler: Sie wiederholen sich! – Abg. Ing. Westenthaler: Die Frau Minister von Loipersdorf!) Schon heuer wird das gesamtstaatliche Maastricht-Defizit mit 3,6 Prozent des BIP deutlich niedriger ausfallen, als noch im Frühjahr erwartet wurde – damals gingen wir von 3,9 Prozent aus –,
Ironische Heiterkeit bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Frau Minister aus Loipersdorf! Schwer zu ertragen!
Der Weg, unsere Staatsfinanzen nachhaltig zu stabilisieren und trotzdem in die Zukunft zu investieren, wurde vor einem Jahr in Loipersdorf eingeschlagen, und wir setzen ihn fort. (Ironische Heiterkeit bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Frau Minister aus Loipersdorf! Schwer zu ertragen!) Es war damals ein schmerzhaftes Paket, welches die Bundesregierung geschnürt hat, und es hat auch im Nachhinein heftige Kritik daran gegeben.
Abg. Ing. Westenthaler: In Loipersdorf!
Aber bei aller Kritik dürfen wir eines nicht vergessen: Wir haben mit diesen unverzichtbaren Maßnahmen eine Trendumkehr in der Staatsverschuldung eingeleitet und machen uns fit für zukünftige Schritte. (Abg. Ing. Westenthaler: In Loipersdorf!) Ab 2013 wird die Staatsverschuldung erstmals seit 2007 wieder sinken! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt es schon wieder! Lassen Sie das arme Loipersdorf in Ruhe!
Durch den Sparpfad von Loipersdorf haben wir auch Mittel für ein Offensivprogramm freimachen können (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt es schon wieder! Lassen Sie das arme Loipersdorf in Ruhe!) – für mehr Zukunftsinvestitionen in der Höhe von 400 Millionen € pro Jahr: 100 Millionen € mehr für unsere Umwelt – insbesondere durch die thermische Sanierung –, 100 Millionen € mehr für Forschung – ein wichtiger Impuls für den Wirtschaftsstandort und zur Schaffung von qualifizierten Arbeitsplätzen (Abg. Dr. Pirklhuber: Das haben wir schon zweimal gehört!) –, 80 Millionen € mehr für die Universitäten. Das wäre beispielsweise in Schilling, in „alter Währung“, eine Uni-Milliarde gewesen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Zwischenfrage: Wie viel ist das in Lire? – Abg. Mag. Stadler: Wie viel in Drachme? Türkische Lire wäre auch interessant!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Zwischenfrage: Wie viel ist das in Lire? – Abg. Mag. Stadler: Wie viel in Drachme? Türkische Lire wäre auch interessant!
Durch den Sparpfad von Loipersdorf haben wir auch Mittel für ein Offensivprogramm freimachen können (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt es schon wieder! Lassen Sie das arme Loipersdorf in Ruhe!) – für mehr Zukunftsinvestitionen in der Höhe von 400 Millionen € pro Jahr: 100 Millionen € mehr für unsere Umwelt – insbesondere durch die thermische Sanierung –, 100 Millionen € mehr für Forschung – ein wichtiger Impuls für den Wirtschaftsstandort und zur Schaffung von qualifizierten Arbeitsplätzen (Abg. Dr. Pirklhuber: Das haben wir schon zweimal gehört!) –, 80 Millionen € mehr für die Universitäten. Das wäre beispielsweise in Schilling, in „alter Währung“, eine Uni-Milliarde gewesen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Zwischenfrage: Wie viel ist das in Lire? – Abg. Mag. Stadler: Wie viel in Drachme? Türkische Lire wäre auch interessant!)
Abg. Ing. Westenthaler: Achtung! Loipersdorf! – Abg. Grosz: Das hat sich Loipersdorf nicht verdient! – Abg. Ing. Westenthaler: Zum sechsten Mal Loipersdorf!
Was Einsparungen bei den großen Brocken des Budgets wie zum Beispiel den Pensionen betrifft, so sind der Bundesregierung in Loipersdorf (Abg. Ing. Westenthaler: Achtung! Loipersdorf! – Abg. Grosz: Das hat sich Loipersdorf nicht verdient! – Abg. Ing. Westenthaler: Zum sechsten Mal Loipersdorf!) zumindest die ersten Schritte gelungen. Mit 1. Jänner 2011 ist der Nachkauf von Schul- und Studienzeiten verteuert und der Nachkauf von Ausübungsersatzzeiten kostenpflichtig gemacht worden.
Heiterkeit. – Abg. Ing. Westenthaler: Realsatire!
Ab dem Jahr 2014 ... (Rufe bei der FPÖ: Wo war das?) – In Loipersdorf. (Heiterkeit. – Abg. Ing. Westenthaler: Realsatire!) – Ab dem Jahr 2014 wird das Antrittsalter für die Hacklerregelung angehoben – auf 62 Jahre für Männer und in einem ersten Schritt auf 57 Jahre für Frauen. Diese Neuordnung der Hacklerregelung wird die Gesamtkostenentwicklung für die Jahre 2014 bis 2018 nachhaltig abbremsen.
Heiterkeit bei FPÖ, Grünen und BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Seit Loipersdorf! – Abg. Mag. Stadler: Loipers-Village!
Step by step arbeitet diese Bundesregierung auch an der Optimierung der Verwaltung. (Heiterkeit bei FPÖ, Grünen und BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Seit Loipersdorf! – Abg. Mag. Stadler: Loipers-Village!) Wir warten nicht auf den Big Bang, sondern setzen kontinuierlich um. Ich danke auch dem Hohen Haus für die dazu notwendigen Beschlüsse, die immer auch mit entsprechenden Mehrheiten gefasst werden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: „Step by step“! Loipers-Village!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: „Step by step“! Loipers-Village!
Step by step arbeitet diese Bundesregierung auch an der Optimierung der Verwaltung. (Heiterkeit bei FPÖ, Grünen und BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Seit Loipersdorf! – Abg. Mag. Stadler: Loipers-Village!) Wir warten nicht auf den Big Bang, sondern setzen kontinuierlich um. Ich danke auch dem Hohen Haus für die dazu notwendigen Beschlüsse, die immer auch mit entsprechenden Mehrheiten gefasst werden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: „Step by step“! Loipers-Village!)
Abg. Ing. Westenthaler: Damit ist die Katze aus dem Sack!
Meine Damen und Herren, langfristig wird daran kein Weg vorbeiführen. (Abg. Ing. Westenthaler: Damit ist die Katze aus dem Sack!) Hierzu braucht es Mut und ein durchdachtes Konzept, und beides ist vorhanden. Ich bin zuversichtlich: Wir werden zu einer konsensualen Lösung kommen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Wieso steht das in einer Budgetrede?)
Abg. Ing. Westenthaler: Gut zuhören! Jetzt kommen die Ermahnungen der Ministerin!
Die Zukunft unserer Kinder, meine sehr verehrten Damen und Herren, ist mir wichtig. Aber trotzdem muss ich als Finanzministerin einmahnen, dass auch im Unterrichtsressort sorgsam mit den anvertrauten Mitteln umgegangen wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Gut zuhören! Jetzt kommen die Ermahnungen der Ministerin!)
Abg. Ing. Westenthaler: Warum wird nicht erwähnt, um wie viel die Pflege gekürzt wird?
Das Sozialministerium ist aber auch zuständig für den Pflegefonds. Die Bundesregierung hat im aktuellen Regierungsprogramm die langfristige Sicherung der Pflege verankert, und daher bemühen wir uns derzeit, aufbauend auf den bereits errichteten Pflegefonds, eine dauerhafte Lösung umzusetzen. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum wird nicht erwähnt, um wie viel die Pflege gekürzt wird?)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt Lob und Dank, denn jetzt kommt ein schwarzer Minister wieder dran! Das ist eine Parteitagsrede, was Sie da halten!
Nun zum Bundesministerium für europäische und äußere Angelegenheiten des Herrn Vizekanzlers. Im Bereich der Außenpolitik (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt Lob und Dank, denn jetzt kommt ein schwarzer Minister wieder dran! Das ist eine Parteitagsrede, was Sie da halten!) erleben wir im Moment in vielen Gegenden unserer
Lang anhaltender Beifall bei der ÖVP und Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Am Anfang waren es vier Säulen! Es ist Ihnen eine Säule abhandengekommen!
Ich baue meine Politik auf diesen drei tragenden Säulen, weil sie Stabilität schaffen und Österreich fit für die Zukunft machen. – Danke. (Lang anhaltender Beifall bei der ÖVP und Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Am Anfang waren es vier Säulen! Es ist Ihnen eine Säule abhandengekommen!)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Ing. Westenthaler.
Ich darf darauf hinweisen – es gab viele Feste –: Der Mauerfall war 1989. Dann ist die DDR abgeschafft worden. Ihre vielleicht geistigen Verwandten, die SED, gibt es nicht mehr. Ich empfehle den Besuch einer Volkshochschule über Verfassungsrecht – ganz einfach. Da lernt man: freies Mandat, frei gewählter Abgeordneter; jeder Bürger Österreichs – klein, groß, alt, dick, dünn – kann sich an jeden Abgeordneten mit den berechtigten Anliegen wenden. Das haben Sie hier nicht zu kritisieren! Das ist eine Ungeheuerlichkeit! (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Ing. Westenthaler.)
Sitzung Nr. 126
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind die Krise!
Sie haben gestern gesagt, wir sind der Krise nicht entwischt. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind die Krise!) Ja natürlich sind wir der Krise nicht entwischt, zumindest das haben Sie richtigerweise erkannt, aber jetzt frage ich Sie schon Folgendes: Wenn Sie zu dieser Feststellung kommen, wenn Sie zu der Analyse kommen, dass wir derzeit schon einen Höchstschuldenstand haben, bei einem Steueraufkommen, das nicht mehr weiter ausreizbar ist – wir sind ein „Nationalpark hohe Steuern“ –, ja wie werden Sie denn die zukünftigen Aufgaben lösen? Das frage ich auch die Kolleginnen und Kollegen von der SPÖ und der ÖVP.
Abg. Ing. Westenthaler: Planlos, völlig planlos!
Besondere Schmankerln habe ich gelesen betreffend die Sanierung der Krankenkassen: Es ist Ihnen gelungen, die Krankenkassen zu sanieren (Heiterkeit und Zwischenruf des Abg. Kickl), weil Sie 150 Millionen € aus dem Steuertopf herausgenommen und in die Krankenkassen hineingesteckt haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Planlos, völlig planlos!) Das verstehen Sie unter Sanierung. – Ja, da muss uns ja angst und bange werden, wenn eine Finanzministerin davon spricht, dass jetzt die Krankenkassen saniert sind, weil der Steuerzahler das übernommen hat. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Nicht exekutierbar! Das können die Banken nicht einmal ...!
Vermögensbezogene Steuern, Vorschläge, die die Grünen auch im Redebeitrag wieder gebracht haben: Ich darf Sie nur daran erinnern – das gilt auch für das Budget 2012, aber beginnt natürlich schon im Budget 2011 –, welche vermögensbezogenen Steuern es gibt, die es in den Jahren 2010, 2009, 2008, 2007 gar nicht gegeben hat, die also unter dieser Regierung zusätzlich und neu eingeführt wurden. (Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.) Ich sage es Ihnen: die Bankenabgabe 520 Millionen €; Maßnahmen im Bereich der Körperschaftsteuer, Zinsabzüge bei Anschaffung von Beteiligungen in Konzernen, Stiftungsbesteuerungen et cetera 300 Millionen €; Vermögenszuwachssteuer, Wertpapiere, KESt 30 bis 50 Millionen € (Abg. Ing. Westenthaler: Nicht exekutierbar! Das können die Banken nicht einmal ...!); und konkrete zusätzliche Einnahmen im Kampf gegen Steuerhinterziehung 200 Millionen €.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Die wundersame Geldvermehrung!
Also hier gibt es eine Reihe von Ausgaben, die man insofern kürzt, dass man die Effizienz verbessert. Und hier hat der Rechnungshof sicher auch immer wieder sehr wertvolle Vorschläge gemacht, von denen wir einen ganz konkreten Teil auch aufgegriffen haben, sonst würden Sie uns nämlich nachweisen, dass wir beim Kürzen der Budgets in den letzten beiden Jahren massiv Leistungen gekürzt haben. Sie haben aber ganz wenige Beispiele, wo Sie eine Leistungskürzung vermuten – im Pflegebereich zum Beispiel, den Sie immer wieder erwähnen, oder beim Alleinverdienerabsetzbetrag (Abg. Ursula Haubner: Familien!), im Familienbereich, den Sie immer wieder mit der Familienbeihilfe erwähnen (Abg. Kickl: Alles unwesentlich!) –, aber wir können Ihnen immer beweisen, dass es in dem jeweiligen Sektor – gerade in der Pflege! – insgesamt Mehrausgaben gibt. Das heißt, wir haben in einzelnen Bereichen Maßnahmen gesetzt, die entweder die Effizienz verbessert haben oder einzelne Leistungskürzungen, die Sie uns aufrechnen, können aber den Nachweis erbringen, dass wir in Summe in unserem Sozial- und Gesundheitssystem eigentlich mit Mehrausgaben auch im europäischen Vergleich an der Spitze liegen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Die wundersame Geldvermehrung!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Der letzte Satz war eine Tautologie!
Es sind große Aufgaben, die bevorstehen, aber wenn sie mit sozialer Ausgewogenheit, wenn sie mit Fairness und Gerechtigkeit angegangen werden, wenn sie mit Sparsamkeit und Investitionen angegangen werden, dann weiß ich, dass Österreich diese Vorbildrolle in Österreich (Ruf: Österreich?!) weiter erfüllen wird. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Der letzte Satz war eine Tautologie!)
Abg. Ing. Westenthaler: Dann kam Loipersdorf!
Bundesminister für europäische und internationale Angelegenheiten Vizekanzler Dr. Michael Spindelegger: Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Meine Damen und Herren des Hohen Hauses! Wir hatten im Jahr 2011 eine Situation , wo wir zu Beginn des Jahres sehr hoffnungsfroh auf die wirtschaftliche Entwicklung geblickt haben; das erste Halbjahr war auch ein sehr gutes wirtschaftliches Jahr. (Abg. Ing. Westenthaler: Dann kam Loipersdorf!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr wisst gar nicht, wie es weitergeht! Das ist das Problem!
Im zweiten Halbjahr haben wir gesehen, dass sich die Konjunktureintrübung für das nächste Jahr ankündigt und dass wir auch international, besonders in der Europäischen Union, ständig mit neuen Nachrichten konfrontiert sind, die in die folgende Richtung gehen: Nervosität am Kapitalmarkt, wir wissen nicht, wie es in Griechenland weitergeht. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr wisst gar nicht, wie es weitergeht! Das ist das Problem!) Es ist insgesamt eine unsichere Zukunft, die uns prognostiziert wird. Ich glaube, in dieser Situation ist es daher vollkommen richtig, ein Budget zu erstellen, das sichere und stabile Finanzen für die Zukunft festlegt; und ich danke Maria Fekter, dass sie das mit dem vorliegenden Budget auch gewährleistet hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben auch kritisiert! – Ruf bei der FPÖ: Ja lesen Sie einmal die Zeitung, Herr Kollege!
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Frau Präsidentin! Lob von den Wirtschaftsforschern, Lob von den Experten, Kritik von der Opposition. So lassen sich im Wesentlichen die Reaktionen auf das gestern vorgestellte Budget zusammenfassen. (Zwischenruf bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben auch kritisiert! – Ruf bei der FPÖ: Ja lesen Sie einmal die Zeitung, Herr Kollege!) Ich glaube, dass wir jedenfalls von der richtigen Seite, nämlich von den Wirtschaftsforschern und den Experten das Lob bekommen haben. Mit dem Lob von der Opposition haben wir ja nicht gerechnet.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Nicht ein Experte !
Wenn Sie Kontakt mit anderen europäischen Politikern haben – vielleicht die FPÖ nicht, weil die keinen Kontakt zu europäischen Politikern will (ironische Heiterkeit bei der FPÖ), aber wenn Sie Kontakt haben –, dann werden Sie auch hören, wie beneidet wir um unsere Zahlen werden und wie umsichtig die Politik in Österreich tatsächlich gehandelt hat, sodass wir wesentlich besser aus der Krise herausgekommen sind als fast alle anderen europäischen Staaten. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Nicht ein Experte !)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist doch nicht wahr! 16 Millionen weniger!
Abgeordnete Mag. Andrea Kuntzl (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Kollege Westenthaler, ich verstehe schon, dass die Opposition am Budget Dinge kritisiert. Es gibt natürlich Punkte, die man ansprechen und kritisieren kann, aber bleiben wir bitte bei der Wahrheit! Wahr ist: Für die Pflege wird mehr Geld in die Hand genommen und nicht gekürzt, Herr Westenthaler! (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt ja nicht!) In Summe wird selbstverständlich mehr Geld für die Pflege in die Hand genommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist doch nicht wahr! 16 Millionen weniger!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Petzner.
Abgeordneter Jakob Auer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es war bemerkenswert, was wir heute schon alles gehört habe, aber besonders interessant ist ein Artikel in der heutigen Ausgabe des „Standard“ unter dem Titel „Versagen der Opposition“. (Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Petzner.) Meine Damen und Herren, Sie sollten das lesen! Als Schlusssatz schreibt darin der Redakteur Rauscher, der sicher nicht in Verdacht steht, dass er eine besondere Nähe zur Frau Bundesminister aufzuweisen hat – ich zitiere –: „Was immer die Budgetrede von Maria Fekter war, es war jedenfalls ein Versagen der Opposition.“ – Ich „gratuliere“ Ihnen dazu, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Matznetter.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Können Sie das vorlesen?
Der Kollege Bucher wiederholte heute wieder seine Worte, es sei gestern hier eine Märchenstunde gewesen. Seine Prophezeiungsqualität ist ja grenzenlos! Ich habe mir daher seine Beiträge vom April des heurigen Jahres zur ersten Lesung des Bundesfinanzgesetzes, vom 1. Dezember 2010 zur ersten Lesung des Budgets 2011 und vom 22. April 2009 zur ersten Lesung der Regierungsvorlage betreffend das Bundesfinanzgesetz herausgesucht. Meine Damen und Herren, der Herr Kollege Bucher sollte einmal nachlesen, was er in diesen seinen Redebeiträgen behauptet hat. Dann kann ich ihm zu seiner Märchenstunde gratulieren. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Können Sie das vorlesen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Debattenbeitrag!
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Danke sehr, Herr Präsident! – Die Frau Bundesministerin für Finanzen hat gestern in einer sehr beeindruckenden und sehr umfassenden ... (Lebhafte Heiterkeit bei FPÖ, Grünen und BZÖ. – Heiterkeit bei der SPÖ. – Beifall bei der ÖVP.) – Ich verstehe schon, dass Sie da amüsiert sind. (Abg. Grosz: Zur Geschäftsordnung! Herr Präsident, er soll zur Geschäftsordnung sprechen!) Sie sind deshalb amüsiert, weil Sie ebenso beeindruckt waren. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Debattenbeitrag!) Das war wirklich eine beachtliche und sehr umfassende Budgetrede, auch in der Länge, die die Frau Bundesministerin hier gehalten hat. Sie hat ja wirklich im Detail zu allen (Abg. Kickl: Das ist ein Redebeitrag! Das müssen Sie draußen am Rednerpult machen!) – ich komme schon zu einem Antrag (Abg. Grosz: Ja, Zeit schinden wollen Sie!) –, sie hat wirklich umfassend zu allen Positionen des Budgets Stellung genommen. (Abg. Strache: Das heißt, Kritik ist unerwünscht, die will man gar nicht hören!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Sie verhöhnen selbst das Parlament, Herr Präsident! Sie glauben, das Parlament gehört der ÖVP! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie täten am liebsten die Opposition rausschmeißen! Sie wollen der Opposition den Mund verbieten! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Zu Wort gelangt Herr Professor Dr. Van der Bellen. – Bitte. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Sie verhöhnen selbst das Parlament, Herr Präsident! Sie glauben, das Parlament gehört der ÖVP! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie täten am liebsten die Opposition rausschmeißen! Sie wollen der Opposition den Mund verbieten! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ja, das haben wir eh gesehen!
Entschuldigen Sie, Herr Professor! – Ich habe es das letzte Mal dem Herrn Kollegen Pilz schon sagen dürfen: Ich lege großen Wert darauf festzustellen, dass ich bemüht bin, eine objektive Vorsitzführung zu gewährleisten (Abg. Ing. Westenthaler: Ja, das haben wir eh gesehen!), und ich weise Ihre Unterstellung auf das Schärfste zurück und erteile Ihnen einen Ordnungsruf! (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP sowie Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Rufe bei FPÖ und BZÖ: Wem? Wem? Wem?)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Danke, Herr Präsident! Das ist ein Orden wieder einmal!
Ich habe geglaubt, weil Sie am lautesten schreien, Herr Kollege Westenthaler, dass Sie dafür prädestiniert sind. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Danke, Herr Präsident! Das ist ein Orden wieder einmal!)
Abg. Ing. Westenthaler: Danke, Herr Präsident, für diese Vorsitzführung! Das ist ein Skandal! Die ÖVP will die Opposition aus dem Parlament schmeißen!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Danke, Herr Präsident! (Abg. Ing. Westenthaler: Danke, Herr Präsident, für diese Vorsitzführung! Das ist ein Skandal! Die ÖVP will die Opposition aus dem Parlament schmeißen!) – Können wir wieder zur Tagesordnung übergehen?
Abg. Ing. Westenthaler: Lesung zweiter Teil!
Bundesministerin für Finanzen Mag. Dr. Maria Theresia Fekter: Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Damen und Herren vor den Bildschirmen und auf den Galerierängen! Werte Kollegin und Kollegen auf der Regierungsbank! Hohes Haus! In Europa wird derzeit intensiv diskutiert, wie wir einerseits Griechenland, aber andererseits auch noch andere Länder gemeinsam stabilisieren können, damit unsere Währung sicher bleibt. (Abg. Ing. Westenthaler: Lesung zweiter Teil!)
Abg. Ing. Westenthaler: Und dann fuhren wir nach Loipersdorf!
Als wir im August mit den einzelnen Ressorts die Budgetverhandlungen geführt haben, haben wir ein Defizit von 2,9 angepeilt, und damit wären wir Maastricht-konform gewesen. Wir haben diese Verhandlungen abgeschlossen, und es war damals ein erfreulicher Ausblick, dass wir wesentlich rascher als geplant mit dem Defizit herunterkommen, unter 3 Prozent. (Abg. Ing. Westenthaler: Und dann fuhren wir nach Loipersdorf!)
Abg. Ing. Westenthaler: Weil ihr mehr Steuereinnahmen habt!
Uns war es wichtig, dass das Budget sorgsam geplant ist, dass wir sehr vorsichtig planen und dass wir die Zahlen, die wir planen, immer einhalten können – wir haben sie bisher auch immer unterschritten. Wir waren 2010 wesentlich besser als die geplanten Daten, wir sind 2011 besser als die geplanten Daten (Abg. Ing. Westenthaler: Weil ihr mehr Steuereinnahmen habt!), und, meine sehr verehrten Damen und Herren, ich gehe davon aus, dass wir auch 2012 besser sein werden. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Bucher.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele Säulen haben wir noch?
Wir wollen unbedingt Stabilität in diesem Land haben, und diese Stabilität stützen wir auf mehrere Faktoren, einerseits auf das neue Haushaltsrecht, das die Ausgabenobergrenzen festlegt – die Ressorts müssen sich daran halten, das Hohe Haus hat diese Obergrenzen ja bereits beschlossen (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele Säulen haben wir noch?) –, andererseits auf den Stabilitätspakt mit den Ländern und Gemeinden. Erstmals haben auch die Länder und Gemeinden Haushaltsdisziplin zu halten, sie dürfen ihre Defizite nicht ausweiten, sondern sie müssen diese, ganz im Gegenteil, auch sukzessive herunterfahren. (Zwischenruf des Abg. Grosz.) Die Gemeinden budgetieren ausgeglichen, und wir haben einen Sanktionsmechanismus, dass das auch eingehalten wird. (Abg. Kickl: Was ist jetzt am nächsten Wochenende?)
Abg. Ing. Westenthaler: Was machen Sie am Sonntag?
Neben diesem neuen Haushaltsrecht mit dem Stabilitätspakt gibt es den Konsolidierungspfad mit den Reformen. Ich weiß schon, das Sparpaket war schmerzhaft. (Abg. Ing. Westenthaler: Was machen Sie am Sonntag?) Es ist auf Kritik gestoßen, aber, meine sehr verehrten Damen und Herren, es führt kein Weg daran vorbei, dass bei den Staatsausgaben gespart wird. (Abg. Kickl: Was ist mit den fünf Punkten nächstes Wochenende?) Und diese Ausgabengrenzen helfen uns, das Budget stabil zu halten, trotz abgeschwächter Konjunktur. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele Säulen haben Sie? Zwei? – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele Säulen haben Sie? Zwei? – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Neben diesem neuen Haushaltsrecht mit dem Stabilitätspakt gibt es den Konsolidierungspfad mit den Reformen. Ich weiß schon, das Sparpaket war schmerzhaft. (Abg. Ing. Westenthaler: Was machen Sie am Sonntag?) Es ist auf Kritik gestoßen, aber, meine sehr verehrten Damen und Herren, es führt kein Weg daran vorbei, dass bei den Staatsausgaben gespart wird. (Abg. Kickl: Was ist mit den fünf Punkten nächstes Wochenende?) Und diese Ausgabengrenzen helfen uns, das Budget stabil zu halten, trotz abgeschwächter Konjunktur. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele Säulen haben Sie? Zwei? – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Redezeit!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir werden dort Offensivmaßnahmen setzen, wo es um Zukunftsausgaben geht. (Präsident Neugebauer gibt neuerlich das Glockenzeichen.) Und diese Zukunftsausgaben betreffen unsere Kinder (Abg. Grosz: Redezeit gilt auch nicht?), betreffen die Wissenschaft (Abg. Ing. Westenthaler: Redezeit!), die Forschung, die Innovation.
Abg. Ing. Westenthaler: Wie war das mit dem Hochegger? Wie war das jetzt mit dem Hochegger?
Staatssekretär im Bundesministerium für Finanzen Mag. Andreas Schieder: Herr Präsident! Sehr geehrte Kollegen auf der Regierungsbank! Hohes Haus! (Abg. Ing. Westenthaler: Wie war das mit dem Hochegger? Wie war das jetzt mit dem Hochegger?) Sehr geehrte Damen und Herren! Trotz schwieriger Weltkonjunktur und trotz schwieriger europäischer Konjunktur (Abg. Petzner: Können Sie etwas zum Hochegger sagen?) steht Österreich auch im kommenden Jahr 2012 gut da. Wir haben stabile und gesunde Finanzen, wir haben einen nachhaltigen Konsolidierungskurs und wir arbeiten am sukzessiven, schrittweisen Schuldenabbau.
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Ich hoffe, es hat Sie nicht der Herr Hochegger beraten bei dieser Rede! – Staatssekretär Mag. Schieder: Nein!
Lassen Sie mich zum Schluss noch Dank aussprechen, nämlich an die Mitglieder der Bundesregierung, durch deren Beteiligung an den Budgetverhandlungen dieses Budget entstand, aber auch an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseres Hauses, des Finanzministeriums, vor allem der Budgetsektion des Sektionschefs Dr. Steger, der sowohl mit dem neuen Haushaltsrecht als auch mit der Arbeit an diesem Budget bewiesen hat, dass Österreich sehr gut durch die Krise kommt und wieder einen Konsolidierungspfad einschlagen kann, der gerade in schwierigen Zeiten solide Staatsfinanzen garantiert. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Ich hoffe, es hat Sie nicht der Herr Hochegger beraten bei dieser Rede! – Staatssekretär Mag. Schieder: Nein!)
Bundesminister Dr. Mitterlehner: 20 Milliarden für Kärnten! – Abg. Ing. Westenthaler: Keine Polemik von der Regierungsbank!
Sie sorgen dafür, dass wir noch höhere Zinszahlungen haben, dass die Staatsverschuldung immer weiter steigt und dass das Budget immer mehr aus dem Ruder läuft. (Bundesminister Dr. Mitterlehner: 20 Milliarden für Kärnten! – Abg. Ing. Westenthaler: Keine Polemik von der Regierungsbank!)
Sitzung Nr. 128
Abg. Ing. Westenthaler: Der hat ihn selber nicht!
Da ich die Troika erwähnt habe – also Europäische Zentralbank, EU-Kommission und Internationaler Währungsfonds –: Wo ist denn der Bericht der Troika, Herr Bundeskanzler? Den hätten wir auch gerne einmal gesehen. Wir lesen Inhalte dieses Berichts in den Pressemeldungen, aber der österreichische Nationalrat, der die Entscheidungen zu treffen hat (Abg. Ing. Westenthaler: Der hat ihn selber nicht!), der hat keinen Bericht, auf dessen Grundlage man sich eine Meinung bilden kann! (Zwischenruf des Abg. Kickl.)
Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!
scher Ebene getroffen worden sind. Daher, Herr Bundeskanzler, verstehe ich nicht, dass Sie nach der Devise „Vogel-Strauß-Politik am Ballhausplatz“ vorgehen: Kopf einziehen, in den Sand stecken, hinter mir die Sintflut! Die EU 2 – Merkel und Sarkozy – werden es schon richten. Die zwei werden es schon richten. (Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihre eigenen, oder?!
Es ist also alles schlecht und wird noch schlechter. – Dazu habe ich ein paar Zitate aus der Vergangenheit herausgesucht, die so alle nicht eingetreten sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihre eigenen, oder?!) Aber lassen Sie mich – zumal ich Sie, wenngleich nicht als Propheten, aber doch als jemanden, der auch immer wieder konstruktive Vorschläge in der Politik einbringt, anerkennen möchte – zunächst fragen: Warum machen Sie das nicht in Fragen der Euro-Zone? (Abg. Bucher: Das habe ich gemacht!) Ich habe jetzt während Ihrer gesamten Rede keinen einzigen Punkt herausgehört (Abg. Strache: Finanztransaktionssteuer, das haben Sie überhört?), für den Sie eintreten würden in Fragen des Schutzschirmes und Griechenlands. (Abg. Ing. Westenthaler: Waren Sie wieder zu viel in Facebook gerade? Haben Sie nicht aufgepasst?)
Abg. Ing. Westenthaler: Waren Sie wieder zu viel in Facebook gerade? Haben Sie nicht aufgepasst?
Es ist also alles schlecht und wird noch schlechter. – Dazu habe ich ein paar Zitate aus der Vergangenheit herausgesucht, die so alle nicht eingetreten sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihre eigenen, oder?!) Aber lassen Sie mich – zumal ich Sie, wenngleich nicht als Propheten, aber doch als jemanden, der auch immer wieder konstruktive Vorschläge in der Politik einbringt, anerkennen möchte – zunächst fragen: Warum machen Sie das nicht in Fragen der Euro-Zone? (Abg. Bucher: Das habe ich gemacht!) Ich habe jetzt während Ihrer gesamten Rede keinen einzigen Punkt herausgehört (Abg. Strache: Finanztransaktionssteuer, das haben Sie überhört?), für den Sie eintreten würden in Fragen des Schutzschirmes und Griechenlands. (Abg. Ing. Westenthaler: Waren Sie wieder zu viel in Facebook gerade? Haben Sie nicht aufgepasst?)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist überheblich! – Abg. Strache: Die Meinungslosigkeit, die Sie vertreten, , ist überhaupt nicht zu messen!
gebracht hat. Was Ihr Eintreten in der europäischen Politik gebracht hat, das konnte ich noch nicht messen, aber was unser Eintreten gebracht hat, kann ich Ihnen schon nachweisen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist überheblich! – Abg. Strache: Die Meinungslosigkeit, die Sie vertreten, , ist überhaupt nicht zu messen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das können Sie jetzt gleich auf Facebook posten! – Abg. Mag. Stefan: Er ist alternativlos, der Herr Bundeskanzler! Zumindest heute!
Ich würde an Ihrer Stelle auch zu schreien beginnen, wenn ich „Hypo“ und „Haftungen“ höre. (Abg. Strache: Warum schreien Sie denn so?) – Auch, habe ich gesagt. (Abg. Ing. Westenthaler: Das können Sie jetzt gleich auf Facebook posten! – Abg. Mag. Stefan: Er ist alternativlos, der Herr Bundeskanzler! Zumindest heute!)
Abg. Ing. Westenthaler: Höchst erfolgreiche Finanzmarktaufsicht!
Aber was Sie mit diesem Staatsaufseher wollen (Abg. Bucher: Haben wir ja auch schon!), der da überall sitzen soll – weil Sie zuerst die Sowjetunion genannt haben –, das haben Sie mir noch nicht erklärt (Zwischenrufe der Abgeordneten Strache und Bucher – Ruf: ... Hypo das Gütesiegel gegeben!), was der Staatsaufseher zusätzlich machen soll, zusätzlich zu den jetzigen Möglichkeiten der Nationalbank, zusätzlich zu den Kommissären, die wir zur Verfügung haben, zusätzlich zur Finanzmarktaufsicht, die wir zur Verfügung haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Höchst erfolgreiche Finanzmarktaufsicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: ... zu Wort auch einmal gemeldet dort?
Aber, Herr Bucher, Sie können doch nicht mit mir hier über bessere Regelungen für Europa entscheiden, sondern ich vertrete diese Regelung gemeinsam mit Ihnen auf den europäischen Ebenen des Rates und der Euro-Zone. Und es wird notwendig sein, im Europäischen Parlament (Abg. Strache: Da wäre ich gerne einmal eine Maus, wenn Sie da sitzen! – Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler) – im Europäischen Parlament und überall anders, wo Sie und wo ich Gelegenheit haben, mit unseren Vertretern aufzustehen (Abg. Ing. Westenthaler: ... zu Wort auch einmal gemeldet dort?), gemeinsam zu agieren.
Abg. Ing. Westenthaler: Wobei das auch schon bezweifelt wird!
Diesbezüglich gibt es aber auch eine Reihe von politisch Andersdenkenden, bei einigen unserer Ideen auch von Gegnern. Wenn David Cameron etwa von einem Angriff auf die City of London spricht und Angriffe auf den Finanzhandelsplatz abwehren möchte, dann meint er zum Beispiel unsere Finanztransaktionssteuer, dann meint er verstärkte Regelungen. (Abg. Vilimsky: Bestimmt meint er die!) Ich war ja im Unterschied zu Ihnen dabei (Abg. Ing. Westenthaler: Wobei das auch schon bezweifelt wird!), als David Cameron sich ganz klar gegen die Finanztransaktionssteuer ausgesprochen hat – gegen eine Finanztransaktionssteuer, die Sie, zumindest früher, mitbeschlossen haben!
Abg. Kickl: Das ist organisierter Betrug! – Zwischenruf des Abg. Strache. – Abg. Ing. Westenthaler: Pyramidenspiel!
Was heißt das, meine Damen und Herren? Der private Sektor geht also her und tauscht derzeitige Schrottanleihen, griechische Staatspapiere gegen neue Papiere mit einem nominellen 50-Prozent-Abschlag. Diese Papiere sind in Wirklichkeit weniger wert als diese 50 Prozent, denn wenn man sie derzeit verkaufen müsste, würde man wahrscheinlich keine 20 Prozent bekommen. Und wenn der griechische Staat pleitegeht – und er wird irgendwann pleitegehen –, dann bekommt man gar nichts mehr dafür. Jetzt aber bekommt man garantiert 50 Prozent dafür, meine Damen und Herren, und das zunächst mit 30 Milliarden Steuergeld der europäischen Steuerzahler und dann mit weiteren 100 Milliarden der europäischen Steuerzahler. (Abg. Kickl: Das ist organisierter Betrug! – Zwischenruf des Abg. Strache. – Abg. Ing. Westenthaler: Pyramidenspiel!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jubel!
Die Linken in Deutschland haben „überrissen“, was da gespielt wird, nämlich dass sich die Banken bei diesem Ratsgipfel noch einmal finanziert haben (Zwischenruf der Abg. Gartelgruber), sich noch einmal auf Kosten des europäischen Steuerzahlers sanieren – und das wird den Bürgern gegenüber dann auch noch als der große Schuldennachlass der Banken verkauft. Natürlich, nominal lassen sie etwas nach, aber von den realen Bedingungen profitieren sie sogar noch! Deswegen ist es ja bemerkenswert – und das ist doch, bitte, jedem Österreicher aufgefallen –, dass keine Kritik aus dem Bankensektor gekommen ist – keine (Abg. Ing. Westenthaler: Jubel!), es gab sogar Jubel – und dass die Aktienkurse der Banken in die Höhe geschnellt sind. Ja, no na net! (Abg. Strache: ... Bankensprecher!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das weiß sie gar nicht mehr! Das war erst gestern!
Wunderbar, der große Wurf! Es ist alles gelungen. Europa ist gerettet. – Dieses Mal hören wir sogar schon, es ist endgültig Entwarnung angesagt, meine Damen und Herren. (Bundesministerin Dr. Fekter: Haben wir nicht!) – Das haben Sie gestern Abend im ORF in der „Zeit im Bild“ gesagt und das habe ich selber gesehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das weiß sie gar nicht mehr! Das war erst gestern!) – Sie war es nicht? – Ach so, das war das Double. Dann weiß ich nicht, wer in Brüssel war. Ich hoffe, das Original. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Bucher: Das habe ich nicht gesagt! – Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben es gemeint, aber nicht gesagt! – Abg. Hagen: Nicht verstanden !
Es klingt von der Verhältnismäßigkeit her ein bisschen seltsam. Auf der einen Seite sitzen dort 27 Regierungsvertreter, 17 Regierungsvertreter, Bankenvertreter, Hunderte von Experten, und dann kommen zwei Redner vom BZÖ heraus und sagen, dass das eigentlich lauter Idioten sind und vermeiden aber, Vorschläge zu machen, mit denen wir irgendwie auch etwas anfangen können. (Abg. Bucher: Das habe ich nicht gesagt! – Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben es gemeint, aber nicht gesagt! – Abg. Hagen: Nicht verstanden !)
Abg. Ing. Westenthaler: Passiert eh schon!
Aber wissen Sie, was nicht sein kann? Schuldenbremse kann nicht bedeuten: Sozialbremse, Pensionsbremse, Gesundheitsbremse, Bildungsbremse. (Abg. Ing. Westenthaler: Passiert eh schon!) Das kann es nicht bedeuten. Das kann es nicht bedeuten! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Kopf: Schulden sind Verteilung von unten nach oben!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Jakob Auer –: Minus 10 Prozent bei Raiffeisen! Ich will dir nur ein bisschen Motivation mitgeben!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Auer. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Jakob Auer –: Minus 10 Prozent bei Raiffeisen! Ich will dir nur ein bisschen Motivation mitgeben!)
ironische Heiterkeit bei FPÖ und BZÖ – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wird es lustig! Jetzt wird es wirklich lustig! – weitere Zwischenrufe
Eine wesentliche Stimme ist dort unser Bundeskanzler, und er hat durchgesetzt, dass wir ein Ergebnis haben, wo (ironische Heiterkeit bei FPÖ und BZÖ – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wird es lustig! Jetzt wird es wirklich lustig! – weitere Zwischenrufe) – die Steuerpolitik, ich komme gleich auf den Punkt zurück – es jetzt ernsthafte Regelungen für die Finanzmärkte gibt, eine Kernkapitalerhöhung, die es sicherstellen wird, dass die Banken in der Lage sein werden, auch in schwierigen Zeiten die Spareinlagen zu sichern, aber vor allem auch die notwendigen Kredite für unsere kleinen und mittleren Unternehmen zu geben.
Sitzung Nr. 130
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Ing. Westenthaler.
nen gewissen Täterschutz in diesem Land lebt, ein gewisses Verständnis für solche Bestien hat. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ja, drei Monate!
Bei Gewaltdelikten gegen Kinder, bei denen derzeit noch keine Mindeststrafe vorgesehen ist, soll es daher künftig eine Mindeststrafe geben. Dort, wo heute schon Mindeststrafen bestehen (Abg. Ing. Westenthaler: Ja, drei Monate!), sollen diese Mindeststrafen angehoben werden. Außerdem wird die Möglichkeit der Verhängung einer alternati-
Abg. Ing. Westenthaler: Nützt ja nichts, wenn ihr sie wieder freilasst !
Es wurden gerade im Sexualstrafrecht wiederholt neue Straftatbestände eingeführt und Strafrahmen angehoben. (Abg. Ing. Westenthaler: Nützt ja nichts, wenn ihr sie wieder freilasst !) Auch die Verjährungsfrist wurde sukzessive verlängert, sodass nunmehr die Zeit bis zur Vollendung des 28. Lebensjahres nicht in die Verjährung einzurechnen ist.
Abg. Ing. Westenthaler: Schützt ihr die Täter weiter!
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Westenthaler, es ist wirklich bedauerlich, dass das, was wir eigentlich erwartet haben, befürchtet haben, wieder eingetreten ist (Abg. Ing. Westenthaler: Schützt ihr die Täter weiter!): dass hier von Ihnen ein wirklich extrem wichtiges Thema – und es kann wohl niemand sagen, dass irgendjemandem hier im Haus das Wohl der Kinder nicht besonders am Herzen liegt (Abg. Grosz: Warum tut ihr nichts? – Abg. Strache: Ihr steht auf der Bremse!) – in einer derartig ekelhaften Weise missbraucht wird. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Das ist ein Witz, was da aufgeführt wird! Immer wieder herumschleicheln! Es geht ja nichts weiter! Immer wieder eine Begründung finden!)
Abg. Ing. Westenthaler: Besser vorbestraft und sich für Kinder einsetzen als nicht vorbestraft und sich für Täter einsetzen!
Meine Damen und Herren, es ist beschämend, und ich glaube, dass gerade die Zuseher zu Hause hinter den Bildschirmen das Recht haben, eine entsprechend richtige Information zu bekommen, aber nicht absolute Tatsachenwidrigkeiten, Herr Kollege Westenthaler. Ich kann nichts dafür, dass Sie vorbestraft sind (Abg. Ing. Westenthaler: Besser vorbestraft und sich für Kinder einsetzen als nicht vorbestraft und sich für Täter einsetzen!), aber offensichtlich jedes Mal, wenn es um die Justiz geht, kommen Sie hier heraus und führen etwas aus, was tatsachenwidrig ist, gehässig ist, aufrührerisch ist und einfach darauf abgezielt ist, hier Gehässigkeit unter die Leute zu bringen. Und das lehnen wir zutiefst ab! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: 20 Monate bedingt! Ich gratuliere! Ein „tolles“ Urteil!
Sie wissen ganz genau, dass, wenn ein Kind gequält wird und zu Tode kommt, auf Mord angeklagt wird und, wenn es ein Mord ist – und das ist es meistens –, auch verurteilt wird, und das zu „lebenslänglich“. Warum desinformieren Sie die Bevölkerung auf diese unverantwortliche Art und Weise? (Abg. Ing. Westenthaler: 20 Monate bedingt! Ich gratuliere! Ein „tolles“ Urteil!) Sie wissen ganz genau, dass das Kind innerhalb des Strafgesetzes eine besonders geschützte Person ist (Abg. Ing. Westenthaler: Wo denn? Wo denn?), dass die Richter das auch anwenden. Warum erklären Sie hier das Gegenteil? – Das ist tatsachenwidrig und verwerflich.
Abg. Ing. Westenthaler: Wo denn? Wo denn?
Sie wissen ganz genau, dass, wenn ein Kind gequält wird und zu Tode kommt, auf Mord angeklagt wird und, wenn es ein Mord ist – und das ist es meistens –, auch verurteilt wird, und das zu „lebenslänglich“. Warum desinformieren Sie die Bevölkerung auf diese unverantwortliche Art und Weise? (Abg. Ing. Westenthaler: 20 Monate bedingt! Ich gratuliere! Ein „tolles“ Urteil!) Sie wissen ganz genau, dass das Kind innerhalb des Strafgesetzes eine besonders geschützte Person ist (Abg. Ing. Westenthaler: Wo denn? Wo denn?), dass die Richter das auch anwenden. Warum erklären Sie hier das Gegenteil? – Das ist tatsachenwidrig und verwerflich.
Abg. Ing. Westenthaler: Die schönen Worte bei den Kinderschändern gehen mir schon auf die Nerven!
Wenn wir darüber diskutieren, dann – das möchte ich schon sagen – soll das schon sehr behutsam vor sich gehen. Daher ist es mir wichtig, in Richtung des Kollegen Westenthaler zu sagen: Wenn eine Kollegin aus unseren Reihen hier eventuell mit etwas schöneren Worten diese Thematik behutsam anspricht (Abg. Ing. Westenthaler: Die schönen Worte bei den Kinderschändern gehen mir schon auf die Nerven!), weil sie das auch aus Erfahrung anspricht, und Sie dann sagen, sie sei eine Hinterbänklerin, dann möchte ich bitten, darüber nachzudenken, was Sie sind. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Ich korrigiere: Sie ist eine Hinterleserin!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Vor einer Woche?! – Abg. Mag. Stadler: Nach einer Woche?! Super!
diumsdiskussion gesessen bin und dort ein klares Bekenntnis zur Schuldenbremse schon lange erledigt habe. Sie sind nicht aktuell. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Vor einer Woche?! – Abg. Mag. Stadler: Nach einer Woche?! Super!) Nein, am selben Tag wie Herr Staatssekretär Schieder, am selben Tag. (Anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ. – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Oh ja, Sie sind beides! –Zwischenrufe bei der FPÖ.
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Kollege Gradauer, zwei Zitate aus Ihrer Rede. Das eine war: Ihnen fehlt der Mut, etwas gegen die Schulden in diesem Land zu tun! Das andere Zitat war: Ihr Ziel, das Sie sich gesetzt haben, nämlich bis 2020 gegen 60 Prozent zu kommen, ist illusorisch! – Dazu nur so viel: Entweder wir sind Illusionisten oder mutlos, aber beides wird wohl schwer gehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Oh ja, Sie sind beides! –Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Mehr Steuern? – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Meine Damen und Herren! Wir bringen mit diesem Budgetbegleitgesetz auch einen Abänderungsantrag zum Wirtschaftsstandort ein. (Abg. Ing. Westenthaler: Mehr Steuern? – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) Ich habe gesagt „Erneuern statt Besteuern“, Kollege Westenthaler, ganz genau aufpassen! – Wir bringen heute noch einen Abänderungsantrag ein mit dem Ziel, die Einführung eines vorbeugenden Kontrollmechanismus bei Übernahmen österreichischer Unternehmen durch ausländische Investoren zu sichern. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag, dass durch solche Übernahmen grundlegende Interessen Österreichs und des Standortes nicht gefährdet, sondern gesichert werden. Wir achten darauf, dass strategische Übernahmen durch ausländische Konkurrenten nicht unkontrolliert über die Bühne gehen.
Abg. Ing. Westenthaler: Umgekehrt!
Schuldenbremse und das Sparpaket unterhalten! Das Erste wären klare Definitionen. Was bedeutet Schuldenbremse und was bedeutet Sparpaket? (Abg. Ing. Westenthaler: Umgekehrt!) Wie greifen diese beiden Begriffe ineinander? Die Bürgerinnen und Bürger wissen überhaupt nicht, was jetzt auf sie zukommen wird.
Abg. Grosz: Herr Bundesminister, die Frage kann nie entfallen, nur die Antwort! – Zwischenrufe des Abg. Ing. Westenthaler.
Diese betreffen keinen Gegenstand der Vollziehung, obwohl ich Ihnen (Abg. Grosz: Herr Bundesminister, die Frage kann nie entfallen, nur die Antwort! – Zwischenrufe des Abg. Ing. Westenthaler.) – Die Frage entfällt aufgrund der Beantwortung der vorherigen. Sie haben das ja vor sich liegen. (Anhaltende Zwischenrufe bei SPÖ, FPÖ und BZÖ.) – Die Beantwortung der Frage entfällt, okay.
Abg. Ing. Westenthaler: Schweinerei!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Kunasek, durch die Entschuldigung für das Wort „Sauerei“ (Abg. Ing. Westenthaler: Schweinerei!) kann ich davon ausgehen, dass Sie dieses Wort zurückgenommen haben? (Abg. Kunasek: Nein!)
Abg. Ing. Westenthaler: ein paar Anträge für die Frau Präsidentin einbringen! – Unruhe im Saal.
Der soeben eingebrachte Entschließungsantrag ist ausreichend unterstützt und steht mit in Verhandlung. (Abg. Ing. Westenthaler: ein paar Anträge für die Frau Präsidentin einbringen! – Unruhe im Saal.)
Demonstrativer Beifall bei FPÖ und BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner. – Abg. Strache: Nicht, dass er als Nächster aus der ÖVP ausgeschlossen wird! – Abg. Ing. Westenthaler: Der schaufelt sich gerade sein eigenes Grab!
Ich habe vorher erwähnt, dass Sie die Abberufung Entachers eigentlich ohne Not herbeigeführt haben. Sie haben das Berufsheer eingeleitet, obwohl Sie selbst in Ihrer Anfragebeantwortung ... – Übrigens muss man auch einmal ansprechen, Herr Bundesminister, wie Sie Anfragen beantworten. Das ist schlichtweg eine Farce und eine Provokation für jeden Abgeordneten! (Demonstrativer Beifall bei FPÖ und BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner. – Abg. Strache: Nicht, dass er als Nächster aus der ÖVP ausgeschlossen wird! – Abg. Ing. Westenthaler: Der schaufelt sich gerade sein eigenes Grab!)
Abg. Ing. Westenthaler: „Scheinheilig“! – 300 €!
1997 hatten Sie in Ihrem Parteiprogramm, Herr Kollege, dass es eine Berufsarmee geben und dass Österreich der NATO beitreten soll. (Abg. Ing. Westenthaler: „Scheinheilig“! – 300 €!)
Abg. Ing. Westenthaler: Weiterer Ordnungsruf!
Diese Dringliche Anfrage der Freiheitlichen ist ein Beispiel dafür. Herr Kollege Dr. Fichtenbauer tritt heute als Schutzmantelbrigadier für jenen General ein, der unter Ihrer Regierungszeit als Milizbeauftragter in den hintersten Entscheidungswinkel des Bundesheeres gesetzt wurde und dort sein Dasein fristen musste. – Scheinheilig, werte Kollegen von der Freiheitlichen Partei! (Abg. Ing. Westenthaler: Weiterer Ordnungsruf!)
Abg. Grosz: Viertes „scheinheilig“! Jetzt sind wir bei 1 200 €! – Abg. Ing. Westenthaler: Mindestens 3 000 €!
Werte Kolleginnen und Kollegen von den Freiheitlichen! Legen Sie Ihre Scheinheiligkeit ab! (Abg. Grosz: Viertes „scheinheilig“! Jetzt sind wir bei 1 200 €! – Abg. Ing. Westenthaler: Mindestens 3 000 €!) Wenden Sie sich dem 21. Jahrhundert zu, denn wir stehen zu unserem Minister und zum österreichischen Bundesheer. Wir führen das österreichische Bundesheer ins 21. Jahrhundert – im Gegensatz zu Ihnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit. – Beifall und Bravoruf des Abg. Dr. Fichtenbauer. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie hat es aber vier Mal gesagt, nicht ein Mal!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Frau Abgeordnete Lapp, bezüglich des Gebrauchs des Wortes „scheinheilig“ (Abg. Grosz: Viermalig!) erteile ich Ihnen einen Ordnungsruf und komme damit dem inständigen Wunsch einiger Herren, vor allen Dingen des BZÖ, „scheinheilig“ aus der Liste zu streichen, nicht nach. (Heiterkeit. – Beifall und Bravoruf des Abg. Dr. Fichtenbauer. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie hat es aber vier Mal gesagt, nicht ein Mal!)
Abg. Ing. Westenthaler: „Überraschung“!
Ich sage es gleich vorweg: Wir von der ÖVP werden dem Misstrauensantrag nicht zustimmen (Abg. Ing. Westenthaler: „Überraschung“!), aber ich denke, Sie haben die Inhalte, die wir Ihnen heute mitgegeben haben, gehört. Und ich freue mich deshalb auf eine gedeihliche und konstruktive Zusammenarbeit in nächster Zeit. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Markowitz: Nach der Rede ist das super!)
Sitzung Nr. 132
Abg. Ing. Westenthaler: Klassenkampf!
Wenn ich mir so manche Artikel und Kommentare in den Zeitungen ansehe, habe ich den Eindruck, da gibt es sogenannte Ideologiesurfer, die jetzt sagen: Na hallo, das ist jetzt eine günstige Gelegenheit, jetzt werden wir einmal kurz die gesellschaftlichen Reichtümer anders verteilen! Jetzt werden wir einmal schauen, dass die Verteilung überhaupt anders ausschaut – die Reichen reicher, den Mittelstand ausdünnen – und so weiter, das kennen wir alles –, der Staat soll sich zurückziehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Klassenkampf!) Eigentlich sagen manche, dieser Sozialstaat in der europäischen Tradition, im Speziellen in der österreichischen Tradition, gehört zerstört! (Abg. Strache: Sie entlasten den Mittelstand bis heute nicht! Sie belasten den Mittelstand seit 2006!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Meine Damen und Herren, ich lade Sie, auch Sie von der Opposition, gerne ein, in den nächsten Tagen mit uns darüber zu verhandeln, wie wir diese Schuldenbremse, zu der Sie sich ja alle grundsätzlich bekannt haben ... (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Sie werden wohl alle nicht dafür sein, weiter Schulden zu machen. (Abg. Strache: Beschließen wir ein Verwaltungsreformpaket! Aber bei Ihrer Verantwortungslosigkeit werden wir nicht dabei sein!) Ich lade Sie ein, verhandeln Sie mit uns seriös darüber, wie wir diese Schuldenbremse rasch in der Verfassung verankern können, denn alles andere wäre verantwortungslos! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist denn Ihr Zwilling heute? – Abg. Strache – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: In Bagdad! – Abg. Ing. Westenthaler: Dort gehört er eh hin!
Bundeskanzler Werner Faymann: Frau Präsidentin! Frau Finanzministerin! (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist denn Ihr Zwilling heute? – Abg. Strache – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: In Bagdad! – Abg. Ing. Westenthaler: Dort gehört er eh hin!) Werte Mitglieder der Regierung! Herr Rechnungshofpräsident! Volksanwälte! Ich muss bei solchen Diskussionen immer kurz auf die Frage der Seriosität aufmerksam machen.
Abg. Ing. Westenthaler: Wie passt das zusammen? Das versteht kein Mensch!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Ich mache darauf aufmerksam, dass die maximale Redezeit bis 13 Uhr aller jetzt folgenden Rednerinnen und Redner 9 Minuten beträgt – trotz aller freiwilligen Redezeitbeschränkung. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie passt das zusammen? Das versteht kein Mensch!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin der Meinung, es reicht!
Das ist etwas, was wir brauchen, und diesen Weg werden wir gehen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin der Meinung, es reicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Er ist eh nicht Parteichef!
Wir hören die ganze Zeit, auch heute hier, was die SPÖ will und was die SPÖ-Minister und der SPÖ-Bundeskanzler wollen – und auf der anderen Seite hören wir, was die ÖVP-Minister wollen und der ÖVP-Vizekanzler, der leider heute nicht hier ist. Nur eine kleine Anmerkung: Auslandsreisen sind gut und wichtig und richtig für einen Außenminister, aber die Budgetdebatte (Abg. Bucher: Die schwänzt er!), die meiner Meinung nach heuer sehr wichtig ist und die seit Monaten bekannt ist, wäre vielleicht auch ganz spannend gewesen. Das wäre nämlich auch für Sie als Abgeordnete der ÖVP wichtig gewesen, damit Sie auch vertreten sind durch Ihren Parteichef. (Abg. Bucher: Noch-Parteichef!) Aber das lasse ich jetzt einmal bei Ihnen. (Abg. Ing. Westenthaler: Er ist eh nicht Parteichef!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der soll da sein bei der Budgetdebatte!
Herr Kollege Scheibner! Vizekanzler Spindelegger, unser Außenminister, ist gemeinsam mit einer großen Wirtschaftsdelegation im Ausland (Abg. Ing. Westenthaler: Der soll da sein bei der Budgetdebatte!), um die Exporte zu stützen, um die Wirtschaft zu stützen und um die Exportwirtschaft im Hinblick auf die Auslandsaufträge zu unterstützen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe beim BZÖ.) Wir halten es für eine gute Arbeitsteilung, für eine sehr gute Arbeitsteilung, dass die zuständige Finanzministerin für die Debatten hier im Hohen Haus zur Verfügung steht und unser Außenminister die Exportwirtschaft unterstützt. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Wieso flüchtet der Erfinder der Schuldenbremse in den Irak? – Abg. Ing. Westenthaler: Er muss noch schnell den Irak retten! – Abg. Mag. Stadler: Er muss noch schnell die Welt retten!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Themessl. – Bitte. (Abg. Mag. Stadler: Wieso flüchtet der Erfinder der Schuldenbremse in den Irak? – Abg. Ing. Westenthaler: Er muss noch schnell den Irak retten! – Abg. Mag. Stadler: Er muss noch schnell die Welt retten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Völlig richtig! Gesindel, miese Kreatur!
Redner von den Regierungsfraktionen hier herausschicken, die uns permanent für unfähig halten, die uns für populistisch halten, die uns quasi permanent ausrichten, dass wir ohnehin keine Ahnung haben (Abg. Ing. Westenthaler: Völlig richtig! Gesindel, miese Kreatur!) – und das betrifft offensichtlich alle Oppositionsparteien. Sie werden ja nicht sagen, dass in allen Oppositionsparteien nur Dumme sitzen! Also offensichtlich sitzen die Gescheiten nur in der Regierung und in den Regierungsfraktionen von Rot und Schwarz.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler – auf eine Gruppe von Abgeordneten und weiteren Personen weisend, rund um Finanzministerin Dr. Fekter, die am Rand der Regierungsbank steht –: Das Protokoll vermerkt ein Krisentreffen links von der Regierungsbank! – Abg. Grosz: Krisentreffen der ÖVP links von der Regierungsbank! – Abg. Ing. Westenthaler: ÖVP-Krisentreffen!
Ganz klar, da sind Parallelstrukturen enthalten, Mehrfachangebote und so weiter, aber, meine Damen und Herren, das ist ja auch ein Nachteil für die Unternehmen! Da gilt es, endlich auch den Förderdschungel zu lichten. Das zu tun, ist längst an der Zeit, und das ist etwas, meine Damen und Herren von SPÖ und ÖVP, das Sie schleunigst angehen sollten: den Förderdschungel lichten und die Ressourcen, die finanziellen Mittel für die Zukunftsinvestitionen freimachen, und diese Zukunftsinvestitionen heißen Bildung, heißen Forschung, Universitäten, Wissenschaft und insbesondere auch Umwelt- und Klimaschutz. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler – auf eine Gruppe von Abgeordneten und weiteren Personen weisend, rund um Finanzministerin Dr. Fekter, die am Rand der Regierungsbank steht –: Das Protokoll vermerkt ein Krisentreffen links von der Regierungsbank! – Abg. Grosz: Krisentreffen der ÖVP links von der Regierungsbank! – Abg. Ing. Westenthaler: ÖVP-Krisentreffen!)
Abg. Ing. Westenthaler: ... Frau Prammer!
Das ist auch so bezeichnend für das Klima, das hier im Hause herrscht. Ich werde mich also in Zukunft bemühen, von Verblödung zu reden, weil dann kann ich keinen Ordnungsruf mehr bekommen, meine Damen und Herren. (Abg. Ing. Westenthaler: ... Frau Prammer!) Da habe ich ein weites Betätigungsfeld, wenn ich über Verblödung rede, und daher bin ich bei der Wortmeldung des Kollegen Kopf, meine Damen und Herren, denn von einer Rede will ich hier nicht sprechen. (Heiterkeit beim BZÖ. – Zwischenruf bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: habt’s zugestimmt!
Aber es ist noch etwas anderes bei deiner Wortmeldung herausgekommen, und das ist eine Warnung für uns. Ich greife noch einmal das auf, was der Kollege Scheibner schon gesagt hat: Wir haben dem Bankenrettungspaket im Oktober 2008 zugestimmt. Der Dank dafür war, dass wir permanent dafür gehöhnt wurden, dass wir zugestimmt haben. Wir haben einem Modus Operandi für ein neues Haushaltsrecht im Juni 2006 zugestimmt. (Abg. Ing. Westenthaler: habt’s zugestimmt!) Die Quittierung dafür ist, dass heute der Klubobmann der ÖVP herauskommt und sagt, er verstehe nicht, warum wir nicht auch das Budget mittragen, denn wir hätten ja seinerzeit einem neuen Haushaltsrecht zugestimmt, meine Damen und Herren. (Abg. Ing. Westenthaler: Genau so wird’s mit der Schuldenbremse sein!) Es ist Warnung genug gewesen. (Abg. Kopf: Das habe ich nicht gesagt!) – Aber genau so hast du es gesagt, genau so hast du es gesagt! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Genau so wird’s mit der Schuldenbremse sein!
Aber es ist noch etwas anderes bei deiner Wortmeldung herausgekommen, und das ist eine Warnung für uns. Ich greife noch einmal das auf, was der Kollege Scheibner schon gesagt hat: Wir haben dem Bankenrettungspaket im Oktober 2008 zugestimmt. Der Dank dafür war, dass wir permanent dafür gehöhnt wurden, dass wir zugestimmt haben. Wir haben einem Modus Operandi für ein neues Haushaltsrecht im Juni 2006 zugestimmt. (Abg. Ing. Westenthaler: habt’s zugestimmt!) Die Quittierung dafür ist, dass heute der Klubobmann der ÖVP herauskommt und sagt, er verstehe nicht, warum wir nicht auch das Budget mittragen, denn wir hätten ja seinerzeit einem neuen Haushaltsrecht zugestimmt, meine Damen und Herren. (Abg. Ing. Westenthaler: Genau so wird’s mit der Schuldenbremse sein!) Es ist Warnung genug gewesen. (Abg. Kopf: Das habe ich nicht gesagt!) – Aber genau so hast du es gesagt, genau so hast du es gesagt! (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenrufe bei FPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Verblödungsbremse!
Wissen Sie, Herr Staatssekretär, dieses Ausmaß an Verblödungspolitik hat bereits das Ausmaß einer Stimmenbremse angenommen. (Zwischenrufe bei FPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Verblödungsbremse!) Daher sage ich Ihnen: Wenn Sie mit
Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Mag. Schickhofer.
Es gab sogar schon 2007 ein erstes Vorschlagskonvolut des Rechnungshofes – haben Sie auch ignoriert. Seit 2007 ignorieren Sie das. Aber wahrscheinlich gibt es wieder irgendjemanden, der Sie daran hindert, und daher brauchen wir einen verfassungsmäßigen Verwaltungsreformauftrag, denn sonst ist diese Regierung nicht in der Lage, eine Verwaltungsreform durchzuführen, obwohl sie dazu eine satte Mehrheit in diesem Haus hat. (Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Mag. Schickhofer.)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Regierungsvertreter haben sich beschwert, dass ein Oppositioneller spricht! – Abg. Strache: Noch darf er das, aber nicht mehr lange!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Mag. Wurm. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Regierungsvertreter haben sich beschwert, dass ein Oppositioneller spricht! – Abg. Strache: Noch darf er das, aber nicht mehr lange!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
118 Einrichtungen wurden bisher mit diesem Förderbudget gefördert, es nahmen zirka 55 000 Frauen Hilfe und Rat in Anspruch. Es gibt Frauen, die sind in schwierigen Situationen, und denen wurde in diesen Frauenberatungsstellen massiv geholfen. Sehr viele arbeiten ehramtlich. Das ist oft so: Überall dort, wo Frauen arbeiten, ist auch oft ehrenamtliche Tätigkeit dabei, und zwar nicht nur bei den Beratungsstellen, sondern auch in den Bereichen der unbezahlten Arbeit. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Krainer: Westenthaler war Klubobmann, als Griechenland aufgenommen worden ist – und tut so, als ob er nichts damit zu tun hätte!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Schittenhelm. – Bitte. (Abg. Krainer: Westenthaler war Klubobmann, als Griechenland aufgenommen worden ist – und tut so, als ob er nichts damit zu tun hätte!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin Abgeordneter, genauso wie Sie!
Sie sind rechtskräftig verurteilt, stellen sich hierher (Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin Abgeordneter, genauso wie Sie!) und schütten die Damen und Herren der Bundesregierung an. (Abg. Scheibner: Sehr schwach! Sehr schwach!) Sie schlagen hier vor ... (Zwischenrufe beim BZÖ.) Sie reden hier von Kanalgebühren, die die Gemeinden verordnen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind das Allerletzte da herinnen! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind das Allerletzte da herinnen! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Sie sind rechtskräftig verurteilt, stellen sich hierher (Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin Abgeordneter, genauso wie Sie!) und schütten die Damen und Herren der Bundesregierung an. (Abg. Scheibner: Sehr schwach! Sehr schwach!) Sie schlagen hier vor ... (Zwischenrufe beim BZÖ.) Sie reden hier von Kanalgebühren, die die Gemeinden verordnen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind das Allerletzte da herinnen! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das Allerletzte vom Letzten!
Auch Herr Stadler spricht hier von „Schurken“, meine Damen und Herren. (Abg. Ing. Westenthaler: Das Allerletzte vom Letzten!) „Schurken“, diesen Begriff – und ich habe sie auch gesehen, die Schurken, vor mehreren Tagen und Wochen: Das war, als Gaddafi gestürzt wurde, als seine Handlanger dort auf offener Straße die Zivilbevölkerung erschossen haben. Das sind für mich Schurken. Hier wird von Ihnen, Herr Stadler, dieses Wort für die Mitglieder der österreichischen Bundesregierung verwendet. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr seid politische Schurken!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr seid politische Schurken!
Auch Herr Stadler spricht hier von „Schurken“, meine Damen und Herren. (Abg. Ing. Westenthaler: Das Allerletzte vom Letzten!) „Schurken“, diesen Begriff – und ich habe sie auch gesehen, die Schurken, vor mehreren Tagen und Wochen: Das war, als Gaddafi gestürzt wurde, als seine Handlanger dort auf offener Straße die Zivilbevölkerung erschossen haben. Das sind für mich Schurken. Hier wird von Ihnen, Herr Stadler, dieses Wort für die Mitglieder der österreichischen Bundesregierung verwendet. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr seid politische Schurken!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist das eine Jungfernrede?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir diskutieren heute und in den nächsten Tagen verschiedenste Budgetbereiche. (Abg. Mag. Stadler: Sie sollten zugeben, dass ich Sie intellektuell überfordert habe!) Wir diskutieren heute ganz einfach die verantwortungsvolle Aufteilung und Zuordnung der Steuergelder der Österreicherinnen und Österreicher, die sie hart erarbeitet haben. (Abg. Grosz: Ist das eine Jungfernrede?) Diese Zuteilung erfolgt in großer Verantwortung unserer Finanzministerin Maria Fekter, die sehr wohl auf eine nachhaltige und stabile Entwicklung unseres Landes setzt. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist das eine Jungfernrede?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie oft kommen Sie ins Schleudern?
oder vielleicht auch durch eigene Unachtsamkeit das Auto ins Schleudern kommt, was machen wir denn dann? – Wir halten das Lenkrad fest (Abg. Ing. Westenthaler: Wie oft kommen Sie ins Schleudern?), wir verbremsen vorsichtig, um nicht allzu fest anzubremsen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist die Budgetdebatte! Die Verkehrsdebatte kommt erst!) Wir versuchen, das Fahrzeug zu stabilisieren und auch wieder auf die richtige Spur zu bringen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie oft schleudert es Sie?) Genau das ist es, was wir brauchen: die Schuldenbremse (Abg. Dr. Rosenkranz: Das war die Bremsphase ...!), die nun auch hier von beiden Koalitionsparteien beschlossen wurde. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie oft schleudert es Sie?
oder vielleicht auch durch eigene Unachtsamkeit das Auto ins Schleudern kommt, was machen wir denn dann? – Wir halten das Lenkrad fest (Abg. Ing. Westenthaler: Wie oft kommen Sie ins Schleudern?), wir verbremsen vorsichtig, um nicht allzu fest anzubremsen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist die Budgetdebatte! Die Verkehrsdebatte kommt erst!) Wir versuchen, das Fahrzeug zu stabilisieren und auch wieder auf die richtige Spur zu bringen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie oft schleudert es Sie?) Genau das ist es, was wir brauchen: die Schuldenbremse (Abg. Dr. Rosenkranz: Das war die Bremsphase ...!), die nun auch hier von beiden Koalitionsparteien beschlossen wurde. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Danke!
Lassen Sie mich aber zwei, drei Sätze zu den Obersten Organen, zur Bundesgesetzgebung sagen. Kollege Westenthaler, da können wir gemeinsam lachen oder auch nicht (Abg. Ing. Westenthaler: Danke!), ich stehe nicht an, unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Parlamentsdirektion für ihre Unterstützung das ganze Jahr über sehr herzlich danke zu sagen. Ich glaube, das könnten wir doch gemeinsam tun, da brauchen wir uns nicht auch noch auseinanderdividieren zu lassen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Glauben Sie Ihre eigene Propaganda?
Abgeordneter Dr. Reinhold Lopatka (ÖVP): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Ministerinnen! Herr Staatssekretär! Herr Rechnungshofpräsident! Meine sehr geehrten Volksanwälte! Die Generaldebatte sollte eigentlich dazu dienen, zu beleuchten: Wo steht unsere Republik heute, am 16. November 2011? – Sicherlich nicht dort, wo sie Abgeordneter Stadler gesehen hat oder Abgeordneter Westenthaler, nicht auf dem letzten Platz der EU-27. Das Gegenteil ist der Fall. Österreich ist ganz vorne mit dabei. (Abg. Ing. Westenthaler: Glauben Sie Ihre eigene Propaganda?) Und das ist die zentrale Aufgabe dieser Bundesregierung: alles zu tun, dass Österreich ganz vorne bleibt. (Abg. Grosz: Glaubt ihr das auch noch?) Das, meine Damen und Herren, ist das, was uns unterscheidet: Sie bleiben beim Schlechtreden stehen, wir unternehmen alle Anstrengungen, um Österreich an der Spitze zu halten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Präsidium –: Den Ordnungsruf hättest du dir aber auch sparen können!
Für die Mehrfachverwendung dieser Ausdrücke erteile ich Ihnen einen Ordnungsruf. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Präsidium –: Den Ordnungsruf hättest du dir aber auch sparen können!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer zahlt denn das alles? Der Staat!
Sie, Frau Mag. Stoisits, schreiben ja selber auch in Ihrem Bericht 2010 ganz stolz von diesen Erhöhungen, davon, bei welchen Vereinen Sie da überall zu Gast waren, bei ZEBRA zum Beispiel. Sie pilgern regelmäßig in die Erstaufnahmestelle Traiskirchen und werben dort dafür und sagen den Menschen: Macht Beschwerden, kommt zu mir, ich erledige das für euch! – Das ist nicht Ihre Aufgabe als Volksanwältin! (Abg. Ing. Westenthaler: Wer zahlt denn das alles? Der Staat!) Dafür darf das österreichische Steuergeld nicht eingesetzt werden, meine Damen und Herren! Das sei in aller Klarheit hier auch gesagt. (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Zanger.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Strafanzeige!
Das ist Amtsmissbrauch, Frau Stoisits, und dafür werden Sie sich auch verantworten müssen! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Strafanzeige!)
Abg. Ing. Westenthaler: Strafanzeige!
Wir werden – das prophezeie ich Ihnen hier und heute – für entsprechende Aufklärung sorgen, und Sie werden sich noch eingehend mit diesem Fall beschäftigen müssen. Dafür werden wir sorgen. (Abg. Ing. Westenthaler: Strafanzeige!) Und wir werden Ihnen, Frau Stoisits, in Zukunft genau auf die Finger schauen, was Sie um Ihre tolle Gage in der Volksanwaltschaft machen und aufführen und wie Ihre Beschwerden und Beschwerdezahlen zustande kommen, welche Kontakte, welche Netzwerke es hier im Hintergrund mit diversen Vereinen, die sich alle im Grünen-Umfeld befinden, gibt und welche Gegenleistungen erbracht werden. Es heißt ja auch, dass Sie für Ihre zukünftige berufliche Tätigkeit nach Ihrer Volksanwaltschaft bereits bei so einem Verein angedockt haben.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist leider die Falsche! – Abg. Petzner: Die andere soll dazu etwas sagen!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Zu einer Stellungnahme hat sich Frau Volksanwältin Dr. Brinek zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist leider die Falsche! – Abg. Petzner: Die andere soll dazu etwas sagen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Es hat einmal Innenminister gegeben, die alle Fraktionen eingeladen haben! Das hat es auch gegeben!
Wir reden heute von einem ausgesprochen erfreulichen Budget: plus 120 Millionen €. Das bedeutet eine Steigerung von 2011 auf 2012 um mehr als 5,7 Prozent. (Abg. Ing. Westenthaler: Es hat einmal Innenminister gegeben, die alle Fraktionen eingeladen haben! Das hat es auch gegeben!) Es kann so der erfolgreiche Weg im Bereich der Sicherheit fortgesetzt werden, und ich bedanke mich sehr herzlich bei der Frau Bundesminister für dieses ausverhandelte Budget.
Abg. Ing. Westenthaler: Danke! Dank an die Minister, Dank an die Beamten ...! – Abg. Grosz: Danke! Dank an die Ministerin, an die Beamten, an mich selber!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Pendl. 4 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Danke! Dank an die Minister, Dank an die Beamten ...! – Abg. Grosz: Danke! Dank an die Ministerin, an die Beamten, an mich selber!)
Abg. Grosz: Schon wieder! Sitzungsunterbrechung! – Abg. Strache: Schämen Sie sich! Sie sind eine Schande für das Haus! – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (fortsetzend): Selbstverständlich, Frau Präsidentin, mache ich gerne eine Ergänzung und gebe eine dazugehörende Erklärung ab. (Abg. Petzner: Haben Sie es gesagt?) Wenn Präsident Graf in der Frage, die ich gerade releviert habe, im Interesse seiner Partei den Vorsitz missbraucht, dann werde ich auch in Zukunft darauf hinweisen, dass ein rechtsextremer Politiker wie Herr Dr. Graf seinen Vorsitz nicht missbrauchen darf. Ja, er ist ein rechtsextremer Politiker. (Abg. Grosz: Schon wieder! Sitzungsunterbrechung! – Abg. Strache: Schämen Sie sich! Sie sind eine Schande für das Haus! – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber zahlen tut es der Steuerzahler! Bei dem sollten Sie sich eigentlich bedanken!
Ich möchte mich an dieser Stelle bei der Finanzministerin Maria Fekter und bei unserer Innenministerin ganz herzlich bedanken. Wir haben jetzt, im Jahr 2011, rund 32 Millionen € für die Integration zur Verfügung. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber zahlen tut es der Steuerzahler! Bei dem sollten Sie sich eigentlich bedanken!) Das sind
Abg. Ing. Westenthaler: Na also, geht ja!
Herr Westenthaler, Sie haben vorhin mit Ihrem Zwischenruf den Steuerzahler angesprochen. Es ist richtig, was Sie sagen. Ich glaube, das ist gut investiertes Geld, und beim Steuerzahler soll man sich immer bedanken. (Abg. Ing. Westenthaler: Na also, geht ja!) Wie gesagt, es ist gut investiertes Geld, es ist kein hinausgeschmissenes Geld. Ich glaube, dass neben dem Thema der Generationengerechtigkeit und dem Thema der Bildung gerade das Thema Integration ein ganz wesentliches ist für unser Zusammenleben in der Zukunft.
Abg. Ing. Westenthaler: Wieso sprechen Sie nicht mit der Bürgerinitiative?
Es braucht da – und da möchte ich an das anknüpfen, was Herr Abgeordneter Westenthaler vorhin gesagt hat, was die Bürgerinitiative in Wien betrifft – auch einen Schulterschluss aller politischen Ebenen. Integration ist nichts ... (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso sprechen Sie nicht mit der Bürgerinitiative?) Ich komme gleich dazu, bitte, eine Sekunde! – Integration ist nichts, was nur die Regierung oder nur das Staatssekretariat betrifft, sondern Integration betrifft alle politischen Ressorts, und zwar auf Bundes-, Landes- und auf Gemeindeebene. Ich bin daher sehr froh, dass auch in allen anderen politischen Ressorts Budgetposten für Integration vorgesehen sind und hier auch gemeinsame Projekte durchgeführt werden können. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie waren nicht in Kontakt mit der Bürgerinitiative, sondern Ihr Büro!
Was die Bürgerinitiative betrifft, halte ich es für ein bisschen unredlich, dass Sie sich da dieser Bürgerinitiative bedienen wollen. Ich war mit der Bürgerinitiative in Kontakt. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie waren nicht in Kontakt mit der Bürgerinitiative, sondern Ihr Büro!) Es hat auch Gespräche im Innenministerium gegeben. Glauben Sie mir, Herr Abgeordneter, die Bürgerinitiative hat alles andere als einen Narren an Ihnen gefressen. Ich glaube, die Bürgerinitiative würde sich sehr von dem distanzieren, was Sie heute hier vorgebracht haben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Die wollten mit Ihnen reden, aber Sie reden nicht mit ihnen, weil Ihr Prinzip Überheblichkeit ist! Das ist die Wahrheit!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Die wollten mit Ihnen reden, aber Sie reden nicht mit ihnen, weil Ihr Prinzip Überheblichkeit ist! Das ist die Wahrheit!
Was die Bürgerinitiative betrifft, halte ich es für ein bisschen unredlich, dass Sie sich da dieser Bürgerinitiative bedienen wollen. Ich war mit der Bürgerinitiative in Kontakt. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie waren nicht in Kontakt mit der Bürgerinitiative, sondern Ihr Büro!) Es hat auch Gespräche im Innenministerium gegeben. Glauben Sie mir, Herr Abgeordneter, die Bürgerinitiative hat alles andere als einen Narren an Ihnen gefressen. Ich glaube, die Bürgerinitiative würde sich sehr von dem distanzieren, was Sie heute hier vorgebracht haben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Die wollten mit Ihnen reden, aber Sie reden nicht mit ihnen, weil Ihr Prinzip Überheblichkeit ist! Das ist die Wahrheit!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht bei Ihnen! Das ist ungeheuerlich, solch eine Überheblichkeit! Sie sind zu feig, dass Sie dorthin gehen! Das ist die Wahrheit!
Sie haben vorhin gesagt, dass wir mit der Bürgerinitiative nicht in Kontakt waren. Ich habe mir noch einmal das Mail der Bürgerinitiative herausgesucht und kann Ihnen sagen: Die Bürgerinitiative, konkret die Frau Schuster, bedankt sich bei uns sogar für die prompte Antwort. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht bei Ihnen! Das ist ungeheuerlich, solch eine Überheblichkeit! Sie sind zu feig, dass Sie dorthin gehen! Das ist die Wahrheit!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind zu feig, um dorthin zu gehen!
Was man auch dazusagen kann – und ich glaube, das wissen Sie als Abgeordneter des Parlaments (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind zu feig, um dorthin zu gehen!) –, ist, dass die Frage des Baurechts kein Thema des Parlaments ist. Das ist ein Thema, das Land und Bezirke betrifft. Aber ich glaube, auch dem BZÖ steht es frei, bei der nächsten Wahl in Wien zu kandidieren, um dann vielleicht diese Frage im Landtag oder in der Bezirksvertretung thematisieren zu können. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Nur alles wegschieben!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Nur alles wegschieben!
Was man auch dazusagen kann – und ich glaube, das wissen Sie als Abgeordneter des Parlaments (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind zu feig, um dorthin zu gehen!) –, ist, dass die Frage des Baurechts kein Thema des Parlaments ist. Das ist ein Thema, das Land und Bezirke betrifft. Aber ich glaube, auch dem BZÖ steht es frei, bei der nächsten Wahl in Wien zu kandidieren, um dann vielleicht diese Frage im Landtag oder in der Bezirksvertretung thematisieren zu können. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Nur alles wegschieben!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Staatssekretär Kurz –: Dass Sie das Parlament anlügen! Das Ganze Gott sei Dank live im Fernsehen! Sie schwindeln das Parlament vor laufender Kamera an! Skandalös ist das! – Weitere Zwischenrufe.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Hornek zu Wort. Ich stelle die Uhr auf 4 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Staatssekretär Kurz –: Dass Sie das Parlament anlügen! Das Ganze Gott sei Dank live im Fernsehen! Sie schwindeln das Parlament vor laufender Kamera an! Skandalös ist das! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Staatssekretär Kurz –: Nicht ein Wort haben Sie gesprochen mit der Bürgerinitiative! – Abg. Dr. Jarolim: Ich glaube nicht, dass das stimmt, was der Westenthaler sagt! – Zwischenrufe beim BZÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Anhaltende Zwischenrufe.) – Frau Präsidentin, bin ich am Wort? (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Staatssekretär Kurz –: Nicht ein Wort haben Sie gesprochen mit der Bürgerinitiative! – Abg. Dr. Jarolim: Ich glaube nicht, dass das stimmt, was der Westenthaler sagt! – Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unglaublich, was der von der Regierungsbank verzapft, der Regierungspraktikant! – Weitere anhaltende Zwischenrufe.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich finde es zum Teil unerträglich, wie hier die Diskussion stattfindet! Es ist bedauerlich, Frau Präsidentin, dass es nicht möglich ist, seine Ausführungen zu machen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unglaublich, was der von der Regierungsbank verzapft, der Regierungspraktikant! – Weitere anhaltende Zwischenrufe.) – Sorgen Sie bitte einmal für Ruhe!
Abg. Ing. Westenthaler: Es interessiert ihn nicht!
Ich komme zurück zum Wort Leistung, das, wie gesagt, vom Herrn Staatssekretär Kurz – der uns inzwischen (Abg. Markowitz: Verlassen hat!) verlassen zu haben scheint und leider meinen Worten offensichtlich nicht lauschen kann (Abg. Ing. Westenthaler: Es interessiert ihn nicht!); seine Beamten und Beamtinnen (Abg. Ing. Westenthaler: Die sind auch nicht da!) würde ich deshalb bitten, ihm meine Aussagen ... (Abg. Ing. Westenthaler: Die sind auch schon alle weg!) – Nein, ich glaube nicht, dass alle weg sind; ich sehe manche hier. Ich würde Sie bitten, das auszurichten, falls Herrn Kurz das nicht wichtig genug ist, dass er bis zum Ende der Debatte dableibt.
Abg. Ing. Westenthaler: Die sind auch nicht da!
Ich komme zurück zum Wort Leistung, das, wie gesagt, vom Herrn Staatssekretär Kurz – der uns inzwischen (Abg. Markowitz: Verlassen hat!) verlassen zu haben scheint und leider meinen Worten offensichtlich nicht lauschen kann (Abg. Ing. Westenthaler: Es interessiert ihn nicht!); seine Beamten und Beamtinnen (Abg. Ing. Westenthaler: Die sind auch nicht da!) würde ich deshalb bitten, ihm meine Aussagen ... (Abg. Ing. Westenthaler: Die sind auch schon alle weg!) – Nein, ich glaube nicht, dass alle weg sind; ich sehe manche hier. Ich würde Sie bitten, das auszurichten, falls Herrn Kurz das nicht wichtig genug ist, dass er bis zum Ende der Debatte dableibt.
Abg. Ing. Westenthaler: Die sind auch schon alle weg!
Ich komme zurück zum Wort Leistung, das, wie gesagt, vom Herrn Staatssekretär Kurz – der uns inzwischen (Abg. Markowitz: Verlassen hat!) verlassen zu haben scheint und leider meinen Worten offensichtlich nicht lauschen kann (Abg. Ing. Westenthaler: Es interessiert ihn nicht!); seine Beamten und Beamtinnen (Abg. Ing. Westenthaler: Die sind auch nicht da!) würde ich deshalb bitten, ihm meine Aussagen ... (Abg. Ing. Westenthaler: Die sind auch schon alle weg!) – Nein, ich glaube nicht, dass alle weg sind; ich sehe manche hier. Ich würde Sie bitten, das auszurichten, falls Herrn Kurz das nicht wichtig genug ist, dass er bis zum Ende der Debatte dableibt.
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist denn der Herr Staatssekretär Kurz? – Nur eine Zwischenfrage! Kann man da eine Antwort bekommen?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Windholz gelangt nun zu Wort. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist denn der Herr Staatssekretär Kurz? – Nur eine Zwischenfrage! Kann man da eine Antwort bekommen?)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Pendl –: Danke sagen, Otto! Und Hände schütteln nicht vergessen!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Pendl. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Pendl –: Danke sagen, Otto! Und Hände schütteln nicht vergessen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das muss für alle gelten!
Die freigesprochenen Tierschützer im Verfahren in Wiener Neustadt sind derzeit mit Kosten von 300 000 € pro Person konfrontiert. Das sind auf der einen Seite die Rechtsanwaltskosten, die Verfahrenskosten, aber natürlich auch die Sachverständigenkosten. Ich meine, es ist eine Frage der Gerechtigkeit, dass wir hier zu einer Lösung kommen, dass Menschen, die freigesprochen werden, auch einen adäquaten Kostenersatz bekommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das muss für alle gelten!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wo war denn der eingerückt? Hat der überhaupt gedient?
Also ich sage es Ihnen ganz ehrlich: Sie würden es sich zwar anders wünschen, aber ich bin sehr froh, dass unser Verteidigungsministerium nicht von einem emotionalen Kämpfer, sondern von einem rationalen Denker geführt wird. Und dafür ein herzliches Dankeschön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wo war denn der eingerückt? Hat der überhaupt gedient?)
Abg. Ing. Westenthaler: Zusammenraufen!
Bundesminister für Landesverteidigung und Sport Mag. Norbert Darabos: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Abgeordneter Westenthaler, Sie brauchen nicht zu raufen. (Abg. Ing. Westenthaler: Zusammenraufen!) Raufen ist ja keine Sportart. Sie können darum ringen, das ist eine Sportart, die auch anerkannt ist.
Abg. Ing. Westenthaler: 6. Oktober!
den letzten Sportausschuss gehabt haben. (Abg. Ing. Westenthaler: 6. Oktober!) –Okay, dann habe ich mich verhört, Verzeihung.
Abg. Ing. Westenthaler: Das braucht kein Mensch! Wer spielt dort? – Der FC St. Pölten! Aber in Wien habt ihr eine Ruine stehen!
Das Stadion in St. Pölten wird alleine im Budget 2012 mit 2 Millionen €, insgesamt mit 6 Millionen € budgetiert sein. (Abg. Ing. Westenthaler: Das braucht kein Mensch! Wer spielt dort? – Der FC St. Pölten! Aber in Wien habt ihr eine Ruine stehen!) – Das sagen Sie, Herr Kollege, aber das sehen halt manche in Österreich anders. Es ist für Niederösterreich wichtig, dass dieses Stadion gebaut wird, unabhängig von politischen Vorgaben, und ich stehe zu diesem Projekt, das auch, glaube ich, ich bin mir nicht ganz sicher, sogar noch unter Ministerin Riess-Passer damals in die Wege geleitet wurde. Ist egal. Es ist ein Projekt, zu dem ich stehe, und wir werden dieses Projekt auch zu Ende führen. Und wir sind auch stolz darauf, da das aus ökonomischen und ökologischen Gründen ein gutes Projekt ist.
Ironische Heiterkeit. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist die Großsportveranstaltung?
Wir sind Weltmeister im Veranstalten von Großsportveranstaltungen, YOGI in Innsbruck 2012, also im nächsten Jahr. (Ironische Heiterkeit. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist die Großsportveranstaltung?) – Ja, das heißt so. (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.) Das ist eine Großsportveranstaltung mit sehr großen finanziellen Auswirkungen. Dass Sie gegen den Jugendsport sind, wundert mich ein wenig. Es ist die erste Veranstaltung im Jugendsport, die erste Veranstaltung im Wintersport, die in Innsbruck abgehalten wird und die auf volle Zustimmung aller Sportverantwortlichen in Österreich stößt und gemeinsam mit dem ÖOC und IOC veranstaltet wird. Dass Sie dagegen sind, überrascht mich ein bisschen, aber es ist halt so.
Abg. Ing. Westenthaler: Die Fitschigogerl-WM!
Wir haben – und das ist eine ganz wichtige Errungenschaft, die auch budgetär ausgestattet wird – unter meiner Ministerschaft das TEAM ROT-WEISS-ROT geschaffen, und dieses neue System im Spitzensport wird positivst angenommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Fitschigogerl-WM!) Es gingen Anträge von 8 Millionen € ein. Wir haben für die Budgetierung 4 Millionen € vorgesehen, so viel wie noch nie zuvor.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind kein Sportminister, sondern ein Fitschigogerl-Minister!
der Demokratie. Schade, dass Sie, wie gesagt, vor allem im Zusammenhang mit dem Jugendsport jetzt offensichtlich eine neue Haltung einnehmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind kein Sportminister, sondern ein Fitschigogerl-Minister!) Wir stehen für die Weiterentwicklung des Sports in Österreich, und dieses Budget ist für die Weiterentwicklung des österreichischen Sports bestens maßgeschneidert.
Abg. Ing. Westenthaler: Ihnen würde mehr Sport guttun!
Gender Mainstreaming im Sport ist ein Teil des Budgets, das Minister Darabos vorgelegt hat. Wenn man weiß, was vor allem Frauen im Sport leisten, wie viele Medaillen Österreich bei den letzten Olympiaden, Winterspielen gemacht hat und dass hauptsächlich Frauen die Medaillen gemacht haben, muss man sagen, dass die Frauen in den Medien – das geht aus Medienbeobachtungen hervor – relativ wenig vorkommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihnen würde mehr Sport guttun!)
Abg. Ing. Westenthaler: Er sollte einmal an einem Geschäftsordnungsseminar teilnehmen, damit er das lernt!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Herr Kollege Maier, mit Verlaub: Das ist kein Sachverhalt, der tatsächlich berichtigt werden kann. Da müssten wir ja eigentlich in jeder Rede zwei Berichtigungen machen. (Abg. Ing. Westenthaler: Er sollte einmal an einem Geschäftsordnungsseminar teilnehmen, damit er das lernt!) Das ist eine politische Wertung, und diese entzieht sich einer tatsächlichen Berichtigung.
Ruf: Weil es eine ungesunde Politik gibt! – Abg. Ing. Westenthaler: Bei der Regierung muss man ja krank werden!
Abgeordnete Mag. Gertrude Aubauer (ÖVP): Herr Präsident! Geschätzte Minister! Hohes Haus! Ich möchte mit einer guten Nachricht beginnen. Wer heute in Österreich auf die Welt kommt, hat eine Lebenserwartung von rund 80 Jahren. (Abg. Öllinger: Aber im Durchschnitt!) Wunderbar, aber wir wollen nicht nur länger leben, wir wollen auch länger und möglichst lange gesund und fit bleiben. Dieser Wunsch, das ist jetzt die schlechte Nachricht, geht in Österreich leider seltener in Erfüllung als anderswo. Tatsache ist, die Österreicher werden früher krank als die Bürger anderer EU-Staaten. Das ist doch ein Alarmzeichen. (Ruf: Weil es eine ungesunde Politik gibt! – Abg. Ing. Westenthaler: Bei der Regierung muss man ja krank werden!)
Abg. Ing. Westenthaler: Danke, Herr Präsident, dass wir eine „Großgruppe“ sind!
Präsident Fritz Neugebauer: Darf ich die Kollegen bitten, diese Großgruppengespräche einzustellen, sie wirken schon sehr störend. (Abg. Ing. Westenthaler: Danke, Herr Präsident, dass wir eine „Großgruppe“ sind!) Da waren mehrere Kollegen beteiligt, aber es ist wirklich störend. (Abg. Grosz: Wir sind auch eine Großgruppe, Herr Präsident!)
Abg. Riepl: Seien Sie froh, dass es Gewerkschaften gibt! – Abg. Ing. Westenthaler: Oje: „Seien Sie froh, dass es Gewerkschaften gibt“! – Abg. Riepl: Klingt aber nicht sehr überzeugend!
Deshalb, Herr Minister, machen Sie Ihre Hausaufgaben und schauen Sie, dass der private Sektor sich stärker an Betrieben beteiligen kann, um eben Geld aufzustellen, das die Banken nicht mehr bereit sind, zu geben! – Vielen Dank. (Abg. Riepl: Seien Sie froh, dass es Gewerkschaften gibt! – Abg. Ing. Westenthaler: Oje: „Seien Sie froh, dass es Gewerkschaften gibt“! – Abg. Riepl: Klingt aber nicht sehr überzeugend!)
Abg. Ing. Westenthaler: Zufällig!
Bundesminister für Wirtschaft, Familie und Jugend Dr. Reinhold Mitterlehner: Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich habe nur ein paar Minuten, und das passt gerade sehr gut, Kollege Westenthaler, zu dem Thema, das Sie aufgeworfen haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Zufällig!) Irgendwo habe ich schon den Eindruck, Sie haben die Diskussion jetzt mitverfolgt (Abg. Riepl: Gar nichts haben sie!), und eigentlich hat das BZÖ zum Thema Wirtschaftskompetenz doch recht wenig eingebracht.
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Minister, 30 Milliarden an Steuern, ist das nicht relevant fürs Budget?!
Die Herren Bucher und Scheibner, die dieses Thema sonst immer als Schwerpunktthema der Partei gesehen haben, haben sich nicht einmal gemeldet. (Zwischenrufe beim BZÖ.) – Das ist eine andere Frage. Was ich mich bei diesem Beitrag jetzt frage, ist, was die Budgetrelevanz anbelangt ... (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Minister, 30 Milliarden an Steuern, ist das nicht relevant fürs Budget?!) – Diese Frage ist publikumsrelevant, aber nicht budgetrelevant.
Abg. Ing. Westenthaler: Ein bisschen Mut, Herr Minister! – Abg. Grosz: Kartellbildung!
Ich sage Ihnen nämlich den Hintergrund: Sie können eine amtliche Preisregelung nur dann vornehmen, wenn ein europäisches Ungleichgewicht besteht, das heißt, wenn in Gesamteuropa die Preise anders sind als sie in Österreich sind und wenn dafür auch eine Missbrauchsentwicklung feststellbar ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein bisschen Mut, Herr Minister! – Abg. Grosz: Kartellbildung!) – Eben nicht, wir haben das geprüft! Sie können vergleichen! Tun Sie es! Es ist überall in Europa so.
Abg. Ing. Westenthaler: Dann macht eine Sonderdividende!
Das Zweite, das Sie nicht bedenken und das eben Rechtsprechung ist, ist Folgendes: Wenn Sie eine amtliche Preisregelung machen, dann müssen Sie auch entsprechende Gewinne für die jeweiligen Anbieter vorsehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Dann macht eine Sonderdividende!) Und jetzt möchte ich wissen: Die Margen sind ja offengelegt.
Abg. Ing. Westenthaler: Aber so ist es doch!
Also die großen Gewinne, die „Abzockermentalität“ dort Der Begriff „Mafia“, den Sie da gewählt haben, gefällt mir überhaupt nicht. Das haben Sie wahrscheinlich auch nicht so meint. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber so ist es doch!) – Okay, das ist Ihre Sache. Aber im Endeffekt machen diese Firmen die Gewinne doch mit anderen Geschäftssparten. Die Margen und die Grundkonstellation der Kalkulation sind uns beziehungsweise der Wettbewerbsbehörde offengelegt worden.
Abg. Ing. Westenthaler: Landestankstellen!
Das Problem der Tankwirtschaft und des Tankstellensystems ist nicht, dass die Pächter alle so große Erträge erzielen, sondern das Problem ist, dass wir in Österreich relativ groß beziehungsweise flächig strukturiert sind und dort hohe Personalkosten haben. Keine Gemeinde hat eine Freude, wenn eine Tankstelle nach der anderen zugesperrt wird; dann wird sofort wieder das Argument der Flächenabdeckung erwähnt. (Abg. Ing. Westenthaler: Landestankstellen!)
Abg. Ing. Westenthaler: ... Chance, sich zu profilieren! – Abg. Grosz: 1999!
Ich möchte aber gleich beim Spritpreisthema fortsetzen. (Abg. Ing. Westenthaler: ... Chance, sich zu profilieren! – Abg. Grosz: 1999!) Zu einer Wirtschaft mit Zukunfts-
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wo sind sie? – Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Stadler und Grosz.
Abgeordneter Thomas Einwallner (ÖVP): Herr Präsident! Geschätzte Frau Bundesminister! Geschätzter Herr Minister! Hohes Haus! Ich möchte zuerst die Bezirksgruppe Graz-Umgebung begrüßen, meine Freunde der Jungen ÖVP. Grüß euch! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wo sind sie? – Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Stadler und Grosz.)
Beifall bei der ÖVP. – Abgeordnete des BZÖ gehen in die Mitte des Saales und blicken demonstrativ auf die Galerie. – Abg. Mag. Stadler: Auf der Galerie ist keiner! – Abg. Ing. Westenthaler: Wo sind sie denn? – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Ihr erlebt wieder einmal eine spannende Sitzung zum Budget, und ich glaube, das kann man für alle in diesem Haus sagen, für alle Parteien in diesem Haus: Das sind junge Leute, die ehrenamtlich arbeiten für dieses Land, für die Politik, und ich glaube, es ist wichtig, dass sie hier sind. Und wenn sie eure Debattenbeiträge hören, dann muss ihnen die Lust vergehen, und das ist schade! (Beifall bei der ÖVP. – Abgeordnete des BZÖ gehen in die Mitte des Saales und blicken demonstrativ auf die Galerie. – Abg. Mag. Stadler: Auf der Galerie ist keiner! – Abg. Ing. Westenthaler: Wo sind sie denn? – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) – Da oben sitzen sie. Winkt herunter! Da, habt ihr sie gesehen? Ja? Herr Grosz? (Abg. Grosz: Die schauen sehr „jugendlich“ aus! Das ist die Junge ÖVP? – Anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Danke!
Ich lasse es mir ja noch einreden, dass so Jungkasperln wie der Kollege Petzner und der Kollege Grosz so herausgehen, aber da sind ja die Altkasperln Westenthaler (Abg. Ing. Westenthaler: Danke!) und Stadler genauso dabei, die nichts anderes im Kopf haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Bist ein ganz ein G’scheiter!) Statt einer politischen Debatte machen sie hier nur Radau. (Abg. Markowitz: Ordnungsruf!) Ich kann und muss das leider von meinem Platz seit vier Tagen mit beobachten. (Abg. Markowitz: Er hat seit vier Tagen nix geredet?!) Es wird dann vor allem, wenn Damen hier am Rednerpult sind, ein Bild abgegeben, das leider auf uns alle zurückfällt. (Abg. Markowitz: Beim Thema bleiben! Budget!)
Abg. Ing. Westenthaler: Bist ein ganz ein G’scheiter!
Ich lasse es mir ja noch einreden, dass so Jungkasperln wie der Kollege Petzner und der Kollege Grosz so herausgehen, aber da sind ja die Altkasperln Westenthaler (Abg. Ing. Westenthaler: Danke!) und Stadler genauso dabei, die nichts anderes im Kopf haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Bist ein ganz ein G’scheiter!) Statt einer politischen Debatte machen sie hier nur Radau. (Abg. Markowitz: Ordnungsruf!) Ich kann und muss das leider von meinem Platz seit vier Tagen mit beobachten. (Abg. Markowitz: Er hat seit vier Tagen nix geredet?!) Es wird dann vor allem, wenn Damen hier am Rednerpult sind, ein Bild abgegeben, das leider auf uns alle zurückfällt. (Abg. Markowitz: Beim Thema bleiben! Budget!)
Beifall beim BZÖ. – Abg Grosz: Zweimal nichts genützt! – Abg. Ing. Westenthaler: Geh nach Hause, Haare färben! – Gegenruf des Abg. Mag. Gaßner. – Abg. Grosz: Wir sind wenigstens anwesend! – Zwischenrufe beim BZÖ.
Ebenso einen Ordnungsruf erteile ich Ihnen, Herr Abgeordneter Weninger, für die Verwendung der Begriffe „Alt- und Jungrabauken“ in die gleiche Richtung. (Beifall beim BZÖ. – Abg Grosz: Zweimal nichts genützt! – Abg. Ing. Westenthaler: Geh nach Hause, Haare färben! – Gegenruf des Abg. Mag. Gaßner. – Abg. Grosz: Wir sind wenigstens anwesend! – Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist sie denn?
Das hat Herr Mitterlehner gesagt. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist sie denn?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das war ihre Leistung!
Die einzige politische Leistung war, dass sich die Frau Remler gegen Firmenmeetings – kein Scherz! – nach 17 Uhr ausgesprochen hat. (Abg. Mag. Stadler: Wow! Na das ist doch etwas!) Sie hat gesagt, wir müssen dafür sorgen, dass wir „eine gewisse Meeting-Kultur“ in Österreich haben. Wir müssen die Unternehmer dazu verpflichten, dass es nach 17 Uhr keine Besprechungen mehr gibt. Das war ihre einzige politische Ansage. – Auch die hat sie nicht umgesetzt, eh klar! (Abg. Ing. Westenthaler: Das war ihre Leistung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was weißt du denn überhaupt?
Und wenn du schon in diese Richtung diskutierst ... – Herr Westenthaler, du brauchst nicht so herzuzeigen! Ich habe keine Vorstrafe so wie du! (Abg. Ing. Westenthaler: Was weißt du denn überhaupt?)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: ... wer du überhaupt bist! Ich kenne dich nicht! Wer ist das überhaupt? – Abg. Petzner: Das sagt der Konkursler vom ÖGB!
das verbockt habt. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: ... wer du überhaupt bist! Ich kenne dich nicht! Wer ist das überhaupt? – Abg. Petzner: Das sagt der Konkursler vom ÖGB!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist das ein Abgeordneter? Wer ist das?
Es wird aufgeräumt, das ist klar! Der Herr Bundesminister hat schon seine Vorstellungen dezidiert bekannt gegeben. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist das ein Abgeordneter? Wer ist das?) – Lieber Herr Kollege Westenthaler, noch nicht gesehen? Seit 2002, falls du Statistiken nicht lesen kannst.
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Petzner: ÖGB-Konkursler! – Abg. Ing. Westenthaler: Kann man überprüfen, ob der überhaupt angelobt wurde?
Und: Wir halten nichts davon, Menschen zu verunglimpfen, sondern wir achten Menschen! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Petzner: ÖGB-Konkursler! – Abg. Ing. Westenthaler: Kann man überprüfen, ob der überhaupt angelobt wurde?)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident, ist der Herr überhaupt angelobt? Es kennt ihn nämlich keiner!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als nächster Redner gelangt Herr Abgeordneter Venier zu Wort. 3 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident, ist der Herr überhaupt angelobt? Es kennt ihn nämlich keiner!) – Herr Kollege Westenthaler, ich höre Sie so schlecht, aber wir werden uns nach meiner Vorsitzzeit unterhalten. Dann kann ich Ihnen auf alle Fragen Antworten geben.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja der Nächste!
Bitte, Herr Abgeordneter Venier, Sie sind am Wort. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja der Nächste!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Leute auf dieser Seite hören nichts!
Jetzt zur Umweltpolitik: 1 Milliarde im neuen Umweltbudget sind 4 Milliarden ... (Der Redner hat eines der Mikrofone zur Seite gedreht. – Abg. Grosz: Das ist ein Mikrofon!) – Ich brauche das nicht, hörst du mich nicht? Ich glaube, ihr hört mich eh, oder? (Abg. Ing. Westenthaler: Die Leute auf dieser Seite hören nichts!) – Die wissen, was ich sage!
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt endlich ein Taferl!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Krainer. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt endlich ein Taferl!)
Abg. Ing. Westenthaler: Noch weniger zahlen!
Wenn ich heute für die jungen Mitarbeiter, die ich habe, 3 500 € im Monat aufwende, und sie haben dann im Monat 1 500 € auf dem Konto, meine sehr geehrten Damen und Herren, ich glaube, das ist der falsche Ansatz. (Abg. Ing. Westenthaler: Noch weniger zahlen!) Wir sollten den jungen Menschen, vor allem den ÖsterreicherInnen, ihr Geld belassen. Sie können selber damit viel besser umgehen, als das der Staat jemals machen kann. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Auch ein Hochsteuerland!
Ich bin ja mit dem Kollegen Steindl einer Meinung, wenn er meint, wir sind ein Hochsteuerland beim Faktor Arbeit, aber, Kollege Steindl, beim Vermögen – ich wiederhole das, was ich schon oft hier gesagt habe – sind wir – die OECD stellt das jedes Jahr fest – Schlusslicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Auch ein Hochsteuerland!) Mexiko, Tschechien und die Slowakei haben niedrigere Steuern auf Vermögen, und da ist etwas zu tun.
Abg. Ing. Westenthaler: Warum machen Sie dann neue Schulden im nächsten Budget?
im Hinblick auf die Prognosen unseres Wachstums eine enorme Delle vom Wifo prognostiziert bekommen, und es ist notwendig, dass man Wachstum nicht abwürgt, sondern stimuliert (Abg. Ing. Westenthaler: Warum machen Sie dann neue Schulden im nächsten Budget?), damit uns Wachstum und Beschäftigung jene Steuereinnahmen bringen, die wir brauchen, damit wir die Schulden abbauen können. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Schuldenkaiserin!
Daher: Wenn man sorgsam budgetiert, dann muss man die investiven Ausgaben, die das Wachstum stimulieren, beibehalten, Strukturreformen ansetzen und bei den administrativen Ausgaben sparen. (Abg. Ing. Westenthaler: Schuldenkaiserin!) Aber wir wollen nicht, dass jenes Konjunkturpflänzchen, das uns noch prognostiziert wird, eher schwächer wird, wir wollen es stärken. (Abg. Strache: Wer hindert Sie daran, keine Schulden mehr zu machen?) Daher haben wir auch Offensivmaßnahmen gesetzt, und diese Offensivmaßnahmen führen dazu, dass wir noch nicht dort sind, wo wir gerne gewesen wären. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Waren die Griechen auch mit in der Therme? Haben die Griechen auch einen Vorschlag gemacht in Loipersdorf?
Auch mir wäre ein Nulldefizit lieber (Abg. Strache: Wer hindert Sie daran, keine Schulden mehr zu machen, Frau Fekter?), aber im Hinblick auf die Gesamtkonsolidierung gehen wir einen konsistenten Pfad. (Abg. Strache: Wann setzen Sie es um?) Wir haben ihn eingeschlagen mit Loipersdorf, und wir haben ihn nicht verlassen. (Abg. Strache: Setzen Sie es um!) Obwohl uns die Wirtschaftsforscher eine Konjunkturdelle prognostiziert haben – das heißt, die Konjunktur wird sich abschwächen –, haben wir trotzdem den Konsolidierungspfad eingehalten. Und das ist gut so. (Abg. Ing. Westenthaler: Waren die Griechen auch mit in der Therme? Haben die Griechen auch einen Vorschlag gemacht in Loipersdorf?)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommen die „guten“ und die „bösen“ Steuern!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Mag. Rudas. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommen die „guten“ und die „bösen“ Steuern!)
Abg. Bucher: Die ist ja noch nicht beschlossen! – Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Ursula Haubner: Die gibt’s ja noch gar nicht!
Die APA hat um 13.43 Uhr heute informiert – ich zitiere –:„Schuldenkrise: Reding lobt Österreichs Schuldenbremse“ (Abg. Bucher: Die ist ja noch nicht beschlossen! – Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Ursula Haubner: Die gibt’s ja noch gar nicht!), und schreibt dann weiter:
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir wissen nicht, wie sie ausschaut, und loben sie schon! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
„EU-Justizkommissarin Viviane Reding hat Österreichs kürzlich vom Ministerrat beschlossene Einführung einer in der Verfassung verankerten Schuldenbremse als vorbildlich für Europa gelobt.“ (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir wissen nicht, wie sie ausschaut, und loben sie schon! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Durch die Ankündigung nicht!
Und deswegen ist es extrem erfreulich, wenn ein solches Urteil durch die EU bereits heute formuliert wird. Und – die Frau Ministerin hat es gesagt – die Spreads gehen ja bereits nach unten (Abg. Ing. Westenthaler: Durch die Ankündigung nicht!), und das erspart dem Steuerzahler sehr viel Geld. (Abg. Öllinger: Redebremse!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich hab mir gedacht, die Finanzministerin sagt immer, das ist sicher, das Triple A?
Ich appelliere auch an die Kollegen von der Opposition, die Schuldenbremse rasch in der Verfassung zu verankern, weil es um die Erhaltung des Triple A geht. Und das ist ein Faktum, das gerade für die künftigen Belastungen und den Spielraum im Budget ungemein bedeutsam ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich hab mir gedacht, die Finanzministerin sagt immer, das ist sicher, das Triple A?) – Kollege Westenthaler! Einfach einmal zuhören! Das schadet nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sagt, das ist nicht in Gefahr, das Triple A!) Einfach zuhören und an die Österreicher denken, ihre Belastungen, ihre Möglichkeiten, ihre Zukunft!
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sagt, das ist nicht in Gefahr, das Triple A!
Ich appelliere auch an die Kollegen von der Opposition, die Schuldenbremse rasch in der Verfassung zu verankern, weil es um die Erhaltung des Triple A geht. Und das ist ein Faktum, das gerade für die künftigen Belastungen und den Spielraum im Budget ungemein bedeutsam ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich hab mir gedacht, die Finanzministerin sagt immer, das ist sicher, das Triple A?) – Kollege Westenthaler! Einfach einmal zuhören! Das schadet nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sagt, das ist nicht in Gefahr, das Triple A!) Einfach zuhören und an die Österreicher denken, ihre Belastungen, ihre Möglichkeiten, ihre Zukunft!
Abg. Ing. Westenthaler: Schuldenmacher!
Ich bitte jene Damen und Herren, die dem zustimmen wollen, um ein entsprechendes Zeichen. (Abg. Ing. Westenthaler: Schuldenmacher!) – Das ist mit Mehrheit angenommen.
Sitzung Nr. 135
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der letzte große Sozialdemokrat!
Und dann, meine Damen und Herren, werden wir den Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit gewinnen und ein soziales Europa bekommen. (Abg. Mag. Stadler: Ist der Papandreou noch immer Ministerpräsident oder ...?!) Ich kann nur wärmstens empfehlen: Helmut Schmidt, der große alte deutsche Sozialdemokrat mit seiner Rede am vergangenen Sonntag. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der letzte große Sozialdemokrat!) Das war ein Lehrstück an Verantwortung, Geschichtsbewusstsein und humanitärer Gesinnung.
Heiterkeit – Abg. Ing. Westenthaler: Dafür sitzt er schon 40 Jahre da herinnen!
Unsere Hymne ist ein Stück Identität, ein Stück Heimat, ein Symbol für das Österreich, das damals, 1946, noch keinesfalls so existierte, Herr Kollege Cap – und Sie wissen das, weil Sie ungefähr so alt sind wie ich, nehme ich an (Heiterkeit – Abg. Ing. Westenthaler: Dafür sitzt er schon 40 Jahre da herinnen!) –, wie wir das heute gewohnt sind. Damals waren in unserem Land noch überall Besatzungssoldaten, und es dauerte noch lange, bis Figl die berühmten Worte „Österreich ist frei!“ sagen konnte. – Die ÖVP sollte sich da bitte daran erinnern!
Abg. Ing. Westenthaler: Die Leviten lesen! – Abg. Grosz: An den Ohren ziehen!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Frau Abgeordnete, Ihre Aussage meine Person betreffend werde ich an dieser Stelle nicht kommentieren (Ruf: Ist eh gescheiter!), weil ich natürlich vom Vorsitz aus keine Wortspende abgebe. Ich werde Ihnen aber an anderer Stelle gerne zur Verfügung stellen (Abg. Ing. Westenthaler: Die Leviten lesen! – Abg. Grosz: An den Ohren ziehen!), was wirklich meine Aussage war.
Abg. Ing. Westenthaler: Das wäre ja noch schöner gewesen!
Kurz zur Bundeshymne selbst: In fast allen Teilen der Gesellschaft wird dem Modell der Inklusion Rechnung getragen. Das heißt, es wird hereingenommen und nicht ausgeschlossen. Und das, was wir mit dieser Textänderung, mit dieser sehr kleinen Textänderung tun – ich hätte mir durchaus eine größere vorstellen können –, ist, dass wir die Frauen, die Töchter hereinnehmen und die Männer, die Söhne nicht ausschließen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das wäre ja noch schöner gewesen!)
Beifall bei Grünen und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: So ein Blödsinn!
Abgeordnete Mag. Daniela Musiol (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! – Die Herren Präsidenten sind mitgemeint. Sehr geehrte Frau Klubobfrau! – Die Herren Klubobmänner sind mitgemeint. (Abg. Rädler: Was soll das wieder?) Sehr geehrte Damen und Kolleginnen! – Die Herren und Kollegen sind mitgemeint. – Das ist genau die Debatte, die wir gerade führen: Die Frauen in diesem Land müssen es sich seit Jahren, seit Jahrzehnten gefallen lassen, dass sie immer nur mitgemeint sind. (Beifall bei Grünen und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: So ein Blödsinn!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Kollege Strache hat sich selbst entlarvt. Er spricht von Gleichberechtigung und spricht davon, dass Frauen und Kinder in der Kinderbetreuung nicht im Stich gelassen werden sollen. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Gibt es nicht auch Väter, die ein Recht auf Kinderbetreuung haben und die Kinderbetreuung brauchen?! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ändern die Sozialdemokraten jetzt in ganz Europa!
Oder: Die Portugiesen rufen auf zu den Waffen für die nächste Seeschlacht, die sie irgendwann einmal in der Neuzeit geführt haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ändern die Sozialdemokraten jetzt in ganz Europa!)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Ing. Westenthaler.
Was wollen wir? – Wir wollen eine unbedingte Anzeigepflicht für alle Personen, die beruflich mit Minderjährigen zu tun haben: Wenn ein begründeter Verdacht vorliegt und erkannt werden kann, dass es zu Gewaltanwendung gegenüber Kindern und zu Missbrauch von Kindern kommt – ob physisch, psychisch, sexuell, in welcher Art auch immer –, dann soll es eine Anzeigepflicht geben, die ja bis heute nicht vorhanden ist. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Eine merkwürdige Definition ist das, Erwachsene mit Kindern gleichzusetzen!
Problematischer ist die Debatte um die Erhöhung des Strafrahmens bei Strafdelikten gegenüber Kindern, das aber nicht, weil wir grundsätzlich der Meinung sind, dass man solch eine Debatte nicht führen darf, denn es ist klar, Delikte, egal gegen wen, schwere Delikte sind keine Bagatelle, und das Gesetz hat die wichtige Aufgabe, das auch zu signalisieren. Das ist eine gesellschaftspolitische Wertung, die wichtig ist. Aber durch die vorliegende Reform entsteht ein Wertungswiderspruch. Eine Vergewaltigung an einer erwachsenen Frau ist vom Strafrahmen her weniger schwerwiegend als an einem Kind, für das Opfer macht das aber tatsächlich keinen Unterschied. Wenn man der Meinung ist – und diese teile ich durchaus –, dass Kinder besonders schützenswert sind, weil sie wehrloser sind, dann ist der richtige Weg, eine Straftat an einem Kind als Erschwerungsgrund ins Gesetz zu schreiben. Das tun Sie auch, das ist richtig, aber die Strafrahmenerhöhung schafft einen Wertungswiderspruch, der nicht argumentierbar und auch ein falsches Signal ist, weil er Opfer unterschiedlicher Klasse schafft. (Abg. Ing. Westenthaler: Eine merkwürdige Definition ist das, Erwachsene mit Kindern gleichzusetzen!) – Das ist nicht merkwürdig. (Abg. Strache: hat sich auch an Kindern vergriffen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wieso wissen Sie das so genau?
Genau da beginnt das Problem. Wenn man die Erhöhung von Strafrahmen als Kinderschutz-Paket verkauft, dann verkauft man ein Placebo. Man muss realistisch bleiben. Diese Straftaten sind schwere Straftaten, sie gehören nicht bagatellisiert. Wir wissen aber auch, dass höhere Strafrahmen allein keinen einzigen Täter von einer Straftat abhalten. Der Täter führt keinen inneren Dialog: Jetzt, weil die Justizministerin die Strafen erhöht hat, mache ich die Straftat nicht, wenn sie sie nicht erhöht, dann schon! Der Täter fragt sich etwas ganz anderes, nämlich: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich erwischt und verurteilt werde? Das ist entscheidend. (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso wissen Sie das so genau?) – Das sagen alle soziologischen Studien. Diese kennen Sie natürlich nicht, Kollege Westenthaler, das weiß ich schon, und das merkt man auch immer wieder bei Ihren Ausführungen. – Das ist entscheidend für den Straftäter: Werde ich erwischt, ja oder nein?
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unglaublich! – Abg. Grosz: Preislisten!
Wie in Ihrer Fraktion gedacht wird, hat ja jetzt die Sozialromantik der Kollegin Windbüchler-Souschill gezeigt: Diversion für Kinderschänder! – Ich meine, das muss man festhalten. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unglaublich! – Abg. Grosz: Preislisten!)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Ing. Westenthaler.
Ich berichtige tatsächlich: Es hat keine Kritik an bereits stattgefundenen Gerichtsverfahren gegeben, sondern: Die Wortmeldungen, die hier gefallen sind, haben darauf abgezielt, dass hier der Gesetzgeber zu Hause ist. Das sollte auch Kollege Pendl zur Kenntnis nehmen! (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Ing. Westenthaler.)
Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von FPÖ und BZÖ einerseits und SPÖ andererseits. – Abg. Ing. Westenthaler: Pfui Teufel, Herr Jarolim!
Daher kann ich nur sagen: Schämen Sie sich für Ihre Wortmeldung! (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von FPÖ und BZÖ einerseits und SPÖ andererseits. – Abg. Ing. Westenthaler: Pfui Teufel, Herr Jarolim!)
Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich!
Dein Genosse Pleischl, ehemaliger SPÖ-Funktionär aus Purkersdorf, der im Rettberg-1-Prozess mit einer Weisung dafür gesorgt hat, dass prominente Beschuldigte herauskamen – zufällig der wirtschaftliche Eigentümer der Goldentime-Sauna, wo sich die ganze Partie herumtreibt (Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich!) –, dieser Herr Pleischl, dein Genosse Pleischl, musste unter Androhung der Zwangsvorführung dazu gebracht werden, in Innsbruck eine Aussage zu tätigen.
Sitzung Nr. 137
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist denn da los? Das ist ja unglaublich! Ich habe mir gedacht, das ist alles so wichtig, was wir heute beschließen! Die wichtige Schuldenbremse – und die Regierung ist nicht einmal da!
Zum Vorbringen einer Druckfehlerberichtigung zu Punkt 3 erteile ich dem Berichterstatter, Herrn Abgeordnetem Pendl, das Wort. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist denn da los? Das ist ja unglaublich! Ich habe mir gedacht, das ist alles so wichtig, was wir heute beschließen! Die wichtige Schuldenbremse – und die Regierung ist nicht einmal da!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das hat es noch nie gegeben! Das ist ja unglaublich! Zeitschinderei!
Herr Abgeordneter! Es ist noch kein Redner am Wort. Es ist jetzt der Herr Berichterstatter am Wort. (Abg. Ing. Westenthaler: Das hat es noch nie gegeben! Das ist ja unglaublich! Zeitschinderei!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Orden müssen umgehängt werden! Das ist die Wahrheit! Das ist eine Regierung!
Berichterstatter Otto Pendl: Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich darf eine Druckfehlerberichtigung (Abg. Ing. Westenthaler: Die Orden müssen umgehängt werden! Das ist die Wahrheit! Das ist eine Regierung!) zum Bericht und Antrag des Verfassungsausschusses über den Entwurf eines Bundesgesetzes, mit dem das Bundesverfassungsgesetz über die Begrenzung von Bezügen öffentlicher Funktionäre, das Bundesbezügegesetz und das Bezügegesetz geändert werden, in 1604 der Beilagen vorbringen.
Abg. Ing. Westenthaler: Na was ist? – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Zur Geschäftsbehandlung!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Auf eine mündliche Berichterstattung zu den Punkten 1, 2 und 4 wurde verzichtet. (Abg. Ing. Westenthaler: Na was ist? – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Zur Geschäftsbehandlung!)
Bundeskanzler Faymann betritt soeben den Sitzungssaal. – Ah-Rufe bei FPÖ und BZÖ. – Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Da lacht er noch! – Abg. Mag. Gaßner: So ein Pech, jetzt ist er da! Was jetzt?
Wer dem die Zustimmung gibt, den ersuche ich um ein Zeichen. – Das findet nicht die Mehrheit. (Bundeskanzler Faymann betritt soeben den Sitzungssaal. – Ah-Rufe bei FPÖ und BZÖ. – Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Da lacht er noch! – Abg. Mag. Gaßner: So ein Pech, jetzt ist er da! Was jetzt?)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Jeder Arbeitnehmer, jeder Lehrer muss auf seinem Arbeitsplatz sein!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Nur damit für die FernsehzuseherInnen das richtige Bild entwickelt wird: Der Herr Bundeskanzler und der Herr Vizekanzler waren seit 8.30 Uhr im EU-Hauptausschuss (die Abgeordneten Strache und Dr. Glawischnig-Piesczek: Wir auch! Wir auch!) – ja, ist ja löblich! –, und dort hat es die Möglichkeit gegeben, eineinhalb Stunden zu diskutieren, und dort sind all diese Fragen, die zum Teil auch mein Vorredner angesprochen hat, schon debattiert wurden. Und Sie machen da ein Theater wegen sieben Minuten, währenddessen der Staatssekretär und die Finanzministerin schon eingetroffen sind. Seien Sie mir nicht böse, das ist ein bisschen ein schiefes Bild, was Sie da zu entwickeln versuchen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Jeder Arbeitnehmer, jeder Lehrer muss auf seinem Arbeitsplatz sein!)
Abg. Ing. Westenthaler: Nicht gemeinsam!
Kollege Cap, wir werden uns offenbar über die Verursachung und über die Ursachen der heutigen Schuldenkrise nicht einig werden. Faktum ist aber, dass wir tatsächlich in den letzten zwei, drei Jahren zur Bewältigung einer Finanzkrise zusätzliche Schulden gemacht haben (Ruf beim BZÖ: Eben!) – gemeinsam (Abg. Ing. Westenthaler: Nicht gemeinsam!) –, um Arbeitsmarktprogramme umzusetzen. (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.) Wir haben manches gemeinsam beschlossen, und zwar aus gutem Grund, und es ist uns damit gelungen, die Arbeitslosigkeit niedrig und das Wachstum hoch zu halten. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Warum muss dann das Budget 2012 außerhalb von Maastricht sein?) Aber das, Kollege Cap, was wir in den Jahrzehnten davor gemacht haben, Schulden zu machen für den Konsum, für die laufenden Ausgaben im Staatshaushalt, war mit Sicherheit falsch! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Gaßner: Wart ihr da nicht dabei?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist der Herr Außenminister?
Das vermisse ich bei Ihnen und vor allem beim Herrn Außenminister, der sich ja schon wieder davongeschlichen hat, der Herr Außenminister, der immer außen vor ist, wenn es darum geht, die Probleme unseres Landes anzupacken, zu diskutieren und zu lösen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist der Herr Außenminister?) Wo ist denn der Herr Vizekanzler, von dem ich in den letzten Tagen immer gehört habe, dass er mit uns verhandeln möchte, dass er mit uns Gespräche führen möchte? (Abg. Ing. Westenthaler: Der ist gar nicht da, der ist geflüchtet!) – Kein einziges Mal hat er sich gemeldet oder angerufen. Wir waren gestern den ganzen Tag hier, bis halb zwölf Uhr in der Nacht. Das ist unser Arbeitsplatz, Herr Vizekanzler, hier sind wir anzutreffen. Wenn Sie mit uns reden wollen, dann sprechen Sie mit uns und dann verhandeln Sie mit uns, aber stehlen Sie sich nicht aus der Verantwortung! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Der ist gar nicht da, der ist geflüchtet!
Das vermisse ich bei Ihnen und vor allem beim Herrn Außenminister, der sich ja schon wieder davongeschlichen hat, der Herr Außenminister, der immer außen vor ist, wenn es darum geht, die Probleme unseres Landes anzupacken, zu diskutieren und zu lösen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist der Herr Außenminister?) Wo ist denn der Herr Vizekanzler, von dem ich in den letzten Tagen immer gehört habe, dass er mit uns verhandeln möchte, dass er mit uns Gespräche führen möchte? (Abg. Ing. Westenthaler: Der ist gar nicht da, der ist geflüchtet!) – Kein einziges Mal hat er sich gemeldet oder angerufen. Wir waren gestern den ganzen Tag hier, bis halb zwölf Uhr in der Nacht. Das ist unser Arbeitsplatz, Herr Vizekanzler, hier sind wir anzutreffen. Wenn Sie mit uns reden wollen, dann sprechen Sie mit uns und dann verhandeln Sie mit uns, aber stehlen Sie sich nicht aus der Verantwortung! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Zu spät kommen!
Bundeskanzler Werner Faymann: Sehr verehrter Herr Präsident! Verehrte Mitglieder der Regierung! Sehr verehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Es gibt mit Sicherheit hinsichtlich der Frage, warum wir (Abg. Ing. Westenthaler: Zu spät kommen!) in diese schwierige Situation geraten sind, unterschiedliche Analysen und unterschiedliche Ansätze. Was aber mit Sicherheit gilt, ist, dass die Antworten, wie wir aus dieser Krise herauskommen, in einem hohen Ausmaß auf europäischer Ebene liegen.
Abg. Ing. Westenthaler: Österreich!
Sie haben recht: Wir brauchen dafür keine Schuldenbremse! Aber die Schuldenbremse gibt es nicht deswegen, weil wir einander misstrauen oder weil wir der Politik in Österreich misstrauen oder weil Rating-Agenturen uns misstrauen (Ruf bei der FPÖ: Weil Sie es selber nicht schaffen!), sondern der Grund dafür ist der, dass wir mit 16 anderen – wir sind das 17. Land – gemeinsam eine Währung haben und wir wissen, dass dann, wenn ein Land sich nicht an die Spielregeln hält, alle anderen 16 das zahlen müssen, völlig wurscht, ob das Land Griechenland, Irland oder wie auch immer heißt. (Abg. Ing. Westenthaler: Österreich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das mit dem „Zaster“?
Präsident Fritz Neugebauer: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Tamandl. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das mit dem „Zaster“?)
Beifall bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Völlig abgehoben!
Abgeordneter Maximilian Linder (FPÖ): Herr Präsident! Geschätzte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Besuchergalerie! Lieber Herbert Scheibner, deine Aufforderung, dass sie zuhören sollen, hat leider nur Gelächter ausgelöst. Da sieht man, welche Wertigkeit für die Herren und die Damen da hinten unsere Anwesenheit und unsere Diskussionsbeiträge haben. (Beifall bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Völlig abgehoben!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Frau Präsident wird dann etwas sagen zum Herrn Bundespräsidenten!
Präsident Fritz Neugebauer: Zu Wort gemeldet ist nun Herr Staatssekretär Mag. Schieder. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Frau Präsident wird dann etwas sagen zum Herrn Bundespräsidenten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Machen Sie eine Steuerbremse, dann sind wir dabei!
Dieses klare Signal, das wir uns erhoffen können oder sollten, ist natürlich am besten mit einer Schuldenbremse im Verfassungsrang zu geben. Aber so, wie es ausschaut, muss ich sagen, bin ich enttäuscht darüber, dass heute diese Verfassungsmehrheit in der nächsten halben Stunde offensichtlich nicht zustande kommt. Das finde ich schade für Österreich. (Abg. Ing. Westenthaler: Machen Sie eine Steuerbremse, dann sind wir dabei!) Aber ich glaube, es ist ein Projekt, das man auch nicht ad acta legen kann, sondern weiterverfolgen muss. Und wenn wir eine einfachgesetzliche Schuldenbremse beschließen, dann sollten wir uns auch gleich darüber im Klaren sein, dass sie genauso gilt, als wäre sie im Verfassungsrang beschlossen.
Abg. Ing. Westenthaler: Aber doppelt so viele Wählerinnen wie Sie!
Und wissen Sie, Ihr Chef, der jetzt ganz offenkundig auch der große Frauenrechtler geworden ist, hat noch nie den Weg in den Gleichbehandlungsausschuss gefunden. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber doppelt so viele Wählerinnen wie Sie!) Wir haben im Gleichbehandlungsausschuss sogar schon über Anträge des Herrn Strache diskutiert, wo er selber gar nicht da war, wo es um Anschläge auf die Mütterschaft ging (Zwischenruf der Abg. Gartelgruber), wo wir Diskussionen geführt haben, die teilweise völlig absurd waren (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm) – und der Herr Strache findet nicht in den Ausschuss. Das ist ganz eigenartig! Aber plötzlich ist er der größte Frauenrechtler und findet, dass Mütterrechte und Zwangsbeschneidung die wichtigsten frauenpolitischen Themen in diesem Land sind.
Abg. Ing. Westenthaler: Die sozialistische Internationale wird jetzt auch gegendert! – Abg. Petzner – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Cap –: Tun Sie jetzt einmal die Internationale umschreiben!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Klubobmann Dr. Cap. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Die sozialistische Internationale wird jetzt auch gegendert! – Abg. Petzner – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Cap –: Tun Sie jetzt einmal die Internationale umschreiben!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das BZÖ ist nicht männlich!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Ich melde mich deswegen zu Wort, weil ich finde, so wie Sie von der FPÖ und der BZÖ die Diskussion führen (Abg. Ing. Westenthaler: Das BZÖ ist nicht männlich!), ist das einfach unwürdig. Es ist einfach unwürdig! (Abg. Ing. Westenthaler: Dann machen Sie ...! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) – Nein, nein! Eine Bundeshymne ist an sich etwas auch Symbolisches, Sie gibt eine gesellschaftliche Realität wieder. Sie ist etwas, das auch Signale beinhaltet.
Abg. Ing. Westenthaler: Dann machen Sie ...! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Ich melde mich deswegen zu Wort, weil ich finde, so wie Sie von der FPÖ und der BZÖ die Diskussion führen (Abg. Ing. Westenthaler: Das BZÖ ist nicht männlich!), ist das einfach unwürdig. Es ist einfach unwürdig! (Abg. Ing. Westenthaler: Dann machen Sie ...! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) – Nein, nein! Eine Bundeshymne ist an sich etwas auch Symbolisches, Sie gibt eine gesellschaftliche Realität wieder. Sie ist etwas, das auch Signale beinhaltet.
Abg. Ing. Westenthaler: Wir werden ja zustimmen!
Es wäre auch ein schönes Zeichen, ein schönes Symbol gewesen, wenn die zwei Rechtsparteien in diesem Haus es wert gefunden hätten, zumindest den einen oder anderen Redner oder eine Rednerin zu diesem Tagesordnungspunkt zu nominieren. Vorher haben wir bei der Debatte um die Hymne, die Sie beide als weniger wichtig dargestellt haben, gefühlte 96 Redner aus Ihren Reihen gehabt, nun scheint es für Sie nicht so wichtig zu sein. Das ist schade. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir werden ja zustimmen!) Aber die Mehrheit ist ja unbestritten, und auch Sie haben im Ausschuss sig-
Sitzung Nr. 139
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Und damit bin ich auch bei einem Punkt, den ich heute besonders betonen möchte. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Es ist notwendig, dass wir diese Schuldenbremse in der Verfassung verankern, um für die nächsten Jahre einen Rahmen vorzugeben – einen Rahmen, an den sich jede Regierung, egal wie sie zusammengesetzt ist, auch halten muss. Darum appelliere ich neuerlich an die Opposition: Es ist jetzt nicht die Zeit, in Richtung Wahrung des Gesichts, in Richtung von Forderungen, was die Schuldenbremse betrifft, aufzutreten. (Abg. Mag. Kogler: Wann denn sonst?) Es ist die Zeit, auch in der Verfassung klare Zeichen zu setzen, und darum fordere ich alle Parteien auf (Zwischenrufe beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber), alle in diesem Haus, dass sie für diese Schuldenbremse in der Verfassung sind, meine Damen und Herren. Daran führt kein Weg vorbei! Ich bitte Sie, dass auch zu berücksichtigen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Neuerliche Zwischenrufe beim BZÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Schuldenkaiser!
Wenn das Triple A von Österreich auf dem Spiel steht, meine Damen und Herren, dann treibt man in diesem Land auch keine Spielchen. Darum geht es nicht um Bazar-Methoden, sondern darum, für Österreich Verantwortung zu übernehmen. Das bitte ich alle drei Oppositionsparteien auch zu berücksichtigen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Schuldenkaiser!)
Abg. Ing. Westenthaler: Dasselbe wie Maastricht! – Zwischenruf des Abg. Bucher.
Lassen Sie mich einen zweiten Punkt ansprechen. Wir haben mit diesen Beschlüssen auch Konstruktionsmängel der Europäischen Union beseitigt, wichtige Konstruktionsmängel. Wenn es in den Ländern ein übermäßiges Defizit gibt, das haben wir gewusst, werden Verfahren angestrengt. Was war in der Vergangenheit der Fall? Obwohl selbst große Mitgliedsländer betroffen waren, wurden diese Verfahren nicht richtig eingeleitet. – Das wird jetzt anders: Es wird automatische Verfahren geben. Wer über die Stränge schlägt und damit alle anderen belastet, muss auch mit Konsequenzen rechnen. Das ist eine wichtige Schlussfolgerung, die in diesen Beschlüssen festgehalten ist, und ich begrüße das. (Abg. Ing. Westenthaler: Dasselbe wie Maastricht! – Zwischenruf des Abg. Bucher.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Präpotent und abgehoben! So etwas Präpotentes!
Ich möchte in einem dritten Punkt aber auch die Mängel ansprechen, die es nach wie vor gibt. Wir dürfen auch vor den Problemen nicht die Augen verschließen. Ich habe vor einigen Tagen mit Angela Merkel auch die Frage erörtert: Kann es in der Europäischen Union 27 Länder geben ... (Abg. Grosz: Gibt es ein Foto auch davon? – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) – Ja, meine Damen und Herren, dass Sie von Angela Merkel nicht eingeladen wurden, ist Ihr Problem und nicht meines. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Präpotent und abgehoben! So etwas Präpotentes!)
Abg. Ing. Westenthaler: Dann verzichten wir auf einen Kommissar!
Zweitens: Ich halte es für wichtig, dass wir die Gremien der Europäischen Union auch effizienter gestalten. Es kann nicht sein, dass wir mit einer zunehmenden Zahl von Mitgliedern immer stärker in die Richtung gehen, dass alle Gremien von allen besetzt werden müssen, dass wir damit unzählige, lang dauernde Verfahren haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Dann verzichten wir auf einen Kommissar!) Ich halte sehr daran fest, dass wir auch überlegen müssen, über Grundsätze zu gehen, dass jedes Land in jeder Institution mit einem Mitglied vertreten ist. Ich halte es für fragwürdig, ob das für eine Union der Zukunft der richtige Weg ist. Und ich glaube, da müssen auch wir in Österreich über unseren Schatten springen. Das heißt nicht, dass nicht ein Österreicher in einer Kommission sitzen muss, aber wenn wir ein Rotationsmodell einführen, wo weniger in einer europäischen Regierung sitzen, glaube ich, wäre es für uns insgesamt von Vorteil. (Abg. Ing. Westenthaler: Na, alle fünf Jahre einmal ein Österreicher in einer Kommission! – Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Abg. Ing. Westenthaler: Na, alle fünf Jahre einmal ein Österreicher in einer Kommission! – Zwischenruf des Abg. Grosz.
Zweitens: Ich halte es für wichtig, dass wir die Gremien der Europäischen Union auch effizienter gestalten. Es kann nicht sein, dass wir mit einer zunehmenden Zahl von Mitgliedern immer stärker in die Richtung gehen, dass alle Gremien von allen besetzt werden müssen, dass wir damit unzählige, lang dauernde Verfahren haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Dann verzichten wir auf einen Kommissar!) Ich halte sehr daran fest, dass wir auch überlegen müssen, über Grundsätze zu gehen, dass jedes Land in jeder Institution mit einem Mitglied vertreten ist. Ich halte es für fragwürdig, ob das für eine Union der Zukunft der richtige Weg ist. Und ich glaube, da müssen auch wir in Österreich über unseren Schatten springen. Das heißt nicht, dass nicht ein Österreicher in einer Kommission sitzen muss, aber wenn wir ein Rotationsmodell einführen, wo weniger in einer europäischen Regierung sitzen, glaube ich, wäre es für uns insgesamt von Vorteil. (Abg. Ing. Westenthaler: Na, alle fünf Jahre einmal ein Österreicher in einer Kommission! – Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Was haben Sie gegen den Hahn?
Ich möchte zum Dritten sagen: Wir brauchen auch eine Vereinfachung der Verfahren, meine Damen und Herren. Immer noch dauert es zu lange, bis wir tatsächlich zu Entscheidungen kommen. Und auch das müssen wir lernen aus dieser Krise: Es muss schneller gehen – nicht Aufblähen, sondern Verschlanken ist das Rezept der Zukunft. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Was haben Sie gegen den Hahn?)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler
Abgeordneter Heinz-Christian Strache (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist ja schon interessant, wenn man jetzt der Rede des Herrn Bundeskanzlers und auch des Herrn Vizekanzlers zugehört hat, in denen eigentlich auch irgendwo bekräftigt wurde, dass man dann auch noch darauf stolz ist, wenn man zur Bundeskanzlerin Merkel zur Befehlsausgabe fährt (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler) und darauf, dann sozusagen all das umzusetzen, was einem vorgegeben wird.
Heiterkeit bei der FPÖ – Abg. Ing. Westenthaler: Man kennt ihn gar nicht!
Und wenn Bundeskanzler Werner Faymann von jenen Journalisten, die von einem EU-Gipfel zum nächsten reisen, dann als „Monti-Mitarbeiter“ „wiedererkannt“ wird und man gar nicht weiß, welche Funktion Faymann eigentlich dort genau einnimmt (Heiterkeit bei der FPÖ – Abg. Ing. Westenthaler: Man kennt ihn gar nicht!), dann zeigt das schon einiges auf – und das ist schon ein bisschen auch ein Spiegelbild dieser Bundesregierung hinter mir. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der FPÖ. – Ruf beim BZÖ: Immer die gleiche Rede! – Abg. Ing. Westenthaler: Hält die seit 50 Jahren, immer die gleiche Rede!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Schauen Sie, Herr Klubobmann Strache, ich bemühe mich jetzt, das, was Sie hier angerissen haben, zu Ende zu denken. Die Frage ist nämlich: Was ist Ihr alternatives Modell? (Zwischenrufe bei der FPÖ. – Ruf beim BZÖ: Immer die gleiche Rede! – Abg. Ing. Westenthaler: Hält die seit 50 Jahren, immer die gleiche Rede!) Sie müssen das in Szenarien darstellen!
Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ, darunter Abg. Ing. Westenthaler: Lebensmittelrationierungen vielleicht!
Diejenigen, die Steuerflüchtlinge, die in der Schweiz Euro-Konten haben, werden über Nacht zu Supermillionären. Das x-Fache wird das dort wert sein. Die werden dann die nationale Währung wieder haben, die in den meisten Fällen dann abzuwerten ist, und Sie werden damit riskieren, dass es natürlich auch einen Absturz in der Beschäftigung, in der Wirtschaft gibt. (Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ, darunter Abg. Ing. Westenthaler: Lebensmittelrationierungen vielleicht!) Das heißt Massenarbeitslosigkeit, Zahlungsunfähigkeit, und die Superreichen machen Sie noch reicher (Abg. Strache: Das machen ja Sie, indem Sie den Bankspekulanten das ganze Steuergeld hineinwerfen!), und die Bankomaten werden über Wochen nicht eingeschaltet werden können, weil dann neue Banknoten gedruckt werden müssen.
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Da ist es wichtig, dass wir schauen, dass wir fit sind. Da sage ich aber – und da wende ich mich etwas zur anderen Seite –, da ist die Verteilungsgerechtigkeit, das Wohlstandsniveau auch ein Produktivfaktor. Da sind gute Lohnabschlüsse auch wichtig, dass man Kaufkraft hat, dass man Beschäftigung und Wachstum generiert. Das ist ganz entscheidend und ein ganz wichtiger Bestandteil dessen, und da, finde ich, müssten wir uns doch auch finden. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Nein, das gibt es nicht!
Das ist die einzige Botschaft, meine sehr geehrten Damen und Herren, die von der heutigen Regierungserklärung übrig bleibt. Oder haben Sie den Eindruck gewonnen, dass diese Bundesregierung ein Konzept verfolgt, welche Lösung sie auf europäischer Ebene – geschweige denn in Österreich, was ihr Zuständigkeitsbereich wäre, Herr Bundeskanzler und Herr Vizekanzler – anzubieten hat? (Abg. Ing. Westenthaler: Nein, das gibt es nicht!) – Nein! Sie haben auch heute in Ihren kritischen Bemerkungen erkennen lassen, dass Sie ja selbst wissen, dass nichts, was in Brüssel bisher entschieden wurde, auch tatsächlich funktioniert hat. Alle Rettungsversuche, die bisher unternommen worden sind, um den maroden Ländern und auch den Banken zu helfen, sind gescheitert und haben am Ende den Steuerzahler nur Geld gekostet. (Vizekanzler Dr. Spindelegger: Die warten alle auf einen Bucher!) – Na, die warten schon auf einen Bucher, da haben Sie recht. Wir haben zumindest einen „Bucher-Plan“. Ja, wir haben einen Plan! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein halbes Jahrhundert her! 50 Jahre ist das her!
Und das, was man weiß, meine Damen und Herren, lässt einem die Haare ergrauen. Denn inhaltlich war auch der junge Josef Cap intelligenter als der Josef Cap der Jetztzeit. Sie haben nämlich damals im Zusammenhang mit dem Nulldefizit Folgendes gesagt (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein halbes Jahrhundert her! 50 Jahre ist das her!) – ich zitiere –:
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Rudas –: Wie ist das jetzt mit den Studiengebühren? Oder ist das wieder nur ein Wahlversprechen?
Präsident Fritz Neugebauer: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Mag. Rudas. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Rudas –: Wie ist das jetzt mit den Studiengebühren? Oder ist das wieder nur ein Wahlversprechen?)
Abg. Ing. Westenthaler: sind falsche Facebook-Freunde! – Abg. Kickl: Keine Fake-Profile und gefälschte Leserbriefe! – Heiterkeit
Sehr geehrte Damen und Herren! Was wir aber nicht brauchen (Abg. Ing. Westenthaler: sind falsche Facebook-Freunde! – Abg. Kickl: Keine Fake-Profile und gefälschte Leserbriefe! – Heiterkeit), ist die Propaganda einer FPÖ, die Österreich in die völlige Isolation führen möchte, die hier Isolation predigt.
Beifall bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Und so etwas ist Bundesgeschäftsführerin der SPÖ!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Frau Rudas, man kann dem Herrn Kickl, glaube ich, viel vorwerfen, und wir tun das ja auch laufend, aber dass er zu der Zeit schon im Parlament gesessen ist, das kann man ihm nicht vorhalten. (Heiterkeit.) Deswegen kann er weder dafür noch dagegen gestimmt haben. (Beifall bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Und so etwas ist Bundesgeschäftsführerin der SPÖ!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die hat das schon ausgeblendet!
Und nebenbei bemerkt, Frau Kollegin Höllerer, weil Sie sich hier gar so leidenschaftlich für die Schuldenbremse ausgesprochen haben: Ist ja okay, ich gehe jetzt gar nicht darauf ein. Aber Sie haben nicht vergessen, dass wir das Budgetjahr 2011 gerade abschließen; Sie haben nicht vergessen, dass wir relativ hohe Wachstumsraten in diesem Jahr gehabt haben, mit denen die Defizitentwicklung in keiner Weise übereinstimmt; Sie haben nicht vergessen, dass wir vor vier Wochen das Budget für 2012 hier in diesem Raum beschlossen haben, nämlich Sie und die SPÖ – und was ist dort mit der Schuldenbremse, bei den 10 Milliarden € an zusätzlichem Defizit? (Abg. Ing. Westenthaler: Die hat das schon ausgeblendet!) – Jetzt fällt Ihnen ein: Mist, da haben wir was vergessen! (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Es kommt vom Konto!
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Ich meine, nach den humorvollen Beiträgen des Kollegen Westenthaler: Sie sollten vielleicht bei Ihrem Konto etwas einzahlen, wenn Sie am Bankomat etwas abheben wollen. Das Bargeld kommt dennoch aus dem Bankomat. (Abg. Ing. Westenthaler: Es kommt vom Konto!) So viel zu den praktischen Erfahrungen des Lebens.
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Ing. Westenthaler.
Ich bin jedenfalls froh darüber, dass wir hier in Österreich jetzt mit diesem Antrag ein gemeinsames Zeichen setzen. Zusätzlich aber soll, ja muss jeder einzelne Abgeordnete konkrete Schritte setzen, weil das eben einfach notwendig ist. Diese konkreten Schritte haben wir insofern gesetzt, indem von unserer Seite ein humanitärer Transport Richtung Ukraine unterwegs ist, und zwar mit Lebens- und Futtermitteln für diese armen Geschöpfe. Gespräche und Verhandlungen in diesem Zusammenhang finden statt – und ich hoffe, dass die ukrainische Regierung, dass die ukrainischen Behörden unseren Forderungen nachkommen werden und ein Tierschutzgesetz geschaffen wird, durch das eine dem Tierschutz gerechte Behandlung dieser armen Geschöpfe auch in der Ukraine möglich sein wird. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Ing. Westenthaler.)
Sitzung Nr. 140
Abg. Ing. Westenthaler: Da kennen Sie sich aus! Dafür sind Sie Experte: mehr ausgeben als einnehmen! – Anhaltende Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.
Bundesministerin für Finanzen Mag. Dr. Maria Theresia Fekter: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Hohes Haus! Sehr geehrte Zuseherinnen und Zuseher! Wenn man mehr Geld ausgibt, als man Steuern einnimmt, muss man sich irgendwo das Geld borgen. (Abg. Kickl: Wer ist „man“?) – „Man“ ist in diesem Fall (Abg. Ing. Westenthaler: Da kennen Sie sich aus! Dafür sind Sie Experte: mehr ausgeben als einnehmen! – Anhaltende Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.) – Frau Präsidentin, bitte sorgen Sie dafür, dass ich meine Rede halten kann!
Abg. Ing. Westenthaler: Im Zweifel ist immer der Nachbar schuld!
Aber das Risiko wird damit begründet, dass wir Nachbarn haben, denen es momentan ausgesprochen schwierig geht, nämlich Ungarn und Italien. (Abg. Ing. Westenthaler: Im Zweifel ist immer der Nachbar schuld!) Und weil unsere Volkswirtschaft, unsere Banken, unsere Exportwirtschaft so eng mit Ungarn und Italien verknüpft sind, kann es natürlich zum Problem werden, wenn diese Länder in noch größere Schwierigkeiten geraten. Daher hat Standard & Poor’s gemeint, diese Vernetzung von Österreich kann ein gewisses Risiko darstellen.
Abg. Ing. Westenthaler: Mit Stimmen der ÖVP!
Beim Erfinden von neuen Staatsausgaben war die Republik in den letzten Jahrzehnten mindestens so kreativ wie beim Erfinden von neuen Steuern. Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich kann mich noch gut erinnern an jenen 24. September im Jahr 2008, vier Tage vor der Wahl, an dem man hier im Hohen Haus – und da nehme ich keine Fraktion aus, auch nicht die eigene – an einem Nachmittag Ausgaben von über 3 Milliarden beschlossen hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Mit Stimmen der ÖVP!) Es war vier Tage vor der Wahl. Jetzt ist es natürlich schwierig, diese Ausgaben wieder zurückzudrehen.
Abg. Ing. Westenthaler: linke Latte hoch, du kannst unten durchlaufen!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Dr. Matznetter. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: linke Latte hoch, du kannst unten durchlaufen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Er hat noch eine kurze Besprechung mit dem Herrn Pelinka gehabt!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Also ich weiß, dass der Herr Bundeskanzler kommt, das ist mir zumindest gesagt worden. Wenn das der Wunsch des Hauses ist – Der Herr Bundeskanzler ist schon da! Sie können fortsetzen. (Abg. Ing. Westenthaler: Er hat noch eine kurze Besprechung mit dem Herrn Pelinka gehabt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Herr Strobl kennt sich da gut aus!
Wer sich aber die aktuellen Ereignisse ansieht, der kann, glaube ich, eines nicht tun: nicht auf die Vergangenheit zurückblicken. Medienpolitik in Österreich hat mit Parteipolitik seit Jahrzehnten zu tun. Es war immer ein Teil der österreichischen Medienlandschaft und insbesondere des Österreichischen Rundfunks, dass parteipolitische Entscheidungen dort eine massive Rolle gespielt haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Herr Strobl kennt sich da gut aus!)
Abg. Ing. Westenthaler: War ein Grüner!
Es war ein massives Problem, wie diese Situation gelöst werden konnte, da gebe ich Ihnen recht. Auch damals war der Stiftungsrat politisch zusammengesetzt. Es hat Bündnisse gegeben, die mir alles andere als recht waren. Es hat offensichtlich auch damals Entscheidungen gegeben über weitere Fragen; der Kollege Westenthaler hat ja heute schon mehrmals bei mir deponiert, was mit dem Kollegen Strobl war. Ja, Pius Strobl war damals Teil des Stiftungsrats, war daran beteiligt, dass diese Koalition gebildet worden ist (Abg. Ing. Westenthaler: War ein Grüner!), war von den Grünen im Stiftungsrat nominiert.
Abg. Ing. Westenthaler: Ah so?
Schon bemerkenswert, oder? Wenn man die Namen austauscht, die identische Situation. – Übrigens hatte die Geschichte damals einen positiven Ausgang. Grünberger ist nach der öffentlichen Kritik nicht in den ORF gewechselt. Und vielleicht schließt sich hier auch der Kreis: Wer die Online-Meldungen der letzten Stunden mitbekommen hat, hat feststellen können, dass es diverse Gerüchte darüber gibt, dass auch der Wechsel von Nikolaus Pelinka in den ORF in dieser Form nicht stattfinden wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Ah so?) – Das werden wir sehen, aber ich lese „Presse“-Online unter anderem, es gibt diverse Gerüchte dazu. Wenn das so kommt, dann ist das in erster Linie ein Verdienst der Redakteurinnen und Redakteure, des Aufschreis gegen diese politische Beeinflussung und vielleicht auch ein gewisser Anstoß einer politischen Debatte.
Abg. Ing. Westenthaler: Comeback von Strobl oder anderer! Langthaler könnte beim ORF anfangen!
Aber es ist schon eine Chance für den ORF, Glaubwürdigkeit wieder zurückzugewinnen oder dazuzugewinnen, damit er unabhängiger wird und dass letztlich auch ein Befreiungsschlag gelingt, was zumindest das Image des ORF betrifft. Leider ist es ja nicht nur das Image, in vielen Bereichen stimmt es ja leider doch, dass sich der ORF aus der Geiselhaft parteipolitischer Einflussnahme befreien muss, insbesondere was die parteipolitischen Personalpakete betrifft. (Abg. Ing. Westenthaler: Comeback von Strobl oder anderer! Langthaler könnte beim ORF anfangen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Mück war nie Generaldirektor!
Ich komme jetzt kurz auf die Zeit vor 2006 zu sprechen. Damals war es natürlich wesentlich dramatischer. Generaldirektor Mück hat sich ja gleich selbst übernommen, der hat ja gar keinen dazugenommen, richtig, er hat ja gar keinen gebraucht. Er hat es gleich selbst übernommen, die zentrale Zensurstelle zu sein, die zentrale Zensurstelle mit sich selbst zu besetzen und das auch entsprechend auszuüben. (Abg. Ing. Westenthaler: Mück war nie Generaldirektor!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber gefallen!
Trotz dieser Tatsache sind neue Sendeformate gekommen, trotz dieser Tatsache sind die Quoten des ORF europaweit auch und vor allem im Vergleich mit den Öffentlich-Rechtlichen mehr als herzeigbar – beim Radio überhaupt an der Spitze und beim Fernsehen immer unter den ersten drei. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber gefallen!) – Ja, das hängt mit der Digitalisierung, mit der wachsenden Konkurrenz, das hängt mit den Satelliten zusammen. Aber diese Konkurrenz nimmt der ORF auf, und er stellt sich diesem Wettbewerb.
Abg. Ing. Westenthaler: Er sorgt sich ums Einkommen des Herrn Pelinka!
Das ist einmal die zentrale Frage, und darüber sollten wir auch einmal sprechen – statt uns immer nur in unserem Polit-Sprech untereinander zu unterhalten, wer gerade mit wem welches Paket geschnürt hat. Es geht darum, dass wir einmal schauen: Wie geht es den Menschen, die dort tätig sind, auf deren Rücken viele dieser Diskussionen stattfinden? (Abg. Ing. Westenthaler: Er sorgt sich ums Einkommen des Herrn Pelinka!) Ich finde, es ist nicht in Ordnung, wie das teilweise hier abgelaufen ist.
Abg. Ing. Westenthaler: Nichts gegen die „Simpsons“!
Zurzeit: „How I Met Your Mother“, weiter geht es abermals mit einer Folge „How I Met Your Mother“. Ob das eine Wiederholung oder eine Nachfolgesendung ist, kann ich Ihnen nicht sagen. Es geht dann weiter mit „Malcolm mittendrin“, dann gibt es fünf Minuten öffentlich-rechtliche Information, nämlich „ZIB Flash“. Immerhin! Unmittelbar darauf geht es weiter mit „Malcolm mittendrin“, danach die „Simpsons“. Nach den „Simpsons“ kommt eine weitere Folge der „Simpsons“. (Abg. Ing. Westenthaler: Nichts gegen die „Simpsons“!) – Ich habe nicht gesagt, dass das schlecht ist. Wir reden nur vom gebührenfinanzierten Fernsehen. Nach der zweiten Wiederholung der „Simpsons“ geht es dann weiter mit „How I Met Your Mother“, anschließend fünf Minuten öffentlich-rechtlich mit „ZIB Flash“, dann geht es weiter mit „How I Met Your Mother“ und „Anna und die Liebe“. – So weit, so gut, und so viel zum öffentlich-rechtlichen Charakter dieses Unternehmens, über das wir heute breit zu diskutieren haben.
Abg. Ing. Westenthaler: Da hat er sicher den ORF besungen!
Aber beim Volksbegehren 1964 war es dann die Zivilgesellschaft, die gesagt hat: Stopp, so geht es nicht weiter! Wir wollen den Rundfunk aus dieser parteipolitischen Umklammerung lösen. Es ist vielleicht ein Zufall, aber es war dasselbe Jahr, in dem Bob Dylan seinen Song „The Times They Are A-Changin’“ herausgebracht hat. Und mit diesem Song wendet er sich auch an die Politik (Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!), indem er in der dritten Strophe sagt, die Politik soll sich doch einmal umschauen und soll den Weg freimachen für dringend notwendige Reformen, die an den Fenstern und an den Mauern rütteln. (Abg. Ing. Westenthaler: Da hat er sicher den ORF besungen!) – Naja, den ORF nicht.
Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht kann man das kurz einmal anstimmen? – Heiterkeit des Abg. Dr. Cap.
For the times they are a-changin’.“ – (Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht kann man das kurz einmal anstimmen? – Heiterkeit des Abg. Dr. Cap.)
Abg. Ing. Westenthaler: 2006 dann die erste grüne Person!
Zwei Jahre später, 1966, wir wissen es, wurde der Weg von der Politik freigemacht und es ist zu diesem Gesetz eines unabhängigen ORF gekommen – zumindest auf dem Papier, weil wir wissen, in der Praxis ist das noch immer nicht verwirklicht. Vielleicht wird das nie verwirklicht werden, aber schrittweise, sukzessive sollten wir uns dem nähern, und wir nähern uns auch an. Wir haben das ja im Jahr 2000 mit einer etwas verbesserten Gesetzeslage gesehen und auch 2006 wurde es ein Stück weit besser. (Abg. Ing. Westenthaler: 2006 dann die erste grüne Person!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: „The answer, my friend, is blowin’ in the wind!“
Und genau so, meine Damen und Herren, ist unser Antrag jetzt auch einmal zu verstehen. Das hat überhaupt nichts mit Privatisierungen zu tun, weder von unserer Seite noch vom Redakteursrat, das ist doch wohl allen klar. Die Politik muss jetzt einfach reagieren auf das, was eigentlich alle hier in diesem Land ohnehin wollen. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: „The answer, my friend, is blowin’ in the wind!“)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler – Abg. Grosz: Dafür ist aber der Baldrian-Konsum zurückgegangen! Tausche Baldrian gegen ORF!
Wenn man weitergeht und sich die Arbeit des ORF ansieht, hat der ORF ausgezeichnete Quoten (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler – Abg. Grosz: Dafür ist aber der Baldrian-Konsum zurückgegangen! Tausche Baldrian gegen ORF!), vor allem bei den Hörerinnen und Hörern, allein 5,2 Millionen Österreicher und Österreicherinnen hören ORF-Radios, oder auch die Presseaussendung vom 17. Jänner 2012, wo der ORF wieder sechs Reichweitenrekorde für Montag vermeldet hat, zeigt dies. (Abg. Ing. Westenthaler: Für wann? – Abg. Neubauer: Fürs Skifliegen! – Abg. Ing. Westenthaler: Aber jetzt kommt ja die Dolly Buster, da wird alles besser! Statt „Dancing Stars“ „Porno-Stars“! „Dancing Porno-Stars“!) Also alles kann man nicht schlechtreden, beispielsweise hat der ORF Spartenkanäle wie etwa ORF III oder ORF Sport Plus etabliert.
Abg. Ing. Westenthaler: Für wann? – Abg. Neubauer: Fürs Skifliegen! – Abg. Ing. Westenthaler: Aber jetzt kommt ja die Dolly Buster, da wird alles besser! Statt „Dancing Stars“ „Porno-Stars“! „Dancing Porno-Stars“!
Wenn man weitergeht und sich die Arbeit des ORF ansieht, hat der ORF ausgezeichnete Quoten (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler – Abg. Grosz: Dafür ist aber der Baldrian-Konsum zurückgegangen! Tausche Baldrian gegen ORF!), vor allem bei den Hörerinnen und Hörern, allein 5,2 Millionen Österreicher und Österreicherinnen hören ORF-Radios, oder auch die Presseaussendung vom 17. Jänner 2012, wo der ORF wieder sechs Reichweitenrekorde für Montag vermeldet hat, zeigt dies. (Abg. Ing. Westenthaler: Für wann? – Abg. Neubauer: Fürs Skifliegen! – Abg. Ing. Westenthaler: Aber jetzt kommt ja die Dolly Buster, da wird alles besser! Statt „Dancing Stars“ „Porno-Stars“! „Dancing Porno-Stars“!) Also alles kann man nicht schlechtreden, beispielsweise hat der ORF Spartenkanäle wie etwa ORF III oder ORF Sport Plus etabliert.
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt spricht das „Moltofon“! – Abg. Grosz: Jetzt spricht der ... der ÖVP, der Geschäftsführer ...! Jetzt redet der Ober-Intervenierer!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nun gelangt Herr Abgeordneter Dr. Lopatka zu Wort. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt spricht das „Moltofon“! – Abg. Grosz: Jetzt spricht der ... der ÖVP, der Geschäftsführer ...! Jetzt redet der Ober-Intervenierer!)
Abg. Ing. Westenthaler: Er spricht aus Erfahrung! – Zwischenruf des Abg. Petzner.
Und andererseits hat das, was dieses System betrifft, natürlich eine Fortsetzung – ob das seinerzeit Strobl war oder der jetzt Betroffene Pelinka heißt, das macht keinen Unterschied –: Ein solches System führt natürlich zu Abhängigkeiten, zu Verstrickungen und insgesamt zu einer Situation, die für ein Unternehmen nicht gut sein kann. (Abg. Ing. Westenthaler: Er spricht aus Erfahrung! – Zwischenruf des Abg. Petzner.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Zanger und Ing. Westenthaler.
Frau Rudas, vielleicht können Sie einmal Ihren Redakteuren, die die Twitter-Seite des Herrn Bundeskanzlers bearbeiten, sagen, dass sie ihm auch einmal sagen, was über ihn dort vertreten ist. (Zwischenrufe der Abgeordneten Zanger und Ing. Westenthaler.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Herr Bundeskanzler, ich bitte Sie wirklich: Sprechen Sie ein Machtwort! Sie haben es in der Hand. Führen Sie ein persönliches Gespräch mit dem Herrn Pelinka, der jetzt sicherlich auch in keiner glücklichen persönlichen Lage ist, und sagen Sie ihm: Pass auf, lieber Nikolaus, es war eine dumme Idee von meiner Generalsekretärin, dich dort hineinzuhieven. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Nimm diesen Job nicht an, tritt zurück!
Sitzung Nr. 141
Abg. Ing. Westenthaler: Der geht am Bettelstab, der Herr Androsch!
Zu Recht haben daher diese fast 400 000 Menschen hohe Erwartungen in das, was wir jetzt mit diesem Bildungsvolksbegehren tun. Es stimmt, was der Bildungssprecher der SPÖ, Elmar Mayer, gesagt hat: Wir brauchen auch da ein besseres Klima, aber mit Imagekampagnen alleine – das darf ich Ihnen schon sagen, Kollege Mayer – wird es nicht getan sein. (Abg. Ing. Westenthaler: Der geht am Bettelstab, der Herr Androsch!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Mindestens die Hälfte der Bezirksschulräte, die Sie haben, sind rote Parteigänger, haben ein rotes Parteibuch, und die andere Hälfte hat ein schwarzes Parteibuch. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Seien wir doch ehrlich und hören wir auf mit dieser scheinheiligen Schönsprechpolitik, sondern reden wir von den Fakten, meine Damen und Herren! (Abg. Elmar Mayer: Damit sind wir wieder beim Stammtisch!)
Beifall beim BZÖ. – Oh-Rufe bei der SPÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Das war eine der peinlichsten Reden der letzten Jahre! – Rufe beim BZÖ: „Eurolim“! – Abg. Ing. Westenthaler: Ball flach halten!
Also diese Reform des Instrumentes Volksbegehren würde ich dringend angehen, und der SPÖ würde ich empfehlen, in Zukunft Volksbegehren nicht mehr für parteipolitische Werbekampagnen zu missbrauchen. (Beifall beim BZÖ. – Oh-Rufe bei der SPÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Das war eine der peinlichsten Reden der letzten Jahre! – Rufe beim BZÖ: „Eurolim“! – Abg. Ing. Westenthaler: Ball flach halten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen brauchen wir ein Bildungsvolksbegehren, weil die Bildungspolitik so gut !
Wenn ich mir die Aussagen so mancher Kolleginnen und Kollegen hier anhöre, dann muss ich sagen, ich glaube, dass die Bildungspolitik unter Bruno Kreisky zumindest, was die Leute meiner Generation betrifft, ein besseres Verständnis von Politik und vom Leben gebracht hat, als es die Ausführungen des Herrn Petzner – der Herr Grosz bietet sich auch immer wieder als Beispiel an – zum Ausdruck gebracht haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen brauchen wir ein Bildungsvolksbegehren, weil die Bildungspolitik so gut !)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Kollege, wenn Sie mir jetzt die Gastinger umhängen, dann lernen Sie Geschichte! Lernen Sie Parteigeschichte!
In der heutigen Ausgabe des „Kurier“ ist ein Foto, allerdings ein Jugendfoto, von Ihnen, Herr Grosz, mit „Ziegenbart“ – damals waren Sie, glaube ich, Parteisekretär, wenn mich nicht alles täuscht –, der damaligen Justizministerin – eine Ihrer Amtsvorgängerinnen – und von Herrn Westenthaler, und diese Personen waren zu dieser Zeit in politischen Funktionen, Herr Petzner; darauf – ich habe nachgesehen – können Sie Gift nehmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Kollege, wenn Sie mir jetzt die Gastinger umhängen, dann lernen Sie Geschichte! Lernen Sie Parteigeschichte!) Das heißt, Herr Westenthaler, in Wirklichkeit können Sie schon über Argumente nachdenken, wie Sie die 980 000 € verteilt haben.
Abg. Ing. Westenthaler: Wenn Dummheit wehtun würde, würdest du dich den ganzen Tag krümmen!
Das wäre doch ein Anlass, darüber nachzudenken, ob man nicht abwartet, was dabei herauskommt – und vielleicht sogar sein Mandat zur Verfügung zu stellen. Das wäre politische Verantwortung, Herr Kollege Grosz, aber nicht sich aufzuregen über einen Fehler, der halt passiert ist, der passieren kann, um von verschiedenen Vorwürfen abzulenken. Das ist nicht unser Verständnis von Verantwortung. (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn Dummheit wehtun würde, würdest du dich den ganzen Tag krümmen!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: So eine Lügerei!
Das wäre etwas, das man Ihnen ins Stammbuch schreiben könnte, Herr Kollege Grosz. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: So eine Lügerei!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sofort beschuldigt!
Offensichtlich – und das glaube ich Ihnen – wollten Sie sich nur objektiv anschauen, was in dem Verfahren läuft. Bei der Staatsanwaltschaft – Sie sind freundlich und sagen, das war missverständlich formuliert – kommt so ein Ersuchen (Abg. Ing. Westenthaler: Sofort beschuldigt!) offensichtlich als Aufforderung, den Kollegen Grosz als Beschuldigten zu führen, an. Und das halte ich für hochproblematisch, denn das ist ein Problem der Kultur, die möglicherweise bei den Staatsanwaltschaften vorherrscht. (Abg. Ing. Westenthaler: Das entscheidet die ÖVP, wer als Beschuldigter gilt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das entscheidet die ÖVP, wer als Beschuldigter gilt!
Offensichtlich – und das glaube ich Ihnen – wollten Sie sich nur objektiv anschauen, was in dem Verfahren läuft. Bei der Staatsanwaltschaft – Sie sind freundlich und sagen, das war missverständlich formuliert – kommt so ein Ersuchen (Abg. Ing. Westenthaler: Sofort beschuldigt!) offensichtlich als Aufforderung, den Kollegen Grosz als Beschuldigten zu führen, an. Und das halte ich für hochproblematisch, denn das ist ein Problem der Kultur, die möglicherweise bei den Staatsanwaltschaften vorherrscht. (Abg. Ing. Westenthaler: Das entscheidet die ÖVP, wer als Beschuldigter gilt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo denn?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Petzner, es hat hier im Haus nicht nur im Plenum, sondern auch in den letzten Präsidialsitzungen des Öfteren Debatten darüber gegeben, dass unmittelbar strafrechtliche Vorwürfe mit Ordnungsruf geahndet werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo denn?) Sie können Vermutungen anstellen, aber diese nicht als definitive Sachlagen argumentieren, und Sie haben das in Ihrer Wortmeldung einige Male getan. Deswegen erteile ich Ihnen einen Ordnungsruf. (Abg. Grosz: Wo denn? – Abg. Ing. Westenthaler: Was hat er denn gesagt?) – Amtsmissbrauch und Korruption, zwei Mal.
Abg. Grosz: Wo denn? – Abg. Ing. Westenthaler: Was hat er denn gesagt?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Petzner, es hat hier im Haus nicht nur im Plenum, sondern auch in den letzten Präsidialsitzungen des Öfteren Debatten darüber gegeben, dass unmittelbar strafrechtliche Vorwürfe mit Ordnungsruf geahndet werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo denn?) Sie können Vermutungen anstellen, aber diese nicht als definitive Sachlagen argumentieren, und Sie haben das in Ihrer Wortmeldung einige Male getan. Deswegen erteile ich Ihnen einen Ordnungsruf. (Abg. Grosz: Wo denn? – Abg. Ing. Westenthaler: Was hat er denn gesagt?) – Amtsmissbrauch und Korruption, zwei Mal.
Abg. Ing. Westenthaler: Aber die anderen dürfen! Bei der Frau Gastinger! Die anderen dürfen alles unterstellen!
Es ist dazu niemand mehr zu Wort gemeldet. Die Debatte ist geschlossen. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber die anderen dürfen! Bei der Frau Gastinger! Die anderen dürfen alles unterstellen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sehr einseitig!
Herr Abgeordneter Westenthaler, ich habe ganz genau und sorgfältig zugehört. Man kann viele Vorwürfe tätigen, das ist in dieser Debatte auch geschehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sehr einseitig!) Das ist ja auch vollkommen, fast möchte ich sagen: logisch in derartigen Debatten, aber man kann nicht definitive Feststellungen treffen. Das ist unzulässig und wird mit Ordnungsruf geahndet. (Abg. Grosz: Und wenn wir den Wahrheitsbeweis antreten? – Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Ing. Westenthaler und Riepl.)
Abg. Grosz: Und wenn wir den Wahrheitsbeweis antreten? – Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Ing. Westenthaler und Riepl.
Herr Abgeordneter Westenthaler, ich habe ganz genau und sorgfältig zugehört. Man kann viele Vorwürfe tätigen, das ist in dieser Debatte auch geschehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sehr einseitig!) Das ist ja auch vollkommen, fast möchte ich sagen: logisch in derartigen Debatten, aber man kann nicht definitive Feststellungen treffen. Das ist unzulässig und wird mit Ordnungsruf geahndet. (Abg. Grosz: Und wenn wir den Wahrheitsbeweis antreten? – Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Ing. Westenthaler und Riepl.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Marek. 2 Minuten Redezeit. – Bitte. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie uns etwas über den Brief!
Abgeordneter Johann Singer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie uns etwas über den Brief!) Der Antrag wurde schon entsprechend erläutert. Ich darf einige Anmerkungen dazu machen. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt können Sie aber sagen, von wem der Brief ist!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt können Sie aber sagen, von wem der Brief ist!
Abgeordneter Johann Singer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie uns etwas über den Brief!) Der Antrag wurde schon entsprechend erläutert. Ich darf einige Anmerkungen dazu machen. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt können Sie aber sagen, von wem der Brief ist!)
Sitzung Nr. 143
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommen eh die Studiengebühren!
Bei den Universitäten gibt es ebenfalls Mehrausgaben; da ist auch nichts weggenommen worden. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommen eh die Studiengebühren!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo war denn der Neugebauer? – Auf Urlaub! – Weitere Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.
Das Zweite: Ich habe von Herrn Kollegen Strache heute zwei Vorschläge zum ersten Mal gehört. (Abg. Strache: Da hören Sie offenbar nicht zu!) Zum ersten Mal einen Vorschlag von Klubobmann Strache, das ist ja schon großartig! Während wir vor zwei Wochen das Sparpaket vorgestellt haben, war er gar nicht da. Zu der wichtigsten Zeit in Österreich war er gar nicht da! Das darf hier auch festgehalten werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo war denn der Neugebauer? – Auf Urlaub! – Weitere Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.)
Zwischenrufe bei FPÖ und Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ist schon wieder die Koalition schuld!
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Ich habe da einen Entschließungsantrag vom 21. September 2006 von der SPÖ, und da ist klipp und klar ausgedrückt, wir wollen eine Verpflichtung aller Parteien, Spenden ab einer Höhe von 7 000 € zu veröffentlichen. Das heißt, die Problemlösung ist der SPÖ schon seit vielen Jahren klar. Allerdings sind wir nicht allein in diesem Parlament, wir haben keine absolute Mehrheit, und wir sind in einer Koalition. (Zwischenrufe bei FPÖ und Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ist schon wieder die Koalition schuld!)
Sitzung Nr. 144
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Frau Bundesministerin Bures hat sich ein weiteres Mal zu Wort gemeldet. Ich mache darauf aufmerksam, dass die Redezeit 5 Minuten nicht übersteigen soll. – Bitte. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Treibstoffpreise! – Abg. Ing. Westenthaler: ... weil es nicht mehr geht! Da kann man nicht mehr replizieren! Das ist eine Unart!
Was aber nicht sein kann – das wollte ich Ihnen nur sagen –, ist, dass Sie, wenn Sie mit dem railjet gefahren sind, auf den 23. Waggon verwiesen wurden. Der railjet fährt nur mit sieben Waggons und deshalb wird das nicht möglich gewesen sein. – Danke. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Treibstoffpreise! – Abg. Ing. Westenthaler: ... weil es nicht mehr geht! Da kann man nicht mehr replizieren! Das ist eine Unart!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was?
Ich kann selbst als Funktionär einer Besamungsstation (Abg. Ing. Westenthaler: Was?) – übrigens die erfolgreichste Station in Österreich, nämlich in Hohenzell, Bezirk Ried – berichten, dass in Österreich rund 60 Stiere von den Besamungsstationen angekauft werden, und da gibt es sehr, sehr wenige Reklamationen. Gerade die ausführlichen Gewährleistungsbestimmungen (Abg. Grosz: Was machen Sie privat dann?), wenn ein Stier bei einer Versteigerung angekauft wird, garantieren, dass es da wenig Streitigkeiten gibt. Es gibt da intensive Quarantänebestimmungen (Abg. Grosz: Herr Kollege, was macht ein Funktionär einer Besamungsstation?), nachvollziehbare Untersuchungen, und es ist ja nicht allein die Sperma-Qualität, die die Qualität eines Stieres ausmacht, sondern es ist auch die Sprungfreudigkeit sehr entscheidend. Und wenn man weiß, wie Sperma produziert wird, dass dabei der Zuchtstier auf ein Phantom aufreiten muss, dann kann man durchaus verstehen, dass der eine oder andere manchmal verweigert. (Allgemeine Heiterkeit.)
Beifall des Abg. Huber. – Abg. Ing. Westenthaler: Und auch ein Thema Besamungsstation!
Herr Ausschussvorsitzender, Herr Präsident des Bauernbundes, du bist zur rechten Zeit gekommen! Ich bitte dich dringend, bei der nächsten Sitzung des Landwirtschaftsausschusses das Thema AMA auf die Tagesordnung zu setzen, denn da wird so viel Blödsinn geredet, dass es höchst an der Zeit ist, hier wirklich Fakten zu haben. (Beifall des Abg. Huber. – Abg. Ing. Westenthaler: Und auch ein Thema Besamungsstation!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das stimmt doch nicht! Das ist nicht wahr! 21/3! Es ist überhaupt nichts geändert worden!
Abgeordneter Hannes Fazekas (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Vielleicht sollte man auch den Zuhörerinnen und Zuhörern am Anfang mitteilen, dass trotz aller berechtigter Kritik, die heute gekommen ist, für mich teilweise unverständlich, auch festzuhalten ist, dass das, was letztendlich heute beschlossen werden soll, fast nicht mehr erkennbar ist und mit dem, was als Regierungsvorlage eingebracht worden ist, nicht mehr übereinstimmt. (Abg. Ing. Westenthaler: Das stimmt doch nicht! Das ist nicht wahr! 21/3! Es ist überhaupt nichts geändert worden!)
Abg. Dolinschek: Was ist mit der Arbeiterkammer? – Abg. Ing. Westenthaler: Er kann das nicht! Er scheitert jedes Mal!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Mag. Maier. (Abg. Mag. Johann Maier – auf dem Weg zum Rednerpult –: Tatsächliche Berichtigung!) – Zu einer tatsächlichen Berichtigung. Ich erinnere an die einschlägigen Bestimmungen der Geschäftsordnung. – Bitte. (Abg. Dolinschek: Was ist mit der Arbeiterkammer? – Abg. Ing. Westenthaler: Er kann das nicht! Er scheitert jedes Mal!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist er eh nicht!
ordneter Ing. Westenthaler, hat in seiner Rede behauptet, § 21 Abs. 3 wäre nicht geändert worden. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist er eh nicht!) – Diese Aussage ist nachweislich falsch. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist er geändert worden?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist er geändert worden?
ordneter Ing. Westenthaler, hat in seiner Rede behauptet, § 21 Abs. 3 wäre nicht geändert worden. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist er eh nicht!) – Diese Aussage ist nachweislich falsch. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist er geändert worden?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist nicht wahr!
Richtig ist vielmehr, dass § 21 Abs. 3 massiv geändert wurde, und zwar eingeschränkt wurde auf Straftaten, die weltanschaulich oder religiös motiviert sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist nicht wahr!) Und das ist eine massive Änderung, Herr Abgeordneter. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war ein Redebeitrag! Das war alles andere, nur keine tatsächliche Berichtigung!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war ein Redebeitrag! Das war alles andere, nur keine tatsächliche Berichtigung!
Richtig ist vielmehr, dass § 21 Abs. 3 massiv geändert wurde, und zwar eingeschränkt wurde auf Straftaten, die weltanschaulich oder religiös motiviert sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist nicht wahr!) Und das ist eine massive Änderung, Herr Abgeordneter. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war ein Redebeitrag! Das war alles andere, nur keine tatsächliche Berichtigung!)
Bundesministerin Mag. Mikl-Leitner hat Probleme mit der Justierung des Mikrofons. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt ist alles hin!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Zu Wort hat sich Frau Bundesministerin Mag. Mikl-Leitner gemeldet. Ich mache darauf aufmerksam, dass wir in 4 Minuten wegen des Aufrufs des Dringlichen Antrages unterbrechen müssen. – Bitte. (Bundesministerin Mag. Mikl-Leitner hat Probleme mit der Justierung des Mikrofons. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt ist alles hin!)
Abg. Ing. Westenthaler: Völlig richtig!
Warum setzen Sie nicht endlich einmal die Bundeswettbewerbsbehörde ein, Herr Bundesminister? Und warum sorgt diese Bundeswettbewerbsbehörde nicht einmal dafür, dass diese enormen Preisunterschiede vor dem Wochenende und vor den Feiertagen oder vor den Urlauben endlich einmal ein Ende haben? Das sieht doch kein Mensch mehr ein, dass immer dann, wenn der Autofahrer das Auto braucht, sich die Preise an den Tankstellen immer weiter nach oben entwickeln. (Abg. Ing. Westenthaler: Völlig richtig!) Das sieht kein Mensch ein!
Abg. Bucher spricht mit Abg. Ing. Westenthaler.
Herr Kollege Bucher, ich habe fast den Eindruck, Sie haben diese Zwischenrufe bestellt. Ihren Vorschlag in Bezug auf eine Sonderdividende würde ich nämlich wirklich ersatzlos zurücknehmen. Warum? – Wir haben bei der OMV eine Aktienkonstellation, wonach der Bund 31 Prozent hat. Es ist ein börsennotiertes Unternehmen. Glauben Sie wirklich, dass der Staat in dem Zusammenhang eine Sonderdividende vorschreiben kann? Wir haben dort mit der IPIC wahrscheinlich sogar die Mehrheit, aber glauben Sie, dass die IPIC es für sich als positiv bezeichnen würde, wenn nicht sie, sondern der österreichische Staat einen Erfolg verbucht? Wissen Sie, was die OMV Dividende bezahlt hat? (Abg. Bucher spricht mit Abg. Ing. Westenthaler.) – Herr Bucher, hallo! – Herr Bucher, die OMV hat eine Dividende von 93 Millionen € gezahlt und im letzten Jahr das Gleiche. Woher nehmen Sie das Wort „Rekorddividende“? Woher nehmen Sie das? Es sind auch beträchtliche Dividendenleistungen notwendig gewesen. Wissen Sie, was damit gemacht werden musste in den letzten Jahren? – Die Schulden, die die ÖIAG gehabt hat, sind damit teilweise abgedeckt worden. Also der Staat hat sich nirgendwo ein Körberlgeld geschaffen, sondern der Staat hat das teilweise gebraucht. (Abg. Bucher: Auf dem Rücken der Pendler!)
Abg. Bucher spricht neuerlich mit Abg. Ing. Westenthaler.
Nur ganz kurz, ich bin gleich fertig. – Dieser Vorschlag ist einfach wettbewerbswidrig. Sie werden jede Klage verlieren, wenn wir das empfehlen. Der Staat empfiehlt, die Landestankstellen sollen öffnen, ohne Rechnung darüber, was Personalkosten anlangt, Lokalkosten anlangt, einfach den anderen Markt konkurrenzieren – da werden Sie ein Problem haben. (Abg. Bucher spricht neuerlich mit Abg. Ing. Westenthaler.) – Herr Kollege Bucher, ich weiß, es regt Sie jetzt irgendwie auf, dass die Anfrage nicht ganz aufgeht. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.) Ein Land hat das gemacht, nämlich Indonesien, und der Nachteil waren dann entsprechende Wettbewerbsprobleme. (Abg. Grosz: Das ist ein Dringlicher Antrag, keine Anfrage!) – Trotzdem wird man die Inhalte kommentieren dürfen. Ich habe meines Wissens auch noch ein paar Minuten Redezeit.
Zwischenrufe der Abgeordneten Bucher und Ing. Westenthaler.
So, jetzt kommt unser Politkommissar Bucher daher und möchte eine Preisregelung à la Sowjetunion bei uns einführen. (Abg. Bucher: Luxemburg! Luxemburg! Luxemburg! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) Was soll es denn für ein Preis sein? Was soll er denn verordnen? Na, was wäre angemessen für das BZÖ? Bitte um Vorschläge! – 1 € pro Liter Diesel, oder, 5a-Preisgesetz? (Zwischenrufe der Abgeordneten Bucher und Ing. Westenthaler.) – Ja, Herr Westenthaler, bitte, wie viel? – 1 €? Wie viel? 1 € oder 80 Cent, was soll es sein? (Neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Bucher und Ing. Westenthaler.) – 80 Cent, Bucher bietet 80 Cent, gut. (Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Bucher und Ing. Westenthaler.
So, jetzt kommt unser Politkommissar Bucher daher und möchte eine Preisregelung à la Sowjetunion bei uns einführen. (Abg. Bucher: Luxemburg! Luxemburg! Luxemburg! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) Was soll es denn für ein Preis sein? Was soll er denn verordnen? Na, was wäre angemessen für das BZÖ? Bitte um Vorschläge! – 1 € pro Liter Diesel, oder, 5a-Preisgesetz? (Zwischenrufe der Abgeordneten Bucher und Ing. Westenthaler.) – Ja, Herr Westenthaler, bitte, wie viel? – 1 €? Wie viel? 1 € oder 80 Cent, was soll es sein? (Neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Bucher und Ing. Westenthaler.) – 80 Cent, Bucher bietet 80 Cent, gut. (Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Dolinschek.
Schauen wir uns das Thema einmal von der anderen Seite an! – Wir haben in Österreich 2 600 Tankstellen. Davon ist ein Drittel in Familienbesitz; das sind echte Familienunternehmer, die einerseits brav Steuern zahlen und andererseits 7 000 Menschen Beschäftigung geben, 7 000 Arbeitsplätze schaffen. Da hilft es nichts, wenn wir diese Betriebe verunsichern, sondern es geht darum, dass wir diese Betriebe unterstützen. Mit dem BZÖ-Antrag, dass wir morgen einen Boykott der Tankstellen machen sollen, unterstützen wir diese Betriebe sicher nicht, sondern gefährden die Arbeitsplätze in diesen Betrieben, meine Damen und Herren! Da sollten wir schon ein bisschen vorsichtig sein. (Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Dolinschek.)
Abg. Ing. Westenthaler: Was hat die Prüfung ergeben?
Zum Zweiten. – Ich weiß, Sie haben es nicht gern, wenn Sie nicht recht haben. Ich wollte es eigentlich nicht sagen, aber weil Sie es wieder wiederholt haben, muss ich es doch sagen. Der Kollege Westenthaler hat gesagt, wir hätten da einen Antrag mit breiter Mehrheit abgestimmt, dass die Landestankstellen geöffnet werden sollen. Möglicherweise gibt es noch einen anderen Antrag, aber das, was wir da vorliegen haben, ist ein Antrag aus dem September des Jahres 2008: Entschließungsantrag der Abgeordneten Bucher, Kuzdas, Kolleginnen und Kollegen betreffend Prüfung – das ist ein Unterschied! – der rechtlichen Möglichkeit zur Öffnung der Tankstellen der ASFINAG durch den Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie. (Abg. Ing. Westenthaler: Was hat die Prüfung ergeben?)
Abg. Bucher: Bitte, was sind falsche Tatsachen? – Bundesminister Dr. Mitterlehner: Dass die Landestankstellen geöffnet worden sind! – Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie der Meinung, dass es keine falschen Tatsachen geben kann?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Mag. Kogler. (Abg. Bucher: Bitte, was sind falsche Tatsachen? – Bundesminister Dr. Mitterlehner: Dass die Landestankstellen geöffnet worden sind! – Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie der Meinung, dass es keine falschen Tatsachen geben kann?)
Oh-Rufe beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Da schau her!
(Oh-Rufe beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Da schau her!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wenn man die Steuer senkt, dann ist das weniger für die Menschen? – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Wenn also Ihr Slogan „Genug gezahlt!“ ist, dann hören Sie auf, solche Dinge zu fordern, die letztendlich die SteuerzahlerInnen mehr kosten, als sie ihnen bringen. Und bei denen zu hoffen, dass sie es ohnehin nicht verstehen werden, aber dass sie dafür umso besser klingen, das kann es ja nun wirklich nicht sein. (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn man die Steuer senkt, dann ist das weniger für die Menschen? – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Große Klappe!
Nur eines ist mir auch wieder aufgefallen (Abg. Ing. Westenthaler: Große Klappe!), wenn es Forderungen gibt von der Arbeiterkammer: dass man nur eine halb – auch nur halb – vorliest und alle anderen Forderungen vergisst und wegschiebt.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Geh, hör auf! – Abg. Bucher: Sind Sie noch bei Sinnen? – Sie sind ja nicht zurechnungsfähig! – Das ist ja unglaublich!
Aber ich möchte jetzt einmal etwas anderes sagen. Es liegt mir, Hohes Haus, etwas im Magen (Abg. Bucher: Große Töne spucken und tolle in der Arbeiterkammer – und dann nichts umsetzen!): Da geht der Herr Bucher heraus und spricht von einer unmoralischen Vorgangsweise. – Jetzt denke ich mir, als Mitglied des Untersuchungsausschusses zur Aufdeckung von Korruptionsdelikten: Wieso kann der Herr Bucher das Wort „Moral“ noch in den Mund nehmen? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Geh, hör auf! – Abg. Bucher: Sind Sie noch bei Sinnen? – Sie sind ja nicht zurechnungsfähig! – Das ist ja unglaublich!)
Abg. Bucher: So ein Rotschädel! – Abg. Ing. Westenthaler: Der feigste Abgeordnete mit dem schlechtesten Toupet!
Da gab es heute einen anderen Redner des BZÖ. (Ruf beim BZÖ: Eine Verbrecherpartei ist die SPÖ!) Der hat eines behauptet, und ich habe den Aufschrei hier in diesem Hohen Haus vermisst, nämlich, dass die Außenpolitik (Abg. Bucher: So ein Rotschädel! – Abg. Ing. Westenthaler: Der feigste Abgeordnete mit dem schlechtesten Toupet!) gegenüber dem Iran an den hohen Benzinpreisen schuld wäre. Und auch der Herr Scheibner hat uns hier so etwas Ähnliches dargelegt.
Abg. Ing. Westenthaler: , genannt „Hasenfuß“!
Ich bin der Auffassung, dass das größte Problem bei den Treibstoffpreisen momentan an den Märkten liegt. (Abg. Ing. Westenthaler: , genannt „Hasenfuß“!) Die Märkte zocken mit Rohstoffen, mit dem Ölpreis, und die Spekulanten treiben die Treibstoffpreise in die Höhe. (Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wenn die lauter solche Funktionäre haben wie Sie!
Und jetzt das Papier der Arbeiterkammer. Die Arbeiterkammer (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn die lauter solche Funktionäre haben wie Sie!), die regelmäßig Preiserhebungen durchführt, weist auch darauf hin, wie schwierig ein einheitlicher Preis in Österreich ist aufgrund der geographischen Gegebenheiten, zum Beispiel auch in meinem Bundesland, in Salzburg, in Kärnten und in Tirol. Die Arbeiterkammer, Herr Kollege Bucher, verlangt keine Preisregelung nach § 5a – die im Übrigen ja gar nicht möglich wäre. Ich möchte da auch die freiheitlichen Kollegen berichtigen. Der Herr Bundesminister kann nach § 5a keine Preisregelung durchführen; man könnte eine Untersuchung nach § 5a Abs. 1 verlangen. (Abg. Bucher: Der Jarolim hat das beantragt!) Lesen Sie bitte genau den Gesetzestext! (Abg. Grosz: Nein, lesen Sie den Antrag vom Genossen Jarolim! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind ja unfähig zum Lesen!)
Abg. Grosz: Nein, lesen Sie den Antrag vom Genossen Jarolim! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind ja unfähig zum Lesen!
Und jetzt das Papier der Arbeiterkammer. Die Arbeiterkammer (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn die lauter solche Funktionäre haben wie Sie!), die regelmäßig Preiserhebungen durchführt, weist auch darauf hin, wie schwierig ein einheitlicher Preis in Österreich ist aufgrund der geographischen Gegebenheiten, zum Beispiel auch in meinem Bundesland, in Salzburg, in Kärnten und in Tirol. Die Arbeiterkammer, Herr Kollege Bucher, verlangt keine Preisregelung nach § 5a – die im Übrigen ja gar nicht möglich wäre. Ich möchte da auch die freiheitlichen Kollegen berichtigen. Der Herr Bundesminister kann nach § 5a keine Preisregelung durchführen; man könnte eine Untersuchung nach § 5a Abs. 1 verlangen. (Abg. Bucher: Der Jarolim hat das beantragt!) Lesen Sie bitte genau den Gesetzestext! (Abg. Grosz: Nein, lesen Sie den Antrag vom Genossen Jarolim! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind ja unfähig zum Lesen!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Schwachmatikus! Der schwächste und feigste Abgeordnete!
Die Kronzeugenregelung ist hervorragend, und ein Ersuchen von mir: Kennen Sie einen Kronzeugen am österreichischen Markt, der über wettbewerbswidriges Verhalten bei der Bundeskartellbehörde oder bei der Bundeswettbewerbsbehörde aussagen könnte? Hätten wir nämlich einen Kronzeugen, dann könnte ein Kartell zerschlagen werden. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Schwachmatikus! Der schwächste und feigste Abgeordnete!)
Abg. Dr. Matznetter: Das war ein unverständliches Gestammel! – Abg. Ing. Westenthaler: Er ist auch noch ein Ehrabschneider! – Abg. Grosz: Gürtel enger schnallen, Herr Matznetter!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Ing. Schultes. – Bitte. (Abg. Dr. Matznetter: Das war ein unverständliches Gestammel! – Abg. Ing. Westenthaler: Er ist auch noch ein Ehrabschneider! – Abg. Grosz: Gürtel enger schnallen, Herr Matznetter!)
Abg. Ing. Westenthaler: 8 600 € im Monat!
Geschätzte Kollegen! Momentan ist Diesel teuer, momentan ist Heizöl teuer, das ist ja dasselbe, nur gefärbt, momentan ist Benzin teuer. (Abg. Grosz: Na ja, macht ja nichts! Nehmen wir unsere 8 600 € Gage vom Parlament! – Kollege, auch Sie sind teuer!) Der Autofahrer kann schlecht vom Diesel ausweichen, aber alle miteinander können ausweichen in der Frage Heizöl. Bedenken wir, dass wir es gar nicht zum Thema machen, Alternativen zu suchen, um überhaupt den Mineralölverbrauch zu senken. Da hätten wir sehr bald ein gutes Thema, über das wir reden können. (Abg. Ing. Westenthaler: 8 600 € im Monat!) Es geht nämlich darum, von den fossilen Energieträgern weg- und zu alternativen Energieträgern hinzukommen, die wir zur Verfügung haben und verwenden können. (Anhaltende Zwischenrufe der Abgeordneten Grosz und Ing. Westenthaler.) – Passt ein bisschen auf, liebe Freunde!
Anhaltende Zwischenrufe der Abgeordneten Grosz und Ing. Westenthaler.
Geschätzte Kollegen! Momentan ist Diesel teuer, momentan ist Heizöl teuer, das ist ja dasselbe, nur gefärbt, momentan ist Benzin teuer. (Abg. Grosz: Na ja, macht ja nichts! Nehmen wir unsere 8 600 € Gage vom Parlament! – Kollege, auch Sie sind teuer!) Der Autofahrer kann schlecht vom Diesel ausweichen, aber alle miteinander können ausweichen in der Frage Heizöl. Bedenken wir, dass wir es gar nicht zum Thema machen, Alternativen zu suchen, um überhaupt den Mineralölverbrauch zu senken. Da hätten wir sehr bald ein gutes Thema, über das wir reden können. (Abg. Ing. Westenthaler: 8 600 € im Monat!) Es geht nämlich darum, von den fossilen Energieträgern weg- und zu alternativen Energieträgern hinzukommen, die wir zur Verfügung haben und verwenden können. (Anhaltende Zwischenrufe der Abgeordneten Grosz und Ing. Westenthaler.) – Passt ein bisschen auf, liebe Freunde!
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Sie sagen, der ist abhängig. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Haben Sie schon einmal reingeschaut in das bestehende Gesetz, wo drinnen steht, wie der Rechtsschutzbeauftragte bestellt wird? – Er ist angesiedelt im Innenministerium. Das stimmt, Herr Kollege Westenthaler, aber er wird vom Bundespräsidenten auf Vorschlag der Bundesregierung nach Anhörung der Präsidenten des Nationalrates sowie der Präsidenten des Verfassungs- und des Verwaltungsgerichtshofs auf die Dauer von fünf Jahren bestellt. (Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen ist er unabhängig!) Das steht jetzt auch drin, und er ist frei und unabhängig, und so arbeitet er auch.
Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen ist er unabhängig!
Sie sagen, der ist abhängig. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Haben Sie schon einmal reingeschaut in das bestehende Gesetz, wo drinnen steht, wie der Rechtsschutzbeauftragte bestellt wird? – Er ist angesiedelt im Innenministerium. Das stimmt, Herr Kollege Westenthaler, aber er wird vom Bundespräsidenten auf Vorschlag der Bundesregierung nach Anhörung der Präsidenten des Nationalrates sowie der Präsidenten des Verfassungs- und des Verwaltungsgerichtshofs auf die Dauer von fünf Jahren bestellt. (Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen ist er unabhängig!) Das steht jetzt auch drin, und er ist frei und unabhängig, und so arbeitet er auch.
Abg. Ing. Westenthaler: Der, der von Begleitung von Suizidgefährdeten redet! Sehr kompetent! – Zwischenruf des Abg. Dr. Rosenkranz.
Meine Damen und Herren, der Rechtsschutzbeauftragte ist ja nicht irgendwer; der Name wurde heute noch gar nicht erwähnt. Er ist wahrscheinlich einer der besten Strafrechtsprofessoren, die wir in der österreichischen Republik je gehabt haben. Es ist der emeritierte Universitätsprofessor Dr. Manfred Burgstaller, eine wirkliche Koryphäe. Er ist nicht nur im Inland, sondern auch im Ausland höchst anerkannt. Ich glaube, auch von Ihnen wurde seine Kompetenz nie bezweifelt – weder von den Freiheitlichen noch vom BZÖ, noch von irgendeiner anderen Partei. Seine Unabhängigkeit wurde von Ihnen noch nie in Zweifel gestellt. (Abg. Ing. Westenthaler: Der, der von Begleitung von Suizidgefährdeten redet! Sehr kompetent! – Zwischenruf des Abg. Dr. Rosenkranz.)
Abg. Ing. Westenthaler: Allein deshalb ist er verdächtig!
Erstens: Diese Regierungsvorlage hat den Rechts- und Datenschutz insgesamt substanziell verbessert. (Abg. Ing. Westenthaler: Allein deshalb ist er verdächtig!) Zweitens: Der Rechtschutzbeauftragte sagt, dass er in der Lage sein wird, die geplante erweiterte Gefahrenerforschung gegenüber Einzelpersonen, deren Erforderlichkeit zur Terrorprävention plausibel argumentiert wird, in den rechtsstaatlich gebotenen engen Grenzen zu halten. – Mehr kann man dazu, glaube ich, nicht sagen.
Abg. Ing. Westenthaler: Ganz genau so ist es!
Dass wir den Rechtsschutzbeauftragten eingesetzt haben, hat selbstverständlich auch einen Grund gehabt: zur nachträglichen Kontrolle, wenn es um Maßnahmen, die damals gegolten haben, gegangen ist, damit sich der Betroffene bei dem Rechtsschutzbeauftragten, einer weisungsfrei gestellten Person – aber nicht jeder, der weisungsfrei gestellt ist, ist deshalb auch mit einer richterlichen Autorität und Funktion ausgestattet! (Abg. Ing. Westenthaler: Ganz genau so ist es!) –, nachträglich beschweren kann und dass entsprechend untersucht wird – neben anderen Aufgaben.
Abg. Grosz: War das nicht ein Roter, der Fuchs? – Abg. Ing. Westenthaler: Ein braver Roter!
Franz Fuchs ist hier angesprochen worden, und es ist schon gesagt worden, dass das von den Methoden her überhaupt keinen Einfluss hat. Aber es hat insofern schon einen Einfluss, weil ich mich sehr gut daran erinnere, wie man damals bei den Ermittlungen zu den Briefbomben, bevor man Franz Fuchs als Täter gefunden hat, parteipolitisch motivierte Untersuchungen in eine Richtung gesetzt hat. (Abg. Grosz: Ein Sohn aus einer sozialdemokratischen Familie!) Danke für die Erinnerung an diesen Fall, Herr Kollege! Wenn ich mir das mit den heutigen Möglichkeiten technischer Art und durch dieses Gesetz jetzt auch rechtlicher Art vorstelle! (Abg. Grosz: War das nicht ein Roter, der Fuchs? – Abg. Ing. Westenthaler: Ein braver Roter!)
Beifall bei BZÖ und FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Spitzelgesetz zur Ausforschung der Opposition!
Meine Damen und Herren, es kann Sie auch betreffen, dass man aus parteipolitischen Gründen – da können Sie nachträglich kontrollieren, was Sie wollen – in eine Richtung untersucht. So wie man damals Abonnenten einer Zeitung mit Hausdurchsuchungen beglückt hat, könnte man heute vielleicht Telefonüberwachungen et cetera machen. Das Thema Fuchs ist genau dadurch ein weiteres Argument dafür, dass man diese Vorlage aus gutem Grund ablehnt. (Beifall bei BZÖ und FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Spitzelgesetz zur Ausforschung der Opposition!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber das ist ja der Herr Maier! Was will der schützen?
Die Kernfrage dazu: Bleiben die Bürgerrechte auf der Strecke? – Meine Damen und Herren, ich verstehe diesbezügliche Sorgen und Ängste. Wir nehmen diese Bedenken auch ernst. Entscheidend sind doch die Einschätzungen des Datenschutzrates. Er ist es ja, der die Rechte der Österreicher zu schützen hat. Was sagt der Datenschutzrat? – Der Datenschutzrat gibt grünes Licht für die Neuerungen. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber das ist ja der Herr Maier! Was will der schützen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Glauben Sie wirklich, dass der Herr Maier wen schützt?
Dazu ein wichtiges Argument: Die Überwachung kann nur erfolgen, wenn der sogenannte Rechtsschutzbeauftragte zustimmt. Ich stelle das hier noch einmal klar: Dieser Rechtsschutzbeauftragte ist weisungsfrei und unabhängig. Die Latte für eine Zustimmung ist sehr hoch gelegt, nämlich: Die erwartbare Gefährdung für Menschen und Sachen muss hoch sein, und die Person muss etwa einen Anschlag gutheißen und auch Mittel dazu besitzen, etwa Sprengstoff. Ist das nicht der Fall, gibt es keine Zustimmung, und dann rückt die Polizei auch nicht aus. Das ist doch ganz klar! (Abg. Ing. Westenthaler: Glauben Sie wirklich, dass der Herr Maier wen schützt?)
Abg. Ing. Westenthaler: Alle Experten waren dagegen!
Wir haben ein Hearing durchgeführt, wir haben mehrere Sitzungen abgehalten, wir haben mit allen Experten gesprochen (Abg. Ing. Westenthaler: Alle Experten waren dagegen!), wir haben einen riesigen Abänderungsantrag eingebracht, der hier vorliegt, und haben – wer es sich anschauen möchte, soll es sich anschauen – von den ersten Entwürfen des Ressorts über die Regierungsvorlage, das Hearing bis dann im Ausschuss zu den Abänderungsanträgen und allem, was es gibt, ein ordentliches, ein rechtsstaatliches Gesetz zusammengebaut (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Spitzelgesetz! Ein schäbiges Spitzelgesetz!), das das Grundrüstzeug für unsere Kolleginnen und Kollegen der Exekutive darstellt.
Abg. Ing. Westenthaler: Ein Spitzelgesetz! Ein schäbiges Spitzelgesetz!
Wir haben ein Hearing durchgeführt, wir haben mehrere Sitzungen abgehalten, wir haben mit allen Experten gesprochen (Abg. Ing. Westenthaler: Alle Experten waren dagegen!), wir haben einen riesigen Abänderungsantrag eingebracht, der hier vorliegt, und haben – wer es sich anschauen möchte, soll es sich anschauen – von den ersten Entwürfen des Ressorts über die Regierungsvorlage, das Hearing bis dann im Ausschuss zu den Abänderungsanträgen und allem, was es gibt, ein ordentliches, ein rechtsstaatliches Gesetz zusammengebaut (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Spitzelgesetz! Ein schäbiges Spitzelgesetz!), das das Grundrüstzeug für unsere Kolleginnen und Kollegen der Exekutive darstellt.
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Mag. Maier. – Bitte. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Als ich das gelesen habe, habe ich gemeint, ich traue meinen Augen nicht. – Wer will ACTA neu verhandeln, Hohes Haus? (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Die Verhandlungen über Acta waren grundsätzlich falsch.
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Was mich betrifft, zu den Zwischenrufern: Ich beschäftige mich seit dem Jahre 2007 mit Acta, habe als einziger Abgeordneter parlamentarische Anfragen eingebracht. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Und ich frage mich: Haben all jene, die jetzt Acta ablehnen, damals geschlafen? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Was war in der Regierung?)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein echter Datenschützer!
Abgeordneter Mag. Johann Maier (SPÖ): Frau Bundesministerin! Herr Präsident! Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich teile teilweise die Bedenken bei diesem Abkommen, plädiere aber dafür, diesem Abkommen zuzustimmen (Abg. Ing. Westenthaler: Ein echter Datenschützer!), weil es nachhaltige Gründe gibt. Lassen Sie mich diese Gründe in aller Deutlichkeit erklären!
Abg. Grosz: Herr Kollege Heinzl, was ist jetzt mit dem Kollegen Westenthaler? Ihr Vorredner war der Kollege Scheibner und nicht der Kollege Westenthaler! – Zwischenruf des Abg. Markowitz.
Herr Westenthaler! All diese 13 500 jungen Männer, die sich allein im Jahr 2010 dafür entschieden haben, neun Monate Dienst an ihren Mitmenschen zu leisten, haben für die österreichische Gesellschaft sicher schon weit mehr beigetragen, als Sie das jemals gemacht haben und jemals in der Lage sein werden beizutragen, wenn ich Ihnen, Herr Westenthaler, das einmal sagen darf. (Abg. Grosz: Herr Kollege Heinzl, was ist jetzt mit dem Kollegen Westenthaler? Ihr Vorredner war der Kollege Scheibner und nicht der Kollege Westenthaler! – Zwischenruf des Abg. Markowitz.)
Abg. Ing. Westenthaler: Überfallsartig!
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP): Herr Präsident! Frau Ministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Als wir vor zwei Wochen im Finanzausschuss die vorliegende Novelle des Bankwesengesetzes beschlossen haben (Abg. Ing. Westenthaler: Überfallsartig!), haben wir natürlich gewusst, dass das im Hinblick auf die aktuelle Entwicklung bei den Volksbanken notwendig ist, aber ehrlich gestanden, vom Tempo und der Dramatik der Entwicklung am Wochenende waren wir dann eigentlich trotzdem überrascht, Frau Finanzministerin.
Abg. Ing. Westenthaler: Das haben wir alle gewusst!
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Ich schließe gleich an an die Ausführungen des Abgeordneten Westenthaler. Es ist ja nicht so, dass wir vor zwei Wochen im Finanzausschuss sozusagen von den Problemen der Volksbank an diesem Wochenende gewusst haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Das haben wir alle gewusst!) Das Gegenteil ist wahr. Man hat gehofft, dass man mit der Möglichkeit der Öffnung des sogenannten Rabobank-Modells so viel Eigenkapital im Sektor selbst mobilisieren kann, in der in Europa schon lange bewährten Form, sodass eine entsprechende Auffanglösung nicht notwendig ist. (Abg. Petzner: Das glaubst du ja selber nicht!) Tatsächlich reicht das aber nicht, und tatsächlich muss der Steuerzahler leider in Form einer Teilverstaatlichung eingreifen.
Abg. Ing. Westenthaler: Vernaderung macht ihr ja nie! – Abg. Scheibner: Ihr lebt doch von solchen Geschichten bei anderen Parteien!
Es gibt zwei Varianten: entweder ist der bei mir eingedrungen, hat sich bei mir die Daten selbst geholt, hat sich die Informationen gefladert (Abg. Ing. Westenthaler: Vernaderung macht ihr ja nie! – Abg. Scheibner: Ihr lebt doch von solchen Geschichten bei anderen Parteien!) oder – das ist die zweite Variante, auch die hatten wir schon, ich erinnere an die Frage des Laptop (Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Scheibner.) – Ich weiß nicht, warum Sie so schreien, der Stadler war da anderer Meinung bei der Frage des Laptops von Pilz beispielsweise.
Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Scheibner.
Es gibt zwei Varianten: entweder ist der bei mir eingedrungen, hat sich bei mir die Daten selbst geholt, hat sich die Informationen gefladert (Abg. Ing. Westenthaler: Vernaderung macht ihr ja nie! – Abg. Scheibner: Ihr lebt doch von solchen Geschichten bei anderen Parteien!) oder – das ist die zweite Variante, auch die hatten wir schon, ich erinnere an die Frage des Laptop (Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Scheibner.) – Ich weiß nicht, warum Sie so schreien, der Stadler war da anderer Meinung bei der Frage des Laptops von Pilz beispielsweise.
Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Was tun wir mit den Vorbestrafungen? – Abg. Ing. Westenthaler: Was machen wir mit den Dummen?
Daher nochmals: Schaffen wir sie ab, und ich sage, die Auslieferung des Abgeordneten Zinggl ist mehr als gerechtfertigt. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Was tun wir mit den Vorbestrafungen? – Abg. Ing. Westenthaler: Was machen wir mit den Dummen?)
Abg. Dr. Jarolim: Was tun wir mit den Vorbestrafungen? – Abg. Grosz: Zumindest einmal ! – Abg. Ing. Westenthaler: Was machen wir mit den Blöden? – Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Jarolim und Ing. Westenthaler.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zu Wort ist niemand mehr gemeldet. Die Debatte ist geschlossen. (Abg. Dr. Jarolim: Was tun wir mit den Vorbestrafungen? – Abg. Grosz: Zumindest einmal ! – Abg. Ing. Westenthaler: Was machen wir mit den Blöden? – Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Jarolim und Ing. Westenthaler.) – Herr Abgeordneter Dr. Jarolim, bitte!
Sitzung Nr. 146
Abg. Ing. Westenthaler: Höchstbeamte!
Wir haben uns die Einrichtung eines Pensionskontos vorgenommen, wo jeder auch nachvollziehen kann, zu welcher Pensionshöhe seine bisherigen Beiträge führen werden, und wodurch dieses System der Abschläge und der Deckel der Vergangenheit angehören werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Höchstbeamte!)
Abg. Ing. Westenthaler: Warum verschlucken Sie sich dauernd?
Da ist es wichtig, dass es diese soziale Gerechtigkeit auch in Österreich in vermehrtem Ausmaß gibt, denn dieses Konsolidierungspaket trägt die sozialdemokratische Handschrift, wo, dominierend, Elemente der sozialen Gerechtigkeit drinnen sind. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Wo denn?) – Sie dürfen es als Opposition gar nicht sehen wollen. Sie müssen es aber sehen, wenn Sie sich herstellen und versuchen, das fair zu beurteilen, denn wir werden nur dann Vertrauen in der Bevölkerung gewinnen, wenn wir diese Diskussion hier auch fair führen. (Abg. Bucher: Zuerst einmal ehrlich, dann fair!) Und fair heißt Fairness, und Fairness heißt hier auch die soziale Gerechtigkeit in den Mittelpunkt stellen. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum verschlucken Sie sich dauernd?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Die fallen sich um den Hals, die tanzen!
Ich war gestern mit Frau Finanzministerin Fekter in meinem Wahlkreis Waldviertel unterwegs. Wir haben mehrere Veranstaltungen gehabt, und ich sage Ihnen: Das Verständnis der Menschen für dieses Paket ist wirklich gewaltig, es hat mich beeindruckt! (Abg. Strache: Jubeltänze auf den Straßen?!) Der Herr Bundeskanzler hat sich zu Recht bei den Regierungsmitgliedern bedankt, deshalb möchte ich sagen, ich bedanke mich auch bei der Bevölkerung für dieses Verständnis, das sie gegenüber diesem Sparpaket aufbringt. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Hagen: Gehen Sie einmal unter die Menschen, dann hören Sie es! – Anhaltende Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.) Es ist nicht einfach, aber die Menschen, Herr Kollege Strache, sind klüger, als so manche Oppositionspolitiker glauben. Glauben Sie mir das! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Die fallen sich um den Hals, die tanzen!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Krainer zu Wort. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Stell dir einmal vor, das täten wir sagen!
Und es hat keineswegs zu einem Zusammenbruch dieser Firmen geführt, ganz im Gegenteil. Da gibt es auch eine McKinsey-Studie dazu, dass die Performance, die Gewinnsituation in Firmen, in denen Männer und Frauen sozusagen gleichrangig vertreten sind, in der Regel besser ist als in männerdominierten Firmen. Ich führe das, nebenbei gesagt, nicht darauf zurück, dass Frauen die besseren Menschen sind (Abg. Kopf: Danke!), auch nicht darauf, dass Frauen die besseren Manager sind – das glaube ich nämlich beides nicht; sie sind genauso gescheit oder blöd wie wir Männer (Abg. Ing. Westenthaler: Stell dir einmal vor, das täten wir sagen!) –, was aber eine Rolle spielt, glaube ich, ist die Diversität: die Diversität in Firmen und anderen Organisationen, die Mischung aus beiden, die diese bessere Performance ergibt. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Sitzung Nr. 148
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Außerdem enthält das Paket Punkte, Frau Finanzministerin, wo ich mich frage, ob Sie das mit einem geordneten und ruhigen Gewissen überhaupt noch vertreten können (Abg. Scheibner: Sie hat es ja nicht gelesen!), wie die Finanztransaktionssteuer, 1,5 Milliarden €, wozu Ihnen Ihr Kollege aus der Bundesrepublik Deutschland schon mitgeteilt hat, dass sie nicht möglich sein wird, dass sie auf europäischer Ebene nicht einführbar ist. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Sie haben 1,5 Milliarden € hineingestellt. (Zwischenruf des Abg. Großruck.)
Abg. Ing. Westenthaler: 85 Prozent dagegen!
Das Sparpaket ist insgesamt sozial ausgewogen. Wenn Sie sich in der Bevölkerung umhören, werden Sie feststellen, dass der überwiegende Teil der Bevölkerung dieses Sparpaket mitträgt. (Abg. Ing. Westenthaler: 85 Prozent dagegen!) Ich bin überrascht, dass sich das hier im Haus nicht abbildet, dass die Opposition eigentlich unisono sagt: Das hat keinen Sinn, das ist nicht g’scheit, so machen wir das nicht! Die Bevölkerung ist da viel weiter, die Bevölkerung anerkennt, dass man sich sehr bemüht hat, ein sozial ausgewogenes Sparpaket zu schnüren, dass man darauf geachtet hat, dass jeder nach seinen Möglichkeiten zu diesem Sparpaket beitragen soll. Das wird in der Bevölkerung durchaus akzeptiert. (Abg. Dr. Strutz: Mit wem redet ihr?) Die Bevölkerung sieht die Notwendigkeit dieses Sparpakets, um unseren Kindern und Kindeskindern wieder ein Stück Zukunft zu eröffnen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Die Frau Finanzminister hat in der „Pressestunde“ – ich zitiere sie – gesagt: Wenn ich die Finanztransaktionssteuer und das Abkommen mit der Schweiz nicht aufgenommen hätte, hätten wir die österreichische Bevölkerung noch mehr belasten müssen. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) – Das ist das Zitat aus der „Pressestunde“ von der Frau Finanzminister. Also sie gibt zu: Die restlichen Teile des Belastungsbudgets sind Belastungen, und die zwei Teile, die man versucht hat, über andere Ebenen hereinzuholen, sind jetzt im Wesentlichen weggebrochen, und da kommen zukünftige Belastungen auf die österreichische Bevölkerung zu. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Ursula Haubner.
Oder, ein ganz klassischer Fall: Grasser, immerhin der Finanzminister einer ehemaligen Regierung; Grasser sage ich nur, wo Akten angefordert werden und dort in Liechtenstein sagen sie: Schmeck’s! Die liefern wir nicht aus! (Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Ursula Haubner.) Warum? – Für die ist Grasser vielleicht nicht einmal so wichtig, vielmehr ist ihnen wichtig, dass man weiter ohne Sorge genüsslich nach Liechtenstein gehen und dort die Schwarzgelder unterbringen kann. (Zwischenruf beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Steht das im Sparpaket drinnen?! Schauen Sie einmal auf die Tagesordnung!
Es gilt die Unschuldsvermutung, sage ich gleich dazu, aber bei aller Unschuldsvermutung muss ich sagen, das ist ein ganz seltsames Bild, wenn ausgerechnet ein ehemaliger Finanzminister auch noch von solchen Möglichkeiten und Gelegenheiten Gebrauch macht. (Abg. Strache: Die Gewerkschaftsstiftungen in Liechtenstein, oder was? Was hat die Gewerkschaft zu verbergen?) Und da soll es dann mehr Vertrauen in die Politik geben?! Na super ist dieses Bild. (Abg. Ing. Westenthaler: Steht das im Sparpaket drinnen?! Schauen Sie einmal auf die Tagesordnung!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen kürzen Sie beim Bausparen! Das ist die Gerechtigkeit!
Das sollte man beachten, wenn wir hier herinnen diskutieren. Und wir diskutieren ja unter anderem auch im Interesse Österreichs und der Bevölkerung, die hier lebt, und aller, die hier fleißig arbeiten, und aller, die hier auch wirklich ihren Beitrag leisten, damit dieser Sozial- und Gesundheitsstaat und die Pensionen finanzierbar sind. All die wollen Gerechtigkeit. Und da haben sie recht, wenn sie das wollen, und da gehören wir zu denjenigen, wir Sozialdemokraten, die dafür kämpfen, dass es hier diese Gerechtigkeit gibt, auch bei jeder Art von Budget, auch wenn es einmal ein Stabilitätsbudget sein muss, damit wir aus diesem Defizitverfahren herauskommen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen kürzen Sie beim Bausparen! Das ist die Gerechtigkeit!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist jetzt mit der Bausparförderung? Fünf Millionen sind davon betroffen!
Kommen Sie einmal heraus und schildern Sie, was gut ist an dem Stabilitätspaket! Sie haben jetzt drei, vier Punkte kritisiert, die anderen haben Sie nicht angesprochen, also nehme ich an, Sie finden alles andere, was drinnen ist, gut. Das wäre einmal ein neuer Zugang der Opposition, wenn sie einmal das nationale Interesse in den Mittelpunkt stellen würde und nicht ihr kurzsichtiges parteipolitisches Interesse. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist jetzt mit der Bausparförderung? Fünf Millionen sind davon betroffen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit der Bausparprämie?
Warum mir das so wichtig ist, meine Damen und Herren: weil ich einer jener bin, mit vielen Freunden in der Volkspartei, die seit Jahren sagen, es gibt nichts Familienfeindlicheres als hohe Staatsschulden, denn das heißt, wir transferieren unsere Schulden auf unsere Kinder und Enkelkinder. Das wird jetzt beendet. Es kann nichts Unsozialeres geben als hohe Staatsschulden, denn Staatsschulden bedeuten Umverteilung von unten nach oben. Der kleine Steuerzahler finanziert mit seinen Steuern die Zinsen für jene, die auf den Finanzmärkten die Anleihen zeichnen. Eine klassische Umverteilung von unten nach oben. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit der Bausparprämie?)
Abg. Ing. Westenthaler: Was hätten Sie nicht gemacht?
Herr Kollege Westenthaler! Ich habe vorhin gesagt, es wird keiner hier sein, der zu 100 Prozent mit allen hunderten Maßnahmen zufrieden ist. Ich gebe gerne zu, ich hätte das nicht gemacht. (Abg. Ing. Westenthaler: Was hätten Sie nicht gemacht?) Aber mir geht es so wie jedem Staatsbürger: Jeder Staatsbürger muss auch jene Gesetze einhalten, die ihm nicht gefallen. Und ich gebe gerne zu, ich habe darum gekämpft, ich bin in der Minderheit geblieben, und ich muss es respektieren, dass ich in der Minderheit geblieben bin. Gar keine Frage! Es gibt hier ein Bündel von Maßnahmen, zu denen stehe ich voll, auch wenn mir eine Detailmaßnahme vielleicht nicht so gefällt, wie sie anderen gefällt.
Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!
Herr Kollege Stummvoll, wenn ich die Zeitung richtig zitiere, dann haben Sie gesagt, Sie hätten die Bausparprämie nie angegriffen. Erinnern wir uns! Die Bausparprämie war ein Konjunktur-Turbo, aber ihr steigt jetzt damit auf die Bremse. (Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!) Vollgas ist jetzt angesagt im Vorfeld einer Wirtschaftskrise, meine
Abg. Ing. Westenthaler: Mit DJ BoBo!
Mit wem sprechen Sie, Frau Finanzministerin, wenn nicht mit den Schweizern?! – Reden Sie mit Namibia? Mit wem reden Sie? Sie reden offensichtlich nicht mit den Schweizern und verhandeln auch nicht mit denen. (Abg. Ing. Westenthaler: Mit DJ BoBo!) Und das ist ja der Punkt, den wir kritisieren: Sie sind höchstgradig unseriös in Ihrem Vorgehen, höchstgradig unseriös, indem Sie uns völlig falsch informieren hier im Hohen Haus und auch die Öffentlichkeit belügen, Frau Finanzministerin! – Lassen Sie sich das auch einmal gesagt sein! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kickl: Und trotzdem sind Lebensmittel bei uns immer noch teurer! – Abg. Ing. Westenthaler: Mineralölsteuer!
Da gibt es 14 von 27 EU-Staaten, die sich in den letzten zwei Jahren dazu entschieden haben, die Mehrwertsteuer und die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel zu erhöhen. – Wir machen das bewusst nicht, weil das die Falschen treffen würde, weil das die Ärmeren treffen würde, weil das die Familien und die Haushalte treffen würde. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kickl: Und trotzdem sind Lebensmittel bei uns immer noch teurer! – Abg. Ing. Westenthaler: Mineralölsteuer!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die liegen ja regelmäßig daneben!
Nun gibt es zur Frage, wie sich die Konjunktur weiterentwickeln wird, unterschiedliche Prognosen. Wir hatten natürlich zum damaligen Zeitpunkt eine Prognose des Wifo zugrunde zu legen, von der man auch nicht hundertprozentig sagen kann, dass sie in den nächsten fünf Jahren so eintreffen wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Die liegen ja regelmäßig daneben!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber die Budgethoheit ist schon noch im Land, oder?
Herr Westenthaler, Sie haben gesagt, wir geben auf, im eigenen Land die Entscheidungen zu treffen. – Ja, Herr Westenthaler, erstens sind wir schon länger in der Europäischen Union, wo wir auch gemeinsame Entscheidungen treffen (Abg. Ing. Westenthaler: Aber die Budgethoheit ist schon noch im Land, oder?), und zweitens (Abg. Ing. Westenthaler: Aber die Budgethoheit haben wir bis jetzt gehabt!), jeder dritte Arbeitsplatz hat indirekt mit dem Export zu tun. Also geben wir zu, dass wir eben im Land alleine zum Beispiel über den Export nicht entscheiden können, sondern dass wir ein stabiles Europa brauchen und dass wir stabile Entwicklungen in der europäischen Politik brauchen! Engagieren wir uns daher, und tun wir nicht so, als könnten wir alles
Abg. Ing. Westenthaler: Aber die Budgethoheit haben wir bis jetzt gehabt!
Herr Westenthaler, Sie haben gesagt, wir geben auf, im eigenen Land die Entscheidungen zu treffen. – Ja, Herr Westenthaler, erstens sind wir schon länger in der Europäischen Union, wo wir auch gemeinsame Entscheidungen treffen (Abg. Ing. Westenthaler: Aber die Budgethoheit ist schon noch im Land, oder?), und zweitens (Abg. Ing. Westenthaler: Aber die Budgethoheit haben wir bis jetzt gehabt!), jeder dritte Arbeitsplatz hat indirekt mit dem Export zu tun. Also geben wir zu, dass wir eben im Land alleine zum Beispiel über den Export nicht entscheiden können, sondern dass wir ein stabiles Europa brauchen und dass wir stabile Entwicklungen in der europäischen Politik brauchen! Engagieren wir uns daher, und tun wir nicht so, als könnten wir alles
Zwischenrufe der Abgeordneten Kickl und Ing. Westenthaler.
Aber, meine Damen und Herren, die Frau Finanzministerin mit der Pippi Langstrumpf zu vergleichen (Abg. Grosz: Das hat die Pippi Langstrumpf nicht verdient!), das weise ich zurück. Wir haben eine Finanzministerin, die hervorragende Arbeit leistet, die dieses Steuerzahlergeld hervorragend verwaltet (Beifall bei der ÖVP), und darauf bestehe ich, meine Damen und Herren! – Diese Märchenstunden, die können Sie jemandem anderen erzählen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Kickl und Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Vergessen Sie bitte das mit Walt Disney nicht, mit den Gebrüdern Grimm!
Meine Damen und Herren, und im Übrigen kann ich Ihnen eines nicht ersparen (Abg. Ing. Westenthaler: Vergessen Sie bitte das mit Walt Disney nicht, mit den Gebrüdern Grimm!): Sie nehmen sich nicht einmal selber ernst. Alle fünf Parteien dieses Nationalrats haben – und ich zitiere – die Bundesregierung und insbesondere den Finanzminister aufgefordert, „in einem ersten Schritt eine verbindliche Einführung einer allgemeinen Finanztransaktionssteuer auf EU-Ebene“ durchzusetzen. (Abg. Strache: Ja, eh! Aber sie ist nicht in Sicht – aber im Budget wird sie eingerechnet! Das ist ja absurd! Sie ist nicht in Sicht, aber ins Budget eingerechnet! – Völlig absurd!)
Abg. Bucher: Haben Sie mit dem Portier geredet, oder mit wem? – Abg. Ing. Westenthaler: Reden Sie gleich mit dem DJ BoBo!
Lassen Sie mich auch zu der Frage der Abgeltungssteuer mit der Schweiz Stellung nehmen. Während Sie hier blumig herumreden, dass das alles nicht möglich ist, handeln wir: Gestern hat ein Sektionschef des Finanzministeriums in der Schweiz bereits mit den zuständigen Stellen die Expertengespräche vorbereitet. (Abg. Bucher: Haben Sie mit dem Portier geredet, oder mit wem? – Abg. Ing. Westenthaler: Reden Sie gleich mit dem DJ BoBo!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Menschen tanzen auf den Straßen!
Daher gibt es hier keinen Grund, die Flinte ins Korn zu werfen, es gibt keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken, sondern es gibt nur einen Grund, konsequent dafür zu arbeiten, dass dieses Konsolidierungspaket Österreich auf gesunde Beine stellt. Das ist unser Ziel, und das wird damit auch gewährleistet. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Menschen tanzen auf den Straßen!)
Sitzung Nr. 150
Abg. Ing. Westenthaler: Rote und schwarze Polit-Agitation!
Das ist der größte Sündenfall gewesen, den wir auch hier im Hohen Haus im Rahmen des Unterausschusses zum Justizausschuss wieder zu korrigieren haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Rote und schwarze Polit-Agitation!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Ihr Zustand ist der der Christdemokraten der achtziger Jahre, die man dann irgendwann einmal auflösen musste, weil man ein ganzes Alphabet des korrupten Systems nach ihren Namen ordnen konnte. Das ist nicht staatspolitische Verantwortung. Aber eine Ministerin, die sagt: Diversion für Korruptionisten, oder eine Ministerin, die sagt: In Zukunft werden wir die Aufdecker verfolgen in dem Land, indem wir das Berufsgeheimnis für die Journalisten aufmachen, weil der Herr Kuch, weil der Herr Florian Klenk vom „Falter“, weil der „Krone“-Redakteur Gnam, weil der Herr Fellner von „ÖSTERREICH“, weil die Aufdecker-Journalisten dieses Landes unbequem sind, weichen wir das Berufsgeheimnis für Journalisten auf. Das wollten Sie. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist das jetzt der Ordnungsruf auf Bestellung?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Grosz, ich bleibe dabei, dass wir hier am Rednerpult keine Verurteilungen, keine Vorverurteilungen aussprechen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist das jetzt der Ordnungsruf auf Bestellung?) Man kann Vermutungen anstellen, das ist allemal erlaubt, aber keine Verurteilungen. Wir sind hier kein Gericht.
Sitzung Nr. 152
Abg. Ing. Westenthaler: Na geh, komm! – Rufe beim BZÖ: Das ist falsch! Letztklassig! – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Interessant ist in dieser gesamten Diskussion auch, wie mit zweierlei Maß gemessen wird, und da fällt mir noch eine ganz andere Diskussion ein (Abg. Dr. Rosenkranz: Warum dürfen wir den Herrn Rahimi nicht laden?), und zwar: Erinnern wir uns an die Postenbesetzung rund um Niko Pelinka! Es ging ein Raunen durch die Republik. Die Opposition bäumte sich auf, insbesondere auch das BZÖ. Ich frage mich nur: Warum hört man jetzt nichts davon, wenn die Lebensgefährtin des BZÖ-Obmannes Bucher, Christine Lackner, einen Versorgungsposten im ORF erhält? (Abg. Ing. Westenthaler: Na geh, komm! – Rufe beim BZÖ: Das ist falsch! Letztklassig! – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja , so etwas! Pfui Teufel! Pfui Teufel!
Es mehren sich die Stimmen, dass Lackner auch eine Key-Playerin rund um Hochegger, Reichhold und Gorbach ist. (Beifall bei der SPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ.) Und leider ist Herr Kollege Bucher nicht da, denn sonst könnten wir ihn dazu persönlich befragen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja , so etwas! Pfui Teufel! Pfui Teufel!) Das BZÖ wie auch die FPÖ versuchen, sich als Sauberparteien darzustellen, und bitte verzeihen Sie mir den Ausdruck: Das sind gerade diejenigen, die den meisten Dreck am Stecken haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Eine furchtbare Person !) – Auch dieser Einwurf, meine sehr verehrten Damen und Herren, zeigt einiges: Kollege Westenthaler hat gerade eben gesagt: „eine furchtbare Person“. Herr Kollege, verurteilte Straftäter haben hier im Parlament nichts verloren! (Beifall bei der SPÖ. – Rufe beim BZÖ: Letztklassig! Unter jedem Niveau! Pfui Teufel!)
Abg. Ing. Westenthaler: Eine furchtbare Person !
Es mehren sich die Stimmen, dass Lackner auch eine Key-Playerin rund um Hochegger, Reichhold und Gorbach ist. (Beifall bei der SPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ.) Und leider ist Herr Kollege Bucher nicht da, denn sonst könnten wir ihn dazu persönlich befragen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja , so etwas! Pfui Teufel! Pfui Teufel!) Das BZÖ wie auch die FPÖ versuchen, sich als Sauberparteien darzustellen, und bitte verzeihen Sie mir den Ausdruck: Das sind gerade diejenigen, die den meisten Dreck am Stecken haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Eine furchtbare Person !) – Auch dieser Einwurf, meine sehr verehrten Damen und Herren, zeigt einiges: Kollege Westenthaler hat gerade eben gesagt: „eine furchtbare Person“. Herr Kollege, verurteilte Straftäter haben hier im Parlament nichts verloren! (Beifall bei der SPÖ. – Rufe beim BZÖ: Letztklassig! Unter jedem Niveau! Pfui Teufel!)
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wollen Sie Lebensgefährten bespitzeln, oder was? – Anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ.
Auch die morgige Befragung von Monika Langthaler wird sicherlich interessant werden. Wir sind hier, um lückenlos aufzuklären. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wollen Sie Lebensgefährten bespitzeln, oder was? – Anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Pfui Teufel!
richtig für das Vertrauen in unsere Republik. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Pfui Teufel!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt schauen wir uns alle Lebensgefährten an!
Präsident Fritz Neugebauer: Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir haben noch vier Wortmeldungen. Ich bitte, noch so viel Kondition aufzubringen (Zwischenrufe der Abgeordneten Grosz und Petzner) und sowohl vom Rednerpult als auch vom Plenum aus eine wertschätzende Sprache zu führen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt schauen wir uns alle Lebensgefährten an!)
Abg. Ing. Westenthaler: Eine furchtbare Person! Eine furchtbare Person!
Abgeordnete Gabriele Tamandl (fortsetzend): Werte Finanzministerin! Sehr geehrte weitere Regierungsmitglieder! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich finde es schon etwas befremdlich, was da jetzt über Frau Kollegin Steßl-Mühlbacher gesagt wurde: Pfui Teufel, unnötig und unwürdig. (Abg. Ing. Westenthaler: Eine furchtbare Person! Eine furchtbare Person!)
Sitzung Nr. 153
Abg. Ing. Westenthaler: Eher eine Trauerstunde!
Ich befürchte nur dringlich, meine sehr geehrten Damen und Herren von der ÖVP, dass aus dieser Feierstunde nichts wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Eher eine Trauerstunde!) Aus dieser Feierstunde kann nämlich nichts werden, weil sich die ehrlichen, die anständigen und die braven Steuerbürger Österreichs dafür schämen, was diese Frau Finanzministerin aufführt, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Fichtenbauer – auf einen Fotografen in einer Balkonloge weisend –: Es entspricht einer Regelung des Hauses, dass nicht mit Teleobjektiven Unterlagen der Abgeordneten fotografiert werden! Der Herr in Grün geht die ganze Zeit dieser Tätigkeit nach! – Abg. Ing. Westenthaler: Immer der Gleiche! – Rufe bei der ÖVP: Immer derselbe!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Wir gelangen nun zu den Punkten 1 bis 3 der Tagesordnung, über welche die Debatte unter einem durchgeführt wird. (Abg. Dr. Fichtenbauer: Frau Präsidentin, zur Geschäftsbehandlung!) – Moment! (Abg. Dr. Fichtenbauer – auf einen Fotografen in einer Balkonloge weisend –: Es entspricht einer Regelung des Hauses, dass nicht mit Teleobjektiven Unterlagen der Abgeordneten fotografiert werden! Der Herr in Grün geht die ganze Zeit dieser Tätigkeit nach! – Abg. Ing. Westenthaler: Immer der Gleiche! – Rufe bei der ÖVP: Immer derselbe!)
Abg. Dr. Fichtenbauer: Wie wollen Sie das kontrollieren? – Abg. Ing. Westenthaler: Frau Präsidentin! Das ist nicht die Pressetribüne! – Weitere Zwischenrufe.
Sie können von dort nicht reden (in Richtung des Fotografen), das weiß ich schon. Bitte davon Abstand zu nehmen! Nicht in die Unterlagen. Die Abgeordneten dürfen natürlich fotografiert werden, das ist klar, aber nicht die Unterlagen. (Abg. Dr. Fichtenbauer: Wie wollen Sie das kontrollieren? – Abg. Ing. Westenthaler: Frau Präsidentin! Das ist nicht die Pressetribüne! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Ing. Westenthaler: Glauben Sie, der gibt uns die Fotos? Frau Präsidentin! Das ist nicht die Pressetribüne! Nein, das ist da!
Meine Damen und Herren! Von den Fotografen, die im Haus sind, ist schon mehrfach angeboten worden – und ich schlage vor, dieses Angebot auch einmal anzunehmen –, genau jene Fotos sozusagen unter die Lupe zu nehmen, die hier gemacht werden. Ich habe das bereits einmal gemacht. Ich habe noch kein Foto gefunden, wo Unterlagen fotografiert wurden. Das halte ich fest. Jene Fotos, die bislang veröffentlicht wurden, sind nur von den Abgeordneten selber gemacht worden. Nur, um hier auch korrekt vorzugehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Glauben Sie, der gibt uns die Fotos? Frau Präsidentin! Das ist nicht die Pressetribüne! Nein, das ist da!) – Nein, das ist für die Fotografen freigegeben, Herr Abgeordneter Westenthaler! Nein, das stimmt nicht. Meine Anordnung kenne ich. (Beifall bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt erst recht!
Ein Wort noch – Kollege Westenthaler hat sich zu einer gewissen Radikallösung hinbewegt (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt erst recht!), der muss man nicht folgen –: Jeder Abgeordnete kann sich, wenn er angegriffen wird, an diesem Rednerpult wehren. Sie haben den Kollegen Epp angegriffen, der ein anständiger Mitarbeiter seines Klubs ist, der kann sich hier nicht wehren. Ich nehme ihn hiermit in Schutz. Jeder Referent und jeder parlamentarische Mitarbeiter, der seine Aufgabe ordentlich
Abg. Ing. Westenthaler: Er hat Falschpropaganda vermittelt!
erfüllt, verdient unseren Respekt. (Abg. Ing. Westenthaler: Er hat Falschpropaganda vermittelt!) Daher: Kollege Epp ist ein Ehrenmann! – Danke schön. (Beifall bei FPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Kößl.)
Beifall bei FPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Kößl.
erfüllt, verdient unseren Respekt. (Abg. Ing. Westenthaler: Er hat Falschpropaganda vermittelt!) Daher: Kollege Epp ist ein Ehrenmann! – Danke schön. (Beifall bei FPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Kößl.)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Kräuter, was ist? – Abg. Strache – in Richtung SPÖ –: Das ist Doppelbödigkeit!
(Abg. Ing. Westenthaler: Herr Kräuter, was ist? – Abg. Strache – in Richtung SPÖ –: Das ist Doppelbödigkeit!)
Abg. Ing. Westenthaler: Seit einem Jahr geht es hinauf!
Er hat zumindest in den „Salzburger Nachrichten“ gesagt, er „agiere hier beinahe in Notwehr“. Er hat gegenüber der „Kleinen Zeitung“ ausgeführt, er sei sehr enttäuscht, sehr bestürzt, was die Treibstoffpreise betrifft, äußerst bedauerlich sei die gesamte Situation. (Abg. Ing. Westenthaler: Seit einem Jahr geht es hinauf!) – Seit Kurzem erst, erst seit dem 14. April ist es bedauerlich. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Jahr geht es schon hinauf!) Vorher war es nicht bedauerlich, aber jetzt ist es enorm bedauerlich.
Abg. Ing. Westenthaler: Ein Jahr geht es schon hinauf!
Er hat zumindest in den „Salzburger Nachrichten“ gesagt, er „agiere hier beinahe in Notwehr“. Er hat gegenüber der „Kleinen Zeitung“ ausgeführt, er sei sehr enttäuscht, sehr bestürzt, was die Treibstoffpreise betrifft, äußerst bedauerlich sei die gesamte Situation. (Abg. Ing. Westenthaler: Seit einem Jahr geht es hinauf!) – Seit Kurzem erst, erst seit dem 14. April ist es bedauerlich. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Jahr geht es schon hinauf!) Vorher war es nicht bedauerlich, aber jetzt ist es enorm bedauerlich.
Abg. Ing. Westenthaler: Fast ein Prophet!
Gratulation! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Scheibner: Bravo! Bravo! Immerhin!) – Großartige Erkenntnis, und vor allem so zeitnahe, Herr Bundesminister! (Abg. Ing. Westenthaler: Fast ein Prophet!) Eine so zeitnahe Erkenntnis, gerade vor wenigen Tagen erst zu bemerken, dass die Treibstoffpreise relativ hoch sind! – Sie haben eine äußerst, äußerst vorherseherische Fähigkeit, muss man Ihnen konzedieren.
Abg. Ing. Westenthaler: Wie wäre es, wenn der Bucher gleich Minister wird? – Abg. Scheibner: Ein Honorar verlangen für die Beratung!
Ein Bucher in anderen Worten, würde ich sagen, Herr Minister! (Abg. Ing. Westenthaler: Wie wäre es, wenn der Bucher gleich Minister wird? – Abg. Scheibner: Ein Honorar verlangen für die Beratung!)
Oh-Rufe beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Zickzack!
In den „Salzburger Nachrichten“ liest sich das so: „() es ist so, dass die Marktmechanismen nicht ausreichend funktionieren.“ (Oh-Rufe beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Zickzack!)
Beifall bei BZÖ und FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Mineralöl-Mafia! Kriminelle Organisation!
Wir müssen dafür sorgen, dass wir uns bei den Strafbestimmungen etwas überlegen. Es kann nicht sein, dass Kartellabsprachen und Preisabsprachen ein Kavaliersdelikt bleiben und sich die Ölmultis mit einer Geldbuße herauskaufen, sondern da muss es Freiheitsstrafen geben, präventive harte Strafen, damit das nicht immer auf die Autofahrer abgewälzt wird, was hier an Gewinnen eingefahren wird, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei BZÖ und FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Mineralöl-Mafia! Kriminelle Organisation!)
Abg. Ing. Westenthaler: Mineralöl-Sprecher!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zur Abgabe einer Stellungnahme hat sich der Herr Bundesminister für Wirtschaft, Familie und Jugend Dr. Mitterlehner zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Mineralöl-Sprecher!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist das Hickhack?
Bundesminister für Wirtschaft, Familie und Jugend Dr. Reinhold Mitterlehner: Frau Präsidentin! Lieber Kollege Rudi Hundstorfer! Meine sehr geehrte Damen und Herren! An sich ist das Thema „Entwicklung der Spritpreise“ meiner Meinung nach so wichtig, dass wir uns da nicht in gegenseitigem Hickhack – ich verstehe irgendwo Ihr Ärgernis, dass Ihnen anscheinend ein Thema abhandenkommt – zwischen BZÖ und mir ergehen sollten. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist das Hickhack?)
Abg. Ing. Westenthaler: Ah, geh!
Aber ich finde, Sie hätten genügend Möglichkeiten, im eigenen Bereich ein paar Widersprüche aufzudecken. Weil der Peter Westenthaler da sitzt und auch herausschreit: Ich kann mich erinnern: Bin weg, bin wieder da! – Da waren auch ein paar Widersprüche. (Abg. Ing. Westenthaler: Ah, geh!) Oder der Herbert Scheibner: Ich glaube, es gibt wenige Leute in einer so wichtigen Angelegenheit wie Eurofighter, die innerhalb einer Woche ihre Meinung drehen, innerhalb einer Woche einmal für die Firma und eine Woche später für die andere Firma eintreten. (Abg. Bucher: Das ist vom Thema weg! – Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: So kann man es auch sagen!
Meine Damen und Herren! Damit zu dem Thema hin, das wirklich – da muss ich dem Herrn Bucher recht geben – in einigen Punkten begründenswert ist, warum ich auch meine Meinung, ich will nicht sagen, geändert, aber in bestimmten Punkten präzisiert habe. (Ironische Heiterkeit bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Kickl: Weiterentwickelt!) – Ja, ist in Ordnung. (Abg. Ing. Westenthaler: So kann man es auch sagen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Am 29. Februar!
Jetzt muss ich Ihnen aber eines gestehen: Wir haben ja schon vor drei oder vier Wochen einen Dringlichen Antrag gehabt und genau über dieses Thema diskutiert. Nichts ärgert ... (Abg. Ing. Westenthaler: Am 29. Februar!) – Am 29. Februar. Manchmal seid ihr präzise. (Abg. Ing. Westenthaler: Na bitte!)
Abg. Ing. Westenthaler: Na bitte!
Jetzt muss ich Ihnen aber eines gestehen: Wir haben ja schon vor drei oder vier Wochen einen Dringlichen Antrag gehabt und genau über dieses Thema diskutiert. Nichts ärgert ... (Abg. Ing. Westenthaler: Am 29. Februar!) – Am 29. Februar. Manchmal seid ihr präzise. (Abg. Ing. Westenthaler: Na bitte!)
Abg. Ing. Westenthaler: Schauen Sie einmal beim Oster-Wochenende! – Zwischenruf des Abg. Ing. Höbart.
Aber jetzt zum Thema: Schauen wir doch einmal nach, wo Slowenien in Sachen Treibstoffpreise liegt! Slowenien liegt auf Basis dieses Nettopreises gerade 1 Cent unter dem EU-Schnitt beim Benzin und 3 Cent beim Diesel. (Zwischenruf der Abg. Tamandl.) Das heißt, wir liegen besser als Slowenien. Peter Westenthaler, du hast einmal mehr in der Sache einfach nicht recht gehabt, unrecht gehabt. (Abg. Ing. Westenthaler: Schauen Sie einmal beim Oster-Wochenende! – Zwischenruf des Abg. Ing. Höbart.)
Abg. Ing. Westenthaler: Mehrwertsteuer!
Zum Zweiten: Ist es denn richtig, wenn Peter Westenthaler hier den Vorwurf erhebt, Herr Mitterlehner, Herr Hundstorfer, diese böse Regierung sei der Hauptprofiteur der hohen Benzinpreise, weil ja die Steuern dann quasi draufkämen? – Peter Westenthaler, ich kenne dich zu gut, du weißt es besser. Du weißt ganz genau, dass die Mineralölsteuer pro Liter oder pro Kilogramm Treibstoff erhoben wird und es ganz egal ist, wie hoch der Basispreis ist, das ist ein bestimmter Betrag. So gesehen ist auch diese Anmerkung nicht richtig. (Abg. Ing. Westenthaler: Mehrwertsteuer!)
Abg. Ing. Westenthaler: Martin, Mehrwertsteuer!
Also: Ein bisschen bei der Wahrheit bleiben, ein bisschen bei den Tatsachen, schadet auch nicht, wenn der Herr Klubobmann Bucher schon von sich so postuliert, er sei der ernsthafte, der seriöse Oppositionspolitiker! (Abg. Ing. Westenthaler: Martin, Mehrwertsteuer!)
Abg. Ing. Westenthaler: Bei dem Thema ! Sonst ist er nicht schlecht, aber bei dem Thema !
Immerhin: Der Minister – ein in vielen Bereichen ja als vernünftig bekannter Mann – hat das ja schon bei dem vorigen und bei diesem Thema signalisiert. Ich würde an Ihrer Stelle versuchen, mich durchzusetzen, Herr Bundesminister, das würde auch Ihrer Partei guttun. Sie hat es ohnehin notwendig. (Abg. Ing. Westenthaler: Bei dem Thema ! Sonst ist er nicht schlecht, aber bei dem Thema !)
Abg. Ing. Westenthaler: Pendlerminister!
spricht (Abg. Ing. Westenthaler: Pendlerminister!) –, sozial gestaffelt deswegen, weil sonst der Generaldirektor bevorzugt ist. – Hört, hört! Also keine Bevorzugung der Besserverdiener.
Abg. Ing. Westenthaler: Pfingsten geht sich nicht aus, hat er gesagt!
Es gibt jetzt, wir haben es schon gehört, auch einen Verordnungsvorschlag vom Minister für eine „Testphase“ – nennen wir es einmal so –, am Pfingstwochenende soll das stattfinden. An diesem Wochenende sollen dann Preisänderungen, wie es zu Ostern der Fall war, per Verordnung verboten werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Pfingsten geht sich nicht aus, hat er gesagt!) – Na hoffen wir einmal das Beste, wir sind ja hoffnungsfroh; die Hoffnung stirbt zuletzt. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir hoffen seit Jahren!) Ich denke, das wird sich ausgehen. Dann muss man sich anschauen, wie das funktioniert hat, ob es funktioniert hat, was man vielleicht noch ändern muss, ob man diesen Preiskorridor vielleicht auch vor den Sommermonaten, vor dem Sommerreiseverkehr umsetzen kann. Aber eines muss dabei selbstverständlich ausgeschlossen werden können: dass eine Preiserhöhung vor den Ferienzeiten erfolgt, dass es da einen Umkehrschwung gibt.
Abg. Ing. Westenthaler: Wir hoffen seit Jahren!
Es gibt jetzt, wir haben es schon gehört, auch einen Verordnungsvorschlag vom Minister für eine „Testphase“ – nennen wir es einmal so –, am Pfingstwochenende soll das stattfinden. An diesem Wochenende sollen dann Preisänderungen, wie es zu Ostern der Fall war, per Verordnung verboten werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Pfingsten geht sich nicht aus, hat er gesagt!) – Na hoffen wir einmal das Beste, wir sind ja hoffnungsfroh; die Hoffnung stirbt zuletzt. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir hoffen seit Jahren!) Ich denke, das wird sich ausgehen. Dann muss man sich anschauen, wie das funktioniert hat, ob es funktioniert hat, was man vielleicht noch ändern muss, ob man diesen Preiskorridor vielleicht auch vor den Sommermonaten, vor dem Sommerreiseverkehr umsetzen kann. Aber eines muss dabei selbstverständlich ausgeschlossen werden können: dass eine Preiserhöhung vor den Ferienzeiten erfolgt, dass es da einen Umkehrschwung gibt.
Abg. Ing. Westenthaler: Das müssen Sie dem Koalitionspartner sagen!
Was wir in diesem Zusammenhang machen – weil auch Pfingsten angesprochen worden ist und ab wann das gilt –: Wir leben in einem Rechtsstaat, und ich möchte auf Verordnungsbasis vorgehen. Da es da auch Strafen gibt, sind die Länder und die Bezirkshauptmannschaften eingebunden, und da kann ich nicht sagen, dass etwas von heute auf morgen gilt, das dann in der Praxis nicht funktioniert. (Abg. Ing. Westenthaler: Das müssen Sie dem Koalitionspartner sagen!) – Ja, ich sage es Ihnen, Herr Westenthaler, weil Sie gesagt haben, Pfingsten. Pfingsten wäre der Tag, an dem auch die Möglichkeit wäre, mit gleicher Zunge zu sprechen; das ist bei euch schwierig.
Abg. Ing. Westenthaler: Die Kollegin !
Ich wollte damit nur zum Ausdruck (Abg. Ing. Westenthaler: Die Kollegin !) – Ja, ich habe es verstanden, der Koalitionspartner hat es angesprochen. Sie haben aber dann gefragt, daher wollte ich Ihnen das erklären. Diese vier Wochen Begutachtungsfrist hängen mit dem Thema Konsultationsmechanismus und einheitliche Umsetzung zusammen. Daher werden wir vermutlich oder ziemlich sicher zu Fronleichnam diese Regelung haben. Sie entspricht weitgehend dem, was heute in diesem Antrag steht. Sie begründen den Antrag ja eigentlich damit, was ich selbst gesagt habe. Das ist ja originell, Herr Bucher, aber der Antrag entspricht genau dem.
Abg. Ing. Westenthaler: Wann zirka?
Letzter Punkt, dann bin ich schon fertig, die Pendlerpauschale. Ich habe im Radio gesagt, dass wir zum gegebenen Zeitpunkt – das muss man mit den Ländern und anderen Betroffenen diskutieren – an einem Vorschlag arbeiten und diesen vorlegen werden. Interpretieren Sie auch da nicht irgendetwas anderes hinein, das ist gesagt. (Abg. Ing. Westenthaler: Wann zirka?) – Sie werden es erwarten können, Herr Westenthaler. (Abg. Bucher: Weihnachten!) Sie brennen darauf, dass Sie das in der Form haben werden. Sie werden es rechtzeitig bekommen.
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Bundesminister Dr. Mitterlehner –: Zwischen Ihrer ersten und zweiten Rede hat sich der Benzinpreis wieder erhöht! – Bundesminister Dr. Mitterlehner: Das war gut!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Dolinschek. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Bundesminister Dr. Mitterlehner –: Zwischen Ihrer ersten und zweiten Rede hat sich der Benzinpreis wieder erhöht! – Bundesminister Dr. Mitterlehner: Das war gut!)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Ing. Westenthaler.
Oder: Es ist Ihnen zu aufwendig, es zu wissen. – Dann muss man auch darüber diskutieren: Steht nicht die Demokratie – nämlich sowohl die Frage, wie viele Menschen es gibt, als auch die Frage des Interpellationsrechts der Abgeordneten, also des Rechts der Abgeordneten, an MinisterInnen Fragen zu stellen – über dem von Ihnen ins Treffen geführten Aufwandsargument? (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Ing. Westenthaler.)
Sitzung Nr. 155
Abg. Ing. Westenthaler: „Betonkopf“ ist ein Ordnungsruf! „Betonierer“ aber nicht!
Meine Damen und Herren, wir brauchen jetzt nicht darüber zu diskutieren, in welchem Zusammenhang dieses Wort verwendet wurde. (Abg. Ing. Westenthaler: „Betonkopf“ ist ein Ordnungsruf! „Betonierer“ aber nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer ist da im Vorstand gesessen? Schmied?!
Die vielen Hilfspakete für die Banken haben uns letztendlich in diese angespannte budgetäre Haushaltssituation gebracht. Völlig richtig, Herr Kollege Cap. Vergessen Sie nicht, welche Bank es war, meine sehr geehrten Damen und Herren, die am meisten Steuermilliarden gekostet hat! Welche Bank war das, meine sehr geehrten Damen und Herren von der SPÖ? – Es war die Kommunalkredit. Völlig richtig. Dreimal so viele Steuermilliarden wie die Hypo Alpe-Adria-Bank! Das wird leider Gottes von den Sozialdemokraten immer verschwiegen. (Beifall beim BZÖ.) Die Gründe dafür sind ja wohlbekannt. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer ist da im Vorstand gesessen? Schmied?!)
Abg. Ing. Westenthaler: Darf’s ein bisschen mehr sein?
Wahlkampfleiter, glaube ich, war Kollege Lopatka. Er hat als Richtschnur ungefähr 7 Millionen € angeben. (Abg. Dr. Lopatka: Ja, Richtschnur!) – Als Richtschnur. Geworden ist es dann ein bisschen mehr. (Abg. Ing. Westenthaler: Darf’s ein bisschen mehr sein?) Ein Jahr später konnte man im Rechenschaftsbericht der Parteien das „ein bisschen mehr“ dann nachlesen. Das waren nämlich satte 10 Millionen € mehr!
Abg. Ing. Westenthaler: Also überzeugen Sie uns!
Ich möchte Ihnen noch etwas sagen: Man kann zu dem Verhältnis Bund – Länder stehen, wie man will, wir haben nun einmal ein föderales System. Bisher wurde immer wieder kritisiert, dass die Länder Regelungen, die auch sie betreffen, mit Vehemenz zu verhindern versuchen. Jetzt ist es dem Herrn Bundeskanzler in einer sehr energischen Aktion gelungen, dass die Länder mit einbezogen werden sollen. Das geht aber nur dann, wenn mindestens eine Oppositionspartei dazu bereit ist, mit uns gemeinsam diese Zweidrittelbestimmungen auch wirklich durchzusetzen und hier im Hohen Haus zu beschließen. Es geht nur dann. (Abg. Ing. Westenthaler: Also überzeugen Sie uns!) Wenn Sie das nicht machen wollen, sondern mit irgendwelchen vorgeschobenen Argumenten abwehren, dann müssen Sie damit leben, dass die Länder nicht betroffen sind.
Abg. Ing. Westenthaler: Der ist in Amerika, der ist gar nicht da!
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Meine Herren Staatssekretäre! Sollte Herr Stronach heute zugeschaut haben, um sich ein Bild von der Glaubwürdigkeit des Herrn Bucher und des Herrn Petzner zu machen, dann, glaube ich, bekommt das BZÖ kein Geld. (Abg. Ing. Westenthaler: Der ist in Amerika, der ist gar nicht da!) Herr Westenthaler, da kauft sich Stronach lieber noch ein paar Pferde oder ein paar Fußballer. Diese 180 Grad-Wendigkeit, die da an den Tag gelegt wird, ist wirklich abenteuerlich, wie schnell man vom Saulus zum Paulus mutiert.
Sitzung Nr. 157
Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie eine Leibgarde, oder was? Eine eigene Leibgarde?
Bundesministerin für Inneres Mag. Johanna Mikl-Leitner: Das ist ein Vorwurf, den ich nicht auf mir sitzen lasse. Und vor allem lasse ich jenen Vorwurf hier nicht im Raum stehen, dass meine Polizistinnen und Polizisten, dass meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie eine Leibgarde, oder was? Eine eigene Leibgarde?) da nicht professionell arbeiten, dass da schlechte Arbeit verrichtet wird, dass es keine Kompetenz im Bereich der Internetkriminalität, im Bereich Cyber Security gibt. Das weise ich strikt zurück! (Beifall bei der ÖVP.)
Lebhafte ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei FPÖ, BZÖ und Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist unpackbar!
Abgeordnete Mag. Gertrude Aubauer (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzte Frau Bundesminister! Hohes Haus! Schön, dass so viele junge Zuhörer heute da sind. An Sie gleich vorweg: Sie können sich freuen, Sie werden niemals mehr so hohe Verluste bei Betriebspensionen hinnehmen müssen, deshalb die heutigen Verbesserungen. (Lebhafte ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei FPÖ, BZÖ und Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist unpackbar!)
Beifall der Abgeordneten Dr. Bartenstein und Grillitsch. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Bartenstein glaubt das auch noch! So ein Ahnungsloser! Und der war einmal Wirtschaftsminister!
Wir beschließen heute eine Reihe von Verbesserungen, von der Wahlfreiheit über mehr Flexibilität zu einer Sicherheitspension. Aber alles der Reihe nach. (Beifall der Abgeordneten Dr. Bartenstein und Grillitsch. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Bartenstein glaubt das auch noch! So ein Ahnungsloser! Und der war einmal Wirtschaftsminister!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Da es hier schon angesprochen wurde, Herr Kollege Neubauer: Wie schaut es denn mit den bisher erlittenen Verlusten aus? – Sie sollen abgemildert werden. Dazu wurde ja die Vorwegbesteuerung schon vor Wochen beschlossen. Das heißt, man zahlt grob gesagt einmal einen großen Brocken an Steuern ein und später nur mehr minimale Steuern in den laufenden Jahren. (Abg. Neubauer: Das vermindert den Verlust von einem Jahr !) Da wird jeder Einzelne entscheiden müssen, wie viel er sich durch dieses Steuervorwegmodell erspart. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Schönen guten Morgen, Frau Bundesministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Pensionskassen leiden an Multiorganversagen. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Und was Sie mit der Reform machen, Frau Bundesministerin und werte Regierungsparteien, ist nichts anderes, als einem dem Tod geweihten Patienten – Pensionskassa – noch schnell eine Fingernagelkosmetik zu verpassen, damit die Leiche schöner ausschaut.
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Abgeordneter August Wöginger (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Westenthaler, was im Ausschuss wirklich beschämend war, das war einzig und allein dein Verhalten. (Beifall bei der ÖVP.) Du bist dort völlig ausgeflippt, warst völlig cholerisch unterwegs, sodass die Sitzung unterbrochen werden musste, und hast die Ministerin von oben bis unten angeschüttet. Und das weise ich entschieden zurück! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Abg. Grosz: Sagt einer, der aufs Häusl geht!
Zum Zweiten, zu diesem Humbug, den du da erzählst, mit den Grenzgänger-Pensionisten: Das sind nicht nur Pensionisten, die eine kleine Pension haben, aber da kennst du dich natürlich nicht aus, weil du nicht in einer Grenzregion lebst. Ich lebe dort. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Abg. Grosz: Sagt einer, der aufs Häusl geht!) Dort gibt es viele Pensionisten, die ihr ganzes Leben lang in Deutschland gearbeitet haben, nicht in der Gastronomie, sondern großteils in der Metallbranche.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Aber du hast dich mit diesen Dingen ja nie auseinandergesetzt. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Da hat wahrscheinlich irgendjemand dem BZÖ einmal einen Brief geschrieben, dass es dort ein Problem gibt, und dann macht ihr einen Antrag im Ausschuss.
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler
Wärt ihr eine ordentliche Partei, dann würde es auch in den Bezirken vor Ort Informationen geben, so wie das die Mehrheit der anderen Fraktionen auch durchführt (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler): nämlich dass man hilft, dass man unterstützt, und dass man den Seniorinnen und Senioren auch wirklich beim Ausfüllen dieser Formulare hilft.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Kollege, stimmt das, dass du aufs Klo gegangen bist, als ? – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Es ist eine deutsche Besteuerung, das muss einmal festgehalten werden, das können uns wir nicht aussuchen (Zwischenruf des Abg. Neubauer), und wir von der ÖVP sind Servicepartei für unsere Pensionistinnen und Pensionisten, die in diesem Bereich betroffen sind – im Gegensatz zu Ihnen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Kollege, stimmt das, dass du aufs Klo gegangen bist, als ? – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Bei uns weiß ja auch keiner, wer der Ansprechpartner ist!
Das ist nicht so wie bei uns (Abg. Petzner: Sie leiden an völligem Realitätsverlust! Auch wir haben keine Expertenregierung!), wo die alte Regierung so lange bleibt, bis eine neue da ist, sondern das ist eine neue Expertenregierung. Die Wahl kommt ja erst, und man wird sehen, ob dort dann eine tragfähige Mehrheit zustande kommt. (Abg. Ing. Westenthaler: Bei uns weiß ja auch keiner, wer der Ansprechpartner ist!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir wissen zwar nicht wohin, aber wir schicken Milliarden!
172 Milliarden € haben wir damit den Griechen neuerlich gegeben. 34 Milliarden € sind (Abg. Grosz: Verschwunden!) von den Euro-Ländern, 10 Milliarden € sind IWF-Anteil, bereits ausbezahlt. Das heißt, es wurde mit diesen Kosten ein Anleiheumtausch verbunden. Insgesamt wird der Internationale Währungsfonds 28 Milliarden € bereitstellen. Die EFSF finanziert einerseits die mit dem Anleihetausch verbundenen Kosten, das sind 35 Milliarden €, und der eigentliche Finanzierungsbedarf des zweiten Programmes macht 109 Milliarden € aus. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir wissen zwar nicht wohin, aber wir schicken Milliarden!)
Abg. Ing. Westenthaler: Einhellig oder einstimmig?
Daher sind alle Euro-Länderminister vorgestern einstimmig, einhellig zur Auffassung gelangt, dass wir an diesem Programm (Abg. Ing. Westenthaler: Einhellig oder einstimmig?) – einstimmig – festhalten, dass wir Griechenland nicht aus der Eurozone hinausjagen und nicht in einen Staatsbankrott treiben wollen. Wir sind nicht dazu da, Staatsbankrotte zu veranlassen (Abg. Bucher: Die sind eh schon bankrott!); wir sind dazu da, in der Solidargemeinschaft zu helfen.
Abg. Grosz: Geh, geh, geh! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie pfeifen auf das Parlament! Das ist die Wahrheit!
Herr Kollege Van der Bellen! Ich bin eine glühende Parlamentarierin gewesen (Abg. Grosz: Geh, geh, geh! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie pfeifen auf das Parlament! Das ist die Wahrheit!) und ich war lange Zeit hier im Hohen Haus; aber man muss Instrumente, die als Feuerwehrinstrumente gedacht sind, auch so ausgestalten, dass sie als Feuerwehr wirken können. (Abg. Ing. Hofer: Kriegsrecht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das Einzige, was „eisern“ ist, sind die Fettnäpfchen, in die Sie reinsteigen!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Linder. 4 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Das Einzige, was „eisern“ ist, sind die Fettnäpfchen, in die Sie reinsteigen!)
Beifall bei der SPÖ. – Bundesministerin Dr. Fekter: Aber nein! Aber nicht jede operative Maßnahme! Wenn der Nowotny was sagt, beschließen wir das ja auch nicht im Parlament! – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Koalitionsstreit!
Dem stimme ich zu, nur, Kollege Auer, die Bundesregierung hat es angeregt, aber es hat dazu immer Beschlüsse des Parlaments gegeben. (Abg. Dr. Matznetter: Richtig!) Das war immer auf parlamentarischer Ebene abgesichert. Ich bin daher, Frau Bundesministerin, etwas – schockiert ist vielleicht zu viel – aufgeschreckt, als Sie gemeint haben, der ESM braucht ja gar nicht mehr durch das Parlament abgesegnet zu werden. (Beifall bei der SPÖ. – Bundesministerin Dr. Fekter: Aber nein! Aber nicht jede operative Maßnahme! Wenn der Nowotny was sagt, beschließen wir das ja auch nicht im Parlament! – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Koalitionsstreit!) – Kein Koalitionsstreit, lieber Herr Westenthaler, Herr Ingenieur, sondern eine ganz normale Diskussion.
Abg. Ing. Westenthaler: Eine SPÖ-Enquete wäre gescheiter!
Ich teile die Auffassung meines Fraktionskollegen Krainer, dass wir versuchen sollten, diese Thematik in einer Enquete aufzuarbeiten. (Abg. Ing. Westenthaler: Eine SPÖ-Enquete wäre gescheiter!) Es geht um einen umfassenden Spielerschutz, aber es geht auch um einen umfassenden Glücksspielbegriff. Niemand hat heute noch die Problematik des Wettens hier diskutiert. Wir haben neun verschiedene Landesgesetze mit unterschiedlichen Regelungen, und, Frau Bundesministerin, die Geldwäschebestimmungen, die international umgesetzt werden sollten, wurden bis heute in keinem einzigen Bundesland umgesetzt. Daher sollten wir bei dieser Enquete schauen, dass wir zu einem einheitlichen Glücksspielbegriff kommen.
Abg. Ing. Westenthaler: Sehr sachliche Debatte!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nun gelangt Herr Klubobmann Dr. Cap zu Wort. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Sehr sachliche Debatte!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das kann der ...!
Und natürlich hat auch der Bundespräsident – fast wie ein Ombudsmann oder eine Ombudsfrau – die Möglichkeit, auch zusätzlich gegenüber dem Bürger eine bestimmte Aufgabe und Funktion zu erfüllen. Das wird er eben oft in Worte kleiden und er wird das oft mit Nachdruck vertreten und er wird auch durchaus für das Klima und für die Bewältigung so mancher politischer Fragen eine nicht unwichtige Rolle spielen können. (Abg. Ing. Westenthaler: Das kann der ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Es war so sachlich bisher!
Einen kleinen Schwenker zu einem Interview gestern im „Report“ erlaube ich mir schon noch zu machen, ein Interview mit Frank Stronach (Abg. Ing. Westenthaler: Es war so sachlich bisher!), der ja dauernd befragt wurde, wie das Verhältnis von ihm zu Ihnen ist, der fußballbegeisterte Mäzen (Abg. Ing. Westenthaler: Es war so sachlich bisher!), der die goldene Regel entwickelt hat, die er eigentlich in seiner Philosophie drinnen hat.
Abg. Ing. Westenthaler: Es war so sachlich bisher!
Einen kleinen Schwenker zu einem Interview gestern im „Report“ erlaube ich mir schon noch zu machen, ein Interview mit Frank Stronach (Abg. Ing. Westenthaler: Es war so sachlich bisher!), der ja dauernd befragt wurde, wie das Verhältnis von ihm zu Ihnen ist, der fußballbegeisterte Mäzen (Abg. Ing. Westenthaler: Es war so sachlich bisher!), der die goldene Regel entwickelt hat, die er eigentlich in seiner Philosophie drinnen hat.
Abg. Ing. Westenthaler: Nicht sehr dankbar!
Ich gehe davon aus, denn Herr Stronach war nämlich jener Mann, der Herrn Landeshauptmann Voves 2010 im Wahlkampf tatkräftig unterstützt hat. Die SPÖ hat das in Bezirksblättern und auch landesweit inseriert: Stronach für Voves! Aber heute stellt sich Herr Cap heraus – seien Sie mir nicht böse –, fast wie ein Kasperl, und macht ihn lächerlich. (Abg. Ing. Westenthaler: Nicht sehr dankbar!) Das geht so nicht, meine sehr geehrten Damen und Herren von der SPÖ! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Grosz: Keine Dankbarkeit!) Das ist keine Dankbarkeit. Das ist vielleicht die sozialistische Dankbarkeit, die man von der SPÖ gewohnt ist, aber nicht die, die wir in unserer Gesinnungsgemeinschaft pflegen. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Also bleibt alles so, wie es ist? – Abg. Grosz: Also Landtagsabgeordnete haben wir nur fürs Feuerwehrfest und fürs Freibier?!
Altach unseres Klubobmanns Karlheinz Kopf, und diese unterhält noch einen sehr erfolgreichen Fußballklub. (Abg. Ing. Westenthaler: Also bleibt alles so, wie es ist? – Abg. Grosz: Also Landtagsabgeordnete haben wir nur fürs Feuerwehrfest und fürs Freibier?!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt ja bei der letzten Nationalratswahl verloren, nicht wir!
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (SPÖ): Herr Kollege Grosz! Es ist Ihnen vorbehalten geblieben. Wir haben bis dato eigentlich eine, würde ich meinen, sehr gute Diskussion gehabt. Ich mag eigentlich zu dem, was Sie gesagt haben, nicht viel Stellung nehmen. Ich glaube nur betreffend Verkleinerungen, wenn Sie da den Beginn machen und als gutes Beispiel vorangehen würden, wäre das sicherlich keine schlechte Sache und würde auch einem Versprechen entsprechen, das Sie schon einmal abgegeben haben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt ja bei der letzten Nationalratswahl verloren, nicht wir!)
Rufe bei der FPÖ: Was denn? – Abg. Grosz: Seids beim Papperln? – Abg. Ing. Westenthaler: Wo sind die alle? – Ruf beim BZÖ: Ein sogenanntes Schirm-Treffen im Parlamentsrestaurant!
Abgeordneter Mag. Kurt Gaßner (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! (Abg. Dr. Graf: Ihr habt ja nicht einmal mehr Fraktionsstärke!) Herr Dritter Präsident des Nationalrates, machen Sie sich keine Sorgen um unsere Fraktionsstärke! Unsere Fraktion ist gleich ums Eck. Es gibt Neues bei den Europäischen Schirmen, und das wird gerade besprochen. Wir sind sofort wieder da. (Rufe bei der FPÖ: Was denn? – Abg. Grosz: Seids beim Papperln? – Abg. Ing. Westenthaler: Wo sind die alle? – Ruf beim BZÖ: Ein sogenanntes Schirm-Treffen im Parlamentsrestaurant!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Großruck –: Einen Vierzeiler, bitte!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Großruck. 4 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Großruck –: Einen Vierzeiler, bitte!)
Abg. Ing. Westenthaler: Seit der Vorratsdatenspeicherung solltest du uns nicht mehr ...!
Was meint Dr. Berka damit? – Berka hat damit gemeint, dass man vom Datenbegriff des Datenschutzgesetzes weggehen soll – ich gestehe, das ist eine rechtspolitische Frage, die wir zu diskutieren haben (Abg. Ing. Westenthaler: Seit der Vorratsdatenspeicherung solltest du uns nicht mehr ...!) – und dass wir uns wieder auf den ursprünglichen Zweck, nämlich den Schutz der Persönlichkeit und der Privatsphäre, konzentrieren sollten. Das wird eine Diskussion im Verfassungsausschuss sein.
Abg. Ing. Westenthaler: Schafft es endlich ab!
Abgeordneter Mag. Heribert Donnerbauer (ÖVP): Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die Diskussionen um das Immunitätsrecht, die wir in den letzten Monaten und Jahren geführt haben, drehen sich in Wirklichkeit immer oder fast immer um dasselbe Detail. (Abg. Ing. Westenthaler: Schafft es endlich ab!)
Abg. Ing. Westenthaler: Dann macht es endlich!
Seit zweieinhalb bis drei Jahren – das könnte man genau nachschauen – sitzen wir schon in der Arbeitsgruppe „Immunität“, wo seit Langem Einvernehmen darüber besteht, dass wir die außerberufliche Immunität abschaffen. Ewige Anlassfälle – ich habe das hier erst vor einem Monat oder so gesagt –: immer dieselben Geschichten! (Abg. Ing. Westenthaler: Dann macht es endlich!) – Nicht g’scheit reden, wir brauchen nur aufzuzeigen, und dann haben wir es. (Abg. Grosz: Dann schaffen wir sie endlich ab! Schaffen wir sie ab! Schaffen wir sie bis Juni ab!) Es gibt immer einen Grund dafür, dass man etwas dagegen hat. Lieber Herr Kollege Grosz, es hört niemand etwas, wenn du nur plärrst.
Abg. Ing. Westenthaler: Wir sind jetzt bei einem anderen Punkt!
Wenn sich zwei Abgeordnete gegenseitig beschuldigen oder anzeigen – ich will das nicht einmal wissen – und das dann bei der StA landet (Abg. Ing. Westenthaler: Wir sind jetzt bei einem anderen Punkt!) – wart ein bisserl, ich sage zu beiden etwas, Herr
Abg. Ing. Westenthaler: Wir sind jetzt beim Podgorschek, der Strache ist schon erledigt! Zur Sache!
Kollege Westenthaler, kannst dich ja auch zu Wort melden, ich habe kein Problem damit (Abg. Ing. Westenthaler: Wir sind jetzt beim Podgorschek, der Strache ist schon erledigt! Zur Sache!) –, dann sollen sie sich das selbst ausmachen, wenn sie sich aber gegenseitig anzeigen, wie Gelder widmungsfremd verwendet werden oder nicht (Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt keine Anzeige!) – ich weiß ja nicht, ob das so war oder nicht –, dann dürfen sie sich nicht wundern, dass sie dann nicht sagen können: Ich bin immun! Dieses Wollen hat nichts mit der Abgeordnetentätigkeit zu tun, wenn ihr es hören wollt. (Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt keine Anzeige!)
Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt keine Anzeige!
Kollege Westenthaler, kannst dich ja auch zu Wort melden, ich habe kein Problem damit (Abg. Ing. Westenthaler: Wir sind jetzt beim Podgorschek, der Strache ist schon erledigt! Zur Sache!) –, dann sollen sie sich das selbst ausmachen, wenn sie sich aber gegenseitig anzeigen, wie Gelder widmungsfremd verwendet werden oder nicht (Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt keine Anzeige!) – ich weiß ja nicht, ob das so war oder nicht –, dann dürfen sie sich nicht wundern, dass sie dann nicht sagen können: Ich bin immun! Dieses Wollen hat nichts mit der Abgeordnetentätigkeit zu tun, wenn ihr es hören wollt. (Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt keine Anzeige!)
Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt keine Anzeige!
Kollege Westenthaler, kannst dich ja auch zu Wort melden, ich habe kein Problem damit (Abg. Ing. Westenthaler: Wir sind jetzt beim Podgorschek, der Strache ist schon erledigt! Zur Sache!) –, dann sollen sie sich das selbst ausmachen, wenn sie sich aber gegenseitig anzeigen, wie Gelder widmungsfremd verwendet werden oder nicht (Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt keine Anzeige!) – ich weiß ja nicht, ob das so war oder nicht –, dann dürfen sie sich nicht wundern, dass sie dann nicht sagen können: Ich bin immun! Dieses Wollen hat nichts mit der Abgeordnetentätigkeit zu tun, wenn ihr es hören wollt. (Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt keine Anzeige!)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Öllinger, Sie sind auch Berufsdemonstrant und auf der anderen Seite Abgeordneter!
mentarier bin! (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Öllinger, Sie sind auch Berufsdemonstrant und auf der anderen Seite Abgeordneter!)
Abg. Ing. Westenthaler: Gleich öffentlich auspeitschen auch dazu! – Abg. Grosz: Am besten gleich Steinigung!
Ich ersuche jene Damen und Herren, die diesem Antrag zustimmen wollen, um ein Zeichen. – Das ist mit Mehrheit angenommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Gleich öffentlich auspeitschen auch dazu! – Abg. Grosz: Am besten gleich Steinigung!)
Sitzung Nr. 159
Abg. Ing. Westenthaler: Frau Bundeskanzler, bitte! !
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zu einer einleitenden Stellungnahme hat sich Herr Bundeskanzler Faymann zu Wort gemeldet. (Abg. Ing. Westenthaler: Frau Bundeskanzler, bitte! !) Die Redezeit sollte 10 Minuten nicht übersteigen. – Bitte.
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Abg. Strache: die als Soziologin kandidiert hat!
Und wissen Sie, meine Damen und Herren von der FPÖ, welche Herrschaften zu dieser Zeit FPÖ-Generalsekretäre waren, die das unterzeichnet haben? – Der FPÖ-Generalsekretär Karl-Heinz Grasser beispielsweise, der FPÖ-Generalsekretär Walter Meischberger und der FPÖ-Generalsekretär Peter Westenthaler. Also da schließt sich immer wieder der Kreis, Herr Strache, und wir kommen immer wieder an die Wurzel der Skandale zurück. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Abg. Strache: die als Soziologin kandidiert hat!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: 11 700 € Pension für Herrn Klima!
Na, danke schön! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: 11 700 € Pension für Herrn Klima!)
Abg. Ing. Westenthaler: Klima-Pension!
Selbstverständlich ist auch transparent zu machen, was ein Mitglied dieses Hohen Hauses sonst so geschäftlich macht. Und dass der Herr Graf versucht hat, den ORF-„Report“ zu verhindern, wo diese Schandtat transparent geworden und aufgedeckt worden ist, und zwar mit einer einstweiligen Verfügung – das ist ja ein Anschlag auf die Medienfreiheit! (Abg. Ing. Westenthaler: Klima-Pension!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit der Klima-Pension? 11 700 €!
Die Demokratie besteht halt einmal aus Parteien. Und die brauchen eine bestimmte Ausstattung. Das soll natürlich transparent sein. Das stärkt die Glaubwürdigkeit. Und da gibt es eben Einnahmen, die darzustellen sind, Ausgaben und Beteiligungen. Das braucht eine Verfassungsmehrheit im Kontrollbereich für die Bundesländer. Und ich bin sehr froh, dass die Grünen hier sehr konstruktiv herangehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit der Klima-Pension? 11 700 €!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit der Klima-Pension? Multimillionär Klima! Was ist mit dem Herrn Klima? Wieso sagen Sie zum Herrn Klima nichts? Oder zum Herrn Schieder? Der Herr Schieder bestellt sich ein neues Auto, einen BMW!
Weil ich hier die Zurufe vom BZÖ höre und auch ein bisschen die Anwürfe vom Herrn Bucher reflektiere: Man muss sich natürlich schon vor Augen halten, das BZÖ ist ja eigentlich keine Partei, das ist halt eine Gruppe Versprengter. Und die sagen natürlich leicht: Weg mit dem allen, das brauchen wir alles nicht! – Aber sorry!, auf ein 3-Prozent-Niveau begeben wir uns nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit der Klima-Pension? Multimillionär Klima! Was ist mit dem Herrn Klima? Wieso sagen Sie zum Herrn Klima nichts? Oder zum Herrn Schieder? Der Herr Schieder bestellt sich ein neues Auto, einen BMW!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit dem Herrn Klima, dem Multimillionär Klima, oder dem Staatssekretär Schieder, der sich ein neues Auto bestellt?
Na, wie stellen Sie sich das in Zukunft vor? Wollen Sie weiter für Einbürgerungen an den Bestbieter kassieren und dann mit diesem Geld Plakate affichieren, wo draufsteht: Raus mit den Ausländern!? (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit dem Herrn Klima, dem Multimillionär Klima, oder dem Staatssekretär Schieder, der sich ein neues Auto bestellt?)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler
Wenn wir, meine sehr geehrten Damen und Herren von der Sozialdemokratie, über das Thema Transparenz reden, dann sind auch Dinge wie fette Politpensionen transparent zu machen (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler), und zwar nicht nur bei Ihrem Genossen Klima, sondern meiner Einschätzung nach müsste es auch beim Genossen Faymann so sein, dass er eine Politpension in fünfstelliger Höhe – ungefähr um die 10 000 € – nach dem alten System erhält. (Abg. Öllinger: Wie viel verdient der Kabas? Kabas?!) – Ich würde mir hier eine Klarstellung von Ihnen erwarten.
Abg. Ing. Westenthaler: So ein Blödsinn!
Da gibt es die offizielle Schiene über eine Parteienförderung, die wir bislang auch immer unterstützt haben. Die Grünen stehen für ein öffentliches Parteienförderungssystem, damit nämlich genau das nicht passiert, was unter anderem beim BZÖ im Jahr 2006 passiert ist, nämlich dass man Gutachten für die Lotterien erstellt – neun Seiten Gutachten um 300 000 € – und damit dann einen Wahlkampf finanziert, bei dem der Herr Westenthaler Spitzenkandidat war (Abg. Ing. Westenthaler: So ein Blödsinn!), damit das nicht passiert, was im U-Ausschuss klar geworden ist, nämlich das Beträge in einer Größenordnung von annähernd einer Million in den BZÖ-Wahlkampf geflossen sind, und zwar über Gelder, die in die Länder eingespeist worden sind.
Abg. Ing. Westenthaler: Pfui Teufel!
Und da klammern Sie völlig aus, dass es auf europäischer Ebene eine Dauerbaustelle gibt, die nicht bearbeitet wird und wo Sie mit einer beispiellosen Ignoranz darüber hinwegsehen, dass da eigentlich eine völlig falsche Politik in Brüssel gemacht wird, die selbstverständlich ihre Auswirkungen hat, und zwar auf jeden Einzelnen dieser 300 000 Arbeitslosen in Österreich. (Abg. Ing. Westenthaler: Pfui Teufel!)
Abg. Ing. Westenthaler: Pfui Teufel, Herr Pensionsminister!
Wie sehen Sie das beispielsweise, was da heute in den Zeitungen abgedruckt steht, dass Ihr Genosse Klima über 11 000 € Pension erhält? Sie sind ja der zuständige Pensionsminister! (Abg. Ing. Westenthaler: Pfui Teufel, Herr Pensionsminister!) Was sagen Sie als Sozialist Ihren Genossinnen und Genossen? (Abg. Ing. Westenthaler: Gewerkschafter!) Wie rechtfertigen Sie 11 700 €, die ab 1. Juli nach Buenos Aires überwiesen werden? Wie rechtfertigen Sie das?
Abg. Ing. Westenthaler: Gewerkschafter!
Wie sehen Sie das beispielsweise, was da heute in den Zeitungen abgedruckt steht, dass Ihr Genosse Klima über 11 000 € Pension erhält? Sie sind ja der zuständige Pensionsminister! (Abg. Ing. Westenthaler: Pfui Teufel, Herr Pensionsminister!) Was sagen Sie als Sozialist Ihren Genossinnen und Genossen? (Abg. Ing. Westenthaler: Gewerkschafter!) Wie rechtfertigen Sie 11 700 €, die ab 1. Juli nach Buenos Aires überwiesen werden? Wie rechtfertigen Sie das?
Abg. Ing. Westenthaler: Frau Mitterlehner und Frau Hundstorfer!
Wenn Sie schon keinen Zahlungsstopp machen können, dann verhandeln Sie aber sofort mit der nächsten griechischen Regierung über Sicherheiten! Das wollen Sie nämlich nicht hören. Das war nämlich ein Versäumnis Ihres „einzigen Mannes in der Bundesregierung“ (Abg. Ing. Westenthaler: Frau Mitterlehner und Frau Hundstorfer!), ein Versäumnis des „einzigen Mannes in der Bundesregierung“, Sicherheiten zu verhandeln, was die Euro-Zahlungen betrifft. Jeder, der zur Bank geht und einen Euro in Form eines Kredites haben will, muss Sicherheiten anbieten. Aber ihr schleudert das hart verdiente Steuergeld der Bürgerinnen und Bürger beim Fenster hinaus! Und das ist der eigentliche Skandal, um den es geht und der den Menschen mittlerweile bis da her steht, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt liegt die Latte hoch, Herr Gewerkschafter! Was sagt er jetzt zum Kalmieren?
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Katzian. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt liegt die Latte hoch, Herr Gewerkschafter! Was sagt er jetzt zum Kalmieren?)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das Einzige, was sicher ist, ist die Klima-Pension!
Meine Damen und Herren vor den Fernsehschirmen, machen Sie sich selber ein Bild! (Abg. Grosz: Ja, machen Sie sich selber ein Bild!) Ich kann nur sagen, uns geht es darum, Beschäftigung zu sichern (Abg. Grosz: Ihre eigene und die Pension des Herrn Klima!), Arbeitslosigkeit zu bekämpfen und das Bestmögliche für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu tun. Und deswegen ist das Thema auf der Tagesordnung. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das Einzige, was sicher ist, ist die Klima-Pension!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein Satz zum Klima! – Abg. Grosz: Sagen Sie etwas zum Klima-Schutz!
Während einzelne Redner die Gelegenheit nützen – weil ihnen zum Thema Beschäftigung und Arbeitslosigkeitsbekämpfung nichts einfällt –, hier andere Themen zu erörtern, hat der Herr Sozial- und Arbeitsminister heute eine beeindruckende Bilanz präsentiert. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Satz zum Klima! – Abg. Grosz: Sagen Sie etwas zum Klima-Schutz!) Und Teil dieser beeindruckenden Bilanz ist der höchste Beschäftigungsstand, den Österreich jemals hatte. Teil dieser Bilanz ist auch, dass Österreich in der Krise gegengesteuert hat, dass wir hier mit Konjunkturpaketen, mit Kurzarbeit, auch mit Kurzarbeitsmaßnahmen, in denen Qualifizierungsmaßnahmen für die Beschäftigten gesetzt wurden, einen wichtigen Beitrag geleistet und eine wichtige Weiterentwicklung zustande gebracht haben.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wenigstens ein Satz, dass das nicht in Ordnung ist, dass der Klima !
Wir brauchen diese Aktivitäten, und wir brauchen in Europa einen Weg, der in Richtung Wachstum und Beschäftigung geht. Das ist nicht etwas, das wir jetzt erfunden haben, sondern das ist etwas – das kann man auch nachlesen –, das in allen Erklärungen und Aussagen in den letzten Wochen und Monaten von uns gesagt wurde. Daher erwarte ich mir von den Staats- und Regierungschefs am 28. und 29. Juli, dass es eine entsprechende Beschäftigungsoffensive insbesondere zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit in Europa gibt. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wenigstens ein Satz, dass das nicht in Ordnung ist, dass der Klima !)
Abg. Grosz: Der Herr Finanzminister fehlt! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Herr Finanzminister fehlt! Wo ist der Herr Finanzminister? – Finanzministerin Dr. Fekter betritt soeben den Sitzungssaal. – Abg. Grosz: Ah, der Herr Finanzminister ist da! Der einzige Mann in dieser Regierung!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Ich erteile Herrn Abgeordnetem Klubobmann Strache als erstem Fragesteller zur Begründung der Anfrage, die gemäß § 93 Abs. 5 der Geschäftsordnung 20 Minuten nicht überschreiten darf, das Wort. (Abg. Grosz: Der Herr Finanzminister fehlt! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Herr Finanzminister fehlt! Wo ist der Herr Finanzminister? – Finanzministerin Dr. Fekter betritt soeben den Sitzungssaal. – Abg. Grosz: Ah, der Herr Finanzminister ist da! Der einzige Mann in dieser Regierung!) – Die Frau Bundesfinanzminister ist schon da.
Rufe der Abgeordneten Grosz und Ing. Westenthaler: Herr Fekter! Herr Fekter!
Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Bundesministerin für Finanzen Dr. Fekter, die sich (Rufe der Abgeordneten Grosz und Ing. Westenthaler: Herr Fekter! Herr Fekter!) – Wollen Sie auch gleich einen Ordnungsruf? (Abg. Ing. Westenthaler: Wir zitieren die Frau Fekter! Sie sagt, sie ist „der einzige Mann“ in der Bundesregierung !)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir zitieren die Frau Fekter! Sie sagt, sie ist „der einzige Mann“ in der Bundesregierung !
Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Bundesministerin für Finanzen Dr. Fekter, die sich (Rufe der Abgeordneten Grosz und Ing. Westenthaler: Herr Fekter! Herr Fekter!) – Wollen Sie auch gleich einen Ordnungsruf? (Abg. Ing. Westenthaler: Wir zitieren die Frau Fekter! Sie sagt, sie ist „der einzige Mann“ in der Bundesregierung !)
Anhaltende Zwischenrufe der Abgeordneten Grosz und Ing. Westenthaler.
Frau Bundesministerin, Sie sind zur Abgabe einer Stellungnahme beziehungsweise zur Beantwortung der Anfrage zu Wort gemeldet. – Bitte. (Anhaltende Zwischenrufe der Abgeordneten Grosz und Ing. Westenthaler.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Hat die Frau Bundesministerin Fekter in diesem Fernsehinterview, „ZiB 2“ war das, glaube ich, muss gesagt? (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Moment, Herr Westenthaler. Wenn sie nicht muss gesagt hat, sondern eine andere Formulierung verwendet hat, etwa es könnte sein, dass, es ist wahrscheinlich, dass, es wird vielleicht nicht zu vermeiden sein, dass, und so weiter, dann ist ihre Antwort korrekt, dass sie diese Aussage nie so getroffen hat.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Fekter sagt, sie ist der einzige Mann in der Regierung, und Sie sagen, wir sind sexistisch?! – Abg. Mag. Wurm: Er hat es noch nicht begriffen!
klaren frauenpolitischen Aussagen (Bundesministerin Dr. Fekter: Eben!) am Beginn der Debatte danken. (Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.) Die permanenten frauenverachtenden und sexistischen Aussagen von einigen Abgeordneten des BZÖ sind tiefste Schublade und dieses Hauses nicht würdig. Das möchte ich einfach hier sagen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Fekter sagt, sie ist der einzige Mann in der Regierung, und Sie sagen, wir sind sexistisch?! – Abg. Mag. Wurm: Er hat es noch nicht begriffen!) – Es ist sinnlos beim Herrn Westenthaler. (Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Unterschied ist, Faul ist nicht mehr da!
Zum Thema Paranoia möchte ich Herrn Grosz fragen, welche Paranoia er damals gehabt hat, als er sich vom Kollegen Faul so verfolgt gefühlt hat (Abg. Ing. Westenthaler: Der Unterschied ist, Faul ist nicht mehr da!) oder als er beispielswiese gesagt hat, dass er sich aus der Politik verabschiedet, wenn er in Graz beziehungsweise in der Steiermark nicht in den Landtag kommt. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Unterschied ist, Faul ist weg!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Unterschied ist, Faul ist weg!
Zum Thema Paranoia möchte ich Herrn Grosz fragen, welche Paranoia er damals gehabt hat, als er sich vom Kollegen Faul so verfolgt gefühlt hat (Abg. Ing. Westenthaler: Der Unterschied ist, Faul ist nicht mehr da!) oder als er beispielswiese gesagt hat, dass er sich aus der Politik verabschiedet, wenn er in Graz beziehungsweise in der Steiermark nicht in den Landtag kommt. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Unterschied ist, Faul ist weg!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kickl: Frau Tamandl, mit welcher Berufsbezeichnung auf der Wahlliste haben Sie kandidiert? – Abg. Ing. Westenthaler: Alles behandelt worden!
Herr Kollege Grosz, Sie könnten und sollten, wenn es hier herinnen um ganz wichtige Dinge geht, bei der Sache bleiben, auch in Ihren Zwischenrufen (Ruf: Sie auch!), denn das tun wir auch in unseren Zwischenrufen und Debattenbeiträgen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kickl: Frau Tamandl, mit welcher Berufsbezeichnung auf der Wahlliste haben Sie kandidiert? – Abg. Ing. Westenthaler: Alles behandelt worden!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unglaublich!
xismus-Vorwürfe geäußert. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unglaublich!) Habe ich das richtig gehört? Und Kollegin Tamandl meint, ich hätte Paranoia. (Zwischenruf der Abg. Tamandl.) – Auch gut, fein.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist sexistisch!
Jetzt zitiere ich Ihnen – ich weiß nicht, vielleicht ist Ihnen das ja entgangen – die heutigen Titelseiten der österreichischen Tageszeitungen, „ÖSTERREICH“, „Kurier“, „Kleine Zeitung“, „Kronen Zeitung“. Dort wird diese Finanzministerin zitiert mit den Worten: „Ich bin doch der einzige Mann in dieser Regierung.“ (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist sexistisch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unglaublich! Das muss dir einmal einfallen !
Kollegin Muttonen, vielleicht haben Sie das nicht gelesen. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Die Vorgeschichte, gut. (Zwischenruf der Abg. Mag. Muttonen.) Das erfüllt im Übrigen, weil ja Frau Kollegin Tamandl offenbar Hobbytherapeutin ist, den Vorwurf der Schizophrenie. Das ist nicht paranoid, denn Paranoia ist der Verfolgungswahn – das kommt im zweiten Teil des Satzes, denn es heißt weiter: „Ich weiß genau, wie viele mich auf den Scheiterhaufen wünschen.“ (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unglaublich! Das muss dir einmal einfallen !)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Das hat Ihnen, sehr geehrte Frau Finanzministerin, die Sie mir noch immer nicht zuhören – aber mag sein, das ist halt die Wertschätzung, die Sie dem österreichischen Parlament und den Parlamentariern entgegenbringen, aber auch der Bevölkerung. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Sie benehmen sich gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern dieses Landes ja auch nicht anders.
Abg. Ing. Westenthaler: Steht alles im Protokoll! – Abg. Grosz: Haben Sie ja gemacht!
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Der Abgeordnete Westenthaler hat eben von hier aus behauptet, ich hätte Kärnten als schlampigen Süden bezeichnet. (Abg. Ing. Westenthaler: Steht alles im Protokoll! – Abg. Grosz: Haben Sie ja gemacht!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Der intellektuelle Nachtscherm der SPÖ ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Da klatschen sie noch, die Kärntner Abgeordneten! Pfui Teufel! – Weitere Zwischenrufe.
Ich berichtige tatsächlich: Ich habe repliziert auf ein Zitat des verstorbenen Jörg Haider (Abg. Grosz: Über Griechenland und Italien!), das Abgeordneter Grosz (Abg. Grosz: Über Griechenland und Italien!) gebracht hat, über den schlampigen Süden (Abg. Grosz: Über Griechenland und Italien und nicht Kärnten!) und habe dann dazu ausgeführt, dass die 28 Milliarden nicht ausreichen für die Schulden der Hypo-Alpe-Adria. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Der intellektuelle Nachtscherm der SPÖ ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Da klatschen sie noch, die Kärntner Abgeordneten! Pfui Teufel! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Ing. Westenthaler: Den nehme ich mit Stolz entgegen!
Präsident Fritz Neugebauer: Herr Kollege Westenthaler! Für diese bewusste Äußerung „Sauerei“ und „Frechheit“ erteile ich Ihnen einen Ordnungsruf. (Abg. Ing. Westenthaler: Den nehme ich mit Stolz entgegen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Cap sichert sich ! Lopatka wird ihm dankbar sein!
Kollege Grosz! Erstens ist die künstliche Erregung kein Beitrag zur Sache, zweitens bitte ich Sie, zur Kenntnis zu nehmen, dass ich jetzt den Kollegen Vilimsky angesprochen habe. Ich komme dann noch zum BZÖ. (Abg. Ing. Westenthaler: Cap sichert sich ! Lopatka wird ihm dankbar sein!)
Abg. Ing. Westenthaler: Völlig unnötig! – Abg. Grosz: So ist es!
„Dieses Dokument ist in der heutigen Zeit nicht mehr notwendig – ein unnützes Papierl, das in den 90er Jahren vielleicht noch seine Berechtigung hatte – aber heutzutage unnötig ist ().“ (Abg. Ing. Westenthaler: Völlig unnötig! – Abg. Grosz: So ist es!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie verkaufen die schon für blöd! Da brauchen Sie doch keinen Diplomatenpass für so was!
Zweiter Punkt: Warum komme ich jetzt zum Diplomatenpass? – Bevor dieser Parteitag noch zu Ende geführt werden konnte, ist das Licht ausgegangen (Abg. Grosz: Das passiert bei ÖVP-Parteitagen !), und beim Weggehen sind dann die dort gewählten Vorstandsmitglieder angehalten worden, auch Abgeordnete, die keinen Diplomatenpass hatten, zum Beispiel aus Polen. Ich hatte das Glück, sage ich, einen Diplomatenpass zu haben, und bin nicht angehalten worden. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie verkaufen die schon für blöd! Da brauchen Sie doch keinen Diplomatenpass für so was!) 1989, Kollege Westenthaler, bin ich am 20. April in Rumänien verhaftet worden. Nein, das ist nicht blöd.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind kein Diplomat!
Sie sehen es als Privileg an; ich sehe es nicht als Privileg an, wenn wir versuchen, demokratischen Bewegungen durch den Besuch von Parteitagen entsprechende moralische Unterstützung zu geben. Da geht es um den Schutz desjenigen, der dort vertreten ist; und eine Möglichkeit, hier einen besonderen Schutz zu haben, hat man eben durch dieses Dokument. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind kein Diplomat!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der wollte was ändern!
Daher zusammenfassend von unserer Seite her: Der Außenminister hat hiezu eine sehr klare Regelung getroffen. (Abg. Ing. Westenthaler: Der wollte was ändern!) Es war in der Vergangenheit im Laufe der Zeit zu einer großzügigen Regelung gekommen, von der auch Sie, Kollege Westenthaler, und andere profitiert haben. Diese großzügige Regelung hat mit dem heutigen Tag ein Ende. Diese Regelung, die wir haben, gehört in Europa, sage ich Ihnen, zu den strengeren und nicht zu den lockeren.
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Kollege, ich bin nicht Mitglied des Außenpolitischen Ausschusses, ich werde auch keinen Diplomatenpass bekommen, und das ist richtig so, denn der grüne Justizsprecher braucht keinen! Aber der außenpolitische Sprecher oder die entwicklungspolitische Sprecherin der Grünen werden mitunter in heiklen menschenrechtlichen Missionen unterwegs sein, und die sollen auch den Diplomatenpass haben, weil es richtig ist, in einer heiklen Situation (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Grosz: Tun Sie ruhig dem Pilz seinen Diplomatenpass verteidigen! Das ist alles live! Passt so! – Abg. Ing. Westenthaler: Verteidigt das Privileg!
Ja, ich weiß, ihr kommt über euren eigenen Wahlkreis nicht hinaus. Mir ist schon klar, ihr habt keine einzige Mission gehabt. (Beifall bei den Grünen.) Die Einzige, die mir einfällt, ist die von eurem Parteigründer nach Libyen. Ihr sitzt nämlich mit den Despoten am Tisch, und wir sitzen mit der Opposition in diesen Ländern am Tisch. Deswegen braucht ihr keinen Diplomatenpass, denn euch wird dort ohnehin der rote Teppich ausgerollt, wenn ihr Finanzquellen erschließen wollt. (Abg. Grosz: Tun Sie ruhig dem Pilz seinen Diplomatenpass verteidigen! Das ist alles live! Passt so! – Abg. Ing. Westenthaler: Verteidigt das Privileg!)
Abg. Ing. Westenthaler: 26!
Aber ich bitte im Interesse der Abgeordneten selber: Führen wir doch nicht so eine Diskussion über ein so wichtiges Thema! Es hat eben aufgeschlagen – ich will das nicht wiederholen mit ehemaligen Politikern –, und es waren 3 300 und ein paar, die seinerzeit ausgegeben worden sind. Das ist jetzt in Wirklichkeit auf eine Handvoll zurückgeführt worden. (Abg. Ing. Westenthaler: 26!)
Abg. Ing. Westenthaler: Nein!
Das war auch alles euer Wunsch. (Abg. Ing. Westenthaler: Nein!) Dass du nicht glaubst, dass wir es vergessen. Wer hat den Antrag auf Vertagung gestellt und aus welchem Grund? (Abg. Ing. Westenthaler: Die Frau Minister!) – Alle waren dabei. Aufpassen! Antrag Westenthaler. Dass du nicht glaubst, wir waren auf einer anderen Hochzeit. Wir wissen schon, was dort gesagt wurde. Genau das ist seinerzeit debattiert worden, was hier jetzt im Wege des Abänderungsantrages eingebracht worden ist.
Abg. Ing. Westenthaler: Die Frau Minister!
Das war auch alles euer Wunsch. (Abg. Ing. Westenthaler: Nein!) Dass du nicht glaubst, dass wir es vergessen. Wer hat den Antrag auf Vertagung gestellt und aus welchem Grund? (Abg. Ing. Westenthaler: Die Frau Minister!) – Alle waren dabei. Aufpassen! Antrag Westenthaler. Dass du nicht glaubst, wir waren auf einer anderen Hochzeit. Wir wissen schon, was dort gesagt wurde. Genau das ist seinerzeit debattiert worden, was hier jetzt im Wege des Abänderungsantrages eingebracht worden ist.
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr lasst euch von den Schwarzen legen! Die lachen sich ins Fäustchen!
Aber dann muss ich wenigstens so ehrlich sein, dass ich sage, das haben wir gemeinsam über Wochen besprochen. Und wir haben uns ja bemüht, dass wir zu einer Lösung kommen, dass wir hier gemeinsam zu einer Lösung kommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr lasst euch von den Schwarzen legen! Die lachen sich ins Fäustchen!) – Na, das ist Populismus pur, Peter. Mach dir das mit dem Außenminister aus, aber nicht mit uns!
Abg. Ing. Westenthaler: Sicher nicht!
Ich glaube, mehr, eine größere Lösung und eine sauberere Lösung kann man nicht zusammenbringen. Ich lade euch noch einmal ein (Abg. Ing. Westenthaler: Sicher nicht!), diesem gemeinsamen Weg – das habt ihr alle selber formuliert – doch eure Zustimmung zu geben. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Du kannst uns einladen, wir kommen aber nicht!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Ing. Westenthaler. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Du kannst uns einladen, wir kommen aber nicht!)
Ruf bei der ÖVP: Westenthaler!
Wissen Sie, wer da noch oben steht, wer künftig in den Genuss eines Diplomatenpasses kommt? – Vilimsky hat ganz richtig gesagt: Auslösendes Moment, warum überhaupt über Diplomatenpässe diskutiert worden ist, war, weil auch von der Staatsanwaltschaft verfolgte Ex-Politiker noch immer einen Diplomatenpass haben. (Ruf bei der ÖVP: Westenthaler!)
Abg. Ing. Westenthaler: Fürchtet sich bis heute!
Stimmt das, oder? Gut. Dann kommt der Kollege Lopatka mit seinen Reiseerfahrungen vom Parteitag der christlich-sozialen Demokraten aus Weißrussland zurück und sagt, sein Diplomatenpass habe ihn vor der Verhaftung geschützt. (Abg. Dr. Jarolim: So ein Blödsinn!) Jetzt frage ich mich: Was stimmt? Der eine sagt, das sei kein Diplomatenstatus. Der andere fürchtet sich auf einem ÖVP-Parteitag in Weißrussland. (Abg. Ing. Westenthaler: Fürchtet sich bis heute!) Da würde ich mich auch fürchten. Da geht oft das Licht aus bei solchen christlich-sozialen Parteitagen. Das letzte Mal in Italien bei den Christdemokraten. Da hat man dann aber auch alle verhaftet, sehr geehrter Herr Lopatka!
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
einen Dienstpass. Du erbringst zwar sicherlich einen Dienst für die Republik, aber im Dienst der Republik bist du noch lange nicht. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Genauso ist die Titelschwindlerei auch bei dem Diplomatenpass. Sie schmücken sich mit einem Titel, der Ihnen nicht zusteht. Auf diesem Pass steht Diplomatenpass. Meine sehr geehrten Damen und Herren, Sie sind viel, und mir fällt auch viel zu Ihnen jeweils ein, aber Sie sind keine Diplomaten! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Jarolim: Diplomatenpass vom Kollegen Westenthaler!
Und noch eines muss ich Ihnen auch sagen: Ist man denn ein schlechter Politiker, wenn man den lilafarbenen Reisepass der Republik Österreich hat? – eine Bevölkerung, ein Pass. Ist das ein schlechter Mensch? Wissen Sie, mir kommt langsam die Diskussion so vor – auch getrieben durch den Abgeordneten Kräuter, der das ja im Jänner losgetreten hat –: dann haben wir halt einen Diplomatenpass und kaschieren damit andere körperliche Defizite, die wir haben. (Abg. Dr. Jarolim: Diplomatenpass vom Kollegen Westenthaler!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das nächste Mal gibt es eine Dringliche zu dem Thema, Frau Minister! – Zwischenruf bei der ÖVP.
Abgeordneter Lopatka, wann waren Sie denn das letzte Mal in Teheran oder in Bahrain? Hat es nur für den Parteitag nach Weißrussland von den Schwarzen dort gereicht? – Macht nichts. (Abg. Höfinger: Letztklassig!) Aber für die Buffets in Hartberg, die Sie abräumen, brauchen Sie auch keinen Diplomatenpass. Ich sage es nur, bei der Gelegenheit. (Abg. Ing. Westenthaler: Das nächste Mal gibt es eine Dringliche zu dem Thema, Frau Minister! – Zwischenruf bei der ÖVP.)
Sitzung Nr. 161
Abg. Ing. Westenthaler: Bravo, sehr gut! Das wollte ich hören!
Was soll ich dazu sagen? (Abg. Ing. Westenthaler: Bravo, sehr gut! Das wollte ich hören!)
Abg. Ing. Westenthaler: Seit wann ist der Doktor? Ist der Arzt geworden oder was, der Dörfler?
Abgeordneter Josef Jury (FPÖ): Guten Morgen, Frau Minister! Das Land Kärnten mit Landeshauptmann Dr. Gerhard Dörfler hat eine Verfassungsklage eingebracht. (Abg. Ing. Westenthaler: Seit wann ist der Doktor? Ist der Arzt geworden oder was, der Dörfler?) – Entschuldigen Sie den Versprecher! – Landeshauptmann Gerhard Dörfler hat eine Verfassungsklage gegen dieses Vorratsdatenspeicherungsgesetz eingebracht, weil es massiv in die Grundrechte eingreift. Die rote Fraktion in Kärnten hat natürlich gegen diese Klage gestimmt; das nur zur Erinnerung.
Abg. Bucher: Zur Geschäftsordnung! – Abg. Ing. Westenthaler: Nein, das geht nicht! Was ist denn das für eine Praxis? – Abg. Scheibner: So etwas hat es überhaupt noch nicht gegeben, und die Opposition spielt da mit!
Eine Ergänzung der Tagesordnung kann vor Eingang in dieselbe vorgenommen werden und erfordert eine Zweidrittelmehrheit. (Abg. Bucher: Zur Geschäftsordnung! – Abg. Ing. Westenthaler: Nein, das geht nicht! Was ist denn das für eine Praxis? – Abg. Scheibner: So etwas hat es überhaupt noch nicht gegeben, und die Opposition spielt da mit!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was steckt da dahinter?
Unüblich ist es, am selben Tag, an dem eine Parlamentssitzung stattfindet (Abg. Ing. Westenthaler: Was steckt da dahinter?), die Tagesordnung abzuändern. Das ist eine skandalöse Vorgehensweise (Abg. Großruck: Geh, hör auf!), die wir nicht tolerieren können! (Beifall bei BZÖ und FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Und die Grünen machen mit!)
Beifall bei BZÖ und FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Und die Grünen machen mit!
Unüblich ist es, am selben Tag, an dem eine Parlamentssitzung stattfindet (Abg. Ing. Westenthaler: Was steckt da dahinter?), die Tagesordnung abzuändern. Das ist eine skandalöse Vorgehensweise (Abg. Großruck: Geh, hör auf!), die wir nicht tolerieren können! (Beifall bei BZÖ und FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Und die Grünen machen mit!)
Abg. Ing. Westenthaler: Und die Grünen machen die Räuberleiter! – Ruf: Erste Lesung!
Meine sehr geschätzten Damen und Herren, auch zu Hause vor den Bildschirmgeräten! Und das vor allem auch vor dem Hintergrund – weil ja durchsichtig ist, worum es bei diesem Tagesordnungspunkt wirklich geht –, den ESM, den Europäischen Stabilitätsmechanismus oder Europäischen Schuldenmechanismus, durchzupeitschen (Abg. Ing. Westenthaler: Und die Grünen machen die Räuberleiter! – Ruf: Erste Lesung!), unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchzupeitschen. Man wählt den Bypass, das über die Geschäftsordnung zu machen, ohne das Parlament ordnungsgemäß damit zu befassen, meine sehr geehrten Damen und Herren! Und das ist skandalös! (Beifall bei BZÖ und FPÖ. – Abg. Dr. Strutz: Pfui! Pfui! Pfui! – Abg. Ing. Westenthaler: Skandalös, so etwas! Das ist ein Parlamentarismus! Und die Grünen machen mit! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ. – Abg. Dr. Strutz: Pfui! Pfui! Pfui! – Abg. Ing. Westenthaler: Skandalös, so etwas! Das ist ein Parlamentarismus! Und die Grünen machen mit! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.
Meine sehr geschätzten Damen und Herren, auch zu Hause vor den Bildschirmgeräten! Und das vor allem auch vor dem Hintergrund – weil ja durchsichtig ist, worum es bei diesem Tagesordnungspunkt wirklich geht –, den ESM, den Europäischen Stabilitätsmechanismus oder Europäischen Schuldenmechanismus, durchzupeitschen (Abg. Ing. Westenthaler: Und die Grünen machen die Räuberleiter! – Ruf: Erste Lesung!), unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchzupeitschen. Man wählt den Bypass, das über die Geschäftsordnung zu machen, ohne das Parlament ordnungsgemäß damit zu befassen, meine sehr geehrten Damen und Herren! Und das ist skandalös! (Beifall bei BZÖ und FPÖ. – Abg. Dr. Strutz: Pfui! Pfui! Pfui! – Abg. Ing. Westenthaler: Skandalös, so etwas! Das ist ein Parlamentarismus! Und die Grünen machen mit! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Parlamentsbrecher! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zur Geschäftsbehandlung hat sich Herr Abgeordneter Ing. Hofer gemeldet. (Abg. Ing. Westenthaler: Parlamentsbrecher! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Grünen haben sich kaufen lassen! Die sind gekauft!
Ich frage mich, meine Damen und Herren, was die Grünen von Rot und Schwarz bekommen haben (Abg. Ing. Westenthaler: Die Grünen haben sich kaufen lassen! Die sind gekauft!), damit sie hier die Räuberleiter machen. (Beifall bei FPÖ und BZÖ. – Ruf: 30 Silberlinge! – Abg. Dr. Strutz: Pfui! Pfui!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Grünen sind gekauft!
Außerdem weise ich darauf hin, Frau Präsidentin (Abg. Ing. Westenthaler: Die Grünen sind gekauft!), dass wir in dieser Sitzung nur sechs „Wiener Stunden“ an Redezeit vereinbart haben. Sechs „Wiener Stunden“! Wie sollen wir hier ein solch wichtiges Thema in dieser kurzen Zeit behandeln?!
Abg. Ing. Westenthaler: Frau Präsidentin, eine Debatte !
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zur Geschäftsbehandlung hat sich Herr Klubobmann Kopf gemeldet. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Frau Präsidentin, eine Debatte !)
Abg. Ing. Westenthaler: Der schwächste Klubobmann aller Zeiten!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Meine Damen und Herren! Zunächst erteile ich Herrn Klubobmann Kopf (Abg. Ing. Westenthaler: Der schwächste Klubobmann aller Zeiten!) einen Ordnungsruf für den von ihm verwendeten Ausdruck. (Beifall bei FPÖ und BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Eine Farce!
Gestern haben SPÖ, ÖVP und Grüne einen Antrag zur Ergänzung, zur Änderung der Geschäftsordnung eingebracht, der genau diese Erweiterung der Rechte dieses Hohen Hauses beinhaltet. (Abg. Ing. Westenthaler: Eine Farce!) Und heute soll nichts anderes stattfinden – die Damen und Herren von FPÖ und BZÖ wissen das, sie versuchen, den Menschen draußen etwas zu verkaufen, was nicht stimmt! – als eine erste Lesung (Abg. Strache: Ohne ausreichende Redezeit!), das heißt eine erste Debatte über diesen Antrag. (Abg. Dr. Strutz: Ohne Redezeit!) Dann wird der Antrag – nur zur Information der Damen und Herren zu Hause – dem Ausschuss zugewiesen, wird dort ausführlichst debattiert und kann frühestens in der nächsten Parlamentssitzung dann
Abg. Ing. Westenthaler: Was haben die Grünen bekommen dafür? Was war der Kaufpreis?
Nur, meine Damen und Herren von FPÖ und BZÖ, worum geht es bei diesem Punkt? Es geht ausschließlich um die Geschäftsordnung des Nationalrats, es geht ausschließlich um die Mitwirkungsrechte – Mitwirkungsrechte, das ist wörtlich zu nehmen – des Nationalrates an den künftigen Entscheidungen rund um den ESM. (Abg. Ing. Westenthaler: Was haben die Grünen bekommen dafür? Was war der Kaufpreis?) Es steht Ihnen frei, gegen den ESM zu sein, Herr Strache, aber ich kann mich gut erinnern, wie Sie gestern in Ihrer Rede die, wie Sie es nannten, halb-autoritären, autoritären Strukturen rund um die Entscheidungen des Gouverneursrats und so weiter angesprochen haben. Dann können Sie doch nicht jetzt gegen die Mitwirkung des Nationalrates an solchen Entscheidungen sein! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Stefan: Das ist doch ein Witz, was Sie da erzählen! Das ist doch unglaublich! Was ist denn das für eine blöde Polemik? – Hören wir auf! Kein Wort zu den Verhandlungen gestern! Sowas von falsch! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie werden doch wenigstens eine Debatte zulassen!? Jetzt wollt ihr die Debatte auch noch abdrehen! – Anhaltende Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Wer die Durchführung einer Debatte unterstützen will, den ersuche ich um ein Zeichen. – Dieser Antrag findet nicht die Mehrheit und ist damit abgelehnt. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie werden doch wenigstens eine Debatte zulassen!? Jetzt wollt ihr die Debatte auch noch abdrehen! – Anhaltende Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Strache: Das gibt es ja nicht! Was seid denn ihr für Demokraten?! Das ist ja zum Schämen! Das gibt es ja nicht! Ihr seid Demokraten? Das ist ja unfassbar! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Diktatur da herinnen! – Abg. Grosz: Ständestaat! Skandalös! – Weitere Rufe bei FPÖ und BZÖ.
Meine Damen und Herren! Der Debattenantrag ist abgelehnt. (Abg. Strache: Das gibt es ja nicht! Was seid denn ihr für Demokraten?! Das ist ja zum Schämen! Das gibt es ja nicht! Ihr seid Demokraten? Das ist ja unfassbar! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Diktatur da herinnen! – Abg. Grosz: Ständestaat! Skandalös! – Weitere Rufe bei FPÖ und BZÖ.)
Abg. Mag. Stefan: Jetzt sind wir sehr gespannt! – Abg. Ing. Westenthaler: Wir sind keine Marionetten der Regierung!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Klubobmann Kopf. (Abg. Mag. Stefan: Jetzt sind wir sehr gespannt! – Abg. Ing. Westenthaler: Wir sind keine Marionetten der Regierung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das haben Sie gerade verhindert, die Debatte! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Frau Präsidentin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Meine Damen und Herren auch vor den Fernsehschirmen! FPÖ und BZÖ versuchen jetzt mit dieser künstlichen Aufregung (ironische Heiterkeit bei FPÖ und BZÖ) einmal mehr, den Menschen zu erklären, wir würden keine Debatte zulassen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das haben Sie gerade verhindert, die Debatte! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.) – Glauben Sie, Sie machen den Eindruck dieses Hauses mit dieser Schreierei besser?
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der Grünen –: Eine käufliche Truppe! Was habt ihr denn gekriegt? – Abg. Grosz: Aber ihr wisst, was dem Judas passiert ist!
Wer dem die Zustimmung gibt, den ersuche ich um ein Zeichen. – Dieser Antrag ist mit Zweidrittelmehrheit angenommen. Die Tagesordnung ist somit ergänzt. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der Grünen –: Eine käufliche Truppe! Was habt ihr denn gekriegt? – Abg. Grosz: Aber ihr wisst, was dem Judas passiert ist!)
Abg. Ing. Westenthaler: Frau Präsidentin, ein Klubobmann hat eine Sonderpräsidiale verlangt!
Wer dem die Zustimmung gibt, den ersuche ich um ein Zeichen. – Dieser Antrag findet nicht die Mehrheit. (Abg. Ing. Westenthaler: Frau Präsidentin, ein Klubobmann hat eine Sonderpräsidiale verlangt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin mir sicher, er hat den Antrag nicht mal gelesen! Er weiß nicht mal, was drinsteht! – Abg. Riepl: Sommerurlaub ist vorbei?!
Das Wort erhält als Erster einer der Antragsteller, und zwar Herr Abgeordneter Dr. Wittmann. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin mir sicher, er hat den Antrag nicht mal gelesen! Er weiß nicht mal, was drinsteht! – Abg. Riepl: Sommerurlaub ist vorbei?!)
Abg. Ing. Westenthaler: Den Antrag hast du nicht gelesen!
Das heißt, im Wesentlichen kann der Minister oder sein Vertreter/die Ministerin oder ihre Vertreterin im Gouverneursrat nicht selbständig bei diesen vier hier genannten Regelungsmaterien entscheiden. Wir können als Nationalrat Aufträge mitgeben, wie mit unserem Geld umzugehen ist. Das ist doch besser, als wir können das nicht. Ich verstehe Sie nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Den Antrag hast du nicht gelesen!) Sie sollten sich vielleicht wirklich einmal die Anträge durchlesen und diese auch verstehen lernen, dann würden Sie draufkommen, dass es heute ein Schuss ins eigene Knie war, hier nicht zuzustimmen, und dass es wichtig ist, dass wir hier eine breite Diskussion darüber abführen.
Abg. Ing. Westenthaler: Du bist das! – Aha-Rufe beim BZÖ
Wahr ist vielmehr, dass Peter Wittmann mit mir und Alexander Van der Bellen in den letzten Wochen wiederholt diesen Antrag verhandelt hat (Abg. Ing. Westenthaler: Du bist das! – Aha-Rufe beim BZÖ), dass das einer jener wenigen Anträge ist, die wirklich im Parlament erarbeitet wurden. Ich bedanke mich ausdrücklich auch beim Legislativdienst, der uns enorm geholfen hat, also ein Antrag, der wirklich im Parlament entstanden ist, um die Rechte des Parlaments beim ESM zu wahren. Nur darum geht es!
Abg. Bucher: Das hat man heute am Vormittag gesehen! – Abg. Ing. Westenthaler: Geheimausschuss!
Wer sich dagegen ausspricht – das ist mir völlig unverständlich –, der ist für die Abwertung des Parlaments. Wir sind für die Aufwertung des Parlaments, meine Damen und Herren vom BZÖ. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.) Ich bin neugierig, was Ihre zehn Redner zu diesen zwei Fragen sagen werden: erstens: Stabilität unserer Löhne und Gehälter, der Spareinlagen und der Pensionen, zweitens: Mitwirkung des Parlaments bei diesen ganz wichtigen Entscheidungen. (Abg. Bucher: Das hat man heute am Vormittag gesehen! – Abg. Ing. Westenthaler: Geheimausschuss!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das glaube ich, dass das nicht einfach ist! Menschen hinters Licht zu führen ist nicht einfach!
Ich gebe schon zu, die Arbeit war nicht einfach (Abg. Ing. Westenthaler: Das glaube ich, dass das nicht einfach ist! Menschen hinters Licht zu führen ist nicht einfach!), denn wenn wir hier eine internationale Finanzinstitution haben, einen europäischen Währungsfonds haben – da haben wir die berechtigten Wünsche des Parlaments. De facto ist das Ganze ein Balanceakt dahin gehend, einerseits die Mitwirkungsrechte des Parlaments hier sicherzustellen, andererseits aber die Funktionsfähigkeit eines europäischen Währungsfonds nicht in Frage zu stellen. Das ist zweifellos ein Balanceakt. Ich glaube, wir haben da eine gute Balance gefunden.
Abg. Ing. Westenthaler: Fallt euch in die Arme! Wollt ihr euch nicht abbusseln? Er kommt eh wieder!
Ich bedanke mich auch bei Peter Wittmann, bei Herrn Professor Van der Bellen und bedauere übrigens sehr, dass ich heute gelesen habe, dass Sie uns verlassen werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Fallt euch in die Arme! Wollt ihr euch nicht abbusseln? Er kommt eh wieder!) Das ist ein Verlust für das Parlament, gar keine Frage, aber wahrscheinlich ein Gewinn für den Gemeinderat. Aber es tut mir leid um Ihr Fachwissen, Ihr Know-how und Ihre konstruktive Art, die Sie im Finanzausschuss auch immer einbringen.
Abg. Ing. Westenthaler: Geheimausschuss!
Ich bedanke mich bei diesen Herren, denn es war wirklich nicht einfach. Es geht nicht darum, dass wir hier sozusagen einer internationalen Finanzinstitution Fesseln anlegen können, wir mussten diese Balance finden: einerseits Mitwirkungsrechte, Mitbestimmungsrechte, Informationsrechte des Parlaments, andererseits muss die Funktionsfähigkeit gewahrt werden. Daher auch diese zwei Unterausschüsse, ein kleinerer mit höchster Vertraulichkeit (Abg. Ing. Westenthaler: Geheimausschuss!), und ich kündige gleich an, wir werden hier darauf drängen, dass Strafbestimmungen eingeführt werden für den Fall, dass sich jemand nicht an die Geheimhaltung bei Sekundärmarktangelegenheiten hält, die überaus heikel sind. Gar keine Frage. Das ist ein ganz heikler Punkt, das werden wir auch noch im Verfassungsausschuss entsprechend diskutieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Gefängnisstrafen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Gefängnisstrafen!
Ich bedanke mich bei diesen Herren, denn es war wirklich nicht einfach. Es geht nicht darum, dass wir hier sozusagen einer internationalen Finanzinstitution Fesseln anlegen können, wir mussten diese Balance finden: einerseits Mitwirkungsrechte, Mitbestimmungsrechte, Informationsrechte des Parlaments, andererseits muss die Funktionsfähigkeit gewahrt werden. Daher auch diese zwei Unterausschüsse, ein kleinerer mit höchster Vertraulichkeit (Abg. Ing. Westenthaler: Geheimausschuss!), und ich kündige gleich an, wir werden hier darauf drängen, dass Strafbestimmungen eingeführt werden für den Fall, dass sich jemand nicht an die Geheimhaltung bei Sekundärmarktangelegenheiten hält, die überaus heikel sind. Gar keine Frage. Das ist ein ganz heikler Punkt, das werden wir auch noch im Verfassungsausschuss entsprechend diskutieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Gefängnisstrafen!)
Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!
Es ist also nach meinem Dafürhalten das in einen Anschein der parlamentarischen Sauberkeit gekleidete Goggomobil (Abg. Mag. Schickhofer: Was?) – ja, das war ein kleines Auto, das beim Fahren furchtbaren Lärm gemacht hat –, um die Wünsche in Richtung ungestörtes Ausleben der EFSM-Dinge verwirklichen zu können. Ich orte in diesem Entwurf eine Verfassungswidrigkeit wie folgt: Es handelt sich in § 32c Abs. 2 darum, dass der Ständige Unterausschuss, der eine Tagesordnung haben müsste, einen Tagesordnungspunkt aufnehmen muss, wenn dies der zuständige Bundesminister oder 20 Mitglieder des Nationalrates verlangen, wobei die Nationalratsabgeordneten nur einmal pro Jahr ein solches Verlangen abgeben können. (Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!) Also gibt es ein Kommandoverhältnis vom Minister in Richtung Parlament. Wem das nicht sauer aufstößt, der hat die österreichische Verfassung noch nie in die Hand genommen! (Beifall bei FPÖ und BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Was sind denn die? – Zwischenruf des Abg. Strache.
Nur eines, verehrte Kollegen von FPÖ und BZÖ, verstehe ich nun wirklich auch nicht: Sie können ja gegen den ESM sein, darüber kann man ja geteilter Meinung sein, ob das das richtige Instrument in dieser Situation ist oder nicht. Aber wie kann man gegen parlamentarische Mitwirkungs- und Mitgestaltungsrechte sein? (Abg. Ing. Westenthaler: Was sind denn die? – Zwischenruf des Abg. Strache.) – Ja dann lesen Sie es doch durch! Was der Kollege Fichtenbauer hier als „Ermächtigungsgesetz“ bezeichnet, ist doch eine Irreführung ersten Ranges. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Dass die Regierung Minister !)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Dass die Regierung Minister !
Nur eines, verehrte Kollegen von FPÖ und BZÖ, verstehe ich nun wirklich auch nicht: Sie können ja gegen den ESM sein, darüber kann man ja geteilter Meinung sein, ob das das richtige Instrument in dieser Situation ist oder nicht. Aber wie kann man gegen parlamentarische Mitwirkungs- und Mitgestaltungsrechte sein? (Abg. Ing. Westenthaler: Was sind denn die? – Zwischenruf des Abg. Strache.) – Ja dann lesen Sie es doch durch! Was der Kollege Fichtenbauer hier als „Ermächtigungsgesetz“ bezeichnet, ist doch eine Irreführung ersten Ranges. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Dass die Regierung Minister !)
Abg. Scheibner: Sie sind gekauft worden! – Abg. Ing. Westenthaler: Haben sich kaufen lassen!
Wir haben schon viel komplexere Materien in viel kürzerer Zeit behandelt. Da wird das ja wohl reichen. Wenn Sie in diesen drei Wochen die Zeit nicht finden, dann lassen Sie es bleiben, dann stimmen Sie halt dagegen! Das reicht mir jetzt langsam! (Abg. Scheibner: Sie sind gekauft worden! – Abg. Ing. Westenthaler: Haben sich kaufen lassen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Nach oben offen!
Der Unterausschuss ESM ist nicht öffentlich. Die Unterlagen sind vertraulich, aber keine Originaldokumente. Das kann irgendetwas sein, was aus dem Finanzministerium dem Unterausschuss zugestellt wird. Die Ergebnisse wiederum sind nicht öffentlich, und die Transferzahlungen an diese Pleiteländer, die da drinnen abgesegnet werden sollen, können in unbeschränkter Höhe erfolgen. (Abg. Ing. Westenthaler: Nach oben offen!) Ich glaube, das wissen die Abgeordneten von Rot und Schwarz gar nicht, worum es da geht. In unbeschränkter, nach oben offener Höhe können die da drinnen beschlossen werden. Und jetzt, meine sehr geehrten Damen und Herren von den Grünen, mit einfacher Mehrheit. – Na gratuliere! Super verhandelt! Da können die Roten und die Schwarzen drinnen entscheiden, wie viel und wohin die ganzen Milliarden in Zukunft fließen. Da brauchen Sie die Grünen überhaupt nicht. Ihr seid benutzt worden, nur damit man diese Konstruktion schafft, nur damit Ihr die Zweidrittelmehrheit hergebt, damit dieser EU-Reformvertrag geändert werden kann, nur damit es die Legalität für Rot und Schwarz gibt, diese Milliarden endlich auszuhändigen, die zulasten der österreichischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler gehen.
Abg. Ing. Westenthaler: Und wenn du darüber redest, wirst du eingesperrt!
Parallel dazu soll jetzt der zweite Rettungsschirm ESM eingerichtet werden. Jetzt würde ich einmal vorschlagen, dass Sie die Ohren wirklich aufmachen: eingezahltes Grundkapital 2,2 Milliarden €, plus abrufbares Grundkapital in der Höhe von 17,3 Milliarden €! Das heißt, jederzeit können dann von diesem Gremium, wo Rot und Schwarz dann im Unterausschuss drinnen sitzen und die Mehrheit haben, diese insgesamt 19 Milliarden € abgerufen werden, ohne dass wir hier herinnen überhaupt damit befasst werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Und wenn du darüber redest, wirst du eingesperrt!)
Heiterkeit und Rufe beim BZÖ: Er weiß es nicht! – Abg. Ing. Westenthaler: Er ist ahnungslos!
Der Kollege Kopf schaut jetzt fragend: Woher weiß er denn das? Das ist ja ...! – Natürlich! Wird es dann nicht so sein, meine Damen und Herren? Dann sagen Sie heute, sagen Sie jetzt, Sie bringen diesen ESM nicht am 27. auf die Tagesordnung! (Abg. Kopf: Ich weiß es nicht!) – Sie wissen es nicht? Er weiß es nicht! (Heiterkeit und Rufe beim BZÖ: Er weiß es nicht! – Abg. Ing. Westenthaler: Er ist ahnungslos!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt ja nicht einmal gefragt!
Das ist die Wahrheit, die Sie (in Richtung BZÖ und FPÖ) nicht zur Kenntnis nehmen wollen: dass Sie sich, auch du, lieber Herbert Scheibner, aus dem Spiel genommen haben, dass nicht wir Sie aus dem Spiel vertrieben haben! Wir hätten zu diesem Thema sehr gerne eine Fünf-Parteien-Einigung erreicht (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt ja nicht einmal gefragt!), wie das zum Beispiel zum Thema der Stabilisierung der Banken mit dem 100-Milliarden-Paket gelungen ist. (Beifall bei der ÖVP.) Jetzt war es nicht möglich, und das ist nicht unsere Schuld, das ist Ihre Schuld und auch ein Stück weit Ihre Verantwortung (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt nicht einmal gefragt! Das ist ja unglaublich!), aber das ist eben ein Stück weit der Unterschied zwischen parteipolitischer Agitation und staatspolitischer Verantwortung. Die Grünen haben als Opposition auch staatspolitisch verantwortet, du, lieber Peter Westenthaler, hast ja gerade 10 Minuten lang bewiesen: Parteipolitik über alles, und das auch noch in relativ pointierter Art und Weise, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Bucher.) – Sind damit die Zwischenrufe zu Ende? Kollege Bucher, schön, dass du wieder da bist.
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt nicht einmal gefragt! Das ist ja unglaublich!
Das ist die Wahrheit, die Sie (in Richtung BZÖ und FPÖ) nicht zur Kenntnis nehmen wollen: dass Sie sich, auch du, lieber Herbert Scheibner, aus dem Spiel genommen haben, dass nicht wir Sie aus dem Spiel vertrieben haben! Wir hätten zu diesem Thema sehr gerne eine Fünf-Parteien-Einigung erreicht (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt ja nicht einmal gefragt!), wie das zum Beispiel zum Thema der Stabilisierung der Banken mit dem 100-Milliarden-Paket gelungen ist. (Beifall bei der ÖVP.) Jetzt war es nicht möglich, und das ist nicht unsere Schuld, das ist Ihre Schuld und auch ein Stück weit Ihre Verantwortung (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt nicht einmal gefragt! Das ist ja unglaublich!), aber das ist eben ein Stück weit der Unterschied zwischen parteipolitischer Agitation und staatspolitischer Verantwortung. Die Grünen haben als Opposition auch staatspolitisch verantwortet, du, lieber Peter Westenthaler, hast ja gerade 10 Minuten lang bewiesen: Parteipolitik über alles, und das auch noch in relativ pointierter Art und Weise, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Bucher.) – Sind damit die Zwischenrufe zu Ende? Kollege Bucher, schön, dass du wieder da bist.
Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Bucher.
Das ist die Wahrheit, die Sie (in Richtung BZÖ und FPÖ) nicht zur Kenntnis nehmen wollen: dass Sie sich, auch du, lieber Herbert Scheibner, aus dem Spiel genommen haben, dass nicht wir Sie aus dem Spiel vertrieben haben! Wir hätten zu diesem Thema sehr gerne eine Fünf-Parteien-Einigung erreicht (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt ja nicht einmal gefragt!), wie das zum Beispiel zum Thema der Stabilisierung der Banken mit dem 100-Milliarden-Paket gelungen ist. (Beifall bei der ÖVP.) Jetzt war es nicht möglich, und das ist nicht unsere Schuld, das ist Ihre Schuld und auch ein Stück weit Ihre Verantwortung (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt nicht einmal gefragt! Das ist ja unglaublich!), aber das ist eben ein Stück weit der Unterschied zwischen parteipolitischer Agitation und staatspolitischer Verantwortung. Die Grünen haben als Opposition auch staatspolitisch verantwortet, du, lieber Peter Westenthaler, hast ja gerade 10 Minuten lang bewiesen: Parteipolitik über alles, und das auch noch in relativ pointierter Art und Weise, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Bucher.) – Sind damit die Zwischenrufe zu Ende? Kollege Bucher, schön, dass du wieder da bist.
Abg. Dr. Bartenstein: Der Kollege Westenthaler ist auch ...!
Wenn ich mir anschaue (Abg. Dr. Bartenstein: Der Kollege Westenthaler ist auch ...!), dass sie zum Beispiel selbst ihre Prüfer aussuchen können: Das muss man sich auch einmal vor Augen halten. Das heißt, sie bestimmen selbst den sogenannten Strafrichter, der dann mehr oder weniger bestimmt, ob das, was sie getan haben, richtig oder falsch ist. Ich meine, da kommen einem die Tränen, wenn man das sieht. Unsere Demokratie ist wirklich am Ende, wenn wir das beschließen!
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das Einzige, wo Sie mitgestalten können, ist Ihre Frisur in der Früh!
Meine Damen und Herren! Die heutige Diskussion macht mich trotzdem optimistisch. So lebhaft wie heute haben wir schon lange nicht mehr diskutiert. Vielleicht sollten wir mehrmals miteinander brisante Themen so behandeln. Aber dann sollte man, Herr Kollege Bucher, nicht im Vorfeld schon signalisieren: Wir sind nicht dabei. Sie sollten sagen: Wenn es geht, werden wir unseren Teil dazu beitragen, Österreich mitzugestalten, mit bestem Wissen und Gewissen. Sie müssen ja nicht immer alles mittragen, weil Sie der Meinung sind (Zwischenrufe der Abgeordneten Strache und Bucher.) – Herr Kollege Strache! Normalerweise antworte ich auf Zwischenrufe immer, wenn sie gut gemeint und intelligent sind. In diesem Fall verzichte ich darauf zu antworten. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das Einzige, wo Sie mitgestalten können, ist Ihre Frisur in der Früh!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was? „Sie lügen“? – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Wenn Sie dann auch noch beklagen, dass Sie erst heute in der Früh 34 Seiten bekommen haben, die Sie lesen mussten, dann muss ich sagen: Stimmt nicht! Vor zwei Tagen wurde Ihnen – und zwar beiden Fraktionen – von einem Mitarbeiter der SPÖ sowohl der Entwurf zum Geschäftsordnungsgesetz als auch der zum Bundes-Verfassungsgesetz zugestellt. Ich habe beide E-Mails hier: 12. Juni, 15:11 Uhr. Sie hatten das vorliegen. (He-Rufe bei FPÖ und BZÖ.) Also Sie lügen hier, wenn Sie behaupten, dass Sie erst heute in der Früh Kenntnis erlangt haben. (Beifall bei Grünen und SPÖ.) Wenn Sie nicht gelogen haben, dann haben Sie eine schlechte innere Organisation und dann ist das anscheinend nicht an Sie weitergeleitet worden. (Abg. Ing. Westenthaler: Was? „Sie lügen“? – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Oh-Rufe bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: So ein Blödsinn! – Abg. Petzner: Das glauben Sie ja selbst nicht!
Es ist schon ein erster Schritt gelungen, dass nämlich ausgehend von den Verhandlungen, die die Grünen wesentlich beeinflusst haben, Österreich auf dem Weg ist, eine Koalition in Sachen Finanztransaktionssteuer zu schließen. Aber solange nicht alle Forderungen erfüllt sind, werden die Grünen dem ESM natürlich nicht zustimmen. Das ist ja überhaupt keine Frage. (Oh-Rufe bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: So ein Blödsinn! – Abg. Petzner: Das glauben Sie ja selbst nicht!) Das brauchen Sie überhaupt nicht zu hinterfragen. (Beifall bei den Grünen.)
Sitzung Nr. 163
Abg. Kickl: Freiheit! Freiheit! – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Geschätzte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Ich glaube, es werden mir alle zustimmen, wenn ich sage, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit – und zwar beide Dinge, untrennbar miteinander verbunden – sind die Grundlage schlechthin, dass es in einem Land Frieden geben kann und dass es in einem Land Wohlstand geben kann. (Abg. Kickl: Freiheit! Freiheit! – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Daher müssen wir – gerade wir hier herinnen – alles in unserer Macht und in unseren Möglichkeiten Stehende tun, um genau diese beiden Dinge – Demokratie und Rechtsstaatlichkeit – hochzuhalten, zu schützen und auch ständig weiterzuentwickeln. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Überall dabei!
Das alles, was Sie hier jetzt betreiben, ist echter, billiger Theaterdonner, wo auch Nebelgranaten geworfen werden vonseiten der Grünen, die dann so tun, als hätten sie damit nichts zu tun (Ruf: So ist es!) – gar nichts zu tun! (Abg. Ing. Westenthaler: Überall dabei!) Sie machen nur die Räuberleiter für die Verfassungsmehrheit des Korridors, damit dann in der Folge die Regierung das mit einfacher Mehrheit beschließen kann. Also unglaublich!
Abg. Ing. Westenthaler: Aber ihr seid nicht besser!
Es wird jetzt eine neue Ära beginnen. – Herr Kollege Westenthaler, seien Sie einmal ein bisschen objektiv! (Abg. Ing. Westenthaler: Aber ihr seid nicht besser!) Das neue Gesetz ist deutlich besser als das, was vorher war – vorher war nämlich nichts. Vorher war nämlich all das, was Sie gemacht haben: 300 000 € als Partei einfach nehmen und einstecken. Das ist in Zukunft nicht mehr möglich. (Beifall bei den Grünen sowie bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein Wahnsinn!
Man muss sich vor Augen führen, dass wir in Österreich schon heute die hinter Japan höchste Parteienförderung haben, noch gar nicht einberechnet die Verdoppelung, die Sie hier beschließen wollen! Die weltweit zweithöchste Parteienförderung, das muss man sich einmal vor Augen halten! Die Schweiz ist eine tolle Demokratie, auch eine Parteiendemokratie, und stellen Sie sich vor, Herr Kollege Kopf: Wir haben in Österreich eine fünfmal so hohe Parteienförderung wie in der Schweiz. Fünfmal so hoch! (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Wahnsinn!) Da sieht man schon, was hier für ein Füllhorn über die Parteien von Rot und Schwarz ausgeschüttet wird. Insgesamt pro Jahr, meine sehr geehrten Damen und Herren, 200 Millionen € auf allen Ebenen – Gemeinde, Land, Bund – für die Parteien! 200 Millionen €, rechnet uns Herr Dr. Sickinger vor. Und das ist der Wahnsinn, der auf alle Fälle zu bekämpfen ist.
Abg. Ing. Westenthaler: Aber das Land verschuldet!
Da sollte man aufseiten der Bundesspitzen von Rot und Schwarz als Erstes einmal den Mut, die Courage haben und den Landeshauptleuten, die alles verprassen, endlich einmal das Geld aus der Hand nehmen, denn das, was Sie von Rot und Schwarz gemacht haben, ist: Sie sind wieder vor dem Herrn Häupl und dem Herrn Pröll in die Knie gegangen. Der Herr Pröll hat jetzt eine „Pröll-gefüllte“ Wahlkampfschatulle für den Wahlkampf im nächsten Frühjahr in Niederösterreich (Abg. Ing. Westenthaler: Aber das Land verschuldet!), das sorgt für einen Jubeltag der Landesfürsten. Und Sie sind nichts anderes als eine von einem Herrn Pröll und einem Herrn Häupl geduldete Bundesregierung.
Der Redner streift am Mikrophon an. – Abg. Ing. Westenthaler: Langsam!
Bundeskanzler Werner Faymann: Frau Präsidentin! Sehr verehrte Mitglieder der Bundesregierung! Meine sehr verehrten Damen und Herren! (Der Redner streift am Mikrophon an. – Abg. Ing. Westenthaler: Langsam!) Herr Bucher, ich weiß nicht, warum Sie immer so mit uns schreien. (Abg. Ing. Westenthaler: Weil es ärgerlich ist!) Ist das in Ihrem Klub so notwendig? Ist das die einzige Art, sich zu verständigen?
Abg. Ing. Westenthaler: Weil es ärgerlich ist!
Bundeskanzler Werner Faymann: Frau Präsidentin! Sehr verehrte Mitglieder der Bundesregierung! Meine sehr verehrten Damen und Herren! (Der Redner streift am Mikrophon an. – Abg. Ing. Westenthaler: Langsam!) Herr Bucher, ich weiß nicht, warum Sie immer so mit uns schreien. (Abg. Ing. Westenthaler: Weil es ärgerlich ist!) Ist das in Ihrem Klub so notwendig? Ist das die einzige Art, sich zu verständigen?
Abg. Ing. Westenthaler: Seien Sie nicht so überheblich! Sie sind ganz schön überheblich!
Kollege Grosz, die Aporie Ihrer Geistesleere ist nur in ein Verhältnis zu bringen mit Vorstellungen, die außerhalb des Raumes vorstellbarer Kulturwissenschaften liegen. Sie können bei diesem Thema einfach nicht mitreden. Ist ja kein Wunder, wenn man keinen Beruf erlernt hat, der zumindest eine akademische Ebene voraussetzt. Das müssen nämlich alle freien Berufe ausweisen. (Abg. Ing. Westenthaler: Seien Sie nicht so überheblich! Sie sind ganz schön überheblich!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: den Titel „Rechtsanwalt“ zu führen! – Abg. Ing. Westenthaler: So etwas Überhebliches! – weitere Zwischenrufe bei Grünen und BZÖ
Und im Unterschied zum Lobbyismus haben die genannten Berufe eine hochrangige Berufsausbildungsvoraussetzung, haben ihr Register, und das ist öffentlich (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: den Titel „Rechtsanwalt“ zu führen! – Abg. Ing. Westenthaler: So etwas Überhebliches! – weitere Zwischenrufe bei Grünen und BZÖ) – schreien Sie nicht herum!; ist doch alles ein Unsinn, was Sie reden –, und unterliegen einem scharfen Regime des Disziplinarrechtes. Die mit Lobbyismus gleichzusetzen ist ja eine Vorgangsweise, die außerhalb des vernünftigen Denkens liegt. (Abg. Grosz: Gott sei Dank bin ich kein Rechtsanwaltsanwärter! – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Entschuldigen Sie sich bei der Frau Moser! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung FPÖ weisend –: Die „Partei der Kleinen und Anständigen“! „Bravo“!
Und ich verhehle nicht, dass Ihnen das geistig nicht zugänglich ist. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Entschuldigen Sie sich bei der Frau Moser! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung FPÖ weisend –: Die „Partei der Kleinen und Anständigen“! „Bravo“!)
Abg. Strache: 700.000 € für Scheibner! 300.000 € für Westenthaler! Das sind genau die, die !
Sehr geehrte Damen und Herren von den Freiheitlichen! Sehr geehrte Damen und Herren von den Grünen! Es ist schändlich, am Höhepunkt einer Wirtschaftskrise, wenige Monate nach dem Stabilitätsgesetz 2012, wenige Monate nach der Abschaffung der Bausparkassenerleichterungen, wenige Monate nach der Erhöhung der Zugangsbeschränkungen zum Pflegegeld, wenige Monate nach dem größten Sparpaket der Republik, selbst als Politik in die Tasche zu greifen und sich die Parteienförderungen zu erhöhen. Das ist schändlich, sehr geehrte Damen und Herren! (Abg. Strache: 700.000 € für Scheibner! 300.000 € für Westenthaler! Das sind genau die, die !)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer ist denn das? – Zwischenrufe bei den Grünen.
Und, sehr geehrte Grüninnen und Grüne, verwenden Sie nie mehr das Wort „Telekom“, das rate ich Ihnen! Eine Partei, die das letzte Dreivierteljahr die Telekom sturmreif geschossen hat, sodass ein Investor sie günstig kaufen kann, um sie wenige Wochen später mit dem größten Gewinn seines Lebens verkaufen zu können, ein Investor, der einen direkten Kontakt an die Parteispitze der Grüninnen und Grünen pflegt (Abg. Ing. Westenthaler: Wer ist denn das? – Zwischenrufe bei den Grünen.) Sie, sehr geehrte Damen und Herren, sollten bei diesem Thema schweigen! Sie sollten schweigen! Wir werden immer mehr draufkommen, dass Sie auch den Untersuchungsausschuss ... (Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wird es so richtig interessant! – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.
Ich frage Sie weiter: Was war Ihr weiterer „Judaslohn“? Was haben Sie jetzt bekommen vom Gewinn der letzten Wochen? (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wird es so richtig interessant! – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.)
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit eurer Stiftung in der Steiermark!
Und das BZÖ, meine Damen und Herren – nicht nur die „Telekom-Millionen“! Das wissen wir längst, ist ja alles nachgewiesen worden im Untersuchungsausschuss. Und gestern – das muss man sich einmal vorstellen! –, der Herr Westenthaler (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit eurer Stiftung in der Steiermark!) Na, Sie haben es notwendig, Sie sind ja überführt worden, dass Sie da 300 000 € mit irgendwelchen Machenschaften auf die Seite geräumt haben! Gestern war das. Und heute wollen Sie vom BZÖ hier andere maßregeln? – Na, Sie haben aber gute Nerven, das muss ich schon wirklich sagen! (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr seid die größten Abkassierer der Zweiten Republik!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr seid die größten Abkassierer der Zweiten Republik!
Und das BZÖ, meine Damen und Herren – nicht nur die „Telekom-Millionen“! Das wissen wir längst, ist ja alles nachgewiesen worden im Untersuchungsausschuss. Und gestern – das muss man sich einmal vorstellen! –, der Herr Westenthaler (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit eurer Stiftung in der Steiermark!) Na, Sie haben es notwendig, Sie sind ja überführt worden, dass Sie da 300 000 € mit irgendwelchen Machenschaften auf die Seite geräumt haben! Gestern war das. Und heute wollen Sie vom BZÖ hier andere maßregeln? – Na, Sie haben aber gute Nerven, das muss ich schon wirklich sagen! (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr seid die größten Abkassierer der Zweiten Republik!)
Abg. Ing. Westenthaler: Passen Sie auf, dass Ihnen der Schaum nicht herunterrinnt! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Es ist ja schon fast tragisch-komisch: Je mehr da herumgeplärrt wird von Ihnen, Herr Petzner, von Ihnen, Herr Bucher, und von Ihnen, Herr Grosz, je lauter Sie plärren, desto geringer ist die Wahrnehmung! (Abg. Ing. Westenthaler: Passen Sie auf, dass Ihnen der Schaum nicht herunterrinnt! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind ein Hasser!
Meine Damen und Herren von der FPÖ! 600 000 €, die die FPÖ durch die Telekom profitierte. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind ein Hasser!) Sie sind aus den Verhandlungen ausgestiegen, Sie wollen kein Limit bei den Wahlkämpfen. Sie wollen möglicherweise weiter die „Part-of-the-Game-Methode“: Staatsbürgerschaft für Ausländer, die die Kasse füllen. (Abg. Ing. Westenthaler: Hasser!)
Abg. Ing. Westenthaler: Hasser!
Meine Damen und Herren von der FPÖ! 600 000 €, die die FPÖ durch die Telekom profitierte. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind ein Hasser!) Sie sind aus den Verhandlungen ausgestiegen, Sie wollen kein Limit bei den Wahlkämpfen. Sie wollen möglicherweise weiter die „Part-of-the-Game-Methode“: Staatsbürgerschaft für Ausländer, die die Kasse füllen. (Abg. Ing. Westenthaler: Hasser!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind der größte Pensionsabkassierer der Sozialdemokratie!
Was heute interessant war bei der FPÖ, war die „feine Spitze“ vom Herrn Fichtenbauer – dafür ist er berühmt! –: ein Loblied auf die Zunft der Anwälte! Nur: Das müssen Sie intern klären, innerhalb der FPÖ, aber wir registrieren das natürlich sehr interessiert. Vielleicht kommt doch ein bisschen Bewegung hinein, was die Causa Graf betrifft. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind der größte Pensionsabkassierer der Sozialdemokratie!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit der Politikerpension, Herr Kräuter?
Demokratie, Parteien, öffentliche Finanzierung: Das ist etwas Selbstverständliches, meine Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit der Politikerpension, Herr Kräuter?) Wir wollen nicht abhängig sein von der Industrie. Denn: Wie dann die Arbeitnehmerrechte ausschauen, der Konsumentenschutz, die Umweltbestimmungen, das kann man sich lebhaft vorstellen!
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wann gibst du deine Politikerpension zurück, Herr Kräuter, deine unrechtmäßige?
Wir werden in zehn bis 15 Jahren beurteilen können, wie die Bilanz ausschaut. Auf jeden Fall wird es eine stabile Demokratie sein, mit sauberen Parteien, und Österreich wird seinen Spitzenplatz in der Staatengemeinschaft als parlamentarische Demokratie behaupten. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wann gibst du deine Politikerpension zurück, Herr Kräuter, deine unrechtmäßige?)
Abg. Ing. Westenthaler: Auszählen!
Ich stelle ausdrücklich die verfassungsmäßig erforderliche Zweidrittelmehrheit fest. (Abg. Ing. Westenthaler: Auszählen!)
Sitzung Nr. 164
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Abg. Neubauer: Ihr seid die Brandstifter und dann holt ihr die Feuerwehr!
Meine Damen und Herren, dieser ESM hat eine Feuerwehrfunktion. Er bringt auch eine massive Kontrollverstärkung, damit die Fehler, die gemacht wurden, nicht mehr vorkommen. Und es ist unbestritten, dass es Fehler gegeben hat. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Abg. Neubauer: Ihr seid die Brandstifter und dann holt ihr die Feuerwehr!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Kogler –: So, jetzt kommt der Regierungssprecher! Pressesprecher der Koalition! – Abg. Dr. Bartenstein: Ein vernünftiger Oppositionspolitiker!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Mag. Kogler. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Kogler –: So, jetzt kommt der Regierungssprecher! Pressesprecher der Koalition! – Abg. Dr. Bartenstein: Ein vernünftiger Oppositionspolitiker!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler
Und da verstehe ich Sie dann nicht mehr ganz. Ich sage das als jemand von einer Fraktion, die mindestens so sehr wie Ihre, wenn nicht intensiver, länger und stärker, hier immer dann alle Mittel ausschöpft, wenn es darum geht, gegen die Bundesregierung vorzugehen (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler), wenn es zum Beispiel um klassischen Verfassungsbruch geht – Sie haben das heute hier erwähnt. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt das schlechte Gewissen! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Bevor Sie von der ÖVP zu schnell applaudieren: Sie haben hier ganz lange in die falsche Richtung gewirtschaftet. (Zwischenruf des Abg. Petzner.) Dieser ESM bleibt ambivalent, denn falsch angewendet kann er die Spekulation noch fördern! (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt das schlechte Gewissen! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist ein Arzt im Haus? Dann sollten wir Vorsorge treffen !
Herr Abgeordneter Dr. Wittmann gelangt zu Wort. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist ein Arzt im Haus? Dann sollten wir Vorsorge treffen !)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollen eine Volksabstimmung! – Rufe bei der FPÖ: Volksabstimmung!
Bundeskanzler Werner Faymann: Frau Präsidentin! Herr Vizekanzler! Sehr verehrte Mitglieder der Regierung! Hochverehrte Abgeordnete! Sehr geehrte Damen und Herren! (Abgeordnete des BZÖ entrollen ein Transparent mit der Aufschrift: „Ja zur Volksabstimmung. Nein zum ESM!“ – Die Abgeordneten der FPÖ halten geschlossen Tafeln mit der Aufschrift: „Stoppt ESM – Dem Volk sein Recht!“ in die Höhe.) Der Europäische Rat hat im richtigen Moment, wie ich meine, wesentliche Beschlüsse gefasst, nämlich in einer Situation, in der die Frage war: Sind wir stark genug, einen Schutzschirm zu bilden, der einmal ein Schritt im Voraus ist und der nicht wie in der Vergangenheit im allerletzten Moment zustande kommt? Sind wir stark genug, die Flexibilisierung des Schutzschirmes, die verstärkten Möglichkeiten, einander zu schützen, zu schaffen? (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollen eine Volksabstimmung! – Rufe bei der FPÖ: Volksabstimmung!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Bundeskanzler, warum machen Sie keine Volksabstimmung? Wir wollen eine Volksabstimmung!
mit dem Transparent. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Bundeskanzler, warum machen Sie keine Volksabstimmung? Wir wollen eine Volksabstimmung!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wovor fürchten Sie sich, Herr Bundeskanzler?
Wer Taferl in die Höhe hält, aber nicht zugibt, dass die Arbeitsplätze in Österreich davon abhängig sind, dass Exporte, dass die Wirtschaft in Europa, dass die Kaufkraft in Europa funktionieren, der zeichnet bei der Bevölkerung absichtlich ein falsches Bild dieser Europäischen Union. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wovor fürchten Sie sich, Herr Bundeskanzler?)
Lang anhaltender Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie Beifall bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Strache: Kein Wort zur Volksabstimmung! – Abg. Ing. Westenthaler: Gott schütze Österreich!
In diesem Sinne bitte ich Sie um die Zustimmung zu den Beschlüssen. (Lang anhaltender Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie Beifall bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Strache: Kein Wort zur Volksabstimmung! – Abg. Ing. Westenthaler: Gott schütze Österreich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist ein Veto?
Wenn wir heute hier diskutieren und es um die Souveränität Österreichs geht, dann möchte ich folgende These aufstellen (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist ein Veto?): Wenn man riskiert, dass es in Europa, aber auch in Österreich eine Entwicklung gibt, die zu wirtschaftlich desaströsen Situationen führt, die zu Chaos führt, zu Massenarbeitslosigkeit, zum Zusammenbruch der Währung – etwas, das der Herr Bundeskanzler mit den dreißiger Jahren schon angesprochen hat –, und wenn einzelne Länder in solch eine Situation kommen, dann sind sie so etwas von abhängig vom Internationalen Währungsfonds, dann sind sie so etwas von abhängig von mächtigen Kapitalgruppen, dann sind sie so etwas von abhängig von anderen politischen Entscheidungsebenen, und dann riskiert man die Souveränität des eigenen Landes. – Das verstehe ich nicht! Am liebsten würde ich einen Misstrauensantrag gegen FPÖ und BZÖ einbringen, nur leider sieht das die Geschäftsordnung nicht vor. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Kollege Cap! Was ist mit dem Veto? Das würde mich interessieren!
Sie werden heute noch einen derartigen Entschließungsantrag einbringen, das ist Ihr gutes Recht, es fehlt aber jede sachliche Grundlage. (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Kollege Cap! Was ist mit dem Veto? Das würde mich interessieren!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Strache
Sie wissen selbst (Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Strache), weil Sie da immer diese Feindbilder ESM und Fiskalpakt errichten – übrigens, der Fiskalpakt kommt bei Ihnen gar nicht vor, also ich finde das interessant –: Das ist eine Einrichtung, wo man schaut, dass mit dem Steuergeld ja verantwortungsvoll umgegangen wird, dass das möglichst mit Zinsen und Zinseszinsen zurückgezahlt wird, dass Haushaltsdisziplin herrscht, dass der Haushalt ausgewogen ist – was beim Fiskalpakt übrigens jeder selbst entscheiden kann, ob das über Einnahmen oder Ausgaben gere-
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit dem Veto? – Zwischenruf des Abg. Strache.
Wieso kommt das eigentlich bei Ihnen nicht vor? Das ist nicht bloß der ESM, den Sie mit Ihren zittrigen Händen und Ihren Täfelchen als anonymes Etwas darzustellen versuchen. Nein, das ist es nicht, sondern das ist eine Rettungseinrichtung, damit der Euro stabil bleibt, damit wir mit einem stabilen Euro Wirtschaft, Handel und Konkurrenzfähigkeit absichern. (Abg. Kickl: seit Monaten!) Oder wollen Sie, dass hier bei uns die Lohnniveaus und die Sozialniveaus von Südchina und Südindien gelten? Wollen Sie das? – Dann sagen Sie es (Zwischenruf bei der FPÖ), dann kommen Sie heraus und sagen Sie, Sie wollen eine andere Gesellschaftsordnung und ein anderes Sozialniveau. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit dem Veto? – Zwischenruf des Abg. Strache.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo steht das Veto? Halten Sie doch die Leute nicht für dumm! – Zwischenruf bei der FPÖ.
Schauen Sie, Sie haben sich dagegen ausgesprochen, dass das Parlament mitredet, was mit dem Steuergeld im ESM geschieht. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo steht das Veto? Halten Sie doch die Leute nicht für dumm! – Zwischenruf bei der FPÖ.) Das nennen Sie Demokratie? Ich muss Ihnen sagen, Demokratie ist, wenn man versucht, dass man darauf Einfluss nimmt, was mit unserem Steuergeld geschieht. Genau das werden wir machen: wenn es zu einer Erhöhung kommt, Einsatz der Mittel; auch in dringlichen Fällen gibt es Mechanismen, wo wir hier nicht ausgeschaltet sind. Das möchte ich nur einmal mitteilen.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist nicht einmal ein Lüfterl!
Das ist nicht zuletzt das Verdienst des Bundeskanzlers und seiner Hartnäckigkeit in Brüssel. Das ist aber auch auf die Unterstützung, die wir letztendlich durch den frischen Wind aus Frankreich bekommen haben, zurückzuführen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist nicht einmal ein Lüfterl!)
Beifall bei Grünen und SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war keine Geschäftsordnungsmeldung! – Abg. Scheibner: Das war aber kein Antrag!
Herr Präsident, ich würde Sie bitten, das zu kommentieren und nicht unkommentiert zu lassen! – Danke. (Beifall bei Grünen und SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war keine Geschäftsordnungsmeldung! – Abg. Scheibner: Das war aber kein Antrag!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein Misstrauensantrag?
Und zur Würde des Hohen Hauses, meine Damen und Herren – des BZÖ im Allgemeinen und des Kollegen Grosz im Besonderen! Zu dem noch nicht eingebrachten, weil Ihr Wortschwall noch nicht zu Ende war und die Redezeit dann schon abgelaufen war, aber zu dem noch einzubringenden Misstrauensantrag des BZÖ gegen den Herrn Bundeskanzler: Gerade als jemand, der unserem Bundeskanzler nicht ganz kritikfrei gegenübersteht, sage ich: Auch da verletzen Sie die Würde des Hohen Hauses (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Misstrauensantrag?), und Sie äußern sich, wie das nun einmal Ihre Art ist, in rotziger Art und Weise zum Bundeskanzler und formulieren: „ da sein Horizont nur vom Ballhausplatz bis zur SPÖ-Zentrale in der Löwelstraße reicht, stellen die unterzeichneten Abgeordneten “, und so weiter, und so fort.
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist da die Steigerung in Österreich, Herr Siebeng’scheit?
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Meine Vorrednerin Muttonen – und sie möge recht haben – hat von der Trendwende gesprochen, die durch den Gipfel am letzten Wochenende ausgelöst wurde. Die Märkte scheinen im Moment mehr als ein Strohfeuer dessen abzuliefern, was Börsen, was Refinanzierungsmöglichkeiten, was Zinsniveaus anbelangt. Einige Silberstreifen am Horizont gibt es aber auch. Es wird heute berichtet, dass Spanien bei allen Problemen nicht nur die Fußball-Europameisterschaft souverän gewonnen hat, sondern auch im Juni einen Rückgang der Arbeitslosen um mehr als 100 000 zu verzeichnen hatte – besser, als alle Prognosen gewesen sind –, dass die Iren sich wieder auf die Finanzmärkte trauen können und dass die Griechen – man höre und staune!, es wurde schon gesagt – einen Primärüberschuss in Ihrem Budget haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist da die Steigerung in Österreich, Herr Siebeng’scheit?)
Abg. Dr. Jarolim: Ein wenig Seriosität hätte gut getan! – Abg. Ing. Westenthaler: „Eurolim“!
Ich ersuche jene Damen und Herren, die sich für den gegenständlichen Misstrauensantrag aussprechen, um ein Zeichen der Zustimmung. (Abg. Dr. Jarolim: Ein wenig Seriosität hätte gut getan! – Abg. Ing. Westenthaler: „Eurolim“!) – Das ist die Minderheit. Der Antrag ist abgelehnt.
Abg. Ing. Westenthaler: Ist nichts herausgekommen!
Das ist nicht verständlich, und daher haben wir Grüne darauf gedrängt (Abg. Grosz: Aber eher erfolglos!), dass es in Österreich auch ein Bankeninsolvenzrecht geben soll und auch wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist nichts herausgekommen!) Entsprechende Maßnahmen werden auch gesetzt, Herr Kollege Grosz, nehmen Sie das zur Kenntnis! Wir arbeiten daran, das ist in Umsetzung.
Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie eine Frau Grünin oder eine Frau Grüne?
Meine Damen und Herren! Das wird künftig einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass die Steuerinnen –, dass die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler – ja, die Gendergeschichte ist nicht immer einfach, wie Sie sehen, aber korrekt (Beifall bei den Grünen) – nicht die Last tragen müssen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie eine Frau Grünin oder eine Frau Grüne?) Es ist gut so, dass wir da den nächsten Schritt setzen.
Abg. Ing. Westenthaler: Wie im Kindergarten! Sie kassieren eh bald Geldstrafen!
So deutlich war die Aufforderung, der ich gerne nachkomme, noch nie und daher auch der Ordnungsruf. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie im Kindergarten! Sie kassieren eh bald Geldstrafen!)
Sitzung Nr. 166
Abg. Ing. Westenthaler: Das darf ja nicht wahr sein!
Aber es wäre blauäugig, zu glauben, mit einem Entwurf in die parlamentarische Diskussion zu gehen, der sozusagen vorher nicht akkordiert ist, auch mit den wichtigen Playern im Sport. Insofern bin ich sehr optimistisch, dass wir das in den nächsten Wochen schaffen können. Also ich habe es jedenfalls fertig. Sie wissen das, Herr Abgeordneter, auch wenn Sie lächeln. (Abg. Ing. Westenthaler: Das darf ja nicht wahr sein!) Wir werden dieses Gesetz im Parlament diskutieren und, so hoffe ich, dann auch gemeinsam beschließen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: „Zwei bis drei Wochen“, hier!
Bundesminister für Landesverteidigung und Sport Mag. Norbert Darabos: Herr Abgeordneter Westenthaler, ich nehme an, Sie wissen, dass dieses Gesetz, mein Entwurf, mittlerweile der Bundessportversammlung zugestellt wurde, dass dieser auch diskutiert wurde, dass das jetzt in der Endphase ist und dass damit auch jetzt kein Weg mehr daran vorbeiführt, das dem Parlament auch vorzulegen. (Abg. Ing. Westenthaler: „Zwei bis drei Wochen“, hier!) Sie werden sehen, dass das in den nächsten (Abg. Ing. Westenthaler: Vor zwei Jahren haben Sie es gesagt, Herr Minister! – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Vor zwei Jahren haben Sie es gesagt, Herr Minister! – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Bundesminister für Landesverteidigung und Sport Mag. Norbert Darabos: Herr Abgeordneter Westenthaler, ich nehme an, Sie wissen, dass dieses Gesetz, mein Entwurf, mittlerweile der Bundessportversammlung zugestellt wurde, dass dieser auch diskutiert wurde, dass das jetzt in der Endphase ist und dass damit auch jetzt kein Weg mehr daran vorbeiführt, das dem Parlament auch vorzulegen. (Abg. Ing. Westenthaler: „Zwei bis drei Wochen“, hier!) Sie werden sehen, dass das in den nächsten (Abg. Ing. Westenthaler: Vor zwei Jahren haben Sie es gesagt, Herr Minister! – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unglaublich! Das ist ja die Unwahrheit, was Sie sagen!
Sie haben auch in einigen Punkten, wie Sie wissen, dieses Gesetz blockiert und wollen eigentlich nicht eine wirkliche neue Sportförderung. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unglaublich! Das ist ja die Unwahrheit, was Sie sagen!) – Nein, das ist keine Unwahrheit. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe es noch nicht einmal gesehen, Herr Minister! Wie habe ich es blockiert, Herr Minister? – Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe es noch nicht einmal gesehen, Herr Minister! Wie habe ich es blockiert, Herr Minister? – Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.
Sie haben auch in einigen Punkten, wie Sie wissen, dieses Gesetz blockiert und wollen eigentlich nicht eine wirkliche neue Sportförderung. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unglaublich! Das ist ja die Unwahrheit, was Sie sagen!) – Nein, das ist keine Unwahrheit. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe es noch nicht einmal gesehen, Herr Minister! Wie habe ich es blockiert, Herr Minister? – Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie können wir es blockieren, wenn es nicht einmal noch da ist?
Herr Abgeordneter, ich kann Ihnen nur sagen, dass das der Bundessportversammlung zugegangen ist, dass damit der Weg frei ist und dass einige Dinge drinnen sind, die wir auch schon diskutiert haben, die Sie vielleicht anders sehen. Und deswegen erlauben Sie mir auch eine subjektive Meinung meinerseits. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie können wir es blockieren, wenn es nicht einmal noch da ist?)
Abg. Ing. Westenthaler: Präventivblockade des Herrn Ministers, oder was soll das sein? – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zusatzfrage? – Bitte, Herr Abgeordneter Brosz. (Abg. Ing. Westenthaler: Präventivblockade des Herrn Ministers, oder was soll das sein? – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Dann kündigen Sie es nicht an, dann sagen Sie, es dauert noch!
Bundesminister für Landesverteidigung und Sport Mag. Norbert Darabos: Sehr geehrter Herr Abgeordneter! Es ist so, dass wir natürlich auch vom Rechnungshof aufgefordert worden sind, ein neues Gesetz zu schaffen und für mehr Transparenz zu sorgen. Es gibt keine Bremser, aber es gibt sehr viele Player in diesem Spiel. Das wissen Sie so gut wie ich. Das sind die Fachverbände, das sind die Dachverbände. Ich versuche, auch im Sinne einer ordentlichen parlamentarischen Behandlung dieses neuen Sportförderungsgesetzes, diese Player auch vorher einzubinden. (Abg. Ing. Westenthaler: Dann kündigen Sie es nicht an, dann sagen Sie, es dauert noch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das hat er im November schon gesagt! Im November war es auch schon abgeschlossen! – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Die Diskussionsphase, die jetzt abgeschlossen ist, ist mit den Dach- und Fachverbänden passiert, und deswegen ist es dem Parlament noch nicht vorgelegt worden. Aber Sie können davon ausgehen, dass das jetzt in den nächsten Wochen passieren wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Das hat er im November schon gesagt! Im November war es auch schon abgeschlossen! – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Weitere Zwischenrufe des Abg. Ing. Westenthaler. – Rufe bei der SPÖ: Guten Morgen, Herr Westenthaler, die Frage ist ja schon lange beantwortet! Ma, Herr Westenthaler, können Sie nicht wenigstens leise sein?! – Abg. Ing. Westenthaler: Es wird wieder nicht da sein ! Machen wir eine Wette!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zusatzfrage? – Bitte, Herr Abgeordneter Dr. Strutz. (Weitere Zwischenrufe des Abg. Ing. Westenthaler. – Rufe bei der SPÖ: Guten Morgen, Herr Westenthaler, die Frage ist ja schon lange beantwortet! Ma, Herr Westenthaler, können Sie nicht wenigstens leise sein?! – Abg. Ing. Westenthaler: Es wird wieder nicht da sein ! Machen wir eine Wette!)
Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen dauert es so lange!
Bundesminister für Landesverteidigung und Sport Mag. Norbert Darabos: In zwei Punkten geht es mir um die Frage, die Sie jetzt gestellt haben. Erstens: Es muss mehr Transparenz geben, auch bei den großen Verbänden, beispielsweise beim Österreichischen Fußballbund, was die Trennung zwischen Breiten- und Spitzensport betrifft, und es muss Transparenz geben – und ich glaube, da werden Sie mir recht geben – beim ÖOC, da haben wir einiges aufzuarbeiten. (Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen dauert es so lange!)
Abg. Ing. Westenthaler: muss noch Sprungweiten der Kängurus studieren, in Australien!
Aber die genaue Präzisierung, die hat dann innerhalb eines Prozesses zu erfolgen, den der autonome Sport selbst durchzuführen hat. Das heißt, es wird mehrere Kategorien geben oder auch eine Reihung der Verbände. Jetzt zu sagen, dass es einen Verband treffen wird und den anderen nicht, das wäre unseriös. Aber es geht mir schon darum, auch dem Leistungsprinzip, vor allem im Spitzensport, zu huldigen und zu versuchen, mehrere Kategorien einzuführen. (Abg. Ing. Westenthaler: muss noch Sprungweiten der Kängurus studieren, in Australien!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die fremdenpolizeilichen Agenden sind bei der Fremdenpolizei! Das solltest du eigentlich wissen!
Es wird also mit 1. Jänner 2014 ein Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl geben, und alle asyl- und fremdenrechtlichen Belange der ersten Instanz werden dort erledigt werden. Es wird statt der jetzt betroffenen 194 für das Fremdenrecht in Österreich zuständigen Behörden zukünftig ein Bundesamt und neun Landesämter geben. Und im Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl werden auch alle Asylangelegenheiten behandelt, auch das humane Bleiberecht. (Abg. Ing. Westenthaler: Die fremdenpolizeilichen Agenden sind bei der Fremdenpolizei! Das solltest du eigentlich wissen!) – Hör mir zu, ich komme schon noch dazu!
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Nur der Sachlichkeit halber, Frau Kollegin, und der Ehrlichkeit halber: Schon vor Monaten haben wir klargestellt, es gibt ein neues Organisationsgesetz, und die Materiengesetze werden zu einem späteren Zeitpunkt nachvollzogen! (Zwischenruf der Abg. Mag. Korun.) Das gilt bei der Landesverwaltungsgerichtsbarkeit, das haben wir bei all diesen großen verwaltungsreformatorischen Gesetzen gemacht. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) – Zuhören, Kollege Westenthaler!
Abg. Ing. Westenthaler lacht.
Meine geschätzten Damen und Herren! Nach diesen umfangreichen Diskussionen, die es seit Monaten und im Zusammenhang mit der Verwaltungsgerichtsbarkeit seit Jahren gegeben hat, möchte ich allen Fachbeamtinnen und -beamten danken. Das waren keine lustigen Gespräche. (Abg. Ing. Westenthaler lacht.) – Du lachst, aber setz dich einmal hin und arbeite monatelang in einer Fachmaterie, das ist nicht lustig! (Abg. Ing. Westenthaler: Die wollen keinen Dank, die wollen ein g’scheites Gesetz!) Das wird ein g’scheites Gesetz!
Abg. Ing. Westenthaler: Die wollen keinen Dank, die wollen ein g’scheites Gesetz!
Meine geschätzten Damen und Herren! Nach diesen umfangreichen Diskussionen, die es seit Monaten und im Zusammenhang mit der Verwaltungsgerichtsbarkeit seit Jahren gegeben hat, möchte ich allen Fachbeamtinnen und -beamten danken. Das waren keine lustigen Gespräche. (Abg. Ing. Westenthaler lacht.) – Du lachst, aber setz dich einmal hin und arbeite monatelang in einer Fachmaterie, das ist nicht lustig! (Abg. Ing. Westenthaler: Die wollen keinen Dank, die wollen ein g’scheites Gesetz!) Das wird ein g’scheites Gesetz!
Abg. Ing. Westenthaler: Na geh, hör auf! – Das ist alles geregelt!
Abgeordnete Mag. Gisela Wurm (SPÖ): Herr Präsident! Frau Ministerin! Sehr geehrte Damen und Herren! Der Vorredner, Kollege Rosenkranz, und auch Sie, Frau Ministerin, haben schon darauf hingewiesen, dass die Asylzahlen, dass die Zahl der Ansuchen um Asyl in Österreich wieder steigt. – Das stimmt. Aber es sucht sich ja kein Mensch aus, wo er lebt (Abg. Ing. Westenthaler: Na geh, hör auf! – Das ist alles geregelt!), und die Kriegsherde in den verschiedenen Gegenden der Welt sind natürlich unterschiedlich. Und wenn wir uns die Situation in Libyen, in Syrien (Abg. Dr. Rosenkranz: Wir haben keine Außengrenze mit Syrien! Welche Schengen-Grenze haben wir zu Syrien?) anschauen, dann ist es ja verständlich, dass die Menschen dort nicht bleiben können, sondern dass da Asyl gewährt werden muss. Auch das ist eine wichtige Maßnahme. Das kann man sich nicht anschaffen, sondern wir sind selbstverständlich im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention aufgerufen, zu helfen. – Das ist das eine.
Abg. Ing. Westenthaler: Geh, hör doch auf! Das stimmt doch nicht!
Abgeordneter Anton Heinzl (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Wahr ist erstens, dass die heute zu beschließende Novelle der Asylgesetzgebung sicher eine der größten Struktur- und Verwaltungsreformen der Zweiten Republik ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Geh, hör doch auf! Das stimmt doch nicht!) – Ganz sicher ist das so, Herr Abgeordneter Westenthaler!
Abg. Ing. Westenthaler: Frau Rudas hält ihre dritte Rede in diesem Jahr!
Zu Wort gelangt als Erste Frau Abgeordnete Mag. Rudas. 3 Minuten Redezeit sind eingestellt. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Frau Rudas hält ihre dritte Rede in diesem Jahr!)
Sitzung Nr. 167
Abg. Mag. Gaßner: Das ist schlecht! – Abg. Ing. Westenthaler: Was sagt da Ihr Regierungspartner dazu? – Abg. Mag. Gaßner: Dass das schlecht ist!
Und genauso ist es mit der Erbschaftssteuer. (Abg. Mag. Gaßner: Das ist schlecht! – Abg. Ing. Westenthaler: Was sagt da Ihr Regierungspartner dazu? – Abg. Mag. Gaßner: Dass das schlecht ist!) Ich bekenne mich dazu, dass wir keine Steuer auf die Substanz haben, eine Steuer auf die Vermögenszuwächse haben wir aber sehr wohl. Und wer dieses Geld in die Schweiz bringt, der muss es auch in Zukunft versteuern.
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Schauen wir einmal, was hereinkommt!
Ich sage: Lieber spät als gar nicht erwischt – und mit diesem Abkommen haben wir sie erwischt. Und wir werden in Zukunft von ihren Erträgen auch die Kapitalertragsteuer bekommen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Schauen wir einmal, was hereinkommt!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler
Aber viel interessanter finde ich die Position der FPÖ (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler): Noch im Februar hat Norbert Hofer beim Budget gemeint, das Abkommen sei kaum umsetzbar.
Abg. Ing. Westenthaler: Der Regierungssprecher Kogler! – Abg. Grosz: Es spricht die österreichische Bundesregierung!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Mag. Kogler zu Wort. 5 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Regierungssprecher Kogler! – Abg. Grosz: Es spricht die österreichische Bundesregierung!)
Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Grosz: „Sauerei“! Ordnungsruf?
Warum das so wichtig ist, zeigt ja auch der Zustand in Griechenland beziehungsweise das, was jetzt in Spanien passiert ist. Wenn es so ist, dass zig Milliarden innerhalb kurzer Zeit von Griechenland – wer weiß, was vorher schon alles passiert ist – ins Ausland, speziell in die Schweiz, teilweise auch nach Österreich, geschafft wurden, um sie der sich dort einstellenden und vielleicht einmal besser funktionierenden Finanzverwaltung und damit vielleicht Finanzstrafverfolgung zu entziehen, wenn das alles möglich ist, weil die Union nicht handlungsfähig ist und Sie diese Handlungsfähigkeit mit blockieren, dann ist das scheinheilig. Und das ist wirklich eine Sauerei! (Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Grosz: „Sauerei“! Ordnungsruf?)
Abg. Dr. Moser: Ja, und was kostet es? – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt hätten wir nur noch gerne gewusst, was es kostet!
Das heißt, in Wirklichkeit ist sehr effizient vorgegangen worden. Dem BMF werden damit für viele Jahre hohe Kosten für Sanierung, Zersplitterung der Standorte und ineffiziente Abläufe erspart bleiben, und die Budgets werden nachhaltig entlastet. (Abg. Dr. Moser: Ja, und was kostet es? – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt hätten wir nur noch gerne gewusst, was es kostet!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich finde, dass Sie alle Stellungnahmen abwarten sollten! – Abg. Markowitz – auf Abg. Ing. Westenthaler zeigend –: Er hat noch nicht geredet!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Es hat sich nun Frau Bundesministerin Dr. Fekter zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich finde, dass Sie alle Stellungnahmen abwarten sollten! – Abg. Markowitz – auf Abg. Ing. Westenthaler zeigend –: Er hat noch nicht geredet!)
Abg. Ing. Westenthaler: Für wen?
Das heißt, dass wir eine Datenbank bekommen, wo alle Transferleistungen, alle Förderungen abrufbar sind (Abg. Ing. Westenthaler: Für wen?), wo sich die Bürgerinnen und Bürger darüber informieren können, was es denn gibt. (Abg. Ing. Westenthaler: Für sich selber!) Und wir wollen dann weiter dieses Transparenzportal ausbauen auch in Hinblick auf die Nutzbarkeit für die entscheidenden Stellen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Für sich selber!
Das heißt, dass wir eine Datenbank bekommen, wo alle Transferleistungen, alle Förderungen abrufbar sind (Abg. Ing. Westenthaler: Für wen?), wo sich die Bürgerinnen und Bürger darüber informieren können, was es denn gibt. (Abg. Ing. Westenthaler: Für sich selber!) Und wir wollen dann weiter dieses Transparenzportal ausbauen auch in Hinblick auf die Nutzbarkeit für die entscheidenden Stellen. (Beifall bei der ÖVP.)
Heiterkeit und Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Die eigene Partei hört nicht zu! – Abg. Markowitz: Unglaublich!
Im Sinne dieser Vereinbarung zählen Förderungen und Transferzahlungen. Diese Daten sollen von den durch die von der jeweiligen Partei der Vereinbarung nominierten leistungsdefinierenden Stellen elektronisch (Abg. Hörl spricht mit Abg. Mag. Ikrath.) – Herr Kollege Hörl, hören Sie mir auch zu? (Heiterkeit und Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Die eigene Partei hört nicht zu! – Abg. Markowitz: Unglaublich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Selbstverständlichkeit!
Das hier heute ist ein Service an den Bürgerinnen und Bürgern. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Selbstverständlichkeit!) Und all jene, die das nicht unterstützen, wollen weiterhin die Bürgerinnen und Bürger im Unklaren lassen (Abg. Grosz: Kollege Hörl würde gerne klatschen!), wollen sie als Bittsteller, dass sie kommen müssen, damit man ihnen sagt, was ihnen überhaupt zusteht! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz – in Richtung des Abg. Hörl –: Jetzt darfst du klatschen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Welche?
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir diskutieren diese Transparenzdatenbank schon länger und gehen Schritt für Schritt voran. Ich möchte hier schon erwähnen: Es gibt Bundesländer, die ausgesprochen vorbildlich sind, und es gibt Bundesländer, die etwas sperrig sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Welche?) Ich zähle jetzt die sperrigen nicht auf (Abg. Ing. Westenthaler: Das sage ich Ihnen dann!), aber ich erwähne jenes Bundesland, das ich für das vorbildlichste halte, nämlich Salzburg – ist kein ÖVP-geführtes Bundesland! (Beifall der Abgeordneten Hörl und Mag. Ikrath.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das sage ich Ihnen dann!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir diskutieren diese Transparenzdatenbank schon länger und gehen Schritt für Schritt voran. Ich möchte hier schon erwähnen: Es gibt Bundesländer, die ausgesprochen vorbildlich sind, und es gibt Bundesländer, die etwas sperrig sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Welche?) Ich zähle jetzt die sperrigen nicht auf (Abg. Ing. Westenthaler: Das sage ich Ihnen dann!), aber ich erwähne jenes Bundesland, das ich für das vorbildlichste halte, nämlich Salzburg – ist kein ÖVP-geführtes Bundesland! (Beifall der Abgeordneten Hörl und Mag. Ikrath.)
Abg. Ing. Westenthaler: Nie in einem Radl!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Meine Damen und Herren! Nur weil es eine Irritation gegeben hat, zur Aufklärung: Die Frau Bundesministerin und ich haben kurz miteinander gesprochen, denn es gibt ja immer wieder eine Irritation, wenn dann, wenn es nur eine Redner-/Rederinnenrunde gibt, erst zum Schluss die Ministerin/der Minister spricht. Darüber hat es immer wieder Aufregung gegeben. (Abg. Ing. Westenthaler: Nie in einem Radl!) Deswegen hat die Ministerin gemeint – und es ist ohnedies ihre Entscheidung, wann sie sich zu Wort meldet –, sich in der Mitte der Debatte zu Wort zu melden, und ich habe das auch unterstützt.
Abg. Ing. Westenthaler: Eine Frechheit! – Ruf: Eine Gemeinheit!
Ja, meine Damen und Herren, die Redezeit ist um. – Ich bin ja heute von der Zeitung „ÖSTERREICH“ gekürt worden – ich habe einen neuen Titel –, und zwar zum achtfaulsten Abgeordneten (Abg. Ing. Westenthaler: Eine Frechheit! – Ruf: Eine Gemeinheit!); eine Würdigung, die mir zu denken gibt.
Sitzung Nr. 169
Rufe beim BZÖ: Das ist unfassbar! – He-Rufe bei FPÖ, Grünen und BZÖ und Pfui-Rufe. – Rufe beim BZÖ: Skandalös! – Abg. Grosz: Das ist ein Demokratieputsch! Das ist ein Demokratie- und Kontrollputsch! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Demokratieputsch! – Abg. Grosz: Unfassbar! Nur um den Inseraten vor der Demokratie zu schützen! Nur damit der nicht vor den Ausschuss muss und den Schwarzen ihre Ostgeschäfte nicht aufgedeckt werden! – Weitere Zwischenrufe bei BZÖ, FPÖ und Grünen.
Präsident Fritz Neugebauer: Weiters teile ich mit, dass die Abgeordneten Pendl, Amon, Kolleginnen und Kollegen beantragt haben, dem Untersuchungsausschuss zur Klärung von Korruptionsvorwürfen zur Berichterstattung betreffend den Beschluss des Nationalrates 910/GO vom 20. Oktober 2011 eine Frist bis 21. September zu setzen. (Rufe beim BZÖ: Das ist unfassbar! – He-Rufe bei FPÖ, Grünen und BZÖ und Pfui-Rufe. – Rufe beim BZÖ: Skandalös! – Abg. Grosz: Das ist ein Demokratieputsch! Das ist ein Demokratie- und Kontrollputsch! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Demokratieputsch! – Abg. Grosz: Unfassbar! Nur um den Inseraten vor der Demokratie zu schützen! Nur damit der nicht vor den Ausschuss muss und den Schwarzen ihre Ostgeschäfte nicht aufgedeckt werden! – Weitere Zwischenrufe bei BZÖ, FPÖ und Grünen.)
Abg. Grosz: Das ist ein Demokratieputsch! – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat es noch nie gegeben! Das ist einzigartig! – Abg. Brosz: Zur Geschäftsordnung!
Da für die heutige Sitzung die dringliche Behandlung einer schriftlichen Anfrage verlangt wurde, wird die kurze Debatte in Anschluss an diese stattfinden. Die Abstimmung über den Fristsetzungsantrag wird nach Schluss dieser Debatte erfolgen. (Abg. Grosz: Das ist ein Demokratieputsch! – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat es noch nie gegeben! Das ist einzigartig! – Abg. Brosz: Zur Geschäftsordnung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Demokratieputsch!
Mit diesem Beschluss wird selbst dieser Weg zugemacht. Das heißt, dass ab 21. September auch keine Sondersitzung mehr stattfinden kann. Eine Einbringung eines diesbezüglichen Verlangens, die sofort stattfinden würde, würde auch nicht reichen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Demokratieputsch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt können Sie berühmt werden, Herr Bundeskanzler, wenn Sie zu dem Skandal etwas sagen!
Ich erteile nun dem Herrn Bundeskanzler zur Abgabe einer Erklärung das Wort. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt können Sie berühmt werden, Herr Bundeskanzler, wenn Sie zu dem Skandal etwas sagen!)
Abg. Bucher: Das ist der Grund! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der einzige Grund!
Kollege Lopatka kann sich freuen: Er hat wieder seinen Diplomatenpass. (Abg. Bucher: Das ist der Grund! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der einzige Grund!) Wir wissen ja und können uns erinnern, und die Bemerkung sei mir durchaus gestattet – er lacht auch dabei; das ist keine persönliche Beleidigung –, wie er hier mit Zähnen und Klauen die Diplomatenpässe für die Parlamentarier, für die Abgeordneten und für die Regierungsmitglieder verteidigt hat. Jetzt hat er wieder einen Diplomatenpass und kann wieder ungehindert, ohne Zollkontrolle nach Hartberg einreisen, wenn er nach Hause fährt.
Abg. Ing. Westenthaler: Van der Bellen!
Wen durften wir bisher im Untersuchungsausschuss hören? – Ex-Abgeordnete wie Ex-Abgeordneten Wittauer, Ex-Abgeordneten Meischberger, Ex-Minister Grasser, Ex-Minister Gorbach, alles Ex. (Abg. Tamandl: Das stimmt aber nicht!) Wir haben sehr viel an Ex-Verantwortung untersuchen dürfen. Wir durften nicht den noch immer Abgeordneten Westenthaler, den noch immer Abgeordneten Scheibner, den noch immer Abgeordneten Amon, den noch immer Abgeordneten Gartlehner und die noch immer Abgeordnete Hakl befragen. (Abg. Ing. Westenthaler: Van der Bellen!) Und wir durften und dürfen insbesondere nicht den amtierenden Bundeskanzler befragen.
Abg. Ing. Westenthaler: nicht aus Steuergeldern!
Ich kann es Ihnen, sehr verehrte Frau Abgeordnete Moser, aber auch anders sagen – zur Frage, wie anständig es denn überhaupt ist, zu inserieren (Zwischenruf der Abg. Dr. Moser), das Inserat schlechthin, wie es denn mit die Werbung ausschaut –: In Österreichs Medien wurde laut Focus Media 2011 um 3,8 Milliarden € geschaltet. (Abg. Ing. Westenthaler: nicht aus Steuergeldern!) – Nein, das heißt aber, dass auch Private zu Recht auf Werbung setzen. (Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler
Ich bin von der Korrektheit der Vorgangsweise überzeugt und habe Vertrauen in die Ermittlungsbehörden. Das unterscheidet mich von anderen Parteien, die immer dann großes Vertrauen haben, wenn es so ist, wie sie es gerne hätten, und die, wenn irgendetwas nicht so läuft, dann plötzlich beginnen, auf Ermittlungsbehörden loszugehen. Daher habe ich diese Differenzierung nicht (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler), sondern ich vertraue in diesem Rechtsstaat grundsätzlich den Ermittlungsbehörden.
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler
Zu Inseraten, Staatsbürgerschaften und den sonstigen noch offenen Dingen (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler): Es gibt einen Zeitplan, es gibt Zeugen, es gibt ein Programm, und das muss man halt verhandeln. Da muss man einen Kompromiss finden, und da muss natürlich auch die Opposition das Interesse, dass man so etwas möglichst lange durchführen will, hintanstellen und konsensbereit sein.
Abg. Ing. Westenthaler: Das mit den „Dieben“ in der SPÖ hätten wir gerne gewusst!
Meine Damen und Herren, der gegenständliche und seit über einem Jahr arbeitende Untersuchungsausschuss hat ja einen großen Teil seines Auftrages, wie ich meine, erfolgreich erledigt. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Also vier von sieben ist mehr! Ist vier mehr als drei?) Es ist aber noch, neben den Staatsbürgerschaften und dem Kapitel der Telekomgeschäfte im Ausland, im Osten – konkret Bulgarien –, vor allem ein Thema offen, nämlich die Inseratentätigkeit von Regierung und staatsnahen Firmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das mit den „Dieben“ in der SPÖ hätten wir gerne gewusst!)
Sitzung Nr. 171
Abg. Ing. Westenthaler: Ah, da schau her!
Deshalb gebe ich gleich präventiv zu verstehen, wohin die Mittel in der letzten Zeit gegangen sind, wer denn von den Großmitteln tatsächlich profitiert hat. Der Steuerzahler hat 11,7 Milliarden € für die Banken zur Verfügung gestellt – richtig, Banken haben das Geld erhalten –, und zusätzlich hat der Steuerzahler 4,5 Milliarden an Haftungen übernommen. Raiffeisen: 1,7 Milliarden, nur zur Erinnerung; Erste Bank: 1 Milliarde €, nur zur Erinnerung; und dann natürlich auch die Hypo Alpe-Adria mit insgesamt 2,1 Milliarden €, das sind nämlich Haftungen und Zahlungen; und dann kommen die Volksbanken mit 3,2 Milliarden €, also die Volksbanken, schwarzer Sektor, 3,2 Milliarden €. Erste, Volksbank und Raiffeisen, schwarzer Sektor, zusammengerechnet, das ist eine schöne Rechenaufgabe. Und dann kommt die Kommunalkredit, die rote Kommunalkredit – ein ehemaliges Vorstandsmitglied sitzt heute in der SPÖ-Regierung. Kommunalkredit insgesamt: 9,9 Milliarden €. (Abg. Ing. Westenthaler: Ah, da schau her!) 9,9 Milliarden €, meine sehr geehrten Damen und Herren, nur damit wir die Vergleichbarkeit haben und die Relation sehen, wohin die Mittel geflossen sind und wer davon profitiert hat.
Abg. Ing. Westenthaler: Keinesfalls Schotter!
Man soll den Menschen nicht Sand in die Augen streuen. (Abg. Ing. Westenthaler: Keinesfalls Schotter!) Das heißt, alles, was so toll klingt, ist, wenn es um Entbürokratisierung geht, auch mir ein Anliegen, ist, wenn es um Senkung des Spitzensteuersatzes oder des Einstiegssteuersatzes geht, auch mir ein Anliegen, ist, wenn es darum geht, den Mittelstandsbuckel abzubauen, auch mir ein Anliegen. Wenn es darum geht, die Familien zu entlasten, dann bin auch ich Gesprächspartner, auch ich möchte das haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber ihr setzt euch ja nicht durch in der Regierung! Was ihr sagt, kommt ja nicht!
Zum Schluss sei Ihnen noch etwas gesagt. Sie wissen, dass in Österreich 1 Prozent der Bevölkerung 27 Prozent des Geldvermögens besitzt, 10 Prozent haben 54 Prozent des Geldvermögens. Bei den Immobilien ist es ähnlich. Da muss ich Ihnen sagen, die müssen natürlich auch zur Kasse gebeten werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber ihr setzt euch ja nicht durch in der Regierung! Was ihr sagt, kommt ja nicht!) Es kann doch nicht so sein, dass die Reichen und die Superreichen zuschauen, wie der Mittelstand und die mit den kleineren Einkommen und die Pensionistinnen und Pensionisten zahlen – und sie zahlen nichts! Das geht einfach nicht!
Abg. Kickl: Wie war das mit den Dieben? – Abg. Ing. Westenthaler: Wie war das mit den sozialdemokratischen Dieben?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nun gelangt Herr Klubobmann Kopf zu Wort. – Bitte. (Abg. Kickl: Wie war das mit den Dieben? – Abg. Ing. Westenthaler: Wie war das mit den sozialdemokratischen Dieben?)
Abg. Ing. Westenthaler: Weil die Leute kein Geld mehr haben! So einfach ist das!
Vor allem ist für mich auch nicht erkennbar, worin die Dringlichkeit dieses Antrages liegen soll, wieso das nicht noch 14 Tage hätte warten können bis zur nächsten regulären Sitzung. (Abg. Ing. Westenthaler: Weil die Leute kein Geld mehr haben! So einfach ist das!) Aber gut, wenn wir schon da sind und uns diesem Thema widmen, reden wir über Steuern! Reden wir über Steuern!
Heiterkeit des Abg. Ing. Westenthaler
Aber zuerst einmal, sozusagen dem Usus folgend und den eigentlich Debattenbeitrag aufnehmend, zur Frage der Vermögensverteilung und der Steuergerechtigkeit. Es ist doch immer das Gleiche, wenn die ÖVP hier herausgeht und dazu etwas sagt. Sie haben es auch noch nicht gelernt. Es hat ja der Kanzler Schüssel die Wahl im Jahr 2006 deshalb verloren, weil er zu Recht die Bezeichnung „sozialer Kühlschrank“ mit sich herumgeschleppt hat, aber jetzt hüpfen uns schon dauernd die Gefriertruhen entgegen. So, wie Sie das angegangen sind, Herr Klubobmann Kopf, diese Schwadroniererei über Gerechtigkeit und Gleichheit und dann wieder Chancengleichheit – das mag alles in einem begriffsphilosophischen Seminar Platz haben, aber so, wie Sie das angeordnet haben, haben Sie sich hier nur die Verkleidung eines ideologischen Triebschwätzers übergezogen (Heiterkeit des Abg. Ing. Westenthaler) – ganz eindeutig.
Abg. Ing. Westenthaler: Ach so? Schau, schau!
„Ziel ist ein integrierter, einheitlicher Steuersatz. Ich drehe da nicht an ein paar Schrauberln, ich plane wirklich einen großen Wurf. Viel einfacher, auch eine Flat Tax“ – Frau Bundesminister! – „ist denkbar “ (Abg. Ing. Westenthaler: Ach so? Schau, schau!)
Abg. Bucher: Das ist aber schon ein Jahr her! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist schon ein Jahr her! Da können wir uns nicht mehr erinnern!
Und Sie detaillieren das Ganze noch: Flat Tax 44 Cent pro Euro; Sozialversicherung wird integriert. (Abg. Bucher: Das ist aber schon ein Jahr her! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist schon ein Jahr her! Da können wir uns nicht mehr erinnern!)
die Abgeordneten Bucher und Ing. Westenthaler: Gewerkschaft !
Vielleicht eines noch: Bei einer Kassiererin, die 13, 14 Stunden am Arbeitsplatz sitzen muss (die Abgeordneten Bucher und Ing. Westenthaler: Gewerkschaft !), da hätten Sie mit Ihrer Partei und der Gewerkschaft, da hätte der Herr Sozialminister sehr versagt, wenn das heute noch notwendig oder möglich wäre. Ich glaube das nicht, Gott sei Dank. Also verwenden oder missbrauchen Sie nicht diese Leute, die wirklich
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit den Reallöhnen? – Abg. Strache: Was einem nicht passt, versucht man, wegzutun!
Abgeordneter Wolfgang Katzian (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Meine Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte mich jetzt gar nicht näher und intensiver mit der UBS-Studie beschäftigen, die sowohl im Dringlichen Antrag als auch von einigen Diskutanten heute hier angesprochen wurde. Die ist sowieso sowohl vom Wifo als auch vom IHS entsprechend zerzaust worden, und die Seriosität dieser Studie muss man, gelinde gesagt, sehr in Frage stellen. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit den Reallöhnen? – Abg. Strache: Was einem nicht passt, versucht man, wegzutun!) – Darauf komme ich gleich.
Abg. Ing. Westenthaler: Das Bruttoinlandsprodukt!
Jetzt sage ich einmal: Okay, ich stehe nicht an zu sagen, es hätte mehr sein können, weil das Wachstum in dieser Zeit inflationsbereinigt 16 Prozent war (Abg. Ing. Westenthaler: Das Bruttoinlandsprodukt!), aber zu behaupten, die Leute haben 35 Prozent minus, und alles so hinzustellen, als würde es den Bach hinuntergehen, ist natürlich ein Kohlrabi, und das weiß jeder, der sich mit diesen Dingen beschäftigt! (Abg. Bucher: Kohl ... Kohlrabi! – Ruf: Was haben Sie gegen Kohlrabi?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Weiterentwicklung! – Zwischenruf des Abg. Scheibner
Die BZÖ-Broschüre zur Flat-Tax vom Sommer 2011 hat noch eine Flat-Tax von 44 Prozent beinhaltet; heute im Dringlichen Antrag wird von der „Fair Tax“ gesprochen, da sind es 39 Prozent. Ich weiß nicht, was der Grund für diese Veränderungen ist (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Weiterentwicklung! – Zwischenruf des Abg. Scheibner), vielleicht will man ein bisschen mitbieten mit anderen Mitbewerbern, die jetzt auch auf den Plan getreten sind – soll sein.
Abg. Ing. Westenthaler: Falsch!
Sie vom BZÖ verfolgen die Absicht, Reiche massiv zu entlasten (Abg. Ing. Westenthaler: Falsch!), obwohl die jüngste Studie der Oesterreichischen Nationalbank beweist, dass es eine gravierende Schieflage der Vermögensverteilung gibt. (Abg. Ing. Westenthaler: ... unterstützt in der Steiermark? Stronach war das!) Ich rufe in Erinnerung, Herr
Abg. Ing. Westenthaler: ... unterstützt in der Steiermark? Stronach war das!
Sie vom BZÖ verfolgen die Absicht, Reiche massiv zu entlasten (Abg. Ing. Westenthaler: Falsch!), obwohl die jüngste Studie der Oesterreichischen Nationalbank beweist, dass es eine gravierende Schieflage der Vermögensverteilung gibt. (Abg. Ing. Westenthaler: ... unterstützt in der Steiermark? Stronach war das!) Ich rufe in Erinnerung, Herr
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Der letzte Satz war hundertprozentig korrekt! – Abg. Mag. Kogler: Jetzt kriegst du die goldene Tuchent! – Heiterkeit.
Ich sage abschließend: ein erfolgreicher Untersuchungsausschuss – er hätte sich vielleicht ein bisschen ein anderes Ende verdient. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Der letzte Satz war hundertprozentig korrekt! – Abg. Mag. Kogler: Jetzt kriegst du die goldene Tuchent! – Heiterkeit.)
Sitzung Nr. 172
Abg. Ing. Westenthaler: „Inserator“ ist keine Namensverunglimpfung, Frau Präsidentin!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Ich halte fest, Herr Abgeordneter Petzner – ich lasse es jetzt am Anfang noch einmal durchgehen –, es gibt die Vereinbarung, hier im Haus Namen nicht zu verunglimpfen! Das gilt auch für alle weiteren Redner. (Abg. Ing. Westenthaler: „Inserator“ ist keine Namensverunglimpfung, Frau Präsidentin!) – Zu Beginn hat er es gemacht, ganz am Anfang seiner Rede, schauen Sie nach!
Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das mit dem Minderheitsrecht!
Abgeordneter Mag. Michael Schickhofer (SPÖ): Werter Herr Bundesminister! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Gestatten Sie mir, zu einer kritischen, aber fairen und sachlichen Debatte zurückzukehren, und deshalb auch ein paar Vorbemerkungen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das mit dem Minderheitsrecht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Na selbstverständlich! Das haben wir doch hier schon beschlossen! Eure Partei hat mitbeschlossen!
Zum Zweiten, Herr Kollege Grosz, liebe Kolleginnen und Kollegen vom BZÖ: Ich denke, wenn wir hier herinnen ein Minderheitsrecht für uns beschließen, dann kann das kein Antrag auf Fassung einer Entschließung sein, die an die Bundesregierung gerichtet ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Na selbstverständlich! Das haben wir doch hier schon beschlossen! Eure Partei hat mitbeschlossen!) Das ist unsere Aufgabe, Kolleginnen und Kollegen! Das ist unsere Aufgabe! (Abg. Petzner: Wenn du dich nicht auskennst, dann setz dich nieder!)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Grosz: Den habt ihr ja mitbeschlossen! Das ist genau der Antrag, den ihr mitbeschlossen habt! – Abg. Ing. Westenthaler: 2008, vier Parteien gegen die ÖVP! – Abg. Grosz: Das ist wortident euer Antrag!
Drittens: Wenn wir ein gemeinsames praktikables Modell hier vorliegen haben, dann wird einem Beschluss nichts entgegenstehen. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Grosz: Den habt ihr ja mitbeschlossen! Das ist genau der Antrag, den ihr mitbeschlossen habt! – Abg. Ing. Westenthaler: 2008, vier Parteien gegen die ÖVP! – Abg. Grosz: Das ist wortident euer Antrag!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Ihr beschließt am Samstag etwas am Parteitag, was ihr am Montag nicht mehr haben wollt! – Abg. Petzner: Wieder 10 Prozent weniger für Werner Faymann! – Ruf beim BZÖ: Jetzt sind es bald unter 80!
Information erfolgt. – Ja was soll denn in der „BauernZeitung“ sonst stehen, wenn nicht Information für die Bauern? Muss man da so teure Inseraten schalten? – Aber das ist Ihr Problem. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Ihr beschließt am Samstag etwas am Parteitag, was ihr am Montag nicht mehr haben wollt! – Abg. Petzner: Wieder 10 Prozent weniger für Werner Faymann! – Ruf beim BZÖ: Jetzt sind es bald unter 80!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Zwei Tage nach dem Parteitag stimmt die SPÖ gegen ihren eigenen Beschluss!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sie und auch die Zuseher zu Hause können sich heute ein Bild davon machen, wie es mit dem Versprechen, mit dem Wort der SPÖ aussieht, ob das Wort von vor zwei Tagen, vom Parteitag, noch hält, oder ob sie wieder anders abstimmen werden, gegen ihre Parteibasis und gegen Österreich. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Zwei Tage nach dem Parteitag stimmt die SPÖ gegen ihren eigenen Beschluss!)
Abg. Mag. Brunner – auf dem Weg zum Rednerpult –: Krieg ich auch eine Verlängerung? – Abg. Ing. Westenthaler: Du kannst jetzt 4 Minuten reden! – Zwischenruf bei der ÖVP.
Präsident Fritz Neugebauer: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Mag. Brunner. Restredezeit Ihrer Fraktion: 2 Minuten. – Bitte. (Abg. Mag. Brunner – auf dem Weg zum Rednerpult –: Krieg ich auch eine Verlängerung? – Abg. Ing. Westenthaler: Du kannst jetzt 4 Minuten reden! – Zwischenruf bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: SPÖ-Parteitagsbeschluss! Zwei Tage alt! – Abg. Petzner: Was ist jetzt? SPÖ-Parteitag!
Wer hiefür ist, den bitte ich um ein Zeichen der Zustimmung. – Dieser Antrag findet keine Mehrheit. Abgelehnt. (Abg. Ing. Westenthaler: SPÖ-Parteitagsbeschluss! Zwei Tage alt! – Abg. Petzner: Was ist jetzt? SPÖ-Parteitag!)
Sitzung Nr. 173
Abg. Ing. Westenthaler: Rekord!
Die gesamtstaatliche Schuldenquote steigt im Jahr 2013 noch an und wird rund 75,4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes betragen. (Abg. Ing. Westenthaler: Rekord!) In den Folgejahren wird sich nicht nur der Defizitabbau fortsetzen, sondern ab 2014 wird auch die Schuldenquote wieder sinken. Das mittelfristige Ziel eines ausgeglichenen Gesamthaushaltes im Jahr 2060 wird damit weiter abgesichert. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Bravorufe bei der ÖVP. – Rufe bei der FPÖ: Oh! Hört! Hört! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine interkoalitionäre Kampfrede!
Als Anwältin der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler weise ich darauf hin, dass ich einer Kostenexplosion durch eine etwaige Änderung unseres Wehrsystems eine klare Absage erteile. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Bravorufe bei der ÖVP. – Rufe bei der FPÖ: Oh! Hört! Hört! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine interkoalitionäre Kampfrede!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Abgeordneter Mag. Peter Michael Ikrath (ÖVP): Herr Präsident! Frau Ministerin! Herr Staatssekretär! Es ist bemerkenswert. Ich bin jetzt, glaube ich, der zehnte Redner, und mit Nachsicht aller Taxen bin ich jetzt erst der Dritte, der zu dem Gesetz, das eigentlich zur Debatte steht, spricht. Die Themen, die meine Vorredner im Wesentlichen beschäftigt haben, sind für morgen in der ersten Lesung des Budgets vorgesehen. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Aber das gehört offensichtlich zu den Mysterien unseres Parlamentarismus. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: in der Präsidiale! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Zwei!
Dabei ist das gegenständliche Gesetz ein sehr wesentliches Gesetz, weil es den Handel (Abg. Ing. Westenthaler: Zwei!) – es sind zwei Gesetze, zugegeben –, weil es den Handel mit jenen Derivaten, die als Brandsätze und Brandbeschleuniger in der Finanzkrise gedient haben und die für die Finanzkrise mitverantwortlich waren, endlich zu regulieren beginnt. (Zwischenruf des Abg. Bucher.) Das ist ein notwendiger Schritt in die richtige Richtung, weil 95 Prozent jener Derivate, die heute im Handel sind, rein spekulativen Zwecken dienen.
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit der Rückabwicklung? Findet sie statt oder nicht? Klagen Sie oder klagen Sie nicht?
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Dr. Matznetter. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit der Rückabwicklung? Findet sie statt oder nicht? Klagen Sie oder klagen Sie nicht?)
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit Rückverstaatlichung? 2009!
Wogegen es nicht helfen kann, ist, wenn gegen Gesetze verstoßen wird, und damit sind wir genau bei dem Punkt, den Herr Westenthaler gerade angesprochen hat: Hypo Alpe-Adria. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit Rückverstaatlichung? 2009!)
Abg. Ing. Westenthaler: Hör auf! – Abg. Ursula Haubner: Schweinerei ist das! Schämen Sie sich!
Jetzt reden wir einmal über die Wirklichkeit. 2004 – und jeder kann es nachvollziehen – wurde eine gefälschte Bilanz vor der Finanzkrise vorgelegt, nicht das Ergebnis 2008. Moment, das hat ja viel früher begonnen. Der Herr Kulterer war damals dort Generaldirektor. Sie können mir gerne sagen, wer der Staatskommissär für das Land Kärnten, das die Haftung hatte, war – das war Dr. Jörg Haider. Das ist übrigens just jener Mann, der mittlerweile verstorben ist, den der Richter in seinem Urteil in der Causa Birnbacher als den, der hier nicht stehen kann, angeführt hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Hör auf! – Abg. Ursula Haubner: Schweinerei ist das! Schämen Sie sich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie dürfen schon darüber reden, aber ! – Wo sind wir denn?!
Nur weil jemand einen Verkehrsunfall hat (Abg. Ursula Haubner: Schämen Sie sich! Schämen Sie sich!) – und ich diskutiere hier nicht, wer schuld daran hat –, darf man nicht über das System reden, das diese Partei und mittlerweile die andere in dem Bundesland eingerichtet hat? (Abg. Ing. Westenthaler: Sie dürfen schon darüber reden, aber ! – Wo sind wir denn?!) Da darf man nicht mehr darüber sprechen, dass der Herr Birnbacher gestanden hat, dass eine Aufteilung zu je einem Drittel vorgesehen war für jene Summe, die den Kärntner Steuerzahlern weggenommen wurde, weil man den Bayern eine Bank aufgeschwatzt hat, die zu diesem Zeitpunkt bereits marod war, wie Sie es selber mit der angedrohten Gegenklage angeführt haben? (Abg. Ing. Hofer: Was war mit der Stiftung? – Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan.)
Abg. Ing. Westenthaler: Bei der Kommunalkredit !
Wie würde heute das Defizit 2012 ausschauen, Frau Bundesministerin, ohne Zahlung für die Hypo Alpe-Adria? (Abg. Ing. Westenthaler: Bei der Kommunalkredit !) – Wir wären weit unter den 3 Prozent! Und nächstes Jahr kommen noch einmal 900 Millionen € dazu.
Abg. Ing. Westenthaler: Ihre Frau Schmied hat bei der Kommunalkredit !
Reden wir einmal über die Hypo im Gesamtausmaß: Der Herr Westenthaler behauptet, dass der Herr Pröll nicht hätte verstaatlichen müssen. Die Gerichtstätigkeit erfolgt sowieso, um das aufzuarbeiten. Mir geht es um das, was die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler für die Abenteuer, für die Ihre Partei verantwortlich war, heute zu zahlen haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihre Frau Schmied hat bei der Kommunalkredit !)
Abg. Ing. Westenthaler: Noch kein einziges Wort zur Tagesordnung! Das ist ja super!
Kommen wir darauf zurück, was damit passiert ist. Birnbacher war ja enorm geständig. Er hat gesagt, er wurde angesprochen von zwei führenden Funktionären der FPK, dass sie den Anteil herausrücken, der mit Haider vereinbart war, ein Drittel. 2 Millionen waren es, weil ja der „Patrioten-Rabatt“ gegeben wurde, von 12 Millionen auf 6 Millionen €. (Abg. Ursula Haubner: Waren Sie dabei? – Abg. Neubauer: Was ist mit den 3 Millionen für den Häupl? – Abg. Ursula Haubner: Waren Sie dabei?) – Das hat er gestanden vor Gericht! Und gegen die beiden wird ermittelt. Das werden wir vor Gericht dann alles hören. (Abg. Ing. Westenthaler: Noch kein einziges Wort zur Tagesordnung! Das ist ja super!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Parteitag muss wehtun! 83 Prozent für Faymann! Na bravo!
Spielen Sie sich hier nicht als Moralmeister auf! (Abg. Ursula Haubner: Sie sind der ärgste Moralist!) Wir haben erstmals ein Budget, mit dem wir die 3 Prozent der Maastricht-Kriterien nicht erreichen, und das haben die Verantwortlichen aus den Reihen der Opposition von BZÖ und FPK verschuldet. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Parteitag muss wehtun! 83 Prozent für Faymann! Na bravo!)
Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie der Abg. Dr. Moser. – Abg. Bucher: Sie sollten einen Sachwalter beauftragen für sich selber, wegen geistiger ! – Abg. Ing. Westenthaler: Das war eine Suada!
Stehen Sie zu dieser Verantwortung! Stellen Sie sich endlich den Wählern! Sie könnten ja zumindest so viel Anstand und so viel Mut aufbringen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie der Abg. Dr. Moser. – Abg. Bucher: Sie sollten einen Sachwalter beauftragen für sich selber, wegen geistiger ! – Abg. Ing. Westenthaler: Das war eine Suada!)
Abg. Ing. Westenthaler: Oje, Matznetter! – Keine Ahnung hat der!
Das heißt, diese Behauptung, die Bilanz sei falsch, ist unrichtig. (Abg. Ing. Westenthaler: Oje, Matznetter! – Keine Ahnung hat der!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – auf Abg. Dr. Matznetter weisend –: Der hat keine Ahnung, der Mann!
Richtig ist vielmehr (Abg. Mag. Ikrath: Kollege Petzner, 23 Milliarden!), es handelt sich da um Ausfallshaftungen, bei deren Schlagendwerden nicht die Republik Österreich gehaftet hätte, sondern zuerst der Mehrheitseigentümer, die Bayerische Landesbank, in weiterer Folge der Eigentümer der Bayerischen Landesbank, nämlich der Freistaat Bayern (Ruf bei der SPÖ: Das ist aber jetzt schon mehr als eine tatsächliche Berichtigung!), und erst dann hätte die Republik Österreich für den Rest gehaftet. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – auf Abg. Dr. Matznetter weisend –: Der hat keine Ahnung, der Mann!)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident, es gibt keine Erwiderung! – Abg. Dr. Matznetter – auf dem Weg zum Rednerpult –: Oh ja! – Abg. Ing. Westenthaler: Nur eine persönliche Erwiderung, wenn er selber einen Schwachsinn ! – Abg. Dr. Matznetter: ... Schwachsinn gesondert kommentieren vom Abgeordneten Westenthaler!
Präsident Fritz Neugebauer: Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Matznetter zu einer Erwiderung auf die tatsächliche Berichtigung. (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident, es gibt keine Erwiderung! – Abg. Dr. Matznetter – auf dem Weg zum Rednerpult –: Oh ja! – Abg. Ing. Westenthaler: Nur eine persönliche Erwiderung, wenn er selber einen Schwachsinn ! – Abg. Dr. Matznetter: ... Schwachsinn gesondert kommentieren vom Abgeordneten Westenthaler!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist geschäftsordnungswidrig!
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Herr Präsident! Der Herr Abgeordnete Petzner hat in seiner tatsächlichen Berichtigung behauptet, dass der Jahresabschluss 2004 nicht gefälscht wurde. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist geschäftsordnungswidrig!)
Abg. Ing. Westenthaler: Nein, das können Sie nicht!
Ich berichtige dies tatsächlich. (Abg. Ing. Westenthaler: Nein, das können Sie nicht!) Nein, das ist leicht festzustellen. (Weitere Rufe der Abgeordneten Scheibner, Petzner und Ing. Westenthaler: Das können Sie nicht!)
Weitere Rufe der Abgeordneten Scheibner, Petzner und Ing. Westenthaler: Das können Sie nicht!
Ich berichtige dies tatsächlich. (Abg. Ing. Westenthaler: Nein, das können Sie nicht!) Nein, das ist leicht festzustellen. (Weitere Rufe der Abgeordneten Scheibner, Petzner und Ing. Westenthaler: Das können Sie nicht!)
Ruf beim BZÖ: Das ist ja unglaublich! – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident, das ist geschäftsordnungswidrig!
Kulterer wurde verurteilt dafür, dass er eine Bilanzfälschung vorgenommen hat (Ruf beim BZÖ: Das ist ja unglaublich! – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident, das ist geschäftsordnungswidrig!), womit diese Behauptung sich als falsch erweist, Herr Petzner. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Er kann das gar nicht, weil es nur eine persönliche Erwiderung gibt – und das ist keine persönliche Erwiderung! – Der hat ja keine Ahnung von der Geschäftsordnung da oben! Das ist ja unglaublich!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Er kann das gar nicht, weil es nur eine persönliche Erwiderung gibt – und das ist keine persönliche Erwiderung! – Der hat ja keine Ahnung von der Geschäftsordnung da oben! Das ist ja unglaublich!
Kulterer wurde verurteilt dafür, dass er eine Bilanzfälschung vorgenommen hat (Ruf beim BZÖ: Das ist ja unglaublich! – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident, das ist geschäftsordnungswidrig!), womit diese Behauptung sich als falsch erweist, Herr Petzner. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Er kann das gar nicht, weil es nur eine persönliche Erwiderung gibt – und das ist keine persönliche Erwiderung! – Der hat ja keine Ahnung von der Geschäftsordnung da oben! Das ist ja unglaublich!)
Abg. Ing. Westenthaler: So ist es! Das war er nicht! Er muss persönlich einbezogen werden!
Präsident Fritz Neugebauer: Herr Kollege! Ich darf Ihnen mitteilen, dass die Erwiderung gemäß § 58 Abs. 3 auf eine tatsächliche Berichtigung durch einen Abgeordneten möglich ist, wenn er in der Darlegung des berichtigten Sachverhaltes persönlich einbezogen wurde, und er hat sich bei der Wortmeldung auf die Sachverhaltsdarstellung zu beschränken. (Abg. Ing. Westenthaler: So ist es! Das war er nicht! Er muss persönlich einbezogen werden!) Das hat meines Erachtens der Herr Abgeordnete Matznetter auch getan. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist falsch! – Ruf beim BZÖ: Der Präsident hat keine Ahnung von der Geschäftsordnung! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben überhaupt keine Ahnung von der Geschäftsordnung, Herr Präsident!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist falsch! – Ruf beim BZÖ: Der Präsident hat keine Ahnung von der Geschäftsordnung! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben überhaupt keine Ahnung von der Geschäftsordnung, Herr Präsident!
Präsident Fritz Neugebauer: Herr Kollege! Ich darf Ihnen mitteilen, dass die Erwiderung gemäß § 58 Abs. 3 auf eine tatsächliche Berichtigung durch einen Abgeordneten möglich ist, wenn er in der Darlegung des berichtigten Sachverhaltes persönlich einbezogen wurde, und er hat sich bei der Wortmeldung auf die Sachverhaltsdarstellung zu beschränken. (Abg. Ing. Westenthaler: So ist es! Das war er nicht! Er muss persönlich einbezogen werden!) Das hat meines Erachtens der Herr Abgeordnete Matznetter auch getan. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist falsch! – Ruf beim BZÖ: Der Präsident hat keine Ahnung von der Geschäftsordnung! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben überhaupt keine Ahnung von der Geschäftsordnung, Herr Präsident!)
Abg. Ing. Westenthaler: So ist es! Angesprochen!
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Diese Auslegung der Geschäftsordnung verwundert mich sehr, denn bis jetzt ist man davon ausgegangen, dass eine persönliche Erwiderung auf eine tatsächliche Berichtigung nur in Ausnahmefällen zulässig ist, und zwar dann, wenn der Betroffene persönlich angesprochen worden ist (Abg. Ing. Westenthaler: So ist es! Angesprochen!) – und nicht nur erwähnt worden ist. Natürlich wird er erwähnt, denn wenn man eine tatsächliche Berichtigung auf eine Wortmeldung des Abgeordneten Matznetter macht, muss man das auch festhalten. Aber das ist nicht gemeint mit der persönlichen Erwiderung, wie sie die Geschäftsordnung vorsieht.
Abg. Ing. Westenthaler: Der Präsident hat keine Ahnung von der Geschäftsordnung!
Präsident Fritz Neugebauer: Meine Wahrnehmung, Herr Kollege Scheibner, ist, dass Herr Kollege Matznetter nicht nur beiläufig angesprochen wurde, sondern sehr direkt und persönlich. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Präsident hat keine Ahnung von der Geschäftsordnung!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Treten Sie auch zurück?
Ja, Herr Kollege, ich lasse auch das Stenographische Protokoll kommen und komme gerne dem Wunsch einer Grundsatzdiskussion nach. Ich habe nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt und setze daher mit der Behandlung der Tagesordnung fort. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Treten Sie auch zurück?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wenn Sie falsch gehandelt haben, treten Sie dann zurück, Herr Präsident?
Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Podgorschek. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn Sie falsch gehandelt haben, treten Sie dann zurück, Herr Präsident?)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Präsident hat keine Ahnung von der Geschäftsordnung! Das ist ja ein Skandal, so eine Debatte! – Wenn Sie einen Anstand haben, treten Sie zurück! – Keine Ahnung von der Geschäftsordnung! Falsch eingesagt auch noch! !
Herr Kollege Podgorschek ist nun am Wort. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Präsident hat keine Ahnung von der Geschäftsordnung! Das ist ja ein Skandal, so eine Debatte! – Wenn Sie einen Anstand haben, treten Sie zurück! – Keine Ahnung von der Geschäftsordnung! Falsch eingesagt auch noch! !)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler im Gespräch mit einigen Abgeordnetenkollegen – neuerlich auf die Erwiderung des Abgeordneten Matznetter auf die tatsächliche Berichtigung von Abg. Petzner Bezug nehmend –: Wenn er gesagt hätte, der Matznetter ist schuld bei der Hypo, dann hätte er es machen können! – war überhaupt nicht einbezogen!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Was wir derzeit erleben, ist nichts anderes, als dass der Schwanz mit dem Hund wedelt – dass nämlich die Banken die Politik bestimmen und nicht die Politik die Banken. Wir müssen wieder zurück zum Primat der Politik und brauchen eine Unabhängigkeit von den Finanzmärkten. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler im Gespräch mit einigen Abgeordnetenkollegen – neuerlich auf die Erwiderung des Abgeordneten Matznetter auf die tatsächliche Berichtigung von Abg. Petzner Bezug nehmend –: Wenn er gesagt hätte, der Matznetter ist schuld bei der Hypo, dann hätte er es machen können! – war überhaupt nicht einbezogen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Danke, dass Sie alle Redebeiträge „abwarten“, Frau Ministerin! Sehr nett! Klassische parlamentarische Gepflogenheit!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Zu Wort hat sich Frau Bundesministerin Dr. Fekter gemeldet. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Danke, dass Sie alle Redebeiträge „abwarten“, Frau Ministerin! Sehr nett! Klassische parlamentarische Gepflogenheit!)
Abg. Ing. Westenthaler: Es ist aber immer so ...!
Herr Kollege, ich darf kurz unterbrechen: Ich habe mich mit der Frau Bundesministerin verständigt. Es ist auch nicht wirklich gut, wenn die Frau Bundesministerin als Letzte redet. (Abg. Kopf: Eben! Beides wird letztlich kritisiert!) Daher ergreift sie vorher das Wort, damit die Abgeordneten die Chance haben, zu replizieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Es ist aber immer so ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Geringschätzung weiterer Redebeiträge! – Abg. Silhavy: Vergessen Sie den Westenthaler, Frau Minister! – Weitere Zwischenrufe.
Bundesministerin für Finanzen Mag. Dr. Maria Theresia Fekter: Es soll das Regierungsmitglied nicht als letzter Debattenteilnehmer sprechen. Dieser Gepflogenheit im Parlament, die ich kenne, habe ich Rechnung getragen, und daher habe ich gemeint, dass ich sozusagen mitten unter den Rednern spreche. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Geringschätzung weiterer Redebeiträge! – Abg. Silhavy: Vergessen Sie den Westenthaler, Frau Minister! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Bundesministerin Dr. Fekter –: Jetzt melden Sie sich nicht mehr zu Wort, jetzt haben Sie nichts mehr zu sagen! Abgehoben, präpotent bis zum Gehtnichtmehr!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Zu Wort ist dazu niemand mehr gemeldet. Ich schließe daher die Debatte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Bundesministerin Dr. Fekter –: Jetzt melden Sie sich nicht mehr zu Wort, jetzt haben Sie nichts mehr zu sagen! Abgehoben, präpotent bis zum Gehtnichtmehr!)
Sitzung Nr. 175
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit Herrn Köfer? Warten Sie, von Ihnen werden auch noch ein paar drankommen!
keiner Sorgen zu machen, ich bin finanziell abgesichert!), und es verwundert mich auch nicht, dass Sie hier dieses Lamento angestimmt haben, nachdem Ihnen ja die BZÖ-Fraktion jetzt zerbröselt. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit Herrn Köfer? Warten Sie, von Ihnen werden auch noch ein paar drankommen!) Auf der anderen Seite möchte ich wirklich zurückweisen, dass Klubobmann Bucher und Klubobmann Strache – weder Klubobmann Bucher noch Klubobmann Strache war im Untersuchungsausschuss – hier ein Lamento anstimmen dahin gehend, dass wir im Untersuchungsausschuss nichts weitergebracht hätten. (Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Ing. Westenthaler: Oh!
Ich bin in einem Punkt beim Herrn Abgeordneten Westenthaler (Abg. Ing. Westenthaler: Oh!), ja, und zwar, dass jeder Arbeitslose/jede Arbeitslose einer/eine zu viel ist und dass wir alle gemeinsam darum kämpfen müssen, diese schwierige Situation für die Menschen zu beseitigen. Die Bundesregierung nimmt das ernst. Mit diesem Bundesvoranschlag wird die dritthöchste jemals im Budget veranschlagte Summe beschlossen, nämlich mehr als 1,3 Milliarden €.
Sitzung Nr. 177
Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Scheibner
Ich sage ganz klar und deutlich: Wir haben kein Verständnis bei Straftätern (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Scheibner), und wir haben da endlich tätig zu werden und nicht untätig zuzusehen, wie diese Bundesregierung es aktuell tut.
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war ziemlich kompakt, würde ich einmal sagen!
Und wenn Sie sich immer lächerlich machen wollen, weil wir uns bei jenen bedanken, die diese Arbeit leisten, dann machen Sie sich doch lächerlich! Ich stehe nicht an, mich persönlich und namens meiner Fraktion sowohl bei den Bediensteten des Bundesasylamts, beim Asylgerichtshof und vor allem – denn Österreich ist dank ihnen wirklich sicher – bei den Kolleginnen und Kollegen der Exekutive Österreichs zu bedanken. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war ziemlich kompakt, würde ich einmal sagen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Den Begriff gibt es gar nicht!
Abschließend möchte ich noch sagen: Der Begriff „Asylmissbrauch“ ist nichts anderes als ein politisches Schlagwort; es ist in Wirklichkeit ein inhaltsleerer Kampfbegriff. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Den Begriff gibt es gar nicht!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Hofer: Tiefes Niveau! – Abg. Ing. Westenthaler: Seid ihr abgehoben! Wort und Schrift von Otto Pendl! – Abg. Scheibner: Oder Lesungen aus der letzten Reihe!
Abgeordneter Mag. Johann Maier (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine Herren Staatssekretäre! Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Vielleicht eine kurze Replik zum Kollegen Westenthaler. Was Deutsch auf Maturaniveau betrifft, frage ich mich oft, wer von den Abgeordneten Deutsch auf Maturaniveau tatsächlich beherrscht, Kollege Westenthaler. Wenn ich Stenographische Protokolle von Rednern des BZÖ lese, dann bezweifle ich das Maturaniveau in Deutsch. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Hofer: Tiefes Niveau! – Abg. Ing. Westenthaler: Seid ihr abgehoben! Wort und Schrift von Otto Pendl! – Abg. Scheibner: Oder Lesungen aus der letzten Reihe!)
Abg. Ing. Westenthaler: Entschuldigung, aber wo ist denn der Klub der Grünen derzeit? Ist der Pilz entschuldigt?
Präsident Fritz Neugebauer: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Windbüchler-Souschill. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Entschuldigung, aber wo ist denn der Klub der Grünen derzeit? Ist der Pilz entschuldigt?)
Sitzung Nr. 178
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht als grüner Staatsanwalt beim Geyer!
Wenn Herr Pilz, der jetzt Gott sei Dank wieder hier ist, seine Bedeutungslosigkeit bei den Grünen und in der Politik fürchtet, dann kann dem abgeholfen werden: Suchen Sie sich einen Job in der Privatwirtschaft und versuchen Sie dort Ihr Glück! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht als grüner Staatsanwalt beim Geyer!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Kogler, Dr. Moser und Ing. Westenthaler
Abgeordneter Dr. Walter Rosenkranz (FPÖ): Herr Präsident! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Herr Staatssekretär! Es ist ja ganz spannend: An sich bin ich mit einer Dringlichen Anfrage an die Frau Justizministerin in der Hand hier heruntergekommen, diese wurde verteilt, aber im Zuge der Debatte war von dieser Anfrage eigentlich nicht mehr sehr viel zu hören (Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Kogler, Dr. Moser und Ing. Westenthaler), aber wir haben andere sehr erhellende Dinge erfahren.
Abg. Strache: Westenthaler! Grasser! Alle aufzählen!
Es steht hier im Raum, dass Mandate gekauft werden (Abg. Strache: Ein orangener BZÖler spricht von Mandatsraub!), hier steht im Raum, dass Sie keinen Wählerauftrag haben und nicht gewählt wurden – und da decken wir uns, Herr Kollege Strache, diese Leute haben keinen Wählerauftrag und sind daher auch ohne eigenes Programm angetreten. Ihr habt bis heute auch kein eigenes Programm. Nennt mir doch den Unterschied zu bestehenden Parteien hier im Parlament! – Dieser ist nicht bekannt. Das Einzige, das ich höre, ist, dass man gebetsmühlenartig Herrn Stronach anbetet. Das da hinten ist offenbar eine Sektenverehrungspartei, aber keine Erneuerungspartei. Diese kann sie auch gar nicht sein, liebe Freunde von der Stronach-Partie, denn Herr Stronach hat ja sehr viele Freunde gehabt – Vranitzky, Grasser, Rudas, Klasnic, Paierl, um nur einige aus dem rot-schwarzen Milieu zu nennen –, die auch bezahlt worden sind (Abg. Strache: Westenthaler! Grasser! Alle aufzählen!), meine sehr geehrten Damen und Herren. Wie wollt ihr ein System reformieren, aus dem ihr selbst heraustretet?
Sitzung Nr. 179
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: vielleicht sollten Sie eine Autogrammkarte ausfüllen! ist der größte Fan!
Sie verhandeln dafür, dass wir mit unserer Landwirtschaft eine Grundlage schaffen für eine Lebensmittelexportwirtschaft, die von Jahr zu Jahr besser und erfolgreicher wird und letztendlich Teil des österreichischen Wohlstands und des Fortschritts ist. Herr Bundeskanzler, bei diesen Verhandlungen werden wir mit Ihnen mitdenken, mitfiebern, und ich wünsche Ihnen alles Gute in Ihrem und in unserem Sinne. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: vielleicht sollten Sie eine Autogrammkarte ausfüllen! ist der größte Fan!)
Ruf bei der SPÖ: Waren Sie auf Safari? – Heiterkeit des Abg. Ing. Westenthaler.
Abgeordneter Dr. Johannes Hübner (FPÖ): Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Vorredner Schultes! Genau das, was Sie eingangs Ihres Statements beschrieben haben, das Agrarbudget, ist ja geradezu das beste Beispiel für das Scheitern der zentralen (Zwischenruf bei der ÖVP.) – Bitte, was wollen Sie? (Ruf bei der SPÖ: Waren Sie auf Safari? – Heiterkeit des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Eine klassische Gelbe Karte! – Zwischenruf des Abg. Grosz.
Als Nächster zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Mag. Gaßner. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Eine klassische Gelbe Karte! – Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Sitzung Nr. 181
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist es jedes Mal!
Kollege Vilimsky, es hat mir gefallen – wenn ich mich bedanke, grinst immer alles; ich stehe nicht an (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist es jedes Mal!), dass ich sage, das gehört ganz einfach dazu, das ist die größte Normalität –, es hat mir gefallen, dass du dich bei der Exekutive bedankt hast. Ich glaube, das Thema Diensthunde – soweit ich es gesehen habe – hat sich die Frau Bundesministerin auch schon aufgeschrieben. Ich glaube, an Kleinigkeiten wird es sicher nicht scheitern.
Abg. Ing. Westenthaler: Aber es gibt eine Kriminalitätserhöhung!
Ein ganz klares Wort zum Herrn Abgeordneten Westenthaler: All diese Kennzahlen, all diese Daten kommen nicht von ungefähr, sondern all diese Daten wurden von unseren Expertinnen und Experten erarbeitet, und ich lasse mir hier nicht unterstellen, dass unsere Beamtenschaft nicht ordentlich gearbeitet hätte. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber es gibt eine Kriminalitätserhöhung!) Selbstverständlich ist es unser Ziel, besser zu werden (Abg. Ing. Westenthaler: Derzeit werden Sie schlechter!), selbstverständlich ist es unser Ziel, vor allem auch das Beste zu geben.
Abg. Ing. Westenthaler: Derzeit werden Sie schlechter!
Ein ganz klares Wort zum Herrn Abgeordneten Westenthaler: All diese Kennzahlen, all diese Daten kommen nicht von ungefähr, sondern all diese Daten wurden von unseren Expertinnen und Experten erarbeitet, und ich lasse mir hier nicht unterstellen, dass unsere Beamtenschaft nicht ordentlich gearbeitet hätte. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber es gibt eine Kriminalitätserhöhung!) Selbstverständlich ist es unser Ziel, besser zu werden (Abg. Ing. Westenthaler: Derzeit werden Sie schlechter!), selbstverständlich ist es unser Ziel, vor allem auch das Beste zu geben.
Abg. Ing. Westenthaler: Tausend neue Polizisten wurden versprochen!
Zur Kennzahl „Sicherheit“ – Sie haben es angesprochen –: Ja, diese Kennzahl ist mir wichtig (Abg. Ing. Westenthaler: Tausend neue Polizisten wurden versprochen!), eine Kennzahl, die wir definiert haben mit der objektiven Sicherheit und mit dem subjektiven Sicherheitsgefühl. Und Sie wissen ganz genau, dass es gerade im Bereich des subjektiven Sicherheitsgefühls nicht ausschließlich von der polizeilichen Arbeit abhängt, sondern dass hier letztendlich viele Rahmenbedingungen mitwirken, wie zum Beispiel die wirtschaftliche Entwicklung, die natürlich Auswirkungen auf das subjektive Sicherheitsgefühl hat.
Abg. Ing. Westenthaler: Seit die Welt besteht!
Abgeordneter Mag. Wolfgang Gerstl (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Hohes Haus! Bevor ich anschließe an das, was ich heute zu Mittag schon gesagt habe zur größten Verfassungsreform im Bereich der Verwaltungsgerichtsbarkeit seit 1925 und damit zur Vorbildreform im Bereich der Behördenstruktur … (Abg. Ing. Westenthaler: Seit die Welt besteht!) – Seit 1925, Herr Kollege (Abg. Ing. Westenthaler: Ah, doch nicht so lang!), denn die Verfassung besteht seit 1920. Das kann ich Ihnen gerne näher erklären, Herr Kollege Westenthaler, wenn Sie Nachhilfe dazu brauchen, wann die österreichische Bundesverfassung geschaffen wurde.
Abg. Ing. Westenthaler: Ah, doch nicht so lang!
Abgeordneter Mag. Wolfgang Gerstl (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Hohes Haus! Bevor ich anschließe an das, was ich heute zu Mittag schon gesagt habe zur größten Verfassungsreform im Bereich der Verwaltungsgerichtsbarkeit seit 1925 und damit zur Vorbildreform im Bereich der Behördenstruktur … (Abg. Ing. Westenthaler: Seit die Welt besteht!) – Seit 1925, Herr Kollege (Abg. Ing. Westenthaler: Ah, doch nicht so lang!), denn die Verfassung besteht seit 1920. Das kann ich Ihnen gerne näher erklären, Herr Kollege Westenthaler, wenn Sie Nachhilfe dazu brauchen, wann die österreichische Bundesverfassung geschaffen wurde.
Abg. Ing. Westenthaler: Die besten Maßnahmen aller Zeiten!
Verantwortungsstruktur gegenüber der Polizei zu haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Die besten Maßnahmen aller Zeiten!)
Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit des Abg. Ing. Westenthaler.
Ich bedanke mich daher ganz herzlich dafür, dass Sie nicht nur die richtigen Maßnahmen im Sinne der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler setzen, sondern auch im Sinne der Polizistinnen und Polizisten für eine effektive Sicherheit, für mehr Sicherheit in diesem Land und für die beste Polizei, die wir je hatten. (Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit des Abg. Ing. Westenthaler.)
Heiterkeit bei Bundesministerin Mag. Mikl-Leitner. – Abg. Ing. Westenthaler: Der beste Redner aller Zeiten!
Abgeordneter Christoph Hagen (STRONACH): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesminister! Hohes Haus! – Frau Bundesminister, es ist eigentlich Usus in diesem Haus, dass sich der Herr oder die Frau Bundesminister nach dem letzten Redner der jeweiligen Fraktionen zu Wort meldet, aber ich kann es gut verstehen, nachdem ich jetzt die Brandrede des Kollegen Gerstl habe. Da haben Sie wahrscheinlich Angst gehabt, dass er Ihnen die Show stiehlt. (Heiterkeit bei Bundesministerin Mag. Mikl-Leitner. – Abg. Ing. Westenthaler: Der beste Redner aller Zeiten!)
Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Lausch: Mach dich nur lächerlich! – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Abgeordneter Wolfgang Großruck (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Frau Ministerin! Kolleginnen und Kollegen! Hohes Haus! Gehen wir weg von den Gruften, Urnen und Gräbern, und gehen hin zum Innenressort! (Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Lausch: Mach dich nur lächerlich! – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben Sport auch auf der Tagesordnung! Wir diskutieren auch über den Sport!
Abgeordnete Mag. Christine Lapp, MA (SPÖ): Herr Präsident! Frau Ministerin! Herr Minister Darabos! Hohes Haus! Jetzt ist mir klar, warum sich Kollege Westenthaler schon beim Budgetkapitel Militärische Angelegenheiten zu Wort gemeldet hat: Er will wahrscheinlich das Match nicht versäumen, und nachdem es sich nicht ausgegangen ist, nach Linz zu fahren, wie er das ja sonst immer macht, hat er sich eben jetzt schon zu Wort gemeldet. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben Sport auch auf der Tagesordnung! Wir diskutieren auch über den Sport!)
Abg. Ing. Westenthaler: Falls Sie es nicht wissen, nur zu Ihrer Information: Der Sport ist jetzt auf der Tagesordnung!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Zurückkommend zu dem Bereich ... (Abg. Ing. Westenthaler: Falls Sie es nicht wissen, nur zu Ihrer Information: Der Sport ist jetzt auf der Tagesordnung!) – Ich weiß, es tut Ihnen weh, dass man einmal anspricht, dass Sie immer, wenn Fußballmatches sind, nicht bei Sitzungen sind, das ist mir schon klar. Aber kommen wir jetzt zur Landesverteidigung. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das Problem ist, Sie kennen sich mit der Tagesordnung nicht aus! Wir diskutieren schon den Sport! Sie haben ja keine Ahnung! – Abg. Neubauer: Wie ist denn das mit den 37 Millionen, die das Stadion gekostet hat?) Ich möchte jetzt gerne etwas Wichtiges besprechen, nämlich die Landesverteidigung.
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das Problem ist, Sie kennen sich mit der Tagesordnung nicht aus! Wir diskutieren schon den Sport! Sie haben ja keine Ahnung! – Abg. Neubauer: Wie ist denn das mit den 37 Millionen, die das Stadion gekostet hat?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Zurückkommend zu dem Bereich ... (Abg. Ing. Westenthaler: Falls Sie es nicht wissen, nur zu Ihrer Information: Der Sport ist jetzt auf der Tagesordnung!) – Ich weiß, es tut Ihnen weh, dass man einmal anspricht, dass Sie immer, wenn Fußballmatches sind, nicht bei Sitzungen sind, das ist mir schon klar. Aber kommen wir jetzt zur Landesverteidigung. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das Problem ist, Sie kennen sich mit der Tagesordnung nicht aus! Wir diskutieren schon den Sport! Sie haben ja keine Ahnung! – Abg. Neubauer: Wie ist denn das mit den 37 Millionen, die das Stadion gekostet hat?) Ich möchte jetzt gerne etwas Wichtiges besprechen, nämlich die Landesverteidigung.
Abg. Ing. Westenthaler: Dann geht hinaus aus der Koalition und macht endlich Wahlen!
Abgeordnete Angela Lueger (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Hohes Haus! Ich finde es schon spannend, wenn sich eine Abgeordnete unseres Regierungspartners in Person der Kollegin Schittenhelm hier herausstellt und Kritik übt an einem Minister, der von der Finanzministerin, die ja nicht wirklich von unserer Fraktion ist, weniger Geld zur Verfügung gestellt bekommt, an einem Minister, der sich an die Vorgaben der Budgetkonsolidierung hält und sein eigenes Budget so gestaltet, dass die Erfüllung der Aufgaben seines Ressorts auch gesichert ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Dann geht hinaus aus der Koalition und macht endlich Wahlen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Warum zwei Drittel?
Dann heißt es noch: „Beschlüsse werden mit zwei Drittel Mehrheit der abgegebenen Stimmen gefasst.“ (Abg. Ing. Westenthaler: Warum zwei Drittel?) – Ja, warum? Können Sie mir einen Grund nennen?
Abg. Ing. Westenthaler: Damit außerhalb der Parlamentskontrolle!
Wir haben dauernd die Debatte um Blockadesituationen, wir haben dauernd die Frage, wo man Zweidrittelmehrheiten macht. – Jetzt gehen Sie her und machen eine Zweidrittelmehrheit bei einer neuen Sportförderungsstruktur, die bedeutet: Das Ministerium kann sich auf den Kopf stellen. Alles, was beschlossen werden kann, ist letztlich de facto außerhalb der Handlungsfähigkeit des Sportministers. (Abg. Ing. Westenthaler: Damit außerhalb der Parlamentskontrolle!)
Zwischenruf bei der SPÖ – Abg. Ing. Westenthaler: Kommst aber schon ins Parlament?!
Vielleicht kann ich als Niederösterreicher noch darauf verweisen, dass wir morgen den Landesfeiertag begehen, das Hochfest des heiligen Leopold (Zwischenruf bei der SPÖ – Abg. Ing. Westenthaler: Kommst aber schon ins Parlament?!), der ja bekanntlich als Friedensfürst in die Geschichte eingegangen ist. Vielleicht begleitet uns in den nächsten zwei Tagen der leopoldinische Geist. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Der heilige Leopold ist uns schon was wert!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja jetzt auch schon!
Abgeordneter Dr. Peter Wittmann (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Hohes Haus! Zur Rede des Herrn Abgeordneten Westenthaler: Herr Abgeordneter Westenthaler, der internationale Trend im Sportbereich geht dorthin, dass man es von den Ministerien unabhängig macht und Sportgremien darüber entscheiden lässt, wie Spitzensport zu fördern ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja jetzt auch schon!) Das ist in England sehr erfolgreich geworden, das Modell des Erfolgs gewesen, und das ist in Australien das Modell des Erfolgs gewesen.
Abg. Ing. Westenthaler: Dann schafft das Sportministerium ab!
Das Modell, das Sie haben und das Sie ansprechen, dass man das dem Minister überlässt, ist jenes Modell, das man im Ostblock hatte, von dem sich jetzt alle vormaligen Ostblockländer verabschieden, weil das Staatssport bedeutet. Genau das ist das, was wir verhindern wollen. Wir können nur sagen, es hat eine Zusage des Ministers gegeben, die Autonomie des Sports zu gewährleisten, weil wir uns Gott sei Dank als Nicht-Ostblockland schon damals dazu entschieden haben (Abg. Ing. Westenthaler: Dann schafft das Sportministerium ab!), in Österreich nicht den Staatssport einzuführen, und wir lassen dem Sport weiterhin die Autonomie. Das ist das internationale Erfolgsmodell, aus dem sich auch die Länder des ehemaligen Ostblocks, die Sport betreiben, schon verabschiedet haben.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP sowie Bravoruf des Abg. Pendl. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein teures Gesetz! Es kostet 1 Milliarde € jährlich! Gratuliere!
Ich finde, das ist ein modernes Gesetz, ein gutes Gesetz und ein mit dem Sport hervorragend abgestimmtes Gesetz. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP sowie Bravoruf des Abg. Pendl. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein teures Gesetz! Es kostet 1 Milliarde € jährlich! Gratuliere!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie Mathematiker?
Ich weiß nicht, ob das so in Ihrem Interesse wäre. Ich glaube, es geht um etwas ganz anderes, und das ist das Wichtigere. Fest steht: Es rechnet sich nicht! (Abg. Hagen: Es rechnet sich nur, wenn man sie zusammenlegt!) Das ist halt ein Problem der Mathematik: Es rechnet sich nicht, denn sonst hätten wir das ja alles schon längst gemacht. (Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie Mathematiker?) – Herr Westenthaler, ich bin so viel Mathematiker wie Sie. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe nie behauptet, dass ich Mathematiker bin, aber Sie behaupten das!) – Na ja, Sie haben wenigstens ein bisserl was gelernt, glaube ich. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe zumindest eine HTL-Ausbildung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe nie behauptet, dass ich Mathematiker bin, aber Sie behaupten das!
Ich weiß nicht, ob das so in Ihrem Interesse wäre. Ich glaube, es geht um etwas ganz anderes, und das ist das Wichtigere. Fest steht: Es rechnet sich nicht! (Abg. Hagen: Es rechnet sich nur, wenn man sie zusammenlegt!) Das ist halt ein Problem der Mathematik: Es rechnet sich nicht, denn sonst hätten wir das ja alles schon längst gemacht. (Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie Mathematiker?) – Herr Westenthaler, ich bin so viel Mathematiker wie Sie. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe nie behauptet, dass ich Mathematiker bin, aber Sie behaupten das!) – Na ja, Sie haben wenigstens ein bisserl was gelernt, glaube ich. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe zumindest eine HTL-Ausbildung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe zumindest eine HTL-Ausbildung!
Ich weiß nicht, ob das so in Ihrem Interesse wäre. Ich glaube, es geht um etwas ganz anderes, und das ist das Wichtigere. Fest steht: Es rechnet sich nicht! (Abg. Hagen: Es rechnet sich nur, wenn man sie zusammenlegt!) Das ist halt ein Problem der Mathematik: Es rechnet sich nicht, denn sonst hätten wir das ja alles schon längst gemacht. (Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie Mathematiker?) – Herr Westenthaler, ich bin so viel Mathematiker wie Sie. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe nie behauptet, dass ich Mathematiker bin, aber Sie behaupten das!) – Na ja, Sie haben wenigstens ein bisserl was gelernt, glaube ich. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe zumindest eine HTL-Ausbildung!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Mag. Schickhofer –: Ein Zwischenruf ist kurz, Herr Kollege, kein Koreferat! Was im Renner-Institut ...!
Diese Situation belastet selbstverständlich auch die heimischen Zulieferer. Wir haben ... (Abg. Mag. Schickhofer: Na endlich erkennen Sie das einmal! Das ist super, dass Sie das analysieren ...!) – Da schau her, ein Zwischenruf von der SPÖ! (Abg. Mag. Schickhofer: ... dass der gesamteuropäische Markt total relevant für uns ist! – Weitere Zwischenrufe.) Na, das ist jetzt natürlich ein günstiger Zwischenruf! Wer sitzt denn in der Regierung, Herr Kollege? – Sie haben schon recht: Wenn das BZÖ in der Regierung wäre, würden wir jetzt schon aktiv werden! (Abg. Mag. Schickhofer: Darum setzen wir die Maßnahmen ...! – Weitere Zwischenrufe.) Das hat er gesehen, ja. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Mag. Schickhofer –: Ein Zwischenruf ist kurz, Herr Kollege, kein Koreferat! Was im Renner-Institut ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist die, Herr Minister?
Da muss man natürlich auch Antworten geben. Eine Investitionsprämie wurde debattiert, es gab sie nicht. Aber es gibt auch sonst noch einiges zu tun, und jetzt darf ich auf die Ausführungen des Herrn Ministers eingehen (Abg. Mag. Gaßner: Na endlich!), der von uns auch Zuspruch hat bei Vorschlägen, die wir unterstützen. Am 23. Jänner präsentierte er gemeinsam mit der Justizministerin die Beweislastumkehr bei den Energieversorgern. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist die, Herr Minister?) Na, das wäre ein Akt, der natürlich den österreichischen Bürgern zugutekommen würde.
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt könnten wir alle eine persönliche Erwiderung machen! Jeder Mann!
Ich berichtige tatsächlich: „Echte Männer gehen in Karenz“. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt könnten wir alle eine persönliche Erwiderung machen! Jeder Mann!)
Abg. Ing. Westenthaler: Da wird man dann durchs Volk nicht mehr belästigt!
Das Unternehmensserviceportal, federführend durch das BMF, also das Finanzministerium, betrieben, baut seine Vorreiterrolle im E-Government weiter aus. Wir arbeiten mit den anderen Ressorts zusammen, um ein Portal für alle Bundesaktivitäten zu haben, die man im Verwaltungsbereich hat – Sozialversicherung, Firmenbuch, Förderungen, Statistik Austria, aber auch sicherheitspolizeiliche Meldungen et cetera. Das spart Zeit und Kosten. (Abg. Ing. Westenthaler: Da wird man dann durchs Volk nicht mehr belästigt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Da würde hier herinnen das Licht ausgehen!
Es begleiten uns diese Finanzdienstleistungen im alltäglichen Leben, ohne dass es uns auffällt. Würde das nicht mehr funktionieren, würden wir den Finanzsektor kollabieren lassen, käme kein Geld mehr aus den Bankomaten, könnte man im Supermarkt nicht mehr mit der Kreditkarte bezahlen, würde die Energierechnung nicht mehr überwiesen und dann plötzlich der Strom abgezwickt werden, würde kein Bargeld mehr verfügbar sein – und genau dies wollen wir verhindern. (Abg. Ing. Westenthaler: Da würde hier herinnen das Licht ausgehen!) Wir sichern den Finanzsektor zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger. (Abg. Ing. Westenthaler: Welch unfassbarer Schwachsinn! Da säßen wir wohl alle im Dunklen, wenn es Fekter nicht gäbe, da würde kein Strom mehr fließen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Welch unfassbarer Schwachsinn! Da säßen wir wohl alle im Dunklen, wenn es Fekter nicht gäbe, da würde kein Strom mehr fließen!
Es begleiten uns diese Finanzdienstleistungen im alltäglichen Leben, ohne dass es uns auffällt. Würde das nicht mehr funktionieren, würden wir den Finanzsektor kollabieren lassen, käme kein Geld mehr aus den Bankomaten, könnte man im Supermarkt nicht mehr mit der Kreditkarte bezahlen, würde die Energierechnung nicht mehr überwiesen und dann plötzlich der Strom abgezwickt werden, würde kein Bargeld mehr verfügbar sein – und genau dies wollen wir verhindern. (Abg. Ing. Westenthaler: Da würde hier herinnen das Licht ausgehen!) Wir sichern den Finanzsektor zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger. (Abg. Ing. Westenthaler: Welch unfassbarer Schwachsinn! Da säßen wir wohl alle im Dunklen, wenn es Fekter nicht gäbe, da würde kein Strom mehr fließen!)
Abg. Ing. Westenthaler: ... jede zweite Seite wirkt skurril!
Betreffend die matten Dinge, die von der Opposition kommen, haben ja schon mehrere darauf hingewiesen, dass nicht einmal Alternativvorschläge drinnen sind. Ich meine, der Herr Abgeordnete Westenthaler hat 20-mal – dann habe ich aufgehört zu zählen – das Wort „skurril“ in seiner Rede verwendet (Abg. Ing. Westenthaler: ... jede zweite Seite wirkt skurril!), aber der einzige konkrete Vorschlag, den Sie gebracht haben, ist besonders skurril, denn wenn ich Täter – so wie es die Frau Bundesministerin richtig beschrieben hat – mit der Finanzpolizei dazu zwinge, ihre Steuern zu zahlen, ist Ihr Vorschlag: Na, dann heben wir die Steuer auf! Das ist skurril, Herr Ing. Westenthaler! (Abg. Ing. Westenthaler: NoVA abschaffen!)
Abg. Ing. Westenthaler: NoVA abschaffen!
Betreffend die matten Dinge, die von der Opposition kommen, haben ja schon mehrere darauf hingewiesen, dass nicht einmal Alternativvorschläge drinnen sind. Ich meine, der Herr Abgeordnete Westenthaler hat 20-mal – dann habe ich aufgehört zu zählen – das Wort „skurril“ in seiner Rede verwendet (Abg. Ing. Westenthaler: ... jede zweite Seite wirkt skurril!), aber der einzige konkrete Vorschlag, den Sie gebracht haben, ist besonders skurril, denn wenn ich Täter – so wie es die Frau Bundesministerin richtig beschrieben hat – mit der Finanzpolizei dazu zwinge, ihre Steuern zu zahlen, ist Ihr Vorschlag: Na, dann heben wir die Steuer auf! Das ist skurril, Herr Ing. Westenthaler! (Abg. Ing. Westenthaler: NoVA abschaffen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Kein Mensch braucht die NoVA! Kein Mensch braucht die NoVA!
Dass ich dort, wo es Täter gibt, sage: Na ja, dann heben wir doch gleich die Steuer auf!, das ist an Skurrilität nicht zu überbieten, Herr Kollege (Abg. Ing. Westenthaler: Kein Mensch braucht die NoVA! Kein Mensch braucht die NoVA!), denn Sie werden überall Steuerhinterzieher vorfinden! Und das nächste Mal, wenn die Leute etwas klauen, werden Sie sagen: Na, geben wir es gratis her, damit es niemand mehr stehlen kann! – Das sind unernste Vorschläge! (Zwischenruf des Abg. Mag. Widmann.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe Ihnen meinen Standpunkt gar nicht gesagt!
Ja, sie hat auch große Probleme zu finanzieren, worunter auch die Finanzierung der Bankenprobleme fällt. Aber auch dort, Herr Ing. Westenthaler, sei Ihnen eines ins Stammbuch geschrieben, was die Kärntner Wähler betrifft. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe Ihnen meinen Standpunkt gar nicht gesagt!) – Die Kärntner Wähler können nichts für die Politik von Ihresgleichen! Es war ja nicht die Kärntner Bevölkerung, die dort die Milliarden aufgehäuft hat, die jeden Event feiern wollte und mit dem Geld der Steuerzahler vorgegangen ist, als ob es kein Morgen gäbe! Es waren Ihre Vorgänger, es war der BZÖ-Landeshauptmann! Jetzt hören Sie doch auf, sich aus der Verantwortung zu stehlen! (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Vor allem die Wirkungsziele!
Aber mein Dank gilt auch Herrn Gerhard Steger vom Finanzministerium. Er hat auf Basis des neuen Haushaltsrechts Unterlagen vorgelegt, das war sicher ein gewaltiger Aufwand. (Abg. Ing. Westenthaler: Vor allem die Wirkungsziele!) Sie sind generell zu überarbeiten, ich habe deshalb meine Kollegen Budgetsprecher auch ersucht, dass wir uns in Kürze zusammensetzen, um einmal darüber zu reden, was an diesen zehn Tagen gut gegangen ist, was weniger gut gegangen ist, wo man etwas ergänzen könnte, wo man die Dinge spannender gestalten könnte. – Ich habe positive Rückmeldungen, da auch Herr Auer gesagt hat, am 19. Dezember haben wir Zeit dafür. Das sollten wir machen! Ich glaube, das ist sicherlich notwendig, um noch besser zu werden.
Sitzung Nr. 184
Abg. Ing. Westenthaler: Das waren 20 zu viel!
Ich möchte an dieser Stelle aber auch festhalten, dass sich die Fußfessel als Vollzugsform absolut bewährt hat. Das zeigt auch eine im Herbst vorgestellte Evaluierungsstudie des Instituts für Rechts- und Kriminalsoziologie, die auch dem Parlament übermittelt wurde. Fast 1 100 Personen haben in den vergangenen zwei Jahren zumindest einen Teil ihrer Haft im elektronisch überwachten Hausarrest absolviert. Rund 200 Personen sind derzeit Fußfesselträger. Das entspricht der Größe einer mittelgroßen Haftanstalt. Wenn wir schon bei den Zahlen sind, möchte ich erwähnen, dass von diesen 1 100 Fußfesselträgern nur knapp über 20 Sexualstraftäter waren. (Abg. Ing. Westenthaler: Das waren 20 zu viel!) Also schon bisher wurde sehr rigide bei der Gewährung von Fußfesseln für Sexualstraftäter umgegangen. Es wurden schon bisher sehr strenge Kriterien angelegt. Von den Sexualstraftätern, denen die Fußfessel gewährt wurde, wurde kein Einziger einschlägig rückfällig – auch das möchte ich hier erwähnen. Insgesamt ist es so, dass in nur 44 Fällen, damit in weniger als 5 Prozent, der elektronisch überwachte Hausarrest vorzeitig abgebrochen werden musste.
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Ing. Westenthaler.
Mein Kollege Christian Lausch hat die Ausschussfeststellung noch einmal angesprochen, und ich möchte Ihnen schon sagen, dass das ein Vertrauensvorschuss für die Justiz war, den Sie hier jetzt ganz offenkundig missachten. Für mich heißt es: Gerade im Sexualstrafrecht muss der Grundsatz Opferschutz vor Täterschutz lauten. Vergewaltiger, insbesondere von Kindern, Jugendlichen oder gar Behinderten sind in Haft zu halten und nicht mit Vollzugsgeschenken zu belohnen. – Danke. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie nicht gerade eine Bank gegen die Wand gefahren? Die Konzession haben Sie Ihnen entzogen, weil Sie keine Bank führen können!
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Es ist schon originell, wenn man als Vorbestrafter (Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie nicht gerade eine Bank gegen die Wand gefahren? Die Konzession haben Sie Ihnen entzogen, weil Sie keine Bank führen können!) – noch dazu mitten drinnen in diesem ganzen Eurofighter-Skandal, in diesem Mief, wo jetzt ermittelt wird – versucht, auf derartig miese Art und Weise abzulenken. Sie sollten sich eigentlich schämen für das, was Sie hier durchzuführen versuchen. (Abg. Ing. Westenthaler: Und Sie stellen sich da her und ! – Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Abg. Ing. Westenthaler: Und Sie stellen sich da her und ! – Zwischenruf des Abg. Grosz.
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Es ist schon originell, wenn man als Vorbestrafter (Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie nicht gerade eine Bank gegen die Wand gefahren? Die Konzession haben Sie Ihnen entzogen, weil Sie keine Bank führen können!) – noch dazu mitten drinnen in diesem ganzen Eurofighter-Skandal, in diesem Mief, wo jetzt ermittelt wird – versucht, auf derartig miese Art und Weise abzulenken. Sie sollten sich eigentlich schämen für das, was Sie hier durchzuführen versuchen. (Abg. Ing. Westenthaler: Und Sie stellen sich da her und ! – Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie stellen sich hierher! Sie gescheiterter Bankmanager! – Abg. Bucher: Was sagen Sie jetzt dazu?
Meine Damen und Herren, es geht um die Kartellgesetz-Novelle, und es ist natürlich auch (Abg. Ing. Westenthaler: Sie stellen sich hierher! Sie gescheiterter Bankmanager! – Abg. Bucher: Was sagen Sie jetzt dazu?) – Schauen Sie, ich meine, Ihre Niveaulosigkeit ist kaum mehr zu unterbieten, also was soll das denn!? (Abg. Ing. Westenthaler: Die Konzession haben sie euch entzogen, weil ihr keine Bank führen könnt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Konzession haben sie euch entzogen, weil ihr keine Bank führen könnt!
Meine Damen und Herren, es geht um die Kartellgesetz-Novelle, und es ist natürlich auch (Abg. Ing. Westenthaler: Sie stellen sich hierher! Sie gescheiterter Bankmanager! – Abg. Bucher: Was sagen Sie jetzt dazu?) – Schauen Sie, ich meine, Ihre Niveaulosigkeit ist kaum mehr zu unterbieten, also was soll das denn!? (Abg. Ing. Westenthaler: Die Konzession haben sie euch entzogen, weil ihr keine Bank führen könnt!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen.
Wir haben heute eine Diskussion zu führen und haben sie auch geführt, ob wir die sogenannte (Zwischenrufe beim BZÖ.) – Diese Schreihansl-Fraktion da ist, glaube ich (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen.) – Herr Präsident, ich glaube, den Kasperl da kann man einfach ...
Abg. Ing. Westenthaler: Der ist mit Mikrophon auch nicht stärker!
Bitte, setzen Sie fort, Herr Kollege Jarolim. (Abg. Ing. Westenthaler: Der ist mit Mikrophon auch nicht stärker!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist die Lösung? Wo?
sicherstellt, dass man Missbrauch bei Preisgestaltungen verhindern kann. Das war die Debatte, da konnten wir uns aber nicht einigen. Aber wir werden sicher eine Lösung finden. Da brauchen Sie, Herr Westenthaler, sich weder aufzuregen, noch brauchen Sie sich Sorgen über eine Teilnahme zu machen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist die Lösung? Wo?) Sie könnten auch die Sachkompetenz nicht einbringen.
Abg. Ing. Westenthaler: SPÖ-Präsident, oder?
Dass Sie heute erstmals den Arbeiterkammerpräsidenten als Zeugen nennen, wobei Sie die ganze Zeit erklären, dass man die Arbeiterkammer eigentlich abschaffen sollte, zeigt ja, welch Geistes Kind Sie sind. (Abg. Ing. Westenthaler: SPÖ-Präsident, oder?)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Abg. Grosz: Herr Jarolim! Ich höre, Sie haben gerade eine Bank an die Wand gefahren!
Wir werden die Diskussion weiterführen, wir werden schauen, dass wir eine gute Lösung finden. Aber wir werden keine Lösung finden – ich weiß, dass Sie alles am liebsten privatisieren würden –, die in eine Privatisierung mündet. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Abg. Grosz: Herr Jarolim! Ich höre, Sie haben gerade eine Bank an die Wand gefahren!) Das ist ja eigentlich der Punkt. Das ist ja das, was hinterher kommen soll. Man sagt: Na ja, schauen wir, schütten wir die einmal ordentlich an und dann ab in die nächste Privatisierung. Da können wir wieder mitschneiden, dann haben wir wieder das Konzept wie bei den Eurofightern, wie bei allem anderen.
Zwischenrufe der Abgeordneten Grosz und Ing. Westenthaler.
Herr Westenthaler, das ist der Punkt: Man muss ja wissen, wenn Sie sich da herausstellen, was Sie eigentlich haben wollen. Mit uns wird es das nicht spielen, das kann ich Ihnen jetzt schon sagen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Grosz und Ing. Westenthaler.) Wir werden auch ohne Sie eine vernünftige Lösung im Sinne der Konsumenten finden. Ich bin mir sicher, dass wir das mit unserem Koalitionspartner gemeinsam und ohne Ihre eigenartigen und armseligen Vorschläge zustande bringen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Staatsdruckerei, Euroteam, eine Bank an die Wand gefahren! – Abg. Ing. Westenthaler: Wer war denn bei Ihnen?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Staatsdruckerei, Euroteam, eine Bank an die Wand gefahren! – Abg. Ing. Westenthaler: Wer war denn bei Ihnen?
Herr Westenthaler, das ist der Punkt: Man muss ja wissen, wenn Sie sich da herausstellen, was Sie eigentlich haben wollen. Mit uns wird es das nicht spielen, das kann ich Ihnen jetzt schon sagen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Grosz und Ing. Westenthaler.) Wir werden auch ohne Sie eine vernünftige Lösung im Sinne der Konsumenten finden. Ich bin mir sicher, dass wir das mit unserem Koalitionspartner gemeinsam und ohne Ihre eigenartigen und armseligen Vorschläge zustande bringen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Staatsdruckerei, Euroteam, eine Bank an die Wand gefahren! – Abg. Ing. Westenthaler: Wer war denn bei Ihnen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Sollte ein Rechtsanwalt nicht ? – Zwischenruf des Abg. Grosz.
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als nächster Redner gelangt Herr Abgeordneter Mag. Schönegger zu Wort. 2 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Sollte ein Rechtsanwalt nicht ? – Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten sich genieren als Rechtsanwalt! Das ist ein Rechtsanwalt! – Ruf beim BZÖ: Unerhört! War Androsch vorbestraft?
Sie können stolz darauf sein, dass Sie nicht mehr vorbestraft sind, weil Sie vorbestraft waren. Das befähigt Sie natürlich besonders, so zu reden, wie Sie das heute gemacht haben. Dazu gratuliere ich Ihnen herzlich! – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten sich genieren als Rechtsanwalt! Das ist ein Rechtsanwalt! – Ruf beim BZÖ: Unerhört! War Androsch vorbestraft?)
Abg. Ing. Westenthaler: Der hat ja überhaupt keine Ahnung! Auch von der Geschäftsordnung! Da sollte einmal die Rechtsanwaltskammer einschreiten! – Abg. Grosz: War Androsch auch vorbestraft?
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Herr Kollege Jarolim! Einen Widerruf gibt es in der Geschäftsordnung gar nicht, aber die zweite Wortmeldung. (Abg. Ing. Westenthaler: Der hat ja überhaupt keine Ahnung! Auch von der Geschäftsordnung! Da sollte einmal die Rechtsanwaltskammer einschreiten! – Abg. Grosz: War Androsch auch vorbestraft?)
Abg. Ing. Westenthaler: Ziemlich gleich groß!
Jetzt ist er nicht da. – Doch. Kollege Vilimsky! Weil du ununterbrochen München vergleichst: Ich würde mir die Diskussion anschauen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ziemlich gleich groß!) Nicht nur, dass die Statistiken hinken. Ich würde mir anschauen: Wer von euch weiß, wie viele Polizeiinspektionen es in München gibt? Wenn man das auf Wien umlegen würde, um Gottes willen, was würdet ihr dann dazu formulieren! – Also wir können nur Gleiches mit Gleichem vergleichen. Wir können, wenn Sie so wollen, Äpfel mit Äpfeln vergleichen (Abg. Mayerhofer: So kann man das nicht vergleichen!), aber nicht ununterbrochen Vergleiche heranziehen, die hinten und vorne nicht stimmen!
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler
Und so ist es auch Faktum, dass gerade im Jahr 2011 ein Rückgang bei der Kriminalitätsentwicklung zu verzeichnen ist (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler), wo wir vor allem in Wien massive Erfolge einfahren konnten, wo ein Rückgang im Ausmaß von 3,2 Prozent zu verzeichnen ist, gefolgt von Kärnten mit einem Rückgang von 1,6 Prozent. Das sind Fakten, Fakten die zurückzuführen sind auf die gute Arbeit unserer Polizistinnen und Polizisten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Machen! – Der appelliert an sich selbst! Das find’ ich gut!
Zum einen sehe ich nicht ein, warum das bei den Kommunen bleiben soll, und zum anderen sehe ich nicht ein, warum einzelne Personen, die davon betroffen sind, dafür bezahlen sollen. Hier richte ich wirklich den Appell an Sie, dass wir noch daran arbeiten müssen, dass das endlich einmal rechtskonform beziehungsweise so umgesetzt wird, dass die Kosten nicht von der Bevölkerung oder den Gemeinden zu tragen sind, und das sage ich als Vertreter einer Kommune. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Machen! – Der appelliert an sich selbst! Das find’ ich gut!)
Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt kein Asyl! Es gibt die Drittstaatenregelung! Rechtsstaatlich!
Abgeordnete Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ): Frau Präsidentin! Geschätzte Frau Ministerin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Herr Kollege Westenthaler, ich bin froh darüber, dass wir in einem Rechtsstaat leben, in dem unabhängige Richter aufgrund der Gesetzeslage darüber entscheiden, ob ein Mensch bei uns Asyl gewährt bekommt oder nicht. Das möchte ich einmal voranstellen. (Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt kein Asyl! Es gibt die Drittstaatenregelung! Rechtsstaatlich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Weil die Mehrheit ist Asylmissbrauch!
Ich bin auch stolz darauf, Herr Kollege Westenthaler, dass in Österreich Menschen Schutz erhalten, wenn sie Schutz brauchen, auch wieder aufgrund von Gesetzeslagen Asyl erhalten, wenn sie tatsächlich Schutz brauchen. Ich denke, es ist gut, dass es in Österreich diese Gesetze gibt. Darum verstehe ich nicht ganz, warum Sie immer von Asylmissbrauch sprechen (Abg. Ing. Westenthaler: Weil die Mehrheit ist Asylmissbrauch!), denn es wird ja geprüft. Wenn jemand Schutz braucht, dann erhält er auch Asyl.
Abg. Ing. Westenthaler: Wissen Sie, wie viel ein Mindestpensionist zum Leben hat pro Tag?!
Die Erhöhung, von der jetzt vom Kollegen Herbert und von Ihnen, Herr Kollege Westenthaler, gesprochen wurde, beträgt bei organisierten Unterkünften genau 2 €, das heißt, diesen Betrag erhalten Organisationen, die Asylwerberinnen und Asylwerber betreuen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wissen Sie, wie viel ein Mindestpensionist zum Leben hat pro Tag?!) 2 € sind das, das ist wirklich kein riesengroßer Betrag, möchte ich einmal sagen, Herr Kollege Westenthaler. Ich denke, wir müssen auch dafür sorgen, dass Menschen bei uns menschenwürdig untergebracht sind. Und dafür braucht es einfach auch ein Budget, und dieses Budget ist seit 2004 nicht erhöht worden. Auch das sollte man den Menschen zu Hause sagen. (Beifall bei SPÖ und Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Weil Sie gar nicht wissen, wie ein Mindestpensionist heutzutage lebt! Der hat das ganze Leben gearbeitet!
An die Adresse der Kolleginnen und Kollegen von FPÖ und BZÖ: Sie versuchen mit einer Neiddebatte, immer wieder ganz bewusst Pensionistinnen und Pensionisten – Menschen, die vielleicht Mindestpensionisten oder Mindestpensionistinnen sind – gegen Asylsuchende aufzubringen. Mit so einer Politik löst man kein einziges Problem. (Abg. Ing. Westenthaler: Weil Sie gar nicht wissen, wie ein Mindestpensionist heutzutage lebt! Der hat das ganze Leben gearbeitet!)
Beifall bei Grünen und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: So ein Blödsinn! So ein Schwachsinn!
Hätten Ihre Parteien und Ihre Kollegen die Hypo Alpe-Adria nicht finanziell in den Abgrund geführt, hätten auch unsere Mindestpensionisten und Mindestpensionistinnen etwas mehr Mittel zur Verfügung gestellt bekommen. (Beifall bei Grünen und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: So ein Blödsinn! So ein Schwachsinn!) Und dass Sie versuchen, diese Leute jetzt gegen andere Bedürftige aufzuhetzen, ist dieses Landes wirklich nicht würdig und ist eine beschämende Politik! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Neubauer: Beschämend ist, dass Sie ! Das ist beschämend!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber zu wenig! Noch mehr!
Das Positive zuerst: Es ist gut, dass die Grundversorgungstagsätze, die ja, wie schon von meiner Vorrednerin gesagt, seit 2004 nicht erhöht wurden, nun etwas erhöht werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber zu wenig! Noch mehr!) Tatsache ist leider, dass das nicht einmal eine Inflationsabgeltung, Inflationsanpassung ist, denn Tatsache ist auch, dass seit dem Jahr 2004 eine Abwertung von 21,5 Prozent stattgefunden hat. Das bedeutet, selbst mit dieser Erhöhung wird es leider nicht möglich sein, eine gute Unterbringung von Leuten zu gewährleisten, die übrigens ein faktisches Arbeitsverbot haben und sich nicht selber versorgen dürfen – das dürfen wir auch nicht vergessen (Abg. Ing. Westenthaler: Das kann man diskutieren!), sie werden also vom Staat abhängig gemacht, sie dürfen sich gar nicht selber versorgen –, damit diese Menschen eben menschengerecht untergebracht werden können.
Abg. Ing. Westenthaler: Das kann man diskutieren!
Das Positive zuerst: Es ist gut, dass die Grundversorgungstagsätze, die ja, wie schon von meiner Vorrednerin gesagt, seit 2004 nicht erhöht wurden, nun etwas erhöht werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber zu wenig! Noch mehr!) Tatsache ist leider, dass das nicht einmal eine Inflationsabgeltung, Inflationsanpassung ist, denn Tatsache ist auch, dass seit dem Jahr 2004 eine Abwertung von 21,5 Prozent stattgefunden hat. Das bedeutet, selbst mit dieser Erhöhung wird es leider nicht möglich sein, eine gute Unterbringung von Leuten zu gewährleisten, die übrigens ein faktisches Arbeitsverbot haben und sich nicht selber versorgen dürfen – das dürfen wir auch nicht vergessen (Abg. Ing. Westenthaler: Das kann man diskutieren!), sie werden also vom Staat abhängig gemacht, sie dürfen sich gar nicht selber versorgen –, damit diese Menschen eben menschengerecht untergebracht werden können.
Sitzung Nr. 185
Abg. Ing. Westenthaler: Gibt es in der Geschäftsordnung eine Verwarnung? Ist das eine „Gelbe Karte“?
„Verlogene Diskussion“ – ich verwarne Sie, Herr Abgeordneter Wittmann, in dieser Frage! Es ist das hier kein unmittelbarer Vorwurf gewesen, aber ich ersuche dringend, derartige Ausdrücke zu unterlassen. (Abg. Ing. Westenthaler: Gibt es in der Geschäftsordnung eine Verwarnung? Ist das eine „Gelbe Karte“?)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie können ja noch einmal eine Ermahnung aussprechen!
Herr Klubobmann, gewisse Spielregeln sollten eingehalten werden. (Abg. Strache: Das war aber jetzt beim Klubobmann Kopf genauso!) – Ja, aber ich bitte, sich rechtzeitig zu Wort zu melden, noch bevor ich „Die Debatte ist geschlossen“ gesagt habe. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie können ja noch einmal eine Ermahnung aussprechen!)
Sitzung Nr. 187
Zwischenrufe bei den Grünen sowie des Abg. Ing. Westenthaler.
Erinnern wir uns daran, wie das auf Bundesebene war: Mehr als sechs Monate hat es gedauert, um überhaupt festzustellen, wie die Lage ist – mehr als sechs Monate auf Bundesebene, in Salzburg wenige Wochen! (Zwischenrufe bei den Grünen sowie des Abg. Ing. Westenthaler.)
Heiterkeit. – Abg. Mag. Schatz: „Auf den Fernsehschirmen“? – Abg. Ing. Westenthaler: Der ist ein Wahnsinn!
Abgeordneter Gabriel Obernosterer (ÖVP): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine Damen und Herren auf der Galerie und zu Hause auf den Fernsehschirmen! (Heiterkeit. – Abg. Mag. Schatz: „Auf den Fernsehschirmen“? – Abg. Ing. Westenthaler: Der ist ein Wahnsinn!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der große Europäer!
Als Erster zu Wort gemeldet ist Herr Klubobmann Dr. Cap. (Abg. Ing. Westenthaler: Der große Europäer!) Die Redezeit beträgt 10 Minuten. – Bitte.
Heiterkeit bei ÖVP und FPÖ – Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen brauchen wir Staatszielbestimmungen!
Nur zur Erinnerung: Herr Abgeordneter Seeber hat noch vor wenigen Tagen gesagt, die ÖVP wird dieser Richtlinie nicht zustimmen, weil sie keinen Änderungsbedarf sieht. Mitterlehner sagt heute, dass die geplante EU-Richtlinie für Dienstleistungskonzessionen keinen Privatisierungszwang für die Wasserversorgung vorsieht“ (Abg. Dr. Bartenstein: So ist das!), und dann: „Das Thema wird in Österreich nach wie vor überdramatisiert.“ – Ja wenn es überdramatisiert wird, dann frage ich mich, ob Abgeordneter Seeber, der nach wie vor Mitglied der ÖVP ist – die Dinge ändern sich bei euch oft über Nacht (Heiterkeit bei ÖVP und FPÖ – Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen brauchen wir Staatszielbestimmungen!), deshalb möchte ich das wissen –, ob er noch Abgeordneter ist. Bei mir gibt es keine Gefahr, ein Josef Bucher hält, was er verspricht, und bleibt das, was er ist. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Nein, das steht nicht drinnen! – Abg. Bucher: Faymann hat die Welt gerettet!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Hohes Haus! Frau Präsidentin! Vielleicht zu den letzten Worten, die der Bundeskanzler gesagt hat, sei dem Klubobmann Bucher noch nachgereicht: Sie werden ja sicherlich Tag für Tag das „Handelsblatt“ lesen. Da sehen Sie bestätigt, dass durch die erfolgreiche Konsolidierungspolitik, unter anderem auch der österreichischen Bundesregierung unter der Führung des Bundeskanzlers, Folgendes eingetreten ist (Abg. Ing. Westenthaler: Nein, das steht nicht drinnen! – Abg. Bucher: Faymann hat die Welt gerettet!): Auf den Anleihemärkten können Italien und Spanien wieder zu einem vernünftigen Zins ihre Anleihen aufnehmen, Milliarden fließen wieder in die griechischen Banken, und das Verhältnis zwischen Euro und Dollar ist stabiler und besser geworden. (Abg. Bucher: Hervorragend, hervorragend! Ihr seid ja nur für die Banken!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein guter Zwischenruf, oder?
Mit der Errichtung des Forensischen Zentrums in Asten als justizeigene Anstalt wurde dieser Entwicklung gegengesteuert. Es wurden damit Kosten gesenkt. In diesem Punkt hat das Ministerium (Abg. Neubauer: Jetzt weiß er nicht einmal, was er sagen soll!) in seinem Zuständigkeitsbereich eine kostengünstigere Behandlung geschaffen – auch wenn Sie es nicht wahrhaben wollen, geschätzte Kollegen von der FPÖ, und immer mit Zwischenrufen irgendetwas aus dem Konzept bringen lassen wollen (Abg. Neubauer: Lassen Sie den Zettel weg! Dann wird sich zeigen, ob Sie auch etwas zu sagen haben!), was nicht gelingen wird! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein guter Zwischenruf, oder?)
Sitzung Nr. 188
Zwischenrufe bei SPÖ, FPÖ und BZÖ, darunter Abg. Ing. Westenthaler: Könnt’s euch die ganze direkte Demokratie an den Hut stecken!
Ich bitte jene Damen und Herren, die für die Durchführung einer Debatte sind, um ein Zeichen. – Das ist die Minderheit. Somit nicht angenommen. (Zwischenrufe bei SPÖ, FPÖ und BZÖ, darunter Abg. Ing. Westenthaler: Könnt’s euch die ganze direkte Demokratie an den Hut stecken!)
Sitzung Nr. 190
Abg. Ing. Westenthaler: Vom Regierungspartner vor allem!
Wir haben den Anteil am Europäischen Bruttoinlandsprodukt, den wir gemeinsam investieren, insgesamt nicht erhöht, sondern sogar geringfügig gesenkt. Das heißt, die Finanzmittel sind, gemessen an der Wirtschaftsleistung in Europa, nicht mehr geworden, sondern im Wesentlichen gleich geblieben. Daher: ein sparsamer Abschluss, der eben deshalb, weil es ein sparsamer Abschluss ist, von vielen Abgeordneten des Europäischen Parlaments kritisiert wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Vom Regierungspartner vor allem!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wissen wir, warum Moody’s abgestuft wurde!
ein bisschen mehr als die Skandalisierungsversuche der Opposition, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wissen wir, warum Moody’s abgestuft wurde!)
Sitzung Nr. 191
Ruf – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Maier –: Wieder eine neue Frisur? – Abg. Ing. Westenthaler: Der ehemalige Konsumentensprecher!
Als Erster gelangt Herr Abgeordneter Mag. Maier zu Wort. – Bitte. (Ruf – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Maier –: Wieder eine neue Frisur? – Abg. Ing. Westenthaler: Der ehemalige Konsumentensprecher!)
Der Redner übergibt Bundesminister Stöger ein Schaukelpferd. – Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Stell es gleich auf den Sitz vom Bundeskanzler, das Pferd! Da gehört es auch hin! Das Schaukelpferd ist der neue Bundeskanzler!
Daher habe ich Ihnen heute ein Schaukelpferd mitgebracht – ich bin eigentlich gegen solche bildliche Sprachen –, das soll jedoch symbolisieren, dass nicht das Pferd das Problem ist, sondern die Verschaukelei, die Sie seit Jahren mit den österreichischen Konsumenten durchführen. (Der Redner übergibt Bundesminister Stöger ein Schaukelpferd. – Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Stell es gleich auf den Sitz vom Bundeskanzler, das Pferd! Da gehört es auch hin! Das Schaukelpferd ist der neue Bundeskanzler!)
Abg. Ing. Westenthaler: Völlig ungerecht! – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Warum eigentlich?
Ich kann es Ihnen an noch einer Zahl verdeutlichen: 3 Prozent der PendlerInnen liegen bei einem Jahreseinkommen von über 100 000 €. Und diese 3 Prozent bekommen 30 Millionen € von Ihnen geschenkt, zurück als Werbungskosten, als Freibeträge, steuerlich absetzbar. (Abg. Ing. Westenthaler: Völlig ungerecht! – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Warum eigentlich?)
Abg. Ing. Westenthaler: Kriegen das alle? – Abg. Dr. Walser: Davon kann man gerade einmal volltanken!
Erstens, den Pendlereuro: Der Pendlereuro ist ein kilometerabhängiger Unterstützungsbeitrag, der jetzt gewährt wird. Das heißt, wenn jemand zum Beispiel eine Entfernung von 30 Kilometern von zu Hause zum Arbeitsplatz hat, dann bekommt er zukünftig 60 € pro Jahr zusätzlich ausbezahlt. (Abg. Ing. Westenthaler: Kriegen das alle? – Abg. Dr. Walser: Davon kann man gerade einmal volltanken!) Eine langjährige Forderung, die auch der ÖAAB immer gestellt hat, wird heute mit diesem Gesetz umgesetzt.
Abg. Ing. Westenthaler: ... gute und böse Steuer! Wir haben da eine andere Sichtweise!
Sehr geehrte Damen und Herren! Die Reform bringt wesentliche soziale und ökologische Fortschritte. Wenn gerade Sie vom BZÖ immer herkommen, sich aufregen und aufregen, dann müssen Sie schon auch ein bisschen Wertigkeiten reinbringen. (Abg. Ing. Westenthaler: ... gute und böse Steuer! Wir haben da eine andere Sichtweise!) Wenn Sie sich in Resteuropa umschauen, bei unseren Nachbarn umschauen, wo jetzt auch gerade niedrige Einkommensbezieherinnen und ‑bezieher von Kürzungen betroffen sind, schaffen wir unter anderem mit dieser Reform eine gerechte steuerliche Förderung der Kleinverdienerinnen und Kleinverdiener. Das ist auch einmal anzuerkennen!
Abg. Ing. Westenthaler: Und deswegen stimmt ihr zu?
Daher sehe ich es durchaus ein oder verstehe ich es, dass die Regierung da Handlungsbedarf gehabt hat. Aber es ist, wie bereits erwähnt, viel zu spät, es ist kompliziert (Abg. Ing. Westenthaler: Und deswegen stimmt ihr zu?), und wie Frau Bundesminister Fekter selbst im Ausschuss gesagt hat: Es ist komplexer geworden.
Abg. Ing. Westenthaler: Wieso stimmt ihr zu? Wieso macht ihr die Räuberleiter?
Lieber Kollege Westenthaler! Mach dir Sorgen um das BZÖ, aber sicherlich nicht um die FPÖ. (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso stimmt ihr zu? Wieso macht ihr die Räuberleiter?) Ich glaube, dass wir in einem Jahr sicher besser dastehen als ihr. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das werden wir ja am Sonntag sehen, wie es ausgeht! In Kärnten vor allem!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das werden wir ja am Sonntag sehen, wie es ausgeht! In Kärnten vor allem!
Lieber Kollege Westenthaler! Mach dir Sorgen um das BZÖ, aber sicherlich nicht um die FPÖ. (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso stimmt ihr zu? Wieso macht ihr die Räuberleiter?) Ich glaube, dass wir in einem Jahr sicher besser dastehen als ihr. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das werden wir ja am Sonntag sehen, wie es ausgeht! In Kärnten vor allem!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr stimmt der Blendgranate zu!
Aber – und jetzt, lieber Kollege Westenthaler, komme ich darauf zurück. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr stimmt der Blendgranate zu!) – wir sagen: Es ist eine schlechte Reform immer noch besser als gar keine Reform! Und dass die Leute ein bisschen Geld mehr bekommen, ist besser, als würden sie gar nichts bekommen. (Beifall bei der FPÖ.) Das ist der Grund, warum wir letzten Endes auch zustimmen werden. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Aber – und jetzt, lieber Kollege Westenthaler, komme ich darauf zurück. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr stimmt der Blendgranate zu!) – wir sagen: Es ist eine schlechte Reform immer noch besser als gar keine Reform! Und dass die Leute ein bisschen Geld mehr bekommen, ist besser, als würden sie gar nichts bekommen. (Beifall bei der FPÖ.) Das ist der Grund, warum wir letzten Endes auch zustimmen werden. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen erhöhen Sie die Mineralölsteuer für alle gleich!
nehmerinnen und Arbeitnehmer von ihrer enormen Steuerlast gemäß ihrer Steuerlast entlastet (Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen erhöhen Sie die Mineralölsteuer für alle gleich!), und das haben wir getan. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind auch noch überzeugt davon, dass das gerecht ist!
Wenn jemand mehr verdient, zahlt er überproportional sofort durch die Progression mehr Steuern. (Abg. Mag. Kogler: Jetzt geben Sie es auch noch zu!) Da ist es, Herr Westenthaler, gerechtfertigt, dass auch der Mittelstand (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind auch noch überzeugt davon, dass das gerecht ist!) von dieser Steuerentlastung profitiert. Ich bekenne mich dazu, dass die Leistungsträger, die uns die Steuern abliefern, damit wir überhaupt so etwas gestalten können (Zwischenrufe bei Grünen und BZÖ), dass dieser Mittelstand, der diese Steuerlast trägt, auch entsprechend entlastet wird. Das ist gerechtfertigt! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Kostet für den das Benzin mehr, der mehr Geld hat?)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Ing. Westenthaler.
Und wenn man jetzt ein bisserl herumtut und sagt: Naja, wir machen einen höheren Pendlerzuschlag und gestalten den Pendlereuro als Absetzbetrag aus!, dann korrigieren wir zwar ein bisschen in die Gegenrichtung, beseitigen aber deshalb noch lange nicht die soziale Ungerechtigkeit, machen aber das System extrem kompliziert. Aus der Sicht der Verwaltungsreform heraus ist das ein Schritt in die falsche Richtung. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Was habe ich denn gesagt?
Herr Kollege Westenthaler hat sich gerade verabschiedet. Ich möchte nur eine Unklarheit beseitigen, von der er gesprochen hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Was habe ich denn gesagt?) Er hat gemeint, der Pendler-Euro sei gedeckelt, sei ein Absetzbetrag und man bekäme nur das zurück, was man gerade an Steuerpflicht hat. – Ich habe so einen Blödsinn, wie ihn mit dieser Aussage Herr Kollege Westenthaler heute geboten hat, in meiner ganzen zehnjährigen Laufbahn noch nicht gehört. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Sie sprechen immer davon, für die Teilzeitkräfte und die Minderverdiener hätten wir nichts gemacht. Also wenn es nichts ist, wenn jemand keine Lohnsteuer bezahlt, wenn sein Nettoeinkommen 11 000 € nicht übersteigt, und wenn er im Jahr 400 € an Negativsteuern zurückbekommt – 150 € mehr als jetzt –, dann weiß ich nicht, Herr Westenthaler, wie Sie darauf kommen. Bitte erkundigen Sie sich einmal! Sie können gerne zu mir kommen, ich erkläre Ihnen, was der Unterschied zwischen einem Absetzbetrag und einem Freibetrag ist. Sie wissen es offensichtlich nicht! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Frau Finanzminister versteht nicht einmal die Deckelung!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Silhavy. 4 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Frau Finanzminister versteht nicht einmal die Deckelung!)
Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter. – Abg. Ing. Westenthaler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Die Frau Finanzministerin stöhnt schon, wenn ich ans Rednerpult komme, und sagt, das ist schon die dritte Wortmeldung!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Zweite Wortmeldung: Herr Abgeordneter Ing. Westenthaler. 6 Minuten Redezeit. – Bitte. (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter. – Abg. Ing. Westenthaler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Die Frau Finanzministerin stöhnt schon, wenn ich ans Rednerpult komme, und sagt, das ist schon die dritte Wortmeldung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Unerhört!
Sehr geehrte Damen und Herren! Und sein Schirmherr, der Herr Landeshauptmann, hat sich gar zu der Aussage verstiegen: „Manche Herren im Glaspalast am Donaukanal sind offensichtlich zu wenig qualifiziert ().“ (Abg. Ing. Westenthaler: Unerhört!) Das ist nicht nur uneinsichtig, das ist überheblich, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Mag. Kogler und Mayerhofer.)
Sitzung Nr. 193
Abg. Silhavy – in Richtung des Abg. Scheibner –: Sie haben recht gehabt, es war die letzte Aktuelle Stunde! – Abg. Grosz: Rede umschreiben, Sie haben eh genug Zeit! – Abg. Ing. Westenthaler: Vorher denken, dann sprechen!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Dr. Matznetter. – Bitte. (Abg. Silhavy – in Richtung des Abg. Scheibner –: Sie haben recht gehabt, es war die letzte Aktuelle Stunde! – Abg. Grosz: Rede umschreiben, Sie haben eh genug Zeit! – Abg. Ing. Westenthaler: Vorher denken, dann sprechen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Na net! – Abg. Grosz: Ein ganz schlechter Anfang!
Bundeskanzler Werner Faymann: Sehr verehrter Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Mitglieder der Bundesregierung! Sehr verehrte Abgeordnete! Meine Damen und Herren! Zuallererst möchte ich dem Verantwortlichen, der in den letzten Jahren im Bereich (Abg. Ing. Westenthaler: Na net! – Abg. Grosz: Ein ganz schlechter Anfang!) Sie brauchen keine Angst zu haben, Ihnen würde ich ohnehin nicht danken. Also keine Sorge, Sie sind nicht betroffen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Eine „erfolgreiche“ Volksbefragung!
Zuallererst möchte ich mich bedanken bei dem, der im Verteidigungsressort vieles an Reformen – an die 500 Millionen € wurden in Infrastruktur und Baumaßnahmen investiert – durchgeführt hat und darüber hinaus die Vertretung auf europäischer und internationaler Ebene wahrgenommen hat und sich dort einen sehr respektablen Ruf erworben hat, wie unsere Einsätze etwa auf dem Golan – ein aktuelles Thema gerade jetzt – und unsere Friedenseinsätze zeigen, die in der Welt große Beachtung finden. (Abg. Ing. Westenthaler: Eine „erfolgreiche“ Volksbefragung!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Bundeskanzler, Sie haben die Volksbefragung vergessen!
Reihe von Fortschritten aufzuweisen hat, die für unser Land von erheblicher Bedeutung sind, nämlich der Bereich Sport, wo ein Schwerpunkt die Sportförderung ist, bei der es Minister Darabos vor allem um Transparenz ging – es liegt ja das Sportförderungsgesetz dem Parlament vor –, und wo er eine klare Haltung zu Doping einnahm, indem er den Kampf gegen Doping in den Vordergrund stellte. Für diese seine Leistungen und für sein herausragendes Engagement ein herzliches Dankeschön! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Bundeskanzler, Sie haben die Volksbefragung vergessen!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Mag. Darabos weisend –: Wo war denn der Dank an den ? – Abg. Petzner: Der Dank an den ehemaligen Minister! – Abg. Grosz: Und an den Jacky Maier auch!
Das ist, glaube ich, unsere gemeinsame Aufgabe. So sehen wir das auch, wir sind hier eng abgestimmt. Und ich darf damit schließen, noch einmal zu sagen, dass ich mich auf eine gute Zusammenarbeit freue. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Mag. Darabos weisend –: Wo war denn der Dank an den ? – Abg. Petzner: Der Dank an den ehemaligen Minister! – Abg. Grosz: Und an den Jacky Maier auch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Oje!
Sehr geehrte Damen und Herren! In meiner Funktion als Sportminister ist es mir selbstverständlich ein großes Anliegen, auch den österreichischen Sport zu stärken. Mein primäres Ziel ist die Finalisierung des neuen Sportförderungsgesetzes. (Abg. Ing. Westenthaler: Oje!) Hier wurden gute Vorarbeiten geleistet (Abg. Ing. Westenthaler: Ganz schlecht! Ganz schlecht!), das Gesetz liegt ja bereits in Ihren Händen.
Abg. Ing. Westenthaler: Ganz schlecht! Ganz schlecht!
Sehr geehrte Damen und Herren! In meiner Funktion als Sportminister ist es mir selbstverständlich ein großes Anliegen, auch den österreichischen Sport zu stärken. Mein primäres Ziel ist die Finalisierung des neuen Sportförderungsgesetzes. (Abg. Ing. Westenthaler: Oje!) Hier wurden gute Vorarbeiten geleistet (Abg. Ing. Westenthaler: Ganz schlecht! Ganz schlecht!), das Gesetz liegt ja bereits in Ihren Händen.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja gar nicht wahr! Das steht nicht im Gesetz! – Keine Ahnung!
Die Eckpfeiler dieses neuen Gesetzes stehen für mich außer Streit: Es wird künftig mehr Geld für die Fachverbände geben. 50 Prozent der Besonderen Bundes-Sportförderung werden für den Spitzensport verwendet. Es gibt mehr Transparenz und eine zeitgemäße Kontrolle. Und klar ist auch, wir gehen weg von der Gießkannenförderung hin zur konkreten Projektförderung. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja gar nicht wahr! Das steht nicht im Gesetz! – Keine Ahnung!) Denn eines eint uns wohl alle: Wir möchten zukünftig bei den Olympischen Spielen wieder Medaillen gewinnen.
Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie das der Bildungsministerin! Die setzt das nicht um!
Initiative mit voller Kraft, ich will unsere Jugend fitter machen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie das der Bildungsministerin! Die setzt das nicht um!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben nicht ein Wort von dem Gesetz gelesen! Das steht da alles nicht drinnen!
Schritte zu setzen. Mein Appell an Sie wäre auch, dass man beim Sportförderungsgesetz jetzt einmal zu einem Beschluss kommt. Wir sind ja bereit. Der Termin steht. Wir wollen, dass da endlich etwas weitergeht, dass das beschlossen wird. Ich sehe auch keine Gießkanne, sondern dass hier versucht wird, Massensport, Breitensport zu fördern und die Fachverbände zu stärken. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben nicht ein Wort von dem Gesetz gelesen! Das steht da alles nicht drinnen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Frau Bildungsminister will das aber nicht umsetzen!
Abgeordneter Hermann Krist (SPÖ): Herr Präsident! Geschätzte Damen und Herren der Bundesregierung! Hohes Haus! Nicht nur in der Landesverteidigung, sondern auch im Sport wollen wir natürlich immer besser werden. Deshalb gibt es hier ein gemeinsam erarbeitetes neues Anti-Doping-Gesetz, das wir verabschiedet haben. Das haben wir geschafft. Wir haben ein neues Sportförderungsgesetz in Bearbeitung. Es ist auf der Zielgeraden. Wir haben die tägliche Bewegungseinheit im Kindergarten und in den Schulen auf der Agenda und diesbezüglich eine große Übereinstimmung hier im Haus. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Frau Bildungsminister will das aber nicht umsetzen!) Wir sind in sehr guten Gesprächen mit dem Unterrichtsministerium in diese Richtung. Wir haben einen Nationalen Aktionsplan für Bewegung, der in der Umsetzungsphase ist. Wir haben aber auch das Thema Inklusion im Sport zu beachten und die bessere Unterstützung der zuständigen Fachverbände zu sichern.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist im Burgenland auch so!
Es gibt übrigens einen Unterschied: Bei der Wahl auf Regionalebene kann man ankreuzen, in Niederösterreich – übrigens auch ein Schmäh von Pröll – konnte man ankreuzen, weil das geht auch viel leichter. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist im Burgenland auch so!) Bei der anderen Wahl muss man den Namen hinschreiben. Wissen Sie, was in etwa den Unterschied zwischen Hinschreiben und Ankreuzen bei der Frage ausmacht, wie viele Vorzugsstimmen man bekommt? Ich kann Ihnen ein Beispiel nennen: Madeleine Petrovic hat 2003 in Niederösterreich bei der Landtags-
Abg. Ing. Westenthaler: Steht aber jetzt nicht drin!
Das Zweite ist die Neubehandlung der Volksbegehren (Zwischenruf des Abg. Öllinger), dass nämlich durch eine viel differenziertere Behandlung – erste Lesung, die Einbringer können hier reden, eigener Ausschuss – ein ganz anderer Druck in der Öffentlichkeit entsteht. Auch das ist, glaube ich, ein Punkt, den man positiv hervorheben sollte; und auch da verstehe ich nicht, warum man darauf nicht positiv eingeht. (Abg. Ing. Westenthaler: Steht aber jetzt nicht drin!)
Abg. Ing. Westenthaler: Lang ist’s her!
Zum Zweiten, nämlich den 7 Prozent auf Landesebene, gebe ich zu, das ist eine Absenkung. Ich habe damals mehr gebraucht, als meine Vorzugsstimmenkampagne war. Ich bin damals mit 62 457 vorgereiht worden (Abg. Ing. Westenthaler: Lang ist’s her!), nämlich vom, glaube ich, 43. Platz auf den 1. Platz. Damals betrug die Wahlzahl, glaube ich, 26 000 oder 27 000, das hat ungefähr 2 500 Vorzugsstimmen entsprochen, und den Namen musste man hineinschreiben, und es ist gegangen. (Zwischenruf des Abg. Brosz.)
Abg. Ing. Westenthaler: Zur Geschäftsordnung: Wo ist denn die Frau Ministerin? – Abg. Scheibner: Unterbrechung, bitte!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Ich erteile Herrn Klubobmann Bucher als erstem Fragesteller zur Begründung der Anfrage das Wort. Diese Begründung darf 20 Minuten nicht überschreiten. (Abg. Ing. Westenthaler: Zur Geschäftsordnung: Wo ist denn die Frau Ministerin? – Abg. Scheibner: Unterbrechung, bitte!) Die Frau Ministerin wird hoffentlich gleich eintreffen. Können wir das erfahren? (Abg. Dr. Moser: Bitte fragen Sie in der Cafeteria! – Bundesministerin Dr. Fekter betritt denn Sitzungssaal und nimmt auf der Regierungsbank Platz.) – Sie ist hier.
Abg. Ing. Westenthaler: Liebe Sparer!
Bundesministerin für Finanzen Mag. Dr. Maria Theresia Fekter: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen und Kollegen auf der Regierungsbank! Sehr geehrte Zuseherinnen und Zuseher! Hohes Haus! (Abg. Ing. Westenthaler: Liebe Sparer!) Diese Panikmache, die Herr Bucher gerade versucht, ist nicht gerechtfertigt. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie machen Panik!) Wir stehen in Österreich unvergleichlich besser, stabiler und ordentlich aufgestellt da. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie machen Panik!
Bundesministerin für Finanzen Mag. Dr. Maria Theresia Fekter: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen und Kollegen auf der Regierungsbank! Sehr geehrte Zuseherinnen und Zuseher! Hohes Haus! (Abg. Ing. Westenthaler: Liebe Sparer!) Diese Panikmache, die Herr Bucher gerade versucht, ist nicht gerechtfertigt. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie machen Panik!) Wir stehen in Österreich unvergleichlich besser, stabiler und ordentlich aufgestellt da. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Für die Stabilität des Finanzmarktes leisten die Banken auch entsprechende Beiträge, sei es konkret über Dividenden oder Haftungsentgelte, aber auch über die Stabilitätsabgabe für die Banken. Ich sehe daher keine Notwendigkeit, eine neue Abgabe für Sparer einzuführen. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Ich werde demnach weder eine einfachgesetzliche noch eine verfassungsgesetzliche Initiative für Abgaben auf Sparguthaben einführen. (Abg. Petzner: Das war gar nicht die Frage!)
Abg. Ing. Westenthaler: Keine Garantie! – Abg. Bucher: Kein Schutz!
Der Schutz der Sparer in Österreich ist über ein stabiles Finanzsystem, das wirksam von der Finanzmarktaufsicht und der Oesterreichischen Nationalbank beaufsichtigt wird, gegeben. (Abg. Ing. Westenthaler: Keine Garantie! – Abg. Bucher: Kein Schutz!) Zudem verfügen wir über ein Einlagensicherungssystem, das den EU-rechtlichen Vorgaben der Sicherungspflicht von 100 000 € pro Bank und Kunde entspricht. (Abg. Ing. Westenthaler: „Nicht notwendig“ heißt, wenn es notwendig ist, dann machen wir es!)
Abg. Ing. Westenthaler: „Nicht notwendig“ heißt, wenn es notwendig ist, dann machen wir es!
Der Schutz der Sparer in Österreich ist über ein stabiles Finanzsystem, das wirksam von der Finanzmarktaufsicht und der Oesterreichischen Nationalbank beaufsichtigt wird, gegeben. (Abg. Ing. Westenthaler: Keine Garantie! – Abg. Bucher: Kein Schutz!) Zudem verfügen wir über ein Einlagensicherungssystem, das den EU-rechtlichen Vorgaben der Sicherungspflicht von 100 000 € pro Bank und Kunde entspricht. (Abg. Ing. Westenthaler: „Nicht notwendig“ heißt, wenn es notwendig ist, dann machen wir es!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist, wenn es notwendig wird?
Und die Möglichkeit hätten wir Ihnen mit der Frage 9 hier gegeben: eine Garantie. – Sie aber haben darauf nur gesagt – wörtlich –, Sie halten eine derartige Sonderabgabe nicht für notwendig. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist, wenn es notwendig wird?) – Ja, was ist das für eine Garantie? Jetzt halten Sie sie nicht für notwendig, später vielleicht doch? (Abg. Bucher: Das kann in zwei Wochen anders sein!) Ein künftiger Finanzminister sieht das vielleicht anders? – Ja, das ist doch keine Garantie!
Abg. Ing. Westenthaler: Kein Geld kommt aus dem Bankomat, Frau Minister!
Das stimmt schon, der Verdacht, dass man gesagt hat, das probieren wir jetzt einmal dort aus: Was passiert in einem Land, wenn einmal eine Woche lang die Banken zusperren? Was passiert dort? (Abg. Ing. Westenthaler: Kein Geld kommt aus dem Bankomat, Frau Minister!) Was passiert, wenn die Bankomaten kein Geld mehr herausgeben? Wenn man die Leute vor dem Fernsehschirm informiert und sagt, 10 Prozent von eurem Kapital sind jetzt weg?
Abg. Ing. Westenthaler: So hoch wärst du gesprungen, übers Rednerpult wärst du gesprungen, wenn du nicht in der Regierung wärst!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Es ist doch immer die gleiche Masche, mit der die BZÖ da aufmarschiert. (Rufe beim BZÖ: Das BZÖ!) – Das BZÖ; sächlich ist eh besser. In Wirklichkeit ist die Botschaft: Fürchtet euch, fürchtet euch, aber wenn wir mehr zu sagen haben, dann braucht ihr euch nicht mehr zu fürchten, denn wir sind diejenigen, die euch in Wirklichkeit schützen. (Abg. Ing. Westenthaler: So hoch wärst du gesprungen, übers Rednerpult wärst du gesprungen, wenn du nicht in der Regierung wärst!)
Abg. Petzner: Und die kleinen Sparer? – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit den kleinen Sparern? – Abg. Petzner: Die kleinen Sparer sind euch wurscht!
Ich bin daher der Meinung, dass man mit denen ganz schön zügig umgehen muss, und ich finde, dass es auch richtig ist, darüber nachzudenken ... (Abg. Petzner: Und die kleinen Sparer? – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit den kleinen Sparern? – Abg. Petzner: Die kleinen Sparer sind euch wurscht!) – Was haben Sie mit Zypern am Hut, Herr Petzner? Hebt einmal die Hand! Wer vom BZÖ hat auch irgendeine Niederlas-
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt dafür die Stiftungen in der Steiermark!
sung in Zypern? Vielleicht ist das eh so! Ich habe noch nie erlebt, dass ihr euch so aufgeregt habt wie jetzt bei Zypern. Das ist ja etwas ganz Neues. Es wird ja wohl nicht bloß der Urlaub sein, den ihr vielleicht dort verbringt. – Aber gut. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt dafür die Stiftungen in der Steiermark!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der hat es notwendig!
Zweitens: Meine Damen und Herren, obwohl die Lage dramatisch ist und obwohl die Pleite Zyperns im Raum steht – mit den Worten der Frau Finanzministerin heute im „Morgenjournal“: ein schreckliches Szenario; Wortspende von Gouverneur Nowotny in der „ZIB 2“ gestern: eine Pleite sei ein Experiment, das er nicht haben möchte (Abg. Ing. Westenthaler: Der hat es notwendig!) –, obwohl das so ist, ist die zweite Feststellung, dass davon überhaupt keine Gefahr für die Euro-Zone ausgeht, meine Damen und Herren, und zwar aus mehreren Gründen.
Abg. Ing. Westenthaler: Echt?
Eines muss ich aber schon sagen, Herr Kollege Bucher, da Sie einen Misstrauensantrag gegen Frau Bundesminister Maria Fekter angekündigt haben: Mehr an Absurdität habe ich in diesem Haus in 30 Jahren nicht erlebt. (Abg. Ing. Westenthaler: Echt?) Was sind die Fakten? – Da gibt es in Brüssel eine Sitzung, da bieten die Europäische Union und deren Finanzminister der zypriotischen Regierung Hilfe an. Die zypriotische Regierung sagt, jawohl, das nehmen wir. Und dann wird die zypriotische Regierung vom eigenen Parlament in Zypern nicht entsprechend unterstützt. (Abg. Dr. Graf: Keine Stimme!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Die EU hofft, dass sie das durchsetzt?
Also die zypriotische Regierung hat keine Rückendeckung des zypriotischen Parlaments, und deshalb soll unsere Finanzministerin zurücktreten? Das ist ja, bitte, völlig absurd! Völlig absurd! So etwas habe ich in 33 Jahren Parlament noch nie erlebt, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Die EU hofft, dass sie das durchsetzt?)
Abg. Ing. Westenthaler: Da war sie nicht dabei? Da war die Frau Finanzministerin Fekter nicht dabei?
Natürlich war es politisch unklug, die kleinen Sparer nicht herauszunehmen, das ist gar keine Frage. (Abg. Ing. Westenthaler: Da war sie nicht dabei? Da war die Frau Finanzministerin Fekter nicht dabei?) Aber andererseits kann ich doch nicht unseren Steuerzahlern zumuten, einem Land zu helfen, in dem ungefähr 40 Milliarden an Geldern von Russen, Ukrainern und Briten liegen, einem Land zu helfen, in dem für entsprechende Einlagen jahrelang dreimal so hohe Zinsen kassiert worden sind, als unsere kleinen Sparer kassieren, einem Land zu helfen, das 10 Prozent Körperschaftsteuer hat, während unsere Betriebe 25 Prozent zahlen, einem Land zu helfen, das eine Kapitalertragsteuer von 5 Prozent hat, während wir 25 Prozent haben. (Abg. Bucher: In Griechenland war es nicht anders! Griechenland ist dasselbe!)
Abg. Ing. Westenthaler – auf die Bundesministerinnen Dr. Fekter und Dr. Karl weisend, die miteinander sprechen –: Können die nicht ins Landtmann gehen, Herr Präsident?! Unterhalten sich !
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Herr Präsident! Die Finanzministerin hat das, was da in den letzten Tagen passiert ist, mit einem, wie ich glaube, sehr guten Schlagwort betitelt, nämlich mit „Politikversagen“. – Natürlich ist das, was in den letzten Tagen passiert ist, nichts anderes als Politikversagen. (Abg. Ing. Westenthaler – auf die Bundesministerinnen Dr. Fekter und Dr. Karl weisend, die miteinander sprechen –: Können die nicht ins Landtmann gehen, Herr Präsident?! Unterhalten sich !)
Abg. Ing. Westenthaler: Das war ja auch nicht richtig angewandt!
Zum Herrn Kollegen Westenthaler, der das e-Voting kurz erwähnt hat: Ich trete diesem Vorschlag eher nicht bei, denn wir haben gesehen, was das e-Voting bei den ÖH-Wahlen ausgelöst hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Das war ja auch nicht richtig angewandt!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Kollege Vilimsky, es sei mir gestattet, als Erstes eine Anmerkung zu machen. Ich habe das schon gesagt, als wir das Bundesamt für Fremdenrecht und Asyl beschlossen haben: Verwaltungsreformatorisch war das ein Meilenstein, darin waren wir alle uns einig. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) – Lieber Kollege Westenthaler, wenn es nichts ist, über hundert Behörden auf eine zu reduzieren, dann frage ich mich.
Abg. Ing. Westenthaler: Für die Menschheit!
Ja, es ist ein kleiner Schritt für dieses Parlament, aber es ist ein großer Schritt (Abg. Ing. Westenthaler: Für die Menschheit!) gegen die Steuerhinterzieher. Und hoffen wir, dass die Personen mit Stiftungen in Liechtenstein, die „Silverland“ und sonstige Bezeichnungen haben, gezwungen werden, wenigstens etwas abzuführen. Wir haben auch diesbezüglich im Untersuchungsausschuss einiges mit großem Erstaunen kennengelernt.
Abg. Brosz: Dass das Wort ein Ordnungsruf ist, ist ohnehin ...! – Abg. Grosz: „Scheinheilig“ ist ein Ordnungsruf? „Heuchelei“ auch? – Abg. Ing. Westenthaler: Das sollte man einmal anpassen! – Abg. Grosz: Das sollte man einmal ausmustern! Das kann aber ich für Sie machen, Frau Präsidentin! Ich bin da Experte!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Mag. Kogler, ich habe schon mitverfolgt, wie oft dieses Wort in der letzten Stunde gefallen ist. Sie machen es sehr geschickt, indem sie die Scheinheiligkeit nicht unmittelbar Personen unterstellen, und deswegen habe ich auch von Ordnungsrufen abgesehen – nur um das auch klarzustellen, weil Sie mich jetzt direkt aufgefordert haben. (Abg. Brosz: Dass das Wort ein Ordnungsruf ist, ist ohnehin ...! – Abg. Grosz: „Scheinheilig“ ist ein Ordnungsruf? „Heuchelei“ auch? – Abg. Ing. Westenthaler: Das sollte man einmal anpassen! – Abg. Grosz: Das sollte man einmal ausmustern! Das kann aber ich für Sie machen, Frau Präsidentin! Ich bin da Experte!)
Abg. Huber: Ist das ein Tiroler? – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt Experten? Hört, hört!
Dann ist Folgendes geschehen, wovon ich erst heute erfahren habe: Der ORF wollte mit dem Experten der Sozialdemokratie ein Interview machen. (Abg. Huber: Ist das ein Tiroler? – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt Experten? Hört, hört!) Der Experte der Sozialdemokratie ist Mitarbeiter des ... (Abg. Grosz: Das ist ein Widerspruch! „Sozialdemokratie“ und „Experte“, das ist ein Widerspruch!) – Geh komm, schau lieber, dass du das nächste Mal noch herinnen bist, und sei ruhig! (Abg. Grosz: Ich bemühe mich!)
Sitzung Nr. 196
Beifall bei BZÖ, FPÖ, Grünen und Team Stronach. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wollen schon drei Parteien eine Unterbrechung, jetzt müssen Sie unterbrechen!
Wir unterstützen das Anliegen der Sitzungsunterbrechung, appellieren aber auch an Sie, in Zukunft dafür Sorge zu tragen, dass die Abgeordneten dieses Hauses ihrer Aufgabe nachkommen können. Die Aufgabe von uns gewählten Parlamentariern ist es, die Regierung zu kontrollieren, vor allem dann, wenn der Korruptions- und Malversationsverdacht so erhärtet wurde, wie das heute einmal mehr der Fall ist, auch durch den Rechnungshof unterlegt – im Innenministerium unter dieser ÖVP-Führung. (Beifall bei BZÖ, FPÖ, Grünen und Team Stronach. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wollen schon drei Parteien eine Unterbrechung, jetzt müssen Sie unterbrechen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Na wenn das drei Parteien verlangen! – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Vier!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Noch einmal: Ich werde die Sitzung nicht unterbrechen (Abg. Ing. Westenthaler: Na wenn das drei Parteien verlangen! – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Vier!), kündige aber bereits an, in der kommenden Präsidiale, die ja ohnedies schon bald stattfinden wird, sehr ausführlich über dieses Thema ein weiteres Mal zu beraten. (Ruf bei der ÖVP: Cap war noch nicht!) Sie wissen ganz genau, dass es keine Geschäftsordnungsregelungen gibt, wodurch ich in die politische Bewertung eingreifen könnte, ob die Fragen beantwortet wurden oder nicht.
Sitzung Nr. 198
Abg. Ing. Westenthaler: Stimmt ja auch! – Abg. Strache: Weil es wahr ist! Ist ja richtig!
Genau das ist die Verantwortung, Herr Kollege Strache. Ich verstehe Ihre Position. Sie sagen: So eine gute Gelegenheit, populistisch agieren zu können, haben wir natürlich selten. – Gar keine Frage, das ist natürlich eine Spielwiese für die Populisten, zu sagen: Für die Griechen haben sie Geld, für die Zyprioten haben sie Geld und für uns haben sie keines! (Abg. Ing. Westenthaler: Stimmt ja auch! – Abg. Strache: Weil es wahr ist! Ist ja richtig!)
Abg. Ing. Westenthaler: Warten drauf, bis !
Herr Kollege Bartenstein, glauben Sie wirklich, dass ein russischer Oligarch seine Milliarden in Zypern auf einem Sparbuch liegen hat? (Abg. Ing. Westenthaler: Warten drauf, bis !) Glauben Sie, es gibt dort Sparbücher, auf denen ein paar hundert Millionen € liegen? – Ich glaube, solche naiven Ansichten sollten in unserem Haus keinen Platz haben. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Halb so groß wie !
Wenn hier immer wieder gesagt wird, es werde Ihnen oder den Menschen gesagt, jedes Land, das im Rahmen des Rettungsschirms Geld bekommt, sei anders, dann bleiben Sie aber bitte auch bei der Wahrheit. Sie sprechen von den Banken in Zypern, sagen aber zum Beispiel nicht, dass der Finanzsektor und der Bankensektor in Zypern sieben- bis achtmal so groß ist wie die gesamte Wirtschaftsleistung. (Abg. Ing. Westenthaler: Halb so groß wie !)
Abg. Ing. Westenthaler: Euro sichert die Pensionen!? – Zwischenruf des Abg. Dr. Fichtenbauer – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ
Es heißt heute, diese ganze Rettung diene der Euro-Rettung. – Ja, dazu bekennen wir uns, denn der Euro bedeutet die Sicherung unserer Pensionen (Abg. Ing. Westenthaler: Euro sichert die Pensionen!? – Zwischenruf des Abg. Dr. Fichtenbauer – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), die Sicherung unserer Arbeitsplätze und die Sicherung unseres Wirtschaftsstandortes. Dazu bekennen wir uns, und das brauchen Sie gar nicht zu leugnen.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Euro sichert die Pension! Halleluja!
Abschließend: Wir Politiker erscheinen oft in einem negativen Licht – es heißt, wir würden keine Verantwortung tragen oder wir würden nicht das große Ganze sehen, sondern immer nur Klientelpolitik betreiben. Ich glaube, gerade mit diesen Maßnahmen, gerade mit der Zypern-Hilfe, gerade mit der Hilfe für andere Mitgliedstaaten der Währungsunion und mit dem Schutz des Euro zeigen wir, dass wir Verantwortung übernehmen können. Das zeigen vereinzelt auch Oppositionspolitiker, das zeigt Herr Kogler normalerweise; dass er heute nicht zustimmt, ist sehr schade. Vielleicht ändert er seine Meinung noch, wenn die Frau Bundesministerin ihre Argumente auf den Tisch legt. (Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei den Grünen.) Grundsätzlich muss ich aber sagen, die Opposition könnte Verantwortungsbewusstsein gut gebrauchen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Euro sichert die Pension! Halleluja!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das geht schnell! Je nach Pokerwürfel!
Noch bis zum 25. März, also jenem Tag, an dem die Euro-Gruppe zurückgerudert hat, hat es geheißen, Zypern muss aus eigener Kraft 5,8 Milliarden € aufbringen. – Wenige Tage und Wochen später war dann nicht mehr von 5,8 Milliarden, sondern von 13 Milliarden € die Rede. (Abg. Ing. Westenthaler: Das geht schnell! Je nach Pokerwürfel!)
Abg. Ing. Westenthaler: Acht Stimmen!
Er meinte in seinen Ausführungen, dass die Bundeskanzlerin Merkel ja nur mehr mithilfe der Opposition regieren kann. – Ich weiß schon, dass Gauweiler so manches Mal eine andere These vertritt, aber ich sage Ihnen das Abstimmungsergebnis des Deutschen Bundestages: Herr Kollege Widmann, dagegen gestimmt haben im Wesentlichen nur die Linken im Deutschen Bundestag. (Abg. Ing. Westenthaler: Acht Stimmen!) Von ein paar anderen Fraktionen – auch der CDU/CSU – gab es einige wenige, die dagegen gestimmt haben. Ich sage es Ihnen genau: Acht von der CDU, zehn von der SPD, acht von der FDP, und bei den Grünen gab es eine Stimmenenthaltung.
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Meine Damen und Herren, das hat nichts mit links oder rechts zu tun. (Abg. Mag. Widmann: Doch!) Ich frage mich aber manches Mal, was der Unterschied zwischen der österreichischen Opposition und der deutschen ist. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Habt ihr eine ungleich bessere Wirtschaftskompetenz, eine
Abg. Ing. Westenthaler: Porsche!
Ich war vor Kurzem in einem ziemlich großen österreichischen Werk – ich nenne den Namen nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Porsche!) Ich nenne den Betrieb nicht. (Abg. Petzner: Winterreifen!) Nein, nicht Raiffeisen. Sie können es auch wissen, Meine Damen und Herren, es war das Traktorenwerk Steyr und Case IH in St. Valentin. Dort sagte mir der Betriebsleiter, er sei froh über die österreichische Kompetenz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, er sei froh über die vernünftige österreichische Lohnpolitik, er sei froh über die österreichische Gewerkschaftspolitik, denn hätte er sein Werk in Italien, müsste er pro Arbeitnehmer zwölf Streiktage mit einkalkulieren, und das gäbe es in Österreich nicht. (Beifall bei der ÖVP.)
Sitzung Nr. 199
Abg. Ing. Westenthaler: Die Sondersitzung war doch von euch!
Gesetz so oder so auslegen. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Sondersitzung war doch von euch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was heißt da „scheinheilig“?!
Daher ist jetzt der Slogan der Frau Finanzminister, was für eine kleine Insel – Zypern – gilt, nämlich das Trust-Register, muss auch für eine große Insel gelten, vollkommen richtig. Es ist ja absurd, dass es ein EU-Mitglied gibt – United Kingdom (Abg. Ing. Westenthaler: Was heißt da „scheinheilig“?!)
Abg. Krainer: 2009? Wieso lesen Sie 2009 nicht vor? – Abg. Ing. Westenthaler – auf Abg. Krainer weisend, der in der ersten Reihe neben Abg. Dr. Cap sitzt –: Frau Präsidentin! Haben wir nicht gesagt, Zwischenrufe vom eigenen Patz?! Der setzt sich vor und brüllt herein!
Im Jahr 2010 hat sich die Nettoeinkommensentwicklung so dargestellt, dass sie bei minus 1,1 Prozent zu liegen gekommen ist. Im Jahr 2011 haben die Österreicherinnen und Österreicher unterm Strich aufgrund der Inflation minus 2 Prozent verdient, im Jahr 2012 plus/minus null. Und die Erwartungen für das Jahr 2013 liegen bei minus 0,1 Prozent. (Abg. Krainer: 2009? Wieso lesen Sie 2009 nicht vor? – Abg. Ing. Westenthaler – auf Abg. Krainer weisend, der in der ersten Reihe neben Abg. Dr. Cap sitzt –: Frau Präsidentin! Haben wir nicht gesagt, Zwischenrufe vom eigenen Patz?! Der setzt sich vor und brüllt herein!)
Abg. Ursula Haubner: Unglaublich! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Hohn! Das ist eine Verhöhnung!
Ich habe jetzt einmal eingegeben: ein Pensionist, der monatlich brutto 1 050 € bekommt, ein Kleinpensionist. Frau Finanzministerin, ich gebe es Ihnen dann (eine Unterlage in die Höhe haltend), es ist Ihr Brutto-Netto-Rechner auf Ihrer Homepage. So: 1 050 €. Dieser Pensionist zahlt derzeit keine Lohnsteuer. Jetzt kommt es zu einer Erhöhung: 1 050 € plus 10 Cent. 1 050 € plus 10 Cent – geben Sie das ein, was da unterm Strich herauskommt! Er zahlt dann plötzlich 82,38 € Lohnsteuer. (Abg. Ursula Haubner: Unglaublich! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Hohn! Das ist eine Verhöhnung!) Er bekommt 10 Cent mehr und zahlt 82 € Lohnsteuer?! – Das ist „großartig“!
Abg. Ing. Westenthaler: Aber Geld nach Griechenland und Zypern schicken!
Derzeit, in der jetzigen Situation, in der jetzigen Budgetsituation ist es noch nicht ganz möglich, Steuerzuckerln zu verteilen (Abg. Ing. Westenthaler: Aber Geld nach Griechenland und Zypern schicken!), und ich ersuche das Hohe Haus, nicht in jenes Fahrwasser zu kommen, das uns am 24. September 2008 doch in eine Situation gebracht hat, wo wir anschließend ein Sparpaket gebraucht haben. Das möge in diesem Wahljahr verhindert werden!
Abg. Ing. Westenthaler: Warum schaffen Sie die kalte Progression nicht ab?
Meine sehr verehrten Damen und Herren, das gibt es sonst nirgends! (Abg. Krainer: Bei uns auch nicht!) In Frankreich beispielsweise gibt es die sogenannte Reichensteuer, den Spitzensteuersatz von 45 Prozent erst ab einer halben Million. (Zwischenruf des Abg. Mag. Rossmann.) In Deutschland gibt es 45 Prozent erst ab 240 000 €. (Abg. Bucher: Warum erklären Sie mir das? Warum erklären Sie mir das? Wissen wir eh alles! Sie sollen uns erklären, warum Sie nichts machen!) Wir sind da doch sehr, sehr deftig in den Geldbörsen der Steuerzahler. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum schaffen Sie die kalte Progression nicht ab?) Daher ist es mir auch ein Anliegen, dass wir diese Belastung der Menschen etwas mindern. (Abg. Bucher: Machen Sie etwas!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind sieben Jahre in der Regierung!
Was haben Sie gemacht, als Sie in der Regierung oder Regierungsfraktion waren? Was haben Sie 2005 gemacht? Haben Sie damals den Arbeitnehmern die kalte Progression zurückgegeben? – Nein! Was Sie gemacht haben, war, das Geld der Arbeitnehmer zu nehmen und es in die Gruppenbesteuerung und in Steuergeschenke für Reiche und multinationale Konzerne zu stecken. Das ist das, was Sie gemacht haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind sieben Jahre in der Regierung!) Und Sie stellen sich jetzt heraus und kritisieren, dass rote Arbeitnehmervertreter ihren Job nicht gemacht hätten. Na, wir machen unseren Job schon. Sie behaupten, dass Sie Ihren machen, und machen das Gegenteil von dem, was Sie hier sagen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Steuersenkung und kein Belastungspaket!
Das Problem ist nur, liebe Freunde vom BZÖ, der Zeitpunkt ist von euch so gewählt, dass es genau das wäre, wo heute jeder Staatsbürger sagt: Nein, das brauchen wir nicht, vor der Wahl eine Steuersenkung und nach der Wahl ein Belastungspaket. (Abg. Ing. Westenthaler: Steuersenkung und kein Belastungspaket!) Genau das ist es. Ihr schlagt vor, dass man jetzt noch vor dem Sommer eine solche Steuersenkung macht.
Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin gespannt! Also machen wir nur das Belastungspaket!
Und das ist genau das alte Konzept, zum Teil haben wir es selber mitgemacht, das gebe ich zu, aber wir sind auch klüger geworden, das machen wir sicherlich nicht mehr: vor der Wahl ein Wahlzuckerl, nach der Wahl das Belastungspaket. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin gespannt! Also machen wir nur das Belastungspaket!) Nein, so ist das nicht, meine lieben Freunde. Das muss man berücksichtigen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Schottergrube!
Abgeordneter Gerald Grosz (BZÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Zum Kollegen Lugar: Es wird nicht der Herr Adam Riese sein, der die Frau Fekter ablösen wird, das kann ich heute schon versichern. Wenn wir die heutigen Tageszeitungen lesen, dann wird es der Herr Michael Spindelegger sein, der den Herrn Reinhold Mitterlehner in spätestens fünf Monaten in das Finanzministerium setzt. Daher ist die Zukunftsperspektive der Frau Finanzministerin (Abg. Ing. Westenthaler: Schottergrube!), die sie uns heute hier bringt, ohnedies nur sehr endlich (Zwischenruf des Abg. Hornek) und wird zumindest die österreichischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler nicht mehr viel bewegen. – Das betretene Schweigen der Österreichischen Volkspartei bestätigt dieses Gerücht. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hornek.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
„Ich bin von unserem neuen Vizekanzler beauftragt, unser derzeit sehr unübersichtliches Steuersystem in eine völlig neue Form zu bringen. Es wird also keine kleine, sondern eine große Steuerreform geben, die vier große Elemente hat:“ – (Abg. Bucher: Der große Wurf!) – „Die Steuer soll weniger, einfacher, leistungsgerechter werden und vor allem Familien entlasten.“ (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist die?
„Ich plane eine wirklich große Steuerreform zu präsentieren.“ – (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist die?) – „Ziel ist ein integrierter, einheitlicher Steuersatz. Ich drehe da nicht an ein paar Schrauberln, ich plane wirklich einen großen Wurf. Viel einfacher, auch eine Flat Tax ist denkbar – alles wird von Experten diskutiert und erarbeitet.“ (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist der Wurf? Wer wirft, und wo ist der Wurf?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist der Wurf? Wer wirft, und wo ist der Wurf?
„Ich plane eine wirklich große Steuerreform zu präsentieren.“ – (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist die?) – „Ziel ist ein integrierter, einheitlicher Steuersatz. Ich drehe da nicht an ein paar Schrauberln, ich plane wirklich einen großen Wurf. Viel einfacher, auch eine Flat Tax ist denkbar – alles wird von Experten diskutiert und erarbeitet.“ (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist der Wurf? Wer wirft, und wo ist der Wurf?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer sagt das?
Zurück aber zum eigentlichen Thema und in diesem Fall zur Frage, ob wir hinsichtlich des automatischen Inflationsausgleiches etwas tun sollen: Das ist ein Detailproblem jedes progressiven Steuersystems, das umso bedeutender wird, je höher die Inflation ist. Jetzt haben wir aber justament eine Zeit, in der wir keine besonders hohe Inflation haben – zum Glück. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer sagt das?) – Statistik Austria, das ist jene Einrichtung, Herr Abgeordneter Westenthaler – ist ja kein Problem; ein wenig politische Bildung für Sie –, da können Sie jederzeit (Abg. Ing. Westenthaler: Mit einem Warenkorb, der völlig irrelevant ist! funktioniert nicht mehr!) – Dann erläutern Sie Ihren Antrag richtig! Sie wollen ein Gesetz machen, bei dem Sie (Zwischenruf bei der SPÖ.) Moment, darüber muss man sich klar sein: Sie akzeptieren den VPI nicht. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Mit einem Warenkorb, der völlig irrelevant ist! funktioniert nicht mehr!
Zurück aber zum eigentlichen Thema und in diesem Fall zur Frage, ob wir hinsichtlich des automatischen Inflationsausgleiches etwas tun sollen: Das ist ein Detailproblem jedes progressiven Steuersystems, das umso bedeutender wird, je höher die Inflation ist. Jetzt haben wir aber justament eine Zeit, in der wir keine besonders hohe Inflation haben – zum Glück. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer sagt das?) – Statistik Austria, das ist jene Einrichtung, Herr Abgeordneter Westenthaler – ist ja kein Problem; ein wenig politische Bildung für Sie –, da können Sie jederzeit (Abg. Ing. Westenthaler: Mit einem Warenkorb, der völlig irrelevant ist! funktioniert nicht mehr!) – Dann erläutern Sie Ihren Antrag richtig! Sie wollen ein Gesetz machen, bei dem Sie (Zwischenruf bei der SPÖ.) Moment, darüber muss man sich klar sein: Sie akzeptieren den VPI nicht. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Zurück aber zum eigentlichen Thema und in diesem Fall zur Frage, ob wir hinsichtlich des automatischen Inflationsausgleiches etwas tun sollen: Das ist ein Detailproblem jedes progressiven Steuersystems, das umso bedeutender wird, je höher die Inflation ist. Jetzt haben wir aber justament eine Zeit, in der wir keine besonders hohe Inflation haben – zum Glück. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer sagt das?) – Statistik Austria, das ist jene Einrichtung, Herr Abgeordneter Westenthaler – ist ja kein Problem; ein wenig politische Bildung für Sie –, da können Sie jederzeit (Abg. Ing. Westenthaler: Mit einem Warenkorb, der völlig irrelevant ist! funktioniert nicht mehr!) – Dann erläutern Sie Ihren Antrag richtig! Sie wollen ein Gesetz machen, bei dem Sie (Zwischenruf bei der SPÖ.) Moment, darüber muss man sich klar sein: Sie akzeptieren den VPI nicht. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Schauen Sie einmal die Lebensmittelpreise !
Herr Ing. Westenthaler – „dem Ingenieur ist nichts zu schwör“ – sagt: Der ist ja falsch, der Warenkorb. – Wie wollen Sie denn dann Ihre Steuerstufen valorisieren? (Abg. Ing. Westenthaler: Schauen Sie einmal die Lebensmittelpreise !) Nach Ihrem Blutdruck in der Früh? Haben Sie nachgedacht? Sie stellen so einen Antrag, Sie wollen valorisieren, und dann sagen Sie, das gilt aber nichts, weil das ja alles falsch ist?! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Herr Ing. Westenthaler – „dem Ingenieur ist nichts zu schwör“ – sagt: Der ist ja falsch, der Warenkorb. – Wie wollen Sie denn dann Ihre Steuerstufen valorisieren? (Abg. Ing. Westenthaler: Schauen Sie einmal die Lebensmittelpreise !) Nach Ihrem Blutdruck in der Früh? Haben Sie nachgedacht? Sie stellen so einen Antrag, Sie wollen valorisieren, und dann sagen Sie, das gilt aber nichts, weil das ja alles falsch ist?! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ah so!
Wenn Herr Klubobmann Bucher sagt, es handle sich um einen „Nationalpark Hohe Steuern“, dann haben wir ja wohl Gipfel, wo wir eine sehr, sehr hohe Besteuerung haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Ah so!) Selbst die Billa-Verkäuferin hatte, wenn Sie Steuern und Abgaben rechnen, in Wirklichkeit bereits 18 Prozent zu zahlen, auch wenn sie weit unter ihrer Lohnsteuergrenze ist.
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Ich sage Ihnen auch, warum es so ist: weil die Hälfte hier immer an die eigene Tasche und an seinesgleichen denkt. Das ist doch ein Teil der Diskussion hier. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Leider ist Günter Stummvoll nicht da, ich hätte es ihm gerne gesagt: Die 4 Prozent Krankenversicherungsbeitrag werden nur bis zur Höchstbeitragsgrundlage eingehoben. Bei uns allen hier endet diese bei knapp 4 000 €. Davon ziehen wir 50 Prozent Steuer ab, da haben wir dann einen Prozentsatz aufs Endgehalt – ich weiß nicht, wie es bei Günter Stummvoll ist, er hat noch eine Altpolitikerpension (Ruf beim BZÖ: Ihr Gehalt ab!) –, wahrscheinlich 1 Prozent. Die Billa-Verkäuferin zahlt 3,87 Prozent mit ihren 1 000 €. – Nicht immer nur aus der eigenen Perspektive!
Abg. Ing. Westenthaler: Kalte Progression !
Ehrlicherweise (der Redner hält ein Schriftstück in die Höhe): Dieser Teil ist nicht einmal als Wahlkampfgetöse geeignet (Abg. Ing. Westenthaler: Kalte Progression !), deshalb vergisst sogar Herr Abgeordneter Grosz innerhalb von fünf Minuten, was überhaupt der Antrag war. – Kann passieren, ist bei BZÖ-Anträgen öfter so, schadet aber nichts! Ab Herbst haben wir sie nicht mehr da, da ist dann auch das Leben leichter. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Hörl.)
Abg. Ing. Westenthaler: Welchen Antrag haben Sie denn?
Dieser Dringliche Antrag hat nämlich ein einziges Thema, das ist die kalte Progression. Jeder Redner vom BZÖ – Herr Grosz, der sich da auch so echauffiert hat, ist schon hinausgegangen; offenbar interessiert es ihn nicht – hat in erster Linie über die Flat Tax gesprochen, aber kein Mensch hat bisher entdeckt, dass in Wirklichkeit im Antrag ein Fehler ist. Es gibt nämlich nicht bereits ab 50 000 € den Grenzsteuersatz von 50 Prozent, sondern ab 60 000 €. (Abg. Ing. Westenthaler: Welchen Antrag haben Sie denn?) – Ihren Antrag, Herr Westenthaler (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter), das ist wahrscheinlich ein falscher. Kein Problem! Ich kenne mich eh aus, es ist also kein Problem. (Abg. Ing. Westenthaler: ist nicht einmal in der Lage, ordentlich zu zitieren!)
Abg. Ing. Westenthaler: ist nicht einmal in der Lage, ordentlich zu zitieren!
Dieser Dringliche Antrag hat nämlich ein einziges Thema, das ist die kalte Progression. Jeder Redner vom BZÖ – Herr Grosz, der sich da auch so echauffiert hat, ist schon hinausgegangen; offenbar interessiert es ihn nicht – hat in erster Linie über die Flat Tax gesprochen, aber kein Mensch hat bisher entdeckt, dass in Wirklichkeit im Antrag ein Fehler ist. Es gibt nämlich nicht bereits ab 50 000 € den Grenzsteuersatz von 50 Prozent, sondern ab 60 000 €. (Abg. Ing. Westenthaler: Welchen Antrag haben Sie denn?) – Ihren Antrag, Herr Westenthaler (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter), das ist wahrscheinlich ein falscher. Kein Problem! Ich kenne mich eh aus, es ist also kein Problem. (Abg. Ing. Westenthaler: ist nicht einmal in der Lage, ordentlich zu zitieren!)
Abg. Ing. Westenthaler: Lernen Sie lesen!
Jetzt frage ich Sie: Wollen wir das angreifen, dass plötzlich das Weihnachtsgeld und das Urlaubsgeld, das auch Pensionisten bekommen (Abg. Ing. Westenthaler: Lernen Sie lesen!), in Zukunft nicht begünstigt besteuert wird? – Ich glaube nicht, denn das ist in Österreich gute Tradition, und das wollen wir auch behalten.
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der Abg. Tamandl –: Woher Sie den Antrag haben, werden wir uns in der Präsidiale anschauen! – Gegenrufe bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Präsidium –: Offensichtlich hat das Präsidium falsche Anträge verteilt! Das schauen wir uns an, was da oben passiert ist!
Abgeordneter Bernhard Themessl (FPÖ): Frau Präsidentin! (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der Abg. Tamandl –: Woher Sie den Antrag haben, werden wir uns in der Präsidiale anschauen! – Gegenrufe bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Präsidium –: Offensichtlich hat das Präsidium falsche Anträge verteilt! Das schauen wir uns an, was da oben passiert ist!)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Staatssekretär, 90-jährige Menschen, die gehen nicht auf die Homepage!
Die Homepage des Finanzministeriums, die genannt worden ist, ist natürlich ein Informationsmedium. Aber auch wissend, dass in der älteren Generation (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Staatssekretär, 90-jährige Menschen, die gehen nicht auf die Homepage!) – Lassen Sie mich ausreden! Wenn Sie kurz zuhören, dann bekommen Sie eine Antwort auf diese Frage, auch wenn ich nicht weiß, ob Sie das wollen.
Abg. Ing. Westenthaler: Glück gehabt!
Wir werden auch weiterhin Kontakt suchen und die Diskussion mit den deutschen Steuerbehörden darüber aufnehmen, hier unbürokratisch und auch im Sinne der Betroffen vorzugehen, zumal es manchmal – wie Sie, Herr Abgeordneter Westenthaler, in Ihrem Beispiel erzählt haben – auch um lächerliche Beträge geht und man sich fragen muss, ob sich der gesamte Aufwand dahinter lohnt. (Abg. Ing. Westenthaler: Glück gehabt!) – Glück gehabt, gilt für den Betroffenen, aber: Lohnt der gesamte Aufwand dahinter?, das ist die große Frage, die sich die Behörden stellen. Ich glaube, in vielen Fällen nicht.
Beifall bei den Grünen sowie der Abgeordneten Amon und Marek. – Abg. Ing. Westenthaler: Und wo kommt Ihr Name her? Aus der Schweiz!
Denken Sie ein bisschen daran, wenn Sie mit Ihren Herren in der Partei reden: Vilimsky, Strache, die Familiennamen sind verdächtig. – Ich sage Ihnen nur: Multikulti, aufpassen! (Beifall bei den Grünen sowie der Abgeordneten Amon und Marek. – Abg. Ing. Westenthaler: Und wo kommt Ihr Name her? Aus der Schweiz!)
Abg. Ing. Westenthaler: Es sind keine Zuschauer mehr da, nicht einmal das Fernsehen überträgt mehr!
Abgeordnete Mag. Katharina Cortolezis-Schlager (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Sehr geehrte Zuschauerinnen und Zuschauer! (Abg. Ing. Westenthaler: Es sind keine Zuschauer mehr da, nicht einmal das Fernsehen überträgt mehr!) Es wäre sicher interessant gewesen, die zehn verschiedenen juristischen Meinungen, die wir im Ausschuss gehört haben und die mein Vorredner angeführt hat, live zu hören. Tatsächlich ist der Bereich der Verwaltungsgerichtsbarkeit, wenn es um die Universitäten, um die Bildung geht, eine etwas sperrige Materie. Warum?
Sitzung Nr. 202
Abg. Ing. Westenthaler: Misstrauensantrag zustimmen!
Auf Sie habe ich eh schon gewartet, Herr Abgeordneter Schulteis, Sie sind nämlich der Kern des Problems hier herinnen! (Beifall bei SPÖ, FPÖ, Grünen und BZÖ.) Sie sind nämlich derjenige, der in Wirklichkeit ständig hier dagegen auftritt, ständig blockiert und ständig jede Änderung ablehnt. Sie sind derjenige! (Abg. Ing. Westenthaler: Misstrauensantrag zustimmen!)
Abg. Ing. Westenthaler: ... auch schwarz! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Gerade jetzt erleben wir, wie schwierig es ist, eine Ernte zustande zu bringen. Ich komme aus einer Region, in der es vielleicht ein bisschen mehr Biobauern als sonst im Ackerbaugebiet gibt. Sie versuchen, auch Zuckerrüben anzubauen; Biozucker ist gefragt. Hunderte Hektar hat der Rübenrüsselkäfer in diesen Tagen abgefressen! Die Biobauern können sich nicht helfen, es wird nicht gebeizt. Der Käfer wird dick und fett, und wenn er den Acker abgefressen hat, fliegt er zu den Nachbarn. (Abg. Ing. Westenthaler: ... auch schwarz! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Damit ein besserer kommt!
Die Opposition hat dem Bundesminister in sehr wilden Ansprachen, Reden hier allerhand vorgeworfen und gesagt, sie wird ihm das Misstrauen aussprechen. Ich frage Sie: Wenn Sie der Meinung sind, dass der Minister so viele Fehler gemacht hat, warum wollen Sie ihn jetzt aus dem Amt haben? (Abg. Ing. Westenthaler: Damit ein besserer kommt!) Er soll, wenn das stimmt, diese Fehler gutmachen. Er hat noch fünf Monate Zeit dazu. (Abg. Grosz: Geh bitte, das ist ja hanebüchen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Davon werden die toten Bienen auch nicht wieder lebendig! – Abg. Grosz: Millionen tote Bienen klagen an!
Das ist nicht hanebüchen. Ich fordere den Herrn Minister auf, diese Fehler wiedergutzumachen. (Abg. Petzner: Etwas Besseres ist ihm nicht eingefallen?! – Abg. Grosz: Sie sind umgefallen wie ein Besenstiel!) Ich fordere ihn dazu auf, dass er seine Ablehnung des Verbotes in Europa zurücknimmt. Er hat das ja schon zum Teil getan. (Abg. Ing. Westenthaler: Davon werden die toten Bienen auch nicht wieder lebendig! – Abg. Grosz: Millionen tote Bienen klagen an!)
Sitzung Nr. 203
Abg. Ing. Westenthaler: Das sollten Sie aber!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Sie haben die Einwendungen gehört. Ich trete den Einwendungen nicht bei. (Abg. Ing. Westenthaler: Das sollten Sie aber!) Im Übrigen liegen die Einwendungen auch schriftlich vor.
Abg. Ing. Westenthaler: das war ein echter Sozialminister! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz Rudolf Hundstorfer: Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: das war ein echter Sozialminister! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) – Ja, ja, ja.
Abg. Ing. Westenthaler: Hätten Sie auch gerne die Frauenrechte der Türkei? – Unruhe im Saal. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Fakt ist nur, Herr Abgeordneter Dolinschek, ich hätte ganz gerne in Österreich das Wirtschaftswachstum der Türkei – ja, das hätte ich ganz gerne. Damit wir da auch ein bisschen etwas mitnehmen. (Abg. Grosz: Türkei in der Europäischen Union, wie wir wissen! Sie können gerne in die Türkei fahren! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) Ich möchte ganz gerne (Abg. Ing. Westenthaler: Hätten Sie auch gerne die Frauenrechte der Türkei? – Unruhe im Saal. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Lassen Sie die Milchmädchen in Ruhe!
Punkt 1: Es ist vollkommen klar, dass im April die Ausländerarbeitslosigkeit überproportional mehr steigt als alle anderen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Nicht nur im April!) Es ist vollkommen klar. Warum ist es vollkommen klar? –Irgendwann einmal geht auch die beste Wintersaison zu Ende, und demzufolge haben wir, nachdem wir überproportional viele ausländische Beschäftigte im Tourismus haben, ganz einfach einen stärkeren Anstieg. (Rufe beim BZÖ: Na geh! Da ist sicher Schwarz-Blau schuld! – Abg. Kickl: Ja, ja, das Wetter!) Das ist eine Milchmädchenrechnung, ob Sie es wollen oder nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Lassen Sie die Milchmädchen in Ruhe!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler
Um diese Punkte geht es, und ich finde, die Bürgerin/der Bürger hat das Recht, das zu erfahren. – Danke, dass es diese Einwendungsdebatte gibt (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler), jawohl, so können wir das noch einmal darstellen.
Abg. Grosz: Vielleicht ist er schizophren, Frau Präsidentin! – Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht ist er jetzt auch zweimal zu Wort gemeldet!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Es konnte in der Zwischenzeit geklärt werden, dass der von Herrn Abgeordnetem Markowitz eingebrachte Entschließungsantrag ordnungsgemäß eingebracht ist. Aufgrund eines Versehens hat der Herr Klubobmann Lugar zweimal unterschrieben auf diesem Entschließungsantrag, was irrelevant ist. (Abg. Grosz: Vielleicht ist er schizophren, Frau Präsidentin! – Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht ist er jetzt auch zweimal zu Wort gemeldet!)
Sitzung Nr. 204
Beifall und Bravoruf bei der SPÖ sowie Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe geglaubt, jetzt kommt die Erklärung zum Bankgeheimnis! – Abg. Bucher: So viel zum Teletext! Teletext lesen! – Abg. Grosz: Sie haben ja gesagt, der Teletext ...! So eine ... -Regierung! – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich möchte auch darauf verweisen, dass wir betreffend jene europäischen Initiativen, die jetzt etwa im Bereich der Sozial- und Arbeitsminister gesetzt werden, miteinander darüber befinden, wie wir im Zusammenhang mit dem Thema Ausbildung junger Leute diese 6 Milliarden € an Startförderung, die ja viel zu gering ist, mit den europäischen Banken erhöhen und verbessern können, damit wir jungen Leuten in Europa in Zukunft eine Chance geben, damit wir solidarische politische Maßnahmen in Europa gemeinsam erarbeiten, damit Österreich diese Vorteile, wie etwa die niedrigen Zinsen für unsere Staatsanleihen, die wir aus der gemeinsamen Wirtschaftspolitik im europäischen Raum beziehen, diese Chancen, die wir durch die gemeinsame Forschungs- und Entwicklungspolitik in Europa haben, auch weiterentwickeln können, und dafür ist unser Finanzrahmen berechenbar und eine wichtige Grundlage. (Beifall und Bravoruf bei der SPÖ sowie Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe geglaubt, jetzt kommt die Erklärung zum Bankgeheimnis! – Abg. Bucher: So viel zum Teletext! Teletext lesen! – Abg. Grosz: Sie haben ja gesagt, der Teletext ...! So eine ... -Regierung! – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Koalitionsbruch! Vielleicht kann der Kollege Rossmann ein bissel mediativ einwirken? – Abg. Ing. Westenthaler: Und wenn ihr euch das im Hof ausmacht? – Abg. Grosz: Ja, geht hinaus in den Innenhof und streitet draußen!
Die ÖVP und Außenminister Michael Spindelegger sind absolut bereit, diese Entschließung, die fünf Parteien hier in diesem Haus gefasst haben, eins zu eins umzusetzen, also jährlich eine Steigerung dieses Betrages durchzuführen, statt – wie es noch im Finanzrahmen steht – diese Beträge jährlich zu kürzen. Nein, wir haben das Gegenteil angeboten, und jetzt stellen Sie sich hier her und stellen das Ganze völlig anders dar und beleidigen dabei auch noch den Außenminister. Sie sollten sich schämen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Koalitionsbruch! Vielleicht kann der Kollege Rossmann ein bissel mediativ einwirken? – Abg. Ing. Westenthaler: Und wenn ihr euch das im Hof ausmacht? – Abg. Grosz: Ja, geht hinaus in den Innenhof und streitet draußen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Dürfen sie denn das?
Diese progressive weitere Integration des Euro-Währungsgebiets zu einer umfassenden Banken-, Fiskal- und Wirtschaftsunion wird parallele Schritte zu einer politischen Union mit verstärkter demokratischer Legitimation und Rechenschaftspflicht erfordern.“ (Abg. Ing. Westenthaler: Dürfen sie denn das?)
Abg. Ing. Westenthaler: Bravo!
Zusammenfassend ist also zu sagen: Ziel ist es, eine einheitliche europaweite Haushaltspolitik, Steuerpolitik, Sozial- und Wirtschaftspolitik zu machen, unter Ausschaltung der nationalen Souveränitätsrechte. (Abg. Ing. Westenthaler: Bravo!)
Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Na bist du deppert!
Staatssekretär Lopatka setzt am 6. Mai noch eines drauf und sagt: Am Ende wird sich die Frage stellen, ob wir Nationalstaaten überhaupt noch haben und überhaupt noch brauchen. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Na bist du deppert!) – Das ist also schon eine Aussage, die tief blicken lässt in das, was da in nächster Zeit auf uns zukommen wird.
Unruhe im Saal. – Abg. Ing. Westenthaler: Es steht einem Minister nicht zu, einen Abgeordneten so abzufackeln!
Meine sehr verehrten Damen und Herren, weil ich von den Ressorts rede: Ich möchte kurz auf die Entgleisung der Abgeordneten Bayr Bezug nehmen, die hier wirklich in einer unverschämten Art und Weise Halbwahrheiten von sich gegeben hat. (Unruhe im Saal. – Abg. Ing. Westenthaler: Es steht einem Minister nicht zu, einen Abgeordneten so abzufackeln!) Wenn man sich die Zahlen (Anhaltende Zwischenrufe bei SPÖ, Grünen und BZÖ. – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.) Wenn eine Abgeordnete den Außenminister dermaßen angeht, dann kann ich als Finanzminister die Zahlen ins rechte Licht rücken. (Beifall bei der ÖVP. – Anhaltende Zwischenrufe bei SPÖ, Grünen und BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Egal, welche Partei es ist, Abgeordnete können nicht beschimpft werden!
Wir geben mehrere hundert Millionen für Entwicklungshilfe aus, nämlich über die internationalen Finanzinstitutionen. Aber das hat sich wahrscheinlich die Abgeordnete Bayr nicht angesehen (Beifall bei der ÖVP), dass wir im Jahr 2013 für die internationalen Entwicklungsinstitutionen 237 Millionen € ausgeben. Im Jahr 2014 steigern wir das auf 277 Millionen €. (Abg. Ing. Westenthaler: Egal, welche Partei es ist, Abgeordnete können nicht beschimpft werden!)
Abg. Ing. Westenthaler: Nein, Kogler zur Geschäftsbehandlung!
Präsident Fritz Neugebauer: Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Wöginger. (Abg. Ing. Westenthaler: Nein, Kogler zur Geschäftsbehandlung!) – Entschuldigung, ja, Herr Abgeordneter Kogler zur Geschäftsbehandlung. – Bitte. (Abg. Grosz – in Richtung Präsidium –: Stellen Sie sich hinter die Abgeordneten! – Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie Minister-Präsident oder Abgeordneten-Präsident?)
Abg. Grosz – in Richtung Präsidium –: Stellen Sie sich hinter die Abgeordneten! – Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie Minister-Präsident oder Abgeordneten-Präsident?
Präsident Fritz Neugebauer: Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Wöginger. (Abg. Ing. Westenthaler: Nein, Kogler zur Geschäftsbehandlung!) – Entschuldigung, ja, Herr Abgeordneter Kogler zur Geschäftsbehandlung. – Bitte. (Abg. Grosz – in Richtung Präsidium –: Stellen Sie sich hinter die Abgeordneten! – Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie Minister-Präsident oder Abgeordneten-Präsident?)
Abg. Ing. Westenthaler: Völlig abgehoben!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Wäre es in dieser Geschäftsordnungsfrage so, dass sich die Regierungsvertreterinnen und ‑vertreter, die Regierungsbank mithin immer einem offenen Dialog stellen, alles transparent auf den Tisch legen würden, wie es in einem normal entwickelten Parlament sein sollte, dann könnten wir vielleicht einen Funken von Verständnis aufbringen. Aber diese Maßregelung, die hier passiert ist, ist ohnehin nicht zu dulden, besonders vor dem Hintergrund dessen und im Zusammenhang damit, dass wir hier einen Finanzrahmen diskutieren – so tragisch das für die Entwicklungshilfe ist –, für diese Beträge und diese Differenz, die hier angemahnt wurde, eine Abgeordnete derart abzukanzeln, während hier gleichzeitig von der gesamten Regierungsbank – und das wird so weitergehen – ein 10-Milliarden-Loch – soll sein ein 6-Milliarden-Loch –, das im ganzen Finanzrahmen überhaupt nicht aufscheint, nicht nur nicht erklärt wird, sondern nicht einmal der Versuch gestartet wird, das irgendwie zahlenmäßig darzustellen, völlig verfassungswidrig. (Abg. Ing. Westenthaler: Völlig abgehoben!)
Die Abgeordneten Scheibner und Ing. Westenthaler: Freilich!
Präsident Fritz Neugebauer: Herr Kollege Scheibner, Herr Kollege Kogler, Sie wissen, dass das keine Wortmeldung zur Geschäftsbehandlung gewesen ist. (Die Abgeordneten Scheibner und Ing. Westenthaler: Freilich!) Sie hätten jeden Debattenbeitrag nutzen können, es stehen noch Stunden an Redezeit zur Verfügung. Ich sehe der Debatte in der nächsten Präsidiale mit Interesse entgegen, und ich weiß auch, dass die Frau Bundesministerin als langjährige Parlamentarierin Ihren Beitrag durchaus einschätzen kann. (Abg. Scheibner: Und Sie haben keine Meinung!?) – Ich habe dazu auch eine Meinung, aber ich werde die Debatte damit nicht unterbrechen. (Abg.
Abg. Ing. Westenthaler: Immer wieder einzahlen!
Abgeordneter Dr. Martin Bartenstein (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Kollegen! Hohes Haus! Es kann keine Rede von einem vierten Paket für Griechenland sein. Aber es soll sehr wohl die Rede davon sein, dass wir uns dem Thema Griechenland immer wieder stellen (Abg. Ing. Westenthaler: Immer wieder einzahlen!), dass wir aufmerksam beobachten – und das nicht der Kommission, dem IWF überlassen –, wie es denn in Griechenland weitergeht; und dass wir dementsprechend auch realistisch und anerkennend feststellen, was im Übrigen auch Ratingagenturen mittlerweile feststellen. (Ruf bei der FPÖ: Die Geister, die ich rief ! – Abg. Ing. Westenthaler: Zahlen, zahlen, zahlen!)
Ruf bei der FPÖ: Die Geister, die ich rief ! – Abg. Ing. Westenthaler: Zahlen, zahlen, zahlen!
Abgeordneter Dr. Martin Bartenstein (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Kollegen! Hohes Haus! Es kann keine Rede von einem vierten Paket für Griechenland sein. Aber es soll sehr wohl die Rede davon sein, dass wir uns dem Thema Griechenland immer wieder stellen (Abg. Ing. Westenthaler: Immer wieder einzahlen!), dass wir aufmerksam beobachten – und das nicht der Kommission, dem IWF überlassen –, wie es denn in Griechenland weitergeht; und dass wir dementsprechend auch realistisch und anerkennend feststellen, was im Übrigen auch Ratingagenturen mittlerweile feststellen. (Ruf bei der FPÖ: Die Geister, die ich rief ! – Abg. Ing. Westenthaler: Zahlen, zahlen, zahlen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Bravo!
Sie wissen schon, ich meine diese Ratingagenturen, die niemand will, die so böse sind und aus Amerika kommen, die man aber doch braucht, weil es keine Alternative gibt. Also, selbst Ratingagenturen, nämlich zwei der drei großen, stellen fest, dass sich Griechenland wieder eine gewisse Kreditwürdigkeit erarbeitet hat – natürlich auch mit unserer Hilfe, mit europäischer Hilfe –, und dass das Rating von Griechenland als Schuldner von C- auf B- hochgestuft wurde. Also, das ist nicht so schlecht. (Abg. Ing. Westenthaler: Bravo!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wichtig ist, die Wahrheit mit der Würde dieses Hauses zu verbinden!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Mag. Widmann, für den Vorwurf und die Unterstellung, dass jemand totalitär regiert, erteile ich Ihnen einen Ordnungsruf. (Abg. Dr. Stummvoll: Zu Recht!) Es ist der Würde dieses Hauses nicht zuträglich, sich gegenseitig Derartiges zu unterstellen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wichtig ist, die Wahrheit mit der Würde dieses Hauses zu verbinden!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler
Das ist eine typisch österreichische Vorgehensweise. Das kennen wir aus der Vergangenheit. Oft genug ist so begonnen worden, wenn am Ende dann alles obsolet geworden ist. Stück für Stück wird jetzt versucht, das Bankgeheimnis abzuschaffen. Jetzt fangen wir einmal mit den Steuerbetrügern an, die aus dem Ausland kommend bei uns ein Konto oder ein Sparbuch haben. Diesen geben Sie ohnehin so viel Zeit, dass sie bis Ende des Jahres mit ihren Milliarden über alle Berge sind. Ende Dezember wird niemand mehr in Österreich Geld bei einer Bank haben (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler), weil er genau weiß, dann wird die automatische Auskunftspflicht schlagend und dann haben sie ihn möglicherweise.
Abg. Ing. Westenthaler: Es geht aber um !
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Herr Klubobmann Bucher, Sie haben hier aber schon einmal andere Reden zu dem Thema gehalten, wo man wirklich Lust darauf hatte, sich inhaltlich damit auseinanderzusetzen. Wir hätten heute über die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise auf die öffentlichen Haushalte reden können und darüber, dass in Wirklichkeit das der Grund dafür ist, warum die Haushalte Probleme haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Es geht aber um !) Wir hätten darüber reden können, dass Österreich in der Eurowährungszone mit 500 000 Arbeitsplätzen davon profitiert, Mitglied zu sein, und dass wir alles unternehmen sollen, dass das auch so bleibt.
Abg. Ing. Westenthaler: Kollege Cap, wie schaut es aus mit Bankdirektoren?
Ich zähle alles das auf, was Sie heute nicht gesagt haben. Wir hätten über Steuerfairness sprechen können. (Abg. Bucher: Ich habe über die Bienen auch nicht geredet heute! Die Bienen hab’ ich auch ausgelassen!) Wir hätten darüber sprechen können, wie man nicht nur die Steueroasen für die Steuerhinterzieher trockenlegt, sondern dass man auch für Harmonisierung sorgt, was den Standort und den Steuerwettbewerb betrifft, der für einzelne Länder ruinös ist; er kann ruinös sein und bringt daher nichts (Abg. Ing. Westenthaler: Kollege Cap, wie schaut es aus mit Bankdirektoren?) und – was Sie stören sollte – gefährdet nicht nur Arbeitsplätze, sondern führt auch zu diesem berühmten Migrationsdruck.
Zwischenruf des Abg. Bucher. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben auch immer gesagt !
Sie stellen zum Beispiel folgende Frage: „Wie wird verhindert, dass die Kontodaten der Österreicher nicht unter den automatischen Datenaustausch fallen?“ – Sie wissen ganz genau, die ganze Zeit wird gesagt: Für die Österreicher wird beim Bankgeheimnis nichts angerührt. (Zwischenruf des Abg. Bucher. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben auch immer gesagt !) – Ja, natürlich! Bitte, seien Sie mir nicht böse! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Das wird täglich gesagt, und Sie kommen jedes Mal wieder daher!
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Sie stellen zum Beispiel folgende Frage: „Wie wird verhindert, dass die Kontodaten der Österreicher nicht unter den automatischen Datenaustausch fallen?“ – Sie wissen ganz genau, die ganze Zeit wird gesagt: Für die Österreicher wird beim Bankgeheimnis nichts angerührt. (Zwischenruf des Abg. Bucher. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben auch immer gesagt !) – Ja, natürlich! Bitte, seien Sie mir nicht böse! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Das wird täglich gesagt, und Sie kommen jedes Mal wieder daher!
Abg. Ing. Westenthaler: , Frau Präsidentin!
tation betreffend Bankgeheimnis angeht?! – Sie leugnen das. (Abg. Ing. Westenthaler: , Frau Präsidentin!) Für Sie kommt es da einfach nicht vor. (Zwischenruf des Abg. Grosz.) Ich muss Ihnen auch sagen, dass die Frage 10 zum Beispiel äußerst polemisch ist. (Ruf beim BZÖ: Wenn er von schnarchenden spricht!)
Abg. Ing. Westenthaler: immer nur bei uns ! – Ja- und Oh-Rufe bei der SPÖ in Richtung BZÖ.
Ich kann gerne die früheren Redebeiträge auch noch einmal aufrollen, Herr Abgeordneter! Das werde ich aber nicht tun, das habe ich in meinem Statement klargemacht. (Abg. Ing. Westenthaler: immer nur bei uns ! – Ja- und Oh-Rufe bei der SPÖ in Richtung BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Trauriger Rekord!
Herr Bundeskanzler! Herr Minister! Meine Herren Staatssekretäre! Frau Präsidentin! 4.06 Minuten, das dürfte nationaler Rekord sein – jedenfalls in der Zweiten Republik, darauf würde ich eine Wette eingehen. (Abg. Mag. Kogler: Was?) Die kürzeste Antwort eines Bundeskanzlers oder einer Regierungsmitgliedes auf eine Dringliche Anfrage, die gestellt wurde: 4.06 Minuten. (Abg. Ing. Westenthaler: Trauriger Rekord!)
Abg. Ing. Westenthaler: Bitte noch ein paar Belehrungen!
Das war schon einmal die Idee der altgriechischen Philosophen. Eine sehr tolle Idee, dass alles, was ein menschliches Antlitz trägt, die gleichen Rechte und Pflichten hat. Nur am weitesten von dieser hochstehenden Idee der Menschenliebe entfernt sind FPÖ und BZÖ. (Abg. Ing. Westenthaler: Bitte noch ein paar Belehrungen!) Ich wollte das nur an der Stelle sagen. Ansonsten haben Sie bei Gerichten keine Chance. Da gilt nämlich das Prinzip, die Gleichheit gilt für jene, die berechtigt sind, die Staatsbürger, und der Ausländer kann in der Frage gar nichts machen.
Abg. Ing. Westenthaler: Kommt schon noch! Kommt noch!
Bankgeheimnis heißt nicht mehr und nicht weniger, als dass Kreditinstitute, ihre Gesellschafter, ihre Organe, ihre Mitarbeiter Geheimnisse, die ihnen bekannt werden, nicht weitergeben dürfen. – Ja, daran wird doch überhaupt nichts geändert! Auch für Ausländer nicht. Das Einzige, was durchbrochen wird bei den Ausländern, ist, dass ein Datenaustausch über die Zinserträge erfolgt. Sonst gar nichts, bitte! Das ist doch völlig absurd. Wer will haben, dass ein Bankmitarbeiter ausplaudern kann, wie der Kontostand vom Herrn Kollegen ist oder was der sonst für Gewinne hat? Völlig absurd, bitte! Völlig absurd! (Abg. Ing. Westenthaler: Kommt schon noch! Kommt noch!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Ing. Westenthaler.
Abgeordneter Hermann Krist (SPÖ): Geschätzte Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Ich habe genau gewusst, dass Kollege Brosz mir zuvorkommen wird, aber nichtsdestotrotz kann ich es mir nicht verkneifen, meinem glücklichen Präsidenten zu gratulieren, dessen Team – die Trainer, die Mannschaft – eine tolle Saison gespielt und den Meistertitel errungen hat. Auch von meiner Seite noch einmal herzliche Gratulation! (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wien!
Aber, Herr Kollege Westenthaler, Sie lassen schon ein bisschen auch in die Seele des österreichischen Sportfans blicken, wenn Sie hier zuerst dem Kollegen Katzian als Präsidenten des FK Austria Memphis (Abg. Ing. Westenthaler: Wien!), des FK Austria Wien zum Meistertitel gratulieren, andererseits aber dann verteufeln, dass Politiker in ehrenamtlichen Funktionen in Vereinen tätig sind und hier politische Funktionen übernehmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Weil das kein Sportförderungsverein ist! Das ist Profifußball!)
Abg. Ing. Westenthaler: Weil das kein Sportförderungsverein ist! Das ist Profifußball!
Aber, Herr Kollege Westenthaler, Sie lassen schon ein bisschen auch in die Seele des österreichischen Sportfans blicken, wenn Sie hier zuerst dem Kollegen Katzian als Präsidenten des FK Austria Memphis (Abg. Ing. Westenthaler: Wien!), des FK Austria Wien zum Meistertitel gratulieren, andererseits aber dann verteufeln, dass Politiker in ehrenamtlichen Funktionen in Vereinen tätig sind und hier politische Funktionen übernehmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Weil das kein Sportförderungsverein ist! Das ist Profifußball!)
Abg. Ing. Westenthaler: Acht zu drei! Was ist nicht in den Händen der BSO?
Auch die Kontrolle ist einerseits stichprobenartig durch das Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport vorzunehmen (Abg. Ing. Westenthaler: Acht zu drei! Was ist nicht in den Händen der BSO?) und andererseits in der Grundförderung durch eine Ein- und Ausgabenrechnungslegung der Verbände, die einen Sachbericht zu verfassen haben. Bei der Maßnahmen- und Projektförderung werden eine definitive Kostenaufstellung und eine Darstellung der Kosten verlangt.
Beifall der Abgeordneten Schenk und Ing. Westenthaler. – Abg. Dr. Wittmann: Sehr mager!
Peter Westenthaler hat das richtig angesprochen. Wenn wir das jetzt wirklich beschließen – es wird heute ohnehin beschlossen, ich weiß –, dann werden die Leute draußen wieder sagen, die im Hohen Haus richten sich alles wieder. Das ist leider das Problem. (Beifall der Abgeordneten Schenk und Ing. Westenthaler. – Abg. Dr. Wittmann: Sehr mager!)
Beifall der Abgeordneten Schenk und Ing. Westenthaler.
Am Ende des Tages würde ich mir wünschen, Herr Minister, dass eben genau das der Fall ist, dass wir uns noch breiter aufstellen, vor allem endlich die Struktur verschlanken, die Kosten herunterfahren und das Geld dort einsetzen, wo es wichtig ist, nämlich bei den jungen Menschen, damit wir wieder erfolgreich sind und damit wir die besten Trainer einstellen können. Es soll nicht irgendjemand sagen können, das sei Freunderlwirtschaft. Das wünschen wir uns, wie ich meine, alle nicht. (Beifall der Abgeordneten Schenk und Ing. Westenthaler.)
Beifall der Abgeordneten Schenk und Ing. Westenthaler.
in Zukunft. Ich bitte um breite Unterstützung. – Vielen Dank. (Beifall der Abgeordneten Schenk und Ing. Westenthaler.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler
Und das Zweite ist: Wer sind denn die Funktionäre? – Die Funktionäre sind Leute wie Schröcksnadel und Markus Prock, der immerhin selbst Olympiateilnehmer war. Das sind Funktionäre, die vom Sport eine Ahnung haben, die bewiesen haben, dass sie es können (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler), und die verteilen die Mittel selbst dort, wo diese gebraucht werden. Vom Skiverband könnten alle anderen Verbände massiv etwas lernen, weil der eben am besten organisiert ist. Und so wird man wahrscheinlich auch zu besseren Lösungen kommen, wenn man die Sportverbände sich selbst ihre Regeln geben lässt und in dieser Hinsicht auch weiterarbeitet.
Beifall des Abg. Riepl. – Abg. Ing. Westenthaler: Dem Riepl gefällt es!
Ich bitte jene Damen und Herren, die dem vorliegenden Gesetzentwurf auch in dritter Lesung ihre Zustimmung geben, um ein Zeichen. – Das ist die Mehrheit. Der Gesetzentwurf ist somit auch in dritter Lesung angenommen. (Beifall des Abg. Riepl. – Abg. Ing. Westenthaler: Dem Riepl gefällt es!)
Abg. Zanger – auf Abgeordnete der SPÖ deutend, die zwischen den Bankreihen stehen und miteinander sprechen –: Was ist das für eine Gaudi, Herr Präsident? – Abg. Ing. Westenthaler: Haben die meisten Redner gemeldet, und keiner passt auf!
Abgeordneter Alois Gradauer (FPÖ): Herr Präsident! Ich bringe den Entschließungsantrag ein, den ich zunächst bei TOP 13 angekündigt habe. Ich beziehe mich auf III-336 der Beilagen. (Abg. Zanger – auf Abgeordnete der SPÖ deutend, die zwischen den Bankreihen stehen und miteinander sprechen –: Was ist das für eine Gaudi, Herr Präsident? – Abg. Ing. Westenthaler: Haben die meisten Redner gemeldet, und keiner passt auf!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Mehr Geld darf er nicht bekommen, der Rechnungshof!
Insgesamt danke ich sehr für die gewissenhafte, wichtige und wertvolle Tätigkeit des Rechnungshofes und wünsche einen schönen Abend und eine gute Heimfahrt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Mehr Geld darf er nicht bekommen, der Rechnungshof!)
Sitzung Nr. 206
Abg. Dr. Jarolim: Der Haider war eben ein Verbrecher! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Unerhört! – Abg. Scheibner: Letztklassig! – Abg. Ing. Westenthaler: So ein Skandal! Das ist der Justizsprecher der SPÖ! So ein Wappler! – Lebhafte Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Obernosterer. – Bitte. (Abg. Dr. Jarolim: Der Haider war eben ein Verbrecher! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Unerhört! – Abg. Scheibner: Letztklassig! – Abg. Ing. Westenthaler: So ein Skandal! Das ist der Justizsprecher der SPÖ! So ein Wappler! – Lebhafte Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.)
Beifall bei SPÖ und Grünen sowie der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein. – Abg. Ing. Westenthaler: Woher kommen die? – Rufe: Liezen!
Meine Damen und Herren, darf ich vielleicht mit einem profanen Satz beginnen und herzlich auf der Galerie eine Gruppe junger und jüngster Pensionisten aus Lienz begrüßen! (Rufe: Liezen!) Das sollte uns einen Applaus wert sein, zumindest von .... (Beifall bei SPÖ und Grünen sowie der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein. – Abg. Ing. Westenthaler: Woher kommen die? – Rufe: Liezen!) – Pensionisten aus Liezen, entschuldigen Sie bitte auf der Galerie!
Abg. Ing. Westenthaler: Einen Fan hast noch in deinen Reihen! – Abg. Mag. Wurm: Fanin bitte! Gendern!
Ich verstehe es bis heute nicht, warum diese Entscheidung so gefallen ist, wie sie gefallen ist. Es gab einschlägige Vorakte, es gab daneben eine Reihe anderer Hinweise, auch von ZeugInnen – Jugendliche – im Verfahren, die Ähnliches berichtet haben. Der Glaube an die Gerechtigkeit wird natürlich durch eine derartige Entwicklung relativ stark beeinträchtigt. Ich glaube daher, dass es sehr wohl richtig ist – anders als der Kollege Steinhauser –, dass wir es vorgezogen haben, hier diese Regelungen zu beschließen und gleichzeitig damit EU-Regelungen – wo es bis jetzt einen Rahmenbeschluss gegeben hat, wo es jetzt eine Richtlinie gibt – umzusetzen. (Beifall der Abg. Mag. Wurm.) – Danke schön, Kollegin Wurm. (Abg. Ing. Westenthaler: Einen Fan hast noch in deinen Reihen! – Abg. Mag. Wurm: Fanin bitte! Gendern!) – Ja, aber du hättest ja auch klatschen können!
Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das mit der ?
Wesentlich wird es also sein, dass wir diese Regeln, wenn wir sie anwenden, auch so anwenden, dass sie einfach von der Verfolgung her diese Missstände beheben. Wir wissen alle, Menschenhandel – und da gibt es Regelungen, die jetzt ganz massiv Verschärfungen ermöglichen – war bis dato etwas, wo wir immer wieder gesehen haben, da passiert zu wenig, und da wird in Zukunft wesentlich mehr passieren müssen. Das ist natürlich auch eine entsprechende Forderung, ein Ersuchen an die Frau Innenministerin. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das mit der ?)
Rufe bei der FPÖ: Steinhauser! – Zwischenrufe bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Mag. Schwentner und Ing. Westenthaler.
Und ich sage jetzt Folgendes dazu: Ich werde bei meinem konsequenten Vorgehen, wie ich es bisher an den Tag gelegt habe, auch weiter bleiben. Verurteilungen, Vorverurteilungen gegen wen auch immer, von wem auch immer in diesem Saal haben durch Ordnungsruf geahndet zu werden! Ich denke, das ist ein Grundprinzip, das für alle gilt, und ich habe auch jedes Mal einen Ordnungsruf erteilt. Daher auch dieses Mal – das nur zur Begründung. (Rufe bei der FPÖ: Steinhauser! – Zwischenrufe bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Mag. Schwentner und Ing. Westenthaler.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten des BZÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Die Frage ist ja nur, wo der geschlechtliche Bereich ist! – Abg. Ing. Westenthaler: Das weiß der Jarolim nicht?! – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, in diesem Sinne möchte ich diese Gelegenheit nutzen, noch einmal auf die sehr, sehr wichtige Ultima-Ratio-Funktion des Strafrechts hinzuweisen. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten des BZÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Die Frage ist ja nur, wo der geschlechtliche Bereich ist! – Abg. Ing. Westenthaler: Das weiß der Jarolim nicht?! – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das weiß er nicht, was der geschlechtliche Bereich ist!
Abgeordnete Mag. Sonja Steßl-Mühlbacher (SPÖ): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Frau Justizministerin! Danke für den Einwurf, Herr Kollege Jarolim, denn ich glaube, es gibt diverse Delikte im Strafgesetzbuch im Bereich der strafbaren Handlungen gegen die sexuelle Integrität und Selbstbestimmung, und diese stellen jeweils auf das Vorliegen einer geschlechtlichen Handlung ab. (Abg. Ing. Westenthaler: Das weiß er nicht, was der geschlechtliche Bereich ist!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler
Wenn wir uns das Strafgesetzbuch ansehen, haben wir diverse Delikte gegen die Ehre, gegen üble Nachrede – das ist sehr wohl strafrechtlich ahndbar und gesellschaftspolitisch nicht erwünscht –, und auf der anderen Seite sagen Sie aber einfach so lapidar dahin ... (Zwischenruf des Abg. Mag. Schönegger.) – Danke, Herr Kollege Schönegger! Aber es ist ja auch in der ÖVP (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler), wenn man sich die „Kronen Zeitung“ vom 26. Mai ansieht – dankenswerterweise hat die Frau Kollegin Aubauer auch dieses Thema hier aufgegriffen –, auch in der ÖVP nicht unumstritten, Herr Kollege Schönegger (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Schönegger), denn selbst Ihre ÖVP-Frauensprecherin Dorothea Schittenhelm verlangt strengere Strafen in diesem Zusammenhang.
Abg. Ing. Westenthaler: Will der Jarolim abschaffen!
Einen Aspekt möchte ich noch ganz kurz ansprechen, auf die Ausführungen des Kollegen Westenthaler eingehend, der das vor der Delegation der Liezener Pensionistinnen und Pensionisten sehr wortgewaltig vorgebracht hat. Aber man soll auch wissen, dass im österreichischen Strafrecht die lebenslange Freiheitsstrafe im Schnitt 22 Jahre dauert. Das heißt, es gibt sie de facto in dieser Form nicht, es gibt sie aber sehr wohl, und das sollten wir auch festhalten. Genau jene Täter, die von dir, Kollege Westenthaler, auch angesprochen worden sind und sehr wohl ihr gesamtes Leben hinter Gittern verbringen, das sind die gefährlichen Rechtsbrecher, und jene, die krankheitsbedingt als geistig abnorme Rechtsbrecher hinter Gittern sind, sind auch lebenslang hinter Gittern. Das heißt, wir führen hier eine falsche Diskussion, lebenslang bedeutet derzeit im Schnitt 22 Jahre. (Abg. Ing. Westenthaler: Will der Jarolim abschaffen!) Das wollte ich nur angeführt haben. – Danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Pfui Teufel, Jarolim! Pfui Teufel!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Frau Abgeordnete Mag. Jarmer gelangt nun zu Wort. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Pfui Teufel, Jarolim! Pfui Teufel!)
Abg. Ing. Westenthaler: Laden Sie gleich den Jarolim ein dazu!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Meine Damen und Herren, ich werde mir erlauben, diese Debatte jetzt zum Anlass zu nehmen, in der Präsidiale in den nächsten Tagen darüber zu reden. (Abg. Ing. Westenthaler: Laden Sie gleich den Jarolim ein dazu!) Ich habe Kollegem Jarolim heute schon zweimal einen Ordnungsruf erteilt (Bravoruf bei der FPÖ), weil er Verurteilungen und Vorverurteilungen vorgenommen hat. (Ruf bei der FPÖ: Richtig!) Dasselbe habe ich jetzt mehrfach von weiteren zwei Fraktionen vernommen, und ich hätte jetzt eigentlich serienweise Ordnungsrufe erteilen müssen.
Abg. Dr. Bartenstein: War das jetzt eine Pro- oder eine Kontrarede? – Abg. Ing. Westenthaler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Das weiß man nicht so genau!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Ing. Westenthaler. – Bitte. (Abg. Dr. Bartenstein: War das jetzt eine Pro- oder eine Kontrarede? – Abg. Ing. Westenthaler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Das weiß man nicht so genau!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der eine sagt „schlechtes Gesetz“, die andere sagt „Mittelweg“!
Die Regierungsparteien haben sich auf einen Mittelweg geeinigt, auf einen durchaus gangbaren, guten Mittelweg. (Abg. Ing. Westenthaler: Der eine sagt „schlechtes Gesetz“, die andere sagt „Mittelweg“!) Man wird aber beobachten müssen, wie sich das Gesetz in der Praxis auswirkt, denn ein Vertrauensverlust in die GesmbH-Konstruktion und eine stärkere Insolvenzanfälligkeit, wie das eben Skeptiker, Skeptikerinnen befürchten, sollen jedenfalls hintangehalten werden. Hier sollen die Skeptiker und Skeptikerinnen vor allem durch Fakten überzeugt werden, schließlich ist Vertrauen die Basis für eine funktionierende Wirtschaft. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dolinschek: Das war sehr dürftig! – Abg. Ing. Westenthaler: Haben wir nicht!
Ich gehe davon aus, dass alle Kenntnis vom Inhalt dieses Antrages haben. (Abg. Dolinschek: Das war sehr dürftig! – Abg. Ing. Westenthaler: Haben wir nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Den werden Sie doch lesen können!
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (fortsetzend): Der Abs. 3 in der mir vorliegenden Textvorlage lautet, Herr Kollege Westenthaler (Abg. Ing. Westenthaler: Den werden Sie doch lesen können!) – Na ja, es ist nicht so leicht. Es ist vor allem nicht so leicht, damit der Kollege Westenthaler das auch begreift, denn er wird das wahrscheinlich phonetisch hören, aber verstehen wird er es nicht. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (fortsetzend): Der Abs. 3 in der mir vorliegenden Textvorlage lautet, Herr Kollege Westenthaler (Abg. Ing. Westenthaler: Den werden Sie doch lesen können!) – Na ja, es ist nicht so leicht. Es ist vor allem nicht so leicht, damit der Kollege Westenthaler das auch begreift, denn er wird das wahrscheinlich phonetisch hören, aber verstehen wird er es nicht. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Ing. Westenthaler.
„bekannt zu geben, das seinerseits die zuständigen Dienststellen zu verständigen hat. (Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Ing. Westenthaler.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Das muss man nicht näher erklären! (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Sitzung Nr. 207
Abg. Ing. Westenthaler: Er musste dringend nach Fidschi!
In der Präsidialkonferenz ist festgehalten worden, dass der Außenminister bei anderen Tagesordnungspunkten vertreten wird, aber bei diesem Punkt anwesend sein wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Er musste dringend nach Fidschi!) Es muss eine Erklärung dafür geben, warum er trotz einer Vereinbarung mit dem Nationalrat diese Debatte schwänzt. Ich habe Herrn Staatssekretär Lopatka, der anwesend ist, gefragt, und er hat mir gesagt, der Herr Außenminister empfängt im Moment internationale Gäste im Außenministerium. Ich bin nicht bereit, das zu akzeptieren. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Öllinger: Was sagt der Staatssekretär? Redet überhaupt niemand von der Bundesregierung? – Abg. Dr. Hübner – auf dem Weg zum Rednerpult –: Kommt schon! Der Staatssekretär hört sich einmal die Argumente an, dann wird er fundiert darauf antworten! – Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht auch ein Bild von der Ankunft der Soldaten!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Dr. Hübner. – Bitte. (Abg. Öllinger: Was sagt der Staatssekretär? Redet überhaupt niemand von der Bundesregierung? – Abg. Dr. Hübner – auf dem Weg zum Rednerpult –: Kommt schon! Der Staatssekretär hört sich einmal die Argumente an, dann wird er fundiert darauf antworten! – Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht auch ein Bild von der Ankunft der Soldaten!)
Sitzung Nr. 211
ironische Heiterkeit beim BZÖ – Abg. Ing. Westenthaler: Ich hab gar nicht gewusst, dass du so komisch sein kannst! echt einen Humor!
Und da, muss ich sagen, hat die SPÖ ja bislang eine Trendwende in der Steuerpolitik durchgesetzt (ironische Heiterkeit beim BZÖ – Abg. Ing. Westenthaler: Ich hab gar nicht gewusst, dass du so komisch sein kannst! echt einen Humor!): Bankenabgabe, Wertpapier-KESt, Immobilienspekulationssteuer, Reduktion der Stiftungsprivilegien, Solidarbeitrag für Topverdiener, Einschränkung der Gruppenbesteuerung. – Ich kann die Liste noch einmal in aller Ruhe aufzählen, das ist so.
Abg. Krainer: Das ist falsch! – Abg. Ing. Westenthaler: Sicher stimmt das! – weitere Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Krainer und Ing. Westenthaler
Wir haben heute in Österreich eine Rekordarbeitslosigkeit, wie sie seit dem Jahr 1945 (Abg. Krainer: Das ist falsch! – Abg. Ing. Westenthaler: Sicher stimmt das! – weitere Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Krainer und Ing. Westenthaler), seit dieser Zeit in dieser Dimension nicht gegeben war. Das ist dramatisch! Und wenn Sie so tun, als wäre das eine Erfindung der Opposition, dann sind Sie die Beschwichtiger,
Abg. Ing. Westenthaler: Das BZÖ!
Abgeordneter Josef Muchitsch (SPÖ): Sehr geschätzter Herr Präsident! Sehr geschätzte Frau Finanzministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bin dem BZÖ durchaus dankbar für diese Sondersitzung, weil sie die Möglichkeit bietet, das Baukonjunkturpaket zu diskutieren und auch aufzuzeigen, welche Auswirkungen es hat. Dass sich hier nicht alle Parteien einig sind, wie sich das auswirkt, ist klar, das ist Politik. Da gibt es die Politik der Regierenden, die Verantwortung haben in diesem Land, und die Politik der Opposition, die versucht, hier Gewisses schlechtzureden. Aber Fakt ist, es gibt da jemanden in diesem Land, der nicht wegschaut bei steigenden Firmenpleiten, und es gibt da jemanden in diesem Land, der nicht wegschaut bei steigender Arbeitslosigkeit. (Abg. Ing. Westenthaler: Das BZÖ!) Das ist der Bundeskanzler Werner Faymann mit seiner Bundesregierung. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Kickl: Da musst du selber lachen!)
Sitzung Nr. 215
Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit des Abg. Petzner. – Abg. Bucher: Das war eine Aussendung der Parlamentskorrespondenz! – Abg. Ing. Westenthaler: Was haben Sie gegen die Parlamentskorrespondenz? – Zwischenruf des Abg. Petzner.
Ich bekenne mich dazu, meine sehr verehrten Damen und Herren, dass ich einmal in einem Ausschuss, der vertraulich war, bei den Ausschussberatungen gesagt habe (Zwischenruf des Abg. Brosz), die Hypo scheint ein Fass ohne Boden zu sein – ein vertraulicher Ausschuss! Das in die Öffentlichkeit getragen und breitgetreten zur Verunsicherung aller haben Sie, meine sehr verehrten Damen und Herren von der Opposition! (Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit des Abg. Petzner. – Abg. Bucher: Das war eine Aussendung der Parlamentskorrespondenz! – Abg. Ing. Westenthaler: Was haben Sie gegen die Parlamentskorrespondenz? – Zwischenruf des Abg. Petzner.)
Anhaltender Beifall bei SPÖ, FPÖ, Grünen, BZÖ und Team Stronach. – Bravorufe beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Eine anständige Präsidentin! – Abg. Ing. Westenthaler: Diese abgehobene Ministerin! Ungeheuerlich!
Frau Bundesministerin, wir haben es bis jetzt geschafft, ohne Vorwürfe wie „Wahlkampfrhetorik“ und „Wahlkampfgeplänkel“ auszukommen (Rufe bei der ÖVP: Bitte?!), auch wenn die Wahlen bevorstehen, ich würde daher bitten, das auch beizubehalten. (Anhaltender Beifall bei SPÖ, FPÖ, Grünen, BZÖ und Team Stronach. – Bravorufe beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Eine anständige Präsidentin! – Abg. Ing. Westenthaler: Diese abgehobene Ministerin! Ungeheuerlich!)
Abg. Rädler – in Richtung FPÖ –: Das war staatstragend! – Anhaltende Zwischenrufe. – Abg. Ing. Westenthaler: Ob die Frau Fekter als künftige Zweite Präsidentin das auch so sieht? – Abg. Grosz: Frau Minister, halten Sie heute auch eine Abschiedsrede?
Ich mache darauf aufmerksam, dass gemäß der Geschäftsordnung kein Redner/keine Rednerin länger als 10 Minuten sprechen darf. Jedem Klub kommt eine Gesamtredezeit von 25 Minuten zu. (Abg. Rädler – in Richtung FPÖ –: Das war staatstragend! – Anhaltende Zwischenrufe. – Abg. Ing. Westenthaler: Ob die Frau Fekter als künftige Zweite Präsidentin das auch so sieht? – Abg. Grosz: Frau Minister, halten Sie heute auch eine Abschiedsrede?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das sollte sie als künftige Präsidentin wissen!
Ich stelle tatsächlich richtig, dass das kein geheimer Ausschuss war (Bundesministerin Dr. Fekter: Ich habe nichts von geheim gesagt!) und keine vertraulichen Informationen, sondern dass das der öffentliche EU-Unterausschuss vom 9. April 2013 war (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Genau! Danke!) und dass es dazu eine entsprechende öffentliche Aussendung der „Parlamentskorrespondenz“ gibt (Abg. Ing. Westenthaler: Das sollte sie als künftige Präsidentin wissen!), aus der ich wortwörtlich zitiere:
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Bundesministerin Dr. Fekter –: Da fällt Ihnen kein Zacken aus der Krone, wenn Sie sich einmal entschuldigen!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zu Wort gelangt Herr Klubobmann Dr. Cap. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Bundesministerin Dr. Fekter –: Da fällt Ihnen kein Zacken aus der Krone, wenn Sie sich einmal entschuldigen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Erzählen Sie uns etwas über die BAWAG!
Wenn man weiß, dass diese Landeshaftung bei rund 20 Milliarden € gelegen ist und das dann zu dieser Notverstaatlichung geführt hat, um zu vermeiden, dass das schlagend wird, und wenn man weiß, dass in der Landesaufsicht Landeshauptmann Jörg Haider und ein Beamter gesessen sind, die es offensichtlich verabsäumt haben, das Risiko des Schlagendwerdens der Landeshaftung in der damaligen Zeit schon zu minimieren – er war ein Jurist und muss wohl gewusst haben, was er da tut; er wird ja auch gewusst haben, dass, wenn Kärnten das nicht mehr schafft, das alle Steuerzahlerinnen und Steuerzahler in Österreich zu bezahlen haben (Abg. Ing. Westenthaler: Erzählen Sie uns etwas über die BAWAG!) –, dann muss man sagen, dass das das wirkliche Thema des heutigen Tages ist, das wir zu diskutieren haben, und nicht das Schuldzuweisungsfestival. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Petzner: was ein Ausfallsbürge ist?)
Abg. Ing. Westenthaler: Zwei Sachen zur BAWAG!
Die Diskussion über die Bad Bank, muss ich sagen, ist überhaupt das Allerbeste. (Abg. Ing. Westenthaler: Zwei Sachen zur BAWAG!) Vor zwei Jahren hätten wir vielleicht darüber diskutieren können, dass man das probiert. Aber diese Was-wäre-wenn-Diskussion, wo dann lauter (Zwischenruf des Abg. Dr. Strutz.) – Kollege Strutz möchte auch mitdiskutieren? Das ist aber interessant, denn Sie, Kollege Strutz, kommen auf meiner Liste auch vor. Sie sind auch dort irgendwo gesessen, sind sicherlich auch Gast im Untersuchungsausschuss in Kärnten gewesen und sollten eigentlich mehr wissen, als auf meiner Liste steht. Also kommen Sie bitte heraus und erzählen Sie ein bisschen etwas. (Abg. Dr. Strutz: Mache ich gerne!)
Abg. Ing. Westenthaler: Könnten wir noch was zur BAWAG hören?
Daher sage ich nur: Man soll nicht vergessen, wie sich das abgespielt hat – und daher auch die nötigen Schlussfolgerungen, wie sich Banken organisieren, was sie für Handlungsspielräume haben, wie die Haftungsregelungen sind und, und, und, all das, was ja auf internationaler und nationaler Ebene geschieht. (Abg. Ing. Westenthaler: Könnten wir noch was zur BAWAG hören?)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Cap, was ist mit der BAWAG gewesen? Die BAWAG war eine Lappalie?
Die Bankenabgabe ist ebenfalls ein ganz wichtiger Punkt, der in diesem Zusammenhang berücksichtigt werden muss, damit es nicht immer der Steuerzahler und die Steuerzahlerin sind, die das zu zahlen haben, und damit es auch eine Solidarität der Banken untereinander gibt! (Abg. Grosz: Und ein bisschen was zur Kommunalkredit! Da hätten wir auch gerne was gehört, Herr Kollege Cap!) – Das ist fad, was Sie sagen, denn wir diskutieren heute über die Landes-Hypo – Sie haben schön langsam eh schon so einen Kärntner Blick, das heißt, mir gelingt es, mit meiner Argumentation durchzudringen –, denn die ist das heutige Thema. Da geht es um eine Dimension, im Vergleich zu der alle anderen Dimensionen in Relation eine Lappalie sind, nämlich um 19 Milliarden €, 20 Milliarden € Ausfallshaftung. (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Cap, was ist mit der BAWAG gewesen? Die BAWAG war eine Lappalie?)
Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit beim BZÖ. – Abg. Grosz: Diese Bilder! Wir möchten von deiner Rute nichts wissen! – Abg. Ing. Westenthaler: Wir möchten von deiner Rute nichts wissen! Lass deine Rute eingesteckt!
Da, in diesem Kreis (der Redner deutet in Richtung BZÖ) – meine Wünschelrute schlägt aus –, orte ich die Verantwortlichkeiten. (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit beim BZÖ. – Abg. Grosz: Diese Bilder! Wir möchten von deiner Rute nichts wissen! – Abg. Ing. Westenthaler: Wir möchten von deiner Rute nichts wissen! Lass deine Rute eingesteckt!) – Je lauter der Zwischenruf, desto schlechter das Gewissen! Das möchte ich noch einmal in aller Deutlichkeit gesagt haben. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Grosz: Josef Cap seine Rute! Wie bekomme ich diese Bilder aus dem Kopf?! – Abg. Ing. Westenthaler: Lass deine Rute eingesteckt! Das ist ja fürchterlich! Diese Bilder!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Grosz: Josef Cap seine Rute! Wie bekomme ich diese Bilder aus dem Kopf?! – Abg. Ing. Westenthaler: Lass deine Rute eingesteckt! Das ist ja fürchterlich! Diese Bilder!
Da, in diesem Kreis (der Redner deutet in Richtung BZÖ) – meine Wünschelrute schlägt aus –, orte ich die Verantwortlichkeiten. (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit beim BZÖ. – Abg. Grosz: Diese Bilder! Wir möchten von deiner Rute nichts wissen! – Abg. Ing. Westenthaler: Wir möchten von deiner Rute nichts wissen! Lass deine Rute eingesteckt!) – Je lauter der Zwischenruf, desto schlechter das Gewissen! Das möchte ich noch einmal in aller Deutlichkeit gesagt haben. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Grosz: Josef Cap seine Rute! Wie bekomme ich diese Bilder aus dem Kopf?! – Abg. Ing. Westenthaler: Lass deine Rute eingesteckt! Das ist ja fürchterlich! Diese Bilder!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die hört nicht einmal zu!
Sie sind eine Finanzministerin, die oftmals eine lockere Zunge hat, aber das berechtigt Sie natürlich nicht dazu, solche Unwahrheiten zum Besten zu geben und im Raum stehen zu lassen. (Abg. Ing. Westenthaler: Die hört nicht einmal zu!) So gesehen war die Richtigstellung vorher wichtig, natürlich auch vonseiten der Präsidentin ein Ordnungsruf im Sinne der Präsidiale, keine Frage.
Abg. Ing. Westenthaler: Der Wünschelrutengeher!
Wenn dann natürlich der Herr Klubobmann Cap herauskommt (Abg. Ing. Westenthaler: Der Wünschelrutengeher!) und von den Landeshaftungen redet, die in der Zeit des SPÖ-Landeshauptmanns Ambrozy initiiert worden sind, was er völlig vergisst und links liegen lässt, aber natürlich wieder mit dem Gespenst Jörg Haider daherkommt, dann muss ich sagen: Bitte vergessen Sie doch nicht Ihren SPÖ-Landeshauptmann Ambrozy, der mit den Landeshaftungen begonnen hat! (Beifall bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Grosz: Der Köfer ist auch einmal mit der Wünschelrute ... gegangen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Idee der SPÖ!
Verschweigen Sie den nicht, denn der hat das begonnen, so wie im roten Wien der Häupl, so wie im schwarzen Niederösterreich der Pröll! (Abg. Ing. Westenthaler: Die Idee der SPÖ!) Das ist das Muster der Landeshaftungen, das unter Rot und Schwarz überall gelebt wird – und es war dann leider damals neben SPÖ und ÖVP in Kärnten auch die FPÖ dabei und hat mitgestimmt. Ja, das ist vielleicht ein Vorwurf, den man machen kann, dass man ein rot-schwarzes System mitgetragen hat, das unter einem roten Kärntner Landeshauptmann Ambrozy initiiert worden ist.
Abg. Ing. Westenthaler: Ein roter Skandal in Wahrheit!
Genau darum geht es, und da versuchen Sie sich dann abzuputzen. Genauso wie es natürlich schon interessant ist, dass genau jene Behörden beteiligt waren: die Finanzmarktaufsicht, die Oesterreichische Nationalbank. Und wer war denn damals der Gouverneur, der das beaufsichtigt hat, als die Hypo verkauft wurde? – Das war zufälligerweise Herr Liebscher. Ui! (Abg. Ing. Westenthaler: Ein roter Skandal in Wahrheit!)
Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!
Diese Frage stellt sich, und genau das gilt es aufzuklären. Wie kommen die österreichischen Steuerzahler dazu, die Verantwortung der Bayern wegzuwischen? Die Bayern haben sich im wahrsten Sinne des Wortes vor lauter Lachen auf die Schenkel geklopft über diese – Entschuldigung, ich verwende den Begriff – unglaublich unfähigen Herrschaften, die aus Österreich gekommen sind und die Bayern aus ihrer Verantwortung herausgelassen haben. (Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!) Die haben sich auf die Schenkel geklopft! Die haben es ja selbst nicht für möglich gehalten, was da für unfähige Herrschaften kommen und dann die Österreicher in so eine Malaise hineinreiten. Und genau darum geht es! Deshalb muss das aufgeklärt werden, und zwar restlos. Das ist Ihre Verantwortung.
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Krainer – das Rednerpult verlassend –: Das ist einfach die Wahrheit! – Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie das mit der Wünschelrute ausgerechnet?
Wir haben eine Steuerbelastung von unter 43 Prozent. (Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.) Die höchste Steuerbelastung hatte Österreich unter dem blauen Finanzminister Grasser mit 45 Prozent. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Krainer – das Rednerpult verlassend –: Das ist einfach die Wahrheit! – Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie das mit der Wünschelrute ausgerechnet?)
Abg. Ing. Westenthaler: Unter wem war das?
Im Jahre 1992 wurden unter dem damaligen Kärntner Landeshauptmann Christof Zernatto, Österreichische Volkspartei, im Kärntner Landtag erstmals die sogenannten Ausfallsbürgschaften für die Hypo Alpe-Adria beschlossen. (Abg. Ing. Westenthaler: Unter wem war das?) – Zernatto, Österreichische Volkspartei.
Abg. Ing. Westenthaler: Das wird eh so sein! – Ruf bei der ÖVP: Und Ihre?
zu Ende gehen wird (Abg. Ing. Westenthaler: Das wird eh so sein! – Ruf bei der ÖVP: Und Ihre?), dass das Ihre letzte Aktion war und vielleicht auch Ihr letzter Auftritt in diesem österreichischen Parlament, und Sie politisch dorthin verfrachtet werden, wo Sie hergekommen sind. (Beifall bei BZÖ und FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wetten werden angenommen!)
Beifall bei BZÖ und FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wetten werden angenommen!
zu Ende gehen wird (Abg. Ing. Westenthaler: Das wird eh so sein! – Ruf bei der ÖVP: Und Ihre?), dass das Ihre letzte Aktion war und vielleicht auch Ihr letzter Auftritt in diesem österreichischen Parlament, und Sie politisch dorthin verfrachtet werden, wo Sie hergekommen sind. (Beifall bei BZÖ und FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wetten werden angenommen!)
Abg. Ursula Haubner: Blödsinn! – Abg. Petzner: Dreieinhalb Jahre! Falsch! Dreieinhalb! – Abg. Ing. Westenthaler: So ein Blödsinn! Dreieinhalb Jahre!
Gestern bestätigte der Oberste Gerichtshof, dass der Bankier dieses Jörg Haider – und nichts anderes war Herr Kulterer, Exekutor der dortigen Politik – rechtskräftig zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden ist. Die Fragestellung (Abg. Ursula Haubner: Blödsinn! – Abg. Petzner: Dreieinhalb Jahre! Falsch! Dreieinhalb! – Abg. Ing. Westenthaler: So ein Blödsinn! Dreieinhalb Jahre!) – Herr Westenthaler empfindet dreieinhalb Jahre als eine Bagatelle, das nehmen wir zur Kenntnis. (Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) – Beim BMW-Fahren wieder aufpassen! (Abg. Ing. Westenthaler: Du hast ja keine Ahnung! – Zwischenrufe der Abgeordneten Ursula Haubner und Petzner.) Dieses System gilt es aufzuräumen.
Abg. Ing. Westenthaler: Du hast ja keine Ahnung! – Zwischenrufe der Abgeordneten Ursula Haubner und Petzner.
Gestern bestätigte der Oberste Gerichtshof, dass der Bankier dieses Jörg Haider – und nichts anderes war Herr Kulterer, Exekutor der dortigen Politik – rechtskräftig zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden ist. Die Fragestellung (Abg. Ursula Haubner: Blödsinn! – Abg. Petzner: Dreieinhalb Jahre! Falsch! Dreieinhalb! – Abg. Ing. Westenthaler: So ein Blödsinn! Dreieinhalb Jahre!) – Herr Westenthaler empfindet dreieinhalb Jahre als eine Bagatelle, das nehmen wir zur Kenntnis. (Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) – Beim BMW-Fahren wieder aufpassen! (Abg. Ing. Westenthaler: Du hast ja keine Ahnung! – Zwischenrufe der Abgeordneten Ursula Haubner und Petzner.) Dieses System gilt es aufzuräumen.
Abg. Ing. Westenthaler: Schläft den ganzen Tag und stellt sich dann da her!
Dann herzugehen und sich plärrend auf die Straße zu stellen, während das Gebäude noch brennt, ist einfach eine dermaßen unappetitliche Vorgangsweise. (Abg. Ing. Westenthaler: Schläft den ganzen Tag und stellt sich dann da her!)
Abg. Ing. Westenthaler: Du schläfst ja sonst den ganzen Tag! – Zwischenruf des Abg. Petzner.
Für all jene, die sich bemühen, das zu löschen, ist es schwierig genug, die Aufräumarbeiten zu machen. Es will heute noch niemand die Bank kaufen. Es will heute noch niemand die Teile kaufen. Sie ist in einen Zustand gebracht worden, in dem sie niemand haben will. (Abg. Ing. Westenthaler: Du schläfst ja sonst den ganzen Tag! – Zwischenruf des Abg. Petzner.)
Abg. Grosz: Jetzt ist er einmal munter! – Abg. Ing. Westenthaler: Der schläft ja den ganzen Tag! Ein Siebenschläfer! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ sowie des Abg. Krainer. – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Jetzt kommen wir zu der Fragestellung: Ist die Notverstaatlichung zu Recht erfolgt oder nicht? Ist die Notverstaatlichung zu Recht erfolgt? (Abg. Grosz: Jetzt ist er einmal munter! – Abg. Ing. Westenthaler: Der schläft ja den ganzen Tag! Ein Siebenschläfer! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ sowie des Abg. Krainer. – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Lieber Buberl-Partie als Siebenschläfer!
Herr Westenthaler zum Beispiel will das in seiner Hysterie gar nicht hören, weil da der Rest seiner Argumentation zusammenbricht – beim sogenannten Herrn Ingenieur, der bei der FPÖ gelernt hat, auch einer aus der Buberl-Partie, die sich hier gefunden hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Lieber Buberl-Partie als Siebenschläfer!) Herr Grasser, der auch da dabei war, hat die Wandelanleihen unterschrieben, die Sie uns vorgehalten haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie schlafen ja dauernd! Sie sind ja nie da! – Zwischenruf des Abg. Petzner.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie schlafen ja dauernd! Sie sind ja nie da! – Zwischenruf des Abg. Petzner.
Herr Westenthaler zum Beispiel will das in seiner Hysterie gar nicht hören, weil da der Rest seiner Argumentation zusammenbricht – beim sogenannten Herrn Ingenieur, der bei der FPÖ gelernt hat, auch einer aus der Buberl-Partie, die sich hier gefunden hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Lieber Buberl-Partie als Siebenschläfer!) Herr Grasser, der auch da dabei war, hat die Wandelanleihen unterschrieben, die Sie uns vorgehalten haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie schlafen ja dauernd! Sie sind ja nie da! – Zwischenruf des Abg. Petzner.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie schlafen ja! Sie sind ja geistig immer abwesend! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
licherweise programmatischen Stil der Bayern (Abg. Ing. Westenthaler: Sie schlafen ja! Sie sind ja geistig immer abwesend! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Petzner: Du kannst dich auch hinsetzen! – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Herr Präsident, wollen Sie den draußen schreien lassen – oder können wir weitermachen? Da besteht natürlich die Gefahr, dass er wie beim Fußballstadion beim Wegfahren Probleme hat. (Abg. Petzner: Du kannst dich auch hinsetzen! – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wechselst jede Woche die Haarfarbe und dann stellst dich da heraus!
Herr Ing. Westenthaler ist ja der, der immer zum Fußballmatch gehen muss, wenn hier Parlamentssitzung ist und dann draußen mit den Polizisten Schwierigkeiten hat. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.) Das ist er, der Herr Westenthaler. Aber hier kann er schreien. Schreien Sie weiter, das ist ja völlig wurscht. Ihr Beitrag interessiert eh niemanden. (Abg. Ing. Westenthaler: Wechselst jede Woche die Haarfarbe und dann stellst dich da heraus!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber das ist zur Sache!
Präsident Fritz Neugebauer: Herr Kollege Westenthaler! Zwischenrufe zur Sache sind ja sicher sehr interessant, aber Sie diffamieren ununterbrochen den Redner. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber das ist zur Sache!) Sie diffamieren ununterbrochen den Redner. Wir wollen hier eine wertschätzende Debatte der Person gegenüber führen, auch wenn in der Sache Unterschiede bestehen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Präsident Fritz Neugebauer: Herr Kollege Westenthaler! Zwischenrufe zur Sache sind ja sicher sehr interessant, aber Sie diffamieren ununterbrochen den Redner. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber das ist zur Sache!) Sie diffamieren ununterbrochen den Redner. Wir wollen hier eine wertschätzende Debatte der Person gegenüber führen, auch wenn in der Sache Unterschiede bestehen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Nein, über deine habe ich geredet!
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (fortsetzend): Das spricht dann für meinen Beitrag, denn wenn Kollege Westenthaler so hysterisch schreit und sich über seine eigene Haarfarbe und die Menschen unterhält (Abg. Ing. Westenthaler: Nein, über deine habe ich geredet!), dann weiß ich, dass er zu verhindern versucht, dass wir über den Inhalt reden, der ihm unangenehm ist. Wir werden trotzdem darüber reden, Herr Ing. Westenthaler! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Dein Schlafplatz ist neben Krainer! – Abg. Petzner: Gute Nacht!
Es ist Ihre Fraktion, die dort in Kärnten die Verantwortung hatte. Diese Verstaatlichung musste erfolgen, denn sonst hätten wir die Refinanzierungskosten unserer Staatsschulden in einem Ausmaß in die Höhe getrieben, dass es nicht mehr möglich gewesen wäre, ohne in eine ähnliche Situation wie Zypern oder ein anderes Land zu kommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Dein Schlafplatz ist neben Krainer! – Abg. Petzner: Gute Nacht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Gute Nacht! Geh wieder schlafen!
Das heißt, diese Art von Politik, die Politik von Haider und Co. inklusive Westenthaler und Ähnlicher, denen die Schilder auf den Kopf fallen, wenn sie sich kurzfristig dazwischen verabschieden, hat das gesamte Land in Geiselhaft genommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Gute Nacht! Geh wieder schlafen!) Für diese Geiselhaft bezahlt der Steuerzahler, der hoffentlich abrechnen wird, indem die Fraktion nicht mehr da ist, indem der Herr Westenthaler und seine ganze Fraktion nicht mehr da sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist doch eine Peinlichkeit!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist doch eine Peinlichkeit!
Das heißt, diese Art von Politik, die Politik von Haider und Co. inklusive Westenthaler und Ähnlicher, denen die Schilder auf den Kopf fallen, wenn sie sich kurzfristig dazwischen verabschieden, hat das gesamte Land in Geiselhaft genommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Gute Nacht! Geh wieder schlafen!) Für diese Geiselhaft bezahlt der Steuerzahler, der hoffentlich abrechnen wird, indem die Fraktion nicht mehr da ist, indem der Herr Westenthaler und seine ganze Fraktion nicht mehr da sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist doch eine Peinlichkeit!)
Abg. Ursula Haubner: Ist das jetzt zu Westenthaler oder zur Hypo?
Das hilft aber den Österreichern nicht weiter (Abg. Ursula Haubner: Ist das jetzt zu Westenthaler oder zur Hypo?), weil sie den Schaden des Systems Haider zu bedienen haben. Dessen Epigonen setzen sich dann auch noch hier her und machen sich auch noch lustig darüber, dass der Rest für das Desaster zahlen muss. (Abg. Petzner: Was heißt „Epigonen“? – Abg. Ursula Haubner: Was soll das heißen, „Epigonen“? – Abg. Ing. Westenthaler: Was heißt hier „Epigonen“? – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) Schämen Sie sich einmal dafür und übernehmen Sie einmal Verantwortung! (Abg. Ing. Westenthaler: Sag einmal, hast du was getrunken? – Zwischenruf des Abg. Petzner.)
Abg. Petzner: Was heißt „Epigonen“? – Abg. Ursula Haubner: Was soll das heißen, „Epigonen“? – Abg. Ing. Westenthaler: Was heißt hier „Epigonen“? – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Das hilft aber den Österreichern nicht weiter (Abg. Ursula Haubner: Ist das jetzt zu Westenthaler oder zur Hypo?), weil sie den Schaden des Systems Haider zu bedienen haben. Dessen Epigonen setzen sich dann auch noch hier her und machen sich auch noch lustig darüber, dass der Rest für das Desaster zahlen muss. (Abg. Petzner: Was heißt „Epigonen“? – Abg. Ursula Haubner: Was soll das heißen, „Epigonen“? – Abg. Ing. Westenthaler: Was heißt hier „Epigonen“? – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) Schämen Sie sich einmal dafür und übernehmen Sie einmal Verantwortung! (Abg. Ing. Westenthaler: Sag einmal, hast du was getrunken? – Zwischenruf des Abg. Petzner.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sag einmal, hast du was getrunken? – Zwischenruf des Abg. Petzner.
Das hilft aber den Österreichern nicht weiter (Abg. Ursula Haubner: Ist das jetzt zu Westenthaler oder zur Hypo?), weil sie den Schaden des Systems Haider zu bedienen haben. Dessen Epigonen setzen sich dann auch noch hier her und machen sich auch noch lustig darüber, dass der Rest für das Desaster zahlen muss. (Abg. Petzner: Was heißt „Epigonen“? – Abg. Ursula Haubner: Was soll das heißen, „Epigonen“? – Abg. Ing. Westenthaler: Was heißt hier „Epigonen“? – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) Schämen Sie sich einmal dafür und übernehmen Sie einmal Verantwortung! (Abg. Ing. Westenthaler: Sag einmal, hast du was getrunken? – Zwischenruf des Abg. Petzner.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: So ein Ungustl! – Zwischenrufe der Abgeordneten Ursula Haubner und Petzner.
Ich „gratuliere“ Ihnen, Herr Petzner! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: So ein Ungustl! – Zwischenrufe der Abgeordneten Ursula Haubner und Petzner.)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kannst wieder schlafen gehen – oder zum Friseur!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Podgorschek. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kannst wieder schlafen gehen – oder zum Friseur!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Sie haben keinen Zwischenruf zur Sache, Sie stören ständig. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Bitte noch einen!
Herr Abgeordneter Westenthaler, ich erteile Ihnen einen Ordnungsruf. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Bitte noch einen!)
Anhaltender Beifall bei der ÖVP. – Abg. Petzner: Na, geh bitte! – Abg. Ing. Westenthaler: Kranebitter ist wegen dem BZÖ zurückgetreten! Was wir alles können! – Abg. Petzner: Die böse Opposition! – Weitere Zwischenrufe bei Abgeordneten von BZÖ und FPÖ.
Meine Damen und Herren, ein Letztes noch: Wenn der jetzt ausgeschiedene Aufsichtsratsvorsitzende Ditz und auch der ausscheidende Vorsitzende des Vorstandes Kranebitter so deutlich und eindringlich darauf hingewiesen haben, dass dieses ständige politische Anschütten der Bank und der Sanierung der besseren Verwertung der Assets der Bank schadet, dann haben sie nicht uns gemeint, sondern Sie. (Anhaltender Beifall bei der ÖVP. – Abg. Petzner: Na, geh bitte! – Abg. Ing. Westenthaler: Kranebitter ist wegen dem BZÖ zurückgetreten! Was wir alles können! – Abg. Petzner: Die böse Opposition! – Weitere Zwischenrufe bei Abgeordneten von BZÖ und FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo würden Sie uns einordnen?
Abgeordneter Mag. Wolfgang Gerstl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Frau Bundesminister! Ich glaube, die vorige Debatte hat klar gezeigt, wohin der Weg geht. Den rechten Parteien ist dieser Entwurf viel zu wenig extrem, und den linken Parteien, sprich den Grünen, ist er ganz genauso zu wenig extrem – nur jeweils in die andere Richtung. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo würden Sie uns einordnen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ganz arg!
nach der Gesinnung vergeben werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ganz arg!) – Ich möchte heute nicht das wiederholen, was ich im Ausschuss schon gesagt habe, sondern ich möchte jetzt gerne wiederholen, was der Vertreter von „SOS Mitmensch“ am Dienstag im „Report“ gesagt hat.
Sitzung Nr. 216
Abg. Petzner: Von 21 auf 24 reduziert? – Abg. Ing. Westenthaler: Von 21 auf 24 reduziert? Das ist eine Rechnung!
Zweitens, was ist dann passiert? – Herr Kollege Kogler, die Bank hat inzwischen ein Drittel der negativen Assets abgebaut. Es ist die Bilanzsumme von 21 Milliarden € auf 24 Milliarden € reduziert worden. (Abg. Petzner: Von 21 auf 24 reduziert? – Abg. Ing. Westenthaler: Von 21 auf 24 reduziert? Das ist eine Rechnung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Von 21 auf 24 wird nicht reduziert!
Das heißt, damit ist auch der Schaden reduziert worden. Die Haftung des Landes Kärnten wurde von 20 Milliarden € auf 14 Milliarden € reduziert, und damit ist auch das Risiko reduziert worden. (Abg. Ing. Westenthaler: Von 21 auf 24 wird nicht reduziert!) Man hat das Risikomanagement in der Bank State of the Art neu aufgebaut und hat dann auch die einzelnen Töchter in Südosteuropa zu verkaufsfähigen Einheiten rekonstruiert. Und damit werden wir jetzt anhand des Rekonstruierungsplans weiter fortfahren.
He-Ruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Es ist nicht gerechtfertigt, an meinen Vorgänger permanent diese Verleumdungsvorwürfe zu richten. Er kann sich nicht wehren. (Abg. Mag. Kogler: Er sagt ja auch nicht aus!) Er wird sich auch nicht wehren, aber Sie als Abgeordneter sind immun und können hier alle Vorwürfe unter Straflosigkeit bringen. (He-Ruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Das ist unsachlich, Herr Kogler. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Linder: Ich wollte wissen, warum er gegangen ist! – Abg. Ing. Westenthaler: Die Frage war, warum er gegangen ist! – Weitere Rufe: Warum ist er gegangen?
Auch jetzt ist die Bank handlungsfähig. Wir haben zwei Vorstände in der Bank. Der eine hat bereits (Abg. Linder: Ich wollte wissen, warum er gegangen ist! – Abg. Ing. Westenthaler: Die Frage war, warum er gegangen ist! – Weitere Rufe: Warum ist er gegangen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein lange geplanter Abgang! Die Karriereplanung des Herrn Kranebitter!
Herr Kranebitter hat mir bereits vor längerer Zeit Folgendes gesagt: Er hatte ursprünglich vor, als Übergangsregelung drei Jahre zu bleiben und hat jetzt aus freien Stücken den Rückzug angetreten. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein lange geplanter Abgang! Die Karriereplanung des Herrn Kranebitter!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Brosz: Können Sie nicht die Frage beantworten? – Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin dafür, dass die Frau Bundesminister eine eigene Sendung bekommt!
Wenn Sie einen Angriff auf diese Arbeitsplätze planen, dann sagen Sie den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in diesen Betrieben (Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner), dass Sie die Betriebe schwächen wollen, dass Sie die Betriebe unter Umständen aus Österreich vertreiben wollen. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ sowie des Abg. Mag. Stefan.) Die Gruppenbesteuerung ist ein Standortvorteil, den ich als Finanzministerin behalten möchte (Zwischenruf des Abg. Öllinger), denn nur durch die Arbeitsplätze haben wir hier Wohlstand, und nicht durch die Neiddebatte. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Brosz: Können Sie nicht die Frage beantworten? – Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin dafür, dass die Frau Bundesminister eine eigene Sendung bekommt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Finanzministerin, nehme ich an!
Das ist die Verantwortung, die derzeit die Finanzministerin Fekter wahrnimmt! Und jeder unqualifizierte Zwischenruf (Abg. Ing. Westenthaler: Finanzministerin, nehme ich an!) und jeder öffentliche Angriff – eine Auseinandersetzung mit der Sache: selbstverständlich, warum nicht –, aber jeder unqualifizierte Angriff, jede öffentliche Diskussion mit solchen Halbwahrheiten schadet uns bei dieser ganz schwierigen Aufgabe der Abwicklung und schadet letzten Endes den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern in Österreich. Nehmen Sie das einmal zur Kenntnis, Herr Petzner! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Petzner.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Petzner.
Meine Damen und Herren! Diese Finanzministerin hat eine ganz, ganz schwierige Aufgabe zu bewältigen, die von Ihren Freunden in Kärnten eingebrockt worden ist. (Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Petzner.) Und sie verdient nicht unser Misstrauen, sondern sie verdient unser aller Unterstützung bei dieser schweren Aufgabe! (Anhaltender Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Seit drei Jahren beschwört die ÖVP dieses Problem, anstatt es zu lösen!)
Abg. Ing. Westenthaler: So ist es! Sie waren es! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wenn es einmal darum geht, die Frau Finanzministerin Fekter zur Verantwortung zu ziehen, dann kommen Sie sofort heraus, um die Frau Fekter zu verteidigen. (Abg. Krainer: Was sind Sie? Hauptschuldig!) Wir müssen immer einiges einstecken, wenn es darum geht, Kritik von der Regierungsbank aus zu ertragen, so wie gestern, Herr Kollege Kopf. (Zwischenruf des Abg. Wöginger.) Da sind Sie dann immer undifferenziert. Uns umzuhängen, dass die Opposition dieses Hypo-Desaster zu schultern hat, ist ja wohl die größte Unterstellung, die es gibt. (Abg. Ing. Westenthaler: So ist es! Sie waren es! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!
Das alleine, meine sehr geehrten Damen und Herren, dieses Fass-ohne-Boden-Kommentieren der Hypo hat den Steuerzahler 30 Millionen € gekostet – und ich spreche nicht von den unzähligen Milliarden, die jetzt die nächsten Generationen werden schultern müssen, die noch gar nicht auf der Welt sind. (Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!) Ziehen Sie die Finanzministerin endlich ab, dann haben wir eine Ruhe und dann wird es mit Österreich wieder bergauf gehen! (Anhaltender Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)