Eckdaten:
Für die 13. Sitzung der 21. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 932 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Abg. Mag. Trattner: Jetzt hört es sich einmal auf!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Bundeskanzler, bitte. (Abg. Mag. Trattner: Jetzt hört es sich einmal auf!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich finde – ich möchte schon auch auf die Frage eingehen –, dass die Maßnahmen der 14 deswegen sehr problematisch sind, weil sie sich auf keine Maßnahme dieser Regierung stützen können, weil kein Programmpunkt, den wir gemeinsam ausgewählt haben, in irgendeiner Weise ihren Befürchtungen Rechnung tragen wird. Im Gegenteil, diese Bundesregierung möchte eine offene, transparente, soziale, österreichische und europäische Politik machen. Daran wollen wir gemessen werden, und deswegen sind diese Maßnahmen der 14 unfair. Sie sind nicht rechtsstaatlich korrekt zustande gekommen, und sie widersprechen eigentlich auch dem Geist der europäischen Verträge. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Mühlbachler: Richtig! – Abg. Edlinger: Der belgische Außenminister hat gelogen! Das ist interessant!
Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel: Herr Abgeordneter! Ich habe wahrheitsgemäß gesagt, dass ich mit einigen europäischen Amtskollegen Gespräche geführt habe, und ich habe nie gesagt, dass es nicht Warnungen oder Kritik gegeben hat. Ich habe gesagt, dass der belgische Außenminister in der Öffentlichkeit etwas anders spricht als bei den Telefongesprächen, wobei ich hier schon ganz offen dazusage: Zu meinem Stil gehört es nicht, dass ich dann, wenn ich jemanden anrufe – ich habe angerufen und nicht er, wie er behauptet hat –, im Geheimen ein Tonband mitlaufen lasse. Das ist eigentlich kein europäischer Stil, Herr Abgeordneter! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Mühlbachler: Richtig! – Abg. Edlinger: Der belgische Außenminister hat gelogen! Das ist interessant!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Jarolim: Konkrete Frage!
Zweitens ist unabhängig von dieser Stilfrage und dem rechtswidrigen Boykottaufruf des belgischen Außenministers, von dem er sich Gott sei Dank auch schon distanziert hat und für den er sich entschuldigt hat, auch in dem Teil, der veröffentlicht wurde, keine Rede davon, dass diese drei Maßnahmen konkret umgesetzt werden. Diese waren zu dem Zeitpunkt auch noch nicht bekannt. Das gibt übrigens Belgien durchaus zu. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Jarolim: Konkrete Frage!)
Abg. Mag. Posch: Setzen!
Abgeordneter Dr. Martin Graf (Freiheitliche): Herr Bundeskanzler! Könnte es sein, dass die heftigen Reaktionen der 14 anderen EU-Staaten auf die österreichische Regierungsbildung eine Folge einer von der SPÖ gestarteten internationalen Kampagne wie bei der Waldheim-Debatte sind? (Abg. Mag. Posch: Setzen!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel: Mir liegen darüber klarerweise keine Informationen vor, weil ich nicht Teil irgendwelcher sozialdemokratischer Meetings bin. Öffentlich sind viele Gerüchte behauptet und geschrieben worden. Aber ich meine, es wäre hoch an der Zeit, dass sich alle Fraktionen dieses Hauses, die das Land lieben, von diesen ungerechtfertigten Maßnahmen distanzieren und eine klare Abgrenzung vornehmen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Der nächste Schritt wird die Beschlussfassung einer Verordnung der Bundesregierung sein, in der jene Gebietsteile im Burgenland genannt werden, in denen Bezeichnungen und Aufschriften auch in kroatischer und ungarischer Sprache anzubringen sein werden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Die Ergebnisse dieses Begutachtungsverfahrens werden zurzeit ausgearbeitet. Ich bin überzeugt davon, dass damit nicht nur jene Verpflichtungen aus dem Staatsvertrag, die noch nicht umgesetzt worden sind, erfüllt werden, sondern dass wir auch im Hinblick auf die ungarische Volksgruppe endlich ein Erfordernis aus dem Volksgruppengesetz umsetzen können. Es wird nämlich für die ungarische Volksgruppe auch eine Verordnung zu beschließen sein, womit die ungarische Sprache zusätzlich zur deutschen Sprache als Amtssprache bei bestimmten Behörden zugelassen wird. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Herr Bundeskanzler! Gratulation, dass Sie nach 45 Jahren den Staatsvertrag zu erfüllen gedenken. – Erste Bemerkung. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Kiss: Ein völliger Unsinn!
Meine Zusatzfrage lautet daher: Wie stehen Sie jetzt, da es von Ihnen und Ihrem Koalitionspartner allein abhängt, zu dieser Frage? (Abg. Kiss: Ein völliger Unsinn!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Nach vier Wochen Amtszeit können Sie mir schwer die Versäumnisse von 30 Jahren sozialdemokratischer Kanzlerschaft vorwerfen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Aber ich werde mir dieses Thema natürlich vornehmen und mit Kärnten, mit der Steiermark, aber ich sage auch dazu: mit Laibach, da wir auch berechtigte Anliegen für die Österreicher beziehungsweise Deutsch sprechenden Volksgruppenangehörigen in Slowenien haben, Gespräche aufnehmen. Ich meine, dass man unabhängig voneinander, aber in einem ganzheitlichen Ansatz den Volksgruppen helfen sollte. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Nach vier Wochen Amtszeit können Sie mir schwer die Versäumnisse von 30 Jahren sozialdemokratischer Kanzlerschaft vorwerfen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Aber ich werde mir dieses Thema natürlich vornehmen und mit Kärnten, mit der Steiermark, aber ich sage auch dazu: mit Laibach, da wir auch berechtigte Anliegen für die Österreicher beziehungsweise Deutsch sprechenden Volksgruppenangehörigen in Slowenien haben, Gespräche aufnehmen. Ich meine, dass man unabhängig voneinander, aber in einem ganzheitlichen Ansatz den Volksgruppen helfen sollte. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Damit wird auch die Überlastung, die es jetzt bei den Gerichtshöfen öffentlichen Rechts gibt, deutlich gemindert. Es kommt beinahe schon einer Rechtsverweigerung gleich, wenn man jahrelange Wartezeiten hat. – Ich meine, dass damit auch ein verbesserter Rechtsschutz für den Einzelnen gewährleistet ist. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Mit Ausnahme des Anlagenrechts – darauf möchte ich schon hinweisen – sind das Materien, die die Zweitdrittelmehrheit benötigen, und ich lade schon jetzt alle Fraktionen hier im Hohen Hause dazu ein, entsprechende politische Gespräche aufzunehmen, damit diese wichtigen Länderanliegen so rasch wie möglich umgesetzt werden können. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel: Das kann man natürlich jetzt nur schwer ganz genau und konkret beziffern, aber es könnte sicherlich in der Größenordnung von einigen hundert Millionen Schilling liegen – wobei das natürlich nicht nur beim Bund anfallen würde, sondern wahrscheinlich die größeren Einsparungspotentiale bei den Ländern und Gemeinden liegen würden, was mich aber überhaupt nicht stört, da wir ein gemeinsames Stabilitätsziel vertreten wollen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel: Herr Abgeordneter! Die Umsetzung und Einführung der Briefwahl, die in vielen europäischen Ländern gelebtes Recht ist und hervorragend funktioniert, auch in Österreich, wäre für mich ein Schritt in die Richtung, dass man überhaupt ganzen Bevölkerungsgruppen die Ausübung ihres Wahlrechtes erleichtert. Das scheint mir eigentlich vom Demokratiegedanken her außerordentlich wichtig zu sein. Daher wollen wir von der Bundesregierung dieses Anliegen, das bereits durch Initiativanträge der Regierungsfraktionen hier im Hohen Hause dokumentiert ist, vollinhaltlich unterstützen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Was ich auch noch hinzufüge, ist: Wir wären sehr glücklich, wenn es gelänge, auch den Ländern und Gemeinden die Möglichkeit zu geben, eigenständig auf ihrer Ebene die Briefwahl einzuführen, sodass dieses Thema eben nicht nur auf der Bundesebene zu einer Verbesserung der Inanspruchnahme der Möglichkeiten der Demokratie beiträgt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel: Frau Abgeordnete! Für mich ist eines selbstverständlich: Wenn man den Ländern eine bestimmte Kompetenz gibt, dann muss man ihnen logischerweise auch jene Geldmittel zur Verfügung stellen, die sie brauchen, damit sie das erfüllen können. Wenn wir etwa den Ländern – das ist ein Vorschlag von Bundesseite, der, so glaube ich, auch von allen Fraktionen unbestritten ist – die Kompetenz für den Bereich der Landeslehrer samt Bezahlung geben, dann ist es selbstverständlich, dass die Länder voll kompensiert werden müssen. Wenn wir etwa die Kompetenz zur Verwaltung der Bundesstraßen den Ländern geben würden – was ich sehr begrüßen würde, denn damit würden sehr viele Doppelgleisigkeiten aufhören, und es ergäben sich Einsparmöglichkeiten auf Ebene der Länder –, dann wäre es absolut notwendig, ihnen auch die Finanzmittel dafür zu geben. – Das ist mein Ansatz. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.
Wie werden Sie ÖVP-Landeshauptmann Pröll in dieser Sache endlich zur Vernunft bringen? (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.)
Abg. Schwarzenberger: Das weiß Kräuter nicht!
Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel: Herr Abgeordneter! Sie sind, wie ich weiß, ein Mensch, der genau weiß, dass es in Österreich Bürgerrechte gibt, dass es Verfahren gibt, dass es Gerichtswege gibt, dass dieses Projekt längst von der Bundesregierung beschlossen ist (Abg. Schwarzenberger: Das weiß Kräuter nicht!) und dass dieses Projekt in einem Rechtsverfahren abgewickelt wird, im Rahmen dessen übrigens gerade dem Betreiber – das ist die Hochleistungs-Bahngesellschaft – Recht gegeben wurde. Aber glauben Sie mir: Es ist nicht mein Ehrgeiz als Bundeskanzler oder als Regierungsmitglied, jetzt Bürgerrechte oder Anrainerrechte, Naturschutzinteressen einem Bauinteresse unterzuordnen. Da ist ein ganzheitlicher Ansatz gefragt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel: Herr Abgeordneter! Sie sind, wie ich weiß, ein Mensch, der genau weiß, dass es in Österreich Bürgerrechte gibt, dass es Verfahren gibt, dass es Gerichtswege gibt, dass dieses Projekt längst von der Bundesregierung beschlossen ist (Abg. Schwarzenberger: Das weiß Kräuter nicht!) und dass dieses Projekt in einem Rechtsverfahren abgewickelt wird, im Rahmen dessen übrigens gerade dem Betreiber – das ist die Hochleistungs-Bahngesellschaft – Recht gegeben wurde. Aber glauben Sie mir: Es ist nicht mein Ehrgeiz als Bundeskanzler oder als Regierungsmitglied, jetzt Bürgerrechte oder Anrainerrechte, Naturschutzinteressen einem Bauinteresse unterzuordnen. Da ist ein ganzheitlicher Ansatz gefragt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel: Die Frage ist einfach falsch formuliert, weil wir die eigenständige Vertretung von Fraueninteressen im Ministerrat keineswegs "abgeschafft" haben, sondern wir haben – im Gegenteil! – durch mehr starke Frauen in der Bundesregierung und durch eine sinnvolle Kompetenzverteilung den Weg geebnet, dieses Thema – besser als in der Vergangenheit – vernünftig umzusetzen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Khol: Frage!
Abgeordnete Mag. Andrea Kuntzl (SPÖ): Herr Bundeskanzler! Sie haben in den wenigen Wochen Ihrer Amtszeit bereits ein sehr ehrgeiziges Programm in Richtung Abschaffung der Frauenpolitik verwirklicht. Sie haben in Ihrer Regierungserklärung die Fraueninteressen ausschließlich unter dem Gesichtspunkt der Mutterschaft und der Familie gesehen. (Abg. Dr. Khol: Frage!) Sie haben die wesentliche Institution des Frauenministeriums abgeschafft (Rufe bei der ÖVP: Frage! Frage!), und – ich komme sofort zu meiner Frage – Sie haben bei der Auswahl der Personen für Ihre Regierung offensichtlich auch keinen Wert darauf gelegt (lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen), ob diese Personen vor dem anderen Geschlecht Respekt haben.
Rufe bei der ÖVP: Frage! Frage!
Abgeordnete Mag. Andrea Kuntzl (SPÖ): Herr Bundeskanzler! Sie haben in den wenigen Wochen Ihrer Amtszeit bereits ein sehr ehrgeiziges Programm in Richtung Abschaffung der Frauenpolitik verwirklicht. Sie haben in Ihrer Regierungserklärung die Fraueninteressen ausschließlich unter dem Gesichtspunkt der Mutterschaft und der Familie gesehen. (Abg. Dr. Khol: Frage!) Sie haben die wesentliche Institution des Frauenministeriums abgeschafft (Rufe bei der ÖVP: Frage! Frage!), und – ich komme sofort zu meiner Frage – Sie haben bei der Auswahl der Personen für Ihre Regierung offensichtlich auch keinen Wert darauf gelegt (lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen), ob diese Personen vor dem anderen Geschlecht Respekt haben.
lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen
Abgeordnete Mag. Andrea Kuntzl (SPÖ): Herr Bundeskanzler! Sie haben in den wenigen Wochen Ihrer Amtszeit bereits ein sehr ehrgeiziges Programm in Richtung Abschaffung der Frauenpolitik verwirklicht. Sie haben in Ihrer Regierungserklärung die Fraueninteressen ausschließlich unter dem Gesichtspunkt der Mutterschaft und der Familie gesehen. (Abg. Dr. Khol: Frage!) Sie haben die wesentliche Institution des Frauenministeriums abgeschafft (Rufe bei der ÖVP: Frage! Frage!), und – ich komme sofort zu meiner Frage – Sie haben bei der Auswahl der Personen für Ihre Regierung offensichtlich auch keinen Wert darauf gelegt (lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen), ob diese Personen vor dem anderen Geschlecht Respekt haben.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Lesen Sie einmal die Kritik, die etwa die frühere Frauenministerin Dohnal an der Amtsführung früherer Ressortchefinnen geübt hat, und dann werden Sie wahrscheinlich zu einer etwas kritischeren und vielleicht auch gelasseneren Betrachtung dieser Bundesregierung kommen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel: Ich würde nicht sagen, dass Symbole in der Politik unwichtig sind. Ganz im Gegenteil: Symbole können Bedeutung haben, aber sie können nie die mangelnde Substanz ersetzen. Daher ist es unser gemeinsames Anliegen – ich darf die Frau Vizekanzlerin, die gerade hier Platz genommen hat, begrüßen –, eben substantielle Frauenpolitik zu machen und uns nicht mit Symbolen zu begnügen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Auf der anderen Seite wissen wir aber, dass auch noch sehr viel zu tun ist, und daher werden Sie gerade in Bezug auf Frauenanliegen, aber auch betreffend die Integration von Frauen in anderen Bereichen – wie Arbeitswelt und Familienpolitik – Themen finden, hinsichtlich derer frühere Bundesregierungen nicht den Mut gehabt haben, sich zu einem umfassenden und reformorientierten Programm durchzuringen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel: Frau Abgeordnete! Sie haben gut recherchiert. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Es stimmt: Für Frauenangelegenheiten war vom Personal her bestenfalls ein Drittel, gemessen am Gesamtressort, zuständig. Daran sehen Sie, dass es kein eigenständiges Frauenressort gab. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel: Frau Abgeordnete! Sie haben gut recherchiert. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Es stimmt: Für Frauenangelegenheiten war vom Personal her bestenfalls ein Drittel, gemessen am Gesamtressort, zuständig. Daran sehen Sie, dass es kein eigenständiges Frauenressort gab. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Edlinger: Steuererhöhungen!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Bitte um Beantwortung, Herr Bundeskanzler. (Abg. Edlinger: Steuererhöhungen!)
Abg. Parnigoni: Sie schröpfen die Bevölkerung mit einer Stromsteuer! – Abg. Edlinger: Schröpfungsregierung!
Gleichzeitig haben die Landesenergieversorger durchschnittliche Strompreisverbilligungen in der Höhe von 7 bis 15 Prozent an die privaten Haushalte weitergegeben. (Abg. Parnigoni: Sie schröpfen die Bevölkerung mit einer Stromsteuer! – Abg. Edlinger: Schröpfungsregierung!) Das genügt uns allerdings nicht, Herr Abgeordneter Edlinger, denn wir wollen weitergehen.
Abg. Parnigoni: Stromsteuer!
Ziel der Bundesregierung ist es, allen Kunden, also auch jedem Haushalt, die Wahlfreiheit bei Strom- und Gasbezug zu gewährleisten und damit weitere Verbilligungen für Strom und Gas für alle Endabnehmer zu erreichen. (Abg. Parnigoni: Stromsteuer!)
Abg. Parnigoni: Sie sind ein Belastungskanzler!
Wir wissen, dass diese Liberalisierung in Skandinavien schon durchgesetzt wurde. (Abg. Parnigoni: Sie sind ein Belastungskanzler!) Wir glauben, dass das derzeitige Preisniveau damit für die österreichischen Haushalte um 10 bis 20 Prozent und für Klein- und Mittelbetriebe sogar um etwa 30 Prozent sinken kann, weil sie jetzt einen höheren Preis haben. Die Bundesregierung strebt nach dem Modell Skandinaviens im Laufe des nächsten Jahres eine volle Liberalisierung an. Ein durchschnittlicher privater Haushalt wird damit pro Jahr eine Verbilligung von ungefähr 2 500 S haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir wissen, dass diese Liberalisierung in Skandinavien schon durchgesetzt wurde. (Abg. Parnigoni: Sie sind ein Belastungskanzler!) Wir glauben, dass das derzeitige Preisniveau damit für die österreichischen Haushalte um 10 bis 20 Prozent und für Klein- und Mittelbetriebe sogar um etwa 30 Prozent sinken kann, weil sie jetzt einen höheren Preis haben. Die Bundesregierung strebt nach dem Modell Skandinaviens im Laufe des nächsten Jahres eine volle Liberalisierung an. Ein durchschnittlicher privater Haushalt wird damit pro Jahr eine Verbilligung von ungefähr 2 500 S haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir wollen Befristungen von Mietverträgen über zehn Jahre, wie es heute noch maximal zulässig ist, ermöglichen, um die Mobilität bei Mietern und Vermietern zu unterstützen. Ich glaube, dass befristete Mietverträge aber deutlich billiger sein sollen. Wir wollen daher einen generellen Abschlag prüfen, sodass dieses große Segment deutlich gesenkte Mieten enthalten wird. Wir laden Sie, meine Damen und Herren von der Linken, jetzt schon ein, diesem Vorschlag zuzustimmen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Die zweite Maßnahme wird eine Standardisierung der Abrechnung mittels ÖNORM sein. Damit sollen Transparenz geschaffen und die Wohnkosten verbilligt werden. Der wichtige Punkt der Neuregelung des Hausbesorgerrechts soll nicht in bestehende Verträge – diese bleiben unberührt – eingreifen, aber für neue Verträge wollen wir das heutige antiquierte Hausbesorgerrecht nicht mehr anwenden; diese Berufsgruppe soll in das ganz normale Arbeitsrecht übergeführt werden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Was das Steuerrecht anlangt, prüfen wir, ob nicht ein Weiterlaufen der Steuerbefreiung für die halben Mietzinsreserven möglich ist. Damit könnten wir die gefürchteten §-18-Verfahren hintanhalten. Darüber hinaus wollen wir verstärkt die Eigentumsbildung forcieren. Es ist unser Anliegen, und zwar auch ein durchaus gesellschaftspolitisches Ziel, Wohnungspolitik im Sinn einer breit gestreuten Eigentumsbildung zu betreiben. Auch dazu werden von uns geeignete gesetzliche Maßnahmen vorgeschlagen werden, damit Mieter später die Option zum Eigentumserwerb haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Edlinger: Sofort!
Meine Frage: Ab wann konkret werden die ArbeitnehmerInnen, die Älteren und sozial Schwachen diese schmerzlichen Belastungen zu spüren bekommen? (Abg. Edlinger: Sofort!)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Belastungskanzler!
Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel: Gar nicht, weil Sie einfach falsch gerechnet haben. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Belastungskanzler!)
Abg. Edlinger: Das sieht ganz Österreich! Das wird in ganz Österreich übertragen! Der Belastungskanzler wird sich noch rechtfertigen müssen! Der Belastungskanzler wird sich noch rechtfertigen müssen! Ganz Österreich hört das!
Abgeordneter Hermann Böhacker (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Sie haben uns jetzt ein ambitioniertes Programm dieser Bundesregierung zur Verbesserung der Einkommenssituation vorgestellt. Nun gibt es seitens der Sozialdemokraten fälschlicherweise immer wieder Aussagen, dass es sich um eine Umverteilung von unten nach oben handelt. (Abg. Edlinger: Das sieht ganz Österreich! Das wird in ganz Österreich übertragen! Der Belastungskanzler wird sich noch rechtfertigen müssen! Der Belastungskanzler wird sich noch rechtfertigen müssen! Ganz Österreich hört das!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich meine, es wird dem Wohlstand in Österreich sehr gut tun, und die "kleinen" Leute werden davon sehr profitieren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Leiner: Wer hat den verursacht?
Präsident Dr. Heinz Fischer: Bitte, Herr Bundeskanzler. (Abg. Dr. Leiner: Wer hat den verursacht?)
Abg. Eder: Gelassenheit! Immer nur Gelassenheit!
Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel: Durch Festigkeit, Gelassenheit ... (Abg. Eder: Gelassenheit! Immer nur Gelassenheit!) Gelassenheit ist in der jetzigen Situation wichtiger als Aufgeregtheit, Herr Abgeordneter Eder! Ich sage Ihnen, das ist meine tiefe Überzeugung. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Eder: Immer nur Gelassenheit! Allein-Gelassenheit!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Eder: Immer nur Gelassenheit! Allein-Gelassenheit!
Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel: Durch Festigkeit, Gelassenheit ... (Abg. Eder: Gelassenheit! Immer nur Gelassenheit!) Gelassenheit ist in der jetzigen Situation wichtiger als Aufgeregtheit, Herr Abgeordneter Eder! Ich sage Ihnen, das ist meine tiefe Überzeugung. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Eder: Immer nur Gelassenheit! Allein-Gelassenheit!)
Abg. Eder: Weil Sie Kanzler werden wollten! Weil Sie Kanzler werden wollten! – Abg. Gaál: Weil Sie Kanzler werden wollten!
Wir, SPÖ und ÖVP, haben gemeinsam verhandelt. Vielleicht stellen Sie sich auch einmal die Frage, warum die SPÖ die Verhandlungen am Ende abgebrochen hat? (Abg. Eder: Weil Sie Kanzler werden wollten! Weil Sie Kanzler werden wollten! – Abg. Gaál: Weil Sie Kanzler werden wollten!) – Vielleicht sind diese Fragen, selbstkritisch gestellt, auch einmal für Ihre Fraktion zulässig, wenn Sie über den Schaden reden, der für Österreich entstanden sein soll. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir, SPÖ und ÖVP, haben gemeinsam verhandelt. Vielleicht stellen Sie sich auch einmal die Frage, warum die SPÖ die Verhandlungen am Ende abgebrochen hat? (Abg. Eder: Weil Sie Kanzler werden wollten! Weil Sie Kanzler werden wollten! – Abg. Gaál: Weil Sie Kanzler werden wollten!) – Vielleicht sind diese Fragen, selbstkritisch gestellt, auch einmal für Ihre Fraktion zulässig, wenn Sie über den Schaden reden, der für Österreich entstanden sein soll. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Eder: Da haben Sie Angst gehabt!
Nachdem der SPÖ-Parteivorstand oder das -Präsidium die Verhandlungen mit uns abgebrochen hat, hat es zwei Optionen gegeben: Eine Option waren Neuwahlen. (Abg. Eder: Da haben Sie Angst gehabt!) Da frage ich jetzt schon auch deutlich: Wäre das für Österreich besser gewesen? Wäre Ihnen das Ergebnis vielleicht genehmer gewesen? Oder sollte man nicht Demokratie auch ernst nehmen und ein Ergebnis, das einem vielleicht nicht gefällt, demokratisch zur Kenntnis nehmen und als kritische Opposition dafür sorgen, dass dem Land Gutes geschieht? (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Nachdem der SPÖ-Parteivorstand oder das -Präsidium die Verhandlungen mit uns abgebrochen hat, hat es zwei Optionen gegeben: Eine Option waren Neuwahlen. (Abg. Eder: Da haben Sie Angst gehabt!) Da frage ich jetzt schon auch deutlich: Wäre das für Österreich besser gewesen? Wäre Ihnen das Ergebnis vielleicht genehmer gewesen? Oder sollte man nicht Demokratie auch ernst nehmen und ein Ergebnis, das einem vielleicht nicht gefällt, demokratisch zur Kenntnis nehmen und als kritische Opposition dafür sorgen, dass dem Land Gutes geschieht? (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Eder: Wo sind die? Wo sind die?
Wir bekommen sehr viel Zuspruch und positive Energie von Freunden, die uns kennen, von Urlaubern. Wir bekommen Berge von zustimmenden Briefen (Abg. Eder: Wo sind die? Wo sind die?), in denen sie schreiben, dass sie mit der Linie ihrer Regierung nicht einverstanden sind. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Eder: Absagen! Solche Berge von Absagen!) Ich sage das auch an dieser Stelle, und ich danke diesen Menschen, die uns Kraft geben.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Eder: Absagen! Solche Berge von Absagen!
Wir bekommen sehr viel Zuspruch und positive Energie von Freunden, die uns kennen, von Urlaubern. Wir bekommen Berge von zustimmenden Briefen (Abg. Eder: Wo sind die? Wo sind die?), in denen sie schreiben, dass sie mit der Linie ihrer Regierung nicht einverstanden sind. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Eder: Absagen! Solche Berge von Absagen!) Ich sage das auch an dieser Stelle, und ich danke diesen Menschen, die uns Kraft geben.
Abg. Eder: Weil Haider zurückgetreten ist!
Es gibt viele Politiker und Meinungsbildner, die in der Öffentlichkeit ein etwas differenzierteres Bild vertreten. Das muss doch auch zu denken geben. Ich wische die kritischen Stimmen nicht weg, wirklich nicht, ich nehme sie ernst, aber es sollte doch auch zu denken geben, wenn etwa der jetzige Präsident der Europäischen Kommission, Romano Prodi, wesentlich moderater, vernünftiger und gelassener auf die österreichische Situation reagiert (Abg. Eder: Weil Haider zurückgetreten ist!), wenn sein Amtsvorgänger, Jacques Santer, der heute im Europäischen Parlament sitzt, ganz scharf und massiv die Maßnahmen der 14 kritisiert, wenn sich ein früherer französischer Staatspräsident wie Giscard d'Estaing ganz klar für Österreich engagiert, wenn ein Lamberto Dini, ein italienischer Außenminister, klar sagt, jetzt sei der Zeitpunkt gekommen, wieder eine normale Nachbarschaftspolitik mit Österreich zu machen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Eder: Weil Haider zurückgetreten ist!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Eder: Weil Haider zurückgetreten ist!
Es gibt viele Politiker und Meinungsbildner, die in der Öffentlichkeit ein etwas differenzierteres Bild vertreten. Das muss doch auch zu denken geben. Ich wische die kritischen Stimmen nicht weg, wirklich nicht, ich nehme sie ernst, aber es sollte doch auch zu denken geben, wenn etwa der jetzige Präsident der Europäischen Kommission, Romano Prodi, wesentlich moderater, vernünftiger und gelassener auf die österreichische Situation reagiert (Abg. Eder: Weil Haider zurückgetreten ist!), wenn sein Amtsvorgänger, Jacques Santer, der heute im Europäischen Parlament sitzt, ganz scharf und massiv die Maßnahmen der 14 kritisiert, wenn sich ein früherer französischer Staatspräsident wie Giscard d'Estaing ganz klar für Österreich engagiert, wenn ein Lamberto Dini, ein italienischer Außenminister, klar sagt, jetzt sei der Zeitpunkt gekommen, wieder eine normale Nachbarschaftspolitik mit Österreich zu machen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Eder: Weil Haider zurückgetreten ist!)
Abg. Eder: Es hat sich ja etwas verändert!
Herr Abgeordneter Eder! Die Stimme der Vernunft ist manchmal leise. Es sind manchmal Einzelne, aber vielleicht sind es auch unser Ehrgeiz und unser Stolz, auf diese vielleicht noch leisen und einzelnen Stimmen hinzuweisen, damit sich etwas ändert (Abg. Eder: Es hat sich ja etwas verändert!) – hier bei unserem eigenen Bewusstsein, aber auch in Europa. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Herr Abgeordneter Eder! Die Stimme der Vernunft ist manchmal leise. Es sind manchmal Einzelne, aber vielleicht sind es auch unser Ehrgeiz und unser Stolz, auf diese vielleicht noch leisen und einzelnen Stimmen hinzuweisen, damit sich etwas ändert (Abg. Eder: Es hat sich ja etwas verändert!) – hier bei unserem eigenen Bewusstsein, aber auch in Europa. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Schwarzenberger: Da haben Sie nicht Recht!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Bundeskanzler, bitte. (Abg. Schwarzenberger: Da haben Sie nicht Recht!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Schieder: Nein! Herr Präsident! Nein! Das kann ich mir nicht ...!
Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel: Herr Abgeordneter Schieder! Das ist billig. Das ist eigentlich billig. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Schieder: Nein! Herr Präsident! Nein! Das kann ich mir nicht ...!) Das ist billig.
Abg. Schieder: Herr Bundeskanzler! So können Sie nicht mit einem Abgeordneten umgehen! – Weitere Zwischenrufe. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Ich sage Ihnen: Ich habe versucht, sehr ernst und auch selbstkritisch auf die Frage einzugehen. (Abg. Schieder: Herr Bundeskanzler! So können Sie nicht mit einem Abgeordneten umgehen! – Weitere Zwischenrufe. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Reduzieren Sie es nicht auf die Machtfrage, das ist es nicht! Wer immer Kanzler ist, hat es schwer genug. Aber ich nehme diese Aufgabe gerne an und werde sie nach bestem Wissen und Gewissen erfüllen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Kostelka: Zur Geschäftsbehandlung!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Kostelka: Zur Geschäftsbehandlung!
Ich sage Ihnen: Ich habe versucht, sehr ernst und auch selbstkritisch auf die Frage einzugehen. (Abg. Schieder: Herr Bundeskanzler! So können Sie nicht mit einem Abgeordneten umgehen! – Weitere Zwischenrufe. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Reduzieren Sie es nicht auf die Machtfrage, das ist es nicht! Wer immer Kanzler ist, hat es schwer genug. Aber ich nehme diese Aufgabe gerne an und werde sie nach bestem Wissen und Gewissen erfüllen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Kostelka: Zur Geschäftsbehandlung!)
heftige Zwischenrufe bei der ÖVP
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ich verlange einen Ordnungsruf für den Herrn Bundeskanzler (heftige Zwischenrufe bei der ÖVP) angesichts dieser ungeheuerlichen Verspottung eines Abgeordneten in Ausübung seines Fragerechtes. Es kommt dem Bundeskanzler in diesem Hause nicht zu, sich über einen Abgeordneten lustig zu machen und ihn zu verspotten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ich verlange einen Ordnungsruf für den Herrn Bundeskanzler (heftige Zwischenrufe bei der ÖVP) angesichts dieser ungeheuerlichen Verspottung eines Abgeordneten in Ausübung seines Fragerechtes. Es kommt dem Bundeskanzler in diesem Hause nicht zu, sich über einen Abgeordneten lustig zu machen und ihn zu verspotten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich freue mich allerdings, sagen zu können, dass die Österreicher gelassener und klüger sind. In den Umfragen der letzten Tage konnte festgestellt werden, dass die Zustimmung dazu, dass wir als Österreicher in dieser Union sind und auch bleiben sollen, sogar zugenommen, weil man weiß, dass es Rechte gibt, die sich niemand nehmen lässt. Wer versuchen würde, Rechte zu nehmen, würde auf unseren wirklichen, festen – auch rechtlichen – Widerstand stoßen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter, die ein Exemplar der heutigen Ausgabe der "Presse" mit der Schlagzeile "Fischler-Kritik an EU: Boykottmaßnahmen sind ,unangebracht‘" in die Höhe hält.
"Wenn es die fortgesetzten Verbalattacken aus der FPÖ gegen die EU gibt, dann kann es nicht länger eine Koalition der ÖVP mit diesem Partner geben." (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter, die ein Exemplar der heutigen Ausgabe der "Presse" mit der Schlagzeile "Fischler-Kritik an EU: Boykottmaßnahmen sind ,unangebracht‘" in die Höhe hält.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Fekter – das Exemplar der heutigen Ausgabe der "Presse" in die Höhe haltend und auf den Artikel auf der Titelseite verweisend –: "Boykottmaßnahmen sind unangebracht"!
Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel: Die Frau Vizekanzler, die gesamte Bundesregierung und ich sind stark genug, um uns selbst artikulieren zu können. Wir brauchen weder Rufe aus dem Süden noch solche aus dem Norden. Wir haben ein gutes Programm, und dieses werden wir umsetzen und durchsetzen, Frau Abgeordnete. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Fekter – das Exemplar der heutigen Ausgabe der "Presse" in die Höhe haltend und auf den Artikel auf der Titelseite verweisend –: "Boykottmaßnahmen sind unangebracht"!)
Ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Khol.
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Eigentlich würde ich erwarten, dass Sie die Fragen persönlich beantworten. (Ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Khol. ) Es ist Ihnen allerdings durchaus möglich, sich vertreten zu lassen, obwohl Sie persönlich anwesend sind. (Ruf bei der ÖVP: Dazu gibt es ja Staatssekretäre!)
Ruf bei der ÖVP: Dazu gibt es ja Staatssekretäre!
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Eigentlich würde ich erwarten, dass Sie die Fragen persönlich beantworten. (Ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Khol. ) Es ist Ihnen allerdings durchaus möglich, sich vertreten zu lassen, obwohl Sie persönlich anwesend sind. (Ruf bei der ÖVP: Dazu gibt es ja Staatssekretäre!)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Kummerer.
Meine Zusatzfrage bezieht sich allgemein auf den Telekommunikations- und Medienbereich. Ihnen ist sehr wohl bekannt, dass das Koalitionsübereinkommen einen Passus enthält, der die Einrichtung eines eigenen Sportkanals vorsieht. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Kummerer. ) Dieser Passus ist speziell auf das Drängen der Freiheitlichen Partei Österreichs hin aufgenommen worden. Leider existiert hier ein sehr enger persönlicher Konnex: Sie wissen ja, dass der jetzige Finanzminister Grasser Angestellter des Magna-Konzerns war sowie Geschäftsführer eines Wettbüros, das an einem Sportkanal sehr wohl Interessen hat.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Ruf bei den Grünen: Das war nicht die Frage!
Wie Sie dem Koalitionsabkommen entnehmen können, haben wir uns mit dieser Frage beschäftigt, und zwar betreffend den ORF. Es ist eine Überarbeitung des ORF-Gesetzes vorgesehen. Dieses Gesetz wird eine Neudefinition des öffentlich-rechtlichen Auftrages, den Ausbau der Information, der Bildung, der österreichischen Kultur und Kunst, Wissenschaft und Technologie beinhalten. Darüber hinaus meinen wir, dass der öffentlich-rechtliche Status des ORF zu stärken ist. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Ruf bei den Grünen: Das war nicht die Frage!)
Abg. Mag. Stoisits: Was ist mit der Unvereinbarkeit des Sportkanals, Herr Staatssekretär, würdiger Vertreter des Herrn Bundeskanzlers?
Weiters wird in diesem ORF-Gesetz natürlich auch festzuhalten sein, welche die Aufgaben des ORF weiterhin sein sollen, vor allem im Hinblick auf die Beteiligungsmodelle, sprich: in welchen Mehrheiten diese im Kuratorium zu vertreten und durchzusetzen sind. – Ich danke Ihnen. (Abg. Mag. Stoisits: Was ist mit der Unvereinbarkeit des Sportkanals, Herr Staatssekretär, würdiger Vertreter des Herrn Bundeskanzlers?)
Ruf bei der ÖVP: Das sind zwei Fragen! – Zwischenrufe bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.
Meine Frage aber ist: Ist es im Lichte der Äußerungen von Herrn Westenthaler gegenüber dem ORF, gegenüber den Journalisten – die doch genau das Gegenteil davon, dass die Unabhängigkeit hier einen Wert hat, signalisieren – überhaupt möglich, hier für die Unabhängigkeit einzutreten? Bleibt also der ORF mit dieser Gesetzesinitiative wirklich unabhängig, und ist die Einrichtung dieser Medienanstalt wirklich eine unabhängige? (Ruf bei der ÖVP: Das sind zwei Fragen! – Zwischenrufe bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die Stimme, von der du sprichst und die ich auch gestern im Bereich der Kunst vernommen habe, ist eine Stimme. Ich muss Ihnen aber sagen, dass das Regierungsprogramm das Entscheidende ist, das in diesem Zusammenhang zählt. Natürlich gibt es Konstruktionen, die diese Unabhängigkeit sichern sollen, soweit das zwischen Industrie und politischen Interessen in diesem Lande und in jedem Lande dieser Welt möglich ist. Da aber diese Unabhängigkeit überall sonst auch möglich ist, wäre es gelacht, wenn wir diese nicht auch hier hätten. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Khol – in Richtung der Abg. Mag. Stoisits –: Haben Sie das heutige "Morgenjournal" gehört?
Präsident Dr. Heinz Fischer: Bitte, Herr Bundeskanzler. (Abg. Dr. Khol – in Richtung der Abg. Mag. Stoisits –: Haben Sie das heutige "Morgenjournal" gehört?)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel: Der Auftrag bezieht sich auf Verhandlungen zum Zwecke der Entschädigung für Zwangsarbeiter. Eine Einschränkung gibt es nicht. Wir wollen eine gesamtwirtschaftliche Lösung anstreben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel: Frau Abgeordnete! Opfer sind Opfer. Wir haben hier überhaupt keine Gleichsetzung oder Junktimierung vorgenommen. Ich glaube, das haben wir auch öffentlich immer wieder klargestellt. Ich hoffe aber doch, dass Sie noch zu der gemeinsamen Entschließung des Nationalrates aus der vergangenen Legislaturperiode stehen, die meines Wissens auch von den Grünen – und, wie ich hoffe, auch mit Ihrer Stimme – verabschiedet wurde, wonach wir uns bemühen wollen, ohne Junktim und ohne Erpressung oder irgendeinen Druck, aber gemeinsam und bilateral zu einer Lösung von offenen Fragen von Opfern in der Nachkriegszeit zu kommen. Das war damals gemeinsame Auffassung. Ich würde sehr darum bitten, diese Gemeinsamkeit nicht aufzugeben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel: Herr Abgeordneter! Ich bitte um Vergebung: Genau zu diesem Zweck haben wir eine sehr angesehene Persönlichkeit, Frau Maria Schaumayer, als Regierungsbeauftragte eingesetzt. Sie hat einen umfassenden Auftrag. Sie ist hier wirklich frei, und sie kann mit unserer vollen Unterstützung rechnen. Aber ich möchte den Verhandlungen nicht vorgreifen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel: Auch hier werde ich mich den Empfehlungen von Frau Präsidentin Schaumayer anschließen. Ich weiß, dass sie eine Präferenz für eine eigenständige österreichische Lösung hat, und ich finde das auch völlig in Ordnung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel: Die meisten Betroffenen – es gibt ja von den Historikern unterschiedliche Zahlen, die zwischen 100 000 und 240 000 liegen – sind in einem sehr hohen Alter, und wir wollen daher möglichst rasch, aber nach Abschluss der Verhandlungen helfen. Das sollte so rasch wie möglich, aber auch nach einer gründlichen juristischen Vorbereitung erfolgen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel: Ich verweise auf meine frühere Antwort. Ich habe bewusst darauf verzichtet, hier Aufrechnungen, Gegenrechnungen, Junktims aufzustellen, weil das nicht sinnvoll ist. Wir wollen uns um sachgerechte und ehrliche Lösungen auf allen Ebenen bemühen, wo entweder wir eine moralische Verantwortung auf uns geladen haben oder anderen Menschen, Opfern tiefes Unrecht geschehen ist. Ich meine, Menschenrechte sind universell, und daher sollten wir das auch durchaus in diesem Gesamtzusammenhang sehen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe des Abg. Dr. Khol sowie von Abgeordneten der Freiheitlichen
Die Art der Textierung des Koalitionsabkommens auf Seite 9 – es ist heute schon zitiert worden (Zwischenrufe des Abg. Dr. Khol sowie von Abgeordneten der Freiheitlichen) – legt den Verdacht nahe, als ob auch Sie der Meinung wären, Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter wären gleichzusetzen.
Abg. Parnigoni – in Richtung des auf der Regierungsbank sitzenden Bundeskanzlers Dr. Schüssel –: Da sagt Ihnen jetzt der Experte, was Sie zu denken haben, damit Sie das rechte ... erkennen!
Abgeordneter Dr. Harald Ofner (Freiheitliche): Herr Bundeskanzler! Die Angehörigen aller dieser Opfergruppen sind Opfer des Nationalsozialismus, die einen direkte, die anderen indirekte. Für das einzelne Opfer oder für die Hinterbliebenen des einzelnen Opfers macht es keinen Unterschied, von wem es umgebracht wurde und wo es umgebracht wurde. (Abg. Parnigoni – in Richtung des auf der Regierungsbank sitzenden Bundeskanzlers Dr. Schüssel –: Da sagt Ihnen jetzt der Experte, was Sie zu denken haben, damit Sie das rechte ... erkennen!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Aber niemand kann und soll uns daran hindern, dass wir diese Themen bilateral ansprechen. Und das tun wir. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich bedanke mich beim Herrn Bundeskanzler. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Parnigoni – in Richtung des Abg. Dr. Khol –: ... Oberklatscher! – Zwischenruf des Abg. Edler. – Abg. Dr. Khol: Das ist mein Geschäft!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Die Abgeordneten Mag. Schlögl und Genossen haben das Verlangen gestellt (Abg. Parnigoni – in Richtung des Abg. Dr. Khol –: ... Oberklatscher! – Zwischenruf des Abg. Edler. – Abg. Dr. Khol: Das ist mein Geschäft!), die vor Eingang in die Tagesordnung eingebrachte schriftliche Anfrage 443/J der Abgeordneten Mag. Schlögl und Genossen an den Herrn Bundeskanzler betreffend Auswahl der Mitglieder der Bundesregierung durch den Bundeskanzler und Verantwortlichkeit des Bundeskanzlers für die gegenwärtige Situation der Republik dringlich zu behandeln.
Abg. Mag. Schweitzer: Klima ist verloren gegangen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Zuerst sind Herr Dipl.-Ing. Prinzhorn und Mag. Kabas an den moralischen, aber auch an den politischen Ansprüchen des Bundespräsidenten gescheitert. (Abg. Mag. Schweitzer: Klima ist verloren gegangen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Darüber hinaus ist in weiterer Folge Dr. Haider an der eigenen Partei gescheitert und auch an den ausländischen Reaktionen. (Abg. Dr. Fekter: Ist der Kanzler Klima auch gescheitert? – Abg. Dr. Puttinger: Auch Kostelka ist gescheitert!) Ein nicht unwesentlicher Aspekt seines Rückzugs dürfte wohl auch die Sorge gewesen sein, dass er durch diese Regierung an seinem eigenen Ruf und seiner Reputation Schaden nehmen würde. Und nun ist vor wenigen Tagen Kollege Krüger an sich selbst gescheitert. Meine Damen und Herren, die Halbwertszeit dieser Bundesregierung nimmt rapid ab! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Stummvoll: Wo ist Klima?)
Abg. Dr. Fekter: Ist der Kanzler Klima auch gescheitert? – Abg. Dr. Puttinger: Auch Kostelka ist gescheitert!
Zuerst sind Herr Dipl.-Ing. Prinzhorn und Mag. Kabas an den moralischen, aber auch an den politischen Ansprüchen des Bundespräsidenten gescheitert. (Abg. Mag. Schweitzer: Klima ist verloren gegangen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Darüber hinaus ist in weiterer Folge Dr. Haider an der eigenen Partei gescheitert und auch an den ausländischen Reaktionen. (Abg. Dr. Fekter: Ist der Kanzler Klima auch gescheitert? – Abg. Dr. Puttinger: Auch Kostelka ist gescheitert!) Ein nicht unwesentlicher Aspekt seines Rückzugs dürfte wohl auch die Sorge gewesen sein, dass er durch diese Regierung an seinem eigenen Ruf und seiner Reputation Schaden nehmen würde. Und nun ist vor wenigen Tagen Kollege Krüger an sich selbst gescheitert. Meine Damen und Herren, die Halbwertszeit dieser Bundesregierung nimmt rapid ab! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Stummvoll: Wo ist Klima?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Stummvoll: Wo ist Klima?
Zuerst sind Herr Dipl.-Ing. Prinzhorn und Mag. Kabas an den moralischen, aber auch an den politischen Ansprüchen des Bundespräsidenten gescheitert. (Abg. Mag. Schweitzer: Klima ist verloren gegangen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Darüber hinaus ist in weiterer Folge Dr. Haider an der eigenen Partei gescheitert und auch an den ausländischen Reaktionen. (Abg. Dr. Fekter: Ist der Kanzler Klima auch gescheitert? – Abg. Dr. Puttinger: Auch Kostelka ist gescheitert!) Ein nicht unwesentlicher Aspekt seines Rückzugs dürfte wohl auch die Sorge gewesen sein, dass er durch diese Regierung an seinem eigenen Ruf und seiner Reputation Schaden nehmen würde. Und nun ist vor wenigen Tagen Kollege Krüger an sich selbst gescheitert. Meine Damen und Herren, die Halbwertszeit dieser Bundesregierung nimmt rapid ab! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Stummvoll: Wo ist Klima?)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Herrn Dr. Krüger gebührt unser menschliches Mitgefühl, und es ist nicht zu Unrecht von Unmenschlichkeit in der Politik gesprochen worden. Aber ich frage Sie, meine Damen und Herren, vor allem aber den Herrn Bundeskanzler und die Frau Vizekanzler hinter mir: Ist es nicht unmenschlich, so jemanden zum Justizminister zu machen und zwei Tage lang zu warten, in denen er im Krankenhaus gelegen ist, bis ihm der Rücktritt nahe gelegt wird? – Meine Damen und Herren, das ist wirklich unmenschlich! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Schwarzenberger: Ordnungsruf! "Chaos-Truppe"! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir begrüßen nun einen neuen Bundesminister. Ich stelle ihm daher die Frage: Was ist es denn für ein Gefühl, in dieser Chaos-Truppe seinen Platz einzunehmen? (Abg. Schwarzenberger: Ordnungsruf! "Chaos-Truppe"! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Grabner: Herr Minister! Aufpassen!
Allein im heutigen "Morgenjournal" haben wir insgesamt die fünfte Kehrtwendung dieser Bundesregierung in gesundheitspolitischen Agenden zur Kenntnis zu nehmen gehabt. Zuerst hat es geheißen, es kommt im Bereich der Krankenversicherung ein Selbstbehalt. Die nächste Stufe war: 80 S pro Quartal; das waren teilweise 50 S, dann wieder 80 S, aber es war eine Quartalszahlung. Die dritte Regelung war, dass die Höchstbeitragsgrundlage angehoben werden oder überhaupt fallen sollte. Wahrscheinlich in Unkenntnis des Sachverhalts hat in einer vierten Kehrtwendung Frau Bundesminister Sickl in diesem Zusammenhang von der Höchstbemessungs grundlage gesprochen. Und in den heutigen Morgenstunden ist die fünfte und vorläufig letzte Kehrtwendung erfolgt, indem Staatssekretär Waneck gemeint hat: Wir brauchen eine Alkohol-Sondersteuer. (Abg. Grabner: Herr Minister! Aufpassen!) – Meine Damen und Herren! Ihre Regierungstätigkeit hat die Seriosität einer Hochschaubahn. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Allein im heutigen "Morgenjournal" haben wir insgesamt die fünfte Kehrtwendung dieser Bundesregierung in gesundheitspolitischen Agenden zur Kenntnis zu nehmen gehabt. Zuerst hat es geheißen, es kommt im Bereich der Krankenversicherung ein Selbstbehalt. Die nächste Stufe war: 80 S pro Quartal; das waren teilweise 50 S, dann wieder 80 S, aber es war eine Quartalszahlung. Die dritte Regelung war, dass die Höchstbeitragsgrundlage angehoben werden oder überhaupt fallen sollte. Wahrscheinlich in Unkenntnis des Sachverhalts hat in einer vierten Kehrtwendung Frau Bundesminister Sickl in diesem Zusammenhang von der Höchstbemessungs grundlage gesprochen. Und in den heutigen Morgenstunden ist die fünfte und vorläufig letzte Kehrtwendung erfolgt, indem Staatssekretär Waneck gemeint hat: Wir brauchen eine Alkohol-Sondersteuer. (Abg. Grabner: Herr Minister! Aufpassen!) – Meine Damen und Herren! Ihre Regierungstätigkeit hat die Seriosität einer Hochschaubahn. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Nach diesem Muster setzt sich die Regierungsarbeit der letzten 28 Tage konsequent fort. Sie haben Unsicherheit in der Gesundheitspolitik gestreut. Sie haben im Pensionsbereich Angst verbreitet. In der Außenpolitik ist – wie in der Fragestunde deutlich geworden ist – vor allem Ratlosigkeit angesagt. Sie haben kein Konzept, wie die außenpolitische Isolierung Österreichs überwunden werden kann. Und in der Sozialpolitik verstricken Sie sich in einen ideologischen Streit darüber, ob ein Sozialtransfer sozial gestaffelt zu sein hat, sein soll oder nicht sein darf. Meine Damen und Herren, das ist das Programm einer Chaos-Regierung! (Beifall bei der SPÖ.)
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Sie können das Wort nicht einmal aussprechen! – Abg. Schwarzenberger: Wissen Sie, was der ATX ist?
Die Auswirkungen sind bereits zu bemerken. Der ATX, der österreichische Index für Aktien, ist seit 25. Jänner um 5,2 Prozent gesunken. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Sie können das Wort nicht einmal aussprechen! – Abg. Schwarzenberger: Wissen Sie, was der ATX ist?) In derselben Zeit ist der DAX, der deutsche Index für Aktien, um 13,5 Prozent gestiegen. Meine Damen und Herren, diese Regierung kostet Milliarden Schilling und Arbeitsplätze! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Auswirkungen sind bereits zu bemerken. Der ATX, der österreichische Index für Aktien, ist seit 25. Jänner um 5,2 Prozent gesunken. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Sie können das Wort nicht einmal aussprechen! – Abg. Schwarzenberger: Wissen Sie, was der ATX ist?) In derselben Zeit ist der DAX, der deutsche Index für Aktien, um 13,5 Prozent gestiegen. Meine Damen und Herren, diese Regierung kostet Milliarden Schilling und Arbeitsplätze! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Stummvoll: Das ist ja positiv!
In diesem Zusammenhang wendet sich Herr Kollege Khol uns in der Regel zu und spricht zynisch davon, dass es völlig neu sei, dass die Sozialdemokratie sich um das Kapital kümmere. (Abg. Dr. Stummvoll: Das ist ja positiv!) Herr Kollege Khol, meine Damen und Herren von der ÖVP und von der FPÖ! Wir sind die Partei der Arbeit und daher auch die Partei der Wirtschaft.
Abg. Mag. Trattner: "Konsum": 27 Milliarden! 10 000 Arbeitsplätze!
Seien Sie nicht so aufgeregt, Herr Kollege Stummvoll! (Abg. Mag. Trattner: "Konsum": 27 Milliarden! 10 000 Arbeitsplätze!) Hören Sie lieber auf die warnenden Stimmen von Landeshauptmann Pröll, von Landeshauptmann Sausgruber, von Landeshauptmann Weingartner, vom Landesparteiobmann und Vizebürgermeister Görg! Hören Sie auf die Stimmen Ihrer eigenen ÖAAB-Abgeordneten! Diese Regierung spaltet Österreich, und Ihre Politik spaltet die Regierung und die ÖVP selbst. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: ... das stimmt aber nicht!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: ... das stimmt aber nicht!
Seien Sie nicht so aufgeregt, Herr Kollege Stummvoll! (Abg. Mag. Trattner: "Konsum": 27 Milliarden! 10 000 Arbeitsplätze!) Hören Sie lieber auf die warnenden Stimmen von Landeshauptmann Pröll, von Landeshauptmann Sausgruber, von Landeshauptmann Weingartner, vom Landesparteiobmann und Vizebürgermeister Görg! Hören Sie auf die Stimmen Ihrer eigenen ÖAAB-Abgeordneten! Diese Regierung spaltet Österreich, und Ihre Politik spaltet die Regierung und die ÖVP selbst. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: ... das stimmt aber nicht!)
Beifall bei der SPÖ.
Aber wenden wir uns dem neuen Justizminister, Kollegen Böhmdorfer, zu, dem Parteianwalt der Freiheitlichen Partei – das ist nichts Schlechtes. Jede Partei braucht einen Parteianwalt, und diese Partei, die Freiheitliche Partei, in ganz besonderem Maße. (Beifall bei der SPÖ.) Hunderte Prozesse hat er für diese Partei geführt. (Abg. Mag. Trattner: Weil ihr so viel klagt!) Nun bekennt er sich zu sachlicher Politik sowie auch dazu, noch nie im Interesse der FPÖ entschieden zu haben. – So weit, so gut.
Abg. Mag. Trattner: Weil ihr so viel klagt!
Aber wenden wir uns dem neuen Justizminister, Kollegen Böhmdorfer, zu, dem Parteianwalt der Freiheitlichen Partei – das ist nichts Schlechtes. Jede Partei braucht einen Parteianwalt, und diese Partei, die Freiheitliche Partei, in ganz besonderem Maße. (Beifall bei der SPÖ.) Hunderte Prozesse hat er für diese Partei geführt. (Abg. Mag. Trattner: Weil ihr so viel klagt!) Nun bekennt er sich zu sachlicher Politik sowie auch dazu, noch nie im Interesse der FPÖ entschieden zu haben. – So weit, so gut.
Abg. Silhavy: Skandal!
Herr Kollege Böhmdorfer! Parteianwalt, das ist für mich kein Problem. Die Frage ist, ob Sie ein parteiischer Anwalt waren. Ich muss Ihnen in diesem Zusammenhang eine sehr ernste Frage stellen. Ich habe nämlich noch nie gehört, dass ein Anwalt so wie der von ihm Vertretene – in diesem Fall der Herr Bundesparteiobmann, damals noch Haider – gemeinsam zu je 60 Tagsätzen verurteilt wurden, weil beide versucht haben, böswillig die korrekte Urteilsveröffentlichung zu vereiteln. (Abg. Silhavy: Skandal!) Stimmt das, Herr Bundesminister für Justiz? – Wenn das stimmt, dann ist das eine blaue Kameraderie gegen den Rechtsstaat! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Herr Kollege Böhmdorfer! Parteianwalt, das ist für mich kein Problem. Die Frage ist, ob Sie ein parteiischer Anwalt waren. Ich muss Ihnen in diesem Zusammenhang eine sehr ernste Frage stellen. Ich habe nämlich noch nie gehört, dass ein Anwalt so wie der von ihm Vertretene – in diesem Fall der Herr Bundesparteiobmann, damals noch Haider – gemeinsam zu je 60 Tagsätzen verurteilt wurden, weil beide versucht haben, böswillig die korrekte Urteilsveröffentlichung zu vereiteln. (Abg. Silhavy: Skandal!) Stimmt das, Herr Bundesminister für Justiz? – Wenn das stimmt, dann ist das eine blaue Kameraderie gegen den Rechtsstaat! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Schwemlein: Wahrscheinlich!
Kollege Khol wird nach mir von der mutigen Arbeit dieser Regierung und von ihren Leistungen sprechen. (Abg. Schwemlein: Wahrscheinlich!) Meine Damen und Herren! Es bedarf nicht vieler Phantasie, dass er beispielsweise darauf hinweisen wird, dass diese Regierung – welch Wunder! – nach insgesamt vier Wochen auch die ersten Beschlüsse gefasst hat. Er wird in diesem Zusammenhang mit Sicherheit auf das ÖIAG-Gesetz hinweisen.
Abg. Grabner – in Richtung des auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministers Dr. Böhmdorfer, der mit dem an der Regierungsbank stehenden Abg. Mag. Trattner spricht –: Herr Minister! Zuhören!
Ich darf Ihnen in diesem Zusammenhang nur den heutigen "Kurier" vorhalten, Titelseite, größter Aufmacher: "Österreichs Familiensilber verliert drastisch an Wert". (Abg. Grabner – in Richtung des auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministers Dr. Böhmdorfer, der mit dem an der Regierungsbank stehenden Abg. Mag. Trattner spricht –: Herr Minister! Zuhören!) – Das ist das Ergebnis Ihrer Politik, und das kostet sage und schreibe – lesen Sie nach! – 12 Milliarden Schilling, und zwar uns alle, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich darf Ihnen in diesem Zusammenhang nur den heutigen "Kurier" vorhalten, Titelseite, größter Aufmacher: "Österreichs Familiensilber verliert drastisch an Wert". (Abg. Grabner – in Richtung des auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministers Dr. Böhmdorfer, der mit dem an der Regierungsbank stehenden Abg. Mag. Trattner spricht –: Herr Minister! Zuhören!) – Das ist das Ergebnis Ihrer Politik, und das kostet sage und schreibe – lesen Sie nach! – 12 Milliarden Schilling, und zwar uns alle, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Grabner: Trattner!
Sie wollen dieses Gesetz durch dieses Haus peitschen, ... (Abg. Grabner: Trattner!)
Abg. Eder: ... keine Ahnung!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Kollege Trattner! Sie waren doch gestern in der Präsidialsitzung, in der wir zu einem bestimmten Thema Konsens erzielt haben. Okay. – Bitte fortzusetzen, Herr Abgeordneter Dr. Kostelka. (Abg. Eder: ... keine Ahnung!)
Beifall bei der SPÖ.
Sie rühmen sich, dass ein Budgetprovisorium verabschiedet werden kann. Das ist fürwahr die Maßnahme, die am wenigsten Kritik findet. Aber sie ist auf Punkt und Beistrich die Vorlage, die von Bundesminister Edlinger vorbereitet worden ist. Daran Kritik zu üben, ist schlicht und einfach nicht möglich! (Beifall bei der SPÖ.)
Widerspruch bei der ÖVP. – Abg. Schwarzenberger: Die SPÖ ist der größte Verschmutzer!
Sie brüsten sich, das neue Regieren verwirklicht zu haben. Wie sieht es denn aus, das neue Regieren? – Keine Frauenpolitik! Die Umweltpolitik wird unter die Kuratel der Landwirtschaft gestellt, des größten Verschmutzers der Gewässer. (Widerspruch bei der ÖVP. – Abg. Schwarzenberger: Die SPÖ ist der größte Verschmutzer!) Arbeitsmarktpolitk und Arbeitnehmerpolitik werden unter die Kuratel der Wirtschaft unter dem Vorsitz eines Großindustriellen gestellt. Sie politisieren die Ministerien, indem Sie so genannte Generalsekretäre einführen.
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Sie brüsten sich auch mit den Arbeitsmarktdaten. Sie sind das Ergebnis mühevoller, intensiver 30-jähriger sozialdemokratischer Politik! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Silhavy: Das ist aber erschreckend!
Vorletzte Bemerkung: Kulturpolitik. Der Bundeskanzler hat in seiner Rede anlässlich der Vorstellung des Regierungsprogramms den sehr bedenkenswerten Satz gesagt: Niemand muss sich fürchten, verfolgt zu werden. (Abg. Silhavy: Das ist aber erschreckend!) – Meine Damen und Herren, genau das ist in der Zwischenzeit eingetreten! Die Verfolgungen beginnen bereits, und die ersten Proskriptionslisten werden in Veröffentlichungen bereits nach außen getragen. (Abg. Dr. Ofner: ... Sie sind die Verantwortlichen!) Das ist Ihre Politik, eine Politik gegen die Kunst! Wir – das sage ich Ihnen ganz offen – werden in diesem Zusammenhang auf der Seite der Modernen, auf der Seite der Kunstschaffenden stehen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald. )
Abg. Dr. Ofner: ... Sie sind die Verantwortlichen!
Vorletzte Bemerkung: Kulturpolitik. Der Bundeskanzler hat in seiner Rede anlässlich der Vorstellung des Regierungsprogramms den sehr bedenkenswerten Satz gesagt: Niemand muss sich fürchten, verfolgt zu werden. (Abg. Silhavy: Das ist aber erschreckend!) – Meine Damen und Herren, genau das ist in der Zwischenzeit eingetreten! Die Verfolgungen beginnen bereits, und die ersten Proskriptionslisten werden in Veröffentlichungen bereits nach außen getragen. (Abg. Dr. Ofner: ... Sie sind die Verantwortlichen!) Das ist Ihre Politik, eine Politik gegen die Kunst! Wir – das sage ich Ihnen ganz offen – werden in diesem Zusammenhang auf der Seite der Modernen, auf der Seite der Kunstschaffenden stehen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald. )
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.
Vorletzte Bemerkung: Kulturpolitik. Der Bundeskanzler hat in seiner Rede anlässlich der Vorstellung des Regierungsprogramms den sehr bedenkenswerten Satz gesagt: Niemand muss sich fürchten, verfolgt zu werden. (Abg. Silhavy: Das ist aber erschreckend!) – Meine Damen und Herren, genau das ist in der Zwischenzeit eingetreten! Die Verfolgungen beginnen bereits, und die ersten Proskriptionslisten werden in Veröffentlichungen bereits nach außen getragen. (Abg. Dr. Ofner: ... Sie sind die Verantwortlichen!) Das ist Ihre Politik, eine Politik gegen die Kunst! Wir – das sage ich Ihnen ganz offen – werden in diesem Zusammenhang auf der Seite der Modernen, auf der Seite der Kunstschaffenden stehen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald. )
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Meine Damen und Herren von der ÖVP und von der FPÖ! Sie lösen kein Problem, Sie schaffen neue. Sie sind nämlich das Problem Österreichs. Treten Sie zurück, und geben Sie Österreich eine Chance! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Parnigoni: Ja, selbstverständlich! Sie regieren ja so weiter! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Andreas Khol (ÖVP): Herr Präsident! Frau Vizekanzlerin! Meine Herren auf der Regierungsbank! Meine Damen und Herren! 28 Tage ist diese Regierung im Amt, und die Sozialdemokraten wissen schon ganz genau: Das ist eine "Chaos-Truppe". (Abg. Parnigoni: Ja, selbstverständlich! Sie regieren ja so weiter! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Meine Damen und Herren von der Sozialdemokratie! Hier ist der Wunsch der Vater des Gedankens. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Wir werden Ihnen diesen Wunsch ausnahmsweise einmal nicht erfüllen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Andreas Khol (ÖVP): Herr Präsident! Frau Vizekanzlerin! Meine Herren auf der Regierungsbank! Meine Damen und Herren! 28 Tage ist diese Regierung im Amt, und die Sozialdemokraten wissen schon ganz genau: Das ist eine "Chaos-Truppe". (Abg. Parnigoni: Ja, selbstverständlich! Sie regieren ja so weiter! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Meine Damen und Herren von der Sozialdemokratie! Hier ist der Wunsch der Vater des Gedankens. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Wir werden Ihnen diesen Wunsch ausnahmsweise einmal nicht erfüllen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Andreas Khol (ÖVP): Herr Präsident! Frau Vizekanzlerin! Meine Herren auf der Regierungsbank! Meine Damen und Herren! 28 Tage ist diese Regierung im Amt, und die Sozialdemokraten wissen schon ganz genau: Das ist eine "Chaos-Truppe". (Abg. Parnigoni: Ja, selbstverständlich! Sie regieren ja so weiter! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Meine Damen und Herren von der Sozialdemokratie! Hier ist der Wunsch der Vater des Gedankens. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Wir werden Ihnen diesen Wunsch ausnahmsweise einmal nicht erfüllen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ganz im Gegenteil: Wir wissen, Sie werfen uns Knüppel in den Weg. Und wir werden drüberspringen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Stummvoll: Keine gute!
Ich hätte mir gewünscht, meine Damen und Herren von der Sozialdemokratie, dass sich Ihr Alt-Parteivorsitzender Klima an den beiden italienischen Politikern Ciampi und Dini ein Beispiel genommen hätte. Als nämlich der deutsche sozialdemokratische Bundeskanzler ein ähnliches Verfahren, wie man es Österreich rechtswidrig angedeihen hat lassen, den Italienern angedroht hat, haben diese beiden Politiker, die nicht Berlusconi-Politiker und Fini-Politiker sind, wie ein Mann gesagt: Das kommt für uns nicht in Frage! Und Schröder musste zurück. Ich hätte mir gewünscht, dass bei diesem Abendessen in Stockholm, wovon wir immer noch nicht wissen, welche Rolle Klima dort gespielt hat (Abg. Dr. Stummvoll: Keine gute!), Klima auch verhindert hätte, dass diese Maßnahmen gegen Österreich verhängt werden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich hätte mir gewünscht, meine Damen und Herren von der Sozialdemokratie, dass sich Ihr Alt-Parteivorsitzender Klima an den beiden italienischen Politikern Ciampi und Dini ein Beispiel genommen hätte. Als nämlich der deutsche sozialdemokratische Bundeskanzler ein ähnliches Verfahren, wie man es Österreich rechtswidrig angedeihen hat lassen, den Italienern angedroht hat, haben diese beiden Politiker, die nicht Berlusconi-Politiker und Fini-Politiker sind, wie ein Mann gesagt: Das kommt für uns nicht in Frage! Und Schröder musste zurück. Ich hätte mir gewünscht, dass bei diesem Abendessen in Stockholm, wovon wir immer noch nicht wissen, welche Rolle Klima dort gespielt hat (Abg. Dr. Stummvoll: Keine gute!), Klima auch verhindert hätte, dass diese Maßnahmen gegen Österreich verhängt werden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren von den Sozialdemokraten! Ich habe hier schon zwei Mal die Fragen an Klima gestellt, und ich weiß, dass er deswegen sein Mandat zurückgelegt und sich nicht mehr hier hereingetraut hat, damit er diese Frage nicht beantworten muss. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Parnigoni: Warum haben Sie den Untersuchungsausschuss abgelehnt?
Welche Rolle hat der damalige Bundeskanzler Klima am 26. Jänner am Abend in Stockholm gespielt, als sich die 14 sozialdemokratischen Regierungschefs zurückgezogen und über die Frage, wie begegnet man einer frei gewählten österreichischen Bundesregierung, der allenfalls auch freiheitliche Regierungsmitglieder angehören, gesprochen haben? (Abg. Parnigoni: Warum haben Sie den Untersuchungsausschuss abgelehnt?) Hat er Österreich verteidigt? (Rufe bei der ÖVP: Nein!) – Das hoffe ich. Hat er von diesen Sanktionen nichts gewusst? – Das hoffe ich. Oder hat er zugestimmt? – Das würde ich verabscheuen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Ein Untersuchungsausschuss würde alles klären, Herr Khol! Davor habt ihr die Hosen voll!)
Rufe bei der ÖVP: Nein!
Welche Rolle hat der damalige Bundeskanzler Klima am 26. Jänner am Abend in Stockholm gespielt, als sich die 14 sozialdemokratischen Regierungschefs zurückgezogen und über die Frage, wie begegnet man einer frei gewählten österreichischen Bundesregierung, der allenfalls auch freiheitliche Regierungsmitglieder angehören, gesprochen haben? (Abg. Parnigoni: Warum haben Sie den Untersuchungsausschuss abgelehnt?) Hat er Österreich verteidigt? (Rufe bei der ÖVP: Nein!) – Das hoffe ich. Hat er von diesen Sanktionen nichts gewusst? – Das hoffe ich. Oder hat er zugestimmt? – Das würde ich verabscheuen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Ein Untersuchungsausschuss würde alles klären, Herr Khol! Davor habt ihr die Hosen voll!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Ein Untersuchungsausschuss würde alles klären, Herr Khol! Davor habt ihr die Hosen voll!
Welche Rolle hat der damalige Bundeskanzler Klima am 26. Jänner am Abend in Stockholm gespielt, als sich die 14 sozialdemokratischen Regierungschefs zurückgezogen und über die Frage, wie begegnet man einer frei gewählten österreichischen Bundesregierung, der allenfalls auch freiheitliche Regierungsmitglieder angehören, gesprochen haben? (Abg. Parnigoni: Warum haben Sie den Untersuchungsausschuss abgelehnt?) Hat er Österreich verteidigt? (Rufe bei der ÖVP: Nein!) – Das hoffe ich. Hat er von diesen Sanktionen nichts gewusst? – Das hoffe ich. Oder hat er zugestimmt? – Das würde ich verabscheuen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Ein Untersuchungsausschuss würde alles klären, Herr Khol! Davor habt ihr die Hosen voll!)
Abg. Dr. Stummvoll: Jeder Verein wird besser übergeben!
Meine Damen und Herren! Auch das ist ja letztlich eine kleinliche Haltung. Kleinlich war auch die Amtsübergabe, wie sie beispielsweise der frühere Finanzminister Edlinger vorgenommen hat. Ich habe mir genau berichten lassen, und ich habe mir auch die Äußerungen von Herrn Edlinger angeschaut. (Abg. Dr. Stummvoll: Jeder Verein wird besser übergeben!) Die Computer waren leer (Abg. Edlinger: Das ist falsch!), so als ob die Republik den Sozialdemokraten gehören würde. Die Betriebssysteme der Computer in den Büros der Spitze des Finanzministeriums waren gelöscht. (Abg. Edlinger: Falsch!) Es gab kein Windows mehr, es gab kein Excel mehr. Bei den Telefonen waren die Verbindungen gelöscht, es waren die Betriebstasten herausgerissen. Das hat ja Herr Edlinger gestern in der ihm eigenen scherzhaften Weise zugegeben, als er sagte, er wollte nicht, dass der Herr Grasser mit seiner Tochter telefonieren kann. (Ironische Heiterkeit.) – Ja, bitte, Herr Edlinger, Sie haben das letzte Mal einen Hasen auf der Krawatte gehabt. Ich nehme an, heute sind es Blindschleichen, ich weiß es nicht. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Edlinger: Das ist falsch!
Meine Damen und Herren! Auch das ist ja letztlich eine kleinliche Haltung. Kleinlich war auch die Amtsübergabe, wie sie beispielsweise der frühere Finanzminister Edlinger vorgenommen hat. Ich habe mir genau berichten lassen, und ich habe mir auch die Äußerungen von Herrn Edlinger angeschaut. (Abg. Dr. Stummvoll: Jeder Verein wird besser übergeben!) Die Computer waren leer (Abg. Edlinger: Das ist falsch!), so als ob die Republik den Sozialdemokraten gehören würde. Die Betriebssysteme der Computer in den Büros der Spitze des Finanzministeriums waren gelöscht. (Abg. Edlinger: Falsch!) Es gab kein Windows mehr, es gab kein Excel mehr. Bei den Telefonen waren die Verbindungen gelöscht, es waren die Betriebstasten herausgerissen. Das hat ja Herr Edlinger gestern in der ihm eigenen scherzhaften Weise zugegeben, als er sagte, er wollte nicht, dass der Herr Grasser mit seiner Tochter telefonieren kann. (Ironische Heiterkeit.) – Ja, bitte, Herr Edlinger, Sie haben das letzte Mal einen Hasen auf der Krawatte gehabt. Ich nehme an, heute sind es Blindschleichen, ich weiß es nicht. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Edlinger: Falsch!
Meine Damen und Herren! Auch das ist ja letztlich eine kleinliche Haltung. Kleinlich war auch die Amtsübergabe, wie sie beispielsweise der frühere Finanzminister Edlinger vorgenommen hat. Ich habe mir genau berichten lassen, und ich habe mir auch die Äußerungen von Herrn Edlinger angeschaut. (Abg. Dr. Stummvoll: Jeder Verein wird besser übergeben!) Die Computer waren leer (Abg. Edlinger: Das ist falsch!), so als ob die Republik den Sozialdemokraten gehören würde. Die Betriebssysteme der Computer in den Büros der Spitze des Finanzministeriums waren gelöscht. (Abg. Edlinger: Falsch!) Es gab kein Windows mehr, es gab kein Excel mehr. Bei den Telefonen waren die Verbindungen gelöscht, es waren die Betriebstasten herausgerissen. Das hat ja Herr Edlinger gestern in der ihm eigenen scherzhaften Weise zugegeben, als er sagte, er wollte nicht, dass der Herr Grasser mit seiner Tochter telefonieren kann. (Ironische Heiterkeit.) – Ja, bitte, Herr Edlinger, Sie haben das letzte Mal einen Hasen auf der Krawatte gehabt. Ich nehme an, heute sind es Blindschleichen, ich weiß es nicht. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Ironische Heiterkeit.
Meine Damen und Herren! Auch das ist ja letztlich eine kleinliche Haltung. Kleinlich war auch die Amtsübergabe, wie sie beispielsweise der frühere Finanzminister Edlinger vorgenommen hat. Ich habe mir genau berichten lassen, und ich habe mir auch die Äußerungen von Herrn Edlinger angeschaut. (Abg. Dr. Stummvoll: Jeder Verein wird besser übergeben!) Die Computer waren leer (Abg. Edlinger: Das ist falsch!), so als ob die Republik den Sozialdemokraten gehören würde. Die Betriebssysteme der Computer in den Büros der Spitze des Finanzministeriums waren gelöscht. (Abg. Edlinger: Falsch!) Es gab kein Windows mehr, es gab kein Excel mehr. Bei den Telefonen waren die Verbindungen gelöscht, es waren die Betriebstasten herausgerissen. Das hat ja Herr Edlinger gestern in der ihm eigenen scherzhaften Weise zugegeben, als er sagte, er wollte nicht, dass der Herr Grasser mit seiner Tochter telefonieren kann. (Ironische Heiterkeit.) – Ja, bitte, Herr Edlinger, Sie haben das letzte Mal einen Hasen auf der Krawatte gehabt. Ich nehme an, heute sind es Blindschleichen, ich weiß es nicht. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Auch das ist ja letztlich eine kleinliche Haltung. Kleinlich war auch die Amtsübergabe, wie sie beispielsweise der frühere Finanzminister Edlinger vorgenommen hat. Ich habe mir genau berichten lassen, und ich habe mir auch die Äußerungen von Herrn Edlinger angeschaut. (Abg. Dr. Stummvoll: Jeder Verein wird besser übergeben!) Die Computer waren leer (Abg. Edlinger: Das ist falsch!), so als ob die Republik den Sozialdemokraten gehören würde. Die Betriebssysteme der Computer in den Büros der Spitze des Finanzministeriums waren gelöscht. (Abg. Edlinger: Falsch!) Es gab kein Windows mehr, es gab kein Excel mehr. Bei den Telefonen waren die Verbindungen gelöscht, es waren die Betriebstasten herausgerissen. Das hat ja Herr Edlinger gestern in der ihm eigenen scherzhaften Weise zugegeben, als er sagte, er wollte nicht, dass der Herr Grasser mit seiner Tochter telefonieren kann. (Ironische Heiterkeit.) – Ja, bitte, Herr Edlinger, Sie haben das letzte Mal einen Hasen auf der Krawatte gehabt. Ich nehme an, heute sind es Blindschleichen, ich weiß es nicht. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Sie haben das letzte Mal die Delikatesse gehabt, Hasen mit unserer Partei zu identifizieren. Mir ist dabei nicht das Sprichwort eingefallen, das Ihnen eingefallen ist, sondern ich habe das Kinderlied in Erinnerung: Häschen in der Grube sitzt und weint. Armes Häschen, bist du krank, dass du nicht mehr hüpfen kannst? (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Das ist nämlich der Grund dafür, dass Sie so beleidigt darauf reagieren.
Abg. Kiss: Zwei Tage in einem Ministerium!
Es hat auch Minister Schlögl gestern hier nicht ganz die Wahrheit hinsichtlich seiner Amtsübergabe gesagt, denn es konnte auch dort auf den Computern zwei Tage lang nicht gearbeitet werden, weil man die Betriebssysteme gelöscht hat. (Abg. Kiss: Zwei Tage in einem Ministerium!) Minister Strasser – da war nämlich die Besetzung des Sozialministeriums – musste in eine nachgeordnete Dienststelle gehen, weil die Telefone in seinem Büro so unbenützbar
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Das ist ganz einfach kleinlich. Ich würde sagen, nehmen Sie sich ein Beispiel daran, wie sich andere Parteien aus der Macht verabschieden. Ich verstehe schon den Phantomschmerz, den Sie haben, aber ersparen Sie Österreich dieses beschämende Schauspiel. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Zur "Chaos-Truppe": Ich habe den Herrn Präsidenten gefragt, ob man das sagen darf, denn ich möchte hier ja ordentlich reden. Und ich habe gefragt: Ist das Wort "Chaos-Truppe" ordnungsrufwürdig? Er hat gesagt: Nein, das ist nicht ordnungsrufwürdig. Daher kann ich jetzt mit gutem Gewissen sagen: Das, was die Sozialdemokratie im Augenblick darstellt, ist eine Chaos-Truppe! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Reitsamer: Sie hat einen Termin! Sie hat etwas zu arbeiten!
Und es ist bezeichnend, dass die von mir sonst sehr geschätzte Eleonora Hostasch auch heute wieder das Plenum meidet, obwohl sie noch Abgeordnete ist (Abg. Reitsamer: Sie hat einen Termin! Sie hat etwas zu arbeiten!), denn sie hätte sich hier auch unseren Fragen stellen müssen: Ja wie ist denn das mit den Krankenkassen? Wer hat denn seine Aufsichtspflicht sträflich vernachlässigt? Wie unser Abgeordneter Tancsits klar nachgewiesen hat, hat sich dieses Chaos für die Aufsichtsbehörde Sozialminister bereits im letzten Jahr abgezeichnet. Man hat uns hier ein Chaos hinterlassen und, wie sich herausstellt, ein Defizit von fast 6 Milliarden Schilling. Die Ministerin hat es verabsäumt, die dort verantwortlichen Selbstverwaltungsträger an ihre Pflicht zu erinnern. Das verlangen wir von Ministern! Es wurde verabsäumt! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Und es ist bezeichnend, dass die von mir sonst sehr geschätzte Eleonora Hostasch auch heute wieder das Plenum meidet, obwohl sie noch Abgeordnete ist (Abg. Reitsamer: Sie hat einen Termin! Sie hat etwas zu arbeiten!), denn sie hätte sich hier auch unseren Fragen stellen müssen: Ja wie ist denn das mit den Krankenkassen? Wer hat denn seine Aufsichtspflicht sträflich vernachlässigt? Wie unser Abgeordneter Tancsits klar nachgewiesen hat, hat sich dieses Chaos für die Aufsichtsbehörde Sozialminister bereits im letzten Jahr abgezeichnet. Man hat uns hier ein Chaos hinterlassen und, wie sich herausstellt, ein Defizit von fast 6 Milliarden Schilling. Die Ministerin hat es verabsäumt, die dort verantwortlichen Selbstverwaltungsträger an ihre Pflicht zu erinnern. Das verlangen wir von Ministern! Es wurde verabsäumt! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Stummvoll: Unglaublich!
Das sind die Knüppel, die uns in den Weg gelegt wurden. Ich könnte noch andere nennen. Ich rede gar nicht von den Zahlen und Ziffern, ich rede auch nicht davon, dass Minister Edlinger seine Verfassungspflicht versäumt hat, einen Bundesvoranschlag vorzulegen und vorzubereiten. Eine Verfassungspflicht! Das, was er uns immer erzählt hat, waren geschätzte – und nicht erhobene Zahlen. (Abg. Dr. Stummvoll: Unglaublich!) Reden Sie mit dem Finanzstaatssekretär, und er wird Ihnen sagen, dass lediglich Fortschreibungen und Prognosen zum Ausgangspunkt seiner Überlegung gemacht wurden, dass keinerlei Vorbereitungshandlungen für ein Budget getroffen wurden. Das ist ganz einfach fahrlässig, und das hätte nicht passieren dürfen. Herr Minister Edlinger, ich würde sagen, klopfen Sie an Ihre Brust, auch wenn dort keine Blindschleichen sind! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das sind die Knüppel, die uns in den Weg gelegt wurden. Ich könnte noch andere nennen. Ich rede gar nicht von den Zahlen und Ziffern, ich rede auch nicht davon, dass Minister Edlinger seine Verfassungspflicht versäumt hat, einen Bundesvoranschlag vorzulegen und vorzubereiten. Eine Verfassungspflicht! Das, was er uns immer erzählt hat, waren geschätzte – und nicht erhobene Zahlen. (Abg. Dr. Stummvoll: Unglaublich!) Reden Sie mit dem Finanzstaatssekretär, und er wird Ihnen sagen, dass lediglich Fortschreibungen und Prognosen zum Ausgangspunkt seiner Überlegung gemacht wurden, dass keinerlei Vorbereitungshandlungen für ein Budget getroffen wurden. Das ist ganz einfach fahrlässig, und das hätte nicht passieren dürfen. Herr Minister Edlinger, ich würde sagen, klopfen Sie an Ihre Brust, auch wenn dort keine Blindschleichen sind! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Stummvoll: Einem bestätigt es!
Meine Damen und Herren! Trotz alledem, trotz all dieser Knüppel, die ihr in den Weg gelegt wurden, hat diese Regierung planmäßig gearbeitet. Es hat in jedem Ministerrat sachliche Schwerpunkte gegeben: in der ersten Woche das Budget, in der zweiten Wochen neu regieren, ein Bundesministeriengesetz, an dem Klima seinerzeit kläglich gescheitert ist. Wir erinnern uns doch an das beschämende Schauspiel. Klima hat die Regierung übernommen, hat mit unserem damaligen Vizekanzler eine Ministerialreform vereinbart und ist, wie so oft, an den Herren Einem und Kostelka gescheitert. (Abg. Dr. Stummvoll: Einem bestätigt es!) Wir erinnern uns doch alle daran. Sie beide konnten sich nicht einigen, Sie wollten den Wissenschaftsbereich nicht hergeben, ich weiß es. Denn Ihnen war Ihr eigenes Ministerium immer wichtiger als die Wissenschaft und die Republik. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Posch: Lassen Sie diese Plattitüden! Das haben Sie auch nicht notwendig!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Posch: Lassen Sie diese Plattitüden! Das haben Sie auch nicht notwendig!
Meine Damen und Herren! Trotz alledem, trotz all dieser Knüppel, die ihr in den Weg gelegt wurden, hat diese Regierung planmäßig gearbeitet. Es hat in jedem Ministerrat sachliche Schwerpunkte gegeben: in der ersten Woche das Budget, in der zweiten Wochen neu regieren, ein Bundesministeriengesetz, an dem Klima seinerzeit kläglich gescheitert ist. Wir erinnern uns doch an das beschämende Schauspiel. Klima hat die Regierung übernommen, hat mit unserem damaligen Vizekanzler eine Ministerialreform vereinbart und ist, wie so oft, an den Herren Einem und Kostelka gescheitert. (Abg. Dr. Stummvoll: Einem bestätigt es!) Wir erinnern uns doch alle daran. Sie beide konnten sich nicht einigen, Sie wollten den Wissenschaftsbereich nicht hergeben, ich weiß es. Denn Ihnen war Ihr eigenes Ministerium immer wichtiger als die Wissenschaft und die Republik. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Posch: Lassen Sie diese Plattitüden! Das haben Sie auch nicht notwendig!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
In der dritten Woche haben wir die Problematik des Bankgeheimnisses und der Sparbücher gelöst – eine Angelegenheit, die ich ja quälend in der letzten Koalition miterlebt habe. Wir alle wussten, wohin der Hase läuft, Herr Edlinger. Und was ist daraus geworden? – Sie haben die Entscheidung von einem Ministerrat auf den anderen verschoben. Wir haben das Problem angepackt und gelöst zum Wohl der Österreicher. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Das war der dritte Ministerrat.
Abg. Edler: Sie verschleudern Österreich!
Im vierten Ministerrat haben wir die Privatisierung in einem mutigen Schritt weitergeführt. (Abg. Edler: Sie verschleudern Österreich!) Die ÖIAG wird zu einer echten Privatisierungsagentur, losgelöst vom Gängelband der Parteien. Und wir glauben, dass das für alle unsere Mitbürge
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Nächste Woche, meine Damen und Herren, geht es um die Krankenkassen, in der sechsten Woche, im sechsten Ministerrat, wird das Budget 2000 beschlossen werden, in der siebenten Woche werden wir ein Paket beschließen, das die Mieten für die Österreicherinnen und Österreicher heruntersetzt. Und so wird es weitergehen, und diese Regierung wird arbeiten, arbeiten, arbeiten, neu regieren und die Probleme dieses Landes lösen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Silhavy: Und das beurteilen dann Sie, was intelligent ist? – Abg. Dr. Mertel: Und das beurteilt dann der Innenminister?
Meine Damen und Herren! Wir erwarten nicht von der Opposition, dass sie uns dabei unterstützt – das ist nicht ihre Aufgabe. Die Aufgabe der Opposition ist, scharfe Kritik zu üben. Und scharfe Kritik halten wir aus und erwarten wir. Aber wir erwarten zwei Dinge: Wir erwarten intelligente Kritik, und wir erwarten Fairness. Wir erwarten eine Basis-Fairness, die bisher bei den Aktionen der Sozialdemokratie gefehlt hat. (Abg. Silhavy: Und das beurteilen dann Sie, was intelligent ist? – Abg. Dr. Mertel: Und das beurteilt dann der Innenminister?)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es war nicht fair, meine Damen und Herren, wie Sie die Ämter übergeben haben. Die Republik gehört nicht Ihnen, sie gehört diesem Land, gehört den Bürgerinnen und Bürgern und nicht der Sozialdemokratie! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es war nicht fair, wie sich Herr Edlinger aus dem Ministerium verabschiedet hat wie "das Dirndl vom Tanz": Es war nicht fair, dass kein Budget vorbereitet war, und es war auch nicht fair, meine Damen und Herren von der Sozialdemokratie, wie Sie aus der bemitleidenswerten Krankheit eines Regierungsmitgliedes versucht haben Kapital zu schlagen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich möchte von diesem Rednerpult aus Dr. Michael Krüger meinen Respekt aussprechen. Das Amt eines Justizministers ist schwer, wie es sich gerade in diesen Tagen des Knüppelwerfens, der Demonstrationen zeigt. Es ist ein gutes Recht jedes Menschen zu demonstrieren, aber wenn Parteien sich Demonstranten umschnallen wie einen Rucksack und zu vereinnahmen versuchen, ist das nicht fair. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Und es war nicht fair, wie man Dr. Krüger behandelt hat, er hat meinen vollen Respekt. Ich bedauere es, dass er nicht mehr Justizminister ist. Ich wünsche seinem Nachfolger Dr. Böhmdorfer alles Gute. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Schwemlein.
Es ist auch nicht fair, meine Damen und Herren von der sozialdemokratischen Chaos-Truppe, es ist nicht fair, einer Regierung, die 28 Tage im Amt ist, vorzuwerfen, dass nicht alle Probleme schon gelöst sind. Das ist genauso unfair, als ob wir dem designierten Parteivorsitzenden Gusenbauer vorwerfen würden, dass er bis heute noch nicht die 250 Millionen Schilling Budgetdefizit der Sozialdemokratischen Partei saniert hat. (Zwischenruf des Abg. Schwemlein. ) Das geht auch nicht in 28 Tagen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es ist auch nicht fair, meine Damen und Herren von der sozialdemokratischen Chaos-Truppe, es ist nicht fair, einer Regierung, die 28 Tage im Amt ist, vorzuwerfen, dass nicht alle Probleme schon gelöst sind. Das ist genauso unfair, als ob wir dem designierten Parteivorsitzenden Gusenbauer vorwerfen würden, dass er bis heute noch nicht die 250 Millionen Schilling Budgetdefizit der Sozialdemokratischen Partei saniert hat. (Zwischenruf des Abg. Schwemlein. ) Das geht auch nicht in 28 Tagen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Lang anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es ist nicht fair, mit falschen Zahlen und mit Gräueln das Regierungsprogramm zu verteufeln. Was wir erwarten, meine Damen und Herren von den Sozialdemokraten – bei den Grünen bin ich differenzierter, aber gesprochen hat hier Kostelka –, was wir erwarten, ist intelligente und harte Kritik und eine Basis-Fairness, die uns in diesem Haus eigentlich immer ausgezeichnet hat. (Lang anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Schwarzenberger: Waren Sie anwesend? – Abg. Dr. Khol: Versucht! – Rufe bei der ÖVP: Hören Sie zu! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Ich habe versucht, eine ordnungsgemäße Übergabe durchzuführen, habe auch ... (Abg. Schwarzenberger: Waren Sie anwesend? – Abg. Dr. Khol: Versucht! – Rufe bei der ÖVP: Hören Sie zu! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Ich habe, da eine persönliche Übergabe an diesem Tag nicht möglich gewesen ist, eine entsprechende schriftliche Übergabe durchgeführt.
Rufe bei der ÖVP: Nein!
Zweitens hat die Telefonanlage in jeder Weise funktioniert. (Rufe bei der ÖVP: Nein!) Sie hat funktioniert! Und die Computer haben auch funktioniert. Jeder Beamte und jede Beamtin des Ministeriums könnten meine Zeugen dafür sein. Das, was Sie behaupten, ist schlichtweg die Unwahrheit, und ich bitte Sie, sich bei meinen Beamten und bei den Beamten des Innenministers Strasser zu erkundigen: Es stimmt einfach nicht, dass Telefonanlagen und auch Computeranlagen nicht funktionsfähig waren.
Rufe bei der ÖVP: Wieder! Jetzt sagt er es selbst! Das war ein Freud’scher Versprecher! – Abg. Haigermoser: Sigmund Freud, schau oba!
Am selben Tag wurden diese Anlagen wieder in Betrieb genommen durch den ... (Rufe bei der ÖVP: Wieder! Jetzt sagt er es selbst! Das war ein Freud’scher Versprecher! – Abg. Haigermoser: Sigmund Freud, schau oba!)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Abgeordneter Schlögl! Sind Sie mit der Darlegung des zu berichtigenden ... (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Jetzt ist der Präsident am Wort! (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Abgeordneter Schlögl! Sind Sie mit der Darlegung des zu berichtigenden ... (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Jetzt ist der Präsident am Wort! (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Mag. Schlögl: Eine Computeranlage braucht ein Passwort, um bedient zu werden! – Beifall bei der SPÖ für den das Rednerpult verlassenden Abg. Mag. Schlögl. – Abg. Dr. Martin Graf: Eine tatsächliche Bestätigung war das!
Die Rede ist beendet, Herr Abgeordneter. (Abg. Mag. Schlögl: Eine Computeranlage braucht ein Passwort, um bedient zu werden! – Beifall bei der SPÖ für den das Rednerpult verlassenden Abg. Mag. Schlögl. – Abg. Dr. Martin Graf: Eine tatsächliche Bestätigung war das!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Ich berichtige tatsächlich: Herr Abgeordneter! Die sozialdemokratische Fraktion und die Sozialdemokratische Partei haben immer die Auffassung vertreten, dass es sinnvoll und im Interesse von Wissenschaft, Forschern und Universitäten gelegen ist, ein eigenständiges Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Technologie aufrechtzuerhalten. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Lang anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Posch: Das war ein Missbrauch!
Abgeordneter Dr. Andreas Khol (ÖVP): Meine Damen und Herren! Die persönliche Erwiderung erübrigt sich: Beide tatsächlichen Berichtiger haben meine Behauptungen bestätigt. (Lang anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Posch: Das war ein Missbrauch!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.
Ich möchte aber dem Parlament sagen, dass die Tatsache, dass kein Budget vorgelegt worden ist, einer Vereinbarung zwischen der SPÖ und der ÖVP durch Molterer und Edlinger aus dem Oktober entsprochen hat. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald. )
Abg. Kiss: Das haben Sie aber gestern bestätigt! – Abg. Mag. Steindl: Das ist bestätigt!
Im Ministerium selbst waren sämtliche Computer in Betrieb. (Abg. Kiss: Das haben Sie aber gestern bestätigt! – Abg. Mag. Steindl: Das ist bestätigt!)
Abg. Schwarzenberger: Aha!
Was wir gemacht haben, ist Folgendes: Im Kabinett haben wir jene Programme, in denen die Korrespondenz des Ministers gespeichert war, gelöscht (Abg. Schwarzenberger: Aha!) – und das ist auch richtig so, weil ich meine, dass die Amtsführung und die persönliche Korrespondenz nicht unbedingt in einem Zusammenhang stehen.
Abg. Edlinger: Ich werde es bei Gelegenheit richtig stellen! Es ist ganz einfach falsch, was Sie behaupten!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Abgeordneter! Ich bin verpflichtet, in einer heiklen Situation die Geschäftsordnung exakt einzuhalten. Die Redezeit ist beendet, es tut mir Leid. (Abg. Edlinger: Ich werde es bei Gelegenheit richtig stellen! Es ist ganz einfach falsch, was Sie behaupten!)
Abg. Dr. Khol: Ich höre Ihnen zu!
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Dobro jutro, poštovane dame i gospodo! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Sehr geehrte Herren Bundesminister! Sehr geehrte Frau Vizekanzlerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Klubobmann Khol, darf ich um Ihre Aufmerksamkeit bitten. Herr Klubobmann Khol! In Bezug auf die Fairness, die Sie einfordern, sehr geehrter Herr Klubobmann Khol, in Bezug auf intelligente Kritik, die Sie einfordern, in Bezug auf harte Kritik, die Sie einfordern, bitte ich Sie höflichst, kurz zuzuhören, weil mich das beschäftigt, Herr Klubobmann. (Abg. Dr. Khol: Ich höre Ihnen zu!) Es beschäftigt mich, dass der Klubobmann der zwar nur drittstärksten, aber doch in der Regierung vertretenen Partei hier Fairness und intelligente Kritik einfordert, aber dann hier eine Rede hält, die, wie ich meine, von einer Weinerlichkeit gekennzeichnet ist: Da seien die Computer abgeschaltet worden, da habe ein Bleistift in einem Ministerium gefehlt, die Türe habe geklemmt und man konnte nicht hinein. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Kiss: So ein Unsinn! Wo war das Weinerlichkeit? Das ist lächerlich!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Kiss: So ein Unsinn! Wo war das Weinerlichkeit? Das ist lächerlich!
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Dobro jutro, poštovane dame i gospodo! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Sehr geehrte Herren Bundesminister! Sehr geehrte Frau Vizekanzlerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Klubobmann Khol, darf ich um Ihre Aufmerksamkeit bitten. Herr Klubobmann Khol! In Bezug auf die Fairness, die Sie einfordern, sehr geehrter Herr Klubobmann Khol, in Bezug auf intelligente Kritik, die Sie einfordern, in Bezug auf harte Kritik, die Sie einfordern, bitte ich Sie höflichst, kurz zuzuhören, weil mich das beschäftigt, Herr Klubobmann. (Abg. Dr. Khol: Ich höre Ihnen zu!) Es beschäftigt mich, dass der Klubobmann der zwar nur drittstärksten, aber doch in der Regierung vertretenen Partei hier Fairness und intelligente Kritik einfordert, aber dann hier eine Rede hält, die, wie ich meine, von einer Weinerlichkeit gekennzeichnet ist: Da seien die Computer abgeschaltet worden, da habe ein Bleistift in einem Ministerium gefehlt, die Türe habe geklemmt und man konnte nicht hinein. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Kiss: So ein Unsinn! Wo war das Weinerlichkeit? Das ist lächerlich!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Herr Bundeskanzler! Die heutige Fragestunde, das war – und erlauben Sie mir, dass ich Ihnen das mit allem gebotenen Respekt sage ... Ich muss Ihnen den Rücken zuwenden, weil mich sonst niemand hört, weil die Mikrophone hier etwas unpraktisch montiert sind. Im Übrigen erscheint es mir überhaupt seltsam, dass den Vertretern des Souveräns immer die Regierung im Rücken sitzt und wir gar nicht mit Ihnen kommunizieren können. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Bundeskanzler! Diese Fragestunde und die Art und Weise, wie Sie sie absolviert haben, diese Respektlosigkeit gegenüber den Vertretern des Souveräns habe ich in zehn Jahren hier noch nie erlebt. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Ing. Weinmeier: Zur Sache, Frau Kollegin! Zur Sache! Es geht um den Justizminister!
Sie wissen, wie ernst das ist. Ich nehme an, dass Ihnen die Argumente der polnischen Delegation, bestehend aus Vertretern der polnischen Regierung – das ist Herr Botschafter Barcz, ehemaliger Botschafter in Österreich, der sich jetzt hier aufhält – und Vertretern von Zwangsarbeiter-Organisationen, bekannt sind. Wobei ich nicht weiß, ob Sie mit ihnen gesprochen haben. Das ist wahrlich etwas, wo im wahrsten Sinn des Wortes die Zeit davonläuft. Sie verweigern dem Parlament jede Auskunft darüber, worum es eigentlich geht. Sie sagen nur, Frau Dr. Schaumayer hat einen Auftrag, der der Öffentlichkeit im Übrigen nicht in seinen Details bekannt ist, wie er bekannt sein sollte, sehr geehrter Herr Bundeskanzler. (Abg. Ing. Weinmeier: Zur Sache, Frau Kollegin! Zur Sache! Es geht um den Justizminister!)
Beifall bei den Grünen.
Das Parlament behandeln Sie einfach nur nach dem Motto "Schmeck’s Kropferter!", was brauche ich Ihnen eine Antwort zu geben. Herr Bundeskanzler! Frau Dr. Schaumayer ist nicht Mitglied dieser Bundesregierung. Ich habe großen Respekt vor Frau Dr. Schaumayer. Sie ist eine der weiblichen Leitfiguren der Nachkriegsgeschichte in Österreich, wofür ich ihr meinen Respekt zolle und auch allen anderen Frauen, die sich in der Politik und Wirtschaft durchgesetzt haben. Aber sie macht nicht das Budget, Herr Bundeskanzler! Sie wird nicht dafür verantwortlich sein, dass dieser – jetzt sage ich, vielleicht unter zweistellige, aber jedenfalls mehr als 3 bis 4 Milliarden Schilling ausmachende – Betrag im Budget vorgesehen ist. Dafür sind Sie verantwortlich! Und deshalb kann ich mich nicht mit dieser Art von Anfragebeantwortung zufrieden geben, Herr Bundeskanzler. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Weinmeier: Zu welchem Tagesordnungspunkt sprechen Sie eigentlich, Frau Kollegin?
Und, meine sehr verehrten Damen und Herren, die "Chaos-Truppen". Erstens einmal lehne ich eine solch martialische Sprache ab – egal, wer sie verwendet. Das gilt jetzt für die Regierungsfraktionen, das gilt auch für die Oppositionsfraktion. (Abg. Ing. Weinmeier: Zu welchem Tagesordnungspunkt sprechen Sie eigentlich, Frau Kollegin?) Es ist eigentlich ganz egal, wie man sie bezeichnet. Es gibt ja die Fakten, Herr Bundeskanzler.
Abg. Dr. Mertel: Das wäre nicht intelligent!
Herr Bundeskanzler! Wenn es irgendetwas gibt, wovon Sie, Herr Bundeskanzler, das Gefühl haben, es sei aufklärungsbedürftig, Herr Klubobmann Khol, wenn Sie das Gefühl haben, es gibt irgendetwas, was aufzuklären wäre, ja bitte, warum tun Sie es dann nicht? (Abg. Dr. Mertel: Das wäre nicht intelligent!) Warum tun Sie nicht das, was der einhellige Wunsch der Opposition in diesem Hause ist, nämlich einen Untersuchungsausschuss einzusetzen und endlich zu klären – und mich interessiert das wirklich! –, wann Klima mit wem worüber geredet hat? Wann hat er etwas erfahren? (Abg. Dr. Mertel: Wann hat Schüssel mit wem worüber geredet?!)
Abg. Dr. Mertel: Wann hat Schüssel mit wem worüber geredet?!
Herr Bundeskanzler! Wenn es irgendetwas gibt, wovon Sie, Herr Bundeskanzler, das Gefühl haben, es sei aufklärungsbedürftig, Herr Klubobmann Khol, wenn Sie das Gefühl haben, es gibt irgendetwas, was aufzuklären wäre, ja bitte, warum tun Sie es dann nicht? (Abg. Dr. Mertel: Das wäre nicht intelligent!) Warum tun Sie nicht das, was der einhellige Wunsch der Opposition in diesem Hause ist, nämlich einen Untersuchungsausschuss einzusetzen und endlich zu klären – und mich interessiert das wirklich! –, wann Klima mit wem worüber geredet hat? Wann hat er etwas erfahren? (Abg. Dr. Mertel: Wann hat Schüssel mit wem worüber geredet?!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Haupt und Dr. Ofner.
Im Übrigen erinnere ich daran, dass er auch Österreich einmal als "Missgeburt" bezeichnet hat. (Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Haupt und Dr. Ofner. )
Ruf bei den Freiheitlichen: Danke! – Abg. Jung: Das ist aber lieb!
Herr Bundeskanzler! Über Herrn Dr. Böhmdorfer, der heute zum ersten Mal hier auf der Regierungsbank sitzt, ist – zum Abschluss – aus meiner Sicht Folgendes zu sagen: Er war jahrelang Anwalt der Freiheitlichen Partei – das ist an und für sich etwas, was nicht zu kommentieren ist, denn jede Partei kann sich den Anwalt nehmen, den sie will. (Ruf bei den Freiheitlichen: Danke! – Abg. Jung: Das ist aber lieb!) Das steht jeder Partei frei. (Abg. Dr. Khol: Da sind wir aber froh!) Das allein stört mich auch nicht so. Es stört mich aber dann, wenn Jörg Haider an jenem Tag, an dem er zurücktritt, um den nachhaltigen Schaden, den er persönlich und Herr Dr. Schüssel dadurch, dass er mit ihm in Koalition gegangen ist, diesem Land zugefügt haben, in Grenzen zu halten, den Parteianwalt der FPÖ zum Justizminister macht – und das nach einer Ära, in der es – seit dem Jahre 1986! – nur Partei ungebundene, unabhängige Personen in diesem Amt gab.
Abg. Dr. Khol: Da sind wir aber froh!
Herr Bundeskanzler! Über Herrn Dr. Böhmdorfer, der heute zum ersten Mal hier auf der Regierungsbank sitzt, ist – zum Abschluss – aus meiner Sicht Folgendes zu sagen: Er war jahrelang Anwalt der Freiheitlichen Partei – das ist an und für sich etwas, was nicht zu kommentieren ist, denn jede Partei kann sich den Anwalt nehmen, den sie will. (Ruf bei den Freiheitlichen: Danke! – Abg. Jung: Das ist aber lieb!) Das steht jeder Partei frei. (Abg. Dr. Khol: Da sind wir aber froh!) Das allein stört mich auch nicht so. Es stört mich aber dann, wenn Jörg Haider an jenem Tag, an dem er zurücktritt, um den nachhaltigen Schaden, den er persönlich und Herr Dr. Schüssel dadurch, dass er mit ihm in Koalition gegangen ist, diesem Land zugefügt haben, in Grenzen zu halten, den Parteianwalt der FPÖ zum Justizminister macht – und das nach einer Ära, in der es – seit dem Jahre 1986! – nur Partei ungebundene, unabhängige Personen in diesem Amt gab.
Abg. Dr. Grünewald: ÖVP!
Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Ich weiß schon, dass Sie keinen Einfluss darauf haben, wer von der Freiheitlichen Partei Regierungsmitglied wird. Einen solchen Einfluss hat eher noch Herr Bundespräsident Klestil, wie wir in der Vergangenheit gesehen haben. Aber, Herr Bundeskanzler, ich kann Ihnen nur Folgendes sagen: Was Sie am meisten gefährdet, sind nicht – unter Anführungszeichen – "Chaos-Truppen-Minister" der Freiheitlichen in Ihrem Team, sondern das ist die Ver-Haiderung der FPÖ. Das ist das, was dieses Land am meisten gefährdet! (Abg. Dr. Grünewald: ÖVP!) – Die Ver-Haiderung der ÖVP, Entschuldigung! (Abg. Dr. Khol: Da hat der Freud aber zugeschlagen!)
Abg. Dr. Khol: Da hat der Freud aber zugeschlagen!
Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Ich weiß schon, dass Sie keinen Einfluss darauf haben, wer von der Freiheitlichen Partei Regierungsmitglied wird. Einen solchen Einfluss hat eher noch Herr Bundespräsident Klestil, wie wir in der Vergangenheit gesehen haben. Aber, Herr Bundeskanzler, ich kann Ihnen nur Folgendes sagen: Was Sie am meisten gefährdet, sind nicht – unter Anführungszeichen – "Chaos-Truppen-Minister" der Freiheitlichen in Ihrem Team, sondern das ist die Ver-Haiderung der FPÖ. Das ist das, was dieses Land am meisten gefährdet! (Abg. Dr. Grünewald: ÖVP!) – Die Ver-Haiderung der ÖVP, Entschuldigung! (Abg. Dr. Khol: Da hat der Freud aber zugeschlagen!)
Abg. Dr. Khol: Da hat der Freud Ihnen ins Genick gebissen! – Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Dr. Schüssel.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, das ist es! (Abg. Dr. Khol: Da hat der Freud Ihnen ins Genick gebissen! – Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Dr. Schüssel. ) Ich habe aus Ihrem Munde bis heute noch kein Wort zu den ausländerfeindlichen Statements des Zweiten Präsi
Abg. Jung: Versinken Sie!
Deshalb möchte ich zum Abschluss eine Bitte an Sie äußern. Herr Bundeskanzler! Sie sind zwar bekannt dafür, dass Sie beharrlich sein können, etwa im Verschweigen von Tatsachen – ich sage nur "Frühstücksaffäre Amsterdam"! –, diese Beharrlichkeit hat Ihnen aber nichts genützt. Ich hoffe sehr, dass Sie diese Eigenschaft der Beharrlichkeit nicht so weit treiben, dass der Schaden für dieses Land so unendlich groß wird, dass wir tatsächlich in dieser martialischen Sprache der "Chaos-Truppe" und damit auch im Chaos versinken. (Abg. Jung: Versinken Sie!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Das wünsche ich mir, Herr Bundeskanzler, und deshalb bitten wir Sie um klare Worte. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Schwarzböck: Das kann doch keine Berichtigung sein!
"Die Situation ist dramatisch. Unter dem Mantel der Objektivität wird wieder Politik gemacht." (Abg. Schwarzböck: Das kann doch keine Berichtigung sein!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Trinkl: Wo ist die Berichtigung?
Ich frage Sie, Herr Kollege Khol: Wie sollen Ihnen die Österreicherinnen und Österreicher glauben, wenn Ihnen nicht einmal die Ihnen Nahestehenden glauben? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Trinkl: Wo ist die Berichtigung?)
ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen
Ich sage das absichtlich bei einem Abgeordneten der sozialdemokratischen Fraktion, und ich würde es genauso bei einem Abgeordneten der Freiheitlichen sagen: Bitte, machen Sie es dem jeweiligen Präsidenten – ich werde ohnehin gleich abgelöst (ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen) – bei den tatsächlichen Berichtigungen nicht so schwer. (Abg. Dr. Martin Graf: Vier tatsächliche Berichtigungen von der SPÖ – und er verwendet unseren Namen! – Abg. Dr. Petrovic meldet sich zu einer weiteren tatsächlichen Berichtigung.)
Abg. Dr. Martin Graf: Vier tatsächliche Berichtigungen von der SPÖ – und er verwendet unseren Namen! – Abg. Dr. Petrovic meldet sich zu einer weiteren tatsächlichen Berichtigung.
Ich sage das absichtlich bei einem Abgeordneten der sozialdemokratischen Fraktion, und ich würde es genauso bei einem Abgeordneten der Freiheitlichen sagen: Bitte, machen Sie es dem jeweiligen Präsidenten – ich werde ohnehin gleich abgelöst (ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen) – bei den tatsächlichen Berichtigungen nicht so schwer. (Abg. Dr. Martin Graf: Vier tatsächliche Berichtigungen von der SPÖ – und er verwendet unseren Namen! – Abg. Dr. Petrovic meldet sich zu einer weiteren tatsächlichen Berichtigung.)
Abg. Dr. Khol: Berichtigt Stoisits!
Frau Abgeordnete Dr. Petrovic hat sich zu einer tatsächlichen Berichtigung gemeldet. (Abg. Dr. Khol: Berichtigt Stoisits!)
Abg. Dr. Petrovic: So ist es!
Sie berichtigen Frau Abgeordnete Stoisits? (Abg. Dr. Petrovic: So ist es!) – Bitte.
Abg. Gaugg: Ideologie!
Meiner Erinnerung nach ist das nicht so. Er hat die österreichische Nation als "Missgeburt" bezeichnet (Abg. Gaugg: Ideologie!), und das halte ich für erheblich ärger und schlimmer. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Rufe bei den Freiheitlichen: Wieder falsch!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Rufe bei den Freiheitlichen: Wieder falsch!
Meiner Erinnerung nach ist das nicht so. Er hat die österreichische Nation als "Missgeburt" bezeichnet (Abg. Gaugg: Ideologie!), und das halte ich für erheblich ärger und schlimmer. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Rufe bei den Freiheitlichen: Wieder falsch!)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.
Abgeordneter Dr. Harald Ofner (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Frau Vizekanzlerin! Meine Herren Bundesminister! Meine Damen und Herren! Ich darf zunächst die Befürchtung äußern, dass ich Sie alle miteinander sehr enttäuschen werde. Zum einen kann ich nicht das Temperament aufbringen, das meine von mir so sehr geschätzte Vorrednerin Resi Stoisits auf die Bühne bringen kann. Das heißt, es wird bei mir sehr fad werden, denn ich werde in der Gestik und in allem anderen nicht so lebhaft sein können! Ich bedauere das außerordentlich, denn mir gefällt das, und ich schaue mir das gerne an. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel.
Außerdem habe ich vor, zum Thema zu sprechen – das ist auch etwas Neues! – und nicht nur einen Satz unterzubringen, bei dem ich damit anfange, dass es eigentlich um Dr. Böhmdorfer geht, und dann rede ich wieder von etwas ganz anderem. Ich habe vor, nicht Käse von gestern heute wieder breit zu treten, sondern zum Thema zu reden. (Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel. ) Und das Thema ist: ein neues Mitglied der Bundesregierung, nicht mehr und nicht weniger! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Außerdem habe ich vor, zum Thema zu sprechen – das ist auch etwas Neues! – und nicht nur einen Satz unterzubringen, bei dem ich damit anfange, dass es eigentlich um Dr. Böhmdorfer geht, und dann rede ich wieder von etwas ganz anderem. Ich habe vor, nicht Käse von gestern heute wieder breit zu treten, sondern zum Thema zu reden. (Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel. ) Und das Thema ist: ein neues Mitglied der Bundesregierung, nicht mehr und nicht weniger! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Heiterkeit des Bundesministers Dr. Böhmdorfer.
Ich kenne Dr. Dieter Böhmdorfer länger und besser als wahrscheinlich Sie alle. Er war mein erster Konzipient – mittlerweile bin ich bei Konzipient Nummer 35! Er war mein Konzipient zu einer Zeit – etwa um die siebziger Jahre, ich müsste nachschauen, wann genau das war –, als meine Kanzlei nur aus einem einzigen Zimmer bestand, in dem ein einziger Schreibtisch stand, an dem ich gearbeitet habe. Aber es war ein Tafelklavier in diesem Zimmer, und Dr. Böhmdorfer hat stehend wie Kaiser Franz Joseph bei seinem Stehpult am Tafelklavier gearbeitet. (Heiterkeit des Bundesministers Dr. Böhmdorfer. ) Das hält er mir heute noch vor! Ich sage es trotzdem, und ich weiß nicht, ob er böse sein wird oder nicht, aber es war eine menschliche Komponente, die an den Anfang unserer Beziehung zu reihen ist.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich habe darüber nachgedacht, welche Eigenschaften man ihm zuzurechnen hat. Er ist ein fleißiger Arbeiter. Er ist ein gescheiter Mensch. Er ist sehr eloquent. Vor allem aber zeichnet ihn ein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn aus! Er ist nicht bereit, fünf gerade sein zu lassen, nur weil es gerade praktisch oder opportun ist, sondern wenn fünf ungerade ist, dann sind sie für Böhmdorfer ungerade, vom Anfang bis zum Ende! So einen Menschen als Justizminister zu haben ist ein Vorteil! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Edler: Das hast du nicht zusammengebracht?
Böhmdorfer ist kein Mitglied der Freiheitlichen Partei. (Abg. Edler: Das hast du nicht zusammengebracht?) Ich betone das deshalb so, weil ich mich in den vergangenen Jahrzehnten, mein lieber Edler, immer bemüht habe, ihn zur Freiheitlichen Partei zu bringen, und weil ich immer böse war und ihm das auch gesagt habe, wenn er wieder einmal betont hat, er lege keinen Wert darauf, bei irgendeiner Partei zu sein, er möchte sich seine Unabhängigkeit bewahren. Das letzte Mal ist das auf dem Hauptplatz in Tulln so gewesen – ich weiß nicht, ob du (in Richtung des auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministers Dr. Böhmdorfer) dich daran erinnerst –, als dort im vergangenen Jahr im Rahmen des Nationalratswahlkampfes freiheitliche Kandidaten, unter anderem auch Harald Ofner, vorgestellt wurden. Ich habe ihn gefragt: Na, bist du endlich
in Richtung des auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministers Dr. Böhmdorfer
Böhmdorfer ist kein Mitglied der Freiheitlichen Partei. (Abg. Edler: Das hast du nicht zusammengebracht?) Ich betone das deshalb so, weil ich mich in den vergangenen Jahrzehnten, mein lieber Edler, immer bemüht habe, ihn zur Freiheitlichen Partei zu bringen, und weil ich immer böse war und ihm das auch gesagt habe, wenn er wieder einmal betont hat, er lege keinen Wert darauf, bei irgendeiner Partei zu sein, er möchte sich seine Unabhängigkeit bewahren. Das letzte Mal ist das auf dem Hauptplatz in Tulln so gewesen – ich weiß nicht, ob du (in Richtung des auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministers Dr. Böhmdorfer) dich daran erinnerst –, als dort im vergangenen Jahr im Rahmen des Nationalratswahlkampfes freiheitliche Kandidaten, unter anderem auch Harald Ofner, vorgestellt wurden. Ich habe ihn gefragt: Na, bist du endlich
Abg. Brix: Richtig!
Tschadek, der von allen sehr geschätzt war, war ein relevantes Mitglied der Sozialistischen Partei in Niederösterreich. Ich habe darüber nachgedacht – und die Kollegen zu meiner Linken mögen mich gegebenenfalls ausbessern –, ich glaube, er war sogar Landeshauptmann-Stellvertreter, ich weiß es nicht genau. (Abg. Brix: Richtig!) – Landeshauptmann-Stellvertreter!
Zwischenruf der Abg. Huber.
Einer seiner Nachfolger war Broda, ein großer Reformer, 23 Jahre lang im Amt, unterbrochen nur von der vier Jahre dauernden Ära Klecatsky, also 19 Jahre Justizminister! (Zwischenruf der Abg. Huber. ) Er war unter anderem die ganze Zeit über Obmann des Bundes Sozialistischer Akademiker. Ich werfe ihm das nicht vor! Der eine war bei der Partei, der andere war bei der Partei, Böhmdorfer ist aber nicht bei der Partei! (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Huber. )
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Huber.
Einer seiner Nachfolger war Broda, ein großer Reformer, 23 Jahre lang im Amt, unterbrochen nur von der vier Jahre dauernden Ära Klecatsky, also 19 Jahre Justizminister! (Zwischenruf der Abg. Huber. ) Er war unter anderem die ganze Zeit über Obmann des Bundes Sozialistischer Akademiker. Ich werfe ihm das nicht vor! Der eine war bei der Partei, der andere war bei der Partei, Böhmdorfer ist aber nicht bei der Partei! (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Huber. )
Abg. Edler: Weil die FPÖ so schlecht ist!
Ich vertrete sogar bei allem Respekt vor meinen Amtsnachfolgern Foregger und Michalek den Standpunkt, Frau Kollegin (Abg. Edler: Weil die FPÖ so schlecht ist!), dass mir ein parteizugehöriger Minister – fast hätte ich gesagt: egal, welcher Partei – in manchen Dingen lieber ist als ein parteiloser Minister, weil er schon eine Programmvorgabe hat (Abg. Dr. Kräuter: Das ist eine Drohung!), bevor er, meist überraschend, ins Amt kommt, und außerdem zumindest einen gewissen Rückhalt hat – zwar nicht immer in der eigenen Fraktion, aber in manchen Bereichen hat er ihn. (Abg. Dr. Kräuter: Das ist auch eine Drohung!)
Abg. Dr. Kräuter: Das ist eine Drohung!
Ich vertrete sogar bei allem Respekt vor meinen Amtsnachfolgern Foregger und Michalek den Standpunkt, Frau Kollegin (Abg. Edler: Weil die FPÖ so schlecht ist!), dass mir ein parteizugehöriger Minister – fast hätte ich gesagt: egal, welcher Partei – in manchen Dingen lieber ist als ein parteiloser Minister, weil er schon eine Programmvorgabe hat (Abg. Dr. Kräuter: Das ist eine Drohung!), bevor er, meist überraschend, ins Amt kommt, und außerdem zumindest einen gewissen Rückhalt hat – zwar nicht immer in der eigenen Fraktion, aber in manchen Bereichen hat er ihn. (Abg. Dr. Kräuter: Das ist auch eine Drohung!)
Abg. Dr. Kräuter: Das ist auch eine Drohung!
Ich vertrete sogar bei allem Respekt vor meinen Amtsnachfolgern Foregger und Michalek den Standpunkt, Frau Kollegin (Abg. Edler: Weil die FPÖ so schlecht ist!), dass mir ein parteizugehöriger Minister – fast hätte ich gesagt: egal, welcher Partei – in manchen Dingen lieber ist als ein parteiloser Minister, weil er schon eine Programmvorgabe hat (Abg. Dr. Kräuter: Das ist eine Drohung!), bevor er, meist überraschend, ins Amt kommt, und außerdem zumindest einen gewissen Rückhalt hat – zwar nicht immer in der eigenen Fraktion, aber in manchen Bereichen hat er ihn. (Abg. Dr. Kräuter: Das ist auch eine Drohung!)
Abg. Mag. Kukacka: Jetzt haben Sie gegen den Böhmdorfer argumentiert!
Ein parteiloser Minister hingegen muss sich erst einmal umschauen, ob er mit irgendwelchen Programmpunkten, die den anderen nicht unbedingt ins Konzept passen, nicht völlig im Regen stehen gelassen wird. (Abg. Mag. Kukacka: Jetzt haben Sie gegen den Böhmdorfer argumentiert!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Darum kann, glaube ich, der Vorwurf, es sei jemand Parteimitglied, überhaupt kein Vorwurf sein. Wenn sich aber jemand, der nicht Parteimitglied ist, sobald er in dieses Haus kommt, vorhalten lassen muss, er habe als Anwalt eine Partei vertreten, dann kann derjenige, der diesen Vorwurf erhebt, das Wesen des Rechtsstaates und die Rolle der Anwaltschaft in einem Rechtsstaat nicht verstanden haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Kukacka: ... Grenzgang ...!
Denn in einem Rechtsstaat ist es so, dass, wie einmal der alte Michel Stern gesagt hat, der Anwalt, der nach unserem Rechtsverständnis in Österreich bekanntlich ein Organ der Rechtspflege ist, für seine Klienten nichts kann. Das ist gar nicht abwertend gemeint, er hat nur gesagt, für seine Klienten kann der Anwalt nichts! Und darum kann man überhaupt niemandem vorwerfen, dass er irgendwann einmal irgendjemanden vertreten hat. (Abg. Mag. Kukacka: ... Grenzgang ...!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Es ist sehr günstig, wenn man sich dafür Termine vornimmt, zu denen alle in Frage kommenden Leute Zeit haben, auch Sektionschefs und auch Vertreter der Kammern – und das ist 7 Uhr früh! Ich habe seinerzeit gelernt, dass man, will man etwa heute einen Termin mit allen, die gehört werden sollen und wollen, für 10 Uhr Vormittag festlegen, den nächsten Termin im Mai kriegt. Wenn man aber sagt: morgen um 7 Uhr und übermorgen um 7 Uhr, und immer bis 9 Uhr, dann hat man alle! Sie sind am Anfang zwar ein bisschen beleidigt, man muss für ein ordentliches Frühstück sorgen, aber man bringt auf diesem Wege etwas weiter! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Ofner reicht dem auf der Regierungsbank sitzenden Bundesminister Dr. Böhmdorfer die Hand.
Lieber Dieter Böhmdorfer! Ich komme vom Schuhmeierplatz 14, 2. Stock, in Ottakring, du kommst vom Schuhmeierplatz 14, 2. Stock, in Ottakring. Ich war Justizminister, du bist Justizminister. – Auf dem Schuhmeierplatz, da muss ein Nest sein, gell? So ungefähr! (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Ofner reicht dem auf der Regierungsbank sitzenden Bundesminister Dr. Böhmdorfer die Hand.)
Abg. Dr. Khol: Alles gestattet!
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Frau Vizekanzlerin! Meine Damen und Herren! Ich werde mich im Wesentlichen natürlich auch mit der Person unseres neuen Justizministers auseinander setzen, allerdings ist es notwendig, dass ich, da Herr Kollege Khol in seiner Rede so gut wie nichts zum Thema gesagt, aber einige Aspekte in den Raum gestellt hat, die nicht unwidersprochen bleiben sollten, dazu, wenn Sie gestatten, kurz Stellung nehme. (Abg. Dr. Khol: Alles gestattet!)
Abg. Dr. Khol: Ich habe es gelesen!
Ich darf Ihnen Herrn Göweil aus dem "Kurier" zitieren. Er schrieb am 26. Februar 2000, Herr Dr. Khol (Abg. Dr. Khol: Ich habe es gelesen!) – das glaube ich nicht, denn sonst hätten Sie heute nicht so gesprochen, wie Sie gesprochen haben –:
Abg. Mag. Schweitzer: Sondern der "Kurier", eine Zeitung!
Bitte nehmen Sie zur Kenntnis: Das hat niemand von den Sozialdemokraten gesagt, das hat niemand von den Grünen gesagt (Abg. Mag. Schweitzer: Sondern der "Kurier", eine Zeitung!), sondern das schreibt ein Kommentator im "Kurier". Wir konnten in der heutigen Ausgabe des "Kurier" lesen, was das tatsächlich bedeutet, welch ziffernmäßiger Schaden dadurch tatsächlich entstanden ist.
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundeskanzler! Sie haben auch heute von Gelassenheit gesprochen. Ich kann Ihnen dazu nur eines sagen: Sie sollten dieses Programm umstrukturieren und sollten es umtaufen, und zwar folgendermaßen: "Mit Gelassenheit keine Zukunft im Herzen Europas, Österreich im blau-schwarzen Würgegriff". – Das wäre treffender! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner.
Wir alle wissen, dass er Haider vertreten hat und dass er die FPÖ vertreten hat. (Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner. ) Und Haider hat es nun einmal – und das können Sie nicht leugnen! – geschafft, dieses Land mit einem Netz von Klagen zu überziehen, mit Klagen, die ausschließlich repressiven Charakter haben. Es war eindeutig, dass damit Repressionen und Druck auf missliebige Gegner ausgeübt werden sollten – so wie das jetzt Herr Westenthaler im ORF tagtäglich zeigt! Das ist Bestandteil Ihrer Politik, meine Damen und Herren von den Freiheitlichen. Diese Kritik müssen Sie zur Kenntnis nehmen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Bitte überlassen Sie uns, was wir zur Kenntnis nehmen oder nicht!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Bitte überlassen Sie uns, was wir zur Kenntnis nehmen oder nicht!
Wir alle wissen, dass er Haider vertreten hat und dass er die FPÖ vertreten hat. (Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner. ) Und Haider hat es nun einmal – und das können Sie nicht leugnen! – geschafft, dieses Land mit einem Netz von Klagen zu überziehen, mit Klagen, die ausschließlich repressiven Charakter haben. Es war eindeutig, dass damit Repressionen und Druck auf missliebige Gegner ausgeübt werden sollten – so wie das jetzt Herr Westenthaler im ORF tagtäglich zeigt! Das ist Bestandteil Ihrer Politik, meine Damen und Herren von den Freiheitlichen. Diese Kritik müssen Sie zur Kenntnis nehmen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Bitte überlassen Sie uns, was wir zur Kenntnis nehmen oder nicht!)
Bravo!-Rufe und Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Ofner: Wer hat das gesagt? Der Dr. Böhmdorfer?
Ein weiteres Beispiel – im Zusammenhang mit der ORF-Politik, wie sie etwa Westenthaler praktiziert –: "Wenn wir Freiheitlichen mehr zu sagen haben, dann werden wir dafür sorgen, dass in den Redaktionsstuben nicht mehr so viel gelogen wird." (Bravo!-Rufe und Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Ofner: Wer hat das gesagt? Der Dr. Böhmdorfer?)
Abg. Mag. Trattner: Über wen reden Sie jetzt?
Meine Damen und Herren, da müssen doch die Alarmglocken klingen, wenn man tagtäglich erleben kann, wie Westenthaler jetzt in den ORF hineinregiert. (Abg. Mag. Trattner: Über wen reden Sie jetzt?)
Abg. Dr. Ofner: Sie werden ihm aber jetzt nicht vorwerfen, dass er nicht beitritt!
Zur Frage der Parteilichkeit oder Nicht-Parteilichkeit, weil hier mehrfach mitgeteilt worden ist, er sei der FPÖ nicht beigetreten. Es ist nicht unbedingt notwendig, dass man einer Partei beitritt, um jemandes Weltanschauung beurteilen zu können. (Abg. Dr. Ofner: Sie werden ihm aber jetzt nicht vorwerfen, dass er nicht beitritt!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Der war auch dabei, der liberale Helmut Peter?
"‚Dort herrschte dann aber ein‘" – von Ihnen belachter – "‚rabiater Antisemitismus, das waren richtiggehende Extremisten.‘ Helmut Peter schrieb einen ‚bitterbösen Brief‘ und trat aus." (Abg. Dr. Partik-Pablé: Der war auch dabei, der liberale Helmut Peter?)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Kollege Ofner! Das, was Sie zur FPÖ gesagt haben, ist mir in diesem Zusammenhang ziemlich Wurscht. Das darf ich Ihnen hier offen sagen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Ofner: Wem unterstellt er das?
"Durch den Appell an Empörungs- und Rachegefühle der Menschen soll etwas politisch erreicht werden." (Abg. Dr. Ofner: Wem unterstellt er das?)
Abg. Dr. Puttinger: Sie sind aber nicht unvoreingenommen! – Abg. Dr. Ofner: Von wem ist das Zitat?
Mir ist in diesem Zusammenhang ein nahezu unglaublicher Vorfall bezüglich Rachegefühl passiert, und zwar im Verfassungsausschuss bei der Behandlung des Gesetzes, das wir gestern hier besprochen haben, nämlich des Bundesministeriengesetzes. Es ist Ihnen vorbehalten geblieben, in der Abwägung von Arbeitnehmerinteressen und Interessen der Industrie Ihre Prioritätensetzung so zu finden, dass Sie eindeutig, nämlich durch die Zusammenführung in ein Ministerium, die Unternehmerinteressen über jene der Arbeitnehmer und Dienstnehmer gestellt haben. Leugnen Sie das nicht, und streiten Sie das nicht ab! Das ist eindeutig eine Bewertung. – Erster Punkt. (Abg. Dr. Puttinger: Sie sind aber nicht unvoreingenommen! – Abg. Dr. Ofner: Von wem ist das Zitat?)
Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.
Ich habe in diesem Zusammenhang vom Kollegen Khol im Rahmen einer politischen Diskussion auch die Äußerung vernommen, dass Bundeskanzler Dollfuß für ihn ein Märtyrer und Held der ersten Stunde sei. (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter. )
Abg. Dr. Trinkl: Was soll das jetzt? Was wollen Sie damit sagen?
Meine Damen und Herren! Sie wissen auch ganz genau, dass es damals so war, dass das Standrecht eigentlich nach den Unruhen hätte abgeschafft werden sollen, und dass es Dollfuß war – und das ist den Regierungsdokumenten zu entnehmen –, der gefordert hat, das Standrecht noch so lange aufrecht zu erhalten, bis alle, die er verfolgt hat – und es waren in erster Linie Personen wie Münichreiter und Koloman Wallisch –, gefasst und standesrechtlich erschossen worden sind. Mit Absicht wurde dieses Gesetz ausgedehnt! (Abg. Dr. Trinkl: Was soll das jetzt? Was wollen Sie damit sagen?)
Abg. Dr. Trinkl: Was soll das jetzt?
Das ist letztlich – und das möchte ich sagen – auch im strafrechtlichen Sinn Mord. Und ich frage Sie, Herr Bundeskanzler: Ist es tatsächlich so, dass sein Bild – und Dollfuß ist ein faschistischer Mörder! – in Ihrem Klub aufgehängt worden ist? Distanzieren Sie sich davon, Herr Bundeskanzler? Das Bild Dollfuß’ hängt bei Ihnen im Klub! Bei Dollfuß ist die politische Bezeichnung "Faschist" gerechtfertigt. (Abg. Dr. Trinkl: Was soll das jetzt?)
Abg. Dr. Trinkl: Sie sind ein Ewiggestriger!
Ich fordere Sie daher auf: Erklären Sie uns hier und heute im Lichte dieser politischen Diskussion: Ist Dollfuß für Sie tatsächlich ein Vorbild (Abg. Dr. Trinkl: Sie sind ein Ewiggestriger!), oder distanzieren Sie sich davon und hängen dieses leidliche Bild ab? – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich fordere Sie daher auf: Erklären Sie uns hier und heute im Lichte dieser politischen Diskussion: Ist Dollfuß für Sie tatsächlich ein Vorbild (Abg. Dr. Trinkl: Sie sind ein Ewiggestriger!), oder distanzieren Sie sich davon und hängen dieses leidliche Bild ab? – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Jarolim: Sagen Sie das dem Herrn Khol!
Vizekanzlerin Dr. Susanne Riess-Passer: Herr Präsident! Hohes Haus! Es ist jetzt, im Anschluss an den Redebeitrag des Herrn Kollegen Jarolim, ein bisschen schwierig, einen Zusammenhang mit der heutigen Debatte über die Bestellung eines neuen Justizministers herzustellen. – Herr Kollege Jarolim, in der Schule würde man vielleicht sagen, Sie haben ein bisschen das Thema verfehlt. (Abg. Dr. Jarolim: Sagen Sie das dem Herrn Khol!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich möchte in diesem Zusammenhang daran erinnern, dass es auch in Ihren Reihen einen sehr prominenten Justizminister gegeben hat, der vorher lange Jahre Parteianwalt war, nämlich Christian Broda. Er ist im Gegensatz zu Dieter Böhmdorfer aber auch Mitglied und prominenter Funktionär Ihrer Bewegung gewesen und gilt in Ihren Reihen heute noch als einer der großen Vordenker der SPÖ. Etwas, was ihm sozusagen nicht angekreidet wird, kann ja wohl auch hier nicht als Argument verwendet werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Dr. Böhmdorfer ist – und das ist auch in Fachkreisen unbestritten – ein erfahrener und erfolgreicher Rechtsanwalt, der besondere Spezialkenntnisse in Fragen des Baurechts, des Mietrechts und des Wohnungsrechtes, also des Zivilrechtes insgesamt hat, und ich glaube, dass das ein ganz wichtiger Punkt ist, der auch im Sinne der Justizpolitik dieser Regierung und im Sinne des Regierungsprogramms ist, in welchem es, ganz im Gegensatz zu dem, was Herr Kollege Jarolim gesagt hat, nicht darum geht, Einfluss auf die Justiz zu nehmen, sondern in welchem es ganz im Gegenteil – wenn Sie das Regierungsprogramm gelesen haben, dann wissen Sie das – darum geht, für den Bürger den Zugang zum Recht zu verbessern und zu erleichtern. Das ist das Ziel dieser Bundesregierung. Das ist auch das Programm des neuen Justizministers, das er auch entsprechend umsetzen wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Mag. Posch: Was glauben Sie, warum er ein Problem hat? – Abg. Dr. Petrovic: Wo war die bei Ihnen?
Ich möchte, Herr Kollege Jarolim, nun etwas wiederholen, was ich schon gestern gesagt habe, und ich möchte das mit allem Nachdruck tun, und zwar auch im Zusammenhang mit Ihren Worten, was den zurückgetretenen Justizminister Krüger betrifft: Ich möchte wirklich um menschliche Fairness in dieser Frage bitten, und zwar mit Nachdruck! (Abg. Mag. Posch: Was glauben Sie, warum er ein Problem hat? – Abg. Dr. Petrovic: Wo war die bei Ihnen?)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich beantworte Ihnen diese Frage gern. Warum gibt es dieses Problem? – Dieses Problem gibt es darum, weil es in den letzten Tagen und Wochen in den Medien und auch von Seiten der Opposition geradezu eine Menschenjagd auf alle Mitglieder dieser Regierung gegeben hat und weil es eine persönliche Belastungsgrenze für jeden von uns gibt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Jeder von uns ist nicht nur Politiker, sondern auch ein Mensch, und ich würde Sie sehr bitten und ersuchen, gerade im Zusammenhang mit dieser Causa auch einmal die Menschlichkeit vor Ihre parteipolitischen Strategien zu stellen. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Heinzl: Nur mit Arier-Ausweis, dann ist man ein Mensch! – Unruhe im Saal.
Ich möchte dem Kollegen Krüger auch von Seiten der Regierung von dieser Stelle aus meinen Respekt und meine Anerkennung und meinen Dank aussprechen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Heinzl: Nur mit Arier-Ausweis, dann ist man ein Mensch! – Unruhe im Saal.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Herr Kollege! Diese Art der Diskussion – Wissen Sie, ich möchte Ihnen jetzt einmal ganz ernst etwas sagen: Ich glaube, es hat noch nie in der Zweiten Republik eine Phase gegeben, in welcher der staatsbürgerliche Grundkonsens so in Frage gestellt wurde, wie das jetzt von Ihrer Seite passiert. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ihr Ziel, meine Damen und Herren, in den letzten Tagen und Wochen – und Sie sagen das ja auch ganz offen – ist es, diese Regierung zu stürzen oder sie durch permanente Diffamierung und Denunziation der einzelnen Regierungsmitglieder zum Rücktritt zu bewegen. Ich sage Ihnen ganz klar: Vergessen Sie das! Vergessen Sie das! (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Diese Bundesregierung hat ein Arbeitsübereinkommen für dreieinhalb Jahre vereinbart – ein sehr ambitioniertes und gutes Arbeitsübereinkommen, das wir auch umsetzen werden –, und in dreieinhalb Jahren wird nur einer das Urteil über die Arbeit dieser Regierung fällen: der Wähler! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordnete Mag. Dr. Maria Theresia Fekter (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Sehr geehrte Frau Vizekanzlerin! Herr Bundesminister Böhmdorfer! Ich bin entsetzt darüber, welche Zwischenrufe hier von der sozialdemokratischen Fraktion kommen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Schwemlein: Was war gestern ...?
Was ist in Ihren Köpfen los, wenn Sie "Arier-Ausweise" hier verlangen? – Es ist wirklich ungeheuerlich, dass solche Zwischenrufe von Ihnen kommen! (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Schwemlein: Was war gestern ...?)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die jetzt in Diskussion stehende Regierungsumbildung ist aus Anlass einer Krankheit von Herrn Dr. Krüger erfolgt. Der Bundeskanzler hat rasch gehandelt, und so darf ich heute den neuen Bundesminister, Herrn Dr. Böhmdorfer, herzlich begrüßen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Kollegen Krüger wünsche ich von hier aus gute Besserung. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Niederwieser: Was hat damals der Herr Haider gesagt?
Ich erinnere an den Wahlkampf, während dessen als Folge seines politischen Jobs der Bundeskanzler im Krankenhaus war und kurz darauf auch der Finanzminister, ebenfalls als Folge dieser fast unmenschlichen Belastung. Damals hat Kollege Dr. Einem von einem "mörderischen Beruf" gesprochen, bei dem lediglich vier bis fünf Stunden Schlaf auf der Tagesordnung stehen. – Spitzenpolitiker sind eben Getriebene ihres Terminkalenders. (Abg. Dr. Niederwieser: Was hat damals der Herr Haider gesagt?)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Zu diesem zeitlichen Stress, der dadurch entsteht, dass die Öffentlichkeit erwartet, dass ein Regierungsmitglied neben den Amtsgeschäften auch persönlich überall jederzeit verfügbar ist, kommt der ungeheure mediale Druck. Die Frau Vizekanzlerin hat zu Recht von einer "Menschenhatz" gesprochen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Vorwürfe der Opposition sind dabei an der Tagesordnung. Der Vorwurf der Parteilichkeit gegenüber Bundesminister Böhmdorfer ist aber derzeit nicht gerechtfertigt, denn allein, dass er die FPÖ rechtsfreundlich vertritt, ist noch nicht Parteilichkeit in seinem Amt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Der Weisungs-Minister!
Ich erinnere daran, dass Justizminister Broda – das ist vielleicht ein Grund dafür, dass heute noch nicht so viel von Parteilichkeit die Rede war – ein SPÖ-Advokat war, und dieser SPÖ-Minister hatte damals die Causa Androsch über. Dass damals nichts geschah, obwohl etwas geschehen musste, ist allen noch hinlänglich in Erinnerung. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Der Weisungs-Minister!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Der Weisungs-Minister war das!
Eigenartigerweise gab es damals Weisungen, dass nichts zu geschehen habe. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Der Weisungs-Minister war das!) Genau diese Untätigkeit, nämlich dass bei einem politischen, sage ich jetzt einmal, prominenten "Delinquenten" – unter Anführungszeichen – die Justiz untätig ist, ist mir eingefallen, als ich gestern gelesen habe: Schmidt – kein Strafverfahren. Die Staatsanwaltschaft Wien hat der Oberstaatsanwaltschaft empfohlen, das Strafverfahren gegen Heide Schmidt im Zusammenhang mit der Finanzkrise im LIF einzustellen. (Abg. Dr. Niederwieser: Sagen Sie jetzt, dass Frau Schmidt eine Delinquentin ist? Frau Kollegin, sagen Sie, dass die Frau Schmidt eine Delinquentin ist?) Begründung: Die sich geschädigt fühlenden Wiener Liberalen hätten so oder so mitzahlen müssen. – Aus meiner Sicht ist dies eine juristisch sehr bedenkliche Begründung. Ich gehe davon aus, dass die Staatsanwaltschaft sie auch anders formuliert hat; medial wurde sie eben so aufbereitet.
Abg. Dr. Niederwieser: Sagen Sie jetzt, dass Frau Schmidt eine Delinquentin ist? Frau Kollegin, sagen Sie, dass die Frau Schmidt eine Delinquentin ist?
Eigenartigerweise gab es damals Weisungen, dass nichts zu geschehen habe. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Der Weisungs-Minister war das!) Genau diese Untätigkeit, nämlich dass bei einem politischen, sage ich jetzt einmal, prominenten "Delinquenten" – unter Anführungszeichen – die Justiz untätig ist, ist mir eingefallen, als ich gestern gelesen habe: Schmidt – kein Strafverfahren. Die Staatsanwaltschaft Wien hat der Oberstaatsanwaltschaft empfohlen, das Strafverfahren gegen Heide Schmidt im Zusammenhang mit der Finanzkrise im LIF einzustellen. (Abg. Dr. Niederwieser: Sagen Sie jetzt, dass Frau Schmidt eine Delinquentin ist? Frau Kollegin, sagen Sie, dass die Frau Schmidt eine Delinquentin ist?) Begründung: Die sich geschädigt fühlenden Wiener Liberalen hätten so oder so mitzahlen müssen. – Aus meiner Sicht ist dies eine juristisch sehr bedenkliche Begründung. Ich gehe davon aus, dass die Staatsanwaltschaft sie auch anders formuliert hat; medial wurde sie eben so aufbereitet.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich bin überzeugt davon, dass sich Bundesminister Böhmdorfer ganz genau anschauen wird, ob diese Einstellung gerechtfertigt ist oder nicht – es geht immerhin um die rechtswidrige Verwendung von Parteimitteln und Steuergeldern beziehungsweise um ungerechtfertigt abgegebene Unterschriften. Und Prominenz darf kein Grund für die Einstellung sein! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich erwähne das hier – hier im Hohen Hause! –, damit man Minister Böhmdorfer, sollte er in diesem Fall Korrektheit fordern, nachher von Ihrer Seite her nicht vorwirft, dass das eine politische Weisung gewesen sei. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Ich glaube nämlich nicht, dass in diesem Fall eine Einstellung gerechtfertigt ist.
Abg. Edler: Die ÖVP-Kassa ist offen!
Es tut der Politik nicht gut, wenn Frau Schmidt nicht vor Gericht die Möglichkeit gegeben wird, vielleicht ihre Unschuld zu beweisen. (Abg. Edler: Die ÖVP-Kassa ist offen!) Ein Gerichtsverfahren ist dazu da, die objektive Wahrheit zu finden – vielleicht kommt auch die Unschuld von Frau Schmidt heraus. (Abg. Edler: Frau Fekter! Die ÖVP-Kassa ist offen! Wunderbare Vermehrung!)
Abg. Edler: Frau Fekter! Die ÖVP-Kassa ist offen! Wunderbare Vermehrung!
Es tut der Politik nicht gut, wenn Frau Schmidt nicht vor Gericht die Möglichkeit gegeben wird, vielleicht ihre Unschuld zu beweisen. (Abg. Edler: Die ÖVP-Kassa ist offen!) Ein Gerichtsverfahren ist dazu da, die objektive Wahrheit zu finden – vielleicht kommt auch die Unschuld von Frau Schmidt heraus. (Abg. Edler: Frau Fekter! Die ÖVP-Kassa ist offen! Wunderbare Vermehrung!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich bitte Sie, Herr Präsident, diesen Sachverhalt in der nächsten Präsidiale zur Sprache zu bringen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich bitte Sie höflich, jene Humanität und jene Toleranz an den Tag zu legen, die seine Situation jetzt erfordert und die sie verbessern könnte, und damit insbesondere ein Beispiel für die Medienberichterstattung zu geben, die sich zu dieser Linie noch nicht entschließen konnte. Aber vielleicht können wir bewirken, dass diese Toleranz und diese Humanität auch in den Medien Eingang finden, denn Herr Dr. Krüger hat sich das wirklich verdient, zumal ihn in der vielleicht wichtigsten Stunde seines privaten und anwaltlichen Lebens ein Schicksalsschlag – aus welchem Grunde auch immer – getroffen hat, der ihm, was ich aber nicht hoffe, sein ganzes Leben lang zu schaffen machen könnte. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich habe bewusst in den letzten Tagen möglichst wenige, eigentlich fast keine, jedenfalls nur die notwendigsten Interviews gegeben, weil ich daran glaube, dass Sie hier im Hohen Hause Anspruch darauf haben, hier die ersten wesentlichen Worte von mir zu hören, da ich Ihnen gegenüber verantwortlich bin und mir diese Verantwortlichkeit immer bewusst sein wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
An Böhmdorfer ist nichts auszusetzen. "An seiner Qualifikation besteht ... kein Zweifel. Ihn als ,Parteianwalt‘ herunterzumachen ist billig; Parteiadvokat (der SPÖ) war Christian Broda auch." – Zitatende. Das ist das Kernargument, das gegen Ihre Kritik spricht. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Herr Dr. Gusenbauer, der anwesend ist, hat das gesagt, und er hat es nicht zurückgenommen. Ich glaube, das ist ein Angriff auf die Richter, den sich diese nicht verdient haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sie können sicher sein, dass es mein Bemühen sein wird, gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Ressorts diesen Standard zu erhalten und – soweit dies möglich ist – auch noch zu verbessern. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Dazu kann ich nur Folgendes sagen: Ich habe bis vor zwei Tagen als Rechtsanwalt im Rahmen meiner gesetzlichen Verpflichtung mit Eifer, Treue und Gewissenhaftigkeit die Interessen meiner Klienten verfolgt. Manchen war es manchmal vielleicht ein bisschen zu heftig, mir persönlich war es nie zu heftig und nie zu viel. Sie können sicher sein, dass ich mit eben diesem Eifer, dieser Treue und dieser Gewissenhaftigkeit seit vorgestern 17 Uhr bestrebt bin, die Interessen des österreichischen Justizwesens zu verteidigen und auszubauen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich komme nun auf die Eckpunkte zu sprechen, die dieses sehr ehrgeizige Programm für die österreichische Justiz beinhaltet. Bitte, hören Sie genau zu: Es ist überall die Rede davon, dass eine Verbesserung erfolgen soll. Allein die Wortwahl "Verbesserung" beweist, in welch gutem Zustand sich die österreichische Justiz befindet. Der Ehrgeiz des Ministeriums wird darin gelegen sein, diese Verbesserungsakzente anzubringen, und zwar nicht brachial, sondern subtil und im Einvernehmen mit Ihnen, wenn Sie das wollen. Wir suchen den Konsens – wenn Sie ihn nicht haben wollen, wenn Sie das Gespräch nicht haben wollen, kann es nicht stattfinden. Wenn Sie es wollen, wird es stattfinden. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir werden um eine wirksame Verbrechensbekämpfung bemüht sein, eine Bekämpfung vor allem jener Verbrechen, die sich gegen die Ärmsten, die Schwächsten, die Kinder, wenden und gegen diejenigen, die für ihr ganzes Leben geschädigt sind, wenn sie in diese Verbrechen einbezogen werden, nämlich im Suchtgiftbereich. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir werden über die Diversion nachdenken – nachdenken darf man ja! Wir werden das in einer Enquete-Kommission tun, die demnächst stattfinden wird und in fünf Monaten beendet sein soll. Wir werden bemüht sein, diese Frist einzuhalten, und wir werden auch diese Gespräche mit Ihnen, wenn Sie wollen, und unter Verarbeitung Ihrer Gedanken und Anregungen durchführen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir werden im Bereich des Krida-Rechtes längst fällige Änderungen durchführen. Fahrlässige Delikte im Krida-Recht sind manchmal gut, in den meisten Fällen aber übertrieben. Man muss sich in das kaufmännische Leben hineindenken: Nicht jeder, der seine Gläubiger schädigt, hat dies wirklich mit Absicht getan. Wir müssen hier viel subtiler vorgehen. Das Ziel, diese Fahrlässigkeitsdelikte überhaupt zu entfernen, ist sicher ein legitimes, ein schon lange vorgebrachtes und schon vielfach besprochenes. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir werden im Bereich des Wohnrechtes längst fällige Verbesserungen bringen, die sicherstellen werden, dass Mieter, die durch langfristige Zahlungen eine Wohnung tatsächlich in ihrem Gegenwert insgesamt bezahlen, die Möglichkeit bekommen, die Wohnung zu erwerben. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Ein Vorgang, der zweifellos nur den Gemeinnützigkeitsgedanken fortsetzt und beendet und zweifellos notwendig ist sowie der Bevölkerung und dem Gedanken der Eigentumsbildung entgegenkommt.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das sind die Schwerpunkte und Eckpunkte dieses Programms. Ich verstehe nicht, dass einige hier gesagt haben, es wäre ein schlechtes Programm, aber ich verstehe, dass man diese Meinung vertritt. Wenn man sie vertritt, dann ist das eine Verpflichtung zu einem Gespräch mit uns und eine Verpflichtung, auch Anregungen einzubringen, damit wir diese verwenden und verarbeiten können. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich freue mich im Übrigen auf die Zusammenarbeit im Justizausschuss, die immer gut war, die traditionell gut ist. Auch die Ausführungen von Frau Abgeordneter Dr. Fekter haben mir gezeigt, dass dort Sachfragen im Vordergrund stehen, und ich bin sicher, dass Parteipolitik dort keinen Platz hat. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Anhaltender Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Prinzipiell schließe ich aber mit einer Aufforderung zur Kritik. Was ich heute gehört habe, war zum Teil kritisch, verarbeitbar, zum Teil war es ein bisserl polemisch. Das macht nichts. Wir werden in jeder Kritik das positive Element suchen, und wir werden von dem Standpunkt ausgehen: Je mehr Kritik, umso mehr Ansporn für uns, damit Sie überzeugt werden, dass wir im Ressort Sacharbeit und nicht politische Arbeit leisten. – Danke schön. (Anhaltender Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Sehr verehrter Herr Justizminister! Wir kennen uns ja schon länger von diversen Prozessen. (Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Jetzt lernen wir einander in völlig neuen Funktionen kennen. Ich persönlich bin gespannt darauf. Sie haben erklärt, Sie werden sich als Verteidiger der Grundwerte des Rechtsstaates präsentieren. Ich wünsche Ihnen viel Glück und mache Sie darauf aufmerksam: Einer der wichtigsten Grundwerte des Rechtsstaates ist die Meinungsfreiheit.
Abg. Jung: Sie verwechseln Meinungsfreiheit mit Beleidigung!
Wenn ich heute Oppositionspolitiker, die nicht Freiheitliche sind, und Journalistinnen und Journalisten treffe und den Namen Böhmdorfer nenne, dann sagen fast alle – und das ist fast immer ein Volltreffer –: Böhmdorfer habe ich schon erlebt. Es ist darum gegangen, dass ich öffentlich meine Meinung geäußert habe, und sofort bekam ich mit Böhmdorfer zu tun. (Abg. Jung: Sie verwechseln Meinungsfreiheit mit Beleidigung!)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Zum Ersten: Jörg Haider ist der geistige Ziehvater und Ideologe des rechtsextremen Terrorismus, und Dr. Böhmdorfer ist der Anwalt des geistigen Ziehvaters und Ideologen des rechtsextremen Terrorismus, und Letzerem hat das nicht viel genützt. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Mag. Posch: Herr Präsident! Würden Sie dafür sorgen, dass der Herr Klubdirektor die Regierungsbank verlässt! Das gilt für alle! Das ist ja unglaublich!
Sie haben sich nicht durchgesetzt, so wie Sie sich in Prozessen gegen das "profil", gegen den "Standard", gegen den ORF, gegen Journalisten, gegen andere Politiker, gegen Andersmeinende, gegen Anderssprechende in der Regel nicht durchgesetzt haben, weil es Ihnen in der Regel nicht gelungen ist, die österreichische Justiz davon zu überzeugen, dass es sich lohnt, auf Aufforderung der Freiheitlichen Partei die Meinungsfreiheit einzuschränken. (Abg. Mag. Posch: Herr Präsident! Würden Sie dafür sorgen, dass der Herr Klubdirektor die Regierungsbank verlässt! Das gilt für alle! Das ist ja unglaublich!)
Beifall bei den Grünen.
Herr Dr. Böhmdorfer! Ich habe es ein bissel bewundert, wie Sie nach einem riesigen Kreidefrühstück heute an Ihr Mikrophon getreten sind. Ich habe nicht gewusst, dass der menschliche Körper und der Verdauungsapparat dermaßen viel an Kreide aushalten. Ich weiß es jetzt! Das sind neue physiologische Erkenntnisse, die wir zur Kenntnis nehmen müssen. Nur, Sie werden uns in der Praxis davon überzeugen müssen, ob Sie die Vertraulichkeit, ob Sie die Rechtsstaatlichkeit und ob Sie die Meinungsfreiheit in einem Maße respektieren, wie Sie das als freiheitlicher Serienanwalt in dieser Republik nie getan haben. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Bures.
Wo finden wir eine gesamte Bundesregierung, der es gelungen ist, eine Republik, die bis vor wenigen Wochen noch über größtes internationales Ansehen verfügte, in vollkommene Isolation zu führen? (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Bures. )
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Linksextremisten stören Sie nicht!
Wo gibt es eine Bundesregierung, die den Menschen dieser Republik zumutet, sich als Nazis beschimpfen lassen zu müssen, nur weil einzelne Rechtsextremisten und Vertreter einer rechtsextremen Partei in der Bundesregierung sitzen? (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Linksextremisten stören Sie nicht!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wo finden wir eine Regierung außerhalb Österreichs, die es Kleinunternehmern und Arbeitnehmern zumutet, dass ihre Betriebe und Arbeitsplätze gefährdet werden, weil unschuldigerweise ihre Arbeitsplätze und ihre Betriebe von Boykottmaßnahmen bedroht sind, die allein auf das Konto dieser Bundesregierung gehen? (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.
Wo finden Sie eine Bundesregierung, die privatisieren will und allein durch ihre Existenz einen Wertverlust der börsennotierten öffentlichen Aktien von mindestens schon 15 Milliarden Schilling verursacht hat? Das ist unser Staatsvermögen, das hier willkürlich verspielt wird, Herr Dr. Schüssel. Verspielt wird, nicht riskiert wird, nicht aufs Spiel gesetzt wird – verspielt wird! (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter. )
Heiterkeit. – Abg. Dr. Fekter: Stört Sie das Schloss?
Wo finden wir eine Schlossbesitzerin als Sozialministerin, die allerdings – man muss es ihr zugute halten – ihren Autowunsch noch nicht präzisiert hat? (Heiterkeit. – Abg. Dr. Fekter: Stört Sie das Schloss?)
Beifall bei den Grünen.
Genau das Gegenteil stimmt: Wenn die sachliche und politische Qualifikation der vorliegenden Bundesregierung detailliert geschildert wird, erübrigt sich jedes zusätzliche polemische Wort. Das ist ja gerade die völlig neue Situation, in der sich die Opposition befindet. (Beifall bei den Grünen.) Wir brauchen oft nur wenige Worte in den Mund zu nehmen, wir brauchen nur das geheimnisvolle Wort "brutto" mit dem geheimnisvollen Wort "netto" zu konfrontieren, und schon ist alles klar. Das ist Menschenjagd? Wenn wir versuchen, dem Finanzminister zu erklären, dass brutto in jedem Fall mehr ist als netto – das nennen Sie Menschenjagd?
Abg. Dr. Pilz: Das war eine politische Wertung! – Abg. Mag. Posch: Das ist ein politisches Urteil! Das ist nicht ordnungsrufwürdig! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Politische Wertungen sind auch ordnungsrufwürdig! – Weitere Zwischenrufe. – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Herr Abgeordneter Pilz! Für Ihre Äußerung, es sitzen Rechtsextreme in der Bundesregierung, erteile ich Ihnen einen Ordnungsruf. (Abg. Dr. Pilz: Das war eine politische Wertung! – Abg. Mag. Posch: Das ist ein politisches Urteil! Das ist nicht ordnungsrufwürdig! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Politische Wertungen sind auch ordnungsrufwürdig! – Weitere Zwischenrufe. – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.)
Anhaltende Zwischenrufe.
Abgeordneter Dr. Martin Graf (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Sehr geehrte Bundesregierung! Hohes Haus! Sehr geehrte Kollegen Abgeordnete! (Anhaltende Zwischenrufe.)
Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Martin Graf (fortsetzend): Ich verstehe ja, dass es eine gewisse Aufregung gibt, und als Donaustädter Mandatar erlaube ich mir, meinem Kollegen aus der Donaustadt nur eine Botschaft mit auf den Weg zu geben: Sie sind zwar wohnhaft in Kaisermühlen, aber selbst das haben sich die Kaisermühlner nicht verdient, Herr Kollege Pilz. Das sage ich Ihnen! (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Pilz! Ich schreibe Ihnen ins Stammbuch: Wo sonst, wenn nicht vor Gericht darf und muss es zulässig sein, seine eigene Meinung zu vertreten? Wo sonst? (Beifall bei den Freiheitlichen.) Ist das Ihr Ansatz zur Meinungsfreiheit, dass man, je nach politischer Ausrichtung, Menschen – in dem Fall den Freiheitlichen – sogar vor Gericht die eigene Meinung verbieten lassen will? Oder sehen Sie das anders?
Abg. Dr. Rasinger: Beim Opernball!
Herr Kollege Pilz! Sie waren vor vielen Jahren dabei, als Molotow-Cocktails geworfen wurden. (Abg. Dr. Rasinger: Beim Opernball!) Heute ist Ihre Agitation des Molotow-Cocktail-Werfens geistig fortgesetzt worden. (Abg. Dr. Van der Bellen: Und das ist kein Ordnungsruf?) Geistig fortgesetzt worden! (Abg. Dr. Van der Bellen: "Molotow-Cocktail" ist kein Ordnungsruf?)
Abg. Dr. Van der Bellen: Und das ist kein Ordnungsruf?
Herr Kollege Pilz! Sie waren vor vielen Jahren dabei, als Molotow-Cocktails geworfen wurden. (Abg. Dr. Rasinger: Beim Opernball!) Heute ist Ihre Agitation des Molotow-Cocktail-Werfens geistig fortgesetzt worden. (Abg. Dr. Van der Bellen: Und das ist kein Ordnungsruf?) Geistig fortgesetzt worden! (Abg. Dr. Van der Bellen: "Molotow-Cocktail" ist kein Ordnungsruf?)
Abg. Dr. Van der Bellen: "Molotow-Cocktail" ist kein Ordnungsruf?
Herr Kollege Pilz! Sie waren vor vielen Jahren dabei, als Molotow-Cocktails geworfen wurden. (Abg. Dr. Rasinger: Beim Opernball!) Heute ist Ihre Agitation des Molotow-Cocktail-Werfens geistig fortgesetzt worden. (Abg. Dr. Van der Bellen: Und das ist kein Ordnungsruf?) Geistig fortgesetzt worden! (Abg. Dr. Van der Bellen: "Molotow-Cocktail" ist kein Ordnungsruf?)
Lebhafte Zwischenrufe bei den Grünen und bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Pilz: Erheben Sie einmal Ihren Hormonstatus!
Sie sind ein Abgeordneter, der auf die Bundesverfassung vereidigt wurde. (Lebhafte Zwischenrufe bei den Grünen und bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Pilz: Erheben Sie einmal Ihren Hormonstatus!) Legen Sie einmal klar, wer Ihnen glauben sollte, dass Sie sich noch an die Bundesverfassung halten! Wer soll Ihnen das noch glauben? Sie kommen mit Verschwörungstheorien daher, haben immer dubiose Zugänge zur Staatspolizei. Legen Sie einmal offen, wen Sie permanent dazu verleiten, Amtsgeheimnisse zu verletzen! Legen Sie das einmal offen, und diskutieren wir ehrlich darüber! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie sind ein Abgeordneter, der auf die Bundesverfassung vereidigt wurde. (Lebhafte Zwischenrufe bei den Grünen und bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Pilz: Erheben Sie einmal Ihren Hormonstatus!) Legen Sie einmal klar, wer Ihnen glauben sollte, dass Sie sich noch an die Bundesverfassung halten! Wer soll Ihnen das noch glauben? Sie kommen mit Verschwörungstheorien daher, haben immer dubiose Zugänge zur Staatspolizei. Legen Sie einmal offen, wen Sie permanent dazu verleiten, Amtsgeheimnisse zu verletzen! Legen Sie das einmal offen, und diskutieren wir ehrlich darüber! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Jarolim hat zwar immer vorausgeschickt, dass er das nie machen würde, und dann ist immer das berühmte "Aber" gekommen. Damit hat er es schon relativiert beziehungsweise ins Gegenteil verkehrt. Das ist Ihre Politik. Wie der Schelm denkt, so ist er, könnte man in dieser Sache sagen. Wie der Schelm denkt, so ist er. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.
Sie werfen Herrn Minister Böhmdorfer auch vor, dass er Mitglied einer Burschenschaft war. Ja, dann werfen Sie das aber auch bitte einem Victor Adler vor, werfen Sie das einem Pernerstorfer vor, werfen Sie das einem Theodor Herzl vor! Oder werfen Sie das Ihrem Bürgermeister Michael Häupl vor, der zur gleichen Zeit Mitglied einer Burschenschaft war wie dieser Bundesminister! Das nur zu Ihrer Erinnerung. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim. )
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.
51 Jahre lang findet die Sozialdemokratie – so lange waren Sie in Koalition mit der ÖVP – nichts dabei in Sachen Dollfuß. 51 Jahre lang finden Sie nichts dabei! Sie sind genauso lange hier im Hohen Hause wie ich, nämlich seit 1994, und seit diesem Zeitpunkt habe ich Sie zu diesem Thema noch nie etwas sprechen hören. – Kaum aber ist die ÖVP mit den Freiheitlichen in einer Koalition, ist das plötzlich für Sie ein Problem. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim. ) Sie haben offensichtlich ein nicht ganz einwandfreies Verhältnis zur Historie in diesen Punkten, zur jüngeren Vergangenheit Ihres eigenen parteipolitischen Daseins; das möchte ich Ihnen nur sagen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
51 Jahre lang findet die Sozialdemokratie – so lange waren Sie in Koalition mit der ÖVP – nichts dabei in Sachen Dollfuß. 51 Jahre lang finden Sie nichts dabei! Sie sind genauso lange hier im Hohen Hause wie ich, nämlich seit 1994, und seit diesem Zeitpunkt habe ich Sie zu diesem Thema noch nie etwas sprechen hören. – Kaum aber ist die ÖVP mit den Freiheitlichen in einer Koalition, ist das plötzlich für Sie ein Problem. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim. ) Sie haben offensichtlich ein nicht ganz einwandfreies Verhältnis zur Historie in diesen Punkten, zur jüngeren Vergangenheit Ihres eigenen parteipolitischen Daseins; das möchte ich Ihnen nur sagen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Jarolim: Sie haben meine Rede nicht verstanden!
Sie sagen, man kann dem Anwalt seine Klienten nicht vorwerfen, aber im gleichen Atemzug tun Sie es trotzdem! Wir werfen Ihnen ja auch nicht Ihre Klienten vor, sonst müssten wir ja hier offen legen – jetzt mache ich es genauso wie Sie (Abg. Dr. Jarolim: Sie haben meine Rede nicht verstanden!) –, dass Sie im Anwaltsverzeichnis als Ihre Spezialgebiete – Sie sind Sozialist, Mitglied der Sozialdemokratischen Partei –, als Ihre Schwerpunkte "typisch sozialistische" Themen angeben. Ihr Spezialgebiet – das geben Sie selbst an und verbreiten das auch überall öffentlich – ist Luftfahrtrecht – ein "sozialistisches Thema". Ihr Spezialgebiet ist internationale Flugzeugfinanzierung – ein "sozialistisches Thema". Jedem Sozialisten sein eigenes Privatflugzeug, möglichst international finanziert! Einfach zum Kollegen Jarolim kommen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sie sagen, man kann dem Anwalt seine Klienten nicht vorwerfen, aber im gleichen Atemzug tun Sie es trotzdem! Wir werfen Ihnen ja auch nicht Ihre Klienten vor, sonst müssten wir ja hier offen legen – jetzt mache ich es genauso wie Sie (Abg. Dr. Jarolim: Sie haben meine Rede nicht verstanden!) –, dass Sie im Anwaltsverzeichnis als Ihre Spezialgebiete – Sie sind Sozialist, Mitglied der Sozialdemokratischen Partei –, als Ihre Schwerpunkte "typisch sozialistische" Themen angeben. Ihr Spezialgebiet – das geben Sie selbst an und verbreiten das auch überall öffentlich – ist Luftfahrtrecht – ein "sozialistisches Thema". Ihr Spezialgebiet ist internationale Flugzeugfinanzierung – ein "sozialistisches Thema". Jedem Sozialisten sein eigenes Privatflugzeug, möglichst international finanziert! Einfach zum Kollegen Jarolim kommen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Gesellschaftsrecht, Gesellschaftsgründungen, Immobilienrecht – typisch "sozialistische Themen". Wir werfen es Ihnen nicht vor, aber werfen auch Sie nicht einem anderen Anwalt in diesem Hohen Hause seine Klienten vor! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Im Justizbereich!
Na lesen wir weiter, was in dem Aktenvermerk steht: Themengebiet ist Personalpolitik im Justizbereich. "Zu überlegen ist, wie sich die Partei noch mehr als bisher einbringen kann." (Abg. Dr. Partik-Pablé: Im Justizbereich!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Im Justizbereich!
Das ist Ihre Justizpolitik: Einbringen der SPÖ in die Personalpolitik (Abg. Dr. Partik-Pablé: Im Justizbereich!), im Justizbereich, bei der unabhängigen Justiz. Und zwar wollen Sie das Thema an der Wurzel anpacken: Bei den Rechtspraktikanten sollte angesetzt werden. Ich zitiere:
Ruf bei den Freiheitlichen: Druck ausüben!
Ich zitiere weiter: "Hinsichtlich der Auswahl von Rechtspraktikanten wäre auch zu erwägen, ob nicht eine parlamentarische Anfrage an den Bundesminister für Justiz zu richten wäre" (Ruf bei den Freiheitlichen: Druck ausüben!), "da es völlig undurchsichtig ist" – stellen Sie persönlich fest –, "wie viele übernommen werden und nach welchen Kriterien diese in den Richterdienst übernommen werden." – Zitatende.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Schämen Sie sich! – Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.
Ich sage Ihnen: Das hat einer parteipolitischen Diskussion entbehrlich zu sein. Die parteipolitische Gesinnungsschnüffelei in der Justiz ist nicht unser Anliegen. Ihr Anliegen war das! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Schämen Sie sich! – Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim. )
Abg. Haigermoser: "Ohne Partei bin ich nichts!" – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das wollen wir ändern!
Festgestellt werden auch Versäumnisse in der Vergangenheit. Die Personalgestaltung der Justiz wird als das größte Versäumnis in der Vergangenheit von den SPÖ-Justizsprechern festgestellt. (Abg. Haigermoser: "Ohne Partei bin ich nichts!" – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das wollen wir ändern!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es wird die Idee einer rechtssoziologischen Untersuchung geboren. "Richter und Parteibuch" soll das heißen, wird hier gesagt. Eine rechtssoziologische Untersuchung: Richter und Parteipolitik – das ist eine Gesinnungsschnüffelei im parteipolitischen Sinn, die wir ablehnen, und Sie sollten sich davon distanzieren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Da schau her! – Abg. Fischl: Wie bei den Kommunisten! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Als Letztes soll eine Zentrale für die Weiterleitung von Informationen im Justizbereich eingerichtet werden. Was glauben Sie, wo? In der Löwelstraße, Zentrale der SPÖ! (Abg. Haigermoser: Da schau her! – Abg. Fischl: Wie bei den Kommunisten! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Das ist das, was wir ablehnen!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich bin mir dessen sicher, dass der freie Anwalt und nunmehr Justizminister Böhmdorfer bei einer Gesinnungsschnüffelei in der Justizpolitik nicht mitspielen wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Da gibt es nur mehr hängende Gesichter! – Zwischenruf der Abg. Aumayr.
Zu Wort gemeldet ist weiters Herr Abgeordneter Reheis. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Haigermoser: Da gibt es nur mehr hängende Gesichter! – Zwischenruf der Abg. Aumayr. )
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Haigermoser.
Abgeordneter Gerhard Reheis (SPÖ): Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Herr Kollege Haigermoser, warum wird in mir immer der Eindruck einer Muppet-Show erweckt, wenn ich zu Ihnen hinüberschaue? Sie machen immer sehr lustige Einsprüche, die zum Teil nicht einmal sehr erheiternd sind. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Haigermoser. )
Beifall bei der SPÖ.
Aber das, Frau Vizekanzler, ist die menschliche Seite des Problems. Das politische Problem liegt bei Ihnen, meine Damen und Herren von der FPÖ. Sie hatten einen Minister nominiert, von dem Sie wussten, dass er in Behandlung war, und der offensichtlich diese psychischen Probleme mit in sein Amt genommen hat. Damit haben Sie wie bei der Nominierung des Präsidenten Prinzhorn und des Herrn Kabas, die ja in peinlicher Weise vom Herrn Bundespräsidenten als Minister abgelehnt wurden, Ihrer Partei, dem Menschen Dr. Krüger, dieser Regierung und dem Land einen weiteren schlechten Dienst erwiesen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich habe dieses Zitat verkürzt wiedergegeben, weil ich mich für diese Aussagen im vollen Ausmaß von einem Politiker dieses Hauses geniere. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Böhacker: Das ist widerlich!
Meine Damen und Herren! Also genug Gründe für einen Rücktritt dieses Ministers, auch ohne seine Krankheit, von der ich ihm noch einmal Genesung wünsche. (Abg. Böhacker: Das ist widerlich!) Aber es sind auch Gründe genug, Herr Kollege, Untersuchungen darüber zu fordern, was in seinem Ministerium in der Zeit seiner kurzen Amtsführung passierte, und nicht, wie allgemein üblich, den Mantel des Schweigens darüber zu breiten und so zu tun, als ob nichts geschehen wäre, ja sogar zu sagen, die Arbeit geht weiter wie bisher. Welche Arbeit?, frage ich hier die Bundesregierung. Das Chaos wird fortgesetzt? Diese Frage stellt sich hier. Die Hoffnung der ÖVP auf Normalität wird sich nicht erfüllen. Der Schaden, den diese Regierung vom ersten Tag an angerichtet hat, wird sich fortsetzen, meine Damen und Herren.
Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: ...dorfer! ...dorfer! Schlecht recherchiert!
Der nächste neue Mann in dieser leider Immer-noch-Bundesregierung, der Nachfolger Krügers, ist Bundesminister Dr. Dieter Böhmhofer, der unabhängige ... (Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: ...dorfer! ...dorfer! Schlecht recherchiert!) Böhmdorfer, Entschuldigung. Böhmdorfer ist Haiders Mann für das "juristisch Grobe", wie ihn der ehemalige FPÖ-Chef Norbert Steger bezeichnete, der FPÖ-Anwalt, der den Prozess gegen Peter Pilz, wie heute schon mehrmals zitiert, verlor, den Prozess, nach dem man Haider ungestraft – und das ist sehr, sehr bedenklich für dieses Land – "politischer Ziehvater des rechtsextremen Terrors" nennen darf. Das darf man seit diesem verlorenen Prozess dieses Anwaltes und nunmehrigen Bundesministers.
Beifall bei der SPÖ.
Diese Nachbesetzung des Justizministers ist ein parteipolitischer Postenschacher der FPÖ, ein Skandal und unfassbar! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Drittklassig! Drittklassig!
Ich habe nicht genügend Zeit, um weiter darauf einzugehen, aber es werden in nächster Zeit wahrscheinlich noch mehrere Rücktritte erfolgen. Generalsekretär Westenthaler hat überlegt, seine Funktion abzugeben. Weiters ahnt anscheinend die Sozialministerin Sickl noch nicht, dass selbst freiheitliche Ministersekretäre über den Zeitpunkt ihrer Ablöse spekulieren. Es ist bereits eine Diskussion über die Ablöse einer Ministerin im Gange, die laut "profil" vom 28. Februar 2000 nichts daran findet, dass einst in Mutters Wohnzimmer ein riesiges Hitler-Bild an der Wand hing, nichts am Begriff "Judenbengel" findet, mit dem im Hause Sickl der gekreuzigte Jesus Christus gemeint war. Das ist eine Sprache und Geisteshaltung, die die Christdemokraten, die ÖVP in diesem Haus, scheinbar akzeptieren. Ein tolles Team, Herr Bundeskanzler, haben Sie sich ausgesucht! (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Drittklassig! Drittklassig!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Sie haben ein großartiges sozialdemokratisches Erbe antreten dürfen, Sie haben es verspielt. Treten Sie zurück! Geben Sie den Österreicherinnen und Österreichern die Chance, sich neu zu entscheiden, ob sie dieses Chaos wollen oder ob sie lieber Seriosität und Berechenbarkeit haben wollen! – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren! So bedauerlich das gerade für uns Freiheitlichen ist, das ist eine ganz normale Sache. Und Ihre Diffamierungsversuche, Herr Vorredner, sind zurückzuweisen. Diese Diffamierungsversuche, die Sie ausschließlich auf Medienberichte begründen, sind nicht stichhaltig! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Mertel: Krüger ist Gegenwart!
Auf einen Minister folgt – und die Gründe dafür sind genannt worden – ein anderer. Das ist eine klare und natürliche Sache in einer Demokratie. Meine Damen und Herren von der SPÖ! Wir werfen Ihnen ja auch nicht vor, dass Sie einen Kurzzeit-Finanzminister hatten, der es zu keinem einzigen Budget gebracht hat, und wir werfen Ihnen ja auch nicht vor, dass zu Kreiskys Zeiten Minister wegen ihrer SS-Vergangenheit ziemlich schnell die Regierung verlassen mussten. Wir werfen Ihnen das alles nicht vor, wir wollen in die Zukunft schauen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Mertel: Krüger ist Gegenwart!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Hagenhofer: Das glauben Sie aber nicht wirklich!
Meine Damen und Herren! Diese Regierung braucht von der Opposition keine Schonfrist von 100 Tagen. Sie hat ein Programm für die ersten 100 Tage erstellt. Sie braucht nicht deshalb keine Schonung, weil sie sich vor Ihnen fürchtet, meine Damen und Herren, sondern weil die Sanierung von 30 Jahren Sozialismus keine Pause zulässt. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Hagenhofer: Das glauben Sie aber nicht wirklich!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Mit welcher Souveränität diese Bundesregierung ihre Arbeit angeht, Frau Kollegin, hat die gestrige Aktuelle Stunde bewiesen, hat die heutige Fragestunde bewiesen und auch die Debatte gestern über das Bundesministeriengesetz und über das Budgetprovisorium. Neue Einteilungen der Ressorts, Straffung und Verbesserung der Geschäftsbereiche sind jetzt die Folge und die Grundlage für die Arbeit dieser Bundesregierung. Frauen sind in führende Positionen vorgerückt, die erste Vizekanzlerin der Republik und die erste Außenministerin sind zu verzeichnen. Meine Damen und Herren der vereinigten Linken, wir setzen um, wovon Sie jahrelang nur geredet haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Kostelka: Das darf ja nicht wahr sein!
Meine Damen und Herren der vereinigten Linken, Sie betreiben auch eine Radikalisierung im Inland, und darüber sollten wir auch hier einmal reden. Sie mobilisieren die Straße in einer verantwortungslosen Weise. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Kostelka: Das darf ja nicht wahr sein!) Herr Kostelka! "Widerstand, Widerstand, Haider, Schüssel an die Wand!" Es wäre am Platze, dass Sie sich und auch führende Funktionäre der Grünen einmal klar von dieser linksextremen Diktion und von diesem gewaltbereiten Rand in diesen Demonstrationen distanzieren und sich dafür entschuldigen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren der vereinigten Linken, Sie betreiben auch eine Radikalisierung im Inland, und darüber sollten wir auch hier einmal reden. Sie mobilisieren die Straße in einer verantwortungslosen Weise. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Kostelka: Das darf ja nicht wahr sein!) Herr Kostelka! "Widerstand, Widerstand, Haider, Schüssel an die Wand!" Es wäre am Platze, dass Sie sich und auch führende Funktionäre der Grünen einmal klar von dieser linksextremen Diktion und von diesem gewaltbereiten Rand in diesen Demonstrationen distanzieren und sich dafür entschuldigen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Dr. Dieter Böhmdorfer ist – und ich zitiere jetzt auch "Die Presse" – ein Mann "mit Handschlagqualität". Er wird dieses Programm, das wir im Rahmen der Koalition vereinbart haben, umsetzen, und er wird dabei unsere ungeteilte Unterstützung haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Trattner: Wer?
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Dieses Programm ist teilweise unerträglich und es ist fehlerhaft. Mir gehen bestimmte Schwerpunkte schlichtweg ab. Ich frage Sie beispielsweise: Wo bleibt die Reform des Kostenrechts, Herr Bundesminister? – Dazu ein aktueller Fall aus Salzburg: Ein Anwalt errichtet einen Vertrag über 3 Millionen Schilling, die Vertragserrichtungskosten betragen 536 000 S, mitbeteiligt eine namhafte freiheitliche politische Persönlichkeit. (Abg. Mag. Trattner: Wer?)
Beifall bei der SPÖ.
Ich frage Sie weiters, Herr Bundesminister: Wie sieht es mit den Problemen im Zusammenhang mit der Privatinsolvenz aus? – Es gibt ja die Möglichkeit, dass verschuldete Personen ent schuldet werden, und zwar nicht nur Unternehmer, sondern auch Privatpersonen. Nur haben wir hier ein Problem, und zwar besteht das Problem darin, dass die wirklichen Sozialfälle durch den Rost fallen und die Großen es sich richten können. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Sie haben ein Belastungspaket für die österreichische Bevölkerung beschlossen. Die Verschuldung wird daher zunehmen. Ich ersuche Sie deshalb: Springen Sie über Ihren Schatten, und stimmen Sie diesem rechtlichen Korrektiv durch eine Novelle zur Konkursordnung zu! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich frage Sie: Ist das die Erneuerungspolitik, die sich Herr Gusenbauer verordnet hat, die er Ihnen verordnet hat? Während dieser gesamten Diskussion hören wir von Ihnen nichts anderes als Verunglimpfungen, Diffamierungen und persönliche Anschüttungen! Zuletzt von meinem Vorredner. Herr Kollege Maier, Sie haben gestern schon gehört, die Frau Vizekanzlerin hat ihren Gatten noch nicht einmal gekannt, als es einen Privatkonkurs gegeben hat. Sie sollten doch endlich einmal zur Kenntnis nehmen, dass man das hier nicht vermischen darf. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Stoppen Sie Ihre Angriffe, Ihre Diffamierungen! Sie haben gesagt, Sie wollen eine Fundamental-Opposition betreiben. Betreiben Sie die Fundamental-Opposition! Wir fürchten uns nicht vor einer sachlichen, harten Auseinandersetzung, denn wir haben eine gute Regierungspolitik. Wir haben ein Programm, das für Österreich viele Fortschritte und eine gute Entwicklung bringen wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie haben zum Beispiel nicht davor zurückgeschreckt, sich an die Rechtspraktikanten heranzumachen, die ja wirklich abhängig davon sind, dass dieser Apparat funktioniert, weil sie eventuell einmal Richteramtsanwärter werden wollen. Diese Praktikanten wollten Sie in Ihre parteitaktischen Überlegungen mit einbeziehen. Wissen Sie, was? Das macht Angst! Wie Sie mit der Personalpolitik, mit der Justizpolitik in Österreich umgehen, das macht wirklich Angst! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Rufe bei den Grünen: Sie ist ohnehin da! – Abg. Mag. Stoisits: Wenn Sie sprechen, bin ich immer da, das muss man hören!
Frau Abgeordnete Stoisits – Sie ist jetzt leider nicht da, aber ich spreche alle anderen von den Grünen an – wollte so gerne wissen, wann und wo der Herr ... (Rufe bei den Grünen: Sie ist ohnehin da! – Abg. Mag. Stoisits: Wenn Sie sprechen, bin ich immer da, das muss man hören!) – Entschuldigung. Ja, das freut mich.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Je öfter Sie von den Grünen diese Dinge wiederholen, Frau Abgeordnete, je öfter Sie solche Dinge hier wiederholen, wie zum Beispiel Herr Abgeordneter Pilz, der gesagt hat, dass hier "Rechtsextremisten" in der Regierung sitzen, desto mehr schaden Sie dem Ansehen Österreichs. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Sie tragen mit solchen Äußerungen zum Klima des Hasses bei, der sich in Österreich breit gemacht hat. (Zwischenrufe bei den Grünen.) Ich lese Ihnen vor, welches Klima bereits in Österreich herrscht – und dafür sind Sie mitverantwortlich. Da gibt es eine Aussendung. (Die Rednerin hält ein Flugblatt in die Höhe und liest den Text vor. Auf dem Blatt ist ein Hund abgebildet.) Darin heißt es:
Abg. Haigermoser: Ungeheuerlich!
"Hey, Du! Wenn Du am Aschermittwoch, dem 8. März, nicht um 15 Uhr in Ried im Innkreis am Hauptplatz erscheinst, um für die Freiheit und gegen die Freiheitlichkeit zu demonstrieren, erschießen wir diesen Hund." – So weit ist es in Österreich gekommen! (Abg. Haigermoser: Ungeheuerlich!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich fordere Sie auf: Wiegeln Sie ab und wiegeln Sie nicht auf, wie das heute wieder durch Ihre Abgeordneten geschehen ist! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Zur Geschäftsbehandlung!
Ich freue mich, dass der Herr Bundesminister für Justiz heute in seiner Kurzerklärung sein Programm dargestellt und gezeigt hat, dass er dazu beiträgt, die Fundamente des Rechtsstaates in Österreich zu vertiefen und außerdem auch etwas für die geschädigten Menschen in diesem Lande zu tun. Ich freue mich auch darüber, dass er Sie von der Opposition aufgefordert hat, die Auseinandersetzung mit ihm zu suchen, und ich kann Ihnen nur raten, dieses Angebot anzunehmen – im Interesse einer guten Justizpolitik. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Zur Geschäftsbehandlung!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Trattner: Das war schlechtes Timing jetzt! – Weitere Zwischenrufe.
Herr Abgeordneter Pilz hat in seiner Rede eine schwere Anschuldigung gegenüber einem ÖVP-Mitglied beziehungsweise ÖVP-Mitgliedern dieser Bundesregierung erhoben, und zwar in Bezug auf eine staatspolizeiliche Überprüfung des Herrn Justizministers. Ich denke, dass wir, das Hohe Haus hier, das Recht haben, genauso wie der Herr Justizminister, vom Herrn Bundeskanzler eine Antwort auf die von Herrn Abgeordneten Pilz gestellte Frage zu erhalten. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Trattner: Das war schlechtes Timing jetzt! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Oberhaidinger bückt sich nach einer Unterlage.
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Sie haben den Antrag gehört. Wer für diesen Antrag ist, den bitte ich um ein Zeichen der Zustimmung. – Niemand möge jetzt bitte den Platz verlassen. (Abg. Oberhaidinger bückt sich nach einer Unterlage.) Herr Oberhaidinger! – Ich bitte, die Stimmenzählung vorzunehmen. (Mehrere Abgeordnete versuchen, in den Saal zu gelangen, werden aber wieder hinausgebeten. – Lebhafte Zwischenrufe. – Unruhe im Saal.)
Mehrere Abgeordnete versuchen, in den Saal zu gelangen, werden aber wieder hinausgebeten. – Lebhafte Zwischenrufe. – Unruhe im Saal.
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Sie haben den Antrag gehört. Wer für diesen Antrag ist, den bitte ich um ein Zeichen der Zustimmung. – Niemand möge jetzt bitte den Platz verlassen. (Abg. Oberhaidinger bückt sich nach einer Unterlage.) Herr Oberhaidinger! – Ich bitte, die Stimmenzählung vorzunehmen. (Mehrere Abgeordnete versuchen, in den Saal zu gelangen, werden aber wieder hinausgebeten. – Lebhafte Zwischenrufe. – Unruhe im Saal.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Trattner: Das war ein schlechtes Timing! – Abg. Fischl: Da sind Sie eingefahren! – Abg. Mag. Haupt: Eine klare Minderheit!
Ich gebe das Abstimmungsergebnis bekannt: Es sind 89 "Nein"-Stimmen und 63 "Ja"-Stimmen. Der Antrag ist damit abgelehnt, Herr Abgeordneter. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Trattner: Das war ein schlechtes Timing! – Abg. Fischl: Da sind Sie eingefahren! – Abg. Mag. Haupt: Eine klare Minderheit!)
Anhaltende Zwischenrufe. – Unruhe im Saal. – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.
Abgeordnete Anna Huber (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! (Anhaltende Zwischenrufe. – Unruhe im Saal. – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.) Vielleicht kann ich, wenn sich die Aufregung etwas gelegt hat (Abg. Haigermoser: Wir sind nicht aufgeregt!), auch inhaltlich ein bisschen auf die Worte des Justizministers eingehen und damit ein wenig zur Beruhigung beitragen. (Abg. Haigermoser: Wir sind nicht unruhig!)
Abg. Haigermoser: Wir sind nicht aufgeregt!
Abgeordnete Anna Huber (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! (Anhaltende Zwischenrufe. – Unruhe im Saal. – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.) Vielleicht kann ich, wenn sich die Aufregung etwas gelegt hat (Abg. Haigermoser: Wir sind nicht aufgeregt!), auch inhaltlich ein bisschen auf die Worte des Justizministers eingehen und damit ein wenig zur Beruhigung beitragen. (Abg. Haigermoser: Wir sind nicht unruhig!)
Abg. Haigermoser: Wir sind nicht unruhig!
Abgeordnete Anna Huber (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! (Anhaltende Zwischenrufe. – Unruhe im Saal. – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.) Vielleicht kann ich, wenn sich die Aufregung etwas gelegt hat (Abg. Haigermoser: Wir sind nicht aufgeregt!), auch inhaltlich ein bisschen auf die Worte des Justizministers eingehen und damit ein wenig zur Beruhigung beitragen. (Abg. Haigermoser: Wir sind nicht unruhig!)
Abg. Böhacker: Das glaube ich nicht! Denken Sie positiv!
Ich frage Sie nun, Herr Justizminister: Wie werden Sie künftig die Agenden des Konsumentenschutzes auf europäischer Ebene durchsetzen? Und vor allem frage ich mich: Wo bleiben dann die höheren Standards, wie wir sie in Österreich gewohnt sind? Es werden ja der einen Generaldirektion in Brüssel dann plötzlich zwei österreichische Ministerien und zwei österreichische Minister gegenüberstehen, und ich befürchte, dass durch diese Aufsplitterung der Konsumentenschutz auf der Strecke bleibt. (Abg. Böhacker: Das glaube ich nicht! Denken Sie positiv!)
Abg. Mag. Schweitzer: Was hat das mit dem Justizminister zu tun?
Daher erwarte ich von Ihnen, Herr Minister, ... (Abg. Mag. Schweitzer: Was hat das mit dem Justizminister zu tun?) Herr Kollege! Auch wenn Sie intellektuell einigen Dingen nicht folgen können, hören Sie eben ein bisschen zu! (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Was hat das mit dem Justizminister zu tun? Ich will das wissen!) Falls Sie sich nicht erinnern können: Wir haben gestern beschlossen, dass die Agenden des Konsumentenschutzes künftig im Justizministerium beheimatet sein werden. (Abg. Mag. Schweitzer: Wirklich wahr?)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Was hat das mit dem Justizminister zu tun? Ich will das wissen!
Daher erwarte ich von Ihnen, Herr Minister, ... (Abg. Mag. Schweitzer: Was hat das mit dem Justizminister zu tun?) Herr Kollege! Auch wenn Sie intellektuell einigen Dingen nicht folgen können, hören Sie eben ein bisschen zu! (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Was hat das mit dem Justizminister zu tun? Ich will das wissen!) Falls Sie sich nicht erinnern können: Wir haben gestern beschlossen, dass die Agenden des Konsumentenschutzes künftig im Justizministerium beheimatet sein werden. (Abg. Mag. Schweitzer: Wirklich wahr?)
Abg. Mag. Schweitzer: Wirklich wahr?
Daher erwarte ich von Ihnen, Herr Minister, ... (Abg. Mag. Schweitzer: Was hat das mit dem Justizminister zu tun?) Herr Kollege! Auch wenn Sie intellektuell einigen Dingen nicht folgen können, hören Sie eben ein bisschen zu! (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Was hat das mit dem Justizminister zu tun? Ich will das wissen!) Falls Sie sich nicht erinnern können: Wir haben gestern beschlossen, dass die Agenden des Konsumentenschutzes künftig im Justizministerium beheimatet sein werden. (Abg. Mag. Schweitzer: Wirklich wahr?)
Beifall bei der SPÖ.
Ich erwarte mir daher, Herr Minister, dass Sie in Ihrer künftigen Arbeit, auch wenn Sie das jetzt nicht angesprochen haben, die Interessen der österreichischen Konsumentinnen und Konsumenten nicht nur in den Mindest- und Minimalstandards, sondern in den bisher gewohnten höheren Standards vertreten werden. Und ich erwarte auch, dass Sie gerade den Konsumentenschutz – denn davon sind wir alle betroffen – nicht der Wirtschaft unterordnen. Danach, Herr Minister, werden wir Sie in Zukunft auch beurteilen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Angesichts der heutigen Atmosphäre, die keinen Gedanken an Sachlichkeit zulässt, und auf Grund der Tatsache, dass der Herr Bundesminister für Justiz nicht viel mehr als oder gerade erst 24 Stunden im Amt ist, besteht kein Anlass für die Regierungsparteien, diesem Entschließungsantrag zuzustimmen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf bei den Freiheitlichen.
Ich denke, der Bundeskanzler ... (Zwischenruf bei den Freiheitlichen.) – Ja, das hat Herr Dr. Pilz gesagt. (Ruf bei den Freiheitlichen: Der sagt viel!) Das mag auch sein, dass er viel oder wenig sagt. Aber einer hat jedenfalls nichts darauf gesagt, und das ist der Herr Bundeskanzler! (Beifall bei den Grünen.)
Ruf bei den Freiheitlichen: Der sagt viel!
Ich denke, der Bundeskanzler ... (Zwischenruf bei den Freiheitlichen.) – Ja, das hat Herr Dr. Pilz gesagt. (Ruf bei den Freiheitlichen: Der sagt viel!) Das mag auch sein, dass er viel oder wenig sagt. Aber einer hat jedenfalls nichts darauf gesagt, und das ist der Herr Bundeskanzler! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich denke, der Bundeskanzler ... (Zwischenruf bei den Freiheitlichen.) – Ja, das hat Herr Dr. Pilz gesagt. (Ruf bei den Freiheitlichen: Der sagt viel!) Das mag auch sein, dass er viel oder wenig sagt. Aber einer hat jedenfalls nichts darauf gesagt, und das ist der Herr Bundeskanzler! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Schwarzenberger: Unsere Rechtsordnung ist eine andere! ..., dass man Schuld nachweisen muss!
Sie reden viel vom neuen Stil und vom neuen Regieren. Ich frage mich nur: Was ist da neu? Auf keinen Vorwurf in irgendeiner Art und Weise einzugehen? Der Bundeskanzler kann ja sagen, das ist aus der Luft gegriffen, das ist falsch. (Abg. Schwarzenberger: Unsere Rechtsordnung ist eine andere! ..., dass man Schuld nachweisen muss!) Warum kann er das nicht sagen, Herr Abgeordneter Schwarzenberger? Wissen Sie vielleicht mehr darüber? Ist das jetzt in Zukunft so Usance, oder bestehen konkrete Befürchtungen in Richtung der Person des Dr. Böhmdorfer, dass hier etwas gegeben ist? (Abg. Dr. Pilz: War er der Einzige?) Und war er der Einzige, oder ist vielleicht auch über andere Regierungsmitglieder eine derartige Überprüfung angeordnet
Abg. Dr. Pilz: War er der Einzige?
Sie reden viel vom neuen Stil und vom neuen Regieren. Ich frage mich nur: Was ist da neu? Auf keinen Vorwurf in irgendeiner Art und Weise einzugehen? Der Bundeskanzler kann ja sagen, das ist aus der Luft gegriffen, das ist falsch. (Abg. Schwarzenberger: Unsere Rechtsordnung ist eine andere! ..., dass man Schuld nachweisen muss!) Warum kann er das nicht sagen, Herr Abgeordneter Schwarzenberger? Wissen Sie vielleicht mehr darüber? Ist das jetzt in Zukunft so Usance, oder bestehen konkrete Befürchtungen in Richtung der Person des Dr. Böhmdorfer, dass hier etwas gegeben ist? (Abg. Dr. Pilz: War er der Einzige?) Und war er der Einzige, oder ist vielleicht auch über andere Regierungsmitglieder eine derartige Überprüfung angeordnet
Abg. Dr. Stummvoll: Sie regen sich auf!
Frau Abgeordnete Fekter! Was regen Sie sich so auf? (Abg. Dr. Stummvoll: Sie regen sich auf!) Stellen Sie fest, was Sache ist, und erklären Sie sich hier! (Beifall bei den Grünen.) Es ist jedenfalls ein ganz neuer Stil, wenn offenbar der Bundeskanzler schon solche Angst haben muss, dass vielleicht wirklich irgendetwas Dunkles im Hintergrund ist, dass er nicht einmal sagt, dass es nicht so ist.
Beifall bei den Grünen.
Frau Abgeordnete Fekter! Was regen Sie sich so auf? (Abg. Dr. Stummvoll: Sie regen sich auf!) Stellen Sie fest, was Sache ist, und erklären Sie sich hier! (Beifall bei den Grünen.) Es ist jedenfalls ein ganz neuer Stil, wenn offenbar der Bundeskanzler schon solche Angst haben muss, dass vielleicht wirklich irgendetwas Dunkles im Hintergrund ist, dass er nicht einmal sagt, dass es nicht so ist.
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Was haben Sie zu verbergen? Was müssen Sie auf staatspolizeilichem Wege klären? Was muss denn so geheim sein, dass es ja niemand erfahren darf, auch nicht das Ausland? – Wir sind gerne dazu bereit, einen Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses betreffend die beiden Punkte Geheimtreffen und sonstige Treffen im Vorfeld der Regierungsbildung und danach sowie Übergabe der Ressorts zu stellen. Wir nehmen die staatspolizeiliche Ausforschung des neuen Justizministers gerne mit hinein. Ist das passiert, ist das nicht passiert? Da können Sie alle Personen – Ex-Abgeordnete, Ex-Minister, den Ex-Kanzler – hier unter Wahrheitspflicht befragen. Aber stellen Sie sich nicht hierher, um etwas zu behaupten, und dann stimmen Sie dagegen, dass das hier unter Wahrheitspflicht aufgeklärt wird! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Fekter: Ja natürlich!
Ein Allerletztes zum Abgeordneten Khol, der früher immer den "Verfassungsbogen" so hochgehalten hat. Ich habe mir bei Ihrem Redebeitrag folgende bemerkenswerte Passage notiert: Wenn Parteien sich "Demonstranten umschnallen wie einen Rucksack", dann sei das zu kritisieren, haben Sie gesagt. (Abg. Dr. Fekter: Ja natürlich!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Herr Dr. Khol! Ich weise es in aller Form zurück, dass man Menschen erstens in dieser Art und Weise als passive Objekte darstellt. Und ich weise auch zurück, dass Sie – denn das ist, so glaube ich, tatsächlich eine Verhöhnung der Bevölkerung dieses Landes, vor allem der jungen Leute dieses Landes, die in Scharen friedlich auf die Straße gehen und ihren Protest zum Ausdruck bringen – Menschen mit Rucksäcken vergleichen, die umgeschnallt werden. Das ist unerträglich, und das geht an der Würde und am Stil dieses Hauses vorbei! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Dr. Pilz: Herr Prinzhorn! Wie oft wollen Sie die Vorsitzführung noch manipulieren?
Damit kommen wir zum nächsten Redner. Es ist dies Herr Abgeordneter Haupt. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 4 Minuten. (Abg. Dr. Pilz: Herr Prinzhorn! Wie oft wollen Sie die Vorsitzführung noch manipulieren?)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Kollegin, erst dann, wenn Sie wirklich Tatsachen auf den Tisch legen, werden sich die Regierungsparteien selbstverständlich überlegen, entsprechende Untersuchungen zu veranlassen. Solange es jedoch dabei bleibt, dass Sie hier haltlose Anschuldigungen in den Raum stellen, wird unser Verhalten so sein, wie wir es heute gezeigt haben, nämlich dass wir Ihre haltlosen Anschuldigungen schlicht und einfach ablehnen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sehr geehrter Herr Mag. Maier! Diese Bundesregierung wird sich darum bemühen, dass durch die neue Justizpolitik genau das in Zukunft nicht mehr passieren wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Diese Bundesregierung wird nicht müde werden, für jene Bevölkerungsgruppen, die in der Vergangenheit nicht richtig in den sozialen Konsens mit aufgenommen worden sind, in Zukunft tätig zu werden. Wir werden, obwohl die Frauenagenden nunmehr im Sozialministerium entsprechend mitvertreten werden, eine Politik betreiben, die für die Frauen eine tatsächliche Verbesserung und nicht nur eine plakative Darstellung bedeutet. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Dr. Stummvoll.
Ich darf Ihnen Folgendes sagen: Wenn die ehemalige Frauenministerin Dohnal seit Monaten – und nicht erst seit dieser blau-schwarzen Koalition, wie Sie sich immer auszudrücken pflegen – auf der Straße bei Demonstrationen zu finden ist, so ist das doch tatsächlich der lebende Beweis dafür, wie schlecht ihre Nachfolgerinnen Frauenpolitik in der Vergangenheit betrieben haben. (Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Dr. Stummvoll. )
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sehr geehrte Damen! Ich darf Ihnen sagen: Es hat eine einzige Phase gegeben, und zwar von 1990 bis 1994 unter Minister Hesoun, als es hinsichtlich der Frauen tatsächlich wirtschaftlich aufwärts gegangen ist. Der Abstand bei den Pensionen ist geringer geworden, die Einkommen sind gestiegen. Aber gerade die Frauen in der Sozialdemokratie haben Herrn Minister Hesoun aus seinem Amt vertrieben. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei der ÖVP.
Sehr geehrte Damen! Seien Sie beruhigt! Wir werden mit unserem Kurs fortfahren, und wir werden gerade für die Behinderten, für die Frauen und für die sozial Schwachen in diesem Staat unser Regierungsprogramm und auch unser Justizprogramm voll umsetzen. Und wir werden auch die Pensionsanpassungen in dieser Republik so vornehmen, dass die Jugend, die heute von Ihnen auf die Straße verführt wird, in Zukunft auch Pensionen bekommen wird, die sie einzahlt und die ihr eine gesicherte Existenz im Alter gestatten werden. Wir machen nicht eine Politik für fünf Jahre, für Leute, die knapp vor der Pensionierung stehen. Wir machen eine Politik für alle Generationen. Dafür stehen wir und darauf sind wir stolz! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Vom Abgeordneten Pilz wurde mir der Vorwurf zugerufen: "Herr Prinzhorn! Wie oft wollen Sie die Vorsitzführung noch manipulieren?" – Für diesen Zwischenruf erhält Herr Abgeordneter Pilz zumindest einen Ordnungsruf. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Hohes Haus! Ich möchte an dieser Stelle allen buchführenden Betrieben, die uns in die Lage versetzen, mit diesem umfangreichen Datenwerk arbeiten zu können, aber auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Anstalten und im Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft für ihre hervorragende Arbeit danken, mit der sie dieses umfangreiche Datenmaterial zusammengestellt haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Haupt: Das war nur verwunderlich, ...!
Entgegen den bisherigen Usancen, die bisher eben im Hohen Haus üblich waren – heute bin ich Oppositionssprecher –, darf ich auch vorab mitteilen, dass meine Fraktion im Sinne einer konstruktiven Oppositionspolitik dem Grünen Bericht die Zustimmung geben wird (Abg. Mag. Haupt: Das war nur verwunderlich, ...!), und zwar deswegen, Kollege Haupt, weil wir sehr wohl unterscheiden können – im Gegensatz zu Ihrer Fraktion, wie es bisher war –, ob es sich um eine Darstellung von Daten und Fakten oder um eine politische Aussage handelt. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Haupt. ) Diese Daten und Fakten sind hervorragend zusammengestellt und deswegen werden wir zustimmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Haupt.
Entgegen den bisherigen Usancen, die bisher eben im Hohen Haus üblich waren – heute bin ich Oppositionssprecher –, darf ich auch vorab mitteilen, dass meine Fraktion im Sinne einer konstruktiven Oppositionspolitik dem Grünen Bericht die Zustimmung geben wird (Abg. Mag. Haupt: Das war nur verwunderlich, ...!), und zwar deswegen, Kollege Haupt, weil wir sehr wohl unterscheiden können – im Gegensatz zu Ihrer Fraktion, wie es bisher war –, ob es sich um eine Darstellung von Daten und Fakten oder um eine politische Aussage handelt. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Haupt. ) Diese Daten und Fakten sind hervorragend zusammengestellt und deswegen werden wir zustimmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Entgegen den bisherigen Usancen, die bisher eben im Hohen Haus üblich waren – heute bin ich Oppositionssprecher –, darf ich auch vorab mitteilen, dass meine Fraktion im Sinne einer konstruktiven Oppositionspolitik dem Grünen Bericht die Zustimmung geben wird (Abg. Mag. Haupt: Das war nur verwunderlich, ...!), und zwar deswegen, Kollege Haupt, weil wir sehr wohl unterscheiden können – im Gegensatz zu Ihrer Fraktion, wie es bisher war –, ob es sich um eine Darstellung von Daten und Fakten oder um eine politische Aussage handelt. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Haupt. ) Diese Daten und Fakten sind hervorragend zusammengestellt und deswegen werden wir zustimmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Zum ersten Punkt: Ich bin überzeugt davon, es werden einige nach mir kommende Debattenredner, die nicht aus meiner Fraktion stammen, über die Einkommensverluste in der Landwirtschaft sprechen. An diese, aber vor allem auch an Herrn Kollegen Präsident Schwarzböck, der im Rahmen der Regierungserklärung die gesellschaftliche Solidarität mit den Bauern eingefordert hat, möchte ich das Ersuchen richten, auch die inneragrarische Solidarität zu betrachten. Die inneragrarische Solidarität ist nämlich auch gefordert, wenn die Gesellschaft dazu aufgefordert wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist nach wie vor und leider Gottes ersichtlich, dass der Grüne Bericht – amtliches Datenmaterial – beweist: Trotz einiger richtiger Schritte in die richtige Richtung geht es hiebei noch immer um die Förderung nach Bodenrenten, geht es hiebei noch immer um die Förderung nach Kuhschwänzen. Und das bleibt nach wie vor eine ungerechte Verteilung. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Daher werden wir als konstruktive Opposition weiterhin für eine gerechte Verteilung der Agrarfördermittel eintreten, für eine gerechtere Verteilung der Mittel: nach Arbeitseinsatz, nach Erschwernis und nach den ökologischen Zielsetzungen. Sie haben die Möglichkeit, diese Oppositionspolitik zu nützen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ein Zweites. Wo Österreich gestalten kann, haben wir diese Größendegression. Bei der Ausgleichszulage etwa beginnt bereits bei 30 Hektar die Abschwächung und endet derzeit bei 120 Hektar. Beim Umweltprogramm zum Beispiel haben wir ab 100 Hektar eine beträchtliche Abschwächung der Flächenprämien zu verzeichnen. Aber bei den EU-Förderungen, die von Brüssel aus zu 100 Prozent bezahlt werden, ist die Größendegression nicht vorhanden. Sie müssen diese Forderung also an die europäischen sozialistischen Länder richten. Österreich hätte diese Größendegression vertreten, die europäischen sozialdemokratischen Regierungen allerdings haben diese Größendegression abgelehnt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Der Grüne Bericht 1998 ist der vierzigste seit Bestehen des Landwirtschaftsgesetzes und der vierte seit dem Beitritt Österreichs zur Europäischen Union. Das umfangreiche Datenmaterial wurde mit Hilfe von rund 2 400 Bauern, die sich dafür einer freiwilligen Buchführung unterwerfen, gesammelt. Ich möchte an dieser Stelle namens der Volkspartei diesen Bauern für ihre freiwillige Mitarbeit danken, aber auch den Experten der §-7-Kommission und den Mitarbeitern des Landwirtschaftsministeriums Anerkennung aussprechen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Schwemlein: Irgendetwas musst du falsch machen! Kein Einziger von der ÖVP klatscht!
Sind das die "Milliardengeschenke" an die Bauern? (Abg. Schwemlein: Irgendetwas musst du falsch machen! Kein Einziger von der ÖVP klatscht!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Oder stört die SPÖ, dass wir eine schrittweise Absenkung des fiktiven Ausgedinges vereinbart haben? Das betrifft nicht die Großen, sondern nur die kleinen Bauern, die nur 5 000 S Pension erhalten, ihr Leben lang gearbeitet und fünf, sechs und oft mehr Kinder großgezogen haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Eine schrittweise Absenkung in diesem Bereich – ist das eine soziale Ungerechtigkeit? Hier macht die SPÖ in ihrer Politik gewaltige soziale Fehler!
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Noch nie zuvor wurde der Tisch des Volkes mit Lebensmitteln von solch hoher Qualität und so umfassend gedeckt, und noch nie so billig, meine sehr geschätzten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
80 Prozent der österreichischen Landschaft, der österreichischen Nutzfläche werden von den Bauern gepflegt – sozusagen auch ein Exportartikel für unsere Fremdenverkehrswirtschaft –, und deshalb danke ich namens der Fraktion der Österreichischen Volkspartei den Bäuerinnen und Bauern für diese Leistungen, die sie für die gesamte österreichische Volkswirtschaft erbringen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Im zweiten Halbjahr 1998 hatte Österreich die EU-Präsidentschaft inne. Dabei gelang es unter österreichischem Vorsitz – was auch die Daten des Grünen Berichts widerspiegeln –, bei den Beratungen zur Agenda 2000 das europäische Modell einer multifunktionalen, flächendeckenden, nachhaltig wirtschaftenden und wettbewerbsfähigen Landwirtschaft auf einzelne Reformbereiche zu konzentrieren und die ländliche Entwicklung als zweite Säule der Agrarpolitik zu fixieren. Mit diesen Programmen hoffen wir, die Existenzgrundlage der Bauern in Österreich in Zukunft zu verbessern. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Zweytick: Vergleich’s einmal mit den anderen europäischen Ländern!
Um den Bericht betreffend das Jahr 1998 richtig beurteilen zu können, müssen wir selbstverständlich auch die Bedingungen der damaligen Regierungspolitik beachten. Seit Jahren besteht die österreichische Agrarpolitik aus guten Vorsätzen mit durchaus guten Ansätzen, aber wenn es wirklich um die Nagelprobe geht, um die zentrale Vision und Zukunftsperspektive für die österreichische Landwirtschaft, ja dann, meine Damen und Herren, versagt diese Agrarpolitik ebenso kläglich, wie sie vollmundig versucht, sich zum Vorreiter einer ökologischen Erneuerung in Europa hochzustilisieren. (Abg. Zweytick: Vergleich’s einmal mit den anderen europäischen Ländern!) – Ich komme darauf zu sprechen.
Beifall bei den Grünen.
Was ist jetzt die konkrete Herausforderung? Herr Minister! Sie wissen es, wir haben es im Agrarausschuss diskutiert. Die konkrete Frage, die sich hier nicht erst seit heute oder gestern, sondern spätestens im Rahmen der Reform der Agenda 2000 gestellt hat, ist die Frage von Degressionsmodellen in Europa, aber natürlich auch von Modellen auf österreichischem Niveau. Und Sie, Herr Bundesminister, wissen ganz genau, dass die Durchführungsverordnung für dieses Programm für die ländliche Entwicklung sehr wohl diese Modulation auf nationaler Ebene vorsieht. Ich werde Ihnen diesen Artikel zitieren. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Herr Kollege Schwarzenberger! Sie wissen ganz genau, Frankreich ist derzeit dabei, auf Basis dieser Verordnung ein Modulationssystem durchzuführen. Sie können nicht hierher an das Rednerpult treten und sagen, dass wir in dieser Frage keine Vorreiterrolle in Europa spielen sollten. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Aumayr: Prozentuell sind wir aber bei weitem vorn, Herr Kollege!
Frankreich spielt diese Vorreiterrolle, und Frankreich hat mit seinem Programm 1997 festgehalten, dass es seine Fläche für den Biologischen Landbau auf 1 Million Hektar ausweiten wird. Das ist Realpolitik, meine Damen und Herren, und die geht uns hier in Österreich ab. (Abg. Aumayr: Prozentuell sind wir aber bei weitem vorn, Herr Kollege!) – Frau Kollegin Aumayr, ich komme auf diese Fragestellung in meiner Rede noch zu sprechen.
Abg. Schwarzenberger: In Frankreich 1 Prozent! Das müssen Sie auch dazusagen! Bei uns sind es 10 Prozent, und in Frankreich ist es 1 Prozent!
Nun zur ökologischen Ausrichtung innerhalb der österreichischen Landwirtschaft, zur Lage des Biologischen Landbaus: Der Anteil der biologisch bewirtschafteten Fläche beträgt derzeit knapp 10 Prozent, also etwa 345 000 Hektar, meine Damen und Herren. Mit Stichtag Ende 1998/Beginn 1999 waren dies ungefähr 20 000 Biobetriebe. Das sind etwa 9 Prozent aller Betriebe. (Abg. Schwarzenberger: In Frankreich 1 Prozent! Das müssen Sie auch dazusagen! Bei uns sind es 10 Prozent, und in Frankreich ist es 1 Prozent!)
Abg. Schwemlein: Wobei es die Vorarlberger schwerer haben!
Der Anteil der Fördermittel für den Biologischen Landbau – damit komme ich schon zu einem wichtigen Punkt – beträgt knapp über 11 Prozent des Agrar-Umweltprogramms. Angesichts dieser 11 Prozent bei etwa 9 Prozent der Betriebe kann man nicht gerade von einer besonderen Bevorzugung des Biologischen Landbaues sprechen. (Abg. Schwemlein: Wobei es die Vorarlberger schwerer haben!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Oder: Ihr Pressesprecher stellt in den "Salzburger Nachrichten" vom 28. Februar 2000 die Behauptung auf, dass Österreich in der Vermarktung von Bioprodukten dem Ausland noch Lichtjahre voraus sei. – Das ist einfach unkorrekt und zeugt von einer völligen Unkenntnis des europäischen Biomarktes, Herr Bundesminister! Denn das führende Land in dieser Hinsicht ist Dänemark mit einem jährlichen Marktzuwachs von 30 bis 40 Prozent. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Man muss gerechterweise die Prozente der Bauern in Italien und Deutschland ...!
In ganz Europa ist ein Trend zum Biologischen Landbau derzeit im Gange. Die Zuwachsraten betragen zwischen 40 und 400 Prozent. Österreich ist in den letzten drei Jahren vom ersten auf den dritten Platz abgeglitten. Wir sind jetzt an dritter Stelle, hinter Italien und Deutschland. Daher fordern wir dringend ein Aktionsprogramm für den Biologischen Landbau. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Man muss gerechterweise die Prozente der Bauern in Italien und Deutschland ...!)
Beifall bei den Grünen.
Setzen Sie endlich konkrete Taten, Herr Minister! Legen Sie einen Modulationsvorschlag betreffend die soziale Ausgewogenheit vor! Bitte ziehen Sie die Konsequenzen aus diesem Grünen Bericht! Handeln Sie, bevor es zu spät ist und Österreichs Bio-Image im Ausland endgültig den Bach hinunterschwimmt! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Schwemlein: Sie müssen eine Regierungsrede halten, nicht eine Oppositionsrede! Das ist die falsche Rede!
Man muss sich vorstellen, die Einkünfte aus der Land- und Forstwirtschaft ... (Abg. Schwemlein: Sie müssen eine Regierungsrede halten, nicht eine Oppositionsrede! Das ist die falsche Rede!) – Herr Kollege Schwemlein! Ich würde Ihnen Folgendes empfehlen: Entwickeln Sie Ihre Aktivitäten, die Sie hier im Hohen Haus ständig an den Tag legen, einmal in Ihrem Wahlkreis! Ich war nämlich vor kurzem dort, dort kennt man Sie nicht, und dementsprechend sind auch Ihre Wahlergebnisse. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Man muss sich vorstellen, die Einkünfte aus der Land- und Forstwirtschaft ... (Abg. Schwemlein: Sie müssen eine Regierungsrede halten, nicht eine Oppositionsrede! Das ist die falsche Rede!) – Herr Kollege Schwemlein! Ich würde Ihnen Folgendes empfehlen: Entwickeln Sie Ihre Aktivitäten, die Sie hier im Hohen Haus ständig an den Tag legen, einmal in Ihrem Wahlkreis! Ich war nämlich vor kurzem dort, dort kennt man Sie nicht, und dementsprechend sind auch Ihre Wahlergebnisse. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Brix.
Die Einkünfte der Land- und Forstwirtschaft im Jahre 1998 betrugen im Bundesmittel je Betrieb – jetzt hören Sie einmal zu, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen von der SPÖ! – pro Jahr durchschnittlich 264 990 S. (Zwischenruf des Abg. Brix. ) Das bedeutet gegenüber dem Jahre 1997 einen Rückgang von minus 6,8 Prozent. 264 990 S Einkommen pro Betrieb und Jahr. – Das wollte ich Ihnen, Herr Kollege Schwemlein, nur zu Ihrem derzeitigen Lieblingsthema,
Zwischenruf der Abg. Sophie Bauer
Im Jahre 1998 betrug die durchschnittliche Alterspension (Zwischenruf der Abg. Sophie Bauer ) der Bauern pro Monat – inklusive Ausgleichszulage und Kinderzuschuss! – ganze 7 087 S, Frau Kollegin! Auch das sei zu Ihrem Lieblingsthema, den "Kapitalisten und Großgrundbesitzern", gesagt. (Abg. Gradwohl – ein Plakat mit der Überschrift "Anteil der öffentlichen Gelder" in die Höhe haltend –: Für die sind Sie nie eingetreten! – Abg. Parfuss: Man muss das differenziert sehen!)
Abg. Gradwohl – ein Plakat mit der Überschrift "Anteil der öffentlichen Gelder" in die Höhe haltend –: Für die sind Sie nie eingetreten! – Abg. Parfuss: Man muss das differenziert sehen!
Im Jahre 1998 betrug die durchschnittliche Alterspension (Zwischenruf der Abg. Sophie Bauer ) der Bauern pro Monat – inklusive Ausgleichszulage und Kinderzuschuss! – ganze 7 087 S, Frau Kollegin! Auch das sei zu Ihrem Lieblingsthema, den "Kapitalisten und Großgrundbesitzern", gesagt. (Abg. Gradwohl – ein Plakat mit der Überschrift "Anteil der öffentlichen Gelder" in die Höhe haltend –: Für die sind Sie nie eingetreten! – Abg. Parfuss: Man muss das differenziert sehen!)
Abg. Schwemlein: Dass Geld in die Grenzbauern fließt!
Dass die Einkommenssituation und die soziale Situation der bäuerlichen Familienbetriebe stark verbesserungswürdig ist, ist wohl, so glaube ich, unbestritten, darüber findet man Konsens. Ich meine, dass man in diesem Haus doch so weit sein müsste. Daher ist es nur gerecht, dass im Rahmen der budgetären Maßnahmen, die natürlich begrenzt sind – das ist überhaupt keine Frage –, den fleißigen Bäuerinnen und Bauern ein gerechtes Einkommen zugeteilt wird und dass man ihnen damit auch ein Auskommen ermöglicht. (Abg. Schwemlein: Dass Geld in die Grenzbauern fließt!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Daher freue ich mich persönlich, dass in dem Regierungsübereinkommen, das zwischen den Freiheitlichen und der ÖVP geschlossen worden ist, wirklich dafür Sorge getragen wurde, dass sich die Situation der Bäuerinnen und Bauern in Österreich verbessert. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Gradwohl: Das war nie in Frage gestellt!
Das 40 Milliarden Schilling-Paket – das haben Sie, Herr Kollege Gradwohl, genauso ausverhandelt (Abg. Gradwohl: Das war nie in Frage gestellt!) – ist absolut gesichert. Es kommt zu einer Verbilligung der Betriebsmittel, und es ist gesichert, dass es zu einer Verbesserung im sozialen Bereich kommt.
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Kein Wort von Biolandwirtschaft ist in Ihrem Regierungsprogramm!
Nun zu meinem Vorredner: Herr Kollege! Auch diese Maßnahmen, die wir in diesem Übereinkommen beschlossen haben, sind zu Gunsten der Bio-Betriebe. Denn die Bio-Betriebe werden auch von Bäuerinnen und Bauern bewirtschaftet, und es wird sich die Situation in diesem Bereich massiv verbessern. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Kein Wort von Biolandwirtschaft ist in Ihrem Regierungsprogramm!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich bin sicher, dass wir mit diesem Regierungsübereinkommen die Situation der bäuerlichen Familienbetriebe verbessert haben, und ich kann nur sagen, sie haben es sich auch verdient. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, betraut mit der vorläufigen Leitung des Bundesministeriums für Umwelt, Jugend und Familie, Mag. Wilhelm Molterer: Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Ich möchte die Diskussion zum Grünen Bericht sehr gerne zum Anlass nehmen, um die Eckpunkte der agrarpolitischen Zielsetzung dieser Bundesregierung zu erläutern, weil ich annehme, dass es einen gemeinsamen Grundkonsens in diesem Haus darüber gibt, dass eine bäuerlich geprägte Landwirtschaft für Österreich unverzichtbar ist und dass es unsere gemeinsame Aufgabe ist, auch die wirtschaftliche Lebensgrundlage der Menschen in der Landwirtschaft entsprechend zu verbessern. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es liegt in gleicher Weise im Interesse dieser Bundesregierung, im Sinne der Stärkung des ländlichen Raums auch die Finanzausgleichsverhandlungen mit der Zielsetzung der Stärkung der kleinen ländlichen Gemeinden zu führen, die wesentliche Aufgabenstellungen auch im Sinne der Nachhaltigkeit zu übernehmen haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Gradwohl: Sie wissen ganz genau, dass Sie mich bewusst missverstanden haben!
Ich bekenne mich zur Vielfalt in der Landwirtschaft. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Gradwohl: Sie wissen ganz genau, dass Sie mich bewusst missverstanden haben!) – Herr Abgeordneter! Ich sage Ihnen daher, diskutieren wir auch diese Frage offen weiter. (Abg. Gradwohl: Gerne!) Ich bekenne mich dazu, dass wir in Europa nach wie vor für die Staffelung, für die Modulation eintreten (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Warum setzen Sie es dann nicht um?), weil ich sie auf europäischer Ebene, Herr Kollege Pirklhuber, auch für richtig und wichtig halte. Sie können sicher sein, dass Österreich diese Zielsetzung vertritt.
Abg. Gradwohl: Gerne!
Ich bekenne mich zur Vielfalt in der Landwirtschaft. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Gradwohl: Sie wissen ganz genau, dass Sie mich bewusst missverstanden haben!) – Herr Abgeordneter! Ich sage Ihnen daher, diskutieren wir auch diese Frage offen weiter. (Abg. Gradwohl: Gerne!) Ich bekenne mich dazu, dass wir in Europa nach wie vor für die Staffelung, für die Modulation eintreten (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Warum setzen Sie es dann nicht um?), weil ich sie auf europäischer Ebene, Herr Kollege Pirklhuber, auch für richtig und wichtig halte. Sie können sicher sein, dass Österreich diese Zielsetzung vertritt.
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Warum setzen Sie es dann nicht um?
Ich bekenne mich zur Vielfalt in der Landwirtschaft. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Gradwohl: Sie wissen ganz genau, dass Sie mich bewusst missverstanden haben!) – Herr Abgeordneter! Ich sage Ihnen daher, diskutieren wir auch diese Frage offen weiter. (Abg. Gradwohl: Gerne!) Ich bekenne mich dazu, dass wir in Europa nach wie vor für die Staffelung, für die Modulation eintreten (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Warum setzen Sie es dann nicht um?), weil ich sie auf europäischer Ebene, Herr Kollege Pirklhuber, auch für richtig und wichtig halte. Sie können sicher sein, dass Österreich diese Zielsetzung vertritt.
Abg. Gradwohl: Wieso Alleingang?
Ich halte es aber auch aus wirtschaftlichen Gründen – das sage ich sehr offen, Herr Abgeordneter Gradwohl – für problematisch, den österreichischen Alleingang zu wählen. (Abg. Gradwohl: Wieso Alleingang?) Ich habe eingangs gesagt, Herr Abgeordneter, dass mir die Frage der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit unserer Landwirtschaft auf dem Markt, auf dem ein sehr scharfer Wind bläst, ein wichtiges Anliegen ist. Ich möchte nicht durch einseitige österreichische Entscheidungen die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Landwirtschaft schwächen. Das ist meine politische Zielsetzung, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Aber da gibt es doch andere Modelle in Frankreich!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Aber da gibt es doch andere Modelle in Frankreich!
Ich halte es aber auch aus wirtschaftlichen Gründen – das sage ich sehr offen, Herr Abgeordneter Gradwohl – für problematisch, den österreichischen Alleingang zu wählen. (Abg. Gradwohl: Wieso Alleingang?) Ich habe eingangs gesagt, Herr Abgeordneter, dass mir die Frage der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit unserer Landwirtschaft auf dem Markt, auf dem ein sehr scharfer Wind bläst, ein wichtiges Anliegen ist. Ich möchte nicht durch einseitige österreichische Entscheidungen die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Landwirtschaft schwächen. Das ist meine politische Zielsetzung, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Aber da gibt es doch andere Modelle in Frankreich!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Zur zweiten Frage, Herr Abgeordneter Pirklhuber: Wissen Sie, ich lasse mir auch in einer Auseinandersetzung zwischen Opposition und Regierung eines nicht nehmen, nämlich im Sinne Österreichs und im Interesse Österreichs zu handeln. Stellen Sie die ökologische Vorreiterrolle der österreichischen Landwirtschaft nicht wider besseres Wissen in Frage! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Österreich ist ökologischer Vorreiter in Europa und wird das auch bleiben. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Lesen Sie das letzte Bio-Fachmagazin vom Februar dieses Jahres!)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Lesen Sie das letzte Bio-Fachmagazin vom Februar dieses Jahres!
Zur zweiten Frage, Herr Abgeordneter Pirklhuber: Wissen Sie, ich lasse mir auch in einer Auseinandersetzung zwischen Opposition und Regierung eines nicht nehmen, nämlich im Sinne Österreichs und im Interesse Österreichs zu handeln. Stellen Sie die ökologische Vorreiterrolle der österreichischen Landwirtschaft nicht wider besseres Wissen in Frage! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Österreich ist ökologischer Vorreiter in Europa und wird das auch bleiben. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Lesen Sie das letzte Bio-Fachmagazin vom Februar dieses Jahres!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wenn Sie, Herr Abgeordneter Pirklhuber, etwa die Modelle der französischen Regierung hier als Zielsetzung zitieren, dann möchte ich nur die Zahlen zurechtrücken. In Österreich werden, wie Sie richtig gesagt haben, fast 10 Prozent der Fläche, der landwirtschaftlichen Nutzfläche, biologisch bewirtschaftet. Wissen Sie, was die Zielsetzung der französischen Regierung bei 1 Million Hektar bedeuten würde? – Sie würde bedeuten, dass wir uns mit 3,5 Prozent zufrieden geben müssten. Ich gebe mich damit nicht zufrieden, Herr Abgeordneter Pirklhuber! Mein Ziel ist es, dass wir den Anteil der biologischen Landwirtschaft sogar noch ausweiten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber
Herr Abgeordneter Pirklhuber! Das irritiert mich, weil ich von den Bio-Bauern und Bio-Bäuerinnen in Österreich weiß (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber ), dass sie ihre Wirtschaftsweise Bio-Landbau aus der inneren Überzeugung heraus letztendlich umgestellt haben und sich dieser Wirtschaftsweise auch verpflichtet fühlen. (Abg. Gradwohl: Und deswegen darf man ihnen nicht besser helfen? Deswegen darf man ihnen nicht helfen?)
Abg. Gradwohl: Und deswegen darf man ihnen nicht besser helfen? Deswegen darf man ihnen nicht helfen?
Herr Abgeordneter Pirklhuber! Das irritiert mich, weil ich von den Bio-Bauern und Bio-Bäuerinnen in Österreich weiß (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber ), dass sie ihre Wirtschaftsweise Bio-Landbau aus der inneren Überzeugung heraus letztendlich umgestellt haben und sich dieser Wirtschaftsweise auch verpflichtet fühlen. (Abg. Gradwohl: Und deswegen darf man ihnen nicht besser helfen? Deswegen darf man ihnen nicht helfen?)
Abg. Auer: Dank Molterer!
So gesehen, Herr Abgeordneter Pirklhuber, sage ich: Österreich hat bei der Agenda erfolgreich verhandelt und eine gute Grundlage für die Zukunft der Landwirtschaft und des ländlichen Raums gelegt. (Abg. Auer: Dank Molterer!) – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
So gesehen, Herr Abgeordneter Pirklhuber, sage ich: Österreich hat bei der Agenda erfolgreich verhandelt und eine gute Grundlage für die Zukunft der Landwirtschaft und des ländlichen Raums gelegt. (Abg. Auer: Dank Molterer!) – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Auer: Jetzt hast du es schwer!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Werner Kummerer. – Bitte. (Abg. Auer: Jetzt hast du es schwer!)
Abg. Auer: Schwer! Nicht gefährlich!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Werner Kummerer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Ich weiß nicht, ob es gefährlich wird. (Abg. Auer: Schwer! Nicht gefährlich!) Interessant ist nur der "Eiertanz", den man hier sieht. Wenn man sich das anschaut, weiß man nicht, was man eigentlich tun soll (Abg. Auer: Das stellen wir bei euch fest!), wenn ich das richtig interpretiere. Kollege Schwarzenberger! Soll ich jetzt dafür sein, weil es eigentlich nicht so schlecht ist, oder muss ich dagegen sein, weil neue Opern gesungen werden? – Liebe Kollegin Aumayr! Wie halten Sie es mit einem Bericht, dem Sie jetzt applaudieren und zustimmen, den Sie aber vor zwei Jahren noch verdammt haben? (Abg. Wenitsch: Den Bericht haben wir vor zwei Jahren noch gar nicht gehabt, Herr Kollege!) – Ganz einfach: Wir haben neue Zeiten!
Abg. Auer: Das stellen wir bei euch fest!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Werner Kummerer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Ich weiß nicht, ob es gefährlich wird. (Abg. Auer: Schwer! Nicht gefährlich!) Interessant ist nur der "Eiertanz", den man hier sieht. Wenn man sich das anschaut, weiß man nicht, was man eigentlich tun soll (Abg. Auer: Das stellen wir bei euch fest!), wenn ich das richtig interpretiere. Kollege Schwarzenberger! Soll ich jetzt dafür sein, weil es eigentlich nicht so schlecht ist, oder muss ich dagegen sein, weil neue Opern gesungen werden? – Liebe Kollegin Aumayr! Wie halten Sie es mit einem Bericht, dem Sie jetzt applaudieren und zustimmen, den Sie aber vor zwei Jahren noch verdammt haben? (Abg. Wenitsch: Den Bericht haben wir vor zwei Jahren noch gar nicht gehabt, Herr Kollege!) – Ganz einfach: Wir haben neue Zeiten!
Abg. Wenitsch: Den Bericht haben wir vor zwei Jahren noch gar nicht gehabt, Herr Kollege!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Werner Kummerer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Ich weiß nicht, ob es gefährlich wird. (Abg. Auer: Schwer! Nicht gefährlich!) Interessant ist nur der "Eiertanz", den man hier sieht. Wenn man sich das anschaut, weiß man nicht, was man eigentlich tun soll (Abg. Auer: Das stellen wir bei euch fest!), wenn ich das richtig interpretiere. Kollege Schwarzenberger! Soll ich jetzt dafür sein, weil es eigentlich nicht so schlecht ist, oder muss ich dagegen sein, weil neue Opern gesungen werden? – Liebe Kollegin Aumayr! Wie halten Sie es mit einem Bericht, dem Sie jetzt applaudieren und zustimmen, den Sie aber vor zwei Jahren noch verdammt haben? (Abg. Wenitsch: Den Bericht haben wir vor zwei Jahren noch gar nicht gehabt, Herr Kollege!) – Ganz einfach: Wir haben neue Zeiten!
Abg. Aumayr: Sie müssen das einmal zur Kenntnis nehmen! Gott sei Dank ist es soweit, dass Sie es zur Kenntnis genommen haben!
Wir müssen 28 Tage lang eine Abrechnung mit der SPÖ-Regierung machen, mit der die rechte Hälfte nichts mehr zu tun hat. Denn es ist ja alles anders. Wir haben neue Köpfe, wir haben neue Gesichter, wir haben ein neues Regieren – kein Stein bleibt auf dem anderen. (Abg. Aumayr: Sie müssen das einmal zur Kenntnis nehmen! Gott sei Dank ist es soweit, dass Sie es zur Kenntnis genommen haben!) Und wenn ich mir das neue Gesicht des Landwirtschaftsministers anschaue ... (Bundesminister Mag. Molterer: Und das ist das alte geblieben!) – Es ist nicht ganz das alte, es ist etwas blau geworden, Herr Minister! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Blau allerdings nicht aus dem Grund, den ihr vielleicht glaubt, sondern weil er sehr angestrengt arbeitet. Er hat jetzt eine schwere Aufgabe übernommen: Er muss den Trümmerhaufen wegräumen (Abg. Dr. Mertel: Den er hinterlassen hat!), den in der SPÖ-Regierung Willi Molterer als Minister angerichtet hat. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Mertel: Ja! Den er sich selbst hinterlassen hat!) – Dann blau zu werden, ist durchaus verständlich.
Bundesminister Mag. Molterer: Und das ist das alte geblieben!
Wir müssen 28 Tage lang eine Abrechnung mit der SPÖ-Regierung machen, mit der die rechte Hälfte nichts mehr zu tun hat. Denn es ist ja alles anders. Wir haben neue Köpfe, wir haben neue Gesichter, wir haben ein neues Regieren – kein Stein bleibt auf dem anderen. (Abg. Aumayr: Sie müssen das einmal zur Kenntnis nehmen! Gott sei Dank ist es soweit, dass Sie es zur Kenntnis genommen haben!) Und wenn ich mir das neue Gesicht des Landwirtschaftsministers anschaue ... (Bundesminister Mag. Molterer: Und das ist das alte geblieben!) – Es ist nicht ganz das alte, es ist etwas blau geworden, Herr Minister! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Blau allerdings nicht aus dem Grund, den ihr vielleicht glaubt, sondern weil er sehr angestrengt arbeitet. Er hat jetzt eine schwere Aufgabe übernommen: Er muss den Trümmerhaufen wegräumen (Abg. Dr. Mertel: Den er hinterlassen hat!), den in der SPÖ-Regierung Willi Molterer als Minister angerichtet hat. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Mertel: Ja! Den er sich selbst hinterlassen hat!) – Dann blau zu werden, ist durchaus verständlich.
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Wir müssen 28 Tage lang eine Abrechnung mit der SPÖ-Regierung machen, mit der die rechte Hälfte nichts mehr zu tun hat. Denn es ist ja alles anders. Wir haben neue Köpfe, wir haben neue Gesichter, wir haben ein neues Regieren – kein Stein bleibt auf dem anderen. (Abg. Aumayr: Sie müssen das einmal zur Kenntnis nehmen! Gott sei Dank ist es soweit, dass Sie es zur Kenntnis genommen haben!) Und wenn ich mir das neue Gesicht des Landwirtschaftsministers anschaue ... (Bundesminister Mag. Molterer: Und das ist das alte geblieben!) – Es ist nicht ganz das alte, es ist etwas blau geworden, Herr Minister! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Blau allerdings nicht aus dem Grund, den ihr vielleicht glaubt, sondern weil er sehr angestrengt arbeitet. Er hat jetzt eine schwere Aufgabe übernommen: Er muss den Trümmerhaufen wegräumen (Abg. Dr. Mertel: Den er hinterlassen hat!), den in der SPÖ-Regierung Willi Molterer als Minister angerichtet hat. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Mertel: Ja! Den er sich selbst hinterlassen hat!) – Dann blau zu werden, ist durchaus verständlich.
Abg. Dr. Mertel: Den er hinterlassen hat!
Wir müssen 28 Tage lang eine Abrechnung mit der SPÖ-Regierung machen, mit der die rechte Hälfte nichts mehr zu tun hat. Denn es ist ja alles anders. Wir haben neue Köpfe, wir haben neue Gesichter, wir haben ein neues Regieren – kein Stein bleibt auf dem anderen. (Abg. Aumayr: Sie müssen das einmal zur Kenntnis nehmen! Gott sei Dank ist es soweit, dass Sie es zur Kenntnis genommen haben!) Und wenn ich mir das neue Gesicht des Landwirtschaftsministers anschaue ... (Bundesminister Mag. Molterer: Und das ist das alte geblieben!) – Es ist nicht ganz das alte, es ist etwas blau geworden, Herr Minister! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Blau allerdings nicht aus dem Grund, den ihr vielleicht glaubt, sondern weil er sehr angestrengt arbeitet. Er hat jetzt eine schwere Aufgabe übernommen: Er muss den Trümmerhaufen wegräumen (Abg. Dr. Mertel: Den er hinterlassen hat!), den in der SPÖ-Regierung Willi Molterer als Minister angerichtet hat. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Mertel: Ja! Den er sich selbst hinterlassen hat!) – Dann blau zu werden, ist durchaus verständlich.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Mertel: Ja! Den er sich selbst hinterlassen hat!
Wir müssen 28 Tage lang eine Abrechnung mit der SPÖ-Regierung machen, mit der die rechte Hälfte nichts mehr zu tun hat. Denn es ist ja alles anders. Wir haben neue Köpfe, wir haben neue Gesichter, wir haben ein neues Regieren – kein Stein bleibt auf dem anderen. (Abg. Aumayr: Sie müssen das einmal zur Kenntnis nehmen! Gott sei Dank ist es soweit, dass Sie es zur Kenntnis genommen haben!) Und wenn ich mir das neue Gesicht des Landwirtschaftsministers anschaue ... (Bundesminister Mag. Molterer: Und das ist das alte geblieben!) – Es ist nicht ganz das alte, es ist etwas blau geworden, Herr Minister! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Blau allerdings nicht aus dem Grund, den ihr vielleicht glaubt, sondern weil er sehr angestrengt arbeitet. Er hat jetzt eine schwere Aufgabe übernommen: Er muss den Trümmerhaufen wegräumen (Abg. Dr. Mertel: Den er hinterlassen hat!), den in der SPÖ-Regierung Willi Molterer als Minister angerichtet hat. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Mertel: Ja! Den er sich selbst hinterlassen hat!) – Dann blau zu werden, ist durchaus verständlich.
Beifall bei der SPÖ. – Bundesminister Mag. Molterer: Das stimmt!
Ein Beispiel – nicht nur auf dem Subventionssektor – gleich auf der ersten oder zweiten Seite: der Agrarhandel. Ausfuhren: 37 Milliarden Schilling, Einfuhren: 57 Milliarden Schilling. 20 Milliarden Schilling mehr werden an Lebensmitteln nach Österreich eingeführt! Frage: Sollten wir nicht einmal darüber nachdenken, ob nicht der Marktanteil verbessert werden könnte? (Beifall bei der SPÖ. – Bundesminister Mag. Molterer: Das stimmt!) – Das steht in dem Bericht.
Zwischenruf der Abg. Aumayr.
Es ist schon mehrmals das breite Spektrum der Einkommenssituation in den landwirtschaftlichen Betrieben angesprochen worden. Ich gebe dem Minister Recht, der im Ausschuss gesagt hat, es könne nicht alles drinnen stehen. Mich hat interessiert, wie oft eigentlich das Wort "Landarbeiter" vorkommt. Diese gehören nach meinen Informationen auch zu dem Kreis der Landwirtschaft. Zweimal kommen sie in einem Zitat – in dem Kapitel über die Eigenheimförderung – vor! In dem steht auch nur, dass diese ausläuft. Mehr findet man dann unter dem Kapitel Arbeitskräfte, in dem sie wenigstens viermal zitiert sind. (Zwischenruf der Abg. Aumayr. )
Abg. Wenitsch: Der Sozialbereich, Herr Kollege!
Interessant ist die Terminologie, Kollegin Aumayr: Wie werden sie dargestellt? – Als familienfremde Arbeitskräfte – ich betone: familienfremde Arbeitskräfte! Wozu dienen sie? – Auch das finden wir im Grünen Bericht auf Seite 105 – wer es nachlesen will –: Der Rückgang bei den Arbeitskräften minderte den Einkommensrückgang, da das Einkommen auf weniger Köpfe aufzuteilen ist. – Kein Wort finde ich über die Situation der Landarbeiter, kein Wort finde ich darüber, welche Pension, welche Zuteilungen sie haben, weil sie aus dem Berufsleben hinausgedrängt wurden. (Abg. Wenitsch: Der Sozialbereich, Herr Kollege!) Denn Tatsache ist, trotz dieser vielen Milliarden – ich bekenne mich auch zu zielgerichteten Subventionen – ist es nicht gelungen, eine Verbesserung bei der Arbeitsplatzsituation der Landarbeiter zu erreichen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Aumayr: Herr Kollege!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Aumayr: Herr Kollege!
Interessant ist die Terminologie, Kollegin Aumayr: Wie werden sie dargestellt? – Als familienfremde Arbeitskräfte – ich betone: familienfremde Arbeitskräfte! Wozu dienen sie? – Auch das finden wir im Grünen Bericht auf Seite 105 – wer es nachlesen will –: Der Rückgang bei den Arbeitskräften minderte den Einkommensrückgang, da das Einkommen auf weniger Köpfe aufzuteilen ist. – Kein Wort finde ich über die Situation der Landarbeiter, kein Wort finde ich darüber, welche Pension, welche Zuteilungen sie haben, weil sie aus dem Berufsleben hinausgedrängt wurden. (Abg. Wenitsch: Der Sozialbereich, Herr Kollege!) Denn Tatsache ist, trotz dieser vielen Milliarden – ich bekenne mich auch zu zielgerichteten Subventionen – ist es nicht gelungen, eine Verbesserung bei der Arbeitsplatzsituation der Landarbeiter zu erreichen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Aumayr: Herr Kollege!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Aumayr: Das ist eine brutale Unterstellung! Das ist eine Unterstellung! Das ist ein Skandal! Sind die Bauern ausgebeutet? – Das ist ein Skandal! Das ist ein Skandal!
Wir sehen heute ein neues Modell, wie wir das Problem lösen: 26 000 hauptberuflich, 20 000 nebenberuflich. Wir lösen es durch Saisoniers! Super! Diese holen wir herein, wenn wir sie brauchen, wir nutzen sie aus, so gut es geht, und wenn wir sie nicht mehr brauchen, dann haben sie sich wieder zu verabschieden. – Das ist eure neue blau-schwarze Politik. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Aumayr: Das ist eine brutale Unterstellung! Das ist eine Unterstellung! Das ist ein Skandal! Sind die Bauern ausgebeutet? – Das ist ein Skandal! Das ist ein Skandal!)
Abg. Schwarzenberger: Nur wenn Sie die Landarbeiter erhalten wollen, müssen Sie auch die großen Betriebe unterstützen!
Noch einmal zur Klarstellung: Die Ziele dieser neuen Chaos-Regierung waren klar und sind auch klar auf den Tisch gekommen. Eure Ziele sind die Ziele der Großbetriebe, der Liechtensteins, der Hardeggs, der Walbots, der Esterhazys, der Abensperg-Trauns und so weiter. (Abg. Schwarzenberger: Nur wenn Sie die Landarbeiter erhalten wollen, müssen Sie auch die großen Betriebe unterstützen!)
Beifall bei der SPÖ.
Unsere Zielgruppen, meine Damen und Herren, sind die Kleinbauern, die Bergbauern, die Bio-Bauern, die Nebenerwerbs-Landwirte und die Landarbeiter. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger: Die Landarbeiter sind nur in den großen Betrieben! Die Sie nicht unterstützen wollen?!
Ich hoffe, dass Sie auf diese Gruppen nicht vergessen, Herr Minister! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger: Die Landarbeiter sind nur in den großen Betrieben! Die Sie nicht unterstützen wollen?!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Karl Donabauer (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Unser Ziel ist es, die 200 000 bäuerlichen Betriebe in Österreich zu erhalten. Die von Ihnen angesprochenen Saisoniers brauchen wir zur Aufrechterhaltung von Spezialkulturen, damit auch nachgelagerte Betriebe österreichische Rohstoffe erhalten; diese Betriebe und die Wertschöpfung unserer Volkswirtschaft wollen wir sichern. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Es ist doch eine Freude für uns, wenn wir heute hier sagen können, dass Österreich jene Landwirtschaft vorstellt, die das Agrarsystem der Europäischen Union durch ihre sorgfältige Arbeit optimal nutzen konnte und mit der bäuerliches Einkommen in Österreich gesichert werden konnte. Das ist etwas Positives! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Was ist mit Nachverhandlungen?
Das muss man deshalb so sehen, weil wir als Auftraggeber der Wirtschaft auch ein wichtiger gesamtvolkswirtschaftlicher Faktor sind. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Was ist mit Nachverhandlungen?) 53 Prozent unserer Ausgaben gehen in den Bereich Industrie und Gewerbe. Deshalb muss es unser Anliegen sein, dass wir Beschäftigung und Einkommen sichern. Wenn wir heute von 150 000 Beschäftigten in der Land- und Forstwirtschaft reden, dann können wir auch sagen, dass in den vor- und nachgelagerten Bereichen etwa 500 000 Menschen beschäftigt sind. Daran erkennen Sie wieder den gesamtwirtschaftlichen Wert der Land- und Forstwirtschaft. Das kann niemand verdrängen, das ist ein Faktum! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das muss man deshalb so sehen, weil wir als Auftraggeber der Wirtschaft auch ein wichtiger gesamtvolkswirtschaftlicher Faktor sind. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Was ist mit Nachverhandlungen?) 53 Prozent unserer Ausgaben gehen in den Bereich Industrie und Gewerbe. Deshalb muss es unser Anliegen sein, dass wir Beschäftigung und Einkommen sichern. Wenn wir heute von 150 000 Beschäftigten in der Land- und Forstwirtschaft reden, dann können wir auch sagen, dass in den vor- und nachgelagerten Bereichen etwa 500 000 Menschen beschäftigt sind. Daran erkennen Sie wieder den gesamtwirtschaftlichen Wert der Land- und Forstwirtschaft. Das kann niemand verdrängen, das ist ein Faktum! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Was ist das für eine Vision?
Noch ein Kompliment, Herr Bundesminister, muss angemerkt werden: Durch das Programm "ländliche Entwicklung", das Sie zeitgerecht in Brüssel eingereicht haben – und dem ein enormer Diskussionsprozess im eigenen Land vorausging – und somit schon in Beratung steht, haben wir insofern eine visionäre Agrarpolitik vor uns, als wir in Zukunft ein modernes ÖPUL-Programm mit neuen Elementen haben werden, die uns jede Art der Bewirtschaftung – von der biologischen bis hin zur konventionellen – ermöglichen, und zwar unter dem Titel: "Jeder kann, keiner muss!" (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Was ist das für eine Vision?)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir haben damit eine große Möglichkeit. Es gibt die Ausgleichszulage mit dem Sockelbetrag. Das ist auch eine ehrliche Politik für die Berglandwirtschaft und auch für die Gebirgsregionen. Wir haben neue Elemente der Förderung der Jungübernehmer, der Investitionsförderung. Wir haben beim Sektorplan neue Möglichkeiten, um besser veredeln und vermarkten zu können. Auch die Forstwirtschaft hat ihren Platz. Die ländlichen Gebiete haben eine neue Förderungs- und Finanzierungslinie. Auch im Bereich Bildung und Beratung sind geeignete Mittel vorgesehen, damit wir die Herausforderungen der nächsten Jahre und Jahrzehnte auch optimal bewältigen können – zum Wohle aller Bürger und der gesamten Wirtschaft unseres schönen Landes Österreich. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Aumayr: Sind für Sie die Bauern auch ausgebeutet wie für Ihren Kollegen Kummerer?
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Sophie Bauer. – Bitte. (Abg. Aumayr: Sind für Sie die Bauern auch ausgebeutet wie für Ihren Kollegen Kummerer?)
Abg. Schwarzenberger: Sind eh die Steirer, die die Erntehelfer am meisten brauchen!
Abgeordnete Sophie Bauer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! (Abg. Schwarzenberger: Sind eh die Steirer, die die Erntehelfer am meisten brauchen!) Für mich sind Sie, Frau Abgeordnete Aumayr, eine gute Schauspielerin, denn hier haben Sie ganz anders geredet. Im Ausschuss hat man gemeint, Sie hätten Kreide gegessen. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Aumayr: Sehr "stilvoll", Frau Kollegin!)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Aumayr: Sehr "stilvoll", Frau Kollegin!
Abgeordnete Sophie Bauer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! (Abg. Schwarzenberger: Sind eh die Steirer, die die Erntehelfer am meisten brauchen!) Für mich sind Sie, Frau Abgeordnete Aumayr, eine gute Schauspielerin, denn hier haben Sie ganz anders geredet. Im Ausschuss hat man gemeint, Sie hätten Kreide gegessen. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Aumayr: Sehr "stilvoll", Frau Kollegin!)
Abg. Zweytick: So kann man das nicht sehen! Von der Förderung allein kann kein Bauer leben!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn man dabei bedenkt – es wurde schon einiges zitiert, aber nicht in dieser Form –, dass 41 Prozent der Betriebe pro Jahr weniger als 50 000 S erhalten, so ist das für den Bauern zum Leben zu wenig, aber zum Sterben zu viel. (Abg. Zweytick: So kann man das nicht sehen! Von der Förderung allein kann kein Bauer leben!) Im Vergleich dazu bekam jeder Großbauer, von denen es in Österreich 266 Betriebe gibt, 1998 über 1 Million Schilling. Die ungerechte Verteilung, meine Damen und Herren, ist auch schuld daran, dass allein in der Steiermark von 1997 auf 1998 1 344 Bergbauernexistenzen scheiterten, da nicht ausreichend Geld zum Überleben des Familienbetriebes vorhanden war.
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrter Herr Bundesminister! Es wird aber das Bauernsterben auch dann weitergehen, wenn Quantität und nicht Qualität gefördert wird. (Beifall bei der SPÖ.) Der Rückgang der Zahl der Bergbauern ist außerdem für unser Land sehr bedrohlich, denn gerade die Bergbauern leisten einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung unserer Landschaft. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrter Herr Bundesminister! Es wird aber das Bauernsterben auch dann weitergehen, wenn Quantität und nicht Qualität gefördert wird. (Beifall bei der SPÖ.) Der Rückgang der Zahl der Bergbauern ist außerdem für unser Land sehr bedrohlich, denn gerade die Bergbauern leisten einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung unserer Landschaft. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Prinz
Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Bei der Verteilung der Förderungsgelder muss auf die Beschäftigungseffekte geachtet werden. Agrarsubventionen spielen, wie schon erwähnt, eine wichtige Rolle, vor allem aber für die Bauern in den Berggebieten (Zwischenruf des Abg. Prinz ), die neben ihrer Produktionstätigkeit noch gesellschaftspolitisch wertvolle Arbeit leisten. Der ländliche Raum insgesamt ist daher bei der Schaffung von dauerhaften und sinnvollen Arbeitsplätzen mit einzubeziehen. Es müssen die Faktoren Arbeitskraft, Arbeitseinsatz und Arbeitserschwernis entsprechend entlohnt werden! (Beifall bei der SPÖ.) Wir Sozialdemokraten haben schon Anfang der siebziger Jahre den Bergbauernzuschuss eingeführt.
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Bei der Verteilung der Förderungsgelder muss auf die Beschäftigungseffekte geachtet werden. Agrarsubventionen spielen, wie schon erwähnt, eine wichtige Rolle, vor allem aber für die Bauern in den Berggebieten (Zwischenruf des Abg. Prinz ), die neben ihrer Produktionstätigkeit noch gesellschaftspolitisch wertvolle Arbeit leisten. Der ländliche Raum insgesamt ist daher bei der Schaffung von dauerhaften und sinnvollen Arbeitsplätzen mit einzubeziehen. Es müssen die Faktoren Arbeitskraft, Arbeitseinsatz und Arbeitserschwernis entsprechend entlohnt werden! (Beifall bei der SPÖ.) Wir Sozialdemokraten haben schon Anfang der siebziger Jahre den Bergbauernzuschuss eingeführt.
Abg. Schwarzenberger: Stimmt ja nicht!
Meine Damen und Herren! Betrachten wir jetzt das neue Regierungsprogramm, dann sehen wir, dort sind Begriffe wie "soziale Staffelung" oder "Sockelbetrag" Fremdwörter. (Abg. Schwarzenberger: Stimmt ja nicht!) Es ist auch weiterhin vorgesehen – dies ist im Grünen Bericht nachzulesen –, dass nach Hektargröße und Viehbestand gefördert wird. Soziale Kriterien und extreme Arbeitsbelastungen bleiben unberücksichtigt.
Beifall der Abgeordneten Brix und Schwemlein.
Herr Bundesminister! Ein Förderungssystem, das weiterhin vor allem dem Großbauern nützt und den Kleinbauern viel zu wenig berücksichtigt, werden wir Sozialdemokraten nicht mittragen. (Beifall der Abgeordneten Brix und Schwemlein. ) Für uns Sozialdemokraten muss der Mensch in den Mittelpunkt der Agrarpolitik gestellt werden. Wir sagen ja zu öffentlichen Geldern, aber sie müssen sozial und gerecht verteilt werden! (Beifall und Bravo!-Rufe bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Prinz. )
Beifall und Bravo!-Rufe bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Prinz.
Herr Bundesminister! Ein Förderungssystem, das weiterhin vor allem dem Großbauern nützt und den Kleinbauern viel zu wenig berücksichtigt, werden wir Sozialdemokraten nicht mittragen. (Beifall der Abgeordneten Brix und Schwemlein. ) Für uns Sozialdemokraten muss der Mensch in den Mittelpunkt der Agrarpolitik gestellt werden. Wir sagen ja zu öffentlichen Geldern, aber sie müssen sozial und gerecht verteilt werden! (Beifall und Bravo!-Rufe bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Prinz. )
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundesminister! Ich möchte aber auch noch eine schriftliche Anfrage an Sie richten, da, was die Privatisierungen betrifft, speziell jetzt im Fall von Piber die Regierungsparteien mit dem österreichischen Vermögen in Besorgnis erregender Weise umgehen, und ich möchte darauf eine ehrliche Antwort haben. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Mertel: Steht das im Bericht?
Abgeordneter Robert Wenitsch (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Präsident, ich kann Sie eigentlich dazu beglückwünschen, bei dieser Agrardebatte den Vorsitz zu führen, denn das, was Ihre Vorgänger hier mitgemacht und erlebt haben, spottet jeder guten Art hier im Parlament! Wenn ein Herr Kostelka glaubt, auch im Bereich der Landwirtschaft den Klassenkampf mehr oder weniger fortführen zu können, dann, glaube ich, ist er nicht am richtigen Platz. (Abg. Dr. Mertel: Steht das im Bericht?)
Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Zweytick. – Zwischenrufe der Abgeordneten Dipl.-Ing. Kummerer, Oberhaidinger und Dr. Lichtenberger.
Ein abgehalfterter Klubobmann der Sozialdemokratie stellt sich hier her und stellt die Bauern oder die Landwirtschaft als den größten Umweltverschmutzer und Grundwasserverschmutzer hier in Österreich dar! Auf der anderen Seite fährt der jetzige Klubobmann nach Russland und küsst dort die russische Erde, seinen "Bruderboden", so könnte man sagen. Dort finden nämlich Gewässer- und Umweltverschmutzung statt, aber sicher nicht hier in Österreich durch die Landwirtschaft! (Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Zweytick. – Zwischenrufe der Abgeordneten Dipl.-Ing. Kummerer, Oberhaidinger und Dr. Lichtenberger. )
Heiterkeit. – Abg. Haigermoser: Ein großer Bauer!
Herr Kollege Schwemlein! Ich weiß nicht, wie groß Sie persönlich sind. Ich bin 1,90 m. Bin ich daher in Ihren Augen schon ein Großbauer? Ist das so? – Das würde mich schon interessieren. (Heiterkeit. – Abg. Haigermoser: Ein großer Bauer!)
Zwischenruf der Abg. Aumayr.
Kollege Kummerer kommt hier zum Rednerpult – ich bin gespannt darauf, was Ihre Bauern in Ihrem Wahlkreis im Weinviertel dazu sagen werden – und stellt die Bauern als die Ausbeuter der Landarbeiter dar! Herr Kollege, das haben Sie hier gesagt! Sie haben die Bauern als Ausbeuter der Landarbeiter dargestellt, Herr Kollege Kummerer! (Zwischenruf der Abg. Aumayr. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich sage Ihnen etwas: Die Einzigen, die hier ausgebeutet werden, sind die Bäuerinnen und Bauern in diesem Land, aber nicht die Landarbeiter, mein lieber Freund! So kann es nämlich nicht weitergehen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenberger.
Ich möchte jetzt auf den Grünen Bericht eingehen. (Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenberger. ) Ich möchte mich bei den zuständigen Beamten für die Erstellung dieses Grünen Berichtes bedanken (Unruhe im Saal – Präsident Dr. Fasslabend gibt das Glockenzeichen), obwohl ich natürlich mit dem Inhalt oder dem Ergebnis dieses Grünen Berichtes nicht ganz glücklich sein kann. Wer kann das schon als Bauernvertreter (Abg. Schwemlein: Herr Kollege, warum sprechen Sie amok?), wenn die Einkommen in der Landwirtschaft jährlich sinken und im gleichen Zeitraum die Zahl der Familienarbeitskräfte in den Betrieben rückläufig ist? (Abg. Schwemlein: Warum sprechen Sie amok?)
Unruhe im Saal – Präsident Dr. Fasslabend gibt das Glockenzeichen
Ich möchte jetzt auf den Grünen Bericht eingehen. (Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenberger. ) Ich möchte mich bei den zuständigen Beamten für die Erstellung dieses Grünen Berichtes bedanken (Unruhe im Saal – Präsident Dr. Fasslabend gibt das Glockenzeichen), obwohl ich natürlich mit dem Inhalt oder dem Ergebnis dieses Grünen Berichtes nicht ganz glücklich sein kann. Wer kann das schon als Bauernvertreter (Abg. Schwemlein: Herr Kollege, warum sprechen Sie amok?), wenn die Einkommen in der Landwirtschaft jährlich sinken und im gleichen Zeitraum die Zahl der Familienarbeitskräfte in den Betrieben rückläufig ist? (Abg. Schwemlein: Warum sprechen Sie amok?)
Abg. Schwemlein: Herr Kollege, warum sprechen Sie amok?
Ich möchte jetzt auf den Grünen Bericht eingehen. (Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenberger. ) Ich möchte mich bei den zuständigen Beamten für die Erstellung dieses Grünen Berichtes bedanken (Unruhe im Saal – Präsident Dr. Fasslabend gibt das Glockenzeichen), obwohl ich natürlich mit dem Inhalt oder dem Ergebnis dieses Grünen Berichtes nicht ganz glücklich sein kann. Wer kann das schon als Bauernvertreter (Abg. Schwemlein: Herr Kollege, warum sprechen Sie amok?), wenn die Einkommen in der Landwirtschaft jährlich sinken und im gleichen Zeitraum die Zahl der Familienarbeitskräfte in den Betrieben rückläufig ist? (Abg. Schwemlein: Warum sprechen Sie amok?)
Abg. Schwemlein: Warum sprechen Sie amok?
Ich möchte jetzt auf den Grünen Bericht eingehen. (Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenberger. ) Ich möchte mich bei den zuständigen Beamten für die Erstellung dieses Grünen Berichtes bedanken (Unruhe im Saal – Präsident Dr. Fasslabend gibt das Glockenzeichen), obwohl ich natürlich mit dem Inhalt oder dem Ergebnis dieses Grünen Berichtes nicht ganz glücklich sein kann. Wer kann das schon als Bauernvertreter (Abg. Schwemlein: Herr Kollege, warum sprechen Sie amok?), wenn die Einkommen in der Landwirtschaft jährlich sinken und im gleichen Zeitraum die Zahl der Familienarbeitskräfte in den Betrieben rückläufig ist? (Abg. Schwemlein: Warum sprechen Sie amok?)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Oberhaidinger.
Wir werden den Bauern gerade im Betriebsmittelsektor Erleichterungen verschaffen. Ich nenne als Beispiel nur den Treibstoff Diesel. Wir wollen in Zukunft einen Dieselpreis haben, mit dem unsere Bauern EU-weit mit ihren Konkurrenten mithalten können. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Oberhaidinger. )
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwemlein: Das heißt also, wir haben in der Vergangenheit die Konsumenten getäuscht? – Sagt das dem Herrn Minister! Sagt es ihm!
Eine langjährige Forderung der Freiheitlichen waren auch immer strengere Kriterien bei der Vergabe von Gütesiegeln. Herr Minister! Ich hoffe, wir können in den nächsten Jahren hier gemeinsam die nötigen Schritte unternehmen, um den Konsumenten in Zukunft nicht zu täuschen. Wenn in Zukunft in Österreich Gütesiegel für Lebensmittel vergeben werden, dann muss es meiner Ansicht nach so sein, dass, wenn schon nicht 100 Prozent, so zumindest 99 Prozent des Inhalts wirklich aus Österreich stammen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwemlein: Das heißt also, wir haben in der Vergangenheit die Konsumenten getäuscht? – Sagt das dem Herrn Minister! Sagt es ihm!)
Abg. Schwemlein: Gut!
Kolleginnen und Kollegen der Sozialdemokratie! Mit diesen notwendigen Maßnahmen im Bereich der Landwirtschaft wollen wir vor allem eines schaffen: Wir wollen die Abwanderung aus der Landwirtschaft von den Betrieben her stoppen. (Abg. Schwemlein: Gut!) Warum? – Wir alle wissen doch, dass die Arbeitsplätze hier in Österreich immer weniger werden. Dass die Arbeitslosenzahl beängstigend ist, wissen wir auch alle. Daher ist es notwendig, die Förderungen in der Landwirtschaft so zu verteilen, dass den Bauern in Zukunft ein Überleben auf ihren Höfen ermöglicht wird. (Abg. Schwemlein: Ja, aber sozial gerecht!) Und genau das ist es!
Abg. Schwemlein: Ja, aber sozial gerecht!
Kolleginnen und Kollegen der Sozialdemokratie! Mit diesen notwendigen Maßnahmen im Bereich der Landwirtschaft wollen wir vor allem eines schaffen: Wir wollen die Abwanderung aus der Landwirtschaft von den Betrieben her stoppen. (Abg. Schwemlein: Gut!) Warum? – Wir alle wissen doch, dass die Arbeitsplätze hier in Österreich immer weniger werden. Dass die Arbeitslosenzahl beängstigend ist, wissen wir auch alle. Daher ist es notwendig, die Förderungen in der Landwirtschaft so zu verteilen, dass den Bauern in Zukunft ein Überleben auf ihren Höfen ermöglicht wird. (Abg. Schwemlein: Ja, aber sozial gerecht!) Und genau das ist es!
Abg. Schwemlein: Also, bitte! Geben Sie doch den Kleinen etwas! Geben Sie den Bergbauern etwas! Geben Sie diesen Kleinen etwas!
Herr Kummerer hat vorhin gemeint, dass die Landarbeiter von den Bauern ausgebeutet werden und die großen Betriebe einfach zu viel an Förderungen bekommen. Ich frage Sie: Glauben Sie ernsthaft, dass in einem kleinen landwirtschaftlichen Familienbetrieb überhaupt Landarbeiter benötigt werden? – Diese arbeiten natürlich hauptsächlich in den großen Betrieben! Sie aber verlangen, dass die Förderung bei diesen Betrieben gestrichen wird, im Wissen, dass Sie damit den Landarbeitern eine Chance auf ihren Arbeitsplatz nehmen! (Abg. Schwemlein: Also, bitte! Geben Sie doch den Kleinen etwas! Geben Sie den Bergbauern etwas! Geben Sie diesen Kleinen etwas!) Das ist ja klar: Wenn ich diese Leute benachteilige, indem ich so weit gehe, dann werde ich in Zukunft noch weniger Landarbeiter haben. Wir müssen schon überlegen, in welche Richtung wir gehen wollen.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Schwemlein: Der Herr Bundesminister hat eine dankbare Geste gesetzt!
Herr Minister! Ich wünsche Ihnen und der gesamten Regierung für die Umsetzung dieses Programms für die nächsten vier Jahre viel Erfolg! Wir brauchen diesen Erfolg, vor allem Österreich braucht diesen Erfolg. Wir wollen hier für die Bürgerinnen und Bürger in Österreich etwas tun. Ich garantiere Ihnen: Meine persönliche Unterstützung und auch die Unterstützung des freiheitlichen Klubs werden Sie dabei haben! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Schwemlein: Der Herr Bundesminister hat eine dankbare Geste gesetzt!)
Abg. Aumayr: Also, was ist das jetzt?
Abgeordneter Otmar Brix (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Wenn ich mir anhöre, wie sich die Töne darüber, wer und welche Fraktion und vor allem welche Bauernschaft den Herrn Bundesminister unterstützt, geändert haben, dann würde ich mich an Ihrer Stelle, Herr Bundesminister, sehr glücklich schätzen, die wahren Freunde im Rücken zu haben. Ich hoffe, Sie werden nicht das Modell eines klassischen Zitats aus der Geschichte um den Beginn dieses Jahrtausends. (Abg. Aumayr: Also, was ist das jetzt?)
Abg. Zweytick: "Rapid"-grünen!
Meine Damen und Herren! Die guten Taten, die in diesem Grünen Bericht (Abg. Zweytick: "Rapid"-grünen!) enthalten sind, stammen – und das ist ja eine Tatsache – aus der alten, vergangenen Koalitionsregierung von Rot und Schwarz unter der Dominanz der Sozialdemokraten (Abg. Haigermoser: Warum regiert ihr dann nicht mehr?), in der es auch darum ging, die landwirtschaftliche Bevölkerung zu unterstützen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwemlein: Wir kommen wieder, keine Frage! – Abg. Haigermoser: Nur wirst du das nicht mehr erleben, das ist dein Pech! – Abg. Schwemlein: ... meine Lebenserwartung!)
Abg. Haigermoser: Warum regiert ihr dann nicht mehr?
Meine Damen und Herren! Die guten Taten, die in diesem Grünen Bericht (Abg. Zweytick: "Rapid"-grünen!) enthalten sind, stammen – und das ist ja eine Tatsache – aus der alten, vergangenen Koalitionsregierung von Rot und Schwarz unter der Dominanz der Sozialdemokraten (Abg. Haigermoser: Warum regiert ihr dann nicht mehr?), in der es auch darum ging, die landwirtschaftliche Bevölkerung zu unterstützen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwemlein: Wir kommen wieder, keine Frage! – Abg. Haigermoser: Nur wirst du das nicht mehr erleben, das ist dein Pech! – Abg. Schwemlein: ... meine Lebenserwartung!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwemlein: Wir kommen wieder, keine Frage! – Abg. Haigermoser: Nur wirst du das nicht mehr erleben, das ist dein Pech! – Abg. Schwemlein: ... meine Lebenserwartung!
Meine Damen und Herren! Die guten Taten, die in diesem Grünen Bericht (Abg. Zweytick: "Rapid"-grünen!) enthalten sind, stammen – und das ist ja eine Tatsache – aus der alten, vergangenen Koalitionsregierung von Rot und Schwarz unter der Dominanz der Sozialdemokraten (Abg. Haigermoser: Warum regiert ihr dann nicht mehr?), in der es auch darum ging, die landwirtschaftliche Bevölkerung zu unterstützen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwemlein: Wir kommen wieder, keine Frage! – Abg. Haigermoser: Nur wirst du das nicht mehr erleben, das ist dein Pech! – Abg. Schwemlein: ... meine Lebenserwartung!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger: 200 S waren es damals! – Zwischenruf des Abg. Mag. Haupt.
Im Grünen Bericht gibt es aber auch eine klare Aussage über die landwirtschaftliche Struktur in unserem Land: Unser Österreich ist nach wie vor kleinbäuerlich strukturiert. Mehr als die Hälfte aller Betriebe bewirtschaften weniger als 10 Hektar. Österreich hat innerhalb der Europäischen Union mit 70 Prozent den höchsten Anteil an Bergbaugebieten. Daher war es richtig, meine Damen und Herren, Hohes Haus, dass die Bergbauern bereits 1972 – ich rufe es in Erinnerung – unter dem damaligen sozialdemokratischen Landwirtschaftsminister Haiden überhaupt eine Förderung bekommen haben. Er ist der Vater und der Gründer der Bergbauernförderung! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger: 200 S waren es damals! – Zwischenruf des Abg. Mag. Haupt. )
Abg. Auer: Falsch!
Meine Damen und Herren! Blicken wir doch auch ein bisschen in die Zukunft der Landwirtschaft! Die Zukunftschance der österreichischen Landwirtschaft sind die 18 820 Biobetriebe – und die lassen wir hängen! Da wollen Sie keine Förderungen mehr geben. (Abg. Auer: Falsch!) Heute – und das ist das Verwerfliche – geht diese Regierung in die Richtung, die großen Bauern zu unterstützen, und die Kleinen bleiben damit auf der Strecke! (Abg. Aumayr: Das ist eine bewusste Falschmeldung!)
Abg. Aumayr: Das ist eine bewusste Falschmeldung!
Meine Damen und Herren! Blicken wir doch auch ein bisschen in die Zukunft der Landwirtschaft! Die Zukunftschance der österreichischen Landwirtschaft sind die 18 820 Biobetriebe – und die lassen wir hängen! Da wollen Sie keine Förderungen mehr geben. (Abg. Auer: Falsch!) Heute – und das ist das Verwerfliche – geht diese Regierung in die Richtung, die großen Bauern zu unterstützen, und die Kleinen bleiben damit auf der Strecke! (Abg. Aumayr: Das ist eine bewusste Falschmeldung!)
Abg. Aumayr: Sollen wir die abschaffen, oder was?
Ich nenne euch ein Beispiel: Bei uns in Wien, vor allem bei mir im Bezirk, gibt es die arbeitsintensiven Bauernbetriebe – Kollege Schwemlein hat heute zu mir gesagt, das sind die "Unkraut zupfenden Arbeiter". Diese unterstützen wir nicht. Aber die reichen Grafen in Niederösterreich, im Burgenland, die Großbetriebe (Abg. Aumayr: Sollen wir die abschaffen, oder was?), die fördern wir mit noch mehr Millionen, damit sie noch mehr Geld bekommen! Die kleinen Bauern aber lassen wir außer Acht. Das ist keine Politik, die wir unterstützen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Aumayr: Klassenkampf!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Aumayr: Klassenkampf!
Ich nenne euch ein Beispiel: Bei uns in Wien, vor allem bei mir im Bezirk, gibt es die arbeitsintensiven Bauernbetriebe – Kollege Schwemlein hat heute zu mir gesagt, das sind die "Unkraut zupfenden Arbeiter". Diese unterstützen wir nicht. Aber die reichen Grafen in Niederösterreich, im Burgenland, die Großbetriebe (Abg. Aumayr: Sollen wir die abschaffen, oder was?), die fördern wir mit noch mehr Millionen, damit sie noch mehr Geld bekommen! Die kleinen Bauern aber lassen wir außer Acht. Das ist keine Politik, die wir unterstützen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Aumayr: Klassenkampf!)
Abg. Rosemarie Bauer: ... bei jeder Rede muss das vorkommen!
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Die Sozialdemokraten werden für diese Förderung der kleinen Bauern weiter eintreten. Wir wissen, dass die Förderungen, wie sie jetzt sind, und das System, wie es jetzt ist, auch noch sehr an die Landwirtschaft im Ständestaat erinnern. Daher bin ich auch befremdet – und ich sage das auch heute hier, und ich hätte auch gerne gehört, wie sich Minister Molterer dazu äußert –, dass im ÖVP-Klub noch immer das Bild des Austro-Faschisten Dollfuß hängt (Abg. Rosemarie Bauer: ... bei jeder Rede muss das vorkommen!), jenes Mannes, der Männer ermorden ließ und sie verletzt noch unter den Galgen brachte! Und diese Politik soll sich auch bei der Landwirtschaft fortsetzen! (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Aumayr: Das ist wirklich ein Skandal! – Abg. Schwarzenberger: Wie erklären Sie sich dann, dass Gusenbauer Stalin und Lenin ...? – Abg. Aumayr: Das ist beschämend!)
Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Aumayr: Das ist wirklich ein Skandal! – Abg. Schwarzenberger: Wie erklären Sie sich dann, dass Gusenbauer Stalin und Lenin ...? – Abg. Aumayr: Das ist beschämend!
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Die Sozialdemokraten werden für diese Förderung der kleinen Bauern weiter eintreten. Wir wissen, dass die Förderungen, wie sie jetzt sind, und das System, wie es jetzt ist, auch noch sehr an die Landwirtschaft im Ständestaat erinnern. Daher bin ich auch befremdet – und ich sage das auch heute hier, und ich hätte auch gerne gehört, wie sich Minister Molterer dazu äußert –, dass im ÖVP-Klub noch immer das Bild des Austro-Faschisten Dollfuß hängt (Abg. Rosemarie Bauer: ... bei jeder Rede muss das vorkommen!), jenes Mannes, der Männer ermorden ließ und sie verletzt noch unter den Galgen brachte! Und diese Politik soll sich auch bei der Landwirtschaft fortsetzen! (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Aumayr: Das ist wirklich ein Skandal! – Abg. Schwarzenberger: Wie erklären Sie sich dann, dass Gusenbauer Stalin und Lenin ...? – Abg. Aumayr: Das ist beschämend!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Aumayr: Das würde für Sie gelten! Das ist wirklich ein Skandal! Das hat ihm der Jarolim hineingedrückt!
Und weiters: "Es war immer schon eine österreichische Sünde, dass doch jene schwiegen, die etwas sagen hätten müssen. Die aber lehrten und redeten, die besser geschwiegen hätten." – Das sagte ein großer Österreicher: Leopold Figl. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Aumayr: Das würde für Sie gelten! Das ist wirklich ein Skandal! Das hat ihm der Jarolim hineingedrückt!)
Abg. Oberhaidinger: Wir können uns ohnedies noch erinnern!
Ich verstehe daher auch nicht die Kritiken aus den verschiedensten Bereichen der Opposition, ob von den Grünen oder von der SPÖ, denn wir haben ja in den vergangenen Jahren gerade gemeinsam mit der SPÖ die Agrarpolitik gestaltet und beeinflusst. (Abg. Oberhaidinger: Wir können uns ohnedies noch erinnern!)
Beifall bei der ÖVP.
Kollege Pirklhuber hat gemeint, die österreichische Agrarpolitik versage kläglich. Ich weise das anhand von vielen Beispielen zurück. Sie brauchen nur einen Vergleich mit anderen Ländern anzustellen, dann kommen Sie sicher zu der Erkenntnis, dass die österreichische Agrarpolitik, insbesondere vertreten durch unseren Landwirtschaftsminister Molterer und insbesondere durch den Einfluss der Österreichischen Volkspartei und des Bauernbundes, unter den gegebenen Umständen in Europa und in der übrigen Welt, so glaube ich, sehr gut liegt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Sie, Herr Kollege Brix, haben gemeint, wir ließen die kleinen Bauern im Stich. Sie können davon ausgehen, dass wir die kleinen Bauern nicht im Stich lassen! Wir lassen keinen Bauern hängen, sondern wir treten vermehrt für die Förderung selbstverständlich auch der kleinen Bauern ein. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Wo sparen wir es denn ein?
Geschätzte Damen und Herren! Es ist auch heute immer wieder ganz klar angesprochen worden, insbesondere von der SPÖ, dass Sie – ich verstehe es eigentlich nicht – immer wieder Ängste haben, wenn die Bauern mehr Geld bekommen sollen. Es wurde ja gestern von 4 Milliarden gesprochen. (Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Wo sparen wir es denn ein?) Da werden Ängste geschürt, wobei man glaubt, hier bekämen die Bauern ungerechtfertigterweise Geld. Ich glaube, dass das Geld nirgendwo so gut angelegt ist wie in der Landwirtschaft, denn die Bauern sind es, die das Geld wieder investieren und damit Arbeitsplätze in Österreich schaffen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Geschätzte Damen und Herren! Es ist auch heute immer wieder ganz klar angesprochen worden, insbesondere von der SPÖ, dass Sie – ich verstehe es eigentlich nicht – immer wieder Ängste haben, wenn die Bauern mehr Geld bekommen sollen. Es wurde ja gestern von 4 Milliarden gesprochen. (Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Wo sparen wir es denn ein?) Da werden Ängste geschürt, wobei man glaubt, hier bekämen die Bauern ungerechtfertigterweise Geld. Ich glaube, dass das Geld nirgendwo so gut angelegt ist wie in der Landwirtschaft, denn die Bauern sind es, die das Geld wieder investieren und damit Arbeitsplätze in Österreich schaffen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Huber: Nur für die größeren! Natürlich!
Sie sprechen immer wieder davon, dass wir nur für die größeren Betriebe Geld zur Verfügung stellen. (Abg. Huber: Nur für die größeren! Natürlich!) Wo beginnt denn Ihrer Meinung nach der Großbauer? Ist in Ihren Augen bereits ein Bauer mit 15 oder 20 Hektar ein Großbauer? (Abg. Parfuss: Nein!) – Ich glaube nicht. Ich glaube, dass unser System ausgewogen und darauf abgestellt ist, dass Einkommensverluste für alle letzten Endes zum Teil – ja, nur zum Teil – kompensiert werden können.
Abg. Parfuss: Nein!
Sie sprechen immer wieder davon, dass wir nur für die größeren Betriebe Geld zur Verfügung stellen. (Abg. Huber: Nur für die größeren! Natürlich!) Wo beginnt denn Ihrer Meinung nach der Großbauer? Ist in Ihren Augen bereits ein Bauer mit 15 oder 20 Hektar ein Großbauer? (Abg. Parfuss: Nein!) – Ich glaube nicht. Ich glaube, dass unser System ausgewogen und darauf abgestellt ist, dass Einkommensverluste für alle letzten Endes zum Teil – ja, nur zum Teil – kompensiert werden können.
Beifall bei der ÖVP.
Ich habe in der vergangenen Woche Diskussionen in Deutschland geführt. Dort ist, wie bekannt ist, eine rot-grüne Regierung am Werk. Diese Regierung lehnt es ab, dass man eine Degression einführt, und Sie sprechen davon, dass das unbedingt kommen sollte! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Minister Molterer war es auch, der im Rahmen der Verhandlungen in Brüssel erreicht hat, dass jährlich mehr als 460 Millionen Schilling zusätzlich für die ländliche Entwicklung, für den ländlichen Raum zur Verfügung gestellt werden können. Dafür möchte ich mich bei ihm sehr herzlich bedanken! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Parfuss: Auch in der Landwirtschaft!
Sehr geschätzte Damen und Herren! Ich könnte hier natürlich noch viele Dinge anführen, aber leider Gottes läuft mir die Zeit davon. (Abg. Parfuss: Auch in der Landwirtschaft!) Ich möchte noch besonders herausstreichen, dass es wichtig ist, dass wir gerade der Jugend, den Jungbauern immer wieder einen kontinuierlichen Zustrom an hoch qualifizierter Ausbildung gewährleisten, denn ich glaube, das ist einfach die wichtigste Investition in die Zukunft.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Der ländliche Raum hat es verdient, gestärkt zu werden. Nehmen wir diese Dinge ernst und handeln wir auch danach! – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Auer. – Abg. Oberhaidinger – auf dem Weg zum Rednerpult –: Keine Angst! Keine Angst, Jakob! Ich bleibe schon bei meinem Leisten!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Georg Oberhaidinger. – Bitte. (Zwischenruf des Abg. Auer. – Abg. Oberhaidinger – auf dem Weg zum Rednerpult –: Keine Angst! Keine Angst, Jakob! Ich bleibe schon bei meinem Leisten!)
Abg. Zweytick: Ein Wahnsinn! Warum nicht? Das Abkommen von Bad Aussee ...!
Grundwasser sei Dank, kann ich nur sagen, hat die SPÖ-Ministerin Lore Hostasch diese Verordnung nicht unterschrieben (Abg. Zweytick: Ein Wahnsinn! Warum nicht? Das Abkommen von Bad Aussee ...!), und zwar deshalb nicht, weil – ich darf daran erinnern – von Seiten des Bioenergie-Clusters Österreich ganz klar zum Ausdruck gebracht wurde, dass diese Beimengung umweltpolitisch überhaupt nichts löst, sondern ganz im Gegenteil: Ihr wisst selbst, dass die Rapsanbauflächen hätten verachtfacht werden müssen (Abg. Zweytick: Ja, auf 66 000 Hektar!), auf 66 000 Hektar!
Abg. Zweytick: Ja, auf 66 000 Hektar!
Grundwasser sei Dank, kann ich nur sagen, hat die SPÖ-Ministerin Lore Hostasch diese Verordnung nicht unterschrieben (Abg. Zweytick: Ein Wahnsinn! Warum nicht? Das Abkommen von Bad Aussee ...!), und zwar deshalb nicht, weil – ich darf daran erinnern – von Seiten des Bioenergie-Clusters Österreich ganz klar zum Ausdruck gebracht wurde, dass diese Beimengung umweltpolitisch überhaupt nichts löst, sondern ganz im Gegenteil: Ihr wisst selbst, dass die Rapsanbauflächen hätten verachtfacht werden müssen (Abg. Zweytick: Ja, auf 66 000 Hektar!), auf 66 000 Hektar!
Abg. Zweytick: Ich brauche ja für den Raps überhaupt keinen Stickstoff! Raps ist nicht Mais!
Nun, ich bin kein Bauer, aber ich weiß auch, wo man Raps anbaut: wahrscheinlich nicht auf der Alm, sondern in Getreideanbaugebieten. Dort aber haben wir ohnehin schon ein Nitratproblem. (Abg. Zweytick: Ich brauche ja für den Raps überhaupt keinen Stickstoff! Raps ist nicht Mais!) Dort haben wir ein schwer belastetes Grundwasser (Abg. Zweytick: Raps ist nicht Mais!), und ihr wisst genau, dass man Rapsanbau dann erfolgreich betreiben kann, wenn man entsprechend mit Stickstoff düngt. Das heißt also, man würde das Problem vergrößern. (Zwischenruf des Abg. Prinz. )
Abg. Zweytick: Raps ist nicht Mais!
Nun, ich bin kein Bauer, aber ich weiß auch, wo man Raps anbaut: wahrscheinlich nicht auf der Alm, sondern in Getreideanbaugebieten. Dort aber haben wir ohnehin schon ein Nitratproblem. (Abg. Zweytick: Ich brauche ja für den Raps überhaupt keinen Stickstoff! Raps ist nicht Mais!) Dort haben wir ein schwer belastetes Grundwasser (Abg. Zweytick: Raps ist nicht Mais!), und ihr wisst genau, dass man Rapsanbau dann erfolgreich betreiben kann, wenn man entsprechend mit Stickstoff düngt. Das heißt also, man würde das Problem vergrößern. (Zwischenruf des Abg. Prinz. )
Zwischenruf des Abg. Prinz.
Nun, ich bin kein Bauer, aber ich weiß auch, wo man Raps anbaut: wahrscheinlich nicht auf der Alm, sondern in Getreideanbaugebieten. Dort aber haben wir ohnehin schon ein Nitratproblem. (Abg. Zweytick: Ich brauche ja für den Raps überhaupt keinen Stickstoff! Raps ist nicht Mais!) Dort haben wir ein schwer belastetes Grundwasser (Abg. Zweytick: Raps ist nicht Mais!), und ihr wisst genau, dass man Rapsanbau dann erfolgreich betreiben kann, wenn man entsprechend mit Stickstoff düngt. Das heißt also, man würde das Problem vergrößern. (Zwischenruf des Abg. Prinz. )
Abg. Schwarzenberger: Aber Sie machen ja weder das eine noch das andere!
Würde man den Steuerentfall durch Verzicht auf die Mineralölsteuer – ihr habt euch ja etwas einfallen lassen, was etwa 300 Millionen Schilling ausgemacht hätte – in die Fernwärme investieren, dann würde man das Neunfache von dem erreichen, was man durch eine verpflichtende Beimengung von Biodiesel erreicht. (Abg. Schwarzenberger: Aber Sie machen ja weder das eine noch das andere!) – Das ist möglich. Das liegt aber auch stark an den Landeshauptleuten, das weißt du selbst, Kollege Schwarzenberger – aber bitte.
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger: Sie haben Klima angesprochen: Der ist ja nicht mehr Bundeskanzler! Der Klima ist ja nicht mehr Bundeskanzler!
Wir könnten zum Beispiel auch über Wärmedämmung sprechen, nur: In Zeiten wie diesen, da es dem Bundeskanzler gelungen ist, Österreich so drastisch zu isolieren, dass wir wahrscheinlich ohnedies nichts mehr zum Heizen brauchen – wir sparen also auf diese Art und Weise Energie, meine Damen und Herren! –, getraue ich mich das fast nicht anzusprechen. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger: Sie haben Klima angesprochen: Der ist ja nicht mehr Bundeskanzler! Der Klima ist ja nicht mehr Bundeskanzler!)
Abg. Mag. Schweitzer: Georg, ...!
Wir wären vielleicht in dieser Ausführlichkeit gar nicht darauf eingegangen, wenn nicht auch im Regierungsprogramm wieder etwas über diesbezügliche Absichten stünde – ich kann mir vorstellen, dass es sich mit der Mehrheit ausgehen wird; unter Umständen gibt es auch die erforderlichen Unterschriften unter die Verordnung in der Regierung. (Abg. Mag. Schweitzer: Georg, ...!) – Geh, Karli Schweitzer! Im Vergleich zu dir bin ich immer noch ein Lercherl (Abg. Mag. Schweitzer: Georg! Bitte!), wenn ich bedenke, was du alles angegriffen hast! Wie gesagt, ihr müsst ja wirklich in letzter Zeit mit Kreide gurgeln, denn mit dem Essen werdet ihr ja gar nicht fertig! Es ist ja eine Staublawine, wenn ihr den Mund aufmacht! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Aumayr. )
Abg. Mag. Schweitzer: Georg! Bitte!
Wir wären vielleicht in dieser Ausführlichkeit gar nicht darauf eingegangen, wenn nicht auch im Regierungsprogramm wieder etwas über diesbezügliche Absichten stünde – ich kann mir vorstellen, dass es sich mit der Mehrheit ausgehen wird; unter Umständen gibt es auch die erforderlichen Unterschriften unter die Verordnung in der Regierung. (Abg. Mag. Schweitzer: Georg, ...!) – Geh, Karli Schweitzer! Im Vergleich zu dir bin ich immer noch ein Lercherl (Abg. Mag. Schweitzer: Georg! Bitte!), wenn ich bedenke, was du alles angegriffen hast! Wie gesagt, ihr müsst ja wirklich in letzter Zeit mit Kreide gurgeln, denn mit dem Essen werdet ihr ja gar nicht fertig! Es ist ja eine Staublawine, wenn ihr den Mund aufmacht! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Aumayr. )
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Aumayr.
Wir wären vielleicht in dieser Ausführlichkeit gar nicht darauf eingegangen, wenn nicht auch im Regierungsprogramm wieder etwas über diesbezügliche Absichten stünde – ich kann mir vorstellen, dass es sich mit der Mehrheit ausgehen wird; unter Umständen gibt es auch die erforderlichen Unterschriften unter die Verordnung in der Regierung. (Abg. Mag. Schweitzer: Georg, ...!) – Geh, Karli Schweitzer! Im Vergleich zu dir bin ich immer noch ein Lercherl (Abg. Mag. Schweitzer: Georg! Bitte!), wenn ich bedenke, was du alles angegriffen hast! Wie gesagt, ihr müsst ja wirklich in letzter Zeit mit Kreide gurgeln, denn mit dem Essen werdet ihr ja gar nicht fertig! Es ist ja eine Staublawine, wenn ihr den Mund aufmacht! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Aumayr. )
Abg. Mag. Schweitzer: Georg! Sachlich! Sachlich!
Meine liebe Kollegin Aumayr, dich erkenne ich überhaupt nicht wieder! Wie du redest, derart verantwortungsbewusst (Abg. Mag. Schweitzer: Georg! Sachlich! Sachlich!): Ich muss wirklich sagen, ich bin angenehmst überrascht! Du hast wirklich sehr, sehr rasch gelernt (Abg. Aumayr: Mach dir keine Sorgen!), um nicht zu sagen, alles vergessen, wofür du vorher als Oppositionelle gelebt und gearbeitet hast. (Abg. Schwarzenberger: Da die SPÖ jetzt verantwortungslos ist, brauchen die anderen Verantwortungsbewusstsein!)
Abg. Aumayr: Mach dir keine Sorgen!
Meine liebe Kollegin Aumayr, dich erkenne ich überhaupt nicht wieder! Wie du redest, derart verantwortungsbewusst (Abg. Mag. Schweitzer: Georg! Sachlich! Sachlich!): Ich muss wirklich sagen, ich bin angenehmst überrascht! Du hast wirklich sehr, sehr rasch gelernt (Abg. Aumayr: Mach dir keine Sorgen!), um nicht zu sagen, alles vergessen, wofür du vorher als Oppositionelle gelebt und gearbeitet hast. (Abg. Schwarzenberger: Da die SPÖ jetzt verantwortungslos ist, brauchen die anderen Verantwortungsbewusstsein!)
Abg. Schwarzenberger: Da die SPÖ jetzt verantwortungslos ist, brauchen die anderen Verantwortungsbewusstsein!
Meine liebe Kollegin Aumayr, dich erkenne ich überhaupt nicht wieder! Wie du redest, derart verantwortungsbewusst (Abg. Mag. Schweitzer: Georg! Sachlich! Sachlich!): Ich muss wirklich sagen, ich bin angenehmst überrascht! Du hast wirklich sehr, sehr rasch gelernt (Abg. Aumayr: Mach dir keine Sorgen!), um nicht zu sagen, alles vergessen, wofür du vorher als Oppositionelle gelebt und gearbeitet hast. (Abg. Schwarzenberger: Da die SPÖ jetzt verantwortungslos ist, brauchen die anderen Verantwortungsbewusstsein!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger: Wenn er jetzt die SPÖ-Debatten hören würde, würde er uns vor der SPÖ warnen!
Ich würde an eurer Stelle, meine Damen und Herren von der ÖVP, doch etwas mehr auf euren Kommissar in Brüssel hören – vielleicht auch du, Herr Minister; ihr seid ja ohnedies immer im Gespräch –, der euch ausrichten lässt, dass er keineswegs unglücklich darüber ist, dass in Österreich die geplante Beimischpflicht für Biodiesel gefallen ist. Wenn ihr da auf ihn hört – vielleicht mehr, als ihr auf ihn gehört habt, als er euch vor einer Verhaiderung der ÖVP gewarnt hat –, dann kann mit unserer Umwelt wirklich nichts schief gehen! – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger: Wenn er jetzt die SPÖ-Debatten hören würde, würde er uns vor der SPÖ warnen!)
Abg. Leikam: Erste Rede!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Jakob Pistotnig. – Bitte. (Abg. Leikam: Erste Rede!)
Abg. Schwemlein: Schutz für Wasser? – Ruf bei der SPÖ: ... Speicherfunktion!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich darf Sie darauf aufmerksam machen, dass mehr als ein Drittel des österreichischen Gebietes von Wald bedeckt ist. Dieser Wald hat mehrere Funktionen: Er ist Schutz für Wasser, er hat eine Schutzfunktion. Er hat weiters eine Erholungsfunktion. (Abg. Schwemlein: Schutz für Wasser? – Ruf bei der SPÖ: ... Speicherfunktion!) Er verursacht aber auch Kosten, die man, will man es ordnungsgemäß machen, aus dem Ertrag des Waldes nicht finanzieren kann. Dazu heißt es im Grünen Bericht: Ein gesunder und entsprechend gepflegter Wald bringt auch der Öffentlichkeit viel Nutzen. Es sind aber oft Maßnahmen erforderlich, deren Kosten sich nicht aus dem Wald erwirtschaften lassen!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich weiß schon, dass es nicht jedermanns Sache ist, wenn man im Wald Wege baut. Es ist nachzulesen, dass es zum Beispiel von den Kollegen von der grünen Fraktion laut den Berichten immensen Widerstand gegen Forstwirtschaftswege gibt. Aber ein nicht erschlossener Wald lässt sich auch nicht bewirtschaften, er lässt sich jedoch auch nicht als Schutzwald erneuern. Wir haben in Österreich immerhin 1,2 Millionen Hektar Schutzwald, von denen 850 000 Hektar sanierungsbedürftig sind. Ganze 160 000 Hektar Wald schützen Gebäude, Wohnraum und auch Straßen. Diese Wälder zu erhalten und ihre Überalterung zu verhindern, wird unsere vorrangigste Aufgabe sein, und dafür muss auch etwas investiert werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP sowie der Abg. Dr. Mertel.
Ich habe vorhin vom Herrn Bundesminister vernommen, dass auch er das erkannt hat. Und wir sollten meiner Ansicht nach endlich einmal daran gehen, auch für den Wald eine entsprechende Summe zur Erschließung, zur Sanierung des Schutzwaldes und so weiter aufzubringen. Wir werden es auch tun müssen, um die kleinen Betriebe für die Jahre ab 2006 eurofit zu machen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP sowie der Abg. Dr. Mertel. )
Abg. Leikam: Die erste Rede war ganz gut! – Abg. Aumayr: Die Kärntner verstehen einander!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Mag. Sima. – Bitte. (Abg. Leikam: Die erste Rede war ganz gut! – Abg. Aumayr: Die Kärntner verstehen einander!)
Abg. Schwarzenberger: Weil wir keine Gentechnik in der Landwirtschaft haben!
Abgeordnete Mag. Ulrike Sima (SPÖ): Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Herr Präsident! Hohes Haus! Ich habe bei Durchsicht des Grünen Berichtes den Bereich Gentechnik in der Landwirtschaft schmerzlich vermisst. Eigentlich findet sich im Grünen Bericht kaum ein Wort zum Thema Gentechnik in der Landwirtschaft. Man könnte jetzt optimistischerweise davon ausgehen, dass Gentechnik in der Landwirtschaft in Österreich kein Problem ist. (Abg. Schwarzenberger: Weil wir keine Gentechnik in der Landwirtschaft haben!) – Ja, das habe ich mir auch gedacht. Leider ist es aber eben nicht so, Gentechnik ist in der Landwirtschaft in Österreich sehr wohl ein Thema.
Abg. Dr. Pumberger: ... Gentechnik-Volksbegehren!
Wir haben zwar das große Glück, dass es in Österreich noch keine Freisetzungen gibt, nicht zuletzt dank des Engagements der österreichischen Bevölkerung und der Umweltschutzorganisationen. Allerdings ist im Futtermittelbereich sehr wohl ein massives Vorkommen von Gentechnik zu verzeichnen. (Abg. Dr. Pumberger: ... Gentechnik-Volksbegehren!) Sie können heute den Beweis antreten, dass Sie das Gentechnik-Volksbegehren vertreten, indem Sie nämlich den Entschließungsanträgen zustimmen, die ich einbringen werde. Aber dazu später, Herr Kollege. (Abg. Mag. Schweitzer: ... Kollegin Prammer abgelehnt, als wir diesen Ausschuss gehabt haben? – Abg. Mag. Prammer: Wir haben unsere Aufgabe ...!)
Abg. Mag. Schweitzer: ... Kollegin Prammer abgelehnt, als wir diesen Ausschuss gehabt haben? – Abg. Mag. Prammer: Wir haben unsere Aufgabe ...!
Wir haben zwar das große Glück, dass es in Österreich noch keine Freisetzungen gibt, nicht zuletzt dank des Engagements der österreichischen Bevölkerung und der Umweltschutzorganisationen. Allerdings ist im Futtermittelbereich sehr wohl ein massives Vorkommen von Gentechnik zu verzeichnen. (Abg. Dr. Pumberger: ... Gentechnik-Volksbegehren!) Sie können heute den Beweis antreten, dass Sie das Gentechnik-Volksbegehren vertreten, indem Sie nämlich den Entschließungsanträgen zustimmen, die ich einbringen werde. Aber dazu später, Herr Kollege. (Abg. Mag. Schweitzer: ... Kollegin Prammer abgelehnt, als wir diesen Ausschuss gehabt haben? – Abg. Mag. Prammer: Wir haben unsere Aufgabe ...!)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Kollege Schweitzer, zu Ihnen komme ich später noch. Sie haben schon gestern den Mund in Sachen Gentechnik sehr voll genommen. Sie können heute einmal für Ihre Partei den Wahrheitsbeweis dafür antreten, dass es Ihnen bei der Gentechnik ernst ist und dass es sich hiebei nicht nur um Ankündigungspolitik von Ihrer Seite handelt. Aber dazu später, vielleicht lassen Sie mich mit meinen Ausführungen fortsetzen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie, Herr Landwirtschaftsminister, sind in dieser Angelegenheit seit vier Jahren säumig. Eine Futtermittel-Kennzeichnung hinsichtlich der Gentechnik ist einfach überfällig, deswegen werden wir heute einen diesbezüglichen Entschließungsantrag einbringen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Schweitzer, Sie haben heute die große Chance, zu beweisen, dass es Ihnen mit dem Gentechnik-Volksbegehren wirklich ernst ist. Ich fordere Sie auf: Tun Sie etwas für die Bauern, tun Sie etwas für das Gentechnik-Volksbegehren und schließen Sie sich diesem Antrag an! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Fischl: So eine Kompetente passt ja gar nicht zur SPÖ!
Ich möchte noch kurz auf einen zweiten Punkt im Bereich Gentechnik und Landwirtschaft eingehen, der mir persönlich sehr am Herzen liegt. (Abg. Fischl: So eine Kompetente passt ja gar nicht zur SPÖ!) Er hat mit dem Genmais-Vorfall Anfang dieser Woche zu tun. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat aufgedeckt, dass es bereits seit einem Monat auf EU-Ebene eine Sortenzulassung für drei verschiedene Genmais-Sorten gibt. Der für Saatgutzulassung zuständige Ausschuss hat am 28. Jänner dieses Jahres getagt. Dort wurden jene drei Saatgutsorten auf die Liste gesetzt. (Abg. Mag. Schweitzer: Frau Kollegin Sima, ist das ein Selbständiger Antrag?)
Abg. Mag. Schweitzer: Frau Kollegin Sima, ist das ein Selbständiger Antrag?
Ich möchte noch kurz auf einen zweiten Punkt im Bereich Gentechnik und Landwirtschaft eingehen, der mir persönlich sehr am Herzen liegt. (Abg. Fischl: So eine Kompetente passt ja gar nicht zur SPÖ!) Er hat mit dem Genmais-Vorfall Anfang dieser Woche zu tun. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat aufgedeckt, dass es bereits seit einem Monat auf EU-Ebene eine Sortenzulassung für drei verschiedene Genmais-Sorten gibt. Der für Saatgutzulassung zuständige Ausschuss hat am 28. Jänner dieses Jahres getagt. Dort wurden jene drei Saatgutsorten auf die Liste gesetzt. (Abg. Mag. Schweitzer: Frau Kollegin Sima, ist das ein Selbständiger Antrag?)
Abg. Mag. Schweitzer: Ist er selbständig? – Abg. Dr. Khol: Bitte lass! Erste Rede!
Es ist ein Antrag ... (Abg. Mag. Schweitzer: Ist er selbständig? – Abg. Dr. Khol: Bitte lass! Erste Rede!) Ja! (Rufe bei der SPÖ: Das ist ja Wurscht!) Okay. (Abg. Mag. Schweitzer: Das ist ja wichtig, wenn er ein Selbständiger ist ...!) Diese Diskussion können wir sicher auch noch nachher führen. (Abg. Mag. Schweitzer: Es geht um meine Zustimmung! – Abg. Edlinger: Ja, ja! – Abg. Mag. Schweitzer: Es geht um meine Zustimmung! Wenn es ein Selbständiger ist, kann ich ja nicht zustimmen! – Abg. Edlinger – in Richtung des Abg. Mag. Schweitzer –: Sie hören jetzt einmal zu!) Vielleicht, Herr Kollege Schweitzer, lassen Sie mich jetzt in meinen Ausführungen fortsetzen, die formellen Details des Antrages können wir nachher gerne noch klären. (Abg. Mag. Schweitzer: Ich kann ja nicht zustimmen, wenn er ein Selbständiger ist!) Entschuldigen Sie, können Sie in diesem Saal aufstehen und einem Antrag zustimmen oder nicht? (Abg. Mag. Schweitzer: Einem Selbständigen nicht! – Abg. Edlinger – in Richtung des Abg. Mag. Schweitzer –: Pflanzen Sie die Jetti-Tant’!) Das kann ja wohl nicht die Frage sein! (Beifall bei der SPÖ.)
Rufe bei der SPÖ: Das ist ja Wurscht!
Es ist ein Antrag ... (Abg. Mag. Schweitzer: Ist er selbständig? – Abg. Dr. Khol: Bitte lass! Erste Rede!) Ja! (Rufe bei der SPÖ: Das ist ja Wurscht!) Okay. (Abg. Mag. Schweitzer: Das ist ja wichtig, wenn er ein Selbständiger ist ...!) Diese Diskussion können wir sicher auch noch nachher führen. (Abg. Mag. Schweitzer: Es geht um meine Zustimmung! – Abg. Edlinger: Ja, ja! – Abg. Mag. Schweitzer: Es geht um meine Zustimmung! Wenn es ein Selbständiger ist, kann ich ja nicht zustimmen! – Abg. Edlinger – in Richtung des Abg. Mag. Schweitzer –: Sie hören jetzt einmal zu!) Vielleicht, Herr Kollege Schweitzer, lassen Sie mich jetzt in meinen Ausführungen fortsetzen, die formellen Details des Antrages können wir nachher gerne noch klären. (Abg. Mag. Schweitzer: Ich kann ja nicht zustimmen, wenn er ein Selbständiger ist!) Entschuldigen Sie, können Sie in diesem Saal aufstehen und einem Antrag zustimmen oder nicht? (Abg. Mag. Schweitzer: Einem Selbständigen nicht! – Abg. Edlinger – in Richtung des Abg. Mag. Schweitzer –: Pflanzen Sie die Jetti-Tant’!) Das kann ja wohl nicht die Frage sein! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Schweitzer: Das ist ja wichtig, wenn er ein Selbständiger ist ...!
Es ist ein Antrag ... (Abg. Mag. Schweitzer: Ist er selbständig? – Abg. Dr. Khol: Bitte lass! Erste Rede!) Ja! (Rufe bei der SPÖ: Das ist ja Wurscht!) Okay. (Abg. Mag. Schweitzer: Das ist ja wichtig, wenn er ein Selbständiger ist ...!) Diese Diskussion können wir sicher auch noch nachher führen. (Abg. Mag. Schweitzer: Es geht um meine Zustimmung! – Abg. Edlinger: Ja, ja! – Abg. Mag. Schweitzer: Es geht um meine Zustimmung! Wenn es ein Selbständiger ist, kann ich ja nicht zustimmen! – Abg. Edlinger – in Richtung des Abg. Mag. Schweitzer –: Sie hören jetzt einmal zu!) Vielleicht, Herr Kollege Schweitzer, lassen Sie mich jetzt in meinen Ausführungen fortsetzen, die formellen Details des Antrages können wir nachher gerne noch klären. (Abg. Mag. Schweitzer: Ich kann ja nicht zustimmen, wenn er ein Selbständiger ist!) Entschuldigen Sie, können Sie in diesem Saal aufstehen und einem Antrag zustimmen oder nicht? (Abg. Mag. Schweitzer: Einem Selbständigen nicht! – Abg. Edlinger – in Richtung des Abg. Mag. Schweitzer –: Pflanzen Sie die Jetti-Tant’!) Das kann ja wohl nicht die Frage sein! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Schweitzer: Es geht um meine Zustimmung! – Abg. Edlinger: Ja, ja! – Abg. Mag. Schweitzer: Es geht um meine Zustimmung! Wenn es ein Selbständiger ist, kann ich ja nicht zustimmen! – Abg. Edlinger – in Richtung des Abg. Mag. Schweitzer –: Sie hören jetzt einmal zu!
Es ist ein Antrag ... (Abg. Mag. Schweitzer: Ist er selbständig? – Abg. Dr. Khol: Bitte lass! Erste Rede!) Ja! (Rufe bei der SPÖ: Das ist ja Wurscht!) Okay. (Abg. Mag. Schweitzer: Das ist ja wichtig, wenn er ein Selbständiger ist ...!) Diese Diskussion können wir sicher auch noch nachher führen. (Abg. Mag. Schweitzer: Es geht um meine Zustimmung! – Abg. Edlinger: Ja, ja! – Abg. Mag. Schweitzer: Es geht um meine Zustimmung! Wenn es ein Selbständiger ist, kann ich ja nicht zustimmen! – Abg. Edlinger – in Richtung des Abg. Mag. Schweitzer –: Sie hören jetzt einmal zu!) Vielleicht, Herr Kollege Schweitzer, lassen Sie mich jetzt in meinen Ausführungen fortsetzen, die formellen Details des Antrages können wir nachher gerne noch klären. (Abg. Mag. Schweitzer: Ich kann ja nicht zustimmen, wenn er ein Selbständiger ist!) Entschuldigen Sie, können Sie in diesem Saal aufstehen und einem Antrag zustimmen oder nicht? (Abg. Mag. Schweitzer: Einem Selbständigen nicht! – Abg. Edlinger – in Richtung des Abg. Mag. Schweitzer –: Pflanzen Sie die Jetti-Tant’!) Das kann ja wohl nicht die Frage sein! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Schweitzer: Ich kann ja nicht zustimmen, wenn er ein Selbständiger ist!
Es ist ein Antrag ... (Abg. Mag. Schweitzer: Ist er selbständig? – Abg. Dr. Khol: Bitte lass! Erste Rede!) Ja! (Rufe bei der SPÖ: Das ist ja Wurscht!) Okay. (Abg. Mag. Schweitzer: Das ist ja wichtig, wenn er ein Selbständiger ist ...!) Diese Diskussion können wir sicher auch noch nachher führen. (Abg. Mag. Schweitzer: Es geht um meine Zustimmung! – Abg. Edlinger: Ja, ja! – Abg. Mag. Schweitzer: Es geht um meine Zustimmung! Wenn es ein Selbständiger ist, kann ich ja nicht zustimmen! – Abg. Edlinger – in Richtung des Abg. Mag. Schweitzer –: Sie hören jetzt einmal zu!) Vielleicht, Herr Kollege Schweitzer, lassen Sie mich jetzt in meinen Ausführungen fortsetzen, die formellen Details des Antrages können wir nachher gerne noch klären. (Abg. Mag. Schweitzer: Ich kann ja nicht zustimmen, wenn er ein Selbständiger ist!) Entschuldigen Sie, können Sie in diesem Saal aufstehen und einem Antrag zustimmen oder nicht? (Abg. Mag. Schweitzer: Einem Selbständigen nicht! – Abg. Edlinger – in Richtung des Abg. Mag. Schweitzer –: Pflanzen Sie die Jetti-Tant’!) Das kann ja wohl nicht die Frage sein! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Schweitzer: Einem Selbständigen nicht! – Abg. Edlinger – in Richtung des Abg. Mag. Schweitzer –: Pflanzen Sie die Jetti-Tant’!
Es ist ein Antrag ... (Abg. Mag. Schweitzer: Ist er selbständig? – Abg. Dr. Khol: Bitte lass! Erste Rede!) Ja! (Rufe bei der SPÖ: Das ist ja Wurscht!) Okay. (Abg. Mag. Schweitzer: Das ist ja wichtig, wenn er ein Selbständiger ist ...!) Diese Diskussion können wir sicher auch noch nachher führen. (Abg. Mag. Schweitzer: Es geht um meine Zustimmung! – Abg. Edlinger: Ja, ja! – Abg. Mag. Schweitzer: Es geht um meine Zustimmung! Wenn es ein Selbständiger ist, kann ich ja nicht zustimmen! – Abg. Edlinger – in Richtung des Abg. Mag. Schweitzer –: Sie hören jetzt einmal zu!) Vielleicht, Herr Kollege Schweitzer, lassen Sie mich jetzt in meinen Ausführungen fortsetzen, die formellen Details des Antrages können wir nachher gerne noch klären. (Abg. Mag. Schweitzer: Ich kann ja nicht zustimmen, wenn er ein Selbständiger ist!) Entschuldigen Sie, können Sie in diesem Saal aufstehen und einem Antrag zustimmen oder nicht? (Abg. Mag. Schweitzer: Einem Selbständigen nicht! – Abg. Edlinger – in Richtung des Abg. Mag. Schweitzer –: Pflanzen Sie die Jetti-Tant’!) Das kann ja wohl nicht die Frage sein! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es ist ein Antrag ... (Abg. Mag. Schweitzer: Ist er selbständig? – Abg. Dr. Khol: Bitte lass! Erste Rede!) Ja! (Rufe bei der SPÖ: Das ist ja Wurscht!) Okay. (Abg. Mag. Schweitzer: Das ist ja wichtig, wenn er ein Selbständiger ist ...!) Diese Diskussion können wir sicher auch noch nachher führen. (Abg. Mag. Schweitzer: Es geht um meine Zustimmung! – Abg. Edlinger: Ja, ja! – Abg. Mag. Schweitzer: Es geht um meine Zustimmung! Wenn es ein Selbständiger ist, kann ich ja nicht zustimmen! – Abg. Edlinger – in Richtung des Abg. Mag. Schweitzer –: Sie hören jetzt einmal zu!) Vielleicht, Herr Kollege Schweitzer, lassen Sie mich jetzt in meinen Ausführungen fortsetzen, die formellen Details des Antrages können wir nachher gerne noch klären. (Abg. Mag. Schweitzer: Ich kann ja nicht zustimmen, wenn er ein Selbständiger ist!) Entschuldigen Sie, können Sie in diesem Saal aufstehen und einem Antrag zustimmen oder nicht? (Abg. Mag. Schweitzer: Einem Selbständigen nicht! – Abg. Edlinger – in Richtung des Abg. Mag. Schweitzer –: Pflanzen Sie die Jetti-Tant’!) Das kann ja wohl nicht die Frage sein! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Edlinger – in Richtung des Abg. Mag. Schweitzer –: Die Klärung erfolgt nachher! – Abg. Haigermoser: Wenn man frech ist, muss man auch etwas wissen!
Es kann Sie niemand dazu zwingen, auf Ihrem Sessel picken zu bleiben! (Abg. Edlinger – in Richtung des Abg. Mag. Schweitzer –: Die Klärung erfolgt nachher! – Abg. Haigermoser: Wenn man frech ist, muss man auch etwas wissen!)
Beifall bei der SPÖ.
Drittens: Die Bundesregierung wird auf EU-Ebene eine Initiative starten, um die Richtlinie 70/457/EWG über einen gemeinsamen Sortenkatalog für landwirtschaftliche Pflanzenarten dahin gehend zu novellieren, dass Mitgliedstaaten die Möglichkeit eines Einspruchs bei EU-weiten Sortenzulassungen haben. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Pumberger: Sie kennt sich noch nicht aus! – Abg. Haigermoser: Das ist ja ein Oppositions-Chaos! – Abg. Dr. Khol – in Richtung SPÖ –: "Chaos-Truppe"!
Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Roland Zellot. (Abg. Dr. Pumberger: Sie kennt sich noch nicht aus! – Abg. Haigermoser: Das ist ja ein Oppositions-Chaos! – Abg. Dr. Khol – in Richtung SPÖ –: "Chaos-Truppe"!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Leider müssen wir aber feststellen, dass es diesbezüglich wieder nur um Verteilung und Geld geht. Diesen Streit um die Verteilung, ums Geld, um die Zuweisung, ob Großbetrieb oder Kleinbetrieb, haben sich die Bauern nicht verdient! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine geschätzten Damen und Herren! Wenn man beobachtet, wie Menschen in den bunt illustrierten Blättern die schöne Landschaft betrachten, so ist zu sagen, dass das nicht das Verdienst der Photographen, sondern jenes der bäuerlichen Familienbetriebe in Österreich ist, die für diese schöne Landschaft verantwortlich zeichnen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Abgeordneter! Ich gebe Ihnen schon Recht, wenn Sie sagen, ein Nebenerwerbsbauer hat es gut, er hat einen schönen Hof, ist Schilehrer – und braun wird er auch dabei, das ist schön! Allerdings müssen diese Nebenerwerbsbauern und viele Tausende, die vom Haupterwerb in den Zuerwerb gedrängt wurden, ganz egal, auf Grund welcher Umstände, natürlich doppelt so viel arbeiten, um das Gleiche zu verdienen. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Und wissen Sie, was
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine geschätzten Damen und Herren! Die großen Streitfragen hier lauten: Ist Bio gut? Ist der Großbetrieb gut? Ist nur der Kleinbetrieb gut? Ich glaube, wir müssen es uns langsam angewöhnen, keine Agrardiktatur aufzubauen. Wir bieten den Bauern mehrere Wege zum Überleben an. Der eine geht in die Milchproduktion, das Herz des anderen schlägt für die Bioproduktion. Ich finde das gut. Und wenn wir merken, dass das immer mehr Zustimmung findet, dann sollten wir es auch stärker unterstützen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Da Sie immer davon sprechen, dass die Bauern nur gefördert werden, dass sie nur Subventionsempfänger sind, gehört hier auch einmal gesagt, dass die österreichischen Bauern für die Vermarktung auf dem österreichischen und europäischen Markt 244 Millionen Schilling an Marketingbeiträgen aufbracht haben, die sie und sonst niemand bezahlt haben! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Präsident Dr. Fischer übernimmt wieder den Vorsitz.
Es ist auch wesentlich, dass dieses Programm ein sehr wichtiges und konkretes Sozialpaket beinhaltet, das nicht irgendetwas ist, sondern das einige Punkte enthält, die der bäuerlichen Familie zugute kommen. (Präsident Dr. Fischer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine geschätzten Damen und Herren! Tausende Bauern sind Obmänner von Wassergenossenschaften und üben diese Funktion zur vollen Zufriedenheit aller aus. Die Bauern, die ihre Böden ordnungsgemäß bewirtschaften, haben es nicht verdient, dass sie sich von Herrn Abgeordneten Kostelka sagen lassen müssen, dass sie Wasserverschmutzer sind. (Der Redner hält die Flasche Wasser, die am Rednerpult steht, in die Höhe.) Herr Abgeordneter, ich werde einen Schluck trinken. Sollte ich bei der nächsten Plenarsitzung noch hier sein, haben Sie nicht Recht gehabt! (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Rufe bei den Freiheitlichen: Oje!
Abgeordneter Mag. Karl Schlögl (SPÖ): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Die Sozialdemokratische Partei stellt heute eine Dringliche Anfrage an den Bundeskanzler in großer Sorge um die Zukunft unserer Republik Österreich. (Rufe bei den Freiheitlichen: Oje!)
Beifall bei der SPÖ.
In nur vier Wochen hat es diese FPÖ/ÖVP-Regierung geschafft, ein einzigartiges heilloses Chaos zu verursachen und sich in eine noch nie da gewesene außenpolitische Isolation zu manövrieren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Jeden Tag kommen neue Unvereinbarkeiten, neue Unzulänglichkeiten und neue Widersprüchlichkeiten ans Licht der Öffentlichkeit. Jeden Tag müssen die Österreicherinnen und Österreicher zur Kenntnis nehmen, dass diese Regierung offensichtlich ihren Aufgaben und ihren Herausforderungen nicht gewachsen ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei den Freiheitlichen: O Gott! O Gott!
Das, was die Damen und Herren auf der Regierungsbank tagtäglich praktizieren, ist bestenfalls das Umsetzen der Chaos-Theorie in der Praxis. (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei den Freiheitlichen: O Gott! O Gott!)
Abg. Fischl: Ja, das ist eine gute Frage! – Abg. Schwarzenberger: Ohne Telefon! Ohne Computer!
Aber, meine sehr geehrten Damen und Herren, erinnern wir uns doch zurück: Wie haben wir Sozialdemokraten Österreich übergeben? (Abg. Fischl: Ja, das ist eine gute Frage! – Abg. Schwarzenberger: Ohne Telefon! Ohne Computer!) – Österreich war noch vor wenigen Wochen ein Land, das international hoch angesehen gewesen ist, ein Land von hoher Wertschätzung in allen europäischen Institutionen. Unsere Regierungsmitglieder – und damals auch die Regierungsmitglieder der Österreichischen Volkspartei – waren gefragte und anerkannte Gesprächspartner. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Aber, meine sehr geehrten Damen und Herren, erinnern wir uns doch zurück: Wie haben wir Sozialdemokraten Österreich übergeben? (Abg. Fischl: Ja, das ist eine gute Frage! – Abg. Schwarzenberger: Ohne Telefon! Ohne Computer!) – Österreich war noch vor wenigen Wochen ein Land, das international hoch angesehen gewesen ist, ein Land von hoher Wertschätzung in allen europäischen Institutionen. Unsere Regierungsmitglieder – und damals auch die Regierungsmitglieder der Österreichischen Volkspartei – waren gefragte und anerkannte Gesprächspartner. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Fischl – sich die Nase zuhaltend –: Was sagt man über das Eigenlob?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Österreich hat, Österreich hat noch eine der geringsten Arbeitslosenquoten der Welt. Die hervorragenden Februar-Daten, mit denen Sie sich gestern gerühmt haben, die am Arbeitsplatz und am Arbeitsmarkt dazu beigetragen haben, dass wir eine sensationell niedrige Arbeitslosigkeit haben, ist ausschließlich der Erfolg sozialdemokratischer Regierungspolitik. (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Fischl – sich die Nase zuhaltend –: Was sagt man über das Eigenlob?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Fischl: Zu welchem Preis?
Diese alte Bundesregierung – aus Sozialdemokraten und Österreichischer Volkspartei zusammengesetzt – hat es geschafft, den höchsten Beschäftigungsstand in der Geschichte der Zweiten Republik zu erreichen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Fischl: Zu welchem Preis?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Zweytick: Ist es noch immer! – Abg. Schwarzenberger: Ist es noch immer!
Österreich, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist ohne Zweifel eines der sichersten Länder der Welt. Österreich hat nicht nur eine äußerst niedrige Kriminalitätsrate, sondern auch ein vorbildliches System sozialer Sicherheit. Wir haben hervorragende Umweltstandards, eine niedrige Inflationsrate, ein tolles Wirtschaftswachstum. Österreich war ein Musterland für viele Staaten in der Welt, Österreich war ein Vorbild. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Zweytick: Ist es noch immer! – Abg. Schwarzenberger: Ist es noch immer!)
Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
So haben wir dieses Land übergeben – und wie sieht diese Situation heute aus? (Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) – Es herrscht, meine sehr geehrten Damen und Herren, das blanke Regierungschaos. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger: Hat Österreich der SPÖ gehört? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP sowie bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger: Hat Österreich der SPÖ gehört? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP sowie bei den Freiheitlichen.
So haben wir dieses Land übergeben – und wie sieht diese Situation heute aus? (Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) – Es herrscht, meine sehr geehrten Damen und Herren, das blanke Regierungschaos. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger: Hat Österreich der SPÖ gehört? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP sowie bei den Freiheitlichen.)
Abg. Fischl: Wer hat das aufgeschrieben?
Man weiß ja gar nicht, wo man mit den vielen kleinen oder den vielen großen Unzulänglichkeiten, Widersprüchlichkeiten oder dem Versagen dieser Regierung beginnen soll. (Abg. Fischl: Wer hat das aufgeschrieben?)
Abg. Mag. Schweitzer: Wenn wir das durchlesen, müssen wir uns übergeben!
Ich beginne beim Kompetenzchaos, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Abg. Mag. Schweitzer: Wenn wir das durchlesen, müssen wir uns übergeben!) Da werden mit dem neuen Bundesministeriengesetz Kompetenzen einfach hin- und hergeschoben, so ähnlich, wie wenn es Einsätze beim Roulette wären. Da wird das Frauenministerium zur Gänze aufgelöst. (Abg. Rosemarie Bauer: Na geh!) Da wird offensichtlich eine Reihe von Kompetenzen so zersplittert – wie in der Forschung –, damit nicht zusammengefügt, sondern getrennt wird. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie reden wider besseres Wissen!) Und da wird, meine sehr geehrten Damen und Herren, das Umweltministerium einfach aufgelöst und als Wurmfortsatz an das Landwirtschaftsministerium angehängt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger: Fühlen Sie sich bei diesem Niveau noch wohl?)
Abg. Rosemarie Bauer: Na geh!
Ich beginne beim Kompetenzchaos, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Abg. Mag. Schweitzer: Wenn wir das durchlesen, müssen wir uns übergeben!) Da werden mit dem neuen Bundesministeriengesetz Kompetenzen einfach hin- und hergeschoben, so ähnlich, wie wenn es Einsätze beim Roulette wären. Da wird das Frauenministerium zur Gänze aufgelöst. (Abg. Rosemarie Bauer: Na geh!) Da wird offensichtlich eine Reihe von Kompetenzen so zersplittert – wie in der Forschung –, damit nicht zusammengefügt, sondern getrennt wird. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie reden wider besseres Wissen!) Und da wird, meine sehr geehrten Damen und Herren, das Umweltministerium einfach aufgelöst und als Wurmfortsatz an das Landwirtschaftsministerium angehängt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger: Fühlen Sie sich bei diesem Niveau noch wohl?)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie reden wider besseres Wissen!
Ich beginne beim Kompetenzchaos, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Abg. Mag. Schweitzer: Wenn wir das durchlesen, müssen wir uns übergeben!) Da werden mit dem neuen Bundesministeriengesetz Kompetenzen einfach hin- und hergeschoben, so ähnlich, wie wenn es Einsätze beim Roulette wären. Da wird das Frauenministerium zur Gänze aufgelöst. (Abg. Rosemarie Bauer: Na geh!) Da wird offensichtlich eine Reihe von Kompetenzen so zersplittert – wie in der Forschung –, damit nicht zusammengefügt, sondern getrennt wird. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie reden wider besseres Wissen!) Und da wird, meine sehr geehrten Damen und Herren, das Umweltministerium einfach aufgelöst und als Wurmfortsatz an das Landwirtschaftsministerium angehängt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger: Fühlen Sie sich bei diesem Niveau noch wohl?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger: Fühlen Sie sich bei diesem Niveau noch wohl?
Ich beginne beim Kompetenzchaos, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Abg. Mag. Schweitzer: Wenn wir das durchlesen, müssen wir uns übergeben!) Da werden mit dem neuen Bundesministeriengesetz Kompetenzen einfach hin- und hergeschoben, so ähnlich, wie wenn es Einsätze beim Roulette wären. Da wird das Frauenministerium zur Gänze aufgelöst. (Abg. Rosemarie Bauer: Na geh!) Da wird offensichtlich eine Reihe von Kompetenzen so zersplittert – wie in der Forschung –, damit nicht zusammengefügt, sondern getrennt wird. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie reden wider besseres Wissen!) Und da wird, meine sehr geehrten Damen und Herren, das Umweltministerium einfach aufgelöst und als Wurmfortsatz an das Landwirtschaftsministerium angehängt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger: Fühlen Sie sich bei diesem Niveau noch wohl?)
Beifall bei der SPÖ.
Offensichtlich haben Sie sich nicht getraut, das Frauenministerium und das Umweltministerium abzuschaffen. Es ist überhaupt Ihr offensichtliches Bemühen und Bestreben, das abzuschaffen, was die Errungenschaften der Vergangenheit gewesen sind – ob das der ausgezeichnete internationale Ruf Österreichs ist, ob das die Vorreiterrolle Österreichs im Umweltschutz ist, ob das die Frauenförderung ist oder ob das das vorbildliche Sozialsystem. Sie gehen offensichtlich nach dem Motto Josef Weinhebers vor: Wenn i was z’reden hätt’, i schaffert alles o’. – aus der Vergangenheit. (Beifall bei der SPÖ.)
Rufe bei der ÖVP: Jetzt kommt der "Kurier"! – Abg. Dr. Puttinger: Oh! Heute schon sechsmal zitiert!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Weil Sie immer dazwischenschreien: Es gibt nicht nur meine Meinung, es gibt die unverdächtige Meinung von einer Reihe von wichtigen Publizisten in dieser Republik. (Rufe bei der ÖVP: Jetzt kommt der "Kurier"! – Abg. Dr. Puttinger: Oh! Heute schon sechsmal zitiert!) Wenn ich nur an die Überschrift im "Kurier" denke, wo steht "Österreichs Familiensilber verliert drastisch an Wert. Verwirrende Polit-Debatte lässt ÖIAG-Aktienkurse abstürzen." (Abg. Dr. Trinkl: Das ist nicht originell!) Hier steht zum Beispiel: "Schon seit mehr als einer Woche wird die Debatte rund um die ÖIAG-Betriebe geführt, und diese Debatte lässt die Kurse purzeln."
Abg. Dr. Trinkl: Das ist nicht originell!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Weil Sie immer dazwischenschreien: Es gibt nicht nur meine Meinung, es gibt die unverdächtige Meinung von einer Reihe von wichtigen Publizisten in dieser Republik. (Rufe bei der ÖVP: Jetzt kommt der "Kurier"! – Abg. Dr. Puttinger: Oh! Heute schon sechsmal zitiert!) Wenn ich nur an die Überschrift im "Kurier" denke, wo steht "Österreichs Familiensilber verliert drastisch an Wert. Verwirrende Polit-Debatte lässt ÖIAG-Aktienkurse abstürzen." (Abg. Dr. Trinkl: Das ist nicht originell!) Hier steht zum Beispiel: "Schon seit mehr als einer Woche wird die Debatte rund um die ÖIAG-Betriebe geführt, und diese Debatte lässt die Kurse purzeln."
Abg Mag. Schweitzer: Warum musst du das tun?
Oder, meine sehr geehrten Damen und Herren, das Zitat von Dr. Georg Wailand in der heutigen "Kronen Zeitung". (Abg Mag. Schweitzer: Warum musst du das tun?) Er schreibt, dass der neueste Streich von Finanzminister Grasser ist, dass er offensichtlich als Brachial-Privatisierer in die Geschichte eingehen will, dass er diese Privatisierung amateurhaft und einen hastigen Ausverkauf betreibt. – Das sind nicht meine Worte, sondern Zitate von Georg Wailand. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung SPÖ –: Warum tut ihr ihm das an?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung SPÖ –: Warum tut ihr ihm das an?
Oder, meine sehr geehrten Damen und Herren, das Zitat von Dr. Georg Wailand in der heutigen "Kronen Zeitung". (Abg Mag. Schweitzer: Warum musst du das tun?) Er schreibt, dass der neueste Streich von Finanzminister Grasser ist, dass er offensichtlich als Brachial-Privatisierer in die Geschichte eingehen will, dass er diese Privatisierung amateurhaft und einen hastigen Ausverkauf betreibt. – Das sind nicht meine Worte, sondern Zitate von Georg Wailand. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung SPÖ –: Warum tut ihr ihm das an?)
Abg. Dr. Martin Graf: Wieso sagen nur die Männer etwas, gibt es keine Frauen?
Aber, meine sehr geehrten Damen und Herren, es sind ja nicht nur diese Männer (Abg. Dr. Martin Graf: Wieso sagen nur die Männer etwas, gibt es keine Frauen?), auch beispielsweise der Chefverhandler der Österreichischen Volkspartei, Claus Raidl, bringt es auf den Punkt, wenn er – und ich zitiere wörtlich – sagt:
Beifall bei der SPÖ.
"Die Situation ist dramatisch. Unter dem Mantel der Objektivität wird wieder Politik gemacht. Wenn der Finanzminister, wie jetzt vorgesehen, ohne jede Begründung einen ÖIAG-Aufsichtsrat austauschen kann, ist das eine Repolitisierung durch die Hintertür." (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Was wollen Sie machen? – Geben Sie es doch offen zu! Sie wollen einen neuen Proporz einführen, nämlich einen blau-schwarzen Proporz in dieser Republik. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich appelliere wirklich an Sie, alles zu tun, dass dieser grob fahrlässige volkswirtschaftliche Unsinn gestoppt wird und dass diese Betriebe nicht zum Billigsttarif verkauft werden. Sie gefährden damit Tausende Arbeitsplätze, und Sie gefährden die Interessen der Republik Österreich. (Beifall bei der SPÖ.)
Ironische Heiterkeit und anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Aber Sie, meine sehr geehrten Damen und Herren, haben nicht nur das Wirtschaftschaos hinterlassen, sondern Sie haben auch das Chaos in Ihrer eigenen Partei hinterlassen! (Ironische Heiterkeit und anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Ich denke da nur daran, in welcher Weise Sie über die 60 000-S-Obergrenze diskutieren. Da sagt das eine FPÖ-Regierungsmitglied: Die Grenze gilt für mich nicht! Das andere wiederum sagt: Für mich gilt sie schon! Das Dritte aber sagt: Sie gilt für alle! (Abg. Schwarzenberger: Was sagen Sie zum Chaos in der SPÖ? – Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Und das Vierte sagt: Sie gilt überhaupt nicht!
Abg. Schwarzenberger: Was sagen Sie zum Chaos in der SPÖ? – Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Aber Sie, meine sehr geehrten Damen und Herren, haben nicht nur das Wirtschaftschaos hinterlassen, sondern Sie haben auch das Chaos in Ihrer eigenen Partei hinterlassen! (Ironische Heiterkeit und anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Ich denke da nur daran, in welcher Weise Sie über die 60 000-S-Obergrenze diskutieren. Da sagt das eine FPÖ-Regierungsmitglied: Die Grenze gilt für mich nicht! Das andere wiederum sagt: Für mich gilt sie schon! Das Dritte aber sagt: Sie gilt für alle! (Abg. Schwarzenberger: Was sagen Sie zum Chaos in der SPÖ? – Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Und das Vierte sagt: Sie gilt überhaupt nicht!
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das ist symptomatisch für das Agieren dieses Teiles der österreichischen Bundesregierung. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.) Sie betreiben offensichtlich die Politik, bei der Bevölkerung den Gürtel enger zu schnallen und sich selbst die Gagen zu erhöhen. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Was? Was ist los? Bitte lasst ihn nicht absaufen! Einen Schwimmreifen!) Wie anders soll ich beispielsweise den Vorschlag des Nationalratspräsidenten Prinzhorn verstehen, wenn er meint, dass es für Minister Bonusgehälter geben soll, wenn sie gewisse Leistungen erbringen. (Abg. Mag. Schweitzer: Das gibt es doch gar nicht! Er sauft ja ab! Aber so abzusaufen, das hat er sich nicht verdient!)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Was? Was ist los? Bitte lasst ihn nicht absaufen! Einen Schwimmreifen!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das ist symptomatisch für das Agieren dieses Teiles der österreichischen Bundesregierung. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.) Sie betreiben offensichtlich die Politik, bei der Bevölkerung den Gürtel enger zu schnallen und sich selbst die Gagen zu erhöhen. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Was? Was ist los? Bitte lasst ihn nicht absaufen! Einen Schwimmreifen!) Wie anders soll ich beispielsweise den Vorschlag des Nationalratspräsidenten Prinzhorn verstehen, wenn er meint, dass es für Minister Bonusgehälter geben soll, wenn sie gewisse Leistungen erbringen. (Abg. Mag. Schweitzer: Das gibt es doch gar nicht! Er sauft ja ab! Aber so abzusaufen, das hat er sich nicht verdient!)
Abg. Mag. Schweitzer: Das gibt es doch gar nicht! Er sauft ja ab! Aber so abzusaufen, das hat er sich nicht verdient!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das ist symptomatisch für das Agieren dieses Teiles der österreichischen Bundesregierung. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.) Sie betreiben offensichtlich die Politik, bei der Bevölkerung den Gürtel enger zu schnallen und sich selbst die Gagen zu erhöhen. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Was? Was ist los? Bitte lasst ihn nicht absaufen! Einen Schwimmreifen!) Wie anders soll ich beispielsweise den Vorschlag des Nationalratspräsidenten Prinzhorn verstehen, wenn er meint, dass es für Minister Bonusgehälter geben soll, wenn sie gewisse Leistungen erbringen. (Abg. Mag. Schweitzer: Das gibt es doch gar nicht! Er sauft ja ab! Aber so abzusaufen, das hat er sich nicht verdient!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Eine Büttenrede!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das außenpolitische Bild der Bundesregierung ergibt für mich eine Mischung aus Trotzigkeit, aus Ignoranz und aus gefährlicher Drohung. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Eine Büttenrede!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie hätten sich nicht zu Wort melden sollen! – Abg. Mag. Schweitzer: Sie sind kein glaubwürdiger Schaum-vor-dem-Mund-Politiker!
Herr Bundeskanzler! Wie stellen Sie sich dazu, wenn der Kärntner "Schattenkanzler" beispielsweise der belgischen Regierung unterstellt, Kinderschänder zu decken oder sogar mit ihnen zu kooperieren. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie hätten sich nicht zu Wort melden sollen! – Abg. Mag. Schweitzer: Sie sind kein glaubwürdiger Schaum-vor-dem-Mund-Politiker!) Oder wie stehen Sie dazu, wenn er meint, der französische Präsident Jacques Chirac habe alles falsch gemacht, was man nur falsch machen kann. (Abg. Mag. Schweitzer: Zerstöre dein Image nicht mit dieser Rede!)
Abg. Mag. Schweitzer: Zerstöre dein Image nicht mit dieser Rede!
Herr Bundeskanzler! Wie stellen Sie sich dazu, wenn der Kärntner "Schattenkanzler" beispielsweise der belgischen Regierung unterstellt, Kinderschänder zu decken oder sogar mit ihnen zu kooperieren. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie hätten sich nicht zu Wort melden sollen! – Abg. Mag. Schweitzer: Sie sind kein glaubwürdiger Schaum-vor-dem-Mund-Politiker!) Oder wie stehen Sie dazu, wenn er meint, der französische Präsident Jacques Chirac habe alles falsch gemacht, was man nur falsch machen kann. (Abg. Mag. Schweitzer: Zerstöre dein Image nicht mit dieser Rede!)
Abg. Mag. Schweitzer: Zerstöre dein Image nicht mit solchen Reden!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Da ruft beispielsweise ein FPÖ-Funktionär öffentlich zum Austritt aus der Europäischen Union auf, und ein anderer spricht gegenüber der EU Veto-Drohungen aus. Und Sie, Herr Bundeskanzler, finden bei all diesen Aussagen nichts. (Abg. Mag. Schweitzer: Zerstöre dein Image nicht mit solchen Reden!) Die Außenministerin meint dazu, das seien nur Aussagen eines Provinzpolitikers, Sie, Herr Dr. Schüssel, meinen, Dr. Haider gehöre in die Regierungsarbeit eingebunden. – Ich sehe da ein Chaos in Ihrer außenpolitischen Darstellung und Präsentation. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Da ruft beispielsweise ein FPÖ-Funktionär öffentlich zum Austritt aus der Europäischen Union auf, und ein anderer spricht gegenüber der EU Veto-Drohungen aus. Und Sie, Herr Bundeskanzler, finden bei all diesen Aussagen nichts. (Abg. Mag. Schweitzer: Zerstöre dein Image nicht mit solchen Reden!) Die Außenministerin meint dazu, das seien nur Aussagen eines Provinzpolitikers, Sie, Herr Dr. Schüssel, meinen, Dr. Haider gehöre in die Regierungsarbeit eingebunden. – Ich sehe da ein Chaos in Ihrer außenpolitischen Darstellung und Präsentation. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Mag. Schweitzer: Du bist kein Oppositionär!
Oder, meine sehr geehrten Damen und Herren: Wie steht es mit der Gesundheitspolitik? – Niemand in der Bevölkerung kennt sich mehr aus, was Sie wirklich wollen. Im Regierungsprogramm steht die Möglichkeit der Einführung eines 20-prozentigen Selbstbehaltes. Dann heißt es, diesen Selbstbehalt gebe es nur beim Arztbesuch oder bei ambulanter Behandlung. Kurze Zeit später meint der Gesundheitsstaatssekretär Waneck, dass ein Selbstbehalt von 80 S eingeführt wird. Er wird aber vom Bundeskanzler sofort zurückgepfiffen, der sagt, das stehe nicht im Regierungsübereinkommen und komme nicht. (Abg. Mag. Schweitzer: Du bist kein Oppositionär!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie hätten sich gar nicht zu Wort melden sollen!
Oder: Wie schaut es aus bei den Transferleistungen? (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie hätten sich gar nicht zu Wort melden sollen! ) – Im Regierungsprogramm ist das Karenzgeld ohne Einkommensobergrenze vorgesehen. Sie sind der Meinung, es müsse "Karenzgeld für alle" geben, egal ob es sich um eine Alleinerzieherin oder um eine Millionärsgattin handelt. Wir lehnen das ab! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald. )
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.
Oder: Wie schaut es aus bei den Transferleistungen? (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie hätten sich gar nicht zu Wort melden sollen! ) – Im Regierungsprogramm ist das Karenzgeld ohne Einkommensobergrenze vorgesehen. Sie sind der Meinung, es müsse "Karenzgeld für alle" geben, egal ob es sich um eine Alleinerzieherin oder um eine Millionärsgattin handelt. Wir lehnen das ab! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald. )
Beifall bei der SPÖ.
Ich denke da beispielsweise nur an die Diskussion rund um die Erstellung des Budgets 2000. Da hat der neue Finanzminister dem vorigen Finanzminister Edlinger vorgeworfen, dass er falsche Budgetzahlen vermittelt hat. Dann hat sich in einer Pressekonferenz herausgestellt, dass die Budgetzahlen vom Finanzminister Edlinger ohnehin richtig gewesen sind. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Trinkl: Wo ist der Rudas?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Aber offensichtlich befindet sich Finanzminister Grasser nur auf einem Ausflug auf der Regierungsbank, denn wie sonst soll ich es verstehen, wenn er, wie er selbst sagt, ganz offensichtlich ein Rückkehrrecht in den Magna-Konzern hat, woher er kommt (Abg. Dr. Trinkl: Wo ist der Rudas?), wenn er Geschäftsführer zweier Wettgesellschaften gewesen ist, nach eigenen Angaben zurückgetreten ist und nun ein Regierungs
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich weiß nicht, wie er diese Aufgabe bewerkstelligen soll, ohne seinen ehemaligen oder seinen zukünftigen Arbeitgeber zu bevorzugen. Für mich ist das eine fragwürdige Vorgangsweise und eine Vorgangsweise, die einer klassischen Unvereinbarkeit sehr nahe kommt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Wollten Sie nicht mit uns in Koalition gehen!
Ich könnte diese Aufzählung noch weiter fortsetzen. Wir haben heute beim ersten Tagesordnungspunkt bereits ausführlich über Ihr Chaos im Personalbereich diskutiert. Ich könnte das Chaos im Pensionsbereich schildern, zu dem die Bundesregierung Vorschläge angekündigt hat, die völlig widersprüchlich sind. So sind im Regierungsprogramm im Fall von Frühpensionierungen hohe Abschläge vorgesehen, die völlig unverantwortlich sind. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wollten Sie nicht mit uns in Koalition gehen!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald. – Abg. Mag. Schweitzer: Welches "Chaos"?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich glaube, all das beweist, dass das Chaos und die Unordnung in Ihrer Regierungspolitik in diesen vier Wochen an vorderster Stelle gestanden sind. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald. – Abg. Mag. Schweitzer: Welches "Chaos"?)
Abg. Haigermoser: Die einzige Belastung ist Ihre Rede!
Dort, meine sehr geehrten Damen und Herren, wo Sie klare Vorhaben haben erkennen lassen, gehen Sie nach der Devise der Umverteilung von unten nach oben vor. Sie wollen den kleinen Arbeitnehmern, den Landwirten und den Gewerbetreibenden zusätzliche Belastungen in der Höhe von mindestens 14 Milliarden Schilling aufbürden und geben den Großen mehr als 20 Milliarden Schilling. Sie erhöhen den Preis für die Autobahnvignette, führen höhere Energiesteuern ein, führen Selbstbehalte ein, nehmen Leistungskürzungen vor und sehen eine Reihe von anderen Belastungen vor. Sie plakatieren im Gemeinderatswahlkampf in Niederösterreich den Belastungsstopp und führen gleichzeitig eine Belastung nach der anderen neu ein. (Abg. Haigermoser: Die einzige Belastung ist Ihre Rede!) Das heißt, die einzige Klarheit, die ich in diesem Chaos sehe, ist die, dass Sie ungeniert den Österreicherinnen und Österreichern in die Tasche greifen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Dort, meine sehr geehrten Damen und Herren, wo Sie klare Vorhaben haben erkennen lassen, gehen Sie nach der Devise der Umverteilung von unten nach oben vor. Sie wollen den kleinen Arbeitnehmern, den Landwirten und den Gewerbetreibenden zusätzliche Belastungen in der Höhe von mindestens 14 Milliarden Schilling aufbürden und geben den Großen mehr als 20 Milliarden Schilling. Sie erhöhen den Preis für die Autobahnvignette, führen höhere Energiesteuern ein, führen Selbstbehalte ein, nehmen Leistungskürzungen vor und sehen eine Reihe von anderen Belastungen vor. Sie plakatieren im Gemeinderatswahlkampf in Niederösterreich den Belastungsstopp und führen gleichzeitig eine Belastung nach der anderen neu ein. (Abg. Haigermoser: Die einzige Belastung ist Ihre Rede!) Das heißt, die einzige Klarheit, die ich in diesem Chaos sehe, ist die, dass Sie ungeniert den Österreicherinnen und Österreichern in die Tasche greifen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Aumayr: Pack?!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sie sind dabei – aber das ist Ihr Problem! –, viele Wahlversprechen, die Sie vor der Wahl am 3. Oktober abgegeben haben, am laufenden Band zu brechen. Wir haben eine Situation, die für unser Land schlimm ist und von Tag zu Tag schlimmer wird. Der blau-schwarze Pakt bringt negative Auswirkungen für unser Land (Abg. Aumayr: Pack?!), der blau-schwarze Pakt gefährdet den sozialen Frieden in diesem Lande und isoliert Österreich in hohem Maße. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sie sind dabei – aber das ist Ihr Problem! –, viele Wahlversprechen, die Sie vor der Wahl am 3. Oktober abgegeben haben, am laufenden Band zu brechen. Wir haben eine Situation, die für unser Land schlimm ist und von Tag zu Tag schlimmer wird. Der blau-schwarze Pakt bringt negative Auswirkungen für unser Land (Abg. Aumayr: Pack?!), der blau-schwarze Pakt gefährdet den sozialen Frieden in diesem Lande und isoliert Österreich in hohem Maße. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf bei den Freiheitlichen.
Deshalb sage ich Ihnen, meine sehr geehrten Damen und Herren: Ihre Regierung entspricht nicht dem Wählerwillen. (Zwischenruf bei den Freiheitlichen.) Hinter dieser Regierung steht nicht das Land Österreich, und mit jedem Tag, den Sie länger im Amt bleiben, werden die Probleme schwieriger und schlimmer.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Stummvoll: Eine Chaos-Rede! – Abg. Dr. Khol: Dass du dich so missbrauchen lässt! – Abg. Schwarzenberger : Das war jetzt eine Chaos-Rede!
Herr Dr. Schüssel! Im Interesse des Landes Österreich gibt es nur eine Lösung: Setzen Sie diesem Chaos ein Ende! Kündigen Sie diese Koalition mit dieser FPÖ auf! Sie haben dabei unsere Unterstützung, denn wir Sozialdemokraten wollen das Beste für unser Land. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Stummvoll: Eine Chaos-Rede! – Abg. Dr. Khol: Dass du dich so missbrauchen lässt! – Abg. Schwarzenberger : Das war jetzt eine Chaos-Rede!)
Abg. Dietachmayr: Richtig!
Seien Sie so fair und versuchen Sie jetzt nicht, den Eindruck zu erwecken – Sie haben das in den letzten Stunden dieser Debatte hier im Hohen Hause und auch gestern und auch sonst immer wieder versucht –, Österreich hätte sich innerhalb von vier Wochen fundamental geändert. (Abg. Dietachmayr: Richtig!) Das stimmt ja nicht! Österreich ist nach wie vor ein offenes, ein friedliches, ein demokratisches Land, ein Land, in dem sich die Menschen – egal, ob Inländer, Gäste oder Flüchtlinge – wohl fühlen und sicher fühlen können. So muss es bleiben – dafür werden wir sorgen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Seien Sie so fair und versuchen Sie jetzt nicht, den Eindruck zu erwecken – Sie haben das in den letzten Stunden dieser Debatte hier im Hohen Hause und auch gestern und auch sonst immer wieder versucht –, Österreich hätte sich innerhalb von vier Wochen fundamental geändert. (Abg. Dietachmayr: Richtig!) Das stimmt ja nicht! Österreich ist nach wie vor ein offenes, ein friedliches, ein demokratisches Land, ein Land, in dem sich die Menschen – egal, ob Inländer, Gäste oder Flüchtlinge – wohl fühlen und sicher fühlen können. So muss es bleiben – dafür werden wir sorgen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Murauer: Ja, so fühlt er sich! – Abg. Mag. Trattner: Die haben das Land immer als Eigentum betrachtet, die SPÖ!
Herr Abgeordneter! Ihre Argumente und Ihre Sprache verraten Sie. Sie haben gesagt, Sie haben das Land "übergeben". (Abg. Murauer: Ja, so fühlt er sich! – Abg. Mag. Trattner: Die haben das Land immer als Eigentum betrachtet, die SPÖ!) Was heißt, Sie haben das Land "übergeben"? – Wir haben jetzt 14, 15 Jahre gemeinsam mit Ihnen regiert. Das ist eine gemeinsame Leistung! Dieses Land gehört nicht einer Partei. Es gehörte nicht Ihnen, es gehört nicht uns! Es ist uns treuhändig zur Verwaltung übergeben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Trattner: Eigentümer Edlinger! Eigentümer Hostasch! Eigentümer Gusenbauer!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Trattner: Eigentümer Edlinger! Eigentümer Hostasch! Eigentümer Gusenbauer!
Herr Abgeordneter! Ihre Argumente und Ihre Sprache verraten Sie. Sie haben gesagt, Sie haben das Land "übergeben". (Abg. Murauer: Ja, so fühlt er sich! – Abg. Mag. Trattner: Die haben das Land immer als Eigentum betrachtet, die SPÖ!) Was heißt, Sie haben das Land "übergeben"? – Wir haben jetzt 14, 15 Jahre gemeinsam mit Ihnen regiert. Das ist eine gemeinsame Leistung! Dieses Land gehört nicht einer Partei. Es gehörte nicht Ihnen, es gehört nicht uns! Es ist uns treuhändig zur Verwaltung übergeben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Trattner: Eigentümer Edlinger! Eigentümer Hostasch! Eigentümer Gusenbauer!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Hören wir auf – das ist mein Appell auch auf Grund der Erfahrungen der letzten Stunden der Diskussion –, ein Reich des Lichtes und ein Reich der Finsternis zu konstruieren, ein Reich der Guten und ein Reich der Bösen. Das stimmt nicht! Nehmen wir doch gemeinsam von einander an, dass sich jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten bemüht, mit unterschiedlichen Zielen, mit einer unterschiedlichen Herkunft und einer unterschiedlichen Zukunftsvorstellung, das Land ordentlich gestalten zu wollen. Das ist es doch, was Demokraten in Österreich verbinden soll – und nicht die Trennung! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Oberhaidinger: 30 Jahre Sozialdemokraten in der Regierung!
Verräterisch ist es natürlich auch, wenn Sie – zu Recht – auf die Erfolge hinweisen, auf die Stabilität, auf die internationale Anerkennung (Abg. Oberhaidinger: 30 Jahre Sozialdemokraten in der Regierung!), nur: Seien Sie dann auch so ehrlich und sagen Sie, dass einige "kleine" Probleme zu bewältigen sind. Wir haben ein Budgetproblem, wir haben einen Stabilitätspakt unterzeichnet und unser Land ist heute innerhalb der Euro-Zone das Schlusslicht geworden. Und wer hat denn in den letzten Jahren und Jahrzehnten die Finanzminister gestellt? – Doch nicht wir! Als Ihr erster Finanzminister in der Zweiten Republik– es war Hannes Androsch – das Budget von einer ÖVP-Alleinregierung übernommen hat, war das Land beinahe schuldenfrei. Heute sitzen wir auf einem Schuldenberg von 1 700 Milliarden Schilling. Also: So gering ist dieses Problem, mit dem wir alle in diesem Haus uns auseinander setzen müssen, bei Gott nicht! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Oberhaidinger: Und welche Werte stehen dem gegenüber?)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Oberhaidinger: Und welche Werte stehen dem gegenüber?
Verräterisch ist es natürlich auch, wenn Sie – zu Recht – auf die Erfolge hinweisen, auf die Stabilität, auf die internationale Anerkennung (Abg. Oberhaidinger: 30 Jahre Sozialdemokraten in der Regierung!), nur: Seien Sie dann auch so ehrlich und sagen Sie, dass einige "kleine" Probleme zu bewältigen sind. Wir haben ein Budgetproblem, wir haben einen Stabilitätspakt unterzeichnet und unser Land ist heute innerhalb der Euro-Zone das Schlusslicht geworden. Und wer hat denn in den letzten Jahren und Jahrzehnten die Finanzminister gestellt? – Doch nicht wir! Als Ihr erster Finanzminister in der Zweiten Republik– es war Hannes Androsch – das Budget von einer ÖVP-Alleinregierung übernommen hat, war das Land beinahe schuldenfrei. Heute sitzen wir auf einem Schuldenberg von 1 700 Milliarden Schilling. Also: So gering ist dieses Problem, mit dem wir alle in diesem Haus uns auseinander setzen müssen, bei Gott nicht! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Oberhaidinger: Und welche Werte stehen dem gegenüber?)
Abg. Dr. Khol: Frau Hostasch! – Abg. Dr. Stummvoll: Hostasch!
Bevor Sie jetzt den Menschen Angst machen – und das geschieht ja in diesen Tagen; es heißt ja, dass jetzt eine "Krankensteuer", eine "Gesundheitssteuer" oder was auch immer kommt –: Vielleicht erklärt irgendjemand der österreichischen Öffentlichkeit, wie es dazu kommt, dass unter den Augen verantwortlicher Politiker bis zur Jahreshälfte, eigentlich bis ein Vierteljahr vor Jahresende gesagt wird, dass es mit den Krankenkassen, die drei Jahre vorher saniert wurden, überhaupt kein Problem gibt (Abg. Dr. Khol: Frau Hostasch! – Abg. Dr. Stummvoll: Hostasch!), und es dann auf einmal heißt: Sie hatten im Vorjahr ein Minus von 3,3 Milliarden Schilling. Heuer sollen es 5,5 Milliarden Schilling Defizit werden und im nächsten Jahr 7 bis 8 Milliarden Schilling. – So sorgsam ist mit den Problemen und vor allem auch hinsichtlich der Lösungen nicht umgegangen worden! Wir müssen uns dem stellen und wollen dies auch tun. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bevor Sie jetzt den Menschen Angst machen – und das geschieht ja in diesen Tagen; es heißt ja, dass jetzt eine "Krankensteuer", eine "Gesundheitssteuer" oder was auch immer kommt –: Vielleicht erklärt irgendjemand der österreichischen Öffentlichkeit, wie es dazu kommt, dass unter den Augen verantwortlicher Politiker bis zur Jahreshälfte, eigentlich bis ein Vierteljahr vor Jahresende gesagt wird, dass es mit den Krankenkassen, die drei Jahre vorher saniert wurden, überhaupt kein Problem gibt (Abg. Dr. Khol: Frau Hostasch! – Abg. Dr. Stummvoll: Hostasch!), und es dann auf einmal heißt: Sie hatten im Vorjahr ein Minus von 3,3 Milliarden Schilling. Heuer sollen es 5,5 Milliarden Schilling Defizit werden und im nächsten Jahr 7 bis 8 Milliarden Schilling. – So sorgsam ist mit den Problemen und vor allem auch hinsichtlich der Lösungen nicht umgegangen worden! Wir müssen uns dem stellen und wollen dies auch tun. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wenn Sie immer wieder den ATX zitieren, dann tun Sie das doch bitte richtig! Ich habe die Dinge klargestellt: Seit dem Amtsantritt dieser Regierung, 4. Februar 2000, sind die Kurse um insgesamt 2 Prozent gestiegen! Wo ist da ein Schaden von 40 Milliarden Schilling entstanden? Das soll mir bitte einmal einer anhand einer Rechenmaschine – oder auch ohne – erklären! Die Kurse steigen leicht – und sie werden weiter steigen, wenn wir diesen Wege weitergehen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir haben ein Thema, das lange verschleppt war, die Anonymität der Sparguthaben, angegangen. Wir haben nicht darauf geschaut, wann Wahlen sind, wie der Amtsvorgänger von Karl-Heinz Grasser oder wie Viktor Klima – wir lösen dieses Problem jetzt, weil der Kampf gegen die Geldwäsche ernst genommen werden muss und das beste Bankgeheimnis gewahrt bleibt! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir haben gestern ein Demokratie-Paket eingebracht, das meiner Meinung nach eine wirklich weitreichende Verbesserung der direkten Demokratie bringen wird. Wenn ein Volksbegehren eine bestimmte Anzahl von Unterschriften erhalten hat und nicht entsprechend umgesetzt wird, gibt es eine Volksabstimmung. Briefwahl, Petitionsrechte, junge Menschen mehr einbinden – all das sind Themen, die wir uns vorgenommen haben und die wir ganz konsequent und unbeirrt in dieser neuen Zeit verwirklichen wollen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir werden das Thema der sozialen Gerechtigkeit ernst nehmen. Von einer Umverteilung von unten nach oben kann nicht die Rede sein. Wir wollen soziale Gerechtigkeit am Arbeitsplatz herbeiführen, indem der Urlaubsanspruch gerecht und sozial fair dem gegeben wird, der ihn sich auch wirklich erarbeitet hat. Das ist der Sinn. Und wir werden auch die Gleichstellung – das ist lange überfällig! – von Arbeitern und Angestellten im Krankheits- oder Dienstverhinderungsfall durchsetzen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Parnigoni.
Es ist der Zeitpunkt für ein modernes Abfertigungsrecht gekommen, denn es kann doch nicht fair sein, wenn die Hälfte aller Arbeitnehmer überhaupt keinen Anspruch auf Abfertigung hat und andere zwei-, dreimal in den Genuss einer Abfertigung kommen. Das ist eine der modernsten und wichtigsten Anregungen, die wir in den nächsten Wochen und Monaten umsetzen werden. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Parnigoni. )
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Auch der Tourismus boomt – der Jänner war hervorragend. Der Jänner hat uns bei den gewerblichen Betrieben – und das sind die Entscheidenden, denn die leben davon – insgesamt einen Nächtigungszuwachs von 5,3 Prozent gebracht. Wir rechnen für die gesamte Saison mit einem Umsatz-Plus von mindestens 2,5 Milliarden Schilling. Es gibt also auch in diesem Bereich keinen Grund, jetzt immer Krisenzeichen an die Wand zu malen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Einen letzten Punkt möchte ich schon auch noch ansprechen, Herr Abgeordneter Schlögl: Sie fordern uns auf, die Koalition aufzugeben, weil das alles so schlecht ist. Erklären Sie aber bitte dem Hohen Haus, warum Sie persönlich mit Jörg Haider Gespräche geführt haben betreffend die Duldung einer SPÖ-Minderheitsregierung durch die Freiheitliche Partei, wenn das alles so ist. Hören Sie auf, schwarz-weiß zu malen, nennen Sie alle Dinge, die auf den Tisch zu legen sind, dann wird man ein ehrlicheres Bild von der politischen Wirklichkeit bekommen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Jedes neue Regierungsmitglied braucht eine bestimmte Einarbeitungszeit. Das ist überhaupt keine Frage. Die äußeren Umstände sind schwierig – wie Sie selbst auch erwähnt haben –, wofür natürlich viele Faktoren und Gründe verantwortlich sind; es ist nicht meine Aufgabe, diese zu nennen. Ich meine, dass jedes Regierungsmitglied auch ein Maß an Vertrauen verdient, und ich bin sicher, dass sie es auch rechtfertigen werden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Das ist eine Selbstverständlichkeit!
Diese Regierung tritt für Wandel und Reformen in Österreich ein. Sie bekennt sich zur Mitgliedschaft Österreichs in der Europäischen Union, zur Erweiterung, zur europäischen Währung. Wir wollen dies auch ganz bewusst zum Ausdruck bringen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Das ist eine Selbstverständlichkeit!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich möchte erwähnen, dass die Grundlagen der Weiterentwicklung – Karenzgeld für zwei bis drei Jahre, wenn man den Partner mit einbezieht, die Weiterentwicklung des Kinderbetreuungsgeldes – klar, eindeutig und unmissverständlich im Regierungsprogramm festgehalten sind. Jede Mutter, jeder Vater wird in Hinkunft im Sinne der Gerechtigkeit in den Genuss dieser wichtigen Familien- und Kinderleistung kommen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Maulkörbe lehne ich ab, das sage ich auch deutlich dazu.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Karl-Heinz Grasser war in die Verhandlungen betreffend das Regierungsprogramm überhaupt nicht eingebunden. Er war damals auch nicht in irgendeinem Verhandlungsteam nominiert. Ich möchte an dieser Stelle aber ausdrücklich den Sportsprechern und den Verhandlern dieses Kapitels, dem Abgeordneten Mag. Karl Schweitzer und Karlheinz Kopf danken, denn von ihnen kam die Anregung, die wir natürlich gerne übernommen haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Khol: Das hätte der Schlögl schon wissen können! – Abg. Schwarzenberger: Er hat ja wider besseres Wissen gehandelt!
Natürlich sind zu Recht viele Fragen in die Richtung, wie das konkret ausschauen wird, zu stellen. Über Einrichtung, Finanzierung, Sendezeiten, Programmgestaltung wird in nächster Zeit mit den betroffenen Verbänden, Unternehmungen und Funktionären zu sprechen sein. Wir werden uns erlauben, Sie zu gegebener Zeit über das Ergebnis der Gespräche zu informieren. Aber um vielleicht einen Irrtum des Anfragestellers gleich aufzuklären: Nicht der Finanzminister ist für die Verhandlungen zuständig, sondern der Staatssekretär für Kunst und Medienfragen. Also da ist nicht einmal annähernd eine Unvereinbarkeit gegeben, die Sie offenkundig dabei vermuten. (Abg. Dr. Khol: Das hätte der Schlögl schon wissen können! – Abg. Schwarzenberger: Er hat ja wider besseres Wissen gehandelt!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wenn wir uns jetzt im Nachhinein die Dinge selbstkritisch ansehen, müssen wir schon sagen: Es war ein schwerer Fehler, vor der Wahl zu versprechen, dass die Krankenscheingebühr abgeschafft wird – das zu einem Zeitpunkt, zu dem man eigentlich seriöserweise schon hätte wissen müssen, dass ein Finanzproblem entsteht. Ich möchte mich dieser populistischen Versuchung wirklich entziehen. Wir wollen das sagen, was ist. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Primär wollen wir natürlich bei den Verwaltungskosten, bei den Abläufen sparen. Aber ich sage auch: Es werden harte Verhandlungen mit den betroffenen Unternehmungen zu führen sein darüber, wie wir zu einer Deckelung der explodierenden Medikamentenpreise kommen. Es wird mit den Ärzten, mit den Apotheken klar zu sprechen sein. Wir müssen generell zu einer Limitierung der Gesundheitskosten kommen, ohne die Leistungen für die Kranken in irgendeiner Weise rationieren oder begrenzen zu müssen. Das ist unser Ziel. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich bitte jetzt schon die verantwortlichen Funktionäre der Selbstverwaltung, auch ihre Verantwortung dergestalt wahrzunehmen, dass sie selbst Vorschläge machen – als Profis, als Praktiker –, wie man, ohne den Kranken zu schaden, die Gesundung der Krankenversicherungen sicherstellen kann. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Da wollen Sie von mir eine Entschuldigung für ein Zitat eines ehemaligen Ministers. Erstens sage ich sehr deutlich, dass jeder für seine Aussagen selbst verantwortlich ist, und man sollte nicht dauernd darauf drängen, dass sich andere für etwas entschuldigen sollen. Nur: Wenn sich jemand entschuldigen sollte – ich habe dieses Interview sehr genau gelesen –, dann sollte es eigentlich der sein, der diese inkriminierenden Äußerungen wirklich gemacht hat – das ist nämlich ein bekannter Journalist. Ich bin gespannt darauf, ob diese Entschuldigung erfolgen wird. Sie wäre höchst angebracht. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich wiederhole das, was ich in der Fragestunde schon gesagt habe: Das Frauenministerium, das es als alleiniges Ministerium niemals gegeben hat, sondern das eingebettet war in ein ganzes Sammelsurium von merkwürdigen Kompetenzen – von der Veterinärmedizin über das Giftwesen bis hin zum Konsumentenschutz; die Frauenangelegenheiten sind nur der kleinere Teil gewesen –, wird in Hinkunft im Generationenministerium angesiedelt sein. Die Frauensektion, die das abgewickelt hat, bleibt vollinhaltlich erhalten. Für die Projekte sind die gleichen Ansprechpartner wie bisher zuständig. Die Frau Sozialminister wird sich mit der ihr eigenen sozialen Kompetenz und, wie ich glaube, auch mit Dialogfähigkeit dieser Fragen annehmen. Ich meine, dass das ein guter Weg ist, den wir hier gewählt haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich muss aber nach der heutigen Diskussion eines dazusagen – und hoffentlich stimmen mir da viele zu –: Das war eine außerordentlich kompetente, behutsame und gute Einführung des neuen Ministers. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bitte, nennen wir die Dinge wieder beim Namen. Worum geht es? – Dr. Böhmdorfer hat in seiner Funktion als Anwalt bestimmte Anwaltskosten in einem Insolvenzprozess gehabt, und er hat diese Anwaltskosten in einem Konkursverfahren als Gläubiger angemeldet. Darf ich ganz offen sagen: Das ist ein Routinevorgang, der überhaupt nichts Besonderes ist, der schon gar nichts mit Parteipolitik zu tun hat, und dieser Umstand, meine Damen und Herren, ist für die künftige Amtsführung des Justizministers vollkommen belanglos und stellt vor allem überhaupt keine Gefährdung der Unabhängigkeit der Justiz und seiner Amtsführung dar. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir haben ein unmissverständliches und sehr detailliert ausformuliertes offizielles Programm der Bundesregierung erarbeitet. Dieses Programm ist für uns verbindlich. Unterstützende Äußerungen sind jederzeit willkommen, gleichgültig, ob sie aus den Reihen der Regierungsparteien oder – ich lade Sie ein dazu – aus den Reihen der Opposition kommen, widersprechende Äußerungen, egal, ob sie aus den eigenen oder aus Ihren Reihen kommen, wird man in einer Demokratie, in der Meinungsfreiheit herrscht, aushalten müssen. Aber verbindlich ist dieses gemeinsame Regierungsprogramm und sonst nichts! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wenn Sie zugehört haben, werden Sie wissen, dass die Drohung immer als Frage formuliert war. Ist das eine Drohung? Ist das ein Veto? Von unserer Seite gibt es keine Drohungen, von keinem einzigen Regierungsmitglied gibt es Drohungen namens Österreichs gegen die Europäische Union. Ich hielte das auch nicht für klug. Drohungen sind in jede Richtung völlig kontraproduktiv. Man lässt sich hoffentlich durch so etwas nie beeindrucken – in der einen Richtung nicht, in der anderen Richtung nicht. Aber wir erwarten – und das sage ich sehr deutlich – Fairness und Besonnenheit auch von den anderen 14 Partnern in der Europäischen Union. Boykottaufrufe, das Absagen von Jugendaustausch, das Blockieren von Kultureinladungen und Auftritten von Künstlern, das Ausladen von Botschaftern zu einem europäischen Akt – all das, meine Damen und Herren, halte ich für nicht mit dem europäischen Geist vereinbar, und ich hoffe, dass Sie alle mir darin zustimmen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
In diesem Zusammenhang gibt es auch einen hochinteressanten Artikel von Völkerrechtsprofessor Waldemar Hummer, nachzulesen in einer gekürzten Fassung am Donnerstag, dem 24. Feber 2000, in der "Neuen Zürcher Zeitung", der die Maßnahmen der Vierzehn als unverhältnismäßig, weit über das zulässige Maß unfreundlicher völkerrechtlicher Verhaltensweisen hinausgehend und damit EU-rechtliche Bestimmungen verletzend beschreibt. Ich hoffe daher sehr, dass bald die Vernunft einkehrt und dass man vor allem auch die differenzierten Stimmen, die es ja jetzt immer mehr zu hören gibt, verstärkt hört. Wir werden unsere Hand immer ausstrecken, wir werden nie Emotionen schüren, wir werden besonnen bleiben, und wir hoffen, das die anderen diese Signale auch durchaus wahrnehmen und positiv darauf reagieren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Schweitzer: Wenn es so etwas Positives gibt, dann freut sie das nicht!
Ich danke Luis Durnwalder und Siegi Brugger für diese Initiative, und eigentlich hätte ich mich gefreut, wenn Sie mit applaudiert hätten, weil es ja um Luis Durnwalder und um die Sammelpartei der SVP geht. Das ist kein parteipolitischer Punkt. Es wäre gut und schön gewesen, wenn alle applaudiert hätten. (Abg. Mag. Schweitzer: Wenn es so etwas Positives gibt, dann freut sie das nicht!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich meine, dass wir auch hier in einer gewissen Weise das Maß wahren sollen. Es ist unangenehm, es ist bitter, zu lernen, dass wir in einer solchen Situation von 14 Staaten mit Maßnahmen bedacht werden, aber ich glaube trotzdem, dass wir selbstbewusst genug sein müssen, auch auszusprechen: Wenn die anderen unsere Rechte nicht wahren, wenn unsere vertraglichen Rechte nicht garantiert sind, dann müssen und werden wir natürlich mit rechtlichen Schritten dagegen vorgehen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Vermeiden wir, immer wieder die unselige Geschichte Österreichs im vorigen Jahrhundert anklingen zu lassen. Dies sind nicht die dreißiger Jahre, dies sind nicht die Probleme, nicht die Personen und nicht die Ideologien der dreißiger Jahre. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Wir sind in der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts, und da wollen wir arbeiten
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Auf Grund der Darstellungsweise des Herrn Bundeskanzlers, dass er sich in den 13 Jahren, in denen er mit den Sozialdemokraten gemeinsam in einer Regierung gesessen ist, offensichtlich phasenweise ausgeblendet hat – er sagt ja, über die Budgetentwicklung wusste er nichts, über viele andere Dinge hat er auch nicht gewusst, er war also faktisch nicht anwesend –, müssen wir natürlich gewärtig sein – und das sage ich auch Ihnen, den Abgeordneten von der FPÖ –: Es wird nach dieser Darstellung des Herrn Bundeskanzlers in ein paar Jahren wahrscheinlich nicht mehr sicher sein, ob er am 2. März 2000 um 15.30 Uhr wirklich hier auf der Regierungsbank gesessen ist. Zuerst wird er sich möglicherweise gar nicht mehr daran erinnern, dass er mit der FPÖ in einer Koalition war, dann wird er sich gar nicht mehr daran erinnern, dass er hier eine Stellungnahme abgegeben hat. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und bei der ÖVP.) Das heißt, er wird seine Existenz wieder virtualisieren. Ich warne Sie davor! Er hat die Gabe, sich dieser Verantwortung zu entziehen. Wir werden ihn aber aus dieser Verantwortung nicht entlassen. Wir werden uns das merken, was er heute gesagt hat. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Auf Grund der Darstellungsweise des Herrn Bundeskanzlers, dass er sich in den 13 Jahren, in denen er mit den Sozialdemokraten gemeinsam in einer Regierung gesessen ist, offensichtlich phasenweise ausgeblendet hat – er sagt ja, über die Budgetentwicklung wusste er nichts, über viele andere Dinge hat er auch nicht gewusst, er war also faktisch nicht anwesend –, müssen wir natürlich gewärtig sein – und das sage ich auch Ihnen, den Abgeordneten von der FPÖ –: Es wird nach dieser Darstellung des Herrn Bundeskanzlers in ein paar Jahren wahrscheinlich nicht mehr sicher sein, ob er am 2. März 2000 um 15.30 Uhr wirklich hier auf der Regierungsbank gesessen ist. Zuerst wird er sich möglicherweise gar nicht mehr daran erinnern, dass er mit der FPÖ in einer Koalition war, dann wird er sich gar nicht mehr daran erinnern, dass er hier eine Stellungnahme abgegeben hat. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und bei der ÖVP.) Das heißt, er wird seine Existenz wieder virtualisieren. Ich warne Sie davor! Er hat die Gabe, sich dieser Verantwortung zu entziehen. Wir werden ihn aber aus dieser Verantwortung nicht entlassen. Wir werden uns das merken, was er heute gesagt hat. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich kann Ihnen nur sagen: Zu Recht sollen Sie sich fürchten! Wir werden dafür sorgen, dass Sie sich in Ihren Wahlkreisen zu fürchten haben ob dieser Politik, die Sie mit dem Herrn Bundeskanzler zu verantworten haben! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Edlinger: Abakus!
Und weil der Herr Bundeskanzler vom Budget und von den Budgetschulden gesprochen hat, ein bisserl zum Mitschreiben, und falls einige von Ihnen einen Rechner mithaben, können Sie mit den Holzkugeln schieben (Abg. Edlinger: Abakus!), damit Sie das auch wirklich registrieren können: Allein in den letzten 30 Jahren hat der Bund für die Selbständigen und für die Landwirte zur Finanzierung der Pensionen 530 Milliarden Schilling eingezahlt. Nicht, dass ich mich dazu nicht bekenne, ich sage nur, Sie sollten wissen, was mit dem Geld geschehen ist und wohin es gegangen ist, und nicht einfach mitapplaudieren, wenn da wieder eine Uminterpretierung stattfindet unter dem Motto: Ich weiß von nichts, mein Name ist Bundeskanzler Hase. Ich weiß von nichts, aber ich bin auf gar keinen Fall dafür verantwortlich. So einfach ist das nicht! Und daher sollen Sie sich das wirklich merken, was damit passiert ist.
Abg. Dr. Puttinger: Der Broda war auch Sozialist!
Es war auch nicht immer in Ihrem (in Richtung ÖVP) Interesse. Der Herr Böhmdorfer war auch oft im Gegensatz zu Ihnen. Sie sollten da gar nicht mitapplaudieren, wenn der Bundeskanzler den Herrn Böhmdorfer lobt. Sie brauchen jetzt gar keinen Wackelkontakt mit Ihrem Kopf zu kriegen, das ist wirklich so, sehr geehrter Herr Fischl, so ist das in Wahrheit. Der Herr Böhmdorfer ist das juristische Hirn des ideologischen Hirns des Herrn Haider. Hier ist eine zutiefst parteipolitische Besetzung des Justizministeriums erfolgt, etwas, wogegen Sie jahrelang gekämpft haben. (Abg. Dr. Puttinger: Der Broda war auch Sozialist!) Da wurden Sie sich selbst untreu. Diese Unglaubwürdigkeit werden wir auch in Ihren Wahlkreisen weitergeben. Daher: Fürchtet euch nicht, denn dort wird es zur Sprache kommen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Es war auch nicht immer in Ihrem (in Richtung ÖVP) Interesse. Der Herr Böhmdorfer war auch oft im Gegensatz zu Ihnen. Sie sollten da gar nicht mitapplaudieren, wenn der Bundeskanzler den Herrn Böhmdorfer lobt. Sie brauchen jetzt gar keinen Wackelkontakt mit Ihrem Kopf zu kriegen, das ist wirklich so, sehr geehrter Herr Fischl, so ist das in Wahrheit. Der Herr Böhmdorfer ist das juristische Hirn des ideologischen Hirns des Herrn Haider. Hier ist eine zutiefst parteipolitische Besetzung des Justizministeriums erfolgt, etwas, wogegen Sie jahrelang gekämpft haben. (Abg. Dr. Puttinger: Der Broda war auch Sozialist!) Da wurden Sie sich selbst untreu. Diese Unglaubwürdigkeit werden wir auch in Ihren Wahlkreisen weitergeben. Daher: Fürchtet euch nicht, denn dort wird es zur Sprache kommen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Dr. Khol: Hast du Schwierigkeiten?
Und wenn man schon den Satz kreiert, man soll sich vom Privaten zurückziehen, weniger privat ist mehr Staat, nein, weniger Staat ist mehr privat. Das war Ihre Erfindung, dieser Satzes (Abg. Dr. Khol: Hast du Schwierigkeiten?) Gott sei Dank habe ich eine freudsche Sperre gegen diesen Satz. Gott sei Dank! (Abg. Dr. Khol: Weniger Staat, mehr privat, heißt das!) Gut, okay, Herr Dozent!
Abg. Dr. Khol: Weniger Staat, mehr privat, heißt das!
Und wenn man schon den Satz kreiert, man soll sich vom Privaten zurückziehen, weniger privat ist mehr Staat, nein, weniger Staat ist mehr privat. Das war Ihre Erfindung, dieser Satzes (Abg. Dr. Khol: Hast du Schwierigkeiten?) Gott sei Dank habe ich eine freudsche Sperre gegen diesen Satz. Gott sei Dank! (Abg. Dr. Khol: Weniger Staat, mehr privat, heißt das!) Gut, okay, Herr Dozent!
Beifall bei der SPÖ.
Wenn man das schon vorhat, dann soll man es aber auch können. Wenn man sich auf den Markt begibt, kann man nicht einfach sagen: Guten Tag! Da sind wir. Wir haben etwas zu verkaufen, aber ich sage Ihnen gleich, Wurscht, zu welchem Preis, Hauptsache, es geht möglichst schnell. So nach dem Motto: Ich habe ein Motorrad Ich fahre damit, Wurscht wohin, aber es muss möglichst schnell gehen! – Das ist Wirtschaftskompetenz? Herr Professor Van der Bellen, Sie könnten dann ja auch etwas dazu sagen! Das ist Wirtschaftskompetenz? – Da lachen ja die Ökonomiehühner, wenn sie so etwas registrieren. Das ist nicht Wirtschaftskompetenz, das ist Verscherbeln des staatlichen Familiensilbers! Das ist gegen das Interesse der Österreicherinnen und Österreicher, und daher werden Sie verstehen, dass wir das mit aller Schärfe kritisieren und dagegen auftreten. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Edlinger: Glaube ich nicht! Das glaube ich nicht mehr!
Sagen Sie, ist Ihnen das eigentlich gleichgültig, dass sich der EU-Kommissär Fischler – und er ist Ihnen doch irgendwie nahe stehend (Abg. Edlinger: Glaube ich nicht! Das glaube ich nicht mehr!), das kann man sagen, oder? – einmal in der Woche kritisch mit dieser Regierungskonstellation und mit dieser Regierung auseinander setzt? (Abg. Mag. Kukacka: Da haben Sie heute die "Presse" nicht gelesen! – Abg. Aumayr – eine Zeitung in die Höhe haltend –: Haben Sie die heutige "Presse" schon gelesen, Herr Kollege?) Ist Ihnen das gleichgültig, dass der Herr Bundespräsident Klestil – Ihnen auch nicht gerade fern stehend – diese Regierungskonstellation eigentlich gar nicht wollte? Das sollte doch eigentlich nachdenklich machen.
Abg. Mag. Kukacka: Da haben Sie heute die "Presse" nicht gelesen! – Abg. Aumayr – eine Zeitung in die Höhe haltend –: Haben Sie die heutige "Presse" schon gelesen, Herr Kollege?
Sagen Sie, ist Ihnen das eigentlich gleichgültig, dass sich der EU-Kommissär Fischler – und er ist Ihnen doch irgendwie nahe stehend (Abg. Edlinger: Glaube ich nicht! Das glaube ich nicht mehr!), das kann man sagen, oder? – einmal in der Woche kritisch mit dieser Regierungskonstellation und mit dieser Regierung auseinander setzt? (Abg. Mag. Kukacka: Da haben Sie heute die "Presse" nicht gelesen! – Abg. Aumayr – eine Zeitung in die Höhe haltend –: Haben Sie die heutige "Presse" schon gelesen, Herr Kollege?) Ist Ihnen das gleichgültig, dass der Herr Bundespräsident Klestil – Ihnen auch nicht gerade fern stehend – diese Regierungskonstellation eigentlich gar nicht wollte? Das sollte doch eigentlich nachdenklich machen.
Abg. Mag. Schweitzer: Du verwechselst Souveränität mit Überheblichkeit!
Das war eine Geisteshaltung, die mir nicht gefällt, so wie mir auch heute nicht gefallen hat, wie er in der Fragestunde mit der Opposition umgegangen ist: so von oben herab, sehr überheblich. (Abg. Mag. Schweitzer: Du verwechselst Souveränität mit Überheblichkeit!) Relativ früh eigentlich, wenn man bedenkt, dass er erst seit ein paar Wochen Bundeskanzler ist. Also nicht wirklich etwas, aus dem man entnehmen könnte, dass er die Opposition und ihre Rechte auch tatsächlich schätzt. (Abg. Dr. Khol: Du hast nur mehr 2 Minuten und hast noch nichts gesagt!)
Abg. Dr. Khol: Du hast nur mehr 2 Minuten und hast noch nichts gesagt!
Das war eine Geisteshaltung, die mir nicht gefällt, so wie mir auch heute nicht gefallen hat, wie er in der Fragestunde mit der Opposition umgegangen ist: so von oben herab, sehr überheblich. (Abg. Mag. Schweitzer: Du verwechselst Souveränität mit Überheblichkeit!) Relativ früh eigentlich, wenn man bedenkt, dass er erst seit ein paar Wochen Bundeskanzler ist. Also nicht wirklich etwas, aus dem man entnehmen könnte, dass er die Opposition und ihre Rechte auch tatsächlich schätzt. (Abg. Dr. Khol: Du hast nur mehr 2 Minuten und hast noch nichts gesagt!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Daher muss ich noch eines sagen, da heute diese Linie gegeben war: Ist er jetzt "verhaidert" oder ist er nicht "verhaidert"? Ich habe in der Fragestunde sehr genau aufgepasst, als die Frage nach der Gleichstellung der Zwangsarbeit unter dem NS-Regime – Stichwort "ordentliche Beschäftigungspolitik im Dritten Reich"; das ist für Sie, damit Sie mit dem Thema etwas anfangen können – und die Frage der Zwangsarbeit bei den Aufräumungsarbeiten des rassistischen Angriffskrieges der Hitler-Diktatur behandelt wurde. Und da, Herr Bundeskanzler, kann man in der Anfragebeantwortung nicht sagen: Jetzt blenden wir die historische Aufarbeitung aus! Das lassen wir weg! – Ohne historische Aufarbeitung kann ich mich dieser Frage nicht stellen. Und wenn Sie das ausblenden, Herr Bundeskanzler, dann ist das ein Beweis Ihrer persönlichen Verhaiderung. Das ist keine Attacke gegen Sie, sondern das ist die Wirklichkeit! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Mag. Trattner: Das haben Sie hinterlassen! Das müssen wir aufräumen! Das wird lange dauern!
Daher sage ich resümierend: Wir haben auf der einen Seite zum Nachteil Österreichs Chaos, Chaos, Chaos. Allein bei der Regierungsbestellung! Fürs Chaos sind Sie zuständig. (Abg. Mag. Trattner: Das haben Sie hinterlassen! Das müssen wir aufräumen! Das wird lange dauern!) Jeder Chaostheoretiker würde sich alle zehn Finger abschlecken, wenn er über Sie eine Dozenten- oder Doktorarbeit machen könnte, denn Sie sind der Inbegriff des Chaos.
Beifall bei der SPÖ.
"Der zerstörende Geist ist ein aufbauender Geist." – Das könnte von Jörg Haider sein, es ist aber von Bakunin, einem Anarchisten aus dem 19. Jahrhundert. Das ist Ihr Politikverständnis, das Sie hier momentan hier einbringen. Und erst die Art der Politik, wie Sie mit dieser Regierung umgehen: gehen, kommen, zurücktreten, wieder zurücktreten, wieder kommen. Ein reines Spiel! Sie bedenken nicht, worum es hier geht. Es geht um das Ansehen Österreichs, um das Ansehen der Österreicherinnen und Österreicher und nicht darum, dass Sie endlich einmal an die Macht kommen. Verwerflich ist das, was Sie hier machen! Verwerflich! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Jakob Auer (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Staatssekretär! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Für diese Dringliche Anfrage kann man dem I. a. D. – dem Innenminister außer Dienst – nur dankbar sein. Damit ermöglicht er unserem Bundeskanzler, in seiner brillanten Art wieder eine "Werbesendung" hier zu präsentieren, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Jetzt tut er mir schon wieder Leid, der Schlögl!
Ich habe fast Verständnis, dass Gusenbauer und Kostelka nach dem tosenden Applaus in unsere Richtung meinten: Aufstehen, aufstehen! – Ja, nach den Darbietungen von Schlögl habe ich wirklich Verständnis für diese Aufforderung, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Jetzt tut er mir schon wieder Leid, der Schlögl!)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bisher war es üblich, dass ein Regierungsmitglied, eine Regierung 100 Tage Einarbeitungszeit oder Schonfrist erhält. Diese wurde von Ihnen, meine Damen und Herren, nicht gewährt. Uns macht das nichts aus, auch keinem Minister dieser neuen Regierung, aber Sie haben sich selbst ins eigene Knie geschossen, denn Sie bräuchten dringend, meine Damen und Herren, 100, wahrscheinlich 200 Tage Einarbeitungszeit als Opposition! (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Es wäre offensichtlich notwendig, hier ein Trainingslager zu veranstalten.
Abg. Mag. Steindl: Klubsekretär ist er!
Meine Damen und Herren! Auch dem herabgestuften Kostelka (Abg. Mag. Steindl: Klubsekretär ist er!) fällt nichts anderes ein als das Wehklagen über die Industriepolitik, über den Schaden, den wir hier anrichten würden, das Krankjammern. Diese Regierung hätte der Industrie Schaden zugefügt. – Es wäre durchaus notwendig, einmal ein bisschen darüber nachzudenken, wer denn für den größten Verstaatlichten-Konkurs, wer denn für den "Konsum"-Konkurs zuständig war, meine Damen und Herren.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Diese Regierung von ÖVP und FPÖ hat ein Beschäftigungsprogramm, hat neue Initiativen zur Senkung der Lohnnebenkosten fixiert, hat soziale Sicherheit im Programm, hat eine massive Erhöhung der Mittel für die Forschung vorgesehen und sichert damit nachhaltiges Beschäftigungswachstum. Ja, diese Regierung geht entschlossen an die Arbeit, und ein mutiges, sozial ausgewogenes Programm ist der Kernpunkt, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Beides!
Die SPÖ als Oppositionspartei ist derzeit wohl massiv damit beschäftigt, sich aus den eigenen Problemen, aus den selbst gemachten Problemen herauszuwursteln. Klima, der Herr Bundeskanzler außer Dienst, wollte, konnte oder durfte nicht mehr hier herein ins Parlament. Als Flucht vor der Verantwortung könnte man dies bezeichnen – oder als schlechtes Gewissen. Ich weiß es nicht, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Beides!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Die Beurteilung ehemaliger und jetziger Politiker, diese Wertungen und Einschätzungen, Herr Bundesminister a.D. Schlögl, verwundern mich etwas. Ich gestehe durchaus auch Ihnen zu, dass Sie ein guter Minister gewesen sind, aber trösten Sie sich: Ihr Nachfolger, Ernst Strasser, wird wesentlich besser sein! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Noch ein Beispiel: Wenn ich mir ein wenig die Leistungen und die "Brillanz" – unter Anführungszeichen – Ihres ehemaligen Finanzministers Staribacher vergegenwärtige, dann muss ich sagen, das hat der neue Minister Grasser im kleinen Finger, was Herr Kollege Staribacher nicht hatte. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Da tritt ja geradezu ein Talent einem Laienspieler gegenüber! (Abg. Parnigoni: Jakob, bleib bei deinem Leisten!)
Abg. Parnigoni: Jakob, bleib bei deinem Leisten!
Meine Damen und Herren! Noch ein Beispiel: Wenn ich mir ein wenig die Leistungen und die "Brillanz" – unter Anführungszeichen – Ihres ehemaligen Finanzministers Staribacher vergegenwärtige, dann muss ich sagen, das hat der neue Minister Grasser im kleinen Finger, was Herr Kollege Staribacher nicht hatte. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Da tritt ja geradezu ein Talent einem Laienspieler gegenüber! (Abg. Parnigoni: Jakob, bleib bei deinem Leisten!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die Budget- und Finanzpolitik dieser neuen Bundesregierung ist geprägt von einem sinnvollen, sozial gerechten Sparen. Meine Damen und Herren! Dieses Budget, das erstellt werden wird, wird geprägt sein von wirksamen Reformen, damit aus der Verantwortung heraus die Zukunft für unsere Jugend sichergestellt werden kann. Vorbei ist die Zeit: Uns die Wohltaten und den Enkeln die Rechnung! – Das sollten Sie sich ins Stammbuch schreiben, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Auch sei einmal klargestellt – weil Sie immer von Ihren "Millionen-Bauern" träumen, die Sie offensichtlich in Ihren Nächten verfolgen –: Meine Damen und Herren! Die Landwirtschaft war jener Bereich, der die größten Verluste beim EU-Beitritt auszugleichen hatte, und daher sind Ausgleichszahlungen kein Geschenk, nicht etwas, was nachgeschmissen wird, wie es manches Mal formuliert wird, sondern ein gerechter Ausgleich dessen, was die Bauern verloren haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! "Die SPÖ" – so steht es im Magazin "NEWS" zu lesen – "sucht ihre Zukunft." – Wer etwas sucht, hat offensichtlich etwas verloren. Suchen Sie, meine Damen und Herren, Sie werden noch lange Zeit dafür brauchen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wahr ist, dass 530 Milliarden Schilling ausbezahlt wurden – und da sind bitte die Beiträge der Versicherten mit einzurechnen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wenn Sie jetzt bei der verbrannten Erde sind – den Eindruck habe ich –, dann darf ich sagen: Ich fürchte mich, was da noch kommen wird. Und ein bisschen bin ich da bei Frau Bundesministerin Ferrero-Waldner, die in ihrer "Pressestunde" am Sonntag – und das muss ich als Angehöriger einer anderen Partei als der Österreichischen Volkspartei sagen – ganz hervorragend war. Sie hat keinen Wunsch offen gelassen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Ich bin ganz weg gewesen, was in dieser Frau als Ressortchefin offensichtlich steckt, was als Staatssekretärin naturgemäß nicht ganz zum Ausdruck kommen konnte. Ich wünsche mir immer wieder Auftritte dieser hervorragenden Vertreterin Österreichs vor möglichst großem Publikum im In- und im Ausland, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Bravo!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Bravo!
Wenn Sie jetzt bei der verbrannten Erde sind – den Eindruck habe ich –, dann darf ich sagen: Ich fürchte mich, was da noch kommen wird. Und ein bisschen bin ich da bei Frau Bundesministerin Ferrero-Waldner, die in ihrer "Pressestunde" am Sonntag – und das muss ich als Angehöriger einer anderen Partei als der Österreichischen Volkspartei sagen – ganz hervorragend war. Sie hat keinen Wunsch offen gelassen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Ich bin ganz weg gewesen, was in dieser Frau als Ressortchefin offensichtlich steckt, was als Staatssekretärin naturgemäß nicht ganz zum Ausdruck kommen konnte. Ich wünsche mir immer wieder Auftritte dieser hervorragenden Vertreterin Österreichs vor möglichst großem Publikum im In- und im Ausland, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Bravo!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich glaube, dass die linke Seite dieses Hauses ein altes Wiener Wort vergessen hat oder nicht nachvollziehen wollte. Es war ein warnendes Wort und hat gelautet: Es san scho Hausherren g’storb’n! Wenn man natürlich Jahrzehnte in der Regierung sitzt und glaubt, es muss immer so weitergehen und passieren kann immer nur das, was man sich selbst so vorstellt, und man braucht nur von allen Seiten in diese Führungsbereiche hineinzudrängen, dann wird man ganz von selbst etwas, und wenn das dann plötzlich zu Ende ist, dann ist natürlich die kalte Brause eine nachhaltig spürbare. Aber bitte lassen Sie es die Republik nicht allzu deutlich wahrnehmen, dass Sie von der SPÖ mit der Oppositionsrolle nicht fertig werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich habe mir einen Artikel aus der Zeit um die Nationalratswahl herausgeschnitten, etwas vorher oder etwas nachher. Da hat Hoffmann-Ostenhof entweder in der "Washington Post" oder in der "New York Times" – ich weiß es nicht mehr – ein Interview gegeben, in dem er schon erklärt hat, was für eine entsetzliche Partie von Nazis da heraufdämmere. Und jetzt geht er her und vergießt im Fernsehen und sonst wo Krokodilstränen darüber, dass Erfolge dieser seiner diskriminierenden Äußerungen heraufzudämmern scheinen. Aber er hat die richtige Antwort von Benita Ferrero-Waldner bekommen. Das ist die richtige Antwort darauf gewesen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Aha!-Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Fischl: Herr "Gruselbauer"!
Auf viele Fragen, die du, Karl Schlögl, an den Bundeskanzler stellst, kann man nur sagen: Frag doch lieber den designierten Chef deiner Partei, Alfred Gusenbauer, denn er hat ja den direkten Zugang zum inneren Kreis der Dinge. Man muss sich doch in Erinnerung rufen, dass der Portugiese Guterres immerhin noch eine Funktion hat: Er ist Vorsitzender der Sozialistischen Internationale, und ein Stellvertreter dieses Vorsitzenden ist Alfred Gusenbauer. (Aha!-Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Fischl: Herr "Gruselbauer"!) Auch das muss man wissen! Das ist ja schon eine schöne Schiene. Jetzt möchte ich gar nicht unterstellen, dass man
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das muss man schon wissen. Dort gibt es einen Präsidenten, der sich als Wortführer der Hetze und der ungerechtfertigten und ungerechten Boykottmaßnahmen gegen Österreich versteht, und hier im Haus sitzt sein Stellvertreter. Aber über diese Funktion schweigt er! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Das hat er nicht gesagt, der Alfred Gusenbauer: Ich bin ja der Stellvertreter von diesem Portugiesen, ich werde einmal mit ihm darüber reden, ob er nicht ein bisschen einlenken könnte, oder ich werde ihn zumindest fragen, wie das alles geschehen ist. Diese Frage werden wir an ihn richten! Das soll er einmal zum Besten geben – und nicht solche Plattitüden, dass man sich darüber lustig macht, dass ein junger Finanzminister nicht wie bei einem Gesellschaftsspiel die Namen seiner Kollegen in anderen Staaten aufsagen kann. Ich war vier Jahre lang – und nicht nur drei Jahre, wie immer behauptet wird – Justizminister, aber auswendig zu lernen, wer in Finnland Justizminister wird, war nicht meine Aufgabe, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das muss man schon wissen. Dort gibt es einen Präsidenten, der sich als Wortführer der Hetze und der ungerechtfertigten und ungerechten Boykottmaßnahmen gegen Österreich versteht, und hier im Haus sitzt sein Stellvertreter. Aber über diese Funktion schweigt er! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Das hat er nicht gesagt, der Alfred Gusenbauer: Ich bin ja der Stellvertreter von diesem Portugiesen, ich werde einmal mit ihm darüber reden, ob er nicht ein bisschen einlenken könnte, oder ich werde ihn zumindest fragen, wie das alles geschehen ist. Diese Frage werden wir an ihn richten! Das soll er einmal zum Besten geben – und nicht solche Plattitüden, dass man sich darüber lustig macht, dass ein junger Finanzminister nicht wie bei einem Gesellschaftsspiel die Namen seiner Kollegen in anderen Staaten aufsagen kann. Ich war vier Jahre lang – und nicht nur drei Jahre, wie immer behauptet wird – Justizminister, aber auswendig zu lernen, wer in Finnland Justizminister wird, war nicht meine Aufgabe, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Mag. Kukacka: Die Sozialistische Internationale, meinen Sie wohl!
Nur, Herr Dr. Schüssel: Singen, beten, predigen hilft nichts mehr! Das Allerwichtigste in der jetzigen Situation wäre, erstmals im Rahmen dieser Bundesregierung die Realität zur Kenntnis zu nehmen, einfach einmal das politische Fenster aufzumachen, rauszuschauen und festzustellen, dass sich nicht nur diese Republik, sondern ganz Europa geändert hat. Da gibt es nicht nur Negatives zu berichten, und ich beginne mit dem einzig Positiven: Ja, die Europäische Union hat es – ohne dass Sie es vielleicht wollten – Ihnen und Ihren Kolleginnen und Kollegen zu verdanken, dass es erstmals politisch verbindliche Standards für Menschenrechte und Demokratie in der gesamten Union gibt. Ich bedauere, dass Österreich der Präzedenzfall ist, aber die Europäische Union wird sich nie wieder mutwillig unter diesen Standard begeben können. (Abg. Mag. Kukacka: Die Sozialistische Internationale, meinen Sie wohl!) Wir in Österreich werden darauf schauen, dass diese neuen Maßstäbe – und die gelten jetzt erstmals in dieser Deutlichkeit – in ganz Europa und über Europa hinaus gelten.
Abg. Auer: Aber nicht für den Pilz!
Lassen Sie mich mit dem ersten Satz beginnen: Österreich ist ein Vorbild. Das mag für die Schneelage, das mag für den Fleiß (Abg. Auer: Aber nicht für den Pilz!) der Beschäftigten in dieser Republik, das mag für die Schönheit der Landschaft, das mag für unser kulturelles Erbe und das mag auch dafür gelten, was die Menschen in diesem Land alles aushalten – aber das gilt mit Sicherheit nicht für diese Bundesregierung! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Lassen Sie mich mit dem ersten Satz beginnen: Österreich ist ein Vorbild. Das mag für die Schneelage, das mag für den Fleiß (Abg. Auer: Aber nicht für den Pilz!) der Beschäftigten in dieser Republik, das mag für die Schönheit der Landschaft, das mag für unser kulturelles Erbe und das mag auch dafür gelten, was die Menschen in diesem Land alles aushalten – aber das gilt mit Sicherheit nicht für diese Bundesregierung! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Zweitens: Ich mache Ihnen einen Vorschlag und erwarte von Ihnen eine Antwort. Geben Sie uns und dieser Republik eine Garantie, dass Anteile an öffentlichen Unternehmen erst dann verkauft werden, wenn sie auf den internationalen Märkten wieder jenen Wert erreicht haben, den sie vor Ihrer Regierungsbildung hatten. Geben Sie uns diese Garantie, dass nicht unterpreisig oder schüssel- und haiderpreisig verkauft wird, sondern die Unternehmen zumindest jenen Wert, den sie vor Ihrer Regierungsbildung gehabt haben, als Preis bekommen! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Fischl: Ihm gebührt Vertrauen!
Jetzt zu Ihrem zweiten Punkt: Jedes Regierungsmitglied verdient Vertrauen. Erstens steckt das Wort "verdienen" drinnen, und das mutet in diesem Zusammenhang wirklich sonderbar an. (Abg. Fischl: Ihm gebührt Vertrauen!) Und zweitens frage ich mich: Gilt das auch für den neu angelobten Justizminister? (Abg. Fischl: Ihm gebührt Vertrauen!) Okay: "Ihm gebührt Vertrauen." – Bleiben wir bei dieser Formulierung. Wenn ihm Vertrauen gebührt, warum muss er dann staatspolizeilich überprüft werden? Welchen Grund gibt es dann? (Abg. Dr. Ofner: Weil irgendwelche Schnüffler hoffen, auf etwas zu stoßen, was gegen ihn verwendet werden könnte! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Fischl: Ihm gebührt Vertrauen!
Jetzt zu Ihrem zweiten Punkt: Jedes Regierungsmitglied verdient Vertrauen. Erstens steckt das Wort "verdienen" drinnen, und das mutet in diesem Zusammenhang wirklich sonderbar an. (Abg. Fischl: Ihm gebührt Vertrauen!) Und zweitens frage ich mich: Gilt das auch für den neu angelobten Justizminister? (Abg. Fischl: Ihm gebührt Vertrauen!) Okay: "Ihm gebührt Vertrauen." – Bleiben wir bei dieser Formulierung. Wenn ihm Vertrauen gebührt, warum muss er dann staatspolizeilich überprüft werden? Welchen Grund gibt es dann? (Abg. Dr. Ofner: Weil irgendwelche Schnüffler hoffen, auf etwas zu stoßen, was gegen ihn verwendet werden könnte! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Ofner: Weil irgendwelche Schnüffler hoffen, auf etwas zu stoßen, was gegen ihn verwendet werden könnte! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Jetzt zu Ihrem zweiten Punkt: Jedes Regierungsmitglied verdient Vertrauen. Erstens steckt das Wort "verdienen" drinnen, und das mutet in diesem Zusammenhang wirklich sonderbar an. (Abg. Fischl: Ihm gebührt Vertrauen!) Und zweitens frage ich mich: Gilt das auch für den neu angelobten Justizminister? (Abg. Fischl: Ihm gebührt Vertrauen!) Okay: "Ihm gebührt Vertrauen." – Bleiben wir bei dieser Formulierung. Wenn ihm Vertrauen gebührt, warum muss er dann staatspolizeilich überprüft werden? Welchen Grund gibt es dann? (Abg. Dr. Ofner: Weil irgendwelche Schnüffler hoffen, auf etwas zu stoßen, was gegen ihn verwendet werden könnte! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Bundeskanzler Dr. Schüssel: Sagen Sie, was Sie wissen!
Ich höre von hinten die Frage: Von wem? Und ich füge die Frage hinzu: Mit wessen Wissen? Ich habe heute Vormittag auf diese staatspolizeiliche Überprüfung hingewiesen. (Bundeskanzler Dr. Schüssel: Sagen Sie, was Sie wissen!) Der Leiter der Abteilung 1 der Wiener Staatspolizei hat geantwortet, ihm sei nichts bekannt. Das ist auch richtig. Die Wiener Staatspolizei hat diese Überprüfung nicht durchgeführt. Diese Überprüfung wurde von der Gruppe C im Bundesministerium für Inneres durchgeführt, mit Wissen der Spitze des Innenministeriums, mit Wissen – aber da können Sie eine kompetentere Antwort geben –, mit Wissen des Bundeskanzlers, aber nicht auf Antrag des Bundeskanzlers. Das Ansuchen, die staatspolizeiliche Überprüfung von Dr. Böhmdorfer durchzuführen, ist vom Bundespräsidenten gekommen. Der Bundespräsident hat das Innenministerium ersucht, diese Überprüfung durchzuführen. (Abg. Jung: Na geh! – Abg. Mag. Kukacka: Schau, schau! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Das Innenministerium und der Bundeskanzler wissen davon.
Abg. Jung: Na geh! – Abg. Mag. Kukacka: Schau, schau! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich höre von hinten die Frage: Von wem? Und ich füge die Frage hinzu: Mit wessen Wissen? Ich habe heute Vormittag auf diese staatspolizeiliche Überprüfung hingewiesen. (Bundeskanzler Dr. Schüssel: Sagen Sie, was Sie wissen!) Der Leiter der Abteilung 1 der Wiener Staatspolizei hat geantwortet, ihm sei nichts bekannt. Das ist auch richtig. Die Wiener Staatspolizei hat diese Überprüfung nicht durchgeführt. Diese Überprüfung wurde von der Gruppe C im Bundesministerium für Inneres durchgeführt, mit Wissen der Spitze des Innenministeriums, mit Wissen – aber da können Sie eine kompetentere Antwort geben –, mit Wissen des Bundeskanzlers, aber nicht auf Antrag des Bundeskanzlers. Das Ansuchen, die staatspolizeiliche Überprüfung von Dr. Böhmdorfer durchzuführen, ist vom Bundespräsidenten gekommen. Der Bundespräsident hat das Innenministerium ersucht, diese Überprüfung durchzuführen. (Abg. Jung: Na geh! – Abg. Mag. Kukacka: Schau, schau! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Das Innenministerium und der Bundeskanzler wissen davon.
Abg. Fischl: Woher weiß Pilz das? Wir haben ja nichts zu verstecken!
Jetzt frage ich mich: Wie kommt es zu einem dermaßen einmaligen Vorgang? Wie kommt es dazu, dass ein Bundespräsident der Meinung ist, in diesem Fall muss vom Innenministerium, bevor er selbst angelobt, überprüft werden? (Abg. Fischl: Woher weiß Pilz das? Wir haben ja nichts zu verstecken!) Ich stelle diese Frage in den Raum, weil der, der zu fragen wäre, jetzt nicht anwesend ist. (Abg. Dr. Ofner: Da draußen ist ein Telefon – nur 20 Meter von hier ist ein Telefon! Rufen Sie an!) Glauben Sie mir, Herr Dr. Ofner, wir werden auf diese Fragen Antworten einfordern, und zwar von allen Beteiligten! Ich frage mich, warum es ein Bundespräsident, nachdem er zwei Kandidaten der Freiheitlichen Partei aus charakterlichen und politischen Gründen abgelehnt hat, jetzt für sinnvoll hält, einen weiteren Kandidaten überprüfen zu lassen. Ist es nicht so, dass höchste Organe dieser Republik – und nicht nur das Ausland – den Eindruck haben, dass man alles vermeiden muss, um den Zugang weiterer belasteter Persönlichkeiten zu dieser Bundesregierung zu verhindern? (Abg. Mag. Schweitzer: Pilz behauptet wieder einmal irgendwas!)
Abg. Dr. Ofner: Da draußen ist ein Telefon – nur 20 Meter von hier ist ein Telefon! Rufen Sie an!
Jetzt frage ich mich: Wie kommt es zu einem dermaßen einmaligen Vorgang? Wie kommt es dazu, dass ein Bundespräsident der Meinung ist, in diesem Fall muss vom Innenministerium, bevor er selbst angelobt, überprüft werden? (Abg. Fischl: Woher weiß Pilz das? Wir haben ja nichts zu verstecken!) Ich stelle diese Frage in den Raum, weil der, der zu fragen wäre, jetzt nicht anwesend ist. (Abg. Dr. Ofner: Da draußen ist ein Telefon – nur 20 Meter von hier ist ein Telefon! Rufen Sie an!) Glauben Sie mir, Herr Dr. Ofner, wir werden auf diese Fragen Antworten einfordern, und zwar von allen Beteiligten! Ich frage mich, warum es ein Bundespräsident, nachdem er zwei Kandidaten der Freiheitlichen Partei aus charakterlichen und politischen Gründen abgelehnt hat, jetzt für sinnvoll hält, einen weiteren Kandidaten überprüfen zu lassen. Ist es nicht so, dass höchste Organe dieser Republik – und nicht nur das Ausland – den Eindruck haben, dass man alles vermeiden muss, um den Zugang weiterer belasteter Persönlichkeiten zu dieser Bundesregierung zu verhindern? (Abg. Mag. Schweitzer: Pilz behauptet wieder einmal irgendwas!)
Abg. Mag. Schweitzer: Pilz behauptet wieder einmal irgendwas!
Jetzt frage ich mich: Wie kommt es zu einem dermaßen einmaligen Vorgang? Wie kommt es dazu, dass ein Bundespräsident der Meinung ist, in diesem Fall muss vom Innenministerium, bevor er selbst angelobt, überprüft werden? (Abg. Fischl: Woher weiß Pilz das? Wir haben ja nichts zu verstecken!) Ich stelle diese Frage in den Raum, weil der, der zu fragen wäre, jetzt nicht anwesend ist. (Abg. Dr. Ofner: Da draußen ist ein Telefon – nur 20 Meter von hier ist ein Telefon! Rufen Sie an!) Glauben Sie mir, Herr Dr. Ofner, wir werden auf diese Fragen Antworten einfordern, und zwar von allen Beteiligten! Ich frage mich, warum es ein Bundespräsident, nachdem er zwei Kandidaten der Freiheitlichen Partei aus charakterlichen und politischen Gründen abgelehnt hat, jetzt für sinnvoll hält, einen weiteren Kandidaten überprüfen zu lassen. Ist es nicht so, dass höchste Organe dieser Republik – und nicht nur das Ausland – den Eindruck haben, dass man alles vermeiden muss, um den Zugang weiterer belasteter Persönlichkeiten zu dieser Bundesregierung zu verhindern? (Abg. Mag. Schweitzer: Pilz behauptet wieder einmal irgendwas!)
Abg. Mag. Schweitzer: Pilz, der Behaupter ohne Beweis!
Aber ist es nicht andererseits auch so, dass das ein äußerst problematischer Weg ist, den man durch etwas ganz anderes ersetzen müsste? (Abg. Mag. Schweitzer: Pilz, der Behaupter ohne Beweis!) Ich will keine Bundesregierung – egal, ob sie jetzt sozialdemokratisch, konservativ oder
Abg. Fischl: Für wen?
Aber Sie sollten sich fragen und nicht wir, warum es so weit gekommen ist, dass das Vertrauen an den Spitzen dieser Republik völlig zerbrochen ist (Abg. Fischl: Für wen?), dass es zwischen Bundespräsidenten und Bundeskanzler, zwischen Bundeskanzler und "Schattenkanzler" und zwischen den Ministern de facto kein tragfähiges Vertrauen mehr gibt. (Abg. Fischl: Das ist ja ein echter Hit! Der Pilz hat abgebaut im Rathaus! Unglaublich! Er ist oberflächlich geworden!)
Abg. Fischl: Das ist ja ein echter Hit! Der Pilz hat abgebaut im Rathaus! Unglaublich! Er ist oberflächlich geworden!
Aber Sie sollten sich fragen und nicht wir, warum es so weit gekommen ist, dass das Vertrauen an den Spitzen dieser Republik völlig zerbrochen ist (Abg. Fischl: Für wen?), dass es zwischen Bundespräsidenten und Bundeskanzler, zwischen Bundeskanzler und "Schattenkanzler" und zwischen den Ministern de facto kein tragfähiges Vertrauen mehr gibt. (Abg. Fischl: Das ist ja ein echter Hit! Der Pilz hat abgebaut im Rathaus! Unglaublich! Er ist oberflächlich geworden!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Bundeskanzler, es ist höchste Zeit, dass diese Regierung durch eine Regierung, die diesen Namen auch verdient, ersetzt wird. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Fischl: Bitte leise reden!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Heidrun Silhavy. Die Uhr ist auf 7 Minuten gestellt. – Bitte. (Abg. Fischl: Bitte leise reden!)
Bundeskanzler Dr. Schüssel: Die Verfassung!
Was gilt denn nun, Herr Bundeskanzler? (Bundeskanzler Dr. Schüssel: Die Verfassung!) – Die Verfassung. Ich bin froh, dass die Verfassung noch Gültigkeit in unserem Staate hat. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Was gilt denn nun, Herr Bundeskanzler? (Bundeskanzler Dr. Schüssel: Die Verfassung!) – Die Verfassung. Ich bin froh, dass die Verfassung noch Gültigkeit in unserem Staate hat. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Was heißt denn dieses "Luft rauslassen", Herr Bundeskanzler? Bedeutet das einen Totalangriff auf die Arbeitnehmerrechte von 30 000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in der Sozialversicherung – auf Krankenschwestern, auf Pflegehelfer, auf Beschäftigte in der Verwaltung? Bedeutet es das? Und was heißt das im Zusammenhang mit dem Thema Selbstbehalt? Vielleicht können Sie uns endlich einmal aufklären. Frau Bundesministerin Sickl war ja bei der Dringlichen Anfrage nicht einmal in der Lage, eine einzige Frage zu beantworten. Vielleicht liegt diese Aufklärung in Ihrer Regierungskompetenz. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundeskanzler! Sie haben gesagt: Abfertigung; neue Pensionskassen schaffen. Sie schaffen die Abfertigung ab, zwingen die Leute in Pensionskassen, die zum Teil ja auch mit Aktien handeln, und Sie gehen sorglos mit unseren Aktien um, indem Sie unser Staatssilber verscherbeln wollen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Opposition macht keinen Spaß! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Herr Bundeskanzler! Sie haben gesagt, Sie tragen gerne die Verantwortung in diesem Staat. Ich finde es schön langsam verantwortungslos gegenüber den Menschen unseres Staates, die Verantwortung so zu tragen, wie Sie es in Ihren Ausführungen heute kundgetan haben. Und nachdem ich Ihren Ausführungen zugehört habe, kann ich auch das verstehen, was ich heute im Untertitel des "Standard" gelesen habe: "Jörg Schüssel oder: Die Verhaiderung des Bundeskanzlers hat schon begonnen." Herr Bundeskanzler! Wenn Sie dieses Land wirklich lieben, ziehen Sie die entsprechenden Konsequenzen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Opposition macht keinen Spaß! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Gottfried Feurstein (ÖVP): Herr Bundeskanzler! Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Zu Beginn der ersten Rede im Rahmen dieser Dringlichen Anfrage – eines der wirkungsvollsten Instrumente der Opposition – wurde von der "Sorge um die Zukunft Österreichs" gesprochen. – Meine Damen und Herren! Jene, die von der Sorge um die Zukunft Österreichs gesprochen haben, haben sich bereits verabschiedet. Beide Hauptredner sind nicht mehr anwesend. Meine Damen und Herren! Ich frage mich: Wie ist es mit der Sorge um die Zukunft bei dieser Partei tatsächlich bestellt? (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Ellmauer: Unerhört! – Weitere Zwischenrufe.
Man hat viele Vermutungen über das Verhalten der SPÖ geäußert, und man hat immer wieder dementiert. Die SPÖ habe im Ausland natürlich keinen Einfluss genommen, sie habe keinen Einfluss genommen auf das Verhalten einzelner Staaten gegenüber unserer Heimat. Noch gestern aber gab es eine Aussendung des Obmannes der SPÖ Oberösterreich, Dipl.-Ing. Erich Haider, der sagte – wortwörtlich –: Das Ausland beziehungsweise die EU sollen gezielt Österreichs Regierung isolieren! Gezielt Österreichs Regierung isolieren! (Abg. Ellmauer: Unerhört! – Weitere Zwischenrufe.) Meine Damen und Herren! Wer so etwas sagt, trägt bei zur Isolation unserer Heimat, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Man hat viele Vermutungen über das Verhalten der SPÖ geäußert, und man hat immer wieder dementiert. Die SPÖ habe im Ausland natürlich keinen Einfluss genommen, sie habe keinen Einfluss genommen auf das Verhalten einzelner Staaten gegenüber unserer Heimat. Noch gestern aber gab es eine Aussendung des Obmannes der SPÖ Oberösterreich, Dipl.-Ing. Erich Haider, der sagte – wortwörtlich –: Das Ausland beziehungsweise die EU sollen gezielt Österreichs Regierung isolieren! Gezielt Österreichs Regierung isolieren! (Abg. Ellmauer: Unerhört! – Weitere Zwischenrufe.) Meine Damen und Herren! Wer so etwas sagt, trägt bei zur Isolation unserer Heimat, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Posch: Unsinn! Das Gegenteil ist der Fall! – Zwischenruf der Abg. Reitsamer.
Denn wer die politischen Verantwortlichen isoliert, isoliert das ganze Volk. (Abg. Mag. Posch: Unsinn! Das Gegenteil ist der Fall! – Zwischenruf der Abg. Reitsamer. ) Und das Volk ist Leidtragender jener Isolierungspolitik, die Sie betreiben! (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Denn wer die politischen Verantwortlichen isoliert, isoliert das ganze Volk. (Abg. Mag. Posch: Unsinn! Das Gegenteil ist der Fall! – Zwischenruf der Abg. Reitsamer. ) Und das Volk ist Leidtragender jener Isolierungspolitik, die Sie betreiben! (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Diese Aussage eines führenden SPÖ-Funktionärs und Landesparteivorsitzenden ist mehr als demaskierend für Ihr Verhalten und für Ihre Einflussnahme, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Edler.
Abgeordneter Cap wusste ja nichts anderes, als Drohungen auszusprechen. Meine Damen und Herren! Mit Drohungen verändert man nichts. Da erzeugt man Angst. (Zwischenruf des Abg. Edler. ) Und wer Angst erzeugt, schadet unserer Republik. Das ist auch ein Verhalten, eine Demaskierung, die heute wieder einmal klar geworden ist. Aber, meine Damen und Herren, ich verstehe, dass Ihnen die neue Regierung, die vor vier Wochen gebildet wurde, nicht passt. (Abg. Reitsamer: Ihnen aber auch nicht!) Ich verstehe das, weil man Ihnen die unmittelbare Einflussnahme auf die Regierungsgeschäfte genommen hat. Sie haben nur mittelbare Möglichkeiten mitzuwirken. Ich verstehe das. Aber das ständig und immer wieder zu wiederholen, wird Ihnen nichts nützen, meine Damen und Herren von der SPÖ. (Abg. Sophie Bauer: Und was tun Sie?) Im Gegenteil: Das wird uns mehr und mehr bestärken, den Kurs, das Programm, das wir beschlossen und vereinbart haben, auch umzusetzen, und zwar ein Programm, das sozial ausgewogen ist, wie bereits gesagt wurde. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Sozialabbau ist das!)
Abg. Reitsamer: Ihnen aber auch nicht!
Abgeordneter Cap wusste ja nichts anderes, als Drohungen auszusprechen. Meine Damen und Herren! Mit Drohungen verändert man nichts. Da erzeugt man Angst. (Zwischenruf des Abg. Edler. ) Und wer Angst erzeugt, schadet unserer Republik. Das ist auch ein Verhalten, eine Demaskierung, die heute wieder einmal klar geworden ist. Aber, meine Damen und Herren, ich verstehe, dass Ihnen die neue Regierung, die vor vier Wochen gebildet wurde, nicht passt. (Abg. Reitsamer: Ihnen aber auch nicht!) Ich verstehe das, weil man Ihnen die unmittelbare Einflussnahme auf die Regierungsgeschäfte genommen hat. Sie haben nur mittelbare Möglichkeiten mitzuwirken. Ich verstehe das. Aber das ständig und immer wieder zu wiederholen, wird Ihnen nichts nützen, meine Damen und Herren von der SPÖ. (Abg. Sophie Bauer: Und was tun Sie?) Im Gegenteil: Das wird uns mehr und mehr bestärken, den Kurs, das Programm, das wir beschlossen und vereinbart haben, auch umzusetzen, und zwar ein Programm, das sozial ausgewogen ist, wie bereits gesagt wurde. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Sozialabbau ist das!)
Abg. Sophie Bauer: Und was tun Sie?
Abgeordneter Cap wusste ja nichts anderes, als Drohungen auszusprechen. Meine Damen und Herren! Mit Drohungen verändert man nichts. Da erzeugt man Angst. (Zwischenruf des Abg. Edler. ) Und wer Angst erzeugt, schadet unserer Republik. Das ist auch ein Verhalten, eine Demaskierung, die heute wieder einmal klar geworden ist. Aber, meine Damen und Herren, ich verstehe, dass Ihnen die neue Regierung, die vor vier Wochen gebildet wurde, nicht passt. (Abg. Reitsamer: Ihnen aber auch nicht!) Ich verstehe das, weil man Ihnen die unmittelbare Einflussnahme auf die Regierungsgeschäfte genommen hat. Sie haben nur mittelbare Möglichkeiten mitzuwirken. Ich verstehe das. Aber das ständig und immer wieder zu wiederholen, wird Ihnen nichts nützen, meine Damen und Herren von der SPÖ. (Abg. Sophie Bauer: Und was tun Sie?) Im Gegenteil: Das wird uns mehr und mehr bestärken, den Kurs, das Programm, das wir beschlossen und vereinbart haben, auch umzusetzen, und zwar ein Programm, das sozial ausgewogen ist, wie bereits gesagt wurde. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Sozialabbau ist das!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Sozialabbau ist das!
Abgeordneter Cap wusste ja nichts anderes, als Drohungen auszusprechen. Meine Damen und Herren! Mit Drohungen verändert man nichts. Da erzeugt man Angst. (Zwischenruf des Abg. Edler. ) Und wer Angst erzeugt, schadet unserer Republik. Das ist auch ein Verhalten, eine Demaskierung, die heute wieder einmal klar geworden ist. Aber, meine Damen und Herren, ich verstehe, dass Ihnen die neue Regierung, die vor vier Wochen gebildet wurde, nicht passt. (Abg. Reitsamer: Ihnen aber auch nicht!) Ich verstehe das, weil man Ihnen die unmittelbare Einflussnahme auf die Regierungsgeschäfte genommen hat. Sie haben nur mittelbare Möglichkeiten mitzuwirken. Ich verstehe das. Aber das ständig und immer wieder zu wiederholen, wird Ihnen nichts nützen, meine Damen und Herren von der SPÖ. (Abg. Sophie Bauer: Und was tun Sie?) Im Gegenteil: Das wird uns mehr und mehr bestärken, den Kurs, das Programm, das wir beschlossen und vereinbart haben, auch umzusetzen, und zwar ein Programm, das sozial ausgewogen ist, wie bereits gesagt wurde. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Sozialabbau ist das!)
Abg. Edler: ÖAAB!
Wie falsch Ihre Aussagen ... (Abg. Edler: ÖAAB!) Ich komme jetzt auf die Aussagen meiner Vorrednerin, Frau Silhavy, zu sprechen. Frau Abgeordnete Silhavy stellt sich hierher und erklärt, im Regierungsprogramm von ÖVP und FPÖ sei vorgesehen, die Abfertigung abzuschaffen. Meine Damen und Herren! Sie wissen genau, dass das Gegenteil der Fall ist. Frau Abgeordnete Hostasch weiß, dass wir miteinander Vorarbeiten im Hinblick auf eine Neuregelung und Neuordnung des Abfertigungsanspruches geleistet haben, und zwar eines Abfertigungsanspruches für alle, meine Damen und Herren, und zwar derart, dass man bei einer Kündigung den Abfertigungsanspruch nicht mehr verliert. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Posch: Wie viele Jahre? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Sie machen Angst. (Abg. Sophie Bauer: Angst machen Sie!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Posch: Wie viele Jahre? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wie falsch Ihre Aussagen ... (Abg. Edler: ÖAAB!) Ich komme jetzt auf die Aussagen meiner Vorrednerin, Frau Silhavy, zu sprechen. Frau Abgeordnete Silhavy stellt sich hierher und erklärt, im Regierungsprogramm von ÖVP und FPÖ sei vorgesehen, die Abfertigung abzuschaffen. Meine Damen und Herren! Sie wissen genau, dass das Gegenteil der Fall ist. Frau Abgeordnete Hostasch weiß, dass wir miteinander Vorarbeiten im Hinblick auf eine Neuregelung und Neuordnung des Abfertigungsanspruches geleistet haben, und zwar eines Abfertigungsanspruches für alle, meine Damen und Herren, und zwar derart, dass man bei einer Kündigung den Abfertigungsanspruch nicht mehr verliert. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Posch: Wie viele Jahre? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Sie machen Angst. (Abg. Sophie Bauer: Angst machen Sie!)
Abg. Sophie Bauer: Angst machen Sie!
Wie falsch Ihre Aussagen ... (Abg. Edler: ÖAAB!) Ich komme jetzt auf die Aussagen meiner Vorrednerin, Frau Silhavy, zu sprechen. Frau Abgeordnete Silhavy stellt sich hierher und erklärt, im Regierungsprogramm von ÖVP und FPÖ sei vorgesehen, die Abfertigung abzuschaffen. Meine Damen und Herren! Sie wissen genau, dass das Gegenteil der Fall ist. Frau Abgeordnete Hostasch weiß, dass wir miteinander Vorarbeiten im Hinblick auf eine Neuregelung und Neuordnung des Abfertigungsanspruches geleistet haben, und zwar eines Abfertigungsanspruches für alle, meine Damen und Herren, und zwar derart, dass man bei einer Kündigung den Abfertigungsanspruch nicht mehr verliert. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Posch: Wie viele Jahre? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Sie machen Angst. (Abg. Sophie Bauer: Angst machen Sie!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Frau Abgeordnete Silhavy! Sie haben hier die Unwahrheit gesagt, und ich kann Ihnen das einfach nicht durchgehen lassen. Sie haben hier von diesem Pult aus Unwahrheiten gesagt, um Angst zu machen. Das ist eigentlich verabscheuungswürdig. Das sollten Sie nicht tun. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Genau auf der gleichen Ebene sind Ihre Aussagen hinsichtlich "Krankenstandsteuer", und was Sie alles sonst noch sagen, zu werten. Es gibt keine "Krankenstandsteuer", meine Damen und Herren! Wir wollen – und der heutige Gipfel hat das gezeigt – die Krankenversicherung, die gesetzliche Krankenversicherung sanieren, so dass es keine Zwei-Klassen-Medizin in Österreich geben wird, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Edler: Sind Sie nicht in der Sozialversicherung?
Wir müssen da sanieren, weil nicht rechtzeitig darauf geschaut worden ist. Das muss man auch ganz klar und eindeutig sagen. Es ist nicht darauf geschaut worden! (Abg. Edler: Sind Sie nicht in der Sozialversicherung?) Nein, ich bin kein Funktionär der Sozialversicherung, aber ich habe gewarnt. (Abg. Edler: Ihre Funktionäre!) Das ist richtig. Ich habe schon im Sommer gewarnt: Da muss etwas geschehen. Es ist aber den ganzen Herbst über nichts geschehen. Und jetzt müssen wir die notwendigen Maßnahmen setzen, und ich bin überzeugt davon, dass auf dem heutigen Krankenhausgipfel die notwendigen Maßnahmen getroffen und Beschlüsse gefasst wurden und dass wir bis Ostern einen konkreten Vorschlag in dieser Richtung vorlegen werden, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Reitsamer: Wenn du nicht mehr weiter weißt, gründe einen Arbeitskreis!)
Abg. Edler: Ihre Funktionäre!
Wir müssen da sanieren, weil nicht rechtzeitig darauf geschaut worden ist. Das muss man auch ganz klar und eindeutig sagen. Es ist nicht darauf geschaut worden! (Abg. Edler: Sind Sie nicht in der Sozialversicherung?) Nein, ich bin kein Funktionär der Sozialversicherung, aber ich habe gewarnt. (Abg. Edler: Ihre Funktionäre!) Das ist richtig. Ich habe schon im Sommer gewarnt: Da muss etwas geschehen. Es ist aber den ganzen Herbst über nichts geschehen. Und jetzt müssen wir die notwendigen Maßnahmen setzen, und ich bin überzeugt davon, dass auf dem heutigen Krankenhausgipfel die notwendigen Maßnahmen getroffen und Beschlüsse gefasst wurden und dass wir bis Ostern einen konkreten Vorschlag in dieser Richtung vorlegen werden, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Reitsamer: Wenn du nicht mehr weiter weißt, gründe einen Arbeitskreis!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Reitsamer: Wenn du nicht mehr weiter weißt, gründe einen Arbeitskreis!
Wir müssen da sanieren, weil nicht rechtzeitig darauf geschaut worden ist. Das muss man auch ganz klar und eindeutig sagen. Es ist nicht darauf geschaut worden! (Abg. Edler: Sind Sie nicht in der Sozialversicherung?) Nein, ich bin kein Funktionär der Sozialversicherung, aber ich habe gewarnt. (Abg. Edler: Ihre Funktionäre!) Das ist richtig. Ich habe schon im Sommer gewarnt: Da muss etwas geschehen. Es ist aber den ganzen Herbst über nichts geschehen. Und jetzt müssen wir die notwendigen Maßnahmen setzen, und ich bin überzeugt davon, dass auf dem heutigen Krankenhausgipfel die notwendigen Maßnahmen getroffen und Beschlüsse gefasst wurden und dass wir bis Ostern einen konkreten Vorschlag in dieser Richtung vorlegen werden, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Reitsamer: Wenn du nicht mehr weiter weißt, gründe einen Arbeitskreis!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Haller: Wir werden das besser machen als ihr!
Wir machen keinen Arbeitskreis, sondern wir wollen die Experten und die Verantwortlichen einbeziehen. Wir verordnen nicht, Frau Abgeordnete Reitsamer, sondern wir arbeiten miteinander. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Haller: Wir werden das besser machen als ihr!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Edlinger.
Und damit komme ich zu einem weiteren wichtigen Punkt: Diese Bundesregierung unterscheidet sich gewaltig von früheren Bundesregierungen. Und das tut Ihnen weh. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Edlinger. )
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
In dieser Bundesregierung wird nicht mehr gestritten! Kanzler und Vizekanzlerin treten nach der Ministerratssitzung gemeinsam vor die Öffentlichkeit und sagen, was sie gemeinsam beschlossen haben. Das hat es mit dem ehemaligen Bundeskanzler Klima nicht gegeben, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Reitsamer: Das ist auch in Ordnung so!
Wenn Sie diese Zwischenrufe machen, dann kann ich Ihnen eines nicht ersparen: Sie selbst haben nach den Wahlen zur Verunsicherung beigetragen. Bundeskanzler Klima – wir alle erinnern uns noch daran – hat Ende Oktober, Anfang November 1999 ein Paket zur Pensionsreform vorgeschlagen. Und wer war es, der sofort dagegen gewettert hat? – Nicht wir von der ÖVP, sondern Ihre Mitglieder in der Gewerkschaft und selbst Frau Ministerin Hostasch haben damals in den Medien größte Bedenken gegen das Konzept von Bundeskanzler Klima geäußert, meine Damen und Herren. (Abg. Reitsamer: Das ist auch in Ordnung so!)
Abg. Edler: Ist der Dinkhauser SPÖ-Mitglied?
Sie selbst haben diese Uneinigkeit zum Ausdruck gebracht, und natürlich hat das in der Öffentlichkeit Unsicherheit erzeugt. Ich sage nicht "Angst", aber Unsicherheit hat das ausgelöst, weil man nicht wußte, was tatsächlich geschehen würde, wenn die Sozialministerin und der Bundeskanzler unterschiedliche Standpunkte vertreten. (Abg. Edler: Ist der Dinkhauser SPÖ-Mitglied?)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Edler: Stürzen! – Abg. Edlinger: Der Bruno Kreisky war ein gescheiter Mensch!
Wir laden Sie dazu ein – und ich bin überzeugt davon, auch Sie werden noch zur Vernunft kommen –, dass Sie die Politik, die Sie gestern, vor 14 Tagen und immer wieder betrieben haben und betreiben, verlassen und zu einer konstruktiven Politik in Österreich zurückkehren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Edler: Stürzen! – Abg. Edlinger: Der Bruno Kreisky war ein gescheiter Mensch!)
Abg. Dr. Khol: So ist es!
Abgeordneter Mag. Herbert Haupt (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Staatssekretär! Sehr geehrte Damen und Herren! Die heutige Debatte ist fast gebetsmühlenartig die Wiederholung der Debatten der letzten 14 Tage. (Abg. Dr. Khol: So ist es!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Widerspruch bei der SPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren von der sozialdemokratischen Opposition und von den vereinten Linken! Wie schwach muss Ihre Position und Ihr verfassungsmäßiges Verständnis der Oppositionsrechte sein, wenn Sie in 14 Tagen nichts anderes zuwege bringen als die gebetsmühlenartige Wiederholung von Falschmeldungen, die Sie seit Tagen lancieren, die hier aufgeklärt werden und die von Ihnen dann wieder gebetsmühlenartig wiederholt werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Widerspruch bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Es wird Ihnen von der sozialdemokratischen Opposition nicht gelingen, weiterhin zu verschleiern, dass Sie, indem Sie versuchen, die Generation der 45- bis 55-Jährigen heute zu verunsichern, uns in der Regierung daran hindern, eine Pensionsreform umzusetzen, die generationenübergreifend Pensionssicherheit, Garantie und soziale Gerechtigkeit gibt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das sind die Ziele, die wir uns auf den Weg gegeben haben. Diese Ziele werden wir umsetzen, und daran wird uns Ihre heute vorgetragene Politik keineswegs hindern! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Da Sie in Ihrer Dringlichen Anfrage "Sorge um Österreich" geäußert haben, sehr geehrte Damen und Herren von der linken Reichshälfte, erklären Sie mir doch, warum sich keine einzige Hand in der grünen Fraktion und keine einzige Hand in der sozialdemokratischen Fraktion gerührt hat, als der Herr Bundeskanzler erwähnt hat, dass einerseits der italienische Außenminister und andererseits auch die Südtiroler Volkspartei mit ihrer Resolution einen deutlichen Schritt zu einer besseren Bewertung Österreichs und damit zu einer Lockerung der Situation beigetragen haben! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Lichtenberger: Aber nur für die!
Ich darf Ihnen noch eines sagen, und zwar im Zusammenhang damit, dass wir Freiheitlichen und auch manche Vertreter der Österreichischen Volkspartei manchmal unterschiedliche Positionen vertreten. Wir haben in unseren Parteien Gott sei Dank nicht den Maulkorberlass, den es in der Sozialdemokratie in vergangenen Regierungszeiten sehr wohl gegeben hat, wo im Vorfeld von Beschlussfassungen und in jener Phase, in der noch darüber verhandelt wurde, wie das Projekt endgültig ausschauen soll, schon ein Maulkorberlass gegolten hat. Wir halten die Meinungsfreiheit hoch, und wir halten auch die Meinungsfreiheit für die Mitglieder unserer Parteien hoch! (Abg. Dr. Lichtenberger: Aber nur für die!) Betrachten Sie es einmal aus diesem Gesichtswinkel.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Innerhalb dieser Bundesregierung gibt es keinen Zweifel daran, dass das gesamte Regierungsprogramm so, wie es festgeschrieben ist, nicht nur umgesetzt wird, sondern auch erfolgreich umgesetzt wird! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: Zur Geschäftsbehandlung!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Öllinger. (Abg. Dr. Khol: Zur Geschäftsbehandlung!) – Bitte, Herr Klubobmann.
Abg. Mag. Schweitzer: Das muss wirklich sehr "dringlich" gewesen sein für die Sozialdemokraten! – Weitere Zwischenrufe.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Klubobmann! Die Geschäftsordnung hat klare Bestimmungen über das Quorum. Dieses Quorum ist bei Abstimmungen einzuhalten, und dafür werde ich sorgen. (Abg. Mag. Schweitzer: Das muss wirklich sehr "dringlich" gewesen sein für die Sozialdemokraten! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Gaugg: Das glauben wir wirklich!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Hohes Haus! Ich habe schon noch ein anderes Problem als das des Herrn Kollegen Khol (Abg. Gaugg: Das glauben wir wirklich!), nämlich das Faktum, die Tatsache, dass der Herr Bundeskanzler auf die, wie ich meine, doch sehr schwerwiegenden Vorwürfe meines Kollegen Peter Pilz nicht geantwortet hat, sondern eigentlich verstummt ist.
Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel.
Mich wundert daher auch nicht – der Kollege Pilz hat auch schon darauf hingewiesen, was die eigentliche Antwort darauf wäre –, dass auch hier in diesem Hause eine Debatte über die politische Orientierung, über die Zustände dieser Regierung kaum möglich ist, denn ich kann mich an Folgendes erinnern: Heute Vormittag wurde, als ein Redner oder eine Rednerin angesprochen hat, dass in dieser Regierung rechtsradikale Positionen vertreten werden, mit einem Ordnungsruf geantwortet. (Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel. ) – Personen.
Beifall bei den Grünen.
Ich komme schon dazu, Herr Bundeskanzler. Ich will ja auf das Thema eingehen, und ich will diese Debatte hier im Hohen Haue führen und nicht über die Staatspolizei. Aber ich verstehe auch die Nöte des Herrn Bundespräsidenten, die er hat, wenn es darum geht, eine Regierung nach außen hin vertreten zu sollen, von der man sich ganz offensichtlich nicht einmal sicher sein kann, dass die Präambel, die dieser Regierungserklärung, dieser Koalitionsvereinbarung vorangestellt wurde, eingehalten wird. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Jung: Ja und? – Abg. Gaugg: Darf man nicht eine von Ihnen abweichende Meinung haben?
Ich nenne Ihnen ein Beispiel. Dabei geht es nicht um den Herrn Haider, den "Schattenkanzler" in Kärnten, mit oder ohne Rolle des Parteiobmannes. Ein Mitglied dieser Bundesregierung, der Herr Infrastrukturminister Schmid aus der Steiermark, war – und das können Sie nachlesen – in der rechtsextremen Zeitschrift "Aula" als Chef eines Aktionskomitees gegen die EU-Osterweiterung angeführt. (Abg. Jung: Ja und? – Abg. Gaugg: Darf man nicht eine von Ihnen abweichende Meinung haben?)
Abg. Jung: Na also!
"Ja und?", sagen Sie? – Meine Damen und Herren! Haben Sie eine Präambel unterschrieben oder nicht? "Ja und"? Die "Aula", ist das nichts? Ich hätte gern mit dem Herrn Schmid die Debatte darüber geführt, ob er auch zu den rechtsradikalen Positionen der "Aula" steht! Das ist hier doch die Frage! Natürlich ist es legitim, auch Argumente, kritische Argumente, Einwände gegen die EU-Osterweiterung zu präsentieren. (Abg. Jung: Na also!) Das ist nicht der Punkt. Aber ob das aus einer rechtsradikalen, aus einer völkischen Perspektive, aus einer rassistischen Perspektive heraus geschieht, das macht den Unterschied aus! Und das macht das Problem aus, vor dem diese Bundesregierung steht! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Jung: Aus Ihrer Sicht rechtsradikal!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Jung: Aus Ihrer Sicht rechtsradikal!
"Ja und?", sagen Sie? – Meine Damen und Herren! Haben Sie eine Präambel unterschrieben oder nicht? "Ja und"? Die "Aula", ist das nichts? Ich hätte gern mit dem Herrn Schmid die Debatte darüber geführt, ob er auch zu den rechtsradikalen Positionen der "Aula" steht! Das ist hier doch die Frage! Natürlich ist es legitim, auch Argumente, kritische Argumente, Einwände gegen die EU-Osterweiterung zu präsentieren. (Abg. Jung: Na also!) Das ist nicht der Punkt. Aber ob das aus einer rechtsradikalen, aus einer völkischen Perspektive, aus einer rassistischen Perspektive heraus geschieht, das macht den Unterschied aus! Und das macht das Problem aus, vor dem diese Bundesregierung steht! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Jung: Aus Ihrer Sicht rechtsradikal!)
Abg. Rosemarie Bauer: So ein Miesmacher!
Aber ich nenne Ihnen ein anderes Beispiel. Es geht nicht nur um Herrn Schmid. Da gibt es auch die Kollegin Sickl, von der hört man nicht viel, das wissen wir, es gibt fast keine Aussagen. Aber eine der ganz wenigen Aussagen, die die Kollegin Sickl gemacht hat, betrifft ihren Sohn. (Abg. Rosemarie Bauer: So ein Miesmacher!)
Abg. Jung: Wie der Herr Häupl! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Waren Sie auch in einer Burschenschaft, Kollege Öllinger?
Jetzt sage und erkläre ich, es spielt natürlich im Prinzip keine Rolle, welche politische Orientierung ihr Sohn vertritt. Aber weil die Kollegin Sickl gesagt hat, dass sie froh ist, dass er demokratische Positionen einnimmt, weil er in einer Burschenschaft tätig ist, habe ich mir gedacht: Zwischen Burschenschaft und Burschenschaft gibt es Unterschiede, ich kenne das Metier, ich schaue mir einmal an, welche Burschenschaft das ist. Und dann kam ich darauf, dass diese Burschenschaft "Tigurina" ... (Abg. Jung: Wie der Herr Häupl! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Waren Sie auch in einer Burschenschaft, Kollege Öllinger?) Lesen Sie nach, Herr Kollege Khol! Sie können das im Internet unter der Adresse www.tigurina.at finden. Schauen Sie sich an, welche "Geistesblitzer" da unterwegs sind und welch "demokratische" Gesinnung diese Herrschaften haben!
Abg. Mag. Schweitzer: Zuerst die Anschüttung von Minister Grasser, dann das! Eine haltlose Anschüttung nach der anderen!
Wenn Frau Bundesministerin Sickl der Auffassung ist, dass die Gesinnung ihres Sohnes demokratisch ist, dann widerspreche ich dem entschieden – nur das möchte ich dazu anmerken! –, und es begründet Misstrauen gegen die Ministerin. Ich habe Ihnen schon einen Minister genannt, das war Herr Minister Schmid. Jetzt kommt Frau Ministerin Sickl dazu. (Abg. Mag. Schweitzer: Zuerst die Anschüttung von Minister Grasser, dann das! Eine haltlose Anschüttung nach der anderen!)
Abg. Jung: Sie betreiben Sippenhaftung! Ist Ihnen das klar?
Glauben Sie denn, dass es möglich ist, dass der Herr Finanzminister vier Jahre – vielleicht ist seine Amtszeit kürzer – überdauert und dass in jedem Handelskompass, in jedem Handelsregister ausgewiesen werden darf, dass der Herr Bundesminister nach außen hin nach wie vor Geschäftsführer ist? Glauben Sie, dass uns das deswegen nicht interessiert, weil es bei der Firma Magna einen internen Rundlauf gibt, wonach er entlastet wurde? Glauben Sie, dass das wirklich eine Entlastung ist? (Abg. Jung: Sie betreiben Sippenhaftung! Ist Ihnen das klar?) Glauben Sie nicht auch, dass der Herr Grasser sozusagen der Karl Habsburg der Freiheitlichen ist, lieber Karl Schweitzer? Glauben Sie das in Wirklichkeit nicht auch? (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Glauben Sie denn, dass es möglich ist, dass der Herr Finanzminister vier Jahre – vielleicht ist seine Amtszeit kürzer – überdauert und dass in jedem Handelskompass, in jedem Handelsregister ausgewiesen werden darf, dass der Herr Bundesminister nach außen hin nach wie vor Geschäftsführer ist? Glauben Sie, dass uns das deswegen nicht interessiert, weil es bei der Firma Magna einen internen Rundlauf gibt, wonach er entlastet wurde? Glauben Sie, dass das wirklich eine Entlastung ist? (Abg. Jung: Sie betreiben Sippenhaftung! Ist Ihnen das klar?) Glauben Sie nicht auch, dass der Herr Grasser sozusagen der Karl Habsburg der Freiheitlichen ist, lieber Karl Schweitzer? Glauben Sie das in Wirklichkeit nicht auch? (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Khol: Das ist eine Jungfernrede! – Abg. Fischl: Er schaut so sportlich aus, der Herr Wittmann! – Abg. Mag. Schweitzer: Jetzt kann er wenigstens sagen, was er will!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Peter Wittmann. Die Uhr ist jetzt auf 7 Minuten gestellt. – Bitte. (Abg. Dr. Khol: Das ist eine Jungfernrede! – Abg. Fischl: Er schaut so sportlich aus, der Herr Wittmann! – Abg. Mag. Schweitzer: Jetzt kann er wenigstens sagen, was er will!)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt wieder den Vorsitz.
Abgeordneter Dr. Peter Wittmann (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Ich stelle folgende Frage an Sie, Herr Bundeskanzler: Finden Sie es nicht beschämend, dass Österreich als demokratisches Land der EU als einzige eine Präambel brauchte, in der wir uns zu den Werten der Demokratie, der Menschenrechte und der Europäischen Union bekennen? Der Grund für diese Präambel kann doch nur sein, dass der Bundespräsident gemeint hat, dass diese Werte in der neuen Regierung nicht mehr gewährleistet sind! (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt wieder den Vorsitz.)
Abg. Mag. Schweitzer – eine Ausgabe der "Kronen Zeitung" in die Höhe haltend –: Peter Wittmann! – Mehrere Abgeordnete der Freiheitlichen stehen in den Bankreihen und halten eine Ausgabe der "Kronen Zeitung" in die Höhe, deren Schlagzeile lautet: "Bevölkerung von Europa hält zu uns". – Abg. Grabner hält eine "Kurier"-Ausgabe in die Höhe.
Ich meine, dass es eine der besonderen Entwicklungen dieser Regierung ist, dass sie die Präambel bereits gebrochen hat, bevor sie angelobt war, dass sie gegen diese Präambel gehandelt hat und dass sie – in der Person des Parteiobmannes einer Regierungspartei – durch Europa gezogen ist und permanent diese Präambel gebrochen hat. Ich frage Sie nun, Herr Bundeskanzler: Was gedenken Sie zu tun, wenn diese Präambel gebrochen wird? Wie oft wollen Sie zuschauen? Wie oft wollen Sie sich noch in Geiselhaft begeben? Und wann werden Sie endlich handeln und diese Präambel bei Ihrem Regierungspartner auch einfordern? (Abg. Mag. Schweitzer – eine Ausgabe der "Kronen Zeitung" in die Höhe haltend –: Peter Wittmann! – Mehrere Abgeordnete der Freiheitlichen stehen in den Bankreihen und halten eine Ausgabe der "Kronen Zeitung" in die Höhe, deren Schlagzeile lautet: "Bevölkerung von Europa hält zu uns". – Abg. Grabner hält eine "Kurier"-Ausgabe in die Höhe.)
Abg. Mag. Schweitzer – die Titelseite einer Ausgabe der "Kronen Zeitung" in die Höhe haltend, die die Schlagzeile trägt: "Bevölkerung von Europa hält zu uns" –: Peter Wittmann!
Der freiheitliche Bundesparteiobmann ist zwar zurückgetreten, aber ich gebe Ihnen zu bedenken, dass Herr Abgeordneter Ofner hier in diesem Haus ein würdiger Nachfolger ist, indem er begonnen hat, neuerlich einen Repräsentanten eines anderen Landes, nämlich jenen Portugals, anzuschütten. Ich glaube, das kann nicht der Weg sein, wie wir zurück nach Europa wollen. (Abg. Mag. Schweitzer – die Titelseite einer Ausgabe der "Kronen Zeitung" in die Höhe haltend, die die Schlagzeile trägt: "Bevölkerung von Europa hält zu uns" –: Peter Wittmann!) Das kann nicht der Weg sein, wie wir zurück nach Europa finden wollen. Das ist unangebracht in diesem Haus, und das kann nicht unser Ziel sein! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Der freiheitliche Bundesparteiobmann ist zwar zurückgetreten, aber ich gebe Ihnen zu bedenken, dass Herr Abgeordneter Ofner hier in diesem Haus ein würdiger Nachfolger ist, indem er begonnen hat, neuerlich einen Repräsentanten eines anderen Landes, nämlich jenen Portugals, anzuschütten. Ich glaube, das kann nicht der Weg sein, wie wir zurück nach Europa wollen. (Abg. Mag. Schweitzer – die Titelseite einer Ausgabe der "Kronen Zeitung" in die Höhe haltend, die die Schlagzeile trägt: "Bevölkerung von Europa hält zu uns" –: Peter Wittmann!) Das kann nicht der Weg sein, wie wir zurück nach Europa finden wollen. Das ist unangebracht in diesem Haus, und das kann nicht unser Ziel sein! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Jung: Also schließt er messerscharf, dass ...!
Wir werden alles dazu beitragen, dass wir den Weg zurück nach Europa finden, aber so wird man ihn nie finden, wenn eine der Regierungsparteien permanent Öl ins Feuer gießt und gegen diese Präambel verstößt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Jung: Also schließt er messerscharf, dass ...!)
Abg. Mag. Trattner: Durch Sie!
Wieso sind wir in diese Situation gekommen? (Abg. Mag. Trattner: Durch Sie!) Es ist wohl ein einmaliger Vorgang in dieser Republik, dass zwei Kandidaten, die als Regierungsmitglieder vorgeschlagen wurden, vom Bundespräsidenten abgelehnt wurden. Lassen wir das einmal auf der Zunge zergehen! Warum wurden sie abgelehnt? – Wegen rassistischer und fremdenfeindlicher Bemerkungen beziehungsweise Redeweisen. (Abg. Dr. Ofner: Wer hat denn das gesagt? Das habt nur ihr gesagt!)
Abg. Dr. Ofner: Wer hat denn das gesagt? Das habt nur ihr gesagt!
Wieso sind wir in diese Situation gekommen? (Abg. Mag. Trattner: Durch Sie!) Es ist wohl ein einmaliger Vorgang in dieser Republik, dass zwei Kandidaten, die als Regierungsmitglieder vorgeschlagen wurden, vom Bundespräsidenten abgelehnt wurden. Lassen wir das einmal auf der Zunge zergehen! Warum wurden sie abgelehnt? – Wegen rassistischer und fremdenfeindlicher Bemerkungen beziehungsweise Redeweisen. (Abg. Dr. Ofner: Wer hat denn das gesagt? Das habt nur ihr gesagt!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das hat ganz Europa aufgeweckt. Sie müssen nun alles dazu beitragen, dass wir anerkannt werden und dass Sie das nicht weiter propagieren. Sie machen jedoch das Gegenteil. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pumberger.
Herr Bundeskanzler! Finden Sie es nicht beschämend, dass Sie nur noch mit der zweiten Wahl der FPÖ hier sitzen, dass manche der FPÖ-Regierungsmannschaft nur zweite Wahl sind, dass man Ihnen die erste Wahl nicht schicken konnte, weil sie nicht würdig war, dieses Haus in Ausübung von Regierungsfunktionen zu betreten? (Zwischenruf des Abg. Dr. Pumberger. ) Lassen
Abg. Dr. Khol: Der blüht ja auf in der Opposition! Herr Kollege Wittmann! Die Opposition tut Ihnen sehr gut!
Sie wurde auch schon mehrmals von der ÖVP zurechtgewiesen. Ich bin neugierig, wie lange es sich die ÖVP bieten lassen wird, dass permanent Verstöße durch Regierungsmitglieder gegen die Koalitionsvereinbarung stattfinden. (Abg. Dr. Khol: Der blüht ja auf in der Opposition! Herr Kollege Wittmann! Die Opposition tut Ihnen sehr gut!) Aber das ist ihre Sache.
Zwischenruf des Abg. Neudeck.
Ich möchte mich ganz kurz noch mit Frau Vizekanzlerin Riess-Passer beschäftigen, denn, meine Damen und Herren, die Sache ist ernster, als sie hier dargestellt wird. Frau Riess-Passer ist verheiratet und damit im Nahbereich beziehungsweise im Umfeld eines Konkurses, der die Summe von 60 Millionen Schilling übersteigt. (Zwischenruf des Abg. Neudeck. ) Meine Damen und Herren! Ich bin der festen Überzeugung, dass rechtlich alles abgeklärt wurde und Frau Riess-Passer mit dem Konkurs ihres Mannes nichts zu tun hat. Ich bin der festen Überzeugung, dass das rechtlich korrekt ist – immerhin war der Anwalt in dieser Angelegenheit der jetzige Justizminister, der ja genau das machen musste (Zwischenruf des Abg. Auer ), damit das alles korrekt ist, weil er ja die parteipolitische Situation der FPÖ genau kennt. (Ruf bei den Freiheitlichen: Ist das die Sippenhaftung?)
Zwischenruf des Abg. Auer
Ich möchte mich ganz kurz noch mit Frau Vizekanzlerin Riess-Passer beschäftigen, denn, meine Damen und Herren, die Sache ist ernster, als sie hier dargestellt wird. Frau Riess-Passer ist verheiratet und damit im Nahbereich beziehungsweise im Umfeld eines Konkurses, der die Summe von 60 Millionen Schilling übersteigt. (Zwischenruf des Abg. Neudeck. ) Meine Damen und Herren! Ich bin der festen Überzeugung, dass rechtlich alles abgeklärt wurde und Frau Riess-Passer mit dem Konkurs ihres Mannes nichts zu tun hat. Ich bin der festen Überzeugung, dass das rechtlich korrekt ist – immerhin war der Anwalt in dieser Angelegenheit der jetzige Justizminister, der ja genau das machen musste (Zwischenruf des Abg. Auer ), damit das alles korrekt ist, weil er ja die parteipolitische Situation der FPÖ genau kennt. (Ruf bei den Freiheitlichen: Ist das die Sippenhaftung?)
Ruf bei den Freiheitlichen: Ist das die Sippenhaftung?
Ich möchte mich ganz kurz noch mit Frau Vizekanzlerin Riess-Passer beschäftigen, denn, meine Damen und Herren, die Sache ist ernster, als sie hier dargestellt wird. Frau Riess-Passer ist verheiratet und damit im Nahbereich beziehungsweise im Umfeld eines Konkurses, der die Summe von 60 Millionen Schilling übersteigt. (Zwischenruf des Abg. Neudeck. ) Meine Damen und Herren! Ich bin der festen Überzeugung, dass rechtlich alles abgeklärt wurde und Frau Riess-Passer mit dem Konkurs ihres Mannes nichts zu tun hat. Ich bin der festen Überzeugung, dass das rechtlich korrekt ist – immerhin war der Anwalt in dieser Angelegenheit der jetzige Justizminister, der ja genau das machen musste (Zwischenruf des Abg. Auer ), damit das alles korrekt ist, weil er ja die parteipolitische Situation der FPÖ genau kennt. (Ruf bei den Freiheitlichen: Ist das die Sippenhaftung?)
Ruf bei der ÖVP: "Konsum" zum Beispiel!
Aber jetzt frage ich schon nach der moralischen und politischen Verantwortung. Wenn jemand in Konkurs geht, auch wenn er nur Waren bei einem Versandhaus bestellt hat und diese nicht bezahlen kann, dann muss er so lange arbeiten, bis er die Schulden zurückgezahlt hat. (Ruf bei der ÖVP: "Konsum" zum Beispiel!) Herr Passer geht zweieinhalb Stunden arbeiten, das ist seine einzige Einkommensquelle. (Abg. Mag. Trattner: Wie viel war der "Konsum"?) Wie uns kolportiert wurde, lebt er aber nach wie vor auf großem Fuß. Er geht Golf spielen, er isst in teuren Restaurants (ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen), er hat ein großes Auto. – Das kann er sich von einem Verdienst aus zweieinhalb Stunden Arbeit nicht leisten.
Abg. Mag. Trattner: Wie viel war der "Konsum"?
Aber jetzt frage ich schon nach der moralischen und politischen Verantwortung. Wenn jemand in Konkurs geht, auch wenn er nur Waren bei einem Versandhaus bestellt hat und diese nicht bezahlen kann, dann muss er so lange arbeiten, bis er die Schulden zurückgezahlt hat. (Ruf bei der ÖVP: "Konsum" zum Beispiel!) Herr Passer geht zweieinhalb Stunden arbeiten, das ist seine einzige Einkommensquelle. (Abg. Mag. Trattner: Wie viel war der "Konsum"?) Wie uns kolportiert wurde, lebt er aber nach wie vor auf großem Fuß. Er geht Golf spielen, er isst in teuren Restaurants (ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen), er hat ein großes Auto. – Das kann er sich von einem Verdienst aus zweieinhalb Stunden Arbeit nicht leisten.
ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen
Aber jetzt frage ich schon nach der moralischen und politischen Verantwortung. Wenn jemand in Konkurs geht, auch wenn er nur Waren bei einem Versandhaus bestellt hat und diese nicht bezahlen kann, dann muss er so lange arbeiten, bis er die Schulden zurückgezahlt hat. (Ruf bei der ÖVP: "Konsum" zum Beispiel!) Herr Passer geht zweieinhalb Stunden arbeiten, das ist seine einzige Einkommensquelle. (Abg. Mag. Trattner: Wie viel war der "Konsum"?) Wie uns kolportiert wurde, lebt er aber nach wie vor auf großem Fuß. Er geht Golf spielen, er isst in teuren Restaurants (ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen), er hat ein großes Auto. – Das kann er sich von einem Verdienst aus zweieinhalb Stunden Arbeit nicht leisten.
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Fischl.
Ich gebe Ihnen nur zu bedenken, wie das der kleine Mann auf der Straße sehen wird. Sie erhöhen jetzt die 60 000 S-Einkommensgrenze der Frau Vizekanzlerin, damit sie ihrem Gatten, der einen Konkurs in der Höhe von 60 Millionen Schilling gebaut hat, den Lebensstandard weiterhin finanzieren kann. Das erklären Sie einmal dem kleinen Mann auf der Straße! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Fischl. )
Abg. Mag. Trattner: 27 Milliarden "Konsum"! 300 Millionen SPÖ-Minus! Der Wirtschaftsexperte!
Das ist Ihre politische Verantwortung! Ich mache Sie darauf aufmerksam. Ich will nicht das Desaster der bisherigen Regierungsarbeit noch einmal auflisten. Das pure Chaos herrscht hier! Ich glaube, dass Sie mit all Ihren Wortmeldungen bewiesen haben, dass das Chaos nur noch größer wird. Greifen Sie endlich koordinierend ein! (Abg. Mag. Trattner: 27 Milliarden "Konsum"! 300 Millionen SPÖ-Minus! Der Wirtschaftsexperte!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte zum Schluss nur noch Folgendes anführen: Herr Staatssekretär! Ich möchte ganz einfach die Äußerung des Klubobmannes der Freiheitlichen Partei nochmals anführen, der Ihnen gesagt hat: Ob es 20 Prozent Verringerung, 30, 40 oder 50 Prozent Verringerung des Kunstbudgets gibt, ist völlig egal! Die zukünftige beziehungsweise designierte Obfrau des Kulturausschusses hat gesagt: 50 Prozent sind genug! Sie haben gesagt, Sie würden ihr Nachhilfestunden geben. – Haben Sie schon einen Termin vereinbart? Wollen Sie der ganzen FPÖ Nachhilfestunden geben, denn diese Kulturpolitik haben Sie zu vertreten? Sie sind Exekutivorgan dieser Politik. Ich hoffe für die Künstler, dass Sie das nicht verwirklichen müssen, was Herr Westenthaler vorgeschlagen hat, denn das wäre die Bankrotterklärung der Kulturpolitik in diesem Lande und würde die Kulturlosigkeit dieser Regierungspartei nur noch weiter unter Beweis stellen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Jung: Selektives Hörverständnis!
Wenn ich davon absehe, dass ich überhaupt niemanden anschütte, hat er sich verhört oder nicht verstanden, was ich gesagt habe. – Meine Kritik beziehungsweise mein vorsichtig formulierter Vorwurf hat sich nicht gegen den portugiesischen Präsidenten, sondern gegen den designierten Vorsitzenden der Sozialdemokratischen Partei Österreichs, Alfred Gusenbauer, gerichtet. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Jung: Selektives Hörverständnis!)
Abg. Dr. Zernatto stößt an einem Drehstuhl an. – Abg. Dr. Mertel: Politiker kommen anders zu Fall!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet hat sich Herr Abgeordneter Zernatto. Restredezeit: 9 Minuten. – Bitte. (Abg. Dr. Zernatto stößt an einem Drehstuhl an. – Abg. Dr. Mertel: Politiker kommen anders zu Fall!)
Abg. Grabner: Der hat den Westenthaler auf der anderen Seite!
Meine Damen und Herren! Wenn Peter Wittmann in seiner Tätigkeit als Kulturstaatssekretär der vergangenen Regierung so viel Emotion, so viel Begeisterung und so viel Engagement eingebracht hätte wie jetzt, dann hätte es unser neuer in dieser Position befindliche Franz Morak leichter. (Abg. Grabner: Der hat den Westenthaler auf der anderen Seite!) Meine Damen und Herren! Das, was hier an Engagement gezeigt wurde, hätten wir uns früher gewünscht – wir, die wir uns der Kultur verpflichtet fühlen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Wenn Peter Wittmann in seiner Tätigkeit als Kulturstaatssekretär der vergangenen Regierung so viel Emotion, so viel Begeisterung und so viel Engagement eingebracht hätte wie jetzt, dann hätte es unser neuer in dieser Position befindliche Franz Morak leichter. (Abg. Grabner: Der hat den Westenthaler auf der anderen Seite!) Meine Damen und Herren! Das, was hier an Engagement gezeigt wurde, hätten wir uns früher gewünscht – wir, die wir uns der Kultur verpflichtet fühlen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Edlinger: Sie haben sich selber ausgehebelt!
Meine Damen und Herren! Der Eindruck, der sich bei mir immer mehr verstärkt, warum diese SPÖ offensichtlich so tief verwundet ist, liegt auf der Hand, denn, meine Damen und Herren, was kann eigentlich dazu führen, dass Menschen – das ist für mich ein wenig ein Déjà-vu-Erlebnis, ich gebe es offen zu –, die im Jahre 1994 Toleranz bei einer anderen Partei eingefordert haben, diese jetzt nicht zeigen. – Ich habe damals mit genau derselben Standhaftigkeit bemängelt, dass es nicht sehr demokratisch war, wie man das Zustandekommen einer neuen Regierung zu verhindern versucht hat. Aber, meine Damen und Herren, das, was die SPÖ jetzt zeigt, ist um nichts besser, denn dieses unglaubliche Bemühen, eine Regierung gar nicht erst arbeiten zu lassen, sondern diese Regierung nach Möglichkeit schon in den ersten Wochen auszuhebeln und damit jenes Chaos zu erzeugen (Abg. Edlinger: Sie haben sich selber ausgehebelt!), das Sie angeblich verhindern wollen, meine Damen und Herren, ist nicht korrekt! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Der Eindruck, der sich bei mir immer mehr verstärkt, warum diese SPÖ offensichtlich so tief verwundet ist, liegt auf der Hand, denn, meine Damen und Herren, was kann eigentlich dazu führen, dass Menschen – das ist für mich ein wenig ein Déjà-vu-Erlebnis, ich gebe es offen zu –, die im Jahre 1994 Toleranz bei einer anderen Partei eingefordert haben, diese jetzt nicht zeigen. – Ich habe damals mit genau derselben Standhaftigkeit bemängelt, dass es nicht sehr demokratisch war, wie man das Zustandekommen einer neuen Regierung zu verhindern versucht hat. Aber, meine Damen und Herren, das, was die SPÖ jetzt zeigt, ist um nichts besser, denn dieses unglaubliche Bemühen, eine Regierung gar nicht erst arbeiten zu lassen, sondern diese Regierung nach Möglichkeit schon in den ersten Wochen auszuhebeln und damit jenes Chaos zu erzeugen (Abg. Edlinger: Sie haben sich selber ausgehebelt!), das Sie angeblich verhindern wollen, meine Damen und Herren, ist nicht korrekt! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Aber Ihnen, meine sehr geschätzten Damen und Herren von der SPÖ, ist offensichtlich etwas abhanden gekommen, worum sich Bruno Kreisky sehr bemüht hat – und er hat es letztlich auch erreicht –, nämlich dass es für die bürgerlichen Parteien keine Optionen mehr gegeben hat, dass grundsätzlich ein System in Österreich entstanden ist, das an einer Regierungsbeteiligung der Sozialdemokratischen Partei nicht mehr vorbeigekommen ist. Ihnen tut weh, dass es jetzt wieder Optionen in Österreich gibt und dass Österreich damit auch wieder demokratischer geworden ist! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Leikam.
Grasser hat in seiner sehr jungen politischen Karriere ungeheuer viel Zähigkeit, ungeheuer viel Einsatzfreude und auch ungeheuer viel demokratisches Lernvermögen bewiesen, meine Damen und Herren. (Zwischenruf des Abg. Leikam. ) Daher halte ich es einfach nicht für korrekt, dass man jungen Ministern, die noch gar nicht die Möglichkeit hatten, zu zeigen, was sie können, hier von vornherein die Fähigkeit abspricht, etwas zu leisten. Frau Ministerin Sickl wurde ja sogar ihre demokratische Grundgesinnung abgesprochen. Das ist nicht korrekt! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Grasser hat in seiner sehr jungen politischen Karriere ungeheuer viel Zähigkeit, ungeheuer viel Einsatzfreude und auch ungeheuer viel demokratisches Lernvermögen bewiesen, meine Damen und Herren. (Zwischenruf des Abg. Leikam. ) Daher halte ich es einfach nicht für korrekt, dass man jungen Ministern, die noch gar nicht die Möglichkeit hatten, zu zeigen, was sie können, hier von vornherein die Fähigkeit abspricht, etwas zu leisten. Frau Ministerin Sickl wurde ja sogar ihre demokratische Grundgesinnung abgesprochen. Das ist nicht korrekt! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Heiterkeit des Abg. Fischl.
Meine Damen und Herren von der SPÖ! Es ist wirklich billige Polemik, wenn man Frau Sickl zum Beispiel vorwirft, Schlossbesitzerin zu sein. In Ihren Reihen sitzen ja genug Spezialisten, die sich in toskanischen Schlössern hervorragend auskennen. (Heiterkeit des Abg. Fischl. ) Sie werden dort festgestellt haben, dass die Eigentümer dieser Schlösser nicht zu den reichen Menschen zählen, sondern dass sie dazu gezwungen sind, sehr viele persönliche Opfer auf sich zu nehmen, um die Kulturgüter zu erhalten, dass sie dazu gezwungen sind, wie Frau Sickl, in diesen Kulturgütern auch neue Unternehmungen zu etablieren. Frau Sickl hat letztlich dafür Sorge getragen, dass eine ganz hervorragende Stätte der Kultur in Sirnitz-Albeck, in einer sehr benachteiligten Region in Kärnten, nicht nur erhalten geblieben ist, sondern deutlich verbessert wurde. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren von der SPÖ! Es ist wirklich billige Polemik, wenn man Frau Sickl zum Beispiel vorwirft, Schlossbesitzerin zu sein. In Ihren Reihen sitzen ja genug Spezialisten, die sich in toskanischen Schlössern hervorragend auskennen. (Heiterkeit des Abg. Fischl. ) Sie werden dort festgestellt haben, dass die Eigentümer dieser Schlösser nicht zu den reichen Menschen zählen, sondern dass sie dazu gezwungen sind, sehr viele persönliche Opfer auf sich zu nehmen, um die Kulturgüter zu erhalten, dass sie dazu gezwungen sind, wie Frau Sickl, in diesen Kulturgütern auch neue Unternehmungen zu etablieren. Frau Sickl hat letztlich dafür Sorge getragen, dass eine ganz hervorragende Stätte der Kultur in Sirnitz-Albeck, in einer sehr benachteiligten Region in Kärnten, nicht nur erhalten geblieben ist, sondern deutlich verbessert wurde. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Sie geben Sich selbst keine Chance!
Ich möchte mit den Worten des Herrn Kollegen Schlögl schließen, der gemeint hat: Man muss für Österreich das Beste wollen! – Meine Damen und Herren! Wenn Sie für Österreich das Beste wollen und es Ihnen damit ernst ist, dann geben Sie dieser Regierung eine Chance und nutzen Sie die Zeit in Ihrem Trockendock (Abg. Dr. Gusenbauer: Sie geben Sich selbst keine Chance!), um um so viel besser zu werden, dass Sie möglicherweise das nächste Mal in einer demokratischen Wahl auch wieder oben sein können. Amal der Gigl, amal der Gogl! – Das ist die Regel in der Demokratie. Veränderung ist notwendig in der Demokratie, meine Damen und Herren! Verhindern Sie nicht die Veränderung in diesem Land! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich möchte mit den Worten des Herrn Kollegen Schlögl schließen, der gemeint hat: Man muss für Österreich das Beste wollen! – Meine Damen und Herren! Wenn Sie für Österreich das Beste wollen und es Ihnen damit ernst ist, dann geben Sie dieser Regierung eine Chance und nutzen Sie die Zeit in Ihrem Trockendock (Abg. Dr. Gusenbauer: Sie geben Sich selbst keine Chance!), um um so viel besser zu werden, dass Sie möglicherweise das nächste Mal in einer demokratischen Wahl auch wieder oben sein können. Amal der Gigl, amal der Gogl! – Das ist die Regel in der Demokratie. Veränderung ist notwendig in der Demokratie, meine Damen und Herren! Verhindern Sie nicht die Veränderung in diesem Land! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
ironische Heiterkeit bei den Grünen
Der Bundespräsident hat gefragt, ob er einen Lebenslauf haben könnte. Ich habe diesen selbstverständlich zugesagt und habe ihn in die Präsidentschaftskanzlei gefaxt. Er hat mich jetzt darüber informiert, er habe dann den Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit Dr. Buxbaum angerufen und gefragt, ob es über die Person Böhmdorfer irgendwelche Informationen gäbe, die auf Probleme hinzielten. Nach zwei Stunden sei ein Rückruf von Generaldirektor Buxbaum gekommen – also von einer Stapo-Überprüfung kann hier überhaupt keine Rede sein (ironische Heiterkeit bei den Grünen) – mit einem klaren Nein. Es lägen diesbezüglich keine Probleme vor.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wahrheitswidrig haben Sie behauptet, der Innenminister beziehungsweise ich als Bundeskanzler seien eingeschaltet gewesen. Das ist überhaupt nicht richtig. Das ist nicht wahr. Wir waren nicht eingeschaltet. Ich darf auch im Namen des Bundespräsidenten sagen, die Vertrauensbasis zwischen ihm und dieser Regierung, zwischen ihm und mir ist absolut in Ordnung und korrekt. Nehmen Sie das zur Kenntnis! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordneter Helmut Haigermoser (Freiheitliche): Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Herr Bundeskanzler! Es sieht natürlich jeder, wenn er eine Schlagzeile in der Zeitung liest – je nach Oppositions- oder Regierungssicht wird da immer wieder zitiert –, etwas anderes, aber ich glaube, die Schlagzeile in der morgigen Ausgabe der "Kronen Zeitung", nämlich "Bevölkerung von Europa hält zu uns", sagt wirklich viel über die Stimmung in der Bevölkerung aus. Diese Bevölkerung hält nämlich nicht nur zu uns, sondern auch zur derzeitigen Bundesregierung, und zwar überwiegend mehrheitlich, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP
Ich hätte nie geglaubt, dass mich Wittmann irgendwann einmal aufmuntern würde. Heute hat er es zustande gebracht. Wittmann, der steinerne Gast auf der Regierungsbank, muntert Haigermoser auf (Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP), also nahezu eine Moritat, meine Damen und Herren. Er stand da heute hinter dem Rednerpult so nach dem Motto: Ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich Wittmann heiß’!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Dieses fast zornige Engagement, diesen zornigen oppositionellen Aufschrei hätte ich mir gewünscht, als Sie für die Kulturschaffenden hätten eintreten sollen. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Da waren Sie nämlich auf Tauchstation, verkrümmt in sich zusam
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Gusenbauer: Der ist erheblich!
Meine Damen und Herren! Wir waren und sind eine scharfe, herausfordernde Opposition gewesen, und so schnell, wie wir in die Regierungsverantwortung hineingewachsen sind, sollten Sie in die Oppositionsrolle hineinwachsen. Da haben Sie noch einiges zu tun. Ich hoffe, meine Damen und Herren, dass Sie zumindest noch so viele Jahre auf der Oppositionsbank sitzen, wie der Altersunterschied zwischen dem Herrn Gusenbauer und mir ausmacht. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Gusenbauer: Der ist erheblich!) Schauen Sie nach in den Geburtsdaten, dann wissen Sie, wie lange Sie da kauern werden.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Dass Sie mit der oppositionellen Chaospolitik des Herrn Gusenbauer, der offensichtlich die falsche Richtung eingeschlagen hat, aber das soll Ihre Sache sein, nicht fertig werden, beweist ja auch ein Entschließungsantrag des Herrn Mag. Schlögl. Er fordert nämlich am 1. März 2000 zusätzlich 1 000 Planposten für die Sicherheitsexekutive. Also einen größeren Offenbarungseid für das eigene Versagen im Innenministerium hätte es nicht geben können! Wo waren Sie denn in den letzten Jahren, um diese Dinge umzusetzen, Herr Schlögl? Auf Tauchstation? Oder glauben Sie, mit solch einem Entschließungsanträgerl die Bürger hinter dem Ofen hervorlocken zu können? Mitnichten, meine Damen und Herren, wird es Ihnen gelingen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Mertel: Da staunen wir aber!
Im Vergleich zu Ihrer Chaos-Opposition unter dem "Ohne-Partei-bin-ich-nichts-Gusenbauer" haben wir ja eine oppositionelle Heilsarmee dargestellt. Das war ja ein Mailüfterl. Wir waren zu wenig scharf, meine Damen und Herren. Aber verbrannte Erde wollten wir nie bieten. Das wollten wir nie, meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Mertel: Da staunen wir aber!) Denn wir glauben, das, was besonders Wittmann hier dargelegt hat, war eine Politik des Vor-nichts-Halt-Machens! Nicht Halt machen vor den Krankenzimmern, nicht vor den Familien der Betroffenen, nicht vor der Intimsphäre, nicht vor dem bisherigen Lebensweg aufrechter Demokraten und nicht vor der beruflichen Qualifikation, meine Damen und Herren. – Das war persönliche Ehrabschneidung, und das weisen wir mit aller Entschiedenheit zurück, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Im Vergleich zu Ihrer Chaos-Opposition unter dem "Ohne-Partei-bin-ich-nichts-Gusenbauer" haben wir ja eine oppositionelle Heilsarmee dargestellt. Das war ja ein Mailüfterl. Wir waren zu wenig scharf, meine Damen und Herren. Aber verbrannte Erde wollten wir nie bieten. Das wollten wir nie, meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Mertel: Da staunen wir aber!) Denn wir glauben, das, was besonders Wittmann hier dargelegt hat, war eine Politik des Vor-nichts-Halt-Machens! Nicht Halt machen vor den Krankenzimmern, nicht vor den Familien der Betroffenen, nicht vor der Intimsphäre, nicht vor dem bisherigen Lebensweg aufrechter Demokraten und nicht vor der beruflichen Qualifikation, meine Damen und Herren. – Das war persönliche Ehrabschneidung, und das weisen wir mit aller Entschiedenheit zurück, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie haben das Ausland angesprochen und so weiter. – Es ist nachgewiesen – und da kann Herr Schieder noch so viele tatsächliche Berichtigungen aussprechen –, dass die Sozialistische Internationale das Über-Österreich-Herfallen vom Zaun gebrochen hat, meine Damen und Herren. Das ist Faktum! Das pfeifen nicht nur die Auguren in Finnland von den Dächern, sondern das macht die Runde durch ganz Österreich. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das ist es! Sie sollten sich diese Analyse zu Gemüte führen. Sie werden mit sich selbst nicht fertig. Sie haben eigentlich die Richtung noch nicht gefunden. Sie werden auch in den nächsten Jahren mit der Führungsmannschaft, die Sie jetzt anbieten, diese Richtung nicht finden, daher übernehmen wir für die Österreicher die Ausfallshaftung. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Für die Lega Nord!
Abgeordnete Mag. Ulrike Lunacek (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Herr Bundeskanzler, Sie haben heute in der Anfragebeantwortung erwähnt, dass Österreich immer noch ein Vorbild für andere Länder ist. – Ich kann Ihnen nur sagen, und ich denke, Sie nehmen das selbst wohl auch wahr, auch wenn Sie es nicht zugeben, dass dem leider nicht mehr so ist. (Abg. Öllinger: Für die Lega Nord!) Ja, eventuell.
Abg. Schwarzenberger: Um über Österreich zu schimpfen!
Noch etwas: Ich war vergangenen Samstag in Belgien auf Einladung der flämischen Grünen, um dort vor einer großen Versammlung von etwa 1 000 Leuten zu berichten. (Abg. Schwarzenberger: Um über Österreich zu schimpfen!) Nein, nicht um über Österreich zu schimpfen; Sie können darüber auch in manchen belgischen Zeitungen lesen. Ich war dort, um aufzuklären, wie denn die Situation in Österreich ist. Ich habe versucht, mein Bestes zu tun, um den Unterschied herauszustreichen zwischen der Regierung, die in unseren Augen nicht legitim ist, und der Bevölkerung und diesem Land, das sehr wohl zu verteidigen ist. (Abg. Dr. Khol: Nicht legitim!? Nicht legitim!? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Nein, weil von Ihnen vor den letzten Wahlen nicht gesagt wurde, dass es diese Regierung geben wird; in den Augen der Bevölkerung!
Abg. Dr. Khol: Nicht legitim!? Nicht legitim!? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Noch etwas: Ich war vergangenen Samstag in Belgien auf Einladung der flämischen Grünen, um dort vor einer großen Versammlung von etwa 1 000 Leuten zu berichten. (Abg. Schwarzenberger: Um über Österreich zu schimpfen!) Nein, nicht um über Österreich zu schimpfen; Sie können darüber auch in manchen belgischen Zeitungen lesen. Ich war dort, um aufzuklären, wie denn die Situation in Österreich ist. Ich habe versucht, mein Bestes zu tun, um den Unterschied herauszustreichen zwischen der Regierung, die in unseren Augen nicht legitim ist, und der Bevölkerung und diesem Land, das sehr wohl zu verteidigen ist. (Abg. Dr. Khol: Nicht legitim!? Nicht legitim!? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Nein, weil von Ihnen vor den letzten Wahlen nicht gesagt wurde, dass es diese Regierung geben wird; in den Augen der Bevölkerung!
Beifall bei den Grünen. – Bundeskanzler Dr. Schüssel: Das ist eine Frage der Vollziehung, habe ich gesagt!
Herr Bundeskanzler! Sie haben heute am Vormittag in Beantwortung der Frage Nummer 2 gesagt: Das berührt die Tätigkeit des Bundespräsidenten, welche Minister bestellt werden. Ich möchte von Ihnen schon eine Klarstellung, ob Sie das in Belgien so gesagt haben oder nicht, denn es war der Bundespräsident und nicht Sie, wenn ich mich recht erinnere. (Beifall bei den Grünen. – Bundeskanzler Dr. Schüssel: Das ist eine Frage der Vollziehung, habe ich gesagt!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Und das, was Elfriede Jelinek hier sagt, das machen auch viele Kollegen von der Opposition. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Wen meinen Sie, Herr Schweitzer? Wen meinen Sie? Nennen Sie einen Namen!
Herr Schlögl war ja spürbar von schlechtem Gewissen geplagt, als er genötigt war, diese Dringliche Anfrage zu begründen. Er war von schlechtem Gewissen geplagt, als er diese schwache Anfrage hier begründen musste. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Wen meinen Sie, Herr Schweitzer? Wen meinen Sie? Nennen Sie einen Namen!) Es ist übrigens auch ordentlich danebengegangen, Kollege Schlögl, du bist dafür einfach nicht geeignet. Lieber Karl! Lass dich von diesen Fundamental-Oppositionisten nicht verheizen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Edlinger: Ich nehme an, Sie sind ein Wappler!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Edlinger: Ich nehme an, Sie sind ein Wappler!
Herr Schlögl war ja spürbar von schlechtem Gewissen geplagt, als er genötigt war, diese Dringliche Anfrage zu begründen. Er war von schlechtem Gewissen geplagt, als er diese schwache Anfrage hier begründen musste. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Wen meinen Sie, Herr Schweitzer? Wen meinen Sie? Nennen Sie einen Namen!) Es ist übrigens auch ordentlich danebengegangen, Kollege Schlögl, du bist dafür einfach nicht geeignet. Lieber Karl! Lass dich von diesen Fundamental-Oppositionisten nicht verheizen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Edlinger: Ich nehme an, Sie sind ein Wappler!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Hostasch.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es wird ein Objektivierungsgesetz geben, es wird Ihnen wehtun. Sie werden viele Machtpositionen verlieren, die Sie nur durch Parteibuch, aber nicht mit Qualifikation erworben haben. Das Objektivierungsgesetz wird das in Zukunft verhindern! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Hostasch. )
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Es wird die "Aktion Fairness" geben, Frau Hostasch! Sie werden mit Wonne zustimmen, wenn die "Aktion Fairness" in diesem Haus behandelt und die entsprechenden gesetzlichen Grundlagen beschlossen werden. Frau Hostasch! Freuen Sie sich darauf, dass wir das umsetzen, was Sie lange Zeit gefordert haben! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Edlinger: Und wer wird das zahlen?
Es wird eine Pensionsreform geben mit einem sozialen Ausgleich, Frau Kollegin Hostasch. Die Kindererziehungszeit wird pensionsbegründend mit eingerechnet werden – Dinge, die für unsere Familien von ganz großer Bedeutung sind! Hier wird familienfreundliche Politik gemacht, zum ersten Mal seit langer Zeit in diesem Lande! Und all das innerhalb der nächsten 100 Tage! (Abg. Edlinger: Und wer wird das zahlen?)
Beifall bei den Freiheitlichen
Herr Abgeordneter Edlinger! Mit dem Loch, das Sie hinterlassen haben, ist nichts zu bezahlen, aber mit den Einsparungen, die durch diese Regierung erreicht werden (Beifall bei den Freiheitlichen), ist auch das zu bezahlen. Diese Regierung versteht zu sparen, Sie haben es ja nur verstanden, wie es Kreisky seinerzeit gesagt hat: mit vollen Händen aus dem Fenster hinaus, um die Stimmen zu erkaufen. – Wir erarbeiten uns die Stimmen, Herr Kollege Edlinger, Sie haben sie sich lange Zeit erkauft. Wir müssen sie uns beinhart erarbeiten, und wir werden sie uns erarbeiten. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Das werden wir sehen! Wir werden es abwarten!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Das werden wir sehen! Wir werden es abwarten!
Herr Abgeordneter Edlinger! Mit dem Loch, das Sie hinterlassen haben, ist nichts zu bezahlen, aber mit den Einsparungen, die durch diese Regierung erreicht werden (Beifall bei den Freiheitlichen), ist auch das zu bezahlen. Diese Regierung versteht zu sparen, Sie haben es ja nur verstanden, wie es Kreisky seinerzeit gesagt hat: mit vollen Händen aus dem Fenster hinaus, um die Stimmen zu erkaufen. – Wir erarbeiten uns die Stimmen, Herr Kollege Edlinger, Sie haben sie sich lange Zeit erkauft. Wir müssen sie uns beinhart erarbeiten, und wir werden sie uns erarbeiten. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Das werden wir sehen! Wir werden es abwarten!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Einem: Mehr zerstört!
Meine Damen und Herren von der Linken! Zum Schluss schreibe ich Ihnen eines ins Stammbuch, Kollege Edlinger: Wer die Demokratie verteidigen will, kann sich nicht über ihre Regeln hinwegsetzen. Und diese Regeln lauten: Die Österreicher wählen Parteien ins Parlament, und jene Parteien, die eine Mehrheit und den Sanctus des Bundespräsidenten haben, bilden die Regierung. – Nehmen Sie das fürs Erste zur Kenntnis und lassen Sie sich nach einem gewissen Beobachtungszeitraum davon überzeugen, dass diese Regierung in 100 Tagen mehr zustande gebracht hat als Sie in 30 Jahren. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Einem: Mehr zerstört!)
Bundeskanzler Dr. Schüssel: Habe ich nicht!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Ich danke dem Herrn Bundeskanzler für die Bestätigung, dass der Bundespräsident den Herrn Generaldirektor für öffentliche Sicherheit um eine staatspolizeiliche Überprüfung des Justizministers ersucht hat (Bundeskanzler Dr. Schüssel: Habe ich nicht!), sie ist auch durchgeführt worden. (Abg. Mag. Trattner: Sie verdrehen wie üblich das Wort!)
Abg. Mag. Trattner: Sie verdrehen wie üblich das Wort!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Ich danke dem Herrn Bundeskanzler für die Bestätigung, dass der Bundespräsident den Herrn Generaldirektor für öffentliche Sicherheit um eine staatspolizeiliche Überprüfung des Justizministers ersucht hat (Bundeskanzler Dr. Schüssel: Habe ich nicht!), sie ist auch durchgeführt worden. (Abg. Mag. Trattner: Sie verdrehen wie üblich das Wort!)
Beifall bei den Grünen.
Ich stelle noch einmal fest: Nach diesem Vorfall ist es noch klarer: In dieser Regierung haben die Richtigen zueinander gefunden. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Pilz: Tatsächliche Berichtigung!
Abgeordneter Dr. Andreas Khol (ÖVP): Ich möchte Herrn Abgeordnetem Pilz sagen: Immer bei der Wahrheit bleiben! Es gab keine staatspolizeiliche Prüfung! Der Herr Bundeskanzler hat klargestellt, was er wusste und was gemacht wurde. (Abg. Dr. Pilz: Tatsächliche Berichtigung!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Und so etwas lässt tief blicken!
Zweitens: Frau Lunacek! Wer in Österreich einer nach den Regeln der Bundesverfassung zustande gekommenen Regierung die Legitimität abspricht, verletzt die Grundregeln der Demokratie. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Und so etwas lässt tief blicken!)
Abg. Dr. Pilz: Tatsächliche Berichtigung! – Rufe bei den Grünen und der SPÖ: Sicher! Pilz ist gemeldet! – Abg. Dr. Pilz: Tatsächliche Berichtigung! – Abg. Mag. Schweitzer: Gibt es nicht! Setzen! Geschäftsordnung lernen! – Abg. Haigermoser: Geschäftsordnung lernen! Es gibt keine Wortmeldung von der Bank aus!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Zu Wort ist dazu niemand mehr gemeldet. (Abg. Dr. Pilz: Tatsächliche Berichtigung! – Rufe bei den Grünen und der SPÖ: Sicher! Pilz ist gemeldet! – Abg. Dr. Pilz: Tatsächliche Berichtigung! – Abg. Mag. Schweitzer: Gibt es nicht! Setzen! Geschäftsordnung lernen! – Abg. Haigermoser: Geschäftsordnung lernen! Es gibt keine Wortmeldung von der Bank aus!)
Abg. Parnigoni: Recht muss Recht bleiben! Das ist eine Frechheit!
Zu Wort ist niemand mehr gemeldet. (Abg. Parnigoni: Recht muss Recht bleiben! Das ist eine Frechheit!)
Abg. Edlinger: Das ist doch der Geist aus dem vorigen Jahrhundert!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Ich nehme die Verhandlungen über die Punkte 2 bis 4 der Tagesordnung wieder auf. (Abg. Edlinger: Das ist doch der Geist aus dem vorigen Jahrhundert!)
Abg. Dr. Pilz: Tatsächliche Berichtigung! – Abg. Gaugg: Auch für Sie gilt die Geschäftsordnung! – Abg. Öllinger: Zur Geschäftsbehandlung! – Weitere heftige Zwischenrufe.
Zu Wort gemeldet hat sich Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Pirklhuber. Ich erteile es ihm. (Abg. Dr. Pilz: Tatsächliche Berichtigung! – Abg. Gaugg: Auch für Sie gilt die Geschäftsordnung! – Abg. Öllinger: Zur Geschäftsbehandlung! – Weitere heftige Zwischenrufe.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Er muss vorgehen!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Es hat während der Debatte zur Dringlichen Anfrage noch innerhalb der Frist, die dafür vorgesehen ist, eine Wortmeldung zu einer tatsächlichen Berichtigung des Kollegen Pilz gegeben, die auch ordnungsgemäß eingebracht, von Ihnen aber nicht zur Kenntnis genommen wurde. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Er muss vorgehen!)
Lebhafte Zwischenrufe. – Abg. Dr. Khol: Zur Geschäftsbehandlung!
Herr Präsident! Aus diesem Anlass und auch deswegen, weil es in der Causa Grasser offensichtlich neue Fakten gibt, ersuchen wir um Unterbrechung dieser Sitzung für eine kurze Stehpräsidiale. (Lebhafte Zwischenrufe. – Abg. Dr. Khol: Zur Geschäftsbehandlung!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Petrovic: Zur Geschäftsbehandlung!
Abgeordneter Dr. Andreas Khol (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ich habe die Vorgänge genau verfolgt. Herr Pilz hat sich in der Tat von hier, vom Platz aus zu einer tatsächlichen Berichtigung zu Wort gemeldet. Wir haben in der Präsidialkonferenz mehrmals festgelegt, dass Meldungen nur oben, am Präsidium stattzufinden haben, und zwar aus dem Grund, den Sie erwähnt haben: weil es für Präsident Fischer, der das beantragt hat, immer wieder unmöglich war, festzustellen, wer sich gemeldet hat. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Petrovic: Zur Geschäftsbehandlung!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Nein, das ist nicht wahr!
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Seit Beginn dieser Gesetzgebungsperiode ist in jeder Sitzung mehrmals eine Wortmeldung zur Geschäftsordnung – auch von Ihnen, Herr Dr. Khol – vom Platz aus, also aus den Reihen, abgegeben worden. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Nein, das ist nicht wahr!) Auch zu den tatsächlichen Berichtigungen wurden Meldungen aus den Sitzreihen vom Präsidium zur Kenntnis genommen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Nein!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Nein!
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Seit Beginn dieser Gesetzgebungsperiode ist in jeder Sitzung mehrmals eine Wortmeldung zur Geschäftsordnung – auch von Ihnen, Herr Dr. Khol – vom Platz aus, also aus den Reihen, abgegeben worden. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Nein, das ist nicht wahr!) Auch zu den tatsächlichen Berichtigungen wurden Meldungen aus den Sitzreihen vom Präsidium zur Kenntnis genommen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Nein!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das stimmt nicht, was Sie sagen! Wieder einmal gelogen! – Abg. Dr. Kostelka: Zur Geschäftsbehandlung!
Ich ersuche, die Geschäftsordnung gleichermaßen für alle Fraktionen anzuwenden und kein Regierungsprivileg einzubauen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das stimmt nicht, was Sie sagen! Wieder einmal gelogen! – Abg. Dr. Kostelka: Zur Geschäftsbehandlung!)
Rufe bei der ÖVP: Nein!
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ich will nicht dazu beitragen, dass die Dinge weiter aufgeheizt werden, aber manche Dinge sind zurechtzurücken. (Rufe bei der ÖVP: Nein!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Trattner: Zur Geschäftsbehandlung! – Ruf: Zugenickt!
Herr Präsident! Als Letztes: Es hat mich sehr eigenartig berührt, dass Sie auf ein Kopfnicken des freiheitlichen Klubsekretärs reagiert haben. Das ist eine Vorgangsweise, die ich vom Präsidium nicht erwarte. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Trattner: Zur Geschäftsbehandlung! – Ruf: Zugenickt!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Petrovic: Zur Geschäftsordnung!
Abgeordneter Mag. Gilbert Trattner (Freiheitliche) (zur Geschäftsbehandlung): Sehr geehrter Herr Präsident! Es hat sich in diesem Hause nie so abgespielt, dass Wortmeldungen von der Sitzbank aus abgegeben werden konnten, sondern Wortmeldungen konnten entweder vom Abgeordneten selbst oder vom Ordner am Präsidium deponiert werden. Die Wortmeldung zu der tatsächlichen Berichtigung ist aber hier von der Sitzreihe aus erfolgt; sie ist also nicht geschäftsordnungskonform und deswegen abzulehnen. Die Vorgangsweise seitens des Präsidiums ist als korrekt zu bezeichnen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Petrovic: Zur Geschäftsordnung!)
Abg. Dr. Khol: Das war eine Präsidialentscheidung! – Abg. Schwarzenberger: Entscheidung der Präsidiale! – Abg. Dr. Kostelka: Zur Geschäftsordnung!
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Ich ersuche Herrn Abgeordneten Trattner, uns die Bestimmung, den Paragraphen der Geschäftsordnung zu nennen, in dem die von ihm behauptete Bestimmung enthalten ist. – Ich behaupte: Es gibt keine derartige Bestimmung. (Abg. Dr. Khol: Das war eine Präsidialentscheidung! – Abg. Schwarzenberger: Entscheidung der Präsidiale! – Abg. Dr. Kostelka: Zur Geschäftsordnung!)
Abg. Dr. Khol: Nächste Präsidiale! – Abg. Kiss: Das war das Zusammenspiel von Ihnen und Pilz!
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Wir haben jetzt zwei Möglichkeiten: Entweder soll diese willkürliche Interpretation zur Angelegenheit des Hauses gemacht werden, dann ersuche ich, sofort die Sitzung zu unterbrechen und das in einer Präsidiale zu klären, denn die Mehrheit dieses Hauses macht sich die Geschäftsordnungsregeln nicht selbst. Oder wir reden bei der nächsten Präsidiale darüber. Die Vorgangsweise finde ich jedenfalls sehr eigenartig, dass es hier in diesem Hause ein Zusammenspiel verschiedener Kräfte gibt. (Abg. Dr. Khol: Nächste Präsidiale! – Abg. Kiss: Das war das Zusammenspiel von Ihnen und Pilz!)
Abg. Kiss: Zusammenspiel von Kostelka und Pilz, das ist gemeint gewesen!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Wir werden das ohne Ihre Anregung, aber durch Ihre Anregung selbstverständlich auch, in der nächsten Präsidiale besprechen. (Abg. Kiss: Zusammenspiel von Kostelka und Pilz, das ist gemeint gewesen!)
Unruhe im Saal. – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.
Aber nun zurück zur Debatte um den Grünen Bericht: Ich habe mich noch einmal zu Wort gemeldet, weil ich aus den Beiträgen meiner Vorredner entnehmen musste, dass sie nicht verstanden haben, worum es uns in Bezug auf den Grünen Bericht eigentlich geht. (Unruhe im Saal. – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen.
Schließlich sehen wir, dass der Gipfel dieser Angelegenheit erreicht ist, wenn wir uns anschauen, was die Agrarmarkt Austria mit diesen Mitteln und mit ihrer Verantwortung macht. Auf der größten internationalen Biofachmesse in Nürnberg wurden im Februar dieses Jahres bei einer Pressekonferenz der Agrarmarkt Austria zum biologischen Landbau konventionelle Produkte beworben und konventionelle Produkte an die dort versammelten Journalisten zur Verteilung gebracht. Das ist kein Zufall, Herr Kollege Freund, sondern das ist das Ergebnis einer fehlenden agrarpolitischen Positionierung, die Bedingungen für die Zukunft der österreichischen Landwirtschaft an klaren, präzisen und eindeutigen ökologischen und sozialen Zielen auszurichten. Die Fakten und Grundlagen dafür sind im Grünen Bericht dargelegt. Daher werden wir diesem Bericht auch zustimmen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Rufe bei der SPÖ: Schweitzer! – Abg. Edlinger: Total-Opposition!
Wir gelangen nunmehr zur Abstimmung über den Entschließungsantrag der Abgeordneten Mag. Sima und Genossen betreffend Kennzeichnung gentechnischer Futtermittel zur Sicherstellung der Möglichkeit einer gentechnikfreien Landwirtschafts- und Biolandbauproduktion in Österreich. (Rufe bei der SPÖ: Schweitzer! – Abg. Edlinger: Total-Opposition!)
Abg. Dr. Khol: Nicht einmal Van der Bellen stimmt dafür!
Ich bitte jene Damen und Herren, die für den Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Minderheit. Der Antrag ist abgelehnt. (Abg. Dr. Khol: Nicht einmal Van der Bellen stimmt dafür!)
Abg. Dr. Pumberger: Was heißt "Inkonsistenzen"?
Wir werden gegen diesen Bericht stimmen, meine Damen und Herren, weil er Inkonsistenzen enthält, weil er Aussagen trifft, die zueinander im Widerspruch stehen. (Abg. Dr. Pumberger: Was heißt "Inkonsistenzen"?) So wird unter anderem in diesem Bericht auch formuliert:
Beifall bei den Grünen.
Das steht in einem Bericht, in dem gleichzeitig an vielen anderen Stellen das Gegenteil behauptet wird. Ein solcher Bericht ist inkonsistent. Herr Bundesminister! Wir fordern Sie dringend auf, Klarheit zu schaffen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ, den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Werner Kummerer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Die sozialdemokratischen Abgeordneten halten diesen Gewässerschutzbericht für einen guten Bericht. Er enthält viele Fakten, er gibt uns die politische Möglichkeit, Entscheidungen für die Zukunft zu treffen. Ich möchte mich bei den Beamten, die diesen Bericht erstellt haben, herzlich bedanken. (Beifall bei der SPÖ, den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.)
Abg. Auer: Nein!
Der Bericht zeigt ein West-Ost-Gefälle auf – eine wesentlich bessere Situation des Grundwassers und des Quellwassers im Westen und eine wesentlich schlechtere Situation im Osten. Bedauerlicherweise ist Niederösterreich Spitzenreiter bei den Kontaminationen auf 2 000 ausgewiesenen Quadratkilometern. Ich bin froh darüber, dass namhafte Vertreter des Weinviertels hier im Saal sitzen und sich die Diskussion anhören, denn eines ist unbestritten, ob es uns passt oder nicht: Der Zusammenhang zur Landwirtschaft kann nicht abgestritten werden. Es wäre ein Den-Kopf-in-den-Sand-Stecken – gerade Wenitsch hat vorhin das Gegenteil erklärt. (Abg. Auer: Nein!) – Gerade Wenitsch hat erklärt, es komme nicht in Frage, Verschmutzungen der Landwirtschaft zuzuordnen. Er müsste nur einige Seiten in diesem Bericht lesen.
Abg. Zweytick: Was hat das mit dem Gewässerschutz zu tun?
Auf der einen Seite begrüßt man Bundeskanzler Schüssel mit Standing Ovations, auf der anderen Seite ergehen Briefe von der Niederösterreichischen Volkspartei an die Nationalratsabgeordneten, Bundesräte, Landtagsabgeordneten, Bezirksgeschäftsführer. Das sind jetzt Schmankerl – ich bitte zuzuhören, auch Herrn Khol –: Achtung! Wir warnen vor folgenden Schlagzeilen. Das können wir bei der Gemeinderatswahl nicht brauchen: ÖVP, schwarz-blau auch in den Gemeinden. Wir bitten alle Abgeordneten und Bezirksgeschäftsführer, auf folgende Linie beim Gemeinderatswahlkampf zu achten (Abg. Zweytick: Was hat das mit dem Gewässerschutz zu tun?): Wir müssen verhindern, dass die Situation von Bundesebene auf die Gemeindeebene umgelegt wird.
Abg. Rosemarie Bauer: Das sind Briefe, die von uns niemand bekommt!
Oder unter Viertens: Die Situation auf Bundesebene darf keinen Einfluss auf die Gemeindeebene haben. Deswegen: Bundespolitik ist nicht gleich Gemeindepolitik. (Abg. Rosemarie Bauer: Das sind Briefe, die von uns niemand bekommt!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzböck: Wo ist der Gewässerschutzbericht?
Fünftens: Wir brauchen uns daher nicht zu fürchten und noch weniger von bundespolitischen Themen oder Situationen beeinflussen zu lassen. Wir bitten alle, diese fünf Punkte auch bei Pressegesprächen zu berücksichtigen. Bitte keine Schlussfolgerungen von der Bundespolitik auf die Gemeindepolitik ziehen. Die ÖVP Niederösterreich. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzböck: Wo ist der Gewässerschutzbericht?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger: Aber das steht nicht im Gewässerschutzbericht!
Ihr habt euch verabschiedet! Ihr schämt euch für die Politik, die ihr hier herinnen macht! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger: Aber das steht nicht im Gewässerschutzbericht!)
Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Dr. Glawischnig. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 7 Minuten. – Bitte. (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Bundesminister Mag. Molterer: Landwirtschaftspolitik!
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Herr Bundesminister! Wir haben heute zwei Berichte vorliegen. Ich habe auch den Ausführungen von Ihnen, Herr Bundesminister, gelauscht, als Sie im Vorfeld die Eckpunkte Ihrer Landwirtschaftspolitik und nun auch Ihrer Umweltpolitik dargelegt haben. (Bundesminister Mag. Molterer: Landwirtschaftspolitik!) Ich bin ein bisschen enttäuscht, weil die Ausführungen relativ wenig detailliert waren und auf die Interessenkollisionen, die schon angesprochen worden sind, und
Abg. Schwarzböck: 25 Tonnen? Tonnen?
Gerade aktuell gibt es das Beispiel in den Zeitungen betreffend verbotene Arzneimittel in der Schweinezucht, wonach bei einzelnen Bauern sehr große Mengen von Antibiotika gefunden wurden, nämlich 25 Tonnen. Das hätte für einen sehr großen Betrieb beziehungsweise eine sehr lange Dauer gereicht. (Abg. Schwarzböck: 25 Tonnen? Tonnen?) 25 Kilo, die für 25 Tonnen Schweinemast reichen würden; ich korrigiere mich; danke schön.
Beifall bei den Grünen. – Ruf bei den Freiheitlichen: Gewässerschutz!
Persönlich haben Sie zur Umsetzung des Volksbegehrens 1997 einen Ministerratsvortrag vorgelegt, der eigentlich eine unzureichende Reaktion auf das Volksbegehren war. Aber da sind die Ankündigungen auch noch offen geblieben. Ich würde mir auch noch wünschen, dass Sie dazu Stellung nehmen, unter anderem zu: UVP-Novelle, gentechnische Anlagen, Patentierung, Menschen, Tierarten und Pflanzensorten und Importverbot für Mais. Auch das sind Punkte, die nach wie vor auf dem Tisch liegen und zu denen nach wie vor konkrete Aussagen von Ihnen fehlen. (Beifall bei den Grünen. – Ruf bei den Freiheitlichen: Gewässerschutz!)
Beifall bei den Grünen.
Begründung dafür noch einmal: Die Interessenkollision zwischen Landwirtschaft, Lobbyisten der Landwirtschaft und Umwelt ist sichtlich so groß, dass es in den Ländern Niederösterreich, Oberösterreich und Steiermark – all das sind ÖVP-dominierte Bundesländer – bislang nicht möglich war, Verordnungen zu erlassen, die eine Nutzungsbeschränkung im landwirtschaftlichen Bereich beinhalten. Unser Antrag zielt in die Richtung, dass diese Kompetenz auf Bundesebene gezogen wird, weil es vielleicht dem Bundesminister zuzutrauen ist, sich gegen diese Interessen im Sinne der Umweltinteressen durchzusetzen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Gaßner: Nein!
Meine Damen und Herren! Sind saubere Flüsse für uns eine Selbstverständlichkeit? – In Österreich ja. Sind saubere Seen für uns eine Selbstverständlichkeit? – In Österreich ja. Ist Trinkwasser von bester Qualität in Österreich eine Selbstverständlichkeit? – Ich meine ja. (Abg. Mag. Gaßner: Nein!) Wasser ist Leben, so hat einmal jemand formuliert. Es ist das Lebensmittel Nummer eins. Wasser kann Überleben sichern, Wasser kann aber auch zerstören, wie man in den letzten Tagen in Fernsehberichten über Flutkatastrophen und andere Dinge gesehen hat.
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Es ist anzuerkennen, dass die Gemeinden, der Bund, die Bundesländer, die Industrie und die Haushalte mit hohem finanziellen Aufwand sehr viel dazu beigetragen haben. Es sollte aber auch anerkannt werden – es sollte nicht immer nur mit dem Finger auf die Landwirtschaft gezeigt werden –, dass in der Landwirtschaft eine sinnvolle Bodenbewirtschaftung und die Erhaltung eines gesunden Waldes ganz wichtig sind und Wasserschutz nur im Einvernehmen mit einer vernünftigen bäuerlichen Bewirtschaftung stattfinden kann! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Wir sollten nicht immer nur auf eine Seite zeigen, wenn alle Verantwortung tragen. Für sauberes Wasser, für Trinkwasser in dieser Qualität haben wir alle zu sorgen! Wasserschutz haben nicht nur die Bauern zu leisten, sondern haben auch andere Bereiche zu leisten. Man sollte einmal nachfragen, wie viel Pflanzenschutz – oder sollte ich sagen: Pestizide? – entlang von Bahndämmen und anderen Bereichen ausgebracht werden. Auch da wäre es angebracht, Enthaltsamkeit zu üben. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Auer: Wenn sie gut sind, werden wir das machen!
Abgeordnete Dr. Evelin Lichtenberger (Grüne): Sehr geehrte Damen und Herren! Vor allem, sehr geehrter Herr Vorredner! Sie haben zu Recht die neben der landwirtschaftlichen Übernutzung zusätzlichen Verschmutzungsquellen für Grundwässer, zum Beispiel die Verkehrsbelastung, angezogen. Das motiviert mich, noch einmal und wieder einmal darum zu ersuchen, dass Anträge, die sich auf die Reduzierung von Verkehrsbelastungen richten – auch, wenn Sie von den Grünen kommen sollten! –, mit zu unterstützen. (Abg. Auer: Wenn sie gut sind, werden wir das machen!)
Abg. Auer: Nicht alles, wo grün draufsteht, ist grün! – Abg. Schwarzenberger: Außen grün, innen rot!
So könnten Sie zum Beispiel mit unterstützen, die Schadstoffauswirkungen aus Emissionsquellen außerhalb der Landwirtschaft zu reduzieren. Das wäre durchaus eine Basis, auf eine sachliche Zusammenarbeit bei bestimmten Themen zu kommen. Wenn allerdings immer jeder Antrag der Grünen, nur weil der Name eines Grünen draufsteht, abgelehnt werden muss, wird es halt relativ schwierig werden. (Abg. Auer: Nicht alles, wo grün draufsteht, ist grün! – Abg. Schwarzenberger: Außen grün, innen rot!)
Beifall bei den Grünen.
Das wird allerdings gesetzlicher Änderungen beziehungsweise Änderungen der Finanzierungsrichtlinien bedürfen. Ich halte das für einen ganz, ganz wesentlichen Punkt, ohne den die gesamte Werbekampagne zum Thema "Lebendige Flüsse", "Lebensraum Fluss" und so weiter ein bisserl zu sehr Papier bleiben wird. Wir dürfen nicht bei den Pilotprojekten stehen bleiben, dieser Weg muss weiter gegangen werden. Dazu braucht es aber, glaube ich, etliches an Finanzen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Zweiter Punkt: Kläranlagen. Es wird in diesem Bericht angemerkt, dass es in Österreich nach wie vor zum Beispiel sehr wenige Projekte von Pflanzenkläranlagen oder auch von dezentralen Kleinanlagen, die auf biologische Art und Weise funktionieren, gibt. Die Gründe dafür sind im Bericht nicht enthalten, sind aber für jeden, der mit diesem Sektor befasst ist oder war, denn doch ersichtlich. Ich ersuche Sie, Herr Minister, daher, die Finanzierungsrichtlinien für Abwasseranlagen – und das erscheint mir ein zukunftsweisendes Vorhaben – so zu ändern, dass nicht nur die einmalige Investition für Großanlagen begünstigt ist und die Pflanzenkläranlagen deswegen benachteiligt sind, weil sie zwar niedrigere Grundinvestitionskosten, aber höhere laufende Kosten haben. Es gilt, ein Modell zu entwickeln, um das zu verbessern. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Auer.
Das aber ist der absolut falsche Weg! Dem muss Österreich, auch über das Privatrecht, das wir im Wasserrecht noch haben, Einhalt gebieten, für sich selbst, aber auch für die gesamte europäische Wasserpolitik! – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Auer. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Trotz all dem gibt es eine Reihe von Aufgaben und Herausforderungen für die neue Bundesregierung: Es gibt Nitrat-Probleme in intensiv bewirtschafteten Gebieten im Osten und Südosten unseres Landes. Wir müssen im europäischen Kontext Wasserrichtlinien gestalten, die den grenzüberschreitenden Gewässerschutz nachhaltig gewährleisten und treffsicher machen. Wir werden – und das kann ich versprechen! – am Einstimmigkeitsprinzip bei der quantitativen Bewirtschaftung unserer Wasserressourcen festhalten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Eines werden wir mit Sicherheit unterstützen und anstreben, nämlich die Neuregelung des Finanzausgleiches zugunsten des ländlichen Raumes! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.) Denn Gewässerschutz ohne Geld ist nicht möglich!
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Es kann nicht sein, dass ein Bewohner der Stadt annähernd doppelt so viel wert ist wie ein Bewohner eines ländlichen Gebietes! (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Keppelmüller: Eferding!
Ich freue mich, Ihnen einige erfreuliche Daten aus Oberösterreich mitteilen zu können (Abg. Dr. Keppelmüller: Eferding!), wo Landesrat Achatz vorbildhaft Gewässerschutz betreibt. (Abg. Dr. Keppelmüller: Na geh, das ist ein Hammer!)
Abg. Dr. Keppelmüller: Na geh, das ist ein Hammer!
Ich freue mich, Ihnen einige erfreuliche Daten aus Oberösterreich mitteilen zu können (Abg. Dr. Keppelmüller: Eferding!), wo Landesrat Achatz vorbildhaft Gewässerschutz betreibt. (Abg. Dr. Keppelmüller: Na geh, das ist ein Hammer!)
Abg. Öllinger: Was ist mit Stadler in Niederösterreich? ... Abwässer!
Es gibt dort eine freiwillige Gewässerschutzsanierung seit dem Jahre 1997. Die Teilnehmerquote beträgt annähernd 70 Prozent der teilnahmeberechtigten Landwirte. Im Rahmen des Programms "Grundwasser 2000 neu" werden 7 800 Betrieben für 111 000 Hektar 85 Millionen Schilling für derartige Maßnahmen bereit gestellt. (Abg. Öllinger: Was ist mit Stadler in Niederösterreich? ... Abwässer!) Diese Maßnahmen sind an das ÖPUL-Programm gekoppelt und kofinanziert durch die EU. Derzeit gibt es 25 verordnete Schongebiete für bestehende und künftige Wasserversorgungsanlagen, weitere 28 sind in Planung beziehungsweise in Ausarbeitung.
Abg. Dr. Keppelmüller: Ganz etwas Neues!
Die freiheitliche Fraktion wird diesem Bericht zustimmen, weil er korrekt ist. (Abg. Dr. Keppelmüller: Ganz etwas Neues!) – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Die freiheitliche Fraktion wird diesem Bericht zustimmen, weil er korrekt ist. (Abg. Dr. Keppelmüller: Ganz etwas Neues!) – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: Also, nach zehn Jahren!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Peter Keppelmüller (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Umweltminister! Hohes Haus! Ich habe Herrn Kollegen Schwarz ... (Abg. Dr. Khol: Also, nach zehn Jahren!) – Schwarzenberger! Wissen Sie, man will halt niemanden beleidigen! Ich habe Kollegen Schwarzenberger gerade gefragt, ob die Freiheitlichen den Grünen Berichten früher auch zugestimmt haben. Ich habe noch die damaligen Äußerungen der Kollegin Aumayr im Ohr, die immer wieder dagegen gestimmt hat. Jetzt wird erfreulicherweise zugestimmt!
Abg. Schwarzenberger: Ihr habt ja schon zugestimmt!
Wir stimmen dem Grünen Bericht ebenfalls zu (Abg. Schwarzenberger: Ihr habt ja schon zugestimmt!), weil er ein guter Bericht ist und uns die Möglichkeit gibt, uns sehr sachlich mit den Problemen der Landwirtschaft, aber auch mit den Problemen, die es, ausgelöst durch die Landwirtschaft, im Umweltschutz gibt, auseinander zu setzen. Die Kollegen, speziell Herr Kollege Auer, wissen, dass ich mich sehr sachlich darum bemühe.
Beifall bei der SPÖ.
Ich würde anregen, Herr Minister, dass man auch die Pestizidbelastung durch die Bahn oder Ähnliches einmal erforscht und das auch glasklar darlegt. Da bin ich sehr dafür! Aber man kann nicht wie Herr Kollege Wenitsch einfach den Vorhang herunterlassen und glauben, es sei alles in Ordnung und in Butter, denn das stimmt nicht! Wir wissen, dass uns heute im Wesentlichen der Verkehr und auch die Landwirtschaft Probleme machen. Davor kann man die Augen einfach nicht verschließen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Auer: Aber nur punktuell!
Er hat zwar zwei Sanierungsgebiete ausgewiesen, deren Werte dramatisch sind – im Eferdinger Becken sind bis zu 200 Milligramm Nitrat und mehr zu verzeichnen! (Abg. Auer: Aber nur punktuell!) –, hat sich aber gescheut, Maßnahmenverordnungen zu erlassen, obwohl wir, federführend auch der Herr Minister, seinen Argumenten Rechnung tragend uns bemüht haben, die Bestimmungen mit der Wasserrechtsgesetz-Novelle vor dem Jahre 1997 etwas zu lockern und den Selbstbehalt der Bauern abzuschaffen. Dafür hat sich auch Herr Kollege Auer sehr eingesetzt, und wir sind dabei mitgegangen. (Abg. Auer: Verdienst ist nicht zu schmälern!)
Abg. Auer: Verdienst ist nicht zu schmälern!
Er hat zwar zwei Sanierungsgebiete ausgewiesen, deren Werte dramatisch sind – im Eferdinger Becken sind bis zu 200 Milligramm Nitrat und mehr zu verzeichnen! (Abg. Auer: Aber nur punktuell!) –, hat sich aber gescheut, Maßnahmenverordnungen zu erlassen, obwohl wir, federführend auch der Herr Minister, seinen Argumenten Rechnung tragend uns bemüht haben, die Bestimmungen mit der Wasserrechtsgesetz-Novelle vor dem Jahre 1997 etwas zu lockern und den Selbstbehalt der Bauern abzuschaffen. Dafür hat sich auch Herr Kollege Auer sehr eingesetzt, und wir sind dabei mitgegangen. (Abg. Auer: Verdienst ist nicht zu schmälern!)
Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Molterer.
Wir haben diese Probleme! Sie werden zwar sicher, Herr Umweltminister, nicht ausschließlich von der Landwirtschaft verursacht, aber es ist klar, dass ein Großteil dieser Nitratbelastung tatsächlich aus der Landwirtschaft kommt! Es ist – als kleiner, vielleicht etwas polemischer Hinweis – auch ganz interessant, was man der Broschüre des Umweltbundesamtes mit dem Titel "Erhebung der Wassergüte in Österreich – Jahresbericht 1998" entnehmen kann. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Molterer. ) – Na jetzt, natürlich!
Abg. Kiss: Welche Seite?
Schaut man sich die Österreich-Karte mit der Nitratbelastung der einzelnen Regionen an und vergleicht diese mit der im Grünen Bericht ebenfalls nach Regionen aufgeschlüsselten Einkommens- und Förderungssituation der österreichischen Bauern, dann kommt man drauf, dass das klasserweise ziemlich oder fast deckungsgleich ist! (Abg. Kiss: Welche Seite?) Das heißt, Herr Kollege Kiss, dass dort, wo es die höchsten Nitratbelastungen gibt, die Bauern mit den höchsten Einkommen und den höchsten Förderungen sind. Das sollte man sich einmal ein bisschen genauer anschauen und überlegen! (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Dr. Lichtenberger. – Abg. Dietachmayr: Interessant!)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Dr. Lichtenberger. – Abg. Dietachmayr: Interessant!
Schaut man sich die Österreich-Karte mit der Nitratbelastung der einzelnen Regionen an und vergleicht diese mit der im Grünen Bericht ebenfalls nach Regionen aufgeschlüsselten Einkommens- und Förderungssituation der österreichischen Bauern, dann kommt man drauf, dass das klasserweise ziemlich oder fast deckungsgleich ist! (Abg. Kiss: Welche Seite?) Das heißt, Herr Kollege Kiss, dass dort, wo es die höchsten Nitratbelastungen gibt, die Bauern mit den höchsten Einkommen und den höchsten Förderungen sind. Das sollte man sich einmal ein bisschen genauer anschauen und überlegen! (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Dr. Lichtenberger. – Abg. Dietachmayr: Interessant!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich hoffe, Herr Minister, dass Sie es in dieser Konstellation mit Vehemenz betreiben werden, dass bei der Fischer-Deponie erstens alles klar ist, die notwendige Kontrolle gewährleistet ist, damit umweltgerecht und gleichzeitig ökonomisch vertretbar entsorgt wird. – Glück auf! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Schweitzer, sag etwas zu Magna! – Abg. Brix: Schweitzer ist für ein bundeseinheitliches Tierschutzgesetz!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Schweitzer. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Öllinger: Schweitzer, sag etwas zu Magna! – Abg. Brix: Schweitzer ist für ein bundeseinheitliches Tierschutzgesetz!)
Abg. Brix: Schweitzer ist ein überzeugter Kämpfer für einen bundeseinheitlichen Tierschutz!
Abgeordneter Mag. Karl Schweitzer (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Minister! Die Ausführungen des Herrn Kollegen Keppelmüller, vor allem seine letzten Sätze, haben gezeigt (Abg. Brix: Schweitzer ist ein überzeugter Kämpfer für einen bundeseinheitlichen Tierschutz!), dass die Zusammenführung von Umweltschutz und Landwirtschaft in einem Ministerium durchaus Sinn macht, da jetzt Wasserrecht und Altlastensanierung in einem Ministerium zusammengeführt sind und wir die gesamte Problematik dadurch natürlich weitaus besser in den Griff bekommen können. (Abg. Brix: Schweitzer passt genau auf als Umweltsprecher!) Ein weiteres Argument, das für die Sinnhaftigkeit der Einrichtung dieses Lebensministeriums spricht!
Abg. Brix: Schweitzer passt genau auf als Umweltsprecher!
Abgeordneter Mag. Karl Schweitzer (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Minister! Die Ausführungen des Herrn Kollegen Keppelmüller, vor allem seine letzten Sätze, haben gezeigt (Abg. Brix: Schweitzer ist ein überzeugter Kämpfer für einen bundeseinheitlichen Tierschutz!), dass die Zusammenführung von Umweltschutz und Landwirtschaft in einem Ministerium durchaus Sinn macht, da jetzt Wasserrecht und Altlastensanierung in einem Ministerium zusammengeführt sind und wir die gesamte Problematik dadurch natürlich weitaus besser in den Griff bekommen können. (Abg. Brix: Schweitzer passt genau auf als Umweltsprecher!) Ein weiteres Argument, das für die Sinnhaftigkeit der Einrichtung dieses Lebensministeriums spricht!
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Wenn zum Beispiel der Klärschlamm einer kleinen Anlage, wo keine industriellen Abwässer dazugekommen sein können, durchaus als Dünger verwendet werden kann, während der Klärschlamm einer großen, einer zentralen Anlage unter Umständen bereits in Simmering für teures Geld entsorgt werden muss, dann müssen auch solche finanziellen Überlegungen in die Förderwürdigkeit einer Anlage einfließen. – Ja (der Redner blickt in Richtung ÖVP), applaudier ruhig, gib mir Recht, applaudier! (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Deshalb bitte ich, bei der Bewertung der Förderwürdigkeit von dezentralen Kläranlagen etwas sorgfältiger zu sein. Das habe ich bis jetzt vermisst, aber ich bin überzeugt davon, dass wir in der neuen Koalition auch den kleinen Kläranlagen, wenn es um Förderungen geht, mehr Beachtung schenken werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Schweitzer: Du weißt schon, was ich gemeint habe!
Abgeordneter Mag. Kurt Gaßner (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundes-Umwelt-Landwirtschaftsminister! Meine Damen und Herren! Zunächst eine kurze Replik auf Ihre Ausführungen, Herr Abgeordneter Schweitzer. Ich bin der Meinung, dass nicht die Größe der Kläranlage für die Qualität des Klärschlamms ausschlaggebend ist, sondern dass man da wirklich auf die Qualität schauen und dann die Möglichkeit schaffen müsste, ihn auszubringen. (Abg. Mag. Schweitzer: Du weißt schon, was ich gemeint habe!)
Beifall bei der SPÖ.
Das ist eine Belastung, die in einem Klima erfolgt ist, das dem jetzigen sehr ähnlich ist: Zuständig dafür sind der oberösterreichische Landesrat und der Herr Landwirtschaftsminister, und da geht der Ball immer hin und her, und dieses Ballspiel kostet die Bürger enorm viel Geld, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Zusammenhang fällt mir ein, wie gestern behauptet wurde, dass es überhaupt nicht stimmt, dass so viele Belastungen auf uns zukommen, und dass gar nicht wahr ist, was da alles behauptet wurde. Dazu kann ich nur sagen: Widerlegen Sie mir jetzt, dass dieses Faktum nicht stimmt! Denn diese Belastungen kommen auf die Bürger zu. Im Bereich des Trinkwasserschutzes herrscht Chaos. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Diese Belastungen sind es aber auch, die mich sehr daran zweifeln lassen, ob ich dem Entschließungsantrag der grünen Fraktion zustimmen kann, die da meint, man sollte diese Kompetenzen von den Landeshauptleuten zum Landwirtschaftsminister verlagern, also dem Bund übertragen. Bedenken Sie bitte dabei, dass wir uns dann eines wesentlichen Mitfinanziers entledigen würden und die Bürger bei den Kosten wahrscheinlich wieder zum Handkuss kämen, also wieder belastet würden. Ich würde daher meinen, man sollte in einem solchen Entschließungsantrag auch noch verankern, wie das finanziert werden soll. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Van der Bellen: Und das ist kein Ordnungsruf?
"Heute ist Ihre Agitation" – gemeint war der Abgeordnete Pilz – "des Molotow-Cocktail-Werfens geistig fortgesetzt worden." Und dann kommt in Klammern: "(Abg. Dr. Van der Bellen: Und das ist kein Ordnungsruf?)" – Fragezeichen und so weiter. – (Abg. Dr. Graf: Weiterlesen!) "Geistig fortgesetzt worden!", wiederholt der Abgeordnete Graf.
Abg. Dr. Graf: Weiterlesen!
"Heute ist Ihre Agitation" – gemeint war der Abgeordnete Pilz – "des Molotow-Cocktail-Werfens geistig fortgesetzt worden." Und dann kommt in Klammern: "(Abg. Dr. Van der Bellen: Und das ist kein Ordnungsruf?)" – Fragezeichen und so weiter. – (Abg. Dr. Graf: Weiterlesen!) "Geistig fortgesetzt worden!", wiederholt der Abgeordnete Graf.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Das werde ich selbstverständlich in der Präsidiale einbringen. Ich wollte hier einmal für das Protokoll festgehalten haben, dass ich diese Art der Vorsitzführung und diese Art der Nichtahndung derartiger Äußerungen für inakzeptabel halte, Herr Präsident. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich möchte Ihnen aber schon sagen, dass ich mir die Vorbildfunktion Österreichs im Umweltbereich nicht streitig machen lasse. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Nur ein Beispiel aus dem Bereich der Landwirtschaft, Frau Abgeordnete: Wenn wir in Österreich etwa je Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche zirka 45 Kilogramm Stickstoff ausbringen und in den Niederlanden dieser Wert weit über 200 Kilogramm liegt, dann lege ich schon Wert auf die Feststellung, dass wir uns in Österreich insgesamt auf einem vernünftigen Weg befinden.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! All das ist bei dieser Ressortkonstellation möglich und wird von dieser Ressortführung im Sinne ökologischer Effizienz auch geprüft und umgesetzt werden. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Schwarzenberger – in Richtung SPÖ –: Steht auf! – Einige Abgeordnete der SPÖ erheben sich von ihren Sitzen. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich bitte jene Damen und Herren, die für diese Kenntnisnahme eintreten, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Mehrheit. (Abg. Schwarzenberger – in Richtung SPÖ –: Steht auf! – Einige Abgeordnete der SPÖ erheben sich von ihren Sitzen. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Das ist auf jeden Fall die Mehrheit. Der Antrag ist angenommen.
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Zu Wort gemeldet hat sich Frau Abgeordnete Parfuss. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 5 Minuten. – Bitte. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordnete Ludmilla Parfuss (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Es ist ja schön, wenn wir zur Erheiterung beitragen und das Ganze ein bisschen auflockern. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Beruhigen Sie sich!
Abg. Dr. Stummvoll: Schau! Schau! – Weitere Zwischenrufe.
Herr Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren! In der letzten Sitzung des Landwirtschaftsausschusses haben wir ja nicht nur jene Berichte, die bereits vorhin diskutiert wurden, behandelt, sondern die SPÖ und die Grünen haben auch Anträge eingebracht, und es hat auch eine Aussprache mit dem Herrn Bundesminister – mit dem sympathischen Herrn Bundesminister Molterer – gegeben. (Abg. Dr. Stummvoll: Schau! Schau! – Weitere Zwischenrufe.) Ja, ich stehe dazu. In dieser Regierung sind ganz wenige sympathisch, aber Herr Bundesminister Molterer ist sympathisch. (Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Herr Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren! In der letzten Sitzung des Landwirtschaftsausschusses haben wir ja nicht nur jene Berichte, die bereits vorhin diskutiert wurden, behandelt, sondern die SPÖ und die Grünen haben auch Anträge eingebracht, und es hat auch eine Aussprache mit dem Herrn Bundesminister – mit dem sympathischen Herrn Bundesminister Molterer – gegeben. (Abg. Dr. Stummvoll: Schau! Schau! – Weitere Zwischenrufe.) Ja, ich stehe dazu. In dieser Regierung sind ganz wenige sympathisch, aber Herr Bundesminister Molterer ist sympathisch. (Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Präsident Dr. Fasslabend übernimmt wieder den Vorsitz.
Ich habe den Herrn Bundesminister gefragt, wie er es mit dem Bundestierschutzgesetz hält. Was glauben Sie, was er mir geantwortet hat? – Er hat gesagt: Auch die neue Regierung wird dieses Bundestierschutzgesetz nicht beschließen. Es wird eine Effizienzprüfung in den Ländern geben. Ich frage: Wer sollte da prüfen? – Herr Bundesminister, ich wäre Ihnen sehr dankbar dafür, wenn Sie mir diese Frage beantworteten. (Präsident Dr. Fasslabend übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Kollege Haupt! Zum Einsatz für den Tierschutz, der von Ihrer Fraktion so oft erwähnt wurde, kann ich nur sagen: oft versprochen, schnell gebrochen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Böhacker: Ach so, das ist mir etwas ganz Neues!
Jetzt zu den Entschließungsanträgen. Was glauben Sie, was im Ausschuss geschehen ist? – Die Anträge der Opposition sind "natürlich" abgelehnt worden! (Abg. Böhacker: Ach so, das ist mir etwas ganz Neues!) Dabei waren sie ganz harmlos formuliert, es war eine Vorlage von Modulationsvorschlägen – für jene, die nicht wissen, was das ist (Abg. Dr. Martin Graf: Zwei grüne Anträge waren es!): es ist die soziale Staffelung gemeint, nämlich eine sozial gerechte Verteilung (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen); hören Sie ein bisschen zu! – zur gerechteren und ökologischen Verteilung von Agrarförderungen durch den Bundesminister. – Abgelehnt! Es ging eigentlich nur darum, dem Nationalrat einen Vorschlag zur sozialen Staffelung zur Beratung vorzulegen.
Abg. Dr. Martin Graf: Zwei grüne Anträge waren es!
Jetzt zu den Entschließungsanträgen. Was glauben Sie, was im Ausschuss geschehen ist? – Die Anträge der Opposition sind "natürlich" abgelehnt worden! (Abg. Böhacker: Ach so, das ist mir etwas ganz Neues!) Dabei waren sie ganz harmlos formuliert, es war eine Vorlage von Modulationsvorschlägen – für jene, die nicht wissen, was das ist (Abg. Dr. Martin Graf: Zwei grüne Anträge waren es!): es ist die soziale Staffelung gemeint, nämlich eine sozial gerechte Verteilung (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen); hören Sie ein bisschen zu! – zur gerechteren und ökologischen Verteilung von Agrarförderungen durch den Bundesminister. – Abgelehnt! Es ging eigentlich nur darum, dem Nationalrat einen Vorschlag zur sozialen Staffelung zur Beratung vorzulegen.
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen
Jetzt zu den Entschließungsanträgen. Was glauben Sie, was im Ausschuss geschehen ist? – Die Anträge der Opposition sind "natürlich" abgelehnt worden! (Abg. Böhacker: Ach so, das ist mir etwas ganz Neues!) Dabei waren sie ganz harmlos formuliert, es war eine Vorlage von Modulationsvorschlägen – für jene, die nicht wissen, was das ist (Abg. Dr. Martin Graf: Zwei grüne Anträge waren es!): es ist die soziale Staffelung gemeint, nämlich eine sozial gerechte Verteilung (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen); hören Sie ein bisschen zu! – zur gerechteren und ökologischen Verteilung von Agrarförderungen durch den Bundesminister. – Abgelehnt! Es ging eigentlich nur darum, dem Nationalrat einen Vorschlag zur sozialen Staffelung zur Beratung vorzulegen.
Abg. Zweytick: Wir wollen keine Sozialempfänger!
Da wir heute zu diesem Thema sehr viel Theoretisches gehört haben (Abg. Zweytick: Wir wollen keine Sozialempfänger!), Herr Abgeordneter Zweytick, möchte ich heute einmal einen sehr persönlichen Zugang zu diesem Thema bringen.
Abg. Zweytick: Heiratsvermittler ...!
Ich bin in einem kleinen Dorf aufgewachsen. In diesem Dorf leben ungefähr zehn Bauern. Vor kurzem habe ich gefragt, wer Betriebsführer ist. Man höre und staune: Neun von diesen zehn Betriebsführern sind zwischen 50 und 70 Jahren alt, und es gibt nur einen einzigen Jungen, der das weiterführt – er ist Weinbauer und hat einen Buschenschank –, und das ist zufällig mein Halbbruder. Man kann dann natürlich sagen: Na gut, einer hat sich umgestellt, und bei dem funktioniert es!, aber: Der ist 35 Jahre alt und findet keine Frau! – Es ist das eine wirklich dramatische Entwicklung, und ich muss sagen, dass die herkömmliche Landwirtschaftspolitik in diesem Bereich versagt hat. Sie hat versagt, meine Damen und Herren! (Abg. Zweytick: Heiratsvermittler ...!)
Zwischenruf des Abg. Auer.
Ein weiterer Grund ist – das muss uns zu denken geben – das ständige Jammern, dass in der Landwirtschaft alles so furchtbar und schwierig ist. (Zwischenruf des Abg. Auer. ) Man denkt sich dann: Wenn es dort so schlecht ist, gehe ich besser gleich gar nicht hin.
Zwischenruf bei der ÖVP.
Der letzte Grund waren dann natürlich der Preisverfall bei den Produkten und der reale Einkommensverlust. (Zwischenruf bei der ÖVP.) – Ich habe nicht viel Redezeit zur Verfügung, ich kann nicht darauf eingehen. (Abg. Schwarzenberger: Und dann behaupten Sie, die Bauern bekämen "Milliardengeschenke"!) Das heißt: viel Arbeit, wenig Geld!
Abg. Schwarzenberger: Und dann behaupten Sie, die Bauern bekämen "Milliardengeschenke"!
Der letzte Grund waren dann natürlich der Preisverfall bei den Produkten und der reale Einkommensverlust. (Zwischenruf bei der ÖVP.) – Ich habe nicht viel Redezeit zur Verfügung, ich kann nicht darauf eingehen. (Abg. Schwarzenberger: Und dann behaupten Sie, die Bauern bekämen "Milliardengeschenke"!) Das heißt: viel Arbeit, wenig Geld!
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundesminister! Ich weiß, Sie haben es nicht leicht. Sie sind eine integre Person, und es gibt einflussreiche Lobbies, denen Sie ausgesetzt sind. Sie haben einen Regierungspartner, der Ihnen auch Kummer bereiten wird. Sie wissen es jetzt: Macht kann eine Bürde sein! Und es ist daher verständlich, dass Sie und Ihr Kollege Morak manchmal einen sehr leidenden Eindruck machen. Aber in meiner Jugendzeit hat es geheißen: s.s. – selbst schuld! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Rufe bei der SPÖ: Großbauern!
Da Sie sich Sorgen um junge Bauern in Ihrem Wahlkreis und in Ihrer Heimat machen, ersuche ich Sie, das auch einmal jenen Mitgliedern Ihrer Fraktion zu sagen, die in den letzten Wochen das Regierungsübereinkommen als Geschenk für die Bauern dargestellt haben. Ich würde mich freuen, wenn Sie diese Diskussion mit Ihrem neuen Parteivorsitzenden Gusenbauer führten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Rufe bei der SPÖ: Großbauern!)
Beifall bei der ÖVP
In der ländlichen Entwicklung, wo Österreich mustergültig auf Basis seiner Mitgliedschaft in der Europäischen Union die Rahmenbedingungen für die nächsten sechs, sieben Jahre gestaltet hat – es gibt wenige Bereiche, wo sich Österreich in der Politik der Europäischen Union so durchgesetzt hat wie bei der Entwicklung ländlicher Räume (Beifall bei der ÖVP) –, sind all diese Maßnahmen seit Jahren umgesetzt. Da gibt es Konsens. Es gibt eine Einkommensdeckelung bei den Investitionsförderungen, es gibt eine Degression in der Umweltförderung, es gibt selbstverständlich auch im Bergbauern-Bereich in besonderer Weise eine Deckelung, obwohl es dort ohnehin keine Großstrukturen gibt. Und trotzdem wird uns permanent der Vorwurf gemacht, es gäbe da eine schiefe Optik.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Helfen Sie uns in jenen Bereichen, wo Sie es könnten, helfen Sie uns bei der Vormachtstellung von über elf sozialdemokratisch regierten Ländern in Europa, in der Marktordnung das zum Durchbruch zu bringen, mit dem Österreich auf Grund des nationalen Spielraums in der ländlichen Entwicklung längst mustergültig vorangegangen ist! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber
Herr Dipl.-Ing. Pirklhuber! Mir ist es zu billig, wenn Sie, wie Sie das bei einem vorangegangenen Tagesordnungspunkt gemacht haben, herausgehen und den Minister kritisieren (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber ), weil nur 10 Prozent der AMA-Marketingbeiträge für Bio-Werbung ausgegeben werden, denn das ist ein überproportionaler Anteil. Es gibt in Österreich ungefähr 10 Prozent Biobauern, sie sind kleinstrukturiert und haben natürlich ein wesentlich geringeres Beitragsaufkommen als der konventionelle Landbau. Wenn 10 Prozent für Biowerbung ausgegeben werden, dann ist das überproportional viel und kann nicht als Versäumnis dargestellt werden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Herr Dipl.-Ing. Pirklhuber! Mir ist es zu billig, wenn Sie, wie Sie das bei einem vorangegangenen Tagesordnungspunkt gemacht haben, herausgehen und den Minister kritisieren (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber ), weil nur 10 Prozent der AMA-Marketingbeiträge für Bio-Werbung ausgegeben werden, denn das ist ein überproportionaler Anteil. Es gibt in Österreich ungefähr 10 Prozent Biobauern, sie sind kleinstrukturiert und haben natürlich ein wesentlich geringeres Beitragsaufkommen als der konventionelle Landbau. Wenn 10 Prozent für Biowerbung ausgegeben werden, dann ist das überproportional viel und kann nicht als Versäumnis dargestellt werden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Richten Sie Ihre Kritik dorthin, dann können Sie in der EU eine Politik mit beeinflussen, durch die wir bei den nächsten großen Verhandlungen noch mehr österreichisches Gedankengut auf europäischer Ebene durchsetzen können. Aber werfen Sie nicht uns Positionen vor, die im Grunde genommen Ihren Parteikollegen in Europa anzulasten sind. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir haben im Ausschuss nicht nur gefordert, dass wir einen Beirat für die ländliche Entwicklung einrichten, nein, wir haben gesagt: Schaffen wir doch einen Unterausschuss im Rahmen des landwirtschaftlichen Ausschusses, dann können wir dort Experten hören, dann können die interessierten Kreise in Österreich oder doch zumindest die Parlamentarier hier sich mit dem auseinander setzen, worum es Ihnen immer geht, nämlich mit der Zukunft des ländlichen Raumes, meine Damen und Herren! Das ist eine Angelegenheit dieses Parlaments, würde ich meinen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich möchte, dass dieses Programm von einer unabhängigen Expertengruppe evaluiert wird, denn dann werden diese die Knackpunkte finden, Herr Minister Molterer, und dann werden wir auch Visionen entwickeln können, um die österreichische Landwirtschaft wirklich voranzubringen in Europa und voranzuschreiten in dieser Ökologisierung, die dringend notwendig ist. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Prinz: Was Sie wollen, sind Formulare, Formulare, von der Wiege bis zur Bahre!
Auch dieses Programm "Ländliche Entwicklung" sieht selbstverständlich eine Evaluierung vor, und es sieht auch die Möglichkeit vor, einen Beirat einzurichten. Das ist in Artikel 48 dieser Verordnung 1257/99 geregelt. Darin wird festgestellt, dass begleitende Ausschüsse gegründet werden können. Das ist eine Option, die jedes Land freiwillig umsetzen kann. (Abg. Prinz: Was Sie wollen, sind Formulare, Formulare, von der Wiege bis zur Bahre!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich glaube, es wäre an der Zeit, dass wir einen Beirat für die ländliche Entwicklung in Österreich bekommen, damit wir endlich einmal eine solide und breite gesellschaftspolitische Diskussion zu diesen wichtigen Fragen des ländlichen Raumes hier in Österreich führen können. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Schwarzenberger: Genau das wurde vorher ausdrücklich verlangt!
sechstens – das ist eine alte Forderung von Ihnen, Frau Aumayr, da möchte ich wissen, was Sie dazu sagen – die Vereinfachung des Förderungsdschungels und der Abbau von agrarbürokratischen Hürden (Abg. Schwarzenberger: Genau das wurde vorher ausdrücklich verlangt!), die Vereinfachung des Kontrollwesens im Agrarbereich bei gleichzeitiger – Herr Schwarzenberger, hören Sie bitte zu! – Effizienzsteigerung.
Beifall bei den Grünen und bei der SPÖ.
Warum kontrollieren wir jetzt die Biobauern zu 100 Prozent und die Massentierhaltung gar nicht. Das müssen Sie mir einmal erklären! (Beifall bei den Grünen und bei der SPÖ.)
Abg. Schwarzböck: Wozu haben wir denn die Kontrollen vorgesehen? Das sind Ihre eigenen Forderungen!
Wir brauchen einen subjektiven Rechtsanspruch auf Umweltförderungen – das wäre zu diskutieren und auch gesellschaftlich breit abzusichern! –, einen subjektiven Rechtsanspruch, den Sie derzeit nicht vorsehen. Das würde bedeuten, dass Bauern, wenn sie umweltorientiert produzieren, auch ein Recht auf diese Ausgleichszahlungen haben. Ich würde es schon für wichtig halten, das einmal breit zu diskutieren. (Abg. Schwarzböck: Wozu haben wir denn die Kontrollen vorgesehen? Das sind Ihre eigenen Forderungen!)
Beifall bei den Grünen.
Damit wären wir wirklich Vorreiter in Europa, und damit könnten wir auch einen biologischen Futtermittelmarkt in Österreich entwickeln. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Franz Hornegger (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Kollegin Parfuss hat sich vorhin gerade darüber beschwert, dass von den freiheitlichen Abgeordneten keiner aus dem Agrarbereich anwesend ist. Wenn sie das sagt, möchte ich darauf hinweisen: Es sind alle da. Und: So neu bin auch ich nicht; ich bin nur neu im Parlament. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Gradwohl: Das ist korrekt zitiert aus dem Grünen Bericht!
Und weil ich jetzt schon auf die linke Seite blicke: Herr Gradwohl, der erste Redner heute hier beim Rednerpult, der zum Agrarbereich gesprochen hat, hat mit Förderungen nur für Kuhschwänze und Hektar begonnen. (Abg. Gradwohl: Das ist korrekt zitiert aus dem Grünen Bericht!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Mag. Posch: Zum Kuhschwanz gehört ein Pferd?! – So ein Unsinn! Zum Kuhschwanz gehört ein Pferd dazu!
Herr Kollege Gradwohl, ich komme aus Salzburg, wo es sehr viele Bergbauern gibt. Was würden wir ohne Kuhschwänze – denn zum Kuhschwanz gehört auch ein Rind oder ein Kalb oder ein Pferd oder irgendetwas dazu –, was würden wir ohne diese Förderungen machen? (Beifall bei den Freiheitlichen. – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Mag. Posch: Zum Kuhschwanz gehört ein Pferd?! – So ein Unsinn! Zum Kuhschwanz gehört ein Pferd dazu!)
Abg. Dr. Mertel: Von welcher Höhe?
Gleich anschließend ist Herr Abgeordneter Kummerer herausgekommen und hat sich fürchterlich darüber beschwert, dass die Arbeitnehmer in der Landwirtschaft – ich will dieses Wort gar nicht mehr nennen – so quasi nachteilig behandelt werden. Da frage ich mich, meine Damen und Herren: Weiß der Herr Kummerer eigentlich, wie viele Arbeitnehmer in der Landwirtschaft noch tätig sind, außer den Bäuerinnen und Bauern und den Jungbauern oder Jungbäuerinnen? – Es sind gerade noch 20 000! Über diese 20 000 steht im Grünen Bericht – das wüssten Sie, wenn Sie ihn genau durchgesehen hätten –, dass sie im letzten Jahr sogar eine Lohnerhöhung von 2,3 Prozent bekommen haben. Und wenn Sie den Grünen Bericht gelesen haben, wissen Sie auch, dass bei den Bauern das Einkommen in den letzten vier Jahren im Durchschnitt um 3 bis 4 Prozent gesunken ist. (Abg. Dr. Mertel: Von welcher Höhe?)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber einer nach dem anderen marschiert hier heraus zum Rednerpult. Als Nächster kommt Herr Abgeordneter Brix heraus und versucht, zwischen Biobauern und konventionelle Bauern einen Keil zu treiben. – Meine Damen und Herren! Das alles bringt den bäuerlichen Betrieben, den bäuerlichen Arbeitsplätzen, den bäuerlichen Familienbetrieben nichts Positives. Das kann uns nur schaden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei der ÖVP.
Und zuallerletzt kommt der Herr Ex-Minister Schlögl und wirft unserem Bundesminister Molterer vor, dass so quasi das Umweltressort jetzt nur mehr ein "Wurmfortsatz" des Landwirtschaftsministeriums sei. – Meine Damen und Herren! Als praktizierender Landwirt kann ich nur Folgendes sagen: Mit unserem Bundesminister gibt es sicherlich eine positive Weiterentwicklung. Dieses Lebensministerium, wie es jetzt heißt, ist sicherlich positiv, und in weiterer Sicht ist es auch nicht zum Schaden für die Bauern, wenn wir das gemeinsam mit den bäuerlichen Betrieben machen, denn genau wir sind diejenigen, die hauptsächlich die Umweltpolitik machen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Mertel: Eine wahre Erkenntnis! Ein echter Durchbruch!
Aber seit der letzten Regierungsbildung ist es halt einmal so, dass die SPÖ in Opposition ist. (Abg. Dr. Mertel: Eine wahre Erkenntnis! Ein echter Durchbruch!) Aber man kann auch in der Opposition viel Positives einbringen, und dazu laden wir Sie ein.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Mit Beiräten, Kontrollen und Sanktionen werden wir Bauern nicht weiterkommen. Wir kommen hingegen weiter mit einem positiven Programm. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Khol: Du hältst ja keine Jungfernrede!
Abgeordneter Emmerich Schwemlein (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Einen Satz vorweg: Es gibt die gute Sitte hier im Hause, die Jungfernrede eines Abgeordneten nicht durch Zwischenrufe zu stören. (Abg. Dr. Khol: Du hältst ja keine Jungfernrede!) Mein Vorredner hat heute seine Jungfernrede hier herinnen gehalten, daher habe ich mich an dieser guten Sitte orientiert. Aber soviel ich weiß, ist es so, dass auch dem Jungfernredner empfohlen wird, bei seiner Wortwahl entsprechend sanfter vorzugehen. (Abg. Böhacker: Ja, ja, Herr Oberlehrer! – Abg. Schwarzenberger: Er ist Berufsschullehrer, nicht Oberlehrer!) Ich muss Ihnen, meine Damen und Herren, leider eines mitteilen: Er ist eine absolute Bereicherung. Kollege Hornegger kommt auch aus meinem Wahlkreis. Sie sehen also, welche Vielfalt an Mandataren es im Innergebirg gibt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Böhacker: Ja, ja, Herr Oberlehrer! – Abg. Schwarzenberger: Er ist Berufsschullehrer, nicht Oberlehrer!
Abgeordneter Emmerich Schwemlein (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Einen Satz vorweg: Es gibt die gute Sitte hier im Hause, die Jungfernrede eines Abgeordneten nicht durch Zwischenrufe zu stören. (Abg. Dr. Khol: Du hältst ja keine Jungfernrede!) Mein Vorredner hat heute seine Jungfernrede hier herinnen gehalten, daher habe ich mich an dieser guten Sitte orientiert. Aber soviel ich weiß, ist es so, dass auch dem Jungfernredner empfohlen wird, bei seiner Wortwahl entsprechend sanfter vorzugehen. (Abg. Böhacker: Ja, ja, Herr Oberlehrer! – Abg. Schwarzenberger: Er ist Berufsschullehrer, nicht Oberlehrer!) Ich muss Ihnen, meine Damen und Herren, leider eines mitteilen: Er ist eine absolute Bereicherung. Kollege Hornegger kommt auch aus meinem Wahlkreis. Sie sehen also, welche Vielfalt an Mandataren es im Innergebirg gibt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Emmerich Schwemlein (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Einen Satz vorweg: Es gibt die gute Sitte hier im Hause, die Jungfernrede eines Abgeordneten nicht durch Zwischenrufe zu stören. (Abg. Dr. Khol: Du hältst ja keine Jungfernrede!) Mein Vorredner hat heute seine Jungfernrede hier herinnen gehalten, daher habe ich mich an dieser guten Sitte orientiert. Aber soviel ich weiß, ist es so, dass auch dem Jungfernredner empfohlen wird, bei seiner Wortwahl entsprechend sanfter vorzugehen. (Abg. Böhacker: Ja, ja, Herr Oberlehrer! – Abg. Schwarzenberger: Er ist Berufsschullehrer, nicht Oberlehrer!) Ich muss Ihnen, meine Damen und Herren, leider eines mitteilen: Er ist eine absolute Bereicherung. Kollege Hornegger kommt auch aus meinem Wahlkreis. Sie sehen also, welche Vielfalt an Mandataren es im Innergebirg gibt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Prinz: So ein Oberlehrer! Es steht Ihnen nicht zu, einen Kollegen zu beurteilen!
Nun zum Bereich ländliche Entwicklung. Es hat sich Kollege Pirklhuber sehr sachlich mit den Kernbotschaften auseinander gesetzt, und ich sehe keinen Sinn darin, ihn nun zu wiederholen. (Abg. Prinz: So ein Oberlehrer! Es steht Ihnen nicht zu, einen Kollegen zu beurteilen!) – Lieber Kollege! Ich weiß zwar nicht, was du bist, aber ich bin sicherlich Oberlehrer wie so viele andere Oberlehrer in Österreich. Ich kann nichts dafür, das ist eine Berufsbezeichnung. Das ist so! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Fischl: Das ist aber kein gutes Merkmal für einen Berufsstand, wenn Sie sich als "Oberlehrer" bezeichnen!) – Herr Kollege Fischl! Sie wären auch Oberlehrer, wenn Sie in der Schule besser aufgepasst hätten! Heute ist es zu spät. Es nimmt Sie keiner mehr. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Fischl: Das ist aber kein gutes Merkmal für einen Berufsstand, wenn Sie sich als "Oberlehrer" bezeichnen!
Nun zum Bereich ländliche Entwicklung. Es hat sich Kollege Pirklhuber sehr sachlich mit den Kernbotschaften auseinander gesetzt, und ich sehe keinen Sinn darin, ihn nun zu wiederholen. (Abg. Prinz: So ein Oberlehrer! Es steht Ihnen nicht zu, einen Kollegen zu beurteilen!) – Lieber Kollege! Ich weiß zwar nicht, was du bist, aber ich bin sicherlich Oberlehrer wie so viele andere Oberlehrer in Österreich. Ich kann nichts dafür, das ist eine Berufsbezeichnung. Das ist so! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Fischl: Das ist aber kein gutes Merkmal für einen Berufsstand, wenn Sie sich als "Oberlehrer" bezeichnen!) – Herr Kollege Fischl! Sie wären auch Oberlehrer, wenn Sie in der Schule besser aufgepasst hätten! Heute ist es zu spät. Es nimmt Sie keiner mehr. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.
Nun zum Bereich ländliche Entwicklung. Es hat sich Kollege Pirklhuber sehr sachlich mit den Kernbotschaften auseinander gesetzt, und ich sehe keinen Sinn darin, ihn nun zu wiederholen. (Abg. Prinz: So ein Oberlehrer! Es steht Ihnen nicht zu, einen Kollegen zu beurteilen!) – Lieber Kollege! Ich weiß zwar nicht, was du bist, aber ich bin sicherlich Oberlehrer wie so viele andere Oberlehrer in Österreich. Ich kann nichts dafür, das ist eine Berufsbezeichnung. Das ist so! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Fischl: Das ist aber kein gutes Merkmal für einen Berufsstand, wenn Sie sich als "Oberlehrer" bezeichnen!) – Herr Kollege Fischl! Sie wären auch Oberlehrer, wenn Sie in der Schule besser aufgepasst hätten! Heute ist es zu spät. Es nimmt Sie keiner mehr. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Fischl.
Meine Damen und Herren! Wesentlich im Bereich ländliche Entwicklung ist – und ich komme aus der sensiblen Region Innergebirg, die Ihnen sicherlich allen bekannt ist –: Wir haben darauf zu schauen, dass wir die Erhaltung des ökologischen Gleichgewichts für die Zukunft sicherstellen. Wir haben darauf zu schauen, und auch wenn ich kein Bauer bin, habe ich die Verantwortung für eine gesamte Region mitzutragen. (Zwischenruf des Abg. Fischl. ) Ich tue das gerne, ich tue es schon deshalb gerne, um die kleinbäuerliche Struktur bei uns zu erhalten. Wenn Sie das nicht tun wollen, ich tu es gerne. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Fischl: Hoffentlich nicht!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Fischl: Hoffentlich nicht!
Meine Damen und Herren! Wesentlich im Bereich ländliche Entwicklung ist – und ich komme aus der sensiblen Region Innergebirg, die Ihnen sicherlich allen bekannt ist –: Wir haben darauf zu schauen, dass wir die Erhaltung des ökologischen Gleichgewichts für die Zukunft sicherstellen. Wir haben darauf zu schauen, und auch wenn ich kein Bauer bin, habe ich die Verantwortung für eine gesamte Region mitzutragen. (Zwischenruf des Abg. Fischl. ) Ich tue das gerne, ich tue es schon deshalb gerne, um die kleinbäuerliche Struktur bei uns zu erhalten. Wenn Sie das nicht tun wollen, ich tu es gerne. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Fischl: Hoffentlich nicht!)
Abg. Schwarzenberger: Sie bearbeiten aber auch nur 4 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche!
Tatsache ist, dass 41 Prozent der Betriebe in der Klasse bis 50 000 S im Durchschnitt Direktzahlungen in der Höhe von 22 526 S je Betrieb erhielten und einen Förderungsanteil von zusammen nur 9,3 Prozent. 41 Prozent der Betriebe 9,3 Prozent! (Abg. Schwarzenberger: Sie bearbeiten aber auch nur 4 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche!) – Lieber Georg! Ich habe die Zahlen vor mir liegen, aber du solltest nicht damit angeben, dass du die Großbauern vertrittst und ich als Nichtbauer die Kleinbauern vertrete. (Abg. Schwarzenberger: Nein!) Damit brauchst du nicht extra noch lautstark anzugeben! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Schwarzenberger: Nein!
Tatsache ist, dass 41 Prozent der Betriebe in der Klasse bis 50 000 S im Durchschnitt Direktzahlungen in der Höhe von 22 526 S je Betrieb erhielten und einen Förderungsanteil von zusammen nur 9,3 Prozent. 41 Prozent der Betriebe 9,3 Prozent! (Abg. Schwarzenberger: Sie bearbeiten aber auch nur 4 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche!) – Lieber Georg! Ich habe die Zahlen vor mir liegen, aber du solltest nicht damit angeben, dass du die Großbauern vertrittst und ich als Nichtbauer die Kleinbauern vertrete. (Abg. Schwarzenberger: Nein!) Damit brauchst du nicht extra noch lautstark anzugeben! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Tatsache ist, dass 41 Prozent der Betriebe in der Klasse bis 50 000 S im Durchschnitt Direktzahlungen in der Höhe von 22 526 S je Betrieb erhielten und einen Förderungsanteil von zusammen nur 9,3 Prozent. 41 Prozent der Betriebe 9,3 Prozent! (Abg. Schwarzenberger: Sie bearbeiten aber auch nur 4 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche!) – Lieber Georg! Ich habe die Zahlen vor mir liegen, aber du solltest nicht damit angeben, dass du die Großbauern vertrittst und ich als Nichtbauer die Kleinbauern vertrete. (Abg. Schwarzenberger: Nein!) Damit brauchst du nicht extra noch lautstark anzugeben! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Fischl: Gerade haben Sie gesagt, Sie vertreten die Lehrer! Jetzt vertreten Sie die Bauern! Sie sind ein Universalgenie!
Ich will von dieser Stelle aus diese Dissonanz aufzeigen und Ihnen das mit einer weiteren Zahl klarmachen. 65 Prozent ... (Abg. Fischl: Gerade haben Sie gesagt, Sie vertreten die Lehrer! Jetzt vertreten Sie die Bauern! Sie sind ein Universalgenie!) – Danke für das Kompliment. Ich würde es nie wagen, das von mir zu behaupten, Herr Kollege Fischl. (Weitere Zwischenrufe.)
Weitere Zwischenrufe.
Ich will von dieser Stelle aus diese Dissonanz aufzeigen und Ihnen das mit einer weiteren Zahl klarmachen. 65 Prozent ... (Abg. Fischl: Gerade haben Sie gesagt, Sie vertreten die Lehrer! Jetzt vertreten Sie die Bauern! Sie sind ein Universalgenie!) – Danke für das Kompliment. Ich würde es nie wagen, das von mir zu behaupten, Herr Kollege Fischl. (Weitere Zwischenrufe.)
Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Mag. Posch und Schwarzenberger.
65 Prozent der geförderten Betriebe erhielten zusammen nur 27,1 Prozent der Förderung, andererseits kam eine Zahl von 266 Betrieben auf über eine Million Schilling an Direktzahlungen. Von diesen Großbetrieben lagen 85 Prozent in Ostösterreich und kein einziger in Westösterreich! (Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Mag. Posch und Schwarzenberger. )
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger: Das Kammerwahlergebnis in Salzburg hat genau gezeigt, dass die Bauern nur dem Bauernbund vertrauen!
Ich frage jetzt von dieser Stelle aus: Ist Herr Präsident Schwarzenberger Bauernvertreter für alle Bauern in Österreich, oder ist er – so wie es die Zahlen zeigen – der Bauernvertreter für die Bauern in Ostösterreich? Herr Kollege Schwarzenberger! Wenn Sie dem nicht nachkommen, dann erkläre ich von dieser Stelle aus gerne, dass ich die Interessen der westösterreichischen Bauern vertrete! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger: Das Kammerwahlergebnis in Salzburg hat genau gezeigt, dass die Bauern nur dem Bauernbund vertrauen!)
Abg. Fischl: Ihre Redezeit ist aus!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich meine, dass wir gerade im Zuge dieser Debatte die Chance nutzen sollten – und ich bin auch diesbezüglich wiederum beim Kollegen Pirklhuber –, uns mit diesen Fragen im Ausschuss sehr intensiv zu beschäftigen. Worauf wir alle aus ernster Überzeugung schauen sollten: sozial gerechte Förderungen je nach Arbeitskraft und ökologischer Ausrichtung, vor allem unter Berücksichtigung der Erschwernis, die die einzelnen Betriebe haben! (Abg. Fischl: Ihre Redezeit ist aus!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzböck: Das müssen Sie in der Sozialistischen Internationale einmal anschneiden! – Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger.
Darum müssen wir uns gemeinsam bemühen. Mein Kollege Gradwohl hat gesagt, dass er Ihnen, Herr Bundesminister, die Hand zur Zusammenarbeit reicht. Ich kann mich diesem Angebot gerne anschließen. Wenn Sie wollen, dass wir mehr Gerechtigkeit für die Einkommen gerade unserer kleinen Bauern bringen, dann nehmen Sie bitte auch meine zur Zusammenarbeit ausgestreckte Hand entgegen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzböck: Das müssen Sie in der Sozialistischen Internationale einmal anschneiden! – Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger. )
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abgeordneter Hermann Gahr (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Als neuer Abgeordneter darf ich zukünftig auch die Interessen der westlichen Bauern vertreten, und ich werde das – wie dies mein Vorredner gesagt hat – mit Nachdruck tun! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Das Programm für ländliche Entwicklung – das muss uns allen hier im Hohen Hause klar sein – betrifft die Arbeitnehmer, das Gewerbe und die Wirtschaft, vor allem die Klein- und Mittelbetriebe, aber natürlich auch die Bauern. Ländliche Entwicklung und aktive Strukturpolitik sichern Beschäftigung und Arbeitsplätze im ländlichen Raum – denn nicht jeder kann in die Stadt pilgern –, und sie sichern die Besiedelung. Die ländliche Entwicklung ist ein wichtiger Beitrag, den Lebensraum zu erhalten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Die ländliche Entwicklung ist auch ein wichtiger Beitrag für den Umweltschutz. Ich war heute von Klubobmann Kostelka enttäuscht, welcher die Bauern als die größten Verschmutzer der Gewässer bezeichnet hat. Ich werde das weitersagen. – Es verhält sich aber nicht so, denn die Bauern sind die größten Schützer der Gewässer! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Im Zusammenhang mit der Situation im ländlichen Raum gibt es auch viele unbeeinflussbare Faktoren. Das muss man hier klarstellen. Die Entwicklung des ländlichen Raumes ist sensibel und nachhaltig. Die Landwirtschaft steht unter Produktions- und Preisdruck. Wir unterliegen dem Weltmarkt. Wir haben aber tolle Chancen im ländlichen Dienstleistungsmarkt. Der Strukturwandel geht auch an uns nicht vorbei, er betrifft alle Berufsgruppen. Globalisierung, Rationalisierung und Liberalisierung machen Druck auf die Arbeitswelt, trotzdem müssen wir uns dem stellen: Wir müssen unterschiedliche Umweltstandards angleichen beziehungsweise ausgleichen. Wir müssen im ländlichen Raum zu gleichen Bedingungen produzieren und arbeiten. Auch die Abwanderung in die Stadt macht uns da und dort zu schaffen. Darum müssen wir den ländlichen Raum und die Dörfer attraktiv gestalten. Diese Pflicht werden wir erfüllen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Förderung im ländlichen Raum bedeutet meiner Überzeugung nach, Starthilfe zu geben, anzukurbeln, weiterzuentwickeln. Es ist aber ganz klar, dass Eigenverantwortung und Selbständigkeit immer unser Prinzip waren und auch sind. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ländliche Entwicklung bedeutet, die Landwirtschaft zu erhalten und zu fördern. Wir müssen die Bauern produzieren lassen, denn das ist die günstigste Form, die Landwirtschaft in Österreich und den ländlichen Raum aufrechtzuerhalten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Der Sockelbeitrag wird auch die kleineren Betriebe schützen und Arbeitsplätze absichern. Das 40-Milliarden-Schilling-Paket muss trotz der schwierigen budgetären Lage umgesetzt werden. Dann können wir, wie ich meine, unsere Ziele erreichen. Österreich – das muss ich behaupten – liegt zum Glück bei der Trefferquote der bisher getätigten EU-Projekte relativ hoch beziehungsweise sehr hoch gegenüber anderen Ländern in Europa! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol: Gut gemacht!
Mit dem Finanzausgleich müssen unsere Gemeinden gestärkt werden, denn unsere Gemeinden werden auch in Zukunft große Aufgaben zu erfüllen haben. Ich persönlich bin glücklich darüber, dass Landwirtschaftsminister Molterer zukünftig als Motor für Landwirtschaft und Umwelt tätig sein wird. Wir werden ihn unterstützen. Die ländliche Entwicklung und der ländliche Raum werden in dieser Legislaturperiode einen Förderer und Forcierer haben. Ich lade alle ein, dabei mitzuarbeiten! Wir werden unseren Beitrag dazu leisten! – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol: Gut gemacht!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Böhacker: Das ist eine Getränkesteuer für alkoholische Getränke!
Herr Landwirtschaftsminister! Abschließend möchte ich sagen: Ich würde sehr gerne Ihre Stellungnahme zur Aussage von Staatssekretär Waneck im heutigen "Morgenjournal" hören, der gemeint hat, dass es gut wäre, wenn zweckgebundene Mittel, wie zum Beispiel eine Alkoholsteuer, künftig in den Gesundheitsbereich einfließen. – Da frage ich mich: Heißt das, dass es einen Alkoholsteuer-Kostenzuschlag geben wird, oder wie sonst ist das zu verstehen? – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Böhacker: Das ist eine Getränkesteuer für alkoholische Getränke!)
Zwischenruf des Abg. Leikam.
Abgeordneter Roland Zellot (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine geschätzten Damen und Herren! Frau Abgeordnete Parfuss, Sie haben mir mit Ihren Ausführungen heute sehr gut gefallen; dieses Lob muss ich Ihnen aussprechen! Sie haben davon gesprochen, dass es viel Arbeit und wenig Geld gibt. Das stimmt! Ich möchte Ihnen empfehlen, das Buch "Herz und Hof" – wenn Sie es noch nicht kennen – zu lesen! Da können auch noch Partner und Partnerinnen gefunden werden! (Zwischenruf des Abg. Leikam. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Durch das Programm für die ländliche Entwicklung soll vor allem die Pendlerquote bei den Arbeiterinnen und Arbeitern gesenkt werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Beim Programm für die ländliche Entwicklung geht es vor allem um die Erhaltung der Dorfstruktur, der Dorfkultur und des Dorflebens. Außerdem geht es bei diesem Programm um den Ausbau von Freizeit- und Tourismusangeboten.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Deswegen ist für die ländlichen Entwicklungen das Bündnis zwischen Bauern und Wirtschaft notwendiger denn je! Dann funktioniert es! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Gaugg: Jetzt ist der schon wieder am Rednerpult!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Gradwohl. – Bitte. (Abg. Gaugg: Jetzt ist der schon wieder am Rednerpult!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Schwarzböck.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, zurück zum Thema. Herr Präsident Schwarzböck! Sie haben mehrmals wiederholt, dass es notwendig wäre, dass wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten die europäischen Sozialdemokraten auf europäischer Ebene dazu bringen würden und so weiter und so weiter. Sie kennen Ihre Worte. – Herr Präsident Schwarzböck! Ohne polemisch wirken zu wollen, möchte ich sagen: Es wäre doch schön gewesen, wenn in den letzten Wochen zur "Causa prima" auch von Ihrer Seite her entsprechend auf internationale europäische Belange eingegangen worden wäre! Wir hätten uns dann viel erspart! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Schwarzböck. )
Zwischenruf des Abg. Schwarzböck.
Herr Präsident Schwarzböck! Auch zur Solidarität ein Wort: Sie waren heute bei der Debatte über den Grünen Bericht nicht anwesend. Ich habe Sie zitiert. Sie haben im Rahmen der Debatte über die Bundesregierung die gesellschaftliche Solidarität gegenüber den Bauern eingefordert. – Ich habe anhand einer Schautafel und eines Schaubildes durchaus klar und deutlich, wie ich meine, zum Ausdruck gebracht, dass auch die inneragrarische Solidarität gefordert ist, damit eine gerechtere Verteilung der Mittel möglich ist. Ich habe in diesem Zusammenhang auch dem Herrn Bundesminister die Hand dazu gereicht, dass wir demgemäß miteinander arbeiten. Ich habe ihn ersucht, dazu Stellung zu nehmen, wie es sich mit der horizontalen Verordnung und mit der Umsetzung der Modulationsmöglichkeiten in der horizontalen Verordnung verhält. (Zwischenruf des Abg. Schwarzböck. )
Beifall bei der SPÖ.
Herr Präsident Schwarzböck! Wenn Sie die ganze Zeit einfordern, dass die EU verändert werden müsste, wir aber gleichzeitig von den nationalstaatlichen Möglichkeiten nicht Gebrauch machen, dann habe ich gewisse Probleme, was die Ernsthaftigkeit Ihres Ansatzes der gerechten Verteilung von Fördermitteln anlangt! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Schwarzböck: Gott sei Dank!
Herr Präsident Schwarzböck! Sie haben in Ihrem Redebeitrag auch davon gesprochen, dass die Bio-Produkte überproportional im Marketing vorkommen. (Abg. Schwarzböck: Gott sei Dank!) Ich bin Ihrer Meinung: Gott sei Dank! Es wäre nämlich auch eine überproportionale Chance für die österreichische Landwirtschaft, mit diesen Produkten den Markt zu bedienen. Wir alle wissen, dass es bereits Probleme gibt, einige der biologischen Produkte tatsächlich in jener Anzahl beziehungsweise in jener Menge zu produzieren, wie wir sie brauchen könnten, wie sie nämlich Absatz finden würden. Daher wiederhole ich nach dem Motto "Steter Tropfen höhlt vielleicht den Stein": Wir fordern, dass die biologische Wirtschaftsweise und die biologischen Betriebe stärker und differenzierter als die konventionellen Betriebe unterstützt werden, damit nämlich genau diese überproportionale Chance genützt werden kann! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Präsident Schwarzböck! Sie haben in Ihrem Redebeitrag auch davon gesprochen, dass die Bio-Produkte überproportional im Marketing vorkommen. (Abg. Schwarzböck: Gott sei Dank!) Ich bin Ihrer Meinung: Gott sei Dank! Es wäre nämlich auch eine überproportionale Chance für die österreichische Landwirtschaft, mit diesen Produkten den Markt zu bedienen. Wir alle wissen, dass es bereits Probleme gibt, einige der biologischen Produkte tatsächlich in jener Anzahl beziehungsweise in jener Menge zu produzieren, wie wir sie brauchen könnten, wie sie nämlich Absatz finden würden. Daher wiederhole ich nach dem Motto "Steter Tropfen höhlt vielleicht den Stein": Wir fordern, dass die biologische Wirtschaftsweise und die biologischen Betriebe stärker und differenzierter als die konventionellen Betriebe unterstützt werden, damit nämlich genau diese überproportionale Chance genützt werden kann! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Böhacker: So haben Sie es jahrelang gemacht!
Herr Bundesminister! Ich ersuche Sie: Wenn es eine konstruktive Oppositions- und Koalitionsregierungspolitik geben soll, dann müssen wir auch über Informationen verfügen. Wenn Sie uns nämlich die entsprechenden Informationen vorenthalten, dann können wir nur mit unserem Wissensstand hier zum Rednerpult schreiten, den Sie oder andere Regierungsvertreter dann wiederum kritisieren! (Abg. Böhacker: So haben Sie es jahrelang gemacht!) Geben Sie uns die Informationen! Kollege Böhacker! Wir waren und sind gerne bereit – ich wiederhole jetzt das, was Kollege Pirklhuber gesagt hat –, uns in einem Unterausschuss intensiv mit dem Programm für die ländliche Entwicklung auf parlamentarischer Ebene zu befassen, um breite Unterstützung und breiten Konsens für dieses wichtige Projekt zu erreichen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundesminister! Ich ersuche Sie: Wenn es eine konstruktive Oppositions- und Koalitionsregierungspolitik geben soll, dann müssen wir auch über Informationen verfügen. Wenn Sie uns nämlich die entsprechenden Informationen vorenthalten, dann können wir nur mit unserem Wissensstand hier zum Rednerpult schreiten, den Sie oder andere Regierungsvertreter dann wiederum kritisieren! (Abg. Böhacker: So haben Sie es jahrelang gemacht!) Geben Sie uns die Informationen! Kollege Böhacker! Wir waren und sind gerne bereit – ich wiederhole jetzt das, was Kollege Pirklhuber gesagt hat –, uns in einem Unterausschuss intensiv mit dem Programm für die ländliche Entwicklung auf parlamentarischer Ebene zu befassen, um breite Unterstützung und breiten Konsens für dieses wichtige Projekt zu erreichen. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger.
Herr Kollege Prinz hat vorhin in einem äußerst direkten Zwischenruf gemeint, dass Herr Kollege Pirklhuber "Formulare von der Wiege bis zur Bahre" einführen möchte. – Herr Kollege Prinz! Ich hatte das Vergnügen und die Ehre, gemeinsam mit Herrn Präsidenten Schwarzenberger, mit Herrn Vizepräsidenten Zellot und mit Herrn Kollegen Pirklhuber an einer Diskussionsveranstaltung in Kärnten teilzunehmen. Daher kann ich sagen: Wir brauchen das nicht einzuführen, denn das gibt es bereits, und die Bauern führen Klage darüber, dass sie in dementsprechendem Umfang ... (Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger. )
Beifall bei der SPÖ.
Ich bin der Meinung, dass ÖPUL 2000 ein absolut wichtiges Programm ist, welches aber in dieser Art und Weise für die Bauern nicht geeignet ist. Jeder, der den Mehrfachantrag für das Programm ÖPUL 2000 ausgefüllt hat, kann eine Kopie davon gleich für den Ingeborg Bachmann-Preis einreichen, denn daraus kann ein Buch werden. Das ist nicht gerade das, was wir unter Abbau von Verwaltungsbürokratie verstehen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich danke Ihnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Abgeordneter Robert Wenitsch (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Minister! Herr Kollege Gradwohl, Sie gehen hier zum Rednerpult und bejammern den Informationsnotstand Ihrer Fraktion. – An diesem Informationsnotstand sind Sie zum großen Teil selbst schuld! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie haben nämlich der derzeitigen Bundesregierung nicht die obligatorische Schonfrist von 100 Tagen eingeräumt, um Ihnen die entsprechenden Informationen weiterzugeben. Ich verstehe das überhaupt nicht! Sie zündeln schon mehr oder weniger bei der Regierungsbildung und hetzen die Bevölkerung auf, ohne zu wissen, welche Absichten diese Regierung für die Zukunft hat! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Herr Pirklhuber von den Grünen! Bei Ihnen kommt mir das genau so vor. Sie fordern hier, dass die Marketingbeiträge von den Biobauern auch für die Biobauern verwendet werden. – Herr Kollege Pirklhuber, ich möchte Ihnen nur Folgendes sagen: Im Regierungsprogramm ist festgeschrieben, dass in Zukunft diese Marketingbeiträge spartenspezifisch verwendet werden sollen. Daher frage ich mich, warum Sie hier beim Rednerpult – mehr oder weniger ohne Information – über die derzeitige Bundesregierung herziehen, ohne zu wissen, was überhaupt kommt! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. )
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Herr Kollege Pirklhuber! Ich sage Ihnen jetzt zu Ihrem Antrag, in dem Sie einen eigenen Beirat für die ländliche Entwicklung fordern, noch einmal: Sie fordern einen Beirat, in welchen Umweltexperten und so weiter mit einbezogen werden. Aber auch diesbezüglich ist die Regierung einen Schritt voraus. Die Regierung hat durch die Zusammenlegung der Umweltkompetenzen mit den Agrarkompetenzen in einem Ministerium die Wünsche, die Sie in diesem Antrag formuliert haben, schon im Vorhinein erfüllt! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Jung.
Ich möchte richtigstellen, dass ich Abgeordnete der sozialdemokratischen Parlamentsfraktion bin. Er hat mich, glaube ich, mit Frau Abgeordneter Glawischnig verwechselt. (Zwischenruf des Abg. Jung. ) Wir haben uns heute extra farblich gekennzeichnet, ich bin in Rot, Frau Glawischnig in Grün. Das ist eigentlich relativ leicht farblich zu unterscheiden. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte richtigstellen, dass ich Abgeordnete der sozialdemokratischen Parlamentsfraktion bin. Er hat mich, glaube ich, mit Frau Abgeordneter Glawischnig verwechselt. (Zwischenruf des Abg. Jung. ) Wir haben uns heute extra farblich gekennzeichnet, ich bin in Rot, Frau Glawischnig in Grün. Das ist eigentlich relativ leicht farblich zu unterscheiden. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ. – Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Dr. Kostelka und Schwarzenberger. – Präsident Dr. Fasslabend gibt das Glockenzeichen.
Wir gelangen nun zur Abstimmung, die ich über jeden Ausschussantrag getrennt vornehme. (Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ. – Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Dr. Kostelka und Schwarzenberger. – Präsident Dr. Fasslabend gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Dr. Kostelka: Könnten Sie diesen Ordnungsruf begründen, Herr Präsident?
Meine Damen und Herren! Ich bin bei der Verlesung des ... (Abg. Dr. Kostelka: Könnten Sie diesen Ordnungsruf begründen, Herr Präsident?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Kostelka: Ich bewahre diese, aber Sie offensichtlich nicht! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Herr Abgeordneter Kostelka! Ich ermahne Sie, auch zu dieser Zeit noch Ruhe zu bewahren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Kostelka: Ich bewahre diese, aber Sie offensichtlich nicht! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Fischer: Dollfuß war ein Heiliger – oder was?
Zunächst gelangen wir zur Abstimmung über den Antrag des Ausschusses für Land- und Forstwirtschaft, seinen Bericht 36 der Beilagen zur Kenntnis zu nehmen. (Abg. Dr. Fischer: Dollfuß war ein Heiliger – oder was?)
Abg. Dr. Fischer: Er hat wohl die Demokratie gerettet, Sie meinen wohl, er war ein Humanist! – Weitere lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Fasslabend gibt das Glockenzeichen.
Ich bitte jene Damen und Herren ... (Abg. Dr. Fischer: Er hat wohl die Demokratie gerettet, Sie meinen wohl, er war ein Humanist! – Weitere lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Fasslabend gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Das ist ungeheuerlich! Das ist ein Skandal!
Es geht nicht um die Frage, ob Dollfuß ein Humanist oder ein Demokrat war, sondern es geht um die Aussagen, die gebraucht wurden, und um den Zusammenhang, der mit der Politik des Landwirtschaftsministers hergestellt wurde! Und das ist eindeutig zu verurteilen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Das ist ungeheuerlich! Das ist ein Skandal!)
Abg. Edlinger: Das ist kein Antrag der Grünen, Herr Präsident!
Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. (Abg. Edlinger: Das ist kein Antrag der Grünen, Herr Präsident!) Hier steht: Entschließungsantrag der Abgeordneten Pirklhuber, Freundinnen und Freunde. Ich kann Ihnen den Antrag nur so zur Kenntnis bringen, wie er eingebracht wurde. Wenn er falsch eingebracht wurde, dann tut mir das sehr leid! (Abg. Edlinger: Diese Vorsitzführung ist blamabel!)
Abg. Edlinger: Diese Vorsitzführung ist blamabel!
Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. (Abg. Edlinger: Das ist kein Antrag der Grünen, Herr Präsident!) Hier steht: Entschließungsantrag der Abgeordneten Pirklhuber, Freundinnen und Freunde. Ich kann Ihnen den Antrag nur so zur Kenntnis bringen, wie er eingebracht wurde. Wenn er falsch eingebracht wurde, dann tut mir das sehr leid! (Abg. Edlinger: Diese Vorsitzführung ist blamabel!)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Trattner: Edlinger, geh hinaus!
Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Minderheit und damit abgelehnt. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Trattner: Edlinger, geh hinaus!)