Eckdaten:
Für die 47. Sitzung der 21. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 888 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Abg. Dr. Kostelka: Zur Geschäftsbehandlung!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich darf Sie herzlich begrüßen und eröffne die 47. Sitzung des Nationalrates. (Abg. Dr. Kostelka: Zur Geschäftsbehandlung!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Meine Damen und Herren! Ich halte diese Praxis für absolut verantwortungslos, und dagegen muss jetzt endlich etwas unternommen werden! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Jung.
Man sollte doch wirklich meinen, dass die zuständigen und verantwortlichen Politiker endlich gelernt haben, aus der BSE-Krise die Konsequenzen zu ziehen, und dafür sorgen, dass diese absolut widersinnige Praxis endlich abgestellt wird. Aber dem ist nicht so. In den letzten Tagen konnte ich mich nur wundern: Es stellten sich der Landwirtschaftsminister Molterer und der Konsumentenschutzminister Haupt einfach hin und verteidigten diese gängige Praxis. Das ist einfach unglaublich! (Zwischenruf des Abg. Jung. ) Es ist immer am Widerstand der Landwirtschaftslobby und des Herrn Minister Molterer gescheitert. Wenn Sie etwas ändern wollen, dann tun Sie es doch, Sie haben jetzt endlich die Gelegenheit dazu! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Man sollte doch wirklich meinen, dass die zuständigen und verantwortlichen Politiker endlich gelernt haben, aus der BSE-Krise die Konsequenzen zu ziehen, und dafür sorgen, dass diese absolut widersinnige Praxis endlich abgestellt wird. Aber dem ist nicht so. In den letzten Tagen konnte ich mich nur wundern: Es stellten sich der Landwirtschaftsminister Molterer und der Konsumentenschutzminister Haupt einfach hin und verteidigten diese gängige Praxis. Das ist einfach unglaublich! (Zwischenruf des Abg. Jung. ) Es ist immer am Widerstand der Landwirtschaftslobby und des Herrn Minister Molterer gescheitert. Wenn Sie etwas ändern wollen, dann tun Sie es doch, Sie haben jetzt endlich die Gelegenheit dazu! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Wenitsch nickt.
Man hat vor der BSE-Krise noch gedacht, dass es problemlos ist, Tiermehl an Wiederkäuer zu verfüttern. Genau das war ja der fatale und tödliche Irrtum. Das Gleiche passiert jetzt wieder bei den anderen Nutztieren. (Abg. Wenitsch nickt.) – Herr Kollege, wenn Sie schon mit dem Kopf nicken, dann unternehmen Sie doch etwas, dann stimmen Sie doch einem generellen Tiermehlverfütterungsverbot zu!
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Grollitsch.
Die Damen und Herren von der Regierung haben ja dann auch noch die Möglichkeit, sich hier dazu zu äußern. Ich würde Sie wirklich sehr höflich ersuchen, diese meine Fragen zu beantworten: Wie lange wollen Sie noch tatenlos zusehen? Wie lange wollen Sie noch zulassen, dass vermahlene Tierkadaver in unserer Nahrungskette landen? Wie lange noch? (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Grollitsch. )
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Wenitsch: Da kann ich nur lachen!
Sie, Herr Kollege Grollitsch, wissen ganz genau, dass Frau Ministerin Prammer des Öfteren versucht hat, Tiermehl aus der Nahrungskette wegzubekommen. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Wenitsch: Da kann ich nur lachen!) Leider scheiterte dies immer am massiven Widerstand der ÖVP. Aber jetzt haben ja Sie die Gelegenheit, sich an Ihrem Regierungspartner die Zähne auszubeißen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie, Herr Kollege Grollitsch, wissen ganz genau, dass Frau Ministerin Prammer des Öfteren versucht hat, Tiermehl aus der Nahrungskette wegzubekommen. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Wenitsch: Da kann ich nur lachen!) Leider scheiterte dies immer am massiven Widerstand der ÖVP. Aber jetzt haben ja Sie die Gelegenheit, sich an Ihrem Regierungspartner die Zähne auszubeißen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Dr. Khol: Zur Geschäftsbehandlung!
Meine Damen und Herren! Stecken Sie nicht weiter den Kopf in den Sand! Es gibt kein einziges Argument, das für den Einsatz von Tiermehl in der Nahrungsmittelkette spricht. Verbieten Sie endlich die Verfütterung von Tiermehl an alle Nutztiere und schützen Sie die Gesundheit der österreichischen Bevölkerung! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Dr. Khol: Zur Geschäftsbehandlung!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Andreas Khol (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Wir haben in vergleichbaren Fällen in der Präsidiale schon mehrmals darüber gesprochen, dass es bei Debatten über Einwendungen gegen die Tagesordnung um die Begründung geht, warum man eine andere Tagesordnung haben will. In der Rede von Frau Kollegin Sima ist das Wort "Tagesordnung" kein einziges Mal vorgekommen. Ich bitte Sie, darauf zu achten, dass zur Sache gesprochen wird. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Was war das jetzt? Ich habe heute noch gar nicht gesprochen!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Abgeordneter Khol hat im Prinzip Recht. Allerdings bin ich unter anderem aus folgendem Grund zurückhaltend: Als ich zum Beispiel den Klubobmann der Freiheitlichen gebeten habe, zur Sache zu sprechen, lautete seine Antwort: Das wollen Sie da oben nicht hören, Herr Präsident! – Daran kann ich mich noch erinnern. (Abg. Ing. Westenthaler: Was war das jetzt? Ich habe heute noch gar nicht gesprochen!) Das war vor sechs Wochen, und mein Gedächtnis reicht so lange zurück, Herr Kollege. – Herr Dr. Khol und ich haben uns über diese Frage nachher noch unterhalten.
Abg. Dr. Petrovic meldet sich zu Wort, indem sie sich zu einem der neben den Sitzreihen angebrachten Mikrophone hinstellt und die Hand hebt.
Aber ich würde bitten, meine Damen und Herren, dass in der Einwendungsdebatte, auch wenn sie auf einen Sachverhalt hin orientiert ist, der mit der Begründung im Zusammenhang steht, jeder Redner zum Ausdruck bringt, dass und warum er eine geänderte Tagesordnung haben will. (Abg. Dr. Petrovic meldet sich zu Wort, indem sie sich zu einem der neben den Sitzreihen angebrachten Mikrophone hinstellt und die Hand hebt.)
Abg. Dr. Petrovic: Zur Geschäftsbehandlung!
Frau Dr. Petrovic, ist das jetzt eine Wortmeldung in der Einwendungsdebatte oder eine Wortmeldung zur Geschäftsbehandlung? (Abg. Dr. Petrovic: Zur Geschäftsbehandlung!) Bitte, ganz kurz.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordneter Helmut Haigermoser (Freiheitliche): Meine Damen! Meine Herren! Hohes Haus! Wir meinen, dass die Tagesordnung verantwortungsbewusst erstellt wurde. Sie wurde in der Präsidiale einstimmig so festgesetzt. Es wurde bereits angeführt, dass sich die beiden zuständigen Minister Haupt und Molterer sehr verantwortungsbewusst dieser Dinge annehmen, diesbezüglich Maßnahmen beraten und die bisherige hervorragende österreichische Politik in Sachen BSE-Freiheit fortsetzen werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Frau Kollegin Sima! Wir mussten in der vergangenen Woche drei Tage auf Sie hier im Hohen Hause verzichten. Ich konnte Sie hier nicht wahrnehmen. Sie waren, so habe ich vernommen, in Den Haag. Hoffentlich haben Sie dort die Agrarfabriken nicht im Sinne von Unterstützung inspiziert. Wenn Sie jetzt hier und heute aus einem zweifelsohne ernst zu nehmenden Problem sozusagen kleine Münzen schlagen wollen, meine Damen und Herren, dann ist das mehr als billig und nicht verantwortungsbewusst gegenüber der Bevölkerung und der österreichischen Landwirtschaft gleichermaßen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Natürlich ist Österreich keine Insel der Seligen, natürlich ist auch bei uns Vorsicht geboten, aber wir alle wissen, meine Damen und Herren, dass die Verfütterung von Tiermehl an Rinder in Österreich im Unterschied zu Frankreich und Deutschland seit geraumer Zeit verboten ist. Doch Frau Kollegin Sima hat vorhin in ihrer Rede ausgerechnet die Maßnahmen Frankreichs und Deutschlands gelobt. Also skurriler geht es wohl nicht, meine Damen und Herren! Das ist wohl mehr als skurril. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es muss uns ein nationales Anliegen sein, das BSE-Problem in den Griff zu bekommen. Natürlich kann das nur in Zusammenarbeit und grenzüberschreitend geschehen. Und da darf und muss auch ein Satz in Richtung Europäische Union gesagt werden: Im Zusammenhang mit BSE hat die Europäische Union kläglich versagt, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Das muss angemerkt werden. Wenn man in Sachen BSE genauso forsch unterwegs gewesen wäre, wie es bei der Beobachtung Österreichs der Fall war, dann wäre vielleicht schon vieles zum Besseren gewendet worden. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Es muss uns ein nationales Anliegen sein, das BSE-Problem in den Griff zu bekommen. Natürlich kann das nur in Zusammenarbeit und grenzüberschreitend geschehen. Und da darf und muss auch ein Satz in Richtung Europäische Union gesagt werden: Im Zusammenhang mit BSE hat die Europäische Union kläglich versagt, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Das muss angemerkt werden. Wenn man in Sachen BSE genauso forsch unterwegs gewesen wäre, wie es bei der Beobachtung Österreichs der Fall war, dann wäre vielleicht schon vieles zum Besseren gewendet worden. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Einen Satz auch noch zum Preisgefüge bei Fleisch insgesamt: Mit ein Grund für dieses BSE-Chaos ist auch unter anderem die Politik der multinationalen Anbieter auf dem Fleischsektor, die immer wieder den Verbrauchern suggerieren, billiger, billiger, billiger müsse es gehen. Damit wird auch die österreichische Landwirtschaft kaputt gemacht, bei welcher im Durchschnitt acht Rinder gefüttert werden. In unserer kleinstrukturierten Landwirtschaft wird hervorragende Qualität hergestellt, aber mit dieser Preispolitik wird diese kleinstrukturierte Landwirtschaft mit hervorragender Qualität kaputt gemacht. Doch da werden wir in Österreich in Hinkunft nicht mitmachen, meine Damen und Herren! (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (Grüne): Herr Präsident! Geschätzte Mitglieder der österreichischen Bundesregierung! Hohes Haus! Ich habe gestern im Laufe des Tages zahlreiche Anrufe von Bekannten, von verunsicherten Eltern, von Bürgerinnen und Bürgern erhalten, und ich bin auch heute auf dem Weg zum Parlament von Menschen in der U-Bahn angesprochen worden, und all diese Menschen haben an mich die Frage gerichtet: Was geschieht denn jetzt? Redet ihr jetzt über die Rolle Österreichs in Europa im Zusammenhang mit der Bekämpfung von Tierseuchen? – Ich glaube, es scheint wirklich nur aus der Sachzwanglogik der Regierung zu resultieren, dass Sie sagen: Wir haben eine Tagesordnung festgelegt, und Wurscht, was da draußen passiert, und egal, was die Zeitungen schreiben, wie groß die Sorgen der Leute sind, wir haben diese Tagesordnung und bleiben dabei! – Das ist ein Parlament, das die Wünsche und Sorgen der Öffentlichkeit nicht wahrnimmt. Sie sollten das ändern! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Abgeordneter Haigermoser hat wieder einmal die Gelegenheit nicht ausgelassen, generelle Anti-EU-Ressentiments hier vom Rednerpult aus loszutreten. Herr Abgeordneter Haigermoser, vielleicht informieren Sie sich ein bisschen! Das Europäische Parlament spricht schon wesentlich länger, und zwar jetzt wieder aktuell, über die in diesem Zusammenhang notwendigen Maßnahmen, und es ist dort genauso wie hier, nämlich, dass die wirtschaftskonservativen Kreise echt notwendige Schritte verhindern. Es sind vor allem Grüne, die diese Debatte immer wieder aufgreifen. Ich zitiere jetzt einen Satz, der diesbezüglich im Europäischen Parlament gefallen ist: "Heute sind jene, die behaupten, keine Fälle von Rinderwahnsinn in ihrem Gebiet zu haben, jene, die nicht suchen." – Vor diesem Hintergrund erscheint die österreichische Stimme gegen flächendeckende Frühtests wirklich als ein Zeichen äußerster Verantwortungslosigkeit! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Abgeordneter Haigermoser! Man wird leider nicht verhindern können, dass das Geld jetzt wieder einmal zur Korrektur von Symptomen, zu einer oberflächlichen Retusche dieser wahnsinnigen Politik der Agroindustrie eingesetzt wird, denn es wird notwendig sein. Aber eigentlich hätte ich mir gerade von Ihrer Partei, die in ihrer Oppositionszeit diesbezüglich so lautstark war, erwartet, dass sie – und zwar in schnellen und entschlossenen Schritten! – einen generellen Ausstieg aus dieser Agroindustrie vorbereitet. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Aber da scheint sich gerade bei den Freiheitlichen seit ihrem Regierungseintritt vieles verändert zu haben. Ich zitiere die Beantwortung einer schriftlichen Anfrage vom 17. Juli 2000 – das heißt, sie ist nicht einmal sechs Monate alt – durch Gesundheitsministerin a. D. Dr. Sickl. Sie beantwortete diese in Kenntnis all der Krankheitsfälle. Es sind an die 100 Menschen gestorben. Vielleicht haben auch Sie Interviews mit Eltern von Kindern, die gestorben sind, gesehen. Das würde meiner Ansicht nach allemal die Umstellung der heutigen Tagesordnung rechtfertigen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Verendete Tiere als wertvolle Futtermittel – na prost Mahlzeit! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Zum Zweiten: Die Österreicher sollten wissen, was sie an ihren Bauern haben. Österreich war das erste Land in Europa, das bereits 1989, als es noch keinen Gedanken an BSE gab, beschlossen hat, die Verfütterung von Tiermehl an Wiederkäuer zu verbieten. Das heißt, Rinder, die in Österreich seit 1990 geboren wurden, haben kein Tiermehl als Futter bekommen. In diesem Fall hat Österreich eine Vorreiterrolle im Rahmen aller EU-Staaten eingenommen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir wollen eine europaweite Lösung. Die Tatsache, dass es in England bereits mehr als 170 000 BSE-Fälle gab, auch in Frankreich über 100, während es in Österreich keinen einzigen BSE-Fall gab, beweist, dass wir in Österreich eine naturnahe Landwirtschaft im Interesse der Konsumenten durchgehalten haben, was teilweise auch mit höheren Kosten für unsere Bauern verbunden war. Das sollte auch anerkannt werden, meine sehr geschätzten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Khol: Ein Angebot!
Herr Kollege Khol! Wenn Sie behaupten, ein Ausschuss würde sich morgen mit dieser Thematik beschäftigen, dann frage ich Sie: Welcher Ausschuss? Es gibt keinen Ausschuss, der sich morgen mit dieser Frage auseinander setzen wird. (Abg. Dr. Khol: Ein Angebot!)
Ruf bei der ÖVP: Ist es auch! – Abg. Schwarzenberger: Nicht nur "angeblich", sondern tatsächlich!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Liebe Bauernvertreter, hört genau zu! Sickl und Molterer haben versucht, eine Ausnahmeregelung zu erreichen, weil Österreich angeblich BSE-frei ist (Ruf bei der ÖVP: Ist es auch! – Abg. Schwarzenberger: Nicht nur "angeblich", sondern tatsächlich!), genauso wie bis letzte Woche Deutschland. Deutschland hat es auch geglaubt, und trotzdem ist der erste BSE-Fall aufgetreten. – Ein besonders "bauernschlaues Schreiben" der Bundesministerin außer Dienst und des Bundesministers Molterer. Ich halte dieses Schreiben für einen absoluten Skandal! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger – in Richtung SPÖ –: Ihr wolltet die Bauern ruinieren und kriminalisieren! – Gegenruf der Abg. Mag. Prammer. – Abg. Schwarzenberger – in Richtung der Abg. Mag. Prammer –: Warum sind Sie nicht zurückgetreten damals?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger – in Richtung SPÖ –: Ihr wolltet die Bauern ruinieren und kriminalisieren! – Gegenruf der Abg. Mag. Prammer. – Abg. Schwarzenberger – in Richtung der Abg. Mag. Prammer –: Warum sind Sie nicht zurückgetreten damals?
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Liebe Bauernvertreter, hört genau zu! Sickl und Molterer haben versucht, eine Ausnahmeregelung zu erreichen, weil Österreich angeblich BSE-frei ist (Ruf bei der ÖVP: Ist es auch! – Abg. Schwarzenberger: Nicht nur "angeblich", sondern tatsächlich!), genauso wie bis letzte Woche Deutschland. Deutschland hat es auch geglaubt, und trotzdem ist der erste BSE-Fall aufgetreten. – Ein besonders "bauernschlaues Schreiben" der Bundesministerin außer Dienst und des Bundesministers Molterer. Ich halte dieses Schreiben für einen absoluten Skandal! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger – in Richtung SPÖ –: Ihr wolltet die Bauern ruinieren und kriminalisieren! – Gegenruf der Abg. Mag. Prammer. – Abg. Schwarzenberger – in Richtung der Abg. Mag. Prammer –: Warum sind Sie nicht zurückgetreten damals?)
Abg. Schwarzenberger: Wir haben ja das Verbot schon!
Um aber noch einmal auf Kollegen Schwarzenberger einzugehen, der gemeint hat: Ja, ja, eine europaweite Lösung. – Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wenn die ÖVP von einer europaweiten Lösung spricht, dann wird jedes Projekt verzögert, so auch gerade in diesem Fall, bei dem die internationale Agrarlobby dahintersteckt. Lieber Kollege Schwarzenberger, glaubst du, dass innerhalb kürzester Zeit da eine Regelung getroffen werden kann? – Ich sage, nein, wir müssen im nationalen Bereich unsere Maßnahmen setzen (Abg. Schwarzenberger: Wir haben ja das Verbot schon!), und diese Bundesregierung ist dazu aufgefordert. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Um aber noch einmal auf Kollegen Schwarzenberger einzugehen, der gemeint hat: Ja, ja, eine europaweite Lösung. – Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wenn die ÖVP von einer europaweiten Lösung spricht, dann wird jedes Projekt verzögert, so auch gerade in diesem Fall, bei dem die internationale Agrarlobby dahintersteckt. Lieber Kollege Schwarzenberger, glaubst du, dass innerhalb kürzester Zeit da eine Regelung getroffen werden kann? – Ich sage, nein, wir müssen im nationalen Bereich unsere Maßnahmen setzen (Abg. Schwarzenberger: Wir haben ja das Verbot schon!), und diese Bundesregierung ist dazu aufgefordert. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Und jetzt greife ich einen Vorschlag der ÖVP auf, nämlich einen Vorschlag des Kollegen Wurmitzer aus Kärnten. Meine sehr verehrten Damen und Herren! Diskutieren wir auch über ein Importverbot lebender Rinder aus Frankreich! Das muss uns die Gesundheit der Österreicherinnen und Österreicher wert sein. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Schwarzenberger: Das ist auch eine Labour-Regierung, die nichts für die Konsumenten tut!
Schauen wir einmal nach Großbritannien! Da wurden im letzten Bericht von Lord Philip die Maßnahmen der britischen Regierung bezüglich BSE-Bekämpfung und -Aufklärung massivst kritisiert. Ich glaube, dass schwere (Abg. Schwarzenberger: Das ist auch eine Labour-Regierung, die nichts für die Konsumenten tut!) – darf ich ausreden? – Fehler bei uns nicht zur Tagesordnung gehören sollten. Ich glaube, dass Denken und Verantwortung aber sehr wohl Gegenstand einer guten Tagesordnung sein sollten. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Schauen wir einmal nach Großbritannien! Da wurden im letzten Bericht von Lord Philip die Maßnahmen der britischen Regierung bezüglich BSE-Bekämpfung und -Aufklärung massivst kritisiert. Ich glaube, dass schwere (Abg. Schwarzenberger: Das ist auch eine Labour-Regierung, die nichts für die Konsumenten tut!) – darf ich ausreden? – Fehler bei uns nicht zur Tagesordnung gehören sollten. Ich glaube, dass Denken und Verantwortung aber sehr wohl Gegenstand einer guten Tagesordnung sein sollten. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Vorsicht, heißt es, ist die Mutter der Porzellankiste, und daher ist Eile geboten. Das sollten alle verstehen, deren Denken nicht durch übermäßigen Genuss von saurem Rindfleisch getrübt ist. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Es ist Faktum, dass die Artgrenzen überschritten worden sind. Es ist Faktum, dass die Übertragung von BSE und möglicherweise weiterer Infektionen über diese Rinderwiederkäuer hinaus auf Schweine, Katzen und auf den Menschen als wissenschaftlich erwiesen zu gelten hat. Es ist nicht auszuschließen – und es sprechen einige Daten dafür –, dass BSE durch Medikamente, Impfstoffe und Blutprodukte übertragen werden kann. Panik ist nicht angezeigt und wäre unverantwortlich. Panik zu schüren heißt aber auch, zu schweigen, zu verzögern und zu verharmlosen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Auer: Da waren wir noch schneller!
Österreich hat jetzt eine riesige Chance, und diese gilt es zu nützen. Bei Propagierung und bei der Werbung mit dem Feinkostladen Österreich, da waren Sie sehr schnell, wenn es um den Schutz der Bevölkerung geht (Abg. Auer: Da waren wir noch schneller!), um Aufklärung, da sind Sie schon etwas langsamer. (Abg. Auer: Wir waren das erste Land, das es verboten hat!) – Ja, sagen Sie.
Abg. Auer: Wir waren das erste Land, das es verboten hat!
Österreich hat jetzt eine riesige Chance, und diese gilt es zu nützen. Bei Propagierung und bei der Werbung mit dem Feinkostladen Österreich, da waren Sie sehr schnell, wenn es um den Schutz der Bevölkerung geht (Abg. Auer: Da waren wir noch schneller!), um Aufklärung, da sind Sie schon etwas langsamer. (Abg. Auer: Wir waren das erste Land, das es verboten hat!) – Ja, sagen Sie.
Abg. Auer: Sagen Sie mir das erste Land, das es verboten hat! Das war Österreich!
Ich glaube auch, dass das Argument von vorhin stimmt, dass das nicht Sache der Landwirtschaft alleine ist, worüber Sie jetzt reden. Das ist Sache der Gesundheit. Man kann es auch beim Rechnungshof diskutieren, der sehr viel über Qualitätskontrollen und mangelnde Sicherheitsbestimmungen geschrieben hat. (Abg. Auer: Sagen Sie mir das erste Land, das es verboten hat! Das war Österreich!) Wenn Sie nicht begreifen, dass bereits diskutiert wird, dass diese Krankheit auf Schweine und Hühner übertragen werden kann, dann fassen Sie sich ein Herz und appellieren Sie zumindest jetzt an Ihre Vernunft. Ziehen Sie die Konsequenzen, akzeptieren Sie die Änderung der Tagesordnung und setzen Sie so ein Zeichen der Beruhigung und des Vertrauens für die Bevölkerung Österreichs! – Danke. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Ich glaube auch, dass das Argument von vorhin stimmt, dass das nicht Sache der Landwirtschaft alleine ist, worüber Sie jetzt reden. Das ist Sache der Gesundheit. Man kann es auch beim Rechnungshof diskutieren, der sehr viel über Qualitätskontrollen und mangelnde Sicherheitsbestimmungen geschrieben hat. (Abg. Auer: Sagen Sie mir das erste Land, das es verboten hat! Das war Österreich!) Wenn Sie nicht begreifen, dass bereits diskutiert wird, dass diese Krankheit auf Schweine und Hühner übertragen werden kann, dann fassen Sie sich ein Herz und appellieren Sie zumindest jetzt an Ihre Vernunft. Ziehen Sie die Konsequenzen, akzeptieren Sie die Änderung der Tagesordnung und setzen Sie so ein Zeichen der Beruhigung und des Vertrauens für die Bevölkerung Österreichs! – Danke. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordneter Heinz Gradwohl (SPÖ): Herr Präsident! Geschätzte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Diese Einwendungsdebatte hat folgenden Grund, Herr Kollege Schwarzenberger: Wir würden diese Materie ganz gerne heute und hier im Rahmen der Budgetansätze diskutieren, weil es da auch möglich wäre, Anträge zu stellen, und weil es auch möglich wäre, für den kommenden Rat am 4. Dezember 2000 unserem Landwirtschaftsminister entsprechende Aufträge aus diesem Haus, aus der Volksvertretung heraus mitzugeben, damit er sich dementsprechend verhält, um die österreichische Bevölkerung vor dieser Gefahr, die mit BSE droht, zu beschützen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist bezeichnend, dass sich bisher zwei Abgeordnete von den Regierungsfraktionen gemeldet haben, Kollege Schwarzenberger und Kollege Haigermoser, denn anscheinend ist Ihrerseits kein besonders großes Interesse an diesem Thema vorhanden. Sie wollen dieses Thema dann diskutieren, wenn keine Möglichkeiten mehr bestehen, etwas zu verändern, Sie wollen es dann diskutieren, wenn die ersten Fälle auftreten. Aber dann sind Sie, Herr Kollege Schwarzenberger, dafür verantwortlich. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Wenn Kollege Haigermoser in seinem Debattenbeitrag ausgeführt hat, es müsse etwas passieren, um uns dann schuldig zu bleiben, was passieren soll, wenn er im gleichen Atemzug sagt, wir können nichts machen, außer es ist europaweit abgestimmt, um noch hinzuzufügen, die Europäische Union habe versagt, dann, Herr Kollege Haigermoser, haben Sie heute die Möglichkeit, die Tagesordnung zu verändern und heute und hier entsprechende nationalstaatliche Maßnahmen zu beschließen. Haben Sie den Mut dazu! (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir haben in Österreich wirklich das Glück und die Situation, über eine relativ flächendeckende, familienbetrieblich geführte Landwirtschaft zu verfügen. Wenn wir nicht die Möglichkeit bekommen – nicht erst dann, wenn es zu spät ist, nämlich nach dem Landwirtschaftsrat, sondern hier und heute –, darüber zu diskutieren, welche Maßnahmen auch im Agrarbereich zu setzen sind, damit unsere familienbetrieblichen Bauern, unsere bäuerlichen Betriebe in die Lage versetzt werden, gegen den Druck zu bestehen und nicht nur Nahrungs mittel, sondern weiterhin Lebens mittel zu produzieren, wenn wir diese Möglichkeit nicht haben, dann vergeben Sie, geschätzte Damen und Herren von der Mehrheit dieses Hauses, heute eine historische Chance. Sie vergeben die historische Chance, zum Schutz der österreichischen Bevölkerung, aber gleichzeitig auch zum Schutz der österreichischen Landwirtschaft und Agrarproduktion Maßnahmen zu setzen, Beschlüsse zu fassen und unseren Regierungsmitgliedern – ich korrigiere mich: Ihren Regierungsmitgliedern – bei den Verhandlungen innerhalb der Europäischen Union, der Europäischen Räte den Rücken zu stärken, damit es auch für die Zukunft in Österreich aufwärts gehen kann und die österreichische Bevölkerung keine Angst davor haben muss, wenn sie Rindfleisch aus Österreich isst. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Schwarzenberger: Genau das habe ich gesagt! Diesen Vorschlag habe ich schon gemacht!
Wir brauchen nämlich ein europaweites Verbot von Tiermehlen, zumindest ein Moratorium auf europäischer Ebene. (Abg. Schwarzenberger: Genau das habe ich gesagt! Diesen Vorschlag habe ich schon gemacht!) Dazu, meine Damen und Herren, brauchen wir einen Auftrag an den Landwirtschaftsminister, dazu muss er uns heute hier in diesem Haus Rede und Antwort stehen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Wir brauchen nämlich ein europaweites Verbot von Tiermehlen, zumindest ein Moratorium auf europäischer Ebene. (Abg. Schwarzenberger: Genau das habe ich gesagt! Diesen Vorschlag habe ich schon gemacht!) Dazu, meine Damen und Herren, brauchen wir einen Auftrag an den Landwirtschaftsminister, dazu muss er uns heute hier in diesem Haus Rede und Antwort stehen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Die Tiermehlerzeugung ist eben äußerst problematisch. Kadaver – wir haben das schon diskutiert – werden immer noch auch in der Tierkörperverwertung eingesetzt. Tote Tiere, bei denen man Medikamente eingesetzt hatte, verendete Haustiere et cetera werden in Europa zu Tiermehlen verarbeitet. Es reicht nicht, wenn man immer darauf hinweist, dass in Österreich die Hygienisierungsmaßnahmen ausreichend eingehalten werden, wir haben hier ein europäisches Problem. In anderen Ländern ist das zum Teil nicht in dieser Strenge durchgeführt worden. Und wir haben kein Tiermehlverbot! Wo bleibt diese Ansage des Landwirtschaftsministers? Wo bleibt das Tiermehlimportverbot, meine Damen und Herren, wie das ganz klar der deutsche Landwirtschaftsminister gegenüber Frankreich verordnet hat? (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Die Glaubwürdigkeit der österreichischen Rinderwirtschaft steht auf dem Spiel. Wir wissen, Rinder sind ein Exportartikel, aber wie wird der Landwirtschaftsminister im nächsten Agrarministerrat am 4. Dezember aussehen, wenn er bis dahin kein Tiermehlverbot in Österreich verordnet haben wird? Das nämlich ist die Dramatik. Frankreich hat das bereits durchgeführt, Deutschland auch, und wir wollen in diese Länder eventuell Rinder exportieren, ohne in Österreich sicherstellen zu können, dass hier keine BSE-Problematik besteht. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen
Das ist die Herausforderung: eine klare agrarpolitische Debatte zu führen, die Weichenstellung jetzt vorzunehmen (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen) und die Agrarpolitik klar in Richtung ökologische Landwirtschaft, in Richtung biologischen Landbau umzusteuern.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Wolfgang Pirklhuber (fortsetzend): Nur einen Satz noch, Herr Präsident Fischer: Auf Grund dieser Dringlichkeit werden wir heute einen Dringlichen Antrag für ein BSE-Sofortprogramm vorlegen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
demonstrativer Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP – Abg. Dr. Partik-Pablé: Endlich sagen Sie die Wahrheit!
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (SPÖ): Herr Präsident! Mitglieder der Bundesregierung, der Volksanwaltschaft und des Rechnungshofes! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Was haben wir uns von der heutigen Budgetdebatte zu erwarten? – Es ist davon auszugehen, dass die Vertreter der Regierungsparteien – allen voran Herr Stummvoll – wieder herauskommen und in bekannter Lautstärke sagen werden: Es ist ein derartiger Scherbenhaufen und ein derartiger Schuldenberg hinterlassen worden (demonstrativer Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP – Abg. Dr. Partik-Pablé: Endlich sagen Sie die Wahrheit!), dass alle dramatischen Maßnahmen, die in diesem Budget vorgesehen sind, gerechtfertigt sind. (Lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Das ist die Ansage, die wir von den Regierungsparteien zu erwarten haben (anhaltende Zwischenrufe – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen), und daher ... (Abg. Ing. Westenthaler: Das war die falsche Einleitung, Herr Kollege!) Sie
Lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (SPÖ): Herr Präsident! Mitglieder der Bundesregierung, der Volksanwaltschaft und des Rechnungshofes! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Was haben wir uns von der heutigen Budgetdebatte zu erwarten? – Es ist davon auszugehen, dass die Vertreter der Regierungsparteien – allen voran Herr Stummvoll – wieder herauskommen und in bekannter Lautstärke sagen werden: Es ist ein derartiger Scherbenhaufen und ein derartiger Schuldenberg hinterlassen worden (demonstrativer Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP – Abg. Dr. Partik-Pablé: Endlich sagen Sie die Wahrheit!), dass alle dramatischen Maßnahmen, die in diesem Budget vorgesehen sind, gerechtfertigt sind. (Lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Das ist die Ansage, die wir von den Regierungsparteien zu erwarten haben (anhaltende Zwischenrufe – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen), und daher ... (Abg. Ing. Westenthaler: Das war die falsche Einleitung, Herr Kollege!) Sie
anhaltende Zwischenrufe – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (SPÖ): Herr Präsident! Mitglieder der Bundesregierung, der Volksanwaltschaft und des Rechnungshofes! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Was haben wir uns von der heutigen Budgetdebatte zu erwarten? – Es ist davon auszugehen, dass die Vertreter der Regierungsparteien – allen voran Herr Stummvoll – wieder herauskommen und in bekannter Lautstärke sagen werden: Es ist ein derartiger Scherbenhaufen und ein derartiger Schuldenberg hinterlassen worden (demonstrativer Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP – Abg. Dr. Partik-Pablé: Endlich sagen Sie die Wahrheit!), dass alle dramatischen Maßnahmen, die in diesem Budget vorgesehen sind, gerechtfertigt sind. (Lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Das ist die Ansage, die wir von den Regierungsparteien zu erwarten haben (anhaltende Zwischenrufe – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen), und daher ... (Abg. Ing. Westenthaler: Das war die falsche Einleitung, Herr Kollege!) Sie
Abg. Ing. Westenthaler: Das war die falsche Einleitung, Herr Kollege!
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (SPÖ): Herr Präsident! Mitglieder der Bundesregierung, der Volksanwaltschaft und des Rechnungshofes! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Was haben wir uns von der heutigen Budgetdebatte zu erwarten? – Es ist davon auszugehen, dass die Vertreter der Regierungsparteien – allen voran Herr Stummvoll – wieder herauskommen und in bekannter Lautstärke sagen werden: Es ist ein derartiger Scherbenhaufen und ein derartiger Schuldenberg hinterlassen worden (demonstrativer Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP – Abg. Dr. Partik-Pablé: Endlich sagen Sie die Wahrheit!), dass alle dramatischen Maßnahmen, die in diesem Budget vorgesehen sind, gerechtfertigt sind. (Lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Das ist die Ansage, die wir von den Regierungsparteien zu erwarten haben (anhaltende Zwischenrufe – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen), und daher ... (Abg. Ing. Westenthaler: Das war die falsche Einleitung, Herr Kollege!) Sie
Beifall bei der SPÖ.
Wahrscheinlich wird Herr Klubobmann Khol mit ähnlich hymnischen Ausführungen über den Finanzminister an das Rednerpult treten, wie er das in den letzten fünf Jahren getan hat – nur mit dem Unterschied, dass der Finanzminister ein anderer war und der wirtschaftspolitische Kurs ein völlig anderer war, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Diesen Zugang haben Sie nicht!
Sie, Herr Bundeskanzler, haben zu Beginn Ihrer Regierungszeit gesagt, Sie wollen nicht an den Worten, sondern an den Taten gemessen werden. Und wenn man einen umfassenden wirtschaftspolitischen Zugang hat (Abg. Dr. Partik-Pablé: Diesen Zugang haben Sie nicht!), dann ist es, glaube ich, fair, dieses Budget einer Bewertung zu unterziehen nach seiner Wirkung für die Defizitentwicklung, für das Wachstum, für die Inflation, für die Beschäftigung und für die Innovationskraft, die davon ausgeht, denn das sind ja letztendlich für die Entwicklung der österreichischen Volkswirtschaft ganz, ganz ausschlaggebende Kriterien.
Beifall bei der SPÖ.
Erster Punkt: Wachstumsentwicklung. Die ersten Vorlagen Ihres Budgets haben dazu geführt, dass die Prognoseaussichten der Wirtschaftsforschungsinstitute für das nächste Jahr massiv nach unten revidiert werden, und es ist nicht auszuschließen, dass sie am Ende des Jahres erneut nach unten revidiert werden und damit Österreich das erste Mal seit mehreren Jahren eine Wachstumsrate haben wird, die unter dem europäischen Schnitt liegt. – Das ist keine Spitzenleistung, Herr Bundeskanzler, sondern bedeutet die Gefahr des Abkoppelns vom europäischen Konjunkturzug. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Daher, meine sehr verehrten Damen und Herren, gehen von diesem Budget auch für die künftige Beschäftigungsentwicklung Gefahren aus, Gefahren, die nicht unbedingt im nächsten Jahr eintreten müssen, aber wir sind bereits an der Untergrenze der Beschäftigungswirkung des Wachstums angelangt. Und das ist ein bedenklicher Weg, Herr Bundeskanzler. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Was die Frage der Inflation betrifft, hat Österreich im vergangenen Jahr 0,8 Prozent Inflation gehabt, jetzt, im November des heurigen Jahres, haben wir 2,8 Prozent Inflation. Sie würden mit Recht einwenden, dass das in erster Linie durch die internationale Entwicklung hervorgerufen ist. Ich füge hinzu: Durch hausgemachte Steuer- und Abgabensteigerungen in Österreich ist die Inflationsrate das erste Mal seit sechs Jahren über dem europäischen Durchschnitt und nicht unter dem europäischen Durchschnitt. Das heißt, bei der Inflationsrate haben Sie es in der Tat geschafft, europäischer Spitzenreiter zu werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Eine Frage stellt sich in diesem Zusammenhang natürlich: Wie wird die Auswirkung auf die künftige Konjunktur aussehen, wenn am Beginn einer europäischen Konjunktur Österreich bereits eine Inflationsrate von 2,8 Prozent aufweist? Wenn wir nur ansatzweise die Konjunktur mitnehmen können, gehen davon natürlich auch inflationstreibende Effekte aus, und man wird sich anschauen, wie die Europäische Zentralbank auf eine solche Entwicklung reagiert. – Daher, Herr Bundeskanzler: Es geht nicht um ein kurzfristiges Ziel, es geht um eine langfristige Stabilisierung des wirtschaftlichen Wachstums, denn nur das sichert Beschäftigung und Wohlstand in Österreich. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Haigermoser: Suchst du einen Posten? – Abg. Ing. Westenthaler: Kollege Gusenbauer, suchen Sie schon einen Job?
Herr Bundeskanzler! Ich weiß nicht, ob Sie sich schon einmal, ein einziges Mal der Mühe unterzogen haben, an einem Samstag die Stellenangebote der österreichischen Zeitungen zu lesen. (Abg. Haigermoser: Suchst du einen Posten? – Abg. Ing. Westenthaler: Kollege Gusenbauer, suchen Sie schon einen Job?)
Beifall bei der SPÖ.
Sie werden dort Folgendes finden: Gesucht werden Sekretärinnen unter 30 Jahren, IT-Mitarbeiter unter 30 Jahren, Facharbeiter unter 40 Jahren, Monteur nicht älter als 35 Jahre. Sie werden kaum eine einzige Anzeige finden, in der ein Betrieb Menschen in Österreich sucht, die über 65 Jahre alt sind. Alle Betriebe wollen junge und gut ausgebildete Mitarbeiter, und in diesem Bereich haben wir einen Mangel. Mit Ihrer Erhöhung des Pensionsantrittsalters werden Sie dieses Problem nicht beseitigen, Herr Bundeskanzler! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es wäre überhaupt kein Problem, mit Maßnahmen der Arbeitsmarktverwaltung, mit Ausbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen in Österreich 20 000 zusätzliche Arbeitskräfte im Bereich von e-Commerce und Internet auszubilden. Wir könnten diesen Mangel beseitigen! Es fehlt nur der politische Wille und das Geld, das Sie für diese Qualifikationsmaßnahmen nicht zur Verfügung stellen wollen, Herr Bundeskanzler. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es musste zwar Frau Sickl zurücktreten, weil sie ein gesetzliches Pensionsantrittsalter von 67 Jahren vorgeschlagen hat, aber nur wenige Monate danach machen Sie mit einer anderen Begründung letztendlich den gleichen Vorschlag. Ich habe daher den Eindruck, es geht Ihnen nicht um den Arbeitsmarkt, sondern es geht Ihnen in Wirklichkeit um Kürzungen für die Pensionisten in unserem Land. Das ist ganz offensichtlich Ihre Zielsetzung! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie haben schon Recht damit, dass in den neunziger Jahren in Österreich in einer hervorragenden Art und Weise Privatisierungen und Teilprivatisierungen von staatlichen Unternehmungen durchgeführt wurden, die dazu geführt haben, dass es sich dabei inzwischen um außerordentlich profitträchtige, gut funktionierende und moderne Unternehmen handelt. Das war die Erfolgsgeschichte der österreichischen Privatisierungen, die seinerzeit unter Rudolf Edlinger und Viktor Klima vorgenommen wurden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ich weise darauf hin, dass es der Finanzminister war, der am Beginn dieses Jahres gemeint hat, beim Verkauf der Telekom-Aktien gehe es in erster Linie darum, den Ertrag zu maximieren. Vor wenigen Wochen hat er noch gemeint, 20 Euro wären ein fairer Preis. Dann wurde – völlig dilettantisch – ein viel zu breites Preisband zwischen 12 und 20 Euro festgesetzt. So etwas ist international völlig unüblich! Dann musste man noch unter dieses Preisband gehen, nämlich auf neun bis 12 Euro. Und letztendlich haben Sie durch die Privatisierung eines Viertels der Telekom-Aktien nicht einmal die Hälfte des Ertrages bekommen, den die frühere Regierung bei der Veräußerung des gleichen Aktienpaketes erzielt hat. Das ist die größte Verschleuderung von Volksvermögen, die jemals in Österreich stattgefunden hat, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! 90 000 Menschen haben diese Aktien gekauft, und 30 000 davon haben zum ersten Mal Aktien gekauft. Was, glauben Sie, denken diese Menschen über den Wiener Aktienmarkt und über die Wiener Börse, wenn sie eine Aktie um neun Euro kaufen, die bereits binnen weniger Tage auf unter acht Euro absinkt? – Das war keine gute Investition in den Börseplatz Wien. Das wird viele Österreicherinnen und Österreicher in Zukunft davon abhalten, solche Aktien zu kaufen, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Großruck: Na zdorovje!
Ihre zwei wesentlichen wirtschaftspolitischen Projekte in diesem Jahr sind also, was die Privatisierung betrifft, ein Schlag ins Wasser gewesen. Und wenn Sie sich Ihrer wirtschaftspolitischen Kompetenz rühmen, dann sollten Sie die einschlägigen Kommentare der österreichischen Zeitungen lesen, die inzwischen auch erkannt haben, dass hier nicht Reform gemacht, sondern nur mit Wasser gekocht wird, und dass eine blinde Privatisierungswut vorhanden ist, die nicht zu den gewünschten Ergebnissen führt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Großruck: Na zdorovje!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Kennen Sie das von Herrn Häupl?
Sie haben aber eine Reihe von Punkten in Ihrem Budget ausgelassen. Sie haben zum Beispiel jegliche Art von sozialer Ausgewogenheit ausgelassen. Und das Lächerlichste sind wohl jene Inserate, die Sie jetzt gegen zweistellige Millionenbeträge in den österreichischen Zeitungen schalten (Abg. Dr. Partik-Pablé: Kennen Sie das von Herrn Häupl?) und in denen Sie behaupten, dass die Belastung der Österreicherinnen und Österreicher bis zu einem Bruttoeinkommen von 30 000 S durch Ihr Sanierungspaket null Schilling betragen werde.
Beifall bei der SPÖ.
Ich rufe alle Österreicherinnen und Österreicher auf, ab dem 1. Jänner des nächsten Jahres den Blick ins Geldbörsel zu wagen und festzustellen, ob ihnen das gesamte Jahr über vom Finanzminister kein einziger Schilling weggenommen wird, obwohl die Aufteilung der Gesamtlasten des Budgets durchschnittlich 14 400 S pro österreichischem Steuer- und Abgabenzahler betragen wird. Meine Damen und Herren! Das ist Irreführung auf Steuerzahlerkosten! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Auf der anderen Seite beträgt der Gesamtumfang der österreichischen Unfallrenten 6 Milliarden Schilling. Diesem Bereich nehmen Sie 2 Milliarden Schilling weg, das ist ein Drittel! Sie sind gnädig gegenüber den Stiftungsbesitzern, aber gnadenlos gegenüber den Unfallrentnern! Das kennzeichnet Ihre Politik! (Beifall bei der SPÖ.)
Anhaltender Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Dieses Budget hat daher nichts mit Zukunftssicherung zu tun, es hat nichts mit sozialer Ausgewogenheit zu tun, und es zeigt keinerlei wirtschaftspolitische Kompetenz. Es ist ein phantasieloses Umverteilungsprogramm, ein phantasieloses Programm auf Kosten der Zukunft unseres Landes und letztendlich ein Programm, das die Gefahr in sich birgt, dass Österreich vom europäischen Wachstumszug abgekoppelt und in dieser Frage wirklich "einzigartig" sein wird. (Anhaltender Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordneter Ing. Peter Westenthaler (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine sehr geehrten Damen und Herren auf der Regierungsbank! Herr Präsident des Rechnungshofes! Meine Damen und Herren Volksanwälte! Herr Kollege Gusenbauer, es war schon eine interessante Offenbarung und lässt aufhorchen, dass Sie heute dem Hohen Haus mitgeteilt haben, dass Sie in den Tageszeitungen jetzt schon statt der innenpolitischen Seiten die Stellenangebote lesen. (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Wenn das einen tieferen Grund hat, dann werden das die Kollegen von den Medien sicher bei Ihnen hinterfragen. Vielleicht sind Sie auf der Suche – aber das ist ja Ihre Angelegenheit, Herr Kollege Gusenbauer. (Abg. Schwarzenberger: Aber er war für alle Stellen schon zu alt!)
Abg. Schwarzenberger: Aber er war für alle Stellen schon zu alt!
Abgeordneter Ing. Peter Westenthaler (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine sehr geehrten Damen und Herren auf der Regierungsbank! Herr Präsident des Rechnungshofes! Meine Damen und Herren Volksanwälte! Herr Kollege Gusenbauer, es war schon eine interessante Offenbarung und lässt aufhorchen, dass Sie heute dem Hohen Haus mitgeteilt haben, dass Sie in den Tageszeitungen jetzt schon statt der innenpolitischen Seiten die Stellenangebote lesen. (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Wenn das einen tieferen Grund hat, dann werden das die Kollegen von den Medien sicher bei Ihnen hinterfragen. Vielleicht sind Sie auf der Suche – aber das ist ja Ihre Angelegenheit, Herr Kollege Gusenbauer. (Abg. Schwarzenberger: Aber er war für alle Stellen schon zu alt!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Herr Kollege Gusenbauer! Sie setzen mit dieser Rhetorik dort fort, wo Sie bei Ihrer Europa-Rundreise vor dem Sommer in Champagner-Laune begonnen haben, und zwar mit der ständigen Außerkraftsetzung des Wahlergebnisses vom 3. Oktober 1999 und mit der ständigen Negierung des demokratischen Zustandekommens dieser Regierung, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Und das ist das Verwerfliche, das wir so ablehnen!
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sie haben auch diesmal wieder den Zeitpunkt sehr genau gewählt. Es ist wieder einmal – genauso wie vor dem Sommer, im Frühjahr dieses Jahres – ein Zeitpunkt, zu dem Österreich im internationalen Rampenlicht steht, da eine große Konferenz, die OSZE-Konferenz, hier im Lande stattfindet. Und ich frage mich schön langsam, Herr Kollege Gusenbauer: Wissen Sie eigentlich, was Sie tun? – Wenn Sie das nämlich wüssten, dann würden Sie nicht nur fluchtartig diesen Saal verlassen, sondern dann würden Sie auch wissen, dass Sie mit solchen Aussagen, die Sie in der "Pressestunde" und auch danach getätigt haben, Österreich großen Schaden zugefügt haben, Herr Kollege Gusenbauer! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll.
Es hat zwei gewählte Parteien gegeben, die eine Regierung gebildet haben. – Wenn Sie das nicht zur Kenntnis nehmen, Herr Kollege Gusenbauer, dann haben Sie Demokratie nicht verstanden. (Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll. )
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Diese Regierung und ihre Minister sind allesamt lupenreine Demokraten, Herr Kollege Gusenbauer. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) – Wenn Sie das nicht zur Kenntnis nehmen wollen, dann haben Sie Demokratie nicht verstanden.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Und letztlich hat – ich wiederhole das noch einmal – der Bundespräsident der Republik Österreich diese Bundesregierung auch angelobt. – Wenn Sie das nicht zur Kenntnis nehmen, dann haben Sie Demokratie nicht verstanden, Herr Kollege Gusenbauer! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wenn Sie all das jetzt verbal in Frage stellen, die Demokratie in Österreich tatsächlich nicht verstehen und verbal zu zündeln beginnen, dann werden die Demokraten nicht nur hier im Haus, sondern alle Demokraten im ganzen Land Sie an den Wahlurnen der nächsten Wahlen in die Schranken weisen, Herr Kollege Gusenbauer! Das werden Sie spüren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sie untergraben mit Ihren verbalen Entgleisungen und all diesen Aktionen die Demokratie des Landes, das freie Wahlrecht, die Mitbestimmung der Bevölkerung und letztlich unseren Parlamentarismus. Daher kann man es Ihnen nicht deutlich genug sagen, dass Sie bei uns allen auf wirklich erbittertsten Widerstand stoßen werden, wenn Sie sich weiterhin anmaßen, unser schönes Land, unsere feste Demokratie auf eine Ebene mit putschartigen Gebilden von Bananenrepubliken zu stellen! Das lehnen wir ab, und das sollten auch Sie sich endlich einmal abgewöhnen, Herr Kollege Gusenbauer! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Gusenbauer dreht dem Redner den Rücken zu und spricht mit einem Klub-Mitarbeiter
Schreiben Sie sich das ins Stammbuch, Herr Kollege Gusenbauer! Schreiben Sie sich das ins Stammbuch (Abg. Dr. Gusenbauer dreht dem Redner den Rücken zu und spricht mit einem Klub-Mitarbeiter) – auch wenn Sie lümmelnd und nicht zuhörend in der ersten Reihe sitzen. – Jemand, der unser demokratisches Gefüge derart in Frage stellt, sollte sich auch selbst ernsthaft die Frage stellen, ob er hier in diesem Haus noch am richtigen Platz ist! Stellen Sie sich diese Frage! Beantworten Sie sich diese Frage selbst! Ich glaube, es wäre an der Zeit, dass Sie Ihre Konsequenzen ziehen, Herr Kollege Gusenbauer! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Schreiben Sie sich das ins Stammbuch, Herr Kollege Gusenbauer! Schreiben Sie sich das ins Stammbuch (Abg. Dr. Gusenbauer dreht dem Redner den Rücken zu und spricht mit einem Klub-Mitarbeiter) – auch wenn Sie lümmelnd und nicht zuhörend in der ersten Reihe sitzen. – Jemand, der unser demokratisches Gefüge derart in Frage stellt, sollte sich auch selbst ernsthaft die Frage stellen, ob er hier in diesem Haus noch am richtigen Platz ist! Stellen Sie sich diese Frage! Beantworten Sie sich diese Frage selbst! Ich glaube, es wäre an der Zeit, dass Sie Ihre Konsequenzen ziehen, Herr Kollege Gusenbauer! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Heute haben wir nicht das dicke Ende, sondern eine schlanke Regierung mit einem guten Budget, das wir auch locker vertreten können, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Lieber Herr Finanzminister! Wenn es tatsächlich so ist, dass dieses Budget die Meisterprüfung war, dann ist sie nicht nur bestanden worden, sondern dann ist das ein wunderbarer Beginn einer neuen österreichischen Erfolgsstory mit einer neuen Regierung, bei der wir gerne mitmachen und mit der wir gerne mitgehen, lieber Herr Finanzminister! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Die Europäische Union diagnostiziert – und das ist ganz interessant, da Kollege Gusenbauer und die SPÖ jetzt immer das Beispiel Deutschland strapazieren und meinen, die Deutschen machen es besser und wir sollten uns an ihrem Beispiel orientieren – für Österreich ein stärkeres Wachstum als für Deutschland. Das sollte uns stolz machen, denn all diese positiven Entwicklungen passieren in einer Zeit der strengen Budgetkonsolidierung, die auf Grund des Erbes der sozialistischen Finanzpolitik nötig ist. Deshalb ist es eine entscheidende Weichenstellung – nicht nur eine entscheidende Weichenstellung, sondern geradezu ein großer Erfolg –, dass wir sagen können: Nach drei Jahrzehnten sozialistischer Finanzpolitik machen wir ab dem Jahre 2001 keine weiteren Schulden mehr. Das ist doch das Große an diesem Budgetwerk, bei dem alle mitgehen und das auch unterstützen sollten. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dietachmayr: Sie haben dagegen gestimmt! Gegen die Sparreform und das Familienpaket! Er begreift das nicht!
Das ist unsere soziale Verantwortung, das unterscheidet uns auch von früheren Budgets, dass nämlich Menschen mit weniger als 30 000 S mehr Geld in der Tasche bleibt, Herr Kollege Gusenbauer, nicht weniger! (Abg. Dietachmayr: Sie haben dagegen gestimmt! Gegen die Sparreform und das Familienpaket! Er begreift das nicht!) Wenn Sie hier die Österreicher von dieser Stelle aus auffordern, in ihrem Geldbörsel nachzuzählen, dann kann ich Sie beruhigen: Wir haben das schon getan. Wir haben schon nachgezählt, etwa bei einem Haushalt, bei einer Alleinerzieherin mit einem Kind unter 10 Jahren: Bruttoeinkommen 19 000 S, Entlastung im Budget 2001 im Vergleich zum Budget 1999: 4 660 S. (Abg. Huber: Das stimmt doch nicht!) Oder: Alleinerzieherin mit zwei Kindern unter 10 Jahren: 20 000 S brutto, Entlastung im Budget 2001 im Vergleich zum Budget 1999: 7 593 S. (Abg. Dietachmayr: Sie sagen immer wieder die Unwahrheit! Sie haben dagegen gestimmt! Stehen Sie dazu!)
Abg. Huber: Das stimmt doch nicht!
Das ist unsere soziale Verantwortung, das unterscheidet uns auch von früheren Budgets, dass nämlich Menschen mit weniger als 30 000 S mehr Geld in der Tasche bleibt, Herr Kollege Gusenbauer, nicht weniger! (Abg. Dietachmayr: Sie haben dagegen gestimmt! Gegen die Sparreform und das Familienpaket! Er begreift das nicht!) Wenn Sie hier die Österreicher von dieser Stelle aus auffordern, in ihrem Geldbörsel nachzuzählen, dann kann ich Sie beruhigen: Wir haben das schon getan. Wir haben schon nachgezählt, etwa bei einem Haushalt, bei einer Alleinerzieherin mit einem Kind unter 10 Jahren: Bruttoeinkommen 19 000 S, Entlastung im Budget 2001 im Vergleich zum Budget 1999: 4 660 S. (Abg. Huber: Das stimmt doch nicht!) Oder: Alleinerzieherin mit zwei Kindern unter 10 Jahren: 20 000 S brutto, Entlastung im Budget 2001 im Vergleich zum Budget 1999: 7 593 S. (Abg. Dietachmayr: Sie sagen immer wieder die Unwahrheit! Sie haben dagegen gestimmt! Stehen Sie dazu!)
Abg. Dietachmayr: Sie sagen immer wieder die Unwahrheit! Sie haben dagegen gestimmt! Stehen Sie dazu!
Das ist unsere soziale Verantwortung, das unterscheidet uns auch von früheren Budgets, dass nämlich Menschen mit weniger als 30 000 S mehr Geld in der Tasche bleibt, Herr Kollege Gusenbauer, nicht weniger! (Abg. Dietachmayr: Sie haben dagegen gestimmt! Gegen die Sparreform und das Familienpaket! Er begreift das nicht!) Wenn Sie hier die Österreicher von dieser Stelle aus auffordern, in ihrem Geldbörsel nachzuzählen, dann kann ich Sie beruhigen: Wir haben das schon getan. Wir haben schon nachgezählt, etwa bei einem Haushalt, bei einer Alleinerzieherin mit einem Kind unter 10 Jahren: Bruttoeinkommen 19 000 S, Entlastung im Budget 2001 im Vergleich zum Budget 1999: 4 660 S. (Abg. Huber: Das stimmt doch nicht!) Oder: Alleinerzieherin mit zwei Kindern unter 10 Jahren: 20 000 S brutto, Entlastung im Budget 2001 im Vergleich zum Budget 1999: 7 593 S. (Abg. Dietachmayr: Sie sagen immer wieder die Unwahrheit! Sie haben dagegen gestimmt! Stehen Sie dazu!)
Abg. Dietachmayr: Er will es nicht begreifen! Bewusste Irreführung der Bevölkerung!
So könnte ich Ihnen noch viele Beispiele nennen. Zwei Verdiener in einer Familie mit zwei Kindern unter 10 Jahren: monatliches Bruttoeinkommen 28 000 S beziehungsweise 18 000 S, Entlastung im Budget 2001 im Vergleich zum Budget 1999: 10 823 S, meine Damen und Herren. (Abg. Dietachmayr: Er will es nicht begreifen! Bewusste Irreführung der Bevölkerung!)
Abg. Dietachmayr: Sie haben dagegen gestimmt! Stehen Sie dazu!
Das ist das soziale Gewissen der Regierung: mehr Kaufkraft, mehr Kindergeld, weniger Lohnsteuer und keine Steuererhöhungen im Massensteuerbereich (Abg. Dietachmayr: Sie haben dagegen gestimmt! Stehen Sie dazu!), keine Tariferhöhungen, Verbesserungen für Arbeitnehmer im Krankheits- und Dienstverhinderungsfall, 1 Milliarde Schilling mehr für Behinderte, aber 100 Millionen Schilling weniger für Politiker. Das ist unsere soziale Verantwortung, die wir jederzeit einer Überprüfung unterziehen können. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das ist das soziale Gewissen der Regierung: mehr Kaufkraft, mehr Kindergeld, weniger Lohnsteuer und keine Steuererhöhungen im Massensteuerbereich (Abg. Dietachmayr: Sie haben dagegen gestimmt! Stehen Sie dazu!), keine Tariferhöhungen, Verbesserungen für Arbeitnehmer im Krankheits- und Dienstverhinderungsfall, 1 Milliarde Schilling mehr für Behinderte, aber 100 Millionen Schilling weniger für Politiker. Das ist unsere soziale Verantwortung, die wir jederzeit einer Überprüfung unterziehen können. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Diese Regierung tut alles, um die Arbeitsmarktsituation in diesem Land weiterhin zu verbessern. Wir haben die geringste Arbeitslosenrate seit langem, aber wir geben uns nicht damit zufrieden. Wir wollen noch besser werden, wir wollen nicht nur das Erreichte sichern, sondern sicherstellen, dass auch in Hinkunft die Arbeitslosigkeit im Sinken begriffen bleibt. Deshalb bin ich auch dem Finanzminister und der Bundesregierung sehr dankbar dafür, dass es zu einer Erhöhung der Mittel für die aktive Arbeitsmarktpolitik von 8,8 Milliarden auf 10,1 Milliarden Schilling kommen wird. Das ist wichtig: Aktive Arbeitsmarktpolitik ist auch aktive Armutsbekämpfung, die dringend notwendig ist, weil Sie von der SPÖ durch Ihr Erbe uns 1 Million Menschen, 1 Million an der Armutsgrenze lebende Österreicher hinterlassen haben. Deswegen werden wir handeln und auch aktive Arbeitsmarktpolitik im Sinne der Armutsbekämpfung durchführen, meine Damen und Herren, was dringend geboten und notwendig ist. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Herr Präsident des ÖBG, Herr Verzetnitsch! Sie sollten wirklich danach trachten, die Argumente hier im Hause zu bringen, die Argumente hier zu bringen, hier mit uns zu diskutieren – und nicht weiterhin die Straße zu mobilisieren, denn das schadet auch Österreich und das ist kein gutes Bild, das da geliefert wird, meine Damen und Herren! (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Edlinger: Das ist eine Angelegenheit der Partei!
Der Höhepunkt dieser Destruktion war natürlich – ich habe es bereits zu Beginn gesagt – die "Pressestunde" des Herrn Kollegen Gusenbauer, in der er der Regierung die demokratiepolitische Legitimität abgesprochen hat. Das permanente Negieren von Wahlergebnissen, Herr Kollege Gusenbauer, ist einfach fehl am Platz. Wenn Sie es sich genau überlegen, was Sie da gesagt haben, und zwar dass die Regierung vor der Wahl etwas anderes gesagt hätte und deshalb demokratiepolitisch nicht legitimiert wäre, ja da muss man doch ernsthaft die Frage stellen, ob Sie selbst demokratiepolitisch legitimiert sind. Sie waren auch nicht Spitzenkandidat Ihrer Partei, sind aber heute deren Chef, der Oppositionschef hier im Hohen Haus. (Abg. Edlinger: Das ist eine Angelegenheit der Partei!) Sie haben daher, wenn Sie Ihre Meinung tatsächlich ernst nehmen, selbst keine demokratiepolitische Legitimität, Herr Kollege Gusenbauer. (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Der Höhepunkt dieser Destruktion war natürlich – ich habe es bereits zu Beginn gesagt – die "Pressestunde" des Herrn Kollegen Gusenbauer, in der er der Regierung die demokratiepolitische Legitimität abgesprochen hat. Das permanente Negieren von Wahlergebnissen, Herr Kollege Gusenbauer, ist einfach fehl am Platz. Wenn Sie es sich genau überlegen, was Sie da gesagt haben, und zwar dass die Regierung vor der Wahl etwas anderes gesagt hätte und deshalb demokratiepolitisch nicht legitimiert wäre, ja da muss man doch ernsthaft die Frage stellen, ob Sie selbst demokratiepolitisch legitimiert sind. Sie waren auch nicht Spitzenkandidat Ihrer Partei, sind aber heute deren Chef, der Oppositionschef hier im Hohen Haus. (Abg. Edlinger: Das ist eine Angelegenheit der Partei!) Sie haben daher, wenn Sie Ihre Meinung tatsächlich ernst nehmen, selbst keine demokratiepolitische Legitimität, Herr Kollege Gusenbauer. (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Deswegen wird es Ihnen auch nicht gelingen, ein Schattenkabinett aufzustellen, aber auch wenn es gelingt, kann das wirklich nur ein Schatten dieser guten Regierung sein und wird es auch bleiben, Herr Kollege Gusenbauer. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sie wechseln andauernd die Richtung. Im August stehen Sie zu dem Budgetziel, keine Schulden mehr zu machen. Ende November, Anfang Dezember ist alles anders: Sie haben keine Ideen, aber Sie sagen, Sie wollen eine Pause machen. Sie sprechen von Koalitionswechseln, die Ihnen angeboten werden, scheitern aber auch da daran, Namen zu nennen. Sie haben auf der einen Seite nach wie vor eine Parteipleite in der Höhe von 350 Millionen Schilling in der eigenen Kasse, sprechen aber auf der anderen Seite von einer Mietenpolitik, bei der Sie die Mieter vertreten wollen. Sie warnen vor zu hohen Mieten und haben selbst eine Parteizentrale in der Löwelstraße, für die Sie nicht 200 oder 250 S Miete pro Quadratmeter zahlen, was normal wäre, sondern nur 56 S Miete pro Quadratmeter. Und das ist ein Skandal, den wir immer wieder aufzeigen werden! Solange Sie Ihre Mieten nicht auf den Stand setzen, der dem entspricht, was alle anderen Österreicher in dieser Lage auch zahlen, so lange haben Sie in der Mietenpolitik keine Glaubwürdigkeit und müssen auch daran scheitern. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Anhaltender Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine Damen und Herren von der SPÖ! Das Motto Ihrer sozialistischen Budgetpolitik war jahre- und jahrzehntelang nichts anderes, als Enttäuschungen gleichmäßig zu verteilen. Wir stellen sicher, dass die Österreicherinnen und Österreicher ihre Hoffnung in diese Regierung bei der Budgeterstellung erfüllt sehen. (Anhaltender Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Mag. Trattner: Entschuldigung! Ich horche Ihnen gern zu!
Ich frage mich zwischendurch, wieso die FPÖ von ihrem Pfad der Tugend, nämlich, wie sie sich selbst bezeichnet, die "Partei des kleinen Mannes" zu sein, in den Budgets für die Jahre 2000 und 2001 so abgewichen ist. Erst in den letzten Wochen wurde mir klar, es könnte damit zusammenhängen, dass die FPÖ eine eigenartige Finanzierungsstruktur hat, nämlich im Gegensatz zu den anderen Parteien sehr reiche Gönner – Herr Trattner hört mir leider nicht zu (Abg. Mag. Trattner: Entschuldigung! Ich horche Ihnen gern zu!), aber das macht nichts, ich werde Ihnen dann das Protokoll zuschicken –, und das könnte schön langsam etwas mit der Politik der FPÖ zu tun haben. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich frage mich zwischendurch, wieso die FPÖ von ihrem Pfad der Tugend, nämlich, wie sie sich selbst bezeichnet, die "Partei des kleinen Mannes" zu sein, in den Budgets für die Jahre 2000 und 2001 so abgewichen ist. Erst in den letzten Wochen wurde mir klar, es könnte damit zusammenhängen, dass die FPÖ eine eigenartige Finanzierungsstruktur hat, nämlich im Gegensatz zu den anderen Parteien sehr reiche Gönner – Herr Trattner hört mir leider nicht zu (Abg. Mag. Trattner: Entschuldigung! Ich horche Ihnen gern zu!), aber das macht nichts, ich werde Ihnen dann das Protokoll zuschicken –, und das könnte schön langsam etwas mit der Politik der FPÖ zu tun haben. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Trattner: Herr Kollege Van der Bellen! 10 Milliarden für Technologie und Forschung!
Das ist nicht der Fall, ganz abgesehen davon, dass im ökologischen Bereich erwartungsgemäß nichts weitergeht. (Abg. Mag. Trattner: Herr Kollege Van der Bellen! 10 Milliarden für Technologie und Forschung!) Die Klimamaßnahmen wurden im Zusammenhang mit der Reform der Wohnbauförderungsmittel de facto an die Länder delegiert; und sonst sehen wir nichts, außer dass die Quersubventionierung des LKW-Verkehrs nach wie vor aufrecht bleibt. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Einem. )
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Einem.
Das ist nicht der Fall, ganz abgesehen davon, dass im ökologischen Bereich erwartungsgemäß nichts weitergeht. (Abg. Mag. Trattner: Herr Kollege Van der Bellen! 10 Milliarden für Technologie und Forschung!) Die Klimamaßnahmen wurden im Zusammenhang mit der Reform der Wohnbauförderungsmittel de facto an die Länder delegiert; und sonst sehen wir nichts, außer dass die Quersubventionierung des LKW-Verkehrs nach wie vor aufrecht bleibt. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Einem. )
Abg. Dr. Khol: Nach der Wahl!
Politisch gesehen ist es jedoch schon problematisch, den Endpunkt der Budgetkonsolidierung in die nächste Legislaturperiode zu legen. (Abg. Dr. Khol: Nach der Wahl!) Politisch gesehen würde sich auch diese Regierung, die bekanntlich nicht meine – wie sagt man? – Sympathie genießt, unglaubwürdig machen, wenn sie den Endpunkt der Budgetkonsolidierung an einen Zeitpunkt legt, zu dem niemand weiß, ob sie da noch oder wieder an der Macht sein wird. Das wissen die Götter.
Abg. Dr. Khol: Gewaltig!
Das würde ja den ganzen Prozess, die Glaubwürdigkeit dieses Prozesses fragwürdig machen. Abgesehen davon habe ich mir erst kürzlich die früheren Budgetdaten zu Gemüte geführt. 1995 bis 1997 in der alten, rot-schwarzen Bundesregierung sah es so aus: 1995 bis 1997 wurde das Maastricht-Defizit des Bundes von 4,6 auf 2,6 Prozent des BIP reduziert, um 2 Prozentpunkte. 1995 bis 1997 wurde das Maastricht-Defizit insgesamt – also der Staat inklusive Länder und Gemeinden – von 5,1 auf 1,7 Prozent reduziert, also um 3,4 Prozentpunkte. 3,4! (Abg. Dr. Khol: Gewaltig!) Jetzt, also von 2000 bis 2002, reden wir von einer Reduzierung um maximal – maximal! – 1,5 Prozentpunkte, denn das Defizit des Jahres 2000 wird, glaube ich, viel niedriger sein als ursprünglich prognostiziert.
Abg. Mag. Trattner: Ist Ihnen das zu langsam? Verstehe ich Sie richtig?
1,5 Prozentpunkte in zwei Jahren, verglichen mit 3,4 von 1995 bis 1997, ja das wird wohl noch machbar sein, wenn man das ernsthaft will! (Abg. Mag. Trattner: Ist Ihnen das zu langsam? Verstehe ich Sie richtig?) – Nein, gar nicht. Ich sage nur – mein Gott! – 1995 bis 1997 hatten wir eine Riesenbudgetkonsolidierung. (Abg. Böhacker: ... ! Das ist unglaublich!) Man muss dazusagen: 1995 gab es das selbstverschuldete Debakel der damaligen rot-schwarzen Regierung, dann haben Sie es eben 1996 bis 1997 korrigiert. Das quantitative Ausmaß war weit größer als das, was Sie jetzt vorhaben.
Abg. Böhacker: ... ! Das ist unglaublich!
1,5 Prozentpunkte in zwei Jahren, verglichen mit 3,4 von 1995 bis 1997, ja das wird wohl noch machbar sein, wenn man das ernsthaft will! (Abg. Mag. Trattner: Ist Ihnen das zu langsam? Verstehe ich Sie richtig?) – Nein, gar nicht. Ich sage nur – mein Gott! – 1995 bis 1997 hatten wir eine Riesenbudgetkonsolidierung. (Abg. Böhacker: ... ! Das ist unglaublich!) Man muss dazusagen: 1995 gab es das selbstverschuldete Debakel der damaligen rot-schwarzen Regierung, dann haben Sie es eben 1996 bis 1997 korrigiert. Das quantitative Ausmaß war weit größer als das, was Sie jetzt vorhaben.
Abg. Dr. Khol: Sie kennen auch die Schätzannahmen nicht!
Also wenn das keine machbare Aufgabe ist? – Natürlich ist das machbar. Das kann doch kein ernsthaftes Problem sein. Die EU-Kommission hat sich jetzt geäußert und sagt: Na ja, erst 0,5 Prozent im Jahre 2002. – Aber die kann ja gar nicht anders reagieren. Sie kennt den Budgetvoranschlag für das Jahr 2002 nicht, also ist sie natürlich vorsichtig. (Abg. Dr. Khol: Sie kennen auch die Schätzannahmen nicht!) Man kennt die Konjunkturlage noch nicht. Es gibt eine Fülle von Einmalmaßnahmen in diesem Budget, möglicherweise auch im nächsten, natürlich gehen die um einen halben Prozentpunkt oder halt um ein paar Zehntelprozente hinauf. Das kann ich schon gut nachvollziehen.
Beifall bei den Grünen sowie der Abgeordneten Dr. Gusenbauer und Mag. Prammer.
Im Großen und Ganzen – mit einer bemerkenswerten Ausnahme – denke ich, dass die Budgetansätze für 2001, also das, was jetzt vorliegt, so unrealistisch nicht sind – auch nicht die bei den Einnahmen, also bei den Abgaben –, mit einer Ausnahme: bei den Stiftungen. Bei den Stiftungen werden wir im Dunkeln an der Nase herumgeführt. Diese rund 2 Milliarden Schilling, die da eingeplant sind, glaubt Ihnen vorläufig einmal niemand. (Beifall bei den Grünen sowie der Abgeordneten Dr. Gusenbauer und Mag. Prammer. ) Wir werden es Ende nächsten Jahres alle besser wissen, aber vorläufig glaubt Ihnen das niemand.
Abg. Ing. Westenthaler: Der Herr Einem sitzt dort hinten!
Wer war damals in erster Linie zuständig, Herr Kollege Gusenbauer? Wer? – Das waren die Verkehrsminister, wie sie alle gerade hießen bei den verschiedenen Umänderungen des Bundesministeriengesetzes. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Herr Einem sitzt dort hinten!) Klima war die längste Zeit für die Post zuständig. (Abg. Ing. Westenthaler: Einem auch! – Abg. Mag. Trattner: Streicher! Klima!) Auch Streicher, ja, dieser Bereich war meiner Erinnerung nach immer in sozialdemokratischer Hand. In den damaligen Vorkommnissen liegen die Ursachen des jetzigen Debakels.
Abg. Ing. Westenthaler: Einem auch! – Abg. Mag. Trattner: Streicher! Klima!
Wer war damals in erster Linie zuständig, Herr Kollege Gusenbauer? Wer? – Das waren die Verkehrsminister, wie sie alle gerade hießen bei den verschiedenen Umänderungen des Bundesministeriengesetzes. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Herr Einem sitzt dort hinten!) Klima war die längste Zeit für die Post zuständig. (Abg. Ing. Westenthaler: Einem auch! – Abg. Mag. Trattner: Streicher! Klima!) Auch Streicher, ja, dieser Bereich war meiner Erinnerung nach immer in sozialdemokratischer Hand. In den damaligen Vorkommnissen liegen die Ursachen des jetzigen Debakels.
Heiterkeit des Abg. Dr. Khol.
Aber das ist ein Unternehmen, das über Jahre und Jahrzehnte nicht als Unternehmen geführt wurde – seien wir doch ehrlich! –, sondern als Amt. Ich habe noch heuer einen bürokratischen Krieg wegen einer 60-S-Differenz auf meiner Telefonrechnung mit der Telekom geführt. Mir kommt es nicht auf die 60 S an, aber das war offensichtlich unrichtig und das hat mich geärgert. Der Schriftverkehr hat zwei Monate gedauert. (Heiterkeit des Abg. Dr. Khol. ) Und es ist immer noch nicht wirklich ..., aber okay. Vielleicht ist das jetzt schon ein Unternehmen, jedenfalls aber hängt uns die Geschichte von damals noch nach.
Abg. Ing. Westenthaler: So weit, so gut!
Das nunmehrige Debakel ist also nicht allein die Schuld der jetzigen Bundesregierung, auch wenn man natürlich sagen könnte, das hätten der Herr Finanzminister und die Herren ÖIAG-Vorstände und -Aufsichtsräte und so weiter und so fort ja wissen müssen, dass das in der aktuellen Situation schief gehen muss. Noch vor einem halben Jahr wäre es wahrscheinlich anders gewesen. Aber jetzt? – Ich konnte nicht umhin, auf diese alten Geschichten zurückzukommen. (Abg. Ing. Westenthaler: So weit, so gut!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wieso?
Generell, Herr Kollege Khol, Herr Kollege Westenthaler, und insbesondere Herr Minister Grasser, wäre es viel leichter, sich sachlich über das Budget auseinander zu setzen, wenn wir uns wenigstens über die Zahlen und Fakten einigen könnten. Und das können wir offensichtlich nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso?) Wenn wir wenigstens die Fakten und Zahlen außer Streit stellen könnten, würden wir uns über deren Bewertung streiten, was viel sinnvoller wäre (Abg. Ing. Westenthaler: Das Nulldefizit!), auch über die Richtigkeit des Nulldefizits. Geschenkt! Ein genialer Marketing-Schachzug, das ist überhaupt keine Frage. (Abg. Ing. Westenthaler: Realität!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das Nulldefizit!
Generell, Herr Kollege Khol, Herr Kollege Westenthaler, und insbesondere Herr Minister Grasser, wäre es viel leichter, sich sachlich über das Budget auseinander zu setzen, wenn wir uns wenigstens über die Zahlen und Fakten einigen könnten. Und das können wir offensichtlich nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso?) Wenn wir wenigstens die Fakten und Zahlen außer Streit stellen könnten, würden wir uns über deren Bewertung streiten, was viel sinnvoller wäre (Abg. Ing. Westenthaler: Das Nulldefizit!), auch über die Richtigkeit des Nulldefizits. Geschenkt! Ein genialer Marketing-Schachzug, das ist überhaupt keine Frage. (Abg. Ing. Westenthaler: Realität!)
Abg. Ing. Westenthaler: Realität!
Generell, Herr Kollege Khol, Herr Kollege Westenthaler, und insbesondere Herr Minister Grasser, wäre es viel leichter, sich sachlich über das Budget auseinander zu setzen, wenn wir uns wenigstens über die Zahlen und Fakten einigen könnten. Und das können wir offensichtlich nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso?) Wenn wir wenigstens die Fakten und Zahlen außer Streit stellen könnten, würden wir uns über deren Bewertung streiten, was viel sinnvoller wäre (Abg. Ing. Westenthaler: Das Nulldefizit!), auch über die Richtigkeit des Nulldefizits. Geschenkt! Ein genialer Marketing-Schachzug, das ist überhaupt keine Frage. (Abg. Ing. Westenthaler: Realität!)
der Redner hält eine Doppelseite der "Kronen-Zeitung" in die Höhe – Abg. Dietachmayr: Auf Kosten der Steuerzahler!
Laut Ihren Inseraten in der "Kronen-Zeitung" – Sie leisten sich da ja ganzseitige, was heißt ganzseitige?, doppel seitige Inserate (der Redner hält eine Doppelseite der "Kronen-Zeitung" in die Höhe – Abg. Dietachmayr: Auf Kosten der Steuerzahler!) – leisten die Erwerbstätigen mittlerweile – das ist vom 25. November, also von Samstag – einen Beitrag von 13,2 Milliarden Schilling, also rund 30 Prozent mehr. Tendenz stark steigend, würde ich sagen.
Abg. Ing. Westenthaler: Prozentuell nicht belastet!
Sie haben behauptet – "einkommensteuerlich" hat der Finanzminister gesagt, "insgesamt" hat die Frau Vizekanzlerin gesagt –, jedenfalls haben Sie alle behauptet, dass Einkommen unter 30 000 S brutto nicht belastet werden. Das ist ja offenkundig falsch! (Abg. Ing. Westenthaler: Prozentuell nicht belastet!) Siehe Arbeitnehmerabsetzbetrag, die Endabfertigungs-Ansprüche und so weiter. (Abg. Ing. Westenthaler: Beim Arbeitnehmerabsetzbetrag ändert sich nichts!) Sowohl einkommensteuerlich als auch bei der Arbeitslosenunterstützung: alle unter 30 000 S kommen dran.
Abg. Ing. Westenthaler: Beim Arbeitnehmerabsetzbetrag ändert sich nichts!
Sie haben behauptet – "einkommensteuerlich" hat der Finanzminister gesagt, "insgesamt" hat die Frau Vizekanzlerin gesagt –, jedenfalls haben Sie alle behauptet, dass Einkommen unter 30 000 S brutto nicht belastet werden. Das ist ja offenkundig falsch! (Abg. Ing. Westenthaler: Prozentuell nicht belastet!) Siehe Arbeitnehmerabsetzbetrag, die Endabfertigungs-Ansprüche und so weiter. (Abg. Ing. Westenthaler: Beim Arbeitnehmerabsetzbetrag ändert sich nichts!) Sowohl einkommensteuerlich als auch bei der Arbeitslosenunterstützung: alle unter 30 000 S kommen dran.
Abg. Ing. Westenthaler: Nicht immer! Auch nicht alles wahr!
Beharrlich behaupten Sie, sowohl in der "Kronen-Zeitung" also auch sonst wo, dass das zu zwei Dritteln ausgabenseitig erfolgt und zu einem Drittel einnahmenseitig. – In Wirklichkeit ist es genau umgekehrt. Wenn Sie mir nicht glauben, den Arbeiterkammerstellungnahmen nicht glauben und Herrn Gusenbauer natürlich sowieso nicht glauben, so werden Sie vielleicht der EU-Kommission doch hin und wieder glauben. Oder nicht? (Abg. Ing. Westenthaler: Nicht immer! Auch nicht alles wahr!) – Nicht immer. Sie suchen es sich halt aus, was Sie glauben oder nicht.
Abg. Dr. Cap: Übersetzen!
Die EU-Kommission schreibt: More than two thirds are revenue side measures. (Abg. Dr. Cap: Übersetzen!) – Mehr als zwei Drittel sind einnahmenseitige Maßnahmen. Das ist ja auch unbestreitbar. (Abg. Ing. Westenthaler: Für den Cap übersetzen, bitte! – Abg. Dr. Cap: Für den Westenthaler auf Tschechisch! – Abg. Ing. Westenthaler: Das war englisch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Für den Cap übersetzen, bitte! – Abg. Dr. Cap: Für den Westenthaler auf Tschechisch! – Abg. Ing. Westenthaler: Das war englisch!
Die EU-Kommission schreibt: More than two thirds are revenue side measures. (Abg. Dr. Cap: Übersetzen!) – Mehr als zwei Drittel sind einnahmenseitige Maßnahmen. Das ist ja auch unbestreitbar. (Abg. Ing. Westenthaler: Für den Cap übersetzen, bitte! – Abg. Dr. Cap: Für den Westenthaler auf Tschechisch! – Abg. Ing. Westenthaler: Das war englisch!)
Bundesminister Mag. Grasser: ... inklusive Kollegin Gehrer!
Da heißt es: Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung steigen von 49 auf 60 Milliarden Schilling, für Wissenschaft von 103 auf 109 Milliarden Schilling. – Kurt Grünewald, pass auf, 109 Milliarden Schilling, das sind gut 3,5 Prozent des BIP! Da sind wir ja, was die Forschungs- und Entwicklungsquote anlangt, schon bei finnischen Größenordnungen. Ich verstehe gar nicht, warum wir uns eigentlich dauernd darüber aufregen, dass wir so wenig für Forschung und Entwicklung tun. (Bundesminister Mag. Grasser: ... inklusive Kollegin Gehrer!) – Inklusive Frau Kollegin Gehrer. Da steht: "für Wissenschaft von 103 auf 109 Milliarden Schilling". (Bundeskanzler Dr. Schüssel: Bildung und Wissenschaft!)
Bundeskanzler Dr. Schüssel: Bildung und Wissenschaft!
Da heißt es: Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung steigen von 49 auf 60 Milliarden Schilling, für Wissenschaft von 103 auf 109 Milliarden Schilling. – Kurt Grünewald, pass auf, 109 Milliarden Schilling, das sind gut 3,5 Prozent des BIP! Da sind wir ja, was die Forschungs- und Entwicklungsquote anlangt, schon bei finnischen Größenordnungen. Ich verstehe gar nicht, warum wir uns eigentlich dauernd darüber aufregen, dass wir so wenig für Forschung und Entwicklung tun. (Bundesminister Mag. Grasser: ... inklusive Kollegin Gehrer!) – Inklusive Frau Kollegin Gehrer. Da steht: "für Wissenschaft von 103 auf 109 Milliarden Schilling". (Bundeskanzler Dr. Schüssel: Bildung und Wissenschaft!)
Abg. Ing. Westenthaler: Es stimmt nicht alles, was in der Zeitung steht!
Mit Bildung wäre es übrigens auch falsch. Es geht sich trotzdem nicht aus. (Abg. Ing. Westenthaler: Es stimmt nicht alles, was in der Zeitung steht!) – Okay, die Journalisten sind wieder einmal schuld, die haben nichts verstanden – nicht einmal der arme Kollege von der "Presse". Ich kann ihm ja wirklich keinen Vorwurf machen bei diesen divergierenden Angaben. (Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht war es ein Druckfehler!)
Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht war es ein Druckfehler!
Mit Bildung wäre es übrigens auch falsch. Es geht sich trotzdem nicht aus. (Abg. Ing. Westenthaler: Es stimmt nicht alles, was in der Zeitung steht!) – Okay, die Journalisten sind wieder einmal schuld, die haben nichts verstanden – nicht einmal der arme Kollege von der "Presse". Ich kann ihm ja wirklich keinen Vorwurf machen bei diesen divergierenden Angaben. (Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht war es ein Druckfehler!)
Beifall bei den Grünen.
Zusammenfassend: Uns fehlt vor allem die Vision in diesem Budget, das, was wir als Zukunftsinvestition bezeichnen könnten, vor allen Dingen im Bildungsbereich und im Wissenschaftsbereich, Herr Kollege Khol. Mein Kollege Brosz hat Ihnen letzte Woche vorgerechnet, was das Einfrieren des Personalaufwandes für zwei Jahre bedeutet, nämlich dass Ihnen jährlich 4 000 – das sind dann insgesamt 8 000 – Planstellen für Lehrer fehlen, uns fehlen. Was heißt Ihnen? – Den Lehrern werden sie fehlen, den Eltern werden sie fehlen und vor allem den Kindern werden sie fehlen. Das nennen Sie "Zukunftsinvestition". (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Trattner: Bei welchen Unternehmen waren Sie da? – Abg. Ing. Westenthaler: Bei wem waren Sie da?
Aber mehrfach habe ich von Leuten gehört: Wenn das so weitergeht, dann werden nicht die dort – nämlich die Leute in den Beitrittsländern – Probleme haben, sondern wir hier! Die bereiten sich viel besser vor. (Abg. Mag. Trattner: Bei welchen Unternehmen waren Sie da? – Abg. Ing. Westenthaler: Bei wem waren Sie da?)
Abg. Mag. Trattner: Schon im Burgenland? – Abg. Ing. Westenthaler: Nicht über der Grenze?
In Ungarn ist es selbstverständlich, dass die Leute Ungarisch – no na! –, Englisch und Deutsch können. (Abg. Mag. Trattner: Schon im Burgenland? – Abg. Ing. Westenthaler: Nicht über der Grenze?) Wie viele Leute können bei uns Ungarisch oder Slowenisch oder Tschechisch? Was haben wir in der Vergangenheit getan, um die Dreisprachigkeit in Österreich zu fördern? Und was tun wir jetzt?
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Osten wird uns nicht aufnehmen!
Das mehrsprachige Radio im Burgenland haben Sie "abgedreht". Die paar Tausend Schilling, die dafür im Jahr notwendig waren, waren Ihnen zu viel. Aber es geht ja nicht – wie Sie vielleicht glauben – nur um Radiogeschichten, sondern um Sprachkenntnisse, um komparative Vor- und Nachteile! Wenn wir in diesem Land so weitermachen, dann werden wir Probleme bei der EU-Erweiterung haben, nicht unsere Nachbarländer! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Der Osten wird uns nicht aufnehmen!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir sind zu wenig darauf vorbereitet. Sie aber schüren noch diese Stimmung, diese Ängste, statt aktiv jene Maßnahmen zu setzen, die in diesem Zusammenhang notwendig sind. Und das wird leider nicht Ihnen, sondern ganz Österreich auf den Kopf fallen, wenn Sie so weitermachen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Im Jahre 1997 habe ich jene Rede gehalten, die Sie, Herr Kollege Gusenbauer, gestern im ORF zitiert haben – und ich stehe zu dieser Rede von damals! 1995 hat Schüssel, damals Vizekanzler, Neuwahlen bewirkt, um diese Wende herbeizuführen und der Schuldenpolitik ein Ende zu bereiten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Es hat zwar Anfangserfolge gegeben, aber nachdem die Gewerkschaft, nachdem die Fraktion Sozialistischer Gewerkschafter nach den Anstrengungen einer Pensionsreform der Sozialdemokratie einen Schuss vor den Bug gesetzt hatte, kam es nicht zur Reform, sondern zu einem "Reförmchen". Die Reformkraft der Sozialdemokratie war verbraucht. Bei den Regierungsverhandlungen 2000 hat sich dann deutlich gezeigt: Mit der Sozialdemokratie ist kein neuer Staat mehr zu machen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Seit 4. Februar dieses Jahres haben wir eine neue Regierung: die Regierung Schüssel – Riess-Passer, die Regierung der Volkspartei mit der Freiheitlichen Partei! Dieser Regierung ist die Wende unter ungleich schwierigeren Bedingungen gelungen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir haben eine Kabinetts- und Regierungsreform durchgeführt: die kleinste Regierung mit den meisten Frauen an wichtigen Positionen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Schwarzenberger: Er tut lieber auf der Straße demonstrieren!
Wir haben eine "Sozialpartnerschaft neu" erzwungen, und zwar durch Ämterentflechtung. Nur mehr ein Sozialpartner sitzt hier in diesem Hohen Haus, hat aber keine Zeit, an Debatten teilzunehmen. (Abg. Schwarzenberger: Er tut lieber auf der Straße demonstrieren!) Es zeigt sich: Verzetnitsch und Nürnberger, die beiden Sozialpartner, können heute nicht im Parlament sein, weil sie wahrscheinlich gerade die Straße gegen uns mobilisieren. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir haben eine "Sozialpartnerschaft neu" erzwungen, und zwar durch Ämterentflechtung. Nur mehr ein Sozialpartner sitzt hier in diesem Hohen Haus, hat aber keine Zeit, an Debatten teilzunehmen. (Abg. Schwarzenberger: Er tut lieber auf der Straße demonstrieren!) Es zeigt sich: Verzetnitsch und Nürnberger, die beiden Sozialpartner, können heute nicht im Parlament sein, weil sie wahrscheinlich gerade die Straße gegen uns mobilisieren. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die Regierung hat die Sozialpartner in jenen Bereichen, in denen sie sich auf eine gemeinsame Lösung geeinigt haben – beispielsweise im öffentlichen Dienst, beispielsweise bei den Saisonarbeitsverhältnissen, der berühmten Kündigungsfrist –, sehr wohl ernst genommen und mit ihnen abgeschlossen. Und dass über die Budgetbegleitgesetze in der vergangenen Woche ohne Probleme abgestimmt wurde, war eben Ausdruck dieser neuen Sozialpartnerschaft, zu der wir stehen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir haben die Null-Neuverschuldung als Ziel durchgesetzt, mit drei Budgets, dem Budgetbegleitgesetz für zwei Jahre sowie dem Finanzausgleich. Wir haben eine Pensionsreform durchgesetzt, die unsere Jugend darin bestärkt, dass auch sie noch einmal eine gute Altersversorgung, eine gute Pension haben wird. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Wir haben die Privatisierung durchgesetzt, wir haben die Objektivierung und das Ende des Proporzes in der ÖIAG durchgesetzt (ironische Heiterkeit bei der SPÖ), wir haben ein System der sozialen Treffsicherheit in manchen Bereichen der Sozialpolitik – noch nicht in allen – durchsetzen können. Wir haben die Gleichstellung von Arbeitern und Angestellten durchgesetzt – ein Vorhaben, an dem die Sozialdemokratie nur verbal interessiert war, denn sie hat diese Lösung nicht mitgetragen; wir haben sie durchgesetzt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
ironische Heiterkeit bei der SPÖ
Wir haben die Null-Neuverschuldung als Ziel durchgesetzt, mit drei Budgets, dem Budgetbegleitgesetz für zwei Jahre sowie dem Finanzausgleich. Wir haben eine Pensionsreform durchgesetzt, die unsere Jugend darin bestärkt, dass auch sie noch einmal eine gute Altersversorgung, eine gute Pension haben wird. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Wir haben die Privatisierung durchgesetzt, wir haben die Objektivierung und das Ende des Proporzes in der ÖIAG durchgesetzt (ironische Heiterkeit bei der SPÖ), wir haben ein System der sozialen Treffsicherheit in manchen Bereichen der Sozialpolitik – noch nicht in allen – durchsetzen können. Wir haben die Gleichstellung von Arbeitern und Angestellten durchgesetzt – ein Vorhaben, an dem die Sozialdemokratie nur verbal interessiert war, denn sie hat diese Lösung nicht mitgetragen; wir haben sie durchgesetzt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir haben die Null-Neuverschuldung als Ziel durchgesetzt, mit drei Budgets, dem Budgetbegleitgesetz für zwei Jahre sowie dem Finanzausgleich. Wir haben eine Pensionsreform durchgesetzt, die unsere Jugend darin bestärkt, dass auch sie noch einmal eine gute Altersversorgung, eine gute Pension haben wird. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Wir haben die Privatisierung durchgesetzt, wir haben die Objektivierung und das Ende des Proporzes in der ÖIAG durchgesetzt (ironische Heiterkeit bei der SPÖ), wir haben ein System der sozialen Treffsicherheit in manchen Bereichen der Sozialpolitik – noch nicht in allen – durchsetzen können. Wir haben die Gleichstellung von Arbeitern und Angestellten durchgesetzt – ein Vorhaben, an dem die Sozialdemokratie nur verbal interessiert war, denn sie hat diese Lösung nicht mitgetragen; wir haben sie durchgesetzt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Wir haben, neu in diesem Haus, für diejenigen, die die wirklichen Arbeitsmarktprobleme haben – 37 Prozent der Behinderten haben keine Arbeit! – eine Behindertenmilliarde beschlossen. Mit dieser Milliarde werden wir Tausenden von ihnen Arbeit schaffen und Arbeit geben können. Dafür stehen wir! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Wir haben zudem das langwierige Problem der Entschädigung für Zwangsarbeiter während des nationalsozialistischen Verbrecherstaates in Österreich gelöst. Und: Wir haben den Volksgruppen und Minderheiten Verfassungsrechte gegeben!
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Lassen Sie mich ein Zweites klarmachen: Diese Wende ist auf Dauer angelegt! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Mit der Rede, die Sie, Herr Kollege Gusenbauer, heute gehalten haben, würden Sie bei Professor Van der Bellen durchfallen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Van der Bellen: Nein! Nein!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Van der Bellen: Nein! Nein!
Meine Damen und Herren! Lassen Sie mich ein Zweites klarmachen: Diese Wende ist auf Dauer angelegt! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Mit der Rede, die Sie, Herr Kollege Gusenbauer, heute gehalten haben, würden Sie bei Professor Van der Bellen durchfallen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Van der Bellen: Nein! Nein!)
Abg. Dr. Van der Bellen begibt sich zum Präsidium.
Meine Damen und Herren von der Fraktion Sozialistischer Gewerkschafter! Wir werden es nicht zulassen, dass diese neue Sozialpartnerschaft, der "Reformdialog neu" ... (Abg. Dr. Van der Bellen begibt sich zum Präsidium.) – Herr Van der Bellen geht jetzt tatsächlich berichtigen. Ich nehme also zur Kenntnis: Sie würden Herrn Gusenbauer nicht antreten lassen zur Prüfung! (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Van der Bellen spricht mit Abg. Dr. Gusenbauer. – Neuerliche Heiterkeit bei der ÖVP.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Van der Bellen spricht mit Abg. Dr. Gusenbauer. – Neuerliche Heiterkeit bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren von der Fraktion Sozialistischer Gewerkschafter! Wir werden es nicht zulassen, dass diese neue Sozialpartnerschaft, der "Reformdialog neu" ... (Abg. Dr. Van der Bellen begibt sich zum Präsidium.) – Herr Van der Bellen geht jetzt tatsächlich berichtigen. Ich nehme also zur Kenntnis: Sie würden Herrn Gusenbauer nicht antreten lassen zur Prüfung! (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Van der Bellen spricht mit Abg. Dr. Gusenbauer. – Neuerliche Heiterkeit bei der ÖVP.)
Abg. Edler: Dem Neugebauer werden wir es sagen!
Ich bitte jene Damen und Herren von den Sozialdemokratischen Gewerkschaftern, die noch im Hause anwesend sind, Herrn Präsident Verzetnitsch und Herrn Präsident Nürnberger auszurichten (Abg. Edler: Dem Neugebauer werden wir es sagen!), dass wir die Sozialpartnerschaft nicht von der Straße aushebeln lassen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich bitte jene Damen und Herren von den Sozialdemokratischen Gewerkschaftern, die noch im Hause anwesend sind, Herrn Präsident Verzetnitsch und Herrn Präsident Nürnberger auszurichten (Abg. Edler: Dem Neugebauer werden wir es sagen!), dass wir die Sozialpartnerschaft nicht von der Straße aushebeln lassen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Niederwieser: ... schafft ihr die Demokratie ab, oder was?
Wenn der ÖGB am 5. Dezember Widerstand ankündigt und dieses Haus bei der Beschlussfassung behindern will (Abg. Dr. Niederwieser: ... schafft ihr die Demokratie ab, oder was?), gleichzeitig aber die Repräsentanten der Gewerkschaft dem Nationalrat angehören, so ist das nicht akzeptabel! Das ist, wie ein Gewerkschafter meiner Fraktion gesagt hat, ein Missbrauch der Gewerkschaft für Fundamentalopposition, für politische Zwecke! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wenn der ÖGB am 5. Dezember Widerstand ankündigt und dieses Haus bei der Beschlussfassung behindern will (Abg. Dr. Niederwieser: ... schafft ihr die Demokratie ab, oder was?), gleichzeitig aber die Repräsentanten der Gewerkschaft dem Nationalrat angehören, so ist das nicht akzeptabel! Das ist, wie ein Gewerkschafter meiner Fraktion gesagt hat, ein Missbrauch der Gewerkschaft für Fundamentalopposition, für politische Zwecke! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dietachmayr: Das ist eine Frechheit!
Und, meine Damen und Herren, ich bin stolz darauf, sagen zu können, dass die Fraktion Christlicher Gewerkschafter von Niederösterreich und jene von Wien an dieser Demonstration nicht teilnehmen werden, denn der ÖGB wird sich da Arm in Arm mit den Donnerstags-Chaoten vor dem Parlament finden. (Abg. Dietachmayr: Das ist eine Frechheit!) Ich wünsche Ihnen alles Gute. Mein ÖGB ist das nicht! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Mein ÖGB ist der, der die Republik mitgegründet hat, mein ÖGB ist der, der in § 1 seines Statuts feststellt, er stehe zu den Grundfesten eines demokratischen und freien und gerechten Österreich!
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Und, meine Damen und Herren, ich bin stolz darauf, sagen zu können, dass die Fraktion Christlicher Gewerkschafter von Niederösterreich und jene von Wien an dieser Demonstration nicht teilnehmen werden, denn der ÖGB wird sich da Arm in Arm mit den Donnerstags-Chaoten vor dem Parlament finden. (Abg. Dietachmayr: Das ist eine Frechheit!) Ich wünsche Ihnen alles Gute. Mein ÖGB ist das nicht! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Mein ÖGB ist der, der die Republik mitgegründet hat, mein ÖGB ist der, der in § 1 seines Statuts feststellt, er stehe zu den Grundfesten eines demokratischen und freien und gerechten Österreich!
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Arm in Arm mit den Chaoten – das werden wir uns anschauen! (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Edlinger: Unsinn!
Herr Gusenbauer, ich möchte Ihnen noch etwas sagen: Wir werden es nicht zulassen, dass die Gesundung der Staatsfinanzen verschoben und verzögert wird! – Ich habe heute 5 Minuten vor 6 Uhr in der Früh diese armselige Belangsendung der Sozialdemokratischen Partei mit dem Motto "Machen wir es den Deutschen nach!" gehört: Machen wir das alles drei Jahre später und um 20 Prozent weniger! (Abg. Edlinger: Unsinn!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Allerdings wird er tatsächlich berichtigen: Er wird Gusenbauer nicht durchfallen lassen!
Wir nehmen zur Kenntnis, meine Damen und Herren von der Sozialdemokratie: Sie wollen eine rot-grüne Gesundung des Staates! Aber Herr Van der Bellen ist nach seiner heutigen Rede dafür kein Partner, das muss ich Ihnen schon sagen. Da müssen Sie sich die deutschen Grünen holen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Allerdings wird er tatsächlich berichtigen: Er wird Gusenbauer nicht durchfallen lassen!)
Abg. Dr. Niederwieser: Das ist eine Frechheit, diese Aussage! ... Das ist eine Sauerei!
Herr Gusenbauer! Noch etwas möchte ich Ihnen ins Stammbuch schreiben: Die SPÖ hat versucht und versucht auch weiterhin, die demokratische Wende in diesem Land mit allen Mitteln zu verhindern. Sie versuchen, die demokratischen, die freien Wahlen in diesem Land auszuhebeln. (Abg. Dr. Niederwieser: Das ist eine Frechheit, diese Aussage! ... Das ist eine Sauerei!) Sie haben drei Anläufe dazu versucht, sind aber mit allen dreien gescheitert.
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Sie wollten unsere Regierung als nicht legitim darstellen! Sie wollten sie isolieren! – Wir aber haben diese Zeit in Würde und Anstand bestanden und sind als moralische Sieger aus diesem Konflikt hervorgegangen. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Das war der erste Anlauf – er ist gescheitert!
Abg. Dr. Puttinger: Unglaublich!
Der zweite Anlauf war: "Widerstand, Widerstand! Schüssel – Haider an die Wand!" – Sie erinnern sich? (Abg. Dr. Puttinger: Unglaublich!) Da sind Sie mitgegangen! Bei diesen Demonstrationen haben Sie behauptet, dieser Spuk der neuen Regierung werde in drei Wochen weg sein! (Präsident Dr. Fasslabend übernimmt den Vorsitz.)
Präsident Dr. Fasslabend übernimmt den Vorsitz.
Der zweite Anlauf war: "Widerstand, Widerstand! Schüssel – Haider an die Wand!" – Sie erinnern sich? (Abg. Dr. Puttinger: Unglaublich!) Da sind Sie mitgegangen! Bei diesen Demonstrationen haben Sie behauptet, dieser Spuk der neuen Regierung werde in drei Wochen weg sein! (Präsident Dr. Fasslabend übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Der Spuk der Demonstrationen war in drei Wochen weg! Unsere Regierung steht, und sie steht stärker als je zuvor. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Ruf bei der SPÖ: Das ist richtig! Stimmt!
Herr Gusenbauer! Auch Ihr dritter Anlauf muss scheitern. Sie haben in der "Pressestunde" gesagt: Die Regierung ist nicht legitim, weil sie nicht gewählt ist, weil sie kein Mandat des Volkes hat und weil sie sich selbst eingesetzt hat. (Ruf bei der SPÖ: Das ist richtig! Stimmt!) – Sie unterstellen uns damit faktisch, wir hätten die Macht in diesem Land usurpiert. (Abg. Dr. Stummvoll: Unglaublich!) Ja wo sind wir denn? Die Macht in diesem Land kommt aus den Wahlurnen und nirgendwoanders her! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dietachmayr: Sie haben gesagt, Sie gehen in Opposition ...!)
Abg. Dr. Stummvoll: Unglaublich!
Herr Gusenbauer! Auch Ihr dritter Anlauf muss scheitern. Sie haben in der "Pressestunde" gesagt: Die Regierung ist nicht legitim, weil sie nicht gewählt ist, weil sie kein Mandat des Volkes hat und weil sie sich selbst eingesetzt hat. (Ruf bei der SPÖ: Das ist richtig! Stimmt!) – Sie unterstellen uns damit faktisch, wir hätten die Macht in diesem Land usurpiert. (Abg. Dr. Stummvoll: Unglaublich!) Ja wo sind wir denn? Die Macht in diesem Land kommt aus den Wahlurnen und nirgendwoanders her! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dietachmayr: Sie haben gesagt, Sie gehen in Opposition ...!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dietachmayr: Sie haben gesagt, Sie gehen in Opposition ...!
Herr Gusenbauer! Auch Ihr dritter Anlauf muss scheitern. Sie haben in der "Pressestunde" gesagt: Die Regierung ist nicht legitim, weil sie nicht gewählt ist, weil sie kein Mandat des Volkes hat und weil sie sich selbst eingesetzt hat. (Ruf bei der SPÖ: Das ist richtig! Stimmt!) – Sie unterstellen uns damit faktisch, wir hätten die Macht in diesem Land usurpiert. (Abg. Dr. Stummvoll: Unglaublich!) Ja wo sind wir denn? Die Macht in diesem Land kommt aus den Wahlurnen und nirgendwoanders her! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dietachmayr: Sie haben gesagt, Sie gehen in Opposition ...!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Herr Gusenbauer! Als Jurist müssten Sie wissen, dass keine Bundesregierung in diesem Land direkt gewählt ist und keine Regierung dieses Landes ein Direktmandat des Volkes hat. Sie ist vom Herrn Bundespräsidenten eingesetzt und nicht vom Misstrauen des Nationalrates gestürzt. Eine solche Regierung ist legitim, sie hat das Vertrauen des Volkes, sie steht auf dem Boden unserer Bundesverfassung. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Niederwieser: Habt ihr über die Studiengebühren auch gesprochen, die ihr vorher abgelehnt habt?
Wir haben über Finanzgesetze gesprochen, die man nicht einer Volksabstimmung unterziehen könne. (Abg. Dr. Niederwieser: Habt ihr über die Studiengebühren auch gesprochen, die ihr vorher abgelehnt habt?) In der nicht zustande gekommenen Regierungsvereinbarung mit Ihnen ist dies genau festgehalten.
Abg. Mag. Posch: So ein Unsinn!
Wir nehmen diesen Kurswechsel zur Kenntnis, Herr Gusenbauer. Aber sind Sie sich eigentlich dessen bewusst, dass Sie damit die Dritte Republik nacherfinden, die Sie immer abgelehnt haben? (Abg. Mag. Posch: So ein Unsinn!) Genau das war doch das Konzept der Dritten Republik: Direktwahl des Bundeskanzlers, Wahl der Regierung, direkte Demokratie in wichtigen Teilen. (Abg. Mag. Posch: Da kann man nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen!)
Abg. Mag. Posch: Da kann man nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen!
Wir nehmen diesen Kurswechsel zur Kenntnis, Herr Gusenbauer. Aber sind Sie sich eigentlich dessen bewusst, dass Sie damit die Dritte Republik nacherfinden, die Sie immer abgelehnt haben? (Abg. Mag. Posch: So ein Unsinn!) Genau das war doch das Konzept der Dritten Republik: Direktwahl des Bundeskanzlers, Wahl der Regierung, direkte Demokratie in wichtigen Teilen. (Abg. Mag. Posch: Da kann man nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen!)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich kann dazu nur Shakespeare zitieren, bei dem es heißt: "Ist dies schon Tollheit, hat es doch Methode." (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Das sagt Polonius in "Hamlet", wenn Sie es genau wissen wollen.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Eine Regierung mit Marxisten, wie es die italienischen Kommunisten waren und sind, und wie es die französischen Kommunisten waren und sind – die in beiden Ländern in der Regierung vertreten sind! –, das sind Ihre Freunde, die sind legitim!? – Jetzt wissen wir die Lösung des Rätsels: Was ist legitim? – Legitim ist eine Regierung nur dann, wenn die Sozialdemokraten darin den Bundeskanzler stellen! Das ist Ihre Legitimität! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Nicht die Sozialistische Internationale entscheidet darüber, welche Regierung wir in Österreich haben. Es wird auch nicht so sein, dass Sie, Herr Gusenbauer, sagen können, dass nur eine solche Regierung legitim ist, in der Sie – quasi mit einer Zauberformel, indem Sie eine andere Partei für nicht regierungsfähig erklären – den pragmatisierten Bundeskanzler stellen. Damit ist Schluss! (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Posch: Der kennt sich aus im Unterschied zum Finanzminister!
Herr Van der Bellen! Sie haben heute hier im Hohen Haus Ihre Schokoladenseite gezeigt. Ich bin mit vielem von dem, was Sie zu den Staatsfinanzen gesagt haben, einverstanden (Abg. Mag. Posch: Der kennt sich aus im Unterschied zum Finanzminister!) und finde es bemerkenswert, wie differenziert Sie sich von Ihrem größten Konkurrenten, den Sozialdemokraten, abgesetzt haben. (Abg. Dr. Niederwieser: Danke, Herr Oberlehrer!) Inhaltlich haben Sie ihnen den Rang bereits abgelaufen. Sie sind, was die Gedanken zu den Staatsfinanzen betrifft, jetzt die größere Oppositionspartei. Das wollte ich Ihnen nur sagen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Grabner: Heute bist du aber sehr schwach!)
Abg. Dr. Niederwieser: Danke, Herr Oberlehrer!
Herr Van der Bellen! Sie haben heute hier im Hohen Haus Ihre Schokoladenseite gezeigt. Ich bin mit vielem von dem, was Sie zu den Staatsfinanzen gesagt haben, einverstanden (Abg. Mag. Posch: Der kennt sich aus im Unterschied zum Finanzminister!) und finde es bemerkenswert, wie differenziert Sie sich von Ihrem größten Konkurrenten, den Sozialdemokraten, abgesetzt haben. (Abg. Dr. Niederwieser: Danke, Herr Oberlehrer!) Inhaltlich haben Sie ihnen den Rang bereits abgelaufen. Sie sind, was die Gedanken zu den Staatsfinanzen betrifft, jetzt die größere Oppositionspartei. Das wollte ich Ihnen nur sagen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Grabner: Heute bist du aber sehr schwach!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Grabner: Heute bist du aber sehr schwach!
Herr Van der Bellen! Sie haben heute hier im Hohen Haus Ihre Schokoladenseite gezeigt. Ich bin mit vielem von dem, was Sie zu den Staatsfinanzen gesagt haben, einverstanden (Abg. Mag. Posch: Der kennt sich aus im Unterschied zum Finanzminister!) und finde es bemerkenswert, wie differenziert Sie sich von Ihrem größten Konkurrenten, den Sozialdemokraten, abgesetzt haben. (Abg. Dr. Niederwieser: Danke, Herr Oberlehrer!) Inhaltlich haben Sie ihnen den Rang bereits abgelaufen. Sie sind, was die Gedanken zu den Staatsfinanzen betrifft, jetzt die größere Oppositionspartei. Das wollte ich Ihnen nur sagen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Grabner: Heute bist du aber sehr schwach!)
die Abgeordneten Dr. Fischer und Dr. Van der Bellen: Und vorher!
Aber ich möchte auch die Schattenseite ansprechen, nämlich die Um schreibung der Geschichte unserer Heimat, Herr Professor Van der Bellen. Die werden wir nicht hinnehmen! Ich wende mich bezüglich dieser Frage: Was war 1938 (die Abgeordneten Dr. Fischer und Dr. Van der Bellen: Und vorher!) in unserem Land? jetzt an Sie, Herr Professor Van der Bellen, und an die Sozialdemokraten.
Abg. Dr. Niederwieser: Austrofaschismus! Reden wir einmal darüber!
Einige Punkte seien einmal außer Streit gestellt: 1938 war eine Mehrheit der Österreicher gegen den "Anschluß", und viele, viele von ihnen starben in den SS-Vernichtungslagern. (Abg. Dr. Niederwieser: Austrofaschismus! Reden wir einmal darüber!)
Abg. Schieder: Weiß das auch der Schüssel?
Zweitens: 1938 begrüßten viel zu viele Österreicher den "Anschluß", viel zu viele wurden Teil der nationalsozialistischen Vernichtungsmaschine und haben Schuld auf sich geladen! (Abg. Schieder: Weiß das auch der Schüssel?)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Drittens: 1938 wurde Österreich als unabhängiger Staat ausgelöscht, gegen den Willen seiner Regierung, gegen den Willen der Mehrheit seines Volkes, mit Gewalt. Österreich ist daher Opfer der nationalsozialistischen Aggression geworden! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Da kam von Ihnen die heftige Kritik, wir seien Täter und nicht Opfer. – Meine Damen und Herren! Wir setzen dem Umschreiben der Geschichte die historische Wahrheit, ein entschiedenes Nein zu diesem Revisionismus der Geschichte unseres Landes entgegen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
"Dieser Satz von Schüssel ist historisch richtig, das wird Ihnen jeder Historiker bestätigen. Trotzdem geht ein Aufschrei durchs Land, welch furchtbarer Rückfall hinter die Vranitzky-Rede dies bedeute. Das ist Heuchelei in höchstem Maße." (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Lebhafter Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Und er sagt weiters – ich zitiere –: "Mich stört die Verlogenheit meiner Freunde in der Sozialdemokratie, die jetzt aufschreien und empört sind. Dabei wird nicht darauf aufmerksam gemacht, daß es führende Sozialdemokraten waren, die noch nach dem Anschluß diesen begrüßt haben." – Dem ist nichts hinzuzufügen. (Lebhafter Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Posch – in Richtung ÖVP –: Absolut nichts kapiert! Eine solche Belanglosigkeit! – Abg. Haigermoser: Das war eine Lehrstunde für die Genossen!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Dr. Van der Bellen zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Mag. Posch – in Richtung ÖVP –: Absolut nichts kapiert! Eine solche Belanglosigkeit! – Abg. Haigermoser: Das war eine Lehrstunde für die Genossen!)
Abg. Grabner: Das war gar nicht scherzhaft!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Ich tue mir jetzt ein bisschen schwer, ich wollte eigentlich den scherzhaften Teil Ihrer Rede – wie sagt man? – sachlich korrigieren. (Abg. Grabner: Das war gar nicht scherzhaft!) Das tue ich hiemit und gehe auf den problematischen, insbesondere letzten Teil Ihrer Rede nicht ein.
Abg. Dr. Khol: "Durchfallen" habe ich gesagt!
Herr Abgeordneter Khol hat sinngemäß behauptet, ich würde, wenn die Rede von Herrn Gusenbauer von mir zu bewerten gewesen wäre, diese Rede mit einem "Nicht genügend" beurteilt haben. (Abg. Dr. Khol: "Durchfallen" habe ich gesagt!)
Abg. Dr. Khol: Genügend?
Herr Kollege Khol! Diese sinistre Unterstellung weise ich auf das Schärfste zurück. (Abg. Dr. Khol: Genügend?) Wahr ist vielmehr das Gegenteil: Die Rede hat mir sehr gut gefallen, ebenso wie die Ihre – bis auf die letzten fünf Minuten. (Abg. Mag. Posch: Das war unglaublich!) Zumindest rhetorisch fand ich die Ihre sehr gut. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen. – Ruf bei der ÖVP: Im Gegensatz zu Gusenbauer!)
Abg. Mag. Posch: Das war unglaublich!
Herr Kollege Khol! Diese sinistre Unterstellung weise ich auf das Schärfste zurück. (Abg. Dr. Khol: Genügend?) Wahr ist vielmehr das Gegenteil: Die Rede hat mir sehr gut gefallen, ebenso wie die Ihre – bis auf die letzten fünf Minuten. (Abg. Mag. Posch: Das war unglaublich!) Zumindest rhetorisch fand ich die Ihre sehr gut. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen. – Ruf bei der ÖVP: Im Gegensatz zu Gusenbauer!)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen. – Ruf bei der ÖVP: Im Gegensatz zu Gusenbauer!
Herr Kollege Khol! Diese sinistre Unterstellung weise ich auf das Schärfste zurück. (Abg. Dr. Khol: Genügend?) Wahr ist vielmehr das Gegenteil: Die Rede hat mir sehr gut gefallen, ebenso wie die Ihre – bis auf die letzten fünf Minuten. (Abg. Mag. Posch: Das war unglaublich!) Zumindest rhetorisch fand ich die Ihre sehr gut. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen. – Ruf bei der ÖVP: Im Gegensatz zu Gusenbauer!)
Abg. Dr. Fekter: Jetzt lernen wir Geschichte!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Ebenfalls zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Dr. Gusenbauer zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Dr. Fekter: Jetzt lernen wir Geschichte!)
Abg. Dr. Khol: In der erschöpften Reformkraft!
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Abgeordneter Khol hat gemeint, dass an den Meinungsunterschieden zwischen den Sozialdemokraten und der ÖVP zur Frage des Nulldefizits die Koalitionsverhandlungen gescheitert seien und die Sozialdemokraten das alles nur langsamer machen wollten. (Abg. Dr. Khol: In der erschöpften Reformkraft!)
Abg. Dr. Khol: Habe ich nicht gesagt!
Zweiter Punkt: Herr Abgeordneter Khol hat behauptet, am 23. Jänner hätte ein Präsidium der Sozialistischen Internationale stattgefunden, das die Sanktionen beschlossen hätte. (Abg. Dr. Khol: Habe ich nicht gesagt!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Wahr ist vielmehr: An diesem Tag fand kein Präsidium statt. Wahr ist vielmehr: Die Sozialistische Internationale hat das nie beschlossen, sondern die Sanktionen gehen auf die Initiative Ihrer Parteifreunde Chirac und Aznar zurück. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Edlinger: Na was ist denn das? Müssen wir jetzt aufstehen?
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Es spricht nun Herr Bundeskanzler Dr. Schüssel. – Bitte. (Abg. Edlinger: Na was ist denn das? Müssen wir jetzt aufstehen?)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Lichtenberger: Da muss man vorsichtshalber schon im Vorhinein applaudieren!
Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel: Meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Lichtenberger: Da muss man vorsichtshalber schon im Vorhinein applaudieren!) Hohes Haus! Meine Damen und Herren Volksanwälte! Herr Präsident des Rechnungshofes! Ich darf von der Notenverteilung bei Prüfungen wieder zum Budget und zur politischen Situation der Republik zurückfinden.
Abg. Schieder: Das Gleiche hat der Khol gerade gesagt!
Man hat versucht, durch die Sozialkomponente – Stichwort: Die Republik wird brennen! Jetzt gerade: Menschenkette um das Hohe Haus! – vieles ... (Abg. Schieder: Das Gleiche hat der Khol gerade gesagt!) – Herr Abgeordneter Schieder, ich schätze Sie als Demokraten. Und es hat mich eigentlich im Herzen getroffen, dass, als Abgeordneter Westenthaler sagte, hier im Hause seien Demokraten, manche gelacht haben. Ich halte das für nicht korrekt, das darf auch nie einreißen. (Abg. Dr. Niederwieser: Er hat gesagt "lupenreine"!) Demokraten sind wir alle, die wir hier sitzen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Niederwieser: Er hat gesagt "lupenreine"!
Man hat versucht, durch die Sozialkomponente – Stichwort: Die Republik wird brennen! Jetzt gerade: Menschenkette um das Hohe Haus! – vieles ... (Abg. Schieder: Das Gleiche hat der Khol gerade gesagt!) – Herr Abgeordneter Schieder, ich schätze Sie als Demokraten. Und es hat mich eigentlich im Herzen getroffen, dass, als Abgeordneter Westenthaler sagte, hier im Hause seien Demokraten, manche gelacht haben. Ich halte das für nicht korrekt, das darf auch nie einreißen. (Abg. Dr. Niederwieser: Er hat gesagt "lupenreine"!) Demokraten sind wir alle, die wir hier sitzen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Man hat versucht, durch die Sozialkomponente – Stichwort: Die Republik wird brennen! Jetzt gerade: Menschenkette um das Hohe Haus! – vieles ... (Abg. Schieder: Das Gleiche hat der Khol gerade gesagt!) – Herr Abgeordneter Schieder, ich schätze Sie als Demokraten. Und es hat mich eigentlich im Herzen getroffen, dass, als Abgeordneter Westenthaler sagte, hier im Hause seien Demokraten, manche gelacht haben. Ich halte das für nicht korrekt, das darf auch nie einreißen. (Abg. Dr. Niederwieser: Er hat gesagt "lupenreine"!) Demokraten sind wir alle, die wir hier sitzen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Sie haben natürlich das absolut legitime Recht, diese Regierung zu kritisieren, aber Sie haben nicht das Recht, ihr die demokratische Legitimität, ausgesprochen durch die einzige Instanz in der Demokratie – und das ist der Wähler! –, zu nehmen. 54 Prozent der österreichischen Wähler unterstützen diese beiden Parteien, haben deren Volksvertreter gewählt, diese wiederum haben uns das Vertrauen gegeben, der Bundespräsident hat uns angelobt. That’s it! Und das ist Demokratie, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Silhavy: Jetzt wird es aber schön langsam arg! Die Zulässigkeit politischer Proteste in Frage zu stellen!
Daher sage ich, auch als überzeugter Anhänger der Sozialpartnerschaft: Man soll sich durchaus diesbezügliche Schritte überlegen, ebenso die Sinnhaftigkeit, ja die Zulässigkeit mancher politischer Proteste. (Abg. Silhavy: Jetzt wird es aber schön langsam arg! Die Zulässigkeit politischer Proteste in Frage zu stellen!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Sie haben völlig Recht, man möge uns an den Taten messen. Ich bin weit davon entfernt, jetzt das Weihrauchfass zu schwenken, denn das brauchen wir gar nicht, das haben wir nicht notwendig. Wir sind nicht perfekt, aber wir haben uns in diesen neun Monaten zumindest angestrengt. Dass wir heute mehr Unterstützung haben als am Anfang, hängt auch mit der Qualität und der Professionalität unserer Arbeit zusammen, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Und wie schaut es in Europa aus?
Wir haben während des gesamten Jahres 2000 das beste Wirtschaftswachstum seit vielen, vielen Jahren. (Abg. Dr. Gusenbauer: Und wie schaut es in Europa aus?) So schädlich kann dieses Projekt also nicht gewesen sein. Wir kratzen mit dem Export im Moment an der 1 000-Milliarden-Schilling-Grenze, haben mit Deutschland in diesem Jahr zum ersten Mal 100 Milliarden Schilling an Exporten und Importen, also in beiden Richtungen, erreicht. Darauf können wir, nämlich alle Seiten, doch mit Recht stolz sein! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir haben während des gesamten Jahres 2000 das beste Wirtschaftswachstum seit vielen, vielen Jahren. (Abg. Dr. Gusenbauer: Und wie schaut es in Europa aus?) So schädlich kann dieses Projekt also nicht gewesen sein. Wir kratzen mit dem Export im Moment an der 1 000-Milliarden-Schilling-Grenze, haben mit Deutschland in diesem Jahr zum ersten Mal 100 Milliarden Schilling an Exporten und Importen, also in beiden Richtungen, erreicht. Darauf können wir, nämlich alle Seiten, doch mit Recht stolz sein! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Edler: Das war vorher auch schon so!
Zu den Arbeitsplätzen. Schauen wir uns an, wer in Europa besser ist: Die Luxemburger! Gut, das gebe ich zu. Die haben auch einen Sonderfall, den ich ihnen wirklich gönne. Und mit uns liegen die Niederländer – sie befinden sich knapp vor uns – an der Spitze Europas. (Abg. Edler: Das war vorher auch schon so!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wer braucht sich für diesen Vergleich zu genieren? – Diese österreichische Bundesregierung mit Sicherheit nicht, liebe Freunde! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gusenbauer: Das ist ein zynischer Zugang zum Arbeitsmarkt!
Sie haben die Stellenangebote zitiert. (Ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gusenbauer: Das ist ein zynischer Zugang zum Arbeitsmarkt!) Lassen wir diese Diskussion jetzt weg – ich habe sehr pointiert gefunden, was Peter Westenthaler gesagt hat –, aber zu den Fakten, Zugang zum Arbeitsmarkt. (Abg. Dr. Gusenbauer: Blanker Zynismus!) Herr Abgeordneter, Herr Kollege Gusenbauer! Schauen wir uns das doch an!
Abg. Dr. Gusenbauer: Blanker Zynismus!
Sie haben die Stellenangebote zitiert. (Ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gusenbauer: Das ist ein zynischer Zugang zum Arbeitsmarkt!) Lassen wir diese Diskussion jetzt weg – ich habe sehr pointiert gefunden, was Peter Westenthaler gesagt hat –, aber zu den Fakten, Zugang zum Arbeitsmarkt. (Abg. Dr. Gusenbauer: Blanker Zynismus!) Herr Abgeordneter, Herr Kollege Gusenbauer! Schauen wir uns das doch an!
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir haben innerhalb eines Jahres bei den älteren Arbeitslosen – und die Zahl zählt, die ist die wichtigste von allen – einen Rückgang um 20 Prozent. Darauf können wir gemeinsam stolz sein. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Edlinger: Überdurchschnittlich!
Zur Inflation: Herr Abgeordneter! Wenn Sie diese schon ansprechen, dann aber bitte ökonomisch präzise. Die Inflationsrate ist bei uns gestiegen wie in allen anderen europäischen Ländern auch. (Abg. Edlinger: Überdurchschnittlich!) Bitte, schauen Sie sich doch die Vergleiche einmal ganz genau an! Wir liegen immer noch unter dem EU-Schnitt. Sie dürfen nur eines nicht machen: die nationalen österreichischen Daten mit den EU-Daten vergleichen. Wenn schon, dann müssen Sie die harmonisierten österreichischen Inflationsdaten nehmen, und nach diesen liegen wir um drei Zehntel unter dem EU-Schnitt. Wenn schon, dann ehrlich und seriös, Herr Abgeordneter. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Zur Inflation: Herr Abgeordneter! Wenn Sie diese schon ansprechen, dann aber bitte ökonomisch präzise. Die Inflationsrate ist bei uns gestiegen wie in allen anderen europäischen Ländern auch. (Abg. Edlinger: Überdurchschnittlich!) Bitte, schauen Sie sich doch die Vergleiche einmal ganz genau an! Wir liegen immer noch unter dem EU-Schnitt. Sie dürfen nur eines nicht machen: die nationalen österreichischen Daten mit den EU-Daten vergleichen. Wenn schon, dann müssen Sie die harmonisierten österreichischen Inflationsdaten nehmen, und nach diesen liegen wir um drei Zehntel unter dem EU-Schnitt. Wenn schon, dann ehrlich und seriös, Herr Abgeordneter. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Aber wir haben gleichzeitig in diesen Zeiten härtester Spargesinnung für die österreichischen Beamten für die nächsten zwei Jahre eine Lohn- und Gehaltssteigerung von über 5 Milliarden Schilling zusammengebracht und bereits finanziert. Da ist kein Zweifel mehr offen. Wir haben in diesen Zeiten härtester Sparnotwendigkeit für die österreichischen Pensionisten für das nächste Jahr immerhin 5,5 Milliarden Schilling zusätzliches Einkommen zur Verfügung gestellt. Warum verschweigen Sie diese Fakten? Warum scheuen Sie den direkten Vergleich? Sie könnten dann durchaus noch manches kritisieren, das würde ich einsehen. Aber erwähnen Sie auch die positiven Erfolge: über 5 Milliarden Schilling 2001 und 2002 für die Beamten, und 5,5 Milliarden Schilling plus für die österreichischen Pensionisten. Das ist sozial gerecht, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Posch: So ein Unsinn!
Ja, wir haben das Frühpensionsantrittsalter angehoben. Und jetzt sage ich auch ganz offen: Ich stehe dazu! Es gebietet doch der Respekt vor den Menschen – egal, ob jünger, mittleren Alters oder älter –, Ihnen die Wahrheit zu sagen. (Abg. Mag. Posch: So ein Unsinn!) In Zeiten längerer Lebenserwartung, in Zeiten, in denen die Ausbildungsdauer gestiegen ist und aus demographischer Sicht immer weniger in den Arbeitsprozess eintreten, wäre es doch verrückt, die Augen davor zu verschließen, dass wir auch die Finanzierbarkeit des Sozialnetzes in Zukunft garantieren müssen. (Abg. Mag. Posch: Keine Ahnung vom Arbeitsmarkt! Realitätsverweigerung!) Dazu stehen wir, und dieser Schritt – eine vorsichtige Anhebung des Frühpensionsalters um 18 Monate – war absolut notwendig, andere europäische Länder haben uns das doch längst schon vorgemacht. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Posch: Keine Ahnung vom Arbeitsmarkt! Realitätsverweigerung!
Ja, wir haben das Frühpensionsantrittsalter angehoben. Und jetzt sage ich auch ganz offen: Ich stehe dazu! Es gebietet doch der Respekt vor den Menschen – egal, ob jünger, mittleren Alters oder älter –, Ihnen die Wahrheit zu sagen. (Abg. Mag. Posch: So ein Unsinn!) In Zeiten längerer Lebenserwartung, in Zeiten, in denen die Ausbildungsdauer gestiegen ist und aus demographischer Sicht immer weniger in den Arbeitsprozess eintreten, wäre es doch verrückt, die Augen davor zu verschließen, dass wir auch die Finanzierbarkeit des Sozialnetzes in Zukunft garantieren müssen. (Abg. Mag. Posch: Keine Ahnung vom Arbeitsmarkt! Realitätsverweigerung!) Dazu stehen wir, und dieser Schritt – eine vorsichtige Anhebung des Frühpensionsalters um 18 Monate – war absolut notwendig, andere europäische Länder haben uns das doch längst schon vorgemacht. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ja, wir haben das Frühpensionsantrittsalter angehoben. Und jetzt sage ich auch ganz offen: Ich stehe dazu! Es gebietet doch der Respekt vor den Menschen – egal, ob jünger, mittleren Alters oder älter –, Ihnen die Wahrheit zu sagen. (Abg. Mag. Posch: So ein Unsinn!) In Zeiten längerer Lebenserwartung, in Zeiten, in denen die Ausbildungsdauer gestiegen ist und aus demographischer Sicht immer weniger in den Arbeitsprozess eintreten, wäre es doch verrückt, die Augen davor zu verschließen, dass wir auch die Finanzierbarkeit des Sozialnetzes in Zukunft garantieren müssen. (Abg. Mag. Posch: Keine Ahnung vom Arbeitsmarkt! Realitätsverweigerung!) Dazu stehen wir, und dieser Schritt – eine vorsichtige Anhebung des Frühpensionsalters um 18 Monate – war absolut notwendig, andere europäische Länder haben uns das doch längst schon vorgemacht. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Wann kommt die nächste Versteigerung?
Privatisierung und außerordentliche Erlöse (Abg. Dr. Gusenbauer: Wann kommt die nächste Versteigerung?): Herr Abgeordneter Gusenbauer, ich weiß nicht, welche Informationen Sie vom früher zuständigen Verkehrsminister Einem bekommen haben, was die Veräußerung, die Privatisierung der Lizenzen von UMTS betrifft. Sie haben jedenfalls gesagt, es wäre alles für März 2000 vorbereitet gewesen. Ich darf Ihnen vorlesen – ich habe selbst mit dem vorigen Verkehrsminister und der jetzigen Ministerin telefoniert –, welcher Zeitplan vom früheren Verkehrsminister wirklich vorgesehen war.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Hagenhofer: Der braucht wirklich viel Mut!
Vorgesehen war die Herstellung der gesetzlichen Grundlage bis Jänner 2000, die Vergabe der regionalen Frequenzen September 2000, die Ausschreibung UMTS August 2000, die Vergabe von UMTS im Jahr 2001. Mit Ihrem Tempo, Herr Abgeordneter, hätten wir die Versteigerung der Lizenzen noch immer nicht. Und ich muss sagen, da muss man Michael Schmid gratulieren, dass er die Dinge mutiger und schneller vorangetrieben hat, als dies der frühere sozialdemokratische Verkehrsminister getan hat. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Hagenhofer: Der braucht wirklich viel Mut!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Natürlich haben Sie Recht, dass es keine ökonomische Theorie gibt, die uns zwingt, im Jahre 2002 ein Nulldefizit zu haben. Aber ich sage Ihnen auch ganz offen, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist. Ich habe zu viele Versuche, vergebliche oder halbherzige Versuche, erlebt, das Budgetdefizit ein bisschen zu reduzieren. Das Ergebnis war dann immer, dass Schulden außerbudgetär irgendwohin verlagert, irgendwo geparkt wurden. Vor allem aber zeigen die Erfahrungen der jüngsten österreichischen Geschichte, dass immer mächtige Lobbys gekommen sind und jeden gut gemeinten Ansatz durch enormen Gegenwind zu Fall gebracht haben. Und das darf nicht passieren. Daher haben wir uns getraut – wie die meisten anderen europäischen Länder, die ja heute schon Überschüsse aufweisen –, uns jetzt ein ehrgeiziges Ziel zu setzen, nämlich: Zukunft ohne Schulden, und haben mit diesem Ziel auch den Mut, für die notwendigen Maßnahmen einzutreten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Posch: Unglaubliche Belanglosigkeit!
Meine Damen und Herren! Ich greife das jetzt auf, weil Professor Van der Bellen gesagt hat, im Wesentlichen habe ihm alles an der Rede von Andreas Khol gefallen außer den letzten 5 Minuten. Ich sage Ihnen, gerade die letzten 5 Minuten sind wichtig, es ist wichtig, dass wir uns das in Erinnerung rufen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Posch: Unglaubliche Belanglosigkeit!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Posch. – Ruf bei den Freiheitlichen – in Richtung SPÖ –: Keine Zwischenrufe vom falschen Platz!
Ich möchte präzise sagen, wofür ich stehe und was ich meine: Ich habe in dieser Bundesregierung, die Frau Vizekanzler und der Finanzminister, die Außenministerin, wir haben wie keine andere Regierung vor uns die Verpflichtungen, die moralischen Verpflichtungen gemeinsam mit dem Hohen Haus offensiv und positiv angenommen und aufgenommen. Wir stehen dazu, denn ein 6-Milliarden-Schilling-Zwangsarbeiterfonds in Zeiten äußerster Anspannung der öffentlichen Finanzen, auch der privaten Finanzen, ist nicht so selbstverständlich. Das 150-Millionen-Dollar-Programm, das wir jetzt in den Restitutionsverhandlungen anbieten, ist ja auch nicht durch eine gesetzliche oder legalistische Verantwortung verursacht. Es ist eine moralische Verpflichtung, die wir sehen und die wir tragen. – So, das sind die Taten, an denen wir und hoffentlich ganz Österreich gemessen werden. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Posch. – Ruf bei den Freiheitlichen – in Richtung SPÖ –: Keine Zwischenrufe vom falschen Platz!)
Lang anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Und nichts und niemand kann und darf uns daran hindern, die moralische, politische Verantwortung für die Handlung von Österreichern zu tragen, die sich am Verbrechensregime Hitlers mitschuldig gemacht haben. Aber die ganze Wahrheit, das ist das Einzige, woran wir uns heute noch immer erinnern müssen. Das sind wir der Geschichte, aber auch der Gegenwart und der Zukunft schuldig. (Lang anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie berufen sich auf Umfragemehrheiten, und es ist daher durchaus legitim, wenn wir als Oppositionspartei dies mit einer Volksbefragung hinterfragen wollen. Ich glaube, dass das durchaus auch ein legitimes Instrument der Opposition in der Auseinandersetzung ist, vor allem dann, wenn die Regierung den Konsens und den Dialog verweigert. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Böhacker – eine Zeitung, deren Schlagzeile Zustimmung zum Sparkurs der Regierung signalisiert, in die Höhe haltend –: Falsch!
"Im Nationalrat beschloss die Regierungsmehrheit 90 so genannte Budgetbegleitgesetze. Ihr Ergebnis ist die höchste Steuerbelastung, die den Österreichern je aufgebürdet wurde – als Preis für das 2002 angepeilte Nulldefizit." (Abg. Böhacker – eine Zeitung, deren Schlagzeile Zustimmung zum Sparkurs der Regierung signalisiert, in die Höhe haltend –: Falsch!) "Wobei nicht nachvollziehbar ist, was – außer dem regulären Wahltermin 2003 – diese Hast bei der prinzipiell notwendigen Sanierung begründet."
Beifall bei der SPÖ.
Der Regierungsbonus, meine sehr verehrten Damen und Herren, den jede Bundesregierung hat, reicht Ihnen offenbar nicht. Sie wissen, wie schwach Ihre Argumente sind, und Sie wissen auch, wie in zunehmendem Maße die Öffentlichkeit letztendlich diese Belastungspakete auch zu spüren bekommt. Und so greifen Sie in extrem missbräuchlicher Weise in den Steuertopf: viele Millionen nicht für Information, viele Millionen für nackte Regierungspropaganda. Es ist nicht die Frage der Verschwendung, die hier im Mittelpunkt steht, sondern faktisch, letztendlich eine unsachliche Information, eine Auseinandersetzung mit der Opposition und mit all jenen, die nicht an diese Regierung glauben, auf Kosten des Steuerzahlers. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Aber Sie suggerieren diese negative Assoziation der österreichischen Bevölkerung mit deren eigenem Geld. Das ist Missbrauch, meine sehr verehrten Damen und Herren, den Sie hier mit Steuergeldern betreiben! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Trattner: Ah, so war das!
Ich erinnere Sie ganz besonders an die Auseinandersetzungen, die wir 1998 im Zusammenhang mit der Steuerreform führten. 45 Milliarden Schilling hat der ÖVP-Klub im Oktober 1998 beschlossen! Ich erinnere an die Diskussionen am Rande der Regierungsklausur in Aussee, als Sie mich massiv unter Druck gesetzt hatten – ich gebe aber zu, unterstützt vom Herrn Bundeskanzler. (Abg. Mag. Trattner: Ah, so war das!)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Österreich ist kein Land, das ein Konkursfall wäre. In den 30 Jahren sozialdemokratischer Politik ist Österreich von einem Hinterhof-Land zu einem reichen Land in Europa geworden. Der Lebensstandard liegt heute nicht 38 Prozent unter dem der Deutschen, sondern 5 Prozent darüber. Wir haben in Bildung und Ausbildung investiert. Wir haben den freien Zugang zur Bildung garantiert, den Sie jetzt wieder zurückdrehen. Wir haben das Gesundheitssystem entwickelt. Wir haben die Infrastrukturen entwickelt. Wir haben dieses Land zu einem der reichsten Länder der Europäischen Union gemacht, mit sozialer Ausgewogenheit, die Sie jetzt zerstören! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Im Regierungsprogramm werden Geschenke von fast 60 Milliarden Schilling oder 2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes versprochen. Das heißt, mit den heutigen sozialpolitischen Grausamkeiten werden die Geschenke an Unternehmer und an Großbauern finanziert, wird das Bundesheer und anderes mehr finanziert. Das ist es, was Sie in der Argumentation zu berücksichtigen vergessen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Westenthaler hat gemeint: Im Jahre 2001 hat das untere Einkommensdrittel um 5 Milliarden mehr als im Jahre 1999. Ich bin ihm für diese Rechnung dankbar. Am Ende des Jahres 2002 hätte unter Einrechnung der von uns beschlossenen Steuerreform das untere Einkommensdrittel 15 Milliarden mehr gehabt, nämlich 50 Prozent der Steuer- und Familienreform. Sie geben damit zu, dass Sie mit Ihren Maßnahmen dem unteren Einkommensdrittel 10 Milliarden wegnehmen! Dafür bin ich Ihnen eigentlich sehr dankbar. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie versuchen, das als einen positiven Akzent darzustellen, und haben noch dazu durch die Tatsache, dass die Telekom-Aktie mit gigantischem Werbeaufwand als Volksaktie vermarktet worden ist, den ohnehin "aktiengestörten" Sparer in Österreich nachhaltig verunsichert. Sie haben mit diesem Auf-Teufel-komm-heraus-Versteigerungsgang letztendlich dem österreichischen Kapitalmarkt nachhaltigste Schädigung zugefügt! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Drei kurze Bemerkungen zur Privatisierung: Dass ich dem so skeptisch gegenüberstehe, ist auf die Art und Weise zurückzuführen, wie Sie mit Interessenkollisionen umgehen. Da besetzen Sie den Aufsichtsrat der ÖIAG – angeblich entpolitisiert – mit lauter Mitgliedern der blauen Seilschaften, die überhaupt kein Hehl daraus machen, individuelle Interessen zu haben, wenn es darum geht, die Substanz der ÖIAG auf den Markt zu werfen. Das ist klassische Unvereinbarkeit! Das ist etwas, wodurch Sie dem österreichischen Volk schweren Schaden zufügen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dietachmayr: So ist es!
Wenn Sie im Bereich der BUWOG einen stadtbekannten Makler, der sehr individuelle, private wirtschaftliche Interessen hat, damit beauftragen, im Aufsichtsrat letztendlich die Veräußerung der sozialen Wohnungen zu beaufsichtigen, dann machen Sie den Bock zum Gärtner, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dietachmayr: So ist es!)
Abg. Dr. Fekter: Keine "Interpretation"! – Fakten hat er gebracht! – Abg. Schwarzenberger: Historiker-Aussagen!
Der Herr Bundeskanzler hat sich am Ende seines Debattenbeitrags bemüßigt gefühlt, hier einige Interpretationen über seine eigenwillige Geschichtsbetrachtung unserer Republik darzulegen. (Abg. Dr. Fekter: Keine "Interpretation"! – Fakten hat er gebracht! – Abg. Schwarzenberger: Historiker-Aussagen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kurzbauer: Was Sie betreiben ...! Ungeheuerlich!
Aber eines, sehr geehrter Herr Bundeskanzler, verstehe ich nicht – bei allem Respekt –: diese Wehleidigkeit, dieses Selbstmitleid, das Sie haben. Ich habe es für mehr als eigenartig gehalten, dass Sie am Tag der so genannten Reichskristallnacht nichts Besseres zu tun gewusst haben, als Österreich in seiner Opferrolle darzustellen. Das ist Geschichtsverfälschung, meine sehr verehrten Damen und Herren, und nützt uns international überhaupt nicht! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kurzbauer: Was Sie betreiben ...! Ungeheuerlich!)
Abg. Böhacker: Da hat er Recht!
Weil Sie, Herr Westenthaler, in Blickrichtung auf den Parteivorsitzenden der Sozialdemokratischen Partei gemeint haben, wir hätten Demokratie nicht verstanden (Abg. Böhacker: Da hat er Recht!), sage ich Ihnen: Wenn Minister in die Spitzelaffäre verwickelt sind und kein Rücktritt erfolgt, dann haben Sie Demokratie nicht verstanden! Wenn ein Minister in illegale Geldbeschaffung involviert ist und nicht zurücktritt, hat er Demokratie nicht verstanden. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind schon wieder beim Vorverurteilen!) Wenn eine Regierungspartei Ermittler unter Druck setzt und kein Rücktritt erfolgt, dann ist Demokratie nicht verstanden worden, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Schon wieder Vorverurteilung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind schon wieder beim Vorverurteilen!
Weil Sie, Herr Westenthaler, in Blickrichtung auf den Parteivorsitzenden der Sozialdemokratischen Partei gemeint haben, wir hätten Demokratie nicht verstanden (Abg. Böhacker: Da hat er Recht!), sage ich Ihnen: Wenn Minister in die Spitzelaffäre verwickelt sind und kein Rücktritt erfolgt, dann haben Sie Demokratie nicht verstanden! Wenn ein Minister in illegale Geldbeschaffung involviert ist und nicht zurücktritt, hat er Demokratie nicht verstanden. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind schon wieder beim Vorverurteilen!) Wenn eine Regierungspartei Ermittler unter Druck setzt und kein Rücktritt erfolgt, dann ist Demokratie nicht verstanden worden, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Schon wieder Vorverurteilung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Schon wieder Vorverurteilung!
Weil Sie, Herr Westenthaler, in Blickrichtung auf den Parteivorsitzenden der Sozialdemokratischen Partei gemeint haben, wir hätten Demokratie nicht verstanden (Abg. Böhacker: Da hat er Recht!), sage ich Ihnen: Wenn Minister in die Spitzelaffäre verwickelt sind und kein Rücktritt erfolgt, dann haben Sie Demokratie nicht verstanden! Wenn ein Minister in illegale Geldbeschaffung involviert ist und nicht zurücktritt, hat er Demokratie nicht verstanden. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind schon wieder beim Vorverurteilen!) Wenn eine Regierungspartei Ermittler unter Druck setzt und kein Rücktritt erfolgt, dann ist Demokratie nicht verstanden worden, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Schon wieder Vorverurteilung!)
Abg. Ing. Fallent: Redezeit!
Wenn ein hoher Landesparteiobmann von Ihnen (Abg. Ing. Fallent: Redezeit!) die Ermittler und ihre Methoden als "ärger als bei der Gestapo" bezeichnet und nicht zurücktritt, dann haben Sie Demokratie nicht verstanden. Wenn ein anderer Landesparteiobmann den Herrn Bundespräsidenten mit "Hump" oder "Dump" bezeichnet und nicht zurücktritt, dann haben Sie Demokratie nicht verstanden.
Anhaltender Beifall bei der SPÖ.
Aber Sie wissen ja nicht einmal, worum es geht, wenn wir von Demokratie reden! (Anhaltender Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Khol –: Fällt dir auf, dass Edlinger immer mehr Applaus bekommt als Gusenbauer?
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Trattner. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Dr. Khol –: Fällt dir auf, dass Edlinger immer mehr Applaus bekommt als Gusenbauer?)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordneter Mag. Gilbert Trattner (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Sehr geehrte Herren auf der Regierungsbank! Sehr geehrter Herr Präsident des Rechnungshofes! Die Damen und Herren Volksanwälte! Hohes Haus! Kollege Edlinger, was Sie unter Demokratie verstehen, ist: Solange eine sozialistische Regierung demokratisch gewählt ist, ist es Demokratie; wenn eine andere Regierung auf diesem Weg zustande kommt, dann ist es undemokratisch. – Über dieses Verständnis können Sie mit uns kein Einvernehmen herstellen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Da können Sie nicht sagen: Die Geschwindigkeit ist nicht in Ordnung. – Sie haben das alles leider verschlafen, deswegen müssen wir jetzt reagieren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das heißt, wir müssten, wenn wir nichts tun, für die Sünden der Vergangenheit mehr Geld ausgeben als für Investitionen in die Zukunft! Diesen Irrweg hat diese Bundesregierung endlich gestoppt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wenn Sie hier kritisieren und sagen, die Budgetkonsolidierungsmaßnahmen würden dem Wirtschaftswachstum derart schaden, dass wir im internationalen Vergleich Benachteiligungen erleben, dann muss ich dazu sagen, dass diese Reduktion lediglich 0,2 Prozent ausmacht. Die Prognosen hinsichtlich der Wachstumsrate für das Jahr 2001 lauten für die Bundesrepublik Deutschland auf 2,7 Prozent und für Österreich auf 2,8 Prozent, und damit liegt es genau im EU-Durchschnitt. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wenn Sie dazu noch die monetäre Auswirkung verstehen, dass 0,1 Prozentpunkt allein schon 2,2 Milliarden Schilling an Zinsen ausmacht, dann werden Sie wissen, wie notwendig es ist, endlich mit der Schuldenmacherei aufzuhören und zu Überschüssen überzugehen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Edlinger: Weil Sie es sich einbilden! Notwendig ist das gar nicht!
Herr Altfinanzminister! Kennen Sie den Bericht der EU? Wissen Sie, wo Österreich bei den Lohnnebenkosten steht? Diese Regierung hat sich vorgenommen, die Lohnnebenkosten bis zum Jahre 2003 um 15 Milliarden Schilling zu reduzieren, weil das notwendig ist. (Abg. Edlinger: Weil Sie es sich einbilden! Notwendig ist das gar nicht!) Sie aber sagen in einer Pressekonferenz: keine Senkung der Lohnnebenkosten in dieser Legislaturperiode!
Abg. Edlinger: Das haben Sie den Bürgern vorgegaukelt, dass es ein Lottoschein ist! Das werfe ich Ihnen vor!
Das sind Maßnahmen, die den Wirtschaftsstandort beziehungsweise auch die Beschäftigung in Zukunft sichern werden. Sie leben immer in der Welt der Scheineffekte beziehungsweise Einmaleffekte. Sie glauben, wenn wir einmal etwas realisieren, das Erfolg hat, dann passt es schon. Genauso ist Ihre Argumentation auch beim Verkauf der Telekom-Aktien. Für uns und für viele strategische Anleger und auch für den privaten Anleger ist eine Aktie ein Wertpapier. Sie hingegen glauben, eine Aktie ist ein Lottoschein, wo heute ein Ausgabekurs von 9 da ist, und in einer Woche ist der Kurs vielleicht auf 12, und ich kann verkaufen. (Abg. Edlinger: Das haben Sie den Bürgern vorgegaukelt, dass es ein Lottoschein ist! Das werfe ich Ihnen vor!) Sie sind in dieser Beziehung blauäugig.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wenn der Bürger Schaden erlitten hätte, dann wäre der Schaden anders entstanden, und zwar in der Form, dass die Papiere mit 12 oder 13 auf dem Markt gekommen wären, und dann wäre der Kurs auf 8 abgerutscht. Dann wäre ich Ihrer Argumentation gefolgt, aber unsere Vorgangsweise, dass man vorsichtig mit 9 hinaus gegangen ist und dass man den Kurs als langfristiges Papier sichert, hält Ihrer Argumentation jederzeit stand. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Silhavy: Da hat der Aktionär vielleicht einen Schaden! Wie viel Prozent der Bevölkerung sind Aktionäre?
Und wenn Sie da in Ihrer unbeholfenen Art argumentieren ... (Abg. Silhavy: Da hat der Aktionär vielleicht einen Schaden! Wie viel Prozent der Bevölkerung sind Aktionäre?) – Kümmern Sie sich zuerst einmal um Ihre Mietverhältnisse in der Löwelstraße! Bringen Sie das einmal in Ordnung, dann können wir wieder über andere Dinge reden. Dann sind Sie sozial wieder glaubwürdig, aber solange Sie das nicht regulieren, sind Sie es nicht. (Zwischenruf des Abg. Edlinger. )
Zwischenruf des Abg. Edlinger.
Und wenn Sie da in Ihrer unbeholfenen Art argumentieren ... (Abg. Silhavy: Da hat der Aktionär vielleicht einen Schaden! Wie viel Prozent der Bevölkerung sind Aktionäre?) – Kümmern Sie sich zuerst einmal um Ihre Mietverhältnisse in der Löwelstraße! Bringen Sie das einmal in Ordnung, dann können wir wieder über andere Dinge reden. Dann sind Sie sozial wieder glaubwürdig, aber solange Sie das nicht regulieren, sind Sie es nicht. (Zwischenruf des Abg. Edlinger. )
Abg. Dr. Kostelka: Aber Sie verdienen daran!
Der zweite Bereich, den Sie heranziehen: der Benzinpreis. Dieser habe sich um 3 360 S verteuert, heißt es da. – Das hat nichts mit der Bundesregierung zu tun. (Abg. Dr. Kostelka: Aber Sie verdienen daran!) Das sind die Rohölpreise, das ist das Kursrisiko, das hier eingetreten ist! Seien wir doch froh, dass dank dieser Bundesregierung die Mineralölsteuer, wie Sie es haben wollten, Herr Kollege Edlinger, in der Größenordnung von 1,10 S nicht zum Tragen gekommen ist, dass das die neue Bundesregierung nicht so vollzogen hat. Sonst wäre der Benzinpreis nämlich noch um einiges höher gewesen, als er derzeit ist. (Zwischenruf des Abg. Edlinger. ) Sie wären dafür verantwortlich gewesen, wenn die Mineralölsteuer in der von Ihnen gewünschten Form eingeführt worden wäre!
Zwischenruf des Abg. Edlinger.
Der zweite Bereich, den Sie heranziehen: der Benzinpreis. Dieser habe sich um 3 360 S verteuert, heißt es da. – Das hat nichts mit der Bundesregierung zu tun. (Abg. Dr. Kostelka: Aber Sie verdienen daran!) Das sind die Rohölpreise, das ist das Kursrisiko, das hier eingetreten ist! Seien wir doch froh, dass dank dieser Bundesregierung die Mineralölsteuer, wie Sie es haben wollten, Herr Kollege Edlinger, in der Größenordnung von 1,10 S nicht zum Tragen gekommen ist, dass das die neue Bundesregierung nicht so vollzogen hat. Sonst wäre der Benzinpreis nämlich noch um einiges höher gewesen, als er derzeit ist. (Zwischenruf des Abg. Edlinger. ) Sie wären dafür verantwortlich gewesen, wenn die Mineralölsteuer in der von Ihnen gewünschten Form eingeführt worden wäre!
Abg. Edlinger: Das ist eine patscherte Argumentation, Herr Abgeordneter Trattner!
Bei der Autoversicherungssteuer gehen Sie mit einer Bewertung von 1 300 S davon aus, dass jeder Burgenländer einen Mercedes 500 S hat. – Sie sind ja nicht mehr glaubwürdig! Stellen Sie doch die Dinge richtig dar, und stellen Sie nicht Rechnungen an über eine Belastung von 17 000 S, weil diese Rechnungen vorne und hinten nicht stimmen. So wie die Papiere der SPÖ-Burgenland nicht stimmen, haben leider auch Ihre Papiere, die Sie an dieser Stelle hier oft bei Reden präsentiert haben, nicht gestimmt. (Abg. Edlinger: Das ist eine patscherte Argumentation, Herr Abgeordneter Trattner!)
Abg. Edlinger: Das ist der Bundeskanzler – und nicht der Vizekanzler!
Sie haben gewisse Dinge in Aussicht gestellt, aber nicht durchgezogen. Dazu gehören etwa die Vergütungen für den Schaden, der den Zwangsarbeitern entstanden ist, in der Größenordnung von 6 Milliarden Schilling. Das hat eben diese Bundesregierung zustande gebracht, und dafür möchte ich mich an dieser Stelle auch bei Frau Schaumayer beziehungsweise beim Herrn Vizekanzler und bei der Frau Vizekanzlerin herzlich bedanken, denn es ist einmalig, was da geschehen ist. (Abg. Edlinger: Das ist der Bundeskanzler – und nicht der Vizekanzler!) Wir sollten stolz sein, dass uns das gelungen ist, und Sie sollten die österreichische Budgetpolitik nicht in einer solchen Weise schlecht machen, wie Sie das tun.
Abg. Edlinger: Das ist schwer, Herr Trattner!
Und wenn Sie die Staatsquote international vergleichen, dann müssen Sie auch drei Bereiche mit ins Kalkül ziehen, die andere Länder nicht haben (Abg. Edlinger: Das ist schwer, Herr Trattner!): Einmal den Bereich der Pensionen. Pensionen werden eben in anderen Ländern, wie zum Beispiel in Deutschland, nicht besteuert, und es kommt dadurch zu keiner Bilanzverlängerung.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Im Großen und Ganzen?
Im Großen und Ganzen wird die Freiheitliche Partei diesem Budget ihre Zustimmung erteilen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Im Großen und Ganzen?)
Abg. Dr. Fekter: Richtig!
Kollege Khol: Diese Regierung steht stärker als je zuvor. – Zitat. (Abg. Dr. Fekter: Richtig!)
Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Reitsamer.
Aber bleiben wir nur bei den nationalsozialistischen Aspekten. Der "Anschluß"-Druck von unten ist eigentlich das Tragische für die Republik, auch heute noch, und der Umgang damit und die Verdrängung, die erfolgt ist. Und genau in diesem Kontext ist es so tragisch, wenn immer wieder vornehmlich die Opferrolle Österreichs strapaziert wird, weil genau unter diesem Deckmantel, genau damit jahrzehntelang auch das Verschweigen gerechtfertigt worden ist. Ganze Lehrergenerationen haben damit leben können und wurden damit ausgestattet und auf die Reise geschickt, dass sie beim Geschichtsunterricht 1918 aufgehört haben. Es wurde immer noch damit argumentiert, dass Österreich ja angeblich Opfer war. (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Reitsamer. )
Zwischenruf des Abg. Dr. Trinkl
Ich bin selbst kein Historiker (Zwischenruf des Abg. Dr. Trinkl ), aber diese Sichtweisen traue ich mich schon zu beurteilen, und ich bin mir auch sicher, dass andere prominente Historiker nicht anderes zutage fördern. Jedenfalls würde ich den Kanzler nicht in diese Riege mit aufnehmen, möchte aber genau deshalb den deutschen Historiker Hans Mommsen zitieren und noch einmal belegen, dass es in Österreich ein großes Problem war, dass es einen "Anschluß"-Druck von innen und vor allem von unten gegeben hat.
Beifall bei den Grünen.
Mommsen: Die Begeisterung der Mehrheit der Österreicher über die Vereinigung mit dem Reich war echt – echt! –, und die Szenen auf dem Heldenplatz brauchten nicht gestellt zu werden. Es brauchte keine Regierungspropaganda organisiert werden. – Das ist es, was wir bei dieser Argumentation nicht außer Acht lassen dürfen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Es wird hier quasi ein Kitt für die Koalition gesucht, weil die Koalition sehr in Bedrängnis ist und in Wirklichkeit mit dem Rücken zur Wand steht – wenn sie schon "steht". Das ist der Punkt. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Die Idee dahinter ist ja relativ einfach: Immer noch spekulieren Sie auf Grund der Meinungsverhältnisse in diesem Land, die tragischerweise so sind – aber möglicherweise haben die Dinge, die ich vorher geschildert habe, damit zu tun –, dass man mit einer Haltung, wie Schüssel sie einnimmt, durchaus weit mehr als 50 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher auf seine Seite bringen kann; das würde passen. Für die ÖVP ist das Tolle daran, dass sie mit dieser Haltung und Herangehensweise sicher sein kann, auch in der FPÖ-Klientel zu punkten. Sie hat innerhalb der Regierungsmannschaft ganz klar das Rennen um die Nummer eins gewonnen, sie gewinnt es aber auch in Abgrenzung zur SPÖ. Und so ist diese Strategie erklärbar. Aber dafür sollte eigentlich die Geschichtsschreibung unseres Landes nicht umgedeutet werden, Herr Kollege Khol. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Diese Regierung steht in der Tat mit dem Rücken zur Wand. Wenn wir schon eine Generaldebatte führen, die über die Generaldebatte des Budgets hinausgeht, wäre es doch angezeigt gewesen, über den Zustand dieser Regierung zu reden und darüber, dass wir einen Justizminister haben, der Gegenstand von Ermittlungen ist, aber noch immer im Amt sitzt und nicht zurücktritt. In jeder anderen Demokratie in Europa wäre das längst der Fall gewesen, das wissen Sie ganz genau. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Und wieder steht die Regierung, und zwar hinter Böhmdorfer, weil sie es sich nicht mehr leisten kann oder will, sich – wie es im Jargon heißt – diesen Mann "herausschießen" zu lassen, obwohl sie Böhmdorfer, dieser Regierung selbst und jedenfalls diesem Land einen großen Dienst erweisen würde, würde sie diesen Schritt setzen. In Wirklichkeit ist es ja nicht nur ein Fall Böhmdorfer, sondern auch ein Fall Schüssel, weil der Kanzler hier nicht handelt. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Es wird eine Nebenbedingung, es wird eine Restriktion der Budgetpolitik – über die ökonomische Sinnhaftigkeit oder nicht kann man streiten; das ist ja hier auch zum Teil bereits ausgeführt worden – zum Hauptziel erhoben, um dem alles unterzuordnen. Das ist zwar einerseits, wie gesagt, sehr geschickt, aber andererseits bei einer seriösen budgetpolitischen Betrachtung geradezu verwerflich, wie das angegangen wird. Einfach die Null hinzustellen und alles andere unterzuordnen, das ist keine Politik, das ist Abdanken von Politik! (Beifall bei den Grünen.) Man überlässt die Entscheidungen und die politischen Debatten über sinnvolle und nicht sinnvolle wirtschafts-, budget- und sozialpolitische Maßnahmen nicht mehr den Politikern.
Beifall bei den Grünen.
Im Gegensatz zu früheren Regierungen – die haben das wenigstens hin und wieder noch angekündigt, selbst Lacina; geschehen ist, wie wir wissen, sehr wenig – vermittelt diese Regierung ja ganz klar den Eindruck, dass sie mit all dem überhaupt nichts mehr zu tun haben will. Wir haben einen Finanzminister, der das Nulldefizit propagiert – das wird quasi zur politischen Erotik erklärt –, und die wirklichen Fragen der Zukunft bleiben völlig ausgespart. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wir sind jedenfalls bereit, auch unsere Vorschläge einzubringen – entgegen den beharrlichen Behauptungen des Finanzministers, der es offensichtlich vorzieht, sich wieder auf seine Marketingkampagne zu konzentrieren. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Stoisits: Na was sind das? Ermittlungen!
Der richtige Sachverhalt ist: Auf die Anzeige eines Abgeordneten der Grünen hat die Staatsanwaltschaft mitgeteilt, dass die Stichhaltigkeit dieser Anzeige überprüft wird. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Stoisits: Na was sind das? Ermittlungen!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte Ihnen dazu heute nicht meine Meinung, sondern eine Beurteilung eines unbeteiligten Beobachters zitieren, und zwar aus der "Neuen Zürcher Zeitung". Darin heißt es: Wäre die SPÖ sattelfest im demokratischen Grundkurs, hätte sie die Maßnahmen der EU-14 reflexartig abgelehnt, es sei denn, sie habe sie doch mitinszeniert. Sie hätte sofort erkannt, dass es in dieser Frage mehr um Europa denn um Österreich geht. Freilich: Eine echte Europa-Partei war die SPÖ eben nie. – Zitatende. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich möchte beispielsweise anführen, dass gleich zu Beginn die Organisation der Bundesregierung völlig geändert wurde: Wirtschaft und Arbeit sind nun in einem Ressort. Arbeit ist keine Erbpacht der Gewerkschaft mehr. Bisher ist deswegen Gott sei Dank noch nicht die große Arbeitslosigkeit entstanden, im Gegenteil! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Frauen besetzen Schlüsselressorts in dieser Regierung: die Vizekanzlerin, die Außenministerin, die Bildungsministerin, die Infrastruktur- und Technologieministerin. Das ist gelebte Frauenpolitik, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Das erste Budget dieser Bundesregierung gab es nach drei Wochen. Völlig andere Auffassungen über Defizite im Staatshaushalt werden sichtbar. Unsozial ist es, sagt diese Bundesregierung, der nächsten Generation die Schulden für den heutigen Konsum aufzubürden. Keine neuen Schulden auf dem Rücken der Kinder, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Frage der sozialen Absicherung der Künstler: 30 Jahre diskutiert – innerhalb eines Jahres von dieser Bundesregierung ein Gesetz vorgelegt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Abgeordneter Gusenbauer hat heute und auch am vergangenen Sonntag den Börsegang der Telekom kritisiert – sie ist sicher nicht die erfolgreichste Privatisierung –, er verschweigt dabei aber völlig die Rolle seiner eigenen Partei in diesem Zusammenhang. Alles, was zu Beginn, bei der Vorbereitung falsch gemacht werden konnte, wurde falsch gemacht, und das gegen den Widerstand der ÖVP! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Diese Bundesregierung ist auch das heikle Thema der sozialen Treffsicherheit angegangen. Es ist das ein heikles Thema. Es ist Zeit, die Frage der Überversorgung beziehungsweise auch der Unterversorgung durch dieses Sozialsystem zu untersuchen. Der Ansatz: Je reicher das Land ist, umso mehr Sozialleistungen werden ausgeschüttet!, greift einfach nicht mehr und ist überholt. Es kann einfach nicht verteilt werden, was nicht vorher erwirtschaftet wurde. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Seit dem Sommer gibt es ein neues Ziel: keine Staatsschulden mehr. – Natürlich kann man das Ziel und auch die Geschwindigkeit kritisch hinterfragen. Aber wann, wenn nicht jetzt, soll genau dieses Ziel angestrebt werden? (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Das, was diese Bundesregierung möchte, ist, Handlungsspielraum für die Zukunft gewinnen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Und dafür, meine sehr geehrten Damen und Herren, gebührt ihr unsere Unterstützung. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das, was diese Bundesregierung möchte, ist, Handlungsspielraum für die Zukunft gewinnen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Und dafür, meine sehr geehrten Damen und Herren, gebührt ihr unsere Unterstützung. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf bei der ÖVP.
Dass Sie, Herr Bundeskanzler, am Jahrestag der Reichspogromnacht in einem Interview mit einer israelischen Zeitung über Österreich als Naziopfer sprechen, muss bei den Opfern und Hinterbliebenen – und nicht nur bei diesen –, auch wenn es nicht Ihre Absicht war – und ich glaube das –, den Eindruck des Beschönigens und des Verschweigens der Täterrolle erwecken. Diese Aussage war ein schwerer politischer Fehler, was auch immer Sie nun historisch, staatsrechtlich dazu ausführen mögen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Herr Bundeskanzler! Ihre heutigen Worte waren keine klärenden Worte. Im Interesse unseres Landes bitte ich Sie: Finden Sie ein deutliches klärendes Wort zu Ihrer Äußerung. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Jung
Drittens: Sie kürzen uneinheitlich, und man muss Methode vermuten; zum Beispiel beim Budget des Internationalen Dienstes – hier kenne ich mich ganz gut aus. Mit Ihrem Antrag kürzen Sie vorwiegend dort, wo es um die Arbeit österreichischer Vertreter in internationalen und europäischen parlamentarischen Organisationen geht, Sie kürzen bei den diesbezüglichen Kontakten, und weniger bei den Freundschaftsgruppen. Also: Dort, wo die Opposition im Ausland in Gremien sitzt, als Gegengewicht zur Haltung der Bundesregierung auftreten kann, kappen Sie (Zwischenruf des Abg. Jung ), und dort, wo es um unverbindliche Goodwillreisen geht, lassen Sie das Geld. – Das ist sehr auffällig! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Drittens: Sie kürzen uneinheitlich, und man muss Methode vermuten; zum Beispiel beim Budget des Internationalen Dienstes – hier kenne ich mich ganz gut aus. Mit Ihrem Antrag kürzen Sie vorwiegend dort, wo es um die Arbeit österreichischer Vertreter in internationalen und europäischen parlamentarischen Organisationen geht, Sie kürzen bei den diesbezüglichen Kontakten, und weniger bei den Freundschaftsgruppen. Also: Dort, wo die Opposition im Ausland in Gremien sitzt, als Gegengewicht zur Haltung der Bundesregierung auftreten kann, kappen Sie (Zwischenruf des Abg. Jung ), und dort, wo es um unverbindliche Goodwillreisen geht, lassen Sie das Geld. – Das ist sehr auffällig! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger.
Sicher, man könnte in diesem Bereich langfristig einsparen, aber nur, wenn man mittelfristig in die technische Ausstattung investiert, um den Abgeordneten die anderen Möglichkeiten zu geben. Wenn Sie nur die Papierflut eindämmen, dann helfen Sie wieder jenen, die die Informationen aus den Ministerien bekommen, und schaden der Opposition. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger. )
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Die in den letzten Tagen von der Regierung geschalteten Inserate enthalten bewusst falsche Zahlen über den Weg der Budgetkonsolidierung und die Belastung der österreichischen Bevölkerung. Es ist unerträglich, dass für die Fortsetzung dieser gezielten Desinformationspolitik nach 34 Millionen Schilling im heurigen Jahr weitere 50 Millionen Schilling im nächsten Jahr aufgewendet werden sollen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Zwischenruf
Meine Damen und Herren! Zum Schluss: Als Begleitmusik zu den Parlamentskürzungen war ja noch viel mehr zu hören. Es wurde davon gesprochen, dass eine Kostenstellenrechnung der parlamentarischen Arbeit eingeführt werden soll (Zwischenruf) – nein, es war ein anderer Präsident –, dass parlamentarische Einrichtungen privatisiert werden sollen. (Abg. Jung: Die Vernissagen reduziert, die Buchpräsentationen, die einschlägigen!)
Abg. Jung: Die Vernissagen reduziert, die Buchpräsentationen, die einschlägigen!
Meine Damen und Herren! Zum Schluss: Als Begleitmusik zu den Parlamentskürzungen war ja noch viel mehr zu hören. Es wurde davon gesprochen, dass eine Kostenstellenrechnung der parlamentarischen Arbeit eingeführt werden soll (Zwischenruf) – nein, es war ein anderer Präsident –, dass parlamentarische Einrichtungen privatisiert werden sollen. (Abg. Jung: Die Vernissagen reduziert, die Buchpräsentationen, die einschlägigen!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Was die Privatisierung betrifft, ist fast die Verlockung da, eine Satire über diese Vorschläge zu schreiben. Das Ergebnis wäre sicher zum Lachen, wenn es nicht, wie vieles bei diesem Budget, in Wirklichkeit zum Heulen wäre. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Ich bin dankbar dafür, dass Sie die Debatte so führen, denn das macht uns unterscheidbar, meine Damen und Herren. Wir wollen jetzt erfolgreich sein, wir wollen jetzt sanieren, damit wir im Jahre 2004 eine Perspektive haben für dieses Land. Wir wollen jetzt eine nachhaltige Finanzpolitik einleiten. Wir wollen nicht immer mehr zahlen für die Vergangenheit, für die Schulden und Altlasten der Vergangenheit, sondern wir wollen mehr Geld für die Zukunft zur Verfügung haben, für die Ausbildung, für die Bildung der nächsten Generationen und damit einen modernen Staat bauen. Das ist der Unterschied, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Silhavy. )
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Er kommt in seiner Untersuchung zur Schlussfolgerung: Wenn von einer Gesamtkonsolidierung von 100,6 Milliarden Schilling 75,1 Milliarden Schilling den Steuerpflichtigen beziehungsweise Bürger nicht oder nur untergeordnet treffen, dann ist dies eine im internationalen Vergleich hervorragende Konsolidierungsquote und Konsolidierungsqualität. – Das sagt Professor Kofler von der Universität Klagenfurt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Edlinger.
Ich bedanke mich auch sehr für die Bestätigung von Seiten meines Amtsvorgängers, Herrn Edlinger, der mittlerweile auch schon sagt: Es gibt eine nachhaltige Entlastung des unteren Einkommensdrittels von 5,5 Milliarden Schilling. Er bestätigt das erstmals – denn sonst höre und lese ich nur, dass wir alles und jedes in diesem Land be lasten, aber mittlerweile haben auch Sie klargemacht: Es gibt trotz eines Konsolidierungskurses in diesem Land 5,5 Milliarden Schilling mehr für das untere Einkommensdrittel. (Zwischenruf des Abg. Edlinger. ) – Mit all den Beispielen, die wir gebracht haben.
Abg. Dietachmayr: Zum zwanzigsten Mal sagen Sie das falsch!
Um eines davon zu nennen (Abg. Dietachmayr: Zum zwanzigsten Mal sagen Sie das falsch!): Der Mann verdient 26 000 S brutto im Monat, die Frau 18 000 S brutto, ein Kind unter zehn Jahren. Diese Familie hat gegenüber 1999 – alte Bundesregierung, in Ihrer Zeit – im Jahr 2001 – alle Maßnahmen greifen, neue Bundesregierung – 6 320 S netto mehr in der Brieftasche. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Das ist die soziale Handschrift dieser österreichischen Bundesregierung. (Abg. Dietachmayr: Ihre Partei hat dagegen gestimmt! – Abg. Ing. Westenthaler: Die Wahrheit tut weh!) – Es tut immer weh, wenn man hört, wie sozial etwas möglich ist, es aber in der Vergangenheit nie gelungen ist, eine ähnliche Konsolidierungsqualität zu erreichen.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Um eines davon zu nennen (Abg. Dietachmayr: Zum zwanzigsten Mal sagen Sie das falsch!): Der Mann verdient 26 000 S brutto im Monat, die Frau 18 000 S brutto, ein Kind unter zehn Jahren. Diese Familie hat gegenüber 1999 – alte Bundesregierung, in Ihrer Zeit – im Jahr 2001 – alle Maßnahmen greifen, neue Bundesregierung – 6 320 S netto mehr in der Brieftasche. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Das ist die soziale Handschrift dieser österreichischen Bundesregierung. (Abg. Dietachmayr: Ihre Partei hat dagegen gestimmt! – Abg. Ing. Westenthaler: Die Wahrheit tut weh!) – Es tut immer weh, wenn man hört, wie sozial etwas möglich ist, es aber in der Vergangenheit nie gelungen ist, eine ähnliche Konsolidierungsqualität zu erreichen.
Abg. Dietachmayr: Ihre Partei hat dagegen gestimmt! – Abg. Ing. Westenthaler: Die Wahrheit tut weh!
Um eines davon zu nennen (Abg. Dietachmayr: Zum zwanzigsten Mal sagen Sie das falsch!): Der Mann verdient 26 000 S brutto im Monat, die Frau 18 000 S brutto, ein Kind unter zehn Jahren. Diese Familie hat gegenüber 1999 – alte Bundesregierung, in Ihrer Zeit – im Jahr 2001 – alle Maßnahmen greifen, neue Bundesregierung – 6 320 S netto mehr in der Brieftasche. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Das ist die soziale Handschrift dieser österreichischen Bundesregierung. (Abg. Dietachmayr: Ihre Partei hat dagegen gestimmt! – Abg. Ing. Westenthaler: Die Wahrheit tut weh!) – Es tut immer weh, wenn man hört, wie sozial etwas möglich ist, es aber in der Vergangenheit nie gelungen ist, eine ähnliche Konsolidierungsqualität zu erreichen.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Edlinger: Reden wir in drei Monaten weiter!
Das heißt, der Rekord in der Steuer- und Abgabenquote wird Ihnen vorbehalten bleiben. Wir werden es schaffen, die Abgabenquote weiter zu senken. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Edlinger: Reden wir in drei Monaten weiter!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wenn es darüber hinaus gelingt, die öffentlichen Investitionen in Österreich zu erhöhen, von 31 Milliarden Schilling auf 36 Milliarden Schilling im nächsten Jahr, fast 20 Prozent mehr an öffentlichen Investitionen, dann ist das ein wichtiger Beschäftigungsimpuls, und Sie werden sehen, dass der Konsolidierungsweg dieser österreichischen Bundesregierung zu mehr Beschäftigung und zu weniger Arbeitslosigkeit führen wird und Vollbeschäftigung noch in dieser Legislaturperiode eintreten wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Wenn es gelingt, eine solche Konsolidierung auch noch mit wesentlichen sozialpolitischen Initiativen in Übereinstimmung zu bringen, wie es das Kindergeld darstellt, und wir einmal nicht Schlusslicht sind, sondern im absoluten Spitzenfeld in Europa liegen und wir dieses Kindergeld mit 1. Jänner 2002 einführen werden, dann zeigt das, welchen Stellenwert wir der Familie und den Mehrkinderhaushalten in Österreich geben. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Ich möchte eines noch einmal betonen – und das war immer der Versuch, den wir gemacht haben, und deswegen habe ich im Gegensatz zu meinen Vorgängern mit der Sozialdemokratie Gespräche gesucht, habe ich auch mit der grünen Fraktion Gespräche gesucht –, ich sage in aller Deutlichkeit: Uns geht es um den größtmöglichen Konsens in der Finanzpolitik und Wirtschaftspolitik. Das ist eine riesige Verantwortung, die wir für die Zukunft unseres Landes haben. Wir wollen die Zukunft gestalten. Wir wollen die Strukturen in unserem Land verändern. Wir wollen ein modernes Österreich bauen und laden Sie auf diesem Weg sehr herzlich ein, mitzugehen. – Vielen Dank. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Silhavy: Das zum modernen Staat!
Es wäre für die Bevölkerung absolut unverständlich, wenn es im gesamten Staatshaushalt Einsparungen gäbe, aber das Parlament, also der Nationalrat und der Bundesrat, oder die Präsidentschaftskanzlei davon in keiner Weise betroffen wäre. Es muss auch dem Bundespräsidenten klar sein, dass neue repräsentative Präsidentenvillen von der Bevölkerung ebenso abgelehnt werden wie kostspielige Prestigeobjekte wie etwa jenes der Linzer Oper, dem die Oberösterreicher am vergangenen Sonntag eine klare Absage erteilt haben. (Abg. Silhavy: Das zum modernen Staat!)
Abg. Dr. Kostelka: Offensichtlich nicht!
Die Demokratie, Herr Klubobmann, ist uns genauso viel wert, nicht weniger wert als Ihnen. (Abg. Dr. Kostelka: Offensichtlich nicht!) Aber sparsam und wirksam, das sind Begriffe, die einander nicht unbedingt widersprechen, die einander nicht ausschließen.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Der Bereich der obersten Organe war im Ausschuss weitgehend Konsensmaterie. Geben Sie auch hier im Plenum diesem Budgetentwurf der Bundesregierung Ihre Zustimmung! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
In der Familienpolitik und in den Leistungen für die Kinder ist Österreich nicht Schlusslicht, sondern liegt an der Spitze der europäischen Länder. Und bis dato zielen die Maßnahmen der Wenderegierung eher darauf ab, die Leistungen für die Familien zu verschlechtern – siehe als Beispiel die Studiengebühren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Jetzt könnte man sagen, alles wird gekürzt, und überall wird gespart ... (Bundesminister Mag. Grasser: Werden nicht gekürzt!) Aber, Herr Minister, sie werden nicht gekürzt! – Wenn alles so bleibt, wie es ist, und wenn es eine Inflation gibt und das Geld nicht mehr wird, dann ist es de facto weniger, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei den Grünen.) Da muss man fast gar nicht rechnen können, um das zu verstehen. (Neuerliche Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Grasser. ) Er flüstert mir von hinten ein.
Abg. Kopf: Plus die 3,7! Im Insolvenzentgeltfonds stecken ausschließlich Gelder der Wirtschaft!
Aber ich setze meine Aufzählung fort. 2 Milliarden Schilling bringt die österreichische Wirtschaft auf. (Abg. Kopf: Plus die 3,7! Im Insolvenzentgeltfonds stecken ausschließlich Gelder der Wirtschaft!) 1,5 Milliarden Schilling kommen aus dem verstaatlichten Bereich. 500 Millionen Schilling sind der Beitrag, wenn man so will, der restlichen Wirtschaft. Kommt Ihnen dieses Verhältnis ausgewogen vor? (Abg. Kopf: Großzügig, sehr großzügig kommt uns das vor!) 500 Millionen Schilling sind der unmittelbare Beitrag der österreichischen Wirtschaft zum 6-Milliarden-Schilling-Versöhnungsfonds, und das, meine sehr geehrten Damen und Herren, im Lichte der Diskussion um die, wie es der Herr Bundeskanzler der "Jerusalem Post" gegenüber genannt hat, Rolle Österreichs im Zusammenhang mit der jetzigen Opferdiskussion. Seine Worte waren: "Der souveräne Staat Österreich war buchstäblich das erste Opfer des Nazi-Regimes." (Abg. Dr. Fekter: Und was ist mit dem zweiten Satz, den er dazugesagt hat? Das ist nur die halbe Wahrheit!)
Abg. Kopf: Großzügig, sehr großzügig kommt uns das vor!
Aber ich setze meine Aufzählung fort. 2 Milliarden Schilling bringt die österreichische Wirtschaft auf. (Abg. Kopf: Plus die 3,7! Im Insolvenzentgeltfonds stecken ausschließlich Gelder der Wirtschaft!) 1,5 Milliarden Schilling kommen aus dem verstaatlichten Bereich. 500 Millionen Schilling sind der Beitrag, wenn man so will, der restlichen Wirtschaft. Kommt Ihnen dieses Verhältnis ausgewogen vor? (Abg. Kopf: Großzügig, sehr großzügig kommt uns das vor!) 500 Millionen Schilling sind der unmittelbare Beitrag der österreichischen Wirtschaft zum 6-Milliarden-Schilling-Versöhnungsfonds, und das, meine sehr geehrten Damen und Herren, im Lichte der Diskussion um die, wie es der Herr Bundeskanzler der "Jerusalem Post" gegenüber genannt hat, Rolle Österreichs im Zusammenhang mit der jetzigen Opferdiskussion. Seine Worte waren: "Der souveräne Staat Österreich war buchstäblich das erste Opfer des Nazi-Regimes." (Abg. Dr. Fekter: Und was ist mit dem zweiten Satz, den er dazugesagt hat? Das ist nur die halbe Wahrheit!)
Abg. Dr. Fekter: Und was ist mit dem zweiten Satz, den er dazugesagt hat? Das ist nur die halbe Wahrheit!
Aber ich setze meine Aufzählung fort. 2 Milliarden Schilling bringt die österreichische Wirtschaft auf. (Abg. Kopf: Plus die 3,7! Im Insolvenzentgeltfonds stecken ausschließlich Gelder der Wirtschaft!) 1,5 Milliarden Schilling kommen aus dem verstaatlichten Bereich. 500 Millionen Schilling sind der Beitrag, wenn man so will, der restlichen Wirtschaft. Kommt Ihnen dieses Verhältnis ausgewogen vor? (Abg. Kopf: Großzügig, sehr großzügig kommt uns das vor!) 500 Millionen Schilling sind der unmittelbare Beitrag der österreichischen Wirtschaft zum 6-Milliarden-Schilling-Versöhnungsfonds, und das, meine sehr geehrten Damen und Herren, im Lichte der Diskussion um die, wie es der Herr Bundeskanzler der "Jerusalem Post" gegenüber genannt hat, Rolle Österreichs im Zusammenhang mit der jetzigen Opferdiskussion. Seine Worte waren: "Der souveräne Staat Österreich war buchstäblich das erste Opfer des Nazi-Regimes." (Abg. Dr. Fekter: Und was ist mit dem zweiten Satz, den er dazugesagt hat? Das ist nur die halbe Wahrheit!)
Abg. Dr. Fekter: Das ist ein sehr eigenartiges Verständnis!
Wenn man bestimmte Bruchstücke aus der jetzigen Diskussion zusammensetzt, dann ergibt sich folgendes Bild: Versöhnungsfonds auf der einen Seite, Renten, die den Kleinrentnern, die ein hohes Alter haben, die so genannte Spätheimkehrer sind, niemand neidet, aber auf der anderen Seite ist die ganz klare und präzise Forderung der Opposition: Schreiben wir – auch mit unserem Einverständnis – fest, dass es vom Gesetz her ausgeschlossen ist, dass Kriegsverbrecher oder solche, die des Kriegsverbrechens verdächtigt werden, in den Genuss dieser Leistungen kommen können!, bei Ihnen auf taube Ohren gestoßen. (Abg. Dr. Fekter: Das ist ein sehr eigenartiges Verständnis!) Das ist ein zweites Faktum, meine sehr geehrten Damen und Herren.
Abg. Prinz: Der beste Bundeskanzler seit 30 Jahren!
Jetzt komme ich wieder auf das zurück, was gerade am 9. November – das ist möglicherweise ein Zufall, aber bei Bundeskanzler Schüssel glaube ich überhaupt nicht an Zufälle (Abg. Prinz: Der beste Bundeskanzler seit 30 Jahren!) – in der "Jerusalem Post" veröffentlicht wurde. Das sind so Versatzstücke, Versatzstücke, wo ich mich nach jetzt fast zehn Monaten Regierung nicht mehr wundere (Abg. Dr. Fekter: Weil ihr den Herrn Bundeskanzler unterschätzt habt!), denn was ist von einer rechtskonservativen Regierung an Politik zu erwarten, die selbst davor nicht zurückschreckt, uns jetzt – ich spreche mit den Worten von Klubobmann Khol – die ganze Wahrheit zu sagen?
Abg. Dr. Fekter: Weil ihr den Herrn Bundeskanzler unterschätzt habt!
Jetzt komme ich wieder auf das zurück, was gerade am 9. November – das ist möglicherweise ein Zufall, aber bei Bundeskanzler Schüssel glaube ich überhaupt nicht an Zufälle (Abg. Prinz: Der beste Bundeskanzler seit 30 Jahren!) – in der "Jerusalem Post" veröffentlicht wurde. Das sind so Versatzstücke, Versatzstücke, wo ich mich nach jetzt fast zehn Monaten Regierung nicht mehr wundere (Abg. Dr. Fekter: Weil ihr den Herrn Bundeskanzler unterschätzt habt!), denn was ist von einer rechtskonservativen Regierung an Politik zu erwarten, die selbst davor nicht zurückschreckt, uns jetzt – ich spreche mit den Worten von Klubobmann Khol – die ganze Wahrheit zu sagen?
Ruf bei der ÖVP: Richtig!
Er hat heute hier wörtlich davon gesprochen: Wir setzen den Umschreibern der Geschichte die historische Wahrheit entgegen! (Ruf bei der ÖVP: Richtig!) Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn ich am Ende des Jahres 2000 den Satz höre: Wir setzen den Umschreibern der Geschichte die historische Wahrheit entgegen!, dann kann ich Ihnen sagen, Sie haben wahrlich aus der Geschichte Österreichs im 20. Jahrhundert nichts gelernt – wirklich nichts! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Kukacka: Das ist eine Diffamierung!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Kukacka: Das ist eine Diffamierung!
Er hat heute hier wörtlich davon gesprochen: Wir setzen den Umschreibern der Geschichte die historische Wahrheit entgegen! (Ruf bei der ÖVP: Richtig!) Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn ich am Ende des Jahres 2000 den Satz höre: Wir setzen den Umschreibern der Geschichte die historische Wahrheit entgegen!, dann kann ich Ihnen sagen, Sie haben wahrlich aus der Geschichte Österreichs im 20. Jahrhundert nichts gelernt – wirklich nichts! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Kukacka: Das ist eine Diffamierung!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Es ist heute schon sehr viel von Demokratie die Rede gewesen, und wir bekennen uns dazu, dass Demokratie Geld kostet. Es kostet Geld, den demokratischen Rechten zum Durchbruch zu verhelfen, und – das ist für uns unbestritten – wir werden für die demokratischen Rechte hier auch ein Budget fassen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Mertel: "Frühstück" ist ein gefährliches Thema für den Herrn Bundeskanzler!
Aber ist es notwendig, dass die Donnerstags-Chaoten am Parlamentsgebäude bisher bereits einen Schaden von über 400 000 S angerichtet haben? An diesem Gebäude allein! Was sonst in der Stadt an Schäden angerichtet worden ist, will ich ja gar nicht ausführen. Ist es demokratisch, wenn man unter dem Titel "Frühstück und Sit-in gegen Bildungs- und Sozialabbau" ein Gewaltspektakel veranstaltet? (Abg. Dr. Mertel: "Frühstück" ist ein gefährliches Thema für den Herrn Bundeskanzler!) Ist es demokratisch, wenn die linken Chaoten Parlamentsbedienstete tätlich angreifen und in ihrer Arbeit behindern? (Abg. Mag. Kogler: Die ÖVP sollte nicht so viel frühstücken!) Und haben Sie, meine Kollegen von der linken Seite, nichts gelernt, da Sie solche Chaoten unterstützen, sei es finanziell über das "TATblatt" oder auch nur ideell, indem Sie sich zu ihnen gesellen und Sympathie bekunden?
Abg. Mag. Kogler: Die ÖVP sollte nicht so viel frühstücken!
Aber ist es notwendig, dass die Donnerstags-Chaoten am Parlamentsgebäude bisher bereits einen Schaden von über 400 000 S angerichtet haben? An diesem Gebäude allein! Was sonst in der Stadt an Schäden angerichtet worden ist, will ich ja gar nicht ausführen. Ist es demokratisch, wenn man unter dem Titel "Frühstück und Sit-in gegen Bildungs- und Sozialabbau" ein Gewaltspektakel veranstaltet? (Abg. Dr. Mertel: "Frühstück" ist ein gefährliches Thema für den Herrn Bundeskanzler!) Ist es demokratisch, wenn die linken Chaoten Parlamentsbedienstete tätlich angreifen und in ihrer Arbeit behindern? (Abg. Mag. Kogler: Die ÖVP sollte nicht so viel frühstücken!) Und haben Sie, meine Kollegen von der linken Seite, nichts gelernt, da Sie solche Chaoten unterstützen, sei es finanziell über das "TATblatt" oder auch nur ideell, indem Sie sich zu ihnen gesellen und Sympathie bekunden?
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Diese Bundesregierung wird eine Destabilisierung aber nicht zulassen. Der Opposition wird diese Destabilisierung auch nicht gelingen, denn wir arbeiten daran, dass demokratische Rechte für und nicht gegen die Demokratie eingesetzt werden! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Kogler: Stimmt ja!
Als grob fahrlässige Falschinformation und bewusste Fehlinformation an die Bevölkerung werte ich auch die Aussage von Nationalratspräsidenten Fischer heute im "Kurier", wo er meint, dass die Sparmaßnahmen für das Hohe Haus eine ernste Behinderung in der Erfüllung parlamentarischer Aufgaben und Tätigkeiten darstellen. (Abg. Mag. Kogler: Stimmt ja!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es ist weiters so, dass für "sonstige Aufwendungen", zum Beispiel Druckwerke, Papier et cetera, die Parlamentsdirektion noch einmal 24,5 Millionen Schilling an Rücklagen hat. Herr Kollege Schieder – er ist jetzt nicht mehr im Haus –, ich war schon überrascht, dass Sie in Ihrer Rede mehrmals darauf hingewiesen haben, dass das eigentlich Gelder für die Opposition seien. Welches Verständnis bitte von der Parlamentsdirektion haben Sie?! Diese ist doch kein verlängerter Arm der SPÖ! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Ebenso sind internationale Kontakte keine Erbpacht der SPÖ! Ich ersuche Herrn Präsidenten Fischer, sich doch ein bisschen mehr zu bemühen, diese einseitige Gebarung abzustellen und das Budget der Parlamentsdirektion ausgewogen auf alle Fraktionen zu verteilen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es ist weiters so, dass für "sonstige Aufwendungen", zum Beispiel Druckwerke, Papier et cetera, die Parlamentsdirektion noch einmal 24,5 Millionen Schilling an Rücklagen hat. Herr Kollege Schieder – er ist jetzt nicht mehr im Haus –, ich war schon überrascht, dass Sie in Ihrer Rede mehrmals darauf hingewiesen haben, dass das eigentlich Gelder für die Opposition seien. Welches Verständnis bitte von der Parlamentsdirektion haben Sie?! Diese ist doch kein verlängerter Arm der SPÖ! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Ebenso sind internationale Kontakte keine Erbpacht der SPÖ! Ich ersuche Herrn Präsidenten Fischer, sich doch ein bisschen mehr zu bemühen, diese einseitige Gebarung abzustellen und das Budget der Parlamentsdirektion ausgewogen auf alle Fraktionen zu verteilen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Zudem muss die Gebarung des Hohen Hauses so transparent gestaltet sein, dass die repräsentativen Aktivitäten des Parlaments neben der Gesetzgebung, das heißt auch die internationalen Kontakte, ausgewogen wahrgenommen werden können und nicht einer Fraktion vorbehalten sind. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es wird so sein, dass dieses Haus in seiner Aktivität nicht behindert wird, aber wir trotzdem unseren Sparwillen zeigen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Dr. Ilse Mertel (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Ich wollte auf die rhetorisch ständig gleich bleibenden "Werbetexte" des Herrn Finanzministers gar nicht eingehen – er ist auch nicht mehr anwesend –, aber für das Protokoll, denn es heißt ja: Wer schweigt, stimmt zu!, möchte ich doch anmerken: Die Steuerreform und das Familienpaket hat die FPÖ hier in diesem Haus abgelehnt, aber der Herr Finanzminister steckt sich diese Feder immer wieder als Erfolg der FPÖ und der Regierung auf den Hut. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie heben das Karenzgeld – was Sie locker machen könnten – nicht auf ein existenzfähiges Niveau an. Mit 6 000 S monatlich kann niemand leben! Dafür lockern Sie die Zuverdienstgrenzen, damit Mütter und Väter ordentlich im Zuverdienst arbeiten können. Ich frage mich nur, wer sich dann um die Kinder kümmern wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Amon: Es geht um die Gewaltbereitschaft!
Anhand des Budgets kann man natürlich auch feststellen, welches Bild eine Regierung bietet. Welches Bild bietet diese FPÖVP-Regierung demokratiepolitisch, frauenpolitisch und als Dienstgeber für öffentlich Bedienstete? – Demokratiepolitisch ist es bedenklich, wenn ein Bundeskanzler sich hierher stellt und von der Zulässigkeit, von der Fragwürdigkeit der Zulässigkeit von Demonstrationen redet. Bauerndemonstrationen, die in den letzten Jahren viel öfter stattgefunden haben als solche von Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen, scheinen legitim zu sein, aber Demonstrationen von Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen sind anzufeinden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Amon: Es geht um die Gewaltbereitschaft!)
Ruf bei der ÖVP: "Euroteam"!
Ins Bild passen auch 66 bis 80 Millionen Schilling, die von der Regierung für Propaganda ausgegeben werden. "Informationskampagne" nennt sie das beschönigend (Ruf bei der ÖVP: "Euroteam"!), um der Bevölkerung das Belastungspaket schmackhaft zu machen, um es schönzureden.
Abg. Rosemarie Bauer: Auch wenn Sie es noch so oft sagen, wird es nicht wahr!
Ins Bild passt auch, dass man vergeblich darauf wartet, dass zu diesem Tagesordnungspunkt, der jetzt in Verhandlung steht, die Frauenpolitik der Regierung diskutiert wird. Herr Khol vermeint hier stolz, ebenso Frau Baumgartner-Gabitzer, das sei gelebte Frauenpolitik, weil so viele Frauen Führungspositionen innehaben. – Da stimme ich Ihnen zu, das ist ein Zeichen nach außen, ist ein Signal an die Frauen, aber Frauenpolitik nur darauf zu reduzieren – und das geschieht jetzt, denn die Frauenpolitik bleibt auf der Strecke –, ist zu wenig. Was tun Sie für die "durchschnittlichen" Frauen, was tun Sie für die "kleine" fleißige Frau in Österreich? – Das wäre Frauenpolitik, aber das bleibt auf der Strecke! In Wirklichkeit, Herr Khol, ist Frauenpolitik für Sie – um es zu wiederholen – ein "Orchideenthema". (Abg. Rosemarie Bauer: Auch wenn Sie es noch so oft sagen, wird es nicht wahr!)
Abg. Rosemarie Bauer: Sie sind humorlos! Sie verstehen es nicht! Sie haben es nicht begriffen!
Es nützt auch gar nichts, Frau Rosemarie Bauer, wenn Sie auf Ihren Plakaten, auf Ihren stark weiblichen und schwarzen Plakaten stehen haben – das ist keine Erfindung von mir, das steht wirklich auf den Plakaten der ÖVP-Frauen –: "Schau mir in die Augen, Kleiner!" (Abg. Rosemarie Bauer: Sie sind humorlos! Sie verstehen es nicht! Sie haben es nicht begriffen!) – Wahrscheinlich, um eine anständige Frauenpolitik einzufordern. Aber wenn Sie die derzeitige Frauenpolitik fortsetzen, wird es wohl schneller, als wir alle glauben können, heißen: "Geh mir aus den Augen, Kleiner!" (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es nützt auch gar nichts, Frau Rosemarie Bauer, wenn Sie auf Ihren Plakaten, auf Ihren stark weiblichen und schwarzen Plakaten stehen haben – das ist keine Erfindung von mir, das steht wirklich auf den Plakaten der ÖVP-Frauen –: "Schau mir in die Augen, Kleiner!" (Abg. Rosemarie Bauer: Sie sind humorlos! Sie verstehen es nicht! Sie haben es nicht begriffen!) – Wahrscheinlich, um eine anständige Frauenpolitik einzufordern. Aber wenn Sie die derzeitige Frauenpolitik fortsetzen, wird es wohl schneller, als wir alle glauben können, heißen: "Geh mir aus den Augen, Kleiner!" (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.
Wenn Herr Khol meint: Wir konnten nur ein Reförmchen bei der Pension machen – damals –, weil die FSG der SPÖ einen Schuss vor den Bug geliefert hat, dann, Herr Khol, kann ich dazu nur eines sagen: Ich nehme an den Sitzungen der GÖD teil, und ich war auch dabei, als Ihr Vorsitzender Neugebauer, Ihr Vorsitzender Neugebauer – ÖVP-Angehöriger, FCG-Vorsitzender –, sich gegen die Pensionsreform ausgesprochen hat und in der GÖD auch entsprechende Beschlüsse gefasst worden sind. (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter. )
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Was heißt das eigentlich? – Das heißt: spürbare Verschlechterungen, was Dienstzeiten und Vergütungsansprüche betrifft, Kürzungen bei Überstunden durch Jahres- und Quartalsdurchrechnungen, Erhöhung der Wochenarbeitszeit durch Herausrechnung der Mittagspause, Kürzung der derzeitigen Sonn- und Feiertagsvergütung von 200 Prozent auf 100 Prozent und, und, und. (Staatssekretär Dr. Finz: Sie haben aber mit unterschrieben!) Das trägt die Handschrift dieser Regierung. Was heißt "Handschrift"? – Die schwere Hand, die diesen Griffel hält! (Zwischenbemerkung von Staatssekretär Dr. Finz. ) – Sagen Sie mir nicht immer etwas ein, was nicht ganz korrekt ist! (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Aber auch das passt zum Bild: Zuerst wird geleugnet, dass belastende Maßnahmen geplant sind, dann werden Pakete geschnürt, aber natürlich hinter dem Rücken der Betroffenen, dann folgt eine Phase der Täuschungsmanöver und der Schönrednerei, bis die Bevölkerung dann überfallsartig vor vollendete Tatsachen gestellt wird. – Das, meine Damen und Herren von der FPÖVP-Regierung, nenne ich einen schlechten demokratiepolitischen Stil! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine Damen und Herren von der Opposition! Sie sollten von Ihren Sympathisanten etwas mehr Respekt vor den Insignien und der Rechtsordnung unserer Republik einfordern. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Stellen Sie sicher, dass das Parlament und seine Bediensteten hinkünftig nicht mehr von diesen Chaoten angegriffen werden!
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Föderalismus stellt gerade in Zeiten einer immer zentralistischer werdenden Europäischen Union deshalb ein wichtiges Gegengewicht für mehr Bürgernähe und Demokratie dar. Es lohnt sich, sich dafür einzusetzen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich kann Ihnen ein Beispiel nennen: Wir werden bis zum Jahre 2003 das gesamte öffentliche Rechnungswesen auf ein neues Softwareprodukt, SAP, umgestellt haben. Dieses Projekt, das bereits läuft, kostet uns 600 Millionen Schilling und wird im Endausbau ab 2003 sage und schreibe 750 Millionen Schilling an Ersparnis pro Jahr bringen. – Eines der wichtigsten Beispiele dafür: So setzt diese Bundesregierung eine Verwaltungsreform an! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Kogler: Welche Maßnahmen?
Die Kritik an den bisherigen Sparprogrammen 1996, 1997, die vor allem von der EU gekommen ist, war, dass das hauptsächlich Einmalmaßnahmen waren. Es erfolgten quasi Ausgabenkürzungen, Einnahmenerhöhungen, es war aber keine Nachhaltigkeit gegeben. Wir setzen bewusst Verwaltungsreformen ein, damit wir das Budget nachhaltig sanieren, damit die heruntergeschraubten Ausgaben beziehungsweise Einnahmen auch tatsächlich auf diesem Niveau unten bleiben. (Abg. Mag. Kogler: Welche Maßnahmen?) – Zum Beispiel die Umstellung auf SAP, Einführung von Globalbudget, eine Präsidialreform, die praktisch einer Zusammenlegung gleichkommt – der Herr Bundeskanzler hat das heute in seiner Rede ausgeführt –, Aufgabenkritik, außerdem Einsatz des "virtuellen Amtshauses", deshalb brauchen wir auch die von Ihnen kritisierte Bürgerkarte, um die elektronische Signatur durchführen zu können, um im Online-Verfahren Steuererklärungen abgeben zu können.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir haben zum Beispiel im Finanzressort das Projekt "Finanz 2001" eingeführt, um eben unseren Beitrag, unseren Ressortbeitrag zu einer Verwaltungsreform leisten zu können. Derartige umfassende Verwaltungsreformschritte, parallel in allen Ressorts, um einerseits den Abbau von 11 000 Bediensteten sicherzustellen, andererseits aber die Qualität einzuhalten, hat es in der Vergangenheit noch nie gegeben. – In diesem Sinne danke ich für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Haller: Jetzt berichtigt sie sich selber!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Frau Abgeordnete Dr. Mertel hat sich zu einer tatsächlichen Berichtigung zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Haller: Jetzt berichtigt sie sich selber!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie sollte sich lieber einmal entschuldigen bei den Freiheitlichen! Eine generelle Entschuldigung!
Abgeordnete Dr. Ilse Mertel (SPÖ): Ja, ich mache das gern. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie sollte sich lieber einmal entschuldigen bei den Freiheitlichen! Eine generelle Entschuldigung!) – Eine generelle Entschuldigung in Richtung Frau Pablé und Frau Haller.
Beifall bei der SPÖ.
Das Zweite: Ausgliederungen. Es wurden auch keine Gespräche geführt, aber trotzdem werden in aller Eile die Privatisierungen vorbereitet. Konstruktive Gespräche wurden noch nicht geführt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Khol: Er war bis vor ein paar Minuten da und kommt gleich wieder!
Abgeordneter Mag. Walter Posch (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Herr Staatssekretär Morak ist leider nicht da, aber ich möchte trotzdem ganz kurz zum Bereich der Kunst etwas sagen. (Abg. Dr. Khol: Er war bis vor ein paar Minuten da und kommt gleich wieder!) – Bitte? (Abg. Dr. Khol: Er kommt gleich wieder!)
Abg. Dr. Khol: Er kommt gleich wieder!
Abgeordneter Mag. Walter Posch (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Herr Staatssekretär Morak ist leider nicht da, aber ich möchte trotzdem ganz kurz zum Bereich der Kunst etwas sagen. (Abg. Dr. Khol: Er war bis vor ein paar Minuten da und kommt gleich wieder!) – Bitte? (Abg. Dr. Khol: Er kommt gleich wieder!)
Beifall bei der ÖVP.
Man muss Herrn Morak loben. Er hat das Gesetz zur Künstlersozialversicherung durchgesetzt. Das ist wirklich ein Fortschritt. Das bringt einer unterprivilegierten Gruppe sehr viel, und zu diesem Gesetz möchte ich ihm aufrichtig gratulieren. Das war auch uns ein Anliegen. (Beifall bei der ÖVP.)
Ruf bei der ÖVP: Richtig!
Oder zur Gruppe der Arbeitslosen: die Plünderung der Arbeitslosenversicherung zur Budgetsanierung um über 11 Milliarden Schilling und die Überführung von 3,7 Milliarden Schilling aus dem Insolvenzfonds zum Zwecke der Zwangsarbeiterentschädigung. – Die Plünderung des Insolvenzfonds um 3,7 Milliarden Schilling zur Lösung der Zwangsarbeiterfrage ist in Wahrheit unglaublich. Es wundert niemanden, wenn der Herr Bundeskanzler mit der entsprechenden Sensibilität, die er an den Tag gelegt hat, in Jerusalem – und das am Tag der "Reichskristallnacht" – erklärt hat, dass Österreich das erste Opfer des Nationalsozialismus gewesen sei (Ruf bei der ÖVP: Richtig!); die Nazis hätten es mit Gewalt genommen. (Abg. Großruck: Lass dich nicht auf ein Gebiet ein, das du nicht verstehst!)
Abg. Großruck: Lass dich nicht auf ein Gebiet ein, das du nicht verstehst!
Oder zur Gruppe der Arbeitslosen: die Plünderung der Arbeitslosenversicherung zur Budgetsanierung um über 11 Milliarden Schilling und die Überführung von 3,7 Milliarden Schilling aus dem Insolvenzfonds zum Zwecke der Zwangsarbeiterentschädigung. – Die Plünderung des Insolvenzfonds um 3,7 Milliarden Schilling zur Lösung der Zwangsarbeiterfrage ist in Wahrheit unglaublich. Es wundert niemanden, wenn der Herr Bundeskanzler mit der entsprechenden Sensibilität, die er an den Tag gelegt hat, in Jerusalem – und das am Tag der "Reichskristallnacht" – erklärt hat, dass Österreich das erste Opfer des Nationalsozialismus gewesen sei (Ruf bei der ÖVP: Richtig!); die Nazis hätten es mit Gewalt genommen. (Abg. Großruck: Lass dich nicht auf ein Gebiet ein, das du nicht verstehst!)
Rufe und Gegenrufe zwischen SPÖ und ÖVP.
Dass es solche gegeben hat, die applaudiert haben, und solche, die Widerstand geleistet haben, ist ohnedies bekannt. Was heißt das? – Herr Klubobmann Khol ist hier heraus gegangen und hat von den Opfern und von den Tätern gesprochen. Na und? – Was erklärt das über das Wesen des Nationalsozialismus? (Rufe und Gegenrufe zwischen SPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: Zitieren Sie aber vollständig! In der "Kleinen Zeitung" zitiert sie, dass Österreich ein Opfer war!
Ich halte es überhaupt für einen der größten Irrtümer der österreichischen Geschichtswissenschaft, die Frage des Nationalsozialismus ausschließlich unter dem Aspekt der österreichischen Opfer-Täter-Frage zu diskutieren und sie darauf zu reduzieren. Erika Weinzierl, die ich sehr schätze, hat in diesem Zusammenhang auch vom "Januskopf der Täterschaft und der Opferschaft" gesprochen, dass sich in der Zwischenzeit nichts an den Fakten geändert habe und dass, so sagt sie, die Beteiligung von Österreichern an den Verbrechen des NS-Regimes noch deutlicher überproportional sei als zuvor angenommen. (Abg. Dr. Khol: Zitieren Sie aber vollständig! In der "Kleinen Zeitung" zitiert sie, dass Österreich ein Opfer war!)
Zwischenruf des Abg. Murauer.
Das ist ja wahr. Aber was erklärt das? – Das Österreich-Gen als Erklärungsmuster Eichmann’schen oder Kaltenbrunner’schen Handelns? Die genetische österreichische Disposition Hitlers als Handlungsmuster für nationalsozialistisches Handeln? (Zwischenruf des Abg. Murauer. )
Abg. Jung: Das ist ein Wahnsinn!
Es ist in Wirklichkeit die geschichtsmächtigste Lüge dieser Zweiten Republik, die nationalsozialistischen Gewalttaten auf die Frage der österreichischen Opfer- und Täterschaft zu reduzieren. Was bringt diese Erkenntnis? Was ist mit dem heutigen Rassismus? Was ist mit heutigen Faschismus? Was ist mit den heutigen autoritären Regimen? Was hilft es, wenn ich die Frage unter dem Aspekt Opfer – Täter diskutiere? Was hilft das für die jetzige Erkenntnis? (Abg. Jung: Das ist ein Wahnsinn!)
Abg. Dr. Trinkl: So wie Sie jetzt!
Nur wer mit der eigenen Geschichte so umgeht (Abg. Dr. Trinkl: So wie Sie jetzt!), kann in einer solchen Unbefangenheit eine Koalition eingehen, wie Sie sie eingegangen sind, diesen Zustand zur Normalität erklären und sich dann über das Ausland aufregen und chauvinistische Ressenti
Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé.
Nur wer derart unbefangen ist, wie Sie es sind, der kann die Arbeitslosen für die Zwangsarbeiter sühnen lassen. Das ist der Punkt! (Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé. ) Wer derart unbefangen ist wie Sie, der kann die Arbeitslosen für die Zwangsarbeiter sühnen lassen und den Insolvenzfonds plündern. Das ist in Wirklichkeit nicht mehr erotisch, sondern die größte Geschmacklosigkeit Ihres Budgets! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Nur wer derart unbefangen ist, wie Sie es sind, der kann die Arbeitslosen für die Zwangsarbeiter sühnen lassen. Das ist der Punkt! (Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé. ) Wer derart unbefangen ist wie Sie, der kann die Arbeitslosen für die Zwangsarbeiter sühnen lassen und den Insolvenzfonds plündern. Das ist in Wirklichkeit nicht mehr erotisch, sondern die größte Geschmacklosigkeit Ihres Budgets! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Bures. – Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung SPÖ –: Das soll ein Lehrer sein!
Abgeordneter Mag. Helmut Kukacka (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine Herren Staatssekretäre! Meine Damen und Herren Volksanwälte! Herr Kollege Posch, das war eher gespenstisch, was Sie uns hier von Ihrer Geschichtsphilosophie erzählt haben. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Bures. – Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung SPÖ –: Das soll ein Lehrer sein!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich möchte Ihnen eines dazu sagen: Nicht wir und schon gar nicht der Bundeskanzler wollen die Rolle Österreichs in irgendeiner Weise beschönigen und verschweigen – im Gegenteil. Es geht uns in keiner Weise darum, Österreich in einer Opferrolle darzustellen, es geht uns nicht darum, Täter zu verschweigen oder Untaten zu beschönigen, aber es geht darum, meine Damen und Herren, Geschichte nicht zu verfälschen und umzuinterpretieren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Akzeptieren wir doch gemeinsam: Österreich war ein Opfer! Österreicher waren unter den Opfern des Nationalsozialismus. Aber Österreicher waren selbstverständlich auch unter den Tätern; wir bekennen das auch ein, wir schämen uns auch dafür, und wir bedauern das auch zutiefst. Daraus ergibt sich auch die Anerkennung von moralischer Verantwortung für die Republik Österreich und auch für ihre Regierungen. Dazu stehen wir, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Niemand wird leugnen, dass Hunderttausende den gewaltsamen Einmarsch Hitlers begrüßten. Niemand wird leugnen, dass die große Mehrheit schließlich – aber einen Monat nach dem Einmarsch – für den "Anschluß" Österreichs stimmte. Aber nehmen wir doch auch zur Kenntnis, dass rund 80 000 Österreicher verhaftet wurden – Sozialisten, Kommunisten, Christdemokraten – und die ersten politischen Gefangenen schon acht Tage nach dem Einmarsch als Opfer des Nationalsozialismus und wegen ihres Einsatzes für ein freies Österreich nach Dachau geschickt wurden, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
1995: Errichtung des Nationalfonds, der bisher über 27 000 Antragstellern Leistungen in einer Gesamthöhe von zirka 1,9 Milliarden Schilling ausbezahlt hat. Dazu kommt nun auch die bisher nicht geregelte Frage der Wohnungen, bei denen es sich vornehmlich um Mietverträge handelt, und auch die Frage der Unrechtmäßigkeiten im Zuge der Ausfuhrbewilligung von Kunstwerken. – All das wird uns weiter beschäftigen, und wir haben auch im Parlament den Gegenwert von 150 Millionen Dollar für entsprechende Wiedergutmachung bereitgestellt. In Anbetracht all dessen redet man noch immer davon, dass wir uns überhaupt nie mit diesem Thema der Wiedergutmachung beschäftigt hätten! – Nein, meine Damen und Herren, bleiben wir auch da bei der historischen Wahrheit! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
In diesem Sinne, meine Damen und Herren: Bleiben wir bei der historischen Wahrheit, und versuchen wir nicht, die gemeinsame Geschichte parteipolitisch zu vereinnahmen oder auszublenden! Wer bei der Bewältigung und bei der Aufarbeitung unserer Geschichte andere ausgrenzt und wer glaubt, ein Monopol auf politische Moral zu haben, meine Damen und Herren, der schadet den demokratischen Grundwerten in unverantwortlicher Weise! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Großruck: Der "Standard" ist sehr "objektiv"!
Meine Damen und Herren! Es ist traurig genug, dass Österreich nicht so viel Mut aufbringt, um wenigstens zu seiner Geschichte zu stehen. Wer nach den Reden des Herrn Bundeskanzlers die Zeitungen gelesen hat – ich verweise nur auf den "Standard", der zum Beispiel die Ereignisse in Graz genau festgehalten hat (Abg. Großruck: Der "Standard" ist sehr "objektiv"!) –, wer ganz genau weiß und nachgelesen hat, warum Österreich – unter Anführungszeichen – "Opfer" des faschistischen Hitler-Regimes wurde, und wer genau weiß, wie viele Österreicher im Sold des Hitler-Faschismus Verbrechen an der Menschheit begangen haben, der sollte sich sagen: Wir müssen uns dafür schämen, dass diese Menschen einmal Österreicher waren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Es ist traurig genug, dass Österreich nicht so viel Mut aufbringt, um wenigstens zu seiner Geschichte zu stehen. Wer nach den Reden des Herrn Bundeskanzlers die Zeitungen gelesen hat – ich verweise nur auf den "Standard", der zum Beispiel die Ereignisse in Graz genau festgehalten hat (Abg. Großruck: Der "Standard" ist sehr "objektiv"!) –, wer ganz genau weiß und nachgelesen hat, warum Österreich – unter Anführungszeichen – "Opfer" des faschistischen Hitler-Regimes wurde, und wer genau weiß, wie viele Österreicher im Sold des Hitler-Faschismus Verbrechen an der Menschheit begangen haben, der sollte sich sagen: Wir müssen uns dafür schämen, dass diese Menschen einmal Österreicher waren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Großruck: Das ist sehr "objektiv"!
Ich habe hier ein Plakat der SPÖ St. Pölten (Abg. Großruck: Das ist sehr "objektiv"!), die ganz ehrlich darstellt, wie der Schuldenstand – ich zeige es auch Ihnen, Herr Bundeskanzler (der Redner hält ein Plakat in die Höhe) – zur Zeit der SPÖ-Alleinregierung war und wie der Schuldenstand jetzt ist, nachdem Ihre Partei bis zum Jahre 1999 die Mitverantwortung in der Regierung hatte. Sie waren der treibende Motor dafür, dass der Schuldenstand immer stärker anstieg! Das ist eine Tatsache! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich habe hier ein Plakat der SPÖ St. Pölten (Abg. Großruck: Das ist sehr "objektiv"!), die ganz ehrlich darstellt, wie der Schuldenstand – ich zeige es auch Ihnen, Herr Bundeskanzler (der Redner hält ein Plakat in die Höhe) – zur Zeit der SPÖ-Alleinregierung war und wie der Schuldenstand jetzt ist, nachdem Ihre Partei bis zum Jahre 1999 die Mitverantwortung in der Regierung hatte. Sie waren der treibende Motor dafür, dass der Schuldenstand immer stärker anstieg! Das ist eine Tatsache! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Herr Abgeordneter! Bitte zeigen Sie uns auch das Plakat!
Meine Damen und Herren von der ÖVP! Sie gehören zu jenen ... (Abg. Dr. Partik-Pablé: Herr Abgeordneter! Bitte zeigen Sie uns auch das Plakat!) – Ihnen darf ich dieses Plakat dann schenken, um Sie davor zu warnen, dass die Schwarzen Sie umarmen und vielleicht dann auch die Schulden in die Höhe treiben. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist nicht schön gezeichnet!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist nicht schön gezeichnet!
Meine Damen und Herren von der ÖVP! Sie gehören zu jenen ... (Abg. Dr. Partik-Pablé: Herr Abgeordneter! Bitte zeigen Sie uns auch das Plakat!) – Ihnen darf ich dieses Plakat dann schenken, um Sie davor zu warnen, dass die Schwarzen Sie umarmen und vielleicht dann auch die Schulden in die Höhe treiben. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist nicht schön gezeichnet!)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Wenn der Bundeskanzler auf der einen Seite immer von Schulden und von deren Herabsetzung auf ein Nulldefizit spricht, aber auf der anderen Seite zu der größten politischen Affäre in Österreich schweigt beziehungsweise kein Wort zu der Spitzelaffäre findet, dann zeigt das, dass er überhaupt keine Stellungnahme zu aktuellen Ereignissen abgibt und dass ihm die Österreicherinnen und Österreicher Wurscht sind, dass es ihm hauptsächlich darum geht, Bundeskanzler zu bleiben. Und dazu braucht er auch diese Partei. (Beifall bei der SPÖ.)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.
Der Rechnungshof bekrittelt, dass in dem erwähnten Ministerium die Konsolidierungsziele verfehlt wurden. Er berichtet, dass das Controlling nicht funktionierte. Aber bitte schön, es war halt ein schwarzes Ministerium. Es ist nicht das einzige. Es war noch viel ärger im Bundesministerium für Landesverteidigung. Auch dort sind die Schulden in die Höhe geschnellt. Aber das macht nichts, denn der Rechnungshofbericht wird ja nur zur Kenntnis genommen, er muss nicht umgesetzt werden. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Großruck: Keine Kampfhubschrauber! – Abg. Murauer: Keine Kampfhubschrauber!
Wir werden uns einmal anschauen müssen, ob die Anschaffung der neuen Kampfhubschrauber notwendig war oder ob es nicht besser gewesen wäre, Hubschrauber zu kaufen, die dem österreichischen Volk auch bei Katastrophen dienen. (Abg. Großruck: Keine Kampfhubschrauber! – Abg. Murauer: Keine Kampfhubschrauber!)
Abg. Dr. Khol: Das giftet euch!
Ich glaube, dass der Rechnungshof in der nächsten Zeit noch mehr Aufgaben haben wird. Diese Regierung will nicht einsehen, dass sie als Regierung nicht gewählt worden ist. Sie setzt sich nach wie vor aus der drittstärksten Partei, die mit ihrem Parteiobmann Schüssel in die Opposition gehen wollte, wenn sie nur drittstärkste wird (Abg. Dr. Khol: Das giftet euch!), und aus der zweitstärksten Partei zusammen, die sich von Platz 2 und 3 in diese Position hinaufgesetzt haben. Dieser Regierung, die das Volk schröpft, werden wir über den Rechnungshof genau auf die Finger schauen müssen, damit die Ausgaben wenigstens so getätigt werden, wie sie in Wirklichkeit zu tätigen sind, was sie aber wahrscheinlich nicht tun wird.
Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Richard Golz, ein bekannter Ballkünstler, sagt: "Ich habe nie an unserer Chancenlosigkeit gezweifelt." (Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) So ähnlich kommt mir die Rede von Gusenbauer vor, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.) Horst Hrubesch, auch kein Unbekannter, schildert die Entstehung eines seiner Tore folgendermaßen: "Mani, Bananenflanki, ich Kopf Tor." – Dem setze ich entgegen beziehungsweise wandle das etwas ab: Gusi, Bananenflanke, ich Kopf Eigentor. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Richard Golz, ein bekannter Ballkünstler, sagt: "Ich habe nie an unserer Chancenlosigkeit gezweifelt." (Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) So ähnlich kommt mir die Rede von Gusenbauer vor, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.) Horst Hrubesch, auch kein Unbekannter, schildert die Entstehung eines seiner Tore folgendermaßen: "Mani, Bananenflanki, ich Kopf Tor." – Dem setze ich entgegen beziehungsweise wandle das etwas ab: Gusi, Bananenflanke, ich Kopf Eigentor. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Richard Golz, ein bekannter Ballkünstler, sagt: "Ich habe nie an unserer Chancenlosigkeit gezweifelt." (Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) So ähnlich kommt mir die Rede von Gusenbauer vor, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.) Horst Hrubesch, auch kein Unbekannter, schildert die Entstehung eines seiner Tore folgendermaßen: "Mani, Bananenflanki, ich Kopf Tor." – Dem setze ich entgegen beziehungsweise wandle das etwas ab: Gusi, Bananenflanke, ich Kopf Eigentor. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: Von der SPÖ!
Meine Damen und Herren! Das ist das, was wir heute von der Opposition über uns ergehen lassen mussten. (Abg. Dr. Khol: Von der SPÖ!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Kollege Brix! In dieses schuldenpolitische Pingpongspiel mische ich mich nicht ein, die alten Rechnungen, die ihr in der uralten Koalition gehabt habt, macht euch selbst aus, das soll nicht unsere Sache sein. Diese Plakat- und Taferlherzeigerei wird uns noch länger begleiten beziehungsweise wird euch noch lange begleiten, denn die Oppositionsrolle werdet ihr zum Nutzen der österreichischen Republik noch lange innehaben, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Eine funktionierende Demokratie – eine solche haben wir in Österreich – kann ohne diese beiden Einrichtungen nicht denkbar sein, daher ist jeder Steuerschilling gut angelegt. Meine Damen und Herren! Diese beiden Institutionen leisten begleitend zur parlamentarischen Tätigkeit eine hervorragende Arbeit. Herzlichen Dank dafür! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Krüger: Hör auf!
Was wäre denn die Alternative zu dieser demokratisch gewählten Regierung gewesen, meine Damen und Herren? – Ein Bundeskanzler Gusenbauer, eine Vizekanzler Van der Bellen, ein Finanzminister Edlinger, ein Innenminister Peter Pilz, eine Außenministerin Petrovic. (Abg. Dr. Krüger: Hör auf!) – Gute Nacht, meine Damen und Herren! Auf ein derartiges Kabinett kann Österreich wirklich verzichten! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Alptraum! – Abg. Schwarzenberger: Das wäre ein Gruselkabinett!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Alptraum! – Abg. Schwarzenberger: Das wäre ein Gruselkabinett!
Was wäre denn die Alternative zu dieser demokratisch gewählten Regierung gewesen, meine Damen und Herren? – Ein Bundeskanzler Gusenbauer, eine Vizekanzler Van der Bellen, ein Finanzminister Edlinger, ein Innenminister Peter Pilz, eine Außenministerin Petrovic. (Abg. Dr. Krüger: Hör auf!) – Gute Nacht, meine Damen und Herren! Auf ein derartiges Kabinett kann Österreich wirklich verzichten! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Alptraum! – Abg. Schwarzenberger: Das wäre ein Gruselkabinett!)
Abg. Dr. Mertel: Hoffentlich!
Natürlich verhehle ich nicht, dass gerade die Wirtschaft ein großes Sanierungsopfer zu leisten hat, meine Damen und Herren! Das ist schmerzvoll, aber hoffentlich verkraftbar. (Abg. Dr. Mertel: Hoffentlich!) Aber wer sich zum Wirtschaftsstandort Österreich bekennt, der darf nicht nur die Bereitschaft signalisieren, sondern muss auch die Umsetzung praktizieren und das Sanierungsprojekt der Bundesregierung begleiten, meine Damen und Herren!
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir von der Wirtschaft tun das frohen Mutes, weil wir sehen, dass die Bundesregierung auch heiße Eisen anpackt und sich nicht über Probleme hinwegturnt. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Nicht alles, was wir uns gewünscht haben, ist geschehen, aber immerhin gab es eine 30-prozentige Entlastung der Beiträge. Diesem trefflichen und guten Beispiel sollten die Arbeiterkammern auch folgen, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Haller: Aber nicht mehr im Hause!
Meine Damen und Herren! Gusenbauer ist in aller Munde. (Abg. Haller: Aber nicht mehr im Hause!) Dessen demokratiepolitischer Ausrutscher ist heute schon ausreichend diskutiert worden und wurde auch von Khol und anderen trefflich kommentiert. Die sozialistische Losung "Gusenbauer muss bleiben!" wird von uns vollinhaltlich unterstützt, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Gusenbauer ist in aller Munde. (Abg. Haller: Aber nicht mehr im Hause!) Dessen demokratiepolitischer Ausrutscher ist heute schon ausreichend diskutiert worden und wurde auch von Khol und anderen trefflich kommentiert. Die sozialistische Losung "Gusenbauer muss bleiben!" wird von uns vollinhaltlich unterstützt, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sie entwickeln in der Zwischenzeit eine sektenartige Politik. Die Umwandlung von einer Sozialdemokratischen Partei zu einer "Sociology-Sekte", der nichts mehr im Wege steht, ist offenkundig, meine Damen und Herren! "Sociology", meine Damen und Herren, müsste eigentlich die neue Bezeichnung der Sozialdemokratie sein! Machen Sie nur weiter mit dieser Sektenpolitik, der Wähler ist Ihnen schon draufgekommen! Sie werden auch, was die Mehrheitsverhältnisse anlangt, in der nächsten Zeit keine Gelegenheit haben, ein Regierungsprojekt aus Van der Bellen, Gusenbauer, Pilz und anderen in die Tat umzusetzen. Gott möge abhüten, dass das jemals in diesem Lande passiert! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Unterschied ist, dass die Sekten Geld haben!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächste Rednerin zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Binder. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 6 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Unterschied ist, dass die Sekten Geld haben!)
Abg. Neudeck: Das könnt ihr viel besser! Nur nicht aufregen!
Abgeordnete Gabriele Binder (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Kollege Haigermoser, Ihr einziges Argument gegen politisch Andersdenkende oder gegen andere politische Standpunkte oder Argumente dürfte nur das Verspötteln, die Verächtlichmachung einer Person sein. (Abg. Neudeck: Das könnt ihr viel besser! Nur nicht aufregen!) Meiner Meinung nach haben Sie sich ein Armutszeugnis ausgestellt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Martin Graf: Keine Polemik vom Rednerpult!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Martin Graf: Keine Polemik vom Rednerpult!
Abgeordnete Gabriele Binder (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Kollege Haigermoser, Ihr einziges Argument gegen politisch Andersdenkende oder gegen andere politische Standpunkte oder Argumente dürfte nur das Verspötteln, die Verächtlichmachung einer Person sein. (Abg. Neudeck: Das könnt ihr viel besser! Nur nicht aufregen!) Meiner Meinung nach haben Sie sich ein Armutszeugnis ausgestellt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Martin Graf: Keine Polemik vom Rednerpult!)
Abg. Dr. Fekter: Nein, sondern nur jene, die Parlamentsbeamte angegriffen haben!
Meine Damen und Herren! Frau Kollegin Fekter und Herr Kollege Bösch! Sie haben all jene, die sich wehren und ihr Recht auf Demonstration in Anspruch nehmen, pauschal beschimpft und verächtlich gemacht. Frau Kollegin Fekter! Aber das zeigt (Abg. Dr. Fekter: Nein, sondern nur jene, die Parlamentsbeamte angegriffen haben!), dass die Menschen aus der Geschichte gelernt haben, denn Sie, Frau Kollegin Fekter, und Ihr Klientel, Ihre Interessengruppen geben den Menschen in Österreich nichts freiwillig. Das haben die Menschen aus der Geschichte gelernt, und sie werden sich auch weiterhin wehren. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Schreien Sie nicht so mit uns!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Schreien Sie nicht so mit uns!
Meine Damen und Herren! Frau Kollegin Fekter und Herr Kollege Bösch! Sie haben all jene, die sich wehren und ihr Recht auf Demonstration in Anspruch nehmen, pauschal beschimpft und verächtlich gemacht. Frau Kollegin Fekter! Aber das zeigt (Abg. Dr. Fekter: Nein, sondern nur jene, die Parlamentsbeamte angegriffen haben!), dass die Menschen aus der Geschichte gelernt haben, denn Sie, Frau Kollegin Fekter, und Ihr Klientel, Ihre Interessengruppen geben den Menschen in Österreich nichts freiwillig. Das haben die Menschen aus der Geschichte gelernt, und sie werden sich auch weiterhin wehren. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Schreien Sie nicht so mit uns!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Nein, aber wenn jemand mit mir schreit!
Frau Kollegin Partik-Pablé! Macht Sie das nervös? Macht Sie das nervös? (Abg. Dr. Partik-Pablé: Nein, aber wenn jemand mit mir schreit!) – Ich schreie nicht mit Ihnen, ich schreie mit Frau Kollegin Fekter. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Was sonst? – Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Was sonst? – Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Frau Kollegin Partik-Pablé! Macht Sie das nervös? Macht Sie das nervös? (Abg. Dr. Partik-Pablé: Nein, aber wenn jemand mit mir schreit!) – Ich schreie nicht mit Ihnen, ich schreie mit Frau Kollegin Fekter. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Was sonst? – Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Frau Kollegin Binder! Wer schreit, hat Unrecht!
Meine Damen und Herren! Freiwillig haben Sie noch nie etwas hergegeben. Sie können das ruhig ins Lächerliche ziehen. Die Menschen haben das aus der Geschichte gelernt, Frau Kollegin Fekter! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Frau Kollegin Binder! Wer schreit, hat Unrecht!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Sie haben mich im gleichen Satz bestätigt! – Abg. Schwarzenberger: Wer schreit, hat die schlechten Argumente!
Ihre Devise, Herr Kollege Khol, heißt Sparen. Sie machen nichts anderes, als den Menschen in Österreich etwas wegzunehmen und jenen zu geben, die schon haben. Das ist Ihr Sparen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Sie haben mich im gleichen Satz bestätigt! – Abg. Schwarzenberger: Wer schreit, hat die schlechten Argumente!)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Präsident! Alles Gute für Ihre Arbeit und auch für die Ihrer MitarbeiterInnen und BeamtInnen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Es wird sehr gern, vor allem in Künstlerkreisen, der Eindruck erweckt und von manchen Seiten auch eifrig geschürt, als liege es auf Grund dieser Regierungskoalition mit der Kulturpolitik in diesem Staate total im Argen, so heißt es gern. Ich bitte halbwegs objektiv zu bleiben und die Tatsachen und Entwicklungen so zu sehen, wie sie sind, und nicht so, wie man sie gerne haben möchte, um unsere Kunst- und Kulturpolitik nur ja als restriktiv und restaurativ anprangern zu können, denn das ist sie beileibe nicht. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Es wird dadurch zu einer Steigerung der Kunstankäufe kommen, der Ankäufe zeitgenössischer Kunst – ich betone das noch einmal –, und somit zu einer Förderung der zeitgenössischen KünstlerInnen, die somit mehr Aufmerksamkeit bekommen und mit mehr Ankäufen, Kunstankäufen, rechnen können. – Das ist ein Erfolg, meine Damen und Herren, ein Erfolg dieser Regierung und ihrer Arbeit! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Ich darf noch einmal darauf hinweisen: Wenn man diese Kultur- und Kunstpolitik als restaurativ oder veraltet bezeichnen will, dann ist das wirklich nur eine willkürliche Vorgangsweise und hat mit der Realität absolut nichts zu tun. Einiges, eigentlich vieles ist bereits erreicht worden, und an vielem wird gearbeitet. Ich benenne beziehungsweise bezeichne das schlicht und einfach als das, was es ist: erfolgreiche Arbeit! Dazu wünsche ich vor allem Ihnen, Herr Staatssekretär, aber auch uns allen, die wir an Kunst- und Kulturarbeit interessiert sind und uns dafür engagieren, sehr viel Kraft und Durchhaltevermögen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Großruck: Das werden Sie nicht beurteilen!
Das Hauptproblem sehe ich darin, dass die Evaluierung erst im Nachhinein geschieht, der Blick richtet sich immer weit zurück, die Bestandsaufnahme ist eine historische. Allerdings kann auch aus einem historischen Rückblick gelernt werden, wenn nicht – wie soeben über uns hereingebrochen – ein Bundeskanzler bewusst an einem bestimmten Tag, bewusst an einem bestimmten Ort und bewusst in einem bestimmten Medium Botschaften setzt, die objektiv zwar nicht nur falsch sind (Abg. Großruck: Das werden Sie nicht beurteilen!), die aber ein mühevolles Erreichen eines Mitschuldsbekenntnisses Österreichs und einer langsamen Bewusstseinsänderung im vergangenheitsverliebten Österreich wieder in Frage stellen, wenn nicht gar zunichte machen. – So weit zu dem, was man aus dem Blick zurück auch nicht lernen kann oder was man aufs Spiel setzt, wenn man um neue Wählerinnen und Wähler buhlt.
Beifall bei der SPÖ.
Ein weiteres Beispiel ist das Bundesministerium für Unterricht. Statt Anregungen aufzunehmen, die Organisation zu verbessern, wird, wie Sie von der Regierung es nennen würden, gespart – aber es wird an der Bildung der österreichischen Jugend gespart. Und das ist der eigentliche Skandal! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Martin Graf: Bank Burgenland!
Zum Beispiel wurde die Österreichische Galerie mehrmals massiv, vernichtend kritisiert. Der Erfolg ist: Wir haben einen neuen Skandal am Hals, der sich in der Österreichischen Galerie abspielt. (Abg. Dr. Martin Graf: Bank Burgenland!) Das Plakat für die Klimt-Ausstellung wirbt mit einem arisierten Kunstobjekt, ohne jeden Hinweis darauf, woher dieses Bild stammt, obwohl bekannt war, auf welche Art und Weise das Bild den Besitzer gewechselt hat.
Präsident Dr. Fischer übernimmt wieder den Vorsitz.
Zum Beispiel waren sich anlässlich der Beratungen zur Ladung von Auskunftspersonen betreffend die Auftragsvergabe im Bundesstraßen- und Bundeshochbau FPÖ und ÖVP sehr einig, politisch Verantwortliche – zum Beispiel Landeshauptmann Pröll – nicht zu laden. Wann ist diese Regierung an Aufklärung interessiert? (Präsident Dr. Fischer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ.
Letzte Bemerkung: Herr Bundeskanzler! Sie haben heuten folgenden Satz gesagt: Wir haben die moralische Verpflichtung aktiv und positiv aufgenommen. – Nein, Herr Bundeskanzler, das haben Sie nicht. Wo ist Ihre moralische Verpflichtung, wenn Sie zum Beispiel Behinderten 2 Milliarden Schilling wegnehmen? – Selbst wenn Sie beabsichtigen, diese den Behinderten wieder zukommen zu lassen, ist das unmoralisch, unsozial und ungerecht. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Heute Vormittag tönte es dann vor allem von den Rednerinnen und Rednern der freiheitlichen Regierungsfraktion, die EU sei schuld an diesen Versäumnissen. Wenn man sich hingegen die EU-Dokumente ansieht, die Vorschläge, die es dort gibt, und die große Klage über die zögerliche Haltung der Mitgliedstaaten in Sachen einer effizienten Seuchenbekämpfung, dann muss man wirklich die Frage stellen: Hat Österreich hier im Inland und als Mitglied der EU alles getan, um eine große Bedrohung für Konsumentinnen und Konsumenten zu verhindern oder einzudämmen? (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Führende Virologen und Virologinnen bestätigen Ihnen, wir wissen viel zu wenig über diese Krankheit, über die Dauer, bis die Krankheit ausbricht, über die möglichen Formen einer Ansteckung, über die möglichen Formen einer Unschädlichmachung des vermuteten Erregers, als dass wir es uns leisten könnten, irgendwelche potentiellen Risken weiter fortzuschreiben. – Genau das passiert aber. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Mühlbachler: Unwahrscheinlich!
Andere Nationalstaaten, die durchaus von der Risikosituation her ähnlich wie Österreich eingeschätzt werden, haben früher reagiert, zum Beispiel Schweden. In Schweden, das auch nach Einschätzung der Europäischen Union so wie Österreich als ein Land eingestuft wird, in dem ein Risiko unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen ist ... (Abg. Mag. Mühlbachler: Unwahrscheinlich!) Unwahrscheinlich, ja. Genügt Ihnen ein kleines Risiko? Wollen Sie das belassen? Muten Sie das Kindern und VerbraucherInnen zu? – Na danke für diese Konsumentenschutzpolitik! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Andere Nationalstaaten, die durchaus von der Risikosituation her ähnlich wie Österreich eingeschätzt werden, haben früher reagiert, zum Beispiel Schweden. In Schweden, das auch nach Einschätzung der Europäischen Union so wie Österreich als ein Land eingestuft wird, in dem ein Risiko unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen ist ... (Abg. Mag. Mühlbachler: Unwahrscheinlich!) Unwahrscheinlich, ja. Genügt Ihnen ein kleines Risiko? Wollen Sie das belassen? Muten Sie das Kindern und VerbraucherInnen zu? – Na danke für diese Konsumentenschutzpolitik! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Vor allem: Woher nehmen Sie als NichtnaturwissenschafterInnen die Sicherheit, wenn führende VirologInnen heute sagen: Wir wissen es nicht!? Ich weiß es auch nicht, aber ich plädiere dafür, auf Nummer Sicher zu gehen, und Nummer Sicher heißt, die Risikofaktoren auszuschalten. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Es erging der Vorschlag, dass Schädel einschließlich Gehirn und Augen, die Mandeln, das Rückenmark und bestimmte Organe von Rindern zu verwerfen sind, das heißt, zu vernichten sind, nicht mehr in tierische Futtermittel dürfen. – Ohnehin nur eine Beschränkung, kein völliges Verbot der Verfütterung von Tier- und Knochenmehl. Und Österreich hat gegen diesen Vorschlag gestimmt, und zwar mit dem bemerkenswerten Argument: Bei uns ist noch kein Fall aufgetreten. Warum sollen wir dieses Hochrisikomaterial vernichten, wenn es doch vielleicht den Viehfutter- und den Fleischpreis ein paar Groschen hinunterdrückt? Ein paar Groschen Kostenersparnis sind wichtiger als die Gesundheit von Menschen, die Sicherheit der Verbraucherinnen und Verbraucher. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Oder: Rindfleisch aus Deutschland: 2 911 Tonnen, aus den Niederlanden: 1 477 Tonnen und so weiter. – Alles Länder mit einem wahrscheinlichen Risikopotential. Glauben Sie, dass man hier dann dieses Fleisch vernichtet oder entsorgt hat? – Doch nicht wirklich. Das ist an Menschen gegangen, das ist in den Konsum gelangt. Wie können Sie jetzt noch die These vertreten: Wir haben ohnehin alles getan, was wir tun können!? Mitnichten können Sie diese Behauptung noch aufrechterhalten! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Vor allem wird die Situation mit jedem Tag, den Sie länger zögern, schwieriger. Es bestünde im Prinzip kein Einwand dagegen, an Tiere, die im Prinzip auch Fleischfresser sind, auch tierische Produkte – Fleisch, Milchprodukte, Blutprodukte – zu verfüttern. Nur, wenn nicht sichergestellt ist, dass es sich um genießbare Produkte handelt, das heißt um Fleischwaren, um Blutprodukte, die im Prinzip auch für die menschliche Ernährung geeignet wären, dann lassen Sie sehenden Auges zu, dass gefährliches Material, infektiöses Material über die Nahrungskette auch zum Menschen kommen kann. Ich finde, das ist der Inbegriff von Verantwortungslosigkeit! Und das ist es, was die Konsumentinnen und Konsumenten verunsichert. Nicht die Stimmen der Kritikerinnen und Kritiker, die seit vielen Jahren warnen, sondern Ihre Untätigkeit ist es, die verunsichernd wirkt, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Jener Test, bei dem jetzt BSE-kranke Tiere entdeckt worden sind, war kein staatlich angeordneter Test, das war ein freiwilliger Test, erzwungen durch das Verhalten der Konsumentinnen und Konsumenten. Eigentlich sind es also die Kritikerinnen und Kritiker und die KonsumentInnen, die mittlerweile schon mehr den kritischen Stimmen glauben, die letztlich dazu führen, dass endlich Sicherheitstests eingeführt werden. Das waren nicht die Regierungen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Großruck: Das ist lächerlich!
Es war von Anfang an die Handschrift der ÖVP in dieser Regierung, dass Sie immer dem Druck der Großen nachgegeben haben, das heißt, dass Sie auch konsequent gegen die kleinbäuerliche Landwirtschaft agiert haben. (Abg. Großruck: Das ist lächerlich!) Sie waren es, die ohne Not die Bestandsobergrenzen hinaufgeschraubt haben. Sie waren es, die die Kontrollen, vor allem auch die Möglichkeit, dass beauftragte Tierschutzorgane zum Einsatz gelangen, verboten, untersagt und eingeschränkt haben. Sie haben es zu verantworten, dass bestimmte Produktionsstätten mittlerweile hermetisch abgeriegelten Festungen gleichen und dass bis hin zum Generalintendanten des ORF von allerhöchster Regierungsstelle interveniert wird, wenn es um kritische Berichte geht.
Abg. Auer: Nicht in Österreich!
Meine Damen und Herren! Wir haben die entsprechende Bundesministerin oft gefragt, etwa nach dem ersten Auftreten von BSE, zuletzt war es eben Sickl. Es gab zwischenzeitlich auch andere Skandale, etwa einen Dioxin-Skandal, es ist ja nicht nur das Mehl von verendeten Tieren im Tierfutter gelandet, sondern es gab auch dioxinbelastete Reste von Altölen, verdorbene Margarine et cetera. (Abg. Auer: Nicht in Österreich!) Nein, gar nicht in Österreich! Ich erinnere Sie an dicke Berichte aus der Steiermark, aber das geht spurlos an Ihnen vorbei. Sie nehmen es nicht wahr, weil Sie es nicht wahrnehmen wollen. Daher bekommen Sie die Rechnung von Seiten der Konsumentinnen und Konsumenten präsentiert! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger: Es war die "Konsum"-Firma!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger: Es war die "Konsum"-Firma!
Meine Damen und Herren! Wir haben die entsprechende Bundesministerin oft gefragt, etwa nach dem ersten Auftreten von BSE, zuletzt war es eben Sickl. Es gab zwischenzeitlich auch andere Skandale, etwa einen Dioxin-Skandal, es ist ja nicht nur das Mehl von verendeten Tieren im Tierfutter gelandet, sondern es gab auch dioxinbelastete Reste von Altölen, verdorbene Margarine et cetera. (Abg. Auer: Nicht in Österreich!) Nein, gar nicht in Österreich! Ich erinnere Sie an dicke Berichte aus der Steiermark, aber das geht spurlos an Ihnen vorbei. Sie nehmen es nicht wahr, weil Sie es nicht wahrnehmen wollen. Daher bekommen Sie die Rechnung von Seiten der Konsumentinnen und Konsumenten präsentiert! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger: Es war die "Konsum"-Firma!)
Zwischenruf des Abg. Zweytick.
Niemand sagt, dass der Skandal in Österreich – Gott sei Dank ist das nicht der Fall – ähnliche Dimensionen angenommen hat wie in anderen Ländern. Aber wollen Sie es wirklich so weit kommen lassen? Warum bremsen und verzögern Sie noch immer? Was veranlasst Sie andauernd, mit dieser Agro-Industrie-Lobby gemeinsame Sache zu machen und damit auch den Kleinbauern in den Rücken zu fallen? (Zwischenruf des Abg. Zweytick. )
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich glaube, in der Öffentlichkeit wie auch in der kritischen Wissenschaft herrscht eine andere Meinung. Das ist ein Dreck, der in die Nahrungsmittelkette eingeschleust wird, um die Kosten der Produktion niedrig zu halten, und der Dreck verschwindet nicht mehr aus der Nahrungsmittelkette! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Bedenken kommen beispielsweise auch von der Futtermittelindustrie, und auch da ist es eine grüne europäische Abgeordnete, die Klage führt, die sagt, es scheine so zu sein, dass die Geheimhaltungsinteressen der Futtermittelindustrie wichtiger sind als der Schutz der Gesundheit der Bevölkerung. Dagmar Roth-Behrendt sagt, es sei wichtig, den Schutz des geistigen Eigentums und der firmeneigenen Rezepturen zu garantieren. Der Kontrollaufwand sei zu hoch und so weiter. – Das heißt, die Futtermittelindustrie wehrt sich mit Händen und Füßen dagegen, dass auf jedem Futtermittelsack draufstehen muss, was da hineingekommen ist, woher es stammt, wie die prozentuelle Zusammensetzung ist, und vor allem gegen eine Garantie, dass nicht die Kadaver von verendeten Tieren, zu Mehl verarbeitet, da hineingemanscht werden. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Schwarzenberger: Machen Sie Österreich nicht so schlecht!
Meine Damen und Herren! Ich fasse zusammen: Österreich gehört nicht zu den Staaten, die die fortschrittlichsten Regelungen in Sachen Konsumentenschutz, Tierschutz und transparenter Deklaration haben. (Abg. Schwarzenberger: Machen Sie Österreich nicht so schlecht!) Lesen Sie die Dokumente! Die ÖVP scheint mittlerweile nicht einmal mehr lesen zu können. Dies steht in den Kommissionsdokumenten – Sie haben sie auch –, aber offenbar ist es Ihnen Wurscht! Das ist ja auch ein klares Bekenntnis vor der österreichischen Bevölkerung. Sie werden es auch zu verantworten haben, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Khol: Das ist richtige Angstmacherei!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Khol: Das ist richtige Angstmacherei!
Meine Damen und Herren! Ich fasse zusammen: Österreich gehört nicht zu den Staaten, die die fortschrittlichsten Regelungen in Sachen Konsumentenschutz, Tierschutz und transparenter Deklaration haben. (Abg. Schwarzenberger: Machen Sie Österreich nicht so schlecht!) Lesen Sie die Dokumente! Die ÖVP scheint mittlerweile nicht einmal mehr lesen zu können. Dies steht in den Kommissionsdokumenten – Sie haben sie auch –, aber offenbar ist es Ihnen Wurscht! Das ist ja auch ein klares Bekenntnis vor der österreichischen Bevölkerung. Sie werden es auch zu verantworten haben, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Khol: Das ist richtige Angstmacherei!)
Abg. Schwarzenberger: Es wird an Vieh seit 1990 nicht mehr verfüttert! – Abg. Ing. Westenthaler: Woher wissen Sie das?
Das sind eigentlich Vorschläge, wo man an die Adresse der Grünen gerichtet fast sagen müsste: Das sind No-na-Forderungen, das ist eine Minimalforderung. Ich verstehe nicht, warum diese Bundesregierung ein derart logisches, überhaupt nicht überzogenes Programm so vehement von sich weist. Wie gesagt, ich kann es mittlerweile wirklich nur mehr mit der Vertretung von Lobbyinteressen erklären. Es scheinen manche Großviehbarone in Ihrer Partei so viel Macht zu haben, dass sie, wie gesagt, auch einen Kanzler dazu bringen, beim ORF-Generalintendanten zu intervenieren, dass es möglich ist, dass diese Berichte nicht an die Öffentlichkeit kommen, bis sie nicht mehr zurückzuhalten sind. (Abg. Schwarzenberger: Es wird an Vieh seit 1990 nicht mehr verfüttert! – Abg. Ing. Westenthaler: Woher wissen Sie das?)
Abg. Schwarzenberger: Lesen Sie weiter!
Meine Damen und Herren! Ich schließe meine Ausführungen, wobei ich fürchte, dass ein Zitat aus den "Salzburger Nachrichten" von Barbara Morawec: "Der Wahnsinn ergriff nicht nur die Rinder" leider seine Berechtigung hat (Abg. Schwarzenberger: Lesen Sie weiter!), denn es passiert das Gegenteil von dem, was zur Sicherung der Interessen der Konsumentinnen und Konsumenten in diesem Land notwendig wäre. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ich schließe meine Ausführungen, wobei ich fürchte, dass ein Zitat aus den "Salzburger Nachrichten" von Barbara Morawec: "Der Wahnsinn ergriff nicht nur die Rinder" leider seine Berechtigung hat (Abg. Schwarzenberger: Lesen Sie weiter!), denn es passiert das Gegenteil von dem, was zur Sicherung der Interessen der Konsumentinnen und Konsumenten in diesem Land notwendig wäre. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Das hat in Österreich vieles, was in anderen Ländern gang und gäbe ist, verhindert. Wir haben von Österreich vieles ferngehalten, was in anderen Ländern Realität ist. Und ich bitte Sie, meine Damen und Herren, auch angesichts dieser Diskussion, doch zu sehen, dass wir in Österreich ein hohes Niveau an Lebensmittelsicherheit, an Qualität unserer Lebensmittel haben und wir auch keinen Vergleich, etwa was die Form der Produktion im europäischen Vergleich betrifft, zu scheuen brauchen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Auch in Zukunft müssen wir dies sicherstellen, auch sicherstellen angesichts der Entwicklungen, die in anderen europäischen Ländern im Gange sind, auch in unseren Nachbarländern, sicherstellen vor allem auch angesichts der Verunsicherung, die Konsumenten erfasst hat. Unsere Aufgabe ist es, Sicherheit zu geben, und nicht, Verunsicherung zu schüren, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Das ermöglicht mir heute, zu sagen, dass wir in Österreich bis jetzt keinen Fall von BSE haben, und zwar nicht deswegen, weil wir nicht untersuchen, sondern ich meine, dass wir alles getan haben, was uns möglich ist, um diese tatsächlich dramatische Entwicklung nach Möglichkeit von unserem Lande fern zu halten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Es ist auch in Zukunft unser Ziel, diese Bedrohung von Österreich fernzuhalten und zu verhindern, dass dieses Risiko auf Österreich überschwappt. Daher wird diese Bundesregierung am kommenden Montag beim Agrarministerrat, beim Sonderagrarministerrat der Europäischen Union dafür eintreten, dass es europaweit ein Verbot der Verfütterung von Tiermehl gibt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Kollege Haupt und ich werden im Auftrag des Bundeskanzlers morgen – so, wie hier das Parlament – auch den Ministerrat über die entsprechenden Maßnahmen informieren. Mit dieser Strategie wird Österreich am 4. Dezember im Sonderrat Landwirtschaft seine Position vertreten. Ich meine, dass mit dieser Strategie neuerlich der Nachweis geführt ist, dass die österreichische Bundesregierung wie schon bisher alles in ihrer Macht Stehende tut, um diese dramatische Problematik von Österreich fern zu halten und für die Sicherheit der österreichischen Konsumentinnen und Konsumenten alles nur Menschenmögliche zu tun. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Bundesminister Mag. Molterer: Wenn Sie aufgepasst haben – ja!
Wenn ich das richtig verstehe, wollen Sie sich jetzt – ich hoffe, Sie bestätigen das mit einem Kopfnicken – auf EU-Ebene für das Verfütterungsverbot von Tiermehlen einsetzen. Ist das richtig? Habe ich Sie richtig verstanden? Im Agrarministerrat am 4. Dezember? (Bundesminister Mag. Molterer: Wenn Sie aufgepasst haben – ja!) – Gut, danke schön, das ist also klar! Das ist einmal ein kleiner Erfolg dieser Bemühungen, die wir im Interesse der österreichischen Konsumentinnen und Konsumenten sowie auch im Interesse der österreichischen Bäuerinnen und Bauern für ganz zentral halten. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn ich das richtig verstehe, wollen Sie sich jetzt – ich hoffe, Sie bestätigen das mit einem Kopfnicken – auf EU-Ebene für das Verfütterungsverbot von Tiermehlen einsetzen. Ist das richtig? Habe ich Sie richtig verstanden? Im Agrarministerrat am 4. Dezember? (Bundesminister Mag. Molterer: Wenn Sie aufgepasst haben – ja!) – Gut, danke schön, das ist also klar! Das ist einmal ein kleiner Erfolg dieser Bemühungen, die wir im Interesse der österreichischen Konsumentinnen und Konsumenten sowie auch im Interesse der österreichischen Bäuerinnen und Bauern für ganz zentral halten. (Beifall bei den Grünen.)
Bundesminister Mag. Molterer: So wie schon bisher!
Klar ist: Wir sind im Bereich der Rinderproduktion ein exportorientiertes Land. Wir müssen auch auf europäischer Ebene offensiv und nicht defensiv auftreten, Herr Bundesminister. (Bundesminister Mag. Molterer: So wie schon bisher!) – Das zu Beginn.
Beifall bei den Grünen.
Das müssen wir klären, Herr Bundesminister, das müssen wir lösen, aber nicht so, wie Sie das bisher gelöst haben, nämlich mit dem Rückgang der Futtermittelkontrollen. Von 1998 auf 1999 ist es zu einem Rückgang von 1 500 Kontrollen auf 800 Kontrollen gekommen. Bitte, das ist kein Weg, der hier zu einer Klärung und einer Lösung führen wird! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Da haben Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen dieses Hauses, im Rahmen des Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetzes wirklich alles andere getan, als die industrielle Landwirtschaft zu verhindern. Herr Bundesminister, Sie haben die Tierbestandsgrenzen, die UVP-pflichtig sind, hinaufgesetzt und nicht heruntergesetzt. So sieht es nämlich in der österreichischen Agrarpolitik im Augenblick aus! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Schwarzenberger: Da gibt es nach Aussagen der SPÖ Milliarden-Geschenke! Die SPÖ spricht von Milliarden-Geschenken!
In dem Budgetvoranschlag, den wir nächste Woche diskutieren werden, haben Sie im Bereich der biologischen Institutionen – jener Einrichtungen, die sich seit Jahren intensivst für die Ökologisierung der österreichischen Landwirtschaft einsetzen – gekürzt, Herr Bundesminister! Das ist Ihre Politik für eine Ökologisierung: Kürzungen bei den Bio-Organisationen (Abg. Schwarzenberger: Da gibt es nach Aussagen der SPÖ Milliarden-Geschenke! Die SPÖ spricht von Milliarden-Geschenken!), und 80 Millionen Schilling mehr für die Agrarmarkt Austria, die die Bürokratie darstellt. (Beifall bei den Grünen.) Das ist die Realität, so sieht es aus! Wir werden nächste Woche noch ausreichend darüber diskutieren.
Beifall bei den Grünen.
In dem Budgetvoranschlag, den wir nächste Woche diskutieren werden, haben Sie im Bereich der biologischen Institutionen – jener Einrichtungen, die sich seit Jahren intensivst für die Ökologisierung der österreichischen Landwirtschaft einsetzen – gekürzt, Herr Bundesminister! Das ist Ihre Politik für eine Ökologisierung: Kürzungen bei den Bio-Organisationen (Abg. Schwarzenberger: Da gibt es nach Aussagen der SPÖ Milliarden-Geschenke! Die SPÖ spricht von Milliarden-Geschenken!), und 80 Millionen Schilling mehr für die Agrarmarkt Austria, die die Bürokratie darstellt. (Beifall bei den Grünen.) Das ist die Realität, so sieht es aus! Wir werden nächste Woche noch ausreichend darüber diskutieren.
Bundesminister Mag. Molterer: Und die sterben alle in einem Jahr, oder was?
Schauen wir uns doch einmal an, wie es mit unserem BSE-Vorsorgeprogramm, das Sie angesprochen haben, bisher wirklich aussieht! Dieses Vorsorgeprogramm – wie viele Proben sind das jährlich, Herr Bundesminister? Wie viele Untersuchungen? – 200 bis 800 Proben jährlich, bei einem Rinderbestand von 2 Millionen Stück Rindern! Sie können mir doch nicht sagen, dass eine Prüfrate von weit unter 1 Promille irgendwie wissenschaftlich fundiert oder ausreichend wäre. (Bundesminister Mag. Molterer: Und die sterben alle in einem Jahr, oder was?) Bitte, Sie wissen sehr genau, dass der letzte BSE-Test in Deutschland nicht an einem Tier durchgeführt wurde, das bereits verendet war! Das war ein lebendes, ein an sich gesundes Tier, das noch keine Symptome gezeigt hat.
Beifall bei den Grünen.
Daher wiederhole ich unsere Forderung, damit das klar ist: Generelles Verbot der Verfütterung von Tiermehl zum jetzigen Zeitpunkt! Setzen Sie das bitte in einer Verordnung um, bis alles geprüft ist und all die Vorsorgemaßnahmen, die die EU-Kommission und das Parlament fordern, endlich ausreichend umgesetzt sind! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Pumberger: Wer waren da die Gesundheitsminister?
Der gemeinsame Nenner dieser Erkrankungen ist (Abg. Dr. Pumberger: Wer waren da die Gesundheitsminister?), dass wirtschaftliche Gewinne die Priorität vor der Gesundheit von Menschen hatten. In der Anfangszeit der HIV-Infektion wollte man, ähnlich wie auch jetzt, die bedrohliche Dimension nicht begreifen. Um die Gewinne der Blut- und Plasmaindustrie nicht zu schmälern, wurde die Gefahr verharmlost.
Demonstrativer Beifall der Abg. Dr. Petrovic. – Beifall bei der SPÖ.
Ich wünsche mir von der EU, die eine 130-prozentige Förderungserhöhung für Rindfleisch beschloss, gleiche Konsequenz und Hilfe für die VerbraucherInnen. (Demonstrativer Beifall der Abg. Dr. Petrovic. – Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Pumberger: Die SPÖ hat immer nur beschwichtigt!
Es gibt keine Sicherheit, dass wir ein BSE-freies Land sind. (Abg. Dr. Pumberger: Die SPÖ hat immer nur beschwichtigt!) Bisher ist es nur so gewesen, dass ein BSE-Fall nicht nachgewiesen werden konnte. Das ist immer der große Unterschied: ob es wirklich sicher ist oder ob es nur bis jetzt nicht nachweisbar war, sei es durch mangelnde Diagnostik, sei es durch die lange Inkubationszeit. Das heißt aber nicht, dass es BSE in unserem Land nicht gibt.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Herr Bundesminister! Wir SozialdemokratInnen werden Sie bei allem unterstützen, was die Gesundheit der Menschen fördert. Wir fordern Sie auf, heute schon ein Verfütterungsverbot von Tiermehl zu veranlassen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordnete Anna Elisabeth Achatz (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Frau Kollegin Pittermann! Sie reden, und wir handeln. Das ist die neue Qualität dieser Bundesregierung! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Prammer.
Sie hätten ja schon längst die Möglichkeit gehabt, vor allem in der Sache BSE zu handeln, Frau Kollegin Prammer! Da ist nichts geschehen. (Zwischenruf der Abg. Mag. Prammer. ) BSE ist ja nicht neu, die längste Zeit schon müssen wir uns mit diesen Dingen beschäftigen. Aber das Einzige, was Sie gemacht haben, während Sie Ministerin waren, war dies: Sie haben einen Hormonskandal vom Zaun gebrochen, der keiner war und der die österreichische Bevölkerung 100 Millionen Schilling gekostet hat! Das war Ihre "Leistung". (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sie hätten ja schon längst die Möglichkeit gehabt, vor allem in der Sache BSE zu handeln, Frau Kollegin Prammer! Da ist nichts geschehen. (Zwischenruf der Abg. Mag. Prammer. ) BSE ist ja nicht neu, die längste Zeit schon müssen wir uns mit diesen Dingen beschäftigen. Aber das Einzige, was Sie gemacht haben, während Sie Ministerin waren, war dies: Sie haben einen Hormonskandal vom Zaun gebrochen, der keiner war und der die österreichische Bevölkerung 100 Millionen Schilling gekostet hat! Das war Ihre "Leistung". (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Pittermann meldet sich aus der ersten Bankreihe.
Frau Kollegin Pittermann und Herr Kollege Pirklhuber! Leider Gottes ist er nicht mehr da, und auch Frau Kollegin Pittermann sehe ich nicht hier im Haus. (Abg. Dr. Pittermann meldet sich aus der ersten Bankreihe.) Entschuldigung! – Ihre Forderungen, genau Ihre Forderungen werden mit unserem Antrag, dem Entschließungsantrag der Regierung, erfüllt. Sie hätten Herrn Bundesminister Molterer bei seinen Ausführungen nur zuzuhören brauchen. (Abg. Gradwohl: Nein!) Sie können ja nicht einmal zuhören, Herr Kollege Gradwohl. Nicht einmal zuhören können Sie! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Gradwohl: Nein!
Frau Kollegin Pittermann und Herr Kollege Pirklhuber! Leider Gottes ist er nicht mehr da, und auch Frau Kollegin Pittermann sehe ich nicht hier im Haus. (Abg. Dr. Pittermann meldet sich aus der ersten Bankreihe.) Entschuldigung! – Ihre Forderungen, genau Ihre Forderungen werden mit unserem Antrag, dem Entschließungsantrag der Regierung, erfüllt. Sie hätten Herrn Bundesminister Molterer bei seinen Ausführungen nur zuzuhören brauchen. (Abg. Gradwohl: Nein!) Sie können ja nicht einmal zuhören, Herr Kollege Gradwohl. Nicht einmal zuhören können Sie! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Frau Kollegin Pittermann und Herr Kollege Pirklhuber! Leider Gottes ist er nicht mehr da, und auch Frau Kollegin Pittermann sehe ich nicht hier im Haus. (Abg. Dr. Pittermann meldet sich aus der ersten Bankreihe.) Entschuldigung! – Ihre Forderungen, genau Ihre Forderungen werden mit unserem Antrag, dem Entschließungsantrag der Regierung, erfüllt. Sie hätten Herrn Bundesminister Molterer bei seinen Ausführungen nur zuzuhören brauchen. (Abg. Gradwohl: Nein!) Sie können ja nicht einmal zuhören, Herr Kollege Gradwohl. Nicht einmal zuhören können Sie! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Prammer.
Der erste und der sechste Punkt sind mir ganz besonders wichtig, und zwar geht es dabei um das Austria Gütesiegel. Wir Freiheitliche fordern schon seit langem, dass diese Konsumententäuschung beendet werden muss. Leider Gottes hat die SPÖ damals immer dagegen gestimmt, auch als Sie, Frau Prammer, noch Konsumentenschutzministerin waren. (Zwischenruf der Abg. Mag. Prammer. ) Sie sind da mitschuldig gewesen. Warum geht das jetzt auf einmal? Warum kann man das jetzt ändern?
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Das ist Ihr Gütesiegel! Das ist Ihr Werk!
Wo, glauben Sie, ist dieses Kalb gewachsen? (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Das ist Ihr Gütesiegel! Das ist Ihr Werk!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Frau Kollegin Prammer! Waren nicht Sie zuständig dafür?!
Das ist wirklich nicht in Ordnung. Da wird der Konsument getäuscht, und das ist auch zum großen Schaden für unsere Bauern. Sie haben es niemals geschafft, dass mit dieser Konsumententäuschung Schluss gemacht wird. Wir haben es mit diesem heutigen Antrag geschafft, und ich hoffe, dass er möglichst rasch umgesetzt wird. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Frau Kollegin Prammer! Waren nicht Sie zuständig dafür?!)
Abg. Haigermoser: Ja, das ist richtig! Ihr habt das wesentlich mitgestaltet, und zwar habt ihr es mit dem Preisargument abgelehnt!
Abgeordnete Mag. Barbara Prammer (SPÖ): Herr Präsident! Frau Abgeordnete Achatz hat in ihrer Rede gemeint, dass in der Zuständigkeit der früheren Konsumentenschutzministerin, also in meiner Zuständigkeit, die Gütesiegelregelung zu treffen gewesen wäre. (Abg. Haigermoser: Ja, das ist richtig! Ihr habt das wesentlich mitgestaltet, und zwar habt ihr es mit dem Preisargument abgelehnt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist wichtig!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Kollege Auer! Entschuldigen Sie, ich habe etwas vergessen. Ich muss bekannt geben, dass der Entschließungsantrag der Kollegin Achatz ordnungsgemäß eingebracht worden ist und mit in Verhandlung steht. – Bitte um Entschuldigung! (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist wichtig!)
Abg. Schieder: Überleben!
Abgeordneter Jakob Auer (fortsetzend): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Herren Bundesminister! Meine Damen und Herren! Trotz aller Aufgeregtheit habe ich eine Frage: Was ist das Wichtigste in schwierigen und gefährlichen Situationen, meine Damen und Herren? (Abg. Schieder: Überleben!) Ich meine, kühlen Kopf zu bewahren, alles zu tun, um nicht weitere Gefahren auszulösen oder bestehende Gefahrensituationen zu verschärfen. (Abg. Schieder: Überleben!)
Abg. Schieder: Überleben!
Abgeordneter Jakob Auer (fortsetzend): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Herren Bundesminister! Meine Damen und Herren! Trotz aller Aufgeregtheit habe ich eine Frage: Was ist das Wichtigste in schwierigen und gefährlichen Situationen, meine Damen und Herren? (Abg. Schieder: Überleben!) Ich meine, kühlen Kopf zu bewahren, alles zu tun, um nicht weitere Gefahren auszulösen oder bestehende Gefahrensituationen zu verschärfen. (Abg. Schieder: Überleben!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Gerade in der Frage BSE helfen weder eine Änderung beziehungsweise eine Umreihung der Tagesordnung oder billiger parlamentarischer Populismus, sondern entscheidend ist, dass gehandelt wird, und diese Regierung und die beiden Regierungsfraktionen beweisen, dass gehandelt wird. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Das ist eine Unterstellung, eine unerträgliche Unterstellung! Gehen Sie da weg! Unerhört ist das, wie Sie sich aufführen! Unglaublich! – Weitere anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wenn man Ihnen so zuhört, dann gewinnt man den Eindruck, als würden Sie geradezu herbeibeten, dass doch hoffentlich in Österreich auch etwas passieren möge, meine Damen und Herren. (Abg. Dr. Gusenbauer: Das ist eine Unterstellung, eine unerträgliche Unterstellung! Gehen Sie da weg! Unerhört ist das, wie Sie sich aufführen! Unglaublich! – Weitere anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.) Wichtig ist, meine Damen und Herren, dass die beiden verantwortlichen Minister in dieser Hinsicht Taten setzen und Maßnahmen in Angriff nehmen. Es sind beide Profis, und sie werden die Maßnahmen, die notwendig sind, setzen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gusenbauer: Reden Sie ja nicht mehr von Populismus! Unerträglich ist das! Entschuldigen Sie sich! Das ist ja unerhört!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gusenbauer: Reden Sie ja nicht mehr von Populismus! Unerträglich ist das! Entschuldigen Sie sich! Das ist ja unerhört!
Wenn man Ihnen so zuhört, dann gewinnt man den Eindruck, als würden Sie geradezu herbeibeten, dass doch hoffentlich in Österreich auch etwas passieren möge, meine Damen und Herren. (Abg. Dr. Gusenbauer: Das ist eine Unterstellung, eine unerträgliche Unterstellung! Gehen Sie da weg! Unerhört ist das, wie Sie sich aufführen! Unglaublich! – Weitere anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.) Wichtig ist, meine Damen und Herren, dass die beiden verantwortlichen Minister in dieser Hinsicht Taten setzen und Maßnahmen in Angriff nehmen. Es sind beide Profis, und sie werden die Maßnahmen, die notwendig sind, setzen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gusenbauer: Reden Sie ja nicht mehr von Populismus! Unerträglich ist das! Entschuldigen Sie sich! Das ist ja unerhört!)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wichtig ist, meine Damen und Herren, auch eine überschaubare, nachvollziehbare Produktion in Österreich, und es ist erwiesen und steht eindeutig fest, dass die österreichischen Bauern hervorragende Qualität erzeugen. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Gerade auch an Sie gerichtet, meine Damen und Herren von den Sozialdemokraten: Notwendig ist auch ein klares Bekenntnis des österreichischen Konsumenten zur österreichischen Qualität, aber auch zur Kostenwahrheit, und diese ist grundsätzlich positiv, das sei festgehalten, und dafür möchten gerade wir Bauern dem österreichischen Konsumenten ein Dankeschön sagen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Ich behaupte, dass in Österreich erzeugtes Tiermehl absolute Sicherheit bieten würde. Hätten alle EU-Länder dieselben Standards bei der Tierkörperverwertung wie Österreich, dann müssten wir uns mit diesem Problem nicht beschäftigen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Aber Südamerika ist nicht in der Lage, die Nachfrage an Eiweißfuttermitteln zu decken. Das bedeutet, massive Untersuchungen der Auswirkungen von gentechnisch veränderten Eiweißbohnen aus Nordamerika. Dafür sage ich danke, die brauchen wir nicht!, damit das klargestellt ist. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Das ist aber schon interessant: Ein Biobetrieb kann derartige Düngemittel verwenden! Was sagen Sie denn dazu, Herr Kollege Pirklhuber? Ist da keine Gefährdung gegeben? (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. ) Man sollte nicht mit Steinen werfen, wenn man selbst im Glashaus sitzt, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Wenitsch. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. )
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Wenitsch. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Das ist aber schon interessant: Ein Biobetrieb kann derartige Düngemittel verwenden! Was sagen Sie denn dazu, Herr Kollege Pirklhuber? Ist da keine Gefährdung gegeben? (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. ) Man sollte nicht mit Steinen werfen, wenn man selbst im Glashaus sitzt, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Wenitsch. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. )
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Das sagte der grüne Fraktionsführer im Europaparlament – und wir setzen es um im Sinne der Verbrauchersicherheit, im Sinne der österreichischen Qualität. Aber Sie sollten mit Ihren grünen Kollegen einmal ein ernstes Wort reden! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Für uns ist das Wichtigste, dass der österreichische Konsument auch in Zukunft die Gewähr hat, dass das, was in Österreich erzeugt wird, aus überschaubaren Produktionen stammt, nämlich von bäuerlichen Familienbetrieben kommt, dass er nachvollziehen kann, wie erzeugt wird, und dass es in Österreich keine Tierfabriken gibt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Kiss: Diesen Eindruck konnte man haben!
Abgeordneter Rudolf Edlinger (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Herren auf der Regierungsbank! Herr Abgeordneter Auer hat vor wenigen Minuten hier gemeint, die Opposition wünsche sich offenbar, dass im Zusammenhang mit BSE etwas in Österreich passiert. (Abg. Kiss: Diesen Eindruck konnte man haben!) – Das ist grundsätzlich falsch!
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Wahr ist vielmehr, dass uns die Gesundheit der Menschen mehr wert ist als die Leichtfertigkeit und Polemik der Regierungsparteien gegenüber der Opposition. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Dr. Khol: Das gehört nicht zu einer tatsächlichen Berichtigung! – Beifall bei den Grünen für die das Rednerpult verlassende Abg. Dr. Petrovic.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Frau Kollegin! (Abg. Dr. Khol: Das gehört nicht zu einer tatsächlichen Berichtigung! – Beifall bei den Grünen für die das Rednerpult verlassende Abg. Dr. Petrovic. )
Abg. Mag. Schweitzer: Mei, das war jetzt "witzig"!
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Sehr geehrter Herr Ministerin ! Meine Damen und Herren! (Abg. Mag. Schweitzer: Mei, das war jetzt "witzig"!) Er legt Wert darauf, daher soll man ihn korrekt titulieren. – "Glaub
Beifall bei den Grünen.
Wir wollen nicht verunsichern, Herr Minister, sondern wir teilen durchaus Ihr Anliegen: Wir wollen die Glaubwürdigkeit der österreichischen Politik darstellen, und wir wollen auch für Sicherheit eintreten. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Uns geht es darum, dass erstens wirklich die Tests flächendeckend vorgenommen werden, soweit es möglich ist, damit die Leute sich in Sicherheit wiegen können, denn das Problem ist, wie bereits gesagt wurde, dass auch wissenschaftlich in keiner Weise nachgewiesen ist, was genau der Auslöser ist, wie der Prozess genau vor sich geht. Vor allem bei Tests stellt sich das Problem, dass Rinder, die in einem Alter von unter 30 Monaten geschlachtet werden, gar nicht diesem Test unterzogen werden können, weil das Eiweißprion erst auf der Wanderung ins Gehirn ist und insofern noch gar nicht nachgewiesen werden kann. Wir haben es da also mit einem Problemfeld zu tun, zu dem sich in erster Linie die Forschung einen Zugang verschaffen muss, und deshalb unser Antrag und unser Plädoyer, endlich zügig in dieser Richtung zu forschen, damit wir Grundlagen für wirksame Maßnahmen haben. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Achatz – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Da ist der Antrag! Zustimmen, Frau Kollegin! Zustimmen!
Herr Minister! Herr Ministerin! Ich ersuche deshalb dringend, die Kennzeichnung und die Gütesiegelregelung zu verbessern. Da müssen Sie wirklich hier und jetzt und bald in Österreich ans Werk gehen und handeln. Ja, meine Kollegen, handeln! Frau Kollegin Achatz, Sie haben ja gesagt, es muss gehandelt werden. Tun Sie in dieser Richtung etwas! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Achatz – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Da ist der Antrag! Zustimmen, Frau Kollegin! Zustimmen!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Minister! Ich frage mich: Wie kann ein ausgegliederter Betrieb, eine GesmbH, die unter Wirtschaftlichkeitsaspekten arbeiten soll, die zusätzlich Aufträge lukrieren muss, die ständig in einem Interessenkonflikt zwischen einerseits der eigentlichen Aufgabenstellung und andererseits der Bedienung der Kundeninteressen, der Wirtschaftsinteressen ist, dann noch eine erstklassige, eine qualitativ hochstehende Kontrolle gewährleisten? Sie selbst sägen am Stuhl der österreichischen Qualität, indem Sie die Kontrolle systematisch ausdünnen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Ministerin Haupt, Sie sind als zuständige Sozialministerin beziehungsweise Gesundheitsministerin ja auch direkt betroffen und haben hier auch ein maßgebliches Wort mitzureden. Sie als Veterinärmediziner müssten doch wissen, dass es sehr, sehr wichtig ist für die österreichische Qualität und auch für die Sicherheit der Leute hier, dass Kontrolle in staatlichen, behördlichen, amtlichen Händen bleibt. Wesentlich ist die Budgetierung und die Unabhängigkeit. An beiden beginnen Sie zu sägen, und das kreide ich Ihnen im Zusammenhang mit der BSE-Problematik besonders an. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir müssen streng vorgehen, wir müssen fast päpstlicher als der Papst sein, was Lebensmittel anlangt, damit wir im Ausland wirklich als der Delikatessenladen gelten können und damit unsere Produkte größere Absatzchancen haben, Absatzchancen, die sie, wenn man dem jetzigen Stand glaubt, im Großen und Ganzen auch wirklich verdienen, Absatzchancen, die vor allem die Bioprodukte wirklich zutiefst verdienen. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Achatz führt in den Bankreihen ein Gespräch mit den Abgeordneten Haller und Dr. Krüger.
Abgeordneter Heinz Gradwohl (SPÖ): Herr Präsident! Meine Herren Bundesminister! Hohes Haus! Geschätzte Frau Kollegin Achatz, damit in Zukunft nicht wieder unrichtige Behauptungen von diesem Rednerpult aus von Ihrer Seite aufgestellt werden, darf ich Ihnen nach meiner Rede etwas geben. Frau Kollegin Achatz, wenn Sie mir zwei Sekunden Ihrer geschätzten Aufmerksamkeit schenken wollen! (Abg. Achatz führt in den Bankreihen ein Gespräch mit den Abgeordneten Haller und Dr. Krüger.) – Dann werde ich ihr, ohne dass sie es weiß oder jetzt zuhört, dann eine thematische Aufstellung und eine Zusammenstellung des angeblichen Hormonskandals überreichen, damit auch Frau Kollegin Achatz, die nicht erst seit gestern hier im Haus ist, über die Tatsachen informiert ist und zukünftig hier vom Rednerpult aus keine falschen Behauptungen mehr verkünden muss. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Heinz Gradwohl (SPÖ): Herr Präsident! Meine Herren Bundesminister! Hohes Haus! Geschätzte Frau Kollegin Achatz, damit in Zukunft nicht wieder unrichtige Behauptungen von diesem Rednerpult aus von Ihrer Seite aufgestellt werden, darf ich Ihnen nach meiner Rede etwas geben. Frau Kollegin Achatz, wenn Sie mir zwei Sekunden Ihrer geschätzten Aufmerksamkeit schenken wollen! (Abg. Achatz führt in den Bankreihen ein Gespräch mit den Abgeordneten Haller und Dr. Krüger.) – Dann werde ich ihr, ohne dass sie es weiß oder jetzt zuhört, dann eine thematische Aufstellung und eine Zusammenstellung des angeblichen Hormonskandals überreichen, damit auch Frau Kollegin Achatz, die nicht erst seit gestern hier im Haus ist, über die Tatsachen informiert ist und zukünftig hier vom Rednerpult aus keine falschen Behauptungen mehr verkünden muss. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Prinz
Zum Zweiten, Kollege Auer: Irgendetwas dürfte in deiner (Zwischenruf des Abg. Prinz ) – Kollege Prinz, zu Ihnen komme ich auch noch – Bilanzrechnung mit Eiweiß und Tiermehlverfütterung nicht ganz zusammengehen. Auf der einen Seite steht die Behauptung, es gibt künftig ein Verbot – der Herr Bundesminister hat es von der Regierungsbank aus erwähnt und angekündigt – der Tiermehlverfütterung in Österreich, auf der zweiten Seite kommt dann plötzlich die Befürchtung, dass der Eiweißhaushalt nicht mehr stimmen könnte, aber gleichzeitig spricht sich Kollege Auer auch gegen den Import von Eiweißfutter aus. Wobei ich noch nicht weiß, ob das notwendig ist. Aber die Eiweißbohnen aus Amerika, die brauchen wir nicht, wir brauchen überhaupt nichts, so Kollege Auer. Sollen wir dann weiterhin wieder Tiermehl verfüttern? Kollege Auer, vielleicht könntest du mir hier eine Aufklärung geben (Abg. Auer: Die Gentechnik brauchen wir nicht!), denn trotz intensiven Zuhörens war es mir nicht möglich, zu erkennen, wohin die Zielrichtung geht. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Auer: Die Gentechnik brauchen wir nicht!
Zum Zweiten, Kollege Auer: Irgendetwas dürfte in deiner (Zwischenruf des Abg. Prinz ) – Kollege Prinz, zu Ihnen komme ich auch noch – Bilanzrechnung mit Eiweiß und Tiermehlverfütterung nicht ganz zusammengehen. Auf der einen Seite steht die Behauptung, es gibt künftig ein Verbot – der Herr Bundesminister hat es von der Regierungsbank aus erwähnt und angekündigt – der Tiermehlverfütterung in Österreich, auf der zweiten Seite kommt dann plötzlich die Befürchtung, dass der Eiweißhaushalt nicht mehr stimmen könnte, aber gleichzeitig spricht sich Kollege Auer auch gegen den Import von Eiweißfutter aus. Wobei ich noch nicht weiß, ob das notwendig ist. Aber die Eiweißbohnen aus Amerika, die brauchen wir nicht, wir brauchen überhaupt nichts, so Kollege Auer. Sollen wir dann weiterhin wieder Tiermehl verfüttern? Kollege Auer, vielleicht könntest du mir hier eine Aufklärung geben (Abg. Auer: Die Gentechnik brauchen wir nicht!), denn trotz intensiven Zuhörens war es mir nicht möglich, zu erkennen, wohin die Zielrichtung geht. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Zum Zweiten, Kollege Auer: Irgendetwas dürfte in deiner (Zwischenruf des Abg. Prinz ) – Kollege Prinz, zu Ihnen komme ich auch noch – Bilanzrechnung mit Eiweiß und Tiermehlverfütterung nicht ganz zusammengehen. Auf der einen Seite steht die Behauptung, es gibt künftig ein Verbot – der Herr Bundesminister hat es von der Regierungsbank aus erwähnt und angekündigt – der Tiermehlverfütterung in Österreich, auf der zweiten Seite kommt dann plötzlich die Befürchtung, dass der Eiweißhaushalt nicht mehr stimmen könnte, aber gleichzeitig spricht sich Kollege Auer auch gegen den Import von Eiweißfutter aus. Wobei ich noch nicht weiß, ob das notwendig ist. Aber die Eiweißbohnen aus Amerika, die brauchen wir nicht, wir brauchen überhaupt nichts, so Kollege Auer. Sollen wir dann weiterhin wieder Tiermehl verfüttern? Kollege Auer, vielleicht könntest du mir hier eine Aufklärung geben (Abg. Auer: Die Gentechnik brauchen wir nicht!), denn trotz intensiven Zuhörens war es mir nicht möglich, zu erkennen, wohin die Zielrichtung geht. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger.
Herr Bundesminister! Ich bin hocherfreut über Ihre Äußerungen, die meiner Meinung nach weiterreichend sind als der eingebrachte Entschließungsantrag. Sie haben in Ihren Aussagen von der Regierungsbank dezidiertere Maßnahmen angesprochen, als im Entschließungsantrag wiederzufinden sind. Der Entschließungsantrag der Koalitionsfraktionen bleibt hinter Ihren Aussagen zurück, und auf der anderen Seite finde ich es ein wenig befremdlich, dass ein Entschließungsantrag hier eingebracht wird, der Sie auffordert, weniger zu tun oder – von mir aus –das Gleiche zu tun, was Sie vorher schon gesagt haben. Wozu brauchen wir den Entschließungsantrag dann? Oder ist es so, dass diese beiden Koalitionsparteien vielleicht den Regierungsmitgliedern, die damit befasst sind, nicht wirklich so vertrauen, sodass das hier parlamentarisch noch einmal festgeschrieben werden muss? Wenn dem so ist, geschätzte Damen und Herren, dann ist dieser Entschließungsantrag zu wenig: zu wenig zum Schutz der österreichischen Bevölkerung und zur Bewältigung dieses Problems. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger. )
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Wenn es das ist, Herr Bundesminister, dann ist das zu wenig, denn vertrauensbildende Maßnahmen sollen dazu dienen, auf der einen Seite den Konsumenten klarzumachen, dass sie sich nicht fürchten müssen, und auf der anderen Seite den Produzenten die Möglichkeit zu bieten, ihr Produkt zu verkaufen. Wenn das hinter verschlossenen Türen besprochen wird, dann, Herr Bundesminister, entsteht der Eindruck, man habe etwas zu verbergen. Und das kann ja, bitte schön, nicht vertrauensbildend sein. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundesminister, ich stelle Ihnen noch zwei Fragen. Die erste Frage: Sie haben gemeinsam mit der damaligen Bundesministerin für soziale Sicherheit und Generationen Elisabeth Sickl am 14. Juli einen Brief an David Byrne geschrieben – Kollege Maier hat ihn heute schon zitiert –, darin haben Sie um eine Ausnahmeregelung Österreichs von der ab 1. Oktober vorgeschriebenen Entfernung des spezifizierten Risikomaterials von Rindern, Schafen und Ziegen ersucht. Wie ist das in Einklang zu bringen mit Ihren heutigen Aussagen, Herr Bundesminister? Distanzieren Sie sich heute von diesem Ersuchen, das negativ beschieden wurde, oder bestehen Sie nach wie vor auf diesem Ersuchen? Dann sind doch die Aussagen, die heute hier getroffen wurden, samt dem Entschließungsantrag, der weich ist, eigentlich nichts wert. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Stimmen Sie diesem Entschließungsantrag zu: im Interesse der Sicherheit der österreichischen Konsumentinnen und Konsumenten und für die Zukunft der kleinstrukturierten Landwirtschaft! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen
Als Arzt habe ich mir große Sorgen gemacht, als bekannt wurde, dass in Großbritannien diese todbringende Krankheit vermehrt auftrat. 1994, begonnen bereits 1993, haben wir gemeinsam mit dem damaligen Sozialsprecher Haupt und jetzigen Gesundheitsminister Haupt (Beifall bei den Freiheitlichen) schon darauf hingewiesen, wie gefährlich diese Creutzfeldt-Jakob-Krankheit ist. Schreckliche Bilder hatten wir im Fernsehen gesehen von Menschen, die dahinsiechten, und kein Arzt konnte ihnen mehr helfen.
Abg. Gradwohl steht hinter den Bankreihen und hebt beide Arme, um besser gesehen zu werden
Von wegen Importverbot, wie es Kollege Gradwohl – wo ist der Kollege Gradwohl? (Abg. Gradwohl steht hinter den Bankreihen und hebt beide Arme, um besser gesehen zu werden) – heute gefordert hat. Meine Initiativen damals, die haben Sie in den Wind geschlagen, denn Sie wollten ja in die EU, da wollten Sie es sich mit niemandem verscherzen, und die Grünen, die wollten auch alle in die EU. (Abg. Gradwohl: Kollege Pumberger, dann können Sie ja unserem Antrag heute zustimmen!) Vor dem Beitritt habe ich nichts gehört. Es war leise, und es war still. In England, in Großbritannien starben 150 000 Rinder, und die Verdachtsfälle von Creutzfeldt-Jakob-Krankheiten verdoppelten sich von Woche zu Woche, Menschen starben, doch die Grünen waren still. (Abg. Öllinger: Waren Sie damals überhaupt im Parlament?) Die Grünen waren still. Sie wollten ja Vorzugsschüler sein. (Abg. Öllinger: Wo verbringen Sie denn Ihre Zeit? Im Parlament nicht!) Aber sie haben dazugelernt. Jetzt sind sie nach wie vor in Opposition, wir sind in der EU, sie sind gemeinsam mit den Sozialisten in der Opposition, jetzt fordern sie, dass hier Maßnahmen ergriffen werden.
Abg. Gradwohl: Kollege Pumberger, dann können Sie ja unserem Antrag heute zustimmen!
Von wegen Importverbot, wie es Kollege Gradwohl – wo ist der Kollege Gradwohl? (Abg. Gradwohl steht hinter den Bankreihen und hebt beide Arme, um besser gesehen zu werden) – heute gefordert hat. Meine Initiativen damals, die haben Sie in den Wind geschlagen, denn Sie wollten ja in die EU, da wollten Sie es sich mit niemandem verscherzen, und die Grünen, die wollten auch alle in die EU. (Abg. Gradwohl: Kollege Pumberger, dann können Sie ja unserem Antrag heute zustimmen!) Vor dem Beitritt habe ich nichts gehört. Es war leise, und es war still. In England, in Großbritannien starben 150 000 Rinder, und die Verdachtsfälle von Creutzfeldt-Jakob-Krankheiten verdoppelten sich von Woche zu Woche, Menschen starben, doch die Grünen waren still. (Abg. Öllinger: Waren Sie damals überhaupt im Parlament?) Die Grünen waren still. Sie wollten ja Vorzugsschüler sein. (Abg. Öllinger: Wo verbringen Sie denn Ihre Zeit? Im Parlament nicht!) Aber sie haben dazugelernt. Jetzt sind sie nach wie vor in Opposition, wir sind in der EU, sie sind gemeinsam mit den Sozialisten in der Opposition, jetzt fordern sie, dass hier Maßnahmen ergriffen werden.
Abg. Öllinger: Waren Sie damals überhaupt im Parlament?
Von wegen Importverbot, wie es Kollege Gradwohl – wo ist der Kollege Gradwohl? (Abg. Gradwohl steht hinter den Bankreihen und hebt beide Arme, um besser gesehen zu werden) – heute gefordert hat. Meine Initiativen damals, die haben Sie in den Wind geschlagen, denn Sie wollten ja in die EU, da wollten Sie es sich mit niemandem verscherzen, und die Grünen, die wollten auch alle in die EU. (Abg. Gradwohl: Kollege Pumberger, dann können Sie ja unserem Antrag heute zustimmen!) Vor dem Beitritt habe ich nichts gehört. Es war leise, und es war still. In England, in Großbritannien starben 150 000 Rinder, und die Verdachtsfälle von Creutzfeldt-Jakob-Krankheiten verdoppelten sich von Woche zu Woche, Menschen starben, doch die Grünen waren still. (Abg. Öllinger: Waren Sie damals überhaupt im Parlament?) Die Grünen waren still. Sie wollten ja Vorzugsschüler sein. (Abg. Öllinger: Wo verbringen Sie denn Ihre Zeit? Im Parlament nicht!) Aber sie haben dazugelernt. Jetzt sind sie nach wie vor in Opposition, wir sind in der EU, sie sind gemeinsam mit den Sozialisten in der Opposition, jetzt fordern sie, dass hier Maßnahmen ergriffen werden.
Abg. Öllinger: Wo verbringen Sie denn Ihre Zeit? Im Parlament nicht!
Von wegen Importverbot, wie es Kollege Gradwohl – wo ist der Kollege Gradwohl? (Abg. Gradwohl steht hinter den Bankreihen und hebt beide Arme, um besser gesehen zu werden) – heute gefordert hat. Meine Initiativen damals, die haben Sie in den Wind geschlagen, denn Sie wollten ja in die EU, da wollten Sie es sich mit niemandem verscherzen, und die Grünen, die wollten auch alle in die EU. (Abg. Gradwohl: Kollege Pumberger, dann können Sie ja unserem Antrag heute zustimmen!) Vor dem Beitritt habe ich nichts gehört. Es war leise, und es war still. In England, in Großbritannien starben 150 000 Rinder, und die Verdachtsfälle von Creutzfeldt-Jakob-Krankheiten verdoppelten sich von Woche zu Woche, Menschen starben, doch die Grünen waren still. (Abg. Öllinger: Waren Sie damals überhaupt im Parlament?) Die Grünen waren still. Sie wollten ja Vorzugsschüler sein. (Abg. Öllinger: Wo verbringen Sie denn Ihre Zeit? Im Parlament nicht!) Aber sie haben dazugelernt. Jetzt sind sie nach wie vor in Opposition, wir sind in der EU, sie sind gemeinsam mit den Sozialisten in der Opposition, jetzt fordern sie, dass hier Maßnahmen ergriffen werden.
Abg. Öllinger: Es wäre besser, Sie würden sich verschweigen!
Es freut mich, dass Sie ein bisschen umdenken, dass Sie nicht aus reiner Selbstsucht diese ganze Problematik verschweigen. (Abg. Öllinger: Es wäre besser, Sie würden sich verschweigen!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wenn Frau Abgeordnete Petrovic sagt, der Wahnsinn ergriff nicht nur die Rinder, dann muss ich sagen: Wenn Sie damit insinuieren, dass die Abgeordneten sich nicht richtig verhalten hätten, dann muss ich betonen, Österreich hat sehr wohl reagiert! Es hat reagiert, und zwar schon 1990, und es wird auch weiter reagieren, nämlich in dem Sinn, dass wir weiterhin ganz vorne sein wollen, weil wir eben keine Kompromisse eingehen wollen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordneter Dr. Kurt Grünewald (Grüne): Herr Präsident! Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Gestatten Sie mir, dass ich mich wundere: Wenn ich meinen Vorrednern zuhöre und dabei ihre Sicherheit heraushöre, dann könnte ich glauben, es regnet demnächst von diesem Dach hier Nobelpreisträger herunter – aber ich vermute, wir werden den Schirm nicht aufspannen müssen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Was mich auch sehr wundert: Sie kritisieren uns polemisch neuerlich mit dem Vernaderungsargument. Da heißt es, die Bauern werden vernadert, unsere Lebensmittelindustrie wird vernadert, Österreich wird an den Pranger gestellt. Aber wenn wir schon so Unrecht haben, weshalb geben Sie uns dann in Ihrem Antrag über weite Strecken Recht und versuchen, jetzt eilig nachzuvollziehen, was wir schon seit Tagen und Wochen fordern? (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Was mich außerdem sehr wundert: Wenn jetzt das Argument kommt, es müsste alles von der EU ausgehen, und bis dahin hätten wir zu warten, oder es müssten ganze Tankladungen von Soja nach Österreich verschifft werden, und man würde das den armen Südamerikanern wegnehmen, dann frage ich mich Folgendes: Es gibt eine Reihe von Fotos von Kühen, die 20, 30 Jahre alt sind, und damals, so glaube ich, sind unsere Rinder auch nicht anorektisch über Weiden, Almen und Wiesen getorkelt. Ich glaube, dass Österreich genug Nahrungsmittel und Eiweißstoffe hat, um seinen Viehbestand in der Landwirtschaft zielführend und eiweißreich – im notwendigen Umfang eiweißreich – zu ernähren. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das war in den neunziger Jahren. Sie haben schon damals "alles gewusst" – und "wissen" heute wiederum alles. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Rasinger: Wer verharmlost? Budka?
Was mir auffällt, wenn jetzt Professor Budka und andere zitiert werden und ein Expertengremium nominiert werden soll oder nominiert wurde: In England wurde in dem erwähnten Bericht von Lord Philip kritisiert, dass Experten handverlesen, ohne Evaluierung, von diversen Ministerien und Interessengruppen ausgewählt wurden. – Ich finde, das sollte in Österreich nicht passieren! – Und ein angesehenes Fachjournal – ich weiß nicht, ob es "Lancet" war – schrieb oder zitierte: Rindfleisch ist sicher, wurde zum Mantra der britischen Regierung. – Ich hoffe, dass Sie nicht in eine solche Autosuggestion fallen und dazu übergehen, alles zu verharmlosen und die Gefahren zu verniedlichen! (Abg. Dr. Rasinger: Wer verharmlost? Budka?)
Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Haupt.
Wir sind daher nicht eine Insel der Seligen! Wir sind nicht ein Ort der Quarantäne oder einer sterilen Einheit ähnlich! Es gibt eine Dunkelziffer auch dann, wenn ich sie nicht erkenne. Sie wissen, dass Produkte von infizierten Tieren möglicherweise in Gelatine, zur Verarbeitung von Arzneimitteln, zur Herstellung von Impfsera – Gelatine für Torten et cetera ... (Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Haupt. ) – Ja, das ist gesetzlich ausgeschlossen. Ich weiß, man kann natürlich alles ausschließen, aber Faktum ist, dass so etwas nicht nachweisbar ist.
Abg. Dr. Rasinger: Ist der Budka schlecht?!
Wir fordern daher wirklich das strikte Verbot, Tiermehl an jedwede Art von Nutztieren zu verfüttern, aber auch dann ist eine diagnostische Lücke weiterhin gegeben. Wir fordern auch, die Forschung weiter voranzutreiben und Experten nach ihrer Qualifikation zu evaluieren. Ich glaube nicht, dass dieses Problem mit Hausverstand allein und mit Eigenlob gelöst werden kann. Das würde unsere Bevölkerung auch ... (Abg. Dr. Rasinger: Ist der Budka schlecht?!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Pumberger: Zwei Tage!
Ich habe Professor Budka nicht kritisiert. Aber Ihr Kollege, der Gesundheitssprecher der FPÖ, hat berichtet, dass Budka einmal gesagt hat, er würde kein Rindfleisch mehr essen, aber eine Woche später hat er gesagt, er würde es schon essen. Na bitte! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Pumberger: Zwei Tage!)
Beifall bei den Grünen.
Ich finde, dass jedenfalls Folgendes durchgeklungen ist: eine relativ unkritische Haltung zu den Errungenschaften der Wissenschaft und ein relatives Besserwissen. Es wird vorgegaukelt, dass Sie etwas wissen, wovon nicht einmal Wissenschaftler von sich behaupten können, dass sie diesbezüglich sicher sind. So lange das nicht gelöst ist, verdient es unsere Bevölkerung, dass wir hier Vorsicht walten lassen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Ich wünsche mir aus gutem Grund gemeinsame Anstrengungen über die Parteigrenzen hinaus – und aus gutem Grund keinen Alleingang der Regierung. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Pumberger, aufpassen! Ohren auf! Wenigstens einmal!
Ich werde dann ab der sechsten tatsächlichen Berichtigung diese an den Schluss dieser Debatte verweisen. – Bitte, Frau Abgeordnete. (Abg. Öllinger: Pumberger, aufpassen! Ohren auf! Wenigstens einmal!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rosemarie Bauer: Wichtig wären die Inhalte der Anfragen! – Abg. Dr. Pumberger: Da war die Anfrage zum Semmering-Basistunnel dabei! – Abg. Öllinger: BSE! Schon wieder nicht aufgepasst!
Die Anträge im Einzelnen erspare ich Ihnen jetzt. Es ist nur verwunderlich, dass ich als neues Mitglied im Hohen Haus einem altgedienten Mitglied mitteilen muss, was in dieser Causa schon alles geschehen ist. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rosemarie Bauer: Wichtig wären die Inhalte der Anfragen! – Abg. Dr. Pumberger: Da war die Anfrage zum Semmering-Basistunnel dabei! – Abg. Öllinger: BSE! Schon wieder nicht aufgepasst!)
Abg. Schwarzenberger: Das werde ich auch weiterhin tun!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Es wird Ihnen nicht entgangen sein, dass ich nicht zu den Rinder- und Schweinezüchtern gehöre. Aber ich gehöre zu denjenigen, die sehr gerne Rindfleisch und auch Schweinefleisch essen, und ich verstehe daher bestimmte Dinge der heutigen Diskussion nicht. Sie essen Rindfleisch (Abg. Schwarzenberger: Das werde ich auch weiterhin tun!), ich esse Rindfleisch, er isst Rindfleisch. (Abg. Schwemlein: Er isst mehr als du!) Wieso können wir dann nicht gemeinsam, zu viert, einen Entschließungsantrag einbringen? Das ist etwas, was ich nicht verstehe. Warum können sich
Abg. Schwemlein: Er isst mehr als du!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Es wird Ihnen nicht entgangen sein, dass ich nicht zu den Rinder- und Schweinezüchtern gehöre. Aber ich gehöre zu denjenigen, die sehr gerne Rindfleisch und auch Schweinefleisch essen, und ich verstehe daher bestimmte Dinge der heutigen Diskussion nicht. Sie essen Rindfleisch (Abg. Schwarzenberger: Das werde ich auch weiterhin tun!), ich esse Rindfleisch, er isst Rindfleisch. (Abg. Schwemlein: Er isst mehr als du!) Wieso können wir dann nicht gemeinsam, zu viert, einen Entschließungsantrag einbringen? Das ist etwas, was ich nicht verstehe. Warum können sich
Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Molterer.
Ich weiß nicht, ob jede Passage von dem ins Fernsehen kommt, was Herr Minister Molterer gesagt hat; ich nehme an, das wird nicht möglich sein, weil es doch relativ ausführlich war. Er hat heute gesagt, die neurologischen Auffälligkeiten von Rindern wurden schon immer untersucht, und dann kam es zur immunhistochemischen Untersuchung. – Da werden die Konsumenten vor dem Fernsehapparat wissend genickt haben, denn sie werden sich als geschulte Konsumenten natürlich schon ausführlich mit immunhistochemischen Problemen auseinander gesetzt haben! – Und weiter hat er gesagt, zu diesem Zeitpunkt wissen wir dann, ob es BSE-Fälle gegeben hat oder nicht. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Molterer. )
Abg. Dr. Rasinger: Hostasch hat ohnehin ...! Mertel, Prammer! – Abg. Dr. Pumberger: Mertel, Prammer, Hostasch!
Diese Frage stelle ich mir. Wenn wir erst jetzt die Debatte bezüglich Tiermehlverbot bei allen Tieren führen, erst jetzt, nach zehn Jahren, dann frage ich mich als Konsument ... (Abg. Dr. Rasinger: Hostasch hat ohnehin ...! Mertel, Prammer! – Abg. Dr. Pumberger: Mertel, Prammer, Hostasch!) – Bleiben Sie sonor, das beruhigt mich mehr. – Ich frage mich, wieso man nicht früher darauf reagiert hat und das nicht früher gemacht hat, auch warum man nicht früher Initiativen in der EU in Gang gesetzt hat, um das Verbot dort durchzusetzen. Warum hat man das nicht getan? (Abg. Dr. Pumberger: Ministerin Hostasch hat! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Pumberger: Ministerin Hostasch hat! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Diese Frage stelle ich mir. Wenn wir erst jetzt die Debatte bezüglich Tiermehlverbot bei allen Tieren führen, erst jetzt, nach zehn Jahren, dann frage ich mich als Konsument ... (Abg. Dr. Rasinger: Hostasch hat ohnehin ...! Mertel, Prammer! – Abg. Dr. Pumberger: Mertel, Prammer, Hostasch!) – Bleiben Sie sonor, das beruhigt mich mehr. – Ich frage mich, wieso man nicht früher darauf reagiert hat und das nicht früher gemacht hat, auch warum man nicht früher Initiativen in der EU in Gang gesetzt hat, um das Verbot dort durchzusetzen. Warum hat man das nicht getan? (Abg. Dr. Pumberger: Ministerin Hostasch hat! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Heiterkeit bei der SPÖ.
Ich bin in ein Salzburger Gasthaus gegangen und habe gesagt, ich möchte ein Schnitzel haben. Darauf sagt der Wirt, jetzt bekommen Sie einmal ein echtes Schnitzel von mir, ich kenne die Sau persönlich, von der Geburt bis zur Schlachtung habe ich sie begleitet. – Ich sage Ihnen, das war das beste Schnitzel, das ich je gegessen habe! Und mich kann man nicht so einfach übernehmen, indem man nur so tut und sagt, das ist die persönliche Sau, die du da bekommst. Das war wirklich ein gutes Schnitzel. (Heiterkeit bei der SPÖ.)
Heiterkeit.
Übrigens habe ich mich heute über eine Extrawurstsemmel in der Cafeteria geärgert. Wir müssen da sozusagen Versuchs-Abgeordnete spielen! Drei Stunden nachher war ich noch "bedient"! (Heiterkeit.) Ich frage mich: Wieso ist das so? Auch beim Rindfleisch hört man: Du musst in diese und jene Zweigstelle gehen, und in die andere gehst du lieber nicht.
Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Dr. Rasinger und Achatz.
Herr Minister Molterer und liebe Agrarindustrielle hier im Saal, für die ich an sich wirklich ein Herz habe! Sie könnten eigentlich viel mehr dafür leisten, dass dieses Vertrauen wirklich da ist, damit die Konsumenten auch daran glauben können, und zwar in Ihrem Interesse und auch im Interesse der Konsumenten. Und ich sage noch etwas, was Sie sich überhaupt nicht gedacht haben: auch in unserem Interesse hier herinnen. Ich glaube, es gibt keinen Einzigen hier, der nicht auch gerne lange und gesund lebt, und ich hoffe, dass Sie wenigstens dafür sind! (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Dr. Rasinger und Achatz. )
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Aber wir werden uns auch in Zukunft darum bemühen, die Lebensmittelsicherheit und daher die Gesundheit in Österreich weiter zu verbessern, und wir werden die Haltung, die Kollege Molterer hier vertreten hat, am 4. Dezember gemeinsam auch in Brüssel vertreten. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Diese Agrarindustrie hat es geschafft, vegetarische Wiederkäuer zu Fleischfressern umzufunktionieren. Man muss sich nur anschauen, was dabei herausgekommen ist. Diese umfunktionierten Fleischfresser, die mehr oder weniger im Nachhinein noch zu Tiermehl verarbeitet wurden, sind somit in einen riesigen Teufelskreis hineingekommen, weil dann natürlich jedes Tier, das nachher diese Futtermittel bekommen hat, auch der Gefahr einer BSE-Erkrankung ausgesetzt war. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Mag. Mühlbachler.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Kollegin Petrovic! Sie machen es sich heute zu leicht, wenn Sie sich heute hier herstellen und den derzeitigen Landwirtschaftsminister beziehungsweise den Minister für Soziales für diese verfehlte EU-Agrarpolitik und für diese Misswirtschaft verantwortlich machen, die da leider Gottes auf EU-Ebene Einzug gefunden hat. Sie dafür verantwortlich zu machen, ist einfach zu billig. (Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Mag. Mühlbachler. )
Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Schwarzenberger.
Diese Bundesregierung bekennt sich Gott sei Dank zu einem flächendeckenden, ökologisch orientierten Bauernstand. Meine Damen und Herren von der Regierung! Ich werde Sie mit all meinen Möglichkeiten dabei unterstützen. (Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Schwarzenberger. )
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Herr Kollege Cap! Ich beziehe mich noch einmal auf Sie. Sie haben gemeint, dass der Wirt das Schweindl persönlich gekannt hat, von dem Sie dann das gute Schnitzel gegessen haben. Für mich ist das eine Unterstützung, und das möchte ich hier auch einmal feststellen. Gute Qualität bei Tieren setzt eine gute Haltung, eine gute Fütterung voraus. Das war in diesem Saal nicht immer unbestritten, denn gerade die Grünen haben immer anklagend gesprochen. Die Bauern wissen, dass sie ihre Tiere gut füttern müssen, dass sie sie gut halten müssen, weil nur dann gute Qualität zustande kommt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Es ist heute schon sehr oft darauf hingewiesen worden, dass bereits vieles passiert ist. Ich möchte hier noch einmal festhalten, dass Österreich Vorreiter bei der Forderung und auch bei der Umsetzung der Rinderkennzeichnung war. Jede österreichische Kuh hat einen Stammbaum, einen so genannten Pass. Man kann jedes Stück österreichisches Rindfleisch bis hin zum Tierhalter und zum Bauernhof zurückverfolgen. Ich glaube, dass das den Konsumenten ungeheuer wichtig ist, daher ist uns auch diese Kennzeichnung sehr wichtig. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Es kann nicht so sein, dass Versäumnisse des Auslandes – es sind hier viele angesprochen worden –, Schlampereien beziehungsweise auch Fahrlässigkeiten unseren heimischen Produzenten auf den Kopf fallen und dass man undifferenziert, einfach um sich schlagend, argumentiert und letztendlich Schaden anrichtet, der die heimischen Bauern trifft. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich glaube, mit unserem Entschließungsantrag und dem von den beiden zuständigen Ministern Gesagten können wir getrost in die Zukunft blicken. Ich begrüße auch den Punkt des Entschließungsantrages, der das "A"-Gütesiegel betrifft. Ich glaube, dass wir mit dem vorliegenden Antrag und dessen Umsetzung in Österreich wieder ein besonderes Vorbild in der EU sein werden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Ja!
Abgeordneter Roland Zellot (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Meine geschätzten Damen und Herren! Ich glaube, das heutige Thema BSE ist sehr wohl für einen Parlamentarier, für einen Bauern und für einen Konsumenten sehr wichtig und ernst zu nehmen. Es wurde ja von mehreren Rednern hier schon erwähnt, dass es vor allem um unsere Gesundheit geht. (Abg. Öllinger: Ja!) Wenn wir auf unsere Gesundheit achten müssen, so geht es auch darum, dass dem Bauernstand ein gewisses Vertrauen entgegengebracht werden soll. Dieses Vertrauen in den Bauernstand ist natürlich gegeben, wenn man vergleicht – so wie es Herr Abgeordneter Cap auch angeschnitten hat –, dass die Kontrollen sehr ernst genommen werden. Ich pflichte Ihnen da bei.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine geschätzten Damen und Herren! Die österreichischen Bauern wurden im Jahre 1999 über 90 000 Mal von der Agrarmarkt Austria kontrolliert. Das ist wichtig, das ist gut. Aus diesem Anlass habe ich auch eine Anfrage an den Rat gestellt: Wie schaut es eigentlich mit den Kontrollen in den anderen EU-Mitgliedstaaten aus? – Der Rat hat mir eine Antwort gegeben: Solche etwaigen Kontrollen, wie es sie in Österreich zum Beispiel in Bezug auf das AMA-Gütesiegel gibt, gibt es in den anderen Mitgliedstaaten nicht. – Und das ist die große Schweinerei, meine geschätzten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine geschätzten Damen und Herren! Das ist ein Punkt der Gemeinsamkeit und der Ruf und die Warnung an die EU, dass die künftigen gesunden Lebensmittel nicht durch die Agrarindustrie gesichert werden, sondern durch die bäuerlichen Familienbetriebe, die wir zu unterstützen haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Na schon!
Ich glaube, dass es heute nicht darauf ankommt, welche Partei den besseren Antrag einbringt. (Abg. Öllinger: Na schon!) Es geht um das Verständnis gegenüber den Bauern und um die Unterstützung unserer heimischen Familienbetriebe. Das Parlament soll sich hier für ein richtiges Bündnis aussprechen, das Bündnis mit dem Bauern und das Bündnis mit dem Konsumenten. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich glaube, dass es heute nicht darauf ankommt, welche Partei den besseren Antrag einbringt. (Abg. Öllinger: Na schon!) Es geht um das Verständnis gegenüber den Bauern und um die Unterstützung unserer heimischen Familienbetriebe. Das Parlament soll sich hier für ein richtiges Bündnis aussprechen, das Bündnis mit dem Bauern und das Bündnis mit dem Konsumenten. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es geht den Grünen um die Optik, und Frau Abgeordnete Petrovic hat ja gesagt, sie möchte, dass der Druck der Medienberichte so stark wird, dass wir ihre Anträge lesen und ihr auch zuhören. Und selbst bei diesem wichtigen Thema hat Frau Abgeordnete Moser es sich nicht verkneifen können, mit ihrem "Herr Ministerin" zu kommen. Ja haben wir denn nichts anderes zu tun? – Die Leute erwarten von uns eine Lösungskompetenz. Sie erwarten von uns, dass wir ein Problem sachlich lösen, anstatt nur Schlagzeilenpolitik zu machen, wie Sie es machen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Lichtenberger: Das Bedauerliche!
Ich vermute weiters, dass Sie dieses Thema auch wieder dafür verwenden wollen, um sich im Nachhinein mit fremden Federn zu schmücken. Herr Bundesminister Haupt hat genau erklärt, wie sehr er bereits seit dem Jahre 1990 für eine Verdrängung der Tiermehlverfütterung, insbesondere an Wiederkäuer, gekämpft hat. Genauso wie Sie es beim ElWOG gemacht haben, bei dem Sie sich im Nachhinein die fremden Federn auf den Hut gesteckt haben, indem Sie für die Umsetzung der Vorschläge, die wir gebracht haben, eine Vorverlegung verlangt haben, obwohl Sie dann beim ElWOG dagegen gestimmt haben, genauso machen Sie es hier auch. Und das finde ich das Bedauernde! (Abg. Dr. Lichtenberger: Das Bedauerliche! ) – Das Bedauernde! Ich bedauere es.
Abg. Mag. Kogler: Ermittlungen!
Das Gleiche trifft auch zu, wenn Herr Abgeordneter Kogler – und das ist wieder eine Untermauerung dessen, was ich sage; Sie wollen hier nur Schlagzeilenpolitik machen – hier herauskommt und sagt: Die Regierung steht mit dem Rücken zur Wand, weil gegen den Justizminister Erhebungen laufen. – Das haben Sie gesagt. (Abg. Mag. Kogler: Ermittlungen!) – Erhebungen! Herr Abgeordneter Khol ist herausgekommen und hat Sie berichtigt. (Abg. Mag. Kogler: Er hat berichtigt, was ich gar nicht gesagt habe!) Er hat gesagt, die Staatsanwaltschaft hat mitgeteilt, dass ausschließlich die Stichhaltigkeit der Anzeige geprüft wird, sonst gar nichts! Aber Sie haben nicht den Mumm, hier ans Rednerpult zu treten und zu sagen: Bitte, Entschuldigung, ich habe mich falsch ausgedrückt. – Es geht um eine Schlagzeilenpolitik, die Sie auch hier beim BSE-Skandal weiterführen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Kogler: Er hat berichtigt, was ich gar nicht gesagt habe!
Das Gleiche trifft auch zu, wenn Herr Abgeordneter Kogler – und das ist wieder eine Untermauerung dessen, was ich sage; Sie wollen hier nur Schlagzeilenpolitik machen – hier herauskommt und sagt: Die Regierung steht mit dem Rücken zur Wand, weil gegen den Justizminister Erhebungen laufen. – Das haben Sie gesagt. (Abg. Mag. Kogler: Ermittlungen!) – Erhebungen! Herr Abgeordneter Khol ist herausgekommen und hat Sie berichtigt. (Abg. Mag. Kogler: Er hat berichtigt, was ich gar nicht gesagt habe!) Er hat gesagt, die Staatsanwaltschaft hat mitgeteilt, dass ausschließlich die Stichhaltigkeit der Anzeige geprüft wird, sonst gar nichts! Aber Sie haben nicht den Mumm, hier ans Rednerpult zu treten und zu sagen: Bitte, Entschuldigung, ich habe mich falsch ausgedrückt. – Es geht um eine Schlagzeilenpolitik, die Sie auch hier beim BSE-Skandal weiterführen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das Gleiche trifft auch zu, wenn Herr Abgeordneter Kogler – und das ist wieder eine Untermauerung dessen, was ich sage; Sie wollen hier nur Schlagzeilenpolitik machen – hier herauskommt und sagt: Die Regierung steht mit dem Rücken zur Wand, weil gegen den Justizminister Erhebungen laufen. – Das haben Sie gesagt. (Abg. Mag. Kogler: Ermittlungen!) – Erhebungen! Herr Abgeordneter Khol ist herausgekommen und hat Sie berichtigt. (Abg. Mag. Kogler: Er hat berichtigt, was ich gar nicht gesagt habe!) Er hat gesagt, die Staatsanwaltschaft hat mitgeteilt, dass ausschließlich die Stichhaltigkeit der Anzeige geprüft wird, sonst gar nichts! Aber Sie haben nicht den Mumm, hier ans Rednerpult zu treten und zu sagen: Bitte, Entschuldigung, ich habe mich falsch ausgedrückt. – Es geht um eine Schlagzeilenpolitik, die Sie auch hier beim BSE-Skandal weiterführen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Lichtenberger: Das ist ein simples Prinzip des Parlamentarismus, Herr Kollege!
Eines muss ich Ihnen schon auch sagen: Es kommen nun neue Entschließungsanträge von Ihnen, neue Entschließungsanträge an die Regierung. Wie wollen Sie denn eine Regierung , der Sie die demokratische Legitimität absprechen, auffordern, für uns zu handeln? (Abg. Dr. Lichtenberger: Das ist ein simples Prinzip des Parlamentarismus, Herr Kollege!) Das ist Schlagzeilenpolitik, die Sie hier wieder hereinbringen, genauso wie beim Budget, bezüglich dessen Sie keinen einzigen Gegenvorschlag, keinen einzigen konstruktiven Gegenvorschlag gebracht haben, eine Schlagzeilenpolitik, wie Sie sie auch bei den Sanktionen betrieben haben.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich fordere Sie auf, meine Damen und Herren, diese – ich kann das dafür richtige Wort nicht sagen, sonst bekomme ich einen Ordnungsruf – Schlagzeilenpolitik zurückzustellen und sich bei diesem Thema unserem Antrag anzuschließen. Er beinhaltet das einzig Wahre, und er bringt, last but not least, für die Bevölkerung das, was sie sich wünscht: Lösungskompetenz! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren von den Freiheitlichen! Es ist skandalös, wie Sie vorgehen, skandalös im wahrsten Sinne des Wortes. (Beifall bei den Grünen.) Der Herr Bundesminister wäre für einen Vier-Parteien-Antrag bereit gewesen, aber Ihr Herr Klubdirektor hat das verhindert.
Zwischenruf des Abg. Dr. Puttinger.
Wir fordern eine parlamentarische Enquete! Wir haben in der heutigen Debatte gesehen, wie viele unkompetente Meldungen hier zu BSE nach wie vor offensichtlich vorliegen. Und das ist ein Problem! Das muss geklärt werden, dazu brauchen wir aber Experten. Eine parlamentarische Enquete zu dieser Frage war offensichtlich zu viel für die Kolleginnen und Kollegen von der FPÖ. (Zwischenruf des Abg. Dr. Puttinger. )
Beifall bei den Grünen für den das Rednerpult verlassenden Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Herr Abgeordneter! Die eine Minute ist leider vorbei! (Beifall bei den Grünen für den das Rednerpult verlassenden Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. )
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ und Grüne –: Aha, gegen Tiermehlverbot!
Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ und Grüne –: Aha, gegen Tiermehlverbot!) – Das ist die Mehrheit und damit angenommen. (E 48.)
Rufe bei der SPÖ – in Richtung Freiheitliche –: Na jetzt!
Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. (Rufe bei der SPÖ – in Richtung Freiheitliche –: Na jetzt!) – Das ist die Minderheit und damit abgelehnt. (Abg. Ing. Westenthaler: War schon! Wieder mal zu spät!)
Abg. Ing. Westenthaler: War schon! Wieder mal zu spät!
Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. (Rufe bei der SPÖ – in Richtung Freiheitliche –: Na jetzt!) – Das ist die Minderheit und damit abgelehnt. (Abg. Ing. Westenthaler: War schon! Wieder mal zu spät!)
Abg. Mag. Posch: Nein! Das ist eine falsche Interpretation!
Meine Damen und Herren! Ich komme zur Dotierung des Versöhnungsfonds. Auch da konnten wir dieses eigenartige Bild der Sozialdemokratie und der Grünen sehen. Ich glaubte, meinen Ohren nicht zu trauen, als von Kollegin Stoisits, aber auch vom Kollegen Posch Kritik daran geäußert wurde, dass diese 6 Milliarden Schilling jetzt endlich aufgebracht wurden. (Abg. Mag. Posch: Nein! Das ist eine falsche Interpretation!) Ich muss betonen – und das ist etwas, was mich persönlich erschüttert –: Aus Ihren Worten war ganz deutlich herauszuhören, dass es Ihnen lieber gewesen wäre, diese 6 Milliarden Schilling wären nicht aufgebracht worden, als dass nun den 149 000 noch lebenden Opfern 6 Milliarden Schilling zur Verfügung gestellt werden – nur damit Sie Ihr politisches Kleingeld einwechseln können. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Ich komme zur Dotierung des Versöhnungsfonds. Auch da konnten wir dieses eigenartige Bild der Sozialdemokratie und der Grünen sehen. Ich glaubte, meinen Ohren nicht zu trauen, als von Kollegin Stoisits, aber auch vom Kollegen Posch Kritik daran geäußert wurde, dass diese 6 Milliarden Schilling jetzt endlich aufgebracht wurden. (Abg. Mag. Posch: Nein! Das ist eine falsche Interpretation!) Ich muss betonen – und das ist etwas, was mich persönlich erschüttert –: Aus Ihren Worten war ganz deutlich herauszuhören, dass es Ihnen lieber gewesen wäre, diese 6 Milliarden Schilling wären nicht aufgebracht worden, als dass nun den 149 000 noch lebenden Opfern 6 Milliarden Schilling zur Verfügung gestellt werden – nur damit Sie Ihr politisches Kleingeld einwechseln können. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Silhavy: Aber wofür ist denn der Insolvenz-Entgeltausfallsfonds?
Worum geht es? – Es wurde gesagt, 6 Milliarden Schilling werden aufgebracht, 3 Milliarden einerseits durch die Republik, anderseits durch die Wirtschaft. Ähnliches geschieht jetzt auch. Die Wirtschaft dotiert ausschließlich den Insolvenz-Entgeltausfallsfonds, von dem jene 6 Milliarden Schilling teilweise gebildet werden. (Abg. Silhavy: Aber wofür ist denn der Insolvenz-Entgeltausfallsfonds?) Was daran verwerflich sein soll, wenn dieser Überschussbetrag vorhanden ist, das ist nicht erkennbar! Es kann doch bitte niemand sagen, dass damit den Arbeitslosen auch nur ein Schilling weggenommen wird. Ich finde das wirklich arg!
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Beispielsweise könnte es ein Finanzveranlagungsverfahren geben, das einen Verwandten des Finanzministers betrifft, oder ein Betriebsanlagengenehmigungsverfahren, das ein Unternehmen des Wirtschaftsministers betrifft, uns so weiter. – Dieses Problem ist in der Verfassung nicht geregelt. Es gibt keine Regelung in Hinsicht auf eine Befangenheit der Obersten Organe. Es muss eine Ministerverantwortlichkeit geben, genauso muss es aber auch eine Regelung darüber geben, was dann rechtens ist, wenn es eine Befangenheit des Ministers in einem konkreten Fall gibt. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Kukacka: Das ist völlig undifferenziert!
Aber Ihr Umgang mit der Geschichte veranlasst sowieso zum Kopfschütteln. Bizarr auch die Thesen des Kollegen Krüger. Aber, meine Damen und Herren, ich bin einigermaßen abgebrüht, denn ich habe in diesem Hause schon einen Ordnungsruf dafür bekommen, dass ich den Austrofaschisten Dollfuß einen "Faschisten und Mörder" genannt habe (Abg. Mag. Kukacka: Das ist völlig undifferenziert!), einen Austrofaschisten Dollfuß, der dieses Parlament beseitigt hat, der verwundete Menschen, Herr Kollege Kukacka, zum Galgen hat schleppen lassen (Abg. Mag. Kukacka: Er ist selber verwundet worden und war das erste Opfer des Nationalsozialismus!), einen Austrofaschisten Dollfuß, der von Klubobmann Khol als "echter österreichischer Patriot" bezeichnet wird und dessen Konterfei bei Ihnen in der ÖVP, Herr Kukacka, die Klubräume ziert. (Abg. Dr. Puttinger: Haben Sie schon jemals etwas nachgelesen?) So schaut das aus! Und man muss schon sehr abgebrüht sein, um all das auszuhalten. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Kukacka: Er ist selber verwundet worden und war das erste Opfer des Nationalsozialismus!
Aber Ihr Umgang mit der Geschichte veranlasst sowieso zum Kopfschütteln. Bizarr auch die Thesen des Kollegen Krüger. Aber, meine Damen und Herren, ich bin einigermaßen abgebrüht, denn ich habe in diesem Hause schon einen Ordnungsruf dafür bekommen, dass ich den Austrofaschisten Dollfuß einen "Faschisten und Mörder" genannt habe (Abg. Mag. Kukacka: Das ist völlig undifferenziert!), einen Austrofaschisten Dollfuß, der dieses Parlament beseitigt hat, der verwundete Menschen, Herr Kollege Kukacka, zum Galgen hat schleppen lassen (Abg. Mag. Kukacka: Er ist selber verwundet worden und war das erste Opfer des Nationalsozialismus!), einen Austrofaschisten Dollfuß, der von Klubobmann Khol als "echter österreichischer Patriot" bezeichnet wird und dessen Konterfei bei Ihnen in der ÖVP, Herr Kukacka, die Klubräume ziert. (Abg. Dr. Puttinger: Haben Sie schon jemals etwas nachgelesen?) So schaut das aus! Und man muss schon sehr abgebrüht sein, um all das auszuhalten. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Puttinger: Haben Sie schon jemals etwas nachgelesen?
Aber Ihr Umgang mit der Geschichte veranlasst sowieso zum Kopfschütteln. Bizarr auch die Thesen des Kollegen Krüger. Aber, meine Damen und Herren, ich bin einigermaßen abgebrüht, denn ich habe in diesem Hause schon einen Ordnungsruf dafür bekommen, dass ich den Austrofaschisten Dollfuß einen "Faschisten und Mörder" genannt habe (Abg. Mag. Kukacka: Das ist völlig undifferenziert!), einen Austrofaschisten Dollfuß, der dieses Parlament beseitigt hat, der verwundete Menschen, Herr Kollege Kukacka, zum Galgen hat schleppen lassen (Abg. Mag. Kukacka: Er ist selber verwundet worden und war das erste Opfer des Nationalsozialismus!), einen Austrofaschisten Dollfuß, der von Klubobmann Khol als "echter österreichischer Patriot" bezeichnet wird und dessen Konterfei bei Ihnen in der ÖVP, Herr Kukacka, die Klubräume ziert. (Abg. Dr. Puttinger: Haben Sie schon jemals etwas nachgelesen?) So schaut das aus! Und man muss schon sehr abgebrüht sein, um all das auszuhalten. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Aber Ihr Umgang mit der Geschichte veranlasst sowieso zum Kopfschütteln. Bizarr auch die Thesen des Kollegen Krüger. Aber, meine Damen und Herren, ich bin einigermaßen abgebrüht, denn ich habe in diesem Hause schon einen Ordnungsruf dafür bekommen, dass ich den Austrofaschisten Dollfuß einen "Faschisten und Mörder" genannt habe (Abg. Mag. Kukacka: Das ist völlig undifferenziert!), einen Austrofaschisten Dollfuß, der dieses Parlament beseitigt hat, der verwundete Menschen, Herr Kollege Kukacka, zum Galgen hat schleppen lassen (Abg. Mag. Kukacka: Er ist selber verwundet worden und war das erste Opfer des Nationalsozialismus!), einen Austrofaschisten Dollfuß, der von Klubobmann Khol als "echter österreichischer Patriot" bezeichnet wird und dessen Konterfei bei Ihnen in der ÖVP, Herr Kukacka, die Klubräume ziert. (Abg. Dr. Puttinger: Haben Sie schon jemals etwas nachgelesen?) So schaut das aus! Und man muss schon sehr abgebrüht sein, um all das auszuhalten. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Trinkl: Lernen Sie Geschichte!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, zur Volksanwaltschaft. (Abg. Dr. Trinkl: Lernen Sie Geschichte!)
Neuerliche Rufe der ÖVP und Gegenrufe der SPÖ. – Abg. Dr. Kräuter: Na gut! – Abg. Dr. Leiner: Keine Ahnung! – Anhaltende Zwischenrufe.
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Ich stelle fest: Ich kann auf Grund zahlreicher Zwischenrufe nicht alles verstehen. Wir sollten in dieser Situation insgesamt vielleicht ein bisschen "heruntersteigen", sonst kommt es zu Ausdrucksweisen, die der Würde dieses Hauses nicht mehr ganz angemessen sind. (Neuerliche Rufe der ÖVP und Gegenrufe der SPÖ. – Abg. Dr. Kräuter: Na gut! – Abg. Dr. Leiner: Keine Ahnung! – Anhaltende Zwischenrufe.)
Abg. Mag. Kukacka: Na und?
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (fortsetzend): Es hängt das Konterfei des Austrofaschisten Dollfuß in Ihrem Klubraum, Herr Kollege. (Abg. Mag. Kukacka: Na und?) Ich kann dem nichts mehr hinzufügen. (Weitere "Na und?"-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Edlinger – in Richtung ÖVP –: Was regt ihr euch auf? Er sagt ja nur die Wahrheit! – Abg. Mag. Kukacka: Nein! Er kritisiert das!)
Weitere "Na und?"-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Edlinger – in Richtung ÖVP –: Was regt ihr euch auf? Er sagt ja nur die Wahrheit! – Abg. Mag. Kukacka: Nein! Er kritisiert das!
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (fortsetzend): Es hängt das Konterfei des Austrofaschisten Dollfuß in Ihrem Klubraum, Herr Kollege. (Abg. Mag. Kukacka: Na und?) Ich kann dem nichts mehr hinzufügen. (Weitere "Na und?"-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Edlinger – in Richtung ÖVP –: Was regt ihr euch auf? Er sagt ja nur die Wahrheit! – Abg. Mag. Kukacka: Nein! Er kritisiert das!)
Abg. Haller: Wieder diese Unwahrheiten!
Meine Damen und Herren! Zur Volksanwaltschaft: 55,47 Millionen Schilling Jahresbudget – um 2,7 Millionen mehr! Herr Volksanwalt, ich halte das für gerechtfertigt, denn Ihre Arbeit, Ihr Arbeitsumfang wird ja dramatisch zunehmen. Es werden sich nun mehr verzweifelte Menschen an die Volksanwaltschaft wenden, Menschen, die nicht mehr wissen, wie es weitergeht – in erster Linie im Sozialbereich, wenn ich etwa an jene 106 000 Familien im Wohnungsbereich denke, denen in einer Nacht-und-Nebel-Aktion eine Unsicherheit zugemutet wird ... (Abg. Haller: Wieder diese Unwahrheiten!) – Natürlich, Frau Kollegin, werden dann Zins- und Betriebkostenmöglichkeiten ausgeschöpft werden, und natürlich wird es vermehrt befristete Mietverträge geben. All das wird diesen Leuten zugemutet.
Abg. Großruck: Lesen Sie einmal nach im heutigen "Kurier"! Da steht es drin!
Sie werden also diesbezüglich viel zu tun haben, Herr Volksanwalt, ja überhaupt im gesamten Bereich rund um kranke und sozial geschwächte Menschen, die sich die Kosten des Krankseins nicht mehr leisten können, nachdem nun mutwillig das Solidaritätsprinzip in Österreich zerstört wird, Arbeitnehmervertretungen geschwächt und die Sozialversicherungen demontiert werden. In dieser Hinsicht werden sehr viele Aufgaben und sehr viel Arbeit auf die Volksanwaltschaft zukommen. (Abg. Großruck: Lesen Sie einmal nach im heutigen "Kurier"! Da steht es drin!) – Herr Kollege, wie war es denn in England mit Frau Thatcher? Die hat ja auch die Arbeitnehmervertretungen zerschlagen, was katastrophale Auswirkungen auf das Gesundheitssystem hatte. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Sie werden also diesbezüglich viel zu tun haben, Herr Volksanwalt, ja überhaupt im gesamten Bereich rund um kranke und sozial geschwächte Menschen, die sich die Kosten des Krankseins nicht mehr leisten können, nachdem nun mutwillig das Solidaritätsprinzip in Österreich zerstört wird, Arbeitnehmervertretungen geschwächt und die Sozialversicherungen demontiert werden. In dieser Hinsicht werden sehr viele Aufgaben und sehr viel Arbeit auf die Volksanwaltschaft zukommen. (Abg. Großruck: Lesen Sie einmal nach im heutigen "Kurier"! Da steht es drin!) – Herr Kollege, wie war es denn in England mit Frau Thatcher? Die hat ja auch die Arbeitnehmervertretungen zerschlagen, was katastrophale Auswirkungen auf das Gesundheitssystem hatte. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Widerspruch bei der ÖVP.
Oder: Wenn zum Beispiel jemand in den USA zusammenbricht, wird zunächst einmal geschaut, ob er eine Kreditkarte eingesteckt hat. Wenn er das nicht hat, hat er Pech gehabt. Und dieser Weg ist auch hier in Österreich zu befürchten! (Widerspruch bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Martin Graf: Ihr habt 20 Jahre die Rettungshubschrauber verhindert? Ihr wart das!
Und ich sage Ihnen ein weiteres, ganz konkretes Beispiel: Wenn die Rettungshubschrauber privatisiert sind, wird früher oder später der Tag kommen, an dem gefragt wird: Wer ist denn der Verunglückte? Hat er überhaupt die Möglichkeit, diesen privaten Rettungshubschrauber zu bezahlen? (Abg. Dr. Martin Graf: Ihr habt 20 Jahre die Rettungshubschrauber verhindert? Ihr wart das!) – Bis vor kurzem hat es ein funktionierendes Rettungshubschraubersystem gegeben, lieber Kollege! (Abg. Dr. Martin Graf: Dann reden Sie nicht so daher, als ...!) Für die Zukunft werden wir erst sehen, ob letztendlich auch Ausländer oder sozial Schwache, wenn sie einen Autounfall haben, von diesem privaten Rettungssystem gerettet werden. Das wird die Zukunft bringen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Martin Graf: Dann reden Sie nicht so daher, als ...!
Und ich sage Ihnen ein weiteres, ganz konkretes Beispiel: Wenn die Rettungshubschrauber privatisiert sind, wird früher oder später der Tag kommen, an dem gefragt wird: Wer ist denn der Verunglückte? Hat er überhaupt die Möglichkeit, diesen privaten Rettungshubschrauber zu bezahlen? (Abg. Dr. Martin Graf: Ihr habt 20 Jahre die Rettungshubschrauber verhindert? Ihr wart das!) – Bis vor kurzem hat es ein funktionierendes Rettungshubschraubersystem gegeben, lieber Kollege! (Abg. Dr. Martin Graf: Dann reden Sie nicht so daher, als ...!) Für die Zukunft werden wir erst sehen, ob letztendlich auch Ausländer oder sozial Schwache, wenn sie einen Autounfall haben, von diesem privaten Rettungssystem gerettet werden. Das wird die Zukunft bringen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Und ich sage Ihnen ein weiteres, ganz konkretes Beispiel: Wenn die Rettungshubschrauber privatisiert sind, wird früher oder später der Tag kommen, an dem gefragt wird: Wer ist denn der Verunglückte? Hat er überhaupt die Möglichkeit, diesen privaten Rettungshubschrauber zu bezahlen? (Abg. Dr. Martin Graf: Ihr habt 20 Jahre die Rettungshubschrauber verhindert? Ihr wart das!) – Bis vor kurzem hat es ein funktionierendes Rettungshubschraubersystem gegeben, lieber Kollege! (Abg. Dr. Martin Graf: Dann reden Sie nicht so daher, als ...!) Für die Zukunft werden wir erst sehen, ob letztendlich auch Ausländer oder sozial Schwache, wenn sie einen Autounfall haben, von diesem privaten Rettungssystem gerettet werden. Das wird die Zukunft bringen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Martin Graf: Früher hat man ja nach dem Parteibuch gefragt! – Abg. Grabner: Gib einmal Ruhe!
Ich möchte nicht verabsäumen, der Volksanwaltschaft Dank und Anerkennung seitens der sozialdemokratischen Fraktion auszusprechen. (Abg. Dr. Martin Graf: Früher hat man ja nach dem Parteibuch gefragt! – Abg. Grabner: Gib einmal Ruhe!) Im Jahre 1999 haben sich 9 186 Personen an die Volksanwaltschaft gewendet. Das ist ein überaus imposantes Pensum, das die Volksanwaltschaft da zu absolvieren hatte. Ich bitte Sie, Herr Volksanwalt, auch Ihren Kolleginnen und den Bediensteten Ihres Hauses Dank zu übermitteln.
Abg. Dr. Martin Graf: Weil die FPÖ dabei war!
Bei den legislativen Anregungen – und das ist ziemlich interessant – urgieren die Volkanwälte im 23. Bericht der Volksanwaltschaft eine Abkehr vom Parteienproporz in den Kollegien der Bezirks- und Landesschulräte, also die oft beklagte fehlende Objektivität bei Schulpersonalbestellungen. Aber damit ist es ja oft gar nicht getan, Herr Volksanwalt. Ich habe da einen Fall vor mir, der die Schulaufsicht im Bezirk Graz-Umgebung Nord betrifft. Diese Funktion ist seit September 1998 nicht besetzt, obwohl sich der Kandidat Wolfgang Schnelzer im Assessment-Verfahren ganz klar durchgesetzt hat, in einer Kollegiumssitzung auch bestellt worden ist – interessanterweise mit einer Mehrheit aus SPÖ und FPÖ zu Zeiten der damaligen Koalition, also zweifelsfrei eine sachliche Entscheidung (Abg. Dr. Martin Graf: Weil die FPÖ dabei war!) –, nur: Frau Minister Gehrer weigert sich seit Jahren, zu unterschreiben, meine Damen und Herren! Dieser Mann ist der Beste, er ist bestellt worden, aber die Ministerin unterschreibt nicht!
Abg. Dr. Martin Graf: Aber der Posten geht ...!
Wenn man sich also mit politischem Proporz im Zusammenhang mit Schulen beschäftigt, muss man sich auch solche Dinge anschauen. (Abg. Dr. Martin Graf: Aber der Posten geht ...!) Es wird doch nicht daran liegen, dass der betreffende Kandidat ehrenamtlich bei den steirischen Kinderfreunden engagiert ist!? Es gibt auch eine Anfrage zu diesem Thema, der mit Spannung entgegengesehen werden kann.
Abg. Dr. Martin Graf: In der Steiermark können sie alles besser, seit der Leopold Schöggl dort ist!
Die Stellungnahmen des Ministeriums dazu sind nicht nachvollziehbar, sie sind subjektive Interpretationen. Nach wie vor weigert man sich, diese Gleichbehandlung mit der Kindergartenausbildung zu akzeptieren. (Abg. Dr. Martin Graf: In der Steiermark können sie alles besser, seit der Leopold Schöggl dort ist!) Herr Volksanwalt, ich werde Ihnen auch Unterlagen zu diesem
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Großruck: Dafür sind schon Parlament und Abgeordnete zuständig, Herr Kräuter!
Meine Damen und Herren! Batteriehaltung, Kuhtrainer, Spaltbodenhaltung, Massentierhaltung, Fallen, Schlageisen, ausgesetzte Tiere, die ungeklärte Situation, was gefährliche Hunde betrifft – all das ist eine wirklich skandalöse Situation. Fragwürdige Lobbygruppen werden geschützt. Eine gute Möglichkeit, hier Fortschritte zu erzielen, Herr Volksanwalt, wäre eine Tierschutz-Kompetenz für die Volksanwaltschaft. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Großruck: Dafür sind schon Parlament und Abgeordnete zuständig, Herr Kräuter!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Wenn man weiß, dass sich die slowenische Volksgruppe in Kärnten in vielen Bereichen deutlich positiv von der Mehrheitsbevölkerung abhebt – zum Beispiel sind in dieser Volksgruppe im Verhältnis doppelt so viele Akademiker zu finden, ist die slowenische Volksgruppe in der Einkommenssituation deutlich besser gestellt –, so ist das ein Hinweis darauf, dass vor allem das, was hier im Rahmen der Bildungspolitik geschehen ist, tatsächlich auch funktioniert hat. Dass es eine zweisprachige Ausbildung im Grundschulbereich gibt, dass es eine zweisprachige Handelsakademie in Kärnten gibt, dass es eine zweisprachige Gymnasialausbildung gibt, hat letztlich auch dazu geführt, dass es in diesem Zusammenhang vor allem auch, was die akademische Fortbildung anlangt, solche Fortschritte gegeben hat. Ich kann die Regierung und uns hier im Haus nur ermuntern, das in dieser Richtung fortzusetzen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Mertel: Entschuldigt!
Entschuldigen Sie, dass ich meine Redezeit überzogen habe, und entschuldigen Sie, dass ich zu einem Thema gesprochen habe, das vielleicht auch meine Kompetenz etwas überschritten hat. (Abg. Dr. Mertel: Entschuldigt!) Aber es war mir ein Anliegen, und es ist mir wichtig, dass wir die Fähigkeit, miteinander zu reden, miteinander konkret und sachlich zu diskutieren, nicht opfern auf dem Altar billiger Parteipolemik. – Danke vielmals. (Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Brosz: Der Adressat war nicht da, der ist schon gegangen!)
Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Brosz: Der Adressat war nicht da, der ist schon gegangen!
Entschuldigen Sie, dass ich meine Redezeit überzogen habe, und entschuldigen Sie, dass ich zu einem Thema gesprochen habe, das vielleicht auch meine Kompetenz etwas überschritten hat. (Abg. Dr. Mertel: Entschuldigt!) Aber es war mir ein Anliegen, und es ist mir wichtig, dass wir die Fähigkeit, miteinander zu reden, miteinander konkret und sachlich zu diskutieren, nicht opfern auf dem Altar billiger Parteipolemik. – Danke vielmals. (Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Brosz: Der Adressat war nicht da, der ist schon gegangen!)
Abg. Schwarzenberger: Aber sehr viel Zeit war er hier!
Der Herr Bundeskanzler, der bei der Diskussion heute leider nicht anwesend ist (Abg. Schwarzenberger: Aber sehr viel Zeit war er hier!), hat im Budgetausschuss meine Fragen, ob er eine Novellierung des Datenschutzgesetzes für notwendig erachtet beziehungsweise ob er dafür eintritt, dass das Büro der Datenschutzkommission und des Datenschutzrates besser ausgestattet wird, beide mit Nein beantwortet. Also es wäre keine Novellierung des Datenschutzgesetzes notwendig und zweitens auch keine bessere Ausstattung des Büros der Datenschutzkommission und des Datenschutzrates.
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich meine, das waren sachliche Argumente, so wie auch mein Vorredner sachliche Argumente gebracht hat. Die sozialdemokratische Fraktion darf Sie einladen, diesem Entschließungsantrag zuzustimmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Kräuter: Das glauben Sie ja selber nicht!
In Kärnten ist es anders, wie man weiß. Ich hoffe, dass es in Zukunft ... (Abg. Dr. Kräuter: Das glauben Sie ja selber nicht!) – Doch, das glaube ich selber, weil ich weiß, dass es anders ist, und Sie müssten es auch wissen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Niederwieser. ) Ich hoffe, dass es zusehends auch zu einer Aufhebung dieses Parteienproporzes kommen wird, Herr Kollege Niederwieser, und wir beide sind ja selber einmal in so einem Gremium in Tirol gesessen.
Zwischenruf des Abg. Dr. Niederwieser.
In Kärnten ist es anders, wie man weiß. Ich hoffe, dass es in Zukunft ... (Abg. Dr. Kräuter: Das glauben Sie ja selber nicht!) – Doch, das glaube ich selber, weil ich weiß, dass es anders ist, und Sie müssten es auch wissen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Niederwieser. ) Ich hoffe, dass es zusehends auch zu einer Aufhebung dieses Parteienproporzes kommen wird, Herr Kollege Niederwieser, und wir beide sind ja selber einmal in so einem Gremium in Tirol gesessen.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich freue mich sehr darauf, wenn in Zukunft gerade Frauen betreffend die Förderungen nicht mehr willkürlich und nach parteipolitischen Erwägungen erfolgen werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Haller: Das ist aber nicht neu, Herr Cap!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Irgendwie bin ich geneigt, einmal ein wenig Kritik anzubringen, was den Ablauf unserer Budgetdebatten überhaupt betrifft. Es gibt da so einen fließenden Übergang: Jetzt hat es Redebeiträge zur Volksanwaltschaft gegeben, nun kommt gewissermaßen der Kulturblock, da will sich die Kultur zu Wort melden und diskutieren, nämlich der 36. mit dem 38. oder so etwa. (Abg. Haller: Das ist aber nicht neu, Herr Cap!) – Nein, es ist nur eine Anregung. Das ist jetzt kein Vorwurf – an niemanden –, aber heute ist mir das wieder besonders aufgefallen, und ich habe mir gedacht, ich sage es eben einmal hier im Plenarsaal. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Irgendwie bin ich geneigt, einmal ein wenig Kritik anzubringen, was den Ablauf unserer Budgetdebatten überhaupt betrifft. Es gibt da so einen fließenden Übergang: Jetzt hat es Redebeiträge zur Volksanwaltschaft gegeben, nun kommt gewissermaßen der Kulturblock, da will sich die Kultur zu Wort melden und diskutieren, nämlich der 36. mit dem 38. oder so etwa. (Abg. Haller: Das ist aber nicht neu, Herr Cap!) – Nein, es ist nur eine Anregung. Das ist jetzt kein Vorwurf – an niemanden –, aber heute ist mir das wieder besonders aufgefallen, und ich habe mir gedacht, ich sage es eben einmal hier im Plenarsaal. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der Grünen.
Das wäre mein Bedürfnis, und ich sehe die Initiative, die Christof Zernatto da ergriffen hat, auch als einen Anstoß dazu, sich damit vielleicht einmal gedanklich oder in einer bestimmten Veranstaltungsform im Parlament auseinander zu setzen. Ich hielte das für sinnvoll. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Jung.
Frau Abgeordnete Burket hat sich da sehr hervorgetan, weiters Kurzmann und am Schluss dann Gaugg. (Zwischenruf des Abg. Jung. ) – Nein, ich weiß schon: Er sagte ja, eine Koalition ist keine Liebesbeziehung. Und dass er den Abgeordneten Jung auf der Stirn "abbusselt", würde ich von ihm niemals fordern – so eine Strafe, glaube ich, wäre auch wirklich viel zu hart für ihn. (Heiterkeit. – Abg. Dr. Brinek: Sie wissen nicht, was Liebe ist!)
Heiterkeit. – Abg. Dr. Brinek: Sie wissen nicht, was Liebe ist!
Frau Abgeordnete Burket hat sich da sehr hervorgetan, weiters Kurzmann und am Schluss dann Gaugg. (Zwischenruf des Abg. Jung. ) – Nein, ich weiß schon: Er sagte ja, eine Koalition ist keine Liebesbeziehung. Und dass er den Abgeordneten Jung auf der Stirn "abbusselt", würde ich von ihm niemals fordern – so eine Strafe, glaube ich, wäre auch wirklich viel zu hart für ihn. (Heiterkeit. – Abg. Dr. Brinek: Sie wissen nicht, was Liebe ist!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Jung.
Aber ich glaube doch, dass Staatssekretär Morak gefordert wäre, sich an dieser Diskussion zu beteiligen und hier eine Meinung zu äußern und sich eigentlich sehr dezidiert auf die ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Jung. ) – Wieso gerade Sie sich zur Kunstdebatte äußern, ist mir überhaupt schleierhaft, aber Sie werden das nachher erklären können.
Beifall bei der SPÖ.
Das wollte ich hier in aller Sachlichkeit in die Diskussion einbringen und hoffe, dass der Herr Staatssekretär darauf auch eine Antwort gibt. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich meine auch, dass beim Verwaltungspersonal Einsparungen möglich sind. Ich denke zum Beispiel an die so genannte Spesenabrechnung. Meine Damen und Herren! Da waren wir selbst schuld, weil wir diese Spesenabrechnung in einer Art und Weise verkompliziert haben, dass für die Kontrolle dieser Abrechnungen enorm viel Zeit beansprucht wird – Zeit heißt natürlich Personalkosten. Auch dazu gibt es Einsparungsvorschläge. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Niederwieser.
Meine Damen und Herren! Eine ganz, ganz wichtige Investition hier im Hause wäre die elektronische Abstimmungsanlage. (Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Niederwieser. ) Wir sind wahrscheinlich das einzige Parlament oder nahezu das einzige Parlament, das noch nicht über eine solche Abstimmungsanlage verfügt.
Abg. Dr. Mertel: Heute auch!
Meine Damen und Herren! Ich glaube auch, dass wir wieder einmal, wie unser Kollege Cap schon angeregt hat, eine Reform der Geschäftsordnung überlegen sollten. Ich denke an die letzte Plenardebatte zu den Budgetbegleitgesetzen. In dieser Debatte haben sich damals etwa 100 Redner zu Wort gemeldet. Es war nach etwa 20 Rednern alles gesagt, aber es hatte noch nicht jeder alles gesagt. (Abg. Dr. Mertel: Heute auch!) Diese Diskussion, insbesondere jener Teil zum Kapitel Politikerbezüge, war wirklich degoutant.
Abg. Dr. Mertel: Wann treten Sie zurück?
Meine Damen und Herren! Wir werden wahrscheinlich mittelfristig auch über ein neues Wahlrecht nachdenken müssen, wir werden wahrscheinlich auch darüber nachdenken müssen, ob wir wirklich 183 Abgeordnete hier im Haus benötigen. Wir haben viel an Gesetzeskompetenz nach Brüssel abgegeben, und es wäre ganz gewiss ein ... (Abg. Dr. Mertel: Wann treten Sie zurück?) – Frau Dr. Mertel, haben Sie Angst um Ihren Job? (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich nicht, nein, ich ganz gewiss nicht.
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Wir werden wahrscheinlich mittelfristig auch über ein neues Wahlrecht nachdenken müssen, wir werden wahrscheinlich auch darüber nachdenken müssen, ob wir wirklich 183 Abgeordnete hier im Haus benötigen. Wir haben viel an Gesetzeskompetenz nach Brüssel abgegeben, und es wäre ganz gewiss ein ... (Abg. Dr. Mertel: Wann treten Sie zurück?) – Frau Dr. Mertel, haben Sie Angst um Ihren Job? (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich nicht, nein, ich ganz gewiss nicht.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das wäre sicher auch ein Punkt, der ernsthaft diskutiert werden müsste. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Kiss.
Ich muss mich schon wundern, was aus dieser stolzen Partei ÖVP geworden ist. (Zwischenruf des Abg. Kiss. ) Sie lässt sich hier im Plenum sozusagen in Geiselhaft der FPÖ nehmen. (Abg.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger: Aber ich bin nicht zu Sturz gekommen!
Sie haben ganz einfach beim Kunsttheater in Linz Pühringer im Regen stehen lassen, und das hat Sie so getroffen, dass Sie hier gleich über den Sessel springen wollen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger: Aber ich bin nicht zu Sturz gekommen!) Mir ist schon bewusst, dass Sie einen Hürdenlauf machen müssen, um diese Position zu erklären: Pühringer ist für das Musiktheater, und Sie fallen ihm in einer Abstimmung über dieses Musiktheater in den Rücken (Abg. Mag. Mühlbachler: Das ist der Landeshauptmann Pühringer!), sind damit Vorbild für 140 000 ÖVP-Wähler, die dagegen gestimmt haben, wie sich jetzt herausgestellt hat, und haben einen maßgeblichen Beitrag dazu geleistet, dass eine vernünftige Regelung eines modernen Theaters in Linz durch einen Ihrer Parteikollegen nicht stattfindet. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Mühlbachler: Das ist der Landeshauptmann Pühringer!
Sie haben ganz einfach beim Kunsttheater in Linz Pühringer im Regen stehen lassen, und das hat Sie so getroffen, dass Sie hier gleich über den Sessel springen wollen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger: Aber ich bin nicht zu Sturz gekommen!) Mir ist schon bewusst, dass Sie einen Hürdenlauf machen müssen, um diese Position zu erklären: Pühringer ist für das Musiktheater, und Sie fallen ihm in einer Abstimmung über dieses Musiktheater in den Rücken (Abg. Mag. Mühlbachler: Das ist der Landeshauptmann Pühringer!), sind damit Vorbild für 140 000 ÖVP-Wähler, die dagegen gestimmt haben, wie sich jetzt herausgestellt hat, und haben einen maßgeblichen Beitrag dazu geleistet, dass eine vernünftige Regelung eines modernen Theaters in Linz durch einen Ihrer Parteikollegen nicht stattfindet. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie haben ganz einfach beim Kunsttheater in Linz Pühringer im Regen stehen lassen, und das hat Sie so getroffen, dass Sie hier gleich über den Sessel springen wollen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger: Aber ich bin nicht zu Sturz gekommen!) Mir ist schon bewusst, dass Sie einen Hürdenlauf machen müssen, um diese Position zu erklären: Pühringer ist für das Musiktheater, und Sie fallen ihm in einer Abstimmung über dieses Musiktheater in den Rücken (Abg. Mag. Mühlbachler: Das ist der Landeshauptmann Pühringer!), sind damit Vorbild für 140 000 ÖVP-Wähler, die dagegen gestimmt haben, wie sich jetzt herausgestellt hat, und haben einen maßgeblichen Beitrag dazu geleistet, dass eine vernünftige Regelung eines modernen Theaters in Linz durch einen Ihrer Parteikollegen nicht stattfindet. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Kiss.
Sie sind damit von jeder Positionierung weit entfernt, Sie haben sich eigentlich dem kulturpolitischen Bild der FPÖ angenähert. Sie wollen in diesem Bereich keine Auseinandersetzung mit der FPÖ, Sie sitzen im selben Boot, das bedeutet: zu Lasten der Künstler, zu Lasten der zeitgenössischen Kunst und zu Lasten richtungweisender, zukunftsträchtiger Vorhaben. (Zwischenruf des Abg. Kiss. )
Beifall bei der SPÖ.
Jeder brüstet sich mit der Wiener Oper, in Linz aber gehen Sie in kleinkrämerischer Art und Weise vor und versuchen, die Bevölkerung zu mobilisieren. Das ist im Kunstbereich ganz einfach, denn in dieser Situation ist das nicht mehrheitsfähig. Aber wir hätten keine Kulturdenkmäler, angefangen von den Kirchen, über Ausstellungen, Museen und Kunsthäuser, wenn wir immer wieder Plebiszite über derartige Fragen machten. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber über das Budget stimmen wir schon ab?!
Ich glaube, es ist eine fatale Geschichte, Lebensmittel oder Grundbedürfnisse gegen Kulturgüter auszuspielen. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber über das Budget stimmen wir schon ab?!) Ich bezeichne Kulturgüter als Über lebensmittel, und es wäre notwendig, sich dafür genauso einzusetzen wie für andere Vorhaben, die in diesem Staat genauso wichtig sind. Kunst und Kultur auszulassen, bedeutet, einen Teil der geistigen Nahrung und der geistigen Intellektualität dieses Landes zu verhindern. (Abg. Ing. Westenthaler: Zickzack!) Dass Ihnen das nichts ausmacht, ist mir bewusst, denn das sagen Sie in allen Ihren Diskussionsbeiträgen. Sie sind bereit, das auch zuzugeben. Und die Naivität ist Ihr Leitbild in der intellektuellen Auseinandersetzung über den Kulturbereich.
Abg. Ing. Westenthaler: Zickzack!
Ich glaube, es ist eine fatale Geschichte, Lebensmittel oder Grundbedürfnisse gegen Kulturgüter auszuspielen. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber über das Budget stimmen wir schon ab?!) Ich bezeichne Kulturgüter als Über lebensmittel, und es wäre notwendig, sich dafür genauso einzusetzen wie für andere Vorhaben, die in diesem Staat genauso wichtig sind. Kunst und Kultur auszulassen, bedeutet, einen Teil der geistigen Nahrung und der geistigen Intellektualität dieses Landes zu verhindern. (Abg. Ing. Westenthaler: Zickzack!) Dass Ihnen das nichts ausmacht, ist mir bewusst, denn das sagen Sie in allen Ihren Diskussionsbeiträgen. Sie sind bereit, das auch zuzugeben. Und die Naivität ist Ihr Leitbild in der intellektuellen Auseinandersetzung über den Kulturbereich.
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube nur, ganz schlimm ist es um die ÖVP bestellt, die sich diesem Leitbild immer mehr annähert, die keine eigene Positionierung mehr zulässt. Auch Sie, Frau Abgeordnete, haben mich sehr enttäuscht, weil Sie gegen das Musiktheater gestimmt haben. Sie wollen immer Kunst und Kultur in den Mittelpunkt stellen, aber dann müssten Sie auch hier bei den Abstimmungen entsprechend vorgehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Kiss: Einer sitzt da drüben! Einem heißt er!
Eines gehört festgehalten: Es hätten diese Fragen der Sicherheit, des berechtigten Zugangs schon längst bedacht werden sollen. Wir haben zum Beispiel das EKIS als ein Verfahren, das in den siebziger Jahren entstanden und inzwischen natürlich von den Sicherungseinrichtungen her in die Jahre gekommen ist. Da hätten natürlich die bisherigen Innenminister schon längst fragen sollen: Ist die Zugangssicherung gut? Braucht man entsprechende organisatorische, weitere gesetzliche Vorkehrungen? Ist die Dienstaufsicht gut? (Abg. Kiss: Einer sitzt da drüben! Einem heißt er!) All das hätte schon früher erledigt werden können und nicht erst heute, weil bestimmte Fälle passiert sind, die auch schon in der Vergangenheit vorgekommen sind. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Eines gehört festgehalten: Es hätten diese Fragen der Sicherheit, des berechtigten Zugangs schon längst bedacht werden sollen. Wir haben zum Beispiel das EKIS als ein Verfahren, das in den siebziger Jahren entstanden und inzwischen natürlich von den Sicherungseinrichtungen her in die Jahre gekommen ist. Da hätten natürlich die bisherigen Innenminister schon längst fragen sollen: Ist die Zugangssicherung gut? Braucht man entsprechende organisatorische, weitere gesetzliche Vorkehrungen? Ist die Dienstaufsicht gut? (Abg. Kiss: Einer sitzt da drüben! Einem heißt er!) All das hätte schon früher erledigt werden können und nicht erst heute, weil bestimmte Fälle passiert sind, die auch schon in der Vergangenheit vorgekommen sind. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordnete Mag. Beate Hartinger (Freiheitliche): Herr Präsident! Meine Herren Staatssekretäre! Herr Rechnungshofpräsident! Herr Volksanwalt! Herr Kollege Wittmann ist leider nicht mehr im Saal, aber ich darf Ihnen schon ausrichten, dass unsere Kulturpolitik nicht zu Lasten der Künstler geht. Es ist naiv von ihm zu glauben, dass die Budgetpolitik, die vor allem die Sozialdemokraten betrieben haben, nicht zu Lasten der Bevölkerung und vor allem unserer Kinder geht! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Aber mir ist klar, warum die SPÖ diesbezüglich keine Maßnahmen gesetzt hat. Ich möchte an dieser Stelle Rousseau zitieren. Er hat nämlich gesagt: Je zahlreicher die Beamten, desto schwächer die Regierung. – Meine Damen und Herren der Sozialdemokraten! Jetzt ist mir klar, warum Sie keine strukturellen Maßnahmen im Budget, bei den Sozialversicherungen und woanders auch getroffen haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Aber, meine Damen und Herren der SPÖ und der Grünen, ich verspreche Ihnen, diese Regierung gibt Ihnen keine Chance, mit Berichten des Rechnungshofes Politik zu machen. Ich sage nicht, dass nicht auch Fehler passieren können – natürlich! –, aber wir wollen aus den Fehlern lernen und die Bundesrechnungshofberichte ernst nehmen und entsprechende Konsequenzen ziehen – im Unterschied zur alten Regierung! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich darf mich auch – es ist ja auch so üblich, aber ich möchte es hier wirklich im Namen aller sagen – beim Herrn Rechnungshofpräsidenten und bei allen Mitarbeitern, bei allen Prüferinnen und Prüfern für ihr Engagement und für die aufopfernde Arbeit für diese Republik bedanken. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Nehmen wir jede Kritik zur positiven Veränderung unserer Republik ernst! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Das ist eine politische Wertung! Das ist keine Tatsachenbehauptung!
Abgeordneter Dr. Caspar Einem (SPÖ): Herr Präsident! Herr Präsident des Rechnungshofes! Meine Herren Staatssekretäre! Herr Volksanwalt! Frau Abgeordnete Hartinger hat soeben behauptet, die Freiheitlichen hätten es früher bei Diskussionen über Rechnungshofberichte leicht gehabt, weil sich die Mitglieder der früheren Bundesregierung überhaupt nicht um die Stellungnahmen und Empfehlungen des Rechnungshofes gekümmert hätten. – Diese Tatsachenbehauptung ist falsch! (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Das ist eine politische Wertung! Das ist keine Tatsachenbehauptung!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Er wird es nie lernen! Unerhört! – Abg. Ing. Westenthaler: Wir werden ein eigenes Seminar für den Herrn Abgeordneten Einem machen!
Richtig ist, dass ich mich als früheres Bundesregierungsmitglied sehr wohl um diese Fragen angenommen und versucht habe, die Empfehlungen zu befolgen, und dass Sie es nur deshalb leicht hatten, weil Sie auf Tatsachenfeststellungen nie besonderen Wert gelegt haben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Er wird es nie lernen! Unerhört! – Abg. Ing. Westenthaler: Wir werden ein eigenes Seminar für den Herrn Abgeordneten Einem machen!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Staatssekretär im Bundeskanzleramt Franz Morak: Herr Präsident! Herr Präsident des Rechnungshofes! Herr Volksanwalt! Lieber Kollege! Meine Damen und Herren! Ich möchte mich jetzt nach zehn Monaten in diesem Amt nicht mehr darüber verbreitern, welches Erbe ich übernommen habe, ein Erbe, das es aufzuarbeiten galt und das auch aufgearbeitet wurde. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich erinnere hier nur an den Sozialfonds für bildende Künstler oder an die Überschuldung der Abteilung II/2, die immer auf das nächste Budget verschoben wurde. Ich erinnere daran, dass Kunst und Kunstpolitik immer im Kontext zur Gesellschaftspolitik zu sehen sind, und natürlich musste auch die Kunstpolitik ihren Beitrag zur Sanierung der Staatsfinanzen leisten. Anders, als es immer gerne behauptet wird, waren das nur 4,5 Prozent; ich wiederhole mich hier. Der Beitrag war also wesentlich geringer als alle Ermessensausgaben der anderen Ressorts. Ich meine, dass daraus klar hervorgeht, wie wesentlich dieser Bundesregierung Kunst und Kultur und Politik in diesem Bereich sind. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich möchte hier in großer Ruhe und in großer Sachlichkeit sagen: Seit ich die Funktion des Kunststaatssekretärs übernommen und innehabe habe, gibt es keinen einzigen Fall, bei dem einem Künstler oder einer Künstlerin auf Grund seiner oder ihrer oppositionellen Haltung eine Subvention gekürzt oder verweigert wurde. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
In diesem Zusammenhang lassen Sie mich kurz das letzte, nicht ganze Jahr Revue passieren: steuerliche Verteilung von Einkommen aus Kunst und Kultur auf drei Jahre, Buchpreisbindung. Ich möchte diesem Parlament überbringen, Österreich wurde bei der Frankfurter Buchmesse in Bezug auf die Buchpreisbindung in seiner Vorbildfunktion herausgestellt. Und ich erinnere Sie dankbar – ich sage es, wie es ist – an die Drei-Parteien-Einigung über die Künstlersozialversicherung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Lassen Sie mich zu einigen Ausführungen, die hier zur Kunstpolitik dieser Bundesregierung gemacht wurden, noch Stellung nehmen. Ich bin berufen worden dankenswerterweise als Staatssekretär – und nicht als Oberlehrer der Nation. (Beifall bei der ÖVP.) Ich meine, dass wir für das Museumsquartier soeben auf breiter Basis ein Programm erarbeiten, bei dem sich jeder
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Und zum Musiktheater Linz. Es wäre dem einen oder anderen Kollegen im Kunstausschuss durchaus zuzumuten, "Treffpunkt Kultur" zu sehen. Ich habe dort meine Meinung und meine Stellungnahme abgegeben. – In diesem Sinne danke ich Ihnen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen.
Wir haben als Hohes Haus Einsparungen von 91 Millionen Schilling zu verkraften. Und ich sage bewusst "zu verkraften", weil es in der Debatte in der Vergangenheit und auch im Vergleich mit anderen europäischen Parlamenten ganz klar geworden ist, dass dieses Haus noch einige Einrichtungen zusätzlich braucht. Dieses Haus hat keinen Verfassungsdienst. Dieses Haus hat keinen Legislativdienst. Dieses Haus hat sehr schlecht ausgestattete Enquete-Kommissionen. Dieses Haus leidet darunter, dass die Schnittstelle zwischen Politik und Wissenschaft, Innovation, Forschung in keiner Weise eingerichtet oder institutionalisiert ist. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Angesichts des Vergleiches mit dem Deutschen Bundestag, wo jede EU-Richtlinie lange in den Fachausschüssen debattiert wird, wo Expertenhearings zur Tagesordnung gehören und nicht erst mühsam unter Aufbietung aller Kräfte in Ausschüssen erzwungen werden müssen, angesichts dieser Einsparungen in der Höhe von 91 Millionen Schilling ist es wirklich sehr bedauerlich, dass die Bundesregierung in diesem Jahr 35 Millionen und nächstes Jahr 50 Millionen für die Bewerbung ihrer eigenen Politik ausgeben möchte. Ich stelle diese beiden Zahlen bewusst in Zusammenhang, weil es hier um eine Schwächung des Parlamentarismus und um eine Schwächung dieses Hauses geht. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Einem.
Ich möchte mich an dieser Stelle auch ausdrücklich bei den Bediensteten dieses Hauses für ihren Einsatz in den letzten Jahren bedanken. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Einem. )
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir sehen also den Sparkurs in diesem Budget weiter fortgesetzt, obwohl wir neue Bereich haben, neue Medien, Film, das habe ich schon gesagt, auch den ganzen Bereich "Freie Radios". Was ich absolut unverständlich finde, Herr Staatssekretär Morak, was ich in Ihrer Argumentation einfach nicht verstehen kann, ist, wenn Sie sagen: Freie Radios sind eine regionale Angelegenheit. – Das heißt, wenn in Simmering ein Freies Radio betrieben wird, dann soll das die Bezirksvertretung Simmering finanzieren. Das geht völlig an der demokratiepolitischen Bedeutung von einer dritten Säule in unserer Medienlandschaft vorbei. Was soll das für ein Argument sein: Das hat nur eine regionale Bedeutung!? Da geht es um Medienvielfalt, da geht es um Grundrechte, da geht es um freie Meinungsäußerung – ein Grundpfeiler unserer Demokratie – und nicht darum, dass das die Bezirksvertretung Simmering machen soll. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Folgendes möchte ich noch gerne ausführen zu dieser Konzeptlosigkeit und dieser klaren Vorgangsweise gegenüber kritischen Institutionen. Es gibt eine ganz aktuelle Anfrage der Freiheitlichen betreffend "Public Netbase" – ich weiß nicht, warum diese Institution Sie so sehr ärgert –, die einen "Widerstands-Award" vergeben hat. In dieser Anfrage wird ganz klar der Zusammenhang zwischen den Fördermitteln und ihren kunstpolitischen Aktivitäten hergestellt. Ich frage Sie, Herr Morak: Wie bewerten Sie so etwas? Sie sagen, es gebe keinen nachweisbaren Fall. Es gibt mehrere nachweisbare Fälle: Es gibt "Public Netbase", es gibt das "Depot", es gibt die Freien Radios, wo klar über diese politische Gesinnung Förderpolitik gemacht wird. Und das darf es eigentlich nicht geben, denn öffentliche Gelder stehen in einer politischen Legitimation. Das sind nicht Privatmittel des Herrn Staatssekretärs, sondern das sind Gelder der Republik Österreich, die unter kunst- und kulturpolitischen Förderbedingungen ausgeschüttet werden sollen. Und dabei hat politische Gesinnung als Förderkriterium absolut überhaupt nichts verloren! Das ist auch ein demokratiepolitischer Grundsatz. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Morak! Ich würde Sie noch gerne fragen: Was passiert Ihrer Meinung nach mit den Bereichen neue Medien, Tanz? Was passiert mit dem Bereich nicht kommerzielle Radios? Was soll da in Zukunft in Österreich entstehen? Ich glaube, dass das extrem wichtige Säulen auch Ihres Konzeptes einer Kreativwirtschaft wären, und ich frage mich wirklich, wo Ihre diesbezüglichen Konzepte beziehungsweise Ideen sind. Sie sagen seit zehn Monaten: Neue Medien, Tanz – da werde es Schwerpunkte geben, genauso wie beim Film. Aber bis jetzt habe ich noch keine einzige Zeile, kein einziges Fuzerl eines Konzeptes für den Aufbau dieser Bereiche gesehen. Ich glaube, dass das Zukunftsinvestitionen sind, dass das das kulturelle Erbe der Zukunft ist und dass es wichtig ist, hier keine schwarzen Löcher zu produzieren, sondern ein ernsthaftes Erbe für die künftigen Generationen. Das hat vielleicht auch ein bisschen etwas mit Nachhaltigkeit zu tun. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich glaube, man kann das nicht so einfach wegwischen und sagen: Ich habe es geschafft! 15 Millionen Schilling mehr! – Sie haben es auch geschafft, Mittel, die für die Kuratoren bestimmt waren, die sozusagen für das Experimentelle, für das Zeitgenössische reserviert waren, für die Sozialpolitik umzuwidmen, weil Sie sich gegenüber dem Finanzressort nicht durchsetzen konnten. Sie haben es nicht geschafft, wirklich zukunftsweisende Konzepte für diesen Bereich in irgendeiner Form vorzulegen. Sie agieren nach wie vor – und dieser Vorwurf bleibt einfach bestehen, weil er sich belegen lässt – nach dem Prinzip: Die Hand, die mich beißt, werde ich nicht mehr füttern. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Karl Donabauer (ÖVP): Meine Herren Präsidenten! Meine Herren Staatssekretäre! Herr Volksanwalt! Hohes Haus! Die Budgeterstellung ist in jeder Gebietskörperschaft ein Konfliktthema. Es geht nicht nur um Geld, sondern es geht vor allem auch um gesellschaftspolitische Fragen, und diese sind in einer Budgetdebatte aufzuarbeiten. Bei einer Generaldebatte darf natürlich alles vorgebracht werden. Ich bin beeindruckt von den Beiträgen einiger Klubobmänner, sie waren wirklich hervorragend. Mich hat es auch überhaupt nicht gestört, dass Kollege Gusenbauer seine Erfolgsserie vom Sonntag heute hier fortgesetzt hat. Das ist überhaupt keine Frage. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt wieder den Vorsitz.
Mich hat auch Dr. Cap beeindruckt, der ausführte, dass wir nachdenken sollen, ob wir die Budgetdebatte in dieser Art und Form weiterführen oder ob wir uns nicht doch einmal die Zeit nehmen sollten, darüber nachzudenken, wie wir vielleicht eine andere, eine neuere, eine bessere, attraktivere Form finden könnten. Herr Dr. Cap! Ich meine, das ist ein Thema, das wir nicht verdrängen sollten. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es kamen auch Beiträge, die sich mit der Zeitgeschichte befasst haben. – Meine Hochachtung, Christof Zernatto, dafür, welch persönliche Größe du hier bewiesen hast! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Heinzl: Wer war der Dollfuß?
Das war ein positives Beispiel, es gibt aber auch ein negatives: Dr. Kräuter ist hier gestanden und hat sich über Dr. Dollfuß in einer Art und Weise geäußert, die nicht nur geschmacklos, sondern beschämend ist. Herr Dr. Kräuter! Ich meine, es wäre gut, bevor Sie solche Äußerungen treffen, darüber nachzudenken, was Sie sagen. Das ist unverantwortlich, was Sie hier getan haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Heinzl: Wer war der Dollfuß?)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich habe mich über die Erklärung des Herrn Bundeskanzlers gefreut, der heute von der Regierungsbank aus in Bezug auf das Budget und die Regierung zum Thema "Österreich neu regieren" gesprochen hat – in einzigartiger Brillanz –, und ich glaube, dass wir alle diese gute Botschaft mit nach Hause nehmen können, dass es wieder Freude macht, in Österreich zu leben, zu arbeiten, zu wirtschaften und auch zu sparen, weil das eine Regierung ist, die mit dem Geld der Bürger sorgsam umgeht. Das, glaube ich, sollte auch erwähnt werden. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wenn man immer wieder meint, diese ganze Spargesinnung wäre fürchterlich und unerträglich, dann bitte ich Sie, das einmal von einer anderen Seite zu sehen. Wir haben in den letzten Jahren in diesem Land eine lockere Hand fürs Geld gehabt. Mehr als 2 000 Milliarden Schilling fehlen. Das muss bewältigt werden, und da werden wir uns alle zu bemühen haben. Ich bin froh darüber, dass meine Partei sich in entsprechender Stärke einbringt. An dieser Stelle kann ich auch Herrn Dr. Wittmann eine Antwort auf seine Frage: Was ist aus dieser ÖVP geworden? geben. – Sie ist eine staatstragende Partei, die aus der politischen Szene Österreichs nicht wegzudenken ist. Das ist die ÖVP, Herr Dr. Wittmann! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich glaube, dass die Budgetsanierung in einer Zeit der Vollbeschäftigung auch wirklich richtig angesetzt ist. Es macht keinen Sinn, auf Dauer mehr auszugeben, als man hat. Das machen wir auch privat nicht. Ob jetzt der richtige Zeitpunkt ist oder ob es in ein, zwei Jahren besser wäre, dazu ist zu sagen: Der erste Tag ist der beste! Daher glaube ich, dass wir zwar einen schwierigen, aber richtigen Weg gehen, einen Weg, auf dem wir nicht nur Staub aufwirbeln, sondern auch Spuren hinterlassen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Zuletzt möchte ich noch dem Herrn Präsidenten des Rechnungshofes ein ganz spezielles Kompliment machen. Herr Präsident! Ihre Beiträge, wann immer Sie sie vorstellen oder abgeben, genießen im ganzen Land hohe Wertschätzung, werden von den Bürgern geschätzt. Sie und alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Rechnungshofes verdienen unser aller Anerkennung, denn Sie alle sind für uns das Korrektiv, das wir in der Politik brauchen, und ich bitte Sie, dass Sie in diesem Einvernehmen mit dem Parlament Ihre Tätigkeit auch in den nächsten Jahren fortsetzen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Er hat uns aber die Schulden hinterlassen!
Das war der einzige meiner Meinung nach erwähnenswerte Bundeskanzler der Sozialdemokratischen Partei. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Er hat uns aber die Schulden hinterlassen!) – Das waren die anderen, er hat nur damit begonnen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Mehr als drei Jahre nach der Beschlussfassung dieses Gesetzes wird es nötig sein, die vorgesehene Nachschau durch den Rechnungshof durchzuführen. Daher sollte gesichert werden, dass die dabei entstehenden Kosten den ihrer Verpflichtung nicht nachkommenden Institutionen und Unternehmen verrechnet werden. Bedauerlich finde ich, dass sich unter diesen Organisationen und Unternehmungen auch die Wirtschaftskammern sowie der ORF befinden. Die Verzögerung bei der Offenlegung der Bezüge, die sogar unter Zuhilfenahme der Gerichte verhindert werden soll, lässt durchaus auf Bezüge schließen, die weit über einer leistungsbezogenen Entlohnung liegen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die für das Jahr 2001 vorgesehenen Budgetmittel für den Rechnungshof in der Höhe von 315 Millionen Schilling wurden in gleicher Höhe wie für das Jahr 2000 veranschlagt, und es ist anzunehmen, dass diesen Kosten Einsparungen gegenüberstehen, die sich allein aus der Tatsache ergeben, dass es die Institution des Rechnungshofes und die Einschau gibt. Dennoch soll zum Abschluss nicht unerwähnt bleiben, dass es oft leichter ist, im Nachhinein zu prüfen und Fehler aufzuzeigen, als im Vorhinein richtige Entscheidungen zu treffen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich muss zugestehen, dass zumindest in meinem Aufgabenbereich so gut wie alle dieser nunmehr ausgegliederten Rechtsträger bereitwilligst Auskunft erteilen und sich auch in den meisten Fällen bereit zeigen, unseren Anregungen Folge zu leisten. Es wäre also, so glaube ich, seitens des Gesetzgebers nur ein Nachvollziehen der Bereitschaft dieser ausgegliederten Rechtsträger, wenn man der Volksanwaltschaft auch die offizielle Möglichkeit gäbe, Beschwerden der Bürger über diese Institutionen zu prüfen und dafür eine echte Kompetenz zu haben – so wie sie der Rechnungshof hat –, solange sich mehr als 50 Prozent dieser ausgegliederten Rechtsträger im Eigentum der Republik Österreich befinden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es ist doch nicht einzusehen, dass sich die Bürger zwar jedes Jahr damit abfinden müssen, dass zig Milliarden zur Abdeckung etwa des Defizits der Österreichischen Bundesbahnen aus Steuergeldern beigesteuert werden müssen, dass man sich aber nicht beim Volksanwalt beschweren darf, wenn man mit dem Personal, mit den Fahrplänen, mit der Pünktlichkeit der Züge nicht einverstanden ist. Das ist einfach nicht einzusehen. Ich glaube, der Bürger sollte, solange er die finanzielle Ausfallshaftung übernimmt, auch die Möglichkeit haben, über diese ausgegliederten Rechtsträger bei der Volksanwaltschaft Beschwerde zu führen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es haben bereits alle neun Präsidenten der Landtage mit Bedauern festgestellt, dass es diesen Parteienproporz gibt, und es hat auch schon der Herr Bundespräsident mehrere Male darauf hingewiesen, dass er es sehr bedauerlich findet, dass dieser Parteienproporz auf Bezirksschulrats- und Landeschulratsebene in der österreichischen Bundesverfassung zwingend verankert ist. Wir haben diese Anregung aufgegriffen und würden es auch unterstützen, wenn es zu einer Aufhebung dieses Proporzes und zu einer anderen und wesentlich sachbezogeneren und fachbezogeneren Entscheidung über Personalia im Schulbereich käme. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Darin sehen wir eine besondere Aufgabe, nämlich alle unsere Schreiben an den Bürger und alle unsere Darstellungen gegenüber den Landtagen und dem Nationalrat möglichst leicht verständlich zu gestalten, damit sich der Bürger und auch der Abgeordnete tatsächlich auch einen Reim darauf machen kann, wo den Bürger der Schuh drückt. Das sollte man mit möglichst leicht verständlichen Worten tun. – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wenn man den "Brandmeldekünstlern" à la Josef Cap glaubt, dann sieht man nur finstere Zeiten. Eine objektive Kritik zu diesen zehn Monaten besagt: Wir können auf eine engagierte Kulturpolitik zurückblicken, angeleitet von einem authentischen Kulturschaffenden Franz Morak, die sich insgesamt als souveräner Entwurf 2001 fortschreiben lässt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Als Wienerin freut mich, dass mit dem Jazzclub "Porgy & Bess" das ehemalige Rondell-Kino im ersten Bezirk endlich gerettet ist. Ich finde nett, wie man mit einem Sesselkauf für die weitere finanzielle Ausstattung wirbt. Dazu soll erinnert werden: Seit 1992 sind für dieses Haus 13 Millionen Schilling unter dem Titel "Erhaltungsmaßnahmen" ausgegeben worden. – Nichts ist wirklich geschehen! Mit etwa der gleichen Summe kann nun ein moderner Jazzclub eingerichtet werden, und Wien wird wieder Nummer eins im Jazz werden. Das freut mich. Danke im Namen der Jazzfreunde! (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Morak legt ein Budget vor, das keine lineare Kürzung beziehungsweise eine Steigerung mit Phantasie vorsieht. Die Betriebe, die es sich leisten können, werden nicht linear gefördert, die profitabel sind aus eigener Kraft, bekommen nicht dieselbe Unterstützung wie jene, die das nicht sind. Ich würde Frau Kollegin Glawischnig einladen zu sagen, wer aus politischen Motiven keine Förderung bekommen hat. Das bringt sie nämlich nicht zu Stande, weil es diese Fälle nicht gibt. (Zwischenrufe bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ein paar Bemerkungen noch zu weiteren Vorrednern: Ich muss Dr. Wittmann schon fragen, wenn er bedauert, dass die Abstimmung zum Musiktheater in Linz so ausgegangen ist, wie sie ausgegangen ist – ich hätte mir das auch anders gewünscht –, welchen Beitrag die SPÖ-Oberösterreich dazu geleistet hat. Fünf vor zwölf einen Entschließungsantrag einzubringen, ist zu wenig. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Der Einsatz kann noch nachgeliefert werden, meine Damen und Herren, damit Sie glaubwürdig bleiben.
Beifall bei der ÖVP.
Ich bedanke mich abschließend auch bei Staatssekretär Morak. Ich glaube, die österreichischen Künstlerinnen und Künstler sehen in ihm einen ernsthaften Verbündeten, einen seriösen Partner und Anwalt ihrer Interessen. Wir sehen in ihm einen Partner zur Umsetzung einer fruchtbaren Kultur- und Kunstpolitik für 2001. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Paul Kiss (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Herren Staatssekretäre! Herr Präsident des Rechnungshofes! Herr Volksanwalt! Hohes Haus! Ich möchte die Ausführungen von Christof Zernatto in Bezug auf die Volksgruppenthematik aus meiner sehr persönlichen Sicht als Angehöriger der burgenländisch-ungarischen Minderheit ergänzen. In Wirklichkeit ist es so, dass diese neue Bundesregierung im Laufe dieses heurigen Jahres, konkret seit dem 4. Februar, mehr für die Volksgruppen getan hat, als es 30 Jahre SPÖ-Kanzler zu Stande gebracht haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Werte Kolleginnen und Kollegen! Dieser 13. Juli – ich durfte in Großwarasdorf und in Oberpullendorf, meiner Heimatstadt, diesem Tag der feierlichen Enthüllung zweisprachiger Ortstafeln beiwohnen – war ein großer und historischer Tag für die burgenländischen Volksgruppen, für die Kroaten und Ungarn. Immerhin haben wir 45 Jahre lang warten müssen, bis der Staatsvertrag an diesem 13. Juli in Erfüllung gegangen ist. Es war Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel, der gemeint hat, die Enthüllung dieser Ortstafeln – es sind insgesamt in 51 burgenländischen Gemeinden 260 Ortstafeln zweisprachiger Natur enthüllt worden –, die Aufstellung dieser zweisprachigen Ortstafeln – deutsch-kroatisch oder deutsch-ungarisch – sei eine Visitenkarte der Toleranz und der Humanität für Österreich. So haben es nicht nur die Menschen in diesem Land empfunden, die der Minderheit angehören, sondern auch die Mehrheitsbevölkerung im Burgenland. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Mit Stolz verweise ich auf den 1. August. Es stimmt, was Christof Zernatto gesagt hat: Dieser 1. August kann sich seitens der Volksgruppen wirklich als ein Feiertag in eine Schar von schönen Tagen einreihen. Wir haben eigentlich gar nicht mehr daran gedacht, dass das in der Verfassung verankert wird. Nichts Geringeres als der Weisenbericht hat bekundet, dass das, was im Nationalrat der Republik Österreich für dieses Land und für die Minderheiten getan wurde, mit dem entsprechenden politischen Nachdruck seitens der Bundesregierung geschah. Da haben es ÖVP und FPÖ verstanden, für die Minderheiten etwas zu tun, was über lange Jahrzehnte unerfüllt blieb. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Der Weisenbericht bestätigt dies auch. Ich zitiere daraus: Die Rechte nationaler Minderheiten weisen beispielsweise dank dieser Verfassungsbestimmung in Österreich einen höheren Standard auf als in den vergleichbaren EU-Staaten. – Das kann sich sehen lassen, das ist Volksgruppenpolitik von ÖVP und FPÖ, werte Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Martin Graf: Das ist Durchschlagskraft!
Als ich im Jahre 1983 als Oberpullendorfer Bürgermeister im Gemeinderat der Stadtgemeinde Oberpullendorf den Antrag gestellt habe, es möge doch endlich der Staatsvertrag erfüllt werden, wir hätten gerne zweisprachige topographische Aufschriften – wir haben übrigens einen einstimmigen Gemeinderatsbeschluss gefasst –, war die Antwort, die ich von sozialistischen Bundeskanzlern, zu denen ich im wahrsten Sinne des Wortes gepilgert bin, erhalten habe, immer dieselbe: Wir werden schon schauen. Wir werden uns bemühen. Wir werden schon etwas zusammenbringen. – In Wirklichkeit hat es 17 lange Jahre gedauert, bis es von 1983 mit dem Beschluss bei uns in Oberpullendorf bis 2000 mit der Umsetzung endlich geklappt hat, und es freut mich, dass dies unter Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer geschehen ist. Das ist etwas, was an dieser Stelle gesagt werden muss. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Martin Graf: Das ist Durchschlagskraft!)
Allgemeiner Beifall.
Ich darf abschließend eine Bitte äußern. Ich darf die Bitte an alle Fraktionen dieses Hauses richten, den Rechnungshof weiterhin bei der Umsetzung seiner Empfehlungen zu unterstützen. Es hat eine ganze Reihe von Abgeordneten auf die Empfehlungen des Rechnungshofes, die noch nicht umgesetzt werden konnten und die noch ihrer Umsetzung durch die Exekutive harren, Bezug genommen. Ich darf beispielsweise an Frau Abgeordnete Binder erinnern, und ich freue mich, dass die Frau Abgeordnete solches Interesse an den Empfehlungen des Rechnungshofes und ihrer Umsetzung hatte. Ich ersehe aus dem Interesse der Abgeordneten an der Umsetzung der Empfehlungen des Rechnungshofes, dass hier eine Gemeinsamkeit mit dem Rechnungshof besteht, denn er hat klarerweise die gleichen Interessen in diesem Zusammenhang zu wahren. Wenn ein Interessengleichklang zwischen dem Nationalrat und dem Rechnungshof gegeben ist, so bin ich überzeugt davon, dass sich auch in der Zukunft ein gemeinsamer Erfolg einstellen wird – ein Erfolg, der im Ergebnis nicht dem Nationalrat oder dem Rechnungshof zugute kommt, sondern der im Ergebnis dem Steuerzahler zugute kommt, für den wir alle unsere Tätigkeit zu verrichten haben. – Danke. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir in der Wirtschaft vertrauen darauf, dass die Versprechungen, die uns die österreichische Bundesregierung mehrfach gemacht hat, nämlich spätestens im Jahre 2003 auch diese Spielräume wieder zu nutzen, um für den Wirtschaftsstandort jene Entlastungen durchzuführen – beispielsweise bei den Lohnnebenkosten oder auch bei Offensiven im Technologiebereich –, die mithelfen sollen, nicht nur in Hochkonjunkturzeiten wie jetzt, sondern langfristig, nachhaltig den Wirtschafts- und Beschäftigungsstandort Österreich abzusichern, eingehalten werden. Klar ist: Nur eine vernünftige und gute Standortpolitik ist langfristig auch eine gute Beschäftigungspolitik. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Dies alles bedeutet – und ich wiederhole das hiemit –, dass in dieser Legislaturperiode 15 000 Arbeitsplätze von Lehrerinnen und Lehrern "wegrationalisiert" werden! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Spindelegger: Die Argumente werden nicht besser, auch wenn ihr sie noch so oft wiederholt!
Sehr geehrte Damen und Herren, vor allem liebe Freunde aus dem ÖAAB! Es wird ja "lustig" für euch werden – ich habe das bereits vorige Woche hier gesagt –, wenn ihr das alles euren Kolleginnen und Kollegen in den nächsten Wochen und Monaten erklären werdet müssen. Ich freue mich direkt schon darauf! Und die Situation wird nicht besser werden, auch wenn ihr es anders darzustellen versuchen werdet! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Spindelegger: Die Argumente werden nicht besser, auch wenn ihr sie noch so oft wiederholt!)
Ruf bei der ÖVP: Das ist gut so!
Seit Wochen und Monaten hören wir von Ihnen Aussagen zum Thema "Verwaltungsreform". Von verschiedenen Ressorts wurden Privatfirmen damit beauftragt, Vorschläge für eine Verwaltungsreform zu erarbeiten. (Ruf bei der ÖVP: Das ist gut so!) Dabei geht es um Aufträge in Millionenhöhe, das sage ich gleich dazu. Das schaut so aus, dass die öffentlich Bediensteten diesen Privatfirmen erklären müssen, wie eine öffentliche Verwaltung überhaupt zu organisieren ist! – Und das alles bitte in Zeiten, in denen angeblich Sparen angesagt ist!
Abg. Großruck: Wo ist der Herr Gusenbauer?
Herr Klubobmann Dr. Khol ist schon wieder nicht da – vorige Woche hatte ich bei meinem Debattenbeitrag auch dieses "Pech". (Abg. Großruck: Wo ist der Herr Gusenbauer?) Er hat hier sehr viel und oft von "neuer Sozialpartnerschaft" gesprochen. – Ich möchte hier nur wiederholen, Frau Vizekanzlerin – Sie kennen ja das Schreiben des Vorsitzenden der GÖD, des Herrn Kollegen Neugebauer, und das ist keinesfalls ein Roter –, dass die GÖD die Bundesregierung ersucht, Vereinbarungen einzuhalten.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Die Frau Vizekanzlerin hat Nächte hindurch ...!
Mit dem so genannten neuen Regieren und mit der "neuen Sozialpartnerschaft" ist es doch in Wirklichkeit so: Ohne Verhandlungen, ohne Begutachtung von Gesetzesvorlagen preschen Sie hier im Hohen Haus mit Ihren Regierungsvorlagen vor! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Die Frau Vizekanzlerin hat Nächte hindurch ...!) Ja, ja! Frau Kollegin, erzählen Sie das nicht nur mir, sondern erzählen Sie das allen anderen! Erzählen Sie das vor allem jenen, die immer sagen: diese "bösen Roten"!
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Darum: viel Vergnügen in den nächsten Wochen und Monaten! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ihr "neues Regieren" heißt also, dass, ohne Verhandlungsergebnisse abzuwarten, ohne jegliche Begutachtungsverfahren sozial unausgewogene Regierungsvorlagen hier im Hohen Haus eingebracht werden. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Neudeck: Wer ist "eure"?
Meine Damen und Herren vom ÖAAB, auch wenn Ihnen das noch so wehtut, möchte ich Sie daran erinnern: Herr Abgeordneter Dr. Khol hat heute hier mehrfach die "bösen roten Gewerkschafter" angesprochen, und in diesem Zusammenhang darf ich Ihnen schon sagen: Die GÖD besteht zwar sozusagen zu zwei Dritteln aus eurer "Farbe", aber auch dort gab es einstimmige Beschlüsse. (Abg. Neudeck: Wer ist "eure"?)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Daher: Diese Aktion vom 5. Dezember wird eine gemeinsame ÖGB-Veranstaltung sein; die Christgewerkschafter haben da mitgestimmt! Und wenn jemand sagt, das sind "Chaoten", dann kann man darauf nur erwidern: Dann nennt ihr doch eure eigenen Leute "Chaoten"! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn sich noch mehr Österreicherinnen und Österreicher – alle sind dazu herzlichst eingeladen! – dieser Kundgebung anschließen, dann werden eben andere als Gewerkschaftsmitglieder auch noch dabei sein. Jedoch hier so grundsätzlich zu sagen, dabei würde es sich um "Chaoten" handeln, das ist wirklich zurückzuweisen! Diese überparteiliche Kundgebung wurde bitte mit den Stimmen der FCG beschlossen! So schaut‘s aus, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Großruck – eine Ausgabe des "Kurier" in die Höhe haltend –: Heute lesen!
Ein Weiteres noch: Wer zum Wochenende Medienberichte verfolgt hat, konnte feststellen, dass jener Gewerkschafter, der noch im Budgetausschuss von Herrn Bundeskanzler Schüssel so gelobt wurde (Abg. Großruck – eine Ausgabe des "Kurier" in die Höhe haltend –: Heute lesen!), nämlich GÖD-Vorsitzender Fritz Neugebauer, der, wie damals Bundeskanzler Schüssel meinte, sehr viel Verständnis für die Bundesregierung habe, gesagt hat: Wie versprochen, so gebrochen! Und Kollege Neugebauer meinte weiters, diese Regierung werde dazu aufgefordert, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und sich der sozialpartnerschaftlichen Kultur zu be
Abg. Dr. Niederwieser: Peinlich!
Egal, ob euch das gefällt oder nicht, liebe Freunde vom ÖAAB: Das ist die Realität! Auch heute wurde in unserer Gewerkschaft – wiederum einstimmig! – beschlossen, dass die Kolleginnen und Kollegen aus den AHS einen Tag streiken werden, wenn es eben nicht anders geht. (Abg. Dr. Niederwieser: Peinlich!) – Wiederum nicht ein Beschluss nur von "Roten", sondern einer von Christgewerkschaftern! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Egal, ob euch das gefällt oder nicht, liebe Freunde vom ÖAAB: Das ist die Realität! Auch heute wurde in unserer Gewerkschaft – wiederum einstimmig! – beschlossen, dass die Kolleginnen und Kollegen aus den AHS einen Tag streiken werden, wenn es eben nicht anders geht. (Abg. Dr. Niederwieser: Peinlich!) – Wiederum nicht ein Beschluss nur von "Roten", sondern einer von Christgewerkschaftern! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir von unserer Fraktion können diesem Teil des Budgets jedenfalls nicht unsere Zustimmung erteilen. (Beifall bei der SPÖ.)
Rufe bei den Freiheitlichen: Oh!
Abgeordneter Hermann Reindl (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Vizekanzlerin! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Wie schon bei der Budgetdebatte im Mai heurigen Jahres ist auch jetzt von der vereinten linken Opposition hier in diesem Hause (Rufe bei den Freiheitlichen: Oh!) nichts Positives oder Konstruktives zu hören. Herr Abgeordneter Gusenbauer von den Sozialdemokraten, der "große Vorsitzende" (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist er nicht!), hat heute von einem "Fehlschlag" in der Wirtschaftspolitik gesprochen und gemeint, das Budget sei sozial nicht ausgewogen. Mein Vorredner Pendl hat das ebenso gesagt. Zentrale Elemente des Wohlfahrtsstaates würden, so Abgeordneter Gusenbauer, abgebaut.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist er nicht!
Abgeordneter Hermann Reindl (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Vizekanzlerin! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Wie schon bei der Budgetdebatte im Mai heurigen Jahres ist auch jetzt von der vereinten linken Opposition hier in diesem Hause (Rufe bei den Freiheitlichen: Oh!) nichts Positives oder Konstruktives zu hören. Herr Abgeordneter Gusenbauer von den Sozialdemokraten, der "große Vorsitzende" (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist er nicht!), hat heute von einem "Fehlschlag" in der Wirtschaftspolitik gesprochen und gemeint, das Budget sei sozial nicht ausgewogen. Mein Vorredner Pendl hat das ebenso gesagt. Zentrale Elemente des Wohlfahrtsstaates würden, so Abgeordneter Gusenbauer, abgebaut.
Zwischenruf des Abg. Pendl.
So wird es auch gelingen – das ist ja notwendig –, für die Sicherheitsexekutive in Österreich in Zukunft ein eigenes Dienstrecht zu schaffen, und wenn es sein muss, auch gegen den Widerstand der Gewerkschaft öffentlicher Dienst, allen voran natürlich wieder der Fraktion sozialdemokratischer Gewerkschafter. (Zwischenruf des Abg. Pendl. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die Sicherheitsexekutive will in der Gewerkschaft nicht großteils von Lehrern vertreten werden, sondern will ihre Anliegen selbst vorbringen! Und das ist ihr gutes Recht! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Bei der Frau Vizekanzlerin hatte die Sicherheitsexekutive erstmalig die Möglichkeit dazu.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Die neue Regierung hat mit diesem Budget einen wichtigen Schritt in Richtung Sanierung der Staatsfinanzen gesetzt. Die Sanierung der Staatsfinanzen ist nämlich nicht Selbstzweck, sondern stellt ein verantwortungsvolles Handeln für die nächsten Generationen dar. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pumberger.
Abgeordneter Dieter Brosz (Grüne): Herr Präsident! Frau Vizekanzlerin! Hohes Haus! Wir reden heute zur öffentlichen Leistung, ein hochaktueller Anlass. Schlagzeilen in den Zeitungen, Streikdrohungen im öffentlichen Dienst. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pumberger. ) – Wenn Sie nicht zuhören wollen: Da ist die Tür, da können Sie hinausgehen, wenn es Sie stört, dass man hier beim Rednerpult spricht! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie sind doch frech, wenn Sie sagen, er soll zur Tür hinausgehen!) Wo ist die "Frechheit"?! Er ist frech! Wissen Sie, was er gesagt hat? – Ich soll nicht so viel reden – und das schon nach meinem zweiten Satz! Diese "Frechheit" liegt offenbar im Bereich der FPÖ – und
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie sind doch frech, wenn Sie sagen, er soll zur Tür hinausgehen!
Abgeordneter Dieter Brosz (Grüne): Herr Präsident! Frau Vizekanzlerin! Hohes Haus! Wir reden heute zur öffentlichen Leistung, ein hochaktueller Anlass. Schlagzeilen in den Zeitungen, Streikdrohungen im öffentlichen Dienst. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pumberger. ) – Wenn Sie nicht zuhören wollen: Da ist die Tür, da können Sie hinausgehen, wenn es Sie stört, dass man hier beim Rednerpult spricht! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie sind doch frech, wenn Sie sagen, er soll zur Tür hinausgehen!) Wo ist die "Frechheit"?! Er ist frech! Wissen Sie, was er gesagt hat? – Ich soll nicht so viel reden – und das schon nach meinem zweiten Satz! Diese "Frechheit" liegt offenbar im Bereich der FPÖ – und
Abg. Dr. Partik-Pablé: Toleranz!
Wenn ich nach meinem ersten Satz hier von ihm schon höre: Nicht so viel reden!, liegt die Frechheit aus meiner Sicht wohl eindeutig auf dieser Seite (der Redner weist auf die Bänke der Freiheitlichen), aber okay, was soll’s. Zuhören werden Sie ohnehin nicht wollen, vielleicht woanders. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Toleranz!)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Streikdrohungen im öffentlichen Dienst, etwas, was in dieser Form und vor allem in dieser Stärke – Kollege Pendl hat bereits ausgeführt, da geht es um fraktionsübergreifende Aktionen – doch eher neu ist. (Zwischenruf bei der ÖVP.) Ich habe mir gedacht, man könnte sich diese Sache jetzt einmal neu anschauen und auch darstellen, wie die Entlohnung im öffentlichen Dienst im Moment ausschaut. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wieso ist Toleranz ein Wahnsinn für Sie?)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Wieso ist Toleranz ein Wahnsinn für Sie?
Streikdrohungen im öffentlichen Dienst, etwas, was in dieser Form und vor allem in dieser Stärke – Kollege Pendl hat bereits ausgeführt, da geht es um fraktionsübergreifende Aktionen – doch eher neu ist. (Zwischenruf bei der ÖVP.) Ich habe mir gedacht, man könnte sich diese Sache jetzt einmal neu anschauen und auch darstellen, wie die Entlohnung im öffentlichen Dienst im Moment ausschaut. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wieso ist Toleranz ein Wahnsinn für Sie?)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Man könnte doch auch Leistungen im öffentlichen Dienst unter einem anderen Blickwinkel betrachten. Da wird es auch einmal darum gehen, sich vergleichend anzuschauen, ob die Leistungen, ob die Gehälter, ob die Entlohnung, die im öffentlichen Dienst bezahlt wird, adäquat ist – oder eben nicht. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Neudeck: 14 Mal für acht Monate!
Das wäre wohl ein anderer Zugang, als nur von Einsparungen zu reden. Und das würde ich mir ganz gerne einmal anschauen, etwa die berühmten "hohen" Lehrergehälter. Nehmen wir als Beispiel die AHS-Lehrer, von denen momentan gesprochen wird: Diese fangen mit einem Einstiegsgehalt von 22 900 S brutto an. (Abg. Neudeck: 14 Mal für acht Monate!) Das wird man hoffentlich (zu einer Mitarbeiterin des Stenographenbüros gewandt) ins Protokoll aufnehmen, was Kollege Neudeck in einem Zwischenruf sagte: "14 Mal für acht Monate!" – Kollege Neudeck, das wird die Lehrer wieder einmal "freuen", dass diese, wie Sie meinen, vier Monate lang Ferien haben.
Zwischenruf des Abg. Wattaul.
Nach zehn Jahren gibt es immerhin schon 27 600 S brutto. Wenn man das mit Entlohnungen in der Privatwirtschaft vergleicht, dann könnte man sagen, dass das nicht wirklich stattliche Bezüge sind und ... (Zwischenruf des Abg. Wattaul. )
Beifall bei den Grünen.
Kollege Wattaul! Ich weiß nicht, ob Sie das verstehen: Wir reden hier von Akademikern, und Akademiker haben normalerweise einen gewissen Bezug, wenn sie einsteigen! (Beifall bei den Grünen.) Meinen Sie, dass Akademiker in der Privatwirtschaft auch mit 22 000 S einsteigen und das als stattliches Gehalt empfinden? – Dort ist es wohl ein bisschen anders! (Abg. Wattaul: Du kennst dich nicht aus! – Zwischenruf des Abg. Öllinger. )
Abg. Wattaul: Du kennst dich nicht aus! – Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Kollege Wattaul! Ich weiß nicht, ob Sie das verstehen: Wir reden hier von Akademikern, und Akademiker haben normalerweise einen gewissen Bezug, wenn sie einsteigen! (Beifall bei den Grünen.) Meinen Sie, dass Akademiker in der Privatwirtschaft auch mit 22 000 S einsteigen und das als stattliches Gehalt empfinden? – Dort ist es wohl ein bisschen anders! (Abg. Wattaul: Du kennst dich nicht aus! – Zwischenruf des Abg. Öllinger. )
Zwischenruf des Abg. Wattaul.
Es ist durchaus interessant: Ich habe Finanzminister Grasser über ein Phänomen befragt, bezüglich dessen wir gleicher Meinung sind, dass nämlich im öffentlichen Dienst ein Missverhältnis eingetreten ist zwischen Anfangsbezügen und Endbezügen und einem Pensionssystem, das doch relativ hoch ist. Ich halte fest, dass wir es nicht für besonders sinnvoll erachten, dass man dann, wenn man sozusagen einen relativ hohen Bedarf hat, wenn man sich eine Existenz aufbaut, sehr bescheidene Gehälter und Löhne bekommt. (Zwischenruf des Abg. Wattaul. ) Die Beamten arbeiten nach Ihrer Meinung offenbar nicht, das ist auch interessant! Es ist – wie gesagt – nicht sinnvoll, wenn man zu Beginn sehr bescheidene Gehälter bekommt, dann jedoch, wenn man bereits einen gewissen Lebensstil und -standard hat, erst wirklich zu höheren Bezügen kommt. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pumberger. )
Zwischenruf des Abg. Dr. Pumberger.
Es ist durchaus interessant: Ich habe Finanzminister Grasser über ein Phänomen befragt, bezüglich dessen wir gleicher Meinung sind, dass nämlich im öffentlichen Dienst ein Missverhältnis eingetreten ist zwischen Anfangsbezügen und Endbezügen und einem Pensionssystem, das doch relativ hoch ist. Ich halte fest, dass wir es nicht für besonders sinnvoll erachten, dass man dann, wenn man sozusagen einen relativ hohen Bedarf hat, wenn man sich eine Existenz aufbaut, sehr bescheidene Gehälter und Löhne bekommt. (Zwischenruf des Abg. Wattaul. ) Die Beamten arbeiten nach Ihrer Meinung offenbar nicht, das ist auch interessant! Es ist – wie gesagt – nicht sinnvoll, wenn man zu Beginn sehr bescheidene Gehälter bekommt, dann jedoch, wenn man bereits einen gewissen Lebensstil und -standard hat, erst wirklich zu höheren Bezügen kommt. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pumberger. )
Abg. Wattaul: Na siehst du!
"Ich bin mit Ihnen durchaus einer Meinung, was die Entwicklung der Gehaltskurve betrifft. Nicht ganz einer Meinung bin ich mit Ihnen, wenn Sie sagen, dass es für Junglehrer ein offensichtlich niedriges Einstiegsgehalt gibt, das sich dann sehr stark erhöht, weil ich meine, dass das, was zurzeit an Einstiegsgehältern für Junglehrer bezahlt wird, im Vergleich zu den Gehältern in der Wirtschaft mit den dortigen Anforderungen durchaus ein staatliches Gehalt ist." (Abg. Wattaul: Na siehst du!) Wahrscheinlich wissen Sie das vom Finanzminister! Das ist wirklich amüsant!
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
22 000 S Einstiegsgehalt für Akademiker ist für die FPÖ ein "stattliches Gehalt"! Okay, lassen wir das so stehen. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen.
Zur Erhöhung von 500 S, die für das Jahr 2001 als Fixbetrag beschlossen ist, und zu der Erhöhung um 0,8 Prozent für das Jahr 2002 mit Nachverhandlungen kann man jetzt stehen, wie man will. Aber es ist klar, dass das eindeutig unter der Inflationsrate liegt, und das bedeutet einen Reallohnverlust im öffentlichen Dienst. Das wollen Sie offenbar durchziehen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
In Anbetracht dessen denke ich, dass das System in Deutschland wesentlich intelligenter ist: Die Einstiegsgehälter sind höher, steigen nicht so stark an, und verteilt über das Lebenseinkommen wird sich das mit dem Pensionssystem wahrscheinlich einigermaßen ausgleichen. Dann, wenn die Menschen das Geld brauchen, bekommen sie auch entsprechende Finanzmittel, und das halte ich für eine an und für sich intelligente Lösung. Dahin sollte man bei uns in verstärktem Maße kommen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Über die Verärgerung der AHS-Lehrer möchte ich auch noch einen Satz sagen. Ich habe jetzt den morgigen "Kurier" vor mir liegen. Ich schätze Kollegen Thonke vom "Kurier" an sich sehr: Es ist wirklich verblüffend, wie es gelingt, dass man die Dinge, die beschlossen sind, nach wie vor – und da spreche ich jetzt Frau Ministerin Gehrer an – in einer Form transportiert, die einfach nicht stimmt. – Es geht um die berühmte Klassenvorstandsregelung. Das sehen auch wir so. Beschlossen ist eine Abgeltung von 20 000 S pro Jahr, das steht außer Zweifel, dieser Regelung stimmen auch wir zu. Beschlossen ist aber auch, dass die bisherige Abgeltung in Form einer Belohnung von 9 000 S nicht mehr bezahlt wird. Allerdings steht nirgends, dass das eindeutig nach allen mathematischen Regeln voneinander abzuziehen wäre, was bedeutet, dass man statt bis jetzt 9 000 S dann 20 000 S bekommt, jedoch nicht um 20 000 S mehr. – Solange Frau Ministerin Gehrer solche Dinge immer wieder von sich aus verbreitet, ist sie einfach nicht glaubwürdig, denn die Betreffenden in den Schulen wissen natürlich, dass es sich anders verhält. Wenn Maßnahmen so angekündigt werden, dann braucht man sich nicht zu wundern, dass die Leute nicht willens sind, etwa Angaben über den Lehrerabbau so hinzunehmen, wie sie angekündigt werden. Man sollte die Zahlen offen nennen und ehrlich sein, dann kann man wahrscheinlich auch zu einer vernünftigen Gesprächskultur zurückkehren! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es gibt sie, die hochspezialisierten, engagierten und motivierten Mitarbeiter im öffentlichen Dienst: Ihnen gebührt – und das möchte ich einfordern! – eine sachliche und inhaltlich fundierte Diskussion über Verwaltungsstrukturen und modernes Dienstrecht! – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
In dieser Vereinbarung mit der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst haben wir im Gehaltsabkommen 2001 und 2002 für das kommende Jahr 2001 einen Fixbetrag von 500 S vereinbart. Diese Maßnahme dient ausdrücklich – wie Kollege Reindl schon ausgeführt hat – der sozialen Treffsicherheit, nämlich der Begünstigung der kleineren und mittleren Einkommen, und bewirkt genau das nicht, was Sie, Herr Kollege Brosz, gesagt haben, nämlich einen Gehaltsabschluss unter der Inflationsrate. Ganz im Gegenteil: Die Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen bekommen mehr als die Inflationsrate, die Bezieher hoher Einkommen – aber ich nehme nicht an, dass Sie hier die hohe Beamtenschaft vertreten – bleiben hingegen darunter. Das halte ich nicht nur für sozial verträglich, sondern auch für richtig und gerecht! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wenn Sie, Herr Kollege Brosz, den OECD-Vergleich angesprochen und das deutsche Modell als besonders intelligent bezeichnet haben, dann stimme ich Ihnen zu. Sie hätten aber auch dazusagen müssen, dass die Lehrverpflichtung in Deutschland um einige Stunden höher ist als in Österreich. Wenn Sie dieses Modell befürworten, bin ich ganz bei Ihnen, ich befürworte es auch! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Außerdem sage ich Ihnen, Herr Kollege Pendl, und all Ihren Kollegen von der Gewerkschaft, dass diese ständigen Erpressungsversuche durch Androhungen von Kampfmaßnahmen oder Streiks bei dieser Regierung noch nie auf fruchtbaren Boden gefallen sind und auch in Zukunft nicht fallen werden. Wir lassen uns von Ihnen nicht erpressen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Qualitätsverbesserung ist die Maßgabe einer jeden Verwaltungsreform, und selbstverständlich gibt es auch in diesem Zusammenhang bereits Projekte, die auf gutem Wege sind, etwa die Reorganisation des Haushalts- und Rechnungswesens des Bundes durch den Einsatz der Softwarebibliothek SAP, durch welche sichergestellt werden wird, dass in Hinkunft Verursachergerechtigkeit durch anteilige Kostentragung herrscht, dass ein betriebliches Rechenwesen eingeführt wird und damit eine wesentliche Verbesserung der Ablauforganisation sichergestellt ist. – Das ist ein ganz entscheidender Beitrag zur Verwaltungsinnovation. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sie sehen also, dass die Dinge sehr gut auf dem Weg sind. Ich würde mir sehr wünschen, dass auch Sie entsprechende Beiträge und Ideen liefern, wenn Sie solche haben, anstatt die Dinge, die wir in Gang gesetzt haben und die notwendig sind, zu kritisieren! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir lösen den Pendl auf!
Kollege Pendl! Ich möchte etwas richtigstellen, was Sie immer wieder sagen, und zwar betreffend das Personal in meinem Ministerium, obwohl Sie schon lange wissen, dass es nicht stimmt: Ich habe im Ausschuss wiederholt genau dargelegt, dass Ihre Behauptungen nicht stimmen, dass wir keine Aufblähung des Apparates vorgenommen haben, dass vielmehr mein Präsidium mit Abstand das kleinste ist Natürlich haben wir – das wissen Sie auch genau, trotzdem möchte ich es hier auch einmal feststellen – nicht die kleinste Sektion im Bundesdienst. Die kleinste Sektion gibt es in dem Bereich, in dem Sie Gewerkschaftsvertreter sind, aber da stört es Sie interessanterweise nicht, denn da geht es ja um Ihre Mitarbeiter, die Sie gewerkschaftlich vertreten. Da gibt es eine Sektion mit sechs Mitarbeitern und vier Abteilungen. – Wenn Sie also dafür sind, dass solche kleinen Einheiten aufgelöst werden, dann fangen Sie einmal in dem Bereich an, in dem Sie zuständig sind! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir lösen den Pendl auf!)
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Trainer- und Funktionärsausbildung sind ebenso ein Schwerpunkt meiner Budgetpolitik wie die Behindertenförderung, die wir endlich auf eine gesetzliche Grundlage stellen wollen, weil ich es für unzumutbar halte, dass man dafür von Jahr zu Jahr wieder betteln gehen muss. Die Behindertensportförderung muss endlich auf eine gesetzliche Grundlage gestellt werden, gerade angesichts der großartigen Leistungen, die in diesem Bereich erbracht werden, wie wir heuer bei den Paralympics – es gab 15 Medaillen – gesehen haben. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Hauptsächlich kommt die Kritik, die betreffend Neustrukturierung im Sportbereich und die entsprechende Budget- und Förderungspolitik des Sports geübt wird, nicht von Sportlern und nicht von Funktionären, sondern von jenen, die Angst haben, Einflussbereiche im Sport zu verlieren. – Ich sage hier noch einmal in aller Deutlichkeit: Politik und Parteipolitik haben für mich im Sport nichts verloren, weder in Verbänden noch in Vereinen. Das ist etwas, was in dieser Form in Österreich eigentlich singulär ist. In Anbetracht dessen meine ich, dass wir die Strukturen entschlacken und so neu organisieren müssen, dass es im Sinne der Sportler mehr Effizienz und Transparenz bei den Förderungen und weniger politische Einflussnahmen gibt. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt bin ich gespannt!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Grabner. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt bin ich gespannt!)
Abg. Dr. Martin Graf: Turnvater Jahn war bekanntlich der erste Sozialdemokrat!
Abgeordneter Arnold Grabner (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Vizekanzler! Meine Damen und Herren! Der Sport hat sich zu einem wesentlichen Bestandteil unserer Kultur entwickelt. Er war vorher ... (Abg. Dr. Martin Graf: Turnvater Jahn war bekanntlich der erste Sozialdemokrat!) – Kollege! Jetzt fängst du schon wieder so an! Ich meine, dass das eine ernste Sache ist, und die Frau Vizekanzler hat das auch bereits gesagt. Ich möchte jetzt einige Punkte anführen. Im Übrigen wäre ich froh, wenn die Bevölkerung wüsste, wie leichtfertig ihr mit diesem Problem umgeht! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Arnold Grabner (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Vizekanzler! Meine Damen und Herren! Der Sport hat sich zu einem wesentlichen Bestandteil unserer Kultur entwickelt. Er war vorher ... (Abg. Dr. Martin Graf: Turnvater Jahn war bekanntlich der erste Sozialdemokrat!) – Kollege! Jetzt fängst du schon wieder so an! Ich meine, dass das eine ernste Sache ist, und die Frau Vizekanzler hat das auch bereits gesagt. Ich möchte jetzt einige Punkte anführen. Im Übrigen wäre ich froh, wenn die Bevölkerung wüsste, wie leichtfertig ihr mit diesem Problem umgeht! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pumberger.
Sport ist mittlerweile ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pumberger. ) – Er wird ja nachher reden, dann kann er es selber sagen! Der Tourismus lebt zum Teil davon, dass unsere Spitzensportler international durch ihre Erfolge auf Österreich aufmerksam machen. Meine Damen und Herren! Die Spitzensportler sind die besten Botschafter für Österreich! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sport ist mittlerweile ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pumberger. ) – Er wird ja nachher reden, dann kann er es selber sagen! Der Tourismus lebt zum Teil davon, dass unsere Spitzensportler international durch ihre Erfolge auf Österreich aufmerksam machen. Meine Damen und Herren! Die Spitzensportler sind die besten Botschafter für Österreich! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Achatz.
Meine Damen und Herren! Optimale Trainingsbedingungen und gezielte Förderung der Talente unter den Nachwuchssportlern bilden die Voraussetzungen für die weltweit geachteten Höchstleistungen. Im Bereich des Sportes und seiner Verbände agieren hervorragende Persönlichkeiten in Österreich: Löschnak und Pillwein in der BSO, Beppo Mauhart und Alfred Ludwig im Österreichischen Fußballbund, Peter Schröcksnadel und Klaus Leistner im ÖSV, Löschnak, Waining und Prokop in den Dachverbänden, Wallner und Jungwirth im Österreichischen Olympischen Comité und die Professoren Holdhaus und Prokop in der Sportmedizin. Es leisten aber noch viele mehr viel Arbeit für unsere Gesellschaft und den Sport in Österreich! (Zwischenruf der Abg. Achatz. )
Abg. Neudeck: Gott sei Dank!
Es muss aber darauf hingewiesen werden, dass kleine Verbände und Vereine auf Grund fehlender Mittel nicht die Möglichkeit haben, hauptamtliche Manager zu beschäftigen. Deren ehrenamtliche Funktionäre erfüllen eine sehr wichtige Aufgabe in unserer Gesellschaft. (Abg. Neudeck: Gott sei Dank!) Fred Sinowatz, für mich der beste Sportminister seit 1945, hat einmal gemeint, dass eine Stadt oder eine Gemeinde erst leben, wenn das Vereinsleben funktioniert.
Demonstrativer Beifall des Abg. Dolinschek.
Obwohl die Vereinszahlen im Allgemeinen rückläufig sind, nehmen sie im Sport zu. Dieser Umstand zeigt deutlich, wie tief der Sport in unserer Gesellschaft verankert ist. (Demonstrativer Beifall des Abg. Dolinschek. )
Abg. Ing. Westenthaler: Das hoffen wir auch!
Meine Damen und Herren! Unter den sozialdemokratischen Bundeskanzlern Vranitzky und Klima erhielt St. Anton den Zuschlag für die Ski-WM 2001, die sicherlich den Tourismus am Arlberg belebt und wirtschaftlich stärkt sowie eine Verbesserung der Infrastruktur des Ortes zur Folge hat. Ich hoffe, dass wir viele, viele Medaillen für Österreich gewinnen werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Das hoffen wir auch!)
in Richtung Abg. Ortlieb
Weil gerade Olympische Spiele stattgefunden haben, meine Damen und Herren, möchte ich sagen, wie wichtig diese sind. Da ist einer (in Richtung Abg. Ortlieb), der Olympiasieger geworden ist. (Demonstrativer Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Wir haben unter uns Sportler, deren Leistungen die Öffentlichkeit oft kritisiert. Sie müssen sich noch in der heutigen Zeit Gebührenurlaub nehmen, damit sie daran teilnehmen können. Ich denke hier vor allem an die Hundertmeterläuferin Karin Mayr. Wenn sie dann diese Leistungen bringt, kritisieren wir sie, weil wir alle gar nicht wissen, dass sie alle ihre sportlichen Leistungen eigentlich in der Freizeit macht.
Demonstrativer Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Weil gerade Olympische Spiele stattgefunden haben, meine Damen und Herren, möchte ich sagen, wie wichtig diese sind. Da ist einer (in Richtung Abg. Ortlieb), der Olympiasieger geworden ist. (Demonstrativer Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Wir haben unter uns Sportler, deren Leistungen die Öffentlichkeit oft kritisiert. Sie müssen sich noch in der heutigen Zeit Gebührenurlaub nehmen, damit sie daran teilnehmen können. Ich denke hier vor allem an die Hundertmeterläuferin Karin Mayr. Wenn sie dann diese Leistungen bringt, kritisieren wir sie, weil wir alle gar nicht wissen, dass sie alle ihre sportlichen Leistungen eigentlich in der Freizeit macht.
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Wir wollen keinen Staatssport, sondern die Möglichkeit zur sportlichen Betätigung für jeden Bürger in Österreich. (Beifall bei der SPÖ.) Wir Sozialdemokraten waren und sind schon wegen unserer Geschichte und unserer gesellschaftspolitischen Einstellung dafür die Garanten. Ob die derzeitige Regierung dies ebenfalls von sich behaupten kann, bezweifle ich. (Beifall bei der SPÖ. – Oje-Rufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Neudeck: Der Schlusssatz war nicht gut! – Abg. Grabner – auf dem Weg zu seinem Sitzplatz –: ... würde den Elfer vom Fünfer schießen, das wäre die Treffsicherheit dieser Regierung! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Schlusssatz hat alles zusammengehauen! – Abg. Dr. Martin Graf: Das war der politisch korrekte Schlusssatz!)
Beifall bei der SPÖ. – Oje-Rufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Neudeck: Der Schlusssatz war nicht gut! – Abg. Grabner – auf dem Weg zu seinem Sitzplatz –: ... würde den Elfer vom Fünfer schießen, das wäre die Treffsicherheit dieser Regierung! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Schlusssatz hat alles zusammengehauen! – Abg. Dr. Martin Graf: Das war der politisch korrekte Schlusssatz!
Meine Damen und Herren! Wir wollen keinen Staatssport, sondern die Möglichkeit zur sportlichen Betätigung für jeden Bürger in Österreich. (Beifall bei der SPÖ.) Wir Sozialdemokraten waren und sind schon wegen unserer Geschichte und unserer gesellschaftspolitischen Einstellung dafür die Garanten. Ob die derzeitige Regierung dies ebenfalls von sich behaupten kann, bezweifle ich. (Beifall bei der SPÖ. – Oje-Rufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Neudeck: Der Schlusssatz war nicht gut! – Abg. Grabner – auf dem Weg zu seinem Sitzplatz –: ... würde den Elfer vom Fünfer schießen, das wäre die Treffsicherheit dieser Regierung! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Schlusssatz hat alles zusammengehauen! – Abg. Dr. Martin Graf: Das war der politisch korrekte Schlusssatz!)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich berichtige tatsächlich: Sport wurde um einiges früher zu einem Massenphänomen, nämlich bereits zu Zeiten des "Turnvaters" Jahn, den man beim besten Willen nicht als Sozialdemokraten bezeichnen kann. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Im Übrigen aber schließe ich mich hinsichtlich der Bedeutung des Sports als Breitensport Abgeordnetem Grabner voll an und habe dies auch selbst unter Beweis gestellt, indem ich als einer von zwei Abgeordneten des Hohen Hauses im Vorjahr am Parlamentsbediensteten-Skirennen teilgenommen habe – auch wenn ich dabei nur eine Knackwurst erworben habe. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Wann ist die Zeit?
Abgeordneter Patrick Ortlieb (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Vizekanzlerin! Hohes Haus! Ich möchte zuerst ein Wort zum Abgeordneten Brosz sagen. Ich glaube, in der Diskussion ist die Abflachung der Gehaltspyramide nie in Frage gestellt worden. Aber ich denke, es ist jetzt einfach nicht die Zeit, dass man – wie Sie sich das vorstellen – die hohen Gehälter hoch lässt und die unteren aufstockt. Sie wissen genauso wie alle hier herinnen, das lässt das momentane Budget nicht zu. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Wann ist die Zeit?)
Abg. Grabner: Aber dann sag’s ihnen, wie sie’s immer lächerlich nehmen! – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Zu Herrn Grabner hätte ich auch einiges zu sagen. Wir haben die ehrenamtlichen Funktionäre auch nie in Frage gestellt. (Abg. Grabner: Aber dann sag’s ihnen, wie sie’s immer lächerlich nehmen! – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Sie werden nicht lächerlich gemacht, Herr Grabner. Es sind genug Diskussionen geführt worden – danke, okay. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Grabner –: Sich um die Zeit so aufregen, ist ungesund!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Grabner –: Sich um die Zeit so aufregen, ist ungesund!
Zu Herrn Grabner hätte ich auch einiges zu sagen. Wir haben die ehrenamtlichen Funktionäre auch nie in Frage gestellt. (Abg. Grabner: Aber dann sag’s ihnen, wie sie’s immer lächerlich nehmen! – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Sie werden nicht lächerlich gemacht, Herr Grabner. Es sind genug Diskussionen geführt worden – danke, okay. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Grabner –: Sich um die Zeit so aufregen, ist ungesund!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Jetzt komme ich zu meinem Teil der Rede. Im Sportteil der Zeitungen liest man immer von menschlichen Höchstleistungen. Auf den Titelseiten lesen wir sehr oft von Fehlleistungen. Die Politik ist nicht dazu da, nur Lippenbekenntnisse zu leisten, Olympiasieger zu feiern, Weltmeister zu ehren oder ein Bad in der Menge zu nehmen. Ich bin selbst sehr oft zu diesen Ehrungen eingeladen worden. Staatssekretär Wittmann hat mir des Öfteren eine Einladung ausgesprochen, ich konnte sie leider nie annehmen; doch, einmal, zum Schluss – Entschuldigung, ich korrigiere mich. Vranitzky, Klima, alle, aber das ist nicht das, was Sportpolitik ist. Sportpolitik und Politik allgemein muss Rahmenbedingungen schaffen zum Wohle unserer Gesellschaft. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Parfuss: Klatschen, bitte!
Ich bin sehr froh darüber, dass es nach Jahren des Hin und Her endlich ein Sportministerium gibt – ein Zeichen dafür, dass die Gesundheit unserer Jugend und unserer Bevölkerung ein Anliegen dieser Regierung ist. (Abg. Parfuss: Klatschen, bitte!) – Es ist Ihnen anscheinend kein Anliegen. (Zwischenruf des Abg. Nürnberger. )
Zwischenruf des Abg. Nürnberger.
Ich bin sehr froh darüber, dass es nach Jahren des Hin und Her endlich ein Sportministerium gibt – ein Zeichen dafür, dass die Gesundheit unserer Jugend und unserer Bevölkerung ein Anliegen dieser Regierung ist. (Abg. Parfuss: Klatschen, bitte!) – Es ist Ihnen anscheinend kein Anliegen. (Zwischenruf des Abg. Nürnberger. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Was ich im Sport gelernt habe, ist, Strebsamkeit nach maximalen Leistungen zu erreichen, ohne die Achtung vor der Leistung anderer zu verlieren. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Das sollte man aber auf alle Bereiche des Lebens übertragen. Als ehemaliger Spitzensportler habe ich die eine Seite kennen gelernt. Als Politiker versuche ich nun, Erfahrungen einzubringen, um eine Aufwertung des Sportes in unserer Gesellschaft zu erreichen.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Klatscht ihr nicht? – Abg. Mag. Trattner – in Richtung des Abg. Grabner –: Noldi, jetzt hast du mich enttäuscht!
Die Aufwertung haben Sie auch schon angesprochen, Herr Grabner – es spricht überhaupt nichts dagegen. Mir hat es sowieso sehr gefallen, dass auch andere Fraktionen bei Ihnen geklatscht haben. Das war sehr löblich, und man sieht – wie wir es auch im Sportausschuss diskutiert haben –, dass es im Sport rein um das Image des Sportes und das Wohl der Bevölkerung geht und dass Parteipolitik in diesem Ressort sehr, sehr wenig verloren hat. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Klatscht ihr nicht? – Abg. Mag. Trattner – in Richtung des Abg. Grabner –: Noldi, jetzt hast du mich enttäuscht!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Eine Verbesserung des Gesundheitszustandes unserer Bevölkerung beginnt schon beim Schulsport. Weiters sehe ich im Sport eine wirkungsvolle Maßnahme, dem Drogenmissbrauch vorzubeugen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Haidlmayr: Aber das ist das Gegenteil ...! – Weitere Zwischenrufe.
Jeder Schilling, der in den Sport investiert wird, ist eine Investition in unsere Zukunft, und zwar mit einer Rendite, die ihresgleichen sucht. (Abg. Haidlmayr: Aber das ist das Gegenteil ...! – Weitere Zwischenrufe.) Dies beweisen einige Studien. Wie rentabel diese Investition wirklich ist, hätte ich mir selbst nicht gedacht.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich möchte aber auch von dieser Stelle aus allen unseren Olympiateilnehmern zu ihren sportlichen Erfolgen recht herzlich gratulieren. Sie haben Österreich im Ausland perfekt repräsentiert. Das Löblichste an der ganzen Sache war: Wir hatten kein einziges Dopingvergehen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: Nicht mit Parteipolitik!
Abgeordnete Theresia Haidlmayr (Grüne): Herr Präsident! Frau Vizekanzlerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich glaube, es ist gleich einmal ein Irrtum oder eine Unstimmigkeit aufzuklären. Herr Ortlieb hat gesagt: Sport hat mit Politik sehr wohl etwas zu tun. (Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: Nicht mit Parteipolitik!) Die Frau Vizekanzlerin hat gesagt: Sport hat mit Politik nichts zu tun. (Rufe bei den Freiheitlichen: Mit Parteipolitik nicht!)
Rufe bei den Freiheitlichen: Mit Parteipolitik nicht!
Abgeordnete Theresia Haidlmayr (Grüne): Herr Präsident! Frau Vizekanzlerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich glaube, es ist gleich einmal ein Irrtum oder eine Unstimmigkeit aufzuklären. Herr Ortlieb hat gesagt: Sport hat mit Politik sehr wohl etwas zu tun. (Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: Nicht mit Parteipolitik!) Die Frau Vizekanzlerin hat gesagt: Sport hat mit Politik nichts zu tun. (Rufe bei den Freiheitlichen: Mit Parteipolitik nicht!)
Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: Nicht mit Parteipolitik! – Abg. Neudeck: Sie sitzen hier herinnen und hören immer noch nicht zu!
Damit sich das aufklärt: Selbstverständlich hat er etwas mit Politik zu tun. (Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: Nicht mit Parteipolitik! – Abg. Neudeck: Sie sitzen hier herinnen und hören immer noch nicht zu!) Wenn Sie sich jetzt zum Budgetvoranschlag anschauen, welche ehemaligen Sportler sich hier in diesem Haus tummeln – nicht als Abgeordnete, sondern einfach als Besucher –, und wie dann die Budgetvoranschläge in diesem Heft des Budgetvoranschlags ausschauen, dann weiß man, warum sich wer hier im Hause tummelt. Dann ist alles klar.
Abg. Neudeck: Was ist denn mit St. Anton?
Nur ein Beispiel dafür, nämlich St. Anton (Abg. Neudeck: Was ist denn mit St. Anton?): Herrn Karl Schranz habe ich im Fernsehen nicht so oft gesehen wie hier im Haus. (Heiterkeit. – Abg. Dr. Niederwieser: ... noch kein Fernsehen gegeben!) Aber dafür hat er erreicht, dass die Mittel für St. Anton sehr hoch sind. Das ist der Erfolg davon, und das ist natürlich Politik, keine Frage! (Abg. Böhacker: Sportpolitik und nicht Parteipolitik!)
Heiterkeit. – Abg. Dr. Niederwieser: ... noch kein Fernsehen gegeben!
Nur ein Beispiel dafür, nämlich St. Anton (Abg. Neudeck: Was ist denn mit St. Anton?): Herrn Karl Schranz habe ich im Fernsehen nicht so oft gesehen wie hier im Haus. (Heiterkeit. – Abg. Dr. Niederwieser: ... noch kein Fernsehen gegeben!) Aber dafür hat er erreicht, dass die Mittel für St. Anton sehr hoch sind. Das ist der Erfolg davon, und das ist natürlich Politik, keine Frage! (Abg. Böhacker: Sportpolitik und nicht Parteipolitik!)
Abg. Böhacker: Sportpolitik und nicht Parteipolitik!
Nur ein Beispiel dafür, nämlich St. Anton (Abg. Neudeck: Was ist denn mit St. Anton?): Herrn Karl Schranz habe ich im Fernsehen nicht so oft gesehen wie hier im Haus. (Heiterkeit. – Abg. Dr. Niederwieser: ... noch kein Fernsehen gegeben!) Aber dafür hat er erreicht, dass die Mittel für St. Anton sehr hoch sind. Das ist der Erfolg davon, und das ist natürlich Politik, keine Frage! (Abg. Böhacker: Sportpolitik und nicht Parteipolitik!)
Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: Habe ich überhaupt nicht gesagt!
Aber, Frau Ministerin, allein darum geht es ja nicht, es geht um viel mehr. Sie haben heute gesagt: Es gibt keine Kürzungen im Sportbereich und in der Sportförderung. (Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: Habe ich überhaupt nicht gesagt!) Das ist ein gravierender Irrtum. (Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: Habe ich auch nicht gesagt!)
Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: Habe ich auch nicht gesagt!
Aber, Frau Ministerin, allein darum geht es ja nicht, es geht um viel mehr. Sie haben heute gesagt: Es gibt keine Kürzungen im Sportbereich und in der Sportförderung. (Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: Habe ich überhaupt nicht gesagt!) Das ist ein gravierender Irrtum. (Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: Habe ich auch nicht gesagt!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Frau Vizekanzlerin! Wenn ich heute nur die Inflationsrate hernehme – die betrifft uns alle –, und wenn ich dann die Budgets 2000 und 2001 vergleiche und sehe, dass dort exakt dieselben Beträge stehen, dann ist das natürlich eine Minimierung der Beträge, weil nicht einmal die Anpassung an die Inflationsrate erfolgt ist. Das heißt, das ist schon die erste Kürzung. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Aber vielleicht können Sie mir erklären, dass es doch keine Kürzung ist, und wie Sie gedenken, diese Inflationsanpassung abzudecken. Im Budget ist es eine klare Kürzung.
Abg. Dr. Niederwieser: Das ist nicht viel, ja!
Es ist wirklich eine Schande für dieses Land, dass sich heute Sportgruppen, die auf nationaler oder internationaler Ebene zu Veranstaltungen fahren, sogar noch ihre Trainingsanzüge erbetteln müssen, damit optisch alle gleich ausschauen. So schaut die Förderung im Behindertensport aus! Mit diesen 48 Millionen Schilling, die Sie dem Behindertensport zur Verfügung gestellt haben, Frau Ministerin, kommen wir eben nicht weit. (Abg. Dr. Niederwieser: Das ist nicht viel, ja!) – Ich sage jetzt "wir", aber ich meine nicht "wir", denn ich mache keinen Sport. Damit kommen die Behinderten nicht weit.
Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: Im Ministerrat, Frau Abgeordnete!
So wichtig kann Ihnen der Behindertensport also nicht sein. Das hat sich auch gezeigt, als unsere Olympiasportler zurückgekommen sind. Wo waren Sie da, Frau Ministerin? (Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: Im Ministerrat, Frau Abgeordnete!) Sie sind auch im Behindertensport nur dann anwesend, wenn eine Fernsehkamera da ist. (Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: Nein, ich war im Ministerrat! – Zwischenruf der Abg. Achatz. ) Ist die Fernsehkamera nicht da, dann sind auch Sie nicht da. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: Nein, ich war im Ministerrat! – Zwischenruf der Abg. Achatz.
So wichtig kann Ihnen der Behindertensport also nicht sein. Das hat sich auch gezeigt, als unsere Olympiasportler zurückgekommen sind. Wo waren Sie da, Frau Ministerin? (Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: Im Ministerrat, Frau Abgeordnete!) Sie sind auch im Behindertensport nur dann anwesend, wenn eine Fernsehkamera da ist. (Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: Nein, ich war im Ministerrat! – Zwischenruf der Abg. Achatz. ) Ist die Fernsehkamera nicht da, dann sind auch Sie nicht da. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
So wichtig kann Ihnen der Behindertensport also nicht sein. Das hat sich auch gezeigt, als unsere Olympiasportler zurückgekommen sind. Wo waren Sie da, Frau Ministerin? (Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: Im Ministerrat, Frau Abgeordnete!) Sie sind auch im Behindertensport nur dann anwesend, wenn eine Fernsehkamera da ist. (Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: Nein, ich war im Ministerrat! – Zwischenruf der Abg. Achatz. ) Ist die Fernsehkamera nicht da, dann sind auch Sie nicht da. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: Im Ministerrat war ich! Das ist eine Unverschämtheit, Frau Abgeordnete!
Das heißt, man weiß schon im Vorhinein, ob die Frau Vizekanzlerin da sein wird. Man braucht nur zu fragen, ob der ORF kommen wird. (Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: Im Ministerrat war ich! Das ist eine Unverschämtheit, Frau Abgeordnete!) Aber so ist es eben. (Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: Das ist eine Unverfrorenheit! – Zwischenruf der Abg. Achatz. ) Das sage nicht ich – ich mache keinen Sport –, sondern das sagen mir die Behindertensportler. Die werden es wissen, denn die haben Sie nicht gesehen. (Abg. Böhacker: Tiefste Schublade ist das, tiefste Schublade! – Abg. Edlinger: Das ist adäquat! – Abg. Achatz: Nein, nein! – Ruf bei den Freiheitlichen: Das ist fast auf dem Niveau vom Kollegen Edlinger!)
Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: Das ist eine Unverfrorenheit! – Zwischenruf der Abg. Achatz.
Das heißt, man weiß schon im Vorhinein, ob die Frau Vizekanzlerin da sein wird. Man braucht nur zu fragen, ob der ORF kommen wird. (Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: Im Ministerrat war ich! Das ist eine Unverschämtheit, Frau Abgeordnete!) Aber so ist es eben. (Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: Das ist eine Unverfrorenheit! – Zwischenruf der Abg. Achatz. ) Das sage nicht ich – ich mache keinen Sport –, sondern das sagen mir die Behindertensportler. Die werden es wissen, denn die haben Sie nicht gesehen. (Abg. Böhacker: Tiefste Schublade ist das, tiefste Schublade! – Abg. Edlinger: Das ist adäquat! – Abg. Achatz: Nein, nein! – Ruf bei den Freiheitlichen: Das ist fast auf dem Niveau vom Kollegen Edlinger!)
Abg. Böhacker: Tiefste Schublade ist das, tiefste Schublade! – Abg. Edlinger: Das ist adäquat! – Abg. Achatz: Nein, nein! – Ruf bei den Freiheitlichen: Das ist fast auf dem Niveau vom Kollegen Edlinger!
Das heißt, man weiß schon im Vorhinein, ob die Frau Vizekanzlerin da sein wird. Man braucht nur zu fragen, ob der ORF kommen wird. (Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: Im Ministerrat war ich! Das ist eine Unverschämtheit, Frau Abgeordnete!) Aber so ist es eben. (Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: Das ist eine Unverfrorenheit! – Zwischenruf der Abg. Achatz. ) Das sage nicht ich – ich mache keinen Sport –, sondern das sagen mir die Behindertensportler. Die werden es wissen, denn die haben Sie nicht gesehen. (Abg. Böhacker: Tiefste Schublade ist das, tiefste Schublade! – Abg. Edlinger: Das ist adäquat! – Abg. Achatz: Nein, nein! – Ruf bei den Freiheitlichen: Das ist fast auf dem Niveau vom Kollegen Edlinger!)
Präsident Dr. Fischer übernimmt wieder den Vorsitz.
Frau Ministerin! Sie müssten nicht nur darauf schauen, dass bestehende Sporteinrichtungen endlich barrierefrei gemacht werden, Sie hätten auch dafür zu sorgen, dass in Sportstätten, in denen zum Beispiel eine gewisse Anzahl an Rollstuhlplätzen vorhanden ist, diese Plätze nicht reduziert werden. (Präsident Dr. Fischer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Abg. Kopf: Für alles ist sie aber auch nicht verantwortlich!
Was ist denn jetzt im Schwarzenegger-Stadion geschehen? Haben Sie übersehen, Frau Vizekanzlerin, dass dort zwei Drittel der Rollstuhlplätze ganz einfach abgeschafft werden? (Abg. Kopf: Für alles ist sie aber auch nicht verantwortlich!) Offenbar meint man, es ist ja Wurscht, da machen wir jetzt Plätze für Fußgänger. – Dort wird jetzt nämlich eine Zusatztribüne hingestellt. (Abg. Edlinger: Das ist schon ein Bundesstadion! – Abg. Kopf: Nein, nicht mehr! – Abg. Edlinger: Bezahlt worden ist es vom Bund! – Abg. Kopf: Ein Drittel!)
Abg. Edlinger: Das ist schon ein Bundesstadion! – Abg. Kopf: Nein, nicht mehr! – Abg. Edlinger: Bezahlt worden ist es vom Bund! – Abg. Kopf: Ein Drittel!
Was ist denn jetzt im Schwarzenegger-Stadion geschehen? Haben Sie übersehen, Frau Vizekanzlerin, dass dort zwei Drittel der Rollstuhlplätze ganz einfach abgeschafft werden? (Abg. Kopf: Für alles ist sie aber auch nicht verantwortlich!) Offenbar meint man, es ist ja Wurscht, da machen wir jetzt Plätze für Fußgänger. – Dort wird jetzt nämlich eine Zusatztribüne hingestellt. (Abg. Edlinger: Das ist schon ein Bundesstadion! – Abg. Kopf: Nein, nicht mehr! – Abg. Edlinger: Bezahlt worden ist es vom Bund! – Abg. Kopf: Ein Drittel!)
Abg. Neudeck: Parteipolitisch! Jetzt verstehen Sie das doch einmal!
Noch etwas, Frau Vizekanzlerin: Wenn, wie Sie gesagt haben – egal, ob nun Herr Ortlieb sich getäuscht hat oder das einfach nicht weiß –, der Sport keinen politischen Einfluss hat, und zwar auf nichts und niemanden (Abg. Neudeck: Parteipolitisch! Jetzt verstehen Sie das doch einmal!) – parteipolitisch, Entschuldigung, das ist noch viel wichtiger: parteipolitisch! (Abg. Neudeck: Er hat aber politisch ...!) –, was macht ihr dann, bitte, ab jetzt mit eurem Turnerbund? Was passiert jetzt mit dem Turnerbund? (Abg. Achatz: Turnen!) Wenn nämlich der Turnerbund keine parteipolitische Angelegenheit ist, dann gibt es überhaupt keine parteipolitischen Angelegenheiten mehr! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Neudeck: Er hat aber politisch ...!
Noch etwas, Frau Vizekanzlerin: Wenn, wie Sie gesagt haben – egal, ob nun Herr Ortlieb sich getäuscht hat oder das einfach nicht weiß –, der Sport keinen politischen Einfluss hat, und zwar auf nichts und niemanden (Abg. Neudeck: Parteipolitisch! Jetzt verstehen Sie das doch einmal!) – parteipolitisch, Entschuldigung, das ist noch viel wichtiger: parteipolitisch! (Abg. Neudeck: Er hat aber politisch ...!) –, was macht ihr dann, bitte, ab jetzt mit eurem Turnerbund? Was passiert jetzt mit dem Turnerbund? (Abg. Achatz: Turnen!) Wenn nämlich der Turnerbund keine parteipolitische Angelegenheit ist, dann gibt es überhaupt keine parteipolitischen Angelegenheiten mehr! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Achatz: Turnen!
Noch etwas, Frau Vizekanzlerin: Wenn, wie Sie gesagt haben – egal, ob nun Herr Ortlieb sich getäuscht hat oder das einfach nicht weiß –, der Sport keinen politischen Einfluss hat, und zwar auf nichts und niemanden (Abg. Neudeck: Parteipolitisch! Jetzt verstehen Sie das doch einmal!) – parteipolitisch, Entschuldigung, das ist noch viel wichtiger: parteipolitisch! (Abg. Neudeck: Er hat aber politisch ...!) –, was macht ihr dann, bitte, ab jetzt mit eurem Turnerbund? Was passiert jetzt mit dem Turnerbund? (Abg. Achatz: Turnen!) Wenn nämlich der Turnerbund keine parteipolitische Angelegenheit ist, dann gibt es überhaupt keine parteipolitischen Angelegenheiten mehr! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Noch etwas, Frau Vizekanzlerin: Wenn, wie Sie gesagt haben – egal, ob nun Herr Ortlieb sich getäuscht hat oder das einfach nicht weiß –, der Sport keinen politischen Einfluss hat, und zwar auf nichts und niemanden (Abg. Neudeck: Parteipolitisch! Jetzt verstehen Sie das doch einmal!) – parteipolitisch, Entschuldigung, das ist noch viel wichtiger: parteipolitisch! (Abg. Neudeck: Er hat aber politisch ...!) –, was macht ihr dann, bitte, ab jetzt mit eurem Turnerbund? Was passiert jetzt mit dem Turnerbund? (Abg. Achatz: Turnen!) Wenn nämlich der Turnerbund keine parteipolitische Angelegenheit ist, dann gibt es überhaupt keine parteipolitischen Angelegenheiten mehr! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Kopf: Das wäre gescheit: in die Sozialabteilungen der Länder integrieren, nicht abschaffen!
Frau Vizekanzlerin! – Sie hat gerade anderes zu tun, aber das ist ja nicht tragisch. – Ich möchte Sie noch zu einem Bereich befragen, der nicht zum Sportbereich, sondern zum Behindertenbereich gehört, und zwar zum Ausgleichstaxfonds. Der Ausgleichstaxfonds ist auch in Ihrem Ressort angesiedelt. Sie haben am 2. September 2000 der "Presse" gegenüber angekündigt, Frau Vizekanzlerin, Sie wollen die Bundessozialämter in den Ländern abschaffen, und zwar auf Grund von Sparmaßnahmen und zur Reduktion des Personalstandes. (Abg. Kopf: Das wäre gescheit: in die Sozialabteilungen der Länder integrieren, nicht abschaffen!)
Abg. Dr. Niederwieser: Sparwille! Hemmungsloser Sparwille!
Sie wollten den Bereich des Ausgleichstaxfonds haben. Es gibt keine logische Begründung dafür, denn das war im Sozialministerium sehr gut aufgehoben. Vielleicht hätten Sie sonst zu wenig an Ämtern und damit auch weniger Geld gehabt. Ich weiß nicht, was der Grund dafür ist. Tatsache ist, Sie haben es, und Sie wollen es abschaffen. (Abg. Dr. Niederwieser: Sparwille! Hemmungsloser Sparwille!)
Abg. Kopf: Was machen sie, was die Sozialabteilungen der Länder nicht auch machen können?
Jetzt meine Frage: Was machen denn die Bundessozialämter in den Ländern so falsch, dass man sie nicht mehr braucht? Was soll von diesen Arbeiten wer konkret übernehmen? (Abg. Kopf: Was machen sie, was die Sozialabteilungen der Länder nicht auch machen können?)
Abg. Öllinger: Die Frau Vizekanzlerin versteht unter Parteipolitik diese Angelegenheiten!
Frau Vizekanzlerin! Das sind offene Fragen, die uns interessieren – mit "uns" meine ich wieder die Grünen und die behinderten Menschen in Österreich. (Abg. Öllinger: Die Frau Vizekanzlerin versteht unter Parteipolitik diese Angelegenheiten!) Geben Sie mir Ihre Antworten, speziell zur Abschaffung der Bundessozialämter der Länder, zum Schwarzenegger-Stadion und zum parteipolitischen Einfluss im Rahmen der Sportförderungen und der Finanzierungen, die Sie in diesem Budget angesetzt haben. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Frau Vizekanzlerin! Das sind offene Fragen, die uns interessieren – mit "uns" meine ich wieder die Grünen und die behinderten Menschen in Österreich. (Abg. Öllinger: Die Frau Vizekanzlerin versteht unter Parteipolitik diese Angelegenheiten!) Geben Sie mir Ihre Antworten, speziell zur Abschaffung der Bundessozialämter der Länder, zum Schwarzenegger-Stadion und zum parteipolitischen Einfluss im Rahmen der Sportförderungen und der Finanzierungen, die Sie in diesem Budget angesetzt haben. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Es ist traurig, wenn Sie als Abgeordnete dieses Hauses nicht in der Lage sind, Parteipolitik von Sport- oder Gesellschaftspolitik zu unterscheiden. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das heißt nicht, dass sich der Bund deshalb von der Finanzierung solcher Leistungen verabschieden muss. Aber mit dem Zugang: es darf sich nichts ändern, damit sich ja nichts ändert in diesem Land, und dann darüber zu jammern, dass wir es uns nicht mehr leisten können, dass zu wenig Geld zu den Betroffenen kommt und viel zu viel Geld in den Strukturen versickert – so werden wir in diesem Land natürlich nichts verändern können, nämlich nichts zum Besseren verändern können! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Der Bund nimmt eine übergeordnete Aufgabe für all jene Aktivitäten im Sport wahr, die von überregionaler Bedeutung sind und einer Koordination und Finanzierung über die Landesgrenzen hinaus bedürfen. Frau Vizekanzlerin! Es ist Ihnen hoch anzurechnen, dass es gelungen ist, das Sportbudget in einem Umfang zu halten, wie es in anderen Bereichen aufgrund der Budgetsituation gar nicht gelingen konnte. Dass dieses Budget in so schwierigen Budgetzeiten keine Kürzung erfahren hat, ist umso bemerkenswerter. – Frau Kollegin Haidlmayr! Ich halte es wirklich für eine Haarspalterei, wenn Sie sagen, dass man nicht auch noch imstande war, die Inflationsrate dazu zu geben, überhaupt in Anbetracht der geringen Inflationsrate, die wir haben, und vor allem der gesamten Budgetsituation. – Ich möchte daher nochmals betonen, Frau Vizekanzlerin: Das ist in diesem Zusammenhang eine ganz besonders starke Leistung! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abschließend möchte ich feststellen, dass ich überhaupt den Eindruck habe, dass der Sport bei Ihnen in guten Händen ist, und zwar deshalb, weil man eindeutig spürt, dass Interesse dahinter steckt, dass es Ihnen in diesem Zusammenhang um mehr als um reine Job- und Aufgabenerfüllung geht, dass Sie nämlich wirklich Liebe zur Sache haben. Ich glaube, das tut dem österreichischen Sport insgesamt sehr gut. Ich erhoffe mir aus diesem Zugang zum Sport in den nächsten Jahren noch einige interessante und wichtige Projekte und Initiativen für den Sport! – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Prinz: Es müssen auch gute Vorschläge sein!
In diesem Bereich der Verwaltungsreform haben wir eine klare Aufgabenkritik geübt, einen Gesetzgebungskompetenzvorschlag sowie auch Vorschläge betreffend die Reorganisation der Verwaltungsebene gemacht. Weiters haben wir einen Verwaltungsmanagementvorschlag gemacht. All das ist im Detail dort nachzulesen. Wir haben versucht, den Verwaltungsinstanzenzug neu zu gliedern, indem er maximal zwei Instanzen umfasst. Wir haben versucht, eine Ebene aus diesem Instanzenzug herauszunehmen. Wir haben eine Konzentration des erstinstanzlichen Zuges bei den Bezirkshauptmannschaften vorgeschlagen. – Wir haben also eine Unzahl von konkreten Vorschlägen gemacht. Ich habe sie nicht alle gezählt; ich habe bei 35 Vorschlägen aufgehört, zu zählen. Das möchte ich nur erwähnen, weil Sie vorhin gesagt haben, dass keinerlei Vorschläge gekommen seien. (Abg. Prinz: Es müssen auch gute Vorschläge sein!) Aber so ist es halt: Wenn man sich über die Situation nicht informiert, dann werden manche Aussagen eben peinlich, wenn sie nicht sogar von einer gewissen Hochnäsigkeit sind.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Nun noch einige Vorschläge, die Sie sofort verwirklichen könnten. Ich frage mich zum Beispiel, warum Sie sich mit den Lehrern betreffend Unterrichtsstunden anlegen, wenn Sie doch eine Verwaltungsebene bei den Pflichtschullehrern sofort einsparen könnten! Es ist nicht einzusehen, dass die Verwaltungsgruppe der Pflichtschullehrer durch zwei Verwaltungsebenen verwaltet wird. Sparen Sie die Bundesebene ein oder sparen Sie die Landesebene ein! Dann haben Sie sofort so viel Geld, dass Sie keine Unterrichtstunde mehr einsparen müssen! – Das wäre eine ganz einfache Maßnahme im Rahmen der Verwaltungsreform. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Kopf: Wie lange warst du dafür zuständig?
Oder: Warum versuchen Sie nicht, die Doppelgleisigkeit der Landesstatistiken und der Bundesstatistiken abzuschaffen? Ein statistisches Amt genügt vollkommen! – Oder: Warum versuchen Sie nicht, die diversen Labors zusammenzuführen? – All das sind konkrete Vorschläge! Von Ihnen hört man aber nur, dass sie 12 000 Leute einsparen wollen! Das ist Ihre einzige Ansage zur Verwaltungsreform! (Abg. Kopf: Wie lange warst du dafür zuständig?) – Ich überhaupt nicht!
Abg. Dr. Pumberger: Warum haben Sie all das nicht selbst gemacht?
Frau Vizekanzler! Verlangen Sie nicht immer von den anderen, dass sie Vorschläge machen! Sie haben in dieser Diskussion noch keinen konkreten Vorschlag gemacht! Wir haben mehr als genug Vorschläge auf den Tisch gelegt! (Abg. Dr. Pumberger: Warum haben Sie all das nicht selbst gemacht?) Sie sollten sich nur einmal die Mühe machen, sich damit auseinander zu setzen, und nicht von oben herab sagen, dass es eine Verwaltungsreform ist, wenn man 12 000 Leute einspart. – Das ist es nicht! Das ist maximal ein Sparziel, aber noch lange keine Verwaltungsreform! Das ist eigentlich gar nichts! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Frau Vizekanzler! Verlangen Sie nicht immer von den anderen, dass sie Vorschläge machen! Sie haben in dieser Diskussion noch keinen konkreten Vorschlag gemacht! Wir haben mehr als genug Vorschläge auf den Tisch gelegt! (Abg. Dr. Pumberger: Warum haben Sie all das nicht selbst gemacht?) Sie sollten sich nur einmal die Mühe machen, sich damit auseinander zu setzen, und nicht von oben herab sagen, dass es eine Verwaltungsreform ist, wenn man 12 000 Leute einspart. – Das ist es nicht! Das ist maximal ein Sparziel, aber noch lange keine Verwaltungsreform! Das ist eigentlich gar nichts! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Diesbezüglich sollten wir uns wirklich über einen gemeinsamen Weg verständigen. Ich habe gehört, dass Sie Ihre neuen Sportleitlinien bei einer Wettfirma in Salzburg vorstellen. – Dazu muss ich ganz ehrlich sagen, dass endlich auch einmal diese Firma zur Kasse gebeten werden sollte, damit sie einen Teil des Gewinns, den sie macht, auch jenen zukommen lässt, mit denen sie ihn verdient! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Kopf: Nicht alle Vorredner haben Ungeheuerliches behauptet!
Bundesministerin für öffentliche Leistung und Sport Vizekanzler Dr. Susanne Riess-Passer: Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich muss mich an dieser Stelle noch einmal zu Wort melden, weil von meinen Vorrednern so viel Ungeheuerliches behauptet wurde, dass ich das einfach richtig stellen muss. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Kopf: Nicht alle Vorredner haben Ungeheuerliches behauptet!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Haidlmayr.
Frau Abgeordnete Haidlmayr! Wenn Ihnen – wie Sie behaupten – der Behindertensport wirklich ein Anliegen wäre, dann hätten Sie bemerken müssen, dass es in meiner Ressortverantwortung in den letzten neun Monaten so viele unterstützende Initiativen für den Behindertensport gegeben hat wie noch nie zuvor, was von den Behindertensportlern auch anerkannt wird. Wenn Sie mit diesen gesprochen hätten, dann müssten Sie das auch wissen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Haidlmayr. )
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Haidlmayr.
Wenn Sie gefragt haben, wo ich bei der Ankunft der paraolympischen Sportler war, dann muss ich Ihnen sagen: Ich war im Ministerrat. Es wurde mitgeteilt, dass ich bei deren Ankunft nicht dabei sein konnte, weil ich im Ministerrat war. Ich war aber bei der Verabschiedung der paraolympischen Sportler in Enns, und zwar nicht deswegen, weil der ORF dort war. Der ORF ist übrigens bedauerlicherweise fast nie bei Behindertensportveranstaltungen, darüber habe ich mit dem Herrn Generalintendanten bereits gesprochen. Jedenfalls lasse ich mir diese Unterstellung nicht bieten: Ich bin sowohl bei Wettkämpfen als auch bei Veranstaltungen von Behindertensportlern anwesend, weil mir das ein Anliegen ist, und nicht, weil ich ins Fernsehen kommen möchte, Frau Kollegin Haidlmayr! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Haidlmayr. )
Beifall bei den Freiheitlichen und Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Haidlmayr: Wann?
Nach der Rückkehr der Sportler habe ich mich, nachdem ich mit den Sportlern selbst gesprochen habe, bemüht, gemeinsam mit Sponsoren wie dem Österreichischen Olympischen Comité, aber auch der P.S.K. und den Österreichische Lotterien Prämien für die Sportler zur Verfügung zu stellen, auch wenn das von den Funktionären nicht gewünscht ist, weil mir das ein Anliegen ist, und das werden sie auch bekommen! (Beifall bei den Freiheitlichen und Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Haidlmayr: Wann?)
Abg. Dr. Mertel: Das hat er getan! – Abg. Edlinger: Sind Sie taub?
Herr Kollege Wittmann! Noch eine kleine Anmerkung zu Ihren Vorschlägen zur Verwaltungsreform im Internet. Ich muss Ihnen sagen: Sie sind nicht Vertreter einer Internetfirma, sondern Vertreter einer parlamentarischen Partei. Sie haben Ihre Vorschläge zur Verwaltungsreform nicht auf Internetseiten vorzustellen, sondern hier in diesem Hohen Haus vorzulegen, damit sie auf parlamentarischer Ebene behandelt werden können. (Abg. Dr. Mertel: Das hat er getan! – Abg. Edlinger: Sind Sie taub?) Es ist wahrlich nicht meine Aufgabe, die Internetseiten der SPÖ täglich zu kontrollieren. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Herr Kollege Wittmann! Noch eine kleine Anmerkung zu Ihren Vorschlägen zur Verwaltungsreform im Internet. Ich muss Ihnen sagen: Sie sind nicht Vertreter einer Internetfirma, sondern Vertreter einer parlamentarischen Partei. Sie haben Ihre Vorschläge zur Verwaltungsreform nicht auf Internetseiten vorzustellen, sondern hier in diesem Hohen Haus vorzulegen, damit sie auf parlamentarischer Ebene behandelt werden können. (Abg. Dr. Mertel: Das hat er getan! – Abg. Edlinger: Sind Sie taub?) Es ist wahrlich nicht meine Aufgabe, die Internetseiten der SPÖ täglich zu kontrollieren. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Mag. Dr. Udo Grollitsch (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Vizekanzlerin! Herr Staatssekretär! – Wo ist Herr Dr. Wittmann? Der dynamische, engagierte Dr. Wittmann ist nun entfleucht! Ich hätte mir gewünscht, dass er während der Zeit seines Staatssekretariates nur ansatzweise so viel Dynamik entwickelt hätte! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.) Damals war der nunmehrige Abgeordnete Wittmann nämlich eher, um es
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Jetzt kommt er per Internet mit Vorschlägen zur Schulverwaltungsreform. Das ist unglaublich! Die Frau Vizekanzlerin hat ihm ohnehin schon ausgerichtet, wo das debattiert werden sollte. Aber allein die Tatsache, dass er die Beseitigung einer Verwaltungsebene vorschlägt, ist unglaublich! Das ist ein Anliegen der Schulreform, das wir längst vertreten und das die Frau Vizekanzlerin auch umsetzen wird. Und nun will Herr Dr. Wittmann – offensichtlich als sozialdemokratischer Bildungssprecher – das als seinen Vorschlag verkaufen, nachdem man in den letzten Jahren und Jahrzehnten nichts anders getan hat, als sich an die Institution der Bezirksschulinspektoren zu krallen und die Besetzung dort nach parteipolitischen Richtlinien zu gestalten! Also Ihnen jetzt abzukaufen, Herr Dr. Wittmann, dass Ihnen das ein Herzensanliegen ist, das gelingt mir nicht! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Haidlmayr.
Frau Vizekanzlerin! Zur Behinderten-Olympiade. Wir waren im Sportausschuss, als der Herr Staatssekretär etwa eineinhalb Monate nach der Veranstaltung, als es besonders gute Leistungen in Nagano gab, den Vorschlag unterbreitet hat, dass man zu Prämien auch für diese Sportler kommen sollte. (Zwischenruf der Abg. Haidlmayr. ) – Frau Haidlmayr! Lassen Sie das! – In Summe haben die Sportler dann ein gutes halbes Jahr lang auf diese Prämien gewartet. Und jetzt kommt der Vorwurf, dass nicht sofort reagiert wurde. Damals wurde das aber als Ausnahmesituation für die besonders guten Leistungen gewertet. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Haidlmayr. ) Auf Ihre Einflüsterungen, Frau Haidlmayr, kann ich überhaupt verzichten!
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Haidlmayr.
Frau Vizekanzlerin! Zur Behinderten-Olympiade. Wir waren im Sportausschuss, als der Herr Staatssekretär etwa eineinhalb Monate nach der Veranstaltung, als es besonders gute Leistungen in Nagano gab, den Vorschlag unterbreitet hat, dass man zu Prämien auch für diese Sportler kommen sollte. (Zwischenruf der Abg. Haidlmayr. ) – Frau Haidlmayr! Lassen Sie das! – In Summe haben die Sportler dann ein gutes halbes Jahr lang auf diese Prämien gewartet. Und jetzt kommt der Vorwurf, dass nicht sofort reagiert wurde. Damals wurde das aber als Ausnahmesituation für die besonders guten Leistungen gewertet. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Haidlmayr. ) Auf Ihre Einflüsterungen, Frau Haidlmayr, kann ich überhaupt verzichten!
Abg. Haidlmayr: Sie meinen wahrscheinlich die Rollstuhlfahrer!
Ich war 20 Jahre lang im Versehrtensport tätig. Ich war im Versehrtensport Nationaltrainer und habe mit den Wagerlfahrern in England, Amerika und darüber hinaus die niedrigen Dienste, die dort erforderlich sind, gerne geleistet. (Abg. Haidlmayr: Sie meinen wahrscheinlich die Rollstuhlfahrer!) Ich bilde mir gar nichts darauf ein und würde das gar nicht erwähnen, wenn Sie mich nicht so provozieren würden.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich möchte betonen: Ich weiß von den Funktionären beim Behindertenverband, dass man über Ihre Interpellation unglücklich ist und Sie bittet, den Bereich des Leistungssportes im Versehrtensport aus Ihrer Argumentation auszulassen. Das ist der Wunsch, der bei mir gelandet ist. Vergessen Sie daher bitte diesen Bereich und bleiben Sie bei Ihrer linken Sozialpolitik! Dort sind Sie besser aufgehoben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Den Wunsch, im Sportbereich ein bisschen partei-unpolitisch zu agieren, hat Kollege Grabner relativ schnell dementiert. Er ist einfach ein ASKÖ-Vertreter mit einem Sportherz, wie ich ihm immer zugestehe. Er hat viel für Österreichs Sport getan. Aber er betreibt eben jenen politischen Sport, der in den letzten Jahren und Jahrzehnten gang und gäbe war. Seine Aufzählung der verdienstvollen Funktionäre war der "Who is Who" des österreichischen ASKÖ. Herr Sailer wird nicht glücklich darüber sein, dass du ihn genannt hast, es wird ihm aber auch nicht schaden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich danke Ihnen dafür, dass Sie einen definitiven, verbindlichen Sportausschuss geschaffen haben, und ich danke auch für den gut gelungenen Bericht aus dem Vorjahr. Ich hoffe, dass wir ihn im Sportausschuss recht bald behandeln dürfen. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Zweitens berichtige ich: Nicht die Frau Vizekanzlerin hat den Sportausschuss ins Leben gerufen, sondern er wurde hier im Parlament beschlossen. Nicht die Frau Vizekanzlerin hat diesen Ausschuss beschlossen. – Ich hätte eigentlich geglaubt, dass du das weißt, Kollege Grollitsch. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Kollege Kopf sitzt ohnehin da. Daher möchte ich bemerken: Es ist zum Beispiel immer noch eine Position enthalten – Österreichischer Fußballbund mit 148 Millionen Schilling –, von der uns nach wie vor überhaupt nicht bekannt ist, wofür diese Gelder verwendet werden. Das ist nicht transparent! Es ist überhaupt nicht klar, wofür diese Gelder verwendet werden, und solange das nicht klar ist, gibt es von den Grünen für diese Gelder sicher nie eine Zustimmung, weil das einfach unerträglich ist! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Schweitzer: Wem hältst du das vor?
Im Sportbericht wird jeder Trainer angeführt, der beispielsweise 4 000 S oder 6 000 S bekommt. Und dann finden sich pauschal 60 Millionen Schilling für den ASKÖ. – Das kann doch nicht die Transparenz sein, die Sie meinen! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Schweitzer: Wem hältst du das vor?)
Abg. Mag. Schweitzer: Von wem ist denn dieser Sportbericht?
Mittlerweile halte ich es euch vor, und zwar deshalb, weil jetzt ein Jahr Zeit war, ... (Abg. Mag. Schweitzer: Von wem ist denn dieser Sportbericht?) Ich rede vom Budgetansatz 2001 und einer Summe von 480 Millionen Schilling. Das war der Ausgangspunkt. Man könnte die gesetzlichen Richtlinien ja so gestalten, dass man dort nicht eine Pauschalsumme hineinschreiben kann, sondern auch die Aufschlüsselung dafür liefern muss.
Abg. Böhacker: Der Bürgermeister ist ja unpolitisch! – Abg. Dietachmayr: Das ist weit weg von der Praxis! – Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Noch etwas zu dieser Frage: Jeder, der sich Lokalzeitungen anschaut, sieht kaum ein Bild von einer Sportlerehrung, auf dem nicht nach wie vor der Bürgermeister prangt, für den es ganz wichtig ist, die Fotos "abzuholen". Da bin ich mit den Kollegen von der FPÖ durchaus einer Meinung, dass diese Verknüpfung mit der Parteipolitik einfach herausgehört und dass man nicht so weit kommen sollte, das als Prestigeprojekt zu betrachten, bei dem es immer darum geht: Wenn irgendetwas zu "erben" ist und ein Foto gemacht wird, dann geht man hin und lässt es machen, aber sonst kümmert man sich meist nicht um diese Vereine. (Abg. Böhacker: Der Bürgermeister ist ja unpolitisch! – Abg. Dietachmayr: Das ist weit weg von der Praxis! – Zwischenruf der Abg. Silhavy. )
Abg. Kopf: Das ist eine Generalisierung, die einfach nicht zulässig ist!
Das ist überhaupt nicht weit weg von der Praxis. Ich kenne diesen Bereich relativ gut und kann noch einmal darauf verweisen: Schauen Sie sich die Lokalzeitungen an, und schauen Sie sich an, wo da aufgetaucht wird, und dann fragen Sie einmal die Vereine, wo sonst noch aufgetaucht wird! (Abg. Kopf: Das ist eine Generalisierung, die einfach nicht zulässig ist!)
Beifall bei den Grünen.
Ich weiß schon, das ist etwas, wo Sie – speziell von der SPÖ, aber auch von der ÖVP – mit Ihren Bürgermeistern ein schönes Feld haben, sich darzustellen. Ich denke mir aber, mit Sport hat das relativ wenig zu tun. (Beifall bei den Grünen.) Da gehörten andere Dinge hin. Wenn es dann um Förderungsmaßnahmen geht, bei denen es nichts zu erben gibt, ist das Interesse leider wesentlich geringer. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich weiß schon, das ist etwas, wo Sie – speziell von der SPÖ, aber auch von der ÖVP – mit Ihren Bürgermeistern ein schönes Feld haben, sich darzustellen. Ich denke mir aber, mit Sport hat das relativ wenig zu tun. (Beifall bei den Grünen.) Da gehörten andere Dinge hin. Wenn es dann um Förderungsmaßnahmen geht, bei denen es nichts zu erben gibt, ist das Interesse leider wesentlich geringer. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Deswegen bin ich froh, dass die Mittel der Sportförderung im Jugendbereich und Nachwuchsbereich um 20 Millionen Schilling angehoben worden sind, denn gerade in diesem Bereich, in diesem Alterssegment ist die Sportförderung sehr, sehr wichtig, weil da die Wurzeln für eine lebenslange sportliche Betätigung gelegt werden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich muss hier wieder mein Beispiel von letzter Woche, vom Freitag bringen, mit dem ich darauf hingewiesen habe, dass ich die Politik im Bereich der Antidrogenpolitik der SPÖ nicht verstehe. Ich muss auch an dieser Stelle wieder auf die derzeit laufende Mitgliederaktion der Jungsozialisten hinweisen, in der eine Kampagne für die Freigabe von weichen Drogen gestartet worden ist. Ich möchte Sie hier auffordern und einen Appell an Sie richten, dagegen einzuschreiten und dem ein Ende zu bereiten. Ich glaube, die Millionen, die dort hineinfließen, wären auf alle Fälle besser im Sport und in unserer Jugend angelegt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich darf noch kurz auf den wichtigen Wirtschaftsfaktor beziehungsweise auf den wichtigen Faktor für den Tourismus eingehen, den auch Sie erwähnt haben. Da stimmen wir überein, dass wir vor allem Trendsportarten wie dem Reiten und dem Mountainbiken entgegenkommen müssen und dass wir diesbezüglich ein entsprechendes Wegenetz brauchen. Allerdings haben wir dazu jeweils einen anderen Zugang. Ich appelliere an Sie, auch diese Sache zu überdenken, und ich hoffe, dass wir auch in dieser Frage eine gemeinsame Lösung finden werden. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Eine FPÖ-Besprechung!
Ich bitte aber, dass wir das zu so später Stunde anders regeln. Ich glaube, die Frau Vizekanzlerin ist im Hause. Ich ersuche sie, wenn es irgendwie möglich ist, wieder an den Beratungen teilzunehmen; dann ersparen wir uns eine Abstimmung. (Abg. Öllinger: Eine FPÖ-Besprechung!)
Zwischenruf bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Aha, auch ein Sportler!
Abgeordneter Mag. Gerhard Hetzl (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Vizekanzler! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Die gesundheitspolitische, sozialpolitische und auch wirtschaftspolitische Bedeutung des Sports ist mehrmals angesprochen worden und wohl unbestritten. Ich würde die sehr oft zitierte "wichtigste Nebensache der Welt" als "nicht wichtigste Nebensache der Welt" bezeichnen, denn der Sport ist mehr. (Zwischenruf bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Aha, auch ein Sportler!) Der Sport in unserer heutigen Gesellschaft ist im Zuge der Veränderung der Gesellschaft, im Zuge einer immer stärkeren Konzentration auf die Freizeitgesellschaft mehr als nur eine Nebensache. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Mag. Gerhard Hetzl (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Vizekanzler! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Die gesundheitspolitische, sozialpolitische und auch wirtschaftspolitische Bedeutung des Sports ist mehrmals angesprochen worden und wohl unbestritten. Ich würde die sehr oft zitierte "wichtigste Nebensache der Welt" als "nicht wichtigste Nebensache der Welt" bezeichnen, denn der Sport ist mehr. (Zwischenruf bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Aha, auch ein Sportler!) Der Sport in unserer heutigen Gesellschaft ist im Zuge der Veränderung der Gesellschaft, im Zuge einer immer stärkeren Konzentration auf die Freizeitgesellschaft mehr als nur eine Nebensache. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Diese Bedeutung soll auch hier ganz klar zum Ausdruck kommen. Ich möchte ein paar Worte zu Herrn Grabner sagen. Herr Kollege, Sie haben hier wörtlich gesagt, Sie sind Vertreter der Funktionäre. Ist das richtig? – Ich möchte dem eines gegenüberstellen. Ich lege Wert darauf, zu sagen: Wir sind Vertreter der Sportler. Das ist ein wesentlicher Unterschied. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
In diesem Zusammenhang wurde bereits gesagt, dass die Installierung eines parlamentarischen Sportausschusses auf Initiativen der FPÖ zurückgeht. Es ist auch unerhört wichtig, dass neben der Förderung des medial sehr gut transportierbaren Spitzensports der organisierte Vereinssport und damit letztendlich der Breitensport eine ganz wesentliche Bedeutung hat und dass diesem Umstand in höherem Maße Rechnung getragen wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Die notwendigen Sparmaßnahmen, die im Rahmen der Budgetsanierung notwendig geworden sind, sollen nicht auf eine Einschränkung des Breitensports und des Vereinswesens auf breiter Basis abzielen. Ganz im Gegenteil: Es sind auch die Sportpädagogen in den Schulen gefordert, genau jene Maßnahmen zu setzen, die den Schülern das Gefühl geben, dass Sport und Leibeserziehung ganz wesentliche Bereiche der Erziehung sind. Es soll dabei kein Zwang entstehen, es soll kein Muss zur Sportausübung geben, sondern es soll spielerisch sein, auch in den höheren Schulen, und von den Sportpädagogen muss klar und deutlich gesagt werden: Da geht es um Leibeserziehung, und es geht auch darum, dass der Schüler dies in seinem späteren Leben in die richtigen Bahnen lenkt und dass aus ihm ein Freizeitsportler wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Widerspruch bei der SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Viele haben es auch als Drohung verstanden, dass Herr Gusenbauer heute in seiner Rede gesagt hat: Sanierung ja, aber in einem größeren Zeitraum. – Wie will die SPÖ einen Staat sanieren, wenn sie als Partei selbst finanziell ein Sanierungsfall ist? (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Widerspruch bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wieder zu spät! Bei Wittmann verstehe ich, dass er zu spät kommt! Bei Grabner verstehe ich das nicht!
Ich möchte zuletzt etwas zum Entschließungsantrag der Abgeordneten Grabner und Dr. Wittmann sagen. Dieser Antrag wird von uns keine Unterstützung bekommen, da eine diesbezügliche Vorlage bereits großzügig erledigt wurde. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wieder zu spät! Bei Wittmann verstehe ich, dass er zu spät kommt! Bei Grabner verstehe ich das nicht!)
Abg. Mag. Schweitzer: Günther, das ist ja billig!
Und dann kommt der Offenbarungseid: Wer ist für den Tourismus, Kollege Kopf? Wer ist für gesunde Bewegung der Bevölkerung in der freien Natur? Wer ist für eine zukunftsorientierte sport-, freizeit- und gesundheitspolitische Angelegenheit? Oder: Wer ist für die engstirnige Jägerlobby? Wer ist für das Abkassieren, für ein Eintrittsgeld in die Natur? (Abg. Mag. Schweitzer: Günther, das ist ja billig!) Wer ist für das Aussperren der Bevölkerung? Wer ist für das Aussperren der Touristen? (Abg. Mag. Schweitzer: Das ist doch billig!)
Abg. Mag. Schweitzer: Das ist doch billig!
Und dann kommt der Offenbarungseid: Wer ist für den Tourismus, Kollege Kopf? Wer ist für gesunde Bewegung der Bevölkerung in der freien Natur? Wer ist für eine zukunftsorientierte sport-, freizeit- und gesundheitspolitische Angelegenheit? Oder: Wer ist für die engstirnige Jägerlobby? Wer ist für das Abkassieren, für ein Eintrittsgeld in die Natur? (Abg. Mag. Schweitzer: Günther, das ist ja billig!) Wer ist für das Aussperren der Bevölkerung? Wer ist für das Aussperren der Touristen? (Abg. Mag. Schweitzer: Das ist doch billig!)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Die sportbegeisterte Bevölkerung wird sehr genau beobachten, wer sich in den nächsten Wochen und Monaten hier wie entscheiden wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Werner Miedl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Frau Vizekanzlerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Kräuter! Ich nehme den Ball sehr gerne auf. 900 Kilometer Alpentour in der Steiermark als Mountainbike-Strecke – die Hälfte davon verläuft nicht auf Asphalt! Das sind 450 Kilometer, die wir in der Steiermark geschaffen haben. Wir, die ÖVP, gehören nicht zu denjenigen, die die Bauern, die Landwirte und Forstwirte enteignen, um dann auf diesen Gebieten auf deren Risiko Menschen mit Mountainbike-Rädern durchfahren zu lassen. Wir wissen andere und bessere Wege, Herr Kollege! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich schreibe dem Querfeldeinradler Kräuter noch eines ins Stammbuch: Wenn Sie sozusagen die Steiermark und die anderen Bundesländer fürs Radfahren freigeben wollen, dann sage ich Ihnen, das kommt bei den Mountainbikern allein schon deswegen nicht an, weil das Mountainbike nach einer bestimmten Infrastruktur verlangt. Herr Kollege! Entlang dieser 900-Kilometer-Strecke sind über 200 Gastronomiebetriebe entstanden, die sich speziell dem Mountainbiking widmen. Es ist dort ein Handel entstanden, und es sind Werkstätten rund um diese Tour entstanden. Die Wirtschaft blüht, und der Mountainbiker, der Sportler ist zufrieden. Ich denke mir: Wenn der Sportler zufrieden ist, und nur der Herr Kräuter nicht, dann kann man es durchaus bei dem Zustand belassen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren von der SPÖ! Wissen Sie, das kommt mir schon ein bisschen witzig vor. Da haben Sie bis vor kurzem noch ... (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Seit die FPÖ mit in der Regierung ist, bin ich sehr zufrieden mit der Sportpolitik, weil es da eine engagierte Frau Vizekanzlerin gibt, der der Sport wirklich ein Anliegen ist. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren von der SPÖ! Wissen Sie, das kommt mir schon ein bisschen witzig vor. Da haben Sie bis vor kurzem noch ... (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Seit die FPÖ mit in der Regierung ist, bin ich sehr zufrieden mit der Sportpolitik, weil es da eine engagierte Frau Vizekanzlerin gibt, der der Sport wirklich ein Anliegen ist. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Heftige Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Grabner: Hallo! Hau’n wir gleich auße! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Meine Damen und Herren! Da zappelt Exstaatssekretär Wittmann hier heraus, unterstellt der Frau Vizekanzlerin Hochnäsigkeit und Arroganz und behauptet, dass Sportler keinen Groschen von den Sportwetten gesehen hätten. Herr Kollege Wittmann – er ist leider nicht da –, ich weiß, wer noch keinen Schilling gesehen hat! Ich bin deswegen so erbost, weil die SPÖ-Sportpolitik nichts anderes als Lug und Trug war. (Heftige Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Grabner: Hallo! Hau’n wir gleich auße! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Lug und Trug, ich bleibe dabei.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich gehe also hin und rede mit den Bürgermeistern rund um den A1-Ring. Dort kenne ich sehr viele sehr gut. Kein einziger Schilling, Herr Kollege Grabner, hat jemals diese Region aus der SPÖ-Kasse erreicht. Das nenne ich keine Sportpolitik, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Und das, obwohl sich der Österreich-Ring in Wirklichkeit schon dreimal refinanziert hat auf Grund der Zuschauereinnahmen, auf Grund der Zahlen, die, bitte schön, eine eindeutige Sprache sprechen.
Abg. Dr. Kräuter: Miedl, das geschieht aber nicht!
Meine Bitte geht hier auch dahin, Frau Vizekanzlerin, dass man sehr Obacht gibt, auch Sportveranstaltungen wie zum Beispiel Skirennen, aber auch den Österreich-Ring und andere Sportveranstaltungen mit zu bedenken. Ich bin sehr froh darüber, dass Sie in diesem Zusammenhang auch den Behindertensport und andere Sportarten erwähnt haben, meine Damen und Herren, denn das ist für die Finanzierung des Sports enorm wichtig. (Abg. Dr. Kräuter: Miedl, das geschieht aber nicht!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Was die Situation auf dem Transfermarkt betrifft, ist festzustellen, dass dort auch einiges im Gang ist. – Zu Frau Kollegin Haidlmayr nur ganz kurz: Ich habe um 21 Uhr mit Präsident Kartnig gesprochen. Es ist einfach unwahr, was Sie hier behaupten: dass Sturm Graz jetzt im Zuge der Champions-League-Spiele keine Behindertenplätze zur Verfügung stellt. Selbstverständlich werden, so wie bisher, 20 Rollstuhlplätze zur Verfügung gestellt. Das ist wahr, und nicht das von Ihnen Behauptete! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Fekter: Hoffentlich nicht!
Ich bin froh, dass der "Österreich-Ring", die Werbeabgaben, der Transfermarkt, all das, meine Damen und Herren, durch die Frau Vizekanzlerin sehr offensiv angegangen wird. Herr Ex-Staatssekretär Wittmann könnte sich daran ein Beispiel nehmen. (Abg. Dr. Fekter: Hoffentlich nicht!) Ich danke Ihnen für die Initiative und für’s Zuhören. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich bin froh, dass der "Österreich-Ring", die Werbeabgaben, der Transfermarkt, all das, meine Damen und Herren, durch die Frau Vizekanzlerin sehr offensiv angegangen wird. Herr Ex-Staatssekretär Wittmann könnte sich daran ein Beispiel nehmen. (Abg. Dr. Fekter: Hoffentlich nicht!) Ich danke Ihnen für die Initiative und für’s Zuhören. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Krüger: Weil du so beruhigend wirkst!
Abgeordneter Otmar Brix (SPÖ): Herr Präsident! Frau Vizekanzler! Meine Damen und Herren! Jetzt ist bei der FPÖ wieder ein bisschen Ruhe eingekehrt. Es war momentan so hektisch. Die Frau Vizekanzler, der Klubobmann, der Klubdirektor (Abg. Dr. Krüger: Weil du so beruhigend wirkst!) – da muss es irgendetwas Neues bei der FPÖ geben, dass so eine Hektik vorhanden
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Da muss ich Ihnen Recht geben!
Ich muss sagen: Wenn man sich das ganze Jahr freut, dass auch behinderte Menschen zum Sport kommen können – und da gehört ja auch etwas dazu –, dann soll man sie auch dann nicht davon ausschließen, wenn es einmal eine größere Veranstaltung gibt. Das zeigt die reine Profitgier dieses Sportvereines! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Da muss ich Ihnen Recht geben!) – Danke, Frau Kollegin.
Beifall bei der SPÖ.
Zweitens: Mein Vorredner hat gesagt, dass kein Geld in die Steiermark an den "Österreich-Ring" gegangen ist. – Ich sage jetzt als Funktionär eines – nicht kleinen – Sportverbandes, der, wie ich meine, sehr wichtig ist, weil er eine Grundsportart vertritt, dass die Vertreter des "Österreich-Rings" und dieser Sportart sich sehr wohl Geld beschaffen können. Für jene Sportverbände, die sehr viel für den Breitensport und Sportarten tun, die alle Menschen betreiben können, ist jedoch sehr wenig Geld vorhanden. Daher bin ich froh, dass wir noch im Sommer 1999, also in der alten Koalition, das Glückspielgesetz novelliert und damit die Sportmittel für heute sichergestellt haben. Ich weiß nämlich nicht, ob bei den einschneidenden Maßnahmen im Rahmen dieses Budgets für den Sport noch so viel Geld vorhanden wäre. Dass heute diese Mittel vorhanden sind, ist noch auf das alte Glückspielgesetz zurückzuführen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Für den Ausbau dieses Sportbades sollen nicht nur die Stadt Graz, sondern auch das Land Steiermark und die Republik Österreich einen Anteil leisten. Wir brauchen dieses Sportbad nicht nur für die jungen Menschen in Graz, sondern wir brauchen es überhaupt, wenn wir in Österreich auch im Schwimmsport weiter aktiv sein wollen. Wir brauchen außer der Wiener Stadthalle eine zweite Sportstätte, die international anerkannt ist und wo auch Schwimmbewerbe über 50 Meter ausgetragen werden könnte. Ich habe Sie mehrmals danach gefragt und frage Sie auch hier und heute. Frau Vizekanzler! Wann können Sie endlich den Grazern die Zusage geben, dass sie ihr Sportbad bekommen, damit Hunderte, ja Tausende Menschen auch in der südlichen Region des Landes ihren Sport ausüben können? (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der SPÖ.
Punkt eins: Ich glaube, dass das Bild, das auch heute wieder vom öffentlichen Dienst vermittelt wurde, einfach falsch ist. Es ist in Wahrheit viel bunter, reichhaltiger und vielfältiger. Dazu gehören die Krankenschwester, der Gendarmeriebeamte und nicht nur der Lehrer, sondern auch der Hubschrauberpilot. Und alle leisten aus unserer Sicht wirklich gute Arbeit. Wir stehen dahinter, und wir glauben, dass die Leistungen, die öffentlich Bedienstete tagtäglich erbringen, durchaus auch eine Unterstützung der Politik verdienen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Punkt zwei: Insgesamt haben wir alle dazu beigetragen, dass der öffentliche Dienst eine solche Fülle von Aufgaben hat, die er gar nicht bewältigen kann, und wir alle haben dazu beigetragen – das müssen wir heute selbstkritisch sagen –, dass der öffentliche Dienst zu groß geworden ist. Wir können ihn uns eigentlich nicht mehr leisten. Darum ist es notwendig, dass wir reduzieren. Darum ist es auch richtig, dass es dafür ein Programm gibt. Das soll allerdings durch Pensionierungen geschehen, wobei Posten nicht mehr nachbesetzt werden, sowie durch Ausgliederungen und Privatisierungen, nicht aber durch Kündigungen. Das ist ein notwendiges Programm, auch dazu muss man stehen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Punkt drei: Die Privatisierungen. Kollege Pendl beziehungsweise – wie ich sagen möchte – die Genossen Pendl & Co sehen halt in der Privatisierung nur den Selbstzweck. Das trifft aber natürlich nicht zu! Herr Kollege Pendl! Selbst Sie sollten bei intensivem Nachdenken einmal auf die Idee kommen, dass es manche Unternehmensformen gibt, die besser privat als staatlich organisiert sind. Das ist halt einmal so. Vielleicht werden Sie diese Weisheit auch noch einmal kennen lernen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel.
Diese Privatisierungen werden daher kommen. Mir ist es wichtig, dass es dabei auch Sozialpläne für diejenigen gibt, die einem solchen Privatisierungsschritt freiwillig nicht zustimmen wollen. Diese Sozialpläne sind in sehr gutem Einvernehmen auch mit der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst ausverhandelt worden. Sie liegen uns jetzt auch als Initiativantrag vor. – Ich glaube, es ist notwendig und richtig, dass ein Mitarbeiter, wenn er das nicht mitvollziehen will, eine Chance bekommt, vorweg aus diesem Unternehmen, das dann ein privates ist, auszuscheiden. (Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel. ) Wir jedenfalls sehen das als einen Schritt in Richtung Mitarbeiter, für die so eine Möglichkeit geschaffen wird. Ich bin überzeugt, dass es viele geben wird, die davon Gebrauch machen.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Fünfter und letzter Punkt: Die Vertretung des öffentlichen Dienstes. Meine Damen und Herren! Dass sich diese Vertretung in Form der GÖD etwas vom sonstigen ÖGB unterscheidet, darauf bin ich stolz. Es ist ein Markenzeichen für die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, dass man konstruktiv versucht, für die Mitarbeiter ein Ergebnis zu erreichen, anstatt wie die Vertreter des ÖGB schon vom Verhandlungstisch aufzustehen, bevor die Verhandlungen begonnen haben. Dazu können wir der GÖD nur gratulieren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Wenn Sie verantworten können, das mit den Beiträgen der Mitglieder des ÖGB zu verbreiten, dann tragen Sie diese Verantwortung! Ich warne Sie aber heute an dieser Stelle: Treiben Sie es nicht zu bunt! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Es gibt noch viele Mitglieder im ÖGB, die nicht mit der SPÖ gleichzusetzen sind. Achten Sie darauf, dass Sie diese Mitglieder nicht verlieren! Ich warne Sie! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Brix. )
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Brix.
Meine Damen und Herren! Wenn Sie verantworten können, das mit den Beiträgen der Mitglieder des ÖGB zu verbreiten, dann tragen Sie diese Verantwortung! Ich warne Sie aber heute an dieser Stelle: Treiben Sie es nicht zu bunt! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Es gibt noch viele Mitglieder im ÖGB, die nicht mit der SPÖ gleichzusetzen sind. Achten Sie darauf, dass Sie diese Mitglieder nicht verlieren! Ich warne Sie! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Brix. )
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Das, was Sie heute unter dem Titel "Menschenkette" und im Stil des Aufhetzens gegen die Bundesregierung betreiben, hat mit Vertretung von Arbeitnehmerinteressen gar nichts mehr zu tun! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das ist reine Parteipolitik! Daher möchte ich Sie wirklich auffordern: Kehren Sie zurück zu dem, was der ÖBG ist, nämlich ein überparteilicher Verein, und missbrauchen Sie ihn nicht für Ihre billige Polemik gegen die Regierung, sonst müssen Sie die Rechnung bezahlen, indem Sie einen ÖGB mit wenig Mitgliedern haben! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Das, was Sie heute unter dem Titel "Menschenkette" und im Stil des Aufhetzens gegen die Bundesregierung betreiben, hat mit Vertretung von Arbeitnehmerinteressen gar nichts mehr zu tun! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das ist reine Parteipolitik! Daher möchte ich Sie wirklich auffordern: Kehren Sie zurück zu dem, was der ÖBG ist, nämlich ein überparteilicher Verein, und missbrauchen Sie ihn nicht für Ihre billige Polemik gegen die Regierung, sonst müssen Sie die Rechnung bezahlen, indem Sie einen ÖGB mit wenig Mitgliedern haben! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Rosemarie Bauer: Da bin ich aber gespannt!
Abgeordneter Mag. Johann Maier (SPÖ): Herr Präsident! Frau Vizekanzlerin! Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die Worte meines Vorredners dürfen nicht unwidersprochen bleiben. (Abg. Rosemarie Bauer: Da bin ich aber gespannt!)
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.
Ich halte fest: Der Österreichische Gewerkschaftsbund ist im Vergleich zu anderen gewerkschaftlichen Organisationen in anderen Staaten Europas immer noch eine überparteiliche Vereinigung! (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) Der Österreichische Gewerkschaftsbund vertritt die Interessen der Arbeitnehmerinnen und der Arbeitnehmer in diesem Lande. Nehmen Sie das zur Kenntnis! (Abg. Großruck: Sie missbrauchen die Mitglieder des Gewerkschaftsbundes!)
Abg. Großruck: Sie missbrauchen die Mitglieder des Gewerkschaftsbundes!
Ich halte fest: Der Österreichische Gewerkschaftsbund ist im Vergleich zu anderen gewerkschaftlichen Organisationen in anderen Staaten Europas immer noch eine überparteiliche Vereinigung! (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) Der Österreichische Gewerkschaftsbund vertritt die Interessen der Arbeitnehmerinnen und der Arbeitnehmer in diesem Lande. Nehmen Sie das zur Kenntnis! (Abg. Großruck: Sie missbrauchen die Mitglieder des Gewerkschaftsbundes!)
Abg. Böhacker: Reg dich nicht auf! Denk an deinen Blutdruck!
Kollege Spindelegger! Ich würde dir wirklich empfehlen, mit den kleinen Funktionären draußen zu reden, welchen ihr das Geld aus der Tasche zieht! Diese haben jetzt Probleme, und zwar nicht nur wegen des Budgetbegleitgesetzes. Die kleinen Beamten wissen beispielsweise nicht, was mit ihren Wohnungen geschehen wird. Was wird im Bereich der BUWOG geschehen? Sie können die Wohnungen ja nicht kaufen! (Abg. Böhacker: Reg dich nicht auf! Denk an deinen Blutdruck!) Wie soll das jemand können, der 20 Jahre als Polizeibeamter tätig ist, 21 000 S brutto verdient, Zulagen von 6 000 S bekommt und als Alleinerzieher zwei Kinder zu erhalten hat? (Abg. Dr. Khol: Es ist schon wieder keiner da! Verzetnitsch ist nicht da! Nürnberger ist nicht da!) Herr Kollege Khol! Ich sage Ihnen mit aller Deutlichkeit: Das wird Ihnen auf den Kopf fallen! Die Menschen wissen, wer ihnen das angetan hat! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Khol: Es ist schon wieder keiner da! Verzetnitsch ist nicht da! Nürnberger ist nicht da!
Kollege Spindelegger! Ich würde dir wirklich empfehlen, mit den kleinen Funktionären draußen zu reden, welchen ihr das Geld aus der Tasche zieht! Diese haben jetzt Probleme, und zwar nicht nur wegen des Budgetbegleitgesetzes. Die kleinen Beamten wissen beispielsweise nicht, was mit ihren Wohnungen geschehen wird. Was wird im Bereich der BUWOG geschehen? Sie können die Wohnungen ja nicht kaufen! (Abg. Böhacker: Reg dich nicht auf! Denk an deinen Blutdruck!) Wie soll das jemand können, der 20 Jahre als Polizeibeamter tätig ist, 21 000 S brutto verdient, Zulagen von 6 000 S bekommt und als Alleinerzieher zwei Kinder zu erhalten hat? (Abg. Dr. Khol: Es ist schon wieder keiner da! Verzetnitsch ist nicht da! Nürnberger ist nicht da!) Herr Kollege Khol! Ich sage Ihnen mit aller Deutlichkeit: Das wird Ihnen auf den Kopf fallen! Die Menschen wissen, wer ihnen das angetan hat! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Kollege Spindelegger! Ich würde dir wirklich empfehlen, mit den kleinen Funktionären draußen zu reden, welchen ihr das Geld aus der Tasche zieht! Diese haben jetzt Probleme, und zwar nicht nur wegen des Budgetbegleitgesetzes. Die kleinen Beamten wissen beispielsweise nicht, was mit ihren Wohnungen geschehen wird. Was wird im Bereich der BUWOG geschehen? Sie können die Wohnungen ja nicht kaufen! (Abg. Böhacker: Reg dich nicht auf! Denk an deinen Blutdruck!) Wie soll das jemand können, der 20 Jahre als Polizeibeamter tätig ist, 21 000 S brutto verdient, Zulagen von 6 000 S bekommt und als Alleinerzieher zwei Kinder zu erhalten hat? (Abg. Dr. Khol: Es ist schon wieder keiner da! Verzetnitsch ist nicht da! Nürnberger ist nicht da!) Herr Kollege Khol! Ich sage Ihnen mit aller Deutlichkeit: Das wird Ihnen auf den Kopf fallen! Die Menschen wissen, wer ihnen das angetan hat! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Böhacker.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich wollte eigentlich zu einem anderen Thema reden, nämlich zum Sportbereich. (Zwischenruf des Abg. Böhacker. ) Kollege Miedl hat von einer engagierten Sportpolitik gesprochen. – Frau Vizekanzlerin! Von einer engagierten Sportpolitik habe ich noch nichts gesehen! Gibt es irgendeinen Gesetzentwurf? Ein Sportgesetz wurde angekündigt, und es wurde angekündigt, dass man sich mit Sport in Europa auseinander setzen werde. Wir wissen derzeit beispielsweise nicht, wie die Europäische Kommission in der Frage des europäischen Sportartikels entscheiden wird. (Zwischenbemerkung von Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer. ) Frau Vizekanzlerin! Sie können dann darauf antworten. (Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: Ich habe Ihnen das im Ausschuss gesagt!) Bleiben wir bei dieser Regelung, denn derzeit bin ich am Wort.
Zwischenbemerkung von Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich wollte eigentlich zu einem anderen Thema reden, nämlich zum Sportbereich. (Zwischenruf des Abg. Böhacker. ) Kollege Miedl hat von einer engagierten Sportpolitik gesprochen. – Frau Vizekanzlerin! Von einer engagierten Sportpolitik habe ich noch nichts gesehen! Gibt es irgendeinen Gesetzentwurf? Ein Sportgesetz wurde angekündigt, und es wurde angekündigt, dass man sich mit Sport in Europa auseinander setzen werde. Wir wissen derzeit beispielsweise nicht, wie die Europäische Kommission in der Frage des europäischen Sportartikels entscheiden wird. (Zwischenbemerkung von Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer. ) Frau Vizekanzlerin! Sie können dann darauf antworten. (Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: Ich habe Ihnen das im Ausschuss gesagt!) Bleiben wir bei dieser Regelung, denn derzeit bin ich am Wort.
Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: Ich habe Ihnen das im Ausschuss gesagt!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich wollte eigentlich zu einem anderen Thema reden, nämlich zum Sportbereich. (Zwischenruf des Abg. Böhacker. ) Kollege Miedl hat von einer engagierten Sportpolitik gesprochen. – Frau Vizekanzlerin! Von einer engagierten Sportpolitik habe ich noch nichts gesehen! Gibt es irgendeinen Gesetzentwurf? Ein Sportgesetz wurde angekündigt, und es wurde angekündigt, dass man sich mit Sport in Europa auseinander setzen werde. Wir wissen derzeit beispielsweise nicht, wie die Europäische Kommission in der Frage des europäischen Sportartikels entscheiden wird. (Zwischenbemerkung von Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer. ) Frau Vizekanzlerin! Sie können dann darauf antworten. (Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: Ich habe Ihnen das im Ausschuss gesagt!) Bleiben wir bei dieser Regelung, denn derzeit bin ich am Wort.
Abg. Dr. Fekter: Wieso wissen Sie das?
Weiters ein grundsätzliches Problem: Wie halten Sie es mit den Sportwetten und Wetten aus anderen Anlässen? Frau Bundesministerin! Jetzt komme ich tatsächlich zu etwas Grundsätzlichem. Am 1. Dezember werden Sie in Salzburg auf Einladung von Intertops – das ist ein Wettbüro, damit das jeder weiß – die Leitlinien des österreichischen Sports vorstellen. (Abg. Dr. Fekter: Wieso wissen Sie das?) Es gibt eine Einladung, Kollegin Fekter, die auch ich bekommen habe. Diese Leitlinien des österreichischen Sports werden nicht im Parlament im Sportausschuss vorgestellt, sondern bei einer privaten Veranstaltung, und das halte ich für einen Skandal! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Weiters ein grundsätzliches Problem: Wie halten Sie es mit den Sportwetten und Wetten aus anderen Anlässen? Frau Bundesministerin! Jetzt komme ich tatsächlich zu etwas Grundsätzlichem. Am 1. Dezember werden Sie in Salzburg auf Einladung von Intertops – das ist ein Wettbüro, damit das jeder weiß – die Leitlinien des österreichischen Sports vorstellen. (Abg. Dr. Fekter: Wieso wissen Sie das?) Es gibt eine Einladung, Kollegin Fekter, die auch ich bekommen habe. Diese Leitlinien des österreichischen Sports werden nicht im Parlament im Sportausschuss vorgestellt, sondern bei einer privaten Veranstaltung, und das halte ich für einen Skandal! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Frau Vizekanzlerin! Wir möchten, dass Sie diese Leitlinien dem Parlament vorstellen und nicht in einem ausgewählten Kreis, wo jeder Teilnehmer – nur zu Ihrer Information – 960 S Teilnahmegebühr zu zahlen hat. Das halte ich wirklich für eine Frechheit! (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die sozialdemokratische Fraktion war in der österreichischen Sportbewegung immer führend tätig. Die sozialdemokratische Fraktion bekennt sich zur sozialen Funktion des Sports. Wir meinen allerdings, dass es notwendig ist, dass gesetzliche Änderungen beziehungsweise die Schaffung eines Sportgesetzes notwendig sind. Diesbezügliche Vorschläge, Frau Vizekanzlerin, haben wir bislang von Ihnen allerdings nicht gehört! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Nikolaus Prinz (ÖVP): Herr Präsident! Frau Vizekanzler! Geschätzte Damen und Herren! Herr Kollege Maier, wenn Sie sagen, dass Arbeitnehmervertretungen in Europa möglicherweise parteipolitischer agieren, so ist das keine Legitimation für den ÖGB, Mitgliedergelder für einseitige Parteipropaganda zu verwenden oder sich mit den Donnerstagschaoten in ein Boot zu werfen! Aber bitte, werfen Sie sich nur! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dietachmayr: Die Arbeitnehmer dürfen sich nicht wehren! – Zwischenruf des Abg. Leikam. – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Ich möchte mich jetzt der Objektivierung und der Arbeitszeit zuwenden. Herr Dietachmayr! Objektivierung bedeutet Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Rechtsschutz. (Abg. Dietachmayr: Die Arbeitnehmer dürfen sich nicht wehren! – Zwischenruf des Abg. Leikam. – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Herr Kollege Dietachmayr! Warum regen Sie sich so auf? Seien Sie doch nicht so nervös und hektisch! Ruhig Blut! (Abg. Dietachmayr: Da kann man nicht ruhig Blut bewahren!) Nur keine Hektik! Es besteht kein Grund dazu! (Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel. )
Abg. Dietachmayr: Da kann man nicht ruhig Blut bewahren!
Ich möchte mich jetzt der Objektivierung und der Arbeitszeit zuwenden. Herr Dietachmayr! Objektivierung bedeutet Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Rechtsschutz. (Abg. Dietachmayr: Die Arbeitnehmer dürfen sich nicht wehren! – Zwischenruf des Abg. Leikam. – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Herr Kollege Dietachmayr! Warum regen Sie sich so auf? Seien Sie doch nicht so nervös und hektisch! Ruhig Blut! (Abg. Dietachmayr: Da kann man nicht ruhig Blut bewahren!) Nur keine Hektik! Es besteht kein Grund dazu! (Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel. )
Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel.
Ich möchte mich jetzt der Objektivierung und der Arbeitszeit zuwenden. Herr Dietachmayr! Objektivierung bedeutet Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Rechtsschutz. (Abg. Dietachmayr: Die Arbeitnehmer dürfen sich nicht wehren! – Zwischenruf des Abg. Leikam. – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Herr Kollege Dietachmayr! Warum regen Sie sich so auf? Seien Sie doch nicht so nervös und hektisch! Ruhig Blut! (Abg. Dietachmayr: Da kann man nicht ruhig Blut bewahren!) Nur keine Hektik! Es besteht kein Grund dazu! (Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel. )
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Was sich in der Privatwirtschaft schon sehr lange bewährt hat, kann für den Staat nur gut sein. Daher muss es zur Objektivierung kommen. Man wird sich in Zukunft der Einführung von unabhängigen Prüfungstests und der Schaffung vollständiger Transparenz bei der Besetzung von Posten zuwenden. Das sind Signale der Regierung neu. Die Antwort auf die Frage, wer davon betroffen sein wird, ist relativ einfach: die Bundesbediensteten und natürlich auch der staatsnahe Bereich. Die Parteibuchwirtschaft muss aus diesen Bereichen entfernt werden! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Lebhafte Rufe und Gegenrufe bei SPÖ und ÖVP.
Flexibilisierung bedeutet Wandel. Dabei ist aber wichtig, dass die jeweilige Lebensgestaltung und auch die Familienerfordernisse der Arbeitnehmer respektiert werden. Neue Arbeitszeitmodelle sind ein wesentlicher Auftrag. (Lebhafte Rufe und Gegenrufe bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Flexible Arbeitszeiten dürfen nicht auf Kosten der Sonn- und Feiertagsruhe und nicht auf Kosten der Sicherheit gehen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Was kann durch Flexibilisierung erreicht werden? – Höhere Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit, bessere Mitarbeiterorientierung, positive Beschäftigungsorientierung und vor allem Ergebnisorientierung statt Zeitorientierung. Wesentliche Beispiele für die Gestaltung der flexiblen Arbeitszeit aus Oberösterreich sind durchaus auch auf Bundesebene umzusetzen. (Beifall bei der ÖVP.) So arbeiten zum Beispiel die oberösterreichischen Straßenmeistereien mit ihren 1 400 Mitarbeitern seit April 1999 mit flexiblen Arbeitszeitmodellen, und seit 1. Jänner 2000 arbeiten alle 21 000 Landesbediensteten in flexiblen Modellen. Daraus ergeben sich für beide Seiten, Arbeitgeber wie Arbeitnehmer, positive Erfahrungen. Nicht zuletzt auf Grund dieser flexiblen Arbeitszeiten ist es gelungen, die Überstunden um 20 Prozent zu reduzieren.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Erlauben Sie mir noch eine abschließende Bemerkung zur heutigen Debatte, bei der es sehr intensiv um Budgetzahlen und um die Geschichte gegangen ist: In dieser Diskussion hat sich meine Meinung wirklich bestätigt, dass die SPÖ eine Partei ist, die in der Vergangenheit lebt, und wenn sie so weiter macht, wird sie wohl wenig Zukunft haben! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Beate Schasching (SPÖ): Sehr geschätzter Herr Präsident! Frau Vizekanzlerin! Sehr geehrte Damen und Herren! Mit den jetzt beschlossenen Budgetbegleitgesetzen hat die Regierungskoalition offenkundig bewiesen, dass sie den Weg zurück in die Vergangenheit gehen und zu einem Österreich von vor 1970 zurückkehren will, und zwar mit allen entsprechenden Maßnahmen. Sie muten den Menschen Bildungsabbau, Sozialabbau, Abbaumaßnahmen und asoziale Bestimmungen zu! Das haben Sie bewiesen, aber nicht, dass wir rückschrittlich sind! Es ist ja ungeheuerlich, was Ihr Kollege da erzählt! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Aber es sind in der bestehenden Debatte noch einige Antworten zu geben, etwa im Zusammenhang damit, dass, wie Kollege Maier gesagt hat, das Leitbild des österreichischen Sports bei einer Veranstaltung eines privaten Wettbüros vorgestellt wird. Auch ich möchte die Frau Sportministerin im Hinblick darauf ersuchen: Wie wäre es denn damit, vielleicht noch im heurigen Jahr zu diesem Thema auch den Sportausschuss einzuberufen? Das wäre doch an und für sich der geeignete Ort, um ein Leitbild des Sports zu diskutieren. Das wäre doch eine Möglichkeit für die FPÖ, den abhanden gekommenen Vorsitzenden des Sportausschusses, den ehemaligen und jetzt wieder aufgetauchten Abgeordneten Fischl einzusetzen. Wir sind schon sehr gespannt, ob er dann wieder Vorsitzender des Sportausschusses wird oder ob es Herr Kollege Grollitsch oder Herr Kollege Ortlieb wird. Wenn Sie sich diesbezüglich irgendwann einmal einigen können, sind wir schon sehr gespannt und freuen uns, im Rahmen dieses Sportausschusses die Leitbildgedanken für den österreichischen Sport genau zu diskutieren, denn dort gehört eine solche Diskussion meiner Meinung nach hin. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ganz sicherlich brauchen wir aber auch – das ist absolut notwendig! – Förderprogramme und Richtlinien, denn es gibt immer noch viel zu wenig Frauen im Trainer-Bereich, es gibt immer noch viel zu wenig Funktionärinnen und viel zu wenig Mädchen, die sich wirklich für den Sport engagieren können und wollen! Österreich hat sich nämlich verpflichtet, in allen Bereichen gemäß den Kriterien des Gender Mainstreaming vorzugehen. Diese Verpflichtung besteht gegenüber der EU und auch international gemäß des Peking-Plus-Fünf-Vertrages. Daher bitte ich Sie, das auch im Sport einzuhalten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn ich mir vorstelle, was hier und heute diskutiert und debattiert wurde, kann ich nur gemeinsam mit unseren vielen ehrenamtlichen FunktionärInnen und Dachverbänden hoffen, dass der Sport diese Wertigkeit auch in Zukunft behalten wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Einmaleins des Föderalismus!
Dass das nicht in meiner Kompetenz liegt, wissen Sie selbstverständlich auch, weil die Wetten Ländersache sind. Ich möchte Sie daher sehr dringend ersuchen, in Ihren jeweiligen Bundesländern bei den dort Verantwortlichen – so wie auch ich – immer wieder darauf hinzuwirken, dass diesbezüglich etwas unternommen wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Einmaleins des Föderalismus!)
Abg. Dr. Jarolim: Sie haben ganz etwas anderes gesagt!
Wenn Sie meine Vorschläge nicht gehört haben, dann liegt das nicht daran, dass ich sie nicht vorgebracht habe, sondern dass möglicherweise Sie nicht zugehört haben oder es nicht hören wollten. (Abg. Dr. Jarolim: Sie haben ganz etwas anderes gesagt!) Das tut mir sehr Leid, Herr Kollege Maier. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wenn Sie meine Vorschläge nicht gehört haben, dann liegt das nicht daran, dass ich sie nicht vorgebracht habe, sondern dass möglicherweise Sie nicht zugehört haben oder es nicht hören wollten. (Abg. Dr. Jarolim: Sie haben ganz etwas anderes gesagt!) Das tut mir sehr Leid, Herr Kollege Maier. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Haigermoser: Bitte, Herr Magister, keine Kalauer! – Weitere Zwischenrufe.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Mag. Maier zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Haigermoser: Bitte, Herr Magister, keine Kalauer! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Dr. Fekter: Ja, die Frau Vizekanzlerin hat sie auch in der Hand!
Ich habe die offizielle Einladung hier (Abg. Dr. Fekter: Ja, die Frau Vizekanzlerin hat sie auch in der Hand!), und ich zeige sie Ihnen. Da geht es nur um Intertops. Intertops ist ein Wettbüro. Der gesamten Einladung lässt sich nicht entnehmen, dass andere Sponsoren daran beteiligt sind. (Abg. Dr. Jarolim: Was kostet das? – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Dr. Jarolim: Was kostet das? – Weitere Zwischenrufe.
Ich habe die offizielle Einladung hier (Abg. Dr. Fekter: Ja, die Frau Vizekanzlerin hat sie auch in der Hand!), und ich zeige sie Ihnen. Da geht es nur um Intertops. Intertops ist ein Wettbüro. Der gesamten Einladung lässt sich nicht entnehmen, dass andere Sponsoren daran beteiligt sind. (Abg. Dr. Jarolim: Was kostet das? – Weitere Zwischenrufe.)
Zwischenbemerkung von Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer.
Ich halte noch etwas Weiteres fest: Es sind nur zwei Verbände vertreten, Frau Vizekanzlerin, nämlich der Skiverband und der Fußballverband. Die so genannten Nebensportarten, die Randsportarten wurden in keiner Weise berücksichtigt. (Zwischenbemerkung von Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer. ) Nehmen Sie das zur Kenntnis! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich halte noch etwas Weiteres fest: Es sind nur zwei Verbände vertreten, Frau Vizekanzlerin, nämlich der Skiverband und der Fußballverband. Die so genannten Nebensportarten, die Randsportarten wurden in keiner Weise berücksichtigt. (Zwischenbemerkung von Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer. ) Nehmen Sie das zur Kenntnis! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Haigermoser – in Richtung des Abg. Maier –: Jacky, was wissen wir jetzt? – Abg. Dr. Partik-Pablé – gleichfalls in Richtung des Abg. Maier –: Was haben Sie jetzt zur Diskussion beigetragen?
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Rasinger. Er hat das Wort. (Abg. Haigermoser – in Richtung des Abg. Maier –: Jacky, was wissen wir jetzt? – Abg. Dr. Partik-Pablé – gleichfalls in Richtung des Abg. Maier –: Was haben Sie jetzt zur Diskussion beigetragen?)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Petrovic: Wir werden uns das merken, dass man offenbar Männer aufs Schienbein treten darf!
Abgeordneter Dr. Erwin Rasinger (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Hohes Haus! Nachdem ich dir jetzt zugehört habe, Jacky Maier, würde ich in der Fußballersprache sagen: Du hast wieder einmal einen Tritt aufs Schienbein gemacht. Das tut man nicht bei Frauen, das gehört sich nicht! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Petrovic: Wir werden uns das merken, dass man offenbar Männer aufs Schienbein treten darf!)
Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Dr. Mertel: Die Rede habe ich schon dreimal gehört!
Wir könnten, wenn wir uns regelmäßig bewegen würden, unsere Pflegebedürftigkeit um vier Jahre hinausschieben und im Alter nur halb so pflegebedürftig sein. Das ist eine ganz wichtige Erkenntnis im Vergleich zu dem, was wir heute in der Gesundheitspolitik tun: Wir schauen immer, dass die Menschen im Spital ein möglichst schönes, weißes Bett haben. (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Dr. Mertel: Die Rede habe ich schon dreimal gehört!) Viermal hören Sie es, fünfmal, wenn Sie wollen! (Abg. Dr. Mertel: Das interessiert mich! Deshalb habe ich es mir gemerkt!)
Abg. Dr. Mertel: Das interessiert mich! Deshalb habe ich es mir gemerkt!
Wir könnten, wenn wir uns regelmäßig bewegen würden, unsere Pflegebedürftigkeit um vier Jahre hinausschieben und im Alter nur halb so pflegebedürftig sein. Das ist eine ganz wichtige Erkenntnis im Vergleich zu dem, was wir heute in der Gesundheitspolitik tun: Wir schauen immer, dass die Menschen im Spital ein möglichst schönes, weißes Bett haben. (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Dr. Mertel: Die Rede habe ich schon dreimal gehört!) Viermal hören Sie es, fünfmal, wenn Sie wollen! (Abg. Dr. Mertel: Das interessiert mich! Deshalb habe ich es mir gemerkt!)
Abg. Öllinger: Kollege Rasinger!
Wenn die Österreicher Sport nur als etwas begreifen, was sie am Nationalfeiertag tun, dann ist das zu wenig. Wir werden Sport im Alter brauchen, und Alter ist bei mir weit über 60. (Abg. Öllinger: Kollege Rasinger!) Wenn wir das einsehen, dann werden wir dieses Megathema bewältigen. Es wird aus finanziellen Gründen wichtig sein, aber für jeden Einzelnen auch aus Gründen der Lebensqualität. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie der Abg. Dr. Mertel. )
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie der Abg. Dr. Mertel.
Wenn die Österreicher Sport nur als etwas begreifen, was sie am Nationalfeiertag tun, dann ist das zu wenig. Wir werden Sport im Alter brauchen, und Alter ist bei mir weit über 60. (Abg. Öllinger: Kollege Rasinger!) Wenn wir das einsehen, dann werden wir dieses Megathema bewältigen. Es wird aus finanziellen Gründen wichtig sein, aber für jeden Einzelnen auch aus Gründen der Lebensqualität. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie der Abg. Dr. Mertel. )
Abg. Mag. Schweitzer: Was denn?
Bemerkenswert ist heute auch Ihre Haltung zu den Dachverbänden, weswegen wir uns immer in den Haaren gelegen sind. Sie haben heute in anerkennender Weise die vielen Mitglieder, die Trainer, die dort unentgeltlich ihre Arbeit verrichten, von Ihrer Kritik ausgespart. Aber Kollege Schweitzer wird noch zu Wort kommen, das kann sich noch ändern; wir werden ja sehen. (Abg. Mag. Schweitzer: Was denn?)
Abg. Haigermoser: Nein, nein, nein!
Nur einen Denkansatz zu Ihrer Personalpolitik: Sie haben uns enttäuscht, Frau Vizekanzler, und Sie haben die Menschen in unserem Land enttäuscht. (Abg. Haigermoser: Nein, nein, nein!) Wir hoffen, Sie enttäuschen uns weiterhin. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Nur einen Denkansatz zu Ihrer Personalpolitik: Sie haben uns enttäuscht, Frau Vizekanzler, und Sie haben die Menschen in unserem Land enttäuscht. (Abg. Haigermoser: Nein, nein, nein!) Wir hoffen, Sie enttäuschen uns weiterhin. (Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich glaube, die SPÖ hat sich für diese Debatte das Gleiche wie seinerzeit Rolf Rüßmann für ein Fußballspiel vorgenommen, vor dem er sagte – und das ist auch das, was sich die SPÖ für heute vorgenommen hat –: Und wenn wir hier nicht gewinnen, dann treten wir Ihnen wenigstens den Rasen kaputt! – So in etwa ist Ihre Debatte heute gelaufen. (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Da Kollege Maier zum Schluss noch herausgekommen ist und eine tatsächliche Berichtigung gemacht hat – da passt Olaf Thon gut dazu, Kollege Maier, der gesagt hat: Man hetzt die Leute auf mit Tatsachen, die nicht der Wahrheit entsprechen. (Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Also keine Rede davon, dass die Frau Vizekanzler allein gewesen wäre! Schaden, Raus, SPÖ, Rasen kaputt – na ja, gut! (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Schwarzenberger: Was sie im Budgetbegleitgesetz abgelehnt haben!
Jetzt fehlt nur noch der Nachweis dafür, dass es euch tatsächlich in erster Linie darum gegangen ist, den gepflegten Rasen kaputt zu treten. – Da gibt es zum Beispiel einen gut gemeinten Entschließungsantrag vom Kollegen Noldi Grabner mit dem Dr. Wittmann, aber darin verlangen Sie etwas, was längst passiert ist (Abg. Schwarzenberger: Was sie im Budgetbegleitgesetz abgelehnt haben!), akkordiert mit allen Dachverbänden: Gemeinnützige Vereine sind von all dem ausgenommen!
Abg. Grabner: Das stimmt nicht!
Lieber Noldi! Vom Veranstalter veranlasste oder geduldete Werbung bei internationalen Sportveranstaltungen ist nicht werbeabgabenpflichtig. Bei unmittelbaren Sponsorleistungen an Sportvereine und an im § 176 und so weiter genannte Körperschaften, Feuerwehren, Bergrettung und ähnliche Organisationen, ist von keiner steuerpflichtigen Werbeleistung auszugehen, wenn ein Bukett von Leistungen umfasst ist, in dem auch nicht steuerpflichtige Leistungen enthalten sind. Dressen, Bandenwerbung bei Sportvereinen: nicht abgabepflichtig! Das Ganze wird sogar rückwirkend ab 1. Juni 2000 Geltung haben. Was Ihr da verlangt, ist längst Realität! (Abg. Grabner: Das stimmt nicht!)
Rufe bei der SPÖ: Lang, ja!
Aber du tust hier herum, also wäre hier irgendjemand für die Jäger und gegen die Mountainbiker! Das wird ganz lang und breit diskutiert. (Rufe bei der SPÖ: Lang, ja!) Es wird ausdiskutiert, und das wird schließlich ein Ergebnis bringen, mit dem alle leben können, Kollege Kräuter.
Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Diese Diskussion ist, wie viele andere auch, für die SPÖ wieder einmal unter dem Motto gelaufen: Zuerst ging es uns nicht wirklich gut, wir waren nicht vom Glück verfolgt, und dann kam auch noch das Pech dazu! (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Dr. Kräuter zu Wort gemeldet. – Bitte. (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Auf das bin ich jetzt gespannt!
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Meine Damen und Herren! Ich berichtige (Abg. Ing. Westenthaler: Auf das bin ich jetzt gespannt!): Kollege Schweitzer hat behauptet, dass die SPÖ vier Jahre lang im Zusammenhang mit dem Biken auf Forstwegen nichts zustande gebracht hätte. (Abg. Dr. Stummvoll: Dass es Pech war!)
Abg. Dr. Stummvoll: Dass es Pech war!
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Meine Damen und Herren! Ich berichtige (Abg. Ing. Westenthaler: Auf das bin ich jetzt gespannt!): Kollege Schweitzer hat behauptet, dass die SPÖ vier Jahre lang im Zusammenhang mit dem Biken auf Forstwegen nichts zustande gebracht hätte. (Abg. Dr. Stummvoll: Dass es Pech war!)
Beifall bei der SPÖ.
Richtig ist und den Tatsachen entspricht, dass die ÖVP seit fünf Jahren dieses Projekt verhindert. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Haigermoser: Herr Kollege, kurz eine Frage: Wie geht’s dem Vikerl? – Heiterkeit. – Abg. Dr. Wittmann – auf dem Weg zum Rednerpult –: Gut, hoffe ich!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Die letzte tatsächliche Berichtigung des heutigen Tages: Herr Abgeordneter Dr. Wittmann. (Zwischenrufe. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Haigermoser: Herr Kollege, kurz eine Frage: Wie geht’s dem Vikerl? – Heiterkeit. – Abg. Dr. Wittmann – auf dem Weg zum Rednerpult –: Gut, hoffe ich!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Vom Pech verfolgt!
Wir wollten mit diesem Entschließungsantrag eine gesetzliche Regelung in Gang bringen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Vom Pech verfolgt!)
Abg. Dr. Khol: Oh, der Höhepunkt! Jetzt kommt die Krönung!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu Wort gelangt Frau Abgeordnete Dr. Petrovic. – Bitte. (Abg. Dr. Khol: Oh, der Höhepunkt! Jetzt kommt die Krönung!)
Heftige Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Vizekanzlerin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen von den Grünen und der sozialdemokratischen Fraktion! Werte blau-schwarze Chaotinnen und Chaoten! (Heftige Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Stört Sie das? (Abg. Schwarzenberger: ... bei Ihnen auch jedes Mal erwähnt! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Schwarzenberger: ... bei Ihnen auch jedes Mal erwähnt! – Weitere Zwischenrufe.
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Vizekanzlerin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen von den Grünen und der sozialdemokratischen Fraktion! Werte blau-schwarze Chaotinnen und Chaoten! (Heftige Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Stört Sie das? (Abg. Schwarzenberger: ... bei Ihnen auch jedes Mal erwähnt! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Haigermoser: Arthur Schnitzler ...!
Im Rahmen dieser Debatte ist unter anderem an die Adresse der Gewerkschaften (Abg. Haigermoser: Arthur Schnitzler ...!) das Wort "Wir warnen Sie, dieses oder jenes zu tun" gefallen. (Widerspruch bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Bitte, es ist dort in den Gremien etwas entweder beschlossen oder nicht, aber ich gehe davon aus, dass diejenigen, die Mitglieder dieser Organisation sind (Abg. Ing. Westenthaler: Die österreichische Fahne wollten sie uns nehmen!), wissen werden, wie sie sich dort zu verhalten haben oder welche Rechtsschutzmechanismen sie genießen können. (Abg. Ing. Westenthaler: Die österreichische Fahne wollte man vom Parlament nehmen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Widerspruch bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Im Rahmen dieser Debatte ist unter anderem an die Adresse der Gewerkschaften (Abg. Haigermoser: Arthur Schnitzler ...!) das Wort "Wir warnen Sie, dieses oder jenes zu tun" gefallen. (Widerspruch bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Bitte, es ist dort in den Gremien etwas entweder beschlossen oder nicht, aber ich gehe davon aus, dass diejenigen, die Mitglieder dieser Organisation sind (Abg. Ing. Westenthaler: Die österreichische Fahne wollten sie uns nehmen!), wissen werden, wie sie sich dort zu verhalten haben oder welche Rechtsschutzmechanismen sie genießen können. (Abg. Ing. Westenthaler: Die österreichische Fahne wollte man vom Parlament nehmen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Die österreichische Fahne wollten sie uns nehmen!
Im Rahmen dieser Debatte ist unter anderem an die Adresse der Gewerkschaften (Abg. Haigermoser: Arthur Schnitzler ...!) das Wort "Wir warnen Sie, dieses oder jenes zu tun" gefallen. (Widerspruch bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Bitte, es ist dort in den Gremien etwas entweder beschlossen oder nicht, aber ich gehe davon aus, dass diejenigen, die Mitglieder dieser Organisation sind (Abg. Ing. Westenthaler: Die österreichische Fahne wollten sie uns nehmen!), wissen werden, wie sie sich dort zu verhalten haben oder welche Rechtsschutzmechanismen sie genießen können. (Abg. Ing. Westenthaler: Die österreichische Fahne wollte man vom Parlament nehmen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Die österreichische Fahne wollte man vom Parlament nehmen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Im Rahmen dieser Debatte ist unter anderem an die Adresse der Gewerkschaften (Abg. Haigermoser: Arthur Schnitzler ...!) das Wort "Wir warnen Sie, dieses oder jenes zu tun" gefallen. (Widerspruch bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Bitte, es ist dort in den Gremien etwas entweder beschlossen oder nicht, aber ich gehe davon aus, dass diejenigen, die Mitglieder dieser Organisation sind (Abg. Ing. Westenthaler: Die österreichische Fahne wollten sie uns nehmen!), wissen werden, wie sie sich dort zu verhalten haben oder welche Rechtsschutzmechanismen sie genießen können. (Abg. Ing. Westenthaler: Die österreichische Fahne wollte man vom Parlament nehmen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Ebenso scheint es Herrn Kollegen Westenthaler ein Dorn im Auge zu sein, dass es in diesem Land immer noch Grundrechte gibt. Dazu gehört das Recht, Demonstrationen durchzuführen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Da gibt es einen großen Irrtum, und es wundert mich, dass die Verfassungsrechtlerinnen und -rechtler in der ÖVP, die es durchaus einmal gab, so leise geworden sind, als wüssten sie nicht (Abg. Dr. Stummvoll: Verkehrsblockaden gehören auch nicht ...!), dass es in diesem Land nicht so ist, dass alles, was nicht ausdrücklich von der Polizei erlaubt wurde, verboten ist. So ist es nämlich nicht!
Abg. Dr. Stummvoll: Verkehrsblockaden gehören auch nicht ...!
Ebenso scheint es Herrn Kollegen Westenthaler ein Dorn im Auge zu sein, dass es in diesem Land immer noch Grundrechte gibt. Dazu gehört das Recht, Demonstrationen durchzuführen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Da gibt es einen großen Irrtum, und es wundert mich, dass die Verfassungsrechtlerinnen und -rechtler in der ÖVP, die es durchaus einmal gab, so leise geworden sind, als wüssten sie nicht (Abg. Dr. Stummvoll: Verkehrsblockaden gehören auch nicht ...!), dass es in diesem Land nicht so ist, dass alles, was nicht ausdrücklich von der Polizei erlaubt wurde, verboten ist. So ist es nämlich nicht!
Abg. Dr. Khol: Eine liberalere Polizei ...! – Abg. Dr. Fekter: Distanzieren Sie sich von den Gewaltanwendern! – Abg. Großruck: Distanzieren Sie sich von den Sachbeschädigungen! – Weitere Zwischenrufe.
Daher ... (Abg. Dr. Khol: Eine liberalere Polizei ...! – Abg. Dr. Fekter: Distanzieren Sie sich von den Gewaltanwendern! – Abg. Großruck: Distanzieren Sie sich von den Sachbeschädigungen! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Haigermoser: Freilich!
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (fortsetzend): Das ist eine Verteidigung des Demonstrationsrechtes. Es herrscht in diesem Hause, hoffe ich, Übereinstimmung darüber, dass Delikte jeder Art nicht zu dulden sind. Aber das hat nichts zu tun mit den Donnerstags-Demonstrationen unter Ausübung des Demonstrationsrechtes. (Abg. Haigermoser: Freilich!) Das werden Sie den Menschen in diesem Land nicht einschränken und nicht verhindern können, auch wenn Sie das noch so sehr wollen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Wenn die Autos vor dem Parlament beschädigt werden, dann geht es zu weit! – Abg. Ing. Westenthaler: Die österreichische Fahne wollten sie uns nehmen! – Weitere Zwischenrufe.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Wenn die Autos vor dem Parlament beschädigt werden, dann geht es zu weit! – Abg. Ing. Westenthaler: Die österreichische Fahne wollten sie uns nehmen! – Weitere Zwischenrufe.
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (fortsetzend): Das ist eine Verteidigung des Demonstrationsrechtes. Es herrscht in diesem Hause, hoffe ich, Übereinstimmung darüber, dass Delikte jeder Art nicht zu dulden sind. Aber das hat nichts zu tun mit den Donnerstags-Demonstrationen unter Ausübung des Demonstrationsrechtes. (Abg. Haigermoser: Freilich!) Das werden Sie den Menschen in diesem Land nicht einschränken und nicht verhindern können, auch wenn Sie das noch so sehr wollen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Wenn die Autos vor dem Parlament beschädigt werden, dann geht es zu weit! – Abg. Ing. Westenthaler: Die österreichische Fahne wollten sie uns nehmen! – Weitere Zwischenrufe.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe.
Meine Damen und Herren! Wenn irgendjemand an Demonstrationen teilnimmt und vielleicht auch Organisationsdienste tut – ich weiß nicht, wie Sie es finden, wenn wir dann von den Traktorenchaotinnen und -chaoten reden, die auf dem Ballhausplatz schon anzutreffen waren. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe.) Allein die vielen Abgase, die da in die Luft gekommen sind, wie das den Menschen und Gebäuden zusetzt – na alle Achtung! (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Mag. Trattner: Das ist ja niveaulos! – Weitere Zwischenrufe.) Aber es scheint so zu sein: Es gibt Schäden und Schäden. (Abg. Mag. Trattner: Die Verteidigerin ist niveaulos!)
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Mag. Trattner: Das ist ja niveaulos! – Weitere Zwischenrufe.
Meine Damen und Herren! Wenn irgendjemand an Demonstrationen teilnimmt und vielleicht auch Organisationsdienste tut – ich weiß nicht, wie Sie es finden, wenn wir dann von den Traktorenchaotinnen und -chaoten reden, die auf dem Ballhausplatz schon anzutreffen waren. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe.) Allein die vielen Abgase, die da in die Luft gekommen sind, wie das den Menschen und Gebäuden zusetzt – na alle Achtung! (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Mag. Trattner: Das ist ja niveaulos! – Weitere Zwischenrufe.) Aber es scheint so zu sein: Es gibt Schäden und Schäden. (Abg. Mag. Trattner: Die Verteidigerin ist niveaulos!)
Abg. Mag. Trattner: Die Verteidigerin ist niveaulos!
Meine Damen und Herren! Wenn irgendjemand an Demonstrationen teilnimmt und vielleicht auch Organisationsdienste tut – ich weiß nicht, wie Sie es finden, wenn wir dann von den Traktorenchaotinnen und -chaoten reden, die auf dem Ballhausplatz schon anzutreffen waren. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe.) Allein die vielen Abgase, die da in die Luft gekommen sind, wie das den Menschen und Gebäuden zusetzt – na alle Achtung! (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Mag. Trattner: Das ist ja niveaulos! – Weitere Zwischenrufe.) Aber es scheint so zu sein: Es gibt Schäden und Schäden. (Abg. Mag. Trattner: Die Verteidigerin ist niveaulos!)
Abg. Haigermoser: Dann halten Sie sich daran! – Weitere Zwischenrufe.
Es geht um Demokratie, und es geht darum, dass wir hier einheitlich die Spielregeln beachten. (Abg. Haigermoser: Dann halten Sie sich daran! – Weitere Zwischenrufe.) Es geht nicht an, dass Sie Teile der Bevölkerung, die die Sorgen sehr, sehr vieler Menschen angesichts unsäglicher Äußerungen – ich brauche nicht alle zu wiederholen, die von Regierungspolitikerinnen und -politikern schon gekommen sind – artikulieren und damit ein ganz legitimes Recht ausüben. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Demolieren ist kein legitimes Recht!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Demolieren ist kein legitimes Recht!
Es geht um Demokratie, und es geht darum, dass wir hier einheitlich die Spielregeln beachten. (Abg. Haigermoser: Dann halten Sie sich daran! – Weitere Zwischenrufe.) Es geht nicht an, dass Sie Teile der Bevölkerung, die die Sorgen sehr, sehr vieler Menschen angesichts unsäglicher Äußerungen – ich brauche nicht alle zu wiederholen, die von Regierungspolitikerinnen und -politikern schon gekommen sind – artikulieren und damit ein ganz legitimes Recht ausüben. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Demolieren ist kein legitimes Recht!)
Abg. Schwarzenberger: ... als "Chaoten" bezeichnen!
Wenn der Lärmpegel so weitergeht, dann muss man die Sitzung kurz unterbrechen, bis sich alle wieder beruhigt haben. (Abg. Schwarzenberger: ... als "Chaoten" bezeichnen!)
Abg. Mag. Kogler: Haigermoser, beruhigen!
Bitte setzen Sie fort, Frau Abgeordnete! (Abg. Mag. Kogler: Haigermoser, beruhigen!)
Die Rednerin hält ein Inserat in die Höhe, auf dem der Kopf eines Kindes abgebildet ist.
Ein Allerletztes: Sie haben jetzt alle die Notwendigkeit beschworen, für die Jugend, für den Sport und den Breitensport etwas zu tun. (Die Rednerin hält ein Inserat in die Höhe, auf dem der Kopf eines Kindes abgebildet ist.) Wenn ich mir dann dieses arme Kind anschaue, das Sie bildlich geteilt haben, teils grau, teils etwas gelbstichig – in Summe kosten alle diese Kinderlein, die Sie in Ihren Inseraten quer durch Österreich schalten, 80 Millionen Schilling! –, dann kann ich nur sagen: Wie Recht Sie haben, so jung und schon so pleite dank dieser Bundesregierung – das nenne ich eine Form von Chaos! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Ein Allerletztes: Sie haben jetzt alle die Notwendigkeit beschworen, für die Jugend, für den Sport und den Breitensport etwas zu tun. (Die Rednerin hält ein Inserat in die Höhe, auf dem der Kopf eines Kindes abgebildet ist.) Wenn ich mir dann dieses arme Kind anschaue, das Sie bildlich geteilt haben, teils grau, teils etwas gelbstichig – in Summe kosten alle diese Kinderlein, die Sie in Ihren Inseraten quer durch Österreich schalten, 80 Millionen Schilling! –, dann kann ich nur sagen: Wie Recht Sie haben, so jung und schon so pleite dank dieser Bundesregierung – das nenne ich eine Form von Chaos! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Haigermoser: Jetzt taucht er auf! – Abg. Ing. Westenthaler: Den ganzen Tag sind Sie nicht da! Dann kommen Sie ...! – Weitere Zwischenrufe. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Bitte, Herr Abgeordneter Verzetnitsch. (Abg. Haigermoser: Jetzt taucht er auf! – Abg. Ing. Westenthaler: Den ganzen Tag sind Sie nicht da! Dann kommen Sie ...! – Weitere Zwischenrufe. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Achatz: Die Debatte haben Sie nicht mitgehört! Sie waren nicht da!
Abgeordneter Friedrich Verzetnitsch (SPÖ): Herr Präsident! Frau Vizekanzlerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Heute standen in dieser Debatte die Leistungen der öffentlich Bediensteten und deren Bewertung durch die Bundesregierung zur Diskussion. (Abg. Achatz: Die Debatte haben Sie nicht mitgehört! Sie waren nicht da!) Herr Abgeordneter Spindelegger hat in dieser Debatte unter anderem den ÖGB gewarnt. (Abg. Dr. Stummvoll: Zu Recht!)
Abg. Dr. Stummvoll: Zu Recht!
Abgeordneter Friedrich Verzetnitsch (SPÖ): Herr Präsident! Frau Vizekanzlerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Heute standen in dieser Debatte die Leistungen der öffentlich Bediensteten und deren Bewertung durch die Bundesregierung zur Diskussion. (Abg. Achatz: Die Debatte haben Sie nicht mitgehört! Sie waren nicht da!) Herr Abgeordneter Spindelegger hat in dieser Debatte unter anderem den ÖGB gewarnt. (Abg. Dr. Stummvoll: Zu Recht!)
Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Schwarzenberger: Der ist nicht mehr überparteilich!
Herr Abgeordneter Spindelegger und alle Abgeordneten der Koalitionsparteien! Nehmen Sie zur Kenntnis: Die Überparteilichkeit des ÖGB bestimmt weder ... (Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Schwarzenberger: Der ist nicht mehr überparteilich!) Es zeigt Ihr Demokratieverständnis, dass Sie nicht einmal zuhören können.
Abg. Ing. Westenthaler: Gott sei Dank!
Meine Damen und Herren! Genauso klar und deutlich ist es auch hier ausgesprochen worden, nicht zum ersten Mal und wahrscheinlich auch nicht zum letzten Mal, denn Sie wollen es ja nicht hören: Der ÖGB bestimmt auch nicht die Bundesregierung, die hier sitzt. Das ist der Wähler, das sind die politischen Parteien. (Abg. Ing. Westenthaler: Gott sei Dank!)
Beifall bei der SPÖ.
Nehmen Sie zur Kenntnis, dass auch Sie nicht darüber bestimmen können, welche Interessen der ÖGB vertritt! Das ist Angelegenheit der Mitglieder und niemanden anderes! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Einstimmige Beschlüsse gibt es hier auch!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bin stolz darauf, dass es im ÖGB, seit es diesen gibt, in wirklich wichtigen Fragen, ob diese wirtschaftlicher oder sozialer Art sind oder ob es um kollektivvertragliche Verhandlungen geht, jeweils einstimmige Beschlüsse gibt – auch wenn Ihnen das nicht passt! Es gibt einstimmige Beschlüsse unter Teilnahme der Vertreter der christlichen Fraktion und der freiheitlichen Arbeitnehmer. (Abg. Ing. Westenthaler: Einstimmige Beschlüsse gibt es hier auch!) Das passt einfach nicht in Ihr Konzept. Und ich bin auch stolz darauf, dass es auch für die Menschenkette am 5. Dezember einstimmige Beschlüsse gibt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie tragen die Verantwortung für diese Aktion!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie tragen die Verantwortung für diese Aktion!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bin stolz darauf, dass es im ÖGB, seit es diesen gibt, in wirklich wichtigen Fragen, ob diese wirtschaftlicher oder sozialer Art sind oder ob es um kollektivvertragliche Verhandlungen geht, jeweils einstimmige Beschlüsse gibt – auch wenn Ihnen das nicht passt! Es gibt einstimmige Beschlüsse unter Teilnahme der Vertreter der christlichen Fraktion und der freiheitlichen Arbeitnehmer. (Abg. Ing. Westenthaler: Einstimmige Beschlüsse gibt es hier auch!) Das passt einfach nicht in Ihr Konzept. Und ich bin auch stolz darauf, dass es auch für die Menschenkette am 5. Dezember einstimmige Beschlüsse gibt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie tragen die Verantwortung für diese Aktion!)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Es gibt einstimmige Beschlüsse, die Ihnen ebenfalls nicht passen, weil man sich damit zu den Arbeiterkammern bekennt, egal ob man dem ÖAAB, der FPÖ oder der Sozialdemokratie angehört, und nicht jenen Ideen folgt, die von Initiativanträgen Ihrer Koalitionsregierung stammen. – Auch das sei Ihnen klar und deutlich ins Stammbuch geschrieben! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie waren nicht da!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich gewinne immer mehr den Eindruck, dass Sie linientreue Faserschmeichler wollen: Dafür stehen wir nicht zur Verfügung! Wenn Sie in der Öffentlichkeit inserieren, dass drei Viertel der Österreicherinnen und Österreicher nicht betroffen sind, vor allem jene nicht, die unter 30 000 S verdienen, dann schauen Sie sich die Realität an, die Sie vergangene Woche selbst beschlossen haben! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie waren nicht da!) Sie wissen, warum ich nicht da war.
Abg. Haigermoser: Sagen Sie nur einmal das Wort "Sport"!
Meine Damen und Herren! Diese Gesetze betreffen jeden Bürger dieses Landes, und die Vorgangsweise der Koalition bettet sich in eine Situation ein, die zu eskalieren droht. Ich sage das für all jene, die nicht zugehört haben, noch einmal zum Nachdenken. (Abg. Haigermoser: Sagen Sie nur einmal das Wort "Sport"!) Wir debattieren über öffentlichen Dienst und Sport, nehmen Sie das zur Kenntnis!
Beifall bei der SPÖ.
Wir nehmen Stellung zu Anliegen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, aber nicht auf Zuruf, sondern in einem ordentlichen Verfahren. Ich erinnere Sie an Ihre Begutachtungsfristen, die Sie willkürlich hier in den Raum stellen. Für Scheinverhandlungen stehen wir nicht zur Verfügung, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Heftige Rufe und Gegenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen.
Daher kommen wir zur Abstimmung, und zwar stimmen wir ab über die Beratungsgruppe XIII des Bundesvoranschlags für das Jahr 2001. Diese umfasst das Kapitel ... (Heftige Rufe und Gegenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen.)