Eckdaten:
Für die 63. Sitzung der 23. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 1059 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Josef Pröll: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Abgeordnete! Vorerst möchte ich sagen, ich freue mich, dass ich heute hier sozusagen Versuchskaninchen für eine neue Art der Fragestunde sein darf. Ich finde es auch spannend, hier vom Rednerpult aus sprechen zu dürfen, weil ich noch niemals Mitglied des Nationalrats war und das somit auch eine Premiere für mich ist. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Zur Frage der Reststoffe aus der Biospritproduktion als Ersatz für Gensoja in der Fütterung. – Ist so, deshalb macht es auch Sinn, auf diese Strategie zu setzen. (Beifall bei der ÖVP.)
Heiterkeit.
Abgeordneter Ing. Peter Westenthaler (BZÖ): Schönen guten Morgen, Herr Minister. Auch für mich ist es eine Premiere: Erstmals steht das BZÖ eine Stufe höher als alle anderen Parteien. Das ist aber nicht meine Schuld, sondern eine Regieanweisung des Hauses. Macht sich aber nicht so schlecht, finde ich. (Heiterkeit.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Josef Pröll: Herr Abgeordneter Westenthaler, Sie hätten sich, obwohl Sie eine Stufe höher stehen, mit dem Thema intensiver auseinandersetzen sollen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Sonst, meine sehr geehrten Damen und Herren, appelliere ich nach wie vor, im persönlichen Verhalten sorgsam mit der Realität umzugehen, dass wir alle durch unser Verhalten, etwa im Bereich Mobilität, Einkaufsverhalten, etwas zum Klimaschutz beitragen können. Nicht mehr und nicht weniger! Es ist ein Appell, keine Verpflichtung; ein Appell, darüber nachzudenken, und das hat offensichtlich gewirkt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
kehrsbereich tatsächlich CO2 zu reduzieren. Ich kann Ihre Daten überhaupt nicht nachvollziehen. Wenn man sich in Europa umschaut und sich damit beschäftigt, weiß man, dass die Beimischung von Biosprit in Europa nur 1 bis 2 Prozent der Agrarfläche Europas verbraucht. Dass Brasilien 50, 60 Prozent des eigenen fossilen Aufkommens durch Biosprit ersetzt und dafür Brandrodung betreibt, ist nicht die Verantwortung der Europäischen Union. In Brasilien wurde schon beigemischt, da haben wir noch nicht einmal gewusst, wie man das Wort „Biosprit“ buchstabiert. – Das ist die Realität, und deshalb müssen wir international dafür sorgen, dass es klare Transparenz und Vorgaben gibt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Josef Pröll: Herr Abgeordneter Pirklhuber, auch durch das Wiederholen werden falsche Argumente nicht richtiger! Das ist ein Grundsatz, der auch in dieser Frage gilt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Im Übrigen, eine politische Antwort: Die Grünen träumen vom Ausstieg aus der fossilen Energie und haben vorgeschlagen – ich glaube, 2006 anlässlich der letzten Wahlbewegung –, man müsse massiv in die Biospritoffensive gehen. Wir tun das! Nicht so ambitioniert wie Sie, das wäre zu viel, aber 10 Prozent sind realistisch und die richtige Antwort. Damit können wir die Nahrungsmittelbilanz und die Biotreibstoffbilanz ausbalancieren. Das wollen wir tun, und diesen Weg werden wir gehen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Und der dritte große Punkt beim Gesundheits-Check ist die Frage: Wie geht es mit dem Milchstandort Österreich und Europa weiter? Der Kampf für ein Mengenregime ist nach wie vor vorrangiges Ziel, gleichzeitig ist es aber auch das Ziel von mir in den Verhandlungen, Geld für flankierende Maßnahmen zu bekommen und flankierende Maßnahmen in Europa zu definieren, damit die Milchbauern in Österreich an den benachteiligten Standorten und Strukturen erfolgreich wirtschaften können. Das ist unsere Aufgabe: Nicht Aktionismus, sondern verhandeln und dafür kämpfen in Österreich, in Europa – und das tun wir! (Beifall bei der ÖVP.)
Heiterkeit bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.
sumentenschutzminister nicht verlangen, dass er sich in allen komplexen Details der Agrarpolitik immer auskennt. (Heiterkeit bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.) Aber es ist deshalb wichtig, auch klar hier Stellung zu beziehen. Warum? – Weil natürlich die Frage war – und das war von vielen in diesem Hohen Haus, Sozialdemokraten, aber auch anderen, immer wieder auch angepeilt worden –, die Quote zu erhöhen in Europa, was zu mehr Menge und geringerem Preis bei den Bäuerinnen und Bauern führt.
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Wenn man sich die letzten Tage anschaut und sieht, dass auf einmal ganz neue Allianzen versucht werden, dann muss man das wieder auf den Boden der Realität zurückbringen. Diejenigen, die für die Aushöhlung der Milchquote und für die Aushöhlung des Milchstandortes waren, machen sich jetzt breit beim Aktionismus. Nur: Das wird zu keinem Erfolg führen, und das sieht man ja auch. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Deswegen werden wir in Brüssel dafür kämpfen, die Milchquote zu verlängern und genug Geld für flankierende Maßnahmen zu holen, um den Bauern wirklich helfen zu können und den Markt zu stabilisieren. Das ist vorrangiges Ziel! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Der zweite Punkt – und das wollen wir tun –: Wir wollen in der Europäischen Union Bagatellgrenzen verhandeln, bis zu 100 € ist jetzt das Thema. Das haben wir auch beschlossen mit dem Gesundheits-Check; ein entsprechender Vorschlag liegt vor. Mir ist jede höhere Grenze recht. Wir haben dafür wenig Verständnis bei unseren Partnern gefunden, aber wir kämpfen dafür: um mehr Freiraum für die Bauern, wenn es um Bagatellgrenzen beim Verstoß gegen einzelne Maßnahmen geht, um die Ausgleichszahlungen nicht zu gefährden. Das ist Verhandlungslinie und wird im Herbst unter französischer Präsidentschaft auch entsprechend zu finalisieren sein. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Aber in der logischen Konsequenz, die Sie anführen, heißt null Bürokratie null Ausgleichszahlung. Und das kann es nicht sein! Weniger Bürokratie bei gleichen Ausgleichszahlungshöhen, dafür kämpfe ich, und das werden wir auch bei den Verhandlungen im Herbst aktiv einbringen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das schau’ ich mir aber an!
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Josef Pröll: Herr Abgeordneter! Österreichs Agrarpolitik, gemacht vor allem auch von führenden ÖVP-Politikern in diesem Ressort, war immer von Gerechtigkeit und fairem Ausgleich geprägt. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das schau’ ich mir aber an!)
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben einen Milchpreis in Österreich, der „top“ liegt in der Europäischen Union, besser ist als bei unseren Nachbarn, und darauf sollten wir stolz sein und es nicht immer kleinreden. Wichtig ist nur, jetzt den Preis stabil zu halten und mit voller Kraft dafür zu sorgen, dass der Preis steigt – durch Verhandlungen in der Europäischen Union und mit der betroffenen Branche, und das werde ich tun! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das sind drei Fragen!
Und ein letzter Punkt, der mich persönlich sehr interessiert: Wird auch das Parlament aktiv in diese Überlegungen und in diese Arbeitsschwerpunkte einbezogen? (Abg. Ing. Westenthaler: Das sind drei Fragen!)
Zwischenrufe bei der SPÖ
Es freut mich sehr, dass die Sozialdemokraten für die Zukunft ein Bekenntnis zum Bauernstand abgeben. Das ist ja eine neue Qualität (Zwischenrufe bei der SPÖ), und ich hoffe, dass wir uns dann auf die Sozialdemokraten in ganz Europa verlassen können, wenn es darum geht, Zukunft für die Bäuerinnen und Bauern zu gestalten. Da sind wir gemeinsam mit demselben Ziel unterwegs, und das wird sich dann auch auszahlen, wenn wir diese Linie gemeinsam halten – nicht nur hier, nicht nur in den Bekenntnissen, sondern auch bei den Verhandlungen um Finanzrahmen und agrarpolitische Strukturen in der Europäischen Union. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es freut mich sehr, dass die Sozialdemokraten für die Zukunft ein Bekenntnis zum Bauernstand abgeben. Das ist ja eine neue Qualität (Zwischenrufe bei der SPÖ), und ich hoffe, dass wir uns dann auf die Sozialdemokraten in ganz Europa verlassen können, wenn es darum geht, Zukunft für die Bäuerinnen und Bauern zu gestalten. Da sind wir gemeinsam mit demselben Ziel unterwegs, und das wird sich dann auch auszahlen, wenn wir diese Linie gemeinsam halten – nicht nur hier, nicht nur in den Bekenntnissen, sondern auch bei den Verhandlungen um Finanzrahmen und agrarpolitische Strukturen in der Europäischen Union. (Beifall bei der ÖVP.)
Rufe bei den Grünen: Antwort!
Machen Sie mit, bringen Sie sich ein, sorgen Sie dafür, gemeinsam mit allen parlamentarischen Parteien in dieser bilateralen Gruppe, dass es ein Erfolg wird! Wer sich verabschiedet, der darf sich nicht aufregen. (Rufe bei den Grünen: Antwort!)
Abg. Dr. Van der Bellen: Das ist keine Antwort!
Das ist etwas, was ich nicht verstehen kann, und da appelliere ich an Sie, an den Verhandlungstisch zurückzukommen, die Gruppe mitzuprägen (Abg. Dr. Van der Bellen: Das ist keine Antwort!), auch Einfluss auf die Tschechische Republik zu nehmen, dass der Melker Prozess auf Punkt und Beistrich erfüllt wird. Wir und ich arbeiten dafür (Abg. Dr. Graf: Aber erfolglos!), und wir sind auf gutem Wege. Und wir lassen uns von diesem Weg auch nicht abbringen! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Graf: Aber erfolglos!
Das ist etwas, was ich nicht verstehen kann, und da appelliere ich an Sie, an den Verhandlungstisch zurückzukommen, die Gruppe mitzuprägen (Abg. Dr. Van der Bellen: Das ist keine Antwort!), auch Einfluss auf die Tschechische Republik zu nehmen, dass der Melker Prozess auf Punkt und Beistrich erfüllt wird. Wir und ich arbeiten dafür (Abg. Dr. Graf: Aber erfolglos!), und wir sind auf gutem Wege. Und wir lassen uns von diesem Weg auch nicht abbringen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Das ist etwas, was ich nicht verstehen kann, und da appelliere ich an Sie, an den Verhandlungstisch zurückzukommen, die Gruppe mitzuprägen (Abg. Dr. Van der Bellen: Das ist keine Antwort!), auch Einfluss auf die Tschechische Republik zu nehmen, dass der Melker Prozess auf Punkt und Beistrich erfüllt wird. Wir und ich arbeiten dafür (Abg. Dr. Graf: Aber erfolglos!), und wir sind auf gutem Wege. Und wir lassen uns von diesem Weg auch nicht abbringen! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Sburny: Das ist blanke Polemik, was Sie machen!
Dass Sie nicht wissen, was am Montag in der interparlamentarischen Kommission gesprochen wird, ist mir klar, weil Sie nicht mehr daran teilnehmen. Das ist ja genau das Problem! Setzen Sie sich hin und kämpfen Sie für all die Themen, die Sie hier vor den Fernsehschirmen postulieren, aber dann in den Verhandlungen nicht einbringen wollen. Und das ist ein bisschen billig, muss ich ganz ehrlich sagen, in so einer zentralen, sensiblen Frage. (Abg. Sburny: Das ist blanke Polemik, was Sie machen!)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Josef Pröll: Zur Frage des Zwischenfalls im AKW Krško sei eines klar und deutlich festgestellt: Ich war gestern in Luxemburg, und wir haben auch unverzüglich reagiert. Die Informationspolitik seitens der slowenischen Behörden ist nicht zufriedenstellend. Warum? – Weil nach Brüssel ein Zwischenfall für das europäische Alarmnetz wegen grenzüberschreitender Gefährdung gemeldet wurde, und gleichzeitig – das war um 18 Uhr, und ab 18 Uhr ist die Informationswelle losgegangen, 18.39 Uhr, 18.49 Uhr – das österreichische Innenministerium informiert wurde, es sei nur eine Übung. Ich habe diesen Zettel auch heute hier mitgebracht, wo uns die Übung (das betreffende Papier vorweisend), „Exercise“ steht hier, mitgeteilt wurde, und damit war für uns und für die Behörden in Österreich nichts mehr zu erledigen. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Strache: Das ist eine Unterstellung! So ein Unsinn! Sie pflanzen die Leute nur in dem Bereich! Das ist doch ein Schwachsinn, was Sie da sagen!
Abgeordneter Ing. Norbert Kapeller (ÖVP): Sehr geehrter Herr Minister! Als Mitglied der Temelín-Kommission weiß ich um die Rolle der Grünen und der Freiheitlichen Partei. Beide sind aus rein parteipolitischer Motivation aus diesem Prozess vorzeitig ausgestiegen (Abg. Strache: Das ist eine Unterstellung! So ein Unsinn! Sie pflanzen die Leute nur in dem Bereich! Das ist doch ein Schwachsinn, was Sie da sagen!) und haben damit die Position Österreichs wissentlich geschwächt. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: So ein Blödsinn!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: So ein Blödsinn!
Abgeordneter Ing. Norbert Kapeller (ÖVP): Sehr geehrter Herr Minister! Als Mitglied der Temelín-Kommission weiß ich um die Rolle der Grünen und der Freiheitlichen Partei. Beide sind aus rein parteipolitischer Motivation aus diesem Prozess vorzeitig ausgestiegen (Abg. Strache: Das ist eine Unterstellung! So ein Unsinn! Sie pflanzen die Leute nur in dem Bereich! Das ist doch ein Schwachsinn, was Sie da sagen!) und haben damit die Position Österreichs wissentlich geschwächt. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: So ein Blödsinn!)
Beifall des Abg. Grillitsch
Andererseits zeigt aber der Vorfall in Slowenien ganz deutlich, dass Sicherheit nur durch Miteinander-Reden und Miteinander-Verhandeln gewährleistet wird. Gerade jetzt, wo die Atomenergie weltweit Renaissance feiert, ist klar, dass der österreichische atomfreie Weg der richtige, wichtige und zukunftsträchtigere ist. Sie, Herr Bundesminister, sind für diesen Weg der Nachhaltigkeit und der Sicherheit Garant, und dafür möchte ich mich auch herzlichst bedanken (Beifall des Abg. Grillitsch) und meine Frage daran anschließen: Wie sehen Sie die Diskussion zur Renaissance der Atomenergie auf europäischer Ebene?
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen
Wir tun das in den Gremien, wir verhandeln und kämpfen. Andere verabschieden sich aus den Gremien (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), und das halte ich aus Gründen auch der Darstellung und der Konsequenz Österreichs gegenüber zum Beispiel Tschechien für den falschen Ansatz, den falschen Weg. Deswegen: Kämpfen gegen die Atomkraft in den Gremien, hart verhandeln, klarmachen, worum es geht! Nur so kann es gehen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir tun das in den Gremien, wir verhandeln und kämpfen. Andere verabschieden sich aus den Gremien (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), und das halte ich aus Gründen auch der Darstellung und der Konsequenz Österreichs gegenüber zum Beispiel Tschechien für den falschen Ansatz, den falschen Weg. Deswegen: Kämpfen gegen die Atomkraft in den Gremien, hart verhandeln, klarmachen, worum es geht! Nur so kann es gehen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Strache: Nur eine Schmähpartie!
Ich möchte darauf zurückkommen, was der Kollege Kapeller angesprochen hat. Tatsache ist, dass in der ersten Temelín-Kommissionssitzung Tschechien betont hat, dass für sie das Melker Abkommen völkerrechtlich nicht verbindlich ist, ja nicht einmal einen Vertrag im herkömmlichen Sinn darstellt. Und auf die Frage der Freiheitlichen, ob es überhaupt für diese Temelín-Kommission eine Zielsetzung gibt, konnte der Vorsitzende Konecny diese einfache Frage nicht beantworten und hat auch das Wort entzogen. (Abg. Strache: Nur eine Schmähpartie!)
Abg. Strache: Alles eine Schmähpartie!
Ich stelle Ihnen deshalb folgende Frage: Auf welcher Rechtsgrundlage soll das Melker Abkommen für beendet erklärt werden, und welche Indizien haben Sie, Herr Bundesminister, dass die Tschechische Republik ihre Informationspflichten nach diesem Abkommen erfüllen wird? (Abg. Strache: Alles eine Schmähpartie!)
Abg. Strache: Das ist eine Schmähpartie!
Wenn Sie als Parlamentarier und Mitglied der Kommission mich fragen, was sich die Kommission für ein Ziel gesetzt hat, dann muss ich Ihnen sagen, es ist Ihre Verantwortung. Im Gegensatz zu Kollegem Strache, der gesagt hat, das ist eine Schmähpartie (Abg. Strache: Das ist eine Schmähpartie!), sehe ich das nicht so, wenn Parlamentarier gemeinsam verhandeln, dass das eine Schmähpartie ist, sondern dass sie das zu einem vernünftigen Ende für Österreich führen sollen. Sie haben es mit in der Hand. Machen Sie keinen Schmäh daraus, sondern nehmen Sie es ernst! Das ist die Unterstützung, die wir brauchen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Sie machen eine Schmähpartie daraus!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Sie machen eine Schmähpartie daraus!
Wenn Sie als Parlamentarier und Mitglied der Kommission mich fragen, was sich die Kommission für ein Ziel gesetzt hat, dann muss ich Ihnen sagen, es ist Ihre Verantwortung. Im Gegensatz zu Kollegem Strache, der gesagt hat, das ist eine Schmähpartie (Abg. Strache: Das ist eine Schmähpartie!), sehe ich das nicht so, wenn Parlamentarier gemeinsam verhandeln, dass das eine Schmähpartie ist, sondern dass sie das zu einem vernünftigen Ende für Österreich führen sollen. Sie haben es mit in der Hand. Machen Sie keinen Schmäh daraus, sondern nehmen Sie es ernst! Das ist die Unterstützung, die wir brauchen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Sie machen eine Schmähpartie daraus!)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Um eines gleich klarzustellen: Wir sind als Freiheitliche Partei für faire Preise für die Landwirte. Das ist absolut unbestritten, und das möchte ich gleich festhalten. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.) Aber das, sehr geehrter Herr Minister, was sich die letzten eineinhalb Jahre an Verteuerung für die Konsumenten in den Lebensmittelgeschäften, speziell für Grundnahrungsmittel, abgespielt hat, ist den Konsumenten nicht mehr zumutbar.
Beifall bei der FPÖ.
Deswegen die Frage: Was werden Sie tun, um zu gewährleisten, dass der Konsument mit seinem Einkommen auch Lebensmittel kaufen kann und damit auch auskommt? (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Und diese Balance zu argumentieren, zu verhandeln, das ist die Aufgabe der Europäischen Agrarpolitik für die Zukunft, auch mit der dritten Säule einer nachhaltigen Energiepolitik. Und das wird uns gelingen. Nicht durch Aktionismus, sondern durch beinharte Verhandlungen in allen Produktionsbereichen der österreichischen Landwirtschaft. Besserer Preis für die Bauern und leistbarer Preis für die Konsumenten: Das müssen wir organisieren, und das wollen wir tun. (Beifall bei der ÖVP.)
Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Mag. Gerald Hauser (FPÖ): Herr Minister! Von dieser Statistik, wie viel Prozent man vom Einkommen für Lebensmittel ausgibt, hat ja der Konsument überhaupt nichts. Fakt ist, bitte ... (Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP.) Schauen Sie, Ihre Reaktion beweist mir genau, dass Sie dieses Problem nicht ernst nehmen wollen. (Beifall bei der FPÖ.) Sie trauen sich die Lösung dieses Problems überhaupt nicht mehr zu, Sie lachen, während der Konsument an der Kasse nicht mehr weiß, wie er mit dem Einkommen auskommen soll, weil man, wenn man um 50 € einkauft, in Wahrheit nichts im Sackerl drinnen hat.
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Mag. Gerald Hauser (FPÖ): Herr Minister! Von dieser Statistik, wie viel Prozent man vom Einkommen für Lebensmittel ausgibt, hat ja der Konsument überhaupt nichts. Fakt ist, bitte ... (Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP.) Schauen Sie, Ihre Reaktion beweist mir genau, dass Sie dieses Problem nicht ernst nehmen wollen. (Beifall bei der FPÖ.) Sie trauen sich die Lösung dieses Problems überhaupt nicht mehr zu, Sie lachen, während der Konsument an der Kasse nicht mehr weiß, wie er mit dem Einkommen auskommen soll, weil man, wenn man um 50 € einkauft, in Wahrheit nichts im Sackerl drinnen hat.
Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.
Die Statistik beweist – bitte, Herr Minister, um das mit Ihnen wieder zu versachlichen –, dass im Zeitraum vom Dezember 2006 bis Feber 2008 gerade Grundnahrungsmittel, die man täglich braucht, sich massiv verteuert haben, zum Beispiel Teigwaren plus 71,8 Prozent, Sonnenblumenöl plus 40 Prozent et cetera. (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Bitte, Herr Minister, wenn man schon nicht alles regeln kann, wieso nehmen Sie Ihre Verantwortung als Mitglied der Regierung nicht wahr und greifen einen Vorschlag der Freiheitlichen Partei auf, zumindest die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel zu halbieren, damit man wenigstens über diese Schiene eine Entlastung zustande bringt? (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Wenn sich die Bundesregierung nicht nach Tirol traut!
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Josef Pröll: Herr Abgeordneter! Ich habe ja viel Verständnis, dass Sie versuchen, den Tiroler Wahlkampf in den letzten Tagen hierher ins Parlament zu importieren (Abg. Strache: Wenn sich die Bundesregierung nicht nach Tirol traut!), aber bleiben Sie trotzdem bei den Fakten und bei den Realitäten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Josef Pröll: Herr Abgeordneter! Ich habe ja viel Verständnis, dass Sie versuchen, den Tiroler Wahlkampf in den letzten Tagen hierher ins Parlament zu importieren (Abg. Strache: Wenn sich die Bundesregierung nicht nach Tirol traut!), aber bleiben Sie trotzdem bei den Fakten und bei den Realitäten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Und die Agrartreibstoffe!
Die Antwort auf Ihre Frage ist: Das Jahr 2007 – das kann man klar sagen, alle Agrarökonomen bestätigen das – ist kein Normjahr: katastrophale Ernten weltweit und eine unglaubliche Nachfrageentwicklung in Indien und China nach agrarischen Produkten. (Abg. Dr. Pirklhuber: Und die Agrartreibstoffe!) Heuer lässt es sich besser an, und die Preise sind leider für die Bauern wieder auf Talfahrt. Aber die Talfahrt zu bremsen, den Bauern einen gerechten Preis zu zahlen und trotzdem im Regal wieder vernünftigere Preise zu haben, wird organisiert sein. Das Jahr 2007 ist geeignet, um populistisch zu argumentieren, aber es ist kein Normjahr für die Zukunft der Agrarpolitik. Und das muss man sagen und betonen, weil es den Realitäten entspricht. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Antwort auf Ihre Frage ist: Das Jahr 2007 – das kann man klar sagen, alle Agrarökonomen bestätigen das – ist kein Normjahr: katastrophale Ernten weltweit und eine unglaubliche Nachfrageentwicklung in Indien und China nach agrarischen Produkten. (Abg. Dr. Pirklhuber: Und die Agrartreibstoffe!) Heuer lässt es sich besser an, und die Preise sind leider für die Bauern wieder auf Talfahrt. Aber die Talfahrt zu bremsen, den Bauern einen gerechten Preis zu zahlen und trotzdem im Regal wieder vernünftigere Preise zu haben, wird organisiert sein. Das Jahr 2007 ist geeignet, um populistisch zu argumentieren, aber es ist kein Normjahr für die Zukunft der Agrarpolitik. Und das muss man sagen und betonen, weil es den Realitäten entspricht. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Jakob Auer: Erdöl herstellen! – Heiterkeit bei der ÖVP
Was werden Sie daher, Herr Bundesminister, tun, um Österreichs Abhängigkeit vom Erdöl zu reduzieren (Abg. Jakob Auer: Erdöl herstellen! – Heiterkeit bei der ÖVP) und die Menschen nachhaltig aus der Ölpreisfalle, die auch eine Armutsfalle ist, herauszuführen?
Beifall bei ÖVP, SPÖ und BZÖ.
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Josef Pröll: Das ist eine interessante Frage von einem Abgeordneten der Grünen. Sie haben doch immer davon geträumt, dass solche Preise, wie sie jetzt Realität sind, an den Zapfsäulen eintreten sollen. (Beifall bei ÖVP, SPÖ und BZÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Aber nicht mit einer schlechteren Regelung!
huber: Wir wollen keine schlechtere Regelung!), was nicht gut ist, weil wir eben mehr Ökostrom für Österreich brauchen, weil wir unabhängiger werden wollen von fossilen Energieträgern (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber nicht mit einer schlechteren Regelung!) und weil wir, drittens, auch etwas tun müssen, was wichtig ist: Energieeffizienz und Energiesparen zu dem großen Modell für die Zukunft zu machen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Nein, beim Ökostrom, da haben Sie versagt!
Dieser Dreiklang, mehr Alternativenergien in Österreich, Biosprit, Ökostrom (Abg. Dr. Pirklhuber: Nein, beim Ökostrom, da haben Sie versagt!), Energiesparen als zentrale Herausforderung und drittens auch neue Technologien einzusetzen – zweite Generation Fotovoltaik –, dieser Mix ist die Zukunft für die Energiegestaltung in Österreich.
Beifall bei SPÖ, ÖVP und FPÖ.
Abgeordneter Mag. Johann Maier (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Ich möchte die Gelegenheit vorerst wahrnehmen, Frau Präsidentin, die Berichterstattung in einer österreichischen Tageszeitung namens meiner Fraktion zurückzuweisen. Ich weise auch die Unterstellungen und Verleumdungen des grünen Abgeordneten Pilz gegenüber vielen Abgeordneten dieses Hauses mit allem Nachdruck zurück. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei SPÖ, ÖVP und FPÖ. – Bravorufe bei der ÖVP.
Kollege Pilz, der sich auf Kosten anderer profilieren möchte, ist nicht anwesend. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und FPÖ. – Bravorufe bei der ÖVP.)
Abg. Strache: Aber der Abgeordnete Pilz macht Urlaub! Nur für das Protokoll! Die ganze Zeit schon!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter, die Frage bitte! Die Minute ist um. (Abg. Strache: Aber der Abgeordnete Pilz macht Urlaub! Nur für das Protokoll! Die ganze Zeit schon!) Die Frage bitte!
Beifall bei der ÖVP.
Ich denke, dass wir damit, die Flächenstilllegung auf null zu stellen, mehr Produktion bekommen werden, sodass man dann auch wieder eine bessere Balance für alle beteiligten Marktpartner herstellen kann. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Jakob Auer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Bundesminister! Die unglaubliche Unterstellung des Kollegen Hauser, der hier in seiner Frage indirekt den Bauern die Schuld zuweist an der Lebensmittelpreissteigerung, die werden die Tiroler Bauern und die österreichischen Bauern zur Kenntnis nehmen und ihr auch entsprechend Rechnung tragen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das kann man nicht nur europäisch sehen! 4 bis 5 Prozent sind es weltweit!
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Josef Pröll: Ich habe heute zu einer früheren Frage schon gesagt, das sind 1 bis 2 Prozent. 1 bis 2 Prozent an der agrarischen Ernte Europas gehen derzeit in die Biospritproduktion. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das kann man nicht nur europäisch sehen! 4 bis 5 Prozent sind es weltweit!) Das ist weg, wenn es im April einmal zwei Tage nicht regnet oder zwei Tage zu viel regnet. Das ist eine normale Ernteschwankung, meine sehr geehrten Damen und Herren. Und, Herr Abgeordneter, wir sind nicht verantwortlich für das, was Brasilien im nationalen Kontext mit seinen Urwäldern aufführt. Das ist nicht unsere politische Entscheidung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Josef Pröll: Ich habe heute zu einer früheren Frage schon gesagt, das sind 1 bis 2 Prozent. 1 bis 2 Prozent an der agrarischen Ernte Europas gehen derzeit in die Biospritproduktion. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das kann man nicht nur europäisch sehen! 4 bis 5 Prozent sind es weltweit!) Das ist weg, wenn es im April einmal zwei Tage nicht regnet oder zwei Tage zu viel regnet. Das ist eine normale Ernteschwankung, meine sehr geehrten Damen und Herren. Und, Herr Abgeordneter, wir sind nicht verantwortlich für das, was Brasilien im nationalen Kontext mit seinen Urwäldern aufführt. Das ist nicht unsere politische Entscheidung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Der zweite Punkt ist die Frage der agrarischen Rohstoffpreise. Wenn beim Preis der Semmel 2 Prozent der Anteil des Bauern sind, dann sehen wir, dass Elemente wie Energiekosten, Löhne, Lohnnebenkosten – wo wir auch etwas machen müssen in den nächsten Monaten und Jahren; das wollen wir ja tun mit der Steuerentlastung – vor allem auch preistreibend sind, was die Frage der Konsumentepreise betrifft. Nicht der agrarische Rohstoff trägt die Hauptschuld, sondern viele andere Themen: Energie, Lohn, Lohnnebenkosten, und das muss man in die Bewertung auch ganz klar mit einbeziehen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wo war das? Wo war dieser Sozialsupermarkt?
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Josef Pröll: Zum Ersten: Ich kann mich an meine Zeit als Minister 2003, 2004 erinnern, da haben Sie noch regiert, da habe ich schon einen Sozialsupermarkt besuchen können. Nur um das auch in Balance zu bringen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wo war das? Wo war dieser Sozialsupermarkt?)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Der zweite Punkt: Ein Teuerungsausgleich mit einem Einmalzuschuss aus vordergründigen politischen Argumenten bringt zur Bekämpfung der Inflation gar nichts, Herr Abgeordneter. Es verpufft wirkungslos. Wir müssen strukturell mehr landwirtschaftliche Produktion bringen, ein besseres Preisniveau, Stilllegung weg, unterstützen, dass die Bauern produzieren, in der Energiefrage versuchen, mehr Alternativen auf den Weg zu bringen. Das ist wirksam, das bleibt und bekämpft die Inflation. Die einmalige Gabe einer einmaligen Ausgleichszahlung, weil Wahlen bevorstehen in Kärnten, verpufft, ist weg und trägt nichts dazu bei, dass die Inflation geringer wird. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn das nicht der Fall ist: Flankierende Maßnahmen, Unterstützung für das Grünland, Unterstützung für die Milchbauern, Unterstützung für Transportkostenlogistik, neue Modelle in der Bewirtschaftung, mit den Molkereien gemeinsam regionale Modelle bis 2014, 2015, zu organisieren, das ist unser zentrales Ziel; das will ich auch verhandeln in Brüssel, dass wir diese Maßnahmen ermöglicht bekommen und dass es dafür auch ausreichend Geld für die österreichischen Milchbäuerinnen und Milchbauern gibt. Das werden harte Verhandlungen sein, sie werden aber am Ende des Tages auch vom Erfolg gekennzeichnet sein, weil die Allianz dafür zwischen den Mitgliedstaaten eine immer breitere wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Rufe und Gegenrufe zwischen Abg. Dr. Pirklhuber und Abgeordneten der ÖVP.
Ich weiß, insgesamt drückt das ja nur aus, dass es eine Sorge um die Milchpreisentwicklung für die Zukunft gibt. Die muss man ernst nehmen, aber ich habe auch immer gesagt, dass der Milchpreis auf dem Markt gemacht wird. Es wird daher daran liegen, dass die beteiligten Marktpartner, die Bäuerinnen und Bauern, die gesetzliche Interessenvertretung, die gewählte Interessenvertretung, die Landwirtschaftskammern Österreichs mit den Molkereien und mit dem Handel Gespräche führen, verhandeln, um die Situation zu verbessern. (Rufe und Gegenrufe zwischen Abg. Dr. Pirklhuber und Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Das ist der richtige Weg. Das Gegeneinander bringt uns auseinander und führt den Milchpreis zurück, das Verhandeln bringt uns weiter. (Beifall bei der ÖVP.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Josef Pröll: Weil ich gewusst habe, dass Sie auch die gleiche Frage stellen, habe ich mir gedacht, ich beantworte sie gleich bei Ihnen dann, um es mir zweimal zu ersparen. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es ist mein Ziel, dass die Milchbäuerinnen und Milchbauern, unabhängig davon, wem sie politisch zugehörig sind, wen sie unterstützen, zu einem besseren Preis kommen. Und dafür trete ich ein, mit den gesetzlichen Interessenvertretern in der Branche, mit den Molkereien. Die Verhandlungen werden zwischen den Marktpartnern zu führen sein. Man kann auch die Erfolge ablesen, nämlich an dem, was jetzt passieren wird. Und das ist kein Wettbewerb, sondern da ist eine vernünftige gemeinsame Vorgangsweise notwendig. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Neugebauer: Selektive Wahrnehmung!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Herr Bundesminister! Es ist zynisch, was Sie hier von sich geben. (Abg. Neugebauer: Selektive Wahrnehmung!) Sie haben an diesem Montag einen Milchgipfel einberufen, wo Sie genau jene Vertreter, die diesen europäischen Milchstreik organisiert haben, nicht eingeladen haben.
Beifall bei den Grünen.
Sie als Bundesminister haben diese wesentliche Gruppe der Bäuerinnen und Bauern, der IG Milch nicht eingeladen, und das ist skandalös, Herr Bundesminister! (Beifall bei den Grünen.) Anders der deutsche Landwirtschaftsminister: Dieser hat sich zu 100 Prozent hinter die streikenden Bäuerinnen und Bauern gestellt. Das ist ein Faktum.
Abg. Großruck: Vertreten!
Meine Frage an Sie, Herr Bundesminister: Wann werden Sie endlich jene Bäuerinnen und Bauern, die die IG Milch vertritt (Abg. Großruck: Vertreten!), einladen zu einem Milchgipfel, wo gemeinsam über Anti-Dumpingmaßnahmen im Milchsektor diskutiert wird? Geben Sie bitte eine Antwort!
Abg. Dr. Pirklhuber: Dann lesen Sie die Medien! Das steht in den Zeitungen!
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Josef Pröll: Herr Abgeordneter Pirklhuber! Die Antwort ist klar. Ich muss jetzt berichtigen, was Sie sagen: Dass ich eingeladen hätte zu einem Milchgespräch, stimmt tatsächlich nicht. (Abg. Dr. Pirklhuber: Dann lesen Sie die Medien! Das steht in den Zeitungen!) Ich habe gesagt, es ist nicht die Aufgabe des Bundesministers, diese Frage zu koordinieren – die Interessenvertretung hat dazu eingeladen, die Landwirtschaftskammer Österreich. Die Adresse ist nicht an mich zu richten, Herr Abgeordneter! Das ist glatt falsch, was Sie hier behauptet haben!
Beifall bei der ÖVP.
Ich habe auch nicht den Bauernbund oder andere zu einem Milchgipfel geladen. Ich behandle alle gleich und achte ganz klar auf Ausgewogenheit. Das ist mein Ziel. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ja zu einem besseren Milchpreis für die österreichischen Milchbauern, und dafür kämpfe ich auch mit den entsprechenden Maßnahmen in allen Gremien. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Strache: Die IG Milch distanziert sich von der ÖVP!
Das wertvolle Lebensmittel Milch und seine Produzenten, die Milchbauern, waren in den letzten Tagen sehr im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Die wirtschaftliche Situation der Bauern ist ernst und schwierig, nicht nur im Bereich der Milch, sondern auch in anderen Sparten. (Abg. Strache: Die IG Milch distanziert sich von der ÖVP!)
Beifall bei der ÖVP.
Diesen Zweiklang werden wir organisieren, und da sind alle aufgefordert mitzumachen, unabhängig davon, ob sie in einer Interessengruppe organisiert sind oder nicht, und unabhängig davon, welcher Partei sie angehören, denke ich einmal. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Die 60 Minuten der Fragestunde sind abgelaufen. Ich beende damit die Fragestunde und bedanke mich beim Herrn Bundesminister, auch für die Disziplin der Abgeordneten. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Steibl: Wo ist er?
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Wir haben heute in einer Tageszeitung ein Interview mit dem grünen Abgeordneten Peter Pilz. (Abg. Steibl: Wo ist er?) Erstens einmal stellt sich die Frage, wo er ist. Der soll endlich aus dem Bett rauskommen und sich da ins Parlament hersetzen und einmal bei uns sein! (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten von FPÖ und BZÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten von FPÖ und BZÖ.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Wir haben heute in einer Tageszeitung ein Interview mit dem grünen Abgeordneten Peter Pilz. (Abg. Steibl: Wo ist er?) Erstens einmal stellt sich die Frage, wo er ist. Der soll endlich aus dem Bett rauskommen und sich da ins Parlament hersetzen und einmal bei uns sein! (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten von FPÖ und BZÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten von FPÖ und BZÖ.
Dieses Interview ist übertitelt mit: „Viele arbeiten nur zwei Stunden“. – Er arbeitet im Moment gar nicht! Das muss einmal festgestellt werden. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten von FPÖ und BZÖ.)
Beifall bei SPÖ, ÖVP, FPÖ und BZÖ.
Würden sie nämlich nur hier den ganzen Tag sitzen, also auch nach 16 Uhr beispielsweise, und nicht auch im Wahlkreis sein, dann würde es heißen, dass sie nicht bürgernahe sind, dass sie nicht bei der Bevölkerung sind und dass sie nicht den Kontakt mit den Wählerinnen und Wählern suchen. Und es ist richtig, dass sie dort vor Ort anwesend sind! (Beifall bei SPÖ, ÖVP, FPÖ und BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist das jetzt ein Redebeitrag, oder was?
Ich möchte mich aber auch dagegen verwahren, dass hier steht, wir überlassen quasi alles nur der Regierung. Es hat in den letzten Jahren nie eine parlamentarische Tätigkeit gegeben, wo das Parlament so viel noch mitgewirkt, geändert, verbessert hat an den konkreten Vorlagen, selbst Initiativen gesetzt hat und, so wie der gestrige Tag gezeigt hat, auch Vorschläge der Opposition übernommen hat und gemeinsam abgestimmt hat, weil wir der Meinung waren, dass gewisse Vorgangsweisen zu schnell waren. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist das jetzt ein Redebeitrag, oder was?)
Beifall bei SPÖ und ÖVP, bei Abgeordneten der FPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.
Daher fordere ich die Einberufung einer Sonderpräsidiale nächste Woche, wo wir uns zusammensetzen und sich alle fünf Fraktionen Gedanken machen, wie wir alles dafür tun können, damit Desinformation, Missverständnisse über die Arbeit der Parlamentarier vermieden werden, und wie wir Kampagnen, wenn es solche gibt, hier geschlossen entgegenwirken können. Auch der Abgeordnete Pilz ist dazu eingeladen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP, bei Abgeordneten der FPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten von FPÖ und BZÖ.
Und wenn dann ein Mitglied dieses Hauses wörtlich erklärt – und das geht jetzt in Richtung bestimmter Fraktionen –, die Abgeordneten kommen nicht oder nur schlecht vorbereitet in die Ausschüsse und warten eigentlich nur darauf, dass die Sitzung zu Ende ist, manche – das richtet sich jetzt an meine Fraktion – sehen den Parlamentsjob überhaupt nur als sechste Nebenbeschäftigung, dann, Freunde, ist das eine Abwertung von uns selber durch einen von uns. Und ich würde jeden in unserer Fraktion, der so etwas sagt, genauso scharf kritisieren wie den Abgeordneten Pilz. Das geht nicht! Übrigens einer, der sich selber an sehr wenige Spielregeln, die sich das Haus selber gegeben hat, hält, ob es die Vertraulichkeit ist oder andere Dinge. (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten von FPÖ und BZÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.
Freunde! Das ist eine Menschen verachtende, Politik und Parlamentarismus verachtende Sprechweise, und die will ich eigentlich in diesem Haus nicht dulden. (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Jedenfalls sollten die Regierungsfraktionen, die mit ihrer eigenen Regierung offenbar nicht mehr einverstanden sind, hier nicht selbsttherapeutisch eine Geschäftsordnungsdebatte missbrauchen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von SPÖ, ÖVP und BZÖ.
Das ist eine große Arbeit, die man nicht sieht und die man der Öffentlichkeit auch einmal näherbringen sollte, weil unsere Arbeit nur auf die Plenarsitzungen reduziert wird – und sonst liegen wir zu Hause wahrscheinlich im Bett und ich weiß nicht was. Das ist die Darstellung, die es gibt, und dieser sollten wir, glaube ich, insgesamt gegensteuern, indem wir aufklären. Vielleicht auch mit einem Video, das der Österreichische Rundfunk dann auch überträgt und nicht zensuriert, wo man darstellt: was bedeutet Demokratie?, was steckt hinter der Funktion eines gewählten Abgeordneten?, was sind seine Aufgaben?, und vieles mehr. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von SPÖ, ÖVP und BZÖ.)
Abg. Scheibner: Entschuldigen Sie sich! – Abg. Großruck: Entschuldigen Sie sich für den Herrn Pilz!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Danke, Frau Präsidentin! (Abg. Scheibner: Entschuldigen Sie sich! – Abg. Großruck: Entschuldigen Sie sich für den Herrn Pilz!) Ich bedaure dieses Interview, das heute in „Österreich“ erschienen ist (Beifall bei Abgeordneten von SPÖ, ÖVP, FPÖ und BZÖ), denn es ist dazu geeignet, die Vorurteile, die über Abgeordnete dieses Hauses existieren, weiter zu bestätigen, nämlich, um es platt auszudrücken, dass Nationalratsabgeordnete dumm, faul und gefräßig sind.
Beifall bei Abgeordneten von SPÖ, ÖVP, FPÖ und BZÖ
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Danke, Frau Präsidentin! (Abg. Scheibner: Entschuldigen Sie sich! – Abg. Großruck: Entschuldigen Sie sich für den Herrn Pilz!) Ich bedaure dieses Interview, das heute in „Österreich“ erschienen ist (Beifall bei Abgeordneten von SPÖ, ÖVP, FPÖ und BZÖ), denn es ist dazu geeignet, die Vorurteile, die über Abgeordnete dieses Hauses existieren, weiter zu bestätigen, nämlich, um es platt auszudrücken, dass Nationalratsabgeordnete dumm, faul und gefräßig sind.
Beifall bei den Grünen. – Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.
Dieses Vorurteil beruht aber keineswegs auf einem Interview in einer Tageszeitung heute. Ich darf auch daran erinnern, dass der Bundeskanzler persönlich es war, der mit seinem Spruch, dass Abgeordnete nach 16 Uhr im Hause oder wo auch immer, jedenfalls beruflich nicht mehr vorzufinden seien, gerade diese Debatte verstärkt und erst in Gang gebracht hat. Also das jetzt auf Peter Pilz abzuwälzen, das ist schon ein bisschen sehr billig, muss ich sagen. Und es ist kein Zufall, dass der Abgeordnete Cap und der Abgeordnete Schüssel gerade diesen Namen erwähnen, weil es natürlich gerade der Abgeordnete Pilz ist, der im Rahmen von Untersuchungsausschüssen erstklassige Arbeit leistet, die einer Oppositionspartei würdig ist. (Beifall bei den Grünen. – Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Großruck: Wo ist er denn?
Das passt Ihnen natürlich nicht, das sehe ich schon ein. Aber Sie können versichert sein, dass diese Arbeit vom Grünen Klub und vom Abgeordneten Pilz ohne Rücksicht auf solche Befindlichkeiten fortgesetzt wird. (Abg. Großruck: Wo ist er denn?)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Pilz betritt den Saal. – Oh- und Ah-Rufe bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Strache: Er ist schon aufgestanden, schon munter!
Diese Art von Parlamentarismus wollen wir nicht. Lassen Sie sich das gesagt sein! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Pilz betritt den Saal. – Oh- und Ah-Rufe bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Strache: Er ist schon aufgestanden, schon munter!)
Beifall bei den Grünen.
Es gibt in Österreich rund 3 000 Stiftungen, es ist also nicht übertrieben, zu sagen, dass Sie hier weitere Steuerprivilegien für die obersten Zehntausend in Österreich beschließen. Ich gratuliere dazu, Kolleginnen und Kollegen von der SPÖ! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall der Grünen
Dieses Motiv war durchaus anerkennenswert. Aber jetzt pervertieren diese Stiftungen zu einem reinen Steuersparmodell für die Reichen und Superreichsten dieses Landes (Beifall der Grünen), was weder industriepolitisch noch – und das ist insbesondere an die KollegInnen von der SPÖ gerichtet – verteilungspolitisch in irgendeiner Richtung vertretbar wäre. So haben Sie sich von Ihren ursprünglichen Motiven und Zielen und, um es pathetisch zu sagen, von Ihren Idealen verabschiedet, sofern sie irgendwann vor hundert Jahren existiert haben.
Zwischenbemerkung von Staatssekretär Dr. Matznetter
Das ist völliger Unsinn, meine Damen und Herren von der SPÖ! Der VfGH hat mit Recht eine Bestimmung im Erbschaftssteuergesetz aufgehoben, die tatsächlich gleichheitswidrig ist (Zwischenbemerkung von Staatssekretär Dr. Matznetter) – auch der Herr Staatssekretär hinter mir äußert sich schon wieder in dieser Richtung –, nämlich dass es unerträglich ist, wenn ein- und dasselbe Erbe damals in Schilling, heute in Euro gemessen völlig unterschiedlich besteuert wird, je nachdem, ob es um Barvermögen, Geld oder um ein zum Einheitswert bewertetes Grundstück geht.
Abg. Strache: Es sind eh schon x-fach Steuern gezahlt worden!
Das musste beseitigt werden. Das ist richtig! Aber deswegen die Erbschaftssteuer in toto, im Gesamten auslaufen zu lassen, haben Sie zu verantworten! (Abg. Strache: Es sind eh schon x-fach Steuern gezahlt worden!) Sie müssen jetzt begründen, warum in Österreich Erwerb durch Leistung, nämlich durch Arbeit, im internationalen Vergleich hoch besteuert wird, während leistungslose Einkommen nicht besteuert werden sollen. Und, sorry, in der Regel ist ein Erbe – jedem sei es vergönnt! – ein leistungsloses Einkommen! Es ist ein Nettovermögenszuwachs beim Erben, ein Glück, im Englischen würde man sagen: „windfall profit“. Es besteht kein Grund, ausgerechnet diese Art von Einkommen nicht zu besteuern, jede Art von Arbeitsleistung aber sehr hoch.
Abg. Mag. Donnerbauer: Sicher geht es darum!
Ebenso unsinnig ist das Argument, bei der Erbschaft würde ja dasselbe Vermögen, wenn man so will, zweimal besteuert. Das ist glatter Unsinn, meine Damen und Herren! Selbst wenn wir annehmen, dass das Erbe beim Erblasser vollkommen legal erworben wurde, jeder einzelne Cent an Steuern bezahlt wurde: Um das geht es ja hier nicht! (Abg. Mag. Donnerbauer: Sicher geht es darum!) Es geht ja darum, was beim Erben passiert, und der Erbe hat nun einmal mit Sicherheit keinen Cent Steuern für dieses Vermögen bezahlt, das ihm jetzt netto zuwächst, ganz sicher nicht (Abg. Strache: Aber seine Eltern x-fach!), abgesehen davon, dass es wirtschafts- und finanzpolitisch auch keinen Sinn macht und verteilungspolitisch schon gar nicht, meine Damen und Herren von der SPÖ! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Strache: Aber seine Eltern x-fach!
Ebenso unsinnig ist das Argument, bei der Erbschaft würde ja dasselbe Vermögen, wenn man so will, zweimal besteuert. Das ist glatter Unsinn, meine Damen und Herren! Selbst wenn wir annehmen, dass das Erbe beim Erblasser vollkommen legal erworben wurde, jeder einzelne Cent an Steuern bezahlt wurde: Um das geht es ja hier nicht! (Abg. Mag. Donnerbauer: Sicher geht es darum!) Es geht ja darum, was beim Erben passiert, und der Erbe hat nun einmal mit Sicherheit keinen Cent Steuern für dieses Vermögen bezahlt, das ihm jetzt netto zuwächst, ganz sicher nicht (Abg. Strache: Aber seine Eltern x-fach!), abgesehen davon, dass es wirtschafts- und finanzpolitisch auch keinen Sinn macht und verteilungspolitisch schon gar nicht, meine Damen und Herren von der SPÖ! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ebenso unsinnig ist das Argument, bei der Erbschaft würde ja dasselbe Vermögen, wenn man so will, zweimal besteuert. Das ist glatter Unsinn, meine Damen und Herren! Selbst wenn wir annehmen, dass das Erbe beim Erblasser vollkommen legal erworben wurde, jeder einzelne Cent an Steuern bezahlt wurde: Um das geht es ja hier nicht! (Abg. Mag. Donnerbauer: Sicher geht es darum!) Es geht ja darum, was beim Erben passiert, und der Erbe hat nun einmal mit Sicherheit keinen Cent Steuern für dieses Vermögen bezahlt, das ihm jetzt netto zuwächst, ganz sicher nicht (Abg. Strache: Aber seine Eltern x-fach!), abgesehen davon, dass es wirtschafts- und finanzpolitisch auch keinen Sinn macht und verteilungspolitisch schon gar nicht, meine Damen und Herren von der SPÖ! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Die Begünstigung für Pendler ist grundsätzlich in Ordnung – grundsätzlich! Aber, meine Damen und Herren von der SPÖ, eines möchte ich Sie schon fragen: Haben Pendler, die so wenig verdienen, dass sie keine Lohnsteuer zahlen, Ihrer Meinung nach keine Fahrtkosten? Die kriegen nämlich von der Pendlerpauschale, die zu den Werbungskosten im Sinne des Einkommensteuergesetzes zählt, gar nichts, weil sie ja keine Lohnsteuer haben, mit der das Ganze im Zuge der Werbungskosten gegengerechnet werden kann! Haben gerade die Ärmsten, die bis zu 1 000 € im Monat verdienen, Ihrer Meinung nach keine Fahrtkosten? Es ist Ihnen nicht eingefallen, vielleicht diese Art Freibetrag in einen Absetzbetrag umzuwandeln, der nach Einkommen gestaffelt werden könnte und der auch an die Betroffenen auszahlbar gemacht werden könnte, nämlich an die Bezieher unterer und niedrigster Einkommen. Das ist Ihnen nicht eingefallen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Sie sind einmal mehr der ÖVP auf den Leim gegangen. Es ist Ihnen offensichtlich nicht der Mühe wert, zu überprüfen: Was können wir für jene Leute tun, die so wenig verdienen, dass sie keine Lohnsteuer zahlen und deswegen von dieser Art von Pendlerpauschale gar nicht profitieren können? Noch einmal: Das sind Werbungskosten und nur interessant für jene, die Lohnsteuer zahlen. Innerhalb der Lohnsteuerzahler ist die Begünstigung für jene, die den höchsten Grenzsteuersatz haben, am höchsten. Natürlich! Für die obersten Einkommen ist es am günstigsten. Je niedriger das Einkommen, umso geringer ist die Begünstigung. Das liegt an den steigenden Grenzsteuersätzen. Für die untersten Einkommen haben Sie, die SPÖ, in diesem Zusammenhang gar nichts getan. (Beifall bei den Grünen.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen
Berufen Sie sich in diesem Zusammenhang nicht auf das Kilometergeld! Das Kilometergeld hat mit den Pendlern aber schon überhaupt gar nichts zu tun – überlegen Sie sich das! –, sondern es ist für ganz andere Menschen gedacht. Wenn ich in diesem Zusammenhang höre, dass in Baden-Württemberg das Kilometergeld bei 30 oder 35 Cent liegt und in Österreich auf 42 Cent erhöht werden soll, dann frage ich Sie: Wo ist denn da der Unterschied? Warum wollen Sie das Autofahren auch noch subventionieren? Haben Sie sich ausgerechnet, dass jemand, der – sagen wir einmal – 50 000 Kilometer gefahren ist (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen) – mein Schlusssatz, Frau Präsidentin! –, 21 000 € brutto vom Kilometergeld lukriert? Und wenn man den Spritverbrauch und sonstige Spesen abzieht, bleiben nach meiner Rechnung immer noch 10 000 € bis 15 000 € netto für eine Fahrt von 50 000 Kilometern übrig. Da habe ich ja das neue Auto herinnen wie nichts! – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Berufen Sie sich in diesem Zusammenhang nicht auf das Kilometergeld! Das Kilometergeld hat mit den Pendlern aber schon überhaupt gar nichts zu tun – überlegen Sie sich das! –, sondern es ist für ganz andere Menschen gedacht. Wenn ich in diesem Zusammenhang höre, dass in Baden-Württemberg das Kilometergeld bei 30 oder 35 Cent liegt und in Österreich auf 42 Cent erhöht werden soll, dann frage ich Sie: Wo ist denn da der Unterschied? Warum wollen Sie das Autofahren auch noch subventionieren? Haben Sie sich ausgerechnet, dass jemand, der – sagen wir einmal – 50 000 Kilometer gefahren ist (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen) – mein Schlusssatz, Frau Präsidentin! –, 21 000 € brutto vom Kilometergeld lukriert? Und wenn man den Spritverbrauch und sonstige Spesen abzieht, bleiben nach meiner Rechnung immer noch 10 000 € bis 15 000 € netto für eine Fahrt von 50 000 Kilometern übrig. Da habe ich ja das neue Auto herinnen wie nichts! – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Fichtenbauer.
und Johannes Ditz – war natürlich ein exzellenter Standortvorteil für Österreich. Wir haben das ja nicht aus karitativen Überlegungen gemacht oder, wie Sie gemeint haben, um jetzt den Superreichen Privilegien zuzuschanzen, sondern um ganz bewusst den Standort Österreich zu pflegen, Arbeitsplätze zu ermöglichen, Betriebsansiedlungen hierher zu bringen – 7 000 alleine aus Deutschland, 1 000 aus Italien, 1 500 aus der Schweiz. Das ist nicht irgendetwas! 400 000 Arbeitsplätze sind durch diese Stiftungen in Österreich geschaffen worden, lieber Herr Professor! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Fichtenbauer.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Oder: Für den Kulturbereich nenne ich einen Namen, weil das in den Zeitungen gestanden ist. Pühringer hat dem Theater in der Josefstadt Millionen Euro zur Sanierung geschenkt. Danke dafür! Und nicht: eine Kritik, bitte sehr! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Kogler: Wir reden ja von Steuerprivilegien!
Die Wiener Sängerknaben wurden durch ihn mit Millionen Euro unterstützt. Die Sanierung des Stephansdoms ist unter anderem durch Stiftungen ermöglicht worden. (Abg. Mag. Kogler: Wir reden ja von Steuerprivilegien!) Pater Sporschill mit seinen unheimlich guten und positiven sozialen Impulsen in Rumänien, in Moldawien wurde durch Stiftungen, durch gemeinnützige Zuwendungen unterstützt. Hannes Androsch hat der Akademie der Wissenschaften Millionen Euro zugewendet.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Das muss man doch anerkennen! Da sage ich doch Danke, lieber Herr Professor, für diese Stifter und ihre volkswirtschaftliche Tätigkeit! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Stummvoll: Genau!
Das Allgemeine Krankenhaus hat etwa für einen Roboter, der Herzoperationen durchführt, 1,5 Millionen € Zuwendungen bekommen. Der Tiergarten Schönbrunn wird unterstützt. In Klosterneuburg wurde das größte Museum in Österreich für österreichische zeitgenössische Kunst durch diese Stiftungskonstruktion ermöglicht – die nicht der Begünstigte herausnimmt, Herr Professor! Jeder, der begünstigt wird und etwas herausnimmt, zahlt die vollen 25 Prozent Steuern. Das ist geltendes Recht. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Stummvoll: Genau!)
Abg. Scheibner: Aber die Privaten ...!
Wenn aber beispielsweise für gemeinnützige Tätigkeit, für Forschung, für Soziales, für Kultursponsoring etwas an die Allgemeinheit zurückgegeben wird, dann werden wir doch sinnvollerweise auch im Rahmen der Steuerreform das steuerfrei stellen, weil ja die Allgemeinheit letztlich davon profitiert. (Abg. Scheibner: Aber die Privaten ...!)
Abg. Öllinger: Die Armen!
Das Wichtigste ist natürlich hier Vertrauen! Die Stifter machen das ja nicht für morgen oder für übermorgen. Eine Stiftungskonstruktion ist ja für die Ewigkeit gedacht. Die Stifter können ja dann auch nicht mehr heraus aus dieser Konstruktion. (Abg. Öllinger: Die Armen!) Daher: Untergraben Sie dieses Vertrauen nicht! Der Standort Österreich hat hervorragend davon profitiert, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Das Wichtigste ist natürlich hier Vertrauen! Die Stifter machen das ja nicht für morgen oder für übermorgen. Eine Stiftungskonstruktion ist ja für die Ewigkeit gedacht. Die Stifter können ja dann auch nicht mehr heraus aus dieser Konstruktion. (Abg. Öllinger: Die Armen!) Daher: Untergraben Sie dieses Vertrauen nicht! Der Standort Österreich hat hervorragend davon profitiert, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Marizzi.
Trotzdem – und das ist ja ein kleines österreichisches Wunder – hat sich Österreich in diesem schwierigen Umfeld hervorragend gehalten. Voriges Jahr gab es 3,4 Prozent Wachstum, und das erste Quartal liegt 3,5 Prozent über dem Vorjahr! Das ist nicht selbstverständlich. Es gibt einen Beschäftigungsrekord mit 3,4 Millionen Arbeitsplät- zen. 96 Prozent aller erwerbstätigen Österreicher haben einen sicheren Arbeitsplatz. Das ist ein wirkliches österreichisches Wirtschaftswunder. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Marizzi.)
Beifall bei der ÖVP.
steuer, mit einer Spekulationssteuer hier erstmals ein Steuerungsinstrument in die Hand zu bekommen. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Van der Bellen.
Und nicht unwichtig, glaube ich, für den Mittelstand: Die Schenkungs- und Erbschaftssteuer entfällt. Da bin ich wirklich ganz anderer Meinung als Sie, Herr Professor Van der Bellen. Alles, was Vermögen ist, was verschenkt oder vererbt wird, ist ja bereits mehrfach besteuert: über Arbeitseinkommen als Lohnsteuer, Einkommensteuer, Mehrwertsteuer, Grundsteuer – mehrfachst versteuert! Wir können doch nicht eine Steuerkaskade einführen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Van der Bellen.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Fichtenbauer.
Ich meine, der Mittelstand – das ist der Mittelstand, das sind nicht die Superrei- chen – wird diese Maßnahme, dass die Erbschafts- und Schenkungssteuer endlich entfällt, sehr begrüßen. Wir sind 100-prozentig dafür! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Fichtenbauer.)
Beifall bei FPÖ und ÖVP.
Abgeordneter Heinz-Christian Strache (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Minister! Herr Staatssekretär! Frau Staatssekretärin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte eingangs festhalten, dass wir auch das eine oder andere Positive am jetzigen Tagesordnungspunkt und an der vorliegenden Gesetzesänderung entdecken, wir begrüßen den Wegfall der Erbschafts- und der Schenkungssteuer. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Stummvoll: Eigentum ist Diebstahl!
Ich habe bei den Ausführungen von Professor Van der Bellen ein bisschen Bauchschmerzen bekommen. Man hatte den Eindruck, dass jeder, der sich durch mühevolle Arbeit Eigentum erwirtschaftet hat, da fast schon als Verbrecher betrachtet wird. (Abg. Dr. Stummvoll: Eigentum ist Diebstahl!) Das, was Sie heute zum Besten gegeben haben, klingt schon sehr stark nach Marx und ist wahrscheinlich mehr Murks als Marx, aber trotzdem hat man da ein bisschen den Marx herausgehört, das muss man festhalten.
Abg. Dr. Van der Bellen: Nicht ich!
Wenn Sie heute hier heraußen sagen, dass wir keine Entlastung für die Autofahrer brauchen, weil wir ja nicht fördern wollen, dass die Autofahrer mobil sind, sich leichter tun, an den Arbeitsplatz zu kommen – dass sie sich etwas ersparen, wollen Sie ja gar nicht unterstützen –, tun Sie sich ja leicht, denn Sie, Herr Van der Bellen, haben von einer Firma ein Auto gesponsert bekommen! (Abg. Dr. Van der Bellen: Nicht ich!) Sie fahren heute privat mit diesem Auto, das eine Firma gesponsert hat! Ebenso Ihre Kollegin, Frau Präsidentin Glawischnig. Zwei Autos sind da gesponsert worden. Sie tun sich heute leicht. Wenn man mit einem gesponserten Auto herumfahren kann, kann man leicht vom hohen Ross aus urteilen. Sie wissen gar nicht, welche Probleme die Bürger in diesem Zusammenhang vorfinden.
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Und Sie verteilen diese zusätzlichen Einnahmen, die Sie gar nicht budgetiert haben, folgendermaßen: 60 Millionen geben Sie den Autofahrern zurück – wo Sie ihnen 760 nehmen –, 300 Millionen geben Sie den schlechter verdienenden Bürgern zurück, aber 400 Millionen geben Sie den Superreichen in den Stiftungen zurück. Das ist Ihre Verteilungspolitik: 99 Prozent der Bevölkerung zu belasten und 1 Prozent dann mit 50 Prozent steuerlich besserzustellen. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
1 Prozent der Bevölkerung, die Superreichen in den Stiftungen bekommen jetzt mit Ihrer heutigen Beschlussfassung dank der SPÖ, die mit „sozial“ gar nichts mehr zu tun hat ... (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Ihr (in Richtung SPÖ) seid ja heute das Gegenteil von sozial! Asozial, sage ich, ist das Gegenteil von sozial. (Zwischenruf des Abg. Mayerhofer.) Man unterstützt dieses eine Prozent der Superreichen mit einer Entlastung in der Höhe von 400 Millionen € – und verzichtet in Wirklichkeit auf 99 Prozent der Bevöl-
Zwischenruf des Abg. Mayerhofer.
1 Prozent der Bevölkerung, die Superreichen in den Stiftungen bekommen jetzt mit Ihrer heutigen Beschlussfassung dank der SPÖ, die mit „sozial“ gar nichts mehr zu tun hat ... (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Ihr (in Richtung SPÖ) seid ja heute das Gegenteil von sozial! Asozial, sage ich, ist das Gegenteil von sozial. (Zwischenruf des Abg. Mayerhofer.) Man unterstützt dieses eine Prozent der Superreichen mit einer Entlastung in der Höhe von 400 Millionen € – und verzichtet in Wirklichkeit auf 99 Prozent der Bevöl-
Beifall bei der FPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.
kerung und zockt diese weiter ab! (Beifall bei der FPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Riepl.
Von der ÖVP ist man das ja gewohnt. Die Bürger wissen, dass die ÖVP eine Partei der sozialen Kälte ist. (Zwischenruf des Abg. Riepl.) Aus diesem Grund ist ja auch Dr. Wolfgang Schüssel als letzter Bundeskanzler zu Recht abgewählt worden. Und von Ihnen (in Richtung SPÖ) wissen es heute die Bürger. Man kann das nur wiederholen: Sie als Sozialdemokratie setzen heute diese soziale Eiskastenpolitik, auch Großindustrielobbyismus fort. Sie leben das.
Abg. Tamandl: Dafür haben wir für sie die Arbeitslosenbeiträge abgeschafft!
Wer hat eigentlich etwas davon? – Wer aufgrund seines geringen Einkommens keine Lohnsteuer zahlt – das sind über 2,2 Millionen Österreicher! –, kann das, was Sie heute da an angeblichen Entlastungen im Bereich der Pendlerpauschale so preisen, gar nicht in Anspruch nehmen. 2,2 Millionen Österreicher sind bei dem, was Sie heute beschließen, gar nicht anspruchsberechtigt, weil sie zu wenig verdienen und zu wenig haben; sprich, die Ärmsten der Armen sind davon wieder betroffen. (Abg. Tamandl: Dafür haben wir für sie die Arbeitslosenbeiträge abgeschafft!) Die Pensionisten sowieso. Aber das ist ja genau das Muster, das Sie heute leben.
Beifall bei der FPÖ.
Ich sage es noch einmal: Die Halbierung der Mehrwertsteuer bei Energiekosten brächte eine sofortige Entlastung für alle österreichischen Bürger! Halbierung der Mehrwertsteuer bei Energiekosten – sofort! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Morak: Marx! Marx! – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Mineralölsteuer – reduzieren wir, kommen wir teilweise zu einer temporären Streichung! Ja, warum nicht? Denken wir auch daran, dass wir staatliche Preisregulierung in manchen Bereichen selbstverständlich durchführen könnten. (Abg. Morak: Marx! Marx! – Zwischenruf des Abg. Rädler.) Das wird zwar immer wieder in Abrede gestellt, aber selbstverständlich kann man das machen, wenn man möchte. Das ist eine Frage des Wollens. Es macht Sinn, bei Grundnahrungsmitteln und Energiekosten eine staatliche Preisregulierung vorzunehmen und Höchstpreise festzulegen, damit die Menschen, zumindest was Grundversorgungsbereiche betrifft, nicht über Gebühr belastet werden, dass das kein Luxusgut wird. Das gehört zur Daseinsvorsorge, das ist wichtig. Aber das stellen Sie leider Gottes nicht sicher.
Zwischenruf des Abg. Brosz
Bei dieser Sozialpolitik, die Sie betreiben, bei dieser Belastungspolitik, die das Gegenteil von sozial ist, verstehe ich, dass sich immer mehr Menschen von Ihrem Parteivorsitzenden und Kanzler, aber auch von Ihrer Partei abwenden. Das ist ein logisches Prinzip (Zwischenruf des Abg. Brosz), wenn man so agiert, wie Sie das in dieser Frage tun, keine Verantwortung wahrnimmt und kein Herz hat.
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Ihr Verhalten erinnert mich wirklich an einen Spruch von Nestroy, der sagte: „Es gibt Leute, deren Herzen gerade in dem Grad einschrumpfen, als ihre Geldbörsen sich erweitern.“ – Da hat es Nestroy im Zusammenhang mit Ihnen wirklich auf den Punkt gebracht. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) – Das ist ein guter Abschlusssatz, der auch Ihre soziale Unverantwortlichkeit auf den Punkt bringt. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ihr Verhalten erinnert mich wirklich an einen Spruch von Nestroy, der sagte: „Es gibt Leute, deren Herzen gerade in dem Grad einschrumpfen, als ihre Geldbörsen sich erweitern.“ – Da hat es Nestroy im Zusammenhang mit Ihnen wirklich auf den Punkt gebracht. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) – Das ist ein guter Abschlusssatz, der auch Ihre soziale Unverantwortlichkeit auf den Punkt bringt. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Krainer –: Herr Abgeordneter Krainer, wo ist denn Ihre Fraktion derzeit? Die ist nicht da! Wo sind denn die alle? Eine Krisensitzung vielleicht? Kann das sein?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Krainer zum Wort. Ebenfalls 10 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Krainer –: Herr Abgeordneter Krainer, wo ist denn Ihre Fraktion derzeit? Die ist nicht da! Wo sind denn die alle? Eine Krisensitzung vielleicht? Kann das sein?)
Abg. Strache: Haben Sie gesagt! Herr Krainer, Sie haben das gesagt! Sie führen ja sich selbst ad absurdum! Sie haben von 400 Millionen Entlastung gesprochen! Das war der Herr Krainer!
Wenn Sie hier behaupten, wir würden 400 Millionen für Stiftungen beschließen (Abg. Strache: Haben Sie gesagt! Herr Krainer, Sie haben das gesagt! Sie führen ja sich selbst ad absurdum! Sie haben von 400 Millionen Entlastung gesprochen! Das war der Herr Krainer!), müssten Sie nur zuhören: Herr Dr. Van der Bellen hat heute gesagt, dass Artikel 2 gestrichen ist – und dort ist es dringestanden. Das ist gestrichen! Insofern können wir das heute auch nicht beschließen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Sie haben das im Ausschuss gesagt! Sie nehmen ja sich selbst nicht ernst!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Sie haben das im Ausschuss gesagt! Sie nehmen ja sich selbst nicht ernst!
Wenn Sie hier behaupten, wir würden 400 Millionen für Stiftungen beschließen (Abg. Strache: Haben Sie gesagt! Herr Krainer, Sie haben das gesagt! Sie führen ja sich selbst ad absurdum! Sie haben von 400 Millionen Entlastung gesprochen! Das war der Herr Krainer!), müssten Sie nur zuhören: Herr Dr. Van der Bellen hat heute gesagt, dass Artikel 2 gestrichen ist – und dort ist es dringestanden. Das ist gestrichen! Insofern können wir das heute auch nicht beschließen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Sie haben das im Ausschuss gesagt! Sie nehmen ja sich selbst nicht ernst!)
Abg. Strache: Ihnen läuft er davon!
für jemanden einsetzen. (Abg. Strache: Ihnen läuft er davon!) Schauen wir uns das doch ganz konkret auf Grundlage der Pendlerpauschale an.
Abg. Scheibner: Wie hoch war damals der Ölpreis?
Sie waren sieben Jahre in der Regierung. Schauen wir uns an, was die Regierungen in dieser Zeit im Bereich der Pendlerpauschale gemacht haben: Sie haben sie im Jahr um durchschnittlich 80 € angehoben. Was hat die jetzige Regierung gemacht, seit die SPÖ in der Regierung ist? (Abg. Scheibner: Wie hoch war damals der Ölpreis?) – Durchschnittlich um fast 500 € im Jahr. Das ist der Unterschied zwischen groß reden und großen Taten. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Die Kaufkraft ist schlechter als vor 15 Jahren, Herr Krainer!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Die Kaufkraft ist schlechter als vor 15 Jahren, Herr Krainer!
Sie waren sieben Jahre in der Regierung. Schauen wir uns an, was die Regierungen in dieser Zeit im Bereich der Pendlerpauschale gemacht haben: Sie haben sie im Jahr um durchschnittlich 80 € angehoben. Was hat die jetzige Regierung gemacht, seit die SPÖ in der Regierung ist? (Abg. Scheibner: Wie hoch war damals der Ölpreis?) – Durchschnittlich um fast 500 € im Jahr. Das ist der Unterschied zwischen groß reden und großen Taten. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Die Kaufkraft ist schlechter als vor 15 Jahren, Herr Krainer!)
Abg. Haidlmayr: Auch jetzt nicht!
Dr. Van der Bellen hat gefragt: Wieso tun wir nichts für jene, die keine Lohnsteuer zahlen und deswegen von der Pendlerpauschale nichts haben? Dazu muss man sagen: Das stimmt, die hatten bis heuer, bis zum 1. Jänner 2008, wirklich nichts davon. (Abg. Haidlmayr: Auch jetzt nicht!) Wir haben aber vor einem Jahr ausdrücklich beschlossen, dass wir für genau diese Zielgruppe durch die Ausweitung der Pendlerpauschale erstmals diese Kosten absetzbar machen. Wir haben das nicht nur einmal gemacht, sondern wir haben das in der Zwischenzeit sogar auch erhöht. Das ist der Unterschied! Und zwar bis zu 240 € im Jahr. Das ist etwas ganz Neues. Das gab es, bevor die SPÖ in der Regierung war, noch nicht. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Dr. Van der Bellen hat gefragt: Wieso tun wir nichts für jene, die keine Lohnsteuer zahlen und deswegen von der Pendlerpauschale nichts haben? Dazu muss man sagen: Das stimmt, die hatten bis heuer, bis zum 1. Jänner 2008, wirklich nichts davon. (Abg. Haidlmayr: Auch jetzt nicht!) Wir haben aber vor einem Jahr ausdrücklich beschlossen, dass wir für genau diese Zielgruppe durch die Ausweitung der Pendlerpauschale erstmals diese Kosten absetzbar machen. Wir haben das nicht nur einmal gemacht, sondern wir haben das in der Zwischenzeit sogar auch erhöht. Das ist der Unterschied! Und zwar bis zu 240 € im Jahr. Das ist etwas ganz Neues. Das gab es, bevor die SPÖ in der Regierung war, noch nicht. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Aber so stark wohl doch!
Und Sie wollen mir doch nicht erzählen, dass die Benzinpreise erst seit eineinhalb Jahren steigen (Abg. Scheibner: Aber so stark wohl doch!) und vorher hundert Jahre ungefähr auf einer Ebene waren. Nein, die Preisexplosion bei den Energiekosten hat doch 2000, 2002 begonnen. Das ist auch nichts Hausgemachtes, sondern das ist ein internationales Phänomen. So zu tun, als setzte die Bundesregierung hier Preise fest, ist ja absolut lächerlich.
Abg. Scheibner: Aber sie erhöhen die Preise!
Es stimmt: Die Stadt Wien gibt keine Pendlerbeihilfe. Ja, das stimmt. Sie gibt keine direkte Pendlerbeihilfe (Abg. Scheibner: Aber sie erhöhen die Preise!), aber sie sorgt für das beste öffentliche Verkehrsnetz aller Millionenstädte in der Europäischen Union. Und das ist die beste Hilfe für die Bevölkerung (Beifall bei der SPÖ), wenn sie genauso schnell, pünktlich, zuverlässig, sauber und bequem zum Arbeitsplatz kommt und auch in der Freizeit mobil ist, wenn die Stadt die Mobilität sicherstellen kann. Das ist das Wesentliche. (Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ
Es stimmt: Die Stadt Wien gibt keine Pendlerbeihilfe. Ja, das stimmt. Sie gibt keine direkte Pendlerbeihilfe (Abg. Scheibner: Aber sie erhöhen die Preise!), aber sie sorgt für das beste öffentliche Verkehrsnetz aller Millionenstädte in der Europäischen Union. Und das ist die beste Hilfe für die Bevölkerung (Beifall bei der SPÖ), wenn sie genauso schnell, pünktlich, zuverlässig, sauber und bequem zum Arbeitsplatz kommt und auch in der Freizeit mobil ist, wenn die Stadt die Mobilität sicherstellen kann. Das ist das Wesentliche. (Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.)
Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.
Es stimmt: Die Stadt Wien gibt keine Pendlerbeihilfe. Ja, das stimmt. Sie gibt keine direkte Pendlerbeihilfe (Abg. Scheibner: Aber sie erhöhen die Preise!), aber sie sorgt für das beste öffentliche Verkehrsnetz aller Millionenstädte in der Europäischen Union. Und das ist die beste Hilfe für die Bevölkerung (Beifall bei der SPÖ), wenn sie genauso schnell, pünktlich, zuverlässig, sauber und bequem zum Arbeitsplatz kommt und auch in der Freizeit mobil ist, wenn die Stadt die Mobilität sicherstellen kann. Das ist das Wesentliche. (Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Dr. Schüssel: Nicht vereinbart worden! Nein! Dass das diskutiert wird!
Wenn jemand aber um dieses Geld arbeiten geht, dann werden diese 50 000 € mit über 30 000 € besteuert, mit Dienstnehmer- und Dienstgeberanteil und mit den Abgaben dazu. Und das ist eine absolute Schieflage. Daher ist es notwendig, dass wir im Zuge der Steuerreform den Faktor Arbeit entlasten und vermögensbezogene Steuern erhöhen, denn da bewegen wir uns auf einem ganz niedrigen Niveau, und deswegen ist die Vermögenszuwachsbesteuerung ein Kernpunkt der Steuerreform. Und es ist in dieser Koalition auch vereinbart worden, dass diese kommt. (Abg. Dr. Schüssel: Nicht vereinbart worden! Nein! Dass das diskutiert wird!)
Beifall bei der SPÖ.
Es ist vereinbart worden, dass sie kommt. Und wir werden im Zuge der Steuerreform genau herausarbeiten, wie sie ausschauen wird. Ich sage gleich: Der durchschnittliche Häuselbauer, die durchschnittliche Familie soll davon nicht betroffen sein. Aber wenn es um Vermögenszuwächse geht – und die gibt es in beträchtlichem Ausmaß –, dann sollen auch die Betroffenen einen gerechten Teil zur Gesellschaft beitragen wie derjenige, der arbeiten geht. Denn jeder, der arbeiten geht, zahlt seine Steuern, und daher kann auch jemand, der über Vermögen zu Einkommen kommt, seinen Anteil bezahlen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Marizzi: Geh, geh!
Inhalt her – Herr Kollege Marizzi, weil Sie gerade hier so schön sitzen – für Sie sehr, sehr schwierig sein wird, Ihrer Klientel zu erklären, dass Sie einerseits trotz höchster Preise und Steuerbelastungen den Pendlern mit einer geringen Erhöhung der Pendlerpauschale gerade einmal Peanuts zurückgeben (Abg. Marizzi: Geh, geh!) und andererseits im selben Atemzug eine Entlastung für die Superreichen durch die Senkung des Eingangssteuersatzes bei den Stiftungen beschließen.
Beifall beim BZÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Marizzi.
Das versteht überhaupt niemand – außer Ihnen, weil Sie vielleicht auch EuroMillionen-Lotto spielen: Werden Sie reicher als reich! – das gilt jetzt für die Sozialdemokratie. Ihr seid die neuen Vertreter des Reichenstandes in Österreich. Ich gratuliere euch! Und deshalb habt ihr auch so große Probleme mit eurer Basis. (Beifall beim BZÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Marizzi.)
Zwischenbemerkung des Staatssekretärs Dr. Matznetter.
Sie haben, Herr Finanzminister, die Krankenversicherungsbeiträge, die Mineralölsteuer, die Rezeptgebühren, den Kostenanteil für Heilbehelfe, die Selbstbehalte bei Kuraufenthalten erhöht. Sie haben das Pflegegeld real gekürzt, weil Sie es noch kein einziges Mal an die Inflation angepasst haben. Sie haben die Pensionen real gekürzt, weil Sie sie nur um 2 Prozent erhöht haben, während die Inflation aber bei 3,3 Prozent liegt. (Zwischenbemerkung des Staatssekretärs Dr. Matznetter.) Jeder Pensionist verliert derzeit täglich an Einkommen aufgrund der hohen Inflation, Herr Staatssekretär Matznetter von der SPÖ.
Beifall beim BZÖ.
Die einzig mögliche Entlastung wäre, wenn endlich die Mineralölsteuer gesenkt werden würde, wenn sie heruntergefahren würde, wenn Sie, Herr Finanzminister, zumindest die Erhöhung zurücknehmen würden. Sie brauchen gar keine Mindereinnahmen zu haben, sondern Sie müssen nur die Erhöhung zurücknehmen, dann wäre bei diesen Höchstpreisen den Autofahrern schon geholfen. Das wäre eine richtige Maßnahme! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Zwischenbemerkung des Staatssekretärs Dr. Matznetter.
hat, dass wir derzeit in Österreich 2,5 Millionen Arbeitnehmer haben, die überhaupt keine Lohn- und Einkommensteuer zahlen müssen. Das ist ein Verdienst der Vorgängerregierung – aber die SPÖ hat damals dagegengestimmt, was ein Skandal ist. Das sollte auch noch einmal gesagt werden. (Beifall beim BZÖ. – Zwischenbemerkung des Staatssekretärs Dr. Matznetter.)
Abg. Jakob Auer: Kinderfreifahrt!
Aber, Herr Finanzminister, was ist mit einer Mutter, die auf dem Land aufs Auto angewiesen ist? Das ist eine ganz konkrete Frage, und ich ersuche Sie, diese jetzt zu beantworten. Was ist mit einer Mutter, die auf dem Land aufs Auto angewiesen ist, weil sie ihr Kind in den Kindergarten bringen muss? – Da gibt es keine Pendlerpauschale! Da gibt es kein Kilometergeld! Von wem denn? (Abg. Jakob Auer: Kinderfreifahrt!)
Beifall beim BZÖ.
Was ist mit einer Familie, die mit dem Auto einkaufen fahren muss, die zur Bank fahren muss, die zum Arzt fahren muss, die also auf das Auto angewiesen ist? Diese Familien zahlen Länge mal Breite den Benzinpreis, sind Opfer der hohen Preispolitik, die Sie mit Ihren Steuern gestalten. – Das ist unfair, letztklassig und auch gemein gegenüber den österreichischen Familien und jenen, die eine Entlastung wirklich brauchen! (Beifall beim BZÖ.)
Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.
Herr Finanzminister, weil Sie immer sagen, die böse Opposition, das böse BZÖ: Ich würde Ihnen empfehlen, einmal nach Kärnten zu schauen, denn dort gibt es eine Resolution ... (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.) Herr Finanzminister, weil Sie vorhin mit dem Kopf geschüttelt haben: In Kärnten haben Ihre Leute in der Regierung und Ihre Abgeordneten im Landtag in einer Resolution, die von Schwarz, Rot und dem BZÖ unterschrieben worden ist, beschlossen, dass es einen amtlichen Höchstpreis geben soll. Wir werden heute diese Resolution hier einbringen, und wir werden uns ganz genau anschauen, wie die Kärntner Abgeordneten von der ÖVP und von der SPÖ bei dieser Resolution stimmen werden.
Beifall beim BZÖ.
Deswegen sagen wir: Runter mit der Mineralölsteuer! Runter auch mit der Mehrwertsteuer! Und Einführung eines Höchstpreises! Das Land Luxemburg hat einen Höchstpreis bereits eingeführt, dort funktioniert es auch. Daher sollten Sie sich endlich ein Herz nehmen und ein Herz haben für die österreichischen Autofahrer, aber auch für die Familien, für die Pendler und überhaupt für jene, die eine Entlastung wirklich brauchen. (Beifall beim BZÖ.)
Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Strache: Ein Herz braucht es!
Bundesminister für Finanzen Vizekanzler Mag. Wilhelm Molterer: Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren auf den Zuschauerbänken und vor den Fernsehschirmen! Hohes Haus! Wir haben – ja, das stimmt – tatsächlich eine sensible wirtschaftliche Situation, und in einer sensiblen wirtschaftlichen Situation braucht es einerseits Sachverstand und andererseits eine sichere Hand. (Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Strache: Ein Herz braucht es!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Strache: Ein Herz und soziale Verantwortung!
Herr Kollege Westenthaler und Herr Kollege Strache! Billiger Populismus kann in einer derartigen Situation die Menschen in diesem Land sehr teuer zu stehen kommen. Daher: Sachverstand und eine sichere Hand! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Strache: Ein Herz und soziale Verantwortung!)
Abg. Strache: Frotzeln und pflanzen!
Mit diesem Beschluss, meine Damen und Herren – und ich hoffe, er erfolgt mit breiter Mehrheit –, werden wir ganz konkret die betroffenen Menschen in ihrer schwierigen Situation unterstützen. (Abg. Strache: Frotzeln und pflanzen!)
Abg. Strache: Eine Frotzelei und Pflanzerei ist das! – Abg. Ing. Westenthaler: 40 €!
Wir haben erstens ab Mitte des Jahres mit der Senkung der Arbeitslosenversicherungsbeiträge für Einkommen bis 1 350 € ganz konkret 300 Millionen € von den Schultern der Menschen weggenommen (Abg. Strache: Eine Frotzelei und Pflanzerei ist das! – Abg. Ing. Westenthaler: 40 €!) und de facto aus dem Budget die Verantwortung dafür übernommen. 300 Millionen Entlastung aus der Arbeitslosenversicherungsbeitragssenkung! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben erstens ab Mitte des Jahres mit der Senkung der Arbeitslosenversicherungsbeiträge für Einkommen bis 1 350 € ganz konkret 300 Millionen € von den Schultern der Menschen weggenommen (Abg. Strache: Eine Frotzelei und Pflanzerei ist das! – Abg. Ing. Westenthaler: 40 €!) und de facto aus dem Budget die Verantwortung dafür übernommen. 300 Millionen Entlastung aus der Arbeitslosenversicherungsbeitragssenkung! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: 40 €!
Wir werden zweitens ab 1. Juli – und ich danke dafür, dass das so schnell gegangen ist; es ist eine der schnellsten Beschlussfassungen, an die ich mich erinnern kann: vor 14 Tagen im Ministerrat, heute hier im Plenum – die Pendlerpauschale um 15 Prozent erhöhen und das Kilometergeld um rund 12 Prozent erhöhen. (Abg. Ing. Westenthaler: 40 €!) Das sind weitere Entlastungen für die Menschen im Ausmaß von 60 Millionen €. (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie einmal die Zahlen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie einmal die Zahlen!
Wir werden zweitens ab 1. Juli – und ich danke dafür, dass das so schnell gegangen ist; es ist eine der schnellsten Beschlussfassungen, an die ich mich erinnern kann: vor 14 Tagen im Ministerrat, heute hier im Plenum – die Pendlerpauschale um 15 Prozent erhöhen und das Kilometergeld um rund 12 Prozent erhöhen. (Abg. Ing. Westenthaler: 40 €!) Das sind weitere Entlastungen für die Menschen im Ausmaß von 60 Millionen €. (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie einmal die Zahlen!)
Beifall bei der ÖVP. – In den Reihen der Grünen wird ein mit dem Logo der Grünen versehenes Transparent hochgehalten mit der Aufschrift: „Schluss mit Betonieren – Öffis finanzieren!“
Herr Kollege Westenthaler! Von dieser Bundesregierung ist mit dem 1. Jänner 2006 die Pendlerpauschale um 40 Prozent angehoben worden. Ich betone: Um 40 Prozent! Das ist richtig, weil es die Menschen brauchen. (Beifall bei der ÖVP. – In den Reihen der Grünen wird ein mit dem Logo der Grünen versehenes Transparent hochgehalten mit der Aufschrift: „Schluss mit Betonieren – Öffis finanzieren!“)
Beifall bei der ÖVP.
Das ist konkrete Politik, die den Menschen in diesem Lande hilft, meine Damen und Herren! Und so werden wir auch in Zukunft handeln. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Strache: Gerade der, ...!
Und, Herr Kollege Strache, damit die Menschen auch die wahre und reale Situation sehen – Sie haben hier mit Zahlen jongliert, und ich denke, es ist doch besser, dass die Menschen bei Zahlen auf den Finanzminister vertrauen als auf Zahlenjongleure (Abg. Strache: Gerade der, ...!) –:
Abg. Strache: Die sind aber um 760 Millionen mehr belastet! Und Sie sprechen von Entlastung! Die sind belastet!
Wir haben mit diesem Paket ein Entlastungsvolumen von 300 Millionen € durch die Arbeitslosenversicherungsbeiträge. Wir haben mit diesem Paket ein Entlastungsvolumen von 60 Millionen € für die Pendler, für die, die tatsächlich das Auto brauchen. (Abg. Strache: Die sind aber um 760 Millionen mehr belastet! Und Sie sprechen von Entlastung! Die sind belastet!) Wir haben mit diesem Paket, Herr Kollege Strache, 150 Millionen € zusätzlich für die Pensionisten vorgesehen, und wir haben mit diesen Maßnahmen 150 Millionen € für den Klimafonds vorgesehen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Bei den Pensionisten gibt’s keine Pensionsanpassung!) Das ist die Wahrheit, und das ist die Realität. (Abg. Strache: Wo gibt’s bei den Pensionisten eine Pensions-
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Bei den Pensionisten gibt’s keine Pensionsanpassung!
Wir haben mit diesem Paket ein Entlastungsvolumen von 300 Millionen € durch die Arbeitslosenversicherungsbeiträge. Wir haben mit diesem Paket ein Entlastungsvolumen von 60 Millionen € für die Pendler, für die, die tatsächlich das Auto brauchen. (Abg. Strache: Die sind aber um 760 Millionen mehr belastet! Und Sie sprechen von Entlastung! Die sind belastet!) Wir haben mit diesem Paket, Herr Kollege Strache, 150 Millionen € zusätzlich für die Pensionisten vorgesehen, und wir haben mit diesen Maßnahmen 150 Millionen € für den Klimafonds vorgesehen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Bei den Pensionisten gibt’s keine Pensionsanpassung!) Das ist die Wahrheit, und das ist die Realität. (Abg. Strache: Wo gibt’s bei den Pensionisten eine Pensions-
Abg. Strache: Das ist ein Scherz, Herr Finanzminister! Wo haben die Pensionisten eine Pensionsanpassung? – Im Gegenteil!
anpassung, Herr Finanzminister?) So werden wir auch in Zukunft umgehen: ausgewogen, wirtschaftspolitisch vernünftig, sozial verantwortlich und ökologisch nachhaltig. (Abg. Strache: Das ist ein Scherz, Herr Finanzminister! Wo haben die Pensionisten eine Pensionsanpassung? – Im Gegenteil!)
Beifall bei der ÖVP.
Apropos Wort halten: Wir haben uns das Ziel gesetzt, dass die Erbschaftssteuer und die Schenkungssteuer auslaufen. Mit dem heutigen Beschluss, meine Damen und Herren, wird unser Versprechen Realität: Ab dem 1. August gibt es keine Erbschaftssteuer und keine Schenkungssteuer mehr! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Kogler: Ah?
Jetzt kann durchaus diskutiert werden, Herr Kollege Van der Bellen! Ich bin ja geradezu dankbar, dass Sie heute Ihre Argumente auf den Tisch gelegt haben, und ich sage Ihnen: Das hat mich, ehrlich gesagt, enttäuscht! (Abg. Mag. Kogler: Ah?) Ich habe vermutet, dass Sie durchaus auch im ökonomischen Sinne die Sinnhaftigkeit dieser Maßnahme verstehen, und ich bitte Sie wirklich, dass Sie hier die Ideologie im Schachterl lassen und tatsächlich das Interesse der Menschen im Mittelpunkt haben. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Die Ideologie von 3 316 Menschen!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Die Ideologie von 3 316 Menschen!
Jetzt kann durchaus diskutiert werden, Herr Kollege Van der Bellen! Ich bin ja geradezu dankbar, dass Sie heute Ihre Argumente auf den Tisch gelegt haben, und ich sage Ihnen: Das hat mich, ehrlich gesagt, enttäuscht! (Abg. Mag. Kogler: Ah?) Ich habe vermutet, dass Sie durchaus auch im ökonomischen Sinne die Sinnhaftigkeit dieser Maßnahme verstehen, und ich bitte Sie wirklich, dass Sie hier die Ideologie im Schachterl lassen und tatsächlich das Interesse der Menschen im Mittelpunkt haben. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Die Ideologie von 3 316 Menschen!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Jakob Auer: Jawohl!
Was ist denn die Realität? – Ich war gestern am Abend bei einer Veranstaltung in Linz, wo viele hundert Klein- und Mittelunternehmer anwesend waren. Wissen Sie, was mir die gesagt haben? – Der Wegfall der Erbschafts- und der Schenkungssteuer ist eine der wichtigsten Entlastungsmaßnahmen für den Mittelstand, die je getroffen worden sind! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Jakob Auer: Jawohl!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Rossmann und weitere Zwischenrufe bei den Grünen.
Warum? – Da steht ein junger Unternehmer, der von seinem Vater den Betrieb übernimmt; kein großer Betrieb, ein kleiner, ein mittelständischer Unternehmer, der fünfzig, hundert, zweihundert Menschen Arbeit gibt. Wissen Sie, was der bisher tun musste? – Bevor er den Betrieb übernahm, musste er zuerst einmal Steuer zahlen, nämlich die Steuer angesichts der Betriebsübergabe, also entweder Schenkung oder Erbschaft. (Zwischenruf des Abg. Mag. Rossmann und weitere Zwischenrufe bei den Grünen.) Anstelle, dass wir froh sind, dass diese Menschen die Betriebe weiterführen, haben wir ihnen zuerst einmal Geld abgeknöpft. – Damit ist Schluss! Wir haben gesichert, dass die Betriebsübergabe erleichtert wird! (Beifall und Bravoruf bei der ÖVP.)
Beifall und Bravoruf bei der ÖVP.
Warum? – Da steht ein junger Unternehmer, der von seinem Vater den Betrieb übernimmt; kein großer Betrieb, ein kleiner, ein mittelständischer Unternehmer, der fünfzig, hundert, zweihundert Menschen Arbeit gibt. Wissen Sie, was der bisher tun musste? – Bevor er den Betrieb übernahm, musste er zuerst einmal Steuer zahlen, nämlich die Steuer angesichts der Betriebsübergabe, also entweder Schenkung oder Erbschaft. (Zwischenruf des Abg. Mag. Rossmann und weitere Zwischenrufe bei den Grünen.) Anstelle, dass wir froh sind, dass diese Menschen die Betriebe weiterführen, haben wir ihnen zuerst einmal Geld abgeknöpft. – Damit ist Schluss! Wir haben gesichert, dass die Betriebsübergabe erleichtert wird! (Beifall und Bravoruf bei der ÖVP.)
Abg. Sburny: Sicherlich das, was Sie da verbreiten!
Zweitens: Es wird argumentiert, es seien die Reichen in diesem Land. Wissen Sie, was die Wahrheit ist? (Abg. Sburny: Sicherlich das, was Sie da verbreiten!) – Von den 80 000 Erbschafts- und Schenkungssteuerfällen ist zum überwiegenden Teil der Mittelstand betroffen! Es wird der Mittelstand entlastet, es sind die Kleinen in dem Land entlastet. Das ist die Wahrheit!
Abg. Strache: Das ist richtig! Das ist ausnahmsweise richtig! Das stimmt!
Und drittens: Ja, es stimmt, es ist tatsächlich so, dass hier eine Steuer nicht mehr anfällt für Vermögen, für das bereits Steuer bezahlt wurde. Und daher ist die Abschaffung der Erbschafts- und Schenkungssteuer wirtschaftspolitisch richtig, sie ist arbeitsplatzpolitisch richtig, sie ist standortpolitisch richtig, und sie ist sozial gerecht, meine Damen und Herren! (Abg. Strache: Das ist richtig! Das ist ausnahmsweise richtig! Das stimmt!) Das ist die Zielsetzung. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Und drittens: Ja, es stimmt, es ist tatsächlich so, dass hier eine Steuer nicht mehr anfällt für Vermögen, für das bereits Steuer bezahlt wurde. Und daher ist die Abschaffung der Erbschafts- und Schenkungssteuer wirtschaftspolitisch richtig, sie ist arbeitsplatzpolitisch richtig, sie ist standortpolitisch richtig, und sie ist sozial gerecht, meine Damen und Herren! (Abg. Strache: Das ist richtig! Das ist ausnahmsweise richtig! Das stimmt!) Das ist die Zielsetzung. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – auf Staatssekretär Dr. Matznetter weisend –: Der Matznetter freut sich auch „total“! Der Matznetter ist „begeistert“!
Darum bin ich stolz – ich sage Ihnen das auch –, dass es uns gelungen ist, dass das, was wir vor der Wahl versprochen haben – die Erbschafts- und Schenkungssteuer wird abgeschafft! –, auch in die politische Praxis und Realität umgesetzt wird: Ab 1. August gibt es diese Steuer nicht mehr. – Wir halten Wort! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – auf Staatssekretär Dr. Matznetter weisend –: Der Matznetter freut sich auch „total“! Der Matznetter ist „begeistert“!)
Abg. Strache: Die kommen vom Herrn Matznetter! Von Ihrem Experten Matznetter kommen die, die 400 Millionen!
perten! –: Ihre 400 Millionen sind schlicht und einfach falsch. (Abg. Strache: Die kommen vom Herrn Matznetter! Von Ihrem Experten Matznetter kommen die, die 400 Millionen!) Was wir mit der Beschlussfassung gemacht haben, ist, dass wir den Stiftungseingangssteuersatz von 5 Prozent auf 2,5 Prozent gesenkt haben. – Ja, dazu bekenne ich mich. Es ist richtig.
Abg. Strache: Ihr Experte Staatssekretär Matznetter und Herr Krainer haben von 400 Millionen gesprochen! – Abg. Ing. Westenthaler: ... für die Superreichen! Ich gratuliere!
Die Menschen müssen auch wissen, was das tatsächlich kostet: nicht 400 Millio- nen, Herr Kollege Strache, sondern sage und schreibe 5 Millionen! Nicht 400, sondern 5! (Abg. Strache: Ihr Experte Staatssekretär Matznetter und Herr Krainer haben von 400 Millionen gesprochen! – Abg. Ing. Westenthaler: ... für die Superreichen! Ich gratuliere!)
Abg. Strache: Politik für Menschen! Das wäre der Hit!
Und jetzt wiederum, Herr Kollege Van der Bellen: Wollen wir eine Politik für den Standort – oder lassen wir uns von ideologischen Scheuklappen lenken? (Abg. Strache: Politik für Menschen! Das wäre der Hit!)
Abg. Dr. Van der Bellen: Aber die sind ja nicht wegen der Stiftungen entstanden!
Die Stiftungsidee ist etwas, was Österreich stärker gemacht hat! Wir haben in Österreich 3 200 Stiftungen, meine Damen und Herren, in denen in der Zwischenzeit Unternehmen geführt werden, wo 400 000 Arbeitsplätze gegeben sind. (Abg. Dr. Van der Bellen: Aber die sind ja nicht wegen der Stiftungen entstanden!)
Staatssekretär Dr. Matznetter: So ist es!
So, und jetzt war die Frage: Natürlich hätten wir es uns leicht machen können nach dem Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes, dann hätte es überhaupt keine Stiftungseingangssteuer mehr gegeben. (Staatssekretär Dr. Matznetter: So ist es!) Wir aber haben wiederum wirtschaftspolitisch vernünftig und sozial verantwortlich Folgendes gemacht: Wir haben die Stiftungseingangssteuer halbiert (Abg. Ing. Westenthaler: Bravo, SPÖ! Bravo, Matznetter!), wir haben die Substiftungen rechtlich klargestellt, damit es wirtschaftspolitisch auch tatsächlich eingesetzt werden kann, und wir haben damit den Stiftungsstandort Österreich weiter attraktiv gehalten. Das ist das Modell, und das ist unsere politische Konzeption – nicht Ideologie, sondern Sachverstand! (ironische Heiterkeit des Abg. Ing. Westenthaler) –, die dem Standort hilft. (Abg. Ing. Westenthaler: Die SPÖ ist unter die Stifter gegangen! Die SPÖ geht stiften!)
Abg. Ing. Westenthaler: Bravo, SPÖ! Bravo, Matznetter!
So, und jetzt war die Frage: Natürlich hätten wir es uns leicht machen können nach dem Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes, dann hätte es überhaupt keine Stiftungseingangssteuer mehr gegeben. (Staatssekretär Dr. Matznetter: So ist es!) Wir aber haben wiederum wirtschaftspolitisch vernünftig und sozial verantwortlich Folgendes gemacht: Wir haben die Stiftungseingangssteuer halbiert (Abg. Ing. Westenthaler: Bravo, SPÖ! Bravo, Matznetter!), wir haben die Substiftungen rechtlich klargestellt, damit es wirtschaftspolitisch auch tatsächlich eingesetzt werden kann, und wir haben damit den Stiftungsstandort Österreich weiter attraktiv gehalten. Das ist das Modell, und das ist unsere politische Konzeption – nicht Ideologie, sondern Sachverstand! (ironische Heiterkeit des Abg. Ing. Westenthaler) –, die dem Standort hilft. (Abg. Ing. Westenthaler: Die SPÖ ist unter die Stifter gegangen! Die SPÖ geht stiften!)
ironische Heiterkeit des Abg. Ing. Westenthaler
So, und jetzt war die Frage: Natürlich hätten wir es uns leicht machen können nach dem Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes, dann hätte es überhaupt keine Stiftungseingangssteuer mehr gegeben. (Staatssekretär Dr. Matznetter: So ist es!) Wir aber haben wiederum wirtschaftspolitisch vernünftig und sozial verantwortlich Folgendes gemacht: Wir haben die Stiftungseingangssteuer halbiert (Abg. Ing. Westenthaler: Bravo, SPÖ! Bravo, Matznetter!), wir haben die Substiftungen rechtlich klargestellt, damit es wirtschaftspolitisch auch tatsächlich eingesetzt werden kann, und wir haben damit den Stiftungsstandort Österreich weiter attraktiv gehalten. Das ist das Modell, und das ist unsere politische Konzeption – nicht Ideologie, sondern Sachverstand! (ironische Heiterkeit des Abg. Ing. Westenthaler) –, die dem Standort hilft. (Abg. Ing. Westenthaler: Die SPÖ ist unter die Stifter gegangen! Die SPÖ geht stiften!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die SPÖ ist unter die Stifter gegangen! Die SPÖ geht stiften!
So, und jetzt war die Frage: Natürlich hätten wir es uns leicht machen können nach dem Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes, dann hätte es überhaupt keine Stiftungseingangssteuer mehr gegeben. (Staatssekretär Dr. Matznetter: So ist es!) Wir aber haben wiederum wirtschaftspolitisch vernünftig und sozial verantwortlich Folgendes gemacht: Wir haben die Stiftungseingangssteuer halbiert (Abg. Ing. Westenthaler: Bravo, SPÖ! Bravo, Matznetter!), wir haben die Substiftungen rechtlich klargestellt, damit es wirtschaftspolitisch auch tatsächlich eingesetzt werden kann, und wir haben damit den Stiftungsstandort Österreich weiter attraktiv gehalten. Das ist das Modell, und das ist unsere politische Konzeption – nicht Ideologie, sondern Sachverstand! (ironische Heiterkeit des Abg. Ing. Westenthaler) –, die dem Standort hilft. (Abg. Ing. Westenthaler: Die SPÖ ist unter die Stifter gegangen! Die SPÖ geht stiften!)
Abg. Strache: Die ÖGB-Stiftungen freuen sich!
Daher ist das heute vorliegende Paket, meine Damen und Herren, eines, das wirklich aus voller Verantwortung für Österreich positiv zu bewerten ist. (Abg. Strache: Die ÖGB-Stiftungen freuen sich!) Erstens, es hilft den besonders Betroffenen (Abg. Strache: Die ÖGB-Stiftungen haben eine Riesenfreude!) mit der Anhebung der Pendlerpauschale, mit der Senkung der Arbeitslosenversicherung, und den Pensionisten. Zweitens, es gibt die richtige Perspektive, meine Damen und Herren, für die Entlastung des Mittelstandes (Ruf bei den Grünen: Für die Superreichen!) mit der Erbschafts- und Schenkungssteuer, und es ist mit der Stiftungsentscheidung für den Wirtschaftsstandort Österreich attraktiv.
Abg. Strache: Die ÖGB-Stiftungen haben eine Riesenfreude!
Daher ist das heute vorliegende Paket, meine Damen und Herren, eines, das wirklich aus voller Verantwortung für Österreich positiv zu bewerten ist. (Abg. Strache: Die ÖGB-Stiftungen freuen sich!) Erstens, es hilft den besonders Betroffenen (Abg. Strache: Die ÖGB-Stiftungen haben eine Riesenfreude!) mit der Anhebung der Pendlerpauschale, mit der Senkung der Arbeitslosenversicherung, und den Pensionisten. Zweitens, es gibt die richtige Perspektive, meine Damen und Herren, für die Entlastung des Mittelstandes (Ruf bei den Grünen: Für die Superreichen!) mit der Erbschafts- und Schenkungssteuer, und es ist mit der Stiftungsentscheidung für den Wirtschaftsstandort Österreich attraktiv.
Ruf bei den Grünen: Für die Superreichen!
Daher ist das heute vorliegende Paket, meine Damen und Herren, eines, das wirklich aus voller Verantwortung für Österreich positiv zu bewerten ist. (Abg. Strache: Die ÖGB-Stiftungen freuen sich!) Erstens, es hilft den besonders Betroffenen (Abg. Strache: Die ÖGB-Stiftungen haben eine Riesenfreude!) mit der Anhebung der Pendlerpauschale, mit der Senkung der Arbeitslosenversicherung, und den Pensionisten. Zweitens, es gibt die richtige Perspektive, meine Damen und Herren, für die Entlastung des Mittelstandes (Ruf bei den Grünen: Für die Superreichen!) mit der Erbschafts- und Schenkungssteuer, und es ist mit der Stiftungsentscheidung für den Wirtschaftsstandort Österreich attraktiv.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Die Fanzonen sind wirklich für Sie errichtet! Das ist wirklich wahr! – Abg. Ing. Westenthaler: Statt roter Turnerklub jetzt roter Jachtklub und roter Zigarrenklub!
Österreich bleibt daher auf wirtschaftlichem Erfolgskurs und ist sich der sozialpolitischen Verantwortung bewusst. Das ist die Politik, die wir durch diese und in dieser Bundesregierung für richtig halten. Schließen Sie sich dem an! Es gibt keine Alternative dazu. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Die Fanzonen sind wirklich für Sie errichtet! Das ist wirklich wahr! – Abg. Ing. Westenthaler: Statt roter Turnerklub jetzt roter Jachtklub und roter Zigarrenklub!)
Abg. Strache: Und die ÖGB-Stiftungen!
auf der Galerie und vor den Fernsehgeräten! Dank der SPÖ bekommen die Pendler und Pendlerinnen bereits zum zweiten Mal eine Erhöhung. (Abg. Strache: Und die ÖGB-Stiftungen!) Ab Juli gibt es um 15 Prozent mehr Pendlerpauschale.
Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie auch bei einer Stiftung?
Die Regierung hat das in ihrer Sitzung beschlossen, und kurz hat es so ausgesehen, als ob wir das heute hier im Parlament nicht beschließen können. (Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie auch bei einer Stiftung?) Das lag daran, Herr Klubobmann Westenthaler (Abg. Ing. Westenthaler: Oder beim Zigarrenklub?), dass die Frage der Änderungen für Privatstiftungen mit der Erhöhung der Pendlerpauschale und des Kilometergeldes verknüpft werden musste. Und jetzt hat sich die Frage gestellt: Wer gibt wem wie viel? (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr könnt einen Arbeiter-Jachtklub gründen!) – Und jetzt möchte ich aufklären, was es mit diesen ominösen 400 Millionen € auf sich hat.
Abg. Ing. Westenthaler: Oder beim Zigarrenklub?
Die Regierung hat das in ihrer Sitzung beschlossen, und kurz hat es so ausgesehen, als ob wir das heute hier im Parlament nicht beschließen können. (Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie auch bei einer Stiftung?) Das lag daran, Herr Klubobmann Westenthaler (Abg. Ing. Westenthaler: Oder beim Zigarrenklub?), dass die Frage der Änderungen für Privatstiftungen mit der Erhöhung der Pendlerpauschale und des Kilometergeldes verknüpft werden musste. Und jetzt hat sich die Frage gestellt: Wer gibt wem wie viel? (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr könnt einen Arbeiter-Jachtklub gründen!) – Und jetzt möchte ich aufklären, was es mit diesen ominösen 400 Millionen € auf sich hat.
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr könnt einen Arbeiter-Jachtklub gründen!
Die Regierung hat das in ihrer Sitzung beschlossen, und kurz hat es so ausgesehen, als ob wir das heute hier im Parlament nicht beschließen können. (Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie auch bei einer Stiftung?) Das lag daran, Herr Klubobmann Westenthaler (Abg. Ing. Westenthaler: Oder beim Zigarrenklub?), dass die Frage der Änderungen für Privatstiftungen mit der Erhöhung der Pendlerpauschale und des Kilometergeldes verknüpft werden musste. Und jetzt hat sich die Frage gestellt: Wer gibt wem wie viel? (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr könnt einen Arbeiter-Jachtklub gründen!) – Und jetzt möchte ich aufklären, was es mit diesen ominösen 400 Millionen € auf sich hat.
Ironische Heiterkeit des Vizekanzlers Mag. Molterer.
Sehr geehrte Damen und Herren! Ursprünglich wollte die ÖVP 400 Millionen € an die Reichsten der Reichen, an die Privatstiftungen verteilen. (Ironische Heiterkeit des Vizekanzlers Mag. Molterer.) Die ÖVP wollte einen Teil der Steuern (Vizekanzler Mag. Molterer: Das ist eine Regierungsvorlage gewesen!), die in den letzten fünfzehn Jahren von den Privatstiftungen bezahlt wurden, wieder zurückschenken – während wir, die SPÖ, die Pendler und Pendlerinnen so bald wie möglich entlasten wollten (Abg. Jakob Auer: Frau Kollegin Stadlbauer, schauen Sie dem Herrn Kollegen Matznetter ins Gesicht!), und zwar mit einem Gesamtbetrag von 60 Millionen €. (Ruf bei der ÖVP: Schauen Sie auf Ihren Staatssekretär! – Ironische Heiterkeit des Staatssekretärs Dr. Matznetter.)
Vizekanzler Mag. Molterer: Das ist eine Regierungsvorlage gewesen!
Sehr geehrte Damen und Herren! Ursprünglich wollte die ÖVP 400 Millionen € an die Reichsten der Reichen, an die Privatstiftungen verteilen. (Ironische Heiterkeit des Vizekanzlers Mag. Molterer.) Die ÖVP wollte einen Teil der Steuern (Vizekanzler Mag. Molterer: Das ist eine Regierungsvorlage gewesen!), die in den letzten fünfzehn Jahren von den Privatstiftungen bezahlt wurden, wieder zurückschenken – während wir, die SPÖ, die Pendler und Pendlerinnen so bald wie möglich entlasten wollten (Abg. Jakob Auer: Frau Kollegin Stadlbauer, schauen Sie dem Herrn Kollegen Matznetter ins Gesicht!), und zwar mit einem Gesamtbetrag von 60 Millionen €. (Ruf bei der ÖVP: Schauen Sie auf Ihren Staatssekretär! – Ironische Heiterkeit des Staatssekretärs Dr. Matznetter.)
Abg. Jakob Auer: Frau Kollegin Stadlbauer, schauen Sie dem Herrn Kollegen Matznetter ins Gesicht!
Sehr geehrte Damen und Herren! Ursprünglich wollte die ÖVP 400 Millionen € an die Reichsten der Reichen, an die Privatstiftungen verteilen. (Ironische Heiterkeit des Vizekanzlers Mag. Molterer.) Die ÖVP wollte einen Teil der Steuern (Vizekanzler Mag. Molterer: Das ist eine Regierungsvorlage gewesen!), die in den letzten fünfzehn Jahren von den Privatstiftungen bezahlt wurden, wieder zurückschenken – während wir, die SPÖ, die Pendler und Pendlerinnen so bald wie möglich entlasten wollten (Abg. Jakob Auer: Frau Kollegin Stadlbauer, schauen Sie dem Herrn Kollegen Matznetter ins Gesicht!), und zwar mit einem Gesamtbetrag von 60 Millionen €. (Ruf bei der ÖVP: Schauen Sie auf Ihren Staatssekretär! – Ironische Heiterkeit des Staatssekretärs Dr. Matznetter.)
Ruf bei der ÖVP: Schauen Sie auf Ihren Staatssekretär! – Ironische Heiterkeit des Staatssekretärs Dr. Matznetter.
Sehr geehrte Damen und Herren! Ursprünglich wollte die ÖVP 400 Millionen € an die Reichsten der Reichen, an die Privatstiftungen verteilen. (Ironische Heiterkeit des Vizekanzlers Mag. Molterer.) Die ÖVP wollte einen Teil der Steuern (Vizekanzler Mag. Molterer: Das ist eine Regierungsvorlage gewesen!), die in den letzten fünfzehn Jahren von den Privatstiftungen bezahlt wurden, wieder zurückschenken – während wir, die SPÖ, die Pendler und Pendlerinnen so bald wie möglich entlasten wollten (Abg. Jakob Auer: Frau Kollegin Stadlbauer, schauen Sie dem Herrn Kollegen Matznetter ins Gesicht!), und zwar mit einem Gesamtbetrag von 60 Millionen €. (Ruf bei der ÖVP: Schauen Sie auf Ihren Staatssekretär! – Ironische Heiterkeit des Staatssekretärs Dr. Matznetter.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie auch beim Jachtklub?
Ich sehe ja eigentlich diese Diskussion darüber, die im Vorfeld stattgefunden hat, sehr positiv, weil dadurch wieder sonnenklar wird, welche Partei für wen Politik macht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie auch beim Jachtklub?)
lebhafte Heiterkeit des Abg. Ing. Westenthaler sowie Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP
So, wie schaut jetzt das Verhandlungsergebnis aus? – Das möchte ich auch in Richtung von Herrn Klubobmann Strache sagen, der das anscheinend verschlafen hat. – Das Verhandlungsergebnis hier im Parlament schaut so aus, dass die 400 Millionen nicht an die Privatstiftungen zurückbezahlt werden – aber die Pendler und Pendlerinnen erhalten die Erhöhung! Das beweist, dass sich die SPÖ durchgesetzt hat (lebhafte Heiterkeit des Abg. Ing. Westenthaler sowie Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP) – für die Pendler und Pendlerinnen, für einen Großteil der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in diesem Land, und das ist gut so. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Mittlerweile ist das eine Drohung, wenn ihr euch durchsetzt!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Mittlerweile ist das eine Drohung, wenn ihr euch durchsetzt!
So, wie schaut jetzt das Verhandlungsergebnis aus? – Das möchte ich auch in Richtung von Herrn Klubobmann Strache sagen, der das anscheinend verschlafen hat. – Das Verhandlungsergebnis hier im Parlament schaut so aus, dass die 400 Millionen nicht an die Privatstiftungen zurückbezahlt werden – aber die Pendler und Pendlerinnen erhalten die Erhöhung! Das beweist, dass sich die SPÖ durchgesetzt hat (lebhafte Heiterkeit des Abg. Ing. Westenthaler sowie Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP) – für die Pendler und Pendlerinnen, für einen Großteil der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in diesem Land, und das ist gut so. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Mittlerweile ist das eine Drohung, wenn ihr euch durchsetzt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wegen Ihrer Politik!
Meine Damen und Herren! Bereits zum zweiten Mal ist in der Zeit, in der die SPÖ wieder den Bundeskanzler stellt und Regierungsverantwortung trägt, die Pendlerpauschale erhöht worden. Wir alle sind damit konfrontiert, dass die Preise von Benzin, Diesel und Heizöl steigen und steigen. Mittlerweile kosten notwendige Fahrten zwischen Arbeitsplatz und Wohnort teilweise bis zu einem Drittel des Nettoeinkommens. Mehr als die Hälfte der Pendler und Pendlerinnen denkt, laut einer Umfrage eines Automobilklubs, bereits darüber nach, den Job oder den Wohnort zu wechseln, weil die Fahrtkosten einfach zu hoch werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Wegen Ihrer Politik!) Wir sind alle tief besorgt, und alle gemeinsam stellen wir Überlegungen an, wie wir den Menschen diese Sorgen abnehmen können. Aber es ist wichtig, dass alle die gleichen Chancen haben, die Mobilität und somit den Lebensstandard und die Lebensqualität erhalten zu können. Wir schauen dabei auf die, die es am nötigsten brauchen.
Abg. Mag. Kogler: Wieso? Die meisten, die sie brauchen, kriegen sie ja gar nicht!
Mit der Erhöhung der Pendlerpauschale nehmen wir finanzielle Sorgen zum Teil ab, und zwar folgende Sorgen (Abg. Mag. Kogler: Wieso? Die meisten, die sie brauchen, kriegen sie ja gar nicht!): Frau Ruth M. zum Beispiel lebt in Bischofshofen und arbeitet
Abg. Ing. Westenthaler: Wer? Die Frau Burgstaller?
in Salzburg. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer? Die Frau Burgstaller?) Sie fährt täglich 120 Kilometer zur Arbeit und zurück und bezahlt mittlerweile pro Monat fast 200 € für Diesel. Durch diese Reform, durch dieses Gesetz werden zwei Drittel dieser ihrer Kosten nun abgefangen. – Oder: Herr Andreas Z. aus Rohrbach in Oberösterreich arbeitet im Süden von Linz. Durch die hohen Preise zahlt er an der Zapfsäule 50 € im Monat mehr, und mehr als die Hälfte davon erhält er nun durch die Erhöhung der Pendlerpauschale 2007 und 2008. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Haimbuchner und Zanger.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Haimbuchner und Zanger.
in Salzburg. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer? Die Frau Burgstaller?) Sie fährt täglich 120 Kilometer zur Arbeit und zurück und bezahlt mittlerweile pro Monat fast 200 € für Diesel. Durch diese Reform, durch dieses Gesetz werden zwei Drittel dieser ihrer Kosten nun abgefangen. – Oder: Herr Andreas Z. aus Rohrbach in Oberösterreich arbeitet im Süden von Linz. Durch die hohen Preise zahlt er an der Zapfsäule 50 € im Monat mehr, und mehr als die Hälfte davon erhält er nun durch die Erhöhung der Pendlerpauschale 2007 und 2008. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Haimbuchner und Zanger.)
Abg. Dr. Haimbuchner: Der Herr Staatssekretär schaut jetzt sehr skeptisch! – Ruf bei der FPÖ: Der Herr Vizekanzler auch!
Aber nicht nur die Pendler und Pendlerinnen, die mit dem Auto fahren, sondern auch die, die öffentliche Verkehrsmittel benutzen, werden finanziell entlastet. (Abg. Dr. Haimbuchner: Der Herr Staatssekretär schaut jetzt sehr skeptisch! – Ruf bei der FPÖ: Der Herr Vizekanzler auch!) Viele davon sind Frauen, die tagtäglich hin und her fahren müssen, und für die ergeben sich noch viel mehr Alltagsprobleme, die gelöst werden müssen. Viele berufstätige Mütter machen täglich einen Spagat zwischen Beruf und Familie, Job und Kind. Nur die SPÖ (Abg. Dr. Haimbuchner: Beseitigt diese Ungerechtigkeit!) ist Garant dafür, dass wir diese Frauen mit ihren Sorgen nicht alleine lassen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Zweytick: Jetzt übertreibst du aber!)
Abg. Dr. Haimbuchner: Beseitigt diese Ungerechtigkeit!
Aber nicht nur die Pendler und Pendlerinnen, die mit dem Auto fahren, sondern auch die, die öffentliche Verkehrsmittel benutzen, werden finanziell entlastet. (Abg. Dr. Haimbuchner: Der Herr Staatssekretär schaut jetzt sehr skeptisch! – Ruf bei der FPÖ: Der Herr Vizekanzler auch!) Viele davon sind Frauen, die tagtäglich hin und her fahren müssen, und für die ergeben sich noch viel mehr Alltagsprobleme, die gelöst werden müssen. Viele berufstätige Mütter machen täglich einen Spagat zwischen Beruf und Familie, Job und Kind. Nur die SPÖ (Abg. Dr. Haimbuchner: Beseitigt diese Ungerechtigkeit!) ist Garant dafür, dass wir diese Frauen mit ihren Sorgen nicht alleine lassen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Zweytick: Jetzt übertreibst du aber!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Zweytick: Jetzt übertreibst du aber!
Aber nicht nur die Pendler und Pendlerinnen, die mit dem Auto fahren, sondern auch die, die öffentliche Verkehrsmittel benutzen, werden finanziell entlastet. (Abg. Dr. Haimbuchner: Der Herr Staatssekretär schaut jetzt sehr skeptisch! – Ruf bei der FPÖ: Der Herr Vizekanzler auch!) Viele davon sind Frauen, die tagtäglich hin und her fahren müssen, und für die ergeben sich noch viel mehr Alltagsprobleme, die gelöst werden müssen. Viele berufstätige Mütter machen täglich einen Spagat zwischen Beruf und Familie, Job und Kind. Nur die SPÖ (Abg. Dr. Haimbuchner: Beseitigt diese Ungerechtigkeit!) ist Garant dafür, dass wir diese Frauen mit ihren Sorgen nicht alleine lassen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Zweytick: Jetzt übertreibst du aber!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Zweytick: „Bravo“!
Sehr geehrte Damen und Herren! Die Erhöhung der Pendlerpauschale ist ein Ergebnis, das sich sehen lassen kann – ein großartiger Erfolg für die SPÖ, für den SPÖ-Bundeskanzler, die SPÖ-Mitglieder in der Regierung und die SPÖ-Fraktion im Parlament. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Zweytick: „Bravo“!)
Abg. Ing. Westenthaler: Dass sie mitgemacht haben!
Aber ich möchte auch nicht anstehen, mich bei den Kollegen von der ÖVP dafür zu bedanken (Abg. Ing. Westenthaler: Dass sie mitgemacht haben!), dass sie die Situation rechtzeitig erkannt haben und dieses Gesetz auch mitbeschließen. Das beharrliche Verhandeln mit der ÖVP hat sich gelohnt (ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP), und schon bald werden die Pendler und Pendlerinnen auch spürbar entlastet werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja absolut lächerlich! – Niedersetzen! Aufhören! Setzen Sie sich nieder!) Und darüber freue ich mich wirklich sehr! – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP
Aber ich möchte auch nicht anstehen, mich bei den Kollegen von der ÖVP dafür zu bedanken (Abg. Ing. Westenthaler: Dass sie mitgemacht haben!), dass sie die Situation rechtzeitig erkannt haben und dieses Gesetz auch mitbeschließen. Das beharrliche Verhandeln mit der ÖVP hat sich gelohnt (ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP), und schon bald werden die Pendler und Pendlerinnen auch spürbar entlastet werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja absolut lächerlich! – Niedersetzen! Aufhören! Setzen Sie sich nieder!) Und darüber freue ich mich wirklich sehr! – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja absolut lächerlich! – Niedersetzen! Aufhören! Setzen Sie sich nieder!
Aber ich möchte auch nicht anstehen, mich bei den Kollegen von der ÖVP dafür zu bedanken (Abg. Ing. Westenthaler: Dass sie mitgemacht haben!), dass sie die Situation rechtzeitig erkannt haben und dieses Gesetz auch mitbeschließen. Das beharrliche Verhandeln mit der ÖVP hat sich gelohnt (ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP), und schon bald werden die Pendler und Pendlerinnen auch spürbar entlastet werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja absolut lächerlich! – Niedersetzen! Aufhören! Setzen Sie sich nieder!) Und darüber freue ich mich wirklich sehr! – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Aber ich möchte auch nicht anstehen, mich bei den Kollegen von der ÖVP dafür zu bedanken (Abg. Ing. Westenthaler: Dass sie mitgemacht haben!), dass sie die Situation rechtzeitig erkannt haben und dieses Gesetz auch mitbeschließen. Das beharrliche Verhandeln mit der ÖVP hat sich gelohnt (ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP), und schon bald werden die Pendler und Pendlerinnen auch spürbar entlastet werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja absolut lächerlich! – Niedersetzen! Aufhören! Setzen Sie sich nieder!) Und darüber freue ich mich wirklich sehr! – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Haimbuchner: Jetzt muss der Kollege Stummvoll das ein bisschen ausbügeln!
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Stummvoll. Auch seine Redezeit beträgt maximal 6 Minuten. – Bitte. (Abg. Dr. Haimbuchner: Jetzt muss der Kollege Stummvoll das ein bisschen ausbügeln!)
Beifall und Bravoruf bei der ÖVP.
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP): Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Zunächst zu meiner Vorrednerin: Herzlichen Dank, dass Sie diese Idee des Vizekanzlers so sehr gelobt haben! Ob es dem Bundeskanzler hilft, weiß ich nicht, aber es war die Idee des Herrn Finanzministers und Vizekanzlers. Danke vielmals für Ihr Lob! (Beifall und Bravoruf bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Für die Stifter!
Meine Damen und Herren! Weil wir heute dieses Schenkungsmeldegesetz – hoffentlich mit breiter Mehrheit – beschließen, lassen Sie mich sagen: Ein guter Tag für die Steuerzahler! (Abg. Ing. Westenthaler: Für die Stifter!) Die Steuerzahler werden von zwei Steuern befreit, von der Erbschafts- und von der Schenkungssteuer (Abg. Öllinger: Oje! Das hat schon der Grasser gesagt!), von zwei Steuern, Herr Kollege Öllinger, die extrem eigentumsfeindlich waren, die extrem familienfeindlich waren, die extrem mittelstandsfeindlich waren und die extrem arbeitsplatzfeindlich waren.
Abg. Öllinger: Oje! Das hat schon der Grasser gesagt!
Meine Damen und Herren! Weil wir heute dieses Schenkungsmeldegesetz – hoffentlich mit breiter Mehrheit – beschließen, lassen Sie mich sagen: Ein guter Tag für die Steuerzahler! (Abg. Ing. Westenthaler: Für die Stifter!) Die Steuerzahler werden von zwei Steuern befreit, von der Erbschafts- und von der Schenkungssteuer (Abg. Öllinger: Oje! Das hat schon der Grasser gesagt!), von zwei Steuern, Herr Kollege Öllinger, die extrem eigentumsfeindlich waren, die extrem familienfeindlich waren, die extrem mittelstandsfeindlich waren und die extrem arbeitsplatzfeindlich waren.
Beifall bei der ÖVP.
Kurze Erläuterung: Extrem familienfeindlich, weil sich die ganz überwiegende Zahl aller Erbschaften und Schenkungen in Österreich innerhalb der Familie abspielt. Und wir wollen haben, dass das Eigentum der Familie bleibt und nicht vom Staat weggesteuert wird. Das ist unsere ordnungspolitische Position, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Krainer: Aber ein Viertel der Einnahmen war aus vier Fällen!
Auch extrem mittelstandsfeindlich waren diese beiden Steuern, meine Damen und Herren: Wir hatten im Jahr 2006 insgesamt 62 000 Erbschaftssteuerfälle. Davon waren nur 95 über einem Betrag von 365 000 €, und 16 Fälle von 62 000 lagen über 1 Million €. – Das war also eine extrem mittelstandsfeindliche Besteuerung. (Abg. Krainer: Aber ein Viertel der Einnahmen war aus vier Fällen!) Sie fällt in Zukunft weg! Ein guter Tag für den Mittelstand, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Auch extrem mittelstandsfeindlich waren diese beiden Steuern, meine Damen und Herren: Wir hatten im Jahr 2006 insgesamt 62 000 Erbschaftssteuerfälle. Davon waren nur 95 über einem Betrag von 365 000 €, und 16 Fälle von 62 000 lagen über 1 Million €. – Das war also eine extrem mittelstandsfeindliche Besteuerung. (Abg. Krainer: Aber ein Viertel der Einnahmen war aus vier Fällen!) Sie fällt in Zukunft weg! Ein guter Tag für den Mittelstand, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren, wenn wir das abschaffen, dann schaffen wir damit eine Erleichterung für Betriebsübergaben, eine Erleichterung für Unternehmer, eine Erleichterung für Arbeitsplätze, die damit gesichert werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Riepl: Die Urgroßeltern haben Sie vergessen!
Das heißt: Der heutige Tag ist ein guter Tag für den Mittelstand, er ist ein guter Tag für die Arbeitsplätze, er ist ein guter Tag für alle Eltern, die ihren Kindern etwas schenken wollen, ein guter Tag für alle Großeltern, die oft nach einem langen arbeitsreichen Leben das, was sie sich erarbeitet und erspart haben, den Enkelkindern steuerfrei vererben können, meine Damen und Herren! (Abg. Riepl: Die Urgroßeltern haben Sie vergessen!) Ein Jubeltag im Grunde, weil all das in Zukunft steuerfrei möglicht ist! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Das heißt: Der heutige Tag ist ein guter Tag für den Mittelstand, er ist ein guter Tag für die Arbeitsplätze, er ist ein guter Tag für alle Eltern, die ihren Kindern etwas schenken wollen, ein guter Tag für alle Großeltern, die oft nach einem langen arbeitsreichen Leben das, was sie sich erarbeitet und erspart haben, den Enkelkindern steuerfrei vererben können, meine Damen und Herren! (Abg. Riepl: Die Urgroßeltern haben Sie vergessen!) Ein Jubeltag im Grunde, weil all das in Zukunft steuerfrei möglicht ist! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Riepl: Sie haben die Urgroßeltern vergessen!
Herr Kollege Riepl, ich lade Sie ein: Freuen Sie sich mit uns! (Abg. Riepl: Sie haben die Urgroßeltern vergessen!) Vielleicht haben Sie auch Kinder, vielleicht haben Sie auch Enkelkinder. Wenn Sie denen etwas vererben: Freuen Sie sich mit uns!
Abg. Öllinger: Bartenstein! – Haben Sie auch eine Stiftung?
Wir dürfen eines nicht übersehen, meine Damen und Herren: Wer eine Stiftung gründet, verzichtet auf das Verfügungsrecht über sein Vermögen. Da ist es doch durchaus fair, dass wir hier Sonderbestimmungen haben! (Abg. Öllinger: Bartenstein! – Haben Sie auch eine Stiftung?) Es wurde bereits gesagt: In Zukunft gibt es keine Erbschafts- und Schenkungssteuer, aber sehr wohl gibt es noch eine Stiftungseingangssteuer, wenngleich auch in Höhe von 2,5 Prozent statt, wie bisher, 5 Prozent. – Eine sehr, sehr faire Regelung! Und ich bin überzeugt davon, dass das die Attraktivität des Wirtschafts- und Arbeitsstandortes Österreich weiterhin verbessern wird.
Abg. Öllinger: Da haben wir ja Sie!
Meine Damen und Herren, lassen Sie mich auch noch Folgendes sagen: Mir ist klar, es gibt hier unterschiedliche ordnungspolitische Positionen. Und weil Kollege Van der Bellen gerade den Saal betreten hat: Van der Bellen mag ein toller Wirtschaftstheoretiker sein – er mag einer sein; ich weiß es nicht –, aber, Herr Kollege Van der Bellen, von der wirtschaftlichen Praxis habe ich in Ihrer heutigen Rede sehr, sehr wenig bemerkt. (Abg. Öllinger: Da haben wir ja Sie!) – Ich bin froh, dass wir diese Herren auf der Regierungsbank haben und keine anderen. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren, lassen Sie mich auch noch Folgendes sagen: Mir ist klar, es gibt hier unterschiedliche ordnungspolitische Positionen. Und weil Kollege Van der Bellen gerade den Saal betreten hat: Van der Bellen mag ein toller Wirtschaftstheoretiker sein – er mag einer sein; ich weiß es nicht –, aber, Herr Kollege Van der Bellen, von der wirtschaftlichen Praxis habe ich in Ihrer heutigen Rede sehr, sehr wenig bemerkt. (Abg. Öllinger: Da haben wir ja Sie!) – Ich bin froh, dass wir diese Herren auf der Regierungsbank haben und keine anderen. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Vizekanzler Mag. Molterer: Der Stiftungsfan tritt auf! – Abg. Dr. Cap – in Richtung des an das Rednerpult tretenden Abg. Mag. Rossmann –: Alles ist hoffnungslos! Alles ist hoffnungslos!
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Rossmann. Seine Redezeit: maximal 6 Minuten. – Bitte. (Vizekanzler Mag. Molterer: Der Stiftungsfan tritt auf! – Abg. Dr. Cap – in Richtung des an das Rednerpult tretenden Abg. Mag. Rossmann –: Alles ist hoffnungslos! Alles ist hoffnungslos!)
Abg. Dr. Stummvoll: Eine Steuer! Eine Steuer!
Abgeordneter Mag. Bruno Rossmann (Grüne): Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Herr Staatssekretär! Herr Kollege Stummvoll, ein Jubeltag wäre heute in der Tat, wenn wir eine Reform der Erbschafts- und Schenkungssteuer beschließen würden (Abg. Dr. Stummvoll: Eine Steuer! Eine Steuer!), wenn wir die Privilegien bei den Stiftungen abschaffen würden und wenn wir eine massive Entlastung der Lohn- und Einkommensteuerzahler in diesem Land beschließen würden. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordneter Mag. Bruno Rossmann (Grüne): Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Herr Staatssekretär! Herr Kollege Stummvoll, ein Jubeltag wäre heute in der Tat, wenn wir eine Reform der Erbschafts- und Schenkungssteuer beschließen würden (Abg. Dr. Stummvoll: Eine Steuer! Eine Steuer!), wenn wir die Privilegien bei den Stiftungen abschaffen würden und wenn wir eine massive Entlastung der Lohn- und Einkommensteuerzahler in diesem Land beschließen würden. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Stummvoll: Im Gegenteil! Die Großeltern!
Wir – oder besser gesagt Sie – tun mit diesem Gesetz genau das Gegenteil: Sie entlasten die Vermögenden in diesem Land (Abg. Dr. Stummvoll: Im Gegenteil! Die Großeltern!) und lassen die armen Lohn- und Einkommensteuerzahler – gestern sind ja nicht die Lohnsteuerzahler entlastet worden, sondern Zahler von Abgaben – weiterhin bluten (Abg. Zweytick: Das ist eine Rede, ...!) angesichts hoher Preise einerseits und andererseits angesichts der Tatsache, dass die Eingangssteuersätze sehr, sehr hoch sind.
Abg. Zweytick: Das ist eine Rede, ...!
Wir – oder besser gesagt Sie – tun mit diesem Gesetz genau das Gegenteil: Sie entlasten die Vermögenden in diesem Land (Abg. Dr. Stummvoll: Im Gegenteil! Die Großeltern!) und lassen die armen Lohn- und Einkommensteuerzahler – gestern sind ja nicht die Lohnsteuerzahler entlastet worden, sondern Zahler von Abgaben – weiterhin bluten (Abg. Zweytick: Das ist eine Rede, ...!) angesichts hoher Preise einerseits und andererseits angesichts der Tatsache, dass die Eingangssteuersätze sehr, sehr hoch sind.
Beifall bei den Grünen.
Und was tun Sie von der ÖVP, Herr Vizekanzler, Herr Stummvoll, Herr Schüssel? – Sie schieben den Mittelstand vor, um Privilegien für die Reichsten in diesem Lande zu schaffen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Stummvoll: 1,4 Millionen Eigenheime, 600 000 Eigentumswohnungen!
Warum? – Nach all dem, was wir über Vermögen in Österreich wissen, wissen wir und können sagen, dass es bei Vermögen keinen Mittelstand gibt. Da gibt es nur ein oben und da gibt es nur ein unten. 10 Prozent des gesamten Vermögens ... (Abg. Dr. Stummvoll: 1,4 Millionen Eigenheime, 600 000 Eigentumswohnungen!) – Ja, Herr Kollege. – 10 Prozent der Bevölkerung verfügen über 70 Prozent des gesamten Vermögens, 1 Prozent davon verfügt über ein Drittel des gesamten Vermögens. – Und Sie sagen, Sie entlasten den Mittelstand.
Abg. Scheibner: „Böse“ Kapitalisten!
Schauen wir uns jetzt Folgendes an: Wer sind die Stifter in diesem Land? Wie viele Arbeitsplätze werden denn dadurch geschaffen? – Ich habe hier eine Liste der Privatstiftungen. Da gibt es einen gewissen Herrn Flick; der ist aus dem Ausland nach Österreich gekommen, um Steuern zu sparen. Das ist richtig. Aber dann lese ich Ihnen ein paar Namen vor: Wlaschek, Swarovski, Prinzhorn, Dichand, Androsch, Haselsteiner, Essl, Bartenstein. (Abg. Scheibner: „Böse“ Kapitalisten!) Das sind ja keine Ausländer – oder täusche ich mich? (Abg. Neugebauer: Die Zahl der Arbeitsplätze rechts dazuschreiben!) Sind das nicht Unternehmen, die schon vorher existiert haben, Herr Vizekanzler? (Vizekanzler Mag. Molterer: Und die Arbeitsplätze?) – Ja, aber diese Arbeitsplätze haben ja um Himmels willen schon vorher bestanden, bevor die Unternehmen in die Stiftung eingebracht worden sind.
Abg. Neugebauer: Die Zahl der Arbeitsplätze rechts dazuschreiben!
Schauen wir uns jetzt Folgendes an: Wer sind die Stifter in diesem Land? Wie viele Arbeitsplätze werden denn dadurch geschaffen? – Ich habe hier eine Liste der Privatstiftungen. Da gibt es einen gewissen Herrn Flick; der ist aus dem Ausland nach Österreich gekommen, um Steuern zu sparen. Das ist richtig. Aber dann lese ich Ihnen ein paar Namen vor: Wlaschek, Swarovski, Prinzhorn, Dichand, Androsch, Haselsteiner, Essl, Bartenstein. (Abg. Scheibner: „Böse“ Kapitalisten!) Das sind ja keine Ausländer – oder täusche ich mich? (Abg. Neugebauer: Die Zahl der Arbeitsplätze rechts dazuschreiben!) Sind das nicht Unternehmen, die schon vorher existiert haben, Herr Vizekanzler? (Vizekanzler Mag. Molterer: Und die Arbeitsplätze?) – Ja, aber diese Arbeitsplätze haben ja um Himmels willen schon vorher bestanden, bevor die Unternehmen in die Stiftung eingebracht worden sind.
Vizekanzler Mag. Molterer: Und die Arbeitsplätze?
Schauen wir uns jetzt Folgendes an: Wer sind die Stifter in diesem Land? Wie viele Arbeitsplätze werden denn dadurch geschaffen? – Ich habe hier eine Liste der Privatstiftungen. Da gibt es einen gewissen Herrn Flick; der ist aus dem Ausland nach Österreich gekommen, um Steuern zu sparen. Das ist richtig. Aber dann lese ich Ihnen ein paar Namen vor: Wlaschek, Swarovski, Prinzhorn, Dichand, Androsch, Haselsteiner, Essl, Bartenstein. (Abg. Scheibner: „Böse“ Kapitalisten!) Das sind ja keine Ausländer – oder täusche ich mich? (Abg. Neugebauer: Die Zahl der Arbeitsplätze rechts dazuschreiben!) Sind das nicht Unternehmen, die schon vorher existiert haben, Herr Vizekanzler? (Vizekanzler Mag. Molterer: Und die Arbeitsplätze?) – Ja, aber diese Arbeitsplätze haben ja um Himmels willen schon vorher bestanden, bevor die Unternehmen in die Stiftung eingebracht worden sind.
Beifall bei den Grünen. – Vizekanzler Mag. Molterer: Warum hat es Lacina eingeführt?
Herr Vizekanzler, wenn Sie sagen, wir sollen die Ideologie im Schachterl lassen, dann sage ich Ihnen: Lassen Sie die Märchen und Mythen im Schachterl und kümmern Sie sich darum, dass für die Reichen und Reichsten dieses Landes keine Privilegien, keine zusätzlichen Privilegien geschaffen werden. (Beifall bei den Grünen. – Vizekanzler Mag. Molterer: Warum hat es Lacina eingeführt?) – Um Familienvermögen zusammenzuhalten, ja, aber mit üppigen Steuervorteilen, meines Erachtens zu üppigen Steuervorteilen.
Beifall bei den Grünen.
Was in der Tat gelungen ist, ist, die Steuerrückerstattungen für die bereits bestehenden Stiftungen abzuschaffen, die zu einer Steuerersparnis in der Größenordnung von 400 Millionen € geführt hätten. Herr Jan Krainer, der ja der Chefverhandler war, hat das in der „ZiB 2“ bestätigt. Ich denke, dass es ein Erfolg der Grünen zusammen mit Universitätsprofessor Doralt gewesen ist, dass diese Regelung nicht gekommen ist! (Beifall bei den Grünen.) Damit haben wir dem österreichischen Budget und den Steuerzahlern 400 Millionen € erspart, auf 20 Jahre gesehen 20 Millionen € pro Jahr. Das ist Geld, das wir dringend brauchen können für Kindergärten, für Schulen, für die Pflege und für andere Dinge.
Abg. Scheibner: Auch so „böse“ Menschen!
Werfen wir einen Blick über den Teich in die USA! Dort gab es vor einigen Jahren auch eine Diskussion über die Reduktion der Erbschafts- und Schenkungssteuer. Und die Reichen und Reichsten dieses Landes – Bill Gates, Warren Buffett, und wie sie alle heißen mögen (Abg. Scheibner: Auch so „böse“ Menschen!) – haben dafür Sorge getragen, dass die Erbschafts- und Schenkungssteuer nicht zur Gänze abgeschafft, sondern nur reduziert wurde bis zum Jahre 2010. Dann wird dort weiterdiskutiert werden.
Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.
Aber eines muss man sich schon vor Augen halten: Wenn heute dieses Gesetz beschlossen werden wird, dann wird Österreich eines der wenigen Länder sein, das weder eine Vermögensteuer noch eine Erbschafts- und Schenkungssteuer haben wird. Das ist ja ein Unikat – weltweit! Da gibt es nur noch Italien und sonst fast nichts. (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen.
genau anschauen, was bei dieser Regelung überhaupt herauskommen wird. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Stummvoll: Wir reden aber zum Schenkungsmeldegesetz!
Wir als Freiheitliche Partei haben bereits im vergangenen Herbst unter anderem Gegenmaßnahmen eingefordert, zum Beispiel, die Mehrwertsteuer auf die Grundnahrungsmittel, die der Bürger Tag für Tag benötigt, als einen ersten Schritt zu reduzieren. Und dann lese ich die heutige Presse-Aussendung vom Kollegen Auer, in der er mir eine unglaubliche Entgleisung unterstellt und sagt, ich hätte in meinem Einleitungsstatement in der Fragestunde behauptet (Abg. Dr. Stummvoll: Wir reden aber zum Schenkungsmeldegesetz!), die Bauern seien schuld an den hohen Lebensmittelpreisen. – Das ist einfach unwahr!
Beifall bei der FPÖ.
Und das ist der Punkt, der auch wirklich geändert gehört: Man muss sich gegenseitig ernst nehmen und auch zuhören können. Wenn später solche Aussagen kommen und das eigentliche Problem nicht angesprochen wird, nämlich die Bevölkerung endlich einmal von den exorbitant gestiegenen Preisen beim Heizen, beim Tanken, beim Wohnen, beim Einkaufen zu entlasten, und der ÖVP nicht mehr einfällt, als hier plumpe Plattitüden in meine Richtung von sich zu geben, dann beweist das auch den Stil. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP
Im Übrigen zum Stil: Das Parlament muss sich ernst nehmen. Aber zum Ernstnehmen gehört ja auch dazu, dass wir Aufgaben haben und uns nicht immer selber beschränken. Wenn ich also jetzt nach hinten schaue und sehe, dass die EU-Fahne gleich groß wie die österreichische Fahne ist, dann ist das auch ein Beispiel dafür, wie die Großparteien SPÖ und ÖVP mit den Grünen nicht nur über die österreichische Bevölkerung drübergefahren sind und die Europäische Verfassung, die aus unserer Sicht ein reines Diktat darstellt, einfach gegen den Willen der Bevölkerung durchgezogen haben (Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP), sondern es ist auch Fakt, dass natürlich durch dieses EU-Diktat dem Parlament auch Kompetenzen genommen werden, uns genommen werden, Ihnen genommen werden. (Abg. Dr. Stummvoll: Zur Sache! –
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Schüssel: Reden Sie endlich zum Schenkungsmeldegesetz!
Abg. Dr. Schüssel: Sie reden nicht zur Sache!) Es werden Kompetenzen genommen. Und das ist das Entscheidende! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Schüssel: Reden Sie endlich zum Schenkungsmeldegesetz!)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Herr Kollege, ich darf Sie jetzt auffordern, wieder zum Verhandlungsgegenstand zu sprechen! (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ
Abgeordneter Mag. Gerald Hauser (fortsetzend): Geschätzte Damen und Herren! Wenn Sie heute das Ergebnis Ihrer Verhandlungen als großen Erfolg darstellen, sage ich, das kann nicht sein. Denn jeder, der ein Auto besitzt, weiß (der Redner hält eine Tafel, auf der in roter Schrift „55 % Steuern“ steht, in die Höhe), dass er 55 Prozent des Preises beim Tanken in die größte Zapfsäule der Republik abgibt, die jetzt quasi hinter mir sitzt, nämlich an die beiden größten Zapfmeister (Beifall bei der FPÖ), den Herrn Finanzminister und den Herrn Staatssekretär für Finanzen hinter mir, dass 55 Prozent in ihre Kasse fließen. Sie geben heute kleine, bescheidene Gelder zurück und wollen das als großen Erfolg darstellen. Es ist aber jedem, auch uns klar: Ihnen fehlt das Herz, Herr Finanzminister! Sie hätten schon früher, Sie hätten schon rechtzeitig reagieren müssen. Und es wäre Ihnen ein Leichtes, Teile von den 816 Millionen €, die Sie im ersten Quartal dieses Jahres bereits mehr eingenommen haben, der Bevölkerung zurückzugeben.
Abg. Strache: Der Schlusssatz! – Beifall bei der FPÖ für den das Rednerpult verlassenden Abg. Mag. Hauser.
Präsident Dr. Michael Spindelegger (das Glockenzeichen gebend): Herr Kollege! Ihre Redezeit ist schon längst beendet. (Abg. Strache: Der Schlusssatz! – Beifall bei der FPÖ für den das Rednerpult verlassenden Abg. Mag. Hauser.)
Abg. Strache: Herr Präsident! Es ist üblich, einen Schlusssatz zu gewähren!
Präsident Dr. Michael Spindelegger: So. (Abg. Strache: Herr Präsident! Es ist üblich, einen Schlusssatz zu gewähren!) – Herr Abgeordneter Strache und Herr Abgeordneter Hauser! Ich habe gerne, wie bei anderen Rednern, zugesehen, dass man die Redezeit ein wenig überschreitet. Aber wenn man einen Entschließungsantrag, erst unmittelbar bevor die Redezeit endet, einbringt, dann ist das nicht mehr zulässig.
Heiterkeit beim BZÖ
Abgeordneter Josef Bucher (BZÖ): Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Ich bedanke mich gleich bei meinem Vorredner für die Verlesung der Kärntner Resolution (Heiterkeit beim BZÖ); da erspare ich mir jetzt Zeit, die ohnehin sehr kostbar ist.
Beifall bei BZÖ und ÖVP.
Ich möchte mit einem Lob beginnen – an und für sich etwas Unübliches, aber wir stehen natürlich zum Auslaufen der Erbschafts- und Schenkungssteuer, weil es ein bereits versteuertes Vermögen ist. Und das kann man nicht ein zweites Mal einer Steuer unterziehen. Daher stehen wir dem natürlich sehr positiv gegenüber. (Beifall bei BZÖ und ÖVP.)
Heiterkeit und Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Da müssen Sie sich den Vorwurf gefallen lassen, meine sehr verehrten Damen und Herren von der SPÖ, da müssen Sie Ihre ganzen Teilorganisationen in Zukunft umbenennen: Arbeiter-Jachtklub, Arbeiter-Zigarrenklub, Barrique-Klub – das werden in Zukunft die SPÖ-Vorfeldorganisationen sein. (Heiterkeit und Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.) Das schaue ich mir an, wie lange Sie dann Ihre Genossen noch bei der Stange halten werden.
Abg. Strache: Dem ÖGB, den ÖGB-Stiftungen ist das nicht peinlich!
Das ist auch ein fatales Signal! Gott sei Dank haben Sie dank der Eingriffe der Opposition abgewehrt, dass Sie den Stiftungen 400 Millionen € nachschießen, die das überhaupt nicht brauchen, denen diese ganze Diskussion peinlich ist, weil sie ja wissen, dass wir in Österreich eine der attraktivsten Stiftungsregelungen in der gesamten Europäischen Gemeinschaft haben. (Abg. Strache: Dem ÖGB, den ÖGB-Stiftungen ist das nicht peinlich!) Die Leute kommen zu uns und legen in Österreich ihr Vermögen an – Gott sei Dank –, gut verwaltet. Aber da reicht doch ein Eingangssteuersatz mit 5 Prozent völlig aus. Da muss man nicht diese 5 Prozent auch noch halbieren.
Beifall beim BZÖ.
Das sind doch hausgemachte Teuerungen! Da dürfen Sie sich nicht zurücklehnen und sagen, damit habe die Bundesregierung nichts zu tun. Alle Wirtschaftsexperten sagen Ihnen, Sie haben mindestens einen halben Anteil an der gesamten Inflation. Und die Inflation wird sich ausweiten. Wenn wir uns den Warenkorb anschauen, der die Inflation berechnet, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist festzustellen – werfen Sie einmal einen Blick in diesen Warenkorb! –: Da sind ja schon längst nicht mehr ausschließlich Güter des täglichen Bedarfs drinnen, sondern da ist ein Auto drinnen, da ist ein Fernseher drinnen. Einen Fernseher kaufe ich doch nicht täglich! (Beifall beim BZÖ.) Den kaufe ich alle sieben bis zehn Jahre. Ein Auto kaufe ich alle sieben Jahre. Das ist doch nicht mehr die Realität.
Abg. Strache: Das ist richtig!
Die wirkliche Inflation ist 10 Prozent, meine sehr geehrten Damen und Herren, und nicht 3,5 Prozent oder 3,6 Prozent. (Abg. Strache: Das ist richtig!) Und darauf muss die Bundesregierung endlich einmal eine Antwort finden und die Menschen entlasten.
Abg. Strache: Da gibt es 100 000 arme Kärntner!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das Beispiel Kärnten zeigt es Ihnen vor. (Abg. Strache: Da gibt es 100 000 arme Kärntner!) Unser Landeshauptmann Dr. Jörg Haider zeigt Ihnen vor, was soziale Politik ist. (Beifall beim BZÖ.) Das können Sie sich anschauen, meine sehr geehrten Damen und Herren: amtlicher Preisstopp bei den Treibstoffen, MöSt-Senkung, Rücknahme der Steuern. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das schaue ich mir jetzt aber wirklich an vonseiten der SPÖ und ÖVP, was Sie dazu sagen.
Beifall beim BZÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das Beispiel Kärnten zeigt es Ihnen vor. (Abg. Strache: Da gibt es 100 000 arme Kärntner!) Unser Landeshauptmann Dr. Jörg Haider zeigt Ihnen vor, was soziale Politik ist. (Beifall beim BZÖ.) Das können Sie sich anschauen, meine sehr geehrten Damen und Herren: amtlicher Preisstopp bei den Treibstoffen, MöSt-Senkung, Rücknahme der Steuern. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das schaue ich mir jetzt aber wirklich an vonseiten der SPÖ und ÖVP, was Sie dazu sagen.
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das Beispiel Kärnten zeigt es Ihnen vor. (Abg. Strache: Da gibt es 100 000 arme Kärntner!) Unser Landeshauptmann Dr. Jörg Haider zeigt Ihnen vor, was soziale Politik ist. (Beifall beim BZÖ.) Das können Sie sich anschauen, meine sehr geehrten Damen und Herren: amtlicher Preisstopp bei den Treibstoffen, MöSt-Senkung, Rücknahme der Steuern. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das schaue ich mir jetzt aber wirklich an vonseiten der SPÖ und ÖVP, was Sie dazu sagen.
Abg. Mag. Kogler: Nicht einmal das!
„Billiger Populismus“, habe ich gehört, Herr Finanzminister und Vizekanzler. (Abg. Mag. Kogler: Nicht einmal das!) Das sagen Sie (in Richtung ÖVP) dann aber auch dem Herrn Martinz, und Sie (in Richtung SPÖ) sagen das Ihrer Frau Schaunig-Kanduth. Sie hat das unterschrieben, diese Resolution ist einstimmig in der Kärntner Landesregierung beschlossen worden. Einstimmig! (Abg. Dr. Cap: GTI-Treffen!) Denen sagen Sie das auch, dass das „billiger Populismus“ ist, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Cap: GTI-Treffen!
„Billiger Populismus“, habe ich gehört, Herr Finanzminister und Vizekanzler. (Abg. Mag. Kogler: Nicht einmal das!) Das sagen Sie (in Richtung ÖVP) dann aber auch dem Herrn Martinz, und Sie (in Richtung SPÖ) sagen das Ihrer Frau Schaunig-Kanduth. Sie hat das unterschrieben, diese Resolution ist einstimmig in der Kärntner Landesregierung beschlossen worden. Einstimmig! (Abg. Dr. Cap: GTI-Treffen!) Denen sagen Sie das auch, dass das „billiger Populismus“ ist, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
„Billiger Populismus“, habe ich gehört, Herr Finanzminister und Vizekanzler. (Abg. Mag. Kogler: Nicht einmal das!) Das sagen Sie (in Richtung ÖVP) dann aber auch dem Herrn Martinz, und Sie (in Richtung SPÖ) sagen das Ihrer Frau Schaunig-Kanduth. Sie hat das unterschrieben, diese Resolution ist einstimmig in der Kärntner Landesregierung beschlossen worden. Einstimmig! (Abg. Dr. Cap: GTI-Treffen!) Denen sagen Sie das auch, dass das „billiger Populismus“ ist, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: Der Finanzminister erklärt uns die ganze Zeit, das ist nicht möglich!
kommen, meine Damen und Herren, bei uns zu tanken und sich natürlich die wunderschöne historische Stadt Friesach anzuschauen. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: Der Finanzminister erklärt uns die ganze Zeit, das ist nicht möglich!)
Beifall beim BZÖ.
Handeln Sie, meine sehr geehrten Damen und Herren, im Interesse der Bevölkerung! – Danke schön. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt liegt die Latte hoch!
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Von der Regierungsbank aus hat sich Herr Staatssekretär Dr. Matznetter gemeldet. Ihre Redezeit darf 8 Minuten nicht übersteigen. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt liegt die Latte hoch!)
Abg. Strache: Momentan stehen sie im Stau in Wien!
Staatssekretär im Bundesministerium für Finanzen Dr. Christoph Matznetter: Herr Präsident! Hohes Haus! Ich möchte Folgendes an die erste Stelle stellen: Ja, in ganz Österreich stellt sich, so wie in allen anderen Ländern, das Problem gestiegener Kosten für die Mobilität. Wir haben gerade eingangs gehört, dass Österreich heuer und hoffentlich auch im nächsten Jahr deutlich besser wächst als alle Vergleichsstaaten. Wir wachsen besser als die Euro-Zone, wir wachsen besser als die EU 15, wir wachsen besser als die OECD-Staaten. Die österreichische Wirtschaft zeigt noch ein robustes Wachstum mit zurückgehender Arbeitslosigkeit. Es ist der Fleiß der Menschen im Land, die es in dieser Situation möglich machen, dass sich unsere Produkte und Dienstleistungen auch beim Euro-Dollar-Verhältnis von 1:55, 1:60 gegen billigere Produkte auf den Weltmärkten behaupten können. Das ist die Qualität, wie Arbeit in Österreich erbracht wird! Diese Menschen fahren täglich zur Arbeit und finden – das ist richtig (Abg. Strache: Momentan stehen sie im Stau in Wien!) – an der Zapfsäule heute bereits Preise vor, die deutlich über denen liegen, wie es sie noch vor fünf oder zehn Jahren gab.
Zwischenrufe beim BZÖ.
Diese Regierung handelt sofort! (Zwischenrufe beim BZÖ.) Seit vierzehneinhalb Monaten ist diese Regierung im Amt; wir haben inzwischen drei Mal die Pendlerpauschale erhöht, wir haben erstmals eine Negativsteuer-Komponente für Pendler, die unterhalb der Lohnsteuer-Freigrenze liegen, eingeführt. (Abg. Strache: Sie spüren nichts im Geldbörsel an Entlastung! Das ist der entscheidende Punkt!) Leider wissen die Menschen noch zu wenig, dass im nächsten Jahr die Negativsteuer auf maximal 240 € angehoben wird. 130 € beträgt darin allein die Komponente für die Negativsteuer.
Abg. Strache: Sie spüren nichts im Geldbörsel an Entlastung! Das ist der entscheidende Punkt!
Diese Regierung handelt sofort! (Zwischenrufe beim BZÖ.) Seit vierzehneinhalb Monaten ist diese Regierung im Amt; wir haben inzwischen drei Mal die Pendlerpauschale erhöht, wir haben erstmals eine Negativsteuer-Komponente für Pendler, die unterhalb der Lohnsteuer-Freigrenze liegen, eingeführt. (Abg. Strache: Sie spüren nichts im Geldbörsel an Entlastung! Das ist der entscheidende Punkt!) Leider wissen die Menschen noch zu wenig, dass im nächsten Jahr die Negativsteuer auf maximal 240 € angehoben wird. 130 € beträgt darin allein die Komponente für die Negativsteuer.
Abg. Strache: Österreichische Kfz-Besitzer zum Beispiel!
Zweiter wesentlicher Teil: Wir gehen nicht her und sagen, wir senken die Spritpreise allgemein durch Senkung der Mineralölsteuer. Warum nicht? – Erstens: Die Tiroler würden sich sehr bedanken, wenn wir hergehen würden (Abg. Strache: Österreichische Kfz-Besitzer zum Beispiel!) und die niedrigste Mineralölsteuer auf Diesel herstellen. (Abg. Strache: Österreichische Kfz-Besitzer!)
Abg. Strache: Österreichische Kfz-Besitzer!
Zweiter wesentlicher Teil: Wir gehen nicht her und sagen, wir senken die Spritpreise allgemein durch Senkung der Mineralölsteuer. Warum nicht? – Erstens: Die Tiroler würden sich sehr bedanken, wenn wir hergehen würden (Abg. Strache: Österreichische Kfz-Besitzer zum Beispiel!) und die niedrigste Mineralölsteuer auf Diesel herstellen. (Abg. Strache: Österreichische Kfz-Besitzer!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Van der Bellen. – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Wir gehen den richtigen Weg und geben dem, der mit dem Auto fahren muss – zur Arbeit oder für die Arbeit –, direkt Geld. Ich halte das für besser und für vernünftiger als eine Gießkanne, die nur zu höheren Profiten bei den Mineralölgesellschaften führen würde. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Van der Bellen. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Das ist ja Pflanzerei! Sie pflanzen hier die Bürger!
Menschen: Ja, wir wissen, was notwendig ist, wir handeln sofort, aber wir machen es mit Augenmaß und zielgerichtet! (Abg. Strache: Das ist ja Pflanzerei! Sie pflanzen hier die Bürger!)
Abg. Mag. Hauser: Sie sind ja in der Regierung!
Wenn ich eine Nebenbemerkung machen darf: Aus den Rängen von FPÖ und BZÖ, die sieben Jahre in der Regierung waren, wobei in den sieben Jahren die Erhöhung der Pendlerpauschale nicht einmal die Hälfte dessen war, was bei uns in 14 Monaten der Fall ist (Abg. Mag. Hauser: Sie sind ja in der Regierung!), brauchen Sie in diesem Fall keine Zwischenrufe zu machen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Schauen Sie sich einmal die Kaufkraft an! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Benzinpreis war vor zwei Jahren noch ganz woanders! – Abg. Scheibner: Ich werde Ihnen dann schon eine Antwort geben! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Schauen Sie sich einmal die Kaufkraft an! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Benzinpreis war vor zwei Jahren noch ganz woanders! – Abg. Scheibner: Ich werde Ihnen dann schon eine Antwort geben! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.
Wenn ich eine Nebenbemerkung machen darf: Aus den Rängen von FPÖ und BZÖ, die sieben Jahre in der Regierung waren, wobei in den sieben Jahren die Erhöhung der Pendlerpauschale nicht einmal die Hälfte dessen war, was bei uns in 14 Monaten der Fall ist (Abg. Mag. Hauser: Sie sind ja in der Regierung!), brauchen Sie in diesem Fall keine Zwischenrufe zu machen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Schauen Sie sich einmal die Kaufkraft an! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Benzinpreis war vor zwei Jahren noch ganz woanders! – Abg. Scheibner: Ich werde Ihnen dann schon eine Antwort geben! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.)
Abg. Scheibner: Dort drüben sind Sie gestanden, als Sie die Steuersenkung abgelehnt haben!
Herr Abgeordneter Westenthaler! Sie selbst haben vorhin die Pensionserhöhungen kritisiert, die die mangelnde Kaufkraft der Pensionisten für den Einkauf von Benzin darstellen. (Abg. Scheibner: Dort drüben sind Sie gestanden, als Sie die Steuersenkung abgelehnt haben!) Darf ich an der Stelle darauf verweisen: In diesem Jahrzehnt gab es nur zwei Mal eine Erhöhung über der Inflationsrate, und dies war in den letzten beiden Jahren. In diesem Sinne brauchen Sie dieser Regierung, diesem Bundeskanzler und diesem Finanzminister keinen Vorwurf zu machen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie waren gegen jede Steuersenkung!) Im Gegenteil, applaudieren Sie Bundeskanzler Gusenbauer und Vizekanzler Molterer in dieser Frage! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie waren gegen jede Steuersenkung!
Herr Abgeordneter Westenthaler! Sie selbst haben vorhin die Pensionserhöhungen kritisiert, die die mangelnde Kaufkraft der Pensionisten für den Einkauf von Benzin darstellen. (Abg. Scheibner: Dort drüben sind Sie gestanden, als Sie die Steuersenkung abgelehnt haben!) Darf ich an der Stelle darauf verweisen: In diesem Jahrzehnt gab es nur zwei Mal eine Erhöhung über der Inflationsrate, und dies war in den letzten beiden Jahren. In diesem Sinne brauchen Sie dieser Regierung, diesem Bundeskanzler und diesem Finanzminister keinen Vorwurf zu machen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie waren gegen jede Steuersenkung!) Im Gegenteil, applaudieren Sie Bundeskanzler Gusenbauer und Vizekanzler Molterer in dieser Frage! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Herr Abgeordneter Westenthaler! Sie selbst haben vorhin die Pensionserhöhungen kritisiert, die die mangelnde Kaufkraft der Pensionisten für den Einkauf von Benzin darstellen. (Abg. Scheibner: Dort drüben sind Sie gestanden, als Sie die Steuersenkung abgelehnt haben!) Darf ich an der Stelle darauf verweisen: In diesem Jahrzehnt gab es nur zwei Mal eine Erhöhung über der Inflationsrate, und dies war in den letzten beiden Jahren. In diesem Sinne brauchen Sie dieser Regierung, diesem Bundeskanzler und diesem Finanzminister keinen Vorwurf zu machen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie waren gegen jede Steuersenkung!) Im Gegenteil, applaudieren Sie Bundeskanzler Gusenbauer und Vizekanzler Molterer in dieser Frage! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein Ritter von der traurigen Gestalt sind Sie, muss ich wirklich sagen!
Um zum zweiten großen Vorwurf zu kommen (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Ritter von der traurigen Gestalt sind Sie, muss ich wirklich sagen!): Dieser lautet, dass innerhalb der Regierungskoalition die Sozialdemokratie einer Abschaffung der Erbschaftssteuer zugestimmt hat. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Um zum zweiten großen Vorwurf zu kommen (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Ritter von der traurigen Gestalt sind Sie, muss ich wirklich sagen!): Dieser lautet, dass innerhalb der Regierungskoalition die Sozialdemokratie einer Abschaffung der Erbschaftssteuer zugestimmt hat. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Dr. Brinek: Wo ist denn Herr Pilz?
Herr Professor Van der Bellen! Auch wenn Kollege Pilz behauptet, dass es nur wenige Stunden Arbeit sind, wissen wir alle, dass Abgeordnete sich mit sehr vielen Materien beschäftigen müssen. (Abg. Dr. Brinek: Wo ist denn Herr Pilz?) Das Verfassungsgericht hat den § 19 über die Einheitsbewertung, der diese Ungerechtigkeit aufzählt, nicht aufgehoben, sondern er hat den Grundtatbestand aufgehoben. Durch die Aufhebung des Grundtatbestandes gab es keinerlei Verhandlungsmasse mehr für eine Reform dieser Steuer.
Abg. Mag. Rossmann: Sie haben nur der ÖVP ...!
Sie haben selbst in diesem Hause erlebt (Abg. Mag. Rossmann: Sie haben nur der ÖVP ...!), dass die Kühlschrank-Behaupter eigentlich selbst die sozialen Kühlschrank-Produzenten sind, nämlich die, die in Wirklichkeit für fünf Erben in Millionenhöhe keine Steuer wollen. Das ist eine Realität im Lande, der wir uns stellen müssen, es gibt keine Mehrheit. Unsere Aufgabenstellung war es daher (Abg. Mag. Kogler: Sicher gibt es eine Mehrheit!), in dieser Situation Verbesserungen herbeizuführen.
Abg. Mag. Kogler: Sicher gibt es eine Mehrheit!
Sie haben selbst in diesem Hause erlebt (Abg. Mag. Rossmann: Sie haben nur der ÖVP ...!), dass die Kühlschrank-Behaupter eigentlich selbst die sozialen Kühlschrank-Produzenten sind, nämlich die, die in Wirklichkeit für fünf Erben in Millionenhöhe keine Steuer wollen. Das ist eine Realität im Lande, der wir uns stellen müssen, es gibt keine Mehrheit. Unsere Aufgabenstellung war es daher (Abg. Mag. Kogler: Sicher gibt es eine Mehrheit!), in dieser Situation Verbesserungen herbeizuführen.
Abg. Ing. Westenthaler: Mehrheitswillen?
Rundum betrachtet, kann ich nicht sagen, dass es für mich ein Vergnügen ist, dass es diese Reform des Gesetzes nicht gibt. Ich hätte mir vorgestellt – und ich behaupte, dass das hier sehr viele betrifft, auch in anderen Fraktionen –, eine gute Reform der Erbschafts- und Schenkungssteuer wäre eine gute Alternative gewesen. Wir ha- ben aber jetzt eine Lösung gefunden, die dem Mehrheitswillen hier entspricht. (Abg. Ing. Westenthaler: Mehrheitswillen?)
Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.
Aber eines, bitte, nicht mehr in dem Zusammenhang: aus den Rängen jener, die den Entfall der Steuer für Millionenerben begrüßen und gleichzeitig von sozialer Kälte reden! (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.) Freuen Sie sich für die Pendler über die Verbesserungen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Dr. Van der Bellen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war jetzt nicht schlecht!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Dr. Van der Bellen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war jetzt nicht schlecht!
Aber eines, bitte, nicht mehr in dem Zusammenhang: aus den Rängen jener, die den Entfall der Steuer für Millionenerben begrüßen und gleichzeitig von sozialer Kälte reden! (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.) Freuen Sie sich für die Pendler über die Verbesserungen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Dr. Van der Bellen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war jetzt nicht schlecht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist jetzt ein Abgeordneter des Mehrheitswillens!
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Jakob Auer. Maximale Redezeit: 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist jetzt ein Abgeordneter des Mehrheitswillens!)
Abg. Mag. Hauser – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Lesen Sie es wörtlich vor!
Abgeordneter Jakob Auer (ÖVP): Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Herr Staatssekretär! Frau Staatssekretär! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Eine Vorbemerkung, Herr Kollege Hauser, wenn Sie schon den Umgang miteinander hier beklagen: Ich habe die Frage nicht wie Sie formuliert. Sie haben wörtlich gefragt: „Welche Maßnahme werden Sie setzen, um der permanenten Verteuerung von landwirtschaftlichen Produkten Einhalt zu gebieten, zumal seit dem EU-Beitritt ...?“, und so weiter, und so fort. (Abg. Mag. Hauser – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Lesen Sie es wörtlich vor!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Herr Kollege Hauser! Wenn Sie gefragt hätten: was unternehmen Sie, um die Handelsspannen oder andere Dinge zu verringern?, dann wäre ich bei Ihnen gewesen. Aber nicht, wenn hier andere Dinge unterstellt werden! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Steibl: Aber das war nicht Herr Pilz!
Meine Damen und Herren! Zurück zu dem, was wir jetzt zu beschließen haben. Ich bedanke mich ausdrücklich bei der grünen Fraktion, die ventiliert hat, dass wir hier einige Experten beiziehen mögen. Es war interessant ... (Abg. Steibl: Aber das war nicht Herr Pilz!) – Nein! Da könnte man eine Suchaktion aufgeben, er ist wieder einmal nicht hier. (Abg. Rauch-Kallat: Pilz-Watch! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Rauch-Kallat: Pilz-Watch! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Zurück zu dem, was wir jetzt zu beschließen haben. Ich bedanke mich ausdrücklich bei der grünen Fraktion, die ventiliert hat, dass wir hier einige Experten beiziehen mögen. Es war interessant ... (Abg. Steibl: Aber das war nicht Herr Pilz!) – Nein! Da könnte man eine Suchaktion aufgeben, er ist wieder einmal nicht hier. (Abg. Rauch-Kallat: Pilz-Watch! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Kogler: Unterbrochen!
Meine Damen und Herren! Kollege Kogler, der sich zu Recht mehrmals darüber beklagt hat, dass dieser Finanzausschuss verschoben wurde (Abg. Mag. Kogler: Unterbrochen!), unterbrochen wurde, vertagt wurde, um zu einer Lösung zu kommen – ich glaube, es ist eine ausgezeichnete Lösung –, hat am letzten Tag wörtlich gesagt: An und für sich hat diese Unterbrechung etwas Gutes gehabt, denn jetzt ist es zu einer vernünftigen Lösung gekommen.
Abg. Dr. Van der Bellen: Aber die 400 Millionen ...! Da verschweigen Sie das Wichtigste!
Der Sachverständige der Grünen, Doralt, hat plötzlich vermeldet: Nein, er sei ja nicht gegen die Stiftungen. Wenn man ihm genau zugehört hat, hat er es sogar als durchaus arbeitsplatzsichernd und standorterhaltend bestätigt. (Abg. Dr. Van der Bellen: Aber die 400 Millionen ...! Da verschweigen Sie das Wichtigste!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Van der Bellen.
Meine Damen und Herren! Herr Kollege Klubobmann Van der Bellen! Sie wissen doch selbst besser, dass es hier nicht um 400 Millionen geht. Erzählen doch bitte Sie als anerkannter Wirtschaftsexperte nicht derartige Märchen! (Zwischenruf des Abg. Dr. Van der Bellen.) Meine Damen und Herren, erzählen Sie nicht derartige Märchen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Sie schreiben da in die Unterlagen hinein ...!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Sie schreiben da in die Unterlagen hinein ...!
Meine Damen und Herren! Herr Kollege Klubobmann Van der Bellen! Sie wissen doch selbst besser, dass es hier nicht um 400 Millionen geht. Erzählen doch bitte Sie als anerkannter Wirtschaftsexperte nicht derartige Märchen! (Zwischenruf des Abg. Dr. Van der Bellen.) Meine Damen und Herren, erzählen Sie nicht derartige Märchen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Sie schreiben da in die Unterlagen hinein ...!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich möchte ausdrücklich Herrn Staatssekretär Matznetter gratulieren, da er im Ausschuss in einer präzisen Art und Weise die Sachlage erläutert hat. Hier könnte man sich die Mühe nehmen, 10 Minuten wirklich aufzupassen, dann müsste man nicht immer wieder derart populistische Behauptungen in den Raum stellen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Dr. Van der Bellen: Einer der Besten!
Meine Damen und Herren! Wissen Sie, der Herr ehemalige Bundesminister Lacina (Abg. Dr. Van der Bellen: Einer der Besten!), dessen Wirtschaftskompetenz man nicht in Zweifel ziehen kann und konnte (Abg. Dr. Van der Bellen: Sehr richtig!), hat damals ein Stiftungsrecht modernster Art in die Wege geleitet; wenn ich es richtig im Kopf habe, in Zusammenarbeit mit Kollegem Ditz.
Abg. Dr. Van der Bellen: Sehr richtig!
Meine Damen und Herren! Wissen Sie, der Herr ehemalige Bundesminister Lacina (Abg. Dr. Van der Bellen: Einer der Besten!), dessen Wirtschaftskompetenz man nicht in Zweifel ziehen kann und konnte (Abg. Dr. Van der Bellen: Sehr richtig!), hat damals ein Stiftungsrecht modernster Art in die Wege geleitet; wenn ich es richtig im Kopf habe, in Zusammenarbeit mit Kollegem Ditz.
Abg. Scheibner: Matznetter war dagegen!
Die Körperschaftsteuerreform wurde mit Hilfe der damaligen FPÖ – oder BZÖ – umgesetzt, trotz massiver Kritik damals noch von dieser Seite (Abg. Scheibner: Matznetter war dagegen!), vor allem auch von der SPÖ Oberösterreich. (Abg. Ing. Westenthaler: War eine sehr gute Maßnahme!) Man lag damals falsch, so wie heute diese Seite zu dem Stiftungsrecht falsch liegt. Die Wahrheit wird sich zeigen: dass es richtig war, das umzusetzen, so wie damals bei der Voest-Debatte und der Privatisierung die Vorgangsweise notwendig war und richtig war. (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: War eine sehr gute Maßnahme!
Die Körperschaftsteuerreform wurde mit Hilfe der damaligen FPÖ – oder BZÖ – umgesetzt, trotz massiver Kritik damals noch von dieser Seite (Abg. Scheibner: Matznetter war dagegen!), vor allem auch von der SPÖ Oberösterreich. (Abg. Ing. Westenthaler: War eine sehr gute Maßnahme!) Man lag damals falsch, so wie heute diese Seite zu dem Stiftungsrecht falsch liegt. Die Wahrheit wird sich zeigen: dass es richtig war, das umzusetzen, so wie damals bei der Voest-Debatte und der Privatisierung die Vorgangsweise notwendig war und richtig war. (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.)
Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.
Die Körperschaftsteuerreform wurde mit Hilfe der damaligen FPÖ – oder BZÖ – umgesetzt, trotz massiver Kritik damals noch von dieser Seite (Abg. Scheibner: Matznetter war dagegen!), vor allem auch von der SPÖ Oberösterreich. (Abg. Ing. Westenthaler: War eine sehr gute Maßnahme!) Man lag damals falsch, so wie heute diese Seite zu dem Stiftungsrecht falsch liegt. Die Wahrheit wird sich zeigen: dass es richtig war, das umzusetzen, so wie damals bei der Voest-Debatte und der Privatisierung die Vorgangsweise notwendig war und richtig war. (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der ÖVP.
In diesem Sinne stimmen wir dieser Vorlage gerne zu. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.
Abgeordneter Gerhard Reheis (SPÖ): Herr Präsident! Werte Mitglieder auf der Regierungsbank! Zunächst einmal: Als Ordner meiner Fraktion möchte ich hier protestieren – vor allem auch als einer, der in der Zeitung „Österreich“ abgebildet wurde – gegen unseriöse Journalisten und unseriösen Journalismus. Das können wir uns alle – von allen Fraktionen hier in diesem Hause – nicht gefallen lassen! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Hornek
Wenn hier steht: „Ferien im Nationalrat“ – ich bin einer von denen, die den ganzen Sommer am Weg sind, wie Sie alle, von allen Fraktionen –, dann muss es nicht sein, dass Journalisten uns ausrichten, dass wir eigentlich nur zwei Stunden arbeiten und, weil wir nicht acht Stunden hier in diesem Haus sitzen (Zwischenruf des Abg. Hornek), faule Abgeordnete sind. Es ist nicht unsere Aufgabe, acht Stunden täglich hier im Haus zu sitzen. Man könnte ja auch verlangen, dass diese Journalisten acht Stunden in den Redaktionsbüros sitzen, und dann könnte man fragen: Warum sind sie nicht dort, wo etwas passiert? (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Steibl.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Steibl.
Wenn hier steht: „Ferien im Nationalrat“ – ich bin einer von denen, die den ganzen Sommer am Weg sind, wie Sie alle, von allen Fraktionen –, dann muss es nicht sein, dass Journalisten uns ausrichten, dass wir eigentlich nur zwei Stunden arbeiten und, weil wir nicht acht Stunden hier in diesem Haus sitzen (Zwischenruf des Abg. Hornek), faule Abgeordnete sind. Es ist nicht unsere Aufgabe, acht Stunden täglich hier im Haus zu sitzen. Man könnte ja auch verlangen, dass diese Journalisten acht Stunden in den Redaktionsbüros sitzen, und dann könnte man fragen: Warum sind sie nicht dort, wo etwas passiert? (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Steibl.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das müssen Sie Ihrem Parteivorsitzenden sagen! – Abg. Scheibner: Was sagt der Bundeskanzler dazu?
Zu unseren Laptops, als Ordner: Wir arbeiten hier, wir recherchieren, wir beantworten Interventionen und Ähnliches mehr. (Abg. Ing. Westenthaler: Das müssen Sie Ihrem Parteivorsitzenden sagen! – Abg. Scheibner: Was sagt der Bundeskanzler dazu?) Das ist unsere Aufgabe, das tun wir, beziehungsweise wir bearbeiten hier auch die Rednerliste in diesem Haus. Dass Sie sich damit profilieren, das ist Ihre Schande, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ. – „Gusenbauer!“-Rufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Scheibner.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ. – „Gusenbauer!“-Rufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Scheibner.
Zu unseren Laptops, als Ordner: Wir arbeiten hier, wir recherchieren, wir beantworten Interventionen und Ähnliches mehr. (Abg. Ing. Westenthaler: Das müssen Sie Ihrem Parteivorsitzenden sagen! – Abg. Scheibner: Was sagt der Bundeskanzler dazu?) Das ist unsere Aufgabe, das tun wir, beziehungsweise wir bearbeiten hier auch die Rednerliste in diesem Haus. Dass Sie sich damit profilieren, das ist Ihre Schande, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ. – „Gusenbauer!“-Rufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Scheibner.)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Kollege, darf ich das noch einmal sehen?
Hohes Haus! Diese Bundesregierung tut etwas gegen die Teuerungen. Wenn man sich das anschaut: Ja, es ist richtig: „Es wird noch teurer“ – das schreibt auch „NEWS“ –, und man rechnet damit, dass zum Beispiel der Preis von Diesel auf 1,60 € klettern wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Kollege, darf ich das noch einmal sehen?) Diese Bundesregierung reagiert und tut etwas mit dieser Pendlerpauschale.
Beifall bei der SPÖ.
Wenn Sie hier immer von 60 Millionen € reden, Herr Kollege Westenthaler, dann darf ich Ihnen schon etwas sagen. 170 Millionen € für die große Pendlerpauschale, 70 Millionen € für die kleine Pendlerpauschale, also die bisherigen Gesamtkosten von 240 Millionen €, und dazu noch 35 Millionen € zeitlich befristet, das ergibt bis Ende 2009 275 Millionen € an Gesamtkosten der Pendlerpauschale. Das ist der Erfolg der Bundesregierung, ein Erfolg der sozialen Kompetenz der SPÖ, die sich hier maßgeblich mit eingebracht hat, dass wir den Pendlern helfen können. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
für den öffentlichen Verkehr ganz klar auf. Die SPÖ Tirol forciert gerade angesichts dieser galoppierenden Treibstoffpreise den öffentlichen Verkehr in Tirol und möchte flott den Umstieg auf die Öffis so attraktiv wie möglich machen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das bedarf aber einer Änderung der Tiroler Politik, und dazu haben die Menschen am Sonntag Gelegenheit, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.) Ein reiches Land wie Tirol und ein reiches Land wie Österreich haben dafür die Möglichkeiten, hier einiges zu unternehmen, auch die öffentlichen Unterstützungen und Förderungen auszubauen und den Pendlerinnen und Pendlern zu gewähren.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir Abgeordnete von der Tiroler Sozialdemokratie, der SPÖ, und die Bundesregierung mit der SPÖ als Triebfeder zeigen hier auf, wie es geht. Wir werden uns mit unserer sozialen Kompetenz auch gegen die Neinsager ständig zur Wehr setzen und uns für die Menschen in unserem Land einsetzen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Lutz Weinzinger
Da setzen wir an. Wir wollen, dass endlich auch die PendlerInnen – und das ist mir ein Hauptanliegen – vom Auto wegkommen. Denn Autopendeln bedeutet Belastung schon am Weg zur Arbeit (Zwischenruf des Abg. Lutz Weinzinger), Autopendeln bedeutet praktisch, dass ich eineinhalb Monate im Jahr nur dafür arbeite, dass ich von meinem Wohnort zum Arbeitsplatz komme. Das gehört geändert! Wir brauchen andere Siedlungsstrukturen, eine andere Wirtschaftspolitik und eine gerechte Pendlerpauschale.
Die Rednerin stellt eine Österreich-Karte vor sich auf das Rednerpult. – Abg. Ing. Westenthaler: Eine Wetterkarte! Eine Regenkarte! – Zwischenruf des Abg. Mag. Hauser.
Und was passiert damit in Richtung öffentlicher Verkehr? – Gar nichts! Und das Resultat darf ich Ihnen, Herr Vizekanzler, darf ich Ihnen hier im Plenum und darf ich Ihnen vor der Bildschirmen heute mittels einer Karte zeigen. (Die Rednerin stellt eine Österreich-Karte vor sich auf das Rednerpult. – Abg. Ing. Westenthaler: Eine Wetterkarte! Eine Regenkarte! – Zwischenruf des Abg. Mag. Hauser.) – Sie sehen hier die roten Zonen – die roten Zonen sind gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen – und Sie sehen die gelben und die blauen Zonen: Dort ist die Erreichbarkeit durch öffentliche Verkehrsmittel überhaupt nicht mehr oder sehr schlecht gegeben.
Beifall bei den Grünen.
Das ist das Resultat Ihrer verfehlten Steuer- und Verkehrspolitik, und unter diesem Resultat leiden auch die Pendlerinnen und Pendler, weil sie sehr viel Geld für ihre Automobilität aufwenden müssen. Wir wollen, dass diese endlich ein besseres ÖV-Angebot mit besseren Taktverkehren, mit attraktiven Tarifen und mit komfortablen Wägen bekommen! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Kickl: ... im eigenen Klub schauen!
Alleine in Wien – in Wien! – fahren 50 Prozent der Menschen trotz ÖV mit dem Auto zur Arbeit. (Abg. Kickl: ... im eigenen Klub schauen!) Warum? – Weil der Fahrplan nicht passt, weil teilweise die Angebote nicht passen! Wie schaut es denn da erst in der Steiermark aus, wie schaut es im Mühlviertel aus, im Waldviertel? – Da passt es hinten und vorne nicht zusammen! Wir müssen aber dafür sorgen, und deshalb gibt es einen Antrag von uns, damit endlich bei der Raumordnungspolitik, bei der Wirtschaftspolitik und bei der Finanzierung des öffentlichen Nahverkehrs etwas passiert.
Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.
(Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Vizekanzler! Herr Präsident! Meine Damen und Herren! So kommen wir heraus aus der Ölpreisfalle, die auch zur Pendlerfalle wird, weil die Steigerung der Pauschale ist in keiner Weise mit der Steigerung der Kosten in Einklang zu bringen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Rada steht direkt hinter dem Rednerpult an der Regierungsbank. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist auch nicht schlecht! Rücken an Rücken!
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Weinzinger. Seine maximale Redezeit beträgt ebenfalls 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Dr. Rada steht direkt hinter dem Rednerpult an der Regierungsbank. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist auch nicht schlecht! Rücken an Rücken!) – Kollege Rada, darf ich Sie bitten, dem Redner Platz zu machen! (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen. – Abg. Lutz Weinzinger – auf dem Weg zum Rednerpult –: Es war nur eine kleine Blockade!)
Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen. – Abg. Lutz Weinzinger – auf dem Weg zum Rednerpult –: Es war nur eine kleine Blockade!
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Weinzinger. Seine maximale Redezeit beträgt ebenfalls 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Dr. Rada steht direkt hinter dem Rednerpult an der Regierungsbank. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist auch nicht schlecht! Rücken an Rücken!) – Kollege Rada, darf ich Sie bitten, dem Redner Platz zu machen! (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen. – Abg. Lutz Weinzinger – auf dem Weg zum Rednerpult –: Es war nur eine kleine Blockade!)
Abg. Murauer: Das ist ihnen eh bewusst!
Wir vernehmen es mit Staunen, sind stolz, freuen uns – und wundern uns, warum das denn unserer Bevölkerung, unseren Bürgern nicht bewusst wird. (Abg. Murauer: Das ist ihnen eh bewusst!) Die sehen das ganz anders, das hören wir immer wieder! Die Medien sind ganz offensichtlich völlig falsch informiert, denn wir hören, dass die Leute ächzen und stöhnen, dass sie nicht mehr wissen, wie sie mit ihrem Gehalt über den Monat kommen.
Abg. Murauer: Richtig!
Doch unsere Regierung, bekanntlich mit Sachverstand und sicherer Hand, hat ja schon etwas getan, vernehmen wir heute voll Stolz und voll Freude: Wir bekommen ein erhöhtes Kilometergeld und eine erhöhte Pendlerpauschale! (Abg. Murauer: Richtig!) – Hervorragend, eine großartige Leistung!
Abg. Krainer: Das ist zirka die Hälfte! Zirka die Hälfte!
Dass aber der Vergleich zu dem, wie teuer der Treibstoff geworden ist und was Pendlerpauschale und was Kilometergeld heißt, wirklich äußerst mickrig ist, wollen Sie mir nicht glauben, das weiß ich schon, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien, aber es ist so. (Abg. Krainer: Das ist zirka die Hälfte! Zirka die Hälfte!)
Abg. Krainer: Deswegen gibt es eine Negativsteuer!
Sie wissen doch, dass das Absetzbeträge sind! Und wir haben es heute in der Debatte schon ein paar Mal gehört: Diese Absetzbeträge kommen ja für sehr viele unserer Mitbürger gar nicht in Frage, weil diese gar nicht so viel verdienen, um überhaupt lohnsteuerpflichtig zu werden. (Abg. Krainer: Deswegen gibt es eine Negativsteuer!)
Beifall bei der FPÖ.
Jetzt könnte man sagen: Na, haben wir ein tolles Steuersystem, dass bei uns die Leute nicht Lohnsteuer zahlen müssen! – Meine Damen und Herren! Ich bin überzeugt davon, dass es sehr viele Mitbürger in dieser unserer Republik gibt, die gerne Lohnsteuer zahlen würden, weil sie dann wesentlich mehr verdienen würden. Das ist unser Problem! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Krainer: ... wurde im März erhöht!
Wir haben viel zu geringe Einkünfte. Wo bleiben hier Sachverstand und sichere Hand, wo bleiben denn die großartigen wirtschaftlichen Erfolge, die diese unsere Heimat haben soll? (Abg. Krainer: ... wurde im März erhöht!) Da hört der Bürger fassungslos, dass die verschiedensten Konzerne voll Stolz ihre Milliardengewinne, die Steigerungen ihrer Umsätze verbunden mit gigantischen Gewinnen bekanntgeben, und er fragt sich: Wieso spüre ich nichts davon? – Wir hören immer, dass wir ein so großartiger Wirtschaftsstandort sind, aber am Bürger geht das großteils – zu 90 Prozent, zu 95 Prozent – vorbei.
Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.
Meine Damen und Herren! Hier stimmt etwas nicht, hier ist etwas eben nicht richtig gelaufen! Hier haben Sie – mit Sachverstand und sicherer Hand – die wirtschaftlich positive Lage unserer Republik Österreich nicht auf den Bürger umlegen können. (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der FPÖ.
Der Bürger spürt ihn nicht! Und dorthin, dass der Bürger den wirtschaftlichen Aufschwung unseres Landes spürt, müssten Ihre Bemühungen gehen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Heiterkeit des Abg. Ing. Westenthaler.
Eines fehlt noch, meine Damen und Herren von der SPÖ – Herr Kollege Cap, Sie kommen sowieso nachher dran, vielleicht können Sie noch darauf reagieren –: Ein Körpersprache-Seminar wäre noch angebracht, denn wenn der Herr Staatssekretär, und das war wirklich spannend, heute seine eigenen und die Erfolge der SPÖ im harten Kampf gegen die ÖVP herausstreicht, dann aber sagt: Na ja, wir sind der Mehrheitsmeinung gefolgt, und er zeigt wieder auf die ÖVP, von der ich geglaubt habe, sie sei in der Bundesregierung noch in der Minderheit, dann ist das auch ein bisschen entlarvend. Aber man kann noch daran arbeiten. (Beifall beim BZÖ. – Heiterkeit des Abg. Ing. Westenthaler.)
Zwischenbemerkung von Staatssekretär Dr. Matznetter
Was Sie aber weder durch Selbsthypnose-Seminare noch durch Körpersprachetrainings ausbalancieren werden können, Herr Staatssekretär (Zwischenbemerkung von Staatssekretär Dr. Matznetter) – auch nicht durch Zwischengemurmel von hinten, denn das hört man weder hier noch an den Fernsehgeräten (Abg. Dr. Haimbuchner: Aber das ist eine gute Selbsttherapie!) –, ist, dass Sie, Herr Staatssekretär, immer wieder der Steuererhöhungsexperte gewesen sind. Lassen Sie uns doch nicht vergessen, dass Sie als Abgeordneter, als Finanzsprecher der SPÖ, hier gesessen sind und dass Sie donnernd gegen die Steuersenkung der letzten Bundesregierung gewettert haben – 3 Milliarden € Entlastung.
Abg. Dr. Haimbuchner: Aber das ist eine gute Selbsttherapie!
Was Sie aber weder durch Selbsthypnose-Seminare noch durch Körpersprachetrainings ausbalancieren werden können, Herr Staatssekretär (Zwischenbemerkung von Staatssekretär Dr. Matznetter) – auch nicht durch Zwischengemurmel von hinten, denn das hört man weder hier noch an den Fernsehgeräten (Abg. Dr. Haimbuchner: Aber das ist eine gute Selbsttherapie!) –, ist, dass Sie, Herr Staatssekretär, immer wieder der Steuererhöhungsexperte gewesen sind. Lassen Sie uns doch nicht vergessen, dass Sie als Abgeordneter, als Finanzsprecher der SPÖ, hier gesessen sind und dass Sie donnernd gegen die Steuersenkung der letzten Bundesregierung gewettert haben – 3 Milliarden € Entlastung.
Abg. Ing. Westenthaler: ... die Allerersten!
Übrigens war auch die ÖVP ursprünglich gegen die Streichung der Erbschafts- und der Schenkungssteuer, muss ich zugeben; damals konnten wir uns da auch nicht durchsetzen. Wir wollten sie nämlich schon vor einigen Jahren abschaffen, aber das ist am Widerstand der ÖVP gescheitert. (Abg. Ing. Westenthaler: ... die Allerersten!) Gott sei Dank! Jetzt loben sich alle als die Erfinder dieser Abschaffung: Hurra, endlich ist das weg!
Abg. Ing. Westenthaler: Stiftungsexperten! – Zwischenruf des Abg. Mag. Rossmann.
Es ist schon interessant, dass sich gerade auch die Grünen hier als Steuerexperten präsentieren, nämlich als Steuererhöhungsexperten. (Abg. Ing. Westenthaler: Stiftungsexperten! – Zwischenruf des Abg. Mag. Rossmann.) – Denn was hier an, ich will nicht sagen: Marxismus stattfindet – genau Sie meine ich auch, Herr Kollege –, wo jeder, der ein bisschen mehr als nichts hat, schon ein Kapitalist und einer ist, den man sofort enteignen muss, das ist ja auch eine interessante Geschichte bei den Grünen. Na, deuten Sie nicht so, Frau Kollegin Moser! Sie haben gestern eine so schöne Bastelei mitgebracht und heute nur eine Kopie einer Landkarte. Vielleicht betätigen Sie sich ja wieder beim Basteln?! – Das ist gescheiter! Behalten Sie Ihre linken Theorien bei sich zu Hause. (Abg. Dr. Moser: Herr Scheibner! Gehen Sie heim mit so einem Schmarrn! – Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Moser: Herr Scheibner! Gehen Sie heim mit so einem Schmarrn! – Beifall bei den Grünen.
Es ist schon interessant, dass sich gerade auch die Grünen hier als Steuerexperten präsentieren, nämlich als Steuererhöhungsexperten. (Abg. Ing. Westenthaler: Stiftungsexperten! – Zwischenruf des Abg. Mag. Rossmann.) – Denn was hier an, ich will nicht sagen: Marxismus stattfindet – genau Sie meine ich auch, Herr Kollege –, wo jeder, der ein bisschen mehr als nichts hat, schon ein Kapitalist und einer ist, den man sofort enteignen muss, das ist ja auch eine interessante Geschichte bei den Grünen. Na, deuten Sie nicht so, Frau Kollegin Moser! Sie haben gestern eine so schöne Bastelei mitgebracht und heute nur eine Kopie einer Landkarte. Vielleicht betätigen Sie sich ja wieder beim Basteln?! – Das ist gescheiter! Behalten Sie Ihre linken Theorien bei sich zu Hause. (Abg. Dr. Moser: Herr Scheibner! Gehen Sie heim mit so einem Schmarrn! – Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Moser: Gehen Sie nach ... zurück!
Man muss es für die Fernsehzuschauer wiederholen: Die Frau Kollegin hat gesagt, ich soll nach Hause gehen. (Abg. Dr. Moser: Gehen Sie nach ... zurück!) – Nein, das werde ich nicht! Kollege Pilz ist jetzt endlich da, damit sind wir endlich vollständig. Wir bleiben hier und wir werden diskutieren. Basteln Sie zu Hause, hier werden wir diskutie-
Beifall beim BZÖ.
ren – und hoffentlich nicht Ihre linken Theorien in der Wirtschaftspolitik umsetzen. (Beifall beim BZÖ.)
Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.
Oder man kann den Wettbewerb ankurbeln, den es ja kaum mehr gibt, weil es keine Diskonter mehr gibt, indem man wie in Kärnten die Landestankstellen aufsperrt, um damit einen entsprechenden Wettbewerb zu entwickeln. (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.)
Beifall beim BZÖ.
Und in der Europäischen Union? Wo sind die Initiativen gegen die Kartelle, gegen die Preisabsprachen? – Das wäre eine sinnvolle Politik, aber nicht, dass man die eigene Unfähigkeit durch Schönreden kaschiert. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Stiftungsvorsitzende!
Nächster Redner ist Herr Klubobmann Dr. Cap. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Stiftungsvorsitzende!)
Abg. Dr. Haimbuchner: Aber die SPÖ wird auch ...! – Weitere Zwischenrufe.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Mich beeindrucken ja die Reden des Kollegen Scheibner immer wieder: Da döst er stundenlang vor sich hin, dann kommt er heraus, verbraucht die Tagesenergie, setzt sich zurück und döst weiter. – Ich habe einen Vorschlag für Ihre Körpersprache: Wenn Sie über die Regierungsbeteilung Ihrer Partei in den letzten sieben Jahren nachdenken, sollten Sie so in Heulen und Zähneknirschen ausbrechen, dass man das bis zum Mikrophon hört. (Abg. Dr. Haimbuchner: Aber die SPÖ wird auch ...! – Weitere Zwischenrufe.) Denn das war die Ära der Belastungen, das war die Ära der hohen Steuerquote – ja, Karl Marx, zuhören! –, das war die Ära, in der es die Belastungen gab.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Stiftungsvorsitzender!
Jetzt kommt er her und erzählt uns die Geschichte, in der schwarz-blauen Zeit seien sozusagen Milch und Honig geflossen: Alle wurden entlastet, alle sind glücklich herumgehüpft! – Also Sie haben sich eine eigene Welt zurechtgezimmert. Dösen Sie weiter, das ist in Ordnung, aber das ist nicht die Wirklichkeit und nicht die Wahrheit! – Das zum einen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Stiftungsvorsitzender!)
Abg. Ing. Westenthaler: Bei den Benzinpreisen haben sie es gemacht!
Zum anderen: Ich finde es auch beeindruckend, wie sich die Grünen bereits jetzt mit der Verewigung ihrer Oppositionsrolle abzufinden beginnen, indem sie die Theorie entwickeln, Opposition ist gleich regieren: Wir setzen permanent Sachen gegen den Willen der Regierung durch. (Abg. Ing. Westenthaler: Bei den Benzinpreisen haben sie es gemacht!) Das finde ich schon sehr attraktiv. Sie müssen nur aufpassen, dass die Wählerinnen und Wähler dann sagen: Na dann ist es eh gut! Bleibt weiter in der Opposition und belassen wir es so!
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Aber die Stiftungssteuer habt ihr gesenkt! Gesenkt? Halbiert!
Das könnte natürlich der Effekt sein, denn dass die berühmten 400 Millionen €, die unserer Meinung nach ein ungerechtfertiges Geschenk an die Reichen gewesen wären, nicht mehr enthalten sind, ist an uns gescheitert, das müssen Sie zur Kenntnis nehmen. Wir wollten das einfach nicht, und es ist nicht gekommen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Aber die Stiftungssteuer habt ihr gesenkt! Gesenkt? Halbiert!) – So war es und dabei sollte man bleiben.
Abg. Mag. Rossmann: Die SPÖ hat ein neues Konzept zur Beschäftigungspolitik: Stiftungen ...!
Ein weiterer wesentlicher Aspekt dabei ist natürlich, dass es keinen Sinn macht, grundsätzlich gegen Stiftungen zu sein. Wenn es da wirklich 3 200 Unternehmer mit 400 000 Beschäftigten gibt, dann bedeutet das: Wenn ich das Institut der Stiftungen in Frage stelle, dann kann es sein, dass so manche, die das Geld haben – und Geld ist heute beweglich, das kann in einem Tempo um den Globus rasen, dass wir nur so schauen; deswegen finde ich auch die Spekulationssteuerdiskussion sehr sinnvoll –, einfach weg sind! (Abg. Mag. Rossmann: Die SPÖ hat ein neues Konzept zur Beschäftigungspolitik: Stiftungen ...!) – Ich würde vorschlagen, dass Kollege Rossmann dann in die Region geht, wenn einmal ein Betrieb dort keinen Standort mehr hat, die Leute keine Arbeit mehr haben, kein steuerliches Einkommen: Dann, so bin ich der Meinung, sollten Sie dort Ihre theoretischen Vorträge halten, weil sie an der Praxis zerschellt sind. (Abg. Öllinger: Bitte! Das glaubt dir ja kein Mensch! Das sind ja Märchen!) Das ist so, und das muss man, glaube ich, auch in aller Deutlichkeit sehen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Öllinger: Arbeitsplätze durch Stiftungen, glaubst du das wirklich?)
Abg. Öllinger: Bitte! Das glaubt dir ja kein Mensch! Das sind ja Märchen!
Ein weiterer wesentlicher Aspekt dabei ist natürlich, dass es keinen Sinn macht, grundsätzlich gegen Stiftungen zu sein. Wenn es da wirklich 3 200 Unternehmer mit 400 000 Beschäftigten gibt, dann bedeutet das: Wenn ich das Institut der Stiftungen in Frage stelle, dann kann es sein, dass so manche, die das Geld haben – und Geld ist heute beweglich, das kann in einem Tempo um den Globus rasen, dass wir nur so schauen; deswegen finde ich auch die Spekulationssteuerdiskussion sehr sinnvoll –, einfach weg sind! (Abg. Mag. Rossmann: Die SPÖ hat ein neues Konzept zur Beschäftigungspolitik: Stiftungen ...!) – Ich würde vorschlagen, dass Kollege Rossmann dann in die Region geht, wenn einmal ein Betrieb dort keinen Standort mehr hat, die Leute keine Arbeit mehr haben, kein steuerliches Einkommen: Dann, so bin ich der Meinung, sollten Sie dort Ihre theoretischen Vorträge halten, weil sie an der Praxis zerschellt sind. (Abg. Öllinger: Bitte! Das glaubt dir ja kein Mensch! Das sind ja Märchen!) Das ist so, und das muss man, glaube ich, auch in aller Deutlichkeit sehen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Öllinger: Arbeitsplätze durch Stiftungen, glaubst du das wirklich?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Öllinger: Arbeitsplätze durch Stiftungen, glaubst du das wirklich?
Ein weiterer wesentlicher Aspekt dabei ist natürlich, dass es keinen Sinn macht, grundsätzlich gegen Stiftungen zu sein. Wenn es da wirklich 3 200 Unternehmer mit 400 000 Beschäftigten gibt, dann bedeutet das: Wenn ich das Institut der Stiftungen in Frage stelle, dann kann es sein, dass so manche, die das Geld haben – und Geld ist heute beweglich, das kann in einem Tempo um den Globus rasen, dass wir nur so schauen; deswegen finde ich auch die Spekulationssteuerdiskussion sehr sinnvoll –, einfach weg sind! (Abg. Mag. Rossmann: Die SPÖ hat ein neues Konzept zur Beschäftigungspolitik: Stiftungen ...!) – Ich würde vorschlagen, dass Kollege Rossmann dann in die Region geht, wenn einmal ein Betrieb dort keinen Standort mehr hat, die Leute keine Arbeit mehr haben, kein steuerliches Einkommen: Dann, so bin ich der Meinung, sollten Sie dort Ihre theoretischen Vorträge halten, weil sie an der Praxis zerschellt sind. (Abg. Öllinger: Bitte! Das glaubt dir ja kein Mensch! Das sind ja Märchen!) Das ist so, und das muss man, glaube ich, auch in aller Deutlichkeit sehen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Öllinger: Arbeitsplätze durch Stiftungen, glaubst du das wirklich?)
Abg. Öllinger: Viele Stiftungen, viele Arbeitsplätze!
Mit Recht wurde von der Mitte des Saales in die Diskussion eingeworfen, dass es eine Teuerungsentwicklung gibt, dass es eine Inflation gibt, dass das Leben für die Österreicherinnen und Österreicher immer teurer wird. – Ich glaube, eine Regierung ist genauso wie eine Opposition aufgefordert, gemeinsam darüber nachzudenken, was man unternehmen kann. (Abg. Öllinger: Viele Stiftungen, viele Arbeitsplätze!)
Beifall bei der SPÖ.
Das sind wesentliche Assets! Da muss man verantwortungsvoll agieren und sich dieser Debatte auch verantwortungsvoll stellen. – Das tun wir. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Neugebauer: So ist es!
Wir helfen den Menschen mit den vorliegenden Gesetzesbeschlüssen. (Abg. Neugebauer: So ist es!) Wir helfen den Menschen: Wir entlasten und wir schaffen Steuern ab. – Das muss festgehalten werden, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Wir helfen den Menschen mit den vorliegenden Gesetzesbeschlüssen. (Abg. Neugebauer: So ist es!) Wir helfen den Menschen: Wir entlasten und wir schaffen Steuern ab. – Das muss festgehalten werden, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Grünen.
Wenn wir hier von manchen Abgeordneten behauptet wird, dass das Abschaffen der Erbschafts- und Schenkungssteuer nichts bringt, dann sage ich Ihnen genau das Gegenteil: Das Übernehmen eines Wohnhauses, einer Eigentumswohnung oder das Erben eines Sparbuchs wird nicht mehr zusätzlich besteuert, und das ist für viele Österreicherinnen und Österreicher eine enorme Entlastung. Darauf kommt es an, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Grünen.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Haidlmayr und Mag. Rossmann.
Zum Zweiten, meine geschätzten Damen und Herren, wirken wir mit der Erhöhung von Pendlerpauschale und Kilometergeld den viel zu hohen Spritpreisen entgegen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Haidlmayr und Mag. Rossmann.)
Zwischenruf der Abg. Haidlmayr.
Meine Damen und Herren! Als Innviertler weiß ich ein Lied davon zu singen. Im Grenzbereich zu Deutschland haben wir eher noch höhere Spritpreise als im Landesinneren. Wir entlasten jetzt in erster Linie jene Erwerbstätigen, die das Auto brauchen, die auf ihr Fahrzeug angewiesen sind, um zum Arbeitsplatz zu kommen. (Zwischenruf der Abg. Haidlmayr.) – Meine Damen und Herren von den Grünen! Frau Haidlmayr! Sie brauchen sich nicht so aufzuregen. Was Sie hier aufführen, sagen, das ist alles nicht notwendig – das ist ein Affront gegenüber der Bevölkerung im ländlichen Raum. Sie sind eine Zentralisierungspartei, aber sicher keine Partei, die die Anliegen der Menschen in diesem Land auch ernst nimmt. (Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Haidlmayr.)
Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Haidlmayr.
Meine Damen und Herren! Als Innviertler weiß ich ein Lied davon zu singen. Im Grenzbereich zu Deutschland haben wir eher noch höhere Spritpreise als im Landesinneren. Wir entlasten jetzt in erster Linie jene Erwerbstätigen, die das Auto brauchen, die auf ihr Fahrzeug angewiesen sind, um zum Arbeitsplatz zu kommen. (Zwischenruf der Abg. Haidlmayr.) – Meine Damen und Herren von den Grünen! Frau Haidlmayr! Sie brauchen sich nicht so aufzuregen. Was Sie hier aufführen, sagen, das ist alles nicht notwendig – das ist ein Affront gegenüber der Bevölkerung im ländlichen Raum. Sie sind eine Zentralisierungspartei, aber sicher keine Partei, die die Anliegen der Menschen in diesem Land auch ernst nimmt. (Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Haidlmayr.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Haimbuchner.
Einen Spritpreis von 30 S haben Sie schon vor zehn Jahren gefordert. (Zwischenruf des Abg. Dr. Haimbuchner.) Sie fordern das und freuen sich über das, worunter hunderttausende Menschen leiden. Eigentlich müssten Sie ja heute einen Freudentag haben. Die Bevölkerung leidet aber darunter. Deshalb heben wir die Pendlerpauschale um 15 Prozent an, ein Plus von bis zu 440 € pro Jahr, und wir heben das Kilometergeld auf 42 Cent an. Das sind wichtige Maßnahmen für die betroffenen Menschen in diesem Land. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Haimbuchner.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Haimbuchner.
Einen Spritpreis von 30 S haben Sie schon vor zehn Jahren gefordert. (Zwischenruf des Abg. Dr. Haimbuchner.) Sie fordern das und freuen sich über das, worunter hunderttausende Menschen leiden. Eigentlich müssten Sie ja heute einen Freudentag haben. Die Bevölkerung leidet aber darunter. Deshalb heben wir die Pendlerpauschale um 15 Prozent an, ein Plus von bis zu 440 € pro Jahr, und wir heben das Kilometergeld auf 42 Cent an. Das sind wichtige Maßnahmen für die betroffenen Menschen in diesem Land. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Haimbuchner.)
Abg. Mag. Kogler: Das hat aber mit der Pendlerpauschale nichts zu tun!
Die Pendlerpauschale ist seit 2006 um insgesamt 40 Prozent angehoben worden, das war aufgrund der zu hohen Spritpreise notwendig – aber wichtige Maßnahmen. Für die Niedrigverdiener wurde die Negativsteuer bereits auf 240 € ausgeweitet. (Abg. Mag. Kogler: Das hat aber mit der Pendlerpauschale nichts zu tun!) Wichtige Maßnahmen, die auf Initiative von unserem Vizekanzler und Finanzminister Wilhelm Molterer für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer umgesetzt werden. Und als Arbeitnehmervertreter und Personalvertreter bedanke ich mich für die rasche Umsetzung dieser so wichtigen Erhöhungen ganz herzlich. (Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.)
Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.
Die Pendlerpauschale ist seit 2006 um insgesamt 40 Prozent angehoben worden, das war aufgrund der zu hohen Spritpreise notwendig – aber wichtige Maßnahmen. Für die Niedrigverdiener wurde die Negativsteuer bereits auf 240 € ausgeweitet. (Abg. Mag. Kogler: Das hat aber mit der Pendlerpauschale nichts zu tun!) Wichtige Maßnahmen, die auf Initiative von unserem Vizekanzler und Finanzminister Wilhelm Molterer für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer umgesetzt werden. Und als Arbeitnehmervertreter und Personalvertreter bedanke ich mich für die rasche Umsetzung dieser so wichtigen Erhöhungen ganz herzlich. (Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.)
Zwischenruf der Abg. Haidlmayr
Wir müssen aber auch weiterhin darüber nachdenken, meine geschätzten Damen und Herren, vor allem auch bei der Steuerreform, wie wir hier die Maßnahmen so setzen können, dass sie auch zielgerecht angewendet werden können. Ich meine die Pendlerpauschale. Die Pendlerpauschale ist eine gute und richtige Einführung (Zwischenruf der Abg. Haidlmayr), aber ich glaube, wir sollten darüber nachdenken, ob wir diese Pendlerpauschale nicht in eine Direktförderung umwandeln können. (Abg. Mag. Kogler: Jawohl!) Hier gibt es Vorschläge und die würde ich auch für richtig erachten.
Abg. Mag. Kogler: Jawohl!
Wir müssen aber auch weiterhin darüber nachdenken, meine geschätzten Damen und Herren, vor allem auch bei der Steuerreform, wie wir hier die Maßnahmen so setzen können, dass sie auch zielgerecht angewendet werden können. Ich meine die Pendlerpauschale. Die Pendlerpauschale ist eine gute und richtige Einführung (Zwischenruf der Abg. Haidlmayr), aber ich glaube, wir sollten darüber nachdenken, ob wir diese Pendlerpauschale nicht in eine Direktförderung umwandeln können. (Abg. Mag. Kogler: Jawohl!) Hier gibt es Vorschläge und die würde ich auch für richtig erachten.
Beifall bei der ÖVP.
Zum Zweiten: Die viel zu hohen Ölpreise werden uns noch weiter beschäftigen. Die Heizkosten müssen leistbar bleiben, meine Damen und Herren, und Bund und Länder werden hier noch weiter zusammenhelfen. Die europaweite Spekulationssteuer wäre die richtige Antwort auf die viel zu hohen Energiepreise. Wir sollten hier gemeinsam einen Schulterschluss bilden und unseren Finanzminister unterstützen, damit dies auf europäischer Ebene umgesetzt werden kann. Nicht nur jammern, nicht nur schlechtreden, sondern mitstimmen, meine Damen und Herren – das ist die Devise des heutigen Tages! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Ja, Stiftungen, ist eh ganz einfach!
Abgeordnete Michaela Sburny (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrte Regierungsmitglieder! Hohes Haus! Die Geschwindigkeit, mit der sich die SPÖ an die ÖVP annähert, ist ja schon TGV-mäßig. Viel schneller geht es ja nicht mehr, die SPÖ geriert sich da als Stiftungspartei. Herr Kollege Cap, wenn Sie hier sagen, dass man quasi Stiftungen braucht, um Arbeitsplätze zu schaffen, dann frage ich mich schon: Wo sind Ihre Konzepte für Arbeitsmarktpolitik tatsächlich, wo ist die Zeit, als Sie sich noch für regionale Wirtschaft, für erneuerbare Energien, dafür, dass man dort Arbeitsplätze schafft, eingesetzt haben? – Vorbei! (Abg. Öllinger: Ja, Stiftungen, ist eh ganz einfach!) Das ist alles weg. Jetzt brauchen wir Stiftungen und müssen Stiftungen fördern, damit wir mehr Arbeitsplätze bekommen. Also viel absurder geht es schon nicht mehr. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Cap: Grüne Stiftungen! Wie wäre es mit grünen Stiftungen?)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Cap: Grüne Stiftungen! Wie wäre es mit grünen Stiftungen?
Abgeordnete Michaela Sburny (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrte Regierungsmitglieder! Hohes Haus! Die Geschwindigkeit, mit der sich die SPÖ an die ÖVP annähert, ist ja schon TGV-mäßig. Viel schneller geht es ja nicht mehr, die SPÖ geriert sich da als Stiftungspartei. Herr Kollege Cap, wenn Sie hier sagen, dass man quasi Stiftungen braucht, um Arbeitsplätze zu schaffen, dann frage ich mich schon: Wo sind Ihre Konzepte für Arbeitsmarktpolitik tatsächlich, wo ist die Zeit, als Sie sich noch für regionale Wirtschaft, für erneuerbare Energien, dafür, dass man dort Arbeitsplätze schafft, eingesetzt haben? – Vorbei! (Abg. Öllinger: Ja, Stiftungen, ist eh ganz einfach!) Das ist alles weg. Jetzt brauchen wir Stiftungen und müssen Stiftungen fördern, damit wir mehr Arbeitsplätze bekommen. Also viel absurder geht es schon nicht mehr. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Cap: Grüne Stiftungen! Wie wäre es mit grünen Stiftungen?)
Abg. Dr. Stummvoll: Das stimmt ja auch!
Die Haltung, die die ÖVP hier verbreitet und der Sie sich mit unglaublicher Geschwindigkeit annähern, hat sich ja heute sehr klar gezeigt. Vizekanzler Molterer sagt, dass diese Maßnahmen, die da beschlossen werden, sozialpolitisch verantwortlich sind. Das habe ich schon vor sechs Jahren vom damaligen Kanzler Schüssel gehört. Seit Jahren hören wir also, dass die Maßnahmen der Regierung, des schwarzen Teils der Regierung, sozialpolitisch verantwortlich sind. (Abg. Dr. Stummvoll: Das stimmt ja auch!) – Das stimmt. Sie behaupten, dass es sozial verantwortlich ist, wenn die Einkommen aus Besitz und Vermögen – also die Einkommen, die man quasi ohne Arbeit bekommt – seit 20 Jahren dramatisch schneller wachsen als die Einkommen, die man mit Arbeit bekommt. Das ist für Sie sozialpolitisch verantwortlich. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll.
Die Haltung, die die ÖVP hier verbreitet und der Sie sich mit unglaublicher Geschwindigkeit annähern, hat sich ja heute sehr klar gezeigt. Vizekanzler Molterer sagt, dass diese Maßnahmen, die da beschlossen werden, sozialpolitisch verantwortlich sind. Das habe ich schon vor sechs Jahren vom damaligen Kanzler Schüssel gehört. Seit Jahren hören wir also, dass die Maßnahmen der Regierung, des schwarzen Teils der Regierung, sozialpolitisch verantwortlich sind. (Abg. Dr. Stummvoll: Das stimmt ja auch!) – Das stimmt. Sie behaupten, dass es sozial verantwortlich ist, wenn die Einkommen aus Besitz und Vermögen – also die Einkommen, die man quasi ohne Arbeit bekommt – seit 20 Jahren dramatisch schneller wachsen als die Einkommen, die man mit Arbeit bekommt. Das ist für Sie sozialpolitisch verantwortlich. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll.
Sie finden es sozialpolitisch verantwortlich, dass Frauen noch immer im Durchschnitt 10 000 € im Jahr weniger verdienen als Männer. Sie finden es sozialpolitisch verantwortlich, wenn der Einkommensbericht sagt, dass in den letzten zehn Jahren die unteren Einkommen dramatisch hinter den höheren Einkommen zurückbleiben, real sogar sinken. Das ist Ihre sozialpolitische Verantwortlichkeit, die Sie hier zeigen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll.)
Ruf bei der ÖVP: Das passiert ja nicht!
Vor dem Hintergrund, dass diese Schere zwischen Arm und Reich, zwischen den Vermögenden und den arbeitenden „kleinen Leuten“ – unter Anführungszeichen –, also Angestellten in aller Regel, im unteren Bereich, immer weiter auseinanderdriftet, vor diesem Hintergrund weitere Privilegien für Stiftungen zu beschließen, halte ich für zynisch. (Ruf bei der ÖVP: Das passiert ja nicht!) – Natürlich stimmt es! Es stimmt, dass Sie diese 400 Millionen nicht mehr als Privileg weitergeben, nichtsdestotrotz gibt es ein weiteres Privileg für Stiftungen über die Halbierung des Eingangssteuersatzes. Ob das wirklich auch sozialpolitisch vernünftig ist, das darf ja wohl hier wirklich die Frage sein. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Vor dem Hintergrund, dass diese Schere zwischen Arm und Reich, zwischen den Vermögenden und den arbeitenden „kleinen Leuten“ – unter Anführungszeichen –, also Angestellten in aller Regel, im unteren Bereich, immer weiter auseinanderdriftet, vor diesem Hintergrund weitere Privilegien für Stiftungen zu beschließen, halte ich für zynisch. (Ruf bei der ÖVP: Das passiert ja nicht!) – Natürlich stimmt es! Es stimmt, dass Sie diese 400 Millionen nicht mehr als Privileg weitergeben, nichtsdestotrotz gibt es ein weiteres Privileg für Stiftungen über die Halbierung des Eingangssteuersatzes. Ob das wirklich auch sozialpolitisch vernünftig ist, das darf ja wohl hier wirklich die Frage sein. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Stummvoll: Ja!
Wenn der Finanzminister und Vizekanzler Molterer sagt, dass diese Maßnahmen, die Sie hier heute beschließen, gut für Österreich sind (Abg. Dr. Stummvoll: Ja!), dann kann man ja ... – Ja, sagt der Kollege Stummvoll. Ich sage ja, das ist Ihre Haltung, dass Sie noch immer nicht verstanden haben, dass ein steigender Wohlstand für Österreich – oder vielleicht haben Sie es schon verstanden und es passt Ihnen eh so, wenn Sie das als sozialpolitisch verantwortlich sehen –, den wir ja haben, unbestrittenerweise, sich einfach nicht auf alle gleichermaßen auswirkt. Da lässt Ihre Politik komplett aus, wie ich es zuerst beschrieben habe. (Abg. Dr. Stummvoll: Gleichmacherei wird es nie geben!) – Wenn das für Sie unter Gleichmacherei fällt, dass man den Wohlstand auch gleichmäßiger verteilt, dann haben wir genau das Problem, das wir haben, dass nämlich die, die schon viel haben, immer noch mehr kriegen und das quasi schon vererbt wird – auch jetzt mit der Abschaffung der Erbschaftssteuer – und dass die, die wenig haben, wenig Chance bis gar keine Chance haben, sich etwas zu dem Wenigen dazu zu erarbeiten. (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Dr. Stummvoll: Gleichmacherei wird es nie geben!
Wenn der Finanzminister und Vizekanzler Molterer sagt, dass diese Maßnahmen, die Sie hier heute beschließen, gut für Österreich sind (Abg. Dr. Stummvoll: Ja!), dann kann man ja ... – Ja, sagt der Kollege Stummvoll. Ich sage ja, das ist Ihre Haltung, dass Sie noch immer nicht verstanden haben, dass ein steigender Wohlstand für Österreich – oder vielleicht haben Sie es schon verstanden und es passt Ihnen eh so, wenn Sie das als sozialpolitisch verantwortlich sehen –, den wir ja haben, unbestrittenerweise, sich einfach nicht auf alle gleichermaßen auswirkt. Da lässt Ihre Politik komplett aus, wie ich es zuerst beschrieben habe. (Abg. Dr. Stummvoll: Gleichmacherei wird es nie geben!) – Wenn das für Sie unter Gleichmacherei fällt, dass man den Wohlstand auch gleichmäßiger verteilt, dann haben wir genau das Problem, das wir haben, dass nämlich die, die schon viel haben, immer noch mehr kriegen und das quasi schon vererbt wird – auch jetzt mit der Abschaffung der Erbschaftssteuer – und dass die, die wenig haben, wenig Chance bis gar keine Chance haben, sich etwas zu dem Wenigen dazu zu erarbeiten. (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.)
Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.
Wenn der Finanzminister und Vizekanzler Molterer sagt, dass diese Maßnahmen, die Sie hier heute beschließen, gut für Österreich sind (Abg. Dr. Stummvoll: Ja!), dann kann man ja ... – Ja, sagt der Kollege Stummvoll. Ich sage ja, das ist Ihre Haltung, dass Sie noch immer nicht verstanden haben, dass ein steigender Wohlstand für Österreich – oder vielleicht haben Sie es schon verstanden und es passt Ihnen eh so, wenn Sie das als sozialpolitisch verantwortlich sehen –, den wir ja haben, unbestrittenerweise, sich einfach nicht auf alle gleichermaßen auswirkt. Da lässt Ihre Politik komplett aus, wie ich es zuerst beschrieben habe. (Abg. Dr. Stummvoll: Gleichmacherei wird es nie geben!) – Wenn das für Sie unter Gleichmacherei fällt, dass man den Wohlstand auch gleichmäßiger verteilt, dann haben wir genau das Problem, das wir haben, dass nämlich die, die schon viel haben, immer noch mehr kriegen und das quasi schon vererbt wird – auch jetzt mit der Abschaffung der Erbschaftssteuer – und dass die, die wenig haben, wenig Chance bis gar keine Chance haben, sich etwas zu dem Wenigen dazu zu erarbeiten. (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn das – so viel noch zum Kollegen Scheibner – links ist, dass man den Wohlstand auch auf alle verteilen will, dann bin ich mit sehr viel Vergnügen links. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Grillitsch.
Abgeordneter Wolfgang Zanger (FPÖ): Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Eingangs möchte ich noch ganz kurz auf den Kollegen Auer replizieren, der meinen lieben Abgeordnetenkollegen Hauser hier kritisiert hat. (Zwischenruf des Abg. Grillitsch.) Ich denke, er hätte besser zuhören sollen, denn der Kollege Hauser hat klipp und klar eingangs seiner Frage gesagt: Wir stehen für faire Preise in der Landwirtschaft und unsere Bauern sollen sie erhalten. (Abg. Dr. Stummvoll: Das hat er erst nach einem empörten Zwischenruf! – Abg. Grillitsch: Kollege Hauser ist dagegen!) – Und überdies, lieber Kollege Grillitsch, möchte ich auch noch auf eines hinweisen: Die über 30 Prozent gestiegenen Treibstoffpreise beim Diesel belasten auch die Bauern und treiben natürlich die Preise dort noch einmal an. Auch die Zulieferpreise und die Transportpreise. So ist es. (Abg. Grillitsch: Alle Bauern werden sich freuen …!) – Nein, ist er nicht, falsch verstanden, besser aufpassen!
Abg. Dr. Stummvoll: Das hat er erst nach einem empörten Zwischenruf! – Abg. Grillitsch: Kollege Hauser ist dagegen!
Abgeordneter Wolfgang Zanger (FPÖ): Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Eingangs möchte ich noch ganz kurz auf den Kollegen Auer replizieren, der meinen lieben Abgeordnetenkollegen Hauser hier kritisiert hat. (Zwischenruf des Abg. Grillitsch.) Ich denke, er hätte besser zuhören sollen, denn der Kollege Hauser hat klipp und klar eingangs seiner Frage gesagt: Wir stehen für faire Preise in der Landwirtschaft und unsere Bauern sollen sie erhalten. (Abg. Dr. Stummvoll: Das hat er erst nach einem empörten Zwischenruf! – Abg. Grillitsch: Kollege Hauser ist dagegen!) – Und überdies, lieber Kollege Grillitsch, möchte ich auch noch auf eines hinweisen: Die über 30 Prozent gestiegenen Treibstoffpreise beim Diesel belasten auch die Bauern und treiben natürlich die Preise dort noch einmal an. Auch die Zulieferpreise und die Transportpreise. So ist es. (Abg. Grillitsch: Alle Bauern werden sich freuen …!) – Nein, ist er nicht, falsch verstanden, besser aufpassen!
Abg. Grillitsch: Alle Bauern werden sich freuen …!
Abgeordneter Wolfgang Zanger (FPÖ): Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Eingangs möchte ich noch ganz kurz auf den Kollegen Auer replizieren, der meinen lieben Abgeordnetenkollegen Hauser hier kritisiert hat. (Zwischenruf des Abg. Grillitsch.) Ich denke, er hätte besser zuhören sollen, denn der Kollege Hauser hat klipp und klar eingangs seiner Frage gesagt: Wir stehen für faire Preise in der Landwirtschaft und unsere Bauern sollen sie erhalten. (Abg. Dr. Stummvoll: Das hat er erst nach einem empörten Zwischenruf! – Abg. Grillitsch: Kollege Hauser ist dagegen!) – Und überdies, lieber Kollege Grillitsch, möchte ich auch noch auf eines hinweisen: Die über 30 Prozent gestiegenen Treibstoffpreise beim Diesel belasten auch die Bauern und treiben natürlich die Preise dort noch einmal an. Auch die Zulieferpreise und die Transportpreise. So ist es. (Abg. Grillitsch: Alle Bauern werden sich freuen …!) – Nein, ist er nicht, falsch verstanden, besser aufpassen!
Zwischenruf des Abg. Neugebauer.
Wir hören hier wieder einmal einen Lobgesang der Regierungsparteien auf sich selbst, auf die beiden Vertreter im Finanzministerium, so nach dem Motto – und ich sage es jetzt einmal in der Sprache der Christdemokraten oder Christlichsozialen –: Gloria in excelsis Willi Molterer! Oder: Te Christopherum laudamus! (Zwischenruf des Abg. Neugebauer.) Ich kann dazu nur eines sagen: Wenn Rot und Schwarz in die Natur eingreifen könnten, würden auch da die Mäuse knapp werden.
Beifall bei der FPÖ.
Seit 2000, meine Damen und Herren, sind die Kosten rund ums Auto um über 80 Prozent gestiegen, seit 2007 die Benzinpreise um 25 Prozent und die Dieselpreise um 30 Prozent. Jeder Österreicher, der zur Tankstelle fährt und sich an das Geldbörsel greift, glaubt, er hat Zwiebel drinnen, denn es kommen ihm die Tränen, wenn er dann beim Bezahlen ist. (Beifall bei der FPÖ.) Es ist unglaublich, die Mehreinnahmen des Finanzministers betragen unglaubliche 720 Millionen € und lächerliche 60 Millionen werden zurückgegeben. (Zwischenruf des Abg. Höfinger.)
Zwischenruf des Abg. Höfinger.
Seit 2000, meine Damen und Herren, sind die Kosten rund ums Auto um über 80 Prozent gestiegen, seit 2007 die Benzinpreise um 25 Prozent und die Dieselpreise um 30 Prozent. Jeder Österreicher, der zur Tankstelle fährt und sich an das Geldbörsel greift, glaubt, er hat Zwiebel drinnen, denn es kommen ihm die Tränen, wenn er dann beim Bezahlen ist. (Beifall bei der FPÖ.) Es ist unglaublich, die Mehreinnahmen des Finanzministers betragen unglaubliche 720 Millionen € und lächerliche 60 Millionen werden zurückgegeben. (Zwischenruf des Abg. Höfinger.)
Zwischenbemerkung von Staatssekretär Dr. Matznetter.
Wahrheit bleiben einem Pendler, der im Schnitt 110 Kilometer pro Tag hin- und herfährt, nicht mehr als 5 € netto pro Monat mehr im Geldtascherl. (Zwischenbemerkung von Staatssekretär Dr. Matznetter.) Das ist eine deutliche und spürbare Entlastung? – Da lachen ja die Hühner, um bei unserem lieben Bauernbundpräsidenten Fritz Grillitsch zu bleiben.
Abg. Neugebauer: Wie viele Hühner hat der Grillitsch?
576 € pro Jahr würde dieser Pendler an Mehrbelastung erleiden und 5 € pro Monat geben Sie ihm zurück. Das ist eine Lächerlichkeit, eine Frotzelei unserer Bürger in diesem Land, die unter den Teuerungswellen seit Monaten und seit Jahren schon zu leiden haben! (Abg. Neugebauer: Wie viele Hühner hat der Grillitsch?)
Beifall bei der FPÖ
Massive und viele positive Anträge der Opposition und vor allem von uns Freiheitlichen (Beifall bei der FPÖ), die zu einer deutlichen und spürbaren Entlastung der österreichischen Bürgerinnen und Bürger geführt hätten, haben Sie im Ausschuss vertagt, immer unter Hinweis auf Ihre ominöse Steuerreform 2010, die Sie dem Bürger als Wahlzuckerl verabreichen wollen. (Zwischenruf des Abg. Höfinger.)
Zwischenruf des Abg. Höfinger.
Massive und viele positive Anträge der Opposition und vor allem von uns Freiheitlichen (Beifall bei der FPÖ), die zu einer deutlichen und spürbaren Entlastung der österreichischen Bürgerinnen und Bürger geführt hätten, haben Sie im Ausschuss vertagt, immer unter Hinweis auf Ihre ominöse Steuerreform 2010, die Sie dem Bürger als Wahlzuckerl verabreichen wollen. (Zwischenruf des Abg. Höfinger.)
Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen
Meine Damen und Herren! Treten Sie diesem Antrag bei! Eines möchte ich Ihnen noch mitgeben: die Umwandlung, wie wir es schon lange fordern (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen), der Pendlerpauschales in einen Fixbetrag und eine Auszahlung wie bei der Kinderbeihilfe. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren! Treten Sie diesem Antrag bei! Eines möchte ich Ihnen noch mitgeben: die Umwandlung, wie wir es schon lange fordern (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen), der Pendlerpauschales in einen Fixbetrag und eine Auszahlung wie bei der Kinderbeihilfe. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Schelling: Na ja, so ist das nicht!
Für die Maßnahmen gegen die Teuerung, sage ich, ist es ein schlechter Tag, weil das, was hier vorgeschlagen wird, geht an den wahren Problemen der Menschen vorbei. (Abg. Dr. Schelling: Na ja, so ist das nicht!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Niederwieser.
Es nützt all jenen nichts, die zum Beispiel nach wie vor eine Ölheizung haben. (Zwischenruf des Abg. Dr. Niederwieser.) Heizen mit Öl ist sehr, sehr teuer geworden und wenn man bedenkt, dass ein Tank mit 3 000 Litern Heizöl im Vorjahr 1 950 € gekostet hat und jetzt in Zukunft kostet er 2 910 €. (Abg. Mag. Kogler: Der Einbau von Ölheizungen ist kurzfristig noch in ganz Österreich gefördert worden!) Da frage ich mich: Wo ist die soziale Fairness? Wo ist die soziale Gerechtigkeit? (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Kogler: Der Einbau von Ölheizungen ist kurzfristig noch in ganz Österreich gefördert worden!
Es nützt all jenen nichts, die zum Beispiel nach wie vor eine Ölheizung haben. (Zwischenruf des Abg. Dr. Niederwieser.) Heizen mit Öl ist sehr, sehr teuer geworden und wenn man bedenkt, dass ein Tank mit 3 000 Litern Heizöl im Vorjahr 1 950 € gekostet hat und jetzt in Zukunft kostet er 2 910 €. (Abg. Mag. Kogler: Der Einbau von Ölheizungen ist kurzfristig noch in ganz Österreich gefördert worden!) Da frage ich mich: Wo ist die soziale Fairness? Wo ist die soziale Gerechtigkeit? (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Es nützt all jenen nichts, die zum Beispiel nach wie vor eine Ölheizung haben. (Zwischenruf des Abg. Dr. Niederwieser.) Heizen mit Öl ist sehr, sehr teuer geworden und wenn man bedenkt, dass ein Tank mit 3 000 Litern Heizöl im Vorjahr 1 950 € gekostet hat und jetzt in Zukunft kostet er 2 910 €. (Abg. Mag. Kogler: Der Einbau von Ölheizungen ist kurzfristig noch in ganz Österreich gefördert worden!) Da frage ich mich: Wo ist die soziale Fairness? Wo ist die soziale Gerechtigkeit? (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ja! Wozu noch arbeiten?
Wenn Sie richtigerweise sagen, Herr Finanzminister, dass es positiv ist, dass viele Menschen in Arbeit sind, das unterstütze ich, aber ich glaube, irgendwann wird sich arbeiten bald nicht mehr lohnen. Denn wenn jene, die um einen Mindestlohn arbeiten sollen und arbeiten müssen, netto in etwa 818 € herausbekommen, es aber in Zukunft eine Mindestsicherung mit 724 € gibt, dann wird sich jeder überlegen, wenn er die Fahrtkosten dann noch dazurechnet, dass er eigentlich mit der Mindestsicherung auf der besseren Seite ist und sich das Arbeiten sparen. Also, man fragt sich, wozu noch arbeiten? (Abg. Ing. Westenthaler: Ja! Wozu noch arbeiten?)
Beifall beim BZÖ.
Ich sage, die soziale Balance, meine Damen und Herren, stimmt einfach nicht. Denn wenn man aus diesem Steuerschlaraffenland von mehreren Milliarden nur 60 Millionen zurückgibt, dann sind das wirklich nicht mehr als Almosen. (Beifall beim BZÖ.)
Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen
Dass es geht zeigen unsere Ideen für soziale Gerechtigkeit, die wir auch noch einbringen werden (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen), wie den Teuerungsausgleich als Sofortmaßnahme, die Rücknahme der Mineralölsteuer-Erhöhung oder die Absetzbarkeit der Fahrtkosten.
Zwischenruf der Abg. Haidlmayr.
Wer rasch und richtig hilft, hilft doppelt. (Zwischenruf der Abg. Haidlmayr.) Daher sage ich, das beste Beispiel ist Kärnten. (Zwischenruf des Abg. Zanger.) Hier sieht man, wie rasch und richtig geholfen wird, denn hier wird Politik für die Menschen gemacht, Politik für die Menschen und ihre täglichen Sorgen. In Kärnten haben auch ÖVP und SPÖ dieser Politik zugestimmt. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Zanger.
Wer rasch und richtig hilft, hilft doppelt. (Zwischenruf der Abg. Haidlmayr.) Daher sage ich, das beste Beispiel ist Kärnten. (Zwischenruf des Abg. Zanger.) Hier sieht man, wie rasch und richtig geholfen wird, denn hier wird Politik für die Menschen gemacht, Politik für die Menschen und ihre täglichen Sorgen. In Kärnten haben auch ÖVP und SPÖ dieser Politik zugestimmt. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wer rasch und richtig hilft, hilft doppelt. (Zwischenruf der Abg. Haidlmayr.) Daher sage ich, das beste Beispiel ist Kärnten. (Zwischenruf des Abg. Zanger.) Hier sieht man, wie rasch und richtig geholfen wird, denn hier wird Politik für die Menschen gemacht, Politik für die Menschen und ihre täglichen Sorgen. In Kärnten haben auch ÖVP und SPÖ dieser Politik zugestimmt. (Beifall beim BZÖ.)
Staatssekretär Dr. Matznetter: Ging!
Wenn wir einmal zum Generalthema der letzten Tage zurückkommen: Die 400 Millionen, um die es hier geht. (Staatssekretär Dr. Matznetter: Ging!) – Ja, ging; guter Hin-
Beifall bei den Grünen.
Aber dass Sie dann die Abgeordneten, die es ohnehin schon schwer genug haben, Ihre Entwürfe nachzuvollziehen, noch dafür verantwortlich machen, dass sie mit den Materialien argumentieren, die Sie mit in die Debatte bringen oder vorlegen, ist dann doch ein starkes Stück. (Beifall bei den Grünen.)
Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek übernimmt den Vorsitz.
So falsch wird es schon nicht gewesen sein, 20 Millionen pro Jahr und rückwirkend auf 20 Jahre. Sicherlich, man kann das nicht so genau berechnen. Wir sind auch alle keine jungen Hasen, wenn es um diese Rechnereien geht. Aber es waren offensichtlich Schätzwerte, und sie werden schon nicht so falsch gewesen sein. Immerhin – und jetzt komme ich zum inhaltlichen Beitrag – hat auch Professor Doralt im Wesentlichen so argumentiert. (Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Mag. Ikrath spricht mit Abg. Dr. Stummvoll
Da hilft auch das demonstrative Nuscheln in der ersten Reihe nichts, Herr Ikrath (Abg. Mag. Ikrath spricht mit Abg. Dr. Stummvoll), Sie kommen ohnehin als Nächster dran.
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll.
schwer, dieses Ding einzutauschen gegen ein anderes, das Sie erhalten haben. Ich mache Ihnen das nicht zum Vorwurf, das gehört zur Politik, insbesondere zu Verhandlungen von Regierungsergebnissen. Aber man sieht, was man mit Engagement bewegen kann. Man sieht auch, dass eine Oppositionspartei mit Sachverstand und Expertise noch etwas bewegen kann. Das sollten Sie zur Kenntnis nehmen. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll.)
Beifall bei den Grünen.
Ich sage Ihnen aber auch noch etwas zur Abfolge dieser Sache – Kollege Auer hat ja darauf hingewiesen, dass ich am Schluss noch etwas Gutes an dem Ganzen gefunden habe; ja, ich habe es gerade ausgeführt –: Nicht gut beziehungsweise am Rande der Geschäftsordnung beziehungsweise unter Missbrauch der Geschäftsordnung war jedoch folgender Vorgang, den ich als Ausschussmitglied des Finanzausschusses hier noch zu Protokoll bringen möchte: dass zweimal zu eingeladener Sitzung – mit Ihrer Unterschrift, Herr Vorsitzender Dr. Stummvoll – die Sitzung nach kurzen GO-Meldungen unterbrochen wurde, und einmal überhaupt nachdem Sie die Sitzung aufgenommen haben, um sie sogleich wieder zu unterbrechen, und zwar ohne die Begründungen, die die Geschäftsordnung für Sitzungsunterbrechungen vorsieht. – Ich bekämpfe dieses Institut ja nicht. Es ist ein gutes Institut, wenn ein umsichtiger Vorsitzender damit umgeht. Aber wenn ein parlamentarischer Ausschuss von seinem Vorsitzführenden in die Richtung gedrängt wird, dass die ausgeschickte Tagesordnung nicht behandelt werden kann – weil mit der Begründung unterbrochen wird, dass die Regierung nicht zu Rande kommt –, dann hört es sich wirklich auf! So war es! Nuscheln Sie inzwischen nicht! So war es! (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll.
Es wäre gar keine große Kunst gewesen, wenigstens die Form einzuhalten – die ist in der Demokratie schon wichtig – und sich allenfalls mit uns, nämlich mit den anderen Oppositionsparteien zu verständigen und zu sagen: Ja, es gibt ein Problem, wir sind mit den Verhandlungen nicht fertig. – Das ist keine Schande. Möglicherweise bemühen sich ja alle. Aber dann stehen wir doch zur ausgeschickten Tagesordnung, verhandeln die anderen Punkte und berufen eine neue Sitzung ein! Es ist ja immer nur darum gegangen, ob ein neuer Punkt auf die Tagesordnung reklamiert wird. Das konnte die SPÖ verhindern, weil es zu so etwas Gott sei Dank eine Zweidrittelmehrheit braucht. (Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll.) Man muss hier wirklich einmal zu Protokoll bringen, damit sich die Nachwelt anschauen kann, wie es in jenen Tagen im Parlament zugegangen ist, als es sich endlich von diesem Regierungstreiben emanzipiert hat. Sie sollten mehr Vorsitzender und weniger Regierungsagent sein; Sie hätten unsere Unterstützung gehabt! (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Es wäre gar keine große Kunst gewesen, wenigstens die Form einzuhalten – die ist in der Demokratie schon wichtig – und sich allenfalls mit uns, nämlich mit den anderen Oppositionsparteien zu verständigen und zu sagen: Ja, es gibt ein Problem, wir sind mit den Verhandlungen nicht fertig. – Das ist keine Schande. Möglicherweise bemühen sich ja alle. Aber dann stehen wir doch zur ausgeschickten Tagesordnung, verhandeln die anderen Punkte und berufen eine neue Sitzung ein! Es ist ja immer nur darum gegangen, ob ein neuer Punkt auf die Tagesordnung reklamiert wird. Das konnte die SPÖ verhindern, weil es zu so etwas Gott sei Dank eine Zweidrittelmehrheit braucht. (Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll.) Man muss hier wirklich einmal zu Protokoll bringen, damit sich die Nachwelt anschauen kann, wie es in jenen Tagen im Parlament zugegangen ist, als es sich endlich von diesem Regierungstreiben emanzipiert hat. Sie sollten mehr Vorsitzender und weniger Regierungsagent sein; Sie hätten unsere Unterstützung gehabt! (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
nach. Das ist doch das Problem! Wir hätten ein Gesetz machen können, das erstens verfassungskonform und zweitens sozial gerecht ist. Österreich hätte beides gebraucht. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Letztlich könnte man die Pendlerpauschale unter dem sozialen Aspekt betrachten. Wir haben das jetzt oft genug gehört, Stichwort: Absetzbetrag. Ich wiederhole das nicht. Aber was das Unsoziale ist, ist Ihre Uneinsichtigkeit. Der Wirtschaftsminister ist heute nicht da. Das ging gestern fast unter, weil wir das Gesetz zurückverwiesen haben. Der Wirtschaftsminister hat vor kurzer Zeit noch behauptet, die Ölpreisdebatte gehe in die falsche Richtung, der Preis werde bald wieder bei 35 Dollar pro Barrel sein. Da sieht man, wo der hindenkt und hintickt! Da kommt nichts mehr heraus. In Wahrheit betreiben Sie eine Generalförderung für diese Ölabhängigkeit der gesamten Volkswirtschaft. Sie halten die Volkswirtschaft unter Drogen mit dieser falschen Politik. Wir müssen da heraus! Die soziale Frage wäre, dass man das Richtige investiert und nebenbei noch die Zukunftschancen für die Wirtschaft damit sichert. Aber davon haben Sie sich verabschiedet. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Grünen.
Erstens ist zur Rede von Kollegem Kogler eine Anmerkung zu machen. Es ist ja geradezu grotesk, absurd und seiner nicht würdig, wenn er heute hier herausgeht, von einer Privilegierung von Stiftungen spricht und diese immer gleich mit ideologischen Stereotypen der Superreichen versieht. Wir haben jetzt die rechtliche Situation, dass Sie, wenn Sie etwas schenken oder vererben, überhaupt keine Steuer zahlen. Wenn man in einer Stiftung die Dispositionsfähigkeit über das Vermögen aufgibt, zahlt man 2,5 Prozent Steuer. – Also wenn überhaupt, dann kann man wohl wirklich nicht behaupten, dass es da um eine Privilegierung der Stiftungen geht, Herr Kogler! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Grünen.)
Abg. Sburny: Machen Sie, was die ÖVP will, und dann ist alles gut!
Das Zweite ist: Hätten Sie einem neuen Finanzausschuss zugestimmt, dann hätten wir das so gestalten können. Sich heute hinzustellen und die Vorsitzführung des Kollegen Günter Stummvoll mit unwahren Behauptungen anzugreifen, muss ich Ihnen sagen, ist jedenfalls nicht fair. Nächstes Mal gehen Sie bitte auf unseren Vorschlag ein, dann würden wir das so machen können. (Abg. Sburny: Machen Sie, was die ÖVP will, und dann ist alles gut!)
Beifall bei der ÖVP.
Wie gesagt, ich bedaure, aufgrund dieses technischen Erfordernisses jetzt nicht mehr auf die vielen einseitigen, unwahren und nicht seriösen Feststellungen der grünen Debattenredner eingehen zu können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Wenn man Regierungsverantwortung innehat, muss man sich darüber Gedanken machen, wie man dieses Geld umverteilt. Es ist zu wenig, wenn der Herr Finanzminister sagt: Wir haben eine sinkende Arbeitslosenrate und ein Wirtschaftswachstum. – Das ist wohl recht, ja, aber die Vollbeschäftigung muss garantieren, dass das Einkommen so hoch ist, dass man nicht armutsgefährdet ist. Das ist meiner Meinung nach der Punkt, darauf sollten wir alle in diesem Hause achten. Wenn heute bei der Fragestunde der Herr Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft gesagt hat, schuld an den hohen Lebensmittelpreisen seien die Lohnnebenkosten und die hohen Treibstoffpreise, dann möchte ich sagen: Dann soll die Regierung eben etwas tun, da müssen wir doch reagieren und den Leuten in dieser Hinsicht entgegenkommen! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Brinek: Staatlich geregelte Preise hat es in der DDR gegeben!
Ich bringe jetzt … (Abg. Dr. Brinek: Staatlich geregelte Preise hat es in der DDR gegeben!) – Aber in diesem Fall muss der Staat eingreifen, es muss in diesem Bereich eine Preisregulierung erfolgen! Dazu werde ich, Frau Kollegin Brinek, einen Antrag einbringen. (Abg. Dr. Brinek: Sehr gefährlich!) Man muss die Spritpreise regeln. Wenn sie
Abg. Dr. Brinek: Sehr gefährlich!
Ich bringe jetzt … (Abg. Dr. Brinek: Staatlich geregelte Preise hat es in der DDR gegeben!) – Aber in diesem Fall muss der Staat eingreifen, es muss in diesem Bereich eine Preisregulierung erfolgen! Dazu werde ich, Frau Kollegin Brinek, einen Antrag einbringen. (Abg. Dr. Brinek: Sehr gefährlich!) Man muss die Spritpreise regeln. Wenn sie
Abg. Dr. Brinek: Ostblock!
überborden und so horrend sind, dann muss man eine Preisregulierung einführen. Dazu gibt es ja auch das Instrumentarium des Preisgesetzes. (Abg. Dr. Brinek: Ostblock!)
Beifall beim BZÖ.
Das wird auch die Kollegen von der grünen Fraktion freuen, nämlich dass die Leute, die mit dem Auto fahren, etwas mehr in der Geldbörse haben, die Kaufkraft gestärkt wird und das Geld in den Börsen der Familien bleibt. – Danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Mit der heutigen Erhöhung von Pendlerpauschale und Kilometergeld zeigt die SPÖ-geführte Regierung, dass sie sich der Sorgen der Menschen annimmt und sozial gerechte Maßnahmen umsetzt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Gabriele Tamandl (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Frau Kollegin Rinner! Erstens einmal haben wir die Pendlerpauschale und das Kilometergeld schon bei der letzten Steuerreform erhöht. Wir haben es dann noch einmal erhöht, und diesmal auch wieder auf Initiative unseres Finanzministers. Also vielleicht informieren Sie sich ein bisschen, bevor Sie hier an das Rednerpult treten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte mich aber auch noch zu diesen ominösen 400 Millionen €, die heute schon ein paarmal strapaziert worden sind, kurz äußern. Es ist nämlich unseriös, mit einer Zahl, die auf Schätzungen basiert – wie groß werden die Körperschaftsteueraufkommen der Stiftungen in den nächsten Jahren sein?; in etwa 20 Millionen € pro Jahr – zu operieren. Wenn man das dann mal 20 rechnet, sind es auf einmal 400 Millionen €. – Wir machen eine Steuerreform im Ausmaß von 3 Milliarden €. Es wäre doch auch vollkommen unseriös, wenn wir sagten, auf 20 Jahre gesehen hätten wir eine Steuerreform im Ausmaß von 600 Milliarden € gemacht. Es wäre also unseriös, das zu behaupten und uns mit einer solchen Steuerreform mit einem Volumen von 600 Milliarden € zu brüsten, Herr Kollege Rossmann. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Kopf: Aha! – Abg. Ing. Westenthaler: Eine gewisse Unschärfe, eine kleine Unschärfe! – Abg. Reheis: Schon vergessen?
Eines muss, glaube ich, heute auch noch einmal gesagt werden, denn wir haben hier ja gehört, dass der Stiftungsgedanke Ferdinand Lacinas im Jahr 1994 so toll gewesen sei und die letzten Regierungen das entschärft hätten. – Also, bitte, eines zu bedenken: Ferdinand Lacina, SPÖ-Finanzminister 1994. Schenkungssteuer für Stiftungen, wenn ein Stifter einer Stiftung Kapital oder eben Vermögen zuwendet, 2,5 Prozent, bitte. 2,5 Prozent! Von der Regierung Schüssel I wurden diese 2,5 Prozent auf 5 Prozent erhöht, und ebenfalls von der Regierung Schüssel unter Finanzminister Grasser wurde die Zwischensteuer, die Körperschaftsteuer in Höhe von 12,5 Prozent, eingeführt. Das heißt, wir haben das verschärft und nicht verwässert und haben dies auch mit einem Klubobmann Westenthaler, der das heute als Begünstigung der Superreichen kritisiert hat, beschlossen. (Abg. Kopf: Aha! – Abg. Ing. Westenthaler: Eine gewisse Unschärfe, eine kleine Unschärfe! – Abg. Reheis: Schon vergessen?)
Beifall bei der ÖVP.
Bleiben Sie bei der Wahrheit, und bleiben Sie auch dabei! Sie haben einmal Regierungsverantwortung getragen, und es waren auch sehr gute Gesetze und sehr gute Maßnahmen. Da können Sie stolz darauf sein, durchaus. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Angesichts der Zeit, die ich leider nicht mehr habe, möchte ich Ihnen aber trotzdem noch auf den Weg mitgeben: Initiativen von uns für Pendlerinnen und Pendler, Initiativen von uns in den letzten Jahren für Menschen, die weniger verdienen: Steuerreform – 2,55 Millionen Menschen zahlen gar keine Steuern mehr. Gestern beschlossen – 1 Million Menschen wird im Ausmaß von 300 Millionen € entlastet, ein Vorgriff auf die Steuerreform. Und das ist auch der Grund, warum wir Regierungsverantwortung tragen und Leute und Parteien wie Strache und Co. die Oppositionsbank drücken müssen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Franz Kirchgatterer (SPÖ): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Zu den Ausführungen meiner Vorrednerin: Es war das Kennzeichen sozialdemokratischer Finanzminister, dass sie Wirtschaftsstärke und soziale Gerechtigkeit angestrebt und vielfach auch erreicht haben. Dies müssen wir jetzt erst wieder mit unserem Staatssekretär auf die richtige Linie bringen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ich betrachte diese spürbare Erhöhung des Pendlerpauschales, die spürbare Erhöhung des Kilometergeldes als Zeichen der Wertschätzung und Anerkennung der Mobilitätsbereitschaft und Einsatzbereitschaft der in der österreichischen Wirtschaft Tätigen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Edeltraud Lentsch (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Geschätzte Damen und Herren! Hohes Haus! Wir haben es heute schon des Öfteren gehört: Am 1. August dieses Jahres fällt die Erbschafts- und Schenkungssteuer weg. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Lutz Weinzinger: Eine „tolle“ Antwort!
Ab 1. August wird das alles anders werden, aber noch etwas wird anders, und das noch vor dem 1. August, nämlich am 1. Juli: Unter der Federführung unseres Finanzministers Mag. Wilhelm Molterer werden das Pendlerpauschale und das Kilometergeld erhöht. Das ist unsere Antwort auf die gestiegenen Energiepreise. (Abg. Lutz Weinzinger: Eine „tolle“ Antwort!)
Beifall bei der ÖVP. – Staatssekretär Dr. Lopatka: Sicher!
Gerade viele Burgenländerinnen und Burgenländer haben das Los des Pendlerlebens gezogen, und als Burgenländerin möchte ich mich namens aller burgenländischen Pendlerinnen und Pendler bei unserem Finanzminister Mag. Wilhelm Molterer für diese Sofortmaßnahme recht, recht herzlich bedanken, und ich bin davon überzeugt, dass ihm das der Herr Staatssekretär ausrichten wird. (Beifall bei der ÖVP. – Staatssekretär Dr. Lopatka: Sicher!)
Beifall bei der SPÖ.
Es ist eine dringende Forderung, und das sage ich auch als langjähriger Landesparlamentarier, dass man das Know-how, das Wissen und die Einsatzfreude der Abgeordneten stärker mit einbindet. Es gibt kein besseres Beispiel, das man aufzeigen könnte, als das jetzt zur Beschlussfassung vorliegende Gesetz. Wer, wenn nicht die Abgeordneten gewesen wären – und ich möchte hier namentlich einen, der aus meiner Sicht am meisten Rückgrat gezeigt hat, nämlich unseren Finanzsprecher Jan Krainer herausheben –, also wer, wenn nicht er gewesen wäre, hätte mitgeholfen, zu verhindern, dass wir heute tatsächlich gemeinsam bejammern müssten, dass wir ein Gesetz beschließen, das in Wahrheit die Reichsten der Reichen stark begünstigt? (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Stummvoll: Das war aber erfolgreich!
Dass das nicht der Fall ist, haben wir in ganz besonderem Maße seiner Hartnäckigkeit zu verdanken. Ich sehe das schon ein, ich habe das über Jahre hinweg ähnlich miterlebt als Oppositionspolitiker im Vorarlberger Landtag, wenn Kollege Stummvoll in seiner parlamentarischen Praxis – ich habe es jetzt so empfunden, das ist nicht so wörtlich gemeint – sehr kaltschnäuzig sagt: Die Sitzung ist unterbrochen, wir treffen uns nächsten Dienstag wieder!, am nächsten Dienstag: Die Sitzung ist unterbrochen, wir treffen uns dann am Donnerstag wieder! (Abg. Dr. Stummvoll: Das war aber erfolgreich!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Es ist also so, dass es durch unsere Initiative so sein wird, dass es ab 1. August keinerlei Begünstigungen mehr für bestehende Stiftungen gibt und dass der Griff in die Staatskassa, wie das Doralt zu bezeichnen pflegte, tatsächlich verhindert wurde. Ich meine, das Ganze ist auch ein Lob an das Parlament, und wir können auch stolz auf diese gemeinsame Aktion sein. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Sburny: Das zeigt, wie die Gewinne steigen!
Der Weg, der hier eingeschlagen wird, ist absolut richtig. Wir müssen mit der Abgabenquote herunter. Ich habe noch gut in Erinnerung, wie die Opposition, als wir die Körperschaftsteuer von 34 Prozent auf 25 Prozent gesenkt haben, getobt hat. Jetzt wird es in Hinkunft keine Erbschafts- und Schenkungssteuer mehr geben. Wir hatten damals ein Aufkommen von 1,7 Milliarden €, wir werden demnächst 6 Milliarden € Aufkommen an Körperschaftsteuer haben. Das heißt, aus weniger und geringeren Steuernsätzen werden mehr Steuereinnahmen. (Abg. Sburny: Das zeigt, wie die Gewinne steigen!) Und das wird vor allem die Beschäftigten freuen und Beschäftigung sichern, und über die Beschäftigung sichern wir alles andere, auch die Sozialquote. – Besten Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Der Weg, der hier eingeschlagen wird, ist absolut richtig. Wir müssen mit der Abgabenquote herunter. Ich habe noch gut in Erinnerung, wie die Opposition, als wir die Körperschaftsteuer von 34 Prozent auf 25 Prozent gesenkt haben, getobt hat. Jetzt wird es in Hinkunft keine Erbschafts- und Schenkungssteuer mehr geben. Wir hatten damals ein Aufkommen von 1,7 Milliarden €, wir werden demnächst 6 Milliarden € Aufkommen an Körperschaftsteuer haben. Das heißt, aus weniger und geringeren Steuernsätzen werden mehr Steuereinnahmen. (Abg. Sburny: Das zeigt, wie die Gewinne steigen!) Und das wird vor allem die Beschäftigten freuen und Beschäftigung sichern, und über die Beschäftigung sichern wir alles andere, auch die Sozialquote. – Besten Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
den muss. Damit bleibt den Unternehmerinnen und Unternehmern Kapital für Investitionen in ihre Betriebe. Sie haben das Kapital für Investitionen für ihre eigene erfolgreiche Zukunft im Unternehmen. So werden nicht nur, und das ist der entscheidende Punkt, die Arbeitsplätze im Betrieb gesichert, sondern die Unternehmen können über Wachstum und Entwicklung nachdenken und neue Arbeitsplätze schaffen. Wir stärken dadurch also sowohl die einzelnen Unternehmen, ganz besonders die Klein- und Mittelbetriebe und Familienunternehmen, als auch den Wirtschaftsstandort Österreich. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Ing. Norbert Hofer (FPÖ): Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Frau Kollegin Tamandl! Ich habe mir Ihre Rede angehört, die Sie vorhin gehalten haben, und sie hat mir irrsinnig gut gefallen. Sie war sachlich. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Tamandl: Wollen Sie uns ein Angebot machen? – Abg. Ing. Westenthaler: Ist das jetzt ein Angebot?
Frau Kollegin Tamandl! Glauben Sie, dass sich nach der nächsten Wahl Rot-Grün ausgeht? Glauben Sie, dass sich Schwarz-Orange ausgeht? (Abg. Tamandl: Wollen Sie uns ein Angebot machen? – Abg. Ing. Westenthaler: Ist das jetzt ein Angebot?) Oder wird es nach der nächsten Wahl wieder so sein, dass die ÖVP kommt und sagt: Du, bitte, wir haben wieder eine bürgerliche Mehrheit! Das müssen wir jetzt für Österreich nutzen in Verantwortung für unser Heimatland! Ihr könnt euch dieser Verantwortung nicht entziehen! (Abg. Tamandl: Dann schicken Sie den Herrn Strache heim!) – Nein. – Wir sollen Herrn Strache heimschicken, dann könnten wir darüber reden.
Abg. Tamandl: Dann schicken Sie den Herrn Strache heim!
Frau Kollegin Tamandl! Glauben Sie, dass sich nach der nächsten Wahl Rot-Grün ausgeht? Glauben Sie, dass sich Schwarz-Orange ausgeht? (Abg. Tamandl: Wollen Sie uns ein Angebot machen? – Abg. Ing. Westenthaler: Ist das jetzt ein Angebot?) Oder wird es nach der nächsten Wahl wieder so sein, dass die ÖVP kommt und sagt: Du, bitte, wir haben wieder eine bürgerliche Mehrheit! Das müssen wir jetzt für Österreich nutzen in Verantwortung für unser Heimatland! Ihr könnt euch dieser Verantwortung nicht entziehen! (Abg. Tamandl: Dann schicken Sie den Herrn Strache heim!) – Nein. – Wir sollen Herrn Strache heimschicken, dann könnten wir darüber reden.
Beifall bei der FPÖ.
Frau Tamandl! Ich sage Ihnen etwas: Kommen Sie nach der nächsten Wahl nicht zu uns! Sie werden mit diesem Angebot scheitern, das kann ich Ihnen heute schon sagen. Kommen Sie nicht zu uns! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Solche Wortmeldungen sind nicht dazu angetan, das Vertrauen anderer Parteien zu stärken. Und dann müssen Sie eben schauen, vielleicht nimmt Sie ja die SPÖ wieder. Oder vielleicht schaffen Sie Schwarz-Grün; nein, Schwarz-Grün-Orange geht sich auch nicht aus. Das wird dann eben Ihr Problem sein, aber kommen Sie nach solchen Wortmeldungen nicht mit dem Argument bürgerliche Mehrheit, denn damit werden Sie bei uns auf taube Ohren stoßen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren! Wissen Sie, wir sind sehr wohl bereit, Verantwortung zu tragen und uns sachlich einzubringen. Wir machen uns sehr viele Gedanken darüber, wie man die bestehenden Probleme in Österreich lösen kann. Was jedoch ganz wichtig ist im Rahmen einer Regierungszusammenarbeit, ist, dass man einen Koalitionspartner hat, auf den man sich auch verlassen kann, und wer immer mit der ÖVP ins Koalitionsbett steigt, hat nachher größte Probleme. Warum ist das so? Ist es vielleicht ein unfairer Zugang zum politischen Partner, ist es das? – Ich glaube ja, meine Damen und Herren. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Ich möchte noch einmal relativieren, was ich vorhin gesagt habe. Mir geht es darum – wir haben heute schon darüber gesprochen –, wie man miteinander umgeht. Wenn man so salopp sagt: Strache und Co, oder wenn man so salopp sagt: Setzen Sie den Strache ab, dann können wir reden! ... (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Nein, ich bin nicht empfindlich. Wir haben heute darüber gesprochen, wie man miteinander umgeht. Aber das müssen wir auch wirklich ernst nehmen.
Beifall bei der FPÖ.
Ich habe gesagt, Ihre Rede, Frau Tamandl, war hervorragend – ich habe sogar applaudiert; nicht zum Schluss, aber in der Mitte Ihrer Rede –, und ich werde mir das sehr gut merken, was Sie heute gesagt haben. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube daher, es ist eine sinnvolle Sache, dass wir heute dieses Doppelbesteuerungsabkommen, dem OECD-Musterabkommen Folge leistend, beschließen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn aber weiterhin internationale Standards in der Türkei auch bei anderen Großprojekten nicht eingehalten und Sozialrechte und Menschenrechte mit Füßen getreten werden, dann minimiert sich natürlich die Chance für eine vertiefte wirtschaftliche Beziehung Österreichs mit der Türkei, und es stellt sich wohl die Frage, wie bei zukünftigen Projekten die Einhaltung internationaler Standards garantiert werden kann – nicht nur bei Ilisu, auch bei anderen Projekten. Dazu würde es wohl zu einer stärkeren Exekution bisher bestehender Standards kommen müssen. Nur dann sehe ich auch die Chance für eine Vertiefung der Beziehungen dieser beiden Länder. – Danke sehr. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ
Abgesehen davon, dass die Türkei nur zu ganz wenigen Prozent zum europäischen Festland gehört und ansonsten ein asiatischer Staat ist (Beifall bei der FPÖ), abgesehen davon, dass diese asiatische Staatsform auch unserer Form des Zusammenlebens absolut nicht entspricht, weder aus kultureller Hinsicht noch aus geschichtlicher Hinsicht, noch auch in der Form, wie man dort Politik versteht, weil dort die Trennung von Kirche – das heißt vom Islam – und Staat mehr und mehr verschwimmt: Abkommen ja, auch mit der Türkei und gerade mit der Türkei, gar keine Frage, aber das heißt nicht, daraus abzuleiten, die Türkei ist in die EU aufzunehmen. Dem stimmen wir in keiner Weise zu, und ich weiß, dass der Großteil der Bevölkerung so denkt und auch – auch wenn Sie es nicht alle zugeben – der Großteil von Ihnen. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgesehen davon, dass die Türkei nur zu ganz wenigen Prozent zum europäischen Festland gehört und ansonsten ein asiatischer Staat ist (Beifall bei der FPÖ), abgesehen davon, dass diese asiatische Staatsform auch unserer Form des Zusammenlebens absolut nicht entspricht, weder aus kultureller Hinsicht noch aus geschichtlicher Hinsicht, noch auch in der Form, wie man dort Politik versteht, weil dort die Trennung von Kirche – das heißt vom Islam – und Staat mehr und mehr verschwimmt: Abkommen ja, auch mit der Türkei und gerade mit der Türkei, gar keine Frage, aber das heißt nicht, daraus abzuleiten, die Türkei ist in die EU aufzunehmen. Dem stimmen wir in keiner Weise zu, und ich weiß, dass der Großteil der Bevölkerung so denkt und auch – auch wenn Sie es nicht alle zugeben – der Großteil von Ihnen. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall des Abg. Scheibner.
Ich möchte nur anregen – ich weiß nicht, ob der Herr Sport-Staatssekretär diese Frage beantworten kann; aber so kompetent, wie ich ihn einschätze, wird er das sicher können –, es wäre vielleicht sinnvoll, dass wir die Doppelbesteuerungsabkommen mit den Ländern, die wir immer wieder in unterschiedlichen Zeitabständen abschließen, vielleicht einmal kumuliert erledigen, anstatt in jeder Parlamentssitzung ein Doppelbesteuerungsabkommen zu besprechen. Man könnte dann unterstellen, dass die Regierungsparteien diesen Weg nur deshalb wählen, damit wir eine Tagesordnung für den Finanzausschuss zustande bringen. Das möchte ich Ihnen nicht vorwerfen wollen. (Beifall des Abg. Scheibner.)
Beifall des Abg. Scheibner.
Ich glaube, es wäre gescheiter, die Doppelbesteuerungsabkommen zunächst einmal zu sammeln und sie dann in einem zu verabschieden. (Beifall des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der SPÖ.
Danke noch einmal an die Frau Ministerin, an das Ministerium, an die Beamten, an die Mitarbeiter. Ich glaube, dass das sicherlich ein Ministerium ist, das Modellcharakter hat und wo wir froh sein können, dass das, bei aller konstruktiven Kritik, die von dem einen oder anderen auch geäußert wird, manchmal auch von uns, hier wirklich auch aufgenommen wird, damit auch dieser Dialog und dieser Diskurs entsteht. Und ich denke, der Abgeordnete Morak, der nach mir sprechen wird, wird das ebenso sehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Cap: Aber: Wer ist der Gute und wer der Böse?
Abgeordneter Franz Morak (ÖVP): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Lieber Kollege Cap! Du bist der eine und ich bin der andere – ist in Ordnung. (Abg. Dr. Cap: Aber: Wer ist der Gute und wer der Böse?) Das ist aber auch klar, ich, nicht?
Beifall bei der ÖVP.
Bleibt – und da bin wieder bei meinem nicht einmal Lieblingsthema, sondern bei einem Thema, das mich schon relativ lange beschäftigt, nämlich diese unabhängige, effiziente Medienbehörde. Kollege Cap ist für die abhängige Metternich-Behörde, und ich bin für die unabhängige Medienbehörde (Beifall bei der ÖVP.) So weit sollte man das einmal klären.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Fichtenbauer.
dass man, der Einzelne, der Politiker, der Gebührenzahler, wer auch immer, der nach 16 Uhr quasi überfallen wird im Parlamentsklub, Sekretärinnen an sitzungsfreien Tagen, wo geschaut wird: Wo sind denn die Abgeordneten zum Beispiel aus den Bundesländern? Oder wenn nach einer parlamentarischen Enquete in einer Nebenveranstaltung im SPÖ-Klub im Grunde nichts berichtet wird, sondern nur die Nebenveranstaltung SPÖ-Klub im „Morgenjournal“ kommt, wenn Stiftungsräte im ORF im Unklaren gelassen werden über die Budgetlage, wenn der ORF mit Dumpingpreisen andere Orchester ausbootet, wenn Kampagnenjournalismus betrieben wird, wenn man keine Ausschreibungen macht, zum Beispiel, um eine Wagenflotte anzuschaffen für den ORF, wenn die ORF-Führung schamlos überfordert ist mit ihrer Tätigkeit, wenn wir eine Medienförderung einführen würden, dann hätte ich ganz gern eine effiziente unabhängige, vor allem von der Politik unabhängige Medienbehörde, und nicht das Salzamt. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Fichtenbauer.)
Abg. Morak: Das stimmt nicht!
ich einen Ordnungsruf, das kann ich jetzt nicht sagen – merkwürdig in der Argumentation ist – sagen wir es einmal so –, wenn man vor mittlerweile sechs, sieben Jahren ein Gesetz geschaffen hat, das vorsieht, dass die Gebührenbefreiungen, die früher dem ORF refundiert worden sind, einfach nicht mehr refundiert werden. (Abg. Morak: Das stimmt nicht!) – Das stimmt natürlich! (Abg. Morak: Das stimmt nicht!) – Selbstverständlich stimmt das! Und gleichzeitig dreht man über die Finanzen an der Daumenschraube.
Abg. Morak: Das stimmt nicht!
ich einen Ordnungsruf, das kann ich jetzt nicht sagen – merkwürdig in der Argumentation ist – sagen wir es einmal so –, wenn man vor mittlerweile sechs, sieben Jahren ein Gesetz geschaffen hat, das vorsieht, dass die Gebührenbefreiungen, die früher dem ORF refundiert worden sind, einfach nicht mehr refundiert werden. (Abg. Morak: Das stimmt nicht!) – Das stimmt natürlich! (Abg. Morak: Das stimmt nicht!) – Selbstverständlich stimmt das! Und gleichzeitig dreht man über die Finanzen an der Daumenschraube.
Abg. Mag. Donnerbauer: Wir waren nicht für die Gebührenerhöhungen, bitte!
Wenn der Kollege Morak jetzt den Saal verlässt, dann muss man dazu sagen, dass das allein dazu geführt hätte, dass eigentlich die Gebührenerhöhung nicht notwendig gewesen wäre, weil die Größenordnung der Gebührenerhöhung heuer in etwa so viel ausgemacht hat wie die Gebührenbefreiung. Und wenn Sie über die große Belastungswelle reden, dann müssen Sie schon dazusagen, dass Sie dafür verantwortlich sind, dass das die Konsumenten und Konsumentinnen bezahlen müssen, und nicht so, wie es ursprünglich sinnvoll wäre, als sozial ... (Abg. Mag. Donnerbauer: Wir waren nicht für die Gebührenerhöhungen, bitte!)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe der Abg. Mag. Hakl.
Herr Donnerbauer, Sie haben offenbar Probleme mit Sinn erfassendem Zuhören, muss ich feststellen. Die Argumentation war genau das, dass Sie eine Maßnahme geschaffen haben, die zu Einnahmeausfällen beim ORF führt, und gleichzeitig dann gegen eine Gebührenerhöhung angehen. Hätten Sie für diese Einnahmenausfälle nicht verantwortlich gezeichnet, wären die Gebührenerhöhungen nicht notwendig gewesen. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe der Abg. Mag. Hakl.)
Abg. Mag. Donnerbauer: Das passt nicht zusammen!
Es ist offenbar schwierig. Ich kann es ja noch einmal probieren, Ihnen das zu erklären, aber leider reicht meine Redezeit nicht. Vielleicht geht es beim dritten Mal. Es ist allerdings nicht so schwierig: Ein Argument – ein zweites, und passt es zusammen, dann gibt es einen Schluss daraus. Aber das geht offenbar gar nicht so einfach. (Abg. Mag. Donnerbauer: Das passt nicht zusammen!) – Das merkt man bei Ihnen, dass vieles nicht zusammenpasst. Das ist richtig.
Beifall bei den Grünen.
Ich weiß ja nicht, ob in dieser Periode noch irgendetwas kommt. Sie wahrscheinlich auch nicht. Wenn es so weit ist, wäre es durchaus interessant, einmal zu schauen, inwiefern man hier einen Mehr-Parteien-Antrag zustande bringt, weil das etwas ist, was eine Materie ist, die nicht allein von der Regierung verhandelt werden müsste. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Morak: Na geh!
Abgeordneter Harald Vilimsky (FPÖ): Frau Präsident! Frau Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sie sollten einmal sehen, wie Sie miteinander umgehen. Kam von der einen Seite der Vorwurf, das sei die „Metternich-Politik“, so kam, wenn auch nicht ausgesprochen, wahrscheinlich von der anderen Seite der Vorwurf zurück, das sei die „Dollfuß-Politik“. In Summe zeigt der Zustand dieser Koalition die Zerrüttung, in der Sie sich befinden. (Abg. Morak: Na geh!) Ein Beweis dafür, warum Sie in der Sache selbst eigentlich nichts weiterbringen, und warum Sie auch in der Medienpolitik nichts weiterbringen.
Abg. Mag. Donnerbauer: Das ist ein starkes Stück!
Wir sind darauf aufmerksam geworden, als uns Anrufer erreicht haben, die eine Telefonrechnung von über 1 000 € hatten, weil sie mit sehr viel Hingabe ihre Andys und Julias und wie sie alle heißen mögen unterstützt und einfach nicht gesehen haben, dass der ORF hier kräftig zur Kassa bittet. Ich meine, das ist ein mehr als abschaffenswerter Missstand, und es sollte nicht sein, dass der Österreichische Rundfunk, der ohnehin auf der einen Seite durch ein ungerechtes Zwangsgebührensystem finanziert wird, satte Werbeeinahmen hat und hier zusätzlich in die Kassen der Seher greift und mit Mehrwertdiensten für große Überraschungen sorgt. (Abg. Mag. Donnerbauer: Das ist ein starkes Stück!)
Beifall bei der FPÖ.
Dafür gibt es Soap Operas, dafür gibt es billigen Abklatsch der Privatsender und zudem eine Zwangsgebührensituation, gekoppelt noch mit satten Werbezeiten. Das alles ist unter dem Strich eine Situation, die mich das System der Gebührenhoheit in Frage stellen lässt, noch dazu, wo im Direktorium des ORF Gagen kassiert werden, die das Doppelte dessen ausmachen, was Kanzler und Bundespräsident vereinnahmen. Das soll nicht heißen, dass der Bundeskanzler sein Geld nicht wert ist, auch wenn der aktuelle es vielleicht nicht wert sein mag, aber prinzipiell ist die Situation dergestalt, dass hier eine Verhältnismäßigkeit hinten und vorne nicht mehr gegeben ist. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Auch im Zusammenhang mit der Medienbehörde, die vielleicht eine „Metternich“- oder „Dollfuß“-Behörde oder was auch immer sein mag, ist die Zeit reif, eine Medienpolitik für die Zukunft zu gestalten, die auch wirklich den Namen einer Medienpolitik verdient und nicht weiter den Regierungsgriff auf die heimische Medienlandschaft zulässt. – Danke sehr. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Also ich glaube, ein Antrag, dem man zustimmen kann und den man nicht auf die lange Bank schieben muss, gerade wenn es darum geht, zu zeigen, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk mit seiner Sonderstellung und Gebühren doch auch einen Sinn haben soll. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Hakl.
Zum ganzen Themenbereich Reform der Regulierungsbehörde möchte ich Sie darüber informieren, dass mein Ressort und alle Expertinnen und Experten in den letzten Wochen unzählige Gespräche mit allen in der Branche Tätigen geführt haben, dass wir vereinbart haben, dass bis zum Herbst ein Entwurf für die Reform der Medienbehörde vorliegen wird. (Zwischenruf der Abg. Mag. Hakl.) Mir ist das nicht nur deshalb wichtig, Frau Abgeordnete Hakl, weil wir in der Koalition das im Regierungsübereinkommen vereinbart haben, dass es zu einer Unabhängigkeit der Regulierungsbehörde, der Medienbehörde in diesem Zeitplan kommen soll, sondern auch deshalb, weil es mir wichtig ist, dass auch in diesen Fragen Österreich nicht hinter europäischen Standards nachhinkt. Und daher werden wir das tun.
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte daher auch sagen, dass es mir ganz wichtig ist, dass wir Bewährtes und Gutes nicht abwerten, indem man hier von Zersplitterungen spricht. Auch aufgrund des Berichts erkennt man, wenn man ihn sehr aufmerksam liest, dass es sich hier um ein wirkliches Kompetenzzentrum handelt, dass von keiner Zersplitterung die Rede ist, sondern es in Wirklichkeit von allen Beteiligten am Markt große Anerkennung gegenüber der RTR-GmbH und allen Regulierungsbehörden, ob das der Bundeskommunikationssenat oder die KommAustria ist, gibt, und darauf, finde ich, könnten wir stolz sein. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Peter Wittmann (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Bundesminister! Hohes Haus! Zunächst einmal möchte ich nicht verhehlen, ich war einer der größten Skeptiker dieser Behörde, als sie eingeführt wurde. Ich muss meine Skepsis zurückziehen, die Arbeit, die dort geleistet wird, ist hervorragend, herzeigbar, wie auch dieser Bericht, der sehr umfangreich gestaltet ist, zeigt. Ich wurde also in dieser Hinsicht eines Besseren belehrt. Auch das muss einmal gesagt werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Morak.
Aber noch darüber hinaus: Von 35 Produktionen, die gefördert wurden, waren 25 in Kooperation mit ausländischen Unternehmen. So wurden mehr als 50 Millionen € an Herstellungskosten generiert. Das ist ein gut eingesetztes Geld, und ich glaube, wenn man jetzt von einer Erhöhung der Mittel spricht, dann ist man auf dem richtigen Weg, erstens für die Filmwirtschaft, aber auch, Förderungen richtig einzusetzen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Morak.)
Beifall bei der ÖVP.
Das nur als ein Beispiel, die Zeit reicht nicht, es gäbe noch weitere Beispiele. Es zeigt nur eines ganz klar: Die Forderung der ÖVP und die Vereinbarung im Regierungsübereinkommen, eine unabhängige Medienbehörde zu schaffen, ist aktueller denn je. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Dann möchte ich noch ganz kurz auf den Entschließungsantrag der FPÖ eingehen. Wir teilen diese Ansicht nicht. Wir halten es nicht für sinnvoll, Mehrwertdienste zu verbieten, sondern es soll eine ganz bewusste Entscheidung der KonsumentInnen, der NutzerInnen sein. Dazu gehört natürlich die entsprechende Transparenz – da sind wir ganz Ihrer Meinung –, es muss klar sein, mit welchen Kosten das verbunden ist. In diesem Sinne verlangen wir eben auch diese Opting-in-Regelung. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
mierung von einer demokratischen Institution nach der anderen, sei es Parlament, sei es Bundesregierung, sei es Bundespräsident, erfüllt diesen Anspruch nicht und ist in höchstem Maße demokratiegefährdend. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Dr. Peter Sonnberger (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Ich möchte mit einem bemerkenswerten Zitat zur ORF-Gebührenfrage beginnen. Ich bin Angehöriger der Gruppe der erzürnten Gebührenzahler, die sich angesichts dessen, was in den letzten Jahren geboten wurde, oftmals die Frage gestellt hat: Wofür zahle ich überhaupt? (Beifall bei der FPÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.
Pendlerpauschale und Kilometergelderhöhung waren die richtige Antwort der Regierung. Die rot-grüne ORF-Gebührenerhöhung im Stiftungsrat war falsch. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP.
Generaldirektor Wrabetz hat im Übrigen die Erhöhung im Jänner 2007 und August 2007 ausdrücklich noch für das Jahr 2008 ausgeschlossen. Jetzt haben wir sie. Die Ergebnisse der derzeit stattfindenden Rechnungshofprüfung und der bevorstehenden Prüfung durch die EU werden sicherlich noch Anlass sein, über dieses Thema hier im Hohen Haus noch einmal zu diskutieren. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Hakl: Rechnungshofbericht! Einsparungspotentiale! Lesen!
Ich würde auch einladen und bitten – wir haben das heute Vormittag schon diskutiert, wir haben das schon so oft diskutiert –: Das wird ja nicht besser! Müssen wir uns ans Rednerpult stellen, Kollegen, und sagen: Zwangsgebühren? Gebühren sind Gebühren. Müssen wir vom „Salzamt“ reden? Sie bringen erstklassige Leistungen. Die Kolleginnen und Kollegen bringen erstklassige Leistungen dort, und ich glaube, wir sollten ihnen danken. (Abg. Mag. Hakl: Rechnungshofbericht! Einsparungspotentiale! Lesen!)
Beifall bei der SPÖ.
Wir haben viel Arbeit, das ist überhaupt keine Frage. Wir können hier viel diskutieren. Aber ich glaube, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk mit seinen Informationsverpflichtungen in den einzelnen Sparten unserer Gesellschaft wichtig ist. Vor allem sollten wir danach trachten, dass die Barrierefreiheit wirklich in allen Bereichen gegeben ist. Ich lade dazu ein: Machen wir die Arbeit gemeinsam, die Menschen werden uns danken! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Cap: Ich bin gespannt, was der van Staa sagt, wenn er Tirol zusperren darf!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nun ist Frau Abgeordnete Mag. Hakl am Wort. 2 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Bitte sehr. (Abg. Dr. Cap: Ich bin gespannt, was der van Staa sagt, wenn er Tirol zusperren darf!)
Beifall bei der ÖVP.
Aber diese Bandbreiten sind immer noch nicht genug, zum Beispiel auch für den E-Health-Bereich, wo wir den Menschen die Möglichkeiten geben wollen, egal wo in Österreich oder Europa sie sind, auf ihre Röntgenbilder und andere Daten Zugriff zu haben. Ich erwarte mir und bitte Sie, Frau Staatssekretärin, das dem Herrn Bundesminister auszurichten, dass der Herr Verkehrsminister eine realistische Breitbandausbauinitiative vornimmt und uns diesbezügliche Vorschläge endlich zuleitet. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich denke, es hat sich ausgezahlt, die 7 Millionen € einzusetzen und daraus 25 Millionen € zu machen. Der Werbeeffekt für Österreich war gut, daher ist dieses eine sehr positive Sache. Ich danke Ihnen vielmals, Frau Bundesministerin! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Zum Fernsehfonds Austria hat mein Vorredner, Kollege Marizzi, schon Stellung genommen und gesagt, wie positiv hier die Entwicklung ist. Ich möchte nur noch einen Aspekt aufgreifen, den ich für sehr vielversprechend halte, und zwar die Ankündigung von der Frau Ministerin, nämlich wesentliche Teile des Digitalisierungsfonds in den Jahren 2009 bis 2011 in den Fernsehfonds Austria umzuschichten. Durch diese zusätzliche Maßnahme, die sehr zu begrüßen ist, würde die Frau Ministerin eine sehr nachhaltige Gesundung des heimischen Fernsehfilms wesentlich unterstützen. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Keine Frage, es gibt schwere Versäumnisse auf Seiten der slowenischen Behörden, aber – und das ist der Punkt, an dem auch Ihre Verantwortung als Umweltminister beginnt, Herr Kollege Pröll –: Warum ist das überhaupt möglich, warum ist nicht eine direkte Verbindung zwischen dem AKW-Betreiber, zwischen demjenigen, der als Erster die Information hat, und den österreichischen Nachbarn, die wissen, was zu tun ist, um die Bevölkerung zu schützen, verbindlich vorgegeben? Warum gibt es keine rechtlich verbindliche Verpflichtung, kein Abkommen mit Slowenien, kein Informationsabkommen, in dem ganz klar festgehalten ist, dass eine sofortige, unverzügliche Information vom AKW-Betreiber an die österreichischen Strahlenwarnzentrale stattfinden muss? (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Gahr.
Sie sind seit längerer Zeit Umweltminister, es liegt in Ihrer Verantwortung, auch solche Informationsabkommen immer wieder zu überprüfen, immer wieder zu schauen, was man verbessern und wo man Lücken schließen kann. Es ist Ihre Verantwortung, diese Informationsabkommen so auszugestalten, dass die Bevölkerung maximalen Schutz hat. Ich stelle Ihnen daher die Frage, warum Sie das in all den letzten Jahren nicht gemacht haben. Vor allem, weil Sie 2002 vor einer ähnlichen Situation gestanden sind und wissen, wie das die Bevölkerung verunsichert. Warum gibt es da keine Informationsabkommen zwischen dem AKW-Betreiber und der Strahlenwarnzentrale im Umweltministerium? (Zwischenruf des Abg. Gahr.)
Abg. Gahr: ... machen Sie Vorschläge!
Wenn Sie jetzt sagen, wir seien Panikmacher: Ich glaube, ich habe jetzt sehr punktgenau und präzise beschrieben, wie dieser Informationsfluss erfolgen soll. Wenn Sie einen anderen Vorschlag haben, wenn Sie sagen, es reicht mir, so wie es jetzt ist, dann sage ich, dass das der österreichischen Bevölkerung mit Sicherheit nicht reicht! (Abg. Gahr: ... machen Sie Vorschläge!) – Ich habe einen präzisen Vorschlag gemacht, bitte hören Sie zu!
Abg. Gahr: Sie tun nur die Leute verunsichern!
Herr Umweltminister, wir haben mittlerweile rund um Österreich 30 Reaktorblöcke in Betrieb. (Abg. Gahr: Sie tun nur die Leute verunsichern!) – Sie können gerne herauskommen und argumentieren, warum Sie gegen ein Informationsabkommen sind, in dem eine bilaterale Direktinformation des AKW-Betreibers zur Strahlenwarnzentrale
Beifall bei den Grünen. – Abg. Kopf: Sie haben ja dagegen gestimmt! Sie haben es abgelehnt! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
festgehalten ist. Wenn das nicht präzise ist, dann weiß ich es nicht. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Kopf: Sie haben ja dagegen gestimmt! Sie haben es abgelehnt! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Kopf: Die Grünen haben als Einzige dagegen gestimmt beim Abkommen mit Tschechien, das Sie gerade gelobt haben!
Mit Tschechien gibt es solch ein Abkommen – warum nicht auch mit Slowenien, warum nicht auch mit Ungarn, warum nicht auch mit der Slowakei? (Abg. Kopf: Die Grünen haben als Einzige dagegen gestimmt beim Abkommen mit Tschechien, das Sie gerade gelobt haben!) – Das alte Abkommen. Wir können dann gerne noch einmal darüber reden, was die jetzigen Abkommen und Verhandlungen betrifft.
Zwischenrufe bei der ÖVP
Wenn Sie sich jetzt so aufregen und sagen, dass da ja ohnehin etwas gemacht wird und der Umweltminister so arm ist, weil wir ihn nicht unterstützen, möchte ich schon noch eine Frage stellen: Wie wichtig ist Ihnen das wirklich? – Sie schaffen zwar Abfangjäger für ziemlich theoretische Situationen an (Zwischenrufe bei der ÖVP), nämlich für den Fall, dass Österreich einmal von irgendjemandem angegriffen wird, aber Sie schaffen es nicht, ein Strahlenwarnsystem und ein Informationsabkommen so zu gestalten, dass bei einem Ernstfall Schutz der österreichischen Bevölkerung zumindest in einem Mindestausmaß möglich ist. (Beifall bei den Grünen. – Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen. – Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wenn Sie sich jetzt so aufregen und sagen, dass da ja ohnehin etwas gemacht wird und der Umweltminister so arm ist, weil wir ihn nicht unterstützen, möchte ich schon noch eine Frage stellen: Wie wichtig ist Ihnen das wirklich? – Sie schaffen zwar Abfangjäger für ziemlich theoretische Situationen an (Zwischenrufe bei der ÖVP), nämlich für den Fall, dass Österreich einmal von irgendjemandem angegriffen wird, aber Sie schaffen es nicht, ein Strahlenwarnsystem und ein Informationsabkommen so zu gestalten, dass bei einem Ernstfall Schutz der österreichischen Bevölkerung zumindest in einem Mindestausmaß möglich ist. (Beifall bei den Grünen. – Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Gahr.
Es gibt im Moment beim AKW Mochovce konkrete Ausbaupläne, zwei neue zusätzliche Reaktoren. (Zwischenruf des Abg. Gahr.) Das sind definitiv Schrottreaktoren. Das sind Reaktoren, die auf altem Fundament aus den achtziger Jahren mit alten Plänen fertig gebaut werden sollen. Definitiv Schrottreaktoren. Die Italiener wollen das übrigens machen.
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Stimmt nicht!
Diese beiden Reaktorblöcke sollen mit Genehmigungen errichtet werden, die aus dem kommunistischen Regime, aus dem Jahre 1986 stammen. Das heißt: keine Beteiligung der Öffentlichkeit, keine ordentlichen Verfahren, keine Beteiligung der Nachbarländer, keine Umweltverträglichkeitsprüfung, nicht einmal eine Einbeziehung der eigenen Bevölkerung. Dieses Projekt, das hier so durchgezogen wird, hat vonseiten des österreichischen Umweltministers bis zum heutigen Tag keine ordentliche schriftliche Protestnote erhalten, dass das so nicht möglich ist. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Stimmt nicht!) – Sie können das gerne vorlegen.
Beifall bei den Grünen.
Es gibt mittlerweile sechs österreichische Bundesländer, parteiübergreifend, die möchten, dass das klargestellt wird. Es darf nicht sein, dass österreichisches, europäisches und internationales Recht unter Berufung auf eine Genehmigung aus den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts einfach umgangen wird! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das ist genau der Punkt: Wenn Ihnen das wirklich wichtig ist, dann reicht es nicht, immer nur zu sagen, dass wir die Einzigen sind, die gegen Atomkraftwerke sind, dass das nur hier in Österreich so ist, sondern dann müssen Sie auch wirklich präzise, mit Unterlagen, mit Gutachten, mit Hartnäckigkeit und wahrscheinlich auch mit mehr Standfestigkeit, als Sie in der Vergangenheit bewiesen haben, vorgehen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Schüssel: O ja, ein gutes Argument! Ein sehr gutes Argument!
Das betrifft viele Punkte. Sie haben schon so oft angekündigt – dann argumentieren Sie aber immer mit irgendwelchen Schriftstücken, die nicht nachvollziehbar sind und auch nicht vorgelegt werden –, dass Sie im Rahmen der Europäischen Union tatsächlich einen Kurswechsel angehen und versuchen wollen. Stattdessen stimmt Österreich jedoch immer und immer wieder bei jeglicher Aufstockung des unverschämten Fördervolumens, das im Rahmen der Europäischen Union und der OECD immer noch für die Nuklearenergie zur Verfügung gestellt wird, mit, und zwar immer mit dem gleichen Argument: Sichere AKWs sind uns lieber als unsichere AKWs! – Das ist aber kein Argument. (Abg. Dr. Schüssel: O ja, ein gutes Argument! Ein sehr gutes Argument!)
Abg. Dr. Schüssel: O ja!
Es gibt keine sicheren AKWs. Mit diesen Geldern, Herr Kollege Schüssel, werden in erster Linie neue Reaktorgenerationen entwickelt und gebaut und höchststaatlich subventioniert, um in Frankreich eine neue Reaktorgeneration einzuführen, in Finnland einen neuen Reaktor zu bauen. Da geht es nicht um Sicherheit. (Abg. Dr. Schüssel: O ja!) – Wo geht es in Mochovce um Sicherheit? Da wird ein alter Schrottreaktor errichtet!
Abg. Dr. Schüssel: Das hat mit Mochovce nichts zu tun!
In Finnland – das möchte ich kurz erwähnen, dass das auch klar ist –, das ist eine dermaßen hoch subventionierte Energiequelle im Moment. Und wenn hier nicht Österreich auch von rechtlicher Seite her einmal nein sagt, das Euratom-Forschungsprogramm sollte hier wirklich einmal einen Riegel vorschieben und nicht weiterhin neue Reaktorgenerationen erforschen, dann wird Europa in 20 Jahren immer noch so aussehen, wie es jetzt aussieht. (Abg. Dr. Schüssel: Das hat mit Mochovce nichts zu tun!)
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Schüssel
Es ist eben eine Tatsache, dass Sie sich vor diesen wirklich ernsten Auseinandersetzungen scheuen, nur in Österreich gegen Atomenergie unterwegs sind (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Schüssel) – gerade Sie, Herr Kollege Schüssel, sollten da vorsichtig sein – und gerade auf internationaler Ebene keinen Mucks mehr machen. Ich höre das auch immer von den verbündeten NGOs und den Staaten, die im Bereich Anti-Atomkraft tatsächlich etwas weiterbringen wollen. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Schüssel.) – Sie können gerne das Gegenteil belegen.
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Schüssel.
Es ist eben eine Tatsache, dass Sie sich vor diesen wirklich ernsten Auseinandersetzungen scheuen, nur in Österreich gegen Atomenergie unterwegs sind (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Schüssel) – gerade Sie, Herr Kollege Schüssel, sollten da vorsichtig sein – und gerade auf internationaler Ebene keinen Mucks mehr machen. Ich höre das auch immer von den verbündeten NGOs und den Staaten, die im Bereich Anti-Atomkraft tatsächlich etwas weiterbringen wollen. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Schüssel.) – Sie können gerne das Gegenteil belegen.
Zwischenruf des Abg. Gahr.
Und dann keinen Streitmechanismus zu verlangen oder zu verhandeln, wohl wissend, dass es dann keine Möglichkeit gibt, zum IGH zu gehen, das liegt in Ihrer Verantwortung. Ich halte Sie für intelligent genug, dass Sie damals genau gewusst haben, was Sie tun. Sie haben damals kein rechtsverbindliches Abkommen für Österreich ausverhandelt, obwohl Sie es dann der Bevölkerung in Inseraten weismachen wollten. (Zwischenruf des Abg. Gahr.)
Beifall bei den Grünen.
Heute stehen wir vor dem Problem, dass eine Völkerrechtsklage de facto nicht möglich ist oder nur sehr schwer möglich ist, aber trotzdem wäre es den Versuch wert gewesen, sie zumindest einmal einzubringen und zumindest einmal zu deponieren, dass wir mit diesem Vorgehen nicht einverstanden sind. Aber selbst das haben Sie nicht gemacht. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Schüssel: Mit Temelín!
Noch etwas würde mich interessieren: Wenn Sie schon behaupten, dass hier nicht mehr möglich ist, dann frage ich, warum das mit manchen Staaten möglich war. Mit der tschechischen Republik gibt es sehr wohl ein diesbezügliches Abkommen. Das heißt, es müssen offensichtlich erst die Bevölkerung und die NGOs mit massivem Druck ... (Abg. Dr. Schüssel: Mit Temelín!) Mit Tschechien gibt es ein Abkommen. Da gibt es dieses Abkommen. Das heißt, es ist möglich. Warum haben Sie es also verabsäumt, das mit den anderen Staaten auch zu machen?
Abg. Dr. Schüssel: Sie sind ja gegen jede Maßnahme ...!
chen, was das wirklich bedeutet – blenden Sie völlig aus. (Abg. Dr. Schüssel: Sie sind ja gegen jede Maßnahme ...!)
Beifall bei den Grünen.
Die österreichische Bevölkerung kann, glaube ich, mit einem Umweltminister, der mit dem Problem so umgeht, nur Slowenien schimpft, aber keine Konsequenzen daraus zieht, nicht zufrieden sein. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Das Zweite: Wenn Sie mir oder uns heute vorwerfen, um noch weiter auszuholen, dass die Frage der Informationsabkommen nicht ausreichend verhandelt sei, so muss ich Ihnen sagen: Sie waren es, Ihre Fraktion war es, die dem neuen Informationsabkommen mit Tschechien in diesem Hohen Haus nicht zugestimmt hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Verlangen Sie bitte von mir nicht, dass ich, wenn ein Übungsfall angezeigt ist, breitflächigen Alarm in Österreich schlage. Oder wollen Sie das haben – zur Verunsicherung der Menschen in diesem Land? (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Neubauer: Sehen tun wir nichts!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sie sehen (Abg. Neubauer: Sehen tun wir nichts!), dass sich in der Frage Auseinandersetzung mit der nuklearen Bedrohung in unseren Nachbarstaaten sehr viel Positives getan hat. Dass der Fall in Krško im Hinblick auf die Informationspolitik so über die Bühne gegangen ist, wie dies der Fall war, war von slowenischer Seite her nicht optimal.
Abg. Großruck: Bravo!
Wir in Österreich aber haben uns jedenfalls nichts vorzuwerfen. Wir vertrauen nicht nur den Informationen, die kommen, wir haben selbst auch mit den Messstationen vor Ort online und direkt Zugriff in allen Nachbarstaaten, und damit ist dafür gesorgt, dass wir im Ernstfall auch unabhängig von Falschinformationen, von missverständlichen Informationen direkt Zugriff haben auf die Bedrohungsdaten für die österreichische Bevölkerung. (Abg. Großruck: Bravo!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Großruck: Bravo!
Das hat auch dieser Fall gezeigt. Und in diesem Sinne: Kein Grund zur Aufregung und zur Beunruhigung, sondern zur konsequenten Weiterarbeit in diese Richtung! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Großruck: Bravo!)
Abg. Großruck: Na, dann fürchten Sie sich! Dann fürchten Sie sich zu Tode!
Abgeordnete Dr. Ruperta Lichtenecker (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Minister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Herr Minister, wenn man Ihnen zuhört, dann bekommt man wirklich Angst, was die Frage betrifft, wie es denn um die Anti-Atom-Politik in Österreich wirklich steht. (Abg. Großruck: Na, dann fürchten Sie sich! Dann fürchten Sie sich zu Tode!) Wirklich, da überkommt einen das große Schauern!
Beifall bei den Grünen. – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Sie sind über das Vorwort nicht hinausgekommen, oder? Da gibt es mehr zu lesen als das Vorwort! – Ironische Heiterkeit des Bundesministers Dipl.-Ing. Pröll.
Sie haben auf „Kernenergie, Klimawandel und Nachhaltigkeit“, auf dieses Argumentarium, das Sie erstellen haben lassen, hingewiesen. Im Vorwort dazu wählen Sie als Umweltminister, der für eine konsequente Anti-Atom-Politik einstehen soll, die Formulierung, die Politik müsse die Prämissen überprüfen und müsse innehalten, ob es denn nicht doch etwas auf sich habe mit der Atompolitik, ob sie nicht ein Beitrag zum Klimaschutz, ein Beitrag zum Fortschritt in der Wissenschaft sei und ob wir nicht die Kernenergie als nachhaltige Lösung betrachten könnten. – Herr Bundesminister, das halte ich wirklich für ein Armutszeugnis! (Beifall bei den Grünen. – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Sie sind über das Vorwort nicht hinausgekommen, oder? Da gibt es mehr zu lesen als das Vorwort! – Ironische Heiterkeit des Bundesministers Dipl.-Ing. Pröll.)
Abg. Großruck: Wollen Sie in Slowenien einmarschieren? Oder was wollen Sie denn?
Ebenso stellt sich auch die Frage der Haftung. Die Haftungen sind in Europa mit 700 Millionen € festgelegt, und das ist ein Minibetrag, wenn wirklich ein Schaden auftritt – wie es ja passieren kann –, ein sehr, sehr kleiner Betrag. Und letztendlich wissen wir, dass der Staat und wir alle dann davon betroffen sind und die Schäden zu tragen haben. (Abg. Großruck: Wollen Sie in Slowenien einmarschieren? Oder was wollen Sie denn?)
Beifall bei den Grünen.
All das sollte zu denken geben, Herr Minister, und dazu motivieren, den Kampf in dieser Frage aktiv und geschlossen zu führen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Großruck: Und was wollen Sie tun? Was wollen Sie tun? – Einmarschieren? – Ruf bei der ÖVP: ... Vorschläge?
Was ist denn los mit den verbindlichen Informationsabkommen, insbesondere – um jetzt noch einmal auf die Gefahren der Atomkraft zurückzukommen – wo wir in 60 Kilometern Entfernung zur österreichischen Grenze Krško haben, Paks 220 Kilometer entfernt, Bohunice 50 Kilometer, Mochovce 100 Kilometer, Dukovany 40 Kilometer, Temelín 60 Kilometer, Isar 1 60 Kilometer? Alles in unmittelbarer Nachbarschaft zu Österreich – und im Konkreten wird von Ihrer Seite nichts getan! (Abg. Großruck: Und was wollen Sie tun? Was wollen Sie tun? – Einmarschieren? – Ruf bei der ÖVP: ... Vorschläge?)
Zwischenbemerkung des Bundesministers Dipl.-Ing. Pröll.
Wenn Sie, Herr Minister, bei der Beantwortung der an Sie gestellten Fragen betonen, dass Österreich alle Nachbarländer beim Ausstieg aus der Atomenergie unterstütze, dann frage ich mich: Wo sind die Unterstützungen? (Zwischenbemerkung des Bundesministers Dipl.-Ing. Pröll.) Wo sind die Unterstützungen für alle unsere Nachbarländer? – Zeigen Sie es, belegen Sie es! Was sind die entsprechenden Initiativen? – Weit und breit ist davon nichts zu sehen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn Sie, Herr Minister, bei der Beantwortung der an Sie gestellten Fragen betonen, dass Österreich alle Nachbarländer beim Ausstieg aus der Atomenergie unterstütze, dann frage ich mich: Wo sind die Unterstützungen? (Zwischenbemerkung des Bundesministers Dipl.-Ing. Pröll.) Wo sind die Unterstützungen für alle unsere Nachbarländer? – Zeigen Sie es, belegen Sie es! Was sind die entsprechenden Initiativen? – Weit und breit ist davon nichts zu sehen! (Beifall bei den Grünen.)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Da haben Sie nicht zugehört!
Und was Mochovce betrifft, so sind Ihre Ausführungen so zu deuten, dass es zu akzeptieren ist, dass Mochovce mit 22 Jahre alten Baugenehmigungen jetzt neue Blöcke errichten will. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Da haben Sie nicht zugehört!) Genau so ist das zu interpretieren! – Und das ist absolut untragbar. Deshalb sind auch sechs Bundesländer, unter anderem auch Oberösterreich, an Sie und an die Regierung herangetreten, endlich aktiv zu werden. Die entsprechenden Resolutionen liegen vor, in denen Sie aufgefordert werden: Treten Sie offiziell heran an die slowakische Regierung! Weisen Sie auf die Sicherheitsdefizite hin! Fordern Sie auf europäischer Ebene ein, dass es neue Genehmigungsverfahren geben muss! – All das aber ignorieren Sie, nämlich auch die Wünsche der Bundesländer und die Sorgen der österreichischen Bevölkerung.
Beifall bei den Grünen. – Ruf bei der ÖVP: ... Ökostromgesetz!
Der richtige Weg muss sein, dass die Forschungsmittel in die Bereiche Energieeffizienz und erneuerbare Energie investiert werden. Und dafür müssen Sie sich stark machen! – Aber auch davon sehen wir nichts. (Beifall bei den Grünen. – Ruf bei der ÖVP: ... Ökostromgesetz!)
Beifall bei den Grünen.
Weil Sie das Ökostromgesetz ansprechen: Das ist doch ein Klassiker! Österreich ist inzwischen, seit 2002, abhängig von Stromimporten und zunehmend auch von Atomstromimporten! Und was wird gemacht? – Es wird ein Ökostromgesetz vorgelegt, das man als solches gar nicht bezeichnen kann, sondern das ist ein Gesetz für Atomstromimporte. – Dieses Gesetz bedarf einer Neuverhandlung und einer Totalreform und wird so nicht zu tragen sein. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Schüssel: Was hat der grüne Landesrat Anschober bisher zusammengebracht?
Herr Minister! Und wenn Sie die Frage Temelín ansprechen, so ist festzuhalten: Temelín hat eine lange Geschichte, aber ein Gutteil der Geschichte von Temelín fällt auch in Ihre Zeit als Umweltminister. (Abg. Dr. Schüssel: Was hat der grüne Landesrat Anschober bisher zusammengebracht?) Und die Liste von Versäumnissen, die Sie zu verantworten haben, ist eine gewaltige. Beispielsweise – ein Auszug davon –: Versäumnisse gab es bereits 2004, als die atomrechtliche Genehmigung vorgenommen wurde. Es kam kein Protest Ihrerseits, keine Meldung dazu! – Oder: Sie haben vorhin angesprochen, dass Sie den Expertenbericht übermittelt haben. Das erfolgte viel zu spät! – Versäumnisse über Versäumnisse! Das kennzeichnet Ihren Weg der Anti-Atom-Politik.
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Wo Sie nicht dabei waren!
Und was die Frage Temelín und die Rechtsverbindlichkeit, die völkerrechtliche Verbindlichkeit des Melker Abkommens betrifft, so sagen Sie – und auch Österreich sagt das und besteht darauf –, es ist völkerrechtlich verbindlich. Nur: Die tschechische Seite sieht das anders! Und Sie und die Regierung haben bislang – trotz unserer Anträge, doch endlich eine Antwort auf die Frage einzufordern, welche Gutachten man denn habe, die dafür sprechen, dass es nicht völkerrechtlich verbindlich sein soll – keinen einzigen Schritt getan. Sie haben das schleifen lassen. Es ist dahingeglitten, und letztendlich sind wir jetzt in einer ganz, ganz heiklen Situation, die sich am Montag völlig zuspitzen wird. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Wo Sie nicht dabei waren!)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Uh! Uh! Uh! Vorsicht! – Abg. Mag. Kukacka: Halten Sie sich zurück!
Bedauerlicherweise sind Sie sich zwar der Tragweite sehr wohl bewusst, aber Sie handeln nicht. Sie verbreiten hier nur wirklich sehr, sehr unlauter Unwahrheiten. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Uh! Uh! Uh! Vorsicht! – Abg. Mag. Kukacka: Halten Sie sich zurück!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Wo war der Kollege Kopf?
Und zu diesem Zeitpunkt, bei dieser Sitzung, an diesem 17. Dezember am Nachmittag, war keiner der Nationalratsabgeordneten von ÖVP und SPÖ anwesend! (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Wo war der Kollege Kopf?) Zu diesem Zeitpunkt wurde von Minister Svoboda, der erstens gesagt hat (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen, um auf den Ablauf der Redezeit aufmerksam zu machen), das ist für sie nicht völkerrechtlich verbindlich, zweitens ein Dokument vorgelegt, das, wenn Sie es genau lesen, tatsächlich die Entsorgung des Melker Abkommens bedeutet hätte. (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen.) Und die Einzigen, die hier klar eingeschritten sind, sind wir! Wir haben das verhindert! Das muss ja einmal klar und deutlich gesagt werden! (Beifall bei den Grünen.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen, um auf den Ablauf der Redezeit aufmerksam zu machen
Und zu diesem Zeitpunkt, bei dieser Sitzung, an diesem 17. Dezember am Nachmittag, war keiner der Nationalratsabgeordneten von ÖVP und SPÖ anwesend! (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Wo war der Kollege Kopf?) Zu diesem Zeitpunkt wurde von Minister Svoboda, der erstens gesagt hat (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen, um auf den Ablauf der Redezeit aufmerksam zu machen), das ist für sie nicht völkerrechtlich verbindlich, zweitens ein Dokument vorgelegt, das, wenn Sie es genau lesen, tatsächlich die Entsorgung des Melker Abkommens bedeutet hätte. (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen.) Und die Einzigen, die hier klar eingeschritten sind, sind wir! Wir haben das verhindert! Das muss ja einmal klar und deutlich gesagt werden! (Beifall bei den Grünen.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen.
Und zu diesem Zeitpunkt, bei dieser Sitzung, an diesem 17. Dezember am Nachmittag, war keiner der Nationalratsabgeordneten von ÖVP und SPÖ anwesend! (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Wo war der Kollege Kopf?) Zu diesem Zeitpunkt wurde von Minister Svoboda, der erstens gesagt hat (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen, um auf den Ablauf der Redezeit aufmerksam zu machen), das ist für sie nicht völkerrechtlich verbindlich, zweitens ein Dokument vorgelegt, das, wenn Sie es genau lesen, tatsächlich die Entsorgung des Melker Abkommens bedeutet hätte. (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen.) Und die Einzigen, die hier klar eingeschritten sind, sind wir! Wir haben das verhindert! Das muss ja einmal klar und deutlich gesagt werden! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Und zu diesem Zeitpunkt, bei dieser Sitzung, an diesem 17. Dezember am Nachmittag, war keiner der Nationalratsabgeordneten von ÖVP und SPÖ anwesend! (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Wo war der Kollege Kopf?) Zu diesem Zeitpunkt wurde von Minister Svoboda, der erstens gesagt hat (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen, um auf den Ablauf der Redezeit aufmerksam zu machen), das ist für sie nicht völkerrechtlich verbindlich, zweitens ein Dokument vorgelegt, das, wenn Sie es genau lesen, tatsächlich die Entsorgung des Melker Abkommens bedeutet hätte. (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen.) Und die Einzigen, die hier klar eingeschritten sind, sind wir! Wir haben das verhindert! Das muss ja einmal klar und deutlich gesagt werden! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Lichtenecker bleibt am Rednerpult stehen und setzt ohne Mikrophon fort: Danke, Frau Präsidentin! Einen Satz noch: Das Einzige, was wir in dieser Situation gesagt haben: Wir wollen, dass Tschechien ... – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Frau Abgeordnete! Ihre Redezeit von 10 Minuten ist bereits überzogen. (Abg. Dr. Lichtenecker bleibt am Rednerpult stehen und setzt ohne Mikrophon fort: Danke, Frau Präsidentin! Einen Satz noch: Das Einzige, was wir in dieser Situation gesagt haben: Wir wollen, dass Tschechien ... – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Lichtenecker spricht einen weiteren, abschließenden Satz ohne Mikrophon. – Beifall bei den Grünen für die das Rednerpult verlassende Abg. Dr. Lichtenecker.
Frau Abgeordnete! Sie haben mehrere Zusatzsätze nach den 10 Minuten bereits gesprochen. Ich kann es nicht ändern! (Abg. Dr. Lichtenecker spricht einen weiteren, abschließenden Satz ohne Mikrophon. – Beifall bei den Grünen für die das Rednerpult verlassende Abg. Dr. Lichtenecker.)
Ruf bei den Grünen: Aber nicht die wichtigsten!
Was die Situation betreffend Temelín anlangt, so ist es mir wichtig, auch dazu einiges zu sagen – insbesondere auch, weil meine Vorrednerin das Thema der parlamentarischen Kommission zwischen Österreich und der Tschechischen Republik angesprochen hat –: Liebe Kollegin! Ich denke, es ist in der Kommission nicht alles erfüllt worden, aber es gab doch einige Fortschritte. Und wenn wir uns die Experten anhören beziehungsweise wenn wir lesen, was die Experten darüber schreiben, so wissen wir, dass eine Reihe jener großen Sicherheitsbedenken, die von den Experten – nicht nur von den österreichischen, sondern vor allem auch von den internationalen Experten – festgehalten worden sind, mittlerweile – man kann sagen – im positiven Sinne erledigt worden sind. (Ruf bei den Grünen: Aber nicht die wichtigsten!)
Abg. Neubauer: Ein Gespräch kann ich nur mit einem führen, der mir zuhorcht, nicht mit einem, der weghorcht!
Ich sage an dieser Stelle auch sehr deutlich: Ich bin nicht froh darüber, dass die völkerrechtliche Frage nicht ausgeräumt worden ist. Hier gab es von der ersten Stunde bis zum heutigen Tag unterschiedliche Auffassungen. Die Auffassung der Tschechischen Republik ist ja bekannt. Ich sage aber hier ganz offen vonseiten der Sozialdemokratie: Wir vertreten noch immer die Auffassung, dass es ein völkerrechtlich verbindlicher Vertrag ist, und wir dürfen nicht lockerlassen und müssen sicherstellen, dass in dieser Frage weitergeredet wird. Es ist sicher nicht der richtige Weg, das Gespräch nicht mehr zu führen, die Kommission zu verlassen, Gespräche zu verweigern. (Abg. Neubauer: Ein Gespräch kann ich nur mit einem führen, der mir zuhorcht, nicht mit einem, der weghorcht!)
Beifall und Bravoruf bei der SPÖ.
Herr Minister! Ich ersuche Sie, ich fordere Sie auf, die diesbezüglichen Gespräche zu führen. (Beifall und Bravoruf bei der SPÖ.)
Abg. Neubauer: „Scheinheilig“ ist ein Ordnungsruf!
Ehrlich gesagt, ich bin erleichtert, nicht nur über seine Ausführungen – über diese selbstverständlich auch, weil sie klar waren und klargestellt haben, wo wir stehen und wo die österreichische Anti-Atom-Politik künftig hinführen wird –, sondern ich bin auch erleichtert ob der Scheinheiligkeit, die hier von den Grünen an den Tag gelegt wird (Abg. Neubauer: „Scheinheilig“ ist ein Ordnungsruf!), nämlich erleichtert darüber, dass sie in diesem Land bis heute keine Regierungsverantwortung tragen.
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Die stimmen gegen alles!
Und diese Informationsmöglichkeit für uns fußt auf einem Abkommen mit Tschechien. Ohne dieses Abkommen hätten wir diese Informationsmöglichkeit auf direktem Wege nicht. Aber was taten die Grünen in der Sitzung am 13. März? – Sie stimmten gegen dieses Informationsabkommen! (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Die stimmen gegen alles!) Wie soll ich das nennen, wenn nicht „scheinheilig“? Liebe Freunde, das ist scheinheilig!
Abg. Neubauer: Das sie nicht einhalten!
Und in der Zwischenzeit ... (Abg. Neubauer: Das sie nicht einhalten!) – Rechtlich verbindlich ist ein Abkommen allemal. Die Haarspalterei zwischen rechtlich verbindlich und völkerrechtlich verbindlich geht letzten Endes dahin, ob man es auch einklagen kann. Verbindlich ist ein Abkommen zwischen zwei Staatsoberhäuptern allemal, bitte! (Abg. Neubauer: Beim Salzamt kann ich mich beschweren!) – Na gut, ich meine, so viel Völkerrechtskunde sollte inzwischen durchgedrungen sein, dass man, um klagen zu können, vorher die Klagsmöglichkeit vereinbaren muss. (Abg. Neubauer: Das ist aber unterblieben!) Und zu einer Vereinbarung gehören bekanntermaßen zwei, da kann man nicht dem anderen die Pistole auf die Brust setzen und ihn dazu zwingen.
Abg. Neubauer: Beim Salzamt kann ich mich beschweren!
Und in der Zwischenzeit ... (Abg. Neubauer: Das sie nicht einhalten!) – Rechtlich verbindlich ist ein Abkommen allemal. Die Haarspalterei zwischen rechtlich verbindlich und völkerrechtlich verbindlich geht letzten Endes dahin, ob man es auch einklagen kann. Verbindlich ist ein Abkommen zwischen zwei Staatsoberhäuptern allemal, bitte! (Abg. Neubauer: Beim Salzamt kann ich mich beschweren!) – Na gut, ich meine, so viel Völkerrechtskunde sollte inzwischen durchgedrungen sein, dass man, um klagen zu können, vorher die Klagsmöglichkeit vereinbaren muss. (Abg. Neubauer: Das ist aber unterblieben!) Und zu einer Vereinbarung gehören bekanntermaßen zwei, da kann man nicht dem anderen die Pistole auf die Brust setzen und ihn dazu zwingen.
Abg. Neubauer: Das ist aber unterblieben!
Und in der Zwischenzeit ... (Abg. Neubauer: Das sie nicht einhalten!) – Rechtlich verbindlich ist ein Abkommen allemal. Die Haarspalterei zwischen rechtlich verbindlich und völkerrechtlich verbindlich geht letzten Endes dahin, ob man es auch einklagen kann. Verbindlich ist ein Abkommen zwischen zwei Staatsoberhäuptern allemal, bitte! (Abg. Neubauer: Beim Salzamt kann ich mich beschweren!) – Na gut, ich meine, so viel Völkerrechtskunde sollte inzwischen durchgedrungen sein, dass man, um klagen zu können, vorher die Klagsmöglichkeit vereinbaren muss. (Abg. Neubauer: Das ist aber unterblieben!) Und zu einer Vereinbarung gehören bekanntermaßen zwei, da kann man nicht dem anderen die Pistole auf die Brust setzen und ihn dazu zwingen.
Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenecker.
Also wenn der andere zwar bereit ist, ein Abkommen abzuschließen, nicht aber, die- sen Passus aufzunehmen, dann können Sie das doch nicht den Österreichern vorwerfen. Das ist ja wirklich eine Haarspalterei und eine Nebelwerferei! (Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenecker.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Deswegen sind leider auch die Ausbaupläne in Mochovce rechtlich gesehen, auch aufgrund der dort geltenden Rechtsbestimmungen, wo nicht einmal eine UVP notwendig ist, legal. Leider! Trotzdem – der Herr Minister hat ja schon darauf hingewiesen, was er alles unternommen hat – werden wir nicht müde werden in unseren Bemühungen und auch nicht nachlassen, diesen Ausbau dort zu verhindern, so wie wir generell in allen Ländern versuchen werden, einen weiteren Ausbau der Atomkraft hintanzuhalten und zu verhindern. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Kopf: Ist dieses Wort auch auf der Liste? – Abg. Ing. Westenthaler: Dreifach! Triple-Ordnungsruf!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Kopf, Sie haben drei Mal den Vorwurf der Scheinheiligkeit ausgesprochen. (Abg. Kopf: Ist dieses Wort auch auf der Liste? – Abg. Ing. Westenthaler: Dreifach! Triple-Ordnungsruf!) Es besteht in diesem Haus Konsens und auch für mich als Vorsitz führende Präsidentin ist klar, dass das Wort „Scheinheiligkeit“ mit einem Ordnungsruf geahndet wird.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Großruck: Aber recht hat er trotzdem!
Ich erteile Ihnen auch einen Ordnungsruf bezüglich der Verwendung dieses Wortes. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Großruck: Aber recht hat er trotzdem!)
Abg. Großruck: So ist es!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Karlheinz Klement, MAS (FPÖ): Frau Präsident! Herr Minister! Werte Kollegen des Hohen Hauses! Ich möchte vorweg, da der Herr Minister heute offenbar ein bisschen schlechte Laune hat, ihm Folgendes sagen: Für diese Falschmeldungen, für diese Vorfälle kann er überhaupt nichts, da ist er wirklich schuldfrei. Da geht der Vorwurf der Frau Kollegin Glawischnig sicher ins Leere. (Abg. Großruck: So ist es!) Ich glaube, für dieses Missverhältnis, für diese Falschinformationen, für diese Pannen, die in Slowenien passiert sind, kann Herr Minister Pröll nichts. Also, ausnahmsweise, Herr Minister Pröll, bin ich auf Ihrer Seite. Da kann ich Ihnen sicher recht geben, das war nicht Ihre Schuld. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.)
Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Karlheinz Klement, MAS (FPÖ): Frau Präsident! Herr Minister! Werte Kollegen des Hohen Hauses! Ich möchte vorweg, da der Herr Minister heute offenbar ein bisschen schlechte Laune hat, ihm Folgendes sagen: Für diese Falschmeldungen, für diese Vorfälle kann er überhaupt nichts, da ist er wirklich schuldfrei. Da geht der Vorwurf der Frau Kollegin Glawischnig sicher ins Leere. (Abg. Großruck: So ist es!) Ich glaube, für dieses Missverhältnis, für diese Falschinformationen, für diese Pannen, die in Slowenien passiert sind, kann Herr Minister Pröll nichts. Also, ausnahmsweise, Herr Minister Pröll, bin ich auf Ihrer Seite. Da kann ich Ihnen sicher recht geben, das war nicht Ihre Schuld. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ
Es ist auch eine langjährige Forderung der FPÖ gewesen, aus der Gesamtentwicklung von Euratom und aus der Forschung im Atombereich auszusteigen, weil wir glauben, dass das eine völlig falsche Entwicklung ist. Da sind wir mit Ihnen einig, Frau Glawischnig. Nur eines möchte ich schon wissen: Wenn Sie gegen Euratom und gegen Atomenergie sind, dann frage ich Sie, warum Sie dem Lissabonner Vertrag zugestimmt haben. Wir wissen nämlich, dass Euratom im Lissabonner Vertrag enthalten ist und wir wissen (Beifall bei der FPÖ), dass mit der Zustimmung zu diesem EU-Reformvertrag auch eine Bindung aller europäischer Staaten zur Atomenergie erfolgt ist.
Neuerlicher Beifall bei der FPÖ.
Das ist eine Scheinheiligkeit Ihrerseits und da, Frau Glawischnig, möchte ich von Ihnen hören, warum Sie hier nicht eine Konsequenz an den Tag legen. Das ist eine Scheinheiligkeit. Bitte seien Sie einmal ehrlich! Sie reden hier zwar gegen die Atomenergie, aber Sie handeln ganz anders! (Neuerlicher Beifall bei der FPÖ.) Bitte hören Sie auf mit solchen unglaublichen ... – Entschuldigung, „Scheinheiligkeit“ nehme ich zurück, Frau Präsidentin. Ich habe gehört, für „Scheinheiligkeit“ hat Kollege Kopf einen Ordnungsruf bekommen. (Abg. Kopf: Hast du Glück gehabt!) Also „Scheinheiligkeit“ nehme ich zurück, Frau Präsidentin. Ich sage dann: nicht ganz ehrlich, nicht ganz offen. (Ruf bei der FPÖ: Merkwürdiges Verhalten!) – Merkwürdiges Verhalten. Gut.
Abg. Kopf: Hast du Glück gehabt!
Das ist eine Scheinheiligkeit Ihrerseits und da, Frau Glawischnig, möchte ich von Ihnen hören, warum Sie hier nicht eine Konsequenz an den Tag legen. Das ist eine Scheinheiligkeit. Bitte seien Sie einmal ehrlich! Sie reden hier zwar gegen die Atomenergie, aber Sie handeln ganz anders! (Neuerlicher Beifall bei der FPÖ.) Bitte hören Sie auf mit solchen unglaublichen ... – Entschuldigung, „Scheinheiligkeit“ nehme ich zurück, Frau Präsidentin. Ich habe gehört, für „Scheinheiligkeit“ hat Kollege Kopf einen Ordnungsruf bekommen. (Abg. Kopf: Hast du Glück gehabt!) Also „Scheinheiligkeit“ nehme ich zurück, Frau Präsidentin. Ich sage dann: nicht ganz ehrlich, nicht ganz offen. (Ruf bei der FPÖ: Merkwürdiges Verhalten!) – Merkwürdiges Verhalten. Gut.
Ruf bei der FPÖ: Merkwürdiges Verhalten!
Das ist eine Scheinheiligkeit Ihrerseits und da, Frau Glawischnig, möchte ich von Ihnen hören, warum Sie hier nicht eine Konsequenz an den Tag legen. Das ist eine Scheinheiligkeit. Bitte seien Sie einmal ehrlich! Sie reden hier zwar gegen die Atomenergie, aber Sie handeln ganz anders! (Neuerlicher Beifall bei der FPÖ.) Bitte hören Sie auf mit solchen unglaublichen ... – Entschuldigung, „Scheinheiligkeit“ nehme ich zurück, Frau Präsidentin. Ich habe gehört, für „Scheinheiligkeit“ hat Kollege Kopf einen Ordnungsruf bekommen. (Abg. Kopf: Hast du Glück gehabt!) Also „Scheinheiligkeit“ nehme ich zurück, Frau Präsidentin. Ich sage dann: nicht ganz ehrlich, nicht ganz offen. (Ruf bei der FPÖ: Merkwürdiges Verhalten!) – Merkwürdiges Verhalten. Gut.
Abg. Kopf: Das ist Ländersache!
Wir wüssten nicht, in welche Keller sie gehen sollen. Es gibt überhaupt keine verpflichtende Bauordnung mehr, nach der man bei einem Atomunfall diese Katastrophe bewältigen und die Menschen in Sicherheit bringen kann. Das ist auch ein Thema, das behandelt werden muss. (Abg. Kopf: Das ist Ländersache!)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Das muss der Jörg Haider regeln!
Man kann zwar informieren, das ist ja nett und schön, dann stehe ich aber als informierter Bürger da und bin atomverseucht. Was passiert dann? – Ich kann nichts tun. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Das muss der Jörg Haider regeln!) Also, ich glaube, Herr Minister, da müssen wir auch Maßnahmen ergreifen, müssten wir nachdenken, was wir tun könnten, um bei guter Information entsprechend zu handeln, die Bürger mit sicherem Trinkwasser, mit sicherer Nahrung zu versorgen, aber sie auch vor der Atomstrahlung in Sicherheit zu bringen.
Beifall bei der FPÖ.
Diese Endlagerproblematik müsste endlich behandelt werden und müsste auch zur Kostenwahrheit führen. Und wenn wir diese Endlagerprobleme einrechnen, dann können wir auch davon ausgehen, dass heute schon Atomenergie überhaupt nicht mehr kostenrelevant und überhaupt keine Kostenwahrheit mehr gegeben wäre für Gesamteuropa, für alle Menschen hier. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich glaube, das wäre der richtige Weg, aber noch einmal: Bitte entfernen Sie sich von Ihrer doch etwas doppelbödigen Politik! Dann können wir sicher einen gemeinsamen Weg gehen – so nicht. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Klement: Danke!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Klement! „Scheinheiligkeit“ haben Sie zurückgenommen, aber „Doppelbödigkeit“, glaube ich, ist auch nicht wirklich ein geeignetes Wort; ich lasse es aber durchgehen. (Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Klement: Danke!)
Abg. Schalle – auf dem Weg zum Rednerpult –: 10 Minuten!
Als Nächster zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Schalle. Gewünschte Redezeit: 5 Minuten. (Abg. Schalle – auf dem Weg zum Rednerpult –: 10 Minuten!) – Mir wurde mitgeteilt, ich soll die Uhr auf 5 Minuten einstellen, ich stelle sie jetzt auf 10 Minuten ein. – Bitte. (Abg. Dr. Sonnberger: Das ist Höchststrafe!)
Abg. Dr. Sonnberger: Das ist Höchststrafe!
Als Nächster zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Schalle. Gewünschte Redezeit: 5 Minuten. (Abg. Schalle – auf dem Weg zum Rednerpult –: 10 Minuten!) – Mir wurde mitgeteilt, ich soll die Uhr auf 5 Minuten einstellen, ich stelle sie jetzt auf 10 Minuten ein. – Bitte. (Abg. Dr. Sonnberger: Das ist Höchststrafe!)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Alarm!
Auch der Fall Krško zeigt, dass weder die Bundesregierung, noch die Bevölkerung auf den Ernstfall vorbereitet ist. Was passiert eigentlich, Herr Bundesminister, wenn es wirklich einen Ernstfall gibt? (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Alarm!)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Ja!
Die Information ist eine Sache, aber gibt es Notfallpläne? (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Ja!) Gibt es Schutzräume? Wo wollen Sie die Bevölkerung unterbringen? Gibt es eine Versorgungssicherheit? Wo ist das Vorratslager für Lebensmittel?
Beifall bei BZÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Mag. Kogler: Bravo!
Was das im Ernstfall für die Kärntner und für die steirische Bevölkerung ausgemacht hätte, will ich mir gar nicht vorstellen! Jeder Tag, den Krško früher vom Netz genommen wird, wäre wirklich ein Gewinn für die gesamte Alpenregion. (Beifall bei BZÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Mag. Kogler: Bravo!)
Abg. Dr. Ferdinand Maier: Keine Geheimnisse!
Ich kann Ihnen nur aus meiner damaligen Funktion als Generaldirektor des Billa-Konzerns Folgendes erzählen (Abg. Dr. Ferdinand Maier: Keine Geheimnisse!): Die Bevölkerung hat nicht mehr gewusst, was sie kaufen darf. Und was das für die ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.) – Ich will Ihnen nur sagen, Herr Mitterlehner, was das für die Versorgung der Bevölkerung bedeutet, wenn man nicht mehr weiß: Welche Lebensmittel können Sie noch kaufen? Welche Lebensmittel sind nicht verstrahlt? (Abg. Ing. Westenthaler: Das findet der Mitterlehner lustig!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.
Ich kann Ihnen nur aus meiner damaligen Funktion als Generaldirektor des Billa-Konzerns Folgendes erzählen (Abg. Dr. Ferdinand Maier: Keine Geheimnisse!): Die Bevölkerung hat nicht mehr gewusst, was sie kaufen darf. Und was das für die ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.) – Ich will Ihnen nur sagen, Herr Mitterlehner, was das für die Versorgung der Bevölkerung bedeutet, wenn man nicht mehr weiß: Welche Lebensmittel können Sie noch kaufen? Welche Lebensmittel sind nicht verstrahlt? (Abg. Ing. Westenthaler: Das findet der Mitterlehner lustig!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das findet der Mitterlehner lustig!
Ich kann Ihnen nur aus meiner damaligen Funktion als Generaldirektor des Billa-Konzerns Folgendes erzählen (Abg. Dr. Ferdinand Maier: Keine Geheimnisse!): Die Bevölkerung hat nicht mehr gewusst, was sie kaufen darf. Und was das für die ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.) – Ich will Ihnen nur sagen, Herr Mitterlehner, was das für die Versorgung der Bevölkerung bedeutet, wenn man nicht mehr weiß: Welche Lebensmittel können Sie noch kaufen? Welche Lebensmittel sind nicht verstrahlt? (Abg. Ing. Westenthaler: Das findet der Mitterlehner lustig!)
Zwischenruf des Abg. Hornek.
Ich möchte Ihnen nur die Extrembeispiele nennen. Sogar Kunden, die Mineralwasser eingekauft haben, haben nachgesehen, was für ein Abfülldatum auf den Flaschen steht: Wann ist es abgefüllt worden? (Zwischenruf des Abg. Hornek.) – Es traute sich keiner mehr, Wasser zu trinken, das aus neuester Zeit kam. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung ÖVP –: ... sagt dann: Hände falten, Goschen halten!) Es gab auch keine Strahlenmessgeräte, um überprüfen zu können, ob die Ware, die ins Haus kommt, strahlenfrei ist. Es gab einen Run auf Konserven.
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung ÖVP –: ... sagt dann: Hände falten, Goschen halten!
Ich möchte Ihnen nur die Extrembeispiele nennen. Sogar Kunden, die Mineralwasser eingekauft haben, haben nachgesehen, was für ein Abfülldatum auf den Flaschen steht: Wann ist es abgefüllt worden? (Zwischenruf des Abg. Hornek.) – Es traute sich keiner mehr, Wasser zu trinken, das aus neuester Zeit kam. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung ÖVP –: ... sagt dann: Hände falten, Goschen halten!) Es gab auch keine Strahlenmessgeräte, um überprüfen zu können, ob die Ware, die ins Haus kommt, strahlenfrei ist. Es gab einen Run auf Konserven.
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Landeswarnzentrale!
Ich frage die Bundesregierung: Was machen Sie im Ernstfall? Wohin schicken Sie die Leute? Was passiert, Herr Minister? Welche Informationen gibt es eigentlich? Wie sollte man sich verhalten? (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Landeswarnzentrale!) Was muss man in Notfällen machen? Gibt es dafür genug Medikamente?
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Wir sehen ...!
Sehr geehrter Herr Bundesminister Pröll! Abschließend möchte ich Ihnen sagen, dass Verstrahlung keine Grenzen kennt. Man sieht sie nicht, man spürt sie nicht, und man bemerkt sie erst, wenn es zu spät ist. Um nur ein Beispiel zu nennen (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Wir sehen ...!): Eine radioaktive Wolke ist mit dem nächsten Regen in einem Gebiet in Kärnten niedergegangen, und dort zeigt sich eindeutig: Die Krebsrate ist extrem gestiegen.
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten von Grünen und FPÖ.
Bitte veranlassen Sie endlich die Entwicklung eines Notfallplans für den Ernstfall! Informieren Sie die Bevölkerung darüber, was im Ernstfall zu tun ist. Sorgen Sie dafür, dass die desolaten Kraftwerke an unseren Grenzen saniert beziehungsweise geschlossen werden, im Interesse der Bevölkerung und vor allem im Interesse unserer Kinder! (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten von Grünen und FPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: „Flapsig“!
Herr Umweltminister! Unsere Dringliche Anfrage enthält über 30 Fragen, 32 Fragen, die in erster Linie darauf abzielen, Vorsorge zu treffen, wirklich umsichtig Politik zu machen und unsere Anti-AKW-Linie in Österreich mit noch mehr Fleisch, mit mehr Substanz zu versehen. Sie haben diese 32 Fragen teilweise wirklich sehr kursorisch beantwortet, und dieses – wie soll man sagen? – „flopsige“ Drübergehen – Frage 20 bis 25 in einem, Frage 26 bis 32 in einem und so weiter –, dieses „flopsige“ Beantworten (Ruf bei der ÖVP: „Flapsig“!) – flapsig, entschuldigen Sie –, dieses flapsige Beantworten zeugt schon davon, dass man die Sachlage nicht ernst genug nimmt. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: O ja!)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: O ja!
Herr Umweltminister! Unsere Dringliche Anfrage enthält über 30 Fragen, 32 Fragen, die in erster Linie darauf abzielen, Vorsorge zu treffen, wirklich umsichtig Politik zu machen und unsere Anti-AKW-Linie in Österreich mit noch mehr Fleisch, mit mehr Substanz zu versehen. Sie haben diese 32 Fragen teilweise wirklich sehr kursorisch beantwortet, und dieses – wie soll man sagen? – „flopsige“ Drübergehen – Frage 20 bis 25 in einem, Frage 26 bis 32 in einem und so weiter –, dieses „flopsige“ Beantworten (Ruf bei der ÖVP: „Flapsig“!) – flapsig, entschuldigen Sie –, dieses flapsige Beantworten zeugt schon davon, dass man die Sachlage nicht ernst genug nimmt. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: O ja!)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Das stimmt nicht!
Die Information ist über Stationen durch halb Europa gelaufen (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Das stimmt nicht!), zuerst auch noch beim Innenministerium eingelangt (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Ja!), dann bei Ihnen im Umweltministerium. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Das ist immer so!) Wir brauchen einfach eine direkte Leitung (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Nein!), eine direkte Informationslinie. Wir brauchen sofort den Kontakt, um genügend Pufferzeit zu finden für die Zurechtlegung und die Inkraftsetzung von eventuell notwendigen Alarmplänen, um unseren ganzen Stab in Bewegung zu setzen. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Falsch!)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Ja!
Die Information ist über Stationen durch halb Europa gelaufen (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Das stimmt nicht!), zuerst auch noch beim Innenministerium eingelangt (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Ja!), dann bei Ihnen im Umweltministerium. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Das ist immer so!) Wir brauchen einfach eine direkte Leitung (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Nein!), eine direkte Informationslinie. Wir brauchen sofort den Kontakt, um genügend Pufferzeit zu finden für die Zurechtlegung und die Inkraftsetzung von eventuell notwendigen Alarmplänen, um unseren ganzen Stab in Bewegung zu setzen. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Falsch!)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Das ist immer so!
Die Information ist über Stationen durch halb Europa gelaufen (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Das stimmt nicht!), zuerst auch noch beim Innenministerium eingelangt (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Ja!), dann bei Ihnen im Umweltministerium. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Das ist immer so!) Wir brauchen einfach eine direkte Leitung (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Nein!), eine direkte Informationslinie. Wir brauchen sofort den Kontakt, um genügend Pufferzeit zu finden für die Zurechtlegung und die Inkraftsetzung von eventuell notwendigen Alarmplänen, um unseren ganzen Stab in Bewegung zu setzen. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Falsch!)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Nein!
Die Information ist über Stationen durch halb Europa gelaufen (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Das stimmt nicht!), zuerst auch noch beim Innenministerium eingelangt (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Ja!), dann bei Ihnen im Umweltministerium. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Das ist immer so!) Wir brauchen einfach eine direkte Leitung (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Nein!), eine direkte Informationslinie. Wir brauchen sofort den Kontakt, um genügend Pufferzeit zu finden für die Zurechtlegung und die Inkraftsetzung von eventuell notwendigen Alarmplänen, um unseren ganzen Stab in Bewegung zu setzen. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Falsch!)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Falsch!
Die Information ist über Stationen durch halb Europa gelaufen (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Das stimmt nicht!), zuerst auch noch beim Innenministerium eingelangt (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Ja!), dann bei Ihnen im Umweltministerium. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Das ist immer so!) Wir brauchen einfach eine direkte Leitung (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Nein!), eine direkte Informationslinie. Wir brauchen sofort den Kontakt, um genügend Pufferzeit zu finden für die Zurechtlegung und die Inkraftsetzung von eventuell notwendigen Alarmplänen, um unseren ganzen Stab in Bewegung zu setzen. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Falsch!)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Das stimmt ja nicht!
Ich plädiere – Sie haben uns diese Antwort leider nicht gegeben – massiv dafür, dass Sie dafür eintreten, dass wir direkte Informationsabkommen mit all diesen Nachbarstaaten abschließen, die uns mit ihren AKWs umzingeln. Es geht nicht an, dass österreichische Mütter, österreichische Väter, überhaupt wir hier in Österreich über deutsche Fernsehsender, über deutsche Radiosender über die Sachlage informiert werden (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Das stimmt ja nicht!) – wo sind wir denn?! –, obwohl wir näher liegen. Da müssen wir einhaken, Herr Minister, und da haben Sie uns die Antwort nach wie vor nicht gegeben. Was werden Sie jetzt wirklich tun, damit wir direkte Information bekommen? – Darum geht es in diesem ganz konkreten Fall.
Beifall bei den Grünen.
Ich vermisse dieses Engagement, das persönliche Engagement. Leider haben Sie das bewiesen, indem Sie unsere Anfrage nicht besonders ernst genommen, sondern nur sehr kursorisch beantwortet haben. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Öllinger: Ja!
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Josef Pröll: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich werde es nach der ausführlichen Beantwortung der Fragen, die Sie gestellt haben, die ich heute schon abgegeben habe, ganz kurz halten. Aber ich muss jetzt etwas zu Frau Dr. Moser sagen, die mir bis jetzt als eine sehr sachlich fundierte und auch argumentierende Politikerin der Grünen bekannt war. (Abg. Öllinger: Ja!) Das kommt ja nicht allzu oft vor, aber das war bei Ihnen bis zum heutigen Tag der Fall.
Ruf bei der SPÖ: Kein Applaus? – Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Das kann ich leider nicht so im Raum stehen lassen, wie Sie es behauptet haben, weil es zu einer Verunsicherung der Menschen in diesem Land beiträgt und nicht den Tatsachen entspricht. (Ruf bei der SPÖ: Kein Applaus? – Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Haidlmayr: Das war vorgestern, Herr Kollege!
Abgeordneter Anton Heinzl (SPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! Der gestrige Zwischenfall im AKW Krško hat wohl uns allen einen ziemlichen Schock versetzt. (Abg. Haidlmayr: Das war vorgestern, Herr Kollege!) Der Vorfall im slowenischen AKW hat uns gezeigt, dass die Atomkraft sehr gefährlich ist. Die Atomkraft ist technisch bei Weitem nicht ausgereift und deshalb, so meine ich, für die gesamte Menschheit eigentlich lebensbedrohlich.
Abg. Neubauer: Gelernt habt ihr nicht daraus!
In den letzten Tagen sind sicherlich bei vielen von uns Erinnerungen an die schreckliche Katastrophe von Tschernobyl wach geworden. (Abg. Neubauer: Gelernt habt ihr nicht daraus!) Aber, meine Damen und Herren, wenn wir uns schon gemeinsam an Tschernobyl erinnern, dann sollten wir auch nicht vergessen, dass es damals Tage, ja sogar Wochen gedauert hat, bis klar war, was wirklich passiert und geschehen war. Seien wir froh, dass wir in einem freien, vereinigten und demokratischen Europa leben, in dem Informationen auch weitergegeben werden! Das europäische Frühwarnsystem ist für die Sicherheit Europas, wie ich glaube, von entscheidender Bedeutung. Wie sich gezeigt hat, funktioniert das System, trotzdem besteht ein Bedarf nach Verbesserung.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Van der Bellen.
Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Ein europäischer Atomausstieg hat unverrückbar auch weiterhin Priorität für uns alle zu haben. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Van der Bellen.)
Ruf bei der ÖVP: Glaube ich gar nicht!
Abgeordneter Ing. Norbert Kapeller (ÖVP): Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Minister! Unumstritten: Wir alle hier herinnen sind Atomgegner. (Ruf bei der ÖVP: Glaube ich gar nicht!) Und ich behaupte eines: Wir sind das doch alle sehr zufällig geworden. Es war damals in Wirklichkeit eine politische Abstimmung und Entscheidung, so wie auch diese heutige Debatte politisch motiviert ist.
Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei der ÖVP: So ist es!
Ich persönlich verstehe bei gewissen Debatten schon oft nicht, dass, wenn der kleinste Beamte in einem Ressort einen Fehler macht, dann immer die ministerielle politische Verantwortung gesucht wird, aber mir ist überhaupt nicht mehr nachvollziehbar, dass, wenn menschliches Fehlverhalten in einem anderen Land zu einer Situation führt, ein Minister politisch dafür verantwortlich sein soll. (Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei der ÖVP: So ist es!)
Abg. Dr. Lichtenecker: Weil es zu wenig ... war, das wissen Sie!
Sie fordern berechtigterweise neue und bessere Informationen, lehnen aber in der 53. NR-Sitzung hier herinnen das verbesserte und neue Nuklearinformationssystem mit der Begründung ab: weil Sie mehr wollen. (Abg. Dr. Lichtenecker: Weil es zu wenig ... war, das wissen Sie!) – Also Sie fordern mehr, lehnen dann eine Verbesserung ab und sind dann mit dem Schlechteren, nämlich mit weniger, zufrieden. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: So ist es!)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: So ist es!
Sie fordern berechtigterweise neue und bessere Informationen, lehnen aber in der 53. NR-Sitzung hier herinnen das verbesserte und neue Nuklearinformationssystem mit der Begründung ab: weil Sie mehr wollen. (Abg. Dr. Lichtenecker: Weil es zu wenig ... war, das wissen Sie!) – Also Sie fordern mehr, lehnen dann eine Verbesserung ab und sind dann mit dem Schlechteren, nämlich mit weniger, zufrieden. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: So ist es!)
Zwischenruf der Abg. Sburny.
Sie fordern berechtigterweise eine europäische Lösung, einen europäischen Ausstieg aus der Atomenergie, und überall dort, wo Sie mitregieren – zufälligerweise oder irrtümlich –, feiert die Atomenergie fröhliche Urständ und eine Renaissance. (Zwischenruf der Abg. Sburny.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenecker.
Sie werfen den Mitgliedern der Temelín-Kommission, auch mir, vor, bei der Sitzung am 17. Dezember nicht bis zum Ende dabei gewesen zu sein, steigen aber bei die- ser Sitzung aus der Kommission aus und nehmen in Kauf, gar nicht mehr dabei zu sein! – Das ist Ihre Art der politischen Verantwortung in diesem Land. (Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenecker.)
Abg. Dr. Lichtenecker: Ich habe kritisiert, ... und wie sich ÖVP und SPÖ verhalten haben!
Frau Dr. Lichtenecker! Frau Kollegin! Sie kritisieren die Arbeit der Kommission. (Abg. Dr. Lichtenecker: Ich habe kritisiert, ... und wie sich ÖVP und SPÖ verhalten haben!) – Ich bin im Zusammenhang mit der Sicherheit und in Verantwortung für die Menschen im Grenzraum, insbesondere in meinem Wahlkreis, trotzdem froh, dass von acht offenen Expertenfragen zumindest sechs abgearbeitet werden konnten und wenigstens ein gewisses, wenn auch nicht das ultimative Sicherheitsgefühl erreicht wurde. (Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenecker.)
Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenecker.
Frau Dr. Lichtenecker! Frau Kollegin! Sie kritisieren die Arbeit der Kommission. (Abg. Dr. Lichtenecker: Ich habe kritisiert, ... und wie sich ÖVP und SPÖ verhalten haben!) – Ich bin im Zusammenhang mit der Sicherheit und in Verantwortung für die Menschen im Grenzraum, insbesondere in meinem Wahlkreis, trotzdem froh, dass von acht offenen Expertenfragen zumindest sechs abgearbeitet werden konnten und wenigstens ein gewisses, wenn auch nicht das ultimative Sicherheitsgefühl erreicht wurde. (Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenecker.)
Abg. Dr. Lichtenecker: Wir wollen Sicherheit, was wollen Sie?
Sie wollen immer 100 Prozent. (Abg. Dr. Lichtenecker: Wir wollen Sicherheit, was wollen Sie?) Wenn Sie nicht 100 Prozent erreichen, dann geben Sie sich mit null zufrieden. Das ist ja besser, als wenn man etwa 90 Prozent der Forderungen umsetzen könnte. – Das ist Ihre meiner Meinung nach sehr bedenkliche Politik. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Sie wollen immer 100 Prozent. (Abg. Dr. Lichtenecker: Wir wollen Sicherheit, was wollen Sie?) Wenn Sie nicht 100 Prozent erreichen, dann geben Sie sich mit null zufrieden. Das ist ja besser, als wenn man etwa 90 Prozent der Forderungen umsetzen könnte. – Das ist Ihre meiner Meinung nach sehr bedenkliche Politik. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Lichtenecker: Schonen Sie uns!
Ich kann das Ganze noch einmal wiederholen – ich hätte die Redezeit –, will das aber nicht. (Abg. Dr. Lichtenecker: Schonen Sie uns!)
Abg. Dr. Lichtenecker: Stimmen Sie zu! Stimmen Sie unseren Anträgen zu, Herr Kapeller!
Ich fordere Sie auf, Frau Kollegin Lichtenecker: Kommen Sie am Montag an den Verhandlungstisch zurück! Fahren Sie mit nach Spitz und dann nach Klosterneuburg! Setzen Sie sich mit uns dem tschechischen Kollegen vis-à-vis, stärken Sie wieder unsere Position! (Abg. Dr. Lichtenecker: Stimmen Sie zu! Stimmen Sie unseren Anträgen zu, Herr Kapeller!)
Beifall und Bravoruf bei der ÖVP.
Schwächen Sie uns nicht, denn das bedeutet, Verantwortung für dieses Land zu haben, und Atompolitik ist nicht geeignet für parteipolitisches Kalkül. (Beifall und Bravoruf bei der ÖVP.)
Abg. Dipl.-Ing. Klement: Pass auf! Pass auf!
Abgeordneter Ing. Norbert Hofer (FPÖ): Frau Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Kapeller! Alles Gute zum Namenstag! Zumindest unehrlich, wenn nicht doppelbödig ist es, immer auf die Europäische Union zu verweisen, denn wir wissen ganz genau, dass auf EU-Ebene natürlich an der Kernkraft festgehalten wird. (Abg. Dipl.-Ing. Klement: Pass auf! Pass auf!)
Abg. Haidlmayr: ... Anleitung?!
Meine Damen und Herren! Die Kernkraft ist eine Risikotechnologie, das ist unbestritten. Immer wieder machen wir uns darüber Gedanken, was passiert, wenn sogenannte Schurkenstaaten – man kann darüber diskutieren, was Schurkenstaaten sind – an Atombomben basteln. Aber solch ein Schurkenstaat braucht gar keine Atombombe! Man kann einen ganz normalen Sprengkörper nehmen, eine normale Rakete, die mit einem normalen, herkömmlichen Sprengkörper ausgestattet ist, und ein Atomkraftwerk angreifen. Dann brauche ich keine Atombombe, dann geht das nämlich viel, viel einfacher. – Das ist das eine Argument. (Abg. Haidlmayr: ... Anleitung?!)
Abg. Haidlmayr: Das hat nichts damit zu tun!
Daher, meine Damen und Herren: Versuchen wir, eine ehrliche Debatte zu führen! Wenn wir dem Vertrag von Lissabon zustimmen (Abg. Haidlmayr: Das hat nichts damit zu tun!), müssen wir uns auch die Frage stellen, ob uns es das wert ist, dass wir,
Beifall bei der FPÖ.
da der Euratom-Vertrag Teil dieses Vertrages von Lissabon ist, nicht mehr die Möglichkeit haben, daraus auszusteigen. Jetzt können wir noch aus dem Euratom-Vertrag aussteigen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Sburny: Das Blöde ist, dass beides ...!
Das können wir, sobald Lissabon in Kraft tritt, nicht mehr. Da müssen sich auch die Grünen die ehrliche Frage stellen: Wie wichtig ist uns unser Bekenntnis zu Europa? Ist das wichtiger als unsere grüne Überzeugung, oder ist es nicht wichtiger? (Abg. Sburny: Das Blöde ist, dass beides ...!)
Beifall bei der FPÖ.
Ich möchte Sie sehr herzlich ersuchen, diesen Antrag zu unterstützen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn wir ehrlich sind, dann müssten wir alles daran setzen, dass wir so energieautonom werden, dass wir nicht mehr auf Atomstrom aus dem Ausland angewiesen sind. Aber solange wir das tun und solange wir Atomstrom importieren, haben wir jedes Recht verwirkt, andere Länder deswegen zu verurteilen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Neubauer: Alles leiwand!
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Sie wirken schon ein bisschen schläfrig heute, möglicherweise ist auch die Debatte von der Stimmung her so, dass sie Ihren Zustand ein bisschen fördert. Ich sage aber, dass ist unberechtigterweise so, denn das ist wieder einmal so typisch österreichisch, sage ich durchaus auch selbstkritisch: Solange nichts passiert, ist das alles kein wirkliches Thema. (Abg. Neubauer: Alles leiwand!) – Da ist das gestrige Match der Oldies und Amateure Österreich gegen die Schweiz wichtiger und interessanter als die Frage, was denn wirklich mit diesem Meldewesen bei einem Störfall passiert.
Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll.
Allein dass die Herrschaften im AKW Krško eine Stunde brauchen, bis sie die eigene AKW-Leitung über einen derartigen Störfall informieren, zeigt ja schon, dass da etwas falsch läuft. Und dann benötigt man überhaupt fast vier Stunden, bis irgendjemand in Österreich informiert wird. Stellen Sie sich vor, Herr Bundesminister, ... (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll.) – Ja! Und dann wird das noch als „Übung“ bezeichnet.
Der Redner dreht sich zu Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll um, während eine Mitarbeiterin neben diesem steht.
Und dann gab es noch das Argument: Ja, jetzt haben wir den Melker Prozess, und mit dem Beitritt Tschechiens in die Europäische Union haben wir viel mehr Möglichkeiten, Druck auszuüben, denn da kann man das alles irgendwie vor die EU-Gremien bringen, und das wird dann alles wunderbar. Herr Bundesminister! (Der Redner dreht sich zu Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll um, während eine Mitarbeiterin neben diesem steht.) – Vielleicht werden Sie gerade darüber informiert, was Sie jetzt sagen sollen, aber wie ist denn das jetzt? – Man hört überhaupt nichts mehr davon!
Beifall beim BZÖ.
Aber auf der anderen Seite – das sei vor allem auch an Sie gerichtet, Herr Bundesminister – gilt: Hier muss mit aller Kraft und mit allem politischem Druck dafür gesorgt werden, dass ein solcher Informationsskandal, muss ich sagen, der Vergangenheit angehört, denn da geht es wirklich um elementare Sicherheitsinteressen unseres Landes. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Es war falsch!
nehmen, dass in Österreich entweder noch niemand etwas weiß oder aber dass es dann, wenn Wien etwas weiß, immer noch eine Dreiviertelstunde dauert, bis ich etwas erfahre. – Wenn das so ist, schaue ich nur mehr ARD! (Beifall bei den Grünen. – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Es war falsch!)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: ... weil wir eine Übungsmeldung hatten und die Deutschen nicht!
Ja, Sie können es ja eh wieder korrigieren. Ich habe ja gesagt, ich weiß es nicht im Detail. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: ... weil wir eine Übungsmeldung hatten und die Deutschen nicht!) – Ja, aber irgendwann haben Sie das verifiziert. Unserem Schema nach – so verstehe ich die Recherchen von unserem Klub – hat es von Wien nach Graz dann noch zusätzlich gedauert. (Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.)
Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.
Ja, Sie können es ja eh wieder korrigieren. Ich habe ja gesagt, ich weiß es nicht im Detail. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: ... weil wir eine Übungsmeldung hatten und die Deutschen nicht!) – Ja, aber irgendwann haben Sie das verifiziert. Unserem Schema nach – so verstehe ich die Recherchen von unserem Klub – hat es von Wien nach Graz dann noch zusätzlich gedauert. (Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn man sonst schon nicht viel verhindern kann: Wenn es bei bestimmten Typen von Unfällen sehr viel ausmacht, dass man die Bevölkerung binnen Minuten verständigt, sodass man die Leute zumindest für die erste Zeit in geschlossene Räume bringt – Tschernobyl wäre ja so ein Fall gewesen –, dann ist wenigstens für diesen Typ Unfall etwas gewonnen. Diese Chance sollten wir uns nicht vergeben. – Von den anderen Unfällen wollen wir ohnehin nicht reden. Da hilft nur eine andere Energiepolitik. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll.
Eine offene Frage ist natürlich auch die innerstaatliche Informationspolitik. Es ist jetzt noch nicht wirklich geklärt, warum die Landeswarnzentrale der unmittelbar angrenzenden Steiermark erst um 19.17 Uhr von der Sache informiert wurde. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll.) Da pflichte ich meinem Vorredner Kollegen Kogler vollinhaltlich bei.
Abg. Neubauer: Sie sind ja in der Regierung!
Herr Minister! Ohne Schuldzuweisungen vornehmen zu wollen: Aus diesem Fall müssen wir alle gemeinsam lernen. Man sollte aus diesem Fall wirklich Schlüsse ziehen, und ich frage Sie noch einmal zusammenfassend: Welche Schlüsse ziehen Sie konkret daraus? (Abg. Neubauer: Sie sind ja in der Regierung!) Ohne eine Schuldzuweisung vorzunehmen zu wollen: Wir müssen aus diesen Vorfällen lernen. Es ist ein Warnschuss.
Abg. Neubauer: Kann man! Das ist ein Irrtum, das kann man nämlich schon!
Wir wissen, Österreich steht mit seiner atomkritischen Haltung weltweit ziemlich alleine da. Deshalb haben wir einen besonderen Auftrag zur Bewusstseinsbildung, der auch wahrgenommen wird, auch wenn Sie das nicht anerkennen. Das ist nicht immer leicht. Natürlich kann man den Euratom-Vertrag nicht aus der Welt schaffen. (Abg. Neubauer: Kann man! Das ist ein Irrtum, das kann man nämlich schon!) – Nein, nein, hören Sie zu! Eine Mitgliedschaft bei der Europäischen Union und der Euratom-Vertrag sind nicht zu splitten, denn das ist ein Gründungsvertrag. (Abg. Neubauer: Ist ja nicht wahr! Sie kennen bis heute den Vertrag nicht!)
Abg. Neubauer: Ist ja nicht wahr! Sie kennen bis heute den Vertrag nicht!
Wir wissen, Österreich steht mit seiner atomkritischen Haltung weltweit ziemlich alleine da. Deshalb haben wir einen besonderen Auftrag zur Bewusstseinsbildung, der auch wahrgenommen wird, auch wenn Sie das nicht anerkennen. Das ist nicht immer leicht. Natürlich kann man den Euratom-Vertrag nicht aus der Welt schaffen. (Abg. Neubauer: Kann man! Das ist ein Irrtum, das kann man nämlich schon!) – Nein, nein, hören Sie zu! Eine Mitgliedschaft bei der Europäischen Union und der Euratom-Vertrag sind nicht zu splitten, denn das ist ein Gründungsvertrag. (Abg. Neubauer: Ist ja nicht wahr! Sie kennen bis heute den Vertrag nicht!)
Beifall bei der SPÖ.
Dann kommt man sicherlich zu ganz anderen Ergebnissen als bei den herkömmlichen Berechnungen. Auf gar keinen Fall können wir uns damit abfinden, dass die Atomkraft einen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele leisten kann. Herr Minister! Allen derartigen Tendenzen ist auf europäischer Ebene entschieden zu widersprechen. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Haidlmayr.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Herr Bundesminister hat in der Beantwortung der Fragen, die ihm heute im Zuge der Dringlichen Anfrage gestellt wurden, sehr detailliert darauf verwiesen, dass Österreich seit Jahren mit seinen Nachbarländern mithilfe modernster Technik ein Informationssystem aufgebaut hat, sodass bei Störfällen rasch gehandelt werden kann. Das ist ein wesentliches Sicherheitsmerkmal, das uns von anderen Ländern wesentlich unterscheidet, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Zwischenruf der Abg. Haidlmayr.)
Zwischenruf der Abg. Haidlmayr.
Etwas verwundert hat mich die Aussage, die Herr Landeshauptmann Voves in den Raum gestellt hat, er sei schlecht oder zu spät informiert worden. (Zwischenruf der Abg. Haidlmayr.) Faktum ist, dass alle Landeshauptleute gleichzeitig aufgrund einer Sternmeldung informiert worden sind, was nachvollziehbar und verständlich ist.
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Haidlmayr.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich denke, dass eine objektive Diskussion in Bezug auf dieses Thema durchaus ein markanter Beitrag für die Sicherheit der Bürger in unserem Lande sein kann. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Haidlmayr.)
Ruf bei der ÖVP: Darf ich Ihnen das niederösterreichische Ergebnis zeigen? – Abg. Murauer: Der Wunsch ist der Vater des Gedankens! Ihr werdet euch noch wundern!
Abgeordneter Werner Neubauer (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Gestatten Sie mir, dass ich noch kurz auf die Worte von Herrn Kollegem Hornek eingehe. Ich glaube nicht, dass in der heutigen Debatte irgendjemand besonders auf die bevorstehenden Landtagswahlen schielt. Wenn jemand hinschielt, wird das wahrscheinlich der Großteil der ÖVP sein, die ja gemäß Umfragen nicht unbedingt gut liegen soll. Da wird, glaube ich, besonders gut nach Tirol geschielt werden. (Ruf bei der ÖVP: Darf ich Ihnen das niederösterreichische Ergebnis zeigen? – Abg. Murauer: Der Wunsch ist der Vater des Gedankens! Ihr werdet euch noch wundern!)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich darf mir erlauben, auch dem Kollegen Schopf kurz zu antworten. Er hat jene kritisiert, die aus der Temelín-Kommission ausgeschieden sind. Lieber Kollege! Ich darf dir schon Folgendes sagen: Ich werde dann noch genau darauf eingehen, warum das geschehen ist. Du wirst es ja ohnehin wissen. Was aber wirklich ein Skandal ist: dass die SPÖ in Oberösterreich aus der Anti-Atomkonferenz ausgestiegen ist. Das ist wirklich sehr verwerflich, denn die Energie-AG zum Thema im Zusammenhang mit einem Ausstieg aus der Anti-Atomkonferenz zu machen, haben die Menschen in Oberösterreich bis heute nicht verstanden, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Stimmt nicht!
Herr Bundesminister! Gestatten Sie mir, dass ich auf Ihre Beantwortung auch ein bisschen eingehe. Sie haben uns viel erzählt, Sie haben viel gesagt, aber ehrlich gesagt bekomme ich einfach das Gefühl nicht los, dass Sie all das, was Sie gesagt haben, nicht wirklich ehrlich gemeint haben. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Stimmt nicht!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich glaube, dass das reine Verbalerotik und Placebo für die Bevölkerung ist, um den Menschen zu suggerieren, dass die Sicherheit ohnehin durchaus gewährleistet ist. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Der wirkliche Wille, gegen die Atomkraft in Europa, gegen die Länder aufzutreten, besteht jedoch nicht wirklich, meine sehr geehrten Damen und Herren. – Das wird die Wahrheit sein.
Beifall bei der FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Heute noch zu behaupten, man hatte damals immer noch das Ziel, Temelín trotzdem noch zu verhindern, ist eigentlich nur mehr Augenauswischerei. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Sie haben zu diesem Zeitpunkt 17 Mal die Informationspflicht nicht eingehalten und verletzt. Wir sind draufgekommen, dass 17 Störfälle nicht an Österreich gemeldet wurden. Das ist nicht nachvollziehbar und das ist auch nicht verzichtbar und auch wirklich nicht tolerierbar, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Herr Bundesminister! Ich ersuche Sie wirklich, dass Sie dem, was Sie uns heute hier gesagt haben, endlich Taten folgen lassen, endlich auf europäischer Ebene mit den zuständigen Behörden in Gespräche treten und diese Maßnahmen setzen, die für die Sicherheit der österreichischen und der europäischen Bevölkerung einfach vonnöten sind. Darum darf ich Sie ersuchen: Wenn es ein Raus aus der Atomenergie geben sollte, wäre es uns Freiheitlichen natürlich die liebste Lösung. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Eine Aktuelle Stunde dazu ist wahrscheinlich zu wenig, wenn es nur darum geht, darüber zu diskutieren, und man dann zur Tagesordnung übergeht. Daher, glaube ich, könnte man die Linie des damaligen Bundeskanzlers Franz Vranitzky verfolgen, der schon in den neunziger Jahren Slowenien eine Ausstiegshilfe angeboten hat und in Alternativenergie – sprich in die Wasserkraft – investieren wollte. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube, das wäre die beste Hilfe für Kärnten, und das wäre auch eine große Hilfe für Österreich, wenn die Wasserkraft forciert werden könnte und somit ein wirtschaftlicher Ausstieg für Krško möglich wäre. Leider haben wir es in Kärnten nicht sehr einfach, da unser Landeshauptmann keine sehr positiven Kontakte zu Slowenien und Kroatien pflegt. Daher ist auch vor allem der Zugang und der Weg zum Ausstieg aus der Atomkraft etwas verstört. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Als einer, der sehr oft an der Grenze von Tschechien und der Slowakei gestanden ist, um gegen die Atomkraftwerke dort zu demonstrieren, im Übrigen auch Schulter an Schulter mit Landeshauptmann Pröll, seinem Onkel, weil wir gegen Dukovany, gegen Mochovce waren – wir haben seinerzeit die längsten Listen zustande gebracht, gegen Mochove, gegen Bohunice –, sage ich Ihnen, trotz all dieses Engagements ist es uns nicht gelungen, Atomkraft zu verhindern. Daher müssen wir eine andere Strategie anwenden: nämlich eine, wo die Ablehnung klar ist, wir aber gleichzeitig wissen, dass wir, wenn es nicht verhinderbar ist, weil die Souveränität der Staaten in der Energiepolitik gegeben ist, die Sicherheit für die Menschen im maximalen Umfang garantieren wollen. – Ich danke. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Allgemeine Heiterkeit und allgemeiner Beifall. – Abg. Öllinger: Der war gut! – Abg. Dr. Haimbuchner: Noch einmal! Noch einmal!
Jetzt stellen Sie sich aber vor: 6 000 Mal am Tag „njaaannn“. (Die Rednerin ahmt das Geräusch eines vorbeifahrenden Motorrads nach.) Das ist genau das Problem, mit dem wir uns heute beschäftigen wollen. (Allgemeine Heiterkeit und allgemeiner Beifall. – Abg. Öllinger: Der war gut! – Abg. Dr. Haimbuchner: Noch einmal! Noch einmal!)
Abg. Dr. Haimbuchner: Ich bin ein begeisterter Motorradfahrer!
In seiner Anfragebeantwortung sagt Minister Pröll zu Recht, Lärm ist nicht nur ein Ärgernis, er gefährdet auch die Gesundheit. Immerhin ein Drittel der Österreicherinnen und Österreicher leidet unter diesem Lärm. 73 Prozent der Betroffenen sehen im Verkehr den Hauptverursacher. Nach Ihrer Anfragebeantwortung, Herr Minister, sind Sie sich also des Problems sehr wohl bewusst. Aber das Problembewusstsein allein reicht nicht, wir brauchen dafür auch Lösungen. Wir brauchen Maßnahmen gegen den zunehmenden Motorradverkehr. Immerhin gab es 2006 332 000 Stück davon. (Abg. Dr. Haimbuchner: Ich bin ein begeisterter Motorradfahrer!) Ich möchte es nicht verteufeln, dass mit Motorrädern gefahren wird, aber man muss einen Ausgleich dafür schaffen, dass die Landbevölkerung, die ohnehin in vielen Bereichen benachteiligt ist, das Ruhebedürfnis, das sie oft dazu gebracht hat, am Land zu wohnen, auch wirklich befriedigen kann. (Abg. Dr. Haimbuchner: Ich fahre sogar zwei!)
Abg. Dr. Haimbuchner: Ich fahre sogar zwei!
In seiner Anfragebeantwortung sagt Minister Pröll zu Recht, Lärm ist nicht nur ein Ärgernis, er gefährdet auch die Gesundheit. Immerhin ein Drittel der Österreicherinnen und Österreicher leidet unter diesem Lärm. 73 Prozent der Betroffenen sehen im Verkehr den Hauptverursacher. Nach Ihrer Anfragebeantwortung, Herr Minister, sind Sie sich also des Problems sehr wohl bewusst. Aber das Problembewusstsein allein reicht nicht, wir brauchen dafür auch Lösungen. Wir brauchen Maßnahmen gegen den zunehmenden Motorradverkehr. Immerhin gab es 2006 332 000 Stück davon. (Abg. Dr. Haimbuchner: Ich bin ein begeisterter Motorradfahrer!) Ich möchte es nicht verteufeln, dass mit Motorrädern gefahren wird, aber man muss einen Ausgleich dafür schaffen, dass die Landbevölkerung, die ohnehin in vielen Bereichen benachteiligt ist, das Ruhebedürfnis, das sie oft dazu gebracht hat, am Land zu wohnen, auch wirklich befriedigen kann. (Abg. Dr. Haimbuchner: Ich fahre sogar zwei!)
Abg. Sburny: Da ist er wirklich gut!
Landeshauptmann Pröll, der auch zahlreiche technische Überprüfungen vorschlägt, redet von Inseratenkampagnen und der Aufstellung großflächiger Tafeln und Plakatschilder (Abg. Sburny: Da ist er wirklich gut!), was vielleicht für die anwohnende Bevölkerung auch nicht unbedingt eine Augenweide ist. Abgesehen davon ist es fraglich, ob das mehr für die Motorradfahrer oder für die dort wohnenden Leute ist.
Abg. Dr. Haimbuchner: Der fährt überall mit dem Motorrad hin!
In Oberösterreich war es der Landeshauptmann-Stellvertreter Ing. Haider, der Antwort gegeben hat. (Abg. Dr. Haimbuchner: Der fährt überall mit dem Motorrad hin!) Er hat gemeint, Bewusstseinsbildung und Überzeugungsarbeit wären notwendig.
Zwischenruf des Abg. Hornek
So habe ich zum Beispiel von einer Bürgerinitiative in Tirol, dass der lärmende Ausflugsverkehr für das Tourismusland Tirol kontraproduktiv ist (Zwischenruf des Abg. Hornek), dass der Personalmangel bei der Exekutive spürbar ist, dass es fehlende Lärmmessgeräte gibt und dass auch Messboxen fehlen. Gleichzeitig wird auch von guten Umsätzen für das Gastgewerbe gesprochen.
Zwischenruf des Abg. Hornek.
Ein Gastwirt hat mir erzählt, dass er es super findet, wenn Motorradgruppen bei ihm im Gastgarten sitzen, das macht viel Umsatz. Das Problem ist nur, man kann sich dort nicht unterhalten, weil die Motorradfahrer, die in der Zwischenzeit vorbeifahren, derartig laut sind, dass der Gastgarten unbrauchbar ist. (Zwischenruf des Abg. Hornek.)
Abg. Dr. Haimbuchner: Ja, das glaube ich!
Lärmschutzwände sind laut Beantwortung von Minister Faymann – ich habe mir erlaubt, drei Beantwortungen zusammenzufassen – gerade bei Bergstraßen nicht brauchbar, weil aufgrund des Kurvenverlaufs nicht montierbar und außerdem viel zu teuer. (Abg. Dr. Haimbuchner: Ja, das glaube ich!) Auch Minister Pröll sagt in seiner
Abg. Hornek: Sehr realistisch, das G’schichtl!
Bei uns im oberen Mürztal gibt es unverkäufliche Häuser. Ich habe mit einer alten Frau gesprochen; es tut mir leid, es klingt jetzt wirklich sentimental, aber mich hat die Geschichte ergriffen, darum möchte ich sie hier zitieren: Die hat mit ihrem Mann jahrelang gespart, wirklich vom Mund abgespart, sich ihr Haus aufstellen zu können. Er ist in der Zwischenzeit verstorben, sie ist eine alte Frau. Sie bringt das Haus nicht an. Denn dort, wo die Motorräder am Wochenende vorbeiglühen, möchte niemand wohnen. Sie wohnt derartig abgeschieden, dass es dort auch keinen Gehsteig gibt – sie traut sich nicht mehr außer Haus. Es geht also nicht nur um Lärmbelastung, es geht auch darum, dass diese rücksichtslosen Verkehrsteilnehmer auch Angst machen. (Abg. Hornek: Sehr realistisch, das G’schichtl!)
Abg. Dr. Mitterlehner: Jetzt wissen wir es eh schon …! – Zwischenruf des Abg. Großruck.
Minister Pröll antwortet auch, dass es ihm ein großes Anliegen ist, die Lärmbelastung der österreichischen Bevölkerung zu verringern und dass er für den besseren Schutz vor Umgebungslärm sorgen möchte. Das halte ich für sehr beruhigend und auch richtig. Leider sagt er uns auch, dass die klassischen Motorradstrecken nicht in die aktuellen Lärmkartierungsschwerpunkte fallen. (Abg. Dr. Mitterlehner: Jetzt wissen wir es eh schon …! – Zwischenruf des Abg. Großruck.)
Zwischenruf des Abg. Hornek.
Faymann erklärt uns, dass wir alle Geräte, die EU-weit zugelassen sind, auch auf Österreichs Straßen fahren lassen müssen. Das heißt, die Lärmnormen, die in der EU gelten, haben auch für Österreich zu gelten. Österreich ist aber interessanterweise eines der ganz wenigen Länder, wo man bis zu einem erlaubten Höchstwert nachtypisieren darf und nicht wieder den Lärmwert haben muss, den das Gerät vorher gehabt hat. Wenn man einen Motorradhändler anruft und fragt, wie das denn so ausschaut mit einem Motorrad, dann wird einem nach zwei Sätzen schon angeboten: Das ist alles kein Problem, ich kann Ihnen gerne sofort den Auspuff umbauen! (Zwischenruf des Abg. Hornek.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Solche Dinge erzeugen wirklich unnotwendigen Lärm. Es darf hier nicht darum gehen, irgendwelche Hobbys zu befriedigen, sondern für uns muss es darum gehen, abzuwägen, was die verschiedenen Bevölkerungsgruppen haben wollen und was sie brauchen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Großruck: Was denn?
Ich fordere jetzt ein Maßnahmenpaket. Ich bitte den Minister, ich fordere von ihm, ich ersuche ihn, wie immer Sie das gerne haben wollen – Hauptsache, es wirkt –, sich mit den anderen MinisterInnen zusammenzutun und mit ihnen gemeinsam zu beschließen, was für die betroffene Bevölkerung getan werden kann. (Abg. Großruck: Was denn?)
Zwischenruf des Abg. Dr. Haimbuchner
Einerseits braucht es ein Gebot, bei Nachtypisierungen die Betriebsgeräusche einzuhalten, es braucht Kontrollen und Schutz vor rücksichtslosen Verkehrsteilnehmern, technische Kontrollen, mehr Lärmmessungen, die Lärmkartierung muss ausgeweitet werden, es braucht Geschwindigkeitskontrollen (Zwischenruf des Abg. Dr. Haimbuchner), es braucht bewusstseinsbildende Maßnahmen – vielleicht auch weniger Politiker, die sich auf dem Motorrad abbilden lassen –, und es braucht eine Aufstockung der Motorradpolizei, denn genau auf die reagieren Motorradfahrer am allerbesten. Gerne nehmen wir auch jede weitere hilfreiche Idee auf.
Abg. Dr. Mitterlehner: Ja, ja, ja!
minister und auch alle Landeshauptleute gemeinsam daran arbeiten, die ländliche Bevölkerung zu entlasten. Die ÖVP sollte sich nicht hinstellen und sagen, wir schützen sie, und auf der anderen Seite der Motorradlobby unbedingt das Wort sprechen. (Abg. Dr. Mitterlehner: Ja, ja, ja!)
Beifall bei den Grünen.
Wir reden von Belastungssenkungen, wir reden von nachhaltigen Problemlösungen. Bitte, lassen Sie die ländliche Bevölkerung nicht im Stich – auch wenn das ausnahmsweise nicht jemand von der ÖVP gesagt hat! (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Zwerschitz.
Zum Ersten zeigt der letzte Umweltkontrollbericht des Umweltbundesamtes einen erfreulichen langfristigen Trend auf, nämlich dass der Anteil der Bevölkerung, der sich durch Lärm gestört fühlt, einen stark abnehmenden Trend hat. 1970 fühlten sich über 50 Prozent der Bevölkerung von Lärm belästigt, und 2003 bewegte sich dieser Wert nur mehr bei 30 Prozent. – Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Das ist immer noch zu viel, aber der Trend und die Entwicklung passt. Aber natürlich ist es nicht genug, wenn fast ein Drittel der Österreicherinnen und Österreicher in diesem Bereich noch Handlungsbedarf sehen. (Zwischenruf der Abg. Zwerschitz.)
Beifall und Bravoruf bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Grünen.
Wir im Bund haben gehandelt. Wir sind noch nicht am Ende des Weges, aber wir können gute Erfolge verzeichnen. (Beifall und Bravoruf bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Grünen.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe bei den Grünen. – Abg. Dr. Haimbuchner: Rasenmäher abschaffen!
Zum einen kann man niemandem das Recht auf Ruhe absprechen – auch nicht denen, die in der Stadt wohnen. Zum anderen sind es meiner Erfahrung nach nicht nur die Motorräder, die Lärm machen. Um das jetzt vielleicht auch in die Lautsprache zu übersetzen: Es geht nicht nur um „dschumm“, es geht auch um „tuk-tuk-tuk“ (die Rednerin ahmt Motorrad- und Traktorengeräusche nach) und um andere Lärmbelästigungen beziehungsweise Lärmquellen, seien es Autos, Traktoren, Lkws oder Flugzeuge. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe bei den Grünen. – Abg. Dr. Haimbuchner: Rasenmäher abschaffen!) Ich kann mir nicht vorstellen, dass die 73 Prozent der Leute, die Sie nennen, die den Lärm dem Verkehr zuschreiben, alle den Lärm nur auf die Motorräder schieben, das glaube ich, ganz ehrlich gesagt, nicht.
Abg. Sburny: Was ist Ihre Aussage?
Sie polarisieren halt ein bisschen und gehen vielleicht ein bisschen an Lösungsansätzen vorbei (Abg. Sburny: Was ist Ihre Aussage?), die man sinnvoll finden könnte, indem man nämlich miteinander versucht, ein Bewusstsein für die gegenseitigen Problemlagen zu schaffen. Ich glaube, dass darin der Schlüssel liegen könnte. Außerdem glaube ich nicht, dass die Freude der meisten Motorradfahrerinnen und -fahrer darin besteht, besonders viel Lärm zu produzieren.
Abg. Mag. Kogler: Was wollen Sie uns damit sagen?
Es gibt aber etwas, was ich für sehr gefährlich halte; ich kenne das nur vom Hörensagen. Ja, ich fahre auch Motorrad. Ich lege ungefähr heiße 1 500 Kilometer pro Jahr zurück, indem ich vor allem Strecken in der Stadt fahre, wenn ich sehr spät am Abend irgendwohin unterwegs bin oder wenn ich vom 19. in den 11. Bezirk muss oder sonstige lange und schwierige Strecken zu bewältigen habe. Es gibt immer wieder sogenannte „Lärm-Selbstverteidiger“, die es besonders originell finden, zum Beispiel in Kurven oder auf Straßen, wo relativ viele Einspurige unterwegs sind, Sand oder Schotter zu streuen. (Abg. Mag. Kogler: Was wollen Sie uns damit sagen?) Jeder, der je auf einem Fahrrad oder auf irgendeinem anderen einspurigen Fahrzeug gesessen ist, wird wissen, wie „wunderbar“ es ist, wenn man in der Kurve auf Schotter kommt und das Fahrzeug nicht mehr in den Griff kriegen kann. Das ist wirklich sehr, sehr gefährlich. Ich denke mir, dass wir mit Zwietracht-Säen nicht weiterkommen, sondern nur mit Verständnis.
Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen
Wenn man den Begriff „Mobilität“ sinnvoll verstehen möchte und mit der Mobilität sinnvoll umgehen möchte, dann kann man das sinnvoll fördern, indem man zum Beispiel vorgezogene Haltelinien für Einspurige markiert oder die Busspuren für sie öffnet und eigene Abstellplätze einrichtet. Ich glaube, dass wir nicht den Weg gehen sollten, Gruppen gegeneinander auszuspielen. Auch Motorradfahrer und -fahrerinnen wollen in der Nacht Ruhe haben. Durch Zusammenarbeit können wir erreichen, dass es einerseits nicht zu laut ist (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen) und dass
Beifall bei der SPÖ.
andererseits die Sicherheit gewährleistet ist und wir zu einer sinnvollen Mobilität kommen. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Sburny: Fällt Ihnen für wenigstens 30 Sekunden irgendetwas Gescheites ein?
Zum anderen, Frau Kollegin Zwerschitz, kenne ich mich bei Ihrer Rede nicht ganz aus. Sie hatten zehn Minuten Redezeit und verbrauchten nur 30 Sekunden davon für das Erwähnen von Maßnahmen, die Sie vorschlagen würden. Der andere Teil bestand aus Geschichten, die stimmen mögen. Es gibt Bürgerinitiativen, die sich im ländlichen Raum gegen die Lärmbelästigungen aussprechen, aber es ist wohl zu wenig, wenn in einer Zehn-Minuten-Rede nur 30 Sekunden der Erwähnung von Maßnahmen gewidmet werden. (Abg. Sburny: Fällt Ihnen für wenigstens 30 Sekunden irgendetwas Gescheites ein?)
Abg. Mag. Kogler: Wer hat denn das abgerissen? Die steirische Landesregierung!
Zu den Grünen in der Steiermark beziehungsweise zum Fall Spielberg möchte ich auch eines anmerken. Sie sind ja immer gegen Rennstrecken auf der Straße und gegen schnelles Fahren auf der Straße. Auch wir sind natürlich dagegen, und da gibt es ja auch Verkehrskontrollen und Verkehrsstrafen. Zum anderen sind Sie aber auch gegen Spielberg, wo die Motorradfahrer Gelegenheit hätten, abseits der Straßen auf vorgesehenen Rennstrecken Rennen zu fahren. Sie müssen sich schon einmal entscheiden, wofür Sie sind! (Abg. Mag. Kogler: Wer hat denn das abgerissen? Die steirische Landesregierung!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Grünen.
Herr Kollege Kogler! Der in der Steiermark für diesen Bereich zuständige Landesrat heißt Wegscheider und kommt bekanntlich von der SPÖ. Er ist zuständig für den ländlichen Raum. Ich empfinde es ja als spannend, dass die Grünen den ländlichen Raum als ihr Zielgebiet entdecken, in den Städten dürfte es für die Grünen wohl nicht mehr viel zu holen geben. Wir, die ÖVP, haben den ländlichen Raum schon lange entdeckt und nehmen schon lange die Sorgen der Bevölkerung im ländlichen Raum ernst und versuchen, dort Maßnahmen zu setzen, damit die ländliche Bevölkerung nicht nur erholsam leben, sondern auch produktiv tätig sein kann. Das möchte ich einmal klarstellen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Grünen.)
Der Redner hält die genannte Broschüre in die Höhe. – Anhaltende Zwischenrufe bei den Grünen.
Zum begleitenden Aktionsplan: Seitens des zuständigen Ministeriums beziehungsweise seitens des Ministers Pröll gibt es das „Handbuch Umgebungslärm“. Hier ist das Handbuch 2007. (Der Redner hält die genannte Broschüre in die Höhe. – Anhaltende Zwischenrufe bei den Grünen.) Hier können Sie über konkrete Maßnahmen seitens des Ministeriums einiges nachlesen.
Abg. Mag. Kogler: Sagt ein Motorradfahrer zum anderen: Hast du schon montiert?
Weiters muss man sagen, dass auch im Verkehrsministerium einiges passiert ist – das geht aus der Anfragebeantwortung hervor, dass nämlich Geschwindigkeitskontrollen und technische Kontrollen vermehrt gemacht werden. Bei den Motorrädern geht es ja auch um die technischen Kontrollen, das ist wichtig, denn gerade bei Motorrädern geht es darum – Sie haben das angesprochen –, dass Auspuffe nicht leergeräumt werden et cetera, sondern den technischen Daten entsprechen sollen. (Abg. Mag. Kogler: Sagt ein Motorradfahrer zum anderen: Hast du schon montiert?) Wir von der ÖVP werden nicht zulassen, dass Sie einen Generalangriff auf Motorradfahrer machen! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Grünen.
Weiters muss man sagen, dass auch im Verkehrsministerium einiges passiert ist – das geht aus der Anfragebeantwortung hervor, dass nämlich Geschwindigkeitskontrollen und technische Kontrollen vermehrt gemacht werden. Bei den Motorrädern geht es ja auch um die technischen Kontrollen, das ist wichtig, denn gerade bei Motorrädern geht es darum – Sie haben das angesprochen –, dass Auspuffe nicht leergeräumt werden et cetera, sondern den technischen Daten entsprechen sollen. (Abg. Mag. Kogler: Sagt ein Motorradfahrer zum anderen: Hast du schon montiert?) Wir von der ÖVP werden nicht zulassen, dass Sie einen Generalangriff auf Motorradfahrer machen! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Grünen.)
Heiterkeit im Saal. – Zwischenruf der Abg. Zwerschitz.
Wir werden diese generelle Verunglimpfung nicht goutieren. Was die Grünen tun, ist ihre Sache. Die Grünen klammern auch den Wirtschaftsfaktor der Motorradtreffen aus. Man denke an das große Harley-Treffen in Kärnten oder auf der steirischen Weinstraße. Dort sagen mir die Buschenschank-Besitzer, dass die Motorradfahrer und Besucher sehr wohl ein Tourismusfaktor sind. Besonders spannend finde ich es, dass auch Frau Vassilakou, stellvertretende Bundesvorsitzende der Grünen, eine begeisterte Motorradfahrerin ist. – So viel zum Thema „Politiker, die sich mit Motorrad abbilden lassen“. (Heiterkeit im Saal. – Zwischenruf der Abg. Zwerschitz.)
Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.
Summa summarum stellen wir also fest, das es bei den Grünen so ist wie bei der Jugend. Sie sagen, sie seien die Umweltpartei, aber in Wahrheit ist es die ÖVP, und die Grünen hinken hinterher. (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.) Das zeigt die heutige Debatte zu diesem Thema. – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Grünen.
Summa summarum stellen wir also fest, das es bei den Grünen so ist wie bei der Jugend. Sie sagen, sie seien die Umweltpartei, aber in Wahrheit ist es die ÖVP, und die Grünen hinken hinterher. (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.) Das zeigt die heutige Debatte zu diesem Thema. – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Von den Maßnahmen, die Sie eingefordert haben und über die ich jetzt gerne vier Minuten rede, Herr Kollege von der ÖVP, haben Sie nur so nebenbei gesprochen. Wir aber haben schon damals, 2005, ernstliche Maßnahmen gefordert, um dieses zentrale Umweltproblem Lärm endlich offensiv anzugehen und zu sanieren. Wir haben schon damals gesagt: Wesentlich sind vor allem bundesgesetzliche Initiativen, nämlich so etwas Ähnliches wie ein Lärmschutzgesetz. Wir haben keine einheitliche Bundesmaterie in Richtung Lärmschutz, das haben Sie heute durchaus zugegeben, Herr Umweltminister, und da sind Sie uns manches noch schuldig. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.
Ich selbst könnte ja genauso wie jede und jeder von Ihnen wirklich unzählige Beispiele anführen, wie penetrant diese Motorradfahrer oft auftreten. Ich sage Ihnen nur ein einziges – Mohnblüte im Waldviertel –, damit es wieder konkret wird. Schöne Gegend, wunderbar, es blüht und es gedeiht die Natur, und dann kommen die Motorradfahrer zum Teil mit relativ großer Geschwindigkeit, und diese Damen und Herren – in der Gruppe fühlen sie sich ja immer sehr stark – preschen hinein in den Innenhof des Wirtshauses, in den Innenhof dieses Mohnwirtes, der da wunderbar gefüllte Hendln mit Mohn serviert, und daneben steht diese ganze Horde von Motorradfahrern. (Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.) Ich sage Ihnen, da vergeht einem jenseits des Lärmschutzes der Appetit. Ich kann Ihnen das gerne mit Fotos dokumentieren. (Anhaltende Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ. – Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.) Das war letztes Jahr, Anfang Juni. (Beifall bei den Grünen.)
Anhaltende Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ. – Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.
Ich selbst könnte ja genauso wie jede und jeder von Ihnen wirklich unzählige Beispiele anführen, wie penetrant diese Motorradfahrer oft auftreten. Ich sage Ihnen nur ein einziges – Mohnblüte im Waldviertel –, damit es wieder konkret wird. Schöne Gegend, wunderbar, es blüht und es gedeiht die Natur, und dann kommen die Motorradfahrer zum Teil mit relativ großer Geschwindigkeit, und diese Damen und Herren – in der Gruppe fühlen sie sich ja immer sehr stark – preschen hinein in den Innenhof des Wirtshauses, in den Innenhof dieses Mohnwirtes, der da wunderbar gefüllte Hendln mit Mohn serviert, und daneben steht diese ganze Horde von Motorradfahrern. (Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.) Ich sage Ihnen, da vergeht einem jenseits des Lärmschutzes der Appetit. Ich kann Ihnen das gerne mit Fotos dokumentieren. (Anhaltende Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ. – Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.) Das war letztes Jahr, Anfang Juni. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich selbst könnte ja genauso wie jede und jeder von Ihnen wirklich unzählige Beispiele anführen, wie penetrant diese Motorradfahrer oft auftreten. Ich sage Ihnen nur ein einziges – Mohnblüte im Waldviertel –, damit es wieder konkret wird. Schöne Gegend, wunderbar, es blüht und es gedeiht die Natur, und dann kommen die Motorradfahrer zum Teil mit relativ großer Geschwindigkeit, und diese Damen und Herren – in der Gruppe fühlen sie sich ja immer sehr stark – preschen hinein in den Innenhof des Wirtshauses, in den Innenhof dieses Mohnwirtes, der da wunderbar gefüllte Hendln mit Mohn serviert, und daneben steht diese ganze Horde von Motorradfahrern. (Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.) Ich sage Ihnen, da vergeht einem jenseits des Lärmschutzes der Appetit. Ich kann Ihnen das gerne mit Fotos dokumentieren. (Anhaltende Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ. – Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.) Das war letztes Jahr, Anfang Juni. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Gut, damit schließt sich der Reigen vom Lärmschutz zum konkreten kulinarischen Beispiel, und ich habe auch im Sinne des Vorredners sehr stark die konkreten Maßnahmen erwähnt, die wir endlich ergreifen sollen, damit wir den Lärm in den Griff bekommen und für Ruhe sorgen können. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei den Grünen
Abgeordneter Harald Vilimsky (FPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Soeben ist ein weiterer „böser“ Motorradfahrer hier eingetroffen. (In Richtung des auf der Regierungsbank Platz nehmenden Bundesministers für Soziales und Konsumentenschutz Dr. Buchinger.) Frau Zwerschitz! Mit allem Verlaub, Sie haben das wunderbar vom Blatt gelesen, nur sagen Sie bitte der Person, die Ihnen das da aufgeschrieben hat: Das ist wirklich von vorne bis hinten ein Holler, was Sie da verzapfen (Zwischenrufe bei den Grünen), und es ist eine Motivation für uns, zu verhindern, dass Sie und die Ihren irgendwo in Regierungsnähe kommen. (Beifall und Bravorufe bei der FPÖ.)
Beifall und Bravorufe bei der FPÖ.
Abgeordneter Harald Vilimsky (FPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Soeben ist ein weiterer „böser“ Motorradfahrer hier eingetroffen. (In Richtung des auf der Regierungsbank Platz nehmenden Bundesministers für Soziales und Konsumentenschutz Dr. Buchinger.) Frau Zwerschitz! Mit allem Verlaub, Sie haben das wunderbar vom Blatt gelesen, nur sagen Sie bitte der Person, die Ihnen das da aufgeschrieben hat: Das ist wirklich von vorne bis hinten ein Holler, was Sie da verzapfen (Zwischenrufe bei den Grünen), und es ist eine Motivation für uns, zu verhindern, dass Sie und die Ihren irgendwo in Regierungsnähe kommen. (Beifall und Bravorufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ
Sie haben hier dieses „whooouuum“ zelebriert. Wundervoll! Wahrscheinlich waren Sie irgendwo auf einer Rennstrecke und haben das geistig so in einer Endlosschleife für sich verarbeitet. Wir könnten aber alle einmal probieren, wie es klingt oder wie es sich anhört, wenn der schnittige Minicooper der grünen Frau Nationalratspräsidentin vorbeifährt, so „huuum“ vielleicht (Beifall bei der FPÖ), oder vielleicht der ehemalige Alfa des grünen Vorsitzenden, das müsste man mehr mit italienischem Charme brummen, wenn der vorbeizischt. Wie ein neuer Hybridmotor, der dem Herrn Professor gesponsert wurde, klingt, weiß ich nicht. Vielleicht können Sie das in weiterer Folge irgendwie akustisch simulieren. (Abg. Dr. Cap: Tuck, tuck, tuck!)
Abg. Dr. Cap: Tuck, tuck, tuck!
Sie haben hier dieses „whooouuum“ zelebriert. Wundervoll! Wahrscheinlich waren Sie irgendwo auf einer Rennstrecke und haben das geistig so in einer Endlosschleife für sich verarbeitet. Wir könnten aber alle einmal probieren, wie es klingt oder wie es sich anhört, wenn der schnittige Minicooper der grünen Frau Nationalratspräsidentin vorbeifährt, so „huuum“ vielleicht (Beifall bei der FPÖ), oder vielleicht der ehemalige Alfa des grünen Vorsitzenden, das müsste man mehr mit italienischem Charme brummen, wenn der vorbeizischt. Wie ein neuer Hybridmotor, der dem Herrn Professor gesponsert wurde, klingt, weiß ich nicht. Vielleicht können Sie das in weiterer Folge irgendwie akustisch simulieren. (Abg. Dr. Cap: Tuck, tuck, tuck!)
Ruf bei der FPÖ: Genau!
Tuck, tuck, tuck, tuck, tuck! Ja, da können wir weitermachen. Die bösen Rasenmäher! Sie lieben ja das Grün, und Sie lieben die Gärten. Da muss man auch Rasen mähen, oder ich weiß nicht, wie Sie Ihre Gärten behandeln. Das Absurde Ihrer Politik: Haschen soll man, das darf man, das darf man verkaufen – Motorradfahren darf man nicht! Es ist wirklich absurd, was aus Ihren Mündern kommt! (Ruf bei der FPÖ: Genau!)
Beifall und Bravorufe bei der FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich fahre selbst seit über 15 Jahren aktiv Motorrad, und – ich weiß nicht, ob Sie mir das glauben – auch Motorradfahrer essen mit Messer und Gabel. (Beifall und Bravorufe bei der FPÖ.) Wir sind ganz zivilisierte Menschen, und es gibt auch sehr viele Motorradfahrer, die sich sozial sehr betätigen. Beim Toy-Run zum Beispiel, da brummen sie alle ganz, ganz „böse“ zu den Kinderheimen und lassen Geschenke dort.
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.
Ein Lärm, der mich auch stört, und zwar sehr stört, ist der, der entsteht, wenn irgendwelche grünen Demonstranten Krawall machend und Radau produzierend durch die Innenstadt marodieren. Ja, das ist auch Lärmbelästigung! (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.)
Abg. Zwerschitz: Das können Sie noch zehnmal wiederholen, es wird nicht wahrer dadurch!
Auch das sollten Sie einmal bedenken, wenn Sie hier zu Felde ziehen und die Gruppe der Motorradfahrer pauschal diffamieren und alles andere außen vor lassen. (Abg. Zwerschitz: Das können Sie noch zehnmal wiederholen, es wird nicht wahrer dadurch!)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.
Nur: Sie sind längst keine Umweltpartei mehr. Sie sind heute diejenigen, die die Atom- und Industriepolitik der Europäischen Union mit vertreten, aber sich längst von Ihren ursprünglichen Zielen, wo Sie einmal in der Au gesessen sind, verabschiedet haben. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.) Das alles interessiert Sie heute nicht mehr. Und es ist gut, dass Sie bei allen Wahlgängen weit hinter uns liegen. Und ich prognostiziere Ihnen, Sie werden bei der nächsten Nationalratswahl ganz, ganz weit hinter uns liegen. Und irgendwann einmal werden Sie aus dem Parlament draußen sein, und das wird ein schöner Tag für Österreich sein. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Nur: Sie sind längst keine Umweltpartei mehr. Sie sind heute diejenigen, die die Atom- und Industriepolitik der Europäischen Union mit vertreten, aber sich längst von Ihren ursprünglichen Zielen, wo Sie einmal in der Au gesessen sind, verabschiedet haben. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.) Das alles interessiert Sie heute nicht mehr. Und es ist gut, dass Sie bei allen Wahlgängen weit hinter uns liegen. Und ich prognostiziere Ihnen, Sie werden bei der nächsten Nationalratswahl ganz, ganz weit hinter uns liegen. Und irgendwann einmal werden Sie aus dem Parlament draußen sein, und das wird ein schöner Tag für Österreich sein. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Abgeordneter Sigisbert Dolinschek (BZÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Es sind sicherlich sehr viele Motorradfahrer hier unter uns Abgeordneten. Ich bin auch überzeugt, dass es bei den Grünen einige Motorradfahrer gibt. Frau Kollegin Zwerschitz! Ihre Anfrage richtet sich nur gegen Motorradfahrer. Lärm ist aber vielseitig, und Lärm ist eine Definitionssache. Mancher empfindet als Lärm, was für einen anderen Musik ist. Und für andere ist das wiederum Kunst. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Dr. Haimbuchner: Gastgärten verursachen auch Lärm!
Wenn ein Gasthaus in der Nähe aufmacht, ein Betrieb neu aufmacht, so verursacht das Lärm und Verkehr. Keine Frage! (Abg. Dr. Haimbuchner: Gastgärten verursachen auch Lärm!)
Abg. Zwerschitz: Motorräder fahren aber gerade Samstag, Sonntag, also am Wochenende! – Abg. Öllinger: Man sollte mit der Sense mähen!
Samstagnachmittag. (Abg. Zwerschitz: Motorräder fahren aber gerade Samstag, Sonntag, also am Wochenende! – Abg. Öllinger: Man sollte mit der Sense mähen!)
Heiterkeit
Na ja, schauen Sie, man sollte grundsätzlich die Kirche im Dorf lassen und es den Leuten erlauben, dass sie auch mit dem Motorrad fahren. Aber Ihre Anfrage richtet sich ja nur gegen die Motorradfahrer. Ich kann Ihnen eines sagen: Wir alle sind Fußgänger, die meisten sind Autofahrer, viele sind Motorradfahrer, viele sind Radfahrer. Und ich ärgere mich oft einmal sogar über die Fußgänger, obwohl ich selbst Fußgänger bin (Heiterkeit), wenn sie bei ungeregelten Schutzwegen ganz einfach drübergehen und gar nicht schauen, ob ein Auto kommt oder nicht – und Sie eine Vollbremsung machen müssen. Hinter Ihnen kommt einer, Sie können noch stehen bleiben, aber ein anderer tuscht Ihnen drauf, und Sie stoßen den Fußgänger um. Wer ist dann schuld? – Sie sind schuld! (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Na ja, schauen Sie, man sollte grundsätzlich die Kirche im Dorf lassen und es den Leuten erlauben, dass sie auch mit dem Motorrad fahren. Aber Ihre Anfrage richtet sich ja nur gegen die Motorradfahrer. Ich kann Ihnen eines sagen: Wir alle sind Fußgänger, die meisten sind Autofahrer, viele sind Motorradfahrer, viele sind Radfahrer. Und ich ärgere mich oft einmal sogar über die Fußgänger, obwohl ich selbst Fußgänger bin (Heiterkeit), wenn sie bei ungeregelten Schutzwegen ganz einfach drübergehen und gar nicht schauen, ob ein Auto kommt oder nicht – und Sie eine Vollbremsung machen müssen. Hinter Ihnen kommt einer, Sie können noch stehen bleiben, aber ein anderer tuscht Ihnen drauf, und Sie stoßen den Fußgänger um. Wer ist dann schuld? – Sie sind schuld! (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Auf jeden Fall: Ihre Anfrage geht meiner Meinung nach total am Thema vorbei. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
In den ersten zwei Stunden ist es den Grünen heute nicht gelungen, zu erklären, warum sie Lissabon zugestimmt haben und gegen Euratom sind und gegen die Atompolitik. Und zum Zweiten: Diese Themaverfehlung war herzhaft zum Lachen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Mitterlehner: Es ist trotzdem lustig!
Ich habe leider kein so lustiges Thema, und ich möchte mich auch relativ kurz fassen. (Abg. Dr. Mitterlehner: Es ist trotzdem lustig!) Auch parlamentarische Gremien können sich irren, so wie man sich überall irren kann. Passiert so ein Irrtum, dann muss auch ein parlamentarisches Gremium eine Verbesserung durchführen. Man kann sich meines Erachtens aber auch zu viel irren, und dann wird man mit der Zeit unglaubwürdig. Ich habe hier drei Bundesgesetzblätter, und da wird jeweils der § 29 des Entschädigungsfondsgesetzes geändert.
Beifall des Abg. Kickl.
Parlamentarische Gremien, die ihre eigenen Beschlüsse wieder und wieder berichtigen müssen, stellen durch diese Vorgangsweise ihre eigene Glaubwürdigkeit irgendwann einmal in Frage. Wir Freiheitlichen werden diesmal daher nicht zustimmen. (Beifall des Abg. Kickl.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Neugebauer.
Das heißt, ich bin überzeugt, dass das eine runde Sache ist, dass das im Sinne der Opfer ist. Und ich freue mich, dass es hier doch eine sehr breite Zustimmung dazu gibt. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Neugebauer.)
Beifall bei der ÖVP.
Schade eigentlich, dass die FPÖ hier nicht mehr mitstimmt und den bisher gepflogenen nationalen Konsens verlässt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Trotzdem werden wir dem Antrag natürlich zustimmen, weil auch dieser Schritt, der getan wird, notwendig ist. Es ist auch ein ausdrücklicher Wunsch der Kultusgemeinde. Daher stimmen wir zu, aber die ganze Vorgangsweise wirft ein fragwürdiges Licht. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Stummvoll.
Wir werden aber dieser Verlängerung heute unsere Zustimmung geben. (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Stummvoll.)
Beifall bei der FPÖ
Genauso stecken Sie den Kopf dort in den Sand, wo es etwa um den Missbrauch im Gesundheitsbereich geht. Sie wollen einfach den systematischen Missbrauch der e-card, der Österreich zu einem Gesundheitstourismusland der allerersten Güte macht (Beifall bei der FPÖ), nicht zur Kenntnis nehmen, stecken den Kopf in den Sand und tun so, als ob es das nicht gäbe.
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren! Wenn man den Sozialmissbrauch und die Abgabenhinterziehung ernst nimmt, dann darf es nicht so sein, dass unterm Strich die österreichischen ehrlichen Unternehmer als Verlierer übrig bleiben. Deshalb gibt es von uns auch keine Zustimmung zu diesem Gesetz. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Rasinger: ... Rumpelstilzchen!
Abgeordnete Renate Csörgits (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geschätzter Herr Bundesminister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! (Abg. Dr. Rasinger: ... Rumpelstilzchen!) Aber nicht mehr lange bin ich das Rumpelstilzchen, lieber Kollege Rasinger.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
die leider Sozialbetrug vorhaben, ein Riegel vorgeschoben werden kann. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Wenn Sie auch dieser Meinung sind, sehr geehrte Damen und Herren, dann stimmen Sie diesem Entschließungsantrag zu, denn er ist wesentlich weitreichender als die Regierungsvorlage selbst. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abschließend kann man sagen, dass diese Regel für alle Beteiligten, sowohl für Subunternehmer als auch für den Auftraggeber, verhältnismäßig und zumutbar ist beziehungsweise zu keinen unverhältnismäßigen Nachteilen führen wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Mitterlehner: Das ist nicht richtig!
zu kontrollieren, was man kontrollieren will. Es lädt zu Umgehungshandlungen ein, die zweifellos erfolgen werden. Das hat auch die Gebietskrankenkasse beziehungsweise der Hauptverband in der internen Vorstudie festgestellt. Und der schwerste Mangel: Es enthält keine Generalunternehmerhaftung, wie es ursprünglich die Bauindustrie und das Baugewerbe gefordert haben. (Abg. Dr. Mitterlehner: Das ist nicht richtig!) Ja, das ist nicht ganz richtig, Herr Kollege, ich weiß.
Beifall bei den Grünen.
Schlicht und einfach! Das wäre die Generalunternehmerhaftung, so einfach geht es. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Es ist dies, lieber Kollege Öllinger, sicherlich ein seriöses Gesetz, das durchaus zumutbar ist. Eine Zustimmung sollte hier also wirklich selbstverständlich sein. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Die Menschen höheren Alters sind wirklich verzweifelt über die Situation, in die die Politik sie bringt. Es ist eigentlich fast schon ein Trauerspiel, dass praktisch jeden Monat die Menschen in diesem Land mit dieser Debatte mehr und mehr verunsichert werden. Ich würde wirklich bitten, dass man diese unseligen Debatten einmal beendet und eine Rechtssicherheit schafft, die den Menschen dieses Landes auch gerecht wird. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Seniorenrat hat einstimmig auch nach Befassung der Kommission für die Pensionssicherung beschlossen, dass eine Pensionsanpassung nach den Kriterien des Pensionistenpreisindex zu erfolgen hat, und nichts anderes. Und ich ersuche die Damen und Herren des Hohen Hauses, auch diesem Wunsch und diesem Beschluss des Seniorenrates Rechnung tragen zu wollen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Schaffen Sie hier Gerechtigkeit und zeigen Sie hier, Herr Bundesminister Buchinger, Ihr wirklich soziales Herz! Schaffen Sie diese Ungerechtigkeit ab! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Und was auch die Kolleginnen und Kollegen im Ausschuss als löblich bezeichnet haben, ist mehr als notwendig geworden: Wir müssen dringend eine Inflationsabgeltung vornehmen, und das vorgeschlagene Vorziehen der Pensionsanpassung auf den 1.11.2008 ist dafür sicher ein sehr guter und besonders sozialer Weg. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wenn Sie ein Herz haben, werte Kolleginnen und Kollegen von den Koalitionsparteien, dann werden Sie diesem Entschließungsantrag auch Ihre Zustimmung geben. – Ich bin aber überzeugt, Sie werden es nicht tun, weil Sie kein Herz haben. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Minister! Ich hoffe, dass es Ihnen gelingt, auch das im Raum stehende Thema Nachhaltigkeitsfaktor, das ja schon einer Lösung zugeführt worden ist, doch in entsprechender Weise weiterzuentwickeln, denn ich denke, unnötige Konflikte auf diesem Gebiet bringen keinem etwas – sicherlich nicht den Pensionisten und auch nicht den übrigen Bürgern dieses Staates. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Hofer begibt sich zum Rednerpult und platziert dort eine Tafel mit der Aufschrift: „Freitag nach 16:00 Uhr – Wo ist BK Gusenbauer?“
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Ing. Hofer. 3 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Sie sind am Wort. (Abg. Ing. Hofer begibt sich zum Rednerpult und platziert dort eine Tafel mit der Aufschrift: „Freitag nach 16:00 Uhr – Wo ist BK Gusenbauer?“)
Rufe bei der SPÖ: Wo ist der Herr Klubobmann? – Ruf: Wo ist der Herr Pilz?
Meine Damen und Herren, erlauben Sie mir, ein Thema vorzubringen, das mir besonders wichtig ist, und das betrifft die Schwerarbeiter. (Rufe bei der SPÖ: Wo ist der Herr Klubobmann? – Ruf: Wo ist der Herr Pilz?) – Nehmt es nicht so schwer! Ich sehe, einige schmunzeln sogar. Ein bisschen was müsst ihr schon auch aushalten!
Beifall bei der FPÖ.
Ich bitte Sie, diesen Antrag zu unterstützen, und befreie Sie nun von diesem Taferl. (Beifall bei der FPÖ.)
Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek übernimmt wieder den Vorsitz.
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich habe einen umfangreichen Abänderungsantrag zu dem Thema Pensionen, von dem ich überzeugt bin, dass er verteilt wird. Der Antrag wurde auch im Ausschuss schon behandelt und hat als Kernthema die Pensionserhöhung 2008 beziehungsweise 2009, die jetzt auch schon von einigen Abgeordneten angesprochen wurde. Die BezieherInnen niedriger Pensionen unterhalb des Ausgleichszulagenrichtsatzes haben eine unterdurchschnittliche Erhöhung bei der Pensionserhöhung 2008 erfahren, und sie werden durch die vorgeschlagene vorgezogene Pensionserhöhung auch wieder benachteiligt, weil sie eine lineare Pensionserhöhung sein wird. Und wir gehen davon aus, dass bei der gegebenen Inflationsrate die BezieherInnen niedriger Einkommen, daher auch niedriger Pensionen, mit Sicherheit ein größeres Problem haben werden als die Bezieher höherer Pensionen. (Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen.
hat. Offensichtlich hat die Sozialdemokratie mittlerweile große Hörprobleme in diesem Bereich, sie kann es nicht mehr verstehen. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Donabauer.
Dass Sie sich selber die Dynamik erzeugt haben, mit der die Bundeszuschüsse für die Pensionen aus der Allgemeinen Sozialversicherung ansteigen, darüber reden Sie nicht, und das finde ich wirklich perfide. Das betrifft nicht nur Sie, Herr Bundesminister, sondern das betrifft natürlich die ganze Dynamik dieses Pensionsgesetzes, das Sie 2004 geschaffen haben, mit eigenen Zuschüssen für Selbständige und für Bauern beziehungsweise mit dem Umstand, und da könnten wir durchaus darüber reden ... (Zwischenruf des Abg. Donabauer.) – Der Partnerbeitrag! Der Partnerbeitrag ist ein Zuschuss für die Bauernpensionen. Aber sei’s drum, ich will mich jetzt gar nicht im Detail damit aufhalten, ich wollte meinen Beitrag kurz gestalten. Nur von Ihnen, Herr Bundesminister, erwarte ich mir eine Erklärung, wie es mit dieser Pensionsautomatik weitergehen soll.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Donabauer: Tatsächliche Berichtigung!
Das heißt, wenn es zum Auslösen dieser Pensionsautomatik kommt, na wo wird herumgedreht? Beim Steigerungsbetrag – das trifft die Jungen. Bei der Ersatzrate – das trifft die Jungen. Beim Pensionsalter – das trifft die Jungen. Also wenn es in diesem Land noch irgendeinen Naiven gibt, der glaubt, dass die Pensionsautomatik den Jungen hilft, dann kann er oder sie offensichtlich nur mehr in der ÖVP beheimatet sein. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Donabauer: Tatsächliche Berichtigung!)
Abg. Öllinger: Das hat ja mit dem nichts zu tun!
Es ist so, dass bei der Einführung der Bäuerinnenpension der Versicherungswert gleich blieb, aber in zwei Teile geteilt wurde, in jenen der Frau und jenen des Mannes. (Abg. Öllinger: Das hat ja mit dem nichts zu tun!) Es gibt hier keine Partnerpension, sondern es gibt eine Teilung des Versicherungswertes. Ich bitte um Kenntnisnahme. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Partnerbeitrag, habe ich gesagt!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Partnerbeitrag, habe ich gesagt!
Es ist so, dass bei der Einführung der Bäuerinnenpension der Versicherungswert gleich blieb, aber in zwei Teile geteilt wurde, in jenen der Frau und jenen des Mannes. (Abg. Öllinger: Das hat ja mit dem nichts zu tun!) Es gibt hier keine Partnerpension, sondern es gibt eine Teilung des Versicherungswertes. Ich bitte um Kenntnisnahme. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Partnerbeitrag, habe ich gesagt!)
Beifall bei der SPÖ.
Es geht letztendlich um eine beachtliche Summe, wenn man bedenkt, dass ein Prozentpunkt Pensionserhöhung eine Summe von 36 Millionen € ausmacht. Ich hoffe aber, dass die Pensionserhöhung nicht 36 Millionen, sondern deutlich über 100 Millionen betragen wird, denn ich denke, es ist notwendig und wichtig, dass die Pensionistinnen und Pensionisten ab 1. November 2008 eine kräftige Pensionserhöhung erhalten. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Cap: Heißt das jetzt Zuwanderung?
Kollege Karl Donabauer hat es aus meiner Sicht völlig zu Recht angesprochen: Wir stehen in den nächsten Jahren vor einem großen demographischen Problem: Es werden sehr, sehr viele in Pension gehen, und es werden relativ wenige in den Arbeitsmarkt nachkommen. (Abg. Dr. Cap: Heißt das jetzt Zuwanderung?) Wir müssen daher Vorsorge treffen, und diese Pensionsautomatik, die auf Regierungsebene aus meiner Sicht sehr vernünftig ausverhandelt wurde, wäre so eine Automatik, die uns Hinweise gibt, wo wir sorgsam nachkorrigieren müssen. In diesem Sinne wäre es notwendig, diese Pensionsautomatik in das Hohe Haus zu bringen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Kollege Karl Donabauer hat es aus meiner Sicht völlig zu Recht angesprochen: Wir stehen in den nächsten Jahren vor einem großen demographischen Problem: Es werden sehr, sehr viele in Pension gehen, und es werden relativ wenige in den Arbeitsmarkt nachkommen. (Abg. Dr. Cap: Heißt das jetzt Zuwanderung?) Wir müssen daher Vorsorge treffen, und diese Pensionsautomatik, die auf Regierungsebene aus meiner Sicht sehr vernünftig ausverhandelt wurde, wäre so eine Automatik, die uns Hinweise gibt, wo wir sorgsam nachkorrigieren müssen. In diesem Sinne wäre es notwendig, diese Pensionsautomatik in das Hohe Haus zu bringen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geschätzten Damen und Herren Abgeordneten! Wenn Sie das mit den Pensionsanpassungen etwa in Frankreich vergleichen, mit 1 Prozent, oder in Deutschland, mit 1,1 Prozent, dann sehen Sie, dass Politik mit sozialer Handschrift bedeutet, die Pensionen in Österreich im Vergleich zu diesen Ländern um mehr als das Doppelte zu erhöhen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Das ist unseriös!
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Abgeordneter Öllinger hat im Ausschuss ein Rechenbeispiel für die Pensionsanpassung zum 1.1.2008 genannt, wo ich ihn ersucht habe, er solle mir das schriftlich übermitteln. Das hat er nicht getan. Ich habe es konstruiert, und jetzt weiß ich, warum er es nicht getan hat – ich habe es ihm auch im Ausschuss zugerufen –: weil sich tatsächlich, wenn man das von seiner Bruttoberechnung auf die Nettoberechnung umlegt, auch hier zeigt, dass die Pensionisten mit niedrigem Einkommen bei der Nettoanpassung stärker berücksichtigt worden sind, als wenn man diese beiden Pensionen zu einer einzelnen Familienpension über der Ausgleichszulagengrenze zusammenrechnen würde. (Abg. Öllinger: Das ist unseriös!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Was aber passiert, wenn die Lebenserwartung noch stärker steigt, als in diesem Pfad angenommen? Was passiert, wenn sich die Wirtschaft schlechter entwickelt, als in diesem Pfad angenommen? – Für so einen Fall ist es sinnvoll, einen Notfallplan zu entwickeln. Auch Unternehmen, wenn sie Notfallpläne erstellen, tun das nicht dann, wenn bereits eine Katastrophe eingetreten ist, sondern tun das in guten Zeiten. So haben wir uns das auch vorgenommen im Regierungsprogramm und im Regierungsbeschluss vom 11. Jänner, eine derartige verbesserte Nachhaltigkeit einzuführen, und ich denke, dass mit weiteren Diskussionen und einer Stärkung der Rolle des Parlaments hier auch ein guter Weg gefunden werden kann – genauso, wie Sie heute mit der vorgezogenen Pensionsanpassung zum 1.11.2008 auch eine gute Entscheidung für über zwei Millionen Pensionistinnen und Pensionisten in unserem Land treffen werden. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Bundesminister Dr. Buchinger: Na, na! – Abg. Mag. Lapp: Das ist falsch!
ja gar nicht zuständig ist. (Bundesminister Dr. Buchinger: Na, na! – Abg. Mag. Lapp: Das ist falsch!) – Das nur einmal so als Kurzerklärung, was da eigentlich abgeht. Sie hat uns nämlich erklärt, er sei deshalb nicht zuständig, weil Persönliche Assistenz Sache der Länder ist.
Beifall bei den Grünen.
Das sind nur drei Regelungen, und diese drei sind bereits unterschiedlich. Wenn wir bereits neun Regelungen hätten, dann hätten wir neun unterschiedliche. Und um diesem Wildwuchs gleich im Vorhinein auszuweichen und etwas Ordentliches zu machen, brauchen wir eine bundeseinheitliche Regelung. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Mein Entschließungsantrag hat nicht mehr ausgesagt, als dass wir von Ihnen wollen, dass Sie dafür sorgen, dass eine bundeseinheitliche Regelung betreffend Persönlicher Assistenz ausgearbeitet wird. Da hat Frau Lapp gesagt: Nein, das geht uns nichts an, das ist Sache der Länder! – Und die ÖVP hat gesagt: Ihr habt recht, das ist so! – Und wir sagen: So ist es nicht! Der Bund kann sich auch im Bereich von behinderten Menschen nicht seiner Verantwortung entziehen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Haidlmayr: Eine Ergänzung!
Problem, weil sie halbe Informationen in den Raum stellt. Es hat damit begonnen, dass sie meint, es gebe nur ein bundeseinheitliches Pflegegeldgesetz. Sehr geehrte Frau Kollegin, es gibt in den Ländern Pflegegeldgesetze! Das ist also eine halbe Information. (Abg. Haidlmayr: Eine Ergänzung!)
Abg. Haidlmayr: Gibt es nicht!
Die zweite halbe Information, die sich bei diesem Antrag mit der Persönlichen Assistenz beschäftigt, ist – und das ist interessant, da haben wir nämlich nicht die Information von Frau Kollegin Haidlmayr bekommen –, dass es ja bereits eine bundeseinheitliche persönliche Assistenz gibt (Abg. Haidlmayr: Gibt es nicht!), und zwar am Arbeitsplatz, sehr geehrte Frau Kollegin! (Abg. Haidlmayr: Ja – aber in anderen Bereichen?!) – Ach, jetzt höre ich sie „Ja“ sagen, aber vorher hat sie es vergessen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Haidlmayr.)
Abg. Haidlmayr: Ja – aber in anderen Bereichen?!
Die zweite halbe Information, die sich bei diesem Antrag mit der Persönlichen Assistenz beschäftigt, ist – und das ist interessant, da haben wir nämlich nicht die Information von Frau Kollegin Haidlmayr bekommen –, dass es ja bereits eine bundeseinheitliche persönliche Assistenz gibt (Abg. Haidlmayr: Gibt es nicht!), und zwar am Arbeitsplatz, sehr geehrte Frau Kollegin! (Abg. Haidlmayr: Ja – aber in anderen Bereichen?!) – Ach, jetzt höre ich sie „Ja“ sagen, aber vorher hat sie es vergessen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Haidlmayr.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Haidlmayr.
Die zweite halbe Information, die sich bei diesem Antrag mit der Persönlichen Assistenz beschäftigt, ist – und das ist interessant, da haben wir nämlich nicht die Information von Frau Kollegin Haidlmayr bekommen –, dass es ja bereits eine bundeseinheitliche persönliche Assistenz gibt (Abg. Haidlmayr: Gibt es nicht!), und zwar am Arbeitsplatz, sehr geehrte Frau Kollegin! (Abg. Haidlmayr: Ja – aber in anderen Bereichen?!) – Ach, jetzt höre ich sie „Ja“ sagen, aber vorher hat sie es vergessen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Haidlmayr.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Haidlmayr: Ja, die bestehen ja nicht nur aus Arbeit! Die haben auch Freizeit!
Die halben Informationen, sehr geehrte Frau Kollegin, will ich Ihnen gerne auffüllen, denn ich glaube, behinderte Menschen haben das Recht, ganze Informationen zu bekommen, ganze Unterstützung zu bekommen und nicht nur halbe Informationen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Haidlmayr: Ja, die bestehen ja nicht nur aus Arbeit! Die haben auch Freizeit!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Haidlmayr: Der Freizeitbereich ...!
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Meiner Meinung nach ist es wichtig, dass man die Aufgaben im eigenen Haus ordentlich erfüllt. Der Bund hat mit der Persönlichen Assistenz in der Berufswelt seine Aufgaben ordentlich erfüllt. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Haidlmayr: Der Freizeitbereich ...!)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Frau Kollegin Haidlmayr ist mit Sicherheit eine Dame, die sich sehr vehement für die Interessen der Behinderten einsetzt. Ich verstehe auch die Kritik, die von manchen Seiten manchmal kommt, weil sie in ihrem Engagement und in ihrer Begeisterung für die Sache manchmal zu sehr drastischen Maßnahmen greift, aber man muss ihr zugestehen, dass sie mit ihrem Einsatz für behinderte Menschen über viele Jahre hinweg auch sehr, sehr viel bewegt hat. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Allgemeiner Beifall.
Da ersuche ich den Herrn Minister, dass man eine praktikablere Lösung findet – es kommen nicht so viele behinderte Kinder zur Welt, leider immer weniger –, dass man hier wirklich individuelle Einstufungen findet, dass man individuelle Situationen vergleicht und auch nicht ein behindertes Kind mit einem gesunden Kind vergleicht, sondern von der Behinderung ausgeht, die ein Kind und auch ein Erwachsener hat. – Danke. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei BZÖ, ÖVP und SPÖ.
Ich denke, dass dieser Antrag schon Sinn macht, und wir werden dem Antrag unsere Zustimmung geben. (Beifall bei BZÖ, ÖVP und SPÖ.)
Abg. Haidlmayr: In dem Bereich nicht! Das ist so!
Aber wenn Sie sagen, geschätzte Frau Abgeordnete, dass der Bund seiner Verpflichtung im Rahmen der Arbeit für Menschen mit Behinderung nicht nachkommt, dann, meine ich, ist Ihnen der Mund übergegangen. (Abg. Haidlmayr: In dem Bereich nicht! Das ist so!)
Abg. Haidlmayr: Es geht nicht ..., es geht um den Freizeitbereich!
Wir haben im Bereich der Persönlichen Assistenz am Arbeitsplatz das Modell nicht nur quantitativ ausgebaut, sondern auch qualitativ verfeinert: für Krankenstandszeiten, für Absenzzeiten. Hier ist also eine große Weiterentwicklung, die auch notwendig ist, für die Menschen mit Behinderung im Gange. (Abg. Haidlmayr: Es geht nicht ..., es geht um den Freizeitbereich!)
Abg. Haidlmayr: Stimmt nicht!
Im Freizeitbereich ist es tatsächlich so – Frau Abgeordnete Lapp hat zu Recht darauf hingewiesen –, dass die Verantwortung im gesetzlichen Bereich hier bei den Ländern liegt. (Abg. Haidlmayr: Stimmt nicht!) – Ja selbstverständlich, bei den Landesbehindertengesetzen!
Abg. Haidlmayr: Genau!
Und natürlich könnte der Bund im Rahmen einer 15a-Vereinbarung, so wie er es beim Pflegegeld und bei der 24-Stunden-Betreuung gemacht hat (Abg. Haidlmayr: Genau!), hier eine Entwicklung für bundesweit einheitliche Lösungen einleiten. Sie wissen aber auch, geschätzte Frau Abgeordnete, wie lange das braucht, um den derartigen Boden bei den Ländern aufzubereiten. (Abg. Haidlmayr: Ja, das macht nichts! Da muss man halt einmal anfangen!) Sie wissen vielleicht noch nicht, aber wir tun es, dass das beste Beispiel für eine derartige Weiterentwicklung ist, im eigenen Zuständigkeitsbereich gute Benchmarks zu setzen. Und das tun wir im Bereich der Persönlichen Assistenz am Arbeitsplatz.
Abg. Haidlmayr: Ja, das macht nichts! Da muss man halt einmal anfangen!
Und natürlich könnte der Bund im Rahmen einer 15a-Vereinbarung, so wie er es beim Pflegegeld und bei der 24-Stunden-Betreuung gemacht hat (Abg. Haidlmayr: Genau!), hier eine Entwicklung für bundesweit einheitliche Lösungen einleiten. Sie wissen aber auch, geschätzte Frau Abgeordnete, wie lange das braucht, um den derartigen Boden bei den Ländern aufzubereiten. (Abg. Haidlmayr: Ja, das macht nichts! Da muss man halt einmal anfangen!) Sie wissen vielleicht noch nicht, aber wir tun es, dass das beste Beispiel für eine derartige Weiterentwicklung ist, im eigenen Zuständigkeitsbereich gute Benchmarks zu setzen. Und das tun wir im Bereich der Persönlichen Assistenz am Arbeitsplatz.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Und ich wäre sehr froh, wenn der große Konsens im Hohen Haus, wenn es um die Verbesserung der Rahmenbedingungen für behinderte Menschen geht, auch in dieser Frage gewahrt bleiben könnte. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
hat, dann sagen Sie ihn mir bitte –, dass man da ganz einfach nicht zustimmen kann, denn wir verraten nicht so wie Sie die Bürger. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Haidlmayr: Da hat man das dem Innenausschuss zugewiesen!
Ich kann Ihnen berichten, auch ich habe einmal eine Petition diesbezüglich eingebracht – da ist es um die Polizeipostenschließung in Innsbruck in der Reichenau gegangen –, mit sehr vielen Unterschriften. Es ist damals – das war noch zu Zeiten des Innenministers Strasser – sehr wohl gelungen, dass diese Polizeistation in Innsbruck nicht zugesperrt wurde, diese gibt es nach wie vor. Und eine weitere, da kann ich auch über einen Erfolg des Petitionsausschusses berichten, ... (Abg. Haidlmayr: Da hat man das dem Innenausschuss zugewiesen!) Da haben wir es nicht dem Innenausschuss zugewiesen – nachlesen, Frau Kollegin Haidlmayr! –, sondern auf Grund einer Stellungnahme ist dann dieser Posten, also damals noch das Polizeiwachzimmer, in der Reichenau nicht geschlossen worden.
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten von Grünen, FPÖ und BZÖ.
Ich jedenfalls bedanke mich bei allen für die wirklich gute Zusammenarbeit, beim Kollegen Freund, selbstverständlich auch bei der Kollegin Haidlmayr, bei den Kollegen von FPÖ und BZÖ, die immer wieder in unterschiedlicher Besetzung da waren. Herzlichen Dank für die gute Zusammenarbeit und weiterhin viel Erfolg im Interesse der Bürger und Bürgerinnen! (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten von Grünen, FPÖ und BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scheibner.
Meine Damen und Herren von den Regierungsfraktionen, so geht man mit Bürgeranliegen nicht um, vor allem dann nicht, wenn sie von mehr als einer Viertelmillion Menschen unterstützt werden! (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der FPÖ.
Wie Sie wissen, steht eine Volksabstimmung in Irland bevor, und die „Kronen Zeitung“ titelt schon jetzt: Mehrheit bereits gegen den EU-Verfassungsvertrag. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
dann würde die Freiheitliche Partei als Sicherheitspartei da sicher mitgehen. Aber das sprunghafte Ansteigen der Kriminalität, das Sie immer so bejammern, ist in erster Linie auf die organisierte Kriminalität zurückzuführen, die Sie ja durch Ihre Unsicherheitspolitik importiert haben. (Beifall bei der FPÖ.) Und jetzt stehen Sie da, meine Damen und Herren, wie der sprichwörtliche Zauberlehrling, der nicht weiß, wie es weitergeht. Sie stehen vor dem Scherbenhaufen Ihrer Sicherheitspolitik – eigentlich müsste man sagen: Unsicherheitspolitik – und wollen jetzt mit einem totalen Überwachungsstaat gegensteuern.
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren! Wir lehnen die totale Überwachung, nämlich die Mobilfunküberwachung für die gesamte Bevölkerung ohne richterliche Anordnung ab. Wenn Herr Platter da auf den Spuren des deutschen Innenministers wandelt, der offensichtlich den Rechtsstaat in der Bundesrepublik Deutschland aushebeln will, schwächen will, dann stehen wir als Freiheitliche für einen solchen Zweck nicht als Erfüllungsgehilfen zur Verfügung. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich danke hier namens der ÖVP-Fraktion der scheidenden Vorsitzenden Frau Mag. Gisela Wurm für die gute Zusammenarbeit und für ihren Einsatz. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Mag. Kogler: Ja eh!
„Man soll sie sich merken, denn genau das ist der politische Bodensatz, auf den das österreichische Parlament gebaut ist.“ – (Abg. Mag. Kogler: Ja eh!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Das ist Ihr Verständnis von Demokratie, Herr Abgeordneter Pilz, und ich glaube, das richtet sich von selbst! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Hoffentlich ist er gut vorbereitet!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine Damen und Herren! (Ruf bei der ÖVP: Hoffentlich ist er gut vorbereitet!) – Sie haben mich gut auf diese Debatte vorbereitet. Sie im Innenausschuss und Sie im Petitionsausschuss haben nichts ausgelassen, um mich gut auf diese Debatte vorzubereiten.
Beifall bei den Grünen.
Einige von Ihnen – ich gehe davon aus, die wenigsten in den Regierungsparteien –haben gewusst, dass die Stellungnahmen im Begutachtungsverfahren von der Justizministerin bis zu den Sozialpartnern negativ gewesen wären. Die einzigen positiven Stellungnahmen sind aus dem Kabinett des Innenministers gekommen, und über die Qualität der Kabinette der verschiedenen Innenminister können wir uns ja derzeit ein ganz gutes Bild machen. – So. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Donnerbauer: Sie sind nicht glaubwürdig, Herr Abgeordneter!
Im Wahlkreis rennen Sie ihnen mit Gusenbauer-Photos und Kugelschreibern nach. Im Parlament interessieren Sie sich nicht für diese Menschen. Im Parlament schmeißen Sie ihre Anliegen zum Altpapier. Im Parlament ist Ihnen das Anliegen dieser mehr als 24 000 Menschen nicht einmal eine ernsthafte Debatte wert. (Abg. Mag. Donnerbauer: Sie sind nicht glaubwürdig, Herr Abgeordneter!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.
Sie, meine Damen und Herren von ÖVP und SPÖ, haben dieses Vertrauen weitgehend verspielt. Doch Sie können das nicht nur auf die Bundesregierung schieben. Das Versagen der Bundesregierung ist außerordentlich. Aber was haben Sie diesem Versagen entgegengesetzt? Was hatten Sie zu bieten angesichts einer Regierung Gusenbauer/Molterer? Hat sich der Petitionsausschuss ernsthaft um diese Menschen gekümmert? Nein! Es hieß: Weg damit! Wir haben zwei Stunden Sitzungszeit! Und jede Minute darüber ist eine Geschäftsstörung im Lebensablauf einzelner Regierungsabgeordneter. Keine Zeit für die Menschen! Nichts da! Kein Interesse! Weg damit! Enderledigen! Entsorgen! (Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich weiß, dass es nicht an Ihnen liegt, wenn die ÖVP unter Wolfgang Schüssel jeden Versuch zur Stärkung des Parlaments, jeden Versuch für mehr Demokratie, jeden Versuch für mehr Kontrolle blockiert. Ich weiß schon, wo die Totalblockade politisch zu Hause ist. Aber Sie haben doch als Abgeordnete der SPÖ die Chance, zumindest die politische Kultur in den Ausschüssen zu verändern. Es muss doch möglich sein, im Innenausschuss Fragen, die auch Sie interessieren sollten, wie zum Beispiel: Soll der Überwachungsstaat in Österreich so ausgebaut werden, wie es sich Menschen vom politischen Schlag eines Wolfgang Schüssel und eines Günther Platter vorstellen, soll das Realität werden, oder kämpfen wir für eine offene Gesellschaft und für die Persönlichkeits- und Menschenrechte der Bürgerinnen und Bürger?, zu erörtern! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Anhaltende Zwischenrufe bei ÖVP und SPÖ.
Ich weiß, dass vieles, was in Zeitungen steht, nicht stimmt. Die Abgeordneten dieses Hauses, sofern sie Regierungsparteien angehören, sind nicht faul, sie sind außerordentlich fleißig – im Wahlkreis! Im Wahlkreis sind sie fleißig, wenn sie mit Kugelschreibern und Feuerzeugen in der Hand danach trachten, dass sie möglichst viel Kontakt zu Wählerinnen und Wähler haben. (Anhaltende Zwischenrufe bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Mag. Wurm: Zur Sache!
Das wäre Ihre Aufgabe, nämlich hier aufzustehen und zu sagen: Bei solchen Gesetzen stimmen wir nicht mit. (Abg. Mag. Wurm: Zur Sache!) Aber Sie haben heute schon wieder mitgestimmt und schon wieder die Interessen dieser Menschen nicht vertreten. Das nächste Mal, wenn Sie mit Kugelschreibern und Gusenbauer-Photos im Wahlkreis auftauchen, wundern Sie sich bitte nicht, wenn Ihnen die Leute keine Gusenbauer-Photos mehr abnehmen!
Abg. Königsberger-Ludwig: Über Ihre Wortwahl!
Wenn diese öffentliche Debatte den Nerv getroffen hat und wenn es jetzt endlich Aufregung über diese Zustände gibt (Abg. Königsberger-Ludwig: Über Ihre Wortwahl!), dann gestehe ich Ihnen ganz offen zu: Ich bin heilfroh, dass ich beigetragen habe, diesen höchstsensiblen Nerv zu treffen! – Danke schön. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Donnerbauer: Pilz soll sich den Gerichten stellen und nicht hinter der Immunität verstecken!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Donnerbauer: Pilz soll sich den Gerichten stellen und nicht hinter der Immunität verstecken!
Wenn diese öffentliche Debatte den Nerv getroffen hat und wenn es jetzt endlich Aufregung über diese Zustände gibt (Abg. Königsberger-Ludwig: Über Ihre Wortwahl!), dann gestehe ich Ihnen ganz offen zu: Ich bin heilfroh, dass ich beigetragen habe, diesen höchstsensiblen Nerv zu treffen! – Danke schön. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Donnerbauer: Pilz soll sich den Gerichten stellen und nicht hinter der Immunität verstecken!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich stelle richtig: Die Auskunftserteilung von IP-Daten an die Sicherheitsbehörden ist insgesamt nichts Neues. IP-Daten wurden bereits nach der alten Rechtslage den Sicherheitsbehörden, und zwar ohne Information des Rechtsschutzbeauftragten, von den Providern zur Verfügung gestellt. Eine Meldepflicht an den Rechtschutzbeauftragten war im Gegensatz zur jetzigen Rechtslage nicht vorgesehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Pilz: Das ist ja keine Beruhigung!
Abgeordneter Sigisbert Dolinschek (BZÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Kollege Pilz, ich kann Sie beruhigen: Auch unsere Petitionen landen im Papierkorb. (Abg. Dr. Pilz: Das ist ja keine Beruhigung!)
Beifall beim BZÖ.
Es ist halt so! Es ist schade, dass es so ist, denn eine Petition ist sozusagen das Instrumentarium des einzelnen Bürgers, sich selbst in die Gesetzgebung einzubringen. So, wie das zurzeit gehandhabt wird, ist es nicht in Ordnung, und daher glaube ich, dass es unbedingt einer Reform der Behandlung von Petitionen bedarf. Daran sollten wir alle arbeiten. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Königsberger-Ludwig: Da haben die Grünen ja mit uns gestimmt!
Und was die Petition über den Vertrag von Lissabon und den EU-Beitritt der Türkei betrifft, da muss ich eines sagen (Abg. Königsberger-Ludwig: Da haben die Grünen ja mit uns gestimmt!) – ja, so war es –: Ich hätte mir da schon eine Stellungnahme des Bundeskanzleramtes, des Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten und des Bundesministeriums für Finanzen gewünscht. Wieso hat man da so eine Eile? Man hat jetzt das Referendum vom Juni vorgezogen, um hier einer Stellungnahme des Landes Kärnten entgegenzuwirken, weil diese damit nicht mehr eingebracht werden konnte. Dort wollte man das Volk befragen: Soll die Kärntner Landesregierung eine positive oder eine negative Stellungnahme abgeben? – Aber nein, man ist darübergefahren, man hat die Beschlussfassung über den Vertrag vorgezogen.
Beifall beim BZÖ.
Und abschließend sage ich noch: Eine Reform der Handhabung der Petitionen ist unbedingt notwendig. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Und Sie, Frau Abgeordnete Grossmann, hätten mutig, ein bisschen mutig sein und das ganz einfach zu Ende führen sollen. Das hätte Ihre Glaubwürdigkeit erhöht und den Ärger der Bürger, die das unterschrieben haben, minimiert. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Broukal: Der telefoniert draußen! Ich kann ihn hereinholen!
Abgeordnete Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ): Frau Präsidentin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Leider ist Kollege Pilz jetzt nicht mehr im Saal. (Abg. Broukal: Der telefoniert draußen! Ich kann ihn hereinholen!) Ich wollte ihm ein paar Worte zu seiner Rede sagen und auch zu seinem Umgang mit den Kolleginnen und Kollegen im Petitionsausschuss, der mich doch sehr, sehr verwundert hat.
Abg. Dr. Pilz betritt soeben den Sitzungssaal.
Wenn Kollege Pilz davon spricht, dass er das Parlament stärken möchte, dann, denke ich, sind wir alle mit ihm einer Meinung und hätten das auch alle gerne. Und ich hoffe sehr, dass wir das alle gemeinsam auch schaffen werden, dass wir als Nationalratsabgeordnete auch verstärkt Selbstbewusstsein zeigen. (Abg. Dr. Pilz betritt soeben den Sitzungssaal.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Ruf bei der ÖVP in Richtung des Abg. Dr. Pilz: Entschuldigen Sie sich!
Ich glaube aber nicht, Herr Kollege Pilz – schön, dass Sie wieder da sind –, dass Sie die Stärkung des Parlaments dadurch erreichen können, dass Sie Kolleginnen und Kollegen, die wir ja trotz aller Meinungsunterschiede sind, anpatzen, nämlich mit Worten, die ich wirklich beschämend finde. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Ruf bei der ÖVP in Richtung des Abg. Dr. Pilz: Entschuldigen Sie sich!)
Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie der Abg. Ursula Haubner.
Sie sagen, Ausschussmitglieder des Petitionsausschusses seien jämmerlich, faul und charakterlos, und sie seien „der politische Bodensatz, auf den das österreichische Parlament gebaut ist“. – Ich finde das ungeheuerlich! Ich finde das wirklich niveaulos, Herr Kollege Pilz! Ich finde das beinahe menschenverachtend, und ich finde das eines Abgeordneten sehr, sehr unwürdig – ganz ehrlich. (Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie der Abg. Ursula Haubner.)
Abg. Dr. Pilz: Was sagen Sie den 24 000 Menschen?
Ich weise auch als neue Vorsitzende des Ausschusses diese Ihre Aussagen auf das Schärfste zurück, Herr Kollege Pilz (Abg. Dr. Pilz: Was sagen Sie den 24 000 Menschen?), und ich möchte Ihnen auch sagen, Herr Kollege (Abg. Dr. Pilz: Was sagen Sie denen?) – dazu komme ich schon noch –, dass ich einen derartigen Umgang in keinem meiner Lebensbereiche – und ich habe viele, so wie alle – in irgendeiner Art toleriere und dass auch in diesem Haus, glaube ich, wir alle gemeinsam einen solchen nicht tolerieren können. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Zanger.)
Abg. Dr. Pilz: Was sagen Sie denen?
Ich weise auch als neue Vorsitzende des Ausschusses diese Ihre Aussagen auf das Schärfste zurück, Herr Kollege Pilz (Abg. Dr. Pilz: Was sagen Sie den 24 000 Menschen?), und ich möchte Ihnen auch sagen, Herr Kollege (Abg. Dr. Pilz: Was sagen Sie denen?) – dazu komme ich schon noch –, dass ich einen derartigen Umgang in keinem meiner Lebensbereiche – und ich habe viele, so wie alle – in irgendeiner Art toleriere und dass auch in diesem Haus, glaube ich, wir alle gemeinsam einen solchen nicht tolerieren können. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Zanger.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Zanger.
Ich weise auch als neue Vorsitzende des Ausschusses diese Ihre Aussagen auf das Schärfste zurück, Herr Kollege Pilz (Abg. Dr. Pilz: Was sagen Sie den 24 000 Menschen?), und ich möchte Ihnen auch sagen, Herr Kollege (Abg. Dr. Pilz: Was sagen Sie denen?) – dazu komme ich schon noch –, dass ich einen derartigen Umgang in keinem meiner Lebensbereiche – und ich habe viele, so wie alle – in irgendeiner Art toleriere und dass auch in diesem Haus, glaube ich, wir alle gemeinsam einen solchen nicht tolerieren können. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Zanger.)
Ruf bei der ÖVP: Das kennen die Grünen nicht! Da weiß er nicht, was das ist!
Wahlkreisarbeit! (Ruf bei der ÖVP: Das kennen die Grünen nicht! Da weiß er nicht, was das ist!) Nicht, wie Sie sagen, Kugelschreiber oder Pickerl verteilen, sondern Wahlkreisarbeit ist, den Menschen zuzuhören, mit ihnen zu reden und ihre Interessen hier im Haus zu vertreten. Das ist auch Wahlkreisarbeit und das Vertreten der Interessen der Menschen! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Wahlkreisarbeit! (Ruf bei der ÖVP: Das kennen die Grünen nicht! Da weiß er nicht, was das ist!) Nicht, wie Sie sagen, Kugelschreiber oder Pickerl verteilen, sondern Wahlkreisarbeit ist, den Menschen zuzuhören, mit ihnen zu reden und ihre Interessen hier im Haus zu vertreten. Das ist auch Wahlkreisarbeit und das Vertreten der Interessen der Menschen! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Sburny: Es ist nicht diskutiert worden! Es war nicht im Ausschuss!
Betreffend die Petition zum Sicherheitspolizeigesetz, Herr Kollege Pilz: Wir haben unterschiedliche Auffassungen zum Inhalt des Gesetzes. Das Gesetz ist beschlossen worden, hier im Nationalrat. Das mag Ihnen nicht gefallen, das ist richtig. (Abg. Sburny: Es ist nicht diskutiert worden! Es war nicht im Ausschuss!) Mir hat vielleicht auch die Vorgehensweise nicht ganz gefallen, aber: Um diese Petition zu behandeln, dafür ist der Innenausschuss nicht der richtige Ort, Herr Kollege Pilz! (Abg. Dr. Pilz: Wo? Wo? Wo soll es behandelt werden?) Ich denke, da muss man andere Wege gehen.
Abg. Dr. Pilz: Wo? Wo? Wo soll es behandelt werden?
Betreffend die Petition zum Sicherheitspolizeigesetz, Herr Kollege Pilz: Wir haben unterschiedliche Auffassungen zum Inhalt des Gesetzes. Das Gesetz ist beschlossen worden, hier im Nationalrat. Das mag Ihnen nicht gefallen, das ist richtig. (Abg. Sburny: Es ist nicht diskutiert worden! Es war nicht im Ausschuss!) Mir hat vielleicht auch die Vorgehensweise nicht ganz gefallen, aber: Um diese Petition zu behandeln, dafür ist der Innenausschuss nicht der richtige Ort, Herr Kollege Pilz! (Abg. Dr. Pilz: Wo? Wo? Wo soll es behandelt werden?) Ich denke, da muss man andere Wege gehen.
Abg. Sburny: ... Sie das vertagen!
Und es steht Ihnen frei, das Parlament zu stärken, wie Sie gesagt haben, und es steht Ihnen wirklich frei, einen Selbständigen Antrag im Innenausschuss einzubringen, damit wir ihn dort noch einmal neu behandeln können. (Abg. Sburny: ... Sie das vertagen!) Und es wird eine Evaluierung des Sicherheitspolizeigesetzes geben, und ich kann Ihnen versprechen und kann auch den MitunterzeichnerInnen, -unterstützerInnen der Petition versprechen, dass wir seitens der SPÖ-Fraktion – und ich denke auch seitens der ÖVP-Fraktion – diese Kritikpunkte sehr ernst nehmen werden und ernsthaft über diese Punkte beraten werden (Abg. Dr. Pilz: Das hätten Sie können!), wenn die Evaluierung des Gesetzes ansteht. (Abg. Dr. Pilz: Das hätten Sie jetzt können! – Abg. Sburny: Dann machen Sie es jetzt!) Ich bin auch Mitglied des Innenausschusses, und wir werden das hundertprozentig machen!
Abg. Dr. Pilz: Das hätten Sie können!
Und es steht Ihnen frei, das Parlament zu stärken, wie Sie gesagt haben, und es steht Ihnen wirklich frei, einen Selbständigen Antrag im Innenausschuss einzubringen, damit wir ihn dort noch einmal neu behandeln können. (Abg. Sburny: ... Sie das vertagen!) Und es wird eine Evaluierung des Sicherheitspolizeigesetzes geben, und ich kann Ihnen versprechen und kann auch den MitunterzeichnerInnen, -unterstützerInnen der Petition versprechen, dass wir seitens der SPÖ-Fraktion – und ich denke auch seitens der ÖVP-Fraktion – diese Kritikpunkte sehr ernst nehmen werden und ernsthaft über diese Punkte beraten werden (Abg. Dr. Pilz: Das hätten Sie können!), wenn die Evaluierung des Gesetzes ansteht. (Abg. Dr. Pilz: Das hätten Sie jetzt können! – Abg. Sburny: Dann machen Sie es jetzt!) Ich bin auch Mitglied des Innenausschusses, und wir werden das hundertprozentig machen!
Abg. Dr. Pilz: Das hätten Sie jetzt können! – Abg. Sburny: Dann machen Sie es jetzt!
Und es steht Ihnen frei, das Parlament zu stärken, wie Sie gesagt haben, und es steht Ihnen wirklich frei, einen Selbständigen Antrag im Innenausschuss einzubringen, damit wir ihn dort noch einmal neu behandeln können. (Abg. Sburny: ... Sie das vertagen!) Und es wird eine Evaluierung des Sicherheitspolizeigesetzes geben, und ich kann Ihnen versprechen und kann auch den MitunterzeichnerInnen, -unterstützerInnen der Petition versprechen, dass wir seitens der SPÖ-Fraktion – und ich denke auch seitens der ÖVP-Fraktion – diese Kritikpunkte sehr ernst nehmen werden und ernsthaft über diese Punkte beraten werden (Abg. Dr. Pilz: Das hätten Sie können!), wenn die Evaluierung des Gesetzes ansteht. (Abg. Dr. Pilz: Das hätten Sie jetzt können! – Abg. Sburny: Dann machen Sie es jetzt!) Ich bin auch Mitglied des Innenausschusses, und wir werden das hundertprozentig machen!
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Das kann ich auch den Petenten versprechen, und das ist auch mein Versprechen als Ausschussvorsitzende: dass man natürlich über Veränderungen, über eine Stärkung des Ausschusses sprechen kann. Dazu lade ich alle Kolleginnen und Kollegen des Ausschusses herzlich ein, damit wir wirklich ganz massiv und ernsthaft die Interessen der Menschen hier in diesem Haus bestmöglich vertreten können. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Keck: Welcher Antrag?
Da muss ich Ihnen sagen, wir hätten in diesem Fall vielleicht einmal über unseren Schatten springen können und hätten sagen können: Wir sehen, dieser Antrag ist es wert, wir unterstützen diese Initiative und beschließen diesen Antrag gleich!, hätten ihn entsprechend dem Gesundheitsausschuss zuweisen und beschließen können. (Abg. Keck: Welcher Antrag?)
Abg. Keck: Welche Petition war das, Kollege?
Ich glaube, das wäre besser gewesen, als jetzt irgendwo an irgendeinen ... (Abg. Keck: Welche Petition war das, Kollege?) – Die Tierschutzpetition! Die Unterschriftenliste des Verbandes österreichischer Tierschutzvereine! – Lesen Sie sich die Tagesord-
Beifall des Abg. Mayerhofer.
Enttäuscht bin ich, Frau Abgeordnete Grossmann, dass Sie selbst Ihre eigene Petition zu Fall gebracht haben, weil Sie die Enderledigung für den heutigen Tag vorbereitet haben und sie damit nicht zugewiesen wurde. (Beifall des Abg. Mayerhofer.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich bin am 9. April noch auf der Besuchergalerie gesessen und habe Ihre Ideen zum Vertrag von Lissabon gehört. Damals haben Sie Ihre Unterstützung des Vertrags auch damit begründet, dass man ja dann mit der Unterstützung von einer Million Bürgern ein europaweites Volksbegehren unterbreiten können wird. Da frage ich Sie nur: Warum sollen die Eurokraten in Brüssel über Bürgerinitiativen anders entscheiden, als Sie heute über 250 000 Unterschriften entscheiden, nämlich indem Sie diese heute einfach zur Kenntnis nehmen wollen, und Punkt!? (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordnete Mag. Gertrude Aubauer (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Hohes Haus! Ich möchte der neuen Vorsitzenden des Petitionsausschusses, Kollegin Königsberger-Ludwig, ausdrücklich sehr danken, dass sie so klare Worte zur Arbeit im Ausschuss gefunden hat. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Unser Ziel ist es, so viele Bürger wie möglich zu ermuntern, sich einzubringen, sich an der Politik zu beteiligen. Und die Vergangenheit hat gezeigt, dass viele Anliegen von Petitionen und Bürgerinitiativen in diesem Arbeitsparlament berücksichtigt werden konnten. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir werden in dieser Sache weiter beobachten, wohin der Weg führt. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
So viel nur als Ergänzung. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Mit diesem Aufstehen und Gehen hat er die Anliegen von Hunderttausenden Menschen, deren Petitionen und Bürgerinitiativen wir in diesem Ausschuss noch behandelt haben, ignoriert. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Und der Kollege Pilz braucht hier in diesem Haus nicht zu sagen, wir ignorieren die Meinung von 24 000 Menschen, weil wir diese Petition nicht dem Innenausschuss zugewiesen haben. Ich kann nur sagen: Der Kollege Pilz hat die Meinung von Hunderttausenden Menschen ignoriert, weil er den Petitionsausschuss verlassen hat, als seine Meinung nicht durchgegangen ist. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Kollege Vock, das wird dann deine erste Amtshandlung als Tierschutzsprecher der F, dass du auch diese Initiative unterstützen kannst und wirst. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Ich sage es ihm schon!
Abgeordnete Dr. Andrea Eder-Gitschthaler (ÖVP): Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Es ist für mich eine Ehre und ein Anliegen, in diesem Ausschuss tätig zu sein. Ich fühle mich nicht als jämmerliches Ausschussmitglied, Kollege Pilz. Ich bin sehr froh, hier die Anliegen unserer Bürgerinnen und Bürger vertreten zu dürfen. Es gelten auch für Sie demokratische Spielregeln, Herr Kollege Pilz. Leider sind Sie jetzt wieder nicht mehr hier, um das zu hören. (Abg. Öllinger: Ich sage es ihm schon!)
Beifall bei der ÖVP.
Es ist uns hier die Einbeziehung der betroffenen Bürgerinnen und Bürger wichtig und deren umfassende Information. Wir haben erreicht, dass wir uns mit diesem Anliegen nun im Wirtschaftsausschuss beschäftigen, dass es im Wirtschaftsausschuss behandelt wird. Ich denke, damit hat sich gezeigt, wie wichtig es ist, Anliegen aufzugreifen und dass wir die Arbeit im Petitionsausschuss sehr ernst nehmen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordnete Mag. Elisabeth Grossmann (SPÖ): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Eine Vielzahl der eingebrachten Petitionen beschäftigt sich mit dem unmittelbaren Lebensraum der Menschen. Die schwarz-blau-orange Kahlschlagpolitik der vergangenen Jahre hat hier sehr viele Anlässe gegeben, tätig zu werden. Sehr viele Infrastruktureinrichtungen sind dieser Politik der vergangenen Jahre zum Opfer gefallen: Postämter, Regionalbahnen und unter anderem auch Polizeiposten. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Haimbuchner
Betroffen war ganz besonders der sonst viel gepriesene ländliche Raum, der durch diese Politik eben noch weiter ausgedünnt wurde (Zwischenruf des Abg. Dr. Haimbuchner), was auch Ihre Fraktion mitzuverantworten hatte. Da ist teilweise nach völlig unsachlichen Kriterien vorgegangen worden, gewissermaßen mit dem Lineal, wie etwa beim Polizeiposten in Bärnbach. Entgegen dem sonstigen Trend wachsen auf der einen Seite in dieser ehemaligen Bergbaustadt die Bevölkerungszahlen, weil eine umsichtige Kommunalpolitik gemacht wird. Auf der anderen Seite ereignen sich im Umkreis von einschlägigen Lokalen immer wieder Vandalismusakte, Raufereien und sonstige Übergriffe, die eben das Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung erschüttern.
Abg. Dr. Kurzmann: Das stimmt ja nicht!
Eine andere Petition mit einem völlig anderen Hintergrund ist jene des Herrn Klubobmann Strache betreffend Volksabstimmung zum EU-Reformvertrag. Das ist ein weiterer Versuch, mit Falschinformationen Ängste zu schüren und daraus politisches Kapital zu schlagen. Sämtliche Behauptungen in dieser Petition sind eingehend im Verfassungsausschuss und in vielen anderen Gremien von ExpertInnen verschiedenster Disziplinen erörtert worden (Abg. Dr. Kurzmann: Das stimmt ja nicht!) und irgendwann muss man das auch zur Kenntnis nehmen, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Eine andere Petition mit einem völlig anderen Hintergrund ist jene des Herrn Klubobmann Strache betreffend Volksabstimmung zum EU-Reformvertrag. Das ist ein weiterer Versuch, mit Falschinformationen Ängste zu schüren und daraus politisches Kapital zu schlagen. Sämtliche Behauptungen in dieser Petition sind eingehend im Verfassungsausschuss und in vielen anderen Gremien von ExpertInnen verschiedenster Disziplinen erörtert worden (Abg. Dr. Kurzmann: Das stimmt ja nicht!) und irgendwann muss man das auch zur Kenntnis nehmen, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Sehr geehrter Herr Kollege Pilz, was Sie als „Bodensatz“ sehen, das ist für mich das Fundament erfolgreicher Politik, eine demokratische Verpflichtung und eine Wertschätzung des Wählers. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Übrigens: „Bodensatz“ ist ja etwas durchaus Nachhaltiges und am Bodensatz erkennt man auch die Qualität des Kaffees. Herr Kollege Pilz, Behauptungen wie die Ihrigen – Sie sind zwar leider nicht da. Er ist nicht da. Das zeigt auch seine Wertschätzung und auch ein bisschen etwas von seiner Arroganz gegenüber den Kollegen und Mitgliedern des Hohen Hauses. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Auf jeden Fall: Mich inspirieren seine Wortmeldungen dazu, meinen und auch Ihren erfolgreichen Weg fortzusetzen. – Vielen Dank. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Haidlmayr: Ich bin immer da!
Es ist ungeheuerlich, wenn Frau Haidlmayr – sie ist leider auch nicht mehr da – uns unterstellt (Abg. Haidlmayr: Ich bin immer da!) – Entschuldigung –, dass gewisse Abgeordnete die Unterzeichner von Bürgerinitiativen als „Spinner“ deklarieren würden. – Das weise ich entschieden zurück. (Abg. Haidlmayr: Das mache nicht ich, das machen Sie!) Wir nehmen die Bürgerinitiativen und Petitionen sehr ernst. Wir behandeln sie ordnungsgemäß.
Abg. Haidlmayr: Das mache nicht ich, das machen Sie!
Es ist ungeheuerlich, wenn Frau Haidlmayr – sie ist leider auch nicht mehr da – uns unterstellt (Abg. Haidlmayr: Ich bin immer da!) – Entschuldigung –, dass gewisse Abgeordnete die Unterzeichner von Bürgerinitiativen als „Spinner“ deklarieren würden. – Das weise ich entschieden zurück. (Abg. Haidlmayr: Das mache nicht ich, das machen Sie!) Wir nehmen die Bürgerinitiativen und Petitionen sehr ernst. Wir behandeln sie ordnungsgemäß.
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Und noch zum Herrn Pilz – jetzt wieder in Abwesenheit –: Wo waren Sie denn heute in der Früh, Sie als selbsternannter Oberhackler des Parlaments? Sie spielen sich als Saubermann auf, indem Sie andere, nämlich Ihre Kolleginnen und Kollegen schlechtmachen. Haben Sie vorher nachsitzen müssen? Wir hätten auf Ihr Nachsitzen eigentlich verzichten können. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Hier geht es darum, wie gesagt, die breite Meinung zu erfassen. Ich mache das sehr gerne, viele meiner Kollegen machen das sehr gerne. Und ich denke, wir setzen das, auch wenn es um Bürgerinitiativen geht, sehr ernst um. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
uns nicht gefallen. Jeder hat seine eigene Meinung und jeder stimmt danach ab. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Und schlussendlich mangelt es oft auch hier im Hohen Haus an der nötigen Sensibilität und auch Kontrolle in Bezug auf Gewalt in der Sprache. Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner erwarten sich daher mehr Sensibilität vonseiten des Gesetzgebers zu diesem Thema und sie erwarten sich auch deutliche Verbesserungen in diesem Bereich. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dipl.-Ing. Klement stellt eine Tafel vor sich auf das Rednerpult, auf der eine Familie, bestehend aus Vater, Mutter und Kind, abgebildet ist und in blauer Schrift zu lesen steht: „Wer schützt Österreich vor Bures?“ – Abg. Mag. Wurm: Wer schützt Österreich vor Klement? – Das ist die Frage!
Als erster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Klement mit einer Redezeitbegrenzung von 3 Minuten. – Bitte. (Abg. Dipl.-Ing. Klement stellt eine Tafel vor sich auf das Rednerpult, auf der eine Familie, bestehend aus Vater, Mutter und Kind, abgebildet ist und in blauer Schrift zu lesen steht: „Wer schützt Österreich vor Bures?“ – Abg. Mag. Wurm: Wer schützt Österreich vor Klement? – Das ist die Frage!)
Abg. Öllinger: Wie bitte?
Abgeordneter Dipl.-Ing. Karlheinz Klement, MAS (FPÖ): Frau Präsidentin! Frau Minister! Frau Staatssekretärin! Werte Kollegen! Schönen guten Abend! Ich gehe nicht auf die Passagen dieses trockenen und öden Gesetzes ein. Ich möchte auf die Hintergedanken eingehen, die wesentlicher und entscheidend sind. Ich halte fest, dass es sich bei diesen gesamten Materien nur um Umerziehungsprojekte handelt, die Sie vornehmen wollen – gefördert durch die EU, auch gefördert durch das Ministerium. (Abg. Öllinger: Wie bitte?)
Abg. Mag. Wurm: Man versteht Sie so schlecht!
Es ist wirklich unglaublich, was da drinnen zu lesen ist. Wenn ich daran denke, dass wir den Bericht „Gender Mainstreaming und geschlechtssensible Ansätze in der außerschulischen Jugendarbeit“ vorgelegt bekommen haben (der Redner hält ein Exemplar dieses Berichts in die Höhe), dann muss ich sagen: Hier wird Geld verschleudert. (Abg. Mag. Wurm: Man versteht Sie so schlecht!) Dieser Bericht kostet sage und schreibe 140 000 € – Geld, das woanders wirklich dringender notwendig ist und das wir dringender brauchen würden! (Abg. Dr. Haimbuchner: Skandal!) Und er zeigt, dass wir hier einen Gender-Wahn und eine rein feministisch geführte Gender-Diskussion erleben. Sie sind auf dem männlichen Auge völlig blind. (Abg. Mag. Wurm: Ich habe kein männliches Auge!) Sie sehen nur mehr Ihre feministischen Flecken. Und das ist gefährlich. (Abg. Mag. Wurm: Fürchten Sie sich nicht!)
Abg. Dr. Haimbuchner: Skandal!
Es ist wirklich unglaublich, was da drinnen zu lesen ist. Wenn ich daran denke, dass wir den Bericht „Gender Mainstreaming und geschlechtssensible Ansätze in der außerschulischen Jugendarbeit“ vorgelegt bekommen haben (der Redner hält ein Exemplar dieses Berichts in die Höhe), dann muss ich sagen: Hier wird Geld verschleudert. (Abg. Mag. Wurm: Man versteht Sie so schlecht!) Dieser Bericht kostet sage und schreibe 140 000 € – Geld, das woanders wirklich dringender notwendig ist und das wir dringender brauchen würden! (Abg. Dr. Haimbuchner: Skandal!) Und er zeigt, dass wir hier einen Gender-Wahn und eine rein feministisch geführte Gender-Diskussion erleben. Sie sind auf dem männlichen Auge völlig blind. (Abg. Mag. Wurm: Ich habe kein männliches Auge!) Sie sehen nur mehr Ihre feministischen Flecken. Und das ist gefährlich. (Abg. Mag. Wurm: Fürchten Sie sich nicht!)
Abg. Mag. Wurm: Ich habe kein männliches Auge!
Es ist wirklich unglaublich, was da drinnen zu lesen ist. Wenn ich daran denke, dass wir den Bericht „Gender Mainstreaming und geschlechtssensible Ansätze in der außerschulischen Jugendarbeit“ vorgelegt bekommen haben (der Redner hält ein Exemplar dieses Berichts in die Höhe), dann muss ich sagen: Hier wird Geld verschleudert. (Abg. Mag. Wurm: Man versteht Sie so schlecht!) Dieser Bericht kostet sage und schreibe 140 000 € – Geld, das woanders wirklich dringender notwendig ist und das wir dringender brauchen würden! (Abg. Dr. Haimbuchner: Skandal!) Und er zeigt, dass wir hier einen Gender-Wahn und eine rein feministisch geführte Gender-Diskussion erleben. Sie sind auf dem männlichen Auge völlig blind. (Abg. Mag. Wurm: Ich habe kein männliches Auge!) Sie sehen nur mehr Ihre feministischen Flecken. Und das ist gefährlich. (Abg. Mag. Wurm: Fürchten Sie sich nicht!)
Abg. Mag. Wurm: Fürchten Sie sich nicht!
Es ist wirklich unglaublich, was da drinnen zu lesen ist. Wenn ich daran denke, dass wir den Bericht „Gender Mainstreaming und geschlechtssensible Ansätze in der außerschulischen Jugendarbeit“ vorgelegt bekommen haben (der Redner hält ein Exemplar dieses Berichts in die Höhe), dann muss ich sagen: Hier wird Geld verschleudert. (Abg. Mag. Wurm: Man versteht Sie so schlecht!) Dieser Bericht kostet sage und schreibe 140 000 € – Geld, das woanders wirklich dringender notwendig ist und das wir dringender brauchen würden! (Abg. Dr. Haimbuchner: Skandal!) Und er zeigt, dass wir hier einen Gender-Wahn und eine rein feministisch geführte Gender-Diskussion erleben. Sie sind auf dem männlichen Auge völlig blind. (Abg. Mag. Wurm: Ich habe kein männliches Auge!) Sie sehen nur mehr Ihre feministischen Flecken. Und das ist gefährlich. (Abg. Mag. Wurm: Fürchten Sie sich nicht!)
Beifall bei der FPÖ.
Das ist sehr gefährlich: Sie wollen eine Besserstellung der Frauen, aber Sie vergessen, dass Sie mit Ihrer total überzogenen Politik eine Schlechterstellung der Männer erreichen. Wir werden ja sehen, was dabei herauskommen wird. (Beifall bei der FPÖ.) Mit uns jedenfalls machen Sie dieses Spiel nicht! Das ist klar. (Abg. Öllinger: Ihnen würde Gender-Arbeit nicht schaden!)
Abg. Öllinger: Ihnen würde Gender-Arbeit nicht schaden!
Das ist sehr gefährlich: Sie wollen eine Besserstellung der Frauen, aber Sie vergessen, dass Sie mit Ihrer total überzogenen Politik eine Schlechterstellung der Männer erreichen. Wir werden ja sehen, was dabei herauskommen wird. (Beifall bei der FPÖ.) Mit uns jedenfalls machen Sie dieses Spiel nicht! Das ist klar. (Abg. Öllinger: Ihnen würde Gender-Arbeit nicht schaden!)
Abg. Öllinger: Was haben Sie für ein verkorkstes Frauenbild?
Wenn wir nun erleben, Frau Minister Bures, dass wir monatelang durch Ihre Plakate – „Verliebt. Verlobt. Verprügelt.“ – in Österreich gequält werden, dann sehen wir schon, welche Grundeinstellung Sie verfolgen. Und wir müssen erleben, dass hier leider Gottes eine völlig menschenverachtende Politik zum Tragen kommt, eine Einstellung von einem völlig verkorksten Männerbild. (Abg. Öllinger: Was haben Sie für ein verkorkstes Frauenbild?) Ihre Plakate, Frau Minister, sind eine Schande für Österreich! Sie sollten sich eigentlich bei den Männern und bei der Gesellschaft hier in Österreich entschuldigen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn wir nun erleben, Frau Minister Bures, dass wir monatelang durch Ihre Plakate – „Verliebt. Verlobt. Verprügelt.“ – in Österreich gequält werden, dann sehen wir schon, welche Grundeinstellung Sie verfolgen. Und wir müssen erleben, dass hier leider Gottes eine völlig menschenverachtende Politik zum Tragen kommt, eine Einstellung von einem völlig verkorksten Männerbild. (Abg. Öllinger: Was haben Sie für ein verkorkstes Frauenbild?) Ihre Plakate, Frau Minister, sind eine Schande für Österreich! Sie sollten sich eigentlich bei den Männern und bei der Gesellschaft hier in Österreich entschuldigen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Frau Kallat, das zeigt auch, wie weit Sie schon sind. Bei Ihrer Einstellung muss man sich wirklich an den Kopf greifen und fragen: Wo ist denn die ÖVP gelandet? – Das ist eine Peinlichkeit für dieses Land! (Beifall bei der FPÖ.) Das ist eine Diskriminierung der Männer. Das lassen wir nicht zu – ganz klar. Da können Sie mit uns nicht rechnen.
Demonstrativer Beifall der Abg. Mag. Muttonen.
Jetzt kommt ein wichtiger Punkt, ein sehr lustiger Punkt: das Gebot zur sprachlichen Gleichbehandlung. Sie wollen bis Herbst einen Leitfaden erstellen, um eine diskriminierungsfreie Sprache zu haben. Unglaublich! (Demonstrativer Beifall der Abg. Mag. Muttonen.)
Abg. Mag. Wurm: Das ist im Bundes-Gleichbehandlungsgesetz!
Wie viel kostet dieser Unsinn den Steuerzahler wieder? Vor allem: Was soll er bringen? Gibt es bald wieder eine Rechtschreibreform, wo wir alles „vergendern“, wo eine Pflicht eingeführt wird, einen Gender-Wahn in die Sprache zu bringen? (Abg. Mag. Wurm: Das ist im Bundes-Gleichbehandlungsgesetz!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Haimbuchner: Eine Gender-Kommissarin!
Gibt es eine neue Gender-Sprache? Vielleicht wird das Binnen-I verpflichtend werden, vielleicht bekommen Schüler dann einen Gender-Watch-Lehrer, der beauftragt wird, zu schauen, ob die Schüler in der Schule ja richtig gendern. Das ist vielleicht der nächste Punkt, das heißt, eine Gender-Watchlist, die dann auch Lehrer verpflichtet, Genderung vorzunehmen. Vielleicht gibt es dann Sittenwächter und Gender-Tugendwächter. Was Ihnen noch alles einfallen wird – wir sind gespannt darauf. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Haimbuchner: Eine Gender-Kommissarin!)
Abg. Mag. Muttonen: Man merkt, dass Sie kein Sprachwissenschafter sind!
Folgendes wird auch interessant werden: Wie werden Sie mit anderen Sprachen vorgehen? Was machen Sie im Englischen? Das Englische ist nicht dazu geeignet, Ihrem Gender-Wahn aufzusitzen. Im Englischen geht das einfach nicht. Und was machen Sie im Finnischen? (Abg. Mag. Muttonen: Man merkt, dass Sie kein Sprachwissenschafter sind!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Muttonen: Das ist so was von Blödsinn!
Im Finnischen, Frau Kollegin Muttonen, gibt es überhaupt keine Geschlechter. Wird dann die EU hergehen und vielleicht eine neue Sprache schaffen? – Kein Esperanto, sondern ein „Genderanto“, das allen europäischen Völkern zwangsverordnet wird. Ich bin schon gespannt, zu welchen Blödsinnigkeiten Sie sich noch hinreißen lassen. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Muttonen: Das ist so was von Blödsinn!) Das Gesetz zur Gleichbehandlungskommission und Gleichbehandlungsanwaltschaft hat ja noch einige lustige Punkte drinnen. Warum darf etwa ein Gleichbehandlungsanwalt in der Arbeitswelt nur weiblich sein? – Erklären Sie mir das, bitte. Das heißt, einer sexuell belästigten Frau mutet man keinen Gleichbehandlungsanwalt zu, aber ein sexuell belästigter Mann müsste auch mit einer Gleichbehandlungsanwältin auskommen. Ob das jetzt diskriminierend oder nicht diskriminierend ist – ich bin sehr gespannt, wie Sie das dann in Ihren Antworten beurteilen werden.
Abg. Rauch-Kallat: Das war aber bei Ihnen nicht ...!
Es geht aber noch weiter. Wir wissen – und das ist ein wirklich großes Problem –, dass wir eine Feminisierung der Schulen und Kindergärten erleben und dass das längst eine Ursache für eine Bildungsdiskriminierung der Knaben ist. Das ist eine Bildungsdiskriminierung, durch die männliche Schüler und Kindergärtner benachteiligt werden. Das führt oft dazu, dass, völlig unabhängig von der tatsächlich erbrachten Leistung in der Schule, Mädchen bessere Noten bekommen – wegen des Geschlechts! (Abg. Rauch-Kallat: Das war aber bei Ihnen nicht ...!)
Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.
Präsidentin Dr. Eva Glawischnig-Piesczek: Herr Kollege! Sie haben jetzt drei Mal den Begriff „Gender-Wahn“ und „‑Wahnsinn“ verwendet. Ich bitte Sie, diesen Ausdruck zurückzunehmen, oder ich erteile Ihnen einen Ordnungsruf. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.)
Abg. Öllinger: Ja, Sie sind ...!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Karlheinz Klement, MAS (fortsetzend): Ich nehme diesen Ordnungsruf gerne zur Kenntnis. Ich nehme ihn als kleinen Orden mit, wenn ich hier das Rednerpult verlasse. (Abg. Öllinger: Ja, Sie sind ...!)
Ruf des Abg. Dr. Graf in Richtung ÖVP.
Zur Arbeit und zur Einkommensgerechtigkeit: Sie wollen uns einreden, dass wir die Frauenförderung brauchen, um Gerechtigkeit in der Arbeitswelt und im Einkommen zu erreichen. Genau das Gegenteil erreichen Sie damit, wenn Sie Frauen mit aller Gewalt in technische Berufe hineindrängen! Das führt nämlich dazu, dass die sogenannte billige Arbeitskraft Frau von der Wirtschaft missbraucht wird, somit einen Gesamtdruck auf alle ausübt und somit auch die Männer und alle Familien weniger Einkommen haben. Das kann auch nicht der Sinn dieser überzogenen Forderung sein. (Ruf des Abg. Dr. Graf in Richtung ÖVP.)
Abg. Dr. Graf: Frau Präsidentin! Zur Geschäftsordnung!
Präsidentin Dr. Eva Glawischnig-Piesczek: Ich erteile Ihnen noch einmal einen Ordnungsruf! (Abg. Dr. Graf: Frau Präsidentin! Zur Geschäftsordnung!)
Abg. Dr. Brinek: Hat er noch Redezeit? – Abg. Dr. Graf: 45 Minuten!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Karlheinz Klement, MAS (fortsetzend): Ich lasse mich nicht unterbrechen, Frau Präsidentin, und komme zu einem weiteren Punkt, der auch interessant sein wird. (Abg. Dr. Brinek: Hat er noch Redezeit? – Abg. Dr. Graf: 45 Minuten!)
Abg. Lutz Weinzinger: Aus Ihrer Sicht! – Weitere heftige Zwischenrufe bei der FPÖ.
Präsidentin Dr. Eva Glawischnig-Piesczek: Herr Kollege! Ich bitte Sie wirklich eindringlich, zur Kenntnis zu nehmen, dass es gewisse Begriffe gibt, die die Würde und den Anstand dieses Hauses verletzen. Der Vergleich von Wahnsinn mit Gender-Politik fällt aus meiner Sicht als hier amtsführende Präsidentin genau in diese Kategorie. (Abg. Lutz Weinzinger: Aus Ihrer Sicht! – Weitere heftige Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei SPÖ und Grünen sowie der Abg. Dr. Brinek. – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Es ist mein Recht und meine Pflicht, Sie hiermit zum dritten Mal mit einem Ordnungsruf zu bedenken! – Fahren Sie fort. (Beifall bei SPÖ und Grünen sowie der Abg. Dr. Brinek. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Öllinger: Was war der Gedanke bei dieser Rede?
Abgeordneter Dipl.-Ing. Karlheinz Klement, MAS (fortsetzend): Ich nehme es zur Kenntnis, Frau Präsidentin. Trotzdem, sage ich Ihnen, werden wir uns dieser versuchten Einmischung auch in meine Rede nicht beugen. Ich werde trotzdem den Gedanken zu Ende bringen, auch wenn Sie mich drei Mal unterbrechen. (Abg. Öllinger: Was war der Gedanke bei dieser Rede?)
Abg. Öllinger: Eine Ansammlung von blinden Vorurteilen!
Ich bin gespannt, wann das auch ein anderer Präsident einmal bei Ihrer Fraktion tun wird. Ich bin sehr gespannt darauf. (Abg. Öllinger: Eine Ansammlung von blinden Vorurteilen!)
Der Redner überreicht Bundesministerin Bures eine Sammlung von Schriftstücken.
Faktum ist: Wenn Sie, Frau Bures, wirklich etwas tun wollen, dann nehmen Sie sich tatsächlich der diskriminierten Frauen an. Dafür gibt es einige Beispiele. Ich denke nur daran, was vor Kurzem in einigen Großhandelsketten passiert ist. Da sind Frauen durch kleine Löcher in den Decken beobachtet worden, bis hinein in die Privatsphäre, in die Intimsphäre. Das wäre eine Aufgabe, dieser Bespitzelung von Frauen entgegenzuwirken! Da könnten Sie sich große Verdienste erwerben. Ich gebe Ihnen diese Auszüge mit, da können Sie nachlesen, wo wirklich Bedarf wäre, um den Frauen zu helfen. (Der Redner überreicht Bundesministerin Bures eine Sammlung von Schriftstücken.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Stadlbauer: Was ist das Verbindende ...? – Weitere Zwischenrufe.
So wird auf jeden Fall eine geschlechterneutrale, geschlechterfreundliche und geschlechtergerechte Politik nicht gemacht werden. Ich fordere Sie auf: Kehren Sie um! Hören Sie damit auf, diese Politik der Spaltung zu machen, und versuchen Sie, wirklich das Verbindende in den Vordergrund zu stellen. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Stadlbauer: Was ist das Verbindende ...? – Weitere Zwischenrufe.)
Heiterkeit bei der SPÖ.
Abgeordneter Mag. Dr. Martin Graf (FPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Uns ist zwar ganz bewusst, dass es in der Hand des jeweiligen Präsidenten oder der jeweiligen Präsidentin liegt, Ordnungsrufe zu erteilen – und zwar gemäß § 102 –, und es ist ausschließlich die Sache der leitenden Präsidentin, zu beurteilen, wann sie vermeint, dass die Würde des Hauses verletzt ist, um Ordnungsrufe zu erteilen; es darf aber nicht so weit gehen, dass es Willkür ist. (Heiterkeit bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ
Wenn das nächste Mal in diesem Hohen Haus jemand über den Rinderwahn oder Rinderwahnsinn spricht oder über einen politischen Wahn oder politischen Wahnsinn (Zwischenrufe bei der SPÖ), politischen Wahn oder politischen Wahnsinn (Beifall bei der FPÖ), dann ist das eine politische Wertung, und die muss zulässig sein. (Abg. Binder-Maier: Sie vergleichen Ihre eigene Frau und Ihre eigenen Töchter damit?)
Beifall bei der FPÖ
Wenn das nächste Mal in diesem Hohen Haus jemand über den Rinderwahn oder Rinderwahnsinn spricht oder über einen politischen Wahn oder politischen Wahnsinn (Zwischenrufe bei der SPÖ), politischen Wahn oder politischen Wahnsinn (Beifall bei der FPÖ), dann ist das eine politische Wertung, und die muss zulässig sein. (Abg. Binder-Maier: Sie vergleichen Ihre eigene Frau und Ihre eigenen Töchter damit?)
Abg. Binder-Maier: Sie vergleichen Ihre eigene Frau und Ihre eigenen Töchter damit?
Wenn das nächste Mal in diesem Hohen Haus jemand über den Rinderwahn oder Rinderwahnsinn spricht oder über einen politischen Wahn oder politischen Wahnsinn (Zwischenrufe bei der SPÖ), politischen Wahn oder politischen Wahnsinn (Beifall bei der FPÖ), dann ist das eine politische Wertung, und die muss zulässig sein. (Abg. Binder-Maier: Sie vergleichen Ihre eigene Frau und Ihre eigenen Töchter damit?)
Abg. Binder-Maier: Sie vergleichen das mit ihnen!
Ich ersuche daher im Sinne der Geschäftsordnung, sich in der nächsten Präsidiale dieses Themas anzunehmen (Abg. Binder-Maier: Sie vergleichen das mit ihnen!) und eine Beurteilung zu finden (Abg. Binder-Maier: Ihre eigenen Töchter!), ob das, was Herr Kollege Klement gesagt hat, und Sinngemäßes künftighin mit Ordnungsruf geahndet werden soll oder nicht. (Abg. Binder-Maier: Sie vergleichen Ihre eigene Frau und Ihre eigenen Töchter mit Rinderwahn!) Ich bitte daher, das bei der nächsten Präsidiale zu behandeln.
Abg. Binder-Maier: Ihre eigenen Töchter!
Ich ersuche daher im Sinne der Geschäftsordnung, sich in der nächsten Präsidiale dieses Themas anzunehmen (Abg. Binder-Maier: Sie vergleichen das mit ihnen!) und eine Beurteilung zu finden (Abg. Binder-Maier: Ihre eigenen Töchter!), ob das, was Herr Kollege Klement gesagt hat, und Sinngemäßes künftighin mit Ordnungsruf geahndet werden soll oder nicht. (Abg. Binder-Maier: Sie vergleichen Ihre eigene Frau und Ihre eigenen Töchter mit Rinderwahn!) Ich bitte daher, das bei der nächsten Präsidiale zu behandeln.
Abg. Binder-Maier: Sie vergleichen Ihre eigene Frau und Ihre eigenen Töchter mit Rinderwahn!
Ich ersuche daher im Sinne der Geschäftsordnung, sich in der nächsten Präsidiale dieses Themas anzunehmen (Abg. Binder-Maier: Sie vergleichen das mit ihnen!) und eine Beurteilung zu finden (Abg. Binder-Maier: Ihre eigenen Töchter!), ob das, was Herr Kollege Klement gesagt hat, und Sinngemäßes künftighin mit Ordnungsruf geahndet werden soll oder nicht. (Abg. Binder-Maier: Sie vergleichen Ihre eigene Frau und Ihre eigenen Töchter mit Rinderwahn!) Ich bitte daher, das bei der nächsten Präsidiale zu behandeln.
Abg. Binder-Maier: Ihre eigenen Töchter! Ihre eigene Frau!
In diesem Punkt sage ich nur eines: Ich habe überhaupt nichts Bösartiges gesagt, sondern ich bitte nur (Abg. Binder-Maier: Ihre eigenen Töchter! Ihre eigene Frau!), dass man sich in der nächsten Präsidiale darüber unterhält, ob diese Begriffe in den Katalog aufgenommen werden oder nicht, und diesbezüglich eine Meinungsfindung stattfinden lässt. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Stadlbauer: Unglaublich!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Stadlbauer: Unglaublich!
In diesem Punkt sage ich nur eines: Ich habe überhaupt nichts Bösartiges gesagt, sondern ich bitte nur (Abg. Binder-Maier: Ihre eigenen Töchter! Ihre eigene Frau!), dass man sich in der nächsten Präsidiale darüber unterhält, ob diese Begriffe in den Katalog aufgenommen werden oder nicht, und diesbezüglich eine Meinungsfindung stattfinden lässt. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Stadlbauer: Unglaublich!)
Beifall bei Grünen und SPÖ sowie der Abg. Rauch-Kallat
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Frau Präsidentin! Ich kann die Anregung, dass in der Präsidiale darüber gesprochen werden soll, nur akzeptieren, und zwar aus dem einen Grund: weil ich es für ziemlich unerträglich halte, was Kollege Klement jenseits der Ordnungsrufe in seiner Rede von sich gegeben hat (Beifall bei Grünen und SPÖ sowie der Abg. Rauch-Kallat) – und ich finde es wirklich vom Nationalrat und von den Kolleginnen, in erster Linie von den Kolleginnen, für höchst anständig, dass sie nicht mehr Zwischenrufe gemacht haben –, weil diese Rede an die Grenzen dessen geht, was hier erträglich ist.
Abg. Dr. Graf: Ich habe das Wort „Gender-Wahnsinn“ nie in den Mund genommen! Schauen Sie im Protokoll nach!
Eine bewusste Provokation, dass Sie, Herr Kollege Graf, das in Ihren Ausführungen zur Geschäftsordnung wiederholt und auf eine neue Stufe gestellt haben – oder gestellt wissen wollten – durch den Vergleich zwischen Rinderwahnsinn und „Gender-Wahnsinn“ ... (Abg. Dr. Graf: Ich habe das Wort „Gender-Wahnsinn“ nie in den Mund genommen! Schauen Sie im Protokoll nach!)
Beifall bei Grünen und SPÖ. – Abg. Dr. Fichtenbauer: Noch einmal zur Geschäftsordnung!
Sie haben den Vergleich herbeigeholt. Allein das, Herr Kollege Graf, zeigt, dass Sie ganz bewusst provozieren wollen, wie offensichtlich auch Kollege Klement. Das halte ich in diesem Kontext für entbehrlich. (Beifall bei Grünen und SPÖ. – Abg. Dr. Fichtenbauer: Noch einmal zur Geschäftsordnung!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Hornek: Der faule Pilz!
Ich würde aber schon auch bitten, dass solche Verhaltensweisen wie jene des Kollegen Pilz, der heute ja mehrmals erwähnt wurde, ebenfalls in der Präsidiale diskutiert werden. Er ist schon wieder nicht da, schüttet ständig Abgeordnete an. Ich würde bitten, beides zu diskutieren: Wie kann man Extremverhalten von Abgeordneten, wie kann man die in den Griff bekommen? (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Hornek: Der faule Pilz!)
Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.
Das Zweite ist: Abgeordneter Klement ist mit seinen frauenfeindlichen Initiativen und Aktivitäten schon mehrfach aufgefallen und hat dem heute eine neue Provokation hinzugefügt. Das ist absolut nicht zu akzeptieren und dieses Hauses nicht würdig. Daher wird das in der nächsten Präsidiale ernsthaft zu besprechen sein. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Peter Fichtenbauer (FPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Aus der Tatsache, dass Gender politisch nicht in der Übereinstimmungswelt des Kollegen Klement liegt, ist keine Frauenfeindlichkeit abzuleiten. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Öllinger: Deswegen nicht!
Zweitens wende ich mich mit Entschiedenheit dagegen, dass Kollege Graf vonseiten der grünen Partei deswegen, weil er den Sachverhalt des Ordnungsrufes zum Gegenstand einer Präsidialbesprechung machen möchte, als Provokateur bezeichnet wird. Das ist völlig ungehörig! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Öllinger: Deswegen nicht!)
Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen. – Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.
Abgeordnete Mag. Gisela Wurm (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Ministerin! Sehr geehrte Frau Staatssekretärin! Was uns hier Herr Abgeordneter Klement geboten hat, das schlägt wahrlich an Frauenfeindlichkeit dem Fass den Boden aus! Es ist ja nicht das erste Mal, dass er die Frauen verunglimpft. Ich erinnere mich noch an eine weitere Entgleisung, die Sie vielleicht schon verdrängt haben. Da hat er einmal gesagt: Die Gebärmutter ist der gefährlichste Ort, an dem sich ein Kind befinden kann, und, und, und. Wie weit geht denn das noch? Was sollen wir uns hier noch alles anhören von Herrn Klement? (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen. – Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.
Er ist in der letzten Zeit auch im Gleichstellungsausschuss, den wir vor zirka zehn Tagen hier im Haus abgehalten haben, durch besonders unseriöse, noch einmal: frauenfeindliche Meldungen aufgefallen. Das ist weder des Ausschusses noch des Hauses würdig. Herr Klement wird sich hier zusammenreißen müssen! (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.)
Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.
Würde der Hälfte der Menschheit – und sehr viele Männer sind ja auch nicht dieser Auffassung – wirklich nicht zuzumuten! (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.)
Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen. – Abg. Lutz Weinzinger: Jawohl, dagegen sollten Sie etwas tun! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Wissen Sie, was in Wirklichkeit eine der größten Ungerechtigkeiten ist? – Dass es nach wie vor bei gleicher Leistung oft bis zu 40 Prozent unterschiedliche Löhne gibt. Dagegen sollten Sie sein, dagegen sollten Sie kämpfen! (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen. – Abg. Lutz Weinzinger: Jawohl, dagegen sollten Sie etwas tun! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der FPÖ
Wissen Sie, was diese Richtlinie, was dieses Gesetz beinhaltet? – Dass genau diese Ungerechtigkeiten, die die Hälfte der Menschheit betreffen, ausgeräumt werden sollen. Das ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung für mehr Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft (Zwischenrufe bei der FPÖ), für mehr Demokratiepolitik, und das heißt, dass die Hälfte der Menschheit auch den entsprechenden Platz findet. Ob es Ihnen gefällt oder nicht! (Beifall und Bravorufe bei SPÖ, ÖVP und Grünen.)
Beifall und Bravorufe bei SPÖ, ÖVP und Grünen.
Wissen Sie, was diese Richtlinie, was dieses Gesetz beinhaltet? – Dass genau diese Ungerechtigkeiten, die die Hälfte der Menschheit betreffen, ausgeräumt werden sollen. Das ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung für mehr Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft (Zwischenrufe bei der FPÖ), für mehr Demokratiepolitik, und das heißt, dass die Hälfte der Menschheit auch den entsprechenden Platz findet. Ob es Ihnen gefällt oder nicht! (Beifall und Bravorufe bei SPÖ, ÖVP und Grünen.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Mag. Dr. Manfred Haimbuchner (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! Erstens wird der Souverän bestimmen, was hier irgendwann einmal gesprochen wird. Denn das werden wir bei den nächsten Wahlen sehen, ob Sie abgewählt werden – oder die Freiheitliche Partei und Kollege Karlheinz Klement. Das wird die Wählerin und der Wähler beurteilen, nicht Sie hier herinnen! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Muttonen: Ihre Partei! Sie waren dabei!
Sie echauffieren sich hier künstlich. Wenn Sie, Frau Kollegin Wurm, völlig richtig sagen, dass es eine Ungerechtigkeit sondergleichen ist, dass es für gleiche Arbeit nicht gleichen Lohn gibt, dann pflichte ich Ihnen bei. Aber wer hat in den letzten Jahrzehnten hier in der Republik Österreich regiert? Wer war das? Wer war dafür verantwortlich? (Abg. Mag. Muttonen: Ihre Partei! Sie waren dabei!) – Sie mit Ihrer Politik waren dafür verantwortlich! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Sie echauffieren sich hier künstlich. Wenn Sie, Frau Kollegin Wurm, völlig richtig sagen, dass es eine Ungerechtigkeit sondergleichen ist, dass es für gleiche Arbeit nicht gleichen Lohn gibt, dann pflichte ich Ihnen bei. Aber wer hat in den letzten Jahrzehnten hier in der Republik Österreich regiert? Wer war das? Wer war dafür verantwortlich? (Abg. Mag. Muttonen: Ihre Partei! Sie waren dabei!) – Sie mit Ihrer Politik waren dafür verantwortlich! (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Eines sage ich Ihnen: Sie brauchen gar nicht so hysterisch zu reagieren, wenn es um den Begriff des Genderns geht, denn das hat überhaupt nichts mit Gleichbehandlung von Mann und Frau zu tun! (Zwischenrufe bei den Grünen.) Das hat nichts damit zu tun, sondern das ist eine ganz klar ideologische Angelegenheit: Hier geht es um die Abschaffung der Geschlechter! Sie wollen letztendlich die Geschlechter abschaffen, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Eines sage ich Ihnen: Sie brauchen gar nicht so hysterisch zu reagieren, wenn es um den Begriff des Genderns geht, denn das hat überhaupt nichts mit Gleichbehandlung von Mann und Frau zu tun! (Zwischenrufe bei den Grünen.) Das hat nichts damit zu tun, sondern das ist eine ganz klar ideologische Angelegenheit: Hier geht es um die Abschaffung der Geschlechter! Sie wollen letztendlich die Geschlechter abschaffen, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ
Das müssen Sie den Wählern draußen erzählen. Erzählen Sie das den alleinerziehenden Müttern, womit Sie sich hier in diesem Hohen Haus beschäftigen! Sie beschäftigen sich mit dem Binnen-I, mit „Mitgliederinnen und Mitgliedern“, statt dass Sie sich mit den wahren Problemen der Frauen beschäftigen, mit den wahren Problemen der alleinerziehenden Mütter (Beifall bei der FPÖ), statt dass Sie sich damit beschäftigen, dass
Heiterkeit bei der SPÖ
Tatsache ist, dass immer wieder gesagt wird: Ach, in welch freier Gesellschaft leben wir, niemals hatten wir so viele Rechte! – In Wirklichkeit befinden wir uns in oder schreiten wir einer sehr illiberalen Gesellschaft und einem illiberalen Staat entgegen, und der Feind dieser freiheitlichen Rechtsordnung heißt Gender Mainstreaming. Der neue Mensch soll erschaffen werden, ein Mensch, der kein Geschlecht hat (Heiterkeit bei der SPÖ), völlig gleich und austauschbar. Die Existenz von Mann und Frau ist sowieso nur ein Fall der gesellschaftlichen Erziehung und sonst nichts mehr.
Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Das ist eine neue Religion für Sie, deswegen werden Sie auch so emotional! Sie brauchen das als Religion, denn Sie leben in einer gottlosen Welt. Wir haben das ja gestern bei Frau Bundesministerin Kdolsky miterlebt: Wir haben über Abtreibung diskutiert, und da ist gelacht worden, da ist am Handy herumgetipselt worden. Finden Sie das lustig? – Ich finde es nicht lustig. (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.
Beschäftigen Sie sich einmal damit, und echauffieren Sie sich nicht so künstlich! Sie brauchen sich gar nicht so aufzuregen. (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.) Ich nenne Ihnen ein Beispiel aus dem letzten Gleichbehandlungsausschuss. Da hat doch Frau Staatssekretärin Marek im Ernst gemeint – Sie können das ja heute wieder richtigstellen –: Es ist nicht egal, wem ich als Privater meine Wohnung vermiete; das ist nicht egal!
Beifall bei der FPÖ.
Also in einer freiheitlichen Gesellschaft, in einer Gesellschaft, die auf Grundrechte verankert ist, wo die Privatautonomie eine Rolle spielt, wo jeder das Recht haben soll, dass er über sein Eigentum in den Grenzen der Verfassung verfügt, da sagen Sie, es ist nicht egal? Sie wollen uns etwas vorschreiben, wenn ich als Privater meine Wohnung vermiete, wenn ich als Privater vielleicht einmal meinen Gebrauchtwagen veräußere? Das wollen Sie mir vorschreiben? – Meine sehr verehrten Damen und Herren, das ist die Abschaffung der Demokratie, und das müssen wir einmal zur Kenntnis nehmen, was Sie hier bezwecken! Nehmen Sie das einmal zurück! (Beifall bei der FPÖ.)
Heiterkeit bei der SPÖ
Zu welchem Preis betreiben wir das? – Es kostet Hunderttausende Euro! Kollege Karlheinz Klement hat völlig richtig argumentiert (Heiterkeit bei der SPÖ), dass wir hier einen Bericht über Gender Mainstreaming haben, zur Lage der Jugend, der 140 000 € gekostet hat. Ich würde da jetzt nicht mehr lachen. 140 000 € geben Sie auf der einen Seite für einen derartigen Unsinn aus; auf der anderen Seite haben wir aber keinen Bericht zur Lage der Jugend in Österreich, wir haben keinen Bericht über die Situation der jungen Menschen, ob Damen oder Herren, über ihre soziale Situation. Darüber sollte man sich Gedanken machen. (Beifall bei der FPÖ.) Dafür sollte man Geld ausgeben, und nicht für irgendwelche Begrifflichkeiten. Nehmen Sie das einmal ernst!
Beifall bei der FPÖ.
Zu welchem Preis betreiben wir das? – Es kostet Hunderttausende Euro! Kollege Karlheinz Klement hat völlig richtig argumentiert (Heiterkeit bei der SPÖ), dass wir hier einen Bericht über Gender Mainstreaming haben, zur Lage der Jugend, der 140 000 € gekostet hat. Ich würde da jetzt nicht mehr lachen. 140 000 € geben Sie auf der einen Seite für einen derartigen Unsinn aus; auf der anderen Seite haben wir aber keinen Bericht zur Lage der Jugend in Österreich, wir haben keinen Bericht über die Situation der jungen Menschen, ob Damen oder Herren, über ihre soziale Situation. Darüber sollte man sich Gedanken machen. (Beifall bei der FPÖ.) Dafür sollte man Geld ausgeben, und nicht für irgendwelche Begrifflichkeiten. Nehmen Sie das einmal ernst!
Abg. Rudas: ... in Wien auch!
Gestern hat Frau Kollegin Rudas hier in einem Zwischenruf zu mir herüber gesagt, als Kollege Vock heruntergegangen ist: Ist das eure Frauenquote? – Liebe Frau Kollegin! Sie haben bei den letzten Landtagswahlen in Niederösterreich auf Ihrer Liste der Sozialdemokraten eine so tolle Frauenquote gehabt, und da haben Sie ordentlich einen „Wahlsieg“, kann ich mich erinnern, für Ihre Frauenquote eingefahren. Darauf kommt es also nicht an. (Abg. Rudas: ... in Wien auch!) Wir aber haben eine starke Frau in Niederösterreich: Frau Barbara Rosenkranz! (Beifall bei der FPÖ.) Sie wird Ihnen schon zeigen, was Familienpolitik ist, was aber auch Politik für Frauen ist. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Gestern hat Frau Kollegin Rudas hier in einem Zwischenruf zu mir herüber gesagt, als Kollege Vock heruntergegangen ist: Ist das eure Frauenquote? – Liebe Frau Kollegin! Sie haben bei den letzten Landtagswahlen in Niederösterreich auf Ihrer Liste der Sozialdemokraten eine so tolle Frauenquote gehabt, und da haben Sie ordentlich einen „Wahlsieg“, kann ich mich erinnern, für Ihre Frauenquote eingefahren. Darauf kommt es also nicht an. (Abg. Rudas: ... in Wien auch!) Wir aber haben eine starke Frau in Niederösterreich: Frau Barbara Rosenkranz! (Beifall bei der FPÖ.) Sie wird Ihnen schon zeigen, was Familienpolitik ist, was aber auch Politik für Frauen ist. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Gestern hat Frau Kollegin Rudas hier in einem Zwischenruf zu mir herüber gesagt, als Kollege Vock heruntergegangen ist: Ist das eure Frauenquote? – Liebe Frau Kollegin! Sie haben bei den letzten Landtagswahlen in Niederösterreich auf Ihrer Liste der Sozialdemokraten eine so tolle Frauenquote gehabt, und da haben Sie ordentlich einen „Wahlsieg“, kann ich mich erinnern, für Ihre Frauenquote eingefahren. Darauf kommt es also nicht an. (Abg. Rudas: ... in Wien auch!) Wir aber haben eine starke Frau in Niederösterreich: Frau Barbara Rosenkranz! (Beifall bei der FPÖ.) Sie wird Ihnen schon zeigen, was Familienpolitik ist, was aber auch Politik für Frauen ist. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Muttonen: Wir brauchen ein Ende der Rede!
Wir wollen eine Gleichbehandlung, wir wollen aber nicht irgendwelche künstlichen gesellschaftlichen Experimente; das brauchen wir nicht. Was brauchen wir? – Wir brauchen weniger Gender (Abg. Mag. Muttonen: Wir brauchen ein Ende der Rede!), mehr
Beifall bei der FPÖ.
Freiheit; wir brauchen mehr Vernunft in dieser Gesellschaft und mehr Arbeit für unser Volk! – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Heiterkeit bei der SPÖ
Abgeordnete Maria Rauch-Kallat (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! Wenn hier von Emotionalität die Rede ist, dann ist jedem zu empfehlen, sich die Rede des Herrn Klement und des Herrn Haimbuchner anzuhören. Es gibt namhafte Psychiater, die derartige Verhaltensweisen (Heiterkeit bei der SPÖ) unter dem Thema „Kastrationsängste“ subsumieren würden. (Heiterkeit, Beifall und Bravorufe bei ÖVP, SPÖ und Grünen.) Aber es sei Ihnen unbenommen.
Heiterkeit, Beifall und Bravorufe bei ÖVP, SPÖ und Grünen.
Abgeordnete Maria Rauch-Kallat (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! Wenn hier von Emotionalität die Rede ist, dann ist jedem zu empfehlen, sich die Rede des Herrn Klement und des Herrn Haimbuchner anzuhören. Es gibt namhafte Psychiater, die derartige Verhaltensweisen (Heiterkeit bei der SPÖ) unter dem Thema „Kastrationsängste“ subsumieren würden. (Heiterkeit, Beifall und Bravorufe bei ÖVP, SPÖ und Grünen.) Aber es sei Ihnen unbenommen.
Zwischenruf der Abg. Mag. Muttonen.
Sie haben ja Gott sei Dank gesagt, die Wählerinnen und Wähler werden entscheiden, und es ist wahrscheinlich kein Zufall, dass der Anteil der Wählerinnen bei den Freiheitlichen und beim BZÖ ganz gering ist. (Zwischenruf der Abg. Mag. Muttonen.)
Lebhafter Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Öllinger: Wir wollen auch eine Kopie!
Ich bin überzeugt, wenn wir die heutigen Reden der beiden Herren den Wählerinnen zeigen – und Sie können sicher sein, dass wir das tun werden; ich hoffe, dass es auch ein Video dazu gibt –, dann wird dieser Anteil noch geringer werden. (Lebhafter Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Öllinger: Wir wollen auch eine Kopie!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Meine Damen und Herren! Es ist beschämend, dass mit einem derart ernsten Thema wie der Gleichbehandlung von Männern und Frauen, von Ethnien, von Menschen mit verschiedenen Religionsbekenntnissen mit derartiger Verulkung und Verhöhnung umgegangen wird. Ich muss Ihnen sagen, das haben sich die Wählerinnen und die Wähler nicht verdient, und wir in diesem Hohen Haus auch nicht! (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen.
Im Hinblick auf die reduzierte Gesamtredezeit unserer Fraktion und mit Rücksicht auf die nachfolgenden RednerInnen ziehe ich daher meine Wortmeldung zum nächsten Tagesordnungspunkt zurück und subsumiere sie in dieser Wortmeldung. Ich hoffe, dass wir jetzt zum Ernst des Hauses zurückkehren können. (Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen.)
Rufe bei SPÖ und ÖVP: „-in“!
Abgeordneter Dr. Robert Aspöck (FPÖ): Frau Präsident! Frau Bundesminister! Frau Staatssekretär! (Rufe bei SPÖ und ÖVP: „-in“!) – Ich bediene mich der deutschen Sprache. (Zwischenrufe bei SPÖ, ÖVP und Grünen.) Die – unter Anführungszeichen – „juristische Diskussion“, die zuerst geführt wurde, lässt sich leicht führen, wenn man weiß, dass Entscheidungen, wie Kollege Dr. Martin Graf bereits richtig ausgeführt hat, natürlich von der Justiz nicht überprüfbar sind.
Zwischenrufe bei SPÖ, ÖVP und Grünen.
Abgeordneter Dr. Robert Aspöck (FPÖ): Frau Präsident! Frau Bundesminister! Frau Staatssekretär! (Rufe bei SPÖ und ÖVP: „-in“!) – Ich bediene mich der deutschen Sprache. (Zwischenrufe bei SPÖ, ÖVP und Grünen.) Die – unter Anführungszeichen – „juristische Diskussion“, die zuerst geführt wurde, lässt sich leicht führen, wenn man weiß, dass Entscheidungen, wie Kollege Dr. Martin Graf bereits richtig ausgeführt hat, natürlich von der Justiz nicht überprüfbar sind.
Heiterkeit und Beifall bei SPÖ und Grünen.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Sie haben vollkommen recht, Sie kriegen einen Ordnungsruf. (Heiterkeit und Beifall bei SPÖ und Grünen.)
Abg. Dr. Wittmann: Der Schuss ist jetzt nach hinten losgegangen!
Abgeordneter Dr. Robert Aspöck (fortsetzend): Nein, Frau Präsidentin! Nein! (Abg. Dr. Wittmann: Der Schuss ist jetzt nach hinten losgegangen!) Ich nehme das natürlich zurück, aber ich frage Sie jetzt anders. (Abg. Öllinger: Geh bitte! Ja, ja!) – Ja, ja, Herr Kollege Öllinger! Das weiß ich. Sie erinnern sich nämlich jetzt, dass Sie in Ihrem Redebeitrag unter dem Vorsitz Glawischnig meinen Klubkameraden Karlheinz als Provokateur bezeichnet haben. Deswegen erlaubte ich mir die Frage.
Abg. Öllinger: Geh bitte! Ja, ja!
Abgeordneter Dr. Robert Aspöck (fortsetzend): Nein, Frau Präsidentin! Nein! (Abg. Dr. Wittmann: Der Schuss ist jetzt nach hinten losgegangen!) Ich nehme das natürlich zurück, aber ich frage Sie jetzt anders. (Abg. Öllinger: Geh bitte! Ja, ja!) – Ja, ja, Herr Kollege Öllinger! Das weiß ich. Sie erinnern sich nämlich jetzt, dass Sie in Ihrem Redebeitrag unter dem Vorsitz Glawischnig meinen Klubkameraden Karlheinz als Provokateur bezeichnet haben. Deswegen erlaubte ich mir die Frage.
Ruf bei der SPÖ: Das ist ja kein Quiz da! – Beifall und weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Frau Präsidentin! Hätten Sie anstelle der Frau Präsidentin Glawischnig für die Bezeichnung „Provokateur“ in Richtung Karlheinz Klement einen Ordnungsruf erteilt oder nicht? Können Sie mir das auch beantworten? (Ruf bei der SPÖ: Das ist ja kein Quiz da! – Beifall und weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Wurm: Inhaltlich haben Sie nichts zu sagen!
Abgeordneter Dr. Robert Aspöck (fortsetzend): Also, das heißt, wenn der Kollege Öllinger in Richtung Klement sagt, er sei ein Provokateur, und die amtsführende Präsidentin – die Dritte – nicht darauf reagiert, dann hat das Parlament das einfach so hinzunehmen. – Okay, ich nehme das zur Kenntnis. (Abg. Mag. Wurm: Inhaltlich haben Sie nichts zu sagen!) Wir werden jedoch genauestens darauf achten, wie das in Hinkunft gehandhabt wird, denn ich habe das Gefühl, dass da irgendwo Sympathie und Antipathie herrschen und keine offene Diskussion mehr geführt wird. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Öllinger: Sie wollen es offensichtlich nicht verstehen!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Öllinger: Sie wollen es offensichtlich nicht verstehen!
Abgeordneter Dr. Robert Aspöck (fortsetzend): Also, das heißt, wenn der Kollege Öllinger in Richtung Klement sagt, er sei ein Provokateur, und die amtsführende Präsidentin – die Dritte – nicht darauf reagiert, dann hat das Parlament das einfach so hinzunehmen. – Okay, ich nehme das zur Kenntnis. (Abg. Mag. Wurm: Inhaltlich haben Sie nichts zu sagen!) Wir werden jedoch genauestens darauf achten, wie das in Hinkunft gehandhabt wird, denn ich habe das Gefühl, dass da irgendwo Sympathie und Antipathie herrschen und keine offene Diskussion mehr geführt wird. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Öllinger: Sie wollen es offensichtlich nicht verstehen!)
Abg. Mag. Muttonen: Sie haben bald keine Zeit mehr!
Zum nächsten Punkt, meine Damen und Herren! Da wird von gleichem Lohn für gleiche Arbeit gesprochen. (Abg. Mag. Muttonen: Sie haben bald keine Zeit mehr!) – Wir haben noch viel Zeit. Ich glaube, so an die 40 Minuten. (Abg. Mag. Muttonen: Ja, super!) Sie reden immer von gleichem Lohn für gleiche Arbeit.
Abg. Mag. Muttonen: Ja, super!
Zum nächsten Punkt, meine Damen und Herren! Da wird von gleichem Lohn für gleiche Arbeit gesprochen. (Abg. Mag. Muttonen: Sie haben bald keine Zeit mehr!) – Wir haben noch viel Zeit. Ich glaube, so an die 40 Minuten. (Abg. Mag. Muttonen: Ja, super!) Sie reden immer von gleichem Lohn für gleiche Arbeit.
Abg. Mag. Weinzinger: Guten Morgen!
Meine Damen und Herren von der ÖVP und von der SPÖ! Warum haben Sie denn dieses Gesetz nicht längst beschlossen? Dazu braucht man ja kein Gleichbehandlungsgesetz, das juristisch sehr problematische Materien beinhaltet. Da braucht man ja nur zu beschließen, der Dienstgeber, der jemanden anstellt und für gleiche Arbeit nicht gleichen Lohn gibt, hat diesen Lohn – notfalls über Klage beim Arbeitsgericht – mit einer sehr langen Verjährungsfrist natürlich im Nachhinein zu zahlen. (Abg. Mag. Weinzinger: Guten Morgen!)
Abg. Dr. Stummvoll: Während der Probezeit!
Meine Damen und Herren! Herr Kollege Stummvoll! Ich frage Sie, denn Sie haben mit der Wirtschaft zu tun: Ich stelle jemanden zur Probe an. Was bedeutet das? – Dass ich dieses Dienstverhältnis jederzeit wieder beenden kann. (Abg. Dr. Stummvoll: Während der Probezeit!) – Das ist normal. Während der Probezeit, jawohl.
Abg. Rauch-Kallat: Das stimmt ja nicht!
So, und jetzt kommt das Gesetz: Wir beenden jetzt als Dienstgeber dieses Dienstverhältnis und sagen während der Probezeit: Okay, wir machen Schluss. Wenn uns jetzt irgendjemand unterstellt, dass das vielleicht irgendwie etwas mit Frauen oder Nicht-Frauen und so weiter zu tun hat, dann wird aus dem Probedienstverhältnis ein Dauerdienstverhältnis. (Abg. Rauch-Kallat: Das stimmt ja nicht!) – Ja, Herr Kollege Stummvoll, das steht so im Gesetz!
Abg. Rauch-Kallat: Das stimmt doch alles nicht!
Wissen Sie, was am 1. November nach diesem Gesetz möglich ist? – Die Damen mit diesem befristeten Dienstverhältnis kommen daher, machen uns die gleiche Unterstellung, dringen durch und bleiben auf ewig in unserem Betrieb beschäftigt! (Abg. Rauch-Kallat: Das stimmt doch alles nicht!) Danke, meine Herren! Für so eine Rechtskultur habe ich nichts übrig! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rauch-Kallat: Schämen Sie sich, dass Sie als Jurist ...!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rauch-Kallat: Schämen Sie sich, dass Sie als Jurist ...!
Wissen Sie, was am 1. November nach diesem Gesetz möglich ist? – Die Damen mit diesem befristeten Dienstverhältnis kommen daher, machen uns die gleiche Unterstellung, dringen durch und bleiben auf ewig in unserem Betrieb beschäftigt! (Abg. Rauch-Kallat: Das stimmt doch alles nicht!) Danke, meine Herren! Für so eine Rechtskultur habe ich nichts übrig! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rauch-Kallat: Schämen Sie sich, dass Sie als Jurist ...!)
Zwischenrufe bei der FPÖ. –Abg. Dr. Graf: Ihr habt schon öfters so geredet! – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Klement.
Abgeordnete Mag. Brigid Weinzinger (Grüne): Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Frau Staatssekretärin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Wenn Abgeordneter Klement ausgerechnet in diesem Tonfall über Wahn spricht und dabei krudeste Vorstellungen zum Besten gibt, wenn Kollege Haimbuchner in einer – ich kann mich nicht erinnern, also in einer in meinen Augen – noch nie da gewesenen Form der rhetorischen Darbietung von Hysterie und Emotionalität spricht – einmal ganz abgesehen von meinem Vorredner, der offenbar keinerlei Gesetze einschlägiger Art kennt –, dann könnte man das ziemlich amüsant finden. (Zwischenrufe bei der FPÖ. –Abg. Dr. Graf: Ihr habt schon öfters so geredet! – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Klement.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ehrlich gestanden bleibt mir das Lachen aber ein bisserl im Halse stecken. Wenn ich mir anhöre, in welchem Tonfall, mit welcher Körpersprache, mit welchen kippenden Stimmeffekten und mit welcher Phraseologie gearbeitet wird, dann erinnert mich das an Tonbandaufnahmen von Politikern vergangener Zeiten, und das finde ich überhaupt nicht mehr lustig. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Haimbuchner: An welche Zeiten denken Sie? Das hätte ich gerne gewusst! – Abg. Dr. Aspöck: Das ist eine Unterstellung! – Abg. Dr. Graf: Was haben Sie gegen Kreisky?
„Mehr Arbeit für das Volk.“ – Ich werde dieses Zitat heraussuchen. (Abg. Dr. Haimbuchner: An welche Zeiten denken Sie? Das hätte ich gerne gewusst! – Abg. Dr. Aspöck: Das ist eine Unterstellung! – Abg. Dr. Graf: Was haben Sie gegen Kreisky?)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Haimbuchner: Der Wähler wird es beurteilen!
kert ist, lächerlich gemacht wird – mit fast schon schenkelklopfendem Gejohle der Zustimmung in den Reihen der Parteikollegen der Herren Klement und Haimbuchner. – Das ist ein Novum, und ich bin froh, dass dieses Novum Konsequenzen in der Präsidiale finden wird. Das ist unerträglich! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Haimbuchner: Der Wähler wird es beurteilen!) – Und die Wählerin, keine Sorge! (Abg. Dr. Haimbuchner: Vor allem diese! Wir freuen uns!)
Abg. Dr. Haimbuchner: Vor allem diese! Wir freuen uns!
kert ist, lächerlich gemacht wird – mit fast schon schenkelklopfendem Gejohle der Zustimmung in den Reihen der Parteikollegen der Herren Klement und Haimbuchner. – Das ist ein Novum, und ich bin froh, dass dieses Novum Konsequenzen in der Präsidiale finden wird. Das ist unerträglich! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Haimbuchner: Der Wähler wird es beurteilen!) – Und die Wählerin, keine Sorge! (Abg. Dr. Haimbuchner: Vor allem diese! Wir freuen uns!)
Abg. Mag. Wurm: Hexen ...! – Abg. Öllinger: Genau, Hexen!
Was dazukommt, ist, dass Sie auf diese Art und Weise – und ich konnte das leider auch nicht vermeiden – effektiv eine Diskussion über die Inhalte eines wichtigen Gesetzes, nämlich des Gleichbehandlungsgesetzes, verhindern. Das ist ja auch Ihre Zielsetzung, nehme ich einmal an. Das ist ja das, was Sie als des Teufels – oder der Teufelin; ich weiß ja nicht, wie Sie so Ihre Phantasien pflegen – verurteilen, wovor man – ich weiß nicht, womit, vielleicht mit religiösem Eifer und Inbrunst – Österreich schützen muss. (Abg. Mag. Wurm: Hexen ...! – Abg. Öllinger: Genau, Hexen!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Öllinger: Das glaub’ ich auch!
Da geht es ganz banal um die Gleichberechtigung, die gleichen Chancen, die gleichen Lebensmöglichkeiten von Männern und Frauen. Sie machen das lächerlich und bekämpfen Bemühungen, die in diese Richtung gehen. Das sollte uns allen zu denken geben, weil ich überzeugt davon bin, dass das, was wir hier von Ihnen geboten bekommen, noch die gemäßigte Form, der gemäßigte Ausdruck Ihrer wirklichen Überzeugungen ist. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Öllinger: Das glaub’ ich auch!)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
Wenn jemals klargemacht wurde, wie dringend wir Gleichbehandlungsgesetzgebung brauchen und – das ist meine Kritik an der Regierung! – wie dringend wir wesentlich schärfere Gesetze, gesetzliche Maßnahmen zur Gleichbehandlung brauchen, dann haben das diese Debatte und – ich würde sagen – dieser Eklat gezeigt. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Abgeordnete Ursula Haubner (BZÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! Es herrscht in diesem Haus – ich sage, Gott sei Dank – Meinungsfreiheit. Es sind hier fünf Parteien vertreten, und jede Partei kann mit ihren Vertreterinnen und Vertretern ihre Meinung sagen. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ich nehme mir die Freiheit heraus, meine Meinung zu sagen, und ich nehme mir auch die Freiheit heraus zu sagen, dass das, was die Herren von der FPÖ bisher gesagt haben, absolut keine Meinung ist, die ich teile. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Graf: Befehlsausgabe hat es nur unter Haider gegeben!
Wissen Sie, ich habe so ein bisschen das Gefühl – ich war ja auch im Gleichbehandlungsausschuss –, Sie haben heute Befehlsausgabe gehabt: Zu diesem Thema wollen wir einmal ordentlich provozieren und werden schauen, wie sich die Damen – Sie bezeichnen ja die Frauen immer als „Damen“ – hier im Haus verhalten: ob sie sich wirklich aufregen, ob sie schreien, ob sie kreischen, ob sie ein aus Ihrer Sicht typisch weibliches Verhalten an den Tag legen. (Abg. Dr. Graf: Befehlsausgabe hat es nur unter Haider gegeben!)
Abg. Dr. Graf: Befehlsausgabe in der FPÖ hat es nur unter Haider gegeben!
Ganz ist es Ihnen nicht gelungen, muss ich sagen, denn mich können Sie mit solchen Meldungen nicht provozieren. (Abg. Dr. Graf: Befehlsausgabe in der FPÖ hat es nur unter Haider gegeben!) Es zeigt mir ganz einfach, dass Sie ein Gesetz – ein Gleichbehandlungsgesetz, das es seit 1979 gibt, das ist nichts Neues – nicht angeschaut haben, dass Sie sich nicht auskennen, wenn Sie zum Beispiel sagen, die Geschlechter werden abgeschafft. Also das ist ja wohl das Ärgste! (Abg. Ing. Westenthaler: Blödsinn! – Rufe bei der FPÖ: Zuhören! – Abg. Dr. Haimbuchner: Ich habe über Gender Mainstreaming gesprochen!) – „Geschlechter abgeschafft“!
Abg. Ing. Westenthaler: Blödsinn! – Rufe bei der FPÖ: Zuhören! – Abg. Dr. Haimbuchner: Ich habe über Gender Mainstreaming gesprochen!
Ganz ist es Ihnen nicht gelungen, muss ich sagen, denn mich können Sie mit solchen Meldungen nicht provozieren. (Abg. Dr. Graf: Befehlsausgabe in der FPÖ hat es nur unter Haider gegeben!) Es zeigt mir ganz einfach, dass Sie ein Gesetz – ein Gleichbehandlungsgesetz, das es seit 1979 gibt, das ist nichts Neues – nicht angeschaut haben, dass Sie sich nicht auskennen, wenn Sie zum Beispiel sagen, die Geschlechter werden abgeschafft. Also das ist ja wohl das Ärgste! (Abg. Ing. Westenthaler: Blödsinn! – Rufe bei der FPÖ: Zuhören! – Abg. Dr. Haimbuchner: Ich habe über Gender Mainstreaming gesprochen!) – „Geschlechter abgeschafft“!
Ruf bei der FPÖ: Aber er hat darüber gesprochen! Das darf er ja noch, oder?
Herr Kollege Haimbuchner! Haben Sie nicht gesehen und gelesen, dass es um die Gleichbehandlung von Frauen und Männern geht? Von Gender Mainstreaming habe ich eigentlich in diesem Gesetz überhaupt nichts gelesen. (Ruf bei der FPÖ: Aber er hat darüber gesprochen! Das darf er ja noch, oder?) – Das ist eine, wenn Sie mir erlauben, andere Debatte. Aber das ist natürlich ganz lustig, um diese Zeit – um halb zehn – alles in einen Topf zu werfen und ein bisschen Stimmung hier in diesem Hohen Haus zu machen.
Abg. Dr. Haimbuchner: Ich? Ich habe ein Problem? Reden Sie mich persönlich an?
Dass Sie natürlich mit Gleichstellung generell Probleme haben (Abg. Dr. Haimbuchner: Ich? Ich habe ein Problem? Reden Sie mich persönlich an?), ist mir ja auch aus meiner Zeit damals noch in der FPÖ ganz gut bekannt. Daher habe ich ein gewisses Verständnis dafür, dass Sie sich bei diesem Gesetz so aufregen. (Abg. Dr. Haimbuchner: Darum haben wir Sie als Landesrätin aufgestellt! Deswegen sind Sie auch Landesrätin geworden in Oberösterreich!)
Abg. Dr. Haimbuchner: Darum haben wir Sie als Landesrätin aufgestellt! Deswegen sind Sie auch Landesrätin geworden in Oberösterreich!
Dass Sie natürlich mit Gleichstellung generell Probleme haben (Abg. Dr. Haimbuchner: Ich? Ich habe ein Problem? Reden Sie mich persönlich an?), ist mir ja auch aus meiner Zeit damals noch in der FPÖ ganz gut bekannt. Daher habe ich ein gewisses Verständnis dafür, dass Sie sich bei diesem Gesetz so aufregen. (Abg. Dr. Haimbuchner: Darum haben wir Sie als Landesrätin aufgestellt! Deswegen sind Sie auch Landesrätin geworden in Oberösterreich!)
Lebhafter Beifall beim BZÖ, bei der SPÖ, der ÖVP und den Grünen.
Daher werden wir seitens des BZÖ diesem Gesetz zustimmen, weil es ein Gesetz ist, das zwar nicht die Probleme, die bestehen – gerade in der Beschäftigung oder in der Bildung – löst, aber ein Signal darstellt: ein Signal, dass in diesem Land, in diesem Staat niemand benachteiligt sein darf, dass Frauen und Männer gleich behandelt werden können. Wenn Sie damit Probleme haben, dann frage ich Sie: Wie gehen Sie mit dem Behindertengleichstellungsgesetz um? – Danke schön. (Lebhafter Beifall beim BZÖ, bei der SPÖ, der ÖVP und den Grünen.)
Abg. Öllinger: Das war nicht wechselseitig!
Abgeordneter Dr. Peter Fichtenbauer (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Bundesminister! Frau Staatssekretärin! Ich bin ein deklarierter Feind wechselseitigen Angrölens, wechselseitiger Pauschalbeschuldigungen, wechselseitiger Verdächtigungen und was es dergleichen mehr auf der politischen Speisekarte gibt. (Abg. Öllinger: Das war nicht wechselseitig!) – Das war durchaus wechselseitig, und ich bitte, dass Sie mich ganz nüchtern zur Sache sprechen lassen. (Abg. Rauch-Kallat: Nein, das war sehr einseitig vonseiten der FPÖ!) – Sie werden mich nicht drausbringen.
Abg. Rauch-Kallat: Nein, das war sehr einseitig vonseiten der FPÖ!
Abgeordneter Dr. Peter Fichtenbauer (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Bundesminister! Frau Staatssekretärin! Ich bin ein deklarierter Feind wechselseitigen Angrölens, wechselseitiger Pauschalbeschuldigungen, wechselseitiger Verdächtigungen und was es dergleichen mehr auf der politischen Speisekarte gibt. (Abg. Öllinger: Das war nicht wechselseitig!) – Das war durchaus wechselseitig, und ich bitte, dass Sie mich ganz nüchtern zur Sache sprechen lassen. (Abg. Rauch-Kallat: Nein, das war sehr einseitig vonseiten der FPÖ!) – Sie werden mich nicht drausbringen.
Abg. Rauch-Kallat: Reine Meinungsäußerung!
Vor allem möchte ich den völlig unqualifizierten juristischen Herabsetzungsvokabeln, die gegenüber dem Kollegen Aspöck dargeboten worden sind, den nüchternen Gesetzestext entgegenbringen. (Abg. Rauch-Kallat: Reine Meinungsäußerung!) Die Kunst des Lesens und des Verstehens der Texte wird Ihnen ja vielleicht nicht verborgen sein.
Abg. Mag. Wurm: Ja!
„Ist das Arbeitsverhältnis vom/von der Arbeitgeber/in wegen des Geschlechtes des/der Arbeitnehmers/Arbeitnehmerin oder wegen der nicht offenbar unberechtigten Geltendmachung von Ansprüchen nach diesem Gesetz gekündigt oder vorzeitig beendigt worden oder ist das Probearbeitsverhältnis wegen eines solchen Grundes aufgelöst worden (§ 3 Z 7)“ (Abg. Mag. Wurm: Ja!) – ja, ja, ja! – „so kann die Kündigung, Entlassung oder Auflösung des Probearbeitsverhältnisses bei Gericht angefochten werden.“
Beifall bei der FPÖ.
Bitte, zur Klarstellung: Ein Probearbeitsverhältnis war bisher nach allen Regeln des österreichischen Arbeitsrechts ein solches, das ohne Angabe von Gründen von beiden Seiten einseitig für aufgelöst erklärt werden konnte. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Rauch-Kallat: Niemand hat behauptet, dass er sie auf ewig beschäftigen muss! Es kann angefochten werden!
Das ist, bitte, ein Abgehen von der bisherigen Rechtslage, dass also aus Motivgründen das Probearbeitsverhältnis in ein nicht aufgelöstes oder klagsweise in ein Dauerarbeitsverhältnis umgewandelt werden können soll. (Abg. Rauch-Kallat: Niemand hat behauptet, dass er sie auf ewig beschäftigen muss! Es kann angefochten werden!) Das ist, bitte, immerhin ein bemerkenswerter neuer Zustand, über das wird man doch noch ohne Hysterie reden können. (Beifall bei der FPÖ.) Wo ist denn da das Problem? Herrscht hier allgemeines Redeverbot, wenn hier etwas gesagt wird, was nicht in den Köpfen so verankert ist, dass es mit einer Gebetsmühle innen nachgearbeitet werden muss?
Beifall bei der FPÖ.
Das ist, bitte, ein Abgehen von der bisherigen Rechtslage, dass also aus Motivgründen das Probearbeitsverhältnis in ein nicht aufgelöstes oder klagsweise in ein Dauerarbeitsverhältnis umgewandelt werden können soll. (Abg. Rauch-Kallat: Niemand hat behauptet, dass er sie auf ewig beschäftigen muss! Es kann angefochten werden!) Das ist, bitte, immerhin ein bemerkenswerter neuer Zustand, über das wird man doch noch ohne Hysterie reden können. (Beifall bei der FPÖ.) Wo ist denn da das Problem? Herrscht hier allgemeines Redeverbot, wenn hier etwas gesagt wird, was nicht in den Köpfen so verankert ist, dass es mit einer Gebetsmühle innen nachgearbeitet werden muss?
Beifall bei der FPÖ
Das Haus ist offen für Diskussion und für Meinungsfreiheit, und die nehmen wir uns heraus (Beifall bei der FPÖ), zumal Kollege Aspöck recht gehabt hat.
Beifall bei der FPÖ.
Ferner geht es auf dasselbe hinaus, dass befristete Arbeitsverhältnisse aus denselben Motiven auf Dauerarbeitsverhältnisse umgeklagt werden können. Das ist eine Neuigkeit, und es sollen sich alle hier klar darüber sein, dass in diesem Punkt ein neues arbeitsrechtliches Verhältnis eingegangen wird. Über nichts anderes hat Kollege Aspöck geredet, und da braucht ihm hier niemand nachzusagen, dass er juristisch nicht auf der Höhe der Zeit wäre und nicht lesen könne. Solche Argumente fallen auf die Leute zurück, die hier Schimpfereien dieser Methode beginnen. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen. – Abg. Dr. Graf: Das ist doch keine tatsächliche Berichtigung! Sie wissen ja gar nicht, was der Aspöck gesagt hat!
tigt sie jetzt? Den Fichtenbauer?), ein befristetes Dienstverhältnis in ein dauerndes, nicht kündbares übergeht, und er hat sie dann „auf ewig“, und hat das Gleiche für die Probezeit behauptet. Das ist juristischer Unsinn! (Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen. – Abg. Dr. Graf: Das ist doch keine tatsächliche Berichtigung! Sie wissen ja gar nicht, was der Aspöck gesagt hat!)
Beifall bei SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und BZÖ.
Ich möchte mich deshalb ausdrücklich bei jenen Mitgliedern des Hohen Hauses bedanken, die durch die Kundgebungen aus den Reihen, aber vor allem in ihren Wortmeldungen – und das waren ausnahmslos die weiblichen Mitglieder und weiblichen Wortmeldungen – darauf Bezug genommen haben, worum es wirklich geht. Wenn es den Versuch gibt, über ein ganz entscheidendes und wichtiges Gesetz in unserem Land zu diskutieren, dann gibt es von anderen den Versuch, diese Diskussion nicht zu führen, nicht darüber zu reden, weil man offensichtlich nicht will, dass es gesetzliche Regelungen gibt, durch die Menschen vor Diskriminierung geschützt werden, durch die Frauen vor sexueller Belästigung von Männern geschützt werden, durch die Menschen davor geschützt werden, dass sie aufgrund ihrer Weltanschauung, ihrer religiösen Zugehörigkeit oder ihrer ethnischen Zugehörigkeit diskriminiert werden. Ich kann Ihnen nur sagen, ich bin froh, dass ich in einem Land lebe, das einer modernen und entwickelten Demokratie entspricht und in dem wir Menschen, die diskriminiert werden, aufgrund ihrer Herkunft, ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Orientierung, Schutz geben und dafür auch Gesetze in Österreich haben. (Beifall bei SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und BZÖ.)
Beifall bei SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir haben – und darauf möchte ich noch eingehen – natürlich auch aufgenommen, dass es Diskriminierungsschutz bei Beendigung von jenen Arbeitsverhältnissen gibt, die befristete sind oder Arbeitsverhältnisse, die sich noch in der Probezeit befinden. Ich finde das ganz, ganz wichtig, dass wir auch diese Arbeitsverhältnisse berücksichtigen, weil ich glaube, dass niemand, der in einem Betrieb beschäftigt ist, egal, ob es sich um einen befristeten Dienstvertrag oder einen unbefristeten Dienstvertrag handelt, Belästigung und Diskriminierung ausgesetzt sein darf. Wenn es zu einer Beendigung wegen Diskriminierung kommt, dann haben die Menschen den Schutz des Gesetzes zu erfahren, und den werden sie haben, wenn wir dieses Gesetz heute beschließen. (Beifall bei SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Graf: Ja eh nicht! – Abg. Strache: Das haben wir auch nicht getan!
Wenn wir in Österreich sagen: nicht das Opfer muss den Täter klagen, sondern der Staat stellt sich hinter das Opfer – und das sind in überwiegender Anzahl, zu 94 Prozent, Frauen und ihre Kinder –, dann ist das zu Recht so. Es ist zu Recht so, dass dieses Hohe Haus immer ganz klar gesagt hat: es gibt keine Toleranz für Gewalt an Frauen und Kindern, das ist kein Kavaliersdelikt, über das man schnoddrig vom Rednerpult aus sprechen kann (Abg. Dr. Graf: Ja eh nicht! – Abg. Strache: Das haben wir auch nicht getan!), sondern es ist eine ganz schwere Menschenrechtsverletzung, wenn Frauen und Kindern in den eigenen vier Wänden Gewalt angetan wird. (Abg. Dr. Graf: Das hat ja niemand behauptet!) Darum kann ich Ihnen nur versichern, all Ihre Versuche mit Taferln, all Ihre Versuche, etwas, das eine wirkliche Bedrohung für viele Frauen ist, hier lächerlich zu machen, das wird mich als Frauenministerin nur noch mehr motivieren, Frauen, die Opfer von Gewalt werden, zu helfen. – Danke. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen. – Abg. Strache: Sie arbeiten da mit unwahren Unterstellungen! Reißen Sie sich zusammen! Das ist ja letztklassig, was Sie sagen! Das ist eine Unverschämtheit! – Abg. Dr. Graf: Selbsterfüllende Prophezeiungen!)
Abg. Dr. Graf: Das hat ja niemand behauptet!
Wenn wir in Österreich sagen: nicht das Opfer muss den Täter klagen, sondern der Staat stellt sich hinter das Opfer – und das sind in überwiegender Anzahl, zu 94 Prozent, Frauen und ihre Kinder –, dann ist das zu Recht so. Es ist zu Recht so, dass dieses Hohe Haus immer ganz klar gesagt hat: es gibt keine Toleranz für Gewalt an Frauen und Kindern, das ist kein Kavaliersdelikt, über das man schnoddrig vom Rednerpult aus sprechen kann (Abg. Dr. Graf: Ja eh nicht! – Abg. Strache: Das haben wir auch nicht getan!), sondern es ist eine ganz schwere Menschenrechtsverletzung, wenn Frauen und Kindern in den eigenen vier Wänden Gewalt angetan wird. (Abg. Dr. Graf: Das hat ja niemand behauptet!) Darum kann ich Ihnen nur versichern, all Ihre Versuche mit Taferln, all Ihre Versuche, etwas, das eine wirkliche Bedrohung für viele Frauen ist, hier lächerlich zu machen, das wird mich als Frauenministerin nur noch mehr motivieren, Frauen, die Opfer von Gewalt werden, zu helfen. – Danke. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen. – Abg. Strache: Sie arbeiten da mit unwahren Unterstellungen! Reißen Sie sich zusammen! Das ist ja letztklassig, was Sie sagen! Das ist eine Unverschämtheit! – Abg. Dr. Graf: Selbsterfüllende Prophezeiungen!)
Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen. – Abg. Strache: Sie arbeiten da mit unwahren Unterstellungen! Reißen Sie sich zusammen! Das ist ja letztklassig, was Sie sagen! Das ist eine Unverschämtheit! – Abg. Dr. Graf: Selbsterfüllende Prophezeiungen!
Wenn wir in Österreich sagen: nicht das Opfer muss den Täter klagen, sondern der Staat stellt sich hinter das Opfer – und das sind in überwiegender Anzahl, zu 94 Prozent, Frauen und ihre Kinder –, dann ist das zu Recht so. Es ist zu Recht so, dass dieses Hohe Haus immer ganz klar gesagt hat: es gibt keine Toleranz für Gewalt an Frauen und Kindern, das ist kein Kavaliersdelikt, über das man schnoddrig vom Rednerpult aus sprechen kann (Abg. Dr. Graf: Ja eh nicht! – Abg. Strache: Das haben wir auch nicht getan!), sondern es ist eine ganz schwere Menschenrechtsverletzung, wenn Frauen und Kindern in den eigenen vier Wänden Gewalt angetan wird. (Abg. Dr. Graf: Das hat ja niemand behauptet!) Darum kann ich Ihnen nur versichern, all Ihre Versuche mit Taferln, all Ihre Versuche, etwas, das eine wirkliche Bedrohung für viele Frauen ist, hier lächerlich zu machen, das wird mich als Frauenministerin nur noch mehr motivieren, Frauen, die Opfer von Gewalt werden, zu helfen. – Danke. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen. – Abg. Strache: Sie arbeiten da mit unwahren Unterstellungen! Reißen Sie sich zusammen! Das ist ja letztklassig, was Sie sagen! Das ist eine Unverschämtheit! – Abg. Dr. Graf: Selbsterfüllende Prophezeiungen!)
Abg. Öllinger: Das ist ja eine Wortmeldung!
Abgeordneter Dr. Robert Aspöck (FPÖ): Frau Präsidentin! Ich kann es auch so sagen. Wissen Sie, im Unterschied zu anderen ist das bei uns keine Religion, aber bei vielen anderen ist es Religion. (Abg. Öllinger: Das ist ja eine Wortmeldung!)
Abg. Dr. Graf: Das ist die Geschäftsordnung, so einfach ist das! – Abg. Öllinger: Nein!
Juristisch ausgeführt war (Abg. Dr. Graf: Das ist die Geschäftsordnung, so einfach ist das! – Abg. Öllinger: Nein!), dass es vollkommen unkonform zu unserer Rechtsordnung ist, dass ein befristetes Dienstverhältnis – hören Sie zu, ich verstehe wirklich etwas davon, lassen Sie das einmal –, dass ein befristetes Dienstverhältnis …
Abg. Dr. Aspöck: Aber lassen Sie mich doch diesen einen Satz zu Ende bringen!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Dr. Aspöck, es tut mir leid, aber das ist keine Erwiderung auf eine tatsächliche Berichtigung. Das ist eine Wortmeldung, und ich ersuche Sie, eine Wortmeldung anzumelden, dann können Sie auch diese Ausführungen hier machen, aber nicht als Erwiderung auf eine tatsächliche Berichtigung, Herr Abgeordneter. (Abg. Dr. Aspöck: Aber lassen Sie mich doch diesen einen Satz zu Ende bringen!) – Sie sind bei einer Wortmeldung. Ich kann es nicht zulassen, weil die Geschäftsordnung das nicht vorsieht. Es tut mir leid. (Abg. Heinzl: Nehmen Sie Platz!)
Abg. Heinzl: Nehmen Sie Platz!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Dr. Aspöck, es tut mir leid, aber das ist keine Erwiderung auf eine tatsächliche Berichtigung. Das ist eine Wortmeldung, und ich ersuche Sie, eine Wortmeldung anzumelden, dann können Sie auch diese Ausführungen hier machen, aber nicht als Erwiderung auf eine tatsächliche Berichtigung, Herr Abgeordneter. (Abg. Dr. Aspöck: Aber lassen Sie mich doch diesen einen Satz zu Ende bringen!) – Sie sind bei einer Wortmeldung. Ich kann es nicht zulassen, weil die Geschäftsordnung das nicht vorsieht. Es tut mir leid. (Abg. Heinzl: Nehmen Sie Platz!)
Abg. Strache: Da kann ich ihr auch beipflichten!
Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit Christine Marek: Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Die Frau Bundesministerin hat die wichtigsten Eckpunkte des Gesetzes erläutert. Das gibt mir die Möglichkeit, auf ein paar grundlegende Dinge einzugehen, und ich möchte der Frau Abgeordneten Weinzinger zustimmen, wenn sie sagt, die Debatte, die wir hier jetzt führen, und das, was wir hier an Anwürfen und Respektlosigkeit gehört haben, sind so, wie ich sie in diesem Haus noch niemals – und auch ich bin schon einige Jahre hier im Hohen Haus – erlebt habe. (Abg. Strache: Da kann ich ihr auch beipflichten!) Ich kann nur beipflichten, wenn die Frau Abgeordnete sagt, das ist der beste Beweis, dass wir die Gleichstellungsgesetzgebung und Gleichbehandlungsgesetzgebung in Österreich brauchen. (Beifall bei SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit Christine Marek: Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Die Frau Bundesministerin hat die wichtigsten Eckpunkte des Gesetzes erläutert. Das gibt mir die Möglichkeit, auf ein paar grundlegende Dinge einzugehen, und ich möchte der Frau Abgeordneten Weinzinger zustimmen, wenn sie sagt, die Debatte, die wir hier jetzt führen, und das, was wir hier an Anwürfen und Respektlosigkeit gehört haben, sind so, wie ich sie in diesem Haus noch niemals – und auch ich bin schon einige Jahre hier im Hohen Haus – erlebt habe. (Abg. Strache: Da kann ich ihr auch beipflichten!) Ich kann nur beipflichten, wenn die Frau Abgeordnete sagt, das ist der beste Beweis, dass wir die Gleichstellungsgesetzgebung und Gleichbehandlungsgesetzgebung in Österreich brauchen. (Beifall bei SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.
Herr Abgeordneter Klement, zu Ihnen ein paar Worte. Sie haben gesagt, diskriminierungsfreie Sprache ist Unsinn. Nur, weil Sie das nicht verstehen, Herr Abgeordneter, ist das noch lange nicht Unsinn, und ich glaube, dass wir auch in der Sprache, die sehr mächtig sein kann – und das erleben wir heute einmal mehr, welche Macht, negativ oder positiv, die Sprache haben kann –, sehr vorsichtig sein müssen, da man auch Diskriminierung im höchsten Maß und sehr viele Verletzungen mit Sprache anrichten kann. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.)
Abg. Dr. Bösch: Das gibt es ja nicht! – Abg. Dr. Graf: Da fehlen 15 Leute Ihrer Riege, und da sagen Sie nichts!
An die Herren von den Freiheitlichen: Warum Ihre einzige weibliche Abgeordnete nicht im Saal ist, das hat vielleicht auch einen Grund. (Abg. Dr. Bösch: Das gibt es ja nicht! – Abg. Dr. Graf: Da fehlen 15 Leute Ihrer Riege, und da sagen Sie nichts!) Das möchte ich bei dieser Diskussion auch in den Raum stellen. Auch die FPÖ muss zur Kenntnis nehmen, dass Mädchen und Burschen, Männer und Frauen unterschiedlich sind und hier ein differenzierter Zugang notwendig ist und gerade bei Frauenförderung unterschiedliche Maßnahmen beziehungsweise Förderungen von Frauen – ebenso wie Burschen, meine Herren von der FPÖ – natürlich notwendig sind. Aber dass Frauenförderung nicht automatisch Männerdiskriminierung bedeutet, sollten eigentlich auch Sie verstehen, meine Herren von der FPÖ. (Beifall bei SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
An die Herren von den Freiheitlichen: Warum Ihre einzige weibliche Abgeordnete nicht im Saal ist, das hat vielleicht auch einen Grund. (Abg. Dr. Bösch: Das gibt es ja nicht! – Abg. Dr. Graf: Da fehlen 15 Leute Ihrer Riege, und da sagen Sie nichts!) Das möchte ich bei dieser Diskussion auch in den Raum stellen. Auch die FPÖ muss zur Kenntnis nehmen, dass Mädchen und Burschen, Männer und Frauen unterschiedlich sind und hier ein differenzierter Zugang notwendig ist und gerade bei Frauenförderung unterschiedliche Maßnahmen beziehungsweise Förderungen von Frauen – ebenso wie Burschen, meine Herren von der FPÖ – natürlich notwendig sind. Aber dass Frauenförderung nicht automatisch Männerdiskriminierung bedeutet, sollten eigentlich auch Sie verstehen, meine Herren von der FPÖ. (Beifall bei SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Klement.
Zu Herrn Abgeordnetem Haimbuchner: Sie haben das Wohnungsbeispiel angeführt. Wir hatten diese Diskussion schon auf eine ähnliche Art und Weise auch im Ausschuss, und ich möchte sagen, es ist gut, dass nicht jeder Mann und jede Frau in Österreich einfach tun kann, was er oder sie will, und anderen einfach aufgrund des Geschlechts, der Ethnie, der sexuellen Orientierung, des Alters oder einer Behinderung etwas antun kann beziehungsweise diese anders behandeln kann, nur weil man der Meinung ist, man will diese Person nicht. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Klement.) Ich und wir, die überwiegende Mehrheit dieses Hauses, wir bekennen uns zu Spielregeln, die wir in der Republik Österreich haben, in der Demokratie – und das ist keine Abschaffung der Demokratie, sondern, ganz im Gegenteil, ein demokratisches, wertschätzendes Miteinander. Das ist das, was wir heute beschließen: ein weiterer Schritt in diese Richtung und, ganz im Gegenteil, nicht die Abschaffung der Demokratie, Herr Abgeordneter. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Zu Herrn Abgeordnetem Haimbuchner: Sie haben das Wohnungsbeispiel angeführt. Wir hatten diese Diskussion schon auf eine ähnliche Art und Weise auch im Ausschuss, und ich möchte sagen, es ist gut, dass nicht jeder Mann und jede Frau in Österreich einfach tun kann, was er oder sie will, und anderen einfach aufgrund des Geschlechts, der Ethnie, der sexuellen Orientierung, des Alters oder einer Behinderung etwas antun kann beziehungsweise diese anders behandeln kann, nur weil man der Meinung ist, man will diese Person nicht. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Klement.) Ich und wir, die überwiegende Mehrheit dieses Hauses, wir bekennen uns zu Spielregeln, die wir in der Republik Österreich haben, in der Demokratie – und das ist keine Abschaffung der Demokratie, sondern, ganz im Gegenteil, ein demokratisches, wertschätzendes Miteinander. Das ist das, was wir heute beschließen: ein weiterer Schritt in diese Richtung und, ganz im Gegenteil, nicht die Abschaffung der Demokratie, Herr Abgeordneter. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen sowie der Abg. Ursula Haubner.
Abschließend darf ich Ihnen einen Folder präsentieren, den das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit jetzt aktualisiert wieder herausgibt beziehungsweise wieder auflegt: „Chancengleichheit – Das Gleichbehandlungsrecht in Österreich“. Ich muss meine Rechte kennen, um sie auch einfordern zu können. Da steht etwas ganz Spannendes: „Gleichstellung beginnt im Kopf.“ – Meine Herren, das nur, solange der Zugang zum Kopf frei ist. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen sowie der Abg. Ursula Haubner.)
Abg. Riepl: Schon wieder!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Dr. Aspöck zu Wort. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 2 Minuten. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Riepl: Schon wieder!)
Abg. Öllinger: Bitte verhaspeln Sie sich nicht im Arbeitsrecht!
Abgeordneter Dr. Robert Aspöck (FPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Frau Staatssekretärin! Ich möchte der Kollegin Rauch-Kallat nur Folgendes sagen: Als ich eigentlich von einem Paradoxon gesprochen habe (Abg. Öllinger: Bitte verhaspeln Sie sich nicht im Arbeitsrecht!), dass ein befristetes Dienstverhältnis auf einmal nicht mehr befristet ist, das war die juristische Ausführung. (Abg. Öllinger: „Unkündbar“ haben Sie gesagt!) Die vollkommen unjuristische Ausführung war, als ich mit dem Herrn Kollegen Stummvoll gesprochen oder ihn angesprochen habe und dann – natürlich nur plakativ – ausgeführt habe: na ja, für ewige Zeiten. – Frau Kollegin, jeder unter uns Juristen weiß, wenn ich sage: ein Dienstverhältnis „auf ewige Zeiten“, dass es ein Dienstverhältnis auf ewige Zeiten nicht gibt. Das war eine plakative Überzogenheit, aber das war keine juristische Ausführung, und ich brauche da die Belehrung nicht.
Abg. Öllinger: „Unkündbar“ haben Sie gesagt!
Abgeordneter Dr. Robert Aspöck (FPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Frau Staatssekretärin! Ich möchte der Kollegin Rauch-Kallat nur Folgendes sagen: Als ich eigentlich von einem Paradoxon gesprochen habe (Abg. Öllinger: Bitte verhaspeln Sie sich nicht im Arbeitsrecht!), dass ein befristetes Dienstverhältnis auf einmal nicht mehr befristet ist, das war die juristische Ausführung. (Abg. Öllinger: „Unkündbar“ haben Sie gesagt!) Die vollkommen unjuristische Ausführung war, als ich mit dem Herrn Kollegen Stummvoll gesprochen oder ihn angesprochen habe und dann – natürlich nur plakativ – ausgeführt habe: na ja, für ewige Zeiten. – Frau Kollegin, jeder unter uns Juristen weiß, wenn ich sage: ein Dienstverhältnis „auf ewige Zeiten“, dass es ein Dienstverhältnis auf ewige Zeiten nicht gibt. Das war eine plakative Überzogenheit, aber das war keine juristische Ausführung, und ich brauche da die Belehrung nicht.
Zwischenruf der Abg. Mag. Brigid Weinzinger.
Strache.) Sie haben mich missverstanden. Wenn es um gleichen Lohn für gleiche Arbeit geht, dann meine ich nicht, dass damit die Gleichberechtigung mit einem Zweizeiler in einem Gesetz bereits gelöst ist. (Zwischenruf der Abg. Mag. Brigid Weinzinger.) Es geht mir nur, ehrlich gesagt, auf den Wecker, dass ich seit zwei oder drei Jahrzehnten von Rot und Schwarz höre: gleicher Lohn für gleiche Arbeit!, und genau dieser Teilbereich wurde in den vielen, vielen Jahren der großen Koalition niemals erledigt. (Beifall bei der FPÖ.) Das und nicht mehr wollte ich Ihnen sagen.
Beifall bei der FPÖ.
Strache.) Sie haben mich missverstanden. Wenn es um gleichen Lohn für gleiche Arbeit geht, dann meine ich nicht, dass damit die Gleichberechtigung mit einem Zweizeiler in einem Gesetz bereits gelöst ist. (Zwischenruf der Abg. Mag. Brigid Weinzinger.) Es geht mir nur, ehrlich gesagt, auf den Wecker, dass ich seit zwei oder drei Jahrzehnten von Rot und Schwarz höre: gleicher Lohn für gleiche Arbeit!, und genau dieser Teilbereich wurde in den vielen, vielen Jahren der großen Koalition niemals erledigt. (Beifall bei der FPÖ.) Das und nicht mehr wollte ich Ihnen sagen.
Zwischenruf
Jetzt sage ich Ihnen, Frau Staatssekretärin, noch etwas: Auch deswegen, weil es eine gewisse Judikatur gibt, heißt das noch lange nicht, dass sie richtig sein muss. Ich sage Ihnen ein Beispiel – ich nehme ja an, dass Sie mehrheitlich sowieso dafür sind, dass man das dann schon so akzeptiert –: Vor dem Lissabon-Vertrag sind wir in Österreich immer davon ausgegangen, dass wir keine Provinz sind, sondern ein selbständiger Staat. Im Lissabon-Vertrag, da heißt es, die Regierungserklärungen sind Bestandteil des Vertrages. In der 127., glaube ich – die Ziffer weiß ich nicht –, so und so Erklärung (Zwischenruf) – wir haben noch viel Zeit – heißt es, in Entsprechung der ständigen Judikatur des Europäischen Gerichtshofes stellen wir fest, dass Unionsrecht vor staatliches Recht geht. (Abg. Öllinger: Das war vorher auch schon so! – Abg. Dr. Van der Bellen: Das hat mit dem Lissabon-Vertrag nichts zu tun!) – Wir sind also doch eine Provinz! Ich muss aber sagen, ich halte diese bisherige Judikatur vor dem Vertrag von Lissabon für völlig falsch. Und solche falsche Judikatur kann es natürlich auch im Arbeitsrecht geben. – Ich danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Öllinger: Das war vorher auch schon so! – Abg. Dr. Van der Bellen: Das hat mit dem Lissabon-Vertrag nichts zu tun!
Jetzt sage ich Ihnen, Frau Staatssekretärin, noch etwas: Auch deswegen, weil es eine gewisse Judikatur gibt, heißt das noch lange nicht, dass sie richtig sein muss. Ich sage Ihnen ein Beispiel – ich nehme ja an, dass Sie mehrheitlich sowieso dafür sind, dass man das dann schon so akzeptiert –: Vor dem Lissabon-Vertrag sind wir in Österreich immer davon ausgegangen, dass wir keine Provinz sind, sondern ein selbständiger Staat. Im Lissabon-Vertrag, da heißt es, die Regierungserklärungen sind Bestandteil des Vertrages. In der 127., glaube ich – die Ziffer weiß ich nicht –, so und so Erklärung (Zwischenruf) – wir haben noch viel Zeit – heißt es, in Entsprechung der ständigen Judikatur des Europäischen Gerichtshofes stellen wir fest, dass Unionsrecht vor staatliches Recht geht. (Abg. Öllinger: Das war vorher auch schon so! – Abg. Dr. Van der Bellen: Das hat mit dem Lissabon-Vertrag nichts zu tun!) – Wir sind also doch eine Provinz! Ich muss aber sagen, ich halte diese bisherige Judikatur vor dem Vertrag von Lissabon für völlig falsch. Und solche falsche Judikatur kann es natürlich auch im Arbeitsrecht geben. – Ich danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Jetzt sage ich Ihnen, Frau Staatssekretärin, noch etwas: Auch deswegen, weil es eine gewisse Judikatur gibt, heißt das noch lange nicht, dass sie richtig sein muss. Ich sage Ihnen ein Beispiel – ich nehme ja an, dass Sie mehrheitlich sowieso dafür sind, dass man das dann schon so akzeptiert –: Vor dem Lissabon-Vertrag sind wir in Österreich immer davon ausgegangen, dass wir keine Provinz sind, sondern ein selbständiger Staat. Im Lissabon-Vertrag, da heißt es, die Regierungserklärungen sind Bestandteil des Vertrages. In der 127., glaube ich – die Ziffer weiß ich nicht –, so und so Erklärung (Zwischenruf) – wir haben noch viel Zeit – heißt es, in Entsprechung der ständigen Judikatur des Europäischen Gerichtshofes stellen wir fest, dass Unionsrecht vor staatliches Recht geht. (Abg. Öllinger: Das war vorher auch schon so! – Abg. Dr. Van der Bellen: Das hat mit dem Lissabon-Vertrag nichts zu tun!) – Wir sind also doch eine Provinz! Ich muss aber sagen, ich halte diese bisherige Judikatur vor dem Vertrag von Lissabon für völlig falsch. Und solche falsche Judikatur kann es natürlich auch im Arbeitsrecht geben. – Ich danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Zanger: Jetzt haben Sie mich beleidigt!
Ich frage mich nur immer, warum eine derartige Stimmung – wenn ich es freundlich ausdrücke, ist es eine emotionale Stimmung, wenn ich es weniger freundlich ausdrücke, dann ist es schlimmstes Machogehabe (Abg. Zanger: Jetzt haben Sie mich beleidigt!) – in diesem Hohen Haus immer dann auftritt, wenn es um Frauenthemen geht, wenn es um die Gleichbehandlung von Frauen und Männern geht. (Abg. Strache: Richtig männerfeindlich ist das!) Da gibt es auf der einen Seite die dumpfen Reaktionen wie die eines Herrn Klement oder die eines Herrn Haimbuchner, oder es gibt den Versuch, inhaltlich-rechtlich zu argumentieren, wie es Herr Aspöck und Herr Fichtenbauer machen. Das Ziel ist aber immer gleich, nämlich Gleichbehandlung zu verhindern. (Abg. Zanger: Stimmt nicht! Sie verstehen das nicht richtig!)
Abg. Strache: Richtig männerfeindlich ist das!
Ich frage mich nur immer, warum eine derartige Stimmung – wenn ich es freundlich ausdrücke, ist es eine emotionale Stimmung, wenn ich es weniger freundlich ausdrücke, dann ist es schlimmstes Machogehabe (Abg. Zanger: Jetzt haben Sie mich beleidigt!) – in diesem Hohen Haus immer dann auftritt, wenn es um Frauenthemen geht, wenn es um die Gleichbehandlung von Frauen und Männern geht. (Abg. Strache: Richtig männerfeindlich ist das!) Da gibt es auf der einen Seite die dumpfen Reaktionen wie die eines Herrn Klement oder die eines Herrn Haimbuchner, oder es gibt den Versuch, inhaltlich-rechtlich zu argumentieren, wie es Herr Aspöck und Herr Fichtenbauer machen. Das Ziel ist aber immer gleich, nämlich Gleichbehandlung zu verhindern. (Abg. Zanger: Stimmt nicht! Sie verstehen das nicht richtig!)
Abg. Zanger: Stimmt nicht! Sie verstehen das nicht richtig!
Ich frage mich nur immer, warum eine derartige Stimmung – wenn ich es freundlich ausdrücke, ist es eine emotionale Stimmung, wenn ich es weniger freundlich ausdrücke, dann ist es schlimmstes Machogehabe (Abg. Zanger: Jetzt haben Sie mich beleidigt!) – in diesem Hohen Haus immer dann auftritt, wenn es um Frauenthemen geht, wenn es um die Gleichbehandlung von Frauen und Männern geht. (Abg. Strache: Richtig männerfeindlich ist das!) Da gibt es auf der einen Seite die dumpfen Reaktionen wie die eines Herrn Klement oder die eines Herrn Haimbuchner, oder es gibt den Versuch, inhaltlich-rechtlich zu argumentieren, wie es Herr Aspöck und Herr Fichtenbauer machen. Das Ziel ist aber immer gleich, nämlich Gleichbehandlung zu verhindern. (Abg. Zanger: Stimmt nicht! Sie verstehen das nicht richtig!)
Abg. Strache: Die typischen männerfeindlichen Klischees! Jetzt bricht es aus Ihnen heraus!
Meine Herren von der FPÖ! Ich finde es ein bisschen schade, dass Sie sich selbst nicht sehen können. Ihre Stimme wird betont tief, Sie lachen, bekommen gleichzeitig ein ziemlich hasserfülltes Gesicht – was auch, nebenbei gesagt, sehr hässlich macht –, und Sie klopfen sich auf Ihre Schenkel und halten Ihre Bäuche. (Abg. Strache: Die typischen männerfeindlichen Klischees! Jetzt bricht es aus Ihnen heraus!) Also, das schaut auch ziemlich lächerlich aus. Und ich frage mich eigentlich wirklich, wenn Sie sich so aufführen: Wovor fürchten Sie sich eigentlich? Was macht Ihnen so viel Angst?
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Rauch-Kallat.
meinen alle Frauen in Österreich, und Sie meinen auch Ihre Frauen, Sie meinen Ihre Mütter, Sie meinen Ihre Schwestern und Tanten und Ihre weiblichen Verwandten, und ich hoffe, dass wenigstens das vielleicht ein bisschen in Ihren Kopf hineingeht, was Sie damit wirklich anrichten. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Rauch-Kallat.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Rauch-Kallat.
Meine Damen und Herren! Das vorliegende Gesetz enthält viele positive Verbesserungen. Die Frauenministerin und die Frau Staatssekretärin haben schon darauf hingewiesen. Ich finde, es ist ein wichtiges, gutes Gesetz. Die FPÖ beweist, wie wichtig es ist. Und ich freue mich auf eine wirklich breite Zustimmung. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Rauch-Kallat.)
Abg. Dr. Fichtenbauer – auf dem Weg zum Rednerpult –: Entschuldigung! Ich gehe zurück auf 2 Minuten!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Dr. Fichtenbauer zu Wort. Gewünschte Redezeit: 3 Minuten. (Abg. Dr. Fichtenbauer – auf dem Weg zum Rednerpult –: Entschuldigung! Ich gehe zurück auf 2 Minuten!) – Bitte, Herr Abgeordneter.
Abg. Öllinger: Ja, bitte! Machen Sie aus Ihrem Herzen keine Mördergrube!
Abgeordneter Dr. Peter Fichtenbauer (FPÖ): Es gibt natürlich Situationen, in denen man nicht schweigen kann. (Abg. Öllinger: Ja, bitte! Machen Sie aus Ihrem Herzen keine Mördergrube!) Ich entwickle mich über das Niveau des unartikulierten Rufens, Schreiens hinaus und vermeide böse Worte. Bitte vielmals, zur Klarstellung: Kein Mensch der FPÖ wendet sich gegen die Gleichstellung oder hat sich gegen die Gleichstellung geäußert. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei Abgeordneten der SPÖ und der Grünen.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei Abgeordneten der SPÖ und der Grünen.
Abgeordneter Dr. Peter Fichtenbauer (FPÖ): Es gibt natürlich Situationen, in denen man nicht schweigen kann. (Abg. Öllinger: Ja, bitte! Machen Sie aus Ihrem Herzen keine Mördergrube!) Ich entwickle mich über das Niveau des unartikulierten Rufens, Schreiens hinaus und vermeide böse Worte. Bitte vielmals, zur Klarstellung: Kein Mensch der FPÖ wendet sich gegen die Gleichstellung oder hat sich gegen die Gleichstellung geäußert. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei Abgeordneten der SPÖ und der Grünen.)
Abg. Rauch-Kallat: Sie haben es zwar nicht mitbekommen, aber Sie sprechen einfach einmal dagegen!
Frau Bundesminister! Ich darf also in Richtung Regierungsbank wirklich in aller Klarheit dagegen protestieren, dass Sie aus Anlass der nüchternen Facettierung arbeitsrechtlicher Neufassungen mit diesem Gesetz dazu übergehen, die FPÖ als Männerklub zu bezeichnen, oder – ich habe das nicht ganz mitbekommen, aber „Burschen“ oder „Jungen“ hat die Frau Staatssekretärin „meine Herren von der FPÖ“ genannt. (Abg. Rauch-Kallat: Sie haben es zwar nicht mitbekommen, aber Sie sprechen einfach einmal dagegen!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Öllinger: Diese Rede merke ich mir! Die lasse ich mir ausheben!
In Richtung FPÖ haben Sie nicht den geringsten Rechtfertigungsgrund, damit aufzuwarten, dass nicht allen Aspekten der Gleichstellung, der Gleichberechtigung, der Gleichbewertung des Männer- und Frauenverhältnisses entsprochen wird, dem entgegenzutreten, auch wenn Sie noch so aufgeregt herüberbrüllen. Es ist Ihnen eben nicht recht, aber die FPÖ ist eine staatstragende Partei, die schon längst die Werte von Humanität und Rechtsgebietsadäquanz auf diesem Sektor entdeckt hat, als Sie noch weitab von solchen Gedankengängen gewesen sind. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Öllinger: Diese Rede merke ich mir! Die lasse ich mir ausheben!)
Abg. Strache: Das war wieder so eine männerfeindliche Namensverunstaltung! – Rufe und Gegenrufe zwischen der FPÖ und den anderen Fraktionen.
auf eine sehr ... (Abg. Strache: Das war wieder so eine männerfeindliche Namensverunstaltung! – Rufe und Gegenrufe zwischen der FPÖ und den anderen Fraktionen.) – Ich verstehe kein Wort!
Zwischenruf bei der FPÖ
Ich werde jetzt zum eigentlichen Thema und auf eine sachliche Ebene kommen. Wir haben vor Kurzem hier (Zwischenruf bei der FPÖ) – ich kann nicht, ich habe nur zwei Minuten – im Hohen Haus den EU-Reformvertrag ratifiziert, einen Vertrag, den leider viele zu wenig gelesen haben und der auch von sehr vielen hier im Hohen Haus missbraucht wurde, vor allem von der Freiheitlichen Partei, um gegen die Europäische Union Stimmung zu machen.
Abg. Strache: Das ist mit „wegen seines Namens“ zu ergänzen!
Die Liste ist natürlich noch viel länger. Ich werde sie in Ermangelung von ausreichend Zeit nicht fortsetzen, aber es ist ein wunderschönes Beispiel dafür, wozu uns diese Europäische Union wirklich zwingt. Wir müssen etwa in diesem Fall sicherstellen, dass niemand in Österreich diskriminiert wird, nicht wegen seines Geschlechtes, nicht wegen seiner Herkunft und auch nicht wegen seiner Rasse. (Abg. Strache: Das ist mit „wegen seines Namens“ zu ergänzen!) Genau deswegen novellieren wir heute dieses Gleichbehandlungsgesetz, und genau deswegen brauchen wir dieses vereinte Europa. Die Diskussion war notwendig. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Die Liste ist natürlich noch viel länger. Ich werde sie in Ermangelung von ausreichend Zeit nicht fortsetzen, aber es ist ein wunderschönes Beispiel dafür, wozu uns diese Europäische Union wirklich zwingt. Wir müssen etwa in diesem Fall sicherstellen, dass niemand in Österreich diskriminiert wird, nicht wegen seines Geschlechtes, nicht wegen seiner Herkunft und auch nicht wegen seiner Rasse. (Abg. Strache: Das ist mit „wegen seines Namens“ zu ergänzen!) Genau deswegen novellieren wir heute dieses Gleichbehandlungsgesetz, und genau deswegen brauchen wir dieses vereinte Europa. Die Diskussion war notwendig. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Zanger: Na bitte!
Wir haben in Österreich wieder eine engagierte, ambitionierte Gleichstellungspolitik, und das ist gut so. In dieser Novelle wird festgehalten, Belästigung, sexuelle Belästigung ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein Tatbestand, der geahndet wird, und das stört offenbar bestimmte Herrschaften. (Abg. Zanger: Na bitte!)
Beifall und Bravoruf bei der SPÖ.
Für diese Tatbestände braucht es genau diese Maßnahmen, und niemand wird es schaffen, diese Novelle schlechtzureden. Lieber sollten wir alle unsere Unterstützung einer Gleichstellungspolitik geben, die gerechte Einkommenschancen für alle Menschen und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie herstellt, denn das ist der beste Schutz vor Ungleichbehandlung und der beste Schutz auch vor allen Unbelehrbaren. (Beifall und Bravoruf bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordnete Dorothea Schittenhelm (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzte Frau Bundesministerin! Sehr verehrte Staatssekretärin! Hohes Haus! Eigentlich steht ein Thema zur Diskussion, bei dem wir uns alle einig sein sollten. Und dennoch – ich kann das nicht unwidersprochen lassen – lesen wir: „Wer schützt Österreich vor Bures?“ – Ich frage mich: Wer schützt Österreich vor solchen, sich so artikulierenden Politikern? (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich habe das nur stichwortartig aufgeschrieben: Es gehe hier um „Umerziehungsprojekte“. – Diesen Begriff kenne ich aus diversen Geschichtsbüchern. Beschämend! (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.
Es wurde gesagt: Diskriminierung der Männer, Bildungsdiskriminierung der Buben. – Wollen Sie damit sagen, dass unsere LehrerInnen, Pädagoginnen, Pädagogen die Buben in der Schule diskriminieren? – Ich glaube, es ist eine Entschuldigung angebracht. (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Und dann stellt man sich hier ans Rednerpult und beschimpft Frauen und Männer, die wir schützen und denen wir ein Maß vorgeben sollten, mit dem sie sich wohlfühlen. Das ist unsere Aufgabe! Nicht aber, hier im Haus die Menschen draußen, Frauen wie Männer zu diskriminieren. Unsere Aufgabe sollte eine höhere sein, und auch die Wortwahl hier im Haus, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist eine bedenkliche. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten des BZÖ.
Ich bewege mich sehr oft und viel in Männergremien oder oft ausschließlich in Männergremien, seit 8 Jahren als Bürgermeisterin, als Bezirksparteiobfrau in einem großen Bezirk, Korneuburg, als Landesleiterin der Frauen Niederösterreichs. Ich habe mit vielen Männern zu tun, aber diese Art der Artikulation habe ich in den ganzen Jahren meiner politischen Arbeit nicht gehört. Und ich hoffe, dass ich sie auch nie mehr wieder zu hören bekomme. (Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten des BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Gleichstellung ist ein Grundrecht und ist auch eine Voraussetzung zur Erreichung von mehr Wachstum und Wohlstand. Verschiedenste Maßnahmen zur Frauenförderung haben hier schon deutliche Fortschritte gebracht, und ich bin sicher, dass unsere Staatssekretärin Christine Marek weiter an der positiven Umsetzung arbeiten wird. Dafür meinen herzlichsten Dank! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Öllinger – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Zweytick –: Das wird knapp!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Zweytick zu Wort. Gewünschte Redezeit: 1 Minute. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Öllinger – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Zweytick –: Das wird knapp!)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
der hier im Hohen Haus gezeigt. Es ist zum Glück eine Minderheit, und es wird auch eine bleiben, wenn es so weitergeht. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Weil ich zu denen gehöre, die anderer Meinung sind, möchte ich mich von den Äußerungen meiner männlichen Kollegen distanzieren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich möchte aber auch stellvertretend für fast alle männlichen Abgeordneten des Hohen Hauses betonen, dass dies nicht unsere Sprachkultur im Umgang mit den Kolleginnen im Hohen Haus ist. Das darf ich, glaube ich, auch stellvertretend für die meisten Abgeordneten hier betonen, um da einiges richtigzustellen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Und es wurden von meinen Kollegen, die Juristen sind, einige Dinge dann in weiteren Wortmeldungen als sogenannte plakative Ausdrücke korrigiert, die jetzt von mir nicht mehr erörtert oder erwähnt werden. Ich bin kein Jurist, aber dafür gibt es schon Gesetze. Sie haben sich aber in weiteren Redebeiträgen selbst korrigiert und das als sogenannte plakative Aussagen, plakative Redewendungen dargestellt. – Seid ein bisschen ernster! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Herr Kollege Cap – Herr Kollege Mitterlehner hat sich auch schon gefragt, was die Diskussion überhaupt bringen soll –, wir zumindest in der freiheitlichen Fraktion lassen uns nicht von irgendwelchen Gender-Keulen dressieren. Wir sind keine Männchen, sondern wir sind Männer und trauen uns auch etwas zu sagen. Sie offenbar, Ihre Fraktionen trauen sich nichts mehr zu sagen. (Beifall bei der FPÖ.) Bitte, genieren Sie sich ein bisschen dafür! Das muss man auch sehen.
Abg. Broukal: Steht das dort, oder ist das Ihre Phantasie?
Jetzt wird es lustig, jetzt kommt das, was den Buben in diesen Kindergärten vorgesetzt wird: positive Körperwahrnehmung, Massage, Kosmetikkorb, eigenen Körper schön herrichten, schminken und in andere Rollen schlüpfen, das heißt, Prinzessinnenkleidchen anziehen, das heißt, Nägel lackieren. – Sehr schön. (Abg. Broukal: Steht das dort, oder ist das Ihre Phantasie?)
Beifall bei der FPÖ.
Das ist die Jugend der Zukunft, das sollen unsere Burschen der Zukunft sein. Das ist Ihre Idee. – Da, werte Kollegen, kann man nur noch lachen. Wenn Sie gerne Puppen spielen, Herr Cap oder Herr Broukal, dann tun Sie es, dann spielen Sie Puppen, aber das darf doch nicht das Ziel und die Zukunft der Gesellschaft sein. Das kann es ja wohl nicht sein! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Also, werte Kollegen von der Sozialdemokratie, machen Sie sich keine Sorgen um uns, machen Sie sich über Ihre Probleme Gedanken! Wenn Sie diese Gesellschaftspolitik so weiter betreiben, sind Sie in Zukunft wirklich nur mehr eine reine Frauenrunde, und ob das gut ist, bezweifle ich. – Viel Spaß und viel Vergnügen bei Ihren nächsten Wahlerfolgen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Sinne hoffe ich auf eine gute Umsetzung des Gesetzes, denn das bedeutet mehr Gerechtigkeit in unserem Land und das bringt die Frauen weiter. Auch wir Frauen hier im Parlament sollten mehr zusammenhalten, damit Sie sich in diesem Fall sehr wohl fürchten sollten. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Broukal.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächste zu Wort gelangt Frau Abgeordnete Mag. Brigid Weinzinger. 3 Minuten gewünschte Redezeit. – Bitte sehr. (Zwischenruf des Abg. Broukal.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordnete Mag. Brigid Weinzinger (Grüne): Herr Abgeordneter Broukal, es dürfte Ihnen entgangen sein, dass die Emotionalität und Hysterie heute eher von den Herren dieses Sektors hier (in Richtung FPÖ) gepachtet ist. Ich bleibe cool. Das Einzige, das ich diesen angeblich „Herren“ hier sagen möchte, und da widerspreche ich der Frau Kollegin Wurm, die gesagt hat, sie brauchen keine Angst zu haben: Ich finde, das stimmt gar nicht. Sie müssen sich fürchten, ja! Es geht nämlich nicht bloß darum, dass man im Kindergarten den Mädchen schon beibringt, wie man den Burschen die Spielzeugautos wegnimmt, sondern es geht noch um etwas ganz anderes. Die Frauen in diesem Land – und ich werde das aktiv unterstützen, mit allem, was demokratisch möglich ist – wollen Vorstandsposten, wollen Mandate, denn es ist unerträglich, dass so viele Männer auf Mandaten herumsitzen, die von qualifizierten Frauen viel besser zu besetzen wären. Wir wollen die Führungspositionen, wir wollen die Rektoratsjobs quer durch, und wir wollen das zumindest zu demselben Geld, das die Männer dafür bekommen. – Sie haben allen Grund, sich zu fürchten. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
gen endlich deutlich mehr Frauen hineinbekommen und nicht nur diese einigen wenigen spärlichen Männer haben oder in der Privatwirtschaft der Anteil von Frauen in Vorstandsetagen, in den Aufsichtsräten steigt oder aber das, was da so simpel als: Machen wir ein Gesetz, wo drinsteht, gleicher Lohn für gleiche Arbeit!, dargestellt wird, tatsächlich sozusagen mit Biss im Gesetz umgesetzt werden kann, zum Beispiel mit einer verpflichtenden Gleichbehandlungsbilanz für die Wirtschaftsförderung und darüber hinaus, damit die „Herren“, wie sie sich nennen, von der FPÖ wenigstens einen Grund dafür haben, dass sie sich so fürchten. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
Wir werden also auch diesem Bundes-Gleichbehandlungsgesetz zustimmen, auch wenn wir aus „diesem Sektor“, wie Sie gesagt haben, Frau Kollegin Weinzinger, kommen. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Was mir sehr wichtig ist, meine Damen und Herren: Es geht um Respekt, es geht um Würde, es geht um Anerkennung, es geht um Wertschätzung und auch um Gleichwertigkeit und Gleichbehandlung. So wie wir selbst behandelt werden möchten, so müssen wir das auch anderen zugestehen und so wollen wir auch anderen dieses Recht geben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ein Gesetz, das notwendig, das wichtig ist. Es ist die Basis, dass das Teilhaben-Können von Männern und Frauen in unserer Gesellschaft tatsächlich Realität wird und jene, die das verhindern möchten, dies nicht können. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Zusammenhang gilt mein großer Dank Frauenministerin Bures für ihr engagiertes Bemühen in Sachen Gleichstellungspolitik. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich komme zum Schluss. Durch diese Kooperation wird natürlich auch das Service im Bereich lebenslanges Lernen verstärkt. Letztendlich werden wir alle davon profitieren. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Alles in allem geht es bei dieser internationalen Zusammenarbeit in Bildung und Wissenschaft um die Ermöglichung von Weltoffenheit, und diese Weltoffenheit ist eine Voraussetzung für eine friedliche Konfliktlösung und damit für Friedenssicherung. Ich hoffe, dass der OeAD nunmehr als Gesellschaft für seine vielfältigen, verantwortungsvollen Tätigkeitsbereiche auch strukturell gut gerüstet ist, und ich wünsche im Namen der SPÖ-Fraktion dafür alles Gute für die Zukunft. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Ich hoffe, dass Sie den Mut dazu finden, diesen Leuten eine Chance zu geben, auch unabhängig von ihrer Position in den Hierarchien ämterfähig zu sein und nicht nur von Gunst und Gnade jener abzuhängen, die diese Macht besitzen und sie nicht immer zum Wohl des wissenschaftlichen Nachwuchses und zum Wohl anderer glücklich ausüben. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Fürntrath-Moretti. – Jetzt habe ich es endlich geschafft, Ihren Namen richtig auszusprechen. (Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.) – Danke schön.
Beifall bei der ÖVP.
Ich freue mich über dieses Gesetz und wünsche alles Gute. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Faul: 20!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Dr. Brinek. 2 Minuten gewünschte Redezeit. – Bitte. (Abg. Faul: 20!)
Beifall bei der ÖVP.
Also: Mit diesem Minister, mit dem Koalitionspartner – auch wenn es mühsam ist, aber er kommt drauf – über Universitäten zu verhandeln und hier alle möglichen Aspekte zu berücksichtigen, ist ein aufwändiger Prozess. Aber das werden wir gut hinbekommen, und wir werden zeitgerecht, fristgerecht ein gutes Gesetz verabschieden – zum Wohle der Universitäten und der dort handelnden männlichen und weiblichen Personen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Jarolim: Die Grünen geben Redezeit her!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Es hat sich nun Herr Abgeordneter Broukal zu Wort gemeldet. 3 Minuten gewünschte Redezeit. – Bitte. (Abg. Dr. Jarolim: Die Grünen geben Redezeit her!)
Abg. Dr. Brinek: Nein, das habe ich nicht gesagt!
Frau Kollegin, ich werde dafür sorgen, dass das, was Sie gerade gesagt haben, an Österreichs Universitäten verbreitet wird. Sie haben nicht mehr und nicht weniger gesagt, als dass Sie dem größten Teil der an diesen Universitäten tätigen Wissenschafterinnen und Wissenschaftern die Qualität absprechen, Österreichs Studierende gut auszubilden. (Abg. Dr. Brinek: Nein, das habe ich nicht gesagt!) Sie haben diesen Menschen die Qualifikation abgesprochen, selbständig in Lehre und Forschung tätig zu sein, die das jeden Tag tun! 8 000 Personen, die jeden Tag dafür hauptverantwortlich zuständig sind, dass an Österreichs Universitäten Forschung und Lehre funktioniert! Stellen Sie das jetzt nicht in Abrede! Wir haben das alle gehört und werden es morgen nachlesen können. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Schüssel: Gleich morgen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Schüssel: Gleich morgen!
Frau Kollegin, ich werde dafür sorgen, dass das, was Sie gerade gesagt haben, an Österreichs Universitäten verbreitet wird. Sie haben nicht mehr und nicht weniger gesagt, als dass Sie dem größten Teil der an diesen Universitäten tätigen Wissenschafterinnen und Wissenschaftern die Qualität absprechen, Österreichs Studierende gut auszubilden. (Abg. Dr. Brinek: Nein, das habe ich nicht gesagt!) Sie haben diesen Menschen die Qualifikation abgesprochen, selbständig in Lehre und Forschung tätig zu sein, die das jeden Tag tun! 8 000 Personen, die jeden Tag dafür hauptverantwortlich zuständig sind, dass an Österreichs Universitäten Forschung und Lehre funktioniert! Stellen Sie das jetzt nicht in Abrede! Wir haben das alle gehört und werden es morgen nachlesen können. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Schüssel: Gleich morgen!)
Abg. Strache: Oder?
die Mitbestimmung, die innere Information und das Mitspracherecht der Betriebsräte erweitert werden sollen. Auch davon ist in dem Entwurf keine Rede mehr. Es ist daher nicht richtig, Frau Kollegin Brinek, wenn du sagst, da werden wir uns schon auf etwas einigen. Wir werden uns auf nichts einigen! Entweder es kommt zu der im Regierungsprogramm vereinbarten Weiterentwicklung der Mitbestimmung der Betriebsräte (Abg. Strache: Oder?), entweder (Abg. Strache: Oder?) es kommt zu der im Regierungsprogramm vereinbarten Überführung der außerordentlichen ProfessorInnen in die Professorenkurie – oder es wird kein neues Universitätsgesetz geben. (Beifall bei der SPÖ.) Dann soll das alte in Geltung bleiben, und ganz Österreich soll wissen, vor allem an den Universitäten, wer daran schuld hat. (Oh-Rufe bei der ÖVP. – Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Strache: Oder?
die Mitbestimmung, die innere Information und das Mitspracherecht der Betriebsräte erweitert werden sollen. Auch davon ist in dem Entwurf keine Rede mehr. Es ist daher nicht richtig, Frau Kollegin Brinek, wenn du sagst, da werden wir uns schon auf etwas einigen. Wir werden uns auf nichts einigen! Entweder es kommt zu der im Regierungsprogramm vereinbarten Weiterentwicklung der Mitbestimmung der Betriebsräte (Abg. Strache: Oder?), entweder (Abg. Strache: Oder?) es kommt zu der im Regierungsprogramm vereinbarten Überführung der außerordentlichen ProfessorInnen in die Professorenkurie – oder es wird kein neues Universitätsgesetz geben. (Beifall bei der SPÖ.) Dann soll das alte in Geltung bleiben, und ganz Österreich soll wissen, vor allem an den Universitäten, wer daran schuld hat. (Oh-Rufe bei der ÖVP. – Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
die Mitbestimmung, die innere Information und das Mitspracherecht der Betriebsräte erweitert werden sollen. Auch davon ist in dem Entwurf keine Rede mehr. Es ist daher nicht richtig, Frau Kollegin Brinek, wenn du sagst, da werden wir uns schon auf etwas einigen. Wir werden uns auf nichts einigen! Entweder es kommt zu der im Regierungsprogramm vereinbarten Weiterentwicklung der Mitbestimmung der Betriebsräte (Abg. Strache: Oder?), entweder (Abg. Strache: Oder?) es kommt zu der im Regierungsprogramm vereinbarten Überführung der außerordentlichen ProfessorInnen in die Professorenkurie – oder es wird kein neues Universitätsgesetz geben. (Beifall bei der SPÖ.) Dann soll das alte in Geltung bleiben, und ganz Österreich soll wissen, vor allem an den Universitäten, wer daran schuld hat. (Oh-Rufe bei der ÖVP. – Beifall bei der SPÖ.)
Oh-Rufe bei der ÖVP. – Beifall bei der SPÖ.
die Mitbestimmung, die innere Information und das Mitspracherecht der Betriebsräte erweitert werden sollen. Auch davon ist in dem Entwurf keine Rede mehr. Es ist daher nicht richtig, Frau Kollegin Brinek, wenn du sagst, da werden wir uns schon auf etwas einigen. Wir werden uns auf nichts einigen! Entweder es kommt zu der im Regierungsprogramm vereinbarten Weiterentwicklung der Mitbestimmung der Betriebsräte (Abg. Strache: Oder?), entweder (Abg. Strache: Oder?) es kommt zu der im Regierungsprogramm vereinbarten Überführung der außerordentlichen ProfessorInnen in die Professorenkurie – oder es wird kein neues Universitätsgesetz geben. (Beifall bei der SPÖ.) Dann soll das alte in Geltung bleiben, und ganz Österreich soll wissen, vor allem an den Universitäten, wer daran schuld hat. (Oh-Rufe bei der ÖVP. – Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei der SPÖ: Das hat er nicht gesagt!
Abgeordnete Dr. Gertrude Brinek (ÖVP): Es ist sicher nachzulesen, dass ich entgegen den Aussagen des Herrn Kollegen Broukal niemals allen Lehrenden eine Qualifikation abgesprochen habe, und ich betone das. (Ruf bei der SPÖ: Das hat er nicht gesagt!) – Ja, er hat gesagt, dass ich das gesagt hätte.
Beifall bei der ÖVP.
Ich stelle richtig: Ich habe nicht gesagt, dass ich jedem Lehrenden/jeder Lehrenden die Qualifikation abspreche. Ich habe gesagt, das Richtmaß für Qualität ist Startpreis. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
In diesem Sinne nochmals vielen herzlichen Dank für die Unterstützung des OeAD. Ich schließe in diesen Dank insbesondere die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter meines Hauses ein, die sehr viel Zeit in dieses Projekt investiert haben, und ich glaube, es ist ein gutes Projekt, und die Zukunft wird das beweisen. – Vielen herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Brinek: Nein, ich kenne keinen Amtsentwurf!
Wenn der Herr Minister sagt, es handle sich um ein Diskussionspapier, das an die Medien weitergegeben worden wäre, so muss ich feststellen, das ist unrichtig. Es handelt sich um den Amtsentwurf für die Veränderung oder besser gesagt Nichtveränderung des Universitätsgesetzes 2002. (Abg. Dr. Brinek: Nein, ich kenne keinen Amtsentwurf!) Es hat Verhandlungen gegeben am letzten Donnerstag, am Montag dieser Woche, am Donnerstag dieser Woche, und es ist mir heute mitgeteilt worden, dass es keine weiteren Verhandlungen mehr geben wird ... (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Hahn.) – Ich spreche, Herr Minister, dann sprechen Sie! (Hallo-Rufe bei der ÖVP. – Neuerliche Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Hahn.) – Bitte, Frau Präsidentin, könnten Sie dem Herrn Minister sagen, dass er mir nicht ins Wort fallen soll! So viel Zeit wird sein. Sie können sich nach mir melden. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Hallo-Rufe bei der ÖVP. – Neuerliche Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Hahn.
Wenn der Herr Minister sagt, es handle sich um ein Diskussionspapier, das an die Medien weitergegeben worden wäre, so muss ich feststellen, das ist unrichtig. Es handelt sich um den Amtsentwurf für die Veränderung oder besser gesagt Nichtveränderung des Universitätsgesetzes 2002. (Abg. Dr. Brinek: Nein, ich kenne keinen Amtsentwurf!) Es hat Verhandlungen gegeben am letzten Donnerstag, am Montag dieser Woche, am Donnerstag dieser Woche, und es ist mir heute mitgeteilt worden, dass es keine weiteren Verhandlungen mehr geben wird ... (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Hahn.) – Ich spreche, Herr Minister, dann sprechen Sie! (Hallo-Rufe bei der ÖVP. – Neuerliche Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Hahn.) – Bitte, Frau Präsidentin, könnten Sie dem Herrn Minister sagen, dass er mir nicht ins Wort fallen soll! So viel Zeit wird sein. Sie können sich nach mir melden. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wenn der Herr Minister sagt, es handle sich um ein Diskussionspapier, das an die Medien weitergegeben worden wäre, so muss ich feststellen, das ist unrichtig. Es handelt sich um den Amtsentwurf für die Veränderung oder besser gesagt Nichtveränderung des Universitätsgesetzes 2002. (Abg. Dr. Brinek: Nein, ich kenne keinen Amtsentwurf!) Es hat Verhandlungen gegeben am letzten Donnerstag, am Montag dieser Woche, am Donnerstag dieser Woche, und es ist mir heute mitgeteilt worden, dass es keine weiteren Verhandlungen mehr geben wird ... (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Hahn.) – Ich spreche, Herr Minister, dann sprechen Sie! (Hallo-Rufe bei der ÖVP. – Neuerliche Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Hahn.) – Bitte, Frau Präsidentin, könnten Sie dem Herrn Minister sagen, dass er mir nicht ins Wort fallen soll! So viel Zeit wird sein. Sie können sich nach mir melden. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Es ist mir heute von Kollegin Brinek mitgeteilt worden und es ist dem Klubsekretär aus dem Büro des Ministers mitgeteilt worden, dass es keine weiteren Verhandlungen mehr geben wird und dass dieser Entwurf als Begutachtungsentwurf versendet werden wird. Ich lasse mich doch nicht für blöd halten! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Jarolim: Warum macht der Herr Minister das? – Bundesminister Dr. Hahn: Weil ich böse bin!
Wünscht die Frau Berichterstatterin ein Schlusswort? – Das ist nicht der Fall. (Abg. Dr. Jarolim: Warum macht der Herr Minister das? – Bundesminister Dr. Hahn: Weil ich böse bin!) – Herr Abgeordneter Dr. Jarolim, wir kommen zur Abstimmung!
Beifall bei den Grünen.
Deshalb werden wir Ihre Luftfahrtgesetz-Novelle ablehnen müssen, und das ist leider auch mit einer Abweichenden persönlichen Stellungnahme ausführlich zu dokumentieren gewesen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Hier geht es schlicht und einfach um 55 000 Arbeitsplätze in der Region, die wir zu erhalten haben. Ich bitte daher, dass wir die AUA nicht leichtfertig aufgeben. Wer die gestrige „Presse“ gelesen hat, der weiß, dass der Flughafen München sehr stark aufrüstet. Die warten nur darauf, dass wir hier in irgendeiner Form abspringen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Stummvoll: Geflogen!
Abgeordneter Mag. Helmut Kukacka (ÖVP): Sehr geehrte Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! Die neuen Rahmenbedingungen für den Luftverkehr, die wir heute beschließen, sind notwendig. Sie sind sinnvoll, um die europäischen Fluglinien im Allgemeinen und die AUA im Besonderen im internationalen Wettbewerb zu unterstützen und zu fördern. Wir wissen, es gibt Probleme im Luftverkehr. Die Tonne Kerosin kostet jetzt doppelt so viel wie im Durchschnitt des vorigen Jahres. Weltweit sind allein in den letzten sechs Monaten 24 Fluglinien in den Konkurs gefahren. (Abg. Dr. Stummvoll: Geflogen!) Deshalb ist es wichtig, dass die österreichische Luftverkehrswirtschaft hier besonders unterstützt wird und dass wir europaweite Synergien nutzen, die sich mit diesen neuen Rahmenbedingungen auftun. (Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.)
Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.
Abgeordneter Mag. Helmut Kukacka (ÖVP): Sehr geehrte Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! Die neuen Rahmenbedingungen für den Luftverkehr, die wir heute beschließen, sind notwendig. Sie sind sinnvoll, um die europäischen Fluglinien im Allgemeinen und die AUA im Besonderen im internationalen Wettbewerb zu unterstützen und zu fördern. Wir wissen, es gibt Probleme im Luftverkehr. Die Tonne Kerosin kostet jetzt doppelt so viel wie im Durchschnitt des vorigen Jahres. Weltweit sind allein in den letzten sechs Monaten 24 Fluglinien in den Konkurs gefahren. (Abg. Dr. Stummvoll: Geflogen!) Deshalb ist es wichtig, dass die österreichische Luftverkehrswirtschaft hier besonders unterstützt wird und dass wir europaweite Synergien nutzen, die sich mit diesen neuen Rahmenbedingungen auftun. (Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bin überzeugt davon, dass der AUA das auch gelingen wird. Und deshalb, glaube ich, sind die Rücktrittsaufforderungen gegenüber dem Vorstand und gegenüber dem Aufsichtsrat, die der Herr Kollege Kräuter im Besonderen geäußert hat, völlig unnötig, denn damit wird ganz sicher keines der AUA-Probleme gelöst. Ich glaube, politische Mandatare sollten sich hier mit politischen und öffentlichen Zurufen und Ratschlägen an börsennotierte Unternehmen zurückhalten. Aktienrecht und Organverantwortung reichen vollkommen aus. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Haben Sie nicht gesagt, die ÖBB ist konkursreif?
Herr Kollege Kräuter! Das gilt für die ÖBB, und das gilt erst recht für die börsennotierte AUA. (Abg. Öllinger: Haben Sie nicht gesagt, die ÖBB ist konkursreif?)
Beifall bei der ÖVP.
Organen, und das müssen wir tun. Alles andere wäre ein politischer und ein wirtschaftlicher Unfug! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit, meine Damen und Herren. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich bin froh – und das möchte ich nicht unerwähnt lassen –, dass gerade die Frau Staatssekretärin bei diesem heiklen Thema der Luftfahrt in Österreich immer wieder den Dialog mit den Menschen vor Ort, mit den Betroffenen, den Interessierten am Boden wie auch in der Luft führt und mit ihnen im Interesse aller Lösungen findet. Dafür danke ich der Frau Staatssekretärin sehr. Und ich bitte natürlich um Ihre Zustimmung. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Durch die Anpassung der österreichischen Vorschriften an europarechtliche Vorgaben wird einerseits allen Luftfahrtunternehmen der Gemeinschaft das Anbieten der Flugverkehrsdienste zwischen Österreich und Drittstaaten erleichtert. Andererseits, denke ich, wird dadurch ein wesentlicher Beitrag zur Sicherung des Wirtschaftsstandortes, aber auch des Tourismus erbracht. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Die Sicherstellung von Qualität und Service muss Inhalt zentraler Überlegungen der Verkehrspolitik sein. Das gilt nicht nur für den Flugverkehr, sondern auch für den normalen öffentlichen wie auch privaten Verkehr. – Ich danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich bedanke mich schlussendlich dafür, dass dieses Luftfahrtgesetz heute trotzdem beschlossen werden kann. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Neugebauer: Der Rechnungshof ist aber ein Organ des Nationalrates!
Daher würde ich bitten – das muss nicht jetzt zu später Stunde sein (Abg. Neugebauer: Der Rechnungshof ist aber ein Organ des Nationalrates!) – und glaube, wir sind alle gut beraten, Herr Kollege, wenn wir den Rechnungshof da um seine Meinung fragen. (Abg. Neugebauer: Der Rechnungshof ist aber schon noch ein Organ des Nationalrates!) – Natürlich! Er ist sogar ein Hilfsorgan! (Abg. Neugebauer: Wenn Sie Ihre Willensbildung dem Präsidenten überlassen!) – Richtig, er ist ein Hilfsorgan, und trotzdem bin ich dafür, dass wir den Herrn Präsidenten fragen, was er dazu für eine Meinung hat. Das ist wohl nicht zu viel verlangt, dass wir uns das gut überlegen.
Abg. Neugebauer: Der Rechnungshof ist aber schon noch ein Organ des Nationalrates!
Daher würde ich bitten – das muss nicht jetzt zu später Stunde sein (Abg. Neugebauer: Der Rechnungshof ist aber ein Organ des Nationalrates!) – und glaube, wir sind alle gut beraten, Herr Kollege, wenn wir den Rechnungshof da um seine Meinung fragen. (Abg. Neugebauer: Der Rechnungshof ist aber schon noch ein Organ des Nationalrates!) – Natürlich! Er ist sogar ein Hilfsorgan! (Abg. Neugebauer: Wenn Sie Ihre Willensbildung dem Präsidenten überlassen!) – Richtig, er ist ein Hilfsorgan, und trotzdem bin ich dafür, dass wir den Herrn Präsidenten fragen, was er dazu für eine Meinung hat. Das ist wohl nicht zu viel verlangt, dass wir uns das gut überlegen.
Abg. Neugebauer: Wenn Sie Ihre Willensbildung dem Präsidenten überlassen!
Daher würde ich bitten – das muss nicht jetzt zu später Stunde sein (Abg. Neugebauer: Der Rechnungshof ist aber ein Organ des Nationalrates!) – und glaube, wir sind alle gut beraten, Herr Kollege, wenn wir den Rechnungshof da um seine Meinung fragen. (Abg. Neugebauer: Der Rechnungshof ist aber schon noch ein Organ des Nationalrates!) – Natürlich! Er ist sogar ein Hilfsorgan! (Abg. Neugebauer: Wenn Sie Ihre Willensbildung dem Präsidenten überlassen!) – Richtig, er ist ein Hilfsorgan, und trotzdem bin ich dafür, dass wir den Herrn Präsidenten fragen, was er dazu für eine Meinung hat. Das ist wohl nicht zu viel verlangt, dass wir uns das gut überlegen.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Das war eine gute Rede! – Abg. Neugebauer: Bis zum Schluss! Die letzten 30 Sekunden waren schwach!
Ich denke, das kann man alles in Ruhe diskutieren, wie das System mit den Rohberichten funktionieren soll. Und das werden wir tun. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Das war eine gute Rede! – Abg. Neugebauer: Bis zum Schluss! Die letzten 30 Sekunden waren schwach!)
Beifall bei der ÖVP.
Derzeit ist der Stand so: Von 23 vorgelegten Kritikpunkten sind aus meiner Sicht zwei Drittel in etwa abgearbeitet. Einige Dinge werden in nächster Zeit noch abgearbeitet werden. Und ich hoffe und wünsche, dass man die Spanische Hofreitschule – es ist ja schwierig, so ein Unternehmen gewinnorientiert zu führen – so führt, dass sie effizient geführt wird und dass sie ihrem Auftrag als Vorzeigebetrieb im Staate Österreich gerecht wird. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
haupt komplett privatisiert werden soll und das würde mir schon irgendwie leidtun, dass dann so etwas wie eine Zuckerbäcker-Sisi-Identität Österreichs verloren geht. Das wollen wir doch alle nicht! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.
Es ist möglich, dass mit mehr Blick für das notwendige Ganze durchaus attraktiver öffentlicher Verkehr auch in den Regionen zum Vorteil der Menschen und der Umwelt entwickelbar ist. Daher sind wir gut beraten, gemeinsam diese Ziele zu verfolgen. (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Im Tierschutzgesetz ist geregelt, dass es bei der Pferdehaltung nicht zulässig ist, eine reine Boxenhaltung zu betreiben, sondern dass die Pferde mehrfach in der Woche die Möglichkeit zum freien Auslauf bekommen sollen. Ich gebe schon zu, dass das in den Räumlichkeit der Spanischen Hofreitschule gar nicht so leicht zu organisieren ist und dass man sich da etwas einfallen lassen müsste. Aber die Antwort, die ich von der vorherigen Geschäftsführung bekommen habe: Die gehen ja ohnehin einmal im Jahr auf Sommerfrische!, zeugt von glatter Ignoranz. Sie kannten im Übrigen auch die Bestimmung des Bundestierschutzgesetzes nicht. Das halte ich für blamabel für einen Vorzeigebetriebe wie die Spanische Hofreitschule. (Beifall bei den Grünen.)
Rufe bei der ÖVP: Bei den Pferden!
Das zweite Gesetz, das in meinen Augen noch eindeutiger verletzt wird, ist das Gleichbehandlungsgesetz. (Rufe bei der ÖVP: Bei den Pferden!) Da ist es wieder, das Bundes-Gleichbehandlungsgesetz und das Gleichbehandlungsgesetz, das vorschreibt, dass eine Diskriminierung von Frauen nicht zulässig ist. Nichtsdestotrotz hat es in der langjährigen, hundert- und noch länger jährigen Geschichte der Spanischen Hofreitschule keine einzige Frau als Bereiterin gegeben. Wie wir wissen, ist das ein höchst gut dotierter Job, eine prestigeträchtige Karriere mit üppigem Salär, allerdings Männern vorbehalten.
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich halte das für einen glatten Bruch des Bundes-Gleichbehandlungsgesetzes und der Verpflichtung zum Gender Mainstreaming. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Hofreitschule genauso wenig leisten wie gesellschaftspolitisch. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Jarolim: Warum kann man nicht den Herrn Abgeordneten Neugebauer zum Präsidenten machen? – Abg. Neugebauer: Ich komme auf das Angebot gerne zurück!
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Schönpass. 2 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Bitte. (Abg. Dr. Jarolim: Warum kann man nicht den Herrn Abgeordneten Neugebauer zum Präsidenten machen? – Abg. Neugebauer: Ich komme auf das Angebot gerne zurück!)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren! Sie sehen, wir sind auf einem guten Weg, die Sicherheit auf den Nebenbahnen weiter zu verbessern. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Meine Damen und Herren! Es darf heutzutage – und ich glaube, da sind wir uns alle einig – einfach nicht mehr passieren, dass Menschen auf Eisenbahnkreuzungen ihr Leben verlieren. Ich denke, wir sind uns alle darüber einig, dass da Handlungsbedarf besteht. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Allgemeiner Beifall.
Generell möchte ich abschließend darauf hinweisen, dass es notwendig wäre, gerade bei Ausgliederungen ein Ausgliederungskonzept mit konkreten Motiven und Zielsetzungen voranzustellen und insbesondere auch den arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen erhöhtes Augenmerk zuzuwenden. – Ich danke für die Aufmerksamkeit. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Aber nicht dem Kollegen Kukacka!
Meine Damen und Herren, wir befinden uns hier offensichtlich durchaus in Übereinstimmung mit dem Kollegen Pilz, denn der Kollege Pilz hat ja selbst öffentlich nach dem Immunitätsausschuss erklärt, er hätte das Verfahren gerne geführt. Ja, meine Damen und Herren, genau dieser Meinung sind wir auch. Lassen wir Peter Pilz dieses Verfahren führen! Wir vertrauen auf die Gerichte und den Rechtsstaat, meine Damen und Herren, auch in dieser Angelegenheit. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Aber nicht dem Kollegen Kukacka!)
Zwischenrufe.
Seit der XVII. Gesetzgebungsperiode hat es bereits elf Auslieferungsbegehren der Staatsanwaltschaft und der Gerichte an den Immunitätsausschuss gegeben. Achtmal wurde er nicht ausgeliefert, zweimal ausgeliefert, einmal wurde das Verfahren wegen Fristablauf nicht weiter verfolgt. Üble Nachrede, Verleumdung, Ehrenbeleidigung, falsche Beweisaussagen waren die inkriminierten Tatsachen. (Zwischenrufe.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren, für uns ist Peter Pilz so etwas wie ein politischer Wiederholungstäter, denn er hat die rechtliche Grenzüberschreitung und das Ausreizen der Rechtsordnung zum Stilmittel und zum Markenzeichen seiner Politik und seiner Selbstdarstellung gemacht und sich selbst dabei zum Aufdecker der Nation ernannt. Seine Selbstdarstellung, meine Damen und Herren, bleibt ihm selbstverständlich unbenommen, aber wir wehren uns gegen diese ständigen rechtlichen Grenzüberschreitungen. Dagegen sollen entsprechende Schranken errichtet werden. (Beifall bei der ÖVP.) Das soll aber nicht nur hier und vor allem nicht hier im Haus, mit der politischen Mehrheit, je nach politischer Opportunität festgestellt werden, sondern durch unabhängige Gerichte. Das ist unsere Meinung.
Ruf: Das behauptet er! Ob es wahr ist, weiß niemand!
Meine Damen und Herren, wir haben auch kein Verständnis, wenn Peter Pilz in der Öffentlichkeit und auch im Untersuchungsausschuss immer wieder mit E-Mails hantiert, die einem früheren Bundesminister gestohlen wurden. (Ruf: Das behauptet er! Ob es wahr ist, weiß niemand!) Peter Pilz hat selbst im Untersuchungsausschuss gesagt, dass sie ihm auf einem Datenträger und auf anonymem Weg zugekommen sind. Er soll, bitte, sagen, von wem und wie dieser Datenträger eigentlich ausschaut, meine Damen und Herren. (Abg. Sburny: Das ist unglaublich!) Er darf vor allem diese Beweismittel nicht im Verfahren und im Untersuchungsausschuss verwenden, denn nach der Verfahrensordnung ist das verboten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Sburny: Das ist unglaublich!
Meine Damen und Herren, wir haben auch kein Verständnis, wenn Peter Pilz in der Öffentlichkeit und auch im Untersuchungsausschuss immer wieder mit E-Mails hantiert, die einem früheren Bundesminister gestohlen wurden. (Ruf: Das behauptet er! Ob es wahr ist, weiß niemand!) Peter Pilz hat selbst im Untersuchungsausschuss gesagt, dass sie ihm auf einem Datenträger und auf anonymem Weg zugekommen sind. Er soll, bitte, sagen, von wem und wie dieser Datenträger eigentlich ausschaut, meine Damen und Herren. (Abg. Sburny: Das ist unglaublich!) Er darf vor allem diese Beweismittel nicht im Verfahren und im Untersuchungsausschuss verwenden, denn nach der Verfahrensordnung ist das verboten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren, wir haben auch kein Verständnis, wenn Peter Pilz in der Öffentlichkeit und auch im Untersuchungsausschuss immer wieder mit E-Mails hantiert, die einem früheren Bundesminister gestohlen wurden. (Ruf: Das behauptet er! Ob es wahr ist, weiß niemand!) Peter Pilz hat selbst im Untersuchungsausschuss gesagt, dass sie ihm auf einem Datenträger und auf anonymem Weg zugekommen sind. Er soll, bitte, sagen, von wem und wie dieser Datenträger eigentlich ausschaut, meine Damen und Herren. (Abg. Sburny: Das ist unglaublich!) Er darf vor allem diese Beweismittel nicht im Verfahren und im Untersuchungsausschuss verwenden, denn nach der Verfahrensordnung ist das verboten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Sburny: Sie reden von Moral?
Es widerspricht auch der politischen Moral, das sage ich auch. (Abg. Sburny: Sie reden von Moral?) Es widerspricht der politischen Moral, und es ist deshalb für uns auch unverständlich, wenn diese Praxis, nämlich gesetzwidrig erlangtes Material zu verwenden, um jemanden politisch abzuqualifizieren oder Verdächtigungen und Unterstellungen zu streuen, von den anderen Fraktionen widerspruchslos hingenommen wird, wenn es ins jeweilige politische Kalkül passt. Das halten wir nicht für verantwortlich. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Grünen.
Es widerspricht auch der politischen Moral, das sage ich auch. (Abg. Sburny: Sie reden von Moral?) Es widerspricht der politischen Moral, und es ist deshalb für uns auch unverständlich, wenn diese Praxis, nämlich gesetzwidrig erlangtes Material zu verwenden, um jemanden politisch abzuqualifizieren oder Verdächtigungen und Unterstellungen zu streuen, von den anderen Fraktionen widerspruchslos hingenommen wird, wenn es ins jeweilige politische Kalkül passt. Das halten wir nicht für verantwortlich. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Sburny: Wegen Überheblichkeit wäre die halbe ÖVP im Häfen! – Abg. Neugebauer: Das war aber stark, Mitzi!
Mit unserer Zustimmung zu einem solchen Politikverständnis werden Sie auch in Zukunft nicht rechnen können. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Sburny: Wegen Überheblichkeit wäre die halbe ÖVP im Häfen! – Abg. Neugebauer: Das war aber stark, Mitzi!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Abgeordneter Otto Pendl (SPÖ): Herr Präsident! Meine geschätzten Damen und Herren! Hohes Haus! Ich glaube, dass wir gut beraten sind, das ist unsere einzige Aufgabenstellung, eine rechtliche Beurteilung dieses Sachverhaltes vorzunehmen. Wir müssen zur Kenntnis nehmen, es lieben einander nicht alle. Ob einer leichter ist, schwerer ist, ob wir eine Freude mit ihm haben oder nicht, die rechtliche Aufgabe, die wir, wie ich meine, gemeinsam haben, haben wir zu erfüllen. Ich meine, dass wir für das Haus und für alle Kolleginnen und Kollegen auch für die Zukunft schlecht beraten wären, wenn wir auf Anlassfälle aufspringen oder von der guten Usance der rein rechtlichen Prüfung abrücken. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Strache: Immer, nicht einmal!
Seien wir doch einmal ehrlich! (Abg. Strache: Immer, nicht einmal!) Die Geschichte oder der Vorfall war am 5. Februar. Erst am 3. März hat dieses Haus die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses überhaupt beschlossen, und am 7. März hat er sich konstituiert. Da können wir jetzt vergleichen, wie ihr das gemacht habt, mit Unterausschüssen oder mit Untersuchungsausschüssen. Ich glaube, die Rechtslage ist klar. Ich lade Sie ein, einer guten Usance des Hauses zu folgen und rein rechtliche Beurteilungen vorzunehmen. Der politische Zusammenhang wurde von allen hergestellt. Somit ist nicht auszuliefern. (Beifall bei SPÖ und Grünen.)
Beifall bei SPÖ und Grünen.
Seien wir doch einmal ehrlich! (Abg. Strache: Immer, nicht einmal!) Die Geschichte oder der Vorfall war am 5. Februar. Erst am 3. März hat dieses Haus die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses überhaupt beschlossen, und am 7. März hat er sich konstituiert. Da können wir jetzt vergleichen, wie ihr das gemacht habt, mit Unterausschüssen oder mit Untersuchungsausschüssen. Ich glaube, die Rechtslage ist klar. Ich lade Sie ein, einer guten Usance des Hauses zu folgen und rein rechtliche Beurteilungen vorzunehmen. Der politische Zusammenhang wurde von allen hergestellt. Somit ist nicht auszuliefern. (Beifall bei SPÖ und Grünen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es wäre eigentlich gut gewesen, wenn man die Redezeit nach dem Abgeordneten Kukacka dazu benützen hätte können, um zu sagen: Jetzt, bitte, schweigen! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) 2 Minuten, eine Minute reicht schon. Diese Rede, Herr Kollege Kukacka, hat sich so selbst entlarvt wie auch schon Ihr Verhalten im Immunitätsausschuss. Das muss ich Ihnen bei dieser Gelegenheit sagen.
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Innenminister Platter zwei Kommissionen eingerichtet hat und dass dadurch ein Untersuchungsausschuss ins Rollen gekommen ist. Das war nicht das Verdienst des Abgeordneten Pilz allein, sondern des Parlaments. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Schüssel: Die Staatsanwaltschaft!
Man muss mit Abgeordnetem Pilz auch in der Beurteilung der Abgeordneten dieses Hauses nicht einer Meinung sein – ich bin es auch nicht –, um dies dennoch klar trennen zu können: Was das eine ist, ist eine politische Debatte, und was das andere ist, ist die Entscheidung darüber, ob das, was Abgeordneter Pilz gemacht hat, tatsächlich – so wie Abgeordneter Kukacka nämlich fälschlich behauptet hat, wahrheitswidrig behauptet hat – den Verdacht des Amtsmissbrauches begründet. (Abg. Dr. Schüssel: Die Staatsanwaltschaft!) Denn der steht überhaupt nicht zur Debatte, Herr Abgeordneter Kukacka, Sie haben die Unwahrheit gesagt! Es geht nicht um den Amtsmissbrauch. (Abg. Mag. Kukacka: Verdacht auf Anstiftung zum Amtsmissbrauch! Steht ja ...!)
Abg. Mag. Kukacka: Verdacht auf Anstiftung zum Amtsmissbrauch! Steht ja ...!
Man muss mit Abgeordnetem Pilz auch in der Beurteilung der Abgeordneten dieses Hauses nicht einer Meinung sein – ich bin es auch nicht –, um dies dennoch klar trennen zu können: Was das eine ist, ist eine politische Debatte, und was das andere ist, ist die Entscheidung darüber, ob das, was Abgeordneter Pilz gemacht hat, tatsächlich – so wie Abgeordneter Kukacka nämlich fälschlich behauptet hat, wahrheitswidrig behauptet hat – den Verdacht des Amtsmissbrauches begründet. (Abg. Dr. Schüssel: Die Staatsanwaltschaft!) Denn der steht überhaupt nicht zur Debatte, Herr Abgeordneter Kukacka, Sie haben die Unwahrheit gesagt! Es geht nicht um den Amtsmissbrauch. (Abg. Mag. Kukacka: Verdacht auf Anstiftung zum Amtsmissbrauch! Steht ja ...!)
Zwischenruf des Abg. Neugebauer.
Nein! Verdacht auf Anstiftung, das Amtsgeheimnis verletzt zu haben – das ist aber ein Unterschied zum Amtsmissbrauch! Was Kollege Kukacka gemacht hat, war, ihm zu unterstellen ... (Zwischenruf des Abg. Neugebauer.) – Ja, für Sie ist es vielleicht irrelevant, welche strafrechtlichen Delikte wir verhandeln. Aber Faktum ist, dass weder die Staatsanwaltschaft noch der Immunitätsausschuss – und auch Sie im Ausschuss nicht – Kollegen Pilz beschuldigt haben, dass Kollege Pilz Amtsmissbrauch begangen habe oder das Amtsgeheimnis verletzt habe, sondern die Staatsanwaltschaft hat gesagt – das ist eine merkwürdige Konstruktion, auf die ich noch zu sprechen kommen werde –, dass Abgeordneter Pilz unbekannte Täter angestiftet habe, das Amtsgeheimnis zu verletzen.
Abg. Strache: Seien wir froh, dass sie uns etwas zukommen lassen!
Das ist deshalb eine merkwürdige Konstruktion – ich habe das schon im Ausschuss gesagt; Sie haben sich ja nicht geniert, dies herinnen als Vorwurf zu wiederholen –, das ist deshalb eine merkwürdige Konstruktion, weil ich dann jede Zuschrift, die ich von einem Beamten erhalte, jedes Mail, das ich von irgendeinem Vertragsbediensteten aus dem öffentlichen Dienst erhalte (Abg. Strache: Seien wir froh, dass sie uns etwas zukommen lassen!), im Sinne dessen, was Sie wollen, Herr Abgeordneter Kukacka, an die Staatsanwaltschaft weiterleiten müsste, damit nicht ich mich der Anstiftung zur Verletzung des Amtsgeheimnisses schuldig mache. (Abg. Strache: Das ist richtig! – Zwischenruf des Abg. Hornek.)
Abg. Strache: Das ist richtig! – Zwischenruf des Abg. Hornek.
Das ist deshalb eine merkwürdige Konstruktion – ich habe das schon im Ausschuss gesagt; Sie haben sich ja nicht geniert, dies herinnen als Vorwurf zu wiederholen –, das ist deshalb eine merkwürdige Konstruktion, weil ich dann jede Zuschrift, die ich von einem Beamten erhalte, jedes Mail, das ich von irgendeinem Vertragsbediensteten aus dem öffentlichen Dienst erhalte (Abg. Strache: Seien wir froh, dass sie uns etwas zukommen lassen!), im Sinne dessen, was Sie wollen, Herr Abgeordneter Kukacka, an die Staatsanwaltschaft weiterleiten müsste, damit nicht ich mich der Anstiftung zur Verletzung des Amtsgeheimnisses schuldig mache. (Abg. Strache: Das ist richtig! – Zwischenruf des Abg. Hornek.)
Beifall bei Grünen, SPÖ und FPÖ
Wenn das wirklich Ihre Absicht und Intention ist, dann sind wir bei dem Punkt gelandet, bei dem die ganze Debatte eigentlich steht. Sie wollen einen Schreckschuss, einen Warnschuss an die Beamtenschaft in diesem Land setzen (Beifall bei Grünen, SPÖ und FPÖ), mit dem Sie der Beamtenschaft klarmachen: Lasst euch nicht mit Oppositionsabgeordneten und schon gar nicht mit Pilz ein! Denn das kann euch unter Umständen in den Verdacht der Verletzung des Amtsgeheimnisses und Peter Pilz in den Verdacht, unbekannte Täter zur Verletzung des Amtsgeheimnisses angestiftet zu haben, bringen.
Abg. Dr. Schüssel: Es geht um Pilz! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Das, Herr Kollege Kukacka, ist nicht absurd, sondern das ist ein bösartiger Vorsatz, mit dem Sie die Arbeit der Opposition insgesamt unter Strafverdacht stellen wollen. (Abg. Dr. Schüssel: Es geht um Pilz! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das lassen wir uns sicher nicht bieten! (Beifall bei Grünen, SPÖ und FPÖ.)
Beifall bei Grünen, SPÖ und FPÖ.
Das, Herr Kollege Kukacka, ist nicht absurd, sondern das ist ein bösartiger Vorsatz, mit dem Sie die Arbeit der Opposition insgesamt unter Strafverdacht stellen wollen. (Abg. Dr. Schüssel: Es geht um Pilz! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das lassen wir uns sicher nicht bieten! (Beifall bei Grünen, SPÖ und FPÖ.)
Heiterkeit bei den Grünen
Es ist ja merkwürdig, dass Abgeordneter Kukacka den Brief an die Staatsanwaltschaft schreibt, dann laut schreit: bitte strafverfolgen!, und gleichzeitig im Immunitätsausschuss der Briefempfänger ist, der daraufhin sagt: Ja, die Staatsanwaltschaft hat uns etwas geschrieben, jetzt werde ich ganz neutral und objektiv (Heiterkeit bei den Grünen) über das, was die Staatsanwaltschaft uns da geschrieben hat, urteilen, ich gebe als Herr Kukacka ein Urteil ab. – Natürlich, Herr Kukacka ist ja, wie er uns in seiner
Abg. Dr. Schüssel: Das stimmt! Richtig!
Rede bewiesen hat, immer neutral und immer ohne Vorurteile. (Abg. Dr. Schüssel: Das stimmt! Richtig!) Das haben Sie uns hier deutlich bewiesen.
ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP
Herr Kollege Kukacka! Wir können über vieles diskutieren. Aber ganz sicher sollten wir auch darüber diskutieren, dass Sie im Immunitätsausschuss gesessen sind, obwohl Sie derjenige waren, der die Strafanzeige, die Sachverhaltsdarstellung eingeleitet hat. Sie fühlen da überhaupt nichts an Befangenheit; ich sehe das sehr wohl. Wir können darüber diskutieren, ob es wirklich die Aufgabe eines Regierungsabgeordneten ist, einem Oppositionsabgeordneten vorzuhalten, dass er seine Aufgabe ernst nimmt (ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP), indem er im Innenausschuss einen Sachverhalt zur Kenntnis bringt, der dazu führt, dass der Innenminister selbst zwei Kommissionen einrichtet. Nicht Peter Pilz hat die zwei Kommissionen eingerichtet, sondern der Innenminister hat sie eingerichtet.
Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka
Das spielt für Sie keine Rolle. Sie wollen (Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka) – und das haben Sie im Immunitätsausschuss deutlich klargemacht – ein Exempel statuieren. Das zeigt, Herr Kollege Kukacka, wo Sie stehen (Abg. Mag. Kukacka: Auf der Seite des Rechts stehen wir!) und wie Sie es mit der Kontrolle des Parlaments gegenüber der Regierung halten wollen, nämlich: Null! (Beifall bei Grünen, SPÖ und FPÖ. – Abg. Mag. Kukacka: Wir stehen auf der Seite des Rechtsstaates!)
Abg. Mag. Kukacka: Auf der Seite des Rechts stehen wir!
Das spielt für Sie keine Rolle. Sie wollen (Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka) – und das haben Sie im Immunitätsausschuss deutlich klargemacht – ein Exempel statuieren. Das zeigt, Herr Kollege Kukacka, wo Sie stehen (Abg. Mag. Kukacka: Auf der Seite des Rechts stehen wir!) und wie Sie es mit der Kontrolle des Parlaments gegenüber der Regierung halten wollen, nämlich: Null! (Beifall bei Grünen, SPÖ und FPÖ. – Abg. Mag. Kukacka: Wir stehen auf der Seite des Rechtsstaates!)
Beifall bei Grünen, SPÖ und FPÖ. – Abg. Mag. Kukacka: Wir stehen auf der Seite des Rechtsstaates!
Das spielt für Sie keine Rolle. Sie wollen (Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka) – und das haben Sie im Immunitätsausschuss deutlich klargemacht – ein Exempel statuieren. Das zeigt, Herr Kollege Kukacka, wo Sie stehen (Abg. Mag. Kukacka: Auf der Seite des Rechts stehen wir!) und wie Sie es mit der Kontrolle des Parlaments gegenüber der Regierung halten wollen, nämlich: Null! (Beifall bei Grünen, SPÖ und FPÖ. – Abg. Mag. Kukacka: Wir stehen auf der Seite des Rechtsstaates!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist richtig!
Abgeordneter Mag. Dr. Martin Graf (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Leider laufen wir Gefahr, dass das Rechtsinstitut der Immunität hier im Hohen Hause beliebig und immer beliebiger wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist richtig!) Denn wir stellen fest, dass es keine Richtschnur mehr gibt (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber schon lange so!), die an sich parlamentarische Praxis gewesen ist, in welchen Fällen man ausliefert.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber schon lange so!
Abgeordneter Mag. Dr. Martin Graf (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Leider laufen wir Gefahr, dass das Rechtsinstitut der Immunität hier im Hohen Hause beliebig und immer beliebiger wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist richtig!) Denn wir stellen fest, dass es keine Richtschnur mehr gibt (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber schon lange so!), die an sich parlamentarische Praxis gewesen ist, in welchen Fällen man ausliefert.
Abg. Dr. Schüssel: Ihr macht ja eine Mehrheitsentscheidung!
Man hat dann eine zweite Frage – ich habe das vor mehreren Wochen und Monaten releviert, weil ich glaube, dass es reformbedürftig ist, ohne Frage – zu beurteilen gehabt, und da gab es eine Usance, dass man, wenn ein politischer Zusammenhang vorliegt, nicht ausgeliefert wird. Sonst müsste man sich ja in irgendeiner Art und Weise vorausfassend ein Urteil bilden, und das ist wirklich nicht Aufgabe der Abgeordneten. Dann wird es zur Mehrheitsentscheidung, und genau das wollen wir nicht, dass die Auslieferung nach Anträgen der Staatsanwaltschaft mehrheitlich abgelehnt oder ihr zugestimmt wird, und dann noch je nach politischer Gesinnung. (Abg. Dr. Schüssel: Ihr macht ja eine Mehrheitsentscheidung!)
Abg. Neugebauer: Das ja!
Es war schon verräterisch: Herr Kollege Pilz hat ein anderes Politikverständnis. (Abg. Neugebauer: Das ja!) Ja, das stimmt, auch von mir – und ich müsste ihn tagtäglich ausliefern! (Heiterkeit bei der FPÖ.) Tagtäglich, weil er ein ganz anderes Politikverständnis als ich und meine Fraktion hat – aber das allein ist zu wenig! (Beifall bei FPÖ, SPÖ und Grünen.)
Heiterkeit bei der FPÖ.
Es war schon verräterisch: Herr Kollege Pilz hat ein anderes Politikverständnis. (Abg. Neugebauer: Das ja!) Ja, das stimmt, auch von mir – und ich müsste ihn tagtäglich ausliefern! (Heiterkeit bei der FPÖ.) Tagtäglich, weil er ein ganz anderes Politikverständnis als ich und meine Fraktion hat – aber das allein ist zu wenig! (Beifall bei FPÖ, SPÖ und Grünen.)
Beifall bei FPÖ, SPÖ und Grünen.
Es war schon verräterisch: Herr Kollege Pilz hat ein anderes Politikverständnis. (Abg. Neugebauer: Das ja!) Ja, das stimmt, auch von mir – und ich müsste ihn tagtäglich ausliefern! (Heiterkeit bei der FPÖ.) Tagtäglich, weil er ein ganz anderes Politikverständnis als ich und meine Fraktion hat – aber das allein ist zu wenig! (Beifall bei FPÖ, SPÖ und Grünen.)
Abg. Mag. Kukacka: ... Sachverhaltsdarstellung!
Kukacka? – Ich traue mich nicht, das festzustellen. (Abg. Mag. Kukacka: ... Sachverhaltsdarstellung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Staatsanwaltschaft Wien ist rot, Herr Kollege!
Wenn die ÖVP einen Sachverhalt bei der Staatsanwaltschaft zur Anzeige bringt, dann wird ermittelt! Und zwar schnell, das geht innerhalb von Wochen; man könnte vor Neid erblassen. Denn wir haben mit drei Fraktionen eine Strafanzeige und Sachverhaltsdarstellungen gemacht (Abg. Ing. Westenthaler: Die Staatsanwaltschaft Wien ist rot, Herr Kollege!), die bis heute noch nicht einmal veraktet sind! Aber nicht, weil nichts dran ist.
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Politischer Zusammenhang: ein zweiter Fall, den ich immer wieder bringe. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ein Listenplatz-Zweiter auf irgendeiner Liste einer wahlwerbenden politischen Partei bringt den Listenplatz-Ersten um. (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.) Er kommt ins Parlament, dort wird dann gegen ihn ermittelt, die Staatsanwaltschaft ermittelt. Man stellt fest, dass ein politischer Zusammenhang besteht, und liefert nicht aus. Das halte ich für falsch. Der erfolgreiche Wahlbetrüger wird nicht ausgeliefert; derjenige, der nicht ins Parlament kommt, wird ausgeliefert.
Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.
Politischer Zusammenhang: ein zweiter Fall, den ich immer wieder bringe. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ein Listenplatz-Zweiter auf irgendeiner Liste einer wahlwerbenden politischen Partei bringt den Listenplatz-Ersten um. (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.) Er kommt ins Parlament, dort wird dann gegen ihn ermittelt, die Staatsanwaltschaft ermittelt. Man stellt fest, dass ein politischer Zusammenhang besteht, und liefert nicht aus. Das halte ich für falsch. Der erfolgreiche Wahlbetrüger wird nicht ausgeliefert; derjenige, der nicht ins Parlament kommt, wird ausgeliefert.
Abg. Ing. Westenthaler: Abschaffen!
Abgeordneter Mag. Dr. Martin Graf (fortsetzend): Mein Schlusssatz, und aus diesem Grunde: Setzen wir uns endlich zusammen! Überarbeiten wir bitte die Immunitätsbestimmung und die Auslieferungspraxis! (Abg. Ing. Westenthaler: Abschaffen!) Machen wir sie modern und adäquat, aber nicht beliebig und beliebiger, so wie es derzeit, nur nach rein parteipolitischen Überlegungen, immer passiert. (Beifall bei FPÖ und Grünen.)
Beifall bei FPÖ und Grünen.
Abgeordneter Mag. Dr. Martin Graf (fortsetzend): Mein Schlusssatz, und aus diesem Grunde: Setzen wir uns endlich zusammen! Überarbeiten wir bitte die Immunitätsbestimmung und die Auslieferungspraxis! (Abg. Ing. Westenthaler: Abschaffen!) Machen wir sie modern und adäquat, aber nicht beliebig und beliebiger, so wie es derzeit, nur nach rein parteipolitischen Überlegungen, immer passiert. (Beifall bei FPÖ und Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
und überarbeiten wir diese Immunität in dem Sinn, dass wir sie abschaffen! (Beifall beim BZÖ.) Die Uhrzeit passt sehr gut. Ich muss schon sagen, seien wir froh ... (Abg. Strache: Damit die Willkür dann greifen kann?)
Abg. Strache: Damit die Willkür dann greifen kann?
und überarbeiten wir diese Immunität in dem Sinn, dass wir sie abschaffen! (Beifall beim BZÖ.) Die Uhrzeit passt sehr gut. Ich muss schon sagen, seien wir froh ... (Abg. Strache: Damit die Willkür dann greifen kann?)
Abg. Ing. Westenthaler: Kein Bürger ist immun!
Herr Klubobmann! Seien wir froh, dass es jetzt null Uhr ist und wir zur Geisterstunde hier dieses erbärmliche Schauspiel abführen, bei dem uns die Bevölkerung zum Glück nicht zuschaut: wie hier der Großteil der Abgeordneten sich mit Zähnen und Klauen verbeißt und verkrallt in dieser Immunität, in diesem historischen Institut, in diesem historischen parlamentarischen Institut, das heutzutage durch nichts mehr begründet ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Kein Bürger ist immun!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: Wo liegt der Ausschuss? Liegt der Ausschuss nicht im Parlament?
Ich spreche nicht von der parlamentarischen Immunität. Die soll es weiter geben, keiner herinnen soll für das verfolgt werden, was er hier im Gesetzgebungsprozess macht, keine Frage. Aber es gibt auch die außerparlamentarische Immunität, und diese ist durch nichts zu begründen, durch absolut gar nichts, was uns als Abgeordnete hier besser macht gegenüber dem einzelnen Bürger draußen, außerhalb dieses Parlaments. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: Wo liegt der Ausschuss? Liegt der Ausschuss nicht im Parlament?)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Wenn wir hier von der Praxis reden, von der parlamentarischen Praxis in diesem Immunitätsausschuss, der nach Belieben vorgeht ... (Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Bitte beruhigen Sie sich! Wir werden der Auslieferung auch nicht zustimmen, genauso wenig, wie wir dagegen stimmen werden, und zwar genau aus diesem Grund. Das ist eine Begründung: Weil wir schon seit Monaten, seit über einem halben Jahr fordern (Abg. Dr. Graf: Das ist ja die schwächste Haltung!), diese Immunität abzuschaffen, da sie durch nichts zu begründen ist, werden wir an dieser Abstimmung aus Protest nicht teilnehmen.
Abg. Dr. Graf: Das ist ja die schwächste Haltung!
Wenn wir hier von der Praxis reden, von der parlamentarischen Praxis in diesem Immunitätsausschuss, der nach Belieben vorgeht ... (Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Bitte beruhigen Sie sich! Wir werden der Auslieferung auch nicht zustimmen, genauso wenig, wie wir dagegen stimmen werden, und zwar genau aus diesem Grund. Das ist eine Begründung: Weil wir schon seit Monaten, seit über einem halben Jahr fordern (Abg. Dr. Graf: Das ist ja die schwächste Haltung!), diese Immunität abzuschaffen, da sie durch nichts zu begründen ist, werden wir an dieser Abstimmung aus Protest nicht teilnehmen.
Abg. Dr. Graf: Das halte ich auch für falsch! Reden wir darüber!
Sagen Sie uns zum Beispiel eines: Was für einen Sinn hat diese Immunität noch, die nur blockiert, wenn Herr Abgeordneter Pilz und sonstige Herrschaften – egal, ob es der Eurofighter-Ausschuss oder sonstige Untersuchungsausschüsse waren – zureglementiert sind, wir aus Steuergeldern Zigtausende, Hunderttausende Euro für Vertraulichkeitsmaßnahmen ausgeben, hier Gesetze gebrochen werden noch und nöcher, und dann kann aufgrund der Immunität nicht ausgeliefert werden? (Abg. Dr. Graf: Das halte ich auch für falsch! Reden wir darüber!)
Beifall beim BZÖ.
Wenn hier jemand etwas macht und die Staatsanwaltschaft versucht, nur eine Befragung durchzuführen, dann soll sie das machen. Wieso weigern wir uns mit der Begründung einer Immunität, ein Gespräch mit der Staatsanwaltschaft zu führen? Was spricht dagegen? – Ich frage Sie alle! Gehen Sie in sich, schaffen wir diese Immunität ab, und setzen wir dadurch ein anständiges Zeichen für die Bevölkerung. (Beifall beim BZÖ.)