Eckdaten:
Für die 59. Sitzung der 22. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 886 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wien mit 3,65 Prozent steigt. Das ist ein großer Erfolg für unsere Kollegen, und zwar insbesondere in Wien. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Molterer: Hoffentlich weiß er es!
Bundesminister für Inneres Dr. Ernst Strasser: Diese Angabe entspricht nicht den Tatsachen, denn, wie Sie als Sicherheitssprecher Ihrer Partei sicher wissen, waren die Mehrzahl der abgebauten Stellen Verwaltungsbeamte. (Abg. Mag. Molterer: Hoffentlich weiß er es!) So haben wir das Meldeamt, das Passamt, andere Bereiche, die nicht zu den Kernaufgaben der Exekutive gehören, an die Städte, an die Magistrate übergeben, in personeller Hinsicht über 25 Prozent des Verwaltungsapparates eingespart, aber nur einen ganz kleinen Teil bei Gendarmerieposten und Wachzimmern. Das Innenministerium ist das einzige Ministerium, das im Jahre 2004 mehr Personal haben wird als im Jahre 2003, insbesondere deshalb, weil wir über 1 100 Beamte aus dem Zollbereich für die Arbeit zur Sicherheit auf den Straßen und zur Kriminalitätsbekämpfung einsetzen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bundesminister für Inneres Dr. Ernst Strasser: Diese Angabe entspricht nicht den Tatsachen, denn, wie Sie als Sicherheitssprecher Ihrer Partei sicher wissen, waren die Mehrzahl der abgebauten Stellen Verwaltungsbeamte. (Abg. Mag. Molterer: Hoffentlich weiß er es!) So haben wir das Meldeamt, das Passamt, andere Bereiche, die nicht zu den Kernaufgaben der Exekutive gehören, an die Städte, an die Magistrate übergeben, in personeller Hinsicht über 25 Prozent des Verwaltungsapparates eingespart, aber nur einen ganz kleinen Teil bei Gendarmerieposten und Wachzimmern. Das Innenministerium ist das einzige Ministerium, das im Jahre 2004 mehr Personal haben wird als im Jahre 2003, insbesondere deshalb, weil wir über 1 100 Beamte aus dem Zollbereich für die Arbeit zur Sicherheit auf den Straßen und zur Kriminalitätsbekämpfung einsetzen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bundesminister für Inneres Dr. Ernst Strasser: Die Verbrechensprävention ist ein ganz wichtiger Teil unserer Arbeit, weil jedes Verbrechen, das nicht begangen wird, die Sicherheitslage in Österreich verbessert. Deshalb gehören wir laut einer internationalen Studie schon zum zweiten Mal zu den sichersten Ländern der Welt. Prävention wird an den Schulen und auch bei unseren älteren Mitbürgern angeboten und auch sehr gerne angenommen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Rufe bei der SPÖ: Frage!
Abgeordneter Detlev Neudeck (Freiheitliche): Herr Bundesminister! Die Kriminalitätsrate in Wien ist im ersten Quartal 2004 gegenüber dem Vorjahr um 11,2 Prozent gestiegen. Sie sagten vorhin, dass laut der neuesten Statistik die Aufklärungsrate erfreulicherweise steigt. (Rufe bei der SPÖ: Frage!) Gerade im Geschäftsbereich kommt es aber immer wieder und immer häufiger zu Überfällen. Wie wollen Sie nicht nur die Aufklärungsrate verbessern, sondern auch die Prävention in Bezug auf derartige Überfälle verstärken?
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
lität, im Kampf gegen organisierte Kriminalität, was die Überfälle auf Banken, auf Juweliere et cetera betrifft –, konnte der Anstieg der Zahl der Kriminalfälle abgeschwächt werden. Wir halten jetzt bei einem zusätzlichen Anstieg von 6 Prozent, und wir hatten vor einem Jahr 22 Prozent. Wir gehen davon aus, dass sich diese Rate Monat für Monat weiter verbessert und Kriminelle und Gangster den Platz Wien meiden, weil sie wissen, dass sie dort bitter und genau verfolgt werden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen: Frage!
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Guten Morgen, Herr Bundesminister! – Herr Bundesminister, Sie haben soeben gesagt: 1 000 Personen mehr in der Sicherheitsexekutive. Ich frage mich: Warum nehmen, wenn dem so ist, die Bürger und Bürgerinnen immer weniger uniformierte Sicherheitskräfte in der Öffentlichkeit wahr? (Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen: Frage!) Das subjektive Sicherheitsempfinden des Einzelnen ist maßgeblich davon beeinflusst, dass er sieht, dass die Polizei um ihn herum ist – oder die Gendarmerie auf dem Land. Aber man sieht sie nicht. Wo sind sie denn? (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Molterer: Im Einsatz!)
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Molterer: Im Einsatz!
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Guten Morgen, Herr Bundesminister! – Herr Bundesminister, Sie haben soeben gesagt: 1 000 Personen mehr in der Sicherheitsexekutive. Ich frage mich: Warum nehmen, wenn dem so ist, die Bürger und Bürgerinnen immer weniger uniformierte Sicherheitskräfte in der Öffentlichkeit wahr? (Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen: Frage!) Das subjektive Sicherheitsempfinden des Einzelnen ist maßgeblich davon beeinflusst, dass er sieht, dass die Polizei um ihn herum ist – oder die Gendarmerie auf dem Land. Aber man sieht sie nicht. Wo sind sie denn? (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Molterer: Im Einsatz!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bundesminister für Inneres Dr. Ernst Strasser: Polizeiliche Arbeit umfasst mehrere Tätigkeitsbereiche. Wichtig ist zum einen das subjektive Sicherheitsgefühl, es ist gut, wenn man unsere Mitarbeiter sieht. Daher haben wir das Konzept des Rayonspolizisten entwickelt, der einen direkten Kontakt in der Stadt mit den Geschäftsläuten, mit den Einwohnern, mit den Hausmeistern, mit jenen Menschen hat, die sich im Grätzl, im Viertel auskennen, aber Polizeiarbeit bedeutet zum anderen auch, dass wir Kriminalbeamte in Zivil an Gefährdungsstellen haben, die dafür sorgen, dass die, die kriminell werden oder kriminell sind, auch festgenommen werden können. Es liegt in der Natur der Sache, dass nicht jeder Polizist auch erkannt werden soll, weil er damit das Ergebnis seiner Arbeit erschweren würde. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Parnigoni: Das ist ja ein Schwachsinn! Das stimmt ja überhaupt nicht!
Abgeordneter Günter Kößl (ÖVP): Herr Bundesminister! Die Zusammenlegung der bestehenden Wachekörper zu einem einheitlichen Bundeswachekörper wurde von allen vier im Parlament vertretenen Parteien gefordert. (Abg. Parnigoni: Das ist ja ein Schwachsinn! Das stimmt ja überhaupt nicht!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bundesminister für Inneres Dr. Ernst Strasser: Vor allem erwarten wir uns eine wesentliche Verbesserung in den urbanen Räumen. Derzeit ist es ja so, dass zum Beispiel vom Wachzimmer in Strebersdorf zur Gendarmeriedienststelle in Korneuburg nicht einmal der E-Mail-Verkehr möglich ist. Das bedeutet einen Vorsprung für Kriminelle. Wir wollen das daher zusammenführen und über die Landesgrenzen, über die Stadtgrenzen hinaus ermöglichen, dass unsere Polizisten erfolgreich arbeiten. Das werden wir mit der Zusammenführung zustande bringen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
dagegen. Zum Gesamtkonzept gibt es zum Teil widersprüchliche Aussagen der Personalvertretungen. Es ist unsere Aufgabe, dass wir das irgendwie koordinieren und zu gemeinsamen Ergebnissen kommen. Wichtig ist, dass wir da miteinander einen Weg suchen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Parnigoni: Wir formulieren sie ja!
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Abgeordneter, formulieren Sie bitte Ihre Frage! (Abg. Parnigoni: Wir formulieren sie ja!)
Abg. Parnigoni: Das stimmt ja nicht! Wo haben Sie die Papiere? Zeigen Sie die Papiere her!
Bundesminister für Inneres Dr. Ernst Strasser: Zunächst einmal möchte ich festhalten, dass selbstverständlich zu akzeptieren ist, wenn eine große Partei wie die der Sozialdemokraten ihre Meinung ändert. Im Jänner 2002 haben wir in sehr guten gemeinsamen Gesprächen auch gemeinsame Papiere verabschiedet (Abg. Parnigoni: Das stimmt ja nicht! Wo haben Sie die Papiere? Zeigen Sie die Papiere her!), in denen klipp und klar festgehalten worden ist, dass die Sozialdemokraten und die Volkspartei die Zusammenlegung der Wachekörper fordern. Wenn Sie ihre Haltung inzwischen geändert haben, ist das zur Kenntnis zu nehmen.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Zu Ihrer Frage: Selbstverständlich versuchen wir die Dinge zusammenzuführen. Das gilt für die Fach- und auch für die Dienstaufsicht, die Sie genannt haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
sonst zumuten möchte. Ich möchte an dieser Stelle auch dafür danken, dass unsere Mitarbeiter diese oft sehr schwierige Arbeit sehr, sehr verantwortungsbewusst und im Sinne der Menschlichkeit erledigen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich möchte mich offenen Herzens bedanken: bei der österreichischen Bevölkerung, bei den österreichischen Gemeinden, bei den Ländern und auch bei unseren Mitarbeitern im Innenministerium, denn es war deren Leistung, dass wir von 2 200 Betreuungsplätzen, die wir im Februar 2000 hatten, Ende April über 11 000 Betreuungsplätze in Österreich für Asylwerbende haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Brosz: Das war jetzt die Antwort?!
Das ist ein Riesenerfolg der Menschlichkeit der österreichischen Bevölkerung! (Abg. Brosz: Das war jetzt die Antwort?!)
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Das war keine Antwort, Herr Minister! Erstens einmal ist es die krasse Unwahrheit, dass es im Februar 2002 nur 2 200 Betreuungsplätze in Österreich gegeben hat. Ich weiß nicht, warum Sie hier so offen Dinge sagen, die nicht stimmen. (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Ruf bei der ÖVP: Fragen Sie ihn!
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (fortsetzend): Das ist die Zusatz... (Ruf bei der ÖVP: Fragen Sie ihn!) – Lieber Herr Präsident! Das, was er kann, kann ich auch oder darf ich auch, ja? (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (fortsetzend): Das ist die Zusatz... (Ruf bei der ÖVP: Fragen Sie ihn!) – Lieber Herr Präsident! Das, was er kann, kann ich auch oder darf ich auch, ja? (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Präsident Dr. Andreas Khol: Die Rollenverteilung ist hier die, dass der Minister antwortet und Sie fragen. Also fragen Sie, bitte! (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (fortsetzend): Herr Präsident, würde er antworten oder Antworten auf das geben, was ich ihn frage, gäbe es kein Problem. Wenden Sie sich an ihn! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Meine Frage ist, Herr Minister: Sie haben diese wirklich prekäre Situation mit Hunderten von obdachlosen AsylwerberInnen in Österreich unter anderem dadurch verursacht, dass Sie Signale an die österreichischen Bürgermeister ausgeschickt haben, die gelautet haben: Bitte, nur ja nicht entgegenkommen! Es gibt aber Bürgermeister, die dem nicht Folge geleistet haben, sondern der Menschlichkeit. (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Diese Bürgermeister haben der Menschlichkeit den ersten Rang eingeräumt.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
tem Raum zusammengepfercht –: Wann wird dieses menschliche Elend ein Ende finden? Dafür sind nämlich Sie verantwortlich! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bundesminister für Inneres Dr. Ernst Strasser: Ich hoffe, dass wir uns einig sind, auch über Partei- und Regierungs- und Oppositionsgrenzen hinweg: Das Konzept einer riesigen Betreuungsstelle, wie das Traiskirchen ist und war, muss man sagen, ist voll gescheitert. Es ging zu Lasten der Bürger in Traiskirchen, zu Lasten der Menschen in der gesamten Region, auch zu Lasten der Flüchtlinge und zu Lasten unserer Mitarbeiter. Daher wollen wir das beenden! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es ist ein Konzept, das vor 20, 30 Jahren von irgendwelchen Vorgängern von mir erfunden worden ist. Wir wollen das beenden! Deshalb habe ich auch eine Artikel-15a-Vereinbarung mit den Ländern getroffen. Drei Minister haben verhandelt, ich habe sie zustande gebracht. Wir haben jetzt so viele Betreuungsplätze – es gibt da eine Verfünffachung! –, wie wir gehabt haben, als ich das Amt übernommen habe, und wir werden sukzessive die Betreuungsstelle verkleinern, in eine Erstaufnahmestelle umwandeln, damit Flüchtlinge, die zu uns kommen, rasch eine Betreuung bekommen und dann über Quartiere in ganz Österreich verteilt werden können. Das ist unser Konzept! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Herr Minister, ich glaube, den Dank, den Sie an die Länder und an die Gemeinden in der Frage der Flüchtlingsunterbringung ausgesprochen haben, kann ich auf die NGOs, auf die Volkshilfe, auf die Caritas, auf das Rotes Kreuz und auch auf die zehntausend ehrenamtlichen Mitarbeiter ausdehnen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Rufe bei der ÖVP: Frage!
Herr Bundesminister! Zu Ihren Aufgaben als Minister gehört ja auch der Zivildienst. Zivildiener werden ja nicht von der Einsatzstelle verpflegt, sondern müssen sich selbst verpflegen. Der Verwaltungsgerichtshof hat festgestellt, dass eine angemessene Verpflegung in etwa 12 € kostet. (Rufe bei der ÖVP: Frage!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Er hat nicht eine Frage gestellt, sondern er hat seine Meinung langatmig kundgetan! Wir werden das jetzt alle so machen, Herr Präsident!
Bundesminister für Inneres Dr. Ernst Strasser: Die ... (Abg. Dr. Partik-Pablé: Er hat nicht eine Frage gestellt, sondern er hat seine Meinung langatmig kundgetan! Wir werden das jetzt alle so machen, Herr Präsident!)
Beifall bei der ÖVP.
„Angemessene Verpflegung“ ist in Vorarlberg natürlich etwas anderes als im Südburgenland. Daher ist es sinnvoll und vernünftig, dass der Gesamtausdruck „angemessene Verpflegung“ gilt, und es kann ja sein, dass eine Zivildienstorganisation nicht in Geldwert, sondern durch eine Verpflegungseinrichtung, die im Hause ist, die Zivildiener verpflegt – ich weiß das von mir selbst, ich war in einer solchen Einrichtung Zivildiener. (Beifall bei der ÖVP.)
Rufe bei der SPÖ: Frage! Frage! – Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung SPÖ –: Also jetzt seid aber ruhig!
Abgeordneter Matthias Ellmauer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Bundesminister! Ich halte noch einmal fest: Seit Ihrem Amtsantritt im Februar des Jahres 2000 wurden die Bundesbetreuungsplätze von 2 200 auf über 11 000 erhöht. (Rufe bei der SPÖ: Frage! Frage! – Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung SPÖ –: Also jetzt seid aber ruhig!) Seit 1. Mai sind die Kompetenzen für die Betreuung der Flüchtlinge bei den Bundesländern.
Abg. Mag. Wurm: ... eine Einleitung machen! – Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung der Abg. Mag. Wurm –: Aber schaut doch auf den Krainer! ...!
Meine Frage, Herr Bundesminister: Was unternimmt das Bundesministerium für Inneres, um eventuell auftretende Engpässe bei den Bundesländern auszugleichen? (Abg. Mag. Wurm: ... eine Einleitung machen! – Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung der Abg. Mag. Wurm –: Aber schaut doch auf den Krainer! ...!)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Bundesminister für Inneres Dr. Ernst Strasser: Es gibt jedenfalls eine Fluglinie, die – mit Hilfe des österreichischen Innenministeriums – diesem Druck standgehalten hat: Das ist die AUA, die österreichische Airline. Sie hat keine solchen Daten übermittelt. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Partik-Pablé.
Bundesminister für Inneres Dr. Ernst Strasser: Ich freue mich sehr, dass der Rat der Innenminister, der Kommissionspräsident und die Kommission dem Vorschlag Österreichs gefolgt sind. Wir haben in der letzten Sitzung der Innenminister eine grundsätzliche Einigung darüber, dass es eine Liste sicherer Drittstaaten geben soll und dass es eine Liste supersicherer Drittstaaten geben soll, wo eine Zurückweisung an der Grenze erlaubt ist, erzielt. Das ist das österreichische Konzept, das jetzt in Europa auch umgesetzt und anerkannt worden ist. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Partik-Pablé.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich weiß, dass es hier viele Diskussionen gegeben hat und auch viel Kritik von den Oppositionsparteien, aber umso mehr freue ich mich, dass Mitglieder des Innenausschusses von den Grünen und der SPÖ sich vor kurzem, vor einigen Tagen, die Betreuungsstelle Traiskirchen angesehen haben und sehr positive Worte über die Arbeit unserer Beamten gefunden haben. Ich glaube, dass wir da auf dem richtigen Weg sind, nämlich, dass wir damit jenen, die Asyl brauchen, rasch Asyl geben können, aber jenen, die aus anderen Gründen zu uns kommen, klar signalisieren, dass das Asylrecht für ihren Fall nicht anwendbar ist. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Ruf: Das ist doch keine Frage! – Zwischenruf des Abg. Neudeck.
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Herr Bundesminister! Die Opposition findet immer lobende Worte für Beamtinnen und Beamte des Innenressorts. Ich würde mich freuen, wenn ich auch einmal lobende Worte über Sie finden könnte! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Ruf: Das ist doch keine Frage! – Zwischenruf des Abg. Neudeck.)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Zurück zur Unterbringungssituation in Österreich: Sie haben uns gerade vorhin mitgeteilt, dass es im Februar 2000, zum Zeitpunkt Ihres Amtsantritts, 2 200 Betreuungsplätze gegeben hat. Ein einfacher Blick auf die Homepage des Innenministeriums hat mir jetzt gezeigt, dass am 29. Februar 2000 4 443 Menschen in Bundesbetreuung waren: Dann wird es wohl auch 4 443 Betreuungsplätze gegeben haben! (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) – Das zu Ihrem Verhältnis zu Zahlen und zur Wahrheit!
Abg. Mag. Mainoni: Das ist wieder keine Frage!
Herr Minister! Ganz konkret: Sie haben uns vorhin gesagt, sukzessive (Abg. Mag. Mainoni: Das ist wieder keine Frage!) wird Traiskirchen, dieses Großlager, abgebaut. (Abg. Steibl: Das ist keine Frage!) Als Minister haben Sie die Verantwortung, der Bevölkerung einen konkreten Zeitplan vorzulegen. (Abg. Mag. Mainoni: Die redet eine Viertelstunde! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich finde das ungerecht unseren Abgeordneten gegenüber! Die halten sich alle an die ...! – Ruf bei der ÖVP: Das ist eine „Zwei-Klassen-Gesellschaft“!)
Abg. Steibl: Das ist keine Frage!
Herr Minister! Ganz konkret: Sie haben uns vorhin gesagt, sukzessive (Abg. Mag. Mainoni: Das ist wieder keine Frage!) wird Traiskirchen, dieses Großlager, abgebaut. (Abg. Steibl: Das ist keine Frage!) Als Minister haben Sie die Verantwortung, der Bevölkerung einen konkreten Zeitplan vorzulegen. (Abg. Mag. Mainoni: Die redet eine Viertelstunde! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich finde das ungerecht unseren Abgeordneten gegenüber! Die halten sich alle an die ...! – Ruf bei der ÖVP: Das ist eine „Zwei-Klassen-Gesellschaft“!)
Abg. Mag. Mainoni: Die redet eine Viertelstunde! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich finde das ungerecht unseren Abgeordneten gegenüber! Die halten sich alle an die ...! – Ruf bei der ÖVP: Das ist eine „Zwei-Klassen-Gesellschaft“!
Herr Minister! Ganz konkret: Sie haben uns vorhin gesagt, sukzessive (Abg. Mag. Mainoni: Das ist wieder keine Frage!) wird Traiskirchen, dieses Großlager, abgebaut. (Abg. Steibl: Das ist keine Frage!) Als Minister haben Sie die Verantwortung, der Bevölkerung einen konkreten Zeitplan vorzulegen. (Abg. Mag. Mainoni: Die redet eine Viertelstunde! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich finde das ungerecht unseren Abgeordneten gegenüber! Die halten sich alle an die ...! – Ruf bei der ÖVP: Das ist eine „Zwei-Klassen-Gesellschaft“!)
Abg. Mag. Stoisits: ... ermutigen ...!
Bundesminister für Inneres Dr. Ernst Strasser: Wenn wir ein Quartier haben, werden wir das Quartier nehmen. Aber wir werden – und das sei auch sehr klar an all jene gesagt, die in diesem Bereich oft durch ihre Wortwahl und durch ihre Wortmeldungen mit dazu beitragen, dass es unsere Mitarbeiter schwerer haben, Quartiere zu organisieren – keinen Bürger und keinen Bürgermeister dazu zwingen, dass er Quartiere zur Verfügung stellen muss (Abg. Mag. Stoisits: ... ermutigen ...!), sondern wir sind dafür, dass wir im Einvernehmen mit der Bevölkerung, im Einvernehmen mit den regional Verantwortlichen gemeinsam dafür sorgen, dass sich Flüchtlinge dort, wo sie Quartier bekommen, auch grundsätzlich integrieren können. Dieser Weg ist der richtige, diesen Weg werden wir auch fortsetzen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Bundesminister für Inneres Dr. Ernst Strasser: Wenn wir ein Quartier haben, werden wir das Quartier nehmen. Aber wir werden – und das sei auch sehr klar an all jene gesagt, die in diesem Bereich oft durch ihre Wortwahl und durch ihre Wortmeldungen mit dazu beitragen, dass es unsere Mitarbeiter schwerer haben, Quartiere zu organisieren – keinen Bürger und keinen Bürgermeister dazu zwingen, dass er Quartiere zur Verfügung stellen muss (Abg. Mag. Stoisits: ... ermutigen ...!), sondern wir sind dafür, dass wir im Einvernehmen mit der Bevölkerung, im Einvernehmen mit den regional Verantwortlichen gemeinsam dafür sorgen, dass sich Flüchtlinge dort, wo sie Quartier bekommen, auch grundsätzlich integrieren können. Dieser Weg ist der richtige, diesen Weg werden wir auch fortsetzen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen – Rufe bei der SPÖ: Frage! Frage! – Abg. Steibl – in Richtung SPÖ –: Das ist nur der Ausgleich ...!
Ich frage Sie aber noch einmal, weil das die Bevölkerung doch sehr bewegt: Hat sich auf Grund Ihrer Erkenntnisse die Gefährdungslage in Europa in irgendeiner Weise verändert? Wie gefährdet ist Österreich aus Ihrer Sicht jetzt konkret? – Sie haben schon angedeutet, Sie sehen es nicht so. Ich denke mir, wir sind es der Bevölkerung schuldig (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen – Rufe bei der SPÖ: Frage! Frage! – Abg. Steibl – in Richtung SPÖ –: Das ist nur der Ausgleich ...!), hier eine ganz klare Antwort zu geben, und ich weiß, dass Sie es tun können.
Beifall bei der ÖVP.
Bundesminister für Inneres Dr. Ernst Strasser: Ja, in Teilen Europas gibt es eine erhöhte Gefährdungssituation. Diesbezüglich sind insbesondere europäische Länder wie England, Spanien, Polen und andere zu nennen. – Wir in Österreich haben auch auf Grund der sehr guten, jahrzehntelang gepflogenen Außenpolitik Österreichs, die durch Staatsmänner wie Dr. Waldheim oder Dr. Kreisky begonnen wurde und jetzt von Bundeskanzler Schüssel, auch von unserer Außenministerin Benita Ferrero-Waldner, aber auch von unserem Bundespräsidenten und, wie ich weiß, auch von unserem zukünftigen Bundespräsidenten fortgeführt wird – diese trägt einen wichtigen Teil dazu bei – Sicherheit für die Österreicherinnen und Österreicher. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesminister für Inneres Dr. Ernst Strasser: Ich halte sie für nützlich und für gut für die österreichische Sicherheit. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Die Drogendealer!
Herr Minister, warum argumentieren Sie dann pro Videoüberwachung auf öffentlichen Plätzen zur Terrorismusbekämpfung, wenn Sie sagen, auf öffentlichen Plätzen, für die österreichische Bevölkerung im Allgemeinen gebe es diese Gefahr ohnedies nicht? Glauben Sie denn wirklich, dass Terroristen auf öffentlichen Plätzen mit Videoüberwachung zu erkennen sind? (Abg. Dr. Partik-Pablé: Die Drogendealer!)
Zwischenrufe bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ
Bundesminister für Inneres Dr. Ernst Strasser: Ich glaube schlicht und einfach, dass die Polizei ähnliche Befugnisse haben soll wie jeder Tourist: Ein Tourist darf in der Kärntner Straße videofilmen (Zwischenrufe bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ), er darf den Stephansdom aufnehmen, er darf das dokumentieren, er darf das auch senden, er darf das archivieren. Die österreichische Polizei darf auf Grund der derzeitigen Gesetze das nicht. – Das möchten wir auch tun können (Zwischenrufe der Abgeordneten Sburny, Mag. Stoisits und Mandak), damit wir in einer besonderen Gefährdungssituation auf dieses Material zurückgreifen können. Das ist der Sinn des neuen Gesetzes! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Schicken Sie Ihre Polizisten auf Urlaub, dann können sie filmen!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Sburny, Mag. Stoisits und Mandak
Bundesminister für Inneres Dr. Ernst Strasser: Ich glaube schlicht und einfach, dass die Polizei ähnliche Befugnisse haben soll wie jeder Tourist: Ein Tourist darf in der Kärntner Straße videofilmen (Zwischenrufe bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ), er darf den Stephansdom aufnehmen, er darf das dokumentieren, er darf das auch senden, er darf das archivieren. Die österreichische Polizei darf auf Grund der derzeitigen Gesetze das nicht. – Das möchten wir auch tun können (Zwischenrufe der Abgeordneten Sburny, Mag. Stoisits und Mandak), damit wir in einer besonderen Gefährdungssituation auf dieses Material zurückgreifen können. Das ist der Sinn des neuen Gesetzes! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Schicken Sie Ihre Polizisten auf Urlaub, dann können sie filmen!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Schicken Sie Ihre Polizisten auf Urlaub, dann können sie filmen!
Bundesminister für Inneres Dr. Ernst Strasser: Ich glaube schlicht und einfach, dass die Polizei ähnliche Befugnisse haben soll wie jeder Tourist: Ein Tourist darf in der Kärntner Straße videofilmen (Zwischenrufe bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ), er darf den Stephansdom aufnehmen, er darf das dokumentieren, er darf das auch senden, er darf das archivieren. Die österreichische Polizei darf auf Grund der derzeitigen Gesetze das nicht. – Das möchten wir auch tun können (Zwischenrufe der Abgeordneten Sburny, Mag. Stoisits und Mandak), damit wir in einer besonderen Gefährdungssituation auf dieses Material zurückgreifen können. Das ist der Sinn des neuen Gesetzes! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Schicken Sie Ihre Polizisten auf Urlaub, dann können sie filmen!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Frage?!
Jetzt die Frage an Sie – und es war ja in den Pressemeldungen nachzulesen, dass Sie glauben (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Frage?!), dass durch Videoüberwachungsanlagen und durch Schutzzonen der Terrorismus bekämpft werden sollte –: Wie, Herr Innenminister, stellen Sie sich denn das vor? (Abg. Mag. Mainoni: Das ist doch ganz einfach: biometrische Maße!)
Abg. Mag. Mainoni: Das ist doch ganz einfach: biometrische Maße!
Jetzt die Frage an Sie – und es war ja in den Pressemeldungen nachzulesen, dass Sie glauben (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Frage?!), dass durch Videoüberwachungsanlagen und durch Schutzzonen der Terrorismus bekämpft werden sollte –: Wie, Herr Innenminister, stellen Sie sich denn das vor? (Abg. Mag. Mainoni: Das ist doch ganz einfach: biometrische Maße!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Bundesminister für Inneres Dr. Ernst Strasser: Nein, Schutzzonen sind für unsere Kinder und für ältere Menschen gedacht, die durch Drogenhändler, durch Diebsbanden und Ähnliches mehr gefährdet sind. Es soll grundsätzlich die Möglichkeit bestehen, dass durch die Betroffenen selbst Anträge gestellt werden können, Schutzzonen im Bereich von Schulen, von öffentlichen Plätzen, von Altersheimen, von Krankenhäusern, dort, wo eine akute Gefährdungssituation für Menschen, die besonders schutzbedürftig sind, besteht, einzurichten. – Das ist unser Konzept! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Bundesminister für Inneres Dr. Ernst Strasser: Die Praxis zeigt – Sie haben sich selbst ein Bild davon machen können –, dass es funktioniert. Danke an die Beamten, die das penibel und gut vorbereitet haben und dafür gesorgt haben, dass die Erstaufnahmestelle ab dem ersten Tag funktioniert. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich möchte mich bei dieser Gelegenheit bei den Ländern und bei den Gemeinden bedanken, die alles daransetzen, diese Quartiere zu organisieren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Stummvoll: Zusatzfrage!
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Herr Bundesminister, ehrlich gesagt: Es beeindruckt mich nicht sehr, dass, wenn die Bund-Länder-Vereinbarung in Kraft tritt, 200 Menschen weniger in Traiskirchen sind. Ich weiß nicht, wen man da loben sollte. Sie jedenfalls nicht! (Abg. Dr. Stummvoll: Zusatzfrage!) Aber auch die Bundesländer nicht, denn das ist ein bisschen wenig! (Abg. Grillitsch: Wo ist die Frage? – Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen: Frage!)
Abg. Grillitsch: Wo ist die Frage? – Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen: Frage!
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Herr Bundesminister, ehrlich gesagt: Es beeindruckt mich nicht sehr, dass, wenn die Bund-Länder-Vereinbarung in Kraft tritt, 200 Menschen weniger in Traiskirchen sind. Ich weiß nicht, wen man da loben sollte. Sie jedenfalls nicht! (Abg. Dr. Stummvoll: Zusatzfrage!) Aber auch die Bundesländer nicht, denn das ist ein bisschen wenig! (Abg. Grillitsch: Wo ist die Frage? – Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen: Frage!)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen
Ich habe jetzt eine entscheidende Zusatzfrage zur Zukunft. Sie haben einen Verordnungsentwurf über die Frage, wer künftig Betreuungsstellen betreten darf, in Begutachtung geschickt. Wir waren am Dienstag in Traiskirchen, und (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen) – das ist die Frage, Herr Präsident! (Abg. Grillitsch: Wo ist die Frage?) – man hat die Medien ausgesperrt, obwohl es ja dort, wie Sie sagen, nichts gibt, was zu verstecken ist. Jetzt planen Sie laut besagtem Verordnungsentwurf, NGOs, also nichtstaatlichen Organisationen, den Zutritt zu Betreuungseinrichtungen zu verbieten.
Abg. Grillitsch: Wo ist die Frage?
Ich habe jetzt eine entscheidende Zusatzfrage zur Zukunft. Sie haben einen Verordnungsentwurf über die Frage, wer künftig Betreuungsstellen betreten darf, in Begutachtung geschickt. Wir waren am Dienstag in Traiskirchen, und (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen) – das ist die Frage, Herr Präsident! (Abg. Grillitsch: Wo ist die Frage?) – man hat die Medien ausgesperrt, obwohl es ja dort, wie Sie sagen, nichts gibt, was zu verstecken ist. Jetzt planen Sie laut besagtem Verordnungsentwurf, NGOs, also nichtstaatlichen Organisationen, den Zutritt zu Betreuungseinrichtungen zu verbieten.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Mainoni: Was darf Sie mehr als andere Abgeordnete?
Was steckt da dahinter, Herr Bundesminister? (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Mainoni: Was darf Sie mehr als andere Abgeordnete?)
Abg. Mag. Mainoni: So schaut es aus!
Bundesminister für Inneres Dr. Ernst Strasser: Zunächst: Es ist halt eine tragische Angelegenheit, aber offensichtlich kann ich es Ihnen nicht leicht recht machen. Noch im Dezember haben Sie verlangt, dass wir die Betreuungsstelle Traiskirchen öffnen, und zwar über 1000 Plätze hinaus. Im Einvernehmen mit dem Herrn Bürgermeister und dem Gemeinderat von Traiskirchen haben wir das auch getan, weil es mir lieber war, dafür zu sorgen, dass dort bis zu 1 600 Betreute leben, als 600 stehen auf der Straße. (Abg. Mag. Mainoni: So schaut es aus!) Das ist nicht optimal, aber besser so als anders.
Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen: Nie!
Jetzt wieder sind Sie dagegen, dass zu viele dort sind! Ich kann es Ihnen offensichtlich nicht immer recht machen (Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen: Nie!), aber ich werde mich nach Kräften bemühen.
Ruf bei der SPÖ: Was sind unwürdige Fotografen?
Was Ihre Frage betrifft, so darf ich Ihnen sehr klar sagen: Niemand schließt irgendjemanden aus, aber Voraussetzung ist, dass unsere Beamten in Ruhe arbeiten können, dass es keinen Wirbel gibt, dass es keine unnötigen Fotografen, dass es keine Kameras gibt – bei Menschen, die in die Erstaufnahmestelle kommen! (Ruf bei der SPÖ: Was sind unwürdige Fotografen?) Das ist ein unwürdiges Bild! Das ist eine unwürdige Tatsache! Das wollen wir unterbinden, das wollen wir nicht haben! (Abg. Mag. Stoisits: Unwürdige Zustände!)
Abg. Mag. Stoisits: Unwürdige Zustände!
Was Ihre Frage betrifft, so darf ich Ihnen sehr klar sagen: Niemand schließt irgendjemanden aus, aber Voraussetzung ist, dass unsere Beamten in Ruhe arbeiten können, dass es keinen Wirbel gibt, dass es keine unnötigen Fotografen, dass es keine Kameras gibt – bei Menschen, die in die Erstaufnahmestelle kommen! (Ruf bei der SPÖ: Was sind unwürdige Fotografen?) Das ist ein unwürdiges Bild! Das ist eine unwürdige Tatsache! Das wollen wir unterbinden, das wollen wir nicht haben! (Abg. Mag. Stoisits: Unwürdige Zustände!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Das werden wir auch in Zukunft so halten, Frau Abgeordnete! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Schieder: Das ist nicht die Frau Stoisits!
Im Übrigen darf ich Sie, Frau Abgeordnete Stoisits, darauf hinweisen, dass in den Erläuterungen ... (Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Schieder: Das ist nicht die Frau Stoisits!)
Abg. Mag. Stoisits: Aber ja! Natürlich!
Ist es mir gestattet, zur Frau Abgeordneten Stoisits (Abg. Mag. Stoisits: Aber ja! Natürlich!) noch etwas zu sagen, Herr Abgeordneter Schieder?
Abg. Mag. Stoisits: Jede Antwort erfreut mich, wenn er eine gibt! – Abg. Öllinger: Wenn er eine gibt!
Präsident Dr. Andreas Khol: Das entscheidet die Geschäftsordnung, Herr Bundesminister! Aber ich glaube, Frau Abgeordnete Stoisits wird sich über Ihre Antwort freuen. (Abg. Mag. Stoisits: Jede Antwort erfreut mich, wenn er eine gibt! – Abg. Öllinger: Wenn er eine gibt!)
Abg. Mag. Stoisits: Ja! Und Sie wollen ja das Gegenteil tun!
„Damit besteht die Möglichkeit, etwa angemeldete Gäste – ob nun Vertreter von Medien oder NGO’s – jedenfalls das Betreten der Betreuungseinrichtungen zu ermöglichen.“ (Abg. Mag. Stoisits: Ja! Und Sie wollen ja das Gegenteil tun!)
Rufe bei der SPÖ: Ungeheuerlich!
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Bundesminister, haben Sie noch weitere Antworten oder ist die Frage von Frau Königsberger-Ludwig endgültig beantwortet? – Danke! (Rufe bei der SPÖ: Ungeheuerlich!)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn.
Diese sehr konsequente Arbeit zeitigt auch Früchte, sowohl an der Grenze und bei der Ersteinvernahme als auch dann im Asylverfahren. Wir konnten damit die Asylwerberzahlen um mindestens die Hälfte verringern. Das bedeutet, dass jene, die wirklich Asyl brauchen, eher zu uns kommen, rascher Asyl bekommen, während man jene, die aus anderen Gründen zu uns kommen, klar darauf hinweisen muss – und man tut das auch –, dass das Asylrecht in diesem Fall nicht greift. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Eder.
Bundesminister für Inneres Dr. Ernst Strasser: Das Innenressort unterstützt sowohl die Überlegungen der Personalvertretungen als auch jene der Gewerkschaften für eine besondere Beachtung der besonderen Arbeitssituation von Exekutivbeamten sehr. Ich bin auch sehr dankbar dafür, dass die Bundesregierung in ihrer Regierungserklärung und in ihrem Regierungsprogramm ein klares Bekenntnis zu einem neuen Bundesmitarbeitergesetz, in dem die Frage der Behandlung von Exekutivbeamten in einem eigenen Kapitel sinnvoll geregelt werden soll, abgegeben hat. Die Vorarbeiten dazu werden im Herbst beginnen. Das Innenministerium wird sich daran intensiv beteiligen. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Eder.)
Zwischenruf bei der SPÖ. – Abg. Parnigoni: ... Idee!
Woran scheitert es, dass es ein eigenes Exekutivdienstgesetz gibt? Ist es richtig, dass es, wie ich gehört habe, Bundeskanzler Schüssel ablehnt, ein solches Gesetz zu genehmigen? (Zwischenruf bei der SPÖ. – Abg. Parnigoni: ... Idee!)
Abg. Parnigoni: Er schwindelt sich an der Frage vorbei!
Bundesminister für Inneres Dr. Ernst Strasser: Im Gegenteil: Der Herr Bundeskanzler hat ja Auftrag gegeben, die Vorarbeiten für ein Bundesmitarbeitergesetz aufzunehmen (Abg. Parnigoni: Er schwindelt sich an der Frage vorbei!), und in diesem Bundesmitarbeitergesetz werden die Exekutivbeamten auf Grund ihrer besonderen Arbeitssituation auch einen eigenen Schwerpunkt bilden. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Bundesminister für Inneres Dr. Ernst Strasser: Im Gegenteil: Der Herr Bundeskanzler hat ja Auftrag gegeben, die Vorarbeiten für ein Bundesmitarbeitergesetz aufzunehmen (Abg. Parnigoni: Er schwindelt sich an der Frage vorbei!), und in diesem Bundesmitarbeitergesetz werden die Exekutivbeamten auf Grund ihrer besonderen Arbeitssituation auch einen eigenen Schwerpunkt bilden. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten der Grünen und der SPÖ.
Meine Frage lautet daher: Welche Maßnahmen planen Sie jetzt im Zuge der Zusammenlegung der Exekutivkörper und im Rahmen der damit verbundenen Personalentwicklungspläne, um den Frauenanteil insbesondere in den Führungspositionen deutlich zu erhöhen? Ich nehme doch an, dass auch Sie Frauen für qualifiziert genug halten. (Beifall bei Abgeordneten der Grünen und der SPÖ.)
Abg. Mag. Weinzinger: ... Antwort ...!
Bundesminister für Inneres Dr. Ernst Strasser: Frauen sind für exekutivdienstliche Tätigkeiten genauso qualifiziert wie Männer. Wir haben die Situation, dass es erst seit etwa 13, 14 Jahren Frauen überhaupt gibt im Exekutivdienst. Wir haben daher einen großen Anteil junger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich außerordentlich bewähren, die ihre Frau und ihren Mann stehen, sich dankenswerterweise sukzessive für Führungspositionen bewerben und diese auch erhalten, wenn die Bestellungskommission zustimmt und wenn es die Möglichkeit zur Betrauung gibt. (Abg. Mag. Weinzinger: ... Antwort ...!)
Abg. Parnigoni: Aber die Frage haben Sie nicht beantwortet!
Beschlussfassung übergeben können. Wenn das Parlament zu Ergebnissen kommt, wollen wir im Herbst mit der Umsetzungsvorbereitung und – wenn der Terminplan in jener Präzision eingehalten wird, wie er im März 2003 erstellt wurde – mit Jahreswechsel 2004/2005 mit der Umsetzung beginnen. Ich möchte alles tun, damit Mitte 2006 die Umsetzung dieser Zusammenführung abgeschlossen ist. (Abg. Parnigoni: Aber die Frage haben Sie nicht beantwortet!)
Abg. Heinzl: Frage!
Abgeordneter Alfred Schöls (ÖVP): Herr Bundesminister! Die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst fordert ja bereits seit Mitte der neunziger Jahre für den speziellen Dienst der Exekutivbediensteten erforderliche Regelungen. Wir hatten bei den früher Zuständigen Schlögl, Einem und Ruttenstorfer wenig Erfolg. (Abg. Heinzl: Frage!) Welche Regelungen können Sie sich für ein eigenständiges Pensionsrecht der Exekutivbeamten vorstellen? (Ruf: Harmonisierung!)
Ruf: Harmonisierung!
Abgeordneter Alfred Schöls (ÖVP): Herr Bundesminister! Die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst fordert ja bereits seit Mitte der neunziger Jahre für den speziellen Dienst der Exekutivbediensteten erforderliche Regelungen. Wir hatten bei den früher Zuständigen Schlögl, Einem und Ruttenstorfer wenig Erfolg. (Abg. Heinzl: Frage!) Welche Regelungen können Sie sich für ein eigenständiges Pensionsrecht der Exekutivbeamten vorstellen? (Ruf: Harmonisierung!)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Bundesminister für Inneres Dr. Ernst Strasser: Wir haben dazu sehr gute Gespräche mit der Personalvertretung und den Gewerkschaften geführt. Es gibt auch ein gemeinsames Verständnis der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst mit dem Dienstgeber, dem Innenministerium. Jetzt geht es darum, diese Konzepte mit dem zuständigen Personalamt der Republik, mit dem Bundeskanzleramt, zu verhandeln und im Parlament die entsprechenden legistischen Vorschläge vorzulegen, zu diskutieren und zu beschließen. Das soll im Herbst dieses Jahres beginnen. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Eine „Wahnsinnsfrage“!
Abgeordneter Jochen Pack (ÖVP): Sehr geehrter Herr Bundesminister! Wie wird die Terrorismusbekämpfung in Österreich koordiniert? (Abg. Öllinger: Eine „Wahnsinnsfrage“!)
Ironische Heiterkeit bei den Grünen.
Bundesminister für Inneres Dr. Ernst Strasser: Dieser Vorgang ist mir in dieser Art nicht bekannt. (Ironische Heiterkeit bei den Grünen.) Ich habe eine klare Information darüber, dass alle datenschutzrechtlichen Bestimmungen, nicht nur in diesem Fall, sondern in allen anderen Fällen, in denen österreichische Beamte am Werk waren, eingehalten worden sind. (Abg. Dr. Lichtenberger: Das ist ja ungeheuerlich!)
Abg. Dr. Lichtenberger: Das ist ja ungeheuerlich!
Bundesminister für Inneres Dr. Ernst Strasser: Dieser Vorgang ist mir in dieser Art nicht bekannt. (Ironische Heiterkeit bei den Grünen.) Ich habe eine klare Information darüber, dass alle datenschutzrechtlichen Bestimmungen, nicht nur in diesem Fall, sondern in allen anderen Fällen, in denen österreichische Beamte am Werk waren, eingehalten worden sind. (Abg. Dr. Lichtenberger: Das ist ja ungeheuerlich!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Bundesminister für Inneres Dr. Ernst Strasser: Ich möchte mich einmal mehr bei Mitgliedern des österreichischen Nationalrates herzlich dafür bedanken, dass wir für die zusätzlichen Sicherheitsaufgaben, die wir für die österreichische Exekutive auf Grund der internationalen Kriminalitätsentwicklung und der Terrorismusgefahr sehen, ein Sonderbudget für das Jahr 2004 zur Verfügung gestellt bekommen haben. Es sind insgesamt 36 Millionen €, die wir heuer in neue EDV-Systeme, in neues technisches Equipment, in Autos, in Baulichkeiten investieren können, damit unsere Mitarbeiter ihre Arbeit tun können, und wir haben auch 150 zusätzliche Planstellen zur Kriminalitätsbekämpfung bekommen. Ich möchte mich daher bei den Abgeordneten der ÖVP und der FPÖ für dieses zusätzliche Paket herzlich bedanken. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Parnigoni: Vier Jahre! – Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.
Wir haben keine EDV-Verbindungen zwischen Polizei und Gendarmerie, deshalb arbeiten wir daran, ... (Abg. Parnigoni: Vier Jahre! – Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.) Liebe Frau Abgeordnete Wurm: Was fünf, sieben, zehn, zwölf sozialdemokratische Innenminister in 30 Jahren sozusagen hinterlassen haben, braucht einige Zeit, bis es aufgearbeitet ist. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir haben keine EDV-Verbindungen zwischen Polizei und Gendarmerie, deshalb arbeiten wir daran, ... (Abg. Parnigoni: Vier Jahre! – Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.) Liebe Frau Abgeordnete Wurm: Was fünf, sieben, zehn, zwölf sozialdemokratische Innenminister in 30 Jahren sozusagen hinterlassen haben, braucht einige Zeit, bis es aufgearbeitet ist. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Heinzl: Blablabla!
Wir werden auch hier einen Meilenstein weiter zu einer besseren Koordinierung und Arbeit der österreichischen Polizei setzen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Heinzl: Blablabla!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich muss an dieser Stelle sehr klar sagen: Kriminalitätsbekämpfung ist nicht etwas für eine eigene Kaste innerhalb der Polizei – Kriminalitätsbekämpfung soll in Zukunft jeder Polizist machen können und auch machen. Deshalb schaffen wir ein neues System, das die Kriminalitätsbekämpfung für alle unsere Mitarbeiter zu einer Hauptaufgabe macht. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bundesminister für Inneres Dr. Ernst Strasser: Es ist richtig, dass das Expertenpapier dieses Konzept, das Sie zitieren, vorgesehen hat. Wir haben in vielen, in 25 Diskussionen mit unseren Mitarbeitern viele gute Informationen gerade in diesem Bereich bekommen, sodass wir in dem jetzt vorliegenden Endpapier eine Adaptierung dieses Konzepts vornehmen konnten, die Rücksicht nimmt auf die Besonderheiten des ländlichen Raumes und die Möglichkeit eines gemischten Systems beinhaltet: auf der einen Seite in urbanen Räumen fixe Hundestaffeln, auf der anderen Seite in ländlichen Räumen Hundestaffeln, die ähnlich wie bisher bei der Gendarmerie organisiert werden können. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Rufe bei der ÖVP: Nein, nicht schon wieder! Sie haben ein Trauma!
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Guten Morgen, meine Damen und Herren an den Fernsehgeräten! Sie haben ja in der Vergangenheit mithören dürfen, als wir darüber gesprochen haben, wie die Millionen von der Industriellenvereinigung an Vereine im Umfeld unseres Herrn Finanzministers geflossen sind. (Rufe bei der ÖVP: Nein, nicht schon wieder! Sie haben ein Trauma!)
Die Abgeordneten Neudeck, Dipl.-Ing. Scheuch und Wittauer verteilen Blumen an die weiblichen Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen. – Unruhe im Saal.
1999, als noch ein sozialdemokratischer Finanzminister, nämlich Rudolf Edlinger, verantwortlich war, betrug das Wachstum 2,7 Prozent, im Jahr 2000 als Ergebnis der neu gestalteten Politik 3,4 Prozent. (Die Abgeordneten Neudeck, Dipl.-Ing. Scheuch und Wittauer verteilen Blumen an die weiblichen Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen. – Unruhe im Saal.)
Beifall bei der ÖVP.
Präsident Dr. Andreas Khol: Meine Damen und Herren von den Vergissmeinnicht verteilenden Freiheitlichen! Bitte, stören Sie nicht den Redner, verteilen Sie die Blumen während der Ausführungen eines Redners Ihrer Fraktion! (Beifall bei der ÖVP.) – An sich sind Myosotis sehr schöne Blumen.
Die Abgeordneten Neudeck, Dipl.-Ing. Scheuch und Wittauer setzen mit der Verteilung der Blumen fort. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (fortsetzend): Angesichts der Qualität des Gesetzes, das Sie hier vorlegen, wollen Sie gerne mit Blumen davon ablenken. (Die Abgeordneten Neudeck, Dipl.-Ing. Scheuch und Wittauer setzen mit der Verteilung der Blumen fort. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Heiterkeit – Abg. Lentsch: Er kennt sich nicht einmal bei Blumen aus!
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (fortsetzend): Wenn jetzt die Verteilung des Flieders beendet ist (Heiterkeit – Abg. Lentsch: Er kennt sich nicht einmal bei Blumen aus!), können wir uns wieder jenen großen Fliederbüschen zuwenden, die hier ausgeteilt worden sind. – Das Vergissmeinnicht war schon geplant: Jene, die diese Steuergeschenke erhalten, sollen auch daran denken! Man sollte aber der Bevölkerung einmal sagen, wer die Geschenknehmer sind. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (fortsetzend): Wenn jetzt die Verteilung des Flieders beendet ist (Heiterkeit – Abg. Lentsch: Er kennt sich nicht einmal bei Blumen aus!), können wir uns wieder jenen großen Fliederbüschen zuwenden, die hier ausgeteilt worden sind. – Das Vergissmeinnicht war schon geplant: Jene, die diese Steuergeschenke erhalten, sollen auch daran denken! Man sollte aber der Bevölkerung einmal sagen, wer die Geschenknehmer sind. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
Ein sozialdemokratischer Finanzminister hinterließ – unter Berücksichtigung einer besseren Konjunktur weltweit – ein Wirtschaftswachstum von 2,7 und dann 3,4 Prozent. Dann hatten wir weltweit einen Rückgang der Konjunktur zu verzeichnen. Jede Regierung hat danach zu trachten, in Zeiten einer rückläufigen Konjunktur Impulse für Wirtschaftswachstum, für Investitionen und für Arbeitsplätze zu setzen. Was hat diese schwarz-blaue, Entschuldigung, damals noch blau-schwarze Regierung gemacht? – Das Lehrbeispiel einer falschen Budgetpolitik! (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Mainoni: Das ist so falsch wie nur was! – Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Grasser.
Das heißt, er ist, obwohl das prognostizierte Wachstum geringer als jenes beim Kollegen Edlinger ist, bereits wieder bei einem Defizit von 2 Prozent angelangt. Das letzte von Minister Edlinger vorbereitete Budget für das Jahr 2000 hat ein Defizit von 1,5 Prozent ausgewiesen. Das heißt ein schlechteres Wachstum und ein höheres Defizit. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Mainoni: Das ist so falsch wie nur was! – Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Grasser.) Sie werden doch nicht behaupten, dass Sie das Budget 2000 in allen Details ausverhandelt haben, Herr Minister, also können Sie sich derartige Zwischenbemerkungen sparen!
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Aber jetzt kommen wir zur großen Entlastung, die die große Ernte für die Österreicherinnen und Österreicher gewesen sein soll. Im Mittelbauch der Progression, bei dem, was die Menschen im Schnitt verdienen, beträgt die Entlastung bei 1 900 € brutto nur 12 € im Monat. Der Durchschnitt liegt kaum darüber. Gleichzeitig wird bei der Körperschaftsteuer das Gesamtsteueraufkommen von 4,3 auf 3,2 Milliarden reduziert – aber nicht für die 29 000 GesmbHs, die viele Beschäftigte haben, die Handwerksbetriebe, Handelsbetriebe, kurzum brav arbeitende Wirtschaftstreibende sind und schon jetzt mehr als 34 Prozent zahlen, weil sie die MindestKöSt zahlen müssen. Diese Mindestkörperschaftsteuer haben Sie unverändert gelassen. Sie haben den kleinen Betrieben nichts gegeben und die großen in Gießkannenmanier überschüttet! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Rufe bei den Freiheitlichen: Oje! – Abg. Wattaul: Falls vorhanden!
Somit wollen wir uns der Frage zuwenden: Was bringt das für Investition und Beschäftigung? Wenn wir den Hausverstand einschalten (Rufe bei den Freiheitlichen: Oje! – Abg. Wattaul: Falls vorhanden!), dann wissen wir: Investiert wird dann, wenn die Investition steuerlich angereizt wird. Und was macht diese Regierung? In den Medien ist im Zusammenhang mit den großen Konzernen nur von Abbau die Rede, und dann steigt der Kurs, wenn der Generaldirektor einer großen Bank in Österreich abgelöst wird, weil es nicht so einfach war, 1 500 von 11 500 Bankbediensteten zu entfernen, damit die deutsche Muttergesellschaft einen höheren Gewinn bekommt. (Abg. Mag. Mainoni: Er spricht in Rätseln!) Und genau dieser höhere Gewinn, den Sie jetzt fördern, sei, behaupten Sie, ein Beitrag zur Beschäftigung. – Die Antwort ist: Nein!
Abg. Mag. Mainoni: Er spricht in Rätseln!
Somit wollen wir uns der Frage zuwenden: Was bringt das für Investition und Beschäftigung? Wenn wir den Hausverstand einschalten (Rufe bei den Freiheitlichen: Oje! – Abg. Wattaul: Falls vorhanden!), dann wissen wir: Investiert wird dann, wenn die Investition steuerlich angereizt wird. Und was macht diese Regierung? In den Medien ist im Zusammenhang mit den großen Konzernen nur von Abbau die Rede, und dann steigt der Kurs, wenn der Generaldirektor einer großen Bank in Österreich abgelöst wird, weil es nicht so einfach war, 1 500 von 11 500 Bankbediensteten zu entfernen, damit die deutsche Muttergesellschaft einen höheren Gewinn bekommt. (Abg. Mag. Mainoni: Er spricht in Rätseln!) Und genau dieser höhere Gewinn, den Sie jetzt fördern, sei, behaupten Sie, ein Beitrag zur Beschäftigung. – Die Antwort ist: Nein!
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn.
Richtig wäre es gewesen, Investitionen im Inland zu fördern und nicht jene in Verlustbetrieben im Ausland. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn.)
Abg. Rädler: 40 Jahre Sozialismus!
Damit sind wir bei der Gruppenbesteuerung. – Präsident Prinzhorn meldet sich schon zu Wort, das ist schön. Sie sind ein Unternehmer, Herr Präsident – ich wollte Sie gerade loben –, und investieren 150 Millionen € in ein Werk in Brandenburg. In der Ex-DDR ist, obwohl von Helmut Kohl damals blühende Wiesen versprochen worden sind, die Situation für Arbeitnehmer immer noch trist. (Abg. Rädler: 40 Jahre Sozialismus!) Lobenswert, dass Kollege Prinzhorn dort investiert, aber wenn er einen Anlaufverlust hinnehmen muss, dann zahlt die Steuersubvention nicht der deutsche Steuerzahler, nicht der deutsche Finanzminister, nein, sondern die Österreicherinnen und Österreicher sollen mit ihrem Steuergeld die Verlustbetriebe im Ausland subventionieren. – Das sind Maßnahmen dieser Regierung! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Nürnberger: Unerhört!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Nürnberger: Unerhört!
Damit sind wir bei der Gruppenbesteuerung. – Präsident Prinzhorn meldet sich schon zu Wort, das ist schön. Sie sind ein Unternehmer, Herr Präsident – ich wollte Sie gerade loben –, und investieren 150 Millionen € in ein Werk in Brandenburg. In der Ex-DDR ist, obwohl von Helmut Kohl damals blühende Wiesen versprochen worden sind, die Situation für Arbeitnehmer immer noch trist. (Abg. Rädler: 40 Jahre Sozialismus!) Lobenswert, dass Kollege Prinzhorn dort investiert, aber wenn er einen Anlaufverlust hinnehmen muss, dann zahlt die Steuersubvention nicht der deutsche Steuerzahler, nicht der deutsche Finanzminister, nein, sondern die Österreicherinnen und Österreicher sollen mit ihrem Steuergeld die Verlustbetriebe im Ausland subventionieren. – Das sind Maßnahmen dieser Regierung! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Nürnberger: Unerhört!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn: Haben Sie die gelesen, die Steuerreform?
Kollege Stummvoll freut sich noch darüber! Er sollte darüber nachdenken, dass es kein Anlass zur Freude sein kann, wenn Menschen unter der Steuerfreigrenze verdienen. Wir sollten uns, wenn wir schon so viel Geld bewegen, dafür einsetzen, dass das untere Einkommensdrittel, das fleißig gearbeitet hat und fleißig arbeitet, Geld aus diesem Topf bekommt und nicht die Subventionierung von Betrieben im Ausland mit österreichischem Steuergeld erfolgt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn: Haben Sie die gelesen, die Steuerreform?)
Abg. Wattaul: Geh!
Wenden wir uns dem weiteren Stückwerk dieser Steuerreform zu! Natürlich hätte Österreich eine wirkliche Steuerreform gebraucht, aber es kommt keine (Abg. Wattaul: Geh!), denn eine Steuerreform besteht nicht nur in einer Steuersenkung, sondern in einer sinnvollen Veränderung der Steuerstrukturen. (Abg. Mag. Molterer: Peinlich!) Es gibt in Österreich eine Belastung des Faktors Arbeit, bei der das Land Weltspitzenreiter ist. Eine Angestellte oder ein Angestellter mit 2 000 € brutto zahlt, vom Nettogehalt hinaufgerechnet, direkt, weil es ihr/ihm abgezogen wird, indirekt, weil es auf der Lohnsumme lastet, insgesamt 89,5 Prozent Steuern. Dort hätten Sie einmal anfangen sollen, mit den Steuern hinunterzugehen. Dort hätten Sie die Entlastung ansetzen sollen. Sie machen eine Lohnsteuerentlastung, die im Volumen geringer ist als jene von 2000, letztlich nur die Abgeltung der kalten Progression.
Abg. Mag. Molterer: Peinlich!
Wenden wir uns dem weiteren Stückwerk dieser Steuerreform zu! Natürlich hätte Österreich eine wirkliche Steuerreform gebraucht, aber es kommt keine (Abg. Wattaul: Geh!), denn eine Steuerreform besteht nicht nur in einer Steuersenkung, sondern in einer sinnvollen Veränderung der Steuerstrukturen. (Abg. Mag. Molterer: Peinlich!) Es gibt in Österreich eine Belastung des Faktors Arbeit, bei der das Land Weltspitzenreiter ist. Eine Angestellte oder ein Angestellter mit 2 000 € brutto zahlt, vom Nettogehalt hinaufgerechnet, direkt, weil es ihr/ihm abgezogen wird, indirekt, weil es auf der Lohnsumme lastet, insgesamt 89,5 Prozent Steuern. Dort hätten Sie einmal anfangen sollen, mit den Steuern hinunterzugehen. Dort hätten Sie die Entlastung ansetzen sollen. Sie machen eine Lohnsteuerentlastung, die im Volumen geringer ist als jene von 2000, letztlich nur die Abgeltung der kalten Progression.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Die Großen bekommen etwas, die Kleinen nicht. Wir von der SPÖ wollen ein Europa für die Menschen und nicht für die Konzerne. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Großruck: Ist aber niemandem abgegangen!
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Abgeordneter Matznetter, das Lämpchen hat die zweiminütige Redezeitunterbrechung bei Ihnen nicht berücksichtigt. Das heißt also, Ihre Fraktion bekommt jetzt 2 Minuten Redezeit dazu, denn die Unterbrechung soll nicht zu Ihren Lasten gehen. (Abg. Großruck: Ist aber niemandem abgegangen!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Nach § 18 Abs. 3 der Geschäftsordnung beantrage ich die Beiziehung des Herrn Bundeskanzlers, denn von Seiten der Bundesregierung wird diese Steuerreform als die Reform des Jahrhunderts, wenn nicht des Jahrtausends, zu verkaufen versucht, während wir Grünen der Ansicht sind, dass sie an den beschäftigungspolitischen Prioritäten und Notwendigkeiten der jetzigen Situation der hohen Arbeitslosigkeit völlig vorbeigeht. Es wäre daher sehr nützlich, wenn der Herr Bundeskanzler an dieser Debatte teilnimmt. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Es ist natürlich das Recht der Opposition, auch zu einer interessanten Sendezeit hier Geschäftsordnungsanträge zu stellen. Klar ist aber, dass es sich hiebei um die größte Steuerreform der Zweiten Republik handelt, die der Finanzminister mitverantwortlich verhandelt hat. (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.) Der Staatssekretär ist auch anwesend, deshalb ist rein vom Fachlichen her die Anwesenheit des Bundeskanzlers sicherlich nicht notwendig.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Aber Sie wissen ja, laut Geschäftsordnung ist es natürlich möglich, dessen Anwesenheit zu verlangen, und es wird entsprechend geschäftsordnungsmäßig vorzugehen sein. Wir alle hier im Haus und die Zuseher zu Hause können sich ein Bild über den Inhalt dieses Antrages machen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordneter Mag. Wilhelm Molterer (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Es ist tatsächlich interessant, dass von der Opposition sehr häufig Kritik daran geübt wird, dass nicht zuständige Regierungsmitglieder auf der Regierungsbank sitzen. (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.) Heute sitzt der zuständige Bundesminister für Finanzen auf der Regierungsbank, und es ist offensichtlich wieder nicht recht. (Rufe bei der ÖVP: Wo ist Gusenbauer?)
Rufe bei der ÖVP: Wo ist Gusenbauer?
Abgeordneter Mag. Wilhelm Molterer (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Es ist tatsächlich interessant, dass von der Opposition sehr häufig Kritik daran geübt wird, dass nicht zuständige Regierungsmitglieder auf der Regierungsbank sitzen. (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.) Heute sitzt der zuständige Bundesminister für Finanzen auf der Regierungsbank, und es ist offensichtlich wieder nicht recht. (Rufe bei der ÖVP: Wo ist Gusenbauer?)
Abg. Dr. Puswald: Er war nicht dabei! – Abg. Gaál: Wo ist er denn?
Es ehrt natürlich Bundeskanzler Schüssel, dass Sie ihm vertrauen, dass er diese große Steuerreform, die größte der Zweiten Republik, brillant vertritt. Das tut er. (Abg. Dr. Puswald: Er war nicht dabei! – Abg. Gaál: Wo ist er denn?) Aber gehen Sie davon aus, dass selbstverständlich auch Bundesminister Grasser im Sinne der Bundesregierung, im Sinne der Republik uns hier im Parlament diese größte und erfolgreichste Entlastung der Arbeitnehmer und der Wirtschaft in brillanter Weise präsentieren wird! (Abg. Eder: Schrecklich erfolgreich! – Abg. Öllinger: Weihrauch!) Ich freue mich darauf und bitte darum, dass wir nun rasch in die parlamentarische Diskussion eintreten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Eder: Schrecklich erfolgreich! – Abg. Öllinger: Weihrauch!
Es ehrt natürlich Bundeskanzler Schüssel, dass Sie ihm vertrauen, dass er diese große Steuerreform, die größte der Zweiten Republik, brillant vertritt. Das tut er. (Abg. Dr. Puswald: Er war nicht dabei! – Abg. Gaál: Wo ist er denn?) Aber gehen Sie davon aus, dass selbstverständlich auch Bundesminister Grasser im Sinne der Bundesregierung, im Sinne der Republik uns hier im Parlament diese größte und erfolgreichste Entlastung der Arbeitnehmer und der Wirtschaft in brillanter Weise präsentieren wird! (Abg. Eder: Schrecklich erfolgreich! – Abg. Öllinger: Weihrauch!) Ich freue mich darauf und bitte darum, dass wir nun rasch in die parlamentarische Diskussion eintreten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es ehrt natürlich Bundeskanzler Schüssel, dass Sie ihm vertrauen, dass er diese große Steuerreform, die größte der Zweiten Republik, brillant vertritt. Das tut er. (Abg. Dr. Puswald: Er war nicht dabei! – Abg. Gaál: Wo ist er denn?) Aber gehen Sie davon aus, dass selbstverständlich auch Bundesminister Grasser im Sinne der Bundesregierung, im Sinne der Republik uns hier im Parlament diese größte und erfolgreichste Entlastung der Arbeitnehmer und der Wirtschaft in brillanter Weise präsentieren wird! (Abg. Eder: Schrecklich erfolgreich! – Abg. Öllinger: Weihrauch!) Ich freue mich darauf und bitte darum, dass wir nun rasch in die parlamentarische Diskussion eintreten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Brinek: Wo ist Gusenbauer?
Präsident Dr. Andreas Khol: Zu Wort hat sich weiters der Klubobmann der Sozialdemokraten Dr. Cap gemeldet. – Bitte. (Abg. Dr. Brinek: Wo ist Gusenbauer?)
Abg. Wattaul: Wo ist der „Gusi“?
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Hohes Haus! Es ist ja kein Geheimnis, dass ein Bundeskanzler eine Regierung zu koordinieren und zu führen hat (Abg. Wattaul: Wo ist der „Gusi“?) und dass er natürlich im höchsten Maße in die Erarbeitung der Steuerreform, vor allem auch als ehemaliger Wirtschaftsminister, einbezogen war. Umso interessanter ist es, dass er sich heute offensichtlich mit seiner Nichtanwesenheit optisch von dieser Steuerreform zu distanzieren versucht. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Hohes Haus! Es ist ja kein Geheimnis, dass ein Bundeskanzler eine Regierung zu koordinieren und zu führen hat (Abg. Wattaul: Wo ist der „Gusi“?) und dass er natürlich im höchsten Maße in die Erarbeitung der Steuerreform, vor allem auch als ehemaliger Wirtschaftsminister, einbezogen war. Umso interessanter ist es, dass er sich heute offensichtlich mit seiner Nichtanwesenheit optisch von dieser Steuerreform zu distanzieren versucht. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.)
Heiterkeit bei der SPÖ
Interessant ist auch, dass hier sofort die Klubverantwortlichen dafür sorgen, dass die Abgeordneten von ÖVP und FPÖ vollzählig da sind (Heiterkeit bei der SPÖ), damit sie mit ihrem Abstimmungsverhalten die Entbehrlichkeit des Bundeskanzlers noch unterstreichen können. Wir verstehen das nicht! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Interessant ist auch, dass hier sofort die Klubverantwortlichen dafür sorgen, dass die Abgeordneten von ÖVP und FPÖ vollzählig da sind (Heiterkeit bei der SPÖ), damit sie mit ihrem Abstimmungsverhalten die Entbehrlichkeit des Bundeskanzlers noch unterstreichen können. Wir verstehen das nicht! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Anhaltende Rufe bei der ÖVP: Wo ist der Gusenbauer? – Abg. Grillitsch: Stimmt Gusenbauer nicht mit?
Präsident Dr. Andreas Khol: Gemäß der Geschäftsordnung ist über den Antrag des Abgeordneten Dr. Van der Bellen sofort zu entscheiden. Ich stelle ihn damit zur Abstimmung. (Anhaltende Rufe bei der ÖVP: Wo ist der Gusenbauer? – Abg. Grillitsch: Stimmt Gusenbauer nicht mit?)
Abg. Dr. Stummvoll: Einstimmig!
Abgeordneter Mag. Wilhelm Molterer (ÖVP): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Van der Bellen, der Ordnung halber, damit es auch die Zuseherinnen und Zuseher wissen: Das, was heute hier auf der Regierungsbank an Vertretung mit Minister Grasser gegeben ist, ist selbstverständlich in der Präsidiale einstimmig so beschlossen worden. (Abg. Dr. Stummvoll: Einstimmig!) Halten Sie sich bitte an Ihre eigenen Beschlüsse! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Wilhelm Molterer (ÖVP): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Van der Bellen, der Ordnung halber, damit es auch die Zuseherinnen und Zuseher wissen: Das, was heute hier auf der Regierungsbank an Vertretung mit Minister Grasser gegeben ist, ist selbstverständlich in der Präsidiale einstimmig so beschlossen worden. (Abg. Dr. Stummvoll: Einstimmig!) Halten Sie sich bitte an Ihre eigenen Beschlüsse! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Rufe bei der SPÖ: Matznetter! Ohne „e“!
Meine Damen und Herren! Wer Kollegem Matzenetter zugehört hat (Rufe bei der SPÖ: Matznetter! Ohne „e“!), muss eigentlich zu einer Erkenntnis kommen, nämlich dass sozialistische Ideologie den Blick auf den wirtschaftlichen Hausverstand verstellt
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen
(Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen), muss zur übereinstimmenden Meinung kommen, dass sozialistische Ideologie die Notwendigkeiten des Wirtschaftsstandortes Österreich negiert, muss den Eindruck gewinnen, dass sozialistische Ideologie wichtiger ist als die Sicherung und die Schaffung von Arbeitsplätzen. (Abg. Dr. Stummvoll: So ist es!)
Abg. Dr. Stummvoll: So ist es!
(Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen), muss zur übereinstimmenden Meinung kommen, dass sozialistische Ideologie die Notwendigkeiten des Wirtschaftsstandortes Österreich negiert, muss den Eindruck gewinnen, dass sozialistische Ideologie wichtiger ist als die Sicherung und die Schaffung von Arbeitsplätzen. (Abg. Dr. Stummvoll: So ist es!)
Rufe bei der SPÖ: Matznetter! Ohne „e“!
Meine Damen und Herren! Das ist das, was bei Matzenetter eigentlich übrig geblieben ist. (Rufe bei der SPÖ: Matznetter! Ohne „e“!) Was mir dabei auffällt – das müssen Sie sich schon auf der Zunge zergehen lassen –, ist Folgendes: Wir diskutieren heute die größte Steuerentlastung der Zweiten Republik, und wer ist nicht hier im Plenum anwesend? (Rufe bei der ÖVP: Gusenbauer!) Nicht anwesend ist der SPÖ-Vorsitzende Alfred Gusenbauer! (Oh-Rufe bei der ÖVP.) Er hat offensichtlich Wichtigeres zu tun.
Rufe bei der ÖVP: Gusenbauer!
Meine Damen und Herren! Das ist das, was bei Matzenetter eigentlich übrig geblieben ist. (Rufe bei der SPÖ: Matznetter! Ohne „e“!) Was mir dabei auffällt – das müssen Sie sich schon auf der Zunge zergehen lassen –, ist Folgendes: Wir diskutieren heute die größte Steuerentlastung der Zweiten Republik, und wer ist nicht hier im Plenum anwesend? (Rufe bei der ÖVP: Gusenbauer!) Nicht anwesend ist der SPÖ-Vorsitzende Alfred Gusenbauer! (Oh-Rufe bei der ÖVP.) Er hat offensichtlich Wichtigeres zu tun.
Oh-Rufe bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Das ist das, was bei Matzenetter eigentlich übrig geblieben ist. (Rufe bei der SPÖ: Matznetter! Ohne „e“!) Was mir dabei auffällt – das müssen Sie sich schon auf der Zunge zergehen lassen –, ist Folgendes: Wir diskutieren heute die größte Steuerentlastung der Zweiten Republik, und wer ist nicht hier im Plenum anwesend? (Rufe bei der ÖVP: Gusenbauer!) Nicht anwesend ist der SPÖ-Vorsitzende Alfred Gusenbauer! (Oh-Rufe bei der ÖVP.) Er hat offensichtlich Wichtigeres zu tun.
Neuerliche Oh-Rufe bei der ÖVP.
Nicht anwesend, meine Damen und Herren, ist der Präsident des Österreichischen Gewerkschaftsbundes! (Neuerliche Oh-Rufe bei der ÖVP.) Er hat offensichtlich Wichtigeres zu tun. (Ruf bei der ÖVP: Fischer! Prammer!) Daran sehen Sie, was offensichtlich der Wille ist: Es gibt etwas Wichtigeres in der SPÖ als die Entlastung der Bürger, die Entlastung der Wirtschaft und die Schaffung von Arbeitsplätzen.
Ruf bei der ÖVP: Fischer! Prammer!
Nicht anwesend, meine Damen und Herren, ist der Präsident des Österreichischen Gewerkschaftsbundes! (Neuerliche Oh-Rufe bei der ÖVP.) Er hat offensichtlich Wichtigeres zu tun. (Ruf bei der ÖVP: Fischer! Prammer!) Daran sehen Sie, was offensichtlich der Wille ist: Es gibt etwas Wichtigeres in der SPÖ als die Entlastung der Bürger, die Entlastung der Wirtschaft und die Schaffung von Arbeitsplätzen.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren von der SPÖ! Sie haben eine Prioritätenreihung, die nicht die unsere ist. Unsere Prioritätenreihung heißt: Arbeit entlasten, Wirtschaft entlasten, Jobs schaffen und für Österreich arbeiten! Das macht den Unterschied! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Eder: Für wen?
Tatsächlich haben wir die größte Entlastung, die es in der Zweiten Republik jemals gegeben hat, vor uns – die größte Steuerentlastung für Arbeitnehmer und für die Wirtschaft im Ausmaß von 3 Milliarden €. 3 Milliarden €, meine Damen und Herren, sind umgerechnet über 42 Milliarden Schilling. (Abg. Eder: Für wen?)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das ist das objektive Urteil einer der anerkanntesten Zeitungen der Welt, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Diese größte Entlastung trägt dazu bei – darauf sind wir stolz –, dass die Belastung der Bürgerinnen und Bürger mit Steuern und Abgaben von derzeit etwa 44 Prozent im Jahre 2005 auf 42,3 Prozent sinken wird. Österreich wird durch diese Steuerreform attraktiver, und die Bürger werden entlastet. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Gusenbauer betritt soeben den Sitzungssaal
Diese Steuerreform, diese größte Entlastung kommt zum absolut richtigen Zeitpunkt (Abg. Dr. Gusenbauer betritt soeben den Sitzungssaal), wirtschaftspolitisch zum absolut richtigen Zeitpunkt – im Gegensatz zu Gusenbauer, denn er ist zum richtigen Zeitpunkt, nämlich zu Beginn der Debatte, nicht da gewesen. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Diese Steuerreform, diese größte Entlastung kommt zum absolut richtigen Zeitpunkt (Abg. Dr. Gusenbauer betritt soeben den Sitzungssaal), wirtschaftspolitisch zum absolut richtigen Zeitpunkt – im Gegensatz zu Gusenbauer, denn er ist zum richtigen Zeitpunkt, nämlich zu Beginn der Debatte, nicht da gewesen. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
se Steuerentlastung der Wachstumsimpuls heuer mit plus 0,4 und im nächsten Jahr mit plus 0,5 Prozent gegeben ist. Diese Steuerreform, diese Steuerentlastung stärkt das Wachstum und stärkt die Kaufkraft. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Diese Steuerentlastung, diese Steuerreform dieser Bundesregierung ist fair und sozial gerecht. Warum? – Das müssen wir selbstverständlich durch Fakten belegen. Meine Damen und Herren! Es ist ein Faktum, dass diese Steuerreform, diese 3 Milliarden €, zu 50 Prozent, also genau zur Hälfte, zur Entlastung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und der Familien eingesetzt wird und zur anderen Hälfte zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes und damit zur Schaffung von Arbeit. Fair und sozial gerecht! Die Hälfte zur Entlastung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und der Familien und die zweite Hälfte zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Kogler: Falsch!
Meine Damen und Herren! Diese Steuerreform ist fair und sozial gerecht, weil sie gerade den kleineren und mittleren Einkommen die größte Entlastung bringt. (Abg. Mag. Kogler: Falsch!) Das sagt beispielsweise das Institut für Höhere Studien. (Abg. Mag. Kogler: Schon wieder falsch!) Das sagt beispielsweise Professor Felderer.
Abg. Mag. Kogler: Schon wieder falsch!
Meine Damen und Herren! Diese Steuerreform ist fair und sozial gerecht, weil sie gerade den kleineren und mittleren Einkommen die größte Entlastung bringt. (Abg. Mag. Kogler: Falsch!) Das sagt beispielsweise das Institut für Höhere Studien. (Abg. Mag. Kogler: Schon wieder falsch!) Das sagt beispielsweise Professor Felderer.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Diese Steuerreform ist fair und sozial gerecht, weil sie im Familienbereich gerade jene Familien entlastet, die in besonderer Weise dieser Entlastung bedürfen. Sie brauchen es einfach! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Gaál: Wo denn?
Meine Damen und Herren! Auch hier ein offenes Wort: Es kann und darf nicht sein, dass sozialistische Ideologie den Blick verstellt, dass dort, wo Hilfe notwendig ist, auch geholfen wird. (Abg. Gaál: Wo denn?) Sie haben Ideologie, wir helfen dort, wo diese Hilfe notwendig ist. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Auch hier ein offenes Wort: Es kann und darf nicht sein, dass sozialistische Ideologie den Blick verstellt, dass dort, wo Hilfe notwendig ist, auch geholfen wird. (Abg. Gaál: Wo denn?) Sie haben Ideologie, wir helfen dort, wo diese Hilfe notwendig ist. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Glawischnig: Wie der Finanzminister!
Wir helfen etwa mit den erhöhten Kinderzuschlägen oder mit der Erhöhung des Alleinverdiener- und Alleinerhalterabsetzbetrages. Herr Präsident Nürnberger! Absetzbetrag! Sie haben das gestern offensichtlich verwechselt. Es ist interessant, dass ein Gewerkschaftspräsident diesen Unterschied nicht kennt. (Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Glawischnig: Wie der Finanzminister!)
Abg. Dr. Puswald: Warum sagen Sie dauernd „Matzenetter“?
Herr Kollege Matzenetter! (Abg. Dr. Puswald: Warum sagen Sie dauernd „Matzenetter“?) Wenn Sie hier herausgehen und sagen, es handle sich um Geschenke an Unternehmen, dann frage ich Sie: Haben Sie denn schon vergessen, dass in einem großen Unternehmen wie der Voest tausende Österreicherinnen und Österreicher Arbeit finden? Haben Sie denn vergessen, dass etwa die Schaffung von zusätzlichen Jobs in der Firma Magna, in der Firma Voest, in einer Firma in Pöls – man könnte
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Murauer: Jawohl! So ist es!
weitere aufzählen – bis hin zu den Klein- und Mittelbetrieben deswegen geschieht, weil wir heute diese Steuerentlastung beschließen? (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Murauer: Jawohl! So ist es!)
Abg. Grillitsch: Das ist aber schwer!
Herr Abgeordneter Matzenetter! Ich helfe Ihnen auf die Sprünge. (Abg. Grillitsch: Das ist aber schwer!) Ich helfe Ihnen auf die Sprünge, ich weiß nicht, ob es etwas nützt. (Ruf bei der SPÖ: Sie sollten sich schämen!) Es steht hier schwarz auf weiß ein Zitat, und das lautet: Dabei sollen auch die Wettbewerbsnachteile bei der Körperschaftsteuer beseitigt werden. So spricht sich ... – Punkt, Punkt, Punkt, ich sage es Ihnen dann – für die Absenkung des nominellen Steuersatzes (Abg. Dr. Matznetter: Nominell!) auf 25 Prozent KöSt-Steuer ab dem Jahr 2005 aus.
Ruf bei der SPÖ: Sie sollten sich schämen!
Herr Abgeordneter Matzenetter! Ich helfe Ihnen auf die Sprünge. (Abg. Grillitsch: Das ist aber schwer!) Ich helfe Ihnen auf die Sprünge, ich weiß nicht, ob es etwas nützt. (Ruf bei der SPÖ: Sie sollten sich schämen!) Es steht hier schwarz auf weiß ein Zitat, und das lautet: Dabei sollen auch die Wettbewerbsnachteile bei der Körperschaftsteuer beseitigt werden. So spricht sich ... – Punkt, Punkt, Punkt, ich sage es Ihnen dann – für die Absenkung des nominellen Steuersatzes (Abg. Dr. Matznetter: Nominell!) auf 25 Prozent KöSt-Steuer ab dem Jahr 2005 aus.
Abg. Dr. Matznetter: Nominell!
Herr Abgeordneter Matzenetter! Ich helfe Ihnen auf die Sprünge. (Abg. Grillitsch: Das ist aber schwer!) Ich helfe Ihnen auf die Sprünge, ich weiß nicht, ob es etwas nützt. (Ruf bei der SPÖ: Sie sollten sich schämen!) Es steht hier schwarz auf weiß ein Zitat, und das lautet: Dabei sollen auch die Wettbewerbsnachteile bei der Körperschaftsteuer beseitigt werden. So spricht sich ... – Punkt, Punkt, Punkt, ich sage es Ihnen dann – für die Absenkung des nominellen Steuersatzes (Abg. Dr. Matznetter: Nominell!) auf 25 Prozent KöSt-Steuer ab dem Jahr 2005 aus.
Oh-Rufe bei der ÖVP.
Wissen Sie, wer sich dafür ausgesprochen hat? – Gusenbauer und Matzenetter! (Oh-Rufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Matznetter: Sie kennen nicht einmal den Unterschied zwischen nominell und ...!
Jetzt frage ich Sie schon: Wie ernst nehmen Sie sich selbst, wenn Sie 25 Prozent ab 2005 fordern? Wir tun es, und Sie lehnen es ab! (Abg. Dr. Matznetter: Sie kennen nicht einmal den Unterschied zwischen nominell und ...!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Steibl: Genau! So ist es!
Sie lehnen das übrigens genauso ab wie die Steuerentlastung für die kleineren und mittleren ArbeitnehmerInnen. Sie lehnen etwa genauso die Familienentlastung durch Ihr politisch-ideologisch geprägtes Verhalten ab. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Steibl: Genau! So ist es!)
Abg. Silhavy: Ja, bei den Arbeitslosen!
Meine Damen und Herren! Diese Steuerreform stärkt den Arbeits- und Wirtschaftsstandort, und wir spüren das schon. Wir spüren das ganz deutlich (Abg. Silhavy: Ja, bei den Arbeitslosen!), denn entgegen der bisherigen Tendenz, die es, zugegeben, gab, nämlich dass sich Betriebe angesichts der EU-Erweiterung überlegt haben, ihren Standort aus Österreich wegzuverlagern, schaut es heute anders aus. Heute können wir sagen, dass wir durch die Politik der Bundesregierung, durch die Steuerreform, durch die Attraktivierung des Forschungsstandortes Österreich, des Arbeitsstandortes Österreich die genau gegenteilige Tendenz eingeleitet haben. Betriebe kommen nach Österreich und schaffen Arbeit in Österreich, meine Damen und Herren. Darauf sind wir besonders stolz! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Diese Steuerreform stärkt den Arbeits- und Wirtschaftsstandort, und wir spüren das schon. Wir spüren das ganz deutlich (Abg. Silhavy: Ja, bei den Arbeitslosen!), denn entgegen der bisherigen Tendenz, die es, zugegeben, gab, nämlich dass sich Betriebe angesichts der EU-Erweiterung überlegt haben, ihren Standort aus Österreich wegzuverlagern, schaut es heute anders aus. Heute können wir sagen, dass wir durch die Politik der Bundesregierung, durch die Steuerreform, durch die Attraktivierung des Forschungsstandortes Österreich, des Arbeitsstandortes Österreich die genau gegenteilige Tendenz eingeleitet haben. Betriebe kommen nach Österreich und schaffen Arbeit in Österreich, meine Damen und Herren. Darauf sind wir besonders stolz! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Sie von der SPÖ haben heute wiederum die Körperschaftsteuer als eines dieser Geschenke kritisiert. Ich zitiere nur Hannes Androsch, der sagt: Ich müsste lügen, wenn ich das nicht begrüße. – Also wir vermeiden, dass Androsch lügen muss. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Er kann es guten Gewissens begrüßen, weil das Österreich und dem Standort Österreich hilft, meine Damen und Herren! (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Sie von der SPÖ haben heute wiederum die Körperschaftsteuer als eines dieser Geschenke kritisiert. Ich zitiere nur Hannes Androsch, der sagt: Ich müsste lügen, wenn ich das nicht begrüße. – Also wir vermeiden, dass Androsch lügen muss. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Er kann es guten Gewissens begrüßen, weil das Österreich und dem Standort Österreich hilft, meine Damen und Herren! (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Matznetter: Ja, leider!
Diese Steuerreform ist nicht nur sozial und gerecht, sie sichert nicht nur den Standort, den Wirtschafts- und Arbeitsstandort, meine Damen und Herren, diese Steuerreform wird auch ohne Gegenfinanzierung vorgenommen. (Abg. Dr. Matznetter: Ja, leider!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Vier Jahre haben Sie das getan!
Wissen Sie, was die Sozialisten getan hätten? – Sie hätten die Erbschaftssteuer erhöht, sie hätten die Grundsteuer erhöht, ich weiß nicht, was sie noch alles erhöht hätten. Das machen wir nicht, weil es nicht fair ist dem Bürger gegenüber, auf der einen Seite zu geben und mit der anderen Hand zu nehmen. Das tun wir nicht! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Vier Jahre haben Sie das getan!) Wir haben uns von dieser sozialistischen Politik verabschiedet und werden zu dieser sozialistischen Politik auch nicht mehr zurückkehren!
Abg. Dr. Matznetter – demonstrativ Beifall spendend –: Sie kennen sich nicht aus! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
dass die Steuerentlastung zu viel ist, dann kritisieren Sie, dass sie zu wenig ist, dass das Budgetdefizit zu hoch ist – ich kenne mich nicht aus. (Abg. Dr. Matznetter – demonstrativ Beifall spendend –: Sie kennen sich nicht aus! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Den Österreicherinnen und Österreichern geht es genauso, meine Damen und Herren. Kein Wunder, das ist offensichtlich wirtschaftspolitische Inkompetenz der Sonderklasse. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
dass die Steuerentlastung zu viel ist, dann kritisieren Sie, dass sie zu wenig ist, dass das Budgetdefizit zu hoch ist – ich kenne mich nicht aus. (Abg. Dr. Matznetter – demonstrativ Beifall spendend –: Sie kennen sich nicht aus! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Den Österreicherinnen und Österreichern geht es genauso, meine Damen und Herren. Kein Wunder, das ist offensichtlich wirtschaftspolitische Inkompetenz der Sonderklasse. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Die Einkommensteuer berechnet man nach dem SPÖ-Vorschlag wie folgt: (0,015 x (y – 22000) + 4400) x (y – 22000) / 10000 + 4344. Das ist SPÖ-Vereinfachungspolitik! Wir machen das klar, einfach, korrekt und als Entlastung für die Bürgerinnen und Bürger. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Brosz
Meine Damen und Herren! Ich komme damit zum Schluss. Diese Steuerreform, die fair und sozial gerecht ist (Zwischenruf des Abg. Brosz), kommt zum richtigen Zeitpunkt. (Ruf bei den Grünen: Primitive Polemik!) Und es gilt das Motto: Wann, wenn nicht jetzt?!
Ruf bei den Grünen: Primitive Polemik!
Meine Damen und Herren! Ich komme damit zum Schluss. Diese Steuerreform, die fair und sozial gerecht ist (Zwischenruf des Abg. Brosz), kommt zum richtigen Zeitpunkt. (Ruf bei den Grünen: Primitive Polemik!) Und es gilt das Motto: Wann, wenn nicht jetzt?!
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Diese Steuerreform ist fair und sozial gerecht, weil sie die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und die Wirtschaft entlastet und gerade in den kleinen und unteren Einkommensbereichen hilft. Sie stärkt den Arbeits- und den Wirtschaftsstandort. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Der Schlusssatz lautet daher: Mit dieser Steuerreform gewinnt Österreich! (Anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Puswald: Herr Präsident, zur Geschäftsbehandlung! – Ruf bei der ÖVP: Zu spät, da gibt es keine Geschäftsbehandlung!
Bitte, Herr Kollege Van der Bellen. (Abg. Dr. Puswald: Herr Präsident, zur Geschäftsbehandlung! – Ruf bei der ÖVP: Zu spät, da gibt es keine Geschäftsbehandlung!)
Abg. Mag. Molterer: Das war Ihnen peinlich wahrscheinlich!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Präsident! Herr Kollege Molterer! Als Präsident Fischer einmal den Vorsitz führte, rief er mich als „Abgeordneter Voggenhuber“ auf. Das war Präsident Fischer sehr unangenehm. (Abg. Mag. Molterer: Das war Ihnen peinlich wahrscheinlich!) Mir war es Wurscht, aber es war ein eindeutiger Versprecher. Aber warum sprechen Sie Abgeordneten Matznetter kontinuierlich immer mit „Matzenetter“ an? Schauen Sie auf der Rednerliste nach – das ist ein „e“ zu viel! Er heißt nicht Matzenetter, er heißt Matznetter. – Das ist mir schon oft aufgefallen! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Danke, Herr Professor, für die Belehrung!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Danke, Herr Professor, für die Belehrung!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Präsident! Herr Kollege Molterer! Als Präsident Fischer einmal den Vorsitz führte, rief er mich als „Abgeordneter Voggenhuber“ auf. Das war Präsident Fischer sehr unangenehm. (Abg. Mag. Molterer: Das war Ihnen peinlich wahrscheinlich!) Mir war es Wurscht, aber es war ein eindeutiger Versprecher. Aber warum sprechen Sie Abgeordneten Matznetter kontinuierlich immer mit „Matzenetter“ an? Schauen Sie auf der Rednerliste nach – das ist ein „e“ zu viel! Er heißt nicht Matzenetter, er heißt Matznetter. – Das ist mir schon oft aufgefallen! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Danke, Herr Professor, für die Belehrung!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Grundrechenarten beherrschen. Nach Ihrem Tarif wird man auch die vier Grundrechenarten brauchen, nämlich Addieren, Subtrahieren, Multiplizieren und Dividieren. Der Unterschied ist, dass jetzt so genannte Durchschnittssteuersätze im Gesetz stehen, früher Grenzsteuersätze. Früher musste man sich den Durchschnittssteuersatz ausrechnen auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen, jetzt muss man sich, wenn man sich dafür interessiert, den Grenzsteuersatz ausrechnen aus dem Gesetz. Dagegen ist ja nichts einzuwenden, nur: Verkaufen Sie das nicht als Vereinfachung! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Meine und unsere Hauptkritik an dieser Steuerreform ist, dass sie ein großes Budgetloch aufmacht, das Defizit unnötig erhöht – unnötig insofern, als sie zu wenig fokussiert auf die tatsächlichen Prioritäten, die es derzeit gibt, und diese sind Beschäftigungsförderung, Wachstumsförderung, Klimaschutzpolitik. Vor allem die Beschäftigungs- und die Wachstumsförderung kommen mit diesem Steuerpaket zu kurz, Herr Kollege Molterer! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: So wie wir!
Was hätten wir, die Grünen, vorgeschlagen? – Wir hätten im Bereich der Lohn- und Einkommensteuer ein etwa gleich hohes Paket vorgeschlagen, nämlich eine Steuersenkung von 1,2 Milliarden €. Aber 1,2 Milliarden € für wen? Bei wem in erster Linie gesenkt? – Wir hätten davon rund 500 Millionen € reserviert für die Einkommen im untersten Bereich – nicht im unteren, sondern im untersten Bereich – im Bereich der Beschäftigten. (Abg. Mag. Molterer: So wie wir!) Nicht so wie Sie, Herr Kollege Molterer, denn was Sie tun, was Kollege Grasser tut und was plötzlich leider auch Kollege Felderer vom IHS tut, ist, zu behaupten, man könne für jene Personen, die so wenig verdienen, dass sie ohnehin keine Lohn- und Einkommensteuer zahlen, nichts tun über die Reform der Lohn- und Einkommensteuer. Aber selbstverständlich kann man etwas tun! (Abg. Dr. Fasslabend: Aber es ist falsch!)
Abg. Dr. Fasslabend: Aber es ist falsch!
Was hätten wir, die Grünen, vorgeschlagen? – Wir hätten im Bereich der Lohn- und Einkommensteuer ein etwa gleich hohes Paket vorgeschlagen, nämlich eine Steuersenkung von 1,2 Milliarden €. Aber 1,2 Milliarden € für wen? Bei wem in erster Linie gesenkt? – Wir hätten davon rund 500 Millionen € reserviert für die Einkommen im untersten Bereich – nicht im unteren, sondern im untersten Bereich – im Bereich der Beschäftigten. (Abg. Mag. Molterer: So wie wir!) Nicht so wie Sie, Herr Kollege Molterer, denn was Sie tun, was Kollege Grasser tut und was plötzlich leider auch Kollege Felderer vom IHS tut, ist, zu behaupten, man könne für jene Personen, die so wenig verdienen, dass sie ohnehin keine Lohn- und Einkommensteuer zahlen, nichts tun über die Reform der Lohn- und Einkommensteuer. Aber selbstverständlich kann man etwas tun! (Abg. Dr. Fasslabend: Aber es ist falsch!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll
Seit vielen, vielen Jahren, spätestens seit den Lacina-Reformen, gibt es einen so genannten negativen Ast in der Lohn- und Einkommensteuer (Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll), das ist ein Betrag, der dem Steuerpflichtigen vom Finanzamt ausbezahlt wird, statt dass er oder sie etwas an das Finanzamt zu zahlen hat. (Abg. Mag. Molterer: Sie als Ökonom wissen, dass das die zweitbeste Lösung ist!) Und so gesehen kann man selbstverständlich für die untersten Einkommen im Bereich der Lohn- und Einkommensteuer etwas tun, im Gegensatz zu dem, was Karl-Heinz Grasser sagt und was Felderer heute in der Zeitung nachbetet, was völlig falsch ist. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Sie als Ökonom wissen, dass das die zweitbeste Lösung ist!
Seit vielen, vielen Jahren, spätestens seit den Lacina-Reformen, gibt es einen so genannten negativen Ast in der Lohn- und Einkommensteuer (Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll), das ist ein Betrag, der dem Steuerpflichtigen vom Finanzamt ausbezahlt wird, statt dass er oder sie etwas an das Finanzamt zu zahlen hat. (Abg. Mag. Molterer: Sie als Ökonom wissen, dass das die zweitbeste Lösung ist!) Und so gesehen kann man selbstverständlich für die untersten Einkommen im Bereich der Lohn- und Einkommensteuer etwas tun, im Gegensatz zu dem, was Karl-Heinz Grasser sagt und was Felderer heute in der Zeitung nachbetet, was völlig falsch ist. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Seit vielen, vielen Jahren, spätestens seit den Lacina-Reformen, gibt es einen so genannten negativen Ast in der Lohn- und Einkommensteuer (Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll), das ist ein Betrag, der dem Steuerpflichtigen vom Finanzamt ausbezahlt wird, statt dass er oder sie etwas an das Finanzamt zu zahlen hat. (Abg. Mag. Molterer: Sie als Ökonom wissen, dass das die zweitbeste Lösung ist!) Und so gesehen kann man selbstverständlich für die untersten Einkommen im Bereich der Lohn- und Einkommensteuer etwas tun, im Gegensatz zu dem, was Karl-Heinz Grasser sagt und was Felderer heute in der Zeitung nachbetet, was völlig falsch ist. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Genau das ist das Problem, das Sie aufmachen ökonomisch!
200 Millionen € für die Pensionisten und Pensionistinnen im selben Einkommensbereich, also für die Bezieher der niedrigsten Pensionen (Abg. Mag. Molterer: Genau das ist das Problem, das Sie aufmachen ökonomisch!), und weitere 500 Millionen € für die Einkommen, die darüber liegen – das ist unser Zugeständnis, wenn man so sagen kann, an die Durchsetzbarkeit eines solchen Programms –, konzentriert auf die Einkommen in etwa bis zum Medianeinkommen – das sind derzeit rund 22 000 € im Jahr – und danach absinkend, sodass Leute wie Sie und ich von dieser Steuersenkung nichts oder fast nichts mehr hätten, wir brauchen es ja auch nicht. Das ist unserer Meinung nach fairer und gerechter, wenn Sie diese Begriffe schon so strapaziert haben, Herr Kollege Molterer, als das, was Sie vorschlagen. Machbar, fairer und gerechter! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
200 Millionen € für die Pensionisten und Pensionistinnen im selben Einkommensbereich, also für die Bezieher der niedrigsten Pensionen (Abg. Mag. Molterer: Genau das ist das Problem, das Sie aufmachen ökonomisch!), und weitere 500 Millionen € für die Einkommen, die darüber liegen – das ist unser Zugeständnis, wenn man so sagen kann, an die Durchsetzbarkeit eines solchen Programms –, konzentriert auf die Einkommen in etwa bis zum Medianeinkommen – das sind derzeit rund 22 000 € im Jahr – und danach absinkend, sodass Leute wie Sie und ich von dieser Steuersenkung nichts oder fast nichts mehr hätten, wir brauchen es ja auch nicht. Das ist unserer Meinung nach fairer und gerechter, wenn Sie diese Begriffe schon so strapaziert haben, Herr Kollege Molterer, als das, was Sie vorschlagen. Machbar, fairer und gerechter! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Zu lange!
Zum Bereich der Körperschaftsteuer möchte ich nur so viel sagen ... – Herr Präsident, die Uhr hier am Rednerpult funktioniert nicht, ich kann da nicht kontrollieren, wie lange ich schon gesprochen habe! (Ruf bei der ÖVP: Zu lange!)
Abg. Mag. Molterer: Wir machen es!
Im Bereich der Körperschaftsteuer hätten wir über eine Steuersatzsenkung durchaus reden können. (Abg. Mag. Molterer: Wir machen es!) Ja, Sie machen sie, aber wie!? (Abg. Dr. Stummvoll: Gut!) Sie senken den Satz einfach ab. Ich hätte mit den Unternehmen geredet und sie gefragt: Und was seid ihr bereit im Gegenzug zu bieten? Und zwar in einem ganz wichtigen Bereich, der in Österreich nach wie vor unterbelichtet ist – niemand weiß das besser als Herr Prinzhorn. Was sind die Unternehmen, die Firmen, was ist insbesondere die Industrie bereit dafür zu tun, dass die Forschungs- und Entwicklungsausgaben der Wirtschaft steigen?
Abg. Dr. Stummvoll: Gut!
Im Bereich der Körperschaftsteuer hätten wir über eine Steuersatzsenkung durchaus reden können. (Abg. Mag. Molterer: Wir machen es!) Ja, Sie machen sie, aber wie!? (Abg. Dr. Stummvoll: Gut!) Sie senken den Satz einfach ab. Ich hätte mit den Unternehmen geredet und sie gefragt: Und was seid ihr bereit im Gegenzug zu bieten? Und zwar in einem ganz wichtigen Bereich, der in Österreich nach wie vor unterbelichtet ist – niemand weiß das besser als Herr Prinzhorn. Was sind die Unternehmen, die Firmen, was ist insbesondere die Industrie bereit dafür zu tun, dass die Forschungs- und Entwicklungsausgaben der Wirtschaft steigen?
Abg. Mag. Mainoni: Auch ein Erfolg!
Österreich gibt im öffentlichen Bereich nicht so wenig für Forschung und Entwicklung aus (Abg. Mag. Mainoni: Auch ein Erfolg!), wo wir nachhinken, das ist der Wirtschaftsbereich. Sie werden das genauso wissen wie ich, aber ich sage es Ihnen zur Erinnerung: In Schweden sind die Ausgaben der Wirtschaft für Forschung und Entwicklung zweieinhalbmal so hoch wie in Österreich, in Finnland etwa doppelt so hoch wie in Österreich, in den USA und in Japan doppelt so hoch wie in Österreich. Und das gehen wir nicht an? (Abg. Mag. Molterer: Daher unser Forschungspaket, das Sie ja begrüßt haben!) – Natürlich, aber das reicht ja nicht aus, um an diese internationalen Referenzwerte heranzukommen!
Abg. Mag. Molterer: Daher unser Forschungspaket, das Sie ja begrüßt haben!
Österreich gibt im öffentlichen Bereich nicht so wenig für Forschung und Entwicklung aus (Abg. Mag. Mainoni: Auch ein Erfolg!), wo wir nachhinken, das ist der Wirtschaftsbereich. Sie werden das genauso wissen wie ich, aber ich sage es Ihnen zur Erinnerung: In Schweden sind die Ausgaben der Wirtschaft für Forschung und Entwicklung zweieinhalbmal so hoch wie in Österreich, in Finnland etwa doppelt so hoch wie in Österreich, in den USA und in Japan doppelt so hoch wie in Österreich. Und das gehen wir nicht an? (Abg. Mag. Molterer: Daher unser Forschungspaket, das Sie ja begrüßt haben!) – Natürlich, aber das reicht ja nicht aus, um an diese internationalen Referenzwerte heranzukommen!
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
und an diesen müssen wir uns orientieren! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Nicht, wie soll ich sagen, an den Fußkranken, unter anderem an Deutschland. Das muss doch die Entwicklung sein!
Abg. Mag. Molterer: Werden wir machen!
Über die Jahre wurde das immer wieder von der OECD und anderen kritisiert, zuletzt im letzten Wirtschaftsbericht über Österreich, wo noch einmal darauf hingewiesen wird, dass die so genannte tax wedge, das ist sozusagen die Schere, die sich auftut zwischen dem, was der Unternehmer zahlt für eine Arbeitskraft, und dem, was der Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin dann netto sozusagen in der Tasche nach Hause trägt. Diese Differenz, diese Diskrepanz ist in Österreich sehr hoch, und das ist mit Sicherheit nicht beschäftigungsfördernd, sondern – ganz im Gegenteil – beschäftigungshinderlich. Deswegen verlangen wir schon seit langem, dass die Frage der Senkung der Lohnsummenabgaben endlich einmal angegangen wird. (Abg. Mag. Molterer: Werden wir machen!) – Ja, werden Sie machen, das hören wir schon seit dem Jahr 2000!
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Unser Vorschlag ist, das aufkommensneutral zu machen. Wir wollen das Defizit in diesem Bereich nicht erhöhen, sondern im Rahmen der international schon endlos durchdiskutierten so genannten ökologisch-sozialen Steuerreform bei der Energie die Steuern erhöhen – abgesehen vom Benzin, das sage ich gleich dazu, aber beim Diesel gibt es zum Beispiel Spielraum, und da ist es auch ökologisch erwünscht – und das abtauschen einerseits mit der Lohn- und Einkommensteuer für die Privathaushalte, sodass diese netto keine Belastung haben, und ungefähr zur anderen Hälfte bei der Wirtschaft kürzen, sodass man nach unserem Steuermodell, wenn man das über drei Jahre machen würde – jedes Jahr 1 Milliarde €, in der Schlussphase 3 Milliarden € –, bei den Lohnsummenabgaben um 1,2 Milliarden € heruntergehen könnte. Und damit hätten wir den Faktor Arbeit doppelt so stark entlastet wie Sie mit diesem angeblichen Jahrhundertprojekt. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Was heißt „nachwerfen“ in diesem Zusammenhang, bitte?
So macht man, finde ich, vernünftige Wirtschaftspolitik, wenn man sie fokussiert auf das, was notwendig ist, nämlich die Beschäftigungspolitik, die Konjunkturpolitik, die Wachstumspolitik. Das wäre ein Steuerpaket, das billiger gewesen wäre, was die Budgetkosten betrifft, stärker fokussiert auf den Arbeitsmarkt und stärkere Effekte gehabt hätte, statt den Unternehmen, muss ich leider sagen, im Rahmen der Körperschaftsteuer das nachzuwerfen. (Abg. Mag. Molterer: Was heißt „nachwerfen“ in diesem Zusammenhang, bitte?)
Abg. Mag. Molterer: Sie werden Headquarters nach Österreich bringen!
Verehrte Kolleginnen und Kollegen von ÖVP und FPÖ! Lassen wir einmal die Senkung des Körperschaftsteuersatzes beiseite: Welchen Beschäftigungseffekt im Inland, in Österreich – und das ist nach wie vor das Primäre für die Österreicherinnen und Österreicher –, hat es, dass Kapitalgesellschaften in Zukunft Verluste, die sie im Ausland erzielen, im Inland von der Körperschaftsteuer abschreiben können? Das erklären Sie einmal irgendjemandem! Sie haben es ja heute nicht einmal ansatzweise versucht. (Abg. Mag. Molterer: Sie werden Headquarters nach Österreich bringen!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Zweitens: Welchen Sinn hat es, über die so genannte Firmenwertabschreibung Unternehmenskäufe zu subventionieren? Beschäftigung wird ja nicht erzeugt durch einen Unternehmenskauf, sondern Beschäftigung wird erzeugt, wenn ich einen Markt finde, wenn ich investiere in Realkapital, also in Maschinen zum Beispiel, und wenn wir investieren in das Humankapital, also in unsere Köpfe über Bildung, Forschung und Ausbildung. Da wird Beschäftigung kurzfristig und langfristig erzeugt, aber nicht, indem der Ankauf von Firmen subventioniert wird. Das ist doch albern, verehrte Kolleginnen und Kollegen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Mag. Hakl: Einkommensteuer!
Wenn wir schon dabei sind, weil Sie das als Jahrhundertwerk anpreisen: Eine wichtige Gruppe haben Sie 2004 und 2005 vergessen, die profitieren weder von der Begünstigung des nicht entnommenen Gewinns noch von der Senkung der Körperschaftsteuer, und das sind alle Freiberufler. Tragen die Freiberufler nichts zur Beschäftigung in Österreich bei? Haben Sie die völlig vergessen? (Abg. Mag. Hakl: Einkommensteuer!) Die können von der jetzt schon in Kraft getretenen Begünstigung des nicht entnommenen Gewinns nicht profitieren, weil sie auf Gewerbetreibende und Landwirte beschränkt ist. Die Freiberufler sind draußen – und von der Körperschaftsteuersenkung haben sie auch nichts (Abg. Mag. Hakl: Aber von der Einkommensteuersenkung! – Abg. Dr. Stummvoll: Von der Tarifsenkung!), weil die üblicherweise nicht als Körperschaft organisiert sind, sondern anders.
Abg. Mag. Hakl: Aber von der Einkommensteuersenkung! – Abg. Dr. Stummvoll: Von der Tarifsenkung!
Wenn wir schon dabei sind, weil Sie das als Jahrhundertwerk anpreisen: Eine wichtige Gruppe haben Sie 2004 und 2005 vergessen, die profitieren weder von der Begünstigung des nicht entnommenen Gewinns noch von der Senkung der Körperschaftsteuer, und das sind alle Freiberufler. Tragen die Freiberufler nichts zur Beschäftigung in Österreich bei? Haben Sie die völlig vergessen? (Abg. Mag. Hakl: Einkommensteuer!) Die können von der jetzt schon in Kraft getretenen Begünstigung des nicht entnommenen Gewinns nicht profitieren, weil sie auf Gewerbetreibende und Landwirte beschränkt ist. Die Freiberufler sind draußen – und von der Körperschaftsteuersenkung haben sie auch nichts (Abg. Mag. Hakl: Aber von der Einkommensteuersenkung! – Abg. Dr. Stummvoll: Von der Tarifsenkung!), weil die üblicherweise nicht als Körperschaft organisiert sind, sondern anders.
Demonstrativer Beifall des Abg. Kopf.
Warum ist uns die Budgetdisziplin so wichtig, ist es uns so wichtig, das Defizit nicht ausufern zu lassen? – Hier bin ich auch mit vielen Punkten der SPÖ nicht einverstanden, ich sage das ganz deutlich. (Demonstrativer Beifall des Abg. Kopf.) Wir wollen kein Budgetdefizit von 3 Milliarden €, wir beschränken uns hier auf 1,2 Milliarden €, die schwierig genug zu verkraften sein werden. Warum? Weil wir auf der Ausgabenseite unaufschiebbare Dinge sehen, die uns, man kann es drehen, wie man will, Geld kosten werden und die eben nicht aufschiebbar sind.
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen
In der Erwachsenenfortbildung erinnert mich das langsam an die furchtbaren Ergebnisse der PISA-Studie – Karl Öllinger hat gestern wieder darauf hingewiesen. Welchen Sinn hat es – das AMS gibt sehr viel Geld aus für Fortbildung, das ist prinzipiell gut (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen) –, wenn eine arbeitslose Chefsekretärin angehalten wird, einen Kurs zu besuchen, in dem sie lernt, wie man ein Bewerbungsschreiben verfasst? Die ganze Requalifikation, Umbildung in diesem Sektor, Herr Kollege Molterer, wird es nicht zum Nulltarif geben. Und jedes Jahr, das vergeht, kostet uns überflüssig Zeit. – Tut mir Leid, dass ich auf meine Zeit nicht besser achten konnte. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
In der Erwachsenenfortbildung erinnert mich das langsam an die furchtbaren Ergebnisse der PISA-Studie – Karl Öllinger hat gestern wieder darauf hingewiesen. Welchen Sinn hat es – das AMS gibt sehr viel Geld aus für Fortbildung, das ist prinzipiell gut (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen) –, wenn eine arbeitslose Chefsekretärin angehalten wird, einen Kurs zu besuchen, in dem sie lernt, wie man ein Bewerbungsschreiben verfasst? Die ganze Requalifikation, Umbildung in diesem Sektor, Herr Kollege Molterer, wird es nicht zum Nulltarif geben. Und jedes Jahr, das vergeht, kostet uns überflüssig Zeit. – Tut mir Leid, dass ich auf meine Zeit nicht besser achten konnte. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Rufe bei der SPÖ – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn –: Danke! – Abg. Marizzi: Dankesrede! „Danke, Karl-Heinz!“
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Prinzhorn. Seine Redezeit beträgt 15 Minuten. (Rufe bei der SPÖ – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn –: Danke! – Abg. Marizzi: Dankesrede! „Danke, Karl-Heinz!“)
Abg. Reheis: Danksagung!
ist es notwendig (Abg. Reheis: Danksagung!), weil ich als oberster Berater unseres Chefverhandlers hier spreche und unser Chefverhandler heute verhindert ist – schöne Grüße nach Kärnten. Daher ergreife ich gerne das Wort. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
ist es notwendig (Abg. Reheis: Danksagung!), weil ich als oberster Berater unseres Chefverhandlers hier spreche und unser Chefverhandler heute verhindert ist – schöne Grüße nach Kärnten. Daher ergreife ich gerne das Wort. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Nürnberger.
Die gestrige Plenarsitzung mit der Dringlichen Anfrage an den Bundesminister für Arbeit und Wirtschaft zum Thema Beschäftigungspolitik hat schon einiges an Vorahnungen in mir hervorgerufen, insbesondere über die grundsätzlichen Unterschiede in den Meinungen der Oppositions- und Regierungsparteien zu Fragen der Beschäftigungspolitik und zu Fragen der Wirtschaftspolitik. Hier die Opposition, die nach wie vor an die Allmacht des Staates glaubt und die sich offensichtlich immer gerne an ihren Wirtschaftsguru Bruno Kreisky erinnert, der gesagt hat: Lieber ein Haufen Schulden als Arbeitslose. (Zwischenruf des Abg. Nürnberger.) – Gehen Sie zu Ihrem Kollegen Schröder nach Deutschland! Bei Ihrem sozialistischen Kollegen sehen Sie, wie Sie einen Haufen Schulden machen können, einen Haufen Arbeitslosigkeit damit erzeugen und auch noch eine hohe Inflation. Also Sie sind Ewiggestrige in dieser Frage. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Die gestrige Plenarsitzung mit der Dringlichen Anfrage an den Bundesminister für Arbeit und Wirtschaft zum Thema Beschäftigungspolitik hat schon einiges an Vorahnungen in mir hervorgerufen, insbesondere über die grundsätzlichen Unterschiede in den Meinungen der Oppositions- und Regierungsparteien zu Fragen der Beschäftigungspolitik und zu Fragen der Wirtschaftspolitik. Hier die Opposition, die nach wie vor an die Allmacht des Staates glaubt und die sich offensichtlich immer gerne an ihren Wirtschaftsguru Bruno Kreisky erinnert, der gesagt hat: Lieber ein Haufen Schulden als Arbeitslose. (Zwischenruf des Abg. Nürnberger.) – Gehen Sie zu Ihrem Kollegen Schröder nach Deutschland! Bei Ihrem sozialistischen Kollegen sehen Sie, wie Sie einen Haufen Schulden machen können, einen Haufen Arbeitslosigkeit damit erzeugen und auch noch eine hohe Inflation. Also Sie sind Ewiggestrige in dieser Frage. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Da halte ich es schon lieber mit der Außenpolitik Ihres bereits verstorbenen früheren Parteivorsitzenden, der zumindest in der Außenpolitik eine gewisse Affinität zu uns Freiheitlichen hatte, weil er gewisse Entwicklungen erkannt hat, die letztlich auch unser Landeshauptmann in Kärnten wahrgenommen hat. Das ist aber schon die einzige Affinität, die wir zu dieser auf Schulden beruhenden Wirtschaftspolitik der Sozialdemokraten haben. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Öllinger: Hören Sie doch auf! Nein!
In der gestrigen Debatte haben von Ihrer Seite ausschließlich Beamte und Berufsfunktionäre zum Thema Beschäftigung gesprochen, was auch interessant ist, zum Teil wage ich zu behaupten: Wie der Blinde von der Farbe. Gehen Sie einmal in Personalbüros, gehen Sie einmal in Wiener Betriebe! Schauen Sie in meinen Betrieben, wie schwer es ist, heute Mitarbeiter zu finden! Wir haben eine sehr gute Beschäftigungssituation in Österreich, wir haben die niedrigste Arbeitslosigkeit in Europa, gemeinsam mit Holland und Luxemburg. Sie wissen das. (Abg. Öllinger: Hören Sie doch auf! Nein!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir haben auch die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit in Österreich, worauf wir besonders stolz sind, weil wir unserer Jugend im Wort sind. Nach einer EU-Berechnung der letzten Monate haben wir die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit in ganz Europa! Das, obwohl die Gemeinde Wien und das Land Wien zusätzlich Arbeitslose geradezu horten. Die Gemeinde Wien ist dafür zuständig, und das Land Wien ist dafür zuständig. Denken Sie an diese Wirtschaftspolitik, gerade des Landes Wien, denken Sie an die Bank Austria, an Investitionen der Gemeinde Wien, wie viel Geld Sie da abgelegt haben. Mit dieser Wirtschaftspolitik haben Sie dem Land nichts Gutes getan. Der Erfolg ist eine zurückgehende Beschäftigung in Wien. Genau das Gegenteil machen wir! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Warum geht es denn in Österreich bei der verstaatlichten Industrie bergauf? – Weil wir sie entstaatlicht haben! Was haben wir mit den Austria Tabakwerken gemacht? – Wir haben sie in die Freiheit der Privatwirtschaft geführt und seither zusätzliche Beschäftigte aufgenommen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Was machen Sie? – Sie rufen nach dem Staat! Das ist der falsche Weg. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Warum geht es denn in Österreich bei der verstaatlichten Industrie bergauf? – Weil wir sie entstaatlicht haben! Was haben wir mit den Austria Tabakwerken gemacht? – Wir haben sie in die Freiheit der Privatwirtschaft geführt und seither zusätzliche Beschäftigte aufgenommen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Was machen Sie? – Sie rufen nach dem Staat! Das ist der falsche Weg. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Eines scheint mir ganz wichtig zu sein. Wenn Sie bei dieser Steuerreform den Hebel angesetzt hätten, wenn man den Spitzensteuersatz gesenkt hätte, wie das Ihre sozialdemokratischen Kollegen in Deutschland vorschlagen, dann hätte ich das ja noch verstanden. Aber genau das Umgekehrte haben wir gemacht. Wir haben eine Entlastung der untersten Einkommensbereiche gemacht. Wir haben darüber hinaus über die Kinderzuschläge auch die Negativsteuer erhöht, die Sie nämlich unter Ihrem Finanzminister Edlinger im Jahre 2000 nicht erhöht haben! Als Sozialdemokraten haben Sie die Negativsteuer nicht erhöht. Wir sind sie angegangen – gerade über die Alleinerzieher, gerade über die Alleinerhalter. Das nenne ich sozial ausgewogene, treffsichere Steuerpolitik. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Matznetter: Ohne Steuerreform!
Da ein Wort an Herrn Kollegen Matznetter. Wenn Sie allen Ernstes glauben, dass meine Unternehmensgruppe deswegen erfolgreich ist, weil Sie mir Verluste im nächsten Jahr in der Höhe des halben Grundkapitals vorhersagen, Herr Matznetter, dann leben Sie in einer anderen Welt. Beträge wie die in Brandenburg investiere ich im heurigen Jahr in Österreich in eine neue Papiermaschine, und in zwei Monaten bin ich aus den schwarzen Zahlen heraus. Ich brauche kein ganzes Jahr! (Abg. Dr. Matznetter: Ohne Steuerreform!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Lassen Sie sich als Steuerberater noch etwas sagen! Sie müssen doch schon einmal gehört haben, dass bisher ein Gewinn- und Verlustausgleich bei Personengesellschaften über die Grenze möglich war – also etwas, was Kapitalgesellschaften bisher nicht hatten. Wenn Sie von einem Privileg von Kapitalgesellschaften reden, dann verstehen Sie nichts von Steuern. Das ist für einen Steuerberater bedenklich, und daher fürchte ich eher um Ihre Ergebnisse in Ihrer Kanzlei als um meine Ergebnisse in meiner Firma. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Zauberlehrling Matznetter!
Steuer- und Wirtschaftspolitik, aber auch in der Industriepolitik geht. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Zauberlehrling Matznetter!) Aber das ist für uns alle nichts Neues, Herr Kollege Matznetter! (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Steuer- und Wirtschaftspolitik, aber auch in der Industriepolitik geht. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Zauberlehrling Matznetter!) Aber das ist für uns alle nichts Neues, Herr Kollege Matznetter! (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir zahlen die Schulden zurück. Wir machen die ÖIAG schuldenfrei und machen daraus ein dynamisches Unternehmen, von den Austria Tabakwerken bis zur voestalpine. Alles andere, was Sie hier erzählen, ist Polemik im Rahmen des Wahlkampfes für die Arbeiterkammerwahlen, sonst nichts! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich bin ganz besonders froh darüber, dass wir gerade für die Familien etwas machen, denn die Familien sind wichtig, und gerade die Alleinerzieher und Alleinverdiener sind wichtig. Wenn nach dem Kindergeld jetzt auch noch die Kinderzuschläge erhöht werden, und zwar in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit, dann spricht das für eine ausgewogene, kluge Budget- und Finanzpolitik und vor allem für eine Gesellschafspolitik, für die ich als Unternehmer stehe, dass unsere Kinder auch in Zukunft in diesem Land versorgt werden, indem sie einen Job, also Beschäftigung finden, denn das ist die Grundlage für unseren künftigen Erfolg. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.
Was hat man auf dem Infrastruktursektor gemacht? Die Länder, die heute beitreten – die Slowakei, Ungarn –, haben sich darauf vorbereitet, obwohl sie in einer wirtschaftlich schwierigen Situation waren. Was haben sozialistische Infrastrukturminister gemacht? – Wir holen das nach. (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.) Wir dotieren Schiene und Straße so hoch wie nie zuvor und machen noch die größte Steuerentlastung der Zweiten Republik. Das ist letztlich die Quadratur des Kreises, die unser Finanzminister Grasser geschafft hat.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich begrüße sehr herzlich den Herrn Bundeskanzler und den Herrn Vizekanzler – jetzt ist die Regierungsmannschaft wirklich fast komplett. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Eder.
Sie von der SPÖ haben moniert, dass Forschung und Entwicklung in diesem Land stiefmütterlich behandelt wurden. Ja was war denn? – Sie haben in verschiedenen Ministerien Forschung und Entwicklung politisch besetzt, haben sie nicht dotiert, und herausgekommen ist eine Forschungs- und Entwicklungsquote von 1,5 Prozent des BIP: Das war Schlusslicht in Europa! Das war Ihre Forschungs- und Entwicklungspolitik! Und wenn Sie diese heute kritisieren ... (Zwischenruf des Abg. Eder.) – Ich glaube, Sie sind sehr vergesslich. Wir sind bei 1,5 Prozent gestartet und haben heute 2,2 Prozent des BIP. Wir haben Forschung und Entwicklung noch nie so hoch dotiert wie in den Jahren 2004 und 2005. Nehmen Sie doch einfach Fakten zur Kenntnis! Es hat doch keinen Sinn, wenn Sie polemisieren. Ich weiß, Politiker tun sich mit Zahlen hart, aber ich komme aus der Wirtschaft. Glauben Sie mir, Zahlen sind mein Tagesgeschäft. Ich bin auch nicht vergesslich, was das betrifft. Da könnten Sie gerne von mir wenigstens ein bisschen etwas lernen – viel ist es sicherlich nicht. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Ihre Personalentscheidung!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Ihre Personalentscheidung!
Sie von der SPÖ haben moniert, dass Forschung und Entwicklung in diesem Land stiefmütterlich behandelt wurden. Ja was war denn? – Sie haben in verschiedenen Ministerien Forschung und Entwicklung politisch besetzt, haben sie nicht dotiert, und herausgekommen ist eine Forschungs- und Entwicklungsquote von 1,5 Prozent des BIP: Das war Schlusslicht in Europa! Das war Ihre Forschungs- und Entwicklungspolitik! Und wenn Sie diese heute kritisieren ... (Zwischenruf des Abg. Eder.) – Ich glaube, Sie sind sehr vergesslich. Wir sind bei 1,5 Prozent gestartet und haben heute 2,2 Prozent des BIP. Wir haben Forschung und Entwicklung noch nie so hoch dotiert wie in den Jahren 2004 und 2005. Nehmen Sie doch einfach Fakten zur Kenntnis! Es hat doch keinen Sinn, wenn Sie polemisieren. Ich weiß, Politiker tun sich mit Zahlen hart, aber ich komme aus der Wirtschaft. Glauben Sie mir, Zahlen sind mein Tagesgeschäft. Ich bin auch nicht vergesslich, was das betrifft. Da könnten Sie gerne von mir wenigstens ein bisschen etwas lernen – viel ist es sicherlich nicht. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Ihre Personalentscheidung!)
Abg. Öllinger: Das gilt auch für die Krankenkassen!
Wie wollen Sie Sozialleistungen finanzieren, wenn Sie im Prinzip in erster Linie mit Ihrem Zinsendienst beschäftigt sind? (Abg. Öllinger: Das gilt auch für die Krankenkassen!) Und das war unter sozialistischen Finanzministern. Sie waren hauptsächlich beschäftigt mit dem Wieder- und Wieder- und Wieder-Schuldenmachen und sich letztlich nur mehr um den Zinsendienst Kümmern. Daher hatten sie kein Geld für eine Steuerreform. Wir machen sie, und wir sind stolz darauf. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Eder.) Aber ich kann Ihnen sagen: Der Vergleich macht uns sicher!
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Eder.
Wie wollen Sie Sozialleistungen finanzieren, wenn Sie im Prinzip in erster Linie mit Ihrem Zinsendienst beschäftigt sind? (Abg. Öllinger: Das gilt auch für die Krankenkassen!) Und das war unter sozialistischen Finanzministern. Sie waren hauptsächlich beschäftigt mit dem Wieder- und Wieder- und Wieder-Schuldenmachen und sich letztlich nur mehr um den Zinsendienst Kümmern. Daher hatten sie kein Geld für eine Steuerreform. Wir machen sie, und wir sind stolz darauf. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Eder.) Aber ich kann Ihnen sagen: Der Vergleich macht uns sicher!
Abg. Nürnberger: Wo haben Sie denn das gemacht?
Standort und Wettbewerb in Europa. Österreich ist unter den Top 3. (Der Redner verweist auf eine schriftliche Unterlage.) Ich weiß, da sind Sie natürlich sprachlos, denn das hat es zu Ihrer Zeit nicht gegeben. Wir haben gerade durch unsere Strukturreformen, auch auf dem ÖBB-Sektor, wo wir ein neues Dienstrecht hervorragend verhandelt haben, auch durch Investitionen in die Zukunft heute ein Ranking erreicht, bei dem wir Nummer drei in Europa sind. Wir haben Ihre sozialdemokratischen Kollegen fast in ganz Europa überholt, und ich bin wirklich stolz auf eine Regierung, die eine maßvolle Pensionsreform macht, auch eine Angleichung der Arbeiter und Angestellten. (Abg. Nürnberger: Wo haben Sie denn das gemacht?) – Sie haben ganz vergessen, Ihre Arbeiter den Angestellten anzugleichen. Das machen wir noch nebenbei, neben all den Dingen, die wir erledigt haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Aber, wie gesagt, sozial- und wirtschaftskompetent muss man sein.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Standort und Wettbewerb in Europa. Österreich ist unter den Top 3. (Der Redner verweist auf eine schriftliche Unterlage.) Ich weiß, da sind Sie natürlich sprachlos, denn das hat es zu Ihrer Zeit nicht gegeben. Wir haben gerade durch unsere Strukturreformen, auch auf dem ÖBB-Sektor, wo wir ein neues Dienstrecht hervorragend verhandelt haben, auch durch Investitionen in die Zukunft heute ein Ranking erreicht, bei dem wir Nummer drei in Europa sind. Wir haben Ihre sozialdemokratischen Kollegen fast in ganz Europa überholt, und ich bin wirklich stolz auf eine Regierung, die eine maßvolle Pensionsreform macht, auch eine Angleichung der Arbeiter und Angestellten. (Abg. Nürnberger: Wo haben Sie denn das gemacht?) – Sie haben ganz vergessen, Ihre Arbeiter den Angestellten anzugleichen. Das machen wir noch nebenbei, neben all den Dingen, die wir erledigt haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Aber, wie gesagt, sozial- und wirtschaftskompetent muss man sein.
Abg. Nürnberger: Damit Sie noch mehr Profit haben!
Wenn Sie etwas Positives für die nächste Steuerreform machen wollen, dann springen Sie doch über Ihren Schatten. Stimmen Sie, wenn verfassungsmäßig vorgesehene Mehrheiten notwendig sind, zu, um die Strukturen in Österreich dahin gehend zu ändern, dass letztlich auch Wien ein modernes Land mit einer sparsamen Verwaltung wird! (Abg. Nürnberger: Damit Sie noch mehr Profit haben!) Das wünsche ich uns allen – und Ihnen besonders! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wenn Sie etwas Positives für die nächste Steuerreform machen wollen, dann springen Sie doch über Ihren Schatten. Stimmen Sie, wenn verfassungsmäßig vorgesehene Mehrheiten notwendig sind, zu, um die Strukturen in Österreich dahin gehend zu ändern, dass letztlich auch Wien ein modernes Land mit einer sparsamen Verwaltung wird! (Abg. Nürnberger: Damit Sie noch mehr Profit haben!) Das wünsche ich uns allen – und Ihnen besonders! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Kritisiert wird, wir täten nicht genug für Leute mit kleinem Einkommen. Meine Damen und Herren! Eine allein erziehende Mutter mit zwei Kindern – ein Beispiel für eine armutsgefährdete Bevölkerungsgruppe – hat ein kleines Einkommen von monatlich brutto 1 300 €. Diese allein erziehende Mutter hat bisher 862 € Steuer im Jahr gezahlt; sie zahlt jetzt keine Steuer mehr, sondern bekommt 14 € als Sozialtransfer direkt vom Finanzamt ausgezahlt. Das heißt, die Entlastung ist 876 € für diese allein erziehende Mutter, kleines Einkommen – sehr viel mehr netto in der Brieftasche. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ein größeres Beispiel: Lebensmitteleinzelhandel Hofer. Ich war auf einem Betriebsbesuch dort. Geschäftsführer Dr. Burger hat mir gesagt, ich kann dies verwenden: Es werden auf Grund dieser Steuerreform, weil sie ein wichtiges Signal für den Standort ist, heuer mehrere hundert Millionen € investiert, und die Zahl der Mitarbeiter wird von 4 200 auf 5 000 aufgestockt. – 800 Beschäftigte mehr als Auswirkung dieser Steuerreform, meine Damen und Herren! Das ist aktive Beschäftigungspolitik, das ist Wirtschaftspolitik, das ist eine Steuerreform, die gut für Österreich ist. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir haben zwei Konjunkturbelebungspakete beschlossen. Wir haben ein Wachstums- und Standortpaket beschlossen. Wir haben eine erste Entlastung beschlossen, wogegen die Opposition gestimmt hat. Wir sind jetzt dabei, die zweite große Entlastung zu beschließen, weil wir wissen: Das ist wichtig für das Wachstum, das ist wichtig für die Beschäftigung und es ist besonders wichtig, damit Österreich möglichst schnell und möglichst stark am Aufschwung teilhaben wird. Das ist eine Politik, die gut für Österreich ist. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Bei der Arbeitslosigkeit!
Schauen wir uns ökonomische Eckdaten 2003 an: Österreich im Durchschnitt zur Euro-Zone. Österreich hatte das doppelte Wachstum im Vergleich zu den anderen elf Ländern, die die Wirtschafts- und Währungsunion formen. Wir hatten weniger als das halbe Defizit im Vergleich mit dem Durchschnitt der Euro-Zone. (Abg. Öllinger: Bei der Arbeitslosigkeit!) Und wir hatten die halbe Arbeitslosigkeit im Vergleich zur Euro-Zone. (Abg. Öllinger: Die steigt!)
Abg. Öllinger: Die steigt!
Schauen wir uns ökonomische Eckdaten 2003 an: Österreich im Durchschnitt zur Euro-Zone. Österreich hatte das doppelte Wachstum im Vergleich zu den anderen elf Ländern, die die Wirtschafts- und Währungsunion formen. Wir hatten weniger als das halbe Defizit im Vergleich mit dem Durchschnitt der Euro-Zone. (Abg. Öllinger: Bei der Arbeitslosigkeit!) Und wir hatten die halbe Arbeitslosigkeit im Vergleich zur Euro-Zone. (Abg. Öllinger: Die steigt!)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Unsere Politik war nichts anderes als zu sagen: Verstärken wir diesen Weg, setzen wir diese Politik so fort und machen wir nicht eine reaktive Politik! (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Schauen wir nicht zu und warten wir nicht, wie das in Deutschland passiert ist!
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Und, Professor Van der Bellen, kleiner technischer Exkurs: Wenn Sie sich den § 33 ansehen, dann erkennen Sie, dass dort der allgemeine Absetzbetrag geregelt ist. Dann diskutieren wir gerne darüber, welch signifikante Vereinfachung in diesem Tarif gelungen ist, weil die Einschleifung des allgemeinen Absetzbetrages nicht mehr vorgenommen wird. Ich sage nur, es ist ein neuer Tarif, der kleine und mittlere Einkommen entlastet, und es ist eine ganz wesentliche Vereinfachung mit diesem neuen Tarif gelungen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Diese Steuerreform – es ist angesprochen worden – hat das größte Volumen, bringt die größte Entlastung, die es bisher jemals in Österreich bei einer Steuerreform gegeben hat. Diese Steuerreform ist ausgewogen: Auf der einen Seite 1,5 Milliarden für die Arbeitnehmer, für die unselbständig Beschäftigten, auf der anderen Seite 1,5 Milliarden € an Entlastung für die Wirtschaft. Wir sagen, sozial ist das, was Arbeit schafft, und da muss der Standort natürlich mit dabei sein. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
die Negativsteuer nicht stärker anheben! Wir heben Sie an von 60 Millionen € auf 95 Millionen €, erhöhen sie somit um mehr als 50 Prozent. Sie hätten über Jahre hinweg die Gelegenheit gehabt, die Negativsteuer zu erhöhen – Sie haben es nicht gemacht! Ich sage Ihnen, Sie verlieren Ihre Glaubwürdigkeit, wenn Sie jene kritisieren, die hier handeln, die hier Akzente setzen für die kleinsten Einkommen, die Sozialtransfers machen für jene, die gar keine Steuern zahlen. Das ist sozial gerechte Politik, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Diese Steuerreform macht „steuerfrei“, auch das ist angesprochen worden. Es ist eine riesige Leistung, ein riesiger Erfolg für uns, auf den wir stolz sein können, wenn 2,55 Millionen Lohn- und Einkommensteuerpflichtige keine Steuer mehr bezahlen. 43 Prozent zahlen keine Steuer. Wir entlasten jeden Steuerzahler im Durchschnitt mit 500 €. Das heißt: weniger Steuern und Abgaben, mehr Geld in der Brieftasche, mehr Geld zum Leben, mehr Geld zum Investieren, mehr Geld für den Konsum. Das tut der Wirtschaft gut, das tut den Arbeitsplätzen in unserem Land gut. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Das sind die ganz konkreten Auswirkungen: mehr Beschäftigung, mehr Wachstum, mehr Investitionen – eine ganz, ganz wichtige Reform für den Wirtschafts- und Arbeitsstandort Österreich, die wir damit erreichen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Molterer: Unser Klientel heißt Österreich!
Manche haben gefragt: Wer ist denn Zielgruppe dieser Steuerreform? Für wen machen wir denn diese Reform? Die Grünen haben gesagt: Das ist Klientelpolitik! (Abg. Mag. Molterer: Unser Klientel heißt Österreich!) – Meine Damen und Herren! Ich sage Ihnen gerne, wer unsere Klientel bei dieser Steuerreform ist: 2,6 Millionen Arbeitnehmer profitieren mit 990 Millionen €. 2,6 Millionen Arbeitnehmer werden mit 990 Millionen € entlastet. 1 050 000 Pensionisten werden mit 450 Millionen € entlastet. 900 000 Alleinverdiener, davon 100 000 Alleinerzieher, werden mit 230 Millionen € entlastet. 680 000 Pendler werden mit 20 Millionen € entlastet. (Abg. Öllinger: Jetzt sind wir schon bei 12 Millionen Österreichern!) 130 000 Bauern werden mit 50 Millionen € entlastet. 100 000 Einzelunternehmen und Personengesellschaften werden mit 400 Millionen € entlastet. 100 000 GesmbHs und AGs werden mit 1,1 Milliarden € entlastet; wir haben damit die breite Masse der Klein- und Mittelbetriebe abgedeckt.
Abg. Öllinger: Jetzt sind wir schon bei 12 Millionen Österreichern!
Manche haben gefragt: Wer ist denn Zielgruppe dieser Steuerreform? Für wen machen wir denn diese Reform? Die Grünen haben gesagt: Das ist Klientelpolitik! (Abg. Mag. Molterer: Unser Klientel heißt Österreich!) – Meine Damen und Herren! Ich sage Ihnen gerne, wer unsere Klientel bei dieser Steuerreform ist: 2,6 Millionen Arbeitnehmer profitieren mit 990 Millionen €. 2,6 Millionen Arbeitnehmer werden mit 990 Millionen € entlastet. 1 050 000 Pensionisten werden mit 450 Millionen € entlastet. 900 000 Alleinverdiener, davon 100 000 Alleinerzieher, werden mit 230 Millionen € entlastet. 680 000 Pendler werden mit 20 Millionen € entlastet. (Abg. Öllinger: Jetzt sind wir schon bei 12 Millionen Österreichern!) 130 000 Bauern werden mit 50 Millionen € entlastet. 100 000 Einzelunternehmen und Personengesellschaften werden mit 400 Millionen € entlastet. 100 000 GesmbHs und AGs werden mit 1,1 Milliarden € entlastet; wir haben damit die breite Masse der Klein- und Mittelbetriebe abgedeckt.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Jene, die die Arbeitnehmer beschäftigen, jene, die die Steuern zahlen, jene, die die Wertschöpfung in unserem Land erarbeiten, all jene werden entlastet! Österreich, meine Damen und Herren, ist unsere Zielgruppe! Jeder Steuerzahler in diesem Land ist unsere Zielgruppe – und jene sozial schlechter Gestellten, die keine Steuern zahlen, mit der Negativsteuer. Das heißt, es werden mit dieser Steuerreform auch ganz wichtige soziale, familienpolitische Akzente gesetzt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Rechtsanwalt Staringer von Freshfields Bruckhaus Deringer sagt: Das ist im internationalen Vergleich „ein echter Quantensprung“, der in Österreich gelingt. Universitätsprofessor Hügel sagt, ebenfalls in der „Financial Times“: Das ist eine Sensation! Die „Neue Zürcher Zeitung“ schreibt: Das ist ein großer Wurf, der Österreich hier gelingt. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ schreibt: Diese Steuerreform beflügelt den ATX, beflügelt die Wiener Börse. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Ruf bei der SPÖ: Und wie viele Arbeitslose haben Sie übernommen?
Bitte vergleichen Sie die Zahlen: Wir haben 3,5 Prozent Defizit übernommen, werden jetzt trotz Steuerreformen bei 1,5 bis 2 Prozent stehen. Wir haben eine Abgabenquote von 44,4 Prozent übernommen. Wir erreichen eine Abgabenquote von 42,3 Prozent. (Ruf bei der SPÖ: Und wie viele Arbeitslose haben Sie übernommen?) Wir sind wesentlich besser, was das Defizit betrifft, wesentlich besser, was die Steuern und
Abg. Dr. Niederwieser: Das ist ja ein Größenwahn!
Sie von der SPÖ haben schon einmal gegen eine Entlastung gestimmt. Diese Steuerreform ist auch die beste Antwort zur Vorbereitung auf die Erweiterung. Diese Woche hat mit der Erweiterung, mit der Wiedervereinigung Europas sensationell begonnen. Wir haben jetzt die Möglichkeit, eine ganz große Entlastung zu beschließen: für die Arbeitnehmer, für die Angestellten, für die Wirtschaft in unserem Land – ein ganz, ganz wichtiger Schritt. (Abg. Dr. Niederwieser: Das ist ja ein Größenwahn!)
Anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Entlastung ist die Verantwortung von uns allen in der Politik. Gehen Sie diesen Weg mit! Stellen Sie die Weichen für den Aufschwung, für Beschäftigung, für Investitionen in Österreich! – Vielen Dank. (Anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Herr Finanzminister! Ich glaube nicht, dass Sie mit dieser Selbstloborgie, mit diesem Redeschwall die Bedenken, die Skepsis, die Kritik der Bevölkerung an dieser Steuerreform niederreden konnten. Ich bezweifle das. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich sage Ihnen: Je mehr Sie hier reden mussten, je schneller das Redetempo war, desto mehr spürte man das schlechte soziale Gewissen, das Sie in Wirklichkeit damit zum Ausdruck gebracht haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Franz Fiedler hat gesagt: Nicht einmal die kalte Progression wurde mit dieser Steuerreform ausgeglichen! – Ihre Nase wird von Rede zu Rede immer länger und länger, Herr Finanzminister! Und Sie stellen das heute einmal mehr unter Beweis. (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Mit dem „Konsum“ kann er nicht mehr kommen!
Wenn Sie mit Hofer kommen (Ruf bei der ÖVP: Mit dem „Konsum“ kann er nicht mehr kommen!) und darauf hinweisen, bei Loosdorf wird Hofer einen großen Verteiler hinstellen, das wird 100 bis 200 Millionen € kosten, und wenn Sie dann sagen, ausschlaggebend dafür war die KöSt-Senkung, dann sage ich Ihnen, der Verteiler für die österreichischen Märkte muss in Loosdorf stehen und nicht in Bratislava, denn er muss die österreichischen Märkte versorgen. Also: Nase um einen Zentimeter länger – falsches Beispiel, Herr Finanzminister! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn Sie mit Hofer kommen (Ruf bei der ÖVP: Mit dem „Konsum“ kann er nicht mehr kommen!) und darauf hinweisen, bei Loosdorf wird Hofer einen großen Verteiler hinstellen, das wird 100 bis 200 Millionen € kosten, und wenn Sie dann sagen, ausschlaggebend dafür war die KöSt-Senkung, dann sage ich Ihnen, der Verteiler für die österreichischen Märkte muss in Loosdorf stehen und nicht in Bratislava, denn er muss die österreichischen Märkte versorgen. Also: Nase um einen Zentimeter länger – falsches Beispiel, Herr Finanzminister! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Großruck: Der hat ein bisschen mehr wirtschaftliches Verständnis als der Herr Cap!
Nächster Punkt, und damit komme ich schon zu Ihrem segensreichen Vorredner Prinzhorn, zu dem ich nur eines sagen möchte: Er sollte vorsichtig sein, wenn er auf die Bank Austria schimpft. (Abg. Großruck: Der hat ein bisschen mehr wirtschaftliches Verständnis als der Herr Cap!) Und er sollte vorsichtig sein, wenn er auf die sozialdemokratischen Finanzminister schimpft, denn: Ohne Hannes Androsch und ohne die Bank Austria gäbe es den Herrn Prinzhorn als Unternehmer heute in Wirklichkeit gar nicht mehr! (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.
Nächster Punkt, und damit komme ich schon zu Ihrem segensreichen Vorredner Prinzhorn, zu dem ich nur eines sagen möchte: Er sollte vorsichtig sein, wenn er auf die Bank Austria schimpft. (Abg. Großruck: Der hat ein bisschen mehr wirtschaftliches Verständnis als der Herr Cap!) Und er sollte vorsichtig sein, wenn er auf die sozialdemokratischen Finanzminister schimpft, denn: Ohne Hannes Androsch und ohne die Bank Austria gäbe es den Herrn Prinzhorn als Unternehmer heute in Wirklichkeit gar nicht mehr! (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Produkte herstellt. Aber die Belehrungsnummer braucht er hier nicht abzuziehen. Das wollte ich hier eindeutig deponieren. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Großruck: Jetzt ist der Tiefflieger wieder unterwegs!
Wieso haben Sie eigentlich in Ihrer Werberede nicht über die Defizitwarnung gesprochen, die Sie in Brüssel aussprechen mussten, Herr Finanzminister? – 1999: 133 Milliarden € Verschuldung, 2004: 152,8 Milliarden € Verschuldung. (Abg. Großruck: Jetzt ist der Tiefflieger wieder unterwegs!) Also in Wahrheit ist es so: Sie zahlen überhaupt keine Schulden zurück. Nein, der Schuldenberg wird unter Ihrer Finanzministerschaft größer und größer und größer! Daher hören Sie auf, hier nur heiße Luft zu produzieren! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wieso haben Sie eigentlich in Ihrer Werberede nicht über die Defizitwarnung gesprochen, die Sie in Brüssel aussprechen mussten, Herr Finanzminister? – 1999: 133 Milliarden € Verschuldung, 2004: 152,8 Milliarden € Verschuldung. (Abg. Großruck: Jetzt ist der Tiefflieger wieder unterwegs!) Also in Wahrheit ist es so: Sie zahlen überhaupt keine Schulden zurück. Nein, der Schuldenberg wird unter Ihrer Finanzministerschaft größer und größer und größer! Daher hören Sie auf, hier nur heiße Luft zu produzieren! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen: Wien! Wien! Wien!
Wenn das alles so segensreich ist, was Sie hier versuchen uns und den Zuschauerinnen und Zuschauern unter viel Weihrauch zu erklären, dann erklären Sie mir bitte, wieso immer noch das subjektive Gefühl der Bevölkerung gegenüber dieser Steuerreform so negativ ist! Erklären Sie mir bitte, wieso wir immer noch so ein schwaches Wirtschaftswachstum haben – 1,5 Prozent real dieses Jahr! Wieso ist das so? Erklären Sie mir bitte, wenn Sie wirklich segensreich tätig sein wollen, warum Sie dabei bleiben, dass die öffentlichen Investitionen nur 1,1 Prozent des BIP ausmachen sollen, und Sie daher nicht daran interessiert sind, Wirtschaftsimpulse zu setzen! Erklären Sie mir bitte, wieso Sie die steigende Arbeitslosigkeit in Österreich in Kauf nehmen – diese Woche wurden die Zahlen einmal mehr präsentiert –, die mittlerweile eine Rekordarbeitslosigkeit ist: wieder plus 4 Prozent! (Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen: Wien! Wien! Wien!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Desaster in Wien!
Herr Finanzminister, das nennt man eigentlich Desaster, was Sie hier zu vertreten haben, und nicht erfolgreiche Wirtschaftspolitik! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Desaster in Wien!) – Die nervösen Zwischenrufe beweisen ja nur einmal mehr, dass Sie schon unsicher werden, weil bereits auch die Kritik aus der Wirtschaft wächst. Es mag ja sein, dass Sie, wenn die Opposition kritisiert, schon automatisch weghören. Leider ist das so, das ist auch undemokratisch, und Sie wären gut beraten, uns zuzuhören.
Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Dr. Schüssel.
Es kommt auch die Kritik aus der Wirtschaft. Sie, Herr Klubobmann Molterer, haben Hannes Androsch zitiert, Sie haben ihn nur nicht vollständig zitiert. Er hat nämlich noch sehr viel mehr gesagt. Er hat nicht nur die KöSt-Senkung begrüßt, sondern er hat auch die Abschaffung der vorzeitigen Abschreibung und der Investitionsprämie kritisiert. Anders formuliert hat er gesagt: Diese Regierung setzt keine Investitionsanreize. (Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Dr. Schüssel.) Herr Bundeskanzler, warum wollen Sie eigentlich keine Investitionsanreize setzen? Wieso sind Sie daran nicht interessiert? Wieso wählen Sie diesen Weg? (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Es kommt auch die Kritik aus der Wirtschaft. Sie, Herr Klubobmann Molterer, haben Hannes Androsch zitiert, Sie haben ihn nur nicht vollständig zitiert. Er hat nämlich noch sehr viel mehr gesagt. Er hat nicht nur die KöSt-Senkung begrüßt, sondern er hat auch die Abschaffung der vorzeitigen Abschreibung und der Investitionsprämie kritisiert. Anders formuliert hat er gesagt: Diese Regierung setzt keine Investitionsanreize. (Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Dr. Schüssel.) Herr Bundeskanzler, warum wollen Sie eigentlich keine Investitionsanreize setzen? Wieso sind Sie daran nicht interessiert? Wieso wählen Sie diesen Weg? (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Bundeskanzler Dr. Schüssel: Aber nein!
Ich sage Ihnen, die Kritik aus der Wirtschaft an dieser Regierung ist ja nicht nur eine Kritik, die die nationale Politik betrifft, es ist ja auch eine Kritik, die Ihre Politik in der Europäischen Union betrifft ... (Bundeskanzler Dr. Schüssel: Aber nein!) – Nicht „aber nein“, aber ja, die Betonung liegt auf ja, nicht auf nein! Denn in Wirklichkeit ist es so, dass einzelne Länder eine Investitions-, eine Wachstumsinitiative gestartet haben. Da hätten Sie eben im öffentlichen Bereich investieren müssen, im Infrastrukturbereich. Wir hätten sogar davon profitiert: Einzelne große Projekte wären von der Europäischen Union gefördert worden. – Aber Sie haben kein Ohrwaschel gerührt! Das hat Sie nicht interessiert! Nein, Sie haben Finanzminister Grasser nach Brüssel geschickt, der mit dem Rohrstaberl in der Hand die ganze Zeit gesagt hat: Geldwertstabilität, Geldwertstabilität, Defizit senken, nichts aufweichen, nichts flexibilisieren! – Nein, wir nehmen lieber wachsende Arbeitslosigkeit, sinkendes Wachstum und damit höhere Staatsausgaben in Kauf.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Das war die Philosophie, die Sie durch Ihren Finanzminister in Brüssel verbreiten haben lassen und die Sie, Herr Bundeskanzler, mit Ihrer Politik abgedeckt haben! Das ist eine Politik, die unverantwortlich ist und in Wahrheit die Grundlagen für eine prosperierende österreichische Wirtschaft langfristig zerstört. Das muss Ihnen einmal wirklich ins Stammbuch geschrieben werden. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Mag. Molterer: Neue Schulden machen, das ist SPÖ!
Erklären Sie uns bitte, warum Sie sich gegen eine Reform oder Neuinterpretation des Stabilitätspaktes wehren, wenn schon viele namhafte andere Länder und Finanzminister das zur Disposition stellen! Erklären Sie uns das! (Abg. Mag. Molterer: Neue Schulden machen, das ist SPÖ!) – Nein, nein!
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wo sind die heldenhaften Auftritte, damit Österreich endlich gehört wird? Nur wenn man nichts zu sagen hat, dann kann Österreich auch nicht gehört werden. Und wenn man das Falsche sagt, dann ist es besser, Österreich wird aus Ihrem Munde nicht gehört, Herr Bundeskanzler, denn das nützt der Wirtschaft nicht. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Neudeck: Seit wann redet die Wirtschaft mit Ihnen?
Und dann höre ich die Kritik aus der Wirtschaft, Sie hätten überhaupt einen ganzen Konjunkturzyklus verschlafen. – Darunter kann sich der Zuschauer, die Zuschauerin wirklich etwas vorstellen. (Abg. Neudeck: Seit wann redet die Wirtschaft mit Ihnen?) Die Menschen sind daran interessiert – deswegen wollen sie nämlich eine Regierung haben –, wenn es konjunkturelle, wirtschaftliche Probleme gibt, wenn man Angst um den Arbeitsplatz hat, wenn in der Geldtasche weniger Euro sind, wenn die Pensionen in Frage gestellt werden mit Ihrer Pensionskürzungspolitik, die Sie betreiben, dass sich eine Regierung vor die Öffentlichkeit hinstellt und Programme präsentiert (Abg. Rädler: Geld austeilen!), mit denen die Wirtschaft in Schwung kommt, Arbeitsplätze geschaffen werden, die dafür sorgen, dass die Arbeitslosenrate nicht steigt, sondern sinkt, dass die Jugend eine Perspektive hat, dass man eine Lebensplanung machen kann, die Pensionen gesichert sind, die Pensionen nicht mutwillig gekürzt werden. Dafür brauchen sie eine Regierung! Für das, was diese Regierung macht, brauchen sie diese Regierung nicht!
Abg. Rädler: Geld austeilen!
Und dann höre ich die Kritik aus der Wirtschaft, Sie hätten überhaupt einen ganzen Konjunkturzyklus verschlafen. – Darunter kann sich der Zuschauer, die Zuschauerin wirklich etwas vorstellen. (Abg. Neudeck: Seit wann redet die Wirtschaft mit Ihnen?) Die Menschen sind daran interessiert – deswegen wollen sie nämlich eine Regierung haben –, wenn es konjunkturelle, wirtschaftliche Probleme gibt, wenn man Angst um den Arbeitsplatz hat, wenn in der Geldtasche weniger Euro sind, wenn die Pensionen in Frage gestellt werden mit Ihrer Pensionskürzungspolitik, die Sie betreiben, dass sich eine Regierung vor die Öffentlichkeit hinstellt und Programme präsentiert (Abg. Rädler: Geld austeilen!), mit denen die Wirtschaft in Schwung kommt, Arbeitsplätze geschaffen werden, die dafür sorgen, dass die Arbeitslosenrate nicht steigt, sondern sinkt, dass die Jugend eine Perspektive hat, dass man eine Lebensplanung machen kann, die Pensionen gesichert sind, die Pensionen nicht mutwillig gekürzt werden. Dafür brauchen sie eine Regierung! Für das, was diese Regierung macht, brauchen sie diese Regierung nicht!
Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.
Ich sage Ihnen, es wird Zeit, dass es endlich einen politischen Denkzettel für diese Regierung, für diese Wirtschaftspolitik gibt. (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) – Ja, lachen Sie nur! Lachen Sie nur! (Abg. Neudeck: Ihre Rede ist heute eher zum Weinen! – Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Sie in der vorletzten Reihe da hinten sollten sich eigentlich mit mir solidarisieren (neuerliche ironische Heiterkeit bei der ÖVP), denn wenn diese Wirtschaftspolitik und diese Regierungspolitik nicht geändert wird, dann wird es Sie hier herinnen nicht mehr geben! Das ist das Problem. (Beifall bei der SPÖ. – Lebhafte Heiterkeit bei der ÖVP.)
Abg. Neudeck: Ihre Rede ist heute eher zum Weinen! – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich sage Ihnen, es wird Zeit, dass es endlich einen politischen Denkzettel für diese Regierung, für diese Wirtschaftspolitik gibt. (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) – Ja, lachen Sie nur! Lachen Sie nur! (Abg. Neudeck: Ihre Rede ist heute eher zum Weinen! – Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Sie in der vorletzten Reihe da hinten sollten sich eigentlich mit mir solidarisieren (neuerliche ironische Heiterkeit bei der ÖVP), denn wenn diese Wirtschaftspolitik und diese Regierungspolitik nicht geändert wird, dann wird es Sie hier herinnen nicht mehr geben! Das ist das Problem. (Beifall bei der SPÖ. – Lebhafte Heiterkeit bei der ÖVP.)
neuerliche ironische Heiterkeit bei der ÖVP
Ich sage Ihnen, es wird Zeit, dass es endlich einen politischen Denkzettel für diese Regierung, für diese Wirtschaftspolitik gibt. (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) – Ja, lachen Sie nur! Lachen Sie nur! (Abg. Neudeck: Ihre Rede ist heute eher zum Weinen! – Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Sie in der vorletzten Reihe da hinten sollten sich eigentlich mit mir solidarisieren (neuerliche ironische Heiterkeit bei der ÖVP), denn wenn diese Wirtschaftspolitik und diese Regierungspolitik nicht geändert wird, dann wird es Sie hier herinnen nicht mehr geben! Das ist das Problem. (Beifall bei der SPÖ. – Lebhafte Heiterkeit bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Lebhafte Heiterkeit bei der ÖVP.
Ich sage Ihnen, es wird Zeit, dass es endlich einen politischen Denkzettel für diese Regierung, für diese Wirtschaftspolitik gibt. (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) – Ja, lachen Sie nur! Lachen Sie nur! (Abg. Neudeck: Ihre Rede ist heute eher zum Weinen! – Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Sie in der vorletzten Reihe da hinten sollten sich eigentlich mit mir solidarisieren (neuerliche ironische Heiterkeit bei der ÖVP), denn wenn diese Wirtschaftspolitik und diese Regierungspolitik nicht geändert wird, dann wird es Sie hier herinnen nicht mehr geben! Das ist das Problem. (Beifall bei der SPÖ. – Lebhafte Heiterkeit bei der ÖVP.)
Heiterkeit bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Dann können Sie weiter in den Versammlungslokalen in Ihrem Wahlkreis schimpfen, es hört Sie dann niemand mehr. Heute haben Sie wenigstens noch eine Fernsehkamera, nutzen Sie diesen raren Momente, dass Sie hier herinnen sitzen, eine Fernsehkamera haben und noch Zwischenrufe machen können. Nutzen Sie sie! Ich sage Ihnen: Es wird immer knapper und kürzer und kürzer für Sie werden! (Heiterkeit bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Neudeck: ... einen Arbeitsplatz!
Daher die Anregung, dass es hier zu einer Umorientierung kommt! (Abg. Neudeck: ... einen Arbeitsplatz!) Diese Umorientierung macht nur Sinn, wenn sie auf nationaler
Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das glauben Sie aber selber nicht!
Ebene und auf internationaler Ebene stattfindet. Ich sage Ihnen, die Opposition und die Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten stehen hier für konstruktive Gespräche zur Verfügung. Für uns ist das eine nationale Frage, das ist keine Frage des parteipolitischen ... (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das glauben Sie aber selber nicht!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Konstruktiv kommt von Ihnen überhaupt nichts!
Sie sollten jetzt zuhören, es geht um nationale Fragen, das heißt Fragen, die jenseits der Parteigrenzen alle betreffen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Konstruktiv kommt von Ihnen überhaupt nichts!) Wir bieten an, dass wir gemeinsam an einem Strang ziehen sollten, weil die österreichische Wirtschaft wichtig ist. Und es ist wichtig, dass wir außerhalb Österreichs, in der Europäischen Union, möglichst mit einer Stimme sprechen und dass wir dort zu den Kräften gehören, die das Ruder endlich einmal herumreißen wollen. Das wäre, so glaube ich, sinnvoll, und dafür sollte man sich hier zusammentun. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Dazu haben Sie 30 Jahre lang Gelegenheit gehabt!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Dazu haben Sie 30 Jahre lang Gelegenheit gehabt!
Sie sollten jetzt zuhören, es geht um nationale Fragen, das heißt Fragen, die jenseits der Parteigrenzen alle betreffen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Konstruktiv kommt von Ihnen überhaupt nichts!) Wir bieten an, dass wir gemeinsam an einem Strang ziehen sollten, weil die österreichische Wirtschaft wichtig ist. Und es ist wichtig, dass wir außerhalb Österreichs, in der Europäischen Union, möglichst mit einer Stimme sprechen und dass wir dort zu den Kräften gehören, die das Ruder endlich einmal herumreißen wollen. Das wäre, so glaube ich, sinnvoll, und dafür sollte man sich hier zusammentun. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Dazu haben Sie 30 Jahre lang Gelegenheit gehabt!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: 30 Jahre lang hätten Sie Gelegenheit dazu gehabt!
Da sage ich Ihnen, in dem Zusammenhang ist es auch wichtig (Abg. Dr. Partik-Pablé: 30 Jahre lang hätten Sie Gelegenheit dazu gehabt!) – wir werden am 13. Juni die Wahlen zum Europäischen Parlament haben –, dass wir uns alle gemeinsam dafür einsetzen. (Abg. Mag. Molterer: Ach so! Eine Wahlrede!) Das Europäische Parlament spielt eine ganz wichtige Rolle (Abg. Mag. Molterer: Eine Wahlrede Josef Cap!), was den Haushalt in Brüssel betrifft, was die Reformen betrifft, was die strukturellen Reformen betrifft. (Abg. Mag. Molterer: Das ist der Hans-Peter-Martin-Korrekturversuch!)
Abg. Mag. Molterer: Ach so! Eine Wahlrede!
Da sage ich Ihnen, in dem Zusammenhang ist es auch wichtig (Abg. Dr. Partik-Pablé: 30 Jahre lang hätten Sie Gelegenheit dazu gehabt!) – wir werden am 13. Juni die Wahlen zum Europäischen Parlament haben –, dass wir uns alle gemeinsam dafür einsetzen. (Abg. Mag. Molterer: Ach so! Eine Wahlrede!) Das Europäische Parlament spielt eine ganz wichtige Rolle (Abg. Mag. Molterer: Eine Wahlrede Josef Cap!), was den Haushalt in Brüssel betrifft, was die Reformen betrifft, was die strukturellen Reformen betrifft. (Abg. Mag. Molterer: Das ist der Hans-Peter-Martin-Korrekturversuch!)
Abg. Mag. Molterer: Eine Wahlrede Josef Cap!
Da sage ich Ihnen, in dem Zusammenhang ist es auch wichtig (Abg. Dr. Partik-Pablé: 30 Jahre lang hätten Sie Gelegenheit dazu gehabt!) – wir werden am 13. Juni die Wahlen zum Europäischen Parlament haben –, dass wir uns alle gemeinsam dafür einsetzen. (Abg. Mag. Molterer: Ach so! Eine Wahlrede!) Das Europäische Parlament spielt eine ganz wichtige Rolle (Abg. Mag. Molterer: Eine Wahlrede Josef Cap!), was den Haushalt in Brüssel betrifft, was die Reformen betrifft, was die strukturellen Reformen betrifft. (Abg. Mag. Molterer: Das ist der Hans-Peter-Martin-Korrekturversuch!)
Abg. Mag. Molterer: Das ist der Hans-Peter-Martin-Korrekturversuch!
Da sage ich Ihnen, in dem Zusammenhang ist es auch wichtig (Abg. Dr. Partik-Pablé: 30 Jahre lang hätten Sie Gelegenheit dazu gehabt!) – wir werden am 13. Juni die Wahlen zum Europäischen Parlament haben –, dass wir uns alle gemeinsam dafür einsetzen. (Abg. Mag. Molterer: Ach so! Eine Wahlrede!) Das Europäische Parlament spielt eine ganz wichtige Rolle (Abg. Mag. Molterer: Eine Wahlrede Josef Cap!), was den Haushalt in Brüssel betrifft, was die Reformen betrifft, was die strukturellen Reformen betrifft. (Abg. Mag. Molterer: Das ist der Hans-Peter-Martin-Korrekturversuch!)
Abg. Mag. Molterer: Der Hans-Peter-Martin-Korrekturversuch!
Haushaltsreform! (Abg. Mag. Molterer: Der Hans-Peter-Martin-Korrekturversuch!) Dass sich der ehemalige Agrarminister mit einem Zwischenruf zu Wort meldet, finde ich sehr konstruktiv. Dann könnten Sie nämlich gleich mitwirken, wenn es darum geht, den Haushalt zu reformieren, diese Riesen-Ausgaben für den Landwirtschaftsbereich und die Strukturfonds anders zu verteilen, damit auch die Erweiterung besser finanzierbar wird und dann die nötigen Wirtschaftsimpulse und Wirtschaftseffekte eintreten (Abg. Mag. Molterer: Ich sage nur: Hans-Peter Martin!), und die Förderungen sozialer zu staffeln und zu verteilen. Herr ehemaliger Landwirtschaftsminister, das wäre ein Beitrag, da könnten Sie sich einbringen! (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Mag. Molterer: Ich sage nur: Hans-Peter Martin!
Haushaltsreform! (Abg. Mag. Molterer: Der Hans-Peter-Martin-Korrekturversuch!) Dass sich der ehemalige Agrarminister mit einem Zwischenruf zu Wort meldet, finde ich sehr konstruktiv. Dann könnten Sie nämlich gleich mitwirken, wenn es darum geht, den Haushalt zu reformieren, diese Riesen-Ausgaben für den Landwirtschaftsbereich und die Strukturfonds anders zu verteilen, damit auch die Erweiterung besser finanzierbar wird und dann die nötigen Wirtschaftsimpulse und Wirtschaftseffekte eintreten (Abg. Mag. Molterer: Ich sage nur: Hans-Peter Martin!), und die Förderungen sozialer zu staffeln und zu verteilen. Herr ehemaliger Landwirtschaftsminister, das wäre ein Beitrag, da könnten Sie sich einbringen! (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Haushaltsreform! (Abg. Mag. Molterer: Der Hans-Peter-Martin-Korrekturversuch!) Dass sich der ehemalige Agrarminister mit einem Zwischenruf zu Wort meldet, finde ich sehr konstruktiv. Dann könnten Sie nämlich gleich mitwirken, wenn es darum geht, den Haushalt zu reformieren, diese Riesen-Ausgaben für den Landwirtschaftsbereich und die Strukturfonds anders zu verteilen, damit auch die Erweiterung besser finanzierbar wird und dann die nötigen Wirtschaftsimpulse und Wirtschaftseffekte eintreten (Abg. Mag. Molterer: Ich sage nur: Hans-Peter Martin!), und die Förderungen sozialer zu staffeln und zu verteilen. Herr ehemaliger Landwirtschaftsminister, das wäre ein Beitrag, da könnten Sie sich einbringen! (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Anhaltender Beifall bei der SPÖ.
Wir stehen hier wirklich zur Verfügung, weil wir die Änderung wollen. Es geht uns um Österreich, es geht um eine Politik, dass Österreich in Brüssel wirklich wieder gehört wird! (Anhaltender Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Der 16 000-€-Redner!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Stummvoll. Die Redezeit beträgt 10 Minuten. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Der 16 000-€-Redner!)
Zwischenrufe bei der SPÖ – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP): Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Meine Herren auf der Regierungsbank! Ich möchte nach diesem capschen Tages-Hickhack (Zwischenrufe bei der SPÖ – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen) wieder zum Thema Steuerreform zurückkehren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP): Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Meine Herren auf der Regierungsbank! Ich möchte nach diesem capschen Tages-Hickhack (Zwischenrufe bei der SPÖ – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen) wieder zum Thema Steuerreform zurückkehren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Einen Tag später, also heute, geben wir die erste Antwort darauf, was wir aus dieser Chance machen. Wir beschließen hier eine Steuerreform, die den Betrieben und ihren Mitarbeitern eine faire Chance gibt, in diesem größeren Europa in diesem Land erfolgreich tätig zu sein. Das ist die erste Antwort auf diese Herausforderung, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Lassen Sie mich eines auch sagen: Es ist verständlich, dass im Zuge einer solchen Debatte immer wieder Expertenmeinungen zitiert werden, ich bin selbst froh darüber. Wir hatten gestern etwa die Experten des Währungsfonds bei uns, die sich sehr positiv über diese Steuerreform und überhaupt über die Reformpolitik dieser Bundesregierung geäußert haben. Es besteht da große Wertschätzung! Aber ich sage Ihnen eines auch ganz offen: Noch mehr Wertschätzung und noch mehr Hochachtung als vor den Experten habe ich vor denjenigen, die Arbeitsplätze schaffen, und das sind die unternehmerischen Menschen, die Unternehmer in diesem Land, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Matznetter: Die Börse!
Machen wir uns nichts vor! Seien wir so ehrlich, es zuzugeben: Alle Versuche der Vergangenheit, die Unternehmerfunktion zu ersetzen und zu sagen: auch der Staat, auch eine Partei, auch eine Gewerkschaft kann Arbeitsplätze schaffen, sind fürchterlich gescheitert! Denken wir an den „Konsum“, die größte Handelspleite in der Geschichte der Zweiten Republik! (Abg. Dr. Matznetter: Die Börse!) Denken wir an die Verstaatlichte, die größte Industriepleite in dieser Republik!
Abg. Dr. Pirklhuber: Eine Inszenierung ...!
Wenn wir hier eine Umfrage des Market-Instituts unter 900 Unternehmen haben, die vor einem halben Jahr zu 66 Prozent gesagt haben, sie haben große Sorge, dass Arbeitsplätze ins Ausland abwandern, und wenn es dann nach dem Bekanntwerden dieser Steuerreform nicht mehr 66 Prozent, sondern nur noch 13 Prozent sind, die das sagen – was heißt denn das, meine Damen und Herren? (Abg. Dr. Pirklhuber: Eine Inszenierung ...!) – Das heißt, dass wir aus der Gefahr der Abwanderung die Chance der Zuwanderung gemacht haben, eine historische Chance! (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wenn wir hier eine Umfrage des Market-Instituts unter 900 Unternehmen haben, die vor einem halben Jahr zu 66 Prozent gesagt haben, sie haben große Sorge, dass Arbeitsplätze ins Ausland abwandern, und wenn es dann nach dem Bekanntwerden dieser Steuerreform nicht mehr 66 Prozent, sondern nur noch 13 Prozent sind, die das sagen – was heißt denn das, meine Damen und Herren? (Abg. Dr. Pirklhuber: Eine Inszenierung ...!) – Das heißt, dass wir aus der Gefahr der Abwanderung die Chance der Zuwanderung gemacht haben, eine historische Chance! (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wenn heute allein aus Bayern über 800 Anfragen von bayerischen Betrieben vorliegen und wenn sich auch der bayerische Wirtschaftsminister darüber ärgert, dass diese Firmen überlegen, nach Österreich zu kommen, dann zeigt das den richtigen Weg dieser Politik, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Es ist Politik für die Arbeitsplätze, es ist Politik für Einkommenschancen, es ist eine Politik der sozialen Sicherheit. Für uns ist der sozial, der Arbeit schafft.
Abg. Sburny: Warum haben wir dann eine immer größere Arbeitslosigkeit?
Wenn wir von Standortsicherung sprechen, wenn wir sagen, dass diese Steuerreform eine Priorität hat, nämlich jene, den Standort zu sichern, dann heißt Wirtschaftsstandort ganz einfach Folgendes: Das heißt erstens Arbeitsplätze, zweitens Einkommenschancen und drittens soziale Sicherheit. Das verstehen wir unter Standortpolitik! (Abg. Sburny: Warum haben wir dann eine immer größere Arbeitslosigkeit?)
Abg. Dr. Pirklhuber: Nivellierung nach unten!
Lassen Sie mich noch eines sagen. Ich habe schon einmal die Unternehmer zitiert. (Abg. Dr. Pirklhuber: Nivellierung nach unten!) Ich höre immer wieder die Meinung etwa des Kollegen Matznetter, so auch heute wieder: Das alles sind ja nur Geschenke an die Unternehmen. Er zitiert auch immer wieder dort, wo sie hineinpassen, Expertenmeinungen.
Abg. Sburny: ... Unternehmer, die nicht weggehen, wenn die Steuersenkung niedriger ist!
Meine Damen und Herren! Auf jene, die die Einzigen sind, die Arbeitsplätze schaffen können, sollten wir wirklich hören. Und was sagen die? – Es liegt hier ebenfalls eine Umfrage unter 900 Unternehmen vor. (Abg. Sburny: ... Unternehmer, die nicht weggehen, wenn die Steuersenkung niedriger ist!) Da sagen 86 Prozent, die KöSt-Senkung sei richtig und notwendig. Da sagen 90 Prozent, Frau Kollegin, die Halbierung des Steuersatzes beim nicht entnommenen Gewinn sei notwendig und richtig. (Abg. Sburny: ... und dann wandern sie in die Nachbarländer ab!) Und da sagen 86 Prozent, die Senkung der Lohnnebenkosten bei älteren Mitarbeitern sei wünschenswert und notwendig. Das ist die breite Zustimmung zu dieser Politik, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Sburny: ... und dann wandern sie in die Nachbarländer ab!
Meine Damen und Herren! Auf jene, die die Einzigen sind, die Arbeitsplätze schaffen können, sollten wir wirklich hören. Und was sagen die? – Es liegt hier ebenfalls eine Umfrage unter 900 Unternehmen vor. (Abg. Sburny: ... Unternehmer, die nicht weggehen, wenn die Steuersenkung niedriger ist!) Da sagen 86 Prozent, die KöSt-Senkung sei richtig und notwendig. Da sagen 90 Prozent, Frau Kollegin, die Halbierung des Steuersatzes beim nicht entnommenen Gewinn sei notwendig und richtig. (Abg. Sburny: ... und dann wandern sie in die Nachbarländer ab!) Und da sagen 86 Prozent, die Senkung der Lohnnebenkosten bei älteren Mitarbeitern sei wünschenswert und notwendig. Das ist die breite Zustimmung zu dieser Politik, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Auf jene, die die Einzigen sind, die Arbeitsplätze schaffen können, sollten wir wirklich hören. Und was sagen die? – Es liegt hier ebenfalls eine Umfrage unter 900 Unternehmen vor. (Abg. Sburny: ... Unternehmer, die nicht weggehen, wenn die Steuersenkung niedriger ist!) Da sagen 86 Prozent, die KöSt-Senkung sei richtig und notwendig. Da sagen 90 Prozent, Frau Kollegin, die Halbierung des Steuersatzes beim nicht entnommenen Gewinn sei notwendig und richtig. (Abg. Sburny: ... und dann wandern sie in die Nachbarländer ab!) Und da sagen 86 Prozent, die Senkung der Lohnnebenkosten bei älteren Mitarbeitern sei wünschenswert und notwendig. Das ist die breite Zustimmung zu dieser Politik, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Puswald: Wie viele Arbeitsplätze sind dort verloren gegangen?
Nehmen wir ein Beispiel, ein bekanntes Unternehmen: Die Voest war in den siebziger Jahren und auch noch in den achtziger Jahren ein schwer verschuldeter, defizitärer Staatsbetrieb. Jetzt, nach der Privatisierung, ist das ein unglaublich erfolgreicher, börsennotierter, gewinnorientierter Betrieb, auf den wir stolz sind. (Abg. Dr. Puswald: Wie viele Arbeitsplätze sind dort verloren gegangen?) Die Voest hat schon vor der Steuerreform ihr Konzept „Voest 2010“ auf den Tisch gelegt, im Sinne einer Vorwärtsstrategie. Und die Voest hat gesagt: Wir müssen im Sinne dieser Vorwärtsstrategie 1 Milliarde € bis zum Jahr 2010 investieren. Die Frage war nur: Wo wird diese 1 Milliarde € investiert: in Arbeitsplätze im Ausland oder in Arbeitsplätze im Inland?
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Nach dieser Steuerreform hat Generaldirektor Eder, übrigens ein Spitzenmanager, erklärt, man werde diese 1 Milliarde € in Arbeitsplätze in Österreich investieren. Das ist ein konkretes Beispiel, meine Damen und Herren. Das heißt Steuerpolitik für die Menschen in diesem Land! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Wurm: ... nicht mehr leisten können!
Ich möchte auch etwas zu dieser ironischen Argumentation der Opposition sagen: Na ja, wenn 43 Prozent der an sich Steuerpflichtigen keine Lohn- und Einkommensteuer mehr zahlen, dann haben die ja gleichsam nichts von einer Steuersenkung. – Meine Damen und Herren, seien Sie so ehrlich: Das ist nicht fair! Es ist nicht korrekt, wenn man sich jahrelang bemüht hat, dass die niedrigen Einkommen möglichst gar keine Steuer zahlen, dann, wenn wir diesen Zustand erreichen, zu sagen: Die haben von weiteren Steuersenkungen nichts. (Abg. Mag. Wurm: ... nicht mehr leisten können!) Das ist unehrlich und unkorrekt, Frau Kollegin! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich möchte auch etwas zu dieser ironischen Argumentation der Opposition sagen: Na ja, wenn 43 Prozent der an sich Steuerpflichtigen keine Lohn- und Einkommensteuer mehr zahlen, dann haben die ja gleichsam nichts von einer Steuersenkung. – Meine Damen und Herren, seien Sie so ehrlich: Das ist nicht fair! Es ist nicht korrekt, wenn man sich jahrelang bemüht hat, dass die niedrigen Einkommen möglichst gar keine Steuer zahlen, dann, wenn wir diesen Zustand erreichen, zu sagen: Die haben von weiteren Steuersenkungen nichts. (Abg. Mag. Wurm: ... nicht mehr leisten können!) Das ist unehrlich und unkorrekt, Frau Kollegin! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Kogler: Wir haben eh 300 000 bei 2 Millionen ...!
Das würde ja im Umkehrschluss heißen: Ohne erste und zweite Etappe würden 310 000 Menschen nach wie vor Lohn- und Einkommensteuer zahlen. Wäre Ihnen das lieber gewesen? (Abg. Mag. Kogler: Wir haben eh 300 000 bei 2 Millionen ...!) Hätten Sie 300 000 Menschen mit Lohn- und Einkommensteuer belastet? – Wir schaffen für diese Menschen die Steuer ab, es gibt Einkommen- und Lohnsteuer für 310 000 Menschen nicht mehr! Das heißt, 2,5 Millionen Österreicher, die an sich lohnsteuerpflichtig wären, zahlen heute auf Grund dieser Steuerreform keine Lohnsteuer mehr. Ein Erfolg dieser Bundesregierung! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das würde ja im Umkehrschluss heißen: Ohne erste und zweite Etappe würden 310 000 Menschen nach wie vor Lohn- und Einkommensteuer zahlen. Wäre Ihnen das lieber gewesen? (Abg. Mag. Kogler: Wir haben eh 300 000 bei 2 Millionen ...!) Hätten Sie 300 000 Menschen mit Lohn- und Einkommensteuer belastet? – Wir schaffen für diese Menschen die Steuer ab, es gibt Einkommen- und Lohnsteuer für 310 000 Menschen nicht mehr! Das heißt, 2,5 Millionen Österreicher, die an sich lohnsteuerpflichtig wären, zahlen heute auf Grund dieser Steuerreform keine Lohnsteuer mehr. Ein Erfolg dieser Bundesregierung! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Großruck: ... ehrlich zu sein!
zehn Mitarbeiter haben. (Abg. Großruck: ... ehrlich zu sein!) Er weiß genauso gut wie ich, dass 83 Prozent unserer GesmbHs weniger als 20 Mitarbeiter haben. Er weiß genauso gut wie ich, dass ungefähr 60 Prozent des gesamten Steuervolumens der Körperschaftsteuersenkung für Klein- und Mittelbetriebe gilt. (Abg. Parnigoni: ... Steuersatz 30 Prozent!) Aber nein, aus Gründen der Oppositionspolitik tritt er hier heraus und negiert die Realität!
Abg. Parnigoni: ... Steuersatz 30 Prozent!
zehn Mitarbeiter haben. (Abg. Großruck: ... ehrlich zu sein!) Er weiß genauso gut wie ich, dass 83 Prozent unserer GesmbHs weniger als 20 Mitarbeiter haben. Er weiß genauso gut wie ich, dass ungefähr 60 Prozent des gesamten Steuervolumens der Körperschaftsteuersenkung für Klein- und Mittelbetriebe gilt. (Abg. Parnigoni: ... Steuersatz 30 Prozent!) Aber nein, aus Gründen der Oppositionspolitik tritt er hier heraus und negiert die Realität!
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Ich bin dankbar dafür, dass wir heute diese Fernsehübertragung haben. Der Fernsehzuschauer kann sich ein objektives, faires Bild machen, wer hier ehrlich und seriös argumentiert und wer hier die Parteitaktik, die Oppositionspolitik vor die Sachpolitik stellt. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Molterer: Vielleicht gibt es sie nicht!
Meine Damen und Herren, Sie sollten sich in Zukunft wirklich überlegen, welche Redner Sie hier an das Rednerpult senden: jene, die seriös und sachbezogen argumentieren – oder jene (Abg. Mag. Molterer: Vielleicht gibt es sie nicht!), die glauben, nur mit Parteitaktik, mit Populismus vorgehen zu können. Aber vielleicht – Zwischenruf des Klubobmannes Molterer – haben Sie solche Persönlichkeiten nicht in Ihren Reihen, das wäre natürlich schlimm! (Abg. Mag. Kogler: ... aber nicht den Finanzminister meinen!)
Abg. Mag. Kogler: ... aber nicht den Finanzminister meinen!
Meine Damen und Herren, Sie sollten sich in Zukunft wirklich überlegen, welche Redner Sie hier an das Rednerpult senden: jene, die seriös und sachbezogen argumentieren – oder jene (Abg. Mag. Molterer: Vielleicht gibt es sie nicht!), die glauben, nur mit Parteitaktik, mit Populismus vorgehen zu können. Aber vielleicht – Zwischenruf des Klubobmannes Molterer – haben Sie solche Persönlichkeiten nicht in Ihren Reihen, das wäre natürlich schlimm! (Abg. Mag. Kogler: ... aber nicht den Finanzminister meinen!)
Abg. Sburny: ... die nicht einmal rot werden, wenn sie die Unwahrheit sagen!
Wir sind froh, dass wir solche Persönlichkeiten in der Bundesregierung und auch in unserem Klub haben. Wir sind froh, dass wir heute diese Steuerreform beschließen können. (Abg. Sburny: ... die nicht einmal rot werden, wenn sie die Unwahrheit sagen!) Sie ist ein erfolgreicher, großer Schritt auf jenem Weg, auf dem unter die Top drei in Europa kommen wollen. Wir werden dieses Ziel erreichen, genauso wie wir die Stabilität im Staatshaushalt erreicht haben und genauso wie wir die größten Investitionen in die Zukunft dieses Landes in den letzten Monaten beschlossen haben. In diesem Sinne: Glück auf! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir sind froh, dass wir solche Persönlichkeiten in der Bundesregierung und auch in unserem Klub haben. Wir sind froh, dass wir heute diese Steuerreform beschließen können. (Abg. Sburny: ... die nicht einmal rot werden, wenn sie die Unwahrheit sagen!) Sie ist ein erfolgreicher, großer Schritt auf jenem Weg, auf dem unter die Top drei in Europa kommen wollen. Wir werden dieses Ziel erreichen, genauso wie wir die Stabilität im Staatshaushalt erreicht haben und genauso wie wir die größten Investitionen in die Zukunft dieses Landes in den letzten Monaten beschlossen haben. In diesem Sinne: Glück auf! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dipl.-Ing. Kummerer – in Richtung des Abg. Dr. Stummvoll –: 16 000 € war das wert!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Kogler. Die Redezeit beträgt 10 Minuten. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Dipl.-Ing. Kummerer – in Richtung des Abg. Dr. Stummvoll –: 16 000 € war das wert!)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Meine Herren auf der Regierungsbank! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Der Herr Bundesminister für Finanzen macht es einem wirklich schwer, ohne weiteres das Licht wieder auf die großen Zusammenhänge, auf die großen Probleme und auch auf die adäquaten Lösungen zu werfen, da er selbst es konsequent verweigert, auf diese einzugehen. Es ist schon ein bisschen enttäuschend, dass Sie Ihren Höhepunkt der Rede dort erreicht haben, wo Sie festgestellt haben, dass überraschend und sensationell am 1. Mai die neuen Beitrittsländer zu begrüßen waren. Hätten Sie Ihre Rede fortgesetzt, wären wir wahrscheinlich zu dem Punkt gelangt, dass der 1. Mai heuer überraschend und sensationell am Monatsanfang stand und wir ihn deshalb feiern sollen! (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Ist es nicht möglich, dass die Regierung einmal Recht hat? Denkbar?
Wenn wir uns jetzt diesen Fragen der Reihe nach zuwenden, dann, muss ich sagen, fällt die Bilanz bei weitem nicht so positiv aus, wie das hier dargestellt wird. Ich bin der Letzte, der sagt, dass alles schlecht ist; Österreich steht in vielen Bereichen ganz gut da. Aber die Frage ist ja: Was war die Rolle von Schwarz-Blau seit 2000? Was war da der Beitrag? Was waren gegebenenfalls die Fehler? Und was könnte heute noch anders gemacht werden, wenn Sie endlich einsichtig wären? – Das wäre ja die relevante Fragestellung. (Abg. Mag. Molterer: Ist es nicht möglich, dass die Regierung einmal Recht hat? Denkbar?)
Abg. Mag. Molterer: Es stimmt!
Die Bilanz Ihrer Wirtschaftspolitik, Herr Bundesminister, ist bei weitem nicht so rosig, wie Sie das hier darstellen. Fast möchte man Mitleid haben und eine Opfersammlung beginnen, weil Sie Opfer Ihrer eigenen Propaganda geworden sind; die war ja bekanntlich nicht so billig. Opfer der eigenen Propaganda – man stellt sich hin und verkündet: 3 Milliarden € Senkung, 3 Milliarden €, gebetsmühlenartig! (Abg. Mag. Molterer: Es stimmt!) Und wissen Sie: kein Wort darüber, was für Belastungen Sie seit 2000 eingeführt haben! Nicht, dass jede Finanzierungsmaßnahme deshalb schlecht gewesen wäre, aber schenken Sie doch den Leuten endlich reinen Wein ein und machen Sie einmal eine vernünftige Nettorechnung auf. Von Ihren 3 Milliarden bleibt ja in Wirklichkeit fast nichts übrig! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Die Bilanz Ihrer Wirtschaftspolitik, Herr Bundesminister, ist bei weitem nicht so rosig, wie Sie das hier darstellen. Fast möchte man Mitleid haben und eine Opfersammlung beginnen, weil Sie Opfer Ihrer eigenen Propaganda geworden sind; die war ja bekanntlich nicht so billig. Opfer der eigenen Propaganda – man stellt sich hin und verkündet: 3 Milliarden € Senkung, 3 Milliarden €, gebetsmühlenartig! (Abg. Mag. Molterer: Es stimmt!) Und wissen Sie: kein Wort darüber, was für Belastungen Sie seit 2000 eingeführt haben! Nicht, dass jede Finanzierungsmaßnahme deshalb schlecht gewesen wäre, aber schenken Sie doch den Leuten endlich reinen Wein ein und machen Sie einmal eine vernünftige Nettorechnung auf. Von Ihren 3 Milliarden bleibt ja in Wirklichkeit fast nichts übrig! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Womit haben Sie sich denn die Probleme bei den Pensionistinnen und Pensionisten eingebrockt? Ist es nicht viel weniger das Problem, dass vielleicht der Krankenkassenbeitrag tatsächlich noch moderat angehoben wird, damit dort auch eine gewisse Finanzierungssicherheit herrscht, und ist es nicht viel mehr das Problem, dass sie schon so wenig an Pensionen haben und auch steuerlich nicht weiter entlastet werden, weil Sie die Einsicht verweigern, dass mit dem steuerlichen Instrument auch die Pensionisten noch besser gestellt werden können? – So hätten wir zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Dann stellen Sie sich hierher und sagen „Entlastung für alle“: Hohn und Spott – und jetzt kommt es – für über 2 Millionen! Herr Kollege Stummvoll, natürlich ist es richtig, dass jetzt durch die letzte Etappe 200 000 Personen zusätzlich keine Steuer zahlen; ich will das überhaupt nicht abstreiten. Sie vergessen nur, dass wir die zehnfache Anzahl von Personen haben, die bis jetzt tatsächlich keine gezahlt haben – aber doch nicht, weil sie so privilegiert sind, sondern weil sie jetzt schon so wenig verdienen! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Und weil Sie es konsequent verweigern, dass mit diesem steuerpolitischen Instrument – der so genannten negativen Einkommensteuer, sagen wir: einem positiven Auszahlungsbetrag – auch gegengesteuert werden könnte, im besten Sinn des Wortes.
Abg. Mag. Molterer: Nein, Gerechtigkeit!
Das wäre eine klassische Maßnahme, die gegen die soziale Ungerechtigkeit – da Sie das Wort schon gebraucht haben – ergriffen werden könnte (Abg. Mag. Molterer: Nein, Gerechtigkeit!), wenn Sie sich endlich nicht mehr zu dieser Polemik versteigen würden, hier zu sagen: Wir haben ohnehin 2,5 Millionen Menschen entlastet. (Abg. Mag. Molterer: Nicht Ungerechtigkeit! Das ist ein wesentlicher Unterschied!) Wahr ist, dass 2,3 Millionen seit 2000 nur belastet worden sind und jetzt durch die Finger schauen! (Abg. Mag. Molterer: Gerechtigkeit, nicht Ungerechtigkeit!) Das musste jetzt einmal gesagt werden, und da wird Ihnen Ihr Predigtdienst auch nicht mehr weiterhelfen. (Neuerlicher Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Nicht Ungerechtigkeit! Das ist ein wesentlicher Unterschied!
Das wäre eine klassische Maßnahme, die gegen die soziale Ungerechtigkeit – da Sie das Wort schon gebraucht haben – ergriffen werden könnte (Abg. Mag. Molterer: Nein, Gerechtigkeit!), wenn Sie sich endlich nicht mehr zu dieser Polemik versteigen würden, hier zu sagen: Wir haben ohnehin 2,5 Millionen Menschen entlastet. (Abg. Mag. Molterer: Nicht Ungerechtigkeit! Das ist ein wesentlicher Unterschied!) Wahr ist, dass 2,3 Millionen seit 2000 nur belastet worden sind und jetzt durch die Finger schauen! (Abg. Mag. Molterer: Gerechtigkeit, nicht Ungerechtigkeit!) Das musste jetzt einmal gesagt werden, und da wird Ihnen Ihr Predigtdienst auch nicht mehr weiterhelfen. (Neuerlicher Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Gerechtigkeit, nicht Ungerechtigkeit!
Das wäre eine klassische Maßnahme, die gegen die soziale Ungerechtigkeit – da Sie das Wort schon gebraucht haben – ergriffen werden könnte (Abg. Mag. Molterer: Nein, Gerechtigkeit!), wenn Sie sich endlich nicht mehr zu dieser Polemik versteigen würden, hier zu sagen: Wir haben ohnehin 2,5 Millionen Menschen entlastet. (Abg. Mag. Molterer: Nicht Ungerechtigkeit! Das ist ein wesentlicher Unterschied!) Wahr ist, dass 2,3 Millionen seit 2000 nur belastet worden sind und jetzt durch die Finger schauen! (Abg. Mag. Molterer: Gerechtigkeit, nicht Ungerechtigkeit!) Das musste jetzt einmal gesagt werden, und da wird Ihnen Ihr Predigtdienst auch nicht mehr weiterhelfen. (Neuerlicher Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Das wäre eine klassische Maßnahme, die gegen die soziale Ungerechtigkeit – da Sie das Wort schon gebraucht haben – ergriffen werden könnte (Abg. Mag. Molterer: Nein, Gerechtigkeit!), wenn Sie sich endlich nicht mehr zu dieser Polemik versteigen würden, hier zu sagen: Wir haben ohnehin 2,5 Millionen Menschen entlastet. (Abg. Mag. Molterer: Nicht Ungerechtigkeit! Das ist ein wesentlicher Unterschied!) Wahr ist, dass 2,3 Millionen seit 2000 nur belastet worden sind und jetzt durch die Finger schauen! (Abg. Mag. Molterer: Gerechtigkeit, nicht Ungerechtigkeit!) Das musste jetzt einmal gesagt werden, und da wird Ihnen Ihr Predigtdienst auch nicht mehr weiterhelfen. (Neuerlicher Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Hakl.
Aber wenden wir uns dem nächsten Problem zu: Wann ist der optimale Zeitpunkt für Reformen? – In Wirklichkeit ist das aus unserer Sicht weniger eine Reform als eine undifferenzierte Steuersenkung, weil sie, wie erwähnt, auf bestimmte Ziele nicht zutrifft. Aber selbst der Zeitpunkt ist fragwürdig. Jetzt gilt auf einmal Wachstum, Beschäftigung, Kaufkraft – „Kaufkraftsteigerung“, müssen wir uns anhören –, aber damals, als sich, auch für Laien und nicht nur für Experten erkennbar, der Wirtschaftsabschwung abgezeichnet hat, haben Sie sich diesem Argument verweigert, ebenfalls aus wahltaktischen Gründen. Jetzt aber wird, in Ihrer Welt jedenfalls, das Füllhorn ausgeschüttet. (Zwischenruf der Abg. Mag. Hakl.) Also auch vom Zeitpunkt her ist das falsch! Früher hätte eine geringere Senkung als jetzt mehr für das Wachstum gebracht, und am Schluss hätte es weniger Defizit gegeben.
Abg. Mag. Molterer: Die Wahl?
Da bin ich jetzt beim Punkt, und da unterscheiden wir uns vermutlich immer noch von den Sozialdemokraten: Sie gehen ohne Not her und erhöhen das Defizit, werfen Ihre eigenen Grundsätze – so Sie welche haben, man hat es zumindest einmal glauben können – über Bord, und das alles ist jetzt plötzlich nichts wert. Wir melden nach Brüssel 0,9 Prozent, 1,5 Prozent – völlig Wurscht; 2 Prozent werden es werden. Das werden Sie bei den Budgetverhandlungen gar nicht halten, ich gratuliere Ihnen zu den nächsten Finanzausgleichsverhandlungen! Es geht sich hinten und vorne nicht mehr aus, aber Sie schütten mit dem Füllhorn für 2005, rechtzeitig vor der nächsten Wahl, Steuergeschenke aus mit Geld, das wir gar nicht haben, und noch dazu zum falschen Zeitpunkt! (Abg. Mag. Molterer: Die Wahl?) Es passt also auch hier die Linie hinten und vorne nicht zusammen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Die Wahl ist in zweieinhalb Jahren!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Die Wahl ist in zweieinhalb Jahren!
Da bin ich jetzt beim Punkt, und da unterscheiden wir uns vermutlich immer noch von den Sozialdemokraten: Sie gehen ohne Not her und erhöhen das Defizit, werfen Ihre eigenen Grundsätze – so Sie welche haben, man hat es zumindest einmal glauben können – über Bord, und das alles ist jetzt plötzlich nichts wert. Wir melden nach Brüssel 0,9 Prozent, 1,5 Prozent – völlig Wurscht; 2 Prozent werden es werden. Das werden Sie bei den Budgetverhandlungen gar nicht halten, ich gratuliere Ihnen zu den nächsten Finanzausgleichsverhandlungen! Es geht sich hinten und vorne nicht mehr aus, aber Sie schütten mit dem Füllhorn für 2005, rechtzeitig vor der nächsten Wahl, Steuergeschenke aus mit Geld, das wir gar nicht haben, und noch dazu zum falschen Zeitpunkt! (Abg. Mag. Molterer: Die Wahl?) Es passt also auch hier die Linie hinten und vorne nicht zusammen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Die Wahl ist in zweieinhalb Jahren!)
Abg. Scheibner: Die haben auch die Arbeitsplätze!
profitieren vor allem jene Unternehmen, die zumindest Gewinne machen. (Abg. Scheibner: Die haben auch die Arbeitsplätze!)
Abg. Mag. Molterer: Die Unternehmen gehen sonst fort!
Sie senken die Gewinnsteuern. Denken Sie doch einmal mit: Wenn Sie die arbeitsplatzbezogenen Abgaben senken würden, würden alle Unternehmen in diesen Genuss kommen. Verteilen wir doch die Milliarde, die Sie für den Unternehmenssektor zur Verfügung zu haben glauben, wenigstens so, dass wir damit die lohnsummenbezogenen Abgaben senken! Das würde den arbeitsintensiven Unternehmungen mehr helfen als den gewinnorientierten – womit nichts gegen Gewinne gesagt worden sein soll. Nur: Wenn wir das Strukturproblem haben, dass wir tragischerweise Weltmeister bei den lohnsummenabhängigen Abgaben sind, dann muss auch hier angesetzt werden und nicht dort, wo Österreich ohnehin hintennach hinkt, nämlich bei der Besteuerung von Unternehmensgewinnen. Hier haben wir jetzt schon sehr wenig Einnahmen, und trotzdem beteiligen Sie sich an der Propaganda, dass auf diesem Gebiet noch mehr getan werden muss. (Abg. Mag. Molterer: Die Unternehmen gehen sonst fort!) Kommen Sie noch einmal hier heraus und erklären Sie, warum das keine Klientelpolitik sein soll! Das bleibt einfach die falsche Antwort zum falschen Zeitpunkt. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Sie senken die Gewinnsteuern. Denken Sie doch einmal mit: Wenn Sie die arbeitsplatzbezogenen Abgaben senken würden, würden alle Unternehmen in diesen Genuss kommen. Verteilen wir doch die Milliarde, die Sie für den Unternehmenssektor zur Verfügung zu haben glauben, wenigstens so, dass wir damit die lohnsummenbezogenen Abgaben senken! Das würde den arbeitsintensiven Unternehmungen mehr helfen als den gewinnorientierten – womit nichts gegen Gewinne gesagt worden sein soll. Nur: Wenn wir das Strukturproblem haben, dass wir tragischerweise Weltmeister bei den lohnsummenabhängigen Abgaben sind, dann muss auch hier angesetzt werden und nicht dort, wo Österreich ohnehin hintennach hinkt, nämlich bei der Besteuerung von Unternehmensgewinnen. Hier haben wir jetzt schon sehr wenig Einnahmen, und trotzdem beteiligen Sie sich an der Propaganda, dass auf diesem Gebiet noch mehr getan werden muss. (Abg. Mag. Molterer: Die Unternehmen gehen sonst fort!) Kommen Sie noch einmal hier heraus und erklären Sie, warum das keine Klientelpolitik sein soll! Das bleibt einfach die falsche Antwort zum falschen Zeitpunkt. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Abschließend: Ich frage mich, was hiebei überhaupt das Tolle und Großartige sein soll! Manchmal hat man ja das Gefühl, es wird hier eine „GRÖSTAZ“ ausgerufen, eine „Größte Steuerreform aller Zeiten“. Dazu besteht kein Anlass! Und: Eine gute Woche wird mit einer anderen Wirtschaftspolitik enden und wahrscheinlich mit einer anderen Bundesregierung, die endlich in der Lage sein wird, ein solches Wendeprojekt einzuleiten. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Mag. Posch: Genau so war es! – Abg. Neudeck: Diktatur!
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Herr Präsident! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Meine Damen und Herren! Ich verstehe schon, dass es die Opposition heute schwer hat. Herr Kollege Cap, Sie schütteln den Kopf, das weiß ich schon, denn mit Ihren Methoden, da hat man es vielleicht nicht so schwer. Aber die Methoden, die Sie angewendet haben, gehören Gott sei Dank auch in Österreich der Vergangenheit an. Dass man nämlich erfolgreiche Unternehmer wie den Präsidenten Prinzhorn kritisiert und ihnen sagt, dass sie nur schön ruhig sein und nur ja nichts über gewisse Banken sagen sollen, weil sie dort vielleicht eine Kreditlinie laufen haben – mit solchen Drohungen, Herr Kollege Cap, hat man vielleicht einmal Politik machen können. (Abg. Mag. Posch: Genau so war es! – Abg. Neudeck: Diktatur!) Heute aber – und ich bin davon überzeugt – haben Banken solche Ratschläge von Politikern nicht notwendig, sondern die arbeiten mit den erfolgreichen Unternehmungen zusammen, und das ist die beste Garantie für den Wirtschaftsstandort Österreich und für die Sicherung von Arbeitsplätzen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Herr Präsident! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Meine Damen und Herren! Ich verstehe schon, dass es die Opposition heute schwer hat. Herr Kollege Cap, Sie schütteln den Kopf, das weiß ich schon, denn mit Ihren Methoden, da hat man es vielleicht nicht so schwer. Aber die Methoden, die Sie angewendet haben, gehören Gott sei Dank auch in Österreich der Vergangenheit an. Dass man nämlich erfolgreiche Unternehmer wie den Präsidenten Prinzhorn kritisiert und ihnen sagt, dass sie nur schön ruhig sein und nur ja nichts über gewisse Banken sagen sollen, weil sie dort vielleicht eine Kreditlinie laufen haben – mit solchen Drohungen, Herr Kollege Cap, hat man vielleicht einmal Politik machen können. (Abg. Mag. Posch: Genau so war es! – Abg. Neudeck: Diktatur!) Heute aber – und ich bin davon überzeugt – haben Banken solche Ratschläge von Politikern nicht notwendig, sondern die arbeiten mit den erfolgreichen Unternehmungen zusammen, und das ist die beste Garantie für den Wirtschaftsstandort Österreich und für die Sicherung von Arbeitsplätzen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.
Ich verstehe schon, es ist eben schwierig, diese größte steuerliche Entlastung der Zweiten Republik zu kritisieren und auch zu argumentieren, warum man dieser steuerlichen Entlastung nicht zustimmen möchte und nicht zustimmen kann. Herr Matznetter hat sich auch sehr schwer getan. (Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.) – Passt das, Herr Kollege Puswald? Gott sei Dank, dass ich auch einmal Ihre Zustimmung habe. – Kollege Matznetter hat sich auch sehr schwer getan, denn seine Vorschläge und Meinungen sind ja auch sehr interessant. Da gab es ja immer wieder einen Schwenk. Wenn er heute hier wieder die Senkung der Körperschaftsteuer auf 25 Prozent kritisiert hat, dann frage ich mich beispielsweise, ob er seine eigenen
Abg. Dr. Puswald: Die Steuerreform ist ein Ganzes!
Anträge kennt. Und ich muss das hier heute noch einmal sagen, da gibt es zum Beispiel einen Entschließungsantrag ... (Abg. Dr. Puswald: Die Steuerreform ist ein Ganzes!)
Abg. Dr. Puswald: Alles lesen!
Kollege Puswald, vielleicht hast du das auch nicht gelesen – aha, nein. Es ist schade, dass ihr eure eigenen Entschließungsanträge nicht kennt, dabei ist das noch gar nicht so lange her: 22. Jänner 2003. (Abg. Dr. Puswald: Alles lesen!) Ja, alles lesen! Richtig! Aber es reicht mir, wenn ich hier lese, dass man im Bereich der Unternehmensbesteuerung die Beseitigung von Wettbewerbsnachteilen untersuchen und eine Absenkung des nominellen Steuersatzes der Körperschaftsteuer auf 25 Prozent anstreben soll. (Rufe bei den Freiheitlichen: Oh! Hört, hört!)
Rufe bei den Freiheitlichen: Oh! Hört, hört!
Kollege Puswald, vielleicht hast du das auch nicht gelesen – aha, nein. Es ist schade, dass ihr eure eigenen Entschließungsanträge nicht kennt, dabei ist das noch gar nicht so lange her: 22. Jänner 2003. (Abg. Dr. Puswald: Alles lesen!) Ja, alles lesen! Richtig! Aber es reicht mir, wenn ich hier lese, dass man im Bereich der Unternehmensbesteuerung die Beseitigung von Wettbewerbsnachteilen untersuchen und eine Absenkung des nominellen Steuersatzes der Körperschaftsteuer auf 25 Prozent anstreben soll. (Rufe bei den Freiheitlichen: Oh! Hört, hört!)
Abg. Walch: Nichts wissen, was machen!
Herr Kollege Puswald! Herr Kollege Matznetter! Das waren eure Anträge 2003 – und jetzt stimmt ihr dagegen, weil wir das machen. (Abg. Walch: Nichts wissen, was machen!) Und es ist eine sinnvolle Maßnahme, meine Damen und Herren von der Sozialdemokratie, gerade jetzt, da wir seit wenigen Tagen die erweiterte Europäische Union haben mit den Wettbewerbsnachteilen, die manche Länder durch die hohen Unternehmenssteuern haben (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Puswald und Dr. Matznetter), mit dieser Absenkung den Wirtschaftsstandort Österreich auf Dauer zu sichern. Das können Sie halt nicht zugeben, Herr Matznetter – aber das ist Ihr Problem. Kommen Sie aber nicht hier heraus und versuchen Sie hier nicht, Glaubwürdigkeit vorzutäuschen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Puswald und Dr. Matznetter
Herr Kollege Puswald! Herr Kollege Matznetter! Das waren eure Anträge 2003 – und jetzt stimmt ihr dagegen, weil wir das machen. (Abg. Walch: Nichts wissen, was machen!) Und es ist eine sinnvolle Maßnahme, meine Damen und Herren von der Sozialdemokratie, gerade jetzt, da wir seit wenigen Tagen die erweiterte Europäische Union haben mit den Wettbewerbsnachteilen, die manche Länder durch die hohen Unternehmenssteuern haben (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Puswald und Dr. Matznetter), mit dieser Absenkung den Wirtschaftsstandort Österreich auf Dauer zu sichern. Das können Sie halt nicht zugeben, Herr Matznetter – aber das ist Ihr Problem. Kommen Sie aber nicht hier heraus und versuchen Sie hier nicht, Glaubwürdigkeit vorzutäuschen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Herr Kollege Puswald! Herr Kollege Matznetter! Das waren eure Anträge 2003 – und jetzt stimmt ihr dagegen, weil wir das machen. (Abg. Walch: Nichts wissen, was machen!) Und es ist eine sinnvolle Maßnahme, meine Damen und Herren von der Sozialdemokratie, gerade jetzt, da wir seit wenigen Tagen die erweiterte Europäische Union haben mit den Wettbewerbsnachteilen, die manche Länder durch die hohen Unternehmenssteuern haben (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Puswald und Dr. Matznetter), mit dieser Absenkung den Wirtschaftsstandort Österreich auf Dauer zu sichern. Das können Sie halt nicht zugeben, Herr Matznetter – aber das ist Ihr Problem. Kommen Sie aber nicht hier heraus und versuchen Sie hier nicht, Glaubwürdigkeit vorzutäuschen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Die Maßnahme wirkt ja schon! Ich verweise in diesem Zusammenhang nur auf Ihr Vorzeigeland Deutschland – ich weiß schon, Sie wollen jetzt diesen Vergleich nicht mehr so gerne. Ich möchte auch diesen Vergleich gar nicht anstellen, denn wir haben uns mit niemand anderem zu vergleichen. Wir sind stolz darauf, dass es uns in Österreich gelungen ist, diese größte Steuersenkung durchzuführen, dass wir den Wirtschaftsstandort sichern und trotzdem das Budgetdefizit nicht ausufern lassen, so wie Ihre Vorbilder Rot-Grün in Deutschland. Deshalb ist es kein Zufall, dass der „Economist“ sagt: Deutsche Firmen stürmen Österreich. Das ist so, weil sie hier eben bessere Standortbedingungen vorfinden als im eigenen Land. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.
Ich verstehe schon, meine Damen und Herren von der SPÖ, dass Sie da mit der Kritik ein Problem haben, denn eines haben wir nicht gemacht, und dazu stehen wir auch: Wir haben keine Gegenfinanzierungen umgesetzt, so wie Sie das auch einmal verlangt haben. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.) Keine Gegenfinanzierungen ...
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Na endlich reagiert der Präsident!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Kollege Puswald, jetzt ist das Kontingent an Zwischenrufen für einen Redner nahezu ausgeschöpft, sage ich einmal! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Na endlich reagiert der Präsident!)
Abg. Mag. Molterer: Das kann er nicht!
Pablé: Ein Hinterbänkler ist das!) Das ist eben der Diskurs. Ich denke, ich halte das aus, Kollege Puswald. Aber wenn du dann auch noch erklärst, warum du jetzt einer Maßnahme nicht die Zustimmung gibst, die du selbst in einem Entschließungsantrag verlangt hast, dann kommen wir vielleicht noch in einen besseren, objektiveren Diskurs. (Abg. Mag. Molterer: Das kann er nicht!)
Zwischenruf des Abg. Parnigoni.
Meine Damen und Herren von der Sozialdemokratie! Wir machen das nicht, was Sie vorgeschlagen und gefordert haben, nämlich Gegenfinanzierungen etwa auch durch steuerliche Belastungen anzusetzen. Sagen Sie jetzt nicht wieder, das hätten Sie nicht getan, denn Sie bereiten sich ja auf die nächste Regierungsbeteiligung vor. Ihren Optimismus in Ehren, aber vor den Plänen, die Sie hier verankert und vorgeschlagen haben, werden und müssen wir die Österreicher schützen, denn in Ihren Steuerkonzepten, meine Damen und Herren ... (Zwischenruf des Abg. Parnigoni.)
Abg. Mag. Mainoni: Volle Besteuerung!
Kollege Parnigoni, hast du das auch nicht gelesen, was ihr hier fabriziert habt? Darin ist ja einiges enthalten: Entfall der Steuerbegünstigung von Sonderzahlungen wie zum Beispiel Urlaubs- und Weihnachtsgeld und der Abfertigung, meine Damen und Herren! (Abg. Mag. Mainoni: Volle Besteuerung!) – „Wunderbar“! Da werden sich die Österreicherinnen und Österreicher freuen, wenn eine künftige SPÖ-Regierungspartei die privilegierte Besteuerung des Urlaubs- und Weihnachtsgeldes in Frage stellt. – Weiters: Entfall der Steuerbegünstigung der ersten fünf Überstunden – nach dem Konzept der Sozialdemokratie – und eine Erhöhung der Grundsteuer und der Erbschaftssteuer, meine Damen und Herren! Das sind die Vorschläge Ihrer Arbeitsgruppe, die für ein neues Regierungsprogramm unter Ihrer Vorsitzführung eingerichtet worden ist, und die Kollege Gusenbauer hier noch begrüßt. Er sagt, er freue sich darauf, dass diese Vorschläge konkretisiert und auch politisch umgesetzt werden.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Nein, meine Damen und Herren! Solange wir in der österreichischen Bundesregierung die Möglichkeit haben, für Österreich zu arbeiten, werden wir verhindern, dass Ihre Steuererhöhungen, Ihre Steuerbelastungen in die Realität umgesetzt werden. Da können Sie sicher sein! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Dr. Matznetter. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Meine Damen und Herren! Herr Kollege Matznetter! Ich weiß schon, jetzt distanzieren Sie sich wieder von den eigenen Papieren. (Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Dr. Matznetter. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Das sind wörtliche Zitate aus Ihren Papieren gewesen. Herr Kollege Matznetter, Sie haben auch gesagt, diese steuerliche Entlastung, das sei ja nichts, das seien ja bei den meisten nur 2 € im Monat. – Bei Ihnen vielleicht, denn bei den Höchsteinkommensbeziehern ist die steuerliche Entlastung eben gering, das aber ganz bewusst.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Ruf bei der SPÖ: Nicht mehr lange!
Sie sind dagegen – ist in Ordnung. Aber in Österreich gibt es Gott sei Dank eine Mehrheit von Freiheitlichen und Österreichischer Volkspartei, und wir werden die Österreicher auch in Zukunft vor Ihren Steuerkonzepten schützen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Ruf bei der SPÖ: Nicht mehr lange!)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Josef Broukal (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Klubobmann Scheibner, ich verstehe, dass Sie und die anderen Redner der ÖVP und der FPÖ diesen Vormittag nützen, um das, was in dieser Steuerreform Ihrer Ansicht nach Gutes drinnen ist, so gut es geht darzustellen. Die größte Steuerreform aller Zeiten ist sie nicht. Das sind schöne Worte, das ist ein schöner Begriff – geboren vom Nutznießer der teuersten Homepage aller Zeiten. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer – eine Tafel in die Höhe haltend –: Schuster, bleib bei deinem Leisten!
Mehr als 2 Millionen Menschen in unserem Land sind so arm, dass sie als Pensionist oder auch als Arbeiter, Angestellte, als Bauer oder Bäuerin keine Steuer zu zahlen brauchen. Diese Menschen haben von der Steuerreform nichts, obwohl auch sie – und das ist das, was Sie falsch dargestellt haben, Herr Molterer und Herr Stummvoll – in den letzten Jahren immer mehr Steuer bezahlen müssen. (Abg. Mag. Molterer – eine Tafel in die Höhe haltend –: Schuster, bleib bei deinem Leisten!) Wer hat denn die Energiesteuern erhöht? Wer war denn das? – Sie waren es! Und die bezahlen die Reichen genauso wie die Armen. (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Wer hungert denn die Länder und Gemeinden aus, sodass diese gezwungen sind, die Gebühren für die Müllabfuhr, für die Straßenreinigung und für andere Dinge ständig zu erhöhen? (Beifall bei der SPÖ. – Heftige Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Mehr als 2 Millionen Menschen in unserem Land sind so arm, dass sie als Pensionist oder auch als Arbeiter, Angestellte, als Bauer oder Bäuerin keine Steuer zu zahlen brauchen. Diese Menschen haben von der Steuerreform nichts, obwohl auch sie – und das ist das, was Sie falsch dargestellt haben, Herr Molterer und Herr Stummvoll – in den letzten Jahren immer mehr Steuer bezahlen müssen. (Abg. Mag. Molterer – eine Tafel in die Höhe haltend –: Schuster, bleib bei deinem Leisten!) Wer hat denn die Energiesteuern erhöht? Wer war denn das? – Sie waren es! Und die bezahlen die Reichen genauso wie die Armen. (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Wer hungert denn die Länder und Gemeinden aus, sodass diese gezwungen sind, die Gebühren für die Müllabfuhr, für die Straßenreinigung und für andere Dinge ständig zu erhöhen? (Beifall bei der SPÖ. – Heftige Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Heftige Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Mehr als 2 Millionen Menschen in unserem Land sind so arm, dass sie als Pensionist oder auch als Arbeiter, Angestellte, als Bauer oder Bäuerin keine Steuer zu zahlen brauchen. Diese Menschen haben von der Steuerreform nichts, obwohl auch sie – und das ist das, was Sie falsch dargestellt haben, Herr Molterer und Herr Stummvoll – in den letzten Jahren immer mehr Steuer bezahlen müssen. (Abg. Mag. Molterer – eine Tafel in die Höhe haltend –: Schuster, bleib bei deinem Leisten!) Wer hat denn die Energiesteuern erhöht? Wer war denn das? – Sie waren es! Und die bezahlen die Reichen genauso wie die Armen. (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Wer hungert denn die Länder und Gemeinden aus, sodass diese gezwungen sind, die Gebühren für die Müllabfuhr, für die Straßenreinigung und für andere Dinge ständig zu erhöhen? (Beifall bei der SPÖ. – Heftige Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Rädler: Wenn er doch nur ORF-Journalist geblieben wäre!
Es zahlen also auch die Menschen, denen Sie keine Lohnsteuer wegnehmen, durch Ihre Politik immer mehr Steuern. Und das finde ich „super“: Auf der Bühne einigen ein bisschen etwas unter Applaus zurückgeben und hinter der Bühne allen Menschen etwas wegnehmen, besonders denen, die sich nicht wehren können. (Abg. Rädler: Wenn er doch nur ORF-Journalist geblieben wäre!)
Bundeskanzler Dr. Schüssel: Woher nehmen Sie das?
Dazu kommt noch eines: Wer wenig Geld hat in Österreich, der spürt die Teuerung besonders stark. Er oder sie lebt sozusagen in einem Land, in dem es jedes Jahr an die 3 Prozent Teuerung gibt, und das seit vielen Jahren. (Bundeskanzler Dr. Schüssel: Woher nehmen Sie das?) Ich erkläre es Ihnen gleich, Herr Bundeskanzler!
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist der Euro!
Bundeskanzler und der Herr Finanzminister glauben mir nicht, das verstehe ich. Aber vielleicht glauben die beiden Herren der Statistik Austria, die am 21. Jänner 2004 Folgendes gesagt hat: Nun ist statistisch bewiesen, was viele Österreicher seit vier Jahren – seit dem Jahr 2000 – beobachten. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist der Euro!) Die Preise für einen etwas größeren täglichen Einkauf steigen stärker als die allgemeinen Verbraucherpreise. Eine Sonderauswertung der Statistik Austria für einen Mikro-Warenkorb, der alles enthält, was man für einen Tag zum Leben braucht – Nahrungsmittel, Kaffee, Zeitung –, zeigt, dass die Teuerung hier – und jetzt bitte aufpassen! – bis zu doppelt so hoch liegt wie die Gesamtinflation.
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Doppelt so hoch, also im Jahr 2003 beispielsweise 2,7 Prozent. Und das bedeutet für all jene Menschen in diesem Land, deren Geld, eine kleine Pension oder ein kleines Arbeitseinkommen, zu nicht mehr reicht als für die Ausgaben fürs tägliche Leben, dass sie in einer Welt mit drei Prozent Teuerung leben. Und was geben Sie ihnen bei der Steuerreform als Ausgleich dafür? Nichts! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Pepi Broukal!
Aber es gibt dafür andere, die haben sehr viel von dieser Steuerreform; wir haben von ihnen in Inseraten gelesen, etwa Herr Claus Raidl oder Herr Peter Mitterbauer oder auch Siegfried Wolf, vom Herrn Bundeskanzler hier im Hause auch schon liebevoll Sigi Wolf genannt. (Abg. Mag. Molterer: Pepi Broukal!) Sie alle haben uns in ihren Inseraten erzählt: Weniger Steuern, mehr zum Leben! – Und so ist es: Für die Millionäre und für die großen Unternehmen sorgt die ÖVP bei ihrer Steuerreform – die kleinen Leute schauen durch die Finger. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Khol: Klassenkampf-Rhetorik! – Weitere lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Khol: Klassenkampf-Rhetorik! – Weitere lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Aber es gibt dafür andere, die haben sehr viel von dieser Steuerreform; wir haben von ihnen in Inseraten gelesen, etwa Herr Claus Raidl oder Herr Peter Mitterbauer oder auch Siegfried Wolf, vom Herrn Bundeskanzler hier im Hause auch schon liebevoll Sigi Wolf genannt. (Abg. Mag. Molterer: Pepi Broukal!) Sie alle haben uns in ihren Inseraten erzählt: Weniger Steuern, mehr zum Leben! – Und so ist es: Für die Millionäre und für die großen Unternehmen sorgt die ÖVP bei ihrer Steuerreform – die kleinen Leute schauen durch die Finger. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Khol: Klassenkampf-Rhetorik! – Weitere lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Rädler: Das ist reiner Sozialismus!
Frau Felzmann, wir beide wissen sehr wohl, wovon ich rede, wenn ich Ihnen jetzt noch einmal in Erinnerung rufe, dass Sie heuer für die Besitzer, die Eigentümer von Personengesellschaften schon ein Steuerprivileg der Sonderklasse geschaffen haben: Halbsteuersatz für die ersten 100 000 € nicht entnommenen Gewinn. Das heißt: Jemand wie Sie oder ich, dem es beruflich so gut geht, dass er das Geld, das er in der Firma verdient, gar nicht braucht, um die Firma zu erhalten oder davon zu leben, der lässt es am Firmenkonto und zahlt nicht 50 Prozent Einkommensteuer wie jeder Arbeiter, Angestellte, Beamte oder Bauer, sondern nur 25 Prozent. Und damit dieses Privileg gleich ein ordentliches Privileg ist, können wir dann im nächsten Jahr diese Firma stilllegen, können die Steuerersparnis lukrieren und gründen die nächste. (Abg. Rädler: Das ist reiner Sozialismus!) Ein Steuerprivileg der Sonderklasse für 120 000 Unternehmer! Kosten: 300 Millionen € im Jahr. – Dafür haben Sie das Geld. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Frau Felzmann, wir beide wissen sehr wohl, wovon ich rede, wenn ich Ihnen jetzt noch einmal in Erinnerung rufe, dass Sie heuer für die Besitzer, die Eigentümer von Personengesellschaften schon ein Steuerprivileg der Sonderklasse geschaffen haben: Halbsteuersatz für die ersten 100 000 € nicht entnommenen Gewinn. Das heißt: Jemand wie Sie oder ich, dem es beruflich so gut geht, dass er das Geld, das er in der Firma verdient, gar nicht braucht, um die Firma zu erhalten oder davon zu leben, der lässt es am Firmenkonto und zahlt nicht 50 Prozent Einkommensteuer wie jeder Arbeiter, Angestellte, Beamte oder Bauer, sondern nur 25 Prozent. Und damit dieses Privileg gleich ein ordentliches Privileg ist, können wir dann im nächsten Jahr diese Firma stilllegen, können die Steuerersparnis lukrieren und gründen die nächste. (Abg. Rädler: Das ist reiner Sozialismus!) Ein Steuerprivileg der Sonderklasse für 120 000 Unternehmer! Kosten: 300 Millionen € im Jahr. – Dafür haben Sie das Geld. (Beifall bei der SPÖ.)
Lang anhaltender Beifall bei der SPÖ sowie Beifall der Abg. Dr. Gabriela Moser.
Abgeordneter Josef Broukal (fortsetzend): Pensionisten, Bauern können von solcher Großzügigkeit nur träumen. Aber sie wird kommen, wenn wir wieder imstande sein werden, eine ordentliche Steuerreform durchzuführen. – Danke. (Lang anhaltender Beifall bei der SPÖ sowie Beifall der Abg. Dr. Gabriela Moser.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wenn dem nach der Debatte bei der Abstimmung wirklich so sein sollte, dann halte ich fest, dass die Kollegen der sozialdemokratischen Fraktion sich gegen eine Steuerentlastung und gegen die Sicherung der Arbeitsplätze aussprechen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
In diesem Zusammenhang hätte mich ein Redebeitrag des sicher gerechtfertigt abwesenden Kollegen Fritz Verzetnitsch interessiert. Liebe Freunde! Kollege Dr. Matznetter hat in diesem Zusammenhang von Geschenken gesprochen. Herr Kollege, ich lade dich ein, etwas sensibler damit umzugehen, denn wenn mit den Reformen 2004 und 2005 3 Milliarden € brutto bewegt werden, dann ist das deswegen möglich – und dies trotz der notwendigen Budgetkonsolidierung –, weil die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und die Wirtschaftstreibenden in diesem Lande dieses Volumen erarbeitet haben. Und das ist kein Geschenk, sondern das geben wir ihnen auch gerechtfertigt zurück. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Parnigoni: Geh, bitte!
Und in der Frage der KöSt registriere ich bei den bisherigen Beiträgen, lieber Kollege Parnigoni, dass offensichtlich die Trennschärfe zwischen dem Begriff „Unternehmer“ und dem Begriff „Unternehmen“ nicht wirklich ausgereift ist. In Ihrer klassenkämpferischen Diktion schlagen Sie die Unternehmer! (Abg. Parnigoni: Geh, bitte!) Mir sind arbeitsplatzsichernde Unternehmen wichtig im Sinne der Arbeitnehmer, liebe Kolleginnen und Kollegen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Und in der Frage der KöSt registriere ich bei den bisherigen Beiträgen, lieber Kollege Parnigoni, dass offensichtlich die Trennschärfe zwischen dem Begriff „Unternehmer“ und dem Begriff „Unternehmen“ nicht wirklich ausgereift ist. In Ihrer klassenkämpferischen Diktion schlagen Sie die Unternehmer! (Abg. Parnigoni: Geh, bitte!) Mir sind arbeitsplatzsichernde Unternehmen wichtig im Sinne der Arbeitnehmer, liebe Kolleginnen und Kollegen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Wichtigkeit der Standortfrage lässt sich leicht erkennen, wenn man die Körperschaftsteuer in den soeben beigetretenen Nachbarländern ansieht. Es ist darüber hinaus auch wichtig, liebe Kolleginnen und Kollegen, den Standort zu sichern, denn wenn in einer Region ein großer Betrieb den Bach hinuntergeht, dann ist das für Hunderte ein trauriger Anlass, aber er zieht viele kleine und mittlere Betriebe ebenso mit. Daher ist die Standortfrage für die Beschäftigung und für unsere Arbeitnehmer wichtig. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Dass einerseits manche Kolleginnen und Kollegen bisher in Ihrer Fraktion sagen, es ist alles zu wenig, und die anderen meinen, das Budget ufert aus, diesen Spagat müssen Sie mit sich selbst ausmachen. (Beifall bei der ÖVP.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.
berechtigten Unzufriedenheit der Menschen lebt, aber irgendwann muss man auch das Geheimnis der Alternativen lüften‘“. – Anführungszeichen oben, Punkt. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Parnigoni: Sie haben das schon vorher gemacht! Sie haben schon Jahre vorher der Bevölkerung das Geld aus der Tasche gezogen!
Ob es sich bei dem Reformwerk tatsächlich, wie angekündigt, um die größte Steuerreform der Geschichte seit 1945 handelt, kann man mit Ja beantworten. Frühere Steuerreformen haben nämlich zum Teil nicht unbeträchtliche Gegenfinanzierungen gehabt. Bei dieser hat man darauf verzichtet, und damit ist sie vom Volumen her jedenfalls die größte der Zweiten Republik. – Zitatende. (Abg. Parnigoni: Sie haben das schon vorher gemacht! Sie haben schon Jahre vorher der Bevölkerung das Geld aus der Tasche gezogen!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Das sagt jener, der das mit der Beamtenschaft – der ich sehr zu Dank verpflichtet bin, die eine hohe Leistung erbracht hat – in einer hervorragenden Zusammenarbeit und Kooperation mit dem politischen Willen umgesetzt hat, das sagt der Leiter der Sektion IV des Finanzministeriums, Dr. Wolfgang Nolz. Und auch auf diese Leistung können wir stolz sein. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Ruf: Brigid!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Birgit Weinzinger. – Bitte, Frau Kollegin. (Ruf: Brigid!) Brigid Weinzinger. (Abg. Großruck: Da müsste sich der Kollege Van der Bellen schon wieder beschweren, wenn er konsequent wäre!)
Abg. Großruck: Da müsste sich der Kollege Van der Bellen schon wieder beschweren, wenn er konsequent wäre!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Birgit Weinzinger. – Bitte, Frau Kollegin. (Ruf: Brigid!) Brigid Weinzinger. (Abg. Großruck: Da müsste sich der Kollege Van der Bellen schon wieder beschweren, wenn er konsequent wäre!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Die Rednerin trägt ein rosa T-Shirt mit der Aufschrift „Linke Emanze“.
Abgeordnete Mag. Brigid Weinzinger (Grüne): Herr Präsident! Geschätzte Damen und Herren! Mit dieser Steuerreform beweist die Regierung, falls es denn dieses Beweises noch bedurft hätte, dass diese Republik linke Emanzen braucht. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Die Rednerin trägt ein rosa T-Shirt mit der Aufschrift „Linke Emanze“.)
Abg. Großruck: Gleiche Chancen wie die Männer!
Mit „linken Emanzen“ meine ich Frauen, die einfach selbstbewusst einfordern, was ihnen zusteht, nämlich gleiche Vorteile wie die Männer, gleiche Behandlung wie die Männer, gleiche Macht wie die Männer, auch gleiche Steuervorteile in einer Steuerreform wie die Männer. (Abg. Großruck: Gleiche Chancen wie die Männer!) Ich verstehe darunter Frauen, die sich für gemeinsame Interessen von Frauen engagieren und dafür eintreten, sei es in einer Pensionsreform, die von der Bundesregierung frauenfeindlich ausgestaltet wurde, sei es bei einer Steuerreform, die die Bundesregierung als Männerbegünstigungsaktion missversteht, oder sei es, wenn es darum geht, sich dagegen zu wehren, in ein enges Rollenbild eingeschränkt und eingeklemmt zu werden, wie das die schwarz-blaue Bundesregierung macht. Das verstehe nämlich ich unter Frauensolidarität. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Mit „linken Emanzen“ meine ich Frauen, die einfach selbstbewusst einfordern, was ihnen zusteht, nämlich gleiche Vorteile wie die Männer, gleiche Behandlung wie die Männer, gleiche Macht wie die Männer, auch gleiche Steuervorteile in einer Steuerreform wie die Männer. (Abg. Großruck: Gleiche Chancen wie die Männer!) Ich verstehe darunter Frauen, die sich für gemeinsame Interessen von Frauen engagieren und dafür eintreten, sei es in einer Pensionsreform, die von der Bundesregierung frauenfeindlich ausgestaltet wurde, sei es bei einer Steuerreform, die die Bundesregierung als Männerbegünstigungsaktion missversteht, oder sei es, wenn es darum geht, sich dagegen zu wehren, in ein enges Rollenbild eingeschränkt und eingeklemmt zu werden, wie das die schwarz-blaue Bundesregierung macht. Das verstehe nämlich ich unter Frauensolidarität. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Steibl: Das haben die Grünen gezeigt, das hat die Kollegin Prammer gezeigt, was sie von Frauensolidarität halten!
Ich glaube, dass es ganz, ganz viele Frauen in Österreich gibt, die zu dieser Frauensolidarität stehen, die das praktizieren, dass es auch einige Männer gibt, die sich mit Frauen solidarisch erklären, nur dass wir in der Regierung danach vergeblich suchen, dass dort eine Frauensolidarität spärlich gestreut ist und sich dort, wo sie vielleicht in Ansätzen vorhanden sein mag, jedenfalls nicht durchsetzt. Ich bedauere jedenfalls zutiefst, dass ausgerechnet eine Frauenministerin ihre Stimme nicht erhebt, um Fraueninteressen zu vertreten (Abg. Steibl: Das haben die Grünen gezeigt, das hat die Kollegin Prammer gezeigt, was sie von Frauensolidarität halten!), sondern ihre Stimme erhebt, um die frauenfeindliche Politik ihres Bundeskanzlers zu verteidigen. Das verstehe ich nicht unter Frauensolidarität. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Ich glaube, dass es ganz, ganz viele Frauen in Österreich gibt, die zu dieser Frauensolidarität stehen, die das praktizieren, dass es auch einige Männer gibt, die sich mit Frauen solidarisch erklären, nur dass wir in der Regierung danach vergeblich suchen, dass dort eine Frauensolidarität spärlich gestreut ist und sich dort, wo sie vielleicht in Ansätzen vorhanden sein mag, jedenfalls nicht durchsetzt. Ich bedauere jedenfalls zutiefst, dass ausgerechnet eine Frauenministerin ihre Stimme nicht erhebt, um Fraueninteressen zu vertreten (Abg. Steibl: Das haben die Grünen gezeigt, das hat die Kollegin Prammer gezeigt, was sie von Frauensolidarität halten!), sondern ihre Stimme erhebt, um die frauenfeindliche Politik ihres Bundeskanzlers zu verteidigen. Das verstehe ich nicht unter Frauensolidarität. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Großruck: Aber nein! Das ist Ihre Interpretation!
Vielleicht noch ganz kurz zu diesem Frauenbild und Rollenmodell, das uns die Regierung anbietet, weil das so schön zum Ausdruck kommt mit den Blümchen, die heute verteilt wurden: Erstens einmal sind es Vergissmeinnicht – in der Sprache der Blumen die Aufforderung zur Bescheidenheit und zum unauffälligen Leben. Ist es das, was Sie den Frauen sagen wollen? (Abg. Großruck: Aber nein! Das ist Ihre Interpretation!)
Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Zweitens gibt es ein Zettelchen dazu, das die FPÖ mit verteilt hat, das mir wirklich zu denken gibt. Da steht drauf: „Wir denken am Muttertag an alle Frauen“. – Also erstens einmal sehe ich das hier herinnen nicht ganz so, und zweitens rätsle ich seit einiger Zeit, ob Vizekanzler Gorbach jetzt unter die Kategorie „Mutter“ oder unter die Kategorie „Frau“ fällt. (Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.) Jedenfalls aber halte ich das für eine Botschaft, die einigermaßen skurril ist. Wenn Sie an alle Frauen und die gesellschaftliche Leistung, die wirtschaftliche Leistung der Frauen, die wissenschaftliche und wirtschaftliche Leistung der Frauen denken wollen, gibt es mindestens 365 Tage im Jahr, an denen Sie das tun könnten; und wenn Sie es nur an einem Tag machen wollen, bietet sich der Internationale Frauentag dafür irgendwie an. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Was haben Sie gegen den Muttertag? Haben Sie etwas gegen den Muttertag, Frau Kollegin?)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Was haben Sie gegen den Muttertag? Haben Sie etwas gegen den Muttertag, Frau Kollegin?
Zweitens gibt es ein Zettelchen dazu, das die FPÖ mit verteilt hat, das mir wirklich zu denken gibt. Da steht drauf: „Wir denken am Muttertag an alle Frauen“. – Also erstens einmal sehe ich das hier herinnen nicht ganz so, und zweitens rätsle ich seit einiger Zeit, ob Vizekanzler Gorbach jetzt unter die Kategorie „Mutter“ oder unter die Kategorie „Frau“ fällt. (Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.) Jedenfalls aber halte ich das für eine Botschaft, die einigermaßen skurril ist. Wenn Sie an alle Frauen und die gesellschaftliche Leistung, die wirtschaftliche Leistung der Frauen, die wissenschaftliche und wirtschaftliche Leistung der Frauen denken wollen, gibt es mindestens 365 Tage im Jahr, an denen Sie das tun könnten; und wenn Sie es nur an einem Tag machen wollen, bietet sich der Internationale Frauentag dafür irgendwie an. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Was haben Sie gegen den Muttertag? Haben Sie etwas gegen den Muttertag, Frau Kollegin?)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist wirklich nicht anzuhören!
Ich würde durchaus dafür plädieren, den Muttertag den besonderen Leistungen der Mütter in der Gesellschaft zu reservieren und ihnen diesen besonders zu widmen und nicht wieder zu vermantschen, es sei denn, Ihre Botschaft meint mit dem Vergissmeinnicht dazu: Liebe Frauen, wenn ihr noch nicht Mütter seid, habt ihr euren Bestimmungszweck verfehlt. Vergesst nicht darauf, Kinder zu bekommen! – War es das, was Sie sagen wollten? (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist wirklich nicht anzuhören!)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Die einzige andere Interpretation, die es zu den Vergissmeinnicht heute noch gibt, wäre, dass das die selbstkritische Eigeneinschätzung der FPÖ zur österreichischen Parteienlandschaft ist: ein paar spärliche blaue Blüten im üppigen Grün! (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Steibl: Da schauen Sie her! – Die Abgeordneten Steibl und Mag. Molterer halten Plakate in die Höhe, auf denen Berechnungen zur Steuerreform aufgelistet sind.
Worauf Sie jedenfalls vergessen haben, sind die Fraueninteressen in der Steuerreform. Wir haben eine Unmenge an Frauen, die so wenig verdienen, dass sie sowieso schon keine Steuer zahlen, und die keine Entlastung von Ihnen bekommen in dieser Steuerreform. Ganz im Gegenteil! Sie machen eine lineare Tarifreform. Wir wissen – nicht zuletzt auf Grund von Studien des Finanzministeriums –, dass Männer davon überproportional profitieren. Es gibt Absetzbeträge – etwa das Pendlerpauschale –, von denen wir wissen, dass Männer überdurchschnittlich davon profitieren. Und es gibt ein so genanntes Familienpaket, mit dem Sie den Alleinverdienerabsetzbetrag um einen Kinderzuschlag erhöhen. De facto heißt das in Ihrem Rollenmodell: Wir geben Männern mehr Geld, wenn sie es schaffen, dass ihre Frau zu Hause bleibt und sich um Kinder, den Mann und den Haushalt kümmert. (Abg. Steibl: Da schauen Sie her! – Die Abgeordneten Steibl und Mag. Molterer halten Plakate in die Höhe, auf denen Berechnungen zur Steuerreform aufgelistet sind.) – Ist das Ihr zukunftsorientiertes Familienmodell? – Nein, danke! Es kann jedenfalls nicht Ihre Frauenpolitik sein. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Worauf Sie jedenfalls vergessen haben, sind die Fraueninteressen in der Steuerreform. Wir haben eine Unmenge an Frauen, die so wenig verdienen, dass sie sowieso schon keine Steuer zahlen, und die keine Entlastung von Ihnen bekommen in dieser Steuerreform. Ganz im Gegenteil! Sie machen eine lineare Tarifreform. Wir wissen – nicht zuletzt auf Grund von Studien des Finanzministeriums –, dass Männer davon überproportional profitieren. Es gibt Absetzbeträge – etwa das Pendlerpauschale –, von denen wir wissen, dass Männer überdurchschnittlich davon profitieren. Und es gibt ein so genanntes Familienpaket, mit dem Sie den Alleinverdienerabsetzbetrag um einen Kinderzuschlag erhöhen. De facto heißt das in Ihrem Rollenmodell: Wir geben Männern mehr Geld, wenn sie es schaffen, dass ihre Frau zu Hause bleibt und sich um Kinder, den Mann und den Haushalt kümmert. (Abg. Steibl: Da schauen Sie her! – Die Abgeordneten Steibl und Mag. Molterer halten Plakate in die Höhe, auf denen Berechnungen zur Steuerreform aufgelistet sind.) – Ist das Ihr zukunftsorientiertes Familienmodell? – Nein, danke! Es kann jedenfalls nicht Ihre Frauenpolitik sein. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Zu fordern wäre ein Frauenpaket in Ihrer Steuerreform und die gleiche Berücksichtigung von Männern und Frauen, denn diese Steuerreform kann im Unterschied zu den Blümchen durchaus vergessen werden. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Eine Blümchen-Rede!
Abgeordneter Josef Bucher (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohe Bundesregierung! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Vielleicht nur einen kurzen Satz zu Ihnen, Frau Weinzinger, weil es doch sehr bemerkenswert war, dass Sie eigentlich zur Steuerreform sehr wenig sagen konnten und Ihnen der Ausflug in die Botanik wichtiger war. (Abg. Scheibner: Eine Blümchen-Rede!) Ich sage Ihnen, für uns sind die Mütter ein sehr wichtiger Bestandteil der Bevölkerung. (Ironische Heiterkeit bei den Grünen.) Daher war es für uns sehr entscheidend, diesen Muttertag auch zu würdigen, und daher diese nette Geste von uns am heutigen Tag. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Ironische Heiterkeit bei den Grünen.
Abgeordneter Josef Bucher (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohe Bundesregierung! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Vielleicht nur einen kurzen Satz zu Ihnen, Frau Weinzinger, weil es doch sehr bemerkenswert war, dass Sie eigentlich zur Steuerreform sehr wenig sagen konnten und Ihnen der Ausflug in die Botanik wichtiger war. (Abg. Scheibner: Eine Blümchen-Rede!) Ich sage Ihnen, für uns sind die Mütter ein sehr wichtiger Bestandteil der Bevölkerung. (Ironische Heiterkeit bei den Grünen.) Daher war es für uns sehr entscheidend, diesen Muttertag auch zu würdigen, und daher diese nette Geste von uns am heutigen Tag. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordneter Josef Bucher (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohe Bundesregierung! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Vielleicht nur einen kurzen Satz zu Ihnen, Frau Weinzinger, weil es doch sehr bemerkenswert war, dass Sie eigentlich zur Steuerreform sehr wenig sagen konnten und Ihnen der Ausflug in die Botanik wichtiger war. (Abg. Scheibner: Eine Blümchen-Rede!) Ich sage Ihnen, für uns sind die Mütter ein sehr wichtiger Bestandteil der Bevölkerung. (Ironische Heiterkeit bei den Grünen.) Daher war es für uns sehr entscheidend, diesen Muttertag auch zu würdigen, und daher diese nette Geste von uns am heutigen Tag. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Vom Herrn Kollegen Cap habe ich heute ein wenig das Gefühl vermittelt bekommen, dass Österreich eine in sich und nach außen autarke Volkswirtschaft ist, die mit den Nachbarländern überhaupt nicht durch Importe und Exporte verbunden ist, denn Sie haben gerade so getan, als ob wir Politiker und auch hier das Hohe Haus in der Lage wären, für Wachstum und Beschäftigung die alleinige Verantwortung zu tragen. Also ich darf Ihnen schon sagen, dass Österreich nicht eine Insel der Seligen ist, sondern dass wir die Rahmenbedingungen so setzen müssen, dass die Wirtschaft eine prosperierende Entwicklung nehmen kann. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Matznetter hält eine Graphik in die Höhe.
Herr Kollege Matznetter, Sie haben gesagt, dass uns die alte Bundesregierung unter Finanzminister Edlinger ein Wachstum hinterlassen hat. Da muss ich Ihnen Recht geben, aber das Wachstum war ein Schuldenwachstum, denn Sie haben innerhalb von nur zwei Jahren, von 1997 bis 1999, das Defizit auf 2,3 Prozent ansteigen lassen. Wir waren damals im Jahr 1999 das am schlechtesten dastehende europäische Mitgliedsland, meine sehr geehrten Damen und Herren. Sie haben uns 130 Milliarden € an Schulden hinterlassen, und wir zahlen heute noch jährlich 7 Milliarden € rein nur an Zinsen, was unseren Spielraum enorm einengt. Also wenn Sie da von einem Wachstum sprechen, das Sie produziert haben, dann ist das schlichtweg falsch. (Abg. Dr. Matznetter hält eine Graphik in die Höhe.)
ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen
Meine sehr geehrten Damen und Herren! In Summe wird dieses Steuerentlastungspaket eine ausgewogene Entlastung für die Wirtschaft und für die Beschäftigten darstellen. Es wird langfristig ein Wachstum in der Größenordung von 0,7 Prozent real in Aussicht gestellt, und es werden dadurch zusätzlich in etwa 12 000 Arbeitsplätze in Österreich möglich gemacht. Es ist dies eine Sternstunde der Fleißigen und Tüchtigen (ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen), es ist dies eine Sternstunde für die Familienerhalter, für die kleinen und mittleren Unternehmen und für die Kleinverdiener. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! In Summe wird dieses Steuerentlastungspaket eine ausgewogene Entlastung für die Wirtschaft und für die Beschäftigten darstellen. Es wird langfristig ein Wachstum in der Größenordung von 0,7 Prozent real in Aussicht gestellt, und es werden dadurch zusätzlich in etwa 12 000 Arbeitsplätze in Österreich möglich gemacht. Es ist dies eine Sternstunde der Fleißigen und Tüchtigen (ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen), es ist dies eine Sternstunde für die Familienerhalter, für die kleinen und mittleren Unternehmen und für die Kleinverdiener. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Das Wifo sagt, dass die Steuerreform im nächsten Jahr ein zusätzliches Wachstum des BIP von 0,4 Prozent und im Jahr 2006 von 0,5 Prozent bringen wird. Was bedeutet das? – Das bedeutet Beschäftigung durch die zweite Stufe dieser größten Steuerreform in der Zweiten Republik, Beschäftigung in den Jahren 2005 und 2006 in der Größenordnung von 4 000 bis 5 000 Personen. Und das ist aktive Arbeitsmarktpolitik. Das ist nicht nur Entlastung um 4 Milliarden €, inklusive der zwei Konjunkturpakete und des Wachstumspakets, das ist Arbeitsmarktpolitik, das ist Wirtschaftsstandortpolitik, wie sie sich diese Regierung vorgenommen hat und jetzt auch umsetzt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Cap, ich habe es eigentlich sehr unpassend gefunden – nicht, weil ich auch aus der Wirtschaft komme –, dass Sie sich sehr abfällig über einen praktizierenden und noch dazu sehr erfolgreichen Wirtschaftler geäußert haben. Solche Leute würde ich mir mehr wünschen, nicht nur in der Politik – dort auch –, sondern in Österreich und überhaupt in Europa. Leute, die Risiken eingehen, etwas unternehmen und nicht unterlassen, die erfolgreiche Unternehmer sind und keinen Vergleich zu scheuen brauchen, wie Sie ihn mit einem Wirtschaftsberater gemacht haben. Die sind mir auch recht, aber im Zweifelsfall sind mir Entscheidungsgrundlagen, Argumente von einem praktizierenden, erfolgreichen Unternehmer wie Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn allemal lieber als von einem theoretisierenden Wirtschaftsberater, glauben Sie mir das! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Cap: Ohrwaschel!
Herr Kollege Cap, da ich schon dabei bin: Ich habe mich auch darüber geärgert, dass Sie gemeint haben, die Regierung habe mit keinem Ohrwaschl gewackelt (Abg. Dr. Cap: Ohrwaschel!), als man gesehen hat, es gibt Arbeitslosenprobleme, als man gesehen hat, es gibt Verkehrsprobleme und Ähnliches mehr. Na ja, nicht mit dem Ohrwaschl zu wackeln (Abg. Dr. Cap: Ohrwaschel!), das ist vielleicht eine Methode, die Sie von früher her kennen. Aber ich sage Ihnen, in Dresden hat es Beschlüsse gegeben, was die TENs betrifft, die frühere Verkehrsminister ausgehandelt haben, die Ihrer Fraktion angehörig sind. Da waren wir mit einem wichtigen Projekt vertreten, nämlich mit dem Brenner-Basistunnel, mit der Nord-Süd-Verbindung – ich habe gestern schon darüber geredet –; heute sind wir auf Grund guter Verhandlungen mit sechs weiteren TEN-Projekten vertreten, die in Österreich ein kofinanziertes Investitionsvolumen von 12,25 Milliarden € bringen werden. – Das ist Politik! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Cap: Ohrwaschel!
Herr Kollege Cap, da ich schon dabei bin: Ich habe mich auch darüber geärgert, dass Sie gemeint haben, die Regierung habe mit keinem Ohrwaschl gewackelt (Abg. Dr. Cap: Ohrwaschel!), als man gesehen hat, es gibt Arbeitslosenprobleme, als man gesehen hat, es gibt Verkehrsprobleme und Ähnliches mehr. Na ja, nicht mit dem Ohrwaschl zu wackeln (Abg. Dr. Cap: Ohrwaschel!), das ist vielleicht eine Methode, die Sie von früher her kennen. Aber ich sage Ihnen, in Dresden hat es Beschlüsse gegeben, was die TENs betrifft, die frühere Verkehrsminister ausgehandelt haben, die Ihrer Fraktion angehörig sind. Da waren wir mit einem wichtigen Projekt vertreten, nämlich mit dem Brenner-Basistunnel, mit der Nord-Süd-Verbindung – ich habe gestern schon darüber geredet –; heute sind wir auf Grund guter Verhandlungen mit sechs weiteren TEN-Projekten vertreten, die in Österreich ein kofinanziertes Investitionsvolumen von 12,25 Milliarden € bringen werden. – Das ist Politik! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Herr Kollege Cap, da ich schon dabei bin: Ich habe mich auch darüber geärgert, dass Sie gemeint haben, die Regierung habe mit keinem Ohrwaschl gewackelt (Abg. Dr. Cap: Ohrwaschel!), als man gesehen hat, es gibt Arbeitslosenprobleme, als man gesehen hat, es gibt Verkehrsprobleme und Ähnliches mehr. Na ja, nicht mit dem Ohrwaschl zu wackeln (Abg. Dr. Cap: Ohrwaschel!), das ist vielleicht eine Methode, die Sie von früher her kennen. Aber ich sage Ihnen, in Dresden hat es Beschlüsse gegeben, was die TENs betrifft, die frühere Verkehrsminister ausgehandelt haben, die Ihrer Fraktion angehörig sind. Da waren wir mit einem wichtigen Projekt vertreten, nämlich mit dem Brenner-Basistunnel, mit der Nord-Süd-Verbindung – ich habe gestern schon darüber geredet –; heute sind wir auf Grund guter Verhandlungen mit sechs weiteren TEN-Projekten vertreten, die in Österreich ein kofinanziertes Investitionsvolumen von 12,25 Milliarden € bringen werden. – Das ist Politik! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
eigentlich ganz gerne auch in diesen Wahllokalen, denn dort hört uns der „kleine Mann“, der Wähler. Sie sind schon so abgehoben, dass man Sie dort wirklich nicht mehr hört. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Schopf: Stimmt ja nicht!
Sie wissen ganz genau, dass bis Weihnachten vorigen Jahres die großen Steuerberatungskanzleien zahlreiche Anfragen erhalten hatten, was Verlegungen von Österreich in die Slowakei betrifft. Jede Menge! Reden Sie mit den Leuten! Und als wir die Steuerreform verkündet haben, insbesondere den Steuersatz im Bereich der Körperschaftsteuer in Höhe von 25 Prozent, ist das schlagartig abgerissen. (Abg. Schopf: Stimmt ja nicht!)
Abg. Schopf: Das stimmt ja nicht!
Wissen Sie, was das ist? – Das ist Verhindern von Abwanderung von Steuereinnahmen, das ist Verhindern von Abwanderung von Arbeitsplätzen. (Abg. Schopf: Das stimmt ja nicht!) Das ist aktive Arbeitsmarkt- und Arbeitsplatzpolitik, wie sie sich diese schwarz-blaue Regierung vorgenommen hat und jetzt umsetzt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wissen Sie, was das ist? – Das ist Verhindern von Abwanderung von Steuereinnahmen, das ist Verhindern von Abwanderung von Arbeitsplätzen. (Abg. Schopf: Das stimmt ja nicht!) Das ist aktive Arbeitsmarkt- und Arbeitsplatzpolitik, wie sie sich diese schwarz-blaue Regierung vorgenommen hat und jetzt umsetzt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wenn ich immer höre, das sei Politik für wenige Unternehmen, für Großunternehmen à la Thomas Prinzhorn, dann sage ich Ihnen: Vergessen Sie nicht, dass von 88 418 körperschaftsteuerpflichtigen Unternehmen 80 Prozent weniger als 20 Mitarbeiter haben und in diesen KMUs 61 Prozent der unselbständig Beschäftigten angestellt sind. Das heißt, diese Steuerreform trifft punktgenau die Beschäftigten, die wir auch erreichen wollten, und ist ein voller Landungserfolg! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
mit 60 Mitgliedsländern und einem österreichischen Vorsitzenden. – Herzliche Gratulation! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Meine Damen und Herren! Ich könnte jetzt noch zitieren, welche Fachleute sich positiv über diese Steuerreform geäußert haben, weil die Familien angesprochen werden, weil die Unternehmen angesprochen werden – kleine wie mittlere –, weil die normalen Einkommensbezieher angesprochen werden, mehr die kleinen und mittleren als die anderen, vor allem aber auch, weil die Alleinverdiener, die Alleinerzieher angesprochen werden und weil uns etwas gelungen ist mit dieser Steuerreform: den Wirtschaftsstandort Österreich zu verbessern, die Kaufkraft zu verbessern, die Arbeitnehmer zu bedienen, die Familien zu bedienen, die Industrie- und Headquarter-Entscheidungsträger zu bedienen. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abschließend: Wir werden erreichen, dass der in Österreich begonnene Weg nach oben, die Aufwärtsentwicklung fortgesetzt wird. Gehen Sie ein Stück mit! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Auf wie viele Jahre finanziert? Das ist Realitätsverweigerung! – Abg. Scheibner: Auf wie viele Jahre? – Zehn Jahre! Kennen Sie den Unterschied zwischen einem Jahr und zehn Jahren?
Abgeordnete Doris Bures (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir haben heute einen Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zum Ankauf der Abfangjäger eingebracht, und es ist festzustellen, dass es eine Parallelität auch zu der Diskussion, die wir jetzt führen, gibt: Die Abfangjäger werden 3 Milliarden € kosten, und damit werden völlig sinnlos 3 Milliarden € in die Luft gesetzt. Das ist die Parallelität zu dieser Steuerreform, denn auch hier werden leider 3 Milliarden € an Steuergeld verpufft. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Auf wie viele Jahre finanziert? Das ist Realitätsverweigerung! – Abg. Scheibner: Auf wie viele Jahre? – Zehn Jahre! Kennen Sie den Unterschied zwischen einem Jahr und zehn Jahren?)
Abg. Neudeck: Aber Ihre Rede hat Gott sei Dank auch keine Auswirkungen!
Dieses Geld wird deshalb verpufft, weil es keine Entlastungseffekte geben wird, weil es keine Ankurbelung für die österreichische Wirtschaft geben wird und weil das, was Sie heute hier auf den Tisch legen, leider auch überhaupt keine Auswirkungen auf die Beschäftigung haben wird, also keine Impulse für den Arbeitsmarkt gesetzt werden. Das ist die verantwortungslose Politik, die Sie betreiben: 3 Milliarden in die Luft zu setzen und zu verpuffen, ohne jeglichen Beschäftigungsimpuls! (Abg. Neudeck: Aber Ihre Rede hat Gott sei Dank auch keine Auswirkungen!)
Abg. Dr. Stummvoll: Die größte Entlastung!
Herr Bundeskanzler, Herr Vizekanzler, Sie sagen, das sei die größte Steuerreform der Zweiten Republik. Das ist nicht die größte Steuerreform der Zweiten Republik! (Abg. Dr. Stummvoll: Die größte Entlastung!) Wissen Sie, was wir in der Zweiten Republik haben? – Die höchste Arbeitslosigkeit haben wir in der Zweiten Republik, und um die kümmern Sie sich überhaupt nicht, weder in dieser Steuerreform noch in einer sonstigen politischen Maßnahme! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Herr Bundeskanzler, Herr Vizekanzler, Sie sagen, das sei die größte Steuerreform der Zweiten Republik. Das ist nicht die größte Steuerreform der Zweiten Republik! (Abg. Dr. Stummvoll: Die größte Entlastung!) Wissen Sie, was wir in der Zweiten Republik haben? – Die höchste Arbeitslosigkeit haben wir in der Zweiten Republik, und um die kümmern Sie sich überhaupt nicht, weder in dieser Steuerreform noch in einer sonstigen politischen Maßnahme! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Neudeck: Wie viele sind es in Wien?
Wir haben 284 000 Menschen, die keinen Job haben. (Abg. Neudeck: Wie viele sind es in Wien?) Wir haben 800 000 Menschen, die zumindest einmal im Jahr von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Das heißt, jeder dritte Beschäftigte ist einmal im Jahr arbeitslos, und das haben Sie zu verantworten! Das ist die falsche Politik, die Sie machen!
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Ihre politischen Maßnahmen, die dazu führen, dass immer mehr Frauen keinen Job haben und damit immer mehr Frauen und Familien armutsgefährdet sind. Das ist die falsche Politik, eine Politik, die Sie zu verantworten haben! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Die ÖVP hat damit ein Problem. Das weiß ich, und das sieht man auch, wenn man sich die Plakatserie der ÖVP anschaut, wo Ihnen zu den Themen Zukunft, Arbeit, Chancen nichts anderes einfällt als Schmarrn, Wurscht und Powidl. Das wundert mich nicht, denn Ihre Politik zeigt ja deutlich, dass Ihnen die Probleme der Menschen völlig Wurscht und „Powidl“ sind, und das ist das Traurige! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Redezeit einhalten! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Weil die Bevölkerung spürt, dass Sie sich um ihre Interessen überhaupt nicht kümmern, dass Sie sich weder in Österreich noch in Europa um die Interessen der Menschen kümmern, die uns aber wichtig sind, hat die SPÖ ein Steuerreformmodell eingebracht, das auf dem Tisch liegt, das im Haus liegt, das Sie gerne nachlesen können, wo es um eine Entlastung der kleineren und mittleren Einkommensbezieher und um eine Entlastung der investierenden Betriebe geht. Das wäre der richtige Weg! (Abg. Scheibner: Redezeit einhalten! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Für Ihre falsche Wirtschaftspolitik und Ihre unsoziale Steuerpolitik werden Sie von den Menschen am 13. Juni zu Recht die Rechnung bekommen, weil Österreich wieder gehört werden muss. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Rufe bei der SPÖ: Tun Sie’s!
Abgeordneter Fritz Grillitsch (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine Herren der Bundesregierung! Eigentlich wollte ich mich jetzt bei der Bundesregierung bedanken für diese Reformarbeit (Rufe bei der SPÖ: Tun Sie’s!), aber vorerst bedanke ich mich bei den Wählerinnen und Wählern, und zwar dafür, dass sie am 24. November 2002 die richtige Wahl getroffen haben, dass sie Weitblick gezeigt haben (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen), denn spätestens seit heute würden sie wissen, dass Sie (in Richtung Oppositionsparteien) es nicht können, meine Damen und Herren. (Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Ja, die Großbauern!)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen
Abgeordneter Fritz Grillitsch (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine Herren der Bundesregierung! Eigentlich wollte ich mich jetzt bei der Bundesregierung bedanken für diese Reformarbeit (Rufe bei der SPÖ: Tun Sie’s!), aber vorerst bedanke ich mich bei den Wählerinnen und Wählern, und zwar dafür, dass sie am 24. November 2002 die richtige Wahl getroffen haben, dass sie Weitblick gezeigt haben (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen), denn spätestens seit heute würden sie wissen, dass Sie (in Richtung Oppositionsparteien) es nicht können, meine Damen und Herren. (Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Ja, die Großbauern!)
Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Ja, die Großbauern!
Abgeordneter Fritz Grillitsch (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine Herren der Bundesregierung! Eigentlich wollte ich mich jetzt bei der Bundesregierung bedanken für diese Reformarbeit (Rufe bei der SPÖ: Tun Sie’s!), aber vorerst bedanke ich mich bei den Wählerinnen und Wählern, und zwar dafür, dass sie am 24. November 2002 die richtige Wahl getroffen haben, dass sie Weitblick gezeigt haben (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen), denn spätestens seit heute würden sie wissen, dass Sie (in Richtung Oppositionsparteien) es nicht können, meine Damen und Herren. (Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Ja, die Großbauern!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Insgesamt ist das eine positive Auswirkung für mindestens 5 000 bis 6 000 Menschen in dieser Region, wo Sie jahrzehntelang Verantwortung getragen haben mit Ihrer verstaatlichten Industrie und wo Sie viele Arbeitsplätze vernichtet haben, meine Damen und Herren. Das ist die Sicherung des Wirtschaftsstandortes, und daher, glaube ich, ist diese Steuerreform absolut ein großer Wurf. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich gratuliere der Bundesregierung zu dieser großartigen Steuerreform! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordnete Michaela Sburny (Grüne): Herr Präsident! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Kollege Grillitsch, ich kann Ihnen sagen, wogegen wir stimmen werden: Wir werden nämlich gegen eine völlig falsche Umverteilung stimmen, die Sie mit dieser Steuerreform auslösen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Ihrer Steuerreform überhaupt nichts haben und werden im Gegenzug jede Menge Belastungen haben. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Sie unterstellen das dem Prinzhorn! Ich halte das für eine Zumutung!
Kollege Prinzhorn hat gesagt: Die Verlustabschreibung über die Grenzen hat es bisher auch schon gegeben. Verlustabschreibung über die Grenze heißt: Mutterfirma hier macht Gewinn, Tochterfirma im Ausland macht Verlust; kann ich gegenrechnen, zahle ich weniger Steuern. Er hat gesagt: Das konnte ich bis jetzt auch schon. Und da fällt er ganz offensichtlich in einen Passus, der auch in den Erläuterungen des Finanzministeriums zum Gesetz steht. Er gehört offenbar zu denen, wo das Finanzministerium sagt, es wurde in letzter Zeit „verstärkt mit Umgehungsmaßnahmen versucht“ – das steht da drinnen! –, „steuerlich optimale Effekte zu erreichen“. (Abg. Mag. Molterer: Sie unterstellen das dem Prinzhorn! Ich halte das für eine Zumutung!) Und das, was Sie jetzt machen, ist, etwas, was bis jetzt möglich war, nämlich unter Umgehung die Steuer zu verkürzen, jetzt zu legalisieren, mit dem Argument ... (Abg. Scheibner: Was wollen Sie da jetzt sagen?) Ich will damit das sagen, was da drinnen steht: Es haben sehr viele Konzerne bis jetzt versucht, die Steuer zu verkürzen und zu umgehen, mit allen möglichen Konstruktionen. Und weil das so viele tun, werden wir es jetzt legalisieren. – Das müssen Sie einmal den Kleinen und den ArbeitnehmerInnen erklären, die zu so etwas überhaupt keine Möglichkeit haben! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Überhaupt kein Anstand mehr!)
Abg. Scheibner: Was wollen Sie da jetzt sagen?
Kollege Prinzhorn hat gesagt: Die Verlustabschreibung über die Grenzen hat es bisher auch schon gegeben. Verlustabschreibung über die Grenze heißt: Mutterfirma hier macht Gewinn, Tochterfirma im Ausland macht Verlust; kann ich gegenrechnen, zahle ich weniger Steuern. Er hat gesagt: Das konnte ich bis jetzt auch schon. Und da fällt er ganz offensichtlich in einen Passus, der auch in den Erläuterungen des Finanzministeriums zum Gesetz steht. Er gehört offenbar zu denen, wo das Finanzministerium sagt, es wurde in letzter Zeit „verstärkt mit Umgehungsmaßnahmen versucht“ – das steht da drinnen! –, „steuerlich optimale Effekte zu erreichen“. (Abg. Mag. Molterer: Sie unterstellen das dem Prinzhorn! Ich halte das für eine Zumutung!) Und das, was Sie jetzt machen, ist, etwas, was bis jetzt möglich war, nämlich unter Umgehung die Steuer zu verkürzen, jetzt zu legalisieren, mit dem Argument ... (Abg. Scheibner: Was wollen Sie da jetzt sagen?) Ich will damit das sagen, was da drinnen steht: Es haben sehr viele Konzerne bis jetzt versucht, die Steuer zu verkürzen und zu umgehen, mit allen möglichen Konstruktionen. Und weil das so viele tun, werden wir es jetzt legalisieren. – Das müssen Sie einmal den Kleinen und den ArbeitnehmerInnen erklären, die zu so etwas überhaupt keine Möglichkeit haben! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Überhaupt kein Anstand mehr!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Überhaupt kein Anstand mehr!
Kollege Prinzhorn hat gesagt: Die Verlustabschreibung über die Grenzen hat es bisher auch schon gegeben. Verlustabschreibung über die Grenze heißt: Mutterfirma hier macht Gewinn, Tochterfirma im Ausland macht Verlust; kann ich gegenrechnen, zahle ich weniger Steuern. Er hat gesagt: Das konnte ich bis jetzt auch schon. Und da fällt er ganz offensichtlich in einen Passus, der auch in den Erläuterungen des Finanzministeriums zum Gesetz steht. Er gehört offenbar zu denen, wo das Finanzministerium sagt, es wurde in letzter Zeit „verstärkt mit Umgehungsmaßnahmen versucht“ – das steht da drinnen! –, „steuerlich optimale Effekte zu erreichen“. (Abg. Mag. Molterer: Sie unterstellen das dem Prinzhorn! Ich halte das für eine Zumutung!) Und das, was Sie jetzt machen, ist, etwas, was bis jetzt möglich war, nämlich unter Umgehung die Steuer zu verkürzen, jetzt zu legalisieren, mit dem Argument ... (Abg. Scheibner: Was wollen Sie da jetzt sagen?) Ich will damit das sagen, was da drinnen steht: Es haben sehr viele Konzerne bis jetzt versucht, die Steuer zu verkürzen und zu umgehen, mit allen möglichen Konstruktionen. Und weil das so viele tun, werden wir es jetzt legalisieren. – Das müssen Sie einmal den Kleinen und den ArbeitnehmerInnen erklären, die zu so etwas überhaupt keine Möglichkeit haben! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Überhaupt kein Anstand mehr!)
Abg. Mag. Molterer: Frau Sburny! Wo haben Sie Ihren Anstand abgegeben? Das ist unglaublich!
Das heißt, wenn Ihr größtes Ziel ist, in Österreich möglichst wenig Steuern einzuheben – was ja aufs Erste gut klingt, das gebe ich ja zu: die Unternehmen zahlen weniger Steuern (Abg. Mag. Molterer: Frau Sburny! Wo haben Sie Ihren Anstand abgegeben? Das ist unglaublich!) –, dann werden Sie aber in Zukunft auch erklären müssen, woher Sie das Geld nehmen werden für die großen Aufgaben, die uns im Bildungsbereich, im Forschungsbereich und im Gesundheitsbereich bevorstehen, denn dafür werden Sie nämlich Steuereinnahmen brauchen. Und wenn Ihr größtes Ziel ist, möglichst wenig Steuern zu bekommen, werden Sie in diesem zukunftsweisenden Bereich tatsächlich sehr schnell ein Problem bekommen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Entschuldigen Sie sich!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Entschuldigen Sie sich!
Das heißt, wenn Ihr größtes Ziel ist, in Österreich möglichst wenig Steuern einzuheben – was ja aufs Erste gut klingt, das gebe ich ja zu: die Unternehmen zahlen weniger Steuern (Abg. Mag. Molterer: Frau Sburny! Wo haben Sie Ihren Anstand abgegeben? Das ist unglaublich!) –, dann werden Sie aber in Zukunft auch erklären müssen, woher Sie das Geld nehmen werden für die großen Aufgaben, die uns im Bildungsbereich, im Forschungsbereich und im Gesundheitsbereich bevorstehen, denn dafür werden Sie nämlich Steuereinnahmen brauchen. Und wenn Ihr größtes Ziel ist, möglichst wenig Steuern zu bekommen, werden Sie in diesem zukunftsweisenden Bereich tatsächlich sehr schnell ein Problem bekommen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Entschuldigen Sie sich!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich ergänze das, indem ich sage: Wir sind besser, als die Opposition es zugibt. Und bei solchen Diskussionen wie heute frage ich mich immer wieder: Was bezwecken Sie eigentlich damit, dass Sie alles mies machen? Ja, Frau Weinzinger von den Grünen hat sogar nicht einmal gelten lassen, dass wir heute Vergissmeinnicht austeilen, sondern hat auch das noch kritisch betrachtet! Da sieht man, es ist Ihnen wirklich kein Anlass und keine Gelegenheit zu gering, als dass Sie das nicht mies machen und verteufeln. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Ruf bei der SPÖ: Weil sie zu wenig verdienen!
Es war ja bezeichnend: Als der Finanzminister das Positive dargestellt hat, nämlich dass 43 Prozent der Österreicher keine Steuern zahlen (Ruf bei der SPÖ: Weil sie zu wenig verdienen!), dass durch die Steuerreform eine Entlastung für alle Arbeitnehmer im Ausmaß von 1,5 Milliarden gegeben ist, dass die Wirtschaft mit 1,5 Milliarden profitiert, da haben Sie Zwischenrufe gemacht: „Kalauer“, „Cäsarenwahn“; „obszöner Unsinn“ hat Herr Kogler gesagt. Ja, sagen Sie einmal, haben Sie überhaupt eine sachliche Beurteilung dieser Steuerreform durchgeführt? – Ich bin überzeugt davon: nein!
Abg. Mag. Kogler: Was für Wirtschaftspolitik?
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Dieser Wirtschaftsjournalist sagt auch, es ist kein Zufall, dass sich immer mehr Firmen für einen Standort in Österreich interessieren. Für Sie sind alle ausländischen Kommentare in Fachzeitschriften uninteressant. Für Sie ist interessant, was „NEWS“ schreibt, denn dort ist man traditionell gegen die blau-schwarze Bundesregierung, gegen diese Wirtschaftspolitik. (Abg. Mag. Kogler: Was für Wirtschaftspolitik?) Aber Sie sollten auch zur Kenntnis nehmen, was Fachleute sagen. Die sehen das nämlich mit objektiven Augen und nicht so tendenziös, wie Sie das tun. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Dieser Wirtschaftsjournalist sagt auch, es ist kein Zufall, dass sich immer mehr Firmen für einen Standort in Österreich interessieren. Für Sie sind alle ausländischen Kommentare in Fachzeitschriften uninteressant. Für Sie ist interessant, was „NEWS“ schreibt, denn dort ist man traditionell gegen die blau-schwarze Bundesregierung, gegen diese Wirtschaftspolitik. (Abg. Mag. Kogler: Was für Wirtschaftspolitik?) Aber Sie sollten auch zur Kenntnis nehmen, was Fachleute sagen. Die sehen das nämlich mit objektiven Augen und nicht so tendenziös, wie Sie das tun. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Puswald: Das ist auch notwendig! – Ruf bei der SPÖ: Den werden Sie auch bekommen!
Herr Abgeordneter Cap hat das ja auf den Punkt gebracht, als er gesagt hat, er wünsche sich für diese Regierung einen politischen Denkzettel. (Abg. Dr. Puswald: Das ist auch notwendig! – Ruf bei der SPÖ: Den werden Sie auch bekommen!) Diesem Ziel ordnen Sie auch Ihre gesamte Politik unter, meine sehr geehrten Damen und Herren!
Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.
Das ist unsachlich! Sie von der SPÖ sagen, es gebe keine Investitionsanreize. – Haben Sie denn die Konjunkturbelebungspakete I und II vergessen, die wichtige Anreize gegeben haben, auch für Unternehmer, die keine Gewinne machen: Die kriegen Beträge bar auf die Hand. (Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.)
Abg. Dr. Cap: Österreich soll wieder gehört werden, Frau Abgeordnete!
Noch einen Satz: Wir haben auch wirklich Frauenpolitik gemacht. Das hat mit dem Kindergeld begonnen und wurde mit dem Kinderzuschlag für Alleinverdiener und für Alleinerziehende und auch mit der Negativsteuer fortgesetzt, die von 60 Millionen auf 90 Millionen € erhöht wurde, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Dr. Cap: Österreich soll wieder gehört werden, Frau Abgeordnete!) Das hat die SPÖ und haben auch die Grünen nicht zuwege gebracht. (Abg. Dr. Cap: Österreich muss wieder gehört werden! Österreich!)
Abg. Dr. Cap: Österreich muss wieder gehört werden! Österreich!
Noch einen Satz: Wir haben auch wirklich Frauenpolitik gemacht. Das hat mit dem Kindergeld begonnen und wurde mit dem Kinderzuschlag für Alleinverdiener und für Alleinerziehende und auch mit der Negativsteuer fortgesetzt, die von 60 Millionen auf 90 Millionen € erhöht wurde, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Dr. Cap: Österreich soll wieder gehört werden, Frau Abgeordnete!) Das hat die SPÖ und haben auch die Grünen nicht zuwege gebracht. (Abg. Dr. Cap: Österreich muss wieder gehört werden! Österreich!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sie haben gezeigt, dass nicht Sie die soziale Kompetenz besitzen. Diese Bundesregierung hat soziale Kompetenz gezeigt, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Ah, ist das bei Ihnen so? – Abg. Neudeck: Jetzt wissen wir, was ihr bisher gemacht habt!
mehr an der Sachlichkeit orientieren. (Abg. Scheibner: Ah, ist das bei Ihnen so? – Abg. Neudeck: Jetzt wissen wir, was ihr bisher gemacht habt!)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.
Der zweite Punkt: Man könnte diese Milliarde für Investitionen verwenden. Tut man das, entsteht ein Investitions-Multiplikator und auch Beschäftigung. – Das wäre ein positiver Effekt. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Wittauer: Wie viele Arbeitnehmer haben die 1 000?
Das ist aber noch nicht alles in Zusammenhang mit der Körperschaftsteuer. Neben diesen nicht erkennbaren ökonomischen unmittelbaren Auswirkungen gibt es ja auch innerhalb der Unternehmen – und das wurde hier sehr oft diskutiert – eine ungleiche Verteilung. Durch die Senkung der Körperschaftsteuer sind nur etwa 1 000 Unternehmen begünstigt. – Es zahlt sich also nur bei 1 000 von insgesamt 80 000 Unternehmen aus. Das ist eine wirklich verschwindende Größenordnung. (Abg. Wittauer: Wie viele Arbeitnehmer haben die 1 000?)
Abg. Dr. Brinek: Sie sind ja da! – Ruf bei der ÖVP: Schauen Sie auf Ihre Seite!
Ich möchte in diesem Zusammenhang schon die Vertreter des Wirtschaftsbundes, die nicht da sind, oder der Wirtschaftskammer, die auch nicht da sind, ansprechen. (Abg. Dr. Brinek: Sie sind ja da! – Ruf bei der ÖVP: Schauen Sie auf Ihre Seite!) Wie argumentieren Sie diesen Steuerschwindel gegenüber dem Großteil Ihrer Mitglieder? –
Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.
Sie müssen klarstellen, wie Sie den Steuerbetrug aus dieser Sicht Ihren Bereichen erklären können! (Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.)
Abg. Dr. Brinek: Schauen Sie in die Slowakei! Dort sind die Mitwettbewerber!
Ein zweiter Punkt: Es wurde die Austrian Business Agency – das ist die österreichische Ansiedlungsgesellschaft – immer wieder wirklich missbraucht. (Abg. Dr. Brinek: Schauen Sie in die Slowakei! Dort sind die Mitwettbewerber!) Es heißt, dass es durch diese KöSt-Senkung 900 Anfragen gegeben hat. Ich möchte die Seriosität dieser Anfragen hinterfragen, und zwar deshalb, weil beim letzten Jahresbericht bei der Pressekonferenz mit Bartenstein gesagt wurde, die Ansiedlungen hätten sich im Jahr 2003 gegenüber dem Jahr 2002 von 78 Projekten – hören Sie genau zu! – auf 82 Projekte erhöht.
Abg. Mag. Molterer: Sicher nicht den Matznetter, sonst wären sie nicht gekommen!
Wir haben nachrecherchiert: Unter diesen Projekten war auch eines, bei dem die Antwort auf die Frage, was für dieses Projekt getan wurde, lautete, Sie hätten einen Steuerberater vermittelt. (Abg. Mag. Molterer: Sicher nicht den Matznetter, sonst wären sie nicht gekommen!)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn die Qualität der Aussage über diese 899 Ansiedlungen dieselbe ist, dann muss ich eigentlich eher pessimistisch in die Zukunft schauen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Jakob Auer: Wer ist dort Generaldirektor?
Die OMV ist an der Übernahme des rumänischen Tankstellennetzes interessiert. Die Summe ist noch auszuverhandeln. Wenn sie im nächsten Jahr dieses Tankstellennetz kauft, dann finanzieren die Österreicherinnen und Österreicher diesen Kauf. (Abg. Jakob Auer: Wer ist dort Generaldirektor?) Man muss also überlegen: Was ist der unmittelbare Beschäftigungseffekt für Österreich? (Abg. Mag. Molterer: Wie heißt der Generaldirektor?) Was ist der unmittelbare Effekt für die Investitionen in Österreich? (Abg. Mag. Molterer: Woher kommt der Klima? – Abg. Jakob Auer: Der Klima kommt von der OMV!) Das kann man als typisches Beispiel nennen.
Abg. Mag. Molterer: Wie heißt der Generaldirektor?
Die OMV ist an der Übernahme des rumänischen Tankstellennetzes interessiert. Die Summe ist noch auszuverhandeln. Wenn sie im nächsten Jahr dieses Tankstellennetz kauft, dann finanzieren die Österreicherinnen und Österreicher diesen Kauf. (Abg. Jakob Auer: Wer ist dort Generaldirektor?) Man muss also überlegen: Was ist der unmittelbare Beschäftigungseffekt für Österreich? (Abg. Mag. Molterer: Wie heißt der Generaldirektor?) Was ist der unmittelbare Effekt für die Investitionen in Österreich? (Abg. Mag. Molterer: Woher kommt der Klima? – Abg. Jakob Auer: Der Klima kommt von der OMV!) Das kann man als typisches Beispiel nennen.
Abg. Mag. Molterer: Woher kommt der Klima? – Abg. Jakob Auer: Der Klima kommt von der OMV!
Die OMV ist an der Übernahme des rumänischen Tankstellennetzes interessiert. Die Summe ist noch auszuverhandeln. Wenn sie im nächsten Jahr dieses Tankstellennetz kauft, dann finanzieren die Österreicherinnen und Österreicher diesen Kauf. (Abg. Jakob Auer: Wer ist dort Generaldirektor?) Man muss also überlegen: Was ist der unmittelbare Beschäftigungseffekt für Österreich? (Abg. Mag. Molterer: Wie heißt der Generaldirektor?) Was ist der unmittelbare Effekt für die Investitionen in Österreich? (Abg. Mag. Molterer: Woher kommt der Klima? – Abg. Jakob Auer: Der Klima kommt von der OMV!) Das kann man als typisches Beispiel nennen.
Beifall bei der SPÖ.
Wir Sozialdemokraten wollen ein Österreich und ein Europa für die Menschen und nicht für die Konzerne! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir schlagen eine Steuerentlastung in einer Größenordnung von 3 Milliarden € vor. Die SPÖ sagt uns gleich am Beginn durch Herrn Kollegen Matznetter, eigentlich vertrage das das Budget gar nicht. Das heißt: Die SPÖ, die für 30 Jahre Schuldenpolitik in Österreich Verantwortung trägt, sorgt sich auf einmal um das Budgetdefizit. Meine Damen und Herren, das ist ein Hohn – nichts anderes! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Puswald: Wir sind dagegen, dass Sie die Leute anschwindeln!
Meine Damen und Herren! Wir schlagen vor, einen Durchschnittsteuersatz einzuführen, sodass die Tarife erheblich gekürzt werden. Was sagt die SPÖ? – Sie sind dagegen, meine Damen und Herren! Wir werden Sie in jedem Wahlkreis und in der Diskussion mit jedem Ihrer Abgeordneten daran erinnern, dass Sie dagegen sind, dass alle Steuerzahler weniger Steuern zahlen. Sie sind dagegen, meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Puswald: Wir sind dagegen, dass Sie die Leute anschwindeln!)
Abg. Gradwohl: Herr Kollege Spindelegger, Sie müssen genau zuhören!
Meine Damen und Herren! Wir nehmen heute eine Steuerentlastung nach dem Motto vor, dass die, die mehr verdienen, weniger profitieren und die, die weniger verdienen, mehr profitieren. Ihre Kollegin Bures, die fluchtartig das Plenum verlassen hat, sagt dazu, das habe überhaupt keinen Effekt. (Abg. Gradwohl: Herr Kollege Spindelegger, Sie müssen genau zuhören!)
Abg. Gradwohl: Das haben Sie den Pensionisten aber heuer und im vorigen Jahr doppelt weggenommen!
Meine Damen und Herren! Frau Bures meint, das ist kein Effekt. (Abg. Gradwohl: Das haben Sie den Pensionisten aber heuer und im vorigen Jahr doppelt weggenommen!) Wir werden uns vornehmen, das auch jedem Pensionisten zu sagen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Frau Bures meint, das ist kein Effekt. (Abg. Gradwohl: Das haben Sie den Pensionisten aber heuer und im vorigen Jahr doppelt weggenommen!) Wir werden uns vornehmen, das auch jedem Pensionisten zu sagen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Das ist ja jämmerlich!
Meine Damen und Herren! Wenn ich mir den Redebeitrag von Frau Kollegin Weinzinger vergegenwärtige, kann ich nur sagen: Jeder kann nach seinem Lebensentwurf leben, nur: Wer Kinder hat, hat die Solidarität der Gesellschaft verdient. Mit jemandem, der Alleinverdiener diskreditiert, haben wir nichts am Hut. Das sage ich ganz klar! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Das ist ja jämmerlich!)
Zwischenruf des Abg. Heinzl.
Meine Damen und Herren! Wir versuchen, in dieser Steuerreform für jeden Pendler 15 Prozent mehr an Pauschale zu verwirklichen. (Zwischenruf des Abg. Heinzl.) Kein Redner der SPÖ hat auch nur ein Wort zum Thema Pendler verloren. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Alles, was positiv ist, haben Sie ausgelassen!) Auch das muss man sich vergegenwärtigen. Es gibt in diesem Land 680 000 Menschen, die täglich zu ihrem
Abg. Dr. Partik-Pablé: Alles, was positiv ist, haben Sie ausgelassen!
Meine Damen und Herren! Wir versuchen, in dieser Steuerreform für jeden Pendler 15 Prozent mehr an Pauschale zu verwirklichen. (Zwischenruf des Abg. Heinzl.) Kein Redner der SPÖ hat auch nur ein Wort zum Thema Pendler verloren. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Alles, was positiv ist, haben Sie ausgelassen!) Auch das muss man sich vergegenwärtigen. Es gibt in diesem Land 680 000 Menschen, die täglich zu ihrem
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Heinzl: Seit 1997 wurde die Pendlerpauschale nicht erhöht!
Arbeitsplatz pendeln müssen und nun um 15 Prozent mehr an Pauschale erhalten. Ihnen liegen sie nicht am Herzen – uns schon. Das ist der Unterschied, und das werden wir auch ganz klar allen Pendlern mitteilen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Heinzl: Seit 1997 wurde die Pendlerpauschale nicht erhöht!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Dass da die Sozialdemokraten dagegen sind, ist ebenfalls etwas, was wir jedem Arbeitnehmer in diesem Land mitteilen müssen. Wir entlasten den Mittelstand. – Sie sind dagegen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Spindelegger: Das ist der Unterschied!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Natürlich würde es mich jetzt sehr jucken, auf meinen Vorredner noch etwas näher einzugehen, wenn zum x-ten Mal die Leier von den Leistungen für die Kinder heruntergespult wird. (Abg. Dr. Spindelegger: Das ist der Unterschied!)
Abg. Felzmann: Die haben mehr Selbständige! Die haben viel mehr Selbständige als wir!
Herr Kollege Spindelegger, Sie sollten sich die Frage stellen – diese Frage ist wirklich ernsthaft zu stellen, und es gibt auch schon Untersuchungen darüber –, warum das Land mit den weltweit höchsten Transferleistungen für Kinder, nämlich Österreich, eine derart niedrige Geburtenrate hat, während Länder, die wesentlich mehr in die „begleitende“ Infrastruktur für Familien mit Kindern, nämlich in Kinderbetreuungseinrichtungen, investieren, eine wesentlich höhere Geburtenrate haben. (Abg. Felzmann: Die haben mehr Selbständige! Die haben viel mehr Selbständige als wir!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Spindelegger: Unglaublich, wie Sie die Familien diskreditieren!
Offensichtlich ist das entscheidender als der Geldschein, den Sie den Familien geben und sagen, jetzt bekommt ihr Geld, also seid ruhig, alles andere schauen wir uns nicht an. – Das ist offensichtlich der Unterschied! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Spindelegger: Unglaublich, wie Sie die Familien diskreditieren!)
Abg. Dr. Spindelegger: Das passt nicht dazu? Das ist ein Teil der Steuerreform!
Ich will mich nicht bei diesem Thema aufhalten. Wir werden das, hoffe ich, noch gründlich diskutieren, und es passt nicht so unmittelbar zu diesem Anlass. (Abg. Dr. Spindelegger: Das passt nicht dazu? Das ist ein Teil der Steuerreform!) – Ja, Herr Kollege Spindelegger! Ein Teil der Steuerreform ist auch die Senkung der Sätze bei der Körperschaftsteuer. Das ist auch noch nicht mein Thema. Nur ein Nachtrag: Sie sagen, die Senkung der Körperschaftsteuer werde Arbeitsplätze sichern. Es gibt nach allen internationalen Untersuchungen keinen unmittelbaren Zusammenhang zwischen niedrigen Körperschaftsteuersätzen und einem tatsächlichen Arbeitsplätzewachstum. (Ruf bei der ÖVP: Den Zusammenhang gibt es schon!)
Ruf bei der ÖVP: Den Zusammenhang gibt es schon!
Ich will mich nicht bei diesem Thema aufhalten. Wir werden das, hoffe ich, noch gründlich diskutieren, und es passt nicht so unmittelbar zu diesem Anlass. (Abg. Dr. Spindelegger: Das passt nicht dazu? Das ist ein Teil der Steuerreform!) – Ja, Herr Kollege Spindelegger! Ein Teil der Steuerreform ist auch die Senkung der Sätze bei der Körperschaftsteuer. Das ist auch noch nicht mein Thema. Nur ein Nachtrag: Sie sagen, die Senkung der Körperschaftsteuer werde Arbeitsplätze sichern. Es gibt nach allen internationalen Untersuchungen keinen unmittelbaren Zusammenhang zwischen niedrigen Körperschaftsteuersätzen und einem tatsächlichen Arbeitsplätzewachstum. (Ruf bei der ÖVP: Den Zusammenhang gibt es schon!)
Abg. Neudeck: Es zahlt jeder Betrieb Körperschaftsteuer, weil es einen Mindeststeuersatz gibt!
gesamten Körperschaftsteuer – insgesamt waren es 500 Millionen € pro Jahr in den Jahren 2001 und 2002 – wurden von der Nationalbank aufgebracht. 12 Prozent von einem Einzelzahler! Den Rest teilen sich etwa 1 000 Betriebe von den 88 000, die eigentlich der Körperschaftsteuer unterliegen. Etwa 1 000 Betriebe von 88 000 zahlen Körperschaftssteuer, die anderen unterliegen dem Mindeststeuersatz oder zahlen faktisch keine. (Abg. Neudeck: Es zahlt jeder Betrieb Körperschaftsteuer, weil es einen Mindeststeuersatz gibt!)
Zwischenbemerkung von Staatssekretär Dr. Finz. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Standort!
12 Prozent des gesamten Volumens kommt von der Nationalbank. Jetzt bekäme ich gerne vom Finanzstaatssekretär Finz erklärt, worin der Wachstumsimpuls und der Beschäftigungsimpuls liegt, wenn die Körperschaftsteuer der Nationalbank gesenkt wird. (Zwischenbemerkung von Staatssekretär Dr. Finz. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Standort!) Ob der Herr Finanzstaatssekretär und der Herr Finanzminister den Betrag von der Nationalbank über die Körperschaftsteuer hereinbekommen, oder ob sie einfach direkt den Gewinn abschöpfen, was ja in den letzten Jahren auch immer wieder passiert ist, das wird ihnen wahrscheinlich ziemlich gleichgültig sein – aber egal.
Beifall bei den Grünen.
Ich würde jetzt gerne mit dem Thema der Konkurrenz zwischen den Ländern fortfahren. Die Körperschaftsteuer eignet sich an und für sich sehr gut dafür, denn wir hatten sie ja schon einmal gesenkt, woraufhin in Deutschland unter der Regierung Kohl eine Debatte eingesetzt hat: wenn die Österreicher das machten, könnte man es auch! Jetzt senken wir die Körperschaftsteuer wieder, und natürlich wird jetzt auch in Deutschland und in anderen Ländern wieder eine Debatte darüber einsetzen, und zwar so lange, bis aus der Körperschaftsteuer wahrscheinlich europaweit überhaupt keine Einnahmen mehr zu erzielen sind. – Sind Sie dann zufrieden, wenn wir faktisch bei null angelangt sind? Das kann doch keine Perspektive sein! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Jakob Auer: Darauf werden wir noch zu sprechen kommen!
Letzter Punkt: Was mich wundert – damit komme ich noch einmal auf den Steuerwettlauf zurück –, ist, dass noch überhaupt kein Wort zu den Auswirkungen dieser Steuerreform auf Länder und Gemeinden – vor allem auf die Gemeinden – gesagt wurde. (Abg. Jakob Auer: Darauf werden wir noch zu sprechen kommen!)
Abg. Jakob Auer: Sie hätten uns helfen können, beim Finanzausgleich!
Wir alle wissen, dass die Gemeinden in den letzten Jahren mit wachsenden Belastungen für Sozialausgaben konfrontiert sind und mehr Aufwendungen erbringen sollen und müssen. (Abg. Jakob Auer: Sie hätten uns helfen können, beim Finanzausgleich!)
Zwischenruf des Abg. Jakob Auer
Da würde ich mir schon wünschen, Herr Kollege Auer, dass Sie dazu auch ein ganz klares Wort sagen (Zwischenruf des Abg. Jakob Auer), denn eines wissen wir auch: dass die Investitionen, die die Gemeinden setzen, arbeitsplatzintensiver sind als derselbe Geldbetrag, wenn er in die Privatwirtschaft investiert wird. (Abg. Mag. Molterer – zu dem in Richtung des Abg. Jakob Auer gewandten Redner –: Das finde ich gut, wenn Sie auf den Auer so gespannt ...!) Das schafft tatsächlich Arbeitsplätze! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer – zu dem in Richtung des Abg. Jakob Auer gewandten Redner –: Das finde ich gut, wenn Sie auf den Auer so gespannt ...!
Da würde ich mir schon wünschen, Herr Kollege Auer, dass Sie dazu auch ein ganz klares Wort sagen (Zwischenruf des Abg. Jakob Auer), denn eines wissen wir auch: dass die Investitionen, die die Gemeinden setzen, arbeitsplatzintensiver sind als derselbe Geldbetrag, wenn er in die Privatwirtschaft investiert wird. (Abg. Mag. Molterer – zu dem in Richtung des Abg. Jakob Auer gewandten Redner –: Das finde ich gut, wenn Sie auf den Auer so gespannt ...!) Das schafft tatsächlich Arbeitsplätze! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Da würde ich mir schon wünschen, Herr Kollege Auer, dass Sie dazu auch ein ganz klares Wort sagen (Zwischenruf des Abg. Jakob Auer), denn eines wissen wir auch: dass die Investitionen, die die Gemeinden setzen, arbeitsplatzintensiver sind als derselbe Geldbetrag, wenn er in die Privatwirtschaft investiert wird. (Abg. Mag. Molterer – zu dem in Richtung des Abg. Jakob Auer gewandten Redner –: Das finde ich gut, wenn Sie auf den Auer so gespannt ...!) Das schafft tatsächlich Arbeitsplätze! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Jakob Auer: Richtig, ja!
Und da, meine sehr geehrten Damen und Herren, geht Österreich jetzt den Weg, den die Bundesrepublik Deutschland mit ihrer Steuersenkungsreform im Jahr 2000 schon vorexerziert hat: Die Bundesrepublik Deutschland hat im Jahr 2000 eine Steuersenkungsreform mit katastrophalen Auswirkungen auf die Gemeinden gemacht. (Abg. Jakob Auer: Richtig, ja!) – Österreich macht 2004 eine Steuersenkungsreform mit im prozentuellen Ausmaß denselben Auswirkungen für die Gemeinden wie in Deutschland. Bundesrepublik Deutschland: 17 Prozent Einnahmenminderungen; Österreich: nicht ganz das Gleiche, aber doch 14 Prozent Einnahmenminderungen.
Abg. Mag. Gaßner: Kommt schon!
Und da, Herr Kollege Auer – und auch die anderen Bürgermeister, nicht nur im ÖVP-Bereich, auch im SPÖ-Bereich; diese wissen es aber, nehme ich an –, würden wir uns schon erwarten, dass von den Gemeinden – vor allem von den Gemeinden! – ein etwas klareres Wort in Richtung des Herrn Finanzministers und seines Staatssekretärs kommt. (Abg. Mag. Gaßner: Kommt schon!) Sie können natürlich noch auf den Finanzausgleich und die Verhandlungen zum Finanzausgleich hoffen, aber Sie wissen genauso gut wie ich, Herr Kollege Auer, dass allein die Auswirkungen der Pensionsreform – nicht mitgedacht jetzt bei den Auswirkungen durch die Steuerreform – die Gemeinden treffen: durch die sinkenden Einnahmen, die die Gemeinden erhalten, wenn sie beispielsweise Pflegeheime oder Altersheime betreiben.
Abg. Zweytick: Das stimmt nicht! Im Gegenteil! Das ist doch nicht wahr!
Wie wollen die Gemeinden in diesem Bereich mit diesen steigenden Belastungen fertig werden? Warum stellen sich hier Mitglieder der Bundesregierung und Mitglieder Ihrer Regierungsparteien her und brüsten sich, indem sie sagen: Wir schaffen Arbeitsplätze!, obwohl ganz klar ist: Sie vernichten durch die Kürzung für die Gemeinden im selben Ausmaß Arbeitsplätze in den Regionen! (Abg. Zweytick: Das stimmt nicht! Im Gegenteil! Das ist doch nicht wahr!) – Selbstverständlich, Kollege Zweytick! (Abg. Zweytick: Du kennst ... überhaupt nicht!)
Abg. Zweytick: Du kennst ... überhaupt nicht!
Wie wollen die Gemeinden in diesem Bereich mit diesen steigenden Belastungen fertig werden? Warum stellen sich hier Mitglieder der Bundesregierung und Mitglieder Ihrer Regierungsparteien her und brüsten sich, indem sie sagen: Wir schaffen Arbeitsplätze!, obwohl ganz klar ist: Sie vernichten durch die Kürzung für die Gemeinden im selben Ausmaß Arbeitsplätze in den Regionen! (Abg. Zweytick: Das stimmt nicht! Im Gegenteil! Das ist doch nicht wahr!) – Selbstverständlich, Kollege Zweytick! (Abg. Zweytick: Du kennst ... überhaupt nicht!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Das sollten Sie sich überlegen, bevor Sie hier eine Steuerreform beschließen, die wahrscheinlich in ihren Auswirkungen für die Gemeinden, für die Arbeitsplätze ebenso katastrophal ist wie die letzte Steuerreform in der Bundesrepublik Deutschland. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber: ... andere Rechtsformen!
Es stimmt ganz einfach nicht, wenn immer wieder behauptet wird, dass diese Körperschaftsteuersenkung ein Geschenk für die Großunternehmen, für die großen Industriekonzerne ist – das ist falsch! Der überwiegende Teil der körperschaftsteuerpflichtigen Unternehmungen, nämlich 88 Prozent haben, wie der Herr Vizekanzler das auch ausgeführt hat, einen Mitarbeiterstand, der geringer als 20 ist. (Abg. Dr. Pirklhuber: ... andere Rechtsformen!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Geschätzte Damen und Herren! Es ist das, was die Bundesregierung und die Regierungskoalition machen, eine aktive Wirtschaftspolitik, eine Standortsicherung, und es ist eine aktive Arbeitsmarktpolitik! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Rufe bei der SPÖ: Nur für manche!
Sehr geehrte Damen und Herren! Heute ist ein guter Tag für die Österreicherinnen und Österreicher! (Rufe bei der SPÖ: Nur für manche!) Heute wird diese Reform beschlossen, die den Wirtschafts- und Arbeitsstandort Österreich sichert. Diese Beschlussfassung ist eine aktive Zukunftssicherung! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Heute ist ein guter Tag für die Österreicherinnen und Österreicher! (Rufe bei der SPÖ: Nur für manche!) Heute wird diese Reform beschlossen, die den Wirtschafts- und Arbeitsstandort Österreich sichert. Diese Beschlussfassung ist eine aktive Zukunftssicherung! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Grillitsch und Neudeck.
Abgeordneter Mag. Dietmar Hoscher (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Es gäbe, nachdem wir jetzt bereits einige Rednerrunden hinter uns haben, sehr viel zu den Vorrednern zu sagen. Vielleicht nur einige Anmerkungen: Kollege Grillitsch hat seinen Dank an die Wähler für die Wahlentscheidung 2002 ausgesprochen. – Wenn ich jetzt den Dank an alle Wähler bei allen Wahlen, die wir seit 2002 gewonnen haben, aussprechen würde, dann würde ich die Tagesblockredezeit meiner Fraktion ausschöpfen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Grillitsch und Neudeck.)
Beifall des Abg. Mag. Gaßner.
Einige weitere interessante Erkenntnisse, die wir hier gewonnen haben, sind zum Beispiel: dass der Bundeskanzler für die Steuerreform nicht verantwortlich ist – so nach dem Motto: Auch da bin ich nicht dabei gewesen! (Beifall des Abg. Mag. Gaßner.)
Abg. Dr. Jarolim: Hat er den Durchblick, der Herr Molterer?
Oder: dass sich Kollege Molterer wieder mokiert hat über unseren Tarif beziehungsweise über die Berechnung dieses Tarifes. Jeder von uns, der schulpflichtige Kinder hat, weiß, dass das eine Formel mit einer Unbekannten ist. In welcher Schulstufe derartige Formeln gelöst werden, wissen all jene von uns, die Kinder haben. (Abg. Dr. Jarolim: Hat er den Durchblick, der Herr Molterer?) – Das ist offensichtlich die Frage bei dieser Meldung! (Abg. Dr. Brinek: Sie sind angetreten unter „Vereinfachung“! Wie schaut das aus, was kompliziert ist, wenn das einfach ist?)
Abg. Dr. Brinek: Sie sind angetreten unter „Vereinfachung“! Wie schaut das aus, was kompliziert ist, wenn das einfach ist?
Oder: dass sich Kollege Molterer wieder mokiert hat über unseren Tarif beziehungsweise über die Berechnung dieses Tarifes. Jeder von uns, der schulpflichtige Kinder hat, weiß, dass das eine Formel mit einer Unbekannten ist. In welcher Schulstufe derartige Formeln gelöst werden, wissen all jene von uns, die Kinder haben. (Abg. Dr. Jarolim: Hat er den Durchblick, der Herr Molterer?) – Das ist offensichtlich die Frage bei dieser Meldung! (Abg. Dr. Brinek: Sie sind angetreten unter „Vereinfachung“! Wie schaut das aus, was kompliziert ist, wenn das einfach ist?)
Abg. Dr. Jarolim: Ich glaube, da kennt sich aber der Herr Molterer wieder besser aus!
Wenn Sie wirtschaftshistorisch bezüglich „ewiggestrig“ etwas weiter zurückgehen, möchte ich Sie in diesem Zusammenhang auf ein Buch verweisen, das an der Wirtschaftsuniversität Wien – nicht wirklich eine linksmarxistische Einrichtung – im Jahr 2002 herausgekommen ist, und zwar unter dem Titel: „Im Vorfeld der Katastrophe: Die Wirtschaftspolitik des Ständestaates. Österreich 1934 bis 1938“. Sie finden dort auch in der Diktion frappante Ähnlichkeiten zwischen wirtschaftspolitischen Grundsatzaussagen und Thematiken damals und seit 2000. (Abg. Dr. Jarolim: Ich glaube, da kennt sich aber der Herr Molterer wieder besser aus!) Ich glaube, da sollte man mit dem Begriff „ewiggestrig“ wirklich sehr, sehr vorsichtig umgehen.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Bravo! Ich hätte mir halt gewünscht, dass der Herr Molterer das auch ein bisschen verstanden hätte, damit die Diskussion ein wenig anders ...! – Gegenruf der Abg. Steibl. – Abg. Dr. Jarolim: Ich glaube, der Staatssekretär versteht das besser als Sie!
Das ist unsere Europa-Politik, und daher ist uns vor den anstehenden Europawahlen nicht bang. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Bravo! Ich hätte mir halt gewünscht, dass der Herr Molterer das auch ein bisschen verstanden hätte, damit die Diskussion ein wenig anders ...! – Gegenruf der Abg. Steibl. – Abg. Dr. Jarolim: Ich glaube, der Staatssekretär versteht das besser als Sie!)
Abg. Mag. Kogler: Klein ist nicht gleich finanzschwach!
Meine Damen und Herren! Nun aber konkret: Ich danke dem Kollegen Öllinger für diesen flammenden Appell, den er zu Gunsten der Gemeinden heute hier zum Ausdruck gebracht hat. Aber: Etwas glaubwürdiger – und für uns als Gemeindevertreter wesentlich hilfreicher – wäre es gewesen, wenn dieser Appell beim letzten Finanzausgleich auch in Taten umgesetzt worden wäre. Ich erinnere mich zu gut – und ich habe mir aus dem Internet alle Debattenbeiträge hiezu besorgt –: Damals gab es keine einzige Unterstützung seitens der grünen Fraktion für eine Stärkung der kleineren und finanzschwachen Gemeinden! (Abg. Mag. Kogler: Klein ist nicht gleich finanzschwach!) Es gab Gegenstimmen seitens der grünen Fraktion unter der – von Klubobmann Van der Bellen vorgetragenen – Begründung der vermeintlich prekären Lehrersituation und des Rückganges der Volksschulbetreuung in Wien. Das war der Hauptkritikpunkt seitens der Grünen, meine Damen und Herren.
Abg. Mag. Kogler: Das war schon ... Schwarz-Blau, oder?
Es gab weiters seitens der SPÖ-Fraktion – obwohl man insgesamt dem Paket zugestimmt hat – nicht einmal die Zustimmung für den kleinsten Anteil, für den kleinen Verstärkeranteil von rund 30 Millionen Schilling für die Kleinstgemeinden. – Sie können es nachlesen! (Abg. Mag. Kogler: Das war schon ... Schwarz-Blau, oder?)
Abg. Öllinger: Aber nicht nur kleine, auch große! – Abg. Mag. Kogler: Doch wegen dieser Reform zusätzlich!
Meine Damen und Herren! Wenn Sie sich dann heute hier herstellen und beklagen, dass die Gemeinden finanzielle Probleme haben – die sie tatsächlich haben! (Abg. Öllinger: Aber nicht nur kleine, auch große! – Abg. Mag. Kogler: Doch wegen dieser Reform zusätzlich!) –, dann ist mir das ein bisschen zu spät. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Wenn Sie sich dann heute hier herstellen und beklagen, dass die Gemeinden finanzielle Probleme haben – die sie tatsächlich haben! (Abg. Öllinger: Aber nicht nur kleine, auch große! – Abg. Mag. Kogler: Doch wegen dieser Reform zusätzlich!) –, dann ist mir das ein bisschen zu spät. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Faul.
Meine Damen und Herren! Herr Kollege Öllinger hat natürlich Recht, wenn er darauf hinweist, dass auf Grund der Problematik Pflege- und Altersheime die Kosten für die Gemeinden explodieren. Ja, das ist so! (Zwischenruf des Abg. Faul.) Ich werde später noch darauf zurückkommen. Ein Grund dafür ist auch die demographische Entwicklung, weil die Gesellschaft infolge der medizinischen Versorgung immer älter wird – Gott sei Dank! Die Verweildauer in diesen Pflege- und Altersheimen ist dadurch natürlich immer länger, und der Anteil der Selbstzahler sinkt.
Abg. Dr. Brinek: In Wien schon!
Da gibt es unterschiedliche Zugänge. In Oberösterreich zahlt bis jetzt kein Angehöriger einen Beitrag (Abg. Dr. Brinek: In Wien schon!), in vielen beziehungsweise in fast allen Bundesländern ist mitzuzahlen. (Abg. Dr. Brinek: In Wien auch!) Es wäre vielleicht auch einmal in Oberösterreich selbst über die Finanzierung nachzudenken. Es wäre
Abg. Dr. Brinek: In Wien auch!
Da gibt es unterschiedliche Zugänge. In Oberösterreich zahlt bis jetzt kein Angehöriger einen Beitrag (Abg. Dr. Brinek: In Wien schon!), in vielen beziehungsweise in fast allen Bundesländern ist mitzuzahlen. (Abg. Dr. Brinek: In Wien auch!) Es wäre vielleicht auch einmal in Oberösterreich selbst über die Finanzierung nachzudenken. Es wäre
Abg. Silhavy: Super! ... Das ist aber sehr toll!
aber auch auf Bundesebene darüber nachzudenken (Abg. Silhavy: Super! ... Das ist aber sehr toll!), dass das Geld, wenn jemand das Pflegegeld zu Hause bezieht, weil die Pflege zu Hause erfolgt, zu 100 Prozent ausbezahlt wird, während in Altersheimen, in Pflegeheimen nur 90 Prozent ausgezahlt werden, 10 Prozent verbleiben als Taschengeld. Es gäbe also auch hier, im eigenen Bereich, etwas zum Nachdenken!
Abg. Mag. Gaßner: Und Landesumlage!
Wir hatten 2001 Einnahmen von rund 580 000 € infolge Ertragsanteile. Ein Jahr später hatten wir 660 000 € – aber nicht, weil die Steuereinnahmen so großartig gestiegen sind, sondern weil wir bei der Volkszählung 2001 einen Zuwachs von 16 Prozent im Vergleich zu vor 10 Jahren verzeichnen konnten. Das hat natürlich dann positive Auswirkungen. Gleichzeitig jedoch stiegen die Ausgaben in den letzten Jahren um 103 000 €, und zwar nur auf Grund folgender zwei Positionen: SHV und Krankenanstaltenabgangsfinanzierung, wo der Bund seine Ausgaben gedeckelt hat, die Mehrausgaben die Länder und die Gemeinden zu tragen haben! (Abg. Mag. Gaßner: Und Landesumlage!) – Die habe ich hier noch gar nicht eingerechnet. Allein aus den beiden Positionen SHV und Krankenanstaltenabgangsdeckung gab es eine Steigerung um 103 000. (Abg. Mag. Gaßner: Sage ich ja! – Abg. Öllinger: Aber im Bund sitzt ja Ihre Partei!)
Abg. Mag. Gaßner: Sage ich ja! – Abg. Öllinger: Aber im Bund sitzt ja Ihre Partei!
Wir hatten 2001 Einnahmen von rund 580 000 € infolge Ertragsanteile. Ein Jahr später hatten wir 660 000 € – aber nicht, weil die Steuereinnahmen so großartig gestiegen sind, sondern weil wir bei der Volkszählung 2001 einen Zuwachs von 16 Prozent im Vergleich zu vor 10 Jahren verzeichnen konnten. Das hat natürlich dann positive Auswirkungen. Gleichzeitig jedoch stiegen die Ausgaben in den letzten Jahren um 103 000 €, und zwar nur auf Grund folgender zwei Positionen: SHV und Krankenanstaltenabgangsfinanzierung, wo der Bund seine Ausgaben gedeckelt hat, die Mehrausgaben die Länder und die Gemeinden zu tragen haben! (Abg. Mag. Gaßner: Und Landesumlage!) – Die habe ich hier noch gar nicht eingerechnet. Allein aus den beiden Positionen SHV und Krankenanstaltenabgangsdeckung gab es eine Steigerung um 103 000. (Abg. Mag. Gaßner: Sage ich ja! – Abg. Öllinger: Aber im Bund sitzt ja Ihre Partei!)
Abg. Mandak: Das ist Ihre ÖVP-Regierung!
Meine Damen und Herren! Die Sozialausgaben im Land Oberösterreich – damit man vielleicht einen genaueren Einblick erhält – stiegen von 100 Millionen € im Jahr 1990 auf veranschlagte 342,6 Millionen € für 2004. Eine derart dramatische Entwicklung – ich habe 2004 in meiner Gemeinde etwas weniger Ertragsanteile als 2002, Herr Staatssekretär (Abg. Mandak: Das ist Ihre ÖVP-Regierung!) – macht es notwendig, im Rahmen des Finanzausgleiches darauf zurückzukommen. (Abg. Öllinger: Das ist doch der Punkt, Kollege Auer!)
Abg. Öllinger: Das ist doch der Punkt, Kollege Auer!
Meine Damen und Herren! Die Sozialausgaben im Land Oberösterreich – damit man vielleicht einen genaueren Einblick erhält – stiegen von 100 Millionen € im Jahr 1990 auf veranschlagte 342,6 Millionen € für 2004. Eine derart dramatische Entwicklung – ich habe 2004 in meiner Gemeinde etwas weniger Ertragsanteile als 2002, Herr Staatssekretär (Abg. Mandak: Das ist Ihre ÖVP-Regierung!) – macht es notwendig, im Rahmen des Finanzausgleiches darauf zurückzukommen. (Abg. Öllinger: Das ist doch der Punkt, Kollege Auer!)
Abg. Öllinger: Da sitzen wir nicht drinnen!
Uns ist bewusst, dass natürlich alle drei Gebietskörperschaften, Bund, Länder und Gemeinden, die Steuerreform mitzutragen haben – das ist gar keine Frage! –, aber ich lade Sie ein, meine Damen und Herren, dann, beim Finanzausgleich der kommenden Jahre, aktiv mitzugestalten (Abg. Öllinger: Da sitzen wir nicht drinnen!) und dabei nicht immer nur die großen Städte im Auge zu behalten. (Beifall bei der ÖVP und des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch.)
Beifall bei der ÖVP und des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch.
Uns ist bewusst, dass natürlich alle drei Gebietskörperschaften, Bund, Länder und Gemeinden, die Steuerreform mitzutragen haben – das ist gar keine Frage! –, aber ich lade Sie ein, meine Damen und Herren, dann, beim Finanzausgleich der kommenden Jahre, aktiv mitzugestalten (Abg. Öllinger: Da sitzen wir nicht drinnen!) und dabei nicht immer nur die großen Städte im Auge zu behalten. (Beifall bei der ÖVP und des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch.)
Abg. Jakob Auer: Es ist so!
Abgeordneter Dieter Brosz (Grüne): Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Herr Staatssekretär! Sehr geehrter Herr Kollege Auer, Sie haben es sich mit Ihrer Argumentation schon etwas leicht gemacht! Wenn Sie schon Kollegen Öllinger angreifen und argumentieren, die Grünen hätten sich beim Finanzausgleich nicht für die Aufgaben der Gemeinden eingesetzt (Abg. Jakob Auer: Es ist so!), dann sollten wir das vielleicht ein bisschen in der Gesamtdiskussion sehen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Grillitsch: Gerne!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Grillitsch: Gerne!
Abgeordneter Dieter Brosz (Grüne): Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Herr Staatssekretär! Sehr geehrter Herr Kollege Auer, Sie haben es sich mit Ihrer Argumentation schon etwas leicht gemacht! Wenn Sie schon Kollegen Öllinger angreifen und argumentieren, die Grünen hätten sich beim Finanzausgleich nicht für die Aufgaben der Gemeinden eingesetzt (Abg. Jakob Auer: Es ist so!), dann sollten wir das vielleicht ein bisschen in der Gesamtdiskussion sehen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Grillitsch: Gerne!)
Abg. Jakob Auer: Finanzausgleich!
darstellen, auf der anderen Seite aber kein Wort darüber verlieren, wie Sie dann dieses Schema, das Finanzminister und Bundeskanzler fahren, nämlich das Wichtigste sei, die Steuer- und Abgabenquote zu senken, wir müssten auf unter 40 Prozent kommen, „mehr privat, weniger Staat“, wie es da heißt, verwirklichen wollen, wenn Sie doch gleichzeitig genau die Auswirkungen erkennen, die diese Politik mit sich bringt. (Abg. Jakob Auer: Finanzausgleich!)
Abg. Öllinger: 1 000 Unternehmen!
Die Budgetrede des Finanzministers war im vorderen Teil eher auf der lyrischen Ebene angesiedelt – wie das die Frau Bildungsministerin sagen würde –, im hinteren Teil, in dem die Daten sind, wird es dann schon spannender. Wenn man sich die Entwicklung der Steuereinnahmen anschaut, dann kriegt man ein Gefühl für die Größenordnungen. Ich habe jetzt gehört: 1 Milliarde € an Steuerentlastung bei der KöSt, 1,2 Milliarden in etwa im Bereich der unselbständig Erwerbstätigen. Wenn man nun nachschaut, wie viel an Steuereinnahmen man eigentlich hat, dann kommt man drauf: 4 Milliarden € – genauer: 4,3 Milliarden – wurden für heuer bei der KöSt budgetiert, 20 Milliarden € bei den Unselbständigen. Und dann schaut man sich das noch einmal an: für beide gleiches Entlastungspotential! Beide kriegen in etwa 1 Milliarde €, der eine ein bisschen mehr, nämlich 1,2 Milliarden, und das angesichts des Faktums, dass der andere, nämlich die Unternehmen, nur ein Fünftel der Steuerleistung beitragen. (Abg. Öllinger: 1 000 Unternehmen!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Da kann man doch wohl schon fragen, ob diese Gewichtungen einigermaßen gerecht, einigermaßen fair sind! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Rufe bei den Grünen und der SPÖ: Negativ-KöSt!
Damit sind wir nicht mehr weit von dem entfernt, was Karl Öllinger gesagt hat: Wenn wir noch zwei, drei KöSt-Reformen machen, dann brauchen wir ohnehin nicht mehr darüber zu diskutieren, denn unter Null wird es wahrscheinlich nicht gehen. Und dann haben wir zumindest diese Diskussion erledigt. (Rufe bei den Grünen und der SPÖ: Negativ-KöSt!) – Negative KöSt! Ja, das wäre noch eine Variante, die man einführen könnte. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: War das ein Antrag auf negative KöSt?)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: War das ein Antrag auf negative KöSt?
Damit sind wir nicht mehr weit von dem entfernt, was Karl Öllinger gesagt hat: Wenn wir noch zwei, drei KöSt-Reformen machen, dann brauchen wir ohnehin nicht mehr darüber zu diskutieren, denn unter Null wird es wahrscheinlich nicht gehen. Und dann haben wir zumindest diese Diskussion erledigt. (Rufe bei den Grünen und der SPÖ: Negativ-KöSt!) – Negative KöSt! Ja, das wäre noch eine Variante, die man einführen könnte. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: War das ein Antrag auf negative KöSt?)
Ruf bei der ÖVP: Wir reden schon von der nächsten Reform!
Ich überlege mir natürlich schon: Es stimmt, dass es eine problematische Situation gibt, dass diese Steuerspirale für die Unternehmen eine schwierige Ausgangsposition schafft. Das stimmt bis zu einem gewissen Grad. Nur: Warum wird nicht einmal aktiv dagegen argumentiert? Sie kritisieren ja Ähnliches wie wir – und wir sind in der Opposition! Das ist schon interessant bei Ihnen: Sie sitzen in der Regierung, kritisieren das Gleiche wie wir und beschließen dann eine Steuerreform und ein Budgetziel, bei denen wir sagen, dass das ein Problem macht. Wie Sie das Ihren Wählerinnen und Wählern erklären, ist mir schleierhaft! (Ruf bei der ÖVP: Wir reden schon von der nächsten Reform!)
Abg. Wittauer: Europaweit sind wir auf dem vierten Platz!
sen insgesamt steigen – vor allem einige europäische Staaten haben da kräftig nachgezogen! –, hat es Österreich fertig gebracht – Sie können sich die Daten 2003 selbst anschauen! –, seine Bildungsausgaben von einem Niveau, das um 1 Prozent des BIP über dem Durchschnittswert lag, innerhalb von 10 Jahren auf das Durchschnittsniveau zu reduzieren. Innerhalb ... (Abg. Wittauer: Europaweit sind wir auf dem vierten Platz!) – Schauen Sie die Zahlen 2003 an, dann werden Sie sehen, dass wir den Durchschnitt mittlerweile erreicht haben.
Abg. Dr. Fasslabend: Waren Sie nicht im Ausschuss?
Ich frage mich, warum höre ich nicht von dieser Regierung – bei Grasser frage ich mich nicht, bei dem ist es mir klar –, warum höre ich nicht von Bundeskanzler Schüssel, der immer die Wahrheit vor sich her trägt, das Pensionssystem müsse verändert werden, da kämen Probleme auf uns zu, warum höre ich das nicht bei ihm, wenn er den Steuerwettbewerb anspricht? Warum kommt er nicht her und sagt einmal: Das ist ein zentrales Problem!? Wir müssen uns dem stellen! Es kann nicht so weitergehen, dass die Steuerspirale in diesem Ausmaß weiter gedreht wird, dass wir darauf warten, bis die Slowakei auf 15 ... (Abg. Dr. Fasslabend: Waren Sie nicht im Ausschuss?) – Ich war nicht im Ausschuss, wir stellen dort zwei Mitglieder, aber leider sind wir ungefähr 17 Abgeordnete, daher können nicht alle im Ausschuss sein. Das werden Sie vielleicht zur Kenntnis nehmen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich frage mich, warum höre ich nicht von dieser Regierung – bei Grasser frage ich mich nicht, bei dem ist es mir klar –, warum höre ich nicht von Bundeskanzler Schüssel, der immer die Wahrheit vor sich her trägt, das Pensionssystem müsse verändert werden, da kämen Probleme auf uns zu, warum höre ich das nicht bei ihm, wenn er den Steuerwettbewerb anspricht? Warum kommt er nicht her und sagt einmal: Das ist ein zentrales Problem!? Wir müssen uns dem stellen! Es kann nicht so weitergehen, dass die Steuerspirale in diesem Ausmaß weiter gedreht wird, dass wir darauf warten, bis die Slowakei auf 15 ... (Abg. Dr. Fasslabend: Waren Sie nicht im Ausschuss?) – Ich war nicht im Ausschuss, wir stellen dort zwei Mitglieder, aber leider sind wir ungefähr 17 Abgeordnete, daher können nicht alle im Ausschuss sein. Das werden Sie vielleicht zur Kenntnis nehmen! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Fasslabend: Wir sind nicht Zeitungsleser, sondern Abgeordnete! – Abg. Gradwohl: Herr Fasslabend, sind Sie in allen Ausschüssen!
Aber ich weiß zumindest aus meiner Beobachtung der Medien und meiner Beobachtung der Diskussion in Europa (Abg. Dr. Fasslabend: Wir sind nicht Zeitungsleser, sondern Abgeordnete! – Abg. Gradwohl: Herr Fasslabend, sind Sie in allen Ausschüssen!), dass beispielsweise diese Abwärtsspirale – Slowakei 19 Prozent, auch das ist schon angesprochen worden – immer weitergehen wird, wenn Sie dem nicht Einhalt gebieten, nämlich in dem Sinn, dass Sie sich einmal dafür stark machen und dass man einmal auch auf europäischer Ebene darüber nachdenkt.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Zweytick: ... einmal mit Voggenhuber reden!
Man könnte ja fragen: 1. Mai, EU-Erweiterung – hat da irgendjemand darüber gesprochen? Aus diesem Anlass hätten wir versuchen können, genau diese Probleme einmal anzugehen! Eine Steuerharmonisierung fordern wir schon seit langem, allerdings nicht in dem Sinn, dass kein Unternehmen mehr Steuern zahlt, sondern dass man einmal definiert, was die Aufgaben des Staates sind und wo nicht mehr weiter reduziert werden kann, damit diese Aufgaben auch ausgeübt werden können. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Zweytick: ... einmal mit Voggenhuber reden!)
Abg. Felzmann: Sie machen die Augen zu! Das ist das Problem!
Ich weiß nicht, was ich mit Kollegen Voggenhuber in diesem Fall noch reden soll, der wird Ihnen genau das Gleiche, nur noch verschärfter sagen. Er mahnt die soziale Dimension Europas dringend ein und hat seit langem erkannt, dass, wenn dieser Steuerwettbewerb so weitergeht, extreme Probleme auf Europa zukommen werden, weil dann die soziale Situation auch nicht mehr verträglich sein wird. Sie werden das in ein paar Jahren erleben, auch wenn Sie jetzt die Augen noch so fest zumachen. (Abg. Felzmann: Sie machen die Augen zu! Das ist das Problem!) Auf Dauer gesehen ist das nicht verträglich, wird das die Gesellschaft nicht vertragen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Fasslabend.) Und diese Verantwortung tragen Sie, solange Sie noch in der Regierung sitzen.
Zwischenruf des Abg. Dr. Fasslabend.
Ich weiß nicht, was ich mit Kollegen Voggenhuber in diesem Fall noch reden soll, der wird Ihnen genau das Gleiche, nur noch verschärfter sagen. Er mahnt die soziale Dimension Europas dringend ein und hat seit langem erkannt, dass, wenn dieser Steuerwettbewerb so weitergeht, extreme Probleme auf Europa zukommen werden, weil dann die soziale Situation auch nicht mehr verträglich sein wird. Sie werden das in ein paar Jahren erleben, auch wenn Sie jetzt die Augen noch so fest zumachen. (Abg. Felzmann: Sie machen die Augen zu! Das ist das Problem!) Auf Dauer gesehen ist das nicht verträglich, wird das die Gesellschaft nicht vertragen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Fasslabend.) Und diese Verantwortung tragen Sie, solange Sie noch in der Regierung sitzen.
Beifall bei den Grünen.
Auch wenn Sie drei Mal sagen, das gibt es nicht, Kollege Fasslabend: Vielleicht können Sie irgendwann einmal eine globalere Diskussion wahrnehmen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Er ist nicht Oberösterreicher! Ich bin Oberösterreicher!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Uwe Scheuch (Freiheitliche): Herr Vizekanzler! Herr Staatssekretär! Herr Präsident! Meine geschätzten Damen und Herren! Kollege Brosz fasziniert mich: Er stellt sich 5 Minuten hier heraus, hält eine Schimpforgie auf die ÖVP und sitzt mit ihnen in Oberösterreich in der Landesregierung! (Abg. Dr. Pirklhuber: Er ist nicht Oberösterreicher! Ich bin Oberösterreicher!) Also ich würde Ihnen empfehlen, einmal zu versuchen, Ihre Regierungskollegen auf oberösterreichischer Ebene zu läutern und zu verbessern. (Zwischenruf der Abg. Mandak.) Vielleicht gelingt es Ihnen auch, bundesweit etwas umzusetzen. Und: Wer schreit, hat nicht Recht, das bleibt immer gleich. Es nützt nichts! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Mandak.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Uwe Scheuch (Freiheitliche): Herr Vizekanzler! Herr Staatssekretär! Herr Präsident! Meine geschätzten Damen und Herren! Kollege Brosz fasziniert mich: Er stellt sich 5 Minuten hier heraus, hält eine Schimpforgie auf die ÖVP und sitzt mit ihnen in Oberösterreich in der Landesregierung! (Abg. Dr. Pirklhuber: Er ist nicht Oberösterreicher! Ich bin Oberösterreicher!) Also ich würde Ihnen empfehlen, einmal zu versuchen, Ihre Regierungskollegen auf oberösterreichischer Ebene zu läutern und zu verbessern. (Zwischenruf der Abg. Mandak.) Vielleicht gelingt es Ihnen auch, bundesweit etwas umzusetzen. Und: Wer schreit, hat nicht Recht, das bleibt immer gleich. Es nützt nichts! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Uwe Scheuch (Freiheitliche): Herr Vizekanzler! Herr Staatssekretär! Herr Präsident! Meine geschätzten Damen und Herren! Kollege Brosz fasziniert mich: Er stellt sich 5 Minuten hier heraus, hält eine Schimpforgie auf die ÖVP und sitzt mit ihnen in Oberösterreich in der Landesregierung! (Abg. Dr. Pirklhuber: Er ist nicht Oberösterreicher! Ich bin Oberösterreicher!) Also ich würde Ihnen empfehlen, einmal zu versuchen, Ihre Regierungskollegen auf oberösterreichischer Ebene zu läutern und zu verbessern. (Zwischenruf der Abg. Mandak.) Vielleicht gelingt es Ihnen auch, bundesweit etwas umzusetzen. Und: Wer schreit, hat nicht Recht, das bleibt immer gleich. Es nützt nichts! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Da ist ja der Auer noch kritischer als Sie!
Und wenn wirklich so interessante Themen im Ausschuss sind, kann man ja, auch wenn man nicht 17 Ausschussmitglieder stellt, immer noch als Zuhörer hingehen, dann ist man aus erster Hand informiert, dann braucht man nicht die Zeitungen zu lesen und irgendetwas zu interpretieren, was vielleicht gar nicht stimmt. (Abg. Öllinger: Da ist ja der Auer noch kritischer als Sie!)
Abg. Mag. Gaßner: Über dieses Lob ist er aber besonders froh!
Bevor ich zur Steuerreform komme, noch ein Wort zu Herrn Kollegen Hoscher. – Herr Kollege! Sie haben keinen schlechten Redebeitrag geliefert, da war viel Interessantes dabei. (Abg. Mag. Gaßner: Über dieses Lob ist er aber besonders froh!) Nur, Sie haben etwas gesagt, was Sie wirklich entlarvt hat, Sie haben gesagt, es sei natürlich klar und logisch, dass die Opposition und die Regierung unterschiedlicher Meinung sind. – Das ist faszinierend, denn das ist Ihre wirkliche Denkweise. Das heißt aber, dass Sie vom Prinzip her anders denken als wir. (Abg. Mag. Prammer: Sie könnten ja auch so denken wie wir! Sie könnten ja auch die Meinung vertreten!) Und das halte ich für schlecht.
Abg. Mag. Prammer: Sie könnten ja auch so denken wie wir! Sie könnten ja auch die Meinung vertreten!
Bevor ich zur Steuerreform komme, noch ein Wort zu Herrn Kollegen Hoscher. – Herr Kollege! Sie haben keinen schlechten Redebeitrag geliefert, da war viel Interessantes dabei. (Abg. Mag. Gaßner: Über dieses Lob ist er aber besonders froh!) Nur, Sie haben etwas gesagt, was Sie wirklich entlarvt hat, Sie haben gesagt, es sei natürlich klar und logisch, dass die Opposition und die Regierung unterschiedlicher Meinung sind. – Das ist faszinierend, denn das ist Ihre wirkliche Denkweise. Das heißt aber, dass Sie vom Prinzip her anders denken als wir. (Abg. Mag. Prammer: Sie könnten ja auch so denken wie wir! Sie könnten ja auch die Meinung vertreten!) Und das halte ich für schlecht.
Zwischenruf des Abg. Gradwohl.
Ich glaube, dass das schlecht für die Politik ist. Ich bin davon überzeugt, dass das schlecht für die Menschen und auch schlecht für unser Land ist, denn wir sollten doch irgendwann einmal lernen, etwas Gutes das eine oder andere Mal gemeinsam zu machen! In vielen Bereichen schaffen wir es ja, etwa in der Verteidigungspolitik; es gibt Gebiete – Justiz und dergleichen –, wo man vieles zusammenbringt. Legen Sie doch endlich einmal auch bei der Finanz- und Wirtschaftspolitik die Scheuklappen ab! Sie glauben, Sie müssen anders denken, Sie müssen dagegen sein. Das ist wirklich nicht in Ordnung! (Zwischenruf des Abg. Gradwohl.) – Heinz, ich komme noch zu dir! Das passt ganz gut dazu, dass du mir diesen „Aufgelegten“ gibst. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich glaube, dass das schlecht für die Politik ist. Ich bin davon überzeugt, dass das schlecht für die Menschen und auch schlecht für unser Land ist, denn wir sollten doch irgendwann einmal lernen, etwas Gutes das eine oder andere Mal gemeinsam zu machen! In vielen Bereichen schaffen wir es ja, etwa in der Verteidigungspolitik; es gibt Gebiete – Justiz und dergleichen –, wo man vieles zusammenbringt. Legen Sie doch endlich einmal auch bei der Finanz- und Wirtschaftspolitik die Scheuklappen ab! Sie glauben, Sie müssen anders denken, Sie müssen dagegen sein. Das ist wirklich nicht in Ordnung! (Zwischenruf des Abg. Gradwohl.) – Heinz, ich komme noch zu dir! Das passt ganz gut dazu, dass du mir diesen „Aufgelegten“ gibst. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich sage euch ganz ehrlich: Ich halte diesen Klassenkampf für bedenklich. Und ich bleibe dabei, das ist nicht in Ordnung! Ich glaube, dass die über 300 000 Arbeitsplätze in der Landwirtschaft wichtig sind, und ich bin davon überzeugt, dass dieser Agrardiesel, der ein kleiner, aber ein sehr wichtiger Bestandteil dieser Steuerreform ist, sehr wichtig ist! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Silhavy: Weil Sie die falsche Agrarpolitik machen!
Jeden Tag sperren 22 Bauern ihren Betrieb zu! (Abg. Silhavy: Weil Sie die falsche Agrarpolitik machen!) Jetzt könnten wir darüber nachdenken, welche Agrarpolitik dafür verantwortlich ist oder nicht. (Abg. Faul: Die Agrarpolitik dieser schwarz-blauen
Zwischenruf des Abg. Gradwohl.
Faktum ist, dass dies – das möchte ich hier einmal ganz klar sagen – keine Geschenke für die Landwirtschaft sind! So hat es heute geheißen, Kollege Matznetter ist an diesem Rednerpult gestanden und hat von „Geschenken für die Landwirtschaft“ gesprochen. Der Agrardiesel ist kein Geschenk für die Landwirtschaft! Ich bin davon überzeugt, dass die Bauern diese Verbesserung des Wettbewerbes, diese Chancengleichheit gegenüber anderen brauchen und dass dies irrsinnig wichtig ist, um damit die flächendeckende Landwirtschaft aufrechtzuerhalten. (Zwischenruf des Abg. Gradwohl.)
Abg. Neugebauer: Blind!
Ein zweites Beispiel für Ihren Klassenkampf, eines, das von vielen Vertretern der SPÖ und der Grünen ins Kalkül geführt worden ist und bei dem ich Ihnen zum Teil auch Recht gebe: Es stimmt, dass wir Tausende Familien haben, die finanzielle Probleme haben. Gar keine Frage, das ist wahr! Es stimmt auch, dass wir mit der Arbeitslosigkeit Probleme haben. Es wäre ja jeder (Abg. Neugebauer: Blind!) – jetzt hätte ich fast gesagt: blöd oder blind oder so ähnlich, würde er das nicht sehen. No na! Natürlich gibt es diese Probleme! Und es stimmt auch zweifelsohne, dass man diesen Leuten helfen muss. Nur: Der Ansatz, das Wie des Helfens, zeigt einen ganz gewaltigen Unterschied zwischen Opposition und Koalition.
Abg. Mag. Gaßner: Gehört der Grasser zur ÖVP?
Während Sie meistens noch in dieses antiquierte sozialistische Denken verfallen, das seit dem Fall der Mauer eigentlich von gestern sein sollte, gibt es bei uns Experten, gute und wichtige Experten: Thomas Prinzhorn, unser Landeshauptmann Jörg Haider, Seppi Bucher, verschiedenste Leute der FPÖ, aber auch der ÖVP, Stummvoll, Grasser – das sind gute Leute –, die eine tolle Reform produziert haben. (Abg. Mag. Gaßner: Gehört der Grasser zur ÖVP?) – Grasser gehört für mich zur ÖVP, ja!
Abg. Mandak: Ah geh!
All diese Experten haben wirklich binnen kürzester Zeit eine tolle Reform auf die Beine gestellt und wirklich eine tolle Mischung aus zukunftsorientierter Wirtschaftspolitik und ausgewogener Familienpolitik geschafft! (Abg. Mandak: Ah geh!)
Abg. Eder: Der Cap zahlt mehr!
Das Beispiel der Familienpolitik ist mir in der heutigen Diskussion bisher ein bisschen abgegangen. Es wurde sehr viel darüber diskutiert, ob jetzt Thomas Prinzhorn viel oder wenig von dieser Steuerreform hat. Faktum ist, dass ich Kollegen Cap, wenn er einmal hier ist, fragen werde, wie viel er an Steuern bezahlt und wie viel Thomas Prinzhorn Steuern zahlt. (Abg. Eder: Der Cap zahlt mehr!) Ich glaube, das ist ein bisschen unverhältnismäßig, hier zu sitzen und über irgendwelche Leute zu schimpfen. Das gehört, glaube ich, nicht hier her.
Abg. Wittauer: Das ist eine Frechheit!
Frau Kollegin Weinzinger ist im Moment leider nicht anwesend. Ich bin da heute in der zweiten Reihe gesessen und habe mir überlegt, ob ich auf ihre Ausführungen hier eingehen soll. Zuerst habe ich mir gedacht, dass das nicht wirklich sinnvoll ist, weil ich damit diese mehr als überflüssige Wortmeldung noch aufwerte; nur Folgendes möchte ich schon einmal sagen: Hier heraußen zu stehen und über die Sinnhaftigkeit des Muttertages zu diskutieren, hier heraußen zu stehen und Kinder und Familien in Frage zu stellen (Abg. Wittauer: Das ist eine Frechheit!), mit permanenter Politik der grenzenlosen Emanzipation, ist, glaube ich, nicht in Ordnung! Ich bin davon überzeugt, dass jeder, der hier sitzt, eine Mutter haben muss – das ist Gott sei Dank so und das wäre sonst ja auch „rein technisch“ nicht möglich – und stolz auf sie sein kann.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Neugebauer: Die Mondfinsternis hat den Vorteil, dass sie vorübergeht!
Abschließend, weil das Lämpchen schon leuchtet: Seppi Bucher hat heute hier von einer Sternstunde der Steuerpolitik gesprochen. Damit hat er Recht! Allerdings ist mir danach etwas Interessantes eingefallen: Vor zwei Tagen hat es eine Mondfinsternis gegeben, die hat mich dann mehr an die Politik der SPÖ bezüglich Wirtschafts- und Steuerpolitik erinnert, denn eine Mondfinsternis ist zwar ein beeindruckendes Schauspiel – das hat Kollege Cap heute auch abgehalten –, aber leider hat es wenig Inhalt und wenig positive Auswirkungen. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Neugebauer: Die Mondfinsternis hat den Vorteil, dass sie vorübergeht!)
Zwischenruf des Abg. Wittauer.
Abgeordneter Kurt Eder (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Sehr geehrte Damen und Herren! Es ist heute schon sehr viel über Steuerreform, pro und contra, diskutiert worden. Auch mein Vorredner hat soeben keine so lichtvollen Ausführungen gemacht, dass man wirklich auf einzelne Punkte eingehen könnte. Es tut mir Leid, ich wollte mich darauf vorbereiten, aber es ist unmöglich! Er hat von Sternstunde gesprochen und von Lob. (Zwischenruf des Abg. Wittauer.) Dazu muss man wissen: Wenn die Sterne leuchten, gibt es rundherum viel Finsternis – und diese Steuerreform befindet sich eher im anderen Bereich, nicht in dem der Sterne!
Abg. Kopf: Wie deine Firma zum Beispiel!
Sehr geehrte Damen und Herren! Grundsätzlich darf man zu dieser Steuerreform jedoch sehr wohl anmerken, dass sie sowohl wirtschafts- und konjunkturpolitisch zu spät kommt, als auch verteilungspolitisch meines Erachtens völlig irrelevant ist. Faktum ist, dass 2,2 Millionen Steuerzahler durch diese Steuersenkungen, die hier in so blumiger Sprache angekündigt werden, keinen einzigen Cent mehr bekommen werden. Stattdessen werden mehr als 2 Milliarden – Klubobmann Molterer sprach sogar von 3 Milliarden – an Steuergeldern, die ja auch aufgebracht werden müssen, so verteilt, dass eine bestimmte Klientel, bestimmte Lobby-Gruppen davon profitieren. (Abg. Kopf: Wie deine Firma zum Beispiel!) Es profitieren – das sieht man immer deutlicher – die Vermögenden, es profitieren Eigentümer von Grundstücken, es profitieren Unternehmer. (Abg. Kopf: Die OMV!) Aber die Kaufkraft der Massen wird dadurch nicht höher.
Abg. Kopf: Die OMV!
Sehr geehrte Damen und Herren! Grundsätzlich darf man zu dieser Steuerreform jedoch sehr wohl anmerken, dass sie sowohl wirtschafts- und konjunkturpolitisch zu spät kommt, als auch verteilungspolitisch meines Erachtens völlig irrelevant ist. Faktum ist, dass 2,2 Millionen Steuerzahler durch diese Steuersenkungen, die hier in so blumiger Sprache angekündigt werden, keinen einzigen Cent mehr bekommen werden. Stattdessen werden mehr als 2 Milliarden – Klubobmann Molterer sprach sogar von 3 Milliarden – an Steuergeldern, die ja auch aufgebracht werden müssen, so verteilt, dass eine bestimmte Klientel, bestimmte Lobby-Gruppen davon profitieren. (Abg. Kopf: Wie deine Firma zum Beispiel!) Es profitieren – das sieht man immer deutlicher – die Vermögenden, es profitieren Eigentümer von Grundstücken, es profitieren Unternehmer. (Abg. Kopf: Die OMV!) Aber die Kaufkraft der Massen wird dadurch nicht höher.
Zwischenruf des Abg. Wittauer.
Der Faktor Arbeit wird überhaupt nicht entlastet. Und trotz der hohen, leider nach wie vor steigenden Arbeitslosigkeit ist hier auch keinerlei strukturelle Auswirkung bemerkbar. Die Bundesregierung unternimmt jedenfalls im Rahmen dieser Steuerreform nichts für den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit und gegen den Anstieg der Arbeitslosigkeit. (Zwischenruf des Abg. Wittauer.)
Beifall bei der SPÖ.
Das heißt klipp und klar: Die Zeche für diese Steuerreform zahlen die arbeitenden Menschen in unserem Land. Und wir sehen nicht ein, dass diese Reform nur zu Lasten dieser Menschen gemacht wird! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Kopf: Dann sind sie aber noch einmal zu versteuern! Das weißt du ganz genau! Also, bitte, so einen Unsinn zu behaupten! – Abg. Dr. Fekter: Die haben einen 50-prozentigen Steuersatz!
Dieser Mechanismus ist ein Mechanismus, der eben so ist, wie er ist, und daher bitte nicht zu glauben, dass hier eine Automatik entsteht. Eine Senkung der Körperschaftsteuer ist gleich mehr Geld für die Unternehmen – ist aber auch mehr Geld für jene, die die Unternehmen besitzen. Ich möchte jetzt nicht Herrn Präsidenten Prinzhorn oder anderen Unternehmern wie etwa Herrn Bartenstein nahe treten, aber: Bei allem Lob, das Unternehmern selbstverständlich gebührt, haben sie jetzt die Chance, sich über Steuermittel ein schönes Taschengeld aus den Unternehmen zu holen! (Abg. Kopf: Dann sind sie aber noch einmal zu versteuern! Das weißt du ganz genau! Also, bitte, so einen Unsinn zu behaupten! – Abg. Dr. Fekter: Die haben einen 50-prozentigen Steuersatz!)
Beifall bei der SPÖ.
derungen auf Grund von ungleichen Steuersystemen hintanzuhalten. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich muss Ihnen – trotz des persönlich sehr guten Verhältnisses zu beiden Abgeordneten; ich schätze sie persönlich – sagen: Wir haben bei uns im Klub eine Regelung, die besagt, dass im Plenum nur derjenige ans Rednerpult tritt, der auch im Ausschuss mit dabei war. Das soll gewährleisten, dass auch der entsprechende Informationsstand gegeben ist, und das vermisse ich in Ihrem Fall, das muss ich wirklich sagen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich glaube daher, und das wollte ich dem Kollegen Eder sagen, dass jetzt haargenau der richtige Zeitpunkt dafür ist. Wenige Tage, nachdem die neuen Länder beigetreten sind, setzen wir das Zeichen. Wir senken die Steuern, wir sind wettbewerbsfähig nach Ost und nach West, nach Nord und nach Süd. Und ich kann Ihnen sagen: Jene Menschen, die Arbeit finden, werden uns dankbar dafür sein. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Abgeordnete Sabine Mandak (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Sehr geehrter Herr Kollege Scheuch! Überzogene Emanzipationspolitik – das gibt es nicht! Man kann nicht ein bisschen emanzipiert sein, ebenso wie man nicht ein bisschen schwanger sein kann. Entweder man ist es oder man ist es nicht – ganz eindeutig! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Wittauer: Wer?
Stichwort: profitieren. – Es profitieren einige. Ich habe heute den Ausführungen des jetzt den Vorsitz führenden Präsidenten Prinzhorn zugehört, und ich muss sagen, er war der Einzige, der wirklich leuchtende Augen gehabt hat, als er von dieser Steuerreform gesprochen hat. Und das wundert mich nicht, denn er profitiert ja davon. (Abg. Wittauer: Wer?) Präsident Prinzhorn als Unternehmer, als Großunternehmer. Er profitiert sehr, sehr stark. (Abg. Wittauer: Was ist das nur für eine Neidgesellschaft?!)
Abg. Wittauer: Was ist das nur für eine Neidgesellschaft?!
Stichwort: profitieren. – Es profitieren einige. Ich habe heute den Ausführungen des jetzt den Vorsitz führenden Präsidenten Prinzhorn zugehört, und ich muss sagen, er war der Einzige, der wirklich leuchtende Augen gehabt hat, als er von dieser Steuerreform gesprochen hat. Und das wundert mich nicht, denn er profitiert ja davon. (Abg. Wittauer: Wer?) Präsident Prinzhorn als Unternehmer, als Großunternehmer. Er profitiert sehr, sehr stark. (Abg. Wittauer: Was ist das nur für eine Neidgesellschaft?!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wittauer.
Wenn Sie an die 2 Millionen Menschen in Österreich denken ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wittauer.) Würden Sie mir zuhören, dann könnten Sie vielleicht nachvollziehen, was ich sagen will: Ich habe von den leuchtenden Augen des Präsidenten Prinzhorn gesprochen und von den traurigen Augen jener 2 Millionen Menschen in
Abg. Wittauer: Wer soll es denn zahlen?
Das Gleiche wird uns auf Bundesebene passieren. Es ist ja jetzt schon so, dass Sie mit der Begründung: Wir haben zu wenig Geld! zum Beispiel im Bereich der Pensionen immer mehr an öffentlichen Aufgaben, an öffentlicher Verpflichtung an die Betroffenen abwälzen und sagen: Wir können nur mehr einen Teil der Pension finanzieren, den Rest finanziert euch selbst, denn dazu haben wir das Geld nicht! (Abg. Wittauer: Wer soll es denn zahlen?) Wer es zahlen soll? Ich weiß nur, wer von dieser Steuerreform sehr satt profitiert, und ich finde, jene, die jetzt so satt profitieren, könnten gut einen Teil dieses Geldes abgeben, denn es gehört nicht dorthin, sondern es gehört dorthin, wo die Aufgaben des Staates liegen, nämlich in der Sicherung von Pensionen, in der Sicherung des Bildungsbereiches, und so weiter. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Das Gleiche wird uns auf Bundesebene passieren. Es ist ja jetzt schon so, dass Sie mit der Begründung: Wir haben zu wenig Geld! zum Beispiel im Bereich der Pensionen immer mehr an öffentlichen Aufgaben, an öffentlicher Verpflichtung an die Betroffenen abwälzen und sagen: Wir können nur mehr einen Teil der Pension finanzieren, den Rest finanziert euch selbst, denn dazu haben wir das Geld nicht! (Abg. Wittauer: Wer soll es denn zahlen?) Wer es zahlen soll? Ich weiß nur, wer von dieser Steuerreform sehr satt profitiert, und ich finde, jene, die jetzt so satt profitieren, könnten gut einen Teil dieses Geldes abgeben, denn es gehört nicht dorthin, sondern es gehört dorthin, wo die Aufgaben des Staates liegen, nämlich in der Sicherung von Pensionen, in der Sicherung des Bildungsbereiches, und so weiter. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Wittauer: Das Wort „Männer“ habe ich nicht gehört! Nur das Wort „Frauen“!
Sie wollen mit dieser Steuerreform Weichen stellen, aber Sie stellen auch hier die Weichen nicht in die Richtung, die Sie nach außen immer vertreten, sondern genau in die entgegengesetzte. Und das ist das, was mich wirklich verärgert! Sie sagen nach außen: Wir wollen die Wahlfreiheit zwischen Beruf und Familie, wir wollen, dass die Frauen entscheiden können, wir wollen, dass die Frauen berufstätig sein können. Im gleichen Atemzug aber machen Sie eine Steuerreform, durch die genau jene Familien bestraft werden, die sich das Erwerbseinkommen und die Familienarbeit gerecht aufteilen. Genau jene Familien, in denen beide erwerbstätig sind, beide ihren Beitrag zum Familieneinkommen leisten und sich beide um die Familie kümmern, werden bestraft. Die bekommen nämlich nichts, die fallen durch! (Abg. Wittauer: Das Wort „Männer“ habe ich nicht gehört! Nur das Wort „Frauen“!) Schauen Sie sich Ihren eigenen Entwurf, den Sie heute beschließen wollen, einmal an, dann werden Sie es sehen. Wenn Sie es bis jetzt noch nicht verstanden haben, dann sage ich es Ihnen noch einmal, und vielleicht überlegen Sie es sich noch, ob Sie aufstehen und genau diesen Weg mitbeschließen wollen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Sie wollen mit dieser Steuerreform Weichen stellen, aber Sie stellen auch hier die Weichen nicht in die Richtung, die Sie nach außen immer vertreten, sondern genau in die entgegengesetzte. Und das ist das, was mich wirklich verärgert! Sie sagen nach außen: Wir wollen die Wahlfreiheit zwischen Beruf und Familie, wir wollen, dass die Frauen entscheiden können, wir wollen, dass die Frauen berufstätig sein können. Im gleichen Atemzug aber machen Sie eine Steuerreform, durch die genau jene Familien bestraft werden, die sich das Erwerbseinkommen und die Familienarbeit gerecht aufteilen. Genau jene Familien, in denen beide erwerbstätig sind, beide ihren Beitrag zum Familieneinkommen leisten und sich beide um die Familie kümmern, werden bestraft. Die bekommen nämlich nichts, die fallen durch! (Abg. Wittauer: Das Wort „Männer“ habe ich nicht gehört! Nur das Wort „Frauen“!) Schauen Sie sich Ihren eigenen Entwurf, den Sie heute beschließen wollen, einmal an, dann werden Sie es sehen. Wenn Sie es bis jetzt noch nicht verstanden haben, dann sage ich es Ihnen noch einmal, und vielleicht überlegen Sie es sich noch, ob Sie aufstehen und genau diesen Weg mitbeschließen wollen. (Beifall bei den Grünen.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wittauer.
Eine ganz klare Entscheidung also in die Richtung, dass Frauen doch bei den Familien zu Hause bleiben sollen oder vielleicht ein bisschen erwerbstätig sind, einen kleinen Nebenverdienst haben. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wittauer.) Da gibt es eben nicht mehr die freie Entscheidung, wenn Sie immer Ungerechtigkeiten schaffen. Dann ist einmal Schluss mit der freien Entscheidung. Sie schaffen keine Kinderbetreuungseinrichtungen, Sie benachteiligen die Familien finanziell, und dann reden Sie von freier Entscheidung. Na super! Das stimmt einfach nicht! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Eine ganz klare Entscheidung also in die Richtung, dass Frauen doch bei den Familien zu Hause bleiben sollen oder vielleicht ein bisschen erwerbstätig sind, einen kleinen Nebenverdienst haben. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wittauer.) Da gibt es eben nicht mehr die freie Entscheidung, wenn Sie immer Ungerechtigkeiten schaffen. Dann ist einmal Schluss mit der freien Entscheidung. Sie schaffen keine Kinderbetreuungseinrichtungen, Sie benachteiligen die Familien finanziell, und dann reden Sie von freier Entscheidung. Na super! Das stimmt einfach nicht! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Das ist das, was ich Ihnen immer am meisten zum Vorwurf mache. Nicht, dass Sie die Dinge so machen, wie Sie sie machen, das ist eine politische Entscheidung, aber nach außen zu verkaufen: Wir wollen, dass eine Gleichberechtigung kommt, wir wollen, dass Frauen gleich behandelt werden wie Männer! und dann Entscheidungen zu treffen, die genau in die gegenteilige Richtung gehen, das mache ich Ihnen zum Vorwurf! – Danke. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Wie auch immer, man versucht, so manchen ans Bein zu pinkeln – auch dem Präsidenten Prinzhorn –, nur weil sie erfolgreich sind. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Ich weiß, Neid muss man sich erarbeiten, und dann kommen die Neider und sagen eben solche Dinge. Ich bin froh, dass wir Abgeordnete und auch einen Präsidenten haben, die als Unternehmer erfolgreich sind, die nicht nur theoretisch über so manches sprechen, was andere wiederum wahrscheinlich nicht verstehen und deshalb eben nur versuchen können, sich theoretisch anzunähern.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es stimmt, dieses Entlastungspaket – zuvor gab es natürlich ein Sanierungspaket; das Unternehmen Österreich muss gut gerüstet sein, um erfolgreich in die Zukunft gehen zu können – haben wir zeitgleich mit dem EU-Beitritt der Ostländer geschnürt, und zwar mit folgenden Zielen: Wachstumspotential wird gestärkt, Standortqualität oder Aktivität wird verbessert, Faktor Arbeit wird entlastet, und – was mir als Umweltsprecher auch wichtig ist – umweltschonende Maßnahmen werden gefördert. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Lackner.
Das, was mir als Landwirt auch Freude macht – das hat Uwe Scheuch richtig gesagt –, ist, dass endlich wieder einmal die Wettbewerbsfähigkeit der Bauern gefördert wird. Es ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, dass der Dieseltreibstoff, der in der Landwirtschaft genutzt wird, entlastet wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Lackner.)
Abg. Lackner: ... Bartenstein ...! Genau das Gegenteil!
Da müssen Sie ein bisschen besser arbeiten, dann wird für diese Gruppe vielleicht etwas Besseres herauskommen. Wir haben auf alle Fälle probiert, auch diese Personen zu entlasten. (Abg. Lackner: ... Bartenstein ...! Genau das Gegenteil!) Wir haben gerade mit diesen Maßnahmen kleinere Unternehmen wirklich steuerfrei gestellt. Man muss dieser Regierung wirklich zugestehen, dass dieses Steuerpaket vor allem für die unteren Einkommen gut ist.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
glaube, da wäre es angebracht, ein bisschen Applaus zu spenden, diese Steuerreform zu unterstützen und ihr zuzustimmen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Bundesminister Mag. Grasser – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Gaßner –: Bitte positiv!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Mag. Gaßner. – Bitte. (Bundesminister Mag. Grasser – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Gaßner –: Bitte positiv!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Mainoni: Na geh!
Herr Präsident! Der Herr Finanzminister hat mich aufgefordert, positiv zu reden. Das geht bei dieser Steuerreform leider nicht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Mainoni: Na geh!)
Abg. Wittauer: Ist ja Faktum!
Kollege Wittauer ist noch da. Er hat wieder die alte Platte aufgelegt mit dem Schuldenberg und so weiter. (Abg. Wittauer: Ist ja Faktum!) – Ist ja Faktum. Faktum ist aber auch, dass die Schulden seit 1999 um 23,3 Milliarden € gestiegen sind – für dich: 320 Milliarden Schilling mehr Schulden. Das ist auch Faktum. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Die Zinsen sind das vom Schuldenberg! Das sind deine Zinsen! Da brauche ich nicht einmal studiert sein! – Abg. Gradwohl – in Richtung des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch –: Uwe!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Die Zinsen sind das vom Schuldenberg! Das sind deine Zinsen! Da brauche ich nicht einmal studiert sein! – Abg. Gradwohl – in Richtung des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch –: Uwe!
Kollege Wittauer ist noch da. Er hat wieder die alte Platte aufgelegt mit dem Schuldenberg und so weiter. (Abg. Wittauer: Ist ja Faktum!) – Ist ja Faktum. Faktum ist aber auch, dass die Schulden seit 1999 um 23,3 Milliarden € gestiegen sind – für dich: 320 Milliarden Schilling mehr Schulden. Das ist auch Faktum. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Die Zinsen sind das vom Schuldenberg! Das sind deine Zinsen! Da brauche ich nicht einmal studiert sein! – Abg. Gradwohl – in Richtung des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch –: Uwe!)
Abg. Grillitsch: Wie viel macht das aus? Sagen Sie uns, wie viel es ausmacht, Herr Kollege Gaßner!
Sie wissen ganz genau, dass schon vor Ihrem „großen Wurf“ 2 Millionen Einkommensbezieher überhaupt keine Steuern bezahlt haben. (Abg. Grillitsch: Wie viel macht das aus? Sagen Sie uns, wie viel es ausmacht, Herr Kollege Gaßner!) Was haben denn die mehr in der Tasche? – Mehr Zahlscheine für erhöhte Abgaben und Gebühren haben sie in der Tasche. So schaut es aus! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger.
Sie wissen ganz genau, dass schon vor Ihrem „großen Wurf“ 2 Millionen Einkommensbezieher überhaupt keine Steuern bezahlt haben. (Abg. Grillitsch: Wie viel macht das aus? Sagen Sie uns, wie viel es ausmacht, Herr Kollege Gaßner!) Was haben denn die mehr in der Tasche? – Mehr Zahlscheine für erhöhte Abgaben und Gebühren haben sie in der Tasche. So schaut es aus! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger.)
Zwischenruf des Abg. Wittauer.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ein Vorwurf gegen uns, also gegen die sozialdemokratischen Vorschläge, war immer, wir würden Gegenfinanzierungen einführen. Ja, was macht denn der Finanzminister? Er gesteht nur ... (Zwischenruf des Abg. Wittauer.) – Das stimmt auch, dass er nichts macht. Danke.
Abg. Gradwohl: Oja!
Der Finanzminister macht nur (Bundesminister Mag. Grasser: ... eine große Steuerreform!) oder sagt uns nur – über die „Neue Zürcher Zeitung“ hat er es uns mitgeteilt –, dass er das Budgetdefizit erhöhen wird. Ist das keine Gegenfinanzierung? (Abg. Gradwohl: Oja!) Natürlich! Aber über erhöhte Staatsschulden, die alle treffen. Der große Wurf trifft wieder alle, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Grasser.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Grasser.
Der Finanzminister macht nur (Bundesminister Mag. Grasser: ... eine große Steuerreform!) oder sagt uns nur – über die „Neue Zürcher Zeitung“ hat er es uns mitgeteilt –, dass er das Budgetdefizit erhöhen wird. Ist das keine Gegenfinanzierung? (Abg. Gradwohl: Oja!) Natürlich! Aber über erhöhte Staatsschulden, die alle treffen. Der große Wurf trifft wieder alle, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Grasser.)
Abg. Reheis: Sauerei!
Wen der Herr Finanzminister seit dem Jahr 2000 als Gegenfinanzierer lieb gewonnen hat – ich würde eher sagen: als „Melkkuh“ lieb gewonnen hat –, das sind die Gemeinden. Seit dem Jahr 2000 nimmt er den Gemeinden, wo es nur geht. (Abg. Reheis: Sauerei!) Ich fragte den Herrn Finanzminister, wie das denn bei der Steuerreform ausschauen werde. Da hat er mir mitgeteilt, dass von 2004 bis 2007 die Gemeinden
Abg. Dr. Fekter: Finanzausgleichsverhandlungen!
exakt 977 Millionen € löhnen müssen – also knapp eine Milliarde € ist der Beitrag der Gemeinden –, ohne auch nur mit einem Deut darauf hinzuweisen, dass die Gemeinden irgendwie entlastet würden. (Abg. Dr. Fekter: Finanzausgleichsverhandlungen!)
Abg. Reheis: So ist es! Eine Frechheit!
Das ist Gegenfinanzierung, meine sehr geehrten Damen und Herren, und diese Gegenfinanzierung trifft wieder alle Menschen in den Gemeinden! (Abg. Reheis: So ist es! Eine Frechheit!) Für meine Gemeinde würde das ungefähr 150 000 € pro Jahr ausmachen! Wissen Sie, was das in meiner Gemeinde genau ist? – Das ist genau der Posten, das sind genau die Ausgaben, die wir brauchen, um unsere Kinderbetreuungseinrichtungen, von der Krabbelstube bis zum Hort, zu finanzieren.
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Den Bürgermeistern die Gage kürzen!
Wie wollen wir denn das einsparen, meine Damen und Herren? Schließen wir diese Einrichtungen? (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Den Bürgermeistern die Gage kürzen!) Ich höre dann immer im Hintergrund: Nein, nein, verkaufen wir das vielleicht, privatisieren wir das, das wäre vielleicht ganz günstig.
Abg. Reheis: Wen belastet es?
Oder aber ich höre: Ihr müsst eben die Gebühren erhöhen. Und das höre ich nicht nur, sondern das schrieb mir sogar der Landesrechnungshof: Erhöht die Gebühren, dann ist alles wieder in Ordnung! (Abg. Reheis: Wen belastet es?)
Abg. Dr. Mitterlehner: Was kostet ein Kindergarten?
Ja, wen belastet es? – Wieder genau jene, die von der Steuerreform überhaupt nichts spüren. Diese belastet es natürlich wieder am meisten. (Abg. Dr. Mitterlehner: Was kostet ein Kindergarten?) – Ich gebe euch dann gerne Unterricht, was das alles kostet und wie das finanziert wird.
Abg. Steibl: Das brauchen wir nicht!
Ich bringe aus diesem Grund gerne auch einen Entschließungsantrag ein (Abg. Steibl: Das brauchen wir nicht!), in dem es darum geht, dass die Gemeinden im Zuge der jetzt anstehenden Finanzausgleichsverhandlungen einen Ausgleich bekommen. (Abg. Dr. Mitterlehner: Was zahlt die Firma ...?) Ich stelle fest, dass die sozialdemokratischen Abgeordneten (Abg. Schöls: Wo sind die SPÖ-Bürgermeister? So schwach sind sie! – Gegenruf der Abg. Silhavy), die sich um die Gemeinden echte Sorgen machen, folgenden Antrag einbringen:
Abg. Dr. Mitterlehner: Was zahlt die Firma ...?
Ich bringe aus diesem Grund gerne auch einen Entschließungsantrag ein (Abg. Steibl: Das brauchen wir nicht!), in dem es darum geht, dass die Gemeinden im Zuge der jetzt anstehenden Finanzausgleichsverhandlungen einen Ausgleich bekommen. (Abg. Dr. Mitterlehner: Was zahlt die Firma ...?) Ich stelle fest, dass die sozialdemokratischen Abgeordneten (Abg. Schöls: Wo sind die SPÖ-Bürgermeister? So schwach sind sie! – Gegenruf der Abg. Silhavy), die sich um die Gemeinden echte Sorgen machen, folgenden Antrag einbringen:
Abg. Schöls: Wo sind die SPÖ-Bürgermeister? So schwach sind sie! – Gegenruf der Abg. Silhavy
Ich bringe aus diesem Grund gerne auch einen Entschließungsantrag ein (Abg. Steibl: Das brauchen wir nicht!), in dem es darum geht, dass die Gemeinden im Zuge der jetzt anstehenden Finanzausgleichsverhandlungen einen Ausgleich bekommen. (Abg. Dr. Mitterlehner: Was zahlt die Firma ...?) Ich stelle fest, dass die sozialdemokratischen Abgeordneten (Abg. Schöls: Wo sind die SPÖ-Bürgermeister? So schwach sind sie! – Gegenruf der Abg. Silhavy), die sich um die Gemeinden echte Sorgen machen, folgenden Antrag einbringen:
Abg. Grillitsch: Unserer ist besser!
Ich lade Sie ein, meine sehr geehrten Damen und Herren, diesem Entschließungsantrag auch zuzustimmen. Ich würde sogar so weit gehen, einen Vorschlag zu machen, aber Kollege Auer ist nicht einmal da. Da sein Entschließungsantrag die Stärkung der Gemeindefinanzen beinhaltet hat, unser Entschließungsantrag ebenfalls die Stärkung der Gemeindefinanzen beinhaltet hat, meine ich: Stimmen wir beiden zu! (Abg. Grillitsch: Unserer ist besser!) Aber Sie werden nur Ihrem zustimmen, weil Sie geschwind einen einbringen mussten, da wir auch einen eingebracht haben. Aber ich biete das wirklich an, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Fekter: Das haben wir vorher gemacht!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Fekter: Das haben wir vorher gemacht!
Ich lade Sie ein, meine sehr geehrten Damen und Herren, diesem Entschließungsantrag auch zuzustimmen. Ich würde sogar so weit gehen, einen Vorschlag zu machen, aber Kollege Auer ist nicht einmal da. Da sein Entschließungsantrag die Stärkung der Gemeindefinanzen beinhaltet hat, unser Entschließungsantrag ebenfalls die Stärkung der Gemeindefinanzen beinhaltet hat, meine ich: Stimmen wir beiden zu! (Abg. Grillitsch: Unserer ist besser!) Aber Sie werden nur Ihrem zustimmen, weil Sie geschwind einen einbringen mussten, da wir auch einen eingebracht haben. Aber ich biete das wirklich an, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Fekter: Das haben wir vorher gemacht!)
Abg. Dr. Fekter: Eine gute Sache!
Eine letzte Bemerkung möchte ich noch zum zweiten Tagesordnungspunkt, der heute unter einem verhandelt wird, machen. Es wird das Katastrophenfondsgesetz geändert, in dem auch in Zukunft für die Feuerwehr die Gerätschaften gesichert sind. (Abg. Dr. Fekter: Eine gute Sache!)
Abg. Dr. Fekter: Eben!
Frau Kollegin Fekter, eine hervorragende Sache! (Abg. Dr. Fekter: Eben!) Wir stimmen dem natürlich zu, nur ist der Haken dabei – und da geben Sie zu, dass diese Steuerreform ein Schmarren ist –, dass Sie den Katastrophenfonds nicht mehr in der bisherigen Form dotieren können. Das heißt, der Katastrophenfonds hat in Zukunft weniger Geld zur Verfügung. Ich bin natürlich dafür, dass die Feuerwehren ihre Geräte
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Dass die Feuerwehren mehr bekommen, dazu stehen wir, dem stimmen wir zu. Dass aber diese Steuerreform beschlossen wird, das ist nicht unsere Sache. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Bauer: Hat er überhaupt nicht gesagt! – Abg. Mag. Gaßner: Ich habe zwei Mal gesagt: Dem stimmen wir zu! Das sind Doppelsinnigkeiten der ÖVP!
Mein Vorredner hat von den Feuerwehren gesprochen und meinte, die Steuerreform koste die Feuerwehren Geld. (Abg. Dr. Bauer: Hat er überhaupt nicht gesagt! – Abg. Mag. Gaßner: Ich habe zwei Mal gesagt: Dem stimmen wir zu! Das sind Doppelsinnigkeiten der ÖVP!) Ich darf Herrn Mag. Gaßner sagen: Die Zuwendungen steigen auf 54 und in weiterer Folge auf 55 Millionen €.
Abg. Mag. Mainoni: Immer!
Es gab Staatssekretäre von der Freiheitlichen Partei, es gab Staatssekretäre von unserer Partei, aber die Hauptverantwortung lag bei Ihnen. (Abg. Mag. Mainoni: Immer!) Und deshalb müssen wir diese Dinge ganz klar sehen. – Punkt eins.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich möchte hier nicht urteilen, es steht mir auch nicht zu, aber eines ist klar, Herr Dr. Matznetter: Sie haben sich sicherlich nicht die Voraussetzung für den nächsten Finanzminister geschaffen. Dazu war Ihr Redebeitrag zu wenig bedeutungsvoll oder zu wenig inhaltsreich. Sie haben das Ganze nur in der Farbe gesehen und nicht in der Sache; das ist das Problem. Wenn Sie immer nur die Farbe betrachten und nie zur Sache kommen, kann von Ihnen natürlich keine positive Beurteilung kommen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Molterer: Auch Androsch hat das gesagt!
Tatsache ist, dass Sie durchgehend den Regierungsansatz für falsch gehalten haben. Aber ich habe, bei größter Aufmerksamkeit, keinen einzigen Vorschlag von Ihnen gehört, aber auf den hätten viele gewartet. Das war das Manko Ihres Redebeitrages, der Rede eines Vertreters der größten Oppositionspartei. Das darf hier festgestellt werden. (Abg. Mag. Molterer: Auch Androsch hat das gesagt!) – Auch Androsch hat das gesagt.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Daher bitte ich Sie: Denken Sie nach, bevor Sie nein sagen! Wenn Sie nein sagen, machen Sie einen unverzeihlichen Fehler. Dann können Sie sich auf den Wahltag freuen! Die Bürger werden wissen, wer in diesem Land Politik für die Zukunft macht – und wer in diesem Land Politik für die Zukunft verhindert. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Bundesminister Mag. Grasser: Frau Kollegin Haidlmayr! Die Behindertenmilliarde ...!
Wissen Sie, dass in Österreich 80 Prozent der Pflegegeldbezieher ein Einkommen unter 1000 € haben? 80 Prozent! Das sind über 250 000 Menschen, und denen können Sie nicht sagen: Na gut, wenn dein Aufwand höher ist, dann machst du das eben im Rahmen der Steuererklärung! – Man kann es schicken, aber man bekommt nichts, weil man ja keine Steuer zahlt. (Bundesminister Mag. Grasser: Frau Kollegin Haidlmayr! Die Behindertenmilliarde ...!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Bundesminister Mag. Grasser: Frau Kollegin Haidlmayr! Die Behindertenmilliarde zum Beispiel, die wir eingeführt haben!
Herr Minister! Solch eine Frotzelei muss man sich, ehrlich gesagt, wirklich von niemandem gefallen lassen – auch nicht von Ihnen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Bundesminister Mag. Grasser: Frau Kollegin Haidlmayr! Die Behindertenmilliarde zum Beispiel, die wir eingeführt haben!)
Beifall bei den Grünen.
Herr Minister, ich habe mich schon mit Steuerrecht beschäftigt, da sind Sie noch in die Volksschule gegangen. Es ist halt einmal so. (Beifall bei den Grünen.) Und was das Steuerrecht der Bürgerinnen und Bürger mit geringerem Einkommen betrifft, kenne ich mich wahrscheinlich hundert Mal besser aus als Sie, denn Sie decken ja nur die obere Ebene ab; wer viel hat, der soll noch mehr bekommen. Das machen Sie gut, da kann man wirklich nichts sagen.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Herr Minister! Bei dieser Gruppe von Menschen, von denen ich jetzt gesprochen habe, nämlich von Menschen mit Behinderungen, betrifft die Steuerreform, wo die Leute wieder nichts bekommen, zu zwei Drittel Frauen. Das heißt, die Frauen sind durchgehend auf jeder Ebene benachteiligt. Und Sie, Herr Minister, setzen sich wirklich hier her und sagen: So ist es halt, wir sind wir, und wir lassen das so; wenn ihr etwas anderes wollt, dann fragt um Weihnachten nach, aber dann kriegt ihr es auch nicht, denn dann gibt es ohnehin die Aktion „Licht ins Dunkel“! – Das ist keine Politik, Herr Minister! Das ist verwerflich, und das haben sich Menschen mit Behinderung nicht verdient! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Frau Pablé hat heute gesagt, dass die Opposition alles so schlecht macht, sodass die Leute das nicht mehr glauben, weil die Opposition so böse ist. – Bitte, was schlecht ist, kann man nicht gut machen! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Ich garantiere Ihnen: Wenn heuer das Behinderten-Gleichstellungsgesetz in diesem Parlament nicht beschlossen wird, nämlich ein Behinderten-Gleichstellungsgesetz, das seinen Namen auch verdient, dann steht nächstes Jahr kein Stein mehr auf dem anderen, denn die behinderten Menschen haben es nicht verdient, Tag für Tag diskriminiert zu werden. – Und Sie grinsen dazu und finden das auch noch lustig. So geht es nicht mehr! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Nein!
Abgeordnete Mares Rossmann (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Frau Kollegin Haidlmayr, man muss die Kirche schon im Dorf lassen. Ich denke, keine Bundesregierung der letzten Jahre hat so viel für Behinderte getan wie diese Bundesregierung (Abg. Öllinger: Nein!) unter Sozialminister Herbert Haupt. (Abg. Öllinger: Seien Sie froh, dass die Kollegin Haidlmayr gerade hinausgegangen ist!)
Abg. Öllinger: Seien Sie froh, dass die Kollegin Haidlmayr gerade hinausgegangen ist!
Abgeordnete Mares Rossmann (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Frau Kollegin Haidlmayr, man muss die Kirche schon im Dorf lassen. Ich denke, keine Bundesregierung der letzten Jahre hat so viel für Behinderte getan wie diese Bundesregierung (Abg. Öllinger: Nein!) unter Sozialminister Herbert Haupt. (Abg. Öllinger: Seien Sie froh, dass die Kollegin Haidlmayr gerade hinausgegangen ist!)
Abg. Öllinger: Wo? Wo denn? Sie hat ja die Zahlen genannt!
Viele behinderte Menschen sind Gott sei Dank in den Arbeitsprozess integriert, und die profitieren genauso von dieser Steuerreform. (Abg. Öllinger: Wo? Wo denn? Sie hat ja die Zahlen genannt!) Vielfältigst, Computerarbeit, vieles von zu Hause aus (Abg. Gradwohl: Nur zwei Beispiele!), durchaus auch im neuen Networking-Verkauf; ich denke dabei an diverse Gesundheitsprodukte und so weiter. Da kommt ganz schön etwas an steuerpflichtigem Einkommen zusammen, und auch diese Personen profitieren. Ich kenne viele, die über genau diese Steuerreform glücklich sind.
Abg. Gradwohl: Nur zwei Beispiele!
Viele behinderte Menschen sind Gott sei Dank in den Arbeitsprozess integriert, und die profitieren genauso von dieser Steuerreform. (Abg. Öllinger: Wo? Wo denn? Sie hat ja die Zahlen genannt!) Vielfältigst, Computerarbeit, vieles von zu Hause aus (Abg. Gradwohl: Nur zwei Beispiele!), durchaus auch im neuen Networking-Verkauf; ich denke dabei an diverse Gesundheitsprodukte und so weiter. Da kommt ganz schön etwas an steuerpflichtigem Einkommen zusammen, und auch diese Personen profitieren. Ich kenne viele, die über genau diese Steuerreform glücklich sind.
Abg. Mag. Mainoni: So ist es! Während die SPÖ auf ihren Fehlern draufgeblieben ist!
Diese Regierung hat sich auch dazu bekannt, Fehler, die sie macht, wieder gut zu machen. So ist die Unfallrentenbesteuerung seit 1. Jänner 2004 wieder generell abgeschafft (Abg. Mag. Mainoni: So ist es! Während die SPÖ auf ihren Fehlern draufgeblieben ist!), und das muss man auch in Erinnerung rufen. Da haben Sie nicht mitgestimmt, da haben Sie dagegen gestimmt! (Abg. Gradwohl: Das war der VfGH!) – Nein, das hat mit dem VfGH nichts zu tun. Es gibt generell keine Unfallrentenbesteuerung mehr seit 1. Jänner 2004. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Gradwohl: Das war der VfGH!
Diese Regierung hat sich auch dazu bekannt, Fehler, die sie macht, wieder gut zu machen. So ist die Unfallrentenbesteuerung seit 1. Jänner 2004 wieder generell abgeschafft (Abg. Mag. Mainoni: So ist es! Während die SPÖ auf ihren Fehlern draufgeblieben ist!), und das muss man auch in Erinnerung rufen. Da haben Sie nicht mitgestimmt, da haben Sie dagegen gestimmt! (Abg. Gradwohl: Das war der VfGH!) – Nein, das hat mit dem VfGH nichts zu tun. Es gibt generell keine Unfallrentenbesteuerung mehr seit 1. Jänner 2004. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Diese Regierung hat sich auch dazu bekannt, Fehler, die sie macht, wieder gut zu machen. So ist die Unfallrentenbesteuerung seit 1. Jänner 2004 wieder generell abgeschafft (Abg. Mag. Mainoni: So ist es! Während die SPÖ auf ihren Fehlern draufgeblieben ist!), und das muss man auch in Erinnerung rufen. Da haben Sie nicht mitgestimmt, da haben Sie dagegen gestimmt! (Abg. Gradwohl: Das war der VfGH!) – Nein, das hat mit dem VfGH nichts zu tun. Es gibt generell keine Unfallrentenbesteuerung mehr seit 1. Jänner 2004. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Dafür werden wir gewesen sein!
Da haben Sie nicht mitgestimmt, genauso wie Sie bei der Abschaffung der Ambulanzgebühr nicht mitgestimmt haben! (Abg. Öllinger: Dafür werden wir gewesen sein!) Sie werden auch heute nicht mitstimmen, was wir ja nicht verstehen, wo Sie und Ihr Kollege Matznetter doch noch vor einem Jahr vehement die Steuerreform gefordert haben. Kollege Scheibner hat ja die Anträge mit Ihren Forderungen heute vorgelesen. Sie haben vehement die Steuerreform zur Kaufkraftstärkung gefordert. Ich sage durchaus: Über den Zeitpunkt können wir reden. Auch damals war die Freiheitliche Partei der Meinung, die Steuerreform hätte schon kommen sollen (Abg. Mag. Gaßner: So schaut es aus!) – allen voran unser Herr Landeshauptmann in Kärnten, der letztendlich Chefverhandler dieser Steuerreform war.
Abg. Mag. Gaßner: So schaut es aus!
Da haben Sie nicht mitgestimmt, genauso wie Sie bei der Abschaffung der Ambulanzgebühr nicht mitgestimmt haben! (Abg. Öllinger: Dafür werden wir gewesen sein!) Sie werden auch heute nicht mitstimmen, was wir ja nicht verstehen, wo Sie und Ihr Kollege Matznetter doch noch vor einem Jahr vehement die Steuerreform gefordert haben. Kollege Scheibner hat ja die Anträge mit Ihren Forderungen heute vorgelesen. Sie haben vehement die Steuerreform zur Kaufkraftstärkung gefordert. Ich sage durchaus: Über den Zeitpunkt können wir reden. Auch damals war die Freiheitliche Partei der Meinung, die Steuerreform hätte schon kommen sollen (Abg. Mag. Gaßner: So schaut es aus!) – allen voran unser Herr Landeshauptmann in Kärnten, der letztendlich Chefverhandler dieser Steuerreform war.
Abg. Gradwohl: Und was passiert jetzt?
Wir können über den Zeitpunkt reden, aber dann reden wir auch über den Zeitpunkt, den seinerzeit Finanzminister Edlinger gewählt hat für sein so genanntes Steuerreförmchen, über das wir damals gesagt haben, dass es unfinanzierbar ist, dass ein Budgetloch aufgerissen wird. (Abg. Gradwohl: Und was passiert jetzt?) Er hat dann vehement – auch in vielen Pressemeldungen – gesagt, es werde kein Budgetloch geben. Was sich dann nach dem Kassasturz des Finanzministers jedoch gezeigt hat, war kein Budgetloch, sondern ein ganzer Budgetkrater, mit dem wir heute noch zu kämpfen haben.
Abg. Öllinger: Wie schaut es dann mit dem Krater aus?
Wenn diese Steuerreform jetzt nicht gegenfinanziert wird, dann ist das auch das Verdienst, das sage ich auch, dieser Regierung (Abg. Öllinger: Wie schaut es dann mit dem Krater aus?), die rechtzeitig so gewirtschaftet hat, dass diese Steuerreform machbar ist, nämlich über einen langen Budgetzyklus ein minimales Defizit zustande zu bringen, dass man diese Steuerreform finanzieren kann.
Abg. Mag. Gaßner: Ich glaube eh, dass Sie das nicht mehr hören können!
Was ich in dieser heutigen Debatte schon überhaupt nicht mehr hören kann, weil es nicht ernst zu nehmen ist – Ihnen fällt aber anscheinend überhaupt nichts anderes ein –, ist, dass Sie sagen, die kleinen Betriebe profitieren nicht. (Abg. Mag. Gaßner: Ich glaube eh, dass Sie das nicht mehr hören können!) Das ist doch bitte lächerlich!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Erstens: 10 000 € sind auch für die kleinen Betriebe die Grenze. Zweitens muss ich sagen: Genau mit dieser Steuerreform kommen auch diverse Pauschalierungsverordnungen zur Umsetzung. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe: Das Ermächtigungsgesetz für die Pauschalierungsverordnungen liegt seit Lacina im Finanzministerium, wurde aber noch nie umgesetzt. Diese Regierung wird jetzt diese Verordnung zum ersten Mal umsetzen, damit auch die kleinen Gewerbetreibenden endlich diese Pauschalierung, die sie verdienen und die wir auch immer gefordert haben, bekommen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: So wie bei der Ambulanzgebühr und bei den Unfallrenten! Das war der Neid!
Jetzt sind Wehklagen und Mitleid zu hören. Und ich sage durchaus auch: Sie stimmen aus reinem Neid nicht zu (Abg. Öllinger: So wie bei der Ambulanzgebühr und bei den Unfallrenten! Das war der Neid!), weil Sie es einfach dieser Regierung gar nicht vergönnen, dass sie sagen kann, die größte Steuerreform aller Zeiten zustande gebracht zu haben. Sie können es nicht.
Abg. Dr. Matznetter: Und der Herr Bundeskanzler?
Der beste Beweis dafür, dass Sie aus reinem Neid nicht zustimmen, ist, dass Ihr Vorsitzender heute in dieser Debatte kein einziges Mal das Wort ergriffen hat. Er ist nicht auf der Rednerliste, hat sich nur kurz anschauen lassen und ist wieder gegangen. (Abg. Dr. Matznetter: Und der Herr Bundeskanzler?) Das ist ja überhaupt der beste Beweis dafür, dass Ihr Fraktionsvorsitzender in der Fraktion nicht das entsprechende Gewicht hat, um zu diesem wichtigen Thema zu reden. (Abg. Mag. Mainoni: Das sind Grabenkämpfe in der SPÖ!) Das Ganze steht unter dem Motto: Schicken wir eben einmal andere hinaus, ich sage dazu nichts, wir schauen uns das Ganze an und stimmen trotzdem dagegen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Mag. Mainoni: Das sind Grabenkämpfe in der SPÖ!
Der beste Beweis dafür, dass Sie aus reinem Neid nicht zustimmen, ist, dass Ihr Vorsitzender heute in dieser Debatte kein einziges Mal das Wort ergriffen hat. Er ist nicht auf der Rednerliste, hat sich nur kurz anschauen lassen und ist wieder gegangen. (Abg. Dr. Matznetter: Und der Herr Bundeskanzler?) Das ist ja überhaupt der beste Beweis dafür, dass Ihr Fraktionsvorsitzender in der Fraktion nicht das entsprechende Gewicht hat, um zu diesem wichtigen Thema zu reden. (Abg. Mag. Mainoni: Das sind Grabenkämpfe in der SPÖ!) Das Ganze steht unter dem Motto: Schicken wir eben einmal andere hinaus, ich sage dazu nichts, wir schauen uns das Ganze an und stimmen trotzdem dagegen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Der beste Beweis dafür, dass Sie aus reinem Neid nicht zustimmen, ist, dass Ihr Vorsitzender heute in dieser Debatte kein einziges Mal das Wort ergriffen hat. Er ist nicht auf der Rednerliste, hat sich nur kurz anschauen lassen und ist wieder gegangen. (Abg. Dr. Matznetter: Und der Herr Bundeskanzler?) Das ist ja überhaupt der beste Beweis dafür, dass Ihr Fraktionsvorsitzender in der Fraktion nicht das entsprechende Gewicht hat, um zu diesem wichtigen Thema zu reden. (Abg. Mag. Mainoni: Das sind Grabenkämpfe in der SPÖ!) Das Ganze steht unter dem Motto: Schicken wir eben einmal andere hinaus, ich sage dazu nichts, wir schauen uns das Ganze an und stimmen trotzdem dagegen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.
Weil die Zeit knapp ist, gehe ich auf ein paar Punkte ein, die wichtig sind. Erstens zur Feststellung des Kollegen Stummvoll, dass es bei den Großbetrieben angeblich so viele Beschäftigte gäbe. Damit Sie nicht darüber streiten müssen: Ich habe das Statistische Jahrbuch 2003 der Wirtschaftskammer zur Hand genommen. Betriebe mit 1 000 und mehr Beschäftigten haben von insgesamt 2 568 279 Beschäftigten 2003 nur 375 255 beschäftigt. Das ist im Übrigen jene Gruppe von Betrieben, die seit 1990 eine rückläufige Beschäftigung haben. Die anderen, die mehr haben, sind die ganz kleinen bis 99. (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.) Die Kammer zeigt auch sehr schön in einer Graphik, dass die Klein- und Mittelbetriebe jene sind, die Beschäftigung bieten.
Beifall bei der SPÖ.
Zweitens: Sie haben als Maßnahme bei den Einzelfirmen und Personengesellschaften nur zugestimmt, den nicht entnommenen Gewinn zu fördern. Jene Betriebsinhaber, die von ihrem Einkommen leben müssen und den Gewinn nicht auf die Sparkasse tragen können, bleiben über – und das wissen Sie ganz genau –, die lassen Sie im Regen stehen. Das ist die Politik von ÖVP und FPÖ! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Präsident! Ich bitte darum, meinen Abänderungsantrag in Verhandlung zu nehmen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf bei der ÖVP
Ich bin seit 1999 in diesem Hohen Haus und kann mich an kein Vierteljahr erinnern, in dem die SPÖ nicht einen Antrag auf Steuerreform und Steuersenkung gestellt hätte. Nicht immer perfekt ausformuliert, am Anfang wäre manchmal ein bisschen eine Erhöhung herausgekommen, aber mit der Zeit hat sie es dann gelernt. Jetzt liegt die größte Steuersenkung in der Geschichte der Republik vor – jetzt will sie dagegen stimmen, und zwar aus Gründen, bei denen (Zwischenruf bei der ÖVP) – ich bedanke mich für den Zwischenruf, vielleicht hätte ich es nicht so deutlich gesagt – man manches Mal den Eindruck hat, es ist eigentlich gar keine politische Begründung, sondern sie verstehen es wirklich nicht. Wenn es zum Beispiel heißt, dass die Körperschaftsteuer ein eigener Steuersatz für Unternehmer wäre, dann muss ich sagen, das ist natürlich unsinnig. Der Unternehmer unterliegt demselben Einkommensteuertarif wie jeder andere auch.
Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.
Es wäre auch ein schlechtes Geschäft, wie ich heute gehört habe, wenn ich den Gewinn aus der Körperschaftsteuer dann ausschütten würde, weil er dann ja noch einmal besteuert würde, und zwar zu einem noch immer höheren Tarif. (Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.)
Abg. Mag. Tancsits: Ich setze nachher fort! – Ruf bei der SPÖ: Besser wäre der Schlusssatz! – Heiterkeit bei der SPÖ.
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Kollege! Entweder Sie formulieren den Schlusssatz, oder ich unterbreche Sie, und Sie können nach der Besprechung der Anfragebeantwortung fortsetzen. Was wünschen Sie? (Abg. Mag. Tancsits: Ich setze nachher fort! – Ruf bei der SPÖ: Besser wäre der Schlusssatz! – Heiterkeit bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Die „Süddeutsche Zeitung“ vom 30. April spricht von „leere Hülle in der Luft“, und das wurde Ihnen in Manching vorgeführt: unbewaffnet, langsam, im Winter kaum einsetzbar. – Das sind die ersten Eurofighter, die sehr viele Mängel haben und mit denen nunmehr die Piloten ausgebildet werden sollen. Also man kann wirklich sagen: Ein „Vogel“ der Rekorde, allerdings der Negativ-Rekorde, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Bereits 1997 wurde im deutschen Bundestag davon gesprochen, dass für dieses Flugzeug, das im Kalten Krieg als Jagdflugzeug, als Jagdbomber vorgesehen war, heute kein Bedarf mehr besteht, und dafür sind Sie bereit, Milliarden von Euro auszugeben, meine Damen und Herren! Dafür bekommen Sie von uns keine Zustimmung! Das sprengt den Etat in Deutschland – und Gleiches gilt auch für uns in Österreich! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Aber wir werden das 2006 ändern, indem wir aus diesem Vertrag aussteigen werden. Wir werden uns bemühen, diesen Kauf rückgängig zu machen, auch wenn das Hunderte Millionen Euro kostet, aber wir ersparen damit Milliarden von Euro der österreichischen Bevölkerung. (Beifall bei der SPÖ.)
Widerspruch bei der ÖVP.
Mit jedem neuen Detail zu diesem Beschaffungsvorgang rund um den Eurofighter-Deal wird das Ausmaß des Desasters immer deutlicher. Der Rechnungshof beziehungsweise Präsident Dr. Fiedler im Rechnungshofausschuss hat die Kritik der Opposition vollinhaltlich bestätigt, meine Damen und Herren! (Widerspruch bei der ÖVP.) Er äußerte Zweifel und Bedenken an den nicht nachvollziehbaren Bewertungskriterien, dem Entscheidungsprozess, dem angegebenen Gesamtpreis im Ministerrat – da wurde ja auch herumgeflunkert und wurden verschiedenste Zahlen genannt – und an der Beurteilung der Gegengeschäfte, die sich als reine Luftgeschäfte entwickelt haben. –
Beifall bei der SPÖ.
Das ist Traumdeuterei, das ist Großmannssucht, das ist unseriös, meine Damen und Herren, und hat mit einer verantwortungsvollen Politik nichts mehr zu tun! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Nächster Punkt: Heute steht in der „Kronen Zeitung“ zu lesen – das bestätigt auch wieder unsere Kritik –: „Deutsche kriegen Eurofighter billiger“, weil sie geschickter verhandelt haben. Die „Kronen Zeitung“ spricht da zu Recht von einem neuen Abfangjäger-Preisschock. Die Deutschen bekommen auf Grund von Rabatten diese Geräte um 50 Millionen Schilling – und wir bezahlen 75 Millionen Schilling! (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Wie immer man das rechnet, auch wenn man diese Kosten mit einbezieht, man wird draufkommen, dass die Eurofighter, die wir bestellt haben, die wir kaufen und die die gleichen sind wie jene, die die Deutschen bekommen, immer noch um Millionen von Euro teurer sind. – Das ist eine unverantwortliche Einkaufspolitik, und das wird von uns auf das Schärfste abgelehnt! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir fordern die Regierung auf – „ersuchen“ hilft nichts, die Forderung muss klar formuliert werden –, sofort alle Schritte zu setzen, um den Beschaffungsvorgang für diese sündteuren Kampfflugzeuge zu stoppen. Andernfalls wird diese Entscheidung zu einem finanziellen Waterloo für das österreichische Bundesheer, denn Sie haben mit den Eurofightern die mit Abstand teuerste Variante gewählt. In Zeiten knapper Budgets und unsozialer Pensionskürzungen ist das ganz einfach unverantwortlich, und das wird von uns auf das Entschiedenste abgelehnt, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Die Bevölkerung hat kein Verständnis für diese teure Beschaffung dieser Luxuskampfjets, meine Damen und Herren! Sie sind sicherheitspolitisch ganz einfach nicht notwendig und haben mit Luftraumüberwachung und luftpolizeilichen Aufgaben überhaupt nichts zu tun. Mit dieser Beschaffung wird das Heeresbudget auf Jahrzehnte hinaus belastet, und es bleibt kein einziger Euro über für notwendige Beschaffungen für den Dienst und zum Schutz der österreichischen Soldaten. Daher ein entschiedenes Nein zu dieser Ihrer Politik! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bundesminister für Inneres Dr. Ernst Strasser: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die österreichische Bundesregierung bekennt sich zu einer aktiven Luftraumüberwachung. Sie ist notwendig, sinnvoll und muss ausgebaut werden! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Widerspruch bei der SPÖ.
Jeder Experte, ja darüber hinaus die ganze Weltöffentlichkeit weiß, eine der größten Bedrohungen kommt aus der Luft. (Widerspruch bei der SPÖ.) Wir nehmen diese Bedrohung ernst, und wir werden ihr in geeigneter Weise entgegentreten. Die Sicherheit im Luftraum kann nur mit entsprechenden Luftraumüberwachungsflugzeugen gewährleistet werden. Wir müssen wissen, was in unserem Luftraum geschieht, und wir wollen auch darauf Einfluss nehmen – für unsere eigene Sicherheit, aber auch weil
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Zu den Kosten der Eurofighter im Vergleich zu dem deutschen Konzept. Der in der „Financial Times“ veröffentlichte Preis wurde bis heute von offiziellen Stellen weder bestätigt noch dementiert. Die veröffentlichten Preise sind nicht vergleichbar, weil Deutschland zu den Betreibernationen gehört, die gemeinsam die gesamten Entwicklungskosten der Eurofighter mit einem Gesamtvolumen von zirka 20 Milliarden € finanziert haben. Es ist nicht bekannt, welche Ausstattungskonfiguration der veröffentlichten Preisberechnung zugrunde gelegt wurde, und die Zahlungskonditionen sind ebenfalls nicht vergleichbar, haben aber jedenfalls einen Einfluss auf die Preisgestaltung. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Parnigoni: Was der Strasser gesagt hat, da ist vieles richtig zu stellen!
Abgeordneter Walter Murauer (ÖVP): Sie gestatten, meine geschätzten Damen und Herren, dass ich einiges richtig stelle. (Abg. Parnigoni: Was der Strasser gesagt hat, da ist vieles richtig zu stellen!) – Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Jawohl, Herr Minister, Sie haben Recht, die österreichische Bundesregierung steht zur lückenlosen Luftraumüberwachung und tut alles, um die Sicherheit
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
für unser Land und deren Bevölkerung zu gewährleisten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Auch mein Freund Antonius Gaál war seinerzeit für eine solche Luftraumüberwachung. Er meinte nämlich am 17. April 1997 noch gegenüber „News“, für Draken-Nachfolger müsse aber jedenfalls vorgesorgt werden, Verteidigung begänne schließlich mit Lufthoheit. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Im Juli 1999 war er noch dieser Meinung und hat über die APA vom 22. Juli 1999 ein Ja zur Draken-Nachfolge von SPÖ und Anton Gaál verlauten lassen. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Du, Kollege Gaál, hast Manching angesprochen. Jawohl, wir sind nach Manching gefahren, haben uns erkundigt und haben gesehen, dass diese Flugzeuge – Sie werden es nicht glauben – fliegen. (Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Noch dazu war es ein kühler Tag. Kollege Kummerer, du glaubst es noch immer nicht. Fahr hinaus und überzeug dich selber! Es geht einfach nicht, zu sagen: Nein, wir fahren nicht mit, damit wir ja nichts wissen, damit wir ja nichts sehen, damit wir ja nichts hören und weiter (Ruf bei der ÖVP: Polemisieren!) – „polemisieren“ ist das richtige Wort; danke vielmals – polemisieren können! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Meine Damen und Herren, das wird sicher jeder überziehen!
Ruf bei der ÖVP: Polemisieren!
Du, Kollege Gaál, hast Manching angesprochen. Jawohl, wir sind nach Manching gefahren, haben uns erkundigt und haben gesehen, dass diese Flugzeuge – Sie werden es nicht glauben – fliegen. (Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Noch dazu war es ein kühler Tag. Kollege Kummerer, du glaubst es noch immer nicht. Fahr hinaus und überzeug dich selber! Es geht einfach nicht, zu sagen: Nein, wir fahren nicht mit, damit wir ja nichts wissen, damit wir ja nichts sehen, damit wir ja nichts hören und weiter (Ruf bei der ÖVP: Polemisieren!) – „polemisieren“ ist das richtige Wort; danke vielmals – polemisieren können! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Meine Damen und Herren, das wird sicher jeder überziehen!
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Du, Kollege Gaál, hast Manching angesprochen. Jawohl, wir sind nach Manching gefahren, haben uns erkundigt und haben gesehen, dass diese Flugzeuge – Sie werden es nicht glauben – fliegen. (Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Noch dazu war es ein kühler Tag. Kollege Kummerer, du glaubst es noch immer nicht. Fahr hinaus und überzeug dich selber! Es geht einfach nicht, zu sagen: Nein, wir fahren nicht mit, damit wir ja nichts wissen, damit wir ja nichts sehen, damit wir ja nichts hören und weiter (Ruf bei der ÖVP: Polemisieren!) – „polemisieren“ ist das richtige Wort; danke vielmals – polemisieren können! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Meine Damen und Herren, das wird sicher jeder überziehen!
Abg. Wimmer: Das ist schwierig!
Jene, die bereit sind, mit mir eine Rechnung anzustellen ... (Abg. Wimmer: Das ist schwierig!) Ich weiß, dass das für manche schwierig ist, ich möchte es aber trotzdem versuchen. (Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: 36 Flugzeuge, 30 Flugzeuge, 24 Flugzeuge, 18 Flugzeuge, 12 Flugzeuge!) Kollege Kummerer, nimm einen Schreiber und versuch, das mitzurechnen! – Die Österreicher haben 18 Flugzeuge bestellt, die Deutschen 180, also ungefähr zehnmal so viel. Wenn man heute in ein Großkaufhaus geht, dann bekommt man Mengenrabatt, und wer jemals versucht hat, mehrere Stück einer Ware ... (Abg. Riepl: Der Bartenstein kriegt bei den Schuhen Rabatt, aber sonst niemand!) – Na waren Sie noch nie einkaufen? Dann gehen Sie einmal mit Ihrer Frau mit, dann werden Sie es überreißen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: 36 Flugzeuge, 30 Flugzeuge, 24 Flugzeuge, 18 Flugzeuge, 12 Flugzeuge!
Jene, die bereit sind, mit mir eine Rechnung anzustellen ... (Abg. Wimmer: Das ist schwierig!) Ich weiß, dass das für manche schwierig ist, ich möchte es aber trotzdem versuchen. (Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: 36 Flugzeuge, 30 Flugzeuge, 24 Flugzeuge, 18 Flugzeuge, 12 Flugzeuge!) Kollege Kummerer, nimm einen Schreiber und versuch, das mitzurechnen! – Die Österreicher haben 18 Flugzeuge bestellt, die Deutschen 180, also ungefähr zehnmal so viel. Wenn man heute in ein Großkaufhaus geht, dann bekommt man Mengenrabatt, und wer jemals versucht hat, mehrere Stück einer Ware ... (Abg. Riepl: Der Bartenstein kriegt bei den Schuhen Rabatt, aber sonst niemand!) – Na waren Sie noch nie einkaufen? Dann gehen Sie einmal mit Ihrer Frau mit, dann werden Sie es überreißen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Riepl: Der Bartenstein kriegt bei den Schuhen Rabatt, aber sonst niemand!
Jene, die bereit sind, mit mir eine Rechnung anzustellen ... (Abg. Wimmer: Das ist schwierig!) Ich weiß, dass das für manche schwierig ist, ich möchte es aber trotzdem versuchen. (Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: 36 Flugzeuge, 30 Flugzeuge, 24 Flugzeuge, 18 Flugzeuge, 12 Flugzeuge!) Kollege Kummerer, nimm einen Schreiber und versuch, das mitzurechnen! – Die Österreicher haben 18 Flugzeuge bestellt, die Deutschen 180, also ungefähr zehnmal so viel. Wenn man heute in ein Großkaufhaus geht, dann bekommt man Mengenrabatt, und wer jemals versucht hat, mehrere Stück einer Ware ... (Abg. Riepl: Der Bartenstein kriegt bei den Schuhen Rabatt, aber sonst niemand!) – Na waren Sie noch nie einkaufen? Dann gehen Sie einmal mit Ihrer Frau mit, dann werden Sie es überreißen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Jene, die bereit sind, mit mir eine Rechnung anzustellen ... (Abg. Wimmer: Das ist schwierig!) Ich weiß, dass das für manche schwierig ist, ich möchte es aber trotzdem versuchen. (Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: 36 Flugzeuge, 30 Flugzeuge, 24 Flugzeuge, 18 Flugzeuge, 12 Flugzeuge!) Kollege Kummerer, nimm einen Schreiber und versuch, das mitzurechnen! – Die Österreicher haben 18 Flugzeuge bestellt, die Deutschen 180, also ungefähr zehnmal so viel. Wenn man heute in ein Großkaufhaus geht, dann bekommt man Mengenrabatt, und wer jemals versucht hat, mehrere Stück einer Ware ... (Abg. Riepl: Der Bartenstein kriegt bei den Schuhen Rabatt, aber sonst niemand!) – Na waren Sie noch nie einkaufen? Dann gehen Sie einmal mit Ihrer Frau mit, dann werden Sie es überreißen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Aha-Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das macht also zusammen 16,1 Milliarden aus. Dividiert durch 180 – ich glaube, da kann noch jeder mitrechnen – kommt man auf 89,4 Millionen pro Flugzeug. Das sind um 14,4 Millionen mehr, als die von Österreich bestellten Eurofighter kosten. (Aha-Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Ich hoffe, dass jeder auf dasselbe Ergebnis kommt, damit endlich dieser kühne Vergleich mit den Deutschen und den 50 Prozent vom Tisch ist.
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Wir haben laut Rechnungshofbericht I und laut Rechnungshofbericht II sowie laut Staatsanwaltschaft – obwohl du, Kollege Kräuter, dir immer wieder noch und noch eine Sonderüberprüfung durch den Rechnungshof wünschst – das Ergebnis vorliegen. Es liegt der Befund vor, dass diese Beschaffung in Ordnung ist und dass wir da ordentlich und ohne doppelten Boden vorgegangen sind. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Präsident Dr. Khol gibt neuerlich das Glockenzeichen
Letzter Satz: Sicherheit, meine Damen und Herren, kann und darf nicht von Parteipolitik abhängen! Die Bundesregierung wird dazu stehen (Präsident Dr. Khol gibt neuerlich das Glockenzeichen), jetzt und auch in Zukunft! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Letzter Satz: Sicherheit, meine Damen und Herren, kann und darf nicht von Parteipolitik abhängen! Die Bundesregierung wird dazu stehen (Präsident Dr. Khol gibt neuerlich das Glockenzeichen), jetzt und auch in Zukunft! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Neudeck: Seine Standardrede!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! (Abg. Neudeck: Seine Standardrede!) Ich meine, Sie sind uns einige Fragen nach wie vor schuldig geblieben, sehr geehrter Herr Murauer! (Ruf bei der ÖVP: Antworten oder Fragen?) Dass Herr Innenminister Strasser nicht unbedingt in die Materie eingearbeitet sein muss, mag schon sein.
Ruf bei der ÖVP: Antworten oder Fragen?
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! (Abg. Neudeck: Seine Standardrede!) Ich meine, Sie sind uns einige Fragen nach wie vor schuldig geblieben, sehr geehrter Herr Murauer! (Ruf bei der ÖVP: Antworten oder Fragen?) Dass Herr Innenminister Strasser nicht unbedingt in die Materie eingearbeitet sein muss, mag schon sein.
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Aber was ich bis heute nicht weiß, ist: Warum 18? Warum ursprünglich 24? (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Einmal hat es geheißen: 30, dann wiederum noch weniger: 12. Wissen Sie, das ist ein Signal einer völligen Konzeptlosigkeit (Abg. Murauer: Meinen Sie wirklich, 36 wären billiger gewesen, Kollege Cap?), was Sie hier ausstrahlen, wenn Sie nicht einmal der Bevölkerung, die diesem Projekt ohnehin schon ablehnend gegenübersteht, mitteilen können, warum man überhaupt wie viele Flugzeuge braucht. (Abg. Murauer: Cap will 36!)
Abg. Murauer: Meinen Sie wirklich, 36 wären billiger gewesen, Kollege Cap?
Aber was ich bis heute nicht weiß, ist: Warum 18? Warum ursprünglich 24? (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Einmal hat es geheißen: 30, dann wiederum noch weniger: 12. Wissen Sie, das ist ein Signal einer völligen Konzeptlosigkeit (Abg. Murauer: Meinen Sie wirklich, 36 wären billiger gewesen, Kollege Cap?), was Sie hier ausstrahlen, wenn Sie nicht einmal der Bevölkerung, die diesem Projekt ohnehin schon ablehnend gegenübersteht, mitteilen können, warum man überhaupt wie viele Flugzeuge braucht. (Abg. Murauer: Cap will 36!)
Abg. Murauer: Cap will 36!
Aber was ich bis heute nicht weiß, ist: Warum 18? Warum ursprünglich 24? (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Einmal hat es geheißen: 30, dann wiederum noch weniger: 12. Wissen Sie, das ist ein Signal einer völligen Konzeptlosigkeit (Abg. Murauer: Meinen Sie wirklich, 36 wären billiger gewesen, Kollege Cap?), was Sie hier ausstrahlen, wenn Sie nicht einmal der Bevölkerung, die diesem Projekt ohnehin schon ablehnend gegenübersteht, mitteilen können, warum man überhaupt wie viele Flugzeuge braucht. (Abg. Murauer: Cap will 36!)
Abg. Mag. Molterer: Wie viele dürfen es denn sein?
Der zweite Punkt war: Sie haben der Bevölkerung, die dem skeptisch und ablehnend gegenübersteht (Abg. Mag. Molterer: Wie viele dürfen es denn sein?), nie erklären können, warum gerade die Eurofighter. Warum? (Abg. Gaál: Die teuerste Variante!) – Für ein Luftfoto-Taxi brauchen Sie nicht eines der höchst gerüsteten, teuersten und vor allem „out of area“ einsatzfähigen Flugzeuge. (Abg. Scheibner: Er lernt es nicht!) Dahinter scheint ein anderes Konzept zu stehen als das, was Sie den Österreichern hier gerade erzählen wollen. Wissen Sie, das ist unseriös!
Abg. Gaál: Die teuerste Variante!
Der zweite Punkt war: Sie haben der Bevölkerung, die dem skeptisch und ablehnend gegenübersteht (Abg. Mag. Molterer: Wie viele dürfen es denn sein?), nie erklären können, warum gerade die Eurofighter. Warum? (Abg. Gaál: Die teuerste Variante!) – Für ein Luftfoto-Taxi brauchen Sie nicht eines der höchst gerüsteten, teuersten und vor allem „out of area“ einsatzfähigen Flugzeuge. (Abg. Scheibner: Er lernt es nicht!) Dahinter scheint ein anderes Konzept zu stehen als das, was Sie den Österreichern hier gerade erzählen wollen. Wissen Sie, das ist unseriös!
Abg. Scheibner: Er lernt es nicht!
Der zweite Punkt war: Sie haben der Bevölkerung, die dem skeptisch und ablehnend gegenübersteht (Abg. Mag. Molterer: Wie viele dürfen es denn sein?), nie erklären können, warum gerade die Eurofighter. Warum? (Abg. Gaál: Die teuerste Variante!) – Für ein Luftfoto-Taxi brauchen Sie nicht eines der höchst gerüsteten, teuersten und vor allem „out of area“ einsatzfähigen Flugzeuge. (Abg. Scheibner: Er lernt es nicht!) Dahinter scheint ein anderes Konzept zu stehen als das, was Sie den Österreichern hier gerade erzählen wollen. Wissen Sie, das ist unseriös!
Abg. Neudeck: Was sind Sie für ein Jahrgang? – Abg. Murauer: Sie sind auch nicht ...!
Danach hat man gesagt: Jetzt kommen die F5 Tiger – da hat sich der Herr Innenminister auf der Regierungsbank vor Begeisterung fast überschlagen! Wahrscheinlich hat er das Privileg, dass er dieses Flugzeug nicht kennt: ein Modell aus den fünfziger Jahren, ein bisschen weiterentwickelt, aber im Prinzip in den fünfziger Jahren entwickelt. (Abg. Neudeck: Was sind Sie für ein Jahrgang? – Abg. Murauer: Sie sind auch nicht ...!) Es wurde damals in der Auswahl gegenüber dem Draken ausgeschieden, jetzt ist es plötzlich das Übergangsflugzeug. (Abg. Neudeck: Sie reden ja auch im Parlament! Sind Sie auch ...?)
Abg. Neudeck: Sie reden ja auch im Parlament! Sind Sie auch ...?
Danach hat man gesagt: Jetzt kommen die F5 Tiger – da hat sich der Herr Innenminister auf der Regierungsbank vor Begeisterung fast überschlagen! Wahrscheinlich hat er das Privileg, dass er dieses Flugzeug nicht kennt: ein Modell aus den fünfziger Jahren, ein bisschen weiterentwickelt, aber im Prinzip in den fünfziger Jahren entwickelt. (Abg. Neudeck: Was sind Sie für ein Jahrgang? – Abg. Murauer: Sie sind auch nicht ...!) Es wurde damals in der Auswahl gegenüber dem Draken ausgeschieden, jetzt ist es plötzlich das Übergangsflugzeug. (Abg. Neudeck: Sie reden ja auch im Parlament! Sind Sie auch ...?)
Beifall bei der SPÖ.
Das Allerbeste ist die Rabatttheorie, Murauers Rabatttheorie. Einmal abgesehen davon, dass nur ein Einziger in der Regierung kompetent ist, über Rabatte zu reden: Das ist der Minister Bartenstein – der weiß, wie man ein Paar Schuhe mit Rabatt kaufen kann! (Beifall bei der SPÖ.) Vielleicht sogar zwei Paar Schuhe, aber auf alle
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Fälle mit Rabatt. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Da geht es, bitte, um mittlerweile 18 Flugzeuge. Hätten Sie doch den Minister Bartenstein damit betraut! Wenn er ein so talentierter Rabattier ist, dann hätte er das vielleicht bei den Flugzeugen probieren können. (Abg. Murauer: Er kümmert sich um die Gegengeschäfte!) Faktum ist jedenfalls: Das sticht nicht! (Abg. Murauer: Weil er so gut ist, kümmert er sich um die Gegengeschäfte!)
Abg. Murauer: Er kümmert sich um die Gegengeschäfte!
Fälle mit Rabatt. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Da geht es, bitte, um mittlerweile 18 Flugzeuge. Hätten Sie doch den Minister Bartenstein damit betraut! Wenn er ein so talentierter Rabattier ist, dann hätte er das vielleicht bei den Flugzeugen probieren können. (Abg. Murauer: Er kümmert sich um die Gegengeschäfte!) Faktum ist jedenfalls: Das sticht nicht! (Abg. Murauer: Weil er so gut ist, kümmert er sich um die Gegengeschäfte!)
Abg. Murauer: Weil er so gut ist, kümmert er sich um die Gegengeschäfte!
Fälle mit Rabatt. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Da geht es, bitte, um mittlerweile 18 Flugzeuge. Hätten Sie doch den Minister Bartenstein damit betraut! Wenn er ein so talentierter Rabattier ist, dann hätte er das vielleicht bei den Flugzeugen probieren können. (Abg. Murauer: Er kümmert sich um die Gegengeschäfte!) Faktum ist jedenfalls: Das sticht nicht! (Abg. Murauer: Weil er so gut ist, kümmert er sich um die Gegengeschäfte!)
Abg. Neudeck: Wir haben ...! Sie hören überhaupt nicht zu!
Sie müssen sich die Frage stellen lassen: Wieso zahlen wir für die „nackten“ Flugzeuge – so heißt das mit dem Fachbegriff; also ohne den Firlefanz an Bewaffnung, den Sie dann noch brauchen, wenn Sie „out of area“ Einsätze machen wollen – 74,4 Millionen € pro Flieger und die Deutschen nur 50 Millionen € pro Flieger? (Abg. Neudeck: Wir haben ...! Sie hören überhaupt nicht zu!) – Dazwischen liegen 24 Millionen € Differenz! Entweder sind die Verhandler über den Tisch gezogen worden, oder ... Ich will gar nicht wissen – das ist Gegenstand eines Untersuchungsausschusses –, was vielleicht noch der Grund dafür sein könnte, dass da eine Differenz von 24 Millionen € besteht. Was war hier los, bitte schön?
Beifall bei der SPÖ.
Das sollte Sie (in Richtung Freiheitliche) als die ehemaligen Aufdecker, die jahrelang durchs Land geritten sind und gesagt haben: aufdecken, aufdecken, aufdecken, überall hineinschauen, überall, wo es dunkel ist, Licht machen!, eigentlich interessieren, Sie von der FPÖ! Sie sitzen da und sind einfach bereit, bei allem mitzustimmen, was die Eurofighter betrifft. Ich muss Ihnen sagen: Das gibt ein Bild ab, das schlichtweg unfassbar ist! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: So wie manche Reden hier!
Wissen Sie, was das ist? – Es hat schon etwas mit Luft zu tun: Das alles ist heiße Luft! (Abg. Scheibner: So wie manche Reden hier!) Das alles ist ein Sammelsurium an Luftgeschäften. (Abg. Scheibner: Das ist wirklich heiße Luft! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Dass Sie überhaupt noch den Mut haben, sich vor die österreichische Bevölkerung hinzustellen, und hier nicht schleunigst ein Ausstiegszenario entwickeln und sich von diesen Verträgen verabschieden, wundert einen schon! Vielleicht haben Sie sich da auch selbst geknebelt oder knebeln lassen, nämlich: zuerst über den Tisch ziehen lassen, dann knebeln lassen und fesseln lassen. – Sie geben ein Bild ab, ich sage Ihnen: unfassbar!
Abg. Scheibner: Das ist wirklich heiße Luft! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wissen Sie, was das ist? – Es hat schon etwas mit Luft zu tun: Das alles ist heiße Luft! (Abg. Scheibner: So wie manche Reden hier!) Das alles ist ein Sammelsurium an Luftgeschäften. (Abg. Scheibner: Das ist wirklich heiße Luft! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Dass Sie überhaupt noch den Mut haben, sich vor die österreichische Bevölkerung hinzustellen, und hier nicht schleunigst ein Ausstiegszenario entwickeln und sich von diesen Verträgen verabschieden, wundert einen schon! Vielleicht haben Sie sich da auch selbst geknebelt oder knebeln lassen, nämlich: zuerst über den Tisch ziehen lassen, dann knebeln lassen und fesseln lassen. – Sie geben ein Bild ab, ich sage Ihnen: unfassbar!
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen
Dafür müssen Sie aber jetzt geradestehen, das sage ich Ihnen! Da werden wir nicht lockerlassen, gerade angesichts des heutigen Tages, an dem es nach Ihrer Diktion darum gegangen ist, sparsam zu sein (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen), an dem Sie aber im selben Atemzug bereit sind (Abg. Rädler: ... Sparsamkeit bei der Rede!), hier Milliarden zum Fenster hinauszuwerfen – Milliarden an Geldern der österreichischen Steuerzahler! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rädler: ... Sparsamkeit bei der Rede!
Dafür müssen Sie aber jetzt geradestehen, das sage ich Ihnen! Da werden wir nicht lockerlassen, gerade angesichts des heutigen Tages, an dem es nach Ihrer Diktion darum gegangen ist, sparsam zu sein (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen), an dem Sie aber im selben Atemzug bereit sind (Abg. Rädler: ... Sparsamkeit bei der Rede!), hier Milliarden zum Fenster hinauszuwerfen – Milliarden an Geldern der österreichischen Steuerzahler! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Dafür müssen Sie aber jetzt geradestehen, das sage ich Ihnen! Da werden wir nicht lockerlassen, gerade angesichts des heutigen Tages, an dem es nach Ihrer Diktion darum gegangen ist, sparsam zu sein (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen), an dem Sie aber im selben Atemzug bereit sind (Abg. Rädler: ... Sparsamkeit bei der Rede!), hier Milliarden zum Fenster hinauszuwerfen – Milliarden an Geldern der österreichischen Steuerzahler! (Beifall bei der SPÖ.)
Widerspruch bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Reinhard Eugen Bösch (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Cap, die Bundesregierung hat in dieser Frage ein klares Konzept. (Widerspruch bei der SPÖ.) Das Konzept heißt, die Luftraumüberwachung für unser Land sicherzustellen – das ist es! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Reinhard Eugen Bösch (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Cap, die Bundesregierung hat in dieser Frage ein klares Konzept. (Widerspruch bei der SPÖ.) Das Konzept heißt, die Luftraumüberwachung für unser Land sicherzustellen – das ist es! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Dann aber zu Recht!
Wissen Sie, als diese Bundesregierung darangegangen ist, dieses Konzept zu verwirklichen, war uns klar, dass die Opposition gegen jede Typenauswahl mobil machen wird. Ja selbst wenn diese Regierung die Luftraumüberwachung abgeschafft hätte, wäre heute Kollege Cap hier heraußen gestanden und hätte diese Regierung der Verantwortungslosigkeit geziehen – und zwar zu Recht! (Abg. Scheibner: Dann aber zu Recht!)
Widerspruch bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren von der Opposition! Sie machen einfach aus jeder Mücke einen Elefanten. Sie haben auch heute hier bei dieser Anfragebesprechung, Herr Kollege Gaál, keine neuen sachlichen Argumente vorbringen können. Diese umfassende Anfrage, die Sie an den Bundesminister für Landesverteidigung gestellt haben, hat er auch umfassend zusammenfassend beantwortet. (Widerspruch bei der SPÖ.) Der Herr Bundesminister ist in Ansätzen schon darauf eingegangen.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Wir Freiheitliche haben nie ein Hehl daraus gemacht, dass diese Beschaffung von Luftraumüberwachungsflugzeugen schwierig ist und dass es auch schwierig ist, eine Übergangslösung zu finden. Wir haben nie ein Hehl daraus gemacht. Aber der Grund, warum es soweit gekommen ist, meine Damen und Herren von der SPÖ, liegt auch bei Ihrer Verantwortung! Sie nämlich sind es als bestimmende Partei in der Bundesregierung gewesen, die es über Jahre, ja in diesem Fall sogar über Jahrzehnte verabsäumt hat, rechtzeitig Schritte zu setzen, damit die Luftraumüberwachung in Österreich rechtzeitig wieder in die Zukunft weisend sichergestellt wird. Das liegt auch in Ihrer Verantwortung! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Der Rechnungshof hat festgestellt, dass unter Zugrundelegung der vom Landesverteidigungsministerium festgesetzten Maßstäbe das Kampfflugzeug Eurofighter zutreffend als Bestbieter erkannt worden ist. Das hat sich ja die Bundesregierung nicht unter sich – ich darf das so sagen – ausgemacht, sondern es hat eine unabhängige Bewertungskommission den Eurofighter als Bestbieter klassifiziert, und die Bundesregierung ist dann dieser Empfehlung gefolgt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Kogler: Der hat sich mit dieser Frage überhaupt nicht beschäftigt!
Meine Damen und Herren! Das ist jetzt der zweite Rechnungshofbericht. Wir werden einen dritten Rechnungshofbericht (Abg. Mag. Kogler: Der hat sich mit dieser Frage überhaupt nicht beschäftigt!), Herr Kollege Kogler, in Ihrem Ausschuss auch umfassend diskutieren. Erst dann wird man, glaube ich, ein Gesamtbild dieses ganzen Ablaufes haben können.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine Damen und Herren von der Opposition! Bis dahin sollten Sie sich neue Argumente in dieser Sachfrage ausdenken. Was Sie hier heute an Argumenten gebracht haben, ist in Bezug auf den Sachverhalt nichts Neues. Dies bestätigt eigentlich das, was die Bundesregierung in diesem Fall getan hat, nämlich sicherzustellen, dass die Luftraumüberwachung in Österreich auch in den nächsten Jahren funktioniert. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Ruf bei den Freiheitlichen: Ein guter Mann!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Mein freiheitlicher Vorredner hat darauf hingewiesen (Ruf bei den Freiheitlichen: Ein guter Mann!), dass wir hier eine „umfassende Beantwortung“ durch den Verteidigungsminister behandeln. Diese „umfassende Beantwortung“ von acht sehr unterschiedlichen Fragen hat eine Gesamtlänge von siebeneinhalb Zeilen. Mich interessiert in diesem Zusammenhang nur, was eine weniger umfassende oder nicht umfassende Beantwortung einer Anfrage ist. Wenn es einmal unter einer Zeile liegen wird, Herr Abgeordneter Bösch, könnten wir uns vielleicht darin finden, dass das Mitteilungsbedürfnis des Ministers mit gemeinsamen Kräften gesteigert werden sollte. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Ich bin schon jetzt etwas unzufrieden.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Mein freiheitlicher Vorredner hat darauf hingewiesen (Ruf bei den Freiheitlichen: Ein guter Mann!), dass wir hier eine „umfassende Beantwortung“ durch den Verteidigungsminister behandeln. Diese „umfassende Beantwortung“ von acht sehr unterschiedlichen Fragen hat eine Gesamtlänge von siebeneinhalb Zeilen. Mich interessiert in diesem Zusammenhang nur, was eine weniger umfassende oder nicht umfassende Beantwortung einer Anfrage ist. Wenn es einmal unter einer Zeile liegen wird, Herr Abgeordneter Bösch, könnten wir uns vielleicht darin finden, dass das Mitteilungsbedürfnis des Ministers mit gemeinsamen Kräften gesteigert werden sollte. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Ich bin schon jetzt etwas unzufrieden.
Abg. Murauer: Aus dieser Sicht sprechen wir auch, Herr Kollege!
Es ist wichtig, dass diese Fragen beantwortet werden. Der Innenminister kann sie nicht beantworten, daraus sollten wir ihm gar keinen persönlichen Vorwurf machen. Aber eine große Frage neben den vielen, die bis heute nicht beantwortet worden sind und die zum Teil von meinen Vorrednern wiederholt worden sind, steht im Raum – und ich spreche hier aus Sicht der Bundesheer-Reformkommission (Abg. Murauer: Aus dieser Sicht sprechen wir auch, Herr Kollege!) –, und die heißt: Glauben Sie, dass eine große und sehr sinnvolle Heeresreform und noch dazu die Beschaffung der Eurofighter
Abg. Murauer: Kollege, das dürfen Sie den Sozialdemokraten nicht vorwerfen!
Das Geld gibt es nicht. Das Geld muss irgendwo beschafft werden, und zwar aus dem ordentlichen Bundeshaushalt. Deshalb stellt sich heute und nicht erst für eine kommende Regierung die Frage: Wo? – Bis jetzt ist Ähnliches immer finanziert worden aus Einsparungen in den Bereichen Soziales – insbesondere dort, wo es um die Schwächsten gegangen ist –, Bildung sowie Forschung und Entwicklung. Es darf in diesem Haus oder in einem Ministerium nichts beschlossen werden, ohne dass es die notwendige finanzielle Bedeckung dafür gibt. (Abg. Murauer: Kollege, das dürfen Sie den Sozialdemokraten nicht vorwerfen!) Sie können einfach nicht zukünftige Regierungen und zukünftige Generationen in einer wirklich nicht verantwortbaren Art und Weise finanziell belasten!
Zwischenruf des Abg. Murauer.
Allein wenn wir die Kosten für die Eurofighter durchrechnen, so ergibt sich, dass wir ab dem Jahr 2007 bei gleichen Budgetstrukturen eine negative Investitionsrate im österreichischen Bundesheer haben. Jetzt können Sie natürlich herausgehen und sagen: Wir beschaffen nichts mehr, sondern wir verkaufen vielleicht noch zusätzlich etwas, was das Bundesheer weniger braucht, damit wir die Investitionsrate noch irgendwie stabil halten können. – Alles, was im Rahmen des Bundesheeres in Zukunft investiert werden kann, wird von den Kosten für die Eurofightern gefressen werden! Das muten Sie der österreichischen Sicherheit zu? Das muten Sie dem österreichischen Beitrag zur europäischen Sicherheit zu? Das muten Sie dem österreichischen Beitrag zu internationalen Friedensaktionen und Friedenssicherungen zu? (Zwischenruf des Abg. Murauer.)
Abg. Murauer: Also zwei verschiedene Stellungnahmen! Im Parlament und in der Kommission!
Sie von ÖVP und FPÖ geben das Signal an die internationalen Organisationen: Weil wir ohne jeden erkennbaren sicherheitspolitischen Sinn die größte Investition der Zweiten Republik in den politischen und sicherheitspolitischen Sand gesetzt haben, bleibt für sinnvolle Projekte nicht ein einziger Cent übrig! (Abg. Murauer: Also zwei verschiedene Stellungnahmen! Im Parlament und in der Kommission!) Darum geht es: Wir müssen heute das Verteidigungsbudget vor der Österreichischen Volkspartei und vor der Freiheitlichen Partei schützen! (Abg. Murauer: Das wird man sich anschauen müssen!) Ich hätte nie geglaubt, dass wir als Grüne einmal in diese Situation kommen. Das ist eine völlig neue Situation, das Verteidigungsbudget gegen Sie schützen zu müssen, die österreichische Sicherheit gegen Sie schützen zu müssen und den österreichischen Beitrag zu einer gemeinsamen europäischen Sicherheit vor Ihnen in Schutz nehmen zu müssen! (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Murauer: Das wird man sich anschauen müssen!
Sie von ÖVP und FPÖ geben das Signal an die internationalen Organisationen: Weil wir ohne jeden erkennbaren sicherheitspolitischen Sinn die größte Investition der Zweiten Republik in den politischen und sicherheitspolitischen Sand gesetzt haben, bleibt für sinnvolle Projekte nicht ein einziger Cent übrig! (Abg. Murauer: Also zwei verschiedene Stellungnahmen! Im Parlament und in der Kommission!) Darum geht es: Wir müssen heute das Verteidigungsbudget vor der Österreichischen Volkspartei und vor der Freiheitlichen Partei schützen! (Abg. Murauer: Das wird man sich anschauen müssen!) Ich hätte nie geglaubt, dass wir als Grüne einmal in diese Situation kommen. Das ist eine völlig neue Situation, das Verteidigungsbudget gegen Sie schützen zu müssen, die österreichische Sicherheit gegen Sie schützen zu müssen und den österreichischen Beitrag zu einer gemeinsamen europäischen Sicherheit vor Ihnen in Schutz nehmen zu müssen! (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Sie von ÖVP und FPÖ geben das Signal an die internationalen Organisationen: Weil wir ohne jeden erkennbaren sicherheitspolitischen Sinn die größte Investition der Zweiten Republik in den politischen und sicherheitspolitischen Sand gesetzt haben, bleibt für sinnvolle Projekte nicht ein einziger Cent übrig! (Abg. Murauer: Also zwei verschiedene Stellungnahmen! Im Parlament und in der Kommission!) Darum geht es: Wir müssen heute das Verteidigungsbudget vor der Österreichischen Volkspartei und vor der Freiheitlichen Partei schützen! (Abg. Murauer: Das wird man sich anschauen müssen!) Ich hätte nie geglaubt, dass wir als Grüne einmal in diese Situation kommen. Das ist eine völlig neue Situation, das Verteidigungsbudget gegen Sie schützen zu müssen, die österreichische Sicherheit gegen Sie schützen zu müssen und den österreichischen Beitrag zu einer gemeinsamen europäischen Sicherheit vor Ihnen in Schutz nehmen zu müssen! (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Molterer: Das hat Österreich nicht verdient, von den Grünen geschützt zu werden!
Fahren Sie einmal in die Bundesrepublik Deutschland. Nicht nur die deutsche Generalität lacht sich schief über die österreichische Beschaffungspolitik! (Abg. Mag. Molterer: Das hat Österreich nicht verdient, von den Grünen geschützt zu werden!) Alle, die in Europa etwas von Sicherheitspolitik verstehen, wundern sich über den Größenwahn der österreichischen Fliegerpolitiker. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Fahren Sie einmal in die Bundesrepublik Deutschland. Nicht nur die deutsche Generalität lacht sich schief über die österreichische Beschaffungspolitik! (Abg. Mag. Molterer: Das hat Österreich nicht verdient, von den Grünen geschützt zu werden!) Alle, die in Europa etwas von Sicherheitspolitik verstehen, wundern sich über den Größenwahn der österreichischen Fliegerpolitiker. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Großruck: Nehmen Sie den Herrn Cap nicht ...!
Deswegen, meine Damen und Herren: Denken Sie doch nach, wem Sie eine Chance geben wollen – und das ist mein Schlusssatz (Abg. Großruck: Nehmen Sie den Herrn Cap nicht ...!) –: jenen, die, aus welchen Gründen auch immer – und ich glaube, dass es eher persönliche als sicherheitspolitische Gründe sind –, den Eurofighter beschaffen wollen, oder jenen, die ein wirkliches Interesse an einer neuen europäischen Ent-
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
wicklung der österreichischen Sicherheitspolitik haben! Auch Sie werden sich entscheiden müssen! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Reheis: Solide? Die Reichen reicher, die Armen ärmer machen!
Ich bin überzeugt davon, es werden die 2,5 Millionen weniger werden, weil wir mit dieser Steuerreform wohlstandssteigernd agieren und weil mehr Leute schon in einem Jahr mehr verdienen werden. Das ist der umgekehrte Weg, das ist nicht die Abhängigkeit des Menschen. Daher können Sie dieser Steuerreform, die – das gebe ich schon zu – eine bürgerliche Handschrift trägt, die solide finanziert ist und die auf Zukunft und Wohlstandsvermehrung ausgerichtet ist, mit gutem Gewissen die Zustimmung geben! – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Reheis: Solide? Die Reichen reicher, die Armen ärmer machen!)
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Sinne bitte ich Sie: Unterstützen Sie unseren Antrag, damit wir ein gerechtes, wachstumsträchtiges Steuersystem in Österreich bekommen können. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Bauer: Ein schlechter Vergleich!
Abgeordneter Detlev Neudeck (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Kollege Moser hat in seiner zweiten Rede einen Entschließungsantrag eingebracht, wobei er mehrmals gesagt hat: wir wollen, und dann hat er etwas angeführt, wo ich sage: Ich will auch, dass es weltweit Frieden gibt, ich will, dass es weltweit kein Hochwasser gibt, ich will, dass es weltweit keine Hungernden gibt! Nur: Sie haben in Ihrem Entschließungsantrag nicht gesagt, wie Sie das alles, was Sie hier jetzt so plakativ wollen, finanzieren wollen. (Abg. Dr. Bauer: Ein schlechter Vergleich!)
Abg. Reheis: Das ist nicht dein Genosse!
Lieber Kollege Matznetter! Lieber Genosse Moser! (Abg. Reheis: Das ist nicht dein Genosse!) So geht es nicht, das geht vielleicht in der Kirche, und auch dort sind Wunder nicht sofort möglich, sondern brauchen Generationen und Jahrhunderte!
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren von den Sozialdemokraten! Mit dieser Steuerreform werden mehr als 300 000 Bürger und Bürgerinnen nunmehr nicht mehr Steuer zahlen müssen. Das ist eine wesentliche Ersparnis. In Summe werden damit mehr als 2 Millionen Österreicher keine Steuerlast mehr spüren – eine Steuerlast, die sie in jener Zeit, in der Sie regiert haben, im Wesentlichen noch fest haben tragen müssen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
anschaue, die dahin gehen, Lohnnebenkosten zu senken, statt bei der Körperschaftsteuer etwas zu tun, dann muss ich Ihnen sagen: Ein Prozent Lohnnebenkostensenkung hätte mehr gekostet als die jetzige Senkung der KöSt. Wenn ich die Signalwirkung sehe, die diese KöSt-Senkung ausgelöst hat, dann meine ich: Es war die bessere Investition in Österreichs Wirtschaft und in Österreichs Arbeitsplätze. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Reheis: Das ist ein Blödsinn!
Meine Damen und Herren! Rot-Grün würde bedeuten, dass wir immer mehr Scheinasylanten nach Österreich importieren würden und immer mehr Arbeitsplätze und Unternehmen ins Ausland exportieren würden. (Abg. Reheis: Das ist ein Blödsinn!) Ich nehme zur Kenntnis, dass dem Kollegen Cap ein Schlepper, der tausende Asylanten nach Österreich bringt, lieber ist als ein Unternehmer, der in Österreich Unternehmen und Arbeitsplätze sichert. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Reheis: Ein absoluter Blödsinn! – Abg. Mag. Hans Moser: Was sagt die christlich-soziale ÖVP dazu?)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Reheis: Ein absoluter Blödsinn! – Abg. Mag. Hans Moser: Was sagt die christlich-soziale ÖVP dazu?
Meine Damen und Herren! Rot-Grün würde bedeuten, dass wir immer mehr Scheinasylanten nach Österreich importieren würden und immer mehr Arbeitsplätze und Unternehmen ins Ausland exportieren würden. (Abg. Reheis: Das ist ein Blödsinn!) Ich nehme zur Kenntnis, dass dem Kollegen Cap ein Schlepper, der tausende Asylanten nach Österreich bringt, lieber ist als ein Unternehmer, der in Österreich Unternehmen und Arbeitsplätze sichert. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Reheis: Ein absoluter Blödsinn! – Abg. Mag. Hans Moser: Was sagt die christlich-soziale ÖVP dazu?)
Beifall bei der SPÖ.
Was mich besonders verblüfft, ist, dass ein Unternehmer sagt, dass die ATW, also die Austria Tabakwerke, nachdem sie verkauft worden sind, nun große Gewinne machen würden. Also die Austria Tabakwerke haben immer große Gewinne gemacht, so große Gewinne, dass sie sich in zweieinhalb Jahren sozusagen selbst kaufen. Sie wurden nämlich um 10 Milliarden Schilling verkauft, und es wurden rund 3,5 Milliarden Schilling Gewinn gemacht, im letzten Jahr sogar mehr. Wenn man sich dann als Unternehmer herstellt und sagt, dass man gerade die profitabelsten Unternehmen verkauft, statt sie auf Dauer zu nützen, dann ist das ja wirklich ein starkes Stück, denn das würde ein Privater nie tun. Das ist nämlich der Unterschied! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Noch eine Richtigstellung. (Zwischenruf bei der ÖVP.) Ich habe mich auch dazu zu Wort gemeldet und das als negativ beurteilt. Es wurde gesagt, dass das Pflegegeld
Beifall bei der SPÖ.
von Ihnen valorisiert wurde. Die Wahrheit ist, dass es seit 1997 nicht mehr valorisiert wurde, ein Entwurf zwar seit dem Herbst des Vorjahres dem Hohen Hause vorliegt, allerdings noch nicht beschlossen ist. Also eine Ankündigung schon als Valorisierung zu bezeichnen, ist ebenfalls ein starkes Stück, meine geschätzten Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es klingt immer wieder so durch: Sozial ist, was Arbeit schafft. – Ich denke, wir alle wissen, wie wichtig Arbeit ist. Aber man muss auch sagen, dass nicht jeder, der Arbeit schafft, auch etwas mit sozial zu tun hat. Es gibt Arbeitsplätze, die den Arbeitsbedingungen, so wie wir sie uns vorstellen, nicht gerecht werden, und es gibt Arbeitskräfte, für die keine entsprechende Entlohnung bezahlt wird. Daher kann man nicht nur die Arbeit als Maß ansetzen, sondern, geschätzte KollegInnen, man muss auch sagen, welche Arbeit geschaffen wurde. Es kann nicht sein, dass Arbeit geschaffen wird, die letztlich krank macht oder so entlohnt wird, dass man davon nicht leben kann. Diese Unterscheidung ist unbedingt notwendig! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn eine Steuerreform eine Aufgabe mit zu erfüllen hat, dann die, dass die Steuergerechtigkeit und die Verteilungsgerechtigkeit erhöht werden, und das bleibt diese Steuerreform zur Gänze schuldig, denn wenn ich nämlich die Steuerreform 2004 dazunehme, dann muss ich klar sagen, dass das Verhältnis von unternehmensbezogener Entlastung und arbeitnehmerbezogener Entlastung zwei zu eins beträgt, und das entspricht tatsächlich einer ungerechten zukünftigen Verteilung. – Ich danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Oje, können Sie uns das nicht schriftlich geben?
Abgeordnete Ridi Steibl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatsekretär! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich bin zwar die 39. Rednerin, aber wie heißt es doch so schön? – „Tue Gutes“ – in diesem Fall: diese Regierung – „und rede darüber!“ Deswegen werde ich wahrscheinlich einiges wiederholen müssen, es ist aber notwendig, weil die Opposition vielleicht dann doch noch so weit kommt, dass sie dem einen oder anderen zustimmt. (Abg. Öllinger: Oje, können Sie uns das nicht schriftlich geben?)
Abg. Silhavy: Ich habe mich nicht streichen lassen!
Geld für unsere Familien und auch mehr Gerechtigkeit für Alleinerzieher und Alleinverdiener. Ich weiß, dass im SPÖ-Antrag zum Beispiel steht – es tut mir Leid, dass meine Kollegin Heidrun Silhavy sich jetzt von der Rednerliste hat streichen lassen, denn sie hätte sicher dazu etwas anmerken können –, dass die Kinderzuschläge nur für gut verdienende Alleinerhalter mit drei oder mehr Kindern gedacht seien. (Abg. Silhavy: Ich habe mich nicht streichen lassen!) Ich freue mich, dass Österreich so viele gut verdienende Alleinverdiener hat.
Abg. Dr. Puswald: Die Löhne haben ja nicht sie gezahlt! – Abg. Reheis: Da ist schon einiges in Bewegung gekommen!
Wenn Kollegin Weinzinger in ihrer sehr langen Rede auf einen Punkt gebracht gemeint hat, dass die Frauen in dieser Steuerreform sehr benachteiligt sind, so sage ich Ihnen: Diese Steuerreform entlastet gerade die Bezieher von kleinsten und mittleren Einkommen. Ich erwähne nur, dass es 30 Jahre SPÖ-Politik gab, auch Frauenministerinnen, aber anscheinend ist es diesen Damen nicht gelungen, gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit einzuführen. (Abg. Dr. Puswald: Die Löhne haben ja nicht sie gezahlt! – Abg. Reheis: Da ist schon einiges in Bewegung gekommen!) Das ist letztendlich auch der Grund, warum in gewissen Frauenberufen ein geringeres Gehalt gezahlt wird. Ich wünsche mir, dass es uns in dieser Regierung noch gelingen möge, nicht nur den Mindestlohn einzuführen, sondern auch die Sozialpartner dazu zu bewegen, im Zuge der kollektivvertraglichen Verhandlungen diesbezüglich einiges weiterzubringen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wenn Kollegin Weinzinger in ihrer sehr langen Rede auf einen Punkt gebracht gemeint hat, dass die Frauen in dieser Steuerreform sehr benachteiligt sind, so sage ich Ihnen: Diese Steuerreform entlastet gerade die Bezieher von kleinsten und mittleren Einkommen. Ich erwähne nur, dass es 30 Jahre SPÖ-Politik gab, auch Frauenministerinnen, aber anscheinend ist es diesen Damen nicht gelungen, gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit einzuführen. (Abg. Dr. Puswald: Die Löhne haben ja nicht sie gezahlt! – Abg. Reheis: Da ist schon einiges in Bewegung gekommen!) Das ist letztendlich auch der Grund, warum in gewissen Frauenberufen ein geringeres Gehalt gezahlt wird. Ich wünsche mir, dass es uns in dieser Regierung noch gelingen möge, nicht nur den Mindestlohn einzuführen, sondern auch die Sozialpartner dazu zu bewegen, im Zuge der kollektivvertraglichen Verhandlungen diesbezüglich einiges weiterzubringen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Mainoni: Das haben sie sich nicht verdient! – Abg. Dr. Stummvoll: Bravo!
Diese Steuerreform stärkt außerdem die Kaufkraft der Familien und bedeutet eine Verbesserung des Wirtschafts- und Arbeitsstandortes in diesem gemeinsamen Europa mit zehn neuen Beitrittsländern. Ich würde bitten und vorschlagen, dass die SPÖ einmal einen neuen Weg einschlägt und nicht zum Muttertag einen Rabenmuttertag ausruft, denn das haben sich die österreichischen Mütter nicht verdient. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Mainoni: Das haben sie sich nicht verdient! – Abg. Dr. Stummvoll: Bravo!)
Abg. Steibl: Jetzt hast du wenigstens ein Thema!
Abgeordnete Heidrun Silhavy (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Liebe Kollegin Steibl! Keine Sorge! Ich hatte nicht die Befürchtung, dass du wirklich etwas Neues bringst! Ich habe mich nicht streichen lassen, um mir zuerst deine Ausführungen anzuhören und danach zum Reden zu kommen, sondern die Reihenfolge hat sich offensichtlich durch eine Änderung in der Liste ergeben! (Abg. Steibl: Jetzt hast du wenigstens ein Thema!) – Keine Sorge! Du bringst nichts Neues, daher wirst du mir nicht viele Themen geben! (Abg. Dr. Brinek: Sie uns auch nicht!)
Abg. Dr. Brinek: Sie uns auch nicht!
Abgeordnete Heidrun Silhavy (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Liebe Kollegin Steibl! Keine Sorge! Ich hatte nicht die Befürchtung, dass du wirklich etwas Neues bringst! Ich habe mich nicht streichen lassen, um mir zuerst deine Ausführungen anzuhören und danach zum Reden zu kommen, sondern die Reihenfolge hat sich offensichtlich durch eine Änderung in der Liste ergeben! (Abg. Steibl: Jetzt hast du wenigstens ein Thema!) – Keine Sorge! Du bringst nichts Neues, daher wirst du mir nicht viele Themen geben! (Abg. Dr. Brinek: Sie uns auch nicht!)
Abg. Steibl: Ich bitte darum!
Auf einen Punkt, nämlich auf den „Rabenmuttertag“, möchte ich aber doch ganz gerne eingehen. (Abg. Steibl: Ich bitte darum!) Genau das ist nämlich die Politik, die die Konservativen in diesem Haus machen: Frauen zurück ... (Abg. Steibl: Konservativ ist nichts Negatives!) – Wenn du dich schon verteidigen musst, dass es nichts Negatives ist, dann scheint es für dich doch etwas Negatives sein, denn sonst müsstest du das Konservative hier ja nicht verteidigen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Steibl: Linke Emanze! – Abg. Prinz: „Konservativ“ heißt Positives bewahren und für Neues offen sein!)
Abg. Steibl: Konservativ ist nichts Negatives!
Auf einen Punkt, nämlich auf den „Rabenmuttertag“, möchte ich aber doch ganz gerne eingehen. (Abg. Steibl: Ich bitte darum!) Genau das ist nämlich die Politik, die die Konservativen in diesem Haus machen: Frauen zurück ... (Abg. Steibl: Konservativ ist nichts Negatives!) – Wenn du dich schon verteidigen musst, dass es nichts Negatives ist, dann scheint es für dich doch etwas Negatives sein, denn sonst müsstest du das Konservative hier ja nicht verteidigen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Steibl: Linke Emanze! – Abg. Prinz: „Konservativ“ heißt Positives bewahren und für Neues offen sein!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Steibl: Linke Emanze! – Abg. Prinz: „Konservativ“ heißt Positives bewahren und für Neues offen sein!
Auf einen Punkt, nämlich auf den „Rabenmuttertag“, möchte ich aber doch ganz gerne eingehen. (Abg. Steibl: Ich bitte darum!) Genau das ist nämlich die Politik, die die Konservativen in diesem Haus machen: Frauen zurück ... (Abg. Steibl: Konservativ ist nichts Negatives!) – Wenn du dich schon verteidigen musst, dass es nichts Negatives ist, dann scheint es für dich doch etwas Negatives sein, denn sonst müsstest du das Konservative hier ja nicht verteidigen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Steibl: Linke Emanze! – Abg. Prinz: „Konservativ“ heißt Positives bewahren und für Neues offen sein!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Steibl: Was ist in 30 Jahren geschehen? Nichts!
Jedenfalls zeigt sich dabei genau die Politik, die ihr macht, nämlich die Frauen aus dem Beruf zu drängen oder drängen zu wollen! Dementsprechend sind ja auch die Maßnahmen, die ihr bisher gesetzt habt! Es ist durch Studien bewiesen, dass ihr die Frauen durch das Kinderbetreuungsgeld und durch die Nichtübereinstimmung zwischen Arbeitsrecht und Geldbezugsmonaten aus dem Arbeitsmarkt drängt. Genau das ist auch das Ziel eurer Politik: Es geht euch darum, die Frauen wieder zurück nach Hause an den Herd zu schicken und sie weiterhin als stille Arbeitsmarktreserve zu haben, um sie dann kostengünstig der Wirtschaft wieder zur Verfügung zu stellen, weil sie am Arbeitsplatz ja keine Sicherheit haben. – Das ist eine Politik, die wir ablehnen, das ist die falsche Politik, und mit dem „Rabenmuttertag“ weisen wir auf diese Fehler in eurer Politik hin! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Steibl: Was ist in 30 Jahren geschehen? Nichts!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Steibl.
Liebe Kollegin Steibl, auch Sprache ist verräterisch! Du redest die ganze Zeit von „Doppelverdienern“. – Eine Doppelverdienerin bist du, eine Doppelverdienerin bin ich, es gibt viele Doppelverdiener hier in diesem Hause! Aber wenn eine Frau einen Job hat und ein Mann einen Job hat, dann sind das ja keine Doppelverdiener, sondern zwei Menschen, die jeweils einen Beruf haben. Hiebei handelt es sich nicht um Doppelverdiener, darauf möchte ich doch aufmerksam machen! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Steibl.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.
Gerne! Ich gebe dir gerne Nachhilfe, aber vielleicht merkst du es dir auch! Das wäre sehr angenehm! – So! Ich hoffe, das hat nachhaltige Wirkung! (Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.)
Abg. Mag. Donnerbauer: Ja!
Sie von den Regierungsparteien bestreiten das die ganze Zeit. Sie sagen: Aber damit werden ja Arbeitsplätze gefördert und gesichert! (Abg. Mag. Donnerbauer: Ja!) Ich
Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.
finde es „toll“, dass die Arbeitsplätze damit gefördert und gesichert werden, wenn gleichzeitig die Verlustabschreibung für Töchter im Ausland auf einmal möglich gemacht wird! Was geschieht dann nämlich? – Wir subventionieren auf diese Weise, dass heimische Betriebe Tochterfirmen im Ausland gründen, dass sie die Produktion dorthin verlagern und dass sie Schulden oder Verluste, die sie dort schreiben, auch noch bei uns abschreiben, und wir dürfen diese dann zahlen! Dafür, dass Arbeitsplätze und Produktion ins Ausland verlagert werden, zahlen wir alle dann noch, wenn es Verluste gibt! (Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.) Super! Der Unternehmer hat überhaupt kein Risiko mehr, er kann die Arbeitsplätze locker ins Ausland verlagern, denn zahlen tun es eh die Österreicherinnen und Österreicher! Wenn das Standortpolitik ist, dann sage ich: Gute Nacht, Österreich! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
finde es „toll“, dass die Arbeitsplätze damit gefördert und gesichert werden, wenn gleichzeitig die Verlustabschreibung für Töchter im Ausland auf einmal möglich gemacht wird! Was geschieht dann nämlich? – Wir subventionieren auf diese Weise, dass heimische Betriebe Tochterfirmen im Ausland gründen, dass sie die Produktion dorthin verlagern und dass sie Schulden oder Verluste, die sie dort schreiben, auch noch bei uns abschreiben, und wir dürfen diese dann zahlen! Dafür, dass Arbeitsplätze und Produktion ins Ausland verlagert werden, zahlen wir alle dann noch, wenn es Verluste gibt! (Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.) Super! Der Unternehmer hat überhaupt kein Risiko mehr, er kann die Arbeitsplätze locker ins Ausland verlagern, denn zahlen tun es eh die Österreicherinnen und Österreicher! Wenn das Standortpolitik ist, dann sage ich: Gute Nacht, Österreich! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Gahr.
Kollege Öllinger hat heute schon etwas Wichtiges angesprochen, nämlich die Finanzierungsmöglichkeiten der Gemeinden. – Wie schaut es mit Investitionsbegünstigungen im Gesundheitswesen und im gesamten Bereich der persönlichen Dienstleistungen aus, auf welche wir einen enormen gesellschaftlichen Zuspruch haben und hinsichtlich welcher wir immer mehr Nachfragen bekommen? Wo sind dafür die Entlastungsfaktoren in Ihrem Steuerpaket? Nichts ist da! Nirgends ist da etwas! Sie reden großartig und stellen sich hin, als wären Sie die Vertreter der Wirtschaft! Welche Wirtschaft vertreten Sie denn? – Höchstens vielleicht die Wirtschaftskammer, aber nicht die Wirtschaft! (Zwischenruf des Abg. Gahr.) Die Klein- und Mittelbetriebe sind Ihnen vollkommen egal! Die Gewerbetreibenden sind Ihnen vollkommen egal! Es ist Ihnen egal, wenn die Friseure nicht mehr überleben können, weil die Leute keine Kaufkraft mehr haben und nicht mehr dort hingehen! Dort sparen Sie ein, weil Sie es sich nicht mehr leisten können! Das ist Ihre Politik! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Ikrath.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Ikrath.
Kollege Öllinger hat heute schon etwas Wichtiges angesprochen, nämlich die Finanzierungsmöglichkeiten der Gemeinden. – Wie schaut es mit Investitionsbegünstigungen im Gesundheitswesen und im gesamten Bereich der persönlichen Dienstleistungen aus, auf welche wir einen enormen gesellschaftlichen Zuspruch haben und hinsichtlich welcher wir immer mehr Nachfragen bekommen? Wo sind dafür die Entlastungsfaktoren in Ihrem Steuerpaket? Nichts ist da! Nirgends ist da etwas! Sie reden großartig und stellen sich hin, als wären Sie die Vertreter der Wirtschaft! Welche Wirtschaft vertreten Sie denn? – Höchstens vielleicht die Wirtschaftskammer, aber nicht die Wirtschaft! (Zwischenruf des Abg. Gahr.) Die Klein- und Mittelbetriebe sind Ihnen vollkommen egal! Die Gewerbetreibenden sind Ihnen vollkommen egal! Es ist Ihnen egal, wenn die Friseure nicht mehr überleben können, weil die Leute keine Kaufkraft mehr haben und nicht mehr dort hingehen! Dort sparen Sie ein, weil Sie es sich nicht mehr leisten können! Das ist Ihre Politik! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Ikrath.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Das sind keine Unterstellungen! Sie haben heute hier Unterstellungen gegenüber Kollegem Cap gemacht! Ich will das, was Sie gesagt haben, hier nicht einmal dementieren, denn sie sind mir das nicht wert! Die Qualität Ihrer Debattenbeiträge zeigt sich hier ohnedies von selbst! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Steibl: Das ist wirklich eine sehr „inhaltsvolle“ Rede!
Sie machen Anschuldigungen, weil Sie selbst ein Versagen Ihrer Politik sehen! Sie selbst haben permanent eine Neuverschuldung im Staat produziert! – Sie reden immer vom Schuldenberg: Selbst wenn Sie einen Schuldenberg übernommen hätten, dann haben Sie ihn aber noch weiter aufgetürmt, meine Damen und Herren! Das ist Faktum, und das muss man den Leuten sagen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Steibl: Das ist wirklich eine sehr „inhaltsvolle“ Rede!) – Ja, Kollegin Steibl! Sie ist inhaltsvoll, im Gegensatz zu deiner, das muss ich schon dazu sagen!
Abg. Steibl: Du beschäftigst dich nicht ernsthaft mit Inhalten, sondern schüttest nur an!
Meine Damen und Herren! (Abg. Steibl: Du beschäftigst dich nicht ernsthaft mit Inhalten, sondern schüttest nur an!) Meine Damen und Herren! Was ich sehr ungerecht finde, und das werden Sie den Leuten auch sagen müssen, ist: Die Leute, die durch die Steuerreform nicht entlastet werden, dürfen dafür mehr zahlen, zum Beispiel durch die Energieabgaben, die sie zu zahlen haben! Die Leute können sich das fast nicht mehr leisten. Ich habe daher heuer einen Antrag betreffend Heizkostenzuschuss gestellt, Sie haben ihn im Sozialausschuss aber nicht einmal auf die Tagesordnung genommen, meine Damen und Herren! So schaut Ihre soziale Einstellung aus! Und dann reden Sie von der größten Steuerreform aller Zeiten. Für wen? Für die Unternehmen! – Da sagen wir: Nein danke! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! (Abg. Steibl: Du beschäftigst dich nicht ernsthaft mit Inhalten, sondern schüttest nur an!) Meine Damen und Herren! Was ich sehr ungerecht finde, und das werden Sie den Leuten auch sagen müssen, ist: Die Leute, die durch die Steuerreform nicht entlastet werden, dürfen dafür mehr zahlen, zum Beispiel durch die Energieabgaben, die sie zu zahlen haben! Die Leute können sich das fast nicht mehr leisten. Ich habe daher heuer einen Antrag betreffend Heizkostenzuschuss gestellt, Sie haben ihn im Sozialausschuss aber nicht einmal auf die Tagesordnung genommen, meine Damen und Herren! So schaut Ihre soziale Einstellung aus! Und dann reden Sie von der größten Steuerreform aller Zeiten. Für wen? Für die Unternehmen! – Da sagen wir: Nein danke! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Bauer.
Sie von der SPÖ werden nicht müde, hier zu jammern, dass die Unternehmen die Profiteure dieser Steuerreform sind. – Jawohl, sie sind Profiteure, aber auch die Arbeitnehmer profitieren! Wenn Sie behaupten, dass die Menschen nichts davon haben, dann sage ich: Von 5,9 Millionen Steuerpflichtigen in Österreich werden jetzt 2,55 Millionen Menschen steuerfrei gestellt. Das ist doch etwas! Diese Zahl setzt sich aus 1,65 Millionen Arbeitnehmern, 60 000 Selbständigen und 730 000 Pensionisten zusammen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Bauer.) Sie müssen einfach zur Kenntnis nehmen, dass es so ist!
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Man muss immer beide Etappen der Reform zusammen sehen: Die von 2004 ist ein vorgezogener Teil von 2005, und vergleichen müssen Sie zwischen 2003 und 2005! (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) Tatsache ist, dass bis zu 15 770 € Jahreseinkommen steuerfrei gestellt sind, und darüber hinaus gibt es die Senkung der Körperschaftsteuer, was enorm wichtig ist.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Bei dem Steuerwettbewerb, den es momentan in Europa gibt, nachdem gewisse Staaten schon die Flat-Tax eingeführt haben, müssen wir eben mithalten! Wenn Sie immer wieder sagen, dass die getroffenen Maßnahmen auch den kleinen und mittleren Betrieben nicht zugute kommen, sondern nur den Konzernen und den Kapitalgesellschaften, dann möchte ich Sie daran erinnern, dass 1,4 Millionen Arbeitnehmer in Kapitalgesellschaften arbeiten, die oft nicht mehr als 10 oder 20 Mitarbeiter beschäftigen! Das sind Arbeitsplätze! Wenn dort entsteuert wird und Leute Beschäftigung finden, dann erhöht das die Kaufkraft und die österreichische Wirtschaft ist wettbewerbsfähig! Das muss man ganz einfach zur Kenntnis nehmen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Bauer.
Wenn ich mir das so anschaue, Frau Kollegin ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Bauer.) – Herr Kollege Bauer! Ihnen konnte ich überhaupt nicht folgen! (Abg. Dr. Puswald: Das ist eine Intelligenzfrage!) Die Verteilungswirkung dieser Steuerreform ist positiv für die Familien, für die Haushaltseinkommen, für die Arbeitnehmer und auch für die Unternehmen, für die Klein- und Mittelbetriebe genauso wie für die Konzerne. Wenn Sie mir das nicht glauben, dann lesen Sie bei Felderer nach! (Zwischenruf des Abg.
Abg. Dr. Puswald: Das ist eine Intelligenzfrage!
Wenn ich mir das so anschaue, Frau Kollegin ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Bauer.) – Herr Kollege Bauer! Ihnen konnte ich überhaupt nicht folgen! (Abg. Dr. Puswald: Das ist eine Intelligenzfrage!) Die Verteilungswirkung dieser Steuerreform ist positiv für die Familien, für die Haushaltseinkommen, für die Arbeitnehmer und auch für die Unternehmen, für die Klein- und Mittelbetriebe genauso wie für die Konzerne. Wenn Sie mir das nicht glauben, dann lesen Sie bei Felderer nach! (Zwischenruf des Abg.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Silhavy. – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Dr. Bauer.) Hinsichtlich der Entlastung der Haushalte, Kollege Bauer, kommt das IHS zum Schluss, dass alle Einkommensgruppen fast gleich stark von den beiden Steuerreformen profitieren, selbst wenn man die Ökologisierung des Steuersystems gegenrechnet! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Silhavy. – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Der „Schuldenberg“, wie er ihn nennt, ist wie folgt gestiegen: Die Schulden betrugen im Jahr 2000 138,4 Milliarden €, im Jahr 2001 142,7 Milliarden €, im Jahr 2002 145,7 Milliarden €, im Jahr 2003 148,2 Milliarden € und werden im heurigen Jahr 152,8 Milliarden € betragen. (Beifall bei der SPÖ.)
Rufe bei der SPÖ: Hört! Hört!
Herr Kollege Dolinschek! In Gegenüberstellung zu Ihren Aussagen und zu jenen Ihrer FPÖ-Kollegen – und auch so mancher ÖVP-Kollegen – zitiere ich jetzt den FPÖ-Finanzlandesrat Karl Pfeifenberger aus Kärnten, der ganz im Gegensatz zu Ihren Aussagen und auch zu den Lobeshymnen des Oberverhandlers Haider in der aktuellen Ausgabe der „Kärntner Woche“ im O-Ton meint – ich zitiere Pfeifenberger im Zusammenhang mit dieser Steuerreform –: Wir brauchen einen gemeinsamen Schulterschluss, um die Bedrohungen vom Bund abzuwenden! (Rufe bei der SPÖ: Hört! Hört!) Das ist die Wahrheit, und ausnahmsweise stimme ich sogar Pfeifenberger zu! Das ist die Wahrheit, Herr Kollege Dolinschek! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Herr Kollege Dolinschek! In Gegenüberstellung zu Ihren Aussagen und zu jenen Ihrer FPÖ-Kollegen – und auch so mancher ÖVP-Kollegen – zitiere ich jetzt den FPÖ-Finanzlandesrat Karl Pfeifenberger aus Kärnten, der ganz im Gegensatz zu Ihren Aussagen und auch zu den Lobeshymnen des Oberverhandlers Haider in der aktuellen Ausgabe der „Kärntner Woche“ im O-Ton meint – ich zitiere Pfeifenberger im Zusammenhang mit dieser Steuerreform –: Wir brauchen einen gemeinsamen Schulterschluss, um die Bedrohungen vom Bund abzuwenden! (Rufe bei der SPÖ: Hört! Hört!) Das ist die Wahrheit, und ausnahmsweise stimme ich sogar Pfeifenberger zu! Das ist die Wahrheit, Herr Kollege Dolinschek! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Nun komme ich zu den immer wieder aufblitzenden Begriffen im Zusammenhang mit der Steuerreform: Kollegin Steibl hat von „Fairness“ und von „sozialer Gerechtigkeit“ gesprochen, manche haben sogar von „familienpolitischen Sozialleistungen“ geredet. – Auch diesbezüglich zitiere ich einen Kronzeugen, und zwar keinen Geringeren als Herrn Finanzminister Karl-Heinz Grasser himself. Der Herr Finanzminister hat sich gegenüber dem „Standard“ am 13. Jänner 2004 politisch geoutet, indem er wortwörtlich sagte: Es geht mir bei der Steuerreform nicht um Sozialpolitik. – Einfach ehrlich, einfach Grasser! Und das steht im krassen Widerspruch zu Ihren Darstellungen hier in der Debatte über die Steuerreform! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich kann es Ihnen nicht ersparen: Glücklicherweise wurde Ihre abstruse Idee – und ich denke, Staatssekretär Finz war mit dabei – der Steueramnestie dank der Opposition und eines FPÖ-Ministers verhindert! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Dem Finanzminister ging es nicht um soziale Gerechtigkeit und nicht um bessere Steuermoral und Gerechtigkeit, sondern er wollte, ganz präzise gesagt, Steuerhinterziehung unterstützen und am Ende sogar noch belohnen. – Dass dieser Kelch an uns vorübergegangen ist, ist ein Glück für die Steuerpolitik in Österreich! (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenbemerkung von Staatssekretär Dr. Finz.) – Ich bespreche jetzt die Steueramnestie! Sie können sich ja zu Wort melden, Herr Staatssekretär!
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenbemerkung von Staatssekretär Dr. Finz.
Ich kann es Ihnen nicht ersparen: Glücklicherweise wurde Ihre abstruse Idee – und ich denke, Staatssekretär Finz war mit dabei – der Steueramnestie dank der Opposition und eines FPÖ-Ministers verhindert! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Dem Finanzminister ging es nicht um soziale Gerechtigkeit und nicht um bessere Steuermoral und Gerechtigkeit, sondern er wollte, ganz präzise gesagt, Steuerhinterziehung unterstützen und am Ende sogar noch belohnen. – Dass dieser Kelch an uns vorübergegangen ist, ist ein Glück für die Steuerpolitik in Österreich! (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenbemerkung von Staatssekretär Dr. Finz.) – Ich bespreche jetzt die Steueramnestie! Sie können sich ja zu Wort melden, Herr Staatssekretär!
Zwischenruf des Abg. Mag. Mainoni.
Das dritte Kuriosum ist die Tatsache, dass Kollege Stummvoll von der ÖVP – wie gestern und heute auch viele andere – von einer Sensation gesprochen hat, dass über zwei Millionen Steuerpflichtige keine Steuer zahlen müssen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Mainoni.) Es ist dies eine sehr, sehr bedenkliche Sensation! Es geht dabei nämlich um die Tatsache, dass 2,2 Millionen erwerbstätige Menschen in Österreich so wenig verdienen, dass es gerade noch zum schlechten Überleben reicht, aber nicht mehr zum eigenberechtigten, selbständigen Leben! – Das ist eine Schande für die Republik Österreich und keine positive Sensation, wie Kollege Stummvoll es dargestellt hat! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das dritte Kuriosum ist die Tatsache, dass Kollege Stummvoll von der ÖVP – wie gestern und heute auch viele andere – von einer Sensation gesprochen hat, dass über zwei Millionen Steuerpflichtige keine Steuer zahlen müssen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Mainoni.) Es ist dies eine sehr, sehr bedenkliche Sensation! Es geht dabei nämlich um die Tatsache, dass 2,2 Millionen erwerbstätige Menschen in Österreich so wenig verdienen, dass es gerade noch zum schlechten Überleben reicht, aber nicht mehr zum eigenberechtigten, selbständigen Leben! – Das ist eine Schande für die Republik Österreich und keine positive Sensation, wie Kollege Stummvoll es dargestellt hat! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Tatsache ist auch – der Finanzminister ist nicht da, aber er weiß es, er muss es wissen, zumindest seine Eltern werden es ihm wohl gesagt haben –, dass Klein- und Mittelbetriebe nicht zu den Profiteuren gehören, sondern zu den Geschädigten. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Seine Familie hat nämlich einen Kleinbetrieb in Klagenfurt, in der Autobranche, und nicht aus Lust und Laune waren sie irgendwie genötigt, im Vorjahr diesen Betrieb – Vater Grasser hat es eine „friedliche Übernahme“ genannt – zu übergeben. Also auch seine Eltern wissen, welch negative Konsequenzen diese Steuerpolitik auch für die kleinen und mittleren Unternehmen hat!
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
die Lohnschere zwischen Frauen und Männern unter Ihrer Regierung noch weiter auseinander gegangen und dass die Armut in dieser Republik Österreich weiblich ist! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Schieder.
Ich habe mir überlegt, dass man sich eigentlich ein bisschen mit der Geschichte der Steuerreform beschäftigen und sich ansehen sollte, wie die Sozialdemokraten, die sozialdemokratischen Finanzminister grundsätzlich zu Steuerreformen stehen. (Zwischenruf des Abg. Schieder.) – Ich lade Sie ein, Herr Kollege Schieder, einen Blick zurück zu werfen, und zwar ins Jahr 1984! (Abg. Schieder: Das wird uns heute sehr viel helfen!)
Abg. Schieder: Das wird uns heute sehr viel helfen!
Ich habe mir überlegt, dass man sich eigentlich ein bisschen mit der Geschichte der Steuerreform beschäftigen und sich ansehen sollte, wie die Sozialdemokraten, die sozialdemokratischen Finanzminister grundsätzlich zu Steuerreformen stehen. (Zwischenruf des Abg. Schieder.) – Ich lade Sie ein, Herr Kollege Schieder, einen Blick zurück zu werfen, und zwar ins Jahr 1984! (Abg. Schieder: Das wird uns heute sehr viel helfen!)
Abg. Schieder: Reden Sie nicht von der Vergangenheit, sondern kümmern Sie sich um die Zukunft!
Da hatten Sie Herrn Finanzminister Salcher, der angesichts einer kleinen Koalition eigentlich ganz grundsätzlich das machen wollte, was die Sozialdemokratie immer wollte, wie ich annehme. (Abg. Schieder: Reden Sie nicht von der Vergangenheit, sondern kümmern Sie sich um die Zukunft!) Und er hat es auch tatsächlich geschafft. Im Regierungsübereinkommen 1983 war von einer etwas umfangreicheren Steuerreform die Rede. Salcher hat dann gemeint: Ganz so groß wird sie nicht ausfallen. Und das eigentliche, zentrale Element dieser Steuerreform war, dass die Gültigkeit der Lohnsteuerkarte von drei auf fünf Jahre verlängert wurde. Das war der „Quantensprung“ des Herrn Finanzministers Salcher! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Schieder.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Schieder.
Da hatten Sie Herrn Finanzminister Salcher, der angesichts einer kleinen Koalition eigentlich ganz grundsätzlich das machen wollte, was die Sozialdemokratie immer wollte, wie ich annehme. (Abg. Schieder: Reden Sie nicht von der Vergangenheit, sondern kümmern Sie sich um die Zukunft!) Und er hat es auch tatsächlich geschafft. Im Regierungsübereinkommen 1983 war von einer etwas umfangreicheren Steuerreform die Rede. Salcher hat dann gemeint: Ganz so groß wird sie nicht ausfallen. Und das eigentliche, zentrale Element dieser Steuerreform war, dass die Gültigkeit der Lohnsteuerkarte von drei auf fünf Jahre verlängert wurde. Das war der „Quantensprung“ des Herrn Finanzministers Salcher! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Schieder.)
Abg. Schieder: Das hilft Ihnen auch nicht! – Abg. Mag. Mainoni: Schieder stört die Rede!
Und dann, Herr Kollege Schieder, kam das Jahr 1987. (Abg. Schieder: Das hilft Ihnen auch nicht! – Abg. Mag. Mainoni: Schieder stört die Rede!) Ihr Kollege Lacina hat wiederum verteidigt, was alles nicht geht, und es war in Wirklichkeit die ÖVP, damals unter Alois Mock, die in diese Regierung eingetreten ist und Folgendes durchgesetzt beziehungsweise auch verhindert hat (Abg. Dr. Bauer: Sie haben damals nichts durchgesetzt und auch heute nicht!), und zwar:
Abg. Dr. Bauer: Sie haben damals nichts durchgesetzt und auch heute nicht!
Und dann, Herr Kollege Schieder, kam das Jahr 1987. (Abg. Schieder: Das hilft Ihnen auch nicht! – Abg. Mag. Mainoni: Schieder stört die Rede!) Ihr Kollege Lacina hat wiederum verteidigt, was alles nicht geht, und es war in Wirklichkeit die ÖVP, damals unter Alois Mock, die in diese Regierung eingetreten ist und Folgendes durchgesetzt beziehungsweise auch verhindert hat (Abg. Dr. Bauer: Sie haben damals nichts durchgesetzt und auch heute nicht!), und zwar:
Abg. Schieder: Lesen Sie nichts vor, sondern reden Sie frei!
Ich könnte Ihnen noch viele andere Punkte vorlesen, wie zum Beispiel auch die Verhinderung von Beiträgen, ein ganz aktuelles Thema. (Abg. Schieder: Lesen Sie nichts vor, sondern reden Sie frei!) Wenn Sie und Ihre Finanzverantwortlichen nicht weiterwissen, dann müssen Sie auch wissen, dass die Erhöhung von Beiträgen oder Steuern nicht der Weisheit letzter Schluss ist.
Abg. Bucher: Beppo Mauhart!
Jetzt möchte ich kurz auf Kollegen Bauer zu sprechen kommen, der über die Austria Tabak gesprochen hat, und ihm nur in Erinnerung rufen: Sie haben einmal einen Genossen als Generaldirektor dort gehabt. Er war auch Präsident des Österreichischen Fußballbundes. (Abg. Bucher: Beppo Mauhart!) Beppo Mauhart. Dieser Mann – damals noch ein Kind der Verstaatlichten und somit der Sozialdemokratie – hat geschaltet und gewaltet und geglaubt, weil damals gerade die Frage der Diversifikation hochgekommen ist, dass man jetzt zu diversifizieren anfängt. (Abg. Dr. Fekter: Das hat
Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Die Wahrheit wollt ihr nicht hören!
Dass Sie jetzt aber glauben, dass der eigentliche Schritt der Privatisierung ein schlechter ist, zeigt ja nur, dass Sie die Problematik noch nicht erkannt haben, oder auch, dass Sie unter Alzheimer leiden, denn Beppo Mauhart ist ja ein Synonym für diese Politik. (Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Die Wahrheit wollt ihr nicht hören!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube daher, wenn Sie sich die Regierungsverhandlungen anschauen, die diesmal zur Steuerreform geführt haben, dann ist das eins zu eins umgesetzt worden, und dazu ist dieser Regierung auch zu gratulieren. Dass Sie nicht mitkönnen, habe ich mit dem Hinweis auf Salcher, aber auch auf Lacina nur darzulegen versucht. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ, ÖVP und Freiheitlichen. – Abg. Schieder: Aber jemand, der nur Langzeitfakten bringt, sollte nicht von Alzheimer reden! Das waren alles nur Langzeitfakten!
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Ing. Gartlehner. 6 Minuten Wunschredezeit. – Bitte. (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ, ÖVP und Freiheitlichen. – Abg. Schieder: Aber jemand, der nur Langzeitfakten bringt, sollte nicht von Alzheimer reden! Das waren alles nur Langzeitfakten!)
Anhaltende Zwischenrufe. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Abgeordneter Ing. Kurt Gartlehner (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Anhaltende Zwischenrufe. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Also Beppo Mauhart vorzuwerfen, dass er als Patriot versucht hat, diese maroden österreichischen Privatunternehmen zu retten, um die österreichischen Marken zu erhalten, was ihm natürlich nicht gelungen ist, ist, glaube ich, ein sehr fragwürdiger Vorwurf. Daher sollte man, glaube ich, ganz vorsichtig sein, insbesondere wenn man aus dem Raiffeisenkonzern kommt. (Abg. Dr. Fekter: Und was hat das die Republik gekostet?) – Die Republik hat das überhaupt nichts gekostet! Die Republik hat den größten Schaden durch den ATW-Verkauf erlitten, muss ich sagen, und das ist dieser Bundesregierung zu verdanken, denn jeder weiß, dass heute jede Luftblase im Shareholder-Niveau, was die Gewinne betrifft, sozusagen einen mit dem Faktor 8 umgerechneten Preis wert ist, und wenn man den Preis so festsetzt, dass nach zweieinhalb Jahren mehr oder weniger die Kosten für die Akquisition herinnen sind, dann ist das fast schon Wirtschaftskriminalität, wenn man so agiert. – Das nur zu diesem Thema.
Abg. Dr. Fekter: Und was hat das die Republik gekostet?
Abgeordneter Ing. Kurt Gartlehner (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Anhaltende Zwischenrufe. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Also Beppo Mauhart vorzuwerfen, dass er als Patriot versucht hat, diese maroden österreichischen Privatunternehmen zu retten, um die österreichischen Marken zu erhalten, was ihm natürlich nicht gelungen ist, ist, glaube ich, ein sehr fragwürdiger Vorwurf. Daher sollte man, glaube ich, ganz vorsichtig sein, insbesondere wenn man aus dem Raiffeisenkonzern kommt. (Abg. Dr. Fekter: Und was hat das die Republik gekostet?) – Die Republik hat das überhaupt nichts gekostet! Die Republik hat den größten Schaden durch den ATW-Verkauf erlitten, muss ich sagen, und das ist dieser Bundesregierung zu verdanken, denn jeder weiß, dass heute jede Luftblase im Shareholder-Niveau, was die Gewinne betrifft, sozusagen einen mit dem Faktor 8 umgerechneten Preis wert ist, und wenn man den Preis so festsetzt, dass nach zweieinhalb Jahren mehr oder weniger die Kosten für die Akquisition herinnen sind, dann ist das fast schon Wirtschaftskriminalität, wenn man so agiert. – Das nur zu diesem Thema.
Abg. Dolinschek: Da müssen Sie aber auch mit den Freiheitlichen zusammenarbeiten!
Daher hoffe ich natürlich, dass es eine starke sozialdemokratische europäische Parlamentariergruppe geben wird, die dieses Projekt auf dieser Ebene verfolgt. (Abg. Dolinschek: Da müssen Sie aber auch mit den Freiheitlichen zusammenarbeiten!) Es wäre aber natürlich auch sehr schön, wenn sich die österreichischen Parlamentarier in Zukunft fraktionsübergreifend mit diesem Thema beschäftigen könnten und sich wirklich in einer ernsthaften Debatte dazu bekennen würden.
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Sinne, muss ich sagen, sind wir natürlich mit dieser Steuerreform absolut nicht zufrieden. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Silhavy: Nein! – Abg. Öllinger: Nein! Bitte nicht!
Abgeordneter Maximilian Walch (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Werte Kolleginnen und Kollegen! Zu ein paar Vorrednerinnen und Vorredner muss ich etwas sagen. (Abg. Silhavy: Nein! – Abg. Öllinger: Nein! Bitte nicht!)
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Jetzt können die Frauen zusätzlich zum Kindergeld 14 600 € dazuverdienen. Zusätzlich hat diese Regierung die Familienbeihilfe um 100 S erhöht – also es gab eine Erhöhung der Familienbeihilfe! Ihr habt das Karenzgeld von zwei Jahren eineinhalb Jahre gekürzt, wir haben es auf drei Jahre erhöht. Also da ist viel geschehen. Und noch dazu erfolgt für die Frauen eine Anrechnung auf die Pension. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) Ich weiß eh, dass es schwierig ist, immer aufzupassen, aber ich würde darum ersuchen. Ich habe dir auch nicht dreingesprochen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Jetzt können die Frauen zusätzlich zum Kindergeld 14 600 € dazuverdienen. Zusätzlich hat diese Regierung die Familienbeihilfe um 100 S erhöht – also es gab eine Erhöhung der Familienbeihilfe! Ihr habt das Karenzgeld von zwei Jahren eineinhalb Jahre gekürzt, wir haben es auf drei Jahre erhöht. Also da ist viel geschehen. Und noch dazu erfolgt für die Frauen eine Anrechnung auf die Pension. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) Ich weiß eh, dass es schwierig ist, immer aufzupassen, aber ich würde darum ersuchen. Ich habe dir auch nicht dreingesprochen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Lapp: Puswald!
Dann für unseren Kollegen Tuswald, den man, auch wenn er nicht am Rednerpult ist, immer hört: Kollege Dolinschek hat gemeint, im Verhältnis zum BIP sind die Schulden reduziert worden. – Kollege Tuswald, stell dir vor (Abg. Mag. Lapp: Puswald!), allein durch die Zinsen für den Schuldenstand, den ihr von der SPÖ uns hinterlassen habt,
Beifall bei den Freiheitlichen.
Und wenn ich dann immer von der Opposition von den Armen höre, die unter der Armutsgrenze sind und gar keine Entlastung haben, dann frage ich einmal: Wer hat sie so weit geführt? Welche SPÖ und Sozialpartner von der Gewerkschaft haben diesen in guten Zeiten keinen gescheiten Lohn ausgehandelt? Habt ihr geschlafen, oder wo wart ihr denn überhaupt? Guten Morgen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Reheis: Wie lange regieren Sie schon?
Denkt einmal zurück, wer das gemacht hat! Ihr seid die Verursacher, nicht wir. Wir können über Nacht diese Schlamassel, die ihr in Österreich angerichtet habt, nicht einfach wieder revidieren. – So viel dazu. (Abg. Reheis: Wie lange regieren Sie schon?)
Bravorufe und Beifall bei den Freiheitlichen sowie Beifall bei der ÖVP.
Dass ihr nicht dafür stimmt, wissen wir eh, denn ihr seid eine Polemisierungspartei in Österreich, aber die Bevölkerung wird dann mit 1. Jänner 2005 sehen, was sie im Geldtaschel mehr drinnen hat. Dann wird eure Verbreitung von Unwahrheiten hintangestellt. (Bravorufe und Beifall bei den Freiheitlichen sowie Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Nicht einmal den Spruch können Sie!
uns einmal vorgetragen haben, selbst ernst nehmen würden, nämlich „rechnen, denken und dann sprechen“, dann wären Sie sicher zu einer anderen Aussage gekommen und nicht zu der, die Sie soeben getätigt haben. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Nicht einmal den Spruch können Sie!) Dann hätten Sie nämlich einmal zusammengerechnet, was Ihre Regierung den Arbeitnehmern und den Pensionistinnen und Pensionisten in den letzten Jahren aus der Tasche gezogen hat und über die so genannte Steuerreform jetzt nur in ganz geringem Umfang wieder zurückgibt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Silhavy: Aber das geht nur, wenn man denken kann!) – Ja, richtig, da muss man dann mitdenken.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Silhavy: Aber das geht nur, wenn man denken kann!
uns einmal vorgetragen haben, selbst ernst nehmen würden, nämlich „rechnen, denken und dann sprechen“, dann wären Sie sicher zu einer anderen Aussage gekommen und nicht zu der, die Sie soeben getätigt haben. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Nicht einmal den Spruch können Sie!) Dann hätten Sie nämlich einmal zusammengerechnet, was Ihre Regierung den Arbeitnehmern und den Pensionistinnen und Pensionisten in den letzten Jahren aus der Tasche gezogen hat und über die so genannte Steuerreform jetzt nur in ganz geringem Umfang wieder zurückgibt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Silhavy: Aber das geht nur, wenn man denken kann!) – Ja, richtig, da muss man dann mitdenken.
Zwischenruf des Abg. Grillitsch.
Der Faktor Arbeit wird nicht entlastet, es werden ... (Zwischenruf des Abg. Grillitsch.) – Kollege Grillitsch, Sie waren heute schon am Wort, wenn Sie noch einmal zu Wort kommen wollen, brauchen Sie sich nur zu melden, aber ich kann auf Ihre Zwischenrufe dankend verzichten. (Abg. Grillitsch: Das nützt auch nichts! Sie verstehen es ja trotzdem nicht!) – Herr Kollege Grillitsch, es werden keine neuen Arbeitsplätze geschaffen!
Abg. Grillitsch: Das nützt auch nichts! Sie verstehen es ja trotzdem nicht!
Der Faktor Arbeit wird nicht entlastet, es werden ... (Zwischenruf des Abg. Grillitsch.) – Kollege Grillitsch, Sie waren heute schon am Wort, wenn Sie noch einmal zu Wort kommen wollen, brauchen Sie sich nur zu melden, aber ich kann auf Ihre Zwischenrufe dankend verzichten. (Abg. Grillitsch: Das nützt auch nichts! Sie verstehen es ja trotzdem nicht!) – Herr Kollege Grillitsch, es werden keine neuen Arbeitsplätze geschaffen!
Abg. Hornek: Das ist eh gut! Die arbeiten wenigstens etwas!
Zum Pendlerproblem, meine Damen und Herren: Schauen Sie sich an, wie viele alleine nach Wien einpendeln! 220 000 Menschen pendeln aus dem Burgenland, aus Niederösterreich und aus der Steiermark nach Wien ein. (Abg. Hornek: Das ist eh gut! Die arbeiten wenigstens etwas!) Alleine die Bundesbahntarife wurden in den letzten Jahren, vom Jahr 2000 bis jetzt, um rund 30 Prozent erhöht, und Sie erhöhen die Pendlerpauschale um nebbiche 15 Prozent. Unterstützen Sie unseren Entschließungsantrag, zumindest Sie, Herr Kollege Walch, wenn Sie sich als Arbeitnehmervertreter verstehen!
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Dieses Steuerdesaster stärkt weder die Kaufkraft noch schafft es Arbeitsplätze oder bringt Impulse für die Wirtschaft. Es ist schlicht und einfach ein Flop für die Mehrheit der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, der auch durch Ihr Schönreden nicht besser wird. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Posch: Das ist eine gewaltige Redeleistung!
Jedenfalls wissen wir, dass wir mit der Steuerreform etwas Besonderes schaffen. (Abg. Mag. Posch: Das ist eine gewaltige Redeleistung!) Ich komme aus dem Weinviertel, und gerade für uns ist das besonders wichtig, weil wir durch die EU-Erweiterung eine besondere Herausforderung haben und gerade diesen Standort Weinviertel besonders schätzen und schützen müssen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Der gute Wein!
Das Weinviertel ist ein Wirtschaftsstandort, der häufig unterschätzt wird. Auch die Landwirtschaft wird häufig unterschätzt, erst recht der Tourismus im Weinviertel (Abg. Dr. Pirklhuber: Der gute Wein!) – ich erinnere Sie an die Therme – und der Wein. (Abg. Öllinger: Wir unterschätzen das Weinviertel nicht!) – Danke, wunderbar! Gerade da zeigt sich, dass diese Steuerreform vieles kann.
Abg. Öllinger: Wir unterschätzen das Weinviertel nicht!
Das Weinviertel ist ein Wirtschaftsstandort, der häufig unterschätzt wird. Auch die Landwirtschaft wird häufig unterschätzt, erst recht der Tourismus im Weinviertel (Abg. Dr. Pirklhuber: Der gute Wein!) – ich erinnere Sie an die Therme – und der Wein. (Abg. Öllinger: Wir unterschätzen das Weinviertel nicht!) – Danke, wunderbar! Gerade da zeigt sich, dass diese Steuerreform vieles kann.
Beifall bei der ÖVP.
Es ist interessant, dass wir in dieser Frage des Agrardiesels erst zehn Jahre nach dem EU-Beitritt das bekommen, was wir dringend brauchen. Ich danke gerade dieser unserer Regierung, dass wir es jetzt bekommen. Es ist höchste Zeit, aber wir brauchen es dringend, und es wird uns helfen, dass wir bestehen können. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Grillitsch: Aus ideologischen Gründen!
Es ist ganz klar, dass die sozialdemokratische Fraktion das natürlich nicht will. (Abg. Grillitsch: Aus ideologischen Gründen!) – Danke fürs Einsagen! Es ist nicht nur die Ideologie, sie verstehen es einfach nicht. (Abg. Grillitsch: Ja, genau!) Wirtschaftspolitik à la Rote Falken enthält das nicht. – Na gut. (Abg. Silhavy: Es ist zu bezweifeln, dass Sie es verstehen! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Grillitsch: Ja, genau!
Es ist ganz klar, dass die sozialdemokratische Fraktion das natürlich nicht will. (Abg. Grillitsch: Aus ideologischen Gründen!) – Danke fürs Einsagen! Es ist nicht nur die Ideologie, sie verstehen es einfach nicht. (Abg. Grillitsch: Ja, genau!) Wirtschaftspolitik à la Rote Falken enthält das nicht. – Na gut. (Abg. Silhavy: Es ist zu bezweifeln, dass Sie es verstehen! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Silhavy: Es ist zu bezweifeln, dass Sie es verstehen! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Es ist ganz klar, dass die sozialdemokratische Fraktion das natürlich nicht will. (Abg. Grillitsch: Aus ideologischen Gründen!) – Danke fürs Einsagen! Es ist nicht nur die Ideologie, sie verstehen es einfach nicht. (Abg. Grillitsch: Ja, genau!) Wirtschaftspolitik à la Rote Falken enthält das nicht. – Na gut. (Abg. Silhavy: Es ist zu bezweifeln, dass Sie es verstehen! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das heißt, Sekt aus unserer Region verliert an Markt. Wenn es uns gelingt, diese Schaumweinsteuer abzuschaffen – und heute werden wir das beschließen –, haben wir die Chance, 7,5 Millionen Flaschen aus Österreich mehr unter die Leute zu bringen und vielleicht auch die Prosecco-Spargel-Fraktion zu bekehren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Alle anderen, die nicht mit uns stimmen, sollen weiter beim Prosecco bleiben. Sie verdienen nichts Besseres. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Grillitsch: Der Herr Kollege Schultes, Frau Kollegin! Schultes heißt er!
Sehr geehrter Herr Kollege, der vor mir gesprochen hat! (Abg. Grillitsch: Der Herr Kollege Schultes, Frau Kollegin! Schultes heißt er!) Wenn die Menschen immer öfter ihren Lebensstandard überdenken müssen, wenn immer mehr Menschen arbeitslos sind, wenn immer mehr Familien am Rande der Armut stehen, dann gibt es keine Diskussionen um Prosecco und Sekt, sondern um das tägliche Brot und die Milch. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrter Herr Kollege, der vor mir gesprochen hat! (Abg. Grillitsch: Der Herr Kollege Schultes, Frau Kollegin! Schultes heißt er!) Wenn die Menschen immer öfter ihren Lebensstandard überdenken müssen, wenn immer mehr Menschen arbeitslos sind, wenn immer mehr Familien am Rande der Armut stehen, dann gibt es keine Diskussionen um Prosecco und Sekt, sondern um das tägliche Brot und die Milch. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Marek: Können Sie etwas zur Sache beitragen? – Abg. Grillitsch: Das ist schon so alt!
Die Steuerreform bringt Steuergeschenke für Konzerne wie die Lannacher Heilmittelwerke – Sie erinnern sich, da gibt es den Schnäppchenjäger Minister Bartenstein – und für den Papierkonzern des Herrn Präsidenten Prinzhorn, der aus öffentlichen Mitteln saniert wurde und nicht aus Mitteln von Banken. (Abg. Marek: Können Sie etwas zur Sache beitragen? – Abg. Grillitsch: Das ist schon so alt!)
Abg. Mag. Donnerbauer: Es waren 30 Jahre Sozialdemokratie!
Humanitäre Hilfsorganisationen haben in den vergangenen Wochen die Absetzbarkeit von Spenden gefordert, die es innerhalb der Europäischen Union nur in Finnland und in Österreich nicht gibt. (Abg. Mag. Donnerbauer: Es waren 30 Jahre Sozialdemokratie!)
Abg. Mag. Donnerbauer: ... Verantwortung tragen!
Vor allem Organisationen wie Caritas, Diakonie, Volkshilfe, Rotes Kreuz, Hilfswerk und viele andere mehr, die auch in Ihrem Einflussbereich sind, haben sich zusammengefunden, und Caritas-Generalsekretär Wallner-Ewald hat gemeint, NGOs müssen immer mehr soziale Löcher stopfen und staatliches Versagen kompensieren. – Da kann man nur zustimmen! (Abg. Mag. Donnerbauer: ... Verantwortung tragen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grillitsch: Stimmen Sie bei uns mit! – Abg. Marek: Das haben wir bei Ihnen 30 Jahre lang gesehen!
Stimmen Sie mit, oder Sie setzen wieder einmal einen Beweis dafür, dass Sie nur in Sonntagsreden gut sind, aber nicht, was das Leben der Menschen betrifft. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grillitsch: Stimmen Sie bei uns mit! – Abg. Marek: Das haben wir bei Ihnen 30 Jahre lang gesehen!)
Abg. Gaál: Das ist nicht notwendig!
Staatssekretär im Bundesministerium für Finanzen Dr. Alfred Finz: Sehr verehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Ich möchte auf einige der angeschnittenen Fragen eingehen. (Abg. Gaál: Das ist nicht notwendig!)
Demonstrativer Beifall des Abg. Mag. Donnerbauer.
Im Übrigen haben wir einen Zinsendienst übernommen: 7 Milliarden € zahlen wir nur für Schulden, die 30 Jahre lang – egal, ob Hochkonjunktur oder nicht – aufgenommen wurden. – Mit diesem Betrag könnten wir viele Wünsche erfüllen, die da heute angeführt wurden. (Demonstrativer Beifall des Abg. Mag. Donnerbauer.)
Abg. Silhavy: Das stimmt ja nicht!
Zur Steueramnestie: Frau Abgeordnete Trunk! Die Steueramnestie ist nicht von uns erfunden worden, zwei sozialistische Finanzminister haben solche durchgeführt. Wir haben eigentlich nur das nachgemacht, was vorher auch schon getan wurde. (Abg. Silhavy: Das stimmt ja nicht!) – Ich kann Ihnen die Gesetze zeigen! (Abg. Mag. Lapp: Sie kennen sich da nicht aus!)
Abg. Mag. Lapp: Sie kennen sich da nicht aus!
Zur Steueramnestie: Frau Abgeordnete Trunk! Die Steueramnestie ist nicht von uns erfunden worden, zwei sozialistische Finanzminister haben solche durchgeführt. Wir haben eigentlich nur das nachgemacht, was vorher auch schon getan wurde. (Abg. Silhavy: Das stimmt ja nicht!) – Ich kann Ihnen die Gesetze zeigen! (Abg. Mag. Lapp: Sie kennen sich da nicht aus!)
Abg. Oberhaidinger: Grasser-Spende!
Zur Spendenabsetzbarkeit: Wissen Sie überhaupt, welche Forderung Sie da stellen? Wieso sollen nur Erlagscheinspenden abgegolten werden? Wenn man wirklich eine Spendenabsetzbarkeit einführt, dann müsste die natürlich für alle Spenden gelten, also zum Beispiel auch für alle Cash-Spenden, denn sonst wäre das ja wieder ungerecht. (Abg. Oberhaidinger: Grasser-Spende!)
Abg. Mag. Lapp: Das ist nicht unsere Forderung, Herr Staatssekretär!
Österreich hat ein Spendenvolumen von ungefähr 560 Millionen €. Würde man die volle Absetzbarkeit gewähren, würde das einen Betrag von bis zu 150 Millionen € erreichen. (Abg. Mag. Lapp: Das ist nicht unsere Forderung, Herr Staatssekretär!) Wir haben uns sehr wohl mit dieser Frage beschäftigt, und im Übrigen frage ich mich immer: Warum wurde das nicht unter sozialistischen Finanzministern gemacht? Wieso lastet man das jetzt uns an? (Abg. Mag. Lapp: Schon, aber das ist nicht unsere Forderung! – Zwischenruf des Abg. Reheis.) Führte man eine Begrenzung ein, würde
Abg. Mag. Lapp: Schon, aber das ist nicht unsere Forderung! – Zwischenruf des Abg. Reheis.
Österreich hat ein Spendenvolumen von ungefähr 560 Millionen €. Würde man die volle Absetzbarkeit gewähren, würde das einen Betrag von bis zu 150 Millionen € erreichen. (Abg. Mag. Lapp: Das ist nicht unsere Forderung, Herr Staatssekretär!) Wir haben uns sehr wohl mit dieser Frage beschäftigt, und im Übrigen frage ich mich immer: Warum wurde das nicht unter sozialistischen Finanzministern gemacht? Wieso lastet man das jetzt uns an? (Abg. Mag. Lapp: Schon, aber das ist nicht unsere Forderung! – Zwischenruf des Abg. Reheis.) Führte man eine Begrenzung ein, würde
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.
man den Spendenorganisationen einen schlechten Dienst erweisen, denn dann würde man nur mehr so viel spenden, als die steuerliche Absetzbarkeit gerade noch ermöglicht. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Heinzl: Sie sollten zuhören!
Abgeordnete Dipl.-Ing. Elke Achleitner (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Sehr geehrte Damen und Herren! Die Opposition versucht nun schon seit Stunden in unzähligen Beiträgen mit Kampf und Krampf Negatives an dieser Steuerreform zu finden. Ich bin der Meinung, trotz größter Anstrengung haben Sie noch kein einziges sinnvolles Argument gefunden, das diese gute Reform entkräften könnte. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Heinzl: Sie sollten zuhören!)
Abg. Mag. Hoscher: Der mit der Regierung „nichts“ zu tun hat!
Sie von der Opposition versuchen sogar ständig, Unwahrheiten zu verbreiten, indem Sie den Leuten immer einreden wollen, dass Arbeitnehmer und andere Menschen in Österreich nichts von dieser Maßnahme hätten. – Das stimmt nicht! Das sagen aber nicht nur die Regierungsparteien, sondern niemand Geringerer als der Chef des Instituts für Höhere Studien Bernhard Felderer. (Abg. Mag. Hoscher: Der mit der Regierung „nichts“ zu tun hat!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Sehr geehrte Damen und Herren! Wir Freiheitlichen sind stolz darauf, dass in der Steuerreform gerade den Familien und den Frauen besonderes Augenmerk geschenkt wird. Auch wenn Kollege Öllinger von den Grünen sagt, dass die Leier dauernd wiederholt wird, und Herr Nürnberger gestern gemeint hat, dass die Regierung nichts für Familien täte, bekennen wir uns dazu, dass gerade die Arbeit in der Familie gewürdigt wird und dass diese Arbeit endlich auch einmal als Leistung anerkannt wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
endlich!), und machen Sie nicht ständig alles schlecht, was für Österreich und seine Bürger in Zukunft wirklich gut sein wird! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Freund: Männer sind auch dabei!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Geschätzte BesucherInnen auf der Galerie – wenige, aber doch einige, die heute dieser Debatte folgen! (Abg. Freund: Männer sind auch dabei!) Zur Kollegin Achleitner nur eines: Wir haben ganz am Anfang eine intensive Diskussion über die alternativen Vorschläge der Grünen gehört. Mir ist schon aufgefallen, dass es in der ganzen heutigen Debatte keine einzige Bezugnahme auf die Vorschläge, die unser Klubobmann Van der Bellen oder unser Budgetsprecher Kogler eingebracht haben, gegeben hat. Das ist für mich schon ein deutliches Zeichen dafür, dass Sie mit unseren Argumenten nicht zurechtkommen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Die sind so haarsträubend, Ihre Argumente!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Die sind so haarsträubend, Ihre Argumente!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Geschätzte BesucherInnen auf der Galerie – wenige, aber doch einige, die heute dieser Debatte folgen! (Abg. Freund: Männer sind auch dabei!) Zur Kollegin Achleitner nur eines: Wir haben ganz am Anfang eine intensive Diskussion über die alternativen Vorschläge der Grünen gehört. Mir ist schon aufgefallen, dass es in der ganzen heutigen Debatte keine einzige Bezugnahme auf die Vorschläge, die unser Klubobmann Van der Bellen oder unser Budgetsprecher Kogler eingebracht haben, gegeben hat. Das ist für mich schon ein deutliches Zeichen dafür, dass Sie mit unseren Argumenten nicht zurechtkommen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Die sind so haarsträubend, Ihre Argumente!)
Abg. Freund: Sozialabbau stimmt nicht!
Vor allem Ihr Sozialsprecher hat sich ja heute hier einen Lapsus geleistet, den ich Ihnen schon noch einmal vorexerzieren möchte: Er hat wirklich ernsthaft gemeint, die Konzerne und die Familien profitieren gleichermaßen. – So einen Satz muss man sich wirklich einmal auf der Zunge zergehen lassen: auf der einen Seite die Konzerne, die multinational globalisiert Profite verschieben, Investitionen tätigen und – keine Frage – wichtige Player in einem globalen Wettbewerb sind, und auf der anderen Seite die Familien, die vom Sozialabbau, vom verschärften Wettbewerb und von den Problemen im Bildungsbereich betroffen sind und die wirklich schauen müssen, dass sie sich über Wasser halten können. (Abg. Freund: Sozialabbau stimmt nicht!) So ein Vergleich von einem Sozialsprecher ist aus meiner Sicht unglaublich.
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Sie begünstigen die Wirtschaftsunternehmungen überproportional mit der Senkung der Körperschaftsteuer auf 25 Prozent und müssen sich jetzt ernsthaft die Frage stellen, welchen gesellschaftspolitischen Beitrag die Unternehmen in Österreich denn leisten. Welche soziale Verantwortung nehmen sie wahr? Ich erinnere daran, dass es in früheren Zeiten durchaus Usus und gängige Praxis war, dass sich auch Unternehmensvertreter ihrer sozialen Verantwortung klar bewusst waren. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen.
Ich denke, dieser schrittweise Abschied der Politik aus einer gesamtwirtschaftlichen und gesamtgesellschaftlichen Verantwortung trägt Ihre Handschrift. Wir Grünen treten dafür ein, dass das Primat der Politik gelten muss, dass Zukunftsgestaltung gerade in einer erweiterten Europäischen Union durch politische Gestaltung erzeugt und durch politische Diskussion verursacht werden muss und nicht durch einen Steuerwettbewerb nach unten. – Das nennen Sie Standortpolitik! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Freund: Machen wir ja!
Ich möchte aber auch auf einige konkrete Aspekte bezüglich der ökologischen Ausrichtung dieser Steuerreform eingehen. Kollege Schultes – ich glaube, er ist nicht mehr hier – hat den Agrardiesel erwähnt. Gerade der Agrardiesel ist ein gutes Beispiel für Klientelpolitik. Sie versprechen den Bauern seit Jahren einen Steuervorteil für den Diesel, der in der Landwirtschaft verwendet wird. Kein Zweifel, das ist in der Europäischen Union unterschiedlich geregelt, da gebe ich Ihnen Recht. Aber umgekehrt, meine Damen und Herren, stelle ich Ihnen schon die Frage: Wieso nützen Sie nicht die Möglichkeiten einer wirklichen Lenkung der Produktion, indem Sie zum Beispiel gerade erneuerbare Energie, gerade nachwachsende Rohstoffe, gerade jenen Sektor der Pflanzenöle, der ökologisch verträglich und zukunftsorientiert ist, wirklich als eine Chance für die Bäuerinnen und Bauern und Marktentlastung zugleich bevorzugen? (Abg. Freund: Machen wir ja!)
Beifall bei den Grünen.
Ich bin gespannt darauf, ob der eine oder andere doch noch auf unsere Argumente eingehen wird. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen
Mit einem Bündel aus einer wirklich signifikanten KöSt-Senkung, einer Gruppenbesteuerung, die heute die modernste und attraktivste ist, die wir – in Europa jedenfalls – haben (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen), mit einer Entlastung der kleinen und mittleren Unternehmen, so sie Personengesellschaften oder Einzelunternehmen sind, durch die Privilegierung der Besteuerung des nicht entnommenen Gewinnes, durch die Konjunkturpakete 2 und 3 und die massiven Forderungen und Incentives für Forschung und Entwicklung haben wir heute eine Attraktivität für den Wirtschaftsstandort Österreich geschaffen, der bemerkenswert ist.
in Richtung des Abg. Dr. Pirklhuber
Ehrlich gesagt: Ich will Ihnen (in Richtung des Abg. Dr. Pirklhuber) jetzt keine mangelnde Wertschätzung entgegenbringen, aber es ist relativ gleichgültig, wie Sie das einschätzen. Entscheidend ist, wie es der Markt aufnimmt, und entscheidend ist, wie es die Unternehmen aufnehmen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Und die – lassen Sie sich das gesagt sein – nehmen es großartig auf.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ehrlich gesagt: Ich will Ihnen (in Richtung des Abg. Dr. Pirklhuber) jetzt keine mangelnde Wertschätzung entgegenbringen, aber es ist relativ gleichgültig, wie Sie das einschätzen. Entscheidend ist, wie es der Markt aufnimmt, und entscheidend ist, wie es die Unternehmen aufnehmen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Und die – lassen Sie sich das gesagt sein – nehmen es großartig auf.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen
Und das ist relevant, liebe Kollegen. Das ist relevant! Es ist wichtig, was Sie uns heute sagen, aber es ist nicht relevant (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen), nicht relevant für den Wirtschaftsstandort, nicht relevant für die Arbeitsplätze, die wir damit sichern werden, nicht relevant für die Arbeitsplätze, die wir noch mehr schaffen werden. Das ist praktizierte soziale Politik – und nicht das, was Sie immer darunter verstehen, was Sie uns in Wien demonstrieren: dass die Arbeitsplätze immer weniger werden, dass die Arbeitslosigkeit immer mehr steigt.
Abg. Dr. Brinek: Das verstehen sie nicht!
Und dieselbe Fraktion, die dafür verantwortlich ist, nämlich die sozialdemokratische Fraktion, lehnt Maßnahmen ab, die genau das Gegenteil bewirken werden, und gerade für Wien, denn die meisten Headquarters plus alle Arbeitsplätze in der Folge – hochkarätige Forschung und Entwicklung, Know-how-Center plus Folgaufträge an die kleinen und mittleren Unternehmen in dieser Region an die Selbstständigen, von Agenturen bis zu Anwälten – kommen insbesondere auch Wien zugute, weil die Headquarters hier angesiedelt werden. (Abg. Dr. Brinek: Das verstehen sie nicht!) Es ist absurd, dass Sie aus ideologischer Fixiertheit das ablehnen, was genau an einem der
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
schwachen Punkte, der Region Wien, massiv helfen wird! (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Halten?! – Ruf bei der ÖVP: Wir werden schon sehen!
Lassen Sie mich ein letztes Wort zur Gruppenbesteuerung sagen. Wir haben jetzt eine Gruppenbesteuerung, die genau diese Headquarters nach Wien holen und in Wien halten wird. (Abg. Öllinger: Halten?! – Ruf bei der ÖVP: Wir werden schon sehen!) Das ist deswegen so entscheidend, weil wir damit genau das erfüllen, was eigenartigerweise in der Privatisierungsdiskussion von Ihnen, die Sie jetzt ablehnen, immer wieder gefordert wurde: Man möge den Staat als Kenaktionär bewahren, damit die Headquarters dieser Unternehmen nicht aus Österreich verloren gehen. Wir machen das nun in einer marktwirtschaftlichen und in einer attraktiven Weise – und Sie lehnen das ab. So glaubwürdig ist auch Ihre Argumentation und Politik.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen
Ein letztes Wort zu den Kollegen Matznetter & Co. Ich schätze Sie alle als Fachleute, aber es wäre halt sehr schon, wenn Sie das Mandat, das der Bürger uns gegeben hat und auf Grund dessen er erwartet, dass wir nach bestem Wissen und Gewissen unsere Fachkenntnis hier einsetzen, auch in diesem Sinne wahrnehmen würden (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen), statt immer wieder ideologischer Fixierung den Vorzug zu geben, zu Lasten Österreichs, seiner Arbeitsplätze und seiner Menschen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ein letztes Wort zu den Kollegen Matznetter & Co. Ich schätze Sie alle als Fachleute, aber es wäre halt sehr schon, wenn Sie das Mandat, das der Bürger uns gegeben hat und auf Grund dessen er erwartet, dass wir nach bestem Wissen und Gewissen unsere Fachkenntnis hier einsetzen, auch in diesem Sinne wahrnehmen würden (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen), statt immer wieder ideologischer Fixierung den Vorzug zu geben, zu Lasten Österreichs, seiner Arbeitsplätze und seiner Menschen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.
Abgeordnete Mag. Karin Hakl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich habe mir gedacht, damit es nicht so langweilig wird, weil noch so viele ÖVPler am Schluss reden – und uns liegt es ja sehr am Herzen –, halte ich heute eine sozialistische, eine rot-grüne Rede. (Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.)
Pst-Rufe bei Abgeordneten der SPÖ – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen
SPÖ und Grüne müssen sich denken – auf gut Deutsch –, es ist scheißegal (Pst-Rufe bei Abgeordneten der SPÖ – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen) – Verzeihung, ich nehme das zurück, es ist uns egal. (Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.) Ich bitte um Entschuldigung, ist auch nicht meine Ausdrucksweise. (Heftige Zwischenrufe bei Abgeordneten der SPÖ.) Sie müssen sich denken, es ist uns egal, ob eine Frau mit zwei Kindern, die 1 300 € verdient, im nächsten Jahr um 876 € mehr Geld hat oder nicht. Das bedeutet, dass sie sich die Miete für zwei Monate leisten kann. Das bedeutet vielleicht, dass auch diese Familie einmal auf Urlaub fahren kann, wenn es ohnehin an allen Ecken und Enden knapp ist.
Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.
SPÖ und Grüne müssen sich denken – auf gut Deutsch –, es ist scheißegal (Pst-Rufe bei Abgeordneten der SPÖ – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen) – Verzeihung, ich nehme das zurück, es ist uns egal. (Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.) Ich bitte um Entschuldigung, ist auch nicht meine Ausdrucksweise. (Heftige Zwischenrufe bei Abgeordneten der SPÖ.) Sie müssen sich denken, es ist uns egal, ob eine Frau mit zwei Kindern, die 1 300 € verdient, im nächsten Jahr um 876 € mehr Geld hat oder nicht. Das bedeutet, dass sie sich die Miete für zwei Monate leisten kann. Das bedeutet vielleicht, dass auch diese Familie einmal auf Urlaub fahren kann, wenn es ohnehin an allen Ecken und Enden knapp ist.
Heftige Zwischenrufe bei Abgeordneten der SPÖ.
SPÖ und Grüne müssen sich denken – auf gut Deutsch –, es ist scheißegal (Pst-Rufe bei Abgeordneten der SPÖ – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen) – Verzeihung, ich nehme das zurück, es ist uns egal. (Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.) Ich bitte um Entschuldigung, ist auch nicht meine Ausdrucksweise. (Heftige Zwischenrufe bei Abgeordneten der SPÖ.) Sie müssen sich denken, es ist uns egal, ob eine Frau mit zwei Kindern, die 1 300 € verdient, im nächsten Jahr um 876 € mehr Geld hat oder nicht. Das bedeutet, dass sie sich die Miete für zwei Monate leisten kann. Das bedeutet vielleicht, dass auch diese Familie einmal auf Urlaub fahren kann, wenn es ohnehin an allen Ecken und Enden knapp ist.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Und in diesem Sinne danke ich Ihnen, denn mit diesem Denken könnten Sie unserer Steuerreform ohnehin nie zustimmen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Ruf bei der ÖVP: Guter Bürgermeister!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Langreiter. – Bitte, Herr Bürgermeister. (Ruf bei der ÖVP: Guter Bürgermeister!)
Abg. Öllinger: Die Österreicher aber auch nicht!
Nur: Was war das Entscheidende? – Das Entscheidende war, dass gerade der bundesdeutsche Markt oder zumindest die Gäste aus der Bundesrepublik Deutschland ihr Konsumverhalten ganz dramatisch geändert haben. Warum haben sie ihr Konsumverhalten geändert? – Weil sie einfach keine „Kohle“, kein Geld mehr haben. Das ist es! (Abg. Öllinger: Die Österreicher aber auch nicht!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Wenn jemand von Wahlgeschenken, von Steuergeschenken gesprochen hat: Ich stehe dazu, dass wir unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger, dass wir die Familien und die Unternehmen entlasten. Ich stehe dazu, denn diese Steuerreform bedeutet Entlastung, Aufschwung, Investitionen, Arbeitsplätze – und Sie sind schon wieder Zweiter. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Parnigoni: Das ist schon fad jetzt! Ist das jetzt immer dieselbe Rede?
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Glaser. Ebenfalls 5 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Bitte. (Abg. Parnigoni: Das ist schon fad jetzt! Ist das jetzt immer dieselbe Rede?)
Zwischenruf des Abg. Reheis.
Die Gemeinden sind in dieser Steuerreform genauso wie die Länder und wie der Bund solidarisch und zahlen genau den Betrag, den sie an Einnahmen bekommen, auch bei der Steuerreform mit. Das sind in etwa 16, 17 Prozent. (Zwischenruf des Abg. Reheis.)
Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Reheis.
Aber wir, die Gemeinden, vor allem die Gemeinden in den ländlichen Regionen, erwarten uns, dass diese Solidarität, die wir hier in der Steuerreform einbringen, dann auch beim Finanzausgleich eingebracht wird – zum Beispiel von der Gemeinde Wien oder von anderen großen Städten. Hier würden wir uns Solidarität erwarten! (Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Reheis.)
Abg. Reheis: Aber die Gemeinden werden belastet, nicht entlastet!
Dass aber, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, diese Steuerreform sehr wohl einen aktuellen Bezug hat und eine aktuelle Entlastung für die ländlichen Regionen beinhaltet, möchte ich Ihnen jetzt kurz demonstrieren: Wie es ein Ziel dieser Steuerreform ist, die kleinen Einkommen besonders zu entlasten, so ist damit nämlich automatisch verbunden, dass wir mit der Entlastung der kleinen Gemeinden und mit der Stärkung der Kaufkraft für diese kleinen Einkommen auch eine Kaufkraftstärkung in den ländlichen Regionen haben – denn gerade in diesen ländlichen Regionen, Herr Kollege, finden wir die kleinen Einkommensbezieher, die kleinen Landwirte, die Teilzeitbeschäftigten. (Abg. Reheis: Aber die Gemeinden werden belastet, nicht entlastet!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Auch der Agrardiesel ist ein zusätzliches Argument für die Stärkung der Kaufkraft in den ländlichen Regionen, sodass insgesamt sehr wohl gerade die ländlichen Regionen, und gerade die entfernten ländlichen Regionen, massiv von dieser Steuerreform profitieren. Deswegen wird sie auch von uns gemacht und von uns unterstützt! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Lichtenegger.
gegenüber den Erweiterungsländern gestärkt wird, sodass ich abschließend mit Fug und Recht feststellen kann, dass mit dieser Steuerreform für mehr Steuergerechtigkeit und für bessere Lebensverhältnisse in Österreich gesorgt wird. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Lichtenegger.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Bucher.
Ich weiß, dass es von Ihrer Seite sehr, sehr schwierig ist, dieser fairen und sozial gerechten Steuerreform und größten Steuerentlastung der Zweiten Republik zuzustimmen, weil es nicht Ihre Ideen sind. Wenn Sie sagen, dass es eine Schande ist, dass 2,55 Millionen Steuerpflichtige keine Steuer mehr bezahlen, dann sieht man daran nur, dass Sie gar nicht wissen, um welches monatliche Nettoeinkommen es sich hiebei handelt. Es handelt sich nämlich um 900 € netto, die ab 2005 steuerfrei verbleiben, und für eine Alleinerzieherin mit zwei Kindern immerhin um 1 000 €, für die sie keine Steuer zu bezahlen hat, wobei sie noch dazu 876 € pro Jahr an Steuerentlastung erfahren wird. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Bucher.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Verabschieden Sie sich doch bitte von der Idee, dass jene, die bis jetzt schon keine Steuer mehr bezahlt haben, besonders von der Steuerreform profitieren sollen: Es gibt die Negativsteuer, und wir haben sie jetzt für AlleinerzieherInnen und für Alleinverdiener mit den Kinderzuschlägen und natürlich, wie bereits jetzt, mit dem Alleinverdienerabsetzbetrag angehoben. Bei einer Familie mit drei Kindern, in der es nur einen Verdiener gibt, sind es fast 1 000 € mehr, die an Entlastung pro Jahr übrig bleiben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wenn Einzelunternehmer und Personengesellschaften höhere Gewinne erzielen, profitieren sie natürlich von der günstigen Besteuerung von nicht entnommenen Gewinnen. Man kann auch nicht davon ausgehen, dass die Gewinne der Einzelunternehmer mit dem Jahresnettoeinkommen der Arbeitnehmer zu vergleichen sind. Der Gewinn, der bisher nicht entnommen war, war voll zu versteuern; der Arbeitnehmer musste sein Nettoeinkommen aber monatlich versteuern, weil es ihm zugeflossen ist. Der Gewinn, den der Unternehmer im Jahr gemacht hat, ist ihm vielleicht nicht gleich in Geld zugeflossen, und trotzdem musste er ihn versteuern. Also ist das nicht ungerecht, wenn die Unternehmer eine begünstigte Besteuerung für die nicht entnommenen Gewinne haben werden und bereits haben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wie, liebe Kolleginnen und Kollegen von der Opposition, werden Sie das den Männern und Frauen in dieser Republik erklären, wenn Sie dieser Entlastung nicht zustimmen? – Ich bin schon gespannt darauf! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Das zweite größte und bedeutendste Ereignis ist natürlich diese Steuerreform, die größte der Zweiten Republik – ich wiederhole das sehr gerne noch einmal, denn diese Steuerreform hat sich das wirklich verdient. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Öllinger: ... Förderungen! EU-Förderungen!
Investoren auf die grüne Insel zu bringen. Heute ist es so, dass Irland, das ja anno dazumal eines der ärmeren EU-Beitrittsländer war, mit seinem Bruttoinlandsprodukt mittlerweile über dem EU-Durchschnitt liegt. In Irland war es so, dass diese Senkung nur die Kapitalgesellschaften betroffen hat. Interessanter Nebeneffekt, der Sie sicher auch interessieren wird: In Irland ist die Arbeitslosenrate in einer Dekade von 20 auf 3,7 Prozent gesunken! – Also Sie sehen, dass Standortfaktoren sehr wohl mit Arbeitsmarktfaktoren in Verbindung stehen. Das ist ein Faktum! (Abg. Öllinger: ... Förderungen! EU-Förderungen!) Natürlich wollen wir nicht eine Spirale der Steuerreduktionen der EU-Länder, aber hier haben wir sehr wohl Beispiele, die zeigen: Wirtschaft schafft Arbeit!
Beifall bei der ÖVP.
Ich würde mir persönlich wünschen, dass diese Dynamik auch von Ihnen aufgegriffen wird, und zwar in einem konkreten Zusammenhang – ganz kurz: Stichwort Abschaffung der Werbesteuer. Da geht es um ein Volumen von zirka 90 Millionen €, da ist eine ganze Branche und auch unser Land wirklich schwer benachteiligt, sage ich. Erfreulich war, dass Bürgermeister Häupl im Rahmen der letzten „Medientage“ verkündet hat, er will sich persönlich dafür einsetzen, dass es zur Abschaffung dieser Werbeabgabe kommt. – Dabei ist gut zu wissen, dass diese Werbeabgabe ja den Ländern und großteils Wien zugute kommt. Insofern sage ich: Eine tolle Idee! Vielleicht gelingt es sogar, dass Sie unseren Finanzminister von dieser Idee überzeugen, dass er diese Idee aufgreift! Dann sage ich: Herzlichen Dank im Namen der Kreativwirtschaft! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
die Österreich jetzt und heute braucht und die es auch – leider ohne Ihre Stimmen – bekommt. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Großruck.
Abgeordneter Mag. Dietmar Hoscher (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Nur ganz kurz, weil mitunter auch Einwendungen dahin gehend gekommen sind, dass verschiedene Abgeordnete der Regierungsparteien nicht ganz nachvollziehen können, warum wir dieser Steuerreform nicht zustimmen, wo sie doch so „große“ Entlastungen mit sich bringt. (Zwischenruf des Abg. Großruck.) Daher noch einmal zur Erklärung – vielleicht setzt es sich dann ein bisschen fest (Abg. Großruck: Totalopposition!) –:
Abg. Großruck: Totalopposition!
Abgeordneter Mag. Dietmar Hoscher (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Nur ganz kurz, weil mitunter auch Einwendungen dahin gehend gekommen sind, dass verschiedene Abgeordnete der Regierungsparteien nicht ganz nachvollziehen können, warum wir dieser Steuerreform nicht zustimmen, wo sie doch so „große“ Entlastungen mit sich bringt. (Zwischenruf des Abg. Großruck.) Daher noch einmal zur Erklärung – vielleicht setzt es sich dann ein bisschen fest (Abg. Großruck: Totalopposition!) –:
Beifall bei der SPÖ.
Um Ihnen die Möglichkeit zu geben, sich unseren Anträgen anzuschließen, sich vielleicht jetzt noch damit zu beschäftigen, werden wir, insbesondere was den Antrag betreffend Klein- und Kleinstverdiener und eine viel weiter gehende Steuerentlastung angeht, Ihnen die Möglichkeit geben, im Rahmen einer namentlichen Abstimmung, die wir hier verlangen werden, unseren Vorschlägen die Zustimmung zu geben. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei der SPÖ: Ja, für wen?
Abgeordneter Dr. Peter Sonnberger (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Herr Finanzminister! Geschätzte Damen und Herren! Die größte Steuerreform der Zweiten Republik ist fair und sozial gerecht. (Ruf bei der SPÖ: Ja, für wen?) Sie entlastet vor allem kleinere und mittlere Einkommen. Im Einkommenssegment 10 000 € bis 25 000 € finden sich zwei Drittel der Steuerzahler, also 2 250 000 Menschen, und diese bekommen eine Entlastung im Ausmaß von 1 Milliarde 70 Millionen €! 2 550 000 Steuerpflichtige – also um 300 000 mehr! – werden in Zukunft überhaupt keine Steuern zahlen. Jeder Steuerzahler wird im Schnitt mit zirka 500 € entlastet.
Zwischenruf des Abg. Nürnberger.
informieren, wie viel wirklich gemacht wird und wie versucht wird, die Kaufkraft der Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen zu stärken. (Zwischenruf des Abg. Nürnberger.) Ich zeige Ihnen einige Beispiele und bitte Sie, sich das ein bisschen einzuprägen. (Der Redner hält in der Folge mehrere Tafeln in die Höhe.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich danke für die konstruktive Art der Regierung (der Redner wendet sich den auf der Regierungsbank sitzenden Mitgliedern der Bundesregierung zu), die wirklich versucht hat, diese Steuerreform gerecht durchzuziehen und wirklich die kleinen und mittleren Einkommen zu stärken. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren von der Opposition! Unternehmer schaffen und sichern Arbeitsplätze, nicht die roten Gewerkschafter und Arbeiterkämmerer! Es darf kein Neidkomplex geschürt werden, denn nur erfolgreiche Unternehmen beschäftigen auch wirklich Arbeitnehmer. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.
Bei den Verwaltungsausgaben der obersten Organe der Gemeinden entfallen fünf Mal so viel auf Wien wie auf die restlichen 2 358 Gemeinden. Das muss man sich einfach einmal vor Augen halten! Und warum? (Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.) – Weil Wien pro Kopf sechs Mal so viel – pro Kopf, bitte! – ausgibt für die Verwaltung wie zum Beispiel meine Heimatgemeinde Metnitz, vier Mal so viel wie die Bezirkshauptstadt St. Veit an der Glan, drei Mal so viel wie die Landeshauptstadt Klagenfurt – und das ist, glaube ich, schlichtweg zu viel! (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Bei den Verwaltungsausgaben der obersten Organe der Gemeinden entfallen fünf Mal so viel auf Wien wie auf die restlichen 2 358 Gemeinden. Das muss man sich einfach einmal vor Augen halten! Und warum? (Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.) – Weil Wien pro Kopf sechs Mal so viel – pro Kopf, bitte! – ausgibt für die Verwaltung wie zum Beispiel meine Heimatgemeinde Metnitz, vier Mal so viel wie die Bezirkshauptstadt St. Veit an der Glan, drei Mal so viel wie die Landeshauptstadt Klagenfurt – und das ist, glaube ich, schlichtweg zu viel! (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Bucher.
Und die Personalentwicklung geht in dieselbe Richtung: Von 1990 bis 2004 wurde von 50 000 auf 60 000 Bedienstete im Magistrat aufgestockt. Das Land Kärnten zum Beispiel kann im selben Zeitraum beim Personal ein Minus von 10 Prozent verzeichnen, meine eigene Gemeinde ein Minus von 20 Prozent. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Bucher.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Diese größte Steuerentlastung stört also die SPÖ deswegen am meisten, weil sie eben zu weniger Steuereinnahmen führt und das Rote Wien auch einmal zum Sparen gezwungen wird. Spätestens beim Finanzausgleich werden das Rote Wien und die SPÖ erwachen, denn dort wird die ÖVP federführend einen fairen Finanzausgleich für die Zukunft schaffen. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Ruf bei der SPÖ: Weil Sie nichts kriegen, gell?
Abgeordnete Herta Mikesch (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Als Inhaberin eines Familienbetriebes, eines typischen Klein- und Mittelunternehmens, bedanke ich mich zunächst sehr herzlich bei der Bundesregierung für diese Steuerreform. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Ruf bei der SPÖ: Weil Sie nichts kriegen, gell?) Sie ist genau die richtige Maßnahme zum richtigen Zeitpunkt – für mein Unternehmen und für meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Ruf bei der ÖVP: Ja, genau!
Ich verstehe nicht, warum Sie von der Opposition immer wieder Probleme mit den Großen haben, mit den Konzernen und Industriebetrieben. Es wirkt auf mich, als wären diese für Sie Feindbilder. Wissen Sie eigentlich, wie viele Klein- und Mittelbetriebe wertvolle Zulieferbetriebe der Großen sind und damit ihre Existenz sichern? (Ruf bei der ÖVP: Ja, genau!)
Beifall bei der ÖVP.
Die Herren Kollegen Broukal und Kogler haben den Gewinn als negativ dargestellt. Dazu muss ich schon sagen: Ohne Gewinn kann ein Unternehmen über längere Zeit nicht bestehen. (Beifall bei der ÖVP.) Dann gäbe es keine Sicherung der Arbeits- und Ausbildungsplätze, und Investitionen im Unternehmen könnten nicht durchführt werden.
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren von der SPÖ! Vielleicht sollten Sie auch einmal intern Ihre Aussagen aufeinander abstimmen. Herr Kollege Broukal hat heute in seiner Rede so getan, als ob Unternehmensgewinne grundsätzlich etwas Furchtbares seien, ja geradezu geschenktes Geld. Herr Matznetter wiederum spricht davon, dass man die Eigenkapitalstruktur der Betriebe stärken muss, vor allem im Hinblick auf Basel II. – Ich frage mich, Herr Broukal, wie das gehen soll, ohne die Unternehmensgewinne zu erhöhen! Dieser Widerspruch in Ihrer Fraktion ist für mich unerklärlich. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim
Meine Damen und Herren von der SPÖ! Zum Schluss noch etwas zu Ihrer Bierdeckel-Aktion, die Sie in den letzten Tagen gestartet haben (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim): Die einzigen Nullen, die ich im Zusammenhang mit Bier kennen gelernt habe, sind nicht in Null Komma Grasser, sondern Null Komma Josef, Herr Kollege Cap. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren von der SPÖ! Zum Schluss noch etwas zu Ihrer Bierdeckel-Aktion, die Sie in den letzten Tagen gestartet haben (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim): Die einzigen Nullen, die ich im Zusammenhang mit Bier kennen gelernt habe, sind nicht in Null Komma Grasser, sondern Null Komma Josef, Herr Kollege Cap. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Murauer: Pirklhuber hat gesagt, dass ihr schon alles gesagt habt!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Eigentlich wollte ich nur mehr das Abstimmungsverhalten unserer Fraktion begründen. Das gibt mir jetzt aber zusätzlich noch die Gelegenheit, ein allfälliges Missverständnis aufzuklären. (Abg. Murauer: Pirklhuber hat gesagt, dass ihr schon alles gesagt habt!)
Zwischenruf des Abg. Kopf.
Meine Fraktion und ich haben nichts gegen Gewinne, die gehören bei diesem Wirtschaftssystem dazu. (Zwischenruf des Abg. Kopf.) Die Frage ist ja nur: Was tut die Wirtschaftspolitik, um entsprechende Anreize zu setzen, was Beschäftigung und andere wichtige Indikatoren betrifft? Und unsere Aussage ist nicht mehr und nicht weniger, als dass man mit einer anderen Art von Steuerreform arbeitsintensivere Betriebe besser hätte fördern können als mit jener, die Sie hier vorhaben.
Abg. Jakob Auer: Das haben wir schon vorher eingebracht!
Ein Entschließungsantrag, der fast beziehungsweise genau in die gleiche Richtung geht, wurde auch von den Regierungsfraktionen eingebracht. Wie Sie da jetzt abstimmen, bleibt Ihnen natürlich vorbehalten. Wir werden aus logischen Gründen beiden zustimmen. Ich verweise nur auf Folgendes, Herr Kollege Auer, der Sie Antragsteller dieses Entschließungsantrags sind, denn es ist schon eigenartig: Jetzt wird die, wie Sie es bezeichnen, größte Steuerreform aller Zeiten beschlossen. Gleichzeitig ist völlig klar, dass die Gemeinden überproportional davon betroffen werden – dagegen aber erheben Sie Ihre Stimme nicht in dieser Form. Und kaum ist dieses Gesetz verabschiedet, stellen Sie eine Entschließung drauf: Es möge in Zukunft alles besser und anders werden! (Abg. Jakob Auer: Das haben wir schon vorher eingebracht!) Ich halte das für inkonsistent und inkonsequent.
Beifall bei den Grünen.
Wir stimmen aber deshalb zu, weil der Ansatz ein richtiger ist. Verwechseln Sie das aber bitte nicht mit einer Zustimmung zur Steuerreform als Ganzes! Ich verweise noch einmal auf die Gegenvorschläge der Grünen, die heute schon mehrmals hier vorgestellt wurden. (Beifall bei den Grünen.)
Über Namensaufruf durch die Schriftführerinnen Stadler und Binder werfen die aufgerufenen Abgeordneten die Stimmzettel in die Urne.
(Über Namensaufruf durch die Schriftführerinnen Stadler und Binder werfen die aufgerufenen Abgeordneten die Stimmzettel in die Urne.)
Über Namensaufruf durch die Schriftführerinnen Stadler und Binder werfen die aufgerufenen Abgeordneten die Stimmzettel in die Urne.
(Über Namensaufruf durch die Schriftführerinnen Stadler und Binder werfen die aufgerufenen Abgeordneten die Stimmzettel in die Urne.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie von Bundesminister Mag. Grasser.
Es wurden 175 Stimmen abgegeben, davon waren „Ja“-Stimmen: 96 und „Nein“-Stimmen: 79, was bedeutet, dass das Steuerreformgesetz 2005 in 461 der Beilagen in dritter Lesung mit Stimmenmehrheit angenommen wurde. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie von Bundesminister Mag. Grasser.)
Abg. Mag. Molterer: Ich habe aber keinen! Ich habe einen VW!
Ein Beispiel: Jemand von Ihnen bringt seinen Mercedes in eine Kfz-Werkstätte (Abg. Mag. Molterer: Ich habe aber keinen! Ich habe einen VW!) und dabei wird, ohne dass Sie es wissen, ein gefälschter Bauteil, ein Kotflügel eingebaut. Der Rechteinhaber erfährt davon und macht seine Rechte geltend. Meine sehr verehrten Damen und Herren! In diesem Fall könnte sogar das Fahrzeug des Konsumenten oder auch des Unternehmers schlichtweg beschlagnahmt werden.
Beifall bei der SPÖ.
Ich meine, dieses Haus müsste eine Diskussion über die Schutzrechte und geistiges Eigentum insgesamt führen. Es geht um folgende Frage: Wem nützten sie? – Einer Volkswirtschaft sicherlich nicht! Die großen Profiteure sind meistens die multinationalen Konzerne, und die sitzen zumeist in Amerika. Diese Diskussion, meine sehr verehrten Damen und Herren, sollten wir gemeinsam im Wirtschaftsausschuss führen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich glaube, wir sollten diesem Gesetz unsere Zustimmung geben und zu gegebener Zeit auch die Diskussion führen, die Herr Mag. Maier angesprochen hat. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich denke mir, dass es hoch an der Zeit ist, dass wir hier in diesem Haus sämtliche bestehende internationale Übereinkommen – UPOV, CBD, IU, Trips, EPÜ, Europäische Patenteübereinkunft – überprüfen, schauen, ob sie überhaupt kompatibel sind, und dann für uns, für Österreich, eine passende gesetzliche Regelung finden. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn ich nur die ausführliche Darstellung der Vollziehungsfälle heranziehe: Es gibt in Österreich zirka 12 Fälle, die vor Gericht landen. Ich glaube, es dürfte kein Problem sein, dass du, wenn du eine Anfrage stellst, vom Justizminister diese Auskunft erhältst. Wir müssen das nicht unbedingt in ein Gesetzeswerk gießen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir stehen also zu dieser Verordnungskomplettierung und werden diesem Gesetz unsere Zustimmung geben. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Rufe: Nein!
Gibt es dagegen einen Einwand, nämlich gegen die Form der Abstimmung? – Ist das ein Einwand? (Rufe: Nein!) Es wird mehrheitlich offenbar kein Einwand erhoben, dass wir durch Erheben von den Sitzen abstimmen. Daher gehe ich so vor.
Beifall bei der ÖVP.
Ich ersuche jene Damen und Herren, die für die Annahme des soeben bekannt gegebenen, auf Frau Dr. Fekter lautenden Wahlvorschlages stimmen, um ein diesbezügliches Zeichen. – Ich stelle fest, dass der Wahlvorschlag einstimmig angenommen wurde. (Beifall bei der ÖVP.) – Im Stenographischen Protokoll wird „stürmischer Beifall“ vermerkt werden.
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Finanzminister Karl-Heinz Grasser liebt es, Vergleiche zwischen Österreich und Deutschland zu ziehen. Aber jetzt, da es um die Eurofighter geht, hat er panikartig die Flucht ergriffen. (Beifall bei der SPÖ.) Dabei wäre es gerade heute interessant, einmal zu vergleichen, was Karl-Heinz Grasser und diese Regierung dem österreichischen Steuerzahler zumuten wollen, was die Eurofighter kosten sollen und was sie in Deutschland kosten sollen.
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Er lässt Sie in Ihrem Elend allein hier sitzen, das finde ich wirklich nicht okay von Herrn Karl-Heinz Grasser. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Murauer
Meine Damen und Herren! Es gibt eine Bundesheerzeitung aus dem Jahr 2001 – Herr Murauer kennt sie, er sammelt diese Heftl regelmäßig (Zwischenruf des Abg. Murauer) –, in der ein ganz genauer Zeitplan enthalten ist, wie Sie sich die Einführung der Abfangjäger vorstellen.
Ruf bei der ÖVP: Aber Ihre Kollegen interessiert es nicht! – Die sind schon nach Hause gegangen, glaube ich!
Meine Damen und Herren von der ÖVP! Wer heute dem Herrn Innenminister, der hier den Herrn Verteidigungsminister vertreten hat, konzentriert zugehört hat, erinnert sich daran, dass Herr Minister Strasser gemeint hat, im Jahr 2007 werden die ersten Abfangjäger kommen. – Ihr Zeitplan in dieser Zeitung führt aus, dass die letzten Abfangjäger 2007 kommen. Meine Damen und Herren! Das soll kein Grund für eine parlamentarische Untersuchung sein? (Ruf bei der ÖVP: Aber Ihre Kollegen interessiert es nicht! – Die sind schon nach Hause gegangen, glaube ich!)
Abg. Großruck: Der ist ja gar nicht da, Kräuter, wieso sprichst du den an?
Kommen wir noch kurz zur Plattform, zur Schüssel-Plattform. Meine Damen und Herren! Bundeskanzler Wolfgang Schüssel wurde in der „Pressestunde“ am 4. Mai 2003 von Christoph Kotanko vom „Kurier“ gefragt: Herr Bundeskanzler, zur Finanzierung haben Sie seinerzeit – nämlich im Wahlkampf – gesagt, eine Wirtschaftsplattform wird diese Abfangjäger letztendlich bezahlen (Abg. Großruck: Der ist ja gar nicht da, Kräuter, wieso sprichst du den an?), aus dem Budget wird kein Euro, kein Cent fließen. Diese Wirtschaftsplattform ist aber bei aller sachlicher Betrachtung nicht in Sicht.
Abg. Großruck: Sie sprechen den Herrn Bundeskanzler an, aber der hört Ihnen ja gar nicht zu!
Wissen Sie, Herr Großruck, was Bundeskanzler Schüssel vor den entsetzten Fernsehzuschauern geantwortet hat? (Abg. Großruck: Sie sprechen den Herrn Bundeskanzler an, aber der hört Ihnen ja gar nicht zu!) – Er hat gesagt: Ich habe versucht, dieses Thema ein wenig von den Emotionen herauszuholen und das Thema zu versachlichen.
Abg. Scheibner: Der Abstand zwischen den beiden Bietern war überraschend gering!
Ein Letztes, es ist ja schon tragikomisch: Minister Platter hat im letzten Rechnungshofausschuss gemeint – wörtlich, das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen! –, er sei überrascht, wie billig Eurofighter angeboten habe. Herr Scheibner, die ganze Bevölkerung Österreichs weiß, dass die Eurofighter das teuerste Modell sind, und jetzt sagt der Verteidigungsminister, er war überrascht, wie billig das Ganze war. (Abg. Scheibner: Der Abstand zwischen den beiden Bietern war überraschend gering!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Deshalb, Kollege Scheibner, ist die Bevölkerung so brennend interessiert an Aufklärung! Wenn Sie heute wieder diesen Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses ablehnen, dann kann ich Ihnen garantieren, dass der nächste Denkzettel bald wieder in der Wahlurne liegt. Glücklicherweise gibt es am 13. Juni schon wieder Wahlen. Lehnen Sie ab – Sie werden die Rechnung präsentiert bekommen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Die Wahrheit!
Es hat zwei Rechnungshofberichte gegeben, in denen eindeutig festgestellt wurde, dass es hier nichts zu bemängeln gibt. Die Staatsanwaltschaft Wien hat eine anonyme Anzeige zurückgelegt. Der Herr Kollege Pilz ist verurteilt worden. Also was wollen Sie noch außer skandalisieren? (Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Die Wahrheit!) Zum Skandalisieren, meine Damen und Herren der Opposition, geben wir uns nicht her. Dazu ist uns die Zeit zu schade. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es hat zwei Rechnungshofberichte gegeben, in denen eindeutig festgestellt wurde, dass es hier nichts zu bemängeln gibt. Die Staatsanwaltschaft Wien hat eine anonyme Anzeige zurückgelegt. Der Herr Kollege Pilz ist verurteilt worden. Also was wollen Sie noch außer skandalisieren? (Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Die Wahrheit!) Zum Skandalisieren, meine Damen und Herren der Opposition, geben wir uns nicht her. Dazu ist uns die Zeit zu schade. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir lehnen diesen Antrag ab. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Großruck.
Abgeordneter Mag. Kurt Gaßner (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Schöls! Apropos seriös. (Zwischenruf des Abg. Großruck.) – Da gibt es einen Witz, kenne ich auch! – Apropos seriöse Politik. Der Rechnungshof hat in seinem Bericht – und zur Klarstellung: er hat immer die Anschaffung von 24 Fliegern untersucht und nicht die jetzige 18-Stück-Anschaffung – immer so genannte Erprobungsergebnisse gefordert. (Abg. Dr. Khol: Das ist nicht richtig!)
Abg. Dr. Khol: Das ist nicht richtig!
Abgeordneter Mag. Kurt Gaßner (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Schöls! Apropos seriös. (Zwischenruf des Abg. Großruck.) – Da gibt es einen Witz, kenne ich auch! – Apropos seriöse Politik. Der Rechnungshof hat in seinem Bericht – und zur Klarstellung: er hat immer die Anschaffung von 24 Fliegern untersucht und nicht die jetzige 18-Stück-Anschaffung – immer so genannte Erprobungsergebnisse gefordert. (Abg. Dr. Khol: Das ist nicht richtig!)
Abg. Murauer: Das ist falsch!
Wissen Sie, was der Herr Minister uns im Ausschuss darauf geantwortet hat? Er hat gesagt: Erprobungsergebnisse brauchen wir keine. Wir machen keine Flugerprobung, wir vertrauen hier auf die anderen Käuferstaaten. – Ist das seriös: um 2,7 Milliarden einzukaufen und auf Erprobung zu verzichten? Das ist untersuchungswürdig! (Abg. Murauer: Das ist falsch!)
Abg. Scheibner: Weil er noch nicht verhandelt war!
Spannend wird es erst bei der Ministerratsentscheidung am 2. Juli 2002. Genau bis zu diesem Zeitpunkt hat der Rechnungshof untersucht, und er hat immer, ich sagte es schon, die Anschaffung von 24 Stück untersucht. Der Herr Präsident des Rechnungshofes meinte dann, dass man im Ministerrat von einem völlig irrealen und wesentlich höher liegenden Preis ausgehen musste. Also man hat bei der Typenentscheidung im Ministerrat den richtigen Preis gar nicht gekannt! Wissen Sie, warum? (Abg. Scheibner: Weil er noch nicht verhandelt war!) Weil – und das hat auch der Herr Präsident des Rechnungshofes bestätigt – erst eine Woche vorher diese Geschichte mit den 18,5-Jahres-Raten aktuell geworden ist.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Also bitte, ist es nicht untersuchungswürdig, wenn die Dokumente nicht einmal dem Rechnungshof gegeben werden?! Ich meine schon, dass das eine Untersuchung wert ist, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Scheibner: Das ist falsch, was Sie da behaupten!
Spannend ist auch noch, dass der Ministerrat bereits am 2. Juli 2002 beschlossen hat, es könnten durchaus auch weniger Flieger sein. Als dann das Hochwasser kam, stellte man sich hin und sagte: Ihr armen Opfer, wegen euch kaufen wir jetzt sechs Flieger weniger! – Ich glaube, die armen Opfer möchten einmal wissen, wann sie endlich das Geld bekommen, das durch diese sechs Flieger eingespart werden konnte. (Abg. Scheibner: Das ist falsch, was Sie da behaupten!) Minister Platter sagte wieder: Wegen des Hochwassers haben wir um sechs Flieger weniger gekauft. (Ruf bei der ÖVP: Das ist eine Tatsachenverdrehung!) Das ist keine Verdrehung, das ist dort gesagt worden! Aber Sie werden wahrscheinlich nicht aufgepasst haben.
Ruf bei der ÖVP: Das ist eine Tatsachenverdrehung!
Spannend ist auch noch, dass der Ministerrat bereits am 2. Juli 2002 beschlossen hat, es könnten durchaus auch weniger Flieger sein. Als dann das Hochwasser kam, stellte man sich hin und sagte: Ihr armen Opfer, wegen euch kaufen wir jetzt sechs Flieger weniger! – Ich glaube, die armen Opfer möchten einmal wissen, wann sie endlich das Geld bekommen, das durch diese sechs Flieger eingespart werden konnte. (Abg. Scheibner: Das ist falsch, was Sie da behaupten!) Minister Platter sagte wieder: Wegen des Hochwassers haben wir um sechs Flieger weniger gekauft. (Ruf bei der ÖVP: Das ist eine Tatsachenverdrehung!) Das ist keine Verdrehung, das ist dort gesagt worden! Aber Sie werden wahrscheinlich nicht aufgepasst haben.
Rufe bei der ÖVP: Falsch!
Ich frage mich, ob das nicht sehr zynisch ist, die Hochwasseropfer vorzuschieben für eine Entscheidung, von der bis jetzt keiner weiß, warum. Können Sie mir erklären – deswegen sollten wir auch untersuchen –, warum wir genau 18 brauchen? Können Sie mir erklären, warum die Eurofighter nicht in Stufen ab 2005 geliefert werden, wie das ausgemacht war? Nein, wir müssen jetzt diese F5 kaufen, von denen der Herr Minister Platter gemeint hat (Rufe bei der ÖVP: Falsch!) – nicht kaufen, anmieten! –, die sind so gut, die hat man sogar im Irak-Krieg verwendet. Eine Super-Argumentation! Im Irak-Krieg sind die geflogen, jetzt brauchen sie wir zur Überbrückung.
Ruf bei der ÖVP: Lächerlich!
Meine Damen und Herren! Untersuchungswürdige Fakten nach der Reihe. Stimmen Sie doch ... (Ruf bei der ÖVP: Lächerlich!) Ja, lächerlich für Sie! Wetten, dass wir am Schluss lächeln werden?! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Meine Damen und Herren! Untersuchungswürdige Fakten nach der Reihe. Stimmen Sie doch ... (Ruf bei der ÖVP: Lächerlich!) Ja, lächerlich für Sie! Wetten, dass wir am Schluss lächeln werden?! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich sage Ihnen nur, der Rechnungshof hat bereits zwei Kontrollberichte vorgelegt, in denen in großen Zügen in den wesentlichsten Bereichen das Vorgehen der Regierung als korrekt festgehalten worden ist. Der Rechnungshof prüft in einem dritten Prüfbericht diese Causa in einem weiteren Bereich noch einmal, und das ist für uns Freiheitliche ausreichend. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Na sicher!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Herr Ex-Verteidigungsminister Scheibner: Wie immer bei diesem Thema nehmen Sie eine betont lockere Haltung an! Das finde ich super! (Abg. Scheibner: Na sicher!) Passen Sie auf! Bei „Noricum“ und bei „Lucona“ haben wir auch eine Vorlaufzeit von zwei bis drei Jahren gehabt. Da war teilweise eine andere Fraktion beteiligt, weil ich da gerade hinüberschaue; tut mir Leid, das war gar nicht so gemeint. Aber damals war es doch auch so: Beharrliches Verweigern, bis es nicht mehr ging! Und hier werden Sie etwas Ähnliches erleben.
Abg. Dr. Khol: Lüge?
Wenn das in Deutschland Grund für einen Untersuchungsausschuss war, dann war es hier diese glatte Wahlkampflüge eines noch immer amtierenden Bundeskanzlers erst recht! Es war die glatte Lüge! (Abg. Dr. Khol: Lüge?) Und das Einzige, was uns eigentlich immer noch nicht so richtig in Aufregung bringt, ist ja, dass diese Lüge ein derart offensichtlicher Unsinn war von vornherein ... (Abg. Mag. Molterer: Herr Präsident! Das vierte Mal!)
Abg. Mag. Molterer: Herr Präsident! Das vierte Mal!
Wenn das in Deutschland Grund für einen Untersuchungsausschuss war, dann war es hier diese glatte Wahlkampflüge eines noch immer amtierenden Bundeskanzlers erst recht! Es war die glatte Lüge! (Abg. Dr. Khol: Lüge?) Und das Einzige, was uns eigentlich immer noch nicht so richtig in Aufregung bringt, ist ja, dass diese Lüge ein derart offensichtlicher Unsinn war von vornherein ... (Abg. Mag. Molterer: Herr Präsident! Das vierte Mal!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Und ich frage Sie jetzt im Nachhinein: Was ist das? Es ist und bleibt eine Wahlkampflüge – wenngleich irgendwie mit dem Odium einer Entschuldigung behaftet, weil es ein derartiger Blödsinn ist, dass vernünftige Menschen das ohnehin nicht hätten glauben sollen. Das rettet Sie aber nicht davor, dass ein solcher Umstand untersucht gehört. So ein Umstand gehört untersucht! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Herr Bundeskanzler Schüssel hat damals drei Dinge präsentiert: einen übergelaufenen Finanzminister, der ihm damals etwas gebracht hat, das Versprechen eines bundeseinheitlichen Tierschutzgesetzes und eben jene Wirtschaftsplattform. Diese sind mir in Erinnerung. Der Finanzminister ist quasi abdankend im Keller verschwunden, Gott sei Dank, in Wahrheit ein Verkleidungskünstler und völlig enttarnt. Das bundeseinheitliche Tierschutzgesetz gibt es nicht, und die Wirtschaftsplattform ist auch nicht vorhanden. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Also stimmen Sie dieser Sache zu, dann geht es uns allen besser, und regen Sie sich dann im Ausschuss auf!
Abg. Gaál: Absichtserklärungen!
Da stehen jetzt 800 Millionen drinnen, und die sind von vorne bis hinten kaum belegt. (Abg. Gaál: Absichtserklärungen!) Die Hälfte davon, 400 Millionen, sind für ein Geschäft, das schon zwei Jahre vorher angebahnt war! Sollten sie das im Wirtschafts-
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
ministerium jemals bestätigen, müssen wir schon Gründe für einen nächsten Untersuchungsausschuss annehmen. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ für den das Rednerpult verlassenden Abg. Mag. Kogler.
(Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ für den das Rednerpult verlassenden Abg. Mag. Kogler.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Wilhelm Molterer (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ich rege an, die Erteilung eines Ordnungsrufes an Abgeordneten Kogler zu prüfen, und zwar für die mehrfache Verwendung des Wortes „Lüge“. Das hat bis jetzt immer einen Ordnungsruf bedeutet. Er hat dieses Wort auch noch mehrfach verwendet, nachdem Sie ihn darauf hingewiesen haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Rufe bei der ÖVP: O ja! O ja! – Abg. Mag. Molterer: Das war so!
Die Begriffe „Pensionslüge“ oder „Wahlkampflüge“ sind auch in früheren Sitzungen verwendet worden. „Wahlkampflüge“ war auch Thema eines Untersuchungsausschusses im Deutschen Bundestag. Ich habe daher den Abgeordneten gebeten, mich nicht zu provozieren. Ich werde aber noch nachschauen, ob das Wort „Lüge“ ohne Zusatz verwendet wurde. Ich glaube, dass das nicht der Fall war. (Rufe bei der ÖVP: O ja! O ja! – Abg. Mag. Molterer: Das war so!) – Ich glaube, dass das nicht der Fall war! (Weiterer Widerspruch bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Weiterer Widerspruch bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die Begriffe „Pensionslüge“ oder „Wahlkampflüge“ sind auch in früheren Sitzungen verwendet worden. „Wahlkampflüge“ war auch Thema eines Untersuchungsausschusses im Deutschen Bundestag. Ich habe daher den Abgeordneten gebeten, mich nicht zu provozieren. Ich werde aber noch nachschauen, ob das Wort „Lüge“ ohne Zusatz verwendet wurde. Ich glaube, dass das nicht der Fall war. (Rufe bei der ÖVP: O ja! O ja! – Abg. Mag. Molterer: Das war so!) – Ich glaube, dass das nicht der Fall war! (Weiterer Widerspruch bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Warum hat der Herr Kogler eine Extrawurst?
Ich werde mir das anschauen und eine Möglichkeit finden, die Missbilligung auszudrücken. Ich bitte nur um Verständnis, dass ich jetzt nicht die Sitzung unterbrechen und das Stenographische Protokoll studieren will und in einer halben Stunde die Sitzung wieder aufnehmen will. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Warum hat der Herr Kogler eine Extrawurst?)
Abg. Mag. Molterer: Das ist die objektive Vorsitzführung?
Wenn Ihnen das recht ist, Herr Klubobmann, dann gehe ich so vor und stelle noch einmal fest, dass in dieser Debatte jede Fraktion nur einen Redner stellen kann und daher keine weiteren Wortmeldungen vorliegen. (Abg. Mag. Molterer: Das ist die objektive Vorsitzführung?)