Eckdaten:
Für die 57. Sitzung der 24. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 911 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
überreicht vom Abgeordneten Johannes Schmuckenschlager
Petition betreffend „Nein zu Tempo 50 auf dem ,B-14-Straßenabschnitt‘ zwischen Donauwarte und Kahlenbergerdorf“ (Ordnungsnummer 44) (überreicht vom Abgeordneten Johannes Schmuckenschlager)
überreicht vom Abgeordneten Hermann Gahr
Petition betreffend „Glücksspiel-Wildwuchs am Beispiel der Marktgemeinde Jenbach – eine undurchschaubare und gefährliche Entwicklung“ (Ordnungsnummer 45) (überreicht vom Abgeordneten Hermann Gahr)
überreicht vom Abgeordneten Hermann Gahr
Petition betreffend „Umsetzung Lärmschutzmaßnahmen entlang der Autobahn in Pettnau in Tirol“ (Ordnungsnummer 46) (überreicht vom Abgeordneten Hermann Gahr)
überreicht von den Abgeordneten Mag. Rosa Lohfeyer, Mag. Johann Maier und Stefan Prähauser
Petition betreffend „BIG-Teilprivatisierung“ (Ordnungsnummer 47) (überreicht von den Abgeordneten Mag. Rosa Lohfeyer, Mag. Johann Maier und Stefan Prähauser)
überreicht vom Abgeordneten Dr. Wolfgang Spadiut
Petition betreffend „Stoppt die Langstrecken-Tiertransporte!“ (Ordnungsnummer 48) (überreicht vom Abgeordneten Dr. Wolfgang Spadiut)
Beifall bei der FPÖ.
Ein Misstrauensantrag gegen einen Bundesminister sollte nicht als letzter Punkt am zweiten Sitzungstag abgehandelt werden. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wir beantragen aber ebenfalls, dass der Bericht über das Stenographische Protokoll der parlamentarischen Enquete zum Thema „Verteilungs- und Leistungsgerechtigkeit in Österreich: Transparenz und Fairness“ als Tagesordnungspunkt 1 der heutigen Sitzung angesetzt wird. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Naiv!
werden muss, dass das Geld, das in die Wirtschaft investiert worden ist, vor allem auch in die Banken hineingepumpt worden ist, um die Spekulationsverluste, die die Banken selbst verursacht haben, wieder auszugleichen, irgendwie hereingebracht werden muss, dass aber – und davon sind wir eigentlich alle ausgegangen – dieser Sanierungsbedarf natürlich nicht durch Steuererhöhungen hereingebracht werden darf, sondern durch Einsparungen in der Verwaltung und auch durch Beiträge von jenen, die durch diese Investitionen profitiert haben, etwa der Bankensektor. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Naiv!)
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll spricht mit Staatssekretär Dr. Lopatka.
Im April vor einem Jahr hat er zum Beispiel gesagt: „Wer jetzt über Steuererhöhungen oder neue Steuern redet, der hilft der Wirtschaft nicht auf die Sprünge, sondern stellt ihr ein Bein.“ (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll spricht mit Staatssekretär Dr. Lopatka.) – Wenn Sie Ihre kleinen Diskussionen kurz einmal unterbrechen könnten, Herr Finanzminister!
Beifall beim BZÖ.
Da haben Sie völlig recht: Wer jetzt Steuern erhöht und über Steuererhöhungen diskutiert, der schadet der Wirtschaft! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Was heißt das jetzt?
Im September haben Sie, Herr Finanzminister Pröll, auch noch gesagt, mehr Steuern werde es mit diesem Finanzminister, also mit Ihnen, nicht geben. – Na wunderbar, Herr Finanzminister! Wir haben das zur Kenntnis genommen, dass Sie betont haben: Mit einem Finanzminister Pröll wird es keine Steuererhöhungen geben! – Das waren Ihre Aussagen noch bis Ende Februar dieses Jahres. (Abg. Ing. Westenthaler: Was heißt das jetzt?)
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Immer! Das sind Sie immer!
Jetzt sind wir aber ein bisserl ratlos (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Immer! Das sind Sie immer!) – Ja, wenn wir Sie ernst nehmen, müssen wir ja geradezu ratlos sein angesichts der Realität, denn, Herr Finanzminister, das ist ein Problem. (Beifall beim BZÖ. – Ruf beim BZÖ: Gott schütze Österreich!) Sie, Herr Finanzminister, versprechen ein Jahr lang, dass es mit einem Finanzminister Pröll keine Steuererhöhungen geben wird – jetzt aber werden wir tagtäglich mit neuen Ideen aus Ihrem Ministerium konfrontiert, wie man die Bürgerinnen und Bürger, wie man die Wirtschaft schröpfen möchte.
Beifall beim BZÖ. – Ruf beim BZÖ: Gott schütze Österreich!
Jetzt sind wir aber ein bisserl ratlos (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Immer! Das sind Sie immer!) – Ja, wenn wir Sie ernst nehmen, müssen wir ja geradezu ratlos sein angesichts der Realität, denn, Herr Finanzminister, das ist ein Problem. (Beifall beim BZÖ. – Ruf beim BZÖ: Gott schütze Österreich!) Sie, Herr Finanzminister, versprechen ein Jahr lang, dass es mit einem Finanzminister Pröll keine Steuererhöhungen geben wird – jetzt aber werden wir tagtäglich mit neuen Ideen aus Ihrem Ministerium konfrontiert, wie man die Bürgerinnen und Bürger, wie man die Wirtschaft schröpfen möchte.
Beifall beim BZÖ.
Daher meine Frage, was jetzt stimmt: das, was uns Finanzminister Pröll ein Jahr vorgegaukelt hat – oder was Realität wird, nämlich der Griff in die Taschen der Steuerzahler, der Griff in die Kassen unserer guten Unternehmungen? (Beifall beim BZÖ.) – Was stimmt also jetzt, meine Damen und Herren von den Koalitionsparteien? – Ich fürchte: leider Letzteres. (Abg. Grosz: Wegelagerer!)
Abg. Grosz: Wegelagerer!
Daher meine Frage, was jetzt stimmt: das, was uns Finanzminister Pröll ein Jahr vorgegaukelt hat – oder was Realität wird, nämlich der Griff in die Taschen der Steuerzahler, der Griff in die Kassen unserer guten Unternehmungen? (Beifall beim BZÖ.) – Was stimmt also jetzt, meine Damen und Herren von den Koalitionsparteien? – Ich fürchte: leider Letzteres. (Abg. Grosz: Wegelagerer!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Herr Finanzminister, Sie haben gesagt, das Einsparungsziel ist 2,8 Milliarden €, und Sie wollten das alles über Einsparungen im öffentlichen Bereich, über Einsparungen in der Verwaltung hereinholen. Ja, das wäre sinnvoll, Herr Finanzminister, das wäre wirklich sinnvoll. – Sie nicken, na wunderbar! Das gefällt mir so bei Ihnen: Sie nicken, sagen: Ja das machen wir, ja, herrlich!, nur schaut die Realität leider anders aus. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Hier sitzt ein Bürgermeister, der Kollege Großruck, der freut sich auch über den Finanzminister. (Abg. Großruck hält seine rechte Hand mit nach oben gerichtetem Daumen in die Höhe. – Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Er ist kein Bürgermeister mehr!) War er zumindest einmal, und zwar ein langjähriger Gemeindefunktionär; aber Kollege Großruck ist auch schon geflüchtet vor Ihrer Politik. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Großruck – ablehnend winkend –: Nein, nein!)
Abg. Großruck hält seine rechte Hand mit nach oben gerichtetem Daumen in die Höhe. – Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Er ist kein Bürgermeister mehr!
Herr Finanzminister, Sie haben gesagt, das Einsparungsziel ist 2,8 Milliarden €, und Sie wollten das alles über Einsparungen im öffentlichen Bereich, über Einsparungen in der Verwaltung hereinholen. Ja, das wäre sinnvoll, Herr Finanzminister, das wäre wirklich sinnvoll. – Sie nicken, na wunderbar! Das gefällt mir so bei Ihnen: Sie nicken, sagen: Ja das machen wir, ja, herrlich!, nur schaut die Realität leider anders aus. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Hier sitzt ein Bürgermeister, der Kollege Großruck, der freut sich auch über den Finanzminister. (Abg. Großruck hält seine rechte Hand mit nach oben gerichtetem Daumen in die Höhe. – Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Er ist kein Bürgermeister mehr!) War er zumindest einmal, und zwar ein langjähriger Gemeindefunktionär; aber Kollege Großruck ist auch schon geflüchtet vor Ihrer Politik. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Großruck – ablehnend winkend –: Nein, nein!)
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Großruck – ablehnend winkend –: Nein, nein!
Herr Finanzminister, Sie haben gesagt, das Einsparungsziel ist 2,8 Milliarden €, und Sie wollten das alles über Einsparungen im öffentlichen Bereich, über Einsparungen in der Verwaltung hereinholen. Ja, das wäre sinnvoll, Herr Finanzminister, das wäre wirklich sinnvoll. – Sie nicken, na wunderbar! Das gefällt mir so bei Ihnen: Sie nicken, sagen: Ja das machen wir, ja, herrlich!, nur schaut die Realität leider anders aus. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Hier sitzt ein Bürgermeister, der Kollege Großruck, der freut sich auch über den Finanzminister. (Abg. Großruck hält seine rechte Hand mit nach oben gerichtetem Daumen in die Höhe. – Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Er ist kein Bürgermeister mehr!) War er zumindest einmal, und zwar ein langjähriger Gemeindefunktionär; aber Kollege Großruck ist auch schon geflüchtet vor Ihrer Politik. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Großruck – ablehnend winkend –: Nein, nein!)
Abg. Rädler: Was war in der Steiermark?
Die Länderfunktionäre aber, auch die der ÖVP, freuen sich über den Finanzminister, denn der tut ihnen nicht weh. Der greift Privilegien – so etwa in den Landtagen – nicht an. Der Finanzminister greift die Pensionsrechte von Landesbeamten und Landespolitikern nicht an. Na „wunderbar“! Dort bleibt alles so, wie es ist. (Abg. Rädler: Was war in der Steiermark?) Keine Reformen, denn das wäre viel zu schwierig, viel zu kompliziert. Da ist es doch viel einfacher für ihn, über Steuererhöhungen nachzudenken!
Beifall beim BZÖ
Meine Damen und Herren, das ist Ihre Politik, das sind Ihre Vorschläge, um die Spekulanten entsprechend zu entlasten! – Ungeheuerlich, und das verstehe ich überhaupt nicht (Beifall beim BZÖ), vor allem nicht angesichts der Tatsache, dass es die klare Gegenrechnung gibt, dass diese Milliarde ja wieder verloren geht, weil dann der sogenannte Tank-Tourismus wegfallen wird. Das heißt, diese 1 Milliarde €, die sonst an Steuern aus dem Ausland gezahlt worden wäre, zahlen jetzt die Österreicher. „Gratuliere“ zu solchen Vorschlägen, kann man da nur sagen.
Abg. Grosz: Dann können wir gleich alles machen!
Der Finanzminister hat dann gleich gemeint: Na gut, wenn wir schon die Mineralölsteuer erhöhen (Abg. Grosz: Dann können wir gleich alles machen!), dann machen wir
Abg. Grosz: Das ist ihnen unangenehm! – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Bitte, Herr Abgeordneter Scheibner. (Abg. Grosz: Das ist ihnen unangenehm! – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Herbert Scheibner (fortsetzend): Ihr gespieltes Desinteresse zeigt ja, wie weit wir gekommen sind mit Ihrer Politik. Sie interessieren sich überhaupt nicht dafür, wenn es darum geht, den Staat zu sanieren. Sie interessieren sich nicht dafür, wenn es darum geht, den Bürger vor Steuerbelastungen zu schützen. Das ist unsere Bundesregierung! (Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Grosz: 21 Sozialversicherungsträger!
Meine Damen und Herren, das ist alles, was Sie sich überlegen?! 19 Monate lang gab es den „Österreich-Konvent“, und der Rechnungshofpräsident rechnet Ihnen genau vor, wo einzusparen ist: bei der Verwaltung, wo es beispielsweise neun verschiedene Bauordnungen gibt. – Unmöglich, sagen Sie aber. Und was die Strukturen in der Schulverwaltung anlangt: Auch da könnten Sie Geld holen. Oder auch in der Gesundheitsverwaltung: bis zu 3 Milliarden € im Jahr könnten da eingespart werden, und zwar ohne Leistungskürzungen, nur durch einen Philosophiewechsel. (Abg. Grosz: 21 Sozialversicherungsträger!) Das wäre doch etwas.
Beifall beim BZÖ.
Unser Klubobmann Bucher hat Ihnen das vorgerechnet: Bis zu 300 Millionen € wären da einzusparen, etwa durch eine Halbierung der Zahl der Landtagsmandatare. Warum brauchen wir in Wien – das waren ja die Ersten, die gesagt haben, dass eine Kürzung nicht infrage kommt – 100 Gemeinderäte?! In der Stadt Wien völlig unnötig! Ebenso gibt es in Wien 1 000 Bezirksräte. Das wären doch Signale, wenn man da sagen würde: Ja, da gibt es ein Einsparungspotenzial. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wir brauchen eine gute, eine gesunde Wirtschaft sowie Bürger, die Kaufkraft haben, um diese Wirtschaftskrise zu überstehen – aber nicht Politiker, denen nichts anderes einfällt, als in die Kassen der Wirtschaft und in die Säcke der Steuerzahler zu greifen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Themessl.
Bundesminister für Finanzen Vizekanzler Dipl.-Ing. Josef Pröll: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren vor den Bildschirmen und vor allem auch die vielen Besucher hier auf der Galerie! Herr Abgeordneter Scheibner, ich wollte an sich anders einleiten, aber Sie haben zum Schluss Ihrer Rede gesagt, Deutschland diskutiert über eine Steuersenkung. – Dazu: Ja, die Deutschen diskutieren über eine Steuersenkung, die wir in Österreich schon letztes Jahr gemacht haben. Das ist der Unterschied zwischen Deutschland und Österreich! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Themessl.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Die Abgeordneten des BZÖ halten Plakate in die Höhe, auf denen die Aufschrift „Pröllnocchio“ sowie ein Foto von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll, versehen mit gezeichneten Attributen der Romanfigur „Pinocchio“ – Hut, Masche und lange Nase –, zu sehen ist.
Österreich ist eines der besten Länder in der Europäischen Union, was die Wettbewerbsfähigkeit auch nach dieser Krise betrifft – und trotzdem haben wir Handlungsbedarf. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Die Abgeordneten des BZÖ halten Plakate in die Höhe, auf denen die Aufschrift „Pröllnocchio“ sowie ein Foto von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll, versehen mit gezeichneten Attributen der Romanfigur „Pinocchio“ – Hut, Masche und lange Nase –, zu sehen ist.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP. – Rufe beim BZÖ: Der ist rot!
Ich freue mich sehr – eine tolle Karikatur, die Sie hier zeigen! Das Einzige, was daran stört, ist der orange Hut, muss ich Ihnen sagen, wenn wir schon bei den Parteifarben bleiben. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP. – Rufe beim BZÖ: Der ist rot!)
Abg. Scheibner: Wo? Wo sparen Sie ein?
Bundesminister für Finanzen Vizekanzler Dipl.-Ing. Josef Pröll (fortsetzend): Meine sehr geehrten Damen und Herren, wir können auch stolz sein, denn Österreichs Wirtschaft hat in diesen Monaten gezeigt, dass sie besonders robust und stabil ist. Aber trotzdem haben wir Handlungsbedarf – das dürfen wir nicht vergessen –, denn allein die Zinsentwicklung für die Schulden, die wir eingehen mussten, um weiterzukommen, um die Banken sozusagen durchzutragen, um die Konjunkturpakete sowie die Steuersenkung zu finanzieren, würde sich, wenn wir in Bezug auf Staatsschulden nichts täten, von derzeit 6,7 Milliarden € auf über 10 Milliarden € im Jahr 2014 erhöhen, was deutlich mehr wäre, als wir in unserem Land für die Bildung ausgeben. Und da können wir nicht zuschauen, da haben wir Handlungsbedarf, nämlich das Defizit zu verringern und den Schuldenstand der Republik wieder abzubauen. (Abg. Scheibner: Wo? Wo sparen Sie ein?)
Abg. Scheibner: Mit Steuererhöhungen wollen Sie das Wachstum fördern?
Unser Hauptaugenmerk gilt in dieser Frage natürlich der Stärkung dieses Wachstums auch mit Offensivmaßnahmen. (Abg. Scheibner: Mit Steuererhöhungen wollen Sie das Wachstum fördern?) Jedes Zehntelprozent Wachstum bringt uns eine Entlastung beim Sparen oder auf der Einnahmenseite. (Abg. Scheibner: Aber doch nicht durch Steuererhöhungen!) Deswegen liegt der Hauptfokus der Politik dieser Regierung auf der Stärkung eines nachhaltigen Wirtschaftswachstums für die nächsten Jahre. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Sie haben ja keine Ahnung! Das glaubt nicht einmal die ÖVP!)
Abg. Scheibner: Aber doch nicht durch Steuererhöhungen!
Unser Hauptaugenmerk gilt in dieser Frage natürlich der Stärkung dieses Wachstums auch mit Offensivmaßnahmen. (Abg. Scheibner: Mit Steuererhöhungen wollen Sie das Wachstum fördern?) Jedes Zehntelprozent Wachstum bringt uns eine Entlastung beim Sparen oder auf der Einnahmenseite. (Abg. Scheibner: Aber doch nicht durch Steuererhöhungen!) Deswegen liegt der Hauptfokus der Politik dieser Regierung auf der Stärkung eines nachhaltigen Wirtschaftswachstums für die nächsten Jahre. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Sie haben ja keine Ahnung! Das glaubt nicht einmal die ÖVP!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Sie haben ja keine Ahnung! Das glaubt nicht einmal die ÖVP!
Unser Hauptaugenmerk gilt in dieser Frage natürlich der Stärkung dieses Wachstums auch mit Offensivmaßnahmen. (Abg. Scheibner: Mit Steuererhöhungen wollen Sie das Wachstum fördern?) Jedes Zehntelprozent Wachstum bringt uns eine Entlastung beim Sparen oder auf der Einnahmenseite. (Abg. Scheibner: Aber doch nicht durch Steuererhöhungen!) Deswegen liegt der Hauptfokus der Politik dieser Regierung auf der Stärkung eines nachhaltigen Wirtschaftswachstums für die nächsten Jahre. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Sie haben ja keine Ahnung! Das glaubt nicht einmal die ÖVP!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Herr Abgeordneter Scheibner, zu Ihnen und dem BZÖ sage ich noch: keine neuen Steuern! Das war mein Ziel, und dazu stehe ich auch. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Aber in einer Koalition zählt nicht nur das eigene Ziel, sondern auch das, was gemeinsam mit dem Partner möglich ist. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner. – Zwischenruf des Abg. Markowitz.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner. – Zwischenruf des Abg. Markowitz.
Herr Abgeordneter Scheibner, zu Ihnen und dem BZÖ sage ich noch: keine neuen Steuern! Das war mein Ziel, und dazu stehe ich auch. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Aber in einer Koalition zählt nicht nur das eigene Ziel, sondern auch das, was gemeinsam mit dem Partner möglich ist. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner. – Zwischenruf des Abg. Markowitz.)
Abg. Scheibner: Erläutern Sie das!
In der Frage des Konsenses lagen wir bei 60 Prozent: 60 Prozent Sparen und 40 Prozent neue Einnahmen. Herr Abgeordneter Scheibner! Sie haben ja einmal einer Regierung angehört. Ich habe mir das genau angeschaut: Wissen Sie, wo 2001 und 2002 das Verhältnis zwischen Ausgaben und Einnahmen lag, das Sie mitgetragen haben? (Abg. Scheibner: Erläutern Sie das!) Ich will das gar nicht näher erläutern! Es lag weitab von 60 zu 40, damals betrug das Verhältnis von Einnahmen zu Ausgaben 80 Prozent zu 20 Prozent! Das haben auch Sie mitgetragen, Herr Abgeordneter Scheibner, und es war auch klug und richtig, es zu tun! Wir profitieren heute noch davon. Auf Grund dieser Wirtschafts- und Finanzpolitik steht Österreich besser da als andere Länder der Europäischen Union. Das ist der Punkt, den man fair und offen miteinander ansprechen sollte! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
In der Frage des Konsenses lagen wir bei 60 Prozent: 60 Prozent Sparen und 40 Prozent neue Einnahmen. Herr Abgeordneter Scheibner! Sie haben ja einmal einer Regierung angehört. Ich habe mir das genau angeschaut: Wissen Sie, wo 2001 und 2002 das Verhältnis zwischen Ausgaben und Einnahmen lag, das Sie mitgetragen haben? (Abg. Scheibner: Erläutern Sie das!) Ich will das gar nicht näher erläutern! Es lag weitab von 60 zu 40, damals betrug das Verhältnis von Einnahmen zu Ausgaben 80 Prozent zu 20 Prozent! Das haben auch Sie mitgetragen, Herr Abgeordneter Scheibner, und es war auch klug und richtig, es zu tun! Wir profitieren heute noch davon. Auf Grund dieser Wirtschafts- und Finanzpolitik steht Österreich besser da als andere Länder der Europäischen Union. Das ist der Punkt, den man fair und offen miteinander ansprechen sollte! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.
Es wird an Ihnen liegen, diesen Beschluss mitzutragen, damit die 60-Prozent-Sparquote im Sinne von Sparen für Wachstum und Investitionen in Österreich entsprechend umgesetzt werden kann. (Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.) Wir werden das diskutieren. Auf dieser Frage, wie wir die Ausgabendynamik des Landes brechen, liegt jedenfalls mein absoluter Schwerpunkt, und nicht auf der Frage der Einnahmenseite.
Beifall bei der ÖVP.
Diesem Prinzip dürfen ein zukünftiges Steuersystem und eine Steuerdebatte nicht entgegenstehen. Davor warne ich auch alle, die heute darüber diskutieren, dass man die Unternehmen an die Kandare nehmen sollte, denn damit geschieht etwas, was uns nachhaltig beim Wachstum und bei der Sicherung von Arbeitsplätzen schadet. Diese Debatte ist in der Regierung gemeinsam zu entwickeln und gemeinsam zu führen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Das ist die Aufgabe, die wir haben, und in diese Richtung werde ich auch meine ganze Energie in die Verhandlungen mit dem Koalitionspartner einbringen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das Thema des BZÖ für die heutige Aktuelle Stunde ist die Frage: Wie finanzieren wir diese Krise? Wir sanieren wir den Haushalt? (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Wie können wir die Kosten dieser Krise finanzieren? Machen wir das einnahmenseitig? Machen wir das ausgabenseitig? (Zwischenrufe beim BZÖ.)
Zwischenrufe beim BZÖ.
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das Thema des BZÖ für die heutige Aktuelle Stunde ist die Frage: Wie finanzieren wir diese Krise? Wir sanieren wir den Haushalt? (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Wie können wir die Kosten dieser Krise finanzieren? Machen wir das einnahmenseitig? Machen wir das ausgabenseitig? (Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Scheibner: Faymann hat etwas anderes gesagt!
Wir Sozialdemokraten haben immer gesagt, dass wir einnahmenseitig und ausgabenseitig einen vernünftigen Mix zustande bringen wollen. (Abg. Scheibner: Faymann hat etwas anderes gesagt!) Es zeigt sich auch, dass jene Länder, die in der Vergangenheit einen guten Mix hatten, am erfolgreichsten waren. (Abg. Scheibner: Der Bundeskanzler hat etwas anderes gesagt!)
Abg. Scheibner: Der Bundeskanzler hat etwas anderes gesagt!
Wir Sozialdemokraten haben immer gesagt, dass wir einnahmenseitig und ausgabenseitig einen vernünftigen Mix zustande bringen wollen. (Abg. Scheibner: Faymann hat etwas anderes gesagt!) Es zeigt sich auch, dass jene Länder, die in der Vergangenheit einen guten Mix hatten, am erfolgreichsten waren. (Abg. Scheibner: Der Bundeskanzler hat etwas anderes gesagt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Für einseitige Maßnahmen? – Abg. Grosz: Jenseitige Maßnahmen?
Ja, wir sind für einnahmenseitige Maßnahmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Für einseitige Maßnahmen? – Abg. Grosz: Jenseitige Maßnahmen?) Das haben wir immer gesagt. Das sagen wir nicht erst seit 14 Tagen, sondern das haben wir immer klar gesagt. Und es wundert mich, dass einige hier nicht für einnahmenseitige Maßnahmen sind, wenn wir uns ansehen, wie unser Steuersystem heute funktioniert. Unser System funktioniert nämlich so, dass die Einkommensteuer umso geringer ist, je weniger persönliche Leistung erbracht wird, um das Einkommen zu erzielen. Und je mehr man persönlich für sein Einkommen leistet, desto höher ist die Steuer. Das sieht man bei den Kapitaleinkommen, bei denen die persönliche Leistung deutlich geringer ist. So fallen etwa bei Aktienspekulation null Prozent Einkommensteuer an. Bei Zinserträgen und Dividendenerträgen beträgt sie 25 Prozent, für Verpachtung und Vermietung beträgt die Steuer unter 40 Prozent. Hingegen beträgt die Steuer für Arbeits- und Leistungseinkommen, wenn jemand persönlich eine Leistung bringt, etwa 50 bis 60 Prozent vom Bruttoeinkommen.
Beifall bei der SPÖ.
Im Hinblick darauf geht es uns darum, dieses Ungleichgewicht zu beseitigen und dafür zu sorgen, dass jene, die heute etwa für Aktienspekulation keinen Beitrag leisten, genauso einen Beitrag leisten wie jene, die arbeiten gehen. – Sie haben recht: Die Steuern haben sich gewaschen, sie sind zu hoch! Das gilt aber nicht für alle, sondern nur für jene, die eine Leistung für ihr Einkommen erbringen und für ihr Geld arbeiten. Dort müssen wir in Wahrheit die Steuern senken. Bei den anderen können wir sie jedoch durchaus erhöhen! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Grosz.
Dabei geht es nicht um ein Arbeitsplätze-Vernichtungsprogramm! (Zwischenruf des Abg. Grosz.) Nein! Das ist eine reine Frage der Gewinnermittlung! Da geht es nicht um die Arbeitsplätze, sondern da geht es um die Dividendenausschüttung und um das, was an Gewinnen ausgeschüttet wird. Es geht darum, dass dafür genauso Steuern zu bezahlen sind, so wie jeder, der für sein Geld arbeitet, zahlen muss! Deswegen sagen wir Ja zur Einschränkung der Gruppenbesteuerung. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Dabei geht es nicht um ein Arbeitsplätze-Vernichtungsprogramm! (Zwischenruf des Abg. Grosz.) Nein! Das ist eine reine Frage der Gewinnermittlung! Da geht es nicht um die Arbeitsplätze, sondern da geht es um die Dividendenausschüttung und um das, was an Gewinnen ausgeschüttet wird. Es geht darum, dass dafür genauso Steuern zu bezahlen sind, so wie jeder, der für sein Geld arbeitet, zahlen muss! Deswegen sagen wir Ja zur Einschränkung der Gruppenbesteuerung. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Grosz – in Richtung SPÖ –: Sagen Sie Herrn Voves einmal, dass er seine Steuern zahlen soll! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Wir sagen auch Ja zu einer höheren und gerechteren Besteuerung von Stiftungen. Ja, dazu stehen wir! (Abg. Grosz – in Richtung SPÖ –: Sagen Sie Herrn Voves einmal, dass er seine Steuern zahlen soll! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ja, diese Schritte wollen wir gehen! Aber auch hier muss man darauf schauen, dass das Ganze sozial gerecht ist, dass es möglichst verursachergerecht ist und dass es zukunftsgerecht ist. Wir müssen nämlich darauf achten, dass wir uns nicht in eine Krise oder tiefer in die Krise hinein sparen. Vielmehr müssen wir auch aus der Krise heraus investieren, und deswegen müssen wir darauf achten, dass wir auch genug Geld für die wichtigen Zukunftsinvestitionen in diesem Land haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Stimmt ja nicht!
Im Hinblick darauf ist es interessant, wenn das BZÖ jetzt bei dieser Themenstellung eine Anleihe bei Deutschland nimmt. Der Herr Finanzminister hat es schon erwähnt: Die Steuersenkung, über die sich die Deutschen jetzt gerade streiten und nicht einig werden, haben wir längst vorgenommen. (Abg. Scheibner: Stimmt ja nicht!) Vor allem aber macht uns jeder andere Vergleich mit Deutschland sicher, dass das, was wir hier getan haben, richtig war.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Steuern senken und nicht erhöhen!
Warum sollen wir uns dann, bitte, an den Deutschen in dieser Hinsicht ein Beispiel nehmen? – Da schaue ich lieber auf Österreich! Wir haben das Richtige bei uns bereits getan. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Steuern senken und nicht erhöhen!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.
Eine Bemerkung zum Sparen: Der ehemalige sozialdemokratische Finanzminister, Herr Androsch, hat völlig recht, wenn er heute in einem interessanten Kommentar in der „Kronen Zeitung“ feststellt – und auch darüber muss geredet werden dürfen –, dass unser Sozialsystem zu wenig effizient und missbrauchsanfällig sei und dass man legalisiertem Missbrauch einen Riegel vorschieben müsse. Wenn wir aber mit dem Transferkonto ein Instrument dafür vorschlagen, das nichts anderes bewirken soll, als Transparenz zu schaffen und Doppelgleisigkeiten zu vermeiden, dann geht interessanterweise ein Aufschrei durch das Land, der sich gewaschen hat. (Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.)
Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Dr. Stummvoll: Wer sagt das?
Und Voves sagt – man höre –: „Denn ich spüre, dass wir in unserer Gesellschaft nicht den Kältetod der Gefühle erleben, sondern den Wärmetod der Gefühle.“ (Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Dr. Stummvoll: Wer sagt das?)
Beifall bei der ÖVP.
Diese Kahlschlagsüberlegungen der Sozialpolitik sind uns von der ÖVP fern! Wenn wir vom Sparen reden, dann reden wir vom sozial verträglichen Sparen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Was ist mit der Mineralölsteuer?
Noch ein Wort zu den Steuern, meine Damen und Herren: Wir wollen keine Steuererhöhungen, überhaupt keine Frage! Aber die Debatte um die Bankensteuer, zu der sich offensichtlich alle bekennen, ist eine erste Diskussion über eine Steuererhöhung. Da geht es um Finanztransaktionen, und keiner redet dagegen! Tun Sie also nicht so scheinheilig, als ob Ihnen jede Überlegung fernläge, Steuern korrigieren zu wollen, meine Damen und Herren! Steuern sollten jedoch Steuerungswirkung haben. (Abg. Scheibner: Was ist mit der Mineralölsteuer?)
Beifall bei der ÖVP.
Es muss doch erlaubt sein, darüber nachzudenken, ob es nicht da oder dort in unserem Steuersystem negative Steuerungswirkungen gibt, und das Steuersystem zum Beispiel im Sinne der Ökologie und unserer Umwelt umzubauen, um positive Effekte für die Umwelt zu erzielen. Das muss nicht nur erlaubt sein, sondern das ist sogar das Gebot der Stunde. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Kopf: Das tue ich sicherlich!
Ich ersuche Sie, diese Unterstellung zurückzuziehen. (Abg. Kopf: Das tue ich sicherlich!) – Sie nehmen es zurück.
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Sie diskutieren immer über Steuern!
Abgeordneter Bernhard Themessl (FPÖ): Frau Präsidentin! Herr Finanzminister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Werte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Fernsehzuschauer und Zuschauer hier auf der Tribüne! Sie alle haben es sowohl vom Herrn Finanzminister als auch jetzt vom Klubobmann der ÖVP gehört: Der Finanzminister will keine neuen Steuern. – Dann frage ich mich aber, warum man überhaupt darüber diskutiert. (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Sie diskutieren immer über Steuern!) Dass Sie keine neuen Steuern wollen, hat Herr Finanzminister Pröll in mehreren Aussendungen und Pressemitteilungen in den letzten Monaten immer wieder betont. Er hat gesagt, dass er das nicht will.
Beifall bei der FPÖ
Da stellt sich schon die Frage: Wie kann die Finanzmarktaufsicht etwas verbieten? Ich habe bisher angenommen, dass Gesetze hier in diesem Hohen Haus beschlossen werden und nicht in der Finanzmarktaufsicht oder im Finanzministerium (Beifall bei der FPÖ), denn dann könnten wir ja das Parlament ausschalten.
Beifall bei der FPÖ.
Doch genau die arbeitenden Menschen in Österreich belasten Sie weiter schamlos. Sie haben keine Ideen, wie Sie ausgabenseitig sparen können, sondern Sie konzentrieren sich voll auf die einnahmenseitige Budgetkonsolidierung. Und ich befürchte, dass das Budget, wenn Sie so weitermachen, zu 100 Prozent einnahmenseitig konsolidiert wird beziehungsweise saniert wird, aber auf keinen Fall ausgabenseitig, und das ist schade. (Beifall bei der FPÖ.)
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Hallo!
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne): Frau Präsidentin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Herr Bundesminister, Sie sollten öfters Klartext reden. Sie sollten hie und da einmal die Wahrheit sagen (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Hallo!) und Sie sollten öfters Klartext reden. (Beifall bei den Grünen.) Leider machen Sie das nicht von selbst. Ich hätte mir gewünscht, dass Sie zu einem aktuellen Anlass, nämlich zu einem brisanten Brief vom ÖVP-nahen Akademikerbund, auch heute hier im Hohen Haus Stellung nehmen. Das wäre wünschenswert gewesen. Klartext zu reden ist, glaube ich, etwas ganz Wichtiges in der Politik, damit man weiß, wo Sie sich verorten und wo Sie sich auch politisch ... (Abg. Kopf: Haben Sie unsere Stellungnahmen dazu nicht registriert?)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne): Frau Präsidentin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Herr Bundesminister, Sie sollten öfters Klartext reden. Sie sollten hie und da einmal die Wahrheit sagen (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Hallo!) und Sie sollten öfters Klartext reden. (Beifall bei den Grünen.) Leider machen Sie das nicht von selbst. Ich hätte mir gewünscht, dass Sie zu einem aktuellen Anlass, nämlich zu einem brisanten Brief vom ÖVP-nahen Akademikerbund, auch heute hier im Hohen Haus Stellung nehmen. Das wäre wünschenswert gewesen. Klartext zu reden ist, glaube ich, etwas ganz Wichtiges in der Politik, damit man weiß, wo Sie sich verorten und wo Sie sich auch politisch ... (Abg. Kopf: Haben Sie unsere Stellungnahmen dazu nicht registriert?)
Abg. Kopf: Haben Sie unsere Stellungnahmen dazu nicht registriert?
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne): Frau Präsidentin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Herr Bundesminister, Sie sollten öfters Klartext reden. Sie sollten hie und da einmal die Wahrheit sagen (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Hallo!) und Sie sollten öfters Klartext reden. (Beifall bei den Grünen.) Leider machen Sie das nicht von selbst. Ich hätte mir gewünscht, dass Sie zu einem aktuellen Anlass, nämlich zu einem brisanten Brief vom ÖVP-nahen Akademikerbund, auch heute hier im Hohen Haus Stellung nehmen. Das wäre wünschenswert gewesen. Klartext zu reden ist, glaube ich, etwas ganz Wichtiges in der Politik, damit man weiß, wo Sie sich verorten und wo Sie sich auch politisch ... (Abg. Kopf: Haben Sie unsere Stellungnahmen dazu nicht registriert?)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll.
wirklich ernst nehmen und dazu eine klare Distanzierung hier in diesem Haus vornehmen. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll.)
Abg. Großruck: Hallo! Ordnungsruf, Frau Präsidentin! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Klartext ist gefragt, Herr Vizekanzler, eine klare Haltung und zumindest ein Mindestmaß an Budgetwahrheit! Sie können es nicht wegleugnen, Herr Finanzminister: Sie haben die letzten Monate einfach gelogen, dass sich die Balken gebogen haben. (Abg. Großruck: Hallo! Ordnungsruf, Frau Präsidentin! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ich muss das in dieser Deutlichkeit sagen!
Beifall bei den Grünen.
Wissentlich die Unwahrheit zu sagen, heißt lügen, nach meinem Sprachverständnis. (Beifall bei den Grünen.) Und über Monate hinweg zu behaupten: Neue Steuern möchte ich nicht, will ich nicht, brauche ich nicht, wird es nicht geben unter meiner Regierung!, und dann im Nachhinein zu sagen: Ich konnte ja nicht die Wahrheit sagen, sonst hätte ich das nicht durchgebracht!, also was ist denn das, als wissentlich die Unwahrheit sagen?
Abg. Kopf: Wollen Sie Vergeltung?
Eine der Ursachen ist nach wie vor folgende: Wenn sich auf der einen Seite der Gesellschaft sehr, sehr viel Kapital anhäuft, immer mehr Kapital anhäuft, auf der anderen Seite der Gesellschaft aber immer weniger wird, dann sucht sich selbstverständlich dieses Kapital Veranlagungen. (Abg. Kopf: Wollen Sie Vergeltung?) Nein! Wir sagen, und das schon immer und auch in aller Wahrhaftigkeit und Ernsthaftigkeit: Es wird nicht ohne neue Steuern gehen, allerdings sollen diese jene leisten, die es gerne machen und die es sich auch leisten können! Das heißt, dass wir endlich in Österreich die Stiftungsprivilegien angreifen, dass wir endlich die Aktienspekulation angreifen, dass wir über Vermögenszuwachssteuern reden, dass wir über die großen Vermögen reden und auch fragen, welchen Beitrag diese Bereiche leisten können. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Kopf.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Kopf.
Eine der Ursachen ist nach wie vor folgende: Wenn sich auf der einen Seite der Gesellschaft sehr, sehr viel Kapital anhäuft, immer mehr Kapital anhäuft, auf der anderen Seite der Gesellschaft aber immer weniger wird, dann sucht sich selbstverständlich dieses Kapital Veranlagungen. (Abg. Kopf: Wollen Sie Vergeltung?) Nein! Wir sagen, und das schon immer und auch in aller Wahrhaftigkeit und Ernsthaftigkeit: Es wird nicht ohne neue Steuern gehen, allerdings sollen diese jene leisten, die es gerne machen und die es sich auch leisten können! Das heißt, dass wir endlich in Österreich die Stiftungsprivilegien angreifen, dass wir endlich die Aktienspekulation angreifen, dass wir über Vermögenszuwachssteuern reden, dass wir über die großen Vermögen reden und auch fragen, welchen Beitrag diese Bereiche leisten können. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Kopf.)
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Das tue ich!
dentlich mit der SPÖ aus, was jetzt tatsächlich kommt, und präsentieren Sie uns dann einen durchdachten und vor allem sozial gerechten Vorschlag, statt jeden Tag eine neue Steuer! (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Das tue ich!) Ja, das tun Sie, und Sie tun das vor allem mit einem sehr, sehr üblen Hintergrund, nämlich eine große Idee, die Ökologisierung des Steuersystems, auf einmal jetzt zum Budgetlöcherstopfen zu verwenden. (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Nein!) Das wollen wir nicht! (Beifall bei den Grünen. – Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Wir auch nicht!)
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Nein!
dentlich mit der SPÖ aus, was jetzt tatsächlich kommt, und präsentieren Sie uns dann einen durchdachten und vor allem sozial gerechten Vorschlag, statt jeden Tag eine neue Steuer! (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Das tue ich!) Ja, das tun Sie, und Sie tun das vor allem mit einem sehr, sehr üblen Hintergrund, nämlich eine große Idee, die Ökologisierung des Steuersystems, auf einmal jetzt zum Budgetlöcherstopfen zu verwenden. (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Nein!) Das wollen wir nicht! (Beifall bei den Grünen. – Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Wir auch nicht!)
Beifall bei den Grünen. – Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Wir auch nicht!
dentlich mit der SPÖ aus, was jetzt tatsächlich kommt, und präsentieren Sie uns dann einen durchdachten und vor allem sozial gerechten Vorschlag, statt jeden Tag eine neue Steuer! (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Das tue ich!) Ja, das tun Sie, und Sie tun das vor allem mit einem sehr, sehr üblen Hintergrund, nämlich eine große Idee, die Ökologisierung des Steuersystems, auf einmal jetzt zum Budgetlöcherstopfen zu verwenden. (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Nein!) Das wollen wir nicht! (Beifall bei den Grünen. – Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Wir auch nicht!)
Beifall bei den Grünen.
Auf der anderen Seite gibt es eine Reihe von Dingen, die tatsächlich unnotwendig sind, wie zum Beispiel die steuerliche Absetzbarkeit von Managergehältern; im Moment zahlen das nämlich die Steuerzahler. Und dann wird das Zocken mit den Pensionen steuerlich noch belohnt. Das alles können wir streichen. Unter dem Strich macht das fast viereinhalb Milliarden aus – Vorschläge, die man durchaus ernst nehmen kann, Herr Finanzminister! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Nein!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Frau Klubvorsitzende, nachdem Sie relativ ausführlich begründet haben, warum Sie ein Wort, das in diesem Haus nicht verwendet wird, verwendet haben, gehe ich auch nicht davon aus, dass Sie den Vorwurf des Lügens zurücknehmen. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Nein!) Damit erteile ich Ihnen einen Ordnungsruf.
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Was?
Abgeordneter Ing. Peter Westenthaler (BZÖ): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Finanzminister, was machen Sie eigentlich hier?, frage ich mich. (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Was?) Ja, was machen Sie noch hier? Denn Sie haben gesagt: Steuererhöhungen? – „Ich kann nur sagen: ohne mich!“ – Das sagten Sie, Herr Finanzminister, vor wenigen Monaten.
Beifall beim BZÖ.
Das heißt, es gibt jetzt zwei Möglichkeiten: Entweder Sie sind nur mehr als Gast hier, oder Sie sagen uns heute in Form einer Rücktrittserklärung und einer Abschiedsdanksagung an das Parlament, dass Sie gehen, denn es kommen Steuererhöhungen, und Sie sitzen noch immer da, Herr Finanzminister! Das kann es ja nicht sein. (Beifall beim BZÖ.)
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Nein!
Was soll man von so einem Bundeskanzler eigentlich noch halten und auch von so einem Finanzminister, meine sehr geehrten Damen und Herren von der Regierung? Das ist Fiktion und Wahrheit: auf der einen Seite Steuererhöhungen ausschließen und auf der anderen Seite die Menschen für dumm verkaufen, hinters Licht führen und letztlich mit ihren Sorgen und Nöten im Stich lassen. (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Nein!) Das ist diese Regierung!
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Nein!
Jetzt kommt der zweite Schritt: Rekordsteuerbelastung (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Nein!), denn die Schulden muss man ja wieder finanzieren. Und so dreht sich das immer im Kreis.
Beifall beim BZÖ.
Herr Finanzminister Pröll, Parteivorsitzender der ÖVP, ich sage Ihnen: Hochmut kommt vor dem Fall! Auch wenn Ihre Bürgermeister jetzt ein paar Gemeinderatswahlen gewonnen haben: Sie sind in dieser Republik noch nie zur Wahl gestanden! Und ich garantiere Ihnen: Die Österreicherinnen und Österreicher werden keinen ÖVP-Vorsitzenden und Finanzminister wählen, der das Land in Rekordschulden führt und in die höchste Steuerbelastung aller Zeiten! (Beifall beim BZÖ.)
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Bitte! Bitte! Bitte!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Höchste Arbeitslosigkeit: 400 000 Arbeitslose! Höchste Kriminalität! Höchste Armut! (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Bitte! Bitte! Bitte!) Herr Finanzminister, es gibt in diesem Land Tausende Menschen, die noch immer jeden Tag entscheiden müssen, ob sie ihre Miete zahlen oder ob sie sich etwas zu essen kaufen. Tausende Menschen in diesem Land! Und Sie kommen daher mit der Steuerkeule und der Belastungskeule. Und das ist eigentlich der wirkliche Skandal!
Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll.
Weil es hier geheißen hat, Deutschland habe keine Steuersenkungen durchgeführt: Seit Anfang dieses Jahres hat Deutschland die Mehrwertsteuer auf die Hotellerie gesenkt, und zwar von 19 auf 7 Prozent. (Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll.) Österreich hat 10 Prozent. Und siehe da – lesen Sie die Zeitungen! –, in den ersten beiden Monaten dieses Jahres gab es eine Investitionswelle in die deutsche Hotellerie, wie sie noch nie dagewesen ist. Das sind kluge Ideen, Herr Finanzminister – und nicht, mit der Steuerkeule daherzukommen! (Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Weil es hier geheißen hat, Deutschland habe keine Steuersenkungen durchgeführt: Seit Anfang dieses Jahres hat Deutschland die Mehrwertsteuer auf die Hotellerie gesenkt, und zwar von 19 auf 7 Prozent. (Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll.) Österreich hat 10 Prozent. Und siehe da – lesen Sie die Zeitungen! –, in den ersten beiden Monaten dieses Jahres gab es eine Investitionswelle in die deutsche Hotellerie, wie sie noch nie dagewesen ist. Das sind kluge Ideen, Herr Finanzminister – und nicht, mit der Steuerkeule daherzukommen! (Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Ikrath.
Oder: Was sind noch kluge Ideen, Herr Finanzminister? (Zwischenruf des Abg. Mag. Ikrath.) – Aber schreien Sie nur da oben! Der Groscherlzähler aus dem Bankenverein sitzt auch da oben. Ist alles in Ordnung. – Warum senken Sie nicht die Steuern auf Investivlöhne? Wenn Mitarbeiter einen Teil ihres Lohnes in den Betrieb wieder investieren, warum machen Sie da nicht eine Steuerbegünstigung? Das sind kluge Ansätze!
Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Oder: Warum entlasten Sie nicht Ein-Personen-Unternehmen, die auch nur einen einzigen Mitarbeiter aufstellen, in Form einer Entlastung der Lohnnebenkosten, damit wir Arbeitsplätze schaffen? Das sind kluge Ideen! – Aber Sie haben keine Ideen, sondern Sie wollen nur die Steuerschraube anziehen. Und da sind wir dagegen! (Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Ikrath: Sie haben keine Ahnung!
Meine Damen und Herren von der ÖVP! Sie bestrafen Leistung. Sie rauben Kaufkraft. (Abg. Mag. Ikrath: Sie haben keine Ahnung!) Und was machen Sie, meine Damen und Herren von der SPÖ? – Sie begünstigen die Faulheit mit einem Mindestlohn, der netto schon genauso hoch ist wie ein Mindesteinkommen. Das heißt, arbeiten in diesem Land zahlt sich schon gar nicht mehr aus, weil man ohnehin den Mindestlohn bekommt, wenn man nichts tut. Das ist Ihre Politik! Und das lehnen wir ab.
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Wer sagt das? Sie sagen das!
Und: Jetzt kommen die Autofahrer wieder einmal dran. Das ist typisch! Der Finanzminister sagt: Wenn mir nichts einfällt, dann belaste ich die Autofahrer mit einer Erhöhung der Mineralölsteuer! – Das ist überhaupt unglaublich! (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Wer sagt das? Sie sagen das!)
Beifall beim BZÖ.
er, sie zahlen die normale Versicherungssteuer, sie zahlen die Vignette. Und jetzt wollen Sie daherkommen und für die Autofahrer auch noch die Mineralölsteuer erhöhen? – Das ist wirklich ein Raubrittertum, ein Wegelagerertum von dieser Regierung, das wir ablehnen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ich sage Ihnen etwas, Herr Finanzminister: Wissen Sie, wo Sie das Geld herbekommen? – Nicht von den Autofahrern, sondern von der OMV. Gehen Sie einmal in die ÖIAG, zur OMV, die seit Jahren Millionen und Abermillionen Gewinne schreibt, sogar im letzten Jahr, im Krisenjahr noch immer 572 Millionen € Nettogewinn. Das ist Geld, das Sie holen sollten, und zwar dort, wo die Preise immer nur erhöht werden, aber nie gesenkt werden! Nicht die Autofahrer, sondern die großkopferten Industriellen in der OMV sollen einmal etwas für das Budget leisten und sollen Geld hergeben! Das ist die Aufgabe, die Sie hätten – und nicht die Autofahrer und Pendler zu schröpfen, die es sich ohnehin nicht leisten können! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wenn Sie heute wie bei einer Rasur über die Menschen drüberfahren, dann gehen Sie nicht als Sanierungsfinanzminister in die Geschichte ein, sondern als größter Schröpfer der Republik. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Grosz: Zahlen Sie in der Steiermark die Steuern!
Abgeordnete Mag. Laura Rudas (SPÖ): Sehr geehrter Herr Minister! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Kolleginnen und Kollegen! Liebe Gäste auf der Galerie und Zuseherinnen und Zuseher zu Hause! Kollege Westenthaler, natürlich müssen wir das Budget sanieren. Wir müssen Schulden abbauen, und wir müssen die Reparaturarbeit der Krise leisten. (Abg. Grosz: Zahlen Sie in der Steiermark die Steuern!) Das sind wir den nächsten Generationen schuldig. Das ist aber auch eine Frage von verantwortungsvoller und professioneller Politik.
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Aber, sehr geehrte Damen und Herren, heute beschäftigen wir uns hauptsächlich mit einnahmenseitigen Maßnahmen, also mit Steuern. Und da ist es gar nicht so schwer: Es gibt gute Steuern und es gibt „böse“ Steuern. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Gute Steuern sind gerechte Steuern. Das bedeutet, dass jene, die diese Krise mitverursacht haben, auch einen Beitrag zur Reparaturarbeit leisten müssen. Daher, liebe Kolleginnen und Kollegen, ... (Zwischenruf des Abg. Grosz.) Ganz ruhig! – Liebe Kolleginnen und Kollegen, beantworten Sie mir einfach eine Frage! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Zwischenruf des Abg. Grosz.
Aber, sehr geehrte Damen und Herren, heute beschäftigen wir uns hauptsächlich mit einnahmenseitigen Maßnahmen, also mit Steuern. Und da ist es gar nicht so schwer: Es gibt gute Steuern und es gibt „böse“ Steuern. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Gute Steuern sind gerechte Steuern. Das bedeutet, dass jene, die diese Krise mitverursacht haben, auch einen Beitrag zur Reparaturarbeit leisten müssen. Daher, liebe Kolleginnen und Kollegen, ... (Zwischenruf des Abg. Grosz.) Ganz ruhig! – Liebe Kolleginnen und Kollegen, beantworten Sie mir einfach eine Frage! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Grosz.
Aber, sehr geehrte Damen und Herren, heute beschäftigen wir uns hauptsächlich mit einnahmenseitigen Maßnahmen, also mit Steuern. Und da ist es gar nicht so schwer: Es gibt gute Steuern und es gibt „böse“ Steuern. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Gute Steuern sind gerechte Steuern. Das bedeutet, dass jene, die diese Krise mitverursacht haben, auch einen Beitrag zur Reparaturarbeit leisten müssen. Daher, liebe Kolleginnen und Kollegen, ... (Zwischenruf des Abg. Grosz.) Ganz ruhig! – Liebe Kolleginnen und Kollegen, beantworten Sie mir einfach eine Frage! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Abg. Grosz: Freilich ist das gerecht!
Herr Kollege Grosz, ist es gerecht, dass beispielsweise ein Bankmanager, der vor über einem Jahr Aktien gekauft hat und sie heute mit einem großen Gewinn verkauft, Steuern zahlt? Ist das gerecht? (Abg. Grosz: Freilich ist das gerecht!) – Genau, es ist gerecht!
Abg. Grosz: Voves! Stiftungssteuer!
Ist es gerecht, Kollege Kopf, dass Banken, die Milliarden von Steuerzahlern bekommen haben, heute einen Beitrag zur Reparaturarbeit leisten? – Ja, es ist gerecht! (Abg. Grosz: Voves! Stiftungssteuer!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Grosz.
land ihre Tochterfirmen sind, auch hier Ertragssteuern zahlen? – Ja, es ist gerecht! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Ironische Heiterkeit.
Aber kommen wir zu den „bösen“ Steuern! (Ironische Heiterkeit.) Die „bösen“ Steuern sind jene Steuern, die schon wieder jene belasten, die keine Mitschuld an der Krise haben, die Opfer der Krise sind, nämlich die Massen und die Mittelschicht. Die Rede ist von jenen Steuern, die immer wieder neue Deckmäntel bekommen. Jetzt gerade ist es der Deckmantel des Umweltschutzes. Das sind jene Steuern, die das Tanken, das Heizen für jeden noch teurer machen, als es ohnehin schon ist. (Abg. Scheibner: Garantieren Sie, dass das nicht kommt?)
Abg. Scheibner: Garantieren Sie, dass das nicht kommt?
Aber kommen wir zu den „bösen“ Steuern! (Ironische Heiterkeit.) Die „bösen“ Steuern sind jene Steuern, die schon wieder jene belasten, die keine Mitschuld an der Krise haben, die Opfer der Krise sind, nämlich die Massen und die Mittelschicht. Die Rede ist von jenen Steuern, die immer wieder neue Deckmäntel bekommen. Jetzt gerade ist es der Deckmantel des Umweltschutzes. Das sind jene Steuern, die das Tanken, das Heizen für jeden noch teurer machen, als es ohnehin schon ist. (Abg. Scheibner: Garantieren Sie, dass das nicht kommt?)
Abg. Scheibner: Wer stellt den Bundeskanzler?
Deshalb, liebe Kolleginnen und Kollegen: Ist es gerecht, dass allen Österreicherinnen und Österreichern ins Geldbörsel gegriffen wird, undifferenziert, nach dem Gießkannenprinzip? – Nein, das ist nicht gerecht! (Abg. Scheibner: Wer stellt den Bundeskanzler?)
Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll.
Deshalb, Herr Finanzminister, liebe Kolleginnen und Kollegen von der ÖVP, zeigen Sie Mut, zeigen Sie Zivilcourage, stellen Sie sich zu uns, auf die Seite der Österreicherinnen und Österreicher! (Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll.) Fürchten Sie sich nicht vor Raiffeisen & Co!
Abg. Grosz: Der Voves soll Steuern zahlen!
Bei allem Respekt: Wir sind die Politik. (Abg. Grosz: Der Voves soll Steuern zahlen!) Wir sind für die Geschicke in unserem Land zuständig. Wir entscheiden zum Wohle Österreichs – wir hier im Haus und Sie in der Regierung! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Voves!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Voves!
Bei allem Respekt: Wir sind die Politik. (Abg. Grosz: Der Voves soll Steuern zahlen!) Wir sind für die Geschicke in unserem Land zuständig. Wir entscheiden zum Wohle Österreichs – wir hier im Haus und Sie in der Regierung! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Voves!)
Abg. Grosz: Voves! Stiftungssteuer zahlen!
Deshalb fordere ich Sie alle auf, sehr geehrte Damen und Herren (Abg. Grosz: Voves! Stiftungssteuer zahlen!) – es wird leider immer lauter –, mit uns, der Sozialdemokratie, den gerechten Weg in der Reparaturarbeit zu gehen (Abg. Grosz: Mit einer Stiftungssteuer!), für den Wohlstand in unserem Land, für den Wirtschaftsstandort Österreich, vor allem aber auch für den sozialen Frieden in Österreich. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Stiftungssteuer!)
Abg. Grosz: Mit einer Stiftungssteuer!
Deshalb fordere ich Sie alle auf, sehr geehrte Damen und Herren (Abg. Grosz: Voves! Stiftungssteuer zahlen!) – es wird leider immer lauter –, mit uns, der Sozialdemokratie, den gerechten Weg in der Reparaturarbeit zu gehen (Abg. Grosz: Mit einer Stiftungssteuer!), für den Wohlstand in unserem Land, für den Wirtschaftsstandort Österreich, vor allem aber auch für den sozialen Frieden in Österreich. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Stiftungssteuer!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Stiftungssteuer!
Deshalb fordere ich Sie alle auf, sehr geehrte Damen und Herren (Abg. Grosz: Voves! Stiftungssteuer zahlen!) – es wird leider immer lauter –, mit uns, der Sozialdemokratie, den gerechten Weg in der Reparaturarbeit zu gehen (Abg. Grosz: Mit einer Stiftungssteuer!), für den Wohlstand in unserem Land, für den Wirtschaftsstandort Österreich, vor allem aber auch für den sozialen Frieden in Österreich. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Stiftungssteuer!)
Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe beim BZÖ.
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Vizekanzler! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn wir ein bisschen über den Tellerrand der jetzigen Debatte hinausblicken und uns die Steuerpolitik der letzten 20 Jahre ansehen, fallen drei große Entlastungsoffensiven auf: die Steuerreform 1988/89 unter Finanzminister Lacina, die Steuerreform 2004/2005 unter Finanzminister Karl-Heinz Grasser und die letzte Steuerreform 2009/2010 unter dem jetzigen Finanzminister Sepp Pröll – Lacina, Karl-Heinz Grasser, Sepp Pröll. Eine Partei war immer dabei und war die treibende Kraft: die Österreichische Volkspartei, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Riepl – Abg. Scheibner: Wir haben gekämpft um die Steuersenkung!
Wir lassen uns durch diese Debatte unser Image als Steuersenkungspartei, lieber Kollege, nicht wegnehmen! Aber ich gebe zu, Herbert Scheibner, uns trennen zwei Dinge (Zwischenruf des Abg. Riepl – Abg. Scheibner: Wir haben gekämpft um die Steuersenkung!): Ich debattiere aufgrund von Daten und Fakten – du machst polemische Zwischenrufe. (Abg. Scheibner: Das ist überhaupt nicht polemisch, das ist nur eine Richtigstellung!) Das ist der Unterschied, lieber Herbert Scheibner! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Das ist überhaupt nicht polemisch, das ist nur eine Richtigstellung!
Wir lassen uns durch diese Debatte unser Image als Steuersenkungspartei, lieber Kollege, nicht wegnehmen! Aber ich gebe zu, Herbert Scheibner, uns trennen zwei Dinge (Zwischenruf des Abg. Riepl – Abg. Scheibner: Wir haben gekämpft um die Steuersenkung!): Ich debattiere aufgrund von Daten und Fakten – du machst polemische Zwischenrufe. (Abg. Scheibner: Das ist überhaupt nicht polemisch, das ist nur eine Richtigstellung!) Das ist der Unterschied, lieber Herbert Scheibner! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir lassen uns durch diese Debatte unser Image als Steuersenkungspartei, lieber Kollege, nicht wegnehmen! Aber ich gebe zu, Herbert Scheibner, uns trennen zwei Dinge (Zwischenruf des Abg. Riepl – Abg. Scheibner: Wir haben gekämpft um die Steuersenkung!): Ich debattiere aufgrund von Daten und Fakten – du machst polemische Zwischenrufe. (Abg. Scheibner: Das ist überhaupt nicht polemisch, das ist nur eine Richtigstellung!) Das ist der Unterschied, lieber Herbert Scheibner! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Frau Präsidentin, für solche Sachen gehört eigentlich ein Ordnungsruf!
Meine Damen und Herren, eines ist schon richtig: Für uns ist die Stabilität des Staatshaushaltes ein wirtschaftlicher Grundwert, er ist auch die Basis für eine Strategie von Wachstum und Beschäftigung, gar keine Frage. (Abg. Scheibner: Frau Präsidentin, für solche Sachen gehört eigentlich ein Ordnungsruf!) Es ist unbestritten, dass wir – wie alle Staaten dieser Welt – die Krise unter Inkaufnahme einer höheren Staatsverschuldung bekämpft haben. Gar keine Frage, es gab keine Alternative.
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Meine Damen und Herren, lassen Sie mich eines schon auch sagen: Wenn hier über Steuern gesprochen wird und manche Kollegen meines Koalitionspartners wieder die berühmte Formel gebracht haben: Es müssen jene zur Kassa gebeten werden, die die Krise verursacht haben!, muss ich fragen: Wer hat die Krise verursacht? – Zunächst war es eine exzessive öffentliche und private Verschuldung in den USA, verbunden mit dem Casinokapitalismus der Wall Street. Herr Kollege Krainer und Frau Kollegin, kommen Sie heraus und sagen Sie mir, wie Sie den Casinokapitalismus der Wall Street in Österreich besteuern wollen! (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Abg. Riepl: Was haben die für eine Regierung dort?
Oder nehmen wir das Beispiel Griechenland. (Abg. Riepl: Was haben die für eine Regierung dort?) Die Griechen haben jahrelang über ihre Verhältnisse gelebt. Das ist die Ursache der griechischen Krankheit. Wie wollen wir das mit der Steuerpolitik in Österreich bekämpfen, meine Damen und Herren?
Abg. Dr. Jarolim: Wohin soll er sonst schauen?
Lassen Sie mich zu der Aussage – das geht auch in Richtung meines Koalitionspartners –, dass die Betriebe mehr zahlen sollen, noch einmal Folgendes sagen: Betriebe heißt immer Arbeitsplätze. Herr Kollege Matznetter, weil Sie so herschauen: Das heißt immer Arbeitsplätze. (Abg. Dr. Jarolim: Wohin soll er sonst schauen?) Unsere Unternehmer sind tüchtig genug, dass sie ihre Gewinne auch im Ausland machen können – dafür gibt es sehr viele Beispiele. Alles, was wir für die Betriebe machen, machen wir für die Arbeitsplätze, für die Einkommen und für die soziale Sicherheit in diesem Land. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Lassen Sie mich zu der Aussage – das geht auch in Richtung meines Koalitionspartners –, dass die Betriebe mehr zahlen sollen, noch einmal Folgendes sagen: Betriebe heißt immer Arbeitsplätze. Herr Kollege Matznetter, weil Sie so herschauen: Das heißt immer Arbeitsplätze. (Abg. Dr. Jarolim: Wohin soll er sonst schauen?) Unsere Unternehmer sind tüchtig genug, dass sie ihre Gewinne auch im Ausland machen können – dafür gibt es sehr viele Beispiele. Alles, was wir für die Betriebe machen, machen wir für die Arbeitsplätze, für die Einkommen und für die soziale Sicherheit in diesem Land. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Da geht kein einziger Arbeitsplatz verloren!
Hören Sie auf mit diesen klassenkämpferischen Argumenten: Es sollen jene zahlen, die die Krise verursacht haben!, Die Betriebe müssen besteuert werden!, Die Stiftungen müssen besteuert werden! – Frau Kollegin, Sie wissen schon, dass wir 400 000 Arbeitsplätze in Österreich unter dem Dach von Stiftungen haben? (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Da geht kein einziger Arbeitsplatz verloren!) Und auch die Gruppenbesteuerung hat, Frau Kollegin und auch meine Kollegen von der Koalition, dazu beigetragen, dass viele Headquarters in Österreich sind, dass die Wertschöpfung
Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Glawischnig-Piesczek und Scheibner
Hören wir auf mit einer polemischen Debatte (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Glawischnig-Piesczek und Scheibner), und kehren wir zurück zu Daten und Fakten, Herr Kollege Scheibner. Und weil Sie die Deutschen in Ihrer Rede so erwähnt haben (Abg. Scheibner: Die Wahrheit sagen!): Haben Sie gelesen, was Helmut Schmidt, der frühere deutsche Bundeskanzler, vor drei Wochen in einem großen „Kurier“-Interview gesagt hat? – Er hat gefragt: Wisst ihr Österreicher überhaupt, wie gut es euch geht? (Abg. Scheibner: Aber nicht wegen Ihnen!)
Abg. Scheibner: Die Wahrheit sagen!
Hören wir auf mit einer polemischen Debatte (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Glawischnig-Piesczek und Scheibner), und kehren wir zurück zu Daten und Fakten, Herr Kollege Scheibner. Und weil Sie die Deutschen in Ihrer Rede so erwähnt haben (Abg. Scheibner: Die Wahrheit sagen!): Haben Sie gelesen, was Helmut Schmidt, der frühere deutsche Bundeskanzler, vor drei Wochen in einem großen „Kurier“-Interview gesagt hat? – Er hat gefragt: Wisst ihr Österreicher überhaupt, wie gut es euch geht? (Abg. Scheibner: Aber nicht wegen Ihnen!)
Abg. Scheibner: Aber nicht wegen Ihnen!
Hören wir auf mit einer polemischen Debatte (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Glawischnig-Piesczek und Scheibner), und kehren wir zurück zu Daten und Fakten, Herr Kollege Scheibner. Und weil Sie die Deutschen in Ihrer Rede so erwähnt haben (Abg. Scheibner: Die Wahrheit sagen!): Haben Sie gelesen, was Helmut Schmidt, der frühere deutsche Bundeskanzler, vor drei Wochen in einem großen „Kurier“-Interview gesagt hat? – Er hat gefragt: Wisst ihr Österreicher überhaupt, wie gut es euch geht? (Abg. Scheibner: Aber nicht wegen Ihnen!)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn wir heute schauen: Alle Daten und Fakten sprechen dafür, dass wir die Krise wesentlich besser überwunden haben als andere Staaten dieser Welt! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Jury.
Abgeordneter Lutz Weinzinger (FPÖ): Geschätzte Präsidentin! Herr Vizekanzler! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das war heute eine interessante Vorlesung von Politsprech. Was haben wir alles gehört? – „Handlungsbedarf“ wurde gesagt, und das kommt auf den Punkt. Dazu bekenne ich mich, das ist eine spannende Herausforderung, und Strategien für Wachstum und Beschäftigung brauchen wir, einnahmenseitig und ausgabenseitig. Das ist ja tatsächlich eine ökologische Steuerreform, wenn wir unsere fossilen Treibstoffe besteuern. Wir müssen ja das Steuersystem überhaupt intelligent umbauen. – Meine Damen und Herren, da wurde geredet und nichts gesagt! (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Jury.)
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Stimmt nicht!
Sie müssen sich überlegen, wo tatsächlich die Kosten sind, die vermeidbar wären. Und da müssen Sie, bitte, bis zu den Grundlagen gehen. Die erste Grundlage, über die wir einmal nachdenken müssen, ist der Föderalismus: Wie interessant und wichtig ist für uns der Föderalismus, und wo kann man beim Föderalismus ansetzen, um die Kosten, die der Föderalismus ohne Frage mit sich bringt, zu senken? Aber diese Frage wird ja gar nicht angegriffen, es wird ja gar nicht genau darüber (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Stimmt nicht!) – Herr Vizekanzler, ja, ich habe schon gehört, damals in der Raiffeisenkasse haben Sie gesagt, darüber sollte man auch ein bisschen nachdenken. (Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll.) Aber vielleicht sollte man ein bisschen mehr darüber nachdenken und auch einmal Gespräche mit den Landeshauptleuten führen, und zwar vernünftige Gespräche, nicht Gespräche, in denen es nur heißt: Ich stehe auf dem Standpunkt, und du stehst auf dem Standpunkt!
Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll.
Sie müssen sich überlegen, wo tatsächlich die Kosten sind, die vermeidbar wären. Und da müssen Sie, bitte, bis zu den Grundlagen gehen. Die erste Grundlage, über die wir einmal nachdenken müssen, ist der Föderalismus: Wie interessant und wichtig ist für uns der Föderalismus, und wo kann man beim Föderalismus ansetzen, um die Kosten, die der Föderalismus ohne Frage mit sich bringt, zu senken? Aber diese Frage wird ja gar nicht angegriffen, es wird ja gar nicht genau darüber (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Stimmt nicht!) – Herr Vizekanzler, ja, ich habe schon gehört, damals in der Raiffeisenkasse haben Sie gesagt, darüber sollte man auch ein bisschen nachdenken. (Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll.) Aber vielleicht sollte man ein bisschen mehr darüber nachdenken und auch einmal Gespräche mit den Landeshauptleuten führen, und zwar vernünftige Gespräche, nicht Gespräche, in denen es nur heißt: Ich stehe auf dem Standpunkt, und du stehst auf dem Standpunkt!
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren, das ist aber nur eines der Themen, die wir uns gar nicht anzugreifen trauen – wenn ich jetzt „wir“ sage, so ist das meine Solidarität zum gesamten Staat und damit auch meine Solidarität zur derzeitigen Regierung, obwohl ich diese sehr gerne ausgetauscht hätte, das muss ich Ihnen auch offen sagen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Kogler: Fangt einmal in Kärnten an!
nicht mehr aufbringen können, und ob es in diesem Bereich vielleicht auch Missbrauch gibt. (Abg. Mag. Kogler: Fangt einmal in Kärnten an!) Wenn irgendjemand von Missbrauch im Sozialsystem spricht, dann ist er ja sowieso schon ein Faschist oder Ähnliches. (Abg. Donabauer: Transparenzkonto!)
Abg. Donabauer: Transparenzkonto!
nicht mehr aufbringen können, und ob es in diesem Bereich vielleicht auch Missbrauch gibt. (Abg. Mag. Kogler: Fangt einmal in Kärnten an!) Wenn irgendjemand von Missbrauch im Sozialsystem spricht, dann ist er ja sowieso schon ein Faschist oder Ähnliches. (Abg. Donabauer: Transparenzkonto!)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Jury.
Wir müssen auch einmal darüber nachdenken, welche Kosten uns die Asylantenbetreuung bereitet, vor allem, da wir wissen, dass bei mindestens 90 Prozent – mindestens 90 Prozent! – der Asylwerber früher oder später aufgedeckt wird, dass sie keine echten Asylwerber sind, dass sie uns nur auf der Tasche liegen und das Ganze sehr viel Geld kostet. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Jury.)
Zwischenruf des Abg. Hornek.
Fragen Sie einmal einen Bezirkspolizeikommandanten, was es bedeutet, mindestens einmal in der Woche einen Transport entweder zum Flughafen oder zu einer Botschaft durchzuführen! – Da braucht er für einen einzigen Asylanten: ein Dienstfahrzeug, einen Kraftfahrer, das ist natürlich ein Polizist, und zwei weitere Kraftfahrer, wovon einer möglichst ein „Prügel“ sein soll. (Zwischenruf des Abg. Hornek.) Die werden dafür abgestellt, sind den ganzen Tag weg und kommen dann am Abend mit dem Asylanten wieder zurück, weil er in der Botschaft etwas anderes gesagt hat. (Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll.) Das kostet Geld, das kostet unendlich viel Geld! Aber wir trauen uns nicht einmal, darüber überhaupt nachzudenken.
Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll.
Fragen Sie einmal einen Bezirkspolizeikommandanten, was es bedeutet, mindestens einmal in der Woche einen Transport entweder zum Flughafen oder zu einer Botschaft durchzuführen! – Da braucht er für einen einzigen Asylanten: ein Dienstfahrzeug, einen Kraftfahrer, das ist natürlich ein Polizist, und zwei weitere Kraftfahrer, wovon einer möglichst ein „Prügel“ sein soll. (Zwischenruf des Abg. Hornek.) Die werden dafür abgestellt, sind den ganzen Tag weg und kommen dann am Abend mit dem Asylanten wieder zurück, weil er in der Botschaft etwas anderes gesagt hat. (Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll.) Das kostet Geld, das kostet unendlich viel Geld! Aber wir trauen uns nicht einmal, darüber überhaupt nachzudenken.
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Der Freund von der Mutter oder ...?
Meine Damen und Herren, wie viel kostet uns die fehlende Sicherheit? Wie viel Geld, wie viel Staatsvermögen kostet es uns, dass wir in diesem Staat nicht mehr sicher leben können? Ein Staat, der von Generationen aufgebaut wurde und ein sicherer Staat war; ein Staat, in dem es ganz selbstverständlich war, dass man sein Einfamilienhaus offen gelassen hat, dass man die Wohnung offen gelassen hat, damit der Freund hereinkonnte, die Mutter in der Küche angetroffen und gefragt hat: Wo ist denn mein Freund, der Karli? Heute ist alles verschlossen, verriegelt, versperrt und mit Kameras überwacht. Was das kostet! (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Der Freund von der Mutter oder ...?)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Meine Damen und Herren, die Kosten der Einwanderung kennen wir auch noch nicht. Es gibt noch immer keine offizielle Statistik darüber, was uns die Einwanderung tatsächlich kostet und was sie uns bringt. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Da wären wir gefragt, da wäre Handlungsbedarf, wie Sie so schön sagen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren, die Kosten der Einwanderung kennen wir auch noch nicht. Es gibt noch immer keine offizielle Statistik darüber, was uns die Einwanderung tatsächlich kostet und was sie uns bringt. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Da wären wir gefragt, da wäre Handlungsbedarf, wie Sie so schön sagen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Jury.
Reden Sie nicht Politsprech, sondern beginnen Sie offen und ehrlich mit der Lösung unserer Probleme! (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Jury.)
Heiterkeit.
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Danke, Frau Präsidentin! – Jetzt hat man wieder ungefähr ein Gefühl dafür, wie es in Kärnten so weit kommen konnte. (Heiterkeit.)
Beifall bei den Grünen.
Es ist über ein Jahr her, dass Abgeordneter Dr. Van der Bellen genau an diesem Rednerpult vorgerechnet hat, wie die Zinsbelastung steigen wird, nämlich um mindestens 3 Milliarden €, wenn nichts geschieht. Exakt dieselben Zahlen haben Sie ja heute zu Recht – zu Recht! – ins Treffen geführt, um auch die Einnahmenerhöhungen zu begründen. Ich frage mich, wo der Schaden gewesen wäre, wenn Sie schon damals ehrlich gewesen wären. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Wie soll er sich bekennen, wenn es das ist?!
Also eine Lüge mit Anlauf – Sie bekennen sich ja auch dazu, aber gar nicht so sehr aus Einsicht und Moral (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Wie soll er sich bekennen, wenn es das ist?!), sondern weil Sie sich hier als taktisch besonders schlau gebärden wollen. Aber mit dieser Schlauheit werden wir am Schluss, glaube ich, auch nicht sehr weit hüpfen, da man Ihnen dann nicht mehr über den Weg trauen kann. Wie soll denn das weitergehen?
Abg. Grosz: Das ist kein Zufall, das ist ...!
Was ist der Punkt? – Jeder kleinste Schritt wird blockiert, und zwar von Landeshauptleuten – einer von ihnen heißt zufälligerweise so wie Sie, Herr Minister. (Abg. Grosz: Das ist kein Zufall, das ist ...!) Auch von anderen, aber dieser fängt meistens an. Also machen Sie sich das einmal in der ÖVP aus! Sippenhaftung gibt es keine, das ist völlig klar, aber die ÖVP ist trotzdem eine Sippe, die hier so spricht und dort so tut. Hier sitzen die größten Reformverweigerer. Wenn Sie sich in Ihren Wahlkreisen noch einmal mit Ihren Landeshauptleuten unterhalten wollen.
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Worin die Unterschiede noch liegen, ist auch klar: Wenn es um Ökologisierung im Steuersystem geht, dann muss es eben im System sein. Wir werden bei der Bevölkerung sonst auch nicht durchkommen, Sie schaden ja einem guten Instrument. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Wenn ökologisch belastende Verhaltensweisen in Wirtschaft, Industrie und in den Haushalten steuerlich bestraft werden, dann muss anderes belohnt werden, damit die Verhaltensänderung, die wir wollen, auch eintritt.
Beifall bei den Grünen.
Deshalb wird es zum Schluss – das ist auch der Schlusssatz – darauf ankommen müssen, dass wir das Budget dort sanieren, wo noch etwas geht; und das ist sicher auch bei Ihrer Klientel, die Sie dauernd verteidigen: bei den Reichen und Betuchten. Und damit muss jetzt einmal Schluss sein. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Kogler: Nein, ich habe ja nur den Herrn Vizekanzler exakt nachvollzogen!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Kogler, der Fairness halber frage ich Sie: Nehmen Sie die Unterstellung des Lügens zurück? (Abg. Mag. Kogler: Nein, ich habe ja nur den Herrn Vizekanzler exakt nachvollzogen!) – Dann erteile ich Ihnen einen Ordnungsruf. (Abg. Brosz: Der Pröll kriegt auch einen Ordnungsruf, denn der hat das zugegeben!)
Abg. Brosz: Der Pröll kriegt auch einen Ordnungsruf, denn der hat das zugegeben!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Kogler, der Fairness halber frage ich Sie: Nehmen Sie die Unterstellung des Lügens zurück? (Abg. Mag. Kogler: Nein, ich habe ja nur den Herrn Vizekanzler exakt nachvollzogen!) – Dann erteile ich Ihnen einen Ordnungsruf. (Abg. Brosz: Der Pröll kriegt auch einen Ordnungsruf, denn der hat das zugegeben!)
Beifall beim BZÖ.
Das Einzige, was Herr Voves wirklich erforschen könnte, wären die Lügen, die er Tag und Nacht den Steirerinnen und Steirern auftischt, sehr geehrte Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: So ist es!
Oder, sehr interessant, vor etwas mehr als einem Monat, am 21.2.2010, haben Sie gesagt: „Das gemeinsame Interesse der Politik muss es sein, bei uns selbst zu sparen, sonst drohen Steuererhöhungen auf dem Rücken der arbeitenden Menschen“ in Österreich. (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: So ist es!) – Das waren Ihre Worte noch vor einem Monat, und jetzt wollen Sie, sehr geehrter Herr Bundesminister, die Mineralölsteuer erhöhen, die Überstunden besteuern, quasi jedes Kapitel, das die Menschen in unserem Land betrifft, mit Steuern belegen, anstatt endlich bei sich selbst zu sparen!
Beifall beim BZÖ. – Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Ich gehe immer unter dem Türstock! Gehen Sie über dem Türstock? – Heiterkeit bei der ÖVP.
Herr Finanzminister Pröll, wenn Lügen kurze Beine haben, gehen Sie heute am Abend unter dem Türstock aus diesem Haus, aber sicher nicht mehr aufrecht. (Beifall beim BZÖ. – Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Ich gehe immer unter dem Türstock! Gehen Sie über dem Türstock? – Heiterkeit bei der ÖVP.) – Sie kriechen unter der Tür durch. Ich kann es Ihnen gerne aufzeichnen. Ich habe auch eine schöne Karikatur für Sie mitgebracht. Sie scheinen ohnedies ein sehr visueller Typ zu sein. Darauf, was Sie sagen, auf Worte, Schriftstücke und Ihre eigene Unterschrift legen Sie ja nicht viel Wert, deswegen zeichnen wir es Ihnen gerne auf, was die Österreicherinnen und Österreicher von Ihnen halten.
Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll.
Herr Bundesminister, Ihre eigene Regierung hatte im Jahr 2009, also im vergangenen Jahr, Reisekosten von 2,2 Millionen € – nicht Ihre Beamten, nein, Sie als Regierungsmitglieder selbst bei Auslandsdienstreisen verursacht. (Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll.) 7,4 Millionen € Reisekosten, reine Flugkosten für die Benützung Ihrer eigenen Flugzeuge.
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Wir arbeiten für Österreich!
Und Ihre Repräsentationskosten (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Wir arbeiten für Österreich!) – ja, ich weiß, wie Sie arbeiten, Herr Bundesminister (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Sehr erfolgreich! Sehr erfolgreich!) – in der Höhe von 3 Millionen € für Buffets und Empfänge für die Mitglieder der Bundesregierung, das ist eine unnötige Ausgabe! Und daher rufe ich Ihnen zu und fordere Sie auf, diese Verschwendungsorgie endlich zu beenden (Beifall beim BZÖ) und wirklich bei sich selbst zu sparen. Ich weiß, Sie können es nicht, aber nehmen Sie sich und Ihre Politik zum Anlass und führen Sie in die österreichische Politik eine neue Bescheidenheit ein! Seien Sie einmal asketisch bei Ihren eigenen Ausgaben, in Ihren eigenen Ressorts, bei Ihren Empfängen, bei Ihren Buffets, bei Ihren Dienstreisen, bei den Statussymbolen, die Sie offenbar zur Befriedigung Ihrer eigenen Eitelkeiten brauchen! Seien Sie hier einmal sparsam! Sparen Sie im politischen Bereich, bevor Sie in diesem Land noch einmal die Steuern erhöhen und damit die Wirtschaft ruinieren und die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer belasten! (Beifall beim BZÖ.)
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Sehr erfolgreich! Sehr erfolgreich!
Und Ihre Repräsentationskosten (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Wir arbeiten für Österreich!) – ja, ich weiß, wie Sie arbeiten, Herr Bundesminister (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Sehr erfolgreich! Sehr erfolgreich!) – in der Höhe von 3 Millionen € für Buffets und Empfänge für die Mitglieder der Bundesregierung, das ist eine unnötige Ausgabe! Und daher rufe ich Ihnen zu und fordere Sie auf, diese Verschwendungsorgie endlich zu beenden (Beifall beim BZÖ) und wirklich bei sich selbst zu sparen. Ich weiß, Sie können es nicht, aber nehmen Sie sich und Ihre Politik zum Anlass und führen Sie in die österreichische Politik eine neue Bescheidenheit ein! Seien Sie einmal asketisch bei Ihren eigenen Ausgaben, in Ihren eigenen Ressorts, bei Ihren Empfängen, bei Ihren Buffets, bei Ihren Dienstreisen, bei den Statussymbolen, die Sie offenbar zur Befriedigung Ihrer eigenen Eitelkeiten brauchen! Seien Sie hier einmal sparsam! Sparen Sie im politischen Bereich, bevor Sie in diesem Land noch einmal die Steuern erhöhen und damit die Wirtschaft ruinieren und die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer belasten! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ
Und Ihre Repräsentationskosten (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Wir arbeiten für Österreich!) – ja, ich weiß, wie Sie arbeiten, Herr Bundesminister (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Sehr erfolgreich! Sehr erfolgreich!) – in der Höhe von 3 Millionen € für Buffets und Empfänge für die Mitglieder der Bundesregierung, das ist eine unnötige Ausgabe! Und daher rufe ich Ihnen zu und fordere Sie auf, diese Verschwendungsorgie endlich zu beenden (Beifall beim BZÖ) und wirklich bei sich selbst zu sparen. Ich weiß, Sie können es nicht, aber nehmen Sie sich und Ihre Politik zum Anlass und führen Sie in die österreichische Politik eine neue Bescheidenheit ein! Seien Sie einmal asketisch bei Ihren eigenen Ausgaben, in Ihren eigenen Ressorts, bei Ihren Empfängen, bei Ihren Buffets, bei Ihren Dienstreisen, bei den Statussymbolen, die Sie offenbar zur Befriedigung Ihrer eigenen Eitelkeiten brauchen! Seien Sie hier einmal sparsam! Sparen Sie im politischen Bereich, bevor Sie in diesem Land noch einmal die Steuern erhöhen und damit die Wirtschaft ruinieren und die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer belasten! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Und Ihre Repräsentationskosten (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Wir arbeiten für Österreich!) – ja, ich weiß, wie Sie arbeiten, Herr Bundesminister (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Sehr erfolgreich! Sehr erfolgreich!) – in der Höhe von 3 Millionen € für Buffets und Empfänge für die Mitglieder der Bundesregierung, das ist eine unnötige Ausgabe! Und daher rufe ich Ihnen zu und fordere Sie auf, diese Verschwendungsorgie endlich zu beenden (Beifall beim BZÖ) und wirklich bei sich selbst zu sparen. Ich weiß, Sie können es nicht, aber nehmen Sie sich und Ihre Politik zum Anlass und führen Sie in die österreichische Politik eine neue Bescheidenheit ein! Seien Sie einmal asketisch bei Ihren eigenen Ausgaben, in Ihren eigenen Ressorts, bei Ihren Empfängen, bei Ihren Buffets, bei Ihren Dienstreisen, bei den Statussymbolen, die Sie offenbar zur Befriedigung Ihrer eigenen Eitelkeiten brauchen! Seien Sie hier einmal sparsam! Sparen Sie im politischen Bereich, bevor Sie in diesem Land noch einmal die Steuern erhöhen und damit die Wirtschaft ruinieren und die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer belasten! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Grosz überreicht Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll die angesprochene Tafel. – Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Mein Gott!
und einer langen Nase zu sehen ist.) Das ist im Übrigen ein rotes Häubchen – Sie dürften auch farbenblind sein, das ist nicht orange. Aber das ist kein Problem, das sehen wir Ihnen nach. Hängen Sie sich das auf, damit Sie wissen, dass Ihre eigenen Aussagen eine Halbwertszeit von wenigen Stunden haben und was die Österreicherinnen und Österreicher von Ihren Worten zu halten haben! – Ich danke Ihnen. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Grosz überreicht Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll die angesprochene Tafel. – Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Mein Gott!)
Heiterkeit und Beifall bei SPÖ, ÖVP und BZÖ. – Abg. Kopf: Ist das vergleichbar mit Dörfler?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Grosz, Ihre Rede strotzt vor Formulierungen, für die ich jedes Mal einen Ordnungsruf erteilen könnte. Ich sage Ihnen ganz offen: Ich tue es nicht – und zwar wegen Aussichtslosigkeit. (Heiterkeit und Beifall bei SPÖ, ÖVP und BZÖ. – Abg. Kopf: Ist das vergleichbar mit Dörfler?)
Abg. Grosz: FPK! FPK! Uwe Scheuch ...!
Abgeordneter Maximilian Linder (ohne Klubzugehörigkeit): Sehr geehrte Frau Präsident! Geschätzte Herren auf der Regierungsbank! Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen! Ich hoffe, dass gerade diese Aussichtslosigkeit bei unserem Herrn Vizekanzler nicht gegeben ist. Vielleicht nimmt er sich einiges von dem, was er heute gehört hat, zu Herzen. (Abg. Grosz: FPK! FPK! Uwe Scheuch ...!)
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Das höre ich heute schon zum dritten Mal!
„Wer jetzt über Steuererhöhungen oder neue Steuern redet, der hilft der Wirtschaft nicht auf die Sprünge, sondern stellt ihr ein Bein.“ – Das sagten Sie in Ihrer ersten Budgetrede. (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Das höre ich heute schon zum dritten Mal!) – Ich weiß es. Aber es ist ja gut, vielleicht merken Sie es sich.
Beifall bei der FPÖ.
fern, als Sie hoffen, dass die Bürger vergessen, was Sie im letzten Jahr gesagt haben, was Sie vor Wahlen erzählt haben – oder aber in Ihrem eigenen Kurzzeitgedächtnis, dass Sie sich nicht mehr erinnern können, was Sie gesagt haben. Oder aber – und das wäre das Schlimmste von allem – es ist das die Pröll’sche Budgetpolitik, dass Sie nur so kurzfristig denken, dass Sie nicht mehr wissen, was Sie noch vor drei oder vier Wochen gesagt haben. – Herr Vizekanzler! Wenn man weiß, dass die Krise schon seit Mitte 2008 um sich greift und Platz gegriffen hat, dann, glaube ich, war es schlimm, dass Sie in dieser Zeit schon immer gewusst haben, dass es Steuererhöhungen geben wird, dass Sie aber trotzdem noch mit Floskeln hinausgegangen sind, die nicht ernst zu nehmen sind. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: War gar nicht so schlecht!
Herr Vizekanzler, nützen Sie die Chance! Setzen Sie die Reformen um, und gehen Sie so in die Geschichte ein, dass Sie es nach vielen, vielen Jahren als erster Vizekanzler und als erster Finanzminister geschafft haben, die lang ersehnte Verwaltungsreform umzusetzen! (Beifall bei der FPÖ. – Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: War gar nicht so schlecht!)
Beifall bei der FPÖ.
Ein Punkt hätte mich schon interessiert – dazu wären Erklärungen möglich gewesen, nämlich eine Erklärung des Bundeskanzlers zum ORF-Skandal. Das hätte mich ganz besonders interessiert, meine Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ.)
Rufe bei der FPÖ: Ungeheuerlich! Unglaublich!
Da werden vom ORF zwei mutmaßliche Neonazis angeheuert und werden vom ORF dafür bezahlt, dass sie „Sieg Heil!“ sagen. (Rufe bei der FPÖ: Ungeheuerlich! Unglaublich!) Für einen „Sieg Heil!“-Sager wurde ein Betrag von 80 € geboten, meine Damen und Herren. 80 € für einen „Sieg Heil!“-Sager! Es gab mehrere Prämien: Je nachdem, was eben gesagt wird, wird ein anderer Betrag bezahlt. (Ruf bei der FPÖ: Wahnsinn!) Der ORF hat sogar angeboten, Reisen dieser mutmaßlichen Neonazis zu Neonazi-Treffen ins Ausland zu finanzieren, meine Damen und Herren! (Abg. Kickl: Unglaublich!) – Und das alles mit den Zwangsmitgliedsbeiträgen, mit den Zwangsgebühren, die die Österreicher zu bezahlen haben! (Abg. Dr. Rosenkranz: Das ist unerhört!) Das ist eine unerhörte Vorgangsweise! (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Ruf bei der FPÖ: Wahnsinn!
Da werden vom ORF zwei mutmaßliche Neonazis angeheuert und werden vom ORF dafür bezahlt, dass sie „Sieg Heil!“ sagen. (Rufe bei der FPÖ: Ungeheuerlich! Unglaublich!) Für einen „Sieg Heil!“-Sager wurde ein Betrag von 80 € geboten, meine Damen und Herren. 80 € für einen „Sieg Heil!“-Sager! Es gab mehrere Prämien: Je nachdem, was eben gesagt wird, wird ein anderer Betrag bezahlt. (Ruf bei der FPÖ: Wahnsinn!) Der ORF hat sogar angeboten, Reisen dieser mutmaßlichen Neonazis zu Neonazi-Treffen ins Ausland zu finanzieren, meine Damen und Herren! (Abg. Kickl: Unglaublich!) – Und das alles mit den Zwangsmitgliedsbeiträgen, mit den Zwangsgebühren, die die Österreicher zu bezahlen haben! (Abg. Dr. Rosenkranz: Das ist unerhört!) Das ist eine unerhörte Vorgangsweise! (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Abg. Kickl: Unglaublich!
Da werden vom ORF zwei mutmaßliche Neonazis angeheuert und werden vom ORF dafür bezahlt, dass sie „Sieg Heil!“ sagen. (Rufe bei der FPÖ: Ungeheuerlich! Unglaublich!) Für einen „Sieg Heil!“-Sager wurde ein Betrag von 80 € geboten, meine Damen und Herren. 80 € für einen „Sieg Heil!“-Sager! Es gab mehrere Prämien: Je nachdem, was eben gesagt wird, wird ein anderer Betrag bezahlt. (Ruf bei der FPÖ: Wahnsinn!) Der ORF hat sogar angeboten, Reisen dieser mutmaßlichen Neonazis zu Neonazi-Treffen ins Ausland zu finanzieren, meine Damen und Herren! (Abg. Kickl: Unglaublich!) – Und das alles mit den Zwangsmitgliedsbeiträgen, mit den Zwangsgebühren, die die Österreicher zu bezahlen haben! (Abg. Dr. Rosenkranz: Das ist unerhört!) Das ist eine unerhörte Vorgangsweise! (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Rosenkranz: Das ist unerhört!
Da werden vom ORF zwei mutmaßliche Neonazis angeheuert und werden vom ORF dafür bezahlt, dass sie „Sieg Heil!“ sagen. (Rufe bei der FPÖ: Ungeheuerlich! Unglaublich!) Für einen „Sieg Heil!“-Sager wurde ein Betrag von 80 € geboten, meine Damen und Herren. 80 € für einen „Sieg Heil!“-Sager! Es gab mehrere Prämien: Je nachdem, was eben gesagt wird, wird ein anderer Betrag bezahlt. (Ruf bei der FPÖ: Wahnsinn!) Der ORF hat sogar angeboten, Reisen dieser mutmaßlichen Neonazis zu Neonazi-Treffen ins Ausland zu finanzieren, meine Damen und Herren! (Abg. Kickl: Unglaublich!) – Und das alles mit den Zwangsmitgliedsbeiträgen, mit den Zwangsgebühren, die die Österreicher zu bezahlen haben! (Abg. Dr. Rosenkranz: Das ist unerhört!) Das ist eine unerhörte Vorgangsweise! (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Beifall bei FPÖ und ÖVP.
Da werden vom ORF zwei mutmaßliche Neonazis angeheuert und werden vom ORF dafür bezahlt, dass sie „Sieg Heil!“ sagen. (Rufe bei der FPÖ: Ungeheuerlich! Unglaublich!) Für einen „Sieg Heil!“-Sager wurde ein Betrag von 80 € geboten, meine Damen und Herren. 80 € für einen „Sieg Heil!“-Sager! Es gab mehrere Prämien: Je nachdem, was eben gesagt wird, wird ein anderer Betrag bezahlt. (Ruf bei der FPÖ: Wahnsinn!) Der ORF hat sogar angeboten, Reisen dieser mutmaßlichen Neonazis zu Neonazi-Treffen ins Ausland zu finanzieren, meine Damen und Herren! (Abg. Kickl: Unglaublich!) – Und das alles mit den Zwangsmitgliedsbeiträgen, mit den Zwangsgebühren, die die Österreicher zu bezahlen haben! (Abg. Dr. Rosenkranz: Das ist unerhört!) Das ist eine unerhörte Vorgangsweise! (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Man kann zum ORF stehen, wie man will. Ja, fast jede Partei – die SPÖ nicht, aber fast jede Partei – hatte einmal Schwierigkeiten mit dem ORF. Gut, das ist die normale politische Auseinandersetzung. Aber hier Neonazis zu bezahlen, damit sie Veranstaltungen stören, damit man ein möglichst schlechtes Licht von einer politischen Partei zeichnen kann, das ist ganz, ganz besonders mies, meine Damen und Herren. Ganz besonders mies! (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Ruf bei der FPÖ: Sich mit den Grünen getroffen!
Da erwarte ich mir, dass der verantwortliche Redakteur entlassen wird und ein Hausverbot bekommt, meine Damen und Herren. Das erwarte ich mir! Denn ansonsten ... – Das wissen Sie vielleicht auch noch nicht: Wissen Sie, was dieser Redakteur gemacht hat, nachdem er bei unserer Veranstaltung war und mit seinem Prämienmodell gefordert hat, dass diese Neonazis „Sieg Heil!“ schreien? (Ruf bei der FPÖ: Sich mit den Grünen getroffen!) – Nachdem das aufgeflogen ist, ist er mit diesen zwei Herrschaften in ein Lokal gegangen und hat dort Bier getrunken, war völlig verunsichert und hat diese Herrschaften gebeten, ihn doch bitte zu schützen – und hat auch dafür Geld angeboten, meine Damen und Herren. (Rufe bei der FPÖ: Unerhört! Unglaublich! Pfui! Eine Sauerei! – Abg. Dr. Matznetter: ... zwei oder drei?)
Rufe bei der FPÖ: Unerhört! Unglaublich! Pfui! Eine Sauerei! – Abg. Dr. Matznetter: ... zwei oder drei?
Da erwarte ich mir, dass der verantwortliche Redakteur entlassen wird und ein Hausverbot bekommt, meine Damen und Herren. Das erwarte ich mir! Denn ansonsten ... – Das wissen Sie vielleicht auch noch nicht: Wissen Sie, was dieser Redakteur gemacht hat, nachdem er bei unserer Veranstaltung war und mit seinem Prämienmodell gefordert hat, dass diese Neonazis „Sieg Heil!“ schreien? (Ruf bei der FPÖ: Sich mit den Grünen getroffen!) – Nachdem das aufgeflogen ist, ist er mit diesen zwei Herrschaften in ein Lokal gegangen und hat dort Bier getrunken, war völlig verunsichert und hat diese Herrschaften gebeten, ihn doch bitte zu schützen – und hat auch dafür Geld angeboten, meine Damen und Herren. (Rufe bei der FPÖ: Unerhört! Unglaublich! Pfui! Eine Sauerei! – Abg. Dr. Matznetter: ... zwei oder drei?)
Beifall bei Abgeordneten der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Herr Matznetter, bitte! Sie sind wirklich eine der unnötigsten Personen in diesem Haus. Bitte unterlassen Sie diese Zwischenrufe. Ich bitte Sie! (Beifall bei Abgeordneten der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren! Ein Redakteur, der mutmaßliche Neonazis bezahlt, der muss mit Hausverbot belegt werden! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Grosz: Wie? – Abg. Strache: Am besten da!
Es gibt auch Möglichkeiten, meine Damen und Herren, sich von den Zwangsmitgliedsbeiträgen beim ORF zu befreien. Und ich sage Ihnen: Wenn es hier keine Konsequenzen gibt, dann werden wir jene Zigtausende Personen, die beim Kollegen Vilimsky gegen die Zwangsgebühren unterschrieben haben, darüber informieren, wie man sich von den Zwangsgebühren befreit. Denn diese Möglichkeit gibt es. (Abg. Grosz: Wie? – Abg. Strache: Am besten da!) Ich persönlich überlege mir auch diesen Schritt. Wer es wissen will, schreibt mir – ich sende die Unterlagen dazu zu. (Beifall bei der FPÖ. – Ruf bei der SPÖ: Schämen Sie sich!)
Beifall bei der FPÖ. – Ruf bei der SPÖ: Schämen Sie sich!
Es gibt auch Möglichkeiten, meine Damen und Herren, sich von den Zwangsmitgliedsbeiträgen beim ORF zu befreien. Und ich sage Ihnen: Wenn es hier keine Konsequenzen gibt, dann werden wir jene Zigtausende Personen, die beim Kollegen Vilimsky gegen die Zwangsgebühren unterschrieben haben, darüber informieren, wie man sich von den Zwangsgebühren befreit. Denn diese Möglichkeit gibt es. (Abg. Grosz: Wie? – Abg. Strache: Am besten da!) Ich persönlich überlege mir auch diesen Schritt. Wer es wissen will, schreibt mir – ich sende die Unterlagen dazu zu. (Beifall bei der FPÖ. – Ruf bei der SPÖ: Schämen Sie sich!)
Abg. Weninger: Und der Brosz hat gefehlt!
Abgeordneter Dieter Brosz (Grüne): Frau Präsidentin! Kommen wir zurück auf die Einwendungen gegen die Tagesordnung, die die Oppositionsparteien heute erheben! Werfen wir zuvor noch einen Blick zurück auf das, was vor genau einem Monat passiert ist: Damals hatten wir die Situation, dass wir zwei Plenartage angesetzt hatten (Abg. Weninger: Und der Brosz hat gefehlt!), und übrig geblieben ist ein Plenartag mit ganzen sechs Stunden (Abg. Weninger: Und der Brosz hat gefehlt bei der Sitzung!), wo vier Anträge auf der Tagesordnung standen, von denen zwei Rechnungshofberichte betrafen. Das heißt, dass die Regierung innerhalb eines Monats ganze zwei Regierungsvorlagen auf den Tisch gelegt hat.
Abg. Weninger: Und der Brosz hat gefehlt bei der Sitzung!
Abgeordneter Dieter Brosz (Grüne): Frau Präsidentin! Kommen wir zurück auf die Einwendungen gegen die Tagesordnung, die die Oppositionsparteien heute erheben! Werfen wir zuvor noch einen Blick zurück auf das, was vor genau einem Monat passiert ist: Damals hatten wir die Situation, dass wir zwei Plenartage angesetzt hatten (Abg. Weninger: Und der Brosz hat gefehlt!), und übrig geblieben ist ein Plenartag mit ganzen sechs Stunden (Abg. Weninger: Und der Brosz hat gefehlt bei der Sitzung!), wo vier Anträge auf der Tagesordnung standen, von denen zwei Rechnungshofberichte betrafen. Das heißt, dass die Regierung innerhalb eines Monats ganze zwei Regierungsvorlagen auf den Tisch gelegt hat.
Abg. Scheibner: Nein, das haben wir nicht gemacht!
Schon damals wurde über die Frage debattiert, warum es denn eigentlich nicht möglich ist – wenn schon die Regierung im Vorfeld von Wahlen offenbar nicht in der Lage war, zu einem Arbeitspensum zu kommen –, Oppositionsanträge zu behandeln. Es ist vorhin angesprochen worden – die erwähnte Zahl ist korrekt –: Es sind nach wie vor über 700 Materien, die hier im Haus liegen. Und die Frage ist, ob zu einem Parlamentarismus nicht auch das Behandeln von Oppositionsanträgen dazugehört. – Ich weiß nicht, Kollege Cap: „Neuer Parlamentarismus“? Das war ein Schlagwort von Josef Cap. Ich kann mich erinnern, 1999 bis 2006 hat Josef Cap einen anderen Parlamentarismus gefordert. Und passiert ist eigentlich genau das Gleiche, was vorher auch der Fall war: Die Oppositionsanträge sind vertagt worden, sind nicht behandelt worden, haben den Weg ins Plenum nicht gefunden. (Abg. Scheibner: Nein, das haben wir nicht gemacht!)
Beifall bei den Grünen.
in diesem Haus die Opposition stellt –, dass die Anträge, die von Oppositionsabgeordneten eingebracht werden, auf die Tagesordnung gesetzt werden. Sie können ja nein sagen! Es zwingt Sie niemand, dass Sie einem Antrag zustimmen! Aber in einem Parlament, das sich Arbeitsparlament nennt, ist es Usus, dass es zumindest möglich ist, dass hier im Plenum darüber diskutiert wird, dass man sich eine Meinung bilden kann – und dass nicht die Regierung sagt, wir wollen nichts von der Opposition auf der Tagesordnung haben. (Beifall bei den Grünen.)
Ruf bei der FPÖ: ... Krypto-Kommunisten!
Die Reaktion darauf ist (Ruf bei der FPÖ: ... Krypto-Kommunisten!), dass man hergeht und eine Wahlkampfberichterstattung – am Nachmittag werden wir die Möglichkeit haben, über diese Form zu reden; es gibt auch eine Abgeordnete der Grünen, die bei dieser Veranstaltung anwesend war, die auch gehört hat, wie die Sprechchöre in üblicher Form abgehalten worden sind –, dass man Journalisten, die versuchen, auch solche Dinge zu dokumentieren, grundsätzlich in einer Art von Hetzjagd begleitet, durch die unabhängige Berichterstattung gestört wird. (Abg. Dr. Hübner: Was „dokumentiert“ denn der? – Abg. Strache: Unglaublich!) Das halte ich in diesem Land für extrem problematisch.
Abg. Dr. Hübner: Was „dokumentiert“ denn der? – Abg. Strache: Unglaublich!
Die Reaktion darauf ist (Ruf bei der FPÖ: ... Krypto-Kommunisten!), dass man hergeht und eine Wahlkampfberichterstattung – am Nachmittag werden wir die Möglichkeit haben, über diese Form zu reden; es gibt auch eine Abgeordnete der Grünen, die bei dieser Veranstaltung anwesend war, die auch gehört hat, wie die Sprechchöre in üblicher Form abgehalten worden sind –, dass man Journalisten, die versuchen, auch solche Dinge zu dokumentieren, grundsätzlich in einer Art von Hetzjagd begleitet, durch die unabhängige Berichterstattung gestört wird. (Abg. Dr. Hübner: Was „dokumentiert“ denn der? – Abg. Strache: Unglaublich!) Das halte ich in diesem Land für extrem problematisch.
Beifall bei den Grünen. – Rufe bei der FPÖ: Unglaublich! Eine Frechheit! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Und dass das die ÖVP in dieser Form mitzutragen beginnt und hier zu applaudieren beginnt, das wirft auf den unabhängigen Journalismus in diesem Land ein äußerst schlechtes Licht. (Beifall bei den Grünen. – Rufe bei der FPÖ: Unglaublich! Eine Frechheit! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Genau! – Abg. Dr. Rosenkranz: Das ist der Journalismus, den Sie wollen, Herr Brosz!
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Ein Satz vielleicht zu diesem wirklichen oder behaupteten ORF-Skandal: Wir, das BZÖ, sind mit vielen Initiativen der FPÖ nicht einverstanden, und es muss eine harte Diskussion über das eine oder andere geben. Das ist überhaupt keine Frage. Wenn es in den Reihen der FPÖ undemokratische Tendenzen oder Personen gibt, dann ist es gerechtfertigt, dass man das diskutiert, debattiert und auch aufzeigt. Aber wenn der Verdacht im Raum steht, dass man einer ins Parlament gewählten Partei durch bezahlte (Ruf bei der ÖVP: Genau! – Abg. Dr. Rosenkranz: Das ist der Journalismus, den Sie wollen, Herr Brosz!), und ich sage in diesem Fall, Verbrecher – denn Neonazis sind für mich Verbrecher – da durch einen staatlichen Rundfunk etwas unterschieben wollte, dann muss das aufgeklärt werden! Da darf wirklich kein Funken übrig bleiben! (Beifall bei BZÖ, FPÖ und ÖVP sowie des Abg. Mag. Gaßner.)
Beifall bei BZÖ, FPÖ und ÖVP sowie des Abg. Mag. Gaßner.
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Ein Satz vielleicht zu diesem wirklichen oder behaupteten ORF-Skandal: Wir, das BZÖ, sind mit vielen Initiativen der FPÖ nicht einverstanden, und es muss eine harte Diskussion über das eine oder andere geben. Das ist überhaupt keine Frage. Wenn es in den Reihen der FPÖ undemokratische Tendenzen oder Personen gibt, dann ist es gerechtfertigt, dass man das diskutiert, debattiert und auch aufzeigt. Aber wenn der Verdacht im Raum steht, dass man einer ins Parlament gewählten Partei durch bezahlte (Ruf bei der ÖVP: Genau! – Abg. Dr. Rosenkranz: Das ist der Journalismus, den Sie wollen, Herr Brosz!), und ich sage in diesem Fall, Verbrecher – denn Neonazis sind für mich Verbrecher – da durch einen staatlichen Rundfunk etwas unterschieben wollte, dann muss das aufgeklärt werden! Da darf wirklich kein Funken übrig bleiben! (Beifall bei BZÖ, FPÖ und ÖVP sowie des Abg. Mag. Gaßner.)
Abg. Großruck: Nein, um das geht es nicht! – Abg. Mag. Kogler: Na, Neusiedler See!
Zur Tagesordnung, meine Damen und Herren – die Zuseher zu Hause wissen ja nicht, was wir noch so alles auf der heutigen Tagesordnung haben, denn da werden die Fernsehkameras schon abgeschaltet sein –: Nach der Erklärung des Außenministers zu EU-Fragen, das ist natürlich ein wichtiges Thema, haben wir die Tagesordnungspunkte 2, 3 und 4. In Tagesordnungspunkt 2 geht es um die Sicherheit fester Plattformen, die sich auf dem Festlandsockel befinden, also Bohrinseln und so weiter – das ist natürlich für Österreich „ganz“ wichtig (Abg. Großruck: Nein, um das geht es nicht! – Abg. Mag. Kogler: Na, Neusiedler See!) –, gefolgt von einem Übereinkommen zur Bekämpfung widerrechtlicher Handlungen gegen die Sicherheit der Seeschifffahrt, Kollege Großruck. (Abg. Großruck: Nein, um das geht es nicht!) Das ist für uns auch wichtig: Die Piraterie auf der Donau, am Bodensee und am Neusiedler See ist ein wichtiges Thema, mit dem wir uns durchaus hier als Tagesordnungspunkt 3 beschäftigen können. Und in Tagesordnungspunkt 4, das habe ich schon angesprochen, geht es um die Vorrechte und Immunitäten des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage. (Ruf: Das ist wichtig!)
Abg. Großruck: Nein, um das geht es nicht!
Zur Tagesordnung, meine Damen und Herren – die Zuseher zu Hause wissen ja nicht, was wir noch so alles auf der heutigen Tagesordnung haben, denn da werden die Fernsehkameras schon abgeschaltet sein –: Nach der Erklärung des Außenministers zu EU-Fragen, das ist natürlich ein wichtiges Thema, haben wir die Tagesordnungspunkte 2, 3 und 4. In Tagesordnungspunkt 2 geht es um die Sicherheit fester Plattformen, die sich auf dem Festlandsockel befinden, also Bohrinseln und so weiter – das ist natürlich für Österreich „ganz“ wichtig (Abg. Großruck: Nein, um das geht es nicht! – Abg. Mag. Kogler: Na, Neusiedler See!) –, gefolgt von einem Übereinkommen zur Bekämpfung widerrechtlicher Handlungen gegen die Sicherheit der Seeschifffahrt, Kollege Großruck. (Abg. Großruck: Nein, um das geht es nicht!) Das ist für uns auch wichtig: Die Piraterie auf der Donau, am Bodensee und am Neusiedler See ist ein wichtiges Thema, mit dem wir uns durchaus hier als Tagesordnungspunkt 3 beschäftigen können. Und in Tagesordnungspunkt 4, das habe ich schon angesprochen, geht es um die Vorrechte und Immunitäten des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage. (Ruf: Das ist wichtig!)
Ruf: Das ist wichtig!
Zur Tagesordnung, meine Damen und Herren – die Zuseher zu Hause wissen ja nicht, was wir noch so alles auf der heutigen Tagesordnung haben, denn da werden die Fernsehkameras schon abgeschaltet sein –: Nach der Erklärung des Außenministers zu EU-Fragen, das ist natürlich ein wichtiges Thema, haben wir die Tagesordnungspunkte 2, 3 und 4. In Tagesordnungspunkt 2 geht es um die Sicherheit fester Plattformen, die sich auf dem Festlandsockel befinden, also Bohrinseln und so weiter – das ist natürlich für Österreich „ganz“ wichtig (Abg. Großruck: Nein, um das geht es nicht! – Abg. Mag. Kogler: Na, Neusiedler See!) –, gefolgt von einem Übereinkommen zur Bekämpfung widerrechtlicher Handlungen gegen die Sicherheit der Seeschifffahrt, Kollege Großruck. (Abg. Großruck: Nein, um das geht es nicht!) Das ist für uns auch wichtig: Die Piraterie auf der Donau, am Bodensee und am Neusiedler See ist ein wichtiges Thema, mit dem wir uns durchaus hier als Tagesordnungspunkt 3 beschäftigen können. Und in Tagesordnungspunkt 4, das habe ich schon angesprochen, geht es um die Vorrechte und Immunitäten des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage. (Ruf: Das ist wichtig!)
Abg. Weinzinger: ... sind wir ja da!
Es ist immer über die Vergangenheit gesprochen worden. Damals hat es geheißen, es gibt zu viele Tagesordnungspunkte – gut, darüber kann man diskutieren. Jetzt gibt es aber auf jeden Fall zu wenige, in einer Zeit, in der wir eine handlungsfähige Bundesregierung brauchen würden, die hier Initiativen einbringt, über die wir diskutieren können, über die wir streiten können, die wir beschließen oder ablehnen können, aber wo etwas hier im Hohen Haus passiert. (Abg. Weinzinger: ... sind wir ja da!) – Das passiert nicht.
Abg. Kopf: ... haben es vereinbart mit dem Koalitionspartner!
bracht, damit wir darüber diskutieren können. (Abg. Kopf: ... haben es vereinbart mit dem Koalitionspartner!) – Sie haben ihn abgelehnt! (Abg. Kopf: Das wird ja gemacht!) Sie haben die eigene Initiative hier im Hohen Haus abgelehnt, weil Sie gesagt haben, Sie sind in einer Koalition; einigen wir uns auf eine Enquete, um darüber zu diskutieren! – Wunderbar, das haben wir gemacht, diese Enquete hat getagt. Jetzt gibt es ein Stenographisches Protokoll darüber, und wir wollen es heute diskutieren; wir wollen Ihre Initiative, Herr Abgeordneter Kopf, hier diskutieren – Sie sind dagegen. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Kopf: Das wird ja gemacht!
bracht, damit wir darüber diskutieren können. (Abg. Kopf: ... haben es vereinbart mit dem Koalitionspartner!) – Sie haben ihn abgelehnt! (Abg. Kopf: Das wird ja gemacht!) Sie haben die eigene Initiative hier im Hohen Haus abgelehnt, weil Sie gesagt haben, Sie sind in einer Koalition; einigen wir uns auf eine Enquete, um darüber zu diskutieren! – Wunderbar, das haben wir gemacht, diese Enquete hat getagt. Jetzt gibt es ein Stenographisches Protokoll darüber, und wir wollen es heute diskutieren; wir wollen Ihre Initiative, Herr Abgeordneter Kopf, hier diskutieren – Sie sind dagegen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
bracht, damit wir darüber diskutieren können. (Abg. Kopf: ... haben es vereinbart mit dem Koalitionspartner!) – Sie haben ihn abgelehnt! (Abg. Kopf: Das wird ja gemacht!) Sie haben die eigene Initiative hier im Hohen Haus abgelehnt, weil Sie gesagt haben, Sie sind in einer Koalition; einigen wir uns auf eine Enquete, um darüber zu diskutieren! – Wunderbar, das haben wir gemacht, diese Enquete hat getagt. Jetzt gibt es ein Stenographisches Protokoll darüber, und wir wollen es heute diskutieren; wir wollen Ihre Initiative, Herr Abgeordneter Kopf, hier diskutieren – Sie sind dagegen. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Weinzinger.
Betreffend den Misstrauensantrag gegen den Verteidigungsminister kann man sich fragen, ob er gerechtfertigt ist oder nicht, aber ihn als letzten Tagesordnungspunkt am zweiten Plenartag anzusetzen, das zeigt schon, wie wenig Vertrauen man in diesen Minister hat, denn sonst könnte man hier hergehen und seine Erfolge und seine Qualitäten zur besten Zeit darstellen. (Zwischenruf des Abg. Weinzinger.) Anscheinend mangels selbiger musste man diesen Tagesordnungspunkt so spät ansetzen.
Abg. Kopf: Wenn du die abgelehnten sofort wieder einbringst!
Und es fällt dann auf, dass, ich glaube, 600 oder 700 Anträge der Opposition im Nationalrat in den Ausschüssen liegen. Sie werden nicht behandelt, deshalb können wir sie hier auch nicht debattieren. (Abg. Kopf: Wenn du die abgelehnten sofort wieder einbringst!)
Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.
Meine Damen und Herren! Kollege Cap spricht nach mir: Ein Parlamentarismus, so wie Sie ihn hier auch angekündigt haben, bei dem wir alle gemeinsam, die Rechte der Opposition ausnützend, über wichtige Initiativen diskutieren können, der, glaube ich, schaut anders aus. (Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Vilimsky: Aber sehr versteckt! Aber sehr versteckt!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Sehr geehrter Herr Vorredner! Selbstverständlich bemühen wir uns gerade jetzt, im Rahmen der Arbeit der Reform der Geschäftsordnung, die die Arbeit des Hauses regelt, auf die Bedürfnisse und Wünsche auch der Opposition einzugehen (Abg. Vilimsky: Aber sehr versteckt! Aber sehr versteckt!) und hier eine Verbreiterung der Möglichkeiten zu erreichen. Das, was Sie wollen, was jene, die jetzt gerade lachen, wollen, ist, dass hier herinnen nur die Opposition bestimmt, und die Mehrheit, die von der Mehrheit der Bevölkerung gewählt wurde, gar nichts zu bestimmen hat. (Abg. Scheibner: Sie können die Anträge ja ablehnen, nicht vertagen!) Das ist auch nicht demokratisch, seien Sie mir nicht böse, sondern das Entscheidende hier herinnen ist immer die Balance, ist der Ausgleich zwischen Opposition und den Parteien, die gemeinsam eine Regierung bilden.
Abg. Scheibner: Sie können die Anträge ja ablehnen, nicht vertagen!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Sehr geehrter Herr Vorredner! Selbstverständlich bemühen wir uns gerade jetzt, im Rahmen der Arbeit der Reform der Geschäftsordnung, die die Arbeit des Hauses regelt, auf die Bedürfnisse und Wünsche auch der Opposition einzugehen (Abg. Vilimsky: Aber sehr versteckt! Aber sehr versteckt!) und hier eine Verbreiterung der Möglichkeiten zu erreichen. Das, was Sie wollen, was jene, die jetzt gerade lachen, wollen, ist, dass hier herinnen nur die Opposition bestimmt, und die Mehrheit, die von der Mehrheit der Bevölkerung gewählt wurde, gar nichts zu bestimmen hat. (Abg. Scheibner: Sie können die Anträge ja ablehnen, nicht vertagen!) Das ist auch nicht demokratisch, seien Sie mir nicht böse, sondern das Entscheidende hier herinnen ist immer die Balance, ist der Ausgleich zwischen Opposition und den Parteien, die gemeinsam eine Regierung bilden.
Zwischenruf des Abg. Mayerhofer
Die Kontrolltätigkeit betrifft alle fünf Parteien, und das ist eines der vielen verbindenden Elemente, die dieses Parlament hat (Zwischenruf des Abg. Mayerhofer), und daher bin ich der Meinung, das sollte man auch seitens der Opposition respektieren.
Abg. Brosz: Oppositionsanträge! – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Zu den Zahlen, die Sie genannt haben: Da hat es einmal die Kritik gegeben, es gibt eine Gesetzesflut, da sitzen wir bis 2 Uhr in der Früh da, dann hat es wieder geheißen, es passiert zu wenig, dann gibt es eine öffentliche Debatte darüber. (Abg. Brosz: Oppositionsanträge! – Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Es gibt Situationen, in denen es einmal mehr Vorlagen gibt, und dann gibt es Situationen, in denen es weniger Vorlagen gibt. Und wenn ein Regierungsmitglied wie der Außenminister vor dem EU-Rat hier
Abg. Dr. Rosenkranz: Das sagt der ORF!
eine Erklärung genau zu diesem Thema abgibt, zu sagen, das sei eine Verlegenheitserklärung, dann ist das absurd. (Abg. Dr. Rosenkranz: Das sagt der ORF!) Ein Redner von Ihnen hat das nämlich gerade vorhin gesagt.
Abg. Brosz: Oppositionsanträge wären günstig!
Und wenn Minister Hundstorfer morgen eine Erklärung abgibt, dann, glaube ich, passiert das gerade zum richtigen Zeitpunkt, da nun unter anderem die Mindestsicherung in die Beschlussphase kommt. – Also das geht, das greift ins Leere! (Abg. Brosz: Oppositionsanträge wären günstig!)
Abg. Brosz: Oppositionsanträge!
Wenn man den Grünen Bericht diskutiert und das ist nicht der einzige Bericht, der hier herinnen diskutiert wird, dann zeigt das auch den Respekt vor dem Plenum und dem Parlament, da das ausgiebig zu diskutieren ist. (Abg. Brosz: Oppositionsanträge!) – Ich verstehe die Kritik nicht.
Abg. Kickl: Der letzte Sozialausschuss ... her!
Damit die Zuseherinnen und Zuseher wissen, was das heißt: pro und kontra Vertagung. – In den Ausschüssen, bevor etwas hier ins Plenum kommt, gibt es die Möglichkeit, etwas zu beschließen; dann kommt es ins Plenum und wird hier auch mit der gleichen Mehrheit beschlossen. (Abg. Kickl: Der letzte Sozialausschuss ... her!)
Ruf: Ihr vertagt ja alles!
Auch wenn man es im Ausschuss nicht beschließt, kommt es ins Plenum und wird hier diskutiert. Der Misstrauensantrag gegen Verteidigungsminister Darabos – auch er hat das gesagt – soll selbstverständlich ins Plenum kommen. Wir hätten das sowieso gemacht! Ich glaube, dass das positiv ist. Das ist ein Oppositionsantrag, also wieso beschweren Sie sich? Im Ausschuss wurde er zwar abgelehnt, aber so wird er hier im Plenum diskutiert. Das ist doch ein positiver Vorgang. (Ruf: Ihr vertagt ja alles!)
Abg. Scheibner: Sie können es ja ablehnen; wir wollen es da behandeln!
Und bei gewissen Dingen, wo man nicht ganz der Meinung der Opposition ist, kommt es eben zu einer Vertagung und es wird darüber noch nachgedacht – und das kann man nicht einfach als negativ darstellen! Was Ihnen nicht gefällt ist Folgendes: Ihnen gefällt nicht, wenn wir es ablehnen, Ihnen gefällt es nicht, wenn wir es vertagen (Abg. Scheibner: Sie können es ja ablehnen; wir wollen es da behandeln!), Ihnen gefällt es nur, wenn wir immer für das sind, was Sie wollen. – Aber so geht es leider nicht, denn Sie sind die Opposition und wir sind gerade in der Regierung. Ich finde aber, wir gehen trotzdem aufeinander zu und versuchen, mit mehr Information, mit mehr Diskussion dieses Parlament neu zu entwickeln; aber Sie sollten doch versuchen, in dem Zusammenhang einen konstruktiven Beitrag zu leisten, weil ich denke, dass das sehr wichtig ist.
Beifall bei SPÖ, ÖVP und FPÖ.
Ein weiterer Punkt – das ist vorhin angeschnitten worden – ist die Frage der Berichterstattung. Diese ist sehr wichtig, und es gibt zwei Dinge, die zu respektieren sind: Das eine ist, sie muss objektiv sein, und jede Art von Manipulation, egal, ob in einem elektronischen oder Printmedium, ist schärfstens zu verurteilen, wenn diese wirklich stattgefunden hat. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei SPÖ, ÖVP und FPÖ.
Soweit ich weiß, ist die Staatsanwaltschaft damit befasst, und soweit ich weiß, gibt es dazu Stellungnahmen des ORF, und wir werden das sowieso am Nachmittag diskutieren, aber ich bin dafür, dass das eine saubere Berichterstattung sein soll und zwar, so meine ich, generell – davon lebt auch die Demokratie. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei FPÖ und BZÖ.
Auch eine Anmerkung zum Landesverteidigungsausschuss, weil ich heute noch diesen Misstrauensantrag diskutieren möchte: Wenn acht Monate vergehen, um einen Ausschusstermin festzulegen, einen Termin zu finden, dann glaube ich, dass man nicht von gutem Parlamentarismus sprechen kann, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei FPÖ und BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Amon.
Meine sehr geehrten Damen und Herren der SPÖ! Man schafft es offensichtlich nicht, die Bundesheerreform auf Schiene zu bekommen, geschweige denn, sie auch umzusetzen. Es gibt massive Mängel im Bereich der Ausbildung. Warum? – Weil wir natürlich auch kein Geld haben, um Überstunden zu bezahlen, um entsprechend zu üben, um unseren jungen Grundwehrdienern in einer gewissen Zeit das notwendige Rüstzeug für ihre Aufträge zu geben. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Amon.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, das hat jetzt nichts mit Oppositionspolemik zu tun, sondern das sind Feststellungen der Volksanwaltschaft, und diese sind entsprechend ernst zu nehmen. Das gilt auch für Bundesminister Darabos. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
In den letzten Wochen haben wir einen weiteren desaströsen Bericht erhalten, nämlich den Bericht des Rechnungshofes, der uns auch wieder recht gibt, indem er feststellt, dass der Assistenzeinsatz in der jetzigen Form nicht nur ineffektiv, sondern auch zu teuer ist und auch zulasten der Ausbildung der Rekruten und auch des Know-hows des Kaderpersonals geht. Und wir haben einen Bundesminister, der sich hinstellt und sagt: Nein, das ist wichtig, wir brauchen das! – vielleicht auch vor dem Hintergrund der kommenden Landtagswahlen im Burgenland. Das mag schon stimmen, aber ich sage Ihnen ganz offen: Eine offene und ehrliche Diskussion schaut anders aus. Hier darf nicht auf Kosten des Bundesheeres Parteipolitik betrieben werden! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Nein, bitte nicht!
Noch ein Satz zur ÖVP, die sich immer wieder zurücklehnt, wenn es um Angriffe auf Herrn Bundesminister Darabos geht: In Wirklichkeit, meine sehr geehrten Damen und Herren, machen auch Sie bei diesem Spiel mit. Ihr ehemaliger Verteidigungsminister Lichal sagt, der Herr Bundesminister ist überflüssig, er sollte sich mehr um den Sport kümmern und sollte den Weg frei machen. (Abg. Ing. Westenthaler: Nein, bitte nicht!) Sie machen da mit und unterstützen in Wirklichkeit einen überforderten Bundesminister. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Noch ein Satz zur ÖVP, die sich immer wieder zurücklehnt, wenn es um Angriffe auf Herrn Bundesminister Darabos geht: In Wirklichkeit, meine sehr geehrten Damen und Herren, machen auch Sie bei diesem Spiel mit. Ihr ehemaliger Verteidigungsminister Lichal sagt, der Herr Bundesminister ist überflüssig, er sollte sich mehr um den Sport kümmern und sollte den Weg frei machen. (Abg. Ing. Westenthaler: Nein, bitte nicht!) Sie machen da mit und unterstützen in Wirklichkeit einen überforderten Bundesminister. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Sie sprechen immer von effizienter Verwaltung, von Bürokratieabbau und dergleichen: Wie effizient wäre denn das, würden wir den Außenminister herbitten, den ersten Tagesordnungspunkt hören, dann schicken wir ihn wieder fort, dann bitten wir ihn drei Tagesordnungspunkte später wieder her, dann schicken wir ihn wieder weg? – Also das hätte doch mit Effizienz und mit sinnvoller Arbeit beileibe nichts zu tun, meine Damen und Herren! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Was war das Ergebnis? – Kurz darauf haben Sie genau dieselben Anträge wortidentisch wieder eingebracht. So schauen die Anträge aus, die tatsächlich in den Ausschüssen liegen, meine Damen und Herren von der Opposition! Sie müssen eben auch eines zur Kenntnis nehmen: Wenn einer Ihrer Anträge abgelehnt ist, dann ist er abgelehnt, dann hat er keine Mehrheit gefunden. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Dann wird beklagt, dass das Protokoll über die Enquete zur bedarfsorientierten Mindestsicherung hier nicht vorgelegt wird. – Weil es natürlich sinnvoll ist, das gemeinsam mit dem Transferkonto und nicht gleichsam allein zu debattieren, meine Damen und Herren. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Beifall bei ÖVP, SPÖ und FPÖ.
Lassen Sie mich noch ein Letztes sagen, weil hier auch diese in den Medien erörterte Berichterstattung über eine FPÖ-Veranstaltung diskutiert wird – ich kann da nahtlos an Kollegen Cap anschließen –: Es ist inakzeptabel, wenn einzelne Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter des ORF gleichsam Situationen herstellen, in denen Personen – ich weiß nicht – gekauft oder angestiftet werden, ein Bild abzugeben, das nicht der Realität entspricht. Das ist nicht nur inakzeptabel und abzulehnen, sondern das muss selbstverständlich Konsequenzen haben, meine Damen und Herren. (Beifall bei ÖVP, SPÖ und FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Aus unserer Sicht zusammenfassend: Die Einwendungen gegen die Tagesordnung sind unbegründet und wir werden diesen sicher nicht beitreten. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Steibl.
Auslandsadoptionsgesetz: das Gesetz, das dazu beitragen soll, dass Eltern, die Kinder adoptieren, Rechtssicherheit bekommen, die dazu beitragen soll ... (Zwischenruf der Abg. Steibl.) – Das haben wir nicht verbessert, Frau Kollegin! Und das wissen Sie auch! Wir haben dieses Auslandsadoptionsgesetz – also meinen Antrag dazu – vor einem Jahr im Ausschuss diskutiert und dort besprochen, dass ExpertInnen angehört werden müssen und dass wir eine gemeinsame Enquete veranstalten.
Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.
Sie selbst haben sich dafür verantwortlich gefühlt, diese Enquete zu veranstalten! Was ist passiert? – Keine Enquete, keine ExpertInnen und die Personen, die Kinder aus dem Ausland adoptieren, leben nach wie vor in Rechtsunsicherheit. Und Sie tun nichts um das abzustellen! (Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen.
Das führt dazu, dass wir 700 Anträge haben, die sozusagen in der Pipeline liegen, die manchmal schon besprochen wurden und ein anderes Mal noch nicht. Und es wird keine Klarheit darüber hergestellt: Wollen wir dieses Vorhaben oder wollen wir dieses nicht? Und das geht zulasten der Menschen, die von diesen Regelungen betroffen wären. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Steibl: Frau Kollegin, das geht zu weit! Das wissen Sie selber ...!
Es geht aber nicht nur darum, dass Anträge vertagt werden. Es geht auch darum, dass Ausschüsse gar nicht stattfinden, etwa der Familienausschuss: Die letzte Sitzung fand letztes Jahr im Herbst statt. Vor zwei Wochen hätte eine weitere stattfinden sollen. (Abg. Steibl: Frau Kollegin, das geht zu weit! Das wissen Sie selber ...!) Aus irgend
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Und bevor man das macht, vertagt man lieber beziehungsweise lässt Ausschüsse nicht stattfinden. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.) Das ist nicht der Parlamentarismus, den ich mir vorstelle. (Zwischenruf der Abg. Steibl.)
Zwischenruf der Abg. Steibl.
Und bevor man das macht, vertagt man lieber beziehungsweise lässt Ausschüsse nicht stattfinden. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.) Das ist nicht der Parlamentarismus, den ich mir vorstelle. (Zwischenruf der Abg. Steibl.)
Beifall bei Grünen und SPÖ.
Erlauben Sie mir eine letzte Bemerkung! Herr Kollege Hofer – den ich jetzt gerade nicht sehe, offensichtlich hat er den Saal verlassen –, auch wenn es ein Kollege einer anderen Fraktion ist: Kein Mensch ist unnötig, schon gar kein Abgeordneter in diesem Haus! (Beifall bei Grünen und SPÖ.)
Beifall bei Grünen und SPÖ.
Das Einzige, was in diesem Land unnötig ist, ist menschenverachtende, -verhetzende Politik. Und aus welcher Ecke diese kommt, wissen wir. (Beifall bei Grünen und SPÖ.)
Abg. Neubauer – in Richtung Grüne –: Wir gehen nicht auf nichtgenehmigte Demonstrationen wie Sie!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Mag. Kuntzl. – Bitte. (Abg. Neubauer – in Richtung Grüne –: Wir gehen nicht auf nichtgenehmigte Demonstrationen wie Sie!)
Beifall bei SPÖ und Grünen.
Abgeordnete Mag. Andrea Kuntzl (SPÖ): Sehr geehrte Damen und Herren! Ich kann mich dem Schlusssatz meiner Vorrednerin anschließen und erwarte mir auch eine Entschuldigung für diesen Ausrutscher, dass irgendein Kollege oder eine Kollegin in diesem Hause unnötig sei. Herr Kollege Hofer, Ihre Entschuldigung steht an! (Beifall bei SPÖ und Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Mag. Donnerbauer.
Im von Ihnen angesprochenen Beispiel mit dem Familienausschuss etwa ist der Termin nicht zustande gekommen, weil von einer Oppositionspartei kein Termin zu bekommen war. Da sollte man schon mit der Wahrheit entsprechend umgehen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Mag. Donnerbauer.)
Abg. Scheibner: Welche, Frau Kollegin? Zählen Sie einmal ein bisschen auf!
Ich denke, die Arbeit der Bundesregierung und die Entscheidungen, die hier im Haus in den letzten Monaten getroffen worden sind, können sich schon sehen lassen. (Abg. Scheibner: Welche, Frau Kollegin? Zählen Sie einmal ein bisschen auf!) Wir haben fürwahr sehr wichtige Aufgaben, die wir miteinander bewältigen müssen. Und das ist die Erwartung, die die Wähler und Wählerinnen an uns stellen. (Abg. Scheibner: Welche Entscheidungen waren das?)
Abg. Scheibner: Welche Entscheidungen waren das?
Ich denke, die Arbeit der Bundesregierung und die Entscheidungen, die hier im Haus in den letzten Monaten getroffen worden sind, können sich schon sehen lassen. (Abg. Scheibner: Welche, Frau Kollegin? Zählen Sie einmal ein bisschen auf!) Wir haben fürwahr sehr wichtige Aufgaben, die wir miteinander bewältigen müssen. Und das ist die Erwartung, die die Wähler und Wählerinnen an uns stellen. (Abg. Scheibner: Welche Entscheidungen waren das?)
Abg. Scheibner: Wieso wollen Sie dann die Steuern erhöhen, jetzt schon?
Von uns wird erwartet, dass wir den Kampf gegen die Wirtschaftskrise und vor allem auch gegen die Auswirkungen der Wirtschaftskrise weiterführen. Diesbezüglich sind sehr wichtige Maßnahmen gesetzt worden. Denn aus unserer Warte ist die Wirtschaftskrise nicht zu Ende, und vor allem ist sie so lange nicht zu Ende, solange die Arbeitslosigkeit noch sehr hoch ist. (Abg. Scheibner: Wieso wollen Sie dann die Steuern erhöhen, jetzt schon?) Das heißt, es ist sehr wichtig – und das ist in den letzten Monaten auch passiert –, entsprechende Maßnahmen im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit, im Speziellen auch gegen die Jugendarbeitslosigkeit zu setzen. Da sind wichtige Maßnahmen gesetzt worden.
Beifall bei der SPÖ.
Das heißt, sehr geehrte Damen und Herren: Von uns wird erwartet, dass wir wichtige Dinge in Angriff nehmen und die entsprechenden Maßnahmen beschließen. Wir werden nicht an einer Rekordflut an Vorlagen gemessen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Gerald Grosz (BZÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! Der Grund, warum wir diese Einwendungsdebatte überhaupt führen müssen, ist ja nicht nur der Wunsch des BZÖ, dass wir über Verteilungs- und Leistungsgerechtigkeit in Österreich – ein so wichtiges Thema! – nicht zur Mitternachtsstunde diskutieren, sondern diesem Thema auch ein breites Publikum widmen – auch mit der Wichtigkeit, die die Tagesordnung ausdrückt –, nein, diese Einwendungsdebatte ist ja de facto auch der Ausdruck des Stillstands und der Arbeitsverweigerung der Bundesregierung. (Beifall beim BZÖ.) Sonst müssten wir diese Debatte nicht durchführen.
Abg. Kopf: Unter dem Schutz deiner Immunität traust du dich sehr viel!
Da brauchen Sie, sehr geehrte Damen und Herren von der ÖVP, sich gar nicht zu freuen darüber, dass das ein sozialdemokratischer Minister war. Ihr ÖVP-Geschäftsführer Url, Ihr ÖVP-Bereichsleiter Herzog sind mit in diesem Triumvirat der Vertuschung, das zu acht Toten und mehr als 30 Erkrankten in diesem Land geführt hat. (Abg. Kopf: Unter dem Schutz deiner Immunität traust du dich sehr viel!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Kopf: Jetzt schaffen wir dann die Immunität ab! Jetzt reicht es!
Ich habe schon langsam den Eindruck, dass diese Herren das offenbar absichtlich gemacht haben, dass sie den Minister nicht einmal informiert haben, damit überhaupt dieses Chaos über sechs Monate möglich gewesen ist. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Kopf: Jetzt schaffen wir dann die Immunität ab! Jetzt reicht es!)
Beifall beim BZÖ
Da gibt es vom BZÖ ein Kinderschutzpaket, das in irgendeinem Ausschuss verschimmelt, anstatt dass wir das endlich zum Anlass nehmen und hier in diesem Plenum strengere Maßnahmen (Beifall beim BZÖ) beschließen: Haftstrafen erhöhen, keine vor
Beifall beim BZÖ.
Daher rufe ich dieser Regierung und auch den Regierungsparteien zu, dieses Plenum wieder für Effizienz, für Arbeit und für die Themen zu nutzen, die die Menschen in diesem Land tatsächlich interessieren und die sie auch brauchen, und nicht für Nebenschauplätze zur Selbstbeweihräucherung der Prölls und Faymanns dieser Republik. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Grosz: Zum Beispiel?
Abgeordneter Peter Haubner (ÖVP): Hohes Haus! Herr Kollege Grosz, eines denke ich schon: Man sollte nicht Menschen hier vom Pult aus verunglimpfen, die bemüht sind, ihre Arbeit in Ordnung zu erledigen (Abg. Grosz: Zum Beispiel?), zum Beispiel im Gesundheitsministerium oder bei der AGES. Ich glaube, dass wir das nicht notwendig
Abg. Grosz: Da braucht man nicht verunglimpfen! Acht Tote sprechen eine eigene Sprache!
haben. (Abg. Grosz: Da braucht man nicht verunglimpfen! Acht Tote sprechen eine eigene Sprache!) Es ist tragisch genug, was passiert ist, und wir sollten schauen, dass so etwas nicht mehr vorkommt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
haben. (Abg. Grosz: Da braucht man nicht verunglimpfen! Acht Tote sprechen eine eigene Sprache!) Es ist tragisch genug, was passiert ist, und wir sollten schauen, dass so etwas nicht mehr vorkommt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich kann nur zum Abschluss sagen: Ich glaube, wir sind mit unserer Arbeit den Menschen im Wort, und das werden wir auch in den nächsten zwei Tagen wieder beweisen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Herbert Kickl (FPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es hätte ja nicht der Wortmeldung des Kollegen Brosz aus der grünen Fraktion bedurft, damit ganz Österreich weiß, wie tief Teile der Grünen – eigentlich ohnehin fast alle – und auch Teile der Sozialdemokratie geistig im ideologischen Überbau der Baader-Meinhof-Bande drinnen hängen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Schatz: Was ist Ihr geistiger Überbau?
Es hat immerhin ganz gutgetan, das wieder einmal zu sehen und das vor Augen geführt zu bekommen. So schaut es nämlich aus. Das haben alle gewusst, aber es hat eine neue Dimension bekommen. Es ist nämlich so, dass man sich jetzt mit Neonazis ins Boot hineinsetzt (Abg. Mag. Schatz: Was ist Ihr geistiger Überbau?), nur weil es offensichtlich darum geht, einen politischen Mitbewerber anzupatzen. Das ist tatsächlich etwas, was ich Ihnen bis heute nicht zugetraut hätte. Sie haben bewiesen, Sie bringen sogar das zustande. Sie haben damit auch gezeigt, wie scheinheilig alles das ist, was Sie verzapfen, wenn es darum geht, die Demokratie in diesem Land gegen angebliche Bedrohungen, die es gar nicht gibt, aufrechterhalten zu wollen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Es hat immerhin ganz gutgetan, das wieder einmal zu sehen und das vor Augen geführt zu bekommen. So schaut es nämlich aus. Das haben alle gewusst, aber es hat eine neue Dimension bekommen. Es ist nämlich so, dass man sich jetzt mit Neonazis ins Boot hineinsetzt (Abg. Mag. Schatz: Was ist Ihr geistiger Überbau?), nur weil es offensichtlich darum geht, einen politischen Mitbewerber anzupatzen. Das ist tatsächlich etwas, was ich Ihnen bis heute nicht zugetraut hätte. Sie haben bewiesen, Sie bringen sogar das zustande. Sie haben damit auch gezeigt, wie scheinheilig alles das ist, was Sie verzapfen, wenn es darum geht, die Demokratie in diesem Land gegen angebliche Bedrohungen, die es gar nicht gibt, aufrechterhalten zu wollen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ja, schön wäre es, wenn es nicht stimmen würde! Aber leider stimmt es, und das ist das Problem, vor dem wir stehen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Offensichtlich ist es tatsächlich so, dass nicht Sie recht haben, sondern wir recht haben, wenn wir sagen, das, was bei ihm Leistung heißt, ist in Wahrheit nichts anderes als eine riesige Latte von Fehlleistungen. Etwas anderes hat der Herr Darabos nicht zustande gebracht! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Die gestrige Erklärung war ein Beispiel dafür. Im Prinzip ist unser Staatsoberhaupt, unser Herr Bundespräsident ein großer Demokrat, im Prinzip, aber in Wirklichkeit ist er ein großer Freund von Frontalvorträgen. Einer Diskussion mit einem politischen Mitbewerber, wo es um den Wettbewerb der besseren Ideen, wo es um die Amtsführung und ähnliche Dinge geht, wo es um die brennenden Themen in diesem Land geht, dieser Diskussion stellt er sich im Fernsehen nicht. Da ist er zu feig dazu, sich mit der Frau Rosenkranz an einen Tisch zu setzen und zu schauen, wer die besseren Argumente für die Bevölkerung hat. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Und wieder spielt der ORF mit! – Meine Damen und Herren! Ich fordere den öffentlich-rechtlichen Rundfunk auf, der ja seine Sonderstellung darüber definiert, dass er Gebühren einheben darf, Zwangsgebühren, ich fordere ihn dazu auf, für diese Konfrontation zu sorgen. Und wenn es so ist, dass der Herr Fischer nicht kommt, dann soll halt dort ein leerer Sessel stehen, und dann kann sich jeder in Österreich ein Bild davon machen, wer sich der Diskussion stellt und wer die Diskussion verweigert! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich glaube, denjenigen Redakteuren, die halt nicht am Spielfilmtrip sind, sondern die sich wirklich, wenn sie eine Dokumentation machen, dem Dokumentieren verschrieben haben und nicht als Möchtegern-Ruzowitzkys Regie führen, denen leistet man mit diesen Dingen einen Bärendienst, meine Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Es wäre schön gewesen, wenn wir heute von allen Seiten hier deutliche Worte gehört hätten. Ich bin sehr dankbar für die klaren Worte der ÖVP, des BZÖ. Von der SPÖ war es nicht anders zu erwarten: Es war halbherzig, es war butterweich, man kennt sich nicht aus, was es eigentlich sein soll. Ich fordere Sie auf, klare Worte in dieser Sache zu finden! Wir werden Sie auf jeden Fall nicht aus der Ziehung lassen, was das betrifft, und ich glaube, die Hörer und Seher werden das auch nicht tun. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Jarolim: Das war jetzt eine ziemlich simple Rede: falsch von vorne bis hinten! – Abg. Kickl: Der Mauerexperte meldet sich zu Wort! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Dr. Wittmann. – Bitte. (Abg. Dr. Jarolim: Das war jetzt eine ziemlich simple Rede: falsch von vorne bis hinten! – Abg. Kickl: Der Mauerexperte meldet sich zu Wort! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Scheibner: Hast du keine Botschaften?
Abgeordneter Dr. Peter Wittmann (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Diese Diskussion im Rahmen einer Einwendungsdebatte zu führen, wo der eine einen ORF-Skandal wittert, der andere den Rücktritt des Bundesministers für Landesverteidigung fordert, dazu kann ich nur sagen, das hat alles nichts mit der Tagesordnung zu tun, hat nichts mit einer Einwendungsdebatte zu tun. Es geht hier nur um eines: Man will in der besten Fernsehzeit seine Botschaften schnell drüberbringen und ja keine Gelegenheit versäumen, im Fernsehen sein zu können. (Abg. Scheibner: Hast du keine Botschaften?) Ich glaube, diese Diskussion geht weit am Thema dieser Einwendungsdebatte vorbei.
Abg. Scheibner: Wie viele Anträge? Zwei!
Ich darf daran erinnern, dass es die Opposition ist, die es verweigert, Zustimmungen zu Zweidrittelmaterien zu geben. (Abg. Scheibner: Wie viele Anträge? Zwei!) Seit einem halben Jahr, wo die Opposition gefordert ist, Gesetzen zuzustimmen oder sie abzulehnen, verweigert sie aus prinzipiellen Gründen ihre Mitarbeit. Das heißt, Sie wollen eigentlich Gesetze nur blockieren. Insbesondere im Verfassungsausschuss verweigern Sie die Zweidrittelmehrheit. Und dann redet Kollege Grosz vom Kinderschutz! Ich erinnere: Als wir die Kinderrechte in der Verfassung verankern wollten, haben Sie das aus prinzipiellen Gründen abgelehnt. Mit den Grünen und mit den Freiheitlichen haben Sie das abgelehnt! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Da geht es um Kindesmissbrauch! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Da geht es um Kindesmissbrauch! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Ich darf daran erinnern, dass es die Opposition ist, die es verweigert, Zustimmungen zu Zweidrittelmaterien zu geben. (Abg. Scheibner: Wie viele Anträge? Zwei!) Seit einem halben Jahr, wo die Opposition gefordert ist, Gesetzen zuzustimmen oder sie abzulehnen, verweigert sie aus prinzipiellen Gründen ihre Mitarbeit. Das heißt, Sie wollen eigentlich Gesetze nur blockieren. Insbesondere im Verfassungsausschuss verweigern Sie die Zweidrittelmehrheit. Und dann redet Kollege Grosz vom Kinderschutz! Ich erinnere: Als wir die Kinderrechte in der Verfassung verankern wollten, haben Sie das aus prinzipiellen Gründen abgelehnt. Mit den Grünen und mit den Freiheitlichen haben Sie das abgelehnt! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Da geht es um Kindesmissbrauch! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Mag. Kogler: Das ist ja alles falsch, was Sie sagen!
Und nun zur Kollegin Musiol, das ist nämlich ein ganz besonderer Fall. Ich habe 15 Termine angeboten für die Abhaltung eines Unterausschusses zur Verwaltungsreform, 15 Termine! Der letzte Termin ist drei Wochen lang von den Grünen blockiert worden, drei Wochen lang! (Abg. Mag. Kogler: Das ist ja alles falsch, was Sie sagen!)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Dasselbe passiert übrigens im Innenausschuss. Kollege Pilz hat einen Beschwerdebrief geschrieben, dass der Innenausschuss nicht tagt – und woran scheitert momentan die Abhaltung einer Sitzung des Innenausschusses? An der Zusage der Grünen, weil der Kollege Pilz den ganzen Mai nicht kann! (Zwischenrufe bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Zu jenem Kollegen, der hier unbedingt thematisieren wollte, dass man den Misstrauensantrag gegen den Verteidigungsminister so spät behandelt, und hier etwas politisches Kleingeld wechseln wollte. – Herr Kollege, wir haben immer darauf hingewiesen, dass zu wenig Geld da sein wird, wenn man die Eurofighter anschafft, für eine Reform und für anderes Wichtiges. Das war immer die SPÖ! (Beifall bei der SPÖ.) Und jetzt kommen Sie endlich drauf – aber angeschafft haben ihn Sie, die Freiheitlichen mit den Schwarzen! (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Nein, Sie waren es!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Nein, Sie waren es!
Zu jenem Kollegen, der hier unbedingt thematisieren wollte, dass man den Misstrauensantrag gegen den Verteidigungsminister so spät behandelt, und hier etwas politisches Kleingeld wechseln wollte. – Herr Kollege, wir haben immer darauf hingewiesen, dass zu wenig Geld da sein wird, wenn man die Eurofighter anschafft, für eine Reform und für anderes Wichtiges. Das war immer die SPÖ! (Beifall bei der SPÖ.) Und jetzt kommen Sie endlich drauf – aber angeschafft haben ihn Sie, die Freiheitlichen mit den Schwarzen! (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Nein, Sie waren es!)
Abg. Scheibner: Das hat aber nichts mit dem Budget zu tun!
Nein, das waren schon noch die Freiheitlichen! Da war der Herr Finanzminister noch Freiheitlicher, und der Herr Kollege Scheibner war auch noch Freiheitlicher! (Abg. Scheibner: Das hat aber nichts mit dem Budget zu tun!) Also Sie waren das, und jetzt kommen Sie drauf, dass das, was wir gesagt haben, stimmt. Das ist aber Ihr Problem, dass Sie ein bisschen zu spät draufkommen, dass Sie immer ein bisschen zu spät dran sind und die wahre Situation zu spät erkennen.
Abg. Brosz: Die Kinderrechte sind ein Pfusch!
Ich halte das für eine ganz doppelbödige Argumentation: auf der einen Seite zu sagen, die Regierung bringt keine Gesetzesvorlagen ins Haus, auf der anderen Seite prinzipiell Gesetzesvorlagen im Verfassungsbereich abzulehnen, weil man mit der Regierung nicht zusammenarbeiten will, die Zweidrittelmehrheit zu verweigern in Bereichen, wo sie dringendst notwendig wäre, wie etwa bei der Verankerung der Kinderrechte in der Verfassung. (Abg. Brosz: Die Kinderrechte sind ein Pfusch!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: Was ist mit der Verwaltungsreform? Wo bleibt die Verwaltungsreform, Herr Kollege?
Alles Themen, wo sich die Opposition aktiv einbringen kann! Das macht sie aber nicht, weil sie einen prinzipiellen Beschluss gefasst hat, sich an verfassungsrechtlichen Materien nicht zu beteiligen. Dort wäre aber eine konstruktive Zusammenarbeit notwendig. Diese zu verweigern und dann zu sagen, es gibt keine Tagesordnung, das halte ich für sehr, sehr doppelbödig. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: Was ist mit der Verwaltungsreform? Wo bleibt die Verwaltungsreform, Herr Kollege?)
Beifall bei den Grünen.
Das ist im Moment der Unterschied vom österreichischen Parlament zum amerikanischen Kongress beziehungsweise zum Senat: Dort wird gearbeitet, hier nicht! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Molterer: Es stimmt!
Zweiter Punkt. Wenn Sie, Herr Kollege Wittmann, uns vorwerfen, dass wir Verfassungsmaterien blockieren, kann ich Ihnen nur eines sagen (Abg. Mag. Molterer: Es stimmt!): Zwei Materien sind anhängig. Zum einen geht es um das Thema Kinderrechte, wo Sie den gleichen schlechten Antrag wieder eingebracht haben, mit dem Sie schon einmal versucht haben, hier im Parlament weiterzukommen. (Abg. Steibl: Das ist aber auch nur Ihre Ansicht!)
Abg. Steibl: Das ist aber auch nur Ihre Ansicht!
Zweiter Punkt. Wenn Sie, Herr Kollege Wittmann, uns vorwerfen, dass wir Verfassungsmaterien blockieren, kann ich Ihnen nur eines sagen (Abg. Mag. Molterer: Es stimmt!): Zwei Materien sind anhängig. Zum einen geht es um das Thema Kinderrechte, wo Sie den gleichen schlechten Antrag wieder eingebracht haben, mit dem Sie schon einmal versucht haben, hier im Parlament weiterzukommen. (Abg. Steibl: Das ist aber auch nur Ihre Ansicht!)
Beifall bei den Grünen.
Sechs aus 45 Kinderrechten wollen Sie erfüllen – und die restlichen nicht. Dafür geben Sie sich her, obwohl ich weiß, dass die SPÖ in den vergangenen Jahren – da hat es ja eine andere Regierungskonstellation gegeben – immer dafür war, dass alle Kinderrechte umgesetzt werden. – Jetzt aber sagen Sie von der SPÖ: Wir sind zufrieden, dass sechs aus 45 kommen. Und da wollen Sie, dass wir zustimmen?! Da wollen Sie, dass wir sagen, da sind wir dabei?! (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll.
So, und jetzt komme ich zum eigentlichen Thema, denn wir haben ja den Antrag gestellt, das Stenographische Protokoll über die Parlamentarische Enquete betreffend Transferkonto auf die heutige Tagesordnung zu setzen. Im Finanzausschuss wurde das behandelt; leider sehr kurz. Herr Kollege Stummvoll war schon unzufrieden, weil ich im Finanzausschuss rund 10 Minuten gesprochen habe, und hat gesagt, das kommt eh ins Plenum. – Na nix kommt ins Plenum! (Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll.)
Abg. Kopf: Das haben wir auch nie verlangt, die Sachleistungen!
Natürlich kommt es irgendwann ins Plenum, Kollege Stummvoll, aber das Eigentliche – und was mich gestört hat, und das habe ich auch im Ausschuss gesagt – ist: Das Parlament veranstaltet eine Enquete und berät in dieser. Alle Experten sagen: Ein Transferkonto in der Form, wie es von Vizekanzler Pröll angesprochen wurde, zu machen, das hat keinen Sinn! Bitte passen Sie auf, nicht die Sachleistungen hineinnehmen, denn dann wird das Transferkonto nicht mehr kontrollierbar, wird es ein bürokratisches Monster et cetera! (Abg. Kopf: Das haben wir auch nie verlangt, die Sachleistungen!) – Moment, Moment! (Abg. Kopf: Nein, nein, nein!)
Abg. Kopf: Nein, nein, nein!
Natürlich kommt es irgendwann ins Plenum, Kollege Stummvoll, aber das Eigentliche – und was mich gestört hat, und das habe ich auch im Ausschuss gesagt – ist: Das Parlament veranstaltet eine Enquete und berät in dieser. Alle Experten sagen: Ein Transferkonto in der Form, wie es von Vizekanzler Pröll angesprochen wurde, zu machen, das hat keinen Sinn! Bitte passen Sie auf, nicht die Sachleistungen hineinnehmen, denn dann wird das Transferkonto nicht mehr kontrollierbar, wird es ein bürokratisches Monster et cetera! (Abg. Kopf: Das haben wir auch nie verlangt, die Sachleistungen!) – Moment, Moment! (Abg. Kopf: Nein, nein, nein!)
Abg. Kopf: Ich glaube, Sie nehmen sich selber nicht mehr ernst! – Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.
Aber der eigentliche Punkt ist, dass das Parlament dabei ausgeschaltet wurde. Ja, das Parlament wurde ausgeschaltet und hat nichts mitzureden. Die zwei, nämlich der Kanzler und der Vizekanzler, die bei dieser Enquete im Parlament nicht anwesend waren, obwohl sie sich das hätten anhören sollen, beschließen, nachdem die Enquete getagt hat: Wir machen so ein Konto! Und Sie alle fühlen sich noch wohl dabei und sagen: Ja, das ist eigentlich eh gut, dass wir ausgeschaltet worden sind, dass wir nichts mitzureden haben; wir wollen eigentlich gar nicht reden, wir wollen möglichst wenig im Parlament zusammenkommen, wir wollen möglichst wenig beschließen, weil die Regierung macht eh alles so super – und deshalb ist es eigentlich am besten, wenn das Plenum des Nationalrates oder die Ausschüsse fast nicht tagen!? (Abg. Kopf: Ich glaube, Sie nehmen sich selber nicht mehr ernst! – Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.) Das ist das eigentliche Problem, das wir mit Ihrer Haltung haben, meine sehr geehrten Damen und Herren.
Abg. Mag. Stefan: Sie vielleicht! – Abg. Dr. Graf: Sie machen das dauernd! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Jetzt habe ich alle anderen Punkte, auch diese merkwürdige Verteidigung der ÖVP für die Vorfälle am Rand von Strache-Auftritten, noch gar nicht gestreift. Dazu nur einen Satz an die Adresse der FPÖ: Es geht nicht um die zwei oder drei Skins, sondern darum, dass bei jeder FPÖ-Veranstaltung, die in diesem Land stattfindet, und zwar öffentlich stattfindet, immer irgendwelche Typen die Hand aufheben und „Nazis forever“ oder „Heil Hitler!“ schreien. (Abg. Mag. Stefan: Sie vielleicht! – Abg. Dr. Graf: Sie machen das dauernd! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Das ist das Problem, und das ist der eigentliche Skandal, dass Sie da noch dazu erklären: Diese Leute haben mit uns überhaupt nichts zu tun; das sind Provokationen, die von anderen gesetzt wurden!, obwohl es Ihre eigenen Funktionäre sind. Gehen Sie in sich, meine sehr geehrten Damen und Herren von der FPÖ! (Ruf bei der FPÖ: Der ORF muss zahlen dafür! – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Ruf bei der FPÖ: Der ORF muss zahlen dafür! – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Jetzt habe ich alle anderen Punkte, auch diese merkwürdige Verteidigung der ÖVP für die Vorfälle am Rand von Strache-Auftritten, noch gar nicht gestreift. Dazu nur einen Satz an die Adresse der FPÖ: Es geht nicht um die zwei oder drei Skins, sondern darum, dass bei jeder FPÖ-Veranstaltung, die in diesem Land stattfindet, und zwar öffentlich stattfindet, immer irgendwelche Typen die Hand aufheben und „Nazis forever“ oder „Heil Hitler!“ schreien. (Abg. Mag. Stefan: Sie vielleicht! – Abg. Dr. Graf: Sie machen das dauernd! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Das ist das Problem, und das ist der eigentliche Skandal, dass Sie da noch dazu erklären: Diese Leute haben mit uns überhaupt nichts zu tun; das sind Provokationen, die von anderen gesetzt wurden!, obwohl es Ihre eigenen Funktionäre sind. Gehen Sie in sich, meine sehr geehrten Damen und Herren von der FPÖ! (Ruf bei der FPÖ: Der ORF muss zahlen dafür! – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Linder: Schämen Sie sich! Unglaublich!
Herr Strache, der noch vor zwei Jahren gesagt hat, er ist für die Aufhebung des Verbotsgesetzes, hat ja mittlerweile dazugelernt – und offensichtlich ist er mittlerweile auch für das Verbotsgesetz. (Abg. Linder: Schämen Sie sich! Unglaublich!) Sie wissen ohnehin genau, auf welche Ihrer Funktionäre und Mandatare das anzuwenden wäre. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Strache, der noch vor zwei Jahren gesagt hat, er ist für die Aufhebung des Verbotsgesetzes, hat ja mittlerweile dazugelernt – und offensichtlich ist er mittlerweile auch für das Verbotsgesetz. (Abg. Linder: Schämen Sie sich! Unglaublich!) Sie wissen ohnehin genau, auf welche Ihrer Funktionäre und Mandatare das anzuwenden wäre. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Fritz Grillitsch (ÖVP): Herr Präsident! Meine lieben Kolleginnen und Kollegen! Ich glaube, wir haben jetzt rund eineinhalb Stunden über die Tagesordnung diskutiert – und da kann ich eigentlich nur feststellen, dass es der Opposition nicht daran liegt, sich mit den wirklichen Themen der Menschen auseinanderzusetzen, nämlich damit, wie wir Programme schaffen, damit die Menschen Arbeit und Beschäftigung haben. Eineinhalb Stunden lang nur über die Tagesordnung zu diskutieren, das finde ich in Zeiten wie diesen wirklich verantwortungslos, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
ironische Heiterkeit bei der FPÖ
Festzustellen ist ebenso, dass die Opposition offensichtlich nicht erkennt, dass wir in einer globalisierten Welt leben (ironische Heiterkeit bei der FPÖ), wo es auch wichtig ist, sich mit internationalen Entwicklungen auseinanderzusetzen. Ich meine, die heutige Tagesordnung ist sehr umfangreich, eine Tagesordnung, bei der es eben auch um EU-Themen geht, darum, dass es einen EU-Gipfel gibt und wie mit der Lage in Griechenland umzugehen ist. – Wen aber die europäische Entwicklung nicht interessiert, der soll das laut hier sagen.
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Es ist wichtig, dass wir uns auch mit der Frage beschäftigen: Wie stärken wir, wie stabilisieren wir den Euro? Das sollte heute diskutiert werden. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.) Ich meine, dass es wichtig ist, dass Österreich hiezu EU-weit eine klare Position einnimmt. Da, meine Damen und Herren, geht es ja auch um das EU-Budget.
Abg. Linder: ... für die Bauern!
Jetzt beginnt die Phase, wie es in der EU weitergeht nach dem Jahre 2013 bis zum Jahre 2020, Herr Kollege Scheibner. Wie geht es weiter in der EU mit diesen Programmen, die insbesondere für Österreich, die insbesondere für den ländlichen Raum eine große Bedeutung haben? Wenn es Ihnen egal ist, wie viele Programme es für die Bergbauern gibt, welche Umweltprogramme es in der EU insgesamt für den ländlichen Raum geben wird, dann sagen Sie das laut hier, werte Damen und Herren von der Opposition! (Abg. Linder: ... für die Bauern!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Was machst denn du für die Bauern?
Nein, da geht es nicht nur um die Bauern! Wenn Sie nicht erkennen, dass im ländlichen Raum durch die Bäuerinnen und Bauern sehr viele Arbeitsplätze gesichert werden, dann tut es mir leid! In Österreich sind es immerhin an die 500 000 Arbeitsplätze, die durch die Arbeit der Bäuerinnen und Bauern gesichert werden. Wenn Sie diesen Wert nicht erkennen, meine Damen und Herren, dann haben Sie es auch nicht verstanden, was es heißt, politisch tätig zu sein. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Was machst denn du für die Bauern?)
Abg. Scheibner: Ich will jetzt von Ihnen wissen, was Sie für die Bauern machen! – Ich höre nichts!
Wenn Sie das nicht interessiert, Herr Kollege Scheibner (Abg. Scheibner: Ich will jetzt von Ihnen wissen, was Sie für die Bauern machen! – Ich höre nichts!), dass wir uns auch auf EU-Ebene damit auseinandersetzen müssen, wie die Menschen, wie die Weltbevölkerung in Zukunft versorgt werden kann, dass es den klaren Auftrag gibt, die Menschen mit Lebensmitteln zu versorgen, dann sagen Sie doch, dass Sie das nicht interessiert! (Abg. Scheibner: Nein, sagen Sie einmal etwas dazu, was Sie gegen die Konkurrenz der Lebensmittel aus Asien machen! Das will ich von Ihnen wissen!)
Abg. Scheibner: Nein, sagen Sie einmal etwas dazu, was Sie gegen die Konkurrenz der Lebensmittel aus Asien machen! Das will ich von Ihnen wissen!
Wenn Sie das nicht interessiert, Herr Kollege Scheibner (Abg. Scheibner: Ich will jetzt von Ihnen wissen, was Sie für die Bauern machen! – Ich höre nichts!), dass wir uns auch auf EU-Ebene damit auseinandersetzen müssen, wie die Menschen, wie die Weltbevölkerung in Zukunft versorgt werden kann, dass es den klaren Auftrag gibt, die Menschen mit Lebensmitteln zu versorgen, dann sagen Sie doch, dass Sie das nicht interessiert! (Abg. Scheibner: Nein, sagen Sie einmal etwas dazu, was Sie gegen die Konkurrenz der Lebensmittel aus Asien machen! Das will ich von Ihnen wissen!)
Beifall bei der ÖVP.
Uns von der ÖVP interessiert es sehr wohl, meine Damen und Herren, wie wir die Ernährungssouveränität in Europa, in Österreich sicherstellen können. Da geht es um Lebensmittelversorgung, da geht es um Umwelt- und auch Tiergerechtigkeit. Und ebenso geht es um Jobs! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Wo sind Ihre Ideen? Helfen Sie endlich der Landwirtschaft!
Unser aller Aufgabe ist es jetzt – so wie es Herr Finanzminister Pröll auch gemacht hat –, Programme zu entwickeln, Konjunkturpakete zu entwickeln, damit wir die Menschen in Beschäftigung halten. (Abg. Scheibner: Wo sind Ihre Ideen? Helfen Sie endlich der Landwirtschaft!) – Das machen wir permanent, Herr Kollege Scheibner (Abg.
Abg. Scheibner: Nichts haben Sie getan! Das Bauernsterben haben Sie zu verantworten!
Scheibner: Überhaupt nicht!), da haben Sie viel verschlafen. (Abg. Scheibner: Nichts haben Sie getan! Das Bauernsterben haben Sie zu verantworten!) Wir haben viel mehr erreicht in der EU, als ihr jemals wahrnehmen wolltet, mit der Agenda 2000. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Scheibner: Überhaupt nicht!), da haben Sie viel verschlafen. (Abg. Scheibner: Nichts haben Sie getan! Das Bauernsterben haben Sie zu verantworten!) Wir haben viel mehr erreicht in der EU, als ihr jemals wahrnehmen wolltet, mit der Agenda 2000. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Nein, was machen Sie, der Bauernbund? Retten Sie endlich die Bäuerinnen und Bauern!
Wir haben in Österreich mehr Mittel bekommen als andere Länder. Ein großartiger Erfolg – noch von Wolfgang Schüssel und Josef Pröll, gemeinsam mit Willi Molterer. Haben Sie das alles vergessen, Herr Kollege Scheibner? (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Nein, was machen Sie, der Bauernbund? Retten Sie endlich die Bäuerinnen und Bauern!) Die Grundlage für diese gute Arbeit für die Bäuerinnen und Bauern wird im Bauernbund geschaffen, Herr Kollege Scheibner, nehmen Sie das endlich auch einmal zur Kenntnis! (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Nein, Sie machen nichts für die Bauern!)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Nein, Sie machen nichts für die Bauern!
Wir haben in Österreich mehr Mittel bekommen als andere Länder. Ein großartiger Erfolg – noch von Wolfgang Schüssel und Josef Pröll, gemeinsam mit Willi Molterer. Haben Sie das alles vergessen, Herr Kollege Scheibner? (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Nein, was machen Sie, der Bauernbund? Retten Sie endlich die Bäuerinnen und Bauern!) Die Grundlage für diese gute Arbeit für die Bäuerinnen und Bauern wird im Bauernbund geschaffen, Herr Kollege Scheibner, nehmen Sie das endlich auch einmal zur Kenntnis! (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Nein, Sie machen nichts für die Bauern!)
Abg. Scheibner: Steuern wollen Sie erhöhen! – Abg. Grosz: Steuererhöhungen! Steuererhöhungen! Arbeitsplätze zerstören! Arbeitsplätze zerstören!
Meine Damen und Herren! Ich glaube, dass Josef Pröll im vergangenen Jahr wirklich einen sehr verantwortungsbewussten Weg gegangen ist, als er gesagt hat, es helfe nicht nur, zu sparen, sondern man müsse die Menschen in Beschäftigung halten. Jetzt haben wir die Aufgabe, das Budget zu sanieren. (Abg. Scheibner: Steuern wollen Sie erhöhen! – Abg. Grosz: Steuererhöhungen! Steuererhöhungen! Arbeitsplätze zerstören! Arbeitsplätze zerstören!) Jetzt haben wir die Aufgabe, auch unser Steuersystem zu ändern, einen Lenkungseffekt zu schaffen – mit einer ökologischen Steuerreform, meine Damen und Herren! (Anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ.) Sie sind eingeladen, falls Sie Ideen haben, Herr Kollege Scheibner und Herr Kollege Grosz, dann sagen Sie es! (Abg. Scheibner: Nein, zu Steuererhöhungen haben wir keine Ideen!) Wir sind neugierig, ob Sie überhaupt welche haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ.
Meine Damen und Herren! Ich glaube, dass Josef Pröll im vergangenen Jahr wirklich einen sehr verantwortungsbewussten Weg gegangen ist, als er gesagt hat, es helfe nicht nur, zu sparen, sondern man müsse die Menschen in Beschäftigung halten. Jetzt haben wir die Aufgabe, das Budget zu sanieren. (Abg. Scheibner: Steuern wollen Sie erhöhen! – Abg. Grosz: Steuererhöhungen! Steuererhöhungen! Arbeitsplätze zerstören! Arbeitsplätze zerstören!) Jetzt haben wir die Aufgabe, auch unser Steuersystem zu ändern, einen Lenkungseffekt zu schaffen – mit einer ökologischen Steuerreform, meine Damen und Herren! (Anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ.) Sie sind eingeladen, falls Sie Ideen haben, Herr Kollege Scheibner und Herr Kollege Grosz, dann sagen Sie es! (Abg. Scheibner: Nein, zu Steuererhöhungen haben wir keine Ideen!) Wir sind neugierig, ob Sie überhaupt welche haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Nein, zu Steuererhöhungen haben wir keine Ideen!
Meine Damen und Herren! Ich glaube, dass Josef Pröll im vergangenen Jahr wirklich einen sehr verantwortungsbewussten Weg gegangen ist, als er gesagt hat, es helfe nicht nur, zu sparen, sondern man müsse die Menschen in Beschäftigung halten. Jetzt haben wir die Aufgabe, das Budget zu sanieren. (Abg. Scheibner: Steuern wollen Sie erhöhen! – Abg. Grosz: Steuererhöhungen! Steuererhöhungen! Arbeitsplätze zerstören! Arbeitsplätze zerstören!) Jetzt haben wir die Aufgabe, auch unser Steuersystem zu ändern, einen Lenkungseffekt zu schaffen – mit einer ökologischen Steuerreform, meine Damen und Herren! (Anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ.) Sie sind eingeladen, falls Sie Ideen haben, Herr Kollege Scheibner und Herr Kollege Grosz, dann sagen Sie es! (Abg. Scheibner: Nein, zu Steuererhöhungen haben wir keine Ideen!) Wir sind neugierig, ob Sie überhaupt welche haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Ich glaube, dass Josef Pröll im vergangenen Jahr wirklich einen sehr verantwortungsbewussten Weg gegangen ist, als er gesagt hat, es helfe nicht nur, zu sparen, sondern man müsse die Menschen in Beschäftigung halten. Jetzt haben wir die Aufgabe, das Budget zu sanieren. (Abg. Scheibner: Steuern wollen Sie erhöhen! – Abg. Grosz: Steuererhöhungen! Steuererhöhungen! Arbeitsplätze zerstören! Arbeitsplätze zerstören!) Jetzt haben wir die Aufgabe, auch unser Steuersystem zu ändern, einen Lenkungseffekt zu schaffen – mit einer ökologischen Steuerreform, meine Damen und Herren! (Anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ.) Sie sind eingeladen, falls Sie Ideen haben, Herr Kollege Scheibner und Herr Kollege Grosz, dann sagen Sie es! (Abg. Scheibner: Nein, zu Steuererhöhungen haben wir keine Ideen!) Wir sind neugierig, ob Sie überhaupt welche haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Da geht’s um den Schutz der Bauern in Österreich! – Zwischenruf des Abg. Grosz.
Abgeordneter Ing. Peter Westenthaler (BZÖ): Lieber Kollege Grillitsch, bei einem Sprecher der Schulden- und Steuererhöhungspartei ÖVP ist es schon interessant, wenn er herausgeht, die Debatte kritisiert und sich dann selbst maßgeblich einbringt. – So schlecht kann es nicht gewesen sein. Wir haben über einige wesentliche Punkte diskutiert. Der Hauptgegenstand war nicht die Tagesordnung. Zum Beispiel wurde von Kollegem Grosz der Listerienskandal aufs Tapet gebracht, und ich habe schon erwartet, dass du zumindest einen Satz dazu verlierst in deiner Rede, oder zur Landwirtschaft. (Abg. Scheibner: Da geht’s um den Schutz der Bauern in Österreich! – Zwischenruf des Abg. Grosz.) Wir können gerne über jegliche Themen sprechen, und es wurde auch über Themen gesprochen, Herr Kollege Grillitsch.
Beifall bei BZÖ und FPÖ sowie der Abgeordneten Jury, Linder und Dr. Strutz.
Ich möchte schon auch einen Satz sagen: Wenn das wirklich stimmt, was Kollege Kickl sagt – ich kann das jetzt nicht nachvollziehen, wir werden das aber sicher machen –, dass während einer Liveübertragung einer Parlamentsdebatte hier im Hohen Haus die Redner der Opposition einzeln – und das ist offensichtlich bei der Rede eines FPÖ-Abgeordneten geschehen – von einem Moderator bewertet werden, dass die Reden inhaltlich als richtig oder falsch bewertet werden, dann hat das Präsidium des Parlaments eine ganz wichtige Aufgabe, nämlich beim ORF dafür zu sorgen, dass wieder Demokratie einkehrt in diesem Land, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei BZÖ und FPÖ sowie der Abgeordneten Jury, Linder und Dr. Strutz.) Denn das kann es ja nicht sein, das kann es wirklich nicht sein!
Beifall bei BZÖ und FPÖ sowie der Abgeordneten Jury, Linder und Dr. Strutz.
da dürfen Sie anrufen und bewerten, aber hier dürfen Sie übertragen und die Bewertung der Öffentlichkeit überlassen, und Sie haben nicht das Recht, kommentierend einzugreifen. Ich glaube, das ist ganz, ganz wichtig, dass wir das auch feststellen. (Beifall bei BZÖ und FPÖ sowie der Abgeordneten Jury, Linder und Dr. Strutz.)
Zwischenruf des Abg. Strache.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, das muss aufgeklärt werden! Das ist schlicht und ergreifend inakzeptabel. Kollege Öllinger ist jetzt nicht da, der so gepoltert hat, aber Kollege Brosz ist da. Hand aufs Herz, Herr Kollege Brosz! Wie laut würden Sie schreien, wenn ein rechter Journalist oder bürgerlicher Journalist – ich weiß nicht, ob es so etwas im ORF überhaupt gibt; einen rechten wahrscheinlich nicht – zu Ihrer Veranstaltung oder zu Frau Glawischnig oder zu Herrn Öllinger mit drei Linksextremisten an der Hand kommt? (Zwischenruf des Abg. Strache.) – Entschuldigung, das darf man in diesem Land nicht sagen, ich meine natürlich Autonome. Das sind die mit dem Stern vorne auf der Pudelhaube. Der Journalist kommt hin und sagt: Freunde, greift da einmal ein und konfrontiert die Leute, wir filmen euch dabei; da habt ihr 100 € in die Hand! – Ich will nicht wissen, wie ihr schreien würdet. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, das muss aufgeklärt werden! Das ist schlicht und ergreifend inakzeptabel. Kollege Öllinger ist jetzt nicht da, der so gepoltert hat, aber Kollege Brosz ist da. Hand aufs Herz, Herr Kollege Brosz! Wie laut würden Sie schreien, wenn ein rechter Journalist oder bürgerlicher Journalist – ich weiß nicht, ob es so etwas im ORF überhaupt gibt; einen rechten wahrscheinlich nicht – zu Ihrer Veranstaltung oder zu Frau Glawischnig oder zu Herrn Öllinger mit drei Linksextremisten an der Hand kommt? (Zwischenruf des Abg. Strache.) – Entschuldigung, das darf man in diesem Land nicht sagen, ich meine natürlich Autonome. Das sind die mit dem Stern vorne auf der Pudelhaube. Der Journalist kommt hin und sagt: Freunde, greift da einmal ein und konfrontiert die Leute, wir filmen euch dabei; da habt ihr 100 € in die Hand! – Ich will nicht wissen, wie ihr schreien würdet. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ sowie der Abgeordneten Jury, Linder und Dr. Strutz.
Ich will nicht wissen, wie eure verlängerte Hand im ORF – das muss nämlich auch einmal gesagt werden –, Herr Strobl, reagieren würde. Da lässt er jegliche Objektivität vermissen, da wird nicht aufgeklärt, da wird zugedeckt. In einem Fall, in dem es euch betreffen würde, wären die Journalisten schon längst entlassen worden. Das ist doch die Wirklichkeit in diesem Land, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei BZÖ und FPÖ sowie der Abgeordneten Jury, Linder und Dr. Strutz.)
Abg. Kopf: Wird auch kommen!
Zustand der Regierung – kurz zum Hohen Haus. Es ist ja klar, wir haben in Wirklichkeit eine Regierung, die dieses Hohe Haus geringschätzt und das täglich produziert und beweist und auch die Räuberleiter von ihren Regierungsfraktionen hier im Hohen Haus bekommt. Untersuchungsausschüsse werden abgewürgt, Anträge werden vertagt, bei denen es lächerlich ist und man den Menschen gar nicht erklären kann, warum. Zuletzt stand im Finanzausschuss ein Antrag auf Abschaffung der Kreditgebühren auf der Tagesordnung, eine Forderung des BZÖ und auch der FPÖ. Zwei Tage vorher haben das der Finanzminister und die ÖVP laut gefordert. (Abg. Kopf: Wird auch kommen!) Und wissen Sie, was im Finanzausschuss passiert ist? – Vertagt, nicht abgestimmt!
Abg. Kopf: Was denkt ihr euch?
Ich frage mich, was sich die Menschen draußen dabei denken (Abg. Kopf: Was denkt ihr euch?), wenn ihr eure eigenen Ideen im Ausschuss niederstimmt, nur weil sie von der Opposition eingebracht worden sind. Das ist kein Parlamentarismus!
Beifall beim BZÖ.
Aber wir hätten halt heute an prominenter Stelle auch gerne über die Verteilungsgerechtigkeit diskutiert, weil dieses Thema zu diskutieren ist. Deswegen haben wir diesen Antrag gestellt, damit wir über ungerechte Steuerbelastungen, über die Armut in diesem Land und darüber, wie die SPÖ damit umgeht – nämlich gar nicht –, auch ordentlich diskutieren können. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall der Abgeordneten Jury und Linder sowie bei der FPÖ.
Genehme Anträge, die von der Regierung kommen, werden auch mit Unterstützung des ORF zeitgerecht kommentiert, übertragen, öffentlichkeitswirksam transportiert – Anträge, berechtigte Anliegen, Themen der Oppositionsparteien werden in die Nachtstunden verlegt. Es soll der Öffentlichkeit ein Bild vorgegaukelt werden, das regierungskonform ist, das die Minister in den Vordergrund stellt und das die berechtigte Kritik der Oppositionsparteien, aus welchem Lager auch immer, in Wirklichkeit in den Hintergrund schiebt. Der ORF macht, aus welchen Gründen auch immer, bei diesem Spiel – gute Regierung, böse Opposition – tatkräftig mit. (Beifall der Abgeordneten Jury und Linder sowie bei der FPÖ.)
Beifall des Abg. Linder.
Auch das ist kein Zufall, sondern das hat System. Ich möchte hier eines sagen: Wir sollen diese Entwicklung hier im Hohen Haus, aber auch beim ORF und in der öffentlichen Berichterstattung sehr ernst nehmen, fernab von aktuellen politischen Machtverhältnissen. Ich bin sehr froh, dass die ÖVP, das BZÖ und auch in gewisser Hinsicht die Sozialdemokraten die Vorgangsweisen verurteilen, denn wenn die Wahlniederlagen – die Serie der Wahlniederlagen vor allem der Sozialdemokratischen Partei – sich so fortsetzen, dann könnten auch Sie bald wieder in der Oppositionsrolle sein und so behandelt werden, wie Sie heute mit dem BZÖ, mit den Freiheitlichen und mit den Grünen umgehen. (Beifall des Abg. Linder.)
Rufe bei der SPÖ: Stimmt nicht! Völliger Schwachsinn!
„Liebe Barbara, Robert Wiesner/Report plant für nächsten Dienstag einen Beitrag zu Ebensee“ –zur Erinnerung: Ebensee, das war jener Vorfall, bei dem die jungen Sozialdemokraten anlässlich einer Führung durch ein Konzentrationslager ,Sieg Heil‘ gerufen haben (Rufe bei der SPÖ: Stimmt nicht! Völliger Schwachsinn!) –,
Ruf beim BZÖ: Unglaublich!
Dann rät der Pressesprecher seiner Chefin, Frau Nationalratspräsidentin Prammer: „Wir sollten etwas anbieten“ (Ruf beim BZÖ: Unglaublich!), für Aufmerksamkeit sorgen.
Beifall der Abgeordneten Jury und Linder sowie bei der FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die ORF-Redakteure, vor allem jene, die im politischen Bereich tätig sind, haben eine fertige Geschichte im Kopf und basteln sich ihre eigene Wirklichkeit dazu. Und die lautet in Österreich: Wenn etwas links ist, grün ist, ist die Position, den Redakteur sofort zu verteidigen. Da kann sich jeder seinen Reim darauf machen. Das ist das Gute, alles andere ist böse, und darf so nicht vorkommen. (Beifall der Abgeordneten Jury und Linder sowie bei der FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Solange es den Strobl gibt, kann das nicht passieren! Aber den gibt’s nicht mehr lange!
Das, was sich der ORF in dieser Angelegenheit geleistet hat – und das sind Fakten, untermauert durch Zeugeneinvernahmen, untermauert durch ein Polizeiprotokoll –, ist ein einmaliger Skandal! Heute trifft es die Freiheitliche Partei, morgen trifft es die Sozialdemokraten und bei irgendeiner Tierschutzdemo wird es vielleicht auch einmal die Grünen treffen. (Abg. Ing. Westenthaler: Solange es den Strobl gibt, kann das nicht passieren! Aber den gibt’s nicht mehr lange!)
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Was ist geschehen? Der ORF-Redakteur hat Skinheads angeheuert und bezahlt. Er hat die Skinheads mit dem ORF-Auto mit dem Logo – mit dem Auto, das von Steuer- und Gebührenzahlern finanziert wird – abgeholt und eingekleidet. Er ist mit ihnen in ein Geschäft gegangen und hat dort die Rechnung bezahlt. Der Geschäftsinhaber dieses Military-Shops hat den Redakteur erkannt und das auch bestätigt. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.) Er hat sie dort eingekleidet, hat das bezahlt, hat Tafeln gekauft und sie verkabelt.
Beifall der Abgeordneten Jury und Linder sowie bei der FPÖ.
Abgeordneter Dr. Martin Strutz (fortsetzend): Das heißt, das ist eine inszenierte Geschichte. Wir brauchen und verlangen absolute Aufklärung! Heute trifft es die Freiheitlichen, morgen trifft es irgendeinen von Ihnen. (Beifall der Abgeordneten Jury und Linder sowie bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Liebe Kolleginnen und Kollegen! Abgeordneter Strutz hat soeben behauptet, dass bei einer Veranstaltung in Ebensee Mitglieder der Sozialistischen Jugend „Sieg Heil“ gerufen hätten. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Das stimmt nicht! Es waren natürlich öfter Mitglieder der Sozialistischen Jugend bei Gedenkveranstaltungen in Ebensee, haben dort aber niemals „Sieg Heil“ oder sonstige Parolen von sich gegeben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Rosenkranz: Das waren Rote Falken! – Abg. Strache: Rote Falken!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Rosenkranz: Das waren Rote Falken! – Abg. Strache: Rote Falken!
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Liebe Kolleginnen und Kollegen! Abgeordneter Strutz hat soeben behauptet, dass bei einer Veranstaltung in Ebensee Mitglieder der Sozialistischen Jugend „Sieg Heil“ gerufen hätten. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Das stimmt nicht! Es waren natürlich öfter Mitglieder der Sozialistischen Jugend bei Gedenkveranstaltungen in Ebensee, haben dort aber niemals „Sieg Heil“ oder sonstige Parolen von sich gegeben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Rosenkranz: Das waren Rote Falken! – Abg. Strache: Rote Falken!)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Dr. Peter Fichtenbauer (FPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Ich melde mich zur Geschäftsordnung zu Wort und beantrage, eine Sonderpräsidialsitzung mit dem Ziel durchzuführen, den ORF dringlichst aufzufordern, die um 15.55 Uhr beginnende Debatte betreffend ORF-Skandal live zu übertragen und somit jeglichen Ansatz zu entkräften, dass der ORF Grund hätte, die Skandal behangenen Sachverhalte zu unterdrücken oder diese nicht öffentlich darzubieten. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Aber eines möchte ich voranstellen: Dass man sich insgesamt Ziele gibt, zehn Jahre im Vorhinein, dass man ambitionierte Ziele definiert, die man Stück für Stück auch durch nationale Aktionspläne umsetzen soll, dazu stehen wir Österreicher, und das halte ich für unterstützenswert, denn wir brauchen ambitionierte Ziele für die Zukunft, damit wir international wettbewerbsfähig werden beziehungsweise bleiben und Arbeitsplätze schaffen können, die zukunftsfähig sind. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Derzeit gibt es in einer Fülle von Drittstaaten außerhalb der EU Delegationen der Kommission. Diese sollen zukünftig in Richtung europäische Botschaften aufgewertet werden, und so, wie es im Vertrag vorgesehen ist, sollen bei diesen Diensten im diplomatischen Sinn auch nationale Diplomaten einen Platz haben und mitwirken können. Wir unterstützen das sehr, aber es bedarf noch einer Reihe von Entscheidungen, die derzeit nicht so vorbereitet sind, dass sie unsere Zustimmung finden. Wir brauchen keine Struktur für Brüssel und die Institutionen, wir brauchen eine Vertretung der Europäischen Union, die die Mitgliedstaaten in der Welt repräsentiert. Das ist für uns ein wichtiges Vorhaben, zu dem wir stehen und zu dessen Verwirklichung wir gerne einen Beitrag leisten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir wollen auch, dass künftig jede EU-Botschaft eine Erstanlaufstelle für Bürger der Europäischen Union ist, wenn sie in Not geraten und es dort keine nationale Botschaft gibt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen.
denn wir brauchen in diesen Ländern, damit es Investment aus Österreich gibt, Strukturen, die funktionieren und die gewährleisten, dass nicht Korruption im Vordergrund steht, sondern ordentliches Wirtschaften und ein Austausch mit den Ländern der Europäischen Union. Dafür setzen wir uns ein, dafür machen wir uns stark, das ist eine Westbalkan-Initiative mit österreichischer Handschrift. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen.)
Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Scheibner.
Lassen Sie mich noch ein paar Sätze zum Thema Naher Osten sagen! Ich habe selbst Ende Februar auf einer Reise von den Palästinenser-Gebieten über Israel, den Libanon und Syrien persönliche Eindrücke sammeln können und dort von den Gesprächspartnern gehört, dass es eine große Nachfrage nach stärkerem europäischem Engagement gibt. Ich glaube, dass wir dem gerecht werden müssen. Letztlich wurde gerade in der arabischen Welt die Erklärung der Außenminister der Europäischen Union vom 8. Dezember nicht nur begrüßt, sondern auch mit konkretem Leben erfüllt. Wir haben dort einen Stellenwert, wir haben derzeit eine Situation, in der die Kontakte gerade zwischen Israel und den USA belastet sind, und daher auch eine gewisse Chance, uns als Europäer stärker in diesem Raum zu engagieren, damit wir eines erreichen: nämlich einen Friedensprozess wieder in Gang zu setzen, der absolut notwendig ist. Der Nahe Osten ist insgesamt ein Hot Spot, der Gefahr nicht nur für unsere Region, sondern für die gesamte Welt bedeutet. Daher, so glaube ich, ist es notwendig, dass wir uns als Österreicher und als Europäer sehr stark in diesem Raum engagieren, um dazu beizutragen, dass eine neue Friedensinitiative auch konkrete Chancen hat. (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Ich möchte die Damen und Herren des Hohen Hauses auch bitten, mich bei diesem Vorhaben zu unterstützen. – Vielen Dank. (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Der gute Ratschlag von Christine Lagarde, die ich sehr schätze, die Deutschen sollen weniger exportieren und mehr konsumieren, weniger Lohnzurückhaltung betreiben, ist absurd. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der FPÖ.) Darf ich das als Ökonom argumentieren: Er ist deshalb absurd, weil man sich ja bitte nicht an den Schwächeren orientieren darf, sondern an den Besten orientieren muss, damit man in der globalen Wirtschaft heute überhaupt eine Rolle spielen kann.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Letzter Satz: Wenn schon, dann müssen wir uns an den Besten orientieren, und nicht am Langsamsten und am Schlechtesten. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Ich glaube, dass die Europäische Union gefordert ist, in Zukunft noch stärkere Worte in diesem Zusammenhang zu finden, damit es endlich Frieden in dieser Region gibt! (Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Heinz-Christian Strache (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Außenminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich darf eingangs auch die heute anwesende Präsidentschaftskandidatin, Frau Landesrätin Barbara Rosenkranz, recht herzlich begrüßen, die auf der Tribüne der Debatte hier beiwohnt. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Barbara Rosenkranz ist eine mutige Frau für Österreich, die auch mutig hier im Parlament die österreichischen Interessen vertreten hat, als sie in der Frage der europäischen Unionsverfassung, die wir zu Recht als „EU-Verfassungsdiktat“ bezeichnet haben, sehr, sehr deutlich und als einzige Abgeordnete hier im Hohen Haus die Interessen der Österreicherinnen und Österreicher vertreten und sich dafür eingesetzt hat, dass es in dieser Frage eine Volksabstimmung gibt, wie das in der österreichischen Verfassung auch festgeschrieben steht. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ
Zu Beginn haben wir ja schon Folgendes gehört: Die Regierungsparteien haben gesagt, es ist das ein ganz, ganz wichtiger Tagesordnungspunkt heute, dass der Außenminister hier eine Erklärung abgibt und anschließend daran eine Debatte stattfindet! – Wenn ich jetzt aber in die Reihen der SPÖ-Bänke und auch der ÖVP-Bänke schaue, kann ich nur feststellen, dass da nicht unbedingt großes Interesse vorhanden ist an dieser ach so wichtigen Erklärung und Debatte (Beifall bei der FPÖ) und warum das heute und genau zu dieser Zeit stattfinden soll, wie Sie das in der Präsidiale festgelegt haben.
Beifall bei der FPÖ.
Das ist ein Skandal im Bereich des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ja des Staatsfunks, angesichts dessen man nicht zur Tagesordnung übergehen kann! Ich mache jene, die sich heute dazu verschweigen, ebenso verantwortlich dafür, denn es ist natürlich auch die Frage zu stellen, warum Herr Generaldirektor Wrabetz dazu bis heute keinerlei Stellungnahme abgegeben und keinerlei Konsequenzen gezogen hat – und das bei so einem Skandal, der nachweislich stattgefunden hat. (Beifall bei der FPÖ.) Nur so viel vorweg: Wir werden heute in der Debatte über den Dringlichen Antrag dieses Thema sehr ausführlich behandeln.
Beifall bei der FPÖ.
Das letzte Wort ist aber zum Glück noch nicht gesprochen: Wir Freiheitliche haben eine Klage beim Verfassungsgerichtshof eingebracht, und zwar der gesamte freiheitliche Klub mit Unterstützung der Kärntner Freiheitlichen, und der Verfassungsgerichtshof hat sich jetzt mit dieser Klage zumindest einmal auseinandergesetzt und hat diese Klage für zulässig erklärt und wird sie daher auch behandeln. Und das ist gut so. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Barbara Rosenkranz, unsere Präsidentschaftskandidatin, hat genau im Sinne der österreichischen Bundesverfassung gehandelt. Wir werden ja sehen, wie die Erkenntnisse des Verfassungsgerichtshofes in dieser Frage ausschauen werden. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Unsere österreichischen Soldaten sollen für die Grenzsicherung da sein, sollen dafür da sein, bei Katastrophen zu helfen und der Bevölkerung hilfreich zur Seite zu stehen, aber bitte nicht für Auslandseinsätze! (Beifall bei der FPÖ.)
Rufe bei der SPÖ: Kärnten!
Nun zu einem weiteren wichtigen Thema: zu Griechenland. Es kann nicht sein, dass österreichische Steuergelder jetzt nach Griechenland gepumpt werden. (Rufe bei der SPÖ: Kärnten!) Es kann nicht sein, dass österreichische Steuergelder jetzt nach Griechenland gepumpt werden, um die dortige hausgemachte Misere aufzufangen. Das ist nicht unsere Politik und auch nicht unser politisches Verständnis, und wir Freiheitliche werden daher heute einen Antrag einbringen, mit dem die Bundesregierung, insbesondere der Bundesminister für Finanzen, ersucht wird, sich dafür einzusetzen, dass Staaten wie Griechenland, deren makroökonomische Kennzahlen einen Verbleib in der gemeinsamen Währungsunion nicht rechtfertigen, davon auch ausgeschlossen werden können. Darüber müssen wir nachdenken und diskutieren; sonst werden wir nämlich auch in diese Krise hineingezogen, ja hineingerissen! Die gesamte Eurozone in der heutigen Art und Weise, wie sie besteht, ist schon auch zu hinterfragen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Nun zu einem weiteren wichtigen Thema: zu Griechenland. Es kann nicht sein, dass österreichische Steuergelder jetzt nach Griechenland gepumpt werden. (Rufe bei der SPÖ: Kärnten!) Es kann nicht sein, dass österreichische Steuergelder jetzt nach Griechenland gepumpt werden, um die dortige hausgemachte Misere aufzufangen. Das ist nicht unsere Politik und auch nicht unser politisches Verständnis, und wir Freiheitliche werden daher heute einen Antrag einbringen, mit dem die Bundesregierung, insbesondere der Bundesminister für Finanzen, ersucht wird, sich dafür einzusetzen, dass Staaten wie Griechenland, deren makroökonomische Kennzahlen einen Verbleib in der gemeinsamen Währungsunion nicht rechtfertigen, davon auch ausgeschlossen werden können. Darüber müssen wir nachdenken und diskutieren; sonst werden wir nämlich auch in diese Krise hineingezogen, ja hineingerissen! Die gesamte Eurozone in der heutigen Art und Weise, wie sie besteht, ist schon auch zu hinterfragen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Daher meine ich, es muss jetzt wirklich Schluss damit sein, da noch Weiteres einzufordern, sondern ganz im Gegenteil: Ziel müsste es sein, da einmal die Nettozahlungen einzustellen. (Beifall bei der FPÖ.) Das müssten wir in Österreich anstreben, um unseren Problemen hier in Österreich – den sozialen Problemen, den Arbeitsmarktproblemen, den wirtschaftspolitischen Problemen – entgegentreten zu können. Da brauchen wir jeden Cent, und wir brauchen nicht unseren hart verdienten Steuer-Euro noch irgendwo anders hineinzupumpen. Genau darum geht es, und deshalb werden wir hier auch einen Antrag dazu einbringen.
Abg. Dr. Cap: Das waren die Konservativen!
Das versteht einfach keiner mehr! Deshalb ist hier eine andere Politik einzuschlagen und auch in einem anderen Ton zu sprechen, als das Klubobmann Cap zum Ausdruck gebracht hat. Also ich habe nicht viel Verständnis für die politisch Verantwortlichen, die das in Griechenland verursacht haben. Da fehlt mir wirklich jegliches Verständnis! Dann kann man sich auch durchaus erklären, warum so unglaublich große Proteste vonseiten der Bevölkerung in Griechenland stattfinden. (Abg. Dr. Cap: Das waren die Konservativen!) – Na ja, das war schon ein Konglomerat aus vielen Regierungen, die da Verantwortung getragen haben; da waren schon auch die Sozialisten dabei, nicht nur die Konservativen. – Aber gut.
Beifall bei der FPÖ.
Ich hoffe, dass Sie, Herr Außenminister, das eine oder andere der Kritik, die ich Ihnen heute dargelegt habe, mitgenommen haben. Und wir sind schon sehr gespannt darauf, wie der Verfassungsgerichtshof unsere Klage beurteilen wird. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Graf: Jetzt geht auch noch der Cap weg!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Dr. Van der Bellen. – Bitte. (Abg. Dr. Graf: Jetzt geht auch noch der Cap weg!)
Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.
feld abzuklären, worauf sich die Ministerpräsidenten der 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union einigen können – so dünn wie noch nie sind. Jedenfalls nach meiner Erinnerung habe ich so etwas noch nie gesehen, so ein Papierchen, in dem nur Allgemeinplätze stehen. In den wesentlichen Punkten, Herr Kollege Schüssel, ist eben eine Einigung nicht absehbar. (Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen.
Ich bin ja ganz bei Ihnen, dass es wichtig und richtig wäre, dass sich die EU Ziele setzt, die dann in irgendeiner Weise auf nationaler Ebene modifiziert umgesetzt werden sollen, aber gerade dieser Punkt fehlt in den Vorläufigen Schlussfolgerungen zu den sogenannten Kernzielen der Europäischen Union. Im Rahmen der „Agenda 2020“ ist ein leerer Raum vorgesehen. Das heißt auf gut Deutsch, es ist im Vorfeld nicht gelungen, hier eine Einigung zu erzielen, sondern es wird eben versucht, nächtens – wie es leider sehr oft üblich ist – irgendeinen Kompromiss zu erzielen. Ich glaube nicht, dass das im Sinne eines straffen und durchführbaren Programms der Europäischen Union ist. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Schüssel: Dann kennen Sie die Anträge nicht!
Also bis jetzt – aber korrigieren Sie mich, wenn ich das falsch sehe, meine Damen und Herren mit Regierungserfahrung! – war es nicht notwendig, dass ein Mitgliedsland einen Antrag stellt, damit sich der Europäische Rat mit etwas beschäftigt (Abg. Dr. Schüssel: Dann kennen Sie die Anträge nicht!), sondern man beschließt einfach, sich damit zu beschäftigen. Aus! Da bedarf es keines formellen Antrags. Das ist nichts anderes als eine formale Ausrede von Bundeskanzlerin Merkel. Auf diese Art wird man sich nicht durchschwindeln können – ich komme dann noch darauf zurück.
Abg. Mag. Molterer: Währungsfonds!
Der deutsche Finanzminister Schäuble zum Beispiel schlägt in diesem Zusammenhang die Schaffung einer europäischen Währungsunion vor (Abg. Mag. Molterer: Währungsfonds!) – eines Europäischen Währungsfonds –, analog zum Internationalen Währungsfonds. Das ist eine gute Idee, aber für Griechenland bedeutet das natürlich absolut gar nichts. Wenn so ein Fonds überhaupt jemals das Licht der Welt erblickt, dann ist das frühestens in fünf, vielleicht in zehn oder in zwanzig Jahren, aber sicher nicht binnen vierzehn Tagen.
Zwischenruf des Abg. Dr. Cap.
Am Rande sei bemerkt, die Türken haben seinerzeit die gleichen U-Boote bestellt, weil zuvor Griechenland diese bestellt hat. Dann hatten sie die Türken, dann haben die Griechen noch einmal bestellt. Im Übrigen haben die Griechen schon 2 Milliarden € bezahlt, ohne ein einziges U-Boot in Betrieb zu haben, weil sie die letzte Rate nicht bezahlt haben. (Zwischenruf des Abg. Dr. Cap.) Das ist alles in den letzten Jahren passiert. Das zieht sich jetzt mittlerweile schon fünf oder zehn Jahre so. (Abg. Dr. Cap: Die Konservativen!) – Nein, aber jetzt, Herr Kollege Cap, jetzt haben sie zwei neue U-Boote bestellt, zusätzliche U-Boote. Ein U-Boot kostet 500 Millionen €. Nach Adam Riese kosten zwei U-Boote dann 1 Milliarde €. (Abg. Dr. Cap: Vielleicht ist es ein Euro
Abg. Dr. Cap: Die Konservativen!
Am Rande sei bemerkt, die Türken haben seinerzeit die gleichen U-Boote bestellt, weil zuvor Griechenland diese bestellt hat. Dann hatten sie die Türken, dann haben die Griechen noch einmal bestellt. Im Übrigen haben die Griechen schon 2 Milliarden € bezahlt, ohne ein einziges U-Boot in Betrieb zu haben, weil sie die letzte Rate nicht bezahlt haben. (Zwischenruf des Abg. Dr. Cap.) Das ist alles in den letzten Jahren passiert. Das zieht sich jetzt mittlerweile schon fünf oder zehn Jahre so. (Abg. Dr. Cap: Die Konservativen!) – Nein, aber jetzt, Herr Kollege Cap, jetzt haben sie zwei neue U-Boote bestellt, zusätzliche U-Boote. Ein U-Boot kostet 500 Millionen €. Nach Adam Riese kosten zwei U-Boote dann 1 Milliarde €. (Abg. Dr. Cap: Vielleicht ist es ein Euro
Abg. Scheibner: Die ist nicht so imaginär!
Österreich hat nicht einmal 1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes an Militärausgaben. Das ist schon eine Provokation möglicher künftiger Gläubiger innerhalb der Europäischen Union. Dafür bin ich nicht bereit, österreichische Euros an Krediten herzugeben, damit die Griechen zusätzliche sinnlose U-Boote wegen einer imaginären Furcht vor ihrem türkischen Nachbarn kaufen können. (Abg. Scheibner: Die ist nicht so imaginär!) – Das ist das eine.
Abg. Dr. Schüssel: Die „Bild“-Zeitung!
Die Deutschen sind jetzt schuld an der griechischen Misere? – Also bitte! Die Deutschen wie die Griechen haben in dieser Angelegenheit schon weit über das Ziel hinaus geschossen, beide! Die Griechen, die in einer Zeitung das Brandenburger Tor mit den Nazi-Emblemen abgebildet haben, und umgekehrt die Deutschen, die den Griechen geraten haben, sie können ja Inseln oder etwas anderes verkaufen, um sich aus ihrem Schlamassel zu befreien. (Abg. Dr. Schüssel: Die „Bild“-Zeitung!) – Das ist alles unter der Gürtellinie.
Abg. Dr. Cap: Zeus!
Außerdem – und das ist inzwischen Mode geworden –: Wer ist jetzt schuld an der griechischen Krise? Die Kreditversicherungen, die Credit Default Swaps oder vielleicht ein bisschen ein griechisches Eigenverschulden? (Abg. Dr. Cap: Zeus!)
Abg. Scheibner: Haben Sie noch so ein paar Seminarbeispiele? – Heiterkeit des Redners.
Treu und Glauben, das ist Hoffnung und das ist teurer. (Abg. Scheibner: Haben Sie noch so ein paar Seminarbeispiele? – Heiterkeit des Redners.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Schüssel.
Meine Damen und Herren, dass die griechischen Zinsen höher sind als die deutschen, fast um das Doppelte derzeit, und höher, erheblich höher als die österreichischen, ja das ist bedauerlich und das erhöht natürlich die Schwierigkeiten Griechenlands, aus dem Schlamassel wieder herauszukommen, aber das ist die Folge der Krise und nicht die Ursache der Krise. Und solange die Griechen die Ursachen nicht bewältigen, werden sie die hohen Zinsen nicht loswerden können. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Schüssel.)
Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen.
Damit möchte ich schließen: Wenn ein Land sich sozusagen dermaßen ins Schlamassel begibt, dann ist es unvermeidlich, anschließend Souveränitätsrechte aufzugeben, entweder in den Verhandlungen mit dem IMF oder in Verhandlungen mit den anderen Mitgliedern der Europäischen Union. Je mehr der Ruf ruiniert ist, desto härter wird das Austeritätsprogramm sein, ganz im Gegensatz zu diesem Spruch – ist er von Wilhelm Busch, oder von wem ist er? –: Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert. (Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen.) In finanzpolitischen Fragen ist es genau umgekehrt: Ist der Ruf erst ruiniert, dann lebt sich’s ganz, ganz schlecht. Das reimt sich nicht. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Damit möchte ich schließen: Wenn ein Land sich sozusagen dermaßen ins Schlamassel begibt, dann ist es unvermeidlich, anschließend Souveränitätsrechte aufzugeben, entweder in den Verhandlungen mit dem IMF oder in Verhandlungen mit den anderen Mitgliedern der Europäischen Union. Je mehr der Ruf ruiniert ist, desto härter wird das Austeritätsprogramm sein, ganz im Gegensatz zu diesem Spruch – ist er von Wilhelm Busch, oder von wem ist er? –: Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert. (Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen.) In finanzpolitischen Fragen ist es genau umgekehrt: Ist der Ruf erst ruiniert, dann lebt sich’s ganz, ganz schlecht. Das reimt sich nicht. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (BZÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Bundesminister, bevor ich auf Ihre Erklärung eingehe, noch zwei, drei Vorbemerkungen zur Rede des Klubobmanns Strache: Ich meine, es war schon bemerkenswert, dass er über alles Mögliche geredet hat, über Barbara Rosenkranz, über Rechtsextremisten, über den ORF, nur nicht übers Thema selbst – weil er zum Thema nämlich nichts zu sagen hat! In dem Moment, in dem er zum Thema ... (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
in Richtung des Abg. Dr. Hübner
Bitte, Hannes (in Richtung des Abg. Dr. Hübner), sorge dafür, dass du in Zukunft auf die Rednerliste kommst, denn du kennst dich wenigstens aus. Das sei dir zugestanden. Zu sagen – und es ist gut, dass der Fernsehzuseher das live mitbekommen hat –,
Abg. Dr. Hübner: Das hat er auch nicht gesagt!
dass die Lösung der Finanzkrise darin gelegen hätte, über den Lissabon-Vertrag oder über den EU-Verfassungsvertrag eine Volksabstimmung durchzuführen, ist ein ... (Abg. Dr. Hübner: Das hat er auch nicht gesagt!) Genau so hat er es gesagt! Das ist dermaßen weit hergeholt – und das ist noch höflich formuliert. (Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe bei der FPÖ.
dass die Lösung der Finanzkrise darin gelegen hätte, über den Lissabon-Vertrag oder über den EU-Verfassungsvertrag eine Volksabstimmung durchzuführen, ist ein ... (Abg. Dr. Hübner: Das hat er auch nicht gesagt!) Genau so hat er es gesagt! Das ist dermaßen weit hergeholt – und das ist noch höflich formuliert. (Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Im Übrigen rufe ich die Volksabstimmung des Jahres 1994 in Erinnerung. Glaubt wirklich jemand bei euch oder irgendjemand hier im Haus, dass bei der Volksabstimmung, die man hier hätte durchführen müssen, nicht die gleiche Propagandawalze über die Österreicher drübergefahren wäre und nicht das gewünschte Ergebnis herausgekommen wäre, so wie bei der zweiten Volksabstimmung in Irland?! Das ist ein Systemproblem. Das hat auch mit dem nichts zu tun, was er hier als Präsidentschaftswahlrede pflichtübungsgemäß gemacht hat. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Königshofer: Einmal ist es genug!
Zweite Vorbemerkung: Griechenland, sagt Strache, droht der Konkurs, kein österreichisches Steuergeld nach Griechenland! – Bitte, sage ihm einmal – du hast ja heute im Hauptausschuss, das fällt mir gerade ein, wortreich ausgeführt, wie viele Transferleistungs-Milliarden, auch österreichisches Geld, schon von der EU nach Griechenland gegangen sind, nach Sizilien gegangen sind (Abg. Dr. Königshofer: Einmal ist es genug!) –, bitte, sagt ihm das, rechnet ihm das einfach vor, ganz einfach, mit ganz einfachen mathematischen Beträgen, dann hat er es vielleicht auch begriffen und verzapft nicht das nächste Mal so einen Unsinn. Meine Damen und Herren, es geht um etwas ganz anderes, aber das hat Herr Strache nicht begriffen, und trotzdem hat er gesprochen. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Zweite Vorbemerkung: Griechenland, sagt Strache, droht der Konkurs, kein österreichisches Steuergeld nach Griechenland! – Bitte, sage ihm einmal – du hast ja heute im Hauptausschuss, das fällt mir gerade ein, wortreich ausgeführt, wie viele Transferleistungs-Milliarden, auch österreichisches Geld, schon von der EU nach Griechenland gegangen sind, nach Sizilien gegangen sind (Abg. Dr. Königshofer: Einmal ist es genug!) –, bitte, sagt ihm das, rechnet ihm das einfach vor, ganz einfach, mit ganz einfachen mathematischen Beträgen, dann hat er es vielleicht auch begriffen und verzapft nicht das nächste Mal so einen Unsinn. Meine Damen und Herren, es geht um etwas ganz anderes, aber das hat Herr Strache nicht begriffen, und trotzdem hat er gesprochen. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das hat mit der Finanzkrise zunächst einmal gar nichts zu tun, sondern ist erst durch die Finanzkrise verschärft und virulent geworden. Daher ist schon die Überlegung anzustellen, ob die Europäische Union ein bisschen mehr tut, als nur mit dem erhobenen Zeigefinger der Frau Merkel zu drohen, wenn sich Länder effektiv jahrelang mit falschen Eckdaten eine Lüge, eine Stabilitätslüge zurechtgelegt haben. Ich kenne Länder, die untergegangen sind, wie die „Deutsche Demokratische Republik“, die jahrzehntelang geglaubt hat, mit einer Stabilitätslüge leben zu können, bis sie dann nicht einmal mehr hinter der Mauer mit dieser Stabilitätslüge sicher war. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Herr Kollege Schüssel, werden Sie die gleiche Rede wieder halten, wenn es um Spanien geht, wenn es um Portugal geht, wenn es um Italien geht? Die gleiche Rede? Oder werden wir dann endlich über einen Systemwechsel oder über eine andere Europäische Union nachdenken, wie Juncker es schon einmal gemacht hat? – Juncker hat schon einmal Kerneuropa in die Debatte geworfen. Auch Kollege Cap hat Kerneuropa schon einmal in die Debatte geworfen, oder Herr Pöttering hat Kerneuropa schon einmal in die Debatte geworfen. Ich fordere Sie auf, darüber nachzudenken, ob dieses Einheitskonzept der Europäischen Union vor dem Hintergrund erschwindelter Teilnahmen an Politikfeldern überhaupt noch aufrechtzuerhalten ist oder nicht. Wir haben immer gesagt, dass das nicht möglich ist, meine Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
läuft, streifen sie weiter ein, weil der Steuerzahler alles bezahlen muss, diese Denkweise, meine Damen und Herren, wird von der Bevölkerung quer durch alle Mitgliedsländer nicht mehr verstanden werden! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ
Ich möchte nicht haben, dass nur wegen der Griechen in Zukunft nicht mehr Finanzminister Pröll da oben sitzt und für sein Budget uns gegenüber verantwortlich ist, und er dann immer sagen kann: Ich bin leider von der Kommission gezwungen worden! – Das ist ihm das Allerliebste, meine Damen und Herren, aber so wird es nicht gehen. Die Budgetverantwortung trägt schon noch das Land selbst, nämlich der Nationalrat mit der Budgethoheit und die Bundesregierung mit ihrer politischen Verantwortung für den Vollzug, meine Damen und Herren (Beifall beim BZÖ), aber nicht die Europäische Kommission, nur weil die Griechen „Petite“ gemacht haben, und dazu auch andere. Daher, meine Damen und Herren, ein klares Nein zur Aushöhlung der Souveränität der Mitgliedsländer durch die Griechenland-Krise!
Beifall beim BZÖ.
Dafür gibt es auf einem anderen Papier, auf das verwiesen wird, ein paar Maßnahmen, die man vorschlägt. Diese muss ich dem Fernsehzuschauer vortragen: In Zukunft soll die Beschäftigungsquote der 20- bis 64-Jährigen von 69 Prozent auf mindestens 75 Prozent angehoben werden. – Es steht zwar nirgends, wie, aber man hat es festgelegt. So wie beim 29. Parteitag der KPdSU in der Sowjetunion: Da hat der Parteitag das Wirtschaftswachstum beschlossen, meine Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Oder: Verringerung der Zahl der Menschen, die unter den nationalen Armutsgrenzen leben, um 25 Prozent. Na, dann machen wir es doch ganz einfach! Wenn die Europäische Union das beschließt, dann findet es ja auch statt, das kann man mit Beschluss regeln. – Meine Damen und Herren, wissen Sie, genau das ist Bürokraten-Denken! Das hat nichts mehr mit Bodenhaftung zu tun, das ist Abgehobenheit. Das ist in Wirklichkeit Ratlosigkeit, und die Ratlosigkeit kommt in diesen sieben Seiten Banalitätspapier zum Ausdruck, meine Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wenn die Europäische Union sich nicht darauf konzentriert, die großen Probleme zu lösen, nämlich die Finanzhaie zu beaufsichtigen, die internationalen Bankinstitute an die Kandare zu nehmen, damit nicht am Schluss der Steuerzahler die Zeche zahlen muss, den Bankmanagern entsprechende Grenzen zu setzen, auch bei ihren Gehältern, auch bei ihrer Haftung endlich etwas zu tun – wenn sie das nicht zusammenbringt, dann weiß kein Mensch mehr auf diesem Kontinent, wozu wir diese Kommission, diesen Rat und diese Institution überhaupt noch brauchen! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Dr. Ursula Plassnik (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Ich möchte dort anknüpfen, wo Herr Bundesminister Spindelegger aufgehört hat, nämlich bei der Einladung, EU-Gemeinderäte zu etablieren. Ich halte das für eine hervorragende Maßnahme, um die Kommunikation zu verbessern. Ich hoffe auch, dass wir alle gemeinsam diese EU-Gemeinderäte mit dem nötigen Rüstzeug ausstatten werden, damit sie wirklich auf die Themen, die in der Bevölkerung releviert werden, eingehen können. Es geht also um jede Unterstützung, und ich hoffe, dass sich hier wirklich alle Fraktionen entsprechend einbringen werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Also, gemeinsame Sache machen zur Kriminalitäts- und Korruptionsbekämpfung, auch zum besseren Grenzmanagement, keine Frage. Ich bin überzeugt, dass Österreich dabei eine Schrittmacherrolle spielen kann, und dass wir diese Funktion durchaus im Interesse aller wahrnehmen können. Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren, globale Armutsbekämpfung ist Teil einer nachhaltigen europäischen Wohlstandsstrategie, deshalb ist das Eintreten der EU für eine faire und weltweite Partnerschaft mit Drittstaaten zu stärken. Es ist auch wichtig, dass sich Österreich seiner Verantwortung bewusst ist und seinen Beitrag zur Entwicklungspolitik leistet. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
werden, nicht übertragen wird. Das ist meiner Ansicht nach wiederum ein Skandal. (Beifall bei der FPÖ.) Wenn ein öffentlicher Sender, der öffentlich bezahlt wird, der jetzt zwei Wochen ein Antifa-Spektakel gegen Frau Barbara Rosenkranz und teilweise auch gegen die FPÖ inszeniert hat, jetzt überführt wurde, diese Antifa-Vorwände, nämlich Nazi-Ereignisse selbst zu installieren, selbst zu inszenieren und selbst zu bezahlen, dann ist das das Maximum an Skandal und an Verletzung des gesetzlichen Auftrages, das dem ORF vorgeworfen werden kann! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
werden, nicht übertragen wird. Das ist meiner Ansicht nach wiederum ein Skandal. (Beifall bei der FPÖ.) Wenn ein öffentlicher Sender, der öffentlich bezahlt wird, der jetzt zwei Wochen ein Antifa-Spektakel gegen Frau Barbara Rosenkranz und teilweise auch gegen die FPÖ inszeniert hat, jetzt überführt wurde, diese Antifa-Vorwände, nämlich Nazi-Ereignisse selbst zu installieren, selbst zu inszenieren und selbst zu bezahlen, dann ist das das Maximum an Skandal und an Verletzung des gesetzlichen Auftrages, das dem ORF vorgeworfen werden kann! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir haben dort eine bürokratische und korrupte Hydra gezüchtet. Wir haben die Leute dort, die Regierenden und die Politiker veranlasst, ihre eigenen wirtschaftlichen Hausaufgaben nicht zu machen und genau wie afrikanische Entwicklungsländer das Geld auszugeben, das man nicht selbst beigeschafft hat. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Scheibner: Minderwertigkeitskomplex – ein Blödsinn!
Ich komme jetzt kurz zu dem Antrag, den Kollege Stadler eingebracht hat. Der Kollege Stadler hat zwar einen tief sitzenden Strache-Minderwertigkeitskomplex (Abg. Scheibner: Minderwertigkeitskomplex – ein Blödsinn!) und kläfft wie ein pawlowscher Hund, wenn er das Wort „Strache“ hört – ja, das nehme ich gerne, den Ordnungsruf nehme ich gerne –, aber er hat manchmal auch durchaus vernünftige Ideen und Vorschläge. Was er hier zu Kerneuropa hervorgebracht hat, hat einige vernünftige Ansätze.
Beifall bei der FPÖ.
Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Scheibner: Hören Sie auf mit dem Märchen!
Dazu sagt uns die Wissenschaft, dass die globale Erderwärmung maximal 2 Grad betragen darf, besser wäre noch 1,5 Grad. Davon wird das Reduktionsziel abgeleitet, und dieses lautet für die Industriestaaten minus 40 Prozent. (Abg. Scheibner: Hören Sie auf mit dem Märchen!) – Das sind wissenschaftliche Fakten! Da können wir politisch nicht sehr viel diskutieren. Wir sollten darum unser politisches Handeln davon ableiten. (Abg. Scheibner: Es gibt auch Wissenschaftler, die das Gegenteil sagen!)
Abg. Scheibner: Es gibt auch Wissenschaftler, die das Gegenteil sagen!
Dazu sagt uns die Wissenschaft, dass die globale Erderwärmung maximal 2 Grad betragen darf, besser wäre noch 1,5 Grad. Davon wird das Reduktionsziel abgeleitet, und dieses lautet für die Industriestaaten minus 40 Prozent. (Abg. Scheibner: Hören Sie auf mit dem Märchen!) – Das sind wissenschaftliche Fakten! Da können wir politisch nicht sehr viel diskutieren. Wir sollten darum unser politisches Handeln davon ableiten. (Abg. Scheibner: Es gibt auch Wissenschaftler, die das Gegenteil sagen!)
Zwischenruf des Abg. Grillitsch
Was zu tun ist, wissen wir: Wir müssen endlich auf erneuerbare Energie umsteigen. Da braucht es klare Schritte, nicht nur Schlagworte und Inserate. Wir brauchen auch ein ordentliches Ökostromgesetz, wir müssen wegkommen von Gas, Kohle, Öl und Atomenergie (Zwischenruf des Abg. Grillitsch) und auf erneuerbare Energie umsteigen. Wir brauchen die Ökologisierung des Steuersystems als Lenkungseffekt, nicht zum Budgetlöcherstopfen, und wir brauchen endlich Klimaschutz zu Hause.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Was ist ein „unabhängiges Ministerium“?
Ja, die EU muss eine Führungsrolle einnehmen, und es muss das Ziel der österreichischen EU-Politik sein, sich da auch entsprechend einzubringen. Die österreichische Klimapolitik muss das Ziel haben, die EU voranzubringen – aber dazu muss Österreich die Bremserrolle aufgeben und endlich mutige Schritte, hier in Österreich, setzen. Dazu braucht Österreich endlich ein eigenständiges, unabhängiges und engagiertes Umweltministerium. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Was ist ein „unabhängiges Ministerium“?)
Anhaltende Unruhe im Saal. – Ruf bei der SPÖ: Auf Wiedersehen!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Herr Kollege Königshofer, bitte! Ich habe auf die Geschäftsordnung hingewiesen. Das ist eine Wertung, und diese ist daher auch nicht tatsächlich zu widerrufen beziehungsweise zu berichtigen. (Anhaltende Unruhe im Saal. – Ruf bei der SPÖ: Auf Wiedersehen!)
in Richtung Bundesminister Dr. Spindelegger
Genau das ist aber anscheinend noch nicht angedacht worden, denn das haben ja erst Sie (in Richtung Bundesminister Dr. Spindelegger) – dankenswerterweise – in die Diskussion einbringen müssen. Daran merkt man ja schon wieder, dass diese EU noch immer nicht verstanden hat, worum es den Bürgern geht.
Beifall beim BZÖ.
Also das ist auch eine Merkwürdigkeit dieser Europäischen Union, aber da gehen wir davon aus, dass es stärkere Initiativen gibt und dass man nicht immer im Inland überlegt, wie man über Steuererhöhungen das Geld hereintreiben kann, das die Spekulanten verbraucht haben, sondern dass man dafür sorgt, dass diesen Spekulanten auf EU-Ebene endgültig das Handwerk gelegt wird. Das ist die Aufgabe der Europäischen Union und auch von Ihnen, Herr Außenminister, als Vertreter Österreichs. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das ist auch eine Aufgabe einer großen Einheit, einer starken Einheit, einer Europäischen Union, dass man da ganz einfach für gleiche Voraussetzungen sorgt und dort, wo das nicht möglich ist, unter Umständen auch mit dirigistischen Maßnahmen, wie etwa Schutzzöllen, unsere eigene Wirtschaft vor diesen Dumpingorganisationen und Dumpingmärkten schützt. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wie Israel agiert, haben wir gesehen, als, noch während der US-Vermittler dort in Israel Verhandlungen führte, schon begonnen wurde, die nächsten Siedlungen zu bauen. Also da sieht man ja auch, wie ernst man diese Angelegenheit nimmt. Eines muss auch klar sein, wenn ich auch hier wieder höre, was wir dort überhaupt verloren haben: Ich bin stolz darauf, dass wir derzeit 1 000 Soldaten im Einsatz haben, um Frieden zu sichern – etwa am Golan zwischen Syrien und Israel, in Bosnien oder im Kosovo. (Beifall beim BZÖ.)
Ruf bei der FPÖ: ... Tschad!
Diese Friedenssicherung ist eine wichtige Aufgabe des österreichischen Bundesheeres, weil wir auch wissen müssen, dass all diese Krisen und Krisenherde nicht vor den österreichischen Staatsgrenzen haltmachen. (Ruf bei der FPÖ: ... Tschad!) Nicht die Mozartkugeln verteidigen uns, auch nicht irgendwelche Parteiprogramme der Freiheitlichen Partei, wo das vielleicht drinnen steht, sondern es geht darum, eine aktive Außen- und Sicherheitspolitik zu pflegen, wo man Krisen nicht nur managt, sondern bewältigt und den Menschen in den Krisenregionen zeigt, dass es in Demokratie und Frieden auch eine bessere wirtschaftliche Situation gibt – und dadurch gewährleisten wir auch unsere eigene Sicherheit.
Beifall beim BZÖ.
Herr Außenminister, wenn wir schon über den Nahen Osten als wichtiges Gebiet hier in Österreich nachdenken, dann hoffe ich doch, wenn Sie in Zukunft an Botschaftsschließungen denken, dass diese nicht in der arabischen Region erfolgen werden, sondern vielleicht dort, wo es sinnvoll ist, nämlich: In Kleinstländern der Europäischen Union ist es sicherlich notwendig zu hinterfragen – damit wir an der Europäischen Union auch einen Einsparungseffekt haben –, ob wir alle Botschaften dort brauchen, oder auch in Simbabwe – da wäre es vielleicht auch ein politisches Signal, das man gegen diesen Terror dort setzt –, aber nicht in Hoffnungsregionen und in Regionen, wo wir wirkliche Freunde haben. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Die Problempunkte kommen ja erst!
Abgeordneter Mag. Wilhelm Molterer (ÖVP): Herr Bundesminister! Herr Präsident! Angesichts der Diskussion, die wir, glaube ich, vor drei Stunden bei der Einwendungsdebatte geführt haben, denke ich mir, dass wir recht gehabt haben mit dieser Tagesordnung, weil so intensiv, wie über Europa jetzt diskutiert worden ist, in diesem Haus schon lange nicht mehr diskutiert worden ist. Ich danke dem Herrn Bundesminister für diese Erklärung, dass wir jetzt auch die Möglichkeit haben. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Die Problempunkte kommen ja erst!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bin sehr dafür, dass wir diese Strategie „Europa 2020“ nicht nur diskutieren, sondern auch umsetzen, aber dann durchaus auch mit der Offenheit – und ich bin sehr dankbar, dass das mit der Erklärung des Außenministers geschehen ist –, unsere Ziele wirklich zu hinterfragen. Ich meine, ganz trocken gesagt, 40 Prozent Akademikerquote klingt gut, aber wer kümmert sich um die ausreichende Quote von qualifizierten Facharbeitern, meine Damen und Herren? (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Zweitens sollen wir über eine Stärkung der Währungsunion reden, meine Damen und Herren. Die gemeinsame Währung, der Euro, hat sich in der Krise bewährt, und wer hier herausgeht und das Gegenteil behauptet, sagt entweder bewusst die Unwahrheit oder er versteht nichts von der Sache. Ich bitte und empfehle zur Lektüre heute die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, Seite 8, wo Theo Waigel über die Bedeutung des Euros und der Währungsunion schreibt. Es ist lesenswert, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Ruf bei der FPÖ: ... Deutsche Bank!
Auch hier ist heute vom Rednerpult – Herr Kollege Strache, von Ihnen zum Beispiel – die Frage Austritt angesprochen worden. Lesen Sie bitte heute in der „Wiener Zeitung“ die wunderbare Analyse von Eichengreen nach, was passieren würde, wenn aus der Eurozone ausgetreten würde. Er sagt, dass nämlich genau die Eurozone und die Stabilität der Währung damit möglicherweise final geschwächt würden. So etwas ist ein falsches Signal. Ganz im Gegenteil: Auf die Kriterien zu achten ist richtig. (Ruf bei der FPÖ: ... Deutsche Bank!)
Beifall bei der ÖVP.
Das, was da passiert ist, ist enttäuschend – ganz offen gesagt. Wir diskutieren seit eineinhalb Jahren neue Regeln in den Finanzmärkten, und geschehen ist leider viel zu wenig. Solange es möglich ist, dass Herr Brown, britischer Premierminister, Herrn Zapatero, spanischer Ministerpräsident – nämlich ein Sozialdemokrat den anderen – anruft und daraufhin die Regulierung für die Hedge Fonds von der Tagesordnung des Ecofin genommen wird, kann Europa nicht funktionieren. Da müssen wir uns selbst ernster nehmen, dann sind wir in der Lage, auch die Bewährungsprobe zu bestehen – und nur ein starkes Europa wird uns dabei helfen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Neugebauer.
Das wäre eine gute Richtlinie, eine gute Richtschnur. Ich hoffe, dass wir uns weiter dorthin bewegen, wo wir hinkommen sollen, nämlich zu einer demokratischen Gesellschaft, und das heißt mehr Gleichheit für Männer und Frauen in der Europäischen Union. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Neugebauer.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir können nicht weiterhin Unsummen von österreichischem Steuergeld in andere Länder verschieben und dort für einen Staat einsetzen – von Griechenland wissen wir das –, in dem Steuerhinterziehung gang und gäbe ist, in dem Korruption und Vetternwirtschaft die Politik und auch das öffentliche Leben beherrschen. Wir Freiheitlichen sagen dazu deutlich und klar nein. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Im Gegenteil, meine Damen und Herren: Wir brauchen gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise das Geld im eigenen Land. In der Steiermark waren im vergangenen Jahr über 50 000 Menschen arbeitslos. Wir brauchen deshalb eine deutliche Senkung unserer EU-Zahlungen. Der Herr Außenminister und alle, die dafür Verantwortung tragen, sollten sich ein Beispiel an der klaren Haltung der Briten nehmen: Seit 1984 haben sie den sogenannten Britenrabatt. Sie haben ordentlich verhandelt und für ihr eigenes Land ein Maximum herausgeholt. Das, meine Damen und Herren, erwarten wir auch von Ihnen. (Beifall bei der FPÖ.)
Der Redner wendet sich in Richtung des Präsidenten Dr. Graf.
Abgeordneter Christoph Hagen (fortsetzend): Ich werde den Antrag in kurzen Zügen erläutern. Es geht darum, ein Europa der Nettozahler zu schaffen, um Stabilität sicherzustellen. Ziel ist es, einen Grundwertekonsens zu erzielen und Mindeststandards für einzelne Politikbereiche festzuschreiben. Da muss einfach Sicherheit gegeben sein. – Das ist unser Entschließungsantrag in ein paar Worten zusammengefasst. (Der Redner wendet sich in Richtung des Präsidenten Dr. Graf.) Ich hoffe, ihn ausreichend erklärt zu haben. (Präsident Dr. Graf gibt ein zustimmendes Zeichen.) – Danke schön.
Präsident Dr. Graf gibt ein zustimmendes Zeichen.
Abgeordneter Christoph Hagen (fortsetzend): Ich werde den Antrag in kurzen Zügen erläutern. Es geht darum, ein Europa der Nettozahler zu schaffen, um Stabilität sicherzustellen. Ziel ist es, einen Grundwertekonsens zu erzielen und Mindeststandards für einzelne Politikbereiche festzuschreiben. Da muss einfach Sicherheit gegeben sein. – Das ist unser Entschließungsantrag in ein paar Worten zusammengefasst. (Der Redner wendet sich in Richtung des Präsidenten Dr. Graf.) Ich hoffe, ihn ausreichend erklärt zu haben. (Präsident Dr. Graf gibt ein zustimmendes Zeichen.) – Danke schön.
der Redner wendet sich in Richtung Bundesminister Dr. Spindelegger
Meine Damen und Herren, so kann man nicht Politik machen, so kann man nicht in die Zukunft Europas schauen! Ich fordere Sie auf (der Redner wendet sich in Richtung Bundesminister Dr. Spindelegger), bei Ihrem Herrn Bundeskanzler, bei den Mitgliedern Ihrer Regierung – Sie dürfen ja leider nicht mehr hinfahren; das tut mir leid, weil ich glaube, dass Sie in dieser Sache wesentlich kompetenter als der Bundeskanzler sind – Druck zu machen, dass dieser Ausverkauf der europäischen Staaten, besser gesagt der Nettozahler, nicht stattfindet. Ich hoffe, die Zukunft in der Europäischen Union schaut besser aus als das, was der Herr Bundeskanzler im Rucksack hat. – Danke schön. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Meine Damen und Herren, so kann man nicht Politik machen, so kann man nicht in die Zukunft Europas schauen! Ich fordere Sie auf (der Redner wendet sich in Richtung Bundesminister Dr. Spindelegger), bei Ihrem Herrn Bundeskanzler, bei den Mitgliedern Ihrer Regierung – Sie dürfen ja leider nicht mehr hinfahren; das tut mir leid, weil ich glaube, dass Sie in dieser Sache wesentlich kompetenter als der Bundeskanzler sind – Druck zu machen, dass dieser Ausverkauf der europäischen Staaten, besser gesagt der Nettozahler, nicht stattfindet. Ich hoffe, die Zukunft in der Europäischen Union schaut besser aus als das, was der Herr Bundeskanzler im Rucksack hat. – Danke schön. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Insofern danke ich dem Herrn Bundesminister dafür, dass er sich die Zeit nimmt, sich einer Dialog- und Zuhörtour zu stellen. Das ist durchaus anstrengend. Man wird mit kritischen Argumenten konfrontiert. Dass man auch Lösungen finden und vor allem auch Fragen beantworten kann, um die Akzeptanz der Europäischen Union in der Bevölkerung zu stärken, das hat der Herr Bundesminister gezeigt. Dafür gilt ihm unser aller Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich bin mir sicher, wir werden Wege finden, zu schauen, dass wir diese gestaltbare Entwicklungszusammenarbeit nicht kürzen müssen, sondern sie, wenn auch langsam, aber doch, wirklich weiter ausbauen. Es ist für uns alle Verpflichtung und Auftrag. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer – auf die mit Bundesminister Dr. Spindelegger sprechende Abg. Bayr deutend –: Herr Präsident!
Abgeordneter Dr. Peter Fichtenbauer (FPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister für auswärtige Angelegenheiten! Hohes Haus! Ich darf mir höflicherweise erlauben, einige kritische Punkte anzubringen, und darf vielleicht auch einen Teil Ihrer geschätzten Aufmerksamkeit erheischen. (Abg. Mag. Molterer – auf die mit Bundesminister Dr. Spindelegger sprechende Abg. Bayr deutend –: Herr Präsident!) Ich würde im Prinzip zum Ausdruck bringen wollen, dass der wahrnehmbare Inhalt ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Zinggl.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Zinggl.
Abgeordneter Dr. Peter Fichtenbauer (FPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister für auswärtige Angelegenheiten! Hohes Haus! Ich darf mir höflicherweise erlauben, einige kritische Punkte anzubringen, und darf vielleicht auch einen Teil Ihrer geschätzten Aufmerksamkeit erheischen. (Abg. Mag. Molterer – auf die mit Bundesminister Dr. Spindelegger sprechende Abg. Bayr deutend –: Herr Präsident!) Ich würde im Prinzip zum Ausdruck bringen wollen, dass der wahrnehmbare Inhalt ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Zinggl.)
Zwischenruf des Abg. Großruck.
Es gab eine Zeit, als österreichische Außenpolitik weit mehr, als es der Größe unseres Landes entsprochen hat, international wahrnehmbar war. (Zwischenruf des Abg. Großruck.) – Das kann ich natürlich nicht, lieber Freund Großruck, aus der Bürgermeisterebene, die hoch zu loben ist, definieren, sondern das geht nur von der Staatsspitze aus. Und vielleicht lernst du etwas dazu. (Abg. Großruck: Nein, von dir nicht!) – Du willst nicht. In der Schule würdest du jetzt ein „Nichtgenügend“ bekommen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Großruck: Nein, von dir nicht!
Es gab eine Zeit, als österreichische Außenpolitik weit mehr, als es der Größe unseres Landes entsprochen hat, international wahrnehmbar war. (Zwischenruf des Abg. Großruck.) – Das kann ich natürlich nicht, lieber Freund Großruck, aus der Bürgermeisterebene, die hoch zu loben ist, definieren, sondern das geht nur von der Staatsspitze aus. Und vielleicht lernst du etwas dazu. (Abg. Großruck: Nein, von dir nicht!) – Du willst nicht. In der Schule würdest du jetzt ein „Nichtgenügend“ bekommen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Es gab eine Zeit, als österreichische Außenpolitik weit mehr, als es der Größe unseres Landes entsprochen hat, international wahrnehmbar war. (Zwischenruf des Abg. Großruck.) – Das kann ich natürlich nicht, lieber Freund Großruck, aus der Bürgermeisterebene, die hoch zu loben ist, definieren, sondern das geht nur von der Staatsspitze aus. Und vielleicht lernst du etwas dazu. (Abg. Großruck: Nein, von dir nicht!) – Du willst nicht. In der Schule würdest du jetzt ein „Nichtgenügend“ bekommen. (Beifall bei der FPÖ.)
Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP.
Aber es gibt auch Lern-Resistente. Der Bauernbund ist ja überhaupt von einer beachtlichen Dimension der geistigen Schöpfungen. Aber beschäftigen wir uns kurz mit den Dingen, die staatsrelevant sind und nicht bloß Gemeindestubencharakter in sich tragen! (Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Es geht darum, dass man nicht grölen soll, sondern artig zuhören soll. Nicht grölen, sondern artig zuhören!
Beifall bei der FPÖ.
Ich bitte Sie, Herr Minister, zum Wohle Österreichs für eine entsprechende österreichische Markierung zu sorgen, für die Anhebung des österreichischen Profilierungsniveaus auch in Brüssel. Es gäbe bei der Unordnung, die gerade im Lichte der letzten Wochen feststellbar ist, wo die Neustrukturierung hinten und vorne bisher nicht Tritt und Fuß gefasst hat, genügend Raum, um der österreichischen Außenpolitik eine wahrnehmbare positive Dimension zu verschaffen. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Schüssel: Kann ich nachher auch reden?
Da wir aber in zwei Minuten zum Aufruf des Dringlichen Antrages kommen, frage ich Sie, ob Sie diese beiden Minuten sprechen wollen. (Abg. Dr. Schüssel: Kann ich nachher auch reden?) – Das liegt in Ihrem Ermessen. Oder ich unterbreche die Sitzung bis zu dessen Aufruf. (Abg. Dr. Schüssel: Ich rede lieber nachher!)
Abg. Dr. Schüssel: Ich rede lieber nachher!
Da wir aber in zwei Minuten zum Aufruf des Dringlichen Antrages kommen, frage ich Sie, ob Sie diese beiden Minuten sprechen wollen. (Abg. Dr. Schüssel: Kann ich nachher auch reden?) – Das liegt in Ihrem Ermessen. Oder ich unterbreche die Sitzung bis zu dessen Aufruf. (Abg. Dr. Schüssel: Ich rede lieber nachher!)
Beifall bei der FPÖ.
Tatsache ist weiters, dass sich neben dieser Bezahlung etwas abgespielt hat, eine Verhaltensweise an den Tag gelegt wurde, die dokumentiert vorliegt, sodass man einfach nicht zur Tagesordnung übergehen kann. Was sich da in den letzten Tagen abgespielt hat, wirft insgesamt ein bezeichnendes Licht auf alle Journalisten in unserem Land, die in der Regel aber redlich und anständig recherchieren und eine gute Arbeiten leisten. Und ich sage auch ausdrücklich, es gibt viele, viele Journalisten im ORF, die mit dieser Causa nicht nur nicht zufrieden sind, sondern sie zutiefst ablehnen und sich wundern, dass man bei so einem Fall, der klar auf dem Tisch liegt, zu mauern versucht, wie man das eigentlich nur aus der DDR kennt, und bis dato nicht zu personellen Konsequenzen gegriffen hat. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Neubauer: Unfassbar!
Das sei Normalität, hat der Herr ORF-Sprecher Strobl zum Besten gegeben. Und da wird noch mit Unwahrheiten operiert, dass man sagt, na ja, die haben nur einmal 100 € erhalten, um die Persönlichkeitsrechte abzutreten, während bei den Zeugeneinvernahmen von diesen Personen deutlich bestätigt wird, dass sie bis zu 700 € erhalten haben und nicht eine einmalige Zahlung von 100 €. – Da kann man einfach nicht zur Tagesordnung übergehen! (Abg. Neubauer: Unfassbar!)
Ruf bei der FPÖ: Unglaublich!
„Ed trug uns auf, uns möglichst aggressiv und Strache gegenüber beleidigend zu verhalten. Ed sagte uns zu, uns für einen „Sieg Heil!“-Ruf 80 € Prämie zu bezahlen. (Ruf bei der FPÖ: Unglaublich!) Dies zusätzlich zu den 100 €, die wir für jeden Drehtag bezahlt bekommen.“ – Zitatende. (Abg. Grosz: Das ist Anstiftung zum Bruch des Verbotsgesetzes!)
Abg. Grosz: Das ist Anstiftung zum Bruch des Verbotsgesetzes!
„Ed trug uns auf, uns möglichst aggressiv und Strache gegenüber beleidigend zu verhalten. Ed sagte uns zu, uns für einen „Sieg Heil!“-Ruf 80 € Prämie zu bezahlen. (Ruf bei der FPÖ: Unglaublich!) Dies zusätzlich zu den 100 €, die wir für jeden Drehtag bezahlt bekommen.“ – Zitatende. (Abg. Grosz: Das ist Anstiftung zum Bruch des Verbotsgesetzes!)
Beifall bei der FPÖ.
Da muss man doch sofort Konsequenzen ziehen und nicht diese Einmauer-Methode, die der ORF heute lebt, an den Tag legen! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das werdet ihr morgen sehen, wie das wirklich war!
Bei der Veranstaltung ist durch Zeugen beobachtet worden, dass sich Herr Moschitz – von den ORF-Nazi-Statisten, die er mitgebracht hat, liebevoll „Ed“ genannt – intensiv mit diesen Herrschaften unterhalten hat, sie auch immer wieder angewiesen hat und mit dem Vornamen angeredet worden ist. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das werdet ihr morgen sehen, wie das wirklich war!) – Morgen wird es einen Zusammenschnitt aus den zehn Stunden Filmmaterial geben, die werden schön hingeschnitten werden. Genau das ist die Methode. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.
Bei der Veranstaltung ist durch Zeugen beobachtet worden, dass sich Herr Moschitz – von den ORF-Nazi-Statisten, die er mitgebracht hat, liebevoll „Ed“ genannt – intensiv mit diesen Herrschaften unterhalten hat, sie auch immer wieder angewiesen hat und mit dem Vornamen angeredet worden ist. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das werdet ihr morgen sehen, wie das wirklich war!) – Morgen wird es einen Zusammenschnitt aus den zehn Stunden Filmmaterial geben, die werden schön hingeschnitten werden. Genau das ist die Methode. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Abg. Dr. Jarolim: Das stimmt angeblich alles nicht, was Sie da reden!
Für meine Rede hat sich nachweislich weder das Kamerateam interessiert, noch die vom ORF mitgebrachten Nazi-Statisten, denn die sind vom ORF-Mann unter Regieanleitung in ein Fachgeschäft geführt worden, damit sie dort Plakate kaufen, die vom ORF bezahlt wurden, damit sie dort Stifte kaufen, die vom ORF-Mann bezahlt wurden (Abg. Dr. Jarolim: Das stimmt angeblich alles nicht, was Sie da reden!) – ich werde es Ihnen dann aus dem Protokoll vorlesen –, dann unter Anweisung von Herrn Moschitz gewisse Sachen draufgeschrieben haben, unter Anweisung von Herrn Moschitz – einem ORF-Redakteur! – zu den linken Gegendemonstranten geschickt wurden, um diese zu provozieren, und vieles mehr. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Roten verteidigen ...! Unglaublich, jetzt habt ihr die Wahlen in der Steiermark verloren! Macht nur weiter so!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Roten verteidigen ...! Unglaublich, jetzt habt ihr die Wahlen in der Steiermark verloren! Macht nur weiter so!
Für meine Rede hat sich nachweislich weder das Kamerateam interessiert, noch die vom ORF mitgebrachten Nazi-Statisten, denn die sind vom ORF-Mann unter Regieanleitung in ein Fachgeschäft geführt worden, damit sie dort Plakate kaufen, die vom ORF bezahlt wurden, damit sie dort Stifte kaufen, die vom ORF-Mann bezahlt wurden (Abg. Dr. Jarolim: Das stimmt angeblich alles nicht, was Sie da reden!) – ich werde es Ihnen dann aus dem Protokoll vorlesen –, dann unter Anweisung von Herrn Moschitz gewisse Sachen draufgeschrieben haben, unter Anweisung von Herrn Moschitz – einem ORF-Redakteur! – zu den linken Gegendemonstranten geschickt wurden, um diese zu provozieren, und vieles mehr. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Roten verteidigen ...! Unglaublich, jetzt habt ihr die Wahlen in der Steiermark verloren! Macht nur weiter so!)
Ruf bei der SPÖ: Das wäre das erste Mal! –Zwischenruf bei den Grünen.
wünscht haben, und bin dann auch mehrfach von einem Mann immer wieder verbal provoziert worden. Das war Herr Moschitz, wie sich dann herausgestellt hat, der währenddessen immer wieder zu mir hineingerufen hat – sinngemäß –: Ja, Herr Strache, was sagen Sie, dass Ihnen da die größten Rechtsextremisten auf diesem Platz zujubeln? – Ich habe ihm geantwortet: Was soll das? Warum diffamieren Sie die anständigen Bürger, die da stehen? Da sind keine Rechtsradikalen! Was soll dieser Unfug? – Er hat darüber hinaus gesagt ... (Ruf bei der SPÖ: Das wäre das erste Mal! –Zwischenruf bei den Grünen.) – Ja, es gab Linksextremisten, die dort gewalttätig waren. – Das ist auch polizeilich dokumentiert, weil Körperverletzung stattgefunden hat. Das gab es auf diesem Platz, und darauf habe ich den Herrn Moschitz auch hingewiesen, was polizeilich dokumentiert ist. Aber sonst waren dort anständige Bürger. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
wünscht haben, und bin dann auch mehrfach von einem Mann immer wieder verbal provoziert worden. Das war Herr Moschitz, wie sich dann herausgestellt hat, der währenddessen immer wieder zu mir hineingerufen hat – sinngemäß –: Ja, Herr Strache, was sagen Sie, dass Ihnen da die größten Rechtsextremisten auf diesem Platz zujubeln? – Ich habe ihm geantwortet: Was soll das? Warum diffamieren Sie die anständigen Bürger, die da stehen? Da sind keine Rechtsradikalen! Was soll dieser Unfug? – Er hat darüber hinaus gesagt ... (Ruf bei der SPÖ: Das wäre das erste Mal! –Zwischenruf bei den Grünen.) – Ja, es gab Linksextremisten, die dort gewalttätig waren. – Das ist auch polizeilich dokumentiert, weil Körperverletzung stattgefunden hat. Das gab es auf diesem Platz, und darauf habe ich den Herrn Moschitz auch hingewiesen, was polizeilich dokumentiert ist. Aber sonst waren dort anständige Bürger. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Jarolim: Von wo ist das Protokoll?
Faktum ist es, dass diese Herrschaften dann auch im Polizeiprotokoll, nämlich als Zeugen, Folgendes kundgetan haben – ich zitiere aus den Zeugeneinvernahmen der Staatsanwaltschaft, wo ein Zeuge unter anderem folgendes Szenario beschrieben hat (Abg. Dr. Jarolim: Von wo ist das Protokoll?) –:
Ruf bei der FPÖ: Feig ist er auch noch!
„Ed aber sagte sinngemäß: ‚Sag das einfach, das andere bereden wir nachher.‘ Daraufhin sagte ich ‚Sieg Heil‘ in die Kamera.“ Es hat also auch der eine ORF-Nazi-Statist im Einvernahmeprotokoll zugegeben. „Zu diesem Zeitpunkt befand sich Strache ganz in unserer Nähe und war somit mit uns im Bild. Diese Situation hatten wir schon zuvor bei unserem Rundgang in Wiener Neustadt besprochen, und Ed sagte zu uns, dass er sich genau dies von uns wünschte. Strache hatte meinen Ruf offenbar gehört und wandte sich gleich an Ed mit dem Vorwurf, dass dieser ein Neonazi sei und uns Jugendliche zu solchen Handlungen anstifte und dieser Vorfall Konsequenzen haben würde. Ed musste daraufhin den Veranstaltungsraum verlassen. Wir gingen dann mit Ed in ein naheliegendes Lokal und tranken ein Bier. Ed war total aufgeregt und sagte zu uns, dass wir ihn schützen und die Schuld auf uns nehmen sollen. Er bot uns dafür auch einen dementsprechenden Preis, dessen Höhe jedoch erst später konkret besprochen werden sollte.“ (Ruf bei der FPÖ: Feig ist er auch noch!)
Beifall bei der FPÖ
weiterhin als Normalität durchgehen (Beifall bei der FPÖ), denn so beschreibt das ja der Herr Strobl, dass man ein Bild baut, Personen aus der Neonaziszene anheuert, bezahlt, ein Drehbuch macht und sie zur Opposition hinschickt, um ein falsches Bild zu erzeugen. Solche Personen sieht und findet man nämlich bei unseren Veranstaltungen sonst nicht, und daher kann man auch nicht manipulativ tätig werden, wie Herr Moschitz das eben mit dieser Szenerie dargestellt und letztlich gelebt hat.
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von BZÖ und ÖVP.
Faktum ist, dass über zehn Zeugen einvernommen wurden, die deutlich gehört haben, dass eine der Personen auf Aufforderung von Herrn Moschitz „Sieg Heil“ gesagt hat. Natürlich hat die Staatsanwaltschaft jetzt ermittelt, und auch rechtlich wird das alles zu klären sein, aber das ist nicht nur eine rechtliche Frage. Das ist eine Frage, wie Medien in unserem Land agieren. – Und das betrifft nicht nur den öffentlich-rechtlichen Sender. Wenn private Sender so agierten, wäre das genauso verwerflich. So eine Art und Weise der Inszenierung, die offensichtlich dazu dient, die politische Opposition zu diskreditieren, darf nicht stattfinden – und schon gar nicht mit Zwangsgebühren, die vom österreichischen Zwangsgebührenzahler entrichtet werden. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von BZÖ und ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der nächste Fehler!
Das hat in unserer Gesellschaft nichts verloren, und wir werden daher die Bevölkerung informieren. Ich bin entsetzt darüber, dass der ORF diese Debatte heute nicht live übertragen hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der nächste Fehler!) Ich bin auch entsetzt darüber, dass der ORF vor ausgewählten Journalisten ein Band vorgespielt hat, das auch auf „derstandard.at“ veröffentlicht wurde, mittels dessen man im Nachhinein dokumentieren kann, wie plump manipuliert wurde. (Ruf bei der FPÖ: Au weh!)
Ruf bei der FPÖ: Au weh!
Das hat in unserer Gesellschaft nichts verloren, und wir werden daher die Bevölkerung informieren. Ich bin entsetzt darüber, dass der ORF diese Debatte heute nicht live übertragen hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der nächste Fehler!) Ich bin auch entsetzt darüber, dass der ORF vor ausgewählten Journalisten ein Band vorgespielt hat, das auch auf „derstandard.at“ veröffentlicht wurde, mittels dessen man im Nachhinein dokumentieren kann, wie plump manipuliert wurde. (Ruf bei der FPÖ: Au weh!)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn die Exekutive sich dann das Band beim ORF anhören will und es ohne Ton vorgespielt bekommt, frage ich mich: Was hat der ORF zu verbergen gehabt, dass er den Ton nicht vorgespielt hat? – Hier stinkt es gewaltig, und, Herr Generaldirektor Wrabetz, ich mache auch Sie für diese Situation verantwortlich, weil Sie untätig geblieben sind! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Keine leichte Aufgabe! So etwas kann man gar nicht verteidigen!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zur Abgabe einer Stellungnahme hat sich Herr Staatssekretär Dr. Ostermayer zu Wort gemeldet. Die Redezeit soll 20 Minuten nicht überschreiten. – Bitte, Herr Staatssekretär. (Abg. Ing. Westenthaler: Keine leichte Aufgabe! So etwas kann man gar nicht verteidigen!)
Abg. Vilimsky: Geh bitte, das ist doch lächerlich! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Staatssekretär im Bundeskanzleramt Dr. Josef Ostermayer: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrtes Hohes Haus! Herr Klubobmann Strache enttäuscht mich nicht – und zwar deshalb, weil Enttäuschung immer in Relation zur Erwartung steht. Es enttäuscht mich aber, dass die Juristen in seinem Klub ihn nicht darauf hingewiesen haben, dass er einen Dringlichen Antrag stellt, der eigentlich zum Bruch der Verfassung und zur Missachtung des ORF-Gesetzes aufruft. (Abg. Vilimsky: Geh bitte, das ist doch lächerlich! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Grosz: Stimmt, weil das können nur Sie, Herr Ostermayer, weil Sie telefonieren ja jeden Tag mit dem ORF ...!
Sie fordern den Bundeskanzler auf ... (Abg. Grosz: Stimmt, weil das können nur Sie, Herr Ostermayer, weil Sie telefonieren ja jeden Tag mit dem ORF ...!) – Das ist falsch.
Ah-Rufe bei der FPÖ. – Abg. Grosz: Nur, solange Sie nicht jeden Tag zum Telefon greifen und für den Herrn Voves „Report“-Auftritte organisieren!
Sie fordern den Bundeskanzler auf, dass er aufklärt, dass er untersucht, dass er dafür Sorge trägt, dass die ORF-Gebühren in einer gesetzeskonformen Weise verwendet werden. Ich nehme an, dass auch Sie wissen, dass der ORF verfassungsrechtlich unabhängig gestellt wurde. (Ah-Rufe bei der FPÖ. – Abg. Grosz: Nur, solange Sie nicht jeden Tag zum Telefon greifen und für den Herrn Voves „Report“-Auftritte organisieren!) Es gab den hochgeschätzten Journalisten Hugo Portisch, der das erste Volksbegehren in der Zweiten Republik initiiert hat, das mit 830 000 Unterschriften unterstützt wurde, und die Konsequenz dieses sehr erfolgreichen Volksbegehrens war das Bundesverfassungsgesetz, mit dem die verfassungsrechtliche Unabhängigkeit des ORF garantiert wird. (Abg. Kickl: Können Sie vielleicht irgendetwas zu den Vorwürfen sagen?)
Abg. Kickl: Können Sie vielleicht irgendetwas zu den Vorwürfen sagen?
Sie fordern den Bundeskanzler auf, dass er aufklärt, dass er untersucht, dass er dafür Sorge trägt, dass die ORF-Gebühren in einer gesetzeskonformen Weise verwendet werden. Ich nehme an, dass auch Sie wissen, dass der ORF verfassungsrechtlich unabhängig gestellt wurde. (Ah-Rufe bei der FPÖ. – Abg. Grosz: Nur, solange Sie nicht jeden Tag zum Telefon greifen und für den Herrn Voves „Report“-Auftritte organisieren!) Es gab den hochgeschätzten Journalisten Hugo Portisch, der das erste Volksbegehren in der Zweiten Republik initiiert hat, das mit 830 000 Unterschriften unterstützt wurde, und die Konsequenz dieses sehr erfolgreichen Volksbegehrens war das Bundesverfassungsgesetz, mit dem die verfassungsrechtliche Unabhängigkeit des ORF garantiert wird. (Abg. Kickl: Können Sie vielleicht irgendetwas zu den Vorwürfen sagen?)
Abg. Neubauer: Sag, schämen Sie sich nicht?!
Durch das ORF-Gesetz wird genau festgelegt, wie Verantwortungen zugeordnet werden. Es gibt eine klare Zuordnung der Verantwortung für die Geschäftsführung, für den Stiftungsrat, für den Publikumsrat und für den verfassungsrechtlich unabhängigen Bundeskommunikationssenat beziehungsweise in der Folge dann den Verwaltungs- und Verfassungsgerichtshof. (Abg. Neubauer: Sag, schämen Sie sich nicht?!) – Ich schäme mich nicht, nein. Ich sehe überhaupt keinen Anlass, mich zu schämen. (Demonstrativer Beifall und Zwischenrufe bei der FPÖ.) Wenn hier im Hohen Haus die ORF-Gesetz-Novelle beschlossen wird, dann gibt es noch zusätzlich die verfassungsrechtlich unabhängig gestellte Medienbehörde. (Abg. Strache: Auf den Kern eingehen!)
Demonstrativer Beifall und Zwischenrufe bei der FPÖ.
Durch das ORF-Gesetz wird genau festgelegt, wie Verantwortungen zugeordnet werden. Es gibt eine klare Zuordnung der Verantwortung für die Geschäftsführung, für den Stiftungsrat, für den Publikumsrat und für den verfassungsrechtlich unabhängigen Bundeskommunikationssenat beziehungsweise in der Folge dann den Verwaltungs- und Verfassungsgerichtshof. (Abg. Neubauer: Sag, schämen Sie sich nicht?!) – Ich schäme mich nicht, nein. Ich sehe überhaupt keinen Anlass, mich zu schämen. (Demonstrativer Beifall und Zwischenrufe bei der FPÖ.) Wenn hier im Hohen Haus die ORF-Gesetz-Novelle beschlossen wird, dann gibt es noch zusätzlich die verfassungsrechtlich unabhängig gestellte Medienbehörde. (Abg. Strache: Auf den Kern eingehen!)
Abg. Strache: Auf den Kern eingehen!
Durch das ORF-Gesetz wird genau festgelegt, wie Verantwortungen zugeordnet werden. Es gibt eine klare Zuordnung der Verantwortung für die Geschäftsführung, für den Stiftungsrat, für den Publikumsrat und für den verfassungsrechtlich unabhängigen Bundeskommunikationssenat beziehungsweise in der Folge dann den Verwaltungs- und Verfassungsgerichtshof. (Abg. Neubauer: Sag, schämen Sie sich nicht?!) – Ich schäme mich nicht, nein. Ich sehe überhaupt keinen Anlass, mich zu schämen. (Demonstrativer Beifall und Zwischenrufe bei der FPÖ.) Wenn hier im Hohen Haus die ORF-Gesetz-Novelle beschlossen wird, dann gibt es noch zusätzlich die verfassungsrechtlich unabhängig gestellte Medienbehörde. (Abg. Strache: Auf den Kern eingehen!)
Abg. Mag. Haider: Hat Ihnen das der Moschitz aufgesetzt, was Sie da von sich geben? – Ruf bei der FPÖ: So was von manipuliert!
Der Bundeskommunikationssenat – bestehend aus dem Vizepräsidenten des Oberlandesgerichtes Wien, einer Richterin des Oberlandesgerichtes Wien, einem Hofrat des Obersten Gerichtshofs, einem Verfassungsrechtsprofessor der WU und einem Rechtsanwalt (Abg. Mag. Haider: Hat Ihnen das der Moschitz aufgesetzt, was Sie da von sich geben? – Ruf bei der FPÖ: So was von manipuliert!) – hat am 16. Juni 2008 in einer ähnlichen Situation im Zusammenhang mit einer Reportage „Am Schauplatz“ entschieden, und zwar im Sinne der Redaktion. Er hat festgestellt, dass es in diesem Fall keine Verletzung des Objektivitätsgebotes gab und dass kein rechtswidriges Verhalten vorgelegen ist. (Abg. Mag. Haider: Doch der Moschitz!)
Abg. Mag. Haider: Doch der Moschitz!
Der Bundeskommunikationssenat – bestehend aus dem Vizepräsidenten des Oberlandesgerichtes Wien, einer Richterin des Oberlandesgerichtes Wien, einem Hofrat des Obersten Gerichtshofs, einem Verfassungsrechtsprofessor der WU und einem Rechtsanwalt (Abg. Mag. Haider: Hat Ihnen das der Moschitz aufgesetzt, was Sie da von sich geben? – Ruf bei der FPÖ: So was von manipuliert!) – hat am 16. Juni 2008 in einer ähnlichen Situation im Zusammenhang mit einer Reportage „Am Schauplatz“ entschieden, und zwar im Sinne der Redaktion. Er hat festgestellt, dass es in diesem Fall keine Verletzung des Objektivitätsgebotes gab und dass kein rechtswidriges Verhalten vorgelegen ist. (Abg. Mag. Haider: Doch der Moschitz!)
Ironische Heiterkeit bei der FPÖ. – Abg. Strache: Das ist ja unfassbar!
Ich finde es äußerst bedenklich, wenn Medienpolitiker oder auch andere Politiker, ohne dass die zuständigen Kontrollorgane entschieden haben, ein verfassungsrechtlich unabhängiges Unternehmen auffordern, personelle Konsequenzen zu ziehen. (Ironische Heiterkeit bei der FPÖ. – Abg. Strache: Das ist ja unfassbar!)
Abg. Strache: Sie werden doch nicht behaupten, dass wir die Bürger aufrufen, die ORF-Zwangsgebühren zu boykottieren? Das ist ja wirklich lächerlich, was Sie da sagen!
Wenn jemand glaubt, dass strafrechtlich relevante Vorwürfe vorliegen (Abg. Strache: Sie werden doch nicht behaupten, dass wir die Bürger aufrufen, die ORF-Zwangsgebühren zu boykottieren? Das ist ja wirklich lächerlich, was Sie da sagen!), dann ist zu sagen: Es sind die zuständigen Behörden, die Staatsanwaltschaft und die Gerichte zuständig. (Abg. Strache: Sie haben offensichtlich überhaupt kein Problembewusstsein!)
Abg. Strache: Sie haben offensichtlich überhaupt kein Problembewusstsein!
Wenn jemand glaubt, dass strafrechtlich relevante Vorwürfe vorliegen (Abg. Strache: Sie werden doch nicht behaupten, dass wir die Bürger aufrufen, die ORF-Zwangsgebühren zu boykottieren? Das ist ja wirklich lächerlich, was Sie da sagen!), dann ist zu sagen: Es sind die zuständigen Behörden, die Staatsanwaltschaft und die Gerichte zuständig. (Abg. Strache: Sie haben offensichtlich überhaupt kein Problembewusstsein!)
Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Wenn jemand glaubt, dass durch einen Beitrag die Objektivität beeinträchtigt wurde, kann jede Person einen Antrag beim Unabhängigen Bundeskommunikationssenat stellen und dort das prüfen lassen. (Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Aber den Bundeskanzler aufzufordern, dafür zu sorgen, ist – ich betone es noch einmal klar – gegen das Bundesverfassungsgesetz. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Hofer: Das ist ja nicht das Problem!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Hofer: Das ist ja nicht das Problem!
Wenn jemand glaubt, dass durch einen Beitrag die Objektivität beeinträchtigt wurde, kann jede Person einen Antrag beim Unabhängigen Bundeskommunikationssenat stellen und dort das prüfen lassen. (Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Aber den Bundeskanzler aufzufordern, dafür zu sorgen, ist – ich betone es noch einmal klar – gegen das Bundesverfassungsgesetz. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Hofer: Das ist ja nicht das Problem!)
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Hofer
Zur Sache selbst: Es ist nicht meine Aufgabe, und ich glaube, es ist auch nicht unsere Aufgabe, bei einem unabhängigen Unternehmen mit entsprechenden Kontrollorganen (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Hofer) ein Urteil abzugeben, sondern dazu sind eben die Gerichte oder eben derzeit der Bundeskommunikationssenat berufen. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Ing. Hofer.)
Weiterer Zwischenruf des Abg. Ing. Hofer.
Zur Sache selbst: Es ist nicht meine Aufgabe, und ich glaube, es ist auch nicht unsere Aufgabe, bei einem unabhängigen Unternehmen mit entsprechenden Kontrollorganen (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Hofer) ein Urteil abzugeben, sondern dazu sind eben die Gerichte oder eben derzeit der Bundeskommunikationssenat berufen. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Ing. Hofer.)
Abg. Strache: Er hat es geleugnet!
Der ORF hat, nachdem die Vorwürfe aufgetaucht sind, für Transparenz gesorgt. Er hat das betreffende Material ins Internet gestellt. (Abg. Strache: Er hat es geleugnet!) Es kann jedermann auf „orf.kundendienst.at“ dieses Band sehen. (Abg. Strache: Er hat es verändert!) Morgen wird auch, wie Sie es schon erwähnt haben, diese „Am Schauplatz“-Sendung, für die gedreht wurde, ausgestrahlt. Danach gibt es – und ich glaube, auch das ist ein Zeichen von Transparenz und Objektivität (Abg. Strache: Um 23 Uhr!) – eine Diskussionsrunde, zu welcher, glaube ich, zwei Klubobleute eingeladen sind. (Abg. Kopf: Hausjell und Mayer!)
Abg. Strache: Er hat es verändert!
Der ORF hat, nachdem die Vorwürfe aufgetaucht sind, für Transparenz gesorgt. Er hat das betreffende Material ins Internet gestellt. (Abg. Strache: Er hat es geleugnet!) Es kann jedermann auf „orf.kundendienst.at“ dieses Band sehen. (Abg. Strache: Er hat es verändert!) Morgen wird auch, wie Sie es schon erwähnt haben, diese „Am Schauplatz“-Sendung, für die gedreht wurde, ausgestrahlt. Danach gibt es – und ich glaube, auch das ist ein Zeichen von Transparenz und Objektivität (Abg. Strache: Um 23 Uhr!) – eine Diskussionsrunde, zu welcher, glaube ich, zwei Klubobleute eingeladen sind. (Abg. Kopf: Hausjell und Mayer!)
Abg. Strache: Um 23 Uhr!
Der ORF hat, nachdem die Vorwürfe aufgetaucht sind, für Transparenz gesorgt. Er hat das betreffende Material ins Internet gestellt. (Abg. Strache: Er hat es geleugnet!) Es kann jedermann auf „orf.kundendienst.at“ dieses Band sehen. (Abg. Strache: Er hat es verändert!) Morgen wird auch, wie Sie es schon erwähnt haben, diese „Am Schauplatz“-Sendung, für die gedreht wurde, ausgestrahlt. Danach gibt es – und ich glaube, auch das ist ein Zeichen von Transparenz und Objektivität (Abg. Strache: Um 23 Uhr!) – eine Diskussionsrunde, zu welcher, glaube ich, zwei Klubobleute eingeladen sind. (Abg. Kopf: Hausjell und Mayer!)
Abg. Kopf: Hausjell und Mayer!
Der ORF hat, nachdem die Vorwürfe aufgetaucht sind, für Transparenz gesorgt. Er hat das betreffende Material ins Internet gestellt. (Abg. Strache: Er hat es geleugnet!) Es kann jedermann auf „orf.kundendienst.at“ dieses Band sehen. (Abg. Strache: Er hat es verändert!) Morgen wird auch, wie Sie es schon erwähnt haben, diese „Am Schauplatz“-Sendung, für die gedreht wurde, ausgestrahlt. Danach gibt es – und ich glaube, auch das ist ein Zeichen von Transparenz und Objektivität (Abg. Strache: Um 23 Uhr!) – eine Diskussionsrunde, zu welcher, glaube ich, zwei Klubobleute eingeladen sind. (Abg. Kopf: Hausjell und Mayer!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Sie finden das medienpolitisch korrekt? Das ist unfassbar!
Auch der Redakteursrat hat in seiner Aussendung aus seiner Sicht den Sachverhalt klargestellt. Ich sage noch einmal: Wer Zweifel hat, möge die rechtlich korrekten Wege beschreiten, aber nicht mit Pauschalverdächtigungen und Unterstellungen die Arbeit und das Ansehen des unabhängigen ORF und der Journalistinnen und Journalisten, die dort arbeiten, verunglimpfen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Sie finden das medienpolitisch korrekt? Das ist unfassbar!)
Abg. Mag. Haider: Die sind nicht unabhängig!
Ich sage abschließend noch etwas: Der ORF, die unabhängigen Medien und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort (Abg. Mag. Haider: Die sind nicht unabhängig!) sind ein ganz wertvoller Bestandteil der Demokratie. Und wer das beschädigen will, dem möchte ich sagen: Ich halte das für schwer verwerflich! – Danke schön! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Das ist wirklich unfassbar! Das ist die Bestätigung dafür, dass es offensichtlich einen Rotfunk gibt, den Sie noch verteidigen! Solche Methoden finden Sie korrekt! Das zeigt Ihr Demokratieverständnis auf! Wenn das für Sie korrekt ist, was sind Sie dann für ein Demokrat? Schämen Sie sich! Das ist der Untergang, wenn Sie so etwas rechtfertigen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Das ist wirklich unfassbar! Das ist die Bestätigung dafür, dass es offensichtlich einen Rotfunk gibt, den Sie noch verteidigen! Solche Methoden finden Sie korrekt! Das zeigt Ihr Demokratieverständnis auf! Wenn das für Sie korrekt ist, was sind Sie dann für ein Demokrat? Schämen Sie sich! Das ist der Untergang, wenn Sie so etwas rechtfertigen!
Ich sage abschließend noch etwas: Der ORF, die unabhängigen Medien und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort (Abg. Mag. Haider: Die sind nicht unabhängig!) sind ein ganz wertvoller Bestandteil der Demokratie. Und wer das beschädigen will, dem möchte ich sagen: Ich halte das für schwer verwerflich! – Danke schön! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Das ist wirklich unfassbar! Das ist die Bestätigung dafür, dass es offensichtlich einen Rotfunk gibt, den Sie noch verteidigen! Solche Methoden finden Sie korrekt! Das zeigt Ihr Demokratieverständnis auf! Wenn das für Sie korrekt ist, was sind Sie dann für ein Demokrat? Schämen Sie sich! Das ist der Untergang, wenn Sie so etwas rechtfertigen!)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich weiß, Sie haben es gelernt, dass Sie angerufen haben beim Herrn Vavrousek im Presse- und Informationsdienst, nach dem Motto „Sie wünschen, wir spielen“ Ihre Politik gemacht haben, und zwar nach einer Wiener Verfassung, die weisungsgebunden ist, die autoritär ist, die wenig Spielraum gibt, und genau mit dieser Verfassung sind Sie in die Bundespolitik gekommen. Und ich behaupte nach dem Peter-Prinzip: Sie und Ihr Bundeskanzler Faymann sind an Ihre Grenzen gestoßen! Und es wäre gut, wenn Sie wieder zurück nach Wien gehen würden. Nur: Das funktioniert auch nicht, weil wir bei der Wiener Gemeinderatswahl mit unserem Bürgermeisterkandidaten Strache dafür Sorge tragen werden, dass auch in der Bundeshauptstadt Wien entsprechend demokratische Verhältnisse Einzug halten. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenruf bei den Grünen.
Was aber sehr enttäuschend ist, ist die Haltung dazu vonseiten der Grünen. Ich frage mich: Was alles muss noch passieren, damit bei Ihnen die letzten Reste an politischem und moralischem Gewissen aus dem Koma erweckt werden? (Zwischenruf bei den Grünen.) Sie haben kein Problem damit, mit Krawallhorden Randale zu begehen, sich inmitten von Demonstranten, die Polizeiautos anzünden, gemeinsam zu betätigen. Aber dann, wenn es eine derart erdrückende Faktenlage gibt, wie es hier der Fall ist, verlieren Sie den letzten Rest an Glaubwürdigkeit.
Beifall bei der FPÖ.
Was für ein Stein fällt Ihnen denn aus der Krone, wenn Sie hier hergehen und sagen: Ja, das war unanständig!? – Dadurch, dass Sie Herrn Moschitz und diese Geschichte decken, machen Sie sich mehr als unglaubwürdig. (Beifall bei der FPÖ.)
lebhafter Beifall bei der FPÖ
Es ist auch Zeit, hier Danke zu sagen, nämlich auch in Richtung der ÖVP-Fraktion, die hier mit sehr viel Anstand die ganze Sache angeht, aber ebenfalls in Richtung des BZÖ, sodass sich hier eine Koalition des Anstands formiert hat, diese Schweinereien, die der Österreichische Rundfunk begangen hat, aufzudecken (lebhafter Beifall bei der FPÖ) und nicht nur in einem Sonderpublikumsrat, sondern auch in einem Sonderstiftungsrat dieser Sache nachzugehen. Und das wird ein Nachspiel haben!
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Was alles muss noch passieren, wenn aus dem Büro der Frau Nationalratspräsidentin Aufträge erteilt werden an das ORF-Magazin „Report“, um der FPÖ zu schaden?! (Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Ich sage: Es ist höchst an der Zeit, mit dem eisernen Besen durch den ORF am Küniglberg zu gehen und für Anstand zu sorgen, denn so kann es dort nicht weitergehen! (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Silhavy.) Beruhigen Sie sich und kommen Sie doch heraus und reden Sie zu der ganzen Geschichte!
Abg. Strache: Und eine kriminelle!
Diese Angelegenheit ist wahrscheinlich der größte Medienskandal, den diese Republik gesehen hat. Er hat eine demokratiepolitische Skandalfacette, hat eine rechtsstaatliche Skandalfacette (Abg. Strache: Und eine kriminelle!) und eine kriminelle Facette.
Beifall bei der FPÖ.
Es ist meiner Auffassung nach noch immer Zeit, hier Einsicht zu üben, es ist noch immer Zeit, dass jene, die jetzt noch kriminellen Machenschaften die Mauer machen, hier am Rednerpult des Hohen Hauses, Herr Klubobmann Cap, bekunden, dass sie nicht nur ehrlich an Aufklärung interessiert sind, nicht nur ehrlich daran interessiert sind, einen objektiven ORF für die Zukunft zu installieren, sondern auch daran, all jene anständigen ORF-Journalisten zu schützen, die jetzt ins Fahrwasser dieser Diskussion kommen, und nicht diese Machenschaften decken, wie es der Staatssekretär Ostermayer gemacht hat angesichts einer erdrückenden Verfassungslage, und es nicht vorziehen, sich hinter irgendwelchen Expertisen des neu eingefärbten roten Verfassungsdienstes zu verstecken. – Danke sehr. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt ja keine Ordnungsrufe mehr! Es sind alle Ordnungsrufe abgeschafft seit heute!
einmal fallen, würde ich einen Ordnungsruf dafür erteilen. (Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt ja keine Ordnungsrufe mehr! Es sind alle Ordnungsrufe abgeschafft seit heute!)
Abg. Ing. Westenthaler: Zum Beispiel einen neuen Generaldirektor wählen!
Punkt zwei: Wir alle kennen die Verfassungslage. Die Verfassungslage ist so, dass der ORF verpflichtet ist, dem Objektivitätsgebot, der Unabhängigkeit zu entsprechen. Es gibt dafür die Möglichkeit, Beschwerden einzubringen, etwa beim Bundeskommunikationssenat, beim Publikumsrat, und es gibt diverse Initiativen im Stiftungsrat. Das soll man nützen. Und ich bin auch dafür, dass man das tut. (Abg. Ing. Westenthaler: Zum Beispiel einen neuen Generaldirektor wählen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Bist mir noch heute neidig!
Nicht immer wurde das erfüllt. Das gebe ich auch offen zu. Es ist bis jetzt nur einem Einzigen gelungen, eine Intervention in Bild und Ton im ORF durchzusetzen, und das war Abgeordneter Peter Westenthaler. Er hat einmal angerufen, und es ist ihm gelungen, in der laufenden Sendung in Bild und Ton vorzukommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Bist mir noch heute neidig!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Bist mir noch heute neidig! – Abg. Grosz: Vor Neid erblasst!
Daher würde ich für die heutige Debatte die Zwischenrufe feierlich einstellen, denn Sie sind das beste Beispiel dafür, was Intervention ist. Und das ist beweisbar, denn man hat Ihre Stimme gehört und Ihr Bild gesehen. – Das zu dem. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Bist mir noch heute neidig! – Abg. Grosz: Vor Neid erblasst!)
Abg. Strache: Es geht nicht nur um rechtliche Fragen!
Dazu möchte ich sagen: Wenn, dann die Justiz. Es gibt dazu ein laufendes Verfahren. Sie selbst, Herr Klubobmann Strache, haben Anzeige erstattet. Das wird jetzt behandelt. Sie haben hier auch aus Zeugeneinvernahmen zitiert. (Abg. Strache: Es geht nicht nur um rechtliche Fragen!) Da haben Sie recht: Es ist nicht nur eine rechtliche, sondern auch eine politische Frage. Ich möchte aber trotzdem auch die rechtliche Frage behandeln. Daher wäre es korrekter gewesen, wenn in diesem Dringlichen Antrag drinnen stünde: die Justiz.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Strache.
che sehr hart auszutragen haben, aber dass es Fairness geben muss. Ich selbst bekenne mich dazu, dass ich gegen jede Art von Manipulation und gegen jede Art von Auseinandersetzung bin, die unsere politische Kultur zerstört. Dafür bin ich nicht! Das möchte ich einmal in aller Deutlichkeit sagen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Strache.)
Abg. Strache: Und die Inszenierungsmethode?
Ich bin dann der Erste, der da dagegen auftritt. Aber auch in den Medien ist Fairness geboten. Wir werden, soviel ich weiß, wieder einen Presserat haben. Dieser wird eine Möglichkeit darstellen, dass man sich diesbezüglich wieder äußern kann, denn diese Fairness ist entscheidend. Daher bin ich da sehr penibel und meine, dass diese Untersuchungen hier hart und präzise zu führen sind. Wenn nachgewiesen wird, dass es da Manipulationen gegeben hat, muss es Konsequenzen geben. Das Band wurde der Polizei übergeben. Ich habe mich erkundigt, die wird jetzt einmal überprüfen, ob es da Manipulationen gegeben hat. Ich bin neugierig, was morgen in der Veröffentlichung stehen wird. Es ist auch online gestellt. Aber wenn sich auch nur ein Funke einer Manipulation herausstellt, dann sind daraus die Konsequenzen zu ziehen, das ist ja überhaupt keine Frage, und zwar egal, in welchem Medium, nicht nur in elektronischen Medien, sondern in jedem Medium. (Abg. Strache: Und die Inszenierungsmethode?)
Abg. Strache: Die mediale Inszenierung, das ist das, was Sie okay finden!
Ich bin dafür, dass wir nicht mit Unterstellungen diskutieren. Deswegen haben Sie ja Anzeige erstattet! Sie haben Anzeige erstattet (Abg. Strache: Die mediale Inszenierung, das ist das, was Sie okay finden!) Nein, ich habe noch gar nicht gesagt, was ich okay finde. Ich finde okay, wenn man sich an die Gesetze hält, und ich finde okay, wenn man sich an die (Abg. Strache: Ist das objektiv?) Ich bin dafür, dass man die journalistische Freiheit hat. Und ich werde mir das morgen sehr genau anschauen, auch die Diskussion nachher. (Abg. Strache: Als objektiv kann man das nicht bezeichnen!) Nein! Aber, Herr Klubobmann Strache, wenn Sie eine Anzeige erstatten und einen Prozess im Rahmen der Justiz in Gang setzen, dann ist es auch ein Gebot der Fairness, dass man dann abwartet, was das Ergebnis ist. (Abg. Strache: Es geht um eine medienpolitische Inszenierung! Ein öffentlich-rechtlicher Sender inszeniert Nazis zu einer Opposition!) Nein! Wenn das so ist ... (Abg. Strache: Das ist nicht in Ordnung!) Hören Sie mir jetzt genau zu!
Abg. Strache: Ist das objektiv?
Ich bin dafür, dass wir nicht mit Unterstellungen diskutieren. Deswegen haben Sie ja Anzeige erstattet! Sie haben Anzeige erstattet (Abg. Strache: Die mediale Inszenierung, das ist das, was Sie okay finden!) Nein, ich habe noch gar nicht gesagt, was ich okay finde. Ich finde okay, wenn man sich an die Gesetze hält, und ich finde okay, wenn man sich an die (Abg. Strache: Ist das objektiv?) Ich bin dafür, dass man die journalistische Freiheit hat. Und ich werde mir das morgen sehr genau anschauen, auch die Diskussion nachher. (Abg. Strache: Als objektiv kann man das nicht bezeichnen!) Nein! Aber, Herr Klubobmann Strache, wenn Sie eine Anzeige erstatten und einen Prozess im Rahmen der Justiz in Gang setzen, dann ist es auch ein Gebot der Fairness, dass man dann abwartet, was das Ergebnis ist. (Abg. Strache: Es geht um eine medienpolitische Inszenierung! Ein öffentlich-rechtlicher Sender inszeniert Nazis zu einer Opposition!) Nein! Wenn das so ist ... (Abg. Strache: Das ist nicht in Ordnung!) Hören Sie mir jetzt genau zu!
Abg. Strache: Als objektiv kann man das nicht bezeichnen!
Ich bin dafür, dass wir nicht mit Unterstellungen diskutieren. Deswegen haben Sie ja Anzeige erstattet! Sie haben Anzeige erstattet (Abg. Strache: Die mediale Inszenierung, das ist das, was Sie okay finden!) Nein, ich habe noch gar nicht gesagt, was ich okay finde. Ich finde okay, wenn man sich an die Gesetze hält, und ich finde okay, wenn man sich an die (Abg. Strache: Ist das objektiv?) Ich bin dafür, dass man die journalistische Freiheit hat. Und ich werde mir das morgen sehr genau anschauen, auch die Diskussion nachher. (Abg. Strache: Als objektiv kann man das nicht bezeichnen!) Nein! Aber, Herr Klubobmann Strache, wenn Sie eine Anzeige erstatten und einen Prozess im Rahmen der Justiz in Gang setzen, dann ist es auch ein Gebot der Fairness, dass man dann abwartet, was das Ergebnis ist. (Abg. Strache: Es geht um eine medienpolitische Inszenierung! Ein öffentlich-rechtlicher Sender inszeniert Nazis zu einer Opposition!) Nein! Wenn das so ist ... (Abg. Strache: Das ist nicht in Ordnung!) Hören Sie mir jetzt genau zu!
Abg. Strache: Es geht um eine medienpolitische Inszenierung! Ein öffentlich-rechtlicher Sender inszeniert Nazis zu einer Opposition!
Ich bin dafür, dass wir nicht mit Unterstellungen diskutieren. Deswegen haben Sie ja Anzeige erstattet! Sie haben Anzeige erstattet (Abg. Strache: Die mediale Inszenierung, das ist das, was Sie okay finden!) Nein, ich habe noch gar nicht gesagt, was ich okay finde. Ich finde okay, wenn man sich an die Gesetze hält, und ich finde okay, wenn man sich an die (Abg. Strache: Ist das objektiv?) Ich bin dafür, dass man die journalistische Freiheit hat. Und ich werde mir das morgen sehr genau anschauen, auch die Diskussion nachher. (Abg. Strache: Als objektiv kann man das nicht bezeichnen!) Nein! Aber, Herr Klubobmann Strache, wenn Sie eine Anzeige erstatten und einen Prozess im Rahmen der Justiz in Gang setzen, dann ist es auch ein Gebot der Fairness, dass man dann abwartet, was das Ergebnis ist. (Abg. Strache: Es geht um eine medienpolitische Inszenierung! Ein öffentlich-rechtlicher Sender inszeniert Nazis zu einer Opposition!) Nein! Wenn das so ist ... (Abg. Strache: Das ist nicht in Ordnung!) Hören Sie mir jetzt genau zu!
Abg. Strache: Das ist nicht in Ordnung!
Ich bin dafür, dass wir nicht mit Unterstellungen diskutieren. Deswegen haben Sie ja Anzeige erstattet! Sie haben Anzeige erstattet (Abg. Strache: Die mediale Inszenierung, das ist das, was Sie okay finden!) Nein, ich habe noch gar nicht gesagt, was ich okay finde. Ich finde okay, wenn man sich an die Gesetze hält, und ich finde okay, wenn man sich an die (Abg. Strache: Ist das objektiv?) Ich bin dafür, dass man die journalistische Freiheit hat. Und ich werde mir das morgen sehr genau anschauen, auch die Diskussion nachher. (Abg. Strache: Als objektiv kann man das nicht bezeichnen!) Nein! Aber, Herr Klubobmann Strache, wenn Sie eine Anzeige erstatten und einen Prozess im Rahmen der Justiz in Gang setzen, dann ist es auch ein Gebot der Fairness, dass man dann abwartet, was das Ergebnis ist. (Abg. Strache: Es geht um eine medienpolitische Inszenierung! Ein öffentlich-rechtlicher Sender inszeniert Nazis zu einer Opposition!) Nein! Wenn das so ist ... (Abg. Strache: Das ist nicht in Ordnung!) Hören Sie mir jetzt genau zu!
Abg. Ing. Westenthaler: Auch der Justiz!
Das Gebot auch und insbesondere eines öffentlich-rechtlichen Senders ist es, dass er Unabhängigkeit und Objektivität wahrt. (Abg. Ing. Westenthaler: Auch der Justiz!) Auch der Justiz. Herr Kollege Westenthaler, da gebe ich Ihnen recht: auch der Justiz. Das ist völlig klar. Und hier ist der Ort, wo dann darüber zu diskutieren ist, wenn es nicht so ist.
Abg. Strache: Das hat sie sehr deutlich klargestellt!
Aber eines sage ich schon noch, ob Ihnen das jetzt gefällt oder nicht: Ich habe mir sehr genau die Interviews mit der Frau Rosenkranz angehört. Hier herinnen im Haus war sie eine konstruktive Gesprächspartnerin, das will ich gar nicht leugnen. Wie gesagt, ich habe mir sehr genau angehört, was sie in der „ZiB2“ und im „Morgenjournal“ gesagt hat. Und ich sage Ihnen: Das, was sie zum Verbotsgesetz gesagt hat, nämlich den § 3h zu beseitigen, sodass man sozusagen nicht mehr unter Strafe gestellt wird, weil man unter sogenannter Wahrung der Meinungsfreiheit dann auch behaupten kann, es habe keine Konzentrationslager gegeben und so weiter, lässt Interpretationsspielräume offen, die Sie zu verantworten haben. (Abg. Strache: Das hat sie sehr deutlich klargestellt!) Nein, sie hat da gar nichts deutlich gesagt. Sie hat gesagt, sie ist gegen die Beseitigung des Verbotsgesetzes, aber sie hat gemeint § 3h, was die Äußerung dazu betrifft. (Abg. Strache: Sie unterstellen und interpretieren! Sie hat das sehr deutlich klargestellt!) Nein! Da ist natürlich ein Interpretationsspielraum dagewesen, dass sie dafür ist, dass man straffrei behaupten kann, es habe keine Konzentrationslager gegeben, es habe das alles nicht gegeben. (Abg. Strache: Das hat sie deutlich klargestellt, das müssen Sie ehrlicherweise sagen!)
Abg. Strache: Sie unterstellen und interpretieren! Sie hat das sehr deutlich klargestellt!
Aber eines sage ich schon noch, ob Ihnen das jetzt gefällt oder nicht: Ich habe mir sehr genau die Interviews mit der Frau Rosenkranz angehört. Hier herinnen im Haus war sie eine konstruktive Gesprächspartnerin, das will ich gar nicht leugnen. Wie gesagt, ich habe mir sehr genau angehört, was sie in der „ZiB2“ und im „Morgenjournal“ gesagt hat. Und ich sage Ihnen: Das, was sie zum Verbotsgesetz gesagt hat, nämlich den § 3h zu beseitigen, sodass man sozusagen nicht mehr unter Strafe gestellt wird, weil man unter sogenannter Wahrung der Meinungsfreiheit dann auch behaupten kann, es habe keine Konzentrationslager gegeben und so weiter, lässt Interpretationsspielräume offen, die Sie zu verantworten haben. (Abg. Strache: Das hat sie sehr deutlich klargestellt!) Nein, sie hat da gar nichts deutlich gesagt. Sie hat gesagt, sie ist gegen die Beseitigung des Verbotsgesetzes, aber sie hat gemeint § 3h, was die Äußerung dazu betrifft. (Abg. Strache: Sie unterstellen und interpretieren! Sie hat das sehr deutlich klargestellt!) Nein! Da ist natürlich ein Interpretationsspielraum dagewesen, dass sie dafür ist, dass man straffrei behaupten kann, es habe keine Konzentrationslager gegeben, es habe das alles nicht gegeben. (Abg. Strache: Das hat sie deutlich klargestellt, das müssen Sie ehrlicherweise sagen!)
Abg. Strache: Das hat sie deutlich klargestellt, das müssen Sie ehrlicherweise sagen!
Aber eines sage ich schon noch, ob Ihnen das jetzt gefällt oder nicht: Ich habe mir sehr genau die Interviews mit der Frau Rosenkranz angehört. Hier herinnen im Haus war sie eine konstruktive Gesprächspartnerin, das will ich gar nicht leugnen. Wie gesagt, ich habe mir sehr genau angehört, was sie in der „ZiB2“ und im „Morgenjournal“ gesagt hat. Und ich sage Ihnen: Das, was sie zum Verbotsgesetz gesagt hat, nämlich den § 3h zu beseitigen, sodass man sozusagen nicht mehr unter Strafe gestellt wird, weil man unter sogenannter Wahrung der Meinungsfreiheit dann auch behaupten kann, es habe keine Konzentrationslager gegeben und so weiter, lässt Interpretationsspielräume offen, die Sie zu verantworten haben. (Abg. Strache: Das hat sie sehr deutlich klargestellt!) Nein, sie hat da gar nichts deutlich gesagt. Sie hat gesagt, sie ist gegen die Beseitigung des Verbotsgesetzes, aber sie hat gemeint § 3h, was die Äußerung dazu betrifft. (Abg. Strache: Sie unterstellen und interpretieren! Sie hat das sehr deutlich klargestellt!) Nein! Da ist natürlich ein Interpretationsspielraum dagewesen, dass sie dafür ist, dass man straffrei behaupten kann, es habe keine Konzentrationslager gegeben, es habe das alles nicht gegeben. (Abg. Strache: Das hat sie deutlich klargestellt, das müssen Sie ehrlicherweise sagen!)
Beifall bei der SPÖ.
Ansonsten: Wir treffen uns hier noch einmal. Hier gibt es eine harte Auseinandersetzung – aber Fairness. Dafür sind wir, glaube ich, wirklich alle beziehungsweise müssen uns wirklich darauf einstellen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP, FPÖ und BZÖ.
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Herr Staatssekretär, ich weiß nicht, wie es den anderen Kolleginnen und Kollegen hier herinnen geht, aber mich macht Ihre Stellungnahme einigermaßen betroffen. (Beifall bei ÖVP, FPÖ und BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber das hältst du aus!
Nicht nur deshalb, aber auch deshalb, weil Sie, Herr Staatssekretär, hier eine Äußerung des Redakteursrates wertfrei zur Untermauerung Ihrer eigenen Argumentation heranziehen. Abgesehen davon, dass diese Aussendung des Redakteursrates vor Untergriffigkeiten gegen meine Person strotzt und der Redakteursrat mir den Unterschied zwischen Reportage und Bericht erklären möchte (Abg. Ing. Westenthaler: Aber das hältst du aus!) – den kenne ich selbst –, eines ist bei beiden, einem Bericht und einer
Beifall bei ÖVP und FPÖ sowie des Abg. Tadler.
Reportage, gleich: Beide haben Realitäten darzustellen und nicht Realitäten herzustellen. Das ist ein großer Unterschied, für den Fall, dass Sie das noch nicht verstanden haben. (Beifall bei ÖVP und FPÖ sowie des Abg. Tadler.)
Abg. Strache: Das ist richtig! Genau!
Es liegt mir fern, den ORF hier irgendwie pauschal zu verurteilen. Ich teile das, was vorhin gesagt wurde: Es wird dort an vielen Stellen sehr gute Arbeit geleistet, und es sollen nicht alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ORF unter dem, was da möglicherweise passiert ist, leiden müssen. (Abg. Strache: Das ist richtig! Genau!) Aber wenn es tatsächlich stimmt, dass ein ORF-Redakteur rechtsextreme Skinheads gegen Bezahlung und Verköstigung für eine Reportage angeheuert hat (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unglaublich, so etwas!), wenn es tatsächlich stimmt, dass dieser ORF-Redakteur diese Skinheads mit einem ORF-Fahrzeug zu einer Parteiveranstaltung hat bringen lassen, um sie dort auftreten zu lassen und somit dort ein dem Redakteur genehmes Bild herzustellen – einer dieser Skinheads sagte in der „Kronen Zeitung“, Zitat: „Ohne ORF wären wir nie zu Strache gefahren.“ –, und wenn es wirklich stimmt – wenn es stimmt! –, dass dieser Redakteur diesen Skinheads auch noch die Anschaffung von einschlägigen Utensilien für diesen Auftritt finanziert hat, ja dann, meine Damen und Herren, ist das ein grober Verstoß gegen das ORF-Gesetz, dann ist das ein grober Verstoß gegen die internen Programmrichtlinien des ORF, und dann ist das ein handfester Medienskandal und ein Anschlag auf unsere Demokratie. (Beifall bei ÖVP, FPÖ und BZÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ und des Abg. Tadler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unglaublich, so etwas!
Es liegt mir fern, den ORF hier irgendwie pauschal zu verurteilen. Ich teile das, was vorhin gesagt wurde: Es wird dort an vielen Stellen sehr gute Arbeit geleistet, und es sollen nicht alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ORF unter dem, was da möglicherweise passiert ist, leiden müssen. (Abg. Strache: Das ist richtig! Genau!) Aber wenn es tatsächlich stimmt, dass ein ORF-Redakteur rechtsextreme Skinheads gegen Bezahlung und Verköstigung für eine Reportage angeheuert hat (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unglaublich, so etwas!), wenn es tatsächlich stimmt, dass dieser ORF-Redakteur diese Skinheads mit einem ORF-Fahrzeug zu einer Parteiveranstaltung hat bringen lassen, um sie dort auftreten zu lassen und somit dort ein dem Redakteur genehmes Bild herzustellen – einer dieser Skinheads sagte in der „Kronen Zeitung“, Zitat: „Ohne ORF wären wir nie zu Strache gefahren.“ –, und wenn es wirklich stimmt – wenn es stimmt! –, dass dieser Redakteur diesen Skinheads auch noch die Anschaffung von einschlägigen Utensilien für diesen Auftritt finanziert hat, ja dann, meine Damen und Herren, ist das ein grober Verstoß gegen das ORF-Gesetz, dann ist das ein grober Verstoß gegen die internen Programmrichtlinien des ORF, und dann ist das ein handfester Medienskandal und ein Anschlag auf unsere Demokratie. (Beifall bei ÖVP, FPÖ und BZÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ und des Abg. Tadler.)
Beifall bei ÖVP, FPÖ und BZÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ und des Abg. Tadler.
Es liegt mir fern, den ORF hier irgendwie pauschal zu verurteilen. Ich teile das, was vorhin gesagt wurde: Es wird dort an vielen Stellen sehr gute Arbeit geleistet, und es sollen nicht alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ORF unter dem, was da möglicherweise passiert ist, leiden müssen. (Abg. Strache: Das ist richtig! Genau!) Aber wenn es tatsächlich stimmt, dass ein ORF-Redakteur rechtsextreme Skinheads gegen Bezahlung und Verköstigung für eine Reportage angeheuert hat (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unglaublich, so etwas!), wenn es tatsächlich stimmt, dass dieser ORF-Redakteur diese Skinheads mit einem ORF-Fahrzeug zu einer Parteiveranstaltung hat bringen lassen, um sie dort auftreten zu lassen und somit dort ein dem Redakteur genehmes Bild herzustellen – einer dieser Skinheads sagte in der „Kronen Zeitung“, Zitat: „Ohne ORF wären wir nie zu Strache gefahren.“ –, und wenn es wirklich stimmt – wenn es stimmt! –, dass dieser Redakteur diesen Skinheads auch noch die Anschaffung von einschlägigen Utensilien für diesen Auftritt finanziert hat, ja dann, meine Damen und Herren, ist das ein grober Verstoß gegen das ORF-Gesetz, dann ist das ein grober Verstoß gegen die internen Programmrichtlinien des ORF, und dann ist das ein handfester Medienskandal und ein Anschlag auf unsere Demokratie. (Beifall bei ÖVP, FPÖ und BZÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ und des Abg. Tadler.)
Abg. Mag. Stadler: Und eine Straftat!
Herr Staatssekretär, es steht Ihnen nicht zu, das zu kritisieren. (Abg. Mag. Stadler: Und eine Straftat!) Ich habe das mit der vorangesetzten Relativierung gesagt – wenn es stimmt, dann sind auch personelle Konsequenzen zu setzen, ich habe sie nicht ultimativ und ohne Einschränkung verlangt; also stellen Sie das nicht so dar! Sie haben, nehme ich an, mich gemeint mit diesem Medienpolitiker, der das gefordert habe. Das stimmt so, wie Sie es darstellen, schlicht und einfach nicht!
Beifall bei ÖVP und FPÖ sowie der Abgeordneten Jury und Tadler.
Noch etwas stimmt nicht: Die Bärenjagd, jener Vorfall – auch in „Am Schauplatz“ übrigens –, der Gegenstand einer Entscheidung des Senates war, ist ja wohl nicht mit diesem Fall vergleichbar. Dort hat man Leute bezahlt oder ihnen eine Reise bezahlt, um an einer Bärenjagd teilzunehmen. Diese Entscheidung wollen Sie doch wirklich nicht vergleichen mit einer politischen Inszenierung, wenn sie stattgefunden hat. Das kann man doch nicht vergleichen, nicht als Vergleich dafür heranziehen, dass dann wohl auch da der Senat so entscheiden würde. Das ist ja absurd, Herr Staatssekretär! (Beifall bei ÖVP und FPÖ sowie der Abgeordneten Jury und Tadler.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ sowie der Abgeordneten Jury und Tadler.
Das heißt, diese Vorwürfe müssen im ORF intern, und zwar zum Wohle des ORF, dringend aufgeklärt werden. Sie müssen auch von der Staatsanwaltschaft dringend aufgeklärt werden, nämlich zum Schutz unserer Demokratie. (Beifall bei ÖVP und FPÖ sowie der Abgeordneten Jury und Tadler.)
Abg. Strache: Die braucht man ja nicht zu verteidigen!
Aber, meine Damen und Herren, damit kein Missverständnis aufkommt: Ich verteidige nicht so manche Aussagen des Herrn Strache, so manche Handlungen des Herrn Strache, auch nicht so manche Veranstaltungsformate des Herrn Strache. (Abg. Strache: Die braucht man ja nicht zu verteidigen!) Damit das auch klar gesagt ist. Aber ich sage ein klares Ja zu einer ganz klaren, extrem kritischen medialen Beobachtung, zum Beispiel wenn Frau Rosenkranz eine Woche braucht, um halbwegs klare Worte zu NS-Verbrechen zu finden. Diese Aufforderung zur kritischen Beobachtung ist jedoch keine Aufforderung zur Manipulation. Das ist ein großer Unterschied!
Abg. Strache: Dass man gesetzeskonform agiert?
ler aufzufordern (Abg. Strache: Dass man gesetzeskonform agiert?), da tätig zu werden, nämlich in einem Unternehmen tätig zu werden, das zu Recht verfassungsrechtlich in seiner Tätigkeit (Abg. Strache: Um Gesetzeskonformität sicherzustellen!), in seiner Objektivität geschützt ist. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Strache: Um Gesetzeskonformität sicherzustellen!
ler aufzufordern (Abg. Strache: Dass man gesetzeskonform agiert?), da tätig zu werden, nämlich in einem Unternehmen tätig zu werden, das zu Recht verfassungsrechtlich in seiner Tätigkeit (Abg. Strache: Um Gesetzeskonformität sicherzustellen!), in seiner Objektivität geschützt ist. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
ler aufzufordern (Abg. Strache: Dass man gesetzeskonform agiert?), da tätig zu werden, nämlich in einem Unternehmen tätig zu werden, das zu Recht verfassungsrechtlich in seiner Tätigkeit (Abg. Strache: Um Gesetzeskonformität sicherzustellen!), in seiner Objektivität geschützt ist. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Strache: Das ist unfassbar!
Abgeordneter Ing. Norbert Hofer (FPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Frau Präsidentin! Ich möchte bekannt geben, dass der ORF, der die Sendung nicht überträgt, sich offenbar entschieden hat, auch den Livestream nicht zu übertragen. Das ist unterbrochen bis 17 Uhr, so steht es auf der Seite des ORF. (Abg. Strache: Das ist unfassbar!) Ich ersuche, das dringend in der Präsidiale zu behandeln. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Strache: Das ist ja wie in der DDR! Das gibt es ja nicht! Wie in der DDR! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der beiden Kameraleute –: Wieso sitzen die zwei überhaupt da? – Abg. Strache: Und das wird verteidigt vom Staatssekretär!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Strache: Das ist ja wie in der DDR! Das gibt es ja nicht! Wie in der DDR! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der beiden Kameraleute –: Wieso sitzen die zwei überhaupt da? – Abg. Strache: Und das wird verteidigt vom Staatssekretär!
Abgeordneter Ing. Norbert Hofer (FPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Frau Präsidentin! Ich möchte bekannt geben, dass der ORF, der die Sendung nicht überträgt, sich offenbar entschieden hat, auch den Livestream nicht zu übertragen. Das ist unterbrochen bis 17 Uhr, so steht es auf der Seite des ORF. (Abg. Strache: Das ist unfassbar!) Ich ersuche, das dringend in der Präsidiale zu behandeln. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Strache: Das ist ja wie in der DDR! Das gibt es ja nicht! Wie in der DDR! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der beiden Kameraleute –: Wieso sitzen die zwei überhaupt da? – Abg. Strache: Und das wird verteidigt vom Staatssekretär!)
Abg. Ing. Westenthaler: Eigentlich wäre die Präsidentin dafür zuständig, aber sie verteilt lieber Ordnungsrufe!
Abgeordneter Dieter Brosz (Grüne): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Der letzte Hinweis ist etwas, das überprüft werden sollte. Ich nehme an, dass die Präsidentin das auch machen wird, denn – unabhängig von der Schärfe der Debatte – die Form einer Übertragung vom Inhalt abhängig zu machen ist grundsätzlich unzulässig. Sollte es wirklich so sein, dass da bewusst zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht übertragen wird, dann wird es, glaube ich, auch eine klare Aussage der Präsidiale geben, dass es nicht so sein sollte. (Abg. Ing. Westenthaler: Eigentlich wäre die Präsidentin dafür zuständig, aber sie verteilt lieber Ordnungsrufe!) Ich gehe davon aus, dass dieser Vorwurf überprüft wird.
Abg. Kopf: Das ist ja nicht das Thema! – Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.
Aber kommen wir zur Sache selbst: Ich habe mir heute auch das Dokument auf kundendienst.orf.at angeschaut. (Abg. Kopf: Das ist ja nicht das Thema! – Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.) – Das ist ein guter Hinweis, Herr Kollege Graf, dass es hier nicht darum geht. Denn worum es geht (Abg. Dr. Graf: Es geht ja um die Methode der Inszenierung!), ist, glaube ich, die Differenzierung, was eigentlich die Geschichte war. Genau dazu komme ich, zur Methode der Inszenierung.
Abg. Dr. Graf: Es geht ja um die Methode der Inszenierung!
Aber kommen wir zur Sache selbst: Ich habe mir heute auch das Dokument auf kundendienst.orf.at angeschaut. (Abg. Kopf: Das ist ja nicht das Thema! – Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.) – Das ist ein guter Hinweis, Herr Kollege Graf, dass es hier nicht darum geht. Denn worum es geht (Abg. Dr. Graf: Es geht ja um die Methode der Inszenierung!), ist, glaube ich, die Differenzierung, was eigentlich die Geschichte war. Genau dazu komme ich, zur Methode der Inszenierung.
Abg. Ing. Westenthaler: ... der Alt-Stalinist!
Ich habe mir das auf dem Band angeschaut und kann auch nachvollziehen, dass das, was dort abgelaufen ist, auf Sie den Eindruck gemacht hat, den Sie artikuliert haben. Dieser Eindruck kann durchaus entstehen, wenn man nicht den Zusammenhang sieht, dass es da offenbar um eine Reportage gegangen ist – ich beziehe mich übrigens zum Teil auf die andere Seite, nämlich auf den Redakteursrat; das ist ja auch ein Gremium, das im ORF nicht ganz unbedeutend ist. (Abg. Ing. Westenthaler: ... der Alt-Stalinist!) Das ist für den Herrn Westenthaler irrelevant, ist schon klar. Nehmen wir nicht ernst. Vielleicht sollten wir einmal versuchen, die Faktenlage auseinanderzuhalten.
Abg. Strache: Das stimmt überhaupt nicht!
Faktenlage ist, dass eine Reportage gedreht wurde, wie Sie es auch richtig beschrieben haben, mit diesen zwei Personen, die offenbar auch bei der Kampfhunde-Dokumentation bereits Teil einer ORF-Reportage waren. Soweit mir das der Redakteursrat auch geschildert hat – ich habe mich auch kundig gemacht und versucht, die Daten zusammenzufassen –, ist im Rahmen dieser Berichterstattung klar herausgekommen, dass einer dieser Hundebesitzer eine starke Affinität zur FPÖ hat, sich als Strache-Wähler auch dargestellt hat (Abg. Strache: Das stimmt überhaupt nicht!), klargemacht hat, dass in seinem Umfeld ... (Abg. Strache: Das stimmt gar nicht!) – Ich sage jetzt einmal das, was mir dargestellt worden ist, und das wird ja in diesem Haus auch legitim sein. (Abg. Strache: Von wo zitieren Sie das?)
Abg. Strache: Das stimmt gar nicht!
Faktenlage ist, dass eine Reportage gedreht wurde, wie Sie es auch richtig beschrieben haben, mit diesen zwei Personen, die offenbar auch bei der Kampfhunde-Dokumentation bereits Teil einer ORF-Reportage waren. Soweit mir das der Redakteursrat auch geschildert hat – ich habe mich auch kundig gemacht und versucht, die Daten zusammenzufassen –, ist im Rahmen dieser Berichterstattung klar herausgekommen, dass einer dieser Hundebesitzer eine starke Affinität zur FPÖ hat, sich als Strache-Wähler auch dargestellt hat (Abg. Strache: Das stimmt überhaupt nicht!), klargemacht hat, dass in seinem Umfeld ... (Abg. Strache: Das stimmt gar nicht!) – Ich sage jetzt einmal das, was mir dargestellt worden ist, und das wird ja in diesem Haus auch legitim sein. (Abg. Strache: Von wo zitieren Sie das?)
Abg. Strache: Von wo zitieren Sie das?
Faktenlage ist, dass eine Reportage gedreht wurde, wie Sie es auch richtig beschrieben haben, mit diesen zwei Personen, die offenbar auch bei der Kampfhunde-Dokumentation bereits Teil einer ORF-Reportage waren. Soweit mir das der Redakteursrat auch geschildert hat – ich habe mich auch kundig gemacht und versucht, die Daten zusammenzufassen –, ist im Rahmen dieser Berichterstattung klar herausgekommen, dass einer dieser Hundebesitzer eine starke Affinität zur FPÖ hat, sich als Strache-Wähler auch dargestellt hat (Abg. Strache: Das stimmt überhaupt nicht!), klargemacht hat, dass in seinem Umfeld ... (Abg. Strache: Das stimmt gar nicht!) – Ich sage jetzt einmal das, was mir dargestellt worden ist, und das wird ja in diesem Haus auch legitim sein. (Abg. Strache: Von wo zitieren Sie das?)
Abg. Strache: Das stimmt überhaupt nicht!
Wenn Sie dauernd von Ihren Nazi-Statisten zitieren, so wie Sie das selbst bezogen haben, und deren Protokolle als Wahrheit darstellen (Abg. Strache: Das stimmt überhaupt nicht!), dann wird man die offizielle Sachlage, die der ORF darstellt, auch darstellen können. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Vielleicht hören Sie einmal ein bisschen zu. Ihre Akten kennen wir schon aus anderen Fällen.
Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Wenn Sie dauernd von Ihren Nazi-Statisten zitieren, so wie Sie das selbst bezogen haben, und deren Protokolle als Wahrheit darstellen (Abg. Strache: Das stimmt überhaupt nicht!), dann wird man die offizielle Sachlage, die der ORF darstellt, auch darstellen können. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Vielleicht hören Sie einmal ein bisschen zu. Ihre Akten kennen wir schon aus anderen Fällen.
Zwischenrufe bei der FPÖ
Faktum ist (Zwischenrufe bei der FPÖ) – ich habe mir gedacht, dass es so laut werden wird, dass man kein Gespräch führen kann, weil Sie nicht zuhören werden (Abg. Kickl: Sie waren nämlich nicht dabei!), aber darauf habe ich mich eingestellt –, Faktum ist, dass die Redakteure gesagt haben, dass es interessant ist, das Umfeld dieser Personen in einer Reportage darzustellen. Man kann darüber geteilter Meinung sein, ob das legitim ist oder nicht, aber ich finde, dass es im Rahmen des öffentlich-rechtlichen Auftrags auch zulässig ist, solch politische Berichterstattung durchzuführen. (Abg. Neubauer: Na Sie haben ein Demokratieverständnis!) – Ja, weiß ich ohnehin, dass Sie das nicht haben. (Abg. Neubauer: Das ist unfassbar! So etwas sitzt in diesem Haus!) Wir sehen ja immer wieder die Veranstaltungen, FPÖ-Parteiveranstaltungen, bei denen die Rechtsextremisten auftreten: Kamera zu, ausblenden, nichts darf mehr berichtet werden. (Abg. Strache: Das sind Unterstellungen!) Das ist genau das Bild, das Sie vermitteln. Aber offensichtlich geht es ja nicht darum. (Abg. Strache: Das sind genau die manipulativen Geschichterln! – Zwischenruf des Abg. Neubauer.)
Abg. Kickl: Sie waren nämlich nicht dabei!
Faktum ist (Zwischenrufe bei der FPÖ) – ich habe mir gedacht, dass es so laut werden wird, dass man kein Gespräch führen kann, weil Sie nicht zuhören werden (Abg. Kickl: Sie waren nämlich nicht dabei!), aber darauf habe ich mich eingestellt –, Faktum ist, dass die Redakteure gesagt haben, dass es interessant ist, das Umfeld dieser Personen in einer Reportage darzustellen. Man kann darüber geteilter Meinung sein, ob das legitim ist oder nicht, aber ich finde, dass es im Rahmen des öffentlich-rechtlichen Auftrags auch zulässig ist, solch politische Berichterstattung durchzuführen. (Abg. Neubauer: Na Sie haben ein Demokratieverständnis!) – Ja, weiß ich ohnehin, dass Sie das nicht haben. (Abg. Neubauer: Das ist unfassbar! So etwas sitzt in diesem Haus!) Wir sehen ja immer wieder die Veranstaltungen, FPÖ-Parteiveranstaltungen, bei denen die Rechtsextremisten auftreten: Kamera zu, ausblenden, nichts darf mehr berichtet werden. (Abg. Strache: Das sind Unterstellungen!) Das ist genau das Bild, das Sie vermitteln. Aber offensichtlich geht es ja nicht darum. (Abg. Strache: Das sind genau die manipulativen Geschichterln! – Zwischenruf des Abg. Neubauer.)
Abg. Neubauer: Na Sie haben ein Demokratieverständnis!
Faktum ist (Zwischenrufe bei der FPÖ) – ich habe mir gedacht, dass es so laut werden wird, dass man kein Gespräch führen kann, weil Sie nicht zuhören werden (Abg. Kickl: Sie waren nämlich nicht dabei!), aber darauf habe ich mich eingestellt –, Faktum ist, dass die Redakteure gesagt haben, dass es interessant ist, das Umfeld dieser Personen in einer Reportage darzustellen. Man kann darüber geteilter Meinung sein, ob das legitim ist oder nicht, aber ich finde, dass es im Rahmen des öffentlich-rechtlichen Auftrags auch zulässig ist, solch politische Berichterstattung durchzuführen. (Abg. Neubauer: Na Sie haben ein Demokratieverständnis!) – Ja, weiß ich ohnehin, dass Sie das nicht haben. (Abg. Neubauer: Das ist unfassbar! So etwas sitzt in diesem Haus!) Wir sehen ja immer wieder die Veranstaltungen, FPÖ-Parteiveranstaltungen, bei denen die Rechtsextremisten auftreten: Kamera zu, ausblenden, nichts darf mehr berichtet werden. (Abg. Strache: Das sind Unterstellungen!) Das ist genau das Bild, das Sie vermitteln. Aber offensichtlich geht es ja nicht darum. (Abg. Strache: Das sind genau die manipulativen Geschichterln! – Zwischenruf des Abg. Neubauer.)
Abg. Neubauer: Das ist unfassbar! So etwas sitzt in diesem Haus!
Faktum ist (Zwischenrufe bei der FPÖ) – ich habe mir gedacht, dass es so laut werden wird, dass man kein Gespräch führen kann, weil Sie nicht zuhören werden (Abg. Kickl: Sie waren nämlich nicht dabei!), aber darauf habe ich mich eingestellt –, Faktum ist, dass die Redakteure gesagt haben, dass es interessant ist, das Umfeld dieser Personen in einer Reportage darzustellen. Man kann darüber geteilter Meinung sein, ob das legitim ist oder nicht, aber ich finde, dass es im Rahmen des öffentlich-rechtlichen Auftrags auch zulässig ist, solch politische Berichterstattung durchzuführen. (Abg. Neubauer: Na Sie haben ein Demokratieverständnis!) – Ja, weiß ich ohnehin, dass Sie das nicht haben. (Abg. Neubauer: Das ist unfassbar! So etwas sitzt in diesem Haus!) Wir sehen ja immer wieder die Veranstaltungen, FPÖ-Parteiveranstaltungen, bei denen die Rechtsextremisten auftreten: Kamera zu, ausblenden, nichts darf mehr berichtet werden. (Abg. Strache: Das sind Unterstellungen!) Das ist genau das Bild, das Sie vermitteln. Aber offensichtlich geht es ja nicht darum. (Abg. Strache: Das sind genau die manipulativen Geschichterln! – Zwischenruf des Abg. Neubauer.)
Abg. Strache: Das sind Unterstellungen!
Faktum ist (Zwischenrufe bei der FPÖ) – ich habe mir gedacht, dass es so laut werden wird, dass man kein Gespräch führen kann, weil Sie nicht zuhören werden (Abg. Kickl: Sie waren nämlich nicht dabei!), aber darauf habe ich mich eingestellt –, Faktum ist, dass die Redakteure gesagt haben, dass es interessant ist, das Umfeld dieser Personen in einer Reportage darzustellen. Man kann darüber geteilter Meinung sein, ob das legitim ist oder nicht, aber ich finde, dass es im Rahmen des öffentlich-rechtlichen Auftrags auch zulässig ist, solch politische Berichterstattung durchzuführen. (Abg. Neubauer: Na Sie haben ein Demokratieverständnis!) – Ja, weiß ich ohnehin, dass Sie das nicht haben. (Abg. Neubauer: Das ist unfassbar! So etwas sitzt in diesem Haus!) Wir sehen ja immer wieder die Veranstaltungen, FPÖ-Parteiveranstaltungen, bei denen die Rechtsextremisten auftreten: Kamera zu, ausblenden, nichts darf mehr berichtet werden. (Abg. Strache: Das sind Unterstellungen!) Das ist genau das Bild, das Sie vermitteln. Aber offensichtlich geht es ja nicht darum. (Abg. Strache: Das sind genau die manipulativen Geschichterln! – Zwischenruf des Abg. Neubauer.)
Abg. Strache: Das sind genau die manipulativen Geschichterln! – Zwischenruf des Abg. Neubauer.
Faktum ist (Zwischenrufe bei der FPÖ) – ich habe mir gedacht, dass es so laut werden wird, dass man kein Gespräch führen kann, weil Sie nicht zuhören werden (Abg. Kickl: Sie waren nämlich nicht dabei!), aber darauf habe ich mich eingestellt –, Faktum ist, dass die Redakteure gesagt haben, dass es interessant ist, das Umfeld dieser Personen in einer Reportage darzustellen. Man kann darüber geteilter Meinung sein, ob das legitim ist oder nicht, aber ich finde, dass es im Rahmen des öffentlich-rechtlichen Auftrags auch zulässig ist, solch politische Berichterstattung durchzuführen. (Abg. Neubauer: Na Sie haben ein Demokratieverständnis!) – Ja, weiß ich ohnehin, dass Sie das nicht haben. (Abg. Neubauer: Das ist unfassbar! So etwas sitzt in diesem Haus!) Wir sehen ja immer wieder die Veranstaltungen, FPÖ-Parteiveranstaltungen, bei denen die Rechtsextremisten auftreten: Kamera zu, ausblenden, nichts darf mehr berichtet werden. (Abg. Strache: Das sind Unterstellungen!) Das ist genau das Bild, das Sie vermitteln. Aber offensichtlich geht es ja nicht darum. (Abg. Strache: Das sind genau die manipulativen Geschichterln! – Zwischenruf des Abg. Neubauer.)
Abg. Strache: Weil der Rest nicht gezeigt wird!
Offenbar haben sie auch ausgemacht, dass sie zu dieser Veranstaltung in Wiener Neustadt fahren. Und offenbar handelt ein ganz kleiner Ausschnitt der Reportage, die dort morgen gedreht wird, von dieser Veranstaltung in Wiener Neustadt. (Abg. Strache: Weil der Rest nicht gezeigt wird!)
Abg. Strache: Weil jetzt der Rest nicht mehr gezeigt wird!
Das, was Sie darstellen, ist etwas ganz anderes. (Abg. Strache: Weil jetzt der Rest nicht mehr gezeigt wird!) Sie behaupten Folgendes (Abg. Strache: Weil der ganze Plan aufgedeckt wurde!): Es gab eine FPÖ-Veranstaltung (Abg. Dr. Rosenkranz: Das stimmt auch!) – das kann man außer Streit stellen, okay, das ist außer Streit gestellt –, und der einzige Zweck des Auftretens dieser Personen dort war quasi, Naziparolen von sich zu geben, um der FPÖ zu schaden. Das ist Ihre Behauptung. (Abg. Strache: Auch!)
Abg. Strache: Weil der ganze Plan aufgedeckt wurde!
Das, was Sie darstellen, ist etwas ganz anderes. (Abg. Strache: Weil jetzt der Rest nicht mehr gezeigt wird!) Sie behaupten Folgendes (Abg. Strache: Weil der ganze Plan aufgedeckt wurde!): Es gab eine FPÖ-Veranstaltung (Abg. Dr. Rosenkranz: Das stimmt auch!) – das kann man außer Streit stellen, okay, das ist außer Streit gestellt –, und der einzige Zweck des Auftretens dieser Personen dort war quasi, Naziparolen von sich zu geben, um der FPÖ zu schaden. Das ist Ihre Behauptung. (Abg. Strache: Auch!)
Abg. Dr. Rosenkranz: Das stimmt auch!
Das, was Sie darstellen, ist etwas ganz anderes. (Abg. Strache: Weil jetzt der Rest nicht mehr gezeigt wird!) Sie behaupten Folgendes (Abg. Strache: Weil der ganze Plan aufgedeckt wurde!): Es gab eine FPÖ-Veranstaltung (Abg. Dr. Rosenkranz: Das stimmt auch!) – das kann man außer Streit stellen, okay, das ist außer Streit gestellt –, und der einzige Zweck des Auftretens dieser Personen dort war quasi, Naziparolen von sich zu geben, um der FPÖ zu schaden. Das ist Ihre Behauptung. (Abg. Strache: Auch!)
Abg. Strache: Auch!
Das, was Sie darstellen, ist etwas ganz anderes. (Abg. Strache: Weil jetzt der Rest nicht mehr gezeigt wird!) Sie behaupten Folgendes (Abg. Strache: Weil der ganze Plan aufgedeckt wurde!): Es gab eine FPÖ-Veranstaltung (Abg. Dr. Rosenkranz: Das stimmt auch!) – das kann man außer Streit stellen, okay, das ist außer Streit gestellt –, und der einzige Zweck des Auftretens dieser Personen dort war quasi, Naziparolen von sich zu geben, um der FPÖ zu schaden. Das ist Ihre Behauptung. (Abg. Strache: Auch!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Haben sie ja gar nicht gesagt!
Die andere Behauptung ist, es gab eine Reportage von Personen, die gesagt haben, sie sind Strache-Wähler, sie fühlen eine Affinität zur Partei (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Haben sie ja gar nicht gesagt!), sie sind Personen, die eigentlich den Strache gut finden (Abg. Strache: Sie geben zu, gegen die FPÖ zu sein und mich nicht zu schätzen! Soviel zur Wahrheit!), und eine Reportage darüber zu drehen. Wir werden morgen sehen, wie es dargestellt wird.
Abg. Strache: Sie geben zu, gegen die FPÖ zu sein und mich nicht zu schätzen! Soviel zur Wahrheit!
Die andere Behauptung ist, es gab eine Reportage von Personen, die gesagt haben, sie sind Strache-Wähler, sie fühlen eine Affinität zur Partei (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Haben sie ja gar nicht gesagt!), sie sind Personen, die eigentlich den Strache gut finden (Abg. Strache: Sie geben zu, gegen die FPÖ zu sein und mich nicht zu schätzen! Soviel zur Wahrheit!), und eine Reportage darüber zu drehen. Wir werden morgen sehen, wie es dargestellt wird.
Abg. Strache: Das ist ja absurd!
Frau Rosenkranz ist nach Bekanntgabe ihrer Kandidatur massiv unter Druck geraten. Warum? – Weil sie zwei Interviews gegeben hat, in der „ZiB 2“ und im „Morgenjournal“, bei denen sie nicht in der Lage war, auf die Frage, ob sie die Existenz von Gaskammern bestreitet, eine klare Antwort zu geben, sondern herumgeredet hat, weil sie dort gesagt hat, dass sie das Verbotsgesetz infrage stellt. Und infolge genau dieser klaren und scharfen Interviewführung des ORF haben Sie begonnen, diese Kampagne gegen den ORF zu führen. Das ist genauso evident. (Abg. Strache: Das ist ja absurd!)
Abg. Strache: Das kriegt wahrscheinlich demnächst einen Oscar!
Wenn Kollege Kopf hier auf die Debatte einsteigt, dann wirft das schon auch ein bezeichnendes Licht. Ich sage nur, es gibt Stimmen aus der ÖVP, die sagen, weiß wählen ist in dieser Situation günstiger. (Abg. Strache: Das kriegt wahrscheinlich demnächst einen Oscar!)
Beifall bei den Grünen.
Es gibt übrigens ein zweites Band, das der ORF in den letzten Tagen freigestellt hat – nicht ganz so prominent. Wissen Sie, was das war? – Das war das Interview aus dem „Report“ mit Herrn Klubobmann Schneeberger von der ÖVP Niederösterreich, der nämlich nach seiner Aussage im „Report“, dass ÖVP-Wähler eher Rosenkranz wählen werden als Fischer oder auch weiß wählen werden, gesagt hat, dass das alles nicht so war. Der ORF hat das gesamte 10-Minuten-Interview, von dem eine Sequenz herausgenommen wurde, ebenfalls auf die Homepage gestellt. Und dass das alles Zufall sein soll, kann ich doch wirklich nicht glauben. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Strache: Zwei Zeugen!
Nur weil Sie hier zitieren von dem, wie Sie selbst sagen, Nazi... – wie war das? –, Nazi-Statisten – das ist jetzt offenbar die Grundlage der Parlamentsdebatte –, eins zu eins, was Ihr Nazistatist aussagt, ist offenbar der Wahrheitsgehalt ohne Überprüfung als gegeben hingenommen. (Abg. Strache: Zwei Zeugen!) Der andere Nazistatist vielleicht. Ich weiß nicht, wer der zweite Zeuge war. (Abg. Strache: Plus weitere ...!) Das ist schon ein rechtsstaatliches Verständnis, das aus meiner Sicht äußerst bedenklich ist.
Abg. Strache: Plus weitere ...!
Nur weil Sie hier zitieren von dem, wie Sie selbst sagen, Nazi... – wie war das? –, Nazi-Statisten – das ist jetzt offenbar die Grundlage der Parlamentsdebatte –, eins zu eins, was Ihr Nazistatist aussagt, ist offenbar der Wahrheitsgehalt ohne Überprüfung als gegeben hingenommen. (Abg. Strache: Zwei Zeugen!) Der andere Nazistatist vielleicht. Ich weiß nicht, wer der zweite Zeuge war. (Abg. Strache: Plus weitere ...!) Das ist schon ein rechtsstaatliches Verständnis, das aus meiner Sicht äußerst bedenklich ist.
Abg. Dr. Graf: Wir haben immer die Verantwortung übernommen!
Was aufzuklären ist, ist aufzuklären. Aber eines muss möglich sein: kritischen Journalismus auch im Umfeld von Parteien durchzuführen, Veranstaltungen, Rechtsextremistentreffen, eine Demonstration beziehungsweise einen Ball von Burschenschaften im deutsch-nationalen Lager zu filmen, aufzuzeichnen, die Diskussionen, die Herr Präsident Graf immer wieder anzettelt über die Frage, wie das mit der Verantwortung nach dem Zweiten Weltkrieg war. (Abg. Dr. Graf: Wir haben immer die Verantwortung übernommen!) All das sind Dinge, die im ORF, im „Report“ gezeigt worden sind. Und ich werde mich sehr dafür einsetzen, dass diese Form der Berichterstattung in Zukunft in Österreich auch möglich ist. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Was aufzuklären ist, ist aufzuklären. Aber eines muss möglich sein: kritischen Journalismus auch im Umfeld von Parteien durchzuführen, Veranstaltungen, Rechtsextremistentreffen, eine Demonstration beziehungsweise einen Ball von Burschenschaften im deutsch-nationalen Lager zu filmen, aufzuzeichnen, die Diskussionen, die Herr Präsident Graf immer wieder anzettelt über die Frage, wie das mit der Verantwortung nach dem Zweiten Weltkrieg war. (Abg. Dr. Graf: Wir haben immer die Verantwortung übernommen!) All das sind Dinge, die im ORF, im „Report“ gezeigt worden sind. Und ich werde mich sehr dafür einsetzen, dass diese Form der Berichterstattung in Zukunft in Österreich auch möglich ist. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Grosz: Stimmt nicht, man kann immer über den ORF einsteigen!
Der Parlamentsstream heißt: APA, „Standard“ Online, und beide sind am Laufen. (Abg. Grosz: Stimmt nicht, man kann immer über den ORF einsteigen!) Das ist die Information, die ich erhalten habe. (Anhaltende Zwischenrufe.) Mir wird versichert, dass es auf ORF Online keinen Livestream gibt, wenn keine Liveübertragung existiert.
Anhaltende Zwischenrufe.
Der Parlamentsstream heißt: APA, „Standard“ Online, und beide sind am Laufen. (Abg. Grosz: Stimmt nicht, man kann immer über den ORF einsteigen!) Das ist die Information, die ich erhalten habe. (Anhaltende Zwischenrufe.) Mir wird versichert, dass es auf ORF Online keinen Livestream gibt, wenn keine Liveübertragung existiert.
Lebhafte Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Strache: Das ist ein „Zufall“! – Abg. Doppler: Das war noch nie!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Gut. Mir wird gerade geflüstert, dass der Parlaments-Livestream öfter einmal leider überlastet ist. (Lebhafte Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Strache: Das ist ein „Zufall“! – Abg. Doppler: Das war noch nie!)
Ruf bei der FPÖ: ... unglaubwürdig!
Das ist der Hintergrund und das Faktum. Wir können uns bei der nächsten Präsidiale gerne weiter darüber unterhalten. (Ruf bei der FPÖ: ... unglaubwürdig!)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Wenn das wirklich stimmen sollte und das so stattgefunden hat, dass eine nach außen hin als unabhängige Dokumentation oder Milieustudie dargestellte Sendung tatsächlich dazu verwendet wird, um spielfilmartig eine politische Berichterstattung gegen eine gewisse Partei zu machen, dann ist das für einen öffentlich-rechtlichen Sender absolut unzulässig, und dann muss es sofort Konsequenzen auch für die Redakteure und die Verantwortlichen geben, meine Damen und Herren. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Abg. Strache: Außer der Strobl hat ihn beauftragt dazu! Das ist natürlich auch möglich! Vielleicht hat ihn der Strobl beauftragt?
Ich gehe nicht davon aus, dass man diese schweren Vorwürfe innerhalb eines Wochenendes, an einem Sonntag, so aufklären kann, dass man den betroffenen Redakteur von jeglicher Verantwortung freisprechen kann. (Abg. Strache: Außer der Strobl hat ihn beauftragt dazu! Das ist natürlich auch möglich! Vielleicht hat ihn der Strobl beauftragt?) Das ist kein professionelles, kein richtiges Kommunikations- und Krisenmanagement eines öffentlich-rechtlichen Unternehmens und schadet dem ORF und den Mitarbeitern insgesamt.
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Wann denn?
Ich darf Ihnen hier ein Beispiel nennen, nämlich wie die Einladungspolitik im ORF funktioniert. Wir haben da eine Woche als Beispiel herausgesucht, eine Woche lang beobachtet, welche Einladungspolitik der ORF bei den Diskussionssendungen macht: Da haben wir am Dienstag im „Report“ Eva Glawischnig von den Grünen zu Gast gehabt. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Wann denn?) – Das war nicht vorige Woche, sondern eine Woche, die wir systematisch herausgegriffen haben. Das war Ende letzten Jahres. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Letzte Woche? – 2007!) – Dann war in der „Pressestunde“ am darauffolgenden Sonntag Justizministerin Bandion-Ortner, ÖVP. Dann war das „Hohe Haus“: Staatssekretär Schieder, SPÖ. Dann war „Im Zentrum“, wieder schön aufgeteilt zwischen SPÖ und ÖVP: Kollege Mitterlehner und Herr Staatssekretär Schieder.
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Letzte Woche? – 2007!
Ich darf Ihnen hier ein Beispiel nennen, nämlich wie die Einladungspolitik im ORF funktioniert. Wir haben da eine Woche als Beispiel herausgesucht, eine Woche lang beobachtet, welche Einladungspolitik der ORF bei den Diskussionssendungen macht: Da haben wir am Dienstag im „Report“ Eva Glawischnig von den Grünen zu Gast gehabt. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Wann denn?) – Das war nicht vorige Woche, sondern eine Woche, die wir systematisch herausgegriffen haben. Das war Ende letzten Jahres. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Letzte Woche? – 2007!) – Dann war in der „Pressestunde“ am darauffolgenden Sonntag Justizministerin Bandion-Ortner, ÖVP. Dann war das „Hohe Haus“: Staatssekretär Schieder, SPÖ. Dann war „Im Zentrum“, wieder schön aufgeteilt zwischen SPÖ und ÖVP: Kollege Mitterlehner und Herr Staatssekretär Schieder.
Abg. Strache: Das hat System! Der Herr Ostermayer gibt vor, was berichtet wird! Das war nicht zufällig, sondern beauftragt und mit System!
So wird das systematisch gemacht (Abg. Strache: Das hat System! Der Herr Ostermayer gibt vor, was berichtet wird! Das war nicht zufällig, sondern beauftragt und mit System!): Wenn es um Sachthemen geht, wenn es um politische Inhalte geht, werden die Grünen, werden SPÖ und ÖVP eingeladen und werden BZÖ und FPÖ ausgesperrt. Wenn es darum geht, FPÖ oder BZÖ irgendeinen Skandal anzuhängen oder wenn irgendeine große Aufregung ist, dann wird man eingeladen und darf sich rechtfertigen.
Beifall bei BZÖ und FPÖ
So eine Einladungspolitik ist nicht Aufgabe eines öffentlich-rechtlichen Unternehmens (Beifall bei BZÖ und FPÖ), sondern der ORF hat als öffentlich-rechtliches Unternehmen die Aufgabe und die Pflicht, alle politischen Meinungen (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Wieso war ... bei „Licht ins Dunkel“ nicht eingeladen?) – unabhängig davon, wie man persönlich zu diesen Meinungen stehen mag – aller im Parlament vertretenen Parteien in gleicher Form, auf gleiche Art und Weise, in gleichem Umfang über den Äther zu schicken. Das passiert derzeit nicht, und wir sollten diesen Vorfall, den die FPÖ da aufgedeckt hat, zum Anlass nehmen, um die Unabhängigkeit, die Objektivität des ORF und des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Österreich insgesamt zu diskutieren und hier für Verbesserungen zu sorgen, denn: Dass es diese Unabhängigkeit des ORF in Wahrheit überhaupt nicht gibt, das beweist der ORF jeden Tag selbst. (Beifall bei Abgeordneten von BZÖ und FPÖ.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Wieso war ... bei „Licht ins Dunkel“ nicht eingeladen?
So eine Einladungspolitik ist nicht Aufgabe eines öffentlich-rechtlichen Unternehmens (Beifall bei BZÖ und FPÖ), sondern der ORF hat als öffentlich-rechtliches Unternehmen die Aufgabe und die Pflicht, alle politischen Meinungen (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Wieso war ... bei „Licht ins Dunkel“ nicht eingeladen?) – unabhängig davon, wie man persönlich zu diesen Meinungen stehen mag – aller im Parlament vertretenen Parteien in gleicher Form, auf gleiche Art und Weise, in gleichem Umfang über den Äther zu schicken. Das passiert derzeit nicht, und wir sollten diesen Vorfall, den die FPÖ da aufgedeckt hat, zum Anlass nehmen, um die Unabhängigkeit, die Objektivität des ORF und des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Österreich insgesamt zu diskutieren und hier für Verbesserungen zu sorgen, denn: Dass es diese Unabhängigkeit des ORF in Wahrheit überhaupt nicht gibt, das beweist der ORF jeden Tag selbst. (Beifall bei Abgeordneten von BZÖ und FPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten von BZÖ und FPÖ.
So eine Einladungspolitik ist nicht Aufgabe eines öffentlich-rechtlichen Unternehmens (Beifall bei BZÖ und FPÖ), sondern der ORF hat als öffentlich-rechtliches Unternehmen die Aufgabe und die Pflicht, alle politischen Meinungen (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Wieso war ... bei „Licht ins Dunkel“ nicht eingeladen?) – unabhängig davon, wie man persönlich zu diesen Meinungen stehen mag – aller im Parlament vertretenen Parteien in gleicher Form, auf gleiche Art und Weise, in gleichem Umfang über den Äther zu schicken. Das passiert derzeit nicht, und wir sollten diesen Vorfall, den die FPÖ da aufgedeckt hat, zum Anlass nehmen, um die Unabhängigkeit, die Objektivität des ORF und des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Österreich insgesamt zu diskutieren und hier für Verbesserungen zu sorgen, denn: Dass es diese Unabhängigkeit des ORF in Wahrheit überhaupt nicht gibt, das beweist der ORF jeden Tag selbst. (Beifall bei Abgeordneten von BZÖ und FPÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Schlusssatz: Wenn der ORF das nicht dringend korrigiert – das muss ich auch ganz offen sagen –, dann hat er jedes Recht verwirkt, weiterhin Gebühren von den Österreicherinnen und Österreichern einzuheben. Dann gehören die Gebühren abgeschafft, denn wir zahlen Gebühren für einen unabhängigen, objektiven ORF und nicht für einen Rot-Schwarz-Funk! – Danke. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das ist das, was bei der Polizei zu Protokoll gegeben wurde. Und Sie wollen hier die Dinge komplett verdrehen. Ein Kollege von mir hat gesagt, er ist von Ihnen enttäuscht. Ich nicht, denn dann müsste ich mich in Ihnen grundsätzlich getäuscht haben, wenn das ein Ende der Täuschung gewesen sein sollte. Ich habe mich in Ihnen nicht getäuscht, denn Sie gehören ja zu einer anderen Gruppierung, die in Österreich hier etwas anderes ins linke Licht rücken möchte. (Beifall bei der FPÖ.)
Ironische Heiterkeit der Abgeordneten Vilimsky und Kickl.
„,Am Schauplatz‘ pflegt die Tradition der feinfühligen Reportage mit Tiefgang.“ (Ironische Heiterkeit der Abgeordneten Vilimsky und Kickl.) – Jetzt wissen wir, was damit gemeint ist. – „Die Themenpalette ist breit gefächert: Sozialreportagen, ungewöhnliche Lebensgeschichten, liebevoll-ironische Milieustudien.“
Beifall bei der FPÖ.
Das ist das Sendeformat von „Am Schauplatz“. Aber seit dem 12. März kann man ein weiteres Thema hinzufügen, nämlich: Diffamierung einer Parlamentspartei durch Manipulation mit bestellten Nazistatisten und Verhetzungsplakaten. – Das ist das, was der ORF sich hier durch seinen Journalisten geleistet hat. (Beifall bei der FPÖ.)
Ironische Heiterkeit bei der FPÖ.
„Ed Moschitz ist mit seiner dokumentarischen Annäherung an das Thema nie aufdringlich, nichts wirkt gestellt.“ (Ironische Heiterkeit bei der FPÖ.)
Neuerliche ironische Heiterkeit bei der FPÖ.
Und weiters: „Er lässt den Menschen vor der Kamera ihre Würde. Wenn er Emotionen sichtbar werden lässt, wahrt er trotzdem die notwendige Distanz.“ (Neuerliche ironische Heiterkeit bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Da haben sie sich betätigen können!
Also, das haben wir auch gesehen mit dem freundlichen Transport der drei Herrschaften zur Veranstaltung der Freiheitlichen Partei! Das haben wir natürlich gesehen. (Abg. Strache: Da haben sie sich betätigen können!)
Abg. Strache: Einen Riesenschaden!
Was mir aber fehlt, ist eigentlich auch der Aufschrei der Journalisten insgesamt, denn Herr Moschitz hat dem Journalismus in Österreich einen wahren Bärendienst erwiesen. (Abg. Strache: Einen Riesenschaden!) Ein irrsinniger Schaden ist entstanden – und niemand rührt sich: Österreichischer Journalistenclub, Journalistengewerkschaft. Wo war die jetzt mit einer Äußerung? Ich habe nachgeschaut: Das Einzige, was die Journalistengewerkschaft – die ja jetzt auch in der GPA aufgegangen ist – eigentlich macht, ist, aufzufordern zum „Lichtertanz gegen Rosenkranz“. Das ist das einzige Standesinteresse, das die gewerkschaftlich organisierten Journalisten in Österreich hier offensicht
Beifall bei der FPÖ.
Der nächste Skandal ist, wie der ORF damit umgeht: Vertuschen! Nichts! – Aber das passt zusammen: vom E-Mail an die Frau Präsidentin Prammer über die Spitzelei des Kollegen Öllinger bis hin auch natürlich zur Inszenierung vom „Kanaken“-E-Mail von den oberösterreichischen Grünen. Das passt alles zusammen. Hier wird medial gegen die FPÖ gehetzt! Das ist jetzt der erste Fall, wo man das dingfest nachweisen konnte, und das stört viele. Deswegen halten aber viele den Mund. Ich hoffe nur eines: dass der Herr Pius Strobl bald Pressereferent im Parlamentsklub der Grünen ist, denn dort gehört er eigentlich hin. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Die Gesetze einzuhalten! Der Antrag ist so formuliert, dass er die Gesetze einzuhalten hat!
Da sollte man die Gewaltenteilung auch wirklich ernst nehmen. Es ist der falsche Antrag, heute bei einem nicht abgeschlossenen Gerichtsverfahren dem Bundeskanzler einen Auftrag zu geben, sich in den ORF einzumischen. Ich möchte in keiner Republik leben, wo ich den Bundeskanzler beauftragen kann, in die Unabhängigkeit der Journalisten einzugreifen. Das wäre doch der völlig falsche Weg. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Die Gesetze einzuhalten! Der Antrag ist so formuliert, dass er die Gesetze einzuhalten hat!)
Abg. Strache: Das ORF-Gesetz ist nicht eingehalten worden!
Ich habe es Ihnen gerade gesagt – Herr Strache, ich bin ja auf Ihrer Seite –: Wenn er die Gesetze gebrochen hat, dann kann man das nicht einreißen lassen. Aber das muss in einem ordentlichen Verfahren festgestellt werden! Deswegen gibt es ja die Legislative, die getrennt ist von der Jurisdiktion! Und da sollte man eben abwarten, was da herauskommt. (Abg. Strache: Das ORF-Gesetz ist nicht eingehalten worden!) Und dann kann man sehr wohl Maßnahmen setzen – da gibt es verschiedenste Möglichkeiten innerhalb unserer gesetzlichen Rahmenbedingungen. (Abg. Strache: Man hat das ORF-Gesetz nicht eingehalten! Es geht gar nicht um die juristische Frage!) Aber, bitte, nicht jetzt etwas skandalisieren, wenn es nicht einmal noch festgestellt ist! Wenn man sich
Abg. Strache: Man hat das ORF-Gesetz nicht eingehalten! Es geht gar nicht um die juristische Frage!
Ich habe es Ihnen gerade gesagt – Herr Strache, ich bin ja auf Ihrer Seite –: Wenn er die Gesetze gebrochen hat, dann kann man das nicht einreißen lassen. Aber das muss in einem ordentlichen Verfahren festgestellt werden! Deswegen gibt es ja die Legislative, die getrennt ist von der Jurisdiktion! Und da sollte man eben abwarten, was da herauskommt. (Abg. Strache: Das ORF-Gesetz ist nicht eingehalten worden!) Und dann kann man sehr wohl Maßnahmen setzen – da gibt es verschiedenste Möglichkeiten innerhalb unserer gesetzlichen Rahmenbedingungen. (Abg. Strache: Man hat das ORF-Gesetz nicht eingehalten! Es geht gar nicht um die juristische Frage!) Aber, bitte, nicht jetzt etwas skandalisieren, wenn es nicht einmal noch festgestellt ist! Wenn man sich
Abg. Vilimsky: Als ob ihr sonst so zimperlich wärt!
Ich halte es für bedenklich, in solch einer heiklen Frage nicht die strikte Trennung von Jurisdiktion und Legislative einzuhalten. (Abg. Vilimsky: Als ob ihr sonst so zimperlich wärt!) Ich glaube, dass wir gut beraten sind, das auch weiterhin zu tun und im eigenen Interesse – jenem der Politik –, aber auch im Interesse der Unabhängigkeit des Journalismus hier nicht voreilig, nicht skandalisierend zu wirken und keinen Vorverurteilungen Platz zu geben, aber, wenn sich etwas bewahrheitet, sehr wohl mit aller Härte durchzugreifen.
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Nur ein Wort zu der Veranstaltung in Wiener Neustadt: Herr Strache, Sie waren ja auch öfter in Wiener Neustadt, als Ihr damaliger Parteikollege Haider gesprochen hat. Dieser ist mit diesem Thema schon etwas anders umgegangen. Durch die Aussagen der Frau Rosenkranz haben Sie natürlich eine gewisse Art von Leuten angezogen. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Ich war selbst Zeuge Ihrer Veranstaltung und weiß, dass auch Menschen, die dem rechten Rand in Wiener Neustadt sehr, sehr nahe stehen, bei dieser Veranstaltung waren.
Abg. Strache: Das waren keine Rechtsextremisten! Sie sagen jetzt, dass die Bürger, die dort waren, dem rechten Rand angehören?! Wie geht es Ihnen? Ist das Ihre Gesinnung?
Wissen Sie, was der Abgeordnete Haider damals gemacht hat? – Er hat sie durch die Polizei wegweisen lassen. Das haben Sie nicht gemacht. Sie haben so einen schlampigen ... (Abg. Strache: Das waren keine Rechtsextremisten! Sie sagen jetzt, dass die Bürger, die dort waren, dem rechten Rand angehören?! Wie geht es Ihnen? Ist das Ihre Gesinnung?)
Abg. Strache: Entschuldigung, bei aller Wertschätzung, aber wenn bei meinen Veranstaltungen etwas abläuft, dann schreite ich ein!
Dass bei Ihren Veranstaltungen nur Waisenknaben sind, das glaubt Ihnen kein Mensch. (Abg. Strache: Entschuldigung, bei aller Wertschätzung, aber wenn bei meinen Veranstaltungen etwas abläuft, dann schreite ich ein!) – Also ganz ehrlich, ich weiß, dass bei dieser Veranstaltung auch Menschen waren, die dem rechten Rand in Wiener Neustadt sehr, sehr nahe stehen, und Frau Abgeordnete Windbüchler-Souschill wird Ihnen das bestätigen (Zwischenrufe bei der FPÖ), denn es ist ganz einfach so gewesen. Gehen Sie etwas anders um mit diesem Thema! Gehen Sie etwas anders um mit diesem Thema! (Abg. Strache: Das waren Bürger, Unternehmer am Hauptplatz! ...!)
Zwischenrufe bei der FPÖ
Dass bei Ihren Veranstaltungen nur Waisenknaben sind, das glaubt Ihnen kein Mensch. (Abg. Strache: Entschuldigung, bei aller Wertschätzung, aber wenn bei meinen Veranstaltungen etwas abläuft, dann schreite ich ein!) – Also ganz ehrlich, ich weiß, dass bei dieser Veranstaltung auch Menschen waren, die dem rechten Rand in Wiener Neustadt sehr, sehr nahe stehen, und Frau Abgeordnete Windbüchler-Souschill wird Ihnen das bestätigen (Zwischenrufe bei der FPÖ), denn es ist ganz einfach so gewesen. Gehen Sie etwas anders um mit diesem Thema! Gehen Sie etwas anders um mit diesem Thema! (Abg. Strache: Das waren Bürger, Unternehmer am Hauptplatz! ...!)
Abg. Strache: Das waren Bürger, Unternehmer am Hauptplatz! ...!
Dass bei Ihren Veranstaltungen nur Waisenknaben sind, das glaubt Ihnen kein Mensch. (Abg. Strache: Entschuldigung, bei aller Wertschätzung, aber wenn bei meinen Veranstaltungen etwas abläuft, dann schreite ich ein!) – Also ganz ehrlich, ich weiß, dass bei dieser Veranstaltung auch Menschen waren, die dem rechten Rand in Wiener Neustadt sehr, sehr nahe stehen, und Frau Abgeordnete Windbüchler-Souschill wird Ihnen das bestätigen (Zwischenrufe bei der FPÖ), denn es ist ganz einfach so gewesen. Gehen Sie etwas anders um mit diesem Thema! Gehen Sie etwas anders um mit diesem Thema! (Abg. Strache: Das waren Bürger, Unternehmer am Hauptplatz! ...!)
Abg. Strache: Wollen Sie die 800 000, die die FPÖ wählen, dem rechten Rand zuordnen?
Ja, ich war am Hauptplatz. Nein, auch andere, aber es waren 20 Personen dort, die diesem Rand sicherlich ... (Abg. Strache: Wollen Sie die 800 000, die die FPÖ wählen, dem rechten Rand zuordnen?) – Nein, aber bei der Veranstaltung waren auch Leute des rechten Randes. Dort waren auch Leute des rechten Randes. (Abg. Strache: Das ist genau die Methode, die die SPÖ ...: diffamieren, diskreditieren!)
Abg. Strache: Das ist genau die Methode, die die SPÖ ...: diffamieren, diskreditieren!
Ja, ich war am Hauptplatz. Nein, auch andere, aber es waren 20 Personen dort, die diesem Rand sicherlich ... (Abg. Strache: Wollen Sie die 800 000, die die FPÖ wählen, dem rechten Rand zuordnen?) – Nein, aber bei der Veranstaltung waren auch Leute des rechten Randes. Dort waren auch Leute des rechten Randes. (Abg. Strache: Das ist genau die Methode, die die SPÖ ...: diffamieren, diskreditieren!)
Abg. Strache: Das machen Sie! Sie machen das, das ist die Sauerei!
Lassen Sie die Kirche im Dorf! Sie wollen deswegen alles skandalisieren, weil Sie jetzt durch Frau Rosenkranz natürlich sensibilisiert sind. Dass diese Aussagen diese Leute natürlich anziehen, das müssen Sie verantworten. (Abg. Strache: Das machen Sie! Sie machen das, das ist die Sauerei!) Sie müssen verantworten, dass diese Leute auch diese Leute anziehen, und diese waren auch dort, weil ich als ehemaliger Bürgermeister von Wiener Neustadt diverse Leute kenne – das ist eben so. (Abg. Strache: Waren Sie bei den Linksextremen? Waren Sie bei den Linksextremen, die Leute niedergeschlagen haben?)
Abg. Strache: Waren Sie bei den Linksextremen? Waren Sie bei den Linksextremen, die Leute niedergeschlagen haben?
Lassen Sie die Kirche im Dorf! Sie wollen deswegen alles skandalisieren, weil Sie jetzt durch Frau Rosenkranz natürlich sensibilisiert sind. Dass diese Aussagen diese Leute natürlich anziehen, das müssen Sie verantworten. (Abg. Strache: Das machen Sie! Sie machen das, das ist die Sauerei!) Sie müssen verantworten, dass diese Leute auch diese Leute anziehen, und diese waren auch dort, weil ich als ehemaliger Bürgermeister von Wiener Neustadt diverse Leute kenne – das ist eben so. (Abg. Strache: Waren Sie bei den Linksextremen? Waren Sie bei den Linksextremen, die Leute niedergeschlagen haben?)
Abg. Strache: Die linksextremistische Sozialistische Jugend war dort und hat Leute verletzt! Körperverletzung! Bei einer Demonstration der Sozialistischen Jugend kam es zu Körperverletzungen!
Ich sage es Ihnen noch einmal: Sie müssen sich ein wenig mehr trennen von diesem Rand! Das schreibe ich Ihnen ins Stammbuch. (Abg. Strache: Die linksextremistische Sozialistische Jugend war dort und hat Leute verletzt! Körperverletzung! Bei einer Demonstration der Sozialistischen Jugend kam es zu Körperverletzungen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Waren Sie bei den linken Gewalttätigen, die polizeilich dokumentiert sind?
Sie haben natürlich durch diese Eid-Aussagen Ihrer Präsidentschaftskandidatin eine Anziehungskraft für diese Personen, und das ist das Problem. Sie müssen damit umgehen, und Sie müssen lernen, damit umzugehen, und das in einer korrekten Form. Das hat jetzt nichts mit dem ORF zu tun, das ist ausschließlich meine Wahrnehmung Ihrer Veranstaltung in Wiener Neustadt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Waren Sie bei den linken Gewalttätigen, die polizeilich dokumentiert sind?)
Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Ruf bei der FPÖ: Jawohl! – Abg. Mag. Gaßner: Das ist auch nicht notwendig, Herr Amon!
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Wittmann, Sie haben eingefordert, dass man bei diesem Thema Objektivität walten lassen soll, dass man die Fakten prüfen soll, und dann möge man sozusagen ein Urteil sprechen. – Eine solche Aussage hätte ich mir eigentlich vom Herrn Staatssekretär erwartet. (Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Ruf bei der FPÖ: Jawohl! – Abg. Mag. Gaßner: Das ist auch nicht notwendig, Herr Amon!)
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
Herr Staatssekretär, ich kann Ihre heutige Stellungnahme nicht nachvollziehen, ich möchte das sehr deutlich sagen, denn als Medien-Staatssekretär sind Sie zuständig für die Rahmenbedingungen, die die Medien betreffen, und natürlich auch für den ORF, aber Sie sind nicht der erste Anwalt des ORF oder der erste Anwalt einzelner ORF-Redakteure. Das möchte ich hier sehr deutlich zu Protokoll geben. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Abg. Silhavy: Aber das sind ja Vorwürfe! Vorwürfe!
Das ist in der Tat heute eine sehr sensible Debatte, Herr Staatssekretär. Ich gebe Ihnen in einem Punkt recht: Der Antrag, den die FPÖ hier stellt, ist so vom Bundeskanzler nicht vollziehbar, das haben Sie zu Recht kritisiert, aber ich hätte mir von Ihnen dennoch das eine oder andere kritische Wort erwartet, wenn derart schwerwiegende Vorwürfe im Raum stehen. (Abg. Silhavy: Aber das sind ja Vorwürfe! Vorwürfe!) – Und, Frau Kollegin Silhavy, es spricht sehr viel dafür, wenn Sie sich die Dinge ansehen, dass es sich so abgespielt hat, wie das Herr Kollege Strache heute hier dargestellt hat.
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
Wenn es so ist, dass sich das so abgespielt hat, dann ist das außerordentlich problematisch und dann ist der Grundsatz des „Wehret den Anfängen!“ hier in ganz besonderer Weise anzuwenden. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
Es gibt aber auch noch eine dritte Möglichkeit, nämlich dass es sich so abgespielt hat, wie der Vorwurf lautet. – Es würde dem ORF-Redakteursrat eigentlich gut anstehen, auch diese Möglichkeit zumindest in Erwägung zu ziehen. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Abg. Strache: Das ist unfassbar!
Es geht noch weiter, meine Damen und Herren: Es heißt dann, dass das über „,übliches‘ parteipolitisches Wehklagen über unliebsame Berichterstattung“ hinausgeht, und es heißt, dass es sich hier um einen Kriminalisierungsversuch journalistischer Arbeit, einen Anschlag auf das Redaktionsgeheimnis und aufklärungsbedürftiges Verhalten der Ermittlungsbehörden handelt. (Abg. Strache: Das ist unfassbar!) – Das ist in aller Deutlichkeit zurückzuweisen, meine Damen und Herren! (Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Abg. Strache: Das ist wirklich unfassbar!)
Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Abg. Strache: Das ist wirklich unfassbar!
Es geht noch weiter, meine Damen und Herren: Es heißt dann, dass das über „,übliches‘ parteipolitisches Wehklagen über unliebsame Berichterstattung“ hinausgeht, und es heißt, dass es sich hier um einen Kriminalisierungsversuch journalistischer Arbeit, einen Anschlag auf das Redaktionsgeheimnis und aufklärungsbedürftiges Verhalten der Ermittlungsbehörden handelt. (Abg. Strache: Das ist unfassbar!) – Das ist in aller Deutlichkeit zurückzuweisen, meine Damen und Herren! (Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Abg. Strache: Das ist wirklich unfassbar!)
Abg. Strache: Das ist unfassbar! Das ist unfassbar!
„(Medien)politisch gleichermaßen peinlich wie bemerkenswert ist, dass sich ÖVP-Klubobmann Karlheinz Kopf die unhaltbaren ,Manipulations‘-Vorwürfe der FPÖ für die Fortsetzung seines Anti-ORF-Feldzugs nutzbar zu machen versucht.“ (Abg. Strache: Das ist unfassbar! Das ist unfassbar!)
Zwischenrufe der Abg. Strache und Kickl.
Es geht dann so weiter – ich zitiere nur einen kleinen Auszug –: „... sind für den ÖVP-Mediensprecher hingegen nicht erwähnenswert. Das entspricht im Niveau dem der von Karlheinz Kopf verhandelten geplanten Änderungen von Mediengesetzen.“ (Zwischenrufe der Abg. Strache und Kickl.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Faul.
Jetzt frage ich Sie, meine Damen und Herren: Wenn der ORF-Redakteursrat eine derartige Meinung von unseren politischen Positionen hat, ja wie objektiv kann dann die Berichterstattung überhaupt noch sein? (Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Faul.)
Abg. Mag. Gaßner: Jetzt reicht es aber schon!
Frau Präsidentin, Ihre heutige Unterbrechung nach der Geschäftsordnungswortmeldung ist für mich auch nicht nachvollziehbar. (Abg. Mag. Gaßner: Jetzt reicht es aber schon!) Wir unterbrechen überhaupt schon permanent, nur weil das dem ORF zupasskommt. (Abg. Mag. Gaßner: Das obliegt aber der ...! – Abg. Silhavy: War da nicht der Kollege Neugebauer ...?) Ich habe vorgeschlagen, dass wir Parlamentssitzungen ja auch zeitversetzt übertragen könnten; das würde uns selbstverständlich die Unterbrechung ersparen. Und es wäre auch einmal darüber nachzudenken, ob nicht die Bilder, die hier im Haus produziert werden, vom Parlament produziert werden könnten und man das dann allen Medien gleichermaßen zur Verfügung stellt. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Gaßner: Das obliegt aber der ...! – Abg. Silhavy: War da nicht der Kollege Neugebauer ...?
Frau Präsidentin, Ihre heutige Unterbrechung nach der Geschäftsordnungswortmeldung ist für mich auch nicht nachvollziehbar. (Abg. Mag. Gaßner: Jetzt reicht es aber schon!) Wir unterbrechen überhaupt schon permanent, nur weil das dem ORF zupasskommt. (Abg. Mag. Gaßner: Das obliegt aber der ...! – Abg. Silhavy: War da nicht der Kollege Neugebauer ...?) Ich habe vorgeschlagen, dass wir Parlamentssitzungen ja auch zeitversetzt übertragen könnten; das würde uns selbstverständlich die Unterbrechung ersparen. Und es wäre auch einmal darüber nachzudenken, ob nicht die Bilder, die hier im Haus produziert werden, vom Parlament produziert werden könnten und man das dann allen Medien gleichermaßen zur Verfügung stellt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Frau Präsidentin, Ihre heutige Unterbrechung nach der Geschäftsordnungswortmeldung ist für mich auch nicht nachvollziehbar. (Abg. Mag. Gaßner: Jetzt reicht es aber schon!) Wir unterbrechen überhaupt schon permanent, nur weil das dem ORF zupasskommt. (Abg. Mag. Gaßner: Das obliegt aber der ...! – Abg. Silhavy: War da nicht der Kollege Neugebauer ...?) Ich habe vorgeschlagen, dass wir Parlamentssitzungen ja auch zeitversetzt übertragen könnten; das würde uns selbstverständlich die Unterbrechung ersparen. Und es wäre auch einmal darüber nachzudenken, ob nicht die Bilder, die hier im Haus produziert werden, vom Parlament produziert werden könnten und man das dann allen Medien gleichermaßen zur Verfügung stellt. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Amon: Aber die zeitversetzte Übertragung haben wir nicht gehabt!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter, wir haben das Modell, nicht zu unterbrechen, bereits gehabt. – Ich kann gut damit leben. (Abg. Amon: Aber die zeitversetzte Übertragung haben wir nicht gehabt!)
Abg. Amon: Nein, die zeitversetzte Übertragung ...! – Zwischenruf des Abg. Neugebauer.
Das ist nicht im Interesse der Abgeordneten, das halte ich an dieser Stelle fest, und daher sind wir auch wieder zu Unterbrechungen übergegangen. Das ist nicht mein Wunsch. (Abg. Amon: Nein, die zeitversetzte Übertragung ...! – Zwischenruf des Abg. Neugebauer.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich weise das heftig und energisch zurück, denn was die Polizei festgestellt hat, war, dass es Extremisten auf diesem Platz gab – nämlich von linker Seite: eine angemeldete Demonstration von Grünen, Sozialistischer Jugend und Kommunisten, bei der es auch zu Gewalttätigkeiten gegen Bürger kam, bei der Körperverletzungen stattgefunden haben, die auch zur Anzeige gelangt sind, und bei der es auch zu Festnahmen dieser Linksextremisten gekommen ist. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Rosenkranz: War der auch in Wiener Neustadt?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Öllinger zu Wort. Ich stelle die Uhr wunschgemäß auf 7 Minuten. – Bitte. (Abg. Dr. Rosenkranz: War der auch in Wiener Neustadt?)
Abg. Strache: Das glaubt Ihnen niemand! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Um das gleich einmal vorab klarzustellen: Ich bin für absolute Aufklärung in dieser Sache; ich bin aber auch, Herr Abgeordneter Strache, gegen jede Vorverurteilung. (Abg. Strache: Das glaubt Ihnen niemand! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Rosenkranz – in Richtung des Abg. Strache –: Herr Klubobmann, muss man sich das anhören oder kann man da hinausgehen? – Zwischenruf des Abg. Kickl.
Was wir hier heute erlebt haben, war eine zwei Stunden lange Vorverurteilung eines Redakteurs beziehungsweise eines Redakteursrates, die sich im Unterschied zu Ihnen, die Sie sich ausführlich äußern können, hier, in diesem Rahmen, nicht äußern können, keine Verteidigung ihrer Position vornehmen können, keine Argumente vorbringen können. (Abg. Dr. Rosenkranz – in Richtung des Abg. Strache –: Herr Klubobmann, muss man sich das anhören oder kann man da hinausgehen? – Zwischenruf des Abg. Kickl.)
Abg. Vilimsky: Er war ja dabei! – Abg. Strache: Ich habe es ja erlebt als Zeuge!
Was Sie hier gemacht haben, ist, zu sagen: Das, was die zwei Nazi-Statisten jetzt vor Gericht beziehungsweise vor der Polizei gesagt haben, ist wahr. – Wenn ich das vergleiche mit dem, was Sie zu diesen zwei Personen – diesen zwei Nazi-Statisten, wie Sie sie bezeichnen – vorher gesagt haben, wofür sie sich hergegeben haben, muss ich mich fragen: Warum bewerten Sie den Wert der Aussagen dieser zwei Personen vor Gericht – und es mag stimmen, es mag aber auch nicht stimmen – auf einmal als hundertprozentige Wahrheit, und das andere, nämlich den Vorfall selbst, bei dem sie eine Rolle gespielt haben, bewerten Sie als Skandal? – Das ist das eine. (Abg. Vilimsky: Er war ja dabei! – Abg. Strache: Ich habe es ja erlebt als Zeuge!)
Abg. Strache: Seit wann sind Sie gegen Vorverurteilungen? Das ist ja ein neuer Zugang von Ihnen!
Mich interessiert dieser Vorfall weiter nicht, außer dass ich feststelle, ich bin gegen die Vorverurteilung und die eindeutige ... (Abg. Strache: Seit wann sind Sie gegen Vorverurteilungen? Das ist ja ein neuer Zugang von Ihnen!) – Herr Kollege Strache, ich sage Ihnen etwas: Man braucht Kontakte von Neonazis zur FPÖ nicht zu inszenieren. (Abg. Strache: Sie schon!) Man braucht sie nicht zu inszenieren, denn sie finden im alltäglichen Leben der FPÖ statt. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Strache: Sie schon!
Mich interessiert dieser Vorfall weiter nicht, außer dass ich feststelle, ich bin gegen die Vorverurteilung und die eindeutige ... (Abg. Strache: Seit wann sind Sie gegen Vorverurteilungen? Das ist ja ein neuer Zugang von Ihnen!) – Herr Kollege Strache, ich sage Ihnen etwas: Man braucht Kontakte von Neonazis zur FPÖ nicht zu inszenieren. (Abg. Strache: Sie schon!) Man braucht sie nicht zu inszenieren, denn sie finden im alltäglichen Leben der FPÖ statt. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Mich interessiert dieser Vorfall weiter nicht, außer dass ich feststelle, ich bin gegen die Vorverurteilung und die eindeutige ... (Abg. Strache: Seit wann sind Sie gegen Vorverurteilungen? Das ist ja ein neuer Zugang von Ihnen!) – Herr Kollege Strache, ich sage Ihnen etwas: Man braucht Kontakte von Neonazis zur FPÖ nicht zu inszenieren. (Abg. Strache: Sie schon!) Man braucht sie nicht zu inszenieren, denn sie finden im alltäglichen Leben der FPÖ statt. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Neubauer: Sie haben ja im Ausschuss auch gelogen!
Herr Abgeordneter Strache, ich werde mich jetzt nicht – Sie können mitnotieren – mit den Vorfällen anlässlich von Kundgebungen beschäftigen, von denen Sie immer sagen, das sind irgendwelche linken Provokateure, die dann die Hand hochheben. Ich werde mich nicht damit beschäftigen, sondern mit dem Leben in Ihrer Partei (Abg. Neubauer: Sie haben ja im Ausschuss auch gelogen!), wie es in diesen Tagen und in den letzten Jahren stattfindet. Sie kommen schon noch dran, Herr Kollege Neubauer! (Abg. Strache: ... Autos angezündet werden, Polizisten ..., da sind Sie dabei!)
Abg. Strache: ... Autos angezündet werden, Polizisten ..., da sind Sie dabei!
Herr Abgeordneter Strache, ich werde mich jetzt nicht – Sie können mitnotieren – mit den Vorfällen anlässlich von Kundgebungen beschäftigen, von denen Sie immer sagen, das sind irgendwelche linken Provokateure, die dann die Hand hochheben. Ich werde mich nicht damit beschäftigen, sondern mit dem Leben in Ihrer Partei (Abg. Neubauer: Sie haben ja im Ausschuss auch gelogen!), wie es in diesen Tagen und in den letzten Jahren stattfindet. Sie kommen schon noch dran, Herr Kollege Neubauer! (Abg. Strache: ... Autos angezündet werden, Polizisten ..., da sind Sie dabei!)
Abg. Neubauer: Das ist ja die nächste ...! Das ist ja unwahr!
Kennen Sie den Herrn Wimmer Detlef? – Den kennen Sie, weil er Stadtrat in Linz ist. Er war beim Bund Freier Jugend (Abg. Neubauer: Das ist ja die nächste ...! Das ist ja unwahr!), zusammen mit Herrn Kohlbauer, mit Herrn Retschitzegger, mit Herrn Stefan Haider und vielen anderen Funktionären des Rings Freiheitlicher Jugend – vielen anderen! (Abg. Strache: Das sagen Sie ja nur unter dem Schutz der Immunität! Unter dem Schutz der Immunität schütten Sie die Leute mit Schmutz an! – Abg. Dr. Rosenkranz: Sagen Sie das draußen, nicht unter dem Adler!)
Abg. Strache: Das sagen Sie ja nur unter dem Schutz der Immunität! Unter dem Schutz der Immunität schütten Sie die Leute mit Schmutz an! – Abg. Dr. Rosenkranz: Sagen Sie das draußen, nicht unter dem Adler!
Kennen Sie den Herrn Wimmer Detlef? – Den kennen Sie, weil er Stadtrat in Linz ist. Er war beim Bund Freier Jugend (Abg. Neubauer: Das ist ja die nächste ...! Das ist ja unwahr!), zusammen mit Herrn Kohlbauer, mit Herrn Retschitzegger, mit Herrn Stefan Haider und vielen anderen Funktionären des Rings Freiheitlicher Jugend – vielen anderen! (Abg. Strache: Das sagen Sie ja nur unter dem Schutz der Immunität! Unter dem Schutz der Immunität schütten Sie die Leute mit Schmutz an! – Abg. Dr. Rosenkranz: Sagen Sie das draußen, nicht unter dem Adler!)
Abg. Dr. Rosenkranz: Wann wachen Sie denn endlich auf aus diesem Albtraum?
Wissen Sie, Herr Abgeordneter Strache, dass einige dieser genannten Funktionäre, die beim Bund Freier Jugend und beim RFJ waren, beispielsweise nach Rumänien zu einem Treffen einer neonazistischen Partei gefahren sind? – Die Bilder können Sie noch im Internet finden. Diese Partei heißt „Noua Dreapta“; das ist eine Nazi-Truppe. Da sieht man Funktionäre des BFJ und des RFJ mit diesen Personen gemeinsam sitzen. (Abg. Dr. Rosenkranz: Wann wachen Sie denn endlich auf aus diesem Albtraum?)
Abg. Grosz: Deutschlandsberg? Halt, nein! Nicht Deutschlandsberg, Fürstenfeld!
Wissen Sie, Herr Abgeordneter Strache, dass Herr Juritz, der ja zumindest bis vor Kurzem Bezirksobmann des Rings Freiheitlicher Jugend in Deutschlandsberg war, gemeinsam mit Herrn Pfingstl, der bis vor Kurzem Funktionär des RFS und des Rings Freiheitlicher Jugend ...? (Abg. Grosz: Deutschlandsberg? Halt, nein! Nicht Deutschlandsberg, Fürstenfeld!) – Juritz war in Deutschlandsberg, das weiß ich. (Abg. Grosz: Lass meine schöne Heimatgemeinde in Ruhe!) Herr Juritz war in Deutschlandsberg, und er hat mit Herrn Pfingstl, der ein RFS-Funktionär und ein RFJ-Funktionär war, jetzt – vor wenigen Wochen – gemeinsam mit anderen Neonazis eine Geburtstagsfeier nicht nur gestört, sondern das Geburtstagskind zusammengeschlagen, weil ihm die Lieder nicht gepasst haben.
Abg. Grosz: Lass meine schöne Heimatgemeinde in Ruhe!
Wissen Sie, Herr Abgeordneter Strache, dass Herr Juritz, der ja zumindest bis vor Kurzem Bezirksobmann des Rings Freiheitlicher Jugend in Deutschlandsberg war, gemeinsam mit Herrn Pfingstl, der bis vor Kurzem Funktionär des RFS und des Rings Freiheitlicher Jugend ...? (Abg. Grosz: Deutschlandsberg? Halt, nein! Nicht Deutschlandsberg, Fürstenfeld!) – Juritz war in Deutschlandsberg, das weiß ich. (Abg. Grosz: Lass meine schöne Heimatgemeinde in Ruhe!) Herr Juritz war in Deutschlandsberg, und er hat mit Herrn Pfingstl, der ein RFS-Funktionär und ein RFJ-Funktionär war, jetzt – vor wenigen Wochen – gemeinsam mit anderen Neonazis eine Geburtstagsfeier nicht nur gestört, sondern das Geburtstagskind zusammengeschlagen, weil ihm die Lieder nicht gepasst haben.
Abg. Strache: Unter dem Schutz der Immunität gehen Sie her und behaupten solche Dinge, die Schmutz ...!
Wissen Sie, was in einigen Ihrer Ortsgruppen stattfindet? (Abg. Strache: Unter dem Schutz der Immunität gehen Sie her und behaupten solche Dinge, die Schmutz ...!) – Das ist kein Schmutz, das sind Realitäten, Herr Abgeordneter Strache! (Abg. Dipl.-Ing. Deimek: ..., lügen Sie nicht! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Dipl.-Ing. Deimek: ..., lügen Sie nicht! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Wissen Sie, was in einigen Ihrer Ortsgruppen stattfindet? (Abg. Strache: Unter dem Schutz der Immunität gehen Sie her und behaupten solche Dinge, die Schmutz ...!) – Das ist kein Schmutz, das sind Realitäten, Herr Abgeordneter Strache! (Abg. Dipl.-Ing. Deimek: ..., lügen Sie nicht! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Wieder eine Unwahrheit! Unter dem Schutz der Immunität sagen Sie eine Unwahrheit!
Ich kann Ihnen sagen, dass in einem Nachbarort von Mariazell – Herr Kollege Kurzmann weiß das – der Spitzenkandidat der FPÖ auf einem Bild zu sehen war, das in einem Lokal, das auch der FPÖ zuzurechnen ist (Abg. Strache: Wieder eine Unwahrheit! Unter dem Schutz der Immunität sagen Sie eine Unwahrheit!), im Jahr 2007 aufgenommen wurde, auf dem man diesen Spitzenkandidaten der dortigen FPÖ mit einem rechtsradikalen T-Shirt sieht anlässlich des Konzerts einer deutschen Nazi-Gruppe, die Agitator heißt.
Abg. Strache: Unter dem Schutz der Immunität geben Sie genau diese Unwahrheit zum Besten!
Wissen Sie, welche Lieder die Gruppe Agitator offensichtlich vor versammeltem FPÖ-Publikum zum Besten gibt? – (Abg. Strache: Unter dem Schutz der Immunität geben Sie genau diese Unwahrheit zum Besten!) Die singt unter anderem Folgendes: Ich bin mit Leib und Seele Nazi, und ich weiß mit Sicherheit: Für mich kann’s nix Schöneres geben, ich bleibe Nazi für alle Zeit!
Abg. Strache: Das ist auch wieder unwahr, wieder unter dem Schutz der Immunität! Letztklassig! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Immunität! Das ist ein Skandal!) Ich stehe nicht an, dazuzusagen, dass es auch andere Leute in Ihrer Partei gibt, die sich davon distanzieren, etwa von dem Vorfall, den es in Fürstenfeld gegeben hat, und auch davon weiß Kollege Kurzmann: Da ruft ein – jetzt bin ich wieder bei Kollegem Grosz – FPÖ-Funktionär, ein Herr Pfingstl, das ist offensichtlich der Bruder, zu dem Herrn Radl „Heil Hitler!“. (Abg. Strache: Das ist auch wieder unwahr, wieder unter dem Schutz der Immunität! Letztklassig! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Daraufhin sagen Funktionäre der FPÖ, dass sie dieses Spiel nicht mehr mitmachen wollen, und distanzieren sich von Herrn Pfingstl. (Abg. Strache: Solche Unwahrheiten, wie Sie sie hier verbreiten, sind letztklassig! Einfach Unwahrheiten behaupten, Menschen diskreditieren, das ist Ihre Methode!)
Abg. Strache: Solche Unwahrheiten, wie Sie sie hier verbreiten, sind letztklassig! Einfach Unwahrheiten behaupten, Menschen diskreditieren, das ist Ihre Methode!
Immunität! Das ist ein Skandal!) Ich stehe nicht an, dazuzusagen, dass es auch andere Leute in Ihrer Partei gibt, die sich davon distanzieren, etwa von dem Vorfall, den es in Fürstenfeld gegeben hat, und auch davon weiß Kollege Kurzmann: Da ruft ein – jetzt bin ich wieder bei Kollegem Grosz – FPÖ-Funktionär, ein Herr Pfingstl, das ist offensichtlich der Bruder, zu dem Herrn Radl „Heil Hitler!“. (Abg. Strache: Das ist auch wieder unwahr, wieder unter dem Schutz der Immunität! Letztklassig! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Daraufhin sagen Funktionäre der FPÖ, dass sie dieses Spiel nicht mehr mitmachen wollen, und distanzieren sich von Herrn Pfingstl. (Abg. Strache: Solche Unwahrheiten, wie Sie sie hier verbreiten, sind letztklassig! Einfach Unwahrheiten behaupten, Menschen diskreditieren, das ist Ihre Methode!)
Zwischenruf des Abg. Neubauer.
Solcher Art sind Vorfälle, die in Ihrer Partei, rund um Ihre Partei passieren, wo es Gott sei Dank auch einzelne Leute in der FPÖ gibt, die sich distanzieren – allerdings ist das die Minderheit. Ich hätte mir von Ihnen, Herr Abgeordneter Strache, erwartet, dass Sie die Kraft aufbringen, sich von neonazistischen Umtrieben, die am Rande Ihrer Partei immer wieder in den letzten Jahren und auch aktuell stattfinden, eindeutig zu distanzieren, und dass Sie die verantwortlichen Funktionäre aus Ihrer Partei ausschließen. (Zwischenruf des Abg. Neubauer.)
Abg. Mag. Stefan: Kann der ORF weiter Statisten bezahlen!
Solange Sie das nicht tun, solange Sie keine klare Distanz zum Neonazismus aufbringen (Abg. Mag. Stefan: Kann der ORF weiter Statisten bezahlen!), so lange werden Sie sich gefallen lassen müssen, dass man auch die FPÖ immer wieder in Bezug bringt zu derartigen, nämlich rechtsextremen Aktivitäten. (Abg. Strache: Unter dem Schutz der Immunität!)
Abg. Strache: Unter dem Schutz der Immunität!
Solange Sie das nicht tun, solange Sie keine klare Distanz zum Neonazismus aufbringen (Abg. Mag. Stefan: Kann der ORF weiter Statisten bezahlen!), so lange werden Sie sich gefallen lassen müssen, dass man auch die FPÖ immer wieder in Bezug bringt zu derartigen, nämlich rechtsextremen Aktivitäten. (Abg. Strache: Unter dem Schutz der Immunität!)
Beifall bei den Grünen.
So schaut es aus. Und das ist alles, Herr Kollege Strache, was ich dazu zu sagen habe! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Strache: Aber im Schutz der Immunität Unwahrheiten sagen und herumlügen!
Ich berichtige wie folgt: Herr Detlef Wimmer, Stadtrat in Linz, war nie Mitglied des BFJ. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Strache: Aber im Schutz der Immunität Unwahrheiten sagen und herumlügen!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Öllinger: Was sagt der Herr Pledl dazu?
Als Landesparteiobmann der Freiheitlichen in der Steiermark stelle ich fest, dass ich bisher lauter eidesstattliche Erklärungen bekommen habe, die das, was Sie behaupten, nicht belegen. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Öllinger: Was sagt der Herr Pledl dazu?)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Im Übrigen, Herr Kollege Öllinger: Es würde auch nicht gehen, wenn das alles, was Sie hier vorgetragen haben, wahr wäre. Fingieren wir das einmal! Das würde mit keinem einzigen Beistrich das Verhalten des ORF in dieser Frage rechtfertigen, mit keinem einzigen Beistrich. Das eine hat mit dem anderen zunächst einmal überhaupt nichts zu tun. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Das heißt, das, was bereits zugegeben wurde, entspricht nicht dem Gesetz, widerspricht dem ORF-Gesetz, widerspricht den ORF-Richtlinien und ist per se bereits Anlass genug, dass der ORF handeln müsste. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Rufe bei den Grünen: Geh!
Ad drei: Meine Damen und Herren, ich habe hier herinnen erlebt – und die älteren Abgeordneten unter uns, die schon länger im Nationalrat sind, können sich daran erinnern –, welche Kampagne es zum Zeitpunkt des Briefbombenterrors gegen Jörg Haider und die damalige FPÖ gegeben hat. Unglaublich! Alle waren wir Briefbombenterroristen, alle, der Reihe nach! Es gab sogar ein Urteil – das wurde bis zum Straßburger Gerichtshof hinauf gezogen –, wonach Kollege Pilz frank und frei behaupten konnte, Jörg Haider ist der Ziehvater eines rechtsextremen Terrors, der sich spätestens nach Ebergassing als linksextremer Terror herausgestellt hat. (Rufe bei den Grünen: Geh!) – Aber natürlich, nicht „geh“ sagen! Die, die dort im Acker gelegen sind, waren eure Gesinnungsgenossen, meine Damen und Herren! (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Ad drei: Meine Damen und Herren, ich habe hier herinnen erlebt – und die älteren Abgeordneten unter uns, die schon länger im Nationalrat sind, können sich daran erinnern –, welche Kampagne es zum Zeitpunkt des Briefbombenterrors gegen Jörg Haider und die damalige FPÖ gegeben hat. Unglaublich! Alle waren wir Briefbombenterroristen, alle, der Reihe nach! Es gab sogar ein Urteil – das wurde bis zum Straßburger Gerichtshof hinauf gezogen –, wonach Kollege Pilz frank und frei behaupten konnte, Jörg Haider ist der Ziehvater eines rechtsextremen Terrors, der sich spätestens nach Ebergassing als linksextremer Terror herausgestellt hat. (Rufe bei den Grünen: Geh!) – Aber natürlich, nicht „geh“ sagen! Die, die dort im Acker gelegen sind, waren eure Gesinnungsgenossen, meine Damen und Herren! (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Abg. Scheibner: Zugegeben!
So viel zum Thema Objektivität des Österreichischen Rundfunks. Seit Jahr und Tag hat es keine derartige Szene hier im Haus gegeben. Der ORF hat auf Knopfdruck damals, über Intervention von Kalina im ORF, dafür gesorgt, dass darüber nicht berichtet wurde. (Abg. Scheibner: Zugegeben!) – Zugegeben sogar!
Heiterkeit bei der FPÖ.
Drittes Beispiel: Ich selbst bin beinahe Opfer einer ähnlichen Vernaderung geworden. Als junger Abgeordneter im Vorarlberger Landtag kommt ein Redakteur, der unbedingt Karriere machen wollte und später auch Karriere gemacht hat, auf die Idee, mir irgendeinen Nachkommen von Herrn Hjalmar Schacht als Kontaktmann über Beratungen zur Aufhebung der deutsch-österreichischen Grenze zu unterstellen. (Heiterkeit bei der FPÖ.) Ein totaler Schwachsinn! Ich werde in den ORF geladen, werde dort mit einem Video konfrontiert, wo dieser Skinhead das einfach frank und frei behauptet.
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist denn der heute? Gibt es den heute auch noch?
So, das ist meine subjektive Erfahrung. Ich habe gewusst, wie man in Teufels Küche kommt mit so einer gefakten Geschichte. Die war dann aber nur zu Ende, weil es einen anständigen Sozialdemokraten gegeben hat. Das war der einzige Anständige in diesem ganzen Spiel. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist denn der heute? Gibt es den heute auch noch?) Die habe ich heute vermisst, meine Damen und Herren! Ich habe das heute vermisst.
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Mein lieber Peter Wittmann, ich schätze dich unglaublich! Du weißt das. Ich schätze dich auch als Juristen. Aber wenn du hier herausgehst und zu bereits zugegebenen Fakten, die klare Gesetzesverstöße vor dem Hintergrund des ORF-Gesetzes sind, die klar gegen die Richtlinien des ORF verstoßen, dann immer noch sagst, das ist zweifelhaft, man muss das alles erst untersuchen, sage ich: Das, was bereits zugegeben ist, genügt schon, um dem ORF klarzumachen, dass man so in dem Land als öffentlich-rechtliche Anstalt nicht agieren kann, meine Damen und Herren! So geht das nicht! (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ sowie des Abg. Amon.
Alles hat auch schon im Ausland stattgefunden, nur dafür sind wir nicht zuständig. Wir haben eine öffentlich-rechtliche Anstalt, die eine privilegierte Stellung allein darin hat, dass sie von den Bürgern Zwangsgebühren einheben kann. Meine Damen und Herren, hier gibt es einen klaren gesetzlichen Auftrag, der dahinter steht, wenn man schon eine so privilegierte Anstalt hat. Und dann haben Leute, die solche gefakte Geschichten produzieren, dort nichts verloren, meine Damen und Herren – in aller Form! (Beifall bei BZÖ und FPÖ sowie des Abg. Amon.) Das hat nichts mit einer Verfolgung von Journalisten zu tun.
Heiterkeit beim BZÖ.
Und letztlich sage ich Ihnen auch als Katholik: Wenn ich der Feind meines eigenen Geldes wäre, würde ich bei jeder Sendung der Religionsredaktion – insbesondere „Kreuz & Quer“ – am liebsten in den Fernseher treten. Aber ich bin nicht der Feind meines eigenen Geldes, daher verschone ich den Fernseher und gehe auf ein anderes Programm. (Heiterkeit beim BZÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Die Mehrheit der Österreicher ist nach wie vor katholisch, Gott sei Dank. Daran werden auch die derzeitigen Kampagnen gegen die Kirche nichts ändern. Was sich aber in der Religionsredaktion an Agitation gegen die Kirche abspielt! Die Bischöfe sind nur zu feige, sich dagegen zu wehren. Aber ich, meine Damen und Herren, benutze die Gelegenheit, einmal klarzumachen, dass der Österreichische Rundfunk endlich einmal auch auf die Mehrheit dieses Landes auch hinsichtlich der konfessionellen Bekenntnisse Rücksicht nehmen sollte und die kirchenfeindliche Agitation einstellen sollte, wie der ORF auch keine gesetzliche Grundlage dafür hat und auch keine moralische Grundlage dafür hat, gegen irgendeine Parlamentspartei dieses Hauses zu agitieren, genauso wenig wie gegen eine Konfession, meine Damen und Herren. (Beifall bei BZÖ und FPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Daher sage ich: Die Mehrheit der ORF-Redakteure ist anständig und ordentlich, aber es ist hoch an der Zeit zu sagen, dass es im ORF ein Milieu gibt, das glaubt, mit politisch korrekter Grundeinstellung als Gutmensch in dem Land gegenüber missliebigen politischen Gegnern sich einfach alles erlauben zu dürfen. Es ist hoch an der Zeit gewesen, dass wir das in diesem Haus einmal offen debattieren. Und es sollte nicht die letzte Debatte sein, wenn der ORF nicht endlich eine andere Politik einschlägt. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Ing. Christian Höbart (FPÖ): Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Sehr geehrte Damen und Herren! Einmal in Richtung des Kollegen Wittmann: Ich muss Ihnen schon sagen – auch wenn es Sie noch so schmerzt! –, diejenigen, die an diesem Tag unsere Wahlkundgebung in Wiener Neustadt mit unserem Bundesparteiobmann besucht haben, waren Ihre ehemaligen Wähler! Das ist richtig und wichtig, dass ein Großteil der ehemaligen sozialdemokratischen Wähler diesmal ein Zeichen gesetzt hat und die FPÖ gewählt hat. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Daher muss ich natürlich Ihre Aussagen aufs Schärfste zurückweisen. Ich möchte das genauso ins Reich der Träume zurückweisen, in welchem sich Herr Öllinger ständig befindet. Jetzt gerade ist er in sein Notebook vertieft. Sie sollten endlich einmal aufwachen aus Ihrem Traum – Sie müssten eigentlich schon permanent schweißgebadet ins Bett steigen und auch aufwachen! –, die FPÖ „entlarven“ zu müssen. Sie können uns nicht entlarven! Das sind Schauermärchen. Sie sollten sich eigentlich genieren für diese Schauermärchen, Herr Öllinger! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Geschäften brennen, wenn nämlich Ihre linksextremen Leute demonstrieren. Das muss man hier auch einmal in dieser Deutlichkeit sagen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Faktum 1: Es ist schon einmal schlimm genug – egal, ob es um eine Manipulation geht; das ist nämlich die zweite schlimme Thematik –: Es wurde inszeniert, um die Freiheitliche Partei und unseren Bundesparteiobmann bei dieser Wahlveranstaltung anzupatzen. Inszenierung war das, und nichts anderes, sehr geehrte Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim
Was ist passiert? – Ich fasse das noch einmal kurz zusammen, und ich versuche auch langsam zu reden, damit das auch die Letzten in diesem Plenarsaal begreifen und verstehen (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim): Der ORF karrt Rechtsextremisten zu einer Wahlveranstaltung der FPÖ – Faktum 1.
Beifall bei der FPÖ.
Am Ende des Tages muss man natürlich die Frage stellen, ob hier nicht ein politischer Auftrag gegeben wurde. Ich persönlich und auch wir von unserer Fraktion können uns nicht vorstellen, dass das eine Geschichte ist, die sich dieser Eduard Moschitz aus den Fingern gezogen hat. Das können wir uns nicht vorstellen. Das heißt, wir müssen der Frage nachgehen, wer hier die politische Verantwortung zu tragen hat und wer vielleicht sogar den politischen Auftrag gegeben hat. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
In jedem Fall – und damit komme ich zum Ende – müssen wir rasch handeln, um solche Methoden nicht salonfähig werden zu lassen und unsere bereits ramponierte Demokratie nicht weiter zu schädigen. Ich kann Ihnen garantieren, unsere Fraktion wird alles tun, um diese Machenschaften im ORF – ich sage das ganz bewusst – mit dem eisernen Besen zu beseitigen, denn das ist den Gebührenzahlern nicht mehr zumutbar. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Aber eines kann nicht sein: Dass die Aussage von zwei rechten Skinheads ein Parlament zwei Stunden lang so beeinflusst, dass schon Vorverurteilungen vorkommen, dass der Herr Kollege Stadler von klaren Gesetzesverstößen spricht, bevor noch irgendjemand sich rechtfertigen konnte. Das kann sicher nicht sein. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Stadler: Die Zahlungen sind ja schon zugegeben worden! Die Zahlungen sind ja schon eingestanden worden!
Es kann gar nicht Gegenstand unserer Debatte hier sein, dass wir kriminalpolizeilich überprüfen, wer wann wo war und was gesagt hat. Das ist doch überhaupt nicht das Thema. Da gibt es eindeutig eine Unschuldsvermutung, und das Wort „Unschuldsvermutung“ ist in Zeiten wie diesen schon verdächtig. (Abg. Mag. Stadler: Die Zahlungen sind ja schon zugegeben worden! Die Zahlungen sind ja schon eingestanden worden!) – Nein, es gibt so etwas wie eine wissenschaftliche Nullhypothese. Zunächst einmal gehe ich davon aus, ich habe überhaupt keinen Grund zur Annahme, dass irgendein ORF-Redakteur irgendjemanden ins rechtsrechte Eck rücken will. Das macht die FPÖ sowieso ständig selbst. Da braucht man keinen ORF-Redakteur dafür. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Es kann gar nicht Gegenstand unserer Debatte hier sein, dass wir kriminalpolizeilich überprüfen, wer wann wo war und was gesagt hat. Das ist doch überhaupt nicht das Thema. Da gibt es eindeutig eine Unschuldsvermutung, und das Wort „Unschuldsvermutung“ ist in Zeiten wie diesen schon verdächtig. (Abg. Mag. Stadler: Die Zahlungen sind ja schon zugegeben worden! Die Zahlungen sind ja schon eingestanden worden!) – Nein, es gibt so etwas wie eine wissenschaftliche Nullhypothese. Zunächst einmal gehe ich davon aus, ich habe überhaupt keinen Grund zur Annahme, dass irgendein ORF-Redakteur irgendjemanden ins rechtsrechte Eck rücken will. Das macht die FPÖ sowieso ständig selbst. Da braucht man keinen ORF-Redakteur dafür. (Beifall bei den Grünen.)
Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.
Und das Zweite ist: Ich habe auch überhaupt keinen Grund anzunehmen, dass die FPÖ das bewusst lanciert, in die Welt setzt. Dazu habe ich auch keinen Grund. Da gilt genauso die Unschuldsvermutung. (Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Mag. Stadler: Sie haben es ja zugegeben, dass sie bezahlt wurden!
Also da, glaube ich, gibt es schon einen Zusammenhang, der jetzt auch an der Unabhängigkeit des ORF ein bisschen kratzen soll. Und das geht auch ein bisschen in Ihre Richtung, Herr Kollege Stadler. (Abg. Mag. Stadler: Sie haben es ja zugegeben, dass sie bezahlt wurden!)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Klar ist: Wir sind total gegen jede Art von Manipulation, aber wir sind auch gegen jede Art von Einschüchterung von unabhängigen Redakteuren durch das Parlament, durch Parteien in diesem Parlament. Das kann es auch nicht sein. Denn wenn jetzt der ORF in die Situation kommt, dass die Redakteure sich vielleicht fürchten müssen, dass irgendwann einmal, wenn sie über eine Parteiveranstaltung der FPÖ berichten, vielleicht wirklich „Sieg Heil!“ irgendwo gerufen wird und sich dann das niemand mehr filmen traut, weil das vielleicht manipuliert worden ist, das kann es auch nicht sein. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Wieso passiert das eigentlich keiner anderen Partei? Wieso passiert das immer Ihnen? Das ist auch irgendwie eigenartig. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Stellen Sie sich einmal vor, wir würden klagen, weil bei irgendeiner Wahlveranstaltung von uns irgendjemand angehalten worden wäre, nationalsozialistische Sprüche zu skandieren. Da würden alle sofort sagen: So ein Blödsinn! Kann gar nicht sein! – So etwas kann eigentlich eh nur bei Ihnen geprüft werden. Das kann bei uns gar nicht geprüft werden. Das hat aber nichts damit zu tun, dass wir absolut gegen jede Art von Manipulation sind.
Ruf bei der FPÖ: Was hat denn die Frau Rosenkranz mit dem ORF zu tun? Können Sie mir das erklären?
Aber es gibt da schon immer wieder einen Grund, und da nützt es nichts, mit eidesstattlichen Erklärungen und mit Unschuldsbeteuerungen wieder zurückzurudern. Das sind Aussagen von Frau Rosenkranz, von Herrn Strache, von Herrn Graf und so weiter. Das ist immer wieder das Gleiche. (Ruf bei der FPÖ: Was hat denn die Frau Rosenkranz mit dem ORF zu tun? Können Sie mir das erklären?) Wer wie eine Ente watschelt, wer ausschaut wie eine Ente und wer auch so schnattert, der kann auch eine Ente sein, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Aber es gibt da schon immer wieder einen Grund, und da nützt es nichts, mit eidesstattlichen Erklärungen und mit Unschuldsbeteuerungen wieder zurückzurudern. Das sind Aussagen von Frau Rosenkranz, von Herrn Strache, von Herrn Graf und so weiter. Das ist immer wieder das Gleiche. (Ruf bei der FPÖ: Was hat denn die Frau Rosenkranz mit dem ORF zu tun? Können Sie mir das erklären?) Wer wie eine Ente watschelt, wer ausschaut wie eine Ente und wer auch so schnattert, der kann auch eine Ente sein, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ.
Eine Frage, die hier, neben einer lückenlosen Aufklärung, für die sich, mit Ausnahme der Grünen, eigentlich alle Fraktionen ausgesprochen haben, zu stellen ist: Wer steht eigentlich hinter diesem Redakteur? Wer steht hinter diesem System? Denn Sie können mir hier nicht erklären, dass ein kleiner Redakteur einer Redaktion ausrückt, Provokateure bezahlt, ORF-Wagen anfordert – da gibt es ein langwieriges Verfahren, für jene, die vielleicht einmal im ORF gearbeitet haben –, mit diesen ORF-Wagen herumfährt, ohne dass ein Vorgesetzter, ohne dass eine übergeordnete Stelle – bis hin zum Herrn Strobl, der den Grünen ja sehr nahesteht – davon gewusst und Kenntnis gehabt hat. Das können Sie mir nicht erzählen! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Aber wir hätten uns mehr von Ihnen erwartet, Herr Staatssekretär, und das wäre Ihnen heute auch gut angestanden, nämlich hier herauszugehen und zu sagen: Ja, ich wirke mit an einer lückenlosen Aufklärung dieser Vorwürfe und dieser Fakten! – Das haben Sie aber nicht getan! (Beifall bei der FPÖ.) Nein, Sie haben dem ORF die Mauer gemacht, anstatt für eine lückenlose Aufklärung im Interesse der Demokratie, im Interesse der Politik und, ich sage, auch im Interesse des ORF zu sorgen.
Abg. Strache: Das ist die übliche Methode! Eine gefährliche Drohung!
Aber es geht weiter. Anstatt aufzuklären – auch im eigenen Interesse, im Interesse der Unabhängigkeit, des politischen Ethos –, geht der ORF noch viel weiter: Er bietet, wie wir der APA entnehmen können, jetzt Verteidiger aus der Medienszene auf, einen sogenannten Wissenschaftler. Ein Wissenschaftler stärkt dem ORF den Rücken. Er sagt – Zitat –: Die Dinge, die der ORF in der Reportage gemacht hat, sind üblich. Sind üblich, meine Damen und Herren! (Abg. Strache: Das ist die übliche Methode! Eine gefährliche Drohung!) Das ist eine gefährliche Drohung, und um das geht es eigentlich, nämlich dass es offenbar, auch bestätigt durch den Herrn Hausjell, im ORF üblich ist, dass man Provokateure bezahlt, dass man Beiträge manipuliert, dass man Andersdenkende ins falsche Licht rückt.
Abg. Strache: Dass er endlich wieder unabhängig wird!
Herr Staatssekretär, sorgen Sie dafür, dass im unabhängigen ORF, im Interesse der Unabhängigkeit (Abg. Strache: Dass er endlich wieder unabhängig wird!), auch der medialen Szene in Österreich, derartige Vorfälle sofort abgestellt werden und sofort eine lückenlose Aufklärung dieser schwerwiegenden Vorwürfe vorgenommen wird! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Herr Staatssekretär, sorgen Sie dafür, dass im unabhängigen ORF, im Interesse der Unabhängigkeit (Abg. Strache: Dass er endlich wieder unabhängig wird!), auch der medialen Szene in Österreich, derartige Vorfälle sofort abgestellt werden und sofort eine lückenlose Aufklärung dieser schwerwiegenden Vorwürfe vorgenommen wird! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Vilimsky: Sind ja auch!
Abgeordnete Heidrun Silhavy (SPÖ): Danke, Herr Präsident! – Der Herr Abgeordnete Vilimsky hat in seiner Rede wieder einmal behauptet, dass Aufträge aus dem Büro der Parlamentspräsidentin an einen ORF-Redakteur ergangen wären. (Abg. Vilimsky: Sind ja auch!)
Beifall bei SPÖ und Grünen.
Und drittens: Von der FPÖ war im ganzen E-Mail nie die Rede, sondern von Rechtsextremismus, und es ist sehr verwunderlich, dass die FPÖ sich da so betroffen fühlt. (Beifall bei SPÖ und Grünen.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Grosz
Abgeordneter Dr. Peter Fichtenbauer (FPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Abgesehen davon, dass wahrscheinlich jetzt niemand verstanden hat, was die Frau Kollegin Silhavy vermitteln wollte (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Grosz), es aber auch keinen Anlass gibt, diesem Perzeptionsdefekt näher auf die Spur zu gehen – ich darf von vornherein die wahrscheinliche Unerheblichkeit ihrer vermutlichen Äußerungen unterstellen –, liegt es mir aber doch sehr daran zu verdeutlichen, dass es schade ist, dass vom Herrn Staatssekretär nicht die Gelegenheit genutzt worden ist, klarzustellen, dass seitens der Regierung, der Sozialdemokraten in der Regierung nicht im Geringsten ein Interesse bestünde, solcherlei Vorkommnisse, die wir heute debattieren, für billig zu halten, für gut zu halten, billigend in Kauf zu nehmen, sondern dass man sich auf einen, noch dazu verfassungsrechtlich nicht haltbaren, Formalstandpunkt zurückzieht (Beifall bei der FPÖ) und behauptet, mit einem gewissen Tremolo in der Stimme, der Ihnen nicht wirklich zugute passt, das sei ein verfassungswidriger Antrag.
Beifall bei der FPÖ
Abgeordneter Dr. Peter Fichtenbauer (FPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Abgesehen davon, dass wahrscheinlich jetzt niemand verstanden hat, was die Frau Kollegin Silhavy vermitteln wollte (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Grosz), es aber auch keinen Anlass gibt, diesem Perzeptionsdefekt näher auf die Spur zu gehen – ich darf von vornherein die wahrscheinliche Unerheblichkeit ihrer vermutlichen Äußerungen unterstellen –, liegt es mir aber doch sehr daran zu verdeutlichen, dass es schade ist, dass vom Herrn Staatssekretär nicht die Gelegenheit genutzt worden ist, klarzustellen, dass seitens der Regierung, der Sozialdemokraten in der Regierung nicht im Geringsten ein Interesse bestünde, solcherlei Vorkommnisse, die wir heute debattieren, für billig zu halten, für gut zu halten, billigend in Kauf zu nehmen, sondern dass man sich auf einen, noch dazu verfassungsrechtlich nicht haltbaren, Formalstandpunkt zurückzieht (Beifall bei der FPÖ) und behauptet, mit einem gewissen Tremolo in der Stimme, der Ihnen nicht wirklich zugute passt, das sei ein verfassungswidriger Antrag.
Beifall bei der FPÖ.
Punkt eins: § 46 des ORF-Gesetzes birgt die Vollzugsklausel in Richtung des Bundeskanzlers. Also der Bundeskanzler und damit Sie als Zuständiger, als Medienstaatssekretär sind für die Vollziehung zuständig! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Nein, Peter, das ist falsch! Vollzug der Unabhängigkeit!
Zweiter Punkt: Nicht zu übersehen ist, § 36 Abs. 2 tut das Antrags- und Beschwerdelegitimationsrecht des Bundes kund. (Abg. Mag. Stadler: Nein, Peter, das ist falsch! Vollzug der Unabhängigkeit!) Gut ist es, danke! Er bietet aber jedenfalls die Möglichkeit, dass der Bund, dieser wieder vertreten durch den Bundeskanzler, eine Beschwerde beim Bundeskommunikationssenat einbringt. Das heißt, Sie könnten diesen Fall zum Anlass nehmen, sich beim Bundeskommunikationssenat zu beschweren.
Beifall bei der FPÖ.
Dass wir die Justiz hier nicht aufzufordern haben, tätig zu sein, versteht sich von selbst, aber wir hatten guten Grund, den Bundeskanzler aufzufordern, im Rahmen seiner Möglichkeiten tätig zu werden. Wenn er sagt, er hat keine Möglichkeiten, müssen wir es zur Kenntnis nehmen, aber verfassungswidrig ist dieser Aufforderungsinhalt allemal nicht. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Staatssekretär Dr. Ostermayer spricht mit Abg. Ablinger.
Abgeordneter Gerald Grosz (BZÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Staatssekretär! In einem gebe ich den Kritikern der Antragsformulierung recht, denn da steht: „Der Bundeskanzler wird aufgefordert im Rahmen seiner Möglichkeiten sicherzustellen, ...“ – Wenn es um Medien geht, Herr Staatssekretär ... (Staatssekretär Dr. Ostermayer spricht mit Abg. Ablinger.) – Es würde mich sehr freuen, wenn das Gemurmel hinter mir ein wenig eingestellt wird, denn das ist auch störend während der Rede. Ich danke.
Abg. Mag. Stadler: Leider nicht!
Herr Staatssekretär, ich habe Sie angesprochen, denn wenn es um unerlaubte Interventionen bei Medien geht, sind ja eher Sie der Ansprechpartner. Ich erinnere an einen Vorfall vor einigen Monaten: Ein Staatssekretär, der die Pressesprecherin des Bundeskanzlers anweist, bei der APA anzurufen, einen APA-Redakteur sofort zu entfernen, weil er sich erlaubt hat, kritisch über die Bundesregierung zu berichten, das ist einzigartig in der Geschichte der Republik. (Abg. Mag. Stadler: Leider nicht!) Das zieht sich wie ein roter Faden durch Ihr Handeln, dieser Umgang mit den Medien in Österreich, den die SPÖ vornehmlich, aber auch die ÖVP pflegt. Das gehört auch einmal gesagt, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Herr Staatssekretär, ich habe Sie angesprochen, denn wenn es um unerlaubte Interventionen bei Medien geht, sind ja eher Sie der Ansprechpartner. Ich erinnere an einen Vorfall vor einigen Monaten: Ein Staatssekretär, der die Pressesprecherin des Bundeskanzlers anweist, bei der APA anzurufen, einen APA-Redakteur sofort zu entfernen, weil er sich erlaubt hat, kritisch über die Bundesregierung zu berichten, das ist einzigartig in der Geschichte der Republik. (Abg. Mag. Stadler: Leider nicht!) Das zieht sich wie ein roter Faden durch Ihr Handeln, dieser Umgang mit den Medien in Österreich, den die SPÖ vornehmlich, aber auch die ÖVP pflegt. Das gehört auch einmal gesagt, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Da frage ich mich schon, Herr Staatssekretär: In welcher Republik leben wir eigentlich? Was wird der ORF als Nächstes machen? (Beifall bei BZÖ und FPÖ.) Wird der ORF als Nächstes einen Drogenkurier zu einer Veranstaltung des BZÖ bringen, im steirischen Landtagswahlkampf oder wo auch immer, werden da ehemalige Drogenkuriere oder wegen Drogenmissbrauchs gesessene Straftäter dann auf mich losgeschickt, die mir dann in meine Manteltasche im Gewühl, wenn man Autogrammkarten verteilt oder sonst was, ein kleines Brieferl hineinstecken – und der ORF filmt mit, und am Ende des Tages bin ich dann selbst ein Drogendealer?!
Ah-Rufe bei der SPÖ
Ich wundere mich dann, warum darüber den ganzen Tag im ORF nicht berichtet wird, obwohl ein Team hin entsandt worden ist, das immerhin 1 000, 2 000 € gekostet hat: Mitarbeiter, Kamera, Techniker, ein fixfertig geschnittener Beitrag, und komme dann um 22 Uhr nach einem Telefonat mit der Redakteurin des ORF darauf (Ah-Rufe bei der SPÖ), dass es offenbar wieder einmal eine Intervention des Bundeskanzleramtes gegeben hat, hier weiter zu vertuschen.
Abg. Ing. Westenthaler: Aber es nutzt nichts!
Ich erinnere auch an den Auftritt in „Wir sind Kaiser“ vor zwei Jahren, als „Wir sind Kaiser“, dieses Sendeformat, noch vollkommen politfrei war. Erster Auftritt: Eva Glawischnig. Was geschieht, wenn der Letzte in der Reihe dieser Grünen irgendeine OTS-Meldung hinausschickt, die keine Redaktion interessiert? – Die Grünen werden durchgeschaltet. Bis hin zu „im Zentrum“: Seit Monaten lesen wir es in der Programmvorschau in den Tageszeitungen: der gesamte Parlamentsklub der Grünen darf dort auftreten, jeden Sonntag ein anderer. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber es nutzt nichts!) – Das, sehr geehrte Damen und Herren, hat doch nichts mehr mit Demokratie zu tun, das hat doch nichts mehr mit einem öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu tun.
Ruf bei der ÖVP: Aber nur vielleicht!
Sehr geehrte Damen und Herren von der ÖVP, Ihr Geschrei heute, sich darüber zu mokieren – also wenn es nicht einen Ordnungsruf bedeuten würde, hätte ich jetzt vielleicht „heuchlerisch“ gesagt, aber das tue ich nicht. (Ruf bei der ÖVP: Aber nur vielleicht!) – Aber nur vielleicht.
Abg. Grillitsch: Wer ist denn für den Wrabetz verantwortlich?
Die ÖVP hat sich über Jahre mit den Lindners und Mücks den ORF hergerichtet, das Moltofon ist in die Geschichte dieser Republik eingegangen (Abg. Grillitsch: Wer ist denn für den Wrabetz verantwortlich?), es hat noch nie eine solch brutale Einflussnahme auf den ORF gegeben wie unter Ihnen. – Ihre Krokodilstränen, Ihre Beschwerden darüber, dass jetzt eben die SPÖ besser Einfluss nehmen kann, bitte schön, meine sehr geehrten Damen und Herren, das ist sehr offenkundig. (Abg. Grillitsch: Wer ist denn für den Wrabetz verantwortlich?)
Abg. Grillitsch: Wer ist denn für den Wrabetz verantwortlich?
Die ÖVP hat sich über Jahre mit den Lindners und Mücks den ORF hergerichtet, das Moltofon ist in die Geschichte dieser Republik eingegangen (Abg. Grillitsch: Wer ist denn für den Wrabetz verantwortlich?), es hat noch nie eine solch brutale Einflussnahme auf den ORF gegeben wie unter Ihnen. – Ihre Krokodilstränen, Ihre Beschwerden darüber, dass jetzt eben die SPÖ besser Einfluss nehmen kann, bitte schön, meine sehr geehrten Damen und Herren, das ist sehr offenkundig. (Abg. Grillitsch: Wer ist denn für den Wrabetz verantwortlich?)
Abg. Kopf: Herr Grosz, mir kommen die Tränen!
Ich würde daher vorschlagen, dass man dazu zurückfindet, in der Geschichte der Zweiten Republik endlich einmal sicherzustellen, dass man dem Gebührenzahler insofern gerecht wird, als dieser Rundfunk, dieser ORF, endlich von sämtlichen parteipolitischen Einflussnahmen befreit wird, dass dort junge Redakteure endlich auch das tun können, wofür sie engagiert worden sind, nämlich einen objektiven, kritischen Journalismus zu garantieren, einen interessanten Journalismus, der auch die Quoten steigen lässt. (Abg. Kopf: Herr Grosz, mir kommen die Tränen!) Denn, entschuldigen Sie, wenn ich mir die Quoten des ORF anschaue, die ÖVP und SPÖ verursacht haben, dann, muss ich sagen, ist das Kasperltheater bei uns in Frauental in der Steiermark besser besucht als manche ORF-Sendungen, bei denen ohnedies jeder nur mehr abschaltet. Daher sage ich Ihnen, es wäre auch von wirtschaftlichem Interesse, dass wir dem ORF wieder mehr Freiheiten geben und ihn endlich auch aus der parteipolitischen Geiselhaft der Ostermayers, und wie sie alle heißen, endlich befreien. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Ich würde daher vorschlagen, dass man dazu zurückfindet, in der Geschichte der Zweiten Republik endlich einmal sicherzustellen, dass man dem Gebührenzahler insofern gerecht wird, als dieser Rundfunk, dieser ORF, endlich von sämtlichen parteipolitischen Einflussnahmen befreit wird, dass dort junge Redakteure endlich auch das tun können, wofür sie engagiert worden sind, nämlich einen objektiven, kritischen Journalismus zu garantieren, einen interessanten Journalismus, der auch die Quoten steigen lässt. (Abg. Kopf: Herr Grosz, mir kommen die Tränen!) Denn, entschuldigen Sie, wenn ich mir die Quoten des ORF anschaue, die ÖVP und SPÖ verursacht haben, dann, muss ich sagen, ist das Kasperltheater bei uns in Frauental in der Steiermark besser besucht als manche ORF-Sendungen, bei denen ohnedies jeder nur mehr abschaltet. Daher sage ich Ihnen, es wäre auch von wirtschaftlichem Interesse, dass wir dem ORF wieder mehr Freiheiten geben und ihn endlich auch aus der parteipolitischen Geiselhaft der Ostermayers, und wie sie alle heißen, endlich befreien. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Tanja Windbüchler-Souschill (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrter Kollege Grosz, würden die Grünen wirklich durchgeschaltet werden beim ORF, dann hätte ich gar nichts dagegen. Wenn wir in der Sendung „im Zentrum“ alle miteinander auftreten könnten, hätte ich auch nichts dagegen. Aber bitte behalten Sie Ihre populistischen Äußerungen bei sich oder in der Steiermark, das hat hier wirklich nichts zu suchen. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Mayerhofer.
Die Frage, die hier gestellt wurde, war: Wo endet die politische Grenzüberschreitung? (Zwischenruf des Abg. Mayerhofer.) Und die Frage ist wahrlich richtig. (Abg. Kopf: Wo beginnt sie?) Fakt ist, Funktionäre und Funktionärinnen der FPÖ distanzieren sich bis heute nicht von der Forderung, das Verbotsgesetz zumindest teilweise zu lockern. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mayerhofer.) Fakt ist auch, dass das Menschenrecht auf Meinungsfreiheit hier völlig missbräuchlich verwendet wird, und Fakt ist auch,
Abg. Kopf: Wo beginnt sie?
Die Frage, die hier gestellt wurde, war: Wo endet die politische Grenzüberschreitung? (Zwischenruf des Abg. Mayerhofer.) Und die Frage ist wahrlich richtig. (Abg. Kopf: Wo beginnt sie?) Fakt ist, Funktionäre und Funktionärinnen der FPÖ distanzieren sich bis heute nicht von der Forderung, das Verbotsgesetz zumindest teilweise zu lockern. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mayerhofer.) Fakt ist auch, dass das Menschenrecht auf Meinungsfreiheit hier völlig missbräuchlich verwendet wird, und Fakt ist auch,
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mayerhofer.
Die Frage, die hier gestellt wurde, war: Wo endet die politische Grenzüberschreitung? (Zwischenruf des Abg. Mayerhofer.) Und die Frage ist wahrlich richtig. (Abg. Kopf: Wo beginnt sie?) Fakt ist, Funktionäre und Funktionärinnen der FPÖ distanzieren sich bis heute nicht von der Forderung, das Verbotsgesetz zumindest teilweise zu lockern. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mayerhofer.) Fakt ist auch, dass das Menschenrecht auf Meinungsfreiheit hier völlig missbräuchlich verwendet wird, und Fakt ist auch,
Abg. Kopf: Das hat mit dem Thema nichts zu tun!
dass der Spitzenkandidat der FPÖ in Wiener Neustadt (Abg. Kopf: Das hat mit dem Thema nichts zu tun!) – somit ergibt sich die Verbindung zu Wiener Neustadt – im Jahr 2008 gefordert hat – auf Ö1, für jeden und jede nachhörbar –, das Verbotsgesetz zumindest teilweise aufzuheben. Und das ist beschämend, meine sehr verehrten Damen und Herren! Beschämend ist das. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der FPÖ.
dass der Spitzenkandidat der FPÖ in Wiener Neustadt (Abg. Kopf: Das hat mit dem Thema nichts zu tun!) – somit ergibt sich die Verbindung zu Wiener Neustadt – im Jahr 2008 gefordert hat – auf Ö1, für jeden und jede nachhörbar –, das Verbotsgesetz zumindest teilweise aufzuheben. Und das ist beschämend, meine sehr verehrten Damen und Herren! Beschämend ist das. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Weinzinger: Ich habe euch nie auf solchen Veranstaltungen gesehen!
Was geschieht, wenn sich eine Partei nicht hundertprozentig distanziert? Was geschieht bei ihren Veranstaltungen? – Es kommt zu rechtsextremen Handlungen. Es kommt dazu, unabhängig davon, ob die hier vorgebrachten Beschuldigungen gegenüber dem ORF stimmen oder nicht (Abg. Weinzinger: Ich habe euch nie auf solchen Veranstaltungen gesehen!), unabhängig davon geschehen sie.
Abg. Grosz: Das waren Mitglieder der Grünen, oder? Das waren Ihre Mitglieder, Grün-Alternative!
Wenn Sie dort gewesen wären, abseits der Bühne des Klubobmanns Strache, abseits der Kameras, abseits der Journalisten und Journalistinnen, dann hätten Sie es auch bemerkt. Sie hätten Gruppen von vor allem Männern schreiend, lachend, tanzend, springend und Parole schreiend wahrgenommen. Nichts dergleichen wie „Heil Hitler“ oder was da in den Raum gestellt worden ist, nichts davon kann ich bestätigen. Aber bestätigen kann ich, dass junge Menschen abseits der Veranstaltung geschrien haben: „Nazis forever“. (Abg. Grosz: Das waren Mitglieder der Grünen, oder? Das waren Ihre Mitglieder, Grün-Alternative!) „Nazis forever“-Rufe in Wiener Neustadt, und das ist rechtsradikal. Das ist eine rechtsradikale Tendenz, und das muss auf jeden Fall aufgezeigt und mit allen Mitteln verhindert werden. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn Sie dort gewesen wären, abseits der Bühne des Klubobmanns Strache, abseits der Kameras, abseits der Journalisten und Journalistinnen, dann hätten Sie es auch bemerkt. Sie hätten Gruppen von vor allem Männern schreiend, lachend, tanzend, springend und Parole schreiend wahrgenommen. Nichts dergleichen wie „Heil Hitler“ oder was da in den Raum gestellt worden ist, nichts davon kann ich bestätigen. Aber bestätigen kann ich, dass junge Menschen abseits der Veranstaltung geschrien haben: „Nazis forever“. (Abg. Grosz: Das waren Mitglieder der Grünen, oder? Das waren Ihre Mitglieder, Grün-Alternative!) „Nazis forever“-Rufe in Wiener Neustadt, und das ist rechtsradikal. Das ist eine rechtsradikale Tendenz, und das muss auf jeden Fall aufgezeigt und mit allen Mitteln verhindert werden. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Strache: War’s illegal? War sie nicht angemeldet?
Noch ein Wort zur tatsächlichen Berichtigung. Es kommt ja immer wieder vor, dass es tatsächliche Berichtigungen gibt, aber viele tatsächliche Berichtigungen sind oft einfach nicht richtig, das muss man auch einmal sagen. Es ist nicht richtig, wie Klubobmann Strache gemeint hat, dass die Sozialistische Jugend und die Grünen diese Demonstration, diese Kundgebung angemeldet haben. Das ist einfach de facto falsch und eine Lüge, und er kann sich nicht einfach hier herstellen und sagen, dass die Grünen das gemacht haben. Das ist falsch! Auf keinen Fall ist es so gewesen, und ich bitte auch um eine Entschuldigung, denn wir haben sie nicht angemeldet. (Abg. Strache: War’s illegal? War sie nicht angemeldet?)
Beifall bei den Grünen.
Passen Sie auf, was Sie sagen! Passen Sie auf, was Sie tun! Vermanschen Sie niemals das Demokratiebewusstsein und das Geschichtsbewusstsein, und lassen Sie es nie zu, nie! Distanzieren Sie sich endlich von rechtsradikalem Gedankengut! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Jury, Linder und Dr. Strutz.
Abgeordneter Ing. Christian Höbart (fortsetzend): Ich berichtige: Die einzigen Randalierer an diesem Abend waren Linke. (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Jury, Linder und Dr. Strutz.)
Beifall bei FPÖ und BZÖ.
Abgeordneter Heinz-Christian Strache (FPÖ): Zum Abschluss möchte ich sagen, ich bin froh, dass wir heute diese Causa aufzeigen und aufklären und auch die Fakten darlegen konnten. Enttäuschend ist es, dass die Abgeordneten der Grünen hier nur mit Diffamierungen und Unwahrheiten operieren können, und das unter dem Schutz der Immunität. (Beifall bei FPÖ und BZÖ.)
Oh-Rufe bei den Grünen.
Ich sage Ihnen zum hundertsten Mal in aller Deutlichkeit: Wir haben weder mit linkem noch mit rechtem Extremismus etwas zu tun, im Unterschied zu Ihnen und Herrn Öllinger, der bei illegalen Demonstrationen anwesend war, bei denen Autos und Geschäftsportale angezündet und auch noch 14 Polizeibeamte verletzt worden sind. (Oh-Rufe bei den Grünen.) Das ist der Unterschied. So etwas gibt es bei meinen Veranstaltungen nicht und wird es bei meinen Veranstaltungen auch nie geben. Es wird auch nie Freiheitliche geben, die andere Veranstaltungen stören oder mit Eiern oder Steinen oder sonst etwas Andersdenkende gewalttätig attackieren, wie das bei unseren Veranstaltungen permanent betrieben wird. (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Jury, Linder und Dr. Strutz.)
Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Jury, Linder und Dr. Strutz.
Ich sage Ihnen zum hundertsten Mal in aller Deutlichkeit: Wir haben weder mit linkem noch mit rechtem Extremismus etwas zu tun, im Unterschied zu Ihnen und Herrn Öllinger, der bei illegalen Demonstrationen anwesend war, bei denen Autos und Geschäftsportale angezündet und auch noch 14 Polizeibeamte verletzt worden sind. (Oh-Rufe bei den Grünen.) Das ist der Unterschied. So etwas gibt es bei meinen Veranstaltungen nicht und wird es bei meinen Veranstaltungen auch nie geben. Es wird auch nie Freiheitliche geben, die andere Veranstaltungen stören oder mit Eiern oder Steinen oder sonst etwas Andersdenkende gewalttätig attackieren, wie das bei unseren Veranstaltungen permanent betrieben wird. (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Jury, Linder und Dr. Strutz.)
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen
Zum Abschluss halte ich fest: Ich bin enttäuscht von Herrn Staatssekretär Ostermayer. Ich habe den Eindruck und die Befürchtung, dass hinter einer solchen Wortmeldung, wie er sie abgegeben hat, doch ein politisch motiviertes System stehen könnte (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen), dass das nämlich nicht eine Ausnahme ist, die wir aufgezeigt haben, sondern Methode, politisch motivierte Methode, und man so etwas offenbar auch weiterhin vorhat und nicht abstellen will. (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Jury, Linder und Dr. Strutz.)
Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Jury, Linder und Dr. Strutz.
Zum Abschluss halte ich fest: Ich bin enttäuscht von Herrn Staatssekretär Ostermayer. Ich habe den Eindruck und die Befürchtung, dass hinter einer solchen Wortmeldung, wie er sie abgegeben hat, doch ein politisch motiviertes System stehen könnte (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen), dass das nämlich nicht eine Ausnahme ist, die wir aufgezeigt haben, sondern Methode, politisch motivierte Methode, und man so etwas offenbar auch weiterhin vorhat und nicht abstellen will. (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Jury, Linder und Dr. Strutz.)
Abg. Dr. Rasinger: 14. April!
Wir bringen heute diesen Fristsetzungsantrag ein, um über den Lebensmittelskandal endlich auch im Gesundheitsausschuss diskutieren zu können, um auch die Ministeranklage gegen Minister Stöger behandeln zu können, und um exakt 9.36 Uhr – nachdem es ruchbar geworden ist, dass wir den Fristsetzungsantrag heute hier einbringen werden – waren SPÖ und ÖVP endlich dazu bereit, im Gesundheitsausschuss am 20. April (Abg. Dr. Rasinger: 14. April!) – am 14. April, Entschuldigung; beantragt war der 20., jetzt ist es der 14. April – darüber zu diskutieren, was Österreich seit 14. August 2009 erleben muss.
Ironische Heiterkeit der Abg. Dr. Oberhauser.
Viele sozialdemokratische Abgeordnete und viele Mitarbeiter vor allem ermutigen uns, dass wir hier weitermachen sollen. (Ironische Heiterkeit der Abg. Dr. Oberhauser.) – Soll ich Ihnen die Namen sagen, Frau Abgeordnete? – Gerne, überhaupt kein Problem. (Abg. Dr. Oberhauser: Na bitte!) Es gibt viele, die diesen Minister loswerden wollen und uns auch ermutigen, hier weiterzumachen. Wir haben gesagt, wir wollen diese aktuelle Aussprache im Ausschuss haben, wir wollen die Ministeranklage diskutieren, und das war nicht möglich. (Ruf bei der ÖVP: Sagen Sie die Namen!)
Abg. Dr. Oberhauser: Na bitte!
Viele sozialdemokratische Abgeordnete und viele Mitarbeiter vor allem ermutigen uns, dass wir hier weitermachen sollen. (Ironische Heiterkeit der Abg. Dr. Oberhauser.) – Soll ich Ihnen die Namen sagen, Frau Abgeordnete? – Gerne, überhaupt kein Problem. (Abg. Dr. Oberhauser: Na bitte!) Es gibt viele, die diesen Minister loswerden wollen und uns auch ermutigen, hier weiterzumachen. Wir haben gesagt, wir wollen diese aktuelle Aussprache im Ausschuss haben, wir wollen die Ministeranklage diskutieren, und das war nicht möglich. (Ruf bei der ÖVP: Sagen Sie die Namen!)
Ruf bei der ÖVP: Sagen Sie die Namen!
Viele sozialdemokratische Abgeordnete und viele Mitarbeiter vor allem ermutigen uns, dass wir hier weitermachen sollen. (Ironische Heiterkeit der Abg. Dr. Oberhauser.) – Soll ich Ihnen die Namen sagen, Frau Abgeordnete? – Gerne, überhaupt kein Problem. (Abg. Dr. Oberhauser: Na bitte!) Es gibt viele, die diesen Minister loswerden wollen und uns auch ermutigen, hier weiterzumachen. Wir haben gesagt, wir wollen diese aktuelle Aussprache im Ausschuss haben, wir wollen die Ministeranklage diskutieren, und das war nicht möglich. (Ruf bei der ÖVP: Sagen Sie die Namen!)
Beifall beim BZÖ.
Ich bin irrsinnig stolz und auch froh, dass wir allein mit dem Antrag, heute eine Fristsetzungsdebatte durchzuführen, ohnedies das erzwingen konnten, was im Ausschuss am 14. April Realität werden wird, nämlich einen weiteren Meilenstein in der Aufklärung dieses größten Lebensmittelskandals in der Geschichte Österreichs, den ein Minister der Sozialdemokratie und seine beiden schwarzen Handlanger, die offenbar unfähig sind, zu verantworten haben. – Ich danke Ihnen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Dr. Sabine Oberhauser, MAS (SPÖ): Herr Präsident! Herr Abgeordneter Grosz, Sie haben zuerst mehrfach das „Frauentaler Kasperltheater“ zitiert. Mittlerweile nehme ich fast an, dass die Rolle des Krokodils dort sehr eindeutig besetzt ist, wahrscheinlich auch mit einem großen Taschentuch, um die Krokodilstränen dann dort auch vorbringen zu können. Es war wirklich beeindruckend. Also das Frauentaler Kasperltheater wird sicherlich einmal einen Ausflug wert sein, allerdings nur dann, wenn ich Sie dort wirklich voller Inbrunst weinen sehen kann. (Beifall bei der SPÖ.) Diese Rede hier bestand wirklich aus so letztklassigen Unterstellungen ... (Abg. Grosz: Was soll dieser Auftritt? Was soll dieser Auftritt?)
Abg. Grosz: Was soll dieser Auftritt? Was soll dieser Auftritt?
Abgeordnete Dr. Sabine Oberhauser, MAS (SPÖ): Herr Präsident! Herr Abgeordneter Grosz, Sie haben zuerst mehrfach das „Frauentaler Kasperltheater“ zitiert. Mittlerweile nehme ich fast an, dass die Rolle des Krokodils dort sehr eindeutig besetzt ist, wahrscheinlich auch mit einem großen Taschentuch, um die Krokodilstränen dann dort auch vorbringen zu können. Es war wirklich beeindruckend. Also das Frauentaler Kasperltheater wird sicherlich einmal einen Ausflug wert sein, allerdings nur dann, wenn ich Sie dort wirklich voller Inbrunst weinen sehen kann. (Beifall bei der SPÖ.) Diese Rede hier bestand wirklich aus so letztklassigen Unterstellungen ... (Abg. Grosz: Was soll dieser Auftritt? Was soll dieser Auftritt?)
Abg. Grosz: So diskutieren Sie acht Tote und 30 Erkrankte?
Sehr geehrter Herr Abgeordneter Grosz (Abg. Grosz: So diskutieren Sie acht Tote und 30 Erkrankte?), wir sind heute ohnehin gestraft damit, dass wir den steirischen Landtagswahlkampf durch Ihre Anwesenheit hier an diesem Podium mehrfach miterleben müssen. Sie haben ganz kurz gesagt, Sie können sich in Ihrem Redebeitrag zu diesem Tagesordnungspunkt kurz fassen. Ich habe kurz Hoffnung gehabt, Sie fassen sich kurz. Sie haben sich nicht kurz gefasst, sondern Sie haben das ganze Schauspiel gebracht. Machen Sie den Wahlkampf zu Hause und lassen Sie uns hier, bitte, damit in Ruhe! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrter Herr Abgeordneter Grosz (Abg. Grosz: So diskutieren Sie acht Tote und 30 Erkrankte?), wir sind heute ohnehin gestraft damit, dass wir den steirischen Landtagswahlkampf durch Ihre Anwesenheit hier an diesem Podium mehrfach miterleben müssen. Sie haben ganz kurz gesagt, Sie können sich in Ihrem Redebeitrag zu diesem Tagesordnungspunkt kurz fassen. Ich habe kurz Hoffnung gehabt, Sie fassen sich kurz. Sie haben sich nicht kurz gefasst, sondern Sie haben das ganze Schauspiel gebracht. Machen Sie den Wahlkampf zu Hause und lassen Sie uns hier, bitte, damit in Ruhe! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Grosz: Das steht Ihnen nicht zu! Sie sind gewissenlos!
Der Mailverkehr, den Sie heute erwähnt haben, beginnt am 17. März, an dem wir die Vorschläge für eine Tagesordnung ausgesendet haben. Daraufhin kam von Frau Dr. Weber eine Rückantwort mit der Bitte, diesen Tagesordnungspunkt der Ministeranklage draufzunehmen. Gleichzeitig hat sie darum gebeten, dass wir zum Thema Ernährung den Antrag 631/A(E) Schulgesundheitsprogramm auch mit draufnehmen. Nur zur Erklärung: der liegt im Unterrichtsausschuss. Vielleicht sollten Sie Ihre Mitarbeiter auch etwas dahin gehend schulen, wo die ganzen Anträge liegen. (Abg. Grosz: Das steht Ihnen nicht zu! Sie sind gewissenlos!)
Ruf bei der SPÖ: Lieb ist der nicht!
Lieber Herr Abgeordneter Grosz (Ruf bei der SPÖ: Lieb ist der nicht!), Sie erinnern sich wahrscheinlich auch noch an das Jahr 2002, als die Frage der Salmonellenerkrankungen virulent wurde. Damals gab es 7 417 Erkrankungen und zehn Tote. Ich habe heute die APA-Meldungen noch einmal durchsucht und festgestellt, es gab keine Warnung und keine Stellungnahme des damaligen Ministers Haupt und von Ihnen als Pressesprecher. (Zwischenruf des Abg. Grosz.) – Warten Sie einen Moment! – Und ich mache Ihnen daraus keinen Vorwurf. (Abg. Grosz: Es war ja kein Produkt!) Genau so ist es! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Grosz.
Lieber Herr Abgeordneter Grosz (Ruf bei der SPÖ: Lieb ist der nicht!), Sie erinnern sich wahrscheinlich auch noch an das Jahr 2002, als die Frage der Salmonellenerkrankungen virulent wurde. Damals gab es 7 417 Erkrankungen und zehn Tote. Ich habe heute die APA-Meldungen noch einmal durchsucht und festgestellt, es gab keine Warnung und keine Stellungnahme des damaligen Ministers Haupt und von Ihnen als Pressesprecher. (Zwischenruf des Abg. Grosz.) – Warten Sie einen Moment! – Und ich mache Ihnen daraus keinen Vorwurf. (Abg. Grosz: Es war ja kein Produkt!) Genau so ist es! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Grosz: Es war ja kein Produkt!
Lieber Herr Abgeordneter Grosz (Ruf bei der SPÖ: Lieb ist der nicht!), Sie erinnern sich wahrscheinlich auch noch an das Jahr 2002, als die Frage der Salmonellenerkrankungen virulent wurde. Damals gab es 7 417 Erkrankungen und zehn Tote. Ich habe heute die APA-Meldungen noch einmal durchsucht und festgestellt, es gab keine Warnung und keine Stellungnahme des damaligen Ministers Haupt und von Ihnen als Pressesprecher. (Zwischenruf des Abg. Grosz.) – Warten Sie einen Moment! – Und ich mache Ihnen daraus keinen Vorwurf. (Abg. Grosz: Es war ja kein Produkt!) Genau so ist es! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Lieber Herr Abgeordneter Grosz (Ruf bei der SPÖ: Lieb ist der nicht!), Sie erinnern sich wahrscheinlich auch noch an das Jahr 2002, als die Frage der Salmonellenerkrankungen virulent wurde. Damals gab es 7 417 Erkrankungen und zehn Tote. Ich habe heute die APA-Meldungen noch einmal durchsucht und festgestellt, es gab keine Warnung und keine Stellungnahme des damaligen Ministers Haupt und von Ihnen als Pressesprecher. (Zwischenruf des Abg. Grosz.) – Warten Sie einen Moment! – Und ich mache Ihnen daraus keinen Vorwurf. (Abg. Grosz: Es war ja kein Produkt!) Genau so ist es! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Grosz: Das war im familiären Umfeld aufgrund einer Hendlsuppe! Informieren Sie sich vorher!
Sobald das Produkt nachweisbar war, erfolgte nach dem 2006 novellierten Lebensmittelsicherheits- und Verbraucherschutzgesetz, LMSVG, die Meldung. (Abg. Grosz: Das war im familiären Umfeld aufgrund einer Hendlsuppe! Informieren Sie sich vorher!) Bis zum Jahr 2006 waren es das Ministerium und die Behörde, die bei einem Verdacht auf eine Erkrankung eine Meldepflicht hatten: Ministerium oder AGES.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Und ich verwahre mich dagegen, dass Sie hier die Bühne dafür bekommen, mit toten Menschen politisches Kleingeld für einen regionalen Wahlkampf zu machen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Erstens: Jeder Tote, der im Medizinbetrieb passiert, ist wahrscheinlich ein Toter zu viel, und wir müssen alles tun, um das zu vermeiden. Das gebietet, wie ich meine, allein schon der Respekt vor dem Patienten. Ich glaube aber nicht, dass es adäquat ist, einen Minister als „Herrn Stöger“ zu bezeichnen, ihm gleichzeitig Desinteresse und Vorsatz vorzuwerfen, um dann gleich zu sagen: Was hat er angestellt? – Das ist meiner Meinung nach schon von der Wortwahl zu tief gegriffen. Aber das müssen Sie selber verantworten. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Grosz
Zweitens: Noch schwieriger ist es (Zwischenruf des Abg. Grosz) – warten Sie! – festzustellen, welcher Keim es ist. (Abg. Grosz: Da gebe ich Ihnen recht!) Ich mache Ihnen jetzt keinen Vorwurf, dass Sie nicht Arzt sind, aber es gibt Hunderte verschiedene Keime, es gibt die Salmonellen, Shigellen, wurscht. Noch viel schwieriger festzustellen ist, von wo der Keim gekommen ist.
Abg. Grosz: Da gebe ich Ihnen recht!
Zweitens: Noch schwieriger ist es (Zwischenruf des Abg. Grosz) – warten Sie! – festzustellen, welcher Keim es ist. (Abg. Grosz: Da gebe ich Ihnen recht!) Ich mache Ihnen jetzt keinen Vorwurf, dass Sie nicht Arzt sind, aber es gibt Hunderte verschiedene Keime, es gibt die Salmonellen, Shigellen, wurscht. Noch viel schwieriger festzustellen ist, von wo der Keim gekommen ist.
Abg. Grosz: Das war die Meldung vom Referenzinstitut!
Ich muss sagen, jeder Mensch verdient meiner Meinung nach einen gewissen Respekt. Auch wenn der Minister Grosz geheißen hätte oder Haupt, Ihr voriger Dienstgeber: Der Minister hätte Hellseher sein müssen, wenn er am 15. August, von dem Sie immer sprechen, gewusst hätte, dass es Listerien sind und von wo sie kommen. (Abg. Grosz: Das war die Meldung vom Referenzinstitut!) Bitte, hören Sie mir zu! Der Minister hätte Hellseher sein müssen, wenn er gewusst hätte, von wo sie kommen. Listerien können theoretisch in allen Milchprodukten, allen Fleischprodukten vorkommen.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Jetzt soll das Parlament ohne Kenntnis der genauen Vorgänge eine Ministeranklage beschließen. Das ist ein sehr, sehr schwerwiegendes Instrument, das schwerste, das wir haben. Und ich lese, Sie sollen mit der Vertretung der Anklage vor dem Verfassungsgerichtshof beauftragt werden. – Sorry, da kann ich nicht mit und da kann meine Partei nicht mit. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
An die Kolleginnen und Kollegen der Regierungsparteien: Es gibt aber schon auch so etwas wie eine politische Verantwortung. Und die hat der Bundesminister Stöger zu tragen. Er ist die oberste Instanz. Er kann sich nicht immer ausreden, dass die Firma vielleicht einen Fehler gemacht hat oder sonst jemand, irgendein Beamter einen Fehler gemacht hat. Denn wenn es so ist, dass nur mehr Beamte dafür Verantwortung tragen, dann schaffen wir den Bundesminister ab, dann machen wir eine Beamtenregierung! Dann brauchen wir keinen Minister. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Es gibt einen Bundesminister, der die oberste Instanz ist, und wir wollen auch, dass er diese ist und auch bleiben soll. Der Bundesminister hat daher die Verantwortung. Er hat vor allem die politische Verantwortung, aus der wir ihn nicht entlassen werden. Die rechtliche Verantwortung werden die Gerichte zu klären haben. Darüber haben wir hier nicht zu urteilen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Teilweise sind ja auch in Ihrem Papier, in diesem langen Antrag einige Argumente drin, die man genauer prüfen sollte und die man sich auch ansehen muss. Aber hier eine Ministeranklage vorzulegen, hier zu wettern und gerade mit diesen wirklich traurigen Schicksalen hier Politik betreiben zu wollen, das ist eine Art und Weise, die wir nicht unterstützen dürfen, die in diesem Haus nicht einreißen darf. (Beifall bei den Grünen.) Das darf nicht einreißen, Kollege Neubauer!
Beifall bei den Grünen.
Wir werden sehen, was wir alles noch diskutieren, wenn die Vorlage wirklich im Internet steht. Es sind einige Punkte dieses Antrages offen – Stichwort Herkunftskennzeichnung, ein ganz zentraler Punkt, meine Damen und Herren. Das wird uns weiter bewegen, denn Konsumententäuschung darf nicht System haben. Wo Österreich draufsteht, sollte und muss auch Österreich drin sein. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Großruck: Auf den Wirt kommt es an!
Kommen wir aber zurück zur Listerien-Infektion. Begünstigt werden die Listerien-Infektionen sicherlich durch die Aufweichung der exzellenten österreichischen Hygienebestimmungen. Bis zum Jahr 2004 gab es in Österreich die absolute Nulltoleranz für Listerien sowohl im Betrieb als auch im Handel. Hintergrund für die Änderung dieser Bestimmungen war ein Gutachten der European Food Safety Agency, wonach maximal 100 Keime pro Gramm des Produktes vorhanden sein dürfen. Sie müssen wissen, eine Listerie braucht ungefähr eineinhalb Stunden, um sich durch Zellteilung zu vermehren. Das potenziert sich dann, und Sie können sich ausrechnen, in welchem Zeitraum das Lebensmittel vollkommen verseucht ist. (Abg. Großruck: Auf den Wirt kommt es an!) – Ja, Rohmilch, Käse, Fleisch. Wir reden jetzt gerade vom Käse, Herr Kollege Großruck, nicht vom Fisch.
Beifall beim BZÖ.
Meine Damen und Herren, da der Gesundheitsminister nicht fähig ist, die Menschen zu schützen, liegt es an uns, bestmögliche Voraussetzungen für einen Schutz der Menschen zu schaffen. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Van der Bellen.
Das ist schon ein Thema, das auch international große Beachtung findet, und es ist, glaube ich, ein gutes Zeichen und ein Signal, dass sich der österreichische Nationalrat zu dieser Unterstützung aufrafft. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Van der Bellen.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Van der Bellen.
UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon hat mit seinem Fünf-Punkte-Plan bereits Wege aufgezeichnet, die wir, die unterschiedlichen Nationen, verfolgen können und unterstützen müssen. Die Erarbeitung einer umfassenden Nuklearwaffenkonvention, welche die Entwicklung, die Tests, die Produktion, den Besitz und den Einsatz von Atomwaffen für illegal erklärt, wäre ein wichtiger und zentraler Schritt. Daher freue ich mich und ersuche ich Sie, meine Damen und Herren, diesen Antrag zu unterstützen, und ich ersuche den Herrn Minister, sich vehement dafür einzusetzen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Van der Bellen.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine abschließende Bitte an die Bundesregierung ist, hier Augenmaß zu üben und den Dingen wirklich ganzheitlich ins Auge zu sehen. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Zusammen mit der traditionellen Anti-AKW- und Anti-Atom-Einstellung in Österreich wären wir, glaube ich, gut beraten, weiter die Initiative zu ergreifen, und ich wünsche Ihnen, Herr Außenminister, in dieser Beziehung viel Glück. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP. )
Beifall bei ÖVP, SPÖ, FPÖ und Grünen.
Daher glaube ich: Das ist eine runde Sache, wir werden das weiter stark unterstützen. Ich freue mich über eine Beschlussfassung heute im Nationalrat, die diese Linie bestätigt und uns auffordert, in diese Richtung weiter aktiv zu sein. – Danke. (Beifall bei ÖVP, SPÖ, FPÖ und Grünen.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Weninger und Dr. Van der Bellen.
Ich bin sehr dafür, dass sich Österreich da weiter führend engagiert, und ich bin mir auch ganz sicher, dass der Herr Bundesminister darauf ein entsprechendes Auge haben wird. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Weninger und Dr. Van der Bellen.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich mache diese Anmerkung aus tiefer persönlicher Betroffenheit, ohne die Leistungen der helfenden Staaten, des Roten Kreuzes und vieler NGOs, die sehr aktiv in der Katastrophenhilfe tätig sind, mindern zu wollen. Ich glaube jedoch, dass ein Umdenken im Bereich der internationalen Katastrophenhilfe-Strategie längst überfällig ist. Ich würde mich freuen, wenn die österreichische Außenpolitik neue Akzente in diese Richtung gemeinsam setzen würde. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
Wir Freiheitlichen – das habe ich schon gesagt – unterstützen diese Initiative aus Überzeugung, weil es zwar immer wieder Rüstungsspiralen gegeben hat, aber ein Atomkrieg für unsere Erde die gefährlichste Form der militärischen Auseinandersetzung wäre. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir von der ÖVP werden diesen Übereinkommen gerne zustimmen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich ersuche um Ihre Unterstützung hiefür. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Plassnik: Das geht aber nicht!
Ich ersuche Sie deshalb, Ihre Position zu überdenken. Geben Sie diesen Positionen maßgeblicher Fachleute hier einen neuen Anstoß! Unterstützen Sie diesen Ausstieg aus dem EURATOM-Vertrag (Abg. Dr. Plassnik: Das geht aber nicht!), denn er kostet Österreich im Jahr etwa 100 Millionen €!
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Amon.
Abschließend darf ich Ihnen noch sagen: Die ÖVP möge die Bestellung des Herrn Abgeordneten Dr. Schüssel zum Aufsichtsrat für den RWE-Konzern überdenken. Sie erweisen der gesamten Anti-Atompolitik Österreichs einen Bärendienst, wenn das hier durchgeht. Wir werden sonst in Österreich in der Anti-Atompolitik unglaubwürdig, wenn ein Mitglied dieses Hauses einen Grundkonsens die Atompolitik betreffend durch so eine Bestellung mit Füßen tritt. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Amon.)
Abg. Neubauer: ... gefährlich!
Abgeordnete Mag. Karin Hakl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Herr Abgeordneter Neubauer, wir haben den gegenständlichen Antrag ja schon mehrfach auf der Tagesordnung gehabt, auch schon mehrfach abgelehnt. Zum einen ist es aus unserer Sicht, auch mit wissenschaftlichen Gutachten belegt, nicht möglich, aus dem Vertrag auszusteigen. Ich sage aber auch ganz ehrlich: Wir wollen auch nicht aus EURATOM aussteigen. (Abg. Neubauer: ... gefährlich!)
Abg. Neubauer: Warum vertagen Sie dann?
Ich möchte das auch wissen, und um das alles zu wissen, muss ich dabei sein. Aus diesem Grund bin ich der Ansicht, dass gerade Österreich hier eine ganz zentrale Aufgabe und Position hat. (Abg. Neubauer: Warum vertagen Sie dann?) Und daher sollten wir diese Verantwortung auch weiterhin mit unserer Position, die ganz anders ist als jene vieler europäischer Staaten, wahrnehmen. Davon abgesehen, steht heute auch ein Abkommen auf der Tagesordnung, nämlich das Änderungsprotokoll mit Änderungen am Übereinkommen zur Errichtung des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage und am Protokoll über die Vorrechte und Immunitäten des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage.
Beifall bei der ÖVP.
Bei den Wetterdaten könnte ein erster Schritt gemacht werden. Ich werde diesbezügliche Anträge stellen und hoffe, dass das auch auf europäischer Ebene entsprechenden Niederschlag findet. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Die erste Erleuchtung war die, dass du dem Lissabon-Vertrag hier trotzdem etwas Positives abgewinnen konntest, nämlich die Möglichkeit des Ausstiegs aus EURATOM. So schlecht kann er also auch aus Sicht der Freiheitlichen nicht sein! Du kannst nur froh sein, dass wir alle – außer den Freiheitlichen – damals hier im Hohen Haus dafür gestimmt haben. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Der zweite Punkt: Da bitte ich jetzt um dein Verständnis und darum, einmal nachzudenken. Du hast gesagt, die ÖVP sollte dafür sorgen, dass Bundeskanzler außer Dienst Dr. Wolfgang Schüssel den Posten des Aufsichtsrats bei RWE nicht annimmt. Erstens einmal hat das mit der ÖVP überhaupt nichts zu tun. Wir haben weder einen Einfluss noch sonst etwas, sondern die RWE ist auf Dr. Schüssel zugekommen, weil er ein kompetenter und hervorragender Politiker ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Jetzt frage ich dich, Kollege Neubauer: Ist es gescheiter, wenn bei RWE ein Atomlobbyist im Aufsichtsrat sitzt – oder ein deklarierter Atomgegner wie Dr. Schüssel? (Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Da ist es mir viel lieber, dass einer drinnen ist, der auch dort permanent gegen die Atomlobby Stellung bezieht. Insofern ist die Entscheidung von RWE aus unserer Sicht eine ganz hervorragende. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Jetzt frage ich dich, Kollege Neubauer: Ist es gescheiter, wenn bei RWE ein Atomlobbyist im Aufsichtsrat sitzt – oder ein deklarierter Atomgegner wie Dr. Schüssel? (Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Da ist es mir viel lieber, dass einer drinnen ist, der auch dort permanent gegen die Atomlobby Stellung bezieht. Insofern ist die Entscheidung von RWE aus unserer Sicht eine ganz hervorragende. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Das ist, glaube ich, das Gescheiteste, was man machen kann. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Heute haben wir die Möglichkeit, da Nägel mit Köpfen zu machen. Steigern wir die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs, deshalb bitte ich Sie: Stimmen Sie diesem Antrag auch zu! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Pünktlichkeit und Service im Bahnverkehr sind ein wesentliches Anliegen unserer Verkehrsministerin. Dazu ist der Ausbau der Fahrgastrechte ein weiterer wichtiger Schritt. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Frau Ministerin! Ein langes Kapitel, die Kundenorientierung der ÖBB, ein kleiner Beitrag heute. Was die Fahrgastrechte betrifft, werden wir Ihren Vorschlag zwar unterstützen, unser Antrag ist aber weiter gehend und wird für uns inhaltlich weiter in Diskussion bleiben, auch im Verkehrsausschuss. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Heinzl.
Ich sage Ihnen ganz ehrlich: Wenn man sieht, dass wir Hunderttausende von Pendlern haben, die mit der Problematik der ÖBB konfrontiert sind, ist dieses Gesetz, mit dem wir im Nahverkehr zirka 40 000 Leute sozusagen „beglücken“, fast eine Verhöhnung! Ich halte das nicht wirklich für den großen Wurf. (Zwischenruf des Abg. Heinzl.) Ich bedaure auch, dass wir momentan in der Argumentation, wenn wir über die Bundesbahn reden, eher eine Politik der Schönfärberei, lieber Toni Heinzl, eine Politik der Schönrederei machen und bei Problemen ein bisschen wegschauen. (Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.)
Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.
Ich sage Ihnen ganz ehrlich: Wenn man sieht, dass wir Hunderttausende von Pendlern haben, die mit der Problematik der ÖBB konfrontiert sind, ist dieses Gesetz, mit dem wir im Nahverkehr zirka 40 000 Leute sozusagen „beglücken“, fast eine Verhöhnung! Ich halte das nicht wirklich für den großen Wurf. (Zwischenruf des Abg. Heinzl.) Ich bedaure auch, dass wir momentan in der Argumentation, wenn wir über die Bundesbahn reden, eher eine Politik der Schönfärberei, lieber Toni Heinzl, eine Politik der Schönrederei machen und bei Problemen ein bisschen wegschauen. (Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren, wenn man die Ursachenforschung angeht, kommt man drauf, dass die beiden verantwortlichen Managements offensichtlich untereinander streiten. Das Management des Personenverkehrs sagt: Na ja, an 65 Prozent der Verspätungen im Nahverkehr ist die Infrastruktur schuld, und auch im Fernverkehr ist an zirka 50 Prozent der Verspätungen die Infrastruktur schuld. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Riepl: Wer ist dritte Wahl?!
Ich orte da daher nicht nur eine gewisse Abstimmungsproblematik, sondern ein eklatantes Managementdefizit bei den verantwortlichen Managern. Lassen Sie mich einfach für die Zukunft sagen: Ich glaube, dass man – Herr Haberzettl, da tragen Sie ein wenig Schuld – in diesen gewerkschaftlich verkrusteten Strukturen, wie sie da gegeben sind, ein wirkliches Spitzenmanagement gar nicht mehr engagieren wird können. Jetzt bewirbt sich die zweite und dritte Management-Wahl, die sollen dann das Unternehmen führen. (Abg. Riepl: Wer ist dritte Wahl?!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei SPÖ und Grünen.
Wir werden uns dann wundern, dass die Schulden immer größer werden – die Verspätungen aber auch. Das ist das eigentliche Problem. Das orte ich schon als Management-Problem, insbesondere als Qualität, und das kommt hier zum Ausdruck. Es kommt hier zum Ausdruck, dass zwei Managements, das im Personenverkehr und das im Infrastrukturbereich, streiten, wer schuld ist. Sie sind nicht geführt. Das ist für mich auch eine Frage des Eigentümerwillens, aber ich habe den Eindruck, der Eigentümerwille ist nicht so sehr bei der Frau Bundesminister loziert, sondern eher bei der Gewerkschaft. Er sucht sich ja auch aus, wer das Unternehmen künftig führen soll. Ich glaube, dass die Zukunft der ÖBB aufgrund dieser Haltung und dieser Planung eine äußerst problematische sein wird. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei SPÖ und Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
Ich glaube, dass da großer Aufklärungsbedarf besteht, um die Kunden auf ihre Rechte aufmerksam zu machen. Wenn man schaut, wie kompliziert das ist, wenn es zu Verspätungen kommt, und worauf man alles schauen muss, bis man Geld zurückbekommt, wird einem klar: Es werden sehr wenige davon Gebrauch machen. Ich glaube, dass das bewusst so gestaltet ist und man damit kalkuliert, um möglichst wenig zurückzahlen zu müssen. – So viel dazu. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Haberzettl.
Ich möchte aber auf die Pensionssituation der ÖBBler und der Beamten überhaupt eingehen, denn es wird immer so ein bisschen hinuntergehaut. Da muss man sagen: Die ASVG-Anpassung erscheint da dringend notwendig. Wenn Herr Haberzettl – ich se- he ihn jetzt nicht; aber ja, da ist er – tritt ja immer für Privilegien ein. (Zwischenruf des Abg. Haberzettl.)
Abg. Haberzettl: Das ist ja schon geschehen!
Da muss man ganz klar sagen: gleiche Rechte und gleiche Pflichten! Wieso stellen wir nicht die Pensionssysteme gleich? Dann gibt es keine ungerechte Behandlung mehr. (Abg. Haberzettl: Das ist ja schon geschehen!) – Nein, eben nicht, und das schreibt mir dieser ÖBB-Bedienstete selbst!
Beifall beim BZÖ.
Er sagt: Wenn gleichstellen, dann alles! Dann ist es für Sie von den ÖBB kein Problem. Ich kenne die ganzen Probleme bei den Exekutivbeamten, bei den Postlern, die alle einen Pensionssicherungsbeitrag bezahlen müssen. Natürlich, das ist nicht fair gegenüber dem ASVGler, der das nicht bezahlen muss. Also wenn, dann gleiche Rechte für alle, dann fahren wir mit einem Stift drüber, dann gibt es nur ein Pensionssystem, das verständlich und nicht kompliziert ist. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ganz kurz möchte ich noch auf die Eisenbahnkreuzungsverordnung, die Sie später in einem Entschließungsantrag einbringen, eingehen. Das ist für uns, nach diesem Text zu urteilen, eine weitere Methode zum Abkassieren der Autofahrer. Da stimmen wir sicher nicht mit. Abkassieren ist nichts Neues für Sie, Herr Haberzettl. Wir werden das ablehnen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Daher haben wir zum Beispiel jetzt eine Regelung auf dem Tisch, die dann auch zu beschließen sein wird, dass im Nahverkehr jene Züge, die wir durch gemeinwirtschaftliche Leistungen fördern, bevorzugt werden, dass sie trotz Liberalisierung bevorzugt behandelt werden. Das heißt, wir werden heute eine Bevorzugung der Pendlerinnen und Pendler beschließen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Grosz: Wir waren ja den ganzen Tag da! – Abg. Riepl: Dich habe ich nicht gesehen!
sen, weil das automatisch in die nationalen Bestimmungen aufgenommen würde. (Abg. Grosz: Wir waren ja den ganzen Tag da! – Abg. Riepl: Dich habe ich nicht gesehen!)
Beifall bei der SPÖ.
Daher haben wir für den Nahverkehr heute auch Regelungen zu beschließen, die es ermöglichen, dass man, wenn das Service, die Kundenorientierung nicht stimmt, unbürokratisch Geld zurückbekommt. Mein Dank gilt all jenen verantwortungsvollen Entscheidungsträgern und -trägerinnen des Hohen Hauses, die dafür sorgen werden, dass wir mehr Rechte für die Fahrgäste in Österreich beschließen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Abgeordneter Maier, I have a dream! Aber ich brauche keinen Traum, um zu wissen, dass die Bahn für die Wirtschaft, für die Mobilität, für die Menschen unseres Landes nicht wegzudenken ist, weil es das sicherste, das günstigste und das umweltfreundlichste Verkehrsmittel dieses Landes ist. Wir alle sollten einen Beitrag dazu leisten, dass wir da weiterhin gut unterwegs sind. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Steibl: Ist eh notwendig!
nen und Eisenbahner wird seit dem Jahre 1997 permanent reformiert. (Abg. Steibl: Ist eh notwendig!) Es ist gleichwertig oder gleich wie jenes der Beamten und unterliegt dem APG wie alle anderen auch.
Beifall bei der SPÖ. – Neuerliche Zwischenrufe der Abg. Steibl.
Ein „Privileg“ haben die Eisenbahner: Sie bezahlen um fast 50 Prozent höhere Pensionsbeiträge als Sie, Frau Kollegin – und das ist in Wirklichkeit ein „Privileg“, über das wir uns auch unterhalten sollten. (Beifall bei der SPÖ. – Neuerliche Zwischenrufe der Abg. Steibl.)
Anhaltende Zwischenrufe der Abgeordneten Steibl und Grosz.
Abschließend möchte ich anmerken, dass ich verwundert bin, wie Abgeordnete in diesem Haus versuchen, den Ruf eines Unternehmens, das der Republik Österreich gehört, unter fadenscheinigen Vorwänden zu beschädigen. (Anhaltende Zwischenrufe der Abgeordneten Steibl und Grosz.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
An eines darf ich auch noch erinnern, zur Frage der Erfolge: Sie haben eine Struktur geschaffen, ein Unternehmen zerschlagen, Sie haben eine Holding gegründet, wo permanent festgelegt wird, dass sie keine operative Kompetenz haben darf. Dann aber hier nur zu sagen, da gehöre eingegriffen, ist zu wenig. Sagen Sie mir, wer? Sie haben diese Struktur geschaffen, sodass das nicht möglich ist. Das sollten Sie selbst wissen. Sie behaupten immer, Sie hätten die Wirtschaftskompetenz – ich stelle sie leider nicht fest. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Nicht alles, das möchte ich schon zur Kenntnis bringen, was Kollege Maier heute hier gesagt hat, ist falsch. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Seien es die Waggons, die zu kalt sind, seien es etliche andere Dinge, die natürlich korrigiert gehören, es kommt gleich wieder das Totschlagargument, dass die Bahn ja kaputtgespart wurde. Bitte, die Bahn ist derzeit schon etwas besser, als sie sich nach außen im Verkauf gibt.
Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass Tausende von Arbeitnehmern richtige Ansätze haben, aber diese Ansätze irgendwo im Bereich des mittleren Managements stecken bleiben und weiter nach oben hin dann nichts mehr geschieht. (Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.) Da haben wir im Bereich des oberen Managements durchaus noch Aufholbedarf, da muss noch modernisiert werden.
Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.
Ich möchte auch noch einen Antrag in Erinnerung rufen, den Kollege Neubauer vor längerer Zeit eingebracht hat. Wir sollten auch noch über die Senioren nachdenken und diese mit einem entsprechenden Österreich-Ticket, zu günstigen Preisen – wie zum Beispiel 7 € –, reisen lassen. Aber was macht die Bahn? (Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.) Denken wir nur an den durchaus guten Bericht, den die Schienen-Control gelegt hat. Die Bahn macht ein Ticket, das bei den Frauen mit 60 und bei den Männern mit 65 Jahren limitiert ist. Das heißt, wir können hier herinnen beim Pensionsrecht beschließen, was wir wollen, Altersregelungen hin oder her, für die ÖBB gelten 60 und 65 Jahre.
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Kopf.
Sie haben noch einen Satz gesagt, den ich unterstreiche: Die ÖBB sind ein österreichisches Unternehmen, und sie sollen es bleiben. Ja, aber wenn wir das wirklich wollen, dann muss es ein funktionierendes österreichisches Unternehmen sein, und wenn die ÖBB wirklich funktionieren sollen, dann brauchen Sie den eisernen Besen, um einmal im oberen Drittel durchzukämmen, sonst wird es nämlich keines mehr sein. – Danke. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Kopf.)
Abg. Haberzettl: ... Eisenbahner selber pensioniert!
Ich stelle nicht in Abrede, dass es Pensionsbeiträge gibt, aber das Frühpensionierungsalter liegt nun einmal bei 52 Jahren, und es ist durchaus fair und gerecht, dass man das auch, wie in den übrigen anderen Bereichen, anhebt. (Abg. Haberzettl: ... Eisenbahner selber pensioniert!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Haberzettl.
Die Eisenbahn als ehemaliger Staatsbetrieb muss zu einem modernen und leistungsfähigen Dienstleistungsbetrieb entwickelt werden. Die heutige Umsetzung der EU-Verordnung soll ein Auftakt sein, an der Baustelle – und es gibt viele Baustellen bei der Bahn – zu arbeiten und gute Vorschläge einzubringen. Es bringt aber auch nichts, wenn man gerade dieses Unternehmen betreffend öffentliches Hickhack betreibt. Es ist wichtig, im Sinne der Angestellten, Bediensteten, aber natürlich auch im Sinne der Konsumenten und Kunden gemeinsam an der Bahn zu arbeiten. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Haberzettl.)
Beifall bei der SPÖ.
Der Grund für diese Änderung war eben die Angleichung des AETR an die einschlägigen EU-Verordnungen. Ich betone aber gleichzeitig: Es handelt sich hiebei eigentlich um eine Zwischenanpassung, weil wir dabei sind, da noch weitere endgültige Regelungen abzuschließen. Die Verhandlungen laufen noch, aber nach Auskunft des Verkehrsministeriums wird Frau Bundesministerin Bures alles daran setzen, in der zweiten Jahreshälfte 2010 auch diesbezüglich einen erfolgreichen Abschluss hier beschließen zu lassen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Es ist wichtig, dass es bei dem Ganzen einen Praxisbezug gibt. Wir befürworten diese Gesetzesinitiative aus dem Jahre 1994. Ich glaube, es ist längst überfällig, dass das angepasst wird. Wir stimmen daher dieser Gesetzesvorlage gerne zu. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten des BZÖ.
Daher: Wir sagen ein Ja zu Routinekontrollen, aber auch zu mehr Mut, überaltete Lkws aus dem Osten zu überprüfen, anstatt inländische Unternehmer zu schikanieren. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten des BZÖ.)
Abg. Scheibner: Da hoffen wir doch, dass Sie mit dem Fahrrad unterwegs waren!
gin bei Lkw-Kontrollen, und zwar beim fixen Kontrollpunkt der ASFINAG auf der West Autobahn bei Stadt Haag. (Abg. Scheibner: Da hoffen wir doch, dass Sie mit dem Fahrrad unterwegs waren!)
Beifall bei den Grünen.
Frau Ministerin, die heutige Zustimmung gilt für den Bereich Verbesserung im Arbeitsinspektorat und für diese elektronischen Lkw-Tachoscheiben. Diese Zustimmung ist aber gleichzeitig die Aufforderung an Sie, endlich etwas für die allgemeine Verkehrssicherheit zu tun. Ich bin neugierig, was Sie dazu sagen. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Vock: Und was ist das dann, wenn ein drei Monate alter Lkw zweimal hintereinander überprüft wird?
Zur Diskussion der Fragen, wie es mit Kontrollen ausschaut und wie wir Lkw, die technische Mängel haben und ein Sicherheitsrisiko darstellen, aus dem Verkehr ziehen können: Da gibt es eine enge Kooperation zwischen mir und der Innenministerin, und da gibt es eine klare Aufgabenteilung, das ist auch gut so. Einen Lkw aus dem fließenden Verkehr zu nehmen und einer Überprüfungsstelle zuzuweisen, das ist Aufgabe der Exekutive. Nur die Exekutive kann ein Fahrzeug aus dem Verkehr holen. Daher glaube ich auch, dass Vorwürfe, dass es da Schikanen gegen österreichische Unternehmen gäbe, jeder Grundlage entbehren. (Abg. Vock: Und was ist das dann, wenn ein drei Monate alter Lkw zweimal hintereinander überprüft wird?)
Beifall bei der SPÖ.
Wir haben die finanziellen Mittel dafür von 1,6 Millionen € auf 2,6 Millionen € aufgestockt – das sind um 60 Prozent mehr! –, damit wir eben diese gefährlichen Lkw von den Straßen holen können. Das sollte uns ein gemeinsames Anliegen sein! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Kopf: Aufwaschen!
Dem Kollegen Hermann Gahr möchte ich Folgendes sagen: Die Arbeitsinspektionen zusammenzulegen, das hat schon etwas für sich. Das sind allerdings Peanuts. Gehen Sie endlich einmal die Verwaltungsreform an, eine Bundesstaatsreform, die schon seit 2003 vorgeschlagen wird. Dann können wir über diese Sachen gleich mit entscheiden, das wäre dann alles in einem Abwaschen zu erledigen. (Abg. Kopf: Aufwaschen!)
Beifall beim BZÖ.
Da müssten Sie sich einmal drübertrauen, denn das wären die wirklichen Einsparungen! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der FPÖ.
Die S 34, die Traisental Schnellstraße, war im letzten Verkehrsausschuss das große Thema. Prinzipiell, so muss ich einmal vorausschicken, sind wir für die Errichtung der S 34, weil das die Bevölkerung des Traisentals so will und es auch eine gute Sache ist, aber eben nicht die Westvariante, die scheinbar wieder die billigere Variante ist. Ich erinnere daran: Wer billig baut, baut oft auch teuer. Wir wären für die unserer Meinung nach viel, viel bessere Ostvariante. (Beifall bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Die Ostvariante, die wir befürworten würden, wäre direkt an den Knoten A 1/S 3 angebunden und würde entlang des Traisenflusses in Richtung Traisental geführt. Das wäre für uns und auch mehrheitlich für die Bevölkerung des Traisentals die bessere Variante. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Zanger: Das ist nicht wahr!
Hohes Haus! In Zeiten wie diesen gilt es aber hart zu kalkulieren. Gegenwärtig ist der Bau der S 34 östlich von St. Pölten vorgesehen. Ich wundere mich wirklich, dass mein Vorredner von der FPÖ für die Ostvariante eintritt, während jetzt erst wieder aktuell der stellvertretende Klubobmann im niederösterreichischen Landtag, der FPÖ-Abgeordnete Königsberger, für überhaupt keine Variante eintritt. (Abg. Zanger: Das ist nicht wahr!)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Im Namen der großen Mehrheit der betroffenen Bevölkerung des niederösterreichischen Zentralraumes möchte ich mich für deine Unterstützung bedanken und bin mir sicher, mit deiner Unterstützung steht einem Baubeginn der S 34 2012 und einer Verkehrsfreigabe 2014 nichts mehr im Wege. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Ich danke den AnrainerInnen, die sich heute Abend noch Zeit genommen haben, dieser Debatte beizuwohnen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Mag. Heribert Donnerbauer (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Sehr geehrte Damen und Herren! Werte Frau Kollegin Moser, es steht ja hier und heute nicht nur ein Antrag zu einem ganzen konkreten Verkehrsprojekt und Infrastrukturprojekt zur Debatte, sondern auch ein Antrag der Grünen, die überhaupt alle Straßenbauprojekte generell in Frage stellen wollen, und daher möchte ich Ihnen eines sagen: Gott sei Dank gibt es Landeshauptleute wie Landeshauptmann Pröll, die auf der Seite der Regionen stehen, die für die wirtschaftliche Entwicklung der Regionen eintreten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich darf Sie daher ersuchen: Überdenken Sie Ihren Standpunkt! Unterstützen Sie mit uns auch diese wichtigen Infrastrukturprojekte! Die Bevölkerung in den betroffenen Regionen wird es Ihnen danken. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Gott sei Dank bekommen wir die zweite Pfändertunnelröhre! Frau Ministerin, das hat Ihr Vorgänger, Hubert Gorbach, begonnen, und Sie führen es fort. – Danke schön dafür! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich habe nie ein Hehl daraus gemacht, dass ich ganz klar eine Priorisierung bei der Mobilität anstrebe, und das ist die Schiene. Das Ergebnis spiegelt sich auch in den Zahlen wider: Bei den Konjunkturpaketen haben wir 700 Millionen € in die Schiene investiert und 200 Millionen € in die Straße, und da ausschließlich in den Bereich der Verkehrssicherheit. Also auch das sind Tiefbauinvestitionen, aber Investitionen, die den Menschen zugute kommen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Frau Bundesminister, Sie haben nach einer Übereinkunft mit dem Land Niederösterreich auch die finanziellen Mittel sichergestellt, dass die derzeitige Infrastruktur von Traisen bis auf Schrambach vorerst einmal ausgebaut werden kann. Daraus ergibt sich, dass es ab Dezember 2010 wieder möglich ist, den Fahrplan des Jahres 2008 anzubieten. Ich bin überzeugt davon, dass mit der Fertigstellung des St. Pöltner Hauptbahnhofes eine alternative, gute Streckenführung auch im Bahnbereich in dieser Region möglich sein wird. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Moser: Die streichen wir ja!
Ich hätte mich trotzdem gefreut, wenn Sie, so engagiert, wie Sie diese Thematik vorgetragen haben, vielleicht auch ein paar Worte zu Oberösterreich gefunden hätten. Vielleicht können Sie das ja auch noch nachholen, was zum Beispiel den Westring und was vor allem die Frage Mühlkreisbahn und Linz betrifft. (Abg. Dr. Moser: Die streichen wir ja!)
Oh-Rufe bei der FPÖ.
Wir Freiheitliche bekennen uns jedenfalls zum Projekt Westring – und ich als Linzer sowieso. Bemerkenswert dabei ist, dass wir in der letzten Gemeinderatsitzung in Linz einen Antrag auf Volksabstimmung zu diesem Thema eingebracht haben, und die Grünen – man höre und staune! – haben diesem Antrag auf Volksabstimmung zum Westring nicht die Zustimmung erteilt. (Oh-Rufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Also das, muss ich schon sagen, ist wirklich bemerkenswert, Frau Kollegin Moser, denn da hätten die Grünen, wenn sie es ehrlich mit der Politik und mit diesen Straßenprojekten meinen, die einmalige, historische Chance gehabt, zuzustimmen. Dann hätte ich das, was Sie heute hier beantragt haben, auch geglaubt. So fehlt mir jedoch wirklich der Glaube, dass Sie es ernst meinen. Wenn 80 Prozent der Linzer Bevölkerung für den Westring sind und 70 Prozent sagen, dass der Westring in Oberösterreich dringend gebraucht wird, weil er zu einer wirklichen Entlastung des Linzer Stadtgebietes und damit zu einer unglaublichen Verbesserung der Lebensqualität beiträgt, dann befinden wir uns auf der richtigen Seite, und deshalb sind wir für den Westring! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Moser: Nein, zu Lasten der Bürger! – Abg. Dr. Walser: Allein, es fehlt der Glaube!
Herr Kollege Hell hat ja bereits versucht, Ihnen das zu erklären. Vielleicht darf ich das noch einmal deutlicher herausstreichen: Es kommt zu einer Beschleunigung der Verfahren. Das ist Ihnen, glaube ich, doch klar. (Abg. Dr. Moser: Nein, zu Lasten der Bürger! – Abg. Dr. Walser: Allein, es fehlt der Glaube!) Es wird durch dieses Gesetz ermöglicht, dass in der Zeit zwischen der Genehmigung und der Verkehrsfreigabe auf geänderte Umstände eingegangen werden kann – und auch eingegangen werden muss. Das ist nicht wegzudiskutieren.
Abg. Dr. Moser: Gott sei Dank!
Bezüglich Grundstücksspekulationen: Die werden in Zukunft unterbunden, und das wird wirklich große Beträge freimachen. Es wird in Zukunft so sein: Wenn die Gemeinde über die öffentliche Auflage eines Bundesstraßenbauvorhabens in Kenntnis gesetzt wurde, ist keine wertsteigernde Flächenumwidmung mehr möglich. (Abg. Dr. Moser: Gott sei Dank!) Das sagt doch wohl alles.
Abg. Dolinschek: ..., wieso sollen wir das andere glauben, was Sie sagen?
Noch einer Ihrer Kritikpunkte geht völlig ins Leere: Sie haben sich darüber mokiert, dass für die Begutachtung nur vier Wochen Zeit sind, und das in der sommerlichen Haupturlaubszeit. (Abg. Dolinschek: ..., wieso sollen wir das andere glauben, was Sie sagen?)
Abg. Mag. Brunner: Nein, die Regierung eben nicht!
Das zeigt doch eindeutig, dass die Regierung auch während des Sommers arbeitet (Abg. Mag. Brunner: Nein, die Regierung eben nicht!), wo Sie doch immer wieder sagen, dass sie das nicht tut. Das geht also völlig ins Leere. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Brunner: Umgekehrt! Genau umgekehrt!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Brunner: Umgekehrt! Genau umgekehrt!
Das zeigt doch eindeutig, dass die Regierung auch während des Sommers arbeitet (Abg. Mag. Brunner: Nein, die Regierung eben nicht!), wo Sie doch immer wieder sagen, dass sie das nicht tut. Das geht also völlig ins Leere. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Brunner: Umgekehrt! Genau umgekehrt!)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Mag. Christiane Brunner (Grüne): Herr Präsident! Frau Ministerin! Ich möchte auch die AnrainerInnen der S 34 auf der Besuchergalerie ganz herzlich begrüßen. Das zeigt, wie groß das Engagement der vielen Bürgerinitiativen in Österreich ist, und dafür möchte ich mich auch bedanken. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
dass dieses Bundesstraßengesetz nicht in Stein gemeißelt ist, sondern dass wir da auch noch weiter Bewegung hineinbringen können. Notwendig ist es jedenfalls. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Donnerbauer: Fragen Sie einmal die Betroffenen, dann werden Sie sehen, dass die anders denken! Fragen Sie einmal die Burgenländer und Burgenländerinnen!
Auch der Mobilität im Burgenland, der Mobilität der Burgenländerinnen und Burgenländer helfen diese Straßenprojekte, diese Transitrouten überhaupt nicht. Wir brauchen kleine Lösungen, die die Mobilität in den Regionen erhöhen, und nicht riesengroße Infrastrukturprojekte, die dazu führen, dass die Burgenländerinnen und Burgenländer auf Jahrzehnte weiterhin dem Autofahren und dem Pendeln verhaftet sind – und das bei steigenden Treibstoffpreisen. (Abg. Mag. Donnerbauer: Fragen Sie einmal die Betroffenen, dann werden Sie sehen, dass die anders denken! Fragen Sie einmal die Burgenländer und Burgenländerinnen!) Das finde ich höchst unverantwortlich und auch sozial bedenklich. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Auch der Mobilität im Burgenland, der Mobilität der Burgenländerinnen und Burgenländer helfen diese Straßenprojekte, diese Transitrouten überhaupt nicht. Wir brauchen kleine Lösungen, die die Mobilität in den Regionen erhöhen, und nicht riesengroße Infrastrukturprojekte, die dazu führen, dass die Burgenländerinnen und Burgenländer auf Jahrzehnte weiterhin dem Autofahren und dem Pendeln verhaftet sind – und das bei steigenden Treibstoffpreisen. (Abg. Mag. Donnerbauer: Fragen Sie einmal die Betroffenen, dann werden Sie sehen, dass die anders denken! Fragen Sie einmal die Burgenländer und Burgenländerinnen!) Das finde ich höchst unverantwortlich und auch sozial bedenklich. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Im Übrigen bin ich der Meinung: Österreich braucht ein eigenständiges, unabhängiges und engagiertes Umweltministerium. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Heinzl: Hat er nicht!
Kollege Christian Lausch ist da übrigens im kompletten Gleichklang mit unserem Landtagsklub und mit unserem Klubobmann-Stellvertreter im niederösterreichischen Landtag, Königsberger, der genau dieselben Argumente im Landtag, aber auch in Presseaussendungen vorgebracht hat. (Abg. Heinzl: Hat er nicht!) – Kollege Königsberger hat sehr wohl die Gründe aufgelistet; Sie hätten sich nur genauer informieren müssen. (Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Heinzl.)
Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Heinzl.
Kollege Christian Lausch ist da übrigens im kompletten Gleichklang mit unserem Landtagsklub und mit unserem Klubobmann-Stellvertreter im niederösterreichischen Landtag, Königsberger, der genau dieselben Argumente im Landtag, aber auch in Presseaussendungen vorgebracht hat. (Abg. Heinzl: Hat er nicht!) – Kollege Königsberger hat sehr wohl die Gründe aufgelistet; Sie hätten sich nur genauer informieren müssen. (Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Heinzl.)
Beifall bei der FPÖ.
Prüfen Sie die berechtigten Einsprüche der betroffenen Anrainer! Betonieren Sie die Einsprüche der Anrainer nicht einfach zu, sondern lassen Sie es zu, dass beide Varianten in gleichem Maße geprüft werden! (Beifall bei der FPÖ.)
Ruf bei der FPÖ: Wo ist das Leiberl?
Abgeordneter Dr. Harald Walser (Grüne): Herr Präsident! Frau Ministerin! (Ruf bei der FPÖ: Wo ist das Leiberl?) – Schön, dass den freiheitlichen Kollegen mein Leiberl abgeht. Ich kann es Ihnen gerne wieder präsentieren, wenn das gewünscht wird. (Neuerliche Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Neuerliche Zwischenrufe bei der FPÖ.
Abgeordneter Dr. Harald Walser (Grüne): Herr Präsident! Frau Ministerin! (Ruf bei der FPÖ: Wo ist das Leiberl?) – Schön, dass den freiheitlichen Kollegen mein Leiberl abgeht. Ich kann es Ihnen gerne wieder präsentieren, wenn das gewünscht wird. (Neuerliche Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Donnerbauer: Das ist ja geprüft! Dann wäre es ja nicht im Gesetz, wenn es nicht geprüft wäre! Das ist alles schon geprüft, jahrelang geprüft!
Grünen, wie Sie das dargestellt haben, gegen alles sind, sondern wir prüfen Projekte sehr genau. Denselben Unsinn hören wir ja von Ihnen, Herr Kollege, auch in Bezug auf Kraftwerke. Auch da ist es keineswegs so, dass wir Grünen prinzipiell alles ablehnen, sondern auch da prüfen wir und schauen, ob die Projekte wirtschaftlich sinnvoll sind, ob sie ökologisch verträglich sind und ob sie in einen großen Plan hineinpassen. (Abg. Mag. Donnerbauer: Das ist ja geprüft! Dann wäre es ja nicht im Gesetz, wenn es nicht geprüft wäre! Das ist alles schon geprüft, jahrelang geprüft!)
Ruf bei der ÖVP: Keine Ahnung!
Ein paar kleine Beispiele aus Vorarlberg: Im Montafon wird derzeit eine Umfahrung geplant beziehungsweise projektiert, und zwar geht es da um eine Umfahrung einer Umfahrung in Lorüns. Allerdings wäre es da mit ausreichenden Lärmschutzmaßnahmen mehr als getan – und auch da regt sich daher bereits Widerstand. (Ruf bei der ÖVP: Keine Ahnung!)
Abg. Hagen: Das ist doch ein Schwachsinn ...!
Beim Fertigbau der zweiten Pfänder-Tunnelröhre: genau dasselbe Problem. Wir wissen, der Pfänder hat sozusagen Pförtnerfunktion. Die zweite Röhre wird aber dazu führen, dass das natürlich mehr Verkehr anziehen wird; das ist ganz klar. (Abg. Hagen: Das ist doch ein Schwachsinn ...!) – Herr Kollege, Sie wissen das auch. (Abg. Hagen: Zehn Jahre zu spät! Jeden Tag Stau! Du hast doch keine Ahnung!) Das Hauptproblem ist aber zugegebenermaßen die S 18, die Bodensee-Schnellstraße. Da hat ja schon – glücklicherweise – Anfang 2007 der Verfassungsgerichtshof sein Veto angemeldet. Die Planungen gehen aber dennoch unbeirrt weiter, obwohl wir auch da wissen, dass dieses Projekt nicht notwendig ist und wir uns da sehr, sehr viel Geld ersparen könnten.
Abg. Hagen: Zehn Jahre zu spät! Jeden Tag Stau! Du hast doch keine Ahnung!
Beim Fertigbau der zweiten Pfänder-Tunnelröhre: genau dasselbe Problem. Wir wissen, der Pfänder hat sozusagen Pförtnerfunktion. Die zweite Röhre wird aber dazu führen, dass das natürlich mehr Verkehr anziehen wird; das ist ganz klar. (Abg. Hagen: Das ist doch ein Schwachsinn ...!) – Herr Kollege, Sie wissen das auch. (Abg. Hagen: Zehn Jahre zu spät! Jeden Tag Stau! Du hast doch keine Ahnung!) Das Hauptproblem ist aber zugegebenermaßen die S 18, die Bodensee-Schnellstraße. Da hat ja schon – glücklicherweise – Anfang 2007 der Verfassungsgerichtshof sein Veto angemeldet. Die Planungen gehen aber dennoch unbeirrt weiter, obwohl wir auch da wissen, dass dieses Projekt nicht notwendig ist und wir uns da sehr, sehr viel Geld ersparen könnten.
Abg. Heinzl: Hat er nicht! Das hat er sicher nicht!
Denken Sie daran – das Hearing im Verkehrsausschuss hat das deutlich gemacht –: Dieses Projekt betreffend die S 34 ist rechtswidrig! Das hat ein Experte im Ausschuss eindrucksvoll unter Beweis gestellt. (Abg. Heinzl: Hat er nicht! Das hat er sicher nicht!) Es ist das eine „Pröll-Variante“. Wir können darauf verzichten, nein: Wir müssen darauf verzichten! Bitte nehmen Sie das zur Kenntnis und richten Sie sich danach, was uns dazu Experten empfohlen haben! – Danke schön. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Denken Sie daran – das Hearing im Verkehrsausschuss hat das deutlich gemacht –: Dieses Projekt betreffend die S 34 ist rechtswidrig! Das hat ein Experte im Ausschuss eindrucksvoll unter Beweis gestellt. (Abg. Heinzl: Hat er nicht! Das hat er sicher nicht!) Es ist das eine „Pröll-Variante“. Wir können darauf verzichten, nein: Wir müssen darauf verzichten! Bitte nehmen Sie das zur Kenntnis und richten Sie sich danach, was uns dazu Experten empfohlen haben! – Danke schön. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Meine Damen und Herren! Frau Ministerin! Wir sind für jede Verkehrssicherheitsmaßnahme. Wenn Rettungsfahrzeuge sozusagen den Pannenstreifen benützen müssen, gerne. Nur: Was wir nicht wollen, ist, dass es über den Umweg der Benützung des Pannenstreifens für Rettungsfahrzeuge insgesamt zu einer Öffnung des Pannenstreifens bei Verkehrsstaus sozusagen als dritte Spur kommt. Ihr Antrag ist leider so formuliert, und deswegen müssen wir ihn ablehnen, obwohl wir natürlich dafür sind, dass es „Rettungsgassen“ für Pannenfahrzeuge gibt. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Frau Kollegin Moser, über technische Details werden wir uns sicherlich im Ausschuss noch unterhalten. Ich freue mich, dass auch die Grünen sowie die Blaulichtorganisationen – das Rote Kreuz, ASBÖ, die Feuerwehren, die Autofahrerorganisationen ARBÖ und ÖAMTC – für die Einführung einer „Rettungsgasse“ sind. Wir werden, wie gesagt, im Verkehrsausschuss noch die konkreten Fragen zur Umsetzung dieser wichtigen Initiative beraten, und ich freue mich schon darauf. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Frau Bundesministerin, ich darf Sie ersuchen, sehr rasch die Prüfung durchzuführen, unter Einbindung aller, die damit befasst sind, und ich freue mich schon auf den 1. Dezember, wo dieser Bericht vorliegen wird. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich weiß, dass auch manche Beamte im BMVIT diese Bedenken haben. Ich hoffe, dass sich die Österreicher als reif erweisen und dass die Prüfung dementsprechend ausfällt. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
auch für eine Lärmreduzierung durch die Produktion entsprechender Reifen und entsprechenden Straßenbelags sorgen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich meine, dass durch diesen vorliegenden Antrag vor allen Dingen danach getrachtet werden muss, dass diese geforderte „Rettungsgasse“ eine hohe Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung findet, dass das mögliche Chaos, weil die Menschen nicht daran gewöhnt sind, verhindert wird und dass rasche und effiziente Hilfe angeboten, gewährleistet und erreicht wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Verkehrsteilnehmer schärfen und darüber hinaus im Dezember darüber berichten. Aus diesen Ergebnissen werden wir – und das hoffe ich – alle weiteren Maßnahmen für eine legistische Umsetzung veranlassen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Pendl: Rettungsgasse!
Abgeordneter Josef Jury (ohne Klubzugehörigkeit): Herr Präsident! Sehr verehrte Frau Minister! Hohes Haus! Als Bürgermeister einer Gemeinde mit einer Portalfeuerwehr, die 80 Prozent ihrer Einsätze auf der Tauern Autobahn leistet, schätze ich diese Initiative von Kollegen Rädler sehr. Er weiß, wovon ich spreche, wenn ich sage, dass diese Sicherheitsgasse der Weg in die Zukunft ist. (Abg. Pendl: Rettungsgasse!) Sicherheits- oder Rettungsgasse. Der Herr Abgeordnete Pendl kennt sich da sehr gut aus.
Beifall bei der FPÖ.
Die „Rettungsgasse“ ist eine gute Initiative, denn: Wer schnell hilft, hilft doppelt! Die Umsetzung mit den Blaulichtorganisationen, mit den Autofahrerklubs, aber vor allem mit dem Straßenerhalter, der Asfinag, ist für die Sicherheit unserer Autofahrer eine gute Maßnahme. – Danke sehr. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Kopf: Was wollen Sie? Was war das?
Ich bitte jene Damen und Herren, die hiefür eintreten, um ein Zeichen der Zustimmung. (Abg. Kopf: Was wollen Sie? Was war das?) – Hat niemand zugehört? (Heiterkeit.)
Heiterkeit.
Ich bitte jene Damen und Herren, die hiefür eintreten, um ein Zeichen der Zustimmung. (Abg. Kopf: Was wollen Sie? Was war das?) – Hat niemand zugehört? (Heiterkeit.)
Beifall bei der FPÖ.
Es wäre meines Erachtens allerhöchste Zeit, Schluss mit Ausflüchten zu machen und die sinnvolle Nutzung von Tragschraubern auch in Österreich zu ermöglichen. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Um notwendige große Anpassungsschritte hinkünftig zu vermeiden, sollen die Gebühren zukünftig automatisch jährlich angepasst werden. Das nunmehrige Modell wird analog den Anpassungen der Vignettenpreise erfolgen. Ab 2011 werden die Gebühren der Austro Control jährlich um die Inflationsrate angehoben. Damit, sehr geehrte Damen und Herren, ist sichergestellt, dass der Forderung des Rechnungshofes Rechnung getragen wird und der Kostendeckungsgrad nicht weiter sinkt. (Beifall bei der SPÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.
Der Grund dafür, dass ich das hier anspreche, ist die Verordnung. All die Hubschrauber, die wir im Rettungseinsatz haben, haben die EU-Berechtigung, für Österreich werden sie jedoch nicht zugelassen, weil der schwarze ÖAMTC, eine Vorfeldorganisation der ÖVP, hier ein Monopol errichten und entsprechend abkassieren möchte. Frau Minister, ich verstehe nicht, dass Sie das zulassen. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall beim BZÖ.
Jetzt komme ich noch zur Schenk Air. Die Schenk Air hat zwei der besten Fluggeräte europaweit. Diese dürfen in Österreich aber nicht eingesetzt werden. – Das, was hier gemacht wird, stinkt doch zum Himmel! Das ist reine Politjustiz. Das kann nicht sein, Frau Minister, bitte kümmern Sie sich darum! Ich habe das aus sicherer Quelle und gehe gerne einmal mit Ihnen auf einen Kaffee und erkläre es Ihnen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Noch etwas sollten wir überdenken: Wir haben da einen Körper, der anscheinend nicht wirklich harmonisch arbeitet. Auf der einen Seite ist die Republik, sie ist zu 100 Prozent Gesellschafter, und gleichzeitig ist ein privatrechtliches Unternehmen da Organisator und Logistiker. Ich meine, dass das weder wirtschaftlich noch finanziell wirklich zusammenpasst. Es wäre sinnvoll, da eine Teilung vorzunehmen, damit wir auch bei der Austro Control mehr Transparenz, mehr wirtschaftliche Effektivität und auch eine stabilisierte Finanzpolitik haben. Ich ersuche, auch darüber nachzudenken. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Fazekas
Damen und Herren von ÖVP, SPÖ und den Grünen, die Sie diesen Antrag im Ausschuss bereits im Vorfeld einmal abgelehnt haben (Zwischenruf des Abg. Fazekas), zum Wohle der Bevölkerung, die in den Anrainergemeinden rund um den Flughafen lebt, diesem Antrag zuzustimmen. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Damen und Herren von ÖVP, SPÖ und den Grünen, die Sie diesen Antrag im Ausschuss bereits im Vorfeld einmal abgelehnt haben (Zwischenruf des Abg. Fazekas), zum Wohle der Bevölkerung, die in den Anrainergemeinden rund um den Flughafen lebt, diesem Antrag zuzustimmen. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Wir werden daher jetzt allen Tagesordnungspunkten von 15 bis 19 zustimmen. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Was mir auch noch wichtig ist, denn das unterscheidet uns von vielen anderen europäischen Ländern, ist, dass wir im schwierigsten Jahr der österreichischen Luftfahrt – und das war das Jahr 2009, wo wir ja einen Rückgang um 7,7 Prozent in der Luftfahrt zu verzeichnen hatten – eines der wenigen europäischen Länder waren, die gesagt haben, in diesem für die Luftfahrt schwierigen Jahr erhöhen wir gar keine Gebühren. Es hat in diesem Jahr einen Gebührenstopp gegeben. Es war der Community natürlich bewusst, dass das eine einmalige Krisenhilfe ist. Und daher, glaube ich, wird das heute einer guten Lösung zugeführt, wenn wir in Zukunft, nämlich im Einvernehmen mit dem BMF und mit dem Rechnungshof, eine Valorisierung dieser Gebühren vornehmen, um nicht dann große Sprünge zu haben, sondern auch einen Wertausgleich sicherzustellen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Auf die Frage in der ORF-Sendung „Salzburg heute“, was genau man der Firma Heli Austria vorwirft oder was nicht erfüllt wurde, wusste ein Sprecher der Austro Control keine Antwort. Ich sage Ihnen, meine sehr geschätzten Damen und Herren: So soll es in Österreich nicht sein! – Herzlichen Dank. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Alles in allem kann man sagen, dass das eine gut vorbereitete Sache war, und ich denke, die Frau Verkehrsministerin hat eine vorbildliche Vorgangsweise für dieses schwierige Problem zwischen Lebensqualität, Gesundheit und Wirtschaftsentwicklung gewählt. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der FPÖ.
Abgeordneter Ing. Norbert Hofer (FPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesminister! Meine Damen und Herren! Was die Austro Control anbelangt, so vergeht keine Woche, kein Monat, wo es nicht massive Beschwerden über diese Behörde gibt, und ich bin der Meinung, dass es aufseiten der Bundesministerin auch tatsächlich Handlungsbedarf gibt. Sie dürfen nicht vergessen: Wenn der Salzburger Landtag einen einstimmigen Beschluss fasst – der übrigens heute von den Vertretern der Regierungsparteien nicht mitgetragen werden kann, was mich sehr wundert – und wenn die Salzburger Landesregierung eine Anzeige wegen des Verdachts auf schweren Amtsmissbrauch erstattet, dann sieht man daran schon sehr deutlich, dass in dieser Behörde so einiges nicht stimmt und einige Mitarbeiter als „unguided missiles“ unterwegs sind, um heimischen Unternehmen – und heute sitzen auch Vertreter dieser Unternehmen hier, die ich herzlich begrüße (der Redner wendet sich in Richtung Galerie) – zu schaden. (Beifall bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Ing. Höbart: Das ist ein nettes Gehalt! Ist ja unglaublich! Das sind ja lauter Geschäftsführer, die dort arbeiten!
Frau Minister, Sie haben die Einsparungsmaßnahmen angesprochen. Tatsache ist, dass die Gebühren zuletzt um 50 Prozent erhöht worden sind – das entspricht dem Hundertfachen der Inflationsrate – und dass gleichzeitig der Rechnungshof aufzeigt, dass ein Mitarbeiter der Austro Control im Jahr 2007 durchschnittlich 154 470 € verdient hat, meine Damen und Herren. 154 470 € Durchschnittseinkommen im Jahr 2007! (Abg. Ing. Höbart: Das ist ein nettes Gehalt! Ist ja unglaublich! Das sind ja lauter Geschäftsführer, die dort arbeiten!) Hier gibt es natürlich auch Möglichkeiten, zu einer vernünftigen Bezahlung zu kommen.
Beifall bei der FPÖ.
Ich dränge daher darauf, Frau Bundesminister, dass Sie diese Behörde sehr, sehr intensiv unter Ihre Fittiche nehmen und mit den wild gewordenen Mitarbeitern, wie einem gewissen Herrn, der in einer ORF-Sendung aufgetreten ist – ich glaube, er heißt Hasenhütl; es war, glaube ich, „Report“ oder „Thema“; ich hoffe, er ist nicht bezahlt worden für seinen Auftritt –, einmal Tacheles reden. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der FPÖ.
Noch einen Punkt spreche ich am Schluss an – das wissen vielleicht viele von Ihnen nicht –: Mitarbeiter der Austro Control machen ihre Flugstunden bei Unternehmen, die sie eigentlich prüfen sollten! (Beifall bei Abgeordneten der FPÖ.) Man stelle sich vor, eine Bezirkshauptmannschaft stellt Führerscheine aus, und gewisse Fahrschulen stellen der Bezirkshauptmannschaft kostenlos ihre Fahrzeuge zur Verfügung. Das ist genau die gleiche Vorgangsweise! Daher, meine Damen und Herren, muss auch dem Einhalt geboten werden.
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Großruck: Nicht „zur Brust nehmen“, sondern „an die Brust nehmen“!
Frau Bundesminister, ich bitte Sie sehr, sehr dringend, erstens mit den Betroffenen heute noch ein Gespräch zu führen und, zweitens, sich diese Behörde wirklich zur Brust zu nehmen. – Ich bedanke mich. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Großruck: Nicht „zur Brust nehmen“, sondern „an die Brust nehmen“!)
Abg. Ing. Hofer: ... in Salzburg sind anderer Meinung!
Absicht des Verordnungsgebers war es, durch die Vereinheitlichung auf Ebene höchster Sicherheitsstandards für Rettungshubschraubereinsätze größtmögliche Sicherheit für Flugretter und Passagiere herzustellen. Praktisch alle Rettungsflugbetreiber mit Ausnahme der Firma Heli Austria haben ab Mitte 2008 ihre Hubschrauberflotte auf die neue Verordnung ausgerichtet und angepasst. Durch rechtzeitige Vorbereitungen wäre es auch für die Firma Heli Austria mit Beginn des Jahres nicht zu diesen Problemen gekommen. (Abg. Ing. Hofer: ... in Salzburg sind anderer Meinung!)
Beifall bei der SPÖ.
Abschließend möchte ich noch festhalten, dass die Aussage, dass die Flugrettung in Österreich nicht abgesichert sei, in keiner Weise stimmt. 37 Hubschrauber erfüllen derzeit die dafür notwendigen Voraussetzungen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Hofer: Na, das ist aber eine Überraschung! Wer hätte denn das gedacht? Das ist ja etwas ganz Neues!
Natürlich kann man dann mit Zahlenspielereien beginnen und hier immer so ein bisschen eine Art von Verdächtigungen in den Raum stellen. Wenn man es sich aber wirklich seriös und ernsthaft ansieht, dann sieht man natürlich sofort, dass „Zahlenspielereien“ ja ein freundlicher Ausdruck ist, denn: Wenn Sie die Zahl aus dem Rechnungshofbericht, was die Einkommenssituation bei der ACG betrifft – und ich nehme an, Sie greifen auf Daten des Rechnungshofes zurück, der beim Personalaufwand in sehr guter und transparenter Art und Weise eine Summe bekannt gibt –, durch die Anzahl der Köpfe der Beschäftigten dividieren und dann sagen, da werden Hunderttausende an Bezügen bezahlt, dann versuchen Sie, absichtlich zu verschweigen, dass bei den Personalaufwendungen in einem Unternehmen natürlich die Dienstgeberbeiträge – um einen Teil zu nennen – dabei sind (Abg. Ing. Hofer: Na, das ist aber eine Überraschung! Wer hätte denn das gedacht? Das ist ja etwas ganz Neues!), so wie es da bei den Rechnungshofzahlen der Fall ist. Und dass ein seriöses Unternehmen Rückstellungen für mögliche Abfertigungsanspüche macht, das ist auch in diesen Summen enthalten.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neubauer: Das machen ja Sie nicht! – Abg. Ing. Hofer: Was sagen Sie zu Knaus?
Da, Herr Abgeordneter Hofer, habe ich viel dafür übrig, dass wir über die Frage diskutieren: Wo können wir sparen?, aber mogeln wir nicht bei den Zahlen, denn das haben sich die Beschäftigten dort nicht verdient! Ich glaube, wir sollten nicht eine Politik auf dem Rücken einer Neidgesellschaft machen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neubauer: Das machen ja Sie nicht! – Abg. Ing. Hofer: Was sagen Sie zu Knaus?)
Abg. Ing. Hofer: Das ist ja alles falsch!
Das Zweite, was mir wichtig ist – da bedanke ich mich auch bei der Frau Abgeordneten Lohfeyer, die ohnedies darauf hingewiesen hat, worum es geht –: Wenn wir dafür sorgen wollen und müssen, dass Rettungsflüge unter höchsten Sicherheitskriterien stattfinden, dass wir dort den Schutz der Patienten, die ja gerettet werden sollen, den Schutz der Sanitäter und Sanitäterinnen (Abg. Ing. Hofer: Das ist ja alles falsch!), der Piloten haben wollen, dann ist es, glaube ich, ganz wichtig, dass wir hier in Österreich die höchsten Sicherheitsstandards haben, die möglich sind.
Abg. Ing. Hofer – in Richtung Galerie weisend –: Fragen Sie die Betroffenen! Reden Sie mit den Betroffenen!
Wir haben eineinhalb Jahre Übergangsfrist gehabt – eine Regelung, die vor meiner Zeit auch so vereinbart wurde. Ich glaube, eineinhalb Jahre ist viel Zeit. Die Unternehmen haben diese Chance auch genützt. (Abg. Ing. Hofer – in Richtung Galerie weisend –: Fragen Sie die Betroffenen! Reden Sie mit den Betroffenen!) Und ich denke, dass wir, wie gesagt, nichts unterlassen sollten, um hier auch für Sicherheit zu sorgen. Wir haben auch viel zu viele Hubschrauberabstürze – ich könnte Ihnen die Liste gerne geben. Auch da hat eine Verkehrsministerin nicht zuzuschauen, wenn wir einen Anstieg bei Unfällen und in Wirklichkeit Todesfällen und Schwerverletzten bei Hubschrauberunglücken haben. (Abg. Ing. Hofer: Die sind mit dieser Verordnung nicht verhinderbar!) Da haben wir dafür zu sorgen, dass wir für alles, was nach dem technischen Stand heute möglich ist, die entsprechenden Investitionen auch tatsächlich tätigen.
Abg. Ing. Hofer: Die sind mit dieser Verordnung nicht verhinderbar!
Wir haben eineinhalb Jahre Übergangsfrist gehabt – eine Regelung, die vor meiner Zeit auch so vereinbart wurde. Ich glaube, eineinhalb Jahre ist viel Zeit. Die Unternehmen haben diese Chance auch genützt. (Abg. Ing. Hofer – in Richtung Galerie weisend –: Fragen Sie die Betroffenen! Reden Sie mit den Betroffenen!) Und ich denke, dass wir, wie gesagt, nichts unterlassen sollten, um hier auch für Sicherheit zu sorgen. Wir haben auch viel zu viele Hubschrauberabstürze – ich könnte Ihnen die Liste gerne geben. Auch da hat eine Verkehrsministerin nicht zuzuschauen, wenn wir einen Anstieg bei Unfällen und in Wirklichkeit Todesfällen und Schwerverletzten bei Hubschrauberunglücken haben. (Abg. Ing. Hofer: Die sind mit dieser Verordnung nicht verhinderbar!) Da haben wir dafür zu sorgen, dass wir für alles, was nach dem technischen Stand heute möglich ist, die entsprechenden Investitionen auch tatsächlich tätigen.
Abg. Ing. Hofer: Wer zahlt denn 10 000 € für den Schein selbst?
Es geht zum Beispiel um die Gebühr, die jemand zahlt, wenn er einen Privatpilotenschein macht. Jeder, der einen Autoführerschein, einen Mopedführerschein macht, weiß, dass er dafür Gebühren zahlt. Und wenn man einen Privatpilotenschein macht und dafür – allemal auch ein guter Luxus, würde ich meinen – die Gebühr von 120 € auf 180 € angehoben wird, dann glaube ich: Wenn jemand einen Privatpilotenschein macht, dann kann er sich diese 180 € auch leisten (Abg. Ing. Hofer: Wer zahlt denn 10 000 € für den Schein selbst?) – denn der 15-Jährige, der einen Mopedführerschein macht, muss sich auch etwas leisten können, wenn er sich diesen vom Verkehrsamt abholt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es geht zum Beispiel um die Gebühr, die jemand zahlt, wenn er einen Privatpilotenschein macht. Jeder, der einen Autoführerschein, einen Mopedführerschein macht, weiß, dass er dafür Gebühren zahlt. Und wenn man einen Privatpilotenschein macht und dafür – allemal auch ein guter Luxus, würde ich meinen – die Gebühr von 120 € auf 180 € angehoben wird, dann glaube ich: Wenn jemand einen Privatpilotenschein macht, dann kann er sich diese 180 € auch leisten (Abg. Ing. Hofer: Wer zahlt denn 10 000 € für den Schein selbst?) – denn der 15-Jährige, der einen Mopedführerschein macht, muss sich auch etwas leisten können, wenn er sich diesen vom Verkehrsamt abholt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Hofer: Sie sind völlig ahnungslos! – Abg. Neubauer: Sie haben keine Ahnung!
Also insofern: Betrachten Sie es nur als eine tatsächliche Berichtigung zu Ihren Ausführungen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Hofer: Sie sind völlig ahnungslos! – Abg. Neubauer: Sie haben keine Ahnung!)
Abg. Ing. Hofer: Salzburger Landtag! Vom Salzburger Landtag einstimmig beschlossen!
Und was verlangst du da? – Du verlangst nichts Geringeres, als dass die Frau Verkehrsministerin die Austro Control, die in Österreich für die Flugraumsicherung verantwortlich ist, anweist, einer Hubschrauberfirma noch während eines laufenden Verfahrens den Flugbetrieb zu erlauben. (Abg. Ing. Hofer: Salzburger Landtag! Vom Salzburger Landtag einstimmig beschlossen!) – Lieber Kollege Hofer, das ist Polit-Intervention in Reinkultur, was du da machst! (Abg. Neubauer: Burgstaller hat das beschlossen im Salzburger Landtag!)
Abg. Neubauer: Burgstaller hat das beschlossen im Salzburger Landtag!
Und was verlangst du da? – Du verlangst nichts Geringeres, als dass die Frau Verkehrsministerin die Austro Control, die in Österreich für die Flugraumsicherung verantwortlich ist, anweist, einer Hubschrauberfirma noch während eines laufenden Verfahrens den Flugbetrieb zu erlauben. (Abg. Ing. Hofer: Salzburger Landtag! Vom Salzburger Landtag einstimmig beschlossen!) – Lieber Kollege Hofer, das ist Polit-Intervention in Reinkultur, was du da machst! (Abg. Neubauer: Burgstaller hat das beschlossen im Salzburger Landtag!)
Abg. Neubauer: Die Burgstaller hat das beschlossen! Sag es der Burgstaller und nicht uns!
Ich muss dir wirklich eines sagen, Kollege Hofer: Ich schätze dich, du weißt das, aber ich frage dich jetzt Folgendes: Weißt du eigentlich wirklich, was du mit diesem Antrag willst, und weißt du eigentlich wirklich, was du mit diesem Antrag tust? (Abg. Neubauer: Die Burgstaller hat das beschlossen! Sag es der Burgstaller und nicht uns!)
Abg. Ing. Hofer: Salzburger Landtag!
Ich sage dir, was du da tust, Kollege Hofer – ich habe mich erkundigt –: Du wirfst dich hier für eine Firma auf die Schiene, die seit 1995 nachweislich darüber informiert wurde, dass sich die Luftverkehrsbetreiberzeugnis-Verordnung ändern wird. Du wirfst dich hier für eine Firma auf die Schiene, die noch eine weitere Übergangsfrist von eineinhalb Jahren hat verstreichen lassen, Kollege Hofer! (Abg. Ing. Hofer: Salzburger Landtag!)
Abg. Ing. Hofer: Nein, das hat mit dem nichts zu tun!
Kollege Hofer! Ich sage dir da wirklich Folgendes: Alle, die ich dir jetzt vorgelesen habe, haben Millionen in neue Fluggeräte investiert (Abg. Ing. Hofer: Nein, das hat mit dem nichts zu tun!) und erfüllen damit die hohen Standards, wie sie auch in unseren Nachbarländern gelten, und diese sorgen zuallererst für die Sicherheit des Flugpersonals und der Passagiere. Und ich muss dir sagen, Kollege Hofer, wenn die Sicherheit der Passagiere der Firma Heli Austria kein Anliegen ist, dann besteht dieses Verfahren wirklich zu Recht und dann werden wir unsere Ministerin wirklich zu Recht unterstützen.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Riepl: Genau so ist es!
Was sie tut ist in Ordnung, denn das, was da betrieben wird, lieber Kollege Hofer, ist für mich nichts anderes als Freunderlwirtschaft. Uns geht es um die Sicherheit der Menschen beim Transport mit Ambulanz- und Flugrettungsgeräten, und dafür treten wir ein. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Riepl: Genau so ist es!)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Ing. Norbert Hofer (FPÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Frau Bundesminister, es rächt sich, wenn jemand ein Amt innehat und sich mit der Materie überhaupt nicht auskennt. (Beifall bei der FPÖ.)
Hö-Rufe bei der FPÖ
Zweitens: Einige Mandatare hier haben mit einer Leidenschaft, die wirklich bemerkenswert ist, meinen Antrag abgelehnt. – Ich darf Sie aber daran erinnern, dass dieser Antrag auch von Ihren eigenen Genossen und Kollegen im Salzburger Landtag und damit einstimmig beschlossen worden ist (Hö-Rufe bei der FPÖ) – einstimmig! Ich würde Sie daher ersuchen, mit der gleichen Leidenschaft Ihre Genossen in Salzburg und die Landeshauptfrau zu kontaktieren, die wegen dieser Vorgangsweise auf die eigene Bundesministerin bitterböse ist, und einmal dort dieses Match auszutragen. (Zwischenruf des Abg. Keck.)
Zwischenruf des Abg. Keck.
Zweitens: Einige Mandatare hier haben mit einer Leidenschaft, die wirklich bemerkenswert ist, meinen Antrag abgelehnt. – Ich darf Sie aber daran erinnern, dass dieser Antrag auch von Ihren eigenen Genossen und Kollegen im Salzburger Landtag und damit einstimmig beschlossen worden ist (Hö-Rufe bei der FPÖ) – einstimmig! Ich würde Sie daher ersuchen, mit der gleichen Leidenschaft Ihre Genossen in Salzburg und die Landeshauptfrau zu kontaktieren, die wegen dieser Vorgangsweise auf die eigene Bundesministerin bitterböse ist, und einmal dort dieses Match auszutragen. (Zwischenruf des Abg. Keck.)
Beifall bei der FPÖ.
Was Knaus anlangt – Sie haben den Vergleich mit dem Ausland gebracht –: Diese Verordnung gilt nur in Österreich, nicht im Ausland. Wir haben hier ganz andere Bestimmungen festgelegt. Das würden Sie wissen, wenn Sie mit Unternehmern reden würden. Es sitzen ja auch welche hier – fragen Sie sie doch! Fragen Sie doch die Unternehmer, wie es wirklich ist! (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Hörl
Das Problem ist, dass in diesem Hohen Haus viel zu viele Leute sitzen, die noch keinen einzigen Tag in einer privaten Firma gearbeitet haben (Zwischenruf des Abg. Hörl), geschweige denn eine Firma geführt hätten. Das ist das Grundproblem dieses Hauses, meine Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das Problem ist, dass in diesem Hohen Haus viel zu viele Leute sitzen, die noch keinen einzigen Tag in einer privaten Firma gearbeitet haben (Zwischenruf des Abg. Hörl), geschweige denn eine Firma geführt hätten. Das ist das Grundproblem dieses Hauses, meine Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Die Strahlung im Mobilfunk ist zweifelsohne gesundheitsgefährdend für bestimmte Gruppen – für Kinder, ältere Personen, kranke Personen –; in welchem Ausmaß, darüber diskutieren die Experten. Eines ist aber sicher: Gefährlicher als die Strahlung am Sender ist das Handy am Ohr. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
60 Jahre? – Liebe Gabi Moser, um ehrlich zu sein, ich kann es mir fast nicht vorstellen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Fürs Erste noch einmal ein Plädoyer für unseren Antrag. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich hoffe, Frau Bundesministerin, dass Sie diese Entscheidung zeitnah fällen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Weinzinger.
Betreffend unseren Antrag möchte ich zu seiner Verteidigung einfach Folgendes sagen: Herr Kollege Vock, hier liegen Sie falsch! Wir alle wissen, dass diese Mobilfunkanlagen immer wieder aufgerüstet werden, und die Frau Minister hat im Ausschuss gesagt, sie kann nicht wirklich genau sagen, wie oft diese Anlagen überprüft werden. – Ich denke, eine regelmäßige Prüfung würde sicherstellen, dass nicht wild darauf los hinaufmontiert wird, die Sender verstärkt werden und dann irgendeine Gesundheitsschädigung verursachen, sondern dass das geregelte Wege geht und Sicherheit für die Bevölkerung in der Umgebung besteht. – Danke. (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Weinzinger.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Moser.
Abgeordneter Franz Hörl (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Mit diesem All-Parteien-Antrag des Tourismusausschusses sollen die zuständigen Mitglieder der Bundesregierung aufgefordert werden, Maßnahmen zu setzen und auf das Management der Bundesbahn einzuwirken, um die Urlaubsanreise mit der Bahn attraktiver zu gestalten und damit die Zahl der Gäste, die mit der Bahn zu ihren Urlaubsorten reisen, zu erhöhen. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Moser.)
Abg. Mag. Wurm: Mountainbikes!
Darüber hinaus soll der Fahrradtourismus weiter gestärkt werden. Dazu sollen insbesondere Beförderungstarife attraktiver gestaltet werden und die Mitnahme von Fahrrädern möglichst in allen Zügen – derzeit ist das nur in 55 Prozent der Züge möglich – möglich gemacht werden (Abg. Mag. Wurm: Mountainbikes!) – auch von Mountainbikes. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Darüber hinaus soll der Fahrradtourismus weiter gestärkt werden. Dazu sollen insbesondere Beförderungstarife attraktiver gestaltet werden und die Mitnahme von Fahrrädern möglichst in allen Zügen – derzeit ist das nur in 55 Prozent der Züge möglich – möglich gemacht werden (Abg. Mag. Wurm: Mountainbikes!) – auch von Mountainbikes. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Riepl: Und wie viele fahren mit dem Fahrrad?
Derzeit reisen 74 Prozent der Gäste in Österreich mit dem eigenen Auto und nur bescheidene 6 Prozent mit der Bahn – damit liegt Österreich im bescheidenen europäischen Durchschnitt. (Abg. Riepl: Und wie viele fahren mit dem Fahrrad?) – In der Schweiz sind es 32 Prozent.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Da meine Fraktion auf weitere Ausführungen verzichtet, weil wir natürlich noch eine Reihe von guten Rednern haben, darf ich mitteilen, dass wir diesen einstimmigen Antrag natürlich unterstützen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Moser: Engagierter Radler ist er auch!
Abgeordnete Heidrun Silhavy (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Hohes Haus! Kollege Hörl, ich kenne dich ja als engagierten Tourismusexperten; dass du jetzt auch engagierter Schnellredner geworden bist, ist verwunderlich, aber um diese Tageszeit verständlich. (Abg. Dr. Moser: Engagierter Radler ist er auch!) – Engagierter Radler auch? – Davon müssen wir uns erst überzeugen, Kollegin Moser.
Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der FPÖ: Das ist unglaublich! ... Radlfahrerei!
Abschließend möchte ich aber nicht anstehen, meinem Vorgänger, Kollegem Linder danke dafür zu sagen, dass er im Tourismusausschuss eine konsensorientierte Vorsitzführung gemacht hat. Ich möchte das hier im Hohen Haus auch ganz offiziell machen. (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der FPÖ: Das ist unglaublich! ... Radlfahrerei!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Aber der Radfahrer soll angeblich schwer alkoholisiert gewesen sein! – Allgemeine Heiterkeit.
(Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Aber der Radfahrer soll angeblich schwer alkoholisiert gewesen sein! – Allgemeine Heiterkeit.)
Allgemeine Heiterkeit.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter, das ist jetzt mein Versäumnis. Sie sind schon da gestanden, ich habe mich irritieren lassen. Eigentlich wäre Frau Abgeordnete Dr. Moser vor Ihnen dran, aber Sie sind bereits am Wort. Ich glaube, wir werden es überleben. – Bitte. (Allgemeine Heiterkeit.)
Beifall beim BZÖ.
Ein wichtiger Punkt, den ich noch ansprechen möchte, ist, gerade was den Tourismus betrifft, dass wir Gott sei Dank – muss ich sagen – im Februar dieses Jahres 1 484 offene Lehrstellen hatten, und das, obwohl die Gastronomielehrlinge keine Überstunden machen dürfen und die Arbeitszeit bis 20 Uhr beschränkt ist. Da liegt es an der Kommunikation. Ich finde, wir brauchen gut ausgebildete Fachleute im Tourismus für unsere Wirtschaft. – Vielen Dank. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Stummvoll: Dank Franz Hörl!
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Meine Damen und Herren! Ich finde es sehr gut, dass Sie, Frau Ministerin, obwohl Sie für den Verkehr zuständig sind, jetzt zuhören, wie konstruktiv wir Kolleginnen und Kollegen im Tourismusbereich zusammenarbeiten. Im Tourismusbereich ist es dank Kollegin Silhavy, dank des BZÖ (Abg. Dr. Stummvoll: Dank Franz Hörl!), dank unserer durchaus kooperationsbereiten ÖVP-Partner möglich, dass Initiativen, die einzelne Fraktionen entwickeln, dann wirklich von allen angenommen werden.
Abg. Kopf: Schaden Sie ihm nicht zu sehr!
Dort gibt es nicht diesen komischen Beißreflex: Kommt von der Opposition, muss hinausgebissen werden. Nein, dort gibt es den kooperativen, gemeinschaftlichen, gästefreundlichen, oppositionsfreundlichen, sozial ausgerichteten Rhythmus und diese Kultur, dass man wirklich gemeinsam arbeitet. Ich verstehe nicht, warum man diese Kultur des Tourismusausschusses nicht auch in anderen Bereichen leben kann. Herr Kollege Hörl kann Ihnen von der ÖVP-Fraktion wirklich als Vorbild gelten (Abg. Kopf: Schaden Sie ihm nicht zu sehr!), Kollegin Silhavy in der SPÖ-Fraktion, aber auch Kollege Obernosterer. Ich lobe alle gerne, vor allem wenn es um mein Leibthema geht.
Beifall bei den Grünen.
Wir brauchen letztlich aber nicht nur im Radtourismus gewisse Fortschritte, wir brauchen auch insgesamt bei den Beförderungsbedingungen der ÖBB Fortschritte, und wir brauchen auch in verschiedenen anderen gemeinsamen touristischen Anliegen mehr Impetus. Ich erwähne nur zum Schluss – und wiederhole es gerne immer wieder – die Österreich Werbung. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Gabriel Obernosterer (ÖVP): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Frau Sektionschefin für Tourismus, schön, dass Sie auch da sind! (Beifall bei der ÖVP.) Frau Kollegin Moser, ich danke Ihnen für diesen Antrag, denn an diesem Antrag hängt mehr Ernsthaftigkeit als man hier zum Teil mitbekommt. Wenn man bedenkt, dass in den letzten zehn Jahren der Flugtourismus im Reiseverhalten zugenommen hat und der Bahntourismus abgenommen hat, so weiß man, wie notwendig es gerade in dieser sensiblen Zeit ist, dass alle Wirtschafts
Abg. Neubauer: Das geht ja gar nicht! Wir können dort nicht nominieren!
In diesem Sinne danke ich für den einstimmigen Antrag und danke dir nochmals, Frau Kollegin Moser, für diese Initiative. Ich möchte mich seitens der ÖVP auch bei Kollegem Linder für die Vorsitzführung recht herzlich bedanken. Es tut mir leid, dass dich dein Kärntner Parteiobmann aus dem Ausschuss herausgeschossen hat und dass du in deiner neuen Heimat, der FPÖ, keinen Platz bekommen hast (Abg. Neubauer: Das geht ja gar nicht! Wir können dort nicht nominieren!), aber wir von der Regierungspartei sind gerne bereit, deine guten Ideen im Ausschuss, wenn du anwesend bist, einzubringen, wenn es deine eigenen Leute dort nicht zulassen. – Danke schön. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
In diesem Sinne danke ich für den einstimmigen Antrag und danke dir nochmals, Frau Kollegin Moser, für diese Initiative. Ich möchte mich seitens der ÖVP auch bei Kollegem Linder für die Vorsitzführung recht herzlich bedanken. Es tut mir leid, dass dich dein Kärntner Parteiobmann aus dem Ausschuss herausgeschossen hat und dass du in deiner neuen Heimat, der FPÖ, keinen Platz bekommen hast (Abg. Neubauer: Das geht ja gar nicht! Wir können dort nicht nominieren!), aber wir von der Regierungspartei sind gerne bereit, deine guten Ideen im Ausschuss, wenn du anwesend bist, einzubringen, wenn es deine eigenen Leute dort nicht zulassen. – Danke schön. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es gibt aber noch eine andere Region, und zwar die Gesäuse-Region, in der auch das Streckenpotential vorhanden wäre. Dort schaut es aber nicht so schön aus. Da gibt es auch einen Nationalpark und einen Naturpark. Aber wir sind jetzt guter Hoffnung, dass wir gemeinsam mit den ÖBB ausverhandeln können, dass wir den Zug, der am Samstag von Wien ins Gesäuse fährt, vielleicht schon am Freitag fahren lassen können. Damit hätten wir nämlich eine Übernachtung mehr für die Hotellerie. Die Gäste wären einen Tag länger da, und das unterstützt natürlich auch die Wirtschaft vor Ort und bringt der gesamten Region etwas. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Abgeordnete Dr. Susanne Winter (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsident! Frau Minister! Hohes Haus! Frau Kollegin Silhavy, ich muss hier vom Rednerpult aus den Wahrheitsgehalt Ihrer Aussage sehr in Zweifel ziehen. Beim Wahlkampf 2008 in Graz gab es einen Menschenrechtsbeirat, der nichts Besseres zu tun hatte, als dem BZÖ und der FPÖ rassistische und fremdenfeindliche Aussagen vorzuwerfen, und die Nächtigungsbilanz ist um 2 Prozent gestiegen. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf der Abg. Silhavy.) Sie können das in der Statistik nachschauen. – Nur so viel dazu.
Beifall bei der FPÖ.
Nur etwas möchte ich noch infrage stellen, nämlich den Zusammenhang zwischen Radfahren und CO2-Bilanz beziehungsweise Klimaänderung. Graz hatte vor 20 Jahren einen Vizebürgermeister Edegger, der Graz zu der Radstadt Österreichs gemacht hat. Auch viele Arbeitnehmer fahren mit dem Rad in ihre Arbeitsstätte, aber Graz hat ganz schlechte Luftwerte. Das heißt, man muss da auch hinterfragen, ob das wirklich in Zusammenhang gebracht werden kann. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Binder-Maier: Das ist ja unglaublich!
Traurigerweise kann ich aber dieses Engagement beim Bundeskanzler nicht feststellen. Er hat das Europaforum Alpbach abgesagt – Stornokosten 50 000 €. (Abg. Binder-Maier: Das ist ja unglaublich!) Viele Journalisten kommen nicht. Es gibt keine Berichterstattung. Es ist schade, dass dieses Forum, das von Bundeskanzler – damals noch Wirtschaftsminister – Wolfgang Schüssel mit Landeshauptmann Purtscher initiiert wurde, nicht fortgesetzt wird.
Beifall und Bravorufe bei ÖVP und FPÖ. – Abg. Silhavy: Da muss man einmal Alpbach hinterfragen, insgesamt!
Wie gesagt, aus meiner Sicht ist nicht nur ein wirtschaftlicher Schaden und ein Imageschaden entstanden, sondern diese Absage ist an Peinlichkeit kaum zu übertreffen. – Danke. (Beifall und Bravorufe bei ÖVP und FPÖ. – Abg. Silhavy: Da muss man einmal Alpbach hinterfragen, insgesamt!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordnete Mag. Rosa Lohfeyer (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Frau Kollegin Fürntrath-Moretti, ich glaube, dass die Zahlen im Tourismus nicht von der Teilnahme des Bundeskanzlers in Alpbach abhängen, sondern von ganz anderen Faktoren. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Im Sinne der Gesundheit des Menschen und einer gesunden Umwelt begrüße ich es, dass auf dieses touristische Segment nunmehr der Akzent gelegt wird und parteiübergreifend auf eine positive Entwicklung beim Bahn-Rad-Tourismus gesetzt wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir müssen weiter in die Qualität investieren, denn derjenige, der in Qualität investiert, wird die Nase in Zukunft vorne haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir alle sind der Meinung, dass Fahrradfahren absolute Vorteile bietet, sowohl im gesundheitlichen Sinne, als auch im klimatechnischen Sinne. Es ist dadurch auch weniger Verbrauch im Straßenbereich da. Daher ist alle Unterstützung dem Radfahren zu gewährleisten, aber auch entsprechend dem Radfahrtourismus angedeihen zu lassen. Es geht heute um die Unterstützung dieser ÖBB-Kooperation, und folglich gibt es alle Unterstützung in diese Richtung. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Im Land Niederösterreich haben wir mit der Aktion Leihrad und Freirad über alle Regionen ein Netz gespannt, in dem dieser Tourismusbereich angeboten beziehungsweise angekurbelt wird. Jetzt geht es darum, diese Angebotspalette zu optimieren. Wenn man sich Österreich im Vergleich zur Schweiz anschaut, dann sieht man: In der Schweiz reisen 32 Prozent der Touristen mit der Bahn an; da haben wir noch einiges zu tun. Ich bin sehr optimistisch, dass uns das in Zusammenarbeit mit den ÖBB, dem Bund, den Ländern und den Gemeinden gelingen wird. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich bin überzeugt davon, dass auf Initiative von unserer Ministerin auch noch weitere Touristen auf Schiene gebracht werden. – Danke, Frau Minister. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Bundesministerin für Verkehr, Innovation und Technologie Doris Bures: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Hohes Haus! Ich bin ja heute bei diesen Tagesordnungspunkten eigentlich in Vertretung des Wirtschaftsministers und seiner Staatssekretärin anwesend. Ich habe diese Aufgabe aber auch übernommen, weil es ein Zeichen der guten Kooperation ist, die wir in dieser Bundesregierung haben. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir haben nicht nur eine gute Kooperation, was die Tourismuswirtschaft und die Österreichischen Bundesbahnen betrifft, die ja von allen Fraktionen lobend erwähnt wurden, weshalb ich, wie gesagt, auch den nächtlichen Termin für meine beiden Regierungskollegen übernommen habe, sondern wir haben auch eine gute Zusammenarbeit, was unsere Vorgangsweisen betrifft. Daher – Frau Abgeordnete, Sie können es natürlich nicht wissen – ist die Vorgangsweise in der Regierung besprochen worden. Die Entscheidung bezüglich des Treffens in Lech ist in enger Abstimmung mit Ihrem Außenminister erfolgt. Wir haben auch in der Regierungssitzung darüber diskutiert. – Es mag Ihnen vielleicht ein Trost sein: Ich werde heuer im Sommer eine Wanderwoche in Lech verbringen. – Danke vielmals. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Deswegen kann man diesen Antrag nur begrüßen und in diesem Sinne unterstützen, und wir wollen auch hoffen, dass er seine entsprechende Umsetzung findet. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
wichtige Rolle. Bahnhöfe sind heute Mobilitätsdrehscheiben, an denen wir ein Verkehrsmittel, etwa das Fahrrad, mit der Nutzung der Bahn verknüpfen können. Diese Möglichkeit sollte angeboten werden, und die Initiativen zum Ausbau der Bahnhöfe sind daher besonders wichtig. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es ist uns allen klar, dass nicht jede Region zu einer touristischen Hochburg werden kann, aber jede Region hat ihre Qualitäten, und die müssen wir dem Besucher zeigen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich weiß, es gibt konkrete Ansatzpunkte, auch mit der SCHULcard, Bahn und Bus zu vernetzen. Ich glaube, diese Dinge zu fördern, ist wichtig, denn nur dann, wenn wir auch bei den kommenden Generationen den Hebel ansetzen und ihnen diese Dinge beibringen, werden sie auch in Zukunft, wenn sie später als Touristen unterwegs sind, verstärkt öffentliche Verkehrsmittel benützen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Zum Nächsten: Ich hätte es gerne getan, und die FPÖ hat mich auch in den Ausschuss nominiert, aber leider hat es die Geschäftsordnung nicht zugelassen. Ich bin überzeugt davon, dass ich nach wie vor in der FPÖ mehr Mitspracherecht habe, als du in deiner ÖVP jemals kriegen wirst, lieber Gabi. Davon bin ich felsenfest überzeugt. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich glaube, es würde uns guttun, gemeinsam im Tourismusausschuss über dieses Thema nachzudenken und eine Lösung zu finden, dass man die Haftungen zurückschraubt, den Grundbesitzern einen Teil dieser Haftungsgefahr nimmt, um so die Natur und die Landschaft für den Tourismus, für den Sport, für die Freizeitwirtschaft weiterhin freihalten zu können. Vielleicht gelingt uns das als nächstes Thema im Tourismusausschuss, damit wir unsere Landschaft weiterhin dem Tourismus zur Verfügung stellen können – ein Thema für den nächsten Ausschuss. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Rudas: Frau Minister, machen Sie schönes Wetter!
Abgeordnete Mag. Heidemarie Unterreiner (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Werte Damen und Herren! Die Hiobsbotschaften aus der Museumsszene reißen nicht ab, wie wir alle wissen. In der Albertina schwemmt es fast die weltweit einzigartige Grafiksammlung weg. Im Leopold-Museum morschen die Fensterrahmen, und die Fenster sind undicht, man muss schon die Bilder wegräumen. (Abg. Mag. Rudas: Frau Minister, machen Sie schönes Wetter!) – Ja, wenn Sie meinen, dass das bei der Albertina der Grund war, dass es geregnet hat, dann muss ich leider entsetzt darauf reagieren, denn dann haben Sie keine Ahnung, was in der Albertina wirklich passiert ist! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordnete Mag. Heidemarie Unterreiner (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Werte Damen und Herren! Die Hiobsbotschaften aus der Museumsszene reißen nicht ab, wie wir alle wissen. In der Albertina schwemmt es fast die weltweit einzigartige Grafiksammlung weg. Im Leopold-Museum morschen die Fensterrahmen, und die Fenster sind undicht, man muss schon die Bilder wegräumen. (Abg. Mag. Rudas: Frau Minister, machen Sie schönes Wetter!) – Ja, wenn Sie meinen, dass das bei der Albertina der Grund war, dass es geregnet hat, dann muss ich leider entsetzt darauf reagieren, denn dann haben Sie keine Ahnung, was in der Albertina wirklich passiert ist! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Rädler: Das ist ein Ordnungsruf!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich meine, das ist ganz einfach eine Schande, nicht nur die letzte Geschichte, die ich jetzt erwähnt habe, sondern die Museen sollten der Stolz unserer Nation sein (Abg. Rädler: Das ist ein Ordnungsruf!) – den Ordnungsruf nehme ich gerne entgegen –, sie sind die großen Institutionen, die unser kulturelles Erbe wahren sollen. Daher ist eine effiziente Subventionspolitik von großer Bedeutung.
Abg. Petzner: Wir auch vom BZÖ!
Ich glaube, das spürt jetzt jeder: Mit dieser Zusammenlegung möchte man das Volk von den eigenen Wurzeln kappen, und wir sind in der Hinsicht sehr empfindlich und werden uns immer wieder dagegen aussprechen. Anscheinend sind wir überhaupt die Einzigen hier im Haus, die die eigene Identität hochhalten. (Abg. Petzner: Wir auch vom BZÖ!) – Ich glaube, Sie sind da gar nicht so sehr viel anderer Meinung. Ich glaube, Sie sollten sich nicht darüber lustig machen. Wir sind anscheinend wirklich die einzige Partei, die das tut, und unsere Maxime lautet – und ich werde das immer wiederholen –: Die Bewahrung unserer Identität ist das Gewissensthema unserer Epoche.
Beifall bei der FPÖ.
(Beifall bei der FPÖ.)
Heiterkeit.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Ich werde keinen Ordnungsruf erteilen. Ich betrachte die gefallenen Ausdrücke als „künstlerische Freiheit“. (Heiterkeit.)
Beifall bei der SPÖ.
Kommen Sie ins Museum, es gäbe keine wunderschönere Begründung für einen freien Eintritt, für das Wesen der Museen und dafür, weshalb Museen jedenfalls auch für Sie offen sein können! – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Zum Zweiten: Antrag der Abgeordneten Mag. Unterreiner betreffend Erhalt des Volkskundemuseums in Wien. – Ich glaube, dass Frau Kollegin Unterreiner in ihrer Argumentation insofern recht hat, als dass es falsch wäre, das Völkerkundemuseum mit dem Volkskundemuseum zusammenzulegen. Da würden Äpfel mit Birnen vermischt werden. Ich denke, dass gerade in der heutigen Zeit, in der sich vor allem viele junge Menschen, aber auch andere die Identitätsfrage stellen oder nicht wissen, woher sie kommen, wohin sie gehen sollen, auch ein Volkskundemuseum von essenzieller Bedeutung für die Identität dieses Landes und die Bildung ist und daher diese Zusammenlegung des Volkskundemuseums und des Völkerkundemuseums alles andere als richtig wäre. Daher sind die Intentionen der FPÖ, dass man zuerst die Regionalkultur, die eigene Identität unterstützt, stärkt und fördert, der richtige Ansatz, weshalb wir diesem Antrag der FPÖ, der Kultursprecherin Kollegin Unterreiner auch beitreten können. – Danke, meine Damen und Herren. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ein Satz sei dazu noch erlaubt: Wenn jemand glaubt, die eigene Identität wird gefährdet, indem man sich mit anderen Kulturen beschäftigt, so kann ich, nobel ausgedrückt, nur sagen, der irrt. Ich finde es schade, dass man sich vor solchen Dingen fürchtet. Ich würde dem entgegenhalten, dass es sehr wohl eine gute Idee wäre, ein Haus der Kulturen in Angriff zu nehmen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Stefan Markowitz (BZÖ): Frau Präsidentin! Frau Minister! Auch wir begrüßen den seit Jahresanfang freien Eintritt für Jugendliche in Bundesmuseen, obwohl wir eines zu bedenken geben: Die kleinen regionalen Museen werden darunter leiden, wenn es freien Eintritt gibt. Sie finanzieren sich zum Teil durch den Eintritt, auch Personalkosten werden davon beglichen. Ich würde es schade finden, käme es quasi zu einem Museumssterben in den Regionen, nämlich der sogenannten Heimatstuben. Wir müssen darauf achten, dass sich nicht alles in die großen Städte verlagert. – Vielen Dank. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Ich bin auch überzeugt davon, dass da Handlungsbedarf seitens Ihres Ministeriums, Frau Ministerin, aber auch des Parlaments wirklich ganz dringend gegeben ist, denn dort spielt es sich wirklich ab, das kann ich Ihnen sagen. Wir sind dran, wir bleiben dran. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Wurm: Das gibt es in Salzburg und in Wien schon lange!
Warum? Weil diese Kultureinrichtungen hohe Subventionen, hohe finanzielle Zuschüsse des Steuerzahlers bekommen, und deshalb sollen jene ... (Abg. Mag. Wurm: Das gibt es in Salzburg und in Wien schon lange!) – Wenn es das in Salzburg gibt, ist das zu begrüßen. Wir diskutieren ja, es hat ja nicht nur Kärnten gute Ideen, es gibt auch andere Bundesländer. Das heißt, dort, wo es schon funktioniert, können wir ja diese Anregungen aufnehmen.
Beifall der Abgeordneten Jury und Linder sowie bei der FPÖ.
nalen Ebenen bereits erfolgreich gibt, und hängen Sie nicht immer alles am monetären Sektor auf – sondern schauen Sie, dass die Besucherzahlen in den heimischen Museen durch das Öffnen der Türen gehoben werden. (Beifall der Abgeordneten Jury und Linder sowie bei der FPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Zur Frau Abgeordneten Unterreiner, zum Volkskunde-, Völkerkundemuseum: Das jetzt vorliegende Konzept wurde vom Volkskundemuseum und vom Völkerkundemuseum vorgelegt, es ist ein Grobkonzept. Ich habe weitere Detailausarbeitungen in Auftrag gegeben und kann mich nur den Ausführungen der Frau Abgeordneten Fuhrmann anschließen, dass die Auseinandersetzung mit dem Fremden Ich-Stärke und Identität voraussetzt, und in dem Sinne ist das kein Entweder-oder, sondern ein Sowohl-als-auch. – Vielen Dank. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Jarolim: Was ist eigentlich mit dem Haider-Museum oder –Panoptikum? – Abg. Petzner: Was soll das jetzt? – Abg. Mag. Muttonen – auf dem Weg zum Rednerpult –: Das war ein Flop!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Frau Abgeordnete Mag. Muttonen gelangt nun zu Wort. (Abg. Dr. Jarolim: Was ist eigentlich mit dem Haider-Museum oder –Panoptikum? – Abg. Petzner: Was soll das jetzt? – Abg. Mag. Muttonen – auf dem Weg zum Rednerpult –: Das war ein Flop!)
Beifall bei der SPÖ.
Kurz zur Identität: Frau Unterreiner und Herr Petzner, Identität entsteht in der Auseinandersetzung mit dem Fremden, dem anderen, dem Neuen. Das heißt aber nicht ablehnen, sondern das heißt wahrnehmen und daraus auch lernen. Identität heißt nicht, über die Jahrhunderte gleich zu bleiben und zu versteinern. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.
Vielleicht eines zu Kollegin Unterreiner, zu ihrer Bemerkung zur Secession und der Anspielung, was man dort alles machen kann: Ich kann Ihnen sagen, ich gehe auch nicht hin. Ich fahre lieber zur Alten Donau, nehme meinen Hund mit und gehe mit meinem „Pudel rudern“. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich ersuche um Ihre Zustimmung. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Fichtenbauer: Wie oft waren Sie schon im Völkerkundemuseum?
Abgeordneter Ewald Sacher (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzte Frau Bundesminister! Die verbleibende kurze Redezeit reicht nicht aus, um wieder mit Frau Kollegin Unterreiner die kulturellen Klingen zu kreuzen. Das würde sie auch überbewerten. Aber ein Wort schon noch: Sie schüren wieder die Ängste bei der Zusammenlegung von Volkskundemuseum und Völkerkundemuseum. Das sind die Urängste, die Ihnen zu eigen sind. Wir haben keine Angst davor, uns mit fremden Kulturen auseinanderzusetzen und in einen positiven Dialog zu treten. (Abg. Dr. Fichtenbauer: Wie oft waren Sie schon im Völkerkundemuseum?)
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Sinne: Herzlichen Dank! Wir werden dieser Evaluierung getrost entgegensehen können, weil dieses Angebot mit Sicherheit angenommen wird. Herzlichen Dank, Frau Bundesminister! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Grosz: Großkoalitionäre Packelei!
Wir konnten damals noch nicht ahnen, dass das eigentlich nur die Spitze des Eisberges in diesem Skandal rund um das ÖOC ist – ich bin sehr froh, dass auch Kollege Wittmann hier sitzt –, einem Skandal, der mittlerweile eine Dimension erreicht hat, die in der Sportpolitik, das kann man durchaus sagen, bisher historisch einzigartig ist, nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass in diesem Österreichischen Olympischen Comité neben Herrn Präsidenten Leo Wallner, damals verantwortlich, durchaus auch prominente Politiker gesessen sind – oder noch immer sitzen – wie der ehemalige SPÖ-Abgeordnete zum Nationalrat Arnold Grabner, Präsident des ASKÖ, der Nationalratsabgeordnete Peter Haubner, der da vor mir sitzt, oder der Nationalratsabgeordnete Peter Wittmann, der da vor mir sitzt – wunderbar, alles rot-schwarz vermischt! (Abg. Grosz: Großkoalitionäre Packelei!)
Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.
Zusätzlich kooptiert in den Vorstand des Österreichischen Olympischen Comités: niemand anderer als Herr Bundesminister Mag. Norbert Darabos, rot, Mag. Anna-Maria Hochhauser, Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich, schwarz, und wieder Peter Wittmann, Präsident des ASKÖ, rot. Er sitzt schon zweimal drin, das ist wunderbar, er sitzt überall drin. (Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Mag. Stadler: Rabelbauer!
Aber über diese Schwarzgeldkonten wurden tatsächlich Zahlungen abgewickelt, wie jetzt bekannt geworden ist. Die „Kronen Zeitung“ schreibt wunderbar auf einer Doppelseite – „Olympia in Flammen“ –, wie das dort alles passiert ist: Schwarzgeldkonten in der Höhe von 3 Millionen €, per Botendienst wurden hohe Summen in bar abgehoben. Der Mann mit dem Koffer, das kennen wir noch aus den siebziger und achtziger Jahren. Die Sportfunktionäre wissen ohnehin, wer das damals war. (Abg. Mag. Stadler: Rabelbauer!) – Rabelbauer, jawohl.
Abg. Grosz: Unfassbar!
Das muss man sich vorstellen: Die AUA, unsere Fluglinie, war Sponsor des Österreichischen Olympischen Comités und hat dem ÖOC Gratisflüge zur Verfügung gestellt. Wissen Sie, was dort passiert ist? – Man hat die Gratisflüge, die man geschenkt bekommen hat, über dieses Schwarzgeldkonto mit Business-Class-Tickets verrechnet (Abg. Grosz: Unfassbar!), um das Geld zu lukrieren. Das sind die Machenschaften im Österreichischen Olympischen Comité! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das muss man sich vorstellen: Die AUA, unsere Fluglinie, war Sponsor des Österreichischen Olympischen Comités und hat dem ÖOC Gratisflüge zur Verfügung gestellt. Wissen Sie, was dort passiert ist? – Man hat die Gratisflüge, die man geschenkt bekommen hat, über dieses Schwarzgeldkonto mit Business-Class-Tickets verrechnet (Abg. Grosz: Unfassbar!), um das Geld zu lukrieren. Das sind die Machenschaften im Österreichischen Olympischen Comité! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Grosz: Pfui! Unglaublich!
Spesen wurden doppelt und dreifach verrechnet. Was die Reisen betrifft, würde ich Sie bitten, Herr Klubobmann Cap und Herr Kollege Wittmann, einmal bei Ihrem Ex-Kollegen Grabner nachzufragen, wer denn seine Reisen alle bezahlt hat. – Nicht er, nicht Sie von der SPÖ, sondern der österreichische Steuerzahler mit den Fördergeldern des Österreichischen Olympischen Comités (Abg. Grosz: Pfui! Unglaublich!) – die Reisen Ihres Abgeordneten Grabner! Das ist der körperlich opulente Herr, der bei den Eröffnungen immer vorangegangen ist, ganz wichtig, immer gleich hinter dem Fahnenträger: Herr Grabner.
Beifall beim BZÖ.
Er ist bis heute untergetaucht, der Herr „Noldi“ Grabner, ein „wunderbarer“ Sportfunktionär, der sich offenbar aus den Mitteln des ÖOC – aus öffentlichen Geldern, aus Förderungsgeldern – bereichert hat und seine Reisen zu den Olympischen Spielen und seine Privilegien damit bezahlt hat. „Wunderbare“ Sportfunktionäre – ein Skandal sondergleichen, und Sie schauen dabei weg, Herr Kollege Wittmann! (Beifall beim BZÖ.)
Ruf beim BZÖ: SPÖ! – Abg. Grosz: In der Steiermark zahlen sie keine Steuern!
Das ist eigentlich unglaublich, aber es geht weiter. (Ruf beim BZÖ: SPÖ! – Abg. Grosz: In der Steiermark zahlen sie keine Steuern!) Es geht weiter: Die öffentlichen Gelder sind auch noch anders über dieses Schwarzgeldkonto gelaufen. Das Internatio
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Was ist passiert? – Diese Gratis-Fortbildungskurse wurden plötzlich über das Schwarzgeldkonto verrechnet, nämlich mit den österreichischen Förderungsgeldern. Diese Kurse, die vom Internationalen Olympischen Comité geschenkt worden waren, wurden vom Österreichischen Comité mit Fördergeldern abgerechnet, doppelt und dreifach über Schwarzgeldkonten und über das Spesenkonto. Das ist ein unglaublicher Skandal, was hier mit öffentlichen Geldern passiert ist, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Aber genau diese Belege, die übers Bundeskanzleramt abgerechnet worden sind, die von dort als geprüft und in Ordnung befunden abgestempelt worden sind, sind auch über dieses Schwarzgeldkonto abgerechnet worden! Das heißt, auch der Herr Bundeskanzler muss Rede und Antwort stehen, warum er denn dies alles für geprüft befunden hat, aber in Wirklichkeit über Schwarzgeldkonten – Herr Kollege Matznetter, schauen Sie sich das genau an – Gelder abgerechnet worden sind. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Das ist ein unglaublicher Skandal, der nach Aufklärung und nach politischer Verantwortung schreit. Noch in keinem anderen Fall war ein Untersuchungsausschuss so gerechtfertigt wie in diesem Fall eines rot-schwarzen Skandals, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das heißt nichts anderes, als dass Förderwerber, Fördergeber, Fördernehmer und die Vergabekontrolle der Förderungsmittel in Personalunion in den Händen derselben Personen liegen! Das gibt es nirgends sonst auf der Welt. Das ist ein evidenter Skandal, der aufgeklärt werden muss, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei BZÖ und FPÖ.) Das ist eine Unglaublichkeit, und daher wollen wir diesen Untersuchungsausschuss.
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Das ist ein Skandal, und das ist eine Schande für die österreichische Sportpolitik, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Abg. Dr. Graf: Ist eh alles in Ordnung, oder?
Abgeordneter Hermann Krist (SPÖ): Geschätzter Herr Präsident! Hohes Haus! (Abg. Dr. Graf: Ist eh alles in Ordnung, oder?) Ich möchte in Erinnerung rufen, dass der Sportminister, seit er als Sportminister in Funktion ist, auch mit beratender Stimme in diesem Gremium gesessen ist und bereits damals evident aufgezeigt hat, dass da verschiedene Dinge ... (Abg. Ing. Westenthaler: Der sitzt ja selbst drin!) – Mit beratender Stimme, das müssten Sie wissen, Kollege Westenthaler! Er hat seit diesem Zeitpunkt begonnen, verschiedene Dinge aufzuzeigen, und er hat auch von Anbeginn an die Offenlegung der Finanzierung gefordert, das wissen Sie ganz genau. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Der sitzt ja selbst drin!
Abgeordneter Hermann Krist (SPÖ): Geschätzter Herr Präsident! Hohes Haus! (Abg. Dr. Graf: Ist eh alles in Ordnung, oder?) Ich möchte in Erinnerung rufen, dass der Sportminister, seit er als Sportminister in Funktion ist, auch mit beratender Stimme in diesem Gremium gesessen ist und bereits damals evident aufgezeigt hat, dass da verschiedene Dinge ... (Abg. Ing. Westenthaler: Der sitzt ja selbst drin!) – Mit beratender Stimme, das müssten Sie wissen, Kollege Westenthaler! Er hat seit diesem Zeitpunkt begonnen, verschiedene Dinge aufzuzeigen, und er hat auch von Anbeginn an die Offenlegung der Finanzierung gefordert, das wissen Sie ganz genau. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe beim BZÖ.
Abgeordneter Hermann Krist (SPÖ): Geschätzter Herr Präsident! Hohes Haus! (Abg. Dr. Graf: Ist eh alles in Ordnung, oder?) Ich möchte in Erinnerung rufen, dass der Sportminister, seit er als Sportminister in Funktion ist, auch mit beratender Stimme in diesem Gremium gesessen ist und bereits damals evident aufgezeigt hat, dass da verschiedene Dinge ... (Abg. Ing. Westenthaler: Der sitzt ja selbst drin!) – Mit beratender Stimme, das müssten Sie wissen, Kollege Westenthaler! Er hat seit diesem Zeitpunkt begonnen, verschiedene Dinge aufzuzeigen, und er hat auch von Anbeginn an die Offenlegung der Finanzierung gefordert, das wissen Sie ganz genau. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe beim BZÖ.)
Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ
Meine Damen und Herren, in aller Deutlichkeit: Die SPÖ und auch ich persönlich, wir sind für eine lückenlose Aufklärung (Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ) ohne Pardon und für harte Konsequenzen für alle Personen, die Schuld auf sich geladen haben – egal, ob sie im alten Vorstand gesessen sind oder im neuen Vorstand sitzen. Liebe Freunde, fuchteln Sie nicht mit der Hand herum! Das schaut nicht gut aus, Kollege Petzner! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren, in aller Deutlichkeit: Die SPÖ und auch ich persönlich, wir sind für eine lückenlose Aufklärung (Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ) ohne Pardon und für harte Konsequenzen für alle Personen, die Schuld auf sich geladen haben – egal, ob sie im alten Vorstand gesessen sind oder im neuen Vorstand sitzen. Liebe Freunde, fuchteln Sie nicht mit der Hand herum! Das schaut nicht gut aus, Kollege Petzner! (Beifall bei der SPÖ.)
Rufe beim BZÖ: Meistens rote Seilschaften! ... in der Steiermark!
Egal, welche Verbindungen da bestanden haben, Seilschaften oder Sonstiges (Rufe beim BZÖ: Meistens rote Seilschaften! ... in der Steiermark!), alles, was mit diesen skandalösen Vorgängen zu tun hat, auch wenn jemand nur weggeschaut hat oder von einer spontanen Alzheimerkrankheit befallen ist – alles muss ordentlich aufgedeckt und Konsequenzen müssen gezogen werden! (Abg. Petzner: Wer sitzt denn in den Gremien?!)
Abg. Petzner: Wer sitzt denn in den Gremien?!
Egal, welche Verbindungen da bestanden haben, Seilschaften oder Sonstiges (Rufe beim BZÖ: Meistens rote Seilschaften! ... in der Steiermark!), alles, was mit diesen skandalösen Vorgängen zu tun hat, auch wenn jemand nur weggeschaut hat oder von einer spontanen Alzheimerkrankheit befallen ist – alles muss ordentlich aufgedeckt und Konsequenzen müssen gezogen werden! (Abg. Petzner: Wer sitzt denn in den Gremien?!)
Abg. Ing. Westenthaler: Es geht um öffentliche Gelder!
Bitte nicht zu vergessen, meine Herren, die Sie sich jetzt so lautstark zu Wort melden, das ÖOC ist ein privater Verein. Ich meine, wir haben hier im Hohen Haus Wichtigeres im Sinne der BürgerInnen zu beschließen, zu diskutieren und umzusetzen, als einen privaten Verein durch einen Untersuchungsausschuss zu überprüfen. (Abg. Ing. Westenthaler: Es geht um öffentliche Gelder!) – Ja, es ist alles in Ordnung, die Staatsanwaltschaft ermittelt, die Gerichte beziehungsweise die Behörden ermitteln. Wir haben Vertrauen zu den Behörden. Sie offensichtlich nicht, aber Sie hatten schon relativ oft Berührungsprobleme mit den Behörden. Wir haben keinerlei Probleme damit. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.
Bitte nicht zu vergessen, meine Herren, die Sie sich jetzt so lautstark zu Wort melden, das ÖOC ist ein privater Verein. Ich meine, wir haben hier im Hohen Haus Wichtigeres im Sinne der BürgerInnen zu beschließen, zu diskutieren und umzusetzen, als einen privaten Verein durch einen Untersuchungsausschuss zu überprüfen. (Abg. Ing. Westenthaler: Es geht um öffentliche Gelder!) – Ja, es ist alles in Ordnung, die Staatsanwaltschaft ermittelt, die Gerichte beziehungsweise die Behörden ermitteln. Wir haben Vertrauen zu den Behörden. Sie offensichtlich nicht, aber Sie hatten schon relativ oft Berührungsprobleme mit den Behörden. Wir haben keinerlei Probleme damit. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Begleitet waren sie von einem engagierten und hervorragenden Organisations- und Betreuerstab und einem MODUL-Team im Österreich-Haus, das lebendig gewordene österreichische Gastfreundschaft und Gemütlichkeit verkörperte. Diese Leute, meine Damen und Herren, haben ein Recht auf ein aufrichtiges und herzliches Danke für ihre Leistungen und ihren außerordentlichen Einsatz! Ihnen vor allem gebührt unser voller Respekt und unsere volle Aufmerksamkeit und Unterstützung! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Abgeordneter Peter Haubner (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Ja, es ist sehr bedauerlich und bedarf wirklich der Aufklärung, was im Österreichischen Olympischen Comité passiert ist. Das ist keine Frage. Ich glaube, es ist für alle – und vor allem für den Sport, für die Sportlerinnen und Sportler – keine Freude, dass das Flagschiff des österreichischen Sports, das Österreichische Olympische Comité, eine derartige Schieflage erlitten hat. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Zwischenrufe beim BZÖ.
Herr Kollege Westenthaler! Das muss man schon in drei Teile unterteilen. Das eine ist die Salzburg Winterspiele 2014 GmbH, das zweite ist der Olympia-Förderverein und das dritte ist das Österreichische Olympische Comité – drei total getrennte Einheiten. (Zwischenrufe beim BZÖ.) – Nein, das ist nicht ganz richtig.
Abg. Ing. Westenthaler: Wallner hat alles unterschrieben!
Nachdem die Neuaufstellung des Österreichischen Olympischen Comités Platz gegriffen hat, hat Karl Stoss unseren Weg fortgesetzt – denn wir waren es ja, die die Prüfungen beantragt haben. Er hat den Weg fortgesetzt, weitere Prüfungen veranlasst, und erst durch die Staatsanwaltschaft sind dann diese geheimen Konten aufgetaucht. Man konnte diese Konten ja nicht kennen, denn ein geheimes Konto hat ja den Sinn, geheim zu sein, und so werden es die Leute auch angelegt haben, dass es geheim bleibt. (Abg. Ing. Westenthaler: Wallner hat alles unterschrieben!)
Beifall bei der ÖVP. – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
waltschaft am Zug und an der Arbeit. Wir sollten die Ergebnisse der Staatsanwaltschaft abwarten. (Beifall bei der ÖVP. – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Dr. Rosenkranz: Sag ihnen, wie es wirklich war!
Abgeordneter Mario Kunasek (FPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! (Abg. Dr. Rosenkranz: Sag ihnen, wie es wirklich war!) Kolleginnen und Kollegen! Zum Abgeordneten Krist und dem, wie er sagt, privaten Verein ÖOC: Ein privater Verein, der 2,2 Millionen € jährlich bekommt und zu zwei Dritteln von der öffentlichen Hand finanziert wird, ist, meine ich, auch durchaus aufklärungswürdig und sollte auch hier in diesem Haus ein Thema sein! (Beifall bei FPÖ und BZÖ.)
Beifall bei FPÖ und BZÖ.
Abgeordneter Mario Kunasek (FPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! (Abg. Dr. Rosenkranz: Sag ihnen, wie es wirklich war!) Kolleginnen und Kollegen! Zum Abgeordneten Krist und dem, wie er sagt, privaten Verein ÖOC: Ein privater Verein, der 2,2 Millionen € jährlich bekommt und zu zwei Dritteln von der öffentlichen Hand finanziert wird, ist, meine ich, auch durchaus aufklärungswürdig und sollte auch hier in diesem Haus ein Thema sein! (Beifall bei FPÖ und BZÖ.)
Beifall bei FPÖ und BZÖ.
Es gab im großen Stil Bargeldabhebungen von Botendiensten, von Chauffeuren und Hausbediensteten, die heute nicht mehr nachvollziehbar sind. Es gab angeblich, nimmt man die Medienberichterstattung her, Zahlungen an Abgeordnete dieses Hauses. Na ja, bitte, also wenn so etwas nicht aufklärungswürdig ist, dann weiß ich nicht, wofür das Hohe Haus dann das Instrument Untersuchungsausschuss hat! (Beifall bei FPÖ und BZÖ.)
Beifall bei FPÖ und BZÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich sage Ihnen ganz offen: Ja, es ist der größte Skandal in der Sportgeschichte. Ja, hier muss Aufklärung erfolgen, und hier muss auch die politische Verantwortung geklärt werden. Und die Klärung der politischen Verantwortung, meine sehr geehrten Damen und Herren, wird nicht durch die Staatsanwaltschaft erfolgen, sondern das haben wir hier in diesem Haus durchzuführen, und zwar ordentlich, in einem U-Ausschuss, durch den wirklich Aufklärung und Transparenz hergestellt werden. – Herzlichen Dank. (Beifall bei FPÖ und BZÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von BZÖ und FPÖ.
Das muss man sich wirklich einmal auf der Zunge zergehen lassen, dass der Sportminister nicht weiß, ob er Weisungen erteilt hat oder nicht! Wenn man dann sagt, Sportminister Darabos tue alles, um Aufklärung zu erwirken, dann muss man sagen, das stimmt mit dem, was er in der Beantwortung der parlamentarischen Anfrage getan hat, einfach nicht überein. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von BZÖ und FPÖ.)
Zwischenrufe bei ÖVP und SPÖ.
Ich hätte noch eine Frage an die mittlerweile im Österreichischen Olympischen Comité vertretenen Personen. Kennen Sie eigentlich den Herrn (phonetisch) Boguslaw Waleczyk? Ist Ihnen der bekannt? (Zwischenrufe bei ÖVP und SPÖ.) Der sollte Ihnen aber bekannt sein, denn er hat im Februar 2008, und zwar an einem einzigen Tag, 450 000 € auf ein Sparbuch des Österreichischen Olympischen Comités einbezahlt. Dieser Mann sollte eigentlich bekannt sein.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Kogler: Noch in diesem Jahr! – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wenn offenbar Personen, die mit der Struktur gar nichts zu tun haben, diejenigen waren, die die Konten betreut haben, dann ist da wirklich Feuer am Dach – und es ist höchst an der Zeit, dass auch die politische Verantwortung geklärt wird. Deshalb wäre es gut, wenn Sie schon heute zustimmten, aber Sie werden vermutlich irgendwann in Zukunft dann ohnehin diesem Antrag zustimmen müssen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Kogler: Noch in diesem Jahr! – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ sowie der Abgeordneten Mag. Kogler und Dr. Königshofer.
Meine Damen und Herren, stimmen Sie einem Untersuchungsausschuss zu – und versuchen Sie nicht, etwas zuzudecken, was zum Himmel stinkt, denn der Geruch weht dann zu Ihnen hinüber! (Beifall beim BZÖ sowie der Abgeordneten Mag. Kogler und Dr. Königshofer.)